O 0— F Gusigenpreile: Grundpregge me 1 um 9öbe in 22 um Breie 35 u. Dezugspreis mit Botenlohn:.15 RM. monatlich oder 1,08 RM. halbmonatlich, Selbstabholer.85 RM. monatlich oder 98 Pf. halomonatlich Bezugspreis für die„Bochumer Illustrierte“ 30 Pf. monatlich. FunkS. dar Phn Mir: E V,ponat... Venn dag Erschelten uud Sonntags von 11 bis 12 Uhr.— Sprechstunden der Redaktion von 16 bis 12 Uhr(außer Samstags).— Postscheckkonto Dortmund 1760 Verlag und Druck: Laupenntühlen& Dierichs in Bochum Sturmzeichen für den Herbst Mittwoch 3. Augusi 1933 (Ernting) 42. Jahrgang Nummer 183 Einzelpreis 10 Pf. anzeigen und Stellengesuche 8. el, Vereinsanzeige“(die nlicht der Wirischaftswerbung dienen). 7, angebote, Anzeigen brivater Ari) 8 Bi. Anzeigen im Vereins., odes Sportkalender im Tertieil 10 Pf., Auskunft= und Ziftergebühren 25 Pf. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 5 gültig. Nachlaßstaffel B.— Schluß der Anzeigenannadme für die sechsmal wöchentlich frübmorgens erscheinende Zeitung um 16 Uhr des Vortages. Für den richtigen Abdruck fernmündlich aufgegebener Anzeigeg kann keine Gewähr übernommen werden. Hauptgeschäftsstelle: Rathausplatz 8. Anruf 67551, 32, 93 Ae Soefe Neue Zwischenfälle in der Staatswerft— Ausschreitungen in der Stadt Paris, 6. August. Die epidemieähnlich in allen Teilen Frankreichs aufgetauchte Welle von blutigen Zusammenstößen und Ausschreitungen, die in unterrichteten Kreisen als ein Zeichen für die innerpolitische Dauerkrise in Frankreich angesehen wird, hat heute ihren Höhepunkt in neuen schweren Unruhen in der Kriegshafenstadt Brest gefunden. Auch bei diesen Vorfällen ist die kommunistische Führung inzwischen deutlich in die Erscheinung getreten. Der Freundschaftspakt Frankreich—Moskau beginnt sich immer verhängnisvoller auszuwirken. Ueber die Ereignisse in der Provinz liegen folgende Berichte vor: In Brest Dienstag vormittag kam es auf der Staatswerft von Brest erneut zu Zwischenfällen, die diesmal jedoch bedeutend ernsteren Charakter trugen, als die Kundgebungen am Montag. Die am Bau des Panzerkreuzers„Dünkirchen" beschäftigten Arbeiter weigerten sich, auch nur einen Handschlag zu tun, solange das militärische Wachkommando nicht entfernt sei. Als ihrer Forderung nicht nachgekommen wurde, alarmierten sie die Belegschaft sämtlicher Abteilungen des Marinearsenals. Bald herrschte in der Werft Aufruhrstimmung. Gendarmerie und Mobile Garde, Kolonialtruppen und Marineinfanterie wurden eingesetzt, um die Werft zu räumen. Dietobende Belegschaftleisteteer, bitterten Widerstand und ging mit allerlei Wurfgeschossen, Steinen, Brechstangen, Flaschen usw. gegen die Truppen vor. Die Werft wurde schließlich mit Gewalt geräumt und geschlossen. Die Werstarbeiter zogen daraufhir unter dem Gesang revolutionärer Lieder durch die Straßen der Stadt und veranstalteten laute Kundgebungen gegen die Regierung. Im Laufe des Nachmittags nahmen dann die Ausschreitungen der Arbeiter des Marinearsenals überaus ernsten Charakter an. Ein Autobus wurde von den Demonstranten angehalten und vollkommen zerstört. Als der Schnellzug Brest— Paris gegen 15½ Uhr den Bahnhof verlassen wollte, kletterten mehrere tausend Arbeiter über die Einfassungsmauer der Gleisanlagen und stellten sich auf die Schienen, so daß der Lokomotivführer den Zug anhalten mußte. Die Streikenden koppelten daraufhin die Lokomotive ab und brachten sie ins Depot. Eine andere Gruppe von Streikenden begab sich inzwischen vor die Präfektur, wo die Trikolore, die am Haupteingang angebrachtist, abgerissen und durch einen roten Lappen ersetzt wurde. Der Unterpräfekt entfernte ihn jedoch sofort wieder unter dem Geschrei der Streikenden. Aus Rache warfen die Streikenden fast sämtliche Fensterscheiben der Präfektur ein. Alle Geschäfte der Hauptstraßen der Stadt kiw Seschlosfe v.„ Aministerfun aust u.. Das französische Innenministerium gibt in den späten Abendstunden des Dienstags einen Bericht heraus, nach dem die heutigen Unruhen in Brest einen Toten und mehrere Verletzte gefordert haben. Der Bericht betont, daß die bedauerlichen Zwischenfälle lediglich darauf zurückzuführen seien, daß kommunistische Elemente die Unzufriedenheit eines Teiles der Arbeiterschaft gegen die Lohnkürzungen ausnutzten, um diese Arbeiter zu demagogischen Zwecken aufzuhetzen. Die Meuterei in Toulon Die gestern gemeldeten Zwischenfälle in Toulon hatten, wie weitere Meldungen besagen, den Charakter einer Meuterei. In dem Marinearsenal war unter den Arbeitern die Losung ausgegeben worden:„Nach der Lohnzahlung Protest auf der Straße!“ Man ließ durchblicken, daß die Polizei von Toulon auf Seiten der Demonstranten sei. In der Tat wird auch in den Meldungen aus Toulon hervorgehoben, daß die Kundgeber drei Stunden lang die Straße terrorisieren konnten, ohne daß die Polizei eingeschritten sei. Immer wieder wurden Rufe laut, wie: „Laval an den Galgen!“ Zu den 2000 Arbeitern gesellte sich der Pöbel, der in künf Kaffeehäusern, zwei Lichtspieltheatern und den Büros einer Versicherungsgesellschaft Verwüstungen anrichtete und vor allem die Offiziere auf den Terrassen der Kaffeehäuser belästigte. Viele Offiziere wurden durch Steinwürfe verletzt. Vor der Marinepräfektur wurden Hochrufe auf Sowjetrußland ausgebracht. Schließlich forderten die Marinebehörden das Eingreifen der Gendarmerie. 60 Gendarmen gelang es dann, die Kundgeber auseinanderzutreiben. Dabei wurden sechs Beamte verletzt. In den Meldungen aus Toulon wird unterstrichen, daß trotz der Schwere der Unruhen nicht eine Verhaftung erfolgt sei. Kommunistischer Sturmangriff in paris In Paris kam es zu einem Massensturmangriff von Kommunisten auf ein Café an der Place de la Nation, wo Mitglieder der halbfaschistischen Organisotion„Jeunesses Patriotes“ zu einer Versammlung zusammengekommen waren. Die Angehörigen der patriotischen Jugend beantworteten den kommunistischen Angriff durch Revolverschüsse, durch die zwei Passanten verwundet wurden, der eine so schwer, daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird. Außerdem wurde noch eine erhebliche Anzahl der beiden oppositionellen politischen Parteigänger verletzt. Die Polizei nahm 38 Verhaftungen vor. Begeisterungstaumel in Rom 10 Cierstel..“ Ab Ostafrien= nafpeertell Mussolini mobilisiert zwei neue Divisionen Neue Presseausfalle gegen Volkerbund und Abessinien Die roten französischen Lehrer Die Jahrestagung der französischen Lehrergewerkschaft ging Montag abend zu Ende, und zwar wieder mit dem Gesang der„Internationale“. Nach der Annahme verschiedener Entschließungen gegen die Notverordnungen billigte die Versammlung einstimmig eine Entschließung, die den Kampf gegen den Faschismus fordert. Der sozialistische Gewerkschaftsverband, dessen Generalsekretär Jouhaux, wie bereits berichtet, in der Montagvormittag=Sitzung mit der Ankündigung des Generalstreiks gedroht hatte, wurde vom Lehrerkongreß aufgefordert, die Zusammenschlußbewegung der linksstehenden Gruppen nach Möglichkeit zu fördern mit folgenden Zielen: 1. Entwaffnung der faschistischen Bünde. 2 Kontrolle der finanziellen Hilfsquellen der großen Nachrichtenpresse, 3. Drosselung der Großbanken, 4. Säuberung der oberen Verwaltungsstellen und der Militärbehörden. Der Generalsekretär der Lehrergewerkschaft teilte schließlich mit, daß der Vorstand die vorzeitige Einberufung des Parlaments beantragt habe und mit dieser Forderung bei den linksstehenden Parteien durchgedrungen sei. dnb Rom, 6. August. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich Dienstag nachmittag in Rom die Nachricht von einer neuen großen Mobilmachung für Ostafrika. Der Duce ließ die neunte Mobilmachungsverlautbarung bekanntgeben. In der Mobilmachungsorder heißt es, infolge der fortschreitenden Mobilisierungsmaßnahmen der abessinischen Truppen habe der Duce als Kriegsminister die Mobilmachung zweier neuer Divisionen, der Division Asseta unter dem Befehl des Generals Riccardi und der Division Cosseria unter dem Oberbefehl des Generals Pintor, befohlen. Die Division Cosseria werde durch eine Division Cosseria Nr. 2 ersetzt, die Division Asseta durch eine neue Division Trento, die vollständig motorisiert sein werde. Außerdem sei als sechste Schwarzhemdendivision die Division Tevere gebildet worden, die aus italienischen Freiwilligen im Auslande, Frontkämpfern, Freiwilligen und Kriegsverletzten des Weltkrieges zusammengesetzt sein solle. Ihre Führung übernehme General Boscardi. Die Freiwilligen aus der Studentenschaft würden in Schnellkursen auf die baldigste Eingliederung in die für Ostafrika bestimmten Truppenteile vorbereitet. Bei den von den neuen Mobilmachungen erfaßten Truppenteilen handelt es sich diesmal um die in Viemont nahe der französischen Grenze liegenden Divisionen. Die Division Asseta hat bei der piemontesischen Stadt Asti und die Division Cosseria in dem Skandal in der russischen Schwerindustrie Rlefenfunnen unterschtägen Beamte bereichern sich auf Kosten der Arbeiter Moskau, 6. August. In der sowjetrussischen Schwerindustrie ist ein Riesenskandal aufgedeckt worden. In den Abteilungen „Arbeiterversorgung“ einer Reihe der größten Werke des Dnjeprgebiets sind von den Leitern und Beamten im Laufe der vergangenen Monate 5,9 Millionen Rubel (11,8 Millionen Reichsmark) unterschlagen worden. Die Abteilungen„Arbeiterversorgung“ sind seit je die Sorgenkinder der Sowjetregierung gewesen. Der „Apparat“, das heißt der Beamtenstab dieser Abteilungen, hat schon immer in seiner Tätigkeit ein hequemes Mittel zur persönlichen Bereicherung auf Kosten der Arbeiter erblickt, die an den notwendigsten Lebensmitteln und den Gegenständen des täglichen Gebrauchs bitteren Mangel leiden. Eine Kontrolle der Werke im Dnjeprgebiet hat anfangs dieses Jahres zu dem überraschenden Ergebnis geführt, daß die Abteilungen„Arbeiterversorgung“ einen Fehlbetrag von 11,8 Millionen Reichsmark haben, obwohl die Waren, die vom Staat bezogen wurden, an die Arbeiter der betreffenden Werke zu einem wesentlich verteuerten Preis weiter verkauft wurden. Dieses Ergebnis führte dazu, daß die Staatsbank den Werken den Kredit sperrte. Von dem angegebenen Fehlbetrag wurden allein 2 976 000 Reichsmark von den Beamten unkontrolliert ausgegeben und gestohlen. Weitere 6 400 000 Reichsmark entfielen auf das Konto „Ausschußwaren, verdorbene Waren und— Einbruchsdiebstähle“. Auch im laufenden Jahre hat der Fehlbetrag wieder 2 Millionen Reichsmark überschritten. Die Abteilungen„Arbeiterversorgung“ sind durch die Einstellung der Staatsbankkredite nun erst recht in eine schwierige Lage gertaen. Ihr Zusammenbruch ist ein Staatsbankerott der Sowjetverwaltung, in der der Kollektivismus so aufgefaßt wird, daß jeder Beamte sich auf Kosten der Allgemeinheit die Taschen füllen kann. Zwei Monate Gefängnis fir einen Saboten dnd Koblenz, 6. August. Die Landesstelle Koblenz'= Trier des Propagandaministeriums teilt mit: Der Hausdiener des Kolping= Hauses in Koblenz, der, wie berichtet, am Montag auf frischer Tat beim Abreißen von Plakaten der Gauleitung Koblenz=Trier gegen den politischen Katholizismus ertappt worden war, stand am Dienstag vormittag vor dem Schnellgericht. Der Angeklagte war geständig. Er machte zu seiner Verteidigung geltend, daß der Plakatanschlag „nicht schön ausgesehen habe“ und daß er„aus gewissem Reinigungsbedürfnis“ gehandelt habe. Zudem habe er geglaubt, man habe dem Kolping=Haus einen Streich gespielt. Der Staatsanwalt führte aus, daß die Handlungsweise des Angeklagten dem gleichen Geist der Dunkelmänner entspräche, gegen die sich das Plakat richte. Kein Volksgenosse habe das Recht, Plakate und Bekanntmachungen, die im Interesse der Allgemeinheit gegen Staatsfeinde angebracht würden, zu entfernen. Bekanntmachungen des Gauleiters hätten als Behördenbekanntmachungen zu gelten. Wenn jemand gegen die Anweisungen der Gauleitung oder des Gauleiters verstoße, so beginge er eine strafbare Handlung. Das Schnellgericht verurteilte den Angeklagten zu zwei Monaten Gefängnis. Der Angeklagte wurde nach dem Urteil zu seiner eigenen Sicherheit bis zur Verbüßung der Strafe in Schutzhaft genommen. Bezeichnung„HO.“ verboten dnb Berlin, 6. August. Der Stellvertreter des Führers erläßt folgende Anordnung: Der in einer Uebergangszeit geprägte Begriff„PO.“ (Politische Organisation) hat zu der Deutung Anlaß gegeben, daß die politische Orgggisatign eine„Gliederung“ der Partei sei.„Die RSDAP. ist in ibrer Gesamtheit eine politische Organisation, kann also keine„PO.“ als Gliederung haben sondern ist das alle Parteigenossen zusammenfassende Kampfinstrument des Führers. „Ich verbiete daher die Verwendung der Bezeichnung Die Bezeichnung„Politischer Leiter" bleibt selbstwerständlich weiter in Gebrauch. Ritter von Epp, Heneral der Insanterie Vom Führer ernannt. dnb München, 6. August. Der„V..“ meldet: Mit Erlaß vom 25. Juli hat der Führer und Reichskanzler dem Reichsstatthalter in Bayern, Generalleutnant a. D. Ritter von Epp, den Charakter als General der Infanterie, dem Obersten a. D. Haselmayr den Charakter als Generalmajor verliehen. Damit findet, so schreibt der„V..“, die langjährige Tätigkeit dieser beiden alten Kämpfer der nationalsozialistischen Bewegung für die Verwirklichung der deutschen Gleichberechtigung auf dem Gebiete der nationalen Sicherheit die verdiente Würdigung. General von Epp stand u. a. dem Wehrpolitischen Amt der RSDAP. seit dessen Gründung im Jahre 1932 als Reichsleiter vor, während Oberst Haselmayr diesem Amt als Hauptamtsleiter angehörte. Da mit Einführung der allgemeinen Wehrpflicht die dem Wehrpolitischen Amt seiner Zeit zugedachten Aufgaben ihre Beendigung gefunden haben, ist das Wehrpolitische Amt nunmehr auf gelöst worden. am Meer zwischen Genua und San Remo gelegenen Imperia ihren Standort.„ An den Zeitungskiosken stauten sich die Menschen und rissen sich um die druckfeuchten Zeitungen. Selbst in den belebtesten Straßen sah man kaum einen Menschen, der nicht Zeitung lesend seines Weges ging. Zeitungshändler schrien an allen Ecken und Enden der Stadt die große Nachricht aus. Ueberall wurde das neueste Ereignis lebhaft erörtert. Das Presseecho. Mit dem heutigen Tage sind nunmehr 13 Divisionen für Ostafrika aufgeboten worden. Gleichzeitig mit der Veröffentlichung der neunten Mobilmachungsverordnung nimmt die römische Presse in Leitartikeln zu dieser neuen Maßnahme Stellung.„Es wird ganz besonders hervorgehoben, daß die neue Schwarzhemdendivision vor allem aus Frontkämpfern des Weltkrieges zusammengesetzt sein wird, die sich freiwillig für den abessinischen Krieg gemeldet haben.—„Giornale 'Italia“ betont, daß die neue Mobilmachung durch das Anwachsen der abessinischen Streitkräfte notwendig geworden sei. Die italienische Nation als verantwortliche Großmacht habe ein ruhiges Gewissen und gehe entschlossen ihren Weg, den der Duce als Vollstrecker ihres Willens und ihres Rechtes vorgezeichnet habe. Genf könne ruhig fortfahren zu schwätzen und zu drohen. Der Direktor der„Tribuna“, Senator Forges Davanzati, einer der erbittertsten Bekämpfer des Völkerbundes, hebt hervor, daß nunmehr militärische Maßnahmen Garantien schüfen. Es gebe dem mobilisierten Abessinien gegenüber keine andere Garantie mehr. Die Mobilmachung Nummer neun bilde daher den besten Kommentar, den man zu den sogenannten GenferVerhandlungen geben könnte Der„Lavoro Fascista“, gibt abschließend der Ueberzeugung Ausdruck, daß man nur mit den Waffen der ganzen Angelegenheit eine radikale und definitive Lösung geben könne. Sonderkriegssteuer in Abessinien dnb Paris, 6. August. Der abessinische Gesandte in London Dr. Martin erklärte einem Pressevertreter gegenüber u.., was eine etwaige feindliche Auseinandersetzung mit Italien anlange, habe Abessinien eine Sonderkriegssteuer eingeführt, die fünf Millionen Pfund Sterling erbringen solle. Jeder Abessinier sei bereit, für die Freiheit und das Herrscherhaus zu sterben.“ Die abessinischen Soldaten seien ausgezeichnete Schützen, doch fehle es an Mausergewehren. Tanks und Flugzeuge seien so gut wie gar nicht vorhanden, aber was könnten sie auch in einem Lande ausrichten, das bergig und zerklüftet sei und keine wichtigen Siedlungszentren besitze. dnb London, 6. August. In einer Unterredung mit dem Reuter=Vertreter in Addis Abeba erklärte der Kaiser von Abessinien u. a. auf eine Frage, ob er eine Zusammenkunft mit Mussolini auf neutralem Boden erwägen wolle:„Eine solche Zusammenkunft ist nicht vorgeschlagen worden. Wenn es der Fall wäre, dann könnte ich nicht umhin, sie zu erwägen.“ Der Reichsverband deutscher Offiziere hat am 2. August für seine Landesverbände und für seine sämtlichen Ortsgruppen bis auf weiteres die Sperre der Mitgliederaufnahme verfügt. Lebenslängliches Zuchthaus wegen Verrats von Staatsgeheimnissen. anb Berlin, 6. August. Die Justizpressestelle Berlin teilt mit: Der 3. Senat des Volksgerichtshofes verurteilte den 27 Jahre alten Paul Supianek aus Mechau wegen Verrats von Staatsgeheimnissen zu einer lebenslänglichen Zuchthausstrafe. In Anbetracht der Verwerflichkeit seiner Handlungsweise wurden ihm gleichzeitig die bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit aberkannt. München: die Hauptstadt der Zewegung Feierliche Verkündung im Rathaus. dnb München, 6. August. Der Stadtrat von München sprach in einer eindrucksvollen Festsitzung im Sitzungssaal des Rathauses, der mit Lorbeerbäumen und der Büste des Führers geschmückt war, für die Verleihung der offiziellen Bezeichnung„Hauptstadt der Bewegung“ seinen herzlichen Dank aus. Die Mitglieder des Stadtrates waren zu der Feier im Ehrenkleid der Bewegung mit der Goldenen Amtskette erschienen. Bürgermeister Dr. Tempel, der in Vertretung von Oberbürgermeister Fieh.= ler sprach, der in Urlaub ist, hob hervor, oaß diege Auszeichnung die größte Ehre sei, die einer Stadt erwiesen werden konnte. Diese Ehre müsse immer wieder auf's neue erworben und verdient werden. Sie bedeute für den Stadtrat auch erhöhte Pflichten. Dr. Tempel verwies dann darauf, daß in München die Denkmäler der Bewegung, die Meilensteine auf dem 5 n * Seite 2 Nr. 183, Bochumer Anzeiger 5 Mitwoch, T. Augusi 1938 Wege des nationalsozialistischen Kampfgeistes, ständen. Er sei davon überzeugt, daß die Jugend Münchens im Geiste der Treue zum„Fuhrer aufwachse und sie sich des großen Vermächtnisses würdig erweisen werde. Dr. Goebbels' Essener Rede wird im deutschen Rundfunk wiederholt anb Berlin, 6. August. Die Rede des Reichsministers Dr. Goebbels 4. August auf der Gautagung in Essen, in der er die große Abrechnung mit allen Staatsfeinden hielt, wird von den Reichssendern zu folgenden Zeiten wiederholt: Reichssender Berlin: Mittwoch, 7. August, von 19 bis 19.45 Uhr; Reichssender Breslau: Mittwoch, 7. August, von 19.15 bis 20.00 Uhr: Reichssender Frankfurt: Donnerstag, 8. August, von 21.15 bis 22.00 Uhr; Reichssender Hamburg: Mittwoch, 7. August, von bis 19.45 Uhr; Reichssender Köln: Donnerstag, 8. August, von 19.20 bis 20.05 Uhr; Reichssender Königsberg: Mittwoch, 7. August, von 19.15 bis 20.00 Uhr; Reichssender Leipzig: Mittwoch, 7. August, von 19.00 bis 19.45 Uhr; Reichssender München: Mittwoch, 7. August, von 19.00 bis 19.45 Uhr; Reichssender Stuttgart: Mittwoch, 7. August, von 19.00 bis 19.45 Uhr. Des„Kaisels Tojans„„* 4 Die ninunzireil.g der Alerurreschaffu.g Gegen die wirtschaftlichen Greuelmeldungen des Auslandes „Fauler Wind aus Kanada“ dnb Berlin, 6. August. Vom Leiter des Aufklärungs= und Außenamtes beim Reichsarbeitsführer, Oberarbeitsführer MüllerBrandenburg, wird mitgeteilt:, g.. In dem kanadischen Blatt„Edmonion Bulletin“ vom 18. Juni 1935, Seite 8, ist ein Aufsatz veröffentlicht, der sich mit dem deutschen Frauenarbeitsdienst beschäftigt. Der Aufsatz ist ein ausgesprochenes Greuelmärchen. Es wird in ihm behauptet, daß im Mädelarbeitslager Rügenwalde ein Drittel aller Mädel der Mutterschaft entgegensähe und daß neun von den Mädels bereits Selbstmord begangen hätten. Die Väter sollen in einer benachbarten SA.=Schule und in benachbarten Arbeitsdienstlagern sein. Es wird zu diesen ungeheuerlichen Behauptungen festgestellt, daß sie von A bis Z erlogen sigh. D Aufsatz ist ein typischer Beweis, mit welcher Gewissenlosigkeit die Ehre deutscher Menschen in den Dreck gezogen wird, alles nur, um das deutsche Volk und seinen nationalsozialistischen Staat vor den Augen der Welt zu verdächtigen. Der Vertrieb von Luftschutzgerät und Taftschähnnttein Eine Mitteilung des Reichsluftfahrtministeriums dnb Berlin, 6. August. Vom Reichsluftfahrtministerium wird mitgeteilt: Gemäß 8 8 des Luftschutzgesetzes bezgrf, ghor,##er trieb von Gerät oder Mitteln für den Genehmigung des Reichsministers der Luftfahrt oder der von ihm bestimmten Stellen. Soweit es sich um Mittel und Geräte handelt, die bereits vom! luftfahrtministerium geprüft oder begutachtet und nicht beanstandet worden sind, kann der Vertrieb in dem zu gelassenen Umfange bis zum Erlaß der zu§ 8 des Luftschutzgesetzes erforderlichen Durchführungsverordnung fortgesetzt werden. Neue Anträge für die Genehmigung des Vertriebes von Luftschutzgerät und=mitteln sind bis zur endgültigen Regelung des Genehmigungsverfahrens durch eine Durchführungsverordnung an das Reichsluftfahrtministerium zu richten. Bei noch schwebenden Eingaben ist die Stellungnahme des Reichsministers der Luftfahrt abzuwarten. Berlin, 6. August.(Eig. Drahtber.) fast allen Kulturländern der Welt dürfen die kommunistischen Provokateure ihrem dunklen Gewerbe nachgehen, dürfen Bilder fremder Staatsmänner verunglimpfen dürfen ungestraft die Hoheitszeichen auswärtiger Staaten beschmutzen, Kommunisten dürfen selbst in dem Sowjetrußland verbündeten Frankreich gegen Marineoffiziere tumultuierten und sie verletzen. Aber das alles scheint die Presse dieser Länder nicht zu rühren. Mit einer fanatischen Verbissenheit sucht man diese Dinge dadurch zu verschweigen, daß man in einer von Tag zu Tag steigenden Greuelpropaganda gegen Deutschland macht, wobei man sich nicht mehr an der politischen Hetze genügen läßt, sondern nunmehr auch zur Verunglimpfung der wirtschaftlichen und finanziellen Methoden des Deutschen Reiches schreitet. Ist hierbei die Unkenntnis der neuen deutschen Wirtschaftsmethoden die Triebfeder, oder ist es der Neid mit dem man der deutschen Entwicklung begegnet, ist es die Einsicht von der eigenen Unzulänglichkeit oder die Enttäuschung darüber, daß es dem unter schwerstem Boykottdruck stehenden neuen Deutschland dennoch gelungen ist, ohne die Hilfe des Auslandes heute schon gewichtiger wirtschaftlicher und sozialpolitischer Probleme Herr zu werden? In jedem Falle zeigt die Wirtschaftsgreuelhetze des Auslandes mit aller Deutlichkeit, mit welchem Interesse man den deutschen Kampf gegen die Wirtschaftskrise verfolgt. Durch Verwischung der Tatsachen, durch falsche Statistiken und durch hämische Betrachtungen will man bei seinen Lesern den Eindruck erwecken, als ob die Finanzierung der deutschen Arbeitsbeschafzgg aus unsolider Grundlage„heruhe und daß es Gzzpg Erschütterungen in Deutschland kommen müsse. Das Ziel dieser Greuelpropaganda ist durchsichtig genug. Mit politischen Argumenten, die seit nunmehr 2½ Jehren immer wieder gegen das neue Reich ins Tieffen geführt werden, hat man nicht den gewünschten Erfolg erreicht, also versucht man es heute von der wirtschaftlichen Seite her. Wie man erst durch die nackte Tatsache seinerzeit von dem Wunder der Rentenmark überzeugt wurde, so wird auch der Lauf der neuen deutschen Wirtschafts= und Finanzpolitik dem stillen Wunsch der internationalen Greuelmacher einen Strich durch ihre Rechnung ziehen. Montag abend traf die auslandsdeutsche Jugend auf ihrer Deutschlandfahrt in Würzburg ein, wo sie herzlichst begrüßt wurde. Auf einer von der British Legion in Thatcham bei New Bury veranstalteten Feier gab Major Fetherstene Godley einen ausführlichen Bericht über den Besuch der Abordnung in Deutschland. Er gab dabei der Meinung Ausdruck, daß die ehemaligen Frontsoldaten entscheidend ihre Regierungen beinflussen Suntzeg, ae Gesamtheit der ehemaligen Frontsoldaten Der sei durchaus für eine Freundschaft mit England. Die amerikanischen Zeitungen besprechen eingehend einen japanischen Protestschritt wegen einer Karikatur des Kaisers von Japan in der Zeitschrift„Vanity Fair". Der Urheber der Karikatur, William Gropper, ist ein Jude, der früher für die kommunistische Zeitung „Daily Worker" tätig war und jetzt in der Newyorker Ghetto=Zeitung„Freiheit" arbeitet. dnb Moskau, 6. August. Erst jetzt veröffentlicht die sowjetamtliche Telegraphenagentur in seitenlangen Ausführungen das„gekürzte Stenogramm“ von dem auf dem Kominternkongreß erstatteten Bericht des größten und skrupellosesten aller volschewistischen Agitatoren Dimitroff Mit dieser verspäteten, Veröffentlichung wzederholt sich, der Fall Pieck am Beginn der Tagung. Auch dessen Vortrag ist wie die Rede Dimitroffs erst nach einer sorgfältigen Abwägung aller von ihr erhofften propagandistischen Wirkungen in kommunistischen Parteikreisen auf der einen und der befürchteten außenpolitischen Komplikaauf der anderen Seite von der sowjetamtlichen Agentur der Oeffentlichkeit übergeben worden. Diese Tatsache ist ein Beweis für die Bedeutung, die man in Kominternkreisen der Rede zuschreibt, aber auch für die außenpolitische Sorge des Krezrl,„hessen Zensur drei Tage benötigte, um die Ausführunlaie ian. Reichstcslbradshesreie elicik boel eSchon der sechste Weltkongreß der Komintern hat nach Dimitroff das Proletariat vor dem Heranreifen um die Massen zum Kampf gegen den vordrngenten Faschismus zu führen. Dimitroff gibt dann unumwunden den Sieg des Faschismus zu. Massen der Bauern und Landarbeiter Dafür rüf felt Dimitrof die verantwortlichen Län, derparteien, die diese Bekämpfungg gegse, eergem nisten sich damit gebrüstet,„wenn das Dritte. Peich zu 1½ Meter unter der Erde!" Im weiteren gibt Dimitroff positive Verhaltungsmaßregeln obe und Aautomatisch fallen, sondern sein etwaiger werde nicht automalisch sauen, sonvern sein etwaiger Sturz könnte nur durch verstärkte revolutionäxe Aktivität der Kommunisten herbeigeführt werden. Die Lehr aus der Niederlage sei nicht umsonst gewesen, der Kommunismus beginne seinen Kampf jetzt von neuem, und sas jetzt folgt, ist der Gipfelpunkt internationaler Demagogie und Massenverhetzung, zugleich aber Kampfansage an den Nationalsozialismus und die herrschende staatliche Ordnung in Deutschland, die in dieser zynischen Offenheit selbst auf dem Komintern=Kongreß ihresgleichen sucht. Dimitroff sagt: „Das grundlegende Ziel in faschistisch regierten dern, wie gerade Deutschland und Italien, ist die sachkundige und verständnisvolle Verbindung des Kampfes mit der faschistischen Diktatur von außen her und eine Untergrabung im Innern, und zwar in den faschistischen Massenorganisationen. Das ist eine schwere und komplizierte Aufgabe, und zwar um so mehr, als wir hierin über fast gar keine Erfahrungen verfügen.“ Dimitroff sagt dann, daß die Mehrheit der Werktätigen in Deutschland sich der Möglichkeit eines Sturzes des Nationalsozialismus noch nicht bewußt geworden ist. Dimitroff aber macht sich, dieser Möglichkeit bewußt, enbeimisch, folgendes Rezept zu erteilen: „Die Erfahrung lehrt uns, daß wir in faschistisch regierten Ländern illegal arbeiten können. Wir müssen mit aller Energie den Keim in die faschistischen Massenorganisationen legen. Für die faschistischen Ländern ist es besonders wichtig, überall zur Stelle zu sein, wo Massen auftreten. Diese Möglichkeit muß stärkstens ausgenutzt werden. Die Kommunisten müssen unbedingt kurzen Fuß in diesen Massenorganisationen fassen.“ Soweit Dimitroff über die Taktik des illegalen kommunistischen Kampfes in In einem weiteren Abschnitt behandelte er die Strategie des kommenden Vorgehens. Man müsse die Einheitsfront aller antifaschistischen Kräfte in Deutschland anstreben. Auch zu der praktischen Verwirklichung dieser Einheitsfront äußert sich Dimitroff in selbstgefälliger Weise. Man müsse nicht sagen, daß es, wenn man die Sache richtig anfasse, nicht gelänge, allzu unzufriedenen Elemente zu sammeln und sie in den Kampf gegen die herrschenden Faschisten einzusetzen. Die werktätigen Arbeiter, Landarbeiter und kleinen Angestellten die Jugend, aber auch die katholischen Verbände, müßten vereinigt werden im Kampf gegen den FaDiese Rede Dimitroffs braucht nicht erläutert zu werden. Sie Sie hat auf dem Kongreß den größten Eindruck gemacht. Es ist nur die Frage, wie diese aufreizende Rede des unter den Fittichen der Sowjets stehenden Agitators sich mit den außenpolitischen Versicherungen der Moskauer Regierung vereinbaren läßt. schrift„Das Rätsel der Arbeitsfinanzierung“ Stellung. Das Blatt meint, daß man durch die Veröffentlichungen des Statistischen Reichsamtes wertvolles Material über die Finanzierung erhalten könne. Hier werde gezeigt, daß weder die Reichsfinanzen noch die Re in einem über Gebühr hohen Grade zu diesen Aufgaben herangezogen worden seien. Im sei das Mehr der Ausgaben über die Einnahmen gegenüber dem Rechnungsjahr 1932/33 von 10 auf 4 Prozent gesunken. Die monatlichen Ausweise der Reichseinnahmen zeigten deutlich den wirtschaftlichen Aufschwung und die Erhöhung der Steuerkraft. Auch die schwebenden Schulden des Reiches hätten eine nicht geringe Verminderung erfahren. Das Blatt fährt dann wörtlich fort: „Eine Erleichterung hat die Finanzierung der Arbeitsbeschaffung dank der Flüssigkeit des Geldmarktes auch dadurch erfahren, daß der Markt für die unverzinslichen und verzinslichen Reichsschatzanweisungen gute Aufnahme zeigte, so daß sich der Umlauf an unverzinslichen Reichsschatzanweisungen auf etwa 2 Milliarden Mark erhöhen ließ. Die Erstarkung des Kapitalmarktes, die in der anhaltenden Zunahme der Spareinlagen am deutlichsten zum Ausdruck kommt, wird, wenn weitere Beunruhigungen des Marktes vermieden werden, die Möglichkeit zur Fortsetzung der Konsolidierung kurzfristiger Verbindlichkeiten geben. Die Konsolidierung des Kapitalmarktes ist freilich zum größten Teile dadurch ermöglicht worden, daß die Wirtschaft bewußt auf eine Inanspruchnahme des Marktes durch Ausgabe von Aktien oder Anleihen verzichtete und ihre Investitionen in erheblichem Umfange aus eigenen Ueberschüssen und Reserven finanzierte. Die Bestrebungen des Auslandes, den Erstarkungsprozeß des Kapitalmarktes zu stören, erstrecken sich aber auch auf den Versuch, den Status der Reichsbank anzuzweifeln. Es ist kein Geheimnis, daß die Reichsbank schon stets bemüht war, die Wirtschaft durch Bereitstellung von Krediten zu fördern. Sie hat die Möglichkeit hierzu nach dem Vorbild ausländischer Notenbanken erweitert durch die im Herbst 1933 erhaltene Befugnis, auch festverzinsliche Papiere zur Notendeckung zu verwenden. Man kann nicht sagen, daß sie von dieser Möglichkeit mit einem Bestand von 337 Millionen Reichsmark deckungsfähiger Wertpapiere in einem solchen Umfange Gebrauch gemacht hätte, daß dadurch eine Gefährdung der tät der Notendeckung auch nur im entferntesten hervorgerufen werden könnte. Durch die seinerzeitige Uebernahme von Steuergutscheinen hat sie die Kreditigstitzte entlastet und für andere Aufgaben freigemacht. Die Reichsbank hat ferner durch das bekannte Abkommen mit der Golddiskontbank über 600 Millionen Reichsmark Arbeitsbeschaffungswechsel aus ihrem Portefeuille auf die Golddiskontbank abgestoßen, die ihrerseits die Möglichkeit zur Uebernahme dieser Arbeitsbeschaffungswechsel erhielt durch den Verkauf von über 400 Millionen Reichsmark Sola=Wechsel und durch die Anlage von über 200 Millionen Reichsmark hereingenommener, Kreditoren. Durch diese Transaktionen ist ebenso wie durch die 500=Millionen=Reichsmark=Anleihe des Reiches bei den Sparkassen und die entsprechende Heranziehung der Versicherungsträger eine erhebliche Umschichtung innerhalb des Wechselportefeuilles der Reichsbank eingetreten, zumal die Reichsbank in den letzten Monaten keine neuen Arbeitsbeschaffungswechsel mehr aufgenommen hat. Man sieht also, daß die Finanzierung der Arbeitsbeschaffung unter anderen öffentlichen Aufgaben durch die Reichsbank auf durchaus natürlichem und gesundem Wege vor sich gehj.g, 414 Des Rätsels Lösung liegt in technischer Beziehung in der vollendeten Beherrschung und Anwendung aller finanzpolitischen Möglichkeiten, in psychologischer, Beziehung in dem einheitlichen Willen aller verantwortlichen Stellen, die vom Führer gestellte Aufgabe zur Durchführung zu bringen.“ Srernann Regenlann Irvittr,„ Johren on Gtgetbes Geburts. Der seit einigen Jahren an Goethes Geburtstag zur Verleihung kommende Goethepreis der Stadt Frankfurt am Main im Betrage von 5000 Mark wird für 1935 Professor Hermann Stegemann, einem geborenen Koblenzer, zugeeignet werden.„ 4 Hermann Stegemann studierte, nachdem er die Absicht, Berufsoffizier zu werden, aufgegeben hatte, in München und Zürich Philosophie mit dem Ziele der Hochschulehrlsgegsgestziglig, Sr vertiefte er sich immer mehr in gosemischen Lauftgahn dien. Ohne den Gedanken der atavemischen Laufbahn aufzugeben, wandte er sich dann mehr literarischem Schaffen zu. 1912 wurde er als literarischer Redakteur an den„Berner Bund“ berufen. Als der Weltkrieg ausbrach, übernahm er bei. Vächrichtegtz hdie ie hge Behandlung, der einlaufenden Nagriazen über die Operationen. Dabei entwickelte er dank seiner früheren kriegsgeschichtlichen Studien ein derartiges Verständnis, daß seine Darstellungen vom Verlauf des Krieges die Anerkennung selbst der militärischen Fachleute fanden. Schon während des Krieges begann er sie gesammelt als eine Geschichte des Krieges herauszugeben, die dann, vier Bände stark, nach Kriegsende abgeschlossen wurde. Im Jahre 1924 veröffentlichte er als ein weiteres großes militär=politisches Werk das Buch „Der Kampf um den Rhein“, das auch ins Englische übersetzt worden ist, ebenso das 1926 erschienene Werk„Das Trugbild von Versailles, weltgeschichtliche Zusammenhänge und strategische Perspektiven.“ Als zeitgeschichniches Dokument sind weiter seine 1929 erschienenen„Erinnerungen aus meinem Leben und aus meiner Zeit“ zu werten, dem noch die viel beachteten Werke„Deutschland und Europa"(1981) und„Weltende“ mit dem Untertitel„Der Kampf um die Zukunft und deutscher Gestaltwandel“(1934) folgten. Für diese Leistungen verliehen ihm die Universitäten Freiburg und Frankfurt den Grad eines Ehrendoktors. Dieser wissenschaftlichen Tätigkeit gegenüber verschwindet seine teils lyrische, teils belletristische, die er anfänglich unter dem Vseudonym Perrgrzzggertze: herausgegeben, hat, an Bedeutung.„###gunge gegann er mit den 1890 erschienenen Novellen„Mein Elsatz“, denen eine ganze Reihe von Erzählungen und Romanen aus dem elsässischen Volksleben folgten, darshaftlichen Werlen sand danm Siegersgtigesesleraigeh Honorargrosshen,“zu seinem kürzlichen 65. Gebartsund des Präsidenten der Reichsschrifttumskammer Dr. 866c56b. A aele Martha Tggerth an der Vertiner Radtsoper Martha Eggerth wird wie gemeldet wird, in Berlin und Paris als Opernsängerin dehütieren. Sie in der Berliner Staatsoper als„Butterfly, und in Paris in der Opéra Comique in„Manon“ und„La Boheme“ auftreten. Schluß mit dem Zwei-Schlager-Trogramm Eine Bestimmung der Reichsfilmkammer Der Präsident der Reichsfilmkammer hat folgende Anordnung getroffen: Auf Grund, des,§.25 der ersten Durchführungsverordnung zum Reichsulturkammergesetz vom 1. November 1933(Reichsgesetzblatt 1. Seite 797) ordne ich hiermit an: Meine Anordnung über die gramms in Faseig, Zser#e#falen vom 10.Juli 8) Wenn ein Filmtbeater in gröblicher Weise gegen verstößt, so kann von der ReicsrumScherl-Bilderdienst unter sein bekannter Elsatzroman„Die Krafft von Illzach“. Sein Roman„Theresle“ führt dann in den Schwarzwald,„Thomas Ringwald“ an den Bodensee und„Der gefesselte Strom“ zu den Lauffener diese Anordnung verstößt, so kann von der geiasfilmkammer, unbeschadet sonst zulässiger Maßnahmen, die Einstellung der Filmbelieferung angeordnet werden, bis die Befolgung der Anordnung sichergestellt ist. Oberbürgermeister a. D. Dr. Most erhielt einen Lehrauftrag. Der frühere Oberbürgermeister der Stadt Duisburg=Ruhrort, Dr. Otto Most, der bereits 1929 zum Honorarprofessor an der westfälischen Landesuniversität ernannt worden war, wo er als Privatdozent wirtschaftliche Verwaltung, Verkehrswissenschaften und Statistik vertreten hatte, erhielt den amtlichen Auftrag, in der Rechts= und Staatswissenschaftlichen Fakultät der Universität Münster Verkehrswissenschaften, Bevölkerungslehre und Statistik durch Vorlesungen und Uebungen zu vertreten. Die Berliner Staatsoper hat die Overette„Die große Sünderin“ zur Uraufführung erworhen; sie soll als Silvester=Premiere herauskommen. Musik von Gduond Künnele.,„ I, Irgx, Aparmiziellelten und Karl Eggert, unser früherer Opernspielleiter und Vorgänger Rudolf Scheels, wurde von den Nürnberger Als Nachfolger Lord Willingdons, dessen Amtszeit im kommenden April abläuft, ist Lord Linlithgow zum Vizekönig und Generalgouverneur von Indien ernannt worden. Der englische König hat die Ernennung am Dienstag bestätigt. städtischen Bühnen als Oberspielleiter der Oper an das od): Leibzäiger Oder wicd Hanz, Sitziähens Finund zwar wird das Werk am 3. November im Rahmen der diesjährigen Leipziger Kulturwochen herIen Gieener Stadtheater wicd Lope de Vegas„Der Stern von Sevilla“ in der deutschen Bearbeitung von Hans Schlegel uraufgeführt werden aus Anlaß der 300. Wiederkehr des Todestages dieses spanischen Dramatikers, g, Einang Die Stadt Dessau wird das erxne Einrang: theater Deutschlands erhalten. Der Theaterneubau wird einen amphitheatralisch Aufsäigenberga Barient raum befgmmen,„mit 1326 Sitpaven. Das Parket Reichsverband jüdischer Kulturbünde. Dnb meldet: Entsprechend den geltenden Richtlinien hat der Geschäftsführer der Reichskulturkammer, Hans Hinkel, als Sonderbeauftraater des Reichsministers Dr. Goebbels den künstlerisch und kulturell tätzpen Vereinigungen jüdischer Staatsangehöriger die Auflage gemacht, sich bis zum 31. August 1935 im„Reichsverband jüdischer Kulturbünde“„gusamgegeuschließen Nur Lokalverbände, die dem Reicrgg####, angehören und unter Leitung des Berliner Vorstandes dieses Reichsverbandes arbeiten wollen, können sich nach, dem festgesetzten Termin noch künstlerisch und kulturell betätigen. Von dieser Maßnahme ausgenommen sind die jüdischen Schulen und Kultusgemeinden religiöser Art. Hauptschriftleiter: Dr. Paul Dierichs. Stellvertreter: i. V. Adolf Peddinghaus. Verantwortlich für Politik und für Wirtschaft: Fritz Schmidt. Kommunalpolitik, Lokales und Stadtteile: Adolf Peddinghaus, Kulturpolitik und Unterhaltung: Dr. Josef Schwermann, Feuilleton: 1. B. Dr. Josef Schwermann unpolitische Nachrichten: Dr. Karl Baals, Sport: Hans Hornberg, Gerichtsdienst und Briefkasten: 1. V. Dr. Karl Provinz: Kurt Dörnemann. Anzeigen: Kurt Scholz, Sprechstunden der Redaktion 16—17 Udr(außer Für unverlangte Einsendungen keine Haftpflicht Rücksendung nur bei Füaporte Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten * Seite 3 Nr. 183 Bochumer Anzeiger„ Mittwoch, X. August 1933 Von Drachen und kalten Kartoffeln Es soll hier nicht Es son hier nicht von den bewußten „Drachen“, die Rede sein, die mancher Junggeselle gern— ach wie gern!— steigen ließ, nein, es soll hier ganz einfach von jenen roten, grünen, gelben, Klauen, „28— zeitungspapiernen DinSlss“ 54/—) gern die Rede sein, #“' ohne die der Wind nie über die Stoppeln der schon abgeernteten Felder geht. Jedes Jahr um diese Zeit steht plötzlich draußen vor der Stadt hoch am Himmel ein bunter Papierfleck, und unten, am Rand eines Feldes, liegt ein stolzer Junge, der die straffe Leine, die in weitem Bogen in die von Wolkenfetzen bejagten Lüfte emporzieht. Und der Junge schickt dann und wann„Brieschen“, kleine weiße, flatternde Papierdreiecke, hinauf zu seinem ger, und wandert mit dem weißen Flock hoch, hoch hinDann setzt er sich auf seinen Drachen und segelt mit ihm über Täler, Flüsse, Berge und weite Ebene, und fährt über Länder und Meere, in ferne, unbekannte Welten voller Abenteuer, Kampf und Gefahren und Uind der sausende Wind geht durch die Haare, sie wehen und flattern—— und hell jauchzt ein jubelnder Knabenschrei wie ein Vogel dem Flieger voran. Windvögel! Jedes Jahr um diese Zeit fehlen plötzlich der Mutter die kalten Kartoffeln die sie zum Abendessen zurückgesetzt hatte. Und vorsichtig um sich spähend schleppt der Junge sie hinten auf den Hof, wo er seine Windvogelwerkstatt eingerichtet hat, um das Papier mit dem begehrten und errungenen Klebstoff auf die Latten festzukleben. Auf die Latten die Vater für das neue Blumenbrett brauchen wollte, die er schon seit Tagen sucht; aber vexgehlich, da sein Sprößling sie zu dünnen, zerbrechlichen pen verarbeitet hat, die das Gerippe seines Windvogers bilden ben...#.: gast Hängen. Jedes Jahr um diese Zeit hängen— leider Bindfäden mit kleinen Grasbündeln über Telephon= und anderen Drähten. Jedes Jahr teilen Schutzmänng Ohrfeigen und andere Bestrafungen aus. Und jeves und jedes Jahr wird umsonst gewarnt, gedroht: Laßt eure Windvögel nicht dort steigen, wo ihr an Leitungen und Drähten Beschä digungen anrichtet! Wer sind denn nun die Windvögel, die straff an der Leine gehalten werden müssen, wenn der Herbstwind über die Stoppelfelder weht: die bunten Papiersegler— oder die Schuljungen?! Rückkehr der pommern=Kinder Die von der NS.=Volkswohlfahrt zur Erholung in Pommern untergebrachten Kinder kehren am Freitag, 9. August, nach Bochum zurück. Der Sonderzug trifft ein in Bochum=Langendreer 11.24 Uhr, in Bochum=Nord 11.45 Uhr. Die Eltern und Angehörigen werden gebeten, die Kinder von den Bahnhöfen abzuholen. Straßenbauarbeiten in Stahlhausen Ein Aalbous nsppie um Wiemelhauser= und Oskar=Hofmann=Straße— Ein Schu neerrcr. Anzeigen sind unerläßlich! Eine Stellungnahme des Einzelhandels den Nachrichten der Hauptgemeinschaft des deutschen Einzelhandels weist Diplom=Volkswirt Köppen, Berlin, auf ein kürzlich ergangenes Urteil des Oberlandesgerichts Naumburg hin, das Grundsätze darüber enthielt, welcher Werbemittel eine planvolle Werbung sich bedienen muß, um auf die Dauer erfolgreich zu sein. Das Gericht kam zu dem Ergebnis, daß ein Verzicht auf das Inserat durch Schaufensterwerbung, Plakate und Reklame auf dem [Einwickelpapier nicht wettgemacht werden könne. Die Wahrnehmung solcher Anpreisungen hänge viel stärker vom Zufall ab als die einer Anzeige. Die Zeitungswerbung werde einem viel größeren Kreis zugängig und sei auch mehr geeignet, durch ihren Inhalt die Vorzüge der Ware zur Kenntnis der Oeffentlichkeit zu bringen, als dies bei bloßen Schaustücken usw. der Fall ist. Der Referent des Einzelhandels erklärt, daß diese vom Ob gericht entwickelten Gesichtspunkte für die Werbung des Einzelhandels schlechthin maßgebend seien. Durch die über 3000 deutschen Tageszeitungen mit einer Auflage von rund 18 Millionen Stück werde jeder deutsche Haushalt erfaßt. Nehme man die 8000 Zeitschriften hinzu, so fielen die weiten Möglichkeiten der Anzeigenwerbung erst richtig ins Auge. Ein Verkehrsunfall, der leider einen Schwerverletzten forderte, ereignete sich gestern nachmittag kurz vor 17 Uhr an der Kreuzung Wiemelhauser= und OskarHoffmann=Straße. Ein planmäßig um 16.50 Uhr ab Bochum=Hauptbahnhof nach Querenburg verkehrender Autobus der Bochum=Gelsenkirchener Straßenbahn geriet beim Ueberqueren der Kreuzung gegen pen aus der Oskar=Hoffmann=Straße kommenden Lieferwagen einer Bochumer Firma. Hierbei prallte das linke Vorderrad des Lieferwagens auf das linke Hinterrad des Autobusses. Der Anprall war so heftig, daß der Autobus umkippte. Während sechs Fahrgäste mit leichteren Verletzungen durch Schrecken davonkamen, geriet der Handelsvertreter Julius Fischer, wohnhaft in Querenourg, Markstraße 226, beim Umkippen des Wagens unter den ..-Aufnahme. Autobus. Er wurde mit lebensgefährlichen Verletzungen sofort zum Bergmannsheil geschafft. Polizei und Kriminalpolizei leiteten sofort die Untersuchungen nach der Schuldfrage ein. Gegen 6½ Uhr wurde der Lieferwagen abgeschleppt und der umgestürzte Autobus gehoben, so daß die dicht von Neugierigen umlagerte Kreuzung wieder für den Verkehr freigegeben werden konnte. Zeugen gesucht! Die Bochumer Kriminalpolizei richtet an Uhlandstraße, Zimmer 88, zu melden. An der Rati Von Sagen und Burgen im westfälischen Land gicht so alt wie die Geschichte des Neben den umfangreichen Verschönerungsarbeiten an den Häusern und den neuen Vorgärteneinfriedigung gen in der Wohnsiedlung Stahlhausen werden auch verschiedene Straßen in der Siedtung einer Instandsetzung unterzogen. Für die Abwässer werden zu beiden Seiten der Straßen neue Abflußrinnen aus ZieSas les hel sececeshece e lichen Seite einen schönen breiten Bürgersteig erhalten. 20 226 Erbhöfe im Oberlandesgerichtsbezirk Hamm Im Bereiche des Oberlandesgerichtes Hamm, zu dem außer dem Bereiche der Provinz Westfalen auch die Kreise Essen=Stadt, der Dillkreis, der Kreis Altenkirchen und ein Teil des Landkreises Düsseldorf=Mettmann gehören, waren in die von den Gemeinden aufgestellten Erbhofverzeichnisse bis zum 1. Januar 1935 genau 49 746 Höfe aufgenommen worden. Bei 38 633 dieser Höfe haben die Vorsitzenden der 99 Anerbengerichte dieses Bezirkes im Anlegungsverfahren bis zum 1. Januar 1935 die Erbhofeigenschaft bejaht und diese Höfe in das sogenannte Gerichtliche Verzeichnis aufgenommen. Bei 55 Höfen war bis dahin über die Aufnahme noch nicht entschieden, und bei 307 Höfen ist die Aufnahme in vas Gerichtliche Verzeichnis abgelehnt worden, während 11 058 Höfe als zur Zeit nicht eintragungsfähig befunden wurden. In 3465 Fällen wurde gegen die Eintragung Einspruch erhoben und über 563 Fälle noch nicht schieden. Am 1. Januar 1935 waren im Bezirke Hamm 20 226 Höfe als Erbhöfe endgültig anerkannt, davon 3971 als Ehegattenerbhöse. Flüchtiger Verkehrssünder Die Polizei sucht ihn. Am 5. August in der Mittagszeit, kam es an der Selesescäische oschen veioe beschaotgt wurden. Der Führer eines der beide Wagen hat sich nach dem Unfall durch die Flucht der ist auf der Hattinger Straße in Richtung Hatingen davongesahrevn.,., Lunieigsierte Viersicher., Es handelt sich um eine ounrellaaierte viersitzerWer hat den Vorfall beobachtet? Wer hat das Kennzeichen des davongefahrenen Wo ist ein Wagen, der linksseitig stark beschädigt ist, Sachbeniche Angacben erhisg,dtraide.Paiuzel in Bochum, Polizeiprgsidium, blgndstrad. 56, Zimmer 89, Telephon 60v61, Nevensteule 222. Schwer verbrannt. Die 27jährige Föffman,.=sraße gestellten Ludwig H. von der Oskar=Hossmannesu wollte am Montagmorgen das Herdfeuer mit Spi anfachen, als plötzlich die den Brennspiritus enthaltende Feuer. Die Ehefrau erlit schwere Brandwunden, so daß ärztliche Hilfe notwendig war. sog und locHattingen, dann kann die Sage nur bier und der Ruine Kliff Flanke warne Sonne lag auf dem, Steinpflaster, her Wiste und das Weche vollern dumnps, Gaeli, nur die und man Zertr ze eine behäbige giez, Lesierzs schon glaubt Westerkommen mehr zu geben scheint. Aber Bura Kliff die einst eine wehrhafte Burg war aunsg. Der boße Fabrkschoernitei,derz ligzbosze 65 6 wohl eber aus der bof gastähne zier verankert wurstellungen, an frühere Tage aus wie hier unter der Still und blank wie ein Binnensee liegt die Ruhr in der Mittagsruhe, blau wie der Himmel, der sich in ae Giecg, lise Aulsches Seige, becscheigen Sei mern sich auf dem Nasem P.„ Her.„Henrichchizter, amosenzent Verzittern dieses Bildes Wassers, und gur am leisen Ferzittern dieses ne Hainbuchen eben des Hochsommers Glanz... Beileidstelegramm der Reichsbetriebsgemeinschaft Bergbau anläßlich des Einsturzunglücks in Taschenhof Anläßlich des Unglücks in dem Basaltschotterzund Rese e e ceie e „Fief erschüttert durch die Nachricht von denz, scpg, sprechen. Den Schwerverletten wünsche ich baldige Biedergeneslung,(g) Padberg, aum Reichsbetriebsgemeinschaftsleiter Bergbau.“ teln sich auf dem Rasen. Die zahlosen Schornste Besach englischei Anngrgesnng.... eit am verflassenen Sanntag, die Reise weiter nach, Poswpinkelg uiste, Fügregttgg## Ksicheien Kastasek eind eie Lesienside besden die Vergischen Lstasturnc bteifrnehmen. die Englände Buer=Erle hielt am verflossenen Sonntag „Ruhr=Lippe“, der Reichsvereinigung eheschöttel berichtete über den Empfang und über die unergeßlichen Erlebnise in Engse ganz Beße e #leitet werden. Am Nachmittag des gleichen Tages wird stehen, die im einzelnen noch festgelegt werden. ich ein Zeuge alter Zeit. Vielleicht noch leitet werden. Am Nachmittag des gleichen Tages wird stehe Der nutser Frird rich Plah derundert sta der Moltkemarkt nun in großzügiger Weise schon umgestaltet worden ist, wird— wie im„B..“ bereits berichtet— jetzt die Verschönerung beiten großen Plates in der Innenstadt in Angriff genommen: der Agiser=Friedrich=Platz soll gleichfalls zu einer schmucken Anlage ausgebaut werden. Die ersten Arbeiten wurden in den letzten Wochen schon durchgeführt und sollen demnächst mit der Einrichtung eines Sandspielplatzes für die Kinder und einem sie umgebenden Grünstreifen vollendet werden. Unsere Bilder zeigen die im Zuge dieser Neugestaltung bereits erstellten neuen Kleinbauten. Rechts sieht man eine neuzeitliche Erfrischungshalle unten links ein Transformatorenhäuschen und rechts neue Bedürfnisanstalt. Aufnahmen„.-.“ Muthherr Seite 4 Nr. 183„ Bochumer Anzeiger, Mittwoch, T. Augusi 1933 — Anersteunchd Dadeg. Bilder aus den Bochumer Gerichtssälen Durch einen Strafbefehl des Amtsgerichts Bochum war eine Ehefrau von hier wegen Diebstahls zu fünfzehn Reichsmark Geldstrafe verurteilt worden. Dem Strafbefehl lag eine Anzeige einer anderen Ehefrau zu Grunde, die mit der Angeklagten im gleichen Hause wohnt. Auf den Einspruch der Verurteilten wurde jetzt vor dem Einzelrichter über den Vorfall verhandelt. Die gesamte Beweisaufnahme entrollte dabei ein höchst unerfreuliches Bild von Mieterzwistigkeiten, wie sie leider in Wohnhäusern mit einer größeren Anzahl von Mietsparteien nicht allzu selten sind. Zwischen den Familien der Angeklagten W. und der Ehefrau., von der die Anzeige gemacht wurde, bestanden seit längerer Zeit Unzuträglichkeiten, die sich verschiedentlich in Wortwechseln und Zusammenstößen im Treppenhause kundtaten. Die Ehefrau H. ist die Tochter der Hauseigentümer, die gleichfalls in dem Hause wohnen. Bei der Erbitterung, mit der sich die beiden Parteien gegenüberstanden, wurden beiderseits Anlässe gesucht und wohl auch gegeben, die zu fortgesetzten Streitereien und Auseinandersetzungen führten. So will die Ehefrau W. im Mai dieses Jahres die Beobachtung gemacht haben, daß der Vater der H. in ungehöriger Weise ihre im Keller lagernden Kartoffelvorräte verunreinigt habe. Wegen dieses Falles ist von den Eheleuten W. eine Anzeige wegen Sachbeschädigung erfolgt. Gegen die W. lief wiederum eine Räumungsklage des Vaters der., auf Grund deren die W. inzwischen ihre Wohnung haben verlassen müssen. Nun wird in der gegenwärtigen Verhandlung die Ehefrau W. von der H. beschuldigt, ihr aus der Küche der Eltern der H. in der ersten Etage 3,50 Reichsmark gestohlen zu haben. Der Diebstahl soll im April in der Zeit, als auch der Streit wegen der Kartoffeln bestand, ausgeführt worden sein. Nach der Darstellung der als Zeugin vernommenen Ehefrau., die selbst in der zweiten Etage wohnt, hat sich diese an dem fraglichen Tage in der Wohnung ihrer Eltern befunden und dort.50 Mark auf den Küchentisch gelegt. Die Etagentür sei geöffnet gewesen. Als sie sich selbst für einen Augenblick im Schlafzimmer aufgehalten habe, seien ihr plötzlich leise Schritte im Wohnungsflur aufgefallen. Die H. ist dann, wie sie angibt, aus dem Schlafzimmer herausgetreten und habe zu ihrer Ueberraschung die Ehefrau W. dabei angetroffen, wie sie einen Brief zu Boden warf und in aller Eile aus der offenen Küche das Geld vom Tische nahm. Die W. sei, als sie sich ertappt fühlte, sogleich nach oben geeilt und habe sich dort eingeschlossen. Sie selbst habe die W. laut rufend verfolgt, aber nicht mehr festhalten können. Dies soll sich an einem Samstag abgespielt haben. Die 28jährige Angeklagte W. bezeichnet die Darstellung der H. als bewußt falsch. Sie hat nach ihrer Aussage die Wohnung überhaupt nicht betreten und den fraglichen Brief durch ihren kleinen Sohn an einem Mittwoch, also an einem ganz anderen Tage, in den Flur der Hauseigentümer werfen lassen. In diesem Brief ist der Vater der H. zum Ersatz der beschädigten Kartoffeln aufgefordert worden. Die Beweisaufnahme, in der eine Reihe von Hausbewohnern vernommen wird, ergibt ziemlich sicher, daß ein Auftritt der von der H geschilderten Art im Treppenflur stattgefunden hat. Mehrere Hausbewohner haben wahrgenommen, daß die H. schreiend hinter der W. her war und sie zur Herausgabe des gestohlenen Geldes aufforderte. Dabei wollen einige etwas von 3,50 Mark gehört haben, andere sagen aus, daß von 1,50 Mark die Rede gewesen sei, wieder andere Hausbewohner haben nichts vernommen, obwohl ihnen ein so starker Lärm eigentlich nicht hätte entgehen können. Es wird weiter bekundet, daß die W. kurz vorher sich auf der Haustreppe zur Wohnung der Eltern der H. befunden und hierbei etwas unter der Schürze verborgen gehalten hat. Es wird vermutet, daß dies der bewußte Brief gewesen sei. Eine restlose Klärung bringt die Beweisaufnahme nicht. Immerhin deuten doch die von den meisten Zeugen gemachten Wahrnehmungen darauf hin, daß sich ein Vorkommnis der von der H. geschilderten und auch unter Eid aufrechterhaltenen Art abgespielt haben muß. Unter diesen Umständen konnte das Gericht den lebhaften Unschuldsbeteuerungen der Angeklagten, die in der Verhandlung keinen ungünstigen Eindruck machte, nicht den größeren Glauben schenken und verwarf nach dem Antrage des Amtsanwalts den von der bisher unbestraften W. eingelegten Einspruch. Teurer Schabernack Ein älterer Mann aus Bochum war verschiedentlich die Zielscheibe für allerhand kleine Streiche, die ihm allem Anschein nach aus dem Kreise jüngerer Nachbarn und Hauseinwohner bereitet wurden. Insbesondere zur Nachtzeit ereigneten sich an seiner Wohnungstür mancherlei Dinge, die geeignet waren, ihm Aerger und Verdruß zu bereiten. So mußte er mehrere Male auch morgens beim Verlassen der Wohnung die unerfreuliche Wahrnehmung machen, daß man sich üble Scherze mit ihm geleistet hatte indem man rnehmung machen, daß man sich, Uhle, Fcherze mit l, Herrister hatte, indem mun die Turktinre mitl bracht zu haben. Schmierseife bestrich, in die das Opfer dieser„Späße“ ahnungslos hineinfaßte. In einigen Fällen hatte der unbekannte Täter seinen mutwilligen Schabernack noch durch ein freundliches Schreiben ergänzt, das morgens an der Außenwand der Tür klebte und mit einer Auswahl von Schimpfworten und Neckereien ausgestattet war, die auch bei einem großmütigen und wenig reizbaren Manne Unwillen und Verstimmung hervorrufen Da dem Alten die fortgesetzten Belästigungen zu dumm und schließlich auch unerträglich wurden, legte er sich eine ganze Zeitlang nachts auf die Lauer, um, mit einer elektrischen Taschenlampe bewaffnet, dem Uebeltäter ins Gesicht zu leuchten und ihn auf frischer Tat zu erwischen. Allein, das so häufig gebrachte Opfer der kostbaren Nachtruhe blieb unbelohnt. Es wollte dem alten Manne nicht gelingen, seinen unbekannten Feind bei der sträflichen Nachtarbeit zu ertappen. Dagegen erzielte eine andere Methode der Entlarvung vollen Erfolg. Da der Alte längst einen bestimmten Verdacht hatte, übergab er schließlich die Zettel mi den so reichlich gespendeten Schriftzeichen der Polizei und verwies dabei auch auf seine Vermutungen bezüglich ihres Urhebers. Und siehe da: Der Schriftsachverständige, der sich jetzt mit der Angelegenheit beschäftigte, nahm in gründlicher wissenschaftlicher Schriftzeichen der Zettel unter die Lupe, verglich sie mit den Schriftproben, die man von dem in Verdacht geratenen Hausmitbewohner des Alten genommen hatte, und stellte bei dieser Prüfung eine so eindeutige und überführende Uebereinstimmung im gesamten Schriftbilde und in charakteristischen Buchstaben fest, daß Richter und Schöffen nicht geneigt waren, dem Leugnen des Angeklagten Glauben zu schenken.—361. Das Urteil gegen den noch verhältnismaßig jungen und bisher unbestraften Angeklagten lautete auf sechzig Mark Geldstrafe. Hundert Mark hatte der Staatsanwalt beantragt. Alles in allem: eine teure, zur Nachahmung wenige empfehlenswerte Rechnung für den billigen Spaß, einen alten Mann zur Verzweiflung geund sprach seine Genugtuung über den guten Besuch aus. Kameradschaftsführer Standartenführer Hüning, Zeit an einem Führerkursus in München teilnimmt, übermittelte den Kameraden die besten Grüße. Vor Beginn geschäftlichen Teiles gedachte der Leiter des Abends in ehrenden Worten des Ablebens des auf tragische Weise bei Ausübung seines Berufes verunglückten Kameraden August Zudzewitz, der Knappen von Zeche„Adolf von Hansemann“ und der Wiederkehr des Tages, an dem der große Feldherr und Reichspräsident von Hindenburg vor einem Jahre auf Schloß Neudeck die Augen schloß. Anschließend folgte eine Berichterstattung über den Verlauf der letzten Führerbesprechung des Kreisverbandes Bochum des Kysshäuserbundes. Bei der Fahrt ins Blaue haben die Teilnehmer auch diesmal ununterbrochen Regen gehabt. Aber trotzdem sind die Kameraden mit ihren Frauen reichlich entschädigt worden. Die Beschaffung von Gewehren soll erneut geprüft werden. Das nächste Pflichtschießen findet am Sonntag, 11. August, auf dem Postsportplatz am Freigrafendamm 8. Hochsommerwetter hält sich Bericht des Reichswetterdienstes Essen=Mülheim vom 6. August, abends Das westeuropäische Hochdruckgebiet hat sich weiter ausgedehnt und die Störungstätigkeit der atlantischen Wirbel zum Nordmeer abgedrängt. Bei kraftigem Zusammensinken der Luftmassen über Mitteleurova herrscht weiterhin heiteres Wetter, mit dessen Fortbestand noch gerechnet werden kann. Vorhersage für Mittwoch: Schwach windig, morgens stark dunstig, tagsüber heiter, trocken, zunehmende Bewölkung.— Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Fortbestand des hochsommerlichen Wetters. Dienstag, 6. August Barometer 24 Uhr: 756 Thermometer 3. Uhr: P Zeiten für Sonne und Mond am 7. August: ( Aufg..57, Unterg. 20.14: J Aufg. 14.06, Unterg. 22.19 Wetternotizen, gemessen um 8 Uhr vormittags Bochuttel=Vertunde und Bereine Bochumer Bürger=Schützen=Verein, 1. Kompagnie, Zug Engelsburg. Am verflossenen Sozzihragr Ethzigen=Vereins Engelsburg einer Eintadung des Burger=Schützen=Vereins für Stadt und Amt Lüdenscheid zum 25jährigen Bestehen des dortigen Vereins. Schon längere Jahre besteht zwischen Lüdenscheid und Bochum eine enge, herzliche Schützenverbundenheit. Gegen 18 Uhr ging die Fahrt vom Vereinsheim Floren mit Omnibus vonstatten. In Rummenohl wurde Halt geblasen, um einen kleinen Imbiß einzunehmen. Dann ging es weiter über Brügge nach Lüdenscheid. An der Stadtgrenze hatten sich einige Vorstandsmitglieder mit Musikkorps eingefunden, um die Bochumer mit klingendem Spiel durch die Stadt zum Festzelt zu geleiten. Dort wurden die Bochumer Jungen von den Schützenbrüdern mit großer Freude empfangen. Als kleines Zeichen, der Verbundenheit überreichten die Bochumer ihren Lüdenscheider Freunden einen prächtigen Silberpokal. Schnell vergingen die Stunden im Kreise der Schützenbrüder. Sonntags Kormittags 10 Uhr war Besichtigung des Ehrenmals uno nahme. Eine SA.=Kapelle brachte die Gäste mit Musik dorthin. Herrlich ragt dieses Mahnmal von der Höhe herab. Mittags 12 Uhr war gemeinsames Gulaschessen im Schützenheim. Um 13.30 Uhr wurde zum großen Festzug angetreten. Wohl ein Dutzend Promenadenwagen mit dem jetzigen und den vorberigen Königen fuhren dem großen Zug voran. Bochums blauweiße Jungen wurden immer nachts wurde die Heimfahrt angetreten. Noch lange werden sich Bochumer und Lüdenscheider Schützen der schönen Tage erinnern.„„ Sommerausflug. Der MGV.„Einigrei- e. V. Bochum unternahm am Sonntag mit der Eisenbahn bei großer Beteiligung eine Fahrt ins Blaue. Vom Bahnhof Höntrop führte der Weg durch die Waldbühne am Höntroper Strandbad vorbei zu den herrlichen Anlagen eines Garteurestaurants. Nach gemütlichem Kaffeetrinken sand die Besichtigung der Parkanlagen statt. Anschließend begann für die Herren ein Preisschießen, woran auch Damen teilnahmen. Auf der Wiese tummelten sich die Frauen und Kinder in fröhlichem Spiel. Nach der Preisverteilung wurde der beste Schütze zum König und die beste Schützin zur Königin ernannt. Unter dem Motto„Schützenfest in der Höntroper Schweiz“ sand der herrliche Tag bei Gesangsvortragen und sonstigen Darbietungen einen gemütlichen Abschluß. Ort Essen.... Kahler Asten Brocken Hamburg Berlin München Zugspitze Lustdruck in mmn 770.8 684.9 684,3 7701 469.7 770.0 536,1 Kondricht temberce u. Stärke tur C. SW 2 RRW 2 NW 5 WSW 2 WRW 1 N 1. OSO 2 +18 +15 +10 Wetter wolkenl., Dunst wolkenl., Dunst halb bed., Dunst Nebel heiter, Dunst heiter, Dunst Nebel (Weitere Lokalnachrichten auf Seite 10) Wohin gehen wir heute Traditionsecke Kameradschaft deutscher Kolonialtruppen. Die Freunde der Bochumer Kolonialgarde kämpfen für den Kolonialgedanken und die Gemeinschaftsidee aller Angehörigen der ehemaligen Schutztruppe, im Sinne unseres Führers und Reichskanzlers, um am Aufbau der Nation tätigen Anteil der wieder von der Bevölkerung auf das bezzl gefgsogistz, baben. Mit diggrngratzschgßtziähr, Betrachtung eröstzggngter Städtische Gemäldegalerte: Sonn= und feiertags bei freiem Eintritt von 10 bis 13 Uhr, werktags von 10 bis 16 Uhr. Heimatmuseum Haus Rechen, Königsallee 17: Sonn= und feiertags von 10 bis 13 Uhr, werktags von 10 Pgf,45 gzyr, Bergbaumnseum, Bödestraße: Wochentags, mit Mittwochs, von 9 bis 13 und 15 bis 18 Uhr, Mittwochs (Eintritt frei) von 15 bis 18.30 Uhr. Sonn= und feiertags Städtische Schwimm. und Badeanstalt, Marienstraße: Mittwochs von 16 bis 19 Uhr: Familienbad. Tonhalle: ab 15.00 Uhr: Maskerade. Welt=Licht: ab 15.15 Uhr: Spione am Werk. Apollotheater: ab 15.30 Uhr: 30 Tage Prinzessin. Capitol: ab 15.25 Uhr: Madame Dubarrv. Gloria=Palast: ab 15.30 Uhr: Der falsche Fuffziger. Hammer Lichtspiele: ab 15.15 Uhr: Alles hört auf mein Lichtburg: ab 15.15 Uhr: Die scharlachrote Blume. Lichtspielhaus: ab 15.15 Uhr: Abschiedswalzer. Odeon: ab 16.30 Uhr: Der letzte Walzer. Skala=Lichtspiele: ab 17.00 Uhr: Der letzte Walzer. Tonhallen=Gaststätte. VON AAEL RUDOLPA 32) „Von Herrn Horward?" Mabel hat schnell nach der Unterschrift gesehen und hebt erstaunt den Kopf.„Sie kennen den amerikanischen Presseattaché?“ „Ein wenig. Lesen Sie mal, was er da schreibt. Nein, hier oben, auf der zweiten Seite!" „... Was Frau Smith=Lessons anbelangt, so bin ich über ihre Verhältnisse ziemlich gut orientiert, da sie mit meiner Frau zusammen im St.=Lawrence=Kolleg gewesen ist. Sie verbringt seit dem Tode ihres Mannes, eines gebürtigen Dänen, ihre meiste Zeit auf Reisen, eine liebenswürdige, kultivierte Dame, etwas exzentrisch, aber diese phantastische Sehnsucht nach Aufregungen und Abenteuern ist nur die Folge eines unausgefüllten Frauenlebens. De mortius nil nisi bene— aber ihr verstorbener Mann muß ein gräßlich langweiliger Kerl gewesen sein. Wer Frau Smith=Lessons näher kennt, wird ihre entzückende Offenheit und ihr lebendiges Temperament ebenso zu schätzen wissen wie ihre Herzensgüte und ihre wirklich ungewöhnliche Schönheit.“ „Das ist gräßlich von Ihnen!“ Mabel wirft mit zornfunkelnden Augen den Brief auf den Tisch.„Wie kommen Sie dazu, Herrn Horward über mich auszufragen?“ Holk freut sich diebisch über ihre zornigen Augen. „Weil ich mich auch ein bißchen für Sie interessiere, liebe gnädige Frau. „Beruflich?“ weabels Stimme ist dunkel vor Hohn. „Nein. Ganz privat. Genau so wie Sie, Frau Mabel!" Es steht etwas in Holks Augen, das Mabel veranlaßt, den Blick zu senken und die Vorwürfe, die ihr auf den Lippen schweben, hinunterzuschlucken. Von einem plötzlichen Gedanken erfaßt, greift sie noch einmal nach dem Brief, liest ihn aufmerksam von Anfang bis Ende durchz.„ A 4 Fäh### „Kein Wort davon!“ lachr sie ploßzlich frohlich auf und fühlt, wie ihr schöner Zorn sich in einen Strom wärmender Freude verwandelt.„Keine Silbe von meinem Vermögen! Warum haben Sie Ihren Freund nicht auch danach gefragt?“ „Wenn ich mich für Ihre finanziellen Verhältnisse interessierte, Frau Mabel“, sagt Holk trocken,„dann würde ich kaum Herrn Horward um Auskunft bitten, sondern— Frau von Gejerstamm.“ Zum zweiten Male an diesem Abend fühlt Mabel, daß sie rot wird.„Ich war einsam, Dr. Holk“, sagt sie ernst,„und suchte einen Menschen, der zu mir paßt. Die Herren, die man in der Gesellschaft kennenlernt, tragen alle eine unsichtbare Uniform, wenn sie nicht im Frack sind. Ich wollte etwas anderes. Darum wendete ich mich an Frau von Gejerstamm. Man findet nichts dabei in Amerika. Ist denn das so schlimm?“ „Durchaus nicht. Frau von Gejerstamm ist eine ehrenwerte Dame, die ihre Kundschaft reel und gut bedient. Ich habe gar nichts gegen sie. Aber Sie sagten eben, Frau Mabel: Sie waren einsam! Darf ich fragen, ob...“„„ „Genug!" Mabel hat ihre ganze Lustigreit wiedergefunden. Sie hat sogar etwas direkt MädchenhaftUebermütiges, als sie einen Augenblick leicht die Hand auf Holks Mund legt.„Wir haben uns heute abend schon so viel gesagt, daß es besser ist, wir stoppen ab. Sonst bleibt uns für morgen nichts mehr übrig! Jetzt trinken wir das letzte Glas auf Ihren Erfolg, uno dann machen wir einen Spaziergang zur Mole hinaus.“ Sie wandern durch den lauen Maiabend über die Lange Linie. Vom Deck eines am Kai festgemachten britischen Zerstörers, der zu Besuch im Hafen weilt, klingen die langgezogenen Klänge einer Harmonika. Ein Marinesoldat in weißen Gamaschen, das Gewehr geschultert, marschiert zum stillen Gaudium einiger Kopenhagener Backfische mit automatenhaft exakten Schritten vor dem grauen Schiffsleib auf und ad. Drüben über dem Sund heben sich die grünen Wälle von Trekoner und Middelgrund und die Silhouette der Kirche auf dem Holmen. Am Leuchtfeuer der Mole vorbei schwingt die Lichterreihe des Malmödampfers. Bruchstücke lustiger Blechmusik trägt der Abendwind von ihm herüber. Ganz draußen, wo die Mole sich schon verengert und nur noch eine schmale Steinmauer bildet zwischen dem Oeresund und dem Freihafen, stutzt Dr. Holk plötzlich und faßt ein einsames junges Mädchen, das ihnen entgegenkommt, scharf ins Auge. „Nanu? Fräulein Vinge? So ganz allein?“ „canug. Fraulein Vinge? So ganz allein? Ellen Vinge erschrickt, als der Chef so unerwartet vor ihr steht.„Guten Abend, Herr Doktor. Ja, ich... ich bin ein wenig spazieren gegangen.“ Ellen wirft einen scheuen Blick auf die Dame, in der sie sofort die Warnerin aus dem Tivoli erkannt hat. Dr. Holk nickt ihr freundlich zu.., JuasJauemnheits: „Etwas Neues in unserer Angelegenheit: Ellen zögert einen Augenblick.„Jawohl, Herr Doktor. Ich habe wieder einen Brief bekommen von— „Sieh da! Na, schön, Sie werden ihn mir ja morgen vorlegen. Oder haben Sie ihn zufällig bei sich?“ Eine ganz kleine, unwillkürliche Bewegung macht Ellen nach dem Ausschnitt ihrer Bluse, dann läßt sie rasch die Hand sinken.„Nein, Herr Doktor. Bei mir... habe ich ihn nicht.“ „Also dann morgen. Guten Abend, Fräulein „Wetten, daß sie den Brief doch bei sich hatte?“ sagte Mabel ernst, als das Mädchen im Dunkeln hinter ihnen verschwunden ist.„Sie sollten das Kind nicht mit dem Feuer spielen lassen lieber Holk.“ „Keine Gefahr, Mabel. Die kleine Vinge ist ein helles Kopenhagener Mädel. Die fällt nicht auf einen Heiratsschwindler herein. Außerdem weiß sie ja Bescheid über den Verdächtigen.“ „Warum machen Sie dann ein so nachdenkliches Gesicht!“ „Weil ich mir nicht erklären kann, daß diese lustige Kleine an einem so wundervollen Maiabend mutterseelenallein und melancholisch hier auf der einsamen Mole wandert", sagt Dr. Holk und schaut nachdenklich hinaus auf das dunkle Wasser.„Es paßt gar nicht zu ihr!“ Die Nacht ist lang. Olaf West könnte sich ruhig in den Stuhl Skovbäks vor dem Schreibtisch setzen, denn der Wächter macht seinen Kontrollgang nur alle zwei Stunden, und wenn er in das Büro eintreten wollte, müßte er erst die Flurtür aufschließen. Das würde man rechtzeitig hören. Aber Olaf West bleibt trotzdem in seinem Versteck, so unbehaglich es auch ist, in zusammengekauerter Stellung hier im Wandschrank zu hocken. Nur die Tür läßt er natürlich offen, ein wenig, so daß er sie mit einem einzigen Ruck anziehen kann, wenn jemand kommt. Olaf West will sicher gehen. Man kann nie wissen: der Wächter könnte irgendein Geräusch hören, wenn er an der Tür ist und der Eindringling schnell in sein Versteck zurückspringt. Er könnte dabei unglücklicherweise über irgend etwas stolpern oder etwas herunterreißen, und dann käme der Wächter am Ende auf den Gedanken, einmal die Büros gründlich nachzusehen. Vielleicht gar mit dem Hund des Pförtners! Nein, solchen dummen Zufällen setzt ein Olaf West sich nicht aus. Lieber die Nacht in unbequemer Stellung verbringen! Er hört die Turmuhr des Rathauses schlagen, Stunde um Stunde dahinkriechen. Er hört den Wächter. der draußen durch die Gänge seine Runde macht, folgt mit angespannten Sinnen seinen Schritten, hört, wie er an der Kontrolluhr stehenbleibt und wie seine Schritte sich wieder entfernen, hört in der Stille der Nacht deutlich das ferne Rollen und Klingeln der Straßenbahnen. Bis auch das verstummt,„#. Aat Wasßt Vanart sch Endlos lang ist die Nacht. Olaf West kauert sich zusammen zwischen den muffig riechenden Papierbündeln und durchdenkt zum 101. Male seinen Plan. Morgen früh um halb neun wird der Chef kommen. Es besteht wenig Gefahr, daß er ihn entdecken wird. Um den Schrank kümmert er sich selten. Nur von der Buchhaltung werden von Zeit zu Zeit Bündel abgelegter Geschäftspapiere in diesem Schrank verstaut. Herr Skovbäk ist ein pünktlicher alter Mann, pedantisch in seinen kleinen Gewohnheiten, und diese Gewohnheiten hat Olaf West seit einem Jahr genau studiert. Der Chef pflegt morgens, wenn er in sein Büro kommt mit fast automatenhaften Bewegungen sich an den Schreibtisch zu setzen, Notizbuch und Taschenuhr aus der Tasche zu ziehen und vor sich hin auf den Schreibtisch zu legen. Er sieht die erste Post durch und geht dann mit den Briefen in die Korrespondenz, um den Angestellten kurze Anweisungen für die Beantwortung zu geben. Morgen ist Samstag. Da kommt außerdem noch der Kassenbote und bringt die Lohngelder für die Lagerarbeiter und Fuhrleute ins Büro. Es sind jedesmal 11 000 Kronen. Diesmal aber wird es bedeutend mehr sein. Olaf West weiß aus der Buchhaltung, daß morgen eine Zahlung von 40 000 Kronen fällig ist, die der Vertreter der Reederei Blak& Giese persönlich um zwölf Uhr abholen soll. Herr Skovbäk hat ausdrücklich heute vormittag die Bank anweisen lassen, den Betrag morgen in bar für ihn bereitzuhalten. Fünfzigtausend Kronen! Ein Kapital, das sich der Mühe lohnt! Mit dem anderen zusammen, das seit langem in einem raffiniert einfachen Versteck liegt, reicht das aus, um in Brasilien oder Argentinien ein sorgloses Leben zu führen. Vielleicht wird man es wirklich so machen, wie Elna will: den ganzen Kram aufstecken und etwas Solides anfangen. Ein Geschäft oder eine Farm. Sein Kapital auf legalem Wege vergrößern und im übrigen mit Elna ein glückliches Leben führen. Es ist leicht, ehrlich zu werden, wenn man ein paar Hunderttausend auf der Bank hat. Oder soll man Elna den Laufpaß geben und sich mit dem Kapital als Rückhalt in das Leben stürzen? Einmal aus vollen Zügen genießen, sinnlos, toll, bis einen der Strudel wieder in neue verwegene Abenteuer zieht? Nein, das ist zu gefährlich. Eine verratene, verlassene, um ihren Lohn betrogene Mitwisserin kann einem allzu leicht den Hals brechen. Besser schon, ihr den Gefallen tun und wirklich Schluß machen mit den Geschichten. Solange man Geld hat wenigstens. Aber erst muß der kommende Tag vorbei sein. Gestern noch konnte man es überlegen, vor ein paar Stunden noch konnte man zurück, wenn man wollte. Jetzt nicht mehr. Man müßte dazu die Flurtür aufbrechen und den Wärter niederhauen, ihm die Hausschlüssel abnehmen. Sonst kann man nicht hier heraus. Begonnen haben heißt hier den Plan durchführen müssen. Und das ist gut so. Olaf West hat seit einiger Zeit eine merkwürdige Ungeduld in sich. Er, der jahrelang zäh gewartet hat, der jeden Plan unendlich langsam bis ins kleinste vorbereiten konnte, hat auf einmal ein sonderbares Verlangen, so schnell wie möglich über das Meer zu kommen. Es ist nichts Bestimmtes, keine Beobachtung, die ihn unruhig macht. Nur so ein merkwürdiges Gefühl. Damals, in der Zeit, als er genau wußte, daß die Polizei ihn auf Schritt und Tritt belauerte, als er jede Stunde Verhaftung oder Haussuchung erwartete, ist er lange nicht so unruhig gewesen wie jetzt. Es ist zu still um ihn. Er hat das Gefühl, als ob aus dieser Stille irgend etwas gegen ihn herankröche, unsichtbar, lautlos, tückisch, um plötzlich jäh zu einem vernichtenden Schlage gegen ihn auszuholen. Aber eben deshalb muß der Plan ausgeführt werden. Morgen wird die Stille von einem mächtigen Geschrei zerrissen werden. Es wird Verhöre über Verhöre geben, Beobachtung, Haussuchung, Ueberwachung, vielleicht sogar eine kleine Untersuchungshaft. Das ist viel besser als diese Stille. Soll der Dr. Holk nur toben, ihn ins Kreuzverhör nehmen, ihn verdächtigen— Olaf West wird lachen und triumphieren. Denn Dr. Holk und die ganze löbliche Kriminalpolizei, sie werden ohnmächtig seinem Alibi gegenüberstehen! Morgen! Wenn der Plan gelungen ist! * In einem kleinen Mädchenstübchen in der Blejdamstraße liegt schlaflos, mit großen Augen in das Dunkel starrend, ein junges Menschenkind, dem zum ersten Male der uralte Kampf zwischen Herz und Kopf die Sinne verwirrt. Längst ist drüben in der Husarenkaserne der Zapfenstreich verklungen. Ueber dem„Faelled“, dem weiten Exerzierplatz jenseits des Blejdamsvej, kriecht in blassen Streifen das Mondlicht, kriecht über das Fenstergesims und greift mit seinen Geisterfingern nach dem weißen Briefbogen, der auf dem kleinen Nachtisch schimmert. Ja dieser Brief! Dieser zweite Brief von Peter Bruhn! Er ist so gut, so ehrlich, scheu und doch voll verhaltenem, heißem Werben. Es steht kein einziges Wort drin von Liebe und es ist doch ein Liebesbrief, aus dem die Sehnsucht spricht, so zart und köstlich ein Maienmorgen draußen in den Buchenwäldern. Stöhnend wendet Ellen die Augen fort von dem weißen Blatt, dessen Inhalt sie auswendig weiß, Wort für Wort; aber der Schlaf will nicht kommen. (Fortsetzung folgt.) * Seite 5 Nr. 188, Bochumer Kazeiger4 Mittwoch, I. Angus 1938 ASTSTTEE Rerde?..* Die mißverstandene Tauchzulage— Der vergessene Ingenieur Ein einsamer Kommandant im Englischen Kanal Von Korvettenkapitän a. D. Frhr. von Forstner Aus aller Welt Bord zurück, sein schöner Apparat war weg, seine Zigarette war ausgegangen und, was mit das Schmerzlichste war, er war der einzige der ganzen Besatzung, dem die 4 Mark Tauchzulage entgangen waren, obwohl er bei weitem am nassesten bei dem Geschäft geworden war. Künstlerpech. Die Leistungen unserer=Boot=Waffe gehören zu unseren stolzesten Erinnerungen aus dem Weltkrieg. Unter den vielen, meist bitter ernsten Erlebnissen deutscher=Boot=Fahrer in Krieg und Frieden verzeichnet aber die Geschichte dieser Waffe eine Fülle heiterer Zwischenfälle und solcher Episoden, bei denen die Fröhlichkeit sich melden dürfte, nachdem die Abenteuer glücklich überstanden waren. Einige solcher Geschichten erzählt in den folgenden Zeilen einer unserer erfolgreichsten und ältesten=Boot=Fahrer, Freiherr von Forstner, im Kriege Kommandant SM.„U. 28“. Die frivole Gehaltsverbesserung Ursprünglich stellten sich die meisten Leute das Tauchen mit einem=Boot kolossal gefährlich vor. Ich hielt solchen bangen Fragestellern aber immer entgegen, daß das=Boot das sicherste Seefahrzeug von allen ist, da es nicht nur nach Steuerbord und Backbord, sondern ein in gefahrdrohende Nähe geratenes Schiff ausweichen kann. Allerdings gehört hierzu, genügend tiefes Wasser. Das=Boot braucht auch schon tiefes Wasser, um sich Verfolgungen entziehen zu können, genau wie der Flieger in großer Lufthöhe am Irgendeine Vergünstigung wollte uns das marineamt(RMA.) nun wegen der absonderlichen Lebensverhältnisse unter Wasser bei Abschluß von freier Luft gewähren. Von unserer Seite wurde damals vorgeschlagen, daß uns diese Dienstzeit, genau wie im Ausland, doppelt angerechnet werden sollte. Hier wollte das RMA. aber nicht anbeißen, da es hierzu eine Gesetzesänderung hätte einbringen müssen. So kam man auf den schlauen Gedanken, eine Tauchzulage festzusetzen in Höhe von 4 Mark für den Offizier, 2,50 Mark für den Unteroffizier und 2 Mark für Matrosen und Zahlmeister diese Verfügung nach ihrem Eingang, noch freudiger schmissen wir sofort die Leinen los und tauchten wie verrückt im Kieler Hafen immer runter und wieder rauf, jedes Manöver binnen weniger Minuten, bis uns selber die Sache zu dumm wurde und wir Hunger bekommen hatten, denn Essen und Schlafen gab es damals normalerweise nur auf dem Wohnschiff Smee.„Vulkan“ Grinsend zeigten wir dort dem Zahlmeister unsere Tagesrechnung, jeder der Kommandanten hatte verabredungsgemäß dreißigmal getaucht und forderte nun von ihm pro Offizier 120 Mark usw. Da sträubten sich die Haare des guten Zahlmeisters, so könnte die Verfügung des RMA. unmöglich gemeint sein. Das war uns selber übrigens auch von vornherein klar gewesen, den Spaß hatten wir uns aber doch nicht gern entgehen Der vorsichtige Zahlmeister setzte sich nun sofort mit dem ihm bekannten Sachbearbeiter im RM¾, in Verbindung, und schon am nächsten Tag kam telegruphisch die Zusatzbestimmung: „Die in Verfügung 347 285 W. II Anl. 3 Absatz 4 festgesetzte Tauchzulage für=Boots=Besatzungen ist für den nach astronomischem Datum zu rechnenden Tage nur Da hatten wir die Bescherung, unser Rekordtauchen war völlig überflüssig gewesen. Eine konnten wir daraus nur im Kriege ziehen: Wenn wir auf dem Rückmarsch von einer Unternehmung, wo eine Waffenverwendung nicht mehr in Frage kam, weit von der feindlichen Bewachung abstehend, nach Hause fuhren, mußten wir zur Ueberprüfung aller Taucheinrichtungen in den Ueberwassermarsch doch gelegentlich ein Prüjungstauchen einlegen. Wenn wir dieses nun von 5 Minuten vor 12 Uhr nachts bis 5 Minuten nach 12 Uhr taten, hatte sich inzwischen das astronomische Datum geändert, und wir hatten zweimal 4 Mark usw. auf einEs ist erklärlich, daß kein Mann der Besatzung bei einem Tauchmanöver fehlen wollte da stets genau über jeden Fahrtteilnehmer ein namentlicher Rapport aufgestellt werden mußte. Selbst auf etwa angebotenen Urlaub verzichteten die Leute in der Zeit von Tauchübungen gern. große pech Einer hatte aber einmal ganz großes pech. Das war der leitende Ingenieur von unserem Nachbarboot „U“. Unsere erste=Flottille übte im Sommer 1912 mit der Flotte in der Ostsee. In der Mitte der langen zweireihigen Flottenmarschformation standen unsere -Boote, die den Mannschaften der Flotte in den verschiedenen Stadien, wie Ueberwasserfahrt, tauchklar Stilliegen, Fluten und Unterwasserfahrt zwecks Zielübungen vorgeführt werden sollte,..., Mtran, Zunächst ging es in stolzer Fahri mit Petroleummotoren durch die Flotte. Bei dem prächtigen Sonnenschein saß der leitende Ingenieur von„U 5“ vor dem Kommandoturm, auf dem nur noch der Kommandant ganz allein saß, gewärtig des Signal=Tauchbefehrs vom Flottenchef. Kapitänleutnant v. R. G wollte der Flotte schon zeigen, wie schnell er unter Wasser kommen könnte. Kaum stieg das Signal nun am Maste des Flottenflaggschiffes empor, als er rasch entschlossen das Turmluk zuschlug, den Befehl zum Schnelltauchen gab und die Entlüftung aufriß, worauf das laut polternde Gebläse die Luft aus den geöffneten Tauchtanks heraussaugte, um durch Schaffung eines Vakuums das Nachtreten von Ballastwasser in die Tauchtanks zu beschleunigen. In diesem Radau war im Turm so gut wie nichts zu hören. Endlich war man auf Tiefe, das Gebläse konnte daher wieder abgestellt werden und Frieden zogen ein im Boot. Ein Rundblick mit dem Sehrohr gab dem Kommandanten nun aber folgendes Bild: Jedes Schiff der Flotte schoß die bekanndurch das Sprachrohr in die Kommandozentrale herunter:„Herr Ingenieur! Die Flotte hat„Mann über Bord“, wir werden wahrscheinlich gleich wieder Befehl bekommen, aufzutauchen!"# 1 8 Der leitende Ingenieur meldete sich aber erstaunlicherweise nicht am Sprachrohr, er konnte es auch beim besten Willen nicht, denn er rang inzwischen draußen in den Wellen um sein Leben und seinen Photoapparat. Der Kommandant hatte seinen mutigen Ingenieur beim Tauchen vor dem Turm ganz vergessen. Als dieser nun merkte, daß sein Boot ihm unter den Füßen wegtauchte, war er in Todesangst auf den noch aus dem Wasser ragenden Turm gesprungen und hatte verzweifelt aus Leibeskräften auf dem Turmluk herumgetrampelt, bei dem Getöse des Gebläses konnten seine Notsignale aber im Boot natürlich nicht gehört werden. Zum Glück hatte man den unglücklichen Ingenieur auf der Flotte aber bemerkt und von dort das Signal „Mann über Bord!“ gegeben. Als der=Boots=Kommandant nun durch Nachfragen im ganzen Boot festgestellt hatte, daß sein leitender Ingenieur tatsächlich fehlte, mußte er wieder auftauchen lassen. Nach Oeffnen des Turmluks brachte ein Kutter des Flotten=Flaggschiffes dann den schimpfenden und um sich spuckenden Ingenieur wieder glücklich an Ein Boot verläßt seinen Kommandanten Aehnliche Fälle erlebten wir später mehrfach. Am originellsten war in dieser Hinsicht folgendes Kriegserlebnis: Eines unserer kleinen-Boote lag vor der Einfahrt eines französischen Nordhafens nachts auf Lauer. Der Kommandant, Oberleutnant z. S. Steinbrinck, einer unserer schneidigsten Kämpfer aus der berühmten Flandern=Flottille, der später leider vor dem Feinde blieb, hatte ein nahendes Schiff gesichtet und bereits den Befehl zum„Vorfluten“ erteilt, um möglichst schnell unter Wasser zu kommen. Er selbst blieb allein noch oben, um den Kurs des anzugreifenden Schiffes genau ausmachen zu können. Eifrig späht er mit dem Doppelglas in die Nacht. Doch, was ist das? Plötzlich wird ihm so naß an den Beinen, erschreckt merkt er, daß sein Boot bereits vollends wegtaucht, unmöglich, noch einen Gegenbefehl in die Zentrale hinunter zu bekommen. Die einzige Rettung für das Boot, das mit offenem Turmluk unterzuschneiden droht besteht darin, daß der Kommandant das Luk von oben schnell entschlossen zuwirft, schon im nächsten Augenblick verschwindet sein Boot in den Fluten. Einsam auf weiter Flur schwimmt der Kommandant oben im Englischen Kanal herum, während sein Boot unter ihm in der Tiefe munter im Kreise herumdreht. Als nach beruhigtem Tiefenlauf immer noch kein Kommando zum Angriff aus dem Turm kommt, merkt man in der Zentrale, daß dieses Mal nicht der leitende Ingenieur, sondern sogar der Kommandant fehlt!—„Auftauchen!" Erleichtert sieht Steinbrinck sein braves Boot wieder in seiner Nähe durch die Oberfläche herausbrechen. Gleich schwimmt er darauf zu, wird zum Glück entdeckt und an Bord gezogen. Fluchend steigt er ein. Etwa 15 Minuten lang hatte er seine Schwimmkünste beweisen können,— „Schnelltauchen. Vorderes Rohr klar zum Schuß!"— Drei Minuten später lag der feindliche Dampfer auf dem Grunde des Meeres. Schwere Zusammenstöße in Schanghal Ritscha=Kulis demonstrieren Schanghai, 6. August. In der französischen Niederlassung ist es zu schweren Unruhen gekommen. Ritscha=Kulis hatten sich geweigert, ihre Fahrzeuge registrieren zu lassen, was die französische Verwaltung mit Lizenzentziehung beantwortete. Daraufhin bemächtigte sich der Kulis große Erregung. Es kam zu Ausschreitungen, in deren Verlauf mehrere Straßenbahnwagen zertrümmert wurden. Eine Horde Rikscha=Kulis hatte mehrere französische Polizisten in chinesisches Gebiet verschleppt und dort schwer mißhandelt. Einer daraufhin aufgebotenen Abteilung der französischen Polizei gelang es erst nach heftigem Kampf unter Benutzung der Gewehrkolben, die Verschleppten zu befreien. Der französische Generattonsur in Schanghai richtete eine Protestnote an die chinesischen Behörden, in der er darauf verwies, daß die Verwaltung der Niederlassung auf Eintragung der Fahrzeuge bestehe und der Gewalt nicht weichen werde. K 2 Minnonen fat Die Leistung der„Stiftung für Opfer der Arbeit“ Hilfe auch für die Opfer von Taschenhof und Kaiserslautern Berlin, 6. August. Vor einigen Tagen trat im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda der Ehrenausschuß der„Stiftung für Opfer der Arbeit" zu seiner siebten Sitzung zusammen. Aus dem eingehenden Bericht des ehrenamtlichen Geschäftsführers, Oberregierungsrat Dr. Ziegler, ergab sich, daß die Stiftung bisher fast 30 000 Gesuche zur Bearbeitung erhalten hat, und daß ein Tageseingang von durchschnittlich 50 Gesuchen zu verzeichnen ist. Von der Geschäftsstelle der Stiftung wurden dem Ehrenausschuß zur Genehmigung insgesamt 2663 Gesuche vorgelegt. Der Ehrenausschuß beschloß, für 2100 Hinterbliebene von tödlich verunglückten deutschen Arbeitern eine laufende Jahreszahlung im Gesamtbetrage von 438 000 Mark und einmalige## lungen im Gesamtbetrage von 113 154,50 Mart vereitzustellen. Die Summe der bisherigen Ausschüttungen seit Gründung der Stiftung erreicht damit einen Betrag von etwa 2 480 000 Mark, also fast 2½ Millionen Die„Stiftung für Opfer der Arbeit“ hat jetzt zum Besten der Hinterbliebenen der Opfer des Einsturzunglücks in den Basaltsteinbrüchen des Basaltschotterund Edelsplittwerkes in Taschenhof bei Goldberg in Schlesien sowie der dabei Verletzten 5000 Mark zur (Ebenfalls wurden für die Hinterbliebenen bei dem Explosionsunglück in Kaiserslautern 5000 Mark zur Linderung der ersten Not überwiesen. Dr. Ley hat an den Gauwalter der Deutschen Arbeitsfront Merz in Breslau anläßlich des Unglücks in Taschenhof folgendes Telegramm gesandt: „An der tiefen Trauer der schlesischen Bevölkerung über das schwere Steinbruchunglück in Oberneukirch nimmt mit mir die gesamte Deutsche Arbeitsfront teil. Ihre ausführliche Meldung von der Unglücksstelle zeigt mir den zu jeder Stunde tatbereiten Einsatz aller örtlich zuständigen Männer der Partei, des Staates und der Deutschen Arbeitsfront. Sagen Sie den Hinterbliebenen der Opfer und den Verletzten, daß weitestgehende Hilfsmaßnahmen der Deutschen Arbeitsfront von mir angeordnet sind und daß ich selbst vei ihnen sein werde, sobald ein Abbruch meiner derzeitigen Dienstreise möglich ist.“ Das Explosionsunglück in Kaiserslautern Benzindämpfe als Ursache Kaiserslautern, 5. August. hörte, konnte die bereits bewußtlose Frau im letzten Augenblick gerettet werden. Rudolf, der selbst ein guter Schwimmer ist und einen Sportunfall vortäuschen Ueberschwemmungen in Afghanistan und Vorberindien 22 Menschen ertrunken— Riesiger Sachschaden Simla, 6. August. Große Regenfälle verursachten in Afghanistan am Devgul=Paß bei Khunarkas über weite Gebiete Ueberschwemmungen. 18 Personen kamen in den Fluten um. Auch das Dorf Mahala, unweit von Herat im Nordwesten Afghanistans, wurde von Wolkenbrüchen verwüstet. Hier ertranken vier Personen und viel Vieh. Außerdem stürzten zahlreiche Häuser ein. In Kanegram tobte ein Sturm, wie er seit Menschengedenken nicht in dieser Gegend gewütet hat. Viele Häuser wurden umgerissen. Die Straßen sind weithin von entwurzelten Bäumen gesperrgg4n61.n gi, Nordwesten Vorderinoiens stieg der Indus bei Sukkur. Er überschwemmte weithin die ausgedehnten Wälder von Zindah Pir, aus denen die wilden Tiere, insbesondere die Bären, vor dem flüchteten. Die Tiere kamen zum Teil bis in die Stadt, wo sie Schrecken verbreiteten. Sie konnten jedoch zum Teil verscheucht, zum Teil erschlagen werden. Die amerikanische SteubenGeseulschaft in Runchen München, 5. August. Mann hat am Montag nach längerer Vernehmung vor der Mordkommission ein Geständnis abgelegt. Er wurde heute der Staatsanwaltschaft zugeführt. Schreckenstat eines Geistesgestörten Frau erwürgt und das eigene Anwesen in Brand wollte, lebte seit Jahren in unglücklicher Ehe. Die! Eine große Reisegesellschaft von Mitgliedern der Frau war mit 3000 Mark gegen Unfall versichert. Der Steuben=Gesellschaft, gt.gtshärger dutscher Abstam Die Feuu kewuge und ous eigem Anwesen in Brand gesteckt. Rosenheim(Oberbayern), 6. August. In Irlach bei Halfing brannte in der Nacht zum Dienstag das Anwesen der Eheleute Stefan und Elise Beher boutomen no. Aur den Ernmmer..=— Steuben=Gesellschaft in amerita, der größten sation amerikanischer Staatsburger beutscher Aostammung in den Vereinigten Staaten, hat in den letzten drei Wochen auf einer Deutschlandfahrt die Heimat ihrer Väter kennengelernt und ist zum Abschluß in München eingetroffen, wo sie von der Stadtverwaltung München im großen Sitzungssaale des Rathauses herzlich empfangen wurde. Inner=Arabien Der Forscher Dr. Hans Helfritz aus zurückgekehrt Der Schnelldampfer„Scharnhorst" traf von seiner ersten m(f„. H g dom Träimmern des Reise nach dem Fernenosten in Bremerhaven ein. Unter neeher volkommen ab. Aus den Trummern.. den Fahrgästen befand sich auch der bekannte ReiseWirtschaftsgebäudes pziede„annächst die grau völlig schriftsteller Dr. Hans Helfritz, der von seiner dritten verkohlt geborgen. Spater wurde auch die Leiche ihres Forschungsreise durch Inner=Arabien, insbesondere durch Mannes gefunden. Sie trug um den Hals einen Strick, noch.:# Hochländer zwischen Jemen und woraus hervorgeht, daß Meyer Selbstmord verübt hat. Der 17jährige Sohn der Eheleute nimmt an, daß Stefan Meyer zuerst seine Frau im Bett erwürgt und in das Wirtschaftsgebäude geschafft hat. Dort lagerten große Vorräte an Heu und Getreide. Diese steckte Meyer in Brand und erhängte sich dann. Ferner wurde festgestellt, daß Meyer seine Frau und seine drei Kinder öfter schwer mißhandelt hat. Neben rund 300 Zentner Heu sind das Getreide und sämtliche landwirtschaftlichen Maschinen und Wagen verbrannt. Das Wohnhaus und das Vieh konnten gerettet werden. Meyer hatte im Weltkrieg einen Kopfschuß erhalten und befand sich früher bereits viele Monate in einer Heilanstalt für Geisteskranke. och enbekannte HochlauberTzwischen, Eemen und Hadramaut, zurückkehrte. Dr. Helfritz bringt von seiner Reise wertvolle neue Forschungsergebnisse mit. Zwölf Leichtverletzte bei einem Straßenbahnunglück In der Kurve einer etwas abschüssigen Straße sprang in Stuttgart ein aus zwei Wagen bestehender Straßenbahnzug aus dem Gleis, überquerte die ganze Breite der Straße und fuhr auf eine Gartenmauer auf. Zwölf Fahrgäste erlitten hierbei leichte Verletzungen. Tödlicher Streit um einen Hund In der Nähe von Kattowitz kam es zwischen einem Arbeitslosen und einem Ingenieur, die im gleichen Hause wohnen, zu einem blutigen Streit, der dadurch hervorgerufen wurde, daß der Hund des Ingenieurs die Flurmatte des Arbeitslosen wiederholt verunreiGroßer Waldbrand in England fnigte. Bei einem Wortwechsel zwischen den beiden Bei Dunwich(Grafschaft Suffolk) brach am Mon= ses zu Tätlichkeiten, in deren Verlauf der tag ein großer Waldbrand aus, dem 9000 Bäume zum auf seinen Gegner zwei Schüsse abgab. Dieser entriß Opfer fielen. Einwohner von Dunwich und Sommer= ihm trotz seiner Verletzung die Pistole und streckte gäste halfen bei der Bekämpfung der Flammen. Ingenieur mit vier Schüssen nieder. Die Siegel von Zrantsutt Zu dem Explosionsunglück in der VerbandsstoffFabrik Bender wird noch gemeldet: Ueber die Ursache des Unglücks ist bisher ein Sachverständigengutachten noch nicht ergangen. Man nimmt jedoch an, daß sich aus einem offenstehenden Benzinbehälter über Sonntag Benzindämpfe gebildet haben, die durch das Anzünden eines Gaskochers, auf dem die Arbeiterinnen ihren Kaffee wärmen wollten, zur Explosion gekomIm Befinden der Verletzten ist bisher keine weitere Aenderung eingetreten. Insgesamt befinden sich noch sieben Verletzte im Krankenhaus, darunter die noch in Lebensgefahr schwebende 22 Jahre alte Frau Elisabeth Kastner sowie die etwa 25 Jahre alte Frau Elisabeth Nickel, die beim Sprung durch das Fenster einen Wirbelsäulenbruch davontrug. Neun Todesopfer des Anglücks von Taschenhof dnd Liegnitz, 6. August Der Steinarbeiter Kuhnert, der, wie bereits berichtet, am Montag in später Abendstunde noch lebend geborgen und in das Diakonissenkrankenhaus in Goldberg eingeliefert wurde, ist dort kurz darauf seinen schweren Verletzungen erlegen. Damit ist die Zahl der Todesopfer bei dem Unglück im Basaltbruch Taschenhof auf neun gestiegen. Nordversuch an der Ehefrau Dresden, 6. August. Am Samstag abend hat der 35 Jahre alte Hans Dresden beim Baden im oberen Waldinken Rudolf aus und setzte, Rettungshoote aus, es ging also um Men= Ehefrau zu erträuen versucht. g.Nur, Dur.=gefe. schenleben. Vorsorglich rief der Kommandant daher jäuig vorbeikommenden Kraftfahrr=, vir die Hilferufe * * A 4 Hans Knoop, Hamburg(links), erwies sich auf dem Deutschen Stenographentag in Frankfurt a. M. als der beste deutsche Stenograph und erhielt den Preis des JFuhrers, Fraulein Lina Lohse. Chemnitz(rechts), wurde auf dem Stenographentag in Frankfurt a. M. Deutsche Meisterin im T. Ceeg Maschinenschreiben. n ∆ * Seite 6 Nr. 183 Bochumer Anzeiger; Mittwoch, 7. August 1933 „Ipuk im Jeeback“ Von Ludwig Stonon Fiete Beekmann war die Erste im Dorfe, die es gesehen hatte. Es war im Frühjahr. Eines Abends, fast in der Nacht, ging sie noch einmal an den Strand hinunter, wo die Netze hingen. Sie wollte etwas heraufholen, was ihr Mann vergessen hatte. Ging durch die Dünen bis zum Kliff, an dem die Steilküste abfiel. Schwer rollte die See und der Mond war verdunkelt von zerrissenen Wolken. Da sah sie es. Ihr Herzschlag stockte, sie konnte nicht schreien, stand wie gebannt und vor ihren entsetzten Augen entschwand es langsam nach unten, wo das Meer eine steile Ecke umspülte. Als ihr Blut wieder zu kreisen begann, sprang sie auf, rannte in fliehenden Sätzen durch die Dünen zurück, rannte wie ein gehetztes Wild über den Deich, stürzte ins Haus und fiel ihrem Mann in die Arme. Lange dauerte es, bis er sie wieder beruhigt hatte und endlich erfuhr, daß sie einem Gespenst begegnet war. Wie es ausgesehen, konnte sie nicht mehr beschreiben. Sie wußte nur, daß es schrecklich gewesen war. Etwas Riesiges, Graues, Menschenunähnliches war an ihr vorübergegangen. Und Fiete schwor, daß keine Macht der Welt sie mehr in der Nacht an den Strand bringen würde. Kopfschüttelnd ging Hannes Beekmann in dieser Nacht zu Bett. Daß seine brave Fiete jetzt auch schon anfing, Gesichter zu bekommen, machte ihn sehr traurig. Als aber eine Woche später die Karla Büsing, die nachts allein vom Tanz aus Darsleben den Strand entlang ging, zu Tode erschreckt daheim ankam und steif und fest behauptete, sie hätte oben am Kliff ein Gespenst gesehen, fing man doch im Dorfe an, darauf zu hören. Beim Netzeflicken spuckten die Männer den Priem aus und flüsterten, beim Krämer steckten die Frauen die Köpfe zusammen und wisperten und abends bei Hein Sütkopp, in der Kneipe, rückten die alten Fischer enger zusammen und sprachen leiser, wenn die Rede auf das Strandgespenst kam. Denn daß es kein Hirngespinst und keine Spökenkiekerei war, bewies, daß es im letzten Monat schon sechs bewährten Leuten aus dem Dorf erschienen war. Schließlich war Enken Peters, der das größte Boot und stets den besten Fang hatte, ja kein Kerl, der sich so leicht ins Bockshorn jagen ließ. Und wenn dem etwas einen Schreck einjagte, daß er nach zwölf steifen Grogs sofort wieder nüchtern wurde, so mußte schon etwas dahinter stecken. Ueber das Aussehen des Strandgespenstes wichen die Berichte allerdings etwas voneinander ab. Einem war es riesengroß und ohne Kopf erschienen die Karla behauptete daß es wie eine große graue Kugel über den Dünen schwebend herangekommen sei, ein Dritter hatte es im langen flatternden Tuch gesehen, unter dem es merkwürdig blechern geklappert hätte. Enken Peters aber schwor, daß es der Teufel selber gewesen sei, rotglühend und mit feurigem Schweif. Bei dieser Beschreibung hatten allerdings wohl die zwölf Grogs eine Rolle gespielt. Aber immerhin, es war nicht mehr wegzuleugnen, das kleine Fischerdorf Bröderupp hatte sein Strandgespenst, und das Kliff und die Dünen wurden nicht nur des Nachts, sondern auch am hellichten Tage von allen vorsichtig gemieden. Die merkwürdigste Beobachtung aber hatte Hein Sütkopp, der Wirt, gemacht, dem das Gespenst zuletzt erschienen war. Die Haare standen ihm noch zu Berge, wenn er davon erzählte. Bis zu dem Tage war er ein Zweifler gewesen und hatte sich über die Spökenkieker lustig gemacht. Nun war er eines Nachts von einem Gegenbesuch aus Darsleben gekommen und wollte nur zum Spaß einmal über das Kliff gehen. Und da hatte auch er es gesehen. Ohne Kopf, im langwehenden Tuche war es dicht an ihm vorübergeschritten. Auch er hatte das Klappern gehört. Und dann wollte er noch mit Bestimmtheit unten am Strande ein schwarzes, dunkles Boot gesehen haben. Ohne Lichter mit düsteren Segeln und unbemannt. Wenn Hein davon erzählte, mußte er immer zwei doppelte Schnäpse darauf trinken, so grauslich war es gewesen. Mit einiger Sorge sahen die Fischer und Dorfbewohner nun dem kommenden Sommer entgegen. Der Ertrag, den der Fischfang einbrachte, war kläglich und man war auf das bißchen Geld angewiesen, das die Sommergäste zur Feriensaison einbrachten. Bröderupp war kein bekannter Badeort, aber es gab doch eine ganze Reihe von Leuten, die den Frieden und die Ruhe des abgelegenen Ortes schätzten und dort an der See und in den Dünen den Sommer und ihren Urlaub verbrachten. Würde es sich nun herumsprechen und bekannt werden, daß es am Bröderupper Strande nicht ganz geheuer war daß dort ein Gespenst sein Unwesen trieb und die Menschen zu Tode erschreckte, so würden wohl auch die paar Sommergäste noch ausbleiben und einen weniger aufregenden Ort vorziehen. Also war es eine stille Uebereinkunft aller Anwohner, über das Strandgespenst und sein Treiben möglichst stillzuschweigen. Hauptsächlich Korle Baas fuhr allen über den Mund die davon zu reden anfingen. Und als ein paar beherzte junge Burschen, die immer soch nicht recht daran glaubten, einmal der Sache auf den Grund gehen wollten, meinte Korle Baas, das Gespenst sei sicher eine unerlöste Seele, die dort herumgeistere. Vielleicht von den Ertrunkenen der„Norby“, die der Herbststurm des vergangenen Jahres an den Strand gespült hatte. Ganz bestimmt, so wäre es. Man sollte es nicht stören, damit nicht noch größeres Unheil geschähe. Er redete und redete bis die Burschen auch tatsächlich davon abstanden Und die übrigen Bröderupper waren ihm dafür sogar dankbar, wenn sie auch sonst den Nichtstuer Korle Baas etwas schief angesehen hatten. Inzwischen war der Sommer gekommen. Und mit ihm die Feriengäste. Helle, leuchtende Tage gab es. Die Kinder spielten am Strand und suchten Muscheln. Unter dem Kliff standen Strandkörbe, Sandburgen wurden gebaut und sonnen= und lufthungrige Städter badeten in der See. Aber es gab auch Regentage, und an einem von diesen saß bis in die Nacht bei Hein Sütkopp ein Badegast beim Bier. Die Gaststube war gemütlich, das Bier war gut, und Hein erzählte tausend Geschichten aus der Zeit, in der er noch selbst auf Fischfang hinausgefahren war. Die Uhr rückte immer weiter, Hein wurde immer gesprächiger, erzählte von Klabautermännern und Seeschlangen, schließlich rückte er ganz nah heran, und der fremde Badegast, ein Herr Lehnert, erfuhr zu seinem Erstaunen, daß noch jetzt ein leibhaftiges Gespenst den Bröderupper Strand unsicher mache. Hätte Hein gewußt, daß in der Anmeldeliste hinter dem Namen Lehnert der Beruf Kriminalkommissar stand, wäre er vielleicht nicht so offenherzig gewesen, zumal ihm Korle Baas noch am Tage vorher eingeschärft hatte, vom Strandgespenst keinem zu erzählen sonst würden alle abreisen. Für ihn war der Herr Lehnert nur ein gemütlicher Gast, und so kam es daß dieser auf dem Heimweg anfing, sich über das Strandgespenst so seine eigenen Gedanken zu machen. Warum sollte nicht auch ein Kriminalkommissar seinen Urlaub abwechslungsreich gestalten? Herr Lehnert war daher in den nächsten Tagen wenig am Strande zu sehen. Meist schlief er, war in der Nacht unterwegs und kehrte erst früh am Morgen aus der Richtung des Kliffs zurück. Drei Nächte hintereinander saß er vergebens in den Dünen. In der vierten Nacht endlich hatte er Glück. In einer Bodensenkung versteckt, konnte er das ganze Gelände beobachten, der Mond schien, und plötzlich sah er, wie oben vom Kliff eine hohe Gestalt durch die Dünen herankam. Gleichzeitig bemerkte er ein dunkles Boot, das leise, fast unhörbar gegen den Strand stieß. Näher kam das Gespenst, wurde überlebensgroß, schien tatsächlich keinen Kopf zu haben und war ganz in ein langes graues Tuch gehüllt. Schon hörte Lehnert das blecherne Klappern. Da war es dicht vor ihm. Er sprang hervor, griff fest zu, riß das Tuch herunter... und unter einem leichten Drahtgestell hervor sah Korle Baas einen drohend angeschlagenen Revolver auf sich gerichtet. Völlig überrascht und widerstandslos ließ er sich die schweren Blechkannen vom Gestell abnehmen. Es war, wie Lehnert vermutet hatte. Sie enthielten reinen, unverfälschten Sprit. Nur war er leider unverzollt. Korle Baas, dem Strandgespenst, gab man bei einer angemessenen Gefängnisstrafe genügend Zeit, sich einen neuen Schmugglertrick auszudenken. Toto, der Tebensretter Von steintich Leis Der Schimpanse Toto ist der verwöhnte Liebling seines Wärters, der ihn vom komisch=hilflosen Affenbaby an betreute und mit der Sorgfalt des echten Tierfreundes zum kräftigen, fröhlich behenden Burschen großzog, als welcher er die vielen Besucher des Tiergartens nun durch seine mannigfachen Künste belustigt. Er zeigt sich anstellig und von flinker Auffassung wie die meisten seiner Rasse und scheint sein Leben in der Gefangenschaft für so selbstverständlich zu halten, daß er die ihm unbekannte Freiheit gar nicht entbehrt. Als gelehriger Schüler sucht er dem Lehrmeister immer neue Dinge abzusehen, seinen Uebungen widmet er sich mit sachlichem Ernst, ob er nun sein kleines Fahrrad besteigt, sich als gewandter Turner betätigt oder am Tisch wie ein wohlerzogener Affenjüngling mit Teller und Löffel umgeht. Und wenn gar ein Festtag ist, kleiden ihn ein kleines Höslein und eine zierliche bunte Jacke hübsch und kokett. Weit weniger umgänglich als der immer freundliche Toto ist sein Käfignachbar, der zwar auf den schlichten und harmlosen Namen Max hört, dessen übermannshohe Gestalt und wilde Kraft indessen Vorsicht geboten erscheinen lassen; wenn er die gewaltigen Zähne fletscht und seine schrillen Schreie ausstößt, hat dieser rotbraune Gorilla etwas von einem gefährlichen Ungetüm der Vorzeit. Wohl fügt auch er sich dem Befehl seines Herrn, aber die Peitsche muß immer in Reichweite liegen, falls den Riesen einmal die Lust anwandeln sollte, von seiner unbändigen Körperkraft Gebrauch zu machen. Auch Toto traut diesem Nachbar nicht ganz, vielleicht sieht er das heimliche Lauern in den Augen des Gorillas und meint zuweilen, dessen unberechenbaren Starrsinn durch verdoppelte Liebenswürdigkeit und Anhänglichkeit an den Pfleger wettmachen zu müssen. Toto begleitet den Wärter zumeist auf seinem Rundgang, und seine Freude ist es, wenn er sich wie ein braves Kind an seiner Hand führen lassen darf. So gelangt er wohl auch in die anderen Käfige und folgt den Geschehnissen immer mit gespanntem Blick, denn so vieles Neue und Beachtenswerte gibt es, das ein neugieriges Affenhirn aufnehmen möchte. Und was er sieht, gräbt sich in sein Gedächtnis ein, er findet sogar die sinngemäße Verbindung, denn Toto ist ein gescheiter Bursche. Vor allem aber ist er gut und treu, und so zeigt er mit dem schnellen Entschluß, wie er in gefährlicher Lage dem menschlichen Freund zu Hilfe kommt, unaufgefordert eingreifend, über seine unerschöpflichen Kunststücke hinaus seine schönste Tat. Es ist im Käfig des Gorillas, der sich eine Weile so gesittet benahm, daß der Wärter ohne besondere Vorsichtsmaßregel zu ihm eintritt. Die Peitsche legt er ab, denn er weiß als verständiger Kenner, daß ein Tier mehr durch Güte und Freundlichkeit als durch Härte und Strafe zu gewinnen ist. Toto steht am Käfiggitter, sieht seinen Herrn auf den Gorilla zugehen mit einem leichten, gutmütigen Klaps auf die Schulter des rotbraunen Riesen. Max fletscht die Zähne, wie es seine Gewohnheit ist, richtet sich hoch auf, die langen Arme wie spielerisch vorgestreckt. Da plötzlich geschieht es, niemand, der Wärter am wenigsten, hatte Argwohn; der große Affe packt den Menschen mit wuchtigen, krallend gebogenen Händen, reißt ihn in eine tödlich gemeinte Umarmung. Ein kurzer, erschreckter Aufschrei verhallt, vor dem Gesicht des Mannes steht der grimmig aufgerissene Rachen, bös blinken die Augen. Irgendetwas Unbestimmbares hat das Tier in Wut versetzt, vielleicht war es die Neckerei eines Besuchers vor dem Gitter, vielleicht sind urhafte Instinkte der Wildheit plötzlich aufgewacht. Es geht um Sekunden; bis von außen Hilfe herzukommt, wird der Wärter verloren sein. Da ist der Schimpanse Toto der Retter. An Körperkraft weiß er sich dem riesenhaften Gorilla weit unterlegen, ein Ruck der wuchtigen Arme würde ihn zurückschleudern, doch es gibt ein Zaubermittel, das auch die tobende Wildheit zähmt. Toto hat es in den Händen des Pflegers gesehen, seine Wirkung selbst bei leichter Drohung oft beobachtet, es wird auch seine schmächtige Kraft zum Sieg über den gewaltigen Gegner führen: die unbeachtet beim Gitter liegende Peitsche. Schon hat der Schimpanse sie aufgerafft, kurz ausholend schlägt er mit allem Nachdruck seines Armes auf den rotbraunen Haarpelz des Gorillarückens ein. Der Affe Max stößt ein Brummen aus, halb schmerzlich, halb wütend, daß Totos Mut vergehen will. Doch sein Freund ist in Not, so hört der Schimpanse nicht auf zu schlagen, und wirklich ist die Peitsche ein Zaubermittel auch in seiner kleinen Hand. Der Gorilla löst den Griff, macht erst eine Gebärde, sich auf den unversehenen Angreifer zu stürzen; dann stutzt er, zieht sich langsam in die Käfigecke zurück, reckt die Arme vor, als wolle er für eine jäh erkannte Freveltat um Verzeihung bitten. Schon ist der Wärter wieder auf den Beinen, der Gorilla duckt sich tiefer vor dem Klang der menschlichen Stimme. Noch immer fuchtelt die Peitsche vor seinen Augen. Sie nimmt der Mann nun aus den Händen des sich groß und wichtig fühlenden Toto, und ein Ausdruck so befriedigter Genugtuung leuchtet im Blick des Schimpansen, daß dem Wärter fast ein Lachen ankommen will in der Erregung kaum bestandener Todesgefahr. Max ergibt sich bedingungslos, man wird ihn zur Strafe diesen Abend hungern lassen. Dafür wird Toto einen ganz besonderen Leckerbissen erhalten, Hand in Hand mit seinem Herrn verläßt er stolz den Käfig, und wie der Pfleger ihm den Kopf krault, sieht er ihn mit so wissenden Augen an, als wolle er sagen, er habe für erwiesene Liebe nur den gerechten Dank abgestattet und ihrer beider Freundschaft werde nun umso fester und herzlicher sein. Unsichtskarte vom Godensee „Die Frösch, die Frösch, die sin es lustig's Chor, sie brauche sich nit zu rasiere, sie hawe ja kei Hoor.“ Denken Sie noch manchmal an die Margueritenwiesen auf dem Heiligenberg und an den roten Meersburger, an die Apfelblüte bei Hagnau, an den Blick von Schloß Arenaberg über dem Untersee, an die Mondnacht auf dem Marktplatz von Stein am Rhein und an unsere Wettfahrt mit dem Dornier im Segelboot vor Friedrichshafen? Denken Sie auch noch an den Junimorgen mit den Reichenauer Fischern, an den Flug der wilden Schwäne und an unseren alten Feldwebel Böttcher 4 E 114: „Es ist wieder vorjekommen, daß die Mannschaften an der Damenbadeanstalt hinjestanden sind; is vaboten!“ Und wissen Sie noch die Namen der Bodenseesänger aus der manessischen Liederhandschrift?, Gestalten wie Hér Burkart von Höhenvels, Wernherr von Tüfen, der Truhsaeze von Sant Gallen, Her Pfeffel und Grave Kraft von Toggenburc. Und endlich, wie das war: der Föhn. So plötzlich er auftritt, die Natur kündete ihn an. Das Barometer fällt, ein warmer Luftstrom fährt aus den Bergen nieder, das Gebirge erscheint ganz nahe gerückt, die Fluten des Sees glänzen hellgrün und beginnen sich zu kräuseln. Die Möve fliegt schreiend dem Lande zu, der wilde Sturm naht. Wissen Sie das noch?! Philander Von-C. Baumann 36) „Ich auch nicht! Reite Er nur hin zu Seinen Kürassieren, da wird Er sie schon zu sehen bekommen!“ Und wirklich. Als Seydlitz nach langer Zeit wieder sein Regiment übernahm, da blitzten ihm die silbernen Kesselpauken entgegen, die der König dem Regiment geschenkt hatte und die bis zum heutigen Tage dem Kürassierregiment Nr. 8 gehören. Wie nun Seydlitz sein altes Regiment wiedersah, traten ihm die Tränen in die Augen. In Parade stand es vor seinem Chef. Der zog den Hut, das alte, stolze Regiment begrüßend, und dann ging es weiter, neuen Taten entgegen. Manches Gesicht, das ihm bekannt und vertraut war, vermißte er in den Reihen der Kameraden. Wehmütig wurde ihm ums Herz. Gewaltsam riß er sich zusammen, damit keiner seine Stimmung sehen sollte. Dann ging es vorwärts. Der Krieg war noch nicht beendet. Der Sieger von Roßbach sollte der Sieger der verlorenen Schlacht von Zorndorf werden und noch einmal berufen sein, die Ehre der preußischen Armee zu retten. Wie einst bei Kolin! 18. Nach der Schlacht von Leuthen hatte der König Breslau eingeschlossen, das der tapfere Kommandant v Bernegg erst nach zwölftägigem Bombardement übergab. Das Jahr 1757 war zu Ende gegangen, und ganz Europa blickte voll Staunen auf das kleine Preußen. Den Winter benutzte Friedrich der Große, um sein Heer neu zu ergänzen. Ganze 145 000 Mann brachte er zusammen, von denen 53000 nach Schlesien gingen. Den neuen Krieg und das neue Jahr eröffnete der König mit der Belagerung von Schweidnitz am 1. April 1758. Jetzt sollte der Marsch direkt auf Wien gehen. Da zwangen ihn neue Ereignisse, von seinem Vorhaben abzusehen. Die Russen unter General Fermor waren in Elbing, Posen und Thorn eingefallen. Jetzt brach der König in Eilmärschen nach Küstrin auf. Am 20. August kam er mit 15000 Mann in Frankfurt a. O. an. Am anderen Tage ging es über die Oder. Die Russen belagerten Küstrin; als sie von der Ankunft des Königs erfuhren, brachen sie die Belagerung ab, sich mit 42000 Mann bei Zorndorf verschanzend. Die Preußen griffen nicht an. Sie umgingen den Feind, bis sie ihm plötzlich im Rücken standen. Eiligst änderten die Russen die Front. Morgens um 9 Uhr griff General v. Manteuffel mit vier Bataillonen an. Ihm folgte die Hauptarmee. Durch den Frontwechsel der Russen wurde der linke Flügel der Preußen zurückgedrängt, bei dem die Kavallerie unter Seydlitz stand. Die Artillerie schoß vorzüglich. Da jedoch die Grenadiere zu schnell vorgingen, verpaßten es die Kanoniere, die Abstände wieder einzuholen. Statt einer zusammenhängenden Linie sah der Feind plötzlich durch den Pulverdampf nur schwache preußische Krafte vor sich. Mit lautem Geschrei wollten sie sich auf den Feind stürzen, da bemerkte Seydlitz die Gefahr. Er stand gedeckt hinter einem Berge, wartete aber, wie bei Roßbach, seine Zeit ab. Wie ein Uhrwerk funktionierten seine Nerven wieder. Jetzt, mitten in der Schlacht, merkte er nichts mehr von Krankheit und Verwundung. Jetzt war er wieder der alte. Der König, der mitten im Kugelregen mit seinen Grenadieren stand, fluchte: „Was fällt dem Seydlitz ein? Sieht er denn nicht, daß hier die Hölle tobt, die die ganze Armee zu verschlingen droht?“ Ein Adjutant jagte hin mit dem Befehl, sofort zu attackieren. Seydlitz schüttelte den Kopf.„Noch zu früh!" ließ er dem König sagen. Genau wie bei Roßbach, dachte Seydlitz, der König will seinen Kopf durchsetzen, ob richtig oder nicht. Aber er ließ sich nicht einschüchtern. Er wartete seine Zeit ab. Minuten vergingen. Seydlitz griff nicht an. Da kam einer neuer Bote mit dem alten Befehle. „Seine Majestät befehlen bei infamer Kassation den sofortigen Angriff!“ Da straffte Seydlitz sich auf. Wütend stampfte er mit dem Fuße. Sah denn der König nicht, daß er die Kavallerie in den Tod treiben würde ohne etwas zu erreichen?— Wütend schrie er dem Offizier zu: „Ich lasse mir nichts befehlen! Jetzt befehle ich hier allein!“ Als man dem König das ausrichtete, stutzte er. Das war ganz offene Rebellion, noch dazu vor dem Feinde! Das war Gehorsamsverweigerung! Darauf stand der Tod! Vor Wut zitterte der König. Er hob die Hand, einen Adjutanten rufend. „Nehme Er zehn Grenadiere und lasse Er den Generalleutnant v. Seydlitz prisonnieren. Das Kommando übernimmt der dienstälteste Offizier!" Der Adjutant verschwand, zehn Mann ihm nach. Aber ihr Ziel erreichten sie nicht. Seydlitz zog den mächtigen Pallasch, und dann ritt er mit seinen 61 Schwadronen an. Es war genau wie bei Roßbach. Die Preußen attackierten, aber die Russen dachten nicht an Flucht. Sie standen wie gelähmt und fielen den schweren Säbeln zum Opfer. Auf dem rechten Flügel waren die Preußen geworfen. Die russischen Kanonenkugeln rissen mächtige Lücken. Stundenlang tobte der Kampf schon. Mitten drin hielt der König. Die Granaten schlugen um ihn ein. Er stand! Mochten die Regimenter alle untergehen, wenn nur sein Preußen blieb. Gerne wollte er sein Leben lassen für all das viele Blut. Aber er war machtlos! Jetzt drangen die Russen bis in die Nähe des Königs vor. Da sah Seydlitz, was hinter ihm geschehen war. Mit gewaltigen Anstrengungen ging es dort hin. Der König starrte ihn verwundert an.-War das überhaupt noch ein Mensch, dieser blonde Seydlitz? Gegen die Kugeln schien er gefeit zu sein. Bald versperrte der Staub alle Sicht. An der Spitze von 46 Schwadronen ging es„ran an den Feind". Die Geschosse platzten mitten zwischen ihnen, aber es ging weiter vorwärts. Dreimal ritt Seydlitz an. Dreimal wurde er zurückgeworfen von den feindlichen Batterien. Hohe Berge von Menschen= und Pferdeleichen bedeckten den Boden. Da ließ er zum Sammeln blasen. Kaum die Hälfte von seinen 46 Schwadronen stand noch. Jetzt spielte er um alles! Die letzten Truppen, unter ihnen die Reserveregimenter, wurden zusammengezogen. Die Garde du Corps sollten den König schützen, für alle Fälle. Da trat der Rittmeister v. Wackernitz aus dem Gliede hervor. „Exzellenz, die Garde du Corps müssen mit kämpfen! Es ist noch nichts verloren, wenn das Regiment nicht auch sein Blut opfert für den König!— Und wenn Ew. Exzellenz anders kommandieren, meine Schwadron reitet mit! Ich greife an!“ Was sollte Seydlitz darauf antworten?— Er schwieg und gab seine Zustimmung. Mit letzter Kraft ging es wieder hinein in den Kampf, und nach harter Arbeit gelang es, die russischen Linien zu durchbrechen. Der König ließ sofort dorthin seine letzten Truppen marschieren, von hier aus erzwang er den Sieg der fast verlorenen Schlacht. In wilder Flucht gingen die Russen zurück. Da traf der König mitten auf dem Felde seinen Führer, Seydlitz. Er wollte ihn umarmen. Seydlitz übersah es. Schon fühlte sich der König verletzt. Exzellenz, Er hat die Schlacht gewonnen! Merci, Monsieur!" „Ew. Majestät sind der Sieger, nicht ich!“ „Er ist ein Querulant! Muß Er denn immer widersprechen? Kann Er gar nicht anders?" „Nein, Majestät! Aber wenn Ew. Majestät keinen Anspruch auf den Sieg erheben, so mögen Sie an das Regiment Garde du Corps denken!" „Meine Garde du Corps?“ „Jawohl, Majestät. Die Garde du Corps waren es, die die letzte Attacke ritten.“ „So?— Und weshalb griff Er nicht an, wie ich es Ihm befahl?“ „Majestät, meine Zeit war noch nicht gekommen!“ „Wenn Sein König befiehlt, so gehorcht Er und attackiert!“ „Um alles nutzlos zu opfern, Majestät!“ Der König antwortete nicht gleich. Dann erst nahm er das Gespräch wieder auf: „Will Er klüger sein als Sein König?“ „Ew. Majestät sind der König, nicht ich!“ „Und deshalb kommandiere ich, nicht Er!“ „Dann hätten Ew. Majestät jetzt den Tod der ganzen Reiterei auf dem Gewissen!" Am 1. Oktober 1758 stand der König bei Hochkirch. Ihm gerade gegenüber die Oesterreicher unter Daun, gut verschanzt und fast 90000 Mann stark. Jetzt war die Lage der beiden Armeen genau so wie bei Roßbach. Der König beobachtete den Feind unausgesetzt. Immer neue Reserven wurden herangezogen. Nach langen Mühen hatte er ganze 40000 Mann zusammengebracht. Von Osten her war der Feind im weiten Bogen über Glogau. Breitendorf, Jauernick bis Zernebog vorgedrungen. Das preußische Heer lag vom Norden nach Süden in der Gegend Kotositz, Roderitz bis Hochkirch, wo die Spitze lag. Das ganze erinnerte an einen Bogen, den die Oesterreicher bildeten, und eine Sehne, die die Preußen darstellten. Eine einzige Reserve hatte der König bei Krischa=Wuischke stehen.„#.# zu., En Den Oberbefehl der Preußen hatte der alte Feiomarschall Jakob v. Keith. Am Morgen des 13. Oktober kam ein verwundeter Offizier vom Regiment v. Kalkstein zum Feldmarschall, der ihn auch sofort empfing. „Er ist blessiert! Setze Er sich, Hauptmann, und rapportiere Er erst, wenn Er sich etwas erholt hat.“ So sprach der Feldmarschall, dem verwundeten Offizier selbst den Stuhl hinschiebend und ihm die Feldflasche reichend. Nach einer Weile begann der Hauptmann: „Exzellenz, der Feind hat den Halbspännerhof bei Lischa überfallen. Er befindet sich kaum 200 Schritt von unserer vordersten Linie bei Roderitz!" „Sacré dieu!" fluchte der greise Feldmarschall, „wer hat Ihm das erzählt?“ „Niemand, Exzellenz! Meine Kompagnie lag im Halbspännerhof, als wir plötzlich von den österreichischen Grenadieren überfallen wurden. Ich wurde blessiert und es gelang mir erst nach Stunden, hierher zu eilen, um zu rapportieren!" „Er hat brav gehandelt!“ Der verwundete Offizier fiel ohnmächtig zurück. Ein Feldscher wurde gerufen, der sich seiner annahm. Währenddessen wurden die Satteltaschen des österreichischen Pferdes untersucht. Dabei fand man einen Befehl, der höchste Alarmbereitschaft befahl. Jeder Ort war angegeben. Kubschütz, Drehsa, Kolitz.-Hier sollte eine starke Verteidigung eingerichtet werden. „Goddam!“ brummte Keith. Sein Zorn ließ wieder einmal seine schottische Herkunft durchbrechen.„Die Weißröcke wollen einen Keil zwischen unsere Truppen schieben. Der König, der bei Hochkirch liegt, und das Corps des Generals v. Retzow, das in WeißenburgKrischa liegt, sollen auseinandergesprengt werden.“ „Wann ist das Dekret angefertigt, Exzellenz?“ fragte einer der Stabsoffiziere, sich über das Schriftstück beugend. „Am 13. Oktober, Obrist! Aber parbleu, da steht ja der Name des Marschalls Gideon v. Laudon!“ „Laudon? Exzellenz, das muß ein Irrtum sein!— Daun kommandiert die Kaiserlichen!— Nicht Laudon!“ „Aber, meine Herren. Hier steht ausdrücklich Laudon!“ rief Keith energisch.„Ich muß dies dem König sofort vermelden! Inzwischen wird hier alles alarmiert!“ (Fortsetzung folgt) Seite 7 Nr. 183 Bochumer Anzeiger„ Mittwoch, T. August 1935. FIO CUU NUWS.. Erzeugung im ersten Halbjahr 1935— Autoindustrie fordert Zollschutz Deutsche Wirtschaft In„Wirtschaft und Statistik“ wird eine Uebersicht über die neueste Entwicklung der Kraftfahrzeugindustrie gegeben. Produktion und Absatz fast aller Fahrzeuggattungen haben danach im ersten Semester 1935 den bereits hohen Stand des ersten Halbjahrs die Hälfte überschritten. Die Halbjahrsproduktion von 101 424 Personenkraftwagen und 17579 Liefer= und Lastkraftwagen ist fast so groß wie die des ganzen Jahres 1928. Vergleicht man die diesjährige Halbjahrsproduktion mit den ersten sechs Monaten des Jahres 1932, dem konjunkturellen Tiefstand, so zeigt sich, daß sich Produktion und Absatz von Personen= und Nuskraftwagen seitdem mehr als vervierfacht, bei Krafträdern mehr als verdoppelt haben. Das besondere Gepräge erhält das erste Halbjahr durch eine beachtliche Steigerung des während der letzten Jahre stark zurückgebliebenen Auslandsabsatzes von Kraftfahrzeugen. So ist gegenüber dem ersten Halbjahr 1984 die Anzahl der im Ausland abgesetzten Personen= und Nutzkraftwagen fast auf das bei den Krafträdern weit über das Doppelte gestiegen. Der Anteil des Auslandsabsatzes betrug in der ersten Hälfte 1935 für Personenkraftwagen 11 Prozent(gegen 8,5 Prozent im ersten Halbjahr 1934), für Nutzkraftwagen 11,3(10) Prozent, für Krafträder 4,3(2,1) Prozent. Besonders groß war im allgemeinen die Aufnahmefähigkeit des Auslandsmarktes für wagen und Kleinkrafträder. Der Inlandsabsatz von Personenwagen läßt dagegen eine besonders starke Zunahme in den mittleren Größenklassen erkennen. Die Kleinwagen sind um 33,7 Prozent, die mittlerer Klasse um 73,3 Prozent gestiegen. Im ersten Halbjahr 1935 wurden 178.800 Kraftfahrzeuge erstmals zum Verkehr zugelassen. Davon entfielen auf Krafträder 66812, auf Personenkraftwagen 89 186, auf Lastkraftwagen 19 356, auf Kraftomnibusse 978 und auf Zugmaschinen 2468. Damit haben die Neuzulassungen von Kraftfahrzeugen im ersten Halbjahr 1935 sowohl insgesamt wie im einzelnen bereits das Jahresergebnis fur 1933 erheblich überschritten. Der Reichsverband der Automobilinoustriee. V. legt in einem Geschäftsbericht, der die Zeit vom 1. Januar 1933 bis 1. Juli 1935 umfaßt, die Entwicklung der Kraftfahrzeugindustrie im Laufe der letzten zweieinhalb Jahre eingehend dar. An. Hand erschöpfenden Zahlenmaterials, das durch fruhere Veröffentlichungen bereits bekannt ist, wird nachgewiesen, welch ungeheuren Aufschwung die deutsche Kraftfahrzeugindustrie im Berichtszeitraum genommen hat. Ein weiterer Abschnitt des Berichts ist einer Revision der Automobilzölle gewidmet. Die ausländischen Zölle, so heißt es, betragen teilweise das Vielfache der deutschen Zölle. Deutschland könne sich also sicher nicht Vorwürfen aussetzen, wenn es seine Zoue in dem erforderlichen Maße erhöhen würde. Weiterhin beschäftigt sich der Bericht mit dem Preisschutz für Automobile. Wie betont wird, ist dieser Preisschutz durch Gründung der Deutschen Automobil=Treuhand=GmbH. im September 1933 erreicht worden. Alle an dieser Gesellschaft beteiligten deutschen Automobilfabriken, Importeure ausländischer Wagen und Handelsfirmen kamen überein, nur noch Wagen zu Festpreisen zu verkaufen. Der Preisschutz soll nicht etwa den seriösen Wettbewerb von Handel und Industrie einschränken, sondern ihn nur von den Schäden eines unlauteren und hemmungslosen Preiskampfes befreien. Den Händlern soll er gemessene Verdienstspanne gewährleisten, den Verbraucher vor Uebervorteilung schutzen. Für den Autokäufer besonders wichtig ist, daß sich die Treuhand=Gesellschaft auch des AltwagenHandels angenommen hat. Gerade der Altwagen=Verkauf gab häufig genug zu Klagen und Beanstandungen Anlaß. Um hier die notwendige Vertrauensgrundlage zu schaffen, hat sich die Treuhand=Gesellschaft eingeschaltet. Die Durchführung ihrer Aufgabe wird unterstutzt durch objektive Untersuchung und Wertermittlung jedes gebrauchten Fahrzeuges in Schätzungsstellen, die in einem sehr engmaschigen Netz im ganzen Reich errichtet sind. Preise und Tohne Von April 1933 der Zeit des tiefsten Preisstandes, bis zum Herbst 1934 stieg laut„Wirtschaft und Statidie Indexziffer der Großhandels preise um etwa 10 Prozent. Die Ursache lag größtenteils bei den Preisen der landwirtschaftlichen Erzeugnisse, die im Zuge der Bauernpolitik des Reichsernährungsministers heraufgesetzt worden waren, um das Mißverhältnis zu den Preisen, der Industrieerzeugnisse zu überwinden; die Indexziffer der Agrarstoffe erhöhte sich in dieser Zeit um nahezu 25 Prozent. Aber auch die Preise der industriellen Rohstoffe, Halb= und Fertigwaren waren im Durchschnitt um 6 bis 7 Prozent gestiegen. Zeitweise schien es, als ob die zum zent gestiegen. Zeitweise schien es, als ob Preisauftrieb drangenden Momente die Oberhand gewännen. Die gesamte Preisgestaltung wurde daher im Herbst 1934 einer einheitlichen Ueberwachung durch den Preiskommissar unterstellt mit dem Ergebnis, daß die Indexziffer der Großhandelspreise und die Reichsindexziffer für die Lebenshaltungskosten seit Januar 1935 nahezu unverändert blieben. Das Ziel der Lohnpolitik war, von Erhöhungen der Tariflohnsätze abzusehen und dadurch einen nachteiligen Kostenauftrieb zu vermeiden, gleichzeitig aber das Arbeitseinkommen der Gefolgschaf; ten durch verlängerte Arbeitszeit und erhöhte... gung zu heben. Im Verfolg dieser Politik brieven die Tariflöhne im ganzen unverändert. Nur selten wurde von der Generallinie abgewichen, um besonderen Notständen Rechnung zu tragen. Die Zitrone macht sich immer rarer diesem Jahre infolge der langzeitigen Hitze sehr eng. Denn durch diese Hitzeperiode ist die Nachfrage außerordentlich stark angewachsen, während gerade zur gleichen Zeit die alte Ernte ausverkauft und die neue, die im übrigen kein gutes Resultat erbringen dürfte, noch nicht zum Verkauf bereit ist. Erneuter Druck auf den hodandischen=Galden Auf dem Amsterdamer Devisenmarkt machte sich gestern auf der ganzen Linie eine sehr feste Tendenz bemerkbar, ohne daß bestimmte Gründe hierfür zu erkennen waren. Die Kurse der wichtigsten ausländischen Valuten, des Dollars, des Pfundes und des französischen Franken, erreichten wieder den Goldausfuhrpunkt, so daß mit erneuten Goldabgaben der Niederländischen Bank zu rechnen ist. Auch die deutsche Reichsmark stellte sich mit einem Schlußkurs von 59,60 erheblich über Parität. Die Vorgange auf dem Devisenmarkt beeindruckten den Verlauf der Wertpapierbörse, auf der besonders die Aktienkurse erheblich anzogen, während Rentenwerte einer erneuten Abschwächung erlagen. In finanziellen Kreisen wird angenommen, daß vom Auslande her ein erneuter Druck auf den Gulden angebahnt worden ist. Schon seit einiger Zeit macht sich in ganz Europa eine erhebliche Zitronenknappheit bemerkbar. So haben zum Beispiel die Zitronenpreise in Frankreich letzthin um etwa ein Drittel angezogen. Da die Zitronen nun zum überwiegenden Teil aus Italien kommen, muß auch dort der Schlüssel für den Angebotsmangel liegen, und zwar erklärt man ihn vor allem mit dem erheblichen Bedarf der italienischen Heeresleitung bei ihren Vorbereitungen für einen Krieg in Abessinien. In Afrika Krieg fuhren heißt nämlich nicht nur gute Waffen und gute Soldaten haben, sondern sich auch gegen die vielerlei Krankheitsgefahren in diesem Klima rüsten. Solche Gefahren lauern aber vor allem im übermaßigen Genuß von Konserven, wodurch sehr leicht Skorbut entstehen kann. Um dies zu verhüten, müssen die italienischen Truppen einen wesentlichen Zusatz von Zitronen zum Essen erhalten. Abgesehen hiervon aber ist ohnehin der Zitronenmarkt in Am Mittwoch vollendet Dr. Karl Krekeler, Mitglied des Aufsichts= und Verwaltungsrates der I. G. Farbenindustrie AG., sein 70. Lebensjahr. Er war einer der nächsten Mitarbeiter des verstorbenen Geheimrats Duisberg. 1888 trat er in das wissenschaftliche Laboratorium der Farbenfabriken vorm. Friedr. Bayer& Co. in Elberfeld ein, in denen er später die gesamte technische Leitung der Farbstoffbetriebe erhielt. Der bisherige stellvertretende Vorsitzende des Deutgfabren: 5“ tschen Möbel=Fachverbandes in Berlin, Schluter(Wesergefahren„in die“ munde=Geestemunde), ist zum Leiter des Verbandes betauern aber ver stellt worden, nachdem der bisherige erste Vorsitzende Hans Betmann(Hildesheim) von seinem Posten zurückgetreten ist. Die Hauptversammlungen der(Kali) BergwerksGesellschaften Einigkeit und Siegfried sowie der Kaliüi. Nrupp den Tehten und Hulr au 65 Jahre alt Heute wird der Chef des Hauses Krupp und Vorsitzende des Direktoriums der Friedrich Krupp AG., Dr. Krupp von Bohlen und Halbach, 65 Jahre alt. Seine Wiege stand im niederländischen Haag, wo sein Vater, damals badischer Kammerherr, als Ministerresident lebte. Seine Mutter war die Tochter des kgl. niederländischen Generalkonsuls Henry Bohlen, der im amerikanischen Bürgerkrieg als Brigadegeneral unter GeneScherl-Bilderdienst ral Schurz kämpfte und(1862) im Gefecht am Rappahannok fiel. Die Familie Halbach stammt aus Lüttringhausen bei Remscheid. Am 15. Oktober 1906 heiratete der damalige Legationssekretär Bertha Krupp, die Tochter Friedrich Alfreds und seiner Gemahlin Margarethe, der„alten Exzellenz“. Um den Namen Krupp zu erhalten, wurde bei der im Jahre 1906 erfolgten Vermählung von Bohlen durch kaiserliche Kabinettsorder die Erlaubnis erteilt, den Namen Krupp von Bohlen und Halbach zu führen. Im November 1906 übernahm Gustav Krupp von Bohlen und Halbach die Leitung der Kruppschen Werke, wurde Mitglied des Aufsichtsrates und 1910 dessen Vorsitzender. Gerade weil Krupp von Bohlen und Halbach niemals viel von sich reden gemacht hat, soll heute aus Anlaß seines 65. Geburtstages einmal klar zum Ausdruck gebracht werden, daß er nicht nur das materielle Erbe, sondern auch die große Tradition der Essener Krupps in vorbildlicher Weise fortgeführt und entwickelt hat. Mit jenem Pflichtbewußtsein, das den preußischen Staat groß gemacht hat, brachte er eine unzerbrechliche Arbeitskraft, eine ungewöhnliche Umsicht und ein tiefernstes wirtschaftliches Verantwortungsgefühl mit in das Werk. Er hat das Steuer gehalten durch Kriegs= und Nachkriegszeit, durch kommunistische Wirren, durch die Franzosenzeit und schließlich durch Wirtschaftskrise beispielloser Schwere. In ruhiger Entschlossenheit hat er geführt. Mit Erfolg, auch durch die großen finanziellen Probleme, die solche Sturmzeiten für eine große Werksleitung mit sich bringen. Die Erhaltung des Werks war ihm alles. Man kann wohl sagen, daß Krupp von Bohlen und Halbach sich als der Betriebsführer bewährt hat, wie er im neuen Reich als Muster gedacht ist. Nicht nur als dem Leiter des Werkes von Weltruf, sondern auch als einer Persönlichkeit von hohem geistigen und charakterlichen Rang sind Krupp von Bohlen und Halbach vielerlei Ehrungen erwiesen, große gemeinnützige Aufgaben übertragen worden. 1909 berief ihn der König in das Herrenhaus; 1912 wurde er zum außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister ernannt. Dem Heidelberger Dr. zur. folgten der Dr.=Ing. h.., der Dr. phil. h. c. und der Dr. der Staatswissenschaften ehrenhalber. Er wurde Vizepräsident der Kaiser=Wilhelm=Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften, Ehrenmitglied des Deutschen Museums in München und des Vereins der Eisenhuttenleute. Man berief ihn in den Generalrat der Wirtschaft, in den Verwaltungsrat der Deutschen Reichsbahngesellschaft. Von 1924 bis 1931 war er Präsident des Aufsichtsrates der Bank für Deutsche Industrieobligationen, von 1981 bis 1933 Vorsitzender des Reichsverbandes der Deutschen Industrie und von 1933 bis 1934 Präsident des Reichsstandes der Deutschen Industrie. Mit Stolz zählt heute die deutsche Wirtschaft den Träger des Kruppschen Namens und Werkes zu ihren vorbildlichen Führern. Er ist ein Diener an diesem Werk und damit an seinem Volke. Und er ist vor allem ein Arbeiter am Wiederaufbau des Vaterlandes. gewerkschaften Einigkeit—II und Siegfried I und II finden am 19. September in Hannover statt. pitalrückzahlung für das verflossene Berichtsjahr dürfte nicht ganz die Höhe der vorjährigen(75 RM. je erreichen. Die Bergwerks=Gesellschaft Einigkeit hat im abgelaufenen Jahr ihre Beteiligung an der Mitteldeutschen Sprengstoff=Werke GmbH. in Höhe von 50 000 RM. zum Nominalwert veräußert. Die Deutsche Rentenbank=Kreditanstalt konnte auf ihr zehnjähriges Bestehen zurückblicken, nachdem sie am 5. August 1925 ihre Tätigkeit ausgenommen hat. Im Rahmen ihrer Bestimmung— Beschaffung und Gewährung von Krediten für die Zwecke der deutschen Landwirtschaft— hat die Anstalt außerordentlich Nutzliches und Wertvolles für die deutsche Volkswirtschaft geleistet. Börsen von gestern Rheinisch=Westsälische Börse in Düsseldorf Freundlich. Die Börse eröffnete bei ruhigem Geschäft in freundlicher in engen Grenzen, im einzelnen ergaben sich solgende Kursveränderungen: Renten: Reichsanleide=Kltbesitz, Krupp und 7prozentige Reichsbahn=Vorzugsaktien auf letzter Basis bezahlt, Hoesch und Mittelstahl=Ovugunonen ¼ Prozent schwächer, Ver. Stahl ¼ Prozent höher. Ak tien: Farben und Feldmühle je minus 1/ Prozent, Felten& Guilleaume plus ¼ Prozent, Muag plus RWE. behauptet, Schuckert plus ½ Prozent, Siemens plus Klöckner minus ¼ Prozent, Mannesmann plus ¼ Prozent, Rheinische Braunkohlen plus 1 Prozent, Rheinstahl minus ¼ Prozent, Ver. Stahl minus ¼ Prozent. Am Einheitsmarkt waren nur Ver. Mosaikwerke zu letzten Kursen im Handel. Von Bankaktien gewannen Commerzbank ¼ Prozent, Rheinisch=Westfäl. Boden plus ½ Prozent. Am Kuxenmarkt war die Geschäftstätigkeit recht lebhaft. Von Kohlenkuren gaben Carolus=Magnus sätzen etwa 100 Reichsmark nach. Graf Schwerin gingen mehrfach zirka 150 Reichsmark höher um. Von Braunkohlenkuren wechselten Michel auf letzter Basis ihre Besitzer. Am Kalikuxenmarkt bestand lebhaftes Interesse für die Werte des Aschersleben=Konzerns. Hope wurden zirka 200 Reichsmark, Mariaglück zirka 150 Reichsmark und zirka 100 Reichsmark höher aus dem Markt genommen. Von elsässischen Werten waren Marie, Marie=Luise und Mar bis zu 100 Reichsmark höher im Verkehr. Reichsland gewannen zirka 25 Reichsmark. Sehr fest waren Wintershall, welche bei einigen Umsätzen 300 Reichsmark gewannen. Von Freiverkehrsaktien erzielten Dyckerhoff=Wicking und Humboldt=Deutz Umsätze auf letzter Basis, Wöhreud., falia=Dinnendahl bei geringem„Geschäft,######n anzogen.(Mitgeteilt vom Bankgeschäft Withelm Schwarz in Bochum.) Berliner Börse Behauptet. Die Börse war bei sehr ruhigem Geschäft im Durchschnitt behauptet. Einige in der letzten Beguhgggrzogtg### koblenwerte erlitten Rückschläge, so (209½) und Ilse 175(177½). Rheinische Braunkohle böber 223½(221¼). Sonstige westdeutsche Montanwerte waren kaum verändert. Der Rentenmgxt., blieh, sehr still. Interesse zeigt sich weiter für Anteitscheine. weichsanleibe Altbesitz 111¼(111,70), Kommunale Umschuldungsanleibe unverändert 89, Zinsvergütungsscheine wieder etwas höher 90,85(90.80), Young=Anleihe 103½(104⅝). Am Einheitsmarkt erfolgten nur wenige größere Veränderungen. Zum Schluß zeigte sich Interesse für Tariswerte. Vor allem Schlesische Gas 148¼ nach 144¾. Berliner Kraft und Licht 140¼. Allgemeine Lokalbahn 126¾. Am Geldmarkt war die Lage weiter leicht. Tagesgeld stellte sich für erste Adressen auf 3 bis 3¼ Prozent, zum Teil auch darunter, Amtlicher Pfundkurs 12,30(12.28½), amtlicher Dollarkurs 2,48(.478), amtlicher Guldenkurs 168(168.25). Rhein=Mainische Abendbörse in Frankfurt a. M. Freundliche Grundstimmung. Die Abendbörse eröffnete in stiller Haltung. Aufträge aus dem Kundenkreis der Banken lagen nicht vor, doch blieb die freundliche Grundstimmung erhalten. Zunächst kamen Umsätze noch nicht zustande, ebenso fehlte es an ersten Notierungen. Soweit man Kurse nannte, lagen sie im Vergleich zum Berliner Schluß gut behauptet. Auch der Rentenmarkt lag fast geschäftslos. Die Auslandsbörsen Brüssel: Ueberwiegend fest. Mailand: Uneinheitlich. Wien: Ruhig. Zürich: Aktien gehalten.. Newyork: Fest. London: Ruhig. Amsterdam: Freundlich. Paris: Unregelmäßig. Getreidegroßmarkt zu Berlin Amtl. Preise. Getreide und Oelsaaten per 1000 kg, sonst per 100 ko 22.00 11.-120 11.-12.0 Weizen märk. Roggen märk. Industriegerste Hafer märk. Weizenm. Auszm. (.820 Asche) * Berliner Elektrolytkupfernotierung vom 6. August: 45.75 RM. für 100 Kilogramm. Rh.-Westf. Börse, Düsseldort, 6. Aug. Mitgeteilt von Wilhelm Schwarz, Bankgeschäft, Bochum, Bongardstraße 14 Vortaufends gi ge s ge. giieia.. Div. Anfane Schlus Kassa1 Schlus 6. 8. 6. 8. 6. 5. 6. Aübontn..— Co Hlosschff“ 6% Krupp RM. %o Mitgs 6 5— 6% Ver. St. RM. Buderus Dahlbusch St. Otsch. Atlant. Otsch. Erdöl D. Reichsbahn ..Farbenind. Feldmühle Felten& Guille Goldschmidt Harpen Hoesch-Köln Kall-Ascherei. 111.7511182 103.25 104.00 103.62 102 50 107 50 105.00 115.75 113.87 123.87 157.87 123.25 110.00 Oiv. Antangl Schlus, Kassag St# 111.50 103.25 103.75 103.5087 102.37 107.25 105.00 115.50 141.33 102.25 107.25 105.00 113 87 123.87 157.75 123.62 123.75 157.87 123.59123 62 110.00119.90 110.5010.50 0 1117.87 118.00 117.62 104. 12/105.12/104.62 5/135.50135.00135.00 91 102.87 102.25 107.75 105.25 114.75 123.75 158.00 123.00 110.00 117.00 105.12 Köckner-W. 25 102.12 102.50192.50 Nannssnann 9 33.33 3389 93.62 Masch.Untern.—„JS45 58 0 75.12 Reichsbank 12/185.50 158.50|188 50 Rhein. Braunk. 121223.50 Rhein. Stahlw. 4/112.00 Rh.-.-Elek. 6/135.62 Salzdetfurth 75 200.00 Schuckert& C. 41129.00 Siemens& Hal. Gebr. Stollw. Ver. Stahlw. Westd. Kaufh. Westeregein Wintershall Zellst. Waldhof 115.87 135.75 200.00 129.37 7 184.50185.00 4 101.25 — 89.12 0 32.00 222 00 115.75 135.87 200 25 129.25 185.00 101.50 10175 89 0 89.00 31.87 31.87 5 131.50131.00131.00 103.00103.25103.00 Kuxe Steinkohlen 6. 6. Miehel 11000 11600 11090 1180 Wests. 18600 9200 8590 9000 Bernharemn.— 1600— 1600 Kall 415 Const. d. 6 Deutschl. Ewald 15100 Schwerin /4200 Som. HDove Braunkohlen Brucko.-N.—— GuteHoffn. 4400 E 700 4 350 Leonhard s9009500 8900 Prousehm: Einigkeit 8 s„„„Fristelt u 14400 4 700 4450 4750 Selenrode 720 750 713](VUgrichsseg CarolusM. 4200 4 100 4200 212Mzurbach. 4100 4500 4100 450adigh. Const. 0 6 6500 6850 6500 685- zg g. Staßf,. 9900— 19509— Lzimpold, S300S100 S300Segge g. /3800 4450 4050 4350inte 10 10000 10500 8550 9500— Heimbold. 5309— Gope 8292 E7003enburg Haiarich SB0099S0SSS1 Froiverkehr Eistisel. Lungd 11400 11800 11300 11850 Steinkehlen, v, Praunkz.-Egre Mare.“ Diergardt 4650WWestfalen 9400Bellerh. 550 3350 Kallkune 6. 8, S 1 81s war Neusollst. 5850 5400 2950 2700 2700 4900 290 7600 2600 2600 v 181G1* Mausolist. 2750 3000 2600 28004ach. 4550 4550 4650 4850Hagzrgeh 3539 3/80 3300 3700grgg..614.— — 5301— Meichsig. 700j 750 3850 3700 4000Thöringen 330— 700 350— Industrieaktien(Einheitsk.) Saicke Masch, Berg. 6. Dahl.V. Sonner Bg..H. Bösp. Walzw. Sraunk Zuk. 3. Bruckd.-Wiet Schluß Surbach Kal. 46 1103.60 Dortm.Ritterbr. 93.50 Düss. Hoef.-Br. 74.75Düss. Masch. 6 188.0 Dvnamit A. Joh. —.— Eschw. Berg.. 116.00 3as- u. Sp. S. 135.25/3lückauf-B. A0 202 00 Jebr. Gosdh. AG 129.00 tallesche Salz. 134.50 ochtief 46. 101.50 abelw. Rheydt 89.25/ali-Chemie 32 50Mülheim. Berg. 131 50Rhein. Metall 102.87Rhein. Spiegel. Roddergr. Brnk. Sachtl.AG. Bgb. Schieß-Defries Schleg. Scharp. Naggonf.Uerd. Oiv. 6. 8. 57.0 118 0 5. 8. 57.0 118.0 140.0 140.0 8 0 82.0 Oiv.(6. 8,1 S. 80 S 115.0s113.6 — 235.0s235 40 700.0 700.0 8 98.0 98.0 — 255.0s255.0 — 135.0s135.0 — 90.0 90.0 .5 95 6200 Nasserw. Geis. 8. 5VI—. Bankaktien 102 9 995 6/112 6s112.0 6 115 9s113.5 12 180.0180.0 5—. 133.6 6 /136 5/135.2s4dler K. 6[141.5141.0s513a C. 4—.— Soedh.h 24(450.0/450. Odann. K. 9 174.0173 Onumd. OM 0 80.0—. KLothrin. 5 109.0110.0othr. 6. 4—. 106. Manst Colonia,.-V. K. Zolonia Rückv. jladb. Feuerv. (öln. Hagelv. (öln. Lioyd A. V. Köln, Rückv. gr. (öln.Rückv. kl. Rentenwerte 5 Rhw..-Cr.Ghyp.6 Ptd. S. 4. 6. 12. 10 96.0 96.0 dto. dto..1—.—. 5½ dto. dto. S. 11 102. S 102. 5 dto. Gold.-Kom 1926.1927 S.—6 94.5 940 7½ Wd. 80d. Gpfd. 6 dto. Em. 3, 9/12, 14 96.0 96.0 Freiverkehrs-Aktien Berliner Börse, 6. August 3100 Berlin. Hand. 8. Com.-u. Pr.-B. 28040. Bank u..-6. 5200Dresdner Bank 118 6117. 99.7 90.5 15800 — 5300 31002900 29002600 29002690 20o 990- zzgcn N. 84.-5 SO00TS7850 este. B.-4. 2900 2800 275 Vereicherungeaktien 2600 2900 2600 275#sch.-Mönch. Fl 70 1100 1100 2730 3o003sgo zecdht##. 97.3 97. Alll.Mitgeteilt von der Commerz- und Privat-Bank.-., Fillale Bochum Reichsbankdiskont 4% Lombardzinstus 5% Einheltskurse Industriewerte .8. 6. 8. 1 5. 8. 6 1 816, 8 62.0—. 63.0—. 112.0111.0112.5 Rehumzletoren Aku A. E. 6. Anhalter Kohle Aschaff. Zellst. 990 100.0 64.0 96.0 95.9 85.0 67.0— 94.0 96.0 94.0 82.0 34.0 82.0 69.0 71.5 113.51155112 0114 0 144 Suasch. Kr 52.0—. 50.0—. bich. Berg 70.0—. 69.5—. „Ph. Linel.—. 180.0—. Jur. Ding. 76 S 78.5(.0 0 91.05 Nn.— 91.0 S1.OpkWie 47.0 124 0/123.5 Steuergutscheine 80 .0 6 #llig ab 1. 4. 1994 I. 4. 1933 I. 4. 1933 okswerke 61122.0s121.61 N Kölner Gas 31 80.7 81.0 Kreftt W. 0 86.0 86.0 Kromschroeder 5)—. 105.0 Kronprinz Metall 74/137.5/137.5 6/115.51115.0 .8. 12186.0185.0 0 62.9 62.1 0 40.0 40.0 94.5 94.5 0 89.7 89.7 Dittmann Neuh. 0—.1—. Otmd. Akt.-Brau. 10—..— Union-Brau 12/195.0195.2 Dürener Metall Oyckersh. Widm Bayr. Motoren Bemberg Berger Julius Bergmann El. Berl. Karter. Ind. Kr. u. Licht „ Maschinend. Buderus 126.6128.8 5/118.6118.6 6/121.5121.4 0 94.5 95. 0 5s122.0121 5 10140.4139.8 5/123.0—. 107.2/107.8 glektr. Lieferg. 6—. 138.0 6—. 113.0 S117.5117.2 „ Lichtu. Kr. 64136. 7/134.5 Engelh. Brauerei Enzinger Union Feinjute chas,„asser 81111.3111.7 Hagege D Cnem. Gelsenk. 44 95. 0„HHamb. Elek 159.0158.7 Conti Gummi P den: brsch. Atlant. Otsch. Baumwolle Conti 6as Kabel Linoleum Steinzeug gebharst& Co. U German. Cem. Ges. f. ei. Untern. Gildemeister Gladb. Wolle Gruschw. Textll Quenowocke ackethal Draht II Hagege Hamb. Elektr. Mipert Masch. Hine:-Aufferm 4 99.2— 6108.5108.0 97.0 143.0 97.0 Küppersbusch ahmeyer. Laurahütte Leopoldsgruben Lindes Eis Lingnerwerke Lorenz C. M- asnie. Hote Miag Mimose Mülheimer Berg. 133.0 0— 0 93.0 129.4 8— 45—. 8— 93.7 10154.0 6/136.5 136.5 21.4 91.7 128.5 141.2 96.7 116.0 116.0 135.0 121.5 157.8 Hindr.-Aufferm. Hoftmann Stärke 61 Hohenichewerke 0 55.1 55.4 6/130.0129.6 6/134.0132.5 10—.— 69/120.5s121.0 94.5 94.5 65 118.719.5 6/110.6/110.7 8139.|139 7 0—.—. 113.8—. 119.80 Holzmann Ph. Hotelbetr.-Ges. Senbes dise Genus 94.0 94.2 0 84.0 84.6 granst. 4 opoe Osnabr. Kupfer Pongs& Zahn Rbsg. El. Werte Rhein.-W. Kalk Riebeck Montan Wgütgemmatze s sase Sarotti schlege Schles. Berg. u. Z. Berg. Beuth. " Elekt. u. 6as Schub.& Salzer Schultheis-Patz. Siegersdorfer W. Siemens Glas 88.6 19 6/140.5 61128.0 .2103.6 121.1 100 88.0 139. 126. 103. 121.0 110.0 110.0 0 92.0 8/145.0 10149.8 4/111.5 0— 4/106.7 Siem.& Halske Stollberg. Zink Fhüringer Gas Transradio Tuch Aachen Union chem. er. Dtsch. Nickel Ver. Glanzst. Ver. Ultramarin Vogel Draht agner& Co. D Wandererw. Warsteiner Grub. Westfalen Draht Wickdler Brau. 7/185.0 101.8 164.5 78.0 133.0 102.0 141.0 130.0—. 7—. 1142.0 6/125.0 92.7 8140.5 0 77.0 5—.0 6—. 93.7 140.2 76.0 Verkehrewerte Möhlb.-Ruhr Anl.)—. 90.2 3 Ruhrverbd. Anl. 38109.0—. 4Pr. Ldpf. A. Pfd. 97.0 97.0 4# Ldbk. Westf. Pfd. 94.5 95.0 #Ldbk. Westf. Kom. 93.7 93.8 #Dt. Komm. Goldanl. 44Westf. ldsch. Pfd. 440t. Hyp. B. Bln. Pfd. 44 Pr. Centr. bod. Pfd 44Pr. Pfdbr. Bk. Pfd. 45 Basalt Obl.—.—. 5 Concord. Berg Obl. 102.8—. 3 Daimler Benz Obl. 105.7105.7 3 Klöcknerw. Obl. 101.8101.8 5 Mont Cenis Obl. 4 Ver. Stahl 60 45 Ver. Stahl 47/51 5 Ver. Stah 6 Siem. u. H. Obl. 6 Farbenbonds Umsch. Anleihe A. 6. für Verkehr Boch. Gelsenk. Hamb. Amer- Pak. Hamb. Südamer Nordd. Lloye 87.7 0 88.1 0 17.4 28.0 v 19.0 19. Rentenwerte 6 Ot. R. Schatz. 33 4 Ot. R. Anleihe 44 55 O. R. Vounganl. 6 Reichsbahn Sch. Westfalen Altbesitz 45 Bochum Anl. 44 Duisburg. Anl. 4 Düsseld. Anl. 45 Elberfeid. Anl. 45 Essen Anl. 95.0 95.5 97.6 97.6 103.5/104 100.3/100 113.7/113.8 90.5 91. 89.1 88.4 91.7 91. 90.7 90.7 93.0 95.1 94.8 94.1 94.1 96.0 96.0 95.6 955 96.0 96.0 102.7103.1 94.0 93.7 95.1 95.1 99.1 99.2 130.0129.8 6 86.6 3. Schuldb. F. 38 R. Schuldb. F. 38 R. Schuldb. F. 40 R. Schuldb. F. 42 R. Schuldb. F. 43/8 5 Essen Steink. 42 45 Harpener 49 5 Ver. Stah 45 R. W. E. 32/3 5 R. W. E. 50 ½ Ruhrchemie 48 45 Ruhrgas 53 45 Ruhrwasser 53 45 Ruhrwohng. 58 45 V. E. W. 52 .8. Brief 6. 8. Geld 100.6 99 4 98.5 97.1 98.0 96.6 97.4 99.5100.5 96.5 97.5 99.1— 95.0 100.5 93.7 96.5 92.5 94.0 94.0 95.0 92.7 91.0 96.0 94. 97.5 94.0 Sorglällige Ausührung aller bankmäbligen Geschälle — n * ∆ Seite 8 Nr. 183„ Bochumer Anzeiger, Mittwoch, T. August 1933 Turnen und Sport Auffakt zu den Deutschen Boxmeisterschaften Selllafioliche Wenlfälfiche Giegierie. Manczyk(Bochum) schlägt Lukaf(Hildesheim) klar nach Punkten Sämtliche weltfälischen Boxer überitchen die Vorrunde Berlin, 6. August. Pünktlich nahmen am Dienstag morgen im Berliner Sportvalast die Vorrundenkämpfe zur Deutschen Meisterschaft der Amateure ihren Anfang. Am Montag abend hatte im Klubhaus der AEG. eine Begrüßungsfeier stattgefunden, bei der der Führer des Fachamts Borsport, Erich Rüdiger(Berlin), auf die Bedeutung der Deutschen Meisterschaften, die in erster Linie als Ausscheidungskämpfe für die Olympia=Kernmannschaft gelten, hinwies. Mit den Vorkämpfen im Fliegen= und Bantamgewicht wurden die Deutschen Meisterschaften 1935 eingeleitet. Schon beim ersten Kampf im Fliegengewicht gab es eine Ueberraschung. Der Duisburger Scheidt wurde nämlich von dem erst 17jährigen Prießnitz II (Breslau) geschlagen und schied aus. Der Breslauer war zum Schluß ganz groß und Scheidt war sogar dem K. o. nahe.— Färber(Augsburg), unser Vertreter bei internationalen Kämpfen, konnte den Fleusburger Krüger zwar nur nach Punkten schlagen, doch muß bemerkt werden, daß sich Färber bereits in der ersten Runde eine Augenverletzung zugezogen hatte.— Der Essener Palussek konnte gefallen und besiegte den Karleruher Ringfuchs Weber nach Punkten.— Ferner stachen noch Rieder(Magdeburg) und Vamberger(Saarbrücken) hervor.— Der letzte Kampf zwischen Bruß(Berlin) und Prasuhn(Herford) wurde am Nachmittag ausgetragen und endete mit einem Siege von Prasuhn. Mertens(Köln) schlägt Beier(Planitz) nach Punkten: Strangfeld(Herten) besiegt Tietzsch(Berlin) nach Punkten: Palussek(Essen) schaltet Weber(Karlsruhe) nach Punkten aus: Rieder(Magdeburg) besiegt Häußler(Stuttgart) nach Punkten: Prießnitz II(Breslau) schlägt Scheidt(Duisburg) nach Punkten; Färber(Augsburg) punktet Krüger(Flensburg) nach Punkten aus: Bamberger(Saarbrücken) schlägt Schindler(Altenburg) nach Punkten. Die Reihe der Bantamgewichts=Vorrundenkämpfe, die durchweg sportlich wertvoller waren als die Paarungen der Fliegengewichtskämpfe, eröffnete der Favorit Stasch(Kassel) durch einen Punktsieg über den Nürnberger Weigel. Bartels(Essen) zeigte gegen den alten Magdeburger Ringstrategen Liwowski technisch reines Distanzboxen und erhielt einen knappen Punktsieg zugesprochen. Ein recht talentierter Konterboxer stellte sich in dem Hamburger Peters vor, der Baiker(Mannheim) sicher nach Punkten schlug.— Weinhold(Berlin) besiegte den Stuttgarter Schmidt nach Punkten.— Pfeiffer(Erfurt), der für Schlöpke(Köln) eingesprungen ist, war der technisch bessere, schnellere und beherztere Boxer. Sein Sieg über den Berliner Schiller, der Klingenbrunn(Berlin) ersetzte, war verdient.— Rapp= silber(Frankfurt a..), der Deutsche Flieuengewichtsmeister, wird es bei seiner großen Nervosität im Ring schwer haben, sich im Bankamgewicht durchzusetzen. Sein Punktsieg über Hens(Hamburg) war wenig eindrucksvoll. Einen guten Kampf lieferten sich Ermeister Spannagel(Barmen) und der Leipziger Hacker. Der Sachse kam in der zweiten Runde stark auf und wurde mit der Distanz immer besser. Sein Punktsieg war knapp, aber nicht unverdient. Es war wohl der schönste Kampf dieser Gewichtsklasse.— Den letzten Kampf des Vormittags bestritten Kastl(Landshut) und Wagener(Hamm), der borerisch etwas besser war und nach Punkten verdient siegte. Stasch(Kassel) schlägt Weigel(Nürnberg) nach Punkten: Bartels(Essen) besiegt Liwowski(Magdeburg) nach Punkten; Peters(Hamburg) schaltet Baiker(Mannheim) nach Punkten aus; Weinhold(Berlin) besiegt Schmidt(Stuttgart) nach Punkten; Pfeiffer(Erfurt) schlägt Schiller(Berlin) nach Punkten: Rappsilber(Frankfurt a..) besiegte Hens(Hamburg) nach Punkten; Hacker(Leipzig) schlägt Spannagel(Barmen) nach Punkten: Wagener(Hamm) besiegt Kastl(Landshut) nach Punkten. Der Nachmittag Zu den Nachmittagskämpfen im Feder=, Leicht= und Weltergewicht hatten sich viele Jugendliche eingestellt, die mit hellster Begeisterung den Ereignissen im Ring folgten. Im Federgewicht wurde von den Bewerbern nicht gerade viel gezeigt. Für die Niedersachsen setzte es leider eine sehr unliebsame Ueberraschung: Aring (Osnabrück) leistete sich die erste.=.=Niederlage der Meisterschaften 1935! Er wurde von dem Mannheimer Hoffmann in der ersten Runde derart mit Schlaghageln überschüttet, daß er verteidigungsunfähig in den Seilen hing und vom Ringrichter aus dem Kampf genommen werden mußte. Nach Scheidt(Duisburg) war der Aachener Ostländer der zweite Niederrheinmeister, der schon in seinem ersten Kampfe seine Hoffnungen entschwinden sah. Der Deutsche Bantamgewichtsmeister Miner führte sich mit einem Siege über den Nachener recht vielversprechend unter den Federgewichtlern ein. Leider gestattete sich das Kampfgericht auch ein Fehlurteil, durch das der Kölner Cremer zugunsten von Seifert (Wünsdorf) um die weitere Teilnahme kam. Die Ergebnisse der Federgewichts=Vorrunde: Burger (Münster) Punktsieger über Dippmann(Staßfurt); Hoffmann(Mannheim) besiegt Aring(Osnabrück) in der ersten Runde durch Abbruch: Miner(Breslau) Punktsieger über Ostländer(Aachen); Arenz(Berlin) Punktsieger über Hagen(Hamburg); Schöneberger (Frankfurt) Punktsieger über Ackermann(Königsberg); Büttner II(Breslau) Punktsieger über Dreher(Stuttgart): Seifert(Wünsdorf) Punktsieger über Cremer (Köln); Schäfer II(Magdeburg) Punktsieger über Fischer(Augsburg). In der Zwischenrunde kämpfen nun: Burger— Arenz, Seifert— Schöneberger, Miner — Schäfer II und Hoffmann— Büttner II. Sosehr der Duisburger Franz im Jahre 1933, wo er mit dem Deutschen Meistertitel im Weltergewicht aus Berlin zurückkehrte, vom Glück begünstigt war so böse saß er aber heuer im Pech. Er hatte in der Vorrunde im Leichtgewicht einen schönen Sieg über Kurt Kästner, ein Mitglied der Erfurter Borfamilie, herausgepunktet, aber er durfte sich leider nicht lange darüber freuen. Bei der Nachprüfung der Bandagen dicht nach dem Kampfe, die ja heute obligatorisch ist, wurde er wegen unvorschriftsmäßiger Bandagen disqualifiziert. Schmedes noch immer der Alte. Nach den Kämpfen im Leichtgewicht hörte man nur eine Meinung: Schmedes, der Titelverteidiger, scheint kaum einen ebenbürtigen Gegner zu haben. Seine ganze Kampfesführung— Wagner(Heilbronn) verlor in der zweiten Runde durch technischen.=o. zeigte sehr deutlich, daß er allen seinen Mitbewerbern um eine Klasse überlegen ist. Am ehesten könnten Büttner I(Breslau) und sein engerer Landsmann Manczyk aus Bochum, der Lukat(Hildesheim) sicher nach Punkten niederhielt, einige Aussichten geltend machen, aber der Rest kommt mit Meister Schmedes nicht mit. Die Exgebnisse der Vorrunde im Leichtgewicht: Schmedes(Dortmund) besiegt Wagner(Heilbronn) in der zweiten Runde durch technischen.=., Biemer Köln) Punktsieger über Kloos(Königsberg), Fritsch(Saarbrücken) Punktsieger über Frey(München), Nürnberg(Hamburg) Punktsieger über Beich(Essen), Kurt Kästner(Erfurt) besiegt Franz(Duisburg) durch Disqualifikation, Vietzte(Berlin), Punktsieger über Hirsch(Duisburg), Büttner I1(Breslau) Punktsieger über Köhler(Mannheim), Manczyk(Bochum) Punktsieger über Lukat(Hildesheim). In der Zwischenrunde kämpfen: Schmedes— Fritsch, Manczyk— Vietzke, Biemer— Nürnberg und Büttner— Kästner Welttalens große Erfolgsierie Im Weltergewicht steht ebenso einsam ein Mann an der Spitze: Michel Murach aus Schalke. Er besiegte den Karlsruher Kohlborn bereits in der zweiten Runde nach mehrfachen Niederschlägen entscheidend. Neben Murach setzte sich aber auch sein Vereinskamerad Radomski durch, der den Münchener Röckl nach Punkten niederhielt. Da sich auch Wagenführ(Altena) über den Stettiner Schmidt hinwegsetzte, wurden die schönen Siege der Westfalen zum hervorstechendsten Merkmal des ersten Tages der Meisterschaften 1935. In fünf Gewichtsklassen schickten sie bis zum Montag abend neun Bewerber in den Ring und keiner von ihnen wurde geschlagen! Die Ergebnisse der Vorrunde im Weltergewicht: Radomski(Schalke) Punktsieger über Röckl(München), Radlewski(Berlin) Punktsieger über Bredhorn(Hamburg), Ulderich(Köln) Punktsieger über Preuß(Königsberg), Schumacher(Neuß) Punktsieger über Hampel (Praunschweig), Wagenführ(Altena) Punktsieger über Schmidt(Stettin), Pruß(Duisburg) Punktsieger über Weise(Chemnitz), Mahn(Breslau) Punktsieger über Gurray(Cannstatt), Murach(Schalke) besiegt Kohlborn(Karlsruhe) in der zweiten Runde durch.o. Die Kämpfe der Zwischenrunde: Pruß— Wagenführ, Radomski— Ulderich, Murach— Schumacher und Mahn— Radlewsti. Im Fliegengewicht kam der Berliner Bruß kampflos eine Runde weiter, da Kügler nicht mehr erschien. Der Dienstagabend Auch Blum setzt sich durch. Zu den Vorrundenkämpfen der drei schwersten Klassen am Dienstag abend waren rund 2000 Zuschauer gekommen, die den Sportpalast immerhin recht nett füllten. Sie sahen überaus fesselnde Kämpfe. Der Westfale Blum aus Altena zeigte die technisch abgerundetste Leistung aller Anwärter auf den Mittelgewichtstitel, während sich Stein(Bonn), Hachenberger (Wiesbaden) und der junge Niedersachse Rust aus Bremerhaven als die„Bomber“, die Leute mit der größten Schlagkraft, vorstellten. Blum hielt den starken Mannheimer Mayer sicher nach Punkten nieder und auch sein Landsmann Amelung(früher Celle und dann Münster), der heute in Wünsdorf liegt, setzte sich aegen Wolfangel(Zuffenhausen) durch. Ergebnisse der Vorrundenkämpfe im Mittelgewicht: Stein(Bonn) Punktsieger über Skerries(Celle). Stiegler(Ludwigshafen) Punktsieger über Utsch(Magdeburg), Baumgarten(Hamburg), Punktsieger über Koß(Danzig), Blum(Altena) Punktsieger über Mayer(Mannheim). Amelung(Wünsdorf) Punktsieger über Wolfangel (Zuffenhausen), Hachenberger(Wiesbaden) Punktsieger über Kindler(Freithal), Schmittinger(Würzburg) Punktsieger über Lövenich(Düren), Rust(Bremerhaven) Punktsieger über Woitke(Gleiwitz). Die Schweren Klaffen sahen auch die beiden letzten westfälischen Vertreter, den Halbschwergewichtler Wessoln(Buer) und den Schwergewichtler Schnarre, in Front, so daß sämtliche elf westfälischen Boxer siegreich die Vorrunde überstanden haben. Das war die große Sensation des ersten Tages. Ergebnisse im Halbschwergewicht: Tabbert(Berlin) Punktsieger über Weißenberg(Wiesbaden). Kaufmann (Magdeburg) Punktsieger über Kasting(Koblenz). Pietsch(Leipzig) Punktsieger über Bothe(Bremen). Kleinholdermann(Homberg) Punktsieger über Keller (Mannheim), Voigt(Wandsbek) Punktsieger über Lorbeer(Berlin), Rosenkranz(Barmen) Punktsieger über Köhler(Erfurt). Wessoly(Buer) kommt infolge Tiefschlag=Disqualifikation seines Gegners Steinmetzger (Bremerhaven) zum Siege. Schwergewicht: Runge(Elberfeld) Punktsieger über Müller(Königsberg). Jost(Frankfurt) Punktsieger über Ortmanns(Köln). Schäfer I(Magdeburg) Punktsieger über Godau(Berlin). Eckstein„(Lübeck) Punktsieger über Neubauer(Regensburg). Schnarre (Recklinghausen) Punktsieger über Holtz(Berlin). Vosen (Bonn) siegt in der ersten Runde durch Aufgabe seines Gegners Steinmüller(Mannheim). Jaspers(Stettin) siegt durch Kampfabbruch in der zweiten Runde über Fölch(München). Bubeck(Stuttgart) gab nach 30 Sekunden gegen Fels(Viersen) auf Eilrrag der Doppenpiele bei den Deutschen Tennismeilterschaften Hamburg, 6. August. Am Dienstag wurden bei den Internationalen Tennismeisterschaften von Deutschland die Doppelspiele für Männer und Frauen gut gefördert. Im Männerdoppel stehen bereits die„letzten Acht“ in der dritten Runde. Die Tschechen Siva Cernoch schlugen Dr. Hauß Dr. Heitmann:2, 10:8,:4, Tinkler Crawford besiegten Heydenreich Gündel:6,:2,:3. Einen sehr schönen Erfolg buchten die Hamburger Dr. Dessart Frenz über die Tschechen Vodicka Ceynar mit:5,:1,:6,:2, die Belgier de Borman Geelhand besiegten Jaenecke[W. Menzel:3,:3,:2, und das Paar Puncec Palada besiegte die Kanadier Murray[Watt mit:1,:6,:6, :10,:3, Rado Jamain setzten sich über Dr. Dessart Frenz anschließend mit 10:8,:1, 6·4 hinweg, und die Polen Hebda Tarlowski gaben Dr. Kleinschroth Pachaly mit:2, 6·3,:1 das Nachsehen. Bei den Frauen sind folgende Spiele bemerkenswert: Zeden Sander—Tonollisde Chavarri:6,:4,:5. Jedrzejowska Adamson gegen Stein Weber:8,:2,:3; Käppel[Reimann gegen Stuck Cepkova:2,:6; HardwickNoel— Volk= ner=Jacobsen Somogyi:6,:1,:2. Der Faßbal-Hieidernen Zweifrontenkampf Weltfalen-Niederrhein Am 29. September und 25. Dezember. Die Fußball=Gaue von Westfalen und Niederrhein haben für die neue Spielzeit zwei Repräsentativspiele vereinbart, die am 29. September in Westfalen und am 25. Dezember(erster Weihnachtstag) am Niederrhein stattfinden. Die letzte Begegnung der beiden Gaumannschaften am 16. Dezember in Duisburg wurde vom Niederrhein mit:0 gewonnen. Außer diesen Spielen steigt bekanntlich am 18. August in Herne der Kampf gegen den Gau Niedersachsen. SV. Göttingen gegen Schalke 04 Erste Schlußrunde um den DFB.=Vereinspokal Die Termine für die letzten Spiele um den DFB.= Vereinspokal wurden wie folgt festgesetzt: Erste Schlußrunde am 1. September, zweite Schlußrunde am 22. September, dritte Schlußrunde am 13. Oktober und vierte Schlußrunde am 27. Oktober. Die Vorschlußrunde zwischen den letzten vier Teilnehmern steigt am 10. November, das Endspiel am 1. Dezember. Die erste Schlußrunde bringt 31 Paarungen; B fB. Königsberg ist spielfrei.„Fortuna" Düsseldorf trägt das noch rückständige Spiel gegen den S V. Köln=Mülheim am 28. August aus. Nachstehend die Paarungen, soweit westfälische Vereine beteiligt sind. Die zuerst genannten Vereine sind Ausrichter. SV. Göttingen— Schalke 04;„Union“ Reckling= hausen— VfL. Benrath; Hamborn 07— SpVgg. Herten. Verpflichtung unferer Sportitudenten Am 10. August beginnen die Weltspiele Die zur Teilnahme an den VI. Akademischen Weltspielen, die am 10. August in Budapest beginnen, bestimmte deutsche Mannschaft wurde am Montag in Neustrelitz in feierlicher Weise verpflichtet. Der Amtsleiter für Leibesübungen der Deutschen Studentenschaft, Pg. Fischer, nahm den Teilnehmern folgendes Gelöbnis ab: „Wir deutsche akademische Jugend, die wir an den VI. Akademischen Weltmeisterschaften in Budapest teilnehmen, geloben, unser Können und all unsere Kraft im Wettkampf für Deutschlands Ruhm einzusetzen und alles zu tun, um unsere Leistungsfähigkeit zu erhalten. Wir geloben, Gehorsam, Disziplin und treue Kamerad= schaft zu wahren; wir geloben, ritterlich zu kämpfen; wir geloben, in unserer Haltung und unserem Auftreten des Deutschen Reiches und deutschen Volkes Würde zu wahren. Wir bekräftigen dieses Gelöbnis durch das dreifache Sieg=Heil auf unseren Führer Adolf Hitler.“ Die deutsche Streitmacht für Budapest ist zahlenmäßig außerordentlich stark. Das größte Aufgebot stellen die Leichtathleten mit 38 Männern und 16 Frauen. Dann folgen die Schwimmer und Wasserballspieler mit insgesamt 22 Köpfen. Für die verschiedenen Mannschaftsspiele stehen 19 Rugbyspieler, je 16 Fußball= und Handball= und 8 Korbballspieler bereit. Die Mannschaft vervollständigen 9 Tennisspieler, 8 Turner, 7 Fechter und 15 Ruderer. Der Spielplan des Fußballturniers Durch die Absagen von Italien und Dänemark nehmen am Fußballturnier der Hochschul=Weltmeisterschaften in Budapest nur folgende fünf Nationen teil: Deutschland, England, Ungarn, Rumänien und Lettland. Die Abwecklung erfolgt in einer Runde nach Punktwertung. Der Spielplan lautet: 10. August: Deutschland— Rumänien; 11. August: Ungarn— Lettland; 13. August: Ungarn— Rumänien und Deutschland— England; 14. August: Lettland—Rumänien; 15. August: Ungarn— England und Deutschland— Lettland; 17. August: Deutschland— Ungarn und England— Rumänien; 18. August: England—Lettland. Die Schweizer Studenten ohne Geld. Ebenso wie Italien hat jetzt auch die Schweiz ihre Meldungen für die 6. Akademischen Weltspiele zurückgezogen. Bei den Eidgenossen liegt der Grund in den ungenügenden Geldmitteln, die die Entsendung einer größeren Streitmacht nicht erlauben. Die Titelverteidiger in Front Deutsche Fechtmeisterschaften in Frankfurt a. M. In den Abendstunden des Montags fielen bei den Deutschen Fechtmeisterschaften in Frankfurt a. M. die Entscheidungen im Florettfechten der Männer und Frauen. Die Meister des Vorjahres, Julius Eisenecker (Hermannia Frankfurt) und Hedwig Haß(WV. Offenbach) konnten ihre Titel erfolgreich verteidigen. Ergebnis: 1. und Meister: Eisenecker(Hermannia Frankfurt a..) 7 Siege 25 Treffer; 2. Heim (TV. Offenbach) 7 Siege 15 Treffer, 3. Oberleutnant Lerdon(Hermannia Frankfurt). Bei den Frauen hat sich gegenüber dem Vorjahr das Schlußrundenbild kaum verändert. Hedwig Haß siegte vor ihrer Klubkameradin Olga Oelkers, die der Meisterin in der Endrunde die einzige Niederlage beibringen konnte. Reichsverkehrsminister Itittet 50000 RM. für den Reichswettkampf des NSKK. Für den Reichswettkampf des RSnh. stiftete der Reichsverkehrsminister Freiherr von Eltz=Rübenach 50000 RM. Der Reichsverkehrsminister richtete, wie der„Völkische Beobachter“ meldet, an den Korpsführer Hühnlein nachstehendes Telegramm: „Für Zwecke des vom Führer angeordneten Reichswettkampfes des Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps stelle ich Ihnen 50000 RM. zur Verfügung. Ich freue mich, aus den mir zur Kenntnis gebrachten Unterlagen ersehen zu haben, daß Sie im Rahmen des Reichswettkampfes den Gebieten der Verkehrssicherheit und Verkehrsdisziplin gebührende Berücksichtigung ingeräumt haben. Ihnen und den Männern des Korps wünsche ich für die Austragung des Wettkampfes besten Erfolg. Berlin, 5. August. Heil Hitler! Reichsverkehrsminister von Eltz=Rübenach. Westbild. Diese Meisterschaftsplakette erhalten die diesjährigen Titelträger der Deutschen Amateurboxmeisterschaften. Wer von den gestern so erfolgreichen westfälischen Boxern wird sie erringen? Das„Olympiade-Buch“ als„Kursbuch“ der Olympischen Spiele So notwendig, wie für einen Weltreisenden das Kursbuch ist, wird für den Besucher der nächstjährigen Olympischen Spiele eine genaue Uebersicht über Art, Austragungsweise und Zeitpunkt der Wettkämpfe sein. Diesem Bedürfnis hat Dr. Diem, der Generalsekretär des Organisationskomitees für die XI. Olympiade, entsprochen, als er im Verlag Philipp Reclam jun. (Leipzig) das nunmehr in schmuckem Gewande erschienene„Olympiade=Buch“, herausgab. Eine berufene Feder führt hier den Olympia=Besucher in das Wesen der Spiele ein. Das reichbebilderte Werk umfaßt alles Wissenswerte über die Spiele; welche Länder vertreten sein werden, in welchen Sportarten und nach welchen Regeln gekämpft wird, eine genaue Aufzeichnung der Kampfstätten, der Kampfzeiten, eine Uebersicht über die antike und moderne Olympiade und die bisherigen Ergebnisse. Das Buch wird deswegen von dauerhaftem Wert sein und die Tage der Berliner Olympiade immer wieder aufleben lassen, weil es auf seinen Schlußseiten sämtliche Ergebnislisten enthält, die man handschriftlich ausfüllen kann. Leichtathletische Vereinsmeisterschaften des SC. Dahlhausen Der SC. Dahlhausen trug am Sonntag seine leichtathletischen Vereinsmeisterschaften in verschiedenen Klassen aus. Die Leichtathleten starteten in Klasse 1 und II, die Jugendlichen in den Klassen 4 und B und die Fußballer in der Fußballklasse. Hervorzuheben ist die Leistung im 100=Meter=Lauf, den Hasselbach in 11,4 Sekunden gewinnen konnte. Im 200=Meter=Lauf siegte Berster mit Brustbreite vor Hasselbach. Der 800=MeterLauf wurde erwartungsgemäß von Grumm gewonnen. Hervorzuheben bleibt auch die Leistung von Berster im Dreisprung, in dem er 12.50 Meter erreichte. Im Weitsprung kam er auf 6,05 Meter, Höhl belegte hier den zweiten Platz. Auch in der Klasse II kamen recht gute Ergebnisse heraus. Die 100 Meter wurden von Stock in 12.5 Sekunden gewonnen. Siepmann kam mit 12,9 Sekunden auf den zweiten Platz. Sternsdorf siegte im 800=Meter=Lauf. In der Fußballklasse teilten sich Donczyk und Gräwingholt in die Erfolge. Auch die Kämpfe bei den Jugendlichen entbehrten nicht der Spannung. In der Jugendklasse A waren es Oswald, Gutberlet, Sternsdorf und Neugebauer, die sich in die Siegerehren teilten. Bei den Jüngsten konnten Schulze, Wilke und Groth den größten Teil der Siege für sich buchen.— Am kommenden Sonntag starten die Leichtathleten auf den Nationalen Wettkämpfen in Corbach (Waldeck). Kartengrüße an die Sportredaktion sandten 108 Mitglieder des Sportvereins Bochum=Weit von einem Gemeinschaftsausflug nach Waltrop. Besten Dank! Der Turnklub Weitmar 1882 beteiligte sich an dem 54. parkortbergfest. Alle entsandten Wettkämpfer konnten den erringen, und zwar die Turner Willi Hinz, Aus dem Turnverein„Friesen“ 1887 e.., Bochum. Mit 35 Personen nahm der Verein Sonntag am Harkortbergfest teil. Die Mitglieder Faber, August und Hermann Rasche, Richard, Schmidtmann. Kraft, Melang, Haupt, Wende, Siebold. Höps. Gütke. Friedhoff und Groß erreichten die erforderliche Punktzahl und erhielten den Eichenkranz. Außerdem errang die Jugend einen Mannschaftssieg. Vom Turf Mittwoch=Rennen in Neuß. Im Gegensatz zum Sonntag sind die Mittwoch=Rennen in Neuß allzusehr auf den Durchschnitt zugeschnitten. Verschiedentlich wird es kleine Felder geben. Da der Veranstalter ein Rennen für Pferde besserer Klasse nicht ausgeschrieben hat, wird sich das Publikum diesmal mit einer sportlich mageren Kost begnügen müssen. In den Ausgleichen, die hart umstritten sind und auch eine gute Besetzung aufweisen, wird man jedoch mit spannenden Entscheidungen rechnen können. Unsere Voraussagen: 1. Rennen:(Gamsbock) Margit— Selbstvertrauen 2.„ Faust— Ambrosius 3.„ Colombo— Haushein 4.„ Selim— Blaufuß 5„ Liberius— Utamaro 5.: Prasser— Erdwall 7." Blumengöttin— Preisträger Caen, 6. August. 1. Rennen: 1. Alda(X) 2. Eylau, 3. Voiture.— Toto: Sieg 21, Platz 14, 19.— Ferner: Cuenca, Pommade, Réverbere. Swan Song,..,(Biksaurt 8 S 2. Rennen: 1. Tanganika(Villecourt), 2. Almée, 3. Tromvon.— Toto: Sieg 37, Platz 13, 12.— Ferner: Caloring..„ 48897# 8 Mtinet. u. 3. Rennen: 1. Caméa(Leurson), 2. Mérinot, 3. Bon Alltage.— Toto: Sieg 30, Platz 16, 17.— Ferner: Caracallg, Tra Miek. 46 5 guiaz 4. Rennen: 1. Dupleix(Dusorez), 2. Arnica, 3. Héloise II.— Toto: Sieg 36, Platz 16, 13.— Ferner Isnik. 5. Rennen: 1. Maori(Lavialle), 2. Soleil de Perse. 3. Cleres.— Toto: Sieg 23, Platz 15, 15.— Ferner: Golden End. 6. Rennen: 1. Ushnaia(Sibbritt), 2. Bell Heather, 3. Roxelane.— Toto: Sieg 25. Platz 19, 27.— Ferner: Irony, La Blottière, Micko, Ingre. Vichy, 6. August. 1. Rennen: 1. Saitne=Catherine(Lock), 2. Alphée, 3. Air de Soleil.— Toto: Sieg 24, Platz 12, 19, 17,— Ferner: Vendome II. Habitude, La Trigale, Procida, Galere Royal, Senonches. 2 Rennen: 1. Champpallon(Guehennec), 2 Benedictus, 3. William ihe Conqueror.— Toto: Steg 28, Platz 14, 18.— Ferner: Mousaillon, Kyaxar. 3. Rennen: 1. Evianbis(Pavée), 2. King Kong, 3. Ambrose Light.— Toto: Sieg 163, Platz 27, 20 12.— Ferner: Povsalis. Cambridge, Aftar,'Amtral, Annival, Tokyo, Drina. Miß Potiphar. 4. Kennen: 1. Porthos(Ferre), 2. Feu, 3. King Harold. — Toto: Sieg 35, Platz 18, 22.— Ferner: Gadgyth, Reaumur, Irony Il. 5. Rennen: 1. Ammonius(Kriegelstein) und Le Ls Rouge(di Cicco), 3. Milfanti.— Toto: Sieg 13. 20, Platz 21, 15. 16.— Ferner: Zidor, Taranis. Ma Glotre, Terre de Sienne, Perieles. Seite 9 Nr. 183 Bochumer Anzeiger Mittwoch, T. Augusi 1933 bhalbrain.... LIE SEELSI bis ReIUSS 8) Soviele Stimmen, soviele Meinungen. Resigniert! wendet sich Jeanne um. Da öffnet sich die Tür des Krankenzimmers und die Töchter des Königs verlassen in Begleitung des Herzogs'Aiquillon das Gemach. Die Dubarry wendet sich jetzt der Tür zu, aber Prinzessin Adelaide behält die Klinke in der Hand. Abweisend und drohend sind ihre Worte, die ersten, die sie der Dubarry schenkt,„ 66 „Der König hat reine weitere Verwendung für . D a r e i ß t J e a n n e i h r e H a n d v o n d e m T ü r g r i f f u n d drückt ihn herab. Der Herzog eilt herbei, faßt die Dubarry an den Schultern und sieht ihr wehmütig und liebevoll in die Augen. „Jeanne, bitte, gehen Sie nicht hinein!“ Aber die Dubarry schüttelt energisch den Kopf. Leise öffnet sie die Tür. 566 „Jeanne, dann versprechen Sie mir wenigstens, daß Sie den König nicht berühren werden... Es könnte sehr gefährlich für Sie sein...!“ Die Dubarry ist behutsam ans Krankenbett getreten und hat sich neben dem König auf die Knie sinken Mit rasender Eile hat sich die Nachricht vom Tode des Königs im Schloß verbreitet. Schon ziehen die Soldaten auf, schon sammelt sich der Hofstact auf der großen Freitreppe zum Thronsaal, schon steht das Spalier der Ritter und Fahnenträger bereit, dem neuen König seine Huldigung darzubringen. Fanfarengeschmetter zerreißt die Stille. Trommelwirbel dröhnt durch die imposante Halle und das Klirren der gezogenen Säbel rasselt kriegerisch dem heranschreitenden Königspaar entgegen.„. I9 „Lang lebe der König! Lang leve die Konigin!“ Wie eine Welle, getragen von der Begeisterung einer augenblicklichen Stimmuna braust der Ruf durch die Halle, pflanzt sich fort durch Säle und Gemächer, dringt hinaus auf den Vorplatz, über die Gitter der Schloßmauern hinweg und findet sein Echo in der riesigen Menge des harrenden Volkes Die Dubarry ist fertig. Vor der Tür empfängt sie wieder ihre Eskorte. Herzeg'Aiquillon tritt an ihre Seite, reicht ihr seinen Arm. Schüchtern finden sich ihre Blicke, bittend stammelt der Herzog seinen Wunsch. Westfalen und Rheinprovinz Kriegropfsel=Böchums! Auf nach Vorimane! Westfälisches Kriegsopfertreffen 4 1 ame — Rojatlen der Babung phot.: Rheinfilm lassen. Liebevoll streichelt sie die Hände, denen sie soviel Gutes und Schönes verdankt. „Louis..*“ Ganz nahe an die fiebernden Schläfen lehnt Marie Jeanne ihren Kopf. Noch kämpft sie standhaft gegen die Tränen. „Jeanne... muß ich sterben?“ „Sie sagen es... Louis...“ Und in wildem Schmerz wirft sich die Dubarry neben ihrem Freund in die Kissen. Immer stärker schüttelt sich der Körper, ihre schönen Augen können ihrem Tränenstrom keinen Einhalt gebieten. „Weine nicht, Jeanne... Mir ist es egal... Ich habe alles Schöne vom Leben gehabt.“ Zärtlich blickt Jeanne auf den König, streicht ihm die Haare aus der Stirn und trocknet ihm den Schweiß ab..1, Echr. mit. „Ja, ja, Jeanne... die Jahre mit dir... Immer leiser wird die Stimme des Königs, immer ängstlicher, hilfloser werden die Blicke der Dubarry. Aber noch einmal rafft sich der König auf, faßt erregt die Hand seiner Freundin. „Ruhe, Louis.. Louis.. Louis!" In panischem Schrecken hat sich die Dubarry über den König geworfen, sein Gesicht mit glühenden Küssen und einer Flut Tränen benetzend. Das müde Antlitz des Herrschers hat noch einmal ein freundlichglückliches Lächeln überstrahlt, dann war sein Haupt still in die Kissen zurückgefallen. Ganz von Ferne klangen seine letzten Worte der Dubarry im Ohr. „Mein armes verlassenes Frankreich...“ Die Dubarry hat ihrem toten Freund den letzten Liebesdienst erwiesen und seine Augen sanft geschlossen. Jetzt hat sie sich erhoben. Noch ist ihr der furchtbare Schmerz anzusehen, doch nach kurzen Minuten reißt sie sich zusammen. Sie weiß, jetzt naht das Ende, jetzt heißt es stark sein und den Kopf oben bevatten., 9, imartt g. Marie Nntai. Draußen vor der Ture erwarter sie Marie Antoinette. Hinter ihr blitzen die Bajonette der Grenadiere. Herzog'Aiquillon ahnt, was nun kommen wird. Ihm gelten die Worte der Prinzessin. „Setzt Madame Dubarry sofort gefangen!“ Doch der Herzog zuckt bedauernd die Astseln. Richelieu wagt einen Einwurf. „Eure Hoheit, der König ist noch nicht...“ „Ich nehme Orders nur vom König entgegen, Hoheit!“ Und schützend stellt sich der Herzog vor die Dubarry. Leise hört sie ihn flüstern und neigt ihm ihr Ohr. „Ich fürchte um Ihre Zukunft, Jeanne. Wenn der König nicht mehr ist.. Die Dubarry tritt vor. blickt sie die Prinzessin an. ihr Wort an den Herzog. „Der König ist tot.“ Von Bajonetten umgeben, geht die Dubarry zu ihren Gemächern, wo der treue Lebel und dann auch Richelieuihr beim Packen der notwendigsten Gegenstände behilflich sind. Richelieu holt aus dem Sekretär eine kleine Truhe hervor. Fragend sieht er die Dubarry an. Aber Jeanne schüttelt, traurig lächelnd, den Kopf. „Nein, Richelieu, ich nehme nichts mit... Man soll mir nichts nachsagen... Schenk' es den Armen ... Ich brauche keine Diamanten mehr...“ „Du wirst einen Freund brauchen, Jeanne.... Ich komme mit dir...“ „Nein, Herzog, Sie bleiben hier wo Sie hingehören... Bleiben Sie, solange Sie können. Denken Sie an den König und an— Frankreich!“ Herzog'Aiquillon nickt stumm. Er hat nichts anderes von dieser Frau erwartet. Und er weiß, daß ein Widerspruch keinen Erfolg hätte. Zaghaft holte er ein Schreiben aus der Tasche. Seine starken Hände zittern, wie er das Siegel erbricht. Aber die Dubarry ist schon wieder die alte, fröhlich=resolute Marie Jeanne. Sie reißt scherzend dem Herzog das Schriftstück aus der Hand, bricht mit frivolem Lächeln das Siegel durch und liest mit genießerischer Ruhe die Ordre des neuen Königs für Madame Zum ersten Male nach der Machtergreifung des Nationalsozialismus versammeln sich Westfalens Kriegsopfer zu einer gemeinsamen machtvollen Kundgebung in Dortmund. Sie, die im großen Weltkriege Blut und Leben eingesetzt haben für Volk und Heimat, sie, denen Deutschlands Ehre und Freiheit das Höchste war auch in einer Zeit, als Feigheit und Ehrlosigkeit unserem Volke das Rückgrat brachen, sie wollen bekunden, daß sie dem Gefreiten des Weltkrieges, ihrem Frontkameraden Adolf Hitler, bedingungslose Gefolgschaft leisten. Er hat als Führer und Kanzler des deutschen Volkes dem Frontsoldaten die Ehre wiedergegeben und den Kriegsopfern die besondere Fürsorge des nationalsozialistischen Staates zugesichert. Die Kriegsopfer vertrauen dem Führer, weil sie wissen, daß er— einst selbst schwer kriegsverletzt— ihre Leiden und Sorgen am besten kennt, mit ihnen fühlt und immer hilft, wo Hilfe notwendig ist. Seine Einstellung gegenüber den Kriegsopfern muß alle Volksgenossen zu gleichem Verhalten mahnen und erinnern an die Einlösung des Wortes, das im Kriege so oft ausgesprochen wurde: „Des Volkes Dank ist euch gewiß!“ Die Erfüllung dieses Versprechens konnte unter der Herrschaft der alten Parteien nie zur Tat werden, weil sie die Kriegsopferversorgung dem Volke entfremdet und zum Streitobjekt gegenseitiger Machtkämpfe herabgewürdigt hatten. Erst Adolf Hitler hat die Fürsorge für die Opfer des Krieges zur Sache des ganzen Volkes erklärt und damit jedem einzelnen Volksgenossen seine Pflichten vor Augen geführt. Seit der Machtübernahme des Nationalsozialismus hat sich bereits eine große Wandlung im Verhalten des Volkes gegenüber den Kriegsopfern vollzogen; aber noch sind viele Wünsche offen. Vor allem wollen die Kriegsopfer wieder in das Erwerbsleben eingegliedert werden, um am Wiederaufbau des Vaterlandes teilnehmen zu können. Darum ergeht an alle öffentlichen und privaten Betriebe immer wieder die Mahnung: Gebt den erwerbslosen Kriegsopfern Arbeit! Helft auch den Hinterbliebenen, die ihren Ernährer für euch dahingaben!“ Das Westfälische Kriegsopfertreffen soll aber auch beweisen, daß die Kriegsopfer nicht nur materielle Wünsche haben, sondern daß bei ihnen über allem das Vaterland steht. Von Dortmund aus rufen die Kriegsopfer dem Volke zu: „Für Deutschland sind wir eingetreten auf blutigem Schlachtfeld, ihm wollen wir auch im Frieden dienen mit ganzer Hingabe an Führer und Volk. Mit eindeutiger Entschiedenheit verurteilen wir als berechtigte Sachwalter des Vermächtnisses unserer gefallenen Kameraden das staatsfeindliche Treiben gewissenloser Elemente, die aus dunklen politischen Gründen unter dem Deckmantel„nationaler“ oder „religiöser" Bestrebungen das Aufbauwerk des Führers und die von ihm geschaffene Volksgemeinschaft zu stören versuchen. Im Weltkriege starben unsere Kameraden mit dem Glaubensbekenntnis auf den Lippen: Deutschland muß leben, auch wenn wir sterben müssen! Dieses Glaubensbekenntnis haben wir als heiliges Vermächtnis übernommen mit dem Gelöbnis, es hochzuhalten und in die Herzen unserer Kinder zu verpflanzen, damit diese es übertragen auf kommende Geschlechter, auf daß Deutschland lebe in ewige Zeiten. Für uns Kriegsopfer, die wir in Deutschlands größter Notzeit gekämpft und geblutet haben, gilt auch in Zukunft nur als Losung: Deutschland über alles!“ Das gerade jetzt erneut zu bekennen und in aller am 10. und 11. August 1933 des Westfälischen Kriegsopfertreffens. An alle Kriegsopfer Bochums ergeht daher der Ruf: „Auf nach Dortmund!" NSKOV. Bochum. Deuschle, Kreisamtsleiter. Westfalen=Zeitlager der H3. Helminghausen, 6. August. Am Samstag nachmittag besuchten der Regierungspräsident Dr. v. Stockhausen und der Regierungsvizepräsident Dellenbusch das am Diemelsee gelegene größte HJ.=Zeltlager Westfalens. Zunächst stattete er der Jugeno GroßDortmunds, welche unter Leitung des Oberbannführers Bierkämper im Ittertal bei Kotthausen lagert, einen Besuch ab. In den Abendstunden nahm er dann an einer Feierstunde des Bannes 131 Hamm teil. Familie wegen Brandstiftung verhaftet Unna, 6. August. Auf der Besitzung des Karl Kampmann brach ein Brand aus, der, da die Tochter die Feuerwehr„versehentlich infolge zu frühen Weckens" alarmiert hatte, bald gelöscht werden konnte, so daß nur der Dachstuhl vernichtet wurde. Die Polizei nahm sofort die Ermittlungen auf und verhaftete die Eheleute K. sowie deren Sohn Karl, der in der fraglichen Nacht drei Brandherde angelegt hatte. Die Brandstifter haben ihre Verbrechen bereits eingestanden. Motorrad rast auf Lastzug Zwei Tote. Köln, 6. August. Dienstag nachmittag ereignete sich auf der Olpener Straße an der Eisenbahnunterführung am Güterbahnhof Köln=Kalk=Nord ein folgenschweres Verkehrsunglück, das zwei Tote forderte. Ein Lastkraftzug der Reichsbahn, der aus Richtung Köln kam, wollte in die von der Mitte der großen Eisenbahnunterführung aus abzweigende Einfahrt zum Bahnhof Köln=Nord einbiegen, als ein aus entgegengesetzter Richtung kommendes Motorrad in voller Fahrt auf den Lastzug auffuhr. Der Anprall war so heftig, daß der Motorradfahrer, der aus Efferen bei Köln stammt, auf der Stelle getötet wurde. Sein Beifahrer trug so schwere Verletzungen davon, daß er kurz nach der Einlieferung ins Krankenhaus starb. Beim Rettungswerk tödlich verunglückt Messinghausen(Kreis Brilon), 6. August. Auf einem Spaziergang mit seiner zehnjährigen Schwester riß sich der dreijährige Sohn des Gastwirts Sträting von seiner Begleiterin los und lief auf den Fahrdamm der Straße gerade vor einen Lastwagen. Die schnell hinzuspringende Schwester konnte den Kleinen noch in Sicherheit bringen, erlitt dabei jedoch so schwere Verletzungen, daß sie bald darauf aus dem Leben schied. Rassenschänder richtet sich .=Gladbach, 6. August. Wegen Rasseschändens war der jüdische Viehhändler Karl Frenkel aus Jülich in Schutzhaft genommen worden. Er hatte sein rasseschänderisches Verhältnis, das er schon zahrelang unterhielt, auch dann noch fortgesetzt, als seine Geliebte geheiratet hatte. Im Gladbacher Gerichtsgefängnis nutzte er nun eine günstige Gelegenheit und sturzte sich vom dritten Stockwerk in die Tiefe. Dabei erlitt er so schwere Verletzungen, daß er nach kurzer Zeit starb. Wuppertal schließt sich an. Auch in Wuppertal hat jetzt die Stadtverwaltung den Juden das Betreten der Ernst und entschlossen Und traurig richtet sie rischer Nühe die Liole des neuen Konigr fu. Mabame Dubarry. „... in der Abtei von Pont Aux Dames gefangengehalten zu werden!" Der kleine Zug hat sich in Bewegung gesetzt. Jetzt biegen sie aus dem Korridor auf den breiten Vorraum vor der Freitreppe. Ueberwältigend ist das Bild, das sich hier bietet und irgendwie belustigt, hält die Dubarry auf der ersten Stufe inne und blickt in die Kunde. S Mitten zwischen sechs markialisch oreinschauenden Grenadieren steht Jeanne. Die prunkvollen Ritter flankieren die Freitreppe, während die Halle von dem Prunk und dem Glanz der kostbaren Gewänder des Hofstaates erfüllt ist, und am Eingang ein Wald von Fahnen Salut gebietend zu Boden geneigt sind. Das junge Herrscherpaar schreitet in würdevoller Ruhe der Treppe zu, und die Dubarry kommt ihnen von oben entgegen. Aber die Dubarry weiß, was sie sich und ihrem toten Freund schuldig ist. Sie sinkt mit einem devoten Knix vor dem Königspaar zu Boden, erhebt sich ebenso hofmäßig wieder und lächelt das junge Paar an. Hinter ihrer Eskorte ballt der Herzog von 'Aiquillon die Fäuste und zischt zwischen seinen zusammengepreßten Lippen ein paar Worte zu Richelien: „Ein schöner Anfang für ein Regime!" Die Dubarry hat es gehört und wendet sich lachend um. Schalkhaft blicken ihre Augen auf ihre beiden Freunde, und stolz wirft sie ihren schönen Kopf in den Nacken. Dann blickt sie wieder den König und die Königin an. „Das ist immer noch besser, als gehängt zu werden!„„ 944sa und fim Dann hakt sich Marie Jeanne rechts und links bei einem der Grenadiere unter, blickt triumphierend auf den hohen Adel, wirft einen letzten Blick auf den prunkvollen Saal und in stolzer, aufrechter Haltung steigt sie die breite Treppe hinunter. Auf ihren Lippen schwebt das Lieblingslied ihres toten Freundes, des vorletzten Königs von Frankreich, Ludwigs XV.„ g4 Mm Unten in der breiten Tur macht sie noch einmal Halt und dreht sich um. Das junge Herrscherpaar steht jetzt hoch oben, umringt von den Besten Frankreichs. „Auf Wiedersehen... Adieu... Ich habe mich so gut unterhalten!“.... Gemeh, Wiehes. Draußen tritt die Wache ins Gewehr, wirbelt düster eine Trommel. Secys Grenadiere verlassen das Schloß von Versailles, den Hof Frankreichs. In ihrer Mitte marschiert singend eine herrliche Frau... Das war die Dubarry! Ende. GODHCZCEGUD 10.10 Eine lustige Geschichte. Mein erster Rundfunkabend (Wilhelm Schneider=Claus) rg.n##.f 10.30 Westdeutschland stellt vor. Zum ersten Male vor dem Mikrophon des Reichssenders Köln: Else Loock (Mezzo=Sopran), Hannsjoachim Worringen(BaßBuffo), Rudi Hauck(Violine), Hilla Büsch(Klavier) 11.40 Bauernfunk. Baut Wintergerste(Dr. Stolz). Bauern, vergeßt auch den Raps nicht Dr. Be12.00 Das Westdeutsche Kammerorchester(Herm. Hagestedt), Hans Remagen(Bariton). 1. Vorspiel zu Giralda(Adam). 2. a) Ständchen bei Nacht(Löhr), b) Pfirsichblutenfest, orientalisches Intermezzo (E. Weigt). 8. Im Zirkus, Folge(Lautenschläger). 4 a)„Was gehn mich an die Leute", aus„Wo (Hoensse zu unbeke kannter Geliebter die Lerche singt"(Lehar), b)„Schwamm druber", aus„Der Bettelstudent“(Millöcker). 5. Norwegische Rhapsodie Nr. 3(Svendsen). 6. Bei uns am Rhein, Walzer(G Herling). 7. Völkerfrieden, Marsch (Prange). 8. Ich träume immer nur von dem einen, Lied und Csardas(Grothe). 9. a) Zur Drossel sprach der Fink('Albert), b) Ich hab' amal a Räuscherl'habt(Kapeller). 10. Melodien aus„Wenn Liebe erwacht“(Künnecke). 11. Zigeunertanz(Ketelbey). 12. Mein Juwel, Warzer(Lincke). 13. Freiheitsadler, Marsch(O. Zeh) 14.15 Allerlei von Zwei bis Drei(Vom Deutschlandsender) 14.45 Wir treiben Familienforschung. Ratschläge, Anleitungen und Antworten(Hugo Schünemann) 15.00 Jungmädelstunde. Das Märchen von den goldenen Schuhen. Ein Bewegungsspiel von Käthe Martin 15.50 Menschen von heute(Heino Kolbmüller) 1600 Liederstunde. Helene Rott(Alt), Hermann Hildebrandt(Klavier)., 1. Liedex von P. Coxpelius: Trauer, Angedenken. Ein Ton, An den Traum, Treue, Trost. 2. Aus meinem Tagebuch(M Reger). 8. Lieder von Hugo Wolf: In der Frühe, Auf einer Wanderung 16.30 Der ladel, Srsit Rak- Sschke 17.00 Musikalisches Kunterbunt(Von Frankfurt). 1. Spanische Lustspielonvertüre(Kéler=Béla). 2. Castaldo= Marsch(Novacek), 8. Was soll aus mir werden?, Lied(Mackeben). 4. Der Kobold, Polka=Mazurka (Joh. Strauß). 5. Jacob Krakel=Kakel, eine Skizze (Kyber). 6. Paraphrase über das Lied„Grün ist die Heide“(Blume). 7. Ich möcht' mal irgend etwas erleben(Raymond) 8 Sommerlust, Walzer GLincke). 9. Hacketäuer=Marsch(Beez). 10. Freust du dich denn gar nicht?(: Girofla(Lecocg)., 12. Du. Un r. g„ Donan (Heyrina). 18. An der schonen viauen Donau, Walzer(Joh. Strauß). 14. Der Regenschirm, eine Skizze(Rosegger). 15. Ella=Polka(Gungl). 16. Zwischen heute und morgen(Kreuzer). 17. Soldatenblut, Marsch(Blon). Tatjana Birkigt(Schlagerlieder), Karl Weinlein(Heiteres), Fritz Kullmann(Klavier), Das Hohner=HandharmonikaSextett, Das Rundfunkorchester(Josef Felix Heß) 18.30 Mit Kraft durch Freude nach Nordland(M. E. srns„„otamenstte ne im Wat. 18.45. Die große deutsche Runofunraussteuung im Aufban(Ingo Kaul)„„„ Gsnigen 19.10 Unterhaltungs= und Tanzmusik(Von Konigsberg). Tanzkapelle Erich Börschel. 1. Mein Deutschland, Marsch(Heumann). 2. Ouvertüre zu„Zar und Zimmermann"(Lortzing). 8. a) Canzonetta('Ambrosio), b) Küsse im Dunkeln(de Micheli). 4. a) Violetta, Tango(Mohr), b) Sag ja, sag nein (Kudritzki). 5. Bayrische Geschichten, Walzer(Richartz). 6. Kommen Sie morgen wieder(Schmidseder) 20i5 Heilig ist das Bluti(Vom Deutschlandsender Reichs. 20.45 Soldaten! Kameraden! Soldatenmusik(Uebertragung aus Bad Rothenfelde). Es spielt das Musikkorps des Infanterie=Regiments Osnabrück(Ober= musikmeister Koch) 22.30 Nachtmusik und Tanz. Das Große Orchester(Otto Julius Kuhn), Das Kleine Orchester(Leo Eysoldt). Solist: Rudi Rhein(Violine), 1. FlorentinerMarsch(Fucik). 2. Ouvertüre„Irrfahrt ins Glück“ (Suppé). 8. Zwei Tänze. 4. Seid umschlungen Millionen, Walzer(Joh. Strauß), 5. Zwei Tänze. 6. An die Freude, Suite, a) Biaue Gestade, b) Im Garten Eden, c) Fest der Freude(Huppertz). 7. Zwei Tänze. 8.„Piet Hein“, holländische Rhapsodie(van Anrooy). 9. Zwei Tänze. 10. Wiegenlied(Lange). 11. Sonnenmeer(Leuschner). 12. Zwei Tänze hlandsender: 18.00: Das deutsche Lied. 18.30: zur Rundfunk=Ausstellung 1985. 18.40: Wer ist wer?— Was ist was? 18.50: K. Berendt spricht über das offizielle Rundfunkschrifttum 19.00: Uund jetzt ist Feierabend! J. Livschakoff spielt. 20.45: Der Musikzug der SA.=Gruppe= BerlinBrandenburg bläst alte und neue Märsche. 21.45: C. Hansen spielt. 22.30: Eine kleine Nachtmusik. 23.00: Wir bitten zum Tanz! Aus dem Delphi=Palast, Berlin 81 wer? ∆ u Seite 10 Nr. 183 7 Bochumer Anzeiger„ Mittwoch, 7. August 1935 Nachrichten aus Groß=Bochum „Arstsulenin dei Weil Von Maria Kahle Sie hatten schon immer viel in der Welt zu tun und zu wandern, die Westfalen, angefangen von den Tagen her, wo der Niedersachse Heinrich der Löwe den Weg zum alten Germanenland östlich der Elbe wieder aufriß, in die Zeiten hinein, wo westfälische Edelleute auf Ordensburgen im Alt= und Livland saßen und westfälische Hanse stolz und selbstbewußt in Länder und Völker eingeströmt ist und schöpferisch wurde in zähem Selbstbehauptungswillen. Bis in unsere Tage haben Westfalen in der Welt aus Wildnissen blühend üppiges Saatenland geschaffen, Industrien aufgebaut, Brücken gespannt über Riesenströme, haben als Ingenieure und Forscher, als Kaufleute und Staatsmänner und Generale im Ausland Anerkennung und Ehre erworben— ja, einer ist gar König geworden, Theodor von Neuhoff in Korsika. Aber um all diese geht es hier nicht. Es geht hier nicht darum, klingende Namen zu sammeln und sie unserm Stamme als Ruhmeszeichen und Prunkschild voraufleuchten zu lassen. Es geht uns heute um die lebenden Westfalen in der Welt, um unsere Stammesgenossen fern der Heimat, die bisher von der Heimat vergessen waren. Es geht uns um ein Wiederanknüpfen der Verbindung, die oft schon mit dem Tage der Auswanderung abriß, um einen Neubau der Stammesgemeinschaft über Grenzen und Länder und Meere hinweg. Es geht uns um die tausend und aber tausend Unbekannten im Ausland, die durch ihr Blut und ihre Abstammung, durch Art und Sprache zu uns gehören, wenn sie auch vielleicht Bürger eines anderen Staates sind. Ihre Namen und lange Namenreihen ihrer Ahnen stehen in den Kirchenbüchern unserer Dörfer und Städte eingeschrieben, aber eine Staubschicht der Vergessenheit hat darüber gelegen. Wir wollen die graue Schicht des Vergessens wegwischen und in unseren westfälischen Gemeinden das Sippengefühl wecken für die Fortgewanderten— die doch nie aus unserer Blutsgemeinschaft fortwandern konnten. Denn sie sind auch in ihrer neuen Heimat Westfalen geblieben und denken mit Liebe und Stolz an das Land ihrer Herkunft. Auf meinen Reisen im Auslande habe ich viele von ihnen getroffen. Die meisten waren Siedler, die im harten Kampf ums Dasein stehen. Die meisten waren so arm, daß sie sich keine Zeitung, kein Bild aus ihrer Stammesheimat kommen lassen konnten. Heimweh stand in ihren Augen, wenn wir von Westfalen sprachen. Da war ein alter Kolonist, der hatte seit mehr als dreißig Jahren gespart, um einmal noch nach Deutschland reisen und wieder über den Hof seiner Vorfahren gehen zu können; bei Kriegsende legte er das gesparte Geld in Mark an, und durch die Inflation nun in einem armseligen selbstgebauten Bretterhaus in Argentinien mit seiner Familie sich durchhungern verlor er alles. Da war ein Forscher von Ruf, der lange Jahre in den Urwäldern von Paraquay für die paraguayische Regierung tätig war und durch den Chacokrieg seine Stellung eingebüßt hatte, so daß er muß.. verzehrt von Heimweh nach Deutschland, nach Westfalen. Da war eine Siedlersfrau, die mir unter Tränen erzählte, daß sie auf viele Briefe an ihre noch in Westfalen lebenden Verwandten keine Antwort bekam:„Ich wollte doch nur hin und wieder etwas aus der alten Heimat hören...“ Und immer wieder hieß es:„Wenn wir doch noch einmal eine westfälische Zeitung zu Gesicht bekämen, all die vertrauten Namen aus unserer Gegend wieder zu lesen!" Nun gaben wir die Westfalen in der Welt aufgerufen, sich zu melden, damit wir ihnen Zeitungen und Zeitschriften oder auch Bildzeitungen oder eine Ansicht ihres Stammortes senden können. Wir haben die Westfalen in der weiten Welt aufgerufen im Vertrauen auf die Anteilnahme und Hilfsbereitschaft der Westfalen im Inland! Wir hoffen, daß sich viele Landsleute finden werden, die bereit sind, einige Male im Monat ein kleines Päckchen mit Lesestoff an die Anschrift eines Heimatgenossen im Ausland zu senden... vielleicht auch einen Brief, der die Verbundenheit hinüber und heruber noch enger knüpft. Es ist eine geringe Arbeit und für manchen wohl auch nur ein kleines Opfer, aber diese Arbeit und dieses Opfer schaffen im Auslandswestfalentum unwägbare Werte, halten die Kraft des Deutschtums lebendig durch das starke Gefühl der Gemeinschaft und schenken so viel Freude! Diese Freude und Dankbarkeit spricht aus allen Briefen, die schon als Antwort auf die draußen veröffentlichten Aufrufe kamen. Da schreibt ein Westfale in Brasilien:„Mit unbeschreiblicher Freude habe ich gelesen, daß mein liebes Heimatland uns doch noch nicht vergessen hat. Ja mit Tränen in den Augen, so gerührt war ich, habe ich diese Zeilen aus meiner lieben Heimat gelesen.. Ein Kolonist sagt in seinem Briefe: Wir können es noch gar nicht fassen, daß ihr liebe Westfälinger an uns denkt. Wir haben schwere Zeiten durchgemacht. So schön auch das warme Klima, so schön auch das Land sein mag, unsere westfälische Heimat kann nicht ersetzt werden. Zeitungen und Bilder aus unserer Heimat werden bei uns wie Heiligtümer bewahrt werden.“ Nun geht die herzliche Bitte an alle westfälischen Landsleute: Helft mit bei diesem Werk! Anschriften von Westfalen im Auslande sind zu erfahren bei dem Westfälischen Heimatbund, Fachschaft „Westfalen in der Welt“, Münster i.., Landeshaus. Stadtteil Harpen Evangelische Kirchengemeinde. Samstag abend fand in der Kirche eine Versammlung statt, zu der die Gemeindeglieder äußerst zahlreich erschienen waren. Pfarrer Leich sprach in langeren Ausführungen über Gemeindeangelegenheiten. Im Anschluß daran hielt Pfarrer Bertelsmann aus Bochum=Wiemelhausen eine Predigt über Petri Fischzug.— Pfarrer Leich hat am Dienstag seinen Urlaub angetreten. Die für Mittwoch angesetzte Gemeindebibelstunde für den Ortsteil Kornharpen fällt aus. Die Vertretung hat Pfarrer Paulmann in sämtlichen pfarramtlichen Angelegenheiten übernommen. Während der großen Ferien wird der Kindergottesdienst in der Kirche abgehalten, wenn auch viele Kinder verreist sind. Kanarienzucht= und Vogelschutzverein„Edelroller". In der im Vereinslokal des Mitgliedes H. Krämer. stattgefundenen Versammlung erfolgte eine Neuaufnahme. Der Monat August soll als Werbemonat für diejenigen Züchter gelten, die noch keinem Verein angehören: die Aufnahme ist frei. Im Laufe des Monats Dezember ist die Prämiierung der von den Mitgliedern ausgestellten Kanarienhähne. Das Ehrenmitglied Julius Krupatz, das seinen 79. Geburtstag in beneidenswerter Gesundheit begehen konnte, wurde durch Ueberreichung eines Geschenkes geehrt. Stadtteil Gertbe Gesang und Musik. Einen vollen Erfolg verbuchen dürfte der Männergesangverein„Einigkeit“ mit dem Liederabend, den er am Sonntag unter Mitwirkung der Werkskapelle der Bergbau=AG. Lothringen veranstaltete. Mit seinen Sängern legte Chorleiter Lippert alle Ehre ein und ebenso konnte Kavellmeister W. Cremer beweisen, daß seine Musiker Gutes zu leisten vermögen. Auf die einzelnen Darbietungen einzugeben. erübrigt sich; es genügt, festzustellen, daß alle Besucher mit dem Gebotenen sehr zufrieden waren. Geschichtstafel Stadtteil Bergen Waldfest im Zillertal. Die Zillertaler Waldung im hiesigen Stadtteil war am vergangenen Sonntag der Tummelplatz vieler Menschen. Der Ost= und Westpreußenverein, sowie der Sportverein Westfalia feierten unter dem schattigen Blätterdache der uralten Buchen ihre diesjährigen Waldfeste. Von der Festleitung wurden Spiele für groß und klein veranstaltet. Kleine Aeirungen aus den=Sialdtenen Stadtteil Linden=Dahlhausen Hochbetagt. Der Metzgermeister i. R. Wilhelm Kolkmann in Linden vollendete gestern sein 76. Lebensjahr. Ihm gingen viele Glückwünsche zu. Ebenso der Witwe Elisabeth Schaefer, Hasenwinkeler Straße Nr. 125, die gestern 78 Jahre alt wurde, und dem Küster Wilhelm Lünners, Auf der Rohfackel, der 78 Jahre alt wurde. Aus Linden=Dahlhauser Vereinen. In seinem Vereinsheim hielt der Marineverein Bochum=LindenDahlhausen am Samstag eine Mitgliedertagung ab, die der Kameradschaftsführer Schmelzing leitete. Der diesjährige Ausflug soll am 8. September mit Autobussen zum Baldeneysee bei Essen unternommen werden. Abschließend wurden noch verschiedene interne Fragen erledigt.— Die Mitglieder des Linden=Dahlhauser Vogelschutz= und Liebhabervereins machten den diesjährigen Ausflug zum nahen Niederwenigern. Gemeinsam marschierten die Teilnehmer ab und wurden am Ziel in herzlicher Weise vom Vereinsführer Bornemann willkommen geheißen. Im weiteren Verlaufe wurden die verschiedensten Spiele vorgeführt und allerlei Belustigungen für die Kinder veranstaltet, so daß die Stunden schnell verflossen. Großer Gefahr entronnen. Glück im Unglück hatten einige Kinder an der Kolonie der Zeche„BaakerMulde". Beim Spiel übersahen die Kinder eine in der Nähe befindliche Jauchegrube und stürzten plötzlich in diese, als sich der Deckel darüber gelöst hatte. Ohne Schaden zu nehmen, konnten die Kinder aber gerettet werden. Stadtteil Stiepel Hohes Alter. Gestern feierte der Invalide Wilhelm Voskühler. Im Mailand, seinen 70. Geburtstag. Der Jubilar ist Mitgründer des Theatervereins„Preciosa“, der vor 47 Jahren ins Leben gerufen worden ist. Straßen unseres Stadtteils benetzt, auch hier seine Tätigkeit ausübt. Stadtteil Langendreer Von der Reichsbahn. Befördert wurde zum technischen Reichsbahnsekretär der Eisenbahnbeamte Kimpel. Zum Stellwerksmeister ernannt wurde Deist. Vom Siedlungsbau der ehemaligen Kriegsgefangenen. Bereits vor einiger Zeit berichteten wir von dem Plan des Eigenheimbaues der ehemaligen Kriegsgefangenen. Die letzten Vorkehrungen für dieses Bauvorhaben, das den hiesigen Baumarkt gewiß nicht unwesentlich entlasten dürfte, sind nunmehr getroffen und zum Abschluß gebracht. Es handelt sich hier um zehn Doppelhäuser, die in der Oesterheide an der Nordstraße erstehen sollen. Mit dem Beginn der Eigenheimsiedlungen ist Anfang September zu rechnen. Das Kinder=Schützenfest im Papenholz. Auch der dritte Festtag des Schützenvereins Papenholz nahm einen würdigen Verlauf. Die Jugend des Ortsteils stritt um die Königswürde. Gegen 2 Uhr waren, über hundert Kinder zum Königsschießen angetreten. Fast zwei Stunden kämpften die Kleinen erbittert um die hohe Würde. Der glückliche Schutze war Friedhelm Reuber, der in feierlicher Weise zum König der Schuljugend gekrönt wurde Zur Königin nahm er sich Elma Santorius. In feierlichem Zuge wurden die Kinder dann zum Kirmesplatz geführt, wo sich bald ein äußerst festliches Treiben entwickelte. Mit einem großen Schützenball am Abend, zu dem sich wieder jung und alt eingefunden hatte, klang das Heimatfest würdig aus. Stadtteil Hamme Zur letzten Ruhe. Die im hohen Alter von 81 Jahren verstorbene Witwe Theodora Dörk, geb. Meiners, Herner Straße 131, wurde gestern auf dem Hammer Friedhof zur letzten Ruhe bestattet. Zahlreiche Volksgenossen gaben der Toten das letzte Ehrengeleit. 70 Jahre alt. Witwe Maria Ahlmann, geb. Klimscheit, Hofsteder Straße, feierte am Dienstag in körperlicher und geistiger Frische ihren 70. Geburtstag. Schulen werden ausgebessert. In der Feldsieper Schule ist man mit umfangreichen Ausbesserungsarbeiten beschäftigt. Während der Ferien soll das unterste Stockwerk vollständig instandgesetzt werden.— Erneuerungsarbeiten werden jetzt ebenfalls in der Volksschule an der Von=der=Recke=Straße ausgeführt. Stadtteil Hordel Persönliches. Die auf der Hordeler Straße wohnhafte Witwe Thea König, geb. Kaldeweit, feiert heute in Frische und Rüstigkeit ihren 71. Geburtstag. — Der Sohn des Bergmanns Weiler, Hans Weiler, aus der Magdeburger Straße bestand mit gutem Erfolg seine Prüfung als Schuhmachevgeselle.— Das Fest der silbernen Hochzeit feiern die Eheleute Heinrich Bauer und Frau, Adeline geb. Jacken, Dorstener Straße. 40jähriges Ehejubiläum. Die Eheleute Theodor Waterkotte, Tahlhauser Straße 38, begehen am 10. August ihr 40jähriges Ehejubiläum. Beide erfreuen sich bester Gesundheit. Hordel im Dahlienschmuck. Die Kruppsche Kolonie ist ohne allen Zweifel einer der schönsten Bezirke unserer Großstadt. Den ganzen Sommer über verschwindet hier die Blumenpracht keinen Augenblick. Nachdem Flieder und Rosen ihre Blüten abgelegt haben, stehen jetzt die Dahlien in vollster Blüte. In den schmucken Koloniegärtchen leuchtet es in den buntesten Farben. Bis zum Herbst dürfte diese schöne Blumenpracht andauern, um dann den Astern Platz zu machen. Stadtteil Riemke Stadtteil Weitmar Rege Bautätigkeit. In absehbarer Zeit wird das Hunscheidtsfeld mit Weitmar vollstandig zusammengewachsen sein. Von Jahr zu Jahr werden in Weitmar größere Wohnungsbauten ausgeführt. Das vor kurzem in Angriff genommene schmucke Siedlungsviertel an der Hattinger Straße wird nicht das einzige bleiben. Man hat bereits wieder ein neues Baugelände aufgeschlossen Die Häuser an der Hattinger Straße werden in Kürze bezugsfertig. Am unteren Teil der Wasserstraße, vom Wiesental bis zur Drusenbergstraße, zu Beginn dieses Jahres noch im Ausbau begriffen und völlig häuserlos, hat sich die Bebauung dermaßen gesteigert, daß dieser Straßenteil voraussichtlich noch im Laufe dieses Jahres zugebaut sein wird. Verkehrsunfall. Am 5. August stießen an der Ecke Hattinger und Franziskusstraße eine Radfahrerin und ein Rollfix zusammen. Die Radfahrerin erlitt leichtere Verletzungen, sie konnte jedoch ihren Weg fortsetzen. Das Fahrrad wurde erheblich beschädigt. Stadtteil Altenbochum Evangelischer Kirchenchor. Im schönen Querenburg beging am Sonntag der Kirchenchor sein Waldfest, das allen einige schöne Stunden vermittelte. Fur die Kleinen war durch mancherlei Belustigung gesorgt und ein Schießstand bot dem„starken Geschlecht“ Gelegenheit, sicheres Auge und sichere Hand zu beweisen. Stadtteil Laer NS.=Arbeitsopferversorgung. Für die in Laer und Umgegend wohnenden Mitglieder der NS.=Arbeitsopferversorgung findet am Samstag um 15 Uhr bei Burkhardt, Dannenbaumstraße, eine Beratungsstunde statt. Mitgliedskarte vorlegen. Um 16 Uhr beginnt die anschließende Zahlstellenversammlung. Ein Referent ist zur Stelle. Nach dem Genuß von Gurkensalat ins Krankenhaus. Nach dem Genuß von Gurkensalat trank Frau., Dannenbaumstraße 14, Wasser, worauf sich starke Leibschmerzen und Erbrechen einstellten. Der hinzugezogene Arzt ordnete die Ueberführung in ein Krankenhaus an. Am Hellweg bessere Beleuchtung. Am Werner Hellweg werden im ganzen Ortsteil neue Straßenlaternen aufgestellt, so daß die Beleuchtung der verkehrsreichen Straße in allernächster Zeit eine Besserung erfährt. Straßenbesprengung. Die Anwohner der unteren Eulenbaumstraße führen lebhaft Klage über die außergewöhnlich große Staubentwicklung, die der lebhafte Verkehr mit sich bringt. Es wäre deshalb zu wünschen, daß der Sprengwagen der Stadt, der die anderen Das Schmerzenskind von Kleinnte=Marmeishagen Die Asthmabrücke Beim Spielen den Arm gebrochen. Beim Spielen fiel der acht Jahre alte Werner Adams aus der Herner Straße so unglücklich, daß er sich den rechten Arm brach. An der die Stadtteile Riemke und Marmelshagen verbindenden Asthmabrücke fanden in der vorigen Woche wieder einmal Ausmessungen statt. Diese Brücke paßt in unser Zeitalter des Verkehrs und der Schnelligkeit nicht mehr hinein. Die Wünsche der Bevölkerung nach ihrer Beseitigung sind schon uralt und seit vieten Jahren wiederholt im „B..“ zum Ausdruck zelangt. Tag für Tag kann man hier Radfahrer beobachten, die ihre Räder auf die gegenüberliegende Seite schleppen, Frauen, die ihre Kinderwagen in mühseliger Arbeit nach oben ziehen, und andere Personen mit den verschiedensten Lasten. Schon wiederholt ist es hier zu Unfällen gekommen. Auch für die Schulkinder, die die auf der anderen Seite liegende Schule besuchen, bildet die Asthmabrücke eine große Gefahrenquelle. Hoffentlich gelingt es jetzt, eine allseits befriedigende Lösung zu finden. Die Brücke führt über die Güterzugstrecke: der Umweg über die Schöllmann=, Herzog= und Bergmannstraße ist mit erheblichem phot.: Bauer Zeitverlust verbunden. Aus dem Nachbargebiet Cprene?., Kauft sich, Das vor den Toren der Großstadt Bochum liegende Eppendorf, das sich zum größten Teile seine ländlichen Reize bewahrt hat, ist jetzt in der Sommerzeit und besonders an den Sonntagen das Ziel vieler Spaziergänger. Man braucht nicht allzu viel Zeit, um dorthin zu wandern, man ist also in kurzer Zeit dem Hasten der Großstadt entrückt. Darum ist es auch kein Wunder, daß in den letzten Jahren viele Baulustige sich hier angesiedelt haben, um sich hier ein Dauerheim zu schaffen. Eine schmucke Siedlung ist an der Gartenstraße entstanden, und besonders auch das Viertel am Lönsberg strahlt wohltuende Wohnbehaglichkeit aus. Diese Häuschen wirken in ihrer Schlichtheit. Auch die bis jetzt ausgebaute Waldstraße ist mit schmucken Häuschen bebaut, die mit gepflegten Vorgärten versehen sind. Augenblicklich macht sich allenthalben wieder eine große Baulust bemerkbar. An den verschiedensten Straßen wird gebaut. Hinter der Theresienkirche sind bereits mehrere Bauten im Rohbau fertig, die von Privatleuten errichtet werden. Wenn die Baulust weiter anhält, wird sich in einigen Jahren das Bild Eppendorfs sehr verändert haben. 7. August. 1779 wurde der Geograph Karl Ritter in Quedlinburg, wo auch sein Dentmal steht, geboren und in Schnepfenthal erzogen. Nach Studien in Halle und Göttingen wurde er 1819 Professor am Gymnasium zu Frankfurt a. M. Hier und später hatte er Gelegenheit, Europa zwecks geographischer Studien zu bereisen. 1820 wurde er als ordentlicher Professor an die Universität Berlin berufen. Als Begründer der vergleichenden Erdkunde nach Erkenntnis des innern Zusammenhangs von Mensch und Natur strebend, hat er neben Alexander v. Humboldt die Geographie zur Wissenschaft erhoben und nachhaltigen Einfluß durch Lehrtätigkeit und Schriften ausgeübt. Ihm zu Ehren wurden schon 1860 in Berlin und 1861 in Leipzig Karl=Ritter=Stiftungen zur Unterstützung geographischer Arbeiten und Reisen gegründet. 1848 starb der Chemiker J. K. v. Berzelius in Stockholm (geboren 1779). Personalnachrichten Sienen 80jöhrigen Geburtstag fiert dä in wiehen Kreisen bekannte Pohlbörger Fritz Becker ut de Dorstener Strote. Fief Kinder, twai Miäkes un drei Jungen., sorgen dofor, dat dä Name Becker nich utstiärwet. Als ollen Baukumer es hä stolz op siene Vaderstadt un hölt dü plattdütsche Sprooke in Ehren. Das öffentliche Interesse bei privatklagesachen Wenn das gesunde Volksempfinden verletzt wird. Der Reichsjustizminister hat„allgemeine Richtlinien“ für die Beurteilung des Vorliegens eines öffentlichen Interesses bei Privatklagesachen aufgestellt. Danach hat bei allen Straftaten, die im Wege der Privatklagen verfolgt werden können, der Staatsanwalt sorgfältig zu prüfen, ob ein öffentliches Interesse an der Erhebung der öffentlichen Klage besteht. Ein solches öffentliches Interesse an der Strafverfolgung werde regelmäßig bestehen, wenn das im Volke wurzelnde gesunde Rechtsempfinden eine Bestrafung verlange. Das werde namentlich der Fall sein, wenn eine Person mit Bezug auf ihre Stellung im öffentlichen Leben oder wegen ihres Eintretens oder ihrer Arbeit für den Staat oder die Bewegung angegriffen worden ist, wenn dem Verletzten schwerwiegende Verfehlungen nachgesagt worden sind, oder wenn die Tat besonders roh oder gefährlich ist oder eine verwerfliche Gesinnung verrät. Eine Bejahung des öffentlichen Interesses komme ferner in Frage bei Vergehen des unlauteren Wettbewerbs und bei Verletzung des literarischen, künstlerischen und gewerblichen Urheberrechts. So werden z.., wie der Minister bestimmt, Vergehen des unlauteren Wettbewerbs selbst dann, wenn die Schädigung im Einzelfall nur geringfügig ist, regelmäßig im öffentlichen Interesse zu verfolgen sein, wenn es sich um Auswüchse des Ausverkaufswesens oder um sonstige geschäftliche Mißbräuche handelt, an deren Unterdrückung ganze Gewerbezweige ein begründetes Interesse haben. Bochumer Taubenwettflug ab Rathenow Der wegen des schlecht verlaufenen Fluges ab Stendal ausgefallene Wettflug ab Rathenow(375 Kilometer), der am 26. Mai stattfinden sollte, wurde am letztvergangenen Sonntag von der Reisevereinigung Groß=Bochum, Reisegruppe Süd, nachgeholt. Um den Leistungsunterschied zwischen den diesjährigen Siegern und„Außenseitern" feststellen zu können, wurde in zwei Abteilungen getrennt gereist. Abteilung I flogen Tauben, die im Reisejahr 1935 zwei und mehr Preise geholt hatten; die Abteilung II umfaßte jene Tiere, denen höchstens ein Preis beschieden gewesen war. Insgesamt waren 271 Preise ausgesetzt, um die sich 1355 Tauben bewarben. Der Auflaß erfolgte um 5 Uhr morgens bei schönster Witterung. Die Leistungsprüfung brachte insofern eine große Ueberraschung, als die Abteilung der „Außenseiter“ den ersten Sieger stellte, der bei einer Fluggeschwindigkeit von 1105 Meter in der Minute bereits um 10,38,36 Uhr den heimatlichen Schlag erreichte, während der Sieger der„Favoriten"=Abteilung zwei Minuten später, um 10 40,9 Uhr fiel. Seine Fluggeschwindigkeit betrug 1103.5 Meter in der Minute. Die ersten Preisträger der Abteilung I waren: 1. Rumberg(Brieftaubenzuchtverein„Heimwärts“ Weitmar) derselbe konnte sich auch den 2. Preis sichern; 3. Hutzmann (Brieftaubenzuchtverein„Wiederkehr" Stiepel), 4. Hoffmann, (Brieftaubenzuchtverein„Siegespalme“ Stiepel), 5. Winkelmann(Brieftaubenzuchtverein„Heimatliebe“, Bochum), 6. Brune(Brieftaubenzuchtverein„Rumplertaube“ Stiepel), 7. Rosocha(Brieftaubenzuchtverein„Heimattreu" Weitmar), 8. Stein(Brieftaubenzuchtverein„Siegespalme“ Querenburg), 9. Danaurath(Brieftauvenzuchtverein„R. Z. III“ Altenbochum), 10. Romburg(Brieftaubenzuchtverein„Blitz“ Altenbochum), 11. Beiska(Brieftaubenzuchtverein„R. Z. III“ Altenbochum), 12. Cybulski(Brieftaubenzuchtverein„Drahtlos“ Wiemelhausen). In der Abteilung II siegten: 1. Stahl(Brieftaubenzuchtverein„Wiederkehr" Stiepel), 2. Paßzmann(Brieftaubenzuchtverein„Kameradschaft" Linden) 3. Leidbeiser(Brieftaubenzuchtverein„Edle Taube" Dahlhausen), 4. Ernst (Brieftauben zuchtverein„Luftbote“ Wiemelhausen), 5. Eifert (Brieftaubenzuchtverein„Edle Taube“ Bärendorf), 6. Becker (Brieftaubenzuchtverein„Luftbote" Linden), 7. Adei(Brieftaubenzuchtverein„Radio“ Weitmar), 8. Stellbrink(Brieftaubenzüchtverein„Blitz", Dahlhausen), 9. Bunse(Brieftauben zuchtverein„Heimatliebe“ Wiemelhausen), 10. Fernholz(Brieftaubenzuchtverein„Gut Flug“ Weitmar), 11. Vorkötter(Brieftaubenzuchtverein„Luftbote" Linden), 12. Niederdellmann(Brieftaubenzuchtverein„Courier" Linden). Die ausgesetzten Ehrenpreise holten sich in der Abteilung I die Züchter Pflug(Brieftaubenzuchtverein„Luftbote“ Wiemelhausen), Gebrüder Senft(Brieftaubenzuchtverein„Treue Freunde" Wiemelhausen) Rumberg(Brieftaubenzuchtverein„Heimwärts“ Weitmar), Hundt(Brieftaubenzuchtverein„Heimkehr" Altenbochum), Degener(Brieftaubenzuchtverein„Wiederkehr" Stiepel), Breer(Brieftaubenzuchtverein„Flugpost“ Bärendorf); in der Abteilung II die Züchter Schmidt(Brieftaubenzuchtverein„Courier“ Querenburg), Besser(Brieftaubenzuchtverein„Germania“ Bochum. Ein erfolgreicher Züchter. Der Brieftaubenliebhaber Heinz Meier, Bochum, Josefinenstraße 239, vom Verein„Blauer Vogel“, BochumVöde, Reisevereinigung Bochum=Gerthe, setzte zu dem großen Nationalflug Mohrungen, Gau Rheinland und Westfalen, vier Tauben ein, die alle siegreich blieben und folgende Preise errangen:., 99., 850. und 1895 Meier ist einzigster Erringer der goldenen Medaille und goldenen Preisnadel mit Eichenlaubring von den mitbeteiligten vier großen Bochumer Reisevereinigungen. Eine Lestung, de wohl noch nicht dagewesen sein dürfte. Eigentümer eines Herrenfahrrades gesucht. Bei der Kriminalpolizei in Bochum ist ein Herrenfahrrad, Marke Opel, Nr. 31629, sichergestellt. Beschreibung: Schwarzer Gitterrahmen, rote Ballonbereifung, Felgen und Lenker verchromt, schwarzer Elastiksattel, Bosch=Dynamo, elektrische Lampe, Torpedo=Freilauf mit eingebautem Schloß. Eigentumsansprüche können im Polizeipräsidium in Bochum, Uhlandstraße 85, Zimmer 252, geltend gemacht wperden. Aus der ASDAp. (Nach Bekanntmachungen der Partei.) RS. Frauenschaft Felsenburg. Abfahrtzeit zum Ausflug 13.30 Uhr ab Stadttheater. NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“ Fahrt nach Schloß Berge. Am Samstag, 17. August, veranstaltet das Kreisamt „Kraft durch Freude“, Bochum, eine Wochenendfahrt nach Schloß Berge in Buer i. W. Die Abfahrt erfolgt nachmittags um 15 Uhr mit dem Omnibus. Die Rückfahrt nach Bochum erfolgt gegen 22 Uhr. Insgesamt beträgt der Fahrpreis 0,70 RM. pro Teilnehmer. Es ist Vorsorge getrofsen, daß verbilligter Kaffee eingenommen werden kann, und zwar kostet eine Portion(2 Tassen).40 RM. Es wird noch ganz besonders darauf aufmerksam gemacht, daß die wunderbaren Grünanlagen der Stadt Buer weit und breit bekannt sind. Anmeldungen zu dieser Fahrt können bei allen Orts= und Betriebswarten und beim Kreisamt„Kraft durch Freude". Bochum, Rottstraße 27, getätigt werden. Der Fahrpreis von.70 RM. ist gleich zu zahlen. Setie 11 Nr. 183 Bochumer Anzeiger# Mittwoch, T. August 1933 Rtteider! Terstun Hen Ere Wilnethitürer! K 18 Millionen=Gesantkleistung? Das Vorzahr ubertrossen Wenn jeder einzelne Deutsche durch eigene und wenn notwendig, schwere Opfer zur Erhaltung der Volksgemeinschaft beigetragen hat, wird er wieder, ohne vor sich selbst erröten zu müssen, von einem„einigen Volk von Brüdern“ reden dürfen. Ansonsten aber ist dies nur Lüge und Heuchelei. (Der Führer am 9. Oktober 1934.) Im ersten Jahr der Machtübernahme durch den Nationalsozialismus wurde durch die Proklamation des Führers das Winterhilfswerk des deutschen Volkes eingeleitet, um alle hilfsbedürftigen Volksgenossen gegen Hunger und Kälte zu schützen und damit zu beweisen, daß die soziale Einstellung im neuen Deutschland kein Lippenbekenntnis mehr ist. Das Winterhilfswerk des deutschen Volkes ist das grandioseste Bekenntnis, das je von einer Volksgemeinschaft bewiesen wurde, zugunsten jener vom Schicksal Enterbten, die als Opfer einer vernichtenden und zersetzenden marxistischen Staatsführung umgekommen wären, wenn nicht unser Führer aufgestanden wäre, um in einem unerhörten Arbeitsmaß, einem nie versagenden Optimismus und im Bewußtsein seiner Sendung allen diesen weltanschaulichen Problemen ein Ende zu bereiten, durch die Kraft der von ihm geschaffenen nationalsozialistischen Weltanschauung. Der grandiose Erfolg des Winterhilfswerks des vergangenen Jahres hat das Wort des Führers: „Niemand darf in diesem Winter hungern und frieren!" in einer alle Erwartungen und Hoffnungen weit übersteigenden Weise erfüllt. Das deutsche Volk hat im Winterhilfswerk 1933/34 zum ersten Male vor aller Welt in einmütiger Geschlossenheit und Opferbereitschaft gezeigt, daß es geschlossen hinter dem Wort des Führers . Der Erfolg des Winterhilfswerks bleibt ein unvergeßliches Denkmal treuer deutscher Kameradschaft im Kampf gegen Hunger und Kälte. Das Winterhilfswerk ist heute eine ständige Einrichtung geworden, die so lange bestehen soll, als es noch notleidende Volksgenossen gibt. Die Durchführung wurde der NS.=Volkswohlfahrt als der einzigen parteiamtlichen Organisation für Wohlfahrtspflege und Fürsorge übertragen. Am 9. Oktober 1934 wurde vom Führer und Volkskanzler das zweite Winterhilfswerk des deutschen Volkes 1934/35 eröffnet. Zum zweiten Male wurde damit im nationalsozialistischen Deutschland ein Hilfswerk eingeleitet, das einen Vergleich nur in seinem Vorgänger, dem Winterhilfswerk 1933/34, sonst aber nirgends in der Welt findet. Was am Tage der nationalen Arbeit demonstrativ in Erscheinung getreten war, wurde im Winterhilfswerk 1934/35 durch die Tat lebendig. Alle Volksgenossen in unserem Gau, und ganz besonders der deutsche Arbeiter, bewiesen durch ihre Opfer, daß sie den Gedanken der Volksgemeinschaft und des nationalsozialistischen Grundsatzes „Gemeinnutz geht vor Eigennutz“ in sich trugen. Ein jeder hat geopfert, und den Aermsten der Armen die soziale Treue zum zweiten Male in überwältigender Weise gehalten. 18 Millionen! Eine ungeheure Summe materieller Opfer steckt in dieser Ziffer, aber auch eine ungeheure Summe von Arbeitskraft, Erfindungsgabe und Willensspannung. Weit über 25000 freiwillige Helfer haben sich auch im letzten Winter wieder für das Winterhilfswerk zur Verfügung gestellt. Eine Unsumme organisatorischer Arbeit war notwendig, um die sich aus kleinsten Beträgen zusammensetzenden Millionenziffern zusammenzubringen und zu verteilen. Ein umfassender Propagandaapparat mußte in Bewegung gesetzt werden, um den Appell des Führers bis in das letzte Dorf zu tragen und immer wieder den Willen der Tatbereitschaft zu aktivieren. Des Führers Forderung, daß das Winterhilfswerk 1934/35 noch größer und gewaltiger und in seinem zahlenmäßigen Erfolg noch durchschlagender sein müsse als die Hilfsaktion des Winters 1933/34, ist auch im Gau Westfalen=Süd erfüllt worden. In der gleichen vorbildlichen Weise, in der die Bevölkerung unseres Gaues zugunsten seiner ärmsten Volksgenossen opferte, arbeitete auch der Verteilungsapparat. Mehr als 25000 freiwillige Helfer arbeiteten wochen= und monatelang Tag und Nacht, um eine gerechte Verteilung sicherzustellen. Tausende dieser freiwilligen Helfer waren selbst der Arbeitslosigkeit preisgegeben. Kein Lohn trieb sie, sie folgten nur dem Rufe des Gewissens, um ihren bedrängten Volksgenossen helfen zu können. Die Verteilung der Spenden Es ist bekannt, daß das Winterhilfswerk ausschließlich Sachspenden, nie aber Geld an die hilfsbedürftigen Volksgenossen verteilte. Die Hilfe des WHW. sollte vor allem eine Familienhilfe sein, damit eine gewisse Garantie dafür vorhanden war, daß die geleistete Spende der Gesamtheit der Familie und nicht einem einzelnen zugute kam. In unserem Gaugebiet lag das Schwergewicht der Verteilung bei den Kreisbeauftragten; ebenfalls lag ein großes Maß von Verantwortung auf den Schultern der Ortsgruppenbeauftragten, die, wie die Kreisbeauftragten, vollkommen ehrenamtlich ihre Pflicht ausübten.(Darüber hat der„B..“ im verflossenen Winter mehrfach in Wort und Bild berichtet. Schriftleitung.) Im ersten Jahres des Winterhilfsigen im also werks betrug die Zahl der Unterstützungsbedürftigen Gau Westfalen=Süd 934 951 Personen. Das heißt mit dürren Worten, daß fast jeder Dritte in unserem Gau hilfsbedürftig im Sinne nationalsozialistischer Auffassung war. Die Erfolge der Arbeitsschlacht waren aber auch in unserem Gau nicht ausgeblieben, und viele Tausende von Volksgenossen konnten wieder in den Produktionsprozeß eingereiht werden und so betrug die Anzahl der Hilfsbedürftigen jetzt nur noch im Durchschnitt 689 532 Personen. Die Arbeit des Winterhilfswerks wie die der NSV. überhaupt ist zum wesentlichen eine Erziehungsarbeit. Der notleidende Volksgenosse erkennt an unserer Hilfe, daß ihn sein Volk in seinem Unglück nicht vergessen hat. Er soll und wird die beglückende Gewißheit bekommen, daß das, was er erhält, heute keine Almosengabe mehr ist, keine Angelegenheit privater Mildtätigkeit, kein Akt der Karitas oder wie die anderen überholten Begriffe alle lauten mögen, sondern gegeben und verteilt wird aus dem Geist neuerwachter Volkskameradschaft, um den bedrängten Volksgenossen wieder kampfkräftig zu machen für sich, für uns, für das große Ganze. Viele unserer Volksgenossen werden sich hierdurch wieder auf ihre eigene Kraft besinnen und langsam als vollwertige Glieder in das Volk und seine Gemeinschaft hineinwachsen. Die Leisiung des Gaues Westfalen=Süd Das zweite Winterhilfswerk des deutschen Volkes wurde in unserem Gau am 31. März 1935 abgeschlossen. Damit hat wiederum eine Aktion ihr Ende gefunden, deren Ausmaß so ungeheuer ist, daß es kein Beispiel für sie in der Geschichte unseres Gaues gibt. Die Bevölkerung des Gaues Westfalen=Süd hat sich abermals übertroffen und im zweiten Jahre des Winterhilfswerks eine noch größere Opferbereitschaft bewiesen als im Jahre vorher. Die Gesamtleistung des Gaues Westfalen=Süd im Winterhilfswerk 1934/35 beträgt über 18 Millionen Reichsmark. Diese Zahl wirkt um so gewaltiger, wenn wir einen Vergleich mit jenen Summen ziehen, die in früherer Zeit in ganz Deutschland aufgebracht wurden. Das reiche Deutschland der Friedenszeit benötigte 20 Jahre, um sechs Millionen für das Völkerschlachtdenkmal in Leipzig aufzubringen. Wenn der Gau Westfalen=Süd heute mit einer Gesamtleistung von über 18 Millionen Reichsmark aufwartet, so hat die gesamte Bevölkerung des Gaues hier wieder ein Beispiel von innerer Geschlossenheit und völkischer Willenskraft gegeben, auf das wir alle stolz sein können. Wir können auch in diesem Bericht wieder mit Recht behaupten, daß die Leistungen des Gaues Westfalen=Süd im Winterhilfswerk des deutschen Volkes 1934/35 bedeutend höher sind, als die der gesamten freien Wohlfahrtstätigkeit in den Wintern der letzten 14 Jahre. Der Appell unseres Gauleiters bei der feierlichen Eröffnung des Winterhilfswerks in unserem Gau am 12. Oktober 1934 in Bochum ist auch in diesem Winter nicht ungehört verhallt und die Geschichte wird einst beweisen, daß wir im Gau Westfalen=Süd, die wir mit am härtesten betroffen sind, zugleich am härtesten zu kämpfen verstehen, und daß sich die gesamte Bevölkerung mit diesem sozialen Hilfswerk selbst ein Denkmal gesetzt hat, das härter und dauernder sein wird als Stein und Die eingegangenen Geldspenden Die Opferfreudigkeit unserer südwestfälischen Bevölkerung überstieg die des Vorjahres um ein Bedeutendes und bewies damit, daß jeder an seinem Platze mitgearbeitet und mitgeschafft hat für Deutschlands Zukunft. Im einzelnen aufgeführt, sind folgende Geldspenden eingegangen: Lohn= und Gehaltsabzüge Eintopfgerichtsspenden Laufende Monatsspenden Einmalige Geldspenden Abzeichenverkauf Tag der nationalen Solidarität Tag der deutschen Polizei Mosaik=Erinnerungstafeln Gauveranstaltungen 1 887 452,97 RM. 1644 656,77 RM. 1219 621,75 RM. 3 413 471,46 RM. 237 615,84 RM. 99 662,51 RM. 22 405,32 RM. 12 016,06 RM. 21 833,26 RM. 8 008 635,94 RM. Im Winterhilfswerk 1933/34 gingen an Geldspenden insgesamt 4314 131,21 RM. ein. Das Geldspendenaufkommen im vergangenen Winterhilfswerk dagegen erhöhte sich auf 8 008 635,94 RM. Das macht also einen Mehrbetrag von rund 3,7 Millionen Reichsmark aus. Die Eintopf=Spende. Wie im Winterhilfswerk 1933/34, wurde auch im vergangenen WHW. das Eintopfgericht für alle deutschen Volksgenossen ein Opfermahl. Die Einnahmen an Eintopfspenden im Gau Westfalen=Süd konnten von Monat zu Monat gesteigert werden. Im Rahmen der Gesamteinnahmen des Winterhilfswerks betragen diese rund 21 Prozent. Der Durchschnittsbetrag je Kopf der Bevölkerung des Winterhilfswerks 1933/34 von 9,7 Pfennig, mit dem Westfalen=Süd zu den Besten zählte, konnte in diesem Jahr auf 10,5 Pfg. erhöht werden. In Westdeutschland marschiert der Gau Westfalen=Süd mit seinem Eintopfergebnis an der Spitze. Gau Westfalen=Süd 10,5 Pfg. Gau Düsseldorf 9,3 Pfg. Gau Köln=Aachen 7,3 Pfg. Gau Essen 6,8 Pfg. Wie die Spenden verwendet wurden Kohlen: 4178846 Zentner im Gesamtwerte von 6264 699.—, Nog, 106 Oiutner., Gekamtmerte ba Kartoffeln: 945 138 Zentner im Gesamtwerte von 4 198 938,55 RM. wurden an die notleidende Bevölkerung zur Verteilung gebracht. Brot: 14 429,14 Zentner im Gesamtwerte von 253 647,26 RM. kamen in den Kreisen und Ortsgruppen des Winterhilfswerks des Gaues Westfalen=Süd zur Verteilung. a„I. I. 299 pe. Kentnar im Mafamt. Getreide und Mehl: 47.066,58 Zentner im Gesamtwerte von 46416024 RD. 7606 Zeniner im de Fleisch= und Wurstwaren: 1 476,06 Zentner im Gesamtwerte von 177 732,75 RM. Fische: 2714,52 Zentner im Gesamtwerte von 11921354 RM. Fleischkonserven: 3480,58 Zentner im Gesamtwerte von 41766960 RW.„ gr6 10 Hentri im GasGemüsekonserven: 10 353,10 Zentner im Gesamtwerte von 278 174.06 RM...— Lebensmittel: 24 155,14 Zentner im Gesamtwerte von 885772,34 RM. Unter dieser Position sind Erbsen, Bohnen, Linsen, Kaffee, Kakao, Zucker, Gemüse, Obst, verschiedene Feldfrüchte und andere Kolonialwaren zusammengefaßt. In dieser Summe sind auch die Ergebnisse der Pfundsammlungen einbegriffen. Lebensmittelgutscheine: 660347 Stück als Sonderausgabe am 30. Januar 1935 im Gesamtwerte von 660 ß47 Nw..4e0 tscheine: 1899kat Stu in Sonstige Lebensmittelgutscheine: 1622561 Stück im Gesamtwerte von 811 180,50 RM. Frciessen: 422 166 Portionen im Gesamtwerte von 207 817,35 RM. wurden durch die Küchen des Winterhilfswerks im Gau Westfalen=Süd an hilfsbedürftige Volksgenossen in den Wintermonaten ausgegeben. Sonstige Gutscheine und Leistungen: 438 882,24 RM. Schuhwaren: 25058 getragene und 80 032 fabrikneue Schuhe im Gesamtwerte von 811 032,75 RM. wurden durch die Ortsgruppen zur Verteilung gebracht. Kleidungsstücke: 70 850 gebrauchte und 40537 neue! Kleidungsstücke im Gesamtwerte von 939 945,84 RM. Hier handelt es sich um Mäntel, Jacken, Hosen, Frauenund Mädchenkleider und um Bekleidungsstücke aller Art. Die gebrauchten Kleidungsstücke wurden durch die Helfer und Helferinnen im ganzen Gau durch die Brockensammlungen zusammengebracht, desinfiziert, gereinigt und fachmännisch ausgebessert an die notleidende Bevölkerung verteilt. Bzg.„ erg Stüg rahrguchte Unterkleidung und Wäsche: 70850 Stück gebrauchte und 40537 Stücke durch das WHW. neu gekaufte, im Gesamtwert von 439 494,04 RM. Die gebrauchten Gegenstände wurden ebenfalls bei den großen Sammelaktionen aufgebracht, gereinigt, desinfiziert, fachmännisch ausgebessert durch die Verteilungsstellen abgegeben. Kleider= und Wäschestoffe: 56 327,67 Meter fabrikneue Kleider= und Wäschestoffe wurden gekauft im Gesamtwert von 296 849,45 RM. Bettstellen und Stahlmatratzen: 1215 Stück neue Betten wurden angefertigt und 11 275 Stück Matratzen im Gesamtwert von 200 499,32 RM. wurden bei der Durchführung der Bettenaktion im Winterhilfswerk an kinderreiche Familien zur Verteilung gebracht. Sonstige Haushaltungsgegenstände: An sonstigen Haushaltungsgegenständen wurden 4742 Stück im Gesamtwerte von 25 620,11 RM. ausgegeben. Brennmaterialien: 8286,08 Raummeter Holz und 2114 Liter Petroleum, im Gesamtwerte von 91 698 RM. Sonstige Spenden: Bücher, Liebesgabenpakete, Schreibwaren. Weihnachtsbäume im Gesamtwert von 21773912 Röb.„ J6 464 111 66 l Die Gesamtleistung beträgt also 18 151 711,56 RM. Sie stellt die gesamten wirtschaftlichen Leistungen des Winterhilfswerks 1934/35 im Gau Westfalen=Süd für die Zeit vom 9. Oktober 1934 bis zum 31. März 1935 dar. Die Bauern sammelten. Die Bauern unseres Gaues haben ebenfalls im Kampf gegen Hunger und Kälte tatkräftig am Gelingen dieses großen Werkes beigetragen. In Verbindung mit dem Reichsnährstand wurden in allen Orten Sammlungen durchgeführt. Diese ergaben 76176 Zentner Kartoffeln und 2490,32 Zentner Getreide. Weiter wurde von den Bauern ein Betrag von 70 000 RM. dem Winterhilfswerk zur Verfügung gestellt. Mit diesen Spenden haben weiteste Kreise der Bauernschaft unseres Gaues ein Tatbekenntnis für die bedürftigen Volksgenossen abgelegt. Nähstuben des WHW. In 183 Ortsgruppen des Gaues waren in noch größerem Umfange als im Vorjahre Nähstuben eingerichtet worden, in denen Mitglieder der NS.=Frauenschaft und sonstige opferbereite Frauen und Mädchen Tag um Tag arbeiteten, nähten, flickten und stopften, um die gespendeten Kleidungsstücke, wenn dieselben Beschädigungen aufwiesen, wieder in Ordnung zu bringen. An dieser Stelle sei diesen treuen Mitarbeitern der Dank für ihr selbstloses und unermüdliches Arbeie ten ausgesprochen. WHW.=Gutscheine für die Arbeitsbeschaffung. Bei den einzelnen Maßnahmen innerhalb der Verteilung war das Winterhilfswerk stets bestrebt, auch das Gewerbe und den Kleinhandel durch Vergebung von Aufträgen zu unterstützen. Auch das Winterhilfswerk war im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit ein nicht zu übersehender Faktor. Ungeheure Menge von Lebensmiteln, Bekleidung und Brennstoff wurden zur Betreuung bedürftiger Volksgenossen gebraucht. Diese wurden zum Teil von den Ortsgruppen direkt beim örtlichen Handel und Gewerbe eingekauft, zum Teil von der Gauführung zentral beschafft. Dabei wurden nicht einzelne große Unternehmen mit der Lieferung beauftragt, sondern man war immer darauf bedacht, daß die aus dem gesamten Gau als Spenden eingehenden. Mittel wieder einem möglichst großen Kreis der südwestfälischen Kleinhandel= und Gewerbetreibenden zugute kamen. Um ganz besonders auch den kleinen Geschäftsmann bei allen Aktionen einschalten zu können, ging das Winterhilfswerk 1934/35 fast restlos zur Verteilung von Gutscheinen über. Auch hier wurde mit genügender Vorsicht zu Werke gegangen, um jeglichen Mißbrauch der Gutscheine vorzubeugen, daher durften die Lebensmittelhändler für dieselben nur Lebensmittel, aber keine Genußmittel ausgeben. Für etwa 1,5 Millionen RM. sind Gutscheine im Winterhilfswerk 1934/35 in unserem Gau zur Verteilung gekommen. Neben der Stärkung wirtschaftlich schwacher Volksgenossen, neben der Hilfeleistung in 100000 Fällen wirtschaftlicher Not hat also das Winterhilfswerk des deutschen Volkes, wie diese Zahlen unwiderleglich beweisen, noch mit zur Arbeitsbeschaffung beigetragen. Das ist die andere Seite des Winterv“ wert. Arbeit des WöW. in der Sille. Das Winterhilfswerk in unserem Cau hat bewußt in der Stille gearbeitet. Es wäre leicht gewesen, durch bestimmte Methoden in großer Aufmachung die Verteilung der Sachspenden des WHW. aufzuziehen und so in der Oeffentlichkeit von den Leistungen reden zu machen. Wir haben schon im Interesse der Hilfsbedürftigen bewußt darauf verzichtet. Es war selbstverständlich, daß die Meckerer und Kritikaster in unserem Gau sehr oft das Winterhilfswerk als Zielscheibe ihrer Kritik benutzten. Aber immer war es so, daß diese Miesmacher entweder schlecht unterrichtet waren oder bewußt falsche Nachrichten in das Volk trugen, um das Winterhilfswerk zu mißkreditieren. Wenn wir derartigen Gerüchten nachgingen, konnte nur festgestellt werden, daß sie bewußt ins Gegenteil verdreht waren. Wie im vorigen Winterhilfswerk sind wir auch jetzt wieder auf die bekannte Tatsache gestoßen, daß bessergestellte Volksgenossen, daß Glieder jener Schichten, die noch nie die Not in ihrer bittersten Gestalt kennenlernten, sich ihres Einsatzes für die Gemeinschaft zu entziehen versuchten. Sie bewiesen damit, daß ihnen jeder Gemeinschaftsgeist fehlt. Ihnen erscheint es unbegreiflich, daß man von ihnen auch Opfer verlangt. Das deutsche Herz kennt keine Halbheiten, wenn es um das deutsche Schicksal geht, und alles, was deutsch vom Herzen ist, wird nun auch in der Zukunft Gelegenheit haben, dieses sein Zugehörigkeitsgefühl zum Volksganzen zu beweisen. Wir verlangen von niemandem, zu tun, was wir selbst nicht zu tun bereit wären. Wie sein Vorgänger, das Winterhilfswerk 193334, so war auch das Winterhilfswerk 1934/35 eine Ehrenangelegenheit der gesamten Bevölkerung unseres Gaues. Neue große Aufgaben stehen noch vor uns. Ebenso wie wir im Winterhilfswerk in deutscher Einigkeit und deutschem Opfergeist die Not überwunden haben, müssen wir uns jetzt für das neue Hilfswerk„Mutter und Kind“ mit aller Kraft einsetzen. Die NS.=Volkswohlfahrt will die Not in Deutschland liquidieren, sie soll eine neue heroische Weltanschauung stützen durch den Opfergeist, der uns alle beseelen muß. Deshalb müssen wir alle mitarbeiten, damit die NSB. ihre Aufgaben erfüllen kann. Wer als Volksgenosse die Verpflichtung in sich verspürt, teilhaftig zu sein an der sozialen Aufbauarbeit, der kann als Mitglied der RS.=Volkswohlfahrt als Kämpfer für die NSV. sich einen Ehrenplatz in der Geschichte des Volkes erwerben, für den ihn spätere Generationen mit auszeichnen werden. Darum werdet Mitglied der NS.=Volkswohlfahrt, der größten Organisation auf dem Gebiet der Wohlfahrtsnflege und Fürsorge in der ganzen Welt überhaupt, die von unserem Volkskanzler Adolf Hitler geschaffen wurde. Fahrradhaus KUT am Rathaus Eche Bongard- und Mühlenstraße Geschäft am Platze a Lastanhänger „Der Wealidle“ in jeder Größe und Ausführung, für alle Zwecke in hervorragender Konstruktion, liefern: Fahrzeugwerke Sehlaghalgen Niederlassung: Bochum Wittener Straße 119 Ruf 82322 Autoreifen und Schläuche vorrätig im fachgeschäft Seyfert& Co. Herner Str. 77, Ruf 68475/817 21 Standard-Tankstelle, Gröb. Reifenlag. a. Platze Im 10. August bin ich in Bochum, Hetel Bochumer Hof, Allesstraße 17, um Künstliche Augen nach der Natur för meine Patienten herzustellen Ladw. Müller-Uri Leipzlg und Berlln AM 7 peoröcket 1893 Auspolstern von Matr., Sofas, Chaiselong.(58078 Brandt, Dorstener Str. 23, Ruf 64397. Kartoselager Bochum=Nord, 1 Güterschuppen, Telephon 66463. Verlangen. 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Trauerteier eine Vierteistunde vorher Turück! Zahnarzt Dr. Kloth Bochum, Wiemelhauser Straße 39 Telephon 69489 Erd-und Feuerbestattungen— Erledigung aller Formaliäten Erste Bochumer Beerdigungsanstalt PPkEFageh nur Schützenbahn 12—14, Fernruf 61285 gegenüber der Kommunalbank Erstklassiges Leichenauto für Oberführungen Berufsschulbeiträge für das Rechnungsjahr 1935. Auf Grund des§ 16 des Gewerbeund Handelslehrer=Besoldungsgesetzes vom 16. 4. 1928 werden folgende Berufsschulbeiträge für das Rechnungs jahr 1935 erhoben: a) von den Gewerbetreibenden für ihre Betriebsstätten im Gemeindebezirke 18 v. H. der Grundbeträge der Gewerbesteuer vom Ertrage, 72 v. H. der Grundbeträge der Gewerbesteuer von der Lohnsumme; b) von den nichtgewerbetreibenden Arbeitgebern für jeden von ihnen beschäftigten Arbeiter und Angestellten, soweit die Jugendlichen der einzelnen bei ihnen beschäftigten Arbeiter= und Angestelltengruppen berufsschulpflichtig sind,.40 RM. Der Heranziehung des einzelnen nichtgewerbetreibenden Arbeitgebers ist die Durchschnittszahl der Arbeiter und Angestellten, die im Kalender= jahr 1934 von ihm beschäftigt worden sind, zugrunde zu legen. Die Schulbeiträge der Gewerbetreibenden, die Werkschulen unterhalten(Bergm. Berufsschule), sind zu ermäßigen nach dem Verhältnis der Hundertsätze, die sich ergeben einerseits beim Vergleiche der Zahl der Werkschüler mit der Zahl der Arbeiter und Angestellten des Betriebes und anderseits beim Vergleiche der Zahl der Berufsschulpflichtigen mit der Zahl der Arbeiter und Angestellten im Stadtbezirk Bochum. Die Zahlen der Werkschüler und der Arbeiter und Angestellten der Betriebe sind nach dem Stande am 1. April 1935 festzustellen. Freiwillige Schüler haben für die Jahresunterrichtsstunde ein Schulgeld von 4,50 RM., freiwillige auswärtige.60 RM. zu zahlen. Bochum, den 6. August 1935. Der Oberbürgermeister. .en 4JuusOf. Sreur., gehin Perfekter Damen= und Herrenfriseur für sofort gesucht. 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