# FUFGGT Bezugspreis mit Botenlohn:.15 RM. monatlich oder.08 RM. halbmonatlich, Selbstabholer.85 RM. monatlich oder 93 Pf. halbmonatlich. Bezugspreis für die„Bochumer Illustrierte" 30 Pf. monatlich, Funkzeitschrift„hör mit mir“ 45 Pf. monatlich bei vier Sonntagen und 55 Pf. bei fünf Sonntagen im Monat.— Wenn das Erscheinen der Zeitung durch höhere Gewalt oder durch Verbot oder Betriebsstörung u. dgl. verhindert wird, können keine Ersatzansprüche gestellt werden.— Geschäftsstelle geöffnet von 8 bis 13 und von 14½ bis 19 Uhr, Sonntags von 11 bis 12 Uhr.— Sprechstunden der Schriftleitung von 16 bis 17 Uhr(außer Samstags).— Postscheckkonto Dortmund 1760 Verlag und Druck: Laupenmühlen& Dierichs in Bochum Montag 18. Nov. 1933 42. Jahrgang Nummer 271 Einzelpreis 10 Pf. Anzeigenpreise: Grundpreise für 1 mm Höhe in 22 mm Breite.5 Pf. im Anzeigenteil und in 78 mm Breite 50 Pf. im Textteil, Familienanzeigen und Stellengesuche 6 Pf., Vereinsanzeigen(die nicht der Wirtschaftswerbung dienen) 7 Pf., kleine einspaltige Anzeigen(Stellenangebote, Anzeigen privater Art) 8 Pf., Anzeigen im Vereins= oder Sportkalender im Textteil 10 Pf., Auskunft= und Zifsergebühren 25 Pf. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 6 gültig. Nachlaßstaffel B.— Schluß der Anzeigenannahme für die sechsmal wöchentlich frühmorgens erscheinende Zeitung um 16 Uhr des Vortages. Für den richtigen Abdruck fernmündlich aufgegebener Anzeigen kann keine Gewähr übernommen werden Hauptgeschäftsstelle: Rathausplatz 8. Anruf 67551, 52, 53 Geute Grutten=ftWpT. „Kriegszustand“ mit den Sanktionsmächten Beschlusse des Großen Rates dnb Rom, 17. November. Der Große Faschistische Rat trat am Samstag abend 10 Uhr zur ersten Sitzung der diesjährigen Herbsttagung zusammen. Die Sitzung dauerte bis 1 Uhr nachts. Die nächste Sitzung ist auf Montag abend 10 Uhr angesetzt. Die amtliche Mitteilung macht nach den einleitenden Worten folgende Angaben über den Sitzungsverlauf: Der Generalsekretär der Partei, Federzoni, verlas, auch im Namen von sieben Kameraden, folgende Entschließung:„Der Große Rat des Faschismus, der die einmütigen Gefühle des italienischen Volkes zusammenfaßt, wie sie sich aus einer ununterbrochenen und gewaltigen Kundgebung des Willens, der Disziplin und der absoluten Hingabe an die Sache des faschistischen Italiens ergeben einer Kundgebung, die in dem grandiosen Generalappell der Partei vom 2. Oktober ihren Höhepunkt erreichte, zollt dem Duce begeisterten Beifall, weil er das höchste Recht der Nation verwirklichte, sich in Afrika kraft der Tüchtigkeit ihrer Söhne die für ihr Leben und ihre Zukunft unerläßlichen Bedingungen und Mittel sicherzustellen. Alle Italiener sind in bedingungslosem Vertrauen bereit, jedes Opfer auf sich zu nehmen, um die nationalen Ziele zu erreichen.“ Federzoni schlug dann folgende Botschaft an die in Afrika kämpfenden Truppen vor:„Als Dolmetsch der Gefühle des italienischen Volkes und stolz auf die gerächten Schlachten entbietet der Große Rat des Faschismus dem Marschall von Italien, Emilio de Bono, und den Frontkämpfern des neuen faschistischen Italiens seinen kameradschaftlichen Gruß, die bei dem afrikanischen Unternehmen unverändert den alten Geist der Revolution vertreten und mit den befreienden Waffen die unsterbliche Zivilisation Roms bringen.“ Die Entschließung und die Botschaft wurden durch Zuruf angenommen. Darauf erstattete der Duce ausführlichen Bericht über die Lage der Nation am Vorabend der Sanktionen(die Sanktionen treten bekanntlich am 18. November in Kraft). Zu dem Bericht sprachen sechs Mitglieder des Großen Faschistischen Rates. Am Schluß der Aussprache, die von Mussolini zusammengefaßt wurde, ist folgende Entschließung angenommen worden: „18. November: Datum der Schmach und der Ungerechtigkeit“ „Der Große Rat des Faschismus, der sich am Vorabend der Anwendung der sogenannten„Sanktionen“ gegen Italien versammelt hat, betrachtet das Datum des 18. November 1935 als ein Datum der Schmach und der Ungerechtigkeit in der Weltgeschichte; er bezeichnet die nie zuvor angewandten Sanktionen als einen Vorsatz, das italienische Volk wirtschaftlich zu ersticken, und als einen eitlen Versuch, es zu demütigen, um ihm die Verwirklichung seiner Ideale und die Verteidigung seiner Lebensnotwendigkeiten zu verhindern. Der Große Rat des Faschismus erwähnt lobend die musterhafte Ruhe und straffe Disziplin, mit denen das italienische Volk beweist, daß es sich der geschichtlichen Bedeutung der gegenwärtigen Ereignisse in vollem Ausmaß bewußt ist, und fordert es auf, den Sanktionen den unerschütterlichsten Widerstand entgegenzusetzen und alle moralischen Kräfte und alle materiellen Quellen der Nation zu mobilisieren, er fordert die Italiener auf, am Montag, dem 18. November, für 24 Stunden die Häuser zu beflaggen. Der Große Rat beschließt, auf den 1. Dezember die 94 Provinzialausschüsse der Mütter und Witwen der Gefallenen des Weltkrieges nach Rom einzuberufen, um den Widerstand planmäßig zu verstärken, bei dem den italienischen Frauen eine erstrangige Aufgabe anvertraut ist. Er ordnet an, daß an den Rathäusern Italiens ein Gedenkstein für die Belagerung angebracht wird, Hamit in den kommenden Jahrhunderten die ungeheure Ungerechtigkeit gegen Italien dokumentiert bleibe, dem die Kultur aller Kontinente so viel verdankt. Er entbietet den Staaten, welche unter Ablehnung ihrer Zustimmung zu den Sanktionen der Sache des Friedens gedient und sich zum Dolmetsch des Geistes der Völker gemacht haben, den Ausdruck seiner Sympathie. Der Große Rat des Faschismus ist sicher, daß die bevorstehende Probe der Welt die römische Tüchtigkeit des italienischen Volkes im Jahre XIV der faschistischen Zeitrechnung zeigen wird.“ De Bono abberufen Unter Beförderung zum Marschall— Badoglio zum Hohen Kommissar von Eritrea ernannt Rom, 17. November. Wie seit längerer Zeit erwartet wurde, ist General e Bono, der Oberfehlshaber der italienischen ruppen in Ostafrika, von seinem Posten abbernfen worden. Er wurde zum Marschall von Italien ernannt und erhielt Befehl, sich nach Rom zurückzubegeben. Marschall Badoglio wurde als Nachfolger de Bonas zum Hohen Kommissar von Eritrea ernannt, General Guzzoni unter Badoglio zum Vizegonverneur. Die amtliche Mitteilung begründet diesen Wechsel damit, daß mit der Wiedereroberung Makallas die Aufgabe de Bonos erschöpft gewesen sei, und sie erteilt ihm das Lob, daß er seine Mission unter außerordentlich schwierigen Verhältnissen erfüllt habe, die ihm die Dankbarkeit der Nation sicherten. de Bono, der im März siebzig Jahre alt wird, hatte am 7. Januar, als man ernstlich an das Ostafrika=Problem ging, den Posten des Kolonialministers mit dem des Oberkommissars für Ostafrika vertauscht. Er hatte seinerzeit den aktiven Heeresdienst verlassen und sich dem Faschismus angeschlossen. Er war derjenige, der den Zug auf Rom am 28. November, der zum Sieg des Faschismus führte, militärisch organisierte. Badoglio, der 64 Jahre alt ist, war am Ende des Krieges Generalstabschef der italienischen Armeen und schloß den Waffenstillstand mit Oesterreich ab. 1929 wurde er Generalgouverneur der Cyrenaika. Die Krise im italienischen Oberkommando war schon dadurch angedeutet worden, daß vor etwa drei Wochen Badoglio eiligst nach Asmara flog. Wie es Rudolf Heß zu den Bauern: H. Hoffmann „Die Mleistersinger von Nürnberg“ in Gegenwart des Führers Wie gemeldet, fand die Wiedereröffnung des Deutschen Opernhauses in Berlin=Charlottenburg mit Wagners„Die Meistersinger von Nürnberg“ in Gegenwart des Führers statt. In der Führerloge links vom Führer Frau Goebbels und Rudolf Heß, rechts vom Führer Frau Heß und Dr. Goebbels. Ganz links General Göring und Frau Göring, ganz rechts Reichskriegsminister Generaloberst von Blomberg scheint, hat ein Aufsatz des„Popolo'Italia“, der aus Asmara datiert war, und in dem von der völligen Auflösung des abessinischnn Reiches und Heeres gesprochen wurde, den letzten Anstoß zu der Krise gegeben. Er erhielt gestern in einem von Rom aus datierten Aufsatz der„Gazetta del Popolo“ eine Erwiderung, die in allen Punkten genau das Gegenteil sagte. Eegengungesetftlluht“ Pnrntams Lepen den Ausklang des Reichsbauerntages in Goslar— Darrés Programm r dnb Goslar, 17. November. Die Schlußkundgebung des Reichsbauerntages, die noch einmal eine grundsätzliche Zusammenfassung der Ergebnisse der verschiedenen Einzelarbeitstagungen brachte, begann gegen 11 Uhr in der GoslarHalle in Anwesenheit von 3000 Bauernführern. misch begrüßt wurde der Stellvertreter des Führers Rudolf Heß. Der Sprecher des Reichsbauernrates, Ministerpräsident, a. D. Granzow, hieß besonders herzlich willkommen den Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, die Reichsleiter Buch, Dr. Ley, Himmler, Bormann und Baldur von Schirach, die Reichsminister Generaloberst von Blomberg und Kerrl, Staatssekretär Körner in Vertretung des preußischen Ministerpräsidenten, sowie die Vertreter der Partei, des Staates und der Wehrmacht. Staatsrat Meinberg, der Reichsobmann der bäuerlichen Selbstverwaltung, war der erste Redner. Er stellte als notwendig hin das Wissen um die Geschichte des Volkes, denn dieses Wissen sei nichts anderes als das Wissen um die Gesetzlichkeit unseres Blutes. Die Geschichtsbetrachtung in Deutschland müsse wieder wirkende Kraft werden und dazu bedürfe es selbstverständlich einer gründlichen Revision ihrer grundsätzlichen Fragestellung. Diese Entwicklung sei heute durch den Nationalsozialismus möglich. Sodann entwickelte der Redner ein Bild der deutschen Geschichte um Heinrich., den er als eigentlichen Gründer des Deutschen Reiches bezeichnete.— Anschließend sprach Reichsbauernführer Darré Er sagte einleitend, man könne heute mit Recht behaupten, daß der Agrarpolitik des Nationalsozialismus ein voller Erfolg beschieden gewesen ist. Die Reichsregierung habe in allen wesentlichen Punkten die Ernährung des deutschen Volkes sicherstellen können. Die Gründe der Verknappung Daß wir heute, fuhr Darré fort, noch an den Folgen der Wirtschaftspolitik der Vergangenheit leiden, sei selbstverständlich, das zeige sich am ehesten auf dem Gebiete der Fettversorgung. Man könne nicht erwarten, daß die Schäden einer seit 80 Jahren fehlgeleiteten Wirtschaftspolitik in zwei kurzen Jahren nationalsozialistischer Agrarpolitik vollkommen zu beheben seien. Die heutige Verknappung in der Fettversorgung gehe zurück auf die geradezu sträfliche Vernachlässigung der Erzeugung von Fett in den Jahrzehnten vor der Machtübernahme. Das Fettproblem sei heute in Deutschland ein Devisenproblem und könne nicht ohne Beziehung zum Rohstoffproblem, das ebenfalls ein Devisenproblem sei, beurteilt werden. Das deutsche Volk müsse sich heute immer wieder die Frage vorlegen, ob es lieber ausreichend Butter esse oder im Interesse seiner Arbeitsbeschaffung sich vorübergehend einschränke. Wenn nun von vielen Seiten dargelegt werde, daß in Deutschland mehr Nahrungsmittel verbraucht würden, als in den Elendsjahren seit 1918, ja selbst an hochwertigen Nahrungsmitteln mehr verzehrt werde als 1913, so könnten solche Hinweise nicht zu falschen Maßnahmen gegenüber dem Lebensmittelverbrauch der Bevölkerung verleiten. Mit Befriedigung könne er feststellen, daß die Lebenshaltung des deutschen Menschen sich im nationalsozialistischen Staat erheblich gebessert habe. In Uebereinstimmung mit dem Führer könne er erklären, daß weder der Führer noch er daran denke, zum Kartensystem überzugehen. Der Reichsbauernführer ging weiter auf die Kritik an der Marktordnung ein und betonte, daß man die Marktordnung beurteilen müsse auf Grund ihrer Leistung gegenüber der Nahrungsmittelversorgung des Volkes. So habe z. B. die Ordnung des Milchmarktes in Württemberg zu einer Steigerung der Milcherzeugung um fast 30 Prozent geführt. Weiter wies Darré auf den engen Zusammenhang zwischen Nährstand und dem Wehrstand hin, der enger sei, als gewöhnlich in der breiten Oeffentlichkeit gesehen und erkannt werde. Die Freiheit des Bauern setze die Waffe voraus, um den durch Arbeit geschaffenen Arbeitsertrag auch verteidigen zu können. Neue Wege in der bodenständigen Leistungszucht Der Reichsbauernführer behandelte dann die Grundlage der Erzeugungsschlacht. Es handele sich hier darum, die unter dem normalen Durchschnitt liegenden Betriebe auf ein normales Maß der Erzeugung zu bringen. Wir können allerdings die Erzeugungsschlacht nur gewinnen, wenn wir uns ganz rücksichtslos zur Leistung bekennen. Ich kündige daher heute bereits an, das wir z. B. auf dem Gebiete der Tierzucht zukünftig nur noch der Leistung des Tieres eine Anerkennung zuteil werden lassen und zwar Leistungszucht auf eigenwirtschaftlicher Futtergrundlage. Denn ich halte es bei der heutigen Lage unseres Volkes für einen groben Unfug, auf unseren landwirtschaftlichen Ausstellungen noch irgendeine Exterieurspielerei zuzulassen oder gar zu gestatten, daß Formenakrobatik mit unseren Tieren getrieben wird. Darüber hinaus will ich der bodenständigen Leistungszucht wieder zum Siege verhelfen, denn in ihr sehe ich die größten Leistungsreserven, um ohne erkünstelte Rezepte lediglich auf wirtschaftseigener Futtergrundlage Leistungssteigerungen zu bewirken. Ich habe mich entschlossen, abgesehen von der Vollblutzucht bei dem Pferde, die aus besonderen Gründen ja ausgenommen werden muß, zukünftig keine Tiere mehr zu Prämiierungen zuzulassen, die auf ein ausländisches Tier als Vater oder Mutter zurückgehen, es sei denn, daß die Einfuhr des ausländischen Elierntieres von mir aus Gründen der Zucht ausdrücklich gebilligt und genehmigt worden ist. Ich weiß, daß diese Ankündigung einen Sturm der Opposition im Lager einiger der aus der früheren Zeit des Liberalismus berühmt gewordenen Züchter auslösen wird. Allein, diese Herren mögen sich rechtzeitig vergegenwärtigen, daß ich mit derselben Entschlossenheit und den gleichen eisernen Nerven auch hier mein Ziel werde zu Germania unterliegt:2 Westfälische Gauliga: Schalke 04— Germania Bochum:1 TuS. Bochum— Sppg. Herten:1 SV. Höntrop— Erle 08:1 Westfalia Herne— Preußen Münster:0 Union Recklinghausen— Hüsten 09:1 Westsalens Kunstturner geschlagen! Der 12. Kunstturnkampf Rheinland gegen Westfalen endete mit einem knappen Sieg der Rheinländer, die mit 1725:1723,5 Punkten 1,5 Punkte mehr erreichten als die Westfalen. Bester Einzelturner war der Düsseldorfer Sich. Balke schwamm deutschen Rekord! Beim Amerikaner=Schwimmfest in Leipzig, bei dem Adolf Kiefer mit 2,25,6 Minuten im 200=MeterRückenschwimmen seinen traditionellen Weltrekord erzielte, unternahm der Dortmunder Joachim Balke einen Angriff auf den von Sietas(Eimsbüttel) mit 1,13,8 Minuten gehaltenen deutschen Rekord im 100=Meter=Brustschwimmen, der von Erfolg war. Balke stellte mit 1,12,5 Minuten einen neuen deutschen Rekord auf. Westsalens Handballer ausgeschieden! In der Zwischenrunde um den deutschen HandballPokal erlitt die westfälische Mannschaft durch die Nieverrheinvertretung mit:8 Toren eine knappe Niederlage (Siebe den Sportteil!) Seite 2 Nr. 271/ Bochumer Anzeiger# Montag, 18. November 1933 erreichen wissen, wie ich mein Ziel in der Agrarpolitik gegenüber den liberal=agrarpolitischen Führern der vergangenen Zeit zu erreichen gewußt habe. Das alte Wappenschild kommt wieder zur Geltung Weiter wandte sich Darré gegen den immer wieder vorgebrachten Einwand, als wenn das Reichserbhofgesetz die letzten wirtschaftlichen Möglichkeiten im Dienst der Erzeugungsschlacht verhindere. Zur Frage der Behandlung der Blutfragen erklärte der Reichsbauernführer, daß die Führung des Reichsnährstandes entschlossen sei, auf dem Gebiete der Blutfragen die durch Reichsgesetz geforderte Aufgabe zu bewältigen. Heute wolle er sogar schon ankündigen, daß er als ein Mittel zur Wiedererweckung des Blutgedankens, d. h. des Gedankens der bäuerlichen Sippe, alles das fördern werde, was, wie z. B. das Wappen, Ausdruck des Blutstolzes darstelle. Von heraldischen Spielereien und feudalen Wichtigtuereien werde man sich dabei fernzuhalten wissen. Das alte Wappenschild solle wieder zur Geltung kommen. Schließlich betonte Darré, daß es eine Beleidigung des Bauerntums und des guten Landvolks sei, ihm die Religion absprechen zu wollen. Dem Führerkorps des Reichsnährstandes sei es verboten worden, sich in irgendwelche kirchlichen Fragen einzumischen. Die programmatischen Ausführungen des Reichsbauernführers riefen immer wieder die begeisterte Zustimmung der Bauernführer hervor. Der Sprecher des Reichsbauernrates, Granzow, verlas sodann eine von Vertretern des ausländischen Landvolks an den Reichsbauernführer gerichtete Adresse, in der der Dank der ausländischen Bauernvertreter für die ihnen gewährte Gastfreundschaft beredt zum Ausdruck gebracht wird.— Nach Darré ergriff Rudolf Heß überhaupt. Die letzte Konsequenz der Entwicklung zur volksfremden Wirtschaft sei der Bolschewismus. Es sei kein Zufall, daß der bolschewistische Staat, seine Wirtschaft, nicht von Russen, sondern von einer dünnen jüdischen Oberschicht, geführt werde. Von besonderer Bedeutung war der Vortrag von Reichsminister Kerrl über:„Der Raum als Grundlage des deutschen Volkes.“ Der Minister besprach in seinem Vortrag, ausgehend von der Bodengestaltung in der liberalistischen Wirtschaft, die Beziehung des Bodens zu dem, der ihm durch den Pflug eng verbunden sei. Das Reichserbhofgesetz sei ein Gesetz, das zum ersten Male eine gewisse Ordnung im deutschen Raum geschaffen habe. Die zunehmende Verknappung des deutschen Raumes, die zugleich ein Beispiel von unrationeller Nutzung und unwirtschaftlichem Verlauf sei, und die Notwendigkeit für zahlreiche Zwecke der öffentlichen Hand bestimmte Räume zur Verfügung zu stellen, machten es notwendig, den deutschen Raum einer bestimmten Planung zu unterwerfen. Diese zweckvolle Neuordnun des deutschen Raumes habe die Reichsstelle für Raumordnung zu verwirklichen. Planungsbehörden sollen bei dieser Arbeit die Oberpräsidenten und Reichsstatthalter werden. Von der gleichen Bedeutung war der Vortrag des Reichsarbeitsführers Hierl über:„Der Reichsarbeitsdienst als Dienst an Blut und Boden.“ Die Sicherung der deutschen Ernährungsfreiheit in jeder Lage sei die große staatspolitische Aufgabe des Reichsnährstandes. Zu ihrer Erfüllung trete der Reichsarbeitsdienst an die Seite des Reichsnährstandes. 200000 Arbeitsmänner böten ihre Arbeitsfäuste dem Reichsnährstand an. Es lohne sich, diese Armee der Arbeit richtig einzusetzen. Die jährliche Ertragssteigerung bei Ausfüllung von Landeskulturen durch den Arbeitsdienst sei schon bei dem gegenwärtigen Einsatz des Arbeitsdienstes auf durchschnittlich 10 Prozent des Gesamtaufwandes anzusetzen. Als letzter Redner der zweiten Haupttagung sprach dann Reichsführer SS. Himmler über:„Die Schutzstaffeln als antibolschewistische Kampforganisation.“ Er formulierte dabei, welche Ansprüche an den SS.= Mann zu stellen seien, sowohl in charakterlicher wie Abessinischer Kriegsrat Gersue;staT das Wort, um dem deutschen Bauernvolk die Grüße des Führers zu entbieten. Dann ging der Stellvertreter des Führers auf die Ueberwindung von Marxismus, Bolschewismus und Judentum in Deutschland ein. Nach dieser Ueberwindung habe der im Judentum verkörperte Bolschewismus die jüdische Boykotthetze von außen her gegen deutsche Waren fortgesetzt. Man habe Deutschlands Ausfuhr weiter abwürgen wollen, damit die Einfuhr von Lebensmitteln weiter zurückginge mit der Folge, daß Hunger in Deutschland doch noch ausbreche und das Hitler=Regiment endlich durch den Bolschewismus abgelöst werde. Wenn diese Rechnung fehlgeschlagen sei, so sei dies in erster Linie neben den zielsicheren Maßnahmen der nationalsozialistischen Regierung der wiedererweckten Kraft des deutschen Bauerntums zu danken. Rudolf Heß sagte wörtlich: „Die Erzeugungsschlacht ist im wesentlichen eine Abwehrschlacht gegen den Bolschewismus: Mit Stolz stellen wir fest, auch diese Schlacht in unserem Verteidigungskrieg gegen die rote Flut war erfolgreich.“ Heß fuhr fort, es sei Deutschlands feste Ueberzeugung, daß wirtschaftliche Beziehungen und Handelsaustausch mit anderen Völkern dem gegenseitigen Verständnis förderlich und damit der Erhaltung des Friedens dienlich sind, der den gequälten Völkern so bitter nötig ist. Zu des neuen Deutschlands größten Leistungen gehört, daß das deutsche Volk vor dem Hunger bewahrt blieb. Was bedeuten demgegenüber zwischendurch auftretende kleine Schwierigkeiten, wie das Fehlen von zehn Prozent des Fettbedarfs oder des Schweinefleisches.„Ich weiß sehr wohl einzuschätzen,“ sagte Rudolf Heß,„was es für einen Schwerarbeiter bedeutet, wenn er nicht ganz das Quantum Fett erhält, das er benötigt. Aber ich weiß auch, daß nichtsdestoweniger der deutsche Arbeiter es ist, der sich am wenigsten durch einen vorübergehend auftretenden Verzicht erschüttern läßt in seiner Treue zu einer Idee und einer Führung, die für gut anzuerkennen er sich im schweren inneren Kampf durchgerungen hat. Um so weniger wird er sich erschüttern lassen, als er sieht, daß nicht böse Preistreiberei auf dem Buttermarkt infolge der Verknappung etwa unter dem Einfluß ausländischer Spekulanten geduldet wird. Der deutsche Arbeiter sieht vielmehr, daß die Butterverknappung nicht auf seinem Rücken ausgetragen wird, sondern daß das gesamte deutsche Volk in nationaler Disziplin einen vorübergehenden Mangel dadurch leichter erträgt, daß es ihn unterschiedslos auf sich nimmt. Nie möge das Bauerntum vergessen, daß es seine Rettung zugleich mit der Rettung des ganzen deutschen Volkes— nächst dem Führer— den alten SA.= und SS.=Männern und politischen Streitern verdanke, die in langen Jahren eines schier hoffnungslosen Kampfes treu zu Adolf Hitler standen.„Der Kampf geht weiter, wenn auch immer wieder mit anderen Mitteln. Hauptträger des Kampfes bleiben die braven treuen Kämpfer an der Front draußen im Volk.“ Mit einem Sieg=Heil auf Adolf Hitler, den Führer in diesem Kampf, schloß Rudolf Heß seine Ansprache. Mit erhobener Rechten sangen die 3000 deutschen Bauernführer das Horst=Wessel=Lied und das Deutschlandlied als heiliges Bekenntnis ihre ganzen Kräfte einzusetzen für die Erzeugungsschlacht, für das deutsche Volk. Der Sprecher des Reichsbauernrates Granzow gab unter lebhaftem Beifall dem Dank des deutschen Bauernvolkes an den Stellvertreter des Führers Ausdruck:„Der Reichsnährstand und die neuen Bauerngesetze sind aus dem Nationalsozialismus herausgewachsen, und dies könnte nicht schöner unterstrichen werden als durch die Tatsache, daß Sie, Stellvertreter des Führers, das Wort ergriffen haben.“ Damit erklärte er den dritten Reichsbauerntag in Goslar für geschlossen. Arbeitsdienst und Reichsnährstand in einer Front Auf der zweiten Haupttagung des Reichsbauerntages am Samstag sprach zunächst Dr. Reischle, Mitglied des Bauernrates und Stabsamtsführer, über„Gesittung aus dem Blut“. Was für den Bauern der Ackerboden sei, sei für das Volk sein Blut. Den praktischen Weg, um dem Versiegen des nordischen Blutquells im deutschen Volk Einhalt zu gebieten, habe Darré gezeigt. Er habe nachgewiesen, daß die entscheidende Voraussetzung für die Erhaltung dieses Bauerntums die anlösbare Bindung des Blutes an den Boden sei. was seinen Niederschlag im Erbhofgesetz finde. Staatssekretär Backe sprach dann über„Volksgebundene Wirtschaft im Gegensatz zur jüdischen Wirtschaftsweise". Das Judentum das jüdische Wirtschaftsdenken, stehe in einem völligen Gegensatz zu dem Begriff der volksgebundenen Wirtschaft London, 17. November. Der Krieg in Abessinien tritt immer mehr in sein entscheidendes Stadium ein. In diesem Sinn wird auch allgemein die Abberufung des Generals de Bono gewertet. Mit Marschall Badoglio schickt Italien seinen fähigsten Heerführer nach Ostafrika der eine schnelle Entscheidung erzwingen soll, bevor sich die Sanktionen richtig auszuwirken beginnen. Ras Seyum erhält Verstärkung Dieser Entscheidung wird auch von abessinischer Seite nicht ausgewichen werden. Ein Kriegsrat, der im Hauptquartier in Dessie tagte, hat erneut schärfsten Widerstand gegen den italienischen Vormarsch beschlossen. Unmittelbar nach diesem Kriegsrat sind neue große Verstärkungen in das Gebiet von Antalo entsandt worden. In Antalo, dem etwa 25 Kilometer südlich von Makalle gelegenen abessinischen Widerstandszentrum, ist von italienischen Fliegern auch das rote Führerzelt des Ras Seyum entdeckt worden. Antako und die umliegenden Ortschaften wurden von starken italienischen Bombengeschwadern erneut mit Bomben belegt, die zahlreiche Brände verursacht haben und durch die nach italienischen Berichten auch ein abessinisches Truppenlager vernichtet worden sein soll. Erbitterter Kleinkrieg um Wasserstellen An der Ogadenfront entwickeln sich jetzt immer heftigere Kämpfe am Fuß des Hochplateaus von Harar, wohin die eigentliche Verteidigungslinie der Abessinier im Süden zurückverlegt wurde. Aber auch hinter dieser Front— von einer eigentlichen geschlossenen, zusammenhängenden Frontlinie kann in diesem weitausgedehnten Wüstengebiet aber überhaupt nicht gesprochen werden— wird noch ein erbitterter Kleinkrieg geführt, bei dem es vor allem um die Brunnen und Wasserstellen der Ogadenwüste geht. Die italienischen Angriffe auf Dagabur sollen nach abessinischen Meldungen endgültig zurückgeschlagen worden sein. Schweres Gefecht im Fafan=Tal Von italienischer Seite wird über einen blutigen Kampf im oberen Fafan=Tal, etwa fünfzig Kilometer südlich von Dagabur, berichtet. Hier hatte sich einer starken motorisierten italienischen Abteilung eine zahlenmäßig überlegene abessinische Abteilung entgegengestellt. Die Abessinier waren mit zahlreichen Lastautos, auf denen Maschinengewehre postiert haren, ausgerüstet. In dem mehrstündigen Kampf, in dessen Verlauf auf beiden Seiten mit der größten Erbitterung gekämpft wurde, sollen nach italienischer Darstellung mehr als 300 Abessinier gefallen sein. Außerdem wollen die Italiener 50 Lastautos, mehrere Maschinengewehre und zahlreiche Gewehre erbeutet haben. Immerhin hat sich auch die italienische motorisierte Abteilung nach diesem Kampf zur italienischen Hauptmacht, die sich noch in der Gegend von Gorahai befindet, zurückgezogen, also einen Geländegewinn von fast 200 Kilometer wieder preisgegeben. Der„Schwarze Adler von Harlem“ löste Rückfahrkarte Enttäuscht und entmutigt über den Mißerfolg seiner Pläne in Abessinien hat der amerikanische Negerflieger Julian, der„Schwarze Adler von Harlem“, der abessinischen Hauptstadt jetzt den Rücken gekehrt. Er bestieg den Zug nach Dschibuti auf der Station Akaki, außerhalb von Addis Abeba, um jedes Aufsehen zu vermeiden. Kurz vor seiner Abfahrt äußerte er sich zu einem Vertreter der United Preß über die Gründe seiner Rückreise:„Ich bin eine Kampfnatur. Ich kam hierher, um für Abessinen zu kämpfen. Als ich einsah, daß es unmöglich war, mit der winzigen abessinischen Luftstreitmacht gegen den italienischen Feind zu kämpfen, meldete ich mich bei der Infanterie, aber auch dort erlaubte man mir nicht zu kämpfen. Alle Versprechen, die mir der Kaiser Haile Selassie machte, werden durch die Intrigen der Palastbeamten zunichte. Deshalb reise ich jetzt ab. Wenn alle so wären, wie der Kaiser Haile Selassie, wäre alles Versuchsweise Aufnahme im nächsten Jahr geplant Berlin, 17. November. Reichspostminister Freiherr von Eltz=Rübenach kündigte in einer Sitzung des Postbeirats an, daß im nächsten Jahr die Luftpost=Verbindung nach den Vereinigten Staaten von Amerika durch Luftschiff und Flugzeug versuchsweise aufgenommen werden soll. Ferner ist Einrichtung eines deutschen Luftpostdienstes Berlin— Kairo geplant und Verlängerung dieser Linie nach Bagdad und den Fernen Osten für spätere Zeit in Aussicht genommen. In der Sitzung des Postbeirats wurde im übrigen festgestellt, daß die Finanzen der Reichspost gesund sind. Das Reinvermögen der Post sei seit 1924 um fast 700 Millionen Mark gestiegen. Wenn die Bilanzen in den letzten drei Jahren eine Verminderung des Sondervermögens ausweisen, so sei das in der Hauptsache auf die hohen Ablieferungen an das Reich zurückzuführen. Für das laufende Rechnungsjahr betrage diese Ablieferung bei einer geschätzten Einnahme von 1700 Millionen rund 100 Millionen Mark. Weiter wurde berichtet, daß der Briefverkehr ständig zunimmt und auch der Paketverkehr sich gehoben hat. Die Personalpolitik sei in nationalsozialistischem Sinne umgestellt worden. Um die Verbreitung des Fernsprechers zu steigern, hat die Deutsche Reichspost die technische Entwicklung von Gemeinschaftsanschlüssen so weit gefördert, daß demnächst praktische Versuche mit solchen Anschlüssen gemacht werden können. Im früheren preußischen Abgeordnetenhaus in Berlin, das zu einem„Haus der Flieger“ umgebaut worden ist fand am Samstag abend eine Eröffnungsfeier statt. Der Präsident des Aeroklubs von Deutschland, Wolfgang von Gronau, sagte in seiner Ansprache, das „Haus der Flieger“ sei des Reichsministers der Luftfahrt ureigenstes Werk von Anfang bis zu Ende. In Limoges(Frankreich) kam es im Anschluß an eine Feuer=Kreuzler=Kundgebung zu Zusammenstößen mit Volksfront=Anhängern. Bei der sich entwickelnden Schießerei sollen 30 Personen schwer verletzt worden sein. Zwei von ihnen sollen ihren Verletzungen erlegen sein. Die englische Sonntagspresse stellt lange Kombinationen an über die wahrscheinliche Umbildung des Kabinetts Baldwin nach dessen Wahlsieg. Man nimmt an, daß Völkerbundsminister Eden Kriegsminister werden wird. Weiter hält man es für möglich, daß Lloyd George die Gesamtführung der Opposition im Unterhaus übernehmen wird. Wie sich nachträglich herausstellt, sind auch zwei irische Nationalisten ins Unterhaus gewählt worden. Sie werden jedoch dort nicht erscheinen. Kotons=Voraft Meinleibrutscheit Die Sabotageversuche der Litauer gescheitert dnd Kowno, 17. November. Nachdem, wie gemeldet, der Litauer Borchertas. seinen Auftrag zurückgeben mußte und auch der am Samstag vom Gouverneur beauftragte Litauer Labrenz vom Fraktionsführer der Einheitsliste, Papendieck, eine Abfuhr erhalten hatte, ist nunmehr der Landtagspräsident Baldszus, Mitglied der Einheisliste, vom Gouverneur mit der Bildung des Memeldirektoriums beauftragt worden. Landtagspräsident Baldszus gehört seit der Abtrennung des Memelgebietes zu den Führern der memeilandischen Landwirtschaft und hat als solcher der Landwirtschaftskammer des Memelgebietes angehört. * Heute dürsen wir die Berufung des Landtagspräsidenten Baldszus des führenden deutschen Abgeordneten als einen ersten Schritt zur Wiederherstellung der völligen Autonomie im Memellande begrüßen, indem wir unsere Genugtuung über die Zurückweisung der litauischen Unverschämtheiten und Rechtsbrüche zum Ausdruck bringen, die mehr als zwei Jahre hindurch die ruhige Entwicklung im nahen Osten unterbrochen hatten. Der auf die Kownoer Herren ausgeübte rechtliche und moralische Zwang war eine Selbstverständlichkeit, die keinesfalls einen Dank des Memellandes an die hohen Garantiemächte erheischt. Vielmehr ist diesen Staaten in Zukunft noch mehr als bisher die Pflicht auferlegt, mit ihrem ganzen Gewicht, das sie an anderen Stellen der europäischen Politik so schnell und so bereitwilligst in die Waagschale warfen, auch hier im Memellande für die strikte Durchführung aller im Statut enthaltenen Autonomiegesetze Sorge zu tragen, um im Memelvolke das Vertrauen wiederherzustellen, das die Unterzeichnerstaaten in zweijähriger Duldung der litauischen Rechtsbrüche restlos verscherzt haben. Die Garantiestaaten werden sehr wohl barauf bedacht sein müssen, ihr Prestige zu wahren, das der litauische Zweimillionanstaat bishor ungeahndet verhöhnen durfte. vor allen Dingen auch in rassischer Beziehung. Als erste Richtlinie gelte für die SS. die Erkenntnis vom Wert des Blutes und der Auslese. Die zweite Richtlinie und Tugend für die Schutzstaffeln sei der Freiheitswille und der Kampfgeist. Die dritte Richtlinie und Tugend seien die Begriffe Ehre und Treue. Als vierte Richtlinie stellte der Reichsführer den Gehorsam heraus, der bedingungslos aus höchster Freiwilligkeit komme. Weiter sagte Himmler, die SS. verbitte es sich, weil sie sich als Gemeinschaft nicht für diese oder jene Konfession festlege, unter Mißbrauch des Wortes Heide als Atheisten verschrien zu werden. Da, wo die Bauern Adolf Hitlers ständen, würden sie die Schutzstaffeln als treueste Freunde haben. Am Samstag abend erlebten dann die Bauernführer eine bäuerliche Festaufführung. Die Mitwirkenden waren Bauern aus allen Teilen Deutschlands. Es wurden Trachten und Sitten gezeigt, wie sie draußen unter dem Bauernvolk lebendig sind. Der wohlgelungene Verlauf des Abends zeigte, daß im Brauchtum des Bauernvolkes, ähnlich wie in der Feiergestaltung des Arbeitsdienstes und der HJ., erfolgreich neue, artgemäße Wege zu volkstümlichem, kulturellem Schaffen gefunden worden sind. gegen italienischen Bermndesah, anders.“ Mit demselben Zug, mit dem der enttäuschte „Schwarze Adler von Harlem“ abreiste, verließen auch ein halbes Dutzend Journalisten und Bildberichterstatter die abessinische Hauptstadt wegen Mangels an Neuigkeiten. Deutscher Schritt in London Englisches Verlangen nach Ursprungszeugnissen für deutsche Waren bei der Einfuhr nach England dnb Berlin, 17. November. Amtlich wird mitgeteilt: Die britische Regierung hat der Reichsregierung in diesen Tagen in einer Note mitgeteilt, daß infolge der von ihr getroffenen Wirtschaftsmaßnahmen gegen Italien vom 18. November ab bei der Wareneinfuhr aus Deutschland nach England die Eigenschaft der Waren als deutsche Waren durch Ursprungszeugnisse besonders nachgewiesen werden müsse. Die Reichsregierung ist daraufhin unverzüglich an die britische Regierung herangetreten um sie darauf aufmerksam zu machen, daß nach Auffassung der deutschen amtlichen Stellen das Verlangen der Beifügung von Ursprungszeugnissenafür deutsche Waren in diesem Falle mit den Einzelbestimmungen des deutsch=englischen Handelsvertrages nicht im Einklang stehe. (Weitere politische Nachrichten auf Seite 10) Kunft und Willen Dr. Loebbels zum Tag der deutichen Rausmulik Zum Tag der deutschen Hausmusik, am Donnerstag. dem 21. November, erläßt der Präsident der Reichskulturkammer, Reichsminister Dr. Goebbels, folgenden Aufruf: „Das deutsche Volk besitzt in seinen musikalischen Werten einen unermeßlichen Reichtum an seelischen Gütern. Was die großen Meister der Vergangenheit und Gegenwart den Tönen anvertrauten, bleibt als Zeugnis hoher nationaler Kultur für alle Zeiten bestehen. Der„Tag der deutschen Hausmusik“ soll uns daran erinnern, daß den tönenden Denkmalern deutscher Geschichte eine lebendige Bedeutung zukommt. Der„Tag der deutschen Hausmusik“ gemahnt uns gleichzeitig daran, daß das deutsche Haus, die deutsche Familie, die Keimzellen des Musiklebens sind, denen innere Anteilnahme und Liebe zur tönenden Kunst entwachsen. Der„Tag der deutschen Hausmusik" lehrt uns ferner, daß nur die eigene musikalische Betätigung den Weg zum musikalischen Verständnis erschließt, der allen Volksgenossen ohne Unterschied zuganglich ist. So wird auch in diesem Jahre der„Tag der deutschen Hausmusik“ ein machtvolles Bekenntnis zur Pflege echter, volksgebundener deutscher Musik darstellen, die Eltern und Kinder heute wie vor Jahrhunderten zu gleichem seelischen Erleben vereint und darüber hinaus zur Stärkung und Festigung des Familiensinnes beiträgt.“ Feltvorstellung für den Reichskultursenat Erstaufführung von Hanns Johsts Thomas Paine im Staatlichen Schauspielhaus Aus Anlaß der Jahrestagung der Reichskulturkammer und zum Abschluß der ersten Arbeitstagung des Reichskultursenates fand am Samstag abend im Staatlichen Schauspielhaus am Gendarmenmarkt in Anwesenheit des Präsidenten der Reichskulturkammer Reichsminister Dr. Goebbels, des Vizepräsidenten Staatssekretär Funk, der drei Reichskulturwalter, des gesamten Kultursenats und der ausländischen Gäste, die zur Jahrestagung der Reichskulturkammer in Berlin anwesend sind, eine Festvorstellung statt, in der das Schauspiel des Präsidenten der Reichsschrifttumskammer Hanns Johst„Thomas Paine“ in der Reichshauptstadt erstaufgeführt wurde. Unter den Ehrengästen sah man den Ministerpräsidenten Göring, die Reichsminister Frick und Graf Schwerin von Krosigk, den Reichsleiter Bouhler den Oberbefehlshaber der Wehrmacht General der Artillerie Freiherrn von Fritsch, die Staatssekretäre Lammers, Reinhardt und Willikens und viele andere führende Persönlichkeiten aus Staat und Bewegung, Kunst und Wissenschaft. Die Berliner Erstaufführung des„Thomas Paine“ fand dank der glänzenden Wiedergabe begeisterte Aufnahme. Dr. Josef Schwermank, Feutlleton: Dr. Emil Strodihoff, Wirtschaft: Fritz Schmidt. Gerichtsdienst und Briefkasten: Mar Flegel, Sport: Hans Hornberg, Provinz: Kurt Dörnemann, Anzeigen: Kurt Scholz, sämtlich in Bochum. Berliner Schriftleitung: Michael Haupt, Berlin SW. 68. Wilhelmstraße 98. Anruf: Jäger 4115 und Karlsdorst 0340 Berliner Anzeigenvertretung: F. W. Pempe, Berlin=Charlottenburg, Ublandstraße 194. Anruf C 1 Steinplatz 6813. Verlag und Druck: Laupenmühlen& Dierichs in Bochum. Ruf 67551, 52, 53.— Zur Zeit ist Preisliste Nr. 6 gültig, Nachlaßstaffel.— DA X 35: über 25 500. Sprechstunden der Schriftleitung von 16 bis 17 Uhr(außer Samstags). Für unverlangte Einsendungen keine Hastvilicht. Rückiendung nur bei Rücvorte, M Die heutige Nummer umfaßt 14 Seiten * A. * Seite 3 Nr. 271 Bochumer Anzeiger" Montag, 18. November 1935 Bochumer Nachrichten Bochum im Oktober Einwohnerzahl gegenüber 1934 gestiegen Insgesamt rund 41000 Unterstützte Nach dem Ergebnis der Personenstandsaufnahme im Oktober 1935 betrug die Einwohnerzahl der Stadt Bochum 314587, gegenüber 313419 im Oktober 1934. Lebend geboren wurden 434 Kinder. Gestorben sind 202 Personen. Die häufigste Todesursache lautete in 80 Fällen auf Krebs und andere bösartige Neubildungen. Weiter folgten Herzkrankheiten mit 23, Altersschwäche mit 19, Lungenentzundung mit 18, Tuberkulose mit 17 Fällen. 13 Personen verunglückten tödlich und vier Personen begingen Selbstmord. An anzeigepflichtigen Krankheiten wurden polizeilich gemeldet: Diphtherie 126, Genickstarre 3, Scharlach 193, Spinale Kinderlähmung 4, Unterleibstyphus 1, Kindbettfieber 5 und Lungentuberkulose 38 Fälle. In den Bochumer Krankenanstalten befanden sich Ende Oktober 1935 2249 Kranke, gegenüber 2150 Ende September 1935. Fertiggestellt wurden 15 Wohnhäuser. Für 16 Wohnhäuser wurde die Bauerlaubnis erteilt und für weitere 25 Wohnhäuser wurde die Bauerlaubnis beantragt. Die Zahl der Hauptunterstützungsempfänger beim Arbeitsamt betrug Ende Oktober 1935 3032, beim Wohlfahrtsamt 13383. Insgesamt wurden beim Arbeitsamt Ende Oktober 1935 8337 Personen unterstützt und beim Wohlfahrtsamt 32 820 Personen. Vorhanden waren Ende Oktober 1935 noch 11007 männliche und 1006 weißliche Arbeitsuchendeg.., Murden 1— In den städtischen Badeanstalten wurden im Berichtsmonat 16 336 Schwimmbäder, 1266 Wannenbäder, 8148 Brausebäder und 757 Heilbäder abgegeben. Die Berufsfeuerwehr wurde 18 mal alarmiert. Von den Alarmierungen betrafen 11 Brände und 7 Hilfeteistungen. T5, Hikgf u Uan in Ostakr 1rer nur Auf dem Schlachthof wurden im Oktober 1935 915 Stück Rindvieh, 370 Kälber, 2993 Schweine, 88 Schafe, 8 Ziegen und 21 Pferde geschlachtet. 20·072 Personen besuchten im Monat Oktober 1935 das Bochumer Stadttheater. 27 Schauspiele und 4 Opern wurden gegeben. Die Schauspielvorstellungen wurden durchschnittlich von 633 Personen und die Opern von 744 Personen besucht. Hehnhatheseiet=der Berwulluugeurabeimt Ein Ehrentag der Verwaltungsakademie„Industriebezirk“ in Bochum Vierjähriges Mädchen angefahren und verletzt Am 15. November, gegen 18 Uhr, wurde auf der Adolfstraße ein vierjähriges Mädchen von einem Motorradfahrer angefahren. Es erlitt einen linken Unterschenkelbruch. Das Kind fand Aufnahme im Elisabeth= Schlicht und würdig, wie es dem Charakter der Krankenhaus.(Verwaltungsakademie entspricht, wurde am Samstag Am gleichen Tage, gegen 21.50 Uhr, wurde an der nachmittag die Feier des zehnjährigen Bestehens dieser Ecke Wattenscheider Straße— Darpering ein Radfahrer bedeutsamen Kultureinrichtung für den Industriebezirk von einem Personenkraftwagen angefahren. Der Rad= durch einen Festakt im großen Hörsaal im Anstaltsgefahrer erlitt Hautabschürfungen am rechten Bein und bäude an der Wittener Straße begangen. Von den Zinlinken Arm, konnte jedoch seine Fahrt fortsetzen. Das nen wehten die Reichs= und die Stadtfahne; der Festsaal ter Fahrrad wurde leicht beschädigt. Einbruch beim Fußballklub Gau Nord Wer kann Angaben machen? In der Nacht zum 15. November wurde in die Geschäftsräume des Deutschen Fußballbundes, Gau Nord, hier, Rechener Straße Nr. 2a, eingebrochen. Fast sämtliche Schreibtische wurden erbrochen, so daß außerdem noch ein erheblicher Sachschaden entstanden ist. Das Publikum wird gebeten, bei der Fahndung nach den Tätern behilflich zu sein und verdächtige Wahrnehmungen bei der Kriminalpolizei in Bochum, Polizei=Präsidium, Uhlandstraße Nr. 35. Zimmer 245, zu melden. Bettücher und Bettbezüge gestohlen. In der Nacht zum 8. November haben unbekannte Täter von dem unverschlossenen Trockenboden des Hauses Klosterstraße 3 zwei weiße Bettücher und drei gleiche Bettbezüge entwendet. Angaben, die auf Wunsch vertraulich behandelt werden, erbittet die Kriminalpolizei in Bochum, PolizeiPräsidium, Uhlandstraße 35, Zimmer 242. Das Wäschehandwert sten aus phot...-Muthherr. Oberbürgermeister Dr. Pielum hält die Begrüßungsansprache nete die Feier mit dem Allegro aus der Serenade für Streichorchester„Eine kleine Nachtmusik“ von W. A. Mozart, die eine feinsinnige Wiedergabe fand. Dann folgte die Reihe der Ansprachen, in denen immer wieder die Arbeit der Verwaltungsakademie gewürdigt und ihre Bedeutung im Rahmen der Aufbauarbeit des Dritten Reiches klar herausgestellt wurde. Oberbürgermeister Dr. Pielum entbot die Grüße und Glückwünsche der Stadt Bochum. Er bejahte die Berechtigung dieser Feier des zehnjährigen Bestehens der Verwaltungsakademie Industriebezirk durch den Hinweis auf das, was sie seit ihrem Bestehen geleistet. Heute, im nationalsozialistischen Staat, habe sie ganz andere Aufgaben zu lösen als in der Zeit der Systemlinge, in denen die Wirtschaft das Primat behauptete, auch auf dem Gebiet der Bildung. Heute wisse jeder, daß Adolf Hitlers Ausspruch, daß ein paar gesunde, körperlich kräftige und leistungsfähige Menschen wertvoller seien für das Volksganze als ein schwächlicher geistiger Mensch, zu Recht bestehe. Der fachwissenschaftlichen Fortbildung komme im nationalsozialistischen Staat die Aufgabe zu, auch der Weltanschauung zum Durchbruch zu verhelfen. In den zehn Jahren ihres Bestehens habe die Verwaltungsakademie schöne Erfolge erzielt, trotz der Zustände, die eine einheitliche Erziehung erschwerten. Heute sei sie berufen, den Beamten zur nationalsozialistischen Volks=, Staats- und Weltanschauung zu erziehen, aus dem Staatsbeamten früherer Zeit den nationalsozialistischen Volksdiener zu machen. Die Verwaltungsakademie stehe unter der Patenschaft der Stadt Bochum, die ihr dies schöne Gebäude errichtet und jederzeit ihr ihre Unterstützung geliehen habe. Der Oberbürgermeister schloß mit herzlichen Glückwünschen für die Anstalt und bat um weitere Unterstützung. Universitätsprofessor Dr. Naendrup als Leiter der Westfälischen Verwaltungsakademie betonte eingangs seiner Rede, daß die Verwaltungsakademien zwar in liberalistischer Zeit entstanden seien, aber immer erfüllt gewesen seien von starkem Idealismus. Das sei in erster Linie das Verdienst des Staatssekretärs Dr. Lammers, als dessen Vertreter er Dr. Müßigbrodt begrüßte. Seit der Machtübernahme habe sich die Zahl der Besucher der Verwaltungsakademien vervielfacht, ohne Partei, Behörden und Beamtenschaft sei das nicht möglich gewesen. Mit der nationalsozialistischen Schulung wie mit der beruflichen Fachbildung und Fortwar geschmückt mit Lorbeerbäumen und farbigen Astern, den letzten Blumen des Spätherbstes. Fahnentuch mit dem Hakenkreuz bedeckte die Stirnwand. Die Bedeutung der Feierstunde wurde unterstrichen durch die Teilnahme hervorragender Ehrengäste. Die Regierung zu Arnsberg war vertreten durch Regierungs=Vizepräsident Dellenbusch, die Partei durch den stellv. Kreisleiter Knappschaftsdirektor Adamek und den Kreisamtsleiter Brunswick, der Reichsverband Deutscher Verwaltungsakademien durch seinen Geschäftsführer Dr. Müßigbrodt, die Stadtverwaltung durch Oberbürgermeister Dr. Piclum, Bürgermeister Dr. Geyer, Stadtrat Stumpf, Stadtbaurat Timmermann, die Universität Münster durch ihren Rektor Dr. Hugelmann und den Dekan der Reichs= und Staatswissenschaftlichen Fakultät Dr. Neuwiem, der Deutsche Gemeindetag, Provinzialdienststelle Westfalen, durch Oberbürgermeister Irrgang, außerdem erblickte man die Vertreter der Reichs= und Staatsbehörden und der Gauamtsleitungen. In großer Zahl hatten sich nebst den Freunden und Gönnern der Anstalt die ehemaligen und jetzigen Hörer der Verwaltungsakademie eingefunden. Das Städtische Orchester unter Treichlers Leitung eröffphot...-Muthherr. Ein Blick in die handwerkliche Schau Es liegt im Zuge der Zeit, daß die handwerkliche Arbeit, die hart am Boden lag, wieder neuen Auftrieb erhalten hat, und die Freude an der Handarheit wieder wächst, die Freude am Selbstgeschaffenen. Das Wäschehandwerk, ein noch notleidender, aber aufwärtsstrebender, lebendiger Zweig der Frauenarbeit, veranstaltete Samstag in der Mädchenberufsschule eine Ausstellung handwerklicher Arbeiten der Wäscheschneiderei aus seinen Werkstätten, daneben Arbeiten von Lehrlingen, die in der Berufsschule ausgeführt wurden. Wer glaubte, in dieser Ausstellung nur derbe, solide gearbeitete Wäsche zu sehen, die zeitlos ist, der hatte sich geirrt, denn es war eine sorgfältige Auslese von Wäschestücken ausgestellt, dem heutigen Zeitgeschmack angepaßt, die der persönlichen Note nicht entbehrten. Das Nachtgewand hat seinen farbig besteppten Flügelärmel, seinen seitlichen Schnürverschluß, farblich fein gemusterte Revers, zarte Hand= oder auch Kurbelstickereien, ist aus keinen Wäschestoffen, aus warmem Biber oder gar aus zartgetönter Kunstseide mit eleganter Hals= und Kragengarnitur. Es hat also nichts mehr von dem zeitlosen Nachthemd mit Bündchenärmel, mit eckigem, spitzeneingefaßtem Halsausschnitt, weit und folmlos. Diese zur Schau gebrachten Wäschestücke sind modern, schlicht, elegant, ganz wie die Trägerin es wünscht. Und das sind die großen Vorzüge, die dieses Frauenhandwerk bietet: der Wäsche der Trägerin eine besondere Note zu verleihen. Sehr viel Anklang fanden in der Schau ein lichtblauer Morgenrock und ein wattiertes und gestepptes zartrosa Hausjäckchen mit geblümtem Innenfutter. An der Bettwäsche wurden mannigfaltige Techniken gezeitg, die diese nur dem praktischen Gebrauch dienenden Wäschestücke so schön und dekorativ wie nur möglich zu gestalten wußten. Sehr schön waren kleine und große Decken aus keinem Leinen mit eingearbeiteter Klöppelspitze und reicher Handarbeit. Auch die farbigen Leinendecken, Schürzen und Nachthemden mit wirkungsvoller, ansprechender Handarbeit wußten in der Schönheit der Formgebung die Augen der Besucherinnen auf sich zu lenken. Die Schülerinnen zeigten Ausschnitte aus der Vielgestaltigkeit des Unterrichts. Vor allem zeigten die Eniwürfe und Skizzen oft eine erstaunliche Reife in der Darstellung. 66 meister für die der Verwaltungsakademie Bochum die als einzige im Reiche ein eigenes Gebäude besitze — gewährte Förderung und umriß dann das Aufgabengebiet der Verwaltungsakademie. Besonderen Dank zollte er dem Leiter Dr. Elleringmann und Professor Dr. Naendrup, ferner dem Gauamtsleiter Müller und gab dem Wunsche Ausdruck, daß auch fernerhin Wissenschaft und Praxis eng verbunden bleiben möchten. Der Rektor der Universität Münster, Universitätsprofessor Dr. Hugelmann, beglückwünschte mit Freuden die Verwaltungsakademie Industriebezirk zu ihrem zehnjährigen Wirken. feinen Worten würdigte er dann den geistigen Umbruch, der sich in unserem Volke vollziehe, fußend auf dem auch in schlimmster Zeit in der Tiefe unseres Volkes schlummernden Pflichtgedanken. Dieser Gedanke werde bestehen bleiben; der Nationalsozialismus habe ihn aufgegriffen und erweitert. Die nationalsozialistische Bildung stehe nicht isoliert da, sondern greife hinein ins völkische Leben. So auch arbeiteten Universität und Verwaltungsakademie gemeinsam an der Vertiefung geistiger und völkischer Erkenntnis. Auch er danke Dr. Elleringmann und sichere die Mitarbeit der Universität Münster an der Lösung der gemeinsamen Aufgaben zu. Die Wurzel aller Bestrebungen sei die Treue zum Führer, zum nationalsozialistischen Reich und zum deutschen Volk. Glückwünsche der Beamtenschaft Reichsbahnoberinspektor Müller verband als des Amtes für Beamte der NSDAP., Gau Westfalen=Süd, die Glückwünsche der Beamtenschaft mit dem Dank für die geleistete Arbeit. Mehr als je sei die Beamtenschaft verpflichtet, jede Fortbildungsmöglichkeit auszunutzen. Daher habe der Führer wie auch Staatssekretär Dr. Lammers die Bedeutung der Verwaltungsakademien anerkannt; eine natürliche Gemeinschaft verbinde Verwaltungsakademie und Beamtenschaft. Die weltanschauliche und fachliche Schulung solle die Beamten befähigen, jederzeit auch höheren Anforderungen zu genügen. Den Dank der Hörer und Absolventen stattete der Leiter des Verwaltungsakademikerbundes. Dipl.=Soz. Oberinspektor Deuschle, ab. Er warf einen Rückblick auf die Jahre, die die Hörer an der Verwaltungsakademie verbracht, unter Opfern an Zeit und in schwerer Arbeit, aber immer befriedigt und gestärkt. Dank sagte er den Dozenten, der Stadt, allen Förderern und bekundete erneut die Verbundenheit mit der .=.=Bewegung, die fortbestehen werde als unentbehrlicher Faktor im Rahmen unserer Aufbauarbeit. Das nationalsozialistische Deutschland bewerte das Beamtentum nach seinen Leistungen für das Volksganze. Rechte und Ansprüche nach Leistungen, das sei deutscher Sozialismus. Er hoffe, daß den Absolventen und Hörern der Verwaltungsakademie auch Gelegenheit gegehen werde, ihre Befähigung zu beweisen zum Besten des Nationalsozialismus, des Staates und der Volksgemeinschaft. Dr. Elleringmann dankte als Studienleiter der Verwaltungsakademie„Industriebezirk“ aus überquellendem Herzen allen, die der Verwaltungsakademie in den zehn Jahren ihres Bestehens ihre Förderung angedeihen ließen, vor allem der Stadtverwaltung und der Universität Münster, der Gauleitung und allen Gauinstanzen, dem Reichsverband der Deutschen Verwaltungsakademien, den Helfern im Verwaltungsrat, den Lehrern, den Hörern und vor allem den ersten Absolventen. Er habe nur seine Pflicht getan und werde sie freudig weiter tun. Dank sage er auch seinem Mitarbeiter Geschäftsführer Hagemeier. Er werde sich dafür einsetzen, daß der wirklich tüchtige Abiturient auch eine Aufstiegsmöglichkeit bekomme, aber nicht allein das Zeugnis solle entscheiden. Glückauf und Heil! Damit war der Reigen der Ansprachen erschöpft und der Direktor der Akademie für Deutsches Recht, Dr. Karl Lasch(Berlin), nahm das Wort zum Festvortrag Revolution im Recht bildung nehme es die Verwaltungsakademie sehr ernst. ung nehme es die Verwaltungs Der Redner entbot dann den Ehrengästen und den Das deutsche Volk, so begann er, habe zu lange in dem Glauben gelebt, man könne in den Tag hineinleben. Ausgehend von dem Durcheinander und der Ziellosigkeit der Gesetzgebungspolitik des Weimarer Staates, die auf Grund der Parteipolitik lediglich zu schlechten Gesetzeskompromissen führte, die niemanden befriedigten und die vor allen Dingen auch in der Bevölkerung eine starke Unsicherheit schufen, behandelte der Redner zunächst die neue Rechtsideologie des Nationalsozialismus. Unter Abkehr von dem römisch=rechtlichen Denken der Vergangenheit wird das deutsch=rechtliche Denken auf der Grundlage der nationalsozialistischen Weltanschauung gebildet. Rein äußerlich ist natürlich auch die Gesen, erstens in aragemie zur Unzur zitzigepäliersen Fuhastz ihre heson=sheute lediglich der Führerwille getreten ist, den deren Aufgaßen zm oichtbeger#erten#ndustriebezirk hin. die Akademie für Deutsches Recht, die Partei und übrigen Festteilnehmern berzlichen Willkomm und wies setzgebungstechnik„eine andere geworden, gkademie zur Universität Münster sowie auf ihre beson Porls 9/.., Irganziatiog. hr, ani, Ste ge Besonderen Dank stattete Professor Dr. Naendrup den Dozenten aus Wissenschaft und Praxis, ganz besonders aber dem Leiter Stadtrechtsrat Dr. Elleringmann und dem Geschäftsführer Hagemeier ab. Er wünsche, daß die Hörer durch das Studium schönste Befriedigung und Erfolge gewinnen möchten und die Verwaltungsakademie sich weiterhin gedeihlich entwickle. Die Grüße des Reichsverbandes Deutscher Verwaltungsakademien übermittelte dessen Geschäftsführer Dr. Müßigbrodt. Er dankte der Stadt Bochum und ihrem Oberbürgerdie Bürokratie beratend zur Seite stehen. Der Reichstag selbst wird nur zur Grundsatzgesetzgebung herangezogen(siehe Nürnberg). Revolution im Recht bedeutet aber nicht nur Neuschaffung und Umformung des Rechts, sondern auch eine Wandlung in der Anwendung des Rechtes in Rechtsprechung und Verwaltung unter Berücksichtigung des lebendigen Organismus des Volkes. Im Mittelvunkt der Revolution des Rechts steht daher vor allen Dingen die Neuformung des Menschen, d. h. des Richters und des Verwaltungsbeamten. Darüber verbreitete sich der Redner dann in aufschlußreicher Sessonniche Milenel=Tiune ger ung Warum keine unberechtigten Kündigungen und Mietsteigerungen? Im großen Saale der Bürgergesellschaft veranstaltete am Samstag abend der Verband rheinisch=westfälischer Mietervereine e.., Sitz Bochum, in Verbindung mit dem Mieterverein Groß=Bochum e. V. eine öffentliche Kundaebung, die sich vorwiegend mit den gegenwärtigen Verhältnissen auf dem Gebiete der Wohnungswirtschaft beschäftigte. Verbandsleiter Sträter begrüßte die Erschienenen, darunter Vertreter der Behörden und Vertreter des Haus= und Grundbesitzervereins. Anschließend sprach der Hauptredner des Abends, stellvertretender Bundesführer, Baumeister im Sächsischen Ministerium Seidler(Dresden) über das Thema:„Warum keine unberechtigten Kündigungen und Mietsteigerungen?" Daß die Wohnungsverhältnisse noch nicht überall geregelt seien, gehe schon daraus hervor, daß noch heute Menschen in über 50000 Kellerwohnungen und über 50 000 Menschen in Baracken hausen müßten. Diese Verhältnisse habe man aber schon vor dem Kriege feststellen können. Es mangele an kleinen und mittleren Wohnungen. Zu den Aufgaben der Mietervereine gehöre es, die Wohnungsfrage des deutschen Volkes bessern zu helfen und besonders aber denen zu helfen, die an Wohnungsnot und=elend leiden. Den Belangen der Mieter gerecht zu werden, sei nicht Aufgabe der Wohlfahrtspflege oder der Wirtschaftsgesetzgebung, sondern allein der gesetzlich anerkannten Organisation der Mieter, die befugt und dazu berufen sei. Man sei kein Gegner der Hausbesitzer, denn diese seien ebenfalls Volksgenossen, mit denen man auf Gedeib und Verderben verbunden sei. So wie das Amt für Schönheit der Arbeit bestrebt ist, alles Unfreundliche von der Arbeitsstätte zu entfernen, müßte auch mit den Wohnungen verfahren werden, um den Volksgenossen mit der Wohnung gleichzeitig eine schöne Heimat zu geben. 80 vom Hundert des deutschen Volkes seien auf Kleinwohnungen angewiesen. Der Mangel an entsprechenden kleineren und mittleren Wohnungen habe dazu geführt, daß eine : g r o ß e A n z a h l V o l k s g e n o s s e n e i n e z u h o h e M i e t e a u f beingen müsse. Um willkürliche Kündigungen von Wohnungen zu unterbinden, müsse die Forderung aufgestellt werden, daß die Kündigung nur bei einem wichtigen Grunde erfolgen darf. Außerdem müsse verboten werden, einem Mieter zu kündigen, um eine höhere Miete zu erzielen. Den 630000 im Jahre 1933 geschlossenen Ehen standen 178000 neue Wohnungen gegenüber, (328 000 verblieben in alten Haushaltungen. 1934 betrug die Zahl der Eheschließungen 740 000, in andere Haushalte gingen 480 000 Eben, an neuen Wohnungen waren vorhanden 284 000. Den Verhältnissen der Zeit sentsprechend müßten jährlich ungefähr 300= bis 400·000 neue Wohnungen gebaut werden. Den mit Beifall aufgenommenen Ausführungen folgte eine kurze Ansprache des Gauverbandsleiters Stübig(Köln), der darauf verwies, so zu arbeiten, wie es der Staat von den Mietern verlange. Der Kundgebung voraus ging eine Tagung des Verbandes rheinisch=westfälischer Miestervereine, in der 65 Bezirke vertreten waren. Umrahmt wurde die Kundgebung durch musikalische Darbietungen. — Seite 4 Nr. 271„ Bochumer Anzeiger“, Montag, 18. November 1933 Weise, um mit den Worten zu schließen: Staub nieder— Leben empor! Nach einer abermaligen Darbietung des Städtischen Orchesters nahm Universitätsprofessor Dr. Naendrup noch Gelegenheit, eine aus Anlaß des Jubiläums verfaßte Denkschrift zu überreichen. Eine besondere Ausgabe wurde übermittelt an Staatssekretär Dr. Lammers, Dr. Müßigbrodt, stellv. Gauleiter Stürtz, Kreisleiter Riemenschneider, Kreisamtsleiter Brunswick, Oberbür= germeister Dr. Piclum, Bürgermeister Dr. Geyer, Stadtrat Stumpf. Universitätsprofessor Dr. Hugelmann, Universitätsprofessor Dr. Neuwiem, Oberburgermeister Irrgang, den Mitgliedern des Verwaltungsrats Knappschaftsdirektor Adamek, Stadtdirektor Benking, Reichsbahndirektionspräsident Bergmann, Regierungs=Vizeprasident Dellenbusch, Oberinspektor Dipl.=Soz. Deuschle, Verwaltungsdirektor Fricke, Präsident des Landesarbeitsamtes Westfalen Gärtner, Gauwalter Reichsbahnoberinspektor Müller, Bürgermeister Dr. Dr. Pagenkopf, k. Regierungsprasident Ministerialdirektor Dr. Runte, Regierungsdirektor Dr. Schieren, Oberregierungsrat Dr. Schmidt, Oberlandesgerichtspräsident Schneider, Reichspostdirektionspräsident Schwarz, Gauschulungsleiter Dr. Schwarzschulz, Leiter der Hochschule für Politik; und den Absolventen Postinspektor Baumsteiger, Justizinspektor Latussek, Stadtinspektor Divl.=Kom. Rasche, Stadtoberinspektor Dipl.=Kom. Sambill, Stadtinspektor Dipl.=Kom. Schimmel. Mit einem dreifachen Sieg=Heil auf Führer und Volk und dem gemeinsamen Gesang der deutschen Hymnen klang die eindrucksvolle Feier aus, an die sich ein geselliges Beisammensein in den Erfrischungsräumen anschloß.— Möge die Verwaltungsakademie unter ihrer tatkräftigen Fuhrung auch weiterhin ihrem hohen Ziel mit Erfolg nachstreben. Glück auf! ap. Feierliche Lossprechung der Friseurlehrlinge Sonntag nachmittag fand in der Bürgergesellschaft die Lossprechung der Lehrlinge der Friseurinnung statt. Zu dieser Feier waren die Innungsmitglieder, Gesellen und Lehrlinge mit ihren Angehörigen in großer Zahl erschienen. Mit dem alten deutschen Handwerkeraruß „Gott segne das ehrbare Handwerk“ eröffnete Obermeister Wüst die Feier. Nach einer Ansprache des Vorsitzenden des Gesellenprüfungsausschusses, Kühlborn, der über die Leistungen der Prüfungen sprach, nahm der Obermeister Wüst die Lossprechung der Lehrlinge vor. Der heutige Staat brauche hundertprozentige Handwerker. Als dann die Lehrlinge gelobt hatten, ihre ganze Kraft einzusetzen für die Ehre und das Ansehen des Handwerks und im Sinne des Führers mitzuarbeiten an dem Wiederaufbau des deutschen Handwerks, sprach er die Lehrlinge frei und übergab ihnen die Gesellenpapiere. Nach der Ansprache des Lehrlingswarts Berning und des Gesellenwarts Meya richteten Gewerbeoberlehrer Klosterberg und Kreishandwerksmeister Esch ermahnende Worte an die jungen Handwerker. Begeistert stimmten die Anwesenden in das Sieg=Heil auf den Führer ein, um dann die Nationalhymnen zu singen.— In einem anschließenden Schaufrisieren zeigten Meister, Gesellen und Lehrlinge moderne Gesellschaftsfrisuren. Der stellvertretende Obermeister Krüger zeichnete zum Schluß vier Lehrlinge für gute Leistungen aus. Eingliederung des Drogistenverbandes in die Wirtschaftsgruppe Einzelhandel. Der Verein selbständiger Drogisten Bochum=Stadt und Land e.., Bochum, hielt am Donnerstag, 14. November, in der Gaststätte Velten, Brückstraße, eine gut besuchte Mitgliederversammlung ab, die von dem Vorsitzenden, Fritz Knepper, geleitet wurde. Nach Erledigung vieler Fachfragen berichtete Pg. Knepper über die Eingruppierung des Deutschen Drogistenverbandes e. V. und seiner Untergliederungen in die Wirtschaftsgruppe Einzelhandel, und zwar in die Fachgruppe„Gesundheits= und Körperpflege, chemische, optische und chirurgische Artikel", die von dem Drogisten Franz Ziegler, dem Vorsitzenden des Deutschen Drogistenverbandes e.., geleitet wird Nachdem die Wirtschaftsgruppe Einzelhandel gebilder ist, hat nun das Weiterbestehen des Vereins selbständiger Drogisten in Bochum keinen Sinn mehr: die Versammlung beschloß deshalb, die Löschung des Vereins im Vereinsregister zu betreiben. In der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel, Bezirksuntergruppe Bochum, besteht nunmehr eine Kreisgruppe„Gesund heits= und Körperpflege, chemische, optische und chirurgische Artikel". Als Kreisfachgruppenleiter ist Pg. Knepper, als sein Stellvertreter der Drogist Hans Stelzer berufen worden. Zur Kreisfachgruppe Bochum gehören die Ortsgruppen Bochum, Hattingen, Herne, Wanne=Eickel, Wattenscheid und Witten. Ueber die Organisationsfragen berichtete der Geschäftsführer der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel, Ortsgruppe Bochum, Dr. Jägersberg, über Fragen der Lehrlingshaltung und Lehrlingsausbildung Drogist Hans Stelzer. Den Kassenbericht erstattete Fritz Stens(Linden), dem für seine mustergultige Kassenführung Entlastung erteilt wurde. Die Kleingärtner feierten ihr Winterfest Im Schützenhof herrschte am Samstag abend ein frohbewegtes Treiben. Zum ersten Male nach der Umorganisation hatte der Stadtgruppenführer der Kleingärtner die Mitglieder der angeschlossenen Vereine zu einer gemeinsamen Feier aufgerufen. In einer überaus un Gen Ein Abend mit Originalerzeugnissen Bochumer Humors Wenn der Bochumer Urindianer, der Karötter, auf dem Kriegspfad schleicht, hat das Blaßgesicht nichts zu lachen, denn der Westfale ist schrecklich in seinem Grimme. Wenn aber der gleiche Urindianer den der guten Laune wandelt, das Kriegsbeil begraben und die Friedenspfeife zwischen die Zähne gehievt hat, dann gibt es für das Blaßgesicht zu lachen, daß dagegen der Ausbruch des— Verzeihung— Popocatepetl in Mexiko ein harmloses Abenteuer ist. Solches ereignete sich am Samstag abend bei der Heimatveranstaltung der Deutschen Arbeitsfront NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“ in der Tonhalle, die unter dem vielversprechenden Motto:„Rund um den Karott“ von Bochumer Dichtern Komponisten, Vortragskanonen, Sängern und Musikern aus dem Lauf gejagt wurde. Eingangs nahm Kreiswalter Erhardt das Wort und leitete den glänzend besuchten Abend mit der Feststellung ein, daß der Humor in Bochum eine wurzelechte Stätte habe und es daher nicht nötig sei, fremde Federn an den Hut zu stecken. Was auf dieser heimatlichen Veranstaltung geboten werde, sei Eigengewächs und so recht dazu angetan, den Heimatsinn zu stärken und der engeren Volksverbundenheit Ausdruck zu geben. Und dann kriegten die Urindianers ihren geschliffenen Tomahawk aus der Tasche und vertomahawkten ihre Zuhörer aus der Speckschweiz, vom Dudel und aus dem Blaubuxenviertel, daß ihnen Hören und Sehen verging und die Pupille mal grade und mal quer zur Gesichtsachse stand. Hinein haute das LuftsportLandesgruppen= Orchester Westfalen, das unter Musikzugführer Freddy Roy zu schneidigen Attacken ansetzte. Und hinein haute Paul Kottsiepe, die fröhliche Rothaut, und„sei kürte nich hochdütsch und nich indiansch, sondern echten westfälsken Skinken". Kortebusch, der selige Kuhhirt, hatte sein Postament auf dem Markt verlassen und sich in Gestalt von Josef Butterwege zum Mittelpunkt des Festes gemacht. Da stand er in seinem blauen Kittel, schmökte einen Tobak von Anno dazumal und gab der Stimmung eine Spritze nach der andern. Kenn Sie die Geschichte vom Polizisten Säbelbein und seinem Groschen? Und dann kamen sie nach der Reihe alle zu Wort: Franz Merkert mit seinem„Westfalenmarsch" und seinem Gruß an Bochum“ W. Kraft, der heimische Bariton mit dem von Wilm Oschmann verfaßten und von Berthold Schmiedeknecht vertonten„Ruhrlandlied“ und dem„Lied vom Glück"(Text von E. Zimmer=Westphal Vertonung von Willi Pütz), Hieronymus Jobs(W. Oschmann) mit seinen plattdütschen Döinkes und Spöinkes, die kräftigen Beifall fanden, die Volkstanzgruppe Bochum=Langendreer in alten Volkstänzen usw. Und nach der Pause und sich Fromme Fränzken vernehmen, der es verdient, ein Fritz Reuter des Bochumer Platts genannt zu werden, so herzhaft ist sein Humor und so gezielt sind seine Pointen. Kein Wunder also, daß sein plattdütsch Kränzken mit der gebührenden Heiterkeit aufgesetzt wurde und der Stimmung den letzten Schliff gab. Ein entzückendes Terzett„Müsken, Müsken“ wurde von siene drei Döchter und einer ausgeliehenen Deern gesungen und von R. Hoffmann, dem es auch seine Vertonung verdankt, auf dem Klavier begleitet. Es folgten Gedichtvorträge aus dem Bergmannsleben von W. Bonner, plattdeutsche Gesangseinlagen des großen Vortrags= und Stimmungskanoniers Fritz Winkelmann, Wanderlieder der Gesangabteilung des SGV. unter Leitung von W. Pütz(u. a. „Wanderlust“ von Paul Sparbier und„Ein Wandervolk“ von Ernst Schebstadt), plattdeutsche Tanzlieder von E. Zimmer=Westphal und ein schneidiger Krakowiak im munteren Zweivierteltakt nach den Klängen des Bandoneons. Und derweil es so„rund“ ging und zwischendurch das Lied von den„Bochumer Jungen“ gemeinsam gesungen und gepfiffen wurde, unsere Blau=WeißSchützen gebührend in Erscheinung traten und der gute Bochumer Gerstensaft erst das beliebte Talsperrenspiel (langsam voll laufen lassen) ermöglichte, machte Kortebusch=Butterwege an allen Tischen seinen Schnack. Der liebe Gott mag wissen, wann die letzten Indianer und Blaßgesichter das Fest verließen. Das eine aber steht fest: der Bochumer Humor lebt, und wenn sich die Rheinländer demnächst für ihren Fasching einen Sack Bochumer Lebensfreude kommen ließen, wären sie nicht betrogen. Aber Humor ist keine Ausfuhrware, und schließlich haben wir ja auch selbst unseren Fasching„man tau". 8. stattlichen Anzahl war man der Einladung gefolgt, um in der großen Gemeinschaft einige frohe Stunden zu erleben. Die Arbeiten in den Gärten sind zu Ende geführt und in den ruhigen Wintermonaten wird man sich in stärkerem Maße der Pflege der Gemeinschaft widmen. So war denn der Stadtgruppenführung mit diesem Fest ein voller Erfolg beschieden, und eine auserlesene Programmfolge bot abwechselnde Unterhaltung. Nach einigen flotten Musikstücken dankte der Stadtgruppenführer, Pa. Meyer, für den guten Besuch. Er hieß insbesondere den Provinzgruppenführer Moller und den Stadtgruppenführer der Kleinsiedler Eckert willkommen. Dann stimmten die Anwesenden in das Sieg=Heil auf den Führer ein und sangen die Nationalhymnen. Die Festfolge brachte anschließend die Tanzgruppe der Turngemeinde Bochum=Ehrenfeld mit anmutig schönen Tanzvorführungen, Kunstradfahrer des Radfahrervereins„Westfalia" Bochum und Darbietungen des Quartettvereins„Hansa“ Bochum unter Leitung von Paul Folge. Mit deutschem Tanz fand das Fest seinen Abschluß. Blockwalterverpflichtung der NSB.=Ortsgruppe Altstadt. Freitag abend fand in der Wirtschaft Hasselkuß die Verpflichtung der neuernannten Blockwalter der Ortsgruppe Altstadt der NSV. statt. Fast alle Volksgenossen, an die der Ruf zur Mitarbeit ergangen war, hatten ihm Folge geleistet. Ortsgruppenleiter Sievers eröffnete die Versammlung mit herzlichen Grußworten an die Erschienenen. Er gab einen Ueberblick über die Erfolge des Nationalsozialismus auf allen Gebieten des politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Lebens. Die NSV. sei dazu berufen, die vom Fuhrer gewollte werktätige Volksgemeinschaft zu verwirklichen. Hieran mitzuarbeiten, sei Pflicht eines jeden Volksgenossen. Anschließend sprachen Organisationswalter Reibert und Kreispropagandawalter Arndt über das Wesen, die Aufgaben und die Ziele der NSV., um die neuen Blockwalter mit ihrem Arbeitsgebiet bekannt zu machen. Dabei wurde auch auf die zur Zeit stattfindende Mitgliederwerbung der RSV. hingewiesen, deren Reihen auch in der Altstadt immer noch zahlreiche Volksgenossen fernstehen, deren wirtschaftliche und soziale Verhältnisse den Erwerb der Mitgliedschaft sehr wohl gestatten. Die Verpflichtung der Erschienenen erfolgte durch Ortsgruppenleiter Schnitzler. Mit ihrem Treuegelöbnis bekundeten die Anwesenden ihre Einsatzbereitschaft für das von ihnen übernommene Ehrenamt. (Weitere Lokalnachrichten auf den Seiten 12 und 13.) Stadttheater: 20 Uhr: Tiefland Lichtspielhaus: ab 15.15 Uhr: So endete eine Liebe. Odeon: ab 16.30 Uhr: Die blonde Carmen. Skala=Lichtspiele: ab 17.00 Uhr: Die blonde Carmen. Tonhalle: ab 15.30 Uhr: Der Himmel auf Exden. Weltlichtspiele: ab 15.15 Uhr: Der Graf von Monte Christo, Apollotheater: ab 15.30 Uhr: Lieselotte von der Pfalz. Capitol: ab 15.15 Uhr: Liebesleute. Gloria=Palast: ab 15.30 Uhr: Die Katz im Sack. Hammer Lichtspiele: ab 15.15 Uhr: Elisabeth und der Narr. Lichtburg: ab 15.00 Uhr: Vergiß mein nicht. * Techanileer und Musiker--— beide sagen Körting-Radio Leiher „Männern e von kalrin hollan) 23) Der Auftraggeber, der einen Mann veranlaßte, das Bild neben der Expertise Fräulein von Tilseck anzubieten. Und daher müssen Sie natürlich den Namen jenes Menschen wissen.“ „Sind Sie wahnsinnig!“ schrie Halban und sprang mit einem Satz aus dem Bade, daß das Wasser aufschoß. Er stieß auf Bereit zu wie ein gereizter Stier, der seinen Angreifer auf die Hörner nehmen möchte. Bereit wich auch nicht um einen Schritt zurück. Er war bereit, wenn es sein mußte, mit diesem nackten Urwaldmenschen zu ringen. „Ich, Herr von Halban, ich bin nicht wahnsinnig, ich bin ein sehr nüchterner Rechtsanwalt, der jedoch genügend Phantasie und Menschenkenntnis besitzt, um...“ Halban unterbrach ihn mit einem schrillen Gelächter. „Zum Teufel mit Ihrer Menschenkenntnis und Phantasie, die Sie schlechten Kriminalromanen entnommen haben mögen. Schweigen Sie, oder ich lasse Sie aus dem Hause werfen.“ „Der Tatbestand, so wie ich ihn dem Gerichte schildern werde, würde sich ungefähr so anhören“, fuhr Bereit fort und er sah Halban an. Er trug in diesem Augenblick das Gesicht eines Mannes, der seiner Sache gewiß ist und weder Tod noch Teufel fürchtet.„Nachdem ich die Vorgeschichte Ihres beiderseitigen Kennenlernens klargelegt hatte, würde ich etwa so fortfahren, daß Herr von Halban, der sich bereits in dem Besitz der geliebten Frau glaubte, plötzlich aus allen Zukunftsträumen gerissen wurde, als das verlobte Mädchen sich weigerte, ihn zu heiraten. Da er ganz sicher war, daß niemand anders zwischen ihnen stand, zerbrach er sich Tag und Nacht den Kopf darüber, wie er diese Frau zurückgewinnen könnte. Und er kam auf die einfachste, aber auch Seusämtiende sie seinen Wünschen gefüigig egnzachen, sie numlich allem zu berauben, Kaxriere, Ruf und Tcamen, um sie zu überzeugen, daß sie aulein nichts gegen das Leben ausrichten könnte und einen starken männlichen Schutz brauchte. Wie aber sollte er sie davon überzeugen, sie, die so tapfer und eigensinnig und sich ihrer selbst bewußt war? Nun war es da nicht am einfachsten, sie in eine Falle zu locken?“ Er schwieg für einen kleinen Augenblick, um das Gesicht Halbans, das Gesicht seines Gegners, ins Auge zu fassen, aber Halban hatte sich abgewandt. Hielt er alle diese wahnsinnigen Anschuldigungen für so sinnlos, für so weit hergeholt, daß es ihn langweilte, überhaupt zuzuhören? Oder war seine Ruhe, mit der er jetzt seinen Körper frottierte, nur Verlegenheit, nur eine Geste der Unsicherheit? Nicht denken, sagte sich der kleine Anwalt Niklas Bereit und setzte wiederum zum Sprechen an, rasend, unbarmherzig, sich überstürzend. „Bevor noch in jenem Manne der Plan ausreifte, kam ihm ein Zufall zu Hilfe. Ein kleiner Antiquar bot ihm die Kopie eines Franz Halsschen Bildes an.“ In diesem Augenblick drehte sich Halban um. Seine Augen waren blutunterlaufen, sein Gesicht verzerrt. Schaum stand ihm in den Mundwinkeln. „Hören Sie auf „Sofort“, sagte Bereit,„sofort, Herr von Halban, nur— nennen Sie mir den Namen des Mannes, den Namen des großen Unbekannten.“ „Mann!“ schrie Halban und stürzte auf Bereit zu. Er umklammerte den schmalen Hals des Rechtsanwaltes und schüttelte ihn hin und her, bis Bereit, blaurot im Gesicht, nur noch röcheln konnte. „Es hilft nichts— ich habe es— in den Akten festgelegt, ich—“ Halban ließ ihn jäh los. Er sah ihn an, er lachte, er holte aus und schleuderte den Schwächeren mit voller Wucht durch die offene Tür in das Nebenzimmer. „Sie werden etwas erleben, Sie schmutziger— Sie, einen Ehrenmann derart zu beschuldigen, Sie...“ und er erfaßte Bereit zum zweiten Male, er schleppte den sich Wehrenden auf den Flur hinaus, er stieß ihn die Treppe hinunter, daß Bereit, sich mehrfach überschlagend, unten ankam. Einen Augenblick blieb er liegen. Er glaubte alle Knochen gebrochen zu haben, dann, zu seiner eigenen Verwunderung, gelang ihm das Aufstehen, nur sein linker Arm schmerzte. Er mußte, wenn nicht gebrochen, so doch verstaucht sein. „Sie werden sich zu verantworten haben!“ schrie Halban ihm noch nach. Türen öffneten sich, Türen klappten, Personal erschien zwischen halb und bereits angekleideten Gästen. Alle starrten sie auf Halban, der, noch immer nackt bis auf ein Handtuch, auf dem obersten Treppenabsatz stand und aus allen Kräften brüllte: Lump, ich werde Ihnen meinen Anwalt auf den Hals schicken", und auf einen kleinen, zierlichen Herrn, der sich soeben unten in der großen alten, mit Jagdtrophäen geschmückten Halle mühsam aufrichtete und mit einer deutlich tragenden Stimme rief:„Auch Herrn Maximilian.“ * Der Anwalt Bereit hatte nicht vergeblich so lange auf Halban warten müssen. Später, am anderen Tage, entdeckte man die Leiche Halbans. Er lag der Länge nach und noch im Frack auf seinem Bett, die Flinte lehnte neben dem Nachttisch. Als niemand einen Grund für seinen plötzlichen Tod finden konnte und alle der Ansicht waren, daß es sich um einen Unglücksfall handeln mußte— man hatte gezecht, war spät ins Bett gegangen, und die Utensilien auf der marmornen Platte des Tischchens zeigten deutlich, daß Halban beabsichtigt haben mußte, seine Flinte zu reinigen— da erst erinnerte man sich an den Vorfall des gestrigen Abends und suchte und fand einen Zusammenhang. Er hatte sich erschossen. Nach und nach sickerte auch etwas von der ganzen unglückseligen Geschichte, dieser wilden Passion und unbändigen Liebe durch. Aber alles in allem konnte man weder das Motiv noch die sofort gezogene Konsequenz verstehen, und da der Staatsanwalt die Anklage gegen Berta von Tilseck wegen Betrugs mit Urkundenfälschung aus zweierlei Grunden— Serna hatte den Antrag sofort nach den letzten Ereignissen zurückgezogen und der Anwalt Bereit konnte einen Mann namens Maximilian G. herbeischaffen— fallen ließ, wurde die Oeffentlichkeit nie ganz aufgeklärt. * „Großer Gott“, sagte Annette an einem dieser aufregenden furchtbaren Tage zu Robert Amriß.„So viel Unheil— für nichts. Halban tot, seine alte Mutter wahnsinnig, Berta ruiniert. Ach ich mag nicht mehr.“ Amriß nahm sie sanft in die Arme. Er streichelte zärtlich über ihr Haar.„Nimm es nicht so schwer, Annette. Man kann nicht gegen das Schicksal an. Wir müssen uns fügen.“ Annette weinte.„Ich verstehe das Leben nicht. Es erscheint mir alles so schrecklich sinnlos. Hätte Fothergill geholfen, so wäre trotzdem alles noch zu einem guten Ende gekommen. Berta hätte zahlen können, Serna hätte die Anklage zurückziehen lassen, nie wäre etwas davon herausgekommen, daß Halban hinter allen diesen Dingen steckte. Er würde leben, Berta könnte arbeiten, Tilseck wäre nicht versteigert worden, ach.“ „Wenn, wenn", sagte Amriß, aber es war ein schwacher Trost. Annette war so deprimiert, daß sie sich in Amriß' Arme flüchtete und beschloß, so schnell wie möglich zu heiraten. „Ich kann nicht anders, Bert“ Berta sah sie an.„Warum solltest du auch, Annette? Du brauchst dich gar nicht zu entschuldigen, du hast bis zum Letzten zu mir gehalten. Jetzt kannst selbst du mir nichts mehr nützen. Sogar dein Geld habe ich mitverloren.“ „Tu doch nicht immer so, als seist du an allem schuld“, rief Annette aufgebracht. Berta schüttelte den Kopf. Im Grunde bin ich schuld, weil ich selber nicht wußte, was ich wollte. O doch, wissen schon, ich war feig, hab' es nicht gewagt. Ich hätte Halbans Antrag nie nur aus Mitleid annehmen dürfen, oder wenn ich es schon tat, dann hätte ich es auch durchhalten müssen.“ „Ach, Bert!“ „Und doch“, fuhr Berta gedankenabwesend fort, „kann ich Halban nicht böse sein. Weißt du, es ist vielleicht unrecht, aber ich kann es einfach nicht. Fothergill“ sie stockte, Annette hatte es nicht gewagt und würde es auch nie wagen, ihr von ihrem vergevlichen Appell zu erzählen,„nun, er hat sich wegschicken lassen. Er ist gegangen, er hat resigniert. Halban war zu gesund, zu leidenschaftlich, und vielleicht hat er mich auch zu sehr geliebt— er konnte sich nicht bescheiden, er hat den Kampf ausgenommen, hat ihn geführt, mit häßlichen Mitteln, aber... Annette stand auf, leichenblaß und mit zitternden Knien.„Um Gottes willen, Bert, du willst doch nicht etwa sagen, daß Halbans Tod, daß...“ Ihre Lippen hingen gebannt, bebend vor Angst, an dem Gesicht der Freundin. „Nein, nein“, sagte Berta, und zum ersten Male seit langer Zeit kam wieder Klang in ihre farblose Stimme,„nein, wirklich, Annette, ich fühle mich an Halbans Tod nicht so schuldig— ich natürlich schmerzt es mich, er war doch etwas wie ein Stück von mir, aber es ist nicht der Schmerz einer zu spät gekommenen Reue und Erkenntnis. Als Mann galt er für mich nichts mehr. „Ich mag dich nicht allein lassen, es erscheint mir scheußlich, jetzt von dir fort auf die Hochzeitsreise zu gehen, wo alles für dich so ungewiß ist.“ „Sorg dich nicht", tröstete Berta,„ich muß es halt versuchen, durchzukommen, irgendwie wird es schon gehen. Aendern kann man die Dinge nun doch nicht wehr „Bert, Liebling, mein Zuhause wird immer für dich da sein. „Ich weiß, Annette, und du darfst auch nicht böse oder gar beleidigt sein, wenn ich deine Freundschaft jetzt nicht in Anspruch nehme, aber— ich kann es einfach nicht „Du willst nicht mit uns zusammenleben, mit Robert und mir?" „Nicht jetzt, Annette, später vielleicht einmal, wenn ich alles etwas mehr überwunden habe... bitte, verstehe mich... und dann steh mal, mein Liebes, das beste und schönste Gefühl schenkst du mir ja sowieso. Wenn ich nicht weiterkann, dann werde ich bei dir anklopfen, aber erst mußt du mir die Chance geben, zu versuchen, mich wieder auf eigene Füße zu stellen.“ „Du willst also nicht", flüsterte Annette verzweifelt, und sie wußte, daß Bert nie an ihre Tür klopfen würde, arm, hilflos wie sie es sein mußte— wenn nicht ein Wunder geschah— Glaubte sie an Wunder? „Nein“, sagte Berta von Tilseck hart,„und du mußt mich verstehen.“ „Hast du denn überhaupt noch etwas Geld? Verzeih, Bert, aber ich finde, wenigstens zu mir solltest du ehrlich genug sein.“ „Genug, um zu versuchen, mich durchzubringen.“ „Und ich darf dir nicht... „Unter gar kein Umständen, aber ich habe eine Bitte, Annette, Trapp—“ in ihrer Stimme klangen Tränen.„Trapp— ich hab' alles versucht, aber ich kann ihn nicht zu mir nehmen.“ „Selbstverständlich.“ So schieden die beiden Freundinnen, und es verging eine geraume Zeit, bis sie sich wiedersahen— und dann war es unter ganz anderen Umständen. Caspar Münch=Fothergill ging mit seinem merkwürdigen und auffallenden Gang durch das Foyer des Berliner Opernhauses. Er hatte es nicht ändern können, Bertas Verbot zum Trotz doch wieder in Europa, doch wieder in Berlin zu sein. Geschäftliche Kombinationen mit europäischen Partnern machten seinen Aufenthalt dringend notwendig. Er war nicht allein sondern in Begleitung einiger Geschäftsfreunde. Selbst Virginia fehlte, ach, sie fehlte ihm schon seit einiger Zeit. Arme schöne Virginia. Sie lebte in irgendeinem Sanatorium in den Bergen und wollte nicht einmal ihn bei sich haben.— Plötzlich sah er Berta. Es gibt und wird immer im Leben Momente geben, wo man nicht weiß was Wirklichkeit, was Traum ist. Wo man die Wirklichkeit als Traum haben und den Traum wirklich sehen möchte. Und so wünschte auch Caspar Münch=Fothergill in diesem Augenblick, daß es nicht Berta sein möchte— daß er sich irrte, daß es nur ihr Bild war, wie es ihm ständig vor Augen schwebte. Es schnürte ihm die Kehle zu. Etwas krampfte ihm sein Herz zusammen, etwas Entsetzliches ereignete sich— trug sich in seinem Innern zu. Niemand sah es, niemand bemerkte es, während er glaubte, daß jeder der Umstehenden Zeuge seines unbeschreiblichen Gefühls sein müsse. Das Entsetzliche, Furchtbare war, daß er auf einmal wußte, Berta durfte ihn nichts mehr angehen. Er wurde ganz kalt, ganz nüchtern. Ein strenger Kritiker über sich selbst. Ahnte jemand, daß er dabei war, Gericht über alles zu halten? Sie stand allein, an eine der marmornen Säulen gelehnt. Sie trug ein schwarzes langes, schönes Kleid, er kannte es. Sie hatte es schon damals getragen damals in dem Berghotel, als er noch vor ihr geflohen war. Brauchte er jetzt noch fliehen? Wollte sie jetzt noch seine Gegenwart meiden? Kein Grund vorhanden! Nicht mehr nötig! Er hatte sie überwunden und sie war Frau von Halban! Er zauderte einen winzigen Augenblick. Warum sollte er ihr schließlich nicht Guten Tag sagen? Ja, warum nicht? Er trat auf sie zu. Er verneigte sich.„Ich darf Sie doch begrüßen?“ fragte er, seiner Stimme einen absolut unpersönlichen, gesellschaftlichen Klang gebend, und vermied geflissentlich jede Anrede. „Aber warum denn nicht?“ fragte Berta von Tilseck, die sich scheinbar sofort gefaßt hatte, zurück. „Wieder in Europa?“ Ja, das war ihre Stimme, diese geliebte Stimme, diese vertraute, so oft in Tränen vernommene Stimme. (Fortsetzung folgt.) A. Seite 5 Nr. 271 7 Bochumer Anzeiger 7 Moniag, 18. November 1935 Aus ader A. 7 ORVVST** in Prezeß gegen den Eischef ven Meißen dub Berlin, 17. November. Im Prozeß gegen den Bischof von Meißen, Dr. Peter Legge, und seine Mitangeklagten vor der Vierten Großen Strafkammer des Landgerichts Berlin wurde am Samstag die Vernehmung des Bischofs von Berlin, Dr. Konrad Graf Preysing, als Zeuge beziehungsweise Sachverständiger darüber beschlossen, daß es nicht zu den Pflichten eines Bischofs gehöre, sich um die Einzelheiten verwaltungsmäßiger Maßnahmen, insbesondere auch in finanzieller Hinsicht, zu kümmern. Alsdann wurde der angeklagte Generalvikar Professor Dr. Soppa vernommen. Dabei kam es zu einem Zwischenfall, als festgestellt wurde, daß Dr. Soppa noch am 15. Januar daran dachte, die Geschäftsverbindung mit Dr. Hofius, dem berüchtigten Leiter der Universum=Bank, auszubauen. Ein Beisitzer des Gerichts fragte:„Das verstehe ich nicht. Zu diesem Zeitpunkt wußten Sie doch bereits, daß Dr. Hofius die Gelder des Bistums nach Holland verschoben hatte. Trotzdem zeigten Sie ihm nicht die kalte Schulter, sondern verhandelten über eine weitere Geschäftsverbindung?" Als Dr. Soppa dazu keine klare Erklärung abgeben konnte, meinte der angeklagte Bischof:„Der General= vikar hat ein weiches Herz und kann nicht gleich nein sagen. Er hat daher offenbar Dr. Hofius nicht schroff zurückgewiesen, dachte aber bestimmt nicht daran, die Verbindung noch längere Zeit fortzusetzen.“ Danach wurde die Volksverratsanzeige verlesen, die der Syndikus der Universum=Bank, Rechtsanwalt Kaltenbach, erstattet hat, und in der 95 000 holländische Gulden Obligationen und über 30 000 Gulden als Eigentum des Bistums gemeldet werden. Der Bischof betonte, daß er den Text der Anzeige in der jetzigen Verhandlung zum erstenmal höre, worauf ihm sein Mitangeklagter Dr. Soppa erwiderte, eine Abschrift der Anzeige sei dem Bischof mit der Post zugegangen. Als der Angeklagte erklärte, er hätte die Post nicht regelmäßig jeden Tag gelesen, sagte Dr. Soppa, nach seiner Meinung hätte der Bischof von dem Inhalt der Volksverratsanzeige damals doch Kenntnis gehabt. Der Verteidiger des Bischofs fragte:„Wollen Sie behaupten, daß Ihr Bischof hier die Unwahrheit spricht?“ Vorsitzender:„Die Entscheidung darüber, wo hier die Wahrheit liegt, können Sie uns überlassen. Durch Ihre Fragestellung wird Dr. Soppa höchstens in einen Gewissenskonflikt gegenüber seinem Bischof gebracht.“ In der Nachmittagsverhandlung wurde eine Reihe von Geistlichen aus Leipzig, Bautzen und Magdeburg vernommen, die mit dem Bischof von Meißen zusammen gearbeitet haben. Ihre Bekundungen gingen übereinstimmend dahin, daß der Angeklagte sich stets in erster Linie als Seelsorger gefühlt habe, und daß man allgemein von seiner Weltfremdheit in geschäftlichen Dingen gewußt habe.„Wenn alle diejenigen vor Gericht erscheinen würden“, so sagte einer der Geistlichen, „die den Bischof in karitativer Hinsicht ausgenutzt haben, dann würde das eine stattliche Prozession ergeben.“ Die weiteren Verhandlungen wurden dann abgebrochen und auf Dienstag vertagt. Devisenschiebungen bis nach Japan Während im Großen Schwurgerichtssaal der Prozeß gegen den Bischof von Meißen läuft, begann im Kleinen Schwurgerichtssaal vor dem Berliner Schöffengericht ein neues Verfahren aus der Serie der Devisenschiebungsprozesse gegen katholische Ordensangehörige. Diesmal richtet sich die Anklage gegen Ordensmitglieder der„Thüringischen Franziskaner=Provinz zu der Heiligen Elisabeth“ in Fulda. Angeklagt sind der 58jährige Leo Böschen, genannt Pater Epiphan, der 46jährige Waldemar Wurth, genannt Bruder Pancratius, und der 35 Jahre alte Josef Günther, genannt Wendelin. An der Spitze dieser Franziskaner=Provinz stand der Pater Dr. Gölz, der jedoch flüchtig ist. Er trug die Aufsicht und Verantwortung auch für die finanziellen Angelegenheiten des Ordens. Ihm zur Seite stand der Angeklagte Böschen, der den Angeklagten Wurth als Assistenten beschäftigte. Dieser Orden unterhält in Nordjapan eine Mission mit fünfzehn Niederlassungen, in denen 35 deutsche Priester und OrdensbrüPresse-Bild-Zentrale. Marschall Badoglio, der als Nachfolger des abberufenen Oberbefehlshabers der italienischen Truppen in Abessinien de Bono zum Hohen Kommissar von Eritrea ernannt wurde. der tätig sind. Die Mittel zur Aufrechterhaltung dieser Mission stammen fast ausschließlich aus Almosen deutscher Katholiken, und mit Genehmigung der Devisenstelle sind im Laufe der Zeit über 217·000 Mark nach Japan geflossen. Außerdem besitzt die Franziskaner=Provinz eine Ordensschule in Holland. Dorthin sind mit Genehmigung der Devisenstelle von 1932 bis 1934 über 92000 Mark überwiesen worden. Böschen sowie dem flüchtigen Dr. Gölz wird weiter zur Last gelegt, daß sie seit Beginn der Devisengesetzgebung systematisch Reichsmark=Beträge nach Holland verschoben haben. Insgesamt handelt es sich um über 70000 Reichsmark, die auf Reisen zwischen Fulda und Holland über die Grenze geschmuggelt wurden. Weitere 10000 Reichsmark sollen dadurch nach Holland, Italien und Japan geflossen sein, indem verschiedene Ordenspriester auf Grund ihrer Pässe im Rahmen der Freigrenze Geld ins Ausland schickten, und zwar auf Anweisung des Angeklagten Böschen. Die Beseitigung der Belege über die Finanzgebarung nahm in der Nachmittagsverhandlung einen breiten Raum ein. Es scheint danach festzustehen, daß der Angeklagte Böschen den Auftrag zur Verbrennung der belastenden Unterlagen gegeben hat. Trotzdem konnten die Zollbeamten der Untersuchungskommission noch verschiedenes Beweismaterial beschlagnahmen, aus dem die Schiebungen einwandfrei hervorgingen. Auf eine Erklärung des Angeklagten Böschen, der diesen Fund entlastend für sich auszuwerten versuchte, sagte der Vorsitzende:„Sie wollen uns doch nicht weismachen, daß Sie die belastenden Bücher aufgehoben und die entlastenden vernichtet haben. Sie haben dabei eben Pech gehabt.“ Der Vorsitzende stellte darauf fest, daß noch zuletzt Der Reichsbauerntag in Goslar Der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, der am Sonntag an den Schlußverhandlungen des Reichsbauerntages teilnahm, beim Betreten der Goslar=Halle. Rechts von ihm der Reichsbauernführer Darré. Scherl-Bilderdienst 8000 Mark in einer Zigarrenkiste beiseite geschafft worden seien. Dann fragt er:„Warum ist Dr. Gölz geflüchtet?“ Angeklagter:„Er ist dienstlich nach Japan abberufen worden, das hat mit dieser Sache nichts zu tun.“ Die Verhandlung wurde sodann vertagt. Kenzenn ule nelager Zeschia! Zwei Volksschädlinge finden ihre Strafe—. Aus der Partei ausgeschlossen dnb Berlin, 17. November. Das Geheime Staatspolizeiamt verhaftete vor einiger Zeit den damaligen Präsidenten des Zentralverbandes der Kohlenhändler Deutschlands,.., Freudemann, und seinen Direktor, den Diplom=Kaufmann Karl Borchardt, beide in Berlin. Eine vorangegangene Buchprüfung und die nähere Betrachtung der Geschäftsgebaren und der weltanschaulichen Grundsätze dieser Herren hatten ergeben, daß sie den Grundsatz„Gemeinnutz geht vor Eigennutz" wohl ständig im Munde führten, selbst aber in keiner Weise vorlebten. Während Freudemann sich als für den Berufsstand der deutschen Kohlenhändler ehrenamtlich tätig ausgab, sich aber in Wirklichkeit als Leiter der Organisation hohe Bezüge zubilligte, verschaffte sich Borchardt unter dieser Verbandsleitung in selbstsüchtiger Weise Gewinne, die keinesfalls zu rechtfertigen waren. Beide Herren haben auf das schwerste gegen nationalsozialistische Grundsätze verstoßen und sich damit gegen den Staat vergangen. Dieser Staat hat ihnen durch einen Aufenthalt im Konzentrationslager und die praktischen Notwendigkeiten beim Neuaufbau der Nation klar zu werden und zu erkennen, daß uns mit leeren Phrasen, hinter denen sich der Egoismus versteckt, nicht gedient ist. Das schnelle Eingreifen der Geheimen Staatspolizei hat in diesem Falle den Spitzenverband des deutschen Kohlenhandels in letzter Stunde vor größten finanziellen Schwierigkeiten bewahrt, doch kann das schwere Vergehen der Verhafteten gegen Treu und Glauben des ihnen anvertrauten Berufsstandes nicht scharf genug gebrandmarkt werden. Der Nationalsozialismus verlangt von den Mitgliedern der NSDAP., daß gerade sie ehrlich und treu unserer Weltanschauung gemäß arbeiten und leben. Die beiden Schutzhäftlinge sind aus den Reihen der Partei ausgeschlossen. Die inneren Verhältnisse in der jetzigen Leitung des Zentralverbandes der Kohlenhändler Deutschlands, .., sind, nachdem noch weitere durch die genannten Vorgänge belastete Personen entfernt wurden, nunmehr mit Hilfe der zuständigen Stellen vollkommen bereinigt, so daß künftighin eine verantwortungsbewußte Arbeit im Sinne nationalsozialistischer Zielsetzung geGelegenheit gegeben, sich endlich über den neuen Geist währleistet ist. Die Schafst von Matsenne Prozeß gegen die Helfershelfer des Königsmörders beginnt heute Paris, 17. November. Ein zweiter Schattenprozeß beginnt heute, Montag, in Aixen Provence. Es ist der Prozeß gegen die Helfershelfer des Mörders des jugoslawischen Königs Alexander und des französischen Außenministers Barthou: drei Kroaten namens Pospischil, Rajtitsch und Kralj. Keiner von ihnen trug diese Namen, als sie in den letzten Septembertagen 1934 über die Schweiz in Frankreich einreisten. Sie kamen auch nicht aus der Schweiz, sondern aus Ungarn, und sie hatten falsche tschechoslowakische Pässe. Geschickt und instruiert waren sie, den Ergebnissen der Voruntersuchung zufolge, von Dr. Pavelitsch und Eugen Kwaternik, die als„Delegierte“ einer Geheimorganisation die eigentlichen Vorschriften gaben. Weder sie noch der eigentliche Mörder, ein Mazedonier mit vielen Namen, der wahrscheinlich Velitschko heißt, sind an dem Prozeß beteiligt, wie es in einem Pariser Bericht der„Berliner Volkszeitung" heißt. Das Schicksal nimmt seinen Lauf Am 9. Oktober 1934 landete König Alexander, der zu bedeutsamen politischen Verhandlungen nach Paris kommen wollte(das ewige, auch heute noch ungelöste Ausgleichsproblem Italien—Jugoslawien sollte das Thema sein), in Marseille, feierlich vom Donner der Kanonen empfangen. Der König hatte die Eisenbahnfahrt vermieden, weil er vor Attentaten gewarnt worden war, und er machte daher die Reise auf einem jugoslawischen Kriegsschiff. Die Fahrt vom Hafen in die Stadt begann, und damit nahm das Schicksal seinen Lauf. Die Tat Neben dem König saß der Außenminister Barthou. Die Marseiller Polizei hatte trotz Warnung aus Paris, wo einige Tage vorher verdächtige Leute beobachtet worden waren, nicht die in solchen Fällen anderswo üblichen scharfen Absperrungsmaßnahmen durchgeführt, um die Marseiller Bevölkerung nicht zu reizen; jubelnd war das immer etwas nervöse Hafenvolk in Massen gekommen. Die Sperrkette der Polizisten war locker, die polizeiliche Wagenbegleitung gleichfalls nur dünn. Plötzlich drängten einige Leute nach vorn; einer, Velitschko, sprang auf den Wagen des Königs und verletzte den König und Barthou tödlich durch Pistolenschüsse. Eine Viertelstunde später kam die Nachricht nach Paris. Noch lebte Barthou. Als wieder eine halbe Stunde später die Nachricht vom Tode des Ministers bestätigt wurde, ging ein Donnerschlag durch die öffentliche Meinung. Drahtzieher verschollen Seit der Revolte vom 6. Februar 1934 ist Paris nicht mehr so erregt gewesen, wie damals in den Abendstunden des 9. Oktober. Die Parallele zwischen dem Attentat von Serajewo und dem von Marseille war in aller Munde. Schließlich wurde der europäische Konflikt, der, vom jugoslawisch=ungarischen Gegensatz beginnend, damals hätte ausbrechen und Italien mit einbeziehen können, beigelegt. Das war die erste Leistung des neuen Außenministers Laval. Mit diesem Kompromiß der Außenpolitik hängt es auch zusammen, daß die beiden Männer, die von den jetzigen Angeklagten als die eigentlichen Lenker des Unternehmens bezeichnet werden, Pavelitsch und Kwaternik, nicht vor das französische Gericht kommen; sie sind vorläufig verschollen. In Turin waren sie etwa zwei Wochen nach dem Attentat verhaftet worden, aber sie wurden nicht an Frankreich ausgeliefert. Vor kurzer Zeit hat die Königin=Witwe Maria von Jugoslawien ihrerseits dazu beigetragen, dem Prozeß den Charakter einer politischen Sensation zu nehmen: sie zog sich von der ursprünglich erhobenen Zivilklage, die Paul=Boncour vertreten sollte, freiwillig zurück. Die Lage ist ähnlich wie die im Stavisky=Prozeß. Der Mörder selbst ist tot. Er wurde unmittelbar nach der Tat von einem Polizeioffizier niedergeschlagen und von der wütenden Menge beinahe zerrissen. Die wahrscheinlichen geistigen Urheber sind nicht angeklagt; sie befinden sich im Auslande. Wieder ist es ein gegen Helfershelfer. Die drei angeblichen Tschechen, in Wirklichkeit Mitglieder einer kroatischen revolutionären Organisation, waren nur Helfershelfer des Mörders, auch wenn sie wohl den Auftrag hatten, selbst zur Tat zu schreiten, wenn der erste Versuch mißlungen wäre. Tanz der falschen Namen Und seiner Zeit, als der Tanz der falschen Namen (jeder, auch der tote Attentäter, hatte deren mindestens drei), die Redaktionen der halben Welt zur Verzweiflung brachte, gab es noch eine Geschichte von der schönen blonden Slawin die zusammen mit Kwaternik die Verschworenen mit Waffen versorgt haben sollte; ein beliebter Romanstoff, der sich auch sonst in derartigen Prozessen wiederholt. Vielleicht wird jetzt wieder von der Blonden die Rede sein; wirkliche Gestalt hat sie bisher nicht angenommen und wird sie wahrscheinlich auch nicht annehmen. Ministerpräsident Göring übergab das Horst=Wessel=Haus in Berlin an die Katasterverwaltung dnb Berlin, 17. November. Im Beisein zahlreicher Ehrengäste und Ehrenformationen der verschiedensten Parteigliederungen sowie des Deutschen Luftsportverbandes fand am Samstag mittag durch den Preußischen Ministerpräsidenten, General der Flieger Hermann Göring, die feierliche Uebergabe des neugestalteten Horst=Wessel=Hauses an die Preußische Kataster=Verwaltung statt. Im Mittelpunkt der schlichten Feier, der auch die Mutter Horst Wessels beiwohnte, stand eine Rede des Preußischen Ministerpräsidenten, in der er Horst Wessel als den unsterblichen SA.=Mann feierte. Der Horst=Wessel=Platz und ebenso das Horst=Wessel=Haus trugen reichen Flaggenschmuck. Auch ein Sturm der SA.=Standarte Horst Wessel war mit der Blutfahne aufmarschiert. Nachdem Staatsminister Popitz eine kurze Begrüßungsansprache gehalten und dem dienstältesten Kataster=Direktor die Schlüssel des Hauses überreicht hatte, nahm Ministerpräsident Göring das Wort, wobei ex sich in erster Linie an die alten Kämpfer der SA. im Berliner Norden wandte.„Hier im Berliner Norden ist ein Opfer gebracht worden; einzigartig und einzig groß, weil es in seiner ganzen Hingabe, in der Art des furchtbaren Leidens so gewaltig war, daß es über alles andere hinauswuchs von dem Augenblick an, als ein Horst Wessel hier lebte und hier starb und damit zum ewigen, unsterblichen SA.=Mann wurde. Von diesem Augenblick an war der Berliner Norden sturmreif geworden. Denn nun wurde er nicht mehr erkämpft durch andere, die von außen kamen, sondern erkämpft und erobert von den Arbeitern selbst, die hier wohnten und lebten, und die sich jetzt zu unserer Idee bekannten, das Braunhemd anzogen und den Norden Berlins eroberten.“ Dies habe nur geschehen können, weil Horst Wessei hier gelebt habe. Horst Wessel rage über alle anderen Toten der Bewegung hinaus. Nicht nur deshalb, weil er der Sänger und Dichter unseres einzigartigen Kampfliedes sei, auch nicht wegen seines grauenhaft schweren Schicksals, und der unsagbaren Leiden seiner letzten Wochen. Es sei letzten Endes die Verbindung seines Lebens mit seinem Tode und die Ueberzeugungskraft gewesen, mit der er den Kampf geführt und mit dem Tode besiegelt habe. Von seinem Tode sei der große Umbruch in der Volksgemeinschaft ausgegangen, deren Durchsetzung das Hauptziel der Bewegung gewesen sei. Mit einem dreifachen Sieg=Heil auf den Führer und dem Gesang der Nationalhymnen fand die mittägliche Weihestunde ihren Abschluß. Ministerpräsident Göring legte dann noch in der Ehrenhalle des Hauses einen Kranz nieder, während sich die Fahnen senkten und das Lied vom Guten Kameraden erklang Der Stavisth=prozeß Vernehmung des Angeklagten Dubarry Paris, 17. November. Der zehnte Verhandlungstag des Stavisky=Prozesses wurde durch das Verhör des früheren Direktors der nach dem Stavisky=Skandal eingegangenen Zeitung „Volonte", Dubarry, belebt. Albert Dubarry schien durch seine zweijährige Untersuchungshaft in seiner Willenskraft nicht geschwächt zu sein, denn er trat von der Angeklagtenrolle in die des Anklägers über. Seine Ausführungen waren ein Vorstoß gegen die richterlichen Beamten der Finanzabteilung der Staatsanwaltschaft, die versagt hätten, als die Stavisky=Angelegenheit noch keine großen Ausmaße angenommen hatte. Wenn damals die Staatsanwaltschaft ihre Pflicht getan hätte, wäre der große Stavisky=Skandal überhaupt nicht mehr zustande gekommen. Wenn man den Gerichtsberichterstattern einiger Pariser Blätter glauben darf, so waren diese Ausführungen Dubarrys dem Staatsanwalt und dem Gerichtsvorsitzenden so peinlich, daß sie zunächst nicht recht wußten, welche Haltung sie dazu einnehmen sollten, so daß sie auf den Beschauer anfänglich den Eindruck machten, als ob sie während der Rede Dubarrys irgendwelchen fernen Traumgedanken nachsannen. Allerdings muß man feststellen, daß am Schluß der Sitzung der Generalstaatsanwalt das Wort ergriff und gegen die Vertauschung der Rollen Einspruch erhob, wenn er auch zugab, daß sich auch richterliche Beamte täuschen und dann und wann sich Nachlussigkeiten zuschulden kommen lassen können. Dubarry hat übrigens die Annahme finanzieller Unterstützungen Staviskys für seine Zeitung— in zehn Monaten 500000 Mark— zugegeben und auch als zulässig verteidigt. Seite 6 Nr. 271 7 Bochumer Anzeiger# Montag, 18. November 1933 Unterhaltung Der Jänger ertelt sein CLaues Wunder Von Waltei Haldert „Caro Signore, haben Sie Mitleid mit einem armen Kollegen, dem das Glück weniger hold ist als Ihnen! Seien Sie nicht so hartherzig! Sie verdienen an einem Abend 5000 Lire. Es bedeutet für Sie so gut wie nichts, wenn Sie mir 1000 Lire geben. Ich gebe Ihnen einen Schuldschein, und wenn es mir wieder einmal besser geht, sollen Sie das Geld mit Zinsen zurückerhalten.“ Der Bittsteller fiel auf die Knie, packte die Hand des berühmten Tenors und versuchte, sie zu küssen. Der große Frederice Saliva riß ärgerlich die Hand los und trat einen Schritt zurück. Er klemmte sein Monokel ein und musterte verächtlich den Bittsteller, der noch immer kniete.„Wenn es Ihnen wieder einmal besser geht, sagen Sie? Da können Sie lange warten, Carlo Caprone, bei Ihrer Talentlosigkeit! Warum setzen Sie sich auch in den Kopf, daß Sie durchaus als Sänger Ihr Brot verdienen müssen? Ergreifen Sie einen anderen Beruf. Stimme muß man haben, Stimme, sag' ich Ihnen!“ Und der große Frederico Saliva schickte die ersten Akkorde des neuen Schlagers, den er jeden Abend vor einem rasenden Publikum sechsmal wiederholen mußte, zu der niedrigen Zimmerdecke empor.„Und nun lassen Sie mich in Ruhe! Ich muß noch üben. Geld kann ich Ihnen nicht geben. Gehen Sie zur Heilsarmee, wenn Sie eine Unterstützung brauchen!“ „Zur Heilsarmee.“ stammelte der Bittsteller, der sich aus seiner gemütigen Stellung erhoben hatte. „Das ist Ihr letztes Wort? Sie sind ein herzloser Schurke! Ein Schurke, sage ich! Aber das ist nicht mein letztes Wort, Sie werden noch von mir hören! Buon giorno, Frederico Saliva!“ * Der Vorhang war gefallen.„Saliva Saliva! Bis! Bis!" toste das Publikum. Der große Frederico hob einen Zipfel des Vorhangs hoch und winkte. Aber das genügte den begeisterten Theaterbesuchern nicht. „Bis! Bis!“ brüllten, kreischten und keuchten sie. Sie wollten den neuen Schlager zum siebenten Male wiederholt haben, mit der siebenten Schlußvariation. Saliva ließ sich lange bitten. Er kroch unter dem Vorhang durch und fing zum siebenten Male an. „o dolce fanciulla...“ Zwanzig Minuten Pause. Strahlend betrat Saliva seine Garderobe. Er ging zu dem kleinen Wandschrank, auf dessen Tür ein großer Totenkopf und zwei gekreuzte Schenkelknochen drohten, schloß ihn auf und nahm vier Wein= und Likörflaschen heraus, um sich einen Pausen=Drink zusammenzubrauen. Gerade wollte er das Glas an den Mund setzen, da fiel sein Blick in den Spiegel. Saliva zuckte entsetzt zusammen, das Glas entglitt seiner Hand und zersplitterte auf dem Boden. Was hatte er gesehen? Zunächst einmal sein Spiegelbild. Aber hinter dem Spiegelbild stand noch ein zweiter Saliva! Das gleiche Kostüm, das gleiche feiste Gesicht, die gleiche leicht gebogene Nase, die gleiche Wölbung der Augenbrauen! Saliva fuhr herum und starrte den Doppelgänger an. Der lächelte ironisch. Dann öffnete er den Mund und ließ die ersten Akkorde des beliebten Schlagers zur niedrigen Zimmerdecke emporsteigen:„O dolce fanciulla...“ Saliva griff nach einer Wermutflasche und drang damit auf den Doppelgänger ein. Aber in diesem Augenblick sprangen hinter einer Portiere zwei Männer hervor. Sie warfen dem berühmten Tenor ein großes Tuch über den Kopf, wickelten ihn vollständig ein, packten ihn an Kopf und Füßen und trugen ihn wie ein großes Paket aus der Garderobe, aus dem Theater hinaus zu einem kleinen grünen Automobil, das am Hinterausgang wartete... „So äußert sich die heutige Morgenpresse“, sagte Carlo Caprone.„Wünschen Sie noch mehr zu hören, lieber Herr Kollege? Ich kann Ihnen noch mit drei weiteren Besprechungen dienen.“ Der große Frederico Saliva saß in einem großen Lehnstuhl. Er saß sehr aufrecht, denn er war mit einem soliden Strick an den Stuhl gefesselt. Sein sonst so wohlgepflegtes schwarzes Haar war wild zerzaust, er sah müde und abgespannt aus. Er machte eine Anstrengung, sich loszureißen. Zähneknirschend mußte er den Versuch aufgeben. „Geben Sie sich keine Mühe, Herr Kollege," lächelte Caprone,„der Strick ist fest. Ich kann Ihnen nämlich verraten, daß ich ihn eigentlich dozu bestimmt hatte, mir als Selbstmordkrawatte zu dienen. Ich bin aber von dieser Idee wieder abgekommen und ich glaube, ich werde nicht wieder darauf zurückzukommen brauchen. Nach meinem gestrigen Erfolg...“ „Sie wollen das veröffentlichen?" stöhnte Saliva und machte einen nutzlosen Versuch, sich loszureißen. „Sie wollen mich ruinieren? O. Sie Verbrecher!“ „Schimpfen Sie nicht weiter; die Sache wird dadurch nur noch teurer. Ich wäre unter gewissen Voraussetzungen bereit, von einer Veröffentlichung der Tatsache, daß der talentlose Carlo Caprone in der Rolle des großen Frederico Saliva einen Triumph gefeiert hat, abzusehen..—898 kuc „Und diese Voraussetzungen sinor reuchte der große Tenor.„„.67ar bis „Hunderttausend Lire in bar, zayloar bis heute nachmittog:... 14 Ju Fuinierter Mann“ „Unmöglich: Dann ware ich ein ruinierter Mann.“ „Sie werden in kurzer Zeit wieder hunderttausend Lire zusammengesungen haben. Zwanzig Tage zu Lire. Und Sie haben ja die Stimme dazu. Aber wenn Sie lieber auf andere Art ruiniert werden wollen. Die Presse wird sich wie wild auf die Affäre stürzen... „Sagen Sie fünfzigtausend!“ 7„.; „Ausgeschlossen!“. Ich bin kein Fischhandier. Bei mir wird nicht gehandelt. Also sind Sie bereit, mir einen Scheck auszuschreiben und außerdem dieses kleine Protokoll zu unterzeichnen? Nur der Sicherheit halber. Für den Fall, daß der Scheck nicht gedeckt oder de' Konto heute nachmittag plötzlich gesperrt sein sollte...“ Caprone legte das Scheckbuch, das er dem großen Tenor am Abend vorher abgenommen hatte, auf den Tisch, das„kleine Protokoll“ und den Füllfederhalter daneben. Dann schob er den großen Sessel mit Saliva an den Tisch heran.„Unterschreiben Sie, lieber Kollege!“ ermunterte er ihn. Saliva schlug mit der Faust auf den Tisch. Aber er nahm den Federhalter und schrieb zweimal seinen Namen an die bezeichnete Stellen. „Ich danke Ihnen, Herr Kollege,“ sagte Caprone höflich, nahm ein großes Messer und schnitt den Strick, der den Tenor festhielt, durch... Vertrauen7 Von stermann Tei Mit der Nachmittagspost von drei Uhr hatte Gorch Johannsen, der Direktor der Baumwollspinnerei, einen an ihn gerichteten, den Vermerk„Streng persönlich“ tragenden Brief erhalten. Um acht Uhr abends, als die weiten Räume leer waren und er die tägliche sprechung mit den Abteilungsleitern beendigt hatte, nahm er sich die Zeit, diesen Brief zu öffnen. Johannsen griff bereits nach seinem Mantel, er hatte es eilig, der Chauffeur wartete mit dem Auto unten, und noch drängender wartete zu Hause seine Frau, zumal es sich morgen zum zweiten Mal jährte, daß sie verheiratet waren. Er, der damals Vierzigjährige, und sie, die aus bescheidenen Verhältnissen stammende, aber kluge und liebreizende Stenotypistin eines Rechtsanwalts. Die Vermählung Johannsens hatte damals das Tagesgespräch gebildet, zumal seine Abneigung gegen die Frauen bekannt war. Nur einige ihm Nahestehende wußten den Grund dafür, nämlich die traurige Erfahrung Johannsens, der als junger Mensch seine Liebe einer Unwürdigen geschenkt hatte. Johannsen schlüpfte in den Mantel und entfaltete dann den Brief. Mit ungelenker, offenbar verstellter Schrift stand da geschrieben: „Sehr geehrter Herr Direktor Johannsen! Ihre Frau hat Ihnen verboten, nach ihrem früheren Leben zu forschen. Wenn Sie die Gründe für diese eigenartige Bedingung, die sie Ihnen bei der Heirat stellte, wissen wollen, bitte ich Sie, sich heute nachmittag vier Uhr oder morgen vormittag elf Uhr ins Blaue Zimmer des Fürstenhotels zu begeben. Dort erwartet Sie Claus Dirk.“ Johannsen stand betroffen da. Das kam zu unvermittelt. Er wankte ein paar Schritte nach vorn, stützte sich auf den Tisch, horchte in sich hinein. Dort drohte der Glaube an die Reinheit einer Frau, den Inge ihm wieder gegeben hatte, einzustürzen. Sollte Inge auch ...! Warum hatte sie nur unter der Bedingung, daß er niemals ihr früheres Leben zu erforschen versuchte, überhaupt in die Heirat mit ihm, den eine große Liebe an sie fesselte, gewilligt? Während der Fahrt im Auto grübelte er weiter. Sollte er morgen früh diesen unbekannten Claus Dirk aufsuchen, sich von ihm alle Träume und Hoffnungen zerstören lassen? Das Auto hielt vor Johannsens Haus. Langsam öffnete er die Tür zum Vorgarten, schritt zögernden Schrittes zur Haustreppe. Sollte er Inge fragen, sie um vollste Wahrheit und Klarheit bitten? Ehe er die Haustür öffnen konnte, trat auch schon Inge heraus. In ihrer mädchenhaften Schlankheit stand sie da und streckte ihrem Manne die Hände entgegen. „Komm schnell, Gorch“, bat sie mit leiser Stimme und zog ihn ins Haus, ihm keine Zeit zum Gruß lassend.„" mittag ephiglt ich „Gorch, ich bin in Sorge. Heute mittag erhielt ich diesen Brief. Man will mich darin bestimmen, über dich Schlechtes zu erfahren. Da lies!" Sie reichte ihm einen Brief. Johannsen las zitternd: „Wenn Sie erfahren wollen, sehr verehrte Frau Johannsen, wie Ihr jetziger Gatte an mir gehandelt und mich ins Gefängnis gebracht hat, nachdem ich ihm meine Liebe geschenkt, kommen Sie morgen 11 Uhr ins Palast=Hotel und fragen Sie nach Renée Berger.“ Johannsen schwieg, griff in seine Tasche und reichte Inge den Brief, den er heute nachmittag erhalten hatte. Eine halbe Stunde später saßen Johannsen und seine Frau in ihrem Wohnzimmer, sahen sich in die Augen, hielten ihre Hände fest ineinander. Johannsen wußte nun, daß Claus Dirk einst Inge in Liebe anbetete und, um sie in einer Weise zu beschenken, wie sie es nicht erwartet hatte, Geld unterschlug, seiner Stelle als Kassierer verlustig ging und ins Gefängnis wanderte. Inge wußte, daß Renée Berger auf den Namen ihres Bräutigams Johannsen Wechsel geAN vok R64246 26) Niemals hatte Eugen etwas erlebt, das ihn mehr zermürbte als dieser sogenannte Feldzug, der in nichts anderem bestand, als daß seine Entschlüsse und Befehle von geheimen Kräften gegenstandslos gemacht wurden. An Tarini schrieb er, fast verzweifelt:„So oft im Kriegsrat etwas beschlossen wird, machen sie eine Stunde nachher soviel Schwierigkeiten, daß nichts zustande kommt. Glauben Sie nicht, daß das Feuer der Jugend oder Voreingenommenheit aus mir spricht! Was ich sage, ist die reine Wahrheit, die das ganze Land und die Armee ebenso gut kennen wie ich.“ Endlich, nachdem er noch einmal in Wien gewesen war— faßte er das Heer zusammen. Als Führer der Vorhut überschritt er die Alpen zwischen Italien und Frankreich. Er fand das Gebiet unverteidigt, wie er vermutet hatte. In der Stadt Gap, noch zwischen den Bergen, setzte er sich fest und hoffte, von hier aus nach Grenoble vorstoßen zu können— wenn das Gros des Heeres kam. Aber das Gros kam nicht: Der Herzog, der es dem Namen nach befehligte, bekam in diesen Tagen die Blattern und lag auf den Tod. Alles stand still. Als Viktor Amadeus genas, befahl er den Rückzug. Eugen, auf französischem Boden, die Hand voll Trumpfe, mußte knirschend gehorchen— er wußte nicht, welchen Sinn dies alles hatte. Aber Tarini den er als Vertrauensmann bei Viktor Amadeus zurückgelassen hatte, wußte es!„Ich kann Ihnen mitteilen Prinz“, sagte er,„daß der Herzog auf seinem Krankenbett einen Geheimvertrag mit Frankreich geschlossen hat. Gegen die Niedertracht ist auch ein Feldmarschall machtlos!“ „Welcher Feldmarschall?" fragte Eugen. Tarini überreichte ihm, trübe lächelnd, ein Schreiben mit kaiserlichem Siegel.„Kurier aus Wien: Der Generalfeldwachtmeister Prinz Eugen von Savoyen ist zum Feldmarschall des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation ernannt!“ Eugen hielt das Papier in der Hand und blickte zurück auf die Gipfel, die wie Kulissen das Tal der Durance begleiteten, immer niedriger und begrünter nach Frankreich hinein. Tarini schwieg. Er hatte einen Ausbruch erwartet. „Also diesmal noch nicht...!“ sagte Eugen indessen ganz ruhig.„Immerhin, Tarini: Das nächste Mal werde ich als Feldmarschall diese Grenzen überCchreiten#... Schreiben Sie an meine Mutter nach Kusser, Tarini— sie glaubt an Sterne!“ ... Die Welt war verbittert und müde, wie die Menschen. Auch im Norden schleppte sich der Krieg ergebnislos hin. Mar Emanuel verteidigte die Grenze der spanischen Niederlande, ohne Sieg, ohne Nieder: lage. Frankreich verlor, da es zum ersten Deate nicht gewann— aber die Entscheidung kam nicht. Da erhielt Max Emanuel aus Madrid seine Ernennung zum Statthalter der spanischen Niederlande— starb der kinderlose König von Spanien, so würde der bayrische Kurfürst in diesen Gebieten souverän werden. Kurz zuvor hatte seine häßliche Frau ihren ersten Sohn geboren. Der Statthalter des bayrischen Kurhauses erblickte das Licht der Wit in Wien, denn Marie Antonie war mit Max Emanuel gänzlich zerfallen. Ein schlimmes Zeichen für den Wittelsbacher Erben: daß er in Wien zu leben begann, in diesem Wien, das sein Vater zu hassen gelernt hatte, weil es sich seiner bediente, ohne doch das alte Mißtrauen aufzugeben. Die Kurfürstin starb an den Folgen der Geburt und haßte den Vater ihres Kindes noch über den Tod hinaus: Ihr Testament wiederholte alle Verzichte, die bei der Heirat festgelegt worden waren. Haß und immer wieder Haß!. Egt. 62c.: Sohn 11nd Aber eines hinterließ die Tote doch: den Sohn. Und mit ihm eine grenzenlose Hoffnung. War nicht sein Vater bereits Statthalter der Niederlande? War Spanien nicht gesonnen, den Kurprinzen zum Erben einzusetzen? Würde man nicht doch— wenn Kaiser Leopold starb— Ansprüche auf die habsburgische Monarchie und auf Ungarn machen? Max Emanuel schloß eine zweite Ehe mit der Tochter des Polenkönigs— würde man nicht auch Polen erben? Ungarn, Oesterreich, Böhmen, Poren, Bayern, die Niederlande, Spanien mit seinen amexikanischen Besitzungen— was war das Reich Karls des Fünften gegen diese Hoffnung, die jetzt auf den Augen des Kurprinzen Joseph Ferdinand ruhte? Mit seiner ganzen Unermüdlichkeit kämpfte der Vater für diese beispiellose Aussicht die halbe Welt in der Hand eines Wittelsbacher zu sehen. Er bangte, alles das möchte ein Traum sein; und hoffte doch, der Traum möchte Wirklichkeit werden. Jetzt einen Freund, einen Mann, der die Wahrheit sah und sagte! Wo war Eugen? Der Feldmarschall Prinz Eugen von Savoven?.. g7 JHeit Jum.. Er war, wo seine Klugheit iyn sein ließ. Nicht in Flandern, denn dort kämpften genug Befehlshaber den langsam verwelkenden Kampf gegen Frankreich. Er war in Wien, abermals über Karten gebeugt; er fertigte Geheimkuriere ab; er verhandelte mit dem Oberkriegssaktor und dem Hofjuden Samuel Oppenheimer über Finanzierungs- und Verpflegungsfragen; er empfing Agenten, die er in Paris, Dresden Konstantinopel, Warschau sitzen hatte; er wußte um die Träume Max Emanuels, prüfte sie, wog alle Möglichkeiten ab stellte die Weltgeschichte vor sich auf wie eine Schachpartie, pflegte seinen Briefwechsel— er arbeitete daran, sich ein Europa nach seinem Geschmack zu schaffen, ohne jemand zu fragen, denn keiner würde diesen Plänen beistimmen, weil keiner so klar sah wie er... Keiner? Eines Tages ließ sich ein fremder Reisender melden. Der Names fälscht und dieser, als er davon erfuhr, Anzeige erstattet hatte. „Inge“, nahm Johannsen das Gespräch wieder auf,„wenn du mir verschwiegen hättest, daß du einen Brief erhalten hast, der mich bei dir herabsetzen wollte, ich wüßte nicht, ob ich nicht doch morgen ins Fürstenhotel gegangen wäre und seit dieser Stunde der Schatten des Zweifels und gegenseitigen Mißtrauens unser Glück getrübt und schließlich zerstört hätte. Dieses Vertrauen hat unsere Ehe gerettet.“ Er zog Inge an sich und küßte sie. Oräparate Von Karl Lanik Professor Lennemann betrat den Prüfungssaal der anatomischen Universität. In der Hand trug er vorsichtig ein Glas mit einem Präparat, das er soeben im Museum der Universität ausgewählt hatte. Er baute das Glas allen sichtbar auf sein Pult, zog sein Notizbuch heraus und begann die Prüfungen. „Kandidat Müller, was stellt dieses Präparat vor?“ Müller hustete verzweifelt, dann stotterte er: „Eine Trinkerleber, Herr Professor.“ Der Professor schüttelte unwillig den Kopf. „Falsch, setzen Sie sich!“ Er notierte etwas in seinem Notizbuch und rief den nächsten auf. „Kandidat Meier, was stellt dieses Präparat dar?“ Meier erhob sich zitternd. „Das ist der Herzbeutel einer Ziege“, sagte er ängstlich. „Ungenügend. Setzen Sie sich!“ Der nächste Kandidat antwrotete: „Das ist die Milz eines Rauchers, Herr Professor.“ Aber auch er bekam ein Ungenügend! Und mit ihm alle dreiunddreißig Prüflinge, die abwechselnd auf den Magen eines Krebskranken, die Lunge einer Kuh und das Großhirn eines Großkaufmanns rieten. Keiner wußte es. Der Professor war wütend. „Biertrinken und in den Kneipen herumsitzen, das können die Herren!“, wetterte er vom hohen Katheder, „aber studieren und etwas lernen, dazu fehlt Ihnen allen der nötige Ernst und der unerbittliche Fleiß. Wissen Sie meine Herren, was das Präparat in diesem Glas darstellt? Es ist die Schrumpfniere eines Mannes in den mittleren Jahren. Dixi.“ Der Pedell war in den Lehrsaal getreten und näherte sich leise. „Verzeihen Sie, Herr Professor.“ „Was gibt es?“ Der Pedell näherte seinen Mund dem Ohr des Professors: „Ich wollte Ihnen nur sagen, daß in dem Glas schon seit vorigem Semester die Schrumpfniere nicht mehr ist", flüsterte er,„die Niere haben wir in ein anderes Gefäß gesteckt. In diesem Glas bewahre ich seitdem mein Staubtuch.“ 44. S die Anekdobe Umgekehrt Hofrat Kerzl, der Leibarzt Kaiser Franz Josefs., besuchte allmorgendlich seinen Herrscher. Die beiden alten Herren unterhielten sich vom Wetter und rauchten eine Zigarre zusammen, worauf Kerzl wieder ging. Manchmal wurde der Arzt nicht vorgelassen, und das hatte immer den gleichen Grund. Franz Josef sagte dann stereotyp zu seinem Kammerdiener:„Der Kerzl soll mich heute in Ruhe lassen, ich fühl mich nicht wohl.“ Statt einer Antwort gab der Fremde ein versiegeltes Schreiben ab.„„ Eugen empfing iyn sogleich.„Sie kommen, mein Herr—?“ begann er freundlich, unterbrach sich aber, trat näher heran, sah an ihm empor und lächelte. Es war jenes Lächeln, das er in den letzten Jahren gelernt hatte: der gelassene Ausdruck des Nichtüberraschtseins, und wenn ihm der Teufel erschienen wäre.„Ein angenehmes Wiedersehen, Herr von Rabenstein!“ sagte er dann.„Ich bitte zu entschuldigen, wenn ich den Titel nicht kenne, der Ihnen augenblicklich zukommt."., „Augenblicklich, Hoheit, kommt mir keinertei Titel zu; denn ich reise als Privatmann und ohne jeden Auftroag.„g. g. 12 Einnut mich Si. „Augenotialich! ah, ich erinnere nich.—. Sie waren in französischen Diensten, nicht wahr?" „Vielleicht bin ich es noch, Hoheit, wenn ich nicht gerade reisen muß.".... 64t, 421. „Muß? Sie tun es öftert fragte Eugen interCCert.„..„all.#.aE mechnsrc; uer Dieser mavenstein hatte sich mertwuroig verändert. Als er ihn zum letztenmal in Prag gesehen, war er ein unbedeutender Mann gewesen, ein Mensch ohne Gesicht. Jetzt hatten sich seine Züge verschärft; er war stiller geworden, klüger(wie es schien), in seinen Augen stand Erfahrung.„„ „Wie ich aus dem Schreiben meines Freundes Conti sehe, sind Sie beauftragt, mir seine Grüße zu überbringen. Ich bin dafür dankbar— aber ich darf kaum glauben, daß Sie nur deshalb eine so weite Reise gemacht haben... Wann waren Sie zuletzt mit dem Prinzen zusammen?" „Vor zwei Wochen etwa, in Paris.“ „Paris—! Ja: Paris... Wie sieht es dort aus? Verzeihen Sie eine gewisse Sentimentalität in dieser Frage! Indessen— nun ja— wie ich sehe, erzieht Paris noch immer die vollendeten Kavaliere. Werden Sie es mir übelnehmen, wenn ich andeute, daß Ihnen diese Schulung erstaunlich gut bekommen ist? Erlauben Sie Ihrem ehemaligen Regimentskameraden diese kleine Vertraulichkeit? Ich hoffe: Wir sind noch immer gute Freunde!“„.: E47 Vetsich „Wenn Hoheit mich mit diesem Titel auszeichnen wollen, so werden Sie mich glücklich machen.“ „Ich bitte Sie um die Erlaubnis! Es plaudert sich besser wenn man sich schon so lange kennt.“ Eugen tat, als ob er nicht wüßte, daß Rabenstein ein Korps in der Pfalz geführt hatte und in der belagerten Festung Namur neuerdings durch einen Bombensplitter verwundet worden war. Wie— dachte er— kommt der Mann hierher? Und weshalb?„Werden Sie mir glauben wenn ich Ihnen sage, daß ich manchmal große Sehnsucht nach Paris habe?“ „Hoheit haben den Beweis dafür geliefert!“ antwortete Christoph Dietrich.. S2 Eugen lächelte.„Ja, es war nicht meine Schuld, daß ich es nicht wiedersehen konnte. Uebrigens mißverstehen Sie mich in der schmeichelhaftesten Weise— ich meinte: wirkliche menschliche Sehnsucht. Ich beneide Conti. Aber das Schicksal hat nun einmal seine Launen: Sie, ein Deutscher, leben in Paris, und ich, ein geborener Franzose, sitze in Wien und muß mir Sorgen machen...“ Er fragte sich immer näher an Christoph Dietrich heran.„Also Conti— wie geht es ihm? Hatten Sie nicht damals einen Brief an ihn mitgenommen? Mir scheint, er hat sich Zeit gelassen mit der Antwort, und inzwischen ist allerhand geschehen. Aber ich finde es reizend, daß er sich meiner noch erinnert und gerade Sie schickt! Er hatte stets eine Begabung für diese kleinen, pointierten Aufmerksamkeiten.“ „Der Prinz wünscht sich nichts Besseres, als Eure Hoheit wiederzusehen.“ „Ich begreife das zwar nicht denn ich bin mittlerweile nicht schöner geworden. Aber angenommen, Sie hätten wirklich recht— wie sollte das wohl möglich sein? Ach, es gibt so viele Dinge, auf die man verzichten muß!" „Wahrhaftig, Hoheit?“ fragte der fremde Gast. Eugen stutzte.„Ich verstehe Sie nicht völlig...“ „Man ist in Paris der Meinung, die Ereignisse seien Zeugen dafür, daß der Prinz von Savohen auf nichts in der Welt verzichten müsse.“ Eugen schwieg, betroffen von dem blendenden Lichtstrahl, der da unversehens hereinbrach. Aber er lächelte bedeutungsvoll und sagte:„Wer ist„man“! In Paris heißt das soviel wie nichts. Ich kenne das Wort.“ „Hoheit—„man“ ist zunächst Prinz Conti.“ „Sagten Sie„zunächst"?“ „Ja.“ „Es gibt wenige, die noch höher stehen als dieses „Zunächst"...“ „Allerdings: sehr wenige, Hoheit!“ Eine Sekunde lang schloß Eugen die Augen. Er sah den kleinen Abbs an Contis Seite in Versailles... „Sie haben einen Brief von—— Conti?“ „Nein, Hoheit!“ „Von—— wem dann?“ „Von niemandem. Der Prinz ist der Meinung, daß es Dinge gibt, für die jedes Papier ungeeignet ist.“ „Sehr weise!“ Eugen sah den Gast aus seinen rätselhaft verschlossenen Augen an.„Dieser Meinung ist also Conti?“ „Er— und sein Auftraggeber.“ Sprechen Siel“„„. Eumzm ui e. „Man war tief betroffen, Ihre Truppen auf französischem Boden zu sehen, Hoheit. Man glaubt, darin die Folge eines Fehlers zu erblicken, der früher einmal gemacht worden ist......4 Tchler ms. „Glaubt man wirklich? Und welcher Fehier ware Hovsel sich weiß sind Eure Hohelt damals in Versailles nicht mit der Ihnen zukommenden Aufmerksamkeit empfangen worden..... „Dies also— glauot man jetzt— sei ein Fehler gewesen?“ (Fortsetzung folgt) TURN- UND SPORTBEILAGE DES„BOCHUMER ANZEIGER“ V erin MONTAG. 18. NOVEMBER 1935 Schalke 04 liegt nur:1(:0) Germannd Beilen Mro Birot Knapper Schalker Sieg vor 8000 Zuschauern—Bochums Abwehr ganz groß Rekordlieg der Höntroper— Tus. Bochum Ipielt nur:1 gegen Herten Ubg. Gelsenkirchen, 17. November. Eine„nur“:=Schlappe gegen den Deutschen Fußvallmeister Schalke 04 darf sich heute jeder deutsche Spitzenverein zur Ehre anrechnen. Wir dürfen dieses ehrenvolle Abschneiden der Bochumer Germania nach einem Vergleich mit der:=Schlappe des Niederrheinmeisters BfL. Benrath in Düsseldorf darüber hinaus getrost als einen Erfolg für die Bochumer Mannschaft verbuchen, als einen Beweis dafür heranziehen, daß die Elf Schalke in der Tabellenführung bisher würdig vertreten hat. Der Schalker Löwe hat also die beiden Punkte aus dem bedeutungsvollen Spiel der westfälischen Gauliga erwartungsgemäß„verspeisen“ können, aber nicht so zum Frühstück oder als Nachtisch, wie es vielfach prophezeit wurde. Das Spiel war kein flotter Walzer, in dem der Meister nach Belieben das Tempo und die Tore bestimmen konnte, sondern ein harter Kampf gegen die Dame Germania, die sich einen nahezu unverwundbaren Abwehrpanzer angelegt hatte, der auch den gefährlichsten Prankenhieben des„Löwen“ standhielt und nur zweimal angeschrammt wurde. Mit den Repanchen blieb die Germania zwar um ein Tor im Rückstand sie hat aber als streitbare Dame ihren Ruf und ihre Fußballehre tapfer verteidigt. Mit einer Hochachtungsverbeugung entließ man sie wieder in ihre Heimat. Schalke ist die bessere Mannschaft: diese Erkenntnis hätten wir uns nicht erst Sonntag in der Gelsenkirchener„Glückauf“=Kampfbahn holen müssen, das wußten vorher die Gelsenkirchener und erkannten auch die Bochumer an. Sie versagen den Schalkern darüber hinaus nicht die Anerkennung, daß ihr Sieg durchaus verdient war, glauben anderseits aber auch, daß man den Bochumern gern quittieren wird, daß sie in diesem Jahre dem Leistungsniveau der Schalker um einige Zentimeter näher gerückt sind. Um die Absicht, ihre Haut so teuer wie möglich zu verkaufen, verwirklichen zu können, mußte Germania von vornherein größten Wert auf die Sicherung des eigenen Strafraums legen. Zwangsläufig ergab sich daraus ein Spiel mit zurückgezogenen Halbstürmern, das eine Verstärkung der Deckung, aber auch eine Schwächung des Sturmes bedeutete. Ein Sonderlob der gesamten Bochumer Mannschaft dafür, daß sie mit nie erlahmendem Kampfgeist dieses kräftezehrende System bis zum Schluß durchhielt. Schalke hatte keine Gelegenheit, seine Fäden zu spinnen, um traditionsgemäß in der zweiten Halbzeit einem zum Tode gehetzten Gegner den Gnadenstoß zu versetzen.:0 stand es bei Halbzeit. Die Gelsenkirchener hofften, die Bochumer befürchteten, daß der Startpfiff zur zweiten Halbzeit das Signal zu einem Generalangriff der Schalker auf die sturmreif geschossene Bochumer Festung bedeuten würde. Es kam aber anders! Germania hielt, das war die große Ueberraschung der zweiten Halbzeit, das Tempo durch und fand darüber hinaus nach dem Freistoßtor durch Szepan noch die Kraft zu einem erfolgreichen Gegenvorstoß. Wieder war dann ein Freistoß der Anlaß zum zweiten Tor für Schalke! Trotz der Abwehrtaktik der Bochumer war das Spiel keine einseitige Angelegenheit für Schalke. Bis auf Reibereien zwischen Urban und Lasar im zweiten Akt fair, werten wir es als ausgesprochenes Kampfspiel, dem aber aufregende Momente fehlten. Der Publikumserfolg blieb allerdings hinter den Erwartungen zurück. Der Schalker Anhang ist bekanntlich sehr verwöhnt. Etwa 8000 Zuschauer sind für ein derartig wichtiges Spiel recht mäßig. Mit einem recht stattlichen Wagenpark war Bochum vertreten und wurde nicht enttäuscht. Die Mannschaften spielten in der Besetzung des Vorsonntags: Schalke: Mellage; Bornemann, Schweißfurth; Gellesch, Nattkämper, Valentin; Kallwitzki, Szepan, Pörtgen, Kuzorra, Urban. Germania: Lasarski 2: Fischer, Trawny: Lasar, Kölling, Andreas; Poppensieker, Lasarski 1, Philipp, Schneider, Nölle. Germania gewinnt die Wahl und nimmt den einen wahren Aschenregen über den Platz pustenden Wind zum Bundesgenossen. Philipp„belästigt“ sofort Mellage mit einem guten Weitschuß. Dann erste Ecke für Germania. Poppensieker schießt gut zur Mitte, aber Philipp versehlt. Auf der Gegenseite weiß auch Pörtgen mit der ersten Schalker Ecke nichts anzufangen. Nach einer Viertelstunde muß Bochums Torwart zum ersten Male eingreifen! Von einer souveränen Ueberlegenheit der Schalker ist also bis dahin nichts zu spüren. Schalke hat dann aber erkannt, daß das Spiel gegen die Germanen kein Sonntagsnachmittags=Spaziergang ist. Lasarski wird nun dauernd in Tätigkeit gehalten, vollbringt seine erste Heldentat, als er sich Kuzorra in den Schuß, wirft. Ein Leichtsinn Mellages hätte um ein Haar zum Bochumer Führungstor geführt. Philipp hob den Ball zwar über den herauslaufenden Schalker Torwart hinweg, jedoch weit über das Gehäuse. Ein Gedränge vor dem Bochumer Tor(Lattenschuß von Kuzorra) endet mit der zweiten Ecke für Schalke. Wieder hält Lasarski, schlagt anschließend, zusammen mit Urban nach dem Ball springend, das Leder zur dritten Schalker Ecke ins Aus. Kitzlige Situation vor dem Bochumer Tor, Lattenschuß von Szepan, Lasarski liegt am Boden, aber August Trawny rettet auf der Linie. Kurz vor Nur noch Schalke ungeschlagen Das ist das Ergebnis des Meisterschaftssonntags in der westfälischen Gauliga, die mit dem Zusammentreffen des Spitzenführers Germania Bochum und des Meisters Schalke 04 einen besonderen Höhepunkt erlebte. Während die Schalker in der ersten Halbzeit vergebens die starke Deckung der Bochumer berannten, führten in der zweiten Halbzeit zwei Freistöße für Schalke unmittelbar und mittelbar zu zwei Treffern, denen der Bochumer Sturm nur ein Tor entgegenstellen konnte. Schalkes Sieg ist verdient, aber ebenso verdient ist das Lob für Bochum ob des tapferen Spieles.— TuS Bochum traf zu seinem Unglück die Spog. Herten in überraschend guter Form an und war froh, ein:1 gerettet zu haben. Es kann sich aber mit dem Schicksal seines Aufstiegspartners aus Erle trösten, das gegen den wieder aufstrebenden Spielverein Höntrop mit:8 ins Gras beißen mußte. Westfalia Herne scheint ebenfalls einen „Aufwindschlauch", erwischt zu haben. Der preußische Adler aus Münster wurde mit:0 recht unsanft gerupft.— Union Recklinghausen nahm auf eigenem Platz Hüsten 09 die Unbesieglichkeit. Mit dem:=Sieg verbessert, Recklinghausen seine bisher mißliche Lage. Tabellenführer bleibt Germania Bochum, Höntrop und Tus. Bochum folgen. P.: Zu vermelden ist noch, daß Diogenes und August Schrömmel sich ob des Gelsenkirchener Ergebnisses schamhaft in die Propheten=Ecke gestellt haben, was aber ihrer Freude, daß es ihnen die Germanen soo gezeigt haben, keinen Abbruch tut. Sie stützen sich darauf, daß das:2 und:1 so etwas wie „Aufreizung zum Klassenhaß“ sein sollte und sie im innersten Herzen doch... Da sie diese Behauptung sogar beschwören wollen, sollen sie am nächsten Sonntag wieder aus der Propheten=Ecke herausgeholt werden. Die Ergebnisse: Schalke 04— Germania Bochum:1(:0) TuS. Bochum— Sppg. Herten:1(:1) SV. Höntrop— Erle 08:1(:1) Westfalia Herne— Preußen Münster:0(:0) Union Recklinghausen— Hüsten Die Tabelle: (:0) Schluß der ersten Halbzeit, verursacht durch Bornemann, rollenden Ball stoppen. Eine weitere Ecke für Schalke stellt das Gesamteckenverhältnis auf:3 für den Sieger. Das Ergebnis bleibt. zweite Ecke für Germania. Nölle schießt ins Aus. Freistoß bringt Schalke in Führung! Gegen die nun stärker drängenden Schalker hat die sich bravourös schlagende Bochumer Deckung harte Arbeit zu leisten. Vierte Ecke für Schalke. Von Urban eingeschossen, gibt es ein Gewühl im Mittelfeld. Ein Bochumer Abwehrspieler macht Hand. Freistoß aus etwa 20 Meter Entfernung. Bochum baut eine Sperrmauer auf. Mit kühlem Blick überschaut Szepan die Situation, hebt den Ball elegant über das Bollwerk hinweg, vergebens streckt sich der in der Sicht behinderte Lasarski, Schalke ist in der fünften Minute der zweiten Halbzeit mit:0 in Führung gegangen. Fünfte Ecke für Schalke, zweite Ecke für Bochum, wiederum von Nölle verschossen, und dann Bochums Ausgleich! Poppensieker hatte den zu weit aufgerückten Schweißfurth gut umspielt, läuft die Linie entlang, Flanke zur Mitte, Philipp schießt gegen den Pfosten, aber der heranlaufende Bochumer Linksaußen erwischt den zurückspringenden Ball und schießt knapp unter die Latte. Der Erfolg, in der 15. Minute der zweiten Halbzeit erzielt, belebt den Geist der Bochumer erneut. Leider leistete sich bei diesem für Bochum äußerst günstigen Spielstand Andreas den Schnitzer, den durchlaufenden Kallwitzki zu haken. Den verhängten Freistoß lenkt der Schalker Rechtsaußen gut zur Mitte, Szepan ist auf dem Posten und schießt durch ein Gewirr von Beinen hindurch zum abschließenden zweiten Tor ein. Im Gegenstoß dritte Ecke für Germania. Einem guten Durchbruch von Pörtgen folgt ein nur schwacher Schuß. Blitzschnell konnte der bereits überspielte Bochumer Torwart wenden und im Fallen den gemächlich ins Tor Verdienst der Bochumer Abwehr ist es, wenn sich das Schalker Spiel Sonntag nicht in der gewohnten Weise entfalten konnte. Man komme deswegen nicht mit dem Einwand, Schalke sei unter Form gewesen. Gewiß, so reibungslos und ohne Stockungen ineinandergreifend spielte Schalke nicht, aber das war weniger das Ergebnis einer schwachen Tagesform als die Auswirkung des zähen Widerstandes der Bochumer Deckung. Hier stand, angefangen von dem in seinen mutigen Paraden auch von dem Gelsenkirchener Anhang bewunderten Torwart Lasarski jeder mit eiserner Beharrlichkeit seinen Mann. Lasarski hat bewiesen, daß er einer der besten westfälischen Torleute ist. In der Verteidigung rettete Trawny wiederholt durch sichere Kopfstöße, Fischer stand ihm nicht viel nach. Kölling hatte gegen den Schalker Sturm eine weitaus schwierigere Arbeit zu leisten als Nattkämper auf der Gegenseite. Wenn er sich mit seiner Leistung getrost neben Nattkämper stellen kann, so spricht das bei der derzeitigen Form von Nattkämper sehr für ihn. Andreas stellte Kallwitzki(Germania spielte „alte Schule", also Außenläufer gegen Außenstürmer) so kalt, daß man den Schalker Rechtsaußen nahezu als Ausfall bezeichnen kann. Daß ausgerechnet er durch sein Handspiel und durch den Schnitzer gegen Kallwitzki die beiden entscheidenden Freistöße verschuldete, ist Künstlerpech. Lasar hatte gegen Urban schwerere Arbeit, zumal beide in der zweiten Halbzeit in„Urfehde“ lebten. Der Sturm hatte, da Schneider und Lasarski 1 als zurückgezogene Halbstürmer zu weit hinten bleiben mußten, erwartungsgemäß gegen die bekanntlich sehr stark gewordene Schalker Deckung keine großen Chancen. Schwach Nölle, wenn er auch der Vollender des von dem besser als am Vorsonntag spielenden Poppensieker eingeleiteten Tores war. Philipp, der zu allem Ueberfluß noch in der ersten Halbzeit angeschlagen wurde, stand zumeist ziemlich verwaist in der Mitte. Die Schalker Abwehr hatte unter diesen Umständen keine allzu schwere Belastungsprobe zu bestehen. Im Sturm der Schalker hatte Kuzorra die bessere erste, Szepan die bessere zweite Halbzeit. Pörtgen schoß sehr schlecht, weil er sich der liebevollen Bewachung durch Kölling erfreute. Der Gesamteindruck war der, daß Schalke auch in seinem Heimatgau eine Gegnerschaft besitzt, die den Meister gefährden kann. Das Ehrenfor in eriter Minufe! SV. Hönfrop 08—Erle 08:1(:1) V. Höntrop, 17. November.(Eigenbericht). Einen unerwartet hohen, aber dem Spielverlauf nach durchaus verdienten Bombensieg erzielten die Höntroper gegen Erle. Die gesamte Höntrover Elf, in der lediglich Stein im Tor durch Vierwulf vertreten wurde, wartete mit einer derart prächtigen Leistung auf, daß Tore einfach nicht ausbleiben konnten. Das Spiel erinnerte an Höntrops Glanzzeit. Eine Vereinskrise bei Erle wirkte sich sehr ungünstig für die Mannschaft aus. Nachdem am Vorsonntag schon Krolczyk im Sturm fehlte, hatte man diesmal auch für den Mittelstürmer Zielonka und den Torwart Holz andere Kräfte eingesetzt, ohne daß die Mannschaft aber dadurch an Kampfstärke gewonnen hätte. Man muß vielmehr feststellen, daß die Erler Mannschaft längst nicht mehr den Kampfgeist wie in den Aufstiegsspielen besitzt. Das ganze Spiel war ein verkrampftes und verzweifeltes Wehren gegen die ständigen Offensiven der Hontroper, die den Erlern in bezug auf Spielauffassung, Technik und Taktik um gut eine Klasse überlegen waren. Der Mangel an diesen Vorzügen läßt sich nicht durch die„Rauhbeinigkeit“ ersetzen, deren sich Erle mit dem Erfolg beHerten nicht zu unterschätzen Tus. Bochum-Spyg. Herten:1(O: 1) Man ist in Bochum so langsam zu der Ueberzeugung gekommen, daß der Tus seine schwächeren Spiele auf eigenem Platz zu liefern beliebt. War es früher so, daß man es meistens in der ersten Halbzeit langsam gehen ließ, so war diesmal nicht einmal das so oft bekrittelte Tempo schuld daran, daß die Platzleute bis in die zweite Halbzeit hinein in die Defensive gedrängt wurden. Ein Unglück kommt selten allein. Traten die Hertener entgegen den Ankündigungen in ihrer stärksten Aufstellung— also auch mit ihrem bekannten Mittelläufer Schaar— an, so liefen sie auch noch zu einer Form auf, wie sie sie in den bisherigen Meisterschaftsspielen wohl kaum gezeigt haben. Schnelligkeit und restlose Einsatzbereitschaft jedes einzelnen Spielers sind die Hauptwaffen der Hertener hon immer gewesen und waren es gestern im verstärkten Maße. Aber das allein war nicht ausschlaggebend für die Ueberlegenheit in der ersten Halbzeit. Windunterstützung und der Ausfall von Potthast— Hannemann war auch nicht immer im Bilde— schufen Situationen im TuS.=Strafraum, die manchmal beängstigend waren. Menses befreiende Schläge schafften mitunter etwas Luft, aber selbst seine weiten Vorlagen zu den beiden Flügelstürmern verpufften, weil Gockel glänzend bewacht wurde und Ananias noch weit von seiner Form entfernt ist, die er in den Aufstiegsspielen gezeigt hat. Hätten die Hertener Stürmer etwas mehr Glück mit ihren Torschüssen gehabt und hätte sich Kuskowitz nicht so beavourös geschlagen, der Hertener Vorsprung wäre mit zwei bis drei Toren bis zur Pause durchaus verdient gewesen. Beinahe wäre den Gästen auch das eine Tor noch versagt geblieben, wenn Kuskowitz sich nicht durch einen Langschuß des rechten Hertener Läufers Sobezak zwei Minuten vor der Pause hätte überrumpeln lassen. Hatte man gehofft, der Tus. würde mit Unterstützung des stark böigen Windes nach dem Wechsel eine bessere Figur machen, so mußte man feststellen, daß es dem„Lüfterl“ beliebte, sich ausgerechnet nach dem Wechsel etwas milder zu zeigen. So hatte Herten es also nicht nötig, gegen den starken Wind ankämpfen zu müssen, wie es der Tus, im ersten Abschnitt tat. Die ersten zehn Minuten nach der Pause waren ein getreuer Abklatsch der ersten Halbzeit. Herten drängte und drängte, bis dann endlich die Kampkraft der Gäste erlahmte und der Tus. Oberwasser bekam. Niederhausen und Sindermann, das Hertener Verteidigerpaar, zeigten sich aber jeder Situation gewachsen. Hätte Hertens Torwart nicht das Pech gehabt, einen Freistoß von Gockel erst hinter der Linie zu halten— die Torentscheidung brachte dem famos leitenden Scheidt (Haspe) einigen Protest der Hertener ein— so wäre ihnen der knappste aller Siege geblieben, denn der TuS.=Sturm war nicht in der Verfassung wie in Herne und Erle. Man kann wohl sagen, daß der TuS. sich mit dem einen verlorenen Punkt getrost begnügen kann denn das Unentschieden ist dem Geschehen entsprechend als schmeichelhaft zu bezeichnen. Der Besuch des Spieles war in Anbetracht der bedeutungsvollen Lokalspiele in der Bezirksliga und des Kampfes gülle— Sa—manten 2. Schalke Germania noch gut diente, daß der Schiedsrichter zwei Elfmeter und zahlreiche Freistöße gegen Erle verhängen mußte. „Höntroy entschied sich bei der Platzwahl gegen den Kaum war das Leder in Bewegung gesetzt, als Erle schon in, der ersten Minute überraschend in Führung ging. Der Erler Halbrechte Voß gab eine bohe, vom Wind getriebene Vorlage auf das Höntroper Tor, die Bierwulf nicht zu meistern verstand. Höntrop ließ sich aber nicht,verblüffen, sondern setzte sofort zum Gegenspurt an. In der achten Minute gab der linke Läufer Reinke eine scharfe Vorlage aufs Erler Tor, die Frankenberg, in der Verteidigung bei der Kopfabwehr ins eigene Tor lenkte. Mitte der ersten Hälfte übernahm Höntrop die Führung. Der Linksaußen Höppner gab eine brauchhare Vorlage an Claus Timpert, der mit seinem Spezialschuß das Leder in die Maschen setzte. Kurz darauf ging der Mittelstürmer Knust durch, Höppner nahm die Flanke auf und erzielte das:1. Ein sicheres Tor verhinderte Erles Verteidiger Steinke dadurch, daß er Timpert im Strafraum unfair legte. Der Elfmeter wurde von Przetak zum vierten Tore ausgewertet. Claus mußte aber wegen der erlittenen Verletzung bis zum Seitenwechsel ausscheiden. Im zweiten Abschnitt nahm Höntrov die Gelegenheit wahr, sein Torverhältnis wesentlich aufzubessern. Erles Hüter verursachte den zweiten Elfer dadurch, daß er Knust mit angezogenen Knien entgegensprang. Juvo Timpert setzte mit Bombenschuß Ball und Torpart ins Gehäuse. Höntrops Mittelläufer Przetak erzielte dann mit langem Flachschuß das sechste Tor, während Höppner nach einem Durchspiel von Claus Timpert Nr. 7 anbrachte. Kurz vor Schluß beendete der Mittelstürmer Knust das„Höntrover Schützenfest“ mit dem achten Torerfolg. Gut gewählt... Die Mannschaften zum Bochumer Winterhilfsspiel. Im Mittelpunkt der Winterhilfsspiele des Kreises Bochum am Buß= und Bettag steht bekanntlich das Spiel der Kombination TuS.Westfalia gegen die Auswahl Germania Preußen. Die Mannschaften wurden wie folgt zusammengestellt: TuS, Westfalia: Kuskowitz(TuS.); Potthast, Hannemann(TuS.); Rosendahl, Mense(TuS.), Gatza(Westfalia): Sandkühler, Distelrath I1(Westfalia), Safraneck Menski, Gockel(TuS.). Germania Preußen: Lasarski(Germania): Döring (Preußen). Trawny(Germania); Lasar, Kölling, Andreas(Germania): Schneider(Germania), Schmidt (Preußzen), Philipp(Germania), Sterna, Stezpli (Preußen). Umstellungen notwendig... Germania Bochum teilte uns Sonntag abend mit, daß die Spieler Kölling und Trowny infolge Verletzungen nicht mitmachen können. An Stelle von Kölling soll daher Lasar Mittelläufer spielen, während Schneider, der als Halbrechter vorgesehen war, rechter Läufer werden soll. Für den ausscheidenden Trawny ist Scheidemantel als Verteidiger vorgeseben, so daß Preußzen Bochum mit Scheidemantel und Döring seine komplette Verteidigung stellt. Seites Nr. 271# Bochumer Anzeiger; Montag, 18. November 1935 Die Nachbargaue Im Gau 10(Niederrhein) hat Fortuna Düsseldorf weiterhin ohne jeden Verlustpunkt die Führung. Diesmal wurde Hamborn 07 in Hamborn mit:0(:0) geschlagen. Auch der VfL. Benrath, der erst einen Verlustpunkt au zuweisen hat, blieb weiter erfolgreich, diesmal in dem schweren Düsseldorfer Kampf gegen Turu mit:2(:). Stark erholt ist der Duisburger FV. 08, der den dritten Sieg in ununterbrochener Reihenfolge mit:1(:0) über Berussia Gladbach feierte. Auch Schwarz=Weiß Essen kam endlich wieder einmal zu zwei Punkten und damit auch vom Tabellenende weg. Union Hambern wurde glatt mit:0(:0) geschlagen. Gau Niederrhein: Turn Düsseldorf—. VfL. Benrath:3(:2) Hamborn 07— Fortuna Düsselderf:1(:0) Duisburger 7V. 08— Borussia Gladbach•1(:0) Schwarz=Weiß Essen— Union Hamborn:0(:0) Die Tabelle: Der Gellenkirchener Großkampf im Bild Fußball im Reich Ostpreußen: VfB. Königsberg— Prussia Samland :2. Asco Königsberg— Königsberger TSV.:1. RSV. Heiligenbeil— RSV. Braunsberg:4. York von Boyen — Preußen Insterburg:1. Preußen Gumbinnen— SV. Insterburg:0. Tilsiter SC.— Polizei Tilsit:2. Hindenburg Allenstein—. Viktoria Allenstein:2. VfB. Osterode— RSV. Rastenburg:5. Masovia Lyck— SV. 1910 Allenstein:2. BuEV. Danzig— Viktoria Elbing :0. Polizei Danzig— SC. Lauenthal:2. Pommern: VfB. Stettin— Stettiner SC.:5. Greifswalder SC.— Preußen Stettin:0. Pfeil Lauenbura— Hertha Schneidemühl:5. Brandenburg: Minerva 93— Berliner SV. 92(Pokal):3. Friesen Kottbus— Nowawes 03(Pokal):0. Viktoria 98— VfB Pankow:0. Hertha=BSC.— Tennis=Borussia(Ges.)•4. Schlesien: Breslau 02— Deichsel Hindenburg:0. Preußen Hindenburg—. Beuthen 09:3. VorwärtsRasensport Gleiwitz— Vorwärts Breslau:0. Ratibor 1903— Breslau 1906:2. Sachsen: Polizei Chemnitz— GutsMuths Dresden :8. Sportfr. 01 Dresden— Dresdner SC.:0. Dresdensia Dresden— Fortuna Leipzig:3. VfB. Leipzig — SC. Planitz:0. Wacker Leipzig— BC. Hartha:1 Mitte: Wacker Halle— Svvg. Erfurt•0. 1. FC. Lanscha— 1. SV. Jena:1. Viktoria 96 Magdeburg— Dessau 05:2. Cricket=Viktoria Magdeburg— VfB. Schönebeck:0. Nordmark: Städtespiel Hamburg— Berlin:3 Städtespiel Kiel— Hamburg:5. In Schwerin: Mecklenburg— Hamburg:2. Niedersachsen: Komet Bremen— Arminia Hannoper:1. Eintracht Braunschweig— Algermissen 11:1. Rasensport Harburg— Werder Bremen:3. 1896 Hannover— VfL. Osnabrück:1. Nordhessen: Spielverein Kassel— Hanau 93:2 Bornssia Fulda— VfB. Friedberg:0. Hessen Hersfeld — Kurhessen Marburg:2. „Südhwest: FK. Pirmasens— Eintracht Frankfurt:0 FSV. Frankfurt— FV. Saarbrücken:1. Kickers Offenbach— Wormatia Worms:1. Opel Rüsselsheim— Bornssia Nennkirchen•2. Baden: Karlsruber FV.— VfL. Neckarau:1. Freiburger FC.— Phönix Karlsruhe:2. SV. Waldhof— Germania Brötzingen:0. 1. FC. Pforzheim— PfR. Mannheim:2. Amicitia Viernheim— VfB. Mühlburg:1. Württembera: Ulmer FV. 94— Spog. Cannstatt :1. Sportfr. Eßlingen—. SV. Feuerbach:1. VfB. Stuttgart— Stuttaarter Kickers:2. Bayern: Spoa. Fürth— ASV. Nürnberg:1. Wacker München— 1. FC. Nürnberg:2. Bayern München— FC. 05 Schweinfurt:1. Ausland: In Brüssel: Belgien— Schweden:1(:). Vom 19. bis 26. Januar Winterhilfswoche der Turner Die Winterhilfswoche der Turner wurde vom Fachamt Turnen für die Zeit vom 19. bis zum 26. Januar 1936 festgesetzt. In dieser Woche soll an jedem Ort eine Veranstaltung zugunsten des Winterhilfswerkes durchgeführt werden. Lasarski 2, Bochums Torwart, war der Held des Spiels gegen Schalke 04. Wir sehen im Bild zwei seiner ausgezeichneten Leistungen. Links wirft er sich dem Schalker Linksaußen Urban in den Schuß. Kuzorra und Szepan schwenken bereits wieder zur Mitte ab. Schalke spielte infolge der „Gleichtracht“ mit Bochum in weißem Hemd. Rechts hatten Kallwitzki(fallend) und Pörtgen das Nachsehen. Ganz links Trawny, am Boden liegend Fischer 6 Aufnahmen:.-.-Muthherr Bochumer Bezirksliga Balimädien und Preaßeifahren! Preußen Ichlug den MBV., Dahlhausen die Weltfalia, Wittens neue Schlappe durch Wattenicheid 09/90 Die Ergebnisse: Preußen 07 Bochum— MBV. Linden :1 Die gu. 37 Oktoher völlig verregnete große Schlacht den dritten Platz geschoben. Das Spiel Tura Altennachgebolt worde Adzs Hauptinteresse t gestern voerde— Hattingen 04 kam nicht zur Durchführung, den. Das Hauptinn####sse dieser großen weil, wie wir hörten, ein Teil der Altenvoerder Spieler Auseinandersetzung konzentrierte sich auf die beiden durch Arbeit verhindert war. Bochumer Lokalspiele und das Abschneiden des bisherigen Fahellenführers„Witten 92 gegen die Wattenscheider. Während also die Bochumer Preußen einen knappen Sieg über den MBV. Linden davontragen konnten, während der SC. Dahlhausen den Ansturm der BoWestfalen auf, eigenem Platz abwehren konnte, ttenscheid 09/30 ein übriges dazugetan, um den Wittenern die lange Zeit innegehabte Tabellenführung zu entreißen. SC. Dahlhausen und Preußen 07 Bochum liegen nun mit gleicher Punktezahl und zwei Punkten Vorsprung vor dem übrigen Felde an der Spitze. Es hat den Anschein, als ob die beiden Mannschaften den knappen Vorsprung einstweilen zu behaupten gedenken. Schmerzlich ist der Sturz der beiden alten Kämpen der Bochumer Bezirksliga, MBV. Linden und Westfalia Bochum, die einstweilen im geschlagenen Felde Sportring Gevelsberg liegen. Aber auch Sportring Gevelsberg wußte seine MBV. Linden SC. Dahlhausen— Westfalia Bochum:2 Wattenscheid 09/30— Witten 92:0 FC. Schwelm— STV. Werne:2 Witten 07— Sportring Gevelsberg:0 Tura Altenvoerde— Hattingen 04 ausgefallen SC. Dahlhausen Preußen 07 Bochum Witten 92 STV. Werne Die Tabelle: Chance nicht zu wahren und verlor mit dem knappsten aller Ergebnisse gegen Witten 07, das sich in den letzten Spielen bravourös geschlagen hat. Brav schlug sich der Hattingen S2¾ Werne in Schwelm. Durch seinen klaren Sieg,[Witen Or der schon bei Halbzeit feststand, hat er sich relativ auf Tura Altenvoerde Westfalia Bochum Wattenscheid 09/30 Kattingen 04 8 8 9 7 8 8 9 8 8 9 5 21:10 21:11 15:14 10:6 14•8 14:8 15:21 15:15 10:25 11:19 :14 12:4 12:4 12:6 :6 •8 •8 :10 :9 :11 :13 :6 Preußen weiter gut in Form Preußen 07 Bochum-MBV. Linden:1(:7) „„Mußten die Preußen in den Lokalspielen der diesjährigen Meisterschaft bisher zum mindesten einen Punkt dem Gegner überlassen, so holten sie sich gegen Linden einen verdienten Sieg. Daß der Sieg der Preußen so knapp ausfiel, verdankt Linden in erster Linie seinem Schlußdreieck. Schäfer im Tor hütete sein Heiligtum durch oft waghalsige Paraden. Der beste Mann in diesem Dreieck war der rechte Verteidiger Bärwald, der seinen Nebenmann Kropf im sauberen Abschlag weit übertraf und auch wesentlich schneller war. Die Hauptlast des Kampfes trug die Läuferreihe der Lindener; sie kam aber über eine Durchschnittsleistung nicht hinaus, insbesondere fiel das viele Handmachen auf. Der beste Mann war noch Schimmelpfennig auf der linken Seite. In der Angriffsreihe lag die Schwäche der Gäste. Mann, der von dem PreußenMittelläufer Zielasko gut gedeckt wurde, kam schlecht ins Spiel. Er setzte sich zwar restlos ein, vermochte sich aber nicht genügend durchzusetzen. Die Gebrüder Jedziarski auf den Halbstürmerposten hielten sich oft recht weit zurück, so daß das Angriffsspiel nicht immer flüssig blieb. Schwach war Erdmann, der dazu das Pech hatte, den in Hochform befindlichen linken Verteidiger Scheidemantel vor sich zu haben. Am gefährlichsten war noch der Linksaußen Mertes, der auch stark bevorzugt eingesetzt wurde. Trotz der aufmerksamen Betreuung durch [Wittig brachte er in der ersten Halbzeit erfolgversprechende Angriffe vor. Bei den Preußen war kaum ein schwacher Punkt zu verzeichnen. Den einen loben, hieße den anderen zurücksetzen. Die Mannschaft stand beide Halbzeiten glänzend durch und war in der zweiten Spielhälfte groß in Fahrt. Vom Spielverlauf ist zu sagen, daß Linden in der ersten Halbzeit mit starkem Rückenwind spielte, diesen Vorteil aber nicht auszunutzen wußte. Torlos wurden die Seiten gewechselt. Preußen trug nun Angrif auf Angriff vor, und nach 10 Minuten schoß P. Szepanek von der Außenlinie auf das Tor. Vom Pfosten sprang der Ball ins Netz. Die Platzleute beherrschten nun völlig das Feld, obwohl Linden aufopfernd kämpfte. Ein Prachttor von O. Szepanek, nach Vorlage von H. Glatz, besiegelte die Niederlage. Auch das Ehrentor der Märker, kurz vor Schluß erzielt, konnte an der Niederlage nichts mehr ändern. (Beide Bilder„B..“ Mutherr.) So einsatzbereit kämpften die Bochumer Germanen. Fischer blieb im Luftkampf mit Pörtgen siegreich. Zu seiner Unterstützung hat auch Lafarski 1(allerdings unrichtig mit angezogenem Kniel) einen Hechtsprung ausgeführt Paverleinchreen Wallelliehleid Sportgemeinschaft 09/30 Wattenscheid-FC. 92 Witten:0(:0) Der Wattenscheider Bezirksklassenvertreter hatte endlich unseren Mahnungen Gehör geschenkt. ngen Gehör geschenkt. Nach mehrwöchiger Disqualifikation tauchte in der Elf der Platzmannschaft wieder Friederizik als Mittelläufer auf, der mit seinem Spiel seine Mannschaft zu Taten anspornte, mit denen man den Gruppenmeistertitel errang. Sonntag schlug man den Tabellenführer einwandfrei aus dem Feld. Besonders in der zweiten Halbzeit spielte Wattenscheid derart überlegen daß Wattenscheids Torhüter bei der schlagsicheren Verteidigung nur zweimal den Ball abzuwehren brauchte. Die beiden neuen Halbstürmer zeigten sich diesmal von der Blitzschnell besten Seite und ließen die berechtigte Hoffnung zu, Ir daß sie die zum Militär eingezogenen ehemaligen Hauptstützen, der Mannschaft wohl ersetzen werden. Witten hatte im Mittelläufer, Rechtsaußen und dem Ersatztorhüter die besten Leute. Die etwa 1200 Zuschauer sahen von der Wattenscheider Mannschaft im letzten Vierteljahr kaum ein derart einsatzbereites Treffen. Nach 20 Minuten schießt der Rechtsaußen von 09•30 die dritte Ecke, die Wittens Torhüter zur weiteren Ecke ins„Aus“ faustet. Wieder gibt Müller(Wattenscheid) diese Ecke hoch vor das Tor. Der Verteidiger kann nur schwach bis zur 16=Meter=Linie abwehren. Der Halblinke Rest steht frei und sendet zur Führung für Wattenscheid ein. Weitere Erfolge läßt die Gästehintermannschaft bis zur Pause nicht mehr zu. Nach dem Wiederanstoß hat Wattenscheid im Rückenwind einen guten Bundesgenossen. Immer mehr wird Witten in seine Hälfte zurückgedrängt. Durch Friederizik wird bei Breitenarbeit der Läuferreihe die zahlenmäßig verstärkte Wittener Abwehr auseinandergezogen. tschnell stößt dann der Halbrechte Studanski von 09•30 vor, seine Steilvorlage nimmt der Linksaußen Pelka im Lauf an und schießt in die lange Ecke zum zweiten Treffer ein. Geschickt setzt der ehemalige Höntroper Strezelewski den Rechtsaußen Müller ein. Im Alleingang bringt er das Leder bis an die Strafraumgrenze, wird dann unfair gelegt. Den Strafstoß gibt Rest hoch vor das Tor. Nach kurzem Hin und Her erwischt Strezelewska das Leder und stellt mit dem dritten Erfolg den Sieg sicher: Alte Rivalen ** SC. Dahlhaufen- Weitfalia Bochum:2(:0) ihnen schiecht ergangen, venn In einem bewegten Spiel, dem fast 1000 Zuschauer beiwohnten, büßte die Westfalia, nachdem sie durch den in Witten erzielten Sieg erheblich im Kurs gestiegen war, bei ihrem alten Widersacher in Dahlhausen wertvolle Punkte ein. Die Platzleute zeigten gegenüber dem Vorsonntag eine verbesserte Leistung, ohne diese wäre es ihnen schlecht ergangen, denn die Bochumer bestätigten gestern ihre unverkennbar ansteigende Form. In einigen Abschnitten kamen die Gäste mit Hilfe ihrer Kampfkraft groß heraus. Besonders nach dem Führungstreffer der Dahlhauser zeigten sie einen Einsatz, der den Verlauf merklich beeinflußte, doch in diesen Minuten hatten sie ein Riesenpech. Westfalias Mannschaft wies nach dem letzten Spiel Veränderungen auf. Für Lackner war Maus eingesetzt, der halbrechts stürmte. Hartmann versah den Mittelstürmerposten und Bickel war wieder linker Flügelstürmer. Diese Umstellung bewährte sich, wenngleich Lackner zeitweise doch sehr vermißt wurde. Vor allem im Anfang wollte kein Zusammenhang in den Gästesturm kommen. Bezeichnend dafür ist, daß Dahlhausens Torwart fast 20 Minuten lang einsam und verlassen dastehen konnte. Dahlhausens große Feldüberlegenheit hatte bis zu dieser Zeit aber nicht den entsprechenden Erfolg. Erst nach 25 Minuten schoß der Halbrechte Mohr einen Strafstoß zum Führungstreffer ein. Das war für den Gast das Signal zu kraftvollen Angriffen. Die Dahlhauser wurden dadurch verwirrt und Westfalia hatte Chancen, dem Spiel auch zahlenmäßig eine Wendung zu geben, doch ihr„Belagerungszustand" blieb erfolglos. Nach dem Wechsel war Westfalia sofort im Bilde und die Ueberlegenheit kam bereits nach fünf Minuten durch ein schönes Tor Sandkühlers zum Ausgleichstreffer. Dann erreichten die Dahlhauser ihre Bestform und ihr ebenso schönes wie zweckmäßiges Spiel führte die große Aenderung herbei. In der 10. Minute schoß Rechtsaußen Gräwe die:=Führung. Kurz darauf wurde Westfalias Mittelläufer bei einem Zusammenstoß mit dem Dahlhauser Mittelstürmer verletzt und mußte ausscheiden. In der 17. Minute erhöhte Gevelmann durch schönen Alleingang auf:1 und sieben Minuten darauf verwandelte Donczyk eine Vorlage von Gräwe zum vierten Treffer. Westfalia gab den Kampf nicht auf, mit dem Erfolg, daß ihr nach 36 Minuten ein zweiter Gegentreffer gelang. den Maus nach einem von Distelrath geschossenen Strafstoß, den der Dahlhauser Torwart fallen ließ, erzielte. Als der Dahlhauser Torwart sich kurz darauf bei einem allzu energischen Angriff zu wehren versuchte, gab der Schiedsrichter, der hüben wie drüben Unruhe stiftete, einen Elfmeter. Maus führte den Strafstoß aus, aber Dahlhausens Torwart machte die Chance durch eine glänzende Parade zunichte und an dem trotz einiger Pechsträhnen der Bochumer verdienten Sieg der Platzleute war nicht mehr zu rütteln. Glanzleiltung der Werner SC. Schwelm 06— STV. Werne:2(:2) Es war eine Freude, zu sehen, wie die Mannschaft der Gäste in Schwelm um den Sieg kämpfte. Zum ersten Male spielte der Halbrechte Zeidler mit, der das Hauptverdienst an dem einwandfreien Sieg davontrug. Durch seine systemvoll eingeleiteten Angriffe kam Werne schon nach kurzer Zeit gefährlich in die gegnerische Hälfte. Aber in den ersten Minuten war die Dekkung der Platzbesitzer in ausgezeichneter Form, bis dann der Halbrechte der Werner einen schönen Schuß auf das Schwelmer Tor abgab, den der Torwart nur schwach abwehren konnte. Der Werner Halblinke Rescher erfaßte die Situation und schoß den auf der Torlinie liegenden Ball zum Führungstreffer ein. Die Elf wurde durch dieses Tor angespornt, kämpfte weiter energisch um den Sieg. Schwelm stand auf verlorenem Boden und suchte seine Unterlegenheit durch allzu hartes Spiel auszugleichen. Der Unparteiische beherrschte aber das Spiel, so daß der Kampf im Rahmen blieb. Er mußte einen Freistoß gegen Schwelm verhängen, der sauber geschossen durch Zeidler zur :=Führung eingeköpft wurde. Werne spielte bis zur Halbzeit weiter überlegen, ohne aber zu Treffern zu kommen. Als die Seiten gewechselt wurden, stand der Sieg der Gäste zwar noch nicht fest, aber die Deckung der Werner arbeitete nach der Pause äußerst geschickt. Sie erwehrte sich heldenhaft der numehr taktisch klüger geführten Schwelmer Angriffe. Vor allem der Torküter Duffe rettete seine Mannschaft durch seine Ruhe vor manchem gefährlichen Angriff. Die Elf der Gäste hatte eine schöne Leistung vollbracht und einen glatten und verdienten Sieg davongetragen. Die Nachbargruppen Gruppe Dortmund: VfL. Hamen— VfL. Wetter:1 DSC. Hagen— Dortmund 95:0 BC. Bövinghausen— Alemannia Dortmund:0 Sportfreunde Dortmund— TUBV. Mengede:2 BV. Brambauer— Hagen 72:0 SC. Hörde— Borussia Dortmund:3 Gruppe Gelsenkirchen: Horst=Emscher— SpVg. Röhlinghausen:2 Gelsenkirchen 07— Schwarz=Gelb Gladbeck:1 TB. Eickel— Castrop 02:3 SC. Hassel— BV. 12 Gelsenkirchen:1 VfB. Bottrop— Westfalia Buer:2 Seite 9 Nr. 271 7 Bochumer Anzeiger 7 Montag, 18. November 1935 Zwischenrunde um den Handball-Pokal Velkateir-Gusgerchaffer! Der Niederrhein fiegt in Bielefeld:7 Acht Gaue nahmen am dritten Novembersonntag den Zwischenrundenkampf um den Handballpokal auf. Vier Gaue blieben auf der Strecke, und zwar die favorisierten Westfalen, die Gaue Sachsen, Niedersachsen und Mitte, während sich die Gaue Niederrhein, Baden, Südwest und Schlesien durch Siege die Berechtigung zur Teilnahme an der Vorschlußrunde erkämpften. In Bielefeld schalteten die Leute vom Niederrhein Westfalen knapp mit:7 aus, in Breslau=Grüneiche fertigten die Schlesier den Gau Sachsen mit:4(:1) ab. In Hannover besiegte der Gau Baden die Niedersachsen mit:5(:3) und in Darmstadt behielt der Gau Sudwest über Gau Mitte mit 14:10 die Oberhand. Wie Weltfalen verlor In Bielefeld standen sich die beiden stärksten westdeutschen Gaue, Westfalen und Niederrhein, gegenüber. 5000 Zuschauer wurden in diesem Kampfe überrascht, denn allenthalben hatte man die Westfalen in Front erwartet. Wieder einmal kam es ganz anders. Die Leute vom Niederrhein kämpften mit größter Aufopferung und blieben schließlich knapp mit:7 Treffern siegreich, obwohl die Westfalen bei der Pause leicht mit:3 geführt hatten. Auf der Kampfstätte des VfB. Bielefeld traten die Gaumannschaften wie angekündigt an. Während im ersten Spielabschnitt die Kontrahenten sich noch die Waage hielten, lagen im Verlauf der zweiten Halbzeit die Niederrhein=Leute durch ihr technisch vorzügliches Spiel immer leicht in Front, und somit kann der Sieg als verdient angesprochen werden.— Die Hintermannschaft von Westfalen war vor der Pause ganz groß aufgelegt und machte fast sämtliche Angriffe der Gäste zunichte. Nach dem Wechsel dagegen ließ sie bedenklich nach und wies zeitweise einige Schwächen auf. Die Läuferreihe hielt recht tapfer durch, während der Sturm der Westfalen nur vor der Pause einwandfrei kombinierte und die Durchschlagskraft vor dem gegnerischen Tor nicht vermissen ließ. Auf den Außenposten versagten zudem noch die Brüder Roß I und II, wogegen Küter fast für zwei arbeitete. Auch seine Alleingänge scheiterten an der stabilen Hintermannschaft der Niederrheinler. Recht verheißungsvoll begann das Spiel für Westfalen, die:=Führung kam etwas überraschend, und zwar durch Menning, Schmitz und Storb. Reinhardt erzielte den ersten Gegentreffer, während Menning für Westfalen das Ergebnis auf:1 stellte. Noch vor dem Wechsel kamen die Gäste durch Ortmanns und Daun II auf:3 heran. Menning und Küter machten das halbe Dutzend voll. aber schon kurz darauf kam der Niederrhein durch Braselmann, Daun I und Reinhardt auf:6 und ging sogar durch Braselmann mit :6 in Führung. Den Ausgleich für Westfalen brachte Menning an. Endlich, zwei Minuten vor dem Schlußpfiff, erhielt der Niederrhein einen Strafwurf zudiktiert, den Daun II zum achten und siegbringenden Treffer anbringen konnte. Zwei Mcisterschaftstreffen im Westfalen=Handball In der westfälischen Handball=Gauliga gab es trotz des Gautreffens Westfalen=Niederrhein noch zwei Meisterschaftstreffen, die beide einen überraschenden Ausgang nahmen: Di Ergebnisse: Arminia Bielefeld— MSV. Münster:6 Preußen Paderborn— Grün=Weiß Bielefeld 12:5 Handball im Kreis Bochum Bezirksklasse Gruppe Bochum Die Westfalia Bochum erzielte gegen die Spog. Röhlinghausen einen Achtungserfolg, indem sie dem Gegner ein Unentschieden abzwang. Die Begegnung Friesen gegen Linden fiel erneut aus da Linden nicht antrat. Der TB. Eickel schlug im Wiederholungsspiel den Tkl. Wanne sicher. Die Spiele: BV. Westfalia Bochum— Sppg. Röhlinghausen:4 Tkl. Wanne— TB. Eickel:4 TV. Friesen Bochum— MBV. Linden(ausgef.) Die Tabelle: 4. Ehmer(Korsmeyer(Berlin, Dortmund) 12 Punkte. Zwei Runden zurück: 5. Schenk Weckerling(Hemer, Mageburg) 15 Punkte. 6. Schön(Pützfeld(Wiesbaden, Dortmund), 1 P. Drei Runden zurück: 7. Funda] Hoffmann(Berlin) 45 Punkte. 8. Ungethüm Siebelhoff(Dortmund) 16 Punkte. Lohmann Bester und doch nur Zweiter Dauerrennen auf der Baseler Winterbahn Eine recht merkwürdige Wertungsmethode brachte am Wochenende den Bochumer Lohmann in den Dauerrennen der Baseler Winterbahn um den verdienten Erfolg. Der Westdeutsche wurde nach der Punktwertung nur Zweiter hinter Gilgen, obwohl er im Gesamtergebnis, nach Kilometer gewertet, mit der besten Leistung und einem Vorsprung von 825 Meter gegenüber Gilgen hätte Sieger sein mussen. Die Rennleitung hätte sich also besser zu einem der beiden Wertungssysteme entschieden. In den Amateur=Fliegerrennen erlitt der deutsche Weltmeister Toni Merkens eine unerwartete Niederlage. Der Kölner schlug zwar in seinem Vorlauf den Schweizer Wägelin, nachdem er vorher schon van Vliet unterlegen war. Im Endlauf steckte es dann Merkens plötzlich auf und wurde so nur mäßiger Dritter hinter van Vliet und Wägelin. Dafür entschädigte er sich jedoch mit van Vliet als Partner durch einen überlegenen Sieg im 40=Kilometer=Mannschaftsfahren. Die Ergebnisse: Dauerrennen: 1. Gilgen 5 Punkte, 62,625 Kilometer, 2. Lohmann 6 Punkte, 62,950 Kilometer, 8. Wanzenried 8 Punkte, 60,510 Kilometer, 4. Marechal 11 Punkte, 60,880 Kilometer. Tabenenanderungenr1. in der Kreisklaffe In Gruppe B nur noch Langendreer 07 ungeschlagen Der eingeschobene Meisterschaftssonntag richtete in der ersten Kreisklasse doch etwas Unheil an, soweit sich das auf die Spielausgänge bezieht, die eine bedeutsame Veränderung der Tabellen mit sich brachten. In der Gruppe A kam Phönix Bochum gegen den Neuling SV. Holsterhausen selbst auf eigenem Platz über ein Unentschieden nicht hinaus, wodurch sich der Abstand vom Tabellenführer Germania Herne weiter vergrößert. Da die Herner Germanen im Lokalkampf gegen Constantin Herne wieder eine hohe Torquote herausholten, wird ihre Position weiter gefestigt. Ueberraschend kommt hier auch das Unentschieden zwischen Wanne 11 und SV. Sodingen, Dabei sollen die Sodinger bei der Rettung des einen Punktes noch reichlich viel Glück gehabt haben. Mit dem knappsten aller Ergebnisse verlor Teutonia Riemke gegen Rasensport Herne. Es wird so langsam brenzlig für die Riemker denn zwölf Verlustpunkte aus neun Spielen sind reichlich viel. Die Ergebnisse: Phönix Bochum— SV. Holsterhausen:1 Rasensport Herne— Teutonia Riemke:0 Germania Herne— Constantin Herne:2 Wanne 11— SV. Sodingen:1 Die Tabelle: 1. Kreisklasse Bochum Hier ging der Kampf der letzten Sviele der ersten Serie um die Tabellenführung. Der Neuling Gerthe kam zu einem glücklichen Sieg über Germania. Ehrenfelds Hoffnungen scheiterten, da sie ebenfalls knapp gegen den TuS. unterlagen. Die Spiele: Germania 06 Bochum— VfB. Gerthe:4 TuS. Bochum— TG..=Ehrenfeld:2 Die Tabelle: Germania 06 Bochum— BfB. Gerthe:4(:3) Die Germanen unterlagen unverdient; sie hatten ein Unentschieden verdient. Gerthe legte zu Beginn ein forsches Spiel vor und ging:0 in Führung. Bis zur Pause konnte Germania ein Tor aufholen. Es gelang dann nach Seitenwechsel der Ausgleich, aber Gerthe hatte kurz vor Schluß mit einem weiteren Tor den glücklichen Sieg sicher. Slaats Bremer fiegen in Münfter Die Halle„Münsterland“ hatte am Samstag zu ihrer Saiseneröffnung ein vollbesetztes Haus aufzuweisen. Im Meittelpunkt der Kämpfe stand ein 100=KilometerSannschaftsfahren, das eine erstklassige internationale Besetzung erhalten hatte. Das Rennen wurde in unerhört scharfem Tempo durchgeführt und brachte sogleich eine einstündige ununterbrochene Jagd, in der nicht weniger als 47,040 Kilometer(1) zurückgelegt wurden. In hervorragender Form befand sich der Münsteraner Tertilte, der hier bei seinem zweiten Rennen als Berufsfahrer zusammen mit Göbel lange Zeit die Spitze innehatte. Erst 60 Runden vor Schluß gelang Slaats Bremer ein neuerlicher Vorstoß und hierbei konnten sie sich auch an die Spitze setzen und durch die größere Punktzahal vor Göbel Tertilte zum Sieg kommen. Ergebnis: I. Slaats /Bremer(Holland, Bochum) 47 Punkte,:13,14 Stunden. 2. Göbel Tertilte(Dortmund, Münster) 30 Punkte. Eine Runde zurück: 8. Thierbach(Umbenhauer(Dresden, Nürnberg) 28 Punkte. In der Gruppe B gab es einen umfangreichen Stellungswechsel in der Tabelle. Die einzige ungeschlagene Mannschaft. Langendreer 07, konnte sich endlich an die Spitze der Tabelle setzen. Zwar war der Sieg über die Bochumer Polizisten recht knapp und sauer erfochten, aber er brachte zwei Punkte und damit den ersten Platz in der Wertungsskala Torlos endete der Kampf zwischen Weitmar 09 und SC Altenbochum, was den gezeigten Leistungen entspricht. Den Bochumer Lokalkampf der Innenstadt gewann die TG. .=Ehrenfeld. Wohl wehrten sich die Reichsbahner recht tapfer, aber sie mußten sich doch der größeren Erfahrung der Ehrenfelder beugen. Ein torreiches Treffen gab es in Harpen zwischen dem SuT. und Stievel 04. Damit sind die Harpener immer tiefer in den„Morast“ geraten und werden Mühe haben, sich wieder herauszuretten. TuS. 26 Altenbochum meldet einen knappen Sieg über Langendreer 04, wodurch die Altenbochumer ihren Tabellenplatz wesentlich verbessern konnten. Den Wattenscheider Lokalkampf Wattenscheid 19— Union Günnigfeld gewannen die Gäste klar und verdient. Die Ergebnisse: Reichsbahn Bochum— TG..=Ehrenfeld:8 TuS. 26 Altenbochum— Langendreer 04:1 Langendreer 07— Polizei Bochum:1 Weitmar 09— SC. Altenbochum:0 In der Gruppe A gelang dem Spu Sp. Gerthe ein knapper Sieg über Hansa Herne, während der BC. Hordel sich die Punkte mit Reichsbahn Wanne teilte. Wattenscheid=Ost landete den ersten Sieg der Saison, und zwar über Rasensport Wanne. Die Ergebnisse: Hansa Herne— SpuSv Gerthe 01 Reichsbahn Wanne— BC. Hordel:1 Wattenscheid=Ost— Rasensport Wanne:0 In der Gruppe B gab es durchweg Favoritensiege So war der Sieg von Concordia Bochum über Werne 19 vorauszusehen, ebenso der Sieg von Preußen 11 Bochum über den Bochumer Verein Etwas unsanft verfuhr Langendreerholz mit Carolinenglück. Die Niederlage der„Vereinigten“ aus Weitmar bei Bochum=West stand von vornherein fest. Die Ergebnisse: Concordia Bochum— Werne 19:2 Preußen 11 Bochum— Bochumer Verein:1 Langendreerholz— Carolinenglück:2 Bochum=West— Tura=Fortuna Weitmar:0 DSC. 31 Bochum— Borussia Bochum:3 Obwohl in den„Amtlichen Mitteilungen“ keine Termine der dritten Kreisklasse angegeben waren, haben in der untersten Klasse doch Spiele stattgefunden. Borussia Bochum schlug DSC. 81 Bochum klar mit:0. Onrwaid Doppeneger Glänzende Erfolge der Bochumer Sportkegler— Offwald gewinnt den„Goldenen Kegel“ und die Moritz-Kugel Bochum auch im Mannschaftskampf in Front Der vierte Starttag am Samstag abend in der „Panzergrotte“ beim Kampf um den„Goldenen Kegel von Bochum“ zeigte rechte Kampfesfreude. Eine allgemeine Spannung lagerte in der Halle, da dauernd ernsthafte Versuche unternommen wurden, um Ostwald mit seinen 551 Holz„zu pinnen“. Zunächst waren es die Bochumer, die einen erfolgverheißenden Ansturm unternahmen. So hatte Niggemeyer bis zu den letzten zehn Kugeln die besten Aussichten, die Spitze zu erreichen. Aber diese letzten Kugeln waren„tükkisch“, so daß er nur auf 538 Holz kam, die ihm aber einen guten Platz in der Spitzengruppe sicherten. Strotmann(Bochum) hatte mit 351 Holz in die vollen ebenfalls gute Aussichten, zumal auch bei den ersten 25 Kugeln im Abräumen jede zweite Kugel eine „Neun“ brachte. Dann aber verließen auch ihn die Nerven. Es zeigt sich immer mehr und wird auch von allen auswärtigen Teilnehmern immer wieder bestätigt, daß der Kampf um den„Goldenen Kegel von Bochum“ der schwerste Kegelkampf Westdeutschlands geworden ist. Auch die Münsteraner gingen mit guten Hoffnungen an den Start, aber ausgerechnet die„Münsterschen Buren“ konnten mit den Bauern beim Abräumen nicht fertig werden. Wie grundverschieden die Leistungen eines Keglers sein können und wie der Gedanke„Ich muß soundsoviel Holz holen, um an die Spitze zu kommen“, an den Nerven zehrt, zeigte Ebeling(Bochum) in einer Kampfpause bei einem Start„außer Konkurrenz". Nachdem er eine Stunde vorher bei seinem rechtlichen Start nur 500 Holz erzielt hatte, brachte er es außer Konkurrenz“, als er ganz gemächlich seine Kugeln warf, auf 540 Holz, wobei er mit 198 die höchste Holzzahl im Abräumen erzielte. Die Spannung steigerte sich bis zum Höchstmaß, als die Düsseldorfer„Radschläger“, mit ihnen auch der Deutsche Dreibahnenmeister 1934, Vievering, an den Start gingen. Man witterte schon eine Sensation, die aber bei der letzten Kugel ausblieb. Vievering nahm „In die vollen“ bei den ersten zehn Kugeln den„Vorderpinn“ zu stark mit und holte nur 63 Holz. Dann aber traf er mit tödlicher Sicherheit die rechte Gasse mit 7, 8 und 9 und holte sich die nächsten vier Zehnergänge mit 74, 73, 74 und 70 Holz, so daß er es dennoch auf 354 Holz in die vollen brachte. Auch das „Abräumen“ klappte tadellos. Bei 49 Kugeln lag er mit 543 Holz nur noch acht Holz hinter Ostwald. Alles glaubte felsenfest an Vieverings Sieg und auch Ostwald, der seinen scharfen Rivalen gespannt beim Kampfe verfolgte, sah die drohende Gefahr.„Doch mit des Geschickes Mächten...“ Meister Vievering, der so manche„Acht" und„Neun“ vorher geholt hatte, erzielte mit der letzten Kugel auf das volle Bild nur fünf Holz, so daß er mit 548 Holz um drei Holz hinter Ostwald blieb. Bei gleicher Holzzahl mit Ostwald hätte Vievering die Spitze bekommen, da er im Abräumen dann ein Holz besser als Ostwald gewesen wäre. Zu erwähnen ist noch der Düsseldorfer Parotto, der mit 62 Jahren nach Vogt der zweitälteste Wettbewerbsteilnehmer ist und trotz seines steifen Beines noch 508 Holz holte. Die Spitzengruppe, in der sich erfreulicherweise jetzt drei Bochumer befinden, hatte am Samstag abend folgendes Aussehen: 1. Ostwald(Bochum) 551 Holz, 2. Vievering (Düsseldorf) 548 Holz, 3. Niggemeyer(Bochum) 538 Holz, Vogt(Bochum=Langendreer) 538 Holz, 5. Plettenberg(Iserlohn) 536 Holz. Der Sonntag sah noch einmal 60 Kegler auf den Hauptbahnen im Kampf. Keinem gelang es aber, den Bochumer Ostwald von seiner führenden Position zu verdrängen. 6000 Kugeln, die, man staune, ein Gesamtgewicht von 420 Zentner bedeuten, fegten über die Bahnen. Der mehrfache Sieger Gernhardt(Gelsenkirchen) bemühte sich gleich den anderen vergeblich. Mit 545 Holz kam er aber Ostwald bedenklich nahe und auf den dritten Platz. Wohl zeigten die guten Ergebnisse, mit welcher Zähigkeit um den Sieg gerungen wurde. So holten Kotthoff(Neheim) 588 Holz, Schulte(Westig) 529 Holz, Spenner(Bochum) 527 Holz, Altmeister Lücking(Bochum) 527 Holz, Wittenbrink(Bochum) 524 Holz, Schröder(Wattenscheid) 516 Holz, aber ein Umschwung trat nicht mehr ein. Ostwald heißt der diesjährige Sieger im Kampf um den Goldenen Kegel von Bochum". Die Wettkämpfe gestalteten sich zu einem großen Triumph für den Verein Bochumer Kegler, konnte doch Ostwald auch die „Moritz=Kugel" gewinnen, ferner holte sich Bochums Stadtmannschaft zum zweiten Male die Kortum=Plakette mit den Keglern Ostwald, Niggemeyer, Vogt und Lücking und Ebeling kronte diesen Die Spiele am 24.November Gauliga: TuS. Bochum— SV. Höntrop Hüsten 09— Westfalia Herne Schalke 04— Freiburger FC. (Um den Vereinspokal in Dortmund) Bezirksliga: Westfalia Bochum— Tura Altenvoerde MBV. Linden— Hattingen 04 STV. Werne— Sportring Gevelsberg " W i t t e n 9 2— W i t t e n 0 7 FC. Schwelm— Preußen Bochum Wattenscheid 09/30— SC. Dahlhausen Doppelerfolg durch seinen Sieg um die Stadtplakette! Auf dieses Ergebnis kann der Veranstalter mit Recht stolz sein. Der Gauvorstand, vertreten durch Kaufmann(Bielefeld) sprach sich lobend über die mustergültige Bochumer Veranstaltung aus, die Westdeutschlands Großereignis geworden sei. Bedauerlich ist nur, daß die Bochumer Veranstaltung, obwohl auch in Bochum von unzähligen Klubs das altdeutsche Kegelspiel gepflegt wird, nur von den wenigen verbandsmäßig erfaßten Vereinen getragen wird. Möge der Erfolg der Bochumer Sportkegler ein Avpell an die Klubs sein, sich durch Aufnahme in den Deutschen Keglerverband mehr als bisher in den Dienst der Bochumer Sportkegelei zu stellen. Mit der Preisverteilung, die Verbandsführer Mühr vornahm, fand der achte Kampf um den„Goldenen Kegel von Bochum“ einen würdigen Abschluß. Der Schlußstand „Goldener Kegel von Bochum“: Sieger Ostwald(Bochum) 551, 2. Vievering(Dusseldorf) 548 3. Gernhardt (Gelsenkirchen) 545, 4. Niggemeyer(Bochum) 538, 5. Vogt(Langendreer) 538, 6. Plettenberg(Iserlohn) 536, 7. Holzapfel(Aachen) 534, 8. Arnolds(Essen) 533, 9. Rombach(Iserlohn) 533, 10. Kotthoff(Neheim) 533 Holz. Mannschaftswertung: 1. Bochum 2154 Holz, 2. Hagen 2105 Holz, 3. Iserlohn 2105 Holz, 4. Aachen 2081 Holz. Moritz=Kugel: Sieger Ostwald 35 Holz, 2. Ebeling 35 Holz(beide Bochum), Machnikowski(Bielefeld), 34, Dahmen(Bochum) 34, Müller(Langenberg) 34 Holz. Stadtplakette: Sieger Ebeling(Bochum) 78 Holz, 2. Strufe(Münster) 77, 3. Grothus(Bochum) 76, 4. Winkler(Dortmund) 75, 5. Eberleh(Herne) 75 Holz. Mittagplakette: Sieger Eberleh(Herne) 52 Holz, 2. Koch(Langendreer) 50, 8. Ebeling(Bochum) 50 Holz. Thiclens(Bochum) Gaumeister im Drei=Banden=Spiel Die Gaumeisterschaft im Drei=Banden=Spiel, die am Samstag und Sonntag im Billardsaal der Tonhalle ausgetragen wurde, sah erwartungsgemäß Thielens in Front, der alle vier Partien mit dem Gesamtdurchschnitt von 0,536 gewann. Auf den zweiten Platz kam Hoffmann(Bochum) mit 180 Points, bei einem Gesamtdurchschnitt von 0,418 und drei gewonnenen Partien. Gnegel(Gelsenkirchen) belegte den dritten und Stirnberg(Bochum) den vierten Platz. Der frühere Deutsche Meister Kesting(Dortmund) vermochte keine Partie zu gewinnen. Trabrennen in Gelsenkirchen 1. Rennen: 1. C. W. Vielbergs Karl L(d. Schürmann), 2. Palmetto Lee 3. David Speedway. Toto: Sieg 30, it. 56, Platz 13, 15, 37. Ferner: Der Erste von Gescher, Ilanda, Marsilius., David Bingen, Barfrau, Peter Todd. 2. Rennen: 1. G. Dragungs Elsbeth(J. Ferech), 2. Prinzetz Elisabeth, 3. Peter., 4. Arrak. Toto: Sieg 41, it. 32, Platz 17, 21, 20, 62. Ferner: Peter Dooley, Mia., Käthe Retina, Daisy, Danae, Peter Duffy jun., Maria R. 3. Rennen: 1. H. Sengers Alpha(Bes.), 2. Major Jackson, 3. Viktoria. Toto: Sieg 26, it 23 Platz 14, 13, 152. Ferner: Dirigent, Maikönig, Pern, Königsbote. 4. Rennen: 1. H. Sistermanns Brauner David(F. Knies), 2. Bernstein, 3 Friedo. Toto: Sieg"10, it. 58, Platz 11, 19, 17. Ferner: Maigrüße, Mallorca, Benker. 5. Rennen: 1. O. Hackerts Danilo(E. Jung), 2. Prinz Kuser, 3. Doornkat. Toto: Sieg 26, it. 41, Platz 14, 17. 18. Ferner: Glasformer, Ostermann, Peter Mochester, Maimädel. 6 Rennen: 1. H. Niermanns Anitas Schwester(Bes.), 2. Belo Watts, 3. Peter Duffy jun.. Toto: Sieg 28. it. 69, Platz 14. 17, 16. Ferner: Daisy, Erda, Abenteurer(gef.), Terra, Erna Bacon. 7. Rennen: 1. H. von Eikens Vogel(E. Jung), 2. Peter Breit 3. David Kuser. Toto: Sieg 33, it. 133. Platz 15. 23. 14. Ferner: Rheinsee, Paul., Comtesse Mia, Edeldame Balazzo(disqual.), Melodie. Siegdoppelwette: Alpha— Brauner David 18:10. Neuß, 17. November. 1. Rennen: 1. Wedes Oberhaupt(M Schmidt), 2. Aurel, 3. Margit, ferner Chemielehrer, Heraldik, Persica, Irma, Toto: Sieg 15. Platz 11, 11, 15. 2. Rennen: 1. Röslers Rückwechsel(Glitsch). 2. Saufährte, 3. Steinbutte, ferner Feuerland, Filene. Toto: Sieg 18, Platz 14, 15. 3. Rennen: 1. Rottmanns Fahrewohl(H. Weber), 2. Venusta, 3. Sunion ferner Skapaflow, Auswahl, Instructor, Laudandus, Blackberry, Carita. Toto: Sieg 25, Platz 15, 4. Rennen: 1. Ravensbergs Löffelmann(M. Schmidt), 2. Doppelsprung, 3. Jlona, 4. Lösegeld, ferner Mogul, Feuerwarte Prasser, Musterknabe, Chinafeuer Nikolaus, Szegeban, Griffon. Toto: Sieg 78 Platz 15, 12, 15, 14. 5. Rennen: 1. Diltbevs Nuri(Vlugt), 2 Carga, 3. Rote Tante, ferner Rheinlandmädel, Flause, Standlaut, Waldsee, Perlmuschel, Gratiola. Toto: Sieg 52, Platz 17. 17, 14. 6. Rennen: 1. Vorsters Preisträger(M. Schmidt), 2. Schwertknauf, 3. Carna. 4. Faland ferner Atbos, Titanic, Hausmarke, Arena, Greystoke, Sintflut, Spanga, Seemeile. Toto: Sieg 48. Platz 15, 14, 14, 17. 7. Rennen: 1. Bauers Helmzier(Springmeier), 2. Brutus, 3. Nola, ferner Glaubensmut, Gängerin, Musca, Sausewind, Stober, Lava. Toto: Sieg 30, Platz 16, 19, 51. Siegdoppelwette: Löffelmann— Nuri 944:10. Strausberg, 17. November. 1. Rennen: 1 Boeckers Paulchen(Machan), 2. MareAntonius, 3. Ausschreibung, ferner Passatwind. Toto: Sieg 55, Platz 18. 28. 2. Rennen: 1. Junks Fiamette(Belz), 2. Wendelgard, 3. Ilsenburg, ferner Lorenz, La Geralda. Lona, Lordmajor, Vinsepeter. Toto: Sieg 150, Platz 45, 21, 32., 3. Rennen: 1. Fellers Petrarca(Hiller), 2. Romantik, 3. Sagius 4. Tornado, ferner Ronaldina. Jnist, Deutschland, Anspach, Heros, Charlatan Einfall, Gustavsburg, Aktta, Burenland,, Toto: Sieg 46. Platz 18. 14, 22. 19. 4. Rennen: 1. Gaidas Fra Divolo(Schlaefke), 2. Frühlingsfee 3. Atgan, 4. Goal, ferner Gravor Wölund Goliath, Abendgeläut, Herero Grenadier, Eisold, Reichsbahn. Toto: Sieg 27, Platz 13, 14, 26, 21. 5 Rennen: 1. Livonius' Inshallah(Berndt) und Sukkows Wachau(Schlegel), 3. Glücksstern, 4. Marguts ferner Glücksgöttin, Onega, Marna, Sarastro, Wilderer. Peiracava. Toto: Sieg 22. Platz 15 für Inshallah. Toto: Sieg 20 und Platz 15 für Wachau, 15. 22. 6. Rennen: 1. Müllers Steinfeld(Eder), 2. Treuer Husar 3. Blason, ferner Kbedive, Frauenfreund, Gardejäger, Gastrolle, Pera, Berna, Blason. Toto: Sieg 39. Platz 16, 22.20 7. Rennen: 1. Abteilung: 1. Schlichtes Cythera(Rasten= berger), 2. Metternich, Barro, Neutralität, ferner Grasfrosch, Lachteufel Cusco, Wunschlos, Wolke. Rollwenzel. Toto: Sieg 59, Platz 14, 13. 16, 15.— 2. Abteilung: 1. Schulzes Altgesell(Starosta) 2. Oranier, 3. Liebeswalzer, 4. Micky, ferner Erwin von Steinbach. Cobra, Fidibus, Vera F. Dominikaner Aron, Metamorphose. Toto: Sieg 24, Platz 13, 31, 23, 16. Sieg=Doppelwette: Petrarca— Inshallah 432:10; Petrarca— Wachau 152:10. Oh- diese Männer! mal fecht gedantenlos? Sie halten es für selbstverständlich, daß ihre Frauen immer schöne Hände haben. Ja— wissen denn die Männer nicht, daß ihre Frauen Tag für Tag im Haushalt schaffen müssen und daß die Hände Pflege brauchen, wenn sie nicht rauh und rissig werden sollen? Also Herr Gemahl: warum Überraschen Sie nicht einmal Ihre Fra## mit einer Dose Leokrem? Das ist doch wirklich keine große Ausgabe, denn Leokrem mit Sonnen=Vitammist schon von 22 Pf. aberhältlich * Seite 10 Nr. 2717 Bochumer Anzeiger# Montag, 18. November 1935 In Dülfeldorf: Tcliehnlanas Knappertrammrarmreg Die Weltfalen mit 1725:1723,5 Punkten geschlagen- Sich(Dülleldorf) beiter Einzelturner— Entscheidung durch den letzten Turner P. B. Düsseldorf, 17. November. Schon seit Jahren erfreut sich der Rheinland— Westfalen=Kampf als bedeutendstes Kunstturnereignis Westdeutschlands großer Beliebtheit bei den rheinischen und westfälischen Turnern. Das bewies auch am Sonntag wieder der 12. Kampf in der Düsseldorfer Maschinenhalle. Die große Halle war überfüllt mit über 6000 Zuschauern. Selten wohl hat der Kampf einen so spannenden und erbitterten Verlauf genommen wie der diesjährige. Die Rheinländer traten ersatzgeschwächt an, und trotzdem gelang ihnen der große Wurf. Mit 1725:1723,5 Punkten wurde der Sieg über die Westfalen sichergestellt. Unter Fanfarenklängen zogen die Kampfmannschaften, voran die Gaubanner der beteiligten Gaue, in die Halle ein. Die rheinische Mannschaft führte der rheinische Männerturnwart Rudolf Franz, die westfälische Mannschaft der Gauoberturnwart Eugen Eichhoff. Der Niederrhein=Gauführer Pape begrüßte die Gäste, darunter die zahlreichen Vertreter der Partei: und ihrer Gliederungen sowie der Stadt und der befreundeten Fachämter. Der Redner stellte den diesjährigen Kampf als besondere Leistungsprobe für die kommende Olympiade hin und erklärte, daß das deutsche Geräteturnen eine Schule der Zucht und Diszivlin, des Mutes und auch der Kraft sei. Die technische Oberleitung hatte Gauoberturnwart Schmitz(Essen). Das Kampfgericht, zusammengesetzt aus den Turnbrüdern Ohms(Hannover), Sachse(Hamburg), Günderoth (Worms) und Wagner(Ludwigshafen), wertete jede Uebung bis zu 10 Punkten, zusammen also gügstigsten falls 40 Punkte. Rheinland geht in Führung. Mit der Kürfreiübung wurde begonnen. Die Rheinländer gingen sofort in Führung. Sie erreichten 333.5, die Westfalen 330,5 Punkte. Der beste Freiübungstugner war Sich(Düsseldorf) mit 39,5 Punkten. Dann folgte Beckmann(Langerfeld) mit 37 Punkten. Der beste Westfale Klinger, kam auf 36 Punkte. Am Querpferd erzielten die Westfalen 10.5 Mehrpunkte als die Rheinländer, wodurch sie vorübergehend die Führung übernahmen. 338,5 Punkte für Westfalen, 328 für Rheinland, so daß das Gesamtergebnis bis hier lautete: Westfalen 669, Rheinland 661,5 Punkte. Der Kampf nach den ersten zwei Geräten stand also so, daß man das Endergebnis noch nicht vorhersagen konnte. Die Westfalen hatten keine einzige Punktzahl unter 32, bei den Rheinländern erschienen daßegen die ersten Wertungen unter 30: Beyer(Düsseldorf) mit nur 26,5 Punkten, Kabza(Köln) mit 28 und Beckmann (Langerfeld) mit 29 Punkten. Bester Pferdturner war Schlösser(Köln) mit 37.5 Punkten; dann folgte Trostheim(Dortmund) mit 36,5 Punkten. Am Barren gab es wieder ein Plus für die Rheinländer. 356,5 Punkte holte Rheinland, 345 Punkte Westfalen, so daß der Lampf hier stand: 1018 für Rheinland zu 1014,5 für Westfalen. Am besten wurde für Sich(Düsseldorf) bewertet, der für seine bestechend schöne und sauber durchgeführte Uebung 39,5 Punkte zugesprochen erhielt. Schneider(Hasten) erhielt 37,5 Punkte, während Stutte(Eichen) als bester Westfale 36,5 bekam. Bester Einzelturner war bisher Sich(Düsseldorf mit 109,5 Punkten, dem Schneider(Hasten) mit 107,5 Punkten und Trostheim(Dortmund) mit 105,5 Punkten folgten. Der Sprung über das langgestellte Pferde brachte eine Ueberraschung. Die Rheinländer waren an diesem Gerät früher stets überlegen, die Westfalen haben aber gewaltig zugelernt und konnten die Rheinländer um vier Punkte überflügeln. Westfalen 353,5:349,5 Punkten der Rheinländer. Der Kampf stand jetzt 1367,5:1367,5 Punkten. Also Punktegleichheit. Der beste Pferdspringer war Sich(Düsseldorf) mit 38 Punkten, dem Trostheim(Dortmund) und Hollfelder(Dortmund) mit je 37,5 Punkten folgten. Entscheidung durch den letzten Mann Das Reckturnen bildete den Abschluß des glanzvoll verlaufenen Turnens. Hier wurden geradezu Kunstwerke gezeigt. Zudem stand der Kampf auf des Messers Schneide. Beide Mannschaften kämpften mit dem Einsatz ihres ganzen Könnens, und jede Uebung wurde mit größter Spannung verfolgt. Die Entscheidung brachte erst der rheinische Schlußmann Reinartz(Köln), der mit 36 Punkten um 1,5 Punkte besser war als der letzte westfälische Turner Klinger, der es nur auf 34,5 Punkte brachte. Das Endergebnis lautete: Rheinland 1725, Westfalen 1723,5 Punkte. Als bester Reckturner erwies sich Ullrich(Hasten) mit 39,5 Punkten. Grüdelbach(Klafeld) erhielt 38,5 Punkte und Nigge(Hasten) 38 Punkte. Der Zahlenspiegel war: 1 Hollfelder(Dortmund) 908 Punkte; 2. Zittier (Gadderbaum) 853 Punkte; 3. Horst(Lippstadt) 823 Punkte; 4. Block(Dortmund) 798 Punkte; 5. Lenzig (Mettmann) 795 Punkte; 6. Dörr(Lippspringe) 780 Punkte. Diese sechs besten Turnerinnen werden nun am 8. Dezember in Magdeburg die westdeutschen Gaufarben beim Olympia=Prüfungsturnen vertreten. Erwarteter deutscher Rugby-Sieg Hollands Ländermannschaft in Köln 11:5(:0) besiegt Der dritte Rugby=Länderkampf Deutschland—Holland litt unter dem allzu heftigen Südwind, der durch die Hauptkampfbahn des Kölner Stadions blies und das Hand= und Fußspiel ziemlich stark beeinflußte. Leider waren nur wenige Zuschauer erschienen, was um so bedauerlicher war, als die Leistungen gut waren. Das durchweg sehr bewegliche Spiel hätte jedenfalls einen größeren Besuch verdient gehabt. Hockey-Silberschild der Frauen Durch einen verdienten:=(:)=Sieg über die Auswahlelf der Gaugruppe Niederrhein=Mittelrhein gelangten die Vertreterinnen von Niedersachsen=Westfalen im Kampf um den Hockey=Silberschild der Frauen bereits in die Vorschlußrunde. Balke schwimmf neuen Rekord Dazu die übliche Welthöchltleiftung von Kiefer Landesrekordzeit noch totes Rennen mit seinem großen Gegner. Deutsche Bestleistungen stellte auch Hellas Magdeburg in den drei Bruststaffeln auf, und zwar über 3X100 Meter mit 13,17,5 Minuten. efer gab es noch einen inoffi= Einen weiteren Höhepunkt bildete die 3X100=MeterWeltrekord durch die amerikanische Lagenstaffel Lagenstaffel. Hier traf Chikago auf eine äußerst starke verschiedene neue deutsche Rekorde. Das Haupt= deutsche Staffel, denn Hans Schwarz, Helmut Fischer Das Amerikanerschwimmfest hatte dem Magdeburger Wilhelmsbad am Samstag abend einen Massenbesuch gebracht. Die hochgeschraubten Erwartungen wurden auch nicht enttäuscht, denn außer einem neuen Weltrekord von Adolf Kiefer gab es noch einen inoffiziellen sowie interesse galt natürlich Weltrekordmann Kiefer, der über und Joachim Balke vertraten die deutschen Farben. Die 200 Meter Rücken erneut seine Extraklasse unter Be= Amerikaner unterboten mit.18,6 Minuten den inoffiweis stellte. Nach einem 100=Meter=Rennen, das er in 1,07,5 Minuten(!) vor Hans Schwarz(Wünsdorf) (1,10) und Schlauch(Gera)(1,10,5) gewann, schwamm der Amerikaner die 200 Meter allein weiter und unterbot mit 2,25,6 Minuten seinen eigenen Weltrekord um 1,6 Sekunden. Ein feiner Erfolg war auch dem Dortmunder Balke beschieden, der über 100 Meter Brust den deutschen Rekord von Erwin Sietas um.8 Sekunden auf .12,5 Minuten verbessern konnte. Hier führte der Amerikaner Brodenthal auf den ersten 50 Meter dank seines Schmetterlingsstils, aber dann kam Balke näher und näher und erzwang zum Schluß in der neuen ziellen Weltrekord recht beträchtlich, aber auch die deutsche Staffel schwamm mit.23,1 Minuten noch unter der bisherigen Rekordzeit. Die Ergebnisse: 50 Meter Kraul: 1. Fischer(Bremen) 25,9, 2. Highland(USA.) 26,1, 3. Heiko Schwartz(Magdeburg) 26,7. 200 Meter Brust: 1. Sietas(Hamburg).45,.3, 2. Ohligschläger(Trier) 2,45,4(Handschlag). 100 Meter Brust: 1. Balke(Dortmund) und Brylenthal(USA.) 1,12,5(deutscher Rekord). 100 Meter Rücken: 1. Kiefer(USA.) 1,07,5. 100 Meter Kraul: 1. Fischer 58,2, 2. Highland (USA.) 59, 8. Heiko Schwartz(Magdeburg) und Heibel (Bremen) je.00.2. 200 Meter Brustschwimmen für Frauen: 1. Hanni Hölzner(Plauen).05, 2. Trude Wollschläger(Duisburg) 8,11,8. Lagenstaffel 3X100 Meter: 1. Lake Shore AC. Chitago 3,18,6, 2. Deutsche Auswahl 3,23,1. Bei 31 Grad Wärme Eishockey im Olympia=Kunsteisstadion Im Olympia=Kunsteisstadion hatten sich am Sonntag nachmittag 4500 Zuschauer eingefunden, um dem Eishockeykampf einer deutschen Auswahlmannschaft gegen die deutschen Olympiakernmannschaft beizuwohnen. Obwohl am Samstag 31 Grad Wärme und am Sonntag 25 Grad Wärme zu verzeichnen waren, herrschten einwandfreie Eisverhältnisse. Man kann also mit ruhigem Gewissen den Ereignissen der 4. Olympischen Winterspiele im Februar entgegensehen, denn zu dieser Zeit wird selbst bei Föhnwetter keine höhere Temperatur herrschen. Der Eishockeykampf brachte recht gute Leistungen. Im ersten Drittel konnte Wiedemann(Füssen) die deutsche Auswahlmannschaft nach sieben Minuten in Führung bringen, im zweiten Drittel erhöhte Schenk (Rießersee) auf:0, dann konnte aber Schibukat (Rastenburg) den Ehrentreffer für die Kernmannschaft erzielen, die mit:1 Toren geschlagen wurde. Maxie Herber und Ernst Baier zeigten im Paar= wie im Einzellauf wieder hervorragendes Können und wurden stark gefeiert. Der Führer sah Süd= schlägt Norddeutschland:0 Das Münchener Prinzregentenstadion, das im Laufe dieses Sommers auf ein Fassungsvermögen von 10 000 Personen erweitert wurde, hatte am Samstag seinen ersten großen Eissporttag. Etwa 7000 Besucher hatten sich eingefunden und begrüßten mit großem Beifall den Führer, in dessen Begleitung sich u. a. Brigadeführer Schaub und Reichspressechef Dr. Dietrich befanden. Der im Mittelpunkt der Veranstaltung stehende Eishockeykampf wurde von der süddeutschen Mannschaft gegen eine norddeutsche Auswahl mit:0(:0,:0,:0) gewonnen. Im Rahmenprogramm zeigten Maxie Herber und Ernst Baier ihr großes Können als Kunstläuer. Gegen Paolino Joe Louis kämpft am 13. Dezember im Newyorker „Garden“. Der am 18. Dezember vor sich gehende Boxkampf von Joe Louis gegen Paolino wird, wie Newyorker Meldungen berichten, in der Halle des Newyorker Madison Square Garden stattfinden. Dr. Goebbels im Reichskultur=Senat Zballurenler=Gewissen der Ratten Die Präsidenten der einzelnen Kammern berichten (Reihenfolge der Uebungen von links nach rechts: Freiübungen, Pferdschwung, Barren, Pferdsprung, Reck und Gesamtpunktzahl.) Beste Einzelturner: 1. G. Sich(Rheinland) 185 Punkte; 2. W. Trostheim(Westsalen) 178; 3. L. Schneider(Rheinland) 176; 4. R. Reinartz(Rheinland) 175,5; 4. H. Hollfelder(Westfalen) 175,5; 6. G. Klinger(Westsalen) 175 Punkte. Hollfelder in Front Ausscheidungsturnen der westdeutschen Turnerinnen Ein nichtöffentliches Ausscheidungsturnen bestritten am Samstag und Sonntag vormittag die besten Turnerinnen der Gaue Niederrhein und Westfalen, um hiemnach ihre Vertreterinnen für das Magdeburger Olympia=Prüfungsturnen am 8. Dezember zu ermitteln. Die westfälischen Turnerinnen schnitten dabei am besten ab, zumal sie in den gymnastischen Uebungen den Rheinländerinnen überlegen waren. Die Placierung dnb Berlin, 17. November. Am Samstag fand die erste Arbeitstagung des Reichskultursenats im Thronsaal des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda statt. Die Senatoren nahmen entsprechend der Zahl der Einzelkammern in sieben Sektoren Platz. Der Vizepräsident der Reichskulturkammer, Staatssekretär Funk, begann die Tagung mit einer Ansprache, in der er auf die Bedeutung des Eröffnungstages hinwies. Er teilte mit, daß der Reichskultursenat in Zukunft ständig seine Sitzungen im Thronsaal des Propagandaministeriums abhalten werde, bis später einmal die Zeit für den Bau eines eigenen Hauses gekommen sein werde. Die Sitzungen des Senats seien nicht öffentlich, sondern Arbeitstagungen. Aus ihnen solle sich ein Gesamtbild des deutschen Kulturschaffens und der künstlerischen Strömungen der Gegenwart ergeben, das bei den kulturpolitischen Entscheidungen der Reichsregierung ins Gewicht fallen solle. Reichskulturwalter Ministerialrat Dr. Schmi dtLeonhardt gab eine Darstellung der beiden Gedanken, die dem Aufbau der Reichskulturkammer zu Grunde liegen. Das sei der ständische Aufbau— die Leitung und Zusammenfassung der Berufe— und zum anderen die Vertretung der Kulturberufe im Gesamtbau des nationalsozialistischen Staates. Da jeder Beruf eine öffentliche Aufgabe habe, so führe das zu einer Dezentralisierung neuer Art. Eine Grundfrage der Reichsreform werde es sein, diesen vertikalen Aufbau nach Berufsgruppen mit dem horizontalen nach Ländern, Kreisen und Gemeinden zu einer neuen Einheit zusammenzuschließen. Das letzte Ziel sei, den im deutschen Volke lebenden Willen mit seiner politischen Führung im Einklang zu erhalten. Die einzelnen Leiter der Kammern gaben dann Berichte über die bisher schon geleistete Arbeit. Staatsrat Hanns Johst, der Präsident der Reichsschrifttumskammer, stellte die Bedeutung der Eingliederung des Reichsverbandes Deutscher Schriftsteller in die Kammer besonders heraus. Daraus werde eine enge und reibungslose Zusammenarbeit hervorgehen. Der neue Normalvertrag für Schriftsteller und Verleger habe deren Beziehungen wohltuend versachlicht. Ein wichtiges Arbeitsgebiet sei die Unterstützung von Schaffenden sowohl in materieller wie ideeller Beziehung. Er legte dann die verschiedenen Maßnahmen für die Buchwerbung dar. Dr. Peter Raabe, der Präsident der Reichsmusikkammer, sprach von den zwei parallel laufenden Aufgaben seiner Kammer, nämlich der Förderung der Berufsmusiker und der Betreuung der übrigen Gebiete der Musik. Die Kammer habe eine wirkungsvolle Arbeitsvermittlung betrieben, die sich beispielsweise in der Gründung von dreizehn Landesorchestern ausdrücke. An Stelle des verhinderten Präsidenten der Reichspressekammer, Reichsleiter Amann, sprach der Geschäftsführer der Reichspressekammer Dr. Richter. Bei der Umgestaltung der gesamten deutschen Presse habe es sich nicht um die Schaffung einer Staatspresse handeln können, sondern um die freie und freiwillige Mitarbeit geeigneter Personen und Personengruppen. Ohne einen einsatzbereiten und wirtschaftlich gesunden deutschen Verlegerstand, der dem Volksganzen dienstbar sei, sei eine solche Arbeit nicht durchzuführen gewesen, und man habe daher entsprechende Maßnahmen treffen müssen. Der Geschäftsführer der Reichstheaterkammer, Frauenfeld, gab für den erkrankten Präsidenten Dr. Rainer Schlösser einen Ueberblick über die Vereinfachung des deutschen Bühnenlebens in organisatorischer Beziehung. Besondere Sorgfalt sei der Nachwuchsfrage gewidmet worden. Ministerialrat Dreßler=Andreß, der Präsident der Reichsrundfunkkammer, schilderte die Entwicklung des Rundfunks sowohl hinsichtlich seiner äußeren Ausbreitung als auch seiner politischen Neugestaltung. Die Schaffung eines neuen Rundfunkrechtes müsse nun das Vorrecht der politischen Rundfunkführung auch gesetzlich festlegen. Der Präsident der Reichskammer der bildenden Künste, Professor Hönig, schilderte die besonders starke Zerrissenheit auf dem Gebiete der bildenden Künste. Es sei nun gelungen, Ordnung auf dem Gebiet der einzelnen Berufsgruppen zu schaffen, was beblattverlegern seien die Nichtarier, und unter ihnen besonders die Ostjuden, bis zu 70 Prozent vertreten gewesen. Das vornehmste Ziel der Kammer sei, die Gesamtkünstlerschaft aus dem Zustande der Entbehrlichkeit in einen Zustand der Notwendigkeit und Gebundenheit zu bringen. Der Präsident der Reichsfilmkammer, Staatsminister a. D. Lehnich, stellte zu Beginn seiner Ausführungen fest, daß erst der Nationalsozialismus den Film aus einer rein geschäftlichen zu einer kulturellen Angelegenheit gemacht habe. Besonders in der Hand des Theaterbesitzers liege die wichtige erzieherische Aufgabe, sonders schwer bei der Berufsgruppe der Architekten die Geschmacksentwicklung und Haltung des deutschen gewesen sei. Unter den Kunsthändlern und Kunst= Menschen zu beeinflussen. Weirantschäuung Die Rede Dr. Goebbels' Am Abschluß der Tagung ergriff der Präsident der Reichskulturkammer, Reichsminister Dr. Goebbels, das Wort und betonte, daß er vor seinen Ausführungen die Einzelberichte der Kammern habe vortragen lassen, weil diese Arbeit bisher vorwiegend in der Stille vor sich gegangen sei. Wie groß und umfangreich sie geworden sei, hätten diese Berichte ergeben, die außerdem dazu dienen sollten, den Mitgliedern des Reichskultursenats die Grundlage ihrer künftigen Arbeit zu geben und ihnen zu sagen, was in den einzelnen Kammern getan worden sei und welche wichtigen Fragen es noch zu behandeln gäbe. Der Nationalsozialismus habe bei der Machtübernahme auf dem Kulturgebiete eine so traurige Hinterlassenschaft vorgefunden, daß er von Grund auf habe neugestalten müssen. Es gäbe heute kaum einen Staat, in dem ein so enges Verhältnis zwischen Staatsführung und Kunst bestehe wie im neuen Deutschland. Die Führung dieses neuen Deutschlands habe den Kulturschaffenden keine Theorien vorgesetzt, sondern ihnen zunächst einmal die primitivste Grundlage für ihre weitere Arbeit gegeben. Reichsminister Dr. Goebbels hob hervor, daß es z. B. kurz nach der Machtergreifung durch den Nationalsozialismus gewichtige Stimmen gegeben habe, die das Deutsche Opernhaus, das nun nach dem Umbau wohl das schönste Opernhaus Deutschlands sei, aufgeben wollten, weil bei der damaligen Zahl von sieben Millionen Arbeitslosen die Aufrechterhaltung eines solchen Kulturinstituts ein Luxus sei. Man habe dabei vergessen, daß das, was man aufgibt, für immer aufgegeben sei, denn es sei nicht möglich, ein Theater oder eine Filmproduktion für zwei Jahre stillzulegen, um sie später wieder zu eröffnen. Der neue Staat habe nach dem Prinzip verfahren, daß, je größer die nationale und soziale Not sei, um so mehr die Staatsführung bestrebt sein müsse, dem Volke für die mangelnden materiellen Werte ideelle Werte zu geben. Die Entwicklung habe der Staatsführung recht gegeben, und heute seien die Theater, die Kinos und alle Kulturstätten wieder gut besucht, ja zum Teil überfüllt. Der Künstler sei aus seiner Volksfremdheit wieder mitten in das Volk gestellt worden, denn er habe nun wieder teil an seinem Leben, wie das Volk an seiner Kunst. Der Präsident der Reichskulturkammer behandelte dann im einzelnen die Aufgaben des Reichskultursenats und seine Stellung im Leben der Nation und stellte fest, daß der Reichskultursenat der Repräsentant des zeitgenössischen Kunst= und Kulturgewissens der Nation sei. Hinter ihm stehe die machtvolle Organisation der Reichskulturkammer, stehe ferner die Partei mit ihrem schlagkräftigen Apparat und stehe endlich der Staat mit all seinen Möglichkeiten. Dr. Goebbels betonte, daß mehrfach in der Künstlerschaft die Meinung aufgetaucht sei, als ob der Nationalsozialismus überwiegend asketischen Tendenzen huldige. Demgegenüber sei festzustellen, daß der Nationalsozialismus keine jenseitige, sondern eine diesseitige Weltanschauung sei. Er sei daher auch einer gesunden Sinnenfreude durchaus nicht feindlich gesonnen. Der Minister betonte weiter Weltanschauung zeige sich nicht in dem, was man wisse, sondern daran, wie man dieses Wissen anwende. Der Nationalsozialismus wünsche nicht, daß der Künstler mit seiner nationalsozialistischen Weltanschauung hausieren gehe, sondern daß er im Geiste und im Sinne dieser Weltanschauung seine Pflicht an der deutschen Kultur erfülle. Auch die Probleme, die er behandele, brauchten durchaus nicht Probleme unserer Tage zu sein, sie könnten 1000 Jahre zurückliegen und doch mit dem übereinstimmen, was wir als nationalsozialistische Anschauung bezeichnen. Auch unsere Zeit werde ihre Dichter finden, man müßte sie nur in Ruhe reifen lassen. Wenn über dieser Zeit Menschen mit einem warmen Herzen für die Kunst ständen, dann werde das Schicksal uns auf die künstlerischen Gestalter dieser Zeit nicht vergeblich hoffen lassen. Auch in dieser Zeit würden einmal die großen künstlerischen Werke entstehen, die einst in die Unsterblichkeit unseres Volkes eingehen werden. Die Ausführungen des Reichsministers Dr. Goebbels wurden immer wieder vom Beifall der Mitglieder des Reichskultursenats unterbrochen, der sich zum Schluß zu einer spontanen Kundgebung für die Minister steigerte. Der Vizepräsident der Reichskulturkammer, Staatssekretär Funk, gab den Gefühlen des Senates Ausdruck, indem er dem Minister für das dankte, was er bisher für die deutsche Kultur geleistet habe, und im Namen der Senatoren das Gelöbnis aussprach, daß der Reichskultursenat eine Gemeinschaft von Männern sein werde, die immer mit ihm gehen und ihre Arbeit für die deutsche Kultur und das deutsche Volk gemäß den hohen Zielen vollbringen werde, die der Minister aufgezeigt habe. Er schloß die erste Sitzung des Reichskultursenats mit einem dreifachen Sieg=Heil auf den Führer. DORTMUND Ostenhellweg 34 ESSEN Adolf-Hitler-Str. 41 Gegenüber d. Münsterkirche DERTGTT Oines der wichtigsten Kleider für die Dame ist das Kleid für viele Gelegenheiten. Besonders gern verwendet hier die Mode zu den dunklen Farbtönungen der Stoffe helle Spitzen und Plisseegarnierungen so, daß Material und Farbkontrast die festliche Note des Kleides bestimmen. DDer Kragen bestimmt den Charakter des Mantels. Die jabotartige Anordnung mit der zierlichen Verarbeitung des modernen flachen Pelzes gibt dem Mantel eine außerordentlich kleidsame Wirkung. Ein besonders hübscher Modceinfall ist die vom Kleid übernommene Kordelgarnierung. 1 Die reizende Garnitur aus plissiertem Krepp-Satin gibt diesem flotten Kleid aus weich fließendem KreppFaille eine festliche Note. Die Armel sind 1275 abnehmbar. In vielen Farben 13 2 Reiche Spitzengarnierung unterstreicht die elegante Linie dieses entzückenden Flamisol-Kleides. Mit abnehmbarem Armel, bis Größe 52 14 3 Sehr elegantes Teekleid aus gutem Krepp-Fallle, sehr dekorativ wirken die Armel und Rückenpasse aus einer wunderhübschen bestickten Spitze: 0050 mit Hloft. Rock u. Schmucknodel. Bis Gr. 52 03 4 Entzückender Wintermantel aus uni Stoff in schwarz, marine, grün und nachtblau, ganz auf kunstseidenem Serge gefüttert, halb gesteppt. Der reich gesteppte Kragen ist mit lincolnlamm besetzt. Die hübsche Kordelschnur und die zweifarbigen großen 0075 Knöpfe zieren diesen Mantel besonden 20 S Fescher lugendlicher Mantel, ganz auf kunstseldenem Serge gefüttert; der moderne, interessant gesteppte, kleidsame Kragen ist mit Lincolnlamm 10975 besetz! 20 6 Weich Nießender Pelz am modernen Kragen und die Kordelgarnitur zeichnen diesen hübschen Mantel aus warmem Winterstoff in schwarz und marine aus. Der Mantel ist ganz auf kunstseidenem###75 Serge gefüttert und halb gesteppt 2o 7 Auch bei diesem Mantel wirkt der flache moderte Pelzkragen sehr elegant. Der Mantel ist aus einfarbigen warmen Stoffen in verschiedenen Farben, ganz auf kunstseidenem Serge gefütten#TS und halb gesteppt S 12 Nr. 271 7 Bochumer Anzeiger Montag, 18. November 1933 Nachrichten aus Das Arbeitswerk des deutschen Ingenieurs Ein Vortragsabend im B2J. Die Ortsgruppe Bochum des Vereins Deutscher Ingenieure veranstaltete gemeinsam mit der Deutschen Arbeitsfront und dem Nationalsozialistischen Bund Deutscher Techniker einen Vortragsabend im Parkhotel„Haus Rechen". Gaufachschaftsleiter Pg. Gerdes, der über das Thema„Der deutsche Ingenieur als Führer und Gestalter deutscher Technik“ sprach, zeichnete in fesselnden Ausführungen die Stellung des Ingenieurs in Deutschland in der Nachkriegszeit bis zur Beseitigung der marxistisch=liberalistischen Regierungssysteme und weiter in der Zeit des Wiederaufbaues des zerschlagenen Reiches durch den Nationalsozialismus. Der Vortragende stellte heraus, daß gerade der deutsche Ingenieur und Techniker berusen ist, an hervorragender Stelle am Wiederaufbauwerk des nationalsozialistischen Deutschlands mitzuwirken. Dem mit dankbarem Beifall ausgenommenen Vortrag folgten wissenswerte Darlegungen von Patentanwalt Kuhlmann(Bochum) über„Das kommende Patentgesetz", das berufen sein wird, den Arbeiten deutscher Erfinder ausreichenden Schutz zu gewähren. Der zweite Vorsitzende der Ortsgruppe Bochum des BDI., Pg. Spieß, dankte allen Teilnehmern, besonders aber auch den Vortragenden für die Vermittlung zahlreicher neuer Anregungen zu weiterer unbeirrbarer Mitarbeit am Aufbauwerk unseres Führers. Kameradschaftsabend der DAF.=Kurzschriftgruppe. Echter Kameradschaftsgeist drückte dem von der Kurzschriftgruppe der DAF. am Samstag abend im Lokale Ph. Bischoff gestarteten Bunten Abend seinen Stempel auf. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Siegerehrung und Preisverteilung des am 27. Oktober stattgefundenen Wettschreibens. Als die ausgezeichnete und unermüdliche Kapelle Weimer mit dem Eröffnungsmarsch das Programm einleitete, begann der Saal bereits zu klein zu werden. Nach den Rarschfolgen fand der Kreisbeauftragte für Kurzschrift, Pa. Meißner, herzliche Begrüßungsworte. Ein gefälliger Gesangsvortrag aus Lortzings„Waffenschmied", gesungen von der jungen Sopranistin Mia Wustefeld, erntete verdienten Beifall. Hierauf nahm an Stelle des verhinderten Kreiswalters von KdF., Pg. Ehrhardt, sein Vertreter, Pg. Kettwichter, die Preisverteilung und Ehrung der Sieger aus dem Wettschreiben vor. Als besonders anerkennenswerte Leistung mit 300 Silben erhielt Heinrich Mönninghoff den 1. Ehrenpreis. Danach folgten mit 240 Silben: Hilde Bromba(Ehrenpreis), Heinr. Wernick, Agnes Börnke, Agnes Ostwald und Anton Timmer. In der Geschwindigkeit von 220 Silben holte sich Anny Rinklake einen Preis. Mit 200 Silben erhielten Preise: Gabriele Auen(Ehrenpreis), Mia Horn, Lotte Marquardt, Maria Rataizak, Thea Schäfer Tilla Schanderwitz, Karl Keil, Willy Willems, Ludw. Heller und Willy Nunnemann. 160 Silben: Jos. Laßnig, Frau Martha Berrisch und Franz Schmidt. 140 Silben: Paul Matner und Franz Derezynski. 120 Silben: O. Jagherr, H. Sommerfeld. 100 Silben: Ilse Holtbrugge(Ehrenpreis), Hilde Tönshoff, Grete Varr, Mieze Kattner, Fr. Massau, Anton Kacamarek und Fr. Meier. In 80 Silben erhielt den Ehrenpreis Heinz Rosenbach und in 60 Silben Lieselotte Tegeler. Dann übernahm Pg. Max Zirwes die Gesamtleitung und die Ansage des Abends. Sein in seiner Eigenart verblüffender Humor und seine neuesten Witze waren einfach zwerchfellerschütternd. Mit dem Csardas von Monti holte sich Hans Weimer als Violinsolist warmen Beifall. Mia Wustefeld im Wiener Viedermeierkostüm mit ihrem köstlichen„Ich hab' amol a Räuscherl'habt“ mußte wiederholt vor die Rampe. Mit einer humorvoll aufgezogenen Ballonschlacht, einer Verlosung und noch sonstigen Ueberraschungen ging der offizielle Teil des Abends zu Ende. Aber lange noch war man bei Tanz, Humor und Stimmung zusammen. Kameradschaftsabend der Betriebsgemeinschaft Reichspost Die pflegliche Behandlung des Kameradschaftsgedankens in der Betriebsgemeinschaft Reichspost erfuhr eine eindrucksvolle Bestätigung durch den am Samstag in den Räumen des Evangelischen Vereinshauses an der Mühlenstraße abgehaltenen Kameradschaftsabend, zu dem sich die Belegschaft restlos eingefunden hatte. Die beste Stimmung herrschte bereits im ganzen Saale, als das Orchester der Reichsmusikkammer mit flotten Marschklängen und gefälligen Walzerweisen zum fröhlichen Fest aufspielte. Markige Hymnen der Arbeit klangen auf, eine feine Darbietung der vereinigten Werkscharen des Bachumer Anzeigers und der Firma Baltz Den vielen Gästen, unter denen man auch Gauamtsleiter Müller und Kreisleiter Brunswick vom Amt für Deutsche Beamte sah. entbot Zellenobmann Schmidt die kameradschaftlichsten Grüße. Den Toten des Krieges und der Bewegung galt ein kurzes Gedenken. Dem Führer und seinem Volke wurde die Treue geloht mit den Liedern der Deutschen. Feiertagslieder der Gesangabteilung des Postsportvereins unter der Stabführung von Paul Folge gaben der Festansprache von Vostamtmann Kenter, der im Auf trage des Gefolgschaftsführers Oberpostrats Meyer, sprach, eine würdige Umrahmung. Die kameradschaftliche Geselligkeit wurde immer von neuem geweckt und beleht durch gemeinschaftlich gesungene Lieder, humoristische Vorträge, Volkstänze und sonstige fröhliche Kurzweil. Neben dem Orchester machten sich die Volks tanzaruppe des Postsportvereins und die Musterriege des Turnvereins Friesen e V. um die stimmungsvolle Ausgestaltung der Kameradschaftsfeier äußerst verdient Kaminbrand. Sonntag nachmittag gegen 6 Uhr entstand im Hause Kortumstraße 60 in der vierten Etage ein Kaminbrand aus bisher ungeklärter Ursache. Die Feuerlöschpolizei wurde alarmiert und konnte nach kurzer Zeit den Brand löschen. Es ist Sachschaden entstanden. Kokosmatte entwendet. In den letzten 14 Tagen wurde einem Bewohner des Hauses Märkische Straße 10 aus der hinter dem Hause gelegenen Laube eine Kokosmatte entwendet. Angaben, die auf Wunsch vertraulich behandelt werden erbittet die Kriminalpolizei in Bochum, Polizei=Präsidium, Uhlandstraße Nr. 35, Zimmer Nr. 242. Kleine Aneibungen aus ven=Siadnenen Stadtteil Weitmar Feierstunde des Vaterländischen Weitmar Frauenvereins Weitmars Frauen und Jungfrauen fanden sich am 18. November bei Backwinkel, Kohlenstraße, zu einer Mitgliederversammlung zusammen. Nach einem sinnigen Vorspruch, vorgetragen von Fräulein Fatzmann, begrüßte die Vereinsleiterin Frau Brinkmann ihre Gäste. Mit der Aufforderung zu rühriger Mitarbeit an die Frauen und Mädchen schloß die Rednerin ihre Ausführungen über die Aufgaben des Roten Kreuzes. Einem alten Brauch des Vereins folgend fand hierauf die Auszeichnung von zehn Hausangestellten statt, die 5, 10 und 18 Jahre in einem Haushalt beschaftigt waren. Es wurden geehrt: Frl. L. Nolenz, 18 Jahre bei Brinkmann, Hattinger Straße 393, Agnes Kaschuba 14 Jahre bei Dr. Dreves, Essener Straße 31, Helene Rinkewski, 14 Jahre bei Prokowski, Am Steinknapp, Hildegard Rüppert 11 Jahre bei Husemann, Essener Straße 25, Thea Hüning, 11 Jahre bei Gustav Bente. An der Landwehr 7, Klara Becker, 7½ Jahre bei Tovenrath, Hattinger Straße, Elisabeth Nalenz, 7 Jahre bei Frau Dr. Dreves, Essener Straße 31, Lilli Beverungen, 5 Jahre bei Dr. Gamm, Hattinger Straße, Else Schäfer, 5 Jahre bei Kreter, Markstraße, Maria Reddig, 5 Jahre bei Stratenhof, Hattinger Straße 4.— Mit warmen Worten der Anerkennung für treue Pflichterfüllung überreichte Frau Brinkmann ihnen im Namen des Vereins ein Diplom und ein Geschenk.— Frau Knappentreue bewährte sich. Für ihr mutiges und entschlossenes Verhalten bei der Rettung des am 15. Februar d. J. im Grubenbetrieb der Zeche„Bruchstraße" verschütteten Lehrhauers Johann Sperber ist den Gefolgschaftsmitgliedern Friedrich Hünninghaus und Johann Thomas vom Führer und Reichskanzler die Rettungsmedaille am Band verliehen worden. Aus dem gleichen Grunde wurde dem Steiger Höffken eine öffentliche Belobigung erteilt. Die Auszeichnungen wurden den Arbeitskameraden im Auftrage des Herrn Reichswirtschaftsministers von Oberbergrat Brand über. reicht. Führung der HJ.=Fahne erhalten. Die Oberrealschule Gerthe, die schon im Oktober 1934 90 Prozent ihrer Schüler in der HJ. vereinigte, hat den Antrag erst gegestellt, nachdem die Schüler und Schülerinnen 100prozentig in der HJ. waren, da die Schulleitung es für erstrebenswert hielt, alle Schuler ohne Unterschied erfassen und der Hitler=Jugend als geschlossene Einheit zuzuführen. Diese einheitliche Ausrichtung, auf die der Leiter der Schule, Studiendirektor Rothe, in einleitenden Worten bei der Flaggenhissung hinwies, hat immer im Bestreben der Schule gelegen, wie dieses auch bei den an dieser Schule eingefuhrten deutschen Morgenfeiern, die eine Ergänzung der konfessionell getrennten Andachten und Schulmessen sind, zum Ausdruck kommt. Nachdem der Schulleiter seiner Freude Ausdruck gegeben hatte über diese geschlossene Einheit hinsichtlich der Zugehörigkeit zu nationalsozialistischen Gliederungen, die sich über die ganze Schule vom Schulleiter bis zum Hausmeister erstreckt, bat er den Oberbannführer Strube, die Hissung der Flagge vorzunehmen. In einer ernsten Ansprache, in der er auf die hohe Bedeutung dieser ersten Verleibung einer HIJ.=Fahne an eine Schule innerhalb des Standortes Groß=Bochum, hinwies, ermahnte der Oberbannführer die Schüler und Schülerinnen, diesem Banner die Treue zu halten. Dann gab er das Kommando zur Hissung der.= Fahne, die unter dem Fahnenlied der Hitler=Jugend am Mast emporstieg. Die erhebende Feier, zu der sich sämtliche Schülerinnen und Schüler in BDM.= und =Uniform eingefunden hatten, schloß mit einem Sieg=Heil auf Führer und Vaterland. * Gesegnetes Alter. Witwe Wilhelmine KleineWächter, Heinrichstraße 22, die dort bei ihrer Tochter einen friedlichen Lebensabend verbringt, vollendet am Dienstag, 19. November, bei guter Gesundheit ihr 79. Lebensjahr. Stadtteil Hamme Pfarrer Schiller* Die Herz=Jesu=Pfarrei Bochum=Hamme hat einen schweren Verlust erlitten: Pfarrer Schiller starb am Freitag abend an den Folgen einer Lungenentzündung, die ihn nach achttägigem Krankenlager in die Ewigkeit abberief. Er verschied sanft und gottergeben, nachdem er vorher andächtig die Sterbesakramente empfangen hatte. Seine Geschwister und die Vikare der Pfarrei weilten an seinem Sterbelager. Die Trauerkunde von dem Hinscheiden des Pfarrers erweckte in der Gemeinde herzliche Teilnahme. Nicht ganz drei Jahre seelsorgerischen Wirkens in Hamme waren dem Verstorbenen vergönnt, aber in dieser kurzen Zeit hat er sich die Liebe und Zuneigung seiner Pfarrkinder in hohem Maße erworben. Pfarrer Schiller wurde am 13. Februar 1882 in Dortmund geboren, besuchte dort die Volksschule und das Eymnasium und studierte in Freiburg und München Theologie und Philosophie und trat dann in das Priesterseminar Paderborn ein. 1908 zum Priester geweiht, wurde er zum Kaplan in Lenhausen bei Attendorn ernannt, von dort kam er nach Hirschberg bei Warstein und dann nach Sundern bei Arnsberg. Der Bischof berief ihn dann nach Stendal in der Altmark, von dort wurde er als erster Vikar nach Günnigfeld versetzt. Dann wurde ihm die Pfarrstelle in Bochum=Hamme übertragen. Nun hat er das Zeitliche gesegnet— mitten aus der Arbeit für seine Gemeinde, die ihm ein ehrendes Gedenken bewahren wird. Am Samstaa nachmittag wurde die Leiche des Verewigten vom Elisabeth=Hospital nach Hamme übergeführt. Die Hammer Kirche zeigt das Bild größter Trauer und ist ganz schwarz ausgeschlagen. Stark war der Besuch der Pfarrangehörigen am gestrigen Sonntag im Pfarrhause, wo sie zum letzten Male den toten Pfarrer grüßten. Die Ehrengarde von der St.=Georgs=Bruderschaft hält bis zur Beisetzung des Verstorbenen an dessen Sarge die Totenwacht. Zu abendlicher Stunde fand sich die Gemeinde in einer besonderen Trauerandacht zusammen. Auch heute abend wird in gleicher Weise ein Sterbegottesdienst gehalten. Am Dienstag morgen um 9 Uhr findet nach der Ueberführung der Leiche aus dem Pfarrhause in die dortselbst zunächst das Totenoffizium statt, Geschichtstafel 1863 in 18. November: wurde der moderne Dichter Richard Dehmel Wendisch=Hermsdorf im Spreewald geboren, 1887 Versicherungsbeamter, der sich aber seit 1895 ganz seiner dichterischen Begabung widmete. Sie lag nicht so sehr auf dem auch gepflegten dramatischen und epischen Gebiet, wie auf dem der Lyrik, die sich anfangs unter Liliencrons und wohl auch Nietzsches ohne Erotismus, schließlich zu moderner metaphysisch tiefer Realistik entwickelte. Schon vor dem den er als Kriegsfreiwilliger mitmachte, erschien eine zehnbändige Ausgabe seiner Gesamtwerke, seinem am 8. Februar 1920 zu Blankenese erfolgten Tode noch die aus dem Nachlaß herausgegebene Komödie„Die Götterfamilie", sowie„Ausgewählte Briefe“. Personalnachrichten Knappschafts=Obersekretär Peter Wackerzapp, Hunscheidtstraße, kann heute auf eine 25jährige, Tätigkeit bei der Ruhrknappschaft zurückblicken. Dem Jubilar wurden mancherlei Ehrungen zuteil. Bochumer Veranstaltungen Städtischer Musikverein Bochum. Heute, Montag, 18. November, findet eine Gesamt=Chorprobe in der Aula der Goethe=Oberrealschule an der Goethestraße statt und beginnt pünktlich 20 Uhr. Leitung: Professor Reichwein. Stadtteater Bochum. Heute gastiert die Kölner Oper mit Eugen'Alberts Musikdrama„Tiefland"(Gelber Ring und RS.=Kulturgemeinde, Serie A. Nr.—200, Preise I; Dauer: 20 bis 22.30 Uhr). Auf Grund zahlreicher Anfragen erscheint am Dienstag, 19. November, nach längerer Pause wieder einmal Nestroy=Hilverts erfolgreiche Posse„Lumpacivagabundus oder das liederliche Kleeblatt“ auf dem Spielplan. Die Inszenierung besorgte Viktor Ahlers(Vormiete C: Preise III; Dauer: 20—22.30 Uhr). Mittwoch, 20. November(Buß= und Bettag) findet keine Aufführung statt; das Theater steht für das Chor= und Orchesterkonzert zur Verfügung. „Was gibt uns Halt?“ Ueber dieses Thema spricht, wie aus dem Anzeigenteil ersichtlich, der bekannte völkische Redner Georg Stammler am Dienstag, 19. d.., abends 8 Uhr, in der Verwaltungsakademie. Stadtteil Riemte Totenglocke. Im Alter von 59 Jahren hat der Bauunternehmer August Hackert, Herner Straße 233, das Zeitliche gesegnet. Mit ihm ist eine Persönlichkeit von hinnen gegangen, die im Stadtteil Bochum=Riemke sich des besten Rufes erfreute. Lange Jahre war August Hackert Kirchenvorstandsmitglied der Franziskuspfarrei. Längere Zeit hindurch bekleidete er das Amt eines Vorstehers der Armenpflege, wie er sich auch als Mitglied des Vinzenzvereins in der karitativen Fürsorge betatigt hat. Der Verewigte war ein Geschäftsmann von lauterem biederem Charakter und hat sich besonders durch sein Eintreten für die Belange des örtlichen Baugewerbes einen geachteten Namen erworben. Um den Toten klagen der Kriegerverein und der Schützenverein, die ihrem verdienten Mitgliede ein dankbares Andenken bewahren werden. Silberne Hochzeit. Heute feiern die Eheleute Josef Biermann und Frau, Fiedlerstraße 5, ihre silberne Hochzeit. Stadttell Bordel Goldene Hochzeit. Ihre goldene Hochzeit feierten, die auf der Günnigfelder Straße wohnenden Eheleute Karl Mallenburg und Frau, Luise geb. Scheikowski. Der Jubilar ist 78 und seine Gattin 75 Jahre alt. Aus der Ehe entsprossen sieben Kinder, fünf von ihnen leben noch. Ein Sohn ist im Weltkriege gefallen. Außerdem sind 15 Enkelkinder vorhanden. Das Jubelpaar beging den Tag in aller Stille und Zurückgezogenheit bei seinem Sohne Wilhelm im Hessenland. Hochbetagt. Viele Glückwünsche gingen der Frau Bödefeld, Sechs=Brüder=Straße 13, zu, die gestern ihr 70. Lebensjahr, vollendete.— Henzgzioper tgfgfgifge der Günnigfelder Straße wohnende. Gerlemann, geb. Hartmann, in bester Gesundheit ihren 85. Geburtstag. Stadtteil Werne Herbstversammlung des Vaterländischen Frauenvereins Im festlich gefchmückten Saale von Schulte=Drux hielt der Vaterländische Frauenverein seine diesjährige Herbstversammlung ab. Die Vorsitzende begrüßte die Erschienenen und wies auf die Pflichten der deutschen Frau hin. Die Leiterin des Bereitschaftsdienstes gab dann einen Bericht über den Stand der Ausbildung der Samariterinnen und kündigte einen neuen Lehrgang an, zu dem sich recht viele Frauen und Mädchen melden möchten. Der Schriftführer sprach über die Tätigkeit des Vereins im letzten halben Jahr und bat dringend um Unterstützung der von der NSV. veranstalteten Sammlungen für das WHW. und Erwerbung der Miti em Erschent.— Frau gliedschaft bei der NSV. Sodann empfahl er den BeiVilter erfreute hierauf die Zuhörer durch einige mit tritt zu der Sterbekasse des Deutschen Roten Kreuzes, feinem Verständnis gespielte Musikstucke und Fraulein die bei einem Vierteljahrsbeitrag von 1,00 Mark im Stube erntete für ihre mit gutem Vortrag gesungenen Lieder großen Beifall. Sie fand an Fräulein In der Au eine gute Begleiterin. Margot und Melitta Franke führten anmutige, künstlerische Tänze auf. Unter Leitung von Fräulein Venner und Fräulein Wiecorek wurden dann einige kleine Theaterstückchen gespielt. Auch fanden Lieder zur Laute, von Fräulein Grotzmann gesungen, größten Anklang. Zum Schluß der Feier wurden die Winterhilfsbüchsen herumgereicht. * Aus der Franziskuspfarrei Weitmar. Die Elisabeth= konferenzen von Weitmar=Mitte und=Mark begehen ihr Patronatsfest am morgigen Dienstag, nachmittags.30 Uhr. In der Festversammlung wird ein Bericht gegeben über die elisabethanische Liebestätigkeit der Konferenzen im letzten Jahre. Stadtteil Linden=Dablbausen In hohem Alter. Schreinermeister Eugen Wiemann, Arstraße 36, vollendete am Sonntag sein 70. Lebensjahr. Sechs Kinder und sieben Enkelkinder beglückwünschten ihn.— Die im St.=Josephs=Hospital ihren Lebensabend verbringende Witwe Katharina Becker wurde gestern 78 Jahre alt. 25 Jahre im Dienste. Am Sonntag konnte der Maschinensteiger Fritz Kreft,.=Dahlhausen, Eiberger Straße 8, auf eine 25jährige unterbrochene Arbeit bei der Firma Dr. C. Otto zurückblicken. Hammer Friedhofes beigesetzt, wo bereits zwei Geistliche aus dem Stadtteil Hamme ihre letzte Ruhestätte gefunden haben, und zwar der im Jahre 1908 gestorbene erste Pfarrer von Hamme, Moritz Lohre, und der erst vor wenigen Jahren heimgegangene Pfarrvikar Johannes Reul, der erste Priester der Dreifaltigkeitsgemeinde. * Dienstjubiläum. Der Seilfahrtmaschinist Anton Gietzek blickte auf eine 25jährige Dienstzeit im Dienste der Zeche„Karolinenglück" zurück.— Sein silbernes Dienstiubiläum feierte ebenfalls der Wagenmerster Albert Stecher. an das sich die feierlichen Ereguien anschließen. Der Zwei Knappen verschitet, einer lebend, einer tot Verstorbene wird in der katbolischen Priestergruft des Iwei Knnpzen Gresche gevorgen Auf der Zeche„Königsgrube“ wurden vormittag die Reparaturhauer Jedanzik und Schepers, die auf der achten Sohle mit Aufräumungsarbeiten beschäftigt waren, durch Zubruchgehen der Streae verschüttet. Unter Führung des Direktors, Bergassessors Fröhlich, wurden sofort die Bergungsarbeiten aufgenommen, die nach 16stündiger Dauer zur Bergung von Schepers führten, der nur geringe Verletzungen davongetragen hatte. Dagegen konnte Jedanzik erst am Samstag nachmittag, und leider nur werden. tot, geborgen Ausmärsch Der Gäumspe non Pm Schtlop Aäutel Eine bedeutsame Kundgebung Stadtteil Laer In hohem sche Alter. In geistiger und körperlicher Frische begeht Mittwoch, die Ehefrau Eva Schäfer, Wittener Straße, ihren 72. Geburtstag. Preisschießen. In der Wirtschaft Metze(früher Pamp), Werner Hellweg, findet in den Tagen vom 22. bis 24. November ein Preisschießen statt. Stadtteil Langendreer Dienstjubiläum. Der Lokomotivführer Wilhelm Göke aus Langendreer kann in diesen Tagen sein silbernes Dienstjubilaum feiern. Herzlichen Glückwunsch! Todesfalle ein Sterbegeld von 250,00 Mark zahlt. Die Punkte der Tagesordnung wurden umrahmt von Vorträgen und Reigen. Die Samariterin Fräulein Gehring trug zwei Gedichte vor, Frau Pleuger gefiel sehr mit einigen Liedern. Tadellos klappten auch die von Fräulein Tausch eingeübten Reigen und Vorträge. Mit einem dreifachen Sieg=Heil auf den Führer und unser Vaterland schloß die anregend verlaufene Versammlung. Jubelfeier des MGV.„Concordia". Der MGV. „Concordia“ Werne beging Samstag abend im festlich geschmückten Saale Mußweiler die Feier seines 47. Stiftungsfestes, zu der sich die Mitglieder mit ihren Angehörigen zahlreich eingefunden hatten. Der MGV. „Concordia" trug zunachst unter der Leitung seines Dirigenten Lavieer den Sängerspruch vor. Nach der Begrüßungsansprache des Vereinsführers von Dahlen ergriff der Kreisleiter des Sängerkreises Witten, Pg. Sondermann, das Wort zur Festansprache über die Ziele des Sängerbundes. Dann fand Kreisleiter Sondermann Worte des Dankes und der Anerkennung für die treuen Dienste, die der Sangesbruder Steinhardt dem Verein in 25 Jahren geleistet hat. Er überreichte ihm ein Diplom und überbrachte die Glückwünsche des Sänaerbundes Witten. Gesangliche Darbietungen, Theateraufführungen, Musikund Chorvorträge wechselten nunmehr in bunter Folge. Stadttell Grumme=Böde Hohes Alter. Der Invalide Clemens Rasche. Am Prattwinkel 6, feierte im Kreise der Seinen seinen 77. Geburtstag. Stadtteil Gertbe Hissung der HJ.=Fahne an Oberrealschule Samstag vormittag wurde an der Gerther Oberrealschule in Anwesenheit des Oberbannführers Strube die Hitler=Jugend=Fahne feierlich gehißt. Es ist üblich geworden, daß sämtliche Schulen, die 90 Prozent ihrer Schüler in der Hitler=Jugend haben, das Recht zur Die alte, 1100 Jahre alte Stadt Castrop=Rauxel prangte gestern in festlichstem Flaggenschmuck. Der Kreis der RSDAP. beging sein zehnjähriges Bestehen und damit hatte die Stadt in ihren Mauern den Aufmarsch der Gauinspektion I, die die Städte Bochum, Wattenscheid, Wanne=Eickel, Herne und Witten umfaßt. Am Samstag abend wurde diese Zehnjahresfeier mit einem Marsch der alten Kämpfer im früheren Braunhemd durch die Straßen der Stadt eröffnet. Auf einem anschließenden Kamergdschaftsabend hieß Kreisleiter Oberburgermeister Dr. Anton alle herzlich willkommen und entrollte noch einmal ein Bild der Tage der Kampfzeit. Der Aufmarsch der Gauinspektion erfolgte am Sonntag. In HabighorstIckern, der ersten Castrop=Rauxeler Ortsgruppe, marschierten auf dem Markt die politischen Leitex der gesamten Gauinspektion, die SA.=Männer der Standarte 457, die Hitler=Jugend. die Arbeitsfront und der 3. SS.= Sturm der 30. SS.=Standarte auf. Ein Wald von Sturmfahnen hatte um das geschmückte Rednerpult auf dem Markt Aufstellung genommen. Unter den Ehrengästen befanden sich Vertreter aus Handel und Industrie sowie vom Polizeiamt Regierungsrat Niewisch. Gauinspekteur Oberbürgermeister Meister(Herne) meldete dem stellvertretenden Gauleiter Emil Stürtz die angetretenen politischen Leiter und SA.=Standartenführer Scheunemann die angetretene SA. Darauf nahm der stellvertretende Gauleiter das Wort zu einer großangelegten Rede, in der er zum Eingang auf das heldische Sterben der 16 Toten vom 9. November 1925 zu sprechen kam, die nun in München, der Geburtsstad: der Bewegung, die ewige Wache bezogen hätten. Wer geglaubt habe, daß die Revolution mit dem 30. Januar 1933 beendet sei, befinde sich im Irrtum. Die Revolution gehe weiter und baue sich auf dem Blute der 16 Gefallenen auf. Dieses gebe das Fundament, auf dem sich Stein für Stein setze für den Aufbau des Staates. Seine Schlußworte klangen aus in einem Appell an die Versammelten, alle ein Werkzeug der Einsatzbereitschaft zu sein und dem Führer Treue und Gefolgschaft zu wahren. Mit erhobenen Händen sangen die Kundgebungsteilnehmer und Hunderte von Menschen, die den Markt umsäumten, das Horst=Wessel=Lied. Sodann nahmen der stellvertretende Gauleiter Stürtz, Gauinspekteur Meister, Standartenführer Scheunemann, den Vorbeimarsch ab, worauf dann der große Wervemarsch von Ickern nach dem alten Markt im Stadtteil Castrop erfolgte. Der etwa 2000 Mann zählende Zug wurde angeführt von der Gauinspektionskapelle, der die SA.= der politischen weiter folgten und der beendete Standarte 457 folgte. Vor jedem Zug Leiter schritt der jeweilige, Kreisleiter,## die HJ. des Bannes 259, Pimpfe und die Deutsche Arbeitsfront. Den Abschluß bildete ein SA.=Sturm. Nach dem Aufmarsch richtete Gauinspekteur Oberbürgermeister Meister scharfe Worte gegen die Miesmacher. Nach dem Gesang des Deutschlandliedes brachte Oberbürgermeister Dr. Anton von Castrov=Rauxel auf den Führer ein dreifaches Sieg=Heil gemeinsame Gesang des Horst=Wessel=Liedes die eindrucksvolle Kundgebung. Aus der ASDAp. Montag, 18. November: (Nach amtlichen Bekanntmachungen der Partei.) RSDAP. Wiemelhausen. 20 Uhr: Schulung für alle Politischen Leiter und Amtswalter der Gliederungen bei NiedRSDAP. Grumme=Böde. 20 Uhr: Schulungsabend in der Kaiseraue. Erscheinen der Politischen Leiter ist Pflicht. Sportamt der NSG.„Kraft durch Freude“. Reitkursus. Das Sportamt gibt bekannt, daß infolge Ueberfüllung der Reitkursden. Pebekanntgegeben. Kursusplan für Montag, 18. November: Allgemeine Körperschule für Frauen und Männer von 20 bis 22 Uhr, Turnhalle des Freiherr=vom=Stein=Oberlyzeums, Werkurse keine Anmeldungen mehr entgegengenommen Der Beginn der neuen Reitkurse wird an dieser Stelle Bleichstraße. Fröhliche bis 22 Uhr, marckstraße. Fröhliche bis 22 Uhr, Gymnastik und Turnhalle des Spiele nur Staatlichen für Frauen von 20 Gymnasiums, Bismunalbank, Schützenbahn. Gymnastik und Spiele nur für Frauen von 20 Uebungsraum der Gymnastikschule in der KomReichssportabzeichen für Frauen und Männer von 20 bis 22 Uhr, Turnhalle der Drusenbergschule. Rollschuhlausen für Frauen und Männer von 20.30 bis 22 Uhr, Turnhalle der Oberrealschule II. Königsallee. Schwimmen für Frauen und Männer gemeinsam von 21.15 bis 22.30 Uhr, Städtische Badeanstalt, Marienstraße. Volkstanz ab 19.30 Uhr für Anfänger. Volkstanz ab 20.30 Uhr für Fortgeschrittene. des Resorm=Realgymnasiums..=Langendreer, Turnhalle Unterstr. 73. Seite 13 Nr. 271# Bochumer Anzeiger" Montag, 18. November 1933 Bochumer Leben Beities und Gesogyschaf. Kreiswalter Pg. Meinert über die Aufgaben des Vertrauensrats Im überfüllten Großen Hörsaal der Westfälischen Verwaltungsakademie sprach am Sonntag vormittag Kreiswalter Pg. Meinert über das Wesen und die Aufgaben des Vertrauensrates. Die mehr als dreistündigen Ausführungen, die der Vortragende vor den zahlreichen Vertrauensratsmitgliedern und Vertrauensmännern der hiesigen Betriebe machte, waren nicht nur von besonderem Interesse wegen der Lebendigkeit und Anschaulichkeit, mit der Pg. Meinert die Grundlagen und Aufgabenziele dieser neugeschaffenen Einrichtung darlegte, sie verdienten vor allem vor diesem Horerkreis starkste Beachtung wegen der aufschlußreichen Erläuterungen, mit denen der Redner aus einer Fülle von praktischer Erfahrung die Probleme aufzuhellen wußte, die im Einzelfalle, sei es in der Person des Gefolgschaftsführers oder in der Einstellung der Gefolgschaft selbst, zum Schaden eines Betriebes aufzu tauchen pflegen und deren Ueberbrückung und Ausräumung ebenfalls die beratende Rolle des Vertrauensrates dienen soll. Was im einzelnen die Tätigkeit und den Wirkungskreis des Vertrauensrates betrifft, so hat er mit der eigentlichen Betriebsführung, insbesondere mit der wirtschaftlichen Seite des Unternehmens nichts zu tun. Diese Dinge sind Sache des Führers des Betriebes, wie auch er einzig und allein die ihm als Unternehmer anvertraute Gefolgschaft führt. Die Neuordnung der Arbeit hat ihm aber das Institut eines Vertrauensrates, der aus Gefolgschaftsmitgliedern gebildet ist, zur Seite gegeben, das ihm in allen Fragen, die den Betrieb, vor allem auch das Verhältnis von Gefolgschaft zum Unternehmen betreffen, beratend zur Hand geht. Die Arbeit des Vertrauensrates beschränkt sich somit, wie schon der Name andeutet, auf eine rein unterstützende, beratende Beistandsleistung. Je größer der Betrieb ist, um so geringer bleibt naturgemäß der innere Kontakt des Gefolgschaftsführers mit dem einzelnen Gefolgschaftsmitglied. Diese Lücke auszufüllen und die harmonische Wechselbeziehung zwischen dem Arbeitnehmer und der Betriebsleitung jederzeit lebendig und für beide Teile bewußt zu erhalten, ist eine der Hauptfunktionen des Vertrauensrates Darüber hinaus soll er teilhaben an allen in Erscheinung tretenden Fragen und auch Sorgen des Betriebes, Gerade deshalb aber ist eine einheitliche Auffassung, ein einheitliches Ziel in der zweckmäßigen Form der Betriebsführung für beide Teile, Führer und Vertrauensrat, unerläßlich. Wie der Redner aus seiner Erfahrung betonte, sind die Fälle einer unrichtigen Einstellung der Gefolgschaft weitaus geringer als die einer mangelhaften Gefolgschaftsführung. Dabei unterlasse die Deutsche Arbeitsfront es nicht, den Führern der Betriebe alle Hilfe zukommen zu lassen und alle Wege zu weisen, wie eine richtige Führung zu erfolgen habe Tort aber, wo es ein wirklicher Führer seines Betriebes verstanden habe. sich eine wahre Vertrauensgemeinschaft aus seiner Gefolgschaft zu schaffen, könne er gewiß sein, daß sie ihm ergeben sei, möge es dem Betriebe gut gehen oder schlecht. Im zweiten Teile seines Vortrages kam Kreiswalter Meinert sodann auf die Einzelheiten des Gesetzes zur Ordnung der nationalen Arbeit zu sprechen, das ganz abgestellt ist auf die vorerwähnte Vertrauensgrundlage Zum Schluß ging der Redner sodann in eingehender Behandlung die einzelnen Abschnitte des Gesetzes durch, die an Beispielen erläutert und in ihrer praktischen Auswirkung auf die Betriebe aufgezeigt wurden. Die lebhaft interessierte Zuhörerschaft dankte am Schlusse des Vortrages mit lautem Beifall. „Es ist vieles nachzuholen Aufruf des Einzelhandels zur Weihnachtswerbung Um für die Bochumer Wirtschaft zu werben, wird auch jetzt wieder, wie im Vorjahr, eine besondere Weihnachtswerbung unter dem Motto Grubenlicht und Weihnachtsbaum“ in Bochum durchgeführt werden. In einem Aufruf wendet sich die Wirtschaftsgruppe Einzelhandel, Ortsgruppe Bochum, an alle Mitglieder, dem wir folgendes entnehmen: „Auch in diesem Jahre wird der Einzelhandel unserer Stadt im Verein mit dem Handwerk, dem Gaststättengewerbe usw., unterstützt durch Stadtverwaltung und Verkehrsverein, mit einer großen Weihnachtswerbung an die Oeffentlichkeit treten. Die Bedeutung einer solchen Veranstaltung muß besonders unterstrichen werden, weil auf dem Gebiet der Werbung vieles nach zuholen ist. Deshalb zweifeln wir nicht daran, daß unser Ruf zur restlosen Beteiligung an der gemeinsamen Weihnachtswerbung einen vollen Erfolg haben wird. Das ist um so leichter möglich, als von Umlagen und gemeinsamer Ausschmückung der Straßen abgesehen wird, so daß sich die ganze Kraft und Verantwortung des einzelnen Geschäfts auf die Ausschmückung seiner Schaufenster und seiner Ladenfront konzentrieren kann. Die Bochumer Weihnachtswerbung beginnt am 29. November, so daß es allerhöchste Zeit ist, schon jetzt die Vorbereitungen zu treffen. Das Motto der Veranstaltung ist wie im Vorjahr:„Grubenlicht und Weihnachtsbaum.“ Ueber den bei der Weihnachtswerbung zur Verwendung kommenden Kranz haben bereits die Zeitungen wiederholt berichtet. Wir dürfen wohl annehmen, daß unsere Mitglieder unterrichtet sind. Die Kränze sind übrigens in den Blumengeschäften ausgehängt, die auch die Bestellungen entgegennehmen. Die Wirtschaftsgruppe Einzelhandel erwartet, daß sich alle Mitglieder wenigstens durch Aushängen eines Kranzes, die in den Hauptverkehrsstraßen mit mehreren Kränzen an der Werbung beteiligen und rechtzeitig die notwendigen Vorbereitungen treffen. Es gilt, verlorene Absatzgebiete wiederzugewinnen und unserer Stadt den Platz zu sichern, der ihr zukommt. Dr. Josef Nagels letzter Gang Am Samstag nachmittag wurde das, was an D Josef Nagel sterblich war, zur letzten Ruhe gebette große Gemeinschaft der Schwestern des St.=Elise beth=Hospitals, dessen Chefarzt der Verewigte gewese war, hatte sich bereits morgens in der Propsteikirche ve sammelt, um bei den Exequien mit Propst=Dechant P# ters, Vikar Rölle und Vikar Grebe des Toten fürbitter zu gedenken. Der letzte Gang von Dr. Josef Nagel we ein Ehrengang. Keinen von der Bochumer Aerzt schaft gab es, der sich nicht an dem letzten Geleit b teiligt hätte. In der vordersten Reihe der Leidtragend ## das Kuratorium des St.=Elisabeth- und St.=Josep Vospirats. Dahinter folgte die große Schar derer, d dem Heimgegangenen in Liebe, Treue und Dankbark verbunden waren. " Auf dem Friedhof in Bochum=Grumme fand D Losef Nagel seine letzte Ruhestätte. Nachdem Propf Dechant Peters die letzten Gebete gesprochen hat trat Justizrat Heitmann als Beauftragter des Ki ratoriums des Krankenhauses vor das offene Grab hi um von dem Toten Abschied zu nehmen. Er erinner daran, wie Krieg, Nachkriegszeit, Besatzung und In flation übergroße Sorge und Not mit sich brachten fi die Bevölkerung des Industriegebietes, wie die Krai tenhauser an erster Stelle den Kampf aufnahmen gege Auswirkungen dieser Not. Dr. Josef Nagel habe der vordersten Front der Kämpfer gestanden und au geharrt bis zum letzten. Das Kuratorium danke ihm für alles, was er im Laufe seiner 35jährigen Tätigkeit als Mensch und Arzt für das Haus und die ihm anvertrauten Kranken getan habe. Nach Justizrat Heitmann entbot Professor Dr. Reich den letzten Scheidegruß der Aerzte. Noch einmal würdigte er das opferbereite, selbstlose und von großem Erfolg gekrönte Wirken des Verstorbenen, der im Jahre 1900 nach bestandener Prüfung in Greifswald nach Bochum kam, als Assistenzarzt unter Geheimrat Schmidt seine Tätigkeit am St.=ElisabethHospital begann, dann zwei Jahre im Dienste der Ruhrknappschaft sich um die Bekämpfung der Wurmkrankhei! große Verdienste erwarb und schließlich als Chefarzt der Inneren Abteilung an das St.=Elisabeth=Hospital berufen wurde. Die größte Tragik des Arztes, die Unzulänglichkeit aller menschlichen Kunst, sei ihm nicht erspart geblieben. Schmerz und Leid verdunkelten seinen Lebensabend. Doch die innere Größe seiner Berufung habe sich gezeigt in seinem frohen Optimismus und in seiner religiosen Ergebenheit, mit der er sein schweres Schicksal getragen habe. Ein prächtiger Chrysanthemenkranz als Ausdruck des steten Dankes und der Verbundenheit der Krankenhausärzte senkte sich in die Gruft, gefolgt von anderen herrlichen Blumen= und Kranzspenden, die schönstes Zeugnis der Treue waren, welche dem stillen Schläfer bleiben wird für alle Zeiten. Ein Jahrhundert Naturheilbewegung Prießnitzfeier des Naturheilvereins Bochum. Seit etwa einem Jahrhundert gibt es in Deutschland eine Naturheilbewegung. Als ihr Begründer ist der Schöpfer der Kaltwasserkur, Vinzenz Prießnitz, anzusehen, dem unzählige Menschen ein frohes und gesundes Leben verdanken. Der Naturheilverein Bochum e. V. ehrte das Andenken des um die deutsche Volksgesundheit verdienten Mannes am Samstag abend im Saale des Ernst=Moritz=Arndt=Hauses durch eine Prießnitz=Feier, zu der die Anhänger und Freunde der Naturheilbewegung zahlreich erschienen waren. Geschäftsführer Pg. Asbeck hieß die Gästeschar willkommen, insbesondere auch die alten Förderer der Bochumer Vereinigung, unter anderen den Ehrenvorsitzenden Nockemann. Vor der Bühne war eine von Grün und Blumenschmuck umrahmte Büste von Vinzenz Prießnitz aufgestellt. Im Mittelpunkt der Feier stand ein Vortrag von W. Sonntag über das Lebenswerk des „Wasserarztes", der vor einem Jahrhundert in Dresden die erste sichtbare Verbreitung seiner Lehre von der Heilkraft des Wassers durch die Gründung des ersten„Vereins der Wasserfreunde" erlebte. Aus den anfangs verlachten wenigen Anhängern von Prießnitz wurde eine nach vielen Tausenden von begeisterten Anhängern zählende Bewegung. Prießnitz und nach ihm wirkende Männer wie Schroth, Rausse, Rikli, Hahn, Lahmann und Kneipp prägten den Satz:„Nicht Heilsäfte, sondern Heilkräfte heilen! Die Natur heilt!" Ueberall in Deutschland wurden Naturheilvereine ins Leben gerufen, die sich in erster Linie die Aufgabe gestellt haben, Gesundheitspflege zu betreiben. Leibliche und geistige Gesundheit solle dazu dienen, ein starkes Geschlecht zu erziehen. Der dankbar ausgenommene Vortrag wurde durch eine größere Anzahl fesselnder Lichtbilder aus dem Leben und Wirken von Vinzenz Prießnitz, sowie von vorbildlichen Einrichtungen von Prießnitz=Krankenhäusern und Naturheilvereinen besonders anschaulich gemacht. Die stimmungsvolle Prießnitz=Feier wurde umrahmt durch Klaviervortrage, Gesangsdarbietungen und Tanzvorführungen, wobei Josef Neveling für sein vortreffliches Klavierspiel, Frau Walter für die stimmlich ausgezeichneten Liederdarbietungen und die Tänzerinnen Gisela Schweitzer=Schrader mit ihrer Tanzgruppe und Selma Rösen den herzlichen Beifall der Gäste als Dank für ihre Mitwirkung an der Ausgestaltung der schonen Feier entgegennehmen konnten. Chorkonzert im Vereinshaus Mit der Gesangabteilung der Eisen= und Hüttenwerke ist die Zahl der größeren Bochumer Männerchöre um einen nicht zu unterschätzenden Verein vermehrt worden. Noch in den ersten Jahren der Entwicklung stehend, zeigt der Chor heute schon— und tat es bereits bei seinem Erstlingskonzert— Qualitäten stimmlicher und musiktechnischer Art, die stärkste Beachtung verdienen. Dem Verein gereicht es zum Vorteil, in Willy Kölling gleich einen Dirigenten zu finden, der aus erfahrener Kenntnis und Routine dem jungen Chor nicht nur alle Möglichkeiten verschaffte, über die schwierige Anfangszeit glücklich hinwegzukommen und sofort zu Beginn hochst erfolgreich zu bestehen, sondern auch das vorhandene Material in eine solide Zucht und strenge Schulung nahm, so daß man die Fortschritte in stimmlicher Verbesserung und musikalischer Haltung sehr wohl beobachten kann. Es kann im Ausgleich und in der klanglichen Ausgewogenheit noch nicht alles ideal sein, aber es werden mit dem Gesamtchor, der in allen Gruppen einige sehr schöne und füllige Stimmen besitzt, schon jetzt tonliche Wirkungen von löblichem Niveau erreicht. Und der Dirigent versieht sein immer schon äußerst bestimmt und umsichtig geführtes Amt nun auch ohne eingewurzelte, billige Effekte, befleißigt sich einer gesunden, ungekünstelten Diktion und eines natürlich flüssigen Vortrags. " Dem Programm ist, abgesehen von der Ueberflüssigkeit des nur auf Kraft und Wirkung gestellten Schlußchors, ein gediegener, kunstlerisch einwandfreier Geschmack nachzurühmen. Durch geschicktere Aufteilung hätte allerdings eine ermüdende Gleichförmigkeit der Stimmung und musikalischen Farben, wie sie allzu grau den Mittelteil des Programms belastete, vermieden werden können. Nicht schuldlos war daran freilich die Liedauswahl des Solisten, der mit ausgesprochen schwerer, komplizierter und so wenig lichtvoller Literatur — je vier Lieder von Wolf und Pfitzner—. noch dazu in einer anschließenden Folge, den düsteren Charakter einseitig betonte. Ist nicht die schöne, volkstümlich gehaltene Lyrik unserer Romantiker, wie etwa Schumann und Schubert, viel geeigneter für ein Publikum der Männerchorkonzerte? Die große und starke Wirkung, die den solistischen Gaben dennoch beschieden war, blieb vorzugsweise der tiefschöpfenden, gewaltig eindringlichen und meisterlich angelegten Darstellung Ewald Kaldeweiers zu danken, der in der musikalisch durchdachten und mit außerster stimmlicher Wärme erfüllten Ausdrucksgröße eine künstlerische Leistung von hohem Rang vermittelte. Seine anerkannten stimmlichen Vorzüge kamen dabei ebenso zur Geltung wie ihn die musterhaft saubere und anschmiegsame Begleitung Carlota Krauses fördernd unterstützte. Beiden Ausübenden zollte das Publikum stärkste Anerkennung. Im Chorprogramm interessierten vornehmlich zwei neue Kompositionen von Lißmann und Bleyle. Des ersteren Goethe=Vertonung„Feiger Gedanken“ hat männlichen Schwung der thematisch aufrechten Linie, setzt auch die kontrapunktische, künstlerische Arbeit vor den klanglichen Effekt, womit sie bewußt auf leere Wirkung verzichtet und doch sehr erfolgreich sich durchsetzt. In Bleyles herbstlichem Bild geistern noch deutlich die Reminiszenzen überlebter Kunstchöre. So sehr der Komvonist durch eine grade, schlichte und musikalisch gediegene Motivgestaltung sich auf würdiger Ebene zu halten versucht, einzelne Requisiten der alten Form tauchen doch wieder auf. Zum wenigsten aber ist dieser Chor kein Reißer, sondern immer noch anständige Musik. Die Bewältigung der nicht leichten Aufgabe gelang den Singenden, die mit äußerster Disziplin ihrem temperamentvollen Dirigenten folgten, tontechnisch und klanglich sehr anerkennenswert, wie auch Heinrichs oft erprobtes „Volk“ eine rühmliche Wiedergabe fand. Gern sah man es, daß sich nun auch dieser Chor eines der schönsten Werke mit Kinderchor von Rinkens annahm, wobei der Voigtsche Schulchor sich seiner Aufgabe, wenn auch mit tonlichen Trubungen, musikalisch einwandfrei Westfalen und Rheinprovinz und schön kultiviert zu entledigen wußte. Als Einzelchor holten sich die kleinen Sänger mit den sauber ausgearbeiteten, mehrstimmigen Volksliedern verdienten schönen Erfolg, und auch diese kleinen Mitwirkenden des reichhaltigen und gelungenen Abends wurden herzlich von dem sehr zahlreichen Publikum gefeiert. 8. Dei Weg dei Dirde Oberst a. D. Reinhard beim westfälischen Treffen des Reichskriegerbundes„Kyffhäuser“ in Dortmund Aufnahmen:„-.“Muthherz Einmarsch der Kuffhäuserfahnen; oben links: Bs. Dortmund, 16. November. „Sie, die alten westfälischen Krieger, dürfen heute mit Genugtuung feststellen, daß der Geist, den Sie in schweren Jahren pflegten und der in manchen Kreisen damals verpönt war, sich siegreich durchgesetzt hat, in einer geeinten Nation heute gewährleistet ist und sich fortpflanzen wird auf die künftigen Generationen, mit diesen Worten, die der Dortmunder Oberbürgermeister an die aus allen Teilen der Roten Erde zum Landestreffen in der Westfalenhalle versammelten Mitglieder des Reichskriegerbundes„Kyffhauser“ richtete, wurden wohl am treffendsten die Gefühle gekennzeichnet, unter denen sich in diesem Jahre die westfälischen alten Krieger mit ihrem Bundesfuhrer Oberst a. D. Reinhard zusammenfanden. Es war das erstemal seit Bestehen des neuen Reiches, daß die im Kyffhäuserbund vereinigten Kriegsteilnehmer auf dem aus früheren Landestreffen wohlvertrauten Dortmunder Boden aufmarschierten. Trugen die vergangenen Kundgebungen den Charakter des Kampfes um die Erhaltung alten Soldatengeistes und militärischer Tugenden, so atmete diese Veranstaltung den Sieg der verfochtenen Ideale, an deren ruhmvolle Tradition eine neue Wehrkraft mit gleichen Zielen anknüpft. Wie immer bei großen Ereignissen, empfing die Westfalenhalle ihre Gäste in festlichem Gewand. Von hohen Masten grüßen am Haupteingang die Fahnen des Reichs und des Kyffhäuserbundes. In der Vorhalle, von Lorbeer= und Blumenschmuck eingefaßt, das lebensgroße Bild des Führers von seinem Besuch in Dortmund im vergangenen Jahre. Beide Breitseiten der Halle werden in der Mitte beherrscht von riesigen, weit ausgesvannten Fahnentüchern des Reichskriegerbundes Vor ihnen, auf erhöhter Tribüne, der Musikzug der SS.=Standarte 88, zu dessen Seiten, auch im Sitzen tadellos ausgerichtet, geschlossene Gruppen der jungen Wehrmacht Platz genommen haben. Gleich gegenüber die Ehrentribüne mit dem Rednerpult. Man bemerkt hier Oberst a. D. Reinhard im Gespräch mit Generalleutnant von Kluge, ferner den Oberbürgermeister von Dortmund, Dr. Banike, hohe Offiziere der alten Armee in ihren Uniformen, dazwischen die jüngeren Offiziere der Wehrmacht. Nachdem Musikdarbietungen und Fanfarenmärsche der Hitler=Jugend die Feststunde eingeleitet haben, erfolgt mit dem Glockenschlag sieben der Einmarsch der Fahnen. Angeführt von einem Ehrensturm der SS., der vor der Rednertribüne Aufstellung nimmt, ergießt sich in zwei breiten Wogen das Meer von Fahnen der einzelnen Kameradschaften in das weite Oval der Bahn und legt mit den im Scheinwerferlicht aufblinkenden Metallspitzen und dem leuchtenden Fahnentuch ein malerisch buntes Band um den dichtgefüllten Raum. Wohl 12000 Menschen saßen Kopf an Kopf, als Landesführer Boemke dem Führer des Reichskriegerbundes„Kyffhäuser, Oberst a. D. Reinhard, die Willkommgrüße der alten westfälischen Krieger entbot. Getreu seiner traditionsreichen Geschichte werde der Landesverband der Roten Erde mit seinen 2600 Kameradschaften, in denen rund 220000 Kameraden zusammengeschlossen seien, in Liebe zum Bunde und in Ergebenheit zum Führer und Reichskanzler auch weiterhin den hohen militärischen Idealen dienen, die er für alle Zeiten auf seine Fahnen geschrieben habe. Der Oberbürgermeister der Stadt Dortmund. Dr. Banike gab in seiner Begrüßungsrede seiner Freude über den Besuch des Bundesführers und das große westfälische Kriegertreffen in Dortmund Ausdruck. Er schloß seine mit Beifall aufgenommene Begrüßung in der Ueberzeugung, daß das diesjährige Treffen der westfälischen Mitglieder des Kuffbäuserbundes im Zeichen der wiederbegründeten deutschen Wehrkraft einen glücklichen Verlauf nehmen werde. Herzlich von seinen westfälischen Kameraden begrüßt betrat sodann der Bundesführer des Deutschen Reichskriegerbundes Kuffhäuser", Oberst a. D. Reinhard(Berlin) in der schwarzen Uniform des SS.=Oberführers das Rednerpult. Sein Dank galt zunächst den Kameraden und der Stadt Dortmund für den liebevollen Empfang. „Von Herzen gern“, so führte der Bundesführer dann weiter aus,„bin ich hierher gekommen, um Ihnen im Lande der rauchenden Schlote der Schächte und Fördertürme, einmal wieder ins Auge zu sehen und Ihnen die kameradschaftlichen Grüße der drei Millionen unseres Reichskriegerbundes im ganzen Reiche zu übermitteln.“ Oberst a. D. Reinhard erinnerte sodann an den großen Tag des Reichskrietertreffens 1982, der an gleicher Stelle den machtvollen Aufmarsch der Kuffhäuserbanner sah, er erinnerte an das Treugelübde, Oberst a. D. Reinhard bei seiner Ansprache. dem Vaterlande zu dienen, das man damals seinem früh verstorbenen Amtsvorganger in der Bundesleitung. dem General von Horn, abgestattet habe und dessen verdienstvoller achtjähriger Arbeit an der Spitze ihrer Gemeinschaft er in Dankbarkeit gedenke. Vieles hat sich seit jener Zeit im deutschen Vaterlande geändert. Wenn damals noch ein leider recht großer Teil unseres Volkes unser Tun belächelte, unsere militärischen Ideale verspottete, so dürfen wir heute unsere Fahnen der Ehr' und Wehr um so stolzer erheben. Wir tun es in Verehrung und Dankbarkeit gegenüber unserem Frontkameraden Adolf Hitler, dessen siegreiche Tat uns die Soldatenehre wiedergab und zugleich das neue deutsche Soldatentum. Gleichzeitig danken wir dem Führer für das Vertrauen, das er in die in unserem Bunde zusammengeschlossenen alten Waffenträger der Nation setzte, indem er durch Einfügung des Hakenkreuzsymbols in die alten Soldatenfahnen unseres Bundes die mitgestaltende Kraft dieser großen Organisation im Aufbau des neuen Deutschlands aufrichtig anerkannte. Dieses Vertrauen verpflichtet!"(Lebhafter Beifall.) Oberst a. D. Reinhard versicherte sodann, daß die Kameradschaft des Kyffhäuserbundes die unlösbare Vereinigung von Wehrmacht und Volk, wie sie der Führer geschaffen habe, auch in Zukunft durch die vorgelebte Tat der Vaterlandsliebe, der Pflichterfüllung und Treue mit allen Mitteln pflegen und vor allem in der heranwachsenden Jugend fördern werde. Es ist ein Weg der Treue bis in den Tod, den wir Kämpfer an allen Fronten des Weltkrieges im gleichen Schritt marschieren mit den schwarzen und braunen Reihen des Führers und der jungen Garde unserer herrlichen Wehrmacht, dem einen Ziele entgegen: Deutschland! Mit einem Appell an die Westfalentreue schloß Oberst a. D. Reinhard:„Alle Söhne der Roten Erde, die für des Vaterlandes Schutz und die Sicherheit des deutschen Herdes bluteten, werden nie vergessen sein. Den Toten zur Ehr' und Gedächtnis, den Lebenden zur Mahnung und Nacheiferung, steht auch in dieser Stunde ihr Bild vor unseren Augen. In ihrem Andenken wollen wir unseren Weg fortsetzen, getreu unserer altüberlieferten Haltung: In alter Westfalentreue alles für das Vaterland!“ Nach dem Sieg=Heil auf Führer und Volk und den Nationalhymnen gaben die feierlich=vertrauten Weisen des Großen Zapfenstreiches der festlichen Stunde den würdigen soldatischen Ausklang. Der Rest des Abends war dem kameradschaftlichem Beisammensein und dem Austausch froher und ernster Erinnerungen aus großen Tagen gewidmet. Weit über 1000 Kameraden des Kreisverbandes Bochum des„Kyffhäuser" sind am Samstag abend in Autobussen vom Wilhelmsplatz oder aus den Vororten sowie auf der Eisenbahn nach Dortmund zur großen Kundgebung des Landesverbandes Westfalen des„Kuffhäuserbundes“ gefahren. Für alle bedeutete der Abend in der überfüllten Westfalenhalle ein Erlebnis. Wohl alle Kameradschaften des Kreisverbandes Bochum hatten ihre Fahnen entsandt, die sich mit den weit über 1200 Bannern vereinigten, die unter den Klängen der Marschmusik in die Westfalenhalle einzogen. Tagung der Landjahrlagerführer der Regierungsbezirke Arnsberg und Düsseldorf in Hagen Hagen, 17. November. In der SA.=Sportschule Hagen=Delstern hielten die Lagerführer sämtlicher Landjahrlager der Regierungsbezirke Arnsberg und Düsseldorf ein zweitägiges Schulungstreffen ab. Einen breiten Raum in den Besprechungen nahm die Frage der Unterbringung der Kameradschaftsführer ein. In engster Zusammenarbeit mit den zuständigen Landesarbeitsämtern und örtlichen Berufsberatungen sollen die Kameradschaftsführer in ländliche Lagerstellen untergebracht werden. Dr. Müller vom Landesarbeitsamt in Dortmund und Berufsberater Dr. Steube behandelten in ihren Vorträgen eingehend die Frage der Berufsvermittlung und Berufsberatung. Ueber den Rücktransport der Landjahrpflichtigen aus den verschiedenen Lagern wurden einheitliche Richtlinien gegeben. Die Behandlung von Schulungs= und Verwaltungsfragen vervollständigten den Tagesplan. Im Jauchefaßerstickt. Das dreijährige Kind der Eheleute Schaumann in Duisburg=Süd hatte sich am Freitag nachmittag vom Hause entfernt. Beim Absuchen des Grundstücks fanden die Eltern das Kind in einem unverdeckt stehenden Janchefaß tot auf. Das Kind wer beim Herumlaufen in das Jauchefaß gefallen und erstickt. Der Herr über Leben und Tod nahm heute nachmittag meinen innigstgeliebten, unvergeßlichen Gatten, meinen guten. treusorgenden Vater, unseren Bruder. Schwager, Onkel und Vetter, den Bauunternehmer Aaguse-kiadfert Baumeister nach langer, mit großer Ergebenheit in Gottes hl. Willen ertragener Krankheit, aber doch unerwartet zu sich in die Ewigkeit. Nach einem echt christlichen Leben voll Liebe für seine Familie und seinen Beruf starb er versehen mit den Tröstungen der hl. Kirche im Alter von 59 jahren. In tiefer Trauer: Elisabeth Hackert geb. Gödde August Hackert Dipl. Ing. Bochum, Heringhausen, Warstein, Ramsbeck, Meschede und Rheine, den 16. November 1935 Die Beerdigung findet statt am Donnerstag, dem 21. November, vormittags.40 Uhr. vom Trauerhause, Herner Straße 233. Anschließend die teierlichen Exeguien in der Pfarrkirche zu Bochum-Riemke. Von Kranzspenden wolle man Abstand nehmen und statt dessen des Schwesternhauses Vincentinum in Bochum-Riemke gedenken Off. Stellen Keine Orig.=Zeugn. einsenden Auf d. Rückselte von Zeugnisabschrift. Lichtbildern usw. stetsvolle Anschrift des Beweroere Gut erh. Kleiderschrank u. Waschkommode b. z. vk. Köhler, Bessemerstraße 26. Ein treues Vaterherz hat aufgehört zu schlagen Goll dem Allmächligen hat es gesollen, Frellag abend 11 Uhr meinen innigstgellebten Gatten, melnen herzensgulen Valer, Schwiegervater, Großvaler, unsern Bruder, Schwager und Onkel, den wohlechtbaren Maurer Wilhelm Traud plötzlich und unerwartet, Im Alter von 53 Jahren, In die Ewigkeit zu nehmen. In hiefer Trauer: Die Hinterbliebenen Bochum-Loer, den 16. November 1935 Laerfeldstraße 29 Die Beerdigung findet Dienstag, den 19. Nov. vormittags.30 Uhr, vom Freigrafendamm sum Zentralfriedhof statt W Vergebung von Straßenbauarbeiten. Es sollen folgende Straßenbauund Pflasterarbeiten vergeben werden: a) Vorläufiger Ausbau= der Straße„Am Sieven“ zwischen Glockengarten und Velsstraße: d) Pflasterung der Oskar=Hoffmann=Straße zwischen Steinring und Wittener Straße. Verdingungsunterlagen sind in der Straßenbauabteilung des Stadtbauamtes Bochum, Raihaus. Zimmer 340, erhältlich. Termin für die Abgabe der Angebote: Dienstag. den 26. November 11 Uhr. Die Angebote sind getrennt in einem besonderen Umschlag einzureichen. Verspätet eingehende Angebote, bleiben unberücksichtigt. Bochum, den 18. November 1935 Der Oberbürgermeister Vergebung von Straßenbauarbeiten. Der Ausbau der Straße„Am Holtkamp“ zwischen der Neulingstraße und der Roomersheide soll vergeven werden. Die Verdingungsunterlagen sind bei der Straßenbau=Abteilung des Stadtbauamtes. Ratyaus Zimmer 370 (3. Obergeschoß) erhältlich. Termin für die Abgabe der Angebote: Montag, den 25. November 1935, 11 Uhr. Die Abgabe der Angebote bat im Rathaus, Zimmer 369 zu erfolgen, wo auch die Angebote in Gegenwart etwa erschieneuer Bieter geöffnet werden Verspätet eingehende Angebote bleiben unberücksichtigt. Bochum, den 18. November 1935. Heute morgen entschlief sanft nach kurzer Krankheit infolge Altersschwäche unsere liebe Mutter. Schwiegermutter, Großmutter. Schwägerin und Tante Wilhelmine geb. Artmann im Alter von 77 Jahren. Um stille Teilnahme bitten: Die trauernden Hinterbliebenen .-Eppendorf, Altenbochum. 16. November 1935 Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 20. November. nachm. ½4 Uhr, vom Sterbehause, Eppendorfer Str. 63, aus statt. Trauerfeier ½ Stunde vorher. Allen, denen aus Verseben keine besondere Nachricht zuging. diene diese als solche 100 g Silberauflage! für 3Steilige Garnitur, an Private Teilzahlung. Katalog gratis. 30 Jahre Garantie! Fritz Voos, Solingen Bülowstraße 23 Pensionäre u. Erdauernd, b. anerkt. gut. Verpfleg herrl. Gegend Lippisch. Berald. Pr. mon. v. an. Frau W. Becker Lüdenhausen 122 (Lippe). Frostdeulen in—5 Tagen beseitigt durch Kneiders „Frost weg“. Tube 50 Pfennig. Frostbadetabletten Packung 60 Pf. J. Kneider, SCHUHE für jeden Fus FUSSORTHOPADIE FUSSPFLEGE Auttsorthrat Wiemelhauser Str. 71 G Familien= Nachrichten aus anderen Zeitungen ibernommen— Geboren: Knabe: Essen: Ferdinand Maintzer(Gretel geb. Cloeren). Mädchen: Essen: Ernst Streckert(Hildegard geb. Langefeld). Vermählte: Dortmd.: Heinz Althüser m. Friedchen Exsternbrink. Pfarrer Lic. Hans Thimme mit Gertrud Ruhsus. Gestorden: Dortmd.: Alwin Baumbach, 57 J. Klara Himpe geb. Wissemann, 65 J. unsere u. sparten Geld. Carl Bohlmann r Kortumstr. 1 Fernruf 69326 Rat und Hille Kleine Anzeigen gibt man da auf, wo man sie zu suchen gewohnt ist, Im Bochumer Anzeiger Moderne Beltecke mit 100. Silber, geg. mod., eichen. Bücherschrank zu tausch, gesucht. M. B. 77838 Anz. Bei Bockau& Freese merke dir Drucksachen) Burobcdart, Papier Viktoriastraße 25(zwischen Amtegericht und Rottstr.) Pernrut 68360 W. Busse letzt Viktoriastr. Ruf 89070 Die Kleinanzeige im „..“hilft ihnen Ihre Wünsche erfüllen!## Praktische welnnachtsgeschenke in Form v. schön. ZigarettenbilderAlben zu verkauf.(4915 Ausk. Anzeiger. blnhas. Taget gebr., für 750 M su verkf Klavier wird i. Zahl. gen. Piano=Conzen, Essen=Bredeney, Hermann=Göring= Straße 337, Ruf 41541. 2 Bauplätze a. Glockengarten i. .=Altenboch., vorO. B. 77126 Anz. 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Orgel Chor: Der Städtische Muslkverein Orgel: Willy Mehrmann Dirigent: Professor Leopold Reichwein Preise: 60 Pf. bis 2,50 RM. Karten sind an der Konzertkasse im Stadttheater sowie in d. bekanntenVorverkaufsstellen zu haben. Schülerkarten von 30 Pf bis.25 RM. nur an der Konzert- u. Abendkasse. Mitglieder.NS.-Kultur" temeinde erhalten Karten in ihrer Geschäftsstelle, Lueg-Haus. Kortumstraße. Vorbestellungen unter Nr. 686 51 Die Abendkasse Im Stadttheater ist ab 19 Uhr geöffnet " cheater BO CHUM Montag, 18. Nov. 20—22.30 Uhr Gelber Ring 2 und NS.=Kulturgemeinde, Serie A: Nr.—200 Gastspiel der Kölner Oper: Musikdrama von E.'Albert. Dienstag, 19. Nov. 20—22.30 Uhr, Vormiete C 7: Lumpacivagabundus Posse v. NestroyHilpert, Musik: H. Steinkopf. Am Dienstag, 19. Novemb. 1935, 20 Uhr, spricht in der Verwaltungsakademie in Bochum, Wittener Str. 61 der bekannte völkische Dichter Georg Stammler über Was gibl uns Halt? Deutsche Glaubensbewegung. Bochum Unkostenbeitrag 50 Rpf. Erwerbslose u. Jugendliche 20 Rpf. Kartenvorverkauf in der Deutschen Buchhandlung Kurt Adams, Bochum, Malteserstr. 7.— Ebenso ist dort das umfangreiche Schriftmaterial der Deutschen Glaubensbewegung erhältlich Kapitalien Beamtenkredite Rückzahl. bis zu 120 Monatsraten, ohne Vorkosten. van Forst, Westfälische St. 23 350.- Mlark geg. mon. Rückz. zu leihen gesucht. P. B. 77815 Anz. Vom 19.—20. November 1935° Gleichbleibende Tageseintellung: .55 Wetterbericht für den Landwirt .00 Morgenruf und Frühkonzert .45 Leibesübungen .00 Wiederholung des Morgenrufs, Zeit, Wetter, Nachrichten .15 Morgenkonzert .15 Zeit, Wetter, Wasserstandsmeldungen .20 Frauenturnen 10.00 Zeit, Wetter, Nachrichten 13.00 Mittagsmeldungen 1 14.00 Mittagsmeldungen II 15.30 Wirtschaftsmeldungen 18.40 Vom Tage 18.50 Wirtschaftsmeldungen und Sportvorbericht 20.00 Erste Abendmeldungen 22.00 Zeit. Wetter, Nachrichten Neue billig zu verkauf. Drusenbergstr. 101 sämtliche Fabrikate. Neugummierung Bremer, Wittener Str. 27 a. 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Melodien aus„Der Bajazzo(Leoncavallo). 11. Steirische Tänze (Lanner). 12. Echo der Welt, Melodienfolge (Zimmer) 14.15 Allerlei von Zwei bis Drei(Vom Deutschlandsender)— 15.00 Pimpfenstunde. Ein Streifzug vurch oas Dusseldorfer Jungvolk 15.45 Blick in die Zeitschriften..„„.„. 16.00 Die Welt im Buch. Adolf Franke: Drei Zeitromane 16.10 Achtung! Sie hören Hausmusik! Kinder musizieren. 1. Zigeunerweisen(Heller). 2. Neapel *(Bortkiewicz). 3. Fröhlicher Landmann(Schumann). 4. Frühling(W. Fr. Bach). 5. Inventione =dur(J. S. Bach). 6. Sonate fur Flöte, Violine und Klavier(Fasch). 7. 1. Satz aus der Sonate =dur für Klavier(Mozart) 16.40 Ueber das Lesen von Büchern. Ein ernstes Wort von Eugen Gottmann 17.00 Nachmittagskonzert. Dortmunder Sinfonieorchester (Heinr. Knapstein). 1. Jagd=Ouvertüre(Künnecke). 2. Märchenbilder(Schumann). 8. Aus„Die Königskinder“(Humperdinck): a) Einleitung zum ersten Akt(Der Königssohn), b) Einleitung zum zweiten Akt(Hellafest). 4. Aus Böhmens Hain und Flur(Smetana). 5. Melodien aus„Madame Butterfly“(Puccini). 6. Ich bin ein Kind vom Rhein, Walzer(Zeller). 7. Militärmarsch(Schubert) 18.30 Von Leutchen, Kindern und Hunden. Heitere Gedichte von Eduard Reinacher. 19.00 Musik zum Feierabend. Das Kammerquintett. 1. Gnomenparade(Wetzel). 2. Vergebens, Serenade (Amadei). 8. Kleine Bagatelle(Lautenschläger). 4. Flirtation(Steck). 5. Ballgfelüster(MeyerHelmund). 6. Sizilietta(Blon). 7. In Saus und Braus, Galopp(Millöcker) 19.30 Momentaufnahme 19.40 Der Intendant spricht zur Hörerschaft 20.10 Musik ewiger Schönheit. 1. Allegro moderato (Haydn). 2. Menuett(Mozart). 8. Adagio molto (Schumann). 4. Scherzo(Beethoven). 5. Romanze (Brahms). Das Streichquartett des Reichssenders Köln 20.40„Die goldene Stadt.“ Legende eines Arbeiterlebens von Ernst Wiechert. Mutter(Martha Walter); Vater(Willi Stassar): 1. Kind(Erika Raaf); 2. Kind(Erna Pontzen); Sohn(Kurt Ehrhardt); Der Alte(Paul Apel); Frau(Rita Plum); Soldat (Hans Aug. Herten); Stimme(Otto Tickardt); Hauptmann(Rudolf Terkatz); Nachbarin(Carla Neitzel): Der Engel(Marita Marx); Der Herr (Paul Henn) 22.20 Zehn Minuten Schach(Dr. A. van Nüß) Englische Unterhaltung Französische Unterhaltung 23.00 Funkstille Deutschlandsender: 19.00: Und jetzt ist Feierabend! Die Liebe! Die Liebe!— 20.10: Bitte zu vergleichen! Das 7. Gebot in der Musik.— 21.00: Wir bitten zum Tanz!(A. Lutter).— 22.30: Eine kleine Nachtmusik.— 23.00: Tanz in der Nacht(Tanzkapelle E. Börschel) COGCZSTGD .00 Hafenkonzert auf dem Dampfer .00 Bauernfunk „Newyork" .30 Musik am Morgen. Hans Bachem(Orgel). 1. J. Bach: Choralvorspiel„Aus der Tiefe rufe ich zu dir". 2. G. F. Handel: Andante aus dem Orgelkonzert Nr. 4. 3. O. Jochum: Passacaglia und Fugen demoll .00 Die Morgenfeier(Superintendent Klein). Johanne Marie Unkel(Alt) 10.00 Morgenfeier der HI.(Von Berlin: Reichssendung) 10.30 Ernste Stunde. Die Bonner Madrigal=Vereinigung(Ludwig Böckeler). 1. a) Tenebrae factae sunt(Davide Perez); b) Ich weiß, daß mein Erlöser lebt(Michael Bach): c) Unser Leben ist ein Schatten(Johann Chr. Bach). 2. Jesu meine Freude, Motette(Joh. Seb. Bach) 11.00 In tiefster Seele treu. Große Schicksale aus alten Balladen. Ansager(Ludwig Therkatz); Gedichtsprecher(Kurt Ehrhardt); Gedichtsprecherin(Ingrid Fernolt): Der Kammerchor; Laute(Ida Gille); Klavier(Erich Rummel) 12.00 Musik am Mittag(Von Saarbrücken). I. Gaumusikzug des Arbeitsgaues 27a Saar Pfalz(Gaumusikzugführer Schultheiß). 1. Ouv. zu„Rienzi“, (Wagner). 2. Andante gracioso aus der Sonate Nr. 12(Mozart). 3. Richard=Wagner=Fantasie über Themen aus seinen Werken(Bohne). 4. Ouvertüre „Der Freischütz“(Weber). 5. Ouvertüre„Norma (Bellini). 6. Frei weg, Marsch(Zeller). 7. Potvourri aus„Obersteiger"(Latan).— II. Pfälzisches Kammerorchester(Rudolf Schmidt). 8. Ouv. zu„Oberon“(Weber). 9. Ungarische Rhapsodie Nr. 1(Liszt). 10. Zwei lyrische Stucke(Grieg): a) Hirtenknabe, b) Nordischer Bauerntanz. 11. Ouv. zu„Hans Heiling(Marschner). 12. Heimliche Aufforderung(Strauß). 18. Menuett=dur (Beethoven). 14. Ouvertüre zu„Alfonso estrella" (Schubert) 14.00 Jungmädelstunde. Jungmädel auf der„Bremen“ 14.30 Wir treiben Familienforschung 15.00 Meister ihres Fachs. Karl Maria Schwamberger (Cello); Karl Delseit(Klavier). Sonate in=moll für Cello und Klavier(Chopin) 15.30 Deutsch für Deutsche. Prof. Dr. Weller: Sprechstil und Schreibstil 15.45 Junge deutsche Erzählkunst. Anton Gabele: Die gute Dorothee 16.00 Klang durch die Dämmerung(Vom Deutschlandsender). Barnabas von Geczy spielt 18.00 Stunde des Landes 18.25 Wo bist du, Kamerad? Funkappell alter Frontsoldaten(Wilm Böckenholt) 18.45 Eines Menschen Lied. Nachgelassene Gedichte von Ernst Goll. Für Sopran= und Baritonsolo, gemischten Chor und Orchester, von Otto Siegl. Gertrud Becker(Sopran); Fritz Matthies(Bariton): Der Kammerchor und das Große Orchester (Josef Breuer) 20.00 Der Tod und das Mädchen. Quartett=moll, von Franz Schubert(Das Peter=Quartett) 20.45 Soldaten— Kameraden! OHL. Bericht und Gespräch von der Ausstellung der Obersten Heeresleitung(1914—1918) in Bad Kreuznach 21.25 Orgelkonzert(Aus Dortmund). An der Orgel: Gerard Bunk. 1. Fantasie=moll(Bunk). 2. Meditazione in una Cattedrale(Bossi) 22.30 Nachtkonzert. Städtisches Orchester.=GladbachRheydt(Generalmusikdirektor Hans Gelbke). 1. Huldigungsmarsch(Rich. Wagner). 2.„Aus dem Reiche des Pan“(Graener): a) Pan träumt im Mondlicht, b) Pan singt von der Sehnsucht, c) Pan tanzt, d) Pan singt das Weltwiegenlied. 8. Vorspiel zum zweiten Aufzug„Ingwelde“(Schillings). 4. a) Der Schwan von Tuonela; b) Valse triste (Sibelius). 5.„Verdorben— Gestorben"— Spielmanns letzter Gesang(Einleitung zum dritten Akt) aus„Königskinder“(Humperdinck). 6. Die Moldau, aus dem Zyklus„Mein Vaterland" (Smetana). 7. Wiegenlied(Järnefelt). 8. Präludien(Liszt) Deutschlandsender: 19.00:„Saat der Sonne.“ Ein Gesang vom Reiche der Inkas.— 20.00: Brahms— Reger. Ein Sinfoniekonzert.— 22.30: Eine kleine Nachtmusik.— 23.00: Spätkonzert *