K* 0 1R8 22PN. bald. Anseisenpreise: Grundpreile für 1 mm Döhe in 22 gm Breite 85 Gi. Pesnowpreis mit Soteniogg;.8 un, nexaito gder, 148 nm. v9l. WseP. in Anzeilgenteil und in 78 um Preite,50 Vj. im Terizesl. Samliseg Bezugspreis mit Botenlopg;.15 RM. monatlich oder.06 NM. dalh. monatlich, Selbstabholer.85 RM. monatlich oder 93 Pf. halomonatlich Bezugspreis für die„Bochumer Illustrierte“ 30 Pf. monatlich. Funkzeitschrift„bör mit mir“ 45 Pf. monatlich bei vier Sonntagen und 5 Pf. bei jünf Sonntagen im Monat.— Wenn das Erscheinen der Zeitung durch böbere Gewalt oder durch Verbot oder Beiriebskörung u. dgl, verhindert wird, können keine Ersatzansprüche gestellt werden.— Geschäftsstelle geöfnet von 8 bis 13 und von 141 bis 19 Uhr, Sonntags von 11 bis 12 Uhr.— Sprechstunden der Redaktion von 16 bis 12 Uhr(außer Samstags).— Postscheckkonto Dortmund 1760 Verlag und Druck: Laupenmühlen& Dierichs in Bochum Dienstag 13. August 1933 (Ernting) 42. Jahrgang Nummer 188 Einzelpreis 10 Pf. anzeigenpreise; Srundpreise für mm Höde in 22 im Anzeigentel und in 78 my, Pfeitger, e gerze. Semilienanzelgen und Sielengesuche 6 Bl., Vereinsanzeigen(die nigz., der Wirtschaftswerbung dienen) 7 Pf., kleine einspaltige Anzeigen(Stellengnaehetgen##eigen prtvater Akt)„., Pf.„Anzeiag, im Vereins, Sportkalender im Ternieg 10 Pf., Auskunst= und Zintergebühren 25 Bf. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 5 güitig. Nachlaßstaffel B.— Schluß der Anzeigenannahme für die sechsmal wöchentlich frühmorgens erscheinende Zeitung um 16 Uhr des Vortages. Für den richtigen Abdruck fernKündich aufgegebener Anzeigea saun teine Gewädr Abeknommen werden. Hauptgeschäftsstelle: Rathausplatz 8. Anruf 67551, 52, 33 Hupuntscher General=Temerdel Im Kriegsministerium in Tokio Der Tater, ein Oberstleutnant, verhaftet dnb Tokio, 12. August. Generalmajor Nagata, der Chef der Abteilung für allgemeine militärische Angelegenheiten, wurde im Kriegsministerium von einem aktiven Oberstleutnant überfallen und durch einen Stich mit dem Säbel so schwer verletzt, daß er am Nachmittag starb. Der Kaiser beförderte den Toten zum Generalleutnant. Der Täter wurde verhaftet. Man vermutet, daß der Ueberfall mit den letzten Personalveränderungen in der Armee im Zusammenhang steht. General Nagata hat sich in den Jahren 1913 und 1914 zweimal in Deutschland aufgehalten. Bis zum Jahre 1921 lebte er dann in Dänemark von wo er sich später nach der Schweiz begab. Sein Amt im japanischen Kriegsministerium als Leiter der Abteilung für allgemeine militärische Angelegenheiten hatte General Nagata seit drei Jahren inne. Nagata ist 52 Jahre alt geworden. Als sein Nachfolger wird der Kommandeur der ersten Infanteriedivision, Generalleutnant Yamgawa, genannt. Ueber die Vernehmung des Mörders ist noch nichts bekannt geworden. Wird Kriegsminister Hayaschi zurücktreten? Die Frage, ob Kriegsminister Hayaschi aus der Tatsache der Ermordung des Generalmajors Nagata Konsequenzen ziehen und zurücktreten wird, steht gegenwärtig im Mittelpunkt der verschiedensten Erörterungen. Zuständige Stellen lassen die Ansicht des Kabinetts und des Kriegsministeriums dahin verlauten, daß Hayaschi in diesem Augenblick unter keinen Umständen zurücktreten und vor unruhigen Elementen kapitulieren dürfe. Gerade das Attentat zeige Gefahren auf, so hört man in interessierten Kreisen, denen nur Hayaschi mit dem Einsatz seiner entschlossenen Autorität begegnen könne. Hayaschi sei der Mann, der einzig den einheitlichen Geist in der Armee wiederherstellen könne. Hayaschi hatte übrigens im Laufe des Montags eine Unterredung mit dem Ministerpräsidenten Okada. Am Dienstag ist er zum Vortrag beim Kaiser bestellt. Man nimmt allgemein an, daß er bei dieser Gelegenheit sein Ministeramt zur Verfügung stellen wird. Gleichzeitig damit zieht man den Schluß, daß Hayaschi auf kaiserlichen Befehl in seinem Amt verbleiben wird.. gbmesmsDie von der japanischen Hauptstadt abwesenden Minister sind im Laufe des Montags nach Tokio zurückberufen worden. In den nächsten Tagen wird das Kabinett zusammentreten. Der Polizeipräsident von Tokio war am Montag nachmittag bei dem Ministerpräsidenten Okada zum Vortrag. Es wurden bei dieser Gelegenheit Maßnahmen besprochen, die im Zusammenhang mit dem Attentat auftretenden Zwischenfällen in der Hauptstadt vorbeugen sollen. „Parteitag der Freiheit“ Das diesjährige Geleitwort Nürnberg, 12. August. Gab der Führer dem Reichsparteitag im Jahre 1934 das Geleitwort„Triumph des Willens“, so lautet laut RSK. das diesjährige Geleitwort„Parteitag der Freiheit“. Am 16. März 1935 gab der Führer Adolf Hitler dem deutschen Volke seine Wehrfreiheit wieder. Dieses große Geschehen bringt Professor Klein(München) in der diesjährigen Plakette des Reichsparteitages zum Ausdruck, indem er unter dem Hoheitszeichen der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei den Führer mit seinen Soldaten zeigt. Stolz und trotzig stehen sie ihm zur Seite als die beiden starken Säulen des nationalsozialistischen Deutschlands. Die Partei als Träger der politischen Macht und der Soldat im Stahlhelm als Waffenträger der Nation. So bringt die Plakette zum Ausdruck, daß Adolf Hitler Deutschland ist und Deutschland Adolf Hitler. Reichsminister Seldte beim Führer Um die Zukunft des„Stahlhelms“ dnb Berlin, 12. August. Der Führer und Reichskanzler empfing heute den Bundesführer des„Stahlhelms“, Reichsminister Seldte, zu einer Besprechung über die Zukunft des „Stahlhelms“. Wieder ein Soldat in Brest sbersalen 63 Polizeibeamte beim Aufruhr in Toulon verwundet dnb Paris, 12. August. In den Abendstunden des Sonntags ereignete sich in Brest ein neuer Zwischenfall, dessen Opfer ein Soldat des zweiten Kolonialregiments wurde. Fußgänger fanden den Soldaten bewußtlos in der Hafengegend und veranlaßten seine Ueberführung in ein Krankenhaus. Man vermutet nicht zu Unrecht, daß er ein Opfer der Rache der Arbeiterschaft geworden ist. Sein Zustand soll besorgniserregend sein. Der Unteroffizier des Kolonial=Infanterie=Regiments in Brest, der einen Arbeiter erschossen hatte, als dieser gegen ihn und einen seiner Kameraden angeblich eine drohende Haltung eingenommen hatte, ist inzwischen vom Untersuchungsrichter vernommen und verhaftet worden. Der sozialistische„Populaire“ fordert die Verlegung des 2. Kolonial=Infanterie=Regiments von Brest in eine andere Garnison, da zu befürchten sei, daß es noch häufiger zu Zusammenstößen zwischen der Arbeiterschaft und den Soldaten kommen werde, die bei den Unruhen Befehl erhalten hatten, gegen die Arbeiter vorzugehen. Nur dadurch, daß man jeden Kontakt zwischen diesen Soldaten und der Bevölkerung vermeide, könne die Ruhe und Ordnung in Brest sichergestellt werden Der„Temps“ beziffert die Zahl der allein bei den Unruhen in Toulon verwundeten Polizeibeamten und Gendarmen mit 63. Wie aus Toulon gemeldet wird, verlief die Beisetzung der beiden ihren Verletzungen erlegenen Arbeiter am Sonntag in völliger Ruhe. Die zur Aufrechterhaltung der Ordnung nach Toulon geschickten Truppen sind in ihre Garnisonen zurückgekehrt. Bereits jetzt haben ein sozialistischer und ein kommunistischer Abgeordneter aus Toulon in der Kammer einen Interpellationsantrag eingebracht. Eine Abordnung von fünf sowjetrussischen Offizierer, die von dem Kommandanten der Moskauer Kriegsschule geführt wird, trifft in der Nacht zum Dienstag in Prag ein. Die sowjetrussischen Offiziere werden als Gäste an den Hauptmanövern der tschechoslowakischen Armee teilnehmen, die Ende August stattfinden. Sie werden auch die Fabriken der tschechoslowakischen Rüstungsindustrie besichtigen Der Führer während seiner Rede inKosenheilt Wie gestern ausführlich berichtet, erschien der Führer zur Feier des fünfzehnjährigen Bestehens der zweitältesten Ortsgruppe der NSDAP. in Rosenheim und hielt eine bedeutungsvolle Rede. Unser Bild zeigt Adolf Hitler während seiner Rede auf dem Mar=Josefs=Platz in Rosenheim Hch. Hoffmann Kraftwagen stürzt auf Segelboot Ueber 20 Tote, viele Verletzte Berliner HJ. marschiert nach Nürnberg dnb London, 12. August. Aus Kairo wird gemeldet: Ein von Kairo nach Alexandria fahrender Lastkraftwagen fuhr an schüssigen Stelle in einen Kanal und stürzte mit solcher Gewalt auf ein Segelboot, daß das Fahrzeug kenterte und seine Insassen ins Wasser fielen. Ueber 20 sonen ertranken. Viele wurden verletzt. Zwei Frauen und ein Mann, die an der Böschung des Kanals saßen, wurden von dem Lastkraftwagen mitgerissen und getötet. Der Lenker des Wagens kam ums Leben. proviantmagazin der Hapag in Slommen dnb Hamburg, 12. August. Im Proviantmagazin der Hapag am Reiherdamm brach Montag gegen 17.15 Uhr ein Feuer aus. Der Dachboden des Gebäudes wurde zerstört. Den Bemühungen der Feuerwehr, die mit vier Zügen am Brandort war, gelang es, ein Uebergreifen des Feuers auf ein benachbartes Filmlager, das stark bedroht war, zu verhindern..1. 4et Marur. Bu. I. Die Feuerwehr mußte zwei Männer, die in einem Fahrstuhl des Brandgebäudes abgeschnitten waren, aus ihrer lebensgefährlichen Lage befreien. Gegen 19 Uhr war das Feuer gelöscht. Der Betrieb erleidet keine Störung. 14 Arbeiter in der Grube ertrunken dnb Rom, 12. August. Ein schweres Unglück, dem vierzehn Menschen zum Opfer fielen, hat sich in der Braunkohlengrube Ribolle in der Nähe von Rom ereignet. Gegen 2 Uhr nachts brach plötzlich eine Isolierdecke im Innern der Grube ein. Große Wassermassen quollen hervor und überraschten vierzehn Arbeiter. Diese konnten nicht mehr gerettet werden und ertranken. Die Bergungsarbeiten gestalten sich sehr schwierig. Verheerender Waldbrand dnb Erfurt, 12. August. Am Nordhang des Thüringer Waldes, an der sogenannten Abiswand bei Ohrdruf, entstand am Montag mittag ein verheerender Waldbrand. Das Feuer, das zuerst von Arbeitern entdeckt und mit Hilfe von Spaziergängern bekämpft wurde, breitete sich infolge des Windes sehr schnell aus. Es vernichtete trotz des Einsatzes von Arbeitsdienstabteilungen, einigen Kompagnien des Reichsheeres, von SA.= und SS.=Abteilungen 15 bis 20 Hektar des 30jährigen Hochwaldes. „Abessinien wird bis zum Lehten=Tiuldiropsen=rampsen Kaisers von Abessinien vor dem Kronrat— Appell an den Völkerbund— Unter bestimmten Bedingungen zu einer Gebietsabtretung bereit gleich anderen Ländern sein Land sppetschrfttlich geiz: dnb Addis Abeba, 12. August. Der Kaiser hielt am Montag vor dem Kronrat eine längere Rede, in der er einleitend über den inneren Aufbau des Staates sprach und betonte, daß das heutige Abessinien aus eigener Arbeit und Kraft entstanden sei. Abessinien habe die gleiche Lebensberechtigung wie andere Völter... J4. Aamslagise. Der Kaiser schilderte chronologisch den Streit mit Italien und unterstrich, daß die Schwierigkeiten des Schiedsverfahrens und der Behandlung durch den Völkerbund besonders im Hinblick auf den Zwischenfall bei Ualual erheblich größer geworden seien. Trotzdem dürfe auch heute die Hoffnung nicht aufgegeben werden, daß am 4. September eine friedliche Regelung gefunden werde. Ferner sei auch mit einem Erfolg der Verhandlungen in Paris zu rechnen. Der Kaiser fuhr dann fort:„Wir setzen Vertrauen in die Mitgliederstaaten des Völkerbundes, ob sie groß oder klein sind. Es ist an ihnen, in jetziger Stunde einen Beitrag für die Gerechtigkeit und Wahrheit zu liefern. Nach dem Weltkrieg begann der Aufbau des Scherl-Bilderdienst Nach einer Feierstunde am Grabe des ermordeten Herbert Norkus in Berlin trat am Samstag eine Abteilung Hitler=Jugend mit den Bannfahnen den Marsch nach Nürnberg zum Reichsparteitag an. Unser Bild zeigt den Vorbeimarsch der Fahnen der H3. beim Abmarsch von Berlin Friedens. Detzt droht ein Krieg, dessen Folgen vielleicht die ganze Welt spüren wird Darum bitten wir Gott, daß die Nationen Mittel finden, den Krieg zu verhindern. Abessinien hat den festen Willen gezeigt, hrittlich aufzubauen und weiter zu zivilisieren.„Deshalb ist Abessinien fest entschlossen, am Frieden festzuhalten. Jeder kann das nur mit den Mitteln erreichen, die ihm zur Verfügung stehen. Wir sind von der Notwendigkeit der Zusammenarbeit mit allen Nationen ohne Unterschied der Rasse und Religion, die loyal uns gegenüberstehen, überzeugt. Abessinien hält Frieden und Ordnung im Innern und wird niemals seine Unabhängigkeit und Souveränität aufgeben. Vom Völkerbund erwartet er Gerechtigkeit und Gleichberechtigung wie alle anderen Nationen, die zum Frieden beitragen. Sollten die Verhandlungen des 16. August und des 4. September, bei denen Abessinien seine ganze Hoffnung auf England und Frankreich setzt, keinen Erfolg haben und sollte das Unglück eines Krieges über Abessinien hereinbrechen, so wird Abessinien, sein Kaiser, sein Volk bis zumletzten Blutstropfen kämpfen, unterstützt von den natürlichen Hilfen, den Festungen der Natur, den Bergen und Wüsten, die Gott ihnen gegeben hat.“ Der Sonderberichterstatter der Agentur Havas in Addis Abeba hat sich an den Negus mit der Frage gewandt. ob Abessinien, um die ernsten nationalen und internationalen Folgen eines bewaffneten Konfliktes Seite 2 Nr. 188„ Bochumer Anzeiger 2 Dienstag, 13. Augusi 1933 Seite B A des E der 3 Prinz mann ausbi Pfleg statt Deut Ausb 1930 die P lich a dem. jähri Gesal Kra daße inner weser hielt Wett treu Dani festliWett platz Die schen bzw. weit: wurk höchs Alf paze supp 9 liche: amte bei. sein. deut ler, bege führ klan mit Italien zu vermeiden nicht geneigt sein würde, gebietsmäßige Zugeständnisse zu machen im Austausch für eine finanzielle Hilfe, die das Werk der Zivilisation und der Wirtschaftsförderung Abessiniens beschleunigen würde. Der Negus erwiderte:„Ich will meine Ansicht rückhaltlos äußern. Zunächst möchte ich betonen, daß an der Unabhängigkeit unseres Landes nicht gerührt werden darf. Meine Regierung hat immer Anleihen zur Entwicklung des Landes und Beschleunigung des zivilisatorischen Werkes gewünscht. Eines der Mittel, das zur Wirtschaftsförderung Abessiniens beitragen könnte, wäre die Gewinnung eines Hafens. Wenn wir diese beiden Bestrebungen verwirklichen könnten, würden wir gegen die Abtretung eines Teiles der Provinz Ogaden nichts einzuwenden haben. Die Verwirklichung der Einigung auf dieser Grundlage würde natürlich zahlreiche Einzelheiten mit sich bringen, deren Bedeutung man nicht zu betonen braucht. Jede dieser Einzelheiten müßte erörtert werden..1 Das neue Angebot des Negus wird nach Meloungen aus Paris in französischen politischen Kreisen mehr oder weniger steptisch beurteilt. Der„Tegups“ schreibt, man dürfe kaum glauben, daß eine Losung des Problems in einem Kompromiß dieser Art gesucht werden könne. Die französische Nachrichten=Agentur meldet hingegen aus London, daß man in dortigen politischen Kreisen das Angebot des Negus für außerordentlich wichtig erachte. Man halte es für eine Rückkehr zu dem am 24. Juni Mussolini gemachten Vorschlag, der jedoch von Italien damals zurückgewiesen wurde. Australischer Minister in Berlin Informatorische Besprechungen über einen Handelsvertrag anb Berlin, 12. August. Sir Henry Gullett, Minister ohne Portefeuille im australischen Kabinett und mit der Führung von Handelsvertragsverhandlungen beauftragt, ist am 10. August in Begleitung hoher Beamter aus dem australischen Handelsministerium und der Zollverwaltung hier eingetroffen. Im Anschluß an einen längeren Aufenthalt in London befindet sich Sir Henry Gullett auf einer Reise durch verschiedene europäische Staaten, mit denen Australien Handelsverträge abzuschließen beabsichtigt. Sein hiesiger Aufenthalt hat den Zweck, mit den Berliner Regierungsstellen die Möglichkeiten eines deutsch= australischen Handelsvertrages informatorisch zu besprechen. Volksschädlingein Hamburg entlarbt Drei jüdische Devisenschieber verhaftet dnd Hamburg, 12. August. Der Zollfahndungsstelle Hamburg ist es gelungen, dem volksschädlichen Treiben einer jüdischen Wechselstube am Hafen ein Ende zu bereiten. Es handelt sich um die Wechselstube Bauer& Co., deren Inhaber, Manfred und Hermann Bauer, wegen Devisenschiebung festgenommen wurden. Im Zusammenhang hiermit wurde der Jude Oskar der Prokurist einer hiesigen Bank ist, ebenfalls festgenommen, da er gemeinsam mit den beiden anderen Juden Devisenschiebungen begangen hatte. 20000 RM., die zum Abtransport bereit lagen, konnten beschlagnahmt werden. Man nimmt jedoch an, daß die weiteren Ermittlungen noch einen weit höheren Betrag ergeben werden. Die Wechselstube wurde geschlossen. Französische Bauernforderungen Preisaufwertung oder rücksichtslose Deflationspolitik and Paris, 12. August. In Amiens hatten sich am Sonntag zahlreiche Bauern aus Nordfrankreich eingefunden, um über Maßnahmen zur Beseitigung der Krise in der Landwirtschaft zu beraten. Wenn die von der Bauernschaft geforderte Preisaufwertung für landwirtschaftliche Erzeugnisse erfolglos bleibt, wollen die Versammlungsteilnehmer, die 510 Verbände des bäuerlichen Selbstschutzes vertreten, für eine rücksichtslose Deflationspolitik werben, die auch vor den Bezügen des Staatsoberhauptes, der Minister, der Parlamentarier und aller obern Beamten nicht haltmachen Die Vertreter der 510 Verbände beschlossen sodann die Vereinigung sämtlicher Verbände. Die Vertreter der örtlichen Gruppen legten außerdem den Schwur ab, alle Beziehungen zur Regierung abzu brechen, wenn ihre Forderungen abgelehnt würden. Am Vorabend der Neuwahlen, so heißt es weiter in der Entschließung, würden sie ihre politischen Ansichten zurückstellen und nur denjenigen Abgeordneten und den Senatoren ihre Stimme geben, die im Parlament bewiesen hätten, daß sie sich um das Bauerntum und die Landwirtschaft überhaupt kümmerten. Dlts Jul., Nhle Erirgeichen Englische Stimmen zur Dreierbesprechung über den abessinischen Konflikt Der befürchtete italienische Vorstoß zu den Quellwassern des Rils dnb London, 12. August. Charakter und diene einmal der Versorgung Abessiniens Erwartung entgegensieht, wird, wie man nimmt, mindestens eine volle Woche in unspruch nehmen. Man ist der Ueberzeugung, daß die Pariser Besprechungen die endgültig letzte Gelegenheit bieten, um noch in zwölfter Stunde eine Versöhnung zwischen den beiden Parteien herbeizuführen. Die englischen Vertreter werden versuchen, die italienische Abordnung zu einer klaren und fest umschriebenen Darlegung ihrer Forderungen und Ansprüche gegenüber Abessinien zu veranlassen, wobei man sich in London immer noch der Hoffnung hingibt, daß es gelingen werde, den gesamten Streitfall auf das wirtschaftliche Gebiet abzudrehen. Der britischen Abordnung, die am Dienstag nach Paris abreist, wird auch das Mitglied der europäischen Abteilung des Foreign Office Thompsen angehören. Aus der Aufstellung der italienischen Streitkräfte in Eritrea glaubt man in London schließen zu können, daß für den Fall des Ausbruchs von Feindseligkeiten ein italienischer Vorstoß in das Gebiet des Tanasees eine der ersten strategischen Bewegungen der Italiener sein werde. Dieser Umstand, so schreibt der diplomatische Korrespondent des„Observer“, verursacht in England Beunruhigung, da die Gefahr besteht, daß die italienischen Truppen mit der Besetzung des Gebietes der Quellwasser des Nils, die für Aegypten und den Sudan von so lebenswichtiger Bedeutung sind, eine vollendete Tatsache schaffen werden. Bei dieser Gelegenheit wird erneut auf den englisch=italienischen Vertrag von 1925 hingewiesen, der u. a. den Zweck verfolgte, die Wasserversorgung der unteren Nillänger vom Tanasee aus sicherzustellen. Nach Ansicht englischer Völkerbundskreise ist auf der in der kommenden Woche beginnenden Konferenz die Haltung Frankreichs der ausschlaggebende Faktor. In diesen Kreisen glaubt man, daß Frankreich nicht gewillt ist, seine neue Freundschaft mit Italien wegen der abessinischen Frage zu gefährden. dieser Gegend zu „Englands Haltung klar und unzweideutig“ anb Paris, 12. August. Ueber die englische Haltung in der italienischabessinischen Streitfrage schreibt der Londoner Berichterstatter des„Echo de Paris“, England werde alles versuchen, um Italien jede Möglichkeit der Kriegführung zu nehmen. Die englische Opposition gegenüber Italien werde von Tag zu Tag unerbittlicher. Mussolini habe vergeblich versucht, in England Kredite zu erlangen. England sei fest entschlossen, im gegebenen Falle die Schließung des Suezkanals zu fordern, und habe bereits in Washington Schritte unternommen, damit man Italien auch in Amerika jeden Kredit verweigere. Aehnliche Schritte seien auch in Frankreich unternommen worden, besonders bei der Bank von Frankreich, aber auch bei großen Privatbanken. Auf der anderen Seite dürfe man den Abschluß eines Abkommens zwischen der abessinischen Regierung und einer schweizerischen Gesellschaft nicht außer acht lassen, das dem Bau einer großen Verkehrsstraße zwischen Addis Abeba und dem Sudan gelte. Dieser Bau habe einen ausgesprochen strategischen marsch der italienischen Armee rasch vor sich gehen sollte..## Im„Figaro“ versucht Wladimir’Ormesson, die Haltung der englischen Regierung zu erklären, indem er darauf hinweist, daß England es niemals einem anderen Lande erlauben werde, sich den Quellen des Nils und besonders des Blauen Nils zu nähern oder sich auf seinem Wege nach Indien festzusetzen. Die Einstellung der englischen Regierung sei klar und unzweideutig. Auf der anderen Seite lasse sich die augenblickliche englische Politik aber auch von dem Grundsatz leiten, daß sich ein Mitglied des Völkerbundes nicht dazu hergeben dürfe, ein anderes Mitglied des Völkerbundes anzugreifen. General Smuts warnt Italien dnb London, 12. August. Das Stillschweigen, das die südafrikanische Regierung in der abessinischen Angelegenheit bisher beobachtet hat, wurde am Montag durch eine Erklärung des stellvertretenden Ministerpräsidenten General Smuts gegenüber dem Reuter=Vertreter in Kapstadt gebrochen. Smuts gab seiner Befürchtung Ausdruck, daß eine sehr ernste Lage in Europa entstehen könnte, falls Italien sich auf einen Kampf mit Abessinien einlasse.„Es ist möglich“, so fuhr Smuts fort,„daß Großbritannien, soweit es sich um Europa handelt, sich aus dem Spiel halten kann; aber ein großer Konflikt in Afrika an den Grenzen britischen Gebietes muß ernste Rückwirkungen auf die britischen Gebiete wie den Sudan und Aegypten haben. Meiner Meinung nach besteht kein Zweifel, daß ein Einmarsch Italiens in Abessinien eine besorgniserregende Stimmung in ganz Afrika zwischen Weiß und Schwarz hervorruft. Der Afrikaner sieht in dem Europäer keinen Feind, aber die gegenwärtigen Schwierigkeiten könnten unter Umständen eine beträchtliche Rassenfeindschaft heraufbeschwören, die sich in ganz Afrika ausbreiten wird. Man wird feststellen können, daß jeder Afrikaner mit Abessinien sympathisiert.“ General Smuts fuhr dann fort: „Das abessinische Abenteuer Italiens kann nicht als ein einzelner Schritt angesehen werden. Es wird das ganze System der Zivilisation in seinen Grundfesten erschüttern, falls der Völkerbund in diesem kritischen Augenblick versagen würde. Die Zukunft hängt von der loyalen Zusammenarbeit zwischen. England und Frankreich ab. Sind diese beiden Länder stark gegenüber Italien, so kann Rom zu einer gemäßigten Auffassung überredet werden. Aberg Ek. die Frage, ob zur Zeit von einer wirklichen Zusummenarbeit zwischen Großbritannien und Frankreich gesprochen werden kann. Es sieht vielmehr nach Meinungsverschiedenheiten aus, auf die Italien baut.“ Wirtschaftliche Sanktionen könnten nicht angewendet werden, solange die Großmächte nicht einmütig seien. Voraussetzung sei, daß sich auch die außerhalb des Völkerbundes stehenden Staaten wie Deutschland und Amerika beteiligten. Mörder Lasicki zum Tode verurteilt dnb Essen, 12. August. Vor dem Essener Schwurgericht hatti sich am tag der 35jährige Martin Lasicki aus Marl zu verantworten, der am 2. April d. J. die zwölfjährige Elisabeth Meerkötter nach einem Sittlichkeitsverbrechen ermordete. Vier Tage nach der Tat wurde der Mörder etwa eine halbe Stunde vom Tatort verhaftet. Erst nach zwölfstündigem Verhör bequemte sich der Verbrecher zu einem umfassenden Geständnis und gab die Das Schwurgericht verurteilte Lasicki wegen Mordes zum Tode und zum dauernden Ehrverlust und wegen Notzuchtverbrechens im Sinne der Anklage zu zehn Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust. Im Deutschlandlager der H5. weilten Werner Beumelburg und Reichssendeleiter Hadamovsky. dnb Leuggries, 12. August. Werner Beumelburg, der Verfasser der bekannten Kriegsbücher„Sperrfeuer um Deutschland“ und „Die Gruppe Bosemüller", sprach am Sonntag vormittag zu der Besatzung des Deutschlandlagers der HI. Beumelburg las einige der schönsten Stellen aus„Die Gruppe Bosemüller“, deren Werdegang er selbst erlebt hatte, und vermittelte den auslandsdeutschen Jungen die tiefe Kameradschaft, die sich im großen Kriege gezeigt hatte. Reichssendeleiter Hadamovsky besuchte am Sonntag nachmittag das Deutschlandlager. Er betonte in einer Ansprache, daß der deutsche Rundfunk Träger unserer Weltanschauung und Künder des Nationalsozialismus in aller Welt sei. Deshalb gebe er den Jungen als Aufgabe mit, dafür zu sorgen, daß in jedem deutschen Haus, überall wo Deutsche wohnten, auch Empfangsgeräte seien, damit unsere Blutsbrüder die Stimme ihres Vaterlandes hörten und immer fester mit dem neuen Deutschland verbunden würden. Kundgebungen gegen Juden nn. Sstöverschiesten dnb Kattowitz, 12. August. In Kattowitz hatte sich am Samstag in der Direktionsstraße, einer der belebtesten Straßen der Stadt, eine große Menschenmenge angesammelt, die judenfeindliche Flugblätter und Zeitschriften studierte. Plötzlich drängten sich mehrere Juden an den Bauzaun, an dem die Schriften befestigt waren, und rissen diese ab. Die nach mehreren hundert Köpfen zählende Menge nahm sofort gegen die Juden Stellung. Inzwischen waren mehrere andere Juden herangekommen, die ihre Rassegenossen mit frechen Redensarten in Schutz nehmen wollten. Es entstand eine bedrohliche Lage, da sich die Menge die Frechheiten der Juden nicht gefallen lassen wollte. Ein Polizeiaufgebot mußte schließlich die Ansammlung zerstreuen. Ein Jude wurde in Haft genommen. In den Abendstunden des Sonntags kam es zu Zusammenstößen mit Juden, die erneut Druckschriften von den Wänden der Häuser entfernen wollten. Mehrere Juden wurden verprügelt und verAn einer anderen Stelle der Stadt wurde ein Jude, der gleichfalls Häuseranschläge beseitigen wollte, durch Stockschläge verietzt. In der Nacht zum Montag wurden in verschiedenen Straßen der Stadt die Firmenschilder jüdischer Geschäfte beschmiert. Auch die Schaufensterscheiben eines jüdischen Kaufmannes wurden zertrümmert. Die Polizei konn Verschmteter ketter sich, nach a Lagen Ein fast unglaublicher Fall aus dem Erdbebengebiet Belutschistans anb Simia, 12. August. Ein Opfer der furchtbaren Erdbebenkatastrophe, die Anfang Juni in Britisch=Belutschistan Zehntausende von Opfern forderte, konnte sich nach der unwahrscheinlich langen Frist von 47 Tagen wohlbehalten retten. Der Mann, ein kleiner Hindu=Ladenbesitzer, schlief in der Nacht des Erdbebens in seinem Laden in Quetta, als er durch die einstürzenden Häuser vollständig begraben wurde. Glücklicherweise hatte er Platz genug, um sich bewegen zu können und vermochte sich durch seinen Ladenvorrat an indischen Süßigkeiten sowie durch einen großen Tonkrug voll Wasser am Leben zu erhalten. Nachdem sich der Mann von seinem Schrecken einigermaßen erholt hatte, fing er an, sich mit Schöpflöffeln und einigen anderen Geräten aus seinem Laden einen Weg durch die Schuttmassen zu graben. Mehr als 1½ Monate benötigte er, bis es ihm endlich gelang, ans Tageslicht zu kommen. Beglückt berichtete er von seinem abenteuerlichen Schicksal, doch mußte er die unangenehme Erfahrung machen, daß man seiner Erzählung keinen Glauben schenkte und ihn umgehend als einen Eindringling in die mit Stacheldrahtverhau umgebene Stadt verhaftete, da man vermutete, daß er dort plündern wolle. Erst als er darauf bestand, wieder an die Ruinen seines Ladens zurückgeführt zu werden und er dort den von ihm gegrabenen Ausweg zeigen konnte, glaubte man ihm und setzte ihn auf freien Fuß. Auf dem Komintern=Kongreß in Moskau wurde am Sonntag die Aussprache über den Bericht Dimitroffs abgeschlossen. Nicht weniger als 76 kommunistische Vertreter aus den verschiedensten Ländern sprachen darüber, wie der Kommunismus die Welt aus den Angeln heben könne. trummert. Die Polizei konnte die Täter bisher nicht ermitteln. Es kann angenommen werden, daß es sich um Angehörige einer polnischen judenfeindlichen Organisation handelt, die in Sosnowitz(im Dombrowaer Revier) ihren Sitz hat.„ I..At, 8 st, muis 446. Diese Organisation hat in letzter Zeil auch zuhlreiche Ortsgruppen in ostoberschlesischen Städten gegründet. Sosnowitz ist bekanntlich der Sammelpunkt des berüchtigten Ostjudentums, das mit seinem Handelsgebaren auch ganz Ostoberschlesien heimsucht und der eingesessenen Geschäftswelt großen Schaden zufügt. Auf dem ersten Kongreß der Auslands=Litauer in Kowno richtete nach der Rede des litauischen Staatspräsidenten die Opposition heftige Angriffe gegen die litauische Regierung, so daß der Kownoer Rundfunk Nach einer Melbung aus Bangkok ist der Vorsitzende des siamesischen Regentschaftsrates, Prinz Anuvatana, ein Vetter des abgedankten Königs Prajadhipok, am Montag gestorben. In China ist eine Kabinettskrise ausgebrochen. Der chinesische Ministerpräsident und Außenminister Wang und die Minister für Krieg, Industrie und Verkehr haben ihr Rücktrittsgesuch eingereicht. Die Rotsehhatan vom Sanlolp. Die Wahlscheibe des Telephons als Die Textdichter der„Fledermaus" der„Fledermaus haben es bereits erfaßt, daß Alkohol nicht gleich Atrohol, Rausch nicht gleich Rausch ist. Wie anders äußert sich der tolpatschigräsonierende Branntweinrausch des Kerkermeisters Frosch und der launig übersprudelnde Champagnerrausch der Ballgesellschaft! Der nüchterne Wissenschaftler freilich wollte die Arten und Stadien des Rausches in die spanischen Stiefel von Maß und Zahl einzwängen und versuchte die Stufenleiter vom Schwips zum heulenden Elend in Ziffern auszudrucken. Zu dem Zweck erfand man die Blutprobe auf Alkohol. Blut verrät, wieviel man getrunken hat. Oft, zum Beispiel nach Verkehrsunfällen, geht es darum, festzustellen, ob und wieviel jemand getrunken hat. Ein Blutstropfen muß darüber Bescheid geben. Der Alkohol geht nämlich bald ins Blut über hier eine Zeitlang herum. Im allgemeinen enthält das Blut um so mehr Alkohol, je mehr man getrunken hat. Handelt es sich also um die Frage: Rausch oder Nichtrausch, dann entnimmt der Polizeiarzt dem Betreffenden aus der Fingerkuppe oder dem Ohrläppchen einen Tropfen Blut und schickt die Blutprobe an ein chemisches Institut. Hier wird der Alkoholgehalt des Blutstropfens aufs Genaueste bestimmt. Nach einem Spezialverfahren lassen sich so noch die geringsten Spuren von Alkohol im Blut nachweisen. Findet man etwa anderthalb Promill Alkohol im Blut, so müssen im ganzen Alkohol enthalten sein. Aus dem einzigen Blutstropfen vermag man also abzulesen, daß der Mann ein viertel Liter starken Branntwein hinter die Binde gegossen hat. Jenes verräterische Blutströpfchen wird aber nicht nur dem Autolenker, sondern auch dem Ueberfahrenen abgezapft. Und da hat sich oft genug herausgestellt, daß nicht der Fahrer, sondern der Ueberfahrene schuldig ist. Denn im Blut des Ueberfahrenen fanden sich oft ein bis zwei Promill Alkohol. Wann beginnt der Rausch? Hat sich die Blutprobe auf Alkohol auch in vielen Fällen bewährt, so binkt der Pferdefuß doch ausogleich Die Wissenschaft war nämlich nahe daran, zu ver„Rauschmeller“ gessen, daß es bei der Beurteilung der Zurechnungsfähigkeit nicht allein auf die absolute Menge des genossenen Alkohols ankommt. Die Binsenweisheit: der eine verträgt viel, der andere wenig. Den einen wirft schon ein Achtelgläschen Wein um, der andere trinkt unbeschadet acht halbe Bier hintereinander. Daran scheitert die schöne mathematisch=chemische Formel vom Rausch: Rausch= 1 bis 2 Promill Alkohol im Blut. So wies ein vollkommen Berauschter nur ein halbes Promill, ein anderer mit„heulendem Elend“ gar bloß ein viertel Promill Alkoholgehalt des Blutes auf. Was blieb angesichts solcher Versager, anderes übrig, als reumütig wieder zu der volkstümlichen Abschätzung von „Schwips" und„Rausch“ zurückzukehren.). Allerdings hängte man ihr den exarlz#oissenschaftlichen Mantel um. Den„Romberg". Romberg ist eigentlich der Name eines Nervenarztes; er fand aber jene Untersuchungsmetbode, die nun kura der„Romberg“ genannt wird.(So wie man der„Wassermann“ für die Blutprobe auf Lues sagt.) Willst du also einmal wissen, ob du dir noch ein Gläschen gönnen darfst oder ob du wegen des drohenden Rausches schon zu trinken aufhören mußt, dann versuche an dir den„Rom### hiafen Stallung und schiietz. schwanst Noch aufschlußreicher ist der verschärfte Romberg. früher: Augen gu; aher die Autolenkrades sein und tust gut daran, den Garagenmeister anzuklingeln und von ihm den draußen stehenden Wagen heimführen zu lassen. Ach so, natürlich muß du einen anderen anrufen lassen... Die Ausltellung„Das alte Nürnberg“ eröttnel In Gegenwart einer größeren Anzahl diplomatischer Vertreter, darunter des französischen Botschafters und des belgischen Gesandten, von Vertretern der Reichsund Staatsministerien, der Stadt Berlin und sonstiger Behörden wurde am Samstag mittag die von der Staatlichen Bildstelle in Gemeinschaft mit der Preußischen Akademie der Künste veranstaltete Ausstellung „Das alte Nürnberg“ eröffnet. Der stellvertretende der Künste Georg schaftspropaganda und der Leitung der Sonderschau schaftsprovagandg, und der Leitu.„ gi, 90 Otzaher „Die Kamera; in der Zeit vom 5. bis 20. Oktober in den Düsseldorfer Ausstellungshallen am Rhein unter dem Titel„Film und Photo“ Ausstellung veranstalten. eine Srheln große ner. dich hin, rücke die Fußspitzen anei ze die Augeni wenn du in dieser Stellung ist dein Schwips eben daran, sich in den Rausch Präsident der Preußischen Akademig r#re Reich geführten Schumann wies auf das 60=Jahr=Jubilaum der theater ist veranntlich das Charlottenburger aatlichen Bildstelle bin, die dazu berufen ist, die Stagttsugen Butgsteue vui.— dazu berufen ist, die Kunstschätze unserer Heimat in mustergültigen photographischen Aufnahmen festzuhalten. Aus der ungeheuren Fülle ihrer Aufnahmen— rund 58000 photographische Platten— wurde ein besonderes Thema herausgegriffen, nämlich eine eindrucksvolle Wiedergabe des alten Nürnberg mit der unerschöpflichen Fülle seiner architektonischen, plastischen und malerischen Schönheit. Das bisherige Preußische Staatstheater in Wiesbaden erhielt mit der Uebernahme durch das Reich den Namen„Deutsches Theater in Wiesbaden“. um die Einheitlichkeit in der Benennung der beiden vom führten Theater zu wahren. Das zweite ReichsEröttnung der Internationalen Fumkunlt-Ausliellung in Venedig In Anwesenheit des Ministers für Presse und Propaganda, Graf Ciano, wurde in Venedig die Internationale Filmkunstausstellung eröffnet. Der Präsident, Senator Graf Volpi, teilte in e seiner EröffnungsZak' der eingegen wie ruger,.uv., Perse Heg anderen Fußes berühert, ansprache mit, daß infage der großeg. Feei grf. Fshpsan" da nog gicht, dann sei dir ein nächstes reichten Filme täglich st man vömlich guf eine zief verläßlichere Probe geist man namlich auf eine viei hernißlichere Prove gekommen. Ein Gelehrter, der sich Jahre hindurch mit den Methoden zur Bestimmung der Alkoholisierung abmühte, gelangt nunmehr zu der überraschenden Erkenntnis:„Als sicherstes Zeichen hat sich uns erprobt, eine bestimmte Telephonnummer auf der Wahlscheibe des Telephons rasch einschalten zu lassen.“ Gelingt dir das nicht mehr, so wirst du nicht mehr Herr deines Veranstaltung sowie des Kongresses der internationalen Lilmkammern hervor. Film= und Photoschau in Düsseldorf. Die Reichs filmkammer wird zusammen mit ihren sämtlichen Unterorganisationen und gemeinsam mit der Stadtverwaltung Düsseldorf, dem Institut für deutsche Wirtdie Opernhaus". Josef Buchhorn hat ein neues Bühnenwerk, Tragödie„Heinrich von Kleist“, vollendet. Dieses neue Werk wird in gemeinsamer Uraufführung am Todestage des großen Märkers, am 21. November, von den Stadttheatern Frankfurt a. d. Oder und Guben herausgebracht. vollik und Unterhaltung:„Dr. Josef Feuilleton: I. V. Dr. Josef Schwermann Nachrichten: Dr. Karl Baals, Sport: Hans Ho., Gerichtsdienst und Briefkasten: I. V. Dr. Karl Baa unpolitische erndeig. Sriichrgrana Seieseurg Provinz: Kurt Dörnemann, Anzeigen: Kurt Scholz, sämtlich in Bochum. Berliner Redaktion: Michael Haupt, Berlin SW 68, Wilhelmstr. 98, Anruf: Jäger 4115 u. Kartsdorst 0340. Berliner Anzeigenvertretung: F. W. Pem.p,e, Berlin=Charlottenburg, Uhlandstraße 194, Anruf C platz 6813. Verlag. und Druck: Laupenmühlen in Bochum. Nuf 67551, 52, 53.— DA. VII. 35: a Dierichs über 24 600. Sprechstunden der Redaktion 16—17 Uhr Für unverlangte Einsendungen keine Haftpflicht Rücksendung nur bei Rückporto. Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten Seite 3 Nr. 188; Bochumer Anzeiger„ Dienstag, 13. August 1933 Bochumer Sonntagserlebnis im Stadtpark Friedlich und still liegt der Stadtpark. Ein leichter Nebel schwebt über dem großen Teich, die Sonne ist soeben aufgegangen. Noch ist es kuhl und nur hier und da ein Besucher zu sehen. Im Tierpark erwacht eben das geflügelte Volk. Elstern und Dohlen sind schon munter. Enten putzen sich, Tauben sitzen auf der Stange, Fasanenhennen und Hühner scharren im Sand, während die Hähne gravitätisch schreitend sich spreizen; auch der Pfau läßt sich bewundern, wenngleich noch niemand zum Bewundern da ist. Ich schlendere genießerisch vom alten zum neuen Park, ziemlich am Randweg entlang, und freue mich über das Zirpen und leise Schilpen der kleinen und kleinsten Sanger und komme bald an die Spielwiese. Hier biege ich wieder etwas rechts ab und bleibe plötzlich stehen, denn etwa 10 bis 12 Meter links vor mir in einer Buschinsel nehme ich aus dem Grünen heraus ein rotes Leuchten wahr. Plötzlich saust etwas aus dem Grünen in drei Fluchten vor mir über den Weg nach rechts und ist— weg: Ein Rotfuchs! Kaum war er fort, sprangen zwei feiste Karnickel, die ahnungslos kaum ein halbes Meter von ihrem Todfeind entfernt waren, hoppelnd davon, nicht ahnend, wie nahe ihren der Tod war, denn sicher hatte der rote Freibeuter die Absicht, sich einen der beiden Löffelträger zum ergiebigen Frühstuck einzuverleiben. Er war nur durch mich gestört worden. Ob er seinen Stammsitz im Stadtpark hat oder nur zufällig sich hierbin verirrte, sei dahingestellt. C. B. Tiener Sc. vom Siarm 32 91 in keichswentanz 1000 Meter querfeldein Photo: Diekämper Aufsehenerregender Vorfall Zwei Frauen mit der Axt bedroht Am Montag abend, gegen 8 Uhr, ereignete sich auf der Rottmannstraße ein aufsehenerregender Vorfall. Ein Anwohner der Straße drang in die Wohnung einer anderen Hausbewohnerin ein und bedrohte sie mit einer Art. Die Frau flüchtete aus ihrer Wohnung. Der Mann lief dann die Treppe hinauf, zertrümmerte die Türfüllung einer anderen Wohnung mit der Axt und drang in die Wohnung ein. Auch hier bedrohte er eine Frau, die sich durch ein Fenster auf das schräge Giebeldach rettete. Der Ehemann der bedrohten Frau und ein Nachbar, die von dem Vorfall Kenntnis erhielten, eilten der Frau zu Hilfe und brachten sie in Sicherheit. Der Vorfall hatte eine Menge Neugieriger angelockt. Der Täter wurde in Haft genommen. Kameradschaftsabend 5 Verkehrsunfälle, 10 Verletzte an den letzten drei Tagen! Gestern wurden auf der Verbandsstraße in Bochum=Linden zwei Fußgänger von einem aus Richtung Bochum kommenden Motorrad von hinten angefahren. Der Motorradfahrer und sein Beifahrer wurden dabei vom Rade geschleudert und blieben besinnungslos liegen. Sie wurden dem Bergmannsheil zugeführt. Sonntag wurde auf der Kortumstraße ein Fußgänger beim Ueberschreiten der Fahrbahn von einem Personenkraftwagen angefahren und leicht verletzt. Der Verletzte wurde zwecks Anlegung eines Notverbandes zum Elisabeth=Krankenhaus und von dort in seine Wohnung gebracht. Am gleichen Tage wurde an der Ecke Allee= und Friedenstraße ein Radfahrer von einem Kraftrad angefahren. Beide Fahrer wurden leicht verletzt. Die Soziusfahrerin des Kraftrades erlitt eine Kopfverletzung und mußte einen Arzt aufsuchen. Das Kraftrad wurde schwer beschädigt. Samstag erfolgte auf dem Löbkerring ein Zusammenstoß zwischen zwei Krafträdern. Die Kraftradfahrer und ihre Beifahrer erlitten Beinbrüche. Die Verletzten wurden dem Bergmannsheil zugeführt. Die Krafträder sind stark beschädigt. Durchführung von Steuerkontrollen In den nächsten Tagen wird mit der Kontrolle der Arbeitgeber über die ordnungsmäßige Einbehaltung und Ablieferung der Bürgersteuer für Arbeitnehmer begonnen. Die Arbeitgeber werden gebeten, die entsprechenden Unterlagen und Belege bereitzuhalten. Die mit Ausweis versehenen Kontrollbeamten sind nicht berechtigt, Geld in Empfang zu nehmen oder die Einzahlung fälliger Steuern an die Stadtkasse zu vermitteln. Es wird noch darauf aufmerksam gemacht, daß die Arbeitgeber zur Einbehaltung und Ablieferung der Bürgersteuer der Arbeitnehmer verpflichtet sind und nach § 29 der Verordnung zur Durchführung des Bürgersteuergesetzes vom 17. Oktober 1934 für die ordnungsmäßige Einbehaltung und Ablieferung der Bürgersteuerbeträge der Arbeitnehmer haften. Sofern Zuwiderhandlungen festgestellt werden, kann auf Grund der Reichsabgabenordnung die gerichtliche Bestrafung beantragt werden. Am Sonntag vormittag kam auf dem Gutshof Baare in Höntrov eine Abteilung der Bochumer Reiter=SA. des Sturmes 6/67 zur Austragung des Reichswettkampfes zusammen, die unter dem Kommando von Truppführer Knoop stand. Zum Prüfungsleiter hatte die Standarte den Obertruppführer Sowa bestellt, der nach Besprechung mit dem Führer der Reiter=SA. das Zeichen zum Beginn des Kampfes gab. Auf dem Reitweg des Gutshofes wurde zuerst der 3000=MeterLauf vorgenommen, der bei der Hitze des Tages besonders anstrengend war. Nacheinander folgten, die Bedingungen der leichtathletischen Kämpfe, wie Weitsprung, Keulenweitwurf, 1000 Meter querfeldein und Keulenzielwurf auf 10 Meter liegend, 20 Meter kniend und 30 Meter stehend. Im Durchschnitt wurden gute Ergebnisse erzielt. Hervorragende Leistungen wurden erzielt bei dem Keulenwerfen und 1000 Meter querfeldein. Da bereits ein Teil der leichtathletischen Kämpfe, wie Kugelstoßen, Schießen und 100=MeterLauf, im Laufe der vorigen Woche erledigt worden war, wird der Reitersturm 6/67 in nächster Zeit seinen 10=Kilometer=Geländeritt(außer dem 10=KilometerGepäckmarsch) vornehmen. Denn neben dem Reichswettkampf der SA. ist die Reiter=SA. bemüht, gleichzeitig das SA.=Sportabzeichen zu erringen. Appell der Nürnbergfahrer der Marine=SA.=Standarte 9 Eine besondere Anerkennung auf dem diesjährigen Reichsparteitag wird der Marine=SA. der Standarte 9 zuteil. Ihr wird als erster Standarte das Feldzeichen verliehen. Jeder Sturm innerhalb der Standarte 9 entsendet eine bestimmte Anzahl von SA.=Männern. Die für den Reichsparteitag bestimmten SA.=Männer der Standarte 9 kamen am Sonntag morgen zum Appell auf dem Platz an der Kohlenstraße zusammen, wo der Führer der Standarte 9, Standartenführer Schröder, eine Besichtigung der Männer und der Ausrüstung vornahm. Anschließend richtete er an die Männer markige Worte. Er wies hin auf das Plakat, das die Partei in allen Gauen veröffentlicht habe, um die Volksschädlinge anzuprangern. Die Marine=SA. sei wie die Fuß=SA. eine zuverlässige Truppe des Führers, die nur auf dessen Befehl marschiere. In seinen weiteren Ausführungen kam Standartenführer Schröder auf den Reichswettkampf der SA. zu sprechen. Im Geiste der Kameradschaft würden hierbei die SA.=Männer zu Leistungen angespornt, durch die die Männer nicht nur sportlich, sondern auch weltanschaulich gestählt würden. Mit einem dreifachen Sieg=Heil auf den Führer beendete Standartenführer Schröder den Appell. Günstiges prüfungsergebnis Der SA.= Sturm 8/17 hielt am Freitag abend 9 Uhr im Lokal Strahler seine weltanschauliche Prüfung ab, die alle Teilnehmer mit„Hervorragend“, bestanden. Der Prüfungsabnehmer sprach dem Obertruppführer Mathias seine Anerkennung aus über die glänzenden Ergebnisse. Mit 90 Punkten, dem höchsten Ergebnis, wurde die Prüfung bewertet. Recht zahlreich hatten sich mit ihren Angehörigen die Gefolgschaftsmitglieder der Sterchamolfakrik des Bochumer Vereins am Samstag abend in der„Panzergrotte“ eingefunden, um ein paar frohe Stunden in echter Kameradschaft zu verleben. Sie alle begrüßte Betrjebsleiter Wegener in herzlichen Worten. Er dankte den Kameraden für ihre Berufstreue und Hingabe. Prokurist Stübecke konnte mitteilen, daß für das Jahr 1936 besonders viele Aufträge aus dem Auslande vorlägen, so daß eine volle Beschäftigung gesichert sei. Arbeitskamerad Vahle richtete kernige Worte an seine Mitarbeiter und feierte den Führer, das deutsche Volk und Vaterland. Musikvorträge der Strackeschen Kapelle und heitere Darbietungen füllten die Pausen angenehm aus. platz=Verbilligung im Stadttheater Die Laubenplätze im Bochumer Haus sollen in der kommenden Spielzeit im Preise ermäßigt und dem ersten Rang gleichgesetzt werden. Mit dieser Vereinfachung und Erniedrigung des Preises gibt es im Bochumer Hause für den ersten Rang, den ersten Sperrsitz und die Laubenplätze fortan einen gemeinsamen Preis. Wedei 1300 Ubenlenst aenge. Erfreulicher Juliausweis des Arbeitsamtes Bochum— Im Zeichen ständiger Erfolge— Von 47000 auf 12000! deutenden Erfolgen zu berichten wissen. Daß aber auch Seit Februar d. I. steht die Arbeitsschlacht— nach einem vorübergehenden Stillstand während der Frost= bzw. Schlechtwetterperiode— im Bezirk des Arbeitsamtes Bochum wieder im Zeichen ständiger Erfolge. Schon Eyde Mai wurde das letzte Drittel der bei der Machtübernahme registrierten Arbeitslosen erreicht, aber auch diese Zahl ist schon wieder um ein bedeutendes unterschritten. Allein im Monat Juli hat die Zahl der arbeitslosen Volksgenossen um weitere 1500 gesenkt werden können. Dabei ist jedoch zu bedenken, daß der Kampf gegenüber den Vorjahren ungemein schwerer geworden ist, waren doch die Erfolge der Vorjahre zum großen Teil durch die Arbeitseinweisungen der jüngeren Arbeitslosen— Landhilfe, Arbeitsdienst— bedingt, während in diesem Jahre der Kampf darum geht, die arbeitslosen älteren Volksgenossen in Arbeit und Brot zu bringen. Die Welt hat— vielleicht schon mit heimlicher Schadenfreude— gerade auf diesen Abschnitt der Arbeitsschlacht gewartet, da sie hoffte, daß daran der große Plan des Führers, unser Vaterland aus Arbeitslosigkeit und Not zu befreien, scheitern würde. Daß dies nicht eingetreten ist, zeigen uns die neuerdings veröffentlichten Zahlen aus dem Reich, die von ganz behier im Bezirk Bochum— mitten im Industriegebiet — der Kampf erfolgreich weitergeht, daß die Meckerer und Miesmacher nicht recht bekommen haben, geht aus den beiden kurzen Sätzen hervor: Im Juli 1500 arbeitslose Volksgenossen weniger! Im Juli 3819 arbeitslose Volksgenossen in Arbeit und Brot gebracht! Im einzelnen ist über das Ergebnis des Monats Juli folgendes zu berichten: Die Zahl der Arbeitslosen ging zurück von 13925 am 30. Juni 1935 auf 12 428 am 31. Juli 1935 gleich minus 1497. Die Zahl der Hauptunterstützungsemp: fänger ging zurück in der Arbeitslosenversicherung und Krisenfürsorge von 5118 am 30. Juni 1935 auf 4850 am 31. Juli 1935 gleich minus 268. In der Wohlfahrtsfürsorge von 6827 am 30. Juni 1935 auf 5852 am 31. Juli 1935 gleich minus 975. Insgesamt hat danach die Zahl der Hauptunterstützungsempfänger um 1243 abgenommen. Daß die Zahl der Wohlfahrtserwerbslosen wieder um fast 1000 zurückgegangen ist, ist im Interesse dieser Verdienter Dank Bei der Amtswaltertagung der RSKOV. in Dortmund sprach, wie unserem Bericht auf Seite 2 der Montagsnummer nachgetragen sei, Bezirksobmann Pg. Baß dem Arbeitsamtsdirektor Pg. Kampmann in Bochum den Dank aller Kriegsbeschädigten dafür aus, dast es seiner Tatkraft und Mühewaltung gelungen sei, über 800 erwerbslose Kameraden wieder in Stellung zu bringen. Ihm und fünf anderen verdienten Kameraden überreichte Baß ein Werk des Pg. Liebel. An der Tagung am Samstag und an der Kundgebung am Sonntag nahmen die Bochumer Kameraden in großer Zahl teil. Techum nus der Kähensch aul Seinen Arbeitgeber bestohlen Wer kann Angaben machen? Einem Anwohner des Hauses Franziskusstraße 3 in Bochum wurden nachfolgende Sachen von einem Gehilfen, den er einige Tage zuvor in Arbeit genommen hatte, entwendet: zwei Herrenanzugstoffe von je 2,80 Meter, graugestreift und schwarzgestreift, eine gräuliche Herrenhose, eine viereckige Herrenarmbanduhr(Doublé) und eine dunkle Aktentasche. Vor Ankauf dieser Sachen wird gewarnt.— Zweckdienliche Angaben erbittet die Kriminalpolizei in Bochum, Polizeipräsidium, Uhlandstraße 35, Zimmer 242. So— das tut gut in dieser stillen Ferienzeit, wo alle Altstadt=Türen so verschlafen knarren und aus der Sonn' am liebsten voll Bequemlichkeit sich jeder nur zum Wasser oder Schatten ließe karren. Sieht man die Leut' uns Katzen ob der Wonne dann beneiden, mit der wir uns so in der Sonne braten lassen, obwohl wir uns ja mit'nem schönen Pelz bekleiden, — ja, warum trinkt ihr nicht auch Bier aus Untertassen? Dann schwitzt ihr auch nicht so bei jeder Hitze! (Mit diesem Vorschlag kommste hier nicht durch, geliebte Mieze!) OR Dreizehn Rechtsbrecher festgenommen. Festgenommen wurden drei Personen wegen Diebstahls, eine Person wegen Erregung öffentlichen Aerger isses, vier Personen wegen Körperverletzung, drei Person.n auf Grund eines Haftbefehls, eine Person wegen Vornahme unzüchtiger Handlungen an Kindern unter 14 Jahren und eine Person wegen Blutschande. Hausabbruch. Auf der Vidumestraße ist man gegenwärtig mit dem Abbruch des Hauses Nr. 16 beschäftigt. Das Haus hat unter Bergschäden stark gelitten. Die entstehende Baulücke wird wieder ausgefüllt werden. Neue Kabelleitung. Fast im ganzen Zuge der Königsallee haben Arbeiter der Städtischen Beleuchtung= und Wasserwerke ein neues Kabel gelegt. Die Arbeiten sind zum größten Teil beendet. Festnahme eines Saboteurs. Man teilt uns mit: In der Nacht von Samstag auf Sonntag wurden an dem Stürmerkasten, Ecke Hattinger und Ehrenfeldstraße, die Zeitungen heruntergerissen. Eine Streife vom Sturm 8/17 bemerkte, wie sich verschiedene Leute daran zu schaffen machten und die Blätter herausrissen. Bei der sofort ausgenommenen Verfolgung der Täter wurde einer namens., Elsaßstraße, festgenommen und der Polizeiwache übergeben. Sprechstunden der Angestelltenversicherung. Die jeden Donnerstag in der Allgemeinen Ortskrankenkasse Rochum, Rechener Straße 6 1, in der Zeit von 16 bis 18 Uhr stattfindenden Sprechstunden des Ueberwachungsbeamten der Reichsversicherungsanstalt für Angestellte fallen im Monat August aus. Die nächste Sprechstunde ist am 12. September. So liegt man jetzt den ganzen Tag auf Bochums Fensterbänken oder Fliesen und fühlt sich allgemein ganz ohne Frag' sehr wohl so zwischen seinen Menschen=Riesen. Man putzt sich, gähnt und leckt die Tätzchen da und dort, man rekelt sich, schnurrt leisesohlig mal durchs Haus. und schaut aus schmalgeschlitzten Augen immerfort zum Fenster oder Kellerloch hinaus. (Moment!— Wenn Sie gestatten, woll'n wir hier die Strophesenden, die„Mies“ muß sich mal rekeln, strecken, wenden.) M W Ihr müßt nicht hasten tags und nachts zu jeder Stunde, bis ihr euch abends hundemüde in die Betten rollt. Halt stop, zum großen Thema„Hunde“ möcht' ich— wenn ich schon rede, wie ihr's wollt— bemerken: Hat so'n Tier mal irgendwo gebellt, hat langen Hals und dicke Füße, kleine Ohren— dann wird es gleich groß ausgestellt... doch über uns, uns Katzen, wird kein Wort verloren! Ich möcht' auf uns jetzt auch mal aller Augen lenken .. verzeiht, ich bin zu faul, jetzt müßt ihr selber weiter denken! Peng .-.-Archiv. 4 Seite 4 Nr. 188; Bochumer Anzeiger„ Dienstag, 13. August 1933 Volksgenossen, die am längsten arbeitslos sind, besonders zu begrüßen. Das Vermittlungsergebnis, das das des Vormonats noch übertrifft, setzt sich wie folgt zusammen: Es wurden Juli(Juni) Arbeitslose am Ort in Dauerarbeit vermittelt 1720 am Ort in Dauerarbeit zurückgerufen 673 an andere Arbeitsämter überwiesen (Landwirtschaft) 741 an andere Arbeitsämter überwiesen (Facharbeiter) 48 In Notstandsarbeit eingewiesen 637 Insgesamt kamen danach 3819(3017) Arbeitslose durch das Arbeitsamt in Arbeit. Die Arbeitseinweisungen hier am Ort— rund 2400— sind durch die anhaltend günstige Beschäftigungslage in den Hauptwirtschaftszweigen des Bezirks bedingt und sind gegenüber den Vormonaten noch angestiegen. Sie sind das beste Zeichen dafür, daß die Wirtschaft unseres Bezirks im Zeichen einer anhaltenden Belebung steht! Das Gesamtergebnis war— das geht aus der Aufstellung ebenfalls eindeutig hervor,— ohne die„Ueberweisungen an andere Arbeitsämter“ nicht möglich gewesen. Daß sie in diesem Ausmaße wiederum gelun(1320) (551) (606) (28) (512) gen sind, ist ein Zeichen für den gesunden Geist, der in unseren Bochumer Arbeitslosen steckt. Wenn der Kampf auch schwer wird, wenn die Arbeitseinweisung der älteren arbeitslosen Volksgenossen auch manche persönliche Opfer fordert, das Ergebnis des Monats Juli ist ein weiterer Markstein auf dem Wege der endgültigen Ueberwindung der Arbeitslosigkeit. Hoffen wir, daß es uns noch in den beiden nächsten Monaten möglich sein wird, auch das letzte Viertel der Arbeitslosigkeit erfolgreich anzugreifen! Aus der Antoniuspfarrei. Im Rahmen einer Festandacht veranstaltete die Pfarrgemeinde St. Antonius am Sonntag abend eine Liboriusfeier, die sich eines starken Besuches erfreute. Vikar und Kooperator sser sprach in seiner Festpredigt über St. Liborius als Erbauer des Gottesreiches auf Erden. Er gedachte sodann des 70. Geburtstages des Erzbischofs Dr. Klein, ihm noch eine lange segensreiche Tätigkeit wünschend zum Wohl der ihm anvertrauten Erzdiözese. Nach einem Gemeinschaftslied hielt Vikar Kemper eine Andacht, deren Schluß das Apostolische Glaubensbekenntnis bildete. Hierauf fand eine Lichterprozession durch das verdunkelte Gotteshaus statt. Feierliches Tedeumsgeläute und sakramentaler Segen bildeten den Ausklang der Feierstunde, die auch der Pfarr=Cäcilienchor mit passenden Festgesängen verschonte. Ein Jahr sechs Monate Zuchthaus Goligeschie Annerschlagung in Amte Bilder aus den Bochumer Gerichtssälen Unter außergewöhnlich starkem Andrang der Oeffentlichkeit verhandelte die Große Strafkammer des Landgerichts Bochum am Montag gegen einen älteren, verheirateten Angeklagten aus Bochum. Dem Angeklagten, der bisher unbestraft ist, wird vorgeworfen, sich in den Jahren 1933 bis 1935 der fortgesetzten schweren Amtsunterschlagung zum Schaden der Westfälischen Landesversicherung schuldig gemacht zu haben. Die umfangreiche Beweisaufnahme ergibt folgenden Sachverhalt: Der Täter, der Kriegsteilnehmer ist und im Felde verwundet wurde, war auf Grund eines Zivilversorgungsscheines im Jahre 1922 bei der Landesversicherungsanstalt in Münster angestellt worden. Nach Ablegung der vorgeschriebenen Fachprüfungen, in denen er sich als besonders tüchtig und dienstgeeignet erwiesen hatte, kam er im Jahre 1926 als Kontrollbeamter der Versicherungsanstalt nach Bochum. Bis zum Jahre 1935 oblag ihm im hiesigen Bezirk die Ueberwachung und Nachprüfung der Beitragsleistungen der Versicherungspflichtigen. Außerdem versah er in dieser Eigenschaft den amtlichen Markenverkauf. Die Marken wurden ihm von seiner Behörde in genau abgezählten, meist großen Beständen übermittelt. Da der Verkauf monatlich häufig eine Höhe von 80000 Reichsmark erreichte, hatte die Gesamtmenge der dem Angeklagten ausgehändigten Invaliden= marken vielfach einen Wert, der 100000 Mark überstieg. Den wöchentlichen Markenbedarf— etwa 10 000 bis 12000 Mark— verwahrte der Täter in seinem Schreibtisch, die Restbestände lagen bei der Sparkasse und waren ihm jederzeit zugänglich. Abgesehen von den weniger häufigen Fällen, in denen Marken in seiner Wohnung gekauft wurden, erfolgte der Absatz gewöhnlich gelegentlich der regelmäßigen Nachprüfung der Quittungskarten, die der Angeklagte in Betrieben und Haushaltungen mit versicherungspflichtigen Arbeitnehmern vornahm. Stellte er hier Rückstände oder Unrichtigkeiten in der Berechnung fest, so zog er an Ort und Stelle den Differenzbetrag in bar oder gegen Scheck ein und entwertete Marken in gleicher Höhe. Im August 1927 stellte sich der erste größere Verlust ein, als ihm bei der Monatsabrechnung 400 Reichsmark fehlten. Der Angeklagte erklärt den Fehlbetrag damit, daß er wohl versehentlich statt eines Bogens mit hundert Marken zu je vier Reichsmark zwei Bogen ausgehändigt haben müsse, eine Möglichkeit, die leicht habe eintreten können, da die Bogen infolge des Klebstoffes vielfach aneinanderhafteten. Er hat den Verlust seiner Behörde gemeldet. Zur Begleichung des Schadens wurden ihm in der Folgezeit Teilbeträge von seinem Gehalt abgehalten Im Jahre 1928 ereignete sich der zweite größere Verlust. Diesmal fehlten bei der Abrechnung 800 Reichsmark. Dieser Fehlbetrag ist nach der Darlegung des Angeklagten dadurch entstanden, daß sich in einer der Taschen mit den Markenbogen statt der ordnungsmäßig vorhandenen zwanzig Bogen nur achtzehn befunden hätten. Da das Siegel der Tasche und die Verpackung in Ordnung gewesen seien, habe er auf die vorgeschriebene Nachprüfung der Richtigkeit verzichtet, später aber die Feststellung machen müssen, daß die Tasche an der Längsseite vorsichtig geöffnet und dann wieder zugeklebt worden sei. Die Entnahme müsse demnach unbefugt von dritter Seite erfolgt sein. Auch diesen Fehlbetrag hat der Angeklagte gemeldet und ist für den Ersatz in Anspruch genommen worden. Zwischen diesen beiden großen Fällen sind nun, wie der Angeklagte angibt, häufig kleinere Verluste aufgetreten, die er laufend aus dem für solche Fälle von der Anstalt gewährten monatlichen Deckungszuschuß von 30 Reichsmark ausgeglichen habe. Etwa zu Beginn des Jahres 1933 stellte nun die Landesversicherung auf Anordnung der Reichsanstalt den Markenverkauf durch die Kontrollbeamten ein. Während nun die beiden Fehlbeträge von 400 und 800 Mark durch die Meldung und die laufende Abzahlung als erledigt angesehen werden konnten, ergab jetzt aber eine Schlußabrechnung ein neuerliches Defizit von 1200 Reichsmark, das sich später auf rund 2500 Mark erhöhte. Für diese Fehlsumme weiß der Angeklagte bei seiner Vernehmung keine rechte Erklärung. Auf die Vorhaltung des Vorsitzenden, daß diese erhebliche Unstimmigkeit doch nicht mit einem Male, sondern nur als Endsumme einer ganzen Anzahl von Fehlrechnungen habe entstehen können, die er schon in ihren Teilabschnitten hätte merken und mitteilen müssen, meint der Angeklagte, das Defizit müsse im letzten Monat aufgetreten sein. Er könne es nur so deuten, daß er entweder zuviel Marken ausgegeben habe oder aber bestohlen worden sei. Um den Fehlbetrag zu decken, den er zwei Jahre lang hinschleppte, hat der Angeklagte schließlich, als er endgültig den Markenverkauf abzurechnen hatte, rückständige Gelder der Versicherungspflichtigen, von denen seine Behörde nichts wußte, einkassiert, für die Abrechnung verwendet und bei der Revision durch einen Beamten seiner Anstalt die ihn belastenden Quittungskarten nicht vorgelegt. Zuvor hatte er noch bei einem Bekannten 300 Mark geliehen und diese seiner Abrechnungskasse beigefügt. Als der Revisionsbeamte bei der Ueberprüfung, die sich bis zum Abend hinzog, Unstimmigkeiten entdeckte und den Angeklagten mit der Erklärung verließ, die Abrechnung am folgenden Tage fortzusetzen, hat dieser noch am Abend 315 Mark aus der Kasse entnommen und ist geflüchtet. In einem Abschiedsbrief, den er aus Gießen zwei Tage später an seine Angehörigen richtete, gibt er alle seine Verfehlungen zu, bezichtigt sich des Leichtsinns, spricht davon, daß er sich das Leben nehmen wolle. In der Hauptverhandlung, die den Angeklagten eindeutig überführt, erweist er sich selbst einen schlechten Dienst, indem er von dem Geständnis in seinem Briefe wieder abrückt und die Gründe des Fehlbetrages in verworrenen und widerspruchsvollen Einlassungen auf unerklärliche Zufälligkeiten zurückführt. Erst am Schluß der Verhandlung räumt er auf dringende Vorhaltungen ein, tatsächlich vereinnahmte Gelder für sich verbraucht zu haben. Nach längerer Beratung verurteilte das Gericht den Angeklagten wegen fortgesetzter Amtsunterschlagung unter Versagung mildernder Umstände zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr und sechs Monaten, auf die die Untersuchungshaft angerechnet werden soll. Gleichzeitig wurden dem Verurteilten die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von drei Jahren abgesprochen. Der Antrag des Staatsanwalts hatte auf zweieinhalb Jahre Zuchthaus gelautet. In der Begründung hob der Vorsitzende hervor, daß das Gericht nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme keinen Zweifel an der Schuld des Angeklagten habe. Es nehme auch an daß bei aller Möglichkeit von Irrtümern der Angeklagte den größten Teil der fehlenden Gelder bewußt für sich verwandt habe. Anders habe ein so erheblicher Fehlbetrag bei dem Angeklagten, dessen Aufmerksamkeit im Markenverkauf durch die früheren Verlustfälle besonders geschärft gewesen sein müsse, nicht entstehen können. Die Gewährung mildernder Umstände sei nicht am Platze gewesen mit Rücksicht auf die Höhe der unterschlagenen Summe, die lange Dauer der begangenen Unterschlagungen sowie auch in Anbetracht der Einlassungen des Angeklagten vor Gericht, die keineswegs den Charakter eines reumütigen Geständnisses getragen hätten. Zudem verlange die Beamteneigenschaft des Täters, der seine Pflichten vor Volk und Staat so gröblich verletzt habe, eine strenge Sühne. Der Angeklagte nahm das Urteil an. Es kommt die kalte Dusche Bericht des Reichswetterdienstes Essen=Mülheim vom 12. August, abends. Durch das Zusammensinken der über Mitteleuropa liegenden Luftmassen wurden bei heiterem Wetter recht hohe Temperaturen erzielt, die namentlich in Ost= und Süddeutschland 30 bis 35 Grad teilweise überschritten. Auch in Westdeutschland wurden Temperaturen zwischen 28 und 30 Grad erreicht. Inzwischen hat sich ein Kaltluftstrom bis über Frankreich vorgeschoben und dort bereits heftige Gewitter hervorgerufen. Die Kaltluft wird im Laufe des morgigen Tages auch unser Gebiet erreichen und Abkühlung und Schauerniederschläge hervorrufen. Danach ist aber bei langsamem Aufklaren wieder mit ansteigenden Temperaturen zu rechnen. Vorhersage für Dienstag: Veränderliche, zeitweise stark auffrischende Winde meist aus Nordwest, veränderliche Bewölkung, kräftige Schauer danach starke Abkühlung.— Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Bei mäßigen nordwestlichen Winden wechselnde Bewölkung mit einzelnen Schauern, kühl. Montag, 12. August Barometer 24 Uhr: 58 6 Thermometer 24 Uhr: 120 C Zeiten für Sonne und Mond am 18 August: ( Aufg 507, Unterg. 20.02: J Aufg. 19.21, Unterg..19 Wetternotizen, gemessen um 8 Uhr vormittags (Weitere Lokalnachrichten auf den Seiten 10 und 11) Hammer Lichtspiele: ab 15.15 Uhr: Die beiden Seehunde. Lichtburg: ab 15.15 Uhr: Nacht der Verwandlung. Lichtspielhaus: ab 15.15 Uhr: Alle Tage ist kein Sonntag. Odeon: ab 16.30 Uhr: Der Herr ohne Wohnung. Skala=Lichtspiele: ab 17.00 Uhr: Der Herr ohne Wohnung. Tonhalle: ab 15 Uhr: Maskerade. Welt=Licht: ab 15.15 Uhr: Der Rote Reiter. Apollotheater: ab 15.30 Uhr: Vorstadtvarieté. Capitol: ab 15 Uhr: Ihr größter Erfolg. Gloria=Palast; ab 15.30 Uhr: S“#. Storia=Patast. ub 15.3 In Sachen Timpe. „Raubüberfall am lichten Tag. Und auch sonst gehen allerlei liebliche Gerüchte um. Redakteur Söborg, den ich vorhin traf, erzählte mir so was. Es soll ein Anschlag auf einen Kriminalkommissar verübt worden sein. Mitten im Polizeipräsidium!“ Das Zeitungsblatt in Mabels Hand gerät in ein leises Zittern. Die beiden Herren sehen plötzlich mit Befremdung, wie die am Nebentisch sitzende elegante Dame aufspringt und mit ganz verstörtem Gesicht zur Ausgangstür rennt. Die Glassplitter auf dem Bürgersteig sind längst fortgekehrt, als Mabel vor dem Präsidium aus dem Auto springt. Nicht anders als sonst sieht das Gebäude aus. Am Portal der Polizeibeamte, ruhig und würdevoll, den rechten Daumen in den Koppelriemen eingehakt. „Fräulein Vinge!" Mabel hält das Mädchen, das ohne Hut mit verstörtem Gesicht eben aus dem Portal stürzt und ihr direkt in den Arm rennt, mit beiden Händen fest. Ein verweintes, blasses Gesichtchen starrt ihr erschrocken entgegen und läßt die dumpfe Unruhe in ihr selbst zur hellen Angst werden. „Um Gottes willen, was ist geschehen? Wo ist Dr. Holl?“ Zimmer 216“, zittert es von Ellens Lippen. Mit einer jähen Bewegung reißt sie sich los und stürzt davon. Mabel sieht eben noch, wie sie sich auf den Vorderperron eines schon in Fahrt begriffenen Straßenbahnwagens schwingt. Von Angst getrieben hastet Mabel durch die langen Gänge. Da ist eine Bank, eine Gruppe von Menschen, gegenüber die Tür, die die Nummer 216 trägt. Mabel stürzt auf sie zu und pocht. Ein fremdes, strenges Männergesicht steht in der sich halb öffnenden Tür. „Ich möchte Herrn Dr. Holk...“ „Dr. Holk ist nicht zu sprechen“, sagt der Mann barsch und schließt ihr die Tür vor der Nase. „Sie lassen keinen herein“, sagt einer der Herren, die erwartungsvoll auf dem Korridor stehen. Mabel wirft einen verängstigten Blick auf die Leute. Es sind etwa ein halbes Dutzend. Ein paar junge Männer in Knickerbockers und Sportmützen, ein behäbiger, kleiner Mann mit listigen Aeuglein und Hängebacken. „Was ist denn geschehen?" Mabel sieht sich verwirrt im Kreise um.„Ist Dr. Holk da im Zimmer?" „Kommissar Holk ist tot“, sagt der Dicke mit den Hamsterbacken herzlich.„Borup verhört eben den Mörder!" „Langsam, langsam“, protestieren die anderen ärgerlich.„Vorläufig ist das bloß ein Gerücht über ein Attentat. Und von Mord ist überhaupt keine Rede gewesen. Aber Sie, Nielsen, müssen immer aus einem Floh einen Elefanten machen!" Der Dicke kneift die Aeuglein zusammen.„Ich weiß, was ich weiß", keift er boshaft,„einer meiner Mitarbeiter ist Augenzeuge gewesen, wie das Verbrechen geschah! Warum läßt man uns sonst hier warten, wenn nichts dran ist? Hähähä!" „Im Interesse der Untersuchung wahrscheinlich!“ „Sagen Sie mir um Himmels willen...“ Einer der jungen Leute stützt die wankende Mabel und zwingt sie leise auf die Bank.„Viel wissen wir selbst nicht. Es soll ein Attentat verübt worden sein. Ein Verbrecher hat irgend etwas von der Straße her durchs Fenster in das Dienstzimmer des Kommissars Holk geworfen. Man spricht von einer Bombe.“ „'ne Flasche war’“, lacht der Dicke verächtlich.„Und wen so'n Ding richtig trifft, der japst nicht mehr. Borup ist da drinnen! Der gibt sich nicht mit Kleinigkeiten ab!“ „Das stimmt“, sagt einer der Journalisten erregt, „Borup bearbeitet nur Mordfälle.“ Das Wort schneidet wie ein Messer durch Mabels Gedanken. Die verworrene Auskunft des Beamten am Telephon, die Bemerkung des Offiziers im Hotel, das verweinte Gesicht Ellen Vinges— wie eine lähmende Gewißheit legt es sich plötzlich über sie: Holk ist tot! Gefallen in seinem Kampf! Gemordet von einem Verbrecher, vielleicht von jenem Großen, Gefährlichen, den er nicht mehr nennen wollte! Eine rasche, lebhafte Bewegung geht durch die Gruppe im Korridor. Die Tür des Zimmer Nr. 216 wird aufgestoßen. Kommissar Borup, groß, massiv, mit ernstem Gesicht, kommt heraus. Sein Blick streift nur flüchtig, unwillig die Gruppe der Leute. Hinter ihm ein Kriminalbeamter, der an einer Handfessel einen verstört blickenden Menschen führt. Mabel sieht nicht mehr, was noch dahinter kommt. Sie sieht nur entsetzt dieses harte, verbissene Männergesicht, in dem ein Paar rasende, haßverdunkelte Augen steher, „Das ist er“, flüstert neben ihr die Fettstimme des Dicken aufgeregt.„Das ist der Mann, der Kommissar Holk ermordet hat!“ Mabel sieht plötzlich die ganze Welt in rotes Blut getaucht. Eine namenlose, rasende Wut packt sie. Ihre Augen funkeln wie die einer Tigerin, der man ihr Junges getötet hat. Einen wilden Satz macht sie hinter dem Gefesselten her. Ihre Handtasche fällt aufgerissen zu Boden. Ein kleiner, silberbeschlagener Revolver funkelt in ihrer Faust, richtet sich gegen den Rücken Olaf Wests. „Halt!“ Eine kräftige Männerhand umspannt plötzlich von rückwärts ihre Hand und entwindet ihr mit kundigem Griff die Waffe. Wutschäumend fährt sie herum, bereit, dem neuen Feind an die Kehle zu fahren, und— starrt mit groß aufgerissenen Augen mitten in Holks Gesicht. „Sind Sie toll geworden, Mabel?“ sagt Holk entsetzt und winkt im gleichen Augenblick dem sich umdrehenden Borup beruhigend ab.„Was soll das heißen?“ „Holk! Dearest! Sie leben?!“ „Ach so!“ Holk ist sofort im Bilde. Er steckt den kleinen Revolver hastig in die Tasche und nimmt Mabels zitternden Arm. Olaf West hat nichts von der Gefahr bemerkt, in der er eine Sekunde lang schwebte. Er schreitet stumm und resigniert zwischen Borup und dem Kriminalbeamten weiter durch den langen Gang, dem Gefängnis entgegen. „Unsinnige Gerüchte meine Herren“, sagt Holk zu den ihn umdrängenden Leuten.„Wie Sie sehen, ist mir gar nichts passiert. Ich bitte Sie herzlich, diesen Gerüchten in der Presse energisch entgegenzutreten. Gleichzeitig bitte ich Sie, den kleinen Vorfall, dessen Zeugen Sie eben wurden Ihren Lesern zu unterschlagen. Zum Dank dafür werde ich Ihnen in einer halben Stunde einen ausführlichen Bericht über die Entlarvung eines der gefährlichsten Verbrecher geben, die Kopenhagen jemals unsicher gemacht haben. Der Raubüberfall bei Skovbäk ist aufgeklärt und der Täter verhaftet.“ Drinnen im Zimmer 216 wo die immer noch verstörte Mabel auf einen Stuhl gesunken ist, zieht Holk den kleinen Revolver aus der Tasche und untersucht ihn kopfschüttelnd. „Tatsächlich geladen! Das setzt eine tüchtige Geldstrafe wegen unbefugten Waffentragens, Mabel. Du bist doch immer noch zu sehr in romantischen Anschauungen befangen. Ohne Revolver geht es bei euch Pseudokriminalisten nun mal nicht.“ Mabel achtet gar nicht darauf, daß er sie plötzlich duzt. Sie hebt den Kopf und sieht ihn aus schimmernden Augen an. „Ich... ich dachte, Sie wären... tot!“ „Tja, das hätte leicht eine böse Sache werden können“, brummt Holk und legt gedankenvoll die kleine Waffe beiseite.„Teufel auch! Man soll wirklich nicht mit dem Tod sein Spiel treiben!" 15. Wie qualvoll langsam die Straßenbahn fährt! Ellen Vinge zählt die Haltesteuen und sehnt mit zitternder Angst das Ende der Fahrt herbei. Endlich, endlich ist man draußen in Valby. Still und friedlich ist es hier. Nur spärliche Laternen beleuchten die Allee mit den vielen kleinen Vorgärtchen, die Ellen wie gehetzt hinunterläuft. „Hoppla, Fräulein.“ Ein junger Mann der ihr entgegenkommt, springt mit komischem Entsetzen zur Seite und ruft ihr ein heiteres Scherzwort nach. Sie hört es nicht. Da ist das Haus. Ellen hastet die Treppen empor und steht atemlos, bebend vor der Tür die ein kleines Emailleschild mit dem Namen„Elna Sörensen" trägt. Wie eine Alarmglocke schrillt die Klingel. Sekunden voller Herzklopfen— dann wird drinnen ein ruhiger, langsamer Schritt hörbar. Elna Sörensen öffnet die Flurtür und betrachtet verwundert das unbekannte, junge Mädchen, das da ohne Hut, mit gelöstem Haar und heißem Gesicht im Treppenhaus steht. „Sie wünschen?" „Herr Bruhn“, stammelt Ellen und fühlt jäh eine Befreiung, daß sie nicht den Gesuchten allein zu Hause antrifft.„Ich... ich möchte Herrn Peter Bruhn sprechen!" „Herr Bruhn ist nicht zu Hause“, sagt Elna mit geistesabwesendem Gesicht.„Aber wenn Sie hereinkommen wollen, er ist nur zur Post gegangen und muß jeden Augenblick zurück sein.“ Elna hat einen schweren Tag hinter sich. Das kleine Verhör heute mittag im Geschäft, das war gar nichts. Der Chef hat sie hereinrufen lassen lassen, und Dr. Holk hat nur die eine Frage an sie gestellt, ob sie sich des Anrufs erinnere, und um welche Zeit das gewesen sei. Sie hat geantwortet, starr und ruhig, und hat dann wieder gehen dürfen. Nicht einmal nach ihrem Namen haben die Beamten gefragt. Aber dann— nachher. Die Qual, all die Gespräche und Vermutungen der Kollegen über den Raubüberfall mit anhören, sich daran beteiligen müssen um keinen Verdacht zu erregen! Und nach dem Geschäftsschluß den ganzen Nachmittag dies entsetzliche ungewisse Warten. Keine Nachricht, kein Ereignis! Kein Polizeibeamter, der sie zu verhören kam. Kein Olaf West. Wo war er? Elna weiß nichts von seinem Alibiplan. Olaf West sagt ihr überhaupt nur immer das Allernötigste. Das, was sie selber betrifft. Alles andere erfährt sie immer erst, wenn es geschehen ist. Den ganzen Nachmittag hat Elna in ihrem Stübchen gesessen und mit Angst und Sehnsucht in ihrem Innern gerungen, und jetzt, wo sie in das aufgewühlte Gesicht des fremden jungen Mädchens blickt, ist ihr, als sähe sie ihr eigenes Antlitz vor sich, nur viel jünger, noch nicht so stark vom Leid des Lebens gezeichnet. „Setzen Sie sich“, sagt sie und müht sich, eine konventionelle Freundlichkeit in ihren Ton zu legen.„Es sieht fast so aus, als ob Sie eine traurige Nachricht für Herr Bruhn hätten.“ „Ja... ich...“ Ellen versucht, irgendeine Phrase zu formen, aber sie zerbricht jählings daran. Die Tränen schießen ihr plötzlich in die Augen.„Wenn er nicht kommt, wenn er nicht bald kommt... dann ist es vielleicht schon zu spät. Die Polizei... Elna schaut ihr befremdet ins Gesicht. Ein Verdacht steigt in ihr auf.„Sie wollen doch Herrn Bruhn sprechen, nicht wahr? Kennen Sie ihn persönlich?“ Ellen versteht die Frage nicht.„Ja“, sagt sie hastig, „ich kenne ihn, natürlich. Das heißt: ich war ein paarmal mit ihm zusammen und...“ Sie bricht ab und sieht plötzlich Elna stark, fast zwingend an.„Lieben Sie Peter Bruhn?" „Ich?“ Elna schüttelt immer erstaunter den Kopf. „Wie kommen Sie auf die sonderbare Frage?“ „Weil ich... ich muß... ich muß ihn...“ „Ruhig, Kindchen, ruhig!“ Elna legt mit einer guten, mutterlichen Bewegung ihren Arm um die zuckende Schulter.„Sagen Sie mir ruhig, was mit Herrn Bruhn los ist.“ „Er muß fliehen“, stößt Ellen heraus.„Sofort! Die Polizei kann jeden Augenblick... Sein Freund Olaf West ist schon verhaftet und hat gestanden!" Der Arm um Ellens Schulter wird plötzlich leichenstarr.„Olaf West!“ sagt Elna tonlos.„Was wissen Sie von Olaf West?“ „Er hat einen Raubüberfall begangen, heute morgen bei der Firma Skovbäk! Er ist noch im Verhör, glaube ich. Und Peter Bruhn...“ Ein Schlüssel wird draußen in der Flurtür herumgedreht. Ellen bricht ab und springt empor.„Ist er das?“ „Ja, ich glaube...“ sagt Elna, und ihre Gedanken sind weit weg. Peter Bruhn starrt wie eine Erscheinung das junge Mädchen an, das plötzlich im Flur vor ihm steht. „Ellen! Sie? Das ist lieb von Ihnen! Eben hab ich einen Brief an Sie zur Post gebracht!“ Er öffnet mit einer raschen Bewegung weit seine Zimmertür und läßt Ellen eintreten. Sein ganzes Gesicht strahlt, aber dieses Strahlen verschwindet rasch als er Ellens Antlitz genauer betrachtet.„Was ist Ihnen denn, Ellen? Sie sehen ja aus wie... wie... Ist etwas passiert?" „Sie müssen fort, Herr Bruhn“, sagt Ellen zitternd und bleibt, den Rücken gegen den Türrahmen gelehnt, am Eingang stehen.„Die Polizei ist hinter Ihnen her!“ „Die Polizei?“, Bruhn stutzt einen Moment und glaubt dann zu verstehen.„Ach ja, ich hab schon von meinem Nachbar hier unten so was gehört. Irgendein Beamter hat sich bei ihm nach mir erkundigt. Vielleicht von der Fremdenpolizei.“ Er lacht sorglos.„Hat nichts zu bedeuten, Ellen. Mein Paß ist in Ordnung.“ „Sie wollen nicht verstehen“, sagt Ellen mit bebenden Lippen.„Ihr Spiel ist aus. Die Polizei weiß alles. Ihr...“, sie verschluckt das Wort„Komplice", das ihr von ihrer Arbeit her geläufig ist,„Ihr Freund West ist verhaftet!“ „Olaf West? Nanu! Was hat er denn Schlimmes ausgefressen?“ Der harmlose Tonfall schneidet Ellen ins Herz. „Der Raubüberfall heute morgen bei Skovbäk! Ach, wissen Sie ja genau!“ „Keine Ahnung! Soll Herr West dieses Verbrechen begangen haben?“ „Er hat gestanden! Er sitzt schon im Gefängnis!“ „Woher wissen Sie denn das?“ „Weil ich... Ellens Wangen flammen plötzlich. Ihr Blick wird unheimlich starr.„Ich... ich bin beim Polizeipräsidium beschäftigt. Als Stenotypistin.“ (Fortsetzung folgt) Seite 5 Nr. 188 7 Bochumer Anzeiger 7 Dienstag, 13. August 1933 Aus aller Welt Ein Komet nähert sich der Erde Sefac aue dem Wertanl Weltuntergangsängste im Mittelalter— And jetzt Zusammenstoß im Jahre 1939?— Die Wissenschaft sagt: Kein Grund zur Besorgnis! Wie verschiedene Sternwarten in Europa, Südafrika und den Vereinigten Staaten festgestellt haben, ist im Weltenraum ein neuer Komet aufgetaucht, der sich mit erheblicher Geschwindigkeit in Richtung auf die Erde vorwärtsbewegt. Nach den bisherigen Berechnungen müßte ein Zusammenstoß der Erde mit dem Kometen im Jahre 1939 erfolgen. „Hilfe— die Welt geht unter!“ Man schreibt das Jahr des Herrn 1524. Sechs Jahre zuvor hatte der berühmte Astrologe J. Stöffler genau vorausberechnet, daß im Jahre 1524 Saturn, Jupiter und Mars genau im Monat Februar im Zeichen der Fische zusammenkommen würden. Das bedeute viel Wasser— das bedeute eine Sintflut!— Die Welt werde untergehen... Die Menschen verjubelten ihr Geld. Die Schuldner bezahlten nicht mehr. Die Bauern ließen ihre Felder liegen. Wer es konnte, reiste ins Gebirge und ließ sich dort eine mehr oder weniger geräumige Arche bauen. Und dann— kam die Sintflut nicht. Die Welt ging nicht unter. Genau so wenig, wie sie im Jahre 1000 untergegangen war, genau so wenig, wie sie am 15. Juni 1525 zu Grunde ging. Dieses Untergangsdatum hatte nämlich Kurfürst Joachim I. in seinem phantastischen Observatorium in Berlin=Cölln an der Spree errechnet. Er hielt das Datum streng geheim. Erst am entscheidenden Tage fuhr er mitsamt dem Hofe auf den Kreuzberg bei Berlin. Ziemlich ernüchtert kehrte er am Abend des Tages wieder nach Hause zurück—, ohne daß die Welt zu Grunde gegangen war. Sintflut=Propheten unserer Tage Doch weshalb greifen wir so weit in die Vergangenheit zurück? Im vergangenen Jahr prophezeite ein Phantast in Schweden allen, die es hören wollten, die bevorstehende Ankunft des Himmelsschiffes, das die Guten in ein Reich der ewigen Freuden entführen wolle. In Amerika aber versammelten sich am letzten Neujahrstag gut 5000 Anhänger einer Sekte, die sich gleichfalls für die einzig Wissenden und Auserwählten hielten und klaren Auges der Weltkatastrophe entgegenschauten. Das Ende der Welt kam einfach nicht. So gewiß die Propheten es auch vorausgesagt hatten. Man mußte wieder Suppe kochen und Schuhe besohlen, Kleider nähen und auch sonst für das tägliche Leben sorgen. Wir brauchen keine Angst zu haben Es kommt also ein Komet auf die Erde zu. Er befindet sich auf einer Bahn, die nach menschlicher Berechnung, und wenn keine unerwarteten Ablenkungen eintreten, die Bahn der Erde zum mindesten schneiden muß. Schließlich weiß heute jeder, daß ein Komet langgestreckte Kegelschnitte um die Sonne als Brennpunkt beschreibt, um dann wieder irgendwo im Weltenraum zu entschwinden. Heute weiß auch jeder, daß ein solcher Komet aus einem sogenannten Kern, einem Schweif, der den Kern umkleidet, und aus einem Schwanz besteht. Aber dieser Himmelskörper ist reichlich nebelhafter Natur. So nebelhafter Natur, daß man selbst einem Zusammenstoß mit der Erde in aller Ruhe entgegensehen kann. Wie alle anderen Kometen, so wird auch dieser, der sich jetzt auf die Erde zu bewegt, nur in seinem Kern einigermaßen massiv sein. Der Schwanz aber wird, wie bei allen anderen Kometen, ebenfalls wie unter einem starken Ventilatorendruck immer in der entgegengesetzten Seite zur Sonne fortgeblasen werden. Der Astronom Baldet konnte in seinem Observatorium in Meudon Kometenspektren künstlich herstellen. Er zieht daraus den Schluß daß dieser Kometenschwanz in der Hauptsache aus Kohlenoxydgas besteht. Wir haben also zwei Dinge vor uns, die theoretisch der Erde gefährlich werden könnten: einen festen oder halbfesten Kern und den Schwanz aus Giftgas. Ein ungefährliches Schauspiel Denken wir an den 9. Oktober 1933 zurück. Damals traf die Erde mit den Trümmern des Kometen „Giacolini“ zusammen. Dieser Zusammenstoß brachte der Erde nichts Unangenehmes. Im Gegenteil: man genoß das Schauspiel eines einzigartigen Sternenregens. Auch wenn der neue Komet ein wenig massiver ist, so wird er doch zu seinem größten Teil schon außerhalb der Erde, im übrigen aber beim Einsturz in die Erdatmosphäre verbrennen. Und die Giftgase aus dem Schwanz des Kometen? Ein Fachmann, den wir darüber befragten, versicherte uns, daß wir Tag für Tag in den Straßen einer Großstadt mehr Giftgase einatmeten, als ein ganzer Komet der Erdatmosphäre mitteilen könne. Die Verdünnung werde einen Grad erreichen, so daß man nicht einmal mehr den Geruch an bittere Mandeln wahrnehmen könne. Das ist bekanntlich der charakteristische Geruch des Giftgases, das der angeblich so bedrohliche Himmelskörper uns bescheren soll. Genau wie damals am 19. Mai 1910, als der berühmte Halleysche Komet die Erde berühren sollte, so werden wir auch im Jahre 1939 an jenem noch genau zu errechnenden Tag die größte Annäherung des vorausgesagten Kometen an die Erde erleben. Wir werden gleichgültig darüber hinweggehen. Millionen Erdenbürger werden das Ereignis nicht einmal beachten. Und so wird sich auch dieser Komet wie seine vielen Vorgänger als ein neugieriger und harmloser Weltenbummler entpuppen, dessen flüchtiger Besuch keinem Schaden bereitet— außer den falschen Propheten, die ihm eigentlich mit einem Gefühl der Enttäuschung nachsehen müßten. Bombenanschlag auf einen Eisenbahnzug in Amerika Durch eine Bombenexplosion wurden etwa 5 Kilometer vor Springfield im Staate Illinois auf freier Strecke eine Lokomotive und fünf Güterwagen aus den Gleisen geworfen. Der Schienenstrang wurde erheblich beschädigt, so daß der Verkehr unterbrochen werden mußte. Zwei Beamte von der Zugbegleitung wurden schwer, mehrere andere leicht verletzt. Die amerikanische Polizei sorgt vor Auf die Drohung amerikanischer Kommunisten, jedes deutsche Schiff am Ein= und Auslaufen amerikanischer Häfen zu verhindern, hat die amerikonische Polizei alle Vorsorge getroffen, daß sich derartig entwürdigende Vorfälle wie der kürzliche Flaggenzwischenfall auf der„Bremen“ nicht wiederholen können. Unser Bild zeigt die„Europa“ im Hafen von Newyork im Schutze amerikanischer Polizisten. Scherl-Bilderdienst Mnnonen=Zoudentug in Te Hadie Riesenschiebungen bestochener Hafenbeamter— Zusammenarbeit mit Schmuggelgesellschaften in Paris Berlin, 12. August.(Eig. Drahtber.) sren. Hier liegen aus Paris Meldungen vor, wonach im Hafen von Le Havre mehrere Beamte der Zollverwaltung, darunter drei Kontrolleure, plötzlich festgenommen wurden. Sie stehen unter dem Verdacht, riesige Zollschiebungen und Zollbetrügergien verübt zu haben. Der Schaden, der dem französischen Staate auf diese Weise erwachsen ist, wird auf 150 Millionen Franken geschätzt. Hierzu meldet ein Berliner Morgenblatt u..: Die ganze Korruptionsaffäre wurde dadurch aufgedeckt, daß eines Tages bei der Rückkehr eines Dampfers aus Südamerika nicht der im Komplott befindliche Zollkontrolleur anwesend war. So stellte man fest, daß Ladung des Dampfers falsch deklariert war und daß die 25 Tonnen Waffen und Munition, die er enthalten sollte, sich in Südamerika in Sand und Steine verwandelt hatten. Die Untersuchung führte zu dem Ergebnis, daß man Betrügereien von größtem Ausmaße auf die Spur kam. So ist jetzt festgestellt worden, daß durch die betrügerische Zusammenarbeit großer Gesellschaften, die eigens zum Zwecke des Schmuggels gegründet worden waren und ihren Sitz in Paris haben, mit einigen Zollbeamten Monate, vielleicht Jahre hindurch optische Apparate, Teile von Radiogeräten, Photoapparate und Chemikalien unter falscher Bezeichnung zollfrei eingeführt wurden. Der Schwindel wurde dadurch ermöglicht, daß die bestochenen Zollbeamten bei der Untersuchung, die sie in Gegenwart anderer Beamter vornahmen, nur die Kollis und Kisten öffnen ließen, die ihnen vorher bezeichnet worden waren. Diese enthielten natürlich die in den Begleitpapieren angegebenen Waren, während die anderen Kisten, die mit derselben Ladung angekommen waren und diesen Stichproben nicht unterworfen wurden, Schmuggelgut enthielten. Auf diese Weise wurden ganze Waggons hoch zu verzollender Waren unter dem Namen von Porzellan, Steingut, Eisenröhren oder dergleichen eingeführt, die einen wesentlich niedrigeren Zollsatz haben. Ganze Eisenbahnzüge verließen so den Zollhafen. Einer der verhafteten Kontrolleure hat bereits ein Geständnis abgelegt, auf Grund dessen man glaubt, das ganze System aufdecken zu können, in das nach den letzten Meldungen auch angesehene Kaufleute verwickelt sein sollen. Wertvoller Kirchenschatz geraubt Madrid, 12. August. Der gesamte Kirchenschatz der historischen Kathedrale von Pamplona ist in der vergangenen Nacht gestohlen worden. Die Verbrecher drangen durch ein Fenster in das Innere der Kirche ein, nachdem sie das Eisengitter durchsägt hatten. Es fielen ihnen zahlreiche goldene und mit Diamanten besetzte Gegenstände in die Hände. Man vermutet, daß sich unter den Tätern eine Person befindet, die in der Kathedrale genau Bescheid wußte. Die Polizeibehörde hat sofort eine verschärfte Grenzkontrolle angeordnet. Man befürchtet jedoch, daß das Diebesgut bereits über die nur eine Viertelstunde entfernte Grenze ins Ausland geschafft worden ist. Viide in die Wenl Vollstreckung eines Todesurteils and Berlin, 12. August. Am 12. August ist in Magdeburg der vom Schwurgericht in Magdeburg zum Tode verurteilte, am 21. August 1906 geborene Walter Lindenberg hingerichtet worden. Er hatte am 31. Januar 1935 zusammen mit einem noch jugendlichen Mittäter einen Raubüberfall auf die Molkerei Neuhaldensleben ausgeführt, die Ehefrau des Molkereiverwalters durch mehrere Schüsse ermordet und den Ehemann zu ermorden versucht. Einige Zeit zuvor hatte er in einem Waffengeschäft in Neuhaldensleben einen Einbruchsdiebstahl verübt. Geheimnisvoller Sprengsiofanschlag auf ein katholisches Stift in Frankreich Paris, 12. August. Einem geheimnisvollen Anschlag, der am Samstag in Tours verübt wurde, geht gegenwärtig die Polizei nach. Dort meldete sich ein junger Mann bei der Pförtnerin eines katholischen Stifts und übergab ihr ein für den Leiter der Anstalt bestimmtes Paket. Kaum hatte er sich verabschiedet, als das Paket unter heftigem Getöse explodierte. Die Pförtnerin hatte glücklicherweise den Raum gerade verlassen, so daß der Schaden sich auf die Vernichtung der Einrichtung beschränkte. Die von der Pförtnerin gegebene Beschreibung des geheimnisvollen Boten dürfte seine Ermittlung und Festnahme ermöglichen. Erste Ausfahrt der„Tannenberg“. Der neue Turbinen=Schnelldampfer Tannenberg" des Seedienstes Ostpreußen ist am Samstag vormittag auf den Stettiner Oderwerken zu seiner Ueberführungsfahrt nach Swinemünde ausgelaufen. Probefahrt des„Fliegenden Frankfurter“.— Von Frankfurt a. Main nach Berlin in fünf Stunden den bisherigen Schnelltriebwagen, dem„Fliegenden Hamburger“ und dem„Fliegenden Kölner“, tritt als dritter am 15. August der„Fliegende Frankfurter“ hinzu, der FDt. 571/572, wie er bahntechnisch bezeichnet wird. Damit ist nun eine weitere, schon lange gewünschte Schnellverbindung geschaffen, die das rheinmainische Wirtschaftsgebiet mit Berlin verbindet. Seine Probefahrt nach Berlin legte der Wagen in fünf Stunden zurück. Vom Gestein erschlagen Auf der Abwehrgrube in Mikultschütz bei Hindenburg wurden am Samstag zwei Bergleute durch Gesteinsmassen verschüttet. Der eine Bergmann konnte nur als Leiche geborgen werden, der andere erlitt so schwere Verletzungen, daß er kurze Zeit nach der Bergung starb. Schwerer Autobusunfall an der polnisch=ostpreußischen Grenze Ein Autobus, der den Personenverkehr zwischen Lomza und Grajewo an der ostpreußischen Grenze wahrnimmt, fuhr beim Ausweichen gegen einen Brückenpfeiler und stürzte in den vier Meter tiefen Graben. Der Lenker des Wagens trug schwere Verletzungen davon. während sein Begleiter getötet wurde. Von den acht Fahrgästen sind zwei schwer und fünf leicht verletzt. Großfeuer in einer französischen Fabrik In Aubervilliers, einem Vorort von Paris, brach am Freitag nachmittag in einer chemischen Fabrik ein Feuer aus, das durch die Explosion eines Gasballons verursacht wurde. Ein Gebäude wurde völlig zerstört. Die Arbeiterschaft des Werkes kam glücklicherweise nicht zu Schaden. Furchtbare Bluttat in einem englischen Dorf— Bier Tote, ein Schwerverletzter In dem kleinen Dorfe Shutford in der Grafschaft Orford wurde in der Nacht zum Sonntag kurz vor Mitternacht eine furchtbare Bluttat verübt. Ein 25jähriger Mann feuerte aus einem Hinterhalt mehrere Gewehrschüsse auf die Insassen eines Autobusses ab und tötete dabei seine junge Frau, von der er getrennt lebte, deren Schwester und einen anderen Fahrgast. Ein weiterer Insasse wurde lebensgefährlich verletzt. Dann machte der Mörder durch einen Schuß in die Schläfe seinem Leben ein Ende. Blutige Zusammenstöße in Indien Wie aus Simla berichtet wird, kam es bei einer Kundgebung in Loharu, einer kleinen Stadt im Südosten von Punjab, zu Zusammenstößen, bei der gegen landwirtschaftliche Reformen protestiert wurde. Die Polizei feuerte in die Menschenmenge. Dabei wurden drei Personen getötet und 47 verletzt. 50 Schuß in der Minute Ein neues Gewehrmodell für die englische Armee dnb London, 12. August. „Sunday Dispatch“ meldet, daß die englische Armedemnächst ein neues Gewehrmodell erhalten werde, das leichter und erheblich handlicher als das jetzt im brauch befindliche Gewehr sei. Das neue Modell soll angeblich die Abgabe von 50 Schuß in der Minute gestatten. In den Händen eines gut ausgebildeten Soldaten stelle es praktisch ein leichtes Maschinengewehr dar. Zur Deckung der Kosten solle ein Nachtragshaushalt in Höhe von etwa drei Millionen Pfund(37 Millionen Reichsmark) eingebracht werden. Wie erinnerlich, ist kürzlich für die britische Armee auch ein neues Modell des leichten Maschinengewehrs eingeführt worden. Es handelte sich um das Modell Bren, das tschechoslowakischen Ursprungs ist. Furchtbares Verkehrsunglück bei Pacgh Vier Tote, vier Schwerverletzte Prag, 12. August. In Zbraslav bei Prag fand am Sonntag aus Anlaß der Enthüllung einer Gedenktafel für einen russischen Legionär ein Umzug von Legionären, Sokols und Häuslern nach dem nahe gelegenen Ort Vrane statt. An der Stelle, wo der Zug auf die Staatsstraße Prad— Stechowitz einbog, kam von Brane ein vollbesetzter Privatautobus gefahren, dessen Lenker den Zug erst im letzten Augenblick bemerkte und in die Menschen hineinfuhr. Die Folgen waren furchtbar. Erst nach mehreren Metern kam der Autobus mitten in der marschierenden Kolonne zum Stehen. Vier Personen wurden getötet, vier Teilnehmer des Zuges wurden schwer, eine ganze Anzahl leicht verletzt. Der Fahrer wurde festgenommen. Das elfte Todesopfer in Taschenhof Die Zahl der Todesopfer des Steinbruchunglücks von Taschenhof ist auf elf gestiegen. Jetzt ist auch der Arbeiter Herbert Franke aus Neukirch a. d. Katzbach im Goldberger Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen. Heimatwoche in Liegnitz Scherl-Bilderdienst. Die Stadt Liegnitz veranstaltet aus Anlaß der 175. Wiederkehr des Jahrestages der Schlacht bei Liegnitz unter Friedrich dem Großen, eine Heimatwoche. Unser Bild zeigt eine Uebersicht während der großen schlesischen Grenzlandkundgebung, bei der Oberpräsident Josef Wagner sprach. Burkensalat i chmackhasterund bekömmlicher autth wbenige Ropfen MAsohlouigt Seite 6 Nr. 188; Bochumer Anzeiger 7 Dienstag, 13. August 1933 G ze i es genng Ein zur Höhe hell emporbrandendes Raunen gischtet jählings durch den mattgetönten Raum, als der Bankier Lefarge mit seiner Gattin den Speisesaal des Hotels Continental betrat. Man beobachtete, wie in unaufdringlicher Eile der maitre'hotel sich dem Paar näherte, ritterlich geneigt seine Ratschläge bezüglich genehmen Platzes erteilte und die Gäste zu dem Tisch vor dem Palmenaufbau geleitete, auf den die Dame mit kurzem Kopfneigen gewiesen. Minutenlang dauerte das Raunen der Gäste an, noch lange huschten immer wieder die neugierigen Blicke zu dem Paar hin. Der dickliche Herr im Frack war in Paris eine sattsam bekannte Erscheinung, seit ungefähr einem Jahrdutzend. Woher er kam, wußte noch heut fast niemand. Zu Beginn der zwanziger Jahre tauchte er jählings auf in der Hauptstadt, gründete das nach ihm benannte Bankhaus, wuchs im Verlauf der Frankenkrise empor zu schier sagenhaftem Reichtum. Vor zwei Jahren heiratete er„la reine Margot“, wie die zahllosen Schmeichler sie mit süßlichem Augenaufschlag nannten. Auch über die Herkunft seiner Gattin verlautete nichts Genaues; nur in den Adelsklubs der Hauptstadt zuckten gelegentlich dünngepreßte Mundwinkel, wenn irgendwer „Ia reine Margot“ erwähnte— meist dehnte dann die eine oder andere hintergründische Stimme den Namen des hier keineswegs unbekannten Multimillionärs Engdridge, des Newyorker Stahlmagnaten, mit solch prompter Gleichzeitigkeit, daß es sich dabei kaum mehr um jeweilige Zufälligkeit handeln konnte. Kein Wunder daher, daß das Erscheinen dieses Paars, wie immer, so auch beim Auftreten in der Oeffentlichkeit des international berühmten Speisesaals Continental— unweit der Place de la Concorde— Aufsehen erregte. Die Damenwelt hatte es sichtbar mit ihrer Neugier auf„Ia reine Margot“ abgesehen. Leise Seufzer glitten über mehr als ein schöngeschwungenes Lippenpaar angesichts der silbergrauen Toilette, die sich der gepflegten Schlankheit der Bankiersgattin anschmiegte; leuchtende Augen unter feingezogenen Augenbrauen schlossen sich vorübergehend wie in Abwehr vor dem Blitzen des Halsschmucks, der den Halsansatz der „Königin Margot“ zierte: ein strahlender Kranz von großen Smaragden, inmitten eine große schwarze Perle. Nun, keine Sensation überdauert die ihr gebührende Zeit! Schon wollte das Raunen der Neugier und des Klatschs abebben, zwangen sich die Beobachterblicke zum eigenen Näher zurück; aber dann geschah etwas derart Groteskes, wie es noch nie an solcher Stätte erlebt ward, und ließ noch einmal das Rauschen der Sensation, deutlich untermischt mit gedämpftem Frauengelächter primitivster Schadenfreude, zu spitzer Höhe hell emporgischten. Ein ebenso alberner wie belangloser Vorfall, selbst für die Zuschauer bemerkenswert nur darum, weil er der„Königin Margot“ geschah. Kurz erzählt: Speisekellner 3 legte an dem Tisch des Ehepaares die Speisen vor. Eine auffallend stattliche Erscheinung im Frack, zu der die weiße Krawatte harmonischer als die schwarze seines dienenden Standes gepaßt hätte; ein undurchdringlich verschlossenes Gesicht mit erstaunlich edel gemeißelten Zügen; Augen, die sich hinter tiefgesenkten schweren Lidern mit langen Wimpern ebenso abwesend wie scheinbar abwehrend verbargen. Diesem Speisekellner 3 geschah das tolle Mißgeschick, das sich im Speisesaal des Continental schier zu einer Sensation auswuchs— wir sagten es bereits. Alles war gut gegangen: Suppe, Vorspeisen, Fisch. Der Kellner hatte mit gleichsam mechanischer Grazie serviert und vorgelegt, immer die Augen pflichtgemäß wie willentlich auf die Schüsseln gerichtet, die er zu hantieren hatte. Dann kam der Braten. Schon stand er wieder in geneigter Haltung, bereit, der Dame vorzulegen. Diesmal mußte ein Etwas ihn veranlaßt haben, die Lider ein wenig zu heben— die Frau aus einem dunklen Impuls mit einem fernflüchtigen Blick zu streifen——— und alsbald weiteten sich die nun schwarzglänzenden Augen zu flackerndem Starren, lagen wie hypnotisiert auf dem blitzenden Smaragdschmuck mit der großen schwarzen Perle, der den Halsansatz der Dame zierte— vermochten sich nicht zu lösen— es schien, als neige sich die Dienstbereitschaft des Mannes noch um einige Zoll tiefer— kaum merkbares Zittern rieselte über die gespannten Schultern—— und währenddem geschah das für diese Stätte und dieses Personal unvorstellbare Groteske: Speisekellner S war sekundenlang derart in aufwühlende Schau versunken, daß die Bratenschüssel in der linken Hand sich neigte und ihr Inhalt langsam, doch unaufhaltsam ins Gleiten kam, bis er aufgefangen wurde von der märchenhaften silbergrauen Toilette der „Königin Margot“, diesem Neidobjekt sämtlicher übrigen anwesenden Frauen, um über das Silbergrau eine fette braune Bahn zu ziehen und endlich auf dem MossulTeppich am Boden zur Ruh zu kommen. Da barst ein Wutschrei los, der mehr schon ein Kreischen war; das Gesicht der Frau Lefarge verzerrte sich zu wilder Grimasse— und ehe noch der Bankier zu dem Vorfall, dem— Unheil Stellung nehmen konnte, zischte über die aufgerissenen Lippen der erschreckend gewandelten„Königin Margot“ laut und keifend ein dem tölpeligen Kellner geltendes Schimpfwort von solcher Gewöhnlichkeit, daß die in der Nähe sitzenden Gäste zusammenrückten und eine Weile schier erblaßt sich anstarrten. Der Speisekellner 3 fuhr wie erwachend hoch, als das Schimpfwort ihm ins Gesicht fetzte. Er erkannte scheinbar jetzt erst, was er angerichtet hatte. Dennoch vermochte er noch nicht gleich die aufgerissenen Augen von dem Smaragdschmuck mit der großen schwarzen Perle zu nehmen. Langsam stellte er die leere Bratenschüssel Von Guido ttelemer der Braten, den vorzulegen ich im Begriff war, abwärts Schüssel, die ich ab, starrte unentwegt auf den gleichen Punkt— dann erst verbeugte er sich gefaßt in auffallend gemessenem Bedauern, murmelte ein kurzes„Pardon“— und schritt, endlich sich losreißend von dem hypnotischen Blitzen des verhängnisvollen Schmucks, gleichsam nachtwandlerisch, zwar hochaufgerichtet, aber sozusagen traumverhangenen Gesichts aus dem Saal. Die alberne Groteske im Speisesaal des Continental, die zur Peinlichkeit und bösartigen Sensation erst gedieh durch die, nun, ja, die Unbeherrschtheit der Frau Lefarge, fand ihr eigentliches Ende dann, in nachstehendem Brief, der zwei Tage darauf in den Besitz des ehemaligen kaiserlich=russischen Gardegenerals Graf Ulowski, wohnhaft zu Paris, rue’Echiquier, gelangte—: „Mein teurer Nikolaus Alexandrowitsch! Du wirst mir, Freund und Bruderherz, sicher zubilligen, daß auch ich mich, wie die meisten unserer Kameraden aus dem heiligen verlorenen russischen Vaterland, brav und tapfer gehalten habe über die ganzen langen Jahre des Exils hinweg, wie es sich für einen Offizier des Zaren und einen Edelmann geziemt hat. Nenne es drum nicht Feigheit, wenn ich mich heut für immer von Dir verabschiede, um ins Dunkle zu gehen, das ein verzeihender Gott mir lichten möge am jüngsten Tage. Amen. Ich will es Dir kurz und ungelenk sagen. Ich hoffe, Du wirst, was mich niedergezwungen hat, verstehen trotz der Armut meiner Worte. Also, sieh, ich bin nun wohl ein pflichtgetreuer und guter Kellner geworden und gewesen. Aber gestern ist mir ein Unglück geschehen im Dienst. Es kommen ein Herr und eine Dame in den Saal, es soll ein sehr reicher und bekannter Bankier gewesen sein. Sie nehmen in meinem Revier Platz, und ich muß ihnen die Speisen vorlegen. Ja, und dann, Du darfst ruhig lachen, es ist im Grunde so kindisch und dumm, dann passierte mir diese tolle Ungeschicklichkeit: die Dame trug eine wirklich bezaubernde Robe, und auf diese bezaubernde Robe glitt von der Soy##g, die ich hielt,...., 662 get Aha, wirst Du denken, und darum hat ihn vas Hotel an die Luft gesetzt, und nun ist er stellungslos und weiß nicht mehr weiter— und deshalb—— Nein, Bruderherz, hör nur zu, vielleicht wirst Du mich dann begreifen! Auch Du hast meine kleine Tenia, das lieblich=zarte Täubchen, gekannt, und hast sie lieb gehabt, wie alle sie lieb gehabt haben, die sie je gesehen haben. Was Zenia mit all dem zu tun hat?— Viel, mein Lieber! Man hat es uns ja damals, ach, damals! garnicht leicht gemacht. Da waren viel Widerstände zu überwinden, bis der junge Rittmeister Fürst Jellikow seine Xenia, die Tochter des Großfürsten Dimitri, eine Verwandte der Romanow, heiraten durfte. Aber wir haben es ja durchgesetzt, und wie glücklich bin ich damals gewesen, wie glücklich, wie glücklich. An dem hohen Tag, da ich sie heimführte, wollte ich ihr etwas schenken, ihr mein Glück kundzutun. Ich war jung, und nichts anderes ist mir eingefallen—: ein kostbarer Schmuck! Du hast ihn auch gekannt, Tenias Smaragdschmuck mit der großen schwarzen Perle. Sie hat ihn oft und gern getragen. Und dann kam das Jahr 1917. Wir verloren allen Reichtum, verloren Stand und Vaterland. Retten konnten wir nur Tenias Schmucksachen; die ermöglichten uns die Flucht und einige Jahr: Leben in der bitteren Fremde. Bis aller Schmuck aufgezehrt war. Bis Fenia, meine kleine Tenia, mein lieblich=zartes Täubchen, starb.— Nun, siehst Du: den Smaragdschmuck mit der großen schwarzen Perle, den hab ich gestern wiedergesehen. Ein Etwas zwang mich, die Dame anzuschauen, die ich bediente, die Frau des steinreichen Bankiers ich schrieb das ja schon. Und da seh ich, an diesem Frauenhals, den Schmuck— und da stieg, leuchtend und weh zugleich, auf— jener hohe Tag, an dem ich Kenia gewann: das Glück, das unsagbare Glück; der zarte weiße Hals meines Täubchens, darum dieser Schmuck märchenstrahlend sich geschmiegt hat... Du verstehst. Die Vergangenheit rührte mich zauberisch an, ich vergaß alle Gegenwart und ihre Pflichten; und während der starrenden Rückschau, da geschah mir das grobe Ungeschick, von dem ich Dir berichtet habe. Und zugleich hieb mir die Frau, zu der auf unvorstellbaren Irrwanderungen Tenias Schmuck— unser Schmuck des seligsten Glücks— gelangt war, ein wüstes Gassenwort ins Gesicht, solch ein Wort, das brüllend jede menschliche Würde zu Tode trampelt.... Aber auch das noch ist es nicht. Wolltest Du mich verstehen!—: Ich bin heute noch einmal zum Dienst erschienen, obschon ich gelassen darauf gefaßt gewesen bin, daß man mir sagte:„Hier ist kein Platz mehr für Sie!" Das geschah nicht. Man rief mich zur Direktion. Man teilte mir mit, daß man die Erregung dieser Bankiersfrau mit den wüsten Worten und dieses fetten, reichen Mannes habe beschwichtigen können, indem man ihnen geheimnisvoll mitteilte, wer eigentlich„Speisekellner 3“ sei: ich höre sie tuscheln und prunken—: „Garderittmeister a. D. Fürst Jellikow, meine Gnädigste! durch seine verstorbene Frau verwandt mit den Romanows!“— und höre den entzückten Schrei der Frau mit den wüsten Worten, der Frau, bis zu der Tenias Schmuck hinabgeglitten ist— und starre noch in diesem Augenblick bis zu Tode angewidert auf eine Karte, die mir die Direktion behändigt hat—: „Nichts für ungut, mein Fürst! Margot Lefarge.“ Das ist es. Ich bin nicht um meine Stellung gekommen, nein. — Aber nun merke auf, mein Teurer, und versuch es zu begreifen: Wir alle verloren unsere Kaste, unsern Reichtum, unser Vaterland; auch ich. Da hab auch ich entschlossen das Steuer herumgeworfen und neues Hafenziel gesucht. Ich bin, als anderes versagte, Kellner geworden und hatte nur einen Willen: neuen Adel, Adel der Arbeit, mir zu erwerben durch untadelige Leistung und makellose Pflichterfüllung. Vor mir selbst habe ich mir diesen Adel erworben, das sage ich Dir!.. Gewiß, kein Mensch ist unfehlbar. und da ich in einem schwachen Augenblick versagte, versuchte Emporkömmlingsdünkel kraft aufgehäuften Reichtums die menschliche Würde eines Armen, eines Dienenden zu zertrampeln—: der Arbeiter ward Vieh— und erst, als der Emporkömmlingsdünkel erfuhr von dem Unverdienst der„Geburt" des Bespieenen, ward, ererbten Titels wegen, auch der Arbeiter ausnahmsweise Mensch. Ich hab mich bemüht und war tapfer und hab mein Dasein auf eine neue Ebene gestellt, die nicht mehr Ererbtes, nichts mehr von Stand und Klasse, sondern nur noch Leistung kennen und wirken wollte. Aber in solcher Welt des Dünkels, der Würdelosigkeit, der Unmenschlichkeit, die dem Arbeiter Jellikow zu bieten wagt, was sie dem Fürsten Jellikows später gefühlsverderbt abbittet, kann und mag ich nicht mehr leben. Jetzt ist es genug. Versteh mich, lieber teurer Nikolaus Alexandrowitsch, bitte für mich, der ich Dich umarme zum Abschied in alter Kameradentreue! Dein Cyrill Michailowitsch.“ Richtig, ja: das Ende der Groteske im Speisesaa! des Continental war noch nicht einmal dieser Brief. War recht eigentlich erst ein Schuß. Er fiel aus jenem Revolver, den vor Jahren einmal Großfürst Sergej, nachmals von den Bolschewiki erschossen, seinem Schwager, dem Fürsten Cyrill Michailowitsch Jellikow, geschenkt hatte... Gewillenhaft Ein Tierhändler verkaufte an einen Interessenten ein Dutzend lebende Ratten. Danach erkundigte sich der Käufer, ob der Händler auch Mäuse führe. Natürlich, die konnte er auch haben. Er verkaufte ebenfalls ein Dutzend von diesen Tierchen. „Haben Sie auch Fliegen?" Die wurden nach Gewicht verkauft, und der Käufer wollte ein Viertelpfund haben.„„„„ 5#aate b Jetzt wurde der Verkäufer stutzig uno fragte den Mann nach den Gründen seines Kaufes. Da stellte es sich heraus, daß der Mietvertrag des Käufers zu Ende ging und er nach dem Vertrag verpflichtet sei, die Wohnung genau so zu verlassen, wie er sie vorgefunden habe! Landung im Dulkan Der verwegenste Flieger Alaskas ist kürzlich, übrigens an einer Lungenentzündung, gestorben. Er ist durch seine mutigen Flüge in die Einsamkeit zu den Eskimos bekannt geworden, die er in Krankheitsfällen in die Zivilisation schaffte und ihnen damit in vielen Fällen das Leben rettete. Er brachte den nördlichen Siedlungen auch die nötige Medizin. Noch mehr Mut forderte aber der Flug in den Vulkan Katmai, den er der Wissenschaft zuliebe ausführte. Er landete im Schlunde des Katmai, sammelte einige wichtige Gesteinsund Lavaproben und brachte es in dem beschränkten Raum auch fertig, wieder zu starten. Wurr Er:„Das Gebrüll von Baby ist aber wirklich nicht mehr auszuhalten. Kannst du es denn nicht irgendwie zur Ruhe bringen?" Sie:„Ich will mal versuchen, ihm etwas vorzusingen. Er:„Ach... dann laß es schon lieber weiter schreien.“ #.* Von C. Baumann 41) Welch furchtbares Durcheinander mußte es in seinem Kopf gegeben haben? Aber er hatte dennoch sein Ziel erreicht. Gegen Mittag war er in Heinersdorf eingeritten. Ueberall wurde er erkannt! überall grüßten ihn die Bauern. So kam er zur alten Mühle. Die Gedanken jagten um Jahre zurück. Wieder sah er sich als Page mit dem Markgrafen von Brandenburg=Schwedt. Die Windmühlenflügel drehten sich wie damals. Ob er es wohl noch schaffen würde? Den Ritt durch die sausenden Windmühlenflügel? Ach was! Wenn er es eben nicht erreichte, traf ihn eben der Flügel. Und das bedeutete den Tod! So setzte er an. Das Pferd war unruhig geworden. Es sträubte sich anfangs und keilte. Der Sporn half und im Galopp ging es mitten zwischen den Windmühlenflügeln hindurch! Hier stand der Gaul, zitternd und dampfend. Seydibgestiegen und streichelte den Hals d dem Müller ein Geldstück und verließ fluchtartig die Mühle. Unten bestieg er sein Pferd und dann ging es auf das Dorf Heinersdorf zu. Schon glänzten die freundlichen Häuser in der Sonne, als er vorbeitrabte. Im gestreckten Galopp ging es bis zu der alten Schenke. Heute war kein Mensch darin. Wie vor 25 Jahren band er sein Pferd an und trat ein. Die Wirtin kam ihm entgegen. „Willkommen Herr! Jesses, das ist ja der Herr General v. Seydlitz! Willkommen, Herr! Daß meinem Hause diese Ehre widerfahren ist.“ „Ihr kennt mich also noch, gute Frau?“ „Noch? Was meint Ihr damit? Die Bilder von Ew. Exzellenz sind doch überall aufgehängt.“ „Richtig! Aber auch ohne das müßt Ihr mich noch kennen?“ „Ich wüßte nicht woher, Exzellenz.“ Jetzt nestelte Seydlitz ein kleines goldenes Medaillon aus seinem Spitzenjabot hervor, das er der Wirtin hinreichte.„Kennt Ihr mich nun?“ „Jesses, das Bild vom Minchen?“ Ganz recht, Frau Wirtin. Das Medaillon von hen Ilsinger, das sie mir damals schenkte.“ Herrgott, so seid Ihr wohl? Aber das kann ja sein. och, doch, Lute zpgrsgrasen, hat recht, ich bins Minch nicht stand der Gaul, zitternd und dampfend. Seyl litz war abgestiegen und streichtin ven Tu. des verängstigten Tieres, das sich nur schwer beruhigen konnte. Plötzlich wurde über ihm die Tür aufgerissen. Der Müller trat heraus. Er hatte den kühnen Reiter in der strohgelben Uniform der Kürassiere schon von weitem gesehen. Daß er etwa durch die Flügel reiten würde, das ahnte er denn doch nicht! Die Zeiten waren ja längst vorüber, als es der„tolle Markgraf“ getan hatte. „Um Gottes willen, Herr, seid Ihr toll?“ „Das nicht. Alter; aber ich glaube, Er kennt nicht einmal einen Bekannten mehr?" lachte Seydlitz. „Herr? Ja, ist es denn möglich? Ihr seid doch der Page Seiner Hoheit? Und heute? Vergebung, Herr, daß ich Euch nicht gleich erkannte. Wollt Ihr nicht eintreten, Exzellenz?“ „Also doch noch erkannt, Alter?“ „Gewiß doch, Exzellenz. Darf ich Euch nicht ein Glas Milch bringen? Wein haben wir leider nicht in diesen schlechten Zeiten.“ „Gerne, mein Freund!“ Der alte Müller trabte die Treppe hinauf, um Milch zu holen. „Exzellenz, Ihr kommt zur guten Stunde, denn eben kam meine Tochter mit einem kräftigen Jungen nieder. Wollt Ihr ihn sehen?" „Gewiß, Alter, wenn es erlaubt ist?“ Seydlitz kletterte die schmale Treppe hinauf. Der Großvater zeigte ihm voll Stolz den Neugeborenen. Seydlitz lächelte schweren Herzens. An seine eigene Ehe dachte er. Gerührt streichelte er das Kind, dann gab er Frau. Rallgrufen.“ nis in Heinersdorf. Allmählich hatten sich die beid Ehegatten ausgeglichen, so daß ein gemeinschaftliches Leben möglich war. Draußen im Felde ging alles seinen gewohnten Eine Schlacht löste die andere ab. Der von Liegnitz hatte einen andern nach sich gezogen. Immer schwieriger wurde es, neue Truppen bereit zu haben. Aber dem König gelang es! Weiß der Teufel, wie:— aber im Winter 1760 hatte er wiederum 90000 Mann zusammen. Viel zu wenig zwar gegen die Uebermacht der zahlreichen Feinde. Dennoch ein Heer, daß zu kämpfen und sterben wußte, wenn es darauf ankam! Inzwischen war ein russisches Corps unter dem ral v Tottleben von Frankfurt her auf Berlin in Anrsch. Gleich war Seydlitz bereit, von neuem für das schon. Der Page vom Da wurde die Frau traurig. Sie weinte und konnte sich gar nicht beruhigen. Seydlitz versuchte sie zu trösten. „Nun seid so gut, und holt mir das Minchen!“ „Ach, Herr, wenn ich das könnte“, antwortete die Frau mit tränenerstickter Stimme. „Ist sie nicht hier?“ „Ja und nein Herr! Vor einem Jahre kam sie hier an. Todkrank. Drei Tage blieb sie hier, bis sie dann in meinen Armen verstarb.“ „Frau! Redet, das ist nicht wahr! Ihr wollt mich erschrecken?“ „Nein, Herr. Es ist so wie ich sage! Minchen kam hierher. Noch ihr letzter Gruß galt Euch, Herr: Sage Ihm, daß ich nur Ihn allein geliebt und Seiner gedacht habe bis zu meinem Tode.“ Seydlitz sagte nichts mehr. Er sah die Frau ungläubig an. Endlich rückte er näher an sie heran. „Und sagte sie nichts weiter?“ „Doch, sie bat, wir möchten sie begraben an dem alten Erlenbusch, wo sie immer gesessen hatte.“ Als Seydlitz das hörte, sprang er auf. Nur fort von hier. Nur fort! Im eiligen Lauf erreichte er die Tür. Und dann ging es hinüber zu dem Grabe, wo Minchen zum letzten Schlaf gebetete war. Andächtig kniete er an dem kleinen Hügel nieder und weinte bitterlich. Doch seltsam, je länger er kniete, desto ruhiger wurde er. Es war, als lege Minchen ihre Hand auf ihn, um ihn zu trösten. Noch ein kurzes Gebet, dann erhob er sich. Sein Blick fiel auf die schwarze Marmortafel, die Minchens Namen trug. Die Buchstaben tanzten vor seinen Augen. Was stand dort? Am 12. August 1759 war sie nach langem Leiden erlöst. berufen, die das Land stärken und die Industrie heben sollten. Nach der Schlacht von Kunersdorf reiste Gotzkowsky im Auftrage des Berliner Magistrates in das Hauptquartier, um dort Order zu empfangen für einen eventuellen Angriff des Feindes auf die Stadt. Jetzt war er unermüdlich tätig. Die Berliner Garnison bestand aus 1200 Mann. Durch die Bürger wurde sie in wenigen Stunden fast auf das Zehnfache erhöht. Endlich sah auch General v. Re Am Tage von Kunersdorf, als sein Ruhm dahinging. War Minchen Ilsinger sein guter Geist gewesen? Sein Genius? Ausgerechnet am gleichen Tage hatte sie der Tod hingerafft, als sein Stern zu sinken begann.— Oder war sie gestorben aus Gram? Welch seltsames Zusammentreffen! Noch einmal beugte er sich über den Hügel, als wollte er Abschied nehmen für immer von der Stätte, die sein Liebstes barg. Dann ging es uim Galopp davon.(Enblich sah auch Generat v. Rochow ein, daß er unbe21. dingt eine Verteidigung versuchen müsse, um nicht hinter Wieder waren Monate vergangen seit jenem Erleb= Seydlitz und Feldmarschall Lehwaldt zurückzustehen. iis in Heinersdorf. Allmählich hatten sich die beiden Am Abend des 2. Oktober 1760 verbreitete sich die Nachricht, daß die Russen sich mit den Oesterreichern her4 hätton und nur nach ein vaar Stunden von Vaterland kämpfen. Er schickte zu dem greisen Generalfeldmarschall v. Lehwaldt und zu dem verwundeten General v. Knoblauch, mit denen er die Verteidigung der Stadt besprach. Der Kommandant v. Berlin, General v. Rochow, wollte die Stadt übergeben. Doch da kam er bei Seydlitz gut an. Nachricht, daß die Russen sich mit den Oesterreich bereinigt hatten und nur noch ein paur Stunden von Berlin entfernt stünden. Auf der Strecke, die die feindlichen Truppen gezogen waren, hatten sie alle Dörfer bis auf die Grundmauern niedergebrannt und das Land in eine Wüstenei verwandelt. Trotzdem hatte man in Berlin noch nicht allen Mut verloren. Vor allem beseelte sie alle die Hoffnung, daß der König sofort alles versuchen würde, seiner Stadt zu Hilfe, zu eilen. Um die Mittagsstunde des 3. Oktober erschienen die Russen wirklich. Gleich läuteten alle Glocken die Einwohner zu den Waffen rufend. Graf Tottleben schickte einen Parlamentär, der die Uebergabe der Stadt verviel Schaden zu tun, prasselten die Kartätschen auf Berlin hernieder. Schlug irgendwo eine Flamme auf, so griffen tausend Hände zu, um zu helfen und zu Draußen am Tore nach Köpenick zu, hielt Seydlitz mit 300 regulären Garnisonssoldaten und an die 800 „Exzellenz, wir müssen die Stadt verteidigen, so gut Mann, die sich aus allen Teilen der Bevölkerung rekrues geht“ meinte Seydlitz. ltiert hatten. Plötzlich schlug eine Stimme an das Ohr Das verstehen Sie nicht. Eine Stadt ist kein des Führers.„ „Exzellenz kennen wohl seine Freunoe nicht mehr?“ Seydlitz hatte sich umgewandt. Da stand ein Greis vor ihm in der viel zu weiten Uniform der Kürassiere, die seinen Namen trugen. Gleich wußte Seydlitz, wer es war. Freude las man auf seinem Gesicht. Leutselig trat er zu dem alten.„„—4 8. „Fredersen, alter Freundl Wo rommt Iyr denn ber““#.„( Menn.. Kai“: 44. „Aus der Stadt, Exzeuenz. Wenn es heißr, die Vaterstadt zu defendieren, da wird doch wohl ein alter Wachtmeister der Rochow=Kürassiere nicht retirieren!“ „Euer Alter entschuldigt vieles, Freund!“ „Ob ich 40 war als ich Ew. Exzellenz in Schwedt die„hohe Schule“ beibrachte, oder ob ich bald 65 bin, das ist egal. Ich stehe meinen Mann noch immer!“ „Ich freue mich, Fredersen, Euch wiederzusehen! Weiß Er noch, wie ich so oft nach Heinersdorf geritten bin?“ „Zum Minchen Ilsinger, Exzellenz!— Wie sollte ich das vergessen““.. Mlinger! 8e „Ja— Minchen Glftnger!— Ernt vor einigen Tagen stand ich an ihrem Grabe.“ Gerichune 1e „Tus verstehen Sie nachl.„Eine Stadt ist kein Schlachtfeld, wo man mit Kavallerie operieren kann.“ „Ich bestehe aber auf der Verteidigung, Exzellenz beharrte Seydlitz,„und wenn alles zu Grunde geht!“ „Ich habe bereits die Order gegeben, die Stadt zu räumen! bemerkte v. Rochow trotzig. „So werde ich die Order zur Mobilisierung der Bürger geben!“ „Sie vergessen dabei, Exzellenz, daß Sie mir unterstellt sind und sich nach meinen Verfügungen zu richten haben!“ „Exzellenz mögen erlauben, aber wäre nicht das Alter, das uns trennte, ich würde Ihnen etwas anderes erwidern!" „Bitte! Sprechen Sie! Bitte!“ „Wie Sie wollen, Exzellenz! Aber ein Offizier, der so denkt wie Sie, ist nicht wert, des Königs Rock zu tragen! Melden Sie dies Seiner Majestät, wie ich es ebenfalls tun werde, und tun Sie, was Sie glauben verantworten zu können!“ Da war noch ein Berliner Großkaufmann, Johann Ernst Gotzkowsky, einer der glühendsten Parioten. Vor dem Kriege hatte ihm der König den Auftrag erteilt, geschickte Künstler und Handwerker nach Preußen zu Seite 9 Nr. 188 Bochumer Anzeiger, Dienstag, 13. August 1933 4 S BETErTosorry U Barae Tera. Ana Hegende Wulsie Tolle Piloten-Abenteuer zwischen Himmel und Erde/ Hans Rohmer(USA.) Hans Rohmer, ein ehemaliger österreichischer Fliegeroffizier, ging nach dem Kriege nach Amerika. Im Verkehrsflugzeugdienst der USA. ist er heute einer der bekanntesten Flugzeugführer. Die Pilotenabenteuer, die er in unserer Artikelserie aus seiner reichen Erlebnisfülle berichtet, beweisen, daß es im Lande der unbegrenzten Möglichkeiten auch in der Fliegerei— unbegrenzte Möglichkeiten gibt. Toltflugzeug R 5922 mit 225000 Dollar vermißt? Alarm! „Was ist los?“ „Postflugzeug N 5922 hat nicht Laredo passiert.“ „Es wird die Grenze nördlicher überfliegen?" „Ausgeschlossen, strenge Instruktion!“ „Vielleicht das Wetter?“ „St. Luis Potosi meldet heiteres, windstilles Wetter in Mexiko, Austin meldet schönes Flugwetter in Texas...“ „Er hat doch Kurzwellentelephon! Er müßte doch eine Panne gemeldet haben?“ „Hat Wellmann Passagiere?“ „Postflugzeug. Natürlich nicht. Aber „222 000 Dollar in der Post“. „Teufel, das ist aber viel!“ Vier Maschinen machen flugklar. Ich sitze im Führerflugzeug als Beobachter. Der Flughafenleiter gibt mir ein doppeltes, starkes Glas, um den Boden absuchen zu können. „Ich verstehe die Sache nicht. Wellmann hat doch ein Mikrophon am Helm... ein Flugzeug stürzt doch nicht so mir nichts, dir nichts ab? Und selbst dann kann er doch einige Worte sprechen... merkwürdig, sehr merkwürdig...“ „Wollen Sie etwas sagen?“ „Nein, nichts. Man hat in den letzten Wochen schon zuviel gesprochen über Wellmann über seine Schulden. Aber Absturz bei dem schönen Wetter... daran kann ich nicht glauben!" Mein Pilot gibt Gas und zieht nach kurzem Anlauf am Knüppel, hinter mir folgen die drei anderen Flugzeuge. Bis S. Antonio fliegen wir gemeinsam, dort war die N 5922 noch gesichtet worden. Ich stehe mit den Führern der anderen Maschinen in ständiger Telephonverbindung und gebe meine Anweisungen. „N 255 fliegt entlang dem Rio Grande del Norte nach dem Meer, N 6838 fliegt den Fluß bis El Paso, ich selbst setze mich auf den Kurs der Postflugzeuge nach St. Luis Potosi, der vierte Flieger verfolgt meinen Kurs dreißig Kilometer westlicher.“ Wir fliegen dreimal die besprochene Strecke. Es ist nichts zu sehen. Es ist unmöglich, daß die Postmaschine ihren Kurs verlassen hätte. Sie hatte doch ihre befohlene Flugstrecke genau abzufliegen. „Was ist bloß mit Wellmann los?“ Zwei Tage später werden sämtliche Suchmaschinen eingezogen. Müde sitzen wir im Pilotenzimmer. „Vorgestern hat man Wellmann die Bude gepfändet“, sagt einer. „Yeah, Wellmann ist fertig“, sagt ein anderer. „Es gibt kein Geschäft in der Stadt, kein Tanzlokal, wo er keine Schulden hat...!“ „Die Schulden werden natürlich von uns bezahlt, das ist doch klar, Boys?“ „Selbstverständlich!“ Jeder hängt seinen Gedanken nach. Das Zimmer ist in Zigarettenrauch gehüllt. Die Gedanken gehen keine schönen Wege, niemand spricht es aus... Flieger, die sonst durch nichts aus der Fassung zu bringen sind, gehen nervös auf und ab. Higgings kommt ins Zimmer, der älteste Flugzeugführer. „Wellmann war immer ein guter Kamerad, hilfsbereit... dammed, es ist schwer, etwas zu sagen... in der letzten Zeit war er etwas gedrückt...“ „Die Schulden sind ihm über den Kopf gewachsen!" „Stop!“ Higgins haut mit der Faust auf den Tisch, daß die Aschenbecher in die Luft springen.„Kein Wort gegen einen Kameraden. „Solange wir nichts wissen... keine Verdächtigungen!“ In den nächsten Tagen wurden zwei Suchmaschinen eingesetzt, die Gitterkurse flogen, um das ganze Gebiet abzusuchen... Nichts! Die Zeit verging, über Wellmann wurde nicht mehr gesprochen. Da platzt eines Tages Jim in das Pilotenzimmer. „Ich will verdammt sein und Benzin trinken, wenn ich nicht Wellmann gesehen habe!“ Jim wird umringt. Gon on! Los! Erzähl...!“ „Well, ich bin jeden Dienstag auf dem Flug nach Panama. Mein Steuerbordmotor blubbert setzt aus, knallt, spuckt, verreckt endgültig. Mit Passagieren muß ich nach der Vorschrift bei nächster Gelegenheit notlanden. Ich bin gerade über Costarica und fliege mit den zwei Motoren noch bis Savanilla, wo ich in der Nähe der Bahnstation lande. Die Stadt wird nie von amerikanischen Flugzeugen angeflogen. Ich sehe nach der Landung, daß ein Kolben gefressen hat. Die Passagiere gehen ins Hotel, ich telephoniere nach einem Flugzeug mit Ersatzteilen und montiere mit meinem Mechaniker den Zylinder ab. Am Abend bummle ich dann durch die Stadt, denke, daß es gut ist, einmal in keinem trockenen Land zu Abend zu speisen. Da sehe ich auf der anderen Straßenseite vor einem Restaurant einen Herrn stehen. Teufel, denke ich— das ist er doch! Etwas verändert, mit vollem Gesicht, aber genau so sonnverbrannt, groß und stark wie immer. „Wellmann...“ rufe ich und suche mich durch die Ochsenkarren und Eselwagen durchzuwinden. Gerade als der Mann in ein großes Auto steigt, an dessen Volant eine junge Dame sitzt. Bevor ich noch die andere Seite der Straße erreiche, springt der Wagen mit einem Satz an, die Dame haut mindestens die Dritte hinein und rast um die Ecke.“ „Hast du dich in dem Lokal erkundigt?“ „Selbstredend.“ Ich habe die Leute gefragt, ob sie den Mann kennen.“ „No, Senor“, antworteten sie, das ist ein reicher Amerikaner, der noch nicht lange im Land ist. Er soll Oelfelder an der Küste gekauft haben, irgendwo im Norden, in Nicaragua oder Honduras!“ „Und du bist deiner Sache sicher?“ „Ich will verdammt sein, wenn ich nicht sicher bin!“ Higgins geht an die Wand, an der die Bilder alter verunglückten Kameraden hängen, nimmt das Bild Wellmanns, an dem eine kleine Flagge hängt, und wirft es in einen Papierkorb. Wortlos. Ueber den Fall wurde nicht mehr gesprochen. Alles sandere war Sache der Versicherungsgesellschaften. Die kleinen Mädchen in New Orleans haben sich inzwischen getröstet. Kleine Mädchen trösten sich rasch. Im Sommer darauf hatten wir außenordentlich heiße Wochen. Monatelang hatte es nicht geregnet. Ich sitze mit einigen auf ihren Dienstantritt wartenden Piloten vor dem Gebäude der Flughafenverwaltung, als das flugplanmäßige dreimotorige Schiff aus Mexiko ankommt. Kaum ist die große Maschine ausgerollt, springt der Führer von seinem Sitz und stürzt auf uns zu. „In Rio Grande liegt ein Flugzeug...“ Ist ein Schiff abgängig?“ „No my boy. Bei uns ist keine Maschine abgängig. Vielleicht bei der Panamerika Airwey? Können ja einmal anfragen.“ Wir telephonieren nach allen in Frage kommenden Gesellschaften. Kein Flugzeug vermißt! Vielleicht ein Privatflugzeug? „Nehmen Sie das einmotorige Frachtflugzeug“, befiehlt mir der„Flugleiter“, die Kiste ist flugklar und wird erst Freitag gebraucht. „Wo liegt das Wrack?“ „Ungefähr vier Kilometer nördlich von Jimenez im Fluß.“ Für alle Fälle nehme ich den Arzt und Verbandszeug mit. eine zusammenlegbare Tragbahre wird gebracht. Die Frachtmaschine wird flugklar gemacht. Ich bekomme Vorstartrecht. Wenige Minuten später schwebe ich in der Luft. Da geht nun mein freier Tag darauf, denke ich. Wenn wir jemand finden, bin ich ja zufrieden. Wahrscheinlich ist es ein Privatflieger. Drei Stunden später fliege ich über den Rio Grande Hier irgendwo herum muß es sein. Dort liegt schon Jimenez. Ich schraube mich langsam auf das Wasser hinab. Dort liegt ein Wrack am User, ein Teil sieht heraus. Gestern war es noch nicht dort — oder ist der Fluß so stark gefallen?" Das ist keine neue Maschine! Ich drehe ab und fliege nach Jimenez. Die mexikanischen Behörden stellen uns einen Wagen zur Verfügung, mit dem wir entlang des Flusses bis zur Unglücksstelle fahren. Zuletzt stapften wir durch das Geröll des Ufers zu der Stelle, an der ein verrosteter Rumpf aus dem Wasser ragt. Rasch entschlossen ziehen wir uns aus. Etwas oberhalb des Wracks springen wir ins Wasser, lassen uns von der Strömung treiben. Ich bekomme mit der Hand den Rumpf zu fassen. Schöpfe Luft, tauche unter Wasser. Ein völlig zerstörtes Wrack. „Vielleicht können wir die Nummer herausbekommen?“ meint der Arzt. Wir tasten uns nach dem unteren Ende. Ich reiße ein Stück von der Rumpfverkleidung ab. „Das ist der untere Teil des„“. Geben Sie mir die Hand, ich werde nochmals tauchen.“ Mit ganzer Kraft reiße ich an dem zerbeulten Blech. Endlich gibt es nach. Ich tauche auf. Auf dem von Rost angefressenen Blech sind die schwarzen Ziffern noch gut zu lesen„592“. Die letzte„2“ fehlt. (Fortsetzung folgt) athletik=Länderkampf gegen Deutschland wie folgt aufgestellt: 100 Meter: Virtanen,(), 200 Meter: Virtanen,(), 400 Meter: Rakölaeinen— Makinen, 800 Meter: Teileri,(), 1500 Meter: Teileri— Iso=Hollo, 5000 Meter: Lehtinen, Virtanen, 10000 Meter: Salminen, Askola, 110 Meter Hürden: Sjöstedt,(?), 400 Meter Hürden: Nora,(?), Diskuswerfen: Kotkas,(?), Hammerwerfen: Poerhoelae, Koutonen, Hochsprung: Kotkas, Peraesalo, Weitsprung: Laine, Tolamo, Dreisprung: Rajasaari,(?), Stabhochsprung: Reinikka, Lindroth. Tus Bochum fiegt im Leichtathletik=Klubkampf gegen Düsseldorf=Grafenberg Die TuS.=Leichtathleten folgten Samstag einer Einladung des TV. Grafenberg 88 und konnten den Klubkampf mit guten Leistungen gewinnen. Kreismeister Lesser gewann die 100 Meter in 11 Sekunden vor Halfmann(.) 11.2 Sekunden. Auch über 200 Meter lief Lesser ein sehr gutes Rennen in 22.8. Die 800 und 3000 Meter wurden eine sichere Beute der TuS.=Mittelstreckler. In den technischen Uebungen waren die Düsseldorfer stark überlegen, wo allerdings Bauske(TuS.) im Kugelstoßen eine Leistung von 12,44 Meter erreichen konnte. Der TV. Grafenberg, der verstärkt am Start war, stand bis zur Austragung der Staffelläufe in der Punktzahl nicht ungünstig, aber die TuS.=Leute gewannen die beiden Staffeln. Leider fehlte Dzwidza beim Stabhochsprung. Diesen Einlagekampf gewann der jetzt für die Düsseldorfer Polizei startende Born mit.55 Meter. Die Ergebnisse: 100 Meter: 1. Lesser 11 Sek., 2. Halfmann(.) 11.2 Sek. 200 Meter: 1. Lesser 22.8 Sek., 2. Halfmann(.) 23 Sek. 800 Meter: 1. Schulz 2,04,4 Sek. 2. Kopetsch.08 Sek.(beide TuS.), 3000 Meter: 1. Ossenkop(TuS.) 9,47 Min., 2. Kopetsch(TuS.) 10,11 Min. Hochsprung: 1. Fastabend(TuS.) 1,65 Met., 1. Halfmann(.) 1,65 Met. Weitsprung: 1. Holfmann(.) 6,50 Meter, 2. Sieder (.).25 Meter. Kugelstoßen: 1. Bauske(TuS.) 12,44 Meter, 2. Jägers(.) 11,60 Meter. 4X100 Meter: 1. TuS. 45,6 Sek., 2. D. 45,8 Sek. 10X½ Runde: 1. TuS., 2. D. Gesamtergebnis: 56½:51½. Heute Vorläufe der Steher bei den Rad=Weltmeisterschaften Die Rad=Weltmeisterschaften werden heute im Brüsseler Heysel=Stadion mit den Prüfungen der Dauerfahrer fortgesetzt. Die Vorläufe über je 100 Kilometer wurden bei insgesamt dreizehn Bewerbern wie folgt eingeteilt: 1. Vorlauf: Metze(Dortmund), A. Wambst(Frankreich), H Suter(Schweiz), Grassin(Frankreich), Seynaeve(Belgien), Blekemolen(Holland). 2. Vorlauf: Lohmann(Bochum). Ronsse (Belgien), Lacquehay(Frankreich), Prieto(Spanien), Manera(Italien), Gilgen(Schweiz), van der Wulp (Holland). Europameisterschaft Eder—Hrabak Die Verhandlungen um einen Titelkampf zwischen dem Deutschen Europameister im Weltergewicht. Gustav Eder, und dem tschechischen Meister Eddie Hrabak sind nunmehr zum Abschluß gekommen. Eder setzt seinen Titel am 5. September im Prager Eisstadion freiwillig aufs Spiel. Die Akademischen Weltspiele Reins Suharsurweilmemleramedt Frau Samion gewinnf das Kunfispringen Budapest, 12. August. Vor zahlreichem Besuch setzten bei den VI. Akademischen Weltspielen in Budapest am Montag die Schwimmer ihre Wettkämpfe im Kaiserbad fort. Das Frauen=Kunstspringen endete mit einem deutschen Siege Die Berlinerin Frau Samson war in der Kür allen ihren Mitbewerberinnen klar überlegen und gewann sicher mit 80,50 Punkten vor der Ungarin Fonyo und der zweiten Deutschen Frl. Scholz(Berlin). Die zweite Entscheidung fiel in der 4X200=MeterKraulstaffel der Männer. Die mit ihrer Nationalmannschaft startenden Ungarn waren hier selbstverständlich nicht zu schlagen, zumal die erzielte Zeit von.28,8 nur um 4,4 Sekunden hinter dem Europarekord der Magyaren zurückbleibt. Die Deutschen belegten in.48 einen ehrenvollen zweiten Platz vor England, der Tschechoslowakei und Oesterreich. Der Aachener Lenkitsch hatte als erster Mann dem Ungarn Szabados nicht weniger als fünf Meter abgenommen. die jedoch Könnicke gegen den 2,19,2 schwimmenden Csik verlor. Heyer und Wille schwammen recht achtbar, kamen aber weder an Lengyel noch an Grof heran. In der 3X100=Meter=Lagenstaffel der Frauen reichte es für Deutschland nur zum dritten Platz. Ungarn siegte in 4,32,8 vor England(4,83,2). Weiterhin wurden drei Vorläufe über 400 Meter Kraul ausgetragen. Heyer wurde in dem schnellsten Vorlauf, den der Ungar Grof in 5,17,4 gewann, hinter dem Franzosen Cacallero Dritter und nimmt somit am Zwischenlauf, teil. Im Wasserballturnier kamen die Tschechoslowakei und Oesterreich zusammen. Die Tschechen waren erst nach der Pause leicht überlegen und gewannen mit :1(:). Sandrock bester Reckturner Die Turner kämpften am Montag auf dem Universitätssportplatz am Reck. An diesem Gerät wurde ein deutscher Sieg errungen Sandrock(Immigrath) war mit 19,5 Punkten der beste Einzelturner. Der Ungar Tok wurde mit 18,9 Punkten Zweiter vor seinem Landsmann Kecskemethy(18,8). Die weitere Rangfolge lautete: 4. Thölke(Deutschland) 18,7, 5. Sarlos(Ungarn) 18,5 6. Ruissing(Deutschland) 18,4 und 7. Wehner(Deutschland) 18.8 Punkte. „Im Frauenturnen gewann Ungarn mit insgesamt 145/8 Punkten den Weltmeistertitel vor Lettland mit 128.8 und Belgien mit 122,4 Punkten. Deutschland war in diesem Wettbewerb nicht vertreten. Im Kunstturnen wurden am Nachmittag die Freiübungen erledigt, bei denen wieder die Ungarn zum Zuge kamen. Tok und Kecskemethy belegten mit je 18,7 Punkten den ersten Platz. Dritter wurde Sandrock (Deutschland) mit 18,6 Punkten vor seinem Landsmann Ruissing mit 18,4 Punkten. Die Mannschaftswertung ergab in den Freiübungen für Ungarn 92 Punkte, für Deutschland 89.2, für Japan 84,6 Punkte. In der Länderwertung führt Ungarn nach wie vor nach fünf Uebungen mit 465.9 Punkten vor Japan 436,8 Punkten, während Deutschland mit 434,8 Punkten dichtauf folgt. Unsere Fechter im Kampf. In der Universitätsaula wurden die Kämpfe der Fechter mit dem Mannschaftsflorettkampf in Angriff genommen. Die Deutschen Schuchardt, Ruckaberle, Knies und Wiese hatten in Aegypten einen schwachen Gegner, der mit 15:1 geschlagen wurde. Dadurch sind unsere Fechter in die Verschlußrunde eingetreten, wo sie gegen Frankreich 12:4 unterlagen. Die weiteren Gefechte, hatten nachstehende Ergebnisse: Ungarn— Tschechoslowakei:7, Tschechoslowakei— Oesterreich:8, Ungarn— Oesterreich:1, Frankreich— Aegypten Auch das Fußballturnier setzte am Montag ein. Ungarn und Estland machten den ersten Kampf. Die Ungarn siegten über die sich tapfer wehrenden Esten mit:2(:). Deutschland und Frankreich machten einen Rugbyschaukampf von zweimal 20 Minuten, der die Franzosen nach dieser Zeit mit 10:3(:3) nur knapp im Vorteil sah. Die Eröffnung des Tennisturniers wurde durch Regen am Vormittag verzögert. Am Nachmittag konnten dann, als die Plätze abgetrocknet waren, die ersten Spiele ausgetragen werden. Im Fraueneinzel gab es einen deutschen Sieg durch Frl. Grölling über die Tschechin Drtinova mit:6,:6,:2. Deutsche Korbball=Niederlage. Im jüngsten olympischen Sport, im Korbballspiel, ist Deutschland bei den Akademischen Weltspielen zum ersten Male mit einer Ländermannschaft im Wettbewerb. Es war zu erwarten, daß die kurzen Vorbereitungen nicht ausreichen würden, um gegen die schon länger mit dieser Sportart beschäftigten Länder mithalten zu können. Immerhin lieferte die deutsche Mannschaft gegen Lettland einen vorzüglichen offenen und ritterlichen Kampf, aus dem die Letten mit 36:11(14:4) als Sieger hervorgingen. Ungarns Wasserballspieler unschlagbar. Die Schwimmwettkämpfe im Kaiserbad wurden abgeschlassen mit einem Wasserballspiel zwischen Ungarn und Oesterreich. Die einseitige Angelegenheit entschieden die Magyaren mit 18:1(:0) für sich. Bochumer Boxer im Hamborn Sportsmann Hamborn— BSK. 19 Bochum 11:7 Samstag abend trug der BSK. 19 in Hamborn einen Klubkampf gegen die starke Boxstaffel von Sportsmann Hamborn aus und mußte nach einer ununterbrochenen Siegesserie in 16 Kämpfen eine Niederlage hinnehmen. Der Verzicht auf den Start von Seifert, Jestädt und Manczyk gegen einen so schlagstarken Gegner verursachte die Niederlage, an der auch der Gerther Jakubowski als Verstärkung nichts zu ändern vermochte. Den schönsten Kampf des Abends gab es im Federgewicht zwischen Koch(.) und Sturm(.). Auch Jakubowski gefiel. Er mußte sein ganzes Können aufbieten, um den sehr gut veranlagten Reinert II auszupunkten. Wulff(.) war durch eine Armverletzung behindert, dagegen enttäuschte Bednarz im Mittelwicht. Die lange Ruhepause des Bochumers machte sich stark bemerkbar. Im Weltergewicht verriet Ostkamp eine schwache Form. Die Kämpfe: Papiergewicht: Manczyk III(.) unterlag nach Punkten gegen Koczila(.). Federgewicht: Koch(.) punktete Sturm(.) nach Punkten aus und Wulff(.) unterlag mit demselben Urteil gegen Sprafke(.). Leichtgewicht: Jakubowski(.=.) schlug Reinert II(.) nach Punkten. Mittelgewicht: Bednarz(.) verlor klar gegen Hillers(.) nach Punkten. Brandt(.) kam kampflos zu den Punkten, da sein Gegner nicht antrat. Weltergewicht: Thiemann (.) machte Unentschieden gegen Joosten(.) und Ostkamp(.) gab den Punktsieg an Melzer(.) ab. Halbschwergewicht: Jungkunst(Wattenscheid) verlor gegen Reinert I(.) nach Punkten. Hank fiegt „Einen feinen Doppelsieg feierte bei den gauoffenen Schwimmwettkämpfen des VfL. Kamen 54 Haak aus Linden=Dahlhausen. Er holte sich die 100 und 200 Meter Kraul in:06,3 bzw.:31,6. Neuer Vereinsführer bei Preutzen Bochum. Durch das Ausscheiden des früheren Vereinsführers aus dem Verein war eine Neuwahl des Vereinsführers notwendig geworden, die in der außerordentlichen Monatsversammlung in der Bürgergesellschaft erfolgt ist. Zum Vereinsführer wurde einstimmig der frühere Hauptkassierer des Vereins das langjährige Mitglied Fritz Rannenberg, gewählt. Stellvertretender Vereinsführer wurde August van den Hövel. Der Mitarbeiterstab des Vereins setzt sich folgendermaßen zusammen: Geschäftsführer: Martin Brüning. Spielausschuß: Ad. Rüger, G. Steinert, H. Lueg, Willi Pobl. Hauptkassierer: Alberi Rössel, 1. Kassierer: J. Goebel, 2. Kassierer: H. Puck. Aeltestenrat: August Szepanek, Gustav Jungmann. Karl Precht, Hans Weitkämper. Alfred Rauchbolz Ewald Schnittger. Heinrich Reich. Jugendausschuß: J. Koch, Richard Dettmar. In seiner Ansprache wies der neue Vereinsführer in der Hauptsache darauf hin, daß die durch das Frübjahrsunwetter völlig umgelegie Platzumzäunung dank dem tatkräftigen Zugreisen des stellvertretenden Vereinsführers August van den Hövel und des Jugendausschußmitgliedes Richard Dettmar, mit Hilfe von Spielern vollkommen wiederhergestellt werden konnte, so daß die Preußen in der kommenden Meisterschaft wieder auf eigener Scholle zu neuen Taten auf dem grünen Rasen starten können. Clairefontaine, 12. August. 1. Rennen; 1. Cadeau(Maubert), 2. Calorina, 3. Rhus, Toto: Sieg 40, Platz 15, 26, 18. Ferner: Joyeuse, Bronzino, Brigantin, Gattnaise, Pat. 2 Rennen: 1. Isengrin(Rochet), 2. Rallve Puisave, 3. Montagnac. Toto: Sieg 101. Platz 22, 11, 16. Ferner: Belluatre, Brulfor. Ma Récompense, Partinicio. La Guigne. 3. Reunen: 1. Sangaride(Sudlow). 2. Cap Corse, 3. Lucilla. Toto: S. 51. Platz 19, 21, 34. Ferner: Fadette, Tantivv. Mézique, Priortra, Transe II. Ganstar. Miß Moquette, Soupe au Lait, Danaide, Lady Uusula, Robe de Bue, Einderella. 4. Rennen: 1. Evolene(Rabbe), 2. Sadija. 3. Bremen. Toto: Sieg 89. Playz 35. 26. Ferner: Corsiote, Mocker, Lido II, Pellegrino. 5. Rennen: 1. Marimate(Vonwille), 2. Miero, 3. Estérelle. Toto: Sieg 38, Platz 15. 15. Ferner: Le Verger, Queen Liz. 6. Rennen: 1. Tanganika(Villecourt), 2. Grotte de Fingal, 3. Cuarnens. Toto: Sieg 31, Platz 17, 22. Unsere Voraussagen Dienstag, 13. August. Deauville: 1. Brunet— Stall Renier. 2. Que Cocotte— Rose of Persia. 3. Sa Parade— Raritv. 4. Cersaliste— Stall Rothschild. 5. Wizzard— Sanguinetto. 6. Royaume — Don X. Seite 10 Nr. 188 7 Bochumer Anzeiger 7 Dienstag, 13. August 1933 Bochumer Leben Wieviel Schulkinder sind in Bochum krank? 20 LSs Umterfachungenernnieien 13300 Krunthenen Ein Blick in die Arbeit des Bochumer Gesundheitsamtes in der Schulgesundheitspflege Das Gesundheitsamt der Stadt Bochum gibt über die Pflege der Schulgesundheit im Jahre 1934 einen Bericht heraus, nach welchem im Stadtbezirk Bochum in diesem Jahr für etwa 41 752 Kinder 34 Schulärzte tätig waren. Sie hielten 911 Schulsprechstunden; außerdem nahmen sie noch Reihenuntersuchungen vor, und zwar derart, daß in jeder Schule mindestens der erste Jahrgang, die Lernanfänger, der dritte Jahrgang auf seine Turnfähigkeit, und der letzte Jahrgang zur Berufswahl ganz durchuntersucht wurden. Insgesamt wurden 26 465 Kinder untersucht und bei ihnen 13 360 Krankheiten ermittelt. hohen Zahl ist zu berücksichtigen, eichte schlechte n..: dem haben mit Hilfe der Lehrerschaft die Kinder die Möglichkeit, gegen Bezahlung Milch oder Kakao in der 10=Uhr=Pause zu trinken. Bei dieser anscheinend daß fast ausschließlich leichte Erkrankungen und kleine körperliche Fehler, wie z. B. Zähne, in ihr enthalten sind. Ermittelt wurden z. 575 Fälle von Verlausung, 44 von Krätze und 1076 sonstige Hauterkrankungen. Ferner 1377 Fälle von Blutarmut, 1192 von Skrofulose, aber nur 49 Fälle von Tuberkulose. 649 Kinder waren mit Herzkrankheiten, 990 mit Augen=, 484 mit Ohrenerkrankungen behaftet. 2474 Kinder hatten schlechte Zähne und 315 leichte Wirbelsäulenverbiegungen. Die Zusammenarbeit zwischen Schule, Schularzt, Schulschwester und Familie war zufriedenstellend. Die ärztlichen Anordnungen wurden bis auf wenige Ausnahmen von den Eltern gut befolgt. Von 5251 Lernanfängern(2709 Knaben und 2592 Mädchen) wurden 209= 3,9 Prozent für ein Jahr vom Schulbesuch zurückgestellt. hauptsächlich wegen allgemeiner Körperschwäche(125), wegen Geistesschwäche(18) aber nur 4 wegen Tuberkulose. Bei den Kindern, die wegen körperlicher Unterentwicklung zurückgestellt wurden, handelt es sich um eine angeborene zarte und schwächliche Körperveranlagung, die nicht zu verwechseln ist mit Unterernährung. Der Schulbesuch, das längere Sitzen auf einer Bank und das Erfordern einer gewissen Konzentrationsfähigkeit führen eine zu schnelle Ermüdung dieser Kinder herbei. Die meisten von ihnen können deshalb dem Unterricht doch noch nicht auf die Dauer folgen. Es ist aus diesem Grunde besser, diese Kinder noch ein Jahr vom Schulbesuch zu befreien. Auffallend und erfreulich war das weitere Zurückgehen der Anzahl der mit Tuberkulose angesteckten Kinder. Die jährliche Kontrolle in einem Ortsteil hat ergeben, daß in früheren Jahren 20—18 Prozent der Kinder tuberkulose=infiziert waren; die Zahlen der letzten Jahre sind: 1932/33= 16 Prozent. 1933/34= 13,2 Prozent, 1934/35= 8,7 Prozent. Dieses Zurückgehen dürfte begründet sein in einer Abnahme der Tuberkulose überhaupt und in der besseren Entwicklung der Hygiene, Wohnung und Ernährung der Menschen. Die Kleidung und Beschuhung der Schulkinder war fast durchweg zufriedenstellend. Mehrfache Kontrollen ergaben auch, daß die Kinder bis auf ganz vereinzelte Ausnahmen ein genügendes Schulfrühstück von Zuhause mitgebracht hatten.— Hinsichtlich der Ernährung haben sich keine wesentlichen Mängel ergeben Es wird von allen Schulärzten berichtet, daß sich Größe und Gewicht der Kinder in normalen, durchschnittlichen Grenzen bewegen. Die ansteckenden Krankheiten zeigten im Berichtsjahre wiederholt erhebliche Steigerungen und zeitweise epidemieartigen Charakter. In einzelnen Schulbezirken wurden kleinere Epidemien von Windpocken, Ziegenpeter und Keuchhusten beobachtet. Im Oktober—November 1984 setzte eine über das ganze Stadtgebiet verbreitete Grippeepidemie ein. In dieser Zeit mußten fast alle Schulen für—14 Tage geschlossen werden. Die Grippe hatte durchweg leichten Charakter und heilte in kurzer Zeit ab. Ein bedrohliches Ansteigen zeigte ferner die Diphtherie. Ihrer Bekämpfung mußte daher erhöhte Arbeit und Aufmerksamkeit zugewandt werden. Besonderer Wert wurde darauf gelegt, daß die erkrankten Kinder sofort in Krankenhäusern i soliert wurden. Ferner wurde in der Familie und in den Schulklassen nach Bazillenträgern gefahndet. Bei Häufung von Erkrankungsfällen wurden sämtliche Kinder der betreffenden Klasse mit Rachen= und Nasenabstrichen durchuntersucht; einzelne Klassen wurden für mehrere Tage geschlossen und desinfiziert. Auch Scharlach wurde in erhöhtem Maße beobachtet und seine Weiterverbreitung durch sofortige Isolierung der Kranken und ihrer Geschwister und Desinfektion der Wohnung zu verhindern versucht. Die Zähne der Kinder waren im ganzen gut; Kinder mit krankhaften Gebissen wurden der Schulzahnklinik überwiesen, deren wirksame Tätigkeit überall festzustellen war und sich besonders bei den älteren Jahrgängen durch völlig gesunde Gebisse dokumentierte. Kinder mit aktiver Tuberkulose wurden ärztlicher Behandlung und der Beobachtung in der Lungenfürsorge zugeführt oder zu Kuren in Heilstätten entsandt. Wirbelsäulenverbiegungen bzw. =verkrümmungen wurden noch in erheblicher Zahl(315) beobachtet. Schwere Fälle wurden durch die Krüppelfürsorge fachärztlicher Behandlung zugeführt; für die leichteren Fälle besteht eine besondere Behandlungsmöglichkeit, durch Schulhilfsturnen in mehreren Stadtteilen. In den anderen Bezirken wurden für die sogenannten Rückenschwächlinge Erholungskuren durchgeführt, um so indirekt durch Kräftigung des Allgemeinzustandes die beginnende Erkrankung zu beseitigen. Kinderkuren wurden im Betriebsjahre 2116 durchgeführt, hauptsächlich in den städtischen Erholungsheimen Westherbede und Bad Rothenfelde. Eine Beschränkung der Unterrichtsstunden brauchte nur in 27 Fällen zu erfolgen, eine Befreiung vom Unterricht in 15 Fällen, dagegen mußte bei 334 Kindern krankheitshalber eine Befreiung vom Turnunterricht verordnet werden. Bei der Berufsberatung wurde das Ergebnis dem Arbeitsamt übermittelt. Eine genaue Statistik in einem Ortsteil ergab, daß 65 Prozent der Kinder voll berufsfähig, 21 Prozent bedingt berufsfähig und nur 14 Prozent noch nicht berufsfähig waren. Die Auslese der Kinder für das Landschuljahr kam Ostern 1935 neu hinzu.— Die Schulgebäude und ihre Einrich. tungen waren nach ärztlicher Auffassung im ganzen zufriedenstellend. Die Schulbäder werden von den Kindern im allgemeinen gern besucht und stellen eine wichtige hygienische Maßnahme der Schule dar. Befreiungen vom Schulbaden brauchten nur vereinzelt bei solchen Kindern vorgenommen zu werden, die leicht zu Erkältungskrankheiten neigen. Kinderspeisungen wurden auch in diesem Winter von privaten Seiten durchgeführt. So gab z. B das Mutterhaus vom Roten Kreuz in Langendreer 8 Monate lang täglich an je 60 Kinder ein kräftiges, warmes Mittagessen aus. AußerEier=Kennzeichnungsstelle in Bochum Die auf Grund der Anordnung des Reichsbeauftragten und mit Zustimmung des Reichsernährungsministers durchgeführte Organisation zur Regelung des deutschen Eiermarktes kann nunmehr als abgeschlossen gelten. In den Landesbauernschaften des Reiches bestehen nach dem neuesten Stand vom Juni 1925 insgesamt 1042 Eier=Kennzeichnungsstellen und 1218 Einzelerzeuger mit Kennzeichnungsverpflichtung. Die Stadt Bochum gehört gebietsmäßig zur Landesbauernschaft Westfalen und in der Eierwirtschaft zum Eierverwertungsverband 6 Rheinland=Westfalen mit dem Sitz in Essen(Ruhr). Hinsichtlich der Ei rverwertung wird die Stadt Bochum und das Gebiet der Landesbauernschaft Westfalen von 199 EierKennzeichnungsstellen(Genossenschaften, Händler, Hühnerfarmen=Einzelerzeuger), die sich aus dem Wirtschaftsbezirk 6 Rheinland=Westfalen zusammensetzen, beliefert und betreut. In Bochum ist nur ein Einzelerzeuger mit der Wirtschaftsbezirk=Kennummer 6 Rheinland=Westfalen und der Erzeuger=Kennummer 104 vom Reichsbauernführer anerkannt und bestimmt worden. Die Erzeuger=Kennummer 104 hat Hühnerhalter Gebr. Winkelmann, Bochum 7, Stiepeler Straße 194. Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung werden die Leiter der Landjahrheime angewiesen, den Ortspolizeibehörden eine Liste der in den Heimen befindlichen Landjahrpflichtigen vorzulegen, die Namen, Vornamen, Geburtsdatum und Geburtsort sowie die letzte Wohnung enthalten muß, und in Ergänzung der Liste laufend jeden Ab= und Zugang zu melden. Waldfest des Eisenbahnvereins Präsident Bochum=Nord— Der Eisenbahnverein veranstaltete am verflossenen Sonntag ein Waldfest im Wäldchen des Landwirts Hautkapp in Bochum=Querenburg. Bei herrlichem Wetter war der Besuch sehr zahlreich. Vom Straßenbahndepot zog ein Teil der Vereinsangehörigen und Gäste um 13.30 Uhr unter Vorantritt der Musik ab, während andere zur Hinfahrt Autobusse benutzten. Man hatte zum Waldfest mit so viel Besuch gar nicht gerechnet. Im Walde wurden Kaffee und Kuchen und später Bier verabfolgt. Schnell entwickelte sich in den Anlagen ein frohes Leben und Treiben mit Sacklaufen, Klettern usw. Die Musikkapelle wartete mit guter Musik auf. Mädel sorgten durch Reigen und Spiele für Abwechslung.„Onkel Albert“ sorgte für das Vergnügen der Jugend. Am Abend wurde mit Musik und brennenden Lampions der Heimweg angetreten. Unglaubliche Tierquälerei. Auf einem in der Ehrenfeldstraße ereignete sich ein Fall unerhörter Tierquälerei. Ein junger Bursche trieb eine Hauskatze in eine Grube mit ungelöschtem Kalk so Tier beide Augen ausgebrannt wurden. schärfste Bestrafung verdient! daß dem Eine Tat, die Bochumer Verbände und Vereine polizeiliche Anmeldung der Landjahrpflichtigen Landjahrpflichtige, die sich in ein Lager begeben, unterliegen der polizeilichen Meldepflicht nach den§§ 2 und 3 der Polizeiverordnung, weil sie einen länger als zwei Monate dauernden Aufenthalt nehmen. In einem Runderlaß ersucht jedoch der Reichs= und preußische Innenminister, von der Durchführung der Meldepflicht gegenüber Landjahrpflichtigen abzusehen. Durch einen Erlaß des Reichs= und preußischen Ministers für Worte Westfalen und Rheinprovinz Theaterverein„Volksbühne". Der bühne" Bochum 1901(ehemals„Sildona",„Gute Hoffnung") hatte seine Mitglieder für Samstag zur Versammlung laden zum Vereinsheim Bosser, Bessemerstraße. Alle Vereinsmitglieder waren erschienen. Der zweite Vorsitzende Theo Köppe in seiner Eigenschaft als Ortsreferent des Bochumer Ortsringes NS.=Kulturgemeinde„Volkstum und Heimat“ eröffnete die Sitzung mit dem Deptschgzgr##### gab dann die Tagesordnung bekannt. Der langjahrige Spieileiter Gustav Wetzstein wurde einstimmig zum ersten Vorsitzenden gewählt. Der erste Spieltag„Die zärtlichen Verwandten“ wurde auf den 29. September und„Bauern in Not“ auf den 24. November festgelegt. Kollege Theo Köppe schilderte die Verdienste des langjährigen Kämpen Kersting, der 45 Jahre lang schon für die Volksbühnenkunst gewirkt hat, und überreichte ihm im Namen des Vorstandes und des Vereins einen Klubsessel nebst Blumenstrauß. Der MGV.„Altpreußen“ unter sicherer Stabführung des Herrn Pauli, brachte dem Jubilar ein Ständchen. der erste Spielleiter des Vereins, Hans Gewecka Dankes auf den Jubilar Kersting. Auch sprach 41900 Etwerdeise erhienen Arden! Der Arbeitseinsatz in Westfalen im Juli durch die günstige Witterung geförderte täglichen AusDortmund, 12. August. Wie der Präsident des Landesarbeitsamtes Westfalen mitteilt, ist die günstige Entwicklung des Arbeitseinsatzes im Bezirk des Landesarbeitsamtes Westfalen auch im Monat Juli nicht unterbrochen worden. Der Rückgang der Zahl der Arbeitslosen erfolgte ungefähr im gleichen Umfange wie im Vormonat, und zwar ist eine abermalige Abnahme der Zahl der Erwerbslosen um rund 11300 zu verzeichnen. so daß die Gesamtzahl der in Westfalen am Ende des Berichtsmonats vorhandenen Arbeitslosen noch rund 145 000 beträgt. Ein Vergleich des Rückganges in den Monaten Juli gegenüber Juni des Vorjahres(rund 3000) zeigt, daß infolge der stetig fortschreitenden Festigung der Wirtschaftslage und trotz der in den vorhergehenden Monaten bereits erfolgten zahlreichen Einstellungen in diesem Jahre der Rückgang in dem gleichen Zeitraum ungefähr das Vierfache beträgt. Die Abnahme der Zahl der Unterstützungsempfänger ist mit rund 10 400 fast ebenso groß, die Zahl der Empfänger von Arbeitslosen= und Krisenunterstützung ging um rund 5000, die der Wohlfahrtsunterstützungsempfänger um rund 5400 zurück. Die Gesamtzahl der Abgange an Arbeitslosen erfährt noch eine weitere Steigerung dadurch, daß auch im Monat Juli wiederum rund 2200 Notstandsarbeiter abberufen wurden. Die Zahl der bei Notstandsarbeiten beschäftigten Arbeitslosen beträgt somit zur Zeit rund 18600. Der gleichmäßige Fortgang der seit Monaten sich durchsetzenden günstigen Gesamtentwicklung der Wirtschaft hat damit für den Arbeitseinsatz ein durchaus befriedigendes Ergebnis gebracht. Dabei hat, nachdem im vergangenen Monat von den Außenberufen lediglich das Baugewerbe das Schwergewicht des Einflusses bildete, in diesem Monat die Aufnahmefähigkeit der Landwirtschaft wieder wesentlich zur Entspannung der Arbeitsmarktlage beigetragen. Da außerdem der anhaltend gute Beschäftigungsgrad des Baugewerbes sich auf sehr viele Zweige der weiterverarbeitenden Industrie über die konjunkturelle Entwicklung hinaus günstig auswirkte, konnte auch diese in stärkerem Umfange neue Arbeitskräfte aufnehmen. frühDer so Beginn der Erntearbeiten stellte in verstärktem Maße die Arbeitsämter vor die Aufgabe, den zahlreichen Anforderungen von landwirtschaftlichen Arbeitskräften zu entsprechen. Da die gewünschten jugendlichen Arbeitskrafte selbst bei den Arbeitsämtern des Ruhrbezirks, infolge bereits erfolgter Unterbringung in der Landwirtschaft oder wegen Ableistung des Heeres= und Arbeitsdienstes, nicht mehr in dem erforderlichen Umfange zur Verfügung stehen, erfolgte die Deckung des Bedarfs an Erntearbeitern erfreulicherweise unter stärkerer Hinzuziehung der älteren Arbeitslosen. Der ebenfalls wieder gesteigerte Bedarf an Landhelfern konnte, da aus dem oben angeführten Grunde die Zahl der erwerbslosen Jugendlichen bereits stark zurückgegangen ist, dagegen nicht ohne Schwierigkeiten gedeckt werden. Oberbürgermeister Dr. Banike lockert die Vorschriften für die Rückerstattung von Zursorgelosten Dortmund, 11. August. Durch den Erlaß des Reichsarbeitsministers vom 12. November 1934 wurden für die Bezirksfursorgeverbände allgemeine Rahmenvorschriften geschaffen, nach denen in bestimmten Fällen ehemalige Fursorgeempfänger von der Kostenersatzpflicht freigestellt wurden. Bei der Durchführung des Erlasses haben sich aber verschiedene Härten ergeben. Wenn es in dem Erlaß hieß, daß Kostenerstattung nur noch dann gefordert werden soll, wenn das Bruttoeinkommen das Dreifache des Richtsatzes der allgemeinen Fürsorge übersteigt, so lag darin eine gewisse Härte, denn der Unterstützungsrichtsatz ist ein Netto= und kein Bruttosatz. Oberburgermeister Dr. Banike hat daher angeordnet, daß in Zukunft das Nettoeinkommen der Berechnung zugrunde gelegt werden soll. Eine weitere Härte ist bei den Ledigen zutage getreten. Auch bei den Ledigen ist auf Anordnung des Oberbürgermeisters ein Härteausgleich geschaffen worden, so daß sich in Zukunft die Erstattung von Fürsorgekosten für die davon betroffenen Volksgenossen in erträg Grenzen hält. Eine weitere Milderung ist eine dehnung der Schonfrist. Wer öffentliche Fürsorge erhalten hat, darf vor Ablauf von sechs Monaten nach der Arbeitsaufnahme nicht zur Kostenerstattung herangezogen werden. Diese Schonfrist hat der Oberburgermeister für diejenigen, die noch Angehörige zu unterhalten haben, um zwei Monate für jeden unterhaltsberechtigten Angehörigen verlängert. Ein Ehepaar mit zwei Kindern würde also eine Schonfrist von einem Jahr, statt bisher sechs Monaten, haben. Diese Maßnahmen werden sicherlich von den davon Betroffenen freudig begrüßt werden. Hitler=Eiche geschändet Holzwickede, 12. August. Ruchlose Hände haben in der Nacht zum Donnerstag der Hitler=Eiche, die an der Vierwegekreuzung nach Billmerich gegenüber dem Heiligenbaum seit zwei Jahren ihren Ehrenplatz hatte, die Krone abgesägt. Die ganze Bevölkerung beseelt nun der eine Wunsch, daß es den Bemühungen der Polizei gelingen möge, den oder die gemeinen Burschen recht bald ausfindig zu machen. Die Ortsgruppe Holzwickede der NSDAP. hat 100 Mark Belohnung auf die Ergreifung des Täters ausgesetzt, die Gemeinde Holzwickede 400 Mark. Vom Lastkraftwagen zermalmt Als„blinder Passagier“ auf dem Anhänger gefahren. Gütersloh, 12. August. Ein schwerer Verkehrsunfall forderte auf der Bielefelder Landstraße kurz vor der Kreuzung mit der Teutoburger=Wald=Eisenbahn ein Menschenleben. Der Metzgerlehrling Schiduch aus Bösingfeld wollte nach Herne. Er hatte sich als„blinder Passagier“ auf verschiedenen Lastkraftwagen bis nach Gütersloh durchgeschmuggelt. Kurz vor der Stadt wollte er von dem in voller Fahrt befindlichen Anhänger abspringen. Er fiel dabei von der Verbindungsstange und wurde von dem rechten Hinterrad des Anhängers erfaßt. Dabei wurde dem Unglücklichen der Kopf buchstäblich zermalmt. Den Führer des Wagens trifft keine Schuld, da er erst nach dem Unglück von dem blinden Passagier erfuhr. Die Geliebte und dann sich selbst erschossen Euskirchen, 12. August. Eine blutige Liebestragödie spielte sich am Sonntag nachmittag gegen 18 Uhr im benachbarten Kirchheim ab. Ein 26jähriger Mann, der mit seiner 23 Jahre alten Geliebten im Walde spazierenging, zog plötzlich einen Revolver und streckte seine Begleiterin durch einen Schuß in den Kopf nieder. Das unglückliche Mädchen war auf der Stelle tot. Dann jagte sich der Täter einen Schuß in den Kopf, der ebenfalls seinen sofortigen Tod zur Folge hatte. Der Grund zur Tat dürfte auf Eifersucht zurückzuführen sein. Feuerwehrauto verunglückt Ein Toter, mehrere Verletzte. Duisburg, 12. August. Ein Mannschaftsauto der Freiwilligen Feuerwehr des Hochfelder Löschzuges wurde am Samstag abend an einer Straßenkreuzung durch Zusammenstoß mit einem Personenauto aus der Fahrbahn geschleudert und gegek eine Mauer geworfen. Drei Feuerwehrleute gerieten unter den Wagen und erlitten schwere Quetschungen und Knochenbrüche. Einer von ihnen ist bereits an den Folgen eines Doppel=Schädelbruches gestorben. Das Personenauto wurde um seine Achse geschleudert, ohne daß von den Insassen jemand verletzt wurde. Ein herbeieilender Knabe mit einem Fahrrad stürzte so unglücklich, daß ihm die Lenkstange in den Hals drang und er lebensgefährlich verletzt ebenfalls ins Krankenhaus gebracht werden mußte. Verkehrsunglück durch unachtsames Ein Kind getötet, vier Personen verletzt. Dortmund. 12. August. Montag vormittag kam es auf dem Ruhrschnellwea in Lütgendortmund durch die Unachtsamkeit eines Knaben zu einem schweren Verkehrsunfall. Als ein von einem Friedrich L. aus der Herkulesstraße in Essen gesteuerter Personenkraftwagen die Straße befuhr, lief ein Knabe direkt vor den Kraftwagen. Beim Ausweichen geriet der Wagen ins Schleudern und fuhr schließlich auf den Bürgersteig in eine Gruppe spielender Kinder. Der Wagen überschlug sich. Die vierjährige Ingrid Sauer wurde auf der Stelle getötet, ihre 13jährige Schwester Walfried erlitt Verletzungen im Gesicht, während der sechsjährige Willi Scholz schwere innere Verletzungen davontrug. Der Insasse des Personenkraftwagens, Bergassessor K. aus der Schubertstraße in Essen, trug einen Sehnenriß am rechten Knie davon, der Lenker des Wagens wurde im Gesicht verletzt. Die polizeilichen Ermittlungen sind im Gange. Front gegen jüdische Anmaßung Halle i.., 12. August. Der Kreisleiter von Halle i.., Mierig, weist alle Volksgenossen, die als rassebewußte Deutsche anerkannt werden wollen, darauf hin, daß das Kaufen in jüdischen Geschäften und die Inanspruchnahme jüdischer Aerzte und Rechtsanwälte Verrat am Volke und der Nation bedeutet. Er fordert weiter auf, keinem Handwerker, keinem Geschäftsmann oder sonst einem Volksgenossen eine Arbeit oder Lieferung zu übertragen, der bzw. dessen Familienangehörige noch mit Juden Verkehr pflegen. SSee„* a Vnd Der Flachs wird ausgezogen Auf Veranlassung der Regierung haben auch die Bauern im Industriebezirk in Verfolg der Erzeugungsschlacht versuchsweise den Flachs angebaut. Der Staat stellte den Leinsamen zur Verfügung. 60—70 Pfund gingen auf einen Morgen. Er wurde mit der gewöhnlichen Drillmaschine gesät. Etwa 100 Tage braucht die Aussaat, bis sie reif ist. Man säte den Samen so, daß die Ernte außerhalb der Getreideernteperiode fiel. Jetzt, nachdem Gerste, Roggen und Weizen eingefahren Das Binden des Flachses sind, kann man ans Flachsziehen oder Raufen rangehen. Viele Arbeitskräfte sind hierzu vonnöten. Denn der Flachs wird nicht, wie das Getreide geschnitten, sondern es handelt sich hier um regelrechte„Handarbeit". Er muß mit der Hand samt Wurzel ausgezogen werden, und zwar vorsichtig, damit die Flachsstengel nicht brechen(d. h. vorläufig, nicht brechen), auch Unkraut darf nicht mit dabei sein. Zum Trocknen wird dann der Flachs auf dem Felde ausgelegt, nach phot.: Z. Mietzarek In Reih' und Glied stehen die Stiegen 24 Stunden gebunden und gleich zu Stiegen aufgestellt. in deren Form er noch viele Tage stehen bleibt, damit er„röstet". Eingefahren wird der Flachs vom hiesigen Bauern nicht, sondern gleich zur Bahn gebracht, wo er zur weiteren Verarbeitung in Fabriken wandert. Unsere Aufnahmen sind auf einem Flachsfelde in Großholthausen bei Annen gemacht. Seite 11 Nr. 188 7 Bochumer Anzeiger„ Dienstag, 13. August 1933 Nachrichten aus Kleine Keldungen aus den=Siadienen Stadtteil Altenbochum 75 Jahre alt. Der Gärtnereibesitzer Heinrich Zutterley begeht heute seinen 75. Geburtstag. Er erfreut sich bester Gesundheit und ist noch täglich in seinem Betriebe tätig. Trotz seines Alters übt er seine ehrenamtliche Tätigkeit als Armenpfleger jetzt noch mit Umsicht und Liebe aus. Sein Humor und sein aufrichtiges Wesen schufen ihm viele Freunde. Möge ihm ein langer und sonniger Lebensabend beschieden sein. Stadtteil Laer Reichsluftschutzbund. Die Gewinnliste der gezogenen Luftschutzlotterie ist eingetroffen und kann bei folgenden Amtswaltern eingesehen werden: Otto Renzing und Fritz Werner, Werner Hellweg, Heinrich Schäfer, Dannenbaumstraße, Conrad Meister, Uemminger Straße, Beckmann und Heiermann, Laerfeldstraße. Bürgerschützenverein. Im Saale der Witwe Möller hielt die 2. Kompagnie eine sehr gut besuchte Versammlung ab, die von Kompagnieführer Hauptmann Josef Müller eröffnet wurde. Bataillonsführer Schuth und der neue König Josef I. hielten Ansprachen. Kindererholung. Am Freitag traf ein Transport erholungsbedürftiger Kinder aus Ostpreußen ein. Für die Kinder wurden vom Hauptverband heimattreuer Ost= und Westpreußen bei den Landsleuten Freistellen beschafft. Im Ortsteil Laer wurden zwei Mädchen untergebracht, und zwar je eins beim Leiter des Vereins heimattreuer Ost= und Westpreußen Saxarra und beim Kaufmann Rogge. Die Kinder fühlen sich ganz wohl. Steuerkalender. Am Freitag, 16. August, von 15 bis 18 Uhr, können auf der Verwaltungsstelle, Hemkestraße 5, alle für die Stadtkasse bestimmten Steuern gezahlt werden.— Für die Kirchensteuern der Kirchengemeinde Uemmingen findet am 23. August, von 9 bis 12 Uhr und von 14 bis 17 Uhr, ein Hebetermin in der Wirtschaft Kuhweide statt. Stadtteil Langendreer Wanderpreisschießen. Das Wanderpreisschießen des Kreis=Kriegerverbandes Bochum Land wurde auf dem Scheibenstande Hiby auf der Kaltenhardt ausgetragen. Ungefähr die Hälfte der Vereine war erschienen und hat ihre Aufgaben erfüllt. Am Samstag und Sonntag wird der Schlußkampf stattfinden. Die beste Schußleistung erzielte bisher die Kriegerkameradschaft Kaltehardt, die auf der 24er=Scheibe 69,8 Ringe schoß. Die von dem verstorbenen Bergwerksdirektor Schulze=Velling= hausen und Bergwerksdirektor Wisselmann gestifteten Pokale verteidigen die Kriegerkameradschaft Weitmar und die 2. Kompagnie aus Harpen. Die Ergebnisse der übrigen Vereine: Kameradschaft Hordel 68,5 Ringe, von Hindenburg Altenbochum 66, Weimar Neuling 68,7, Gardeverein Werne 65,6, Kompagnie Krone Langendreerholz 67,5, 2. Kompagnie Harpen 66,5, Bärendorf=Brantrop 62,5, 1. Kompagnie Harpen 67,4, Gardeverein Langendreer 62, ehemalige 53er 66,2, Kameradschaft Somborn 68,2, Kameradschaft Hohenzollern Langendreer 67 Ringe. Stadtteil Werne Sommerfest. Die Artilleriekameradschaft veranstaltete Sonntag in den Gartenanlagen der Wirtschaft Ewald das traditionelle Sommerfest, zu dem die Kameraden mit ihren Angehörigen sehr zahlreich erschienen waren. Bei Darbietungen mancherlei Art verlebte man frohe Stunden in echter Kameradschaft. Neuer Schießstand. Der Bürgerschützenverein Werne wird in den nächsten Tagen mit dem Bau eines neuen Scheibenstandes beginnen. Das Gelände befindet sich unterhalb der Zeche„Robert Müser", gegenüber der Wirtschaft Pauli. Vorgesehen ist die Errichtung eines Scheibenstandes von 300 Meter Länge. Stadtteil Harpen In gesegnetem Alter. Witwe Margarete Post, geb. Werkmann, verw. Weites, Harpener Hellweg 189, begeht am Dienstag, 13. August, ihren 75. Geburtstag in Gesundheit und Rüstigkeit. Sie wurde am 13. August 1860 zu Ostellingwerf in Holland geboren. Seit dem Jahre 1906 ist sie in Harpen ansässig. Ihr Ehemann wurde ihr im Jahre 1925 im Alter von 73 Jahren durch den Tod von der Seite gerissen, ebenfalls ist ein Mädchen im Kindesalter gestorben. Sie ist ein langjähriges und treues Mitglied der Evangelischen Frauenhilfe Harpen und des evangelisch=holländischen Frauenvereins für das Ausland in Bochum. Zwei Töchter, drei Söhne, 15 Enkel und drei Urenkelkinder können der Hochbetagten ihre Glück= und Segenswünsche überbringen. Stadtteil Hiltrop Zur letzten Ruhe bestattet. Am Montag nachmittag wurde auf dem Hiltroper Friedhof der Invalide Voß zu Grabe getragen. Er war einer der ältesten Bürger des Stadtteiles und konnte mit seiner Gattin vor einem halben Jahre das Fest der goldenen Hochzeit feiern. Der Verstorbene erfreute sich in Hiltrop allgemeiner Beliebtheit und Hochachtung, und die Beteiligung der Volksgenossen beim Leichenbegängnis war stark. Der Knappenverein sowie die Kriegerkameradschaft HiltropBergen gaben dem Verstorbenen das letzte Geleit. Pfarrer Fortmann hielt die Grabrede. Stadtteil Grumme=Böde Silberhochzeit. Die Eheleute Ingenieur Josef Amboom, Heckertstraße 20, feiern heute ihre silberne Hochzeit. Dem allseitig beliebten Jubelpaar auch unseren Glückwunsch. Stadtteil Weitmar Schrebergarten„Engelsburg“. Auch der im Schatten der Zechenanlagen von„Engelsburg liegende Schrebergarten an der Hammer Straße in Weitmar=Nord endgültig abgebrochen. Die noch stehenden Gebäude sollen restlos verschwinden. Hatte man die Hoffnung, diese Zeche, die noch über einen guten Kohlenvorrat verfügen soll, werde noch einmal wieder in Betrieb gesetzt, so wird man sie nun wohl fahren lassen mussen. „Marianne und Steinbank",„Hasenwinkel" und„General“, drei Zechen, die früher von großer Bedeutung für das Wirtschaftsleben unseres Bezirks waren, gehören der Vergangenheit an. Stadtteil Wiemelhausen Sommerfreuden im Kleingärtnerverein Wiemelhausen. Die hübsche Kleingartenanlage gegenüber der Petrikirche hat sich in der kurzen Zeit ihres Bestehens recht nett herausgemacht und verdient es, auch besucht zu werden. Am verflossenen Sonntag war dieser Schrebergarten ebenfalls erfüllt von fröhlichem Leben und Treiben. Besonders den Kindern wurden schöne Stunden bereitet durch Veranstaltung eines Kinder=Schützenfestes. Schützenkönig wurde Wilm I(Lübbert), der sich zur Königin Margarete I.(Eisenberg) erkor. Bis in die späten Abendstunden hinein war der Kleingarten erfüllt von Frohsinn und Freude. Stadtteil Linden=Dahlbausen Lindener Kriegerkameradschaft beim Abschiedsfest des alten Bezirksverbandes. Die Kriegerkameradschaft.= Linden, die bekanntlich nach der Neuorganisation im Kriegervereinswesen vom alten Bezirksverband Hattingen zum neuen Kreisverband Groß=Bochum gekommen ist, nahm am Sonntag in einer beachtlichen Stärke an dem letzten Verbandsfest des alten Krieger=Bezirksverbandes teil, das in Verbindung mit der goldenen Jubelfeier der Kriegerkameradschaft in Durchholz stattfand. Unter der Führung der Kameraden Ernst Wolff und Neuhaus(Bochum=Linden) ging es von Linden aus mit einem Autobus nach Durchholz. Nach einem Festzug und einer Gedenkstunde am Kriegerehrenmal versammelten sich die Kameradschaften in dem großen Festzelt auf Sonnenscheins Wiese. Kamerad Ernst Wolff (Bochum=Linden) übermittelte hier als Vertreter des Kreisverbandes die besten Gluckwunsche des Kyffhäuserbundes. Im Mittelpunkt der Ausführungen des Kameraden Wolff(Bochum=Linden) aber stand die Ehrung einiger verdienter Jubilare. Für 50jährige Mitgliedschaft in der Kriegerkameradschaft konnte Kamerad Wolff den alten Kriegern Fritz Pilgrim, Rudolf Schneider, Heinrich Klug und Rudolf Eversber g. die zusammen das beachtliche Alter von 317 Jahren haben, das goldene Kyffhäuserabzeichen überreichen. Stadtteil Baak=Sundern Feierstunde in der Deutschen Arbeitsfront. In der Gaststätte Krollmann in Baak hielt die Deutsche Arbeitsfront am Samstag abend eine besondere Feierstunde ab, die sehr gut besucht war und in deren Mittelpunkt ein Vortrag des Kreisleiters Röttger stand. Nach herzlichen Grußworten des Ortswalters Stötzel vollzeg sich zunächst der feierliche Fahneneinmarsch, dann sang die Singschar„Rote Erde“ einige Lieder. BDM. und HJ. umrahmten die Veranstaltung durch passende Darbietungen. Kreiswalter Röttger sprach über Ziele und Aufgaben der Arbeitsfront. Schießsportverein„Diana“. Am Sonntag nahmen drei Gruppen des Schießsportvereins„Diana“ an dem Kreismeisterschaftsschießen der Kleinkaliberschießvereine teil. Das Schießen fand auf dem Volkssportplatz an der Castroper Straße statt. Vom Schießsportverein„Diana' blieb der Vereinsführer Heinrich Köster mit 92 Ringen der beste Schütze. Schwer gestürzt. Am Freitag kam auf der abschüssigen Blankensteiner Straße hinter dem Breukerholz ein Radfahrer so schwer zu Fall, daß er mit dem Krankenauto ins Krankenhaus eingeliefert werden mußte. 1802 1809 1902 13. wurde der Dichter Nikolaus Lenau Niembsch Edler von Strehlenau) in Csatäd im Banat (jetzt Lenauheim) von deutschen Eltern geboren sand, nach Studium und dichterischen Versuchen in Wien, 1831 freundliche Aufnahme im schwäbischen Dichterkreise. Namentlich Justinus Kerners Haus in Weinsverg wurde ihm, nach kurzer Betätigung als Farmer in Amerika, zur zweiten Heimat, abwechselnd mit Stuttgart und Wien. Er starb am 22. August 1850 in der Heilanstalt Oberdöbling. Unter seinen unvergänglichen lyrischen Perlen sind„Lieblich war die Maiennacht", die„Schilflieder",„Nächtlich zürnt der Himmel im Gewitter“ allbekannt. ersocht Andreas Hofer seinen dritten Sieg am Berge Isel, den letzten vor seiner Preisgabe in Wien, durch den er noch den mit 40000 Mann eingerückten französischen Marschall Lesevre zwang, Tirol und Salzberg wieder zu räumen. Otto Leve, erster Direktor des Kokssyndikats in Bochum(aus ihm ging später das Rheinisch=Westsälische Kohlensyndikat hervor), gestorben. Veisthung dei HoroiniOßsei Die Beerdigung der am Leben verzweifelten Ehefrau Maria Waterkotte aus der Straße Am Lakenbruch in Hordel, die auch ihre beiden Kinder mit in die Ewigkeit nahm, fand gestern nachmittag auf dem Hordeler Friedhof statt. Ungemein stark war die Beteiligung aus allen Bürgerkreisen an dem Leichenbegängnis. Besonders stark war die Anteilnahme an dem tragischen Geschick der beiden unschuldigen Kinder. Nachdem an der katholischen Kirche an der Hannoverstraße die Einsegnung der Leichen stattgefunden hatte, setzte sich der gewaltige Trauerzug in Bewegung. Kein Auge blieb trocken, als die beiden weißen Kindersärge in die offene Gruft gesenkt wurden. Anschließend fand dann die Beisetzung der Mutter statt. Die Beerdigungszeremonien nahm Vikar Bröger vor. Kleine weißgekleidete Mädchen legten Blumensträuße an den Gräbern der so jäh aus dem Leben geschiedenen Kinderchen nieder. Der geschiedene Ehemann blieb der Beisetzung fern. * Im Silberkranz. Die auf der Magdeburger Straße wohnhaften Eheleute Angestellter Friedrich Heermann und Frau, Gertrud geb Milferstedt, feierten im Kreise von vier Kindern das schöne Fest der silbernen Hochzeit. Erntedank. Die Erntearbeiter und=arbeiterinnen des Gutes Tahlhausen werden auch in diesem Jahre als Abschluß der Ernte einen-Ausflug unternehmen. Krieger= und Landwehrkameradschaft. Die Versammlung am Sonntag wurde vom stellvertretenden Vereinsleiter Bergmann geleitet. Ueber das Verbandsschießen entspann sich eine rege Aussprache. Mitte September soll es auf dem Schießstand an der Hüllerbachstraße ein fröhliches Biwakleben geben. Bund heimattreuer Ost= und Westpreußen. Die Sonntagsversammlung wurde vom Landsmann Gollub geleitet. Die Vereinsangelegenheiten wurden reibungslos erledigt. An die Versammlung schloß sich ein gemütliches Beisammensein an. Personalnachrichten Heute wird Frau Wwe. Wilhelmine MenseKönig 79 Jahre alt. 40 Jahre war sie als Hebamme tätig und hat so manche Stunde bitteren Ernstes, aber auch der hellsten Freude erlebt. Sie fühlt sich noch wohlauf und verbringt ihren Lebensabend bei ihrer Tochter, Ferdinandstraße 13. Landgerichtsrat Weustenfeld aus Essen wurde zum Landgerichtsdirektor in Bochum ernannt.— Amtsgerichtsrat Dr. Becker beim Arbeitsgericht in Bochum ist gleichzeitig zum Amtsgerichtsrat bei dem hiesigen Amtsgericht bestellt. In gesegnetem Alter Auf dem Wege zur Arbeit verunglückt. Als der Zechenarbeiter Bernhard., Hordeler Straße, zu seiner Arbeitsstätte gehen wollte, rutschte er auf der Günnigfelder Straße über dort liegendes Kartoffellaub aus und wurde mit Verletzungen im Rücken und einem Knöchelbruch dem Bergmannsheil in Bochum zugeführt. Stadtteil Hofstede=Marmelshagen Hohes Alter. Witwe Maria Seilert, geb. Berfeld, Riemker Straße, feierte in Frische und Rüstigkeit ihren 70. Geburtstag. Von ihren vier Kindern leben noch drei Töchter. Bei der jüngsten verbringt sie ihren Lebensabend. Stadtteil Hamme Ehrentafel des Alters. Frau Johanna Schmitz, Von=der=Recke=Straße, feierte am Montag in Frische und Rüstigkeit ihren 76. Geburtstag. Das Goldene Buch in Hamme. Das Goldene Buch für die Errichtung eines Ehrenmales für die im Weltkrieg gefallenen Helden ist in Auftrag gegeben und wird kunstlerisch angefertigt. Kinderschützenfest. Auf der Dorstener Straße feierten am Montag die Kinder ihr Schutzenfest. Sie hatten sich ein kleines Festzelt errichtet, in dem fröhliche Stimmung herrschte. Schützenkönig wurde Helmut Backwinkel, der sich Hilde Mertens zur Königin erkor. Bei allerlei Spielen, Milch und Kuchen verlebten die Kinder frohe Stunden. Neue Straßendecke. Die Overdykerstraße hat in ihrem Teilabschnitt vom Schlageterring bis zur unteren Heidestraße in den letzten Wochen eine neue Straßendecke und Kanalisation erhalten. Die Straße befand sich in sehr schlechtem Zustand, so daß die ausgeführten Arbeiten von allen Seiten freudig begrüßt werden. Wasserrohrbruch. An der Ecke Herner und Emscherstraße entstand ein Wasserrohrbruch. Die Ausbesserungsarbeiten wurden am Montag morgen sofort in Angriff genommen. Ein bekannter Altenbochumer Mitburger, Johann Jabow, begeht heute seinen 75. Geburtstag. 35 Jahre lang hat er in der Grube gearbeitet, treu und fleißig. Sieben Söhne schickte er im Weltkrieg ins Feld, davon kehrte einer nicht zurück. Vor zwei Jahren konnte der Hochbetagte mit seiner Lebensgefährtin die goldene Hochzeit feiern. Zehn Kinder und 14 Enkelkinder bringen dem Jubilar heute ihre Glück= und Segenswünsche dar. Aus dem Nachbargebiet Personentrastwagen unn zehn Personen=Verunglacki Sämtliche Insassen verletzt in dem dichtbesiedelten Ortsteil am westlichen Rande unserer Stadt darstellt, sah bei dem schönen Wetter einen zahlreichen Besuch. Es war ein stetes Kommen und Gehen zwischen den schmucken Gartenbäuschen und in den gepflegten Anlagen. Musikalische Darbietungen sorgten für die Unterhaltung der vielen Gäste. Erst spät am Abend wurde es allmählich still in den Gärten. Eine Zechenanlage verschwindet. Die schon vor einem Jahrzehnt stillgelegte Zeche„General“ wird nunmehr Sonntag ereignete sich auf der Ardeystraße in Witten=Annen ein schwerer Verkehrsunfall. Ein mit zehn Personen besetzter Personenkraftwagen fuhr aus bisher noch unbekannten Gründen gegen einen Baum und überschlug sich. Sämtliche Insassen wurden verletzt und von einem hinzugekommenen Personenkraftwagen in das Marienhospital gebracht. Von den Verletzten konnten sechs Personen wieder entlassen werden. Die übrigen Verletzten befinden sich noch im Krankenhaus. Die Schuldfrage muß noch geklärt werden. * Zwei Festnahmen. Wegen Körperverletzung wurde ein 47jähriger Schlosser von hier festgenommen und in das Polizeigefängnis eingeliefert. In Schutzhaft genommen wurde ein 18 Jahre alter schwachsinniger Mann aus Kölpin(Pommern), der seit dem 8. Juli vermißt wurde. Freitod. In seiner Wohnung hat sich am 10. August ein älterer Mann von hier erhängt. Der Grund zur Tat ist nicht bekannt. Ennepe=Ruhr=Kreis Von der Lokomotive totgedrückt Tragischer Betriebsunfall im Bahnhof Blankenstein(Ruhr) Im Bahnhof Blankenstein(Ruhr) ereignete sich am Samstag ein tragischer Betriebsunfall, bei dem leider ein junger Bahnbeamter zu Tode kam. Der aus Castrop= Rauxel stammende unverheiratete Eisenbahnbeamte Alfred Dullwig wollte den von ihm täglich benutzten Weg durch eine Seitenpforte zum Stellwerk Blankenstein gehen und hatte dabei überhört, daß aus der Richtung Hattingen eine Rangierlokomotive nahte. Im letzten Moment erst gewahrte der Mann die Maschine, doch gelang es ihm nicht mehr, auszuweichen. Er wurde erfaßt und gegen die Laderampe gedrückt, wobei er einen schweren Schädelbruch erlitt und kurze Zeit nach dem Unfall bereits tot war.— D. wollte in zwei Wochen seine Hochzeit feiern, Stadt Herne Vier Verletzte bei Verkehrsunfällen. Am 10. August stießen an der Ecke Strünkeder und Schloßstraße ein Radfahrer und ein Kraftradfahrer zusammen. Beide Fahrer wurden leicht und eine Soziusfahrerin schwer verletzt. Sie fand im Katholischen Krankenhaus Aufnahme. Beide Fahrzeuge wurden beschädigt.— Sonntag wurde an der Straßenbahnhaltestelle in Höhe des Hauses Nr. 99 eine Fußgängerin von einem Kraftradfahrer, der eine dort haltende Straßenbahn überholen wollte, angefahren und leicht verletzt. Erblindeter Korbflechter wird vermißt. Seit dem 9. August wird der erblindete Korbflechter Friedrich Lau, am 2. Oktober 1898 geboren, zuletzt Herne, Ludwigstraße 48 wohnhaft gewesen, vermißt. Beschreibung: etwa 1,98 Meter groß, untersetzt, dünnes, blondes Haar, frisches ovales Gesicht, spitze Nase, Muttermal an der linken Kinnseite, Daumen und Zeigefinger der rechten Hand fehlen. Der Vermißte ist völligerblindet. Der Vermißte hat am genannten Tage in der Werkstatt an der Wiescherstraße gearbeitet und ist dann seiner Wohnung ferngeblieben. Am nächsten Morgen wurden die Mütze und der Blindenleithund des Lau an der Kanalbrücke an der Ludwigstraße gefunden. Es ist nicht ausgeschlossen, daß der Vermißte in den Kanal gestürzt ist. Wer kann über den Verbleib des Vermißten Angaben machen? Der Deutschtumsgedanke in den Kolonien Ein Vortragsabend in dem Deutschen Volksbildungs= werk Bochum Auf dem am Montag in der Verwaltungsakademie abgehaltenen Vortragsabend des Deutschen Volksbildungswerkes Bochum behandelte die Gaurednerin des NS.=Vortragsdienstes des Reichskolonialbundes, Frau Hertha Seher(Herne), den Deutschtumsgedanken in den Kolonien. Die Hörer erhielten ein eindrucksvolles Bild von dem Wert und dem Ausmaß der heutigen deutschen Kolonialbewegung, die die ehemalig deutschen Kolonien von Togo, Kamerun und Deutsch=Südwestafrika zu ihren besonderen Betreuungsgebieten erhoben hat. Dort stehen noch zahlreiche deutsche Schulen, in denen mit der ganzen Tiefe und Wahrhaftigkeit der deutschen Heimatliehe urdeutsche Väterart und Vätersitte gelehrt werden. Ins großeren Orten befinden sich deutsche Büchereien, die für die deutschitammigen Siedler undiig Farmer Hunderte von Lesestellen eingerichtet haben. Die Vortragende sprach von dem Segen der Schwesternstationen des Roten Kreuzes, in denen Frauen wirken, die nicht nur körperliche, sondern auch seelische Hilfe zu geben vermögen. Wie die Rednerin betonte, schließt koloniale Betätigung den Ring noch fester um die Volksgenossen der Heima um die Schaffenden der Stirn und der Faust. Denn Kolonialarbeit werde stets Kulturarbeit sein zum Besten des Deutschtums in aller Welt. Aus der ASDAp. NSG.„Kraft durch Freude“ Fahrt nach Schloß Berge. Für die am Samstag, 17. August, stattfindende Wochenendfahrt des Kreisamtes„Kraft durch Freude", Bochum, zu den Buerschen Grünanlagen, insbesondere Schloß weisen wir noch darauf hin, daß die Fahrt Samstag nachEmpfang der Fabrkarte darauf zu achten, daß die Besizer Empfazag ürr gubimete darauf, zu achten, daß die Besitzer der blauen Fahrkarten um ½2 und die Empfänger der roten Fahrkarten um 3 Uhr ab Wilbelmsplatz abfahren. Es ist Vorsorge getroffen, daß die Teilnehmer der Fahrt Nr. 1 gleich bei ihrem Eintreffen auf Schloß Berge. n des Buerschen Verkehrsvereins durch die Anlagen geführt werden. Die mit der 2. Partie Fabrenden werden gleichfalls von den Führern des Buerschen Verkehrsvereins empfangen und durch die Anlagen geführt. Anmeldungen zu dieser Fahrt nehmen alle Betriebs= und Ortswarte und das Kreisamt. Rottstraße 27, entgegen. Der Fahrpreis beträgt.20 RM. einschließlich einer Portion Kaffee und eines Stücks Kuchen. Sportamt der NSG.„Kraft durch Freude“. Kursusplan für Dienstag, 13. August Fröhliche Gymnastik und Spiele nur für Frauen von 20 bis 22 Uhr, Turnvalle des Reform=Realgymnastums,.Langendreer, Unterstraße 73..„ Fröhliche Gymnastik und Spiele nur für Frauen von 15.30 bis 17.30 Uhr, Uebungsraum der Gymnastikschule in Fröhliche Gymnastik und Spiele nur für Frauen von 18 bis 20 Uhr, Turnhalle der Realgymnasialen Studienanstalt, Waldring.,. z2 Erauin# Spezialgymnastit nur für Frauen von 19.30 bis 21.30 Uhr, Uebungsraum der Gymnastikschule in der Hauptpost. Schwimmen nur für Männer von 21.15 bis 22.30 Uhr, Städtische Badeanstalt. Schwimmkurse Frauen und Männer gemeinign. Vielen Wünschen entsprechend, haben wir die MittwochSchwimmstunde nur für Frauen umgestaltet in ein Volksbad für Frauen und Männer gemeinsam. Das Sportamt verspricht sich von dieser Aenderung einen weiteren Auftrieb, der Schwimmkurse. Deutsche Arbeitsfront Fachgruppe Dentisten Pflichtversammlung. Am Mittwoch, 20.30 Uhr, findet im Schulungsgebäude der DAF., Bergstraße 57, eine wichtige Versammlung für die Angestellten statt. Kapitalien Darlehen von RM. 200.— bie 20000.— an vertrauenswürdige Personen jeden Standes Bequeme monatl. Tilg.-Raten. Vertrageseit entsprechend Leistungsfählgkeit 3 bis über 20 jahre Zum Kaut von Möbeln. Motorrad, Maschinen, Umschuldung von Hypotheken u. a m. durch Zwecksparvertrag. Cltonia“, Berlin W9 Generalagentur: Karl Schürmann, Sssen, Hlindenburgstrabe 86. Vertreter gesucht Wer letdt Angestellt. in sicherer Posttion 200 Mt.? Rückzahl. in sechs Monatsraten. O. L. 68359 Anz. 2000.- Rl. als Hypotbekendgr: lehn gesucht,„Die hypotbekarische Sicherbeit würde zweitstellig sein, sich jedoch etwa noch innerbalb des ersten Drittels des Einheitswertes befinden. Angebote mit Einzelbeiten sind zu„richten V. Z. 68572 Anz. Fissee- Hohlsaum und dergl. führen aus Geschw. Spellh, Hallinger Str. 63 Straßenbahn-Haltestelle Sternetr.(Verkstr.) 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Umsatzsteuer der Monatszahler für Juli (fällig gewesen am 10..): 2. 22#:, mögensteuer für das zweite Viertel 1935(fällig am 15..); 3. die nach den Steuerbescheiden für 1934 bereits fällig gewesenen Abschlußzahlungen an Einkommen= und Umsatzsteuer; 4. die durch Nach= und Neuveranlagungen fällig gewesenen Steuerbeträge; 5. Tilgungsbeträge auf Ehestandsdarlehen für August 1935(fällig gewesen am 10..). Ab 14. August— bei der Vermögensteuer ab 19. August— wird ein Säumniszuschlag von 2 v. H. des rückständigen Betrages erhoben. Außerdem wird derjenige, der trotz Mahnung nicht zahlt, in die Liste der säumigen Steuerzahler aufgenommen. Ab 20. August erfolgt Beitreibung. Bochum, den 13. Auaust 1935. Finanzamt(Finanztasse). Fluchtlinienfestsetzung. Die Pläne über die Festsetzung der Fluchtlinien der Laerfeldstraße und der Uemminger Straße von der Wittener bis zur Weststraße sind gemäß § 8 des Gesetzes vom 2. 7. 1875 betr. die Anlegung und Veränderung von Straßen und Plätzen usw. förmlich festgestellt worden und liegen vom 14. 8. bis 27. 8. 1935 beim Stadtvermessungsamt, Rathaus, 3. Obergeschoß, Zimmer 363, zur Einsicht offen. Bochum, den 8. August 1935. Der Oberbürgermeister. Reinigung von Bachläusen. Die Eigentümer und Anlieger der in den Ortsteilen Bochum=Stiepel, Bochum=Querenburg, Bochum=Harpen, Bochum=Gerthe und Bochum=Linden= Dahlhausen vorhandenen Bäche und Abzugsgräben werden auf Grund des § 115 des Wassergesetzes vom 3. April 1913 hierdurch aufgefordert, bis zum 25. August 1935 eine gründliche Reinigung und Auskrautung der Bäche und Abzugsgräben, soweit sie auf ihren Grundstücken liegen oder diese begrenzen, vornehmen zu lassen. Nach Ablauf dieser Frist wird eine Nachschau stattfinden und gegen die Säumigen im polizeilichen Zwangsverfahren eingeschritten werden. Bochum, den 10. August 1935. Der Oberbürgermeister Wasserpolizeibehörde Helgas Fall u. Aufstieg Ein Frauenschicksal von unerhörter Dramatik. das jedem zu einem starken Erlebnis wird 2. Großtlim: MARTHA EGGERTH in: Ihr größter Erfolg Der alles überragende, große deutsche Gesangtilm mit Leo Siezak, Albrecht Schönhals, Theo Lingen, Aribert Mog u. v. a. Nur noch bis einschließlich Donnerstag im SARPTOT ∆ familien: achrichten aus an deren Zeitungen übernommen— Geboren: Knabe: Essen: Hinnerk Enders) EEmmy enders). Verlobte: Dortmund: Renate Küper mit Willi Luhr. Vermählte: Gelsenkirch.: Ferdinand La Roche mit Emilie Stening. Gestorben: Dortmund: Emilie Nießen, geb. Blinde, 76 Jahre. Bauunternehmer Engelbert Grimmenstein, 57 Jahre. Oskar Johannes Raupert, 63 Jahre. Gelsenkirch.: Bauunternehmer Karl Rolf, 51 Jahre. Franz Thomé, 53 Jahre.„Heinrich Scheidt, 68 Jahre. Elisabeth Steinmann, geb. Paul. Herne: Landwirt Dietrich. Heinrich Hülshoff, 74 J. Essen: Julius Papenhoff, 35.“ Heiraten Täglich.15,.40 u. 8 Uhr nur bis einschließlich Donnerstag der große Film-Erfolg! Gustav Fröhlich und Heinrich George in: Nacht der Verwandlung (Demaskierung) ... und das große Beiprogramm 42jähr. Mann, ev., in fester Arbeit, 170 gr., sucht Damenbekanntschaft zwecks Heirat F. B. 68373 Anz. Verloren Kinazul Essen Steeler Str. 17 räglich 8 Uhr mit Fred vom Hot Westdeutschlands bekanntestem Komiker Lientspienlaus Bis Donnerstag tägl. ab.15 Uhr Adele Sandrock, Wolfgang Liebeneiner In: Mlie Iage u. Vein Soniag Dieser beglückende Film schenkt alle Tage Fröhlichkeit. William Haines, Madge Evane In: Frechheit siegt Ein Lustspiel, wie man es gerne sicht. Steter Tropfen höhlt den Stein.— Erst in der Wiederholung liegt der große Erfolg jeder Zeitungsreklame. Damenring Samst. Nähe Wilhelmsplatz verlor. Wiederbr. erh. Bel. Ausk. 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Quthaben bei der Reichsbank sowie auf Postscheckkonto I. Wechsel und unverzinsliche Schatzanwelsungen,„ a) Wechsel(darunter Einzugswechsel)1 800 b) Schatzwechsel u. unverzinsliche Schatzanweisungen d. Guthaben b. anderen deutschen Geldanstalten innerhalb 7 Tagen #llig darüber hinaus bis zu 3 Monaten #tlig nach mehr als 3 Monaten tällig a) eigene Girozentrale b) Sparkassen 6) Kommunalbankon 4) andere Otfentlichrechtliche Banken.. 425 541.17 462 703.91 NSS 245.05 500 000.— 1 413 400.63 1 187 029.33 S 162 896.30 300 000.— 10 763026.33 S. Eigene Wertpapiere Kutwe der (davon aus Aufwertung 788 705.21) a) Anleihen des Reiches b)„„ eigenen Landes c)" der sonstigen Länder d) Schuldverschreibungen des Umschuldungsverbandes deutscher Gemeinden e) sonstige kommunale Wertpapiere *)„ Wertpapiere 6. Langtristige Dariehen gegen Hypothek (davon aus der Autwertung 13 317 772.34) a) auf landwirtschaftliche Grundstücke b)„ städtische Grundstücke c) zinslose Zusatzforderungen gemäß.O. vom 27. 9. 32 7. Darlehen(unter Ausschluß von 6, 8 u. 3a) (davon aus der Autwertung 503 092.24) a) gegen börsengängige Wertpapiere b)„ sonstige satzungsgemäße Sicherhelt e) sonstige(ohne weitere Sicherheit) 8. Darlehen an öffentlich- rechtliche Körperschaften (davon aus der Aufwertung 266 536,75) an sonstige Gemeinden und Gemeindenverbände an sonstige öffentlichtrechtliche hörperschaften a) Langfristige Darlehen 536 920,12 1 520 767.07 e. Fällige Zinsforderungen 10. Sonstige Forderungen 11. Gebäude, Grundstücke und tungsgegenstände a) Gebäude und Grundstücke b) Einrichtungsgegenstände 12. Posten der Rechnungsabgrenzung zinrich8 992.84 425 541.17 1 413 400,63 2 149 733.24 S 162.836, 37/12 151 271. 41 940 457.01 3 722.25 4 999 230.— 1 743 904.86 542 704.65 300 196.83 42 137 158.97 S 872.— 12 823.90 773 417.11 7 569.62 2 057 687.19 22.— .— 8 230 018.77 42 444 277.80 793 810.63 2 057 687.19 687 662.02 227 890.31 23.— 103 547.14 66 888 732.89 besonders Kündigung 2. Depositen, Olro- und Kontokorrenteinlagen bis zu 3 Monaten fällig..... 3. Anleihen, innerhalb 7 Tagen tällig a) Reichsbanklombard b) andere ötfentlich-rechtliche Banken 4. Akzepte 8. Autwertungsrechnung a) Ausgleichsstock b) Härtefonds 6. Rückstellungen 7. Sicherheits= und sonstige Rücklagen a) gesetzliche Sicherheitsrücklage b) gesetzliche Kursrücklage 8. Posten der Rechnungsabgrenzung 9. Sonstige Verbindlichkeiten 10. Gewinn 79 069.27 2 117.58 160 656.60 es ie Gewinn- und Verlust-Rechung für das Jahr 1934 Aufwand 1 Zingaufwand a) Spareinlagenzinsen b) Zinsen für Giroeinlagen u. Depositen 92„„ Anleihen d) sonstige Zinsen 2. Verwaltungskosten a) persönliche b) säcnliche S. Orundstücksaufwand a) Unterhaltungskosten b) Versicherungen e) Orundsteuern 4. Steuern S. Rückstellungen e. Ordentliche Abschreibungen a) auf Verwaltungsgebäude und Grundstücke b) auf Einrichtungsgegenstände 7. Kursverluste buchmäßige 8. Sonstige Aufwendungen 9. Reingewinn 1 888 926.96 24 652.76 158 526,41 295 904.43 351 232.75 198 623.69 24 559.14 3 836.26 70.20 797 746.34 110 209.24 6 705.61 555 470.— 269.70 160 656.60 1. Zinsertrag 2. Gebühren und Verwaltungseinnahmen 3. Orundstücksertrag 4. Kursgewinn effektive 5. Sonstige Erträge Ertrag 3 609 954.01 22 602.49 64 442.50 811 393.09 68 998.— 4 577 390.09 KOr 8a 00 Der Vorsitzende des Sparkassenvorstandes Dr. Geyer Der Sparkassenleiter Kunzke Es ist festgestellt worden, daß nach pflichtmäßiger Prüfung auf Grund der Schriften, Bücher und sonstigen Unterlagen des Betriebes sowie der erteilten Erklärungen und Nachweise die Buchführung und der Jahresabschluß sowie der Jahresbericht den gesetzlichen Vorschriften und den einschlägigen Bestimmungen entsprechen, und daß im übrigen auch die wirtschaftlichen Verhältnisse des Betriebes wesentliche Beanstandungen nicht ergeben haben. Münster, den 2. Mai 1935 Der Revisionsleiter: Römer Der Revisor: Diekmann Genehmigt! Arnsberg. den 25. Ju Der Realerungspräsident Im Auftrage Martinius Herrschaftliche abgeschlossene Etage im Zweifamilienhaus, 4 Zimmer, Küche u. eingerichtetes Badezimmer zum 1. 10. 35 zu vermieten. D. E. 2455 Anzeiger Hammer St.), pri., B. V. u. Zeche „Ingelsburg gut möbl. Zimmer zu vermieten. Schöne mit allem Komfort, für 1. November gesucht. L. Pf. 1306 Anzeiter Siumer) Möbl. Zimmer z. 1.., mögl. fl. Waff., Stadtmitte, gesucht. Sch. 68396 Anzeig. Tausche m. schöne, gr.=.=Wohnung, 1. Etg., Nähe B. ., geg.2.3 Zimm. Altenboch. bevorz. T. H. 68409 Anz. Aelt. Ehep. sucht z. 1. 10. 1935 eine =Zimmer=Wohng. Miete 3 Monate voraus. O. S. 68356 Anz. Rentnerin sucht ein Nune m. Licht u. Wass., auch in Neubau. N. F. 68389 Anz. Ulleinst. Frau sucht leeres Zimmer K. V. 68393 Anz. 1 großes leeres Zimmer„für alleinsteh. Frau ges. G. S. 68365 Anz. Vornehm Stadtmitte, mit Küchenbenutzg. u. mögl. Zentralheizung, v. ig. Ehep z. 1. 9. od. später gesucht. Preisang. R. T. 68431 Anz. (Vekäaue.) Größ. Wohn=u. 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