Tthantr*a.** 99 ae-## RM. Bald.####. 55 Anzeigenpreise: Grundpretse für 1 um Hode in 22 um Breite Bezugspreis mit Botenlohn:.15 RM. monatlich oder 1,08 RM. haldmonatlich, Selbstabholer.85 RM. monatlich oder 93 Pf. haldmonatlich Bezugspreis für die„Bochumer Illustrierte“ 30 Bf. monatlich. Funkzeitschrift„bör mit mir“ 45 Pf. monatlich bei vier Sonntagen und 55 Pf. bei fünf Sonntagen im Monat.— Wenn das Erscheinen der Zettung durch höhere Gewalt oder durch Verbot oder BetriebsKtörung u. dal verhindert wird, können keine Ersatzansprüche gestellt werden.— Geschäftsstelle geöffnet von 8 bis 13 und von 14½ bis 19 Uhr, Sonntags von 11 bis 12 Uhr.— Sprechstunden der Redaktion von 16 bis 17 Uhr(außer Samstags).— Postscheckkonto Dortmund 1760 Verlag und Druck: Laupenmühlen& Dierichs in Bochum Freitag 12. Juli 1933 (Heuert) im Anzeigenteil und in 78 mm Breite 50 Pf. im Textteil, FamilienWirtschaftswerbung dienen) 7 Vl., kleine einspaltige Anzeigen(SiellenSportkalender im Teritell 10 Zur Zeit ist Breisliste Nr. 5 gültig, Nachlaßstassel B.— Schluß der Anzeigenannahme für die sechsmal wöchentlich frühmorgenz erscheinende Zeitung um 16 Uhr des Vortages.„Füx, den richtigen Abdruck ferneis 10 Hf Kündlich aufgegebener Anzeigea iaun keine Gewäbr übernommen werden. Einzerpirete.#: Hauptgeschäftsielle: Rathausplatz 8. Anruf 67551, 32, 53 42. Jahrgang Nummer 161 Bedeutsame Rede des Außenministers Sir Samuel Hoare Carthat=Taye umn engitschen Eicht England strebt Ost= und Donau=Pakt an— Appell an Adolf Hitler Verstandigungswunsch im abessinischen Konflikt dnb London, 11. Juli. Der englische Außenminister Sir Samuel Hoare eröffnete am Donnerstag nachmittag die große außenpolitische Aussprache im Unterhaus. Die Regierungsanhänger und die Opposition waren in voller Stärke erschienen, Auf der Diplomatenloge sah man die Botschafter Deutschlands, Frankreichs, Italiens, Sowjetrußlands und die diplomatischen Vertreter anderer Staaten. Auch der britische Botschafter in Berlin, Sir Eric Phipps, war anwesend. Um 15.42 Uhr erhob sich Sir Samuel Hoare zu seiner ersten Unterhausrede seit seiner Ernennung zum englischen Außenminister. Einleitend sagte er, daß seine Erklärungen ausführlicher als üblich sein würden. Er wolle nicht nur die aktuellen Tagesfragen behandeln, sondern auch versuchen, sie in den allgemeinen Hintergrund der britischen Außenpolitik einzufügen. Wenn er seine Ansichten nicht mitteilen würde, bestünde die Gefahr von Gerüchten, falschen Auffassungen und Mißverständnissen. Flottenabkommen Der Außenminister behandelte dann zunächst das Flottenabkommen. Er betonte, daß das Flottenabkommen keineswegs selbstsüchtig sei und daß England kein solches Abkommen unterzeichnet hätte, das nicht auch zum Vorteil der anderen Seemächte gewesen sei. Es habe überragende Gründe gegeben, warum England im Interesse des Friedens die sich ihm bietende Gelegenheit hätte ergreifen müssen. Zu viele Gelegenheiten zur Herbeiführung einer Abrüstung seien in den letzten Jahren entgangen. Hier habe jedoch ein Fall vorgelegen, in dem die Marinesachverständigen auf Grund marinetechnischer Gründe der Ansicht waren, daß ein Abkommen geschlossen werden mußte. Hier habe sich eine vielleicht nie wiederkehrende Gelegenheit geboten, um eine der Hauptursachen für die Verschlechterung der Beziehungen zwischen den beiden Ländern vor dem Krieg zu beseitigen, nämlich einen Rüstungswettbewerb zur See. Weiter habe das Abkommen zur Beseitigung des unbeschränkten=BootKrieges geführt. Wenn man die Dinge ohne Leidenschaft ansehe, werde man sagen, daß die britische Regierung nicht nur klug gehandelt habe, sondern auch den einzigen praktischen Weg beschritten habe, der für sie offen gewesen sei Die Luftpakt=Frage Sir Samuel Hoare behandelte dann den Luftpakt und wies darauf hin, daß die Regierung nach wie vor einen Luftpakt anstrebe, der von einer Begrenzung der Luftrüstungen begleitet sein müsse. Die Schwierigkeit bestehe jedoch hier darin, die verschiedenen Ansichten auf einen Nenner zu bringen, wie man die Verhandlungen darüber führen solle. Wenn man das wolle, müsse man die Zweifel und Schwierigkeiten der Nachbarn, das heißt der fünf Locarno=Mächte, verstehen. Es sei bekannt, daß diese den Luftpakt nicht von anderen Bedingungen trennen wollen. Es sei befürchtet worden, daß England das tun wolle. Demgegenüber betone er, daß der Friede eine Einheit sei. Für Ost= und Donaupakt Das führe ihn direkt zur Frage des Ostpaktes. Wenn auch England keine weiteren Verpflichtungen übernehmen wolle, so schließe das nicht ein Interesse an der Regelung der Ostfragen aus. Wenn er auch nicht der Ansicht sei, daß der Abschluß eines gesonderten Westluftpaktes die Gefahren im Osten vermehren würde so meine er doch, daß ein Krieg in Mitteloder Osteuropa zu einem allgemeinen Konflikt führen könne. Das sei der Grund, warum die britische Regierung den Abschluß eines östlichen und Donaupaktes sobald wie möglich wünsche. Appell an den Führer Der Außenminister betonte weiter„daß der deutsche Reichskanzler einen bestimmten Vorschlag zur Ostpaktfrage gemacht habe, und zitierte diesen im Wortlaut. Hierbei hob er hervor, daß die Franzosen diesen Vorschlag als Verhandlungsgrundlage angenommen hätten, und daß auch der Donaupakt nach diesem Muster behandelt werden könne. Es stehe jetzt in der Macht des deutschen Kanzlers, einen wirklichen Beitrag zur Sache des Friedens zu leisten, und zwar leicht zu leisten— einen Beitrag, der bei manchen Regierungen nicht nur in Mittel= und Osteuropa, sondern auch in Westeuropa eine Ursache der Besorgnis beseitigen würde. Hoare erklärte wörtlich:„Ich möchte mir erlauben, ihn dringend zu bitten, diesen Beitrag zu leisten. Ich glaube in der Tat, daß er seiner eigenen Sache dienen wird, wenn er ihn leistet. Er selbst sprach sehr offen in seiner Rede vom 21. Mai und ich weiß, daß er es nicht unfreundlich aufnehmen wird, wenn ich ebenso offen spreche. Wir in England— und in der Tat die ganze Welt— sind nicht nur durch das deutsche Wiederaufrüstungsprogramm, sondern auch durch gewisse andere Erscheinungen im heutigen Deutschland beunruhigt worden. Nichtsdestoweniger haben wir den Kanzler bei seinem Wort genommen, und erst in den letzten Wochen haben wir einen praktischen Beweis dafür geliefert, indem wir mit ihm das Flottenabkommen abgeschlossen haben. Wir haben dadurch, wie wir hoffen, einen Schritt vorwärts auf dem Wege zur Versöhnung gemacht. Aber Versöhnung ist wie der Friede eine Einheit und Vielheit zugleich, und alle Straßen führen nach manchen Hauptstädten. Laßt ihn daher den nächsten notwendigen Schritt vorwärts tun und der Ausgestaltung der Ost= und Tonaupakte vorwärts helfen, wodurch er dem Abschluß eines Luftpaktes, den er, wie ich weiß, wünscht, einen großen Antrieb erteilen würde.“ problem Oesterreich Unter Beifall erklärte der Außenminister dann, daß er besonders auch die Frage der österreichischen Unabhängigkeit und Unversehrtheit erwähnen wolle.„Immer wieder haben wir unsere überlegte Ansicht ausgesprochen, daß Oesterreich strategisch und wirtschaftlich eine Schlüsselstellung in Europa einnimmt, und daß eine Aenderung in seinem. Status die Grundlagen des europäischen Friedens erschüttern würde. Wir werden weiterhin die mutigen Bemühungen, die die österreichische Regierung und das Volk zur Aufrechterhaltung und Stärkung ihres unabhängigen Bestehens machen, mit engstem und mitfühlendstem Interesse verfolgen. Das ist einer der Gründe. warum die britische Regierung gern sehen möchte, daß ein Donaupakt des Nichtangriffes und der Nichteinmischung für Mitteleuropa ohne weiteren Aufschub abgeschlossen wird.“ Englands Stellung zum Abessimen=Siten Unter dem Beifall des Hauses betonte der Außenminister dann die Bereitschaft Englands, den Frieden zu verteidigen und bezeichnete als Schlüssel der kollektiven Sicherheit den Völkerbund. Aus diesen Gründen nehme England einen so ernsten Anteil an dem italienisch=abessinischen Streit. Aus diesem Grunde sei es auch, selbst auf die Gefahr einer Kritik hin, bereit gewesen, einen konstruktiven Vorschlag zu machen, um einen Krieg zu verhüten, der, wie er auch enden möge, eine ernste Rückwirkung auf das ganze Völkerbundssystem haben würde. Der Minister widerlegte dann die Erklärungen der italienischen Presse, als ob das englische Vorgehen hinsichtlich Italiens von eigensüchtigen Motiven bestimmt worden sei. Zum Schluß dieses Teiles seiner Rede sagte Sir Samuel Hoare: Ich möchte klarmachen, daß wir den italienischen Wunsch nach Uebersee=Expansionen stets verstanden haben und verstehen werden. Wir geben erneut die Berechtigung einiger Kritik zu, die gegen die abessinische Regierung erhoben wurde. Aber sind die Tatsachen der italienischen Ausdehnungsbedürfnisse und der Klage gegen die abessinische Regierung ein ausreichender Grund, um sich in einen Krieg zu stürzen?“ Hoare erklärte dann, er hoffe, daß es möglich sein werde, dieses Unglück zu verhindern, sei es durch Anwendung des Vertrages von 1906 oder durch die Hilfe des Völkerbundes. Das Verhältnis zu den einzelnen Ländern Hier betonte der Minister, daß Frankreich und England diejenigen Mächte Westeuropas seien, die in erster Linie verantwortlich für die Regelung von 1919 seien.„Es ist nicht britische Art, alte Freundschaften zu opfern, um neuer willen. Wenn wir neue Freundschaften suchen, werden wir das in einer Weise tun, daß wir unsere alten Freundschaften nicht gefährden.“ Hinsichtlich Deutschlands erklärte Hoare: Ueber unsere Beziehungen zu Deutschland habe ich mich im einzelnen bereits vorher geäußert. Ich brauche hier nur den Grundton des Ganzen zu wiederholen: daß unsere Haltung ein praktischer und verstehender Realismus ist.“ Im übrigen betonte der Außenminister die Freundschaft Englands zu Japan, unterstrich, daß England Wert auf gute Beziehungen zu China lege und bezeichnete die Beziehungen seines Landes zu Amerika als ausgezeichnet. Hoare schloß mit der Erklärung, daß er wisse, welche große Verantwortlichkeit das britische Reich habe. England beabsichtige, seine Verpflichtungen innezuhalten, die sich aus den Verträgen und aus den Völkerbundssatzungen ergeben, und es sei bereit, mit Europa auf der Grundlage einer kollektiven Sicherheit zusammenzuarbeiten. Nach der Rede des Außenministers Anterhaueerbatte Der Nerzenlicht Lloyd George und das neue Deutschland—„Der Völkerbund sei ein Schutthausen“ Minister Eden beschließt die Aussprache— Sieg der Regierung In der Aussprache ergriff als erster Sir Herbert Samuel fün die liberale Opposition das Wort. Er erklärte, daß der Luftpakt nicht in den Hintergrund geraten dürfe. Hinsichtlich des Flottenabkommens sei es vielleicht besser gewesen, wenn es in einer provisorischen Form abgeschlossen worden wäre, jedoch sei die Regierung zu loben, daß sie sich die Gelegenheit nicht habe entgehen lassen. Es sei an der Zeit, zu erkennen, daß die Rüstungsbestimmungen des Versailler Vertrages tot sind und daß die Tatsache, daß sie nicht begraben worden sind, die Luft Europas vergifte. Nach einer unfreundlichen Bemerkung über Deutschland erklärte der Redner, man sehe in England ebenso gut wie in Frankreich die Gefahren, die sich aus den ständigen Erklärungen des Kanzlers gegen Sowjetrußland ergeben. Zur abessinischen Frage übergehend, erklärte Samuel, daß ihn die Methode beunruhige, die Italien anwende.„##,: Apnastian fnrank 8 tr Für die Arbeiter=Opposition sprach Attlee, der die Rede Hoares als rückschrittlich bezeichnete. Winston Churchill übte in gewohnter Weise scharfe Kritik an der englischen Außenpolitik. Sie habe in den letzten Wochen gezeigt, wie man die Dinge nicht tun solle. Das Vertrauen zwischen England und Frankreich sei zerstört worden. Nachdem Winston Churchill erklärt hatte, daß er einen Krieg in Abessinien für unvermeidlich halte und daß England zusammen mit anderen Nationen„seine Pflicht tun“ müsse, kam Churchill erneut auf das Flottenabkommen zu sprechen und richtete in diesem Zusammenhang weitere heftige Angriffe gegen Deutschland. Lloyd George bedauerte, daß England anscheinend nicht wünsche, seine Verpflichtungen auf Grund des Völkerbundes gegenüber Italien anzuwenden. Die Genfer Entschließung vom April, in der wirtschaftliche und finanzielle Sanktionen gegen einen Vertragsbruch vorgesehen wurden sei zwar gegen Deutschland gerichtet gewesen, aber„man kann nicht einen Maßstab für Deutschland anwenden und einen anderen für Italien“. Abessinien sei der erste Fall, auf den die Genfer Entschließung anwendbar wäre. Wenn es dem Völkerbund nicht gelinge, die abessinische Frage zu regeln, dann werde die letzte Spur seines Ansehens verschwinden. Lloyd George bat dann um die Erlaubnis, einige Bemerkungen über den Versailler Vertrag zu machen, der, wie alle menschlichen Erzeugnisse, voller Mängel gewesen sei. Er sei unter Bedingungen beispielloser Erbitterung geschrieben worden. Das Beste, was man habe tun können, sei die Einfügung von Maßnahmen für eine zukünftige Revision gewesen. Schon damals eine Revision zu versuchen, wäre Wahnsinn gewesen. Lloyd George sprach dann von der„gewaltigen Wehrpflichtverordnung" Deutschlands. In sehr kurzer Zeit würden die militärischen Streitkräfte Deutschlands die größten in der Welt sein. In Stresa habe man die „einseitige Vertragsverletzung" Deutschlands scharf zurückgewiesen, aber habe man etwa gehandelt? Auf die Entschließungen von Stresa und Genf habe Hitler =Boote gebaut. Wo seien die Sanktionen? Der neue Der Führer besichndie dus Reonnem„Generm Gorng Hch. Hoffmann Kürzlich stattete der Führer dem Ministerpräsidenten Hermann Göring in seinem Landhaus „Karin Hall“ einen Besuch ab. Bei dieser Gelegenheit besichtigte der Führer das motorisierte Regiment„General Göring“. Auf dem Bilde sieht man ein Panzerauto. Rechts vom Führer Ministerpräsident General Göring. Ministerpräsident und der neue Außenminister hätten den„großen Vertragsbrecher" herzlich eingeladen, einige weitere„Vertragsbrüche" zu erörtern. Deutschland pfeife auf den Völkerbund. Italien tue dasselbe. Kurz gesagt, der Völkerbund sei nur noch ein Schutthaufen. Chamberlain gegen Lloyd George. Sir Austen Chamberlain wandte sich mit ziemlicher Schärfe und Ironie gegen Lloyd George, den er fragte, ob er wirklich glaube, daß er seinen Absichten diene, indem er allen apderen Nationen die Leviten lese, und indem er fremde Staatsoberhäupter beleidige. Man könne nicht Frieden machen, indem man strafe. Er habe durchaus recht, wenn er sage, daß er mehr als irgendein anderer für den Versailler Vertrag verantwortlich sei. Aber wenn er sage, daß nur die härtesten Bedingungen aufrechterhalten worden seien, so habe er vielleicht geschlafen oder sei zu sehr durch seine literarischen Arbeiten beansprucht gewesen. Die Reparationen, eine der schärfsten Bestimmungen seien verschwunden. Die Rheinlandbesetzung habe fünf Jahre vor der Zeit aufgehört. An dieser Stelle unterbrach Lloyd George und stellte fest, daß der Versailler Vertrag Deutschland verpflichtet habe, die Reparationen bis zum äußersten zu zahlen, und stellte unter Protest der Konservativen fest, daß Deutschland diese bis zum letzten erfüllt habe. Chamberlain wandte sich dann gegen die Feststellung Lloyd Georges, daß die Regierung die Einführung der Wehrpflicht in Deutschland, diesen „Vertragsbruch“, habe bingehen lassen. Was würde er denn getan haben? Wenn alle Regierungen falsch aehandelt hätten, ja. was wolle er denn eigentlich? Würde er, nachdem festgestellt worden sei, daß Deutschland sich wieder bewaffne, vorgeschlagen haben, daß Frankreich sich bewaffnen und in Deutschland einmarschieren solle?(Stürmische Rufe.) Er, Chamber= lain, sei der Ansicht, daß Hoares heutige Erklärung in den fremden Hauptstädten einen größeren Eindruck machen würde, als man das im Hause anzunehmen scheine. Er stimme voll und ganz mit der Linie überein, die Hoare eingeschlagen habe. Der Liberale Mander übte hierauf Kritik an der Art, wie das Flottenabkommen abgeschlossen worden sei, und meinte, daß man sich auf diese Weise die alten Freundschaften verscherze. Das Licht geht aus Als sich der Arbeiterabgeordnete Jones erhob. um die Aussprache im Namen der Opposition abzuschließen, ging plötzlich im ganzen Unterhaus das Licht aus. Minister und Abgeordnete, waren in tiefes Dunkel gehüllt und Jones sagte:„Ich habe, noch nie den Sprecher dringender um Licht gebeten.“ Er versuchte, seine Rede an die unsichtbare Zuhörerschaft fortzusetzen, als ein Unterhausbeamter eine Kerze brachte, um die Ministerbank zu erleuchten. Nach und nach wurden etwa ein Dutzend Kerzen aufgestellt, und die Aussprache wurde im Halbdunkel fortgesetzt. Gegen 10 Uhr abends flammte das elektrische Licht wieder auf, was von den Abgeordneter mit Händeklatschen begrüßt wurde. Der Abgeordnete Griffiths wies auf die bedeutsame Hitler=Rede hin, in der der Reichskanzler seine Bereitwilligkeit erklärt habe, in Verhandlungen über Seite 2 Nr. 161/ Bochumer Anzeiger 7 Freitag, 12. Juli 1933 ein Abkommen zur Rüstungsbegrenzung einzutreten. Bis jetzt habe die englische Regierung noch keinen Schritt getan, um Deutschland entgegenzukommen. Der Abgeordnete Jones(Arbeiterpartei) behauptete, daß das Flottenabkommen durchaus schlecht für die ganze Welt sei. Rinister Eden beschließt die Aussprache Minister Eden setzte sich im Namen der Regierung mit der Kritik auseinander, die an ihrer Politik geübt worden sei, und betonte, daß das deutsch=englische Flottenabkommen nicht im Widerspruch zu den Grundsätzen der Zusammenarbeit stehe, die im Londoner Protokoll vom 8. Februar und in der Stresa=Entschließung niedergelegt seien. Der Zweck dieses Schrittes sei gewesen, „die Folgen eines einseitigen Entschlusses zu beschränken, mit dessen Verwirklichung Deutschland bereits begonnen hatte“. Eden beschäftigte sich weiter mit der Kritik dahingehend, daß England nicht mit den Stresa=Mächten zusammengearbeitet hätte, und erklärte, diese Kritik treffe genau so auf den französisch=russischen Vertrag zu, den England nicht zu kritisieren wünsche. Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen betonte der Minister, daß England nichts gegen zweiseitige Verträge habe, die von anderen Mächten abgeschlossen würden und die der Rüstungsbeschränkung und=begrenzung dienten. Solche Abkommen nach den Richtlinien des Londoner Protokolls könnten die allgemeine Rüstungsbeschränkung nur erleichtern. Eden sagte dann, daß Deutschland im Februar dieses Jahres bereit gewesen sei, einer Zehnjahresabmachung zuzustimmen sowie einer Luftflotte, die 50 Prozent der französischen während dieser Zeit nicht überschreiten sollte, und einer Armee, die mit 300 000 Mann der französischen gleich gewesen wäre. Die französische Regierung habe dieses Angebot abgelehnt. Sei dieses nicht eine Grundlage gewesen, auf der wir uns heute so gern einigen würden? Eden bezeichnete weiter das Flottenabkommen als einen wichtigen Schritt zur allgemeinen Flottenbegrenzung. An die Opposition gewandt, stellte Eden die Frage:„Lehnen Sie dieses Abkommen für eine Begrenzung der Rüstungen ab? Ich erwarte eine Antwort!“ Trotz verschiedentlicher Aufforderungen durch die Regierungsseite blieb eine Antwort aus. Eden ging anschließend zur Luftvaktfrage über und erklärte, daß diplomatische Besprechungen im Gange seien, mit denen auch die Frage des Ostund Donaupaktes in Verbindung gebracht werde. Notwendig sei es, daß während der eigentlichen Paktverhandlungen eine Ueberwachung erfolge, die wahrend der Verhandlungen festgelegt werden müsse. Zum Schluß wandte sich Eden gegen verschiedene Behauptungen Lloyd Georges. U. a. sagte er, daß es nicht wahr sei, daß der Völkerbundsrat in seiner letzten Sitzung die Anwendung wirtschaftlicher Sanktionen beschlossen habe...„ Zum Abessinien=Konflikt sagte Eden noch, wenn der englische Vermittlungsvorschlag angenommen worden wäre, hätte man als erstes die Tatsache der französischen Regierung als Mitunterzeichnerin des Vertrages von 1906 vorgelegt. Sieg der Regierung Zum Schluß der Aussprache wurde über einen Antrag der Arbeiteropposition, der sich gegen die Regierung richtete, abgestimmt. Die Regierung siegte mit 236 gegen 40 Stimmen. Zahlreiche Abgeordnete hatten das Haus bereits vor der Abstimmung verlassen. Eilzug und Güterzug zusammengestoßen Wierer=Ereredenmästreshe in Jupun Bisher über 30 Tote und 30 Verletzte— Gewaltiger Sachschaden dnb London; Juli. Nach hier eingegangenen Schisuoka=Bezirk, der Meldungen wurde der 100 Meilen südwestlich von Tokio liegt, am Donnerstag um 17.25 Uhr japanischer Zeit von einem schweren Erdbeben heimgesucht. Auch in Tokio wurde ein leichtes Erdbeben verspürt, das keinen größeren Schaden anrichtete. Das Beben im Schisuoka=Bezirk war von furchtbarer Gewalt und rief unter der Bevölkerung eine Panik hervor. Die Funkstation wurde mitsamt den Antennenmasten vollkommen zerstört. Eisenbahndämme wurden zerstört und meterhohe Brücken zum Einsturz gebracht. In der gleichnamigen Hauptstadt Shizuoka die 140 000 Einwohner zählt, brach infolge der Katastrophe eine Feuersbrunst aus, die von der sofort alarmierten Feuerwehr mit aller Macht bekämpft wird. Bisher ist es noch nicht gelungen, dem rasenden Element Einhalt zu gebieten. Insgesamt wurden 50 Häuser vollkommen dem Erdboden gleichgemacht. Unter den zahlreichen Verletzten befinden sich auch dreißig Angestellte einer Musselinfabrik, die durch das Erdbeben schwer beschädigt wurde. Gleich in den ersten Minuten der Katastrophe erfolgte in einer Apotheke eine Explosion, die das ganze Haus in Brand setzte. Das Erdbeben hat auch in der Umgegend von Shizuoka große Verwüstungen angerichtet. In der Nähe von Shimisu wurde der Expreßzug Kobe— Tokio zum Halten gezwungen, weil eine Eisenbahnbrücke eingestürzt war. Nur durch die Geistesgegenwart des Lokomotivführers, der das Unheil rechtzeitig erkannte, wurde schweres Unglück verhütet. In Shimisu selbst wurde die dortige Hafenanlage schwer beschädigt. Einige Landungsbrücken brachen zusammen und stürzten in das Wasser. Ferner wurden zahlreiche Häuser, die an der Seeseite liegen, durch die hereinstürzenden Wassermassen des aufgewühlten Meeres überflutet. Nach den bisherigen Feststellungen sind mindestens 30 Menschenleben zu beklagen. Die Zahl der Verletzten wird auf 50 geschätzt. Sofort nach dem Bekanntwerden der Unglücksnachricht hat die japanische Marineleitung mehrere Kriegsschiffe in das Zentrum des Bebens Shizuoka entsandt. Auch mehrere Flugzeuge mit Aerzten und Medikamenten an Bord sind aufgestiegen, um den Verunglückten erste Hilfe zu bringen. Der Kaiser hat sich bereits Vortrag halten lassen. Er ordnete die Einleitung einer Hilfsaktion an. Sstafrirakonnnundkure der Massennt Der Duce fest entschlossen Berlin, 11. Juli. Nach einer Meldung aus Rom berief Mussolini alle mmandeure der für Ostafrika bestimmten Divisionen 46 Leichtverletzte dnb Kassel, 11. Juli. Am Donnerstag morgen stießen auf der wegen Brückenbau eingleisig betriebenen Strecke zwischen Melsungen und Beiseförth ein Güterzug und ein Eilzug zusammen. Nach dem amtlichen Bericht der Reichsbahn hatte der Güterzug das Halt zeigende Signal überfahren. Im ganzen(auch unter Berücksichtigung der geringsten Verletzungen) sind 46 Personen, und zwar alle leicht verletzt worden. Kinder sind nicht verletzt worden. Im Krankenhause befinden sich keine Verletzten. Die Aufräumungsarbeiten auf der Unfallstelle sind im wesentlichen beendet. Der Zugverkehr ist in vollem Umfange wiederaufgenommen worden.(Siehe auch die Meldung auf Blatt.) Bisher 31 Todesopfer sorderte die Hitzewelle in Amerika. dnb Kansas City, 11. Juli. Der amerikanische Mittelwesten mit den Staaten Missouri, Oklahoma und Texas wird gegenwärtig von einer außerordentlich starken Hitzewelle heimgesucht. Das Thermometer zeigt vielfach 40 Grad Celsius. Bisher hat die Hitze 31 Todesopfer gefordert. Vier Sträflinge, die auf der Zuchthausfarm in Texas arbeiteten, sind an Hitzschlag gestorben. Kommandeure der für Ostaft des Heeres und der faschistischen Meitiz zu einer geheimen Besprechung nach Rom. Die Besprechung fand gestern im Schlachtensaal des Palazzo Venezia statt. Der Duce hielt eine Rede, die auf einen noch wesentlich kriegerischeren Ton gestimmt war als seine Erklärungen an die Mannschaften in Eboli vor wenigen Tagen. Das Offizierkorps bereitete Mussolini am Schluß eine große Vertrauenskundgebung. Wie zuverlässig verlautet, hat Mussolini in seiner Rede angekündigt, daß er fest entschlossen ist, das abessinische Unternehmen mit allen Mitteln und Opfern zu einem durchschlagenden Erfolg zu führen. Mit aller Wahrscheinlichkeit werden schon in allernächster Zeit neue Truppenmobilisationen bekanntgegeben werden. Von der italienischen Presse wird indessen weiter jedes Eingreifen des Völkerbundes energisch abgelehnt. Die Turiner„Stampa“ schreibt u.., niemand wünsche im Innersten seines Herzens, daß es zu einer Ratssitzung komme, am wenigsten Herr Avenol. Man wisse wirklich nicht, zu welchem Zweck der Rat zusammenberufen werden soll, sofern nicht bis zum 25. Juli die einzige annehmbare Lösung im Kreise des Völkerbundes gereift sein sollte, nämlich Italien die Mission anzuvertrauen, nach Abessinien Ordnung und Zivilisation zu bringen. Mussolini kenne den Weg, den er zu gehen habe. Italiens Standpunkt und seine Verantwortlichkeit seien klipp und klar. Neue Zwischenfälle in Abessinien Sturm der Entrüstung in Italien dnb Rom, 11. Juli. Die Agenzia Stefani meldet, daß am Morgen des 6. Juli der italienische Konsul von Harar, der sich im Auto nach Diredaua begab, unterwegs einer Gruppe von abessinischen Soldaten unter dem Befehl eines Offiziers begegnete, die mit Beschimpfungen und drohender Haltung versuchten, ihn aufzuhalten. Am Nachmittag desselben Tages ereignete sich in Harar ein neuer Zwischenfall. Ein Askari des Königlichen Konsulats, der sich zur Post begab, wurde von einer Gruppe von ungefähr 20 Leuten umzingelt und mit Steinwurfen und Stockschlägen überfallen. Unter den Leuten befanden sich Polizisten und Soldaten in Uniform. Der italienische Gesandte in Addis Abeba überreic wegen dieser beiden Zwischenfälle der abessinischen gierung einen formellen Protest. In der gesamten italienischen Oeffentlichkeit haben die neuen Zwischenfälle in Harar einen Sturm der Entrüstung hervorgerufen. Mit einiger Genugtuung sieht man in diesen Ereignissen einen neuen Beweis für die Richtigkeit der italienischen Auffassung über das Verhalten Abessiniens. Die dauernde Wiederholung derartiger Zwischenfälle ist nach„Giornale 'Italia“, die direkte Bestätigung der angriffslustigen Geistesverfassung, die sich in Abessinien gegen Italien herausgebildet habe. Es sei hiermit bewiesen, daß abessinischen Streitlust immer herausfordernder werde. Amerikanische Warnung an Italien Die Vereinigten Staaten bereit zur Waffenlieferung nach Abessinien. dnb Washington, 11. Juli. Staatssekretär Hull berief den italienischen Botschafter zu sich und legte ihm zum erstenmal seit der Zuspitzung der Krise und besonders seit dem Appell des abessinischen Kaisers an Amerika die amerikanischen Bedenken gegen Italiens starre Haltung gegenüber den Bemühungen des Völkerbundes um die Schlichtung des Streites dar. Von amerikanischer Regierungsseite wird ein wisses Bedauern darüber zum Ausdruck gebracht, daß die kürzlich an den abessinischen Kaiser gesandte Note in Rom als Unterstützung des italienischen Vorgehens und als völlige Uninteressiertheit Amerikas am Schicksal Abessiniens aufgefaßt worden sei. Deshalb betonte Hull gegenüber dem italienischen Botschafter, daß Amerika wegen der Taktik Italiens stark besorgt sei. Die Note an Abessinien, erklärte er weiter, sei ein deutlicher Hinweis darauf, daß Amerika eine Verletzung des Kellogg=Paktes als Bruch des darin abgegebenen feierlichen Versprechens betrachten würde. Solange die gegenwärtige Krise weiter bestehe, möchte das Staatsdepartement auf seine neutralen Rechte, KriegsmateriaI an Kriegführende zu senden, nicht verzichten, da ein derartiger Verzicht angesichts her starken Bewaffnung Italiens als ein weiteres Preisgeben der schutzlosen abessinischen Regierung gedeutet werden könnte. Sollte es wahr sein? Pariser Meldung von einer angeblichen englischfranzösischen Vereinbarung über die weitere Behandlung der abessinischen Frage anb Rom, 11. Juli. Der Pariser Berichterstatter der„Tribuna“ glaubt, eine Vereinbarung zwischen Foreign Office und Quai’Orsay über die weitere Behandlung des abessinischen Streitfalles melden zu können. Danach soll man vorhaben: 1. dem Völkerbund soweit als möglich eine öffentliche Aussprache über Abessinien zu ersparen; 2. ein militärisches Vor gehen in Abessinien zu verhüten, indem man der italienischen Regierung eine vernünftige Genugtuung gibt; 3. eine vertrauensvolle und herzliche Zusammenarbeit zwischen London, Paris und Rom wiederherzustellen, um die Frage der Organisierung des Friedens zu lösen, da weiterer Aufschub zu gefährlich werden könnte. Zum ersten Male nach dem Kriege Der englische Thronfolger beim deutschen Botschafter. dnb London, 11. Juli. Zu Ehren des Prinzen von Wales, der damit zum ersten Male seit dem Kriege als Gast in der deutschen Botschaft weilte, gab Botschafter von Hoesch gestern ein Gastmahl. Unter den Gästen befanden sich Minister Eden und Gattin. Opfer des Kownoer Bluturteils Lehrer Schirrmann im Kownoer Zuchthaus plötzlich gestorben. . and Tilsit, 11. Juli. Der memelländische Lehrer Schirrmann, der seinerzeit im Memelländer=Prozeß zu Zuchthaus verurteilt wurde, ist, obgleich er bisher kerngesund war, am Montag im Kownoer Zuchthaus gestorben. Auf die dringenden Anfragen seiner Angehörigen nach der Todesursache wurde die Auskunft verweigert. protest der Reichsregierung gegen eine Anordnung des litauischen Appellationsgerichtshofs. anb Berlin, 11. Juli. Auf Grund seines Beschlusses vom 31. Mai d. I. hatte der Appellationsgerichtshof in Kaunas am 14. 6. auf eine Reihe von Forderungen der Kreditgesellschaft „Agraria“ und des„Kreditverbandes memelländischer Grundbesitzer“ Arrest gelegt und deren Schuldnern gestattet, Einzahlungen auf die Konten der„Agraria“ und des Kreditverbandes bei der Landschaftsbank in Memel zu leisten. Da durch diese Maßnahme die Interessen reichsdeutscher Gläubiger erheblich beeinträchtigt werden, hat die deutsche Regierung bei der litauischen Regierung gegen die„Anordnung des Appellationsgerichtshofes nachdrücklich Einspruch erhoben und verlangt, daß die Rechte der reichsdeutschen Interessenten wiederhergestellt werden. Keine Hilfeleistungen mehr an Deutsche im Rätebund. dnb Berlin, 11. Juli. Die in den letzten Wochen veröffentlichten Todesurteile gegen deutsche Pfarrer und Bauern in Räterußland zeigen, daß der Empfang von Sendungen oder Geld aus Deutschland für unsere evangelischen Glaubensgenossen zu einer Gefahr geworden ist. Aus diesem Grunde ist die für den Torgsinverkehr bisher bestehende Vergünstigung aufgehoben worden, die Sendungen unterliegen den gleichen Devisenbestimmungen wie die nach dem übrigen Ausland. Aus demselben Grunde haben alle großen Hilfsorganisationen beider Konfessionen die Verantwortung für den Empfang der Sendungen ablehnen und jede Sammeltätigkeit als mit ihrem Gewissen nicht vereinbar einstellen müssen. Es muß daher dringend gebeten werden, von Spenden an Rußlands Hilfsorganisationen, ganz gleich welcher Art, abzusehen, bis von verantwortlicher Stelle die Hilfeleistung wieder als möglich erklärt wird. Kein Couleurband zum SA.=Dienstanzug Berlin, 11. Juli. Der Chef des Stabes, Lutze, hat eine Verfügung erlassen, nach der Angehörige studentischer Verbindungen zum SA.=Dienstanzug weder Studentenmütze noch Couleurband tragen dürfen. Dieses Verbot gilt auch für rein studentische Veranstaltungen in geschlossenen Räumen. In Erwiderung des Kommandos eines deutschen Offiziers zur Generalstabsausbildung in der Armee der Vereinigten Staaten wird ab 1. Oktober 1935 ein amerikanischer Offizier in Deutschland an einem Lehrgang der Kriegsakademie teilnehmen. Wegen Verweigerung von Ausreisebewilligungen durch Oesterreich ist der Reiseverkehr zwischen Oesterreich und Südslawien unterbunden. Am Donnerstag besuchte der Führer in Solln (Bayern) die Parteigenossin Frau Hoffmann, um ihr zu ihrem 78. Geburtstag persönlich seine Glückwünsche zu überbringen. Diese Ehrung wurde einer Parteigenossin zuteil, die seit 1920 in den Reihen der Bewegung steht und ihr seitdem in unerschütterlicher, aufopferungsvoller Treue verbunden blieb Der amerikanische Marineminister Swanson gab das Flottenbauprogramm 1936/37, zwölf Zerstörer, sechs Unterseeboote und möglicherweise ein Schlachtschiff umfassend, bekannt. Die Bauten sollen am 1. Januar 1937 begonnen werden. Die in Buenos Aires tagende Chaco=Friedenskonferenz ist auf ernste Schwierigkeiten gestoßen. Zwischen den bolivianischen und den paraguayischen Vertretern sind tiefgehende Meinungsverschiedenheiten zutage getreten. Die Sowjetregierung hat dem Vorschlag des japanischen Außenministers, einen Grenzausschuß zur Lösung der sowjetrussisch=mandschurischen Grenzfragen zu bilden, angenommen. Beleitigung des Zweischlager-Trogramms in Kheinland-Westfalen Eine Rnordnung des Trälidenten der Reichstilmkammer Aus Berlin wird dem Rheinisch=Westfälischen Dienst des DNB. gemeldet: Eine Anordnung des Präsidenten der Reichsfilmkammer, die das Datum des 10. Juli 1935 trägt und auf Grund des§ 25 der 1. Durchführungsverordnung zum Reichskulturkammergesetz erlassen worden ist, beseitigt für die Filmtheater in Rheinland=Westfalen das Zweischlager=Programm bereits mit dem 30. August 1935. Die Anordnung verfügt die Außerkraftsetzung der früher ergangenen Anordnungen hinsichtlich der Programmgestaltung der Filmtheater in Rheinland=Westfalen, mit dem 30. August 1985. Bereits mit dem 81. August d. J. werden daher die allgemeinen Anordnungen des Präsidenten der Reichsfilmkammer über die Programmgestaltung der Filmtheater vom 18. Juli 1934 auch für diese Gebiete in Kraft treten, und zwar mit folgenden Maßgaben: a) Alle Filme, deren deutsche Uraufführung nach dem 1. August 1935 stattfindet, durfen nur noch im Einschlager=Programm vorgeführt werden. b) Filme, die vor diesem Termin uraufgeführt worden sind, dürfen bis einschließlich 30. Januar 1936 im Rahmen des bisher zugelassenen Zweischlader=Programms abgespielt werden. Zu dieser Verordnung drahtet uns unsere Berliner Schriftleitung: Diese Verordnung greift einschneidend in die bisherige Gestaltung der Filmprogramme ein. Nachdem dem Bezirk Rheinland und Westfalen eine geraume Zeitspanne zur Angleichung der Programmethoden an die Gebarungen des übrigen Reiches gegeben worden war, wird nunmehr auch, hier die Programmgehr auch hier d staltung gemäß den wirtschaftlichen und kulturellen Notwendigkeiten geändert, das heißt nur in Verhältnisse übergeführt, die bereits im ubrigen Reiche seit Bestehen der Reichsfilmkammes und der mit ihr in Zusammenhang stehenden Gesetze gegeben sind. Auf Grund der langjährigen Besatzungszeit hatte sich in Westfalen und Rheinland der Brauch herausgebildet, zwei abendfüllende Filme darzubieten, also mit dem sogenannten Zweischlager=Programm aufzuwarten. Die Entwicklung hat gezeigt, daß eine derartige Spielplanmethode für die Filmwirtschaft ebenso verderblich wie für die Kulturpolitik und die Ziele der neuen deutschen Films abträglich ist, zumal gerade dieses Zweischlager=Programm sich als Raubbau an der deutschen Filmwirtschaft herausgestellt hat. Wenn dennoch die Anordnung des Präsidenten der Filmkammer auch jetzt noch eine gewisse Uebergangsfrist, die bis zum 80. Januar 1936 bemessen ist, zuläßt, so zeugt dies nur von dem Verständnis, das hier den wirtschaftlichen Belangen der Lichtpieltheater entgegengebracht wird. In einem Rundschreiben des Präsidenten an die betreffenden Lichtspieltheater heißt es, daß, um jede Härte zu vermeiden, in der am 30. August(Spielterminswechsel) in Kraft tretenden Anordnung über die Einführung des Einschlager=Programms auch im rheinisch=westfälischen Industriegebiet ausdrücklich vorgesehen ist, daß Filme der abelaufenen Verleihsaison nach näherer zgabe dieser Anordnung noch bis zum 80. Januar 1936 im Zweischlager=Programm gespielt werden können. Jeder Sabotageversuch dieser Anordnung wird jedoch streng geahndet und führt zur sofortigen Schließung des betreffenden Theaters. Im übrigen sei darauf hingewiesen, daß die Reichsfilmkammer aus Zweckdienlichkeitsgründen den Termin für die Anwerbung neuer Filme der kommenden Spielzeit jetzt auf den 15. Juli festgesetzt und damit einen Mißstand aus der Welt geschafft hat, vergangees der weil früher schon im Monat April und Mai Filme angeboten wurden, die erst im Entstehen waren. Die neue Maßnahme stellt also nur eine Vereinheitlichung des gesamten filmischen Spielprogramms im Reiche dar. Zwei Absichten haben die zuständigen Stellen bei dieser Verordnung geleitet: die wirtschaftliche Notwendigkeit und die kulturelle Zielsetzung. Das Einschlager=Programm, das nunmehr eingeführt wird, gibt dem Unternehmer die Möglichkeit, sich sowohl qualitativ hochstehende Filme zu sichern, wie mit der Herabsetzung der einzelnen Programmdauer eine zweite oder dritte Vorführung am Tage zu ermöglichen. Zudem dürfte für die meisten Theater in der kommenden Spielzeit der Erwerb von Volksfilmen und zweitrangigen Filmen sich etwas schwieriger gestalten, wogegen die Reihe der guten Spitzenfilme sich erhöhen wird. Für die kommende Saison sind für die Großfilme 10 Millionen Reichsmark mehr investiert als in den nen Spielzeiten. Zusammengefaßt ging Reichsfilmkammer darum, das„Loch im Westen" zu schließen. Es war für die zuständigen Stellen einfach unmöglich, weiter zuzusehen, daß neben den hochwertigen Filmen von nationaler Bedeutung gleichzeitig die unmöglichsten Kitscherzeugnisse gezeigt wurden. Richard-Wagner-Feltwoche in Detmold Eine Feierstunde im Landestheater eröffnet am 20. Juli die als„reichswichtig“ anerkannte Woche. Die künstlexischen Darbietungen umfassen Teile aus„Holländer",„Lohengrin",„Tristan",„Meistersinger" sowie aus Werken von Gluck, Mozart, Weber, Beethoven und Aufführungen von Siegfried Wagners„Barenhäuter" und Pfitzners„Der arme Heinrich". Während der Festwoche, die mit einer Schlußkundgehung am Hermannsdenkmal ausklingen wird, findet im festsaal des Landestheaters eine Ausstellung„Franz Staßen" und„Schrifttum um Bayreuth" statt. Neben bekannten deutschen Sängern und Sängerinnen wirken als Dirigenten Hans Pfitzner, Karl Elmendorff. Rudolf Schulz=Dornburg und Hermann Stange mit. Kunst und Willen Die Entdeckung des„Bärbele von Straßburg“ bekannt, gelangte das Städtische Kunstinstitut in Frankfurt a. M. durch Schenkung in den Besitz des künstlerisch äußerst wertvollen Frauenkopfes des„Bärbele von Straßburg", der seit 1870 als verloren galt. Er wurde jetzt in dem Nachlaß des vor zwei Jahren gestorbenen bekannten Prähistorikers Dr. Mehlis (Neustadt in der Pfalz) gefunden. Dr. Mehlis hinterließ neben einer Sammlung vorgeschichtlicher und römischer Funde auch verschiedene mittelalterliche Gegenstände, unter Direktor des Sprater, mit einem Teil der Sammlung von Dr. Mehlis' erwarb. Da Dr. Sprater den außerordentlichen Wert des Kopfes erkannte, beauftragte er den Kunstgeschichtler Studienprofessor Dr. Klimm(Speyer) mit der Feststellung, welcher Schule der Kopf zuzuschreiben sei. Professor Klimm erkannte sogleich, daß der Frauenkopf in die Gruppe um Nikolaus Gerhart gehört, und identifizierte ihn dann als den Originalkopf des sogenannten„Bärbele von Ottenheim z“ Straßburg". zu Hauptschriftleiter: Dr. Paul Dierichs Stellvertreter: Hans curre. Verantwoxtlich für Politik: i. V. Fritz Schmidt, Kommunalpolitik u. Stadtteile: t. V. Kurt Dörnemann, Lokales: Hans Schulte. Kulturpolitik und Unterhaltung: Dr. Josef Schwermann. Feuilleton: Dr. Emil Strodthofs, Wirtschaft: Fritz Schmidt, Sport: t. V. Hans Schulte, Gerichtsdienst u. Briefkasten: Max Flegel Provinz: Kurt Dörnemann, Anzeigen: Kurt Scholz, sämtlich in Bochum. Berliner Redaktion: Michael Haupt. Berlin SW 68. Wilhelmstr. 98. Anruf: Jäger 4115 u. Karlsdorst 0340. Berliner Anzeigenvertretung:, J. P. Bempe, Berlin=Charlottenburg. Uhlandstr. 194, Anruf C 1 Steinpl. 6813. Verlag und Truck: Laupenmühlen& Dierichs in Bochum. Ruf 67551, 52, 53.— DA. VI. 35: über 24 800. Sprechstunden der Redaktion 16—17 Uhr(außer Samstags). Für unverlangte Einsendungen keine Haftpilicht Rücksendung nur bei Rückvorto Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten 1 Bochumer Nachrichten Aufruf an die Bevölkerung Bochums Bilder aus einer hundertjährigen Vereinsgeschichte Wir schrieben den 21. September 1829, da hieß es rund um die Stadt Bochum: Das war mal ein Schützenfest, wie es die ganze Umgegend noch nicht gesehen hat! Der neugegründete Bürgerschützenverein Bochum hatte es vom 18. bis 20. September 1829 gefeiert. Ein Mißton, der durch das Beiseitedrücken der Junggesellenkompagnie in der Bürgerschaft des Ackerstädtchens entstanden war, war für die drei Tage von dem Jubel des Festes übertönt worden. Hendrich Knappmann(aus dem Kotten hinter dem Schlammteich, wo jetzt Hoffmanns auf Laerheide wohnen), Wilhelm Knappmann(aus dem HaasVolksgenossen Bochums! Jeder von Euch weiß, daß am Freitag, Samstag und Sonntag in Bochum die Turner des Turnkreises Bochum sich zum ersten Kreisturnfest zufammenfinden. Es gilt nun, der Veranstaltung auch den äußeren würdigen und festlichen Rahmen zu geben. Darum, Ihr Bochumer: „Fahnen heraus! Kein Haus ohne Fahnen!“ Die Turner sollen wissen, daß Ihr sie herzlich willkommen heißt. Nicht zu oft treten deutsche Turner an die Oeffentlichkeit, aber wenn sie ihre Feste feiern, steht die Bevölkerung der Feststadt geschlossen hinter ihnen. So war es bisher und so soll es auch in Bochum sein. Darum beteiligt euch an den Festveranstaltungen! Deutsches Turnen ist Dienstam Volk und Vaterland. So war es, so ist es und so soll es bleiben. Gut Heil— Heil Hitler! Tv. Friesen 1887 e. V. Schmückt Schaufenster und Häuser! Zum Kreisturnfest in Bochum Am 12., 13. und 14. Juli findet in Bochum das serste Kreisturnfest des Turnkreises Bochum in der Deutschen Turnerschaft statt. Allein 47 Vereine aus der näheren Umgebung nehmen an den Wettkämpfen teil. Die Vereinigte Kaufmannschaft e. V. Bochum wendet sich in einem Aufruf an alle Einzelhändler Bochums und fordert sie auf, mit Rücksicht auf die große Bedeutung des Turnens für die Wehrhaftmachung und Gesunderhaltung des Volkes zu der äußeren Gestaltung des Turnfestes beizutragen durch würdige Ausstattung der Schaufenster und Beflaggen der Geschäftshäuser. Auf Voß' Kotten wurde die erste Fahne bis 1897 aufbewahrt; hier feierte man auch die ersten Schützenfeste einem Stock, dem man es gar nicht ansah, daß er auf Laerheide gewachsen war,— so ebenholzähnlich glänzte er. Geschossen wurde in der Folgezeit immer noch in Meßmanns Holz, gefeiert immer noch auf dem Voßschen Grundstück. In manchen Jahren fiel das öffentliche Scheibenschießen aus. In den 40er Jahren wurde es gar nicht mehr genehmigt. Da mußte man heimlich schießen., 1..1. Aber dann kam die Zeit, in der die Schützenfeste wahre Volksfeste wurden, an denen sich aber auch alles beteiligte. Eines der glanzvollsten Feste wurde auf Meßmanns Wiese gefeiert, also dort, wo auch jetzt das Fest vonstatten geht. Auch damals war es eine Zeltfeier. So fest waren diese Der alte Schießstand im früheren„Meesmanns Holz“. schen Kotten an der Heintzmannstraße) und Wilhelm Keinhorst(ein Nachbar von Wilhelm Knappmann) zogen am 19. September, dem ersten Tage des besagten Schützenfestes, in seligster Laune und noch ganz erfüllt von allem, was sie gesehen, gehört und getrunken hatten, brüderlich Arm in Arm die alte Heerstraße am Flaschenkotten in Altenbochum vorbei nach den heimatlichen Gefilden Laerheides. Es war damals noch recht viel Wald auf Laerheide, und zudem war es dunkel und die hohe Polizei hatte in Bochum alle Hände voll zu tun. Da konnte man denn seiner Herzensseligkeit in Liedern Luft machen. Vor dem Auseinandergehen meinte dann Wilhelm Keinhorst:„Wenn unsereins doch auch so schießen und auch so feiern könnte!“ „Ja“, meinte der vom Haasschen Kotten,„du bist wohl ganz wahn? Was sind die, und was sind wir?" STEENAGT im Ehrenhof des Bochumer Rathauses „Ach was“ antwortete ihm der Hendrich darauf, „warum denn nicht wir? Was die Bochumer können, das können wir Laerheidschen auch!"— Und diese Unterredung wurde der Anstoß zur Gründung des Bürgerschützenvereins Laer. Ein Jahr später knallte auf Laerheide im Meßmanns Holz— wo jetzt die Wirtschaft Platzmann steht— die gewaltige Steinschloßflinte, die der Enkel des Hendrich Knappmann, August Knappmann in Altenbochum, noch heute besitzt und sorgsam hütet(ein Bild dieser alten„Donnerbüchse“ brachte der„B..“ bereits vor einer Woche). Dieses erste Schützengewehr hatte eine gute Eigenschaft und mehrere schlechte. Man konnte damit schießen, und wenn man die Tücken des Ungetüms kannte, konnte man sogar die in der Walddichtung aufgestellte, selbstgemalte Scheibe treffen. Schlecht an ihm war, daß bei Regenwetter das Schießen ausfallen mußte, daß es recht viele Versager gab, daß man einen Mordsschlag beim Abfeuern kriegte, und daß es donnerte, wie heutigentags ein kleiner Minenwerfer. Der beste Schütze war damals Hendrick Knappmann, der 1835 die höchste Ringzahl schoß und einen Orden aus Kupfer erhielt.(Auch dieser Orden ist im Besitz des Enkels.) Das Fest der ersten Ordensverleihung wurde auf dem Voßschen Grundstück auf Laerheide gefeiert und im Mai auf Voß' Kotten auf Laerheide auch die erste Fahne angefertigt. Da saßen die Mädchen aus Laer und Querenburg um das dunkelgrüne Tuch herum, das der Bochumer Färber heute geschickt hatte. Auf Laerheide war es gewebt, und jetzt machten die rotbäckigen, blondhaarigen Mädel eine dunkelgrüne Borde herum. Die alte Frau Voß gab die Anweisungen. Es mußte recht schnell fertig werden, damit der Bochumer Maler noch das Fahnentuch bunt gestalten konnte. Draußen auf dem Hof war Wilhelm Keinhorst mit ein paar Freunden dran, und mühte sich im Schweiße seines Angesichts, den rohen Fichtenstamm in einen richtiggehenden Fahnenstock umzuwandeln. Am 2. Juni 1837 kam auf den gestellten Antrag das Dekret, das den Junggesellen das Schießen am 10. und das Tanzvergnügen am Sonntag, dem 11. gleichen Monats, erlaubte. Und dann kam ein sonniger Sonntag. Am Nachmittag wurde die Fahne enthüllt. Na, mit der Bochumer kam sie nicht mit. Aber schön war sie doch. Ein Adler mit Krone, Apfel und Zepter, darüber Laerheide und darunter„1837“, und das Fahnentuch an Serenadenmusik— das Wort klingt noch fremd im Getriebe einer modernen Großstadt. Die zarten Klänge einer Abendmusik wollen nicht so ohne weiteres in den auch in spater Stunde noch dröhnenden Rhythmus eines Industrieortes passen, mag auch der schmucke Ehrenhof des Rathauses den Zuhörer herausheben aus dem Lärm der Straße und ihn stimmungsvoll umfangen. Wir sind dennoch kein Salzburg oder Würzburg, und auch in diesen neuesten Bochumer Konzertsaal, den der verdämmernde Abendhimmel überdacht, braust das Getön der Großstadt und läßt die Akkorde der wundervollen Mozart=Serenade noch intimer erklingen. Es will sich auch das Publikum erst an die für uns neue Form wertvoller Musik im Freien gewöhnen und wird lernen müssen, solch kultiviertes Abendständchen gediegener zu bewerten als eine Unterhaltung an schönem Sommerabend. Aller Anfang ist schwer. Man macht nicht heute erst die Erfahrung, daß der Ehrenhof durchaus kein idealer Freiraum für musikalische Darbietungen ist, aber darum ist der Versuch dennoch höchst begrüßenswert, und alle Freunde guter Musik sind dem Städtischen Orchester dankbar, daß sich die nach stärkerer Beschäftigung verlangenden Musiker ein neues und vielleicht sehr zu vervollkommnendes Arbeitsfeld suchten. Das erste Exempel gibt genügend Hinweise für eine Programmauswahl, die dem Raum, den akustischen Verhältnissen und dem Publikum dieser Veranstaltungen am besten entspricht. Man wird auf Werke mit allzu intimer Klangwirkung verzichten und dynamisch wohl mehr geben müssen, als es der eigentliche Charakter solcher Serenadenkonzerte will. Bizets „Suite" gab den vielen, teils sehr aufmerksamen teils nicht weniger unruhigen Zuhörern mehr als Volkund „.-.“-Muthherr weiche Cello=Sere manns schwärmerische nade. Daß eine größere Ruhe der Lauschenden den Veranstaltern die Wahl weniger schwer machen würde, soll durchaus nicht verschwiegen werden. Immerhin war es unter Hans Treichlers Leitung und mit Karl Fränkle als Solocellisten ein musikalisch gehaltvoller Abend und er wird sicher allen Anhängern guter Kunst, die sich mit vielen Neugierigen überaus zahlreich eingefunden hatten, gar wohl gefallen haben. Der Anfang ist gemacht. Es war trotz allem ein bemerkenswerter Erfolg, der Ansporn sein mag, den auf wieder neuen Pfaden begonnenen Weg der Kunst zum Volke weiter zu verfolgen. Der herzliche Beifall aller Hörer mag den Musikern Aufmunterung geben. Sch. Aufnahmen:„.-.“-Muthherr. „Opa Platzmann“, der bekannteste Förderer der Laerheidschen Schützensache, starb als fast Hundert. jähriger Veranstaltungen in den Herzen der Laerschen verankert, daß selbst die Schulkinder in den beiden einzigen Laerschen Schulklassen grüne Schützenmützen mit einer silbernen Borde trugen. Die Großeltern erzählten oft ihren Enkelkindern von dem damaligen großen Fest. In dem Jahrzehnt der großen Kriege(1860—1870) ruhte der Schießbetrieb, um dann im folgenden Jahrzehnt erneut auszuleben, E Mittlerweile war die Industrie auf Laerheide, das ja die Wiege des Laerschen Schützenwesens war, eingezogen. Auf dem Heintzmann“ ging's rund, und die Leute verdienten. Auf dem alten Schießstand hinter dem Anwesen von„Opa Platzmann“ knallten die Schützengewehre. Schützen aus der Umgegend kamen oft zum Schießen.— Der rechte Zusammenhalt war aber in der Nachkriegszeit, als viel Fremde nach Laer kamen, verloren gegangen. Jenes einmütige Einstehen des einen für den andern, wie wir es bei den Junggesellen der Gründungszeit erlebt haben, war nicht mehr da. Dann wurde eines Tages zu Anfang der achtziger Jahre auf dem Heintzmann" die letzte Schicht verfahren. Auch auf den Schützenverein wirkte sich das aus. Der Verein begann einen Dornröschenschlaf. Und er würde noch immer schlafen, wenn nicht der„Prinz“ gekommen wäre, der dieses Dornröschen„Schützenverein“ zu neuem Leben erweckt hätte. Wie man einen Gesangverein gründen wollte, und einen Schützenverein ins Leben rief. Man schrieb 1891. Da kamen verschiedene Laerheidsche und Querenburgsche Bürger zusammen, entdeckten das Gold in ihren Kehlen und beschlossen auf Grund dieser Entdeckung die Gründung eines Gesangverein. Die Seele des Ganzen war Wilhelm Peters von Laerheide. Er wohnt heute auf Querenburg. Als dieser eines Tages den alten Eduard Sieberg von Laerheide traf, meinte der jedoch:„Gesangverein? Kommt nicht in Frage. Aber Schützenverein, jawohl, das macht Eduard Sieberg mit.“ Und da war wieder mal„der Stein ins Rollen gekommen“. Wilhelm Peters trommelte seine Sangesbrüder zusammen, um den Verein ins Leben zu rufen. Und der Schützenverein feierte seine Auferstehung. Nur hieß er nicht mehr„Schützenverein Laerheide“, sondern „Schützenverein Laer=Querenburg". Der alte Voß suchte die uralte Fahne hervor und in ihrem Schatten setzten die neuen Mitglieder die alte — Seite 4 Nr. 161, Bochumer Anzeiger# Freitag, 12. Juli 1933 Tradition fort. Zu den ersten Mitgliedern gehörten: Wilhelm Peters(als Vorsitzender), Heinrich Borgmann, der alte„Opa“ Platzmann mit vier Söhnen(Fritz, Wilhelm, August, Hugo), Fricke, Wilhelm Reuter, Heinrich Peters, Eduard Sieberg und noch andere. Nun ging es an die Schaffung eines ordentlichen Scheibenstandes. Der alte Platzmann(er ist 1835 geboren und mit 96 Jahren gestorben) hatte das ganze Zechengelände gekauft und wollte die Heide planieren. Woher den Mutterboden nehmen? Die Frage wurde ideal gelöst. In den Berg hinein wurde eine Schlucht getrieben und der gewonnene Boden auf die Halde gekippt. So entstand ein vorbildlich geschützter Schießstand, der im ganzen Bezirk nicht seinesgleichen findet. Die Mitglieder des neuen VVereins griffen fleißig mit an. Am 10. Februar 1892 wurde der Schießstand von Ehrenamtmann Schragmüller zur Benutzung freigegeben. Die Satzungen des Vereins verfaßte Wilhelm Peters. Die behördliche Anmeldung besorgte der alte Polizeibeamte Böhmer. Wilhelm Peters stand bis zum ersten großen Königsschießen dem Vereine vor. Sein Nachfolger wurde Heinrich Borgmann, der ihn bis nach 1900 führte. Ein unfreiwilliger König Sommer 1894. Auf dem Schießstand hinter dem Platzmannschen Saal herrschte Hochbetrieb: Königsschießen nach dem Vogel! Nach ein paar Stunden war der Vogel so zerzaust, daß man ihn nicht wiedererkannte, und man ballerte auf den Rumpf los, was der Lauf nur aushielt. „Also, Wilm, rechts mußt du halten", ermunterte einer den Schützen Wilhelm Platzmann,„da kann er noch was vertragen.“ Wilhelm hielt rechts und— bautz!— da lag der Vogel auf der Erde. Wilhelm rieb sich die Augen, als ob er ein Sandkorn drin hätte — aber das half nichts. Die Stange war und blieb leer. Wilhelm Platzmann war, ohne daß er es gewollt, Schützenkönig geworden. Was nun? Könige sind nach Ansicht der Durchschnittsmenschen immer reiche Leute. Aber in diesem Falle langte es doch nicht ganz, um die neue Würde zu vergolden. Da griff eine volkstümliche Persönlichkeit in Laer und Querenburg entschlossen ein: Doktor Oeken. Er half mit Rat und Tat, und das erste Königspaar, Wilhelm Platzmann und Auguste Pelmer, thronte im Platzmannschen Saale inmitten roher Volksmassen. Fünf Jahre später schoß Wilhelm Richmann den Vogel von der Stange und erwählte sich zur Königin Lina Buschey, die heutige Frau Ebert. Dieses Königspaar aus dem Jahre 1899 wird am diesjährigen Jubelfest teilnehmen. Die alte Fahne, das Kostbarste, was ein Verein nur besitzen kann, paßte nach Ansicht der Schützenbrüder nicht mehr in das neu angebrochene Jahrhundert hinein. Also wurde eine neue bestellt. Aber die alte Fahne ganz dem Vergessen anheimfallen zu lassen, wagte man doch nicht. So setzte man in die neue Fahne nicht bloß deren Geburtsjahr 1903, sondern auch das der ersten Schützenfahne: 1837. Die Fahnenweihe 1903 war eine Geschichte für sich. Die Lehrer im Ortsteil, an die man herantrat, hatten keine Lust, sie zu weihen, der Pastor hatte keine Zeit, und die armen Schützen, die doch dieses bedeutsame Ereignis in ihrer Vereinsgeschichte herausheben wollten, saßen so ganz daneben. Amtmann Booß;, der damals dem Amte Bochum=Süd vorstand, hatte Lust, Zeit und den guten Willen, den Schützen zu helfen. Auf seine Veranlassung hin erschien der gesamte Gemeinderat von Laer unter dem Vorsteher Schuth, dem Vater des jetzigen Vereinsvorsitzenden, um die Bedeutung dieses Tages für Laer darzutun. — Jetzt war Jahr um Jahr auf dem Schießstand Hochbetrieb Feste wurden gefeiert, andere Vereine wurden besucht und reges Vereinsleben herrschte auf der ganzen Linie unter dem Vereinsvorsitzenden Otto Herber. Aber ein Königsschießen fand vorab nicht mehr statt. Als Kriegsgewitterwolken vier lange hange Jahre über Deutschland brachten, ruhte das Schützenleben. Die junge Mannschaft wertete gegen eine feindliche Welt aus, was sie auf dem Scheibenstand gelernt hatte. Drei Schützen sind da draußen in fremder Erde geblieben. Auch ihrer wird man beim Feste ehrend gedenken. 28 Jahre war nicht nach dem Vogel geschossen worden. Im Jahre 1927 wollte man es wagen. Und der Wurf gelang. Es wurde ein Volksfest, wie es die Feste vor der Jahrhundertwende waren. Das Königspaar Or. Albert Barkowski und Frau Hedwig Petermann bekleidet die Würde, bis am morgigen Samstag ein neuer Königsschuß die Regierungszeit des neuen Paares einleitet. Das Fest vom 25. und 26. Juni 1927 bedeutet für die Entwicklung des Schützenwesens mehr als Fernstehende annehmen. Der Schützenverein LaerQuerenburg sprengte den engen Rahmen und trat an die breite Oeffentlichkeit. Sein Fest gab den Anstoß zur Gründung vieler Nachbarvereine und zur Gründung der zweiten Kompagnie. Die Schützen Laers sind in einem Bataillon zusammengeschlossen. Wenn auch jede Kompagnie ihre besonderen Farben hat, ihr Wollen bewegt sich auf einer einheitlichen Linie. Nach dem Tode Otto Herbers übernahm 1928 Reinhold Platzmann die Leitung des Vereins. Zur Zeit ist der erste Vorsitzende Paul Schuth. Er bemüht sich, die Richtung weiter einzuhalten, die in hundert Jahren den Verein zu dem machte, was er heute ist. P. Wird die Ehescheidung gesetzlich neu geregelt, so muß die erste Sorge im Dritten Reich dem Kinde gelten. Wie die Sache endete? Der Mann wurde zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Es wurde berücksichtigt, daß die Ehe nicht durch seine Schuld scheiterte und daß er im guten Glauben für seine Kinder kämpfte. Dabei spielten ihm Eifersucht und Jähzorn einen bösen Possen. Das Drama der Geschiedenen Dei Rainp, un die Rindel Bilder aus den Bochumer Gerichtssälen Die Ehe zwischen dem blonden Matthes und der Se ch eseschece e sce Mann hin mit den kleinen Knaben? So ließ er die Kinder noch bei der Mutter und kam von Zeit zu Zeit zu Besuch, um die Knaben wiederzusehen. Die Frau aber sah das als eine große Belästigung ihrer Person an und war den Streit leid, der sich offenbar immer dabei entspann; denn der Mann verfolgte sie, wie sie sagte, noch immer weiter mit seiner Eifersucht. Um die Kinder sei es ihm weniger zu tun gewesen. Sie lief zum Vormundschaftsgericht: Von jetzt an sollte der Vater seine Kinder an einer neutralen Stelle alle vierzehn Tage einmal Sonntags nachmittags sehen. So ging das eine Weile. Als der Mann im Krankenhause lag, führte ihm die Mutter die Kinder auch dort zu. Das Hospital war ja ebenfalls eine neutrale Stelle. wie die der „Und es waren ja auch seine Kinder so gut wie meinigen!“ sagte die Frau sehr einsichtsvoll. Der Mann legte diese verständige Handlung Frau aber so aus, als ob sie ihm jetzt wieder nachliefe. Was aber beileibe nicht der Fall war. Eines Tages brachte die Mutter den größeren Jungen zur Bahn: er sollte in ein Erholungsheim gebracht werden. Da gab's unterwegs schon eine Eifersuchtsszene gegen ihren Begleiter. Dabei soll der geschiedene Ehemann seine ehemalige Ehefrau mit „Halsabschneiden“ bedroht haben. Man muß ja solche in der Erregung hingeworfenen Aeußerungen nicht immer gerade sehr ernst nehmen. Das Schlimme aber folgte: Als die Frau mit dem Jüngsten wieder zu ihrer Mutter gezogen war, kam am April, am Weißen Sonntag, plötzlich in sichtbarer Erregung der blonde Matthes in die Stube, um die Frau wegen ihrer Lebenshaltung zur Rede zu stellen. Die Frau hatte sich eben mit dem kleinen Söhnchen hingelegt, um es senn Rertien Söhlichen in den Schlaf zu bringen, da das Kind recht unruhig war. Die Mutter saß am Tische und las. Auch war noch Besuch da, der die Eifersucht des ehemaligen Schwiegersohnes wieder reizte. Dieser ergriff sein Taschenmesser und ging auf die Frau los. Die Frau schrie auf und wehrte liegend ab. Dabei empfing sie einen Stich in den linken Handteller und einen Stich in den linken Oberarm. Jetzt rissen die höchst erschreckten Anwesenden dem Eindringling das Messer aus der Hand und Matthes empfing obendrein eine gehörige Tracht Prügel. Das Weitere spielte sich jetzt vor den Schoffen ab. Die Anklage gegen Matthes lautete auf gefährliche Körperverletzung. Die schwarze Hilde zeugte mit Leidenschaft gegen ihn. Er habe sie erstechen wollen. Er trachte ihr fortgesetzt nach dem Leben. Was habe er sich um ihren Umgang zu kümmern? Das alles gehe ihn gar nichts mehr an! Matthes bestreitet ganz entschieden, der Frau nach dem Leben zu trachten. Er habe nur Sorge um seine Kinder, daß sie nicht verdorben würden. Er sei gleich bei seinem Eintritt in die schwiegermütterliche Wohnung von den andern überfallen worden und habe in der Notwehr das Messer gezogen Daß die Frau dem Manne nachher auch ein paar Schläge mit der Kohlenschüppe übergezogen habe, bestreitet die Frau gar nicht.„Schade, er hätte noch mehr verdient!“ sagte sie zu dem Richter. Aber Notwehr konnte das Gericht nicht anerkennen. Eine zerbrochene Liebe, die nie mehr zu kitten ist. Ein Vater, der von der Lebensenttäuschung nicht loskommen kann. Kinderchen, die hin und her gezogen werden und die in Gefahr sind, bald weder einen Vater noch eine Mutter zu haben. Darin liegt ihre größte Gefahr. Wie hier am besten vorgebeugt werden kann, ist eine wichtige Frage der berufenen Stellen. Radler angefahren und leicht verletzt. Am 10. Juli wurde an der Ecke Wiemelhauser und Finkenstraße ein Radfahrer von einem Personenkraftwagen angefahren und leicht verletzt. Der Verletzte konnte ohne fremde Hilfe seinen Weg fortsetzen. Das Fahrrad wurde leicht beschädigt. Ein Verletzter bei einem Autounfall. Donnerstag morgen ereignete sich auf dem Werner Hellweg ein Autounfall. Beim Ausbiegen aus der Straße Deutsches Reich verlor der Lenker eines Kleinkraftwagens die Gewalt über den Wagen und fuhr auf den Bürgersteig. Hierbei wurde ein Passant angefahren und verletzt und der Kleinkraftwagen stürzte um. Nach ärztlicher Hilfeleistung konnte der Verletzte seinen Weg nach Hause antreten. Der Kleinkraftwagen war so arg beschädigt, daß er abgeschleppt werden mußte. Der Juli will's jetzt wissen! Bericht des Reichswetterdienstes Essen=Mülheim vom 11. Juli, abends. Nach Kräftigung des von den Azoren bis nach Mittelskandinavien reichenden Hochdruckrückens ist die Wetterlage weiterhin stabilisiert. Zusammensinken der Luftmassen und Kräftigung der Sonneneinstrahlung waren die Ursachen dafür, daß die Temperaturen heute 30 Grad erreichten. Auch für die nächsten Tage ist noch mit heiterer Witterung zu rechnen, doch wird es bei weiterer Sonneneinstrahlung zu örtlicher Gewitterbildung kommen. Vorhersage für Freitag: Schwache Winde aus östlichen Richtungen, heiter, sehr warm, einzelne ortliche Gewitterniederschläge.— Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Schwach windig und warm, zunehmende Gewitterneigung. Donnerstag. 11. Juli Barometer 24 Uhr: 7658 Thermometer R Uhri g " Zeiten für Sonne und Mond am 12. ( Aufg..20, Unterg. 20.50; J Aufg. 17.31, Unterg. Wetternotizen, gemessen um 8 Uhr vormittags (Weitere Lokalnachrichten auf den Seiten 9 und 10.) Wohin gehen wir heute Stadttheater: 19 Uhr: Hau— ruck. Skala=Lichtspiele: ab 17 Uhr: Menschen im Sturm. Tonhalle: ab 15 Uhr: Reserve hat Ruh. Welt=Licht: ab 15.15 Uhr: Das Gespensterschiff. Apollotheater: ab 15.30 Uhr: Frechheit siegt. Capitol: ab 15 Uhr: Ein Lied für Dich. Gloria=Palast: ab 15 Uhr: Ferien vom Ich. Hammer Lichtspiele: ab 15.15 Uhr: Konjunkturritter. Lichtburg: ab 15.15 Uhr: Der Kampf mit dem Drachen. Lichtsptelhaus:„Geschlossen. Odeon: ab 16.30 Uhr: Menschen im Sturm. LEIET 19) Mit einer nicht mißzuverstehenden Handbewegung deutete Clemens Falke nach der Tür, setzte sich dann arbeitend vor seinen Schreibtisch. „Ich bitte um eine Empfehlung an die schöne Helga und wünsche Ihnen beiden weiter recht gute Unterhaltung.“. Mit einem hämischen Kichern entfernte sich der Baumeister, und der Klang dieses niederträchtigen Kicherns lag Clemens Falke noch lange in den Ohren. Er ballte die Fäuste. Kaltblütig hätte er den anderen niederschlagen können für seine Gemeinheit. Arme Helga! Wie gern hätte er sie in die Arme genommen, sie vor der Gemeinheit der Welt zu schützen. Aber er war ein unfreier Mann und mit jedem Tage fühlte er seine Ketten unerträglicher drücken. Nie konnte er Ines bitten, ihn freizugeben— für eine andere. Eine wahrhaft liebende Frau hätte dem geliebten Mann vielleicht die Freiheit angeboten und ihm, dem Gesunden, den Weg zu einem neuen Glück gegönnt— aber für Ines war es die einzige Freude, ihn zu quälen und seine Ketten so fest anzuziehen, daß sie in sein Fleisch schnitten und ihn doppelt das Bewußtsein seiner Unfreiheit fühlen ließen. Da gab es nie eine Trennung, einen Weg in die Freiheit. „Bis daß der Tod euch scheide!“ Das stand über seinem Leben! 13. Es fiel Clemens Falke auf, daß Helga verweinte Augen hatte, als man sich zum Abendessen niedersetzte. Sein Blick ging von ihr zu seiner Frau, deren Gesicht einen höhnischen grausamen Zug trug. Ah, gewiß hatte Ines wieder ihr Gift verspritzt, und das arme Mädchen hatte es zu spüren bekommen. Und er durfte ihr „Ich bin keine Lügnerin! Gnädige Frau, Ihre Worte zwingen mich, noch heute Ihr Haus zu verlassen. Nicht eine Stunde mehr kann ich Ihnen bei solchem kränkenden, durch nichts begründeten Mißtrauen noch dienen. Ich spreche Ihnen hiermit meine sofortige Kündigung aus.“ War das wirklich Helgas Ernst? Frau Ines bekam Angst, denn sie wußte wohl, daß sie niemals wieder eine solche geduldige, gefällige und bescheidene Gesellschafterin bekommen würde. „Eine Kündigung außer der Zeit nehme ich nicht an“, erklärte Frau Ines. „Dennoch werde ich gehen. Ich lasse mich nicht zu Unrecht kränken und beleidigen!" „Sie vergessen, daß Sie dann keinen Anspruch auf weiteres Gehalt haben", trumpfte Ines auf. Helga verzog den Mund zu einem kleinen Lächeln. Wollte die Frau sie damit schrecken? „Ich werde mich auch darin zu finden wissen, gnädige Frau. Ich lasse mich in meiner Ehre nicht grundlos angreifen.“ Frau Ines merkte, daß es Helgas bitterer Ernst war. Sie lenkte ein, da sie diese ihr so bequeme Gesellschafterin nur ungern verloren hätte. „Können Sie mir Ihr Wort darauf geben, daß nichts ist, daß Sie und mein Mann kein heimlich Spiel hinter meinem Rücken treiben?“ „Ja“, stieß Helga hervor, im Innersten aber doch gepeinigt. Hatte sie ihr Wort wirklich so sicher geben können— hatte sie nicht doch ein falsches Wort gegeben? War wirklich nichts? Waren Gedanken, waren das Unfaßbare, Unwägbare wirklich nichts? Wie schwer ihr das Herz klopfte! „Gut, ich will es glauben, Helga! Dann sind Sie aber die erste, wo nichts ist! Noch immer hat er mit jeder meiner Gesellschafterinnen angebandelt, die ich dann jedesmal habe entlassen müssen“, sagte Frau Ines. Helgas Herz drohte vor Schreck stillzustehen. Das war doch nicht wahr. Wie konnte die Blinde so herabziehend vom eigenen Mann sprechen, der in vorbildlicher Weise sein Geschick und das der unglücklichen Frau trug. Nicht einen Augenblick glaubt sie dieser Verleumdung. nicht helfen! Helga wagte nicht, ihn anzusehen. Sie Aber immer unmöglicher wurde es ihr, noch länger in schämte sich so, daß sie am liebsten aus dem Hause gelaufen wäre. Wüßte er—! Wie ein Blitz aus heiterem Himmel hatte sie die Frage der Blinden am Nachmittag überfallen: „Helga, wie stehen Sie eigentlich mit meinem Mann? Er ist ja so rührend besorgt um sie! Ist Ihr Mund noch immer ungeküßt? Und ist doch so schön und so jung und sehnt sich doch sicher danach, geküßt zu werden! Und Clemens Falke kann küssen, nicht wahr, Helga? Geben Sie es ruhig zu! Ich bin ja eine arme, unglückliche Frau, auf die er keine Rücksicht zu nehmen braucht.“ „Helga war entsetzt; das wagte die von Eifersucht und Mißtrauen verblendete Frau zu denken und auszusprechen? Mit bebender Stimme sagte sie: „Kein Mensch nimmt so viel Rücksicht auf einen andern wie Herr Doktor Falke, gnädige Frau. Und was Sie da sagten, ist eine ungeheure Kränkung für ihn wie für mich. Ich schwöre Ihnen, nichts, nichts...“ Helga brach in Tränen aus vor Empörung. Die toten Augen bohrten sich förmlich in ihr Gesicht. „Wie beredt Sie ihn verteidigen, das verrät Sie! Sie lieben ihn, ich spüre es doch, wie Sie zittern, wenn er ins Zimmer tritt, ich höre es Ihrer Stimme an. Ach, glaubt nur, wenn ich auch nicht sehen kann— aber ich fühle! Und ich fühle, was um mich vorgeht! Wie ich belogen und betrogen werde!" Helga war außer sich. diesem Hause zu bleiben. Das Wandern mußte von neuem beginnen! Clemens Falke grübelte während des Abendessens, was es wohl gegeben hätte. Es mußte etwas sehr Schwerwiegendes gewesen sein, dem sogar Helgas große Selbstbeherrschung nicht standgehalten. Sie gab sich auch gar keine Mühe, eine große Verstimmung zu verbergen. Es beunruhigte ihn. Man ging hinüber ins Wohnzimmer. Frau Ines stützte sich schwer auf Helga und ließ sich von ihr nach dem bequemen Sessel führen der neben einem niedrigen Rauchtisch mit großer Stehlampe stand. Dann wünschte Ines Musik zu hören.„Nein, nicht Radio, nicht zweiten Aufguß, Musik aus erster Hand.“ So mußte sich Helga an das Klavier setzen und spielen, was die Blinde wünschte. Opernpotpourris, Schlager, leichtere Sachen bestellte sie, und unermüdlich spielte Helga, froh, dadurch aus der unmittelbaren Nähe der beiden gerückt zu sein. Dann sagte Ines:„Jetzt singen Sie, Helga!: Ich möchte Strauß hören.„Ich trage meine Minne“ boshaft lächelte sie dabei. „Ich kann nicht...“ wollte Helga verneinen; aber sie wurde ja bezahlt; da fragte man nicht, ob man Stimmung zum Singen hatte. Mit unsicherer Stimme begann sie das leidenschaftlich bewegte Lied. Vor ihm — es quälte sie furchtbar. Er ließ das Zeitungsblatt sinken und blickte unverwandt und selbstvergessen auf die Singende. In Gedanken sang er mit:„Ja, daß ich dich gefunden, du liebes Kind, das freut mich alle Tage, die wir zusammen sind.“ „Sie haben schlecht gesungen, Helga", tadelte die Blinde,„schlecht und falsch. Findest du es nicht auch, Clemens?" Die Anrede der Frau schreckte ihn auf. Ihr Gesicht war ihm zugewandt, und er las darauf ein Lauern und ein höhnisches Triumphieren. Die blicklosen Augen durchbohrten ihn förmlich. Das Zeitungsblatt knitterte in seiner Hand. „Ich kann weder zustimmen, noch widersprechen, Ines, da ich nicht ganz bei der Sache war.“ „Gnädige Frau haben recht.“ Helga drehte sich auf dem Klaviersessel herum,„darf ich aufhören? Ich bin nicht disponiert—“ Frau Ines lachte spöttisch: „Nicht disponiert? Primadonnenallüren? Das können Sie sich mit Ihrem mäßigen Können wahrhaftig nicht leisten, Helga. Man darf sich wirklich nicht so gehen lassen, wie Sie es zu tun belieben. Beherrschen Sie sich und singen Sie weiter“, befahl Frau Ines. Mit einer trotzigen Gebärde warf Helga den Kopf zurück und begann das Lied zu singen, an das sie eben dachte. Dunkel und tränenschwer klang es durch den Raum: Der Tag ging regenschwer und sturmbewegt, Ich war an manch vergeß’nem Grab gewesen. Ein Weinglas klirrte zu Boden. Die schwere kupferne Aschenschale folgte, daß Clemens Falke aufsprang. „Ines!“ Die Frau tobte.„Um Gottes willen, hören Sie auf! Was fällt Ihnen ein, Helga! Sie sind ein ganz boshaftes Geschöpf. Sie sollen mich doch aufheitern. Und dann dieses Lied! Ah, Sie wünschten wohl, daß es bei mir schon so weit wäre! Allerdings— mein Grab würde schnell vergessen sein! Ich will etwas Lustiges hören, aus einer Operette oder einem Tonfilm. Singen Sie:„Auch du wirst mich einmal betrügen". Das liegt Ihnen doch auch—“ Clemens Falke preßte die Lippen so fest zusammen, daß sie wie ein schmaler, blutloser Strich in seinem Gesicht lagen. Seine Fäuste ballten sich in heißem Zorn und er mußte an sich halten, daß er nicht auf den Tisch schlug. Helga stand auf und klappte den Deckel des Klaviers hörbar zu. „Ich bedauere, ich kann nicht, gnädige Frau.“ Es war zum ersten Male, daß sie sich weigerte, einen Wunsch oder Befehl der Blinden zu erfüllen. „Sie können nicht? Sagen Sie lieber Sie wollen nicht. Weil Sie einen Rückhalt an meinem Mann haben der Sie in Ihrem Trotz gegen mich unterstützt. Oh, ich arme betrogene Frau!“ Da wurde Helga leichenblaß; ihr Blut empörte sich. „Gnädige Frau, ich habe Ihnen schon am Nachmittag gesagt, daß ich mein Dienstverhältnis als gelöst betrachte. Ich habe viel in Geduld ertragen. Aber es gibt eine Grenze, die auch dem Unglück gezogen ist.“ „Ah, sehr gut, sehr gut“, schrillte das Lachen der Blinden,„natürlich, als Geliebte meines Mannes dürfen Sie sich schon eine solche Sprache gegen mich Arme erlauben.“ „Ines, wahre deine Zunge!" Einen solchen harten, befehlenden Ton hatte die Frau noch nie von dem ewig geduldigen Gatten gehört, daß sie beinahe erschreckt schwieg. „Ich darf mich wohl entfernen, Herr Doktor und mich gleichzeitig verabschieden. Denn nach den Worten Ihrer Frau Gemahlin sehe ich mich veranlaßt, noch heute Ihr Haus zu verlassen. Wenn ich auch arm und allein bin, so ist dies dennoch kein Schutzbrief für Beleidigungen.“ Helgas Stimme bebte in Entrüstung. „Abends um zehn Uhr erlaube ich Ihnen nicht mehr, mein Haus zu verlassen und sich irgendwo ein Unterkommen zu suchen, Fräulein von Langenau.“ Clemens Falke sprach sehr höflich; doch in heißer Bitte ruhten seine Augen auf ihr. Er fuhr fort: „Ich bitte, die Worte meiner Frau als nicht gesprochen zu betrachten. Sie weiß ganz genau, daß das alles nur in ihrer Einbildung besteht.“ „Ich kann nicht, Herr Doktor! Es ist zu viel. Schon am Nachmittag—! Ungerechte Kränkungen vertrage ich nicht. Auch meine Geduld hat eine Grenze! Erlauben die Herrschaften, daß ich„gute Nacht“ wünsche!" Sie verneigte sich, ohne Clemens Falke anzusehen, und ging ruhigen, stolzen Schrittes hinaus, des erregten Einspruches der Blinden nicht achtend. Sie war ganz Dame, die wahre Helga von Langenau, zum Herrschen, aber nicht zum Dienen geboren. Frau Ines bekam einen Weinkrampf über diese„Unbotmäßigkeit". Sie schrie und tobte, Helga müsse sofort zurückkommen, was ihr einfiele. Ihr Schreien drang auf die Diele heraus, daß Köchin und Stubenmädchen ängstlich herbeiliefen und horchten. Schweratmend, mit schneebleichem Gesicht, aus dem die Augen vor Erregung dunkel leuchteten, stand Helga draußen. In ungestümer Bewegung warf sie die Arme in die Luft. Die ältliche Köchin legte in schüchterner, ängstlicher Teilnahme den Arm um ihre Schultern. „Hat's was gegeben, drinnen, Fräulein von Langenau? Jas Alles können Sie sich jg nicht gefallen lassen wo Sie schon so übergeduldig sind.“ „Ich habe gekündigt“, sagte Helga leise. „Um Gottes willen! Gekündigt?“ Betroffen sahen sich die beiden Mädchen an. Das mußte„dick“ gekommen sein, das Schikanieren“ der Gnädigen, wenn das Fräulein die Geduld verloren hatte, dachten sie. „Ach, Fräulein von Langenau, was sollen wir denn ohne Sie tun! Sie sind doch der gute Geist in unserem hause. Ich hab's immer zur Rosa gesagt“, meinte die Köchin,„gelt, Rosa? Es war doch viel besser, so lange Sie bei uns sind, weil Sie die Gnädige am besten verstanden. Und der arme Herr——!“ Ja, der arme Herr! Seinetwegen war es ja, daß sie gehen mußte. Konnne Sie noch bleiben, wenn die Frau des Hauses den Verdacht hegte, sie sei die Geliebte des Hausherrn? Wäre sie unbefangen gewesen, wäre sie nach der ersten Empörung doch über den Verdacht der Blinden gekommen. Aber so war mit rohen Worten an Tiefstes, sich selbst Uneingestandenes gerührt und Verborgenes ans Licht gezerrt. In ihrem Zimmer begann sie zusammenzupacken. Sie hatte keine Ruhe mehr und strebte danach, fort, nur fort! Leise klopfte es an der Tür. Heißer Schreck durchfuhr sie. Sollte er——? Sie zögerte, zu öffnen. Aber es war Rosa, das Stubenmädchen, deren Augen erschreckt den offenen Koffer, die ausgelegte Wäsche wahrnahmen. Machte die Gesellschafterin wirklich Ernst? „Es ist so, Rosa. Ich hab's einmal gesagt.“ Helgas Entschluß war gefaßt; sie konnte nicht mehr zurück, Clemens Falke erwartete Helga seinem Arbeitszimmer. Mit tiefem Erbarmen sah sie ihn an; sein Gesicht war förmlich verfallen. Was mußte er leiden! „Fräulein von Langenau, ich bitte Sie nochmals um Verzeihung für meine Frau, wenn es auch für sie eigentlich keine Entschuldigung gibt. Ich muß mich schämen. Aber sie ist ein armer, unglücklicher Mensch.“. W ussi Seite 5 Nr. 161/ Bochumer Anzeiger 7 Freitag, 12. Juli 1935 Aus aller Wen „Pertiel— Abien! Leopold Wölflings letzter Brief— Erschütternde Tragik um seinen Tod Berlin, 11. Juli. Wie wir bereits meldeten, starb in Berlin am 4. Juli im Alter von 67 Jahren der vormalige Erbgroßherzog von Toskana, der im Jahre 1902 aus dem österreichischen Kaiserhause austrat und seitdem unter dem Namen Leopold Wölfling, zuletzt in ärmlichsten Verhältnissen, in der Reichshauptstadt sein Dasein fristete. Jahrelang führte Leopold Wölfling völlig zurückgezogen das Dasein eines Privatgelehrten. Krieg, Inflation und Rentenverluste ließen ihn gänzlich verarmen. Wölflings Tod entbehrt nicht einer ungewöhnlichen Tragik, da er ihn gerade zu einem Zeitpunkte abberief, als der ehemalige Erzherzog, seit zwei Jahren zum dritten Male verheiratet, die Möglichkeit erhielt, die wenig einträgliche Stellung eines Hausmeisters mit aussichtsvoller schriftstellerischer Arbeit zu vertauschen. Vielleicht hat der Verstorbene, der schon längere Zeit an einem Herzleiden litt, die Freude über die unerwartete Wendung in seinem Schicksal nicht zu überstehen vermocht..,„. In den nachfolgenden Zeilen schildert ein Mitarbeiter, der dem Toten nahegestanden hat, die letzte Spanne dieses an Enttäuschungen und Entsagungen überreichen Lebens. Am Mittwoch nachmittag fand auf dem Begräbnisplatz der Jerusalem= und Neuen Kirche in aller Stille die Beisetzung statt. Durch den Tod des früheren Erzherzogs Leopold von Oesterreich, Erbgroßherzog von Toskana, ist der breiten Oeffentlichkeit bekannt geworden, daß der Verstorbene in den letzten Jahren im Nordosten Berlins, in einer Mietskaserne, eine Hausmeisterstelle innehatte. Sein Tod indessen ist dadurch von einer erschütternden Tragik begleitet, als ein paar Tage vor dem Ende das jahrelang erstrebte und ersehnte Glück zu ihm gekommen war. Und es hat den Anschein, als ob allzu große Freude seinen Tod herbeigeführt habe. Vor ein paar Monaten hatte ich ihm den Gedanken nahegelegt, seine Erinnerungen zu schreiben. Und zwar unter größeren und freieren Gesichtspunkten, als es in seinen bisherigen deutschen und englischen Büchern geschehen war. Nach langen Unterredungen, die ich mit ihm über das flutende Leben von heute, über Weltanschauungen, Menschen" und Dinge geführt hatte, erkannte ich, daß dieser kluge Einsiedler den Menschen doch noch vieles sagen könne. Ein Mann, der in strenger Hofluft erzogen, in der österreichischen Marine alle Meere befahren, als Vertreter des Kaisers Franz Joseph rauschende Festlichkeiten mitgemacht und allerlei Missionen erledigt hatte, der im Alter von 34 Jahren aus Liebe zu einer Frau und aus rein weltanschaulichen Gründen das glanzvolle Vaterhaus verließ und gegen eine bescheidene Abfindung dem damals unermeßlichen Vermögen der Toskaner entsagte, ist entweder ein Narr oder ein Weiser. Er ging als Leopold Wölfling in die Welt, schlug sich als Student, Sprachlehrer, Geschäftsreisender, als Philosoph und Grünkramhändler durch, reifte durch ein ungewöhnliches Sprachtalent zur vollkommenen Beherrschung von fünf lebenden Sprachen heran, war in den Klassikern so gut zu Hause wie in den Naturwissenschaften und verarmte dann durch Krieg, Inflation und Rentenverlust. Wer ins Unglück fällt, verliert sich leicht in der Erinnerung der Menschen. Auch selbst jener, denen man viel Gutes getan hat. Und so blieb ihm zuletzt nur übrig, eine Hausmeisterstelle anzunehmen, bei der er wenigstens für sich und seine Frau ein Dach über dem Kopf hatte. In all dem Auf und Nieder bunten Lebens aber blieb er innerlich stets Herr und auch sein Aeußeres zeigte immer, bei aller Armut, den gepflegten Menschen. Ich hatte ihm durch Zufall Eingang verschaffen können bei der„Deutschen Illustrirten“ und der leitende Kollege Zimmermann griff den Plan auf, Wölflings Erinnerungen zu veröffentlichen. Dieser Tatsachenbericht sollte dann die Grundlage bilden für das später zu veröffentlichende Buch. Ueber Form und Inhalt wurden sie bald einig, und hier setzte der Tragödie letzter Teil ein: Ende Juni erhielt Leopold Wölfling die ersten 300 Mark Anzahlung! Für einen Menschen, der jahrelang mit 6 bis 10 Mark die Woche zu leben gewöhnt und gezwungen war, bedeutete das ein unendliches Glück. Jetzt ging sein Sehnen in Erfüllung. Er schrieb mir folgende Postkarte: „Durch die Wandlung in meinem Geschick, die ich Ihrer lieben Vermittlung danke, kann ich jetzt in eine kleine, aber sonnige Wohnung in der BelleAlliance=Straße 83 Gartenhaus II, ziehen und mich ganz meinem Buch widmen. Portier— Adien! Die Wohnung in der Woldenberger Straße war doch zu feucht und auf die Dauer unerträglich, wenn auch Arbeit und Obliegenheiten eines Hausmeisters mich nicht störten. Ich freue mich vor allen Dingen für meine tapfere Frau, die bessere Tage redlich verdient hat.“ Mit seiner geringen Habe zog er um, und die beiden bescheidenen Menschen kauften sich ein paar neue Möbelstücke. Am 2. Juli aber sollte sein Glück übergroß werden: Der Verleger Erich Zander und Kollege Zimmermann von der Deutschen Illustrirten“ hatten Leopold Wölfling bei der Schlußbesprechung weitere 700 Mark übergeben, damit er einmal frei und sorglos schaffen könne. Ihm war in diesem Augenblick wohl zu Mute, wie Saul, dem Sohne des Kis, der da ausging, des Vaters Eselinnen zu suchen und ein Königreich fand. Jetzt ging auch sein kühnster Traum in Erfüllung: er konnte sich einen Schreibtisch kaufen! Jetzt brauchte er nicht mehr in der Wohnküche am einzigen kleinen Tisch zu arbeiten, den er räumen mußte, wenn seine fleißige Frau kochte oder bügelte. Als Erich Zander hörte, daß ein Schreibtisch der letzte Wunschtraum Wölflings war, ordnete er noch an, daß aus seinem weitschichtigen Betriebe ein schöner, guter Schreibtisch für Leopold Wölfling ausgesucht werden solle. So war das Glück zu dem 67jährigen gekommen! Und er vergaß nicht, wie die meisten Menschen, des Dankes. Am 3. Juli schrieb er mir einen Brief. Es war sein letzter. Er dankte mir noch einmal für Rat und Beistand und bot mir zur Abtragung seiner Dankesschuld einen Teil seines Honorars an! „Ich möchte Sie bitten, diese geschäftliche Art zu entschuldigen, aber Sie haben doch wesentlichen Anteil an meinem Erfolg, und ich möchte mich doch dankbar zeigen. Und außerdem erachte ich es für meine Pflicht, zumal wir das Exposé in der ersten Fassung zusammen ausgearbeitet haben und es doch ganz auf Ihren Vorschlägen aufgebaut war....“ Das kennzeichnet diesen gütigen Menschen besser, als die vielen, zum Teil abwegigen Nachrufe. Er glaubte, von seinem vermeintlichen Ueberfluß geben und schenken zu müssen. Als ich in der Frühe des 4. Juli seinen Brief erhielt, war er eine Stunde vorher an einem Schlaganfall gestorben. Ich glaube: All die Freude war zu groß und zu stark für sein an sich nicht allzu kräftiges Herz. Seine Verwandtschaft, die sich nie mehr um ihn kümmerte und die auch von dem Tod keine Notiz nahm — nur Prinz Max von Sachsen schrieb der Witwe einen prachtvollen Brief—, braucht sich seiner nicht zu schämen. Wohl aber schämte er sich manchmal einiger Mitglieder seiner Familie, wenn er es auch nie aussprach. Er war, im Sinne des Aristoteles, ein hochherziger Mann: Er war vom Sieg nicht aufgebläht und von der Niederlage nicht erdrückt. Er bewunderte gern, wenn er wahre Größe erblickte. Beleidigungen übersah er. Ueber sich selbst oder andere sprach er nie; denn er wollte nicht gelobt sein und wollte andere nicht tadeln hören. Kleinigkeiten klagte er nicht und verlangte von niemand Hilfe. H. B. Erschreckende Ausmaße der chinesischen Hochwasserkatastrophe Die Ginmsial in„Reich der Mitte“ Ganze Städte stehen unter Wasser— Die Zahl Todesopfer geht in die Tausende ten hervor. Bis auf wenige hundert Personen ist die gesamte Einwohnerschaft in der Hochflut umgekommen. Die Verluste an Menschenleben, im Flußgebiet des Jangtse lassen sich zur Zeit noch nicht abschätzen. Man befürchtet, daß das Hochwasser allein in der Umgebung von Itschang 500 Todesopfer gefordert hat. Ueberschwemmungen immer größer auch in Amerika Schanghai, 11. Juli. Die Ueberschwemmungen in der Provinz Honan haben überall größte Verluste an Menschenleben zur Folge gehabt. So befürchtet man, daß allein in der Stadt Yenschischien 3000 Menschen in den Fluten umgekommen sind. Tausenden von Einwohnern gelang es noch im letzten Augenblick, sich auf die Berge zu flüchten. Augenzeugen berichten, daß das Gebiet auf weite Strecken hin überschwemmt ist. Nur Baumspitzen und Häusergipfel ragen aus dem Wasser. Die Stadt Hueischin in Nord=Honan steht vollkommen unter Wasser. Auch hier stnd zahlreiche Menschenleben zu beklagen. Im Gebiet des Jangtse=Flusses haben sich zwischen Hankau und Itschang große Seen gebildet, aus denen einzelne Städte wie Inseln hervorragen. Auf die zum Teil geborstenen Deiche haben sich Scharen von Flüchtlingen gerettet, deren Abtransport nach und nach erfolgt. In Yungyang am Han=Fluß sind 800 Häuser eingestürzt. Ueberall werden fieberhafte Versuche zur Verstärkung der Deiche unternommen. Auf Befehl des Generals Tschiangkaischek ist Militär in das Katastrophengebiet entsandt worden. Wie noch zu der Wasserkatastrophe in China gemeldet wird, ist den gewaltigen Ueberschwemmungen in der Honan=Provinz die Bevölkerung einer ganzen Stadt zum Opfer gefallen. Das Wasser durchbrach in der Nacht die Mauern der niedrig gelegenen Stadt Yenchi und überraschte die Bewohner im Schlaf. Innerhalb kurzer Zeit war das ganze Stadtgebiet überflutet. Nur die Türme der Stadtmauer und einige Telegraphenpfähle ragen zur Zeit aus den FluMark. Bei dem Geschäft erzielte Melber einen Kursgewinn von 190000 Mark. Dann verschob der Angeklagte noch einmal 153000 Mark in die Schweiz. Der Staatsanwalt hatte sechs Jahre Zuchthaus und 200000 Mark Geldstrafe beantragt. Deutsche Rennjacht an der schottischen Kufte gesichter Vermutlich der überfällige„Störtebeker“ London, 11. Juli Der Kapitän des englischen Dampfers„Saint Ola“, der am Mittwoch abend in Scapa=Pier(OrkneyInseln) eintraf, berichtet, daß er zwischen den OrkneyInseln und der schottischen Küste zweimal eine deutsche Jacht gesichtet habe. Das eine Mal auf der Höhe von Dunnet und das andere Mal zwischen Dunnet und der Insel Stroma. Die Jacht habe durch Signale das Ersuchen gestellt, der Kapitän des Dampfers möge der Presse mitteilen, daß die Jacht Teilnehmerin des Ozeanrennens Amerika— Bergen sei. Der Kapitän konnte jedoch den Namen der Jacht nicht feststellen. Wie es scheint, handelt es sich hierbei um die Hamburger Jacht„Störtebeker“, die am 8. Juni von der Ostküste Nordamerikas zur ersten Atlantikregatta gestartet war und um deren Verbleib man sich bereit ernste Sorgen gemacht hatte. An Bord der deutschen Jacht„Störtebeker" alles wohlauf. Hamburg, 11. Juli. Nach einer Mitteilung der Hamburger Vertretung von Lloyd hat, wie jetzt bekannt wird, der englische Dampfer„Delcroß" am 10. Juli um 12.30 Uhr in der Nähe der Orkneyinseln die seit einigen Tagen überfällige Hamburger Jacht„Störtebeker“ angetroffen, die ihn gebeten hat, nach Hamburg zu melden, daß an Bord der Jacht alles wohlauf sei. dnb Philadelphia, 11. Juli. In den östlichen Teilen Pennsylvaniens sind zahlreiche Ortschaften durch Hochwasser völlig von der Umwelt abgeschnitten. Das gesamte Hartkohlengebiet steht unter Wasser. Die Arbeit in den Kohlengruben ist lahmgelegt. Die Ueberschwemmungen haben sechs Todesopfer gefordert. Wie aus Albany gemeldet wird, schreitet die von den Behörden und vom Roten Kreuz eingeleitete Hilfsaktion im Ueberschwemmungsgebiet des Staates Newyork rasch fort. Nach Wiederherstellung der Verbindungen ergibt sich, daß der Sachschaden noch viel größer ist, als zuerst angenommen wurde. Er wird jetzt auf über 25 Millionen Dollar geschätzt. In einer überfluteten Ortschaft brach am Mittwoch erneut ein Brand aus, der den Schaden noch erheblich vergrößerte. Wie jetzt gemeldet wird, wurden weitere neun Ertrunkene geborgen, womit sich die Gesamtzahl der Toten auf 50 erhöht. Die Behörden haben strenge Maßnahmen ergriffen, um Plünderungen im Ueberschwemmungsgebiet, wie sie bereits an zwei Orten geschahen, zu verhindern. Aschenregen am Krakatau Die ersten Schiffsmeldungen über den Vulkanausbruch Amsterdam, 11. Juli. Die Meldung aus Batavia über eine erhöhte Tätigkeit des Vulkans Krakatau wird jetzt auch von mehreren in der Nähe vorbeifahrenden Schiffen bestätigt. Bei den Ausbrüchen, die in Zwischenräumen von zwei Minuten erfolgten, wurde die ausgeworfene Lava Anglaublicher Turfschwindelversuch Das Gertäuschie Kennpfeir And„ferner lief“ der Betrüger Berlin, 11. Juli. Vor dem Berliner Landgericht begann am Donnerstag ein Prozeß, in dem ein ungewöhnlicher Betrugsfall zur Verhandlung steht. Angeklagt ist der 39= jährige Heinrich Ditsch, dem ein raffinierter Rennpferdetausch zur Last gelegt wird. Am 9. Dezember des vergangenen Jahres war für ein Rennen in Mülheim=Duisburg unter anderen auch ein schwaches Pferd genannt worden. Der Angeklagte und seine Hintermänner wetteten jedoch auf dieses Pferd und vertauschten einige Tage vor dem Rennen mit Hilfe ausgeklügeltster Mittel das schwache Pferd mit einem weit besseren. Die Rennleitung kam jedoch dem versuchten Betrug auf die Spur und veranlaßte die Sicherstellung des betrügerisch unterschobenen Rennpferdes. Auf diese Weise wurde die Gewinnabsicht der Betrüger vereitelt und eine Schädigung des wettenden Publikums vermieden. Der Angeklagte, der früher Jockei und in den letzten Jahren Trainer war, wurde bereits im Jahre 1932 wegen des Verdachts betrügerischer Handlungen von allen Rennen ausgeschlossen und von allen Rennbahnen verwiesen. Dabei wurde als erwiesen angesehen, daß Ditsch in mindestens drei Fällen Pferde vertauscht hatte. Fünf Jahre Zuchthaus für einen Devisenschiedel dnb Augsburg, 11. Juli. Die Große Strafkammer des Landgerichts Augsburg verurteilte nach zweitägiger Verhandlung den 36= jährigen Karl Melber aus Augsburg wegen eines besonders schweren Vergehens gegen das Devisengesetz zu fünf Jahren Zuchthaus und 24.000 Mark. Geldstrafe, im Falle der Uneinbringlichkeit zu einem weiteren Jahr Zuchthaus. Der Haftbefehl bleibt aufrechterhalten. Melber hatte nach der Anklageschrift im Sommer vorigen Jahres Farbenaktien in der Schweiz im Nominalbetrag von 205000 Mark aufgekauft und dann in Deutschland wieder veräußern lassen. Das zum Ankauft der Aktien benötigte deutsche Geld hatte der Angeklagte teils selbst und teils durch Mittelsmänner über die Grenze verschoben, und zwar 110 000 Die Welt sieht auf Abessinien Scherl-Bilderdienst Mit der zunehmenden Verschärfung des italienisch=abessinischen Konflikts blickt die Weltöffentlichkeit auf das letzte schwarze Kaiserreich in Afrika. Unser Bild zeigt den Kaiser Haile Selassie., wie er mit seiner Familie auf dem Balkon des neuen kaiserlichen Palastes in der abessinischen Hauptstadt Addis Abeba die Huldigungen der Bevölkerung entgegennimmt. mehrere hundert Meter emporgeschleudert. Die ganze Umgebung des Vulkans ist durch Aschen= und Dampfregen in Dunkelheit gehüllt. Tatsächlich soll die kleine vulkanische Insel Ana Krakatau, die sich bei dem heftigen Ausbruch des Vulkans im Jahre 1883 bildete, wieder vom Meere verschlungen worden sein. Der Leiter des auf Sumatra stationierten wissenschaftlichen Beobachtungsinstituts ist jedoch der Ansicht, daß die Insel nur etwas gesunken ist und die Oberfläche infolge des Aschenregens nicht mehr wahrgenommen werden kann. Man ist der Ansicht, daß die Tätigkeit des Krakatau zu irgendwelcher Beunruhigung für die umliegenden Inseln zunächst keinen Anlaß gibt. Zugzusammenstoß bei Kassel Güterzug überfuhr das Haltesignal.— Nur Leichtverletzte. Kassel, 11. Juli. Am Donnerstag morgen stießen auf der wegen Brückenbaus eingleisig betriebenen Strecke zwischen Melsungen und Beiseförth ein Güterzug und ein Eilzug zusammen. Nach dem amtlichen Bericht der Reichsbahn hatte der Güterzug das„Halt" zeigende Signal überfahren Eine größere Zahl von Reisenden des Eilzuges wurde meist leicht verletzt. Die Verletzten wurden an der Unfallstelle von Aerzten verbunden oder in das Krankenhaus Melsungen übergeführt. Die Hilfszüge von Kassel und Bebra, die sofort eintrafen, befinden sich an der Unfallstelle Vom Güterzug sind einige Wagen entgleist und beschädigt. Wie die Pressestelle der Reichsbahndirektion zu dem Zusammenstoß noch ergänzend mitteilt, sind etwa 20 Personen leicht verletzt worden. Es handelt sich meist um Splitterverletzungen. Der Betrieb zwischen Melsungen und Beiseförth konnte um 13 Uhr wieder eingleisig aufgenommen werden. Vollstreckung eines Todesurteils. Der am 15. November 1901 geborene Franz Becker ist heute in Mainz hingerichtet worden. Becker war von dem Schwurgericht in Mainz wegen Raubmordes begangen an der 68jährigen Händlerin Katharina Grau, zum Tode und zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt worden. Kraftwagen vom Triebwagen überfahren.— Zwei Tote. Am Mittwoch nachmittag wurde auf der Strecke Wehlau— Friedland auf dem ungesicherten, aber durchaus übersichtlichen Bahnübergang zwischen den Bahnhöfen Friedland und Allenburg ein mit vier Personen besetzter Kraftwagen von einem Triebwagenzug überfahren. Hierbei wurden zwei Insassen des Kraftwagens getötet. K Seite 6 Nr. 1617 Bochumer Anzeiger 7 Freitag, 12. Juli 1933 Unterhaltung Ock will ein Mann sein! Von#torst 90. Rarsten „Um Gotteswillen, haben Sie den kleinen Karl Möller nicht gesehen?!“ Heillose Aufregung in der ganzen Pension: Karlchen Möller war wie vom Erdboden verschwunden, und dabei ging in einer halben Stunde die schmalspurige Inselbahn ab nach der Mole draußen, wo der Dampfer nach Emden auf die Heimkehrer aus den Ferien wartete. Eine ganz tolle Geschichte: die Koffer waren längst gepackt, lagerten bereits am sogenannten Bahnhof, Erna Möller hatte sich schon in ihr Mäntelchen gehüllt, saß brav artig, wenn auch voll leiser Abschiedsmelancholie neben der Mutter, bereit, zur Bahn zu pilgern. Von denen allen, die mit Frau Möller und den beiden Kindern für vier selige Strandwochen eine Hausgemeinschaft gebildet, hatte man sich schon unter vielen guten Wünschen und Wiedersehnsversprechen verabschiedet— und nun diese Katastrophe: Karlchen, der Herr Sohn, war weg: war im ganzen Haus nicht zu finden; hatte sich selbständig gemacht. Man suchte hin, man suchte her; vergebens. Zug und Dampfer mußten unter diesen Umständen verpaßt werden, das war klar. „Nun, dann fahren wir eben erst morgen,„erklärte Frau Möller mit erstaunlicher Gelassenheit. „O Gott, wenn dem Jungen nun etwas passiert ist? Er war schon immer beim Baden so keck!“ unkte die Postratswitwe. Aber Frau Möller ließ sich nun einmal nicht aus der Ruhe bringen:„Nein, dem Jungen geschieht schon nichts! Nur keine Aufregung!— Ich gehe zum Strand, ich werde ihn schon finden!" In gemessenem, wenn auch energischem Tempo marschierte sie los. Sie hatte so ihre Ahnung... Sie und ich habe sie zonts über den Dünen und dem Meer ins Auge fassen konnte. „Ja, siehst du Mama: man muß ein Mann sein, und man muß sein Wort halten. Deshalb.“ „Natürlich muß man! Aber da sehe ich noch nicht recht klar „Also ich hab mich zu was furchtbar Ernstem entschlossen und hab etwas furchtbar Ernstes versprochen. Deshalb muß ich vorläufig bleiben.“ „Tia. Karl— laß uns da lieber gemeinsam überlegen. Also was ist es?“ Pause. Karlchen Möller kämpfte mit sich. Bis er sich entschloß: „Weil du es bist. Mama. Du bist immer vernünftig und wirst das einsehn—“ „Danke. „Also die Renate— also die Renate Jaspers— also—“ Frau Möller nickte verstehend. Jetzt sah sie vor sich nieder— man mußte heillos vorsichtig sein, jetzt, da sich ein keusches kleines Jungenherz offenbaren wollte... sonst konnte man Schaden anrichten, der im Leben nicht wieder gutzumachen war und des Kindes Vertrauen zur Mutter für immer zerstörte... Die Renate, ja.. deine kleine Freundin ich finde sie süß, weißt du, und mag sie furchtbar gerne, Karl" Der Junge seufzte tief auf, als wälze sich ein Alp von seiner Brust. Ganz von innen holte er es herauf: „Also, Mama, der Renate— wir haben doch so famos miteinander gespielt die ganzen Wochen hier ja Das Wort„lieb“ schien ging die Strandterrasse hinauf, hin zum Quai, zu dessen Füßen die Nordseewogen anrollten. Die Mauertreppe abwärts— und dann über Sand, zwischen den Zelten und Strandkörben hindurch gleich nach links, in die Dünen. Zehn Minuten dünenauf, dünenab, fort von der Heerschar der Feriengäste. Hier irgendwo, ganz für sich, hatte sich Karl seinen eigenen Schlupfwinkel, seine eigene Sandburg erbaut— aha, hier.— Sie sah von oben in das versteckte Nest und nickte vor sich hin: natürlich, ich hab schon recht gehabt...! Dort unten hockte Karlchen Möller, ganze neun Jahre alt. Er saß mit gekreuzten Beinen wie eine Buddhastatue, hatte napoleonisch die Arme auf der Brust verschlungen, starrte in steinern ernstem Sinnen vor sich hin, eine gewaltig strenge Falte zwischen den Brauen... Die Mutter beobachtete ihn eine Weile aufmerksam, nicht über seine Lippen zu wollen. Statt dessen drehte er sich mit einem Ruck ganz der Mutter zu und polterte heraus:— also ich hab dann vor ein paar Tagen der Renate die... die Ehe versprochen— und nun wirst du einsehen, daß ich da nicht einfach wegfahren kann, das wäre ein Wortbruch und ich wäre ein Lump, und ich will doch— also ein Mann!— also—!“ Es soll Erwachsene geben, die es fertig bekommen, bei solcher Eröffnung eines Neunjährigen entweder in ein brüllendes Gelächter auszubrechen, oder die ihm einfach schallend eine runterhauen, ihn dann am Kragen packen und so eilends zur Bahn, hinweg aus den Ferien, heraus aus seinem ersten kleinen und doch so großen Herzenserlebnis schleppen würden. Aber solch eine Frau war die Mutter dieses Karlchen Möller nicht, nein. Sie stand nur auf, legte den Arm um die Schulter des Jungen und zog ihn an sich. Dann meinte sie leise: „Du hast ganz recht. Das ist eine ernste Sache, Kamerad. Und dein Wort darfst du nicht brechen. Nimmermehr. Ich verstehe das so gut. Dabei ist ja auch die Renate— na, ich hab dir ja gesagt, wie gern ich sie mag. Also ich freue mich—“ Weiter kam sie vorerst nicht.—„Mutter!“— und dann wühlte sich ein gleichzeitig vor Jauchzen und Schluchzen zuckendes Jungengesicht in ihren Schoß. Sie streichelte den blonden Haarschopf. Raunte in immer gleichem Ernst auf ihn nieder: „Aber paß mal auf, ich muß dir da eine Sache von Vater und mir erzählen. Also, Karl: auch wir beide waren sehr jung, als wir uns kennen lernten und merkten, wie lieb wir uns hatten— zwar ein bißchen älter als du und Renate... na, Vater ging von der Schule auf die Universität, und ich mußte mein Pensionsjahr antreten. aber eben: wir hatten uns lieb— und hatten uns auch fest versprochen, daß wir uns heiraten würden... Nun, wir haben dann noch Jahre, Jahre gewartet, bis es so weit war. Weißt du warum? Dein Vater hat mir damals geDie Tiege Agaent Wir sind den Ziegen gegenüber ungerecht. Das weiß ich seit gestern. Wir gehen sogar so weit, mit dem Ausdruck„Alte Ziege" ein liebloses Urteil abzugeben. Dabei ist eine alte Ziege eine kluge Lebenskünstlerin und vor allem eine Feinschmeckerin. Ich war bei Freunden die sich am Stadtrand ein Häuschen erbaut haben. Die bekannten zehn Minuten von der Bahn entfernt. Aus einem mir unverständlichen Gefühl heraus dann stieg sie zu dem Ausreißer hinab ins Nest. Un= glaubten meine Freunde die bodenständische Verpflichter ihren Schritten rieselte der Sand in die Höhle, tung zu haben eine Ziege zu halten. Sie hatten einen das weckte den Jungen, er schaut auf und entdeckte die Garten mit einigen Gemüsebeeten und hatten, sei es Mutter. Eigentlich mußte er ein verflirt schlechtes Ge= durch Erbschaft, Neigung oder Zufall, diese besagte, schon wissen haben, nicht wahr?—: ausgekniffen; Zug und etwas bejahrte Ziege erstanden. Dampfer verpaßt; die ganze Heimkehr durcheinander Daß sie diese Ziege Agathe nannten, muß noch ergebracht; der Mutter vermutlich Sorge gemacht... wähnt werden. vielleicht stand Dresche in Aussicht? Ob man am besten Mit diesem Tier hatte es eine besondere Bewandtnis. von neuem weglief? Nichts davon. Karlchen Möller Als wir im Garten saßen, wurde Agathe vorgeführt. nahm sein Schicksal gefaßt auf sich. Er stand nur auf, Man kennt dieses Vorführen. In manchen Familien muß stellte sich verschlossen vor die Mutter hin und sah sie einem die elfjährige Elfriede Klavier vorspielen, während entschlußbereit an. So musterten sie sich eine Weile. der achtjährige Kurt einen Handstand ausführt. Bis Frau Möller zwar kopfschüttelnd, aber sehr ruhig] Wir bewundern das alles pflichtschuldigst. begann: Bei meinen Freunden war es Agathe, die aus irgend„Nun sag mal, was hast du dir eigentlich gedacht? seiner Artverwandtschaft mit den Gemsen sich als KletWolltest du Erna und mich allein fahren lassen und etwa hier bis zum nächsten Jahr Robinson spielen?" Kein Muskel zuckte in dem Kindergesicht. Höchst ernsthaft und überlegt kam es über die jungen Lippen: „Damit du es weißt: ich kann hier einfach nicht weg Frau Möller setzte sich geruhsam in den Sand. „So, du kannst nicht. Das ist fatal. Willst du mir nicht sagen, warum?“ Karlchen drehte sich halb zur Seite, so daß er sowohl die Mutter als auch die Unendlichkeit des Horitertier zeigen mußte. Vom Garten aus führt zu einem vorgelagerten Wintergarten eine schöne, breite Treppe mit einem Geländer von etwa 20 Zentimeter Breite. Die Ziege Agathe geht nun keineswegs wie ein vernünftiger Mensch diese Treppe hinauf, sondern sie hüpft auf das Geländer und stelzt dann leicht beschwingt die immerhin erhebliche Steigung hinan. Das ist viel unterhaltsamer, als wenn ein Elfriedchen Klavier spielt, und vor allem macht es auch kein Geräusch. Ich bewunderte Agathe laut und herzlich, während das Tier mit anscheinend spielerischer Freude seine Künste zeigte. Unterdessen erklärten mir meine Freunde mit berechtigtem Stolz, daß Ziegen im allgemeinen und Agathe im besonderen kluge, nahezu edle Tiere seien. Vor allem sind sie große Leckermäuler. Sie fressen z. B. niemals Gras von sauren Wiesen, oder Unkraut, wie es die Schafe tun. Dafür sind das ja aber auch Schafe. Sie nehmen mit Vorliebe Beifuß, der einen köstlichen Geschmack hat. So zwischen Petersilie und Wurzelkraut. Das wurde mir umständlich erklärt, und diese genaue Bezeichnung des Beifuß=Geschmackes:„So zwischen Petersilie und Wurzelkraut“ flößte mir Hochachtung ein, Erkannte ich daraus doch nicht nur den guten Geschmack der Ziegen, sondern auch die mit der Scholle wachsende Erdverbundenheit meiner Freunde. Ich weiß nicht einmal, was Wurzelkraut ist, geschweige denn, wie es schmeckt! Einmal war Agathe in den Gemüsegarten geraten und hatte die Spinatbeete in einer halben Stunde so leer gefressen, daß alles glatt wie ein Billardtuch aussah. Das alles erfuhr ich, während Agathe in fröhlichem Auf und Ab ihre Künste zeigte. In diesem Eifer tierkundlicher Erörterungen hatten wir sie aus dem Auge verloren. Es erhob sich dann aber plötzlich ein sehr großes Geschrei. Die Köchin, auf der Terrasse oben stehend, jagte Agathe mit rohen Scheltworten und Fußtritten die Treppe hinunter. Dort oben nämlich war Agathe nicht nur über die zwei Stücke Torte erfolgreich gekommen, sondern hatte auch noch die Zimmerlinde und den Gummibaum restlos leergefressen. Ich nehme an, daß auch der Geschmack dieser Pflanzen„zwischen Petersilie und Wurzelkraut" liegt und daß die Heimgemse die Torte lediglich als Nachtisch genossen hat. P. K. sagt:„Nicht eher, als bis ich ein Mann bin, der etwas erreicht hat im Leben!“— Und weil er das gesagt hat, weil er mich so lieb hatte, daß er warten konnte, um mir dann das schöne Leben zu bereiten, das wir ja nun schon so lange mit euch beiden, Erna und dir teilen... erst deshalb habe ich ihn ja so ganz, ganz lieb gewonnen!— Siehst du, so ist das mit uns Frauen: nur einen Mann, der weiß, was er will, den können wir so ganz richtig und von Herzen lieben!— Und das wird auch mit Renate gar nicht anders sein, da verlaß dich auf deine Mutter!— Um Gottes willen, du sollst nicht etwa dein Wort brechen!— aber auch der Renate wirst du ja erst imponieren und wirst sie erst ganz erobern, wenn du ihr gezeigt hast:— ich kann warten— weil ich erst was werden muß!— Und jetzt bist du erst ein Pimpf... du mußt also mindestens—“ — ein SA.=Mann werden!" Karlchen Möller hatte sich längst von der Mutter losgemacht. Jetzt stand er hochgereckt, mit wehendem Blondschopf und leuchtenden Blauaugen vor ihr. Schon gab es für ihn kein Parlamentieren mehr. Er setzte sich in den Sand, zog sein Notizbuch, entriß ihm eine Seite und begann fieberhaft zu kritzeln. Dann reichte er der Mutter das Blatt: „Das schick' ich ihr— dann fahren wir!— Ist es so richtig?“ Und die Mutter las: „Liebe Renate! Ich halte mein Versprechen und bleib treu! Aber Du mußt noch warten. Denn ich hab mir was geschworen: Ich will ein Mann werden! Ein ganzer Mann! Dann hole ich Dich! Das mußt Du ganz fest glauben!— Dein Karl Möller.“ Die Mutter nahm ihren Jungen bei der Hand. Der schritt tapfer mit ihr hinweg aus der Burg... weg vom Meer.. aus den Ferien...:„Jetzt fahren wir! Jetzt geht's ans Schaffen, kann ich dir sagen— in der Schule und beim Jungvolk!— Jetzt weiß ich, was ich will!“ Nur wie verwehend raunte es seinem aufrechten und tapferen Knabengesicht vorbei:„— und ich weiß, du wirst es schaffen!— und wirst einmal ein ganzer Mann... mein lieber Bub.. solch ein Fenster gab es! „Der Beklagte wird verurteilt, mit dem an dem Giebel des Schuppens der Klägerin errichteten Neubau von dem im Giebel des vorbezeichneten Schuppens befindlichen Fenster, und zwar von dem unteren Rande des vorbezeichneten Fensters an, so weit zurückzutreten, daß aus einem über dem vorhandenen Giebelfenster angebrachten, gleichartigen ungeöffneten Giebelfenster eines über dem vorhandenen zweiten Stockwerk des Schuppens als errichtet gedachten gleichartigen dritten Stockwerks ein mittelgroßer Mann in aufrechter ungezwungener Haltung, dessen Standpunkt vor dem Fenster so gewählt wäre, daß sein vorwärts gerichteter Blick die Scheiben des Fensters 16¾ Zentimeter über dessen Unterkante träfe, mit aufwärts gerichtetem Blick in der ganzen Breite des Fensters noch den Himmel sehen könnte.“ urteile des Reichsgerichts, Band 64, Seite 300. P. K. stel „Warum haben Sie Ihre letzte Stellung verlassen, fräulein?" fragt Frau Müller die neue Hausangestellte. „Der Hausherr war schuld. Der versuchte immer, mich zu küssen. „Das gefällt mir aber, daß sich Ihre Moral dagegen auflehnte", sagt Frau Müller anerkennend. „Jawohl!" ruft das Fräulein,„und wenn Sie das alte unrasierte Walroß gesehen hätten, von dem hätten Sie sich bestimmt auch nicht küssen lassen!" Von C. Baumann 14) Draußen rasselten die Trommeln, die Flöten zirpten, der Marschtritt der Grenadiere tönte bis hinauf zu dem Zimmer, in dem Seydlitz lag. Ueber dessen Geist lastete wieder das Dunkel der Bewußtlosigkeit. Wieder phantasierte er. Noch im Hinüberschlummern hatte er das Exerzieren der Wache gehört. Nun klang es in seinem Geiste, wie unten auf dem holprigen Schloßhofe. Und dazwischen hörte er Minchens Stimme. Sein Geist verwirrte sich, so daß die Markgräfin direkt Angst hatte. „Hörst du, Minchen! Des Königs Grenadiere! Hörst du die Kürassiere?— Bald werde ich auch mit dabei sein! Und dann, Minchen——“ weiter sprach Seydlitz in seinen Phantasien, doch den Wortlaut verstand die hohe Frau nicht. Spät in der Nacht kam Seydlitz noch einmal zur Besinnung. Noch immer hielt die Markgräfin seine verbundenen Hände. Zufriedenes Lächeln glitt über ihr Gesicht. „Ich— will— schla— fen—— Gu— te— N— acht, Mut— ter!“ „Gute Nacht, mein Junge!“ Sanft streichelte die Markgräfin über sein Gesicht. Dann, als er leise eingeschlafen war, erhob sie sich, rückte die Decke zurecht und küßte ihn zum letzten Male. So nahm die Markgräfin Sophie Dorothee Abschied von Seydlitz— von„ihrem" Jungen, wie sie ihn nannte. Nach drei Tagen war Seydlitz wieder wohlauf. Er konnte wieder Dienst tun, doch noch immer blieb die Ernennung des Königs aus. Im April 1740, ein Jahr nach jenem verhängnisvollen Ritt auf dem Hirsche, kam endlich das Edikt. Seydlitz hatte natürlich keine Ahnung davon. Zur Abendtafel wurde Galaanzug mit Degen befohlen. Ohne sich Gedanken darüber zu machen, erschien er in befohlener Toilette. Ganz gegen seine Gewohnheit erhielt er einen Platz an der Tafel, in der Nähe des Markgrafen. Lakaien bedienten. Als die Tafel fast zu Ende ging, erhob sich der Markgraf. Ein Offizier mußte den Oberst v. Rochow und den Pagen v. Seydlitz holen. Als die beiden so verschiedenen Herren vor dem Markgrafen standen, ahnte niemand, um was es gehen sollte. Der Oberst dachte an den Disput mit dem Markgrafen im vergangenen Jahre. Seydlitz dachte an nichts. Die Markgräfin blieb ernst und feierlich, wie alle die andern Gäste. Sie allein wußte daß jetzt der Lieblingswunsch„ihres" Jungen in Erfüllung gehen sollte. Gespannt lauschte die ganze Gesellschaft den Worten des Markgrafen. Der sprach kurz, militärisch, fast sarkastisch, als wenn er auf dem Exerzierplatz stünde. So etwas war man gar nicht an dem Fürsten gewöhnt. „Herr v. Seydlitz. Seine Majestät unser erlauchteste Herr und König, Friedrich Wilhelm I. von Preußen, Ihr hoher Pate, hat mir soeben die Order zugehen lassen, wonach Sie mit dem heutigen Tage als Cornett in das Seiner Majestät gehörende KürassierRegiment v. Rochow placieret sind. Ich übergebe Sie daher Ihrem Regimentskommandeur, Herrn Obrist v. Rochow, der von nun an über Sie wachen wird.“ Am liebsten wäre Seydlitz dem Markgrafen um den Hals gefallen; doch er nahm sich zusammen. Stramm stand er zwischen dem Markgrafen und seinem künftigen Vorgesetzten. „Ich erhebe mein Glas“, fuhr der Markgraf fort, „Seine Majestät, unser erlauchtester Herr und König. Vivat! Vivat! Vivat“— Dreimal wurden die Gläser erhoben und dreimal erklang der Ruf durch den Saal. Dann aber nahm der Markgraf das Wort wieder. „Und nun trinken wir auf das Kürassierregiment Seiner Majestät v. Rochow und seinen jüngsten Offizier!" Noch einmal klangen die Gläser aneinander. Dann wurde es still im großen Saale. Seydlitz mußte neben dem Markgrafen sitzen. An der anderen Seite hatte der alte Oberst Platz genommen. Wer den Jüngling neben dem alten Offizier so sitzen sah, der ahnte nicht, daß dieser dereinst sein Regiment dem Jüngeren ausliefern und dieses Regiment den Namen„Seydlitz" tragen würde.— Der Markgraf beobachtete seinen früheren Pagen. „Freut Er sich auf den königlichen Dienst?“ „Zu Befehl, Ew. Hoheit!— Aber ich habe eine Bitte an Ew. Hoheit!“ „Parliere Er ruhig, Sie sei Ihm gewährt! Gehe Er ruhig hin zu Seinem„Mohammed“ und zu Seinem Minchen!“ „Minchen?— Wie kommen Ew. Hoheit zu diesem Namen?— Zu meinem Pferde will ich!— Zu meinem „Mohammed“!“— Und schon war er draußen. Hell wiehernd, smpfing ihn das Tier. Freudestrahtenz ilte er ihm sein großes Glück. Und wie er noch eim Erzählen war, kam Fredersen, der Stallmeister. Seydlitz wos ist's denn, was Ir so was Ihn 10 erzäl beim Na,„Peydiß, was## v denn, echauffiert?“ fragte er gutgelaunt. „Ich bin zum Cornett bestellt bei den RochowKürassieren, Fredersen!“ „Was?— Junge, du hast mehr Glück wie Verstand! Und nun willst du raus mit deinem„Mohammed"?“ Der Alte merkte in der Freude gar nicht daß er „Du“ hatte. Und Seydt#g nuhm es als selbstverständlich hin. Sie waren doch alte Bekannte. Nachdem Mohammed“ gesattelt war, ritt Seydlitz langsam an. Als er dann die Landstraße erreicht hatte, ging es im Galopp nach Heinersdorf. Erst vor der Schenke hielt er an. Schnell sprang er ab.„Mohammed" blieb stehen. Die Gaststube war wenig besucht. Der ganze Raum war blau von dem Rauch der tönernen Pfeifen. Unwillig blickte sich Seydlitz um. Die Wirtin merkte es. „Euer Gnaden suchen jemand?“ redete sie ihn an, nachdem sie ihm eine Erfrischung gebracht hatte. „Ja, Frau Wirtin. Minchen Ilsinger?“ „Minchen ist schon fast ein Jahr bei meiner Schwester in Berlin. Doch wer seid Ihr, daß Ihr so fragt?“ „Seydlitz heiße ich!“ „So seid Ihr wohl der Herr, der Minchen das Kreuzchen schenkte?“ „Ja, der bin ich. Aber was soll'?“ „Immer hat sie an Euch gedacht. Aber sie wußte Euern Namen nicht und ein paar Wochen nach dem Waldfeste im vergangenen Jahr, reiste sie nach Berlin. Noch auf der Schwelle richtete sie mir aus, Euch grüßen zu lassen und Euch alles Glück zu wünschen.“ „Ich habe oftmals geschrieben. Hat sie die Lettres nicht erhalten? Sie hat niemals geantwortet?“ „Wo sollte sie sich hinwenden, Herr?" „Kannte sie denn meinen Namen nicht?“ „Nein, Herr! Erst als Ihr verletzt im Wagen Ihrer Hoheit laget und die Leute von Euch erzählten, da erfuhr sie Euern Namen.“ „So war Minchen die ganze Zeit hier?" „Und immer hat sie auf euch gewartet, Herr." „Nun ist es zu spät!— Wißt Ihr Minchens Adresse?— So schreibt ihr, ich ließe sie grüßen und dächte immer noch an sie.“ Dann warf er ein Geldstück auf den blankgescheuerten Tisch, eilte hinaus und trabte davon. In Schwedt angekommen, meldete ihm der Diener, der den Dienst beim Markgrafen versah, daß ihn dieser am frühen Morgen erwarte. Es war 7 Uhr morgens geworden. So ließ sich Seydlitz gleich bei der Markgräfin melden, von der er wußte, daß sie schon empfing. Er hatte richtig vermutet. Sie hatte ihn schon erwartet. Freudig ging sie ihm entgegen. „Bon jour, Monsieur le Cornett!“ Zum ersten Male hörte Seydlitz diesen Gruß. Dann meldete er sich militärisch bei seiner Herrin. Sie plauderten lange, lange Zeit. Alles erzählte ihr Seydlitz. Von Minchen, von dem Erlengebüsch und von dem heutigen Besuch. Ruhig hörte ihm die hohe Frau zu. Als er geendet hatte, stand sie auf. Aus ihrem Schreibtisch holte sie ein kleines Briefchen. „Das habe ich just an meinen Bruder, den Kronprinzen, geschrieben. Wenn der einmal regieren wird, so soll er sich den Cornett v. Seydlitz engagieren. Das sei mein Dank für Ihn. Er hat mich an diesem einsamen Hofe zu Schwedt gelehrt, was es für mich bedeutet hätte, ein Kind zu haben. Leben Sie wohl, Herr v. Seydlitz und gedenken Sie meiner zuweilen, als einer die Sie wie eine Mutter liebte.“ Ganz still war es um Seydlitz geworden als er das Zimmer verlassen hatte. Unten auf dem Hofe schlug die Wache den Wirbel. Da straffte er sich. Jetzt war er wieder der alte!— Jetzt wußte er, was er zu tun hatte. Der Dienst rief!— Des Königs Dienst!—— 8. Ein paar Tage blieben für Seydlitz, sich seine Montur zu beschaffen. Gehörig nutzte er die kurze Zeit aus. Der Hofschneider mußte ihm ein paar Uniformen anfertigen, der Stiefelmacher arbeitete für ihn, die Waffenschmiede und all die vielen Handwerker, die nötig waren, aus dem Zivilisten einen Menschen zu machen, der die Ehre hatte, des Königs jüngster Offizier zu sein. Eines Morgens, es war in der ersten Hälfte des Monats Mai 1740, kam ein junger, kaum 20jähriger Offizier die Treppe des alten Schwedter Schlosses herab. Einen letzten Blick warf er zurück auf die Stätte seiner Jugend. Unwillkürlich faßte er an die Brust, wo das kleine goldene Medaillon hing, das ihm Minchen Ilsinger einstmals geschenkt hatte und das er seit jenem letzten Besuche in Heinersdorf wieder trug. Vor einem breiten Spiegel blieb er stehen, sich zu mustern. Von oben bis unten schaute er sich an. Der schwarze Dreispitz mit dem schmalen Rand aus silberner Schnur saß richtig. Ebenso die weiße Perücke mit dem Zopf. Eng schmiegte sich das strohgelbe Koller mit den blauen Besätzen um den jugendlichen Leib. Blendend weiß leuchteten die ledernen Hosen aus dem schwarzen Schaft der hohen, glänzenden Stulpenstiefel. Ein blanker Küraß und ein silbernes Bandelier mit blauen Streifen vervollständigten den Anzug. Das schönste an der ganzen Uniform aber war der schöne, schwere Pallasch, ein Geschenk des Markgrafen von Brandenburg=Schwedt. Eine echte Damaszenerklinge mit einem fein vergoldeten Griff, der den preußischen Adler zeigte, steckte in einer weißen Lederscheide mit schwarzen Verzierungen. Die weißen Stulphandschuhe schwenkend, drehte sich Seydlitz um. Sein Freund, sein„Mohammed“ wartete! Nachdem er die Schloßhalle passiert hatte und durch das alte graue Portal trat, hatte er das größte Erlebnis seines jungen Lebens! Die Wache trat ins Gewehr!— Die Wache präsentierte!— Präsentierte vor ihm!—— Eilig ging es zum Stall. Fredersen, der alte Stallmeister, hatte„Mohammed“ bereits angeschirrt. Eine blaue Schabracke zierte den schwarzen Sattel— ein Geschenk der Markgräfin. Fredersen hatte zur Feier des Tages seine alte achtmi Wachtmeisteruniform der Rochow=Kürassiere angelegt. Zwar hatte er den strengen Befehl des Markgrafen, nur in der markgräflichen Livree Dienst zu tun, doch was kümmerte ihn heute der Befehl?— Mochte der Markgraf fluchen und wettern, so viel er wollte. Heute war ganz besonderer Tag!— Sein Junker“— sein ein Lieblingsschüler trug die Uniform der RochowKürassiere. Die Uniform seines Regiments. Wie leuchteten die alten Soldatenaugen, als er Seydlitz kommen sahl(Fortsetzung folgt.) — das agt 112 vir dir inz ins den 15 ber irst so ter em hr. Er 5 inn es ind jab Ein Die nd. ahsaetzt ten iß, ger sem au bende en, ster ster des ten geenter ber lick nel 00. 15 en, 96= ter daSie em 5 ine Zeit nen die itig sen zu des ger ab. ner das hen sem der ner em den end zen iker fen der en ter127 irch nis 5 ine ein alte egt. nur das irkpar sein wichnen Seite 7 Nr. 161/ Bochumer Anzeiger Freitag, 12. Juli 1933 10 Druns=PHerisp= Essen=Els in einenn Hahr? Gesellschaften berichten: Schering=Kahlbaum AG. in Berlin: Export gut behauptet, namentlich in pharmazeutischen Spezialpräparaten. Betriebsüberschuß von.1 Millionen Reichsmark wird an die Kokswerke und Chemische Fabriken AG. abgeführt. ScheringKahlbaum=Aktionäre erhalten garantierte Dividende von 8 Prozent. Umsatzsteigerung im laufenden Jahr.— Gebr. Körting AG.(in Konkurs) in Hannover. In der Gläubigerversammlung im Konkurs der alten Gebr. Körting AG. in Hannover hat der Zwangsvergleichsvorschlag, der nach einer bereits erfolgten Ausschüttung von 20 Prozent noch eine Quote von 15 Prozent für die Gläubiger vorsieht, mit 97 Prozent Annahme gefunden. Anschließend hat das Amtsgericht den Vergleich bestätigt, so daß der Koskkurs damit seinen Abschluß gefunden hat.— Bing=Werke in Nürnberg. Die außerordentliche GV. genehmigte den Bericht des Vorstandes, der die Fortführung der Bing=Werke vorsieht. 120 000 Reichsmark Steuerbeträge konnten aus dem Konkursverfahren frei gemacht werden. Mit ihrer Hilfe gelang es, im Februar den Betrieb wieder in Gang zu setzen. Das Werk ist gut beschäftigt.— RSU==Rad, Vereinigte Fahrzeugwerke in Neckarsulm. Ein Reingewinn von 278 053 Reichsmark soll wie folgt verwendet werden: 40.000 Reichsmark für Erhöhung der gesetzlichen Reserve, 50 000 Reichsmark für Bildung einer Gefolgschaftsunterstützungskasse. 120 000 Reichsmark für 5prozentige Dividende und der Rest von 68 053 Reichsmark wird auf neue Rechnung vorgetragen. Die deutsche Kohlenaußenhandels=Bilanz zeigt in den ersten fünf Monaten d. J. gegenüber dem gleichen Zeitraum d. V. eine wesentliche, Besserung, denn der mengenmäßige Ausfuhrüberschuß steigerte sich auf 10,3 zudem schließlich doch einmal auslaufen müssen— sich in vollem und beabsichtigtem Umfange auswirken. Die hier aufgezeigte freundliche Grundstimmung des Gesamtbildes ist richtungweisend und wird daher kaum wesentlich von gegensätzlichen Tendenzen beeinflußt. Von Bedeutung ist es immerhin, daß die Verbrauchsgüterindustrien sich zum großen Teil unter Schwantungen gehalten, aber auch z. T. eine Abschwächung erfahren haben. Wenn somit eine völlig einheitliche Gestaltung der Wirtschaftslage nicht vorhanden ist, so muß dies einmal auf saisonale Einflüsse, zum anderen aber auch auf die zumeist ungünstige, bedarfshemmende Witterung während der Berichtszeit zurückgeführt werden. Hierunter zu leiden hatten u. a. die Seiden= und Seidenveredelungsindustrie, die Bekleidungsindustrie, die Brauindustrie sowie der Textilgroßhandel. Dicher nuach vie ver oinihen Suwickaun aul den Binnenmarkt steht eine insgesamt weitere Versteifung des Auslandsgeschäftes gegenüber. Grasse HyA, B und O Nun auch Güteordnung für Obst Es ist nicht einfach, Obst, das so oft infolge der Tücken der Witterung und des Wuchses recht ungleichmäßig anfällt, in gleichmäßiger Güte auf den Markt zu bringen. Bisher machte man es in der Regel einfach so daß man die Früchte, ob sie nun groß oder klein, reif oder halbreif, sauber oder schmutzig waren, durcheinander verkaufte. Dabei wurden dann meist noch die besten Stücke obenauf gelegt, und Händler und Hausfrauen entdeckten erst hinterher zu ihrem Aerger, je tiefer sie griffen, eine um so schlechtere Qualität. Händler und Hausfrauen wurden mit Mißtrauen gegeneinander erfüllt, und die Absatzmöglichkeiten wurden auch nicht besser. Wenn in den vergangenen Jahren und auch heute noch ausländisches Obst oft dem deutschen vorgezogen wird, so nicht zuletzt deshalb, weil das ausländische vielfach besser geordnet ist und laufend nach Gütevorschriften überprüft wird. Nun sollen Vorschriften über Güteklassen, Sortierung und Anlieferung für den Obstverkauf aufgestellt werden. Der Reichsnährstand hat in Zusammenarbeit mit den beteiligten Kreisen eine einheitliche Güteordnung für das ganze Reich verfaßt. Die Einführung dieser Vorschriften in die Praxis ist zunächst so gedacht, daß sie bei den einzelnen Wirtschaftsgruppen durch Erziehungsarbeit zur Anerkennung gebracht werden, um dann nach einer gewissen Gewöhnung gegebenenfalls zum Zwange erhoben zu werden. Damit wäre dann auch für das Obst eine ähnliche Dagung dei Eisenwareihandtei in der Vereinigten Kaufmannschaft Bochum Absatzordnung hergestellt, wie sie sich bei Gemüse bereits bewährt hat. Obst wird in Zukunft nach dieser Güteordnung in zwei oder drei Güteklassen(—C) eingeteilt. Es soll in Körben und Gefäßen von bestimmter Größe auf den Markt gebracht werden. Durch weiße, rote, gelbe oder blaue Schilder ist die Güteklasse kenntlich zu machen. Weiß bedeutet IA Auslese, rot Klasse 4, gelb Klasse B, blau Klasse C. Die letzte Güteklasse bezeichnet die zur industriellen Verwertung bestimmten Früchte. In der Klasse A müssen die Früchte gleich groß sein und eine bestimmte Mindestgröße haben. Form und Farbe müssen übereinstimmen. Es dürfen also nicht dunkle und helle Kirschen, rote und weiße Johannisbeeren durcheinander geliefert werden. Die Früchte müssen trocken und sauber, ohne Krankheiten, Fraßstellen, Fäulnis und Beschädigungen sein. Bei Erdbeeren dürfen Kelch und Stiel nicht abgerissen sein, Johannisbeeren müssen am Stiel hängen und dürfen nicht überreif sein. Auch Himbeeren und Brombeeren müssen mit Stiel geliefert werden. Steinobst, wie z. B. Aprikosen und Pfirsiche, darf, um den Anforderungen der Klasse A zu genügen, nicht hohl, also nicht zu reif, Pflaumen und Kirschen dürfen nicht geplatzt, sein. Obst, das den Forderungen der Güteklassen nicht entspricht, soll später überhaupt nicht mehr in den Verkehr kommen. Mit dem Juli beginnt alljährlich der große deutsche Heringsfang, der sich für den Verbraucher sehr bald durch ein reichliches Angebot preiswerter frischer Heringe, Bückinge und Marinaden bemerkbar macht. Aber nicht nur der Verbraucher hat seinen Nutzen von dieser„Herings=Saison" durch eine willkommene Bereicherung seines Speisezettels, sondern auch die gesamte Fischwirtschaft erfährt eine außerordentlich starke Belebung, die nach der stillen Zeit im Frühsommer um so mehr ins Gewicht fällt. Die deutsche Hochseefischerei verfügt über 327 Fischdampfer und 148 Dampf= und Motorlogger. Fast alle diese Fahrzeuge üben in der Zeit vom Juli bis gegen den Winter in den Fischgründen der Nordsee den Heringsfang aus. Sie machen sich dabei die Tatsache zunutze, daß in diesen Monaten die Heringe von Norden nach Süden zu ihren Laichplätzen ziehen. Die Heringe schließen sich zu großen Schwärmen zusammen, und es hängt von der Beobachtungsgabe der Kapitäne, aber natürlich auch von Glücksumständen ab, in welchem Umfange dieser Segen des Meeres gefaßt werden kann. Dabei stellen die Fischdampfer den Heringsschwärmen mit besonders konstruierten Schleppnetzen nach, während der andere Fahrzeugtyp, die Logger lange Netzwände im Meere auslegen, in denen sich die Heringe mit den Kiemen in den Maschen selbst verfangen. Die Erträge dieser Heringsfischerei im Sommer sind sehr bedeutend. Mit Recht bezeichnet daher unsere Hochseefischerei die Heringssaison als ihr wirtschaftliches Rückgrat. Auch allgemein wirtschaftlich gesehen, ist dieser Heringsfang von größter Bedeutung: denn er macht für die Zeit vom Juli bis November die Einfuhr ausländischer Heringe so gut wie entbehrlich. Auf das ganze Jahr gesehen, ist allerdings der Anteil des Auslandes in der deutschen Heringsversorgung immer noch recht erheblich. Im letzten Jahre wurden 656 Millionen Pfund Heringe in Deutschland verbraucht, das heißt, jeder Deutsche verzehrt im Durchschnitt 10 Pfund Hexinge und zwar in den verschiedensten Formen als Fischgericht, als Bücking, als Marinade, ols Vollkonserve und schließlich als Salzleering. Die Heringssaison bedeutet für unsere Küstengebiete auch eine recht fühlbare Entlastung des Arveitsmarktes: denn jetzt nach Ueberwindung der stillen Zeit finden etwa 10 000schaffende Volksgenossen in der Hochseefischerei und in den Fischereihafenplätzen Arbeit und Brot. Die verarbeitende Fischindustrie stellt etwa 15 000 Frauen ein tnd schließlich erfährt auch der Fisch= und Feinkosthandel einen bemerkenswerten Antrieb. Die Fangmöglichkeiten sind an sich ziemlich unbegrenzt. Aber sicht sie allein entscheiden über die Ausnutzung des Meeressegens, sondern in erster Linie der— Verbraucher! Macht er von dem reichlichen und preiswerten Angebot des Herings in seinen verschiedenen Formen— die aber alle gleich appetitanregend, wohlschmeckend und bekömmlich sind— Gebrauch, so wird der deutsche Fischer nicht durch Absatzmangel gezwungen sein, die Heringsschwärme ungenutzt vorüberziehen zu lassen. Freundliche Grundstimmung Die Wirtschaftslage im niederrheinisch=westfälischen Industriegebiet im Urteil der Niederrhein=Ruhrkammern. Ueber die Wirtschaftslage im niederrheinisch=westfälischen Industriebezirk im zweiten Vierteljahr 1935 sagt die gemeinsame statistische Stelle der NiederrheinRuhrkammern(Bochum. Dortmund, Duisburg=Wesel, Essen, Gladbach=Rheydt=Neuß, Krefeld und Münster) in ihrem Bericht u..: Auch im zweiten Jahrespiertel 1935 stand die rheinisch=westfälische Wirtschaft vorwiegend im Zeichen der Auswirkungen der Arbeitsbeschaffung und anderer staatlicher Maßnahmen zur Belebung des Binnenmarktes. Hervorstechendes Merkmal ist daher zunächst die Beschäftigungszunahme bei den Produktionsgüterindustrien — so beispielsweise bei der Großeisenindustrie, der Zinkwalzindustrie, der Maschinenindustrie— oder doch zumindest ein unverändert günstiger Produktionsstand wie u. a. bei der Metallhüttenindustrie und dem Eisenhoch= und Brückenbau. Als einer Schlüsselindustrie, die bislang der allgemeinen Aufwärtsentwicklung nur mehr oder weniger zögernd folgte, kann nunmehr auch vom Baugewerbe dank eingetretener saisonmäßiger Belebung allgemein Besseres berichtet werden. Es muß immerhin als wesentliches Moment verzeichnet werden, daß hier und da auch private Bauvorhaben in größerem Umfange auf den Plan traten: eine Entwicklung, die hoffentlich anhält und beispielgebend bleibt auch für alle übrigen Gewerbezweige. Denn nur dann, wenn der von der öffentlichen Hand durch ihre Auftragserteilung gegebene Anstoß von der Privatwirtschaft aufgefangen und weitergetragen wird, können die Maßnahmen der Reichsregierung— die Am Dienstag hielt die Fachgruppe Eisen= und haushaltwaren in der Vereinigten kaufmannschaft e. V. Bochum in der Gaststätte Velten eine Versammlung ab. Fachschaftsleiter Wilhelm Arens(Bochum=Linden) gab den Mitgliedern einen eingehenden Bericht über den Verlauf der Saarbrücker Tagung des Reichsverbandes deutscher Eisenwarenhändler vom 14. bis 17. Juni, bei der die Bochumer Fachschaft durch ihren Fachschaftsleiter vertreten war. Einen breiten Raum nahmen während der Arbeitstagung des Reichsverbandes in Saarbrücken die Verhandlungen über die Stellung des Eisenwarenhandels zur Industrie und zum Handwerk ein. Nach dem Bericht des Fachschaftsleiters stehen die Verhandlungen mit den Verbänden des Möbeleinzelhandels und der Ofenfabrikanten über den Einzelhandel mit Herden so, daß mit Beseitigung der bestehenden Mißstände baldigst gerechnet werden kann. Der Vortragende schilderte dann den Aufbau der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel und insbesondere die Eingliederung des Reichsverbandes der deutschen Eisenwarenhändler in die Fachgruppe Eisen=, Stahlund Metallwaren der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel. An der Spitze der Fachgruppe steht der bekannte Eisenhändler Hermann Krücken(Krefeld). Im Anschluß an die Arbeitstagung hat der Eisenwarenhandel die Industrie des Saargebietes besichtigt und dabei festgestellt, wie groß die Verbundenheit der Saarbewohner zum Reich ist. Herr Axens hat die anwesenden Kollegen, dem Saarvolk den Dank für den jahrelangen schweren und mit ausgezeichnetem Erfolg zu Ende geführten Kampf um die Erhaltung des Deutschtums an der Saar dadurch abzustatten, daß auch die Bochumer Kollegen soweit wie eben möglich beim Einkauf saarländische Erzeugnisse bevorzugen. Im Anschluß daran sprach der Geschäftsführer der Vereinigten Kaufmannschaft e.., Bochum, Syndikus Dr. Jägersberg, über „Wichtige Tagesfragen des Einzelhandels". Er schilderte eingehend den Kampf der Bochumer Kaufmannschaft über Einzelentgleisungen in der Werbung. In vielen Fällen hat der Verband Verwarnungen ausgesprochen und bei groben Verstößen die Einigungsämter für Wettbewerbsstreitigkeiten bei den Industrie= und Handelskammern angerufen. Der Redner berichtete über die Richtlinien des Werberates der deutschen Wirtschaft und wies darauf hin, welche Anforderungen heute an die Wirtschaftswerbung gestellt werden. Im Bochumer Gebiet haben sich die Verhältnisse in den letzten Jahren ganz erheblich gebessert dank der Mitarbeit der Mitglieder des Verbandes. Anschließend berichtete Syndikus Dr. Jägersberg kurz über das Wareneingangsbuch, das von vielen Einzelhändlern ab 1. Oktober 1935 geführt werden muß, und weiter auch über die Absichten des Reichsfinanzministeriums, demnächst auch ein Warenausgangsbuch einzuführen. Er empfahl dringend, die Bücher möglichst sofort einzurichten. Zu dem Einzelhandelsschutzgesetz führte der Geschäftsführer aus, daß der Einzelhandel nicht nur die Segnungen dieses Gesetzes entgegennehmen dürfe. Das Gesetz verpflichte auch. Es sei Pflicht eines jeden Einzelhändlers, sich selbst weiter zu schulen und auch seine Lehrlinge und Gehilfen weiter zu bilden. Jeder Lehrherr müsse seine Lehrlinge so schulen, daß sie bei Beendigung der Lehrzeit auch die Gehilfenprüfung bestehen könnten. (.3) Millionen Tonnen. Der wertmäßige Ueberschuß erfuhr eine Erhöhung auf 99.3(85.9) Millionen RM. Wie bekannt wird, ist der Drahtverband GmbH., Düsseldorf, dessen Vertrag am 31. Dezember 1935 abläuft, um ein weiteres Jahr bis Ende 1936 verlängert worden. Börsen von gestern Rheinisch=Westfälische Börse in Düsseldorf Rückläufige Tendenz. An der Börse war das Geschäft wesentlich ruhiger als an den Vortagen. Die Warnungen des Börsenvorstandes vor ungerechtfertigten Steigerungen am Aktienmarkt führten zu mehrfachen Abgaben, so daß nach den starken Steigerungen der letzten Tage Kursabschläge von 1 bis 3 Prozent zu verzeichnen waren. Bemerkenswert gut hielten sich J. G. Farben=Aktien, die nur ½ Prozent verloren. Die sonstigen Veränderungen gegenüber dem Vortag waren folgende: Renten: Altbesitz=Anleihe plus ½ Prozent, Hoesch minus ¾ Prozent, Mittelstahl minus ¼ Prozent, Ver.=Stahl=Obtigationen und Dt.=Reichsbahn=Vorzugsaktien auf letzter Basis bezahlt. Aktien: Dt. Erdöl minus 2½ Prozent, Farben gut gehalten, minus ¼ Prozent, Feldmühle minus ¾ Prozent, Felten& Guilleaume minus 2¼ Prozent, Goldschmidt minus 3¾ Prozent, Muag minus ½ Prozent, RWE. minus ½ Prozent, Schuckert minus 1¼ Prozent, Siemens minus 2½ Prozent. Von Kaliwerten verloren Kali=Aschersleben 1½ Prozent, Salzdetfurth 2½ Prozent, Westeregeln 1¾ Prozent, Wintersball ½ Prozent. Montanaktien: Buderus minus 2% Prozent, Harpener minus 1½ Prozent, Hoesch minus 1½ Prozent, Klöckner minus 1¾ Prozent, Mannesmann minus 1¾ Prozent. Rheinische Braunkoblen minus 1 Prozent, Rheinstahl minus 1¾ Prozent, Ver. Stabl minus 1¾ Prozent. Am Einhelismarkt gaben Balcke Maschinen 1¾ Prozent, Zukunft=Braunkohle ¾ Prozent und Schieß=Defries 2 Prozent nach, während Bonner Berg 1 Prozent fester waren. Bankaktien lagen wenig verändert. Deutsche Bank und Dresdner Bank je minus# Prozent, Rhein.=Westfäl. Boden minus% Prozent. Am Kurenmarkt wurden von Kohlenwerten CarolusMagnus, Graf Schwerin und Diergardt auf letzter Basis gehandelt. Deutschland waren 5 Reichsmark und Ewald zirka 125 Reichsmark niedriger im Handel. Heinrich gaben zirka 100 Reichsmark nach. In Braunkoblenkuren kein Umsatz. Von Kalikuren wurden Burbach zirka 200 Reichsmark höher aus dem Markt genommen. Siegfried waren zirka 200 Reichsmark, und Einigkeit zirka 200 Reichsmark höher gefragt. Wintershall verloren bei einem Umsatz 150 Reichsmark. Von den Werten der Aschersleben=Gruppe waren Hope und Neusollstedt zirka 25 Reichsmark niedriger im Handel. Freiverkehrsaktien: Bergbau=LothringenAktien auf gestriger Basis, Lothringen=Genußscheine 2 Prozent niedriger bezahlt. Humboldt=Deutz=Motoren minus 1 Prozent, Dyckerhoff=Wicking konnten sich um 2 Prozent befestigen.(Mitgeteilt vom Bankgeschäft Wilhelm Schwarz in Bochum.) Berliner Börse. Schwächer. Die Warnungen des Börsenvorstandes vor unberechtigten Steigerungen am Aktienmarkt stoppten die im Verlauf des Mittwochs zum Durchbruch gekommene neue Befestigungswelle ab. Gegenüber den bereits etwas ermäßigten Schlußnotierungen der Mittwoch=Börse waren die Anfangskurse nochmals 1 bis 2 Prozent schwächer. Im Vergleich zu den Frankfurter Abendkursen war die Tendenz jedoch behauptet, zumal auch Farben mit 154 nach einem Vorbörsenkurs von 152½(154¼) einsetzten. Aus Publikumskreisen lagen kaum nennenswerte Verkaufsorders vor, während anderseits auch wieder Kauflimite, eingetroffen waren. Bei der Kulisse war ebenfalls noch Glattstellungsbedürfnis vorhanden. Im Verlauf blieb die Haltung bei sehr ruhigem Geschäft behauptet. Im Gegensatz zum Aktienmarkt waren Renten überwiegend freundlicher. Altbesitz konnten ½ Prozent höher eröffnen, auch für Reichsschuldbuchforderungen und Zinsvergütungsscheine(plus 10 Pfennig) zeigte sich Interesse. Der Verlauf war sehr still und eber schwächer. Am Rentenmarkt war eine Kaufneigung des Publikums nicht zu spüren. Die Kurse bröckelten eher etwas ab. Länderanleiben schwächten sich um ½ bis ¼ Prozent ab. Die 34er Reichsanleihe verlor 10 Pfennig. Wenig verändert waren wieder Pfandbriefe und Kommunalobligationen. Die kommunale Umschuldungsanleibe war ½ Prozent höher. Der Privatdiskont blieb unverändert 3 Prozent. Tagesgeld 3 bis 3¼ Prozent. Dollar.480(Vortag.478), Pfund 12.310 (Vortag 12.290) Mittelkurs. Rhein=Mainische Abendbörse in Frankfurt. Gut behauptet. An der Abendbörse war die Haltung nicht mehr schwächer, vielmehr ergab sich bei der Kundschaft und der Kulisse auf dem ermäßigten Kursstand etwas Deckungsbegehr und Neigung zu Rückkäufen. Die Umsätze blieben aber eng begrenzt. Am Rentenmarkt herrschte Geschäftsstille bei unveränderten Kursen. Man nannte Altbesitz mit 112¾ bis 112¾. Der Verlauf war ausgesprochen lustlos. Gegenüber dem Berliner Schluß waren die Kurse indessen ungeachtet der großen Geschäftsstille gut behauptet. Die Auslandsbörsen Newyork: Uneinheitlich. London: Freundlicher. Amsterdam: Lustlos. Paris: Behauptet. Brüssel: Ruhig. Mailand: Freundlich. Wien: Still. Zürich: Leichter. Getreidegroßmarkt zu Berlin Amtl. Preise. Getreide und Oelsaaten per 1000 kg. sonst per 100 kg * Berliner Elektrolytkupfer=Notierung vom 11. Juli: 43.75 Reichsmark für 100 Kllogramm. Rh.-Westf. Börse, Düsseldorf, 11. Juli bsgalt en Aisbelm Schoart, dantgerener Bochum, Bongardstraße 14 Industrieaktien Fortlaufende Notierungen 11../11. 7. s11. 7. Oivz- Anfang Schlud Kas 113.12 Altbestz%Hlossch Rül. 6% KrupP RM.%g MittelstahlSeoler. St. Al.Buders. Dahlbusch St. Disch. Atant. Dtach. Er6öl D. Reichsbahn ..Farbenind. Feldmöhle. Felten&Suille Geldschmict Harpeg Hoesch-Köln Kal-Ascherel. 102.75 103.25 102 12 106.75 112.70112.121 103.00 103.75 103.25 106.25 106.0910305 111.25 111.37 123.62 154.12 122.50 108.75 111.25 123.62 154.75 122.50 108.00 109.37/109.00 112.75112.50 107.87107.50 5s126.25125.75 103.25 103.87 103.50 102.12 156 37 107.25 111.37 123.75 154.37 122.25 198.50 10. 7. Schlus 112.49 103.37 198.50 107.50 113.12 123.50 154.37 110.25 112.50 114.00 112.62 107.62 125.79—. /11. 7. 111../11..1 Oivz. Antang Schlusl Kassal“ Köckner-W.[29 101.25s101.121 Mannesmann 0 90.62 90.75 90.75 Masch. Untern.„.15.37 75.75 75.00 Reichsbank 12/193.25191.00190.37 Rhein. Braunk. 12 226.00 226.00 226 25 Rhein, Stahlw. 4 113.87/113.25s111.87! Rh..-Elek. 8/132.37132.50132.37 Salzdetfurth, 75 195.87/195.00194.87 Schucker t& C. Siemens&Hal. Gebr. Stolw. Ver. Stahlw. Westo., Kaufh. Westeregeln Wintershall Zeist.Walchof— 124. 87 124.00 124.37 180.50179.50180.00 96.37 9780 88.00 97.81 35.00 35.25 35.12 12425124.3012459 102.50 103.00103.25 10.7. Michel— esta Beraharstn. Kall Const..6 Deutschl. Ewald Schwerin Heinrich Sar 400 3000 1000 3200 Gutetioffn.4 Leonhard —. 440 41004300 88009900 — 12000 11000 11300 [8200— 8300— *— 14501530 4500 Kuxe Steinkohlen 1. 31 8 15 Kall Carolush. 350 3900 3600 399-gggurob. J80 4 350 M00 O 9 a###g 6000 6700 7000erbach;[22302900 24zVadigh. 2450 430 405 433/160-8127/14gg——— Beimdosc 3450; 005350 5150 S40Peigrng 00/4250 3950/4300 Vintersh. 0 8500 8300 8750 Proiverkohr Mariagl. Köluoliooo losgg 1930g 19799 PAptahee t-Mare Langb 10300 10800 10590 11100 Steinkohlen- u. graunk.-Kyxe Maris 1. Draunkohlen Bruckd.-N. Kallkure 11,.1 10. 7. Brapaschw. 5500 5800 5400/5300 419 44iergardt 41004350Westfalen — 9400Sellerh. S 1. 5 975 4040 550 3700 4600 4350 550 3850 Balcke Masch. Berg. 6. Dahl. V. Sonner Bg.u. H. Sösp. Weirw. Braunk ZokBruckd.-Wietl., Schlussurbach Kal. 46 IOortm.Kitterdr. 93 12893. Hoel-8r. 76.87003. Masch.8 Oynamit.Nod. 2Te0Eschw. Berg.I —Blas- u. Sp. S. 135.73 6löckauf- B. 46 —.—-edr. Goedh.46 „Mallesche Salz. 183.00lochtisf 46. Habelv. Rheydt 89.12 ali-Chemie —.—Mtüheim. Berg. .—„Rheia, Retall 103.12Khein. Spiegel. Rooderog Sgok. Sachts.46. 80d. Schieß-Oefries Schleg. Scharg Waggont. Gerd. 6 Pur. 1. 8 Meusolst.2 4650Ransbach Reicheld. 3900 Thöringen 2950 2650 2650 4750 310 7900 4500 280 7500 2509 2509 2655 2500 2675 2475 2675 34003650 — 300 373— 4300 2900 2500 2550 4500 270 7630 (Einheitsk.) 10. 7. 57.1 Solonis,E-.K. Colonia Rückv. Jladb. Feuer. 4öln, Hagelv, 1380 49Ig, Pöchv. gr. —. öln. Röckv. K. 11../10, 7. 110.01100 235.0235.0 635.0680.0 98.0 98.9 255.0255.0 140.01350 92.0 90.0 Rentenwerte 92.3 Rlhw..-Cr.Shyp.—.6 Pfd. S. 4. 8. 12. 10 95.8 37.6f dto. dto..1—. 5½ Oto. dto. S. 11 101.6 6 dto. Gold.-Kom. 1928 1927 S.—6 94.0 U Wo. B0d. Gofd. 6—. H öto. Em. 3, 9s12. 14 96.0 Freiverkehre-Aktien Bankaktien sogosBerin, Hand..1 2700-PB.- P. 5- 8 21532. Bank.-8. 4800Drescger Bant P8h. W. 8d. Cr. 8. 8000 estd. S.-4. 270025502750 25502573 2550 2573sch.-Mönch.Fl 2500 270Aach. Röctvors 3450 35594grpp, S..4 760 780/4ls..Stuttg.V 373— All..341.-V. 117 5116 M 92.5 93.5 93.5 119.8 120.0 Vereicherungsaktien 14.4 12.9 405.0 285.0 .5218.5 2290 105.0 285.0 212.3 95.8 15 94 0 96.0 Kau c. Jooch. h Mdann. K. an Sbrusse, 90 83.MLothrin. Kothr. 6. danst. Basch. Kr urn. Serg Rh. Linei! #t. Diaa. I. von. 11. 7. .5 72.0 109.0112.0 98.0 98.0 92.31— 93 3Pi. 93.710Ter. Wie 93.0 81.5 33.0 91.0 67.0 78.0 68.0 96.0 84.5 840 990 10. 7. 13 72.5 95.0 94.0 32.0 65.5 119 01 51.0 620 729 43.0 450 Steuergutscheine 11..11 #llig ab f. 4. 1994 103.8 " I. 4. 198 107.9 " I. 4. 1928 109.0 „ I. 4. 1an /108.71 I. 4 1925 103.7 1130 99.0 68.0 96.5 87.5 1210 70.5 10. 7. 103.8 107.8 103.3 108.3 107.6 Berliner Börse, 11. Juli Mitgstellt, von der Commerz- und Privat-Bank.-., Filiale Bochum Reichsbankdiskont 4% Lombardzinstus 5% Einheltskurse Industriewerte 4S n gunstere — A. E. 6. Anhalter Kohle #schaff. Zellst. e 0 65 6 65.8 0 45.4 9 94.2 0 89.7 U Saur. Bayr. Motoren Semberg Berger Julius Bergmann El. Berl. Karisr. ind. " Kr. u. Licht „ Maschlnend. Soderus chon. Wassr Chem. Geisenk. Cont Gummi 1Paier vem Otsch. Atlant. N7. 64 Otsch. Saumwolle 7119.01 Conti Gas 7/143.01 Unoievn B1f4 44886 Steinzeng 8114.0119.0 Tel. u. Kab. 9/. os 04i 43-2 Eisenband. O102.0103.2 .11.6 6123.7 5113 8 6119•3 0 98.2 51222 10141.7 5122.2 9 12.0 126.5 119.7 99.5 142.2 125.8 108.6 113.0 51 106 5 49. 95.0 8138.5189.0 96.5 47.5 94.8 91.2 WOittmann Neuh.1 0 50.01— Otmd. Akt.-Brau. 10 187. 5187.2 Union-Brau 12195.0197.0 Oörener Metall 6138.5—. Ogckereh. Wicm. 3—.—. gietr.- Lieterg. 311729419 5 Lichtu. K- 6: 33 P 35-2 97.6 118.5 121.0 143.5 123.8 169.5 Eengelh, Brauerel Enzinger Galon Feiaiute GPbar“ ae co. German. Cem. Ges. f. el. Untern. Gildemeister Glacb. Wolle Gruschw. Textil Guanowerke 3 188102.5 6108.0109.5 110.01105 6138 51 4 95.9 6128. 10180 0 55 120.5 6 95.0 gokswerke Kölner Gas Kretft V. Kromschrosder Kronprinz Metal Köppersbusch Tahmeyg Laurahötte LLeogoldsgruben tindes Eis Lingnerwerke Lorenz G. uvvianh. Honte Miag Ihlimose Mölheimer Berg. grenst.& Koppeis V Oanabr. Kuptef ackethel Draht Hageda „IHlamd. Elekt. tllgert Masch. Hindr.-Aufferm. lHoffmann Stärke 89 Eltiohenichewerte lHlolzmann Ph. Hotelbstr.-Gea. 0117.4 Jse Genus dise Genus senbeck Brau. 2Junghans Gedr. 109.51 140 01 81.5 114.7 53.5 92.0 93.5 161.0 130.5 132.0 181.0 124.5 95.0 120.0 111.2/8 142.1/8 82.2 116.5 58.6 95.28 38.08 158.0 130.6133.5 52.0 83.0 91.5 92.2 S1122.7123.7/8 3 84.0 84.18 0 82.0 86.0 5 104.0 101.0 5 148.0148.0 81210 7132.7/134.5 0 23.8 24.2 0 90.7 91.3 7130.5131.7 8 141.0s143.0 9—. 12 140.0golyphonwerk 97.0 Ponge 4 24 verke 4 Zahn R Sbelg. Rhein.-W. Kalk 5 Riebeck Montan Msähgerrnache SE Sarotti Schlege Schles. Berz..2 Berg bezth. Elokt..899, Schub.& Salzer Schultheis-Patz. Siegersdogfer M. Siemens Gias 8 174.0 9 95.5 152.7 135.0 90.5 113.7 140.0 175.7 95.5 153.0 138.0 92.0 114.0 173.2 140.7 8 126.2/127.5 .2105.0106.5 4/121.1s122.9 7 0/108.0 32 0/33.2 .90.2 8146.0 101143.2 4115.2 0. 82.7 41102.5 95.0 108.0 91.0 147 5/8 br Püher 9a be. 45 Sasalt Obl. l6 Concord. Berg Obi. 1s Daimier Benz Obl. l5 Köcknerw. Obi. 5 16 Mont Cenis Obi. 6 Rheinstahl Obl. 45 Ver, Stahl 60 33 Ver. Stahl 47/81 5 Ver. Stahl s Siem. u. B. O8l. 5 Farbenbonde Umsch. Anleihe 8. Schuldb. F. 38 8 Schuldd. F. 35 R. Schuldb. F 40 R. Schulod. F. 42 3. Schulad. F. 43/9 5 Essen Steink. 42 4 Harpener 49 5 Ver. Stahl 2 145 R. N. E. 820 65 R. W. E. 50 45 Ruhrchemie 4m 45 Ruhrgas 59 45 Ruhrwasser 83 45 Ruhrwohag. 34 6/5 V. E. W. 55 100.6 1000 97 9 91.5 95.0 95.5 92.2 94.61 93.2 95.3 95.7 95.7 33.0 101.7 105.1 102.4 102.0 92.6 94.5 134.7 127.5 92.2 95.0 93.1 95.2 95.7 95. 93.0 101.3 105.1 102.5 102.1 91.5 93.0 153.5 1273 11..11. 7. Brief Geld 100.6 99.5100.4 97.7 98.5 96.8 97.5 96.6 97.4 99.0100.0 93.4 98.0 93.1 93.3 99.5 93.5 98.0 92.5 93.7 95.2 94.5 97.0 93.5 95.0 92.5 M4.5 Westialenbank.: Ausführung samtlleher G. Sochum Bankgesenafte S E e th Seite 8 Nr. 161, Bochumer Anzeiger7 Freitag, 12. Juli 1935 Tuenen und Sport BSN“ B T U P Bannerweihe— Hochtest des Turnkreises Bochum Der Auffakt des 1. Kreisturnfeites heute abend auf dem Rathausplatz— Vom Emscher-Ruhrgau zum Turnkreis Bochum Bochum steht in diesen Tagen unter dem Banner der Deutschen Turnerschaft. Das erste Kreisturnfest wird die Sportfelder unserer Stadt beherrschen, aber darin erschöpft sich seine Bedeutung nicht. Kampf und Fest sind in der Turnerei keine entgegengesetzten Begriffe. sondern sie gehören zusammen, in ihrer Vereinigung und Perchheiggug.liegt der Sinn der turnerschen Arbeit mann Fahnenstich(Herne) 2. Gauvertreter, Andreas Wirtz(Bochum) 1. Gauturnwart. Emil Schäfer(Weitmar) 2. Gauturnwart, Emil Jacobi(Hattingen) Gauschriftwart, Julius Hundertmark (Wanne) Gaukassierer und Hugo Neurath(Hamme) Beisitzer. Im Gründungsjahr 1905 zählte der EmscherRuhr=Gau 18 Vereine mit 1722 Mitgliedern. Durchdringung liegt der Sinn der turnerischen Arbeit! Ruhr=Gau 18 Jahnscher Prägung. So wird also das erste Kreisturn=Bochum war darin vertreten durch den Turnverein zu fest des Turnkreises Bochum seine Schwingungen aus= Bochum gegr. 1848 mit 283 Mitgliedern, den Furnersenden durch die Straßen unserer Stadt, festliche Stim= bund(Turngemeinde) Bochum 1884 mit 156 Mitgliemung schaffend und echte Turnerfreude. Das erste dern und den Turnverein Bochum=Hamme mit 79 MitKreisturnfest des Turnkreises Bochum wird heute abend „.-.“-Archiv Theodor Walde().(Bochum), I. Gauvertreter des ehemaligen Emscher=Ruhr=Gaues der DT. von 1905 bis 1919, Ehren=Gauvertreter von 1919 bis 1925 auf dem Rathausplatz mit der Weihe des neuen Kreisbanners eröffnet. Das ist Anlaß genug, einen Rückblick zu werfen auf die Geschichte des Turnens in unserer Stadt, die sich darstellt in der Tradition des Emscher=Ruhr=Gaues und der jungen Geschichte des Turnkreises Bochum, der das Erbe einer stolzen Entwicklung in treue Hut genommen hat und es zu neuen Höhen führen wird. Als der Emscher=Ruhr=Gau am 9. Februar 1930 in Bochum die Feier seines 25jährigen Bestehens festlich beging, da konnte er auf eine Arbeit zurückblicken, die für die Geschichte der Gaubildung in Rheinland und Westfalen überhaupt von großer Bedeutung war. Bereits in den 80er Jahren hatten in der Bochumer Gegend eine Anzahl von Turnvereinen bestanden, die unter dem Namen„Bochumer Gau“ zu einer blühenden Gegliedern, stellte also insgesamt die weitaus größte Mitgliederzahl. Für die turnerische Arbeit wurde die Teilung des Gaues in zwei Bezirke vorgenommen, die von Willi Appelt(Bochum) und Ludwig Arenz(Bochum) geleitet wurden. Die Entwicklung des Gaues erfuhr durch den Weltkrieg eine jähe Unterbrechung, und erst langsam blühte das Leben in den Vereinen nach Kriegsende wieder auf. Auf dem Gauturntag in Bochum im Februar 1919 konnte Theodor Walde den größten Teil der Gauturnvereine wieder begrüßen, er mußte aber an diesem Tage infolge seines vorgerückten Alters von seinem Posten zurücktreten. Der Gauturntag ernannte ihn einstimmig zu seinem Ehrenvorsitzenden. Sein Nachfolger, Bülow(Königssteele), legte Ende desselben Jahres sein Amt als Gauvertreter nieder. Ihm folgte Turnbruder Eisermann(Bochum), der auch heute noch an der Spitze des Turnkreises Bochum steht. Für die rege und fruchtbare Arbeit des Gaues waren die zahlreichen Gauturnfeste, die abwechselnd in Bochum, Herne und Wanne abgehalten wurden, Zeugnis. Aufgezeichnet zu werden verdient ferner die StifEin neuer deutscher Sieg? Das Europa-Zonenfinale des Davispokalkampfes— Faft gleiche Auslichten für Deutschland und die Tichechoflowakei! Wie alljährlich, so folgt auch jetzt wieder auf Wimbledon das Schlußspiel der Davispokal=Europa= zone, die Begegnung also, in der seit Jahren Amerikas Gegner für das Interzonenfinale ermittelt werden soll. Deutschland oder die Tschechoslowakei lautet in diesem wieder einmal rein europäischen Endspiel die bedeutsame Frage, die in den Tagen von Freitag bis Sonntag auf der Prager Hetzinsel entschieden werden soll. Mit dieser Endspielpaarung hat zu Beginn der diesjährigen Spiele niemand rechnen können, und selbst die größten Optimisten in den beiden Lagern konnten nicht wissen, daß sowohl Deutschland als auch die Tschechoslowakei so starke Ueberseenationen wie Australien, Japan und Südafrika glatt aus dem Wege räumen würden. Das Jahr 1935 war bis jetzt ein großer europäischer Erfolg, wobei nur abzuwarten bleibt, ob nicht USA. nach vielen vergeblichen Anstrengungen dieses Mal ein— allerdings nicht zu erwartender— Doppelerfolg beschieden sein wird. Zunächst handelt es sich ja noch um die Ermittlung des europäischen„Mannschaftsmeisters". Deutschland mußte erst in der zweiten Runde in die Spiele eingreifen, schlug Italien in Berlin:1 und dann zur großen Ueberraschung der ganzen Tenniswelt den klaren Favoriten Australien, wiederum auf den Rot=Weiß=Plätzen, mit dem gleichen klaren Ergebnis. Die Tschechen gelangten erst nach drei Siegen in die Endrunde. Zunächst wurde Jugoslawien:1 bezwungen, dann Japan mit:1 ausgeschaltet und schließlich auch Südafrika gar:0 geschlagen, wobei die Tschechen gleichfalls durchweg zu Hause spielen konnten. Die Frage nach dem Sieger von Prag ist äußerst schwierig zu beantworten. In Berlin könnte man einen deutschen Erfolg voraussagen, in der tschechischen Hauptstadt wird er äußerst schwerfallen. Gottfried von Cramm, Heinrich Henkel, Hans=Denker und Kaf Lund sind bereits in Prag angetreten und haben sich mit den Platzverhältnissen genauestens vertraut gemacht. Roderich Menzel, Caska, Malecek und Hecht sind die Auserwählten der Tschechen. In den Einzelspielen dürfen wir zwei Siege unseres Meisters erwarten, wenn auch Menzel als Spieler der Weltklasse eine Ueberraschung bringen könnte. Henkel oder Caska? Das dürfte die entscheidende Frage sein, wobei uns aber auch im Doppel noch eine Chance verbleibt, denn MenzelsMalecek— wie wohl die Wahl der Tschechen lauten wird— sind gewiß nicht unschlagbar, wobei allerdings abzuwarten bleibt, ob Gottfried von Cramm auch im Doppel eingesetzt wird.— Ein deutscher Sieg ist durchaus möglich, aber keineswegs unbedingt sicher. Prag ist auch jetzt wieder Schauplatz des letzten, entscheidenden Treffens der Europazone, in dem die Tschechen endlich auf ein Vordringen ins Interzonenfinale hoffen. Dreimal mißlang bis jetzt der Versuch. 1928 verlegte Italien mit einem:=Sieg den Weg, 1931 war es England mit:1 und 1934 Australien mit einem:=Erfolg. Deutschland konnte dagegen schon zweimal einen Zonensieg davontragen: 1932, als wir in einem denkwürdigen Kampf gegen USA. nur:3 unterlagen, und 1929, als wir von den Amerikanern noch glatt:0 bezwungen wurden. tung eines Banners zur Hebung des Geräteturnens fün Jugendmannschaften. Das Banner ist fast immer in den Händen Bochumer Turnvereine gewesen, ein Beweis für den Hochstand des Geräteturnens in unserer Stadt. Das Jahr 1923, das Jahr der Ruhrbesetzung, das Jahr der größten wirtschaftlichen Not, wurde doch ein Höhepunkt des turnerischen Lebens: es stand im Zeichen des 13. Deutschen Turnfestes in München, zu dem ein Teil der Bochumer Turner auf verbotenen Wegen gelangte. Am 3. Januar 1925 wurde Ehrengauvertreter Theodor Walde im Alter von fast 82 Jahren zu Grabe getragen. Was Turnbruder Walde dem Gau gewesen ist, vermögen nur die zu ermessen, die ihn gekannt haben. Der Turnverein Bochum 1848, dessen Ehrenvorsitzender er war, errichtete ihm auf seiner Ruhestätte am 22. April 1928 ein Denkmal. Bei seinem 25jährigen Jubelfest umfaßte der Gau 53 Vereine mit fast 7000 Mitgliedern. Aus dem schwachen Knäblein war, wie Gauvertreter Eisermann damals schrieb, ein kraftstrotzender JungBeginn der„Millhary“ In Döbernz Deutsche Pferde in der Dreffur in Front Berlin, 11. Juli. Auf dem Hof des Kavallerielagers in Döberitz wurde am Donnerstag morgen die Internationale Military, die Generalprobe der Reiter für die Olympischen Spiele, mit der Dressurprüfung in Angriff genommen. Auf einem abgesteckten Rechteck von 20X60 Meter hatten die 32 Bewerber in einer Zeit von je 13 Minuten die gleiche Dressuraufgabe vorzubereiten, wie sie in der Vielseitigkeitsprüfung für die Olympischen Spiele verlangt wird. Sie entfällt in zwölf Abschnitte, die wiederum in 37 Figuren unterteilt sind, von denen jede einzelne je nach ihrer Bedeutung mit 5 bis 20 Punkten bewertet wird. 400 Gutpunkte sind erreichbar. Auf der anderen Seite werden Zeitüberschreitungen und Verreiten mit Strafpunkten geahndet. Die Reihenfolge war ausgelost worden. Die Prüfung zog sich über den ganzen Tag hin. Am besten schnitten die deutschen Pferde ab, und zwar die beiden Ostpreußen Nurmi unter Hptm. Stubbendorff und Fasan(Rittm. v. „.-.“-Muthherr Der Gedenkstein für Turnvater Walde auf dem Friedhof Blumenstraße in Bochum samtheit zusammengeschlossen waren. Es entstanden aber innere Zwistigkeiten dadurch, daß einige Nachbarvereine die Vorherrschaft Bochums nicht anerkennen und den Namen„Bochumer Gau“ nicht länger tragen wollten. So wurde im Jahre 1889 der Gau aufgelöst und ein neuer Gau unter dem Namen„Emscher=Gau“ gegründet. Trotz aller verdienstvollen Arbeit des damaligen Gauvertreters Weber(Schalke) fiel der Gau auf dem Gauturntag am 21. Oktober 1897 in Baukau in sich zusammen. Die einzelnen Gaue schlossen sich den Nachbargauen an, und der Emscher=Gau war nicht mehr. Nach der Trennung des Turnkreises 8 in 8a und 8d am 21. Oktober 1898 in Krefeld wurde auf dem Kreisturntag des Turnkreises 8a in Münster am 16. Oktober 1904 beschlossen, daß die ehemaligen Vereine des Emscher=Gaues und die des Mittel=Ruhr=Gaues einen neuen Gau bilden sollten. Am 12. März 1905 fand unter dem Vorsitz des damgligen 2. Kreisvertreters Professor Ir. Nebelung(Dortmund) die Gründungsversammlung im Gasthaus Fritz Velten, Bochum, Allestraße 9, statt. Der neue Gau erhielt den Namen „Emscher=Ruhr=Gau“. Der Gauturnrat bestand aus: Theodor Walde(Bochum) 1. Gauvertreter, Herdie beide dem Vielseitigkeitsstall der Kavallerieschule angehören. Nurmi leistete sich dazu noch eine Zeitüberschreitung und blieb trotzdem noch leicht vor seinem Stallgefährten in Front. Die beiden nächsten Plätze fielen mit nur geringem Unterschied an Hollands Vertreter Espoir(E. Kahn) sowie„Mädel wie Du“ unter dem zweimaligen Olympiasieger Oblt. Pahud de Mortanges. Dann folgten zwei. Ungarn. Um über 100 Punkte schlechter war der letzte der 32 Bewerber, der Vollblüter Haver Boy, unter dem italienischen Major Cacciandra. Ergebnis der Dressurprüfung: 1. Nurmi(Hptm. Stubbendorff) 90 Punkte, 2. Fasan (Rittm. v. Ploetz) 92.5 Punkte, 3. Esvoir(E. Kahn) 93.6 Punkte, 4 Mädel wie Du(Oblt. Pahud de Mortanges) 98,7 Punkte(beide Holland), 5. Lump(Oblt. von Valkoenyi, Ungarn) 102 Punkte, 6. Havas(Oblt. Grosch, Ungarn) 104.6 Punkte, 7. Jroise(Lt. de la Moussaye Frankreich) 107,1 Punkte, 8. Granit(Rittm. Lippert) 112.9 Punkte. Neun Bochumer Mädel ter und lechs Belleiltungen Genauer gesagt, sind es acht Bochumer Mädel und eine Bochumer Frau, die, wie in der Donnerstagsausgabe des„B..“ ausführlich berichtet, am Mittwoch zum Herner Sommerbad gefahren waren, um sich ihren Platz in der Bestleistungsliste der Fachschaft Schwimmen für die Sommerschwimmzeit 1935 zu erobern. Diese Absicht konnten sie bekanntlich voll und ganz durchsetzen. Die Namen der neun tüchtigen Schwimmerinnen, die am 21. Juli bei einer Veranstaltung in der Kaiseraue erneut an den Start gehen: Von links nach rechts(stehend): Frau Irmgard Köster. Marlene Nolten, Gertrud Möcklinghoff, Agnes Hackert. Lore Foell, Hilde Görz:(sitzend) Elsa Leuschner, Mausi Rühling. Ruth Landwehr. „.-.“.-Aufnahme „.-.“-Archiv Karl Eisermann(Bochum), der langjährige verdienstvolle Führer unserer heimischen Turnerschaft, seit 1920 I. Gauvertreter, jetzt Kreis= und stellv. Bezirksführer ling geworden, der mit den schönsten Hoffnungen hinausstürmte. Im Rahmen der großen Umorganisation im Jahre 1933 erfolgte die Auflösung des Emscher=Ruhr=Gques, sein Erbe übernahm der Turnkreis Bochum. Dem neuen Turnkreis gehörten 47 Vereine an, abgegeben wurden X V. Horst und Tklb. Königssteele, der WV. Wattenscheid 01 kam neu hinzu. Der Kreisführerstab des Turnkreises Bochum hat heute folgendes Aussehen: Kreisführer Karl Eisermann(Bochum), Kreisoberturnwart August Schmidt (Bochum), Kreisgeschäftsführer Gustav Stuckmann (Bochum), Kreisdietwart Wilhelm Schulte(Wanne„.-.“-Archiv A. Schmidt(Bochum), Kreis=Oberturnwart, der die Oberleitung des 1. Kreisturnfestes in Bochum hat Eickel), Kreispressewart, Hans Backhaus(Bochum), Kreisfrauenführerin Frl. Mischero(Wanne=Eickel). Man kann diesen geschichtlichen Rückblick aus Anlaß des ersten Kreisturnfestes nicht besser schließen als mit dem Wunsche, den Gauvertreter Eisermann vor fünf Jahren dem Gau mit auf den Weg gab: Der Jahnsche Geist möge immerdar der Führer des Kreises sein! Programm für Freitag, 12. Juli Bannerweihe und Eröffnungsseier 19.30 Uhr auf dem Rathausvorplatz: 1. Musikstück(„Die Himmel rühmen"), 2. Fahnenspruch, 3.„Vaterland“ von Wohlgemuth(Männergesangverein„Gußstahlglocke“), 4. Grußwort und Festübergabe(A. Schmidt, Bochum), 5. Bannerweihe und eübergabe(Stellvertr. Gauführer K. Diemer, Lüdenscheid). 6. Bundeslied:„Kennst du die Flagge Weiß und Rot?“ von Rudolf Hoffmann(Männergesangverein„Gußstahlglocke“), 7. Festübernahme(DT.=Kreisführer Eisermann, Bochum), 8. Musikstück(Badenweiler=Marsch), 9„Wir alle sind das Vaterland“(Sprechchor Turn= und Sportverein des Bochumer Vereins), 10. Festgruß der Stadtverwaltung, 11. Deutschland= und Horst=WesselLied. Die Musik wird ausgeführt von der Schutzpolizei Bochum. Nach Beendigung der Eröffnungsfeier marschiert der Zug geschlossen zum Jahn=Denkmal, wo eine kurze Feierstunde stattfindet. Feierstunde am 1. Lied:„Ein Ruf ist erklungen", 2. Sprechchor (Turnverein zu Bochum gegr. 1848), 3. Ansprache(Kreis Seite 9 Nr. 161„ Bochumer Anzeiger 7 Freitag, 12. Juli 1933 dietwart Schulte, Wanne=Eickel), 4. legung(Kreisführer K. Eisermann, Lied:„Wem der Jugend Ideale.“ KranzniederBochum), 5. Der Weg des Festzuges am Sonntag nachmittag Der Festzug der Turner anläßlich des Kreisturnfestes, zu dem am Sonntag um 18.30 Uhr auf der Kurfürstenstraße angetreten wird, wird ab 14 Uhr folgenden Weg durch die Stadt nehmen: Kaiser=Wilhelm=Straße Horst=Wessel=Straße Wielandstraße Augustastraße Mühlenstraße Rathaus Alleestraße Humboldtstraße Hattinger Straße Oskar=Hoffmann=Straße Westfalenplatz Westfälische Straße Hermannshöhe Kreuzstraße Kortumstraße Horst=Wessel=Straße Castroper Straße Stadion Italiener rücken auf Zahlreiche Stürze auf der 7. Etappe der„Tour“. Die 7. Etappe der Tour le France von Aix=les=Bains nach Grenoble(229 Kilometer) führte die Fahrt weiter durch die französischen Westalpen. Auch hier gab es wieder einige Gipfel, wie den 2658 Meter hohen Galibier und den 1400 Meter hohen Col de Telegraphe zu überwinden. Ebenso schwierige Talfahrten stellten riesige Anforderungen an die Steuerkunst der Teilnehmer. Es blieb denn auch nicht aus, daß sich zahlreiche Zwischenfälle ereigneten und mehrere aussichtsreiche Bewerber, darunter der zweimalige Tour=le=France=Sieger A. Magne, durch Sturz auf der Strecke blieben. Durch sein Ausscheiden sind die Franzosen in der Länderwertung auf den dritten Platz zurückgefallen. Der Deutsche Meister Kurt Stöpel(Berlin) gab wegen einer Furunkulose auf und trat in Aix=les=Bains schon nicht mehr zur Fahrt an..„ 6 Die Ueberraschung dieser Bergetappe waren die Italiener. Ihnen machten die schwierigen Steigungen scheinbar am wenigsten aus. Nachdem sich einige Zeit eine elfköpfige Spitzengruppe allein in Front behauptet hatte, sonderten sich Camusso und der Tourist Ruozzi schon beim Anstieg zum Col de Telegraphe ab. Am Galibier konnte überraschend Ruozzi den Bergpreis gewinnen. Zwischen den führenden Italienern entspann sich ein harter Kampf. Ruozzi konnte aber nicht mehr mithalten und mußte Camusso ziehen lassen, der mit vier Minuten Vorsprung als überlegener Sieger durchs Ziel ging. Morelli, Ruozzi, Bergamaschi und R. Maes belegten die nächsten Plätze. Die Deutschen hielten sich teilweise sehr gut. Thierbach und Umbenhauer, unsere derzeit stärksten Stützen, lagen ständig mit in der Hauptgruppe, und auch Hodey büßte nicht viel Zeit ein. Dagegen verloren Händel, Weckerling, Heide, Stach und Kutschbach sowie der Dortmunder Kijewski, von denen die drei letzteren den #eschluß des Feldes bildeten, eine Stunde und mehr Zeit. In der Gesamtwertung führt nach wie vor der Belgier R. Maes mit zwölf Minuten Vorsprung vor den Italienern Bergamaschi, Morelli, Camusso und dem Franzosen Speicher. Thierbach als bester Deutscher behauptet einen guten 18. Platz. Das Ergebnis: 7. Etappe Aix=les=Bains—Grenoble, 229 Kilometer: 1. Camusso, 7,33,13 Stunden; 2. Morelli, 7,37,01 Stunden; 3. Ruozzi(dichtauf); 4. Bergamaschi, 7,43,10 Stunden; 5. R. Maes(dichtauf); 6. Verwaecke, 7,46,25 Stunden; 7. Vietto; 8. Chocque(dichtauf); 9. Vianello, 7,46,36 Stunden; 18. Umbenhauer, 8,47,19 Stunden: 29. Hodey(Essen), 7,58,51 Stunden; 84. Thierbach(gleiche Zeit): 49. Roth, 8,18,26 Stunden; 50. Ickes(gleiche Zeit); 60. Händel, 8,29.54 Stunden; 62. Weckerling, 8,32,42 Stunden; 67. Stach; 68. Kutschbach; 69. Kijewski, 8,42,12 Stunden. Gesamtergebnis: 1. R. Maes, 48,8,87 Stunden: 2. Bergamaschi, 48,48,42 Stunden; 3. Morelli, 48,50,56 Stunden; 4. Camusso, 48,52,34 Stunden; 5. Speicher, 48,54,11 Stunden; 13. Thierbach, 49,14,04 Stunden; 16. Umbenhauer, 49,19,20 Stunden. Länderwertung: 1. Italien, 146,32,12 Stunden; 2. Belgien, 146,40,44 Stunden; 8. Frankreich, 147,23,18 Stunden; 4. Deutschland; 5. Spanien. Spende für den Reichswettkampf der SA. Der„Völkische Beobachter“ meldet: Die Oberste SA.=Führung teilt mit: Der Gauleiter von Baden, Reichsstatthalter Robert Wagner, hat für den Reichswettkampf der SA. 2000 RM. gestiftet. Bednchlanus Sehweralmhelen kämpfen um Meistertitel und Olympiatcilnahmeberechtigung England ihren ersten Höhepunkt. Vertreter von mehr als zehn Nationen werden dabei kämpfen.— Im Tennis sind neben dem Schlußspiel der Davisvokal-Euxopazone zwischen, Deutschland, und der Tschechoslow#### die holländischen Meisterschaften, an denen auch deutsche Spieler teilnehmen, die Turniere in Bad Ems und Duisburg somie der Länderkampf Belgien— Frankreich in Brussel zu nennen. Der Wassersport ist in diesen heißen Sommertagen so recht in seinem Element. Das Wochenende bringt einige große Regatten, so vor allem die internationale Regatta in Frankfurt, die durch die Teilnahme des Cambridge= Achters eine besondere Note erhält. Glänzend besetzt ist auch die Regatta des Rhein.=Westfälischen Regattaverbandes in Duisburg. Die besten Kannfahrer der drei westdeutschen Gaue treffen sich in Köln, wo die westdeutsche Langstreckenregatta ausgefahren wird. Deutsche Ruderer gehen dann noch bei den internationalen Regatten in Kopenhagen, Zürich und Brüssel an den Start. Der Schwimmsport bringt in Budapest den Kampf Ungarns gegen Deutschlands Schwimmer.— Im Reiche werden in allen 16 Gauen die Gaumeisterschaften durchgefuhrt. Im Motorsport ist das Ereignis des Sonntags neben dem Preis von Belgien, bei dem Deutschland durch drei Mercedes=Wagen verteten ist, der Große Preis von Deutschland für Motorräder in Hohenstein=Ernstthal. Vervollständigt wird das Programm durch die Westfalen=Lippe=Fahrt, die als Zuverlässigkeitsfahrt mit Start und Ziel in Detmold ausgeschrieben ist. Der Radsport wartet wieder mit zahlreichen Veranstaltungen auf. Bahnrennen für Steher und Flieger sind in Berlin, Saarbrucken, Hamborn, London, Viersen und Neuß vorgesehen, während von den Straßenrennen nach wie vor die„Tour de France" im Mitretpunrt des Interesses steht. Der Rennsport kennt keine Ruhepause und die großen Ereignisse folgen jetzt Schlag auf Schlag. Nach dem Derby und dem Robert=Gerling=Preis wir dam Sonntag auf der Bahn in Hoppegarten der Große Preis von entschieden, eine mit 38000 Mark dotierte Prüfung über 2600 Meter. Die westdeutsche Saison wird in Krefeld fortgesetzt. Berlin, 11. Juli In der Berliner„Neuen Welt" begannen am Donnerstag vormittag die Titelkämpfe der Gewichtheber. Den Anfang machten die Wettbewerbe der Alters= und Aeltestenklasse. In den drei Gewichtsklassen der Altersklasse fielen die Titel an Stephan, Magdeburg(Leichtgewicht), Pfaff, Kuhbach(Mittelgewicht) und Weise, Hamborn(Schwergewicht). Bemerkenswert waren hierbei vor allem die Leistungen des nur 130 Pfund schweren neuen Leichtgewichtsmeisters. Die Ergebnisse: Altersklasse, Leichtgewicht: 1. Stephan(Magdeburg) 198 Punkte(beidarmig Reißen 180 Pfd., beidarmig Stoßen 240 Pfd., einarmig Reißen 185 Pfd.), 2. Bahr (Essen) 180 Punkte, 3. Brod(Wuppertal) 129 Punkte. Mittelgewicht: 1. Pfaff(Kuhbach) 156 Punkte(beidarmig Reißen 155 Pfd., beidarmig Drücken 180 Pfd., einarmig Reißen 125 Pfd.), 2. Dietrich(Heilbronn) 150 Punkte. Schwergewicht: 1. Weise(Hamborn) 213 Punkte(beidarmig Drücken 205 Pfd., beidarmig Reißen 280 Pfd., einarmig Reißen 140 Pfd.), 2. Pattenburger(RegensAeltestenklasse über 50 Jahre: 1. Hechler(Mundinn) 120 Punkte(einarmig Reißen 120 Pfd., beidarmig ge. Drücken 180 Pfd.), 2. Kleff(Wuppertal) 120 Punkte, 3. Koch(Altena) 112 Punkte. Meisterschaften der Gewichtheber. Schuster(München) siegt im Bantam. Nach einer kurzen Mittagspause wurden am Nachmittag die Titelkämpfe in der international nicht geführten Bantamgewichtsklasse fortgesetzt. Schuster (München) sicherte sich unter den 18 eingeschriebenen Teilnehmern den Titel abermals auf ein Jahr und wartete im Olympischen Dreikampf mit drei beidarmigen Uebungen mit einer Gesamtleistung von 530 Pfund auf. Im Drücken kam er auf 165, im Reißen auf 155 und im Stoßen auf 210 Pfund. Die nächsten Plätze fielen an die westdeutschen Koch und Antonie(beide Hörde) vor Schmaleit(Berlin). Ergebnis: Bantamgewicht(Deutsche Meisterschaft): 1. Schuster (München), 530 Pfund(beidarmig Drücken 165 Pfund, beidarmig Reißen 155 Pfund, beidarmig Stoßen 210 Pfund); 2. Koch(Hörde), 505 Pfund(135, 160, 210 Pfund); 3. Antonie(Hörde), 495 Pfund(145, 150, 200 Pfund); 4. Schmaleit(Berlin). Berlin=Hoppegarten, 11. 1. Rennen: 1. R. Goetschkes Muskat(J. Svebla); 2. Manneswort: 3. Leuthen. Ferner: Sinir II. Gralsbotin, Claassen, Marquis Posa. Toto: S. 79: Pl. 21, 18, 20. 2. Rennen: 1. G. Kucklicks Marquis(P. Ludwig): 2. Pelopidas; 3. Glücksstern. Ferner: Rasputin, Immerfort, Sekuritas. Toto: S. 35: Pl. 16, 16. 3. Rennen: 1. Voelkels Luckhum(E. Voelkel); 2. Tantris; 3. Horus. Ferner: Aviso. Silberstreif, Fiametta. Toto: 4. Rennen: 1. A. u. C. Weinbergs Janitor(Streit): 2. Goldtaler: 3. Enak. Toto: S. 13; Pl. 11, 16. Ferner: 5. Rennen: 1. Bresges Liguster(O. Schmidt): 2. Farola; 3. Einar; 4. Weißer Flieder. Toto: S. 66: Pl. 18, 16, 41, 15. Ferner: Nebelborn, Pan, Chartreuse, Angebinde, Winifred, Casco, Orsina, Willeburg. 6. Rennen: 1. Müthens Unverzagt(Starosta): 2. Hestia; 3. Camée: 4. Aja 11. Toto: S. 46: Pl. 17, 27, 43, 127. Ferner: Mithra, Balte Sagius, K für'n U, Atulla, Deutschland, Viva, Uferschwalbe, Diva, Parheim. 7. Rennen: 1. Frau Ch. Butzkes Talbot(E. Böhlke); 2. Cortina: 3. Märker. Ferner: Import, Veratßmeinnicht, Trick, Walmerv, Cythera, Oranier, Garconne, Mangovaum, Toto: S. 95: Pl. 16, 22, 30. Enghien, 11. Juli 1. Rennen: 1. M. Riccis Le Majestic(H. Bonneau); 2. Claude II: 3. La Rocaille. Ferner: Remanso, Roseket, Soumoulou, Mahama, Maryland, Philario, Cuckoo, Cri. du Coeur. Toto: S. 87; Pl. 28, 22, 28. 2. Rennen: 1. A. Adeles Vanina(M. Brunet); 2. Sabliere: 3. Negrestan. Ferner: Andiablee II, Bilberry, Cinderella, Grisolles, Gatinaise, Stenobee. Toto: S. 67; Pl. 17, 27, 13. 3. Rennen: 1. M. Saint=Genez' Glitter(R. Lucas): 2. Dionysios; 3. The Saracen. Ferner: Prince Igor II, Phénicianne. Toto: S. 35: Pl. 16, 12. 4. Rennen: 1. J. Foulds Gandelain(R. Bates); 2. Priei; 3. Brimsul. Ferner: Empressée, Certitude II, Marsac, Baoulé, Beremige, Massinette, Jorga, The Maquis. Toto: S. 72: Pl. 21, 19, 18. 5. Rennen: 1. G. Pelats Adonis(P. Hamel); 2. Pompon; 3. Royal II. Ferner: Sardanapa, Tricot, Dauphin de France, Correus, Ferreol, Boy Kete. Toto: S. 40; Pl. 16, 24, 15. 6. Rennen: 1. H. Randons Deucalion(H. Howes): 2. Merodach; 3. Son of Arabia. Ferner: Oranger., Grand Bal, Hon dy Ca. Toto: S. 27; Pl. 21, 25. Unlere Vorauslagen Rambouillet, 12. Juli 1. Rennen: Moker— Flamme: 2. Rennen: Le Harponneur— Materan; 3. Rennen: Derbys Eland— Academie Royale; 4. Rennen: Fils de Liral— Essendieras: 5. Rennen: Vieur Beauvais— Triplepatte II; 6. Rennen:'Habit Neuf— Pol Ploum. Tido nie nerut Gromhamphag erher-Grdnung! Am Wochenende drei Länderkämpfe Deutschlands und eine Fülle weiterer Großveranitaltungen Das bevorstehende Wochenende ist wieder reich an großen sportlichen Ereignissen. Ganz ohne Fußball scheint es auch während der Sommersperre nicht zu gehen, denn eine deutsche Ländermannschaft schwimmt zur Zeit auf hoher See und wird sich am Sonntag in Islands Hauptstadt vorstellen. Deutschlands Davispokalmannschaft kämpft in Prag in der Schlußrunde der Europazone gegen die Tschechoslowakei, wahrend Budapest der Schauplatz des Schwimm=Länderkampfes Ungarn— Deutschland ist. In Hohenstein wird der Große Preis von Deutschland für Motorräder ausgefahren und auf der Hoppegartener Rennbahn trifft sich die Elite der deutschen Vollblüter im Großen Preis von Berlin, der diesmal durch die Teilnahme des erste Klasse repräsentierenden Franzosen Admiral Drake eine besonders interessante Note erhält. Diese überragenden sportlichen Geschehnisse werden umrahmt von zahllosen kleineren Veranstaltungen, so daß der kommende Sonntag für den deutschen Sport ein Großkampftag ersten Ranges ist. Die Leichtathletik steht im Zeichen der Vorbereitungen auf die Olympischen Spiele 1936. Am Sonntag werden die besten deutschen Leichtathleten zu Uebungskämpfen in Hamburg und Darmstadt zusammengezogen. In London erreicht die Leichtathletiksaison mit der Durchführung der international ausgeschriebenen Meisterschaften von Kameradschaft ehemaliger 17er(Graf Barfuß). Die Monatsversammlung im Vereinsheim Hahnefeld, Hermannshöbe, wurde vom Kameraden Wagener geleitet. Er erstattete Bericht über die Delegiertentagung, verbunden mit dem Regimentsverbandsschießen in Ohligs. Die Wiedersehensfeier in Saarbrücken, die im Mai abgeblasen wurde, wird jetzt vom 10. bis 12. August stattfinden. Um möglichst günstige Fahrpreisbedingungen zu erhalten, soll die Fahrt im Verein mit den ehemaligen 138ern durchgeführt werden. Meldungen bis spätestens 15. Juli.— Am 21. Juli Vereinsschießen— Preisschießen— verbunden mit einem gemütlichen Beisammensein mit Damen bei Fernholz. Kameradschaft ehemaliger Angehöriger des KaiserAlexander=Garde=Grenadier=Regiments 1. Eine stattliche Anzahl Bochumer Alexander=Gardisten nahm an der Wiedersehensfeier in Berlin teil, galt es doch, gleichzeitig das 120jährige Jubiläum unseres schönen Regiments festlich zu begehen. Unvergeßlich werden allen Teilnehmern die schönen Stunden in Berlin, bei den Traditionskompagnien in Ruhleben und in der Soldatenstadt Potsdam bleiben. In der nächsten Versammlung wollen wir denjenigen Kameraden, die nicht mit nach Berlin fahren konnten, unsere Eindrücke vom Regimentsappell schildern, und außerdem stehen noch weitere wichtige Punkte zur Besprechung. Reserve=Infanterie=Regiment 263, 79. Res.=Div. Zu Ehren der unvergessenen gefallenen Kameraden wird am 21. und 22. September 1935 in der alten Festungs= und Soldatenstadt Magdeburg, dem Standort unseres Regimentes, ein Ehrenmal geweiht. Viele Westfälinger, darunter eine große Zahl Bochumer Jungen, haben unter dem Zeichen 263 ihr Blut und Leben geopfert. Pflicht ist es daber, daß jeder Kamerad, der eben in der Lage ist, an der Feier teilnimmt. Die Bochumer Kameradschaftliche Vereinigung der ehemaligen 263er sorgt für günstige Fahrtgelegenheit. Meldungen nimmt Kamerad Max Hackbarth, Bochum, Wörth= straße 15, entgegen oder sind am Samstag, 13. Juli abends im Kameradschaftsheim Düppe, Bochum, am Rathaus, abzugeben. Es wird erwartet, daß jeder Angehörige des ehemaligen Regiments 263, der sein altes Feldregiment lieb behalten hat, nach seinen Kräften zum Gelingen des unter der Schirmherrschaft des Korpskommandeurs, General der Infanterie und Staatsrat Litzmann, stehenden edlen Werkes betträgt. Pigpiun, u Werth Kameradschaft der Pioniere und Verkehrstruppen. Die für Samstag, 7. Juli, im Vereinsheim„Bürgergesellschaft" einberufene Monatsversammlung wurde vom Kameradschaftsführer Overhoff eröffnet. Der Besuch war, wie immer, zufriedenstellend, und die Kameraden folgten den Ausführungen des Kameradschaftsführers mit regstem Interesse. Aufgenommen wurde Kamerad Theo Rüsberg. Die Bekanntmachungen der Parole, des Mudra=Verbandes und des Kreis=Kriegerverbandes wurden zur Kenntnis genommen. Kamerad Schießwart Nenzel berichtete über den Schießsport und Kamerad Elschner über das im Oktober stattfindende 35 Gründungsfest, das im größeren Rahmen begangen werden soll.— Zum Reichs=Kriegertreffen in Kassel hatte auch die Kameradschaft eine größere Abordnung mit Fahnen gestellt. Bochumer Veranstaltungen Stadttheater Bochum. Heute letzte Wiederbolung von „Hau— ruck“. Am Samstag bleibt das Theater geschlossen. Außer Vormiete wird am Sonntag abend das Lustspiel „Krieg im Frieden“ aufgeführt. Der Vorverkauf hat eingesetzt. Die von Viktor Ahlers vorbereitete Lustspielneuheit von Curt Sellnick„Hilde und 4 PS“ wird erstmalig am Mittwoch der kommenden Woche gezeigt. 5— Heute Opernabend des Städtischen Orchesters Bochum im Stadtpark. Unter Leitung von Konzertmeister Curt Hofmann veranstaltet das Städtische Orchester heute bei günstiger Witterung, abends 8 Uhr beginnend, auf der Parkhausterrasse im Stadtpark einen Opernabend. Programm: Marsch aus„Tannhäuser“ von R. Wagner: Ouvertüre zu„Der Freischütz" von C. M. von Weber:„Rosenkavalier", Walzer von R. Strauß: Große Fantasie aus„Der Trompeter von Säckingen“ von V. Neßler; Ouvertüre zu„Giralda“ von. A. Adam: Suite Nr. 2 aus„Carmen“ von G. Bizet; Große Fantasie aus„Die Walküre“ von R. Wagner; Ouvertüre zu „Die lustigen Weiber von Windsor“ von O. Nicolai; Pokonäse aus„Eugen Onegin“ von P. Tschaikowsky. RE Die letzte Pflichtvorstellung der Serie C, das neue Lustspiel„Hilde und die 4 PS“, findet am Donnerstag, 18. Juli, statt. Der Vorverkauf beginnt am Samstag, 13. Juli. Alle Mitglieder, die bisher ihre Pflichtvorstellungen nicht vollzählig abnehmen konnten, werden gebeten, dies nachzubolen. Wir rechnen sehr mit dem entgegenkommenden Verständnis der Mitglieder für diese Bitte. ZEEN Sie Vom 12. Juli bis 13. Juli 1935% Gleichbleibende Tageseinteilung: .00 Morgenruf und Frühkonzert .45 Leibesübungen„ .00 Wiederholung des weorgenrufs Zeit. Wetter. Nachrichten .15 Morgenkonzert .15 Zeit. Wetter, Wasserstandsmeldungen .20 Frquenturnen 10.00 Zeit. Wetter, Nachrichten 13.00 Mittagsmeldungen 14.00 Mittagsmeldungen II 15.30 Wirtschaftsmeldungen 18.40 Vom Tage 18.50 Wirtschaftsmeldungen und Sportvorbericht 20.00 Erste Abendmeldungen 22.00 Zeit, Wetter, Nachrichten LNINSULIENE 10.15 Schulfunk. Unter Tag. Ein Spiel unter Männern der Arbeit ,82—7—. 11.40 Vom germanischen Bauerntum(Karl Krings) 12.00 Musik am Mittag. Alter Sang— neuer Klang (Von Frankfurt). Otto Köhler(Bariton), F. Kullmann(Klavier), Orchester Frankfurter Berufsmusiker(Paul Cornelius), Kapelle Fr. Hauck. 1. Mein Wesel, Marsch(Blankenburg). 2. a) AltBerlin im Walzertakt(Leuschner), b) Fliegerkameraden, Fox(Becce). 8. Mondnacht auf der Alster, Walzer(Fetras). 4. a) Maruschka(Czernik), b) Lied des Rattenfängers(Neuendorff). 5. a) Niemals, Fox(Woods), b) Nein, tausendmal nein, Stimmungswalzer(Kennedy). 6. Die Wache zieht auf, Marschpotpourri(Kochmann). 7. a) Ach nur ein Viertelstündchen(Hildach), b) Für dich allein (Geehl). 8. a) Recuduerus, Tango(Poerschmann), b) Pique as, Harmonika=Fox(Poerschmann). 9. Im=Zug, Galopp(Blon) 13.15 Dulioeh=Feriengrüße aus Oberbayern(Von Frankfurt). M. Roland(Jodlerin), Edi Wiesner(Bayr. Lieder), Otto Koehler(Bariton), Albert Pfeiffer (Zither), Kapelle Franz Hauck. 1. Echt bayrisch, Marsch(Ludwig). 2. Rumtata Stimmungswalzer (Wenn der Franzl die Toni)(Geisler). 8. a) Der Durlhofer, b) Der Stolz von der Au. 4 Bayrische Ss häsche hsesiciehe Sesäich der mit Jodler. 10. Holzhackerlied(Becce) 14.15 Allerlei von Zwei bis Drei(vom Deutschlandsender) 15.00 Das amtliche Rundfunkschrifttum. Sprecher: Hermann Tölle 15.10 Wirtschaft im Raum Essen(Dr. W. Däbritz) 15.50 16.00 16.30 17.00 18.30 18.45 19.30 19.50 Der Deutsche ist nicht— er wird!(Hermann Waterkamp) Musik unserer Zeit. 1. Aus dem EichendorffZyklus: Die Nacht: Der Einsiedler; Ergebung; Todeslust(Wilh. Petersen). 2. Aus„Traumspiele" für Klavier(Jul. Weismann). 8. Drei Barocklieder: Die Rose, Tanzlied, Nachsprung (Wilh. Petersen). Aenny Siben(Sopran); Hans Haaß(Klavier). König im Käfig. Zum Ende der WiedertäuferHerrschaft in Münster vor 400 Jahren Bunte Musik am Nachmittag(von Hamburg). Das Hawaiin=Sextett Bruno Henze; Das Orchester des Reichssenders(Gerhard Massz), Bernh. Hamann(Violine). 1. Ouvertüre zu„Irrfahrt ums Glück(Suppé). 2. Romanze für Violine und Orchester, Ursendung(Gebhardt). 8. Tänze aus Oesterreich(Bittner). 4. a) Der rote Sarafin, russisches Volkslied((Bearb. Henze); b) Negerwiegenlied(Clutsam). 5. Elegie(Friedl). 6. Slavischer Tanz Nr. 10 und 12(Dvorak). 7. a) Hawaiin, Wiegenlied(Winkler); b) O komm mit mir nach Capri(Sokol). 8. Transaktionen=Walzer(Joh. Strauß). 9. Das tapfere Schneiderlein Humoreske(Zimmer). 10. a) Traum der blauen Nächte von Hawaii, Walzer(Stehr); b) Hawaiin= marsch(Preßle). 11. Melodien aus„Der Tenor der Herzogin"(Künnecke). 12. Aegyptischer Marsch(Joh. Strauß) HJ.=Sport Rundfunkhörer und Rundfunkstörer. Zwiegespräch zwischen Dipl.=Ing. Dominik und Dr. Dennhardt Zehn Jahre aktueller Rundfunk. Erinnerungen an die Regatta=Uebertragung am 12. Juli 1925 in Münster Momentaufnahme Stunde der Nation. Reichssendung vom Deutschlandsender. Sinfonie=dur von Franz Schubert(Nachgelassenes Werk, Erstaufführung). Landesorchester Gau Berlin(Gustav Havemann) 20.55 Amsel. Drossel, Fink und Star und die ganze Vogelschar(von Stuttgart). Großes Hör=, Lehrund Singspiel unter persönlicher Mitwirkung der bekanntesten gefiederten Sänger und Sängerinnen aus unseres Herrgotts Welttheater, von Heinz Kohlhaas und Alfred Sistig.— Das Orchester(Gustav Goerlich) 22.20 Filmecke 23.00 Nachtmusik. Das Kleine Orchester(Leo Eysoldt). 1. Teil:„Operettenmusik". 1. Der Zauber der Montur, Marsch aus der Operette„Die Landstreicher"(Ziehrer). 2. Vorspiel zu„Zigeunerliebe"(Lehar). 3. Walzer aus„Das Fürstenkind" (Lehar). 4. Melodien aus„Der Zigeunerbaron“ (Joh. Strauß). 2. Teil:„Charakterstücke und Serenaden". 5. Bleisoldaten, Charakterstück(Kokkert). 6. Der verliebte Jim, Serenade(Königsberger). 7. Marionetten auf der Spieluhr, Charakterstuck(Lautenschläger). 8. Ständchen (Heykens). 9. Schweizer Schützengilde, Charakterstück(Zimmer) Deutschlandsender: 19.00: Und jetzt ist Feierabend! Mit Wolken und Winden. Wir wandern und singen in den Sommer hinein. 21.00: Die andere Seite, von R. C. Sherriff. 22.30: Eine kleine Nachtmusik. 23.00: Wir bitten zum Tanz! Uebertragung aus dem Krollgarten, Tanzkap. Böttcher Shbene 10.10 Kindergarten 10.30 Wir und die Welt.„4000 Jahre alte Steinkalender in Deutschland". Oswald Gerhardt: Ein Gastmahl bei einem Beduinen=Scheich in der arabischen Wüste 11.20 Was ist los im Sport?(Richard Heinemeyer) 12.00 Musik am Mittag(von Stuttgart). Buntes Wochenende. Hanne Schmitz(Sopran); K. Jautz(Tenor); Fr. Hübsch(Klav.): Das Rundfunkorchester; Der Rundfunkchor(G. Görlich). 1. Ouvertüre zu „Die heimliche Ehe“(Cimarosa). 2. Ariette des Aennchen aus„Der Freischütz“(Weber). 8. Wasserspiele der Villa’Este(Liszt). 4. Pastorale(Bizet). 5. Romanze aus„Das Glöcklein des Eremiten"(Maillart). 6. Menuett und Farandole aus„'Arlesienne"(Bizet). 7. Rondo brillant (Weber). 8. Duett„Ich bin hübsch“, aus„Das Glöcklein des Eremiten"(Maillart). 9. Am Wörther See, Walzer(Koschat). 10. Die Bosniaken kommen, Marsch(Wagner). 11. Rakoczi=Ouvertüre(Kéler=Béla). 12. Lied der Margit, aus „Wo die Lerche singt"(Lehar). 13. Schwabenland, mein Heimatland, Walzer(Springer). 14. Fern wie aus vergangenen Tagen, Duett aus „Wo die Lerche singt"(Lehar). 15. Ungarische Fantasie(Liszt). 16. Tänze aus„Die verkaufte Braut"(Smetana) 14.15 Allerlei von Zwei bis Drei(vom Deutschlandsender) 15.00 Bergische Bilderbogen. Bergische Originale 15.15 Wanderungen in Rheinland und Westfalen. Ein Tag auf dem Niederrhein 15.40 Rechtsfragen des Alltags. Dr. zur. Karl Erich Kohlen 16.00 Der frohe Samstagnachmittag. Hanni Nolden (Koloratur=Sopran): Franz Baumann(Tenor); Die vier Botze: Das Hohner=HandharmonikaTerzett(Hilde Geisel, Maria Thoma, Heinz Gengler): Das verstärkte Kleine Orchester(Leo Eysoldt): Die drei lustigen Gesellen: Rudi Rauher, Hans Salcher, Karl Wilhelmi, unsere Laterna magica und dem Hermännchen; sein Freund 18.00 Volk erzählt. Karl Wagenfeld: Von Krankheiten un von't Doktern 18.15 Musik, die wir heimbrachten. Zusammenstellung: Heinz Häuschen 18.30 Hundert Jahre deutsche Eisenbahn. Mikrophon= besuche bei der größten Verkehrseinrichtung der Welt. 11. Gleisarbeiten 19.00 Dorfstunde. Ein Sommerabend auf dem Lande 19.50 Momentaufnahme 20.10 Zwei bunte Stunden wie gefunden. Tanzkavelle Hans Bund: Kleines Funkorchester(Willy Steiner); Musikkorps der Wachttruppe Berlin,(Fr. Ahlers; Friedel Schuster, Inge Vesten, HansJoachim Stein; Wilhelm Strienz 22.15 Westfälische Schwimm=Meisterschaften(aus Lüdenscheid) 22.30 Tanzmusik zum Wochenende, gespielt vom Plietzscha=Marko=Orchester. Erhard Soerup(Gesang) 23.00 Wir bitten zum Tanz(vom Deutschlandsender). Es spielt die Tanzkapelle des Deutschlandsenders (Robert Gaden) Deutschlandsender: 16.00: Von Köln: Der frohe Samstag=Nachmittag. 18.30: Training beim deutschen Meisterschwimmverein. 18.45: Phantasien auf der. Wurlitzer Orgel. 19.00: Und jetzt ist Feierabend! Aus Fulda: Märsche ehemaliger deutscher Regimenter. 20.10:„Fröhliche Fanfaren...!“ Großer bunter Unterhaltungsabend aus Cottbus. 22.30: Eine kleine Nachtmusik. 23.00: Wir bitten zum Tanz! Kapelle Gebrüder Walters Seite 10 Nr. 161 Nachrichten aus Groß=Bochm Dipl.=Ing. Dr. Effenberger Kreissellerwehrfahrer Führerrat des Bochumer Kreisseuerwehrverbandes ernannt In Ausführung des Gesetzes über das Feuerlöschwesen vom 15. Dezember 1933 ist nunmehr die endgültige Ernennung des Führerrats des Bochumer Kreisfeuerwehrverbandes (Körperschaft des öffentlichen Rechts) durch den Regierungspräsidenten in Arnsberg erfolgt. Zum Kreisfeuerwehrführer ist der städtische Branddirektor, Dipl.= Ing. Effenberger, zu seinem Stellvertreter der Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Otto Keßler ernannt worden. Der Posten des Fachwarts ist dem Hauptbrandmeister in der Freiwilligen Feuerwehr Emil Dröge übertragen worden. Adjutant und Pressewart ist der Brandmeister in der Freiwilligen Feuerwehr Theo Hornstadt. Im Auftrage des Regierungspräsidenten sind die Mitglieder des Führerrats und die neu ernannten Löschzugführer am Donnerstag von Stadtbaurat Timmermann auf ihr Amt verpflichtet worden. Kleine Aneibungen aus den=Siddnenen Stadtteil Altenbochum Kleingärtnerverein„Auf der Prinz“. Im Lokale der Witwe H. Deh fand am letzten Sonntag die Versammlung des Kleingärtnervereins„Auf der Prinz“ statt. Die Versammlung leitete Kassierer Herm. Hoffmann. Ein kurzes Gedenken widmete er dem verstorbenen Stadtgruppenführer Hornberg. Danach wurde der neue Stadtgruppenführer Lehrer Meyer begüßt. An die Stelle des bisherigen Schriftführers Stark trat W. Saatfeld. Der Stadtgruppenführer begrüßte die Versammelten und bat um das Vertrauen der Allgemeinheit, um seine hohen Aufgaben zur Zufriedenheit auszuführen. Es wurde dann noch auf das am 11. August stattfindende Kleingärtnerfest hingewiesen. Die Vorarbeiten sind einer Festkommission übertragen. Stadtteil Laer Im Kranz der silbernen Myrte. Die Eheleute August Beins und Frau Alwine, Fritz=Reuter=Straße 9, feiern heute bei bester Gesundheit das Fest der silbernen Hochzeit. Der Jubilar ist in Bochum geboren und übte seine bergmännische Tätigkeit auf der Zeche„Engelsburg" aus. Fünf Kinder sind dem Ehepaar geboren, die alle am Leben sind. Diese und ein Enkel bringen den Eltern und Großeltern ihre Glückwünsche dar. 70 Jahre alt. Witwe Jakob Kratzenberg. Wittener Straße, feierte in körperlicher und geistiger Frische ihren 70. Geburtstag. 20 neue Samariterinnen Mittwech imn Parteilekak Gishersu. dae dielt am Deutschen Roten Kreuzes gesag Frauenverein), Zweigverein Bochum=altstuve längeren Vortrag über die Tagung in der Westfalenhalle Am Mittwoch fand im Vereinshaus des Vaterlän= sammlungen statt. Die nächste ist im Geptember. Ende dischen Frauenvereins, Bochum, Sedanstraße 6, unter August macht die Ortsgruppe mit Autobussen eine Fahrt Leitung von Stadtarzt Dr. Frank und in Anwesen= ins Blaue. Anmeldungen bis zum 8. August bei den heit der Vorstandsdamen des Vereins die Prüfung von Zellenfrauen. 20 Samariterinnen statt. Es bestanden die Prufung au gamdger Frl. Hertha Festing, Margot Bracht, Hilde Stadtteil Tangenvrrek Gleising, Margarete Hecht, Liesel Haasen, Hohes Alter. Fräulein Ida Weinreich beging Ursula Hoffmann, Johanna Schäffer, Hella in bester körverlicher und geistiger Verfassung ihren Hubrich, Gertrud Mroß, Maria Brüggemann, 71. Geburtstag. Maria Becker, Hertha Grieger, Ruth Lichten=] Promotion. Medizinal=Praktikant Heinz Wiesthäler, Emmy Lange, Frau Auguste Bentfeld,mann promovierte an der Universität Bonn zum Klara Knappe, Elfriede Schulz, Marie Kheck, Dr. med. 5 8 Agnes Schöne, Anna Gollan. Die Ausbildung] Sommerfest im Papenholz. Zum Abschluß der Spielleitete Dr. Lennemann. Nach der Prüfung fand zeit veranstaltet HeReligrate Hütrchtzerengeineg, grogee Gurs93 iutichgeste Haengeseiz nfücksfallen Sommerfest im Saale und in den Gartenanlagen der Rurfur in„etni,„witie bei Unglnasfauen ung. Gas= Wirtschaft Hellmann im Papenholz. Die Veranstatter schutz“, findet Anfang September statt. Anmelvungen haben im Laufe des Winters sieben Veranstaltungen werden jetzt schon im Geschäftshause, Sedanstraße 6, kultureller Art mit großem Erfolge durchgeführt. Da fahren. Die Darbietungen des Abends tragen eine heitere Note und werden bei allen Feiernden eine fröhliche Stimmung wecken. Aus der Fülle des Programms erwähnen wir die bekannte Sängerin Trude Roesler, Witten(Alt), die wiederholt von der Gaudienststelle der NS.=Kulturgemeinde verpflichtet wurde. Die Tanzgruppe der NSG.„Kraft durch Freude“ wird neben Einzel= und Gruppentänzen zum ersten Male mit festlichen Tänzen aufwarten. Es wirken weiter mit das Soloquartett des Männergesangvereins„Eintracht" Wilhelmshöh und Mitglieder der Turngemeinde 1882, die Kunstfreiübungen und Bronzeplastiken zeigen. Weiter sei noch auf die Darbietungen des„humoristischen Akrobaten“ hingewiesen. Die Pausen werden durch Märsche und Tänze der Tanzkapelle Meier=Göke ausgefüllt. Es ist also ein recht frohlicher Abend zu erwarten. Die Veranstaltung findet am kommenden Samstag um 20 Uhr statt. Die Einführung von Freunden der Sache ist gern gestattet. Anmeldungen mussen umgehend bei den Betriebswarten der KdF. erfolgen. Stadtteil Riemke luf dem Sportplatz am Tippelsberg hatte die Hitler=Jugend am Mittwoch einen Gefolgschaftsappell mit Besichtigung durch den Oberbannführer. Der Appell verlief in mustergültiger Weise. Aus der Kolvingsfamilie. Die katholischen Gesellen hielten ihre Versammlung ab. in deren Mittelpunkt ein interessanter Vortrag zum Thema:„Das neue Gesetz im Handwerk und der Große Befähigungsnachweis stand. Stadtteil Hamme Hammer Friedhof. Friedhofes ist man Wasserbrunnen beDie großen„Fünfer“ werden eingezogen Eine Uebersicht des Reichsfinanzministers über die Münzprägung in den Monaten April bis Juni ergibt, daß an neuen Fünfmarkstücken bisher rund 364 Millionen RM. ausgeprägt worden sind. Mit dem Fortschreiten der Neuprägung werden die alten großen Fünfmarkstücke aus dem Verkehr gezogen. 588 Millionen RM. sind immerhin noch im Verkehr. Von den silbernen Einmarkstücken sind nur 100 Millionen im Verkehr; die Neuprägung an Nickelstücken hat bereits 197 Millionen erreicht....... 866 um Bemerkenswert ist die Tatsache, oaß von den alten Dreimarkstücken, die inzwischen völlig ungültig geworden sind, mehr als 8 Millionen R M. nicht eingewechselt wurden. kultureller Art mit großem Erfolge durchge erscheint der Wunsch der Mitglieder verstandlich, einmal in geselligem Kreise fröhlich zu sein und Ausspannung und Unterhaltung zu suchen. Das Sommerfest kommt diesem Bedürfnis in weitestem Maße entgegen. Saal und Garten sollen durch Anbringung von Grünschmuck und Lampions eine festliche Ausstattung erKinderfest des Kindergartens an der Hermannsböhe Im Kindergarten an der Hermannshöhe herrschte Mittwoch ein frohes Leben und Treiben. Die Kleinen feierten ihr Sommerfest. Farbenbunte Fähnchen und Girlanden gaben den Anlagen ein festliches Gepräge. Zu den lachenden Gesichtern paßte der strahlende Sonnenschein. Mit einem„Picknick“ auf dem Rasen begann das große Sommertreffen. Kaffee und Kuchen wurden„in rauhen Mengen“ gereicht. Als Zugabe gab es einen reichen„Bonbonregen“, der auch den Erwachsenen, die ja bei solchen Gelegenheiten gern zu den Kindern gezählt werden wollen, als erfrischendes und versüßendes Labsal ganz willkommen kam. Die ebenso beliebten wie auch kurzweiligen Fang= und Reigenspiele ließen das Stimmungsbarometer noch höher steigen. Es lockte das Karussell, es lockte die Wippschaukel, es lockte das Glücksrad. Es war einfach des Schönen zuviel, was die Kinderherzen in seinen Bann schlug. Der „billige Jakob“ mit seinen„Riesenüberraschungen“ war natürlich ein vielbegehrter und deshalb auch heißumworbener Mann. Was er nicht an Wünschen erfüllen konnte, das gab das„kleine Kasperle“ in seinem märchenhaft schönen Puppentheater. Neue Wasserbrunnen auf dem Auf dem neuen Teil des Hammer gegenwärtig mit dem Einbau neuer schäftigt. Dadurch wird den Besuchern des Friedhofes das Begießen ihrer Gräber erleichtert. Beim Feueranzünden verbrannt. Um dem schwachen Feuer etwas nachzuhelfen, goß eine Frau L. aus der Feldsieper Straße etwas Petroleum auf das glimmende Holz. Dadurch schlug plötzlich eine hohe Flamme auf, die die Frau an der Hand verbrannte und ihr das Haar versengte. Stadtteil Hordel Hochsommerstimmung in der Kruppschen Kolonte. Hochsommerstimmung herrscht in diesen Tagen in der Kruppschen Kolonie„Tahlhausen". Aus allen Ecken leuchten einem in den verschiedensten Farben die Rosenblüten entgegen. Den Eingang zu verschiedenen Häusern bildet eine regelrechte Rosenlaube. Besonders viel findet man in Hordel die kleinen roten Kletterrosen. Aus den Gärten strahlt es den Besuchern der Kolonie dann noch weiter in allen möglichen Farben entgegen. Da grüßen die schönen weißen und roten Nelken, Stiefmütterchen in allen Farben, Geranien u. a. m. Infolge der Hitze auf der Straße zusammengebrochen. Der Invalide Gottlieb., der einen Spaziergang unternommen hatte, brach am Donnerstag mittag auf der Dahlhauser Straße infolge der Hitze plötzlich zusammen und blieb besinnungslos liegen. Geschichtstafel 1694 1806 1815 1868 1919 12. Juli. Eröffnung der Universität Halle. gründete Napoleon den Rheinbund, unter Mitarbeit des Kurfürsten=Erzkanzlers von Mainz, Karl Theodor von Dalberg, der, wie die Gesandten von Bayern, Württemberg, Baden, Hessen=Darmstadt, Hohenzollern=Hechingen, Salm=Kyrburg, Isenburg u.., seine Trennung vom Deutschen Reich erklärte. Da gegen diese Selbstauflösung des Reiches durch seine Fürsten der von ihnen als„Mehrer des Reiches“ 1792 gewählte Kaiser Franz II. nichts anderes zu tun wußte, als ihrem Beispiel durch Rücktritt zu folgen, machte er damit dem 1000jährigen„Hl. Römischen Reich“ am 6. August ein förmliches Ende und nannte sich fortan Kaiser von Oesterreich. begannen die Verhandlungen des zweiten Parisen Friedens der am 20. November zustande kam. wurde der Dichter Stefan George in Büdesheim bei Bingen geboren und nach literatur= und kunstgeschichtlichen Studien mit formschöner Lyrik der Mittelpunkt eines Dichterkreises.... Tunsen### wurde die Hungerblockade des Feindbundes gegen Deutschland aufgehoben, obgleich ihre Ursache, der Krieg, schon seit neun Monaten beendet war. Personalnachrichten Die Eheleute Michael Dadaniak und Frau, Theresia geb. Brosch, Kortumstraße 34, feiern heute, Freitag, das Fest der silbernen Hochzeit. 80 Jahre alt Frau Witwe Mulack, Wiemelhausen, Eisenstraße Nr. 6, wird heute 80 Jahre alt. Sie begeht Tag in körperlicher geistiger Frische. Lebensabend versie bei ihrer Tochdiesen und Ihren bringt ter. Linden Tanthaufti Entrrechtl! Hausbesitz und Luftschutz Ein Tonfilm= und Lichtbilder=Vortragsabend im Bochumer Haus= und Grundbesitzerverein. Die am Donnerstag abend im Saale des Evangelischen Vereinshauses an der Mühlenstraße abgehaltene Vollversammlung des Haus= und Grundbesitzervereins Bochum stand ganz im Zeichen des Luftschutzgedankens, dessen volkswichtige Bedeutung durch Vorträge und Tonfilme eindrucksvoll illustriert wurde. Rechtsanwalt Jersch konnte trotz des herrlichen Sommerabends ein ziemlich besetztes Haus begrüßen, was unbedingt als ein erfreuliches Zeichen des wachsenden Verständnisses der Bochumer Hausund Grundbesitzer fur ihre„nationalen Aufgaben, unter denen der zivile Seionschutz mit an erster Stelle steht, gewertet werden mußte. Was der Selbstschutz der Bevölkerung in engster Zusammenarbeit mit den hierfür von Staats wegen beauftragten Stellen zu leisten vermag, zeigte in aller Deutlichkeit der ebenso interessante wie auch aufschlußreiche Tonfilm„Luftangriff auf Dresden. Sachgemäße, auf die erschütternde Wirklichkeit eines Luftkrieges bezogene Erläuterungen gab der Redner des Reichsausschusses für Sachwerterhaltung, Major a. D. Freiherr von Massenbach(Berlin), mit seinem Vortrage„Die Luftwaffe des Auslandes". Man erhielt ein einprägsames Bild von dem gegenwärtigen Stand der Luftwaffe in den europäischen Kontinentalstaaten. Deutschlands Luftschutz, führte der Vortragende aus, sei eine nationale Notwendigkeit, der sich rein deutscher Volksgenosse entziehen dürfe. In diesen Gedankengängen bewegten sich auch die appellierenden Ausführungen des Adjutanten Gilly von der Bochumer Bezirksleitung des Reichsluftschutzbundes, der nach einem kurzen Hinweis auf die bisher erreichten Erfolge zu einem weiteren einträchtigen Zusammenstehen gemäß der Weisung unseres Führers und Volkskanzlers aufforderte. Zeitnahe Tonfilme, die des Humors nicht entbehrten, gaben mit musikalischen Darbietungen dem ganz auf Werbung abgestellten Abend eine wirkungsvolle Umrahmung. Letzte Fahrt des toten Arbeitskameraden. Der auf der Zeche„Tahlhauser Tiefbau" auf traaische Weise ums Leben gekommene Arbeiter Wilhelm Dornfeld von Bochum=Linden wurde am Dienstag unter großer Teilnahme seiner Arbeitskameraden und der verschiedenen Organisationen zur letzten Ruhe gebettet. Kameraden von der SA. hielten die Totenwache. Die Grabrede hielt in eindrucksvoller Weise Pfarrer Östermann, während Pg. Naumann als Führer des Sturmes 9/17 warme Worte des Nachrufs für den toten Kameraden sprach. Nachdem auch Obersturmbannführer Lange herzliche Abschiedsworte für den Helden der Arbeit gesprochen hatte, senkten sich unter den Klängen des Liedes vom guten Kameraden die Fahnen zum letzten Gruß. Persönliches. Eine besondere Auszeichnung wurde der auf der Hattinger Straße in Bochum=Linden wohnhaften Frau Hedwig Neuhaus zuteil. In Anerkennung ihrer verdienstvollen Mitarbeit im Kriegervereinswesen wurde ihr das Kyffhäuserabzeichen für Frauen in Gold verliehen. Schützenkompagnie„Andreas Hofer“. Linden=Tahlhausen. In ihrem Vereinsheim Bentlage in BochumLinden versammelte sich die zweite Kompagnie„Andreas Hofer des Linden=Tahlhauser Schutzenbundes von 1862, um in erster Linie über den diesjährigen Ausflug zu beraten. Nachdem Kompagnieführer Hauptmann Smata die Kameraden begrüßt hatte, wurde die Niederschrift der letzten Tagung verlesen. Der diesjährige Ausflug wird am 28. Juli nach dem Hermannsdenkmal unternommen. Die Kameraden wählten als zukünftiges Vereinslokal die Gaststätte Dickerhoff in Linden. Gesellschaft für Bühnenkunst Bochum=Linden in Hamburg.„Hummel, Hummel!" Diesen Ausspruch haben sich die Linden=Dahlhauser Mitglieder der Gesellschaft für Bühnenkunst aus der Hafenstadt Hamburg mitgenommen. Die dorthin unternommene Fahrt ging am vergangenen Samstag und Sonntag vonstatten und verlief in schönster Weise. Mit einem Autobus ging es in stundenlanger Fahrt zur Hafenstadt, nachdem man zunächst auch die Lüneburger Heide besichtigt hatte. Kinderfest. Der Städtische Kindergarten in BochumLinden=Dahlhausen an der Kniestraße veranstaltete am Dienstag nachmittag für seine Kleinen das diesjährige Sommerfest, das in allen Teilen einen recht schönen Verlauf nahm und den Kindern einige unterhaltungsreiche Stunden vermittelte. Nahezu 40 Kinder waren auf dem festlich geschmückten Platz versammelt, als unter der Leitung von Frl. Rumpf die verschiedensten Spiele durchgeführt wurden. Zahltag für Wohlfahrtserwerbslosen=Unterstützungen für die zweite Hälfte Juli. Die Auszahlung erfolgt am Dienstag, 16. Juli, in nachstehender Reihenfolge: Anfangsbuchstabe des Hausnamens A und B von 8 bis.30 Uhr, C und D von.30 bis 9 Uhr, E, F. G, H von 9 bis.30 Uhr, J. K. L von.30 bis 10 Uhr, M, N. O. P von 10 bis 10.30 Uhr.., R. S. Sch von 10.30 bis 11 Uhr, St. T, U, V, W. 8 von 11 bis 11.30 Uhr. Die angegebene Zeit muß unbedingt innegehalten werden. Außerhalb der festgesetzten Zeit kann eine Auszahlung nicht erfolgen. Schwerer Sturz eines Motorradlers. Auf der Verbandsstraße in der Nähe des evangelischen Friedhofes in Bochum=Linden ereignete sich am Dienstag nachmittag ein schwerer Verkehrsunfall, bei dem eine Person erhebliche Verletzungen erlitt. Der Motorradfahrer N. aus dem benachbarten Niederbonsfeld kam von seiner Arbeitsstätte und hatte die Absicht, einem ihm entgegenkommenden Kraftwagen auszuweichen, als er die Herrschaft über seine Maschine verlor und mit voller Wucht gegen einen Bordstein fuhr. Dabei stürzte der Fahrer die Böschung hinab und blieb mit erheblichen Kopfverletzungen liegen. Mitglieder der Sanitätskolonne brachten den Verunglückten in das katholische Krankenhaus nach Linden, wo eine Gehirnerschütterung und ein Beckenbruch festgestellt wurden. Stadtteil Stiepel Ausgabe der Reichsverbilligungsscheine für Speisefette. Die Ausgabe der bisher nicht abgeholten Reichsverbilligungsscheine für Speisefette für die Monate Juli— September 1935 erfolgt Freitag, 12. 18. von Juli, für die Buchstaben A bis K und Samstag, Juli, für die Buchstaben L bis Z. vormittags 8 bis 10 Uhr. durch die Verwaltungsstelle Stiepel, Zimmer 2. Stadtteil Weitmar Aus der St.=Anna=Gemeinde Bochum=West. Der Kirchenchor„Cäcilia“ der St.=Anna=Gemeinde unternimmt am Sonntag eine Wanderfahrt ins Volmetal. In Brügge wird der Chor in der dortigen Kirche eine mehrstimmige Messe zu Gehör bringen.— Der St.= Elisabeth=Frauenverein von St. Anna begeht das Fest der Kirchenpatronin St. Anna in althergebrachter Weise. Am Sonntag, 21. Juli, wird das Fest durch Gemeinschaftskommunion und Festandacht in kirchlicher Weise gefeiert. Die außerkirchliche Feier ist am Mittwoch, 24. Juli, und besteht in einer Festversammlung im Saale der„Engelsburg“(Göbel).— Die Jungfrauen von Bochum=West unternahmen einen wohlgelungenen Ausflug nach Schloß Berge, der bei allen Teilnehmerinnen nachhaltige Eindrücke hinterließ. Stadtteil Harven In hohem Alter. Die Ehefrau Luise Grabowski, geb. Markwardt, Kornharpener Straße 150, durfte ihren 86. Geburtstag in beneidenswerter geistiger und körverlicher Gesundheit begehen. Sie wurde im Jahre 1849 zu Heiligenborn in Ostpreußen geboren. Ihr Ehemann ist bereits 79 Jahre alt und ebenfalls noch recht rüstig. Bürgerschützenverein„Blauweiß“. Auf dem Schießstande des Kameraden G. Ruwe in Kornharpen fand am Sonntag das Bataillons=Pflichtschießen, erste Uebung stehend freihändig mit drei Schuß, statt. Es wurden folgende Ergebnisse erzielt: Schutzen A. Stein, Weites jun., Birk je 31, W. Schäffer, Saborosch, E. Schlüter, Korte, Diederich je 30, Erlhöfer 29 Ringe. Die zweite Uebung(kniend aufgelegt) brachte diese Ergebnisse: Schützen W. Schäffer 33, Erlhöfer, A. Stein je 32, Korte, Klimmek je 30, Fr. Röhken, Fr. Cremer je 29 Ringe. Der Bürgerschützenverein„Blauweiß" nimmt an der am Sonntag in Bochum=Laer stattfindenden Jubelfeier teil. Stadtteil Werne Ulmensterben soll verhindert werden. Um ein weiteres Umsichgreifen der Ulmenkrankheit zu verhindern, wurden sämtliche Ulmen auf den Schulhöfen, an den Straßen usw. auf Anordnung der Stadtverwaltung am Fuße mit Obstkarbolineum geimpft. Aus dem Nachbargeviel Stadt Witten Beim Baden in der Ruhr ertrunken Der Bergmann Franz Titz, etwa 34 Jahre alt, Dortmund=Oespel, Hellweg 41, wohnhaft gewesen, badete am 10. Juli mit mehreren Bekannten in dem Eisenbahnerstrandbad an der Wetterstraße in Ende. Plötzlich wurde er vermißt, so daß angenommen werden muß, daß er, da er des Schwimmens unkundig war, in der Ruhr ertrunken ist. Alles Suchen nach ihm war vergebens. Stadt Herne Beim Ladendiebstahl abgefaßt. Am 10. Juli, gegen 19.30 Uhr, wurde im Geschäft Epa an der Bahnhofstraße ein 35jähriger Mann dabei abgefaßt, als er Radioteile entwendete. Er wurde der Polizei übergeben. Stadt Watienscheid 70 Jahre alt. Seinen 70. Geburtstag kann heute, Bilde dich weiter zum Wertarbeiter! Eine der wesentlichsten Aufgaben im Amt für Berufserziehung der Deutschen Arbeitsfront ist es bekanntlich, den deutschen Arbeitsmenschen zu jenem Qualitätsarbeiter zu schulen und heranzubilden, dessen wir zum Aufbau unseres Vaterlandes so dringend bedürfen. Es scheint einem nicht unbeträchtlichen Teil DAF.=Mitgliedern noch unbekannt zu sein, daß sich im Hause des Amtes fur Berufserziehung, Bochum, Alleestraße 46, ein Zeitschriftenraum und Lesesaal befindet, in dem neben den wichtigsten Bezirks= und überbezirklichen volitischen und unpolitischen Tageszeitungen auch die Berufs= und Fachzeitschriften sämtlicher Berufsgruppen aufliegen. Ganz abgesehen davon, daß die aufliegenden Zeitungen und Zeitschriften den Besuchern des Lesesaales einen wertvollen Beitrag nationalpolitischer Schulung vermitteln, dem Berufstätigen durch seine Fachzeitschrift manche wissenswerte Anregung geben werden, die ihm seiner weiteren Fortbildung nur nützlich sein kann, bieten auch die in diesen Zeitschriften befindlichen Stellenangebote ein geeignetes Mittel, sich die Stellung zu verschaffen, die seinen Leistungen und Fähigkeiten entspricht, wodurch er nicht nur seine eigene soziale Lage verbessert, sondern auch mithilft an der Verwirklichung des vom Berufserziehungsamt erstrebten Zieles, jedem Volksgenossen den Platz im Berufsleben zu sichern, zu dem er nach fachlicher Eignung beDie Benutzung des Lesesaales steht jedem DAF.Mitglied unentgeltlich frei und es ist nur zu wünschen, daß von dieser Einrichtung regster Gebrauch gemacht wird, im Interesse des einzelnen sowohl als auch des Volksganzen. preußen. Außer seiner Gattin mit den vier noch lebenden Kindern können dem Jubilar auch drei Enkelkinder ihre Glück= und Segenswünsche darbringen. Aus der ASDAp. (Nach Bekanntmachungen der Partei.) Freitag, 12. Juli. RSDAP. Kreis. Die Schulungsbriefe für den Monat Juni 1935 sind in der Kreisgeschäftsstelle abzuholen. RS.=Lehrerbund, Ortsgruppe Stadtpark. Die für heute angesetzte Ortsgruppenversammlung findet wegen der für den Monat Juli angeordneten Versammlungsruhe nicht statt. RS.=Frauenschaft Weitmar=Mitte. 14 Uhr: Treffen bei Spengler zur„Fahrt ins Blaue". NS.=Frauenschaft Hordel. 20 Uhr: Zusammenkunft im Jugendsaal, Fichtestraße 9. Erscheinen ist Pflicht. Deutsche Kurzschriftler, hinein in die Kurzschriftgruppen der Die Deutsche Arbeitsfront als die einzige Organisation aller schaffenden Deutschen will, daß alle Berufstätigen, gleich welchen Standes und welcher Herkunft, einheitlich betreut und ausgebildet werden. Um dieses Ziel auch auf kurzschriftlichem Gebiet zu erreichen, werden in sämtlichen Ortsberufserziehungsämtern der TAF. Kurzschriftgruppen gegründet, die die Aufgabe haben, sämtliche Kurzschriftkundigen zusammenzufassen, um an Leistungsfähigkeit und Durchschlagskraft das Aeußerste zu erreichen. Mitglied dieser Kurzschriftgruppen der DAF. kann jedes weibliche und männliche Mitglied der Deutschen Arbeitsfront werden. Daher hinein in die Kurzschriftgruppen der DAF. Bei einem Monatsbeitrag von.40 RM.(Erwerbslose 0,20 RM.) halten diese Gruppen regelmäßige Diktatstunden ab, die durch theoretische und praktische Ausbildung vervollständigt werden. Jedes Mitglied erhält außerdem monatlich eine Fachzeitschrift. Des weiteren steht eine Bücherei in Kurzschrift kostenfrei zur Verfügung. Bei dieser Gelegenheit wird noch darauf hingewiesen daß sämtliche Lehrgänge in Kurzschrift, wie Deutsche Kurzschrift für Anfänger, für Fortgeschrittene, für Debatte. in der TAF. durchgeführt werden. Es können weitere Kurse bei genügender Teilnehmerzahl jederzeit neu beginnen. Die Kursusgebühr wird örtlich geregelt, jedoch ist sie so gehalten, daß sie für jeden Volksgenossen erschwinglich ist. Anmeldungen zu Kursen und zu den Kurzschriftgruppen nimmt entgegen: Ortsberufserziehungsamt in der Deutschen Arbeitsfront, Bochum, Viktoriastraße 34, 2. Etage, Zimmer 8 und 9. Sportamt der NSG.„Kraft durch Freude“ Kursusplan für Freitag, 12. Juli. Fröhliche Gymnastik und Spiele nur für Kinder ab sechstem Lebensjahr von 16.30 bis 18 Uhr. Uebungsraum der Gymnastikschule in der Kommunalbank. Fröhliche Gymnastik und Spiele nur für Frauen von 18 bis 20 Uhr, Uebungsraum der Gymnastikschule in der Kommunalbank. Fröhliche Gymnastik und Spiele nur für Frauen von 20 bis 22 Uhr, Uebungsraum der Gymnastikschule in der Kommunalbank, Schützenbahn. Fröhliche Gymnastik und Spiele nur für Frauen von 16.30 bis 18.30 Uhr. Turnhalle des Reform=Realgymnasiums,.= Dahlhausen, Amtmann=Falke=Straße. Fröhliche Gymnastik und Spiele nur für Frauen von 20 bis 22 Uhr, Turnhalle des Resorm=Realgymnasiums,.= Dablbausen, Amtmann=Falke=Straße. Fröhliche Gymnastik und Spiele nur für Frauen von 20 bis 22 Uhr, Turnhalle der Goethe=Oberrealschule, Goethestraße. Kleinkaliverschießen für Frauen und Männer von 20 bis 22 Uhr, Schießstand des Volkssportplatzes an der Castroper Straße. Kursusplan für Sonntag, 14. Juli. Tennis für Frauen und Männer vormittags von 6 bis 7 Uhr, 7 bis 8 Uhr, 8 bis 9 Uhr, 9 bis 10 Uhr, 10 bis 11 Uhr. Gespielt wird aus Platz 7 im Rechener Busch. Reichssportabzeichen für Frauen und Männer von 9 bis 41 Uhr, Sportplatz am Pappelbusch in Altenbochum. Seite 11 Nr. 161/ Bochumer Anzeiger 7 Freitag, 12. Juli 1933 und Rheinprovinz Erünricgener Ennscheitung des Kamnergerichts über die Rechtsgültigkeit der Anordnung der Staatspolizeistelle für den Regierungsbezirk Arnsberg in Dortmund über die Betätigung konfessioneller Organisationen vom 26. Juni 1934(Amtsblatt Arnsberg 1934, Teil II, Stück 50) Die Justizpressestelle in Dortmund teilt mit: Die Staatspolizeistelle für den Regierungsbezirk Arnsberg in Dortmund hat durch die Anordnung vom 26. Juni 1934 den konfessionellen Jugend= und Standesvereinigungen jeglicher Art jede Betätigung außerhalb des kirchlichen, religiösen und karitativen Gebiets, insbesondere eine solche politischer, sportlicher oder volkssportlicher Art untersagt. Nach Paragraph 1, Absatz 2, dieser Anordnung fallen unter dieses Verbot besonders jedes geschlossene Auftreten in der Oeffentlichkeit, Sport jeglicher Art, gemeinsames Gruppenwandern, die Errichtung gemeinsamer Ferien= und Feldlager, das öffentliche Führen und Zeigen von Fahnen, Bannern und Wimpeln, das Tragen einheitlicher Kleidungs= oder Ausrüstungsstücke, Abzeichen usw. Der Amtsrichter in Hagen hatte einen Angeklagten, der beschuldigt war, als Mitglied der. katholischen Sturmschar in Hagen an einer gemeinsamen Gruppenwanderung derselben und den dabei durchgeführten sportlichen Uebungen teilgenommen zu haben, freigesprochen mit der Begründung, daß in der Abhaltung von Gruppenwanderungen und der Vornahme von sportlichen Uebungen innerhalb einer katholischen Jugendorganisation weder ein kommunistischer noch ein staatsgefährdender noch überhaupt ein Gewaltakt liege, und daß daher die vorgenannte Anordnung der Staatspolizeistelle, die sich gegen die Betätigung konfessioneller Organisationen richtet, über das als Grundlage für die Anordnung dienende Gesetz, die Verordnung des Reichs83) das s. präsidenten vom 28. Februar 1988(RGBI. 1 S. weit hinausgehe und somit rechtsunwirksam sei. Auf die Revision der Staatsanwairschaft hat Kammergericht durch Urteil vom 81. Mai 1935 1 172—35) das angefochtene Urteil aufgehoben und die Sache zur anderweiten Verhandlung und Entscheidung an die Vorinstanz zurückverwiesen. In den Gründen führt das Kammergericht u. a. folgendes aus: Die Verordnung des Reichspräsidenten vom 28. Februar 1933 ist zufolge ihrer Eingangsworte allerdings„auf Grund des Art. 48 Abs. 2 der Reichsverfassung zur Abwehr kommunistischer staatsgefährdender Gewaltsakte“ erlassen. Dabei kann die Frage, ob diese Einleitungsworte rechtlich als Beschränkung des Anwendungsgebietes der VO. oder nur als Angabe des Motivs für ihren Erlaß aufzufassen sind, auf sich beruben. Der§ 1 der VO. vom 28. Februar 1933 setzt jedenfalls zu dem Zwecke der Abwehr kommunistischer Umtriebe gewisse Grundrechte der Reichsverfassung, nämlich die Artikel 114, 115, 117, 118, 123, 124 und 153, bis auf weiteres außer Kraft. Die zu der Verordnung vom 28. Februar 1933 ergangene Preußische Durchführungsordnung— Runderlaß des Preußischen Ministers des Innern vom 3. März 1933— bringt nun zum Ausdruck, daß der§ 1 der Verordnung nicht nur die genannten Artikel bis auf weiteres außer Kraft setze, sondern auch alle sonstigen für das Tätigwerden der Polizei auf den angeführten Gebieten gezogenen reichs= und landesgesetzlichen Schranken beseitige, soweit es zur Erreichung des mit der Verordnung erstrebten Zieles zweckmäßig und erforderlich ist. Nach Zweck und Ziel der Verordnung, nämlich zur Abwehr der kommunistischen Umtriebe, und zur rücksichtslosen Ausrottung dieser Gefahrenquelle, werden sich, wie der Runderlaß weiter ausführt, die nach der Verordnung zulässigen erwetterten Maßnahmen in erster Linie gegen die Kommunisten, dann aber auch gegen diejenigen zu richten haben, die mit Kommunisten zusammen arbeiten und deren verbrecherische Ziele, wenn auch nur mittelbar, unterstützen oder fördern, während Maßnahmen, die gegen Angehörige anderer als kommunistischer, anarchistischer oder sozialdemokratischer Parteien oder Organisationen notwendig werden, nur dann auf die Verordnung zum Schutz von Volk und Staat gestützt werden sollen, wenn sie der Abwehr solcher kommunistischen Bestrebungen im weitesten Sinne dienen. Entsprechend hat das Oberverwaltungs= gericht die Auffassung vertreten, daß ein Einschreiten auf Grund der Verordnung u. a. schon durch die bloße mittelbare Gefahr gerechtsertigt werde, die für den Staat dadurch entsteht, daß in der Oeffentlichkeit Neigungen verbreitet werden, die sich als Ausdruck der Unzufriedenheit mit der neuen Ordnung der Dinge kennzeichnen und damit, auch dem Wiederauftauchen kommunistischer Bestrebungen den Boden zu bereiten geeignet sind. Die nationalsozialistische Weltanschauung will die wahre Volksgemeinschaft des ganzen deutschen Volkes unter Ueberbrückung aller Gegensätze, wie sie sich mannigfach, so aus den verschiedenen Ständen und Konfessionen, ergeben können. Diese Gemeinschaft soll also alle Schichten und alle Personen im Volke gleichmäßig umfassen. Im Gegensatz zu einer solchen Auffassung und zu einem solchen Streben steht aber nach der Entwicklung der politischen Verhältnisse die konfessionelle Spaltung innerhalb des Deutschen Volkes, wenn deren Anhänger die von ihnen vertretene Ansicht außerhalb der eigentlichen kirchlichen Betätigung ausdrücklich zur Schau tragen, um so ihre eigene Meinung zu äußern und damit ihre Absonderung zu zeigen. Diese Art der Betonung einer Spaltung trägt von vornherein den Keim einer Zersetzung des Deutschen Volkes in sich. Und jede derartige Zersetzung ist geeignet, den kommunistischen Bestrebungen ihrerseits Vorschub zu leisten und ihre Ziele zu stützen. Demgemäß geht die Anordnung der Staatspolizeistelle in ihren Bestimmungen davon aus, daß alle unter das Verbot gestellten Handlungen unter Berücksichtigung der gegebenen politischen Verhältnisse die Kundgebung einer Meinungsäußerung bedeuten, die den öffentlichen Frieden stören und dadurch zugleich auf kommunistischem Gebiete liegende Hoffnungen anderer wecken und deren kommunistische Bestrebungen wenigstens indirekt fördern könnte, wenn auch die von der Anordnung betroffenen Kreise selbst gegen den die Gottheit leugnenden Kommunismus eingestellt sein mögen. Denn die so zur Schau getragene eigene Meinung kann nur zu leicht ein Ansporn für die dem Kommunismus anhängenden oder ihm nahestehenden, vielleicht gegenwärtig politisch noch schwankenden, Personen sein, die alsdann darauf die Meinung gründen, und weiterverbreiten, daß der nationalsozialistische Staat doch nicht das Volk hinter sich habe. Unter diesem Gesichtspunkt betrachtet, bedeutet jedenfalls die Betätigung der von der staatspolizeilichen Anordnung betroffenen Personenkreise eine mittelbare Gefahr im Sinne des obengenannten Runderlasses und des auch vom Oberverwaltungsgericht vertretenen Standpunktes. Beim Benzoldiebstahl zu Tode gekommen Duisburg, 10. Juli. An einer Benzolleitung im Hafen Schwelgern wurde ein 18 Jahre alter Schiffsjunge, der auf dem Schiff„Erlinde", das im Hafen vor Anker lag, beschäftigt war, besinnungslos aufgefunden. Er wurde dem Krankenhaus zugeführt, wo er noch am gleichen Tage an Benzolvergiftung starb. Der Junge wollte, wie die Feststellungen ergaben, in der Nacht mehrere Flaschen Benzol aus einer Leitung, die den Vereinigten Stahlwerken gehört, entwenden und ist anscheinend von den ausströmenden Gasen bewußtlos geworden, was dann zu dem Vergiftungstod geführt hat. Lodessturz beim Kirschenpflücken Minden, 11. Juli. In der Gemeinde Holzhausen stürzte der Einwohner Weber beim Kirschenpflücken so unglücklich von der hohen Leiter, daß er einen doppelten Schädelbruch erlitt, an dessen Folgen Weber nach kurzer Zeit im Krankenhaus starb. Statt Karten Ihre Vermählung geben bekannt Ernst Kuhlmann Elly Kuhlmann geb. Knollmann Bochum, den 12. Juli 1933 Gahlensche Straße 194 Volmarstein Heiraten Ig. Mann, 27., kath., s. geschäftstücht. Mädch. gl. Alt., zw. b. Heirat. Zuschr. mit Bild N. S. 65341 Anz. Juchen sie Abwechslung! Wollen Sie verreisen! Wegweiser is1 Ihnen in allen Tällen der Ruzeigentell des „Bochumer Rnzeiger“ Statt besonderer Anzeige Nach Gottes hl. Willen entschlief am Mittwoch mittag mein lieber Mann, unser guter Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel, der Kaufmann Erich Plattfaut Er starb nach kursem Leiden, plötslich und unerwartet, Im Alter von fast 36 Jahren Dieses seigen mit der Bitte um stille Tellnahme an: Hanna Plattfaut geb. Pfan: Familie Georg Plattfaut Familie Albert Boss Bochum, den 11. Juli 1933 Die Beerdigung findet am Samstag, dem 13. Juli, nachm. 3 Uhr, vom Trauerhause, Rottstraße 36, aus statt Offene Stellen Keine Originalzeugnisse einsenden Wegen Versetzung des seitherigen Geschäftsführers sucht großes, bekanntes Unternehmen für die miederlassung Becham tüchtigen Herrn Einwandfreie Vergangenheit. Fleiß und Ehrlichkeit unbedingt verlangt. Herren, die einen vorhandenen Vertreterstab leiten und ergänzen können und auch selbst in der Werbung etwas leisten, bevorzugt. Branchenkenntn nicht erforderlich. Da ein größeres Inkasso übertragen wird, ist Sicherheit oder Bürgschaft erforderlich. M. N. 2874 Anzeiger Brückstr. 51, 1..r. sehr schön möbl. Wohn=Schlafzim. an nur bess. Herrn od. Dame zu vrm. Johanniterstr. 8, 2. Etg., saubere Schlafstelle frei! Für den Verkaut unserer Anhänger u. Kraftwagenaufbauten suchen wir einen erfahrenen Verkäufer gegen Fixum und Provision für unser Bochumer Büro. 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