Bezugspreis mit Botenlohn: 2,15 RM. monatlich oder.08 RM. haldmonatlich, Selbstabholer.85 RM. monatlich oder 93 Pf. halbmonatlich. Bezugspreis für die„Bochumer Illustrierte“ 30 Pf. monatlich. Funkzetischrift„hör mit mir“, 45 Pf. monatlich bei vier Sonntagen und 55 Pf. bel fünf Sonntagen im Monat.— Wenn das Erscheinen der Zeitung durch höhere Gewalt oder durch Verbot oder Betriebs: störung u. dgl. verhindert wird, können keine Ersatzansprüche gestellt werden.— Geschäftsstelle geöffnet von 8 bis 13 und von 14½ bis 19 Uhr, Sonntags von 11 bis 12 Uhr.— Sprechstunden der Schriftleitung von 16 bis 17 Uhr(außer Samstags).— Postscheckkonto Dortmund 1760 Verlag und Druck: Laupenmühlen## Dierichs in Bochum Sametgg Sonntag 16./17. Nov. 1935 42. Jahrgang Nummer 270 Samstagsausgabe 15Pf. mit„Bochumer„ Illustrierte“... 20 Pf. Anzeigenpreife: Grundpreise für 1 mm Höde in 22 gm Breite.5 G7. im Anzelgenteil und in 78 aum Breite 50 Pf. im Textteil. Familienanzeigen und Stellengesuche 6 Bf., Vereinsanzeigen(die nicht der Wirtschaftswerbung dienen) 7 Pf., kleine einspaltige Anzeigen(Stellenangebote, Anzeigen privater Art) 8 Pf., Anzeigen im Vereins= oder Sportkalender im Texteil 10 Pf., Auskunft= und Zitfergebühren 25 Pf. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 6 alltig. Nachlaßstaffel B.— Schluß der Anzeigenannahme für die sechsmal wöchentlich frühmorgens erscheinende Zeitung um 16 Uhr des Vortages. Für den richtigen Abdruck fernmündlich aufgegebener Anzeigen kann keine Gewähr übernommen werden. Hauptgeschäftsstelle: Rathausplatz 8. Anruf 67551, 52, 53 Srocheuf mun krugen? Ausführungsgesetz zum Ordensgesetz erlassen— Schaffung eines Reichsfeuerwehr=Ehrenzeichens, eines Reichstreudienst=Abzeichens und eines Reichsgrubenwehr=Ehrenzeichens vorgesehen [Auszeichnungen für die Errettung dnb Berlin, 15. November. 1 Der Reichsminister des Innern hat mit Zustimmung des Führers und Reichskanzlers eine umfangreiche Ausführungsverordnung zum Ordensgesetz erlassen, die in Nr. 127 des„Reichsgesetzblattes“ vom 16. November 1935 veröffentlicht worden ist. Sie ist dazu bestimmt, die auf dem Gebiete des Tragens von Orden und Ehrenzeichen bestehenden zahlreichen Zweifelsfragen zu beseitigen und den Kreis der zum Tragen zugelassenen Orden und Ehrenzeichen sowie die Voraussetzungen der Zulässigkeit ihres Tragens genau festzulegen. Damit dient sie zugleich dem Zweck, den rechtmäßigen Inhabern anerkannter Orden und Ehrenzeichen den gebührenden rechtlichen Schutz zu gewähren, dem unbefugten Ordentragen aber wirksam entgegenzutreten. Wer den Vorschriften der Ausführungsverordnung zuwider inländische oder ausländische Orden trägt, setzt sich nach Paragraph 6 des Ergänzungsgesetzes zum Gesetz über Titel, Orden und Ehrenzeichen vom 15. Mai 1934 der Bestrafung aus. Von den wichtigsten Bestimmungen der Verordnung sind folgende hervorzuheben: Orden und Ehrenzeichen dürfen nur getragen werden, wenn sie von der dazu befugten Stelle ordnungsgemäß verliehen worden sind und der Beliehene darüber ein Besitzzeugnis oder eine Verleihungsurkunde hat. Bei Orden und Ehrenzeichen für Verdienste im Weltkrieg gilt die ordnungsmäßige Eintragung der Auszeichnung in den Militärpapieren als ausreichender Ausweis über die Verleihung. Soweit Orden und Ehrenzeichen rechtmäßig, aber ohne Ausstellung eines Besitzzeugnisses oder einer Verleihungsurkunde verliehen worden sind, bedarf es zum Tragen der Auszeichnung der Genehmigung. Die Anträge sind an das Reichsministerium des Innern zu richten. Für verloren gegangene Besitzzeugnisse oder Verleihungsurkunden kann bei den in der Verordnung näher bezeichneten Stellen Ersatz beantragt werden. Folgende Orden sind zugelassen Von den bei der Aufzählung der zugelassenen Orden und Ehrenzeichen an erster Stelle stehenden Ehrenzeichen der nationalsozialistischen Bewegung dürfen auf Anordnung des Führers und Reichskanzlers folgende Ehrenzeichen getragen werden: das Koburger Abzeichen, das Nürnberger Parteitagsabzeichen von 1929, das Abzeichen vom SA.=Treffen Braunschweig 1931, das Ehrenzeichen für Mitglieder unter Nummer 100 000, der Blutorden vom 9. November 1923, die Traditions=Gauabzeichen und das goldene HI.=Abzeichen. Zu den zum Tragen zugelassenen Auszeichnungen gehören ferner alle wayrend des Weltkrieges von einem Staatsoberhaupt oder einer Regierung oder mit ihrer Genehmigung verliehenen Orden und Ehrenzeichen. Dabei spielt es keine Rolle, ob diese Orden und Ehrenzeichen erst in der Nachkriegszeit verliehen worden sind. Nachträgliche Verleihungen finden jedoch nicht mehr statt. Auch die Berechtigung zum Tragen nicht verliehener Auszeichnungen wird nicht mehr erteilt. Anträge dieser Art sind daher künftig zwecklos. Für das Verwundeten=Abzeichen bleibt eine Sonderregelung vorbehalten. Von den erst in der Nachkriegszeit für die Teilnahme am Weltkrieg oder an den Nachkriegskämpfen oder aus diesem Anlaß geschaffenen Orden und Ehrenzeichen sind nur das Ehrenkreuz des Weltkrieges, das Schlesische Bewährungsabzeichen(Schlesischer Adler) und das Baltenkreuz zum Tragen gestattet. Alle übrigen Abzeichen, z. B. das Flandernkreuz, das Langemarck=Kreuz, die RegimentsErinnerungskreuze, Grenzschutz= und Freikorpsabzeichen, Feldehrenzeichen, der SchlageterSchild usw. dürfen nicht getragen werden. Die von der Regierung eines ehemals verbündeten Landes verliehenen Kriegserinnerungsmedaillen, z. B. die österreichische Kriegserinnerungsmedaille, dürfen von den Inhabern des Ehrenkreuzes für Frontkämpfer und Kriegsteilnehmer ohne besondere Genehmigung getragen werden. Für andere Beliehene ist zum Tragen der Medaille die Genehmigung des Führers und Reichskanzlers erforderlich. Sie wird nur beim Nachweis besonderer Verdienste des Beliehenen um das ehemals verbündete Land erteilt. Die von einer Landesregierung oder mit ihrer Genehmigung sowie die von einem ehemaligen Landesherrn verliehenen Orden und Ehrenzeichen dürfen insoweit getragen werden, als sie bis zum Inkrafttreten der Verordnung verliehen worden sind. Damit ist, soweit in der Verordnung nicht Ausnahmen ausdrücklich zugelassen sind, klargestellt, daß weitere Orden und Ehrenzeichen von diesen Stellen nicht mehr verliehen werden dürfen. Die Verordnung enthält ferner Bestimmungen über das Ehrenzeichen des Deutschen Roten Kreuzes, das Sportehrenabzeichen und die von u szeichnungen f Menschen aus Lebensgefahr. Sie sieht die Schaffung eines ReichsfeuerwehrEhrenzeichens und Reichstreudienst=Abzeichens durch den Reichsminister des Innern sowie die Schaffung eines Reichsgrubenwehr=Ehrenzeichens durch den Reichswirtschaftsminister vor. Weiterhin werden in der Verordnung die Tragweise und Rückgabe der Orden und Ehrenzeichen geregelt. Erweist sich ein Beliehener durch sein späteres Verhalten, insbesondere durch Begehung einer entehrenden Straftat der Auszeichnung unwürdig, so kann ihm der Reichsminister des Innern die Befugnis zum Tragen der Orden und Ehrenzeichen entziehen. Die gewerbs= oder geschäftsmäßige Vermittlung der Verleihung von Orden und Ehrenzeichen wird untersagt. Unter Strafandrohung wird angeordnet, daß derjenige, der Orden und Ehrenzeichen feilhält, diese sowie die dazu gehörigen Bänder nur gegen Vorlegung seines ordnungsmäßigen Ausweises an Privatpersonen aushändigen darf. Endlich schreibt die Verordnung vor, daß Orden, Ehrenzeichen und Ordenshänder nur von solchen Verkaufsstellen vertrieben werden dürfen, die von dem Reichswirtschaftsminister oder den von ihm bezeichneten Stellen zu gelassen sind. Nähere Bestimmungen darüber werden vom Reichswirtschaftsminister erlassen. Diese Bestimmung tritt am 1. April 1936 in Kraft. Alle übrigen Vorschriften der Verordnung treten sofort in Kraft. Der Aufbad auferes brulturnbent Jahrestagung der Reichskulturkammer— Dr. Goebbels beruft den Reichskultursenat dub Berlin, 15. November. In einem großartigen äußeren Rahmen hielt am Freitag mittag die Reichskulturkammer in der Philharmonie in Anwesenheit des Führers und Reichskanzlers und aller führenden Männer des Staates und der Bewegung, der Künste und Wissenschaften, der Wehrmacht, der Wirtschaft, des diplomatischen Korps und der in= und ausländischen Presse ihre dritte Jahreskundgebung ab. Der große Saald der Philharmoniestrug wundervollen Schmuck. Ueber der Rückwand des Saales stand auf elfenbeinernem Tuch in großen Lettern der Spruch, der Leitsatz für das Wirken der Reichskulturkammer ist:„Ehret Eure deutschen Meister.“ Darunter leuchtete auf rotem Samt das Hakenkreuz auf weißem Grund in einem Kranz von Herbstblumen und Laub. Das Rednerpult trägt zum erstenmal das Wappen der Reichskulturkammer, eine silberne Plakette mit dem Reichsadler, der das Hakenkreuz in den Fängen hält. Das glanzvolle Bild des Saales mit den vielen Uniformen und der festlich gekleideten Gemeinde ist der Veranstaltung ein ebenso eindrucksvoller wie würdiger Rahmen. gun 82sc, kat#. In der ersten Reihe hat der Führer seinen Platz zwischen Reichsminister Dr. Goebbels und Staatssekretär Funk. Rechts davon sitzen die führenden Persönlichkeiten aus der Reichsregierung und der Parteileitung zahlreiche Reichsminister und Reichsleiter. Zur Linken haben die Präsidenten der einzelnen Kammern und andere bekannte Männer aus dem deutschen Kunstleben Platz genommen. Es schließt sich an die unübersehbare Menge der Vertreter aus der Wehrmacht und der Verwaltung, der führenden Männer aus der Bewegung und ihren Gliederungen. Man bemerkt ebenso bekannte Köpfe aus Industrie und Wirtschaft, und auch einige ausländische Gäste sind zur Tagung herbeigekommen. In den Logen des ersten Ranges sitzen die Angehörigen des diplomatischen Korps, während in der Saalloge die Damen der Staatsmänner und Parteiführer Platz genommen haben. Kurz vor 12 Uhr künden die Heilrufe der Massen, die die Anfahrtsstraßen säumen, die Ankunft des Führers. Am Eingang des Hauses empfangen ihn der Präsident der Reichskulturkammer, Reichsminister Dr. Goebbels, und der Vizepräsident Staatssekretär Funk, um ihn zu seinem Platz zu geleiten, während Teilnehmer und Mitwirkende der Kundgebung mit erhobener Rechten grüßen. Festliche Fanfaren, gespielt von Mitgliedern der Staatsoper, leiten die Kundgebung ein. Staatsschauspieler Friedrich Kayßler spricht meisterlich den Vorspruch auf die Kunst“ von Gerhard Schumann. Dann bringt das Philharmonische Orchester unter Leitung des Präsidenten der Reichsmusikkammer, Generalmusikdirektors Professor Dr. Peter Raabe,„Einleitung und Passacaglia“ von Karl Hoyer, dessen Orgelpart Professor Heitmann übernommen hat, zu Gehör. Mit begeistertem und dankbarem Beifall wird das eindrucksvolle Werk des jungen nationalsozialistischen Komponisten, das sich trefflich in den Rahmen ddieser Feierstunde einfügt, aufgenommen. Brausender Jubel aber bricht los, als der Präsident der Reichskulturkammer Dr. Goebbels an das Rednerpult tritt. Die Krer Dr. Gerbdets Dr. Goebbels führt u. a. aus:„Die Reichskulturkammer schaut nunmehr auf ein zweijähriges Bestehen zurück. Mit dem heutigen Tage ist ihr innerer Umriß und organisatorischer Aufbau beendet.“ Der Außenstehende mache sich keinen Begriff von den Schwierigkeiten, mit denen dieser Aufbau verbunden gewesen sei, aber auch nicht von der Größe des geistigen und künstlerischen Umbruches, der sich hier vollzogen habe. „Der Präsident der Reichskulturkammer verwaltet in Personalunion zugleich das Amt des Reichspropagandaleiters der Partei wie auch das des Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda. In dieser Dreiheit ist die Gewähr einer reibungslosen Zusammenarbeit zwischen ständischer Organisation, Partei und Staat gegeben. Die darauf fußende Personalpolitik bietet nach jeder Richtung hin die Sicherheit dafür, daß nur Männer, die wirkliche Träger nationalsozialistischer Weltanschauung sind, in maßgebenden Positionen unseres kulturellen Lebens tätig sein können. Soweit wir in dieser Beziehung zu Kompromissen geneigt waren, haben wir eine zweijährige Bewährungsfrist eingeschoben, die mit dem heutigen Tage zu Ende gegangen ist. Diejenigen, die sie nicht nutzten, sind ausgeschieden, diejenigen, die sie verdienten, mit offenen Armen in unseren Kreis aufgenommen worden. Die Reichskulturkammer ist heute judenrein. ist im Kulturleben unseres Volkes kein Jude mehr tätig. Ein Jude kann deshalb auch nicht Mitglied einer Kammer sein.“ Dagegen seien den aus dem deutschen Kulturleben ausgeschiedenen Juden in großzügigster Weise Möglichkeiten zur Pflege ihres kulturellen Eigenlebens gegeben worden. Der Reichsverband der jüdischen Im Ki A ALA * Ein Blick in den Festsaal Dr. Goebbels spricht Scherl-Bilderdienst Die Feier des Jahrestages der Reichskulturkammer in der Berliner Philharmonie Seite 2 Nr. 270/ Bochumer Anzeiger„ Samstag, Sonntag, 16./17. November 1933 Kulturbünde umfasse 110 000 Mitglieder und unterhalte drei jüdische Theater sowie mehrere eigene Orchester mit dauernden Veranstaltungen jeder Art in fast allen Städten des Reiches. Nur die Pflege der deutschen Kultur sei den Juden unterbunden, wie ja umgekehrt auch kein deutscher Künstler den Ehrgeiz habe, sich am jüdischen Kulturleben zu beteiligen. Neben dieser Tätigkeit rein organisatorischer Art stehe eine Fülle von praktischen, positiven Maßnahmen, die zur Förderung des Nachwuchses in der Kunst zur Durchsetzung nationalsozialistischer Jugend in der Kulturführung, zur Anregung zum künstlerischen Schaffen auf allen Gebieten, zum Aussetzen von hohen Preisen, Aufgabenstellungen und künstlerischen Ausschreibungen getroffen worden seien. Soeben befinde sich die Reichskulturkammer in Verhandlungen mit der Deutschen Arbeitsfront, um die sozialen Grundlagen künstlerischen Schaffens endgültig fest16889.. W# emmere a Aus der Arbeit der Einzelrammern führte Dr. Goebbels eine Reihe eindrucksvoller Zahlen und Daten an: fl. seiAus der Reichskammer der bildenden Kunste seien die Architekten in hervorragender Weise bei der Planung von bäuerlichen Siedlungen, bei Wohnungsbauten herangezogen worden. Im Berichtsjahr seien 64 Wettbewerbe auf dem Gebiete der Baukunst und fünf Wettbewerbe für Gartengestalter ausgeschrieben worden. Die Sozialmaßnahmen der Kammer erstreckten sich auf Gewährung von Beihilfen zur Behebung der wirtschaftlichen Not und auf eine im Aufbau begriffene Alters= und Hinterbliebenenversorgung. Dere Prasident der Reichspressekammer habe durch die Durchführung seiner Anordnung zur Wahrung der Unabhängigkeit der Presse alle von außen her an die Presse getragenen Einflüsse unterbunden. Der Dienst an der Volksgemeinschaft sei nunmehr einziger Zweck der deutschen Presse. Durch die Anordnung über Schließung von Zeitungsverlagen wurden die ungesunden Wettbewerbsverhältnisse beseitigt. Das soziale Kernwerk der Reichspressekammer sei die Versorgungsanstalt der deutschen Presse. Für die Reichsschrifttumskammer seien Literaturpreise von insgesamt 250000 RM. pro Jahr vom Reiche, von den Ländern, Kommunen und Privaten zur Verfügung gestellt worden. Daneben stünden noch direkte Beihilfen an notleidende Schriftsteller in Höhe von 100000 RM. Zur unmittelbaren Werbung und Förderung des Schrifttums seien 500000 RM. zur Ausgabe gelangt.„.. gi, mit S ui Die Reichsmusikkammer habe dis Mitte Juni 1935 in 21 Städten mit insgesamt 150 Einzelveranstaltungen die Bach=Händel=Schütz=Feiern begangen. Zahllose Stipendien seien an mittellose Musikstudierende vermittelt worden. Die Arbeitslosenziffer innerhalb der deutschen Berufsmusikerschaft habe allein im letzten Jahr um 50 vom Hundert gesenkt werden können. Insgesamt seien im Jahre 1935 für Förderungszwecke der deutschen Musik über 600000 RM. verausgabt worden. Die Reichsrundfunkkammer habe in großen Zyklen Beethoven, Wagner, Mozart, Schiller und Chamberlain der Millionenhörerschaft des deutschen Rundfunks nahegeführt. Besonders die Förderung junger unbekannter Dichter und Komponisten habe sich der deutsche Rundfunk angelegen sein lassen. „Der Niggertanz“, so stellte Dr. Goebbels fest, „wurde für den gesamten deutschen Rundfunk verboten dafür aber erfuhr die deutsche Tanzmusik besondere Pflege. Die Hörerzahl wuchs seit der Machtübernahme von 4,2 Millionen auf 6,8 Millionen. Das Ansteigen der Besucherzahl der Rundfunkausstellungen von 971 000 im Jahre 1932 auf 1 888000 im Jahre 1935 zeigt die wachsende Volkstümlichkeit des nationalsozialistischen Rundfunks. Die Zahl der Volksempfänger wurde in diesem Jahre wiederum um 1 Million vermehrt und durch die Schaffung des Arbeitsfront=Empfängers dem Rundfunk der Weg in die Betriebe geebnet.“ Auch der Film habe durch die Arbeit der Reichsfilmkammer seine Basis im Volke verbreitert. Unter deutscher Führung und in Auswirkung des Internationalen Filmkongresses in Berlin sei eine Internationale Filmkammer nach deutschem Muster gegründet und ein Deutscher zu ihrem Präsidenten erwählt worden. Die Besucherzahl der Lichtspieltheater sei entgegen allen gegnerischen Prophezeiungen in diesem Jahre wiederum um 10 v. H. gestiegen. Die soziale Lage der Filmschaffenden habe durch neue Tarife verbessert werden können. Der tatkräftigen Arbeit der Reichstheaterkammer endlich sei es gelungen, auch in diesem Jahre wieder eine Anzahl von Theatern neu zu eröffnen. Zur Zeit seien in Deutschland 181 stehende Theater, 26 Wanderbühnen, 20 Gastspielunternehmungen und 81 reisende Kleinbühnen in Tätigkeit. Welches andere Land habe dem auch nurannähernd Gleiches zur Seite zu stellen! Die Theaterzuschüsse des Reiches beliefen sich in diesem Etatsjahr auf 12 Millionen. Die Schaffung einer Theaterakademie für besonders begabte junge Künstler sei bereits im Plan fertig. Das Nachweis= und Stellenvermittlungswesen sei entsprechend umgestaltet, die Altersversorgung der Fachschaft Bühne auf eine zeitgemäße Grundlage gestellt worden. Nun sei auch der Augenblick gekommen, das große repräsentative Forum des deutschen Kulturlebens zusammenzuberufen: den Reichskultursenat. Nachdem der Minister die Grundsätze erörtert hatte, nach denen die Mitglieder dieses für die planvolle Entwicklung unseres Kulturlebens die letzte Verantwortung tragenden Senats ausgewählt wurden, und nach einem ehrenden Gedenken des vor kurzem verstorbenen ersten Präsidenten der Reichstheaterkammer, Ministerialrats Otto Laubinger, verlas er die Namen der in den Reichskultursenat berufenen Senatoren, um dann kurz einige der aktuellen und grundsätzlichen Fragen zu streifen, mit denen sich der Reichskultursenat zu befassen haben wird. Dr. Goebbels führte dabei aus: 1. Es ist nicht möglich, den Eintritt in die Reichskulturkammer im einzelnen von einem Befähigungsnachweis abhängig zu machen; denn auch die Befähigung müßte wieder von Menschen überprüft werden. Menschen aber sind dem Irrtum unterworfen, und Kurzsichtigkeit, Neid oder Eifersucht könnten allzuleicht doch einmal ein kommendes Genie zwar aus der Musikkammer ausschließen, nicht aber daran hindern, seinen Namen unsterblich zu machen. 2. Die Ueberstürztheit der Organisation, die uns in den vergangenen zwei Jahren manchmal zwang, allzusehr dem Tage zu gehorchen, macht von nun an einer klaren Ordnung Platz. Zu Kompromissen ist dabei nur noch wenig Raum. 3. Die deutsche Kultur der Gegenwart muß mehr noch als bisher Ausdruck unseres Zeitgeistes sein. Es ist nicht damit getan, nach jungen Dichtern und Künstlern nur Ausschau zu halten. Man muß ihnen auch, wo sie sich zeigen, jede Möglichkeit zur Entwicklung geben. 4. Das kulturschöpferische Schaffen der Organisationen der NSDA., vor allem der HitlerJugend, des Arbeitsdienstes, der SA. und der SS., verdient besondere Pflege und Betreuung. Denn hier ist in rohen Umrissen schon der kommende kulturelle Gestaltungswille unserer Zeit zu erkennen. 5. Nicht alles kann in Gesetzen gefaßt und reglementiert werden. Besonders im Kulturleben gilt der Grundsatz, nicht zuviel den Gesetzen, mehr aber dem natürlichen Wachstum unserer kulturellen Kräfte vertrauen. 6. Die Freiheit des künstlerischen Schaffens ist auch im neuen Staate gewährleistet. Sie bewegt sich im scharf abgegrenzten Bezirk unserer nationalen Notwendigkeit und Verantwortung. Diese Grenzen aber werden von der Politik und nicht von der Kunst gezogen. 7. Es ist an der Zeit, gegen Mystizismen Stellung zu nehmen, die nur geeignet erscheinen, die öffentliche Meinung zu verwirren. Es kann nicht unsere Aufgabe sein, den Impuls unserer modernen Zeit in die Zwangsjacke längst vergangener Begriffe hineinzupressen, die um so billiger und bequemer sind, als niemand sich etwas Rechtes darunter vorzustellen vermag. Wir wünschen deshalb, vorerst von diesen labilen Redensarten nichts mehr zu hören. Nicht jede Vereinssitzung ist eine religiöse Feier, und die am meisten davon reden, stellen sich am wenigsten darunter vor. 8. Der Verkitschung unserer Symbole und Namen haben wir durch ein Gesetz Einhalt geboten. Der Verkitschung unserer Feiern und Feste nach bürgerlicher Vereinsmanier muß durch die einhellige Abwehr aller, die ein kulturelles Gewissen dem Volk und der Bewegung gegenüber in sich verspüren, ein Damm entgegengesetzt werden. 9. Dem reinen Spiel unseres monumentalen Kulturwillens muß der Weg geebnet werden. Diese Aufgabe verbindet sich mit der Klarheit der Schau ebensosehr wie mit der Ehrfurcht vor dem Wort, das nicht im Alltagsgebrauch des Superlativs abgenutzt werden darf. 10. Auch für die Künstler unserer Zeit gilt der Satz: Sei natürlich, wie das Leben natürlich i st.“ „Lassen Sie mich“, so schloß der Minister, diesen Rückblick und Ausblick abschließen mit einem ehrfurchtsvollen Dank an den Führer der uns auch in unserer Arbeit lebendigstes und greifbarstes Vorbild ist. Die deutschen Künstler grüßen in ihm den Patron und Schutzherrn ihres Schaffens. Er hält seine Hand über alles, was am Wesen einer echten deutschen Kunst und Kultur tätig ist. Die deutschen Künstler fühlen sich stolz und glücklich in dem Gefühl: Er gehört zu uns. Er ist Geist von unserem Geist, Trieb von unserem Trieb, er ist der Flügel unserer Phantasie, der Stern unserer Hoffnung.“ Nach der Rede des Präsidenten der Reichskulturkammer Dr. Goebbels klang die dritte Jahreskundgebung der Reichskulturkammer überwältigend aus mit Ludwig van Beethovens herrlicher„Eroica“, die mit monumentaler Gestaltungskraft vom Philharmonischen Orchester unter Generalmusikdirektor Eugen Jochum wiedergegeben wurde. Festlicher Abschluß Wiedereröffnung des Deutschen Opernhauses In Anwesenheit des Führers und Reichskanzlers, zahlreicher Mitglieder der Reichsregierung, des diplomatischen Korps und vieler Ehrengäste fand als gesellschaftlicher Höhepunkt und Abschluß der Jahrestagung der Reichskulturkammer und der Berufung des Reichskultursenats im umgebauten Deutschen Opernhaus in Berlin eine Festvorstellung der„Meistersinger von Nürnberg" statt. Die Neueinstudierung und Inszenierung des Generalintendanten Wilhelm Rode, die Bühnenbilder und Kostüme von Benno von Arent und die musikalische Leitung des Dresdener General= musikdirektors Dr. Karl Böhm als Gast gestalteten die Meisterschöpfung von Richard Wagner zu einem Fest, das durch den schönen äußeren Rahmen, die hochstehenden Leistungen der Künstler und nicht zuletzt durch den bis ins einzelne gelungenen Umbau des festlich ausgeschmückten Operngebäudes zu einem unvergeßlichen Kunstgenuß gesteigert wurde. Die Teilnehmer an dem festlichen Abschluß dankten den Künstlern für das tiefe Erlebnis dieser Stunde. Ergebnisloser Verlauf der Besprechung des memelländischen Landtagspräsidiums mit dem Gouverneur dnd Kowno, 15. November. Der Gouverneur des Memelgebietes hatte am Freitag das Präsidium des Landtages zu sich gebeten. Die Unterredung dauerte fast volle drei Stunden. Sie führte zu keinem Ergebnis. Vom Gouverneur sind auch keine neuen Vorschläge gemacht worden. Vor allem ist die Frage nach der Person des DirektoriumsPräsidenten nicht weiter behandelt worden. Vorstellungen in Kowno dnb London, 15. November. Der diplomatische Berichterstatter des„Daily Telegraph“ schreibt, die britische Regierung behalte in ihrer Eigenschaft als Signatarmacht des Memelstatuts die Lage sorgfältig im Auge. Die britische Regierung werde darauf bestehen, daß die Satzungen des Memelstatuts sorgfältige Beachtung finden. Gegenwärtig würden Vorstellungen deswegen bei der litauischen Regierung erhoben. Erlaubniszwang für die Ein= und Ausfuhr von Kriegsgerät anb Berlin, 15. November. Im„Reichsgesetzblatt“ erscheint am 15. November (Nr. 125) ein Gesetz über die Ein= und Ausfuhr von Kriegsgerät. Das Gesetz bestimmt, daß diese nur mit besonderer Erlaubnis des Reichskommissars für Aus= und Einfuhrbewilligung im Einvernehmen mit dem Reichskriegsminister erfolgen darf. Eine Liste des Kriegsgeräts, das nur mit dieser Erlaubnis aus= und eingeführt werden darf, wird im„Reichsanzeiger“ veröffentlicht werden. Zuwiderhandlungen gegen das neue Gesetz werden mit erheblichen Strafen bedroht. Die durch das neue Gesetz geschaffene Regelung der Ausund Einfuhr von Kriegsgerät entspricht der Regelung, die auch in den meisten anderen Ländern, die Waffen herstellen, auf diesem Gebiet getroffen worden ist. von Nanking erklärt— Japanische Truppenzusammenziehungen dnd Peiping, 15. November Der Verwaltungschef der östlichen Zone des entmilitarisierten Gebietes, Yanjukeng, erklärte in einem in der vergangenen Nacht versandten ZirkularTelegramm die Unabhängigkeit Nordchinas von Nanking. Der Text der Erklärung wurde am Donnerstag abend in Gegenwart des Generals Sungcheyuan und des japanischen Sondergesandten Doihara festgesetzt. General Sungcheyuan ist derzeit die dominierende Gestalt in Nordchina. Er ist Befehlshaber der 29. Armee, die die Tradition der Kerntruppe ihres ehemaligen Führers Marschall Fengyuhsiang wahrt. Er gilt aber als die zuverlässigste Stutze der auf eine Zusammenarbeit mit Japan gerichteten Politik in Nordchina. Gleichzeitig werden die seit Tagen umlaufenden Gerüchte über kriegerische Vorbereitungen Japans gegen Nordching durch Meldungen über japanische Truppenkonzentrierungen außerhalb der Großen Mauer bei Shanhaikuan bestätigt. Nachdem dort am Donnerstag ein Sonderzug und ein Zug mit Kavallerie eingetroffen waren, wurde am Freitag eine Brigade versammelt, die als ihr provisorisches Hauptquartier einen Teil des Stationsgebäudes besetzte. Als Grund hierfür wird die angebliche Zusammenziehung chinesischer Truppen in den Provinzen Schautung und Hopei angegeben, wogegen bereits bei der Nanking=Regierung der energischst Protest eingelegt worden ist. Ruhe in Kairo dnb Kairo, 15. November. Der heutige Tag ist ohne ernste Zusammenstöße verlaufen. Die Stimmung ist anscheinend ruhiger. Der Ministerpräsident will dem Druck des Führers der Wafd=Partei offensichtlich nicht weichen und auf seinem Posten bleiben. Von der Polizei wurden alle Vorkehrungen getroffen, um eine Wiederholung der Zwischenfälle zu verhindern. Einer der getöteten Studenten wurde heute nachmittag unter starkem Polizeiaufgebot beerdigt. Ein anderer wurde nach einer Pressemeldung heute nacht von der Polizei in aller Stille beigesetzt. Man wollte Zwischenfälle bei einem öffentlichen Begräbnis vermeiden. Das städtische Krankenhaus, wo die Verletzten liegen, steht weiter unter polizeilicher Bewachung, ebenso wie die fremden Gesandtschaften. Das ägyptische Innenministerium gab eine Verordnung heraus, die die Pressefreiheit aufhebt und der Regierung das Recht zur Beschlagnahme und zu befristeten Zeitungsverboten gibt. Creßer Wührfirgrer benischen Nezierung Das vorläufige Endergebnis der englischen Wahlen dub London, 16. November. Von 615 Wahlkreisen lagen nachts um 1 Uhr die Ergebnisse von 600 Wahlkreisen vor. Nach diesem vorläufigen endgültigen Wahlergebnis— die restlichen Ergebnisse dürften erst im Laufe des Samstags oder später bekannt werden— haben die Regierungsparteien 421, die Oppositionsparteien 179 Sitze erhalten. Im einzelnen erhielten: Insgesamt 179(99) Die Regierungsmehrheit beträgt also 244. Für die Regierungsparteien wurden insgesamt 11 581 163 Stimmen abgegeben und für die Oppositionsparteien 9878404 Stimmen. Sieger und Besiegte Interessant ist, wer von den bedeutenden und bekannten Politikern gewählt oder geschlagen wurde. Wiedergewählt wurden mit Ausnahme von Ramsay Macdonald der bei der Wahl unterlag, alle Minister. Bei den Konservativen wurden Lady Astor und ihr Sohn wiedergewählt, ferner Sir Austen Chamberlain und Winston Churchill. Der Sohn Churchills, Randolph Churchill, wurde von dem arbeiterparteilichen Kandidaten geschlagen. Der Führer der liberalen Opposition, Sir Herbert Samuel, wurde von dem Konservativen Russell geschlagen. Die „Dynastie Lloyd George“ ist wieder vollzählig im Unterhause vertreten, denn außer Lloyd George selbst wurden auch seine Tochter und sein Sohn wiedergewählt. Der Führer der Arbeiteropposition Attlee und George Lansbury, der bis vor kurzem Führer der Arbeiteropposition war, wurden mit großer Mehrheit wiedergewählt. Auch Sir Stafford Cripps hat seinen Sitz behauptet. Unterlegen sind die Kandidatin der Arbeiterpartei Magaret Bondfield die früher den Posten eines Arbeitsministers innegehabt hatte, und der sozialistische Sohn des Premierministers, Oliver Baldwin. Der frühere Erste Lord der Admiralität, Alexander (Arbeiterpartei), hat seinen Sitz in dem Sheffielder Wahlkreis Hillsborough wiedergewonnen, ebenso der Arbeiterführer Clynes in einem Wahlkreis von Manchester. Der Kommunistenführer Pollitt wurde in Rondda von dem konservativen Kandidaten besiegt. Ramsay Macdonald hat seinen Wahlkreis Seaham in Schottland bereits verlassen und ist am Freitag morgen in London angekommen. Bei seiner Ankunft erklärte er, er sei ein verbrauchter Mann.„Ich möchte schlafen und immer noch mehr schlafen. Meine Energie ist völlig verbraucht.“ Die Italiener nahmen Asbi dnb Rom, 15. November. Das italienische Propagandaministerium veröffentlicht auf Grund eines Telegramms von General de Bono den nachstehenden Heeresbericht: Danakil=Truppen in Verbindung mit Abteilungen des I. Armeekorps stießen am Rand der Hochebene in der Nähe von Asbi auf die Armee des Dedschak Kassa Sebhat. Nach heftigem Kampf wurde der Feind geschlagen, wobei er auf dem Kampfgelände 55 Tote und einige hunderte Verwundete zurückließ. Auf unserer Seite wurden vier Offiziere verwundet und 20 Askaris getötet. 50 Askaris wurden verletzt. Asbi wurde besetzt. Der Kriegsberichterstatter des DNB in Asmara funkt zu dem Gefecht noch folgende Einzelheiten: Die Vorhut der Danakil-Truppe unter General Mariotti, die die Flanke des linken italienischen Flügels und vor allem die Verproviantierung zu sichern hatte, stieß am Donnerstag früh vor den Toren von Asbi auf eine Abteilung von etwa 1000 Abessiniern. Die abessinische Abteilung war mit Gewehren und Maschinengewehren bewaffnet und eröffnete sofort das Feuer. Das sich nunmehr entwickelnde Feuergefecht dauerte den ganzen Tag. Am Abend wurden von italienischer Seite die Askaris zum Sturmangriff eingesetzt, denen es nach erbittertem Nahkampf gelang, die Abessinier zurückzuwerfen. Die abessinischen Truppen ließen 55 Tote, zahlreiche Verwundete sowie Munitionsvorräte und Gepäck auf dem Kampfplatz zurück. Auf italienischer Seite sind 20 Askaris gefallen und 50 verwundet. Außerdem wurden vier italienische Offiziere, darunter Oberst Belli, verletzt. Am späten Abend zogen die italienischen Truppen in Asbi ein. Ihre Versorgung mit Lebensmitteln erfolgt vorerst mit Hilfe von Flugzeugen. UP. Addis Abeba, 15. November. Nach hier von der Südfront einlaufenden Berichten, haben italienische Flugzeuge im Laufe des Donnerstags 50 Bomben auf Dagabur abgeworfen. Bei diesem Bombardement seien die Kirche und mehrere Häuser in Brand geraten. Ein Priester soll getötet worden sein. Weitere politische Nachrichten auf Seite 9 und 10 Billingers„Rexe von Tassau“ in Berlin Uraufführung im Deutschen Theater Richard Billingers erstes geschichtliches Drama, „Die Hexe von Passau", gestaltenreich und stark bewegt von äußerem und innerlichem Geschehen, fand in Hilperts feinfühliger Aufführung, vor schönen Bühnenbildern Ernst Schuttes, lebhaften Beifall. Vor den Hintergrund eines der kleineren bayrischen Bauernaufstände gegen Adel und Pfaffen stellt der Dichter ein mittelalterlich=inniges Mysterienspiel von der büßenden Magdalena, irdisch verkörpert in der jungen Valentine Ingold, der„Hexe von Passau". In Versen, die von der Plastik alter, bäuerlicher Holzschnitte glühen, verkündet das junge Weib einem elenden Volk und einer haßerfüllten Zeit mit ihren Komödianten, angesichts des Flammentodes, die Passion und das Evangelium der Liebe und Gnade. Derbe humoristische Beigaben und eine neue Reihe von Figuren aus Billingers bayrischen Walddörfern verstärken die farbige Wirkung des Schauspiels, das vor allem sprachlich von der Entwicklung des Dichters zeugt. Daß Käthe Dorsch für den seelischen Gehalt der Valentine den rührendsten, den überzeugendsten Ausdruck fand, war von dieser Meisterin in der Darstellung von Kraft und Zartheit, von weiblicher Schwäche und weiblicher Größe, zu erwarten. Sie wurde, mit Billinger und Hilpert, stürmisch gerufen und gefeiert. * Goethes Jugenddrama„Stella“, das den heiklen Stoff der Legende vom Grafen von Gleichen mit seinen zwei Frauen für die damalige Zeit modern und mit Wertherschem Gefühlsüberschwang„für Liebende"“ behandelt, blieb in der Aufführung des AgnesStraub=Theaters unausgeglichen. Der mütterlich=edlen Cäcilie Agnes Straubs stand die Stella Sabine Peters gegenüber, deren Jugend für diese schwierige Rolle noch die menschliche und weibliche Reife fehlt. Dazu ein Fernando Otto Woegerers, dem es an Liebenswürdigkeit gebrach. Das Theater dankte wiederum für den künstlerischen, wagemutigen Ernst und Idealismus, aus dem heraus Agnes Straub sich und ihrer Truppe die Aufgaben stellt. Karlernst Knats Nächltes Lultspiel im Stadtheater Nach den großen Lustspielerfolgen, wie sie das Bochumer Stadttheater in diesem Jahre zu verzeichnen hat, folgt nun als nächstes„Veronika" von Fritz Peter Buch. Dieses reizende Spiel aus dem Leben unserer Tage bekommt dadurch eine ernstere Note, daß es gewisse Zustände aufdeckt, die heute noch das Geschäftsleben des Alltags beherrschen, und gegen die unsere Zeit entschieden Front macht, und auch in Bochum wird man ein gleiches Echo beim Publikum zu erwarten haben. Die Proben zu diesem reizenden Lustspiel haben bereits begonnen. Keine Verteilung des Phusik=Nobelpreises vom Jahre 1934. Der Nobelpreis für Physik von 1984, der damals nicht verteilt wurde, wird auch in diesem Jahre nicht verteilt werden. Die Preissumme wird nach einem Beschluß der Akademie der Wissenschaften von Donnerstagabend dem Nobelpreisfonds zugeschlagen. — Hauptschriftleiter: Dr. Paul Dierichs Stellvertreter: Hans Schulte. Verantwortlich für Politik: Rudolf Roest. Kommunalpolttlk und Stadttelle: Adolf Peddinghaus, Lokales: Hans Schulte, Kulturpolttik und Unterhaltung: Dr. Josef Schwermann, Feuilleion: Dr. Emil Strodtdofs. Wirtschaft: Fritz Schmidt, Gerichtsdienst und Briefkasten: Mar Flegel, Sport: Hans Hornberg, Provinz: Kurt Dörnemann, Anzeigen: Kurt Scholz, sämtlich in Bochum. Berliner Schriftleitung: Michael Haupt, Berlin SW. 68, Wilhelmstraße 98. Anruf: Jäger 4115 und Kartsdorst 0340 Berkiner Anzeigenvertretung:., W. Pempe, Berlin=Charlottenburg, Ublandstraße 194 Anruf C 1 Steinplatz 6813. Verlag und Druck: Laupenmäplen& Dierichs in Bochum. Ruf 67551, 52, 53.— Zur Zeit ist Preisliste Nr. 6 güitig. Nachlaßstaffel.— DA X 35: über 25 500. Sprechstunden der Schriftleitung von 16 dis 17 Uhr(außer Samstags). Für unverlangte Einsendungen keine Haftpflicht Rücksendung nur bei Rückporto. Die heutige Nummer umfaßt 28 Seiten Seite 3 Nr. 270„ Bochumer Anzeiger„ Samstag Sonntag, 16.=17. November 1933 Bochumer Nachrichten Man tau.—.„. 11. bis zum Fasching.— Bochums Dichter und Ur=Indianer.— Ausländische Gäste.— Bählamms Wünsche. „Man tau“, dat es en Wort, Dat es van ganz besunnere Ort, Dat es— miärkt Ink genau— Souvüll as do in Köln„Helau". „Man tau“ sollt bi us heiten, Wänn wie dän„Karneval“ geneiten Nu wellt op häimische Ort. Drüm hört op düeset Wort: „Man tau" un frisch heran, Dat ut dä Sak' wat weren kann! Wat söllt wie hen no Höntrop gohn, Wänn se en Baukum kann gerohn! Wänn alle packet met int Rad, Dann wät en Dingen drut, dat batt, Hak uue noch, wie siern wellz, dal nie noch lang dovan verteut. Et soll doch mit diäm Deuker gohn, Wänn wie us sollen loten schlohn— Näi, Baukum stäiht hüt sienen Mann Un fänget sik te riegen an. Liebe Narren, Närrinnen und solche, die es werden wollen! Große Ereignisse werfen ihre Schatten vorauf. Es ist ein Brauch von altersher, daß man die ersten Vorbereitungen für den noch in der Zukunft Schoß liegenden Karneval am Elften des elften Monats nachts in der elsten Stunde einleitet. Das tut man in Mainz und Köln— das tun die Gänsereiter in Höntrop und das tut man auch im lieben alten Kaubaukum. Wenn aus der geplanten Sache etwas Ordentliches werden soll, dann muß man sie beizeiten anpacken, sagte sich der Elferausschuß, der Bochum munter machen will. Und so trat er denn zur obenerwähnten Stunde zusammen und schritt nach wohlgesetzten Reden zu mannhaften Beschlüssen. Schlachtruf:„Man tau!" Jawoll, man tau, nur zu! Man tau zu Taten, um Bochum zum Mittelpunkt geselligen Lebens zu machen, das seine Anziehungskraft auf die weitere Umgebung nicht verfehlt. Man tau auch zu einem Faschingstreiben, das in gesunden und gesitteten Bahnen bleibt und echtem Frohsinn und harmloser Freude die Türen öffnet. Weg mit dem Griesgram, der wahrhaftig nichts nützen kann. Wenn wir in Bochum Karneval feiern wollen, dann soll er ganz unserer Art angepaßt sein— kein aufgepfropftes fremdes Reis. Man frage nur unsere ältesten Pohlbürger, die wissen zu erzählen, wie man früher auch hier Faslowend zu feiern verstand. Nun ist Bochum groß geworden— da muß die Sache auch dementprechend aufgezogen werden. Nun, der erste Präsident der neu aufzuziehenden Karnevalsgesellschaft, wird mit seinem Helferstab schon die Sache schmeißen! Junge, do kaß die drop verloten! Man tau! * Bochum, das so prosaisch verschriene, ist eine Stadt von Dichtern geworden. Für das Werbemotto der Wein=Werbewoche war ein Preisausschreiben für ZweiAder! Was unsere„Ur=Indianer“ zuwege bringen. das soll heute abend in der Tonhalle„demonstriert" werden. Dichter in Hoch und Platt, Komponisten, Sänger, Humoristen— alles Eigengewächs, auf Bochumer Boden entsprossen! O, wir können schon was leisten— es muß nur angepackt werden! Man tau! * Man tau! So dachte auch der Leiter unseres Bergbaumuseums, der entschlossen zugriff, als er einige Waggonladungen wertvoller Museumsschätze von Berlin nach Bochum, der geistigen Rüstkammer des Ruhrbergbaues herüberholen konnte. Platz wird schon geschaffen werden; zu den sieben Hallen kommen weitere. Wie sehr die Museen und Einrichtungen der Westfälischen Berggewerkschaftskasse in Bochum den Ruf unserer Stadt mehren, das beweisen die Besuche ausländischer Gäste. So waren in den letzten Tagen Schweden und Japaner nach hier gekommen, um unser Bergbau= und unser Geologisches Museum zu besichtigen. Der Ruf Bochums als Glockenstadt ist sogar bis nach Persien, China und Nord= und Südamerika gedrungen— in allen Erdteilen spricht man von dem Guß der Olympiaglocke auf dem Bochumer Verein. Und was unsere Verwaltungsakademie bedeutet, das wird bei der heutigen Feier des zehnjährigen Bestehens in Erscheinung treten. Was uns noch fehlt, das sind große Aufmarschplätze und eine Halle, die gestatten, daß Riesenkundgebungen, für die Bochum der richtige Platz wäre(ich denke u. a. an den im Sommer 1936 abzuhaltenden ersten Deutschen Bergmannstag) nicht anderswo allein abgehalten werden. Auch dazu werden wir schon einmal kommen. Man tau! * Man tau! Das sei unser Losungswort. Auch bei der Lösung der vielen noch„schwebenden“ Pläne. Da fehlen noch geeignete Parkplätze in der Stadtmitte. Mein Freund Bählamm möchte am liebsten den Zaun an der Harmonie= und Grabenstraße fortreißen und diesen Platz, der einstmals für ein Sparkassengebäude vorgesehen war, zum Parkplatz gestalten— er sähe gern, wenn die Fortführung der Königsallee in schnellerem Tempo vor sich gehen könnte— wenn das Gelände zwischen Stadtpark und Schützenhof mit zum Park hinzugezogen und so eine unmittelbare Verbindung zwischen Parkhaus und Schützenhof geschaffen würden(wie nette Terrassen ließen sich da anlegen!) und anstatt des Holzbaues, ein neuer Saalbau erstände— ach, was ist da noch alles zu tun! Von unserem Bahnhofsumbau und=neubau, den die Reichsbahn immer wieder hinausschiebt oder hinausschieben muß(wie sie sagt!), ganz zu schweigen. Wir haben gesehen, daß unsere Steuerkraft wieder wächst und neues Blut in unsere Adern strömt— da dürfen wir hoffen, daß ein Wunsch nach dem andern der Erfüllung entgegengeht. Alle Kräfte angespannt, in Eintracht und redlichem Wollen, dann wird es uns auch gelingen. Man tau!. In diesem Sinne mit dem Wunsche auf einen angenehmen Sonntag Euer Gottlieb vom Tippelsberg. 1985— 1533 Zehnjahresfeier der Verwaltungsakademie Abteilung Industriebezirk in Bochum he Der heutige Tag ist ein Festtag für die Westfälische Verwaltungsakademie, Abteilung Industriebezirk in Bochum, denn an ihm begeht sie ihr zehnjähriges Bestehen durch einen feierlichen Akt, zu dem sich heute nachmittag 5 Uhr die Vertreter der Behörden, der Landesuniversität, der Verwaltungsakademie Münster, der Partei und viele ehemalige und jetzige Hörer der Lehrgänge einfinden werden. Im Mittelpunkt der Feier steht ein Vortrag des Direktors der Akademie für Deutsches Recht Dr. Karl Lasch(Berlin) über„Revolution im Recht". Der Gründungstag der Abteilung Industriebezirk war der 31. Oktober 1925. Daß Bochum ihr Sitz wurde und nicht andere Mitbewerber, ist der Regsamkeit der Bochumer Stadtverwaltung zu verdanken. Wir haben in unserer Nr. 256 vom 31. Oktober d. J. über die Geschichte der Verwaltungsakademie in Bochum kurz berichtet und ihren Entwicklungsgang in knappen Umrissen dargestellt. Dabei konnten wir auch feststellen, daß sie sich nicht nur auf die allgemeinen Sechs=Semester=Lehrgänge für alle Beamtengattungen beschränkte, sondern auch besondere Sechs=Semester=Lehrgänge für Kommunal= und Sozialpolitik und für Psychologie=Pädagogik einrichtete, weiter eine Reihe fachlicher Sonderkurse. Dazu kamen wissenschaftliche Tagungen zur Besprechung aktueller Verwaltungsprobleme, die in Gemeinschaft mit den jeweils zuständigen Ministerien, Fachorganisationen oder Beamtenverbänden durchgeführt wurden. Ferner sind zu nennen die zusammen mit der Bochumer Aerzte= und Zahnärzteschaft veranstalteten Vortragsreihen und Tagungen. Eine Kultureinrichtung für den ganzen Industrie= bezirk sind die besonderen Abendvorträge. Hier sprachen die Vortragenden zu einer Hörerschaft, die nach und Zusammensetzung ein Abbild des Lebens und der Art unserer Heimat bot: Partei= und Behördenvertreter neben Beamten aller Gattungen, Industrieführer neben ihren Gefolgschaftsleuten. Namen von Klang sind zu verzeichnen, deren Träger etwas zu sagen wußten, was weit hinaus über den Vortragssaal drang. Wir nennen nur Professor Dr. Dibelius, Berlin(Das englische Kolonialproblem), Professor Dr. Hoetzsch, Berlin (Sowjetrußland), Reichsbankpräsident Dr. Schacht, Berlin(Eigene oder geborgte Währung— ein Vortrag, der seinerzeit großes Aufsehen in ganz Deutschland erregte), Generaloberst a. D. von Seeckt, Berlin(Rüstungsfragen), der damalige Staatssekretär und heutige preußische Finanzminister Dr. Popitz, Berlin(Reichsfinanzreform und preußisches Finanzwesen), Gauleiter Staatsrat Wagner, Bochum(Staatspolitische Grundgedanken des nationalsozialistischen deutschen Staates— Bewegung und Staat), Gauschulungsleiter Dr. Schwarz= schulz, Bochum, Leiter der Hochschule für Politik Bochum(Nationalsozialismus und deutsche Kultur— Die geistigen Voraussetzungen der nationalsozialistischen Weltanschauung), Staatsrat Börger, Köln(Die Grundideen des Nationalsozialismus), Oberbürgermeister Dr. Dr. Weidemann, Halle(Kommunalpolitik). Diese Reihe könnte noch beliebig fortgesetzt werden— sie zeigt, wie viel fruchttragende Gedanken aus diesen Abendvorträgen in die weitesten Kreise getragen wurden. So hat die Verwaltungsakademie Industriebezirk in Bochum ein weitschichtiges geistiges Gebiet beackert und man darf sagen: mit bestem Erfolge. Möge auch das zweite Jahrzehnt reiche Frucht bringen! Das Opferbuch wartet auf Deine Einzeichnung! Nachdem in den letzten Tagen das Opferbuch eine kleine Wanderung bei verschiedenen Behörden und Betrieben gemacht hat, liegt es seit Freitag wieder im Sitzungssaal des Rathauses offen. Das Opferbuch liegt werktäglich aus von 10 bis 12 Uhr und von 16 bis 18 Uhr, Mittwochs und Samstags von 10 bis 13 Uhr. Die gezeichneten Beträge können bei der Kreisgeschäftsstelle des Winterhilfswerkes, Trankgasse 5, Eingang E, oder auf die Bankkonten Kommunalbank 6604, Bank der Deutschen Arbeit 6666, ferner bei der Westfalenbank und der Deutschen Bank und Discontogesellschaft eingezahlt werden. Größere Beträge können in beliebigen Raten bis zur Beendigung des Winterhilfswerks entrichtet werden. Theater dem 10 000 schaffende Volksgenossen in einem Monat im Bochumer Stadttheater In enger Zusammenarbeit mit dem Kreisamt Bochum„Kraft durch Freude", Abteilung Feierabend= gestaltung, war es möglich, in geschlossenen Veranstaltungen dem Bochumer Stadttheater vom 12. Oktober bis 17. November nicht weniger als zehntausend Arbeiter als Besucher zuzuführen. Abgesehen davon, daß das starke Interesse des schaffenden Menschen aus dieser Feststellung ersichtlich wird, konnte das Stadttheater Bochum in der gleichen Zeit überdies in seinen Abendvorstellungen die Besucherzahl im Vergleich zum Vorjahre um ein Viertel erhöhen. Damit dürfte der Hoffnung Ausdruck gegeben werden, daß die Verbindung zwischen Volk und Theater eine immer neue und stärkere Vertiefung erfährt und daß wirklich das Theater dazu wird, was es sein soll: Ausspannung vom harten Werktag des Schaffens und freudige Beglückung im Spielerischen. Zweijähriges Kind verunglückt Von einem Lastkraftwagen angefahren Am 14. November, gegen 17.20 Uhr wurde ein zweijähriges Kind beim Ueberqueren der Fahrbahn der Weitmarer Straße in Höhe des Hauses Nr. 29 von einem Lastkraftwagen angefahren und am linken Fuß erheblich verletzt. Lebensgefahr besteht nicht. Das Kind wurde dem Krankenhaus Bergmannsheil zugeführt. Zusammenstoß zwischen Motorrad und Fahrrad. Am 13. November, gegen 10.30 Uhr, erfolgte auf dem Castroper Hellweg, Ecke Holthauser Straße, ein Zusammenstoß zwischen einem Kleinkraftrad und einem Radfahrer. Der Kraftradfahrer erlitt einen Bruch seiner rechten Hand. Beide Fahrzeuge wurden leicht beschädigt. Wäsche, Sträucher, Baumaterial, alles wird gestohlen In der Nacht zum 13. November wurden aus einem Keller des Hauses Steinring Nr. 38 ein Oberhemd, grau mit feinen weißen Streifen, und ein rosaseidener Büstenhalter entwendet. Die Sachen hingen auf einer Leine zum Trocknen. Der Täter, der von der Straße aus in den Hof gelangte, griff durch die Gitterstäbe und das offenstehende Fenster und angelte die genannten Wäscheteile heraus. Angaben, die auf Wunsch vertraulich behandelt werden, erbittet die Kriminalpolizei in Bochum, Polizeipräsidium, Uhlandstraße Nr. 35, Zimmer Nr 244. In der Nacht zum 9. November sind aus dem Gartengrundstück Von=der=Recke=Straße Nr. 78 in Bochum 28 Ligustersträucher entwendet worden. In der Zeit vom 9. bis 11. November wurden aus dem Neuhau an der Leibnizstraße folgende Sachen entwendet: vier Messingsetzschrauben, zwölf Gummiringe (5 Ztm. Durchmesser), vier komplette Klosettzüge, neun vernickelte Ketten, vier Gummipuffer, zwei Klosettsitze und eine vernickelte Kettenführung. Wo sind derartige Sachen zum Kauf angeboten? Wer kann sonst Angaben über den Täter machen? Angaben in den beiden vorstehenden Fällen, die auf Wunsch vertraulich behandelt werden, erbittet die Kriminalpolizei in Bochum, Polizeipräsidium, Uhlandstraße Nr. 35, Zimmer Nr. 245. inn Altd! dem Bochumer Verein konzertierte das Städtische Orchester und Vierzeller aurgescheieben Bo chu zeiler ausgeschrieben und über dreihundert Bochumer und Bochumerinnen bestiegen den Pegasus mit mehr oder minder Glück. Was aber will das besagen gegenüber dem Wettbewerb, der im„B..“ ausgeschrieben war zur Erlangung von Werbeverschen für Bochumer Geschäfte, die im„B..“ inserieren. Ueber 15000, schreibe fünfzehntausend Einsendungen liefen ein! Jeder 21. Bochumer also tummelte sein Dichterroß— sollte man das für möglich gehalten haben? Eine nette Arbeit die Glücklichen herauszufinden, die eines Preises für würdig erachtet werden Und da sage noch einer, durch Bochum flösse nur der Maarbach und seine Nebenbäche— aber keine poetische Seltene Gäste auf industriellem Gelände.— In der Lehrlingswerkstatt des Bochumer Vereins vermittelte gestern mittag das Städtische Orchester den Arbeitskameraden des Werkes eine musikalische Feierstunde. Musik im Alltag, Musik in der Schicht.— Wir kennen gerade hier das poetische Wort von der „Sinfonie der Arbeit“ und sprechen vom Rhythmus sausender Maschinen. Aber wir sind erst auf dem Wege, einen versöhnenden und verschönernden Einklang zu schaffen zwischen jenem brausenden, geräuschvollen Lied werktätiger Hände und dem klingenden, harmonischen Reich der Tone. Musik soll künftig mithelfen, den Feierabend zu veredeln— die Stunden der Erholung für den Arbeiter der Faust wie der Stirn. Gute, leichtverständliche und doch wertvolle Musik, die zu hören es auch in unserer Stadt genügend Gelegenheit gibt. Ein Kosthappen, eine Probe dessen, was auch dem ungeschulten Arbeiter nur schönen Genuß und keine Anstrengung bedeutet, soll, wie Professor Reichwein in seinen Einleitungsworten betont, diese musikalische Stunde sein. Ein Anreiz, sich an den Veranstaltungen zu beteiligen, die von der großen Organisation„Kraft dem Städtischen Orchester unter Leopold Reichwein. durch Freude“ für die tätige Bevölkerung Bochums geplant sind, auf daß jeder, der schöner Musik sein Herz nicht verschließt, die unvergänglichen und nicht schweren Werke unserer deutschen Meister kennenlernen kann. So ging man einmal den ungewohnten Weg— die Musik kam zum Volk. Und sie wurde aufmerksam und andächtig, bewundernd und begeistert ausgenommen. Just in der„Lehrlingswerkstatt" erklang symbolhaft das festliche und hohe Lied auf die„deutschen Meister". Wagners prunkvoll= wirksames Opernvorspiel, und weihte mit seinen glänzenden Akkorden den weiten werktäglichen Raum, wo auf jedem verfügbaren Platz, am Boden und auf Werktischen Männer im blauen Arbeitskittel den ungewohnten Klängen lauschten. Respektvoller Beifall sprach den Dank der vielen, vielen Zuhörer, dankte auch für die Haydnschen Variationen über das Deutschlandlied, wurde aber erst zum prasselnden Applaus, als zündend die schwungvolle und herrliche Ouvertüre zu Nicolais„Lustigen Weibern“ endete und der wiegende Takt des abschließenden Strauß=Walzers verklang. „Noch äinen spielen!“ rief's hinter mir. Knappes, aber deutliches Urteil. Wunsch eines einzelnen für alle. Und der kurze, dringliche Appell des Presse= und Propagandawarts Bauwerker der RSG.„Kraft durch Freude", Gau Westfalen=Süd, nun auch von sich aus den Weg zur Kunst unserer Meister zu finden, fiel sicher auf fruchtbaren Boden. Die Musik kam zur Stätte der Arbeit, viele nun interessierten Hörer werden diesen willkommenen Besuch erwiderp Seite 4 Nr. 270„ Bochumer Anzeiger, Samstag Sonntag, 16./17. November 1933 Im Kampfe um sein gutes Recht Di,, biese andnhinen=Triest. Bilder aus Bochumer Gerichtssälen Wer anonyme Briefe bekommt, tut am besten, sich über die feigen Schmierfinken nicht erst zu ärgern, sondern die Schreiben mit Verachtung in den Papierkorb zu werfen, wenn er sie nicht etwa aufbewahren will, bis ihm der Täter eines Tages von selbst ins Garn läuft. Bei bestimmtem Verdacht kann er sich auch an die Kriminalpolizei wenden. Bei Behörden gehen auch oft anonyme Briefe ein. Man wird dort wohl auch meist in dem Sinne verfahren, ihnen keine Bedeutung zuzumessen. Das ist aber nicht immer möglich. Jetzt war ein Unterstützungsempfänger bezichtigt, das Wohlfahrtsamt durch Nichtangabe einer kleinen Einnahme betrogen zu haben. Der Mann hatte einst bessere Tage gesehen, war aber völlig verarmt. Durch das gegen ihn anhängig gemachte Gerichtsverfahren auf Grund einer anonymen Anzeige, stellte sich jedoch die völlige Haltlosigkeit des Verdachts heraus. Die betreffende kleine Einnahme aus einem Gartengrundstücke war schon längst zu Gunsten seiner Kinder verpfändet und der Beschuldigte hatte gar kein Verfügungsrecht mehr über jene Summe, die zudem viel zu gering gewesen wäre, als daß sie bei Berechnung seiner kleinen Unterstützung hätte eine Rolle spielen können. Auf Antrag des Staatsanwalts wurde das Verfahren eingestellt. Schade, daß die Behörde, der nur soviel unnütze Arbeit gemacht worden ist, den Briefschreiber nicht nachträglich mit den Kosten belasten kann! Vorsicht bei Torausfahrten Bei der Ausfahrt aus dem breiten Torweg der Zeche„Constantin“ in Bochum=Hiltrop hatte der Leiter eines Kraftwagens verabsäumt, sich zu überzeugen, ob die Straße frei war. Als er mit dem Wagen schon zur Hälfte auf der Straße stand, kam ein Motorradfahrer in voller Fahrt angesaust. Kurz vor dem Wagen riß er das schwere Rad beiseite und wollte hinter dem Wagen her die Straße gewinnen. Es gelang ihm dies aber nur zum Teil. Das Rad stieß an den linken Kotflügel des Wagens, der Radfahrer erlitt einen schweren Bruch des Unterschenkels, der jetzt nach Monaten noch nicht wieder geheilt ist. Leider versagte an dem Wagen auch noch die Handbremse. Dem Wagenlenker wurde die ursächliche Schuld an dem Unfall beigemessen. Er kam mit einer Geldstrafe von 150 Mark davon, da auch der Radfahrer, der das schwere Rad erst ein paar Tage fuhr und noch keinen Führerschein besaß, ebenfalls ein Teil der Schuld trägt. Der Radfahrer hätte den Wagen eher sehen und sein Tempo mäßigen müssen. Er hätte dann das Hupensignal gebört und auch gesehen, daß der Wagenführer den Fahrtrichtungsanzeiger herausgesteckt hatte. Er hatte um Verzeihung gebeten Unter der Anklage, ohne jeden Grund einen 65jährigen Mann schwer mißhandelt zu haben, hatte sich ein junger Mann zu verantworten, der sich mit Trunkenheit zu entschuldigen versuchte. Als er wieder nüchtern war, ging er zu dem Mißhandelten, bat ihn um Entschuldigung und trägt nun freiwillig alle Kosten, die dem alten Manne aus den Folgen jenes Abends erwachsen waren. Die Kosten sind nicht ganz gering, da der Mann drei Wochen lang im Krankenhause zubringen mußte. Der Alte war vor Gericht deshalb sehr versöhnlich gestimmt und bat, wenn möglich, von einer Zum dritten Male Brandstifter Vor der Großen Strafkammer stand am Freitag ein ganz eigenartiger Fall zur Verhandlung. Der Angeklagte Franz Schaefers aus Recklinghausen=Süd ist im Jahre 1924 und im Jahre 1932 bereits zweimal wegen Brandstistung zu zwei bzw. drei Jahren Gefängnis verurteilt worden. Jetzt hat er sich des gleichen Verbrechens wiederum schuldig gemacht. Man muß ihn also zu denjenigen Menschen rechnen, die eine Gefahr für ihre Mitwelt bedeuten. Wie kam der Angeklagte zu solcher Verbrechenshäufung? Aeußerlich macht er einen ganz harmlosen, allerdings etwas beschränkten Eindruck. In der Volksschule ist er zweimal sitzengeblieben. Er wuchs in sehr bedürftigen Verhältnissen auf. Die ersten acht Brandstiftungen auf dem Lande will er verübt haben, indem er glaubte, bei den Wiederherstellungsarbeiten Beschäftigung zu finden. Zum zweitenmal legte er Feuer an in drei verschiedenen Gebäuden seines ehemaligen Lehrmeisters. Jedesmal war ein Bierrausch vorhergegangen. Für diese Tat fand man gar keine Erklärung. Man steckte ihn zur Beobachtung in eine Irrenanstalt nach Warstein, fand aber keine geistige Krankheit. Ende 1934 war Schaefers aus der Strafhaft entlassen, hatte sich dann bei seinen in den Siegkreis verzogenen Eltern und Verwandten aufgehalten, sowie in der Gegend von Minden Notstandsarbeiten verrichtet. Im Sommer war er nach Recklinghausen zurückgekehrt und versuchte mit einem Mädchen wieder in ein Verhältnis zu treten; dieses Mädchen wollte aber begreiflicherweise nichts mehr von ihm wissen. Diese Enttäuschung erregte ihn derart, daß er sich wieder dem Alkoholgenuß ergab, wie er sagt, zehn Glas Bier trank. Auf dem Rückwege nach Recklinghausen stieg er auf das Gelände des Sägewerks des Harpener Bengbaus und legte in dem harzigen Holz in einem Schuppen Feuer an. Damit nicht genug, drang er in einen zweiten Schuppen, wo Sägemehl lagerte. Er hatte auch schon wieder Papier angezundet, um Brand zu legen. Er wurde hier aber erwischt. Zum Glück gelang es, die Brände zu löschen, bevor großer Schaden angerichtet war. strengen Bestrafung des Schuldigen absehen zu wollen. Er habe ihm alles verziehen. Auch der Täter war gehörig verhauen worden. Aber ohne Strafe ging es nicht ab. Wenn auch von der beantragten Freiheitsstrafe abgesehen wurde, die beantragt worden war, weil der Angeklagte einschlägig vorbestraft war und einen empfindlichen Denkzettel verdient hatte, so mußte die Geldstrafe doch empfindlich ausfallen, sie wurde auf 200 Mark bemessen. An ihr wird der Angeklagte lange Zeit zu tragen haben. Versteigerung im Stadtleihamt Bochum. Auf die am Donnerstag, 21. November, im Stadtleihamt, Trankgasse 5, stattfindende Versteigerung wird nochmals aufmerksam gemacht. Welch schweres Unheil aber hätte entstehen können kann man sich denken; denn nahe dem Schuppen befand sich die Wohnung des Betriebsleiters des Sägewerks. Einen Beweggrund zu diesen Brandstiftungen weiß der Angeklagte selbst nicht anzugeben. In der Trunkenheit erwache in ihm der böse Trieb. Die ärztliche Untersuchung ergab wiederum die volle Verantwortlichkeit des Angeklagten für seine Taten. Durch eine geistige Erkrankung erscheint seine Willensbestimmung auch jetzt nicht beeinträchtigt. Jedenfalls aber ist der Mann eine intellektuell unterwertige, infantile und unzulängliche Erscheinung. Die Taten scheinen sämtlich entstanden zu sein aus einer abwegigen Reaktion dieses sehr empfindlichen und reizbaren Charakters. Die langjährige Arbeitslosig keit mit ihren Begleiterscheinungen, sein verfehltes Leben und zuletzt die für ihn schmerzliche Absage des Mädchens haben zu einer Stauung unlustbetonter Affekte bei ihm geführt. Der Alkoholgenuß habe alle Hemmungen aufgehoben, und so hat sich eine Art nihilistischer Einstellung zur Umwelt bei ihm entladen. Der Staatsanwalt hatte drei Jahre Zuchthaus und Sicherungsverwahrung gegen den Angeklarten beantragt. Das Urteil lautete auf acht Jahre Zuchthaus und zehn Jahre Ehrverlust. Von der Sicherungsverwahrung wurde abgesehen. Man nimmt an, die langjährige Zuchthausstrafe werde derart auf ihn einwirken, daß eine Sicherungsverwahrung nicht mehr erforderlich wäre. Jedenfalls aber sei es erforderlich, ihn zunächst einmal auf längere Zeit in strengste Zucht zu nehmen. Sonntagswetter in Unser Bezirk liegt im Grenzgebiet zwischen dem osteuropäischen Hochdruck= und dem seit längerer Zeit im Raume England—Island liegenden und sich immer wieder neu belebenden Tiefdrucksystem. Randstörungen, die sich über Westeuropa bilden, streifen unseren Bezirk und bringen ihm zeitweise Bewölkungszunahme, doch dürfte es bei uns kaum noch zu wesentlichen Niederschlägen kommen. Dagegen erfolgt im wolkenlosen Westen durch Aufstrahlung stärkere Abkühlung, so daß für die kommenden Nächte Frostgefahr besteht. Einstonung zul Amwen Zu acht Jahren Zuchthaus verurteilt Aussichten für Samstag: Lebhafte Winde um Süd, vorwiegend heiter, zeitweise leicht bewölkt, strichweise Morgennebel, nach kalter Nacht tagsüber Temperaturanstieg bis zu zehn Grad. In der folgenden Nacht leichter Bodenfrost.— Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Bei anhaltender Südströmung Fortdauer der vorwiegend heiteren Witterung mit starkem Temperaturrückgang in den Nachtstunden. Freitag, 15. November Barometer 24 Uhr 741 8 Thermometer 2. Uh g 8 Zeiten für Sonne und Mond am 16. November: 95 S Aufg.52, Unterg. 16.87: C. Aufg. 22.17, Unterg. 12. Wetternotizen, gemessen um 8 Uhr vormittags K Ossen... Kayler Asten Brocken Hamburg.. Berlin München Zugspitze (Weitere Lokalnachrichten auf den Seiten 5, 13 und 14) Verein Schlesier=Landsleute, Bochum. Sonntag, 17. November, nachm. 6 Uhr: Monatsversammlung im Vereinslokal, Restaurant Gußstahl, Alleestraße 27. Wohin gehen wir heute Stadttheater: Samstag 20 Uhr: Hamlet. Sonntag 16.30 Uhr: Geschlossene Vorstellung für„Kraft durch Freude": Krach im Hinterhaus; 20 Uhr: Krach im Hinterhaus. Evgl. Vereinshaus: Sonntag 17 Uhr: Hauptkonzert der Gesang= und Orchestervereinigung der Eisen= und Hüttenwerke. Rest. Vogt, Altenbochum: Sonntag 20 Uhr: Hausmusikabend. Parkhaus: Sonntag 16 Uhr: Freikonzert. Städtische Gemäldegalerte: Sonn= und feiertags bei freiem Eintritt von 10 bis 13 Uhr, werktags von 10 dis 16 Uhr. Heimatmuseum Haus Rechen, Königsallee 17: Sonn= und feiertags von 10 bis 13 Uhr, werktags von 10 bis 16 Uhr. Bergbaumuseum, Böbestraße: Besichtigungszeiten: Werktags von 8 bis 13 Uhr und von 15 bis 18.30 Uhr, an Mittwochund Samstag=Nachmittagen bei freiem Eintritt: Sonntags von 10 bis 13 Uhr.(An Feiertagen geschlossen.) Geologisches Museum der Berggewerkschaftstasse, Herner Straße 45: Mittwochs von 15 bis 18 Uhr, Samstags von 15.30 bis 18 Uhr. Nach Voranmeldung jederzeit innerhalb der Dienststunden. Eintritt frei. Städtische Schwimm= und Badeanstalt, Marienstraße: Sonntags von 7 bis 12 Uhr Familienbad. Odeon: ab 16.30 Uhr: Die blonde Carmen. Skala=Lichtspiele: ab 17.00 Uhr: Die blonde Carmen. Tonhalle: ab 15.30 Uhr: Der Himmel auf Erden.— Sonntag vorm. 11.30 Uhr: Abessinien von heute. Weltlichtspiele: ab 15.15 Uhr: Der Graf von Monte Christo. Apollotheater: ab 15.30 Uhr: Lieselotte von der Pfalz. Capitol: ab 15.15 Uhr: Liebesleute. Gloria=Palast: ab 15.30 Uhr: Die Katz im Sack. Hammer Lichtspiele: ab 15.15 Uhr: Elisabeth und der Narr. Lichtburg: ab 15.00 Uhr: Vergiß mein nicht. Lichtspielhaus: ab 15.15 Uhr: Go endete eine Liebe. Unterhaltungs= und Gaststätten: Café Fuchs=Grünewald Ehrenfelder Bierhaus Konzerthaus Glaubitz Gaststätte Neuhaus Siechenbräu Hotel Fürstenhof Konzerthaus Schlüter Tonhallen=Diele Tonhallen=Gaststätte Tonhallen=Varteté Union=Palast=Gaststätte Gasthaus Wagener Rest. Zum Wiesental Rest. Zum Dortmunder E angen Roman einer großen Liebe von koltin hollan) 22) „Und das sind Sie nicht, Herr von Serna?“ „Wer ist das schon als Laie? Malerei ist eine in Jahrtausenden ausgeklügelte Kunst, von der nur wenige Sachverständige wirklich etwas verstehen. Mir gefällt ein Bild oder es gefällt mir nicht. Ich bin ganz subjektiv, aber das hat ja leider mit Qualität nichts zu tun.“ „Und warum kaufen Sie dann Bilder, ich meine, solch wertvolle Bilder?" „Ein Sprichwort lautet: Besser ist der Feind des Guten, und das trifft auch auf mich zu. Lieber Herr Rechtsanwalt, ich bin nun einmal ein Freund des Besteg. „Schön! Und dieses Bild von Franz Hals“, Bereit verbesserte sich,„dieses angebliche Bild von Franz Hals gefiel Ihnen?“ „Selbstverständlich, sonst hätte ich es nicht gekauft.“ „Aber Sie waren doch mißtrauisch „Absolut nicht.“ „Nicht?“ Bereit zündete sich eine Zigarette an. „Nun, warum sind Sie dann, entschuldigen Sie meine anhaltende Fragerei, aber Sie verstehen, nicht wahr, warum sind Sie dann persönlich zu Professor Gerhardt gegangen?“ „Ich erzählte am nächsten Tage meinem Freund Halban von dem Bilderkauf, was ja schließlich natürlich war.“ „Absolut, denn er, nicht wahr, hatte Sie doch mehr oder minder dazu veranlaßt?“ „Das wäre zuviel gesagt, nur als ich ihm erzählte, daß ich mein Geld in einem guten Gemälde anlegen wollte, empfahl er mir den Salon Tilseck.“ „Und?“ „Ach so, sa, nun, da fragte er mich, aus welchem Besitze das Bild denn eigentlich stamme. Darauf konnte ich keine Antwort geben. Da riet er mir, als er sah, daß auch ich mich dafür zu interessieren begann, doch zu Professor Gerhardt zu gehen, der ja die Expertise ausgestellt hatte und es vielleicht oder sogar wahrscheinlich wissen mußte.“ „So, dann hat Sie Halban zu Herrn Professor Gerhardt geschickt?“ „Man kann es schon so nennen. Ich fand die Idee ausgezeichnet. Von selbst wäre ich gar nicht darauf gekommen.“ „Und als Sie zu Gerhardt kamen, sagte Ihnen der Professor sofort: Aber das ist ja gar nicht meine Handschrift!“ Serna nickte.„Und damit war dann alles klar.“ „Und damit war dann alles klar“, wiederholte Bereit mechanisch. Serna sah ihn an, er wartete wohl darauf daß der Rechtsanwalt diesen Worten noch etwas hinzufügen sollte. aber Bereit schwieg. „Ja, ich fürchte, das ist alles, was ich Ihnen zu erzählen im Stande bin. Sie entschuldigen mich wohl, leider habe ich noch eine andere Verabredung.“ „Aber selbstverständlich, ich danke Ihnen sehr", erwiderte Bereit aufstehend und dem Aelteren in den Mantel helfend. Er sah ihm nach, wie Serna davonging. Er, Bereit, hatte plötzlich eine seltsame Idee Christoph von Halban kam von der Jagd. als man ihm den Besuch eines Berliner Rechtsanwaltes, eines Niklas Bereit, meldete. Irgendwie schien ihm der Name bekannt und erst viel später erinnerte er sich, daß Berta ihn einmal im Zusammenhang mit jenem Unglück am Matterhorn genannt hatte. Aber diese schwache, vage Erinnerung an den Klang seines Namens war Bereits Glück, denn sonst hätte Halban ihn nicht empfangen, unter gar keinen Umständen, da das ganze Haus voll war mit Leuten, Besuch, Freunden, Gästen, Jagdteilnehmern an dem Kesseltreiben. Bereit wartete auf den Hausherrn in Halbans Arbeitszimmer, in demselben Raum, in dem einst Mister Fothergill aus Amerika auch gewartet hatte. Das Haus war erfüllt mit mannigfachen und verschiedenen Geräuschen. Hin und wieder hörte man das Vorfahren der leichten Jagdwagen, das Rauschen in den Wasserleitungen, die Diener klappten eilig Türen, und vom Wirtschaftshof her kam das Schelten einer sicherlich dicken und mächtigen Mamsell, die aufgeregt war, ob das Festessen auch ja klappen würde. Bereit selber konnte kaum ruhig sitzen, er lief im Zimmer auf und ab, hin und her. War es nicht eigentlich ungeheuerlich, was er da im Sinn hatte? Und was um Gottes willen, wenn er sich irrte, wenn die Taktik, die er beabsichtigte, einzuschlagen, falsch war? Er wußte, dann gab es nichts mehr, oder besser, dann blieb nichts anderes mehr übrig als ein Duell. Auf dem mächtigen Schreibtisch stand groß ein Bild von Berta von Tilseck. Für einige wenige Minuten rastete Bereit vor diesem Bildnis und vielleicht ahnte er erst heute, was Männer an Berta liebten. Er wurde durch einen raschen, energischen Schritt in seinen Betrachtungen unterbrochen. Christoph von Halban stand auf der Schwelle. Er sah auf eine merkwürdige Art wild und schön aus. Der leibhaftige wilde Jäger, war es auch, was Bereit dachte. Und zum ersten Male, seit er den Entschluß gefaßt hatte, hier heraus zu fahren, fühlte er sich wieder sicher. „Was gibt mir die Ehre, Herr Rechtsanwalt?“ fragte Halban, ihm die Hand reichend. „Eine sehr persönliche Angelegenheit, Herr von Halban.“ Halban lächelte.„Sagen Sie eins, wird es lange Zeit in Anspruch nehmen? Ich meine, ich bin sehr eilig, ich habe Gäste hier.“ Er zögerte, wahrscheinlich erwog er, ob er den Fremden einladen oder ihm vorschlagen sollte, an einem der nächsten Tage zu ihm in die Stadt in sein Büro zu kommen? Bereit schien die Gedanken des andern zu erraten. Er sagte schnell und sehr bestimmt, als wolle er jedes Mißtrauen von vornherein unterdrücken:„Nein, es wird Sie bestimmt nicht viel Zeit kosten, ein paar Minuten nur.“ Halban aber, stutzig durch den Ton, fragte:„Was wollen Sie?“ „Nur eine Auskunft.“ Bereit lächelte. Er sah Halban nicht an, er sah zu dem Bilde Bertas hinüber. „Vielleicht würde es Ihnen nichts ausmachen, mit mir heraufzukommen. Hier unten fühle ich mich zu sehr gestört, zudem.. die Zeit drängt.“ Halban warf einen Blick auf die Uhr. Bereit verbeugte sich leicht.„Aber selbstverständlich. verstehe, ziehen Sie sich nur ruhig um, während ich...“ Hatte er etwa Angst, der kleine Rechtsanwalt Nicklas Bereit, das Gesicht dieses Mannes zu sehen? Es mußte schrecklich sein, von Wut verzerrt, von... Sie stiegen hintereinander eine breite Treppe hinauf in den ersten Stock. Mit einem„Sie erlauben?“ ging Halban ihm voraus. Er stieß die Tür zu einem der Zimmer auf.„Bitte.“ Es war ein großes, vierfenstriges Zimmer, mit einem Alkoven linker Hand, der anscheinend das Bett verbarg. Die Einrichtung war äußerest simpel und zweckentsprechend, ein großer Mahagonisekretär, zwei, drei bequeme, schon etwas abgenutzte Ledersessel, ein Gewehrschrank, in dem ein Schlüssel stak. Es gab reichlich Raum, hin und her zu laufen. Auf der rechten Seite befand sich eine kleine Tapetentür, die offenstand und in ein Badezimmer führte. „Bitte, machen Sie es sich bequem. Sie entschuldigen wohl.“ Halban bot Bereit aus einer halbgeleerten Kiste Zigarren an, legte dann die Flinte ab und den grünen Rock, verschwand für einige Momente in dem mit einem Vorhang versehenen Alkoven und kam mit einem Morgenrock bekleidet wieder zum Vorschein. In diesem Augenblick trat ein Diener aus dem Nebenzimmer und meldete:„Das Bad ist fertig, Herr Baron." Halban entließ ihn mit einer Handbewegung. Bereit sagte:„Genieren Sie sich nicht, ich will Sie wirklich nicht unnötig aufhalten, wir können ganz gut durch die offene Tür sprechen.“ Halban zögerte einen Augenblick, dann stimmte er lächelnd in den Vorschlag ein. „Niemals“, sagte er hinübergehend,„ist mir ein so unformeller Rechtsanwalt vorgekommen.“ Ja, dachte Bereit, das glaube ich wohl, aber er sprach nicht er rauchte langsam vor sich hin, ohne jeden Genuß, und streifte nervös die Asche in den kleinen messingnen Behälter. Er hörte, wie sich nebenan Halban entkleidete, wie er kaltes Wasser in die Wanne laufen ließ, einen Fluch:„Teufel, wie ist das heiß, Karl ist ein Rindvieh. Wissen Sie, Herr Rechtsanwalt, zwei Dinge gibt es, die niemand recht machen kann, richtig gekochte, weiche Eier und ein warmes Bad. nicht zu heiß und nicht zu lau.“ Dann, wie er aufatmete, als er sich in der Wanne ausstreckte, ein kleines Plantschen und schließlich:„Nun, Herr Bereit..“ Bereit riß sich zusammen. Er stand auf, nahm von neuem seinen Gang auf. hin und her. Auf dem Parkett. das kein Teppich schmückte, klangen seine Schritte laut und drohend. Endlich sprach er, er sprach sehr schnell, aber sehr deutlich.„Es handelt sich nämlich darum, Herr Baron, daß Fräulein von Tilseck in einen äußerst unangenehmen Prozeß verwickelt ist, der sowohl ihre Karriere, ihre ganze Zukunft, als auch ihren ehrlichen Namen bedroht.“ Er machte eine Pause. als wartete er, daß Halban irgend etwas einwerfen würde, aber Halban schwieg. „Sie haben einen Bekannten, einen Herrn von Serna zu Fräulein von Tilseck geschickt?“ „Ein Freundschaftsdienst.“ „Selbstverständlich. Sie haben jedoch diesen selben Herrn veranlaßt, Professor Gerhardt aufzusuchen. Wie jedoch, wenn Sie mißtrauisch waren, konnten Sie es tun, ohne Fräulein von Tilseck vorher von Ihrem Mißtrauen zu unterrichten, sie zu warnen und ihr damit die Gelegenheit zu geben, die ganze Angelegenheit gütlich zu ordnen?“ „Ich hatte selber nicht die geringste Idee! Unsinn, was Sie da von Mißtrauen erzählen. Ich habe mir nichts dabei gedacht— und wenn Sie mich fragen, warum ich nicht Berta, ich meine Fräulein von Tilseck, davon benachrichtigt habe, so muß ich sagen, daß erstens dazu nicht der geringste Anlaßz bestand und zweitens, daß ich mich weigere, über meine privaten Gefühle zu besagter Dame zu sprechen.“ „Ich verstehe besonders da Sie zu dem Zeitpunkt, als diese unglücklichen Geschäfte getätigt wurden, nicht besonders gut mit ihr standen.“ „Was denken Sie? Ich sagte schon, daß ich mich weigere, darüber zu sprechen. Das hindert natürlich nicht im geringsten, daß ich bereit bin, immer bereit gewesen bin, Fräulein von Tilseck auszuhelfen, sobald diese Hilfe erwünscht, erbeten, in Anspruch genommen werden sollte.“ Bereit antwortete nicht sogleich. Er stand da, die Hände in den Taschen seines Anzuges vergraben, er hatte sich nicht getäuscht.„Ich muß bemerken, daß mich Fräulein von Tilseck nicht zu Ihnen geschickt hat. „Dann habe ich mich geirrt, ich habe seit Wochen gehofft, daß sie vernünftig genug sein würde, sich an jene Leute zu erinnern, die sie lieben. Glauben Sie, Herr Rechtsanwalt, daß ich ihr durch Sie meine pekuniäre wie meine persönliche Hilfe anbieten kann?" „Nein, ich glaube es nicht und trotzdem sind Sie in der Lage, zu helfen, das heißt, wenn Sie wollen.“ Und jetzt war Bereit mit zwei gewaltigen, fast sprunghaften Schritten an der offenen Tür. Er konnte Halban sehen, wie er im Bade lag, ein Riese— ein Mann aus einem anderen, früheren, kräftigeren Jahrhundert. „Inwiefern?“ fragte Halban zurück.„Sie müssen wissen, daß ich alles tun würde, um ihr zu helfen.“ „Das nahm ich an“, erwiderte Bereit und dann schwieg er wieder. „deun“, ermunterte Halban. Bereit kam noch einen Schritt näher. Er faßte Halbans rotbraunes schönes, wildes, lächelndes Gesicht ins Auge und sprach langsam und deutlich:„Indem Sie nämlich den Namen jenes Mannes kundgeben, der Fräulein von Tilseck das Bild samt gefälschter Expertise ausgehändigt hat.“ Schien es ihm nur so, oder erblaßte Halban wirklich? Einen Moment herrschte Schweigen, dann lachte Halban dröhnend. Es schallte an den gekachelten Wänden vielfach wider. Sind Sie verrückt, Herr Rechtsanwalt? Wieso glauben Sie, daß ich den Namen des Mannes weiß, der meines Wissens nach von aller Welt gesucht wird? Ich bin weder ein Prophet, noch ein Detektiv.“ Bereit nahm allen Mut zusammen.„Nein, nein, kein Prophet, auch kein Detektiv— aber“ und jetzt erhob er seine Stimme,„aber der Auftraggeber, Herr von Fortsetzung folgt.) K Seite 5 Nr. 270; Bochumer Anzeiger„ Samstag Sonntag, 16./17. November 1933 Bochumer Leben Langsam fahren— wenig hupen Der Polizeipräsident greift ein! „.Abn i mu. Versammlung mit einem Gedenken an unseren Führer Der Vollzeipräsitdent in Bochum tent mit: und Reichskanzler. Die Zahl der schweren Verkehrsunfälle im Polizei=Präsidialbezirk Bochum hat in den letzten Monaten wiederum erheblich zugenommen. Die Ursachen dieser Unfälle sind in der Hauptsache auf zu schnelles und rücksichtsloses Fahren zurückzuführen. Eine formale Geschwindigkeitsbeschränkung gibt es nach der Reichs=Straßenverkehrs=Ordnung nicht mehr. Dafür ist aber in der Ausführungsanweisung zum§ 25 gesagt:„Die Geschwindigkeit ist so einzurichten, daß nötigenfalls rechtzeitig angehalten werden kann.“ Diese Bestimmung wird in der gröbsten Weise mißachtet. Ohne Rücksicht auf die Straßenund Verkehrsverhältnisse wird das Einhalten höchster Geschwindigkeiten unter Zuhilfenahme der Signalinstrumente erzwungen. Der Mißbrauch der Signalinstrumente bringt Unsicherheit und Gefahren in den Verkehr und ist damit die Quelle vieler Verkehrsunfälle. Diese Auswüchse können im Interesse der Sicherheit und Leichtigkeit des gesamten Verkehrs nicht mehr länger geduldet werden, zumal es praktisch schon in einer ganzen Anzahl großer deutscher Städte erprobt ist, daß bei größter Einschränkung der Signalabgabe eine bedeutend leichtere und sichere Abwicklung des gesamten Verkehrs erzielt wird.—Ich sehe mich daher gezwungen, gegen diese Unsitte in Zukunft mit besonders scharfen Maßnahmen vorzugehen. Auf die Einhaltung der nachstehend aufgeführten Bestimmungen weise ich ganz besonders hin. a) An Stellen, an denen der Verkehr durch Polizeibeamte oder Signale geregelt wird. ist das Abgeben von Warnungszeichen unstatthaft. b) Das Abgeben langgezogener Signale und die Verwendung übermäßig lauter Signalinstrumente innerhalb der Stadt ist verboten. c) An übersichtlichen Straßenkreuzungen pp. ist die Abgabe von Warnungssignalen auf Ausnahmefälle zu beschränken. Allgemein dürfen nur kurze Signale mit den vorschriftsmäßigen Instrumenten gegeben werden. Dabei ist zu berücksichtigen, daß den Gefahren in erster Linie durch Herabminderung der Geschwindigkeit vorzubeugen ist. In allen Fällen, in denen dies nicht gleichzeitig mit dem Signalgeben geschieht bzw. bereits geschehen ist, liegt eine mißbräuchliche Benutzung des Signalinstruments vor, die tücksichtslos bestraft wird. Weiter muß von jedem Fahrzeugführer versucht werden, die Abgabe von Warnungssignalen in der Nachtzeit von 22 bis 6 Uhr möglichst völlig zu unterlassen. Gegen die langsamen übrigen Verkehrsteilnehmer(Fußhänger, Fuhrwerkslenker usw.), deren Verhalten vielach die Ursache des übermäßig vielen Signalgebens ist, vird bereits seit längerer Zeit vorgegangen. Arbeitsgemeinschaft der evangelischen Beamten, Ortsgruppe Bochum, aufgelöst In der am 13. November 1935 abgehaltenen Schlußversammlung kamen die Mitglieder zum letzten Male zusammen, um den Bericht des Vereinsführers über die Auflösung der Arbeitsgemeinschaft entgegenzunehmen. Generalsekretär Riedel gab noch einmal einen Ueberblick über die früheren Ziele und Aufgaben der Beamtenvereine und die Gründe, die zu der Selbstauflösung geführt haben. Er führte aus, die Bewegung sei einem Bedürfnis entsprungen. Damals seien vor allem zwei Aufgaben zu erfüllen gewesen. Die erste Aufgabe lag in der ungeheuren Paritätspolitik des Zentrums. Da der Staat versagte, mußten sich die evangelischen Beamten selbst zusammenschließen. Dabei ging es nicht um persönliche Vorteile, sondern um das evangelische Beamtentum und den nationalen Staat. Die zweite Aufgabe lag in der Verantwortung für unseren Stand. Mit tiefer Sorge empfanden wir, daß der alte preußische Beamtenstand mehr und mehr schwand. Wir sind dankbar, daß unsere politischen Ziele mit der nationalsozialistischen Revolution ihre Erfüllung gefunden haben. Es blieb die innere Aufgabe, die evangelische Lebenshaltung zu pflegen und dadurch mitzuwirken, die tiefsten Kräfte deutschen Beamtentums zu sichern und zu entwickeln. Diese religiöse Aufgabe bleibt bestehen, ganz gleich, ob sie innerhalb einer Organisation gepflegt wird oder nicht. Die katholischen Beamtenvereine fühlen sich allerdings durch das Konkordat geschützt. Für uns war es unerträglich, den Anschein zu erwecken, als ob auch wir indirekt den Schutz des Konkordats in Anspruch nähmen. Außerdem war es unsere Pflicht, dem Staat nicht dadurch seinen Kampf zu erschweren, daß wir für uns eine Sonderregelung verlangten. So reifte der Entschluß der Selbstauflösung, der von dem Reichsinnenminister Dr. Frick persönlich auch freudig begrüßt worden ist. Die Auflösung unseres Verbandes bedeutet nicht, daß wir unsere Arbeit aufgeben, nur ist eine besondere Standesorganisation hierfür nicht mehr erforderlich. Vereinsführer Weber verkündete sodann, daß hiermit der Evangelische Beamtenverein Bochum aufgelöst sei. Die Beiträge müssen wegen Erfüllung vertraglicher Verpflichtungen noch bis Dezember dieses Jahres erhoben werden. Die Zeitschrift wird bis zum gleichen Termin geliefert. Die Abwicklung der finanziellen Geschäfte soll durch einen fünfköpfigen Ausschuß bis zum 31. Dezember 1935 zum Abschluß gebracht werden. Zum Schluß brachte Generalsekretär Riedel Herrn Weber den Dank des Reichsobmannes in warmen Worten zum Ausdruck und betonte insbesondere, daß in keiner Ortsgruppe eine derartige Organisation bestanden habe wie in Bochum. Herr Weber gab den Dank an seine Mitarbeiter weiter und schloß die denkwürdige Brieftaubenschau des Brieftauben=Züchtervereins„Reiselust“ und des Brieftaubentrupps Sturm 1/17. Von Freitag bis Sonntag veranstalten der BriefSteuern, Abgaben usw. öffentlich angemahnt. Die nach dem 22. November noch vorhandenen Rückstände werden eingezogen. Heute abend geht es rund Nämlich„Rund um den Karot!" Alle Vorbereitungen für den heiteren„Urindianer=Abend“ sind getroffen. Die festlich geschmückten Räume der Tonhalle stehen all jenen Volksgenossen offen, die klug genug gewesen sind, sich rechtzeitig eine Karte zu besorgen. Aber diejenigen, die sich diesmal nicht schnell genug eine Karte besorgten, brauchen deswegen noch längst keine Tränen zu weinen. Ihnen winkt schon in den nächsten Tagen eine Wiederholung des Urindianer= Abends in voller Besetzung der Dichter=, Komponisten=, Vortragskünstler=, Sänger=, Musikanten= und AnsagerGarnitur, die am heutigen Samstagabend auf den esses stand die im Welttrieg so erfolgreich gewesene Taube des Züchters, Bäckermeister Beckmann, die trotz ihres Alters im Wettbewerb der Altersklasse den ersten Preis mit 24 P. erhielt. Das schönste Tier der Schlagausstellung zeigte Karl Götze, das ebenfalls 24 P. erhielt. Am Abend schilderte der Züchter E. Heitfeld vor einem großen Kreis die Erlebnisse des Nachrichtendienstes durch Brieftauben bei der Erstürmung des Forts Baux vor Verdun. 100 g.s. Die Ergebnisse: 1. Otto Anton 132., 2. Josef Fiege 180., 3. Sturm 1/17 129., 4. Sturmbann3 129., 5. Karl Schulze 127., 6. Kleine Hermd. Jüng. 127., 7. Franz Hammerschmidt 127., 8. August Lipina 126., 9. Alfred Schlemenat 125., 10. Karl Götze 123., 11. Hermann Grave 123., 12. Standarte 17 122., 13. Karl Langener 121., 14. Kleine Herm d. Aeltere 119., 15. Sturmbann 1 114., 16. Sturmbann 2 113 P. Außer Konkurrenz; Th. Mühr 139 P. Altersklasse(Einzeltiere): 1. Beckmann 24., 2. Stachelhaus 24 P. Die Stadtkasse mahnt. Von der Stadtkasse Bochum werden im Anzeigenteil der heutigen Ausgabe die im Monat November 1935 fällig gewordenen rückständigen Westfalen und Rheinprovinz nicht anders zu erwarten war, Interesse.. 1u6 i 8uag u7einen 8. Daß heute abend niemand im Frack erscheinen darf, ist schon gesagt worden. Die Schützen erscheinen in blauweißer Mütze! Für sie sind besondere Plätze reserviert. Wer einen Kittel hat, möge ihn anziehen. Kommt er in dieser Aufmachung, so gilt er als Ehrengast. Kirchensteuerbescheid. Die Kirchensteuersätze der evangelischen Kirchengemeinden.=Hamme,.=Werne,.= Hofstede=Riemke,.=Hordel,.=Uemmingen sowie des katholischen Gesamtverbandes Bochum=Stadt und der katholischen Kirchengemeinde.=Werne für das Kirchensteuerjahr 1935 sind von der kirchlichen und staatlichen Aufsichtsbehörde in der veranlagten Höhe genehmigt worden.(Siehe auch Anzeigenteil.) Beim Aufspringen auf einen Flachwagen verunglückt. Der Arbeiter K. von der Redemptoristenstraße versuchte am Donnerstag abend gegen 21 Uhr auf der Torstener Straße auf einen in Fahrt befindlichen Flachwagen zu springen. Dabei kam er zu Fall und geriet unter den Wagen. Mit einer Gehirnerschütterung und erheblichen Kopfverletzungen wurde er dem nächsten Arzt zugeführt. Das Wihw Mifhlh teilt mit: Darch zersehien=Eipresseronief arerfahrt Drei Jahre Zuchthaus wegen versuchten Kindesraubs Bielefeld, 15. November. Vor der Bielefelder Großen Strafkammer wurde ein Kindesraub=Prozeß, verhandelt. Der 23jährige Angeklagte hatte beabsichtigt, das Kind eines Gutsbesitzers zu rauben und dann ein Lösegeld zu fordern. Er erklärte, daß er durch die Lektüre von Kriminalgeschichten und durch die Berichte über den Raub des Lindberah=Kindes auf die Idee gekommen sei. Am Abend des 4. März 1935 bemerkte man im Gutshof von Haus Beck bei Löhne im Kreise Herford einen Einbrecher. Mit Hilfe der Polizei wurde die Verfolgung aufgenommen, die über die Dächer des Gutshofes führte und mit dem Absturz des Verbrechers endete, der sich Arm= und Rippenbrüche zuzog. Zunächst konnte man ihm nur verschiedene Diebstähle nachweisen; die Vermutung sprach aber dafür, daß er ganz andere Pläne hatte. Er führte neben anderen Einbrecherwerkzeugen eine Art Strickleiter, Gummihandschuhe und einen Sack mit sich, und es wurde festgestellt, daß er sich mehrere Mahe in den Gutshof eingeschlichen hatte. Einmal hatte er fünf Tage und Nächte im Dachgeschoß des Hauses„gewohnt“ und sich von den Vorräten der Räucherkammer ernährt; dagegen hatte er Geld und Geldeswert liegen lassen. Das Rätsel wurde gelöst, als man in einem Schornstein des Hauses Pavierschnitzel fand, die der Verbrecher bei seiner Flucht über die Dächer fortgeworfen hatte. Es war ein Erpresserbrief, in dem der Gutsherr aufgefordert wurde, ein Lösegeld von 20000 RM. zu zahlen, wenn er sein Kind lebend wiedersehen wolle. Der„Brief war unterzeichne!:„Der Rächer der Besitzlosen.“ Unter dem Eindruck des Beweismaterials gab der Verbrecher, Andreas Lawecki, zu, daß er eines der vier Kinder des Besitzers von Haus Beck hätte rauben wollen. In der Nähe von Bielefeld hatte er eine Schreibmaschine gestohlen und darauf den Erpresserbrief geschrieben. In der Hauptverhandlung vor der Strafkammer Bielefeld war Lawecki soweit geständig, daß er zugab, die Entführung des Kindes geplant und auch vorbereitet zu haben. Der Staatsanwalt sah in den Vorbereitungshandlungen den Beginn der Tat und beantragte zwei Jahre Zuchthaus und drei Jahre Ehrverlust wegen versuchten Kindesraubes in Tateinheit mit versuchter Freiheitsberaubung. Nach längerer Beratung verkündete das Gericht das Urteil, das wegen versuchter räuberischer Erpressung, versuchten Kindesraubes und versuchter Freiheitsberaubung auf drei Jahre Zuchthaus und drei Jahre Ehrverlust lautete. Der Raub in der Telgter Kirche Münster, 15. November. Die hiesige Staatsanwaltschaft ist in Verbindung mit der Telgter Polizeibehörde, den zuständigen Gendarmeriebeamten, der münsterischen Kriminalpolizei und der Landeskriminalpolizei Recklinghausen, mit dem größten Eifer bemüht, in den Telgter Kirchenraub Licht zu bringen: Bei ruhiger Betrachtung der Lage hat sich ergeben, daß der Wert der gestohlenen Gegenstände mit rund 50000 RM. hoch genug bemessen ist. Auch nicht eines der gestohlenen Stücke bestand aus purem Gold. Sogar die bekannte Jubiläumskrone aus 1904 war nur ein silbervergoldetes Stück, allerdings in sorgfältiger Arbeit ausgeführt. Das Wertvollste an ihr waren die drei großen Perlen. die von einer adeligen Dame gestiftet worden waren. Nicht gestohlen ist der mit Goldlitzen reich besetzte samtne Krönungsmantel, ebenso nicht der aus feinsten Brüsseler Spitzen bestehende Schleier und der sogenannte Schurz aus rotem Samt und mit vielen Diamanten und Türkisen besetzt, ein Geschenk des Fürstbischofs Clemens August von Bayern aus dem Jahre 1754. Sehr schmerzlich ist dagegen der Verlust der beiden hohen Spätrenaissancekelche aus der Zeit Christoph Bernhard von Galens(1650 bis 1678), die allerdings, da sie im wesentlichen aus Silber mit Halbedelsteinen und Emaille bestehen, vornehmlich kunsthistorischen Wert haben, wenn es auch keineswegs einmalige Stücke sind. Die übrigen Meßkelche stellen einen Wert von etwa 9000 RM. dar. Von den vielen Weiheplaketten und Ketten, goldenen und silbernen Rosenkränzen, mit denen das Gnadenbild geschmückt wurde, sind allerdings die meisten gestohlen, obwohl auch hier der reine Materialwert hinter dem Kunst= und idealen Wert erheblich zurückbleibt. Nächtlicher Aeberfall Täter schon verhaftet. Gelsenkirchen, 15. November. Schnelle Aufklärung fand ein Raubüberfall, dem in der Nacht zum Dienstag der Schreinermeister Emil König zum Opfer fiel. König war auf dem Heimweg, als plötzlich an der Ecke Schalker und Liboriusstraße aus einer Hausnische zwei Männer hervorsprangen und ihn niederschlugen. Die Burschen entrissen ihm seine Geldbörse mit 26 RM. Inhalt und ergriffen die Flucht. Als Täter wurden der 35jährige Georg Creßund der 37jährige Willi Meier festgenommen, die beide wegen Diebstahls, Hehlerei, Widerstandes und Körperverletzung wiederholt vorbestraft sind. Gegen Eintritt seiner Kinder in die H3. Gericht entschied: Kündigung der Stadt(Arbeitgeberin) ; billig. Essen, 15. November. Das Arbeitsgericht Essen hatte sich mit der Wiedereinstellungs= bzw. Entschädigungsklage eines Betriebsangehörigen der Stadt Kettwig zu befassen, der aus den städtischen Diensten entlassen worden war, weil er durch die Weigerung, seine Kinder in die Hitler=Jugend zu schicken, nach Auffassung der Stadtverwaltung Kettwig eine gegen die Bestrebungen der nationalsozialistischen Bewegung und damit gegen den nationalsozialistischen Staat und seinen Führer gerichtete Einstellung an den Tag gelegt hatte. Das Arbeitsgericht kam zur kostenpflichtigen Abweisung der Klage mit der Begründung, daß die Kündigung des Klägers zwar für seinen Fall eine Härte bedeute, daß sie aber niemals unbillig erscheinen könne, da sie sich im gesetzlichen Rahmen bewege. Es könne dem Bürgermeister nicht zugemutet werden, mit Leuten zu arbeiten, die nicht ganz auf dem Boden der nationalsozialistischen Auffassung stünden. Es sei dem Kläger ja von Anfang an gesagt worden, daß die Kündigung sofort aufgehoben würde, wenn er seine Kinder in die HJ. schicke, was ja auch der Wunsch der Kinder gewesen sei. Die ablehnende Haltung des Klägers spreche gegen ihn und beweise seine ablehnende Einstellung zum heutigen Staat. Französischer Dampfer gesunken Schwerer Schiffszusammenstoß auf dem Rhein Orsoy, 15. November. Donnerstag abend ereignete sich in unmittelbarer Nähe des Rheinstädtchens Orsoy ein schwerer Schiffszusammenstoß. Der französische Dampfer„Enfant“, der mit einer Ladung Buchenholz von der Lahn nach Rotterdam unterwegs war, wurde beim Beidrehen vor Orsoy von dem zu Tal fahrenden deutschen Dampfer„Emma“ am Hinterdeck gerammt. Anscheinend ist der Führer des Dampfers „Emma“ durch die Lichtreflere einer Baggermaschine geblendet worden, so daß er das französische Schiff nicht rechtzeitig bemerkt hat. Der Dampfer„Enfant“ sank in einer Zeit von zehn Minuten und legte sich quer zur Fahrrinne. Die Besatzung konnte sich noch im letzten Augenblick retten. Die gesamte Ladung gilt als verloren. Pfund= und Brockensammlung der NSV. Bochum=Altstadt, Gummertshof Allen Spendern bei der letzten Pfund= und Brockensommlung sagen wir unseren besten Dank. Wer noch Sachen abzugeben hat, achte darauf, daß die nächste Sammlung von Montag, 18. November, bis 22. November einschließlich stattfindet. Jede Veranstaltung im Zeichen des Winterhilfswerks! Bei der Eröffnung des Winterhilfswerks hat der Führer mit überzeugenden und eindringlichen Worten an das nationale und soziale Gewissen aller Volksgenossen appelliert und die Aufgabe gestellt, im Geiste wahrer Gemeinschaft und Volksverbundenheit die Nöte des Winters zu überwinden. Jeder Deutsche hat daher die Pflicht, für seine hilfsbedürftigen Volksgenossen einzustehen. Insbesondere verlangt aber die Volkskameradschaft, daß bei festlichen Gelegenheiten und Vergnügungen unserer notleidenden Volksgenossen gedacht wird. Es ist daher eine Ehrensache, daß aus dem Ertrag der Veranstaltung ein namhafter Betrag auf das Konto des Bochumer Winterhilfswerkes Nr. 6601 bei der Kommunalbank oder bei der Bank der Deutschen Arbeit überwiesen wird. Sollte die Veranstaltung einen Ertrag nicht ergeben, so kann bei der Zahlung des Eintrittsgeldes ein Aufschlag zum Besten des Winterhilfswerks erhoben oder eine Büchsensammlung bei den Festteilnehmern veranstaltet werden. Die erforderlichen Sammelbüchsen stellen die Kreisgeschäftsstelle des Winterhilfswerks oder die zuständige Ortsgruppe bereitwilligst zur Verfügung, deren Helfer und Helferinnen auch bereit sind, die Sammlung bei den Festteilnehmern durchzuführen. Bei dieser Gelegenheit sei darauf hingewiesen, daß Veranstaltungen, die zum Besten des Winterhilfswerks durchgeführt werden sollen, von der Kreisamtsleitung genehmigt werden müssen. Bei derartigen Veranstltungen sind mindestens 40 vom Hundert des Rohertrages abzuführen. Sozialismus der Tat Spenden für das WHW. im Gau Westfalen=Süd Es spendeten u..: M. Hebeler, Bochum, Königsallee 76, 300 Mark; Firma Heinrich Hill A.., tingen, 8500 Mark; Märkische Seifen=Industrie, Witten, 6000 Mark. Die Firma Frowein& Nolden in Düsseldorf und die ihr angeschlossenen Lebensmittel=Spezialgeschäfte Otto Meß in Rheinland und Westfalen und Holbutko in Dortmund und Umgebung sowie die Gefolgschaftsmitglieder dieser Firmen stellten für das Winterhilfswerk 1935/36 insgesamt 18 500 Mark zur Verfügung. Totenglocke. Mitten aus dem Leben gerissen hat der Tod zwei schaffensfrohe Werksbeamte des Bochumer Vereins. Im Alter von 51 Jahren verschied der Oberingenieur Dipl.=Ing. Arthur Otto, der Leiter des Walzwerksmaschinenbetriebes Weitmar. Seit dem Jahre 1922 war er auf den Westfälischen Stahlwerken tätig, denen er auch nach deren Angliederung an den Bochumer Verein und Fortführung als dessen Werk Weitmar, seine ganze Kraft und Erfahrung restlos zur Verfügung stellte. Der Verstorbene erfreute sich wegen der Lauterkeit seines Wesens allgemeiner Wertschätzung.— Von der Pike auf diente auf dem Bochumer Verein der Werkmeister der Geschoßfabrik Heinz Birkel. Kaum 37 Jahre alt, wurde er unerwartet in die Ewigkeit abberufen. Auch er war bei Vorgesetzten und Mitarbeitern und allen, die ihn kannten, beliebt. Das Andenken dieser beiden Männer bleibt in Ehren. Aus den katholischen Gemeinden. In der Christkönigskirche wird am Dienstag das Fest der heiligen Elisabeth, die 1235 heiliggesprochen wurde, begangen. Um.30 Uhr Aussetzung des Allerheiligsten und erste hl. Messe,.45 Uhr Schulmesse für alle Schulkinder beider Schulen,.30 Uhr Festhochamt mit Predigt, 20 Uhr Festandacht, verbunden mit Antoniusandacht, Festpredigt und Segen. Nach dem Hochamt und nach der Abendandacht wird den Tertiaren die Generalabsolution erteilt.— Mittwoch(Buß= und Bettag) ist nachmittags 4 Uhr in der St.=Josephs=Kirche Festandacht für alle Elisabeth=Konferenzen.— In der Propsteikirche wird am Buß= und Bettag zum Gedächtnis an die im Weltkriege Gefallenen und Verstorbenen um 9 Uhr ein feierliches Levitenseelenamt mit Libera gehalten. Auch in den anderen katholischen Kirchen wird der Toten des Weltkrieges gedacht werden— In der St.=Anna=Kirche ist die kirchliche Elisabethfeier am Sonntag durch eine Festandacht und am Dienstag morgen durch ein feierliches„Hochamt. Die Feierstunde bei Holler ist am nächsten Donnerstag.— Der Lourdesverein Groß=Bochum veranstaltet am Buß= und Bettag im Vinzenz=Ererzitienhaus in.= Höntrop eine Marien=Huldigungs= und Weihestunde. Die Feierpredigt hat ein Pater übernommen. Am Schluß der Feier findet eine Lichterprozession statt. Aus der Propsteipfarrei. In der Bürgergesellschaft findet am Sonntag ein Pfarrgemeinschaftsabend der Propsteipfarrei statt, zu der Pater Schäfer(Dortmund) die Festansprache übernommen hat.— Die Marianische Jungfrauenkongreaation der Propsteipfarrei hält am Sonntag für die Führerschaft und Mitarbeiterinnen einen religiösen Einkehrtag ab. Sonntagsrückfahrkarten zum Kyffhäusertag. Zu der Großkundgebung des Landesverbandes Westfalen des Deutschen Reichskriegerbundes„Kyffhäuser“, die am 16. und 17. November in Dortmund stattfindet, wird die Reichsbahn Sonntags= und Blankosonntagskarten nach Dortmund von allen Bahnhöfen der Provinz Westfalen und des Landes Lippe mit folgender Geltung ausgeben: zur Hinfahrt vom 16. November 0 Uhr bis 17. November 24 Uhr(Beendigung der Hinreise), zur Rückfahrt vom 16. November 12 Uhr bis zum 18. November 12 Uhr (Antritt der Rückreise). M EEN LEICHTE BOENICKE 2 SA PLL OS zu•••10 pf. IN HISTCHEN 2U 90 UND 20 STO. Illustr. Preisliste kostenfrei E D A und bietet trotsdem vollen Rauchgenuß! SUMATRA-SPEZIALMARKE: REIN UBERSEEISC w 10•12.15-20•30 g. RISTEN au 30 STUcR .-ELBERFELD, Alte Freiheit 2.— Ruf 25514 Vertreter für Bochum und Umgebung: L. Verron, Bochum. Fürstenstraße 3, Fernruf 68588 swird das kleinste Kleinkino bezeichnet. Es soll nicht irgenheines anderen Landes der Welt, ausgenommen * e Elr U/8 14144 unb 4 r s ET S Jawohl, der Weihnachtsmann macht Einkäufe. Das 1 ist nicht etwa Uebertreibung, höchstens insoweit, als: der Konsument gemeint sein sollte. Alle anderen, vor allem die Produzenten, die Großhändler und auch die Einzelhändler, sie denken schon kräftig an die Weihnachtsdispositionen. Die verschiedensten Meldungen aus der Wirtschaft sind nur Beweis dieser Feststellung. So heißt es in dem Bericht einer Industrie= und Handelskammer, daß eine Lebkuchenfabrik in den letzten Wochen eine außerordentlich stark ansteigende Beschäftigung verbunden mit der Neueinstellung mehrerer hundert Volksgenossen aufzuweisen habe. Würde man bei dem Betriebsführer nach dem Grund dieser Aufwärtsentwicklung nachfragen, hieße es kurz: Vorbereilungen zum Weihnachtsfest. Stollen und Lebkuchen werden jetzt schon fleißig gebacken. Nicht anders ist es in der Schokoladenindustrie, die naturgemäß mit der Herstellung der zahlreichen Weihnachtsartikel schon früher begonnen hat. Nichtsdestoweniger wird hier auch heute noch mit Hochdruck gearbeitet und die vielen Vertreter sind mit dem Auftragsbuch unterwegs zu Groß= und Einzelhandel. Die westfälische Zigarrenindustrie hat bereits im Oktober eine Belebung des Auftragseingangs in Verbindung mit dem Weihnachtsfest melden können. Der Zigaretten= und Tabakindustrie sowie der Papierindustrie geht es nicht anders, letztere muß für die schönen Umhüllungen der Geschenkpackungen Sorge tragen. Dort, wo die Seifen= und Parfümindustrie zu Hause ist, wird man einen verstärkten Wohlgeruch wahrnehmen. Er deutet nicht minder auf eine verstärkte Beschäftigung für Weihnachten hin. Ganz zu schweigen von der Textilindustrie, deren einzelne Zweige, wie Krawattenund Wäschefabrikation gegenwärtig ebenfalls stärker beschäftigt sind. Die großen Einkaufsquellen des Weihnachtsmannes aber wären unvollständig, würde man die Spielwarenindustrie zu erwähnen vergessen. In ihr wird zwar bereits seit den Sommermonaten für Weihnachten auf Vorrat gearbeitet, dennoch klingt auch hier erst kurz vor dem Fest die Konjunktur ab. Längst ist Spielzeug kein Luxusartikel mehr und im nationalsozialistischen Staat hat es sich von Jahr zu Jahr als unentbehrliches Erziehungsmittel erwiesen. Was das Jahr über an Neuigkeiten und Verbesserungen im großen Reich des Spielzeugs ausgetüpfelt wurde, wartet bereits auf den Weihnachtsmann. Und wenn man die Berichte aus dem Lager der Spielzeugindustrie studiert, so findet auch dieses Jahr mit seinen vielen für das deutsche Volk entscheidenden Ereignissen ein getreues Spiegelbild in der Spielzeugwarenindustrie. Denken wir nur an die Wehrhaftmachung Deutschlands. Sie hat die Jugend in stärkere Berührung mit dem Begriff Soldatentum gebracht. So will der Junge von heute auch die Darstellungen seines Ideals auf dem Weihnachtstisch vorfinden. Unter den Spielzeugsoldaten stehen besonbers die Genietruppen ganz groß in Front. Nachrichtentrupps mit Funkgerät erscheinen erstmals, während Morseapparate zum Geben richtiger Blinksignale eingerichtet sind. Würde der Weihnachtsmann vor Jahren nach einem Tank gefragt haben, so hälte der Verkäufer wahrscheinlich verständnislos gelächelt. Heute gehört der Tank zu den Selbstverständlichkeiten eines modernen Spielzeuglagers. Es gibt eigentlich nichts an Truppeneinheiten und Heeresmaterial, was nicht zu haben wäre. Das erstaunlichste ist, daß die Erzeugnisse auf das allergenaueste den Vorbildern gleichkommen. Flakbatterien mit Scheinwerferabteilungen im Miniaturkaliber der großen Geschütze des Reichsheeres mark bedeutet. werden eine gleich große Nachfrage erleben wie die Truppeneinheiten. Neben den militärischen Erzeugnissen spielt natürlich wieder das technische Spielzeug eine viel größer sein als eine Fünfundzwanzigerpackung Zigaretten. Die Lichtquelle bildet eine ganz gewöhnliche Taschenlampenbatterie, Zum Gebrauch für dieses Kleinkino hat man Miniaturtrickfilme hergestellt, deren Vorführungsdauer fünf Minuten beträgt. Eigentlich nicht nötig, noch zu erwähnen, daß auch die Standarderzeugnisse unserer Spielzeugindustrie, die Puppen und ihr ganzes Drum=und=Dran in manch neuartigen Erscheinungen auf ihre„Väter" und„Mütter" warten. * Die für die Weihnachtszeit an den Markt kommenden Spielzeugwaren sind sortimentsmäßig und ihrer Zahl nach schwer zu erfassen. Schätzungsweise wird der Wert der zum Verkauf kommenden Militarspielsachen für Deutschland auf vier bis fünf Millionen Reichsmark beziffert, wobei allerdings schwer zu entscheiden ist, ob die Mengen, die diesen Wert darstellen, um die Weihnachtszeit auch restlos abgesetzt werden. Die im vergangenen Jahr zu verzeichnende Steigerung des Absatzes tritt in diesem Jahr auch in der Puppenindustrie in Erscheinung, überhaupt in dem Teil der Spielzeugindustrie, der für die kleinsten Erdenbürger bestimmt ist. Man nimmt den zusätzlichen Umsatz infolge der vermehrten Geburten mit 1,5 bis 2 Millionen Reichsmark an. Der Absatz nach dem Ausland hat gleichfalls gesteigert werden können. Den Export 1935, der mit dem Oktober zu Ende gegangen ist, schätzt man auf etwa 20 Millionen Reichsmark, was gegenüber dem vergangenen Jahr eine Steigerung um 1,5 Millionen ReichsJedenfalls herrscht bereits in zahlreichen deutschen Industriezweigen eine ausgesprochene Weihnachtsatmogroße Rolle. Es gibt Gebirgsbahnen, wie den Gotthard= sphäre, ohne daß diese gegenwärtig schon nach außen expreß, den Rheingoldzug, den Fliegenden Hamburger, dringt. Allmählich aber wird diese Stimmung auch beim den Fliegenden Schottländer usw. Dazu, wie schon seit letzten Einzelhändler einziehen und ihren Ausdruck finJahren, die elektrisch betriebene Eisenbahn und diesmal den in den mannigfaltigen Schaufensterdekorationen, die auch die Reichsautobahnen. Die Bastler kommen wie dann von neuem bei groß und klein die Wunschzettel an stets auf ihre Kosten. Es gibt allerlei elektrische Neuig= den vielgeplagten Weihnachtsmann entstehen lassen. keiten. Als besondere Ueberraschung für die Jugend! 18. Hehere Ein und Ausfuhr in Sriöder Ausfuhrüberschuß unverändert 55 Millionen Nach der neuesten Außenhandelsstatistik sind im Ok= auch die Bezüge aus Spanien(Obst und Südfrüchte) tober Ein= und Ausfuhr gleich stark gestiegen. Die und Italien(Hanf) gestiegen. Von den Ueberseeländern Einfuhr war mit 336 Millionen Reichsmark um 18 Millionen Reichsmark höher als im September. Die Ausfuhr betrug im Oktober 391 Millionen Reichsmark. Die Zunahme gegenüber dem Vormonat entsprach im ganzen der Entwicklung in den Vorjahren. Sie ist also ebenso wie die Erhöhung in den Monaten Juli bis September im wesentlichen als Saisonerscheinung zu betrachten. Im Oktober pflegt dieser Auftrieb der Ausfuhr durch Herbsteindeckungen und das Weihnachtsgeschäft seinen Höhepunkt zu erreichen. Darüber hinaus sind in letzter Zeit Ausfuhrgeschäfte in gewissen Industrien getätigt worden, die, da Deutschland an sich hierfür Bedarfsland ist, nur als wirtschaftswidrig betrachtet werden können und deren Fortsetzung die Reichsregierung durch das jüngst erlassene Ausfuhrverbot unterbunden hat. Der Ausfuhrüberschuß im Oktober ist mit 55 Millionen Reichsmark der gleiche wie im September. Auch damit ist aber für die ersten zehn Monate des Jahres 1935 ein so geringer Ausfuhrüberschuß(24 Millionen Reichsmark) erzielt worden, daß unter Berücksichtigung der üblichen Einflüsse am Ende dieses Jahres die Handelsbilanz 1935 nur ungefähr ausgeglichen sein wird. Die Aktivsalden der letzten Monate könnten zu der Auffassung verleiten, als ob sich der deutsche Außenhandel und damit die deutsche Devisenlage in einer günstigen Entwicklung befänden. Die Außenhandelsbilanz läßt jedoch keinen Schluß auf die tatsächliche Devisenlage zu. Die Ausfuhrmengen, die dem Ausgleich früherer, im Kompensationswege getätigter Einfuhrgeschäfte dienten und damit handelsstatistisch einen Ausfuhrüberschuß hervorrufen, haben lediglich frühere Einfuhrüberschüsse abgedeckt. Die Anvassung der deutschen Ausfuhr an die länger werdenden Zahlungsziele seiner fremden Konkurrenten hat zwar ein Anwachsen des Kreditvolumens im Außenhandel zur Folge; Devisen die für die Bezahlung der Einfuhr benutzt werden könnten, bleiben aber im gleichen Umfange aus. Für die Beurteilung der künftigen Lage ist außerdem zu bedenken, daß von Juli bis Oktober die Außenhandelsbilanz sich regelmäßig zu aktivieren pflegt. Im November sinkt sie zumeist wieder stärker ab, um auch in den Monaten Dezember und Januar weiter zu fallen, während die Einfuhr in dieser gleichen Zeit zuzunehmen pflegt. An der Steigerung der Einfuhr waren in erster Linie euroväische Länder beteiligt. Größere Zunahmen weist die Einfuhr aus Bulgarien(Obst, Eier), Dänemark(Eier, Butter), Norwegen(Tran), Ungarn (Fleisch, Schmalz) auf. In geringerem Umfange sind haben vor allem die Türkei(Obst und Südfrüchte) sowie die Vereinigten Staaten von Amerika(Baumwolle) ihre Lieferungen nach Deutschland gesteigert. An der Steigerung der Ausfuhr war die große Mehrzahl der Absatzländer beteiligt. Zugenommen haben in erster Linie die Lieferungen nach Spanien. Frankreich, der Schweiz, Oesterreich, Dänemark. den Vereinigten Staaten von Amerika und Chile. Nennenswerte Rückgänge sind lediglich in der Ausfuhr nach Großbritannien, Italien und Brasilien zu verzeichnen. Die im ganzen Reich durch ihre Wurstwaren bekannte Firma Fritz Ahrberg, Wurst=, Aufschnittwarenund Fleischkonservenfabrik AG. in Hannover=Linden, hat ihre Zahlungen eingestellt und einen gerichtlichen Vergleich beantragt. Die Läden— es handelt sich um 57 hannoversche und 15 auswärtige Filialen neben dem Hauptbetrieb— sind geschlossen. Zur Zeit wird darüber verhandelt, wie sich der Betrieb doch noch aufrecht erhalten läßt. Die Citroen=Automobil AG. in Köln=Poll hat ihre Zahlungen eingestellt und das Vergleichsverfahren beantragt. Die Belegschaft von 830 Mann soll weiter beschäftigt werden. Die Sowjetregierung plant die Stabilisierung des Rubels. Aus einer Verordnung des Rats der Volkskommissare geht indirekt hervor, daß ab 1. Januar 1936 die sowjetrussische Außenwährung zum Kurse von 1 Sowjetrubel gleich 3 französische Franken stabilisiert werden soll. Der russische Finanzkommissar gab bekannt, die Sowjetregierung habe eine Golddeckung von mehr als einer Milliarde Rubel und außerdem sei die Jahres=Goldförderung der Sowjetunion größer als die Südafrika. Borsigwerke AG. in Tegel. Wieder 7 Prozent aus einem Reingewinn von wieder 1,6 Millionen Reichsmark nach fast unveränderten Abschreibungen.— Capito & Klein AG. in Düsseldorf=Benrath(Krupp=Konzern). Nach stark erhöhten Abschreibungen von 554 506 (289143) Reichsmark verbleibt einschließlich 2775 Reichsmark Vortrag ein Gewinn von 182712(i. V. nach Deckung des Verlustvortrages von 115 302 Reichsmark 122 775 Reichsmark Gewinn), woraus eine erhöhte Dividende von 5(4) Prozent auf 8,0 Millionen Reichsmark Aktienkapital verteilt werden soll.— Vorzellanfabrik Lorenz Hutschenreuther AG. in Schl. Erstmals wieder ein Reingewinn, und zwar von 19000 Reichsmark.— Eisenwerk Weserhütte AG. in Bad Oeynhausen. 6 Prozent Dividende nach vorjähriger Sanierung, wodurch der Verlust von 601 800 Reichsmark getilgt wurde. Der Umsatz erhöhte sich um 117 Prozent. Börsen Wener sreundlich Rhein.=Westfälische Wertpapierbörse in Düsseldorf An der Börse gestaltete sich der Verkehr lebhafter. Die Kaufneigung erfuhr eine weitere Zunahme, und auch die Kulisse nahm verschiedentlich Rückkäufe vor, so daß sich Kurssteigerungen von—2 Prozent ergaben. Von den fortlausend notierten Werten waren Chemieaktien über 1 Prozent befestigt. Farbenindustrie wurden 1¾ Prozent höher gehandelt. Auf dem Montanaktienmarkt wiesen die bevorzugten Papiere teilweise Besserungen über 2 Prozent auf. So handelte man Mannesmann zunächst 2¼ Prozent, Rheinstahl 1¾ Prozent und Stahltrust 1½ Prozent fester. Buderus kamen 2¼ Prozent höher zur Notiz. Hoesch und Klöckner gewannen je%/ Prozent. Harpener, Deutsche Erdöl,und Dahlbusch gut ½ Prozent, auch Maschinenwerte waren stärker anziehend. Muag plus 1 3/8 Prozent. Elektrische Werte sehr fest, Felten 1¾ Prozent, Siemens 1¼ Prozent und RWE. bei größeren Umsätzen ¾ Prozent gebessert. Von den Kaliaktien gingen Salzdetfurth vereinzelt 2 Prozent böher um. Wintershall zogen ¼ Prozent an. Am Markte der Sonderwerte erfuhren Bemberg eine Befestigung von gut 3 Prozent. Renten waren gut gehalten. Die Kuxenmärkte waren weiter still. Zu besseren Preisen handelte man von Steinkohlenkuren Deutschland. Fester lagen Heinrich. Braunkohlenkure wurden nur genannt. Leonhardt notierten 200 Reichsmark höher. Kalikuxe notierten teilweise fester. Von Kohlenaktien verkehrten Bergbau=Lothringen 1 Prozent höher. Kaliaktien fest. Burbach weiter 1½ Prozent anziehend. Im Verlause kam es zu regeren Umsätzen und weiteren Kurserholungen. So gewannen Rhein=Braunkohlen und Rheinstahl je ¾/ Prozent, RWE. ¾ Prozent, Westdeutsche Kaufhof ¾ Prozent, Stahltrust ½ Prozent und Mannesmann ¼ Prozent. Der Kassamarkt zeigte ebenfalls eine festere Haltung. Banken bis 1 Prozent anziehend bei Umsätzen in Deutsche Bank, Commerz= und Dresdner. Versicherungen waren höher im Handel. Die Börse schloß fest zu den höchsten Tageskursen. Berliner Börse Die Börse eröffnete auf der ganzen Linie in fester Haltung. Damit setzte sich die erholte Tendenz am Aktienmarkt fort. Neben den Rückkäufen am Aktienmarkt, an denen sich auch in stärkerem Maße die Bankenkundschaft beteiligte, da man der Ansicht ist, daß das Kursniveau nach den letzten Rückgängen ziemlich niedrig ist. wurden auch am Markt der festverzinslichen Werte zum Teil wieder recht lebhafte Anlagekäufe getätigt. Im Vordergrund standen die letzthin schon beachteten Hauptwerte, wie einige Reichsanleihen. Die Altbesitzanleihe stieg um 20 Pfennig bei lebhafteren Umsätzen. Umschuldungsanleihe um 5 Pfennig höher, 88.45. Reichsschuldbuchforderungen waren gefragt, aber ziemlich unverändert. Zinsvergütungsscheine zogen auf 90.80 an. Der Auslandsrentenmarkt war ruhig. Ungarische Renten um Kleinigkeiten höher. Die Umsätze am Aktienmarkt waren in einzelnen Werten recht beträchtlich und betrugen bis zu 120 000 Reichsmark. Die größte Nachfrage bestand für Montanvapiere, besonders für die Werte, die bei den letzten Abschwächungen stärker gelitten hatten, wie Mannesmann und Ver. Stahlwerke. Es gab hier Erböhungen von 1 bis 2 Prozent. Von Elektrowerten waren AEG. stärker gesucht und 1 Prozent höher, Siemens plus ¾ Prozent und Schuckert plus 1¼ Prozent. Bemerkenswert fest lagen von Autowerten Daimler bei 91¼ (plus 2 Prozent). AG. für Verkehr setzten ihre gestrige Auswärtsbewegung um 5 Prozent fort. Maschinenwerte waren durchschnittlich um 1 Prozent höher. Von Chemiewerten Farbenaktien plus 1¼ Prozent. Rütgers plus 2 Prozent. Versorgungswerte ebenfalls kräftig befestigt.,„Der Verlauf war etwas ruhiger, aber weiter fest. Die feste Stimmung hielt bis zum Schluß an. Die Schlußkurse waren noch etwas höher. Am Geldmarkt Tagesgeld wieder 3 bis 3¼ Prozent. Am Devisenmarkt amtlicher Pfundkurs unverändert 12.24, Dollar unverandert.488, Gulden 168,90(168,88), Lira unverändert 20.18. Rhein=Mainische Abendbörse in An der Abendbörse war die Stimmung weiter fest. Gegenüber dem Berliner Schluß ergaben sich zumeist Gewinne von ¼ bis ½ Prozent. da die letzten Außenhandelsziffern anregten. Im Verlaufe erfolgten in einigen Werten des Akttenmarktes kleinere Glattstellungen. Die Grundstimmung war indessen weiter fest. Getreidegrohmarkt zu Berlin Amtl. Preise. Getreide und Oelsaaten per 1000 kg. sonst per 100 ko * Berliner Elektrolytkupfer=Notierung vom 15. November: 49.50 Reichsmark(Vortag 50.25 Reichsmark) für 100 Kilogramm. Aluminium 98—99 Klg. Bl.: 144, Aluminium Walz o. Dr.: 148 Reichsmark. Rh.-Westf. Börse, Düsseldorf, 15. Nov. Asgalt nen Aülshelmn Schornt, anstorete Bochum, Bongardstraße 14 Portlaufende Notierungen 13.11./15.11. 15.11. Oiv. Aptangl 113 20 Mübontn %Hossch Rü.— 6% hruge BM. 6% Mittelstahl %ieVer. St.Rl. Buderus.. Dahlbusch St. Otsch. Atlant. Otsch. Erdöl O. Reichsbahn ..Farbenind. Feidmöhle Felten& Suille Goldschmidt Harpen.. Hossch-Köln Kall-Ascherel. 103.25 103.25 103.12 102 87 100.25 106.00 102.00 122.62 147.12 112.00 103.62 104.25 Schluß Kassa 112.90 112.90 103.00 103 00 103.12 103.30 102.87 100.00 105.00 102.25 122.62 148.50 112.00 104.50 105.00 108.62108 75 85.12 86 00 103.121103 12 103 00 102.67 100 25 100.00 109.12 11.11. Schlus 113.25 103.121 103 12 102.87 98.00 99.50 105.00105.00 101.50 122.50 145.75 102 37 122 75 147.37 112.00 104.09 101.75 104.754102.50 108.00 85 25 84.75 15. 11./15. 11. 15.11. Oiv, Antang Schlus Kasse Klockner-W. 3 82.871 83.73 83.624 Mannesmann— 80.62 81.25 90.75 73.50 Masch. Untern.— 68.37 69.00 69. 501 67. Reichsbank 12/180 00 181.50181.37/178.50 Rhein, Braunk. 12/208.00 210.00 Rhein, Stahlw. 4/104.12 104.50 104. 78|102.50 6122.62123.50 123.00s121.87 75/131.50—.—8150 4117.75/118.00 117.00 116.5 7/164.25 165.00 164. 12/163.00 Rh.-.-Elek. Saizdetfurth Schuckert& C. Siemens a Hal. Gebr. Stollw. Ver. Stahlu Westd. Haufh. Westeregeln Wintershall Zellst. Reichof— 36.25 77.37 25.25 122.50 91.00 5/126.50126 50126 37 Nuxe plliche 10400:0900 10300 10900 Steiohehle.###., Bernharen. 1139— 1100|1300 13. 11. 16. 1I. 9991 L s a CarolusM. 4000 4205 4090 5250 86.25 78.00 26 37 90.30 86.371 77.75 25.50 90.59 114.11. Schlusle 90.25 Const..6 6000 6300 5900 6259 Deotschl. Ewald Schwerin[3200 Heinrich 8900 KöLuc 8700 9250 8730) 9209 Langlit 11200 Braunkohlen 11. 660 720 30 „Burbach Dieu-Stadt.)—— 4350/46004350 160 830 — 3180/SAOpPinterch. 1800/8400 3400|8800 3200 Proiverkohr Einigkeit Erchsse g Mabign. Heimbold rsodsss-Haabug Aariagl. Steinkohlen- u. Braunk.-Kuxe Harie. 15. 11.1 14. 11. an S1 919.1 Kallkare 13 #L Braunsche. 5430 580. 5300 5300 3150 3350 31 2350 2500 2300 250 Bruckd.-Rl.)——- 1— Diergardt 4350 4525 4200/450MRansbach GuteHoffn. 3750 4050 8659 3950Westtalen 600— 600— Reicheld Gutehioftn. 3759 4950 3650 3950Wositalen 600— 600— Reichsld. 490 340 475 523 Leonhard 1S400/8800 S200 STOOSellerh. 185503800 S800 3759Thöringen 339 310—— Industrieaktien Div Balcke Masch.— Berg. 6. Dahl.V. Bonner Bg. u. H. 8ösp. Wälzw. Braunk Zuk. Bruckd.-Nistl. 9Burbach Kal. 46 Oortm.Ritterbr. .Hosf.-Gr. Odss. Masch. 8 50/Dynamit A. Nob. Eschw. Berg. V. sofdlas- u. Sp. 3. 87Släckauf- B. 46 Gebr. Goedh.46 Hallesche Salz. OOHtochtief 40. Kabelw. Rheyat Kall-Chemie 23 Küheim, Berg shein. Metall 25 hein. Spiegel. Rodderg r. Brk. Sachtl. A6. 8gd. Schieb-Oefries Schleg. Scharp Wagsönf. 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Baumwolle " Conti 82s Kabel " Lineleum " Steinzeug " Tel. u. Kad" Eisenhand Oittmann Neuh. 0 Otmd. Akt.-Brau. 10 „ Union-Braus 12 Dürener Metall Oyckersh. Widm. 163.0168.0 52•3 51.6 36.7 35.2 90.6 92.0 76.0 74.0 72 .0 71.0 0.0 9. 7119.0 .5100.8 .7110.7 5 0 33.5 .7/111.6 .2/140.8 .2112.0 .1 97.5 glektr. Lieferg. T„ Lichtu. Kr. 69 Engelh. Brauerei Enziager Union 31 109.0/108 49—.—. 8156.0/153.5 91.11 89.5 105.0105.0 81119.7/117.0 7126.2s124.5 6131.9129.0 8/136.0s184.0 6/129.8125.5 103. 0102 Feinjste geßasrt 4 6o. German. Cem. Ges. f. el. Untern. Gildemeister Gladb. Wolle Gruschw. Tertl suanowerke gessthe Draht Hagede Hamb. Elektr. Milpert Masch. Mindr.-Aufterm. Hoffmann Stärke Hoheniohewerke Hoizmann Ph. Hotelbstr.-Ges. diee Bergbes 1 dise Genus isenbeck Brau. .Junghene Goor. 0 .0183.7 .0—. 4118.0 .0/109. .5127.5 3 83.7. .7/191.0 K Eaiesre I Kölner Gas Krefft W. Kromschroeder Kronprinz Metall KOppersbusch ahmeyer Laurahdtte ..sopoldsgruben KLindes Els Lingnerwerke Lorönz C. 61111.5/112. 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Westfalen Draht Vickdler Brau. 5. 124.0— 107.0 1060 121.25 88.5 89.9 138.0136.5 19 127.5 116.5 .2100.0 113.0 249.0 98.0 194.7 32.6 130.5 102.7 77.5 95.0 133.0 75.9 1050 Verkehrewerte 126.2 114.2 111.3 4. 6. für Verkehr Soch. Geisenk. Hamb. Amer. Pak. Mamb. Södamer Norod. Lioye Ruhrverbd. Anl. 36 ##Pr Ldof. A. Pfd. 45 Ldbk. Westf. Pfd. „ 55#) KLdbk. Westf. Kom. 118.0 4Ot. Komm. Goldanl. #Westf. ldsch. Pfd. 744OE. Hyp. B. Sin. Pfd. ##Pr- Centr.bod. Pfd. ##P Pfadr. Sk. Pfa. 5# Sasalt Obi. 129.0125.0 Coneord. Bery Obi. 3 Daimier Benz Obl. 4 Höcknenv. Obl. 14 Mont Cenis Obl. 64.0 62.0145 Ver. Stahl 80 —.[120 2/15 Vor. Stahl 47/31 I5 Rheinelbe 48 3 Siem. u. H. Obl. Farbenbonds Umsch. Anleihe 90.1 124.7 131.0— 130.0 30.3 79.0 133.0133.7 97.0 94.0 91.5 94.0 95.5 95.0 95.0 95. 102.0 104.5 101.8 102. 6 92.3 97.0 96.0 91 6 94.0 95.1 95 0 95.0 95.0 102.0 104.5 101.8 102.2 93.7 97.0.0 150 5 123.7 150.0 122.0 83.2 30.2 Rentenwerte 246.9/18 Ot. R. Schatz. 41 93.714 Ot. R. Anleihe 44 105.5/35 O. R. Toungan 32.8/44 Reichsbahn Seh. Westtalen Altbesitz Ii# Bochum Anl. 130.014 Ouisburg. Anl. 102. 0/48 Oösseld. Anl. 75.0/46 Elberfeld.##. 95.245 Essen Anl. 97.5 102.0 99.3 109.5 99. 92.0 90.0 92.0 145 16.33 Schulcdd. P. 98 8. Schulcd. F. 39 R. Schuldb. F. 40 R. Schuldd. F. 42 IR. Schuldb. F. 49/9 97.35 Eosen Steink. 42 102.2½5 Harpener 4# 99.2/15 R. W. E. 52/3 102.35 K. W. E. 50 #.#5 Ruhrehemie 45 88.1115 Ruhrgas 33 .“5 Ruhrwasser 33 89. 7145 Ruhrwohng. 58 91.2/16 V. E. W. 52 13.1115.11 Beid Prief 100.2 99.0 98.1 95.8 96.8 93.7 94.2 93.0 94.2 99.0 91.7 99. 99.7 92.7 93.7 94.2 95.7 93 S 93.5 93.0 94.0 92.5 93.5 Westtalenbank.-G. Bochum Austührung sämtlIeher Bankgesen a1te Commerz- und Privat-Bank Pinlals Bschan! Wilhelmeplatz—4, Ferneprecher 60031 ∆) 11 1 Seite 7 Nr. 270 7 Bochumer Anzeiger„ Samstag Sonntag, 16./11. November 1933 Turnen und Fünf Punktckämpfe in der Gauliga *) PienfergegenTaselelranrer. Die Tip-Ecke Diogenes& Co. Germanie Bochums Ichwerer Weg zu Schalkc 04— Tus. Bochum gegen die Spyg. Herten— Erle 08 am Höntroper Hellweg Die schleppende Abwicklung der Punktespiele in der westfälischen Gauliga, in der Hauptsache hervorgerufen durch die vielfache repräsentative Inanspruchnahme des darüber hinaus noch mit den Spielen um den Vereinspokal belasteten Meisters Schalke 04, hat es mit sich gebracht, daß es in diesem Jahre keinen eigentlichen Abschluß der ersten Serie gibt. Lediglich Union Recklinghausen scheint es eilig zu haben, wieder in die Bezirksliga abzusteigen, denn der Tabellenletzte ist der einzige Verein, der Sonntag mit dem neunten Spiel die erste Serie abschließt. Es folgt Germania Bochum, der Tabellenführer, dessen achtes Spiel ihn Sonntag in die„Höhle des Löwen" nach Schalke 04 führt. Der Löwe selbst hat einen recht punktehungrigen Magen, konnte er doch bisher in drei Spielen nur fünf Punkte verdauen. Schalke 04— Germania Bochum, das ist der Hauptschlager des Spielsonntags, der der Kampfbahn„Glückauf" in Gelsenkirchen=Schalke sicherlich ein volles Haus bescheren wird. Die Germanen=Anhänger werden ihre Mannschaft im schwersten Spiel der Saison nicht im Stich lassen. Durch das Spiel in Gelsenkirchen kommt TuS. Bochum, der Sonntag an der Castroper Straße gegen die Spog. Herten spielt, nicht in den vollen Genuß des Gauligainteresses. Immerhin wird man sich über mangelnden Besuch nicht zu beklagen haben, da der vorsonntägliche:=Sieg über Erle 08 eine gute Empfehlung für die Mannschaft ist. Das Gleiche gilt für den Spielverein Höntrop, der mit seinem:=Erfolg am Vorsonntag bewiesen hat, daß Herten zu schlagen ist. Die Papierform spricht für neue Erfolge der Leute vom Hellweg und der Castroper Straße. Westfalia Herne hofft, dem preußischen Adler aus Münster einige Federn ausrupfen zu können. Mit drei Gutpunkten befinden sich die Herner in der wenig angenehmen Gesellschaft der Abstiegskandidaten. Union Recklinghausen, deren Verzweiflungskampf um den Verbleib in der Gauliga wir im Vorjahre mit Sympathie beobachteten, wird erkannt haben, daß die Mittel, die man im Spiel gegen Germania anwandte, nicht die richtigen sind, um auch in diesem Jahre dem mehr denn je drohenden Unheil zu entgehen. Der Platzverweis hat die Mannschaft weiter geschwächt, so daß wir kaum an einen Erfolg gegen Hüsten 09 glauben. Die Spiele: Schalke 04— Germania Bochum TuS. Bochum— Vvvg. Herten Westfalia Herne— Preußen Münster Union Recklinghausen— Hüsten 09 SV. Höntrop— Erle 08 Der Schalker Löwe gegen die Bochumer Germania ... und der Schalker Löwe wartet schon seit langem darauf, die Dame Germania zu einem Tänzchen aufzufordern. Es paßt ihm nicht, daß ein anderer seinen Thronsessel besetzt hält. Sein drohendes Knurren darob ist bis Bochum hörbar und wird auch im Lager der Germanen nicht ungehört verhallt sein. Man macht sich auf allerlei gefaßt... Wer das Schalker Spiel gegen den VfL. Benrath gesehen hat, kann sich an fünf Fingern ausrechnen, wie schwer es für die Germanen in Gelsenkirchen sein wird, auch nur ehrenvoll abzuschneiden. Anderseits aber soll man nun auch nicht der Bochumer Mannschaft, die, abgesehen von dem Spiel gegen Union Recklinghausen, im Verlaufe der Meisterschaft eine abgerundete Leistung gezeigt hat, nicht von vornherein Minderwertigkeitskomplexe einimpfen. In der Gesamtheit ist Germania Bochums Hintermannschaft besser als die Benraths, und es ist unsere Ueberzeugung, daß eine gute Tagesform der Bochumer Dekkung auch gegen den zur Zeit in blendender Verfassung befindlichen Schalker Sturm bestehen kann, wenn sie auch auf die Dauer dem Ansturm nicht ganz gewachsen sein wird. Ungünstiger ist das Verhältnis zwischen dem Bochumer Sturm und der sehr stark gewordenen Schalker Deckung. Allzuviel können wir den Bochumern hier kaum versprechen. Ueber den Ausgang des Spieles groß zu orakeln, ist ein ziemlich müßiges Beginnen. Wir kennen Schalke, kennen Germania„Bochum und wissen, daß ein Schalker Sieg kaum vermeidbar sein wird, wissen aber auch, daß Schalke nicht immer in der Form des Spieles gegen den Gau Niederrhein und gegen den VfL. Benrath ist. Dem:2 von Gelsenkirchen steht die:=Niederlage von Hannover gegenüber, dem:1 gegen Benrath das:2 gegen Hüsten. Wir werden das bisher bedeutungsvollste Spiel der Meisterschaftssaison erleben; daß Germania Bochum daran beteiligt ist, darf als Ehre des Bochumer Fußballs angesprochen werden. Vergessen wir das nicht, auch wenn wir Montag von einer recht deutlichen Torspanne berichten müssen. Die Tabellenführung bleibt Germania trotz einer Niederlage erhalten. TuS. Bochum— SpVgg. Herten Der TuS ist nach anfänglichen Formschwankungen nun gut in die neue Aufgabe als Gauligamannschaft hineingewachsen. Beweise sind das:2 gegen Herne, unter ungünstigen Verhältnissen erzielt, und der famose :=Sieg über Erle 08. Nach Germania Bochum und Schalke 04 steht die Mannschaft, nach Verlustpunkten gerechnet, an der dritten Stelle der Gauligatabelle, für einen Neuling eine bemerkenswerte Leistung. Die Einstellung von Saffranek bat dem Sturm größere Durchschlagskraft verliehen Mense hat eine Krise überwunden, so daß der Tus vertrauensvoll in das sonntägliche Spiel geht. Das Vertrauen darf aber nicht zur Ueberschätzung des eigenen Könnens und zu einem gefährlichen Unterschätzen des Gegners führen. Dafür ist der Ruf der Hertener trotz ihrer derzeitigen Mannschaftsschwierigkeiten doch zu gut.(Schaar liegt im Krankenhaus.) Ein Sieg würde die Befestigung des vierten Tabellenplatzes bedeuten, vielleicht sogar einen Sprung nach oben nach sich ziehen, sofern Höntrop und Hüsten einen Punkt nachtrauern müßten. Westsalia Herne— Preußen Münster Gleichwertige Gegner das ergibt sich schon aus dem gleichmäßig belasteten Punktekonto. Den Hernern ist jedoch auf Grund des Platzvorteils ein knapper Sieg zuzutrauen. SV. Höntrop— Erle 08 Knüpft Höntrop an die Form des Vorsonntages an, scheint sein Sieg sicher. Aber Erle ist eine unberechenbare Mannschaft, die zu Ueberraschungen fähig ist. Sich davor zu schützen, wird die erste Aufgabe der Höntroper sein. Union Recklinghausen— Hüsten 09 Der„Schalke=Schreck“ aus Hüsten wird sich in Recklinghausen auf einen harten Kampf gefaßt machen müssen. Die größeren Aussichten liegen auf Seiten der Gäste. Bochumer Bezirksliga ScheralungtiaurdehTubehentährer Behält Witten 92 die Spitze?- Preußen Bochum gegen den MBV. Linden, eine wichtige Entscheidung Die Bochumer Bezirksliga scheint auch in diesem sprechend handeln. Im Hintergrund lauert noch der ihrer Tradition, das Rätselraten um den End=[Sportring Gevelsberg, der zu den in letzter Zeit wieder stärker gewordenen 07ern aus Witten die Empfehlung eines:=Sieges über Hattingen mitkann noch reelle Chan=lbringt.„Achtet auf Gevelsberg, diese Warnung kann auf den Gruppensieg geltend machen, denn der nicht dick genug unterstrichen werden.„Der Rest der „Glückauf", zum Spiel auf der Gelsenkirchener „Glückauf"=Kampfbahn, Germania Bochum! Denkt nicht so sehr an das:6 vor zwei Jahren, sondern an das :3 des Vorjahres. Wenn Ihr Euch mit nur einigen Kratzern aus der Höhle des Löwen herausrettet, wollen wir zufrieden sein. Unsere Hauspropheten sind, wie die nachstehenden Tips zeigen, zwar böse Pessimisten, aber wir sind überzeugt, daß sie gerne die üble Nachrede als falsche Propheten auf sich nehmen, wenn Ihr sie korrigieren könnte.„Drin“ sind ferner noch: Tus — Herten, Höntrov— Erle und in der Bezirksliga der Bochumer Großkampf Preußen— MBV., in Dahlhausen SC. Dahlhausen— Westfalia Bochum. Was Diogenes meint Gauliga: Schalke 04— Germania Bochum:2 Tus Bochum— Sppg. Herten:1 Westfalia Herne— Preußen Münster:1 Union Recklinghausen— SuS Hüsten 09:0 SV. Höntrop— Erle 08:1. Bezirksliga: Preußen Bochum— MBV. Linden:2 SC. Dahlhausen— Westfalia Bochum:2 Wattenscheid 19— Witten 92:3 FC. Schwelm— STV. Werne:3 Witten 07— Sportring Gevelsberg:1 Tura Altenvoerde— SV. Hattingen:0 Und August Schrömmel: Gauliga: Schalke 04— Germania Bochum:1 Tus Bochum— Sppg. Herten:2 Westfalia Herne— Preußen Münster:2 Union Recklinghausen— Hüsten 09:3 SV. Höntrov— Erle 08:1. Bezirtelige: Preußen Bochum— MBV. Linden:1 SC. Dahlhausen— Westfalia Bochum:2 Wattenscheid 19— Witten 92:1 FC. Schwelm— STV. Werne:0 Witten 07— Sportring Gevelsberg:3 Tura Altenvoerde— SV. Hattingen:2. Jahre iureg Tragion, gas Rätselraten um den Endsieger möglichst lange hinauszuzögern, treu zu bleiben. Im Moment ist die Lage noch völlig ungewiß. Die Hälfte des Zwölferfeldes kann noch reelle Chancen auf den Gruppensieg geltend machen, denn der Verlauf der bisherigen Kämpfe hat gezeigt, daß es einen ausgesprochenen Favoriten nicht gibt. Zunächst muß es das Bestreben der Bochumer Vereine sein, ebenfalls aus Gründen der Tradition Witten 92 von der Tabellenspitze zu verdrängen. Wer macht es den Bochumer Preußen nach, die am Vorsonntag den Wittenern den Nimbus der Unbesieglichkeit nahmen? Dadurch sind Preußen und Dahlhausen mit je vier Verlustpunkten zu Witten aufgelaufen. Eine wichtige Entscheidung fällt Sonntag an der Wasserstraße. Gelingt Preußen Bochum ein Sieg über den MBV., so würden die Aussichten der„Zebras“ im gleichen Verhältnis steigen, wie sich die der Lindener Ruhrhusaren, deren Lanze stumpfer als in den Vorjahren ist(am Vorsonntag leistete man sich den schlechten Scherz einer Niederlage gegen den Tabellenletzten), verdunkeln. Wattenscheid 09/30 könnte entweder Schrittmacher für Preußen oder SC. Dahlhausen spielen, wenn es den Wittenern auch nur einen Punkt abknöpft. Westfalia Bochum weiß, daß die Dahlhäuser Trauben sehr sauer schmecken, es weiß aber auch, daß es mit 10 Verlustpunkten endgültig den Anschluß verpassen würde, und wird dementSpiele hat auf die Gestaltung der Tabellenspitze keinen wesentlichen Einfluß. Die Spiele: Preußen Bochum— MBV. Linden SC. Dahlhausen— Westfalia Bochum Wattenscheid 09/30— Witten 92 FC. Schwelm— STV. Werne Witten 07— Sportring Gevelsberg Tura Altenvoerde— Hattingen 04 Preußen 07 Bochum— MBV. Linden Man kann getrost behaupten, daß sich das Blättchen nach der jahrelangen Vormachtstellung der„Ruhrhusaren“, gegenüber den nicht minder traditionsreichen Preußen in dieser Saison gewendet hat. Damit soll nicht gesagt sein, daß die Preußen als klarer Favorit in diesen für beide Teile bedeutungsvollen Kampf gehen. Es sei daran erinnert, daß die Preußen ihre vier Verlustpunkte in den Bochumer Lokaltreffen gelassen haben, die allerdings sämtlich auf den Plätzen der Gegner stattgefunden haben. Fraglos sind die Preußen sowohl in der Verteidigung und in der Läuferreihe Dedchilliche Lokalkampte in den Kreisklaffen Ursprünglich war der 17. November für die Kreisspiele vorgesehen. Aber die im wesentlichen durch den verregneten 27. Oktober hervorgerufene Terminnot(besonders in der Gauliga und in der Bezirksliga) führte zur Verlegung der Kreisspiele auf einen Dezembersonntag. Um auch mit den Meisterschaftsspielen in den Kreisklassen vorwärts zu kommen, wurde der kommende Sonntag als Meisterschaftstermin eingeschober. Für die Gruppe A der 1. Kreisklasse sind die Spiele vom 1. Dezember auf den 17. November vorverlegt worden. So hat Phönix Bochum am Sonntag den Neuling SV. Holsterhausen zu Gast und damik Gelegenheit, nach den beiden letzten unentschiedenen Spielen endlich wieder einen Sieg zu melden. Teutonia Riemke scheint sich langsam wieder zu erholen, hat aber gerade in Rasensport Herne einen Gegner zu überwinden, der sich zur Zeit in bester Verfassung befindet. Da das Spiel in Herne stattfindet, ist die Aufgabe doppelt schwer. Einen Lokalkampf gibt es in Herne, wo Germania den Neuling Constantin empfängt. Eine Gefahr für den Tabellenführer besteht kaum. Wanne 11 steht vor einer schweren Aufgabe. SV. Sodingen heißt der Gegner, der selbst auf dem Wanner Platz als Sieger zu erwarten ist. Die Spiele: Bochumer Polizisten ihr diesen Nimbus nehmen werden, muß abgewartet werden. Eine heiße Schlacht dürfte in Weitmar entbrennen, wo der SC. Altenbochum auf den Tabellenzweiten Weitmar 09 stößt. Lokaltreffen in Wattenscheid zwischen Wattenscheid 19 und Union Günnigfeld. Die Spiele: Reichsbahn Bochum— TG. Bochum=Ehrenfeld TuS. 26 Altenbochum— Langendreer 04 SuT. Harpen— Stiepel 04 Weitmar 09— SC. Altenbochum Langendreer 07— Polizei Bochum Wattenscheid 19— Union Günnigfeld 2. Kreisklasse: In der Gruppe A spielen beide Bochumer Vertreter auswärts. Sp..Sp. Gerthe weilt bei Hansa Herne, der BC. Hordel beim Reichsbahn=TuS. Wanne. ihrem Gegner überlegen, dafür hat Linden aber in seinem Innensturm immer noch Könner, die, wenn sie sich darauf einstellen, ihre Flügelstürmer mehr als in den letzten Spielen zu bedienen, die Preußen aus ihren schönsten Träumen reißen könnten. SC. Dahlhausen— Westfalia Bochum Zwei alte Rivalen, die sich manchen Brust=an=BrustKampf“ in früheren Zeiten lieferten. Mehr als einmal haben die Westfalen den Dahlhäusern an der Kassenberger Straße eine erfolgreiche Partie geliefert, und es ist durchaus nicht ausgeschlossen, daß die Platzleute in dieser Saison auf eigenem Platz ihre erste Punkteinbuße erleiden könnten. Aber so sehr die Dahlhäuser bestrebt sein werden, ihre relative Tabellenführung zu verteidigen, so sehr werden die Westfalen sich genötigt sehen, ihrerseits zu den Punkten zu kommen, wenn die Hoffnungen auf ein gutes Abschneiden in ihrem 25. Jubiläumsjahr nicht stark gemindert werden sollen. Der Ausgang ist durchaus offen, ein Sieg der Westfalen würde nicht einmal überraschen. Adler fährt Rekorde Seit Donnerstag 10 Uhr läuft auf der Avus ein Adler=Trumpf=Spezial=Stromlinienwagen mit den Fahrern Heckel, P. von Guilleaume, Hasse und Bözkes am Steuer. Am Freitag früh konnte der erste internationale Rekord der Klasse F(110 bis 1500 Kubikzentimeter) über 4000 Kilometer mit 125,781 Stundenkilometer aufgestellt werden, den bisher die französische Firma Peugeot mit 102.496 Stundenkilometer inne hatte. Die schnellste Runde wurde mit 139 Stundenkilometer gefahren. Adler=Rekorde am laufenden Band. Die Versuchsfahrt des Adler=Trumpf=SpezialStromlinienwagens auf der Berliner Avus war vom besten Erfolg begleitet. Bereits drei neue internationale Rekorde der Klasse F(1100—1500 ccm) wurden aufgestellt. Nachdem am Vormittag über 4000 Kilometer mit 125,781 Stundenkilometer eine neue Bestleistung erzielt wurde, konnten am Nachmittag die Fahrer Heckel, Paul von Guilleaume, Löhr, Boetzkes und Hasse die Höchstgeschwindigkeit von 139 und 152 Stundenkilometer für eine Runde steigern. Die zwei neuen Bestleistungen am Nachmittag waren: 3000 Meilen mit einer Fahrzeit von 38.14.00(126.443 Stundenkilometer), über 5000 Meilen mit 39,32,01,6 (126,487 Stundenkilometer). Die Spiele: Hansa Herne— Sp.u. Sp. Gerthe Reichsbahn Wanne— BC. Hordel Phönix Bochum— SV. Holsterhausen Rasensport Herne— Teutonia Riemke Germania Herne— Constantin Herne Wanne 11— SV. Sodingen Für die Gruppe B gelten die Spiele vom 15. Dezember. Damit steigt in dieser Gruppe also der Lokalkampf Reichsbahn Bochum— TG. Bochum=Ehrenfeld bereichern können. während Langer auf dem Reichsbahnplatz an der Wasserstraße. Platz= Carolinenglück sich gegenseitig die Punkte streitig zu vorteile kommen für die Reichsbahner nicht in Frage. machen versuchen werden. Wer dabei das bessere Ende denn die Ehrenfelder genießen auf dem Platz zweimal für sich haben wird, muß abgewartet werden. An der im Monat Gastrechte und kennen ihn genau. Den Aus= Pestalozzistraße hat Tura Fortuna Weitmar gegen gang lassen wir offen, denn Lokalkämpfe bringen be= Bochum=West kaum eine Chance. Wattenscheid=Ost—. Rasensport Wanne Fortuna Herne— Schwarz=Weiß Herne In der Gruppe B kommt diesmal Rasensport Bochum kamnflos zu den Punkten vom LFC. Laer. Concordia Bochum hat sich an der Glücksburger Straße mit Werne 19 auseinanderzusetzen und sollte Sieger bleiben können. Preußen 11 Bochum dürfte im Kampf gegen den Bochumer Verein sein Punktekonto um beide Punkte bereichern„können, während„Langendreerholz, und kanntlich immer unvorhergesehene Ergebnisse. TuS. 26 Altenbochum hat an der Brehlowstraße den stark verbesserten Tabellenletzten Langendreer 04 zu Gast. Es ist nicht ausgeschlossen, daß die Gäste den Platzherren einen Punkt abknöpfen werden. Stiepel 04 wird beim SuT. Harpen auf starken Widerstand stoßen und sich gehörig anstrengen müssen, wenn der Sieg nicht bei den Platzleuten bleiben soll. Die einzige ungeschlagene Mannschaft der Gruppe ist Langendreer 07. Ob die—frei. Die Spiele: Concordia Bochum— Werne 19 Preußen 11 Bochum— Bochumer Verein Bochum=West— Tura Fortuna Weitmar Langendreerholz— Carolinenglück Die 8. Kreisklasse bleibt von Meisterschaftsspielen Deutschland-Holland im Kölner Stadion Rugby=Länderkampf Die deutsche Rugby=Ländermannschaft, die am kommenden Sonntag im Kölner Stadion zum dritten Male auf die Nationalfünfzehn des holländischen Nachbarlandes trifft, wird es vielleicht schwerer als in den beiden vorausgegangenen Spielen haben. Mit 23:0 und 21:0 wurden bisher die Holländer von den Deutschen in Düsseldorf und Maastricht geschlagen. Eine Niederlage werden die Holländer allerdings nicht vermeiden können, aber ihre Spielstärke ist stetig gewachsen. Gauoffenes Jugendschwimmfeft Bochums Schwimmernachwuchs fährt Sonntag nach Erkenschwick, um am Wettschwimmen der gesamten westfälischen Schwimmerjugend teilzunehmen. Der SCl. Neptun Erkenschwick hat ein gauoffenes Jugendschwimmfest ausgeschrieben, das mit nahezu 400 Einzelmeldungen und zahlreichen Staffelmeldungen eine wahre Rekordbeteiligung gefunden hat. Balke(Dortmund) will Rekord schwimmen Für das am Sonntag in Leipzig zum Austrag kommende Olympia=Prüfungsschwimmen der deutschen F K K Wir erleichtern Ihnen den Rauf des leistungsstarken und tonfülligen PHILIPS- Empfängers durch unser Teilzahlungssystem. In jedem guten Fachgeschäft werden unsere Geräte unverbindlich vorgeführt, und man sagt ihnen, in wievial bequemen Raten ein PHILIPS-Empfänger zu erwerben ist. PHILIPS Emrifänger Seite 8 Nr. 270„ Bochumer Anzeiger„ Samstag Sonntag, 16./11. November 1933 Jugend liegt die Anmeldung eines Rekordversuches vor, den der junge Dortmunder Joachim Balke(SV. Westfalen) über 100 Meter Brust unternehmen wird Die deutsche Bestzeit, die Balke angreift, hält der Hamburger Erwin Sietas mit 1,13,8 Minuten. Highland Schlug Fischer USA.=Schwimmer in Plauen Trotz der anstrengenden Reise zeigten sich die amerikanischen Meisterschwimmer bei ihrem Start am Donnerstag in Plauen wieder in großer Form. Sämtliche drei internationalen Wettbewerbe endeten mit Siegen der Gäste. Die 100 Yard Rücken sicherte sich Kiefer in 59,8, eine Zeit, die inoffiziell neuen Weltrekord bedeutet. Küppers wurde mit 1,03 Zweiter. Ueber 100 Yard Kraul kam Highland in 52,4 zu einem knappen Siege über Fischer(52,5) und Heibel. Auch Brydenthal beendete sein Rennen, die 100 Yard Brust, in 1,06,5 gegen den Einheimischen John(1,11,8) siegreich. Wichtig für Wintersportler Erweiterte Geltungsdauer der Sonntagsrückfahrkarten Der Pressedienst der Reichsbahn teilt mit, daß zur Erleichterung der Ausübung des Wintersports in der Zeit vom 16. November 1935 bis zum 31. März 1936 an allen Samstagen und Sonntagen die bei den Fahrnach dem Hochsauerland(Winterberg oder Willingen oder Usseln oder Fredeburg oder Brilon Stadt) und nach Meinerzhagen bereits von Samstag 0 Uhr ab gelten. Die Rückreise muß spätestens am Montag, 24 Uhr, angetreten sein; am Montag sind diese Fahrkarten zur Hinfahrt nicht mehr gültig. Oberrcalschule Gerthe Bezirksmeister im Handball Anstatt der bisherigen„Preußen"=Spiele im Schlagball wird in diesem Jahre erstmalig eine Spielreihe im Handball unter den höheren Schulen ausgetragen. Bei den Kämpfen um die Bezirksmeisterschaft im Bezirk Bochum=Herne wurde das Entscheidungsspiel um den Bezirksmeister im Stadion„Ehrenmal" in Gerthe zwischen der Oberrealschule Gerthe und dem Realgymnasium Herne ausgetragen, das Gerthe mit:4 für sich entscheiden konnte. Die voraufgegangenen Ausscheidungskämpfe, die nach dem Pokalsystem durchgeführt wurden, hatten folgende Ergebnisse: Oberrealschule Gerthe— Goethe=Oberrealschule Bochum:4; Realgymnasium Herne— Gymnasium Bochum:5; Goethe=Oberrealschule Bochum—. Gymnasium Bochum:2. Die Kämpfe um die Gruppenmeisterschaft werden von den Bezirkssiegern Oberreal= schule Gerthe, Oberrealschule Dortmund und Realgymnasium Hamm am 27. November in Dortmund ausgetragen. An alle Vereinsführer der Turm= und Sportvereine! Montag. 18. November 1935, 19.30 Uhr, hält der Reichssportlehrer Waitzer in der Turnhalle an der Bleichstraße einen Belehrungsabend für die Uebungsleiter und Turn= und Sportwarte der Sport= und Turnvereine ab. Ich erwarte, daß jeder Sport= und Turnverein die in Frage kommenden Uebungsleiter und Turn= und Sportwarte entsendet. Heil Hitler! Reichsbund für Leibesübungen, Ortsgruppe Bochum, Link, Ortsgruppenführer. Ehrung eines foten Pioniers R. Oeltzschners Segelflug=Streckenrekord anerkannt. Die Fédération Aeronautique Internationale(F. A..) hat nunmehr auch die am 29. Juli 1935 im Rahmen des 16. Rhön=Segelflug=Wettbewerbes aufgestellte Bestleistung des deutschen Segelfliegers Rudolf Oeltzschner, der auf seinem Flugzeug ohne Motor „=Leuna“ 504,2 Kilometer von der Wasserkuppe nach dem Flugplatz Brünn zurücklegte, als internationalen Streckenrekord anerkannt. Bekanntlich wollte es ein tragisches Geschick, daß Rudolf Oeltzschner beim Rückflug zur Wasserkuppe im Schlepp eines Motorflugzeuges am 1. August 1935 bei Selb in Bayern den Fliegertod fand. Zum 12. Male: Rcheinland gegeirWennlalen Weltdeutschlands großer Kunitturnkampf in der Dülleldorfer Maschinenhalle Kommenden Sonntag ist die Düsseldorfer Maschinen= halle der Schauplatz der zwölften Wiederholung des Kunstturnkampfes Rheinland gegen Westfalen. Die Tatsache, daß bereits heute der größte Teil der Eintrittskarten vergriffen ist, ist wieder ein Beweis dafür, welch großer Beliebtheit sich dieser Kampf erfreut. Beide Parteien haben ihre Zehnermannschaften äußerst sorgfältig nach mehreren Ausscheidungsturnen aufgestellt. Für Rheinland kämpfen: Beckmann(Langerfeld), Beyer(Düsseldorf), Ullrich(Remscheid=Hasten), Fleckhaus(Essen), Schlösser(Köln), Nigge(RemscheidHasten), Seligmann, Sich(beide Düsseldorf), Schneider (Remscheid=Hasten), Reinartz(Köln). Ersatzleute: Kabza (Köln), Grooters(Troisdorf). Westfalens Vertreter sind: Gerard(Iserlohn), Reinhardt(Hamm), Frisch(Eichen), Stutte(Eichen), Stracke(Eichen), Hüttemann(Hagen), Hollfelder(DortDie bisherigen Kämpfe: Die Westfalen stellten also achtmal den Sieger, während die Rheinländer bisher nur dreimal die Söhne der Roten Erde bezwangen. Die Frage nach dem Sieger des zwölften Kampfes ist diesmal wieder völlig offen. Die Rheinländer, die in den beiden letzten Jahren überlegen waren, müssen auf zwei bewährte Kräfte verzichten. Dagegen haben die Westfalen eine ausgeglichene mund), Grüdelbach(Klafeld), Trostheim(Dortmund), Klinger(Dortmund). Ersatzleute: Lorsbach(Eichen), Krüger(Werl). In der Rheinlandmannschaft vermißt man Sandrock, der vom Länderkampf gegen Finnland noch nicht zurück sein kann, und Brandfaß, ebenfalls Mitglied der Olympia=Kernmannschaft, der verletzt ist. Das bedeutet natürlich eine nicht unwesentliche Schwächung, die aber zum Teil dadurch ausgeglichen wird, daß die Nachwuchsleute, die erstmalig in der Mannschaft stehen, sehr gutes Können zeigten. Bei den Westfalen findet man im wesentlichen dieselben Leute, die in den früheren Jahren die westfälischen Farben vertraten. Eine Verstärkung hat die Mannschaft durch den früheren Nürnberger Hollfelder erfahren, der bei den Ausscheidungskämpfen sehr gut abschnitt. Einzelsieger Adam(Rheinland) Adam(Rheinland) Stracke u. Lodwig (Westfalen) Adam(Rheinland) Trostheim(Westfalen) Neuhaus(Westfalen) Klinger(Westfalen) Winker(Westfalen) Sandrock(Rheinland) Sandrock(Rheinland) Sandrock(Westfalen) Mannschaft von durchweg kampferprobten Leuten zur Stelle. Stehen die jungen Rheinländer, die erstmalig den Kampf mitmachen, den Kampf durch und behalten sie die Nerven, dann könnte den Rheinländern wieder der große Schlag gelingen, ebenso gut kann es auch umgekehrt kommen. Eins steht fest: Nur wenige Punkte werden Sieger und Besiegte voneinander trennen. Die erne Auchewting“. Die Vorrundenkämpfe um die Bochumer Stadtmeilterschaften im Boxen Gibt es einen Umiturz? Schlußkampf um den„Goldenen Kegel“. Ostwald(Bochum) führt weiter mit 551 Holz. Der stürmische Angrif auf die Spitzengruppe am 3. Starttage ist abgeschlagen. Wohl hat sich die Tabelle und auch die Mannschaftswertung wesentlich geändert, aber das führende Paar Ostwald=Vogt ist weiter unangefochten. Samstag und Sonntag steigt steigt der große Kegelkampf nunmehr ins Finale. Wenn berücksichtigt wird, daß erst die Hälfte aller Gemeldeten ihre Startpflicht erfüllt haben, so wird man ermessen, daß es noch ein heißes Ringen um den Siegeslorbeer geben wird. Am Samstag starten Leute aus Herne, Düsseldorf, Münster, Velbert, Bochum, von denen die Namen des Deutschen Meisters Vievering, Jakobs, Parotto. Storch, Eberleh, Eller, Ahrens usw. große Hoffnungen tragen. Am Sonntag gibt es dann eine starke Belastungsprobe für die Aufsicht am Anschreibetisch und die Jungen am Kegelstand. Schon in der Frühe setzt der Lauf der Kugeln ein, und ohne Unterbrechung geht es bis in den späten Abend. Aus der Vielzahl der Bewerber nennen wir nur Dr. Meinhold und Stütting(Belecke), die starken Fünfermannschaften aus Westig und Langenberg, die Bundeskegler Kotthoff und Kerveloh (Neheim) die Gebrüder Dobzinski und Buchwald(Wattenscheid), (Hörde), Reiffert Bochumer Radsport Die Mitglieder des Radfahrervereins„Westfalia 1895“ treffen sich zur Wanderfahrt nach Bredenscheid— hier Waldlauf— Sonntag früh 9 Uhr am Bülowplatz. Radsportfreunde sind willkommen. Deutsche EichenGermania Geien Wecberüche Sonntag abend findet im Lokale Morjan ein Meisterschaftskampf im Ringen zwischen dem Bochumer Verein Deutsche Eiche Germania und DortmundWesterfilde statt. Mit einem Bombenbesuch— der Tonhallensaal war mit über 1000 Boxsportinteressenten überfüllt— und durchweg interessanten Kämpfen leiteten die Bochumer Amateurboxer gestern abend ihre Meisterschaftskämpfe ein. Es schlug Mitternacht, als der letzte Kampf beendet war. Einige Absagen waren natürlich unvermeidlich. Bedauert wurde es allgemein, daß der Gerther Kowalczyk nicht startete, daß„Aeugsken" Seiffert(BSK.) Uebergewicht auf die Waage brachte und deswegen gegen Disselbeck(Polizei) nur einen Einlagekampf liefern konnte. Durch Arbeit verhindert waren ferner die Postsportler Rabenort und Goroncy. War es aber nötig, daß man erst dann, nachdem sich Ortsgruppenleiter Link um die Freigabe bemühte, mitteilte, daß ein Start nicht möglich wäre? Für Graupe wurde Fischer eingesetzt. Im Ring amtierte Vahlkamp (Dortmund) in gewohnter Sicherheit. Die Kämpfe: Mit einem Gerther Siege wurde der umfangreiche Kampfabend eingeleitet. Der im Stil ausgefeiltere Jaschk errang im Weltergewicht gegen den sich tapfer wehrenden und viel Herz verratenden Beckmann (Laer) den verdienten Punktsieg.— Mit herzlichem Beifall wurde der Lindener Federgewichtler Piotrowski ll im Ring empfangen. Sein Kampf gegen den Polizisten Korte zeichnete sich durch beiderseits gute Technik aus. Piotrowskis Routine sicherte ihm gegen den zwar forsch angreifenden, aber zuviel Innenhand schlagenden Korte einen knappen Punktsieg.— In einem krassen Gegensatz zu diesem Kampf stand die Begegnung im Mittelgewicht zwischen Weber(Langendreer) und Piotrowski V(Linden). Das Publikum reagierte durch Lachsalven. Man sollte die Qualität eines Meisterschaftskampfabends nicht durch unfertige Kämpfer herabmindern. Piotrowski erhielt den Punktsieg.— Lebhafte Kampfszenen gab es schon in der ersten Runde des Weltergewichtstreffens zwischen Kampf(Polizei) und Distelrath(Linden). Distelrath brachte seinen Gegner gegen Schluß der ersten Runde kurz zu Boden, jedoch reichte die Zeit nicht mehr aus, um den Vorteil auszubauen. In der dritten Runde holte Kampf zwar auf, doch behielt Distelrath den Punktsieg.— Ein mitreißendes Gefecht lieferten sich im Leichtgewicht der junge, draufgängerische Polizist Kaisler und Piotrowski III. der älteste der bekannten Lindener Boxerfamilie. Mit bewundernswerter Tapferkeit hielt„Pio“ dem drei Runden langen Ansturm Kaislers stand, dessen Punktsieg nicht in Frage stand.— Harter Schlagwechsel, ohne technische Feinheiten, brachte der Weltergewichtskampf zwischen Schneider(Post) und Fischer(Linden). Der genauer treffende Fischer wurde knapper Punktsieger. — Im Federgewicht hatte Koch(BSK. 19) gegen den kleinen Basty(Werne), der sich von einem Niederschlag in der ersten Runde schnell wieder erholte, mehr Mühe als erwartet, um nach ziemlich farblosem Kampfe zum Punktsieg zu kommen.— Hart auf hart ging es im Mittelgewichtstreffen zwischen Weinkauf(Polizei) und Menne II(Linden) zu. Das Publikum liebt derartig erbitterte Gefechte und feierte Weinkaufs Punktsieg stark.— In einem weiteren Mittelgewichtskampf konnte sich Görs(Linden) nach Niederschlägen in der zweiten Runde nur durch große Härte im Nehmen sowie Klammern und Abdrehen über die Runden bringen. Der schlagstarke Gonz(Werne) wurde klarer Punktsieger.— Ein gutes Gefecht gab es im Weltergewicht zwischen Nawrocki(Laer) und dem sich nach zwei Niederschlägen in der zweiten Runde dennoch in der dritten tapfer wehrenden Ludwig(Linden). Nawrockis Punktsieg war verdient. Einlagekampf im Mischgewicht. Da Seiffert (BSK. 19), Uebergewicht brachte, lieferte er dem Polizisten Disselbeck einen Einlagekampf. Beide zeigten technisch schöne Leistungen, wobei Disselbeck in der Schlußrunde sich den Vorsprung zum Punktsiege holte. — In einem weiteren Ausscheidungskampf im Mittelgewicht flößte Schneider(Laer) seinem. Gegner in der ersten Runde mit seinen harten Schlägen soviel Respekt ein, daß Nachweiler(Werne) in der Pause zur„zweiten Runde entmutigt den Kampf aufgab. Technischer Ko.=Sieger Schneider.— Den Schluß=Ausscheidungskampf lieferten sich im Fliegengewicht die beiden BSKler Lehrke und Manczyk. Die beiden Klubkameraden machten anscheinend gleich die Vereinsmeisterschaft unter sich aus, denn im harten Schlagwechsel gina es über die Runden. Lehrke blieb dabei verdienter Punktsieger. alberg und Lafontaine olff und Winkler(Dortmund), der Sieger von 1933, Steinmetz und Obermeier(Elberfeld) und nicht zuletzt die wohl aussichtsreichsten Bewerber aus Gelsenkirchen mit Gernhardt, Blatt, Schwarz, Belter und Kaufhold. Dem Aufgebot an Kräften setzen die Bochumer ihre letzten Trümpfe mit Lücking und Ebeling entgegen. Die Frage nach dem Sieger ist offener denn je. Und wo bleiben die Bochumer Gesellschafts=Kegler? Es ist erstaunlich, daß die Bochumer Gesellschaftsklubs sich bisher so wenig um die prachtvolle Ehrenplakette des Verkehrsvereins beworben haben. Es dürfte sich vor allem noch am Samstag Gelegenheit bieten, mit den Dreier=Riegenmannschaften über je zehn Wurf in die vollen einzugreifen, um diese wertvolle Trophäe zu erkämpfen. Der letzte Appell:„Gesellschaftskegler an den Anwurf!" Maisons=Laffitte, 15. November 1. Rennen: 1. Liari(Dubus); 2. Disraeli; 3. Mornas. Toto: S. 34: Pl. 20, 46, 87. Ferner: Azoni, Pont au Change. Grand Gala. Jalousie. Kern II. Falstaff Baruso, Fada, Rapidoto, Le Sauley, Dieppe, Champ. Motley, Lune 'Or. Miß Moquette. 2. Rennen: 1. Camphrier(Signoret); 2. Emprise: 3. Abou. Toto: S. 248: Pl. 74, 39, 35. Ferner: Comp. Guilleri, Bonheur, Savonette, Excelauque, Gouyaté, Good Think. Boy Kete. 3. Rennen: 1. Siklos(Lesain); 2. Méridienne: 3. Tchyc. Toto: S. 1403: Pl. 295, 116, 21. Ferner: Prince Charlie, Paillasse II, Putchakamac, Sirlan. Gré Gré, Guitton, Cartown, Mercenaire, Damter. West Rand, Rayon Bleu, Baker Pasha, Mie de Pain, Maitland, La Chouette, Pandora, Prsse. de Pris Gia Long, Tapette, Generalitv. 4. Rennen: 1. Merrv Queen(Lollierou); 2. Vent'Quest; 3. An. de Saturne. Toto: S. 243: Pl. 71, 138. 78. Ferner: Falerne, Ivan le Doux. Passe Partout, Unioniste, Etelan, Woevre, Pecheuse, Northumbria, Silverline, Fallacy, Perseis, Valekirye, Misaine, Mlle. Rosette, La Hisse, Swan Song, Nimble Dory, Nicotiane, Villanova, Cayla, Pellegrino, Stella Bella. 5. Rennen: 1. Scarba Mare(Brethes); 2. Marigny: 3. Baron'ürfé. Toto: S. 70: Pl. 20, 17 17. Ferner:'Aigle Roval, William the C. Certitude II. Saint Hilarion, Mar Bella, Saint Mihiel, Corb. de Noces. Galopprennen in Neuß Unsere Voraussagen: 1 Rennen: Oberhaupt— Balladea: 2. Rennen: Hohlweg — Feste Lup: 3. Rennen: Roselli— Ordensritter: 4. Rennen: Feuerwarte— Griffon; 5. Rennen: Rote Tante— Wernigerode; 6. Rennen: Preisträger— Carna; 7. Rennen: Helmzier— Faland. Trabrennen in Gelsenkirchen Unsere Voraussagen: * Rennen: Karl L.— Peter Todd— Palmetto Lee: 2. Rennen: Elsbeth— Daisy— Freton: 3. Rennen: Major Jackson— Königsbote— Alpha: 4. Rennen: Brauner David — Mallorca— Bernstein: 5. Rennen: Ostermann— Salvator— Maimädel: 6. Rennen: Bello Watts— Daisy— Peter Dufsy fr.: 7. Rennen: Vogel— Paul W.— Edeldame Zwkdlenrunde umrdch nandbah-Pokal Der Großkampf in Bielefeld: Weitfalen-Niederrhein! Stari zumrschahrandehariher Um Bochums Schachmeisterschaft Der Start der Vorkämpfer des Schachkreises im Schlußrundenturnier um die Bochumer Schachmeisterschaft verlor etwas an Interesse, da der Titelverteidiger Herrmann noch durch Unfall verhindert ist, in die Kämpfe einzugreifen. Auch vermißte man den Wattenscheider Stadtmeister Madzak. Die Befürchtungen, die man hinsichtlich der Spannung dieses Kampftages begte, haben sich glücklicherweise als grundlos erwiesen. Vor gutem Besuch wurde an fünf Brettern erbittert um Sieg und Punkte gestritten. Im ersten Rennen waren die Vereinskameraden von Königsspringer, Katzer und Sperbel wieder ziemlich ausgeglichen. In einem Damengambit wählte Sperbel die slawische Verteidigung. Er errang einen Mehrbauern, mußte sich aber nach 32 Zügen mit Remis begnügen. Eine gute Leistung vollbrachte Lemke (Schachges.) in einem Vierspringerspiel gegen von Herzberg(Schachges.). In eleganter Weise führte Zemke seine Partie zum Siege. Möller(Welper) spielte gegen Götz(Schachges.) Damengambit. Der Welperaner riß die Führung an sich und setzte Götz matt. Von besonderem Interesse war die Begegnung Wittenderg (Schachfr. 25) gegen Strätling(Altenbochum). In einer Aljechin=Verteidigung zeigte sich der Neuling Strätling als starker Gegner. Durch ungenaue Behandlung des Endspieles verpaßte Wittenberg den Ausgleich und gab auf. Schäfer(Laer) wurde mit Zillus (Linden) gepaart, da Herrmann und Madzak fehlten. Zillus legte gleich nach Beginn der sizilianischen Partie mächtig los. Nach Figurengewinn im Mittelspiel opferte der Lindener die Dame. Das anschließende Matt konnte Schäfer, der etwas enttäuschte, nicht abdecken. 19. Partie im Schachweltmeisterschaftskampf Im Schachwettkampf um die Meisterschaft der Welt zwischen Aljechin und Euwe wurde am Dienstag in Zeist die 19. Partie gespielt. 40 Zügen in einer für Euwe abgebrochen. Die Partie wurde nach hoffnungslosen Stellung 10 Jahre Schachfreunde Bochum Ein Pionier der Bochumer Schachbewegung, der Verein„Schachfreunde 1925“, kann in diesem Jahre auf ein zehnjähriges Bestehen zurückblicken und nimmt diese Gelegenheit zum Anlaß, die Freunde des königlichen Spieles zu einer Festfeier in Lotz Bierstuben zu bitten. Der älteste Bochumer Schachverein ist der im Jahre 1902 gegründete„Bochumer Schachverein", die„Schachfreunde Bochum“ waren es, die in den Nachkriegsjahren das Schachleben unserer Heimatstadt befruchtet haben. Aus der Schachabteilung des DHV. hervorgegangen, schlossen sich die Schächer im Jahre 1925 zu dem neuen Verein zusammen, der„somohl, dem Schachkreis Bochum" als auch dem„Westfälischen Schachbund" und dem nach der Machtübernahme als Einheitsverband der deutschen Schachspieler ins Leben gerufenen„Großdeutschen Schachbund“ angehört. Eine besondere Ehrung hat man anläßlich des Jubiläums für den derzeitigen Vereinsführer Walter Küper vorgesehen, der seit der Gründung des Vereins im Vorstand tätig ist und sich mit nimmermüdem Fleiß für die Schachbewegung und den Verein eingesetzt hat. Walter Küper widmet darüber hinaus dem Schachkreis Bochum als Kreisgeschäftsführer und Kreisspielleiter seine Kraft. Dem Verein„Schachfreunde Bochum“, der mit dazu beigetragen hat, Bochum zu einer westfälischen Schachhochburg zu machen, zu seinem Jubiläum ein herzliches Schachece!!!“ Acht Gaumannschaften kämpfen am Sonntag um den Eintritt in die Vorschlußrunde des Handball=Pokalwettbewerbes. Jeder dieser acht Bewerber hat die Möglichkeit dazu, keiner ist gegenüber einem andern so stark savorisiert, daß man ihn als sicheren Anwärter auf einen Sieg bezeichnen könnte. Dazu sind die Paarungen der vier Spiele zu gut, die jeweiligen Geaner der Pavierform nach zu ausgeglichen. Nur gefühlsmäßig könnte man sich bei einer Voraussage festlegen, und man weiß, wie gerade bei solchen Wettbewerben das Gefühl trügen kann. Die vier Paarungen für den 17. November sind: Bielefeld: Westfalen— Niederrrhein Darmstadt: Südwest— Mitte Hannover: Niedersachsen— Baden Breslau: Schlesien— Baden Im Gau Westfalen 2 Spiele Das Meisterschaftsprogramm wird nur mit zwei Begegnungen fortgesetzt. Die Bielefelder Arminia empfängt den MSV. Münster und steht damit vor keiner leichten Aufgabe. Die Paderborner Preußen haben den SV. Grünweiß Bielefeld zu Gast. Bochumer Handball Die erste Serie steht vor dem Abschluß und wird erst mit den letzten Spielen Klarheit in der Tabellenführung bringen. In der Bezirksklasse führte bisher die Sovg. Röhlingbausen, während der vorjährige Gruppenmeister TB. Eickel auf dem dritten Platz lag. Durch die Nichtanerkennung des Spieles Tkl, Wanne— 2B. Eickel, das Wanne:1 gewann, hat Eickel plötzlich wieder alle Chancen für sich. Sonntag hat der TB. Eickel sich nun erneut mit dem Wanner Nachbarn auseinander zu setzen. Folgende Spiele sind angesetzt: Bezirksklasse Gruppe Bochum Tkl. Wanne— TV. Eickel Tv. Friesen Bochum— MBV. Linden Westfalia Bochum— Sppg. Röhlinghausen. Die Bochumer Westfalia hat den derzeitigen Tabellenführer Röhlinghausen zu East. Die Bochumer enttäuschten in den letzten Spielen. Ihr Punktkonto bedarf einer dringenden Verbesserung, um aus der Gefahrenzone zu kommen. Vielleicht lanat es zu Hause, um zu einem wertvollen Punktsieg zu kommen. Es bleibt dahingestellt, ob die Wanner ihren ersten knappen Sieg über den vorjährigen Gruppenmeister wiederholen werden. Ein eindeutiger Sieg des TB. Eickel würde diesem den ersten Platz in der Tabelle bringen. Der Tp. Friesen hat den Tabellenletzten Linden zu Gast und wird einen klaren Sieg buchen. 1. Kreisklasse Bochum beiden letzten Hier steigen die Serie, und zwar: Tus Bochum— TG. Germania 06 Bochum Spiele der ersten Ehrenfeld, — VfB. Gerthe. Sport-Kalender 0 Tus.=Stadion Sonntag, 17. November, Gauliga=Meisterschaft Tus. Bochum-SpVg. Herten Anstoß.80 Uhr nachm. Vorher die Reservemannschaften. Vormittags 10 Uhr: TuS. Bochum— TG. BochumEhrenfeld. Handball=Meisterschaftsspiel. Preußenplatz Wasserstraße Sonntag, 17. November, Meisterschafts=Lokalkampf Preußenor-Mss.einden Anstoß.80 Uhr nachm. Vorher 2. Mannschaften. Handball=Meisterschafts spiel Westfalia Wochum Spog. Röhlinghausen Nachmittags 8 Uhr. Platz Westfalia, Hofsteder Str. Seite 9 Nr. 270 7 Bochumer Anzeiger„ Samstag Sonntag, 16./11. November 1933 Durchführungsverordnungen zu den Nürnberger Gesetzen Wer Hrwieihrrurger! Vorläufig alle Staatsangehörige deutschen Blutes, die am 15..35 das Reichstagswahlrecht besaßen— Einbeziehung der Halbarier Juden weder Reichsbürger noch Beamte dnb Berlin, 15. November. Das Reichsgesetzblatt Teil I Nr. 125 vom 14. November 1935 veröffentlicht die erste Verordnung zum Reichsbürgergesetz und die erste Verordnung zur Ausführung des Gesetzes zum Schutz des deutschen Blutes und der deutschen Ehre. Beide Verordnungen tragen das Datum des 14. November 1935. Der Wortlaut der Verordnungen ist folgender: Erste Verordnung zum Reichsbürgergesetz vom 14. November 1935 Auf Grund des§ 3 des Reichsbürgergesetzes vom 15. September 1935(Reichsgesetzblatt 1 Seite 1146) wird folgendes verordnet: S 1 (Wer ist Reichsbürger?) (1) Bis zum Erlaß weiterer Vorschriften über den Reichsbürgerbrief gelten vorläufig als Reichsbürger die Staatsangehörigen deutschen oder artverwandten Blutes, die beim Inkrafttreten des Reichsbürgergesetzes das Reichstagswahlrecht besessen haben oder denen der Reichsminister des Innern im Einvernehmen mit dem Stellvertreter des Führers das vorläufige Reichsbürgerrecht verleiht. (2) Der Reichsminister des Innern kann im Einvernehmen mit dem Stellvertreter des Führers das vorläufige Reichsbürgerrecht entziehen. S 2 (Jüdische Mischlinge) (1) Die Vorschriften des§ 1 gelten auch für die staatsangehörigen jüdischen Mischlinge. (2) Jüdischer Mischling ist, wer von einem oder zwei der Rasse nach volljüdischen Großelternteilen abstammt, sofern er nicht nach§ 5 Absatz 2 als Jude gilt. Als volljüdisch gilt ein Großelternteil ohne weiteres, wenn er der jüdischen Religionsgemeinschaft angehört hat. § 3 (Das Stimmrecht) Nur der Reichsbürger kann als Träger der vollen politischen Rechte das Stimmrecht in politischen Angelegenheiten ausüben und ein öffentliches Amt bekleiden. Der Reichsminister des Innern oder die von ihm ermächtigte Stelle kann für die Uebergangszeit Ausnahmen für die Zulassung zu öffentlichen Aemtern gestatten. Die Angelegenheiten der Religionsgesellschaften werden nicht berührt. S 4 (Juden nicht Reichsbürger oder Beamte) (1) Ein Jude kann nicht Reichsbürger sein. Ihm steht ein Stimmrecht in politischen Angelegenheiten nicht zu; er kann ein öffentliches Amt nicht bekleiden. (2) Jüdische Beamte treten mit Ablauf des 31. Dezember 1935 in den Ruhestand. Wenn diese Beamten im Weltkrieg an der Front für das Deutsche Reich oder für seine Verbündeten gekämpft haben, erhalten sie bis zur Erreichung der Altersgrenze als Ruhegehalt die vollen zuletzt bezogenen ruhegehaltsfähigen Dienstbezüge; sie steigen jedoch nicht in Dienstaltersstufen auf. Nach Erreichung der Altersgrenze wird ihr Ruhegehalt nach den letzten ruhehaltsfähigen Dienstbezügen neu berechnet. (3) Die Angelegenheiten der Religionsgesellschaften werden nicht berührt. (4) Das Dienstverhältnis der Lehrer an öffentlichen jüdischen Schulen bleibt bis zur Neuregelung des jüdischen Schulwesens unberührt. s 5 (Wer ist Jude?) (1) Jude ist, wer von mindestens drei der Rasse nach volljüdischen Großeltern abstammt. § 2, Absatz 2, Satz 2, findet Anwendung. (2) Als Jude gilt auch der von zwei volljüdischen Großeltern abstammende staatsangehörige jüdische Mischling, a) der beim Erlaß des Gesetzes der jüdischen Religionsgemeinschaft angehört hat oder danach in sie ausgenommen wird, b) der beim Erlaß des Gesetzes mit einem Juden verheiratet war oder sich danach mit einem solchen verheiratet, c) der aus einer Ehe mit einem Juden im Sinne des Absatzes 1 stammt, die nach dem Inkrafttreten des Gesetzes zum Schutz des deutschen Blutes und der deutschen Ehre vom 15. September 1935(Reichsgesetzblatt 1 S. 1146) geschlossen ist, d) der aus dem außerehelichen Verkehr mit einem Juden im Sinne des Absatzes 1 stammt und nach dem 31. Juli 1936 außerehelich geboren wird. S 6 (Weitergehende Vorschriften) (1) Soweit in Reichsgesetzen oder in Anordnungen der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei und ihrer Gliederungen Anforderungen an die Reinheit des Blutes gestellt werden, die über Paragraph 5 hinausgehen, bleiben sie unberührt. (2) Sonstige Anforderungen an die Reinheit des Blutes, die über Paragraph 5 hinausgehen, dürfen nur mit Zustimmung des Reichsministers des Innern und des Stellvertreters des Führers gestellt werden. Soweit Anforderungen dieser Art bereits bestehen, fallen sie am 1. Januar 1936 weg, wenn sie nicht von dem Reichsminister des Innern im Einvernehmen mit dem Stellvertreter des Führers zugelassen werden. Der Antrag auf Zulassung ist beim Reichsminister des Innern zu stellen. S 7 (Befreiungen) Der Führer und Reichskanzler kann Befreiungen von den Vorschriften der Ausführungsverordnungen erteilen. Berlin, 14. November 1935. Der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler. Der Reichsminister des Innern Dr. Frick. Der Stellvertreter des Führers R. Heß, Reichsminister ohne Geschäftsbereich. Berdetene=Ehrsune pungen Erste Verordnung zur Ausführung des Gesetzes zum Schutz des deutschen Blutes und der deutschen Ehre vom 14. November 1933 Auf Grund des Paragraphen 6 des Gesetzes zum Schutz des deutschen Blutes und der deutschen Ehre vom 15. September 1935(Reichsgesetzblatt I Seite 1146) wird folgendes verordnet: S 1 (1) Staatsangehörige sind die deutschen Staatsangehörigen im Sinne des Reichsbürgergesetzes. (2) Wer jüdischer Mischling ist, bestimmt Paragraph 2 Absatz 2 der Ersten Verordnung vom 14. November 1935 zum Reichsbürgergesetz.(Reichsgesetzblatt I Seite 1333.) (3) Wer Jude ist, bestimmt Paragraph 5 der gleichen Verordnung. S 2 (Rassenschutz gegenüber Mischlingen) Zu den nach Paragraph 1 des Gesetzes verbotenen Eheschließungen gehören auch die Eheschließungen zwischen Juden und staatsangehörigen jüdischen Mischlingen, die nur einen volljüdischen Großelternteil haben. S 3 (1) Staatsangehörige jüdische Mischlinge mit zwei volljüdischen Großeltern bedürfen zur Eheschließung mit Staatsangehörigen deutschen oder artverwandten Blutes oder mit staatsangehörigen jüdischen Mischlingen, die nur einen volljüdischen Großelternteil haben, der Genehmigung des Reichsministers des Innern und des Stellvertreters des Führers oder der von ihnen bestimmten Stelle. (2) Bei der Entscheidung sind insbesondere zu berücksichtigen die körperlichen, seelischen und charakterlichen Eigenschaften des Antragstellers, die Dauer der Ansässigkeit seiner Familie in Deutschland, seine oder seines Vaters Teilnahme am Weltkrieg und seine sonstige Familiengeschichte. (3) Der Antrag auf Genehmigung ist bei der höheren Verwaltungsbehörde zu stellen, in deren Bezirk der Antragsteller seinen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt hat. (4) Das Verfahren regelt der Reichsminister des Innern im Einvernehmen mit dem Stellvertreter des Führers. S 4 Eine Ehe soll nicht geschlossen werden zwischen staatsangehörigen jüdischen Mischlingen, die nur einen volljüdischen Großelternteil haben. § 5 Die Ehehindernisse wegen jüdischen Bluteinschlages sind durch Paragraph 1 des Gesetzes und durch die Paragraphen 2 bis 4 dieser Verordnung erschöpfend geregelt. s 6 (Anderer Rassenschutz) Eine Ehe soll ferner nicht geschlossen werden, wenn aus ihr eine die Reinerhaltung des deutschen Blutes gefährdende Nachkommenschaft zu erwarten ist. S 7 (Ehetauglichkeitszeugnis) Vor der Eheschließung hat jeder Verlobte durch das Ehetauglichkeitszeugnis(Paragraph 2 des Ehegesundheitsgesetzes vom 18. Oktober 1935(Reichsgesetzblatt I S 1246) nachzuweisen, daß kein Ehehindernis im Sinne des Paragraphen 6 dieser Verordnung vorliegt. Wird das Ehetauglichkeitszeugnis versagt, so ist nur die Dienstaufsichtsbeschwerde zulässig. S 8 (1) Die Nichtigkeit einer entgegen dem Paragraphen 1 des Gesetzes oder dem Paragraphen 2 dieser Verordnung geschlossenen Ehe kann nur im Wege der Nichtigkeitsklage geltend gemacht werden. (2) Für Ehen, die entgegen den Paragraphen 3, 4 und 6 geschlossen worden sind, treten die Folgen des Paragraphen 1 und des Paragraphen 5 Absatz 1 des Gesetzes nicht ein. S 9 Besitzt einer der Verlobten eine fremde Staatsangehörigkeit, so ist vor einer Versagung des Aufgebots wegen eines der im Paragraphen 1 des Gesetzes oder in den Paragraphen 2 bis 4 dieser Verordnung genannten Ehehindernisse sowie vor einer Versagung des Ehetauglichkeitszeugnisses in Fällen des Paragraphen 6 die Entscheidung des Reichsministers des Innern einzuholen. S 10 Eine Ehe, die vor einer deutschen Konsularbehörde geschlossen ist, gilt als im Inland geschlossen. S 11 (Verkehr auch mit Vierteljuden strafbar) Außerehelicher Verkehr im Sinne des Paragraphen 2 des Gesetzes ist nur der Geschlechtsverkehr. „Sochumer Geschafte fachen Werresprache c Cehr geehrte S alh chrs he. tüice P teref iz 25252: u: 1se, el. Slast. stas toergresses Lett u9:..: 1214; al. e iut e. e ei a 13. 11. PAUL KOLLERMANN REISEARTIREL- FEINE LEDERUAPEN FABRIKA TION U HANDEL CHEN LEDERFARBERE An den p 9 0 " An3• -1l-3 Velbatl. Beches gechuner Anseiger 1 von den groben hrft#g der derbespruchenzeige 9is 1en euberordent lich überrascht Mit Ziner selen kresen Sete: er erien ueh. uner i. e 81e nerdes verstehen, des es mir bei der grosen Zani der Bngange sicht geglich ist Ihses die Preistrager in der vergescheues kurzen Zeit nemart zu uschen. Vielleicht last sten die veroffent lichung un einige Tage verschseben. Für eine dtesbezuglicne Bittellung nare ich ihnen sehr verbunden Mit deutschen Grus Roni Köllernann Vornerkung Süs gener duchet beocher Pauf Köllermann es deutschen Ari00 (85112: ggss beceen) Kaus MOOfsut. " n•yaas Bethausglet — A 12 Novender n ses„Seemse esclett. " ge aberreieend bie 50 Pshcheshe e e . e. sergausen Ver altes buse reise au De euer eur Aetuuer unr Au ur Ge e lletene danb anee rgen s Ee urtenen dir Inserenten Turäder! Fortsetzung auf Seite 10 Das hätten wir selbst nicht erwartet, daß unser Wettbewerb einen solchen Beifall bei unseren Lesern finden würde. Weit über 15000 Einsendungen gingen bei uns ein. Gibt es da überhaupt noch einen treffenderen Beweis dafür, daß Anzeigen in unserem Bochumer Anzeiger nicht nur eine weite Verbreitung finden, sondern auch eingehend gelesen werden! Diun, so sehr wir uns über die überaus große Zahl Einsendungen gefreut haben, und so sehr wir auch bemüht waren, den angekündigten Veröffentlichungstermin der Namen der Preisträger einzuhalten, so ungern fügten wir uns den berechtigten Wünschen unserer Inserenten, die Bekanntgabe des Wettbewerdsergebnisses um einige Tage zu verschieben. Es war einfach nicht möglich, in der kurzen Zeit aus den zahlreichen Einsendungen die besten Werbeverse herauszusuchen und das Material so gewissenhaft zu sichten, daß keiner der Einsender benachteiligt wird. Somit veröffentlichen wir erst in der Ausgabe vom Samstag, dem 23. November, die Namen der Preisträger. Eine freudige Mitteilung können wir aber den Einsendern heute schon machen. Eine Anzahl Firmen haben sich entschlossen noch verschiedene wertvolle Preise zu stiften, so daß die Gewinnaussichten wesentlich gestiegen sind. Aise, am Sumetad, dem 35. Robemndet 1333, werden die Kunten der Preisträgerveressenliicht Seite 10 Nr. 270/ Bochumer Anzeiger„ Sametag, Sonntag, 16./17. November 1935 Strafbar nach Paragraph 5 Absatz 2 des Gesetzes ist auch der außereheliche Verkehr zwischen Juden und staatsangehörigen jüdischen Mischlingen, die nur einen volljüdischen Großelternteil haben. S 12 Jüdischer Haushalt (1) Ein Haushalt ist jüdisch(Paragraph 3 des Gesetzes), wenn ein jüdischer Mann Haushaltungsvorstand ist oder der Hausgemeinschaft angehört. (2) Im Haushalt beschäftigt ist, wer im Rahmen eines Arbeitsverhältnisses in die Hausgemeinschaft aufgenommen ist oder wer mit alltäglichen Haushaltungsarbeiten oder andern alltäglichen, mit dem Haushalt in Verbindung stehenden Arbeiten beschäftigt ist. (3) Weibliche Staatsangehörige deutschen oder artverwandten Blutes, die beim Erlaß des Gesetzes in einem jüdischen Haushalt bechäftigt waren, können in diesem Haushalt in ihrem bisherigen Arbeitsverhältnis bleiben, wenn sie bis zum 31. Dezember 1935 das 35. Lebensjahr vollendet haben. (4) Fremde Staatsangehörige, die weder ihren Wohnsitz noch ihren dauernden Aufenthalt im Inland haben, fallen nicht unter diese Vorschrift. S 13 Wer dem Verbot des Paragraphen 3 des Gesetzes in Verbindung mit Paragraph 12 dieser Verordnung zuwiderhandelt, ist nach Paragraph 5 Absatz 3 des Gesetzes strafbar, auch wenn er nicht Jude ist. S 14 Für Verbrechen gegen Paragraph 5 Absatz 1 und 2 des Gesetzes ist im ersten Rechtszuge die Große Strafkammer zuständig. § 15 Soweit die Vorschriften des Gesetzes und seiner Ausführungsverordnungen sich auf deutsche Staatsangehörige beziehen, sind sie auch auf Staalenslose anzuwenden, die ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Inland haben. Staatenlose, die ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Ausland haben, fallen nur dann unter diese Vorschriften, wenn sie früher die deutsche Staatsangehörigkeit besessen haben. S 16 (Befreiungen) (1) Der Führer und Reichskanzler kann Befreiungen von den Vorschriften des Gesetzes und den Ausführungsverordnungen erteilen. (2) Die Strafverfolgung eines fremden Staatsangehörigen bedarf der Zustimmung der Reichsminister der Justiz und des Innern. S 17 (Inkrafttreten) Die Verordnung tritt an dem auf die Verkündung folgenden Tag in Kraft. Den Zeitpunkt des Inkrafttretens des Paragraphen 7 bestimmt der Reichsminister des Innern; bis zu diesem Zeitpunkt ist ein Ehetauglichkeitszeugnis nur in Zweifelsfällen vorzulegen. Berlin, 14. November 1935. Der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler. Der Reichsminister des Innern Dr. Frick. Der Stellvertreter des Führers R. Heß, Reichsminister ohne Geschäftsbereich. Der Reichsminister der Justiz Dr. Gürtner. Likörfabrik verschüttet Die Likörbrennerei der Mönche von Chartreuse durch Erdrutsch zerstört. dnb Paris, 15, November. Die bekannte französische Likörbrennerei der [Mönche von Chartreuse, nach denen auch der „Grande Chartreuse" benannt ist, ist durch einen Erdrutsch zerstört worden. Die Brennerei liegt in Fourvoire in der Nähe von Grenoble am Fuße eines Berges, dessen Felsen teilweise weit über den darunter liegenden Weg und den Fluß hervorragen. Am Donnerstag abend gegen 22 Uhr löste sich plötzlich ein mächtiger Felsblock und rollte auf die Brennereigebäude hinab, wobei er riesige Mengen Erde mit sich riß. Die Mönche gaben sofort Alarm, so daß sich alle Anwesenden in Sicherheit bringen konnten. Zwei Gebäude, in denen große Behälter untergebracht waren, wurden vollkommen zerstört. Der losgelöste Felsblock hat jedoch eine Verlagerung des Gesteins nach sich gezogen und immer wieder rollten neue Felsen von dem Berg herunter. Gegen 4 Uhr morgens zeigte das Hauptgebäude die ersten Risse und in den frühen Morgenstunden des Freitags wurde das ganze Geböude von einem neuen Erdrutsch vollkommen verschüttet. Truppen sind an den Unglücksort entsandt worden, da eine in unmittelbarer Nähe liegende Messerschmiede ebenfalls Sbfung der Hurrafrage Staatssekretär Stuckart über die Verordnungen zum Reichsbürger= und Blutschutzgesetz Vor Vertretern der Presse erläuterte der Staatssekretär Stuckart im Reichsinnenministerium die vorstehenden Verordnungen. Er führte etwa aus: Die jetzt ergangenen Verordnungen und die Nürnberger Gesetze bilden eine selbstverständliche Einheit. Das Reichsbürgergesetz und das Gesetz zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre und ihre Ausführungsverordnungen beruhen auf der Erkenntnis, daß das blutsmäßig gesunde Volk die Grundlage und die Voraussetzung für den Bestand und die Fortdauer des Deutschen Reiches ist. Weil der Nationalsozialismus den Wert des reinen und gesunden Blutes für Volk und Staat erkannt hat, sieht er eine seiner Hauptaufgaben in der Reinerhaltung und Erneuerung des deutschen Blutes, das vor allem vor weiteren rassischen Schädigungen bewahrt werden muß Das Reichsbürgergesetz und das Blutschutzgesetz mit ihren Ausführungsbestimmungen bilden die grundlegende gesetzliche Regelung des Rassenproblems Beide Gesetze heben den Träger deutschen und artverwandten Blutes heraus, das erste, indem es ihm allein die vollsten politischen Rechte und Pflichten einräumt, das zweite, indem es die Blutmischung zwischen Juden und Staatsangehörigen deutschen oder artverwandten Blutes verbietet. Für die Reichsbürgerschaft verlangt das Reichsbürgergesetz den Willen und die Eignung des Staatsangehörigen, dem deutschen Volk und Reichsvolk zu dienen. Es fordert ferner als wesentliche Voraussetzung die Blutzugehörig keit zum deutschen Volk oder die Blutsverwandtschaft mit ihm. Dadurch sind die Juden ohne weiteres vom Erwerb des Reichsbürgerrechts ausgeschlossen. Nur der Reichsbürger kann als der alleinige Träger der staatlichen und politischen Rechte und Pflichten in Zukunft zum Reichstag wählen oder gewählt werden, sich an Volksabstimmungen beteiligen, Ehrenämter in Staat und Gemeinde ausüben und zu Berufs= und Ehrenbeamten ernannt werden. Es kann also kein Jude in Zukunft ein solches offizielles Amt mehr ausüben. Alle jüdischen Beamten scheiden daher mit dem 31. Dezember unter Gewährung des gesetzlichen Ruhegehaltes aus ihren Stellungen aus. Soweit es sich dabei um Frontkämpfer handelt, werden sie nicht mit dem üblichen Ruhegehalt in den Ruhestand versetzt, sondern mit ihrem vollen Dienstgehalt. Die Frontkämpfer werden also wirtschaftlich so gestellt, als ob sie weiter im Dienste verblieben. Erwerb des Reichsbürgerrechts Der deutsche Staatsangehörige erwirbt das Reichsbürgerrecht nicht ohne weiteres durch seine Abstammung oder auch durch seine Betätigung allein für das deutsche Volk, sondern durch einen staatlichen Hoheitsakt, die Erteilung des Reichsbürgerbriefes. Da aber bis zur Verleihung des endgültigen Reichsbürgerrechts und Erteilung des Reichsbürgerbriefes infolge der großen Zahl der Verteilungen geraume Zeit verstreichen wird, trägt der§ 1 der Verordnung zum Reichsbürgergesetz dieser Notwendigkeit Rechnung, indem er das vorläufige Reichsbürgerrecht allen Staatsangehörigen deutschen oder artverwandten Blutes, die am 15. September 1935 das Reichstagswahlrecht besaßen, zuerkennt. Da außer den Staatsangehörigen deutschen Blutes auch Staatsangehörige artverwandten Blutes Reichsbürger werden können, steht die Reichsbürgerschaft auch den in Deutschland lebenden Minderheiten, wie Polen, Dänen usw., offen. Beide Gesetze, das Blutschutz= und das Reichsbürgergesetz mit ihren Ausführungsverordnungen, enthalten zugleich die großzügige Lösung des Judenproblems. Sie bringen und wollen eine klare Scheidung zwischen Deutschtum und Judentum schaffen, dadurch die gesetzliche Grundlage für einen Modus vivendi, der allen Belangen gerecht wird. Ausgehend von der Erkenntnis, daß es sich beim Judentum um eine blutsmäßige Gemeinschaft handelt, gewährleistet dieses Gesetz dieser Gemeinschaft ihr Eigenleben in gesetzlich gezogenen Grenzen, die sich insbesondere aus der Bestimmung ergeben, daß dem Juden das Zeigen der jüdischen Farben unter staatlichem Schutz gestattet ist. In gleicher Weise gestattet der Staat dem Juden die freie Religionsausübung, das eigene kulturelle Leben und Erziehung. Umgekehrt aber ist dem Judentum für alle Zukunft die Vermischung mit dem deutschen Volkstum und die Einmischung in die staatliche, politische und kulturpolitische Gestaltung unmöglich gemacht. Ob jemand Jude ist oder nicht, entscheidet die überwiegende Menge Erbmasse einer Person oder das auf bestimmte Lebensvorgänge und freiem Entschluß beruhende Bekenntnis zum Judentum. Jude ist nach § 5 der Verordnung zum Reichsbürgergesetz wer drei Viertel oder mehr jüdische Erbmasse hat. Maßgebend ist die Abstammung von drei oder vier Großelternteilen, die der Rasse nach Volljuden sind oder gewesen sind. Als Juden werden ferner Staatsangehörige mit zwei volljüdischen Großeltern, also mit zur Hälfte jüdischer Erbmasse behandelt, die ein Bekenntnis zum Judentum dadurch abgelegt haben, daß sie der jüdischen Religionsgemeinschaft angehören oder künftig in sie ausgenommen werden oder einen jüdischen Ehegatten gewählt haben, welche im Sinne des Absatzes 1 nach dem Inkrafttreten des Gesetzes zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre Juden sind schließlich auch Juden, die aus einer Ehe oder außerehelichen Verbindung stammen, die seit dem 15. September 1935 verboten ist. Dies ist der klare und endgültige Judenbegriff. Die Mischlinge Die beiden Ausführungsverordnungen regeln ferner die Stellung der deutsch=jüdischen Mischlinge. Als jüdische Mischlinge sind grundsätzlich deutsche Staatsangehörige anzusehen, die einen oder zwei der Rasse nach vollblütige Großelternteile haben. Die deutschjüdischen Mischlinge können Reichsbüner werden, jedoch unterliegen sie auch weiterhin den in anderen Reichsgesetzen aufgestellten Anforderungen an die Reinheit des Blutes. Sie erwerben auf Grund des§ 2 der Ersten Verordnung zum Reichsbürgergesetz das vorläufige Reichsbürgerrecht. Die Behandlung als Jude oder deutsch=jüdischer Mischling ist insbesondere für das Eherecht von Bedeutung. Durch das Gesetz und die Ausführungsbestimmungen sind Ehen zwischen Juden im Sinne des § 5 und Staatsangehörigen deutschen oder artverwandten Blutes und Staatsangehörigen mit ein Viertel jüdischer Erbmasse schlechthin verboten und unter Strafe gestellt. Staatsangehörigen mit zur Hälfte jüdischer Erbmasse ist es freigestellt, ebensolche Staatsangehörige oder auch Juden zu heiraten, in welch letzterem Falle sie sich zum Judentum bekennen mit der Folge, als Juden behandelt zu werden. Dagegen ist die Ehe eines Staatsangehörigen mit zur Hälfte jüdischer Erbmasse mit einem Staatsangehörigen deutschen oder artverwandten Blutes an die Genehmigung des Reichsministers des Innern und des Stellvertreters des Führers oder der von ihnen bestimmten Stellen geknüpft. Bei der Entscheidung über diese Genehmigung sollen insbesondere die körperlichen, seelischen und charakterlichen Eigenschaften des Antragstellers, die Dauer der Ansässigkeit seiner Familie in Deutschland, seine oder seines Vaters Teilnahme am Weltkrieg und seine sonstige Familiengeschichte berücksichtigt werden. Ehen unter Mischlingen mit ein Viertel jüdischer Erbmasse sollen überhaupt nicht geschlossen werden. Dagegen steht es ihnen frei, eine Ehe mit Staatsangehörigen deutschen oder artverwandten Blutes zu schließen. Soweit in andern Reichsgesetzen oder in Anordnungen der NSDAP. und ihrer Gliederungen Anforderungen an die Reinheit des Blutes gestellt werden, die über den eben dargelegten Judenbegriff hinausgehen, bleiben sie unberührt. Dagegen fallen alle anderen Arierbestimmungen in Satzungen und Organisationen und Vereinen jeder Art mit dem 1. Januar 1936 fort, sofern sie nicht vom Reichsminister des Innern und vom Stellvertreter des Führers ausdrücklich genehmigt werden. Schließlich treffen die Verordnungen auch Vorsorge dafür, daß die Belange der ausländischen Staatsangehörigen, soweit sie durch Gesetze und Ausführungsbestimmungen etwa berührt sind, in einer angemessenen Weise gewahrt werden. Vauerian uls Eindegtes der Boiter Der Reichsbauernführer empfing über 100 Vertreter landwirtschaftlicher Organisationen und der Presse des Auslandes dnb Goslar, 15. November. Der Reichsbauerntag in Goslar stand am Freitag vormittag im Zeichen einer Reihe von Empfängen der in überaus stattlicher Zahl erschienenen Vertreter der landwirtschaftlichen Organisationen und der Presse des gesamten Auslandes. Vor über 100 Vertretern landwirtschaftlicher Organisationen aus aller Welt sprach der Reichsbauernführer R. Walther Darré. „Ueber alles Trennende hinweg“, so führte der Reichsbauernführer aus,„besteht als stärkstes Band die Gemeinsamkeit des bäuerlichen Wesens, die Gemeinsamkeit der Bedeutung des Bauerntums für jedes Land und die Gemeinsamkeit der Pflichten, die allen denen auferlegt sind, die ihr Leben der Arbeit an der Scholle verschrieben haben.“ Der Reichsbauernführer betonte weiter, daß das Landvolk als die sicherste Grundlage aller Bestrebungen, der Welt den Frieden zu erhalten, angesehen werden darf und fuhr fort:„Ich glaube, unsere übereinstimmende Auffassung dahin feststellen zu können, daß es keine größere Aufgabe gibt, als die Abwehr bolschewistischer Gedanken. Die Staaten Europas, die sich auf dem Bauerntum aufbauen, sind in engstem Maße schicksalsverbunden. Schicksalsverbundene Staaten sollten deshalb über das Trennende hinweg ihren Blick auf das Gemeinsame richten, sie sollten erkennen, daß das Gedeihen des fremden Landes dem eigenen Lande zugute kommt und daß die fremde Not und die fremde Gefahr auch den eigenen Herd bedrohen. Eine gedeihliche Zusammenarbeit wird am leichtesten zwischen solchen Völkern durchführbar sein, die freiwillig mit Achtung vor der gegenseitigen Kraft, aber in vollem Bewußtsein der gemeinsamen Ziele sich zusammenfinden.“ Von den anwesenden Ausländern wurden als besonders bedeutsam jene Ausführungen des Reichsbauernführers ausgenommen, als er aussprach, daß wir trotz des Willens zur Ernährungsfreiheit, nach der jedes Land strebt, um seine politische und wirtschaftliche Abhängigkeit zu verringern, nach wie vor bereit sind, Erzeugnisse der ausländischen Landwirtschaft abzunehmen. Deutschland könne aber nur soviel einführen, als andere Völker bereit sind, von unserer Industrie Ausfuhr abzunehmen. Im Namen der ausländischen Gäste und Vertreter von 17 Ländern Europas sprach der Präsident der ungarischen Landwirtschaftskammern von Meczer den Dank aus. Der Leiter der französischen landwirtschaftlichen Berufsverbände Auge=Laribe führte u. a. aus:„Sie haben, Herr Reichsbauernführer, den Menschen über die Ware und das Geld gestellt. Sie haben als erster Mensch den Schritt getan, die Verständigung zwischen den Völkern auf landwirtschaftlicher Grundlage anzustreben. Ich hoffe, daß'e Ihr Werk so schnell und vollständig werden verwirklichen können, wie wir es wollen.“ Im Verlaufe des Empfanges, sprach der Reichsbauernführer noch seinen ganz besonderen Dank für die von dem ehemaligen Landwirtschaftsminister von Jugoslawien, Professor Frangez, veranstaltete Sammlung für das deutsche Winterhilfswerk innerhalb der in Goslar vertretenen ausländischen landwirtschaftlichen Organisationen aus. Diesem Empfang ging eine Begrüßung der zahlreich in Goslar anwesenden ausländischen Jourvalisten voraus. Auch diese Gelegenheit benutzte der Reichsbauernführer, um gerade in diesem Kreise einige besonders aktuelle Fragen der weltwirtschaftlichen Beziehungen und insbesondere der deutschen Versorgungslage zu erörtern.„., Latraff, furag 8. Im Namen der Auslandspresse sprach Baron von Schaffalitzky de Muczadell(Kopenhagen). Er führte aus, ein bekanntes Wort sage:„Hat der Bauer Geld, hat's die ganze Welt.“ der Satz:„Hat Deutschland Welt.“ Ebenso gelte aber auch Geld, hat es die ganze Sitzung des Reichsbauernrates Stiftung einer Ehrenkette für Altführer des Reichsbauernrates. Am Freitag abend fand in der altehrwürdigen Kaiserpfalz in Goslar die traditionelle Sitzung des deutschen Reichsbauernrates statt. Im Scheine Hunderter von Fackeln vollzog sich der Einmarsch des Reichsbauernrates. Die Halle selbst bot einen würdigen Rahmen für diese Feierstunde. Nachdem der Sprecher des Reichsbauernrates, Walter [Granzow, die Sitzung eröffnet hatte, verkündete der Reichsbauernführer Darré die Stiftung einer [Ehrenkette für Altführer des deutschen Reichsbauernrates. Diese Kette wird solchen Mitgliedern des deutschen Reichsbauernrates verliehen werden, die nach Erreichung der für Bauernführer vorgeschriebenen Altersgrenze aus ihrem Führeramt im Reichsnährstand ausscheiden. Der Reichsbauernführer überreichte im Anschluß an die Verkündung dem Alt=Landesbauernführer der Kurmark. Bredow, und dem Alt=Landes=Hauptabteilungsleiter Schneider(Landesbauernschaft Schlesien) als ersten Mitgliedern des deutschen Reichsbauernrates die Ehrenteite.„ 4 71 5 Hierauf folgte die Vereidigung der seit dem Reichsbauerntag 1934 in den Reichsbauernrat berufenen Mitglieder. Der Reschshauernführer sprach über Sinn und Wesen des deutschen Reichsbauernrates als der Gemeinschaft, die unter der Fahne Adolf Hitlers unmittelbar für den Gedanken von Blut und Boden und damit für den nationalsozialistischen Begriff des deutschen Bauerntums überhaupt kämpfe. Der Reichsbauernrat soll dem Reichsbauernführer beratend zur Seite stehen, um über die Reinheit der Idee zu wachen. Der Reichsbauernführer gab den zu vereidigenden Mitgliedern den Leitspruch mit auf den Weg:„Handle als Deutscher stets so, daß Dich Dein Volk zum Vorbild erwählen kann.“ Während der Reichsbauernführer die Eidesformel sprach, die die Mitglieder auf den Führer Adolf Hitler zu Treue und Tapferkeit vereidigt, klang leise das Lied auf:„Wenn alle untreu werden, so bleiben wir doch treu!".„ Die Feier klang aus mit dem Horst=Wessel=Lied und dem Deutschlandlied. Italien lehnt jede Verantwortung ab dub Rom, 15. November. Die Unruhen. in Aegypten werden hier mit lebhaftestem Interesse verfolgt und von der Presse in größter Aufmachung, jedoch ohne eigene Stellungnahme gebracht. In hiesigen politischen Kreisen verwahrt man sich mit Entschiedenheit gegen die im Auslande verbreiteten Behauptungen, nach denen Italien irgendwie für die blutigen Ereignisse verantwortlich zu machen sei. Es wird darauf hingewiesen, daß es sich um rein innerpolitische Vorfälle handele, für die nicht einer fremden Macht die Schuld zugeschoben werden könne. bedroht ist. „Anser Leben heißt Kampf“. Ein Aufruf des NSD.=Studentenbundes dnb Leipzig, 15. November. Der NSD.=Studentenbund Leipzig hielt zu Beginn des Wintersemesters in Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste einen feierlich gestalteten öffentlichen Appell ab. Bei dieser Gelegenheit brachte der Reichsamtsleiter des NSD.=Studentenbundes Albert Derichsweiler eine Proklamation zur Kenntnis, die in den nächsten Tagen an sämtlichen deutschen Hoch= und Fachschulen zur Verlesung kommen wird. Die Proklamation hat folgenden Wortlaut: „Die letzten Wochen haben den gewaltigsten Umbruch gezeitigt, der je in der Geschichte des deutschen Studenten verzeichnet worden ist. Die seit mehr als einem Jahrhundert das deutsche Hochschulleben beherrschenden studentischen Verbindungen haben sich unter dem Eindruck des nationalsozialistischen Erlebnisses freiwillig entschlossen, ihre Sym###le zu senken und sich und ihre Einrichtungen der studentischen Gliederung der NSDAP., dem NSD.=Studentenbund, zur Verfügung zu stellen. Damit hat der seit der Machtergreifung Adolf Hitlers im deutschen Volk zutiefst verankerte Wille, in einer geschlossenen Kampffront Volk und Reich neu zu gestalten, auch im studentischen Leben seine Verwirklichung gefunden. Auf Deutschlands Hoch= und Fachschulen steht heute die Mannschaft des NSD.=Studentenbundes. Diese Mannschaft ist die alleinige Trägerin aller weltanschaulichen und politischen Aufgaben, die den geistig schaffenden Nachwuchs betreffen.„ g:.46 5615, Damit beginnt eine Entwicklung, die entscheidend sein wird für das Gesamtbild des Geistesarbeiters im Dritten Reich. Einig im Wollen, geleitet und getragen von der Idee des Führers, muß das ganze deutsche Volk Arbeiter sein am Neubau des Dritten Reiches. Und dabei ist es völlig gleichgültig, ob die Arbeit mit der Faust oder mit der Stirn geleistet wird. Nie wieder darf es im deutschen Volk Unterschiede oder Klassen geben, die ihren Ursprung in einem höheren oder geringeren Maße schulischer Bildung haben. Höhere Schulbildung bedeutet nur höhere Verpflichtung, nie aber größeres Recht. Wir Studenten, besonders aber die jüngeren, die heute neu die Hoch= und Fachschulen beziehen, sind berufen, den neuen Typ des geistig schaffenden deutschen Volksgenossen zu formen. Wir haben anzurennen gegen alle Widerstände, die uns die Vergangenheit entgegenstellt, gegen allen Dünkel und alle Eigensucht, die wie ein unseliges Erbe von Generation zu Generation schlichen und Deutschlands Geschlossenheit und Kraft untergruben. Als bewußte Kämpfer, als Menschen, die Sinn und Ziel erkannt haben und gradlinig auf der beschrittenen Bahn vorwärts schreiten, haben wir Vollstrecker der Idee und des Willens des Führers zu sein, haben wir uns einzusetzen für die Vollendung der deutschen Volksgemeinschaft. Wir dürfen die Aufgabe, die uns zufällt, nicht gering achten. Denn davon, wie wir sein werden in unserem Kampf, wird es abhängen, ob die kommende Generation ihre Pflicht für Bewegung und Volk erfüllen wird oder nicht. Wir sammeln heute die wertvollen Kräfte aus allen Lagern in unserer Mannschaft, um sie auszurichten auf das große Ziel. Dann aber muß ein jeder, dem es um die deutsche Sache Ernst ist, sich selbst einsetzen nach seinem besten Können. Nie mehr darf der deutsche Student Einzelgänger sein, er muß wissen, daß Großes nur in der Gemeinschaft geschaffen werden kann, nur dort wo jeder sich ganz und freiwillig in den Kampf hineinstellt. Wo er mit Stirn und Faust sich einsetzt und mehr tut, als von ihm verlangt wird, wird es möglich sein, das Ziel zu erreichen. Unser Ziel aber ist das Ziel des Führers. Kameraden des ersten Semesters, an euch tritt heute die. Entscheidung heran, ihr habt zu wählen, ob ihr euch als Einzelgänger und eigensüchtige Streber absondern oder als lebensvolle Menschen eure Pflicht in der Gemeinschaft der Studenten des Führers tun wollt, ob ihr Spießer oder Kämpfer sein wollt. Wir zwingen keinen dazu, sich in unsere Reihen zu stellen. Wir werden auch dem, der draußen bleibt, die Wege nicht versperren. Wir haben keine Zeit, um uns mit ihm zu befassen. Unsere Zeit treibt uns vorwärts, unsere Pflicht heißt Deutschland, unser Leben heißt Kampf.“ Kurz=Nachrichten Der Führer und Reichskanzler hat den General= staatsanwalt beim Oberlandesgericht in Hamm, Freiherrn von Steinäcker, mit Wirkung vom 1. Januar 1936 zum Oberlandesgerichtspräsidenten in Breslau ernannt. * Die Geheime Staatspolizei hat die Anthroposophische Gesellschaft für das gesamte Reichsgebiet aufgelöst und ihr jede Weiterbetätigung verboten. * Das Befinden des Ratsherrn Grimminger, des Trägers der Blutfahne von 1923, ist nach dem ausgegebenen ärztlichen Bericht sehr zufriedenstellend. * Das Luftschiff„Graf Zeppelin“ ist nach Mitteilung der Deutschen Seewarte am Freitag um 11 Uhr MEZ. von Pernambuco nach Bathurst in Westafrika gestartet, um von dort die Südamerikapost abzuholen. Quick mit Leziklein brobe gretle durch„Hlermes“, Fobr., pharm. Präo., München Seite 11 Nr. 270„ Bochumer Anzeiger„ Samstag Sonntag, 16./17. November 1933 Interessante Arbeit der Abteilung„Westen“ des Konsunkturinstituts Dus gewerdnche Erren i dirdier Rheinland und Westfalen sind doch nicht ganz so einseitig orientiert, wie der flüchtige Beobachter wähnt, dessen Eindruck auf der Fahrt durchs„Revier“ von der dichten Fülle der Hochöfen, Halden und Fördertürme bestimmt wird. Beinahe drei Fünftel der hier beschäftigten Volksgenossen— genau: 1071 356 Personen— gehörten den Produktionsmittelindustrien an. Während im Deutschen Reich 1933 45 v. H. aller Beschäftigten auf die Anlagegüterindustrien und 55 v. H. auf die Verbrauchsgütererzeugung kamen, lautete das Verhältnis für Rheinland=Westfalen 56,5 zu 43,5. Auf Bergbau, Eisengewinnung und Eisenverarbeitung enlsielen nicht weniger als 25 v. H. aller im Industriegebiet des Westens gewerblich Tätigen; rund 900000 Menschen waren in 2050 Betrieben mit mehr als 200, annähernd die Hälfte davon in 206 Riesenunternehmungen mit über 1000 Personen beschäftigt. Diese Ansammlung großer und größter Betriebe dehnt sich aber keineswegs über den Gesamtraum der beiden Provinzen; auf einem verhältnismäßig engen Raum, im sogenannten Ruhrrevier, sitzt vielmehr die Schwerindustrie des Westens dicht zusammen. Es wird bedeutender und umsichtig geleiteter Anstrengungen bedürfen, damit das Streben nach einer Auflockerung des Standortgedränges in den Großstädten und Industriequartieren mit Erfolg auch in dieses Reich der Großbetriebe der Schwerindustrie vorzudringen vermag. Bergwerke lassen sich nicht aussiedeln und das Gedeihen der schweren Eisenindustrie ist stark an die nahe bzw. gute Verbindung mit der Kohlengewinnung gebunden. Eine Zusammenstellung und Auswertung der Ergebnisse der Betriebszählung von 1933 für Rheinland=Westfalen, bearbeitet von der Abteilung „Westen“ des Instituts für Konjunkturforschung, die einen trefflichen Einblick in das Gefüge des gewerblichen Lebens der westlichen Industrieprovinzen gibt, läßt die Größe der Aufgabe einer Veränderung dieses Gefüges und der Siedlungsordnung des Gebietes von neuem deutlich hervortreten. Die Schrift zeigt aber zugleich, daß der Anteil der Gewerbezweige mit kleineren und mittleren Betrieben doch nicht so gering ist, wie es nach dem ersten Eindruck erscheint, sie weist außerdem darauf hin, daß ein Strukturwandel im gewerblichen Leben des Gebietes bereits begonnen hat. Zunächst hat die Güterverteilung in der Wirtschaft Rheinland=Westsalens einen weiten Spielraum. 78,1 v. H. der in Handel und Verkehr vorhandenen Betriebe und 62,9 v. H. der beschäftigten Personen entfallen auf den Großhandel, Einzelhandel und das Gaststättenwesen. Im Reich sind in denselben Gruppen 77 v. H. der Betriebe und 61,7 v. H. der Beschäftigten vereint. Am Rhein und an den Knotenpunkten der Eisenbahnen liegen Hafenstädte und Handelsplätze von ansehnlicher Bedeutung; darin hat ein ausgedehnter Großhandel seinen Sitz; der Einzelhandel findet in den eng besiedelten städtischen Verbrauchsgebieten ein reiches Betätigungsfeld. Sodann hat die Kleineisenindustrie, enthalten in der Gruppe Eisen=, Stahl= und Metallwarenindustrie, in der nur fünf Personen auf die Betriebseinheit entfallen, ihren Sitz seit Jahrhunderten im Bergisch=Märkischen Lande. Und endlich hat bereits die Krise Veränderungen in der Betriebsgrößengliederung zugunsten der Kleinbetriebe bewirkt. Der Anteil der gewerblichen Niederlassungen mit 1 bis 5 Personen an der Gesamtzahl der gewerblichen Betriebe in Rheinland=Westfalen hat sich von 1925 bis 1933 von 88,3 auf 92 v.., der Anteil der in diesen kleinen Betrieben beschäftigten Personen von 24,9 auf 35,5 v. H. erhöht. In den Betrieben mit 201 bis 1000 Beschäftigten waren dagegen 1925 17,5 und 1933 nur 17,1 v. H. der Erwerbstätigen des Gebietes anzutreffen und der Anteil der noch größeren Unternehmungen ist von 22,7 auf 14,1 v. H. zurückgegangen. Dieser Entwicklung entspricht eine Verringerung des Anteils der Produktionsmittelindustrien zum Vorteil der Verbrauchsgüterherstellung. Gewiß muß die Frage noch offen bleiben, ob diese Veränderungen nur konjunktureller Art oder von dauerndem Bestande sind. Aber selbst wenn sie nur eine Folge jenes bekannten Ausweichens vieler Existenzen vor den Wirkungen der Krise, das häufig zur Gründung von Kleinbetrieben führte, darstellen, so zeigen sie doch gerade dadurch daß der Kleinbetrieb zahlreichen Menschen die stärkere Zuflucht vor den Unbilden des wirtschaftlichen Wettersturzes bietet. Bei der weiteren Erforschung dieser Probleme wird die erwähnte Schrift als wertvolles Material wichtige Dienste tun. sich persönlich noch so unehrenhaft betrug. Die ganzen Nachteile, die in einer einseitigen Hervorkehrung der Standesehre liegen können, treten bei ihrem Ende in den Vordergrund und haben dementsprechend ein schlechtes Licht durch Jahrhunderte auf sie geworfen. Es war also nur natürlich, daß die Reaktion hierauf, die im Gefolge des Liberalismus angeschwommen kam, das Gegenteil als das einzig Richtige bezeichnete. So Einzerrhrr und Eine Abrechnung mit überlebten Begriffen In dem neuen Heft des amtlichen Organs der NS.=Hago und der Reichsbetriebsgemeinschaften Handel und Handwerk,„Der Aufbau", nimmt der Hauptschriftleiter E. Bissinger zu den Fragen Stellung, die sich im Anschluß an die Ehrengerichtsbarkeit des Handels und des Handwerks ergeben. Wir bringen die Ausführungen nachstehend im Wortlaut. Die Schriftleitung. Es ist oft die Frage aufgeworfen worden, besonders in den Wochen und Monaten, als die ersten Ehrengerichtshöfe des Handwerks und auch des Handels zu arbeiten begannen, was ist eigentlich„Standesehre"? Hat ein solcher Begriff in unserer modernen Zeit noch Raum? Ist dieses Wort nicht vielmehr ein Ueberbleibsel aus längst vergangenen mittelalterlichen Tagen, als festgefügte Standesgruppen das Leben aller und die Handlungen der einzelnen beherrschten? Ist nicht die einzig mögliche Form des Ehrbegriffs des Kaufmanns oder des Handwerkers von heute die Einzelehre? Steht er doch selbstverantwortlich gegenüber allen äußeren Dingen da. Freilich haben wir Nationalsozialisten keinesfalls die Absicht, eine Standesehre in dem Sinne wiederherzustellen, wie sie uns die Zünfte zu Zeiten ihrer Hochblüte bzw. die Kaufmannsgilden am Ausgang des Mittelalters darboten, und wie sie sich weiter bruchstückweise durch die Jahrhunderte schleppte. Aus dem ursprünglich germanischen Begriff, daß Ehrenhaftigkeit nicht allein Angelegenheit des einzelnen, sondern vor allem auch Angelegenheit der Gemeinschaft ist, hatte sich die Standesehre damals lediglich zu einer Sammlung von äußerlichen Privilegien entwickelt, und alles, was an ihr noch gut war, wurde von diesem Aeußeren, von dem allerdings meistenteils die materielle Seite abhing, erstickt. Die Ehre des einzelnen war dabei völlig ausgeschaltet. Es nutzte dem einzelnen nichts, daß er sein Handwerk mit einer Treue und Zuverlässigkeit sondergleichen betrieb. Wenn er eben ein Handwerker minderen Ranges war, so konnte er niemals den anderen gleichgestellt werden. Ja, ganze Berufe galten als unehrenhaft, und keine noch so große persönliche, fachliche und charakterliche Qualifikation konnte den einzelnen von dieser Unehrenhaftigkeit befreien. Man denke hier nur an die Berufe der Abdecker, Totengräber usw. Auf der anderen Seite aber konnte nichts die äußere Stellung des einzelnen erschüttern, solange er einer der mächtigen Kaufmannsgilden angehörte, und wenn er dup Gegenten ais vun einzig Richtige bezeichnete. So nimmt es uns denn nicht wunder, daß wir aus der Zeit der Hochkonjunktur der liberalistisch=materialistischen Anschauungen sogar Reichsgerichtsurteile, so z. B. aus dem Jahre 1880, vorliegen haben, in denen die Möglichkeit einer Standesehre absolut verneint wird. In diesen Entscheidungen heißt es u.., daß Ehre und Treue mit einem Stand oder einem Beruf gar nichts zu tun haben, daß alle diese Dinge lediglich in bezug auf den einzelnen gebraucht werden können, so daß man also einem kaufmännischen Ehrbegriff oder ähnlichem keine Bedeutung beimessen könne, dementsprechend auch niemals eine Ehrengerichtsbarkeit, die von bestimmten berufsmäßigen Voraussetzungen ausgeht, zulassen könne. Damit war selbstverständlich der Ellenbogenkraft des einzelnen im Wirtschaftsleben vollkommen freie Bahn gegeben. Berufsehre und=ehrenhaftigkeit, Treue usw. mußten ja nach Ansicht sogar der obersten Gerichte zum alten Eisen geworfen werden. So wurde auch auf diesem Gebiet die Bahn nicht dem Tüchtigen, sondern dem Skrupellosen, also dem Juden, frei gemacht. Der Nationalsozialismus sieht diese Dinge anders. Er sieht, daß es unmöglich ist, alle Vorgänge in einem Volk mit dem gleichen Maßstab zu messen. Es kann niemals im nationalsozialistischen Staat der Grundsatz gelten: Gleiches Recht für alle, sondern nur der Grundsatz: Gleiches Recht bei gleichen Pflichten. So wie die Parteigenossenschaft dafür, daß sie die Ehre hat, Mitkämpfer des Führers sein zu durfen, in besonders harte Pflichten und damit auch in eine gegenüber dem Normalmaß wesentlich verschärfte Ehrengerichtsbarkeit sich fügt, genau so gilt dieses hier. Aus größerer Verantwortung entspringt größerer Einfluß. Dementsprechend muß aber auch im Falle von Verfehlungen die Strafe viel härter sein als sonst. Wenn also ein Ehrengericht einen Fall von unlauterem Wettbewerb zu untersuchen hat, so ist es ganz selbstverständlich, daß, wenn es sich hierbei um einen Verbandsführer oder Innungsobermeister handelt, es viel, viel schärfer urteilen muß, als bei einem einfachen Mitglied. Ebenso aber gilt dieser Grundsatz für ganze Berufe, bei denen durch die Natur ihres Berufes eine gehobene Stellung äußerlich hervorgerufen wird. Eine solche Regelung für einen ganzen Berufsstand haben wir z. B. in dem Schriftleitergesetz. Diese dern verständlich die Wichtigkeit und Bedeutung der einzel nen Gruppen und Schichtungen des deutschen Volkes untereinander absolut gleichwertig sind. Die Unterschiede in der Ehrengerichtsbarkeit bedingen deshalb keinerlei Unterschiede in der Bewertung. 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Angebot von Vermitlern usw., die mit dem unmittelbaren Sinn der Anzeigen nichts zu tun haben, werden nicht weiterbefördert. Z. A. 47300 Anzeiger heißt, daß schriftliche Angebote unter diesem Hennzeichen bei den Geschäftsstellen des„..“ eingereicht werden müssen. Auskunft Anzeiger bedeutet, daß die entsprechende Adresse in der Hauptgeschäftsstelle, Rathausplatz e, zu erfahren ist. Umfangreichster, daher wirksamster Arbeits-, Wohnungs-, Geld- sowie Anund Verkaufsmarkt von Groß-Bochum Offene Stellen Keine Original=Zeugnisse einsenden Zu vermieten Moderne Gesenkschmiede sucht zum baldigen Eintritt einen tüchtigen bei auter Bezchlups. I,.— Gesenk- und WerkBedingung: Ertahrung in der Gesenk- und Werkzeugherstellung, im Vorschmieden und Fertigschlagen auch schwierigster Telle, Beherrschung der Warmbehandlung von legierten Staplsorten. 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Dieser unter der Regie Erich Waschnecks gedrehte Film„Liebesleute“ ist solch ein Meisterwerk, das sich nicht in technisch und darstellerisch bewundernswerten Leistungen erschöpft, darüber hinaus vielmehr ein Stück urdeutschen patriarchalischen Lebens im niedersächsischen Kolorit formt, wie es auf der Leinwand selten so dicht und stimmunggesättigt erscheint. Die Handlung bedient sich eines großen und verpflichtenden Vorbilds; Goethes unsterbliches Gedicht„Hermann und Dorothea“ ließ ihr die Anregungen zufließen, die sich in vorbildlicher Weise mit der modernen Stoffwelt, der Welt unserer Tage, verbinden. Ein armes Farmermädchen aus Kanada, das mit einer ganzen Gesellschaft von Leidensgefährten in die deutsche Heimat zurückkehrt, wird auf einen Gutssitz verschlagen und erwirbt sich doxt die Liebe des jungen Barons. Nicht das Thema des Films ist entscheidend, aber daß alles einbezogen ist, Erntezeit und Erntebrauchtum, die dunkle Waldsilhouette hinterm„Kornfeld, Sonnenschein und Gewitter, das macht den Film so groß und schön. Und dabei das herzliche, ritterliche Spiel Gustav Fröhlichs, die köstlich=herbe Süßigkeit Renate Müllers als Dorothea, die kluge und feine Gina Falkenberg, Heinrich Schroths grobkantiger alter Baron, v. Schlettows Verwaltertype, kurzum, ein Ensemble, das von den feinsten Absichten der Dichtung her zusammenwirkt. Der Regie die ihren duftigsten Zauber in den Liebesszenen entfaltet, ebenbürtig die glänzende Musik von Professor Clemens Schmalstich. Ein vortreffliches Beiprogramm, u. a. ein fesselnder Situationsbericht aus besuvischer Landschaft„Die Erde bricht auf“, geht dem Großfilm vorauf, der, um es nochmals zu sagen, ein künstlerisches Erlebnis von stärkstem Reiz vermittelt. 311. Tonhalle:„Der Himmel aus Erden“. So bescheiden dieser Film in seinem Ziele ist, nur zu unterhalten, so maßlos erheiternd gestaltet sich beim Publikum seine Wirkung. Es tut nichts, daß der Stoff alt ist, das beliebte Lustspielrezept der Verwechselung. Aber es kommt in gesteigerter Dosis. Kühn, doch immer begreiflich und daher amüsant, wird die Verwirrung so auf die Spitze getrieben, daß sich ungefähr alle Hauptbeteiligten fehldeuten. Damit ist ein Durcheinander heraufbeschworen, das zu den tollsten Situationen und Zusammenstößen führen muß. Alle Möglichkeiten sind dabei so liebevoll von Georg Zoch, dem Drehbuchautor vorbereitet, daß die Spielleitung (E. W. Ems) wenig Mühe hat, die Darsteller sicher und unter ständiger Konfliktssteigerung in das beispiellose Knäuel von Verwirrung hinein zu dirigieren. Die Lösung aller Knoten besorgt dann das Elitesertett an Filmkomikern, die bärbeißige Adele Sandrock: Theo Lingen, Hermann Thimig, Heinz Rübmann, Hans Moser und Lizzi Holzschuh. Die Heiterkeit, mit der die Zuschauer die fröhlich=flotte Arbeit der Darsteller quittieren, ist echt und geräuschvoll. Das Beiprogramm bringt einen Film von der Expedition eines Dreimasters in das Fjordgebiet Ostarönlands. Wunderbar klare Bilder aus der einsamen Schönheit der Eismeerregionen hinterlassen packende Wirkung. bs. Lichtburg:„Vergißmeinnicht" Ankläger der Korruption seiner Zeit wird, werdramatisch=tragischen Evisoden von einzigartiger ng zusammengeballt. Der in Spiel und Erscheiungemein sympathische englische Schauspieler von seiner fixen Idee derart gründlich zu der Christuskirche ein Kirchenkonzert, das dem Gedenken an Inhalt des Lustspiels:„Die Katz' im den 260. Geburtstag J. G. Bachs gewidmet seig(#.„In Inpalz des Lustspleze:„####### dem Konzert werden darum auch nur Werte von J. G. Bach ertlingen. Aus der großen Zasl der uns überlieferten den Sportfer heilen, hildei den Inbalz Sack.“ Die Rolle der Irene spielt Magda nfahrer Wolf AlseSack.“ Die Rolle der Irene spielt Maada Schneider. den sportwütigen Rennfahrer Wolf Albach=Retty, und Werke hat der Chor die beiden Kantaten„Weinen überlieser nen, Klag klagen, ist Gelegenheit gegeben, sich an diesem wundervollen Organ zu erfreuen. Welt=Licht:„Der Graf von Monte Christo“ Der weltberühmte Roman von Alexander Dumas gehört zu den Schätzen der Weltliteratur, die unsterblich sind wie der Hang des Menschen zu Romantik und Abenteuer. Vertrauend auf diese Wahrheit, haben die Amerikaner den Stoff zu ungezählten Malen hervorgeholt, um ihn jetzt in der Toufilmfassung dem Publikum schmackhafter zu machen. Phantastische und katastrophale Ereignisse von mehreren Jahrzehnten aus der abenteuerlichen Lebensgeschichte des Edmund Dantes, der nach Kerkerschmach und Kerkerleiden zum gefürchteisten Ankläger der Korruption seiner Zeit wird werden zu dramatischetragischen Evisoden von einzigartiger Wirkung nung ungemein Robert Donat gleicht manche Schwächen des Films aus. Von den übrigen, Darstellern interessieren besonders die zarte, reizende Elissa Landi und der robuste Soldatentyp des Lawrence Grant. In dem Lustspiel„Ichwil! nicht wissen, wer Du bist“, bieten Gustav Fröhlich, Liane Haid und Adele Sandrock alles auf, um sich die Gunst des Publikums zu erhalten. Lichtspielhaus:„So endete eine Liebe“ Das Thema ist das Schicksal, das unzählige Prinzessinnen des Hauses Habsburg erlebten, die Liebe und Glück der Staatsräson opfern mußten. Hier ist es Marie=Luise, die ihrer Liebe zu dem Herzog von Modena entsagen muß, weil der allmächtige Metternich einzig durch eine Ehe zwischen ihr und Napoleon den europäischen Frieden zu sichern glaubt, Penn auch der lebendige Zusammenhang zwischen Geschichte und Einzelschicksal hin und wieder fehlt, so entschädigen doch dafür die hervorragenden Leistungen der Regie und der Darstellung. Paula Wessely und Willy Forst lassen uns im feinen, stummen Spiel den Zauber zarter Stimmungen erleben. Das Gesicht Paula Wesselys, auf dem sich im vielseitigsten Wechsel des Ausdrucks das Erleben der ersten Liebe spiegelt, dann der Kampf um das Liebesglück und schließlich der endgültige heroische„Verzicht, sind wohl der stärkste Eindruck des Films. Gustaf Gründgens ist Metternich, der kaltberechnende, spöttisch überlegene Minister.— Auf den Ton kurzweiliger und vergnüglicher Unterhaltung ist der Film„Madame befiehlt“ abgestimmt. Eine Primadonna(Elissa Landi) von reizendem Scharm und unberechenharer Launenhaftigkeit hat die kapriziösesten Einfälle. Wie der„Widerspenstigen Zähmung gelingt, ist so amüsant geschildert, daß das Publikum von den Heiterkeitseffekten ganz benommen ist. Gloria:„Die Katz' im Sack“ „Benzin im Blut“ muß das Mädel haben, das der bekannte Motorrennfahrer Vernon einmal lieben soll. Das Mädel aber, das ihn liebt, kommt dieser Forderung in keiner Weise nach. Dafür ist Irene mit, einem um um diese beiden herum wirbelt in seiner trockenen Ko Sorgen, Zagen.“ und„Bleib bei uns, denn es wil mich Theo Lingen mit seiner eifersüchtigen Braut Tina Abend werden; gewählt. Als Colisten sind gewonnen: Alle Eilers.— Der zweite Film:„Morgenrot“ ist ein Henriei=Tölberg(Sopran), Trude Rösler(Ali) Fritz Poebel großer=Boot=Film mit Rudolf Forster in seiner besten(Tenor). Herbert Beil(Baß), Hermann Schneck(Ergel). Zilm mit Rudolf Forster in seiner besten Die Begleitung bat das Siädtische Orchester aus Witten Rolle als Kommandant Liers. Hochinteressante, noch übernommen. Die Gesamtleitung llegt in den Händen des nie gezeigte Aufnahmen von einem=Boot über und langjährigen Dirigenten des Christuskirchenchors H. Haarunter Wasser, in voller Fahrt und im Kampf gegen mann. Die Vortragssolae, die zum Eintritt berechtigt, kostet Panzerkreuzer, Torpedoboote und Handelsschisfe geben nur.30 RM. und ist bei den Mitgliedern des Chores, im diesem Großfilm ein ganz besondexes Gepräge. Das Bei= Evangelischen Vereinshaus und an der Kasse zu haben. diesem Großfilm ein ganz beson programm paßt sich den beiden Filmen gut an. Apollo:„Lieselotte von der Ein Film, der sich zur Aufgabe gesetzt hat, und Darstellung kulturverdient er unsere Anerke dem Schicksal einer deutsche der bürgerlichen Enge und schlichten Natürlichkeit Hausmusik. Am Conntag, 17. November, abends 8 Udr, findet im Restaurant Vogt. Wittener Straße 249, ein Hausmusikabend des Musiklehrers Heinz Brandau statt. Die Vortragsfolge entbält Werke für Klavier, Violine und in Bild Ensemble von Bach bis Schubert. Reiseiele roßer von der Pialz dos Bese, und Kefser igter graßen Kunst. Im krassen Gegensatz hierzu, stebt die selbstherrliche, mit allen menschlichen Sagpachen und Leidenschaften behaftete Königsgestalt des Michael Vohnen. Die große Zahl der übrigen Darsteller, von denen jeder etwas zu bedeuten hat, weiß sich dem Gesamtrahmen barmonisch anzupgsen. In die beiterbeschwingte Sphäre übersprudelnden Frohsinns führt der„Zerstreute Walzer“ mit Wolfgang Liebeneiner als Hauptdarsteller. Odeon und Skala:„Die blonde Carmen“. Zweimal Martha Eggerth! Einmal als großer, gefeierter Operettenstar. Eine Diva sehnt sich nach Ferien vom Ruhm, sie zieht sich unerkannt in die bayrischen Berge zurück und verkleidet sich als Blumenmädchen und schon geschehen allerlei Verwechslungen. Dazu helfen, is.„erster Linie Leo Slezat als Kamnanist re und zeitecht zu sein. Darum Deutsches Jungvolk gedenkt der Helden von Langemarck. rkennung. Es ist das Thema von Das Fähnlein„Dsetrich von Bern“ begebt am Tonnttschen fürstlichen Frau, die, aus tag um 20 Uhr im Ernst=Moritz=Arndt=Haus eine Gedentum glichten Natürlichteit des seier des Geschehens von Langemarck. Zum Besten des Waisenhauses. Am But= und Bettag spielt die Bochumer Butzugngsiellchalt im =Waisenhauses(Kaiser=Friedrich= u. von.“ s. Vont Fierinal. Volksstück, das zum Wegweiser wird iu Vaierbaus und Frieden. Aus idm webi uns Maldesduft und Heimatlust entgegen. Vom Boden der Heimat löst sich der Försterssohn und sucht sein Glück im Gewühl und Getriebe der Großstadt. Er taumelt von Genuß iu Genuß: endlich, übersättigt und angeekelt von diesem Leben, findei er als„verlorener Cohn“ den Weg zur Heimat wieder. Die Mutter ist vor Gram gestorben; aber die Gespielen der Jngend, ein Mödchen, das shn nie vergaß, der wetterbarte Vater— sie nehmen ihn wieder auf in ihre Lebensgemeinschaft. Es tönt die Weibnachtsglocke, und bef ihren Klängen spricht der greise Vater leuchtenden Auges den Treuschwur. der uus anmutet wie ein Hochgesang der Liebe zu Herd und Heimat, zu Blut und Boden.— Da der Reinertrag dem St.=Vinzenz=Waisenhause zufließt, das beute mehr denn se um seine Eristenz kämpfen muß, wird der Besuch allen Bochumer Bürgern besonders empfohlen. Kartenvorverkauf in den Geschäften Anlauf. Blücherstraße, Brockmever, Bongardstraße. Buchhandlung„Zum Rathaus“, Mühlenstraße, und an der Bforte des Waistczische, MrAo#ers im marfhaus. Sonntag Konzert des Städtischen Orchesters im Parkhaus. fen in erster Linie Leo Slezak als Komponist mit unter Leitzng von Konzerimeister Eurt Hofmann findet „nächtlichen“ Einfällen, ein Textdichter mit einem ver= Sonntag, 17, November, nachmittags, im großen Parkbausdrehten Kopf, gespielt von Wolkgang Liebeneiner und saale ein Konzert statt. die unverwüstliche Lustspieldarstellerin Ida Wüst. Dazu ein höchst spannender und moderner, außerordentlich vergnügter Film:„Punkskommt aus Amerika“ mit Ralph Arthur Roberts, Attilg Hörbiger, Lien Deners und Sibylle Schmitz. Ein sehr abwechslungsreiches Beiprogramm vervollständigt die Spielfolgen. Hammer Lichtspiele:„Elisabeth und der Narr“ so zäheren Willen begabt, und wie sie es fertigbringt, natürlichen Persönlichkeit zu entfalten. Sochame=Beramonagel Stadttheater Bochum. Heute ist eine letzte Vorstellung Buß=und=BettagsKonzert des Städtischen Orchesters Vovon Shatespeares„Hamlet“(außer Vormiete). Sonntag chum. Als vierte Veranstaltung der volkstümlichen Konzertnachmittags und abends:„Krach im Hinterhaus“, Volksitück reibe findet in der kommenden Woche am Buß= und Bettag, von Marimilian Böticher(nachmittags geschlossene VorstelTheater und Kunst in den Nachboartäcten Die Spielpläne der kommenden Woche Essen: # Saiufuttig, Opernhaus: Samstag 20 Uhr: Tanzabend. SonnDieser Film ist mit viel Geschmack, Feinfühligkeit tag 15 Uhr: Die Boheme: 20 Uhr: Der Bettelstudent. Mittund sauberster Durcharbeit inszeniert. Theodor Loos woch 20 Uhr: Tosca. Tonnerstag 20 Uhr: Tanzabend. stellt als Organist eine Persönlichkeit von edlem, männ Freitag 20 Uhr: Alkestis. Samstag 20 Uhr: Der Bettellsce alsegalsce behlch Koehasin a4. ie Darstellung Hertha Thiele als Elisabeth— eine zarte, fast von Heiligenschein umflossene überirdische Figur und doch ein schlichter, echter Mensch. „Lärm um Weidemann“. Ein Film mit einer Bombenrolle für Viktor de Kowa, der hier wieder Gelegenheit hat, den Scharm und Humor seiner frischen, Flung, für, die 9 Mittwoch. 20. November, abends. im Stadttbeater ein Chorund Orchesterkonzert statt. Programm: Richard Waaner: Heinrich. Sonntag 15.30 Uhr: Die elf. Teusel: 20 Uhr: Zwei Herren aus Verono, Montag 20 Uhr: Zwei Herren aus Berona. Dienstag 20 Uhr: Gregox und Heinrich. Mittwoch 20 Uhr und Donnerstag 20 Uhr: Maria Magdalene. Samstag 20 Uhr: Zwei Herren aus Berona. Dortmund: Stadttbeater: Samstag 20 Uhr: Towarisch Conntag 20 Uhr: Das verwünschte Schloß. Montag 20 Uhr: Towarisch. Tienstag 20 Uhr: Die Entführung aus dem Terail. Donnerstag 20 Uhr: Das verwünschte Schloß. Freitag 19.30 Uhr: Aida. Samstag 20 Uhr: Der Passauer Wolf. Köln: Opernbaus: Sonntag 15 Uhr: Figaros Hochzeit: 20 Uhr: Zar und Zimmermann. Tienstag 20 Uhr: Die stzilianische Vesper. Mittwoch 17.30 Uhr: Götterdämmerung. Tonnerstag 20 Uhr: Boheme. Freitag 20 Uhr: Die toten Augen. Samstag 19.30 Uhr: Alda. Duisburg: : S t a d t t h e a t e r: S a m s t a g 1 8. 1 5 U h r: C a r m e n. S o n n tag 20 Uhr: Die lustige Witwe. Dienstag 19.30 Uhr: Carmen., Mittwoch 20 Uhr: Fidelto. Dounerstag 20 Uhr: a9###.#ermu. Samstag 20 Uor: # klung für, die R Sc/,„Kraft durch Freube, abends, au zer, Vor: Mgz, Hrchestensenigrt statz. Progrgumz. 219912„Pezugs; Karmen., Mitwoch 2. Uhr: Eidelia D, Die berrliche Stimme des italienischen Tenors Den= miete). Eugen dulberis„Tiestano“ wird ernmaung wiontag, Iuigzu“Prsckher: z3g. Druauer: Sonzuvnige Pt. txchester Towarisch, Freitag 19.30 Uhr: Carmen.“ diesen auch Husen-Hodan“ Die, Paslbpaktlen Peisen“ Host Fütsenden und Cracli. Iezeast. Fchr= TPopescho; Pscheser und Legos. Mana Masdatene. Gaesentirgen Aasltelsche, Geacgaich bos fad ben Zelich Pilshg, Sal Leäihen Vi. Vin Ais Lach ai hesie Gesc slesier hacse Aistgail Ligenits Vinsäit Lasl. gcdt..ist in bst 4e Pheszue shis. sher Genüsse entgeben lassen möchte. 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November 1933 4 Kleine Areldungen aus ven=Siadnenen Stadtteil Linden=Dablbausen Küster Wilhelm Lümers gestorben. Die evangelische Kirchengemeinde erlitt durch den Tod des langjährigen Küsters Wilhelm Lümers einen großen Verrust. Der Verstorbene erfreute sich in Bochum=Linden eines guten Ansehens und hat sein Amt immer zur Zufriedenheit der Gemeinde ausgeführt. Neben dem Kusteramt besorgte der Verstorbene noch das Amt des Schuldieners in der evangelischen Schule Dahlhausen. 77 Jahre alt. Bei bester geistiger und körperlicher Frische konnte Freitag der auf der Friedlicher=NachbarStraße in Bochum=Linden wohnende Volksgenosse Josef Durck sein 77. Lebensjahr vollenden. Verpflichtung in der NS.=Frauenschaft Bochum=Linden. Nachdem die NS.=Frauenschaft Bochum=Dahlhausen Mittwoch nachmittag zu Ehren der Toten der Bewegung eine kurze Gedenkfeier abgehalten hatte, kam jetzt auch die NS.=Frauenschaft Bochum=Linden zusammen, um ebenfalls dieser Toten in ehrender Weise zu gedenken. In der Gaststätte Scheidtmann hatten sich die Frauen in großer Zahl eingefunden und wurden in herzlicher Weise von der Frauenschaftsleiterin willkommen geheißen. Nachdem mit einigen Lieddarbietungen die Feierstunde eingeleitet war, folgte die Totenehrung. Vorträge und Darbietungen leiteten ferner zur feierlichen Verpflichtung der neuen Mitglieder über. Bürgerschützenverein 03 e. V. Dahlhausen. Sonntag, 17. November, findet für die erste Kompagnie auf dem Schießstand Wibbecke das diesjährige Schießen, um die Wanderkette statt. Beginn 14 Uhr. Anschließend ist Monatsversammlung mit Ueberreichung der Wanderkette im Lokale Wibbecke. Stadtteil Stiepel Hohes Alter. Ihren 79. Geburtstag feierte in körperlicher und geistiger Rüstigkeit Witwe Heinrich Oberste Beulmann, Caroline, geb. Hoffstiepel, Tüsterstraße, im Kreise ihrer Kinder, Enkelkinder und Verwandten. Totenglocke. Nach schwerem Krankenlager starb der Schneidermeister Karl Ebert, Vorm Felde, im 74. Lebensjahre. Stadtteil Weitmar In hohem Alter. Die Witwe Heinrich Herker, Weitmarmark, konnte in guter körperlicher und geistiger Regsamkeit ihren 70. Geburtstag im Kreise ihrer Kinder und Anverwandten begehen. Kirchliches. Durch Verfügung des evangelischen Konsistoriums in Münster wurde Pastor Sauer, gebürtig aus Menden, zuletzt als Hilfsprediger in Gelsenkirchen tätig, der evangelischen Kirchengemeinde Weitmar vom 1. November ab als Hilfsprediger überwiesen. Sein Wirkungskreis ist der Gemeindebezirk Weitmarmark. Es wird gebeten, Amtshandlungen in seiner Wohnung, Karl=Friedrich=Straße 78, anmelden zu wollen. Unfall. Auf seiner Arbeitsstelle erlitt der Arbeiter L. von hier in Ausübung seines Berufes schwere Verbrennungen, die seine Ueberführung ins Elisabeth= Krankenhaus notwendig machten. Stadtteil Wiemelhausen Im Silberkranze. Die Eheleute Engelhard Engels, Brenscheder Straße, feiern am 17. November das Fest ihrer silbernen Hochzeit. Das Paar wohnt seit 25 Jahren bei einem Hauswirt und bezieht 25 Jahre den„Bochumer Anzeiger Stadtteil Altenbochum Krieger= und Landwehrkameradschaft Altenbochum. In der letzten Vorstandssitzung wurde beschlossen, den Film vom Besuch des Führers in Bochum und von der 64. Führertagung, der bereits anderweitig sehr großen Beifast gefunden hat, der Kameradschaft bei der nächsten Monatsversammlung am 17. November im Vereinslokal Lehmkuhl vorzuführen. Mit heißem Wasser schwer verbrannt. In einem unbewachten Augenblick stürzte das kaum zweijährige Kind der Familie Karl Schm., Velsstraße, am Donnerstag abend in einen Kessel mit heißem Wasser und erlitt erhebliche Verbrennungen des zweiten Grades. Stadtteil Laer Werbeabend der Hitler=Jugend. Am Sonntag, 17. November, abends 8 Uhr, findet der Werbeabend der Gefolgschaft 6/1/67 statt. Alle Eltern, Freunde und Gönner werden gebeten, zu der Veranstaltung zu erscheinen. Die Veranstaltung findet im Saale Möller, Wittener Straße, statt. Oberbannführer Hans Strube wird sprechen. Stadtteil Langendreer Kameradschaft ehemaliger Pioniere und Verkehrstruppen. In der Monatsversammlung bei Wollenweber gedachte Kamerad Fresdorf der Opfer der Bewegung, vor allem derjenigen, die am 9. November ihr Leben für Volk und Vaterland ließen. Die Tagesordnung fand schnelle Erledigung. Anläßlich der Anwesenheit des Bundesführers des Reichskriegerbundes Kyffhäuser, Oberst Reinhard, in Dortmund, wurde die geschlossene Teilnahme der Kameraden an den Feierlichkeiten beschlossen. Brieftaubenklub Langendreer. Im Saale der Wirtschaft Claas feierte der Klub sein 40jähriges Bestehen. Vor der eigentlichen Festfeier trafen sich die Mitglieder zu einer kurzen Sitzung, in der der Vereinsvorsitzende Henkel einige geschäftliche Mitteilungen erledigte. Alsdann fand man sich zu einem gemütlichen Beisammensein ein. In längeren Ausführungen behandelte der Liebhaber Henkel die Geschichte des Vereins, der einer der ältesten des Stadtteils ist. J. Balz fand besondere Worte des Dankes für den Vorsitzenden Henkel, der dem Verein nunmehr seit 25 Jahren angehört. Als Zeichen der Anerkennung für seine dem Verein geleisteten Dienste wurde ihm ein Korbsessel überreicht. Der Vorsitzende des Kreisverbandes Bochum sprach in einem herzlich gehaltenen Schreiben dem Jubilar Glückwünsche aus. Bei Darbietungen mancherlei Art verlebten die Taubenfreunde ihr 40. Gründungsfest in vergnügter und froher Stimmung. Stadtteil Werne Im Silberkranz. Ihr 25jähriges Ehejubiläum begehen am 17. November die Eheleute Franz Hornschuh und Frau, Wilhelmine geb. Wilmesmeier, Werne, Vollmondstraße 1. Rüstgottesdienst. In der evangelischen Kirche fand am Donnerstag abend ein Gottesdienst der Frauen der vier Frauenhilfen statt, in dem die Frauen ihre Jahreslosung empfingen. Nach der Liturgie von Pfarrer Rummeld hielt Pfarrer Schloemann die Festpredigt, die bei den Frauen einen tiefen Eindruck hinpflichtet. Die neue Leiterin Frau Parcher wurde terließ. Durch die Chöre des ersten und dritten Bezirks wurden die Feststunden mit Liedervortragen verschönt. Gefallenen=Gedächtnisfeier. Traditionsgemäß veranstaltet der STV. am Buß= und Bettag die GefallenenGedächtnisfeier im Lokale„Zur Deutschen Flotte". Neben dem Ernste der Stunde angepaßtem Programm spricht Dr. Schmidt, Werbeleiter der Deutsch=Oesterreicher, Worte zum Gedenken unserer Helden aus dem Weltkriege. Aus der Hitler=Jugend. Am Samstag, 16. November, um 20 Uhr, veranstaltet die Werner Hitler=Jugend im großen Ewaldschen Saale einen Werbeabend, in dessen Mittelpunkt eine Ansprache des Oberbannführers Pg. Hans Strube(Bochum) und ein Großfilm aus dem Zeltlager der Bochumer Hitlerjungen stehen. Das Programm ist zum Preise von 20 Pf. erhältlich und berechtigt zum Eintritt. Saalöffnung 19.30 Uhr. Es darf ein starker Besuch erwartet werden. Musik und Gesang. Nach längerer Pause tritt heute im Lokale Mußweiler der Männergesangverein„Concordia“ mit einem Konzert vor die Oeffentlichkeit. das gleichzeitig mit einer Ehrungverdienter und langjähriger Sangesbrüder verbunden ist. Die Festrede hält der Kreisführer des Sängerkreises Witten, Sondermann. Nach der Veranstaltung deutscher Tanzabend. — Am Sonntag veranstaltet das Zither=Orchester Bochum=Werne im Saale„Zur Deutschen Flotte" das diesjährige Herbstkonzert unter Leitung des neuen Dirigenten Ernst Aubel. Olympia=Werbeveranstaltung. Am 4. Dezember findet im Saale Jungermann eine Olympia=Werbeveranstaltung statt, bei der über die Bedeutung der Olymvischen Spiele für Deutschland gesprochen werden soll. Die vom Kraftsportverein Werne 91 aufgezogene Veranstaltung wird der Boxklub Werne 30 durch einige Kämpfe ausgestalten. Dilettantenverein„Preciosa“. In der Jahresversammlung des Dilettantenvereins„Preciosa, die im Vereinsheim„Zur Tropfsteingrotte“(Max Ewald) stattfand, wurde der langjährige Vorsitzende Heinrich Möller wiedergewählt. Weitere Vorstandsmitglieder wurden Fr. Giese(Kassierer), Kühlborn(Schriftführer) und Paul Matjö(Spielleiter). Nachdem jetzt die Zulassung und Bestätigung des Spielleiters vom Polizeipräsidium Bochum erfolgt ist, soll am 24. November(Totensonntag) im großen Saal der Tropfsteingrotte das seit längerer Zeit in Vorbereitung befindliche Volksstück„Beim Kreuz'l im Tannengrund“ von Hermann Marcellus aufgeführt werden. Stadtteil Querenburg Oeffentliche Kundgebung. Die Ortsgruppe der NSDAP. veranstaltete am Donnerstag abend eine Kundgebung, zu der man als Redner den Pg. Oberbürgermeister Vetter(Hagen) verpflichtet hatte. Die Bevölkerung von Querenburg und benachbarten Bezirken Laerheide und Steinkuhl erschien in stattlicher Anzahl. Ortsgruppen=Propagandaleiter Pg. Reininghaus erteilte nach kurzer Begrüßung dem Pg. Vetter das Wort. Einleitend wies der Redner auf das WHW. hin. Das deutsche Volk steht erneut im Kampf, um die Not seiner bedürftigen Volksgenossen zu bannen. Gewaltige Summen sind aufgebracht worden und haben den Opfergeist des deutschen Volkes im hellsten Lichte gezeigt. Die NSV. sorge für eine gerechte Verteilung und werde jede Grüppchenbildung, wie sie früher bestand, zu verhindern wissen. Dann zeichnete der Redner in großen Zügen den weltanschaulichen Kampf des Nationalsozialismus um die Erneuerung der deutschen Volksseele. Mit zwingender Logik verstand es der Redner, die gesetzlichen Maßnahmen der Regierung, im Kampf um die Lebensfähigkeit des deutschen Volkes zu begründen. Ausführlich behandelte er die Rassefrage, hierbei die Wesensmerkmale der nordisch=germanischen Rasse mit ihren kulturschöpferischen Leistungen denen der Juden gegenüberzustellen und dabei recht drastische Vergleiche zu ziehen. Zum Schluß befaßte er sich mit den Nürnberger Gesetzen und hob ihre Bedeutung nachdrücklichst hervor. Pg. Reininghaus gedachte in seinem Schlußwort des Führers Adolf Hitler, dem die Anwesenden treue Gefolgschaft gelobten und dies mit einem Sieg=Heil auf den Führer bekräftigten. Mit dem Gesang der beiden Hymnen klang die Kundgebung aus. * NS.=Frauenschaft. In feierlicher Weise wurden am Donnerstag im Eggermannschen Saale durch die Kreisleiterin Frau Goebbels 34 neue Kameradinnen ververpflichtet und der bisherigen Leiterin Frau Rudloff für ihre bisher geleistete treue Arbeit Dank gesagt. Musik= und Gesangvorträge, Sprechchöre und gemeinsam gesungene Lieder schufen einen wurdigen Rahmen für die harmonische Feier. Stadtteil Grumme=Böde Im Silberkranz. Die Eheleute Wilhelm Duscha, Liboriusstraße 20, begehen am Sonntag im Kreise ihrer Familie das Fest der silbernen Hochzeit. Stadtteil Harpen In hohem Alter. Reichsinvalide Dietrich Voßbrink, St.=Vinzentius=Weg 12, feiert am Sonntag, 17. November, seinen 73. Geburtstag in beneidenswerter geistiger und leidlicher körperlicher Frische. Er wurde 1862 zu Rauxel geboren. Von 1883 bis 1886 genügte er seiner Militärpflicht bei dem Kaiser=FranzCarde=Grenadierregiment. Im Jahre 1888 kam er nach Harpen; er ging auf den Harpener Zechen seinem Berufe nach, bis ein schwerer Unfall ihn zwang, die Bergmannsarbeit aufzugeben. Später hat er dann mehrere Jahre die Landwirtschaft betrieben. Der Hochbetagte ist ein langjähriges und treues Mitglied der Kriegerkameradschaft Harpen und ein langjahriger Bezieher des „B..“, den er mit seiner Ehefrau täglich mit größter Aufmerksamkeit liest. Eine Tochter, sechs Söhne und acht Enkeltinder bringen ihm die herzlichsten Glück= und Segenswünsche dar. Stadtteil Hiltrop Rustigkeit seinen 75. Geburtstag feiern. vember 1860 wurde er auf dem elterlichen Hof in Bergen geboren, so daß er das Aufblühen der ehemals reinen Landgemeinden Bergen und Hiltrov zu größeren Industrieorten miterlebte. Von 1879 bis 1889 diente Schulte zu Berge beim 11. Husarenregiment in Düsseldorf, das später nach Krefeld kam. Im öffentlichen Leben ist er besonders dadurch hervorgetreten, daß er 30 Jahre lang in Bergen das Amt des Gemeindevorstehers innehatte. Ueber drei Jahrzehnte hatte er auch das Amt eines Presbyters in der evangelischen Kirchengemeinde, und zwar vorerst in Herne, bis Hiltrov eine selbständige Kirchengemeinde wurde. Auch die Kriegskameradschaften Hiltrop und Bergen zählen ihn zu ihren Mitgliedern bzw. zu ihren Gründern. Zwei Söhne blieben als aktiver Offizier und Kriegsfreiwilliger auf dem Feld der Ehre. Von den sechs Kindern leben noch drei, die mit drei Enkelkindern dem Hochbetagten die besten Glückwünsche überbringen. In vier Jahren kann er mit seiner gleichfalls schon hochbetagten Gattin das Fest der goldenen Hochzeit feiern. Stadtteil Riemte Hohes Alter. Die auf der Herner Straße wohnende Witwe Auguste Manns, geborene Kannenberg, feiert Sonntag in bester Gesundheit ihren 78. Geburtstag. Von ihren vier Kindern leben heute noch drei. Winterhilfswerk 1935/36— Pfundsammlung. Ab Montäg,, 18. November, wird in der Ortsgruppe Hofstede=Riemke eine Pfundsammlung durchgeführt. Es wird gebeten, die dafür bestimmten Spenden bereitzuhalten. Stadtteil Hamme Des Verunglückten letzte Fahrt. Am Donnerstag nachmittag wurde der vor einigen Tagen durch einen Verkehrsunfall auf der Alleestraße zu Tode gekommene 65 Jahre alte Invalide Maibaum von der Goldhammer Straße auf dem Friedhof in Hamme zur letzten Ruhe gebettet. Aus der Deutschen Arbeitsfront. Am Sonntag vormittag 11 Uhr findet im Lokale Schulte, Von=der=ReckeStraße, eine Ortsgruppenversammlung der Deutschen Arbeitsfront Hamme statt. Stadtteil Horde! Totenglocke. Unter starker Beteiligung wurde die im Alter von 72 Jahren gestorbene Ehefrau Schubert aus der Kruppschen Kolonie zu Grabe getragen. Silberne Hochzeit. Die Eheleute Karl Hellbeck und Frau, Frieda geb. Stockmann, Hordeler Straße, feiern am Sonntag das Fest der silbernen Hochzeit. Geschichtstafel 16. November: 1797 Friedrich Wilhelm II. gestorben. 1831 Der preußische General und Militärschriftsteller Kars von Clausewitz in Breslau gestorben(geboren 1780). 1933 Gröffnung der Reichskulturkammer in Berlin. 17. November: 1916 vernichtete die Gruppe Kühne der 9 deutschen Armee bei Targu Jiulut in zweitägiger Schlacht die nach Ueberschreitung des Skurdutpasses ihr entgegengeworfenen Teile der 1. rumänischen Armee Avarescu und öffnete damit den Weg nach Bukarest. 1918 konnten die Franzosen infolge Abschlusses des Waffenstillstandes die alte deutsche, im Westfälischen Frieden an Frankreich gekommene, 1870 zurückeroberte Festung Metz wieder besetzen und nunmehr gegen Deutschland beispiellos ober= und unterirdisch ausbauen. Personalnachrichten Die Feier ihrer fünfzigjährigen Lebensgemeinschaft in einer glücklichen Ehe begingen am Donnerstag die Eheleute Werkspensionär Julius Ronsdorf und Frau, Wilhelmine geb. Guntermann, Klosterstraße. In der Josephskirche fand morgens die goldene Traufeier, verbunden mit einem Festhochamt, statt, an dem ein großer Bekanntenkreis des Jubelpaares teilnahm. In der Wohnung fanden sich den ganzen Tag über Gratulanten ein. Auch die früheren Arbeitskameraden des Jubilars vom Bochumer Verein, dem der Jubilar ebenfalls über ein halbes Jahrhundert in Treue diente, fehlten nicht unter den Glückwünschenden. " D i e E b e l e u t e W i l l y W ö l t i n g u n d F r a u, g e b. R a d e macher, Wittener Straße 56, feiern heute ihre Silberhochzeit. Der Handelsvertreter Ernst Urlaub Pieperstraße 29, vollendet am 17. November sein 70. Lebensjahr. Heute feiert Frau Witwe Buhmann, Denisstraße 8, in geistiger und körperlicher Frische ihren 75. Geburtstag. 17 Bochumer bestanden. Am vergangenen Samstag fand die Herbst=Kurzschriftprüfung der Industrie= und Handelskammer zu Bochum statt. 36 Prüflinge hatten hierzu ihre Meldung abgegeben, um sich das Prüfungsdiplom der Industrie= und Handelskammer zu holen. 50 Prozent bestanden die Prüfung: Es sind dies: 120 Silben: Hildegard Berke, Erna Engelin, Ruth Grimmel, Gerhard Hückelheim, Else Kindermann, Werner Röder, Walter Tönniges, Pflanz und Graeff: 150 Silben: Maria Wagner, Martha Berrisch, Werner Kaufmann und Walter Voß: 180 Kilben: Lothar Chlümsky, Maria Süßermund; 200 Silben: Gertrud Mogendorf und Werner Zimmermann. In biblischem Alter Witwe Heinrich Geland, Bochum=Werne, Heroldstraße 11, feiert am 16. November ihren 81. Geburtstag. Sie ist noch körperlich frisch und liest jeden Morgen den„B..“ mit großem Eifer. Kuttenscheire ViAig. Hohes Alter. Ihr 70. Lebensjahr kann heute, Samstag, die Ehefrau Maria Andelbrat, geb. Dimni. Hansastraße 80, begehen. Außer ihrem Ehegatten mit den sechs noch lebenden Kindern können der Jubilarin auch 16 Enkelkinder ihre Glückwünsche darbringen. Goldene Hochzeit. Am 21. November können die Ehepaare Mannel und Frau, Vorstadtstraße 2, und Werner und Frau, Harkortstraße 23, das Fest der goldenen Hochzeit begehen. Diese beiden goldenen Hochzeiten erhalten ihre besondere Bedeutung dadurch, daß beide Ehepaare vor fünfzig Jahren zu gleicher Zeit in der Wattenscheider Friedenskirche getraut wurden. Ehejubiläum. Am Sonntag, 17. November, feiern die Eheleute Heinrich Möller,.=Eppendorf, Hesternstraße 4, ihre Silberhochzeit. Kreistagung der NS.=Frauenschaft. Zu einer Arbeitstagung waren wohl alle Amtswalterinnen des Kreises erschienen, so daß der große Marxmeiersche Saal restlos besetzt war. Zunächst hielt die Kreisleiterin der NS.=Frauenschaft Frl. Smits einen aufklärenden Vortrag über die augenblickliche wirtschaftliche Lage und über die Fettknappheit, dabei betonend, daß es Pflicht jeder Amtswalterin sei, auf diesem Gebiet aufklärend in der Bevölkerung zu wirken. Am 14. Dezember soll eine große Hausfrauenkundgebung stattfinden, in der für die Hausfrauen wichtige Fragen behandelt werden. Interessant waren die Ausführungen der Kreisleiterin über den Bereitschaftsdienst des Vaterländischen Frauenvereins. Die Dauer eines Helferinnenkursus beträgt 20 Dovpelstunden. Sodann sprach Frl. Smits über die Mütterschulung, die möglichst von allen Block= und Zellenwalterinnen mitgemacht werden soll. Zum Schluß der Tagung sprach Fr. Bergenthun über die Judenfrage in wirtschaftlicher Beziehung. Sonntagsrückfahrkarten von Essen nach Wattenscheid. Auf wiederholte Anregungen des Verkehrsvereins hat die Eisenbahndirektion Sonntagsrückfahrkarten von Essen nach Wattenscheid eingeführt. Bedeutungsvolle Tagung der Brieftauben=Reisevereinigung. Auf einer Vertretertagung der Wattenscheider Brieftauben=Reisevereinigung wurden Fragen grundsätzlicher Art erörtert. An dieser Tagung nahm außer dem Fachschaftsleiter Dr. Strassen auch Kreisleiter Kleschies teil. Um grundlose Anschuldigungen gegen die Geschäfts= und Vereinsführung aufzuklären, erklärte Dr. Strassen, daß eine Prufungskommission die Bücher geprüft und diese geradezu vorbildlich in Ordnung befunden habe. Kreisleiter Kleschies erklärte, daß gegen das Denunziantentum scharf vorgegangen werde. Straßensperrungen in Wattenscheid. Der Polizeipräsident in Bochum teilt mit: Wegen Straßenbauarbeiten werden in Wattenscheid-folgende Straßen für den gesamten Fahrverkehr für die nächsten 8 bis 4 Wochen gesperrt: 1. An der Papenburg zwischen Wattenscheider Bach= und Oststraße: 2. Sedanstraße: 3. Freiligrathstraße: 4. Zollstraße zwischen Hellweg und Eisenbahn; 5. Weitmarer Straße. Die Umfahrt erfolgt: zu 1 Hindenburgdamm bzw. Ost= und Weststraße, zu 2 Hochstraße bzw. Voedestraße, zu 3 Bochumer bzw. Hansastraße, zu 4 Hellweg— In der Hönnebecke oder Höntroper Straße— Ov de Veih, zu 5 Ruhrstraße— Munscheider Straße—. Blumenfeldstraße— Hattinger Straße. Stadt Wanne=Eicke Im Silberkranz. Gestern feierten die Eheleute A. Wichert und Frau, geb. Suchowski, Adolf=Hitler= Straße 62, ihre silberne Hochzeit.— Das gleiche Fest feierten die Eheleute Alfred Eisler und Frau. Anna geb. Grehl, Hedwigstraße 24.— Die Eheleute Mineral= wasserfabrikant Heinrich Hörst, Brennerstraße 7, feiern am 17. November ihre Silberhochzeit. Goldene Konfirmation in Eickel. Sonntag treffen sich in der Johanneskirche in Eickel die 1885 von den damaligen Pfarrern und Superintendenten Engeling und Daniel konfirmierten Eickeler. In der Kirche findet die Neueinsegnung statt. Am Grabe der beiden Seelsorger werden Kränze niedergelegt. Im Gemeindehaus bildet eine Wiedersehensfeier den Abschluß des goldenen Konfirmationstages. Dienstjubiläum. Heute, Samstag, kann Obergerichtsvollzieher August Baltruschat, Moltkestraße 61, vom hiesigen Amtsgericht auf eine 25jährige ununterbrochene treue Tätigkeit bei der Justizverwaltung zurückblicken. Baltruschat begann seine Tatigkeit vor 25 Jahren in Ortelsburg. Vom 1. Februar 1930 bis 31. Januar 1933 war er beim Amtsgericht in Gelsenkirchen tätig. Seitdem ist er am Amtsgericht Wanne=Eickel. Er betreut den Röhlinghauser Bezirk und erfreut sich überall größter Wertschätzung. Sängerbund 1900. Im Rahmen der Veranstaltungen der NS.=Kulturgemeinde wartet der unter Leitung von Chormeister Beckmann stehende Sängerbund am Buß= und Bettag mit einem dem Tage angepaßten Konzert auf, zu dem als Solisten Hilde Bräuer(Alt) vom Stadttheater Münster und Schulte=Gosewinkel(Klavier) gewonnen sind. U. a. wird eine Uraufführung,„Abendandacht“ von Beckmann, geboten. Der Arbeitsdank tagte. Die 500 Mitglieder zählende Ortsgruppe des Arbeitsdankes hielt Donnerstag abend im Kurhaussaal eine Versammlung ab. Kreisobmann Tesch(Wanne=Eickel) begrüßte die Kameraden. Feldmeister a. D. Brake aus Dortmund sprach in längeren Ausführungen über die Aufgaben des Arbeitsdankes. Wohlfahrtsamt Montag geschlossen. Das städtische Wohlfahrtsamt ist am kommenden Montag wegen Durchführung organisatorischer Aenderungen für den Publikumsverkehr geschlossen. Erhängt aufgefunden. Am 14. November, gegen 10 Uhr, wurde ein Mann in einem Hauskeller an der Rolandstraße erhängt aufgefunden. Wie die Feststellungen ergaben, liegt Selbstmord vor. Das Motiv zur Tat ist nicht bekannt. Motorrad gestohlen. Am 13. November, zwischen 18 bis 19.30 Uhr, wurde vom Hofe des Grundstücks Hermann=Göring=Straße 94 ein Kraftrad gestohlen. Beschreibung: Kennzeichen IX— 23194, Marke„Ardie“, Fahrgestell Nr. 16666, Motor=Nummer 18071, 500 Kubikzentimeter, Laterne zweiflammig und mit kleinem rundem verchromten Scheinwerfer, schwarzer Rahmen. Wer kann hinsichtlich des Täters bzw. über den Verbleib des Motorrades Angaben machen? Lastzug fährt ein Dreirad an. Freitag nachmittag zwischen 2 und 3 Uhr fuhr an der Straßenkreuzung Hindenburg=, Moltke= und Parkstraße ein Lastzug einer auswärtigen Brauerei auf ein aus der Moltke= in die Parkstraße einfahrendes Dreirad. Das Dreirad wurde gefaßt und stark beschädigt. Der Fahrer kam mit dem Schrecken davon. Oeffentliche Steuermahnung. An die Zahlung der bis zum 15. November fällig gewordenen Steuern und Abgaben: Vorauszahlung auf die Grundbesitzabgaben für November 1935, Getränkesteuer für Oktober 1935, Schulgeld für November 1935, die von den Arbeitgebern einbehaltenen Bürgersteuerbeträge für Arbeitnehmer, Fürsorgekosten, Hundesteuer für Oktober bis Dezember 1935, Bürgersteuer für Oktober bis Dezember 1935, Gewerbeertragssteuer für Oktober bis Dezember 1935, wird hiermit erinnert. Verbleibende Rückstände werden nach drei Tagen ohne weitere Aufforderungen im Wege der Zwangsvollstreckung kostenpflichtig beigetrieben. Außerdem wird vom 16. November ab der Säumniszuschlag von 2 Prozent erhoben. Aus der ASDAp. Sportamt der NSG.„Kraft durch Freude“. Kursusplan für Sonntag, 17. November: Reichssportabzeichen für Frauen und Männer von 9 bis 11 Uhr, Sportplatz am Pappelbusch in Altenbochum. Deutsche Arbeitsfront Vertrauensratsschulung. Die letzte Vertrauensratsschulung für die Reichsbetriebsgemeinschaften—8 11, 12, 13. 15 und 16 der DAF.=Kreiswaltung Bochum findet am Sonntag, 17. November, vormittags von 9 bis 12 Uhr in der Verwaltungsakademie Bochum, Wittener Straße 61, statt. Es spricht der DAF.= Kreiswalter Pg. Meinert. RSKOV., Ortsgruppe Allstadt. Sonntag vormittag 11 Uhr Schießen auf dem Schießstand„Hermann Löns“, Albertstraße 18. * K K W W Sonntag, 17. Nov. 13 Uhr, ab Rathaus, zum Spiel Germania Bochum gegen Schalte 04. Preis 80 Pfennig. Anmeld. Kraftverkehr Scharpey, Kortumstraße 7, Hotel Fürstenhof, Ruf 61110/11. ., Bechumer r Ahrleger- und LandwehrNameradechef 3. Bezirk Montag. 18. Nov. 35, Beerdigung des Kameraden Statt Karten Donnerstaß vorm. 10.45 Uhr entschlief plötslich und unerwartet infolge Hersschlages mein lieber Mann und Vater, unser guter Sohn. Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel, der muß die Bereifung für das Auto sein, wenn man vor Schaden bewahrt sein will. ich zeige die Verlobung meiner ältesten Tochter Liesel mit Herrn Fritz Forster ergebenst an Ains-Forstel Verlobte Konditor Pialissdheider Antreten 15¼ Uhr am Zentral-Friedhof. Freigrafendamm geb. Ramm Bochum Auguste-Viktoria-Allee 24 im Alter von 37 Jahren. In tiefer Trauer: Die Hinterbliebenen Bochum, Bochum-Altenbochum, 15. Nov. 1935 Plauen I. V. Fürstenstr. 50 Ebenso zuverlässig müssen Ihre Schuhe sein... und auf Böhmer-Schube 1 kann man sich stets verlassen.## 17. November 1935 Unterrichts- u. Erziehungsanzeigen Die Beerdigung findet Montag, d. 18 Novbr. 1935. nachm. 2 Uhr. vom Trauerhause, Oekar Hoffmann-Str. 115 aus; das feierliche Seelenamt .30 Uhr vorm. in der Christ-Königs-Kirche statt Habe lausend Auto für kl. Transporte zu vergeben bei bill. Berechnung. Telephon 63127. Heute morgen 9 Uhr entschlief plötzlich und unerwartet mein lieber Mann, unser guter Vater und Bruder Oberingenieur Kräftiger Borcalfstlefel Schw. Boxcalf, Rahmenarbeit Artffar-Stte Gestern abend starb plötzlich und unerwartet Hiert Hieinrial Biltel Meister in unserer Geschoßfabrik 23 jahre lang hat der Heimgegangene mit vorbildlicher Pflichttreue für den Bochumer Verein gewirkt. Sein stets aufrichtiger Charakter verschaffte ihm die Achtung seiner Vorgesetzten und Mitarbeiter. Ein ehrendes Gedenken ist ihm gewiß. das 2mal wöchtl. morg. 7 Uhr ca. 10 Zentn. Waren v. Schlachthof z. Ehrenfeld befördern kann, gesucht. Eilpreisangeb. u. S. S. 4683 Anz. im Alter von 51 Jahren. Erna Otto geb. Siebert Irmgard, Helmut, Ilse. Günter u. Dieter Otto Erna Wißmar geb.Otto Bochum-Weitmar, den 14. November 1935 wer bauen, kauten, sich entschulden, oder die Zukunft seiner Kinder sichern will, erhält kostenlose Beratung in der fragen Ruf 61110— 61111 Die Beerdigung findet am Montag, dem 18. November, 16 Uhr, vom Trauerhause. Stensstraße 6, aus statt.— Trauerfeier ½ Stunde vorher Bochum, den 14. November 1935 Mehr. gebrauchte der Bausparkasse Mainz, Akt.-Oes. Bochum, Bongardstraße 14 Durchgehend v.-19 Uhr geöffnet. Eintritt frei Verlangen Sie die wichtige Baumappe mit 50 Eigenheimen für.— RM. Bei Voreinsendung durch die Post 1,40 RM Heute früh verschied plötzlich und unerwartet Bochum, Malteserstraße 21. Oberingenieur des Walzwerksmaschinenbetriebs Weitmar. Der Heimgegangene hat von 1922 ab den Westfälischen Stahlwerken und nach Angliederung dieses Betriebes dem Bochumer Verein durch seine umfassenden Kenntnisse und Erfahrungen wertvolle Dienste geleistet. Durch seine vorbildlichen Charaktereigenschaften und sein stets verbindliches Wesen war er bei allen, die ihn kannten, beliebt. Ein ehrendes Gedenken hat er sich selbst bei uns gesichert. Bochum, den 14. November 1935 sowie a. Reparaturen und Ersatzteile Für die uns beim Heimgange meines lieben Mannes, unseres guten Vaters erwiesene Anteilnahme sagen wir unseren herzlichsten Dank Frau Carl Sander und Kinder Im November 1933 Die Kirchensteuersätze der evangelischen Kirchengemeinden,#., Hamme, .=Werne,.=Hofstede=Kieln,.= Hordel,.=Uemmingen, sowie des Kathol. Gesamtverbandes BochumStadt und der katholischen Kirchengemeinde.=Werne für das Kirchensteuerjahr 1935 sind von der kirchlichen und staatlichen Aussichtsbehörde in der veranlagten Höhe genehmigt Der vorläufige Kirchensteuerbescheid ist somit als endgültig anzusehen. Bochum, den 15. November 1935. tr. der Finanzamts Bochum. Oessentliche Mahnung Die nachstehend aufgeführten, im November 1935 fällig gewordenen und nicht gezahlten Steuern und AbWinterrkur Chem. Lederfärbere Kortumstr. 43 (Ecke Rottstraße) Mitglied der Wirtschaftsgruppe Privatversicherung Untall-, Haftpflicht-, Auto-, Kautions-, Einbruch-Diebstahl-, Lebens-, Renten-, Kinder-, Aussteuer-, Studiengeldfabriknen, von RM. 188,0Oan (ab monatl..75) E. Trautmann Bochum Viktoriastraße 73, Ruf 65434 Ansehnl. Witwe, 2., wünscht m. alleinst. Herrn b. 55. J. bekannt zu. werden, zw. spät. haben schon viele durch mein 16jähr. Eheanbahnungs= Institut gefunden. Warum woll. Sie es nicht auch auf diesem Wege versuchen? Tausende Vormertungen, darunter Einheiraten, Beamten= sow. ver mögende Partien usw. Besuchszeit auch Sonntags. Frau Derendortt Essen, Christophstr. 24, Ruf 46097, a. d. Zweigertstr. In 14 größt. Städt. Teutschl. Zweiast Verstältrungen Weirat Heiraten Witwer, 43., ev., schl., 2 Kind., sucht pass. Damenbekanntschaft zw. Heirat I. H. 77731 Anz. 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Aber erstens wird ja selbst in München und Dortmund noch Bier eingeführt, und zweitens hat unser Gemüsemann auch andere Dinge als Gemüse, zum Beispiel Kaffee, Heringe und Himbeersaft. Als Emil auf die Straße hinabsah, war er schon weg, man hörte ihn nur noch undeutlich in der Ferne davonhupen. Wo er gehalten hatte, standen TLAIS schlimmer dadurch, und das hatte auch aus der Geschichte ein ausdauerndes Dorfgespräch gemacht, daß es eine ungeheuer hochgezüchtete Gans gewesen war, so hoch gezüchtet, daß, wenn die Bauern von ihr sprachen, man an den Montblanc oder an den Eiffelturm hatte denken müssen ein Wunder von Größe, Schwere, Gestalt und Eierlegekunst. Deshalb hatte sie auch, was bei Gänsen, wenigstens bei tierischen, selten ist, einen eigenen Namen gehabt. Bonna hatte sie geheißen, mit zwei n. Das Geheimnis ihres offenbaren Todes lag in schwärzestem Dunkel.— Was aber Benno anging, so kam Emil eine Ahnung, als müsse Benno ein Hund sein.— Eine halbe Stunde nach dem Auftritt an der Tür trillerte Lottchen ins Haus, mächtig aufgeräumt und voll der Freude. Da beschied Emil sie zu sich. „Lottchen“, sagte er, und sah ihr dienstlich ins Gesicht,„es erfüllt meine Seele mit Schmerz, und es bereitet meinem Herzen Kummer, Ihnen sagen zu müssen, daß die Leute sich über Sie beschweren.“ Groß und erstaunt äugte Lottchen ihn an, ganz Unschuld und Verwunderung. Emil sagte:„Fräulein Kappes war hier und drohte mit dem Gericht. Sie hätten ihren Benno verleumdet, Sie hätten ihm die Ehre abgeschnitten. Die Sache steht schlimm“, fuhr Emil fort,„sehr schlimm. Sehen Sie zu, was Sie machen.“ Damit wandte er sich um und ließ Lotte stehen. Ein wenig später hörte er sie in der Küche weinend auf seine Frau einreden. Die erzählte es ihm wieder am Mittagstisch: Lottchen habe gebittet und gebettelt, der Herr möge sie doch jetzt nicht im Stich lassen, und sie könne gar nicht verstehen, warum sie vors Gericht solle. Sie haben nur zu Nachbars Gustel und zu Nachbars Emmi gesagt, daß sie den Benno des Abends manchmal allein herumlaufen sehe und daß der Benno vielleicht auch etwas mit Kelsens Gans zu tun habe. Mehr habe sie wirklich und wahrhaftig nicht gesagt, das könne sie beschwören. Wie ein' Fisch zappelnd und luftschnappend an der Angel hängt, so hing Lottchen an diesem Tage an dem Seil, das die Drohung des Gerichts gleichsam um ihren weißen Hals gelegt hatte. Erst am Abend ließ Emil sie zu sich kommen und ließ sich feierlich in die Hand versprechen, daß sie nie mehr tratschen, nie mehr über andere Leute reden werde, noch über anderer Leute Hund, Ochs, Gans, Huhn, Kamel, Birnbaum, noch alles, was sein mag. Dann setzte er sich hin und schrieb an Fräulein Kappes einen wohlgesetzten Brief, in dem er ihr anzeigte, daß er beauftragt sei Beleidigungsklage wider sie zu erheben wegen der Aeußerungen, die sie vor ihm am Morgen des soundsovielten an einem Hause über Fräulein Charlotte Weber getan habe. Am nächsten Morgen verließ Fräulein Kappes mit vom Weinen geröteten Augen das Haus meines Freundes. Sie ließ die seierliche Versicherung zurück, daß sie es wirklich und wahrhaftig nicht böse gemeint habe, daß sie niemand habe beleidigen wollen und daß sie nie in ihrem Leben Schlechtes über Fräulein Weber gedacht habe. Womit Emil zur Beruhigung seines verstörten Gemütes die heftig erschütterte Waage der Gerechtigkeit wieder im Gleichgewicht wußte. Pester als Stein Und härfer als Stahl, Wie Feuerschein Und lodernd Fanal, Wie reißsender Strom Und ragender Dom, Wie ruhelos Meer Und spaltender Speer Ist eines Menschen zielbe mußter Wille Auf drum und schaffe! Wille— kann Not bezmingen, Wird alles niederringen. Wille- ist Waffe! Erich Wehmeler, Bochum dicht beieinander Lotte, Gustel und Emmi, und es war aus der Art ihres Zusammenstehens und aus den gestenreichen Bewegungen der Köpfe, Arme und Hände zu schließen, daß sie sich im Zustand einer Unterhaltung befanden... 6. Als mein Freund fünf Minuten spater hinausschaute, standen sie noch. Wieder fünf Minuten später— sie standen noch. Da rückte er sich einen Stuhl ans Fenster und sah ihnen Ju., garg.;. griz, Es kamen ein paar Fuhrwerre vorvei, der Briefträger mit dem Fahrrad, Hochwürden, Pfarrer, leutselig grüßend und mit dem Stöckchen winkend— die drei hielten zusammen. Sie boten nur flüchtig die Tageszeit und riefen dem Anstreicherlehrling, der gerade mit dem Schiebekarren vorbeizog, ein paar Bosheiten ins Genick. Bis im Nachbarhause ein Fenster hörbar aufgerissen und bemerkenswert lieblos, sogar mit einer gewissen Schärfe, aus weiblichem Munde der Name Emmi über die sich duckende Straße gerufen wurde. Da schienen die Gummistrippen jäh zerrissen, und wie auf polizeilichen Befehl löste die Versammlung sich fluchtartig auf.„.5en mins Bis hier war das aues, wie man zugeven muß, recht nett und friedlich geraten, nicht sonderlich erwähnenswert, ein morgendlich=ländliches Stilleben unter fahl scheinender Septembersonne. Erwähnenswertes begab sich am Morgen darauf, als Lottchen zum Einkauf ausgegangen war, Emils Frau, wie er überdeutlich hörte, gerade den Jüngsten in der Badewanne hatte und nun plötzlich die Hausglocke derart scharf und gereizt in die Wohnung schrillte, daß Emil unwillkürlich zusammenfuhr. Als er öffnete, erhob sich vor ihm, bedrohlich anzusehen, die ragende Gestalt einer älteren Dame mit vor Erregung zitterndem Regenschirm und mit kreischender Stimme:„Sind Sie Herr Siemes?“ Emil mußte es zugeben.„Ist Ihr Mädchen im Haus?“ Emil bedauerte.„Aber bitte, gnädiges Fräulein, treten Sie ein!“(Emil ist, muß man wissen, ein wohlerzogener Tann.) Das Fräulein aber rührte sich nicht, außer dem Regenschirm und dem Mund:„Ihr Mädchen, ich will Ihnen sagen, so etwas Ordinäres, so eine Gemeinheit— unser Benno sei schuld an Kelsens Gans, unser Benno! Das geht sie tratschen, das geht sie erzählen, das trägt sie herum im ganzen Dorf, diese——, ich verlange, daß sie das öffentlich widerruft, öffentlich, verstehen Sie, und daß sie sich heute noch bei mir entschuldigt, heute noch, sonst werden Sie schon sehen, sonst——.“ Sie war schon wieder unterwegs, auf und davon, nicht ohne sich noch einmal giftig und drohend umzublicken. Methodisch, wie Ingenieure zu arbeiten pflegen, ging Emil den Dingen nach, die wie ein Katarakt über seine Ahnungslosigkeit hereingebrochen waren: Was war mit welcher Gans und welchem Benno? Folgendes war mit ihnen: Kelsens Gans war eines Nachts verschwunden gewesen, ohne etwas anderes hinterlassen zu haben als einiges Federzeug, Blut und Eingeweide, das feldeinwärts, gut hundert Meter von ihrem Stall, gefunden worden war. Ist es schon eine schlimme Sache, wenn in unserem Dorfe auf solche Weise eine Gans verschwindet, so wurde sie diesmal noch Das Plonleie Und die Secis Duben Von Heinz Oskar Wittig Ienn man auf dem Vogelberg steht, so 4* liegt zur rechten Hand, in einer Mulde versteckt, das Dörschen Lörmstedt. Auf der anderen Seite, wo rote Dächer und eine lustige Kirchturmspitze durch die Bäume gucken, ist der kleine Ort Dippelsbach. Hinter beiden schlängelt sich das silberne Band der Nidda, die weit unten ihre Wasser in den Main schickt, und wenn die Luft besonders klar ist, so kann man im blauen Dunst der Ferne die alte Reichsstadt Frankfurt sehen. Es war ein besonders gutes Obstjahr. Auch der kleinste Bauer hatte seine Horden bis auf den letzten Platz besetzt, in allen Küchen wurde Apfelkraut gekocht, Most gekeltert, und große Wagenladungen mit Aepfeln zogen morgens die Landstraße entlang nach Frankfurt. Das ganze Land duftete wie eine Apfelkammer. Ein Baum aber überragte alle anderen an Köstlichkeit der Früchte. Das war die Franzdorfer Renette. Und mit der hatte es eine eigene Bewandtnis. Sie stand nämlich genau dort, wo die Felder und Gärten von Lörmstedt und von Dippelsbach zusammenstoßen, akkurat mitten durch den Stamm ging die Grenze, so daß die eine Seite des Baumes den Lörmstedtern und die andere Seite den Dippelsbachern gehörte.„ Jgen Hachstamm hatte ihn 5. Als kleinen, armseligen Hochstamm hatte iyn der alte Franzdorfer vor mehr als fünfunddreißig Jahren zum Zeichen der Versöhnung gepflanzt. Denn bis dahin war ein ewiger Streit zwischen den beiden Nachbardörfern, wessen Aepfel den besten Most gaben. Hie Dippelsbacher Most, hie Lörmstedter Most! Raufereien, Zerwürfnisse und Feindschaften waren aus diesem Grunde entstanden, bis der Franzdorfer Bauer durch seinen guten Gedanken den Frieden wiederherstellte. Der alte Franzdorfer war nun längst tot. Zu seinem Gedächtnis aber und um die Freundschaft und Verbundenheit untereinander weiter zu stärken, wanderten die Lörmstedter und die Dippelsbacher in jedem Jahr zur Apfelernte gemeinsam zu ihrem Baum, der jetzt„Franzdorfer Renette“ hieß, einen starken Stamm hatte, eine mächtig ausladende Krone und dicht besetzt war mit Aepfeln, mattschimmernd und golden. Ein richtiges kleines Dorffest gab es dann, mit Musik und Tanz im Freien. Hüben und drüben wurden die Leitern an den Baum gestellt, die Keltern, die Pressen und Butten herangerückt, und die Ernte begann. Die schönste Lörmstedterin und das hübscheste Dippelsbacher Mädchen stiegen von K BOCHUMER ANZEIGER 17. November 1935 Alte Wintereichen im Herbitschmuck..-Aufnahme aus dem Wellmerer Schlobpork beiden Seiten in den Baum hinein, und unten nahmen geschmückte Körbe die Früchte auf. Abend wurde der Most gepreßt, und dann schritt man zur Probe. Man tanzte und sang, bis die Nacht kühl wurde, und segnete den seligen Franzdorfer für sein Friedensgeschenk. Die Mostprobe und Verbrüderung unter der Franzdorfer Renette war ja gewiß etwas sehr Schönes. Aber da gab es in Lörmstedt drei kleine Buben, die absolut nichts davon wissen wollten, und in Dippelsbach waren ebenfalls drei Jungen, die auf alle Verbrüderung des Alten pfiffen und den drei Lörmstedtern, wenn sie sie einmal einzeln trafen, das Leder vollhauten, daß es nur so eine Pracht war. Und all dies um das Mariele, die kleine neunjährige Frankfurterin. Ganz schuldlos war es ja nicht, das Mariele. Aber weiß Gott, sie war schon in einer schwierigen Lage. Zu allen Ferien kam sie aus Frankfurt hergefahren und wohnte bei der Tante im Löserhof am Berg. Dort holten die Buben sie dann zum Spielen ab. Waren nun die Lörmstedter, der Steffen, der Peter und Karle, die ersten, so ging es zum Drachensteigen auf das Fuchsfeld, und die Dippelsbacher hatten das Nachsehen. War es umgekehrt, so ärgerten sich die Lörmstedter Buben furchtbar, wenn sie hörten, daß das Mariele längst mit den Dippelsbachern, dem Konrad, dem Louis und dem Reini, fort war zum Käfernsammeln oder zum MäusleStechen. Eines Tages, da sie alle zusammen waren, fing das Mariele an. Ob es denn gar nicht ginge, daß sich die Buben vertrügen. Ob es nicht viel schöner wäre, wenn sie alle sieben zusammen mit den Drachen auf das Fuchsfeld gingen. Und sieben könnten doch viel leichter den großen Baum über den Schlag bringen und eine Wippe daraus bauen, als nur vier. Und wenn die Buben nun nicht auf der Stelle Freunde werden wollten, so ginge sie sofort nach Und wirklich wurde der Frieden nun hergestellt. Vollkommen. Am meisten freute sich das Mariele darüber. Aber trotzdem fehlte noch die echte Krönung des Ganzen. Ein wenig Feierlichkeit mit Jux und Trara. Lange saßen sie und überlegten. Da hatten der Peter und Konrad zugleich den schönsten Gedanken. Ein Mostfest wollten sie halten! Ein Most= und Verbrüderungsfest, genau wie die Alten, unter der Franzdorfer Renette! Alle waren dafür. Auch das Mariele.— Das war einmal etwas! Alle sieben sprangen vor Begeisterung. Der Louis stand sogar Kopf. Heute abend mußte es noch sind.„ 95 Alle kamen sie. Als erste wieder die Lörmstedter. Steffen und Peter hatten Decken mitgebracht, denn früh fiel schon der Abend herab. Karle trug den Most. Da kamen auch schon die Dippelsbacher den Hügel herauf. Der Reini ebenfalls mit einer großen Kanne. Genau so wie Karle hatte er sie heimlich aus dem Keller mitgehen lassen.„Da war auch plötzlich das Mariele da. Ganz allein war es gekommen, und leise begrüßten sich alle. Die Decken wurden ausgebreitet, das Mariele in die Mitte gesetzt und die Buben drumherum. Schön war es hier. Ueber ihnen das grüne Dach des Apfelbaumes, weit hinten die Lichter des Dorfes. Rot zog der Mond herauf, und fleckiger Nebel lag dort, wo das Land abfiel zur Mulde. Erst erzählten sie sich noch, wie der Nachmittag vergangen war, und dann begann ihr Fest. Aber anders, als sie es sich vorgenommen hatten. Nicht mit Jux und Trara, sondern still, mit ein bißchen Beklemmung und dunkler Zauberei. Das Mariele trank zuerst. Dann der Konrad, der Louis, die anderen und der Peter zuletzt. Gott, schmeckte das gut! Keiner hatte sich verschluckt. Ganz ernste Gesichter. Und dann rückten sie noch enger zusammen. Wärmten sich gegenseitig die nackten Knie und tranken zum zweiten Mal. Diesmal aus der anderen Kanne. Tranken stumm, feierlich und mit einem bißchen Herzklopfen. Wieder kam ein Umtrunk. Da wurde es aber unter dem Apfelbaum etwas lauter. Louis hatte den Schlucker gekriegt, und alle mußten lachen. Das Mariele fing plötzlich zu singen an, saß gegen den Stamm gelehnt und wackelte mit dem Kopf dazu. Die Buben summten mit, jeder, was er gerade wußte. Es war so schön. Summen, singen und trinken. Und dann war es wieder still. Nach langer Pause war es der Steffen, der anfing zu reden. Feierlich und mit anstoßender Zunge sagte er, daß, wenn nun. die Freundschaft der Sieben etwas taugen solle, so müßte nun von jedem ein Tröpfle Blut in den Most hinein. Er wisse das. Aber als er aufstehen wollte, da schlug es ihm die Beine fort, und er sackte zusammen auf dem Louis, der schon längst schlief. Auch der Heini schnarchte schon, und das Mariele saß ganz schief an ihrem Stamm. Nur der Konrad wollte noch einmal nach der Kanne greifen, aber er faßte daneben, und dann fiel sein Arm herunter. Zog noch die Decke hoch über sich und das Mariele. Der Peter brummelte noch etwas, kam dann dicht heran, und als der Mond so hoch stand, daß er über den Franzdorfer hinwegschien, sah er Sieben unter dem Apfelbaum, selig umschlungen schlafend. Drei hüben, drei drüben und das Mariele in der Mitte. Ganz spät, am nächsten Vormittag erst, wurden sie gefunden. Nachdem halb Lörmstedt und halb Dippelsbach die Gegend nach ihnen abgesucht hatten, den Weiher, die Ufer der Nidda und den Steinbruch. Sie schliefen noch immer fest. Ihr erster Rausch, das war kein halber. Rote Bäckchen hatten sie und verwirrtes Haar, vom süßen Most ganz verklebte Mäuler. Ueber ihnen im Apfelbaum rauschte der Wind. Ganz still standen die Alken, die sie gefunden hatten, und lächelten. Sieben unter dem Apfelbaum! Dann aber nahmen die Dippelsbacher ihre drei auf die Schulter, die Lörmstedter packten die ihren ebenfalls, und das Mariele kam auf irgendeinen Arm. So ging es nach Hause. Immer noch schlafend, bis am Abend der Rausch aus war. Doch gescholten hat sie keiner. Man hat alles auf den alten Franzdorfer geschoben, der sie verzaubert hat, auf die Mostzeit und den Apfeldunß im ganzen Land. * RKrutratsraliri=Lrden Voitkeltken chrlän discho Ooramanneieanödie por 7P Cahron: Nach mündlichen Überlieferungen, Briefen, Gelandtschattsberichten Eilte Tahtrtakatiate-Bergialtiistragedte Der 15 Jaltten7 und allen Zeitungsmeldungen von Emil Relmuth Man schrieb das Jahr 1860. Das Land an der Ruhr war in einem bis dahin noch nicht erlebten wirtschaftlichen Aufschwung begriffen. Die kleinen Städte boten nicht mehr Platz genug für die Menge der in Industrie und Bergbau schaffenden Arbeiter. Ueberall mußten Wohnungen gebaut werden. Die ersten Pfiffe der Lokomotive der Köln=Mindener und Bergisch=Märkischen Bahn waren das Signal zu dem großen industriellen Wettbewerb, welcher in der Grafschaft Mark erstand. Im Bergbau ging man vom Stollenbetrieb zum Tiefbau über. Für die Stadt Essen war der Name Krupp schon ein fester Begriff und in Bochum machte die neue Gußstahlfabrik von Mayer und Kühne, der spätere„Bochumer Verein“, von sich reden. Die Eisenbahn erschloß immer mehr die Ferne für Handel und Verkehr. Zechenanschlußbahnen wurden mit dem weiteren Ausbau der Eisenbahnen allgemein. Der Ruhrversand der Kohlen hörte auf. Trotz des Wettwerbs der Zechen stiegen die Kohlenpreise: der Zentner kostete in der Grafschaft Mark 1852 36 Pfennig, 1855 41 Pfennig, 1858 47 Pfennig. 1859 folgte auf den Aufschwung der Kohlen= und Eisenindustrie ein siarker Rückschlag und so sank der Preis für einen Zentner Kohlen in den Jahren 1859 bis 1863 von 42 auf 25 Pfennig herab. Die Möglichkeiten zu einer wirtschaftlich günstigen und schnellen Verteilung der geförderten Kohlenmengen waren noch nicht restlos erfaßt worden. Bei einzelnen Zechen waren die Absatzschwierigkeiten nur schwer zu überwinden. Die Bergarbeiterlöhne konnten in keiner Weise als hoch bezeichnet werden, wenn sie auch im Durchschnitt höher als die durchschnittlichen Tagelöhne lagen. Die Kumpels schlugen sich recht und schlecht durch. Viele Bergleute an der Ruhr besaßen Kotten und die Bearbeitung des eigenen Ackerstückes und auch das Halten von einem oder zwei Stück Vieh ließen den Kampf um das Dasein bei den von 1859 ab wieder fallenden Löhnen leichter ertragen. Bergleute für Rußland Im Frühjahr 1860 ging es eines guten Tages wie ein Lauffeuer durch die Stollen und Querschläge der Zechen in Altendorf, Dahlhausen, Essen, Weitmar und Bochum:„Für Südrußland werden Bergleute gegen schwere Bezahlung gesucht!“ Weiß der Teufel, wie und wo den Ruhrkumpels zuerst der Floh ins Ohr gesetzt wurde. Jedenfalls wurde die Sache unter den Bergleuten zum Tagesgespräch. Eine ganze Anzahl Kumpels, wohl die meisten, nahm die Angelegenheit mit dem beim Ruhrbergmann von jeher beobachteten Gleichmut oder auch Mißtrauen auf. Der Gedanke, nach dem so viele Tausende von Kilometer entfernten Rußland auszuwandern, erschien den meisten so abwegig, daß sie nur trockene Witze darüber zu machen vermochten— aber— tatsächlich befanden sich russische Werber im Ruhrland, die unablässig rührten und bohrten. Sogar einige Steiger ließen sich näher mit den Agenten ein. Ob der eine oder andere Steiger damals von den Agenten mit Geld geschmiert worden ist, ließ sich nie einwandfrei feststellen. Die Wahrscheinlichkeit spricht jedoch eher dafür als dagegen. Namentlich machte ein Steiger Hellmann aus der Essener Gegend die russische Angelegenheit zu seiner eigenen und anstatt auf das Soll der Kohlenförderung zu achten, hielt er den Kumpels im Schacht„Aufklärungsvorträge über das Märchenreich der Bergleute im Lande der donischen Kosaken". Wie ein süßes Gift drangen die Versprechungen in die Herzen der immer noch mißtrauischen und ablehnenden Ruhrbergmänner. Aber steter Tropfen höhlt den Stein. Zwei, drei, vier Mann hatten endlich Feuer gefangen und jetzt fingen auch diese von dem Schlaraffenland im Reiche des Zaren Alexander zu faseln an.„Wir werden jeder ein Haus mit viel, viel Land haben! Rußland hat ja so viel Land und so wenig Menschen!“„Auf den russischen Kohlengruben werden die Löhne in Gold, in viel Gold und Silber gezahlt und die Lebensmittel kosten fast gar nichts!“ „Warum sollen wir uns hier für die Zechenbesitzer an der Ruhr schinden, wenn wir da drüben in einem Lande arbeiten können, wo Milch und Honig fließt, wo für jeden Bergmann Löhne gezahlt werden, vor denen ein Ruhrsteiger sich verstecken kann?“ Es war wie eine Krankheit, von der Tausende von Ruhrkumpels befallen waren. Die Vernünftigen mahnten:„Ihr geht einem ungewissen Schicksal entgegen— und ein Spatz in der Hand ist immer noch besser als eine Taube auf dem Dach!“ Die Gewerken, das Oberbergamt. die Zeitungen warnten vor übereilten Entschlüssen, die als böses Abenteuer enden könnten. Die wenigen damals im Ruhrlande erscheinenden Zeitungen brachten unter dem 10. Juli 1860 nachstehende Notiz: „Die Nachricht, daß in der Gegend von Essen 1500 Bergleute angeworben wurden, um in dem Lande der donischen Kosaken auf Steinkohlengruben verwendet zu werden, ist kein günstiges Zeichen für einen guten Stand des heutigen Verkehrs auf dem Steinkohlenberzbau in dortiger Gegend, da man meinen sollte, daß die Leute, wenn sie regelmäßigen und ausreichenden Verdienst im Vaterlande hätten, sich nicht einem zweifelhaften Lose im fernen Lande und noch dazu in Rußland überlassen würden. Daß aber dieses Los ein mehr als zweifelhaftes sein muß, wird keinem, der einigermaßen russische Zustände kennt, verborgen bleiben können; die Aussichten, welche den Leuten heute hier von den Anwerbern vorgeführt werden, mögen noch so glänzend erscheinen. Wir erachten es nicht als eine müßige Aufgabe für eine Polizeibehörde, ein wachsames Auge auf diese ganze Angelegenheit zu haben, damit die vielleicht getäuschten Leute nicht über kurz oder lang, physisch und moralisch ruiniert, wieder in die Heimat zurückzukehren gezwungen sind. Auch für die Bergbautreibenden#t die Sache wichtig genug, da der Verlun von 1900 tätigen Bergleuten sich nur allzubald fühlbar machen und Einfluß auf die Löhne üben wird.“ Rottnungen und Warnung Die Kumpels ließen sich nicht belehren. Im Gegenteil, man pflichtete den rührigen russischen Agenten bei, daß man ihnen eine bessere Lebenshaltung nicht gönne, daß man einfach nicht wolle, daß ein armer Bergmann auch einmal ein reicher Mann werden könne. Sogar die Frauen der Bergleute wurden von den Versprechungen angesteckt, wenngleich bei den Frauen berücksichtigt werden muß, daß sie eben aus Liebe und Treue zu ihren Männern heraus gewillt waren, Heimat und Haus an der Ruhr zu verlassen. Der Tag der Abreise des ersten größeren Transports war schon festgesetzt. Am 25. oder 26. Juli sollte es losgehen. Jetzt wurden eine Anzahl Verantwortungsgefühl in der Brust tragender Männer des Ruhrgebiets hellhörig. Sie wußten: dem Wirtschaftskörper an der Ruhr lassen sich nicht so ahne weiteres 1500 tüchtige, geschulte Bergleute ohne fühlbare Folgen entnehmen. Die warnenden Stimmen wurden immer eindringlicher. Es fehlten aber die gesetzlichen Handhaben, um den russischen Werbern das Handwerk zu legen. Unter dem 14. Juli 1860 brachten die Zeitungen in der Grafschaft Mark nachstehende Warnung: „Die in hiesiger Gegend von russischen Agenten engagierten Bergleute werden, wie wir vernehmen, am 25. oder 26. Juli nach dem Orte ihrer Bestimmung abgehen. Die Reise geht über Berlin, Wien, die Donau hinunter nach Odessa, durch die Meerenge von Inikale nach Asow, dem Punkte der Landung, von wo die Bergwerke nur vier Stunden Weges entfernt liegen. Die Andeutung, daß die von russischen Agenten angeworbenen Bergleute am 25. oder 26. d. M. nach ihrem Bestimmungsorte,„im Lande der donischen Kosaken“, abreisen werden, bedarf der Berichtigung. Dem Vernehmen nach hat die hiesige Königliche Staatsanwaltschaft Veranlassung genommen, die Frage zur richterlichen Entscheidung zu bringen, ob es erlaubt ist, so planmäßig und in solchen Dimensionen die Auswanderung unter einem wichtigen und ehrenhaften Arbeiterstande zu veranlassen. Wir machen die Bergarbeiter darauf aufmerksam, daß die ihnen versprochenen Garantien uns wenig zuverlässig erscheinen, daß namentlich sehr geringe Wahrscheinlichkeit vorliegt, daß der Kohlenbergbau im Lande der donischen Kosaken, also in einem Lande ohne feste Ansiedlung, wo an eine lebenskräftige Industrie, diese einzige richtige Basis eines zukunftskräftigen Bergbaues, nicht zu denken ist, je zu einem bedeutungsvollen Aufschwung gelangt. Und wenn der Bergbau dort zum Erliegen kömmt, welche traurigen Aussichten!„Der Zar ist weit!“ heißt ein charakteristisches russisches Sprichwort, dessen Sinn kein anderer, als daß in Rußland an eine wirtsame Rechtshilfe für Innehaltung von Verträgen nicht zu denken ist. Vor einigen Jahren wanderten einige Hundert Bergleute vom Harz nach Brasilien aus, um in dortigen Silbergruben Arbeit zu nehmen. An glänzenden Versprechungen wird es auch diesen Armen gegenüber nicht gefehlt haben. Das traurige Resultat dieser Auswanderung war aber, daß bis jetzt ¾ dieser Verleiteten an klimatischen Fiebern in der traurigsten Armut der Bergbau war inzwischen zum Erliegen gekommen— gestorben sind und daß der Rest von der Mildtätigkeit besonders der Deutschen in Bahio erhalten wird, wo sie auf Geld zur Rückehr in die Heimat warten.— „Bleibe im Lande und nähre dich redlich!“ so rufen wir den nach der russischen Steppe sich sehnenden tüchtigen Arbeitern zu. Der Verdienst der hiesigen Bergleute hat sich durch die fortdauernde Ungunst der Verhältnisse sehr verringert; doch sind wir, wenn nicht alle Anzeichen täuschen, einer günstigeren Produktionsperiode nicht fern. Und ist es nicht immerhin vorzuziehen, im lieben Heimatland, wenn auch nicht ohne Einschränkungen, zu leben, als im fernen unzivilisierten Lande, dessen Sprache wie Gewohnheiten gleich freind sind, vielleicht etwas besser gestellt zu sein? Hier nicht zu denken an das wahrscheinliche„Vielleicht": daß die kühnen Hoffnungsbaue, die sich die Einbildungskraft der Auswanderungslustigen errichtet, als Luftschlösser erweisen und die traurige Not im Hintergrunde lauert!" Abschied von der Reimat Alles war jedoch vergebens. Die Verlockungen der Agenten waren stärker. Steiger Hellmann verstand es ausgezeichnet, die mit Zweifelsfragen auf ihn Einstürmenden zu beschwichtigen.„Laßt euch nicht ins Bockshorn jagen! Sie gönnen uns nichts, das ist alles!“ Die Kumpels, die in den Ruhrbergen ihre Kotten liegen hatten, verkauften sie um einen Spottpreis. Andere verramschten die Einrichtungen ihrer Wohnungen. Alles wurde zu Geld gemacht. Die Kramjuden in den Städten rieben sich die Hände. So gute Geschäfte hatten sie lange nicht gemacht. Der ursprünglich auf den 25. oder 26. Juli festgelegte Abreisetag wurde bis Anfang August verschoben. Nun gab es kein Zurück mehr. Jetzt packte manchen Kumpel doch das Gefühl, daß er sich auf ein Wagnis eingelassen hatte. Die Gewißheit, daß sie zu vielen Gefährten waren, ließen jedoch die aufsteigenden Bedenken niederkämpfen. Jetzt hieß es Abschied nehmen vom Ruhrland, von der märkischen Heimat, vom Vaterlande, von Preußen, von Verwandten und Bekannten. Wieviel Tränen damals, als die Abschiedsstunde schlug, geweint wurden, läßt sich nicht beschreiben. Das läßt auch die dürftige Zeitungsnotiz vom 3. August 1860 nicht erkennen, die da lautet: „Heute vormittag sind die Bergleute, welche sich zu der Expedition nach Südrußland aus dem Essener und märkischen Bergamtsbezirk gemeldet hatten, abgereist. Der Bahnhof zu Altenessen, wo dieselben den bereitgehaltenen Extrazug bestiegen, faßte nicht die Tausende von Verwandten und Bekannten, welche gekommen waren, den Scheidenden noch ein Lebewohl nachzurufen und der Zugführer mußte den Zug behutsam aus dem Menschengewimmel hinausführen. Daß es dabei manch tränenschweren Abschied gab, läßt sich denken. Die Zahl der von hier Abfahrenden beträgt 312 Männer, 19 Frauen und 102 Kinder unter 12 Jahren. Der Extrazug bringt sie zunächst nach Dresden, von wo sie über Prag und Wien nach Triest fahren, um von dort aus per Schiff ihren neuen Bestimmungsort zu erreichen. Sie werden geführt von den beiden Obersteigern Rübe und Hellmann, haben ein eigenes Musikkorps, 12 Mann stark, bei sich, und führten eine mit bergmännischen Emblemen verzierte Fahne.“ Welttälticher Tioniergeilt Die nach Rußland fahrenden Bergleute sahen fast ausnahmslos zuversichtlich der Zukunft entgegen. Westfälischer Pioniergeist, zäher Lebenswille, wurden wach und trotzten den kommenden Dingen.„Schreibt uns sofort, wie ihr alles drüben vorfindet, damit wir recht bald nachkommen können!“ so riefen die zurückbleibenden Kumpels ihren Kameraden nach.„Auf ein frohes Wiedersehen im Lande der donischen Kosaken!" Die mitgeführte Musikkapelle ließ flotte und lustige Marschweisen erklingen— und dann rollte der Zug gen Sachsen, zunächst nach Dresden. Im Jahre 1860 war eine mehrtägige Eisenbahnfahrt nicht im entferntesten ein Vergnügen wie etwa heute. In Kolliwagen saßen die Menschen enggepfercht beieinander, auf ihren Gepäckstücken oder auf dem Fußboden. An ein Ausstrecken zum Schlafen war nicht zu denken. Die kleinen Kinder weinten und die Mütter waren wahrhaftig nicht zu beneiden. Es waren Familien mit vier, fünf oder gar sieben Kindern unter 12 Jahren darunter. Schwierig war die Trinkwasserversorgung. Es hatten damals noch längst nicht alle Bahnhöfe Trinkwasser=Zapfstellen aufzuweisen. Die Ruhrkumpels ließen den Mut nicht sinken und der rauhe, aber herzliche, westfälische Humor half über manche schwierige Situation hinweg. Für die ersten Tage hatten sich die Auswanderer mit Lebensmitteln einigermaßen versorgt. Sachsen war damals schon Ausland. Doch auch dort kam ein Gefühl für die Fremdheit des Landes nicht auf, denn es wurde ja überall deutsch gesprochen. Mit Staunen und Bewunderung sahen die Kumpels fremde Länder, hohe Berge und unbekannte Flüsse und Ströme. Prag wurde passiert und dann kam Wien. Nirgends aber blieb den Reisenden Zeit, aussteigen und die unbekannten Wunderdinge näher in Augenschein nehmen zu können. Abgesehen von den oft mehrstündigen Aufenthalten auf den größeren Bahnhöfen rollte der Zug Tag und Nacht nach Südosten. Schon die Eisenbahnfahrt bis Wien dauerte so lange und noch lag die lange Schiffsreise vor den Auswanderern. Ueberall wurden sie angestaunt und angegafft wie Wundertiere. In Sachsen, in Böhmen und Oesterreich kamen die Landfrauen mit Kannen voll Milch zu den Zügen. um den Müttern mit den vielen kleinen Kindern zu helfen. Das war einfaches, selbstverständliches Helfenwollen, das war edeles Menschentum ohne viele Worte. In Wien endete die Eisenbahnfahrt. Den Plan, die Leute aus Westfalen weiter nach Triest zum Adriatischen Meer und von dort aus mit dem Schiff zum Schwarzen Meer zu befördern, hatte man wieder fallen lassen. Von Wien aus ging die Reise mit Donauschiffen weiter gen Rußland. Bis zur Abfahrt des Donauschiffes könnte es noch einen Tag dauern, es könnten aber auch noch zwei oder drei Tage vergehen, hieß es. Die Kumpels, die Frauen und Kinder waren nicht böse darum. Man brauchte wenigstens nicht mehr in den engen Kolliwagen mehr auf= als nebeneinander zu hocken. In Wien schien eine warme Sonne. Man war guter Dinge. Die zur Reige gegangenen Lebensmittelvorräte konnten ergänzt werden, allerdings nur gegen schwere Bezahlung. Jetzt traten die ersten Schwierigkeiten mit dem Geldwechseln auf und die Kumpels sind oft dabei über die Ohren gehauen worden. Unterkunftshäuser gab es nicht für die Auswanderer. Man hätte unter freiem Himmel übernachten müssen, wenn sich nicht eine größere Anzahl Wiener Bürger wenigstens der Frauen mit den kleinen Kindern erbarmt hätten. Mit Wehmut dachten die Männer an die Bequemlichkeit, die sie noch vor kurzem im eigenen Hause im Ruhrlande hatten. Endlich bieß es, daß das Schiff bestiegen werden könne. Das Donau=„Schiff“ war nur ein größerer Frachtkahn, der sonst zur Beförderung von Tierfellen oder auch Getreide diente. War es im Eisenbahnzug schon drangvoll eng für die 463 Männer, Frauen und Kinder, so spottete die Enge auf dem Schiff jeder Beschreibung. Es war einfach unmöglich, alle Menschen auf einem Donaukahn zu befördern. Man mußte noch ein zweites Schiff hinzunehmen, aber auch jetzt boten beide Kähne noch längst nicht genügend Platz. Alles Schimpfen und Wettern nützte nichts, man mußte sich behelfen. Schließlich stießen die Kähne vom Ufer ab und nahmen ihren Kurs stromabwärts, dem Schwarzen Meere zu. Langsam entschwanden die Türme Wiens in der Ferne. Endlose Fahrt Bis zur ungarischen Hauptstadt Budapest boten sich den Reisenden eine Fülle abwechselnder und reizvoller Landschaftsbilder auf beiden Seiten des Donaustromes. Hinter Budapest aber wurde es eintönig, und seufzend erwartete man das Ende der Fahrt— das aber war noch weit. Nach Tagen tauchten die Gipfelzüge der Transsylvanischen Alpen auf und das vorher so breite Stromtal wurde enger und enger. Die Stromschnellen vor und hinter dem„Eisernen Tor“ erforderten die ganze Aufmerksamkeit der Steuerleute, damit die Schiffe nicht gegen die Felswände geschleudert wurden. Bei der sausenden Fahrt wurde den Frauen und Kindern angst und bange und ihr Wehgeschrei hallte von den steinernen Steilufern des Stromes wider. Dann wieder weitete sich das Land zur Tiefebene der Walachei. Die Donau erlangte hier eine Breite, daß man kaum die flachen, versumpften Ufer erkennen konnte. Man merkte kaum, daß die Schiffe fuhren. Die Nächte auf dem Wasser waren eisig kalt und Erkältungskrankheiten machten sich fast bei jedem der Reisenden bemerkbar. Die Städte Rustschuk, Silisuria, Hirsawa, Galata und Ismail glitten vorüber und endlich, endlich, langte man in Wilkow. einer kleineren Hafenstadt an einer der Donaumündungen, am Schwarzen Meer an. Fremd, unsagbar fremd, erschien den westfälischen Bergleuten das Land, die Menschen, alles. Die Sprache war nicht zu verstehen. Die mitfahrenden russischen Agenten ließen sich nur selten sehen, da sie allen auf sie einstürmenden Fragen aus dem Wege gehen wollten. Von den Dünsten der durchfahrenen fieberschwangeren Sümpfe der Walachei waren viele Kinder schwer erkrankt und als man in Wilkow anlangte, hatte man die Leichen von vier kleinen Kindern an Bord. Sie wurden am Ufer in notdürftig zusammengeschlagenen Kisten der Erde übergeben. In Wilkow mußten die Rußlandfahrer ein anderes, größeres Schiff, einen Segler, besteigen. Die Stimmung war sehr bedrückt und noch bedrückter wurde sie, als das Schiff bei starkem Wellengang zu schaukeln begann und fast alle seekrank wurden. Der Kurs wurde zunächst auf Odessa genommen. Noch immer aber war das Ziel nicht erreicht. In Odessa lag das Schiff zwei Tage im Hafen, da noch Waren für Sewastopol geladen wurden. Weiter ging die Fahrt. Der Wind schlug zum Sturm um und die Unglücklichen mußten die Leiden einer stürmischen Seefahrt bis zur Neige kosten. Endlich tauchten die Festungswälle von Sewastopol mit den drohenden Kanonenrohren auf. Niemand durfte an Land gehen. Es hatte auch niemand Sehnsucht danach. Nur aus Ziel der schier endlosen Reise wollte man gelangen. Die Meerenge von Kertsch, die das Schwarze Meer mit dem Asowschen Meer verbindet, wurde durchfahren und nach weiteren zwei Tagen legte das Schiff im Zielhafen, in Taganrog. an. Müdigkeit und die schon verzweifelt gewordene Stimmung waren gewichen, denn nun würde man in wenigen Stunden ganz am Ziel sein. Auf Ochsenkarren, über teils holprige, teils verschlammte Wege, die die Bezeichnung Straße nicht verdienten, langte die Karawane am Bestimmungsort zerschunden an, in Gruschewst, dem Mittelpunkt des Kohlengebietes im Mündungsbereich des Don. Man war am Ziel! (Fortsetzung folgt) * Der Reiseweg der Vergleute SROSTc aeUreees WOCHEN-BEILAGE DES„BOCHUMER ANZEIGER“ 2. BLATT 46. WOCHE * EINIS MELIUFHINZT Lieber Mind, geh um das Haus, Geh auf leisen Füßen. Süßer Ruch von Tau und Feld Soll mein Söhnchen grüßen. Braus nicht wild in Zorn und Graus, Lieber Wind, geh sacht ums Haus. Lieber Regen, Klopf das Dach, Segne alle Erde. Sors, daß meinem Söhnchen Frucht Aus der Feuchte werde. Tropf und Klopf und tropf gemach, Lieber Regen, auf das Dach. Liebe Sonne, guter Stern, Trocine alle Schollen, Die dem Söhnchen gufes Brot Liebend schenken wollen. Ahren wosen nah und fern, Liebe Sonne, guter Stern. Liebe Welt— nimm du ihn auf. Sich— sein Kleines Leben Ist aus meinem bangen Schofs Dir anheimgegeben. Bald nimmt er zu dir den Lauf, Liebe Welt— nimm du ihn auf. Liebe Engel, wartet sein, Wenn in dunklen Nächten Um des Kindes süßes Herz Tod und Teufel fechten. Laßt mein Söhnchen nicht allein, Liebe Engel, wartet sein. Lieber Himmel, sei ihm guf, Wenn nach langen Tagen Ihn die müden Wanderschuh Still zum Ende fragen. Nimm ihn, daßs er selig ruhf, Lieber Himmel, sei ihm gut. I. K. Hesse sie muß nach Möglichkeit jede Woche einen Raum ihrer Wohnung ganz gründlich reinmachen, damit sie nicht „großen Hausputz“ vor Festen und Feiertagen ansagen muß und damit ihren Mann tagelang aus dem Hause jagt, denn jeder Mann— und sei es der nachsichtigste— fürchtet sich vor dem Großreinemachen und den damit verbundenen Störungen seines häuslichen Friedens. Zur richtigen Zeiteinteilung gehören so viele Kleinigkeiten — wie unangenehm, wenn man beispielsweise erst beim Kochen merkt, daß der Essig fehlt! Dann muß die Hausfrau ihre Arbeit unterbrechen, sich anziehen und zum nächsten Geschäft laufen— wie schnell ist dann eine kostbare halbe Stunde verloren! Und das Wirtschaftsgeld! Muß eine Frau nicht auch Rechenkünstlerin sein im wahrsten Sinne des Wortes? Was für ein schönes Gefühl ist es, wenn das Wirtschaftsgeld gereicht hat, und sie kann sogar am Ende des Monats einen winzigen Betrag in die Sparbüchse stecken! Oder, wenn die talentvolle Rechenkünstlerin den Lohn ihres Mannes so gut verwaltet hat, daß man den vierzehntägigen Urlaub draußen verbringen kann, um beiderseits neue Kräfte für den Alltag zu sammeln. Heinzelmännchen, die des Nachts die Arbeit tun, gibt es leider nur im Märchen, die Arbeit aber und die täglichen Haushaltspflichten sind rauhe Wirklichkeit! So muß die Hausfrau eben selbst Heinzelmännchen sein und alle Arbeiten mit viel Talent und viel Liebe besorgen, um Mann und Kindern ein harmonisches Zuhause geben zu können! A. Sderigerrlase Keingunig Wöllerter Nieider Prädermänlde Erzehen ii Serneksel und Ineinanderlaufen der Farben zu vermeiden. Im Gegensatz zum baumwollenen Strumpf, der kalt geschwenkt wird, spült man den wollenen nach leichtem Reiben und Drücken in lauem Seifenwasser in warmem, klarem Wasser aus. So geht er niemals ein und bleibt geschmeidig und weich. Zartwollene Herren= und Damenunterwäsche endlich wird in der gleichen Weise wie Säuglingswäsche Kleidungsstück, was es auch immer sei, jegliches An= Winke zur Wiederherstellung sehen.„Das Waschen darf lediglich ein Eintauchen, chener Farben. Die Verwendung von Cermefarkurzes Ziehenlassen und leichtes Drücken des wallenen ben ist bekannt. Abgekochte Apfelsinenschalen geben, der Stärke oder dem Spülwasser zugesetzt, einen hübschen gelblichen Ton, ebenso die Blüte der Königskerze. Teeaufguß erzeugt eine grünliche Tönung, Kaffee eine bräunliche. Man mache aber immer erst eine Probe an einem Stoffflicken derselben Art. Rosa färbt man mit roter Tinte, Blau mit Waschblau nach. M. H. Mit Beginn der kühleren Tage gewinnt die Wollkleidung in unserem Leben wieder an Bedeutung. Wollene Sachen wollen sehr sachgemäß behandelt und gereinigt werden. Material und Farben sind sehr empfindlich. Sehr wichtig ist vor allem, daß man Wollsachen öfters reinigt und nicht erst, wenn erheblicher Schmutz Reiben und starkes Drücken erfordert. Das kann die Wolle nicht vertragen, macht sie rauh und nimmt dem die leiseste Bewegung. Diese beinah knochigen Hände packen zu, und halten fest, bis sich die Form vom spröden Material löst. Tausende von Frauenhänden begegnen uns im Leben: zarte, wohlgepflegte, rauhe und rissige, die von der Arbeit zeugen, plumpe und grobe, aber ge= Mutterhände— sie sorgen für alle! hört ein—— Schicksal! Zehn Finger und 53 Tasten Jeden Morgen um einhalb acht Uhr begegnen mir diese Hände in der Elektrischen, d. h. nicht jeden Morgen; denn Sonntags sehe ich sie nicht, auch gibt es einmal im Jahr eine Spanne von drei Wochen, wo mir die Hände nicht begegnen, dann weiß ich jetzt ist Urlaubszeit! Die Finger dieser und schmal, nur die Fingerkuppen verbreitern sich etwas, und die Nägel sind kurz und rund geschnitten. An den beiden Mittelfingern sind die Nägel abgeschliffen, manch: mal sogar an den Ecken etwas abgebrochen. Dus kommt daher, daß diese Finger täglich viele Male über die 53 Tasten der Schreibmaschine fliegen müssen, täglich viele Male tippen diese Finger,„sehr geehrter Herr...“. Der Mittelfinger der rechten Hand hat eine kleine Verdickung, einen„Schreibknubbel“, der kommt vom Bleistift. Täglich viele mal wird ja in den Stenggrarzig, block geschrieben— im Lauf der Jahre zeichnet sich dann die Spur. Das Händepaar gehört zu einem tung aufgeschossenen blonden Mädel. Jetzt mag sie 23 Jahre alt sein, als ich sie zum ersten Mal sah, war sie eben achtzehn. Aber die Hände mit den abgeschliffenen Nagelkuppen, mit dem„Schreibknubbel“ am rechten Mittelfinger, sind fest und energisch, wenn sie in den Abendstunden oft etwas ermüdet im Schoß ruhen— wie schön ist es, wenn man müde vom Arbeiten sein kann! Hände unter Glas arbeiten mit Giften Ich kenne ein Paar Hände unter Glas Hände, die einer 25jährigen jungen Frau gehören. Sie sind abe nicht etwa aus Wachs gebildet und stehen nicht in einem Museum, sie sind nicht aus Marmor gehauen, wie die Hände der Königin Luise, die man heute als kostbaren Besitz einer Staatsgalerie bewundern kann, nein, diese Hände arbeiten unter Glas! Sie gehören einer Chemikerin, die in einem Laboratorium arbeitet. Die Hände stecken in Gummihandschuhen, sie sind wie vom Körper losgelöst; denn die beiden Handgelenke werden nur durch zwei enge, schmale Oeffnungen in den Glaskasten eingeführt. Hier hantieren die Hände mit den gefährlichsten und stärksten Giften, die es gibt, mit Giften, wo eine winzige Menge einen Menschen töten kann. Diese Hände müssen jeden Tag genau untersucht werden, ob sich auch nicht die kleinste Verletzung an ihnen zeigt. Ein winziger, kaum sichtbarer Riß der Haut kann die Eingangspforte für den Todeskeim sein! Täglich werden diese Hände dick eingefettet, ehe der Gummihandschuh übergezogen wird. Die Chemikerin sieht nur durch den Glaskasten, wie ihre Hände arbeiten. Sie sieht, wie ihre Finger furchtlos mit den Bakterienkulturen hantieren, wie sie sorgsam Ampullen und Röhrchen füllen, deren Inhalt tausenden von Menschen— unaufmerksam behandelt— den Tod bringen können, die sich aber unter den sorgsamen Händen im Glaskasten in Segen verwandeln. Nach getaner Arbeit schlüpfen diese beiden Hände aus der engen Eingangspforte des Glaskastens, streifen die Gummihandschuhe ab, werden in einem Desinfektionsmittel gewaschen— und dürfen sich den Rest des Tages außerhalb des Glaskastens zeigen! Ein Paar Hände formen junge Tiere Zwei schlanke, nervige Frauenhände formen aus einem ungefügen grauen Klumpen Ton lebendigste Natur. Aus diesen Händen ist ein entzückender junger Esel hervorgegangen, ein Fohlen, das noch ängstlich auf seinen überhohen Beinen steht, und jeden Moment davon rennen will, ein junges Zebra, ein Rehkitzchen— nein, man kann all die vielen Tiere nicht aufzählen, die diese feinen, schlanken Frauenhände der Natur nachschufen. Diese Hände gehören einer deutschen Bildhauerin. Wer ihr einmal beim Arbeiten zuschauen durfte, der vergißt dies nie wieder. Ihre Finger sind wie lebende Wesen, sie schmeichelt dem spröden Stoff die blutwarme Form ab. Man hat das Gefühl, als verhielten ihre Tierfiguren nur einen Moment lang in der vorgeschriebenen Stille, um im nächsten Moment davonzutollen. Die Hände der Bildhauerin arbeiten schnell, kaum kann man den Bewegungen der Finger mit den Augen folgen. Der Laie hat das Gefühl, als zögen sie aus dem Material die Form heraus. Es wächst das Leben unter den Fingern, ein Druck der Fingerspitzen, und schon ist irgend eine typische Bewegung entstanden. Dabei wird von diesen Händen Kraft gefordert, genau so, wie Mutterhände gibt es Tausende in der Welt, sie gleichen sich nicht, denn es gibt gepflegte, weiße, weiche und harte, verarbeitete mit Runzeln und Runenzeichen der Arbeit— aber alle tun dasselbe: sie schaffen für einen anderen. Mutterhände dürfen nie ruhen, sie werden nie fertig mit der Arbeit! Aber das ist ihnen selbstverständlich! Das war so, das ist so und wird auch immer so sein. Die großen Maler aller Zeiten versuchten, die Hände ihrer Mutter im Bild festzuhalten. Dürer malte die harten verarbeiteten Hände seiner Mutter, die Hände der Arbeiterfrau, die wohl im Leben nicht einen Augenblick lang ruhen durften, diese Hände mit den schmerzhaften Gichtknoten, verbraucht und verarbeitet— für andere. Lucas Cranach malte die Hände von Katharina von Bora, Luthers Frau. Es sind große breite Hände, mütterliche Hände, die gewohnt sind, Gaben zu geben, Trost zu spenden. Hände, wie sie noch heute die deutschen Pfarrersfrauen haben, liebe Hände, die aber auch zufassen können, wenn es mal not tut. Anselm Feuerbach malte schlanke, gepflegte weiße Hände, die Hände seiner Mutter. Auch das sind keine jungen Hände mehr, sie sind zart, fast gebrechlich— und doch haben sie unermüdlich geschafft für den großen Sohn. Wieder und wieder malten unsere Künstler die Hände der Frau aus dem Volk, die Hände der Bäuerin die das Brot teilt, die der Erde in so harter Arbeit ihr Gut abringt. Sie malen die Hände der Frau mit den vielen Kindern, die streicheln und strafen können, und die stolz sind auf die Runzeln und Risse. Mutterhände, an der Schwelle des Alters sieht man es ihnen an ob sie es leicht oder schwer hatten: Ihre Pflicht taten sie immer! Senta Neckel. Die TGleritvene Piauslrau Was muß eine gute Hausfrau nicht alles können! Wohl in keinem anderen Beruf wird eine solche Vielseitigkeit gefordert, wie gerade hier. Man muß sich nur einmal richtig überlegen, wie viele unzählige, verschiedene Anforderungen täglich an die Hausfrau und Mutter gestellt werden, die wirklich mit Talent und praktischem Sinn gelöst werden wollen. Ihr Tagesprogramm beginnt schon morgens früh, wenn sie ihren frühstückenden Mann— selbst bereits adrett angezogen— versorgt. Von ihr allein hängt es ab, ob der Mann in Eile nervös seinen Kaffee herunterstürzt, oder ob er nach einem gemütlichen Frühstück, verbunden mit dem Genuß der Morgenzeitung, gutgelaunt das Haus verläßt mit dem Bewußtsein, nicht zu spät ins Geschäft zu kommen. Kommt der Mann abends wieder nach Hause, so will er nicht gleich bei seinem Eintritt überschüttet werden mit einem Schwall kleiner Sorgen und Verdrießlichkeiten! Eine kluge Frau weiß das und wird sich hüten,„ihm“ seinen Feierabend zu verderben. Mit lachendem Gesicht kommt sie ihm an der Flurtür entgegen, hilft ihm aus dem Mantel— er merkt gar nicht, was sie in der Zwischenzeit alles getan hat: die Kinder angezogen, ihnen Frühstück gegeben, sie zur Schule geschickt, die Wohnung aufgeräumt, eingekauft, gekocht, dazwischen gebügelt, nach dem Essen mit den Kindern Schulaufgaben gemacht, dem Töchterchen ein Kleid für die Puppe zugeschnitten, Kohlen bestellt, gespült, dann genäht, das Essen für den Mann zubereitet, sich selbst angezogen, den Abendbrottisch gedeckt— sie setzt ihren Stolz hinein, abends, wenn„er“ nach Hause kommt, mit allem fertig zu sein, ihn nichts von den vielen Kleinarbeiten des Haushalts merken zu lassen und ihm immer — auch wenn sie manchmal wirklich keinen Grund dazu hat— ein fröhliches Gesicht zu zeigen. So ist der Feierabend für den Mann gemütlich und harmonisch, und er findet in seiner Frau eine gute Kameradin und Beraterin für seine Berufssorgen und seine Interessen, er wird sich den ganzen Tag auf den Abend im Kreise seiner Familie freuen. Ein Talent ist für jede Hausfrau besonders wichtig, nämlich das der praktischen Arbeits= und Zeiteinteilung. Ohne Organisation ist es nicht möglich, einen Haushalt reibungslos zu führen und allen Pflichten nachzukommen. Die Hausfrau muß verstehen, während des Kochens gleichzeitig die Küche aufzuräumen, jedes noch so kleine Loch direkt zu stopfen, bevor es ein riesengroßes geworden ist, morgens nach dem Frühstück möglichst zeitig einzukaufen weil dann die Geschäfte leer sind und sie ihre Zeit nicht mit unnützem Warten zubringen muß; sehen. Das Waschen darf lediglich ein Eintauchen, türzes Ziehenlassen und teichtes Dracken des wollenen Gegenstandes sein. Niemals ein Reiben oder gar Winden. Ebenso wesentlich ist es, daß man Wollsachen Stück für Stück gesondert wäscht. Denn selten nur liegt es ganz außer jedem Zweifel, ob Wolle und Farbe tatsächlich waschecht sind. In den seltensten Fällen aber kann man, dem wohlmeinenden Rat mancher Rezepte folgend, eine verdeckte Stelle oder einen Zipfel finden, an welchem man die Waschechtheit des ganzen Stückes auspropiert, denn gar zu leicht saugt sich die Nässe weiter. Und auch dann noch ist die Gefahr nicht ganz behoben, daß, zumal bei mehrfarbigen Sachen, ein Ton ein wenig ausläuft und am Ende in ein anderes Stück hineinziehen könnte. Farbige Kleider, Pullover und Westen wäscht man am besten in kalter Lauge mit Seifenflocken, das stark genug ist, selbsttätig reinigend auf das Stück zu wirken. Das Spülen geschieht gleichfalls am besten in kaltem, klarem Wasser. Bleibt dann nach leichtem Ausdrücken im Gewebe noch Nässe zurück, so soll man diese keinesfalls abtropfen lassen, sondern man wickelt das Stück glatt und faltenlos in Frottiertücher ein welche man so lange wechselt, bis die Wolle tropsenfrei geworden. Nun breitet man das Kleidungsstück mit der linken Seite nach oben über ein reines Tuch flach auf den Tisch(vielleicht auch auf den Boden an einer ruhigen Stelle) und zieht es in der Form schon so zurecht, daß sich das der Wolle nicht sehr zuträgliche Bügeln erübrigt. Weder Sonne noch Hitze sollen das Trocknen der Wollkleidung beschleunigen, will man vermeiden, daß der Faden hart und spröde wird. So behandelt, wird das Wollkleid nach dem Waschen wie neu erstehen. Weißwollene Sachen kann man schon eher in leicht angewärmter Seifenlauge waschen und in leichttemperiertem, klarem Wasser spülen. Angefleckte Stellen tupft man ab und erhöht die bei weißen Sachen etwas stärker erforderliche Reinigung durch mehrfaches Schwenken und Wechseln der Seifenlauge. Sportschals können, einmal in trockenen Tüchern abgetropft, im warmen Zimmer freihängend trocknen. Doch keinesfalls in der Nähe des Ofens. Wollene Säuglingswäsche muß in der Regel lauwarm gewaschen werden. Ist eine Stelle so befleckt, daß Tupfen und Schwenken allein nicht genügen, so drückt man die Stelle mit zarter Hand wieder in frischer Lauge. Das Reiben sucht man solange wie nur irgendmöglich zu umgehen. Denn gerade bei der Kinderwäsche ist es besonders wichtig, daß der Wolle das Schaumig=Weiche erhalten bleibt, das dem zarten Körperchen die Wärme gibt. Spröde Wolle aber wärmt nicht mehr. Ist es nötig, die kleinen Sachen auszubügeln, muß dies mit besonderer Vorsicht geschehen. Farbige wollene Strümpfe. Herrensocken, Sportstrümpfe, Damen= und Kinderstrümpfe, wäscht man am besten jedes Paar für sich, um jegliches AusHandarbeiten injeder Wohnung Jetzt ist so recht die Zeit Handarbeiten zu machen, mit denen man für die hübsche Ausstattung der Wohnung beitragen kann. Decken, Kissen, Kaffeewärmer, Lampenschirme— alles was von solchen Dingen in ein Heim gehört, kann jede Frau selbst arbeiten. Es gibt so manche freie Stunde am Tage, in der Zeit für Handarbeiten bleibt. Für Herrenzimmer sind immer noch die dunklen matten Farben, Braun, Kupfer, Grau, Altgold, modern. Auch die Muster und Arbeitsarten haben sich kaum geändert. Man bevorzugt besonders Kreuzsticharbeiten und Kelim, beides für heraldische und altdeutsche Muster, das heißt also kunstvolle Zeichnungen in Art der Wappen und Tiere, wie Löwen, Tiger, Rehe usw. Diese Muster wirken voll und massig, erfordern viel Arbeit und geschmackvolle Farbenkombinationen. Seidenstickereien sind fast ganz verschwunden, sie gehörten auch wohl nur in die Salons, die in moderneren Wohnungen, bei denen alles auf Zweckmäßigkeit eingestellt ist, keinen Platz mehr haben. Man legt heute viel mehr Wert auf die Ausgestaltung der Wohn= und Eßzimmer und der Erker oder Wintergärten. In diese Räume gehören frische, lebendige Decken und Kissen. Auf eine Couch mit einfachem Ueberzug passen keine schweren, pompösen Kissen, ebenso wenig wie in ein naturfarbenes Zimmer Stickereien gehören. Als Grundmäterial für die Handarbeiten nimmt man heute Leinen, Halbleinen und zuweilen Kunstseide. Alles wird bestickt, mit Streublümchen im Kreuzstich oder Plattstich, mit altdeutschen Mustern, formschönen großen Blumen. Ganz verschwunden sind die früher beliebten Ornamente aus Strichen, Rechtecken, Kreisen, Muster, die sich mathematische Gehirne ausgedacht hatten und die so recht ein Niederschlag der übertriebenen Sachlichkeit waren. Heute sind unsere Handarbeitsmuster lieblicher und freundlicher. Ganz besonders hübsch sind einheitliche Zusammenstellungen von Kaffeedecke, Servietten und Kaffeewärmer. Auf hellem Leinen arbeitet man in Kreuzstich das breite Randmuster der Decke in zartgetönten Farben, dazu dasselbe Motiv in die Ecken der Servietten, und auch der Kaffeewärmer zeigt das gleiche Muster. Besonders Blau auf Weiß ist heute viel zu sehen, es wirkt immer frisch und sauber Man braucht keine Sorge zu haben, daß sich die gestickten Leinendecken nicht gut waschen lassen. Alle Farben der Garne, die heute verwandt werden, sind lichtecht und waschecht. Wir wollen schon früh beginnen... RS R sh * Ein praktisches und schönes Weihnachtsgeschenk, das jedem Freude bereiten wird. Reisekissen und=decke kann man wunderschön in einer kunstseidenen Tasche mit Reißverschluß unterbringen, die so ausgefüllt ein weiches Kissen ergibt. Eleganz und Zweckmäßigkeit vereint sich in dieser Neuerung. Anleitungen zum Nacharbeiten erübrigen sich, da die Tasche ja sehr einfach herzustellen ist. Scherl-Bilderdienst. Der Srick mit dem Zehnmarkschein Von Hans Bauer Der echte Bellachini ist seit genau einem halben Jahrhundert tot, aber sein Name lebt und ist Gemeingut der kleineren unter den Magiern, die noch nicht mit einem eigenen, leuchtenden Namen aufwarten können. Heute Abend tritt im Ort ein Bellachini auf, und Christian hat zufällig gehört, wie sich in den Nachbarflecken, durch die Bellachini bereits gekommen ist, die Vorstellungen abgespielt haben. Unter anderem geschieht dies, daß der Magier einem der aus dem Publikum auf die Bühne gerufenen Herr von einem andern Herrn aus dem Publikum einen Zehnmarkschein aus einer Tasche ziehen läßt. Die Vorstellung beginnt. Der Zauberer zeigt wunderliche Sachen, und schließlich kommt der Zeitpunkt, da zwei Herren auf die Bühne gewünscht werden. Christian meldet sich zuerst, unter der schmunzelnden Anteilnahme der Zuschauer, die es wissen, welcher Schabernack mit solchen Zauberer=Assistenten angestellt zu werden pflegt. Aber Christian scheint es nicht zu genieren, daß der Magier von ihm verlangt, daß er feierlich bestätige, was jeder sieht, nämlich, daß ein vorgezeigtes Tuch von blauer Farbe ist, oder daß er subalterne Handreichungen mache. Kaum glaublich Plötzlich jedoch steigt Christian von der Bühne herunter.„ 44.7 66h S1. Der Zauberer sieht ihm überrascht nach.„Heh, Sie“, ruft er den Christian an,„was ist los? Ich brauche Sie noch!“. Ehristin A. „Muß nach Hause“, entgegnet Christian,„eine Sau ist krank geworden!" „Was denn? Wieso denn? Woher wollen Sie denn das wissen?" „Ich habe eine hellseherische Nachricht bekommen", sagt Christian, läßt sich im übrigen auf nichts mehr ein und wendet sich dem Ausgang zu. Der Zauberer, eben noch die Ruhe, Ueberlegenheit und Kaltblütigkeit in Person, ist mit einem Male überaus nervös geworden, springt von der Bühne herunter und ruft dem Ausreißer nach:„Wir sind ja noch nicht fertig miteinander, ich muß mit Ihnen erst noch mein Zehnmarkschein=Experiment machen!" Indessen, Christian ist bereits verschwunden. Es verdient noch erwähnt zu werden, daß Christian auf dem Nachhausewege, übrigens, ohne sonderlich erstaunt darüber zu sein, einen Zehnmarkschein in seiner Brusttasche vorfand, von dem er hätte schwören können, daß er ihn bis zum Zeitpunkt seines Gastspieles auf der Bühne nicht besessen hatte und von dem dennoch feststand, daß er ihn sich keineswegs unrechtmäßig angeeignet hatte. Schlechte Empfehlung „Ich möchte mir gern den Wachhund ansehen, den Sie zum Verkauf angeboten haben.“ „Ach, mein Herr, so ein Pech— der Hund ist mir in der letzten Nacht gestohlen worden!" Dann allerdings „Ist Ihnen auch klar, um was Sie mich bitten, junger Mann? Es handelt sich um meine Lieblingstochter!“ „Oh, das wußte ich nicht. In dem Falle tut es auch eine von Ihren anderen Töchtern!" Der Alleinerbe „Mein Freund ist mit einem Schlage reich geworden!" „So?“ „Ja, mit dem Schlag, der seinen Onkel getroffen hat!“ Der genügsame Gast „Es ist schrecklich mit meinem Magen. Seit vierzehn Tagen halte ich strengste Fastendiät. Ich lebe fast nur von Haferschleim und Wasser." „Ach, wie traurig! Wollen Sie nicht heute abend mein Gast sein?“ Auch eine Schmeichelei Sie:„Da lese ich in der Zeitung, daß die Durchschnittsfrau täglich etwa zehntausend Worte spricht!“ Er:„Na also ich habe doch immer gesagt, du stehst hoch über dem Durchschnitt.“ Das Andenken „Und nun, geliebte Erika, nachdem Sie mich nicht erhört haben, werden Sie mir nun wenigstens ein gutes Andenken bewahren?" „Nun ja, geben Sie es her!“ Kurz und bündig Es ist eine langweilige Premiere im Theater. In der Pause begegnen sich in den Wandelgängen zwei Freunde. Bevor sie einander begrüßen, gähnt der eine. „Das ist auch meine Meinung!“ sagt der andere. Nur keine Umstände. Endlich hatten die beiden den Gipfel des Berges erklommen, und das gewaltige Panorama lag zu ihren Füßen.„Oh, nun haben wir das Glas zu Hause gelassen!“ rief sie ärgerlich aus.„Laß nur, Schatz!“ beruhigte er sie gutmütig, während er den Rucksack auspackte,„es ist ja sonst niemand hier, wir können ruhig aus der Flasche trinken.“ HUOlAASIL ESNE aber wahr befehl dem„Narbengesicht" vermutlich noch einige Kopfschmerzen machen. Wenn eine Schlange einen fäugling liebt Johore. Als die Mutter dieses kleinen malatischen Knaben eines Morgens an die Wiege trat, entdeckte sie zu ihrem Schrecken neben dem Kind eine Schlange, die sich ganz nahe an das kleine Wesen anschmiegte. Sie sprang„1, Ttagg dar 1lo 3 Franeg“ ist kot hinzu und riß die Schlange fort. Ein Boy trug sie Die flege del„Nede Nante“ in tol weit in den Wald hinaus. Die Heizer des französischen Riesendampfers„Ile Aber nach zwei Tagen war die Schlange wieder da. de France“ haben sich vorübergehend geweigert, weiterMan brachte sie wiederum fort. Und nochmals kehrte zuarbeiten, weil ihre— Fliege gestorben war. Es sie wieder. Allmählich sprach sich das Phänomen handelte sich um eine gewöhnliche Stubenfliege, die aber herum. Man zog aus Batu Pahat einen Schlangen= als erste ihrer Rasse den Weg von Europa nach Amerika beschwörer zu Rate. Dieser stellte fest, daß die Schlange und zurück mehrfach zurücklegen konnte. Insgesamt hat zwar nicht giftig sei, er aber immerhin das Tier mit die Fliege bei den mehrfachen Ozeanüberquerungen sich nehmen wollte.„ 16.21 u.—##:, 35 000 Kilometer zurückgelegt, wobei sie von den Heizern 10 Kilometer von jenem Ort entfernt, ließ er die sorgfältig geschützt und gefüttert wurde. Am Tage ihres Schlange wieder frei. Zwei Tage später lag sie wieder= Todes geriet ein Heizer mit dem Arm in eine Maschine, um neben der Wiege des Kindes, hatte also durch während ein anderer stürzte und sich einen Schädelbruch Tichungel und Einöden den Weg zurückgefunden zu zuzog. Die übrigen arbeiteten erst dann weiter, nachdem Lebewesen, dem sie sich zugetan fühlte. dem ihnen der Kapitän die Beschaffung einer neuen „Glücksfliege" zugesagt hatte. Iga mit dem Radiogehirn Riga. Denke nur Man ist zwar heute skeptisch mit Phänomenen des„Ein gebildeter Mann war er jedenfalls nicht", erGedankenlesens und des Hellsehens. Aber man hat sich zählte die hübsche Minna ihrer Freundin,„denke nur, Magisches Kreuz= und Quer=Wort=Rätsel Waagerecht und senkrecht: 1. andere Bezeichnung für Auerochs, 2a. Tondichter, 2b. Tafelfisch, 3a. Monatsname, 3b. Gestein, 4. ärztliches Werkzeug, 5. griechischer Weiser, 6. biblischer Name, 7. anderes Wort für Gebirgspaß in den Schweizer Alpen, 8. Raubvogel, 9. kleines Raubtier, 10. amerikanisches Territorium, 11. Blasinstrument, 12. Stadt in Westfalen. Schau zum Himmel Für jedes der nachstehenden Wörter suche man ein sinnverwandtes Wort. Die Anfangsbuchstaben dieser Wörter, miteinander verbunden, müssen alsdann eine regelmäßig im November wiederkehrende Himmelserscheinung ergeben. Wie lauten die Wörter und welche Himmelserscheinung ist gemeint?— 1. mieten, 2. fehlen, 3. besuchen, 4. ausladen, 5. heiraten, 6. weihen, 7. ervergebens bemüht, im Falle der zehn Jahre alten Ilga er hat mich mindestens zehnmal geküßt, bevor er sich wägen, 8. unterweisen, 9. reimen, 10. ., das Geheimnis ihrer merkwürdigen Gehirntätigkeit überhaupt vorstellte!" verunreinigen, 11. mäkeln. mit einem der üblichen Tricks zu erklären.. Dannelfirma Ilga wurde von dem Leiter des lettischen Gehirn= Doppersirma forschungsinstituts untersucht. Er behauptet, daß Ilga Der Briefträger bringt einen Brief an Herrn wirklich imstande sei, laut das zu wiederholen, was er Müller. Diesem war soeben der erste Sohn geboren in einer anderen Zimmerecke still und ohne zu sprechen worden, und er fragte:„An welchen Herrn Müller? vor sich hinlese.„„„„„ F Iunr 257a Man hätte also hier den ersten Fall einer absolut Aus russischen Sprichwörtern reinen Gedankenübertragung, eines echten Radiogehirns vor sich. Aber in der Wissenschaft gilt das Urteil eines einzelnen Fachmannes noch nicht sehr viel. Man wird abwarten müssen, was die weiteren Proben ergeben. Internationaler geht's wirklich nicht... Schanghai. Vor dem britischen Distriktsgericht von Schanghai erschien vor ein paar Tagen ein Mann, der sich rühmen kann, wohl den internationalsten Prozeß mit den internationalsten Begleitumständen an sich zu erleben. Der Angeklagte heißt R. F. Spirodis. Er ist italienischer Staatsangehöriger griechischer Nationalität und wurde in der Türkei geboren. Er hat sich für seinen Prozeß vor dem englischen Gericht, das in China tagt, einen amerikanischen Rechtsanwalt gesichert. der an— au— be— ber— bob— dam— dex di— e— er— ex— fa— ga— go— hoe hu— in— in— 1t— la— lett— lieb— ma mie— na— nel— nim— od— ra— rod Fu= sen— sper— st1— ta— tam— tam tun— u— 2e seinerseits zur besseren Verständigung einen russischen der schwarze Rand!“ „An welchen Es gibt jetzt zwei hier: Senior und Junior.“ Bilderreich. Aus einem Aufsatz:„Die Araber hingen mit übergeschlagenen Beinen stundenlang am Munde des Märchenerzählers.“ Alse deswegen Aus den vorstehenden 40 Silben sind 17 Wörter zu s9 vestachen. bilden, deren Anfangs= und Endbuchstaben, beides von Er:„Seit unserem Hochzeitstag warte ich daraus, oben nach unten gelesen, ein russisches Sprichwort daß du mir diese Hose stickst.“... et# wiedergeben.— Bedeutung der einzelnen Wörter: Sie:„So! Also deswegen hast du mich geheiratet!“ Kommt noch. Winterkurort in Spanien Lottchen hat sich den Finger verletzt und bekommt einen neuen Nagel. Eines Tages kommt Besuch und Verzeichnis(Fremdwort) läßt sich den Finger zeigen. „Ei, sieh da,“ sagt der Besuch,„dein neuer Nagel— ist aber schön gewachsen!"... Wasse „Ja,“ nickt Lottchen mit Eifer,„es fehlt nur noch Diamanträtsel Die Buchstaben sind in gleicher Weise so zu ordnen, daß die waagerechten Reihen bezeichnen: ; 1. e i n e N o t e, 2. e i n e n K a n t o n “ d e r S c h w e i z, 3. e i n e n H a n d e l s artikel, 4. eine persische Landschaft, 5. ein Musikinstrument, 6. ein altes Gefährt, 7. einen Buchstaben. Die senkrechte Mittelreihe lautet gleich der entsprechenden waagerechten. Geographisches Leisten=Rätsel b * 8 1 a a n Dolmetscher verpflichtete. Doch damit nicht genug: Die Anklage lautet auf rechtswidrige Fabrikation von schottischem Whisky aus japanischem Alkohol, wobei nicht nur der englische Begriff des Whiskys mißbraucht wurde, sondern auch noch der Name einer französischen Brennerei auf dem gefälschten Etikett erschien. Thering und Mickeumaus Atlanta(USA) Vor gut einem Jahr verlor der Farmer E. Williams aus Waresville bei Atlanta auf dem Feld seinen Ehering und konnte ihn trotz angestrengten Suchens nicht mehr finden. Vor ein paar Tagen aber hörte er plötzlich, wie es in einer der von ihm aufgestellten Mausefallen„rappelte“. Er schaute nach und— entdeckte dort ein zierlich gebautes Mäuslein, das sich nur dadurch von anderen Mäusen unterschied, daß es um seinen Leib— jenen verlorenen Ehering trug. Anscheinend hatte es den Ring übergestreift, als es noch jung und schön war. Heute saß dieser Ring unbeweglich fest und begann bereits vom Fell überwuchert zu werden. Das Mäuslein hat das Leben lassen müssen. E. Williams wird ihm mit Hinblick auf seinen wiedergefundenen Ehering ein dankbares Andenken bewahren. Da muß Al Capone aber lparen... Chikago. Auf der USA.=Strafinsel Alcatraz ist es sowieso nicht weit her mit der Bezahlung für die tägliche Arbeit der Zuchthäusler. Um so mehr dürfte es Al Capone erschuttert haben, als ihm mit der nur alle 14 Tage eintreffenden Post auch eine Rechnung der Steuerbehörde zugestellt wurde, die am Tage seiner Entlassung aus dem Gefängnis fällig wird. Sie lautet auf die kleine Summe von 110 000 Dollar und stellt— wie es in dem Schreiben heißt— eine Pauschalabfindung für die getätigten„sonstigen“ Steuerhinterziehungen dar. Siehen Jahre hat Al Capone noch vor sich. Doch wenn man ihm keine ganz großen Chancen zum Geldverdienen in Alcatraz bietet, dann dürfte jener ZahlungsDie Rechnung Nach Mitternacht ließ ein Hypochonder, den Arzt Schlaginstrument holen. Der Grund: er hatte dreimal geniest. Dankbar Gestalt aus dem„Fliegenden Holländer“ drückte er dem Doktor die Hand: „Ich rechne Ihnen diesen Besuch hoch an!“ „Ich Ihnen auch,“ sagte der Arzt. An der See Der älteste Roman der deutschen Literatur Die Hauptstadt der heutigen Türkei Roget Holländische Stadt Die 35 Buchstaben aana e dd eeeeee f 1 k II nnnnn o rrrr tt unn Vw sind in vorstehende Figur in der Weise einzustellen, daß ergeben: 1. die Querleiste ein deutsches Mittelgebirge, 2. die sechs Längsleisten: a) deutsches Mittelgebirge, b) Nebenfluß der Donau, c) Fluß in Pommern, d) europäischer Strom, e) Fluß in Schleswig=Holstein, k) südamerikanisches Gebirge. Ein eifriger Jägersmann Stadt im Regierungsbezirk Schleswig Paubnoge Goldammer Bonaparte Husaren Aluminium Pirmasens Mittelmeer Tannenholz Künstlicher Hohlraum zur Durchführung einer Bahn Sonntagsname Schande(Kremdwart) Ein fabelhaft reicher Mann Hiuterlassenschaft 20 A Ein schönes Fest Stuhl Furt Ort Arzt Weh Zeug Gelb Tal Busch Verschiebung Die Wörter sind seitwärts so zu verschieben, daß zwei benachbarte senkrechte Reihen 1. eine italienische, 2. eine preußische Landschaft bezeichnen. Scharade Das erste drückt Verwundrung aus; Das andre heißt: zum Vaterhaus. Das Ganze ist ein lieber Mann, Und ihr besucht ihn dann und wann. Auflösungen aus der vorigen. Nummer Kreuzworträtsel: Waagerecht: 1. Paste, 4. Goa, 7. Arun, 8. Last, 9. Nil, 10. Paula, 11. Elmau, 14. Aorta, 17. Omega, 19. Lepra, 21. Nut, 23. Arte, 24. Page, 25. Ulk, 26. Liter.— Senkrecht: 1. Pan, 2. Arte, 3. Sulla, 4. Gau, 5. Oslo, 6. Atair. 8. Laute, 10. Parma, 12. Moore, 13. Kalau, 15. Agnat, 16. Perl, 18. Auge. 20. Pik, 22. Ter. Ellbenräisel: Wrue, Irrtum, Rasah, Isel, Rudel. Reede, „So antworte doch Erich! Flut noch höher steigtk“ Esra, Neitze, Amrum, Lorchel, Latein, Email, Sanskrit, Anden, Mühle, Tirol, Nassau.— Wir irren allesamt, nur Gruchstückrätsel: Gewese, Lineal, Talent, Reseda.— Einem jeden der vorstehenden Wörter ist eines der Weinlese. nachfolgenden, ebenfalls einsilbigen Wörter vorat so daß neue, und zwar zweisilbige Wörter Die Anfangsbuchstaben dieser ergeben, miteinander Glaubst du, daß die bunden, ein ländliches Volksfest. Pflastersteinrätsel: Fleitz ist des Glückes Vater. Chef Ei Helm Helm II1 Ian Kerd Ruhr Werk aber rät's: Die Nase. Seite 21 Nr. 270 7 Bochumer Anzeiger„ Samstag Sonntag, 16./11. November 1933 aller Welt In Berlin entsieht: Der Weil Hreßtrl=El“sr)e Vom Hans=Grade=Eindecker bis zur„Do X“ Berlin, 15. November. Mit Förderung des Reichsluftfahrtministers General Göring entsteht gegenwärtig in Berlin in den ehemaligen Ulap=Ausstellungshallen am Lehrter Bahnhof das größte Luftfahrtmuseum der Welt. Ueber eine Pressebesichtigung liegt folgender Bericht vor: Noch ist alles im Werden. Noch sind überall auf der 15000 Quadratmeter umfassenden Fläche des mächtigen Baues Arbeiter tätig, noch lagert in den Rundbögen des angrenzenden Stadtbahngleises eng aufeinandergestapelt zahlloses wertvolles Baumaterial. Noch steht in den weiten Hallen erst ein Bruchteil aller Flugzeuge und Modelle, die hier gezeigt werden sollen, aber man erkennt bereits die ordnende Hand, erkennt Umriß und Ausmaß dieses über jedes Erwarten großzügigen Museumsplanes, spürt, daß hier fast aus dem Nichts heraus ewig Bleibendes und Wertvolles geschaffen wird. Alte Hallen in neuer Frische Seitdem im November letzten Jahres mit der Auflösung und Verlegung des alten, in jeder Hinsicht unzulänglichen und naturnotwendig recht unbeachtlich gebliebenen Museums Johannisthal begonnen wurde, haben sich in den stark verwahrlosten Ausstellungshallen des Ulap allerdings schon große, durchgreifende Umwandlungen vollzogen. Die riesigen Glaskuppeln und Dächer, auf denen sich seit 1896 dicke Schmutzschichten angesammelt hatten, strahlen wieder in neuem Glanz. Die eigenartigen Eisenkonstruktionen und Gerüste des Bauwerks, entrostet und frisch gestrichen, sind T. mit einem unverbrennbaren Material verkleidet; kurzum, die neue, geschickt auf Tiefenwirkung eingestellte Raumgestaltung zeigt bemerkenswerten Schwung und stellt in ihrer schönen Zweckmäßigkeit eine außerordentlich ansprechende architektonische Lösung dar. Der„Eiserne Hindenburg“. Vom Haupteingang Alt=Moabit wird eine Freitreppe zunächst auf einen dem Museum vorgelagerten Gartenplatz führen, von dem aus auch die anliegenden großen Gartenanlagen des Ulap und des Restaurationsbetriebes zu erreichen sind. Im Museum empfängt den Besucher eine mit den Wahrzeichen des Reiches und der Fliegerei geschmückte Vorhalle, in der die Büsten des Reichsluftfahrtministers und des gefallenen Fliegerhelden Richthofen Aufstellung finden. Der Blick schweift geradeaus weiter auf eine in der Mitte der großen Museumshalle stehende, weithin sichtbare Büste des Führers. Den wirkungsvollen Abschluß des Hauptsaales bildet eine Ehrenhalle, in der auf hohem Sockel der mächtige Kopf des„Eisernen Hindenburg" ragt. Einzigartig aber ist das Schaumaterial, das der mit der Museumseinrichtung beauftragte Sachverständige, Hauptmann a. D. Krupp, ein alter Sportund Kriegsflieger, dank der verständnisvollen Förderung aller maßgebenden Stellen fast ohne finanzielle Aufwendungen in mühevoller Kleinarbeit zusammengetragen hat, sei es aus dem aufgelösten Museum in Stuttgart, aus der Junkers=Sammlung Dessau, aus Privatbesitz oder aus den Kellern des Museums für Meereskunde. Vom Gleitflugzeug zum Do X Insgesamt 80 Originalflugzeuge sind hier vereinigt, angefangen von den ersten Maschinchen bis zum„Do X“ und anderen Neukonstruktionen. Wir sehen weiter neben Tausenden von Bildern und sonstigem, ungewöhnlich reichhaltigem Anschauungsmaterial etwa 400 Modelle der verschiedensten Flugzeugtypen und eine Sammlung von rund 200 Motoren, die in beispielloser Vollständigkeit die gesamte Entwicklung des hauer und wpstnschasle nachen beiden stück der Sammlung bildet der Luftriese„Do“, der hier in seiner gigantischen Größe aufgebaut ist und dessen Innenräume mit ihren 77 Sitzplätzen für jeden Besucher zugänglich sind. Eine zweite besondere Sehenswürdigkeit ist ein Modell des von dem verstorbenen Professor Junkers seherisch vorausgeahnten, aber noch nicht restlos durchkonstruierten Nurflügelflugzeug, des Passagiergroßflugzeuges der Zukunft. Die erste„Verkehrsmaschine“. Wir sehen weiter in chronologischer Anordnung in Modell und Original die Gleitflugzeug=Doppel= und =Eindecker von Lilienthal, eine Jato=Maschine(ein Vorläufer des Motorflugzeuges), das erste Motorflugzeug von Wright, mit dem dieser am 4. September 1909 den ersten Flug über dem Tempelhofer Feld ausführte, ferner das erste rein deutsche Motorflugzeug, den Hans=Grade=Eindecker, die berühmte Rumpler=Taube von Hirth, zahlreiche bekannte Kampfflugzeuge der Kriegszeit, wie die rote Kampfmaschine Richthofens oder ein Modell des Fokker=Dreideckers, mit dem er abstürzte: wir stehen kopfschüttelnd vor dem ersten Verkehrsflugzeug der Deutschen Luftreederei, einem umgebauten Militärflugzeug aus dem Weltkrieg, das uns die Entente gnädigst bewilligt hatte und das auf der ersten deutschen Luftverkehrsstrecke Berlin— Weimar am 5. Februar 1919 aus Anlaß der Tagung der Nationalversammlung erstmalig eingesetzt wurde. Wir sehen weiter die Gondel des Zeppelin=Luftschiffes„LZ 14“ aus der Skagerrakschlacht, die Glocke des bei Echterdingen verbrannten ersten Luftschiffes des Grafen Zeppelin und zahllose andere historische Erinnerungsstücke. Wir staunen und bewundern. Welch unermeßlich weiter Weg beispielsweise von dem kleinen 30=PS=Motorflugzeug Wrights bis zu den PS des Luftgiganten„Do“! Welch unerhörter Aufstieg der deutschen Fliegerei seit den wenigen Jahren der nationalsozialistischen Regierung! Eine nicht alltägliche Verbrennung In der Prager städtischen Müllverbrennungsanstalt wurden 76 große Säcke mit alten österreichisch=ungarischen Banknoten verbrannt, die durch gefälschte Stempel als tschechische Noten in Verkehr gebracht worden waren. Wegen dieser Fälschungen waren im Laufe der Zeit zahlreiche Prozesse geführt worden. Der ursprüngliche Wert der Noten war etwa 45 Millionen Reichsmark. In den=Reichblunutsenal=Gerusen Die neuen Mitglieder dub Berlin, 15. November. In den Reichskultursenat wurden berufen: Der Vizepräsident der Reichskulturkammer, Staatssekretär Walther Funk, die Geschäftsführer der Reichskulturkammer, Ministerialrat Dr. Heinz SchmidtLeonhardt, SA.=Oberführer Franz Moraller, Reichstagsabgeordneter Hans Hinkel, denen die Bezeichnung„Reichskulturwalter" verliehen wird. zeichnung„Reichskultur Aus den Einzelkammern wurden berufen die Präsidenten und der Präsidialrat der jeweiligen Kammer in den Reichskultursenat, und zwar: 1. aus dem Kreise der Reichsschrifttumskammer der Präsident, Staatsrat Hanns Johst, der Vizepräsident, Ministerialrat Dr. Heinz Wismann, der Geschäftsführer, Professor Richard Suchenwirth, der Altpräsident, Dr. Hans Friedrich Blunck, ferner: Verlagsdirektor Karl Baur, Verlagsleiter Wilhelm Baur, Verleger Hugo Bruckmann, Verlagsbuchhändler Theodor Fritsch, Reichsamtsleiter Carl=Heinz Hederich, Bürgermeister Krogmann, Hamburg, Schriftsteller Gerhard Schumann. Martin Wülfing. Ferner wurden berufen folgende Dichter in den Reichskultursenat: Heinrich Anacker, Erich Edwin Dwinger, Richard Euringer, Eberhard Wolfgang Moeller, Hermann Stehr. 2. Aus dem Kreis der Reichsmusikkammer: der Präsident, Generalmusikdirektor Professor Dr. Peter Raabe, der Komponist Dr. Paul Graener, der gleichzeitig zum Vizepräsidenten der Kammer ernannt wurde, der Geschäftsführer, Ratsherr Heinz Ihlext, ferner: Kapellmeister Franz Adam vom Stab des Stellvertreters des Führers, Fritz Kaiser, stellvertr. Reichskulturamtsleiter, Oberbürgermeister Krebs(Frankfurt a..), Hermann Müller=John, Musikmeister der Leibstandarte des Führers, Horst Sander, Leiter des Deutschen Musikalien=Verleger=Vereins, Generalmusikdirektor Hermann Stange, Professor Dr. Fritz Stein, Direktor der Staatlichen Hochschule für Musik, Berlin, ferner folgende Persönlichkeiten des deutschen Musiklebens: Professor Wilhelm Backhaus, Generalmusikdirektor Dr Wilhelm Furtwängler, Staatsoperndirektor Clemens Krauß Professor Hans Pfitzner, Kammersänger Heinrich Schlusnus, Professor Georg Schumann. 1 8. Aus dem Kreis der Reichspressekamlmer: der Präsident, Reichsleiter und Direktor des Zentralparteiverlages Max Amann, der Vizepräsident, Reichspressechef der NSDAP., Dr. Otto Dietrich, der Geschäftsführer Dr. Ildephons Richter, ferner: Hauptschriftleiter Günther'Alquen, Hauptschriftleiter Hans Schwarz van Berk, Hauptschriftleiter Alfred Engemar Berndt, Verlagsdirektor Willi Bischoff, Verlagsleiter Edgar Brinkmann, Dr. Adolf Dresler, Geheimrat Professor Dr. Walter Heide, Verlagsleiter Hans Hornauer, Rechtsanwalt Rolf Rienhardt, Hauptmann a. D. Wilhelm Weiß, ferner folgende Persönlichkeiten der deutschen Presse: Hauptschriftleiter Joseph Berchtold, Hauptschriftleiter Heinrich Fettkötter, Haupteschriftleiter Hans Graf Reischach, Hauptschriftleiter Dr. Richard Juegler. 4. Aus dem Kreise der ReichstheaterkamIimer: Der Präsident, Reichsdramaturg Oberregierungsrat Dr. Rainer Schloesser, der Vizepräsident, Staatsschauspieler Eugen Kloepfer, der Geschäftsführer, Alfred Frauenfeld, ferner: Benno von Arent, Präsident der Kameradschaft der deutschen Künstler. Intendant Gustaf Gründgens, Professor Otto Kraus(Stuttgart), Staatsschauspieler Lothar Muethel, Intendant Bernhard Graf Solms. Landesstellenleiter Müller=Scheld(Frankfurt a. .), Generalintendant Oskar Walleck, Oberbürgermeister Will(Königsberg), ferner folgende Persönlichkeiten des deutschen Theaters: Chefdramaturg und Dichter Friedrich Bethge, Intendant Heinz Hilvert, Staatsschauspieler Werner Krauß, Generalintendant Wilhelm Rode, Generalintendant Heinz Tietjen. I 5. Aus dem Kreise der Reichsrundfunkkammer: Der Präsident. Ministerialrat Horst Dreßler= Andreß, der Vizevräsident, Direktor Eugen Hadamov= sky, der Geschäftsführer, Herbert Packebusch, ferner: Intendant Dr. Kurt von Boekmann, Ingenieux Herbert Dominik. Hauptschriftleiter Hans Franke, Präsident Julius Christoph Güntheer, Intendant Hans Kriegler, Geschäftsführer Dr. Heinz Lotz, Intendant Dr. Alfred Lau. Intendant Goetz Otto Stoffregen, ferner folgende Persönlichkeiten: Staatsrat Professor Dr. Albert Esau, * F Intendant Dr. Heinrich Glasmeier, Direktor Dr. Paul Goerz, Hauptamtsleiter Hugo Fischer. 6. Aus dem Kreise der Reichskammer der bildenden Künste: der Präsident: Professor Eugen Hoenig, der Vizepräsident, Professor Adolf Ziegler, der Geschäftsführer Walther Hoffmann, ferner: Ministerialrat Erich Dammeier, Architekt Will Kelter, Ministerialrat Otto von Keudell. Dr. Hanns Sauermann, Dipl.=Ing. Albert Speer, Bildhauer Kurt Schmidt=Ehmen, Ernst Schulte=Strathaus, Hans Schweitzer, Reichsbeauftragter für die künstlerische Formgebung, Oberbürgermeister Zoerner(Dresden). ferner folgende Persönlichkeiten: Professor Paul Baumaarten, Professor German Bestelmeier, Präsident der Münchener Akademie, Professor Oswald Eduard Bieber, Professor Leonhard Gall, Professor Richard Klein. 7. Aus dem Kreise der Reichsfilmkammer: Der Präsident, Staatsminister Professor Dr. Lehnich, der Vizepräsident, Hans Weidemann, der Geschäftsführer, Karl Melzer, ferner: Bankdirektor Dr. Franz Belitz, Regisseur Karl Froelich, Siegmund Jung aus dem Wirtschaftsstab des Stellvertreters des Führers, Staatsschauspieler Eugen Kloepfer, Reichsfilmdramaturg Willi Krause, Ministerialrat Dr. Botho Mulert. Hans Jürgen=Nierentz. Ministerialrat Dr. Ernst Seeger. Generaldirektor D. Fritz Scheuermann, ferner folgende Persönlichkeiten: Film=Operateur Sepp Allgeier, Staatsschauspieler Friedrich Kayßler, Generaldirektor Ludwig Klitsch. Staatsschausvieler Theodor Loos.(Den Bericht über die Jahrestagung der Reichskulturkammer, in deren Verlauf der Präsident, Reichsminister Dr. Goebbels, die Namen der neuen Mitglieder des Kultursenats verlas, siehe im politischen Teil.) Sven Hedins Reiseapotheke Gestohlen und nach 20 Jahren zurückgegeben Stuttgart, 15. November. Bei seiner großen Vortragsreise durch die deutschen Großstädte hatte Sven Hedin in Stuttgart ein kleines Erlebnis, das die Wiedergabe verlohnt. Stellte sich da nach dem Vortrag dem Forscher ein älterer Herr vor: Sebastian Schmitt, Missionar a.., vor dem Weltkrieg Missionsarzt irgendwo in Britisch=Indien. Dort hatte der alte Herr vor vielen, vielen Jahren den Forscher getroffen. Einige von Sven Hedins einheimischen Dienern waren später wieder in die Gegend zurückgekehrt, wo der Missionar wirkte. Im Besitz eines dieser Diener entdeckte der erstaunte Missionar eines Tages eine komplette Reiseapotheke. Offenbar war sie Sven Hedin entwendet worden. Der Missionar nahm die Reiseapotheke an sich, in der Absicht, sie bei erster bester Gelegenheit ihrem Eigentümer zurückzugeben. Nun— die Jahre schwanden dahin. Erst jetzt fand der im schwäbischen Oberland ansässige Missionar Gelegenheit, die Apotheke dem Forscher persönlich zu überreichen. Sven Hedin, so wird berichtet, zeigte sich über diese Gabe sehr gerührt und konnte sich sogar noch der Einzelheiten dieses Reiseapothekenverlustes entsinnen. Vereitelte Lynchjustiz dnb Newyork, 15. November. In Moultrie im Staate Georgia rottete sich vor dem Gerichtsgebäude eine große Volksmenge zusammen, die versuchte, den Nationalgardisten einen wegen Ermordung eines Weißen zum Tode verurteilten Neger zu entreißen. Es kam zu heftigen Kämpfen, bei denen es viele Verletzte gab. Den Nationalgardisten gelang es schließlich unter Anwendung von Tränengas, die Menge zu zerstreuen. Der Neger wurde dann in einem Lastauto in das Gefängnis von Macon gebracht. Wegen der Lynchdrohungen der weißen Bevölkerung sind Nationalgardisten aus den Nachbarorten zur Verstärkung herbeigerufen worden. Wolkenbrüche am Lago Maggiore Die starken wolkenbruchartigen Regenfälle haben im Gebiete des Lago Maggiore(Italien) große Verheerungen angerichtet. An verschiedenen Stellen ereigneten sich Erdstürze; auch wurden vielfach die elektrischen Stromleitungen unterbrochen. Ebenso wurden an den Straßen verschiedentlich größere Schäden verursacht. Der Wasserspiegel des Lago Maggiore ist stark gestiegen und an verschiedenen Stellen aus den Ufern getreten. Unglücksfall auf einem italienischen Motorschiff Bei Ueberholungsarbeiten des großen Motorschiffes „Vulcania“ ereignete sich in einer Werft in Venedig ein Unglücksfall. Mehrere Arbeiter waren damit beschäftigt, eine vier Tonnen schwere Eisenplatte im Schiffsrumpf auszuwechseln. Plötzlich verlor die Platte den Halt, auf dem die Arbeiter standen, und riß diese zehn Meter in die Tiefe. Drei von ihnen sind ihren Verletzungen erlegen. Der schwerste Mann der Welt gestorben In Bolivar(A den die Welt je r(Argentinien) starb der fetteste Mi je gesehen hat, Pedro Cardoso. Er Mann, wog In den Flitterwochen Das jüngste Ehepaar der englischen Königsfamilie, der Herzog und die Herzogin von Gloucester, verleben ihre Flitterwochen in Boughtonhall. Unser Bild zeigt das Herzogspaar bei einem Ausritt. Scherl-Bilderdienst. etwa 480 Pfund und konnte nur im Gepäckwagen eines Eisenbahnzuges reisen. Er war 175 Zentimeter groß, sein Brustumfang betrug 195 Zentimeter und sein Taillenumfang 220 Zentimeter. Sein Geld verdiente er damit, daß er sich bei Ausstellungen und Jahrmärkten zur Schau stellte. Ob man sich von solchen Verdiensten so fett mästen kann...? Das kommt davon... Ein soeben getrautes Ehepaar in Kansas(USA.) symbolisierte sein künftiges gemeinsames Leben dadurch, 5e5 Mähles sich von Freunden und Verwandten verahschieden und die Hochzeitsreise antreten wollte, mußte es leider feststellen, daß der Schlüssel zu der Fessel verloren gegangen war. Beide mußten ihre Hochzeitsreise auf dem nächsten Polizeirevier beginnen, wo ein Wachtmeister sie befreite. Tchont zEullK Auis Ce. aber ich wasche meine Wäsche immer noch selbst— das sag' ich jedem, der es wissen will! Seit mehr als 25 Jahren ist mir Dersil der treueste Helfer, und immer wieder bin ich überrascht, wie gut es ist! e gu. 943e M Seite 22 Nr. 270; Bochumer Anzeiger„ Samstag Sonntag, 16.=17. November 1935 F Eiet Pircccht.! Geilin mit(Dauken und Trompeten siniflut in der Innenltadt In der berühmten Leipziger Straße ist ein Wasserrohr, das nur einen Meter unter der Erdoberfläche lag, unter ungeheurem Druck geborsten. Es war für die Berliner eine gewiß nicht alltägliche Sensation, denn solche Rohrbrüche sind in der Reichshauptstadt eine Seltenheit. Der gesamte Fahrzeugverkehr mußte in der betroffenen Gegend umgeleitet werden. Nur den Fußgängern ist es erlaubt, die unter Wasser gesetzten Straßen zu passieren. Der Wasserrohrbruch hat ungeheuren Schaden angerichtet und die Leipziger Straße zwischen Dönhoffplatz und Markgrafenstraße in einen See verwandelt. Jetzt arbeiten Tag und Nacht ganze Kolonnen von Arbeitern. Aber das kommt in den besten Großstädten vor. Wenn man die gewaltige Erschütterung bedenkt, die von den Straßen der Innenstadt ausgehalten werden muß, so ist es beinahe ein Wunder, daß nicht öfter solche Dinge passieren. Unter der Erde erstreckt sich in Berlin ein geheimnisvolles Gewirr von Kabeln und Leitungen, unter der Asphaltdecke offenbart sich ein Zauberreich der modernen Technik. Von Zeit zu Zeit ist eine strenge Kontrolle unterwegs, um das unterirdische „Innenleben“ der Großstadt zu beobachten, aber selbst bei der größten Vorsicht und Gründlichkeit kann es geschehen, daß ein Rohr plötzlich aus irgendeinem rätselhaften Grund seltsame oberirdische Gelüste verspürt und vor Neugierde platzt. Unter den Zupiterlampen der Gettentlichkeit Wann wäre es früher vorgekommen, daß sich ein Minister plötzlich mir nichts dir nichts, als wäre er einer von den tausend Passanten, auf den Potsdamer Platz hinsetzt, mitten unter die Volksgenossen, und mit großem Appetit einen Eintopf verzehrt, als handle es sich um das köstlichste Gericht der Welt! Die Art und Weise, wie in Berlin für die Winterhilfe gesammelt wird, hat nicht nur eine gesellschaftlich sensationelle Note, sondern ist darüber hinaus herzerfrischend, humorvoll und äußerst volkstümlich. Gerade in Berlin, wo nicht nur die wohlhabendsten, sondern auch die ärmsten Leute wohnen, wird die kameradschaftliche Verbundenheit und das soziale Mitgefühl in zahllosen charakteristischen Straßenszenen und Dialogen vor der breitesten Oeffentlichkeit besonders deutlich. Marianne Hoppe, Willy Fritsch, Dorothea Wieck, Harry Piel, Adolf Wohlbrück, Luise Ullrich, Gustav Fröhlich, Jenny Jugo und viele andere Lieblinge des Berliner Filmpublikums sind mit bezauberndem Lächeln und einer erquickenden Natürlichkeit aus den Kulissen der Filmateliers auf die Straße gegangen, um für die Winterhilfe zu sammeln. Manche sah man sogar mit umgebundener Schürze die Schöpfkelle schwingen, so überzeugend echt, als wären sie geborene Köche. Sie sel =eitartetr 25) Der Kaiser hatte ihm seinen Leibarzt geschickt; fast täglich kam jemand vom Hof, um sich nach seinem Befinden zu erkundigen. Als Eugen im Frühjahr zum erstenmal das Haus verlassen konnte, war es für ihn mehr als Pflicht, um eine Audienz zu bitten. Der Kaiser empfing ihn beinahe lächelnd. Sein unbewegliches, trübes Gesicht mit der gequollenen habsburgischen Unterlippe war fast freundlich. Eugen, kaum imstande, sich ein paar Minuten aufrecht zu erhalten, wurde zu einem Sessel geführt. Leopold saß ihm gegenüber— eine bei dem spanischen Zeremoniell des Hofes unerhörte Situation. „Man hat sich in Ihnen nicht geirrt...“ sagte Leopold. Er sprach nicht von sich selbst, er sprach nicht von anderen, er sagte„man". Das Unbestimmte war sein graues Element; er blieb wie immer hinter Nebeln. „Die Feldherren Eurer Majestät haben durch die glorreiche Einnahme Belgrads den Krieg beendet", antwortete Eugen.„Ich darf mir leider kein Verdienst dabei zumessen, aber ich zweifle nicht, daß die Weisheit Eurer Majestät mit der Hohen Pforte einen Frieden schließen wird, der der Größe Ihrer Erfolge entspricht und einen neuen Türkenkrieg für immer verhindert.“ Leopold schwieg— seine gewöhnliche Antwort. Wie? dachte Eugen. Keinen Frieden? „Ihre Meinung!“ fragte der Kaiser. „Majestät—? „Ohne Umschweife!". Eugen überlegte. War dies der Augenblick, seine tausendmal überlegten Ansichten darzutun? Der Augenblick, dem Kaiser zu sagen, daß der Prinz von Savoyen mehr war als ein General? Zu zeigen, daß man die Hand nach der Politik ausstreckte? Eugen hatte das Gefühl, wieder in der Bresche vor Belgrad zu stehen.„Es ist wahr“, sagte er,„ich bin durch diesen Schuß außer Gefecht gesetzt; niemand weiß, ob ich jemals wieder in den Sattel steigen kann. Man denkt viel, wenn man monatelang unbeweglich liegen muß...“ bedienten ihr Publikaum mit einem unnachahmlichen Scharm und wurden daneben nicht müde, nach allen Seiten Autogramme auszuteilen. An manchen Plätzen herrschte ein fürchterliches Gedrände, ein Zeichen, daß man irgend einen besonders volkstümlichen Künstler luftdicht eingekreist und von der Außenwelt hermetisch abgeschlossen hatte. Deutsches Opernhaus und Luttfahrimuleum Die Kunst schreitet in Berlin mit Riesenschritten vorwärts. Wer ein Freund von erstklassigen Konzerten mit internationaler Besetzung und von geradezu vorbildlichen Opernaufführungen ist, kommt hier zweifellos auf seine Rechnung. Das Theater= und Konzertleben steht jetzt in einer Blüte, wie kaum jemals zuvor. Da ist zum Beispiel der weltberühmte russische Sänger Feodor Schaljapin, der Mann mit dem abenteuerlichen und sensationellen Lebenslauf, in Berlin angekommen, um ein Konzert zu geben. Es ist der einzige Liederabend vor seiner Japan=Amerika=Reise. Herr Schaljapin, der wundervoll singende Globetrotter, wurde auf dem Anhalter Bahnhof herzlich begrüßt und hat in einem Interview seiner aufrichtigen Freude darüber Ausdruck gegeben, wieder vor dem kunstverständigen Berliner Publikum singen zu können. Generalintendant Wilhelm Rode, der Herr des Deutschen Opernhauses, der außerdem einen voluminösen Heldenbariton besitzt, gehört augenblicklich zu den glücklichsten Künstlern Berlins. Das Deutsche Opernhaus, das an der Bismarckstraße auf dem Wege zu den Ausstellungshallen liegt, ist umgebaut und technisch völlig erneuert worden. Aus dem alten Theater, das stark veraltet war, ist ein modernes Bühnenhaus entstanden, das mit den neuesten technischen Einrichtungen ausgestattet ist und eine vornehm=geschmackvolle Atmosphäre von echter Feierlichkeit ausstrahlt. Die Generalprobe für die Eröffnungsvorstellung der„Meistersinger von Nürnberg“ in Anwesenheit der Arbeiter und Angestellten sowie ihrer Angehörigen war nicht nur für Charlottenburg, sondern für ganz Berlin und darüber hinaus für das gesamte Deutsche Reich ein künstlerisches Ereignis von beispielgebender und symbolhafter Bedeutung. Dr. Goebbels hat keineswegs übertrieben, als er in seiner Rede behauptete, daß sich das neue Operntheater ruhig den schönsten Opernhäusern der Welt zur Seite stellen könne. Berlin erhält jetzt das größte Luftfahrtmuseum der Welt, dessen Sammlungen einen großartigen Einblick in die Entwicklungsgeschichte des Flugwesens von den Uranfängen bis zur Neuzeit vermitteln. In diesem Museum, das einen ungewöhnlichen kulturhistorischen und volkserzieherischen Wert besitzt, ist alles sorgfältig zusammengetragen worden, was irgendwie mit dem Begriff„Luftfahrt“ zusammenhängt. Insgesamt achtzig Originalflugzeuge sind hier vereinigt, etwa 400 Modelle der verschiedensten Flugzeugtypen und eine Sammlung von rund zweihundert Motoren. Besonderes Interesse erweckt der gewaltige Luftriese„Do X“ mit seinen 77 Sitzplätzen, auf denen das Publikum Ozeanflieger spielen kann. Eine große Sehenswürdigkeit ist auch das Modell jenes Nurflügelflugzeuges des verstorbenen Professors Junkers. Die Flugzeuge von Lilienthal, das erste Motorflugzeug von Wright, das erste reindeutsche Motorflugzeug, der berühmte Hans=GradeEindecker, die nicht minder berühmte Rumplertaube von Hirth und zahlreiche Kampfflugzeuge aus der Kriegszeit gehören zum reichen Bestand dieses einzigartigen Museums. Rochlailon im Sportpalalt Das boxbegeisterte Berlin führt stundenlang Gespräche um jenen klassischen.==Hieb, den der Europameister Eder im Sportpalast völlig überraschend seinem belgischen Herausforderer Wouters im entscheidenden Augenblick versetzte. Dieser ebenso harte wie blitzschnelle Hieb, war die effektvolle Schlußpointe auf einen dramatischen und technisch hochstehenden Kampf, wie man ihn in Berlin bisher selten gesehen hat. Ueberhaupt herrscht jetzt im Sportpalast Hochstimmung. Bei dem Boxabend um die Europameisterschaft zwischen Eder und Wouters wurden auch die ehemals so berühmten und umjubelten„alten Herren“ des deutschen Boxsportes Samson Körner, Diener, Breitenschläger Pistulla dem Publikum vorgestellt und als unverwustliche Haudegen seligen Angedenkens gebührend gefeiert. Sie sammelten in den Pausen für die Winterhilfe und es wird wohl kaum einen Berliner gegeben haben der den Mut besessen hätte, Schwergewichttern von solchem Format einen Korb zu geben. Hochsaison im Berliner Sportpalast. Auch die „Eisige Kunst“ feiert neuerdings rauschende Triumphe mit atemraubenden Eishockeykämpfen und den anmutigsten und graziösesten Vorführungen des Deutschen Meisterpaares Baier=Herber. Das Berliner Sportpublikum erbringt den Beweis, daß es nicht nur für haargenaue und sensationelle.==Schläge Verständnis hat, sondern auch für die schwebende und elegante Kunst der über die Eisfläche wirbelnden Schlittschuhe. Es geht mit Pauken und Trompeten in den Berliner Winter. Berlin ist eine Stadt, die weiß, was sie will. Nüchterne Arbeit und berauschende Kunst gehen Hand in Hand und überall blüht, allen materiellen Sorgen zum Trotz, ein unverlierbarer Optimismus, der aus dem sicheren Gefühl erwächst, daß dieses Berlin in guten Händen ist. Wenn Justitia Cäckelt Unekdoten aus dem Gericktssaal Die Schraube ohne Ende „In Hemdsärmeln kommen Sie hierher aufs Amtsgericht— aber das geht nicht— scheren Sie sich fort!“ „Det jeht nich, Herr Wachtmeester— ick derf doch hier den Termin nich versäumen.“ „Termin haben Sie? Zeigen Sie mal Ihre Vorladung!“ „Det jeht nich, Herr Wachtmeester— die steckt in meen'n Rock.“ „Dann ziehen Sie gefälligst Ihren Rock an!“ „Det jeht nich, Herr Wachtmeester— den hab'ck zu Hause jelassen!“.... 26 5im 8. „Dann gehen Sie nach Hause und holen Sie Ihren Rock!“ „Det jeht nich, Herr Wachtmeester— ick derf doch den Termin nich verpassen!" Der Zeuge Zivilprozeß. Ein Zeuge wird vorgerufen und in reichlich anmaßendem Tone fragt der Anwalt der beklagten Partei: „Herr Zeuge— waren Sie schon mal im Gefängnis?“ Der Gefragte antwortet laut mit:„Ja!“ Nun fuhr der Rechtsanwalt mit Entrüstung fort: „Sie sehen, meine Herren Richter, mit was für Zeugen die Gegenpartei hier auftritt!“ Der Rechtsanwalt wandte sich erneut an den Mann: „Und warum sind Sie im Gefängnis gewesen?“ „Ich mußte eine Zelle ausmalen— da saß ein Rechtsanwalt drin, der seine Klienten betrogen hatte“, sagte der Zeuge. Wie es richtig heißt Gerichtsverhandlung. Der Justizwachtmeister liest das Leumundszeugnis der Angeklagten vor. „Frau Lemke— Witwe— im 56. Lebensjahre— wohnt in der Wallgasse— in einem Dachstübchen— und nährt sich kümmerlich von ihrem Spargel.“ „Wovon?“ ruft der Vorsitzende. „Von ihrem Spargel, Herr Präsident.“ „So kann es wohl nicht heißen— blättern Sie mal um!“ „Stimmt, Herr Präsident! Da ist der Trennungsstrich fortgelassen. Es heißt: und nährt sich kümmerlich von ihrem Spargelde.“ Wenn... Als der Zimmermeister Holzbrett eines Tages von der Arbeit heimkehrte, riß ihm der bissige Hund des Obermüllers ein großes Loch in die Manchesterne" und ein kleineres in die da drunter befindliche Wade. Dem weiteren Angriff auf das andere Bein kam Holzbrett zuvor: er spaltete mit seiner Axt dem Hunde den Schädel. Darob Klage des Obermüllers und Verhandlung vor dem Amtsgericht. Nachdem der Zimmermeister seine Aussage gemacht, erklärt der Richter: „Mir scheint, Sie sind in Ihrer allerdings berechtigten Notwehr doch etwas zu weit gegangen. Sie hätten den Hund statt mit der Schneide, mit dem Stiel der Axt abwehren können.“ „Ja, Herr Amtsrichter“, sagte Meister Holzbrett, „dat hätt ich ook dahn, wenn mi de verdammte Töle mit'n Swanz un nich mit de Tähnen bäten hätt!" Wieso merkwürdig? Nachdem der Fremde lange in der Stadt umhergeirrt war, nahm er schließlich einen Anlauf und fragte einen Einwohner: „Ach, seien Sie doch so gut und sagen Sie mir: wo ist hier eigentlich das Amtsgericht?“ „In der Graupenstraße.“ „Da kann ich lange suchen! Also in der Graupenstraße— merkwürdig! Sonst liegt es doch gewöhnlich in der Gerichtsstraße!" „Wieso merkwürdig? Sind etwa Graupen kein Gericht?“ „Ihre politischen Fähigkeiten sind mir bekannt.“ „Majestät—: Wenn das Reich nicht sofort mit der Türkei Frieden schließt, wird Frankreich versuchen, die Osmanen zu entlasten, indem es im Westen einen Krieg vom Zaune bricht. Deutschland hat nur einen Feind: Frankreich. Verschaffen Sie sich Ruhe und einen freien Rücken im Osten, und Frankreich wird nicht wagen, Sie im Westen anzugreifen. Schließen Sie aber keinen Frieden mit der Pforte, so werden Sie nicht einen, sondern zwei Kriege führen müssen.“ „Sie vergessen, daß im vorigen Jahre die Große Koalition gegen Frankreich geschlossen worden ist.“ „Wer bürgt dafür, daß diese Koalition im Ernstfalle mehr sein wird als ein beschriebenes Papier? Frankreich hat Grund, mit dem Reiche Krieg zu führen — seinen ewigen Grund—, also wird es auch einen der Frieden mit der Pforte geschlossen werden und zwar sofort. Nur so wird sich ein Angriff Frankreichs vermeiden lassen.“ Leopold schwieg. „Mir scheint“, sagte Eugen,„daß meine Ansichten den Beifall Eurer Majestät nicht finden?" Der Kaiser sah ihn an.„Es ist erstaunlich“, antwortete er langsam,„aus einem so jungen Munde solche Ansichten zu hören!“ Eugen wartete. „Man wird prüfen müssen, ob diese Ansichten richtig sind. Ich hoffe, daß Ihre Genesung inzwischen die besten Fortschritte macht, Prinz!“ Die Audienz war zu Ende. Eugen ging mit dem Gefühl, eine Schlacht verloren zu haben. 8. Im Frühjahr verbrannten Speier, Worms. Heidelberg und vielhundert pfälzische Dörfer. Der Plan, die Pfalz zu verwüsten, stammte von Louvois, und Mélax führte ihn aus. Man rechnete in Versailles damit, daß das Reich, von Entsetzen zitternd und gelähmt, weder den Mut noch die Kraft aufbringen werde, sich gegen diesen Kannibalismus aufzuraffen. Aber die Scheußlichkeiten waren zu groß. Sie waren so groß, daß selbst die deutschen Fürsten plötzlich einig wurden— ein Ereignis, an das man seit Jahrhunderten nicht mehr geglaubt hatte. Holland und das von dem Oranier regierte Schweden schlossen sich an— Luvois und sein König standen unvermutet einer Welt gegenüber. Der Markgraf von Baden und der Kurfürst von Bayern würden den Krieg am Rhein führen. Der General Prinz Eugen von Savoyen? Vielleicht ein kleines Kommando, vielleicht ein Armeekorps unter dem Befehl Max Emanuels, der mit seiner Leidenschaft des Bataillierens auf das beste Heer der Welt stoßen und einen blutigen Kopf davontragen würde... In seinem Haus an der Himmelpfortgasse stand Eugen tagelang vor dem großen Kartentisch. Die Front reichte von der niederländischen Nordseeküste bis nach Basel; man würde nicht überall kämpfen, aber selbst wenn man es täte— was half ein Angriff, der das waffenstarrende Frankreich von vorn packte? Wo aber sonst? Sein Blick glitt weiter nach Süden. Da lag Savoyen, dessen Namen er trug und dessen Boden er noch niemals betreten hatte. Die Grenze Savoyens zog sich von Genf die Rhone abwärts. Jenseits, zwei oder drei Tagemärsche entfernt, lag Lyon. Ein Heer, das Lyon besaß, würde die Loire entlang nach Nordwesten vorstoßen können, ohne auf eine Festung zu treffen— bis Orleans— bis Paris... Eugen durchdachte diese Möglichkeiten mit geschlossenen Augen. Vor ihm stand das beschämende Bild, das er nie, niemals vergaß: Wie der König in Versailles den kleinen Abbé übersah... Würde er ihn wieder übersehen, wenn er an der Spitze eines Heeres kam? Keine Träume, General! Er zwang sich aus Vergangenheit und Zukunft in die Gegenwart zurück und öffnete die Augen. Da also lagen die Karten: Gewann man Savoyen für das große Bündnis, so würde aus dem Frontalangriff gegen Frankreich eine Zange, die vom Norden und Süden her zupackte. „Tarini!“ Der Graf hörte den Plan.„Ein guter Plan, Prinz! Zu kühn, zu groß, als daß er von den Diplomaten und Generalen des Kaisers hätte gefaßt werden können!“ „Finden Sie?“ „Ihre Zeit ist da Prinz! Die Weltgeschichte dreht sich wie die Sternenkuppel des Himmels. Der Stern Frankreichs geht im Westen blutig unter, der Ihre steigt im Osten empor. Wir haben auf diesen Augenblick gewartet...“ „Und jetzt, glauben Sie, ist er wirklich da?“ „Die Mechanik des Himmels läßt sich zwar nicht beschleunigen, sie läßt sich aber auch nicht aufhalten.“ „Und wenn es ein Komet wäre?“ „Ich glaube an Sie, Prinz— ich habe es immer getan!" „Sie, mein Freund, ja. Aber der Kaiser?" „Selbst der Kaiser wird nicht mißtrauisch und schwerfällig genug sein, in diesem Augenblick die Möglichkeit abzulehnen, einen neuen Bundesgenossen zu gewinnen."„ m „Versuchen wir es, Tarini, aber bauen wir nicht darauf— in Wien ist nichts undenkbar.“ ... Als Feldherr und Staatsmann trat Eugen vor den Kaiser. Er vergaß nicht den Hinweis, daß er den französischen Einfall vorausgesagt hatte. Diesmal ging er aus dem Audienzsaal nicht mit dem Gefühl, eine Schlacht verloren zu haben: Er war beauftragt, mit dem Hekzog Viktor Amadeus von Savoyen, seinem Vetter, wegen eines Bündnisses zu verhandeln und eine kaiserliche Armee zu führen... Er kannte den Hofkriegsrat, er kannte seine Neider und Feinde, verbarg seinen Triumph und reiste sofort ab. In Turin empfing man ihn mit aller Freundlichkeit. Der Herzog hatte ein ewig liebenswürdiges Fuchsgesicht mit falschen Augen. Eugen spürte, daß es gefährlich sein würde, ihm den Rücken zu kehren, sei es auch nur für eine Sekunde. Er handelte danach und gewann ihn schnell für ein Bündnis. Wo war das Heer? Ach, das Herr! Eine zusammengelaufene, zusammengetrommelte Bande, schlecht gekleidet, schlecht bewaffnet. Den Oberbefehl hatte Viktor Amadeus für sich selber verlangt. Eugen mußte damit einverstanden sein, sollten die Verhandlungen nicht scheitern; in Wirklichkeit aber— daran hielt er fest— würde er die Armee führen. Unendliche Zeit verstrich. Hinter seinem Rücken begannen die Intrigen, die er vorausgesehen hatte. Spielte der Herzog falsch? War es ihm Ernst mit dem Angriff auf Frankreich? Wartete er, bis er wußte, wer am Rhein siegen würde? Und Wien, dieses ewig zögernde Wien, an dem man keine Rückendeckung hatte? (Fortsetzung folgt) TNSESTEN Nicht viel mehr Wochen als Ihr Finger an einer Hand habt, und der Tag ist da, auf den Ihr Euch ein ganzes Jahr gefreut habt. Leise kommt die Heillige Nacht zu uns nerunter und steckt in allen deutschen Gauen tausende Lichter an den Immer grünen Tannenbaum, daß die roten Welhnachtsäpfel leuchten und glühen wie die funden rehbraunen und blauen Kinderaugen, die an diesem einen Tage all ihre Wünsche erfüllt sehen. Habt Ihr denn schon einmal daran gedacht, daß noch viele, viele Kinder darauf warten, daß auch zu Ihnen das Christkind kommt? Wißt Ihr auch, daß da noch viele Kinder wie Du und Du und ich darauf warten, daß auch bei ihnen die Welhenacht einkehren möchte, daß auch sie sich nach dem Welhnachtsengel sehnen, der heimlich und leise das unter den Lichterbaum legen möchte, worauf auch sie sich ein ganzes Jahr freuten? Wir alle wollen mithelten im großen Weike unseres Führers, daß sie nicht umsonst auf das Christkind zu warten brauchen. Sie alle sollen wissen, daß der Weihnachtsmann auch zu ihnen den Weg findet Es ist schon eine geraume Zeit her, daß ich Euch angekündigt habe, daß wir in diesem Winter wieder eine gemeinsage Arbeit erledigen wollen. Nun ist's so welt und ich glaube, daß sie Euch allen Fieude bereiten wird. Heute sollt Ihr weder schreiben noch zeichnen, denn das weiß ich, darin seid Ihr kleine Künstler. Ihr sollt einmal alle, Ihr Jungen und Ihr Mädel zeigen, wie Ihr mit dem Handwerkszeug umzugehen versteht, Ihr sollt hämmern, streichen, nageln, kleben, schneiden, sticheln und sägen. Gibt es denn etwas Schöneres. als mit tatkräftigen und geschickten Händen mitzuhelfen, in die Stuben vieler, kleiner Volksgenossen ein wenig Welhnachtsfreude zu tragen? Und ich glaube, niemand will abseits stehen. Alle Ihr fleißigen Mitarbeiter werdet gerne dabei sein, wenn es gilt, das Chrlstkind bei seiner schweren Arbeit zu unterstützen. Und vor allen Dingen, es ist ja garnicht schwer, was ich von Euch verlange. Etwas Geschicklichkeit, etwas guten Willen und viel, viel Liebe. Ihr werdet sehen, Ihr entpuppt Euch als tüchtige, kleine Handwerker, die ihr Fach verstehen. Ihr Jungens, wenn Ihr nun meint, das wäre nichts für Euch, das wäre Mädchenarbeit, dann kann ich Euch nur sagen, Ihr könnt's einfach nicht fertig bringen, Ihr habt ganz einfach Angst vor den tüchtigen fleißigen Mädchenhänden, Ihr wollt Euch drücken, und das würde ich mir nicht nachsagen lassen, da würde ich den Mädchen und der Jugendfreundin einmal zeigen, was eine Harke Ist. Also nun mal zu, scht Euch mal daheim um, aus wieviel unnützen und unbrauchbar erscheinenden Dingen sich noch wahre Wunderwerke zaubern lassen. Da gibt es Kisten und Schachteln, Korken, Schwämme, bunte Puppenlappen, Wäscheklammern, Bänder, Knöpfe. Perlen, Draht. Holzklötze, alte Obstkörbe. Kleiderhaken, Garnrollen, und alles zusammengenommen, werden herrliche Bastelarbeiten daraus entstehen, an denen Ihr alle Eure helle Freude haben werdet. Und wenn es einmal garnicht klappen will, dann packt Ihr ganz einfach Eure. sieben Sachen zusammen und kommt schnurstracks zu mir gelaufen. Jeden Tag. außer Samstag, könnt Ihr mich dann von 4 bis 5 Uhr besuchen, Ich will zusehen, daß ich Euch dann mit Rat und Tat zur Seite stehen kann Also kramt einmal alles aus den Ecken, ich möcht wissen, welcher Junge und welches Mädel von Euch jetzt noch nichts zu arbeiten weiß. Um Euch die Arbeit nun etwas leichter zu machen. so gebe ich Euch in jeder Sonntagsnummer jetzt gute Ratschläge und Anleitungen und gebt acht, es wird alles prächtig klappen. Bedingung ist, daß alle Kinder ihre Arbeiten ohne fremde Hilfe machen. Nun wartet nicht zu lange, setzt Euch schon heute hin, Ihr habt noch vier lange Wochen Zeit, da kann recht schön geschafft werden. Am 16 Dezember ist der letzte Einsendungstag. Die schönsten und brauchbarsten Arbeiten werden mit feinen Belohnungen ausgezeichnet und in einem Schaufenster in der Stadt ausgestellt. Und recht emsige Bienenkinder dürfen mir gar dabel helfen, die Bastelarbeiten zu der Verteilungsstelle zu fahren, ich glaube doch, daß das für Euch ein Hauptspaß sein wird. Nun frisch ans Werk! Die..-Jugendfreundin (e SSc Vom 17. bis 19. November 1935 0 Gleichbleibende Tageseinteilung: EMSIMSKLREIE .55 Wetterbericht für den Landwirt .00 Morgenruf und Frühkonzert .45 Leibesübungen .00 Wiederholung des Morgenrufs, Zeit, Wetter, Nachrichten .15 Morgenkonzert .15 Zeit, Wetter, Wasserstandsmeldungen .20 Frauenturnen 10.00 Zeit. Wetter. Nachrichten 13.00 Mittagsmeldungen 1 14.00 Mittagsmeldungen II 15.30 Wirtschaftsmeldungen 18.40 Vom Tage„„ 6ri 18.50 Wirtschaftsmeldungen und Sportvorvericht 20.00 Erste Abendmeldungen 22.00 Zeit. Wetter, Nachrichten Esccbeee .00 Hafenkonzert an Bord des Dampfers„Newyork“ .00 Bauernfunk„„„ .30 Musik am Sonntagmorgen. Gitarre=Kammer=Orchester, Dortmund(Theodor Ritter). 1. Festmarsch (Albert). 2. Madrigal(Hasler). 8. Menuett (Albert). 4. Allemande(Henze). 5. Zwei Ländler(Albert). 6. Marionetten(Ritter). .00 Die sonntägliche Morgenfeier. Trude Fischer(Alt) .30 Was so in den Zeitungen steht. 10.00 Morgenfeier der Hitler=Jugend(Von Königsberg, Reichssendung). 10.30 Männerchor=Konzert(Uebertragung aus der Beethoven=Halle, Bonn).(Neues Liedgut im Sinne der neuen Bestrebungen des Deutschen Sängerbundes). Bonner Männer=Gesangverein(Dr. Hans Wedig). 1. Der Grenadier(W. Hensel). 2. Glück auf, der Steiger kommt(Volkslied). 8. Es leben die Soldaten(Volkslied). 4. Der Feldjäger(Volkslied). 5. Sigurdslied(Volkslied). 6. Der Dengler(H. Erpf). 7. Schönster Abendstern (Volkslied). 8. Kameraden, wir marschieren(Volkslied). 9. Nicht Gerede, nicht Geschrei(Volkslied). 10. Der Jäger aus Kurpfalz(Volkslied). 11. Ich armes welsches Teufli(Volkslied). 12. Ich bin ein lustiger Jägerknecht(Volkslied). 18. Kein schöner Land in dieser Zeit(Volkslied) 11.10 Die deutsche Familie im Gedicht. Buben und Lausbuben 11.25 Die Streichquartette Beethovens(). Quartett =dur. Das Streichquartett des Reichssenders Köln 12.00 Walter Darré.(Rede des Reichsbauernführers und Reichsernährungsministers aus der Goslarhalle.) 13.05 Mittagskonzert(Von Berlin). Kleines Funkorchester(Willi Steiner). Erwin Hansche und Max Nahrath(2 Klaviere). 1. Ouvertüre„Schön Rotraut"(Lautenschläger). 2.„Geheimnisse der Etsch“, Walzer(Carena). 3. Zwei slawische Tänze (Dvorak). 4. Die Mühle(Jensen). 5. Kleiner Walzer(Bort=Steiner). 6. Menuett(Geiuler). 7. Walzer(Wilm). 8. Russischer Tanz(Bullerian). 9. Husarenritt(Spindler). 14.00 Kinderstunde. Eine Fahrt zu den Sternen 14.30 Lustiger Rätselfunk.(Kurt Ehrhardt) 15.00 Stunde des Landes 16.00 Nachmittagskonzert. Das Kleine Orchester(Leo Eysoldt); Das Kammerquintett; Erwin Hartung (Tenor). 1. Vorspiel zu„Raymond“(Thomas). 2. Victoria regina(Kunnecke). 8. Erwin Hartung singt: a) Ja, das ist halt so(Carste); b) Regentropfen(Palm). 4. a) Serenata amarosa (Becce); b) Rendezvous(Aletter). 5. Tango und langsamer Walzer(Niemann). 6. a) Serenade (Pierné); b) Kleiner Walzer(Monti). 7. Erwin Hartung singt: a) Kleine Rosmarie(Schmitz); b) Von meiner Heimat hab' ich geträumt(Borgmann). 8. a) Faszinata(Uurzilli): b) Frühlingsfest im Schwalbennest(Rust). 9. Vorspiel„Prinz Methusalem"(Joh. Strauß). 10. a) Unter'm Lindenbaum(Felix); b) Zug der Gnomen(Blon). 11. Erwin Hartung singt: a) Sie hieß Marietta (Schmidseder); b) Das Ringlein mit dem dunkelblauen Stein(Cowler). 12. a) Volksliedchen und Märchen(Komzak); b) Villany Czardas(LindsayTheimer). 18. Naila=Intermezzo(Delibes Doppler). 14. Finale aus der Suite„Erinnerung an Cairo"(Lautenschläger). 15. Erwin Hartung singt: a) Zum Walzer und zum Wein(Palm); b) In der Krone ist großer Manöverball(Richartz). 16. Amphitryon=Walzer(Doelle). 17. Laternamagica=Marsch(Eysoldt) 18.00 Aslaug. Einer nordischen Sage nach gestaltet von Günther Hofmann„.. g6 18.50 Kunstturnkampf der Deutschen Turnerschaft Ryeinland— Westfalen(Aus Düsseldorf)(H. Probst) 19.10 Musik zum Abend.„Spanische Volksmusik". Margret Flecken(Mezzo=Sopran); Friedrich Eugen Engels(Tenor); Ida Gille(Gitarre); Das Kölner Mandolinen=Orchester„Harmonie"; Das Westdeutsche Kammerorchester 19.50 Sportvorbericht 20.00 Orpheus und Eurydike. Oper von Christoph Willibald Gluck(Dr. Wilhelm Buschkötter). Orpheus(Gerhard Hüsch); Eurydike(Kläre Hansen); Eros(Else Rücker) 22.25 Zwischenrunde um den Handball=Pokal Westfalen gegen Niederrhein(Aus Hagen) 22.40 Unterhaltungsmusik und Tanz. Münchener Tanzfunk=Orchester(Bruno Aulich) 10.15 Schulfunk. Siebenbürgen, Land des Segens 10.45 Was brachte der Sportsonntag?(Richard Heinemeher)„ gi 12.00 Schloßkonzert(Aus Hannover). Das Nieversächsische Sinfonie=Orchester(Otto Ebel von Sosen). Susi Gmeiner(Koloratur=Sopran); Kammermusiker Hermann Passelt(Trompete). Italienischer Capriccio(Tschaikowsky). O lieb so lang du lieben kannst(Liszt). Melodien aus der Oper „Boheme“(Puccini). Walzerlied der Musette (Puccini). Heiteres Spiel für Orchester(Blumer). Caprice und Variationen(Arban). Elsässische Bauerntänze(Merkling). Winterstürme(Fucik). Dorine, Arie im alten Stil(Künnecke). Arbucklenian=Polka(Hartmann). Ungarische Tänze Nr. 5 und 6(Brahms). Florentiner Marsch (Fucik) 1 F 8 14.15 Konzert auf der Wurnter Orgel.(W. u. Harnisch) (Aus dem Ufa=Palast Köln) 15.00 Frauenfunk(Wilhelm Wahl) 16.00 Gutes Licht— gute Arbeit 16.10 Klaviermusik. Solistin: Else Blatt. 1. Zehn Präludien aus Werk 11(Scriabine). 2. Drei Rhapsodien:=moll,=moll und Es=dur(Brahms). 16.40 Deutsche Erzähler der Gegenwart. Karl Wagenfeld: En Daugeniz..„ 962gu-K4st.r 17.00 Nachmittagskonzert des Landesorchesters Gau Württemberg=Hohenzollern(Julius Schröder); Karl Jautz(Tenor). 1. Unter deutschen Fahnen, Marsch(Bähre). 2. An die Freude, Suite(Huppertz). 8. Karl Jautz singt: Glauben Sie noch an Märchen? Walzerlied(Hahn). 4. Heimatbilder(Kutsch). a) Im Klostergarten; b) Die alte Mühle: c) Am stillen See; d) Fröhlicher Ausklang. 5. Karl Jautz singt: Liebesspendende Aphrodite aus„Ihre Hoheit die Tänzerin"(Götze). 6. Walzer aus„Die Landstreicher"(Ziehrer). 7. Melodien aus„Eine Nacht in Venedig“(Strauß), 8 Du bist meine Sonne, Lied aus„Guiditta“ (Lehar). 9. Elegischer Walzer(Hägele). 10. Ouvertüre zu„Girofle=Girofla"(Lecoque). 11. Die Romantiker, Walzer(Lanner) 18.30 HJ.=Funk(Von Leipzig). Stimmen aus der jungen Front 19.00 Musik zum Feierabend.„Melodien von Johann Strauß". Hubert Kirsch(Bariton); Das Westdeutsche Kammerorchester,(Hermann Hagestedt). 1. Persischer Marsch. 2. Neu=Wien, Walzer. 8. Du schöne Stadt im Donautal. 4. Streifzug durch Straußsche Operetten. 5. Ständchen aus „Casanova“. 6. Rosige Laune, Mazurka. 7. Mit freudigem Herzen, Polka. 8. Ouvertüre zu„Carneval in Rom“. 9. Im Galopp 19.50 Momentaufnahme 20.10 Westdeutsche Wochenschau 20.45 Unterhaltungskonzert. 1. Frohe Laune. Erwin Hartung(Tenor); F. P. Meinhold(Sopran); Pirro Strana(Bariton); Das Hohner=Handharmonika=Duett(Hilde Geisel— Heinz Gengler); Das Kleine Orchester(Leo Eysoldt). 2. Teil: „Und nun zum Tanz“. Dazu singt Erwin Hartung 23.00 Musik unserer Zeit. Das Große Orchester(Dr. Wilhelm Buschkotter). 1. Symphonische Suite (Uraufführung)(Helmut Riethmüller). 2. Spitzweg=Bilder(Erich Anders) vorgibengengtbtes cn dewühriesTogopt= Fer Cöchel Kotesron=Meisene geist sowie Zucker in einer Kaffeetasse gut umrühren und dann kochendes Wasser zugießen! 2 Portionen von diesem Gesundheitsgrog möglichst heiß vor dem Schlafengehen trinken! Das hilft, und die Beschwerden verschwinden rasch. Zur Nachkur und gegen Rückfälle trinke man noch einige Tage die halbe Menge. Also holen Sie sofort bei Ihrem Apotheker oder Drogisten den echten FAEN Vollesvienst der rog. Gememden Sonntag, den 17. November 1935.f B. Hamme. Frühgottesdienst an (Ohne Gewähr.)(der Maarbrücke 8: Simon: HauptSammlung für die evangelischen gottesdienst in der Kirche.45: SiHeil= und Pflegeanstalten. mon: Hauptgottesdienst in der WegeChristuskirche..45: Dr. Ehren= scheid.45: Bach; KGD. in der Kirche berg: 11.15: KGD., Matthieu; 15:/11.10: Kraemer; KGD. im GemeindeTaufseier, Liz. Lotz. haus 11.15: Bach: Taufstunde in der Friedenskirche..30: Henrici; 11: Kirche 14: Kraemer; Taufstunde im KGD., Winnacker; 12.15: Taufseier, Winnacker. Lutherkirche..45: Hardt; 11: KGD., Schmidt 2; 12: Tauffeier, Schmidt 2. Pauluskirche. 8: Hardt.30: Vikar Scherler; 17.15: Henrici. Johanneskirche. 9: masur. Gottesdienst, Schneider; 11.15: KGD., Henrict. Krankenhauskapelle..30: Vikar Regelmann. Gerichtsgefängnis. 8: Klose. Herberge zur Heimat. 9: Gemeindehelfer Berewinkel. 6. Bezirk(Gemeindeheim). 11.15: KGD., Dr. Ehrenberg. 7. Bezirk(Jugendheim). Di 19.30: Bibelstunde für die weibliche Jugend. Landeskirchliche Gemeinschaft„Melanchthon“, Königsallee 163. So 14: Kinderstunde; 18.30: Evangelisations= stunde. Do 20: Bibelstunde. Jugendbund für entschied. Christentum, Zweigstelle Konfirmandensaal „Weilenbrink“(Johanniskirche). Mi 20: Evangelisationsstunde, Stadtmission Bochum Joachimstr. 8. So 14: Sonntagsschule; 17: Bibelstunde. Mi 17: Andacht. Do 20.15: Bibelbesprechstunde.—.=Engelsburg, Betsaal. Jeden Di 20: Bibelstunde.—.=Hamme, Glückaufstr. 33. Fr 16: Bibelstunde für jedermann. Christlicher Verein Junger Männer, E.., Bochum, Ostar=Hoffmann= Straße 14. Jungmännerkreis: Do 20.15: Bibelarbeit, Pastor Engelbert. Ev. Jugenddienst I: Mo 20: Im Kreis um die Bibel. Altenbochum. 10: Hauptgottesdienst, Sup. Niederstein; Taufen finden im Hauptgottesdienst statt; 14: KGD., anschl. Helferkonferenz; 20: Gemeinschaftsstunde. Mo 20: Bekenntnisbibelstunde Auf der Prinz. Di 16: Bibelschar 1; 18: Bibelschar 4. Mi 20: Bibelstunde im Lutberhaus. .=Wiemelhausen. Melanchthonkirche..30: Niedermeier; 10: Dr. Klein: 11.30: K62 und Kirchentaufen, Dr. Klein. Mo 20: Bibelstunde, Dr. Klein.— Petrikirche: 10: Gottesdienst, Nöllenburg; 11.15: K6D und Taufen. Mo 20: Jugendbivelstunden(in der Bußtagswoche fallen die Bibelstunden bei Kellenberg und in Querenburg aus). Do 20: Bibelstunde. Bergmannsheil. Di 19.30: Bertelsmann. .=Weitmar. 8: Frühgottesdienst, P. Görtz:.45: Hauptgottesdienst, P. Miethe; 11: KGD.; 12: Kirchentaufen. Do 20: Gemeinschaftsstunde. Fr 20: Gemeindebibelstunde im Gemeindesaale neben der Kirche.— Eppendorf: 14.30: Evangelisationsstunde. Di 20: Gemeinschaftsstunde.— Bärendorf= Süd: 17: Männerbibelkreis in der Schützenstraße(Kindergarten). Bekenninisgemeinde Weitmar. 9: Gottesdienst im Vereinshaus KarlFriedrich=Straße, Pastor Jungcurt; 10.15: KGD. im Vereinshaus KarlFriedrich=Straße. Di 15.30: Frauenhilfsstunde im Gemeindesaal neben der Kirche. Do 15.30: Frauenhilfsstunde im Kindergarten Eppendorf. Fr 19: Bibelstunde in Eppendorf bei Schmitz: 20: Bibelstunde in Eppendorf bei Hill. .=Engelsburg..30: Gottesdienst, Dieckhoff: 11: KGD.; 12: Taufen. Di 20: Stadtmission. Do 20.15: Vorbereitung für den KGD. .=Gerthe. 10: Hauptgottesdienst, Strümpfel; anschl. KGD.; 20: Abendfeier mit Missionsansprache.— D. Christen: Gottesdienst in Harpen. .=Harpen. 10: Missionsgottesdienst, Miss. H.(Bethel); auschl. KGD.: 16: Misstonsfest des Missionsvereins Harpen.— Deutsche Christen: 10: Hauptgottesdienst, Pfarrer Paul= mann: 11.15: KGD.; 12: Taufen. .=Hiltrop..30: Gemeindegottesdienst, Fortmann: 10.45: KGT.: 11.45: Tausen. Mi 20: Gemeindebibelstunde im Gemeindehause. Do 20.15: Gemeinde=Jugendbibelstunde im Gemeindehause. Gemeindehaus 12: Bach. Elternabend für die Konfirmanden=Eltern für alle drei Bezirke: Mo 19.30 im Gemeindehaus. Bibelstunde: Do 20 im Gemeindehaus. Vorberettung z. KGD. Fr 20: im Gemeinoehaus und in der Wegescheid. .=Hofstede=Riemke..30: Pitsch; 10: Mübge: 11.15: KGD., Mühge; 12: Taufstunde. .=Hordel. 8: Gottesdienst, Pastor Abendroth;.30: KGD. im Gemeindehaus: 10: Gottesdienst, Pastor Höfker: 11.15: KGD. in der Kirche; 12.15: Taufen in der Kirche. .=Stiepel..30: Gottesdienst im Lutherhause, Husemeyer; 11: KGD.; 10: Gottesdienst in der Kirche, Lohmeyer: 11: KGT; 10: Gottesdienst in Buchholz, Altena; 11: KGD. Bibelschar: Knaben: Mo 15.30 und 17.30. Bibelschar: Mädchen: Mi 15 und Fr 5 Uhr. Jugendschar: Dorf: Di 20, .=Dahlhausen..30: Neuhaus: Mo bis So. jeden Abend 20: Evan11: KGD.; 12: Tausen. Mo 20: gelisationsversammlungen. .: Langendreer. Christusrirche: 10: Freie evgl. Gemeinde, Rottstr. 34a. auntagtteädienst M Kichtenehaler: So.30: Bibelbesprechstunde; 11: Ikabotee Nr. 3 Haupthonlesvienst. P. Dichlenthälet; 11: KGD.; 12: Taufen.— Pauluskirche: 10: Festgottesdienst zum 251. Ortsjubiläum der Bezirks=Gemeindeschwester. P. Schallenberg, Witten; 11: KGD., P. Menzel; 12: Kirchentaufen.— Keltehardt: 10.30: KGD. — Krankenhaus:.45: Gottesdienst, P. Menzel.— Lutherkirche:.45: Morgenwache;.30: Gottesdienst. P. konntagsschule; 18: Evangeliumsverkündigung. Mo 20: Chorprobe. Di 20: Jugendstunde.— Gerthe, Gerther Straße 10: So 15: Predigt. Di 18.45: Bibelstunde. Christlich=wissenschaftl. Vereinigung (Christian Science Society) Bochum, Emscherstr. 20. So 10: Gottesdienst, Lektionspredigt der Christl. WissenSchilling: 11: RGD. Sa 20: Gebeis= schaft, Thema: Die Sterblichen und die stunde. Unsterblichen: 11.15: Sonntagsschule. B. Rummelt: 11.13.(82.: 12 15:saguzzsseier,(Der Abendgottesdienst Tausen; 17: Bibel= und Gemeinschaftsstunde. Kreta. 10: Gottesdienst; 11.15: K6D. Wanne. Christuskirche:.30: Frühgottesdienst, P. Bunte: 10; Hauptgottesdienst, P. Weidmann; 11.30: KGD.: 12.30: Taufen. Do 15.30: Uhr, Jugendschar: Dorf: Di 20, P. Reuter; 14: Gottesdienst zur Buchbolz: Ti 18, Haar: Di 19.30 Uhr. denen Konfirmation. P. Maennel. ing um 20 Uhr fallt aus.) Christlich=wissenschaftl. Vereinigung (Christian Sciencee), Bochum, Rottstraße 29, I. Etg. So 10: Gottesdienst. Bußtag 16: Danksagungsseier. 1. Baptistengemeinde: ImmanuelsK69.: 12.30: Taufen. Do.10.50; kirche, Hermannshöhe 21: So.30: Taufen.— Lutherkirche: 10: Haupt= Bibelstunde, Prediger Jansen(Braungottesdienst, P. Bunte, Kirchdienst schweig); 11: Sonntagsschule: 16: Gruppe 3: 11.30: KGD.; 12.30: Evangelisation, Pred. Jansen(BraunTaufen.„ schweig). Bußtag 15.30: FrauenverEickel. Johanniskirche: 8: Früh=seinsfest.— Gemeindesaal.=Bärengottesdienst, P. Reuter: 10: Haupt=dorf, Goldhammer Str. 17: So.30: gottesdienst, P. Maennel; 11.30: Bibelstunde; 11: Sonntagsschule. Do KGD., P. Kurras; 12.30: Tausen, 20: Bibelstunde. Prediger Janssen.— P. Reuter; 14: Gottesdienst zur gol- Gemeindesaal.=Hamme, Hofsteder ein erprovter und beliebter Haustee gegen Husten, Heiserleit, Verschleimung. Asthma usw., schweißtreivend. schleimlösend, berubigend, Patet .50,.90 Mk. J. Kneider Drogerie. Bochum Gr. Beckstraße 10. Mo 20: Jungmütterkreis im Lutherhause. Do 16.30: Arbeitsstunde der Frauenbilfe Haar, im Lutherhause. Kirchenchor: Do 20. Frauenchor Haar: Di 17.30.— So 17: Geistliche Musik im Lutherhause, veranstaltet vom Kirchenchor und der Vereinigung zur Pflege alter Haus= u. Kammermusik, Bochum. Uemmingen..30: Hauptgottesdienst. Kuhlmann: 10.45: Kirchentausen: 11: KGD. Di 20: Abendmahls= 10: Hauptgottesdienst. Fr 20: Bibelfeier für die Alten in Querenburg. stunde der reichskirchlichen Gemeinde.=Linden. 8: Weber.30: Bäu= glieder in der Alten Kirche. mer: Gottesdienst im Krankenhaus, Röhlinghausen. 8: FrühgottesWeber: 11: KGD.; 12: Taufen. Mi dienst, P. Tiages:.30: Hauptgottes17: Taufen, Bäumer: 15: Gemein= dienst, Bischof Hossenfelder(Berlin); schaftsstunde der Ev. Gemeinschaft im 11: KGD., Sup. Krahn; 12.30: TauGemeindehaus Linden. sen. Fr 19.30: Gemeindebibelstunde. Vollerviens. der kun. Geinenen ar Smnringeng Str. 131: Co.30: Bibelstunde, PreEv. Krankenhaus: 10: Gottesdienst, diger Janssen; 11: Sonntagsschule. P. Reuter.[Do 20: Bibelstunde, Prediger Dr. Günnigfeld..30: Predigt, P. Mundhenk.—.=Laer, Werner HellKoch: 10.45: KGD.; 11.30: Tausen weg 19: Di 19: Bibelstunde.—.= und Trauungen.[Harpen, Kornharpener Str. 241: So Wattenscheid. Friedenskirche::11:„Sonntagsschule.— Gemeindesaal Frühgottesdienst: 10: Hauptgottes= Wunluscheid, Hammer Str. 19: So dienst: 14: KGD: 15: Taufen.—/9: Bibelstunde, Prediger Dr. MundAlte Kirche: 9: masur. Gottesdienst. benk: 10.30: Sonntagsschule: 20: — Kapelle zu Höntrop:.30: Haupt=Friedensbotenfest.— Gemeindesaal gottesdienst.— Gemeindehaus Leithe:.=Werne. Am Born 10: So.30: Bibelstunde: 11: Sonntagsschule; 16: Sonntag, den 17. November 1935. (Ohne Gewähr.) Propstei. 6: hl..;.45: hl. M. m. Pr.:.45: hl. M. m. Pr. u. gem. hl. Kommunion der 3. Mädchenklasse; 10: Levitenhochamt m. Aussetzung u. Segen; 11.15: hl. M. m. Pr.: 14.30: Christenlehre mit Aussetzung und Segen, danach stille Anbetung; 18: Festandacht mit Prozession u. Segen.— Andacht: 15: Taufen; 16: Versammlung und Andacht der Jungfrauen. Dreifaltigkeit. 7: Gemeinschaftsm. u. gem. hl. Kommunion der Jungfrauen; 8: hl. M. m. Pr. u. bl. Kommunion der Jungfrauen; 10: Hochamt mit Aussetzung u. Pr.; 14.30: Festandacht. St. Franziskus,.=Weitmar..15: Aussetzung des Allerheiligsten und Frühm. als Gemeinschaftsm.:.20: An den Wochentagen ist jezen. Mittag Austeilung, der bl. Kommunion; Porträt des Erfinders A wurden uns bis Jetzt Fälle bekannt von 100 Pfd. Abnahme durch Dr. Janssen’s Ton und zwar meidete: 100 Pfd. Frau A. Baumann, Berlin 80 36, Manteuffelstraße 58, am 4. 5. 1934; 110 Pfd. Frau Minna Pessel, Elbing, Groß. Wunderberg 45, am 8..1934; 106 Pfd. Herr Carl Qullieaume. Altona, Große Mühlenstraße76, a..10.1935, Es traten nach Angabe der Verbraucher hierbei nicht nur keine Schädigungen ein, condern der Gesundheitszustand hob sich. Diese Fälle kann man natürlich nicht verallgemeinern, wir wollen auch nur fragen, ob Sie nicht glauben, auch einige Pfund abnehmen zu können? Dr. Janssen'e Tee besteht aus unschädlichen Kräutern. Eine 10 Tage Gratiskur von der uns schon Abnahmen bis 8. Ja bis 10 Pfund gemeldet wurden, erhalten Sie kostenfrei und ohne Verpflichtung, wenn Sie sofort ihre Adresse mittellen an Dr. Janssen, Abt. Charlottenburg 1. 0 Die Originalpakete zu 2 Mark kaufen Sie bei Ihrem Lieferanten am Ort. Dr. Werner Jansseh's fer wird In 12 Ländern getrunken. um 2 Uhr Aussetzung des Aulekheiligsten, danach stille Anbetung: 19.30: Komplet, Segen und Repositio. Christ=König(Franziskanerkloster): 6: hl. M. o. Pr.: 7: hl. M. m. Pr. und Gemeinschaftskommunion aller Jungfrauen;.15: Kinderm. m. Pr. u. gem. hl. Kommunion der Marienschar:.30: Hochamt m. Pr.: 11: hl. M. m. Pr.; 14.30: Christenlehre über die Wahrhaftigkeit und Treue Gottes mit kurzer Andacht; 20: Andacht zum Troste der Armen Seelen mit Aussetzung und Segen. In dieser Woche jeden Abend 20: Kreuzwegandacht für die Armen Seelen. St. Marien. 6: hl..:.15: hl. M. m. Pr.;.30: hl. M. m. Pr.; .30: feierl. Levitenamt mit Aussetzung des Allerheiligsten und Pr.; 11.30: hl. M. m. Pr.: 14.30: volksliturgische Andacht mit sakr. Segen. St. Joseph..15: Gemeinschaftsm. für die gesamte weibliche Pfarrjugend m. hl. Opfermahl;.30: hl. M. m. Pr., gem. hl. Kommunion der Fahrendeller Schule;.45: hl. M. m. Pr.: 10: Festbochamt m. Aussetzung des Allerheiligsten: 11.15: hl. M. m. Pr. 14.30: Christenlehre; 16: Dankandacht mit Standesvortrag für die Jungfrauen; 20: Festandacht aus Anlaß des Kirchweihtages für die ganze Pfarrfamilie. St. Antonius..30: hl.., gem. hl. Kommunion der Jungfrauen; 8: hl. M. m. Pr.;.30: Hochamt m. Pr.: 11: hl. M. m. Pr.: 14.30: Festandacht. Klosterkirche der Redemptoristen. 5 u. 6: hl..; 7 u. 8: Singm. m. Pr.; 9: Gottesdienst für die höh. MädchenGottesdienst. vereinsfest. Bußtag 16: FrauenTelephon 62421 liefert ihnen Ruhebetten, Couchs. Sessel und Matratzen jeder Art, sowie Polstermaterial, Bindfäden, Drell, Stoftbezug, Alpengras, Roßhaarusw. Beachten Sie meine Schaufenster, Qualität und Preise. Besichtigung jederzeit unverbindlich Kohlen O Koks# Briketts Hnthrazit 1880 bängenbrahm 1935 Tel. 86122 Gustav Gräfekottstr. 12 .30: hl. M. als Bet= und Singm. m. Pr.;.45: Hochamt m. Pr. und Segen; 10: Kinderm. m. Christenlehre: 11: letzte hl. M. m. Pr.: 15: Taufen: 15.30: Kirchweibfestandacht. St. Michael,.=Dahlhausen..30: Frühm. m. Pr., gem. hl. Kommunion der Jungfrauen und der 3. Klasse; 10: Hochamt und Pr.: 15: Andacht. St. Anna, Bochum=West. 7: hl. M. m. Gesang u. Pr.;.30: Kinderm. m. Gesang u. Pr.: 10: Hochamt m. Pr.: 14.30: Armenseelenandacht mit Segen: 15: Taufen; 16: Festandacht mit Standespredigt und Segen für die Frauen. St. Engelbert,.=Dahlhausen..30: Frühm. m. gem. hl. Kommunion der Jungfrauen und der Schulklasse 1 b: 10: Hochamt m. Pr; 14: Taufen; 14.30: Festandacht. Liebfrauen,.=Linden..50: Austeilung der hl. Kommunion; 7: hl. M. m. Pr., gem. hl. Kommunion der Jungfrauen:.05: hl. M. m. Anspr. für die Kinder, gem. hl. Kommunion der Kinder der oberen Klassen; 9: Hochamt m. Pr.; 10.30: hl. M. m. Pr.; 14: Taufen: 14.30: Andacht, anschl. Standespredigt für die Jungfrouen. Fronleichnam,.=Laer..30: Frühmesse m. Pr. und gem. hl. Kommunion der Jungmädchen und Jungfrauen; 10: Hochamt m. Pr. und sakr. Segen(Kirchweibfest), 14.30: Christenlehre u. kurze Andacht m. Segen; 15.15: Taufen. Liebfrauen,.=Altenbochum..30: Frühm. m. Pr. u. Austeilung der hl. Kommunion;.45: hl. M. m. Pr. und gem. hl. Kommunion d. Mital. 2. Baptistengemeinde:.=Weitmar, Am Steinknapp 56: So.30: Bibelstunde: 11: Sonntagsschule: 16: Gottesdienst. Neuapostolische Gemeinde. Bochum Rheinische Str. 7: So 9, 16: Mi 20. .=Langendreer, Wallbaumweg 58: So 9. 16: Mi 19..=Linden. Kesterkamp 49a: So 9, 16: Mi 19.30..= Weitmar, Kellermannsweg 51: So 9. 16: Mi 20..=Weitmar. An der Landwehr 65: So 9, 15.30; Do 19. .=Riemke, Auf dem Dahlacker 42: So 9. 16: Mi 19..=Gertbe. Am Südblick 8: So 9. 16: Mi 19..=Kornharpen. Auf der Prinz 135: So 9. 16: Mi 20. Wanne=Eickel, Königstr. 21: So 9. 16: Mi 18..=Röhlinghausen. Füsilier= und Kurfürstenstr.=Ecke: So 9. 16: Mi 18. Zeine. 9ch. MD Nche eb Pagce ge 5e. S ac„er-en 445 5H H S 650 Stadt-Drog. Altmikus, Bongardstr. 12; fl. V. Fischer, Kortumstr, Ecke Rottstr.: Emil Frings, Kortumstr. 97; Drog. zur Engelsburg Richard Grasedieck, Essener und Kohlenstr. Eche: F. àmp; H. Knepper, Dorstener Str. 93. Filiale Castroper Str. 203; Drog. zur Altstadt J. Kneider, Große Beckstr. 10: Rechen-Drog. Händler, Pleperstr. 8: M. Reinhardt, Moltkemarkt 39 und Brüderstr.: W. Zurheide Kortumstr. 113: Stern-Drog. F. W. Störing, Hellwes 1: E. Trass Nachf., Wilhelmsplatz; Aug. Walger, Dibergstr. 1; Linden: W. Stene: Schwanen-Drog. A. Feuerstein, Hattinger Str. 827: Hamme: Gebr. Kühnel, Amtsplatz 8; Herner Str. 110: BochumGerthe: Löwen-Drog. A. Marquardt, Castroper Hellweg 422 schulen: 10.30: voln. Gottesdienst; d. Jungfrauenkongregation;.15:Hochamt mit Aussetzung des Allerheiligschaftsandacht zu Ehren der Muttersten Rr un? hl Kammen von der immerwährenden Hilfe, Pr. m. sakr. Segen; 19: Rosenkranz und Segen für die Erzbruderschaft der hl. Familie. St. Meinolphus. 6: hl.., 7: Gemeinschaftsm.: 8: hl. M. für die höb. Schulen; 9: hl. M. für die Volksschulen: 10: Hochamt: 11.30: hl..; 15: Christenlehre: 18: Armenseelenandacht. St. Johannes,.=Wiemelhausen. 7: hl. M. m. gem. hl. Kommunion der Jungfrauenkongregation und aller Jungfrauen: 8: hl. M. m. Pr. und gem. hl. Kommunion der Kinder der o. Klasse und der Kommunionkinder von Querenburg;.15: bl. M. m. Pr., 10.30: Hochamt m. Pr., Aussetz. d. Allerheiligsten u. Segen: 14.30: Pfarrandacht m. Segen; 15: Taufen; 15.30: kirchenmustkalische Feierstunde. Wallfahrtskirche, B. Stiepel..35: Frühm.: 10: Hochamt; 15 und 16: Andacht. St. Liborius,.=Grumme. 7: bl. M. m. Pr.: 8: Aust. der hl. Komm.; .30: hl. M. m. Pr. u. gem. bl. Kommunion der Jungfrauen=Kongregation und der 1. und 2. Mädchenklasse; 10: Hochamt m. Pr.: 14.30: Andacht; 15: Taufen. Nach der Andacht Pr. für die Jungfrauen. Kreuz..15: Austeilung der hl. Kommunion; 7: hl. M. m. Pr. und gem. bl. Kommunion der Jungfrauen;.30: hl. M. m. Pr. und gem. hl. Kommunion der Knaben; 10.30: Hochamt m. Pr. und sakr. Segen; 14.30: Christenlehre. Herz=Jesu,.=Hamme..20: Austeilung der hl. Kommunion:.30: hl. .;.30: Austeilung der hl. Kommunion: 8: hl. M. m. Pr.:.30: Hochamt m. Pr.(Aussetzung des Allerheiligsten): 11: hl. M. m. Pr.; 14.30: Dankandacht mit Tedeum; 16: Andacht für die Jungfrauen. nen, Pr. uno gem. hr. Kommunion der Mädchen aus der Liebfrauenschule: 10.45: letzte hl. M. m. Pr.: 14.30: Christenlehre mit Seaen: 18: Männerandacht m Pr. und Segen. Herz=Jesu,.=Werne..45: hl. M. m. Pr.:.15: hl. M. und gem. hl. Kommunion der Jungfrauen und der Kinder des 7. und 8. Schuljahres der Wittekindschule: 10.15: Hochamt m. Pr., Aussetzung und sakr. Segen; 14.30: feierl. Vesper: 15: Taufen. St. Marien,.=Langendreer..30: hl..; 8: hl. M. m. Pr. u. gem. bl. Kommunion der Jungfrauen, des 3. Ordens sowie der Mädchen des 6. bis 8. Schuljahres: 10.15: Hochamt m. Pr.: 14.30: Andacht: 15.30: Andacht m. Pr. für die Jungfrauen: 17: Andacht m. Pr. für den 3. Orden. St. Bonisatius,.=Langendreer. .30: hl..: 8: hl. M. m. Pr. und gem. hl. Kommunion der Jungfrauen:.15: Kinderm. m. gem. hl. Kommunion der Schulmädchen und Singen der Speyerer Domfestmesse: 10.15: Hochamt m. Pr.; 14.30: Christenlehre und Andacht. Hl. Geist,.=Harpen..30: Frühm. m. Pr., gem. hl. Kommunion für die Jungfrauen: 10: feierl. Hochamt mit Pr. und Segen; 14.30: Festandacht. St. Elisabeth,.=Gerthe. 7: hl. M. m. Pr., gem. hl. Kommunion aller Jungfrauen:.30: hl. M. m. Pr., gem. hl. Kommunion der beiden Oberklassen der Schule an der Gerther Straße sowie der Oberrealschüler: 19:, Hochamt m. Pr. und Segen: 11.15: bl. M. m. Pr. u. Gesang in voln. Sprache: 14.30: Christenlehre. St. Joseph,.=Hiltrop..30: Frühmesse m. Pr. u. gem. hl. Kommunion aller Jungfrauen und der Mädchenoberklasse: 10: Hochamt m. Pr.; 14.30: Christenlehre mit Andacht. St. Theresien,.=Eppendorf..30: Frühm.:.15: Kinderm.: 10: HochStubenvögel biese guden den munteren Sänger und beeinträchtigen die Sangeslust.„Extur“=Vogelsand, ges. gesch., beseitigt alles Ungeziefer. Er enth. außerdem wertv. Aufbaustoffe zur Knochenbildung. Zu haben in den einschl. Geschäften. Niederlage: R. A. 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Gewinne zu 500 M. 2517 3611 7765 8768 26897 37653 39728 46103 56882 71073 93524 120745 121051 140791 150458 168919 187368 192452 206567 212041 229431 246303 253326 262080 269672 270170 270556 287020 341898 362817 381092 387854 178, Gewinne zu 300 M. 10014 28755 35875 36683 S52an 41306 44329 45243 46135 49690 52479 58488 54802 62363 64172 67002 67100 77654 9243 95976 96537 100603 102123 102930 107835 117198 118266 127321 129472 131500 139105 146817 151554 163985 171930 177119 183914 85631 190465 195212 197406 197599 199036 199446 205303 205797 206066 206814 211400 219658 219954 220897 222660 228620 230137 233682 242162 243275 261619 265336 272768 233449 275339 277095 278474 279666 282640 283503 285726 287062 288252 294594 295159 308626 310648 310911 314257 325529 329759 331577 336959 337909 376251 382402 389478 393638 Nachmittagsziehung Nutz. und Rassegeflügel! 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Dezember 1935 statt. 139993 76034 342394 67918 169974 289832 23536 64764 82786 108883 125577 148929 186972 224446 269141 318219 33295 342981 358259 388373 Herz=Jesu,.=Hordel..30: hl..: amt m. Pr.: 14.30: Christenlehre und 8: hl. M. m. Pr.: 10: Levitenboch=Segen; 17: Andacht m. Pr. 366.., S4½ uss. 31.30: St. Gertrud, Wattenscheid. 6: bl. Vesper: 15.90. Anbachl fult die Polen M.*. hl 9 m 9 m. Pr.: 17: Andacht m. Pr. für die Jungfrauen. St. Franziskus,.=Riemke..15: bl.., gem. hl. Kommunion der Jungfrauenkongregation:.15: hl. M. m. Pr., gem. hl. Kommunion der Hofsteder Schule:.30: hl. M. m. ., 4. hr. m. m. Fr.; dl. Kommunion der Jungfrauen und des Vereins kath. kaufm. Gehilfinnen und Beamtinnen: 8: dl. M. mit Pr.: 9: bl. M. m. Pr u. bl. Kommunion für die höheren Schulen: 10: Levitenamt mit Aussetzung und sakr. Segen: 11.30: bl. M. mit Pr.: 14.30: BoniTomfnge Comleiden. Sonntag, den 17. November 1935. (Ohne Gewähr.) Ev.=Luth. Kreuzgemeinde Bochum. Kreuzkirche, Gablensche Straße 146: .30: Frühgottesdienst. Pfarrer Stallmann: 10: Hauptgottesdienst, Pfarrer Kerle: 11: Taufen: 11.30: K62.— Gemeindeheim, Lutherhof: 16: Gemeindeabend. Di 20: Kirchenchor. Evgl.=luth.(altluth.) Gemeinden in Bochum, 1. Kirche Dibergstraße 52: .15: Predigt Sup. Ziemer.— 2. Kirche am Hindenburgplatz:.30: Predigt, Hilfsprediger Krüger: 11: KGD.: 15: Jungmädchenstunde. Evgl. Gemeinschaft, Auferstehungskirche, Alleestraße 48. So 8: Uebung des Männerchores;.30: Gottesd.: 11: KGD.: 15: Gottesdienst in Witten. Augustastr. 57; 16: Diamantene Hochzeitsfeier der Eheleute Ulmann, Wattenscheid: 19.30: Jugendstunde.— Gebrauchte Fleliromotoren Ankauf Verkauf mit Garantie, auch Transtormatoren Ladeaguregate Generatoren Reparaturen: Umtormer Umwicklungen Aenderungen Auswuchtungen Tausch Miete Sämtl. elektr. Bedarfsartikel sehr billig. Besichtigen Sie unser Lager! DTNAMO- WERK WANNE-EICKEL Schulze& Sulbe G. m. b.., Wanne-Eickel, Dorstener Str. 306. 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Es dauerte nur wenige Minuten, da waren wir einfach weg.—— Ich weiß nicht, ob wir schon lange geschlafen hatten oder eben erst eingeschlasen waren, als wir alle drei fast gleichzeitig wach wurden und aufhorchten. Draußen waren zwei Schüsse ganz in unserer Nähe gefallen, denen ein lauter Schrei gefolgt war. Dann schrien eine Menge Stimmen durcheinander und lautes Rufen klang durch die Nacht. Wir horchten auf! „Da muß was passiert sein!" stieß Axel heraus, schlug die kleine Tür auf und lauschte. Draußen schrien verschiedene Männer irgend etwas, was wir nicht verstehen konnten. Dann fielen wieder verschiedene Schüsse. „Mensch, da ist was los! Die knallen sich gegenseitig über den Haufen!“ Sascha war ein wenig ängstlich, Wir blieben einen Augenblick liegen und lauschten. Aufgeregte Stimmen sprachen durcheinander, eine Frau jammerte laut, ein tiefes Stöhnen war zwischendurch zu hören, dann entfernten sich anscheinend einige Männer in schnellem Lauf. „Los, raus, wollen mal sehen, was da passiert ist!" Ich nahm die Taschenlampe, Fahrtenhose mit Koppel und Fahrtenmesser unter den Arm, dann in Turnhose in die Nacht. Die beiden andern folgten sofort nach. Auf dem Hofe war es nun ruhig und still geworden. Nur aus der Hütte kam Licht. Rasch gingen wir näher KI und hörten auch schon ein lautes Stöhnen dort herauskommen. Als wir in die Hütte hineinschauten, beugte sich die alte Frau leise jammernd über eine Holzpritsche an der Wand, auf der stöhnend ein Mann lag. Seine Brust war entblößt, und mehrere blutdurchtränkte Tücher lagen auf ihm. Die Frau hatte eine Schüssel mit Wasser neben sich stehen und tauchte gerade wieder ein Tuch darin ein und legte es dem Mann auf die Brust. Der Mann stöhnte wieder laut, daß es uns förmlich schauderte. Wir drei standen da und versuchten die Situation zu erfassen. Blitzschnell jagten sich die Gedanken in unseren Köpfen! Die Zusammenkunft der Männer in der Hütte— dann die Schüsse. Ob sie in Streit geraten waren und dabei auf einander losgeschossen hatten? Wir standen einen Augenblick und wußten nicht, ob wir hier am Platze nötig oder überhaupt erwünscht waren. Dann standen wir aber doch mit einem Male neben dem Mann am Lager und versuchten, irgendwie zu helfen. Ich schob dem Mann eine herumliegende Jacke unter den Kopf. Die Frau hob gerade die blutdurchtränkten Lappen hoch und drehte sie um. G 6. Im gleichen Augenblick schoß das Biur bei dem Mann aus einer Wunde in der Brust. Hastig legten wir mit der Frau den neuen Lappen auf, um die Blutung zu stillen. Der Mann halle anscheinend einen Schuß in die Brust erhalten..,.. G, fansßt,.4 mal unser Veroanoszeug: Axer stuste los in den Schuppen, wo unsere Affen lagen. Wir hatten einige Militärpäckchen Verbandszeug und blutstillende Watte stets bei uns. Kunstgerecht— wie wir es in den Uebungen unserer Gruppe früher gelernt hatten— machten wir ihm nun Eine kleine Mitarbeiterin sehreibt an den Führer Wie sich der Führer freut über die Liebe, mit der vor allem die Kinder an ihm hängen, das zeigt die Antwort auf das Gedichtchen unserer kleinen Mitarbeiterin, das sie an den Führer sandte. Unser Führer! ADOLF HIT K ATSZUE LER 11289/17 enner nt. Ameltese 4h im Hanme Ce#Sonscheet bereitet Er läsnt Dr berzlion N k Du willst nicht Würden und nicht Ehren, Du willst nur unser Führer sein. Und willst uns durch Dein Vorbild lehren, Was echt ist und was eitler Schein. Schlicht ist Dein Kleid und schlicht Dein Leben, Die Arbeit ist Dein täglich Fest. Dein Glück ist, Deinem Volk zu geben, Was Dich Dein Müh'n erringen läßt. Und dennoch stehst Du hoch vor allen, Und Deinen Worten lauscht die Welt. Dich hat des Himmels Wohlgefallen, Als leuchtend Stern vor uns gestellt. Führ uns! Wir folgen treu dem Pfade Einer echten, reinen deutschen Art. Und beten, daß Dich Gottes Gnade, Noch lange, lange uns bewahrt. BDM.=Mädel Anneliese Ahlmann, 11 einen blutstillenden Verband. Der Tschetschene stöhnte leise, biß aber immer wieder die Zähne krampfhaft auseinander. Die Alte nickte uns dankbar zu.— „Als wir noch in der Stube waren vorhin, war der Tschetschene auch schon hier“, sagte Axel leise zu uns, „er saß neben mir.“ Wir standen zusammen an der Feuerstelle und tauschten unsere Meinungen über den Vorfall aus. „Vielleicht haben die Kerls untereinander Streit bekommen!“ meinte Sascha,„und dabei hat der hier einen Schuß wegbekommen!" Der Tschetschene stöhnte wieder tief. „Demnach müßte die Kugel noch in seiner Brust stecken!" „Ist möglich! Aber da können wir doch schlecht helfen!" Ich wußte nicht, was wir hier machen konnten, es würde doch immer nicht das Allerschlimmste sein! Vielleicht kamen die anderen Männer bald wieder! Die konnten ihren Kameraden doch nicht ohne weiteres lange im Stich lassen. Auf den Fußspitzen näherte ich mich wieder der Pritsche, auf der der Verwundete lag. Er war ein großer, gut gewachsener Mann von etwa dreißig Jahren mit einer leicht gebogenen Hakennase. Das schwarze Kopfhaar hing ihm in dichten Strähnen bis über die Ohren. An den Füßen hatte er noch ein Paar hohe Stiefel an. Den dicken Mantel aus Schafsfellen hatte man ihm in der Aufregung und Eile noch gar nicht ausgezogen, sondern nur einfach auseinandergeschlagen, ein Zeichen dafür, wie überstürzt alles gegangen sein mußte. Es war uns ein Rätsel, was hier in der Nacht vorgefallen war— wir konnten es uns nicht recht zusammenreimen! Gleich 12 Uhr! Um 10 Uhr sind wir schlafen Jahre. gegangen“, sagte Axel und stocherte in dem fast niederKa uut e. 6. SE 1 „Da müßte ich die lieben Menschen schlecht kennen! Natürlich habe ich es geahnt, daß darum deine Tränen geflossen sind. Nun erzähle! Hat man dir sehr zugesetzt? Mit welchen Mitteln hat man es versucht, mich in deinen Augen herabzusetzen? Ist dir nicht bange geworden vor einem so unheimlichen Menschen?" Er hatte sie an sich gezogen mit festem Griff und ihr Gesicht ganz nahe an das seine gebracht. „Hartmut!" „Mein süßes Herz, ich habe dich ja so unendlich lieb. Glaub mir, erst jetzt weiß ich, was Liebe ist— was es heißt, sein Herz an ein Weib zu verlieren. Und das sage ich dir und sage es aller Welt: Ich werde um dich kämpfen, kämpfen bis zum äußersten! Was Hartmut Janssen liebt, das will er auch besitzen! Und er wird es besitzen!“ Er gab sie plötzlich frei, da sich Schritte näherten. Wenige Sekunden später erschien um die Rundung des Weges ein Kindermädchen mit Kindern. Noch zitterten Evas Glieder von der plötzlichen Leidenschaft des Mannes. Ihr schwindelte vor unendlichem Glücksgefühl, und dieses beseligende Gefühl des Glücks war mächtiger in ihr als das Gefühl der Angst, das sie in ihrem Unterbewußtsein spürte. „Kind, ich sage dir, ich bin toll— du hast mich verrückt gemacht! Eva, wir wollen der Wirklichkeit ins Auge schauen: Wann wollen wir heiraten?“ Er zog ihren Arm durch den seinen. Eva war blutrot geworden bei der Frage. „Komm, wir wollen uns auf die Bank setzen“, meinte sie ausweichend. Der Doktor fuhr fort: „Ich werde morgen vormittag deine Mutter besuchen, Eva, und ich hoffe bestimmt, daß wir dann sofort unsere Verlobung veröffentlichen können.“ „Hoffentlich. Ich wollte, du täuschest dich nicht. Aber, Hartmut, wenn— wenn Muttchen nun nein sagt“ „Das kann sie nicht. Wie könnte sie nein sagen, wo wir uns lieben und einig sind? Und selbst wenn es der Fall sein sollte— was ich nicht hoffe!—, du bist vierundzwanzig Jahre alt und bist aus den Kinderjahren heraus! Eva, du müßtest mir auch dann folgen, wenn uns deine Mutter ihre Einwilligung und ihren Segen versagen sollte. Ich lasse dich nicht wieder von mir. Ich brauche dich. Mein Haus steht bereit, dich zu empfangen. Wann wirst du zu mir kommen?" .„ Er hatte sie mit seinen Armen umschlungen und ihr heiß und zärtlich die Worte in das Ohr geflüstert. Jetzt küßte er sie auf den Mund. Fest und innig. Zwingend. Aller Willen, alles selbständige Denken waren ihr bei dieser Berührung entschwunden. „Eva— was auch kommen möge, du wirst mir angehören?“ „Ja, ja, verlaß dich darauf!“ flüsterte das Mädchen erschauernd und duldete seine heißen Küsse. Auf einmal lachte er und war vergnügt. „Und nun erzähle mir schnell, was dein Mütterchen alles gewußt hat, was sie vorgebracht hat gegen den bösen Schwiegersohn, der ihr das Evimädel nehmen will!“ „Ach, Hartmut, es war schrecklich!“ Und sie berichtete ihm von den Zusammenstößen mit Mutter und Tante; aber alles konnte sie ihm nicht erzählen. Was man alles von seiner Vergangenheit gesagt hatte und daß man ihn mit Blaubart tituliert hatte, das konnte sie nicht berichten. „Ich aber halte fest zu dir, mein Liebster, mein Hartmut!“ schloß das Mädchen, und da ringsum keine Menschenseele zu sehen war, küßte sie ihn immer und immer wieder. „Nun aber möchte ich aufbrechen, Hartmut. Ich will nach Hause. Muttchen tut mir so leid, und ich möchte sie doch nicht kränken. Aber dich, dich mußte ich heute noch sehen, sonst... Ach, ich bin so überglücklich. Und morgen.. Bange Zweifel spiegelten sich auf einmal in ihrem Gesicht wieder, das soeben noch in Freude gestrahlt hatte. „Du! Morgen! Und wenn mir der Weg versperrt wird— ich sage dir, mit diesen meinen Händen reiße ich dich an mich!“ „O Hartmut!“ Eva erschrak über seine feurig herausgestoßenen Worte. „Es wird sich schon alles zum Guten wenden!" sagte sie hoffnungsvoll und schmiegte sich an ihn. Dann gingen sie zusammen zur Haltestelle der Straßenbahn. Mit einem Händedruck verabschiedeten sie sich. Ein letzter aufleuchtender Blick, dann fuhr die Elektrische ab. Noch in der Ferne erkannte sie undeutlich seine hohe Erscheinung in dem hellgrauen Sommeranzug; dann machte die Bahn einen Bogen, und nichts mehr war von Hartmut Janssen zu sehen. * „Fräulein Evchen, gnädige Frau lassen Ihnen bestellen, Sie möchte allein Abendbrot essen. Frau Geheimrat wären nochmals zur Frau Tante gegangen, zu Frau Justizrat Fleischer“, so meldete das Mädchen, als Eva in die Wohnung trat. Betroffen schaute Eva das Mädchen an, das schon mehr als zehn Jahre im Hause diente. Sie antwortete nicht und ging in ihr Zimmer. Das war noch niemals vorgekommen, daß Mutti sie am Abend allein gelassen hatte. Ihr Herz zog sich krampfhaft zusammen vor Weh. Eben noch war sie voll Glückseligkeit gewesen, nun überfiel sie eine jähe, traurige Stimmung. Sie legte sich auf die Couch und barg weinend ihren Kopf in die Kissen. „Aber Evikind was ist denn los!“ klang mit einem Male an Evas Ohren eine sonore Männerstimme. Sie fuhr hastig auf, und dann hing sie am Halse des großen, weißhharigen Mannes. „Onkelchen! Ach, Onkelchen!“ „Na, was ist denn los bei euch? Deine Mutter sammert uns zu Hause die Ohren voll, und du heulst hier, als ob man dich schon zum Tode verurteilt hätte. Was machst du aber auch für Sachen! Nun sag mal, Evchen, willst du denn wirklich diesen Schritt unternehmen?“ „Onrelchen, hilf mir doch! Du kennst doch den Doktor Janssen. Und ich hab ihn ja so lieb.“ „Weiß ich, weiß ich alles schon von deiner Mutter! Mädel, muß es denn gerade der Mann sein? Laß dir von deinem alten Onkel gesagt sein, sie taugen alle nichts, die Männer. Und wenn du schon einen haben mußt— du bekommst noch zehnmal einen anderen, bestimmt, und auch einen, der gleich dir das erstemal in die Ehe tritt. Eva, Eva, heiraten und heiraten, das ist ein gewaltiger Unterschied. Bedenke, Doktor Janssen hat bereits drei Ehen hinter sich, du aber... er wird Gewohnheiten an sich haben, die du absolut nicht verstehen kannst. Ich kann dir das nicht so erklären. Wir wollen doch alle nur dein Glück, Evikind— nur dein Glück!" „Und du meinst, mit Hartmut könnte ich mein Glück nicht finden?" „Tja, das ist so eine Sache!“ Justizrat Fleischer zuckte zweifelnd mit den Achseln. „Onkel Anton, sag es mir offen heraus: Was hast du gegen Hartmut? Sag es mir! Bitte, bitte!“ „Evchen, ich habe absolut nichts gegen Doktor Janssen! Er ist ein tüchtiger Mensch, ein hervorragender Anwalt; auch seine Vermögensverhältnisse sind glänzend. Nur— bedenke, Kind, er ist mir eben zu alt für dich!“ „Ach, das ist ja gar nicht der Grund.“ „Doch, Evchen, der Altersunterschied ist zu groß!“ „Nein, nein! Ach Onkelchen, nun sagst du etwas, nur, um etwas anderes zu verbergen. Und gerade von dir habe ich Unterstützung erhofft. Dir würde man eher glauben als mir, wenn du für ihn eintreten wolltest. Nun nimmst du mir auch diese einzige Hoffnung.“ „Geh, kleines Mädchelchen! Nun heule nicht schon wieder; ich will ja doch nur dein Bestes, Eva, sag mir, hast du dich heute mit Doktor Janssen schon getroffen?" „Ja— vorhin!“ „Und?“ „Morgen will er bei Mutti vorsprechen. Onkelchen, bitte, bitte, hilf mir zu meinem Glück! Rede doch Muttchen zu! Er ist doch so gut, so lieb, so schön... ich würde sterben vor Herzensweh, wenn Mutter ihn abweist. Sie hing an seinem Halse und bettelte mit ihrer weichen, melodischen Stimme. Der alte Justizrat war böse in der Klemme. Die verzweifelten Ausbrüche seiner Schwägerin hatten ihn veranlaßt, hierher zu fahren, um mit Eva ein vernünftiges Wort zu sprechen. Auch er stand einer Verbindung mit dem jüngeren Kollegen skeptisch gegenüber. Gewiß, er kannte den Doktor Janssen als tuchtigen Anwalt und korrekten, angesehenen Mann; aber er konnte sich über dessen Innenleben kein Urteil bilden. Das war es ja. Janssen war verschlossen: man kam nie so recht in Fühlung mit ihm. Der junge Kollege hatte so ein gewisses Etwas an sich... Und nicht ihm allein ging es so, auch in seinem Freundeskreise gab man häufig der Meinung Ausdruck, daß man mit dem Janssen nie so recht warm werden könnte. Dabei waren alle voll des Lobes über seine zuristischen Fähigkeiten. Hm! Und dann... der Tod seiner Frauen hatte immerhin etwas Mystisches an sich. Justizrat Fleischer stand wirklich jedem Klatsch ablehnend gegenüber. Er sah der Wirklichkeit ins Auge, er rechnete mit allen Möglichkeiten— für ihn gab es im Leben kaum Rätsel. Aber auch ihm hatten sich Zweifel aufgedrängt. Daß dem Doktor Janssen drei Frauen hintereinander weggestorben waren— gewiß, es war anzunehmen, daß das ein Zufall war. Aber immerhin: man konnte es den Menschen nicht verdenken, wenn sie an dem Zufall zweifelten. Er hatte diesbezügliche Fragen immer energisch als Widersinn abgetan. Aber jetzt, da dieser Janssen im Begriffe war, um seine Nichte anzuhalten, da bekam die Sache doch ein ganz anderes Bild. Schließlich trug auch er mit die Verantwortung für die Zukunft des Mädchens. Er verstand die Klagen seiner Schwägerin sehr wohl. Und wenn er die energischen, spitzigen und zum Teil auch recht boshaften Bemerkungen seiner Frau auch nicht billigte, so mußte er doch zugeben, daß ihr Widerstand nicht ganz unbegründet war. Und nun sollte er das Mädchen zur Vernunft bringen. Ausgerechnet er! Eva liebte den Doktor. Was nutzten da alle Vorhaltungen?! Was alle Strenge, alle Güte, alles Reden, wenn die Liebe ihre gewaltige Sprache redete?! Er wußte, daß auch seine Worte wirkungslos verhallen mußten. Es hatte keinen Zweck. Das Klügste war: Man stellte sich der Verbindung nicht entgegen und wachte lieber sorgsam über das fernere Leben der Nichte an der Seite Doktor Janssens. In diesem Sinne wollte er mit seiner Schwägerin sprechen, das versprach er Eva. Man mußte einsehen: es war schwer für die arme Frau, ihr einziges, geliebtes Kind einem Manne zu geben, zu dem sie nun einmal kein Vertrauen hatte. „Evikind, ich will versuchen, deine Mutter umzustimmen. Ich sehe ja, dein Hartmut sitzt dir zu tief im Herzen. Aber höre, eins mußt du mir fest versprechen: daß du offen zu deinem alten Onkel bleibst. Sollten dir selbst später irgendwelche Zweifel kommen, dann mußt du mir sofort beichten. Und wenn du später einmal irgendeine Hilfe brauchst— ich bin immer für dich da, Evchen. Wenn dir in deiner Brautzeit irgendwie Bedenken kommen sollten über des Doktors Wesen— dann scheue dich nicht. Nicht wahr, ich kann mich darauf verlassen, daß du dich dann offen mit mir aussprichst!“ „Wie du nur sprichst, Onkel Anton! Als ob Hartmut ein Mensch zum Fürchten wäre! Mir scheint fast, auch du hörst auf den abscheulichen Klatsch, mit dem man Hartmut verfolgt. Auch du— ihr alle werdet sehen, wie gewaltig ihr euch getäuscht habt.“ „Ich weiß nicht, was du damit meinst, Eva. Ich wünsche nur dein Glück. Und niemand würde sich mehr freuen als ich, wenn du das Glück wirklich fändest.“ Der Justizrat war klug genug, sich nicht auf Einzelheiten einzulassen. Er wollte in ihr die Zuversicht, ihre selsenfeste Ueberzeugung von der Gediegenheit des Mannes ihrer Liebe nicht erschüttern. Zwiespalt, Zweifel waren jetzt sinnlos— die Zukunft würde die Entscheidung bringen. Er atmete auf, als er sah, wie er Eva beruhigt hatte. „Und nun, Evi, jetzt kommst du mit uns, und da reden wir alle nochmals vernünftig über den Fall. Schließlich gelingt es uns doch, deine Mutter und Tante Gertrud zu überzeugen, und dann wäre ja alles in schönster Ordnung.“: gebrannten Feuer herum, um es wieder in Gang zu bringen. Wer konnte wissen, was in den zwei Stunden hier alles vorgefallen war! Von der alten Frau konnten wir nichts erfahren; denn sie sprach nur awarisch und konnte anscheinend gar keinen Brocken russisch oder georgisch. Sie saß noch immer neben dem Lager des Verwundeten auf einem Schemel und beobachtete denselben, der nun anscheinend eingeschlafen war; denn er war mit einem Male ganz ruhig geworden. Die alte Tschetschenenfrau saß immer noch an seinem Lager. Da öffnete sich auch schon die klapprige Tür und in einem Pelzmantel gehüllt, trat ein älterer Tschetschene ein. Er sprach nur ein paar Worte mit der Alten, ohne uns groß zu beachten, und beugte sich dann über den Verwundeten. Aufmerksam betrachtete er den Verband und nickte dann leicht. Er beauftragte nun die Alte zu etwas, die aufstand, einen Topf mit Wasser füllte und ihn über das Feuer hängte. Aus einem kleinen Beutel aab ihr der Tschetschene eine Handvoll getrockneter Blätter, die die Alte in einer Schüssel zerrieb, und nach einigen Minuten mit dem nun leise kochenden Wasser übergoß. „Die macht einen Tee gegen das Fieber“, raunte Axel leise. Langsam gab der Tschetschene dem Verwundeten von dem Getränk ein. Dann öffnete er den Verband und wusch die Wunde ein wenig aus. Sie hatte aufgehört zu bluten. (Fortsetzung folgt) Jugendfreund-Briefkasten Liebe Jungen und Mädchen! Alles, was ich Euch in dieser Woche an Wichtigem zu sagen habe, das werdet Ihr ja wohl schon in der heutigen Ausgabe gelesen haben. Ich will nun hoffen, daß Ihr, die Ihr das ganze Jahr so fleißig und tüchtig Euch gezeigt habt, auch bei den Bastelarbeiten recht mutig an die Arbeit geben werdet. Ich bin doch einmal gespannt, was da an Wunderdingen geschafft werden wird. Dann muß ich einmal ein ernstes Wörtchen mit Euch reden. Es geht doch nicht, daß immer und immer wieder Kinder versuchen, aus Zeitschriften oder Büchern irgend etwas abzuzeichnen oder abzuschreiben. Es macht wirklich keinen sehr schönen Eindruck, wenn Ihr das tut, denn schließlich ist das doch eine Unehrlichkeit, und ich meine, es bereitet Euch doch auch sicherlich mehr Freude, wenn Ihr Eure eigenen Arbeiten veröffentlicht seht, wenn's auch nicht immer Kunstwerke sind. Also nichts mehr wird abgemalt oder auch abgeschrieben. Wollt Ihr mir das versprechen? Es grüßt Euch Eure Jugendfreundin Erika. Otto Schäfer: Vielen Dank für das sehr schöne Gedicht. Ich werde es wohl bald einmal gebrauchen können. Wilhelm Piterzik: Das ist sein, daß Du Dich nun entschlossen hast, auch im Jugendfreund mitzuarbeiten, Natürlich sind alle Kinder mir willkommen. Also auf froye Zusammenarbeit. Martha Beenig: Für das Rätsel und die Sagen vielen Dank. Schreibst Du mir einmal wie alt Du bist? Wolf Hohenstein: Weißt Du, es wird ja auch noch einige Male in diesem Winter gesammelt, dann kann das Bild immer noch mitgenommen werden. Elsbeth Stollmann: Du mußt Dich mit Deinem Märchengedicht noch eine kleine Woche gedulden. Es ist aber auch zu nett geworden. Du wirst doch nun auch fleißige Mitarbeiterin werden? Rudolf Schmidt: Hast Du die Straßenjodler auch wirklich ganz selbständig gezeichnet? Sie sehen nämlich gar zu lustig aus. Emil Brandenburger: Das Gedicht wird am Totensonntag erscheinen. Vielen Dank. Helmut Uhlenbruch: Du bist mir ja ein recht fleißiger Mitarbeiter. Die Geschichte und die Rätsel sind sehr schön und brauchbar. WDie Bastein für den Weinndcltsmann. Puppenmüllerchen Edith klein, du bist mein; Sieh', ich mach dich ja auch fein, Mußt nun auch spazieren gehn Und dir mal die Welt ansehn. Ich, dein kleines Mütterlein, Möchte immer draußen sein. Edith, sieh, die Sonne scheint, Komm' heraus, du hast geweint? Ach, du mußt auch was vertragen, Hab' ich dich auch mal geschlagen. Ich, dein kleines Mütterlein Bin immer doch im Sonnenschein. Ursulas Rigus, 11 Jahre. Wie ihr heute in der Zeitung gelesen habt, habe ich versprochen, bei den Bastelarbeiten euch mit Rat und Tat beizustehen. Damit ihr nun seht, daß es mir damit auch wirklich ernst gemeint ist, so fange ich sogleich damit an. Zunächst wollen wir einmal einen lustigen Tierpark machen. Ihr sägt aus ziemlich dickem Holz kleine Enten, Hühner und Tauben aus, leimt sie auf kleine Bretter, die ihr vorher eingekerbt habt, klebt sie darauf fest und streicht alles hübsch bunt an. Etwas mehr Sorgfalt könnt ihr dann den Pferden zuwenden, die sich recht hübsch aus Holzresten und Wäscheklammern basteln lassen. Der Rumpf ist ein rechteckiges Stück Holz, auf das, wie die Abbildung zeigt, Hals und Kopf aufgeleimt werden. Die Beine sind aus Wäscheklammern. Der eine Teil wird oben abgesägt, der andere ist mit einer Schraube am Körper befestigt. Dabei muß man gut vorbohren, und zwar so, daß das vorgebohrte Loch so groß ist, daß die Schraube darin gerade gut drehbar ist, damit man die Beine bewegen kann. Für die Ohren bohrt man, weil es leicht ausplatzen würde, zuerst die Löcher zum Anschrauben in ein großes Stück Zigarrenholz und schnitzt erst dann die Ohren drum herum aus. Sie werden, ebenso wie die Beine, mit einer Schraube befestigt. Alles wird dann gestrichen. Für Schwanz und Mähne nagelt man mit kleinen Krammen ein paar Bastbüschel fest und für die Augen kann man Goldschrauben wahlen. Nun überlegt einmal, wie ihr die Schweine und Kühe und auch einige Ziegen noch zusammenbringt. Ihr könnt sie naturlich auch wie die Pferde basteln oder auch aussägen. Also die„Ungeheuer“ hätten wir dann fertig. Da liegt eine alte Weiblicher Vorname Luffagurke, die schon so schlecht ist, daß sie weder in der Badestube noch in der Küche zum Scheuern Verwendung finden kann. Die holt ihr euch, man kann nämlich wundervolle Bäume und Hecken daraus arbeiten, wenn man das Luffagewebe vorher mit Ostereierfarbe grün färbt. Aus Hölzchen schneidet ihr die Baumstämme, und von einer Luffagurke kann man so viel Bäume herstellen, daß sich der Stadtpark glatt dahinter verstecken kann. Und da die Enten ja nun auch mal baden wollen, stibitzen wir Vater eine Zigarettenschachtel aus Blech, lösen den Deckel ab, entfernen alle scharfen Kanten mit einer kräftigen, alten Schere, und den Rest der Luffagurke legen wir grüngefärbt um den Rand der Dose. Ihr werdet sehen, welch schönen Tierpark ihr aus diesen Resten und Abfällen zaubern könnt. Aber auch die Mädchen sollen nicht bei der Weihnachtsarbeit zu kurz kommen. Aus einer Kiste können wir einen wunderschönen Puppenwagen herstellen. Wie die Abbildung zeigt, wird aus der Kiste ein entsprechendes Stück ausgeschnitten, dann bekommt sie massive Holzräder, die ihr für wenig Geld im Laden Stadt in Westfalen kaufen könnt. Dann muß er natürlich auch einen Griff bekommen zum Schieben. Den können wir uns aus einer Kistenleiste und einem Stück Besenstiel anfertigen und anschrauben. Die Leiste muß, damit der Griff auch festsitzt, in das Rundholz eingelassen werden. Stadt in der Rheinpropinz Der fertige Puppenwagen wird mit Lackfarbe gestrichen. Aber auch ein fahrbarer Teil des Körpers Puppenkorb wird den Mädchen viel Freude machen. Wir besorgen Griechische Stadt uns einen kleinen Korb. Zwei starke Leisten geben die Achsen für die Räder. Sie müssen etwas länger sein, als der Korb breit ist und werden durch eine dünne Leiste, die vier bis fünf Millimeter länger ist als der Korb, miteinander verbunden. Die Räder werden wie beim Puppenwagen angeschraubt. Wenn der Wagen einen„Himmel“ bekommen soll, so schrauben wir zwei kräftige, aber dünne Bretter in Höhe des Körbchens an dem Gestell fest. Das Körbchen wird mit starken Mutterschrauben an dem Gestell befestigt. Dann wird Teil des Fingers das Körbchen mit einem lustigen Waschstoff bezogen und auf ein Gummiband gezogen am Rand des Korbchens angeheftet. Auch die Kissen sind aus buntem Waschstoff. Silbenrätsel Aus den nachfolgenden 28 Silben sind 13 Wörter zu bilden deren Anfangsbuchstaben von oben nach unten gelesen ein Musikinstrument ergeben. Die Silben sind: a— ap— ber— chen— chen— dorf— de düs— dolf— fel— gel— gret— hän— 11 kel— ku— na— na— 10— mar— mün on— ru— se— sel— then— un— vem Die Wörter bedeuten: Monat Männlicher Vorname Hauptstadt Bayerns Verwandtschaft Weiblicher Vorname Backwaren Lustige Luppenfahrt in der herbstsonne M. Reiermann, 13 Jahre. TIE „Ich danke dir, Onkel! Du bist ja so gut. Das werde ich dir nie vergessen.“ Sie hing am Halse des alten Herrn und bedeckte den Onkel mit Küssen. Dann sprang sie davon, um sich schnell für den Ausgang fertigzumachen. * Es war in der elften Vormittagsstunde, als Doktor Janssen an der Vorsaaltür der Frau Geheimrat Kahlenberg läutete. Das öffnende Mädchen erschrak förmlich vor der hohen, imposanten Männergestalt, die ihr nun die Visitenkarte überreichte und die Frau Geheimrat zu sprechen wünschte. Das Mädchen sah auf die Visitenkarte: „Doktor Hartmut Janssen.“ O Gott, der Blaubart! Scheu streifte der Blick des Mädchens den schönen Mann, während sie ihn in den Besuchsraum führte. Hm, ein schöner Mensch! Aber gefährlich! Sie wußte genau, was man ihm nachredete. Ihre Freundin, die bei der Herrschaft diente, die ihre Villa neben Doktor Janssens Haus besaß, hatte ihr viel von dem Doktor erzählt. Er nahm sich eine Frau nach der anderen. Und wenn er eine Frau überdrüssig geworden war, dann— mußte sie sterben. Entsetzlich!— Und so etwas kam zu ihrer Frau Geheimrat. Wenn der schrecklich schöne Mann bloß schon wieder gegangen wäre! „Einen Augenblick bitte— ich werde sofort Frau Geheimrat Meldung machen.“ Das Mädchen überlief wahrhaftig eine Gänsehaut, als sie hinter sich die Tür des Besuchszimmers schloß. Augen hatte der Mann, Augen— rein behext wurde man davon! „Der Herr möchte Frau Geheimrat sprechen.“ Mit diesen Worten reichte Frieda der Frau Geheimrat die Karte. Die alte Dame seufzte schwer auf. Eine jähe Röte überzog ihr blasses Gesicht, mit einer hastigen Gebärde strich sie sich über Stirn und Schläfe, dann richtete sie sich hoch auf und ging stolz erhobenen Hauptes in das Besuchszimmer. Frieda sah ihr mit vielsagendem Blick nach, und plötzlich kam ihr die Erkenntnis: Der Mann kam auf Freiersfüßen! „Lieber Himmel, laß es bloß nichts werden!" Frieda stammelte ein Stoßgebet vor sich hin. Ihr liebes, gutes Fräulein Evchen war wirklich zu schade für diesen Menschen. Und mit gekniffenem Daumen rannte sie in die Küche. „Herr Doktor Janssen!“ Hartmut ergriff die leise bebende Frauenhand und küßte sie ehrfurchtsvoll. „Gnädige Frau, entschuldigen Sie mein Eindringen in Ihre Häuslichkeit. Ueber den Zweck meines Kommens dürfte Eva mit Ihnen gesprochen haben. Ich hätte mich gern mit Ihnen selbst über diese Angelegenheit ausgesprochen, in der Hoffnung, von Ihnen eine Zustimmung zu erhalten; wenn Sie mich kennengelernt haben, vielleicht sogar eine herzliche Zustimmung.“ „Nehmen Sie bitte Platz, Herr Doktor!“ Eine nervöse Unruhe hatte Frau Geheimrat Kahlenberg befallen angesichts der Gelassenheit und der ruhigen Redeweise des Mannes. Sie holte tief Atem. „Eva hat mir bereits mitgeteilt, weswegen Sie mich aufsuchen...“ Und ich hoffe, daß Sie mit meiner Werbung einverstanden sind?" Ein Paar kühle, graue Augen blickten der alten Dame scharf ins Gesicht. Die Frau Geheimrat erbebte vor diesen Augen. Ihr war es, als griffe ihr jemand nach der Kehle. Sie zupfte nervös an ihrem Batisttüchlein und fuhr sich über die Stirn. Der erfrischende Duft des Lavendelwassers, der ihr aus dem Tuch entgegenströmte, belebte sie wieder. „Herr Doktor Janssen, Sie wollen mir mein Kind entführen...“ „Verzeihen Sie, gnädige Frau, Ihr Ausdruck ist etwas eigenartig. Ich liebe Eva und bitte Sie um die Hand Ihrer Tochter. Ich glaube bestimmt, wenn ein unbescholtener Mann Sie darum bittet, so ist die Auffassung von einer Entführung nicht am Platze. Im Gegenteil— es sollte mir eine Ehre sein, die Mutter meiner Frau recht oft in meinem Heim zu sehen.“ Frau Geheimrat Kahlenberg errötete flüchtig. Teils vor Schreck, teils aus Ungehaltenheit über die Zurechtweisung. Der Mann war ja fürchterlich! „Sie sind bei alledem so runig, Herr Doktor, und Sie müssen entschuldigen, wenn ich da nicht folgen kann. Sie sehen mich außer Fassung, aber es handelt sich hier um mein einziges Kind, das ich einem Mann geben soll..“ Sie stockte plötzlich, da ihr nicht die rechten Worte einfielen. Doktor Janssen aber fuhr ruhig fort, obwohl es in seinem Gesicht zuckte: „Sagen Sie ruhig: einem Mann, zu dem Ihnen das Vertrauen fehlt!" „Herr Doktor!“ Die Frau Geheimrat sah den Mann konsterniert an. Mein Gott, war der Mensch ein Gedankenleser? Sie wurde immer mehr verwirrt und stotterte: „Aber... Ich bitte Sie... Nein, was Sie sich denken! Ach, Herr Doktor Janssen... Ich... Eva ist ja noch so jung... So unwissend... Ein Kind noch... Ein ganzes Leben liegt ja noch vor ihr.“ „Gnädige Frau, warum suchen Sie nach Ausflüchten? Ich will ja nur eine klare Antwort auf meine klare Frage. Ich halte mich für verpflichtet, gnädige Frau, Ihnen kurz zu erklären, daß meine Verhältnisse vollkommen geordnet sind, und daß ich Eva eine glänzende Zukunft bieten kann. Aber nach meinem Dafürhalten ist das nicht so wesentlich. Wichtiger ist: mein Herz gehört ganz und gar Eva Kahlenberg. Und was kann Sie, gnädige Frau, dazu bewegen, sich meiner aufrichtigen Bewerbung entgegenzustellen?" „Herr Doktor, Sie fassen mein Zögern falsch auf. Ich hätte an und für sich absolut nichts gegen Ihre Werbung einzuwenden.. „Na also!“ „... Lassen Sie mich, bitte, ausreden, Herr Doktor. Sie... Sie sind.... ein Mann von bald vierzig Jahren.“ „Achtunddreißig Jahre, gnädige Frau.“ „Nun, Evchen ist erst vierundzwanzig Jahre alt und noch vollkommen unberührt vom Leben.“ „Wem sagen Sie das, gnädige Frau?! Gerade Evas Lieblichkeit und Keuschheit sind es, die mein Herz entfesselt haben. Ich glaube, der kleine Altersunterschied spielt keine Rolle. Meine Gefühle sind so jung, so gottvoll jung— töricht, möchte ich fast sagen! Und es ist immer gut, wenn der Mann älter ist als die Frau. Was für Zweifel haben Sie also, gnädige Frau? Ich versichere Sie: Ihre Tochter werde ich so glücklich machen, wie es in meinen Kräften steht...“ Oder zweifeln Sie an meiner Ehrlichkeit?“ „Nein, nein!“ Frau Kahlenberg wischte sich mit dem Taschentuch ihre Augen. Der Mann drängte sie in die Enge, und schließlich, es hörte sich ja auch alles gut an, was er vorbrachte. Wenn nur seine Vergangenheit nicht gewesen wäre! Da hörte ste ihn wieder sprechen. Und jetzt glaubte sie, eine deutliche Ungeduld aus seinen Worten herauszuhören: „Ich bitte Sie nochmals um die Hand von Eva, Frau Geheimrat, und ich erwarte Ihre Antwort auf meine Werbung.“ „Mein Kind liebt Sie, Herr Doktor. Liebt Sie mit der ganzen Hingabe einer unberührten Mädchenseele. Ich gestehe es Ihnen offen, ich... hatte mir den Mann meiner Tochter... anders vorgestellt. Je nun, des Menschen Wille ist sein Himmelreich. Widerstand von meiner Seite wäre doch vergeblich. Ich kann Sie nur bitten: Machen Sie mir mein Kind nicht unglücklich, sie... ist ja meine einzige." 6. Die Frau Geheimrat unterdrückte ein Schluchzen. Sie war zu sehr erregt in der Gewißheit, daß sie ihre Eva diesem Manne auslieferte. Doktor Janssen saß ra, mit zusammengezogener Stirn. Die Art der Frau Geheimrat gefiel iym nicht. Etwas Drohendes lag in dem Blick, mit dem er die Frau ansah. Nur mühsam unterdrückte er seinen Groll, als er jetzt entgegnete: „Ich bitte Sie, gnädige Frau, doch endlich alle Zweifel fallen zu lassen. Ich sagte Ihnen bereits, daß ich Ihrer Tochter alles Glück geben möchte, daß ich willens bin, ihr mein ganzes Leben zu widmen. Und ob irgendein anderer Mann Eva auch nur ähnlich heitige Gefühle entgegenbringen kann, das möchte ich in Frage stellen. Und das Aeußerliche— ich denke, Hartmut Janssen ist keine=beliebige Partie. Das sollen Sie sich wohl überlegen, Frau Geheimrat.“ „Es lag mir fern, Sie mit meinen Worten irgendwie zu kränken. Ich dachte nur an mein Kind, Herr Doktor Janssen. Ich will ja nur das eine, daß mein Evchen das Glück findet...“ „Ich hoffe, Eva glücklich machen zu können. Und ich danke Ihnen, gnädige Frau, wenn Sie mir Evas Hand geben wollen.“ „Es sei denn", flüsterte die Frau Geheimrat und sah den Mann an, der bei diesen Worten ihre Hand erfaßt hatte. Konnte sie anders, als ihm ihre Zustimmung geben? Sie fühlte seine Lippen auf ihrer eiskalten Hand und erschauerte vor dieser Berührung. Wie eine Lähmung überkam es die Frau. Mit aller Macht schüttelte sie diesen Zwang ab, rasch erhob sie sich. „Ich hole Ihnen Eva.“ „Ich bitte darum.“ Nach einer kleinen Weile wurde die Tür aufgerissen und Eva Kahlenberg erschien im Türrahmen. Ein glückseliges Leuchten überstrahlte ihr Gesicht. Mit einem Jubelschrei stürzte sie sich in des Doktors ausgebreitete Arme. Hartmut! Hartmut, ist es denn auch wahr? Ist es wirklich wahr?" „Eva!“ „Oh, welch ein Glück!“ Und trunken hing sie an des Mannes Hals und bot ihm immer wieder ihre Lippen. Plötzlich aber besann sie sich und sah wie ertappt zu der offenen Tür. Im Nebenzimmer stand ihre Mutter und sah mit fast verstörten Augen auf das Paar. Verschämt schmiegte sich Eva an des Mannes Brust, dann aber riß sie sich los aus der Umarmung und eilte zur Mutter hinüber. „Mutti, wie soll ich dir danken! Ach, ich bin ja so glücklich! Und nicht wahr, nun läßt du ihn nicht wieder fort? Er muß zu Tisch bleiben— bitte, bitte!“ „Mein wildes Mädel! Möge Gott dir ein rechtes Glück geben und dich behüten und beschützen...“ Tränen drohten die Frau Geheimrat zu ersticken. „Ich danke dir für deinen Segen, Muttchen. Und nicht wahr, du hast ihn nun auch lieb, meinen Hartmut?“ Eva war zu dem Geliebten getreten, der in der offenen Tür stand. Sie zog ihn ins Zimmer. Obst Elli Potthoff, 13 Jahre. Auflösungen aus der vorigen Nummer Silbenrätsel: Ilse, Mutter, Erich, Rettich, Zigarre, Geising, Erdbeere, Bautzen, Imi, Rakete, Glashütte, Zahlenräisel: Ludwig, Uhr, Degen, Welver, Imter, Gans, Unna, Hund, Lampe, Adele, Neger, Donner= Ludwig Uhland. „Komm nur! Jetzt gehörst du zu uns, Hartmut. Nicht wahr, du bleibst zu Mittag?“ „Ich weiß nicht recht...“ „Herr Doktor, wir würden uns freuen, wenn Sie heute mittag bei uns essen wollten...“ „Schönsten Dank, gnädige Frau, sehr gern.“ „Meine Schwester mit ihrem Mann, Herr Justizrat Fleischer, den Sie wohl kennen, werden am Abend kommen. Ich darf Sie wohl bitten, auch an dieser kleinen Feier im Familienkreise teilzunehmen. Alles Weitere besprechen wir dann mit dem Justizrat. Sie müssen wissen, daß meine Tochter wohl mündig ist, daß wir uns aber doch gern in allen Dingen von meinem Schwager beraten lassen. Es gibt da doch so mancherlei Dinge zu besprechen— Geldsachen... Das wollen wir lieber dem Justizrat überlassen... Jetzt aber machen Sie es sich bequem. Evchen wird Ihnen einstweilen Gesellschaft leisten— und mich müssen Sie einige Minuten entschuldigen.“ Sie nickte leicht lächelnd den beiden zu und drückte, bevor sie ging, in jäh aufwallender mütterlicher Liebe Evas Kopf an ihre Wange. Die beiden waren allein, und Doktor Janssen hielt das blonde, schlanke Mädchen in seinen Armen. Voll Verlangen küßte er den roten Mund, nur mit Mühe unterdrückte er seine Leidenschaft. „Du Böser, ganz zerzaust hast du mich. Ist's nicht schön, daß wir uns jetzt für alle Zeiten gehören?“ „Eva, du machst mich toll. Ich kann dir gar nicht sagen, wie glücklich ich bin, daß mir jetzt alles gehört: deine Augen, deine Hände, deine Haare, dein Mund: Eva verging fast der Atem, so ungestüm küßte sie der Geliebte. Damm wir usf „Nun ist's aber genug, Hartmut. Komm, wir wollen uns seben.“.ug D nein iett bist du „Du meinst, es sei genug... O nein, jetzt bist bu meine Braut, jetzt habe ich Rechte, jetzt geht es erst richtig an. Ich will dir schon beweisen, daß ich dich liebe. Du mußt erzittern vor dieser Liebe, die dich umhüllen wird, die dir alle Vernunft, alles Denken nehmen sol.... Aämischen Oiebbaf. Eva erbebte sei seinen frürmischen Lieblosungen. „Wir werden bald heiraten, Eva. Der Gedanke, dich nicht ganz bei mir zu haben, quält mich unsagbar.“ Eva wurde es angst und bange vor der Wildheit seiner Küsse. Als er sie gar nicht freigeben wollte, zog sie ein Mäulchen. „Evikind, bist du trotzig?“ Er faßte sie unter das Kinn und sah ryr in die Augen. „Bist du mir böse?“....„„ Sie schüttelte den Kopf und barg ihr Gesicht an seiner Schulter. Er fühlte, wie sie bebte; leise zuckten ihre Schultern, sie weinte. Ein jäher Schreck durchfuhr Hartmut. War er zu ungestüm gewesen mit diesem zarten Geschöpft? Eine unendliche Zärtlichkeit packte Eva.. Mein Kind... Schau mich doch an!“ Wer hätte diesem kraftvollen Mann den zärtlichen, liebevollen Ton zugetraut? Unter Tränen lächelte Eva zu ihm auf.„ 44624 mein Tiches „Was hat dich denn so erschurtett, mein liebes, gutes Mädchen? Ich bin dir wohl zu stürmisch? Du mußt mir vergeben, dul“ Hr 7. „Ich hab' dich lieb, Hartmut. Seyr... sehr lieb. Die Tränen... ich weiß es selbst nicht, was das mit wir is.“ e Gckimmat.5 Der Abend vereinigte Frau Geheimrat Frahlenberg, Eva und Doktor Janssen mit dem Ehepaar Fleischer.(FarsHumme 6. (Fortsetzung woigt.) Wändel des Niecilfs über den Karilohn Als die Tarifvertragsverordnung vom 1. März 1928 sprüche der Arbeitnehmer, die in derartigen Tarifordnoch in Geltung war, konnte nach feststehender Recht= nungen als Mindestlöhne vom Treuhänder der Arbeit sprechung des Reichsarbeitsgerichtes auch während der festgesetzt sind, ihrer Entstehung und ihrer DurchfühDauer des Arbeitsverhältnisses auf Tariflohnansprüche rung nach rechtlich sichern. Und daraus ergibt sich, verzichtet werden, sofern es sich um bereits ver= daß der Gesetzgeber auch nachträgliche Erlaßdiente, aber noch nicht bezahlte Lohnteile verträge während der Dauer des Arbeitsverhälthandelte. Die Festsetzung der Löhne war damals nisses für unzulässigerklären wollte. Nach Gegenstand von Machtkämpfen der Tarifver=§ 22 des Gesetzes zur Ordnung der nationalen Arbeit tragsparteien. Der einzelne Betrieb war häufig ist die wiederholte vorsätzliche Zuwiderhandlung nicht in der Lage, die im Tarifvertrag als Ergebnis gegen schriftliche allgemeine Anordnungen des Treuwirtschaftlicher Kämpfe der Arbeitnehmer= und Arbeit= händers der Arbeit, die dieser in Erfüllung der ihm geberverbände festgelegten Löhne innezuhalten. Des= obliegenden Aufgaben erläßt, strafbar. Solche Zuhalb war es notwendig, daß der Gesetzgeber auf diese widerhandlungen sind also gesetzlich verboten und daher Notlage des einzelnen Betriebes Rücksicht nahm, der nichtig, auch im Einzelfalle. besseren Einsicht beider Teile nichts in den Weg legte 2 und nachträgliche Erlaßverträge zwischen Arbeitnehmer Ist der Betriebsführer nicht in der Lage, die in der und Arbeitgeber über verdiente Tariflohnteile zuließ. Betriebsordnung festgesetzten Mindestlöhne zu zahlen, so ist er jederzeit in der Lage, beim Treuhänder der Arbeit die Herausnahme seines Betriebes aus der Tarifordnung zu beantragen. Dann wird der Treuhänder der Arbeit nach sachkundiger Prüfung entscheiden. Die Belange des Betriebs bleiben also gewahrt. Aber eine Durchkreuzung der Anordnungen des Treuhänders der Arbeit durch Vereinbarungen des einzelnen Unternehmers mit seiner Gefolgschaft in Form von Erlaßverträgen mit seinen Beschäftigten auch über verdiente Lohnteile ist unzulässig. Solche Gedankengänge hat kürzlich das Reichsarbeitsgericht seinem Urteile vom 13. 7. 1935 RAG. 16/35 zu Grunde gelegt. Diese Entscheidung ist ein weiteres Beispiel für das Eindringen nationalsozialistischer Gedankengänge in die Rechtsprechung. Das Urteil hatte sich nicht mit der Frage zu beschäftigen, ob solche Erlaßverträge, die nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses geschlossen werden, ebenfalls nichtig sind. Auch diese Frage wird auf Grund der gleichen Erwägungen zu bejahen sein. Dr. B. zu dem Ergebnis wie das des Dr. Prigge. Auf Antrag der Klägerin hat der Universitätsprofessor Dr. Horn in Bonn ein drittes Gutachten abgegeben. Dieses fachärztliche Gutachten kommt zu dem Ergebnis, daß Invalidität vorliege. Völlige Arbeitsunsähigkeit bestehe dagegen nicht, sagt Professor Dr. Horn. Dies sei ja auch nach dem Gesetz nicht erforderlich, also keine Erwerbsminderung von 100 Prozent, sondern nur eine solche von mehr als 66¾ Prozent(1256 RVO.).„Waschen und Putzen usw.“ darf die Antragstellerin nicht, sagt Dr. Horn. Also sei sie bei Prüfung der Erwerbsmöglichkeit auf dem gesamten Arbeitsmarkt gänzlich außer Stande, das gesetzliche Lohndrittel von eine Reichsmark täglich zu verdienen. Dieser Ansicht war auch schon Dr. Borgmann in Bochum nach der Untersuchung der Klägerin im September 1932.(H) Aus dem Sozialrecht Die Einstellung von Arbeitskräften unter 25 Jahren Die nationalsozialistische Bewegung hat das Arbeitsverhältnis auf eine völlig andere Grundlage gestellt. Arbeitgeber und Arbeitnehmer sind heute nicht mehr Gegner, sondern der Betrieb, in dem sie beide schaffen, wird als das angesehen, was er ist, als Teil des Volksvermögens. Arbeitgeber und Arbeitnehmer bilden eine Schicksalsgemeinschaft. Leidet der Betrieb Not, so ist nach nationalsozialistischer Auffassung auch diese Not eine gemeinsame Angelegenheit dieser Schicksalsgemeinschaft, dieser Betriebsgemeinschaft des Unternehmers und der Gefolgschaft. Die Festsetzung der Löhne ist heute nicht mehr Gegenstand von Machtkämpfen mit Streiks und Aussperrungen, sondern Gegenstand der Erwägung und Betreuung durch eine übergeordnete staatliche Stelle, des Treuhänders der Arbeit. Heute ist nicht mehr der Tarifvertrag die Grundlage des Arbeitsverhältnisses, sondern der Einzelarbeitsvertrag und die Betriebsordnung des Einzelbetriebs. In dieser Betriebsordnung kann auch die Festsetzung des Arbeitslohnes geregelt werden. Ausnahmsweise kann auch heute eine Tarifordnung erlassen werden, wenn zum Schutze der Beschäftigten einer Gruppe von Betrieben die setzung von Mindestbedingungen zur Regelung der Arbeitsverhältnisse zwingend geboten ist. Aber diese Tarifordnung ist nicht mehr das Ergebnis eines Kampfes der Tarifvertragsparteien, sondern sie wird von dem Treuhänder der Arbeit nach Beratung mit einem Sachverständigenausschuß erlassen, also durch eine objektive staatliche Stelle nach sachverständiger Prüfung, wobei auch die Leistungsfähigkeit und die Bedürfnisse des Betriebes beachtet werden. * Nun schreibt das Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit vor, daß die Bestimmungen einer solchen, vom Treuhänder der Arbeit erlassenen Tarifordnung für die von ihr erfaßten Arbeitsverhältnisse als Mindestbedingungen rechtsverbindlich sind. Damit will die nationalsozialistische Regierung LohnanVertreter ohne Hehalt zunückgezaht werden) Der Provisionsvertreter arbeitet ohne Gehalt. Er geht von Geschäft zu Geschäft, von Stadt zu Stadt und grast das Feld ab, um Aufträge hereinzubekommen und um sich seinen und seiner Familie Lebensunterhalt durch Provisionen zu verdienen. Er und seine Familie müssen aber leben und seine Reisen kosten Geld. Er stellt weiter nichts als seine Arbeitskraft der Firma zur Verfügung. Er hat keine Räume, in denen er arbeiten kann, er hat kein Personal, er hat kein Handwerkszeug, mit dem er arbeitet. Zur Ausübung seiner Tätigkeit bedarf er der Reisekosten, die ihn an seine Arbeitsplätze führen, und Lebensunterhalt. Die Mittel hierzu stellt ihm die Firma, für die er reist, in Gestalt von Provisionsvorschüssen zur Verfügung. Wer aber nur seine Arbeitskraft zur Verfügung stellen kann, darf nicht mit Spesen derart belastet werden, daß er auch bei großem Fleiß notwendigerweise in Schulden geraten muß. Für das Wagnis, das mit dem Einsatz der Arbeitskraft eines Vertreters verbunden ist, muß der aufkommen, für den die Arbeit geleistet wird. Aus diesen Erwägungen heraus hat kürzlich eine Kammer des Berliner Arbeitsgerichts in der Sache 5Ca 321/35 die Klage auf Rückzahlung der Provisionsvorschüsse als unzulässig abgewiesen. Eine andere Kammer desselben Arbeitsgerichtes hat in der Sache 16 Ca 293/35 den gegenteiligen Standpunkt eingenommen. Es sei nicht sittenwidrig und entspreche überdies einem Handelsbrauche, zu vereinbaren, daß nicht verdiente Provisionen zurückzuzahlen seien. Falls der Vertreter zu der Ueberzeugung kam, daß die Unkosten in keinem Verhältnis zu den Einnahmen standen, hätte er das Vertragsverhältnis kündigen müssen. Dem nationalsozialistischen Standpunkt dürfte das erste Urteil mehr entsprechen als das zweite. Der Kaufmann steht im Treueverhältnis zu seiner Kundschaft, er hat deshalb auch dem, der Mittler dieses Treueverhältnisses ist, seinem Reisenden, das Arbeiten durch Zurverfügungstellung der Mittel für diese Arbeit genau so zu ermöglichen, wie er seinen Arbeitern das Arbeiten durch Bereitstellen des Handwerkszeuges ermöglicht. Das Treueverhältnis gegenüber dem Unternehmen, für das er reist, und gegenüber der Kundschaft, die er besucht, wahrt besser der festangestellte Kaufmann als der Provisionsvertreter dessen wirtschaftliche Existenz auf so unsicheren Füßen steht, daß der nicht sehr charakterfeste Vertreter entweder der Kundschaft oder dem Unternehmer oder beiden oft erheblichen Schaden und sich und seiner Familie oft große Unannehmlichkeiten zufügt. Deshalb: Beschäftigt festangestellte Vertreter! Die ersteittene Witwenrente Ein Spruch des Oberversicherungsamtes Dortmund In der Invalidenversicherungssache der Witwe., Bochum gegen die Landesversicherungsanstalt Westfalen in Münster hat das Oberversicherungsamt zu Dortmund(Spruchkammer 4) am 5. Oktober nach mündlicher Verhandlung für Recht erkannt: Die Landesversicherung wird verurteilt, der Klägerin vom 1. Juli 1934 an die Witwenrente zu gewähren. In den Gründen wird gesagt: Die Versicherungsanstalt hatte den Antrag der Frau auf Witwenrente abgewiesen, weil nach dem Gutachten des Kreisarztes zwar eine Erwerbsminderung von 60 Prozent, aber noch keine Invalidität im Sinne des Paragraphen 1256 der Reichsversicherungsordnung vorliege. Frau E. beantragte erneut Bewilligung der Rente. Das Oberversicherungsamt hat weiter ein Gutachten des. Dr. Küchemann. in Bochum eingeholt. Es kommt ist bekanntlich strengen Bestimmungen unterworfen. Der Ausgangspunkt ist die Anordnung zur Verteilung von Arbeitskräften vom 10. August 1934. Immer wieder hat der Präsident der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung auf diese Anordnungen aufmerksam machen müssen. Es sei auch an dieser Stelle noch mal darauf eingegangen. Jugendliche unter 25 Jahren— männliche und weibliche— dürfen als Arbeiter oder Angestellte nur dann eingestellt werden in einen Betrieb, wenn das zuständige Arbeitsamt vorher seine Zustimmung zu der Einstellung gegeben hat. Einzig und allein bei Einstellungen in Betriebe der Land= und Forstwirtschaft, in Betriebe für See=, Binnenschiffahrt und Luftschiffahrt ist die Zustimmung der Arbeitsämter nicht notwendig. Auch Lehrlinge dürfen ohne diese Zustimmung des Arbeitsamtes angenommen werden. Der Betriebsführer, der diese Anordnungen unbeachtet läßt, setzt sich einer empfindlichen Strafe aus. So hat letzthin das Amtsgericht Halle einen Betriebsführer, der einen Gesellen einstellte, der unter 25 Jahren und noch nicht im Arbeitsdienst war, zu einer Strafe von 30 RM. oder 10 Tage Haft verurteilt. Wenn in einem Berufszweig unbeschäftigte Arbeitskräfte sind, die einen Arbeitspaß haben, so müssen sie zunächst eingestellt werden. Es sind bei den Arbeitsämtern Vorkehrungen geschaffen worden, die eine Kontrolle über sämtliche Einstellungen garantieren. Auch die kleinsten Betriebe sind durch diese Kontrolle erfaßt. Der Betriebsführer kann eine Neueinstellung ohne vorherige Genehmigung des zuständigen Arbeitsamtes nicht mehr durchführen. Tut er es heimlich, so wird er bestimmt gefaßt, und eine Strafe ist ihm sicher. Nur so ist eine strikte Durchführung der Anordnung über die Verteilung von Arbeitskräften möglich. Die Anordnung war notwendig und muß von allen in Frage kommenden verantwortlichen Personen beachtet und befolgt werden. Deutzene Konigenronten in Ramp; gegen Nrebs Von Trofessor Dr. med. H. Cramer, Direktor des Allgemeinen Instituts gegen Beschwulstkrankkeiten(Berlin) Dem jüngst gegründeten„Allgemeinen Institut gegen Geschwulstkrankheiten“, dem ureigensten Werk des Verfassers, kommt im internationalen Kampf gegen den Krebs eine besondere Bedeutung zu. Die Schriftleitung. Nach heutiger Auffassung ist der Krebs eine Krankheit, die auf zwei Hauptfaktoren beruht. Erstens der erblichen oder erworbenen Veranlagung, die im Körper eine gewisse Krebsbereitschaft erzeugt und sich mit dem Alter steigert. Zweitens tritt ein örtlich wirkender Faktor hinzu, der wohl in der Hauptsache auf das Einsetzen lokaler Schädlichkeiten im Sinne des Reizes durch chronische Entzündungen bedingt wird. Als typisches Beispiel können wir die Krebse der Mundschleimhäute, der Zunge und der Lippen anführen. Die überwiegend große Zahl dieser Krebsfälle ist auf chronische Entzündungen zurückzuführen, die durch schlechte Mundpflege und kariöse Zähne entstanden sind. Man kann für viele andere Krebsformen einen ähnlichen Entstehungsgang voraussetzen. Welcher Art die letzte Ursache der Zellenumbildung in den bösartigen Charakter ist, ist noch unbekannt. Wir wissen aber, daß ein komplizierter Vorgang dabei im Spiele ist, der alle Faktoren im biologischen Geschehen mitbeteiligt, so daß alle diese Faktoren einzeln in dem einen oder dem anderen Falle einmal ursächlich wirksam werden können. Wir sehen die Möglichkeit einer Krebsentstehung durch eine mangelhafte Harmonie im Spiel der inneren Drüsen, der Verdauungs= und Ausscheidungsorgane, sowie in Stoffwechselstörungen, die mit der lokalen Entzündung entstanden sind. Nicht nur die Pflicht des Arztes den Krebskranken zu helfen, sondern auch besonders staatspolitische Erwägungen zwingen zu einem Kampf gegen den Krebs, der jetzt an erster Stelle aller Todesursachen steht. Wie die Entwicklung des Krebses ein unerhört vielseitiger und komplizierter Vorgang ist, so müssen auch unsere Mittel, dem Krebs vorzubeugen, ihn zu behandeln oder zu heilen, alles das berücksichtigen, was bei seiner Entstehung maßgebend war. Zu diesem Zweck ist die sinnvolle Zusammenarbeit der Aerzte, die sich mit der Krebsbehandlung beschäftigen, eine der wichtigsten Forderungen. Wir sehen, wie in den Krebszentren der Welt die Strahlenbehandlung, besonders die Radiumbehandlung, vielfach führend ist. Wir glauben jedoch in einer einseitigen Auffassung Behandlungsvorganges dem großen Komplex Zicht genügend Rechnung tragen zu können. Wir sind daher der Anregung unseres Kurators, Geheimrat Professor Sauerbruch, freudig gefolgt, im Rahmen des Allgemeinen Instituts gegen Geschwulstkrankheiten eine enge Arbeitsgemeinschaft zu begründen, in welcher bei jedem Krebsfalle die zuständigen Spezialärzte mit dem Strahlentherapeuten prüfen, welche Art der Behandlung nach den modernen Anschauung er die richtige ist. So stehen in vollkommener Unvoreingenommenheit der Chirurg, der innere Mediziner und Strahlentherapeut in der Lösung ihrer Aufgabe eng verbunden zusammen und wählen bald eine interne, chirurgische oder Strahlenmethode. Die strenge Durchführung dieser Gemeinschaftsarbeit gibt dem Institut in erster Linie seinen besonderen Charakter. Wenn die Radium=Krebszentren Stockholm, Paris, Brüssel, London, das Hauptgewicht der Krebsbehandlung auf die Radiumbestrah„Haus der deutschen Aerzte“, so steht es über dem Portal des vor einigen Tagen in München eingeweihten Baues in der Brienner Straße 11. Dieses Haus ist gebaut worden für das deutsche Volk, weil die hier geleistete Arbeit in allen ihren Phasen diesem deutschen Volke zugute kommt. Und so stand denn auch die erste Arbeitstagung in den neuen Räumen vollkommen im Geiste dieser Zweckbestimmung. Nach der Eröffnungsfeier gab der Reichsärzteführer einen Bericht über die allgemeine Lage in bezug auf die nationalsozialistische Gesundheitspolitik und den nationalsozialistischen Arzt. Dr. Wagner konnte feststellen, daß sich eine klare Linie und eine ebenso klare Führung in der NS.=Gesundheitssteuerung in der letzten Zeit immer mehr herausgebildet habe. Dabei sei wesentlich, daß hier stets das Vorrecht der Partei gewahrt bleibe. Denn am Ende sei auch die richtige Anbahnung der Durchsetzung des nationalsozialistischen Geundheitswillens zum großen Teil eine Erziehungsfrage. Erziehen aber könne immer nur die Partei und sie allein sei zur Menschenführung im neuen Deutschland berufen. Nachdem Dr. Wagner dann die Aufgaben des Hauptamtes für Volksgesundheit gestreift hatte, wies er darauf hin, daß in der Aerzteauslese und Niederlassung am Prinzip des Landahres für den jungen Arzt festgehalten werden würde, ebenso wie an der Bereitung des Weges zur neuen deutschen Heilkunde gearbeitet lung legen, so sind wir in Deutschland dieser Tatsache gegenüber bis vor kurzem in einer äußerst bedrängten Lage gewesen, durch den Mangel an Mitteln eine den anderen Radiumzentren entsprechende Menge Radium zu erwerben. Heute haben sich auch schon reichlich mit Radium ausgestattete Institute des Auslandes, wie Pariser Krebskliniken, weitgehendst davon überzeugt, daß man in vielen Fällen mit der Röntgentherapie bessere Erfolge erreicht als mit den sogenannten Radiumkanonen. Für Deutschland kommt neuerdings die Tatsache hinzu, daß wir eine Erfindung haben, die mit den Namen Schäfer und Chaoul verbunden ist, und die uns ein Röntgengerät an die Hand gegeben hat, mit dem wir dieselben Erfolge an oberflächlichen Krebsformen erzielen können, wie sie bisher nur dem Radium vorbehalten waren. Wir sind also in der Lage, unsere Schwäche im Hinblick auf die Radiumversorgung durch wird. Neue Arbeit erwachse zwar den beauftragten Vertretern des NS.=Aerztebundes und des Hauptamtes für Volksgesundheit in Masse, aber der Idealismus der nationalsozialistischen Aerzte würde auch diese Aufgabe meistern im Gedanken an das Vertrauen des Führers und im Willen, ihm in jeder Beziehung gerecht zu werden. In der Fortsetzung der Tagung ergriff dann der Stellvertreter des Reichsärzteführers, Pg. Reichsamtsleiter Dr. Bartels, das Wort. Ausgehend von dem Aufgabengebiet des Amtes für Volksgesundheit, verbreitete er sich über die zu gehenden Wege, die der umfassenden gesundheitlichen Betreuung des schaffenden deutschen Menschen aller Schichten durch den nationalsozialistischen Arzt, der hier den nationalsozialistischen„Satz„Des Volkes Wohl ist oberstes Gesetz“ als nichrschnur allen Handelns anerkenne. Pg. Dr. Grote, der Beauftragte des Reichsärzteführers für die Kassenärztliche Vereinigung Deutschlands stellte als Grundsatz für die KVD. auf, daß nur der Arzt zugelassen würde, der die Sicherheit biete, daß er neben seiner fachlichen Eignung sich rückhaltlos für den Nationalsozialismus einsetze. Damit gelangten wir in der Zukunft zum nationalsozlalistischen Aerzestand. Scharf wandte sich Pg. Dr. Grote gegen gewisse Strömungen, die dem Landarzt zu schaffen machten, und stellte die unbedingte Verantwortlichkeit des Landarztes für das von ihm betreute Gebiet und seine Familien heraus. deutsche Röntgenröhren wettzumachen. Dies darf jedoch nicht so verstanden werden, daß wir in Zukunft die Radiumbenutzung ausschalten wollen. Im Gegenteil, es gibt noch eine Reihe von Indikationen, für die wir das Radium nicht entbehren können, und für die das Institut auch mit der nötigen Menge ausgestattet ist. Das gesamte Institut besitzt etwa ein halbes Gramm Radium. Eine entmutigende Zahl, wenn wir einen Vergleich mit den Mengen ziehen würden, mit denen die Radiumzentren der anderen Länder arbeiten. Aber nur entmutigend unter dem Gesichtswinkel des Auslandes, weil wir überzeugt sind, daß wir diese großen Mengen einmal durch die Kunst deutscher Wissenschaft und Technik werden entbehren können. Wir bewundern die glänzenden Erfolge des Auslandes mit dem Heilstoff Radium. Aber Deutschland nimmt den Kampf gegen den Krebs nunmehr mit den deutschen Röntgenröhren unbedenklich auf. Wir sind überzeugt — es liegen Beweise vor— damit den richtigen Weg zu gehen. Der Stolz unseres Institutes ist die einzigartige Strahlenbehandlungsabteilung, die den Grundstock für das Institut gegen die Geschwulstkrankheiten bildet, und die es uns ermöglicht, diesem Problem der Vormachtstellung der Röntgenbestrahlung im Kampf gegen die Geschwulste gerecht zu werden. Wir arbeiten mit Geräten, die fast eine Mitlion Volt Spannung besitzen, sowie mit den zumeist üblichen Tiefen=Therapie=Geräten und den erwähnten Apparaten von Schäfer und Chaoul, die in der Röntgen=Nahbestrahlung die Radiumtherapie ersetzen. Im vollen Bewußtsein der großen Verantwortung in der Sorge um Tod und Leben der Patienten liegt das Schwergewicht unserer Tätigkeit auf der Benutzung deutscher Röntgengeräte. Aber nicht nur in klinischer und technischer Hinsicht sind wir denkbar gut ausgestattet, sondern durch eine besondere Spende des Reiches von jährlich 50000 Mark sind wir nunmehr auch in der Lage der unbedingt notwendigen rein wissenschaftlichen Seite des Kreospcoblems gerecht zu werden. Es werden ganz moderne Laboratorien dazu dienen, die ärztliche Untersuchung mit den feinsten Hilfsmitteln der Chemie zu vertiefen und die wichtige Fragestellung auf dem Gebiete der Krebsforschung wissenschaftlich anzugeben. Ich bin mir vollkommen bewußt, daß es nicht zu erwarten steht, daß wir im Handumdrehen Probleme lösen können, an denen Jahrhunderte emsigster Forschung gearbeitet haben. Wir haben ein Programm auf lange Sicht und gehen nicht auf Augenblickserfolge aus. Aber wir sind verpflichtet, streng planmäßig weiter zu arbeiten, um uns dem schwer erreichbaren Ziele zu nähern. So können wir jetzt mit Stolz feststellen, daß erst das Dritte Reich und seine verantwortlichen Instanzen endlich zur Tat durch Gründung dieses Instituts geschritten sind, um eines der wichtigsten Probleme der Volksgesundbeit praktisch zu lösen. Die gesundkeitliche Betreuung des deutschen Mienschen Annabella die Photos vorlegte. Er ließ eine Probeaufnahme von ihr machen, die so gut ausfiel, daß sie sofort eine Rolle erhielt. Ihr eigentlicher Aufstieg begann jedoch erst mit dem Tonfilm, in dem ihre einmalige Persönlichkeit voll zum Ausdruck kommt. Eigenartigerweise spielte sie Foto; lris ihre erste Tonfilmrolle in Berlin, wo Carl Froelich eine französische Version drehte. Carl Froelich erkannte den Reiz ihrer Persönlichkeit und brachte sie heraus, Deutschland hatte Annabella entdeckt und Annabella hat dies nicht vergessen. Die erste Stufe ihrer Weltberühmtheit erklomm sie dann mit dem Film„Unter den Dächern von Paris“ unter der Regie von René Clair. Trotz ihrer Erfolge ist Annabella immer lediglich Annabella geblieben und von einer vorbildlichen Bescheidenheit. Vor nicht langer Zeit war sie in Berlin, aber es gab weder Empfänge noch große Artikel und Photos in der Presse, denn ihr privater Besuch sollte rein privater Natur bleiben. Was hätten andere weniger berühmte ausländische Filmschauspielerinnen oder deren Winager wohl bei dieser Gelegenheit für ein Tamtam geschlagen? Auch ihren Unfall mit dem Bären bei den Aufnahmen zu„Varieté“ hat sie nach Möglichkeit verheimlicht. Sie lebt nur ihrer Kunst und ist so filmbesessen geblieben wie als kleines Mädchen. Aus dieser Einstellung heraus darf man wohl von ihr noch weitere einzigartige schauspielerische Leistungen erwarten. Zum ersten Male im Film: In dem Film „Künstlerliebe“ spielt eine Neuenideckung, Inge Schmidt. ihre erste Rolle.— Ihr Pariner ist Woligang Liebeneiner Prophete rechts, Prophetelinks, das Weltkind in der Mitte Hans Junkermann als Graf Brießnitz Anny Ondra als Billy Jakob Tiedtke als Notar in dem Ondra-Film: Der junge Grai Folo: Uia Kleine Silmpost Willi Forst wird am 3. Januar mit einem neuen Film der Europa ins Grunewald=Atelier gehen, dessen Titel noch nicht bekannt ist. Renate Müller wird im nächsten Jahr in einem Wiener Film spielen. Anny Ondra ist die Ufa=Films„Donogoo nahmen Spielleiter Reinhold gonnen hat. Rens Clairs neuester Film„Das Gespenst auf Reisen“ erscheint im Januar. Renate Müller und Adolf Wohlbrück erscheinen demnächst als Hauptdarsteller eines neuen EuropaFilms. Lingen als Regisseur. Theo Lingen wird für die Europa Kurz=Lustspiele inszenieren. Hauptdarstellerin des neuen Tonca“, mit dessen Aufchünzel gestern beFolo: Terra Das Katler Ankabelta Durch den Film„Varieté“ wurde die allgemeine Aufmerksamkeit wieder auf die berühmte Filmschauspielerin Annabella gelenkt. Ihre anschmiegsame, mädchenhafte Erscheinung und die seelenvolle Verinnerlichung ihres Spieles hat ihr wieder alle Herzen im Fluge erobert. Annabella ist ein Begriff, eine Persönlichkeit ausgeprägtester Eigenart und im besten Sinne international. Und trotzdem ist sie diejenige Filmschauspielerin, deren Herkunft und Werdegang in ein rätselhaftes Dunkel gehüllt ist, nicht einmal ihren bürgerlichen Namen wußte man bisher, nur so viel war bekannt, daß die grazile Filmschauspielerin mit den großen ausdrucksvollen Augen Französin ist und bereits als halbes Kind zum Film kam. Vielleicht hat sie sich deshalb lediglich Annabella genannt. Allmählich lüftet sich jedoch der Schleier, der über ihrer Person liegt, und wir wissen heute, daß sie eigentlich Suzanne Charpentier heißt und die Tochter eines Redakteurs ist. Ihr Vater hat ihre Neigung zum Film nicht unterdrückt, sondern ihr im Gegenteil den Weg zur Schauspielerin geebnet. Er wohnte in einem Vorort von Paris, und hier kam das Mädchen Annabella zum erstenmal mit dem Film in Berührung, als sie den Film„3 Musketiere" sah. Es war nur ein kleines Wanderkino, und die Vorführung war alles andere als erstklassig, machte aber auf die junge Annabella einen unauslöschlichen Eindruck. Alle ihr zugänglichen Filmzeitschriften verschlang sie und studierte Filmrollen über Filmrollen, so daß sie von den Erwachsenen für filmverrückt erklärt wurde und in der Schule Schwierigkeiten hatte. Ihren Vater drängte sie, sie zu photographieren, und da zeigte es sich, daß ihre Aufnahmen von eigenartigem Reiz waren. Das erkannte auch der Filmregisseur Cance, dem ihr Vater Wseerschalwote Schndtr Sottesurteile oder Ordalien im Mlittelatter Westfalens Das frühe Mittelalter Westfalens kannte die ver= Leiche und ließ ihn Nabel, Mund und Wunde berühschiedensten Methoden, Recht und Unrecht zu ermit= ren. Trat Schaum am Munde des Toten auf oder teln. Man nannte die Ergebnisse dieser grausamen begann die Blutung der Wunde aufs neue, so war der Martern, denn um solche Methoden handelte es sich Angeklagte schuldig.(Nibelungen.) Markern, venn um sbiche„Meihoden meist, Gottesurteile oder Ordalien. Wir wollen unseren Lesern heute einen kurzen Ueberblick über derartige Methoden des frühen Mittelalters Westfalens geben. Da haben wir zunächst das„siedende Wasser“ oder den„wallenden Kessel". Bei dieser Methode mußte der Angeklagte dann seine Hand, oft den Unterarm, in kochendes Wasser stecken. Danach wurde das betreffende Glied sofort umwickelt. Nach drei Tagen wurde es untersucht. Fand man das Glied dann unversehrt, hatte der Betreffende recht. Durch die„Feuerprobe" wurden ebenfalls Streitfragen entschieden. Es galt in diesem Falle, barfuß über glühendes Eisen zu laufen, glühende Kohlen auf der Brust zu tragen oder im wachsgetränkten Hemde durch die Flammen zu eilen. Oft waren es auch glühende Pflugscharen, über die der Angeklagte laufen mußte. So wurde zum Beispiel die Streitfrage über Zehntpflichtigkeit zwischen dem Bischof von Münster und dem Abt von Werden 980 durch die Feuerprobe entschieden. Bei der„Wasserprobe“, auch„Hexentaufe" genannt, wurden dem Opfer Hände und Füße gebunden. So gefesselt, wurde das Bündel Mensch dann in einen Teich geworfen. Ging es unter, so hatte sehr häufig entschied auch der„Zweikampf“, der auch von Verwandten und Freunden bestritten wurde. Adelige hielten sich meist Kämpfer für solche Zweikämpfe, während Frauen ihre Verehrer streiten ließen. Kam der Gegner nach nochmaliger Ladung nicht, so entschied für den Anwesenden der Hieb und Stich in die Luft. Der Sachse stritt mit Schwert und Schild, während der Franke mit dem Kolben kämpfte In diesem Zusammenhang interessieren vielleicht auch die verschiedenen Gerichte dieser Zeit. Das Hofgericht(das neben der Feme bestand) schlichete Mißhelligkeiten der Markgenossen im Holz und in der Mark. Streitfragen zwischen Lehnsherrn und Vasallen entschieden die Lehnsgerichte. Die geistlichen Gerichte suchten ihre Machtgebiete über Ehe= und Ketzersachen hinaus zu erweitern. Sie mischten sich auch allmählich in Geldfragen ein. Eine Schuldforderung zog eine Bannerklärung nach sich. In diesem Falle durfte keiner dem mit dem Bann Geschlagenen mit Worten oder Werken behilflich sein. Knechte und Mägde mußten mit dem siebenten Tag seinen Dienst verlassen. Die Inquisition, eine besondere Form der geistlichen Gerichte, wurde von Konrad von Marburg in Deutschland eingeführt.— Außerdem gab es noch Vogtei=, Stadt= und Burggerichte. Dieser kleine Ausschnitt aus den mittelalterlichen Gerichten und ihren Methoden zeigt uns schon die erschreckende Vielfalt der Gerichte und die unglaubliche Grausamkeit ihrer Schuldbeweise, die sie, o Hohn der Weltgeschichte, Gottesurteile nannten. Düt un Dak in Baukeumskem Platt (Nich nohdrücken.) Dak Undier „Verjag doch de Blagen nich met son Düwelskroom", schannt de Möihne,„et es doch alles dumm Tüg!“ Grügges üm den amen De alle Leisen„Seg dat nich, seg dat nich“, mell'n sik de olle Se saten bi Brugges um den Nowen. De olle Leisen, Leisen.„Denk dran, wie et met Rönken Jupp gede olle Schnider un de olle Möihne Brügges, dä all 94 gohn eg ov'n Puckel harre, wat me er üöwer nich ansog. Se. Wa maz Känken Jupps“ fraig Tillien. was am Stricken, jähre Ougen gengen dobi aw un tau„Wa war Ronten Juppi“ fraig Tillken. nom Disch, wo de beiden Blagen Hannrich un Tillken„Rönken Jupp was Knecht op Brondieks Huoff. Hä jähre Schoulsaken möken, wat nich ganz ruhig afgong, was in minem Oller un'n Käl at'n Boum. Angst De olle Schnider spiell'n met de junge Katte, dä jähm kannte hä nich; et es ne trourige Geschichte, wie hä to Hä was en grouten Dier= Doue kam.“ us dat mol, Oeihme Leisen“, mell'n sik de fest. Das Opfer sah dann seiner Verurteilung, ent= Zä jon wang tom Sinneren yarre, raut m Damp no, Junge un schuow sik ouk noch op de Fautbank. gegen. Wie der zweite Name„Hexentaufe" be= dän hä ut sine Piepe, dä guett äin Meter lang was,„Et es lange benn“, feng de olle Leisen an,„ek was sagt, wurde dieses Verfahren meist bei den Hexenver- trock.„„„„ noch nich Suldote gewiärst, do was do, wo vandage folgungen angewandt. Die armen Geschöpfe waren. Et wo langsam düster. Buten fiägen de Wind dör Brondieks Piärrekamp es, noch alles Buschwerk bit no wenn sie einmal als Hexe bezeichnet worden waren, de Böime, dat man meinen, et bläiw käin Twilm ganz. Brondieks Huoff henn. Im Kampsiepen was mä ne bvn. Entweder.( Tann blais hä ne Schur Riägen un Plackschnai an'ine olle Holtbrügge üswer de Bieke. Glieks rächter Hand, rettungsios verloren. Entweder gingen sie namlich Z tan zin klappern„met de Schlagladen, dat de olle wo vandage dä Häistern stott, stannn froiyer houge bei der Hexentaufe unter, oder sie verfielen dem dä in ne Fensterbank sat, et füörtrock, sik Dannen un dä Houllwiäg was lange nich so bräit as Feuertode, wenn sie sich auf irgendeine Art und Weise unnern Uowen trügge te trecken.„'n bister Wiär“, sag vandage. Quk wassen an beiden Sieten Brom un vom Wassertode retten konnten; denn Rettung bei der des olle Leisen,„et kann late wärn, bit Hännrich trügge Bremmerten meterdick. Et geng am hellen Dage käiner Wasserprobe war ja Beweis ihrer Schuld. Wir kom- kömmt!“„Ek wä bi son Wiär bange, buten te gohn, gäne do düör, vüell wenniger ei Nachts. Aeinet Owends, men heute in Versuchung, über diese unsinnige Me= un dann noch düört Holt!“, sag Tillken, wat met de et was all stockedüster, as de olle Brondieksbuer, hä es thode zu lächeln. Aber unser Gesicht wird bald er Schoulsaken ferrig was un sik or'm, Fazthänsken nign lange deut, vam Piärregannel, no Huse woll.. Hä ha der Betreffende, so unsinnig uns das heute erscheinen#'n Schout gesprungeg was. Hä was en grauten Per: Doue kam.“ der Vetreffeng, so unsinnie uns das heute erszeinen Frönd, da met jseden, Dier ukam, man sog igonz, segar„Verten mag, recht. Im anderen Falle stand seine Schuld nio, dat rä frächste Rür jähm nix d5. De olle Leisen,., Opfek soh dann seiner Verurteilung ent= 45#uu Saug tam Sinneren harre käif'm Damy no, Junge un starren, wenn wir uns überlegen wieviele Frauen Oeihme Schnider gesatt harre. Se schuddeln sir oindlik in ne Muelle noch Miäll geladen un was bit an ne Edch diesem Wege unschuldig ihr binnäin bi däm Gedanken an dän bistern Wiäg, dä an Brügge gekommen. Met'n mol fong de Gaul an te und Madchen ,werden auf dirsem Wbege nunmu###### ne Stennkuhle vörbi düört Holt no de Hauptstrote geng, schnuwen un te danzen. De Bur dach, dä well nich Leben haben lassen mussen.„„„ van wo ut man in twäi Stunnen in ne Stadt was. üöwer de Brügge. Hä stäig af un pock't Piätt am Kopp; Harmloser war schon die Kreuzprobe“. Beide„Ek woll di ouk nich gerohn“, sag de olle Schnider, de Gaul bläiw immer noch unruhig. Däm Bur wo et Streitenden mußten sich mit ausgestreckten Armen„gerade junge Deens wät lichte vam Undier gehalt!" benaut, willens dat hä vüell Geld bi sik harre. Hä käik an ein Kreuz stellen. Wer hier die Hände zuerst Tillken m sinken ließ, der hatte unrecht. Priester spendeten Leibre: sogenannte„ geweidte, Bissen“: Man glaubte, käiner et kömmt ouk blouß Nachts. Hänne hät dgt Dier houge opnahn, de Bur sog noch'n schwatten Schatten, daß der Schuldige daran sterben gürde. Lann gette at'n Mensch ouk, üöwer an ne Finger lange Krauen, dann kragg ya'n Schtag ann Kopp, dat hä oy de der Lehende natürlich recht. Bgei einem des Mor: Et bätn Vougelskopp met knotte Höne üöwer anstier Schnute schlaig de Gaut gong dühr un de Bur, däm des Beschuldioten wurde das„Bahrrecht“ ange= vam Schnabei ne. Schnute at'n Schöpersrüen un our so de voor te. Perge stgnn'n, rappeln wandt, das heißt, man führte den Betreffenden zur scharpe Tänne. Dann hät et...“ terin, dat jähm de Locht wägbläiw.“ mok groute Ougen.„'n Undier, wat es dat, henn un hiär, et was üöwer te düster, üm wat te sa ie?“ fraig se.„'ja,“ sag dä,„'ja, dat kan'k di Se kamen ouk guott üöwer de Brügge un wolln g lichte beschriewen. Richtig gesaihn hät't noch in'n Houllwiäg inbaigen, as sik de Gaul met'n et kämmt ouk blouß Nachts. Hänne hät dat Dier houge opnahm, de Bur sog noch'n schwatten Schat ch ouk, üöwer an ne Finger lange Krallen. dann träig ya n Schlag an'n Kopp, oat hä ot sougetsropp met ruorte Hone, uower aninier Schyure schlgig, de Gaul gong düör un de Bur, däm bei ne. Schnute at'n Schöpersrüen un out so de Hoor te Werge stann'n, rappeln sik op un läip dräch„Ha dat'n Undier gedohn?“ fraig Tillken un mok'n Gesicht, as wänn er ouk jeden Ougenblick'n Undier im Nacken spräng. „Holl de Schnute", sag de Möihne,„un lo de Oeihme vertelln.“ De olle Leisen trock'n paarmol an ne Piepe un vertallt dann widder:„Dä Bur laip also, wat hä konn, bit hä met'n mol met'n Kopp irgendswo füörlaip. As hä sik wir opkrabbeln, merken hä, dat hä füör sine äigene Ka geloupen was. Dat Piätt ha sik in ne Dönen fastgefohrt. Et biewen am ganzen Liewe un was naat van Schwait. De Bur verschnuwen sik ne Wiele un mok dann, dat hä ne Huse kam. As hä op de Diäle kam, kam Rönken Jupp gerade met de Löchte.„Wat es dann met ink los, Bur? Gitt saiht jo im Gesicht ut, at'n frischen Wittelquast!" „Mau mi'n Magen verdohn häm“, knurren de Bur trügge. Et poß jähm nich, dat hä sik so in Angst ha jogen loten, hä woll de Sake doutschwiegen. As hä dat Piätt affschieren, failen hä am Hals vam Piätt watt warmet. Hä schrak binnäin. Richtig, wie hä de Löchte nöger holl, sog hä an ne linke Halssiete'n Louk, so ungefäh at'n Wamsknuop grout.„Soll im Holt'n Undier sitten?" dach hä. Hä woll op alle Fälle nix dovan seggen. Et gong dann ne Tied henn, de Bur wuoll dän Spölk schon vergiätten, as äinet Owends Sefften, de Magd, hülend un schreiend in ne Stuowe gelaupen kam. Se biewen an alle Knuoken un kräig käine twäi Worde gescheit annanner. Sovüell kräig me herut, im Houllwiäg was met'n mol füör jähre Faite wat Schwattet opgesprungen un ha jähr füör de Buost geschlohn. Do wä se geloupen, wat hässe, wat krisse. „Also doch'n Undier", sag de Bur und vertallt, wat jähm an de selbe Stier passeert was. „Glöuw gitt an Svönkerigge, Bur?“ fraig Jupp. „Ek go van owend de Sake noch op'n Grund“, stonn op un kräig de Kappe vam Nagel. „Bliew hier", sag de Bur, un ouk Seffken schwuor Stäin un Bäin, sik doch nich int Unglück te stüötten. „Guot“, sag Jupp.„wänk Soterdag vam Kiegeln wierkomm, gok düörn Houllwiäg, ek sallt däm Biest schon wiesen. Am Soterdagowend bim Kiegeln vertallt nu Jupp, wat de Bur un Seffken erliäwet han'n un dat hä dat Undier schon kriegen woll. Se trocken jähm üöwer gründlich domet op un möken jähm gehörig bange, so dat hä in sienem Järger'n paar mäh drank, as hä verdriägen konn. Uem twiälf Uhr trock hä los. Se raipen jähm noch no, dat hä ne Liene metnjähm soll, wo hä dat Undier dranbinnen könn.„Muorgen strunzt gitt nich mäh!“ wa't leste, wat hä sag un hä soll ouk Rächt beholl'n. Am annern Muorgen fand ne de olle Brondieksbur dout im Houllwiäg op. Hä lag met'm Gesicht op de Aede. Am Aechterkopp fand'n se'n kleinet Louk un in ne rächte Hand wä'n paar blauige Fiäen. Man soch alles af, et was üöwer süß nix te finnen. So end'n Rönkes Jupp. Düör'n Undier un nix anners. Hä was'n guorn Frönd van mi!“ schlout de olle Liesen sine Geschichte. „Et was ne Wiele müskenstill, dann meinen de olle Schnider:„Du häß de Blagen ouk noch seggen maiten, dat de Gerichtskummisionn meinen, dat Jupp womüeggelik van ne Ule angeflougen un hä van Schreck de Doue gekommen wä!".„Gerichtskommisjoun!“ sag de Möihne Brügges verächtlik.„Wat verstott so ne Häens ut de Stadt all van Saken, dä nachts op'm Lanne passeert. Dat hä sie sik blouß binnäin gedraht, weil se nix anners wussen. Dä glöüwet womüeggelik nichmol an'n Hiärquott!— Tillken, stiäk de Lampe an, me kann manks nix mä saihn.“ W. II.