1 Der polnische Staatsbesuch beendet Vernefungeer Freund sahaftinn Pelen Auch in Zukunft enge Fühlung zwischen beiden Völkern Overst Beck nach Bao Reichenhall weitergereist dnb Berlin, 4. Juli. Amtlich wird mitgeteilt: Der zweitägige Besuch des polnischen Außenministers in Berlin hat Gelegenheit zu einer eingehenden Aussprache des Führers und Reichskanzlers und der deutschen Reichsregierung mit Herrn Beck gegeben. In dieser Aussprache, die in freimütiger Weise geführt wurde, sind die speziell Deutschland und Polen interessierenden Fragen und auch die Probleme der allgemeinen europäischen Politik zur Erörterung gekommen. Es ergab sich eine weitgehende Uebereinstimmung der AnPouungen.„.Liung Pauute.üla-.-t machen, baß 8i. Mit Befriedigung konnte festgestellt werden, daß die deutsch=polnische Erklärung vom 26. Januar 1934 sich in jeder Hinsicht voll bewährt hat, und zwar nicht nur im Verhältnis der beiden Staaten zueinander, sondern auch als konstruktives Element bei der Sicherung des Friedens in Europa. Herr Beck betonte in diesem Zusammenhang, daß die Erklärung des Führers Reichskanzlers über Polen in seiner Rede vom 21.Mai, besonders sein Wunsch nach Dauerhaftigkeit des deutschpolnischen Abkommens, in Polen starken Widerhall gefunden habe, und daß auch polnischerseits der aufrichtige Wunsch nach immer größerer Vertiefung der freundschaftlich nachbarlichen Beziehungen zu Deutschland besteht. Die beiden Regierungen werden entsprechend der benachbarten Lage der beiden Völker auch in Zukunft in enger Fühlung bleiben und alle ihre Kräfte dem Werke des europäischen Friedens widmen. Außenminister Beck am Ehrenmal Donnerstag mittag war das Ehrenmal Unter den Linden der Schauplatz einer feierlichen und eindrucksvollen Gefallenenehrung durch den polnischen Außenminister Oberst Beck. Der Minister fuhr u. a. begleitet von Botschafter Lipski, gegen 11.30 Uhr am Ehrenmal vor. Zu seinem Empfang hatten sich eingefunden Reichskriegsminister Generaloberst von Blomberg, der Oberbefehlshaber des Heeres, General der Artillerie Freiherr von Fritsch, der kommandierende General des 3. Armeekorps und Befehlshaber im Wehrkreis III. Generalmajor von Witzleben, sowie der Stadtkommandant von Berlin, Generalleutnant Schaumburg. Oberst Beck schritt mit den Herren der deutschen Wehrmacht zunächst unter den Klängen des Präsentiermarsches die Front der Ehrenkompagnien des Wachregimentes ab. Inzwischen war ein riesiger Kranz mit weißen und roten Nelken und Schleifen in den polnischen Nationalfarben ins Innere des Ehrenmals getragen worden. Oberst Beck verweilte mit den Herren seiner Begleitung und den deutschen Herren einige Augenblicke in stillem Gedenken an dieser eindrucksvollen Weihestätte für die Gefallenen des Krieges. Anschließend erfolgte ein Vorbeimarsch der Ehrenkompagnie. Eine vielhundertköpfige Menge umsäumte in dichten Ketten den vor dem Ehrenmal frei gehaltenen Platz und grüßte den abfahrenden Außenminister Polens nach dieser Ehrung der deutschen Gefallenen herzlich mit erhobener Hand. Frühstück in der polnischen Botschaft in Anwesenheit des Führers Anschließend gab zu Ehren des polnischen Außenministers Oberst Beck der polnische Botschafter in Berlin Lipfki ein Frühstück, an dem auch der Führer und Reichskanzler teilnahm. Der Führer erwiderte damit den Besuch, den ihm Oberst Beck Mittwoch vormittag abgestattet hatte. Auf der gegenüberliegenden Seite der Botschaft hatten sich zahlreiche Berliner und auch Mitglieder der polnischen Kolonie von Berlin eingefunden, um der An= und Abfahrt der Gäste beizuwohnen. Mit besonderem Jubel wurden der Reichsminister Dr. Goebbels und Ministerpräsident Göring empfangen. Punkt ½2 Uhr erschien, mit Heilrufen begrüßt, der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler in Begleitung seines Adjutanten Brückner. Den Abschluß dieses von der deutschen Oeffentlichkeit herzlich begrüßten, von der ausländischen Presse Der polnische Außenminister über seinen Berliner Besuch teilweise mit allerlei Vermutungen und Spitzfindigkeiten begleiteten Besuches bildete der Empfang der in Berlin vertretenen Presse durch den polnischen Staatsmann in der polnischen Botschaft. Mit besonderer Genugtuung kann verzeichnet werden, daß Minister Beck im Beisein der ausländischen Presse besonders herzliche Worte an die Vertreter der deutschen Zeitungen richtete und hierbei die bestehenden Beziehungen zwischen Polen und Deutschland als„wesentlichen Faktor zur Aufrechterhaltung und Festigung des europäischen Friedens" unterstrich. Voerst Den dunki der drutschen Presse Bei dem Empfang der Vertreter der deutschen und der ausländischen Presse wandte sich der polnische Außenminister zunächst an die deutschen Pressevertreter. „Wir sind uns alle vollauf bewußt“, betonte er,„daß ohne ein verständnisvolles Zusammenwirken auf dem Gebiete der öffentlichen Meinungsbildung schwerlich die durchaus positiven Resultate zu erreichen wären, die in den letzten zwei Jahren zwischen Polen und Deutschland erzielt worden sind. Zu diesem Zwecke haben wir seiner Zeit besondere Vereinbarungen zwischen unseren beiden Ländern geschlossen. Ich kann mit Genugtuung feststellen, daß wir seit dem Abschluß der deutsch=polnischen Erklärung vom 26. Januar 1934 auf dem Wege des gegenseitigen Sichkennenlernens und=verstehens ein großes Stück zurückgelegt haben. Was mich anbelangt, so lege ich großen Wert auf die gegenseitige persönliche Fühlungnahme der Pressevertreter unserer Länder.“ Der Minister dankte den deutschen Pressevertretern für das, was bis jetzt getan worden sei. „Es war für mich“ fuhr er fort,„eine besondere Freude, der schon vor längerer Zeit ergangenen Einladung der deutschen Reichsregierung folgen zu können. Leider wurde der frühere Termin meiner Reise durch unsere Nationaltrauer hinausgeschoben. überaus herzliche Anteilnahme die der Reichskanzler und mit ihm das ganze deutsche Volk in diesen schweren Tagen uns erwiesen, ist in Polen tief empfunden worden. Ich hatte gestern Gelegenheit. dem Reichskanzler im Namen des polnischen Staatspräsidenten hierfür persönlich danken zu können. Mein gestriger langer und eingehender Meinungsaustausch mit dem Reichskanzler erstreckte sich sowohl auf die deutsch=polnischen Beziehungen als auch auf die allgemeinen politischen, beide Regierungen interessierenden Fragen. Diese Unterredung, die ich auch mit den zuständigen Reichsministern ergänzt habe, wird sicherlich ein positiver Beitrag auf dem Wege sein, den die beiden Regierungen durch die Erklärung vom 26. Januar 1934 beschritten haben. Der Rückblick auf unsere gegenseitigen Beziehungen seit Abschluß dieser Erklärung ergibt, daß die Auswirkungen dieser Vereinbarung nicht nur zur positiven Gestaltung unserer Beziehungen beigetragen haben, sondern darüber hinaus auch ein ganz wesentlicher Faktor zur Aufrechterhaltung und Festigung des Friedens im allgemeinen sind. In dieser Hinsicht dürfte man annehmen, daß selbst diejenigen, die unseren Abmachungen kritisch gegenüberstanden, auf Grund der allgemeinen Entwicklung sich doch davon überzeugt haben dürften, daß der zufolge der Erklärung vom 26. Januar 1934 geschaffene Zustand als ein bedeutender Bestandteil des allgemeinen Friedenswerkes von Europa gewürdigt und als solcher nicht mit Kritik, sondern vielmehr mit Dankbarkeitentgegengenommen werden muß.“ Zum Schluß bat der Minister noch, der deutschen öffentlichen Meinung zum Ausdruck zu bringen, wie angenehm seine Frau und er den herzlichen Empfang in Berlin empfunden hätten. Er betonte auch noch seine Freude, seinem Ministerkollegen Freiherrn von Neurath sowie Ministerpräsidenten Göring und Reichsminister Dr. Goebbels.„die beide in Polen keine Unbekannten sind“. in Berlin begegnet zu sein, und wünschte der deutschen Presse eine erfolgreiche Arbeit im Sinne einer weiteren gegenseitigen Annäherung des deutschen und des polnischen Volkes. Dem Empfang wohnte auch der polnische Botschafter Lipski bei. Gäste des Ministerpräsidenten Göring in der Schorfheide Im Anschluß an das in der polnischen Botschaft gegebene Frühstück folgten Exzellenz Außenminister Beck mit Gemahlin und Tochter, der polnische Botschafter in Berlin, Exzellenz Lipski, und die Begleitung des Ministers einer Einladung des Ministerpräsidenten General Göring und seiner Gattin in die Schorfheide. Unter Führung General Görings besichtigten die polnischen Gäste die Wildgehege um Hubertusstock. Abends fand ein Abendessen im kleinen Kreise im Jagdhaus Karinhall statt, an dem von deutscher Seite u. a. Reichs= und Staatsminister Kerrl, Botschafter von Ribbentrop, der deutsche Botschafter in Warschau, Graf Moltke, Staatssekretär Körner und Generalforstmeister von Keudell teilnahmen. Beck abgereist dnb Berlin, 4. Juli. Der polnische Außenminister Beck, seine Gattin, seine Tochter und die Herren seiner Begleitung haben heute abend 22.40 Uhr die Reichshauptstadt im fahrplanmäßigen=Zug mit dem Ziel Bad Reichenhall verlassen. Friedenswege Nach zweitägigem Aufenthalt in Berlin hat der polnische Außenminister Oberst Beck seinen offiziellen Besuch beendet. Der polnische Staatsmann verließ noch am Donnerstag abend die Reichshauptstadt, um seine Gattin und seine Tochter in ein deutsches Bad zu geleiten. Ebenso wie die Erklärung des polnischen Außenministers vor der in Berlin vertretenen Presse bringt der amtliche Schlußbericht über die zweitägigen Verhandlungen klar die speziell deutsch=polnische wie allgemein=europäische Bedeutung der Aussprache zum Ausdruck. Der warme Unterton der Ausführungen des Ministers Beck vor der Presse wird hoffentlich auch jenseits der Westgrenze Argwohn und Vermutungen zerstreuen, die einige Pariser Blätter an diese erste Begegnung zwischen dem leitenden Staatsmann Polens und dem Führer knüpften. t Deutschland und ebenso Polen haben nicht, wie gewisse Diplomaten, das Licht der europäischen Oeffenrlichkeit zu scheuen. Ueberraschungen und Sensationen konnten von dieser Aussprache nicht erwartet werden. Das am 26. Januar 1934 abgeschlossene Freundschaftsund Nichtangriffsabkommen zwischen beiden Staaten bildete während der letzten 1½ Jahre das Fundament einer immer weiter gehenden Verständigung, bildete somit auch Ausgangspunkt und Ende der neuen Aussprache. Das konstcuktive Element in der deutsch=polnischen Verständigung vom Januar 1934 hat sich nicht nur in den zwischenstaatlichen Beziehungen beider Länder bewährt, sondern gleichzeitig seine überragende Bedeutung für den europäischen Frieden bewiesen. Das ist der Niederschlag und die Schlußfolgerung aus dem polnischen Besuch. Wie der Reichskanzler in seiner großen programmatischen Rede vom 21. Mai für die Dauerhaftigkeit und Verinnerlichung jenes Abkommens eintrat. so ist, wie Minister Becks Erklärungen zeigen, auch Polens Staatsmann von der Notwendigkeit einer noch engeren Fühlung und einer noch bindenderen Zusammenarbeit überzeug. Polens Presse hatte am Vorabend der Ministerreise das Ziel des Besuches dahin umrissen, daß er einer Stabilisierung des freundnachbarlichen Verhältnisses „auf ewig“ gelte. Wir dürfen zwischen diesem Wort und der deutschen Auffassung, daß die rückschlagenden Gegensätze zwischen beiden Völkern auf immer beseitigt sein mögen, keinerlei Widersprüche sehen, wie ihn leichtsinnig Frankreichs Presse noch vor 24 Stunden zu konstruieren suchte. Vielmehr zeigt uns das deutsch=polnische Freundschaftsverhältnis mit grandioser Deutlichkeit was bei gutem Willen und unter Achtung der gegenseitigen Lebensnotwendigkeiten möglich: In dieser Stunde glauben wir, den weitblickenden Geist des polnischen Marschalls Pilsudski zu vernehmen, der im Gegensatz zu einer floskelreichen, überalterten Diplomatie die Notwendigkeit der polnischdeutschen Verständigung erkannte und sich hier auf halbem Wege mit der Entschlossenheit des deutschen Führers Adolf Hitler traf. Gewiß haben sich die in Berlin geführten Gespräche zuerst auf die beide Nationen eng berührenden Fragen erstreckt, aber über diesen engeren Rahmen hinaus sind alle jene Probleme grundsätzlich erörtert worden, die den europäischen Frieden berühren und gerade deshalb den konstruktiven Ideen des deutschen Führers wie der weitblickenden Grundauffassung des verstorbenen polnischen Marschalls entsprechen. Hier wurde dem diplomatisch zerfetzten und publizistisch verhetzten Europa ein Musterbeispiel von realer Politik gegeben, die schließlich im Ideal des Friedens endet. Oberst Beck ist als langjähriger Mitarbeiter und Erbverwalter des politischen Testaments des verblichenen polnischen Marschalls bekannt. In dem jungen Obersten Beck begrüßt das neue Deutschland den entschlossenen Verfechter Pilsudskischer Ideen. Seit geraumer Zeit deckten sie sich mit dem europäischen Ziel Adolf Hitlers. Diese ideale Uebereinstimmung hat darum in den jetzt abgeschlossenen Gesprächen die vollkommene Uebereinstimmung beider Regierungen über alle schwebenden europäischen Fragen zum Erfolg gehabt. An diesem Ergebnis wird auch die kritikgewandte und hämische Pariser Presse nichts zu ändern vermögen. Besser als das System von kollektiven Verträgen, als Paktpolitik und internationale Konferenzelei hat der von Polen und Deutschland einDner ven Anzeigenpreise: Grundpresse für 1 mm Höde in 22 mm Breite.5 VI. Bezugspreis mit Botemohn:.15 RM. monatlich oder 1,08 RM. haldmonatlich. Selbstabholer.85 RM, monatlich oder 93 Pf. halomonatlich Sezugspreis für die„Bochumer Illustrierte“ 30 Bf. monatlich, Funkhrift„bör mit mir“ 45 Pf. monatlich bei vier Sonntagen und 55 Pi. bei fünf Sonntagen im Monat.— Wenn das Erscheinen der Zettung durch höhere Gewalt oder durch Verbot oder BetriebsKtörung u. dgl. verhindert wird, können keine Ersatzansprüche gestell: werden.— Geschäftsstelle geöffnet von 8 bis 13 und von 14½ bis 19 Uhr. Sonntags von 11 bis 12 Uhr.— Sprechstunden der Redaktion von 16 bis 17 Uhr(außer Samstags).— Postscheckkonto Dortmund 1760 Verlag und Druck: Laupenmühlen& Dierichs in Bochum Freitag 5. Juli 1933 (Heuert) 42. Jahrgang Nummer 153 Einzelpreis 10 Pf. im Anzeigenteil und in 78 mm Breite 50 Pf. im Textteil, Familienanzeigen und Stellengesuche 6 Pf., Vereinsanzeigen(die nicht der Wirtschaftswerbung dienen) 7., kleine einspaltige Anzeigen(Stellenangebote. Anzeigen privater Art) 8 Pl., Anzeigen im Vereins= oder Sportkalender im Tertteil 10 Pf. Auskunft= und Ziffergebühren 25 Pf. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 5 gültig, Nachlaßstassel B.— Schluß der Anzeigenannahme für die sechsmal wöchentlich frühmorgens erscheinende Zeitung um 16 Uhr des Vortages. Für den richtigen Abdruck fernKündlich aufgegebener Anzeigeg kann keine Gewähr übernommen werden. Hauptgeschäftsstelle: Rathausplatz 8. Anruf 67551, 52, 53 Ech. Hoffmann Scherl-Bilderdienst Links= Der polnische Außenminister Beck beim Führer in der Reichskanzlei am Nachmittag des 3. Juli. Von links: Botschafter von Rippentrov, der polnische Außenminister Beck. der Führer, Außenminister von Neurath, General der Flieger Göring und der polnische Botschafter in Berlin Lipski.— Bild oben: Oberst Beck schreitet die Froni der Truppe vor der Kranzniederlegung am Ehrenmal ab. Neben ihm, nach links, Reichskriegsminister Generaloberst von Blombera und General der Artillerie Freiherr von Fritsch. Seite 2 Nr. 155 7 Bochumer Anzeiger 7 Freitag, 5. Juli 1933 geschlagene Weg einer zweiseitigen und unmitelbareg Wioner Gensation Verständigung sich als nüchternes, und brauchbares Wieller Friedensinstrument erwiesen. Nicht neue sind geschaffen, sondern eines der schwierigsten, für den Frieden Europas bedeutungsvollsten Probleme wurde in gemeinsamer Anstrengung und in ehrlicher Aussprache gelöst. Mögen die anderen nunmehr polnische Pressestimmen and Warschan, 4. Juli. Die polnische Presse, auch die der Opposition, berichtet ausführlich über die Berliner Besprechungen des Außenministers Beck und unterstreicht den überaus herzlichen Ton in den Unterhaltungen,„Gageta Polska“ sagt in ihrem Bericht aus Berlin, der Führer und Kanzler habe seinem tiefen Bedauepz druck gegeben, daß der Tod des Marschalls Pilsudski das geplante Zusammentreffen zwischen ihm und dem Führer des polnischen Volkes unmöglich gemacht habe. Die Geburtstagsspende der Seamten von Hermann Neef dem Führer übergeben dnb Berlin, 4. Juli. Der Leiter des Hauptamtes für Beamte der leitung der NSDAP. und Reichswalter des Reichs: bundes der Deutschen Beamten, Hermann Neef, wurde in Begleitung seines persönlichen Referenten, Vogel, am Donnerstag vom Führer und Reichskanzler empfangen. Hermann Neef übergab dem Führer die Geburtstagsspende der Deutschen Beimtenschaft im Betrage von einer Million Reichsmark. Der Führer und Reichskanzler nahm die Spende mit dem Ausdruck herzlichsten Dankes an die Beamtenschaft entgegen. Die Bestimmung über die Verwendung wird der Führer persönlich treffen. In der sich anschließenden längeren Aussprache wurden noch beamtenpolitische und beamtenorganisatorische Fragen erörtert. Ein Versicherungsbetrug? Die Explosion des Einfamilienhauses bei Paris. anb Paris, 4. Juli. Das Dunkel über die Ursache der Explosion in dem Einfamilienhaus in Le Vesinet bei Paris ist bisher noch nicht erhellt. Die geborgene schwerverletzte Person, die aus den Trümmern des Hauses hervorgezogen wurde, ist die Besitzerin des Hauses. Sie ist inzwischen gestorben. Allem Anschein nach hat sie die Explosion selbstverursacht. Man hat nämlich an der Stelle, wo sie lag, eine Streichholzschachtel gefunden und außerdem festgestellt, daß vier Koffer mit Wäsche und Bekleidungsstücken mit Benzin getränkt waren. Wahrscheinlich wollte die Frau ihr Haus anzünden, um in den Besitz der Versicherungssumme zu kommen. Bemerkungen, die sie vor ihrem Tode über Mörder gemacht hat, scheinen frei erfunden zu sein. Nachbarn geben an, daß die Frau ihnen Drohbriefe gezeigt habe. Man glaubt jedoch, daß sie diese selbst verfaßt hat. Auffällig ist noch, daß die Hausbesitzerin ihre Hausangestellte kurz vor der Explosion mit einem Auftrag fortgeschickt hatte. Zwel Ziagzeugunglacte in Austand dnb London, 4. Juli. Bei der Insel Wight ging am Mittwoch abend ein siebensitziges englisches Verkehrsflugzeug mit zwei Insassen auf dem Wasser nieder und wird seitdem vermißt. Ein Zerstörer und mehrere Flugzeuge stellten Nachforschungen an, die bisher ergebnislos geblieben sind.„.26 un4.lands.. Die Dampfer„El Mansur" und„Roland“ teilten durch einen in Marseille aufgefangenen Funkspruch mit, daß sie sechs Fluggäste und vier Mann Besatzung eines italienischen Wasserverkehrsflugzeuges, das auf der Strecke Rom—Barcelona verkehrte, an Bord genommen haben. Das Flugzeug hatte Donnerstag früh SOS=Rufe ausgesandt. DiS HRCVUntg!..s enprrrn Nach it Besig wird zuraugegeren ien, 4. Juli. Dem Hause Habsburg wird ein großer Teil seiner früheren Schlösses, Güter. Kunstsammlungen und Vermögenswerte zurückgegeben werden. Die seit Jahresfrist von der Regierung Schuschnigg mit dem Herzog von Hohenstein als dem Sachwalter der Exkaiserin Zita und Ottos geführten Verhandlungen wurden vor kurzem abgeschlossen. Zur endgültigen Unterzeichnung der Abmachungen hatte sich vor einigen Tagen der Staatssekretär für Sicherheit Karwinski nach Stennockerzeel(Belgien) begeben, wo sich die frühere Kaiserin Zita mit ihrer Familie aufhält. Der Bundestag soll am kommenden Dienstag über die Aufhebung des HabsburgerGesetzes Beschluß fassen, das die Beschlagnahme verfügte. Die Domänen von Laxenburg, Vösendorf, Pöggstall, Orth, Mattighofen und andere, ferner die zum Kronfideikommiß gehörende Hofbibliothek, die Estensische Sammlung, die Albertina usw. dürften somit in allernächster Zeit wieder der Familie Habsburg gehören. Gleichzeitig soll auch das ebenfalls aus dem Jahre 1919 stammende Ausweisungsgesetz gegen die Habsburger aufgehoben werden. Die Be! schlußfassung hierüber im Bundestag ist gleichfalls auf den kommenden Dienstag festgesetzt worden. Danach wird der Rückehr der Familie der Exkazegir, Zite und Ottos von Habsburg nichts mehr im Wege stehen. Offiziös wird zwar erklärt, daß eine solche Rückkehr noch keineswegs die Restauration bedeuten würde, doch liegt der Nachdruck wohl auf dem Wörtchen noch. Die am 3. April 1919 von der damaligen österreichischen Nationalversammlung unter dem sozialdemokratischen Staatskanzler Dr. Renner beschlossenen Gesetze bestimmten die Landesverweisung der Mitglieder des Kaiserhauses sowie die Beschlagnahme ihres Gesamtvermögens, womit auch„selbst unzweifelhaftes Privateigentum“ der Enteignung verfiel, wie zum Beispiel eine Reihe von Domänen und größere und kleinere Besitzungen. Der überraschenden Bekanntgabe der bevorstehenden Aufhebung der Habsburger=Gesetze ging ein Leitartikel in der gestrigen„Reichspost" voraus, den sie mit der Ueberschrift„Fort mit dem Revolutionsschutz" versehen hatte. Tatsächlich wurde dann der entsprechende Antrag der Bundesregierung am Abend in einer Staatsratssitzung eingebracht und unter großem Beifall angenommen. Der Bundeskulturrat soll sich bereits am Freitag mit dem neuen Gesetz befassen, während dann die letzte Abessinien=Konflikt weiter zugespitzt London sagt:„Der Schwerpunkt Rept zeht in Berlin, 4. Juli les heißt, daß der Schwerpunkt augenblicklich Die Lage iun den, Zonfist, ta ktenue ge nglan dsauf ee### funds hundsmitglied stelle. Es scheine sicher, daß eine grundlegende Entscheidung von der Stelungnuhme anderer Der stellvertretende Vorsitzende der französischen Radikalsozialistischen Partei und ihr früherer Generalsekretär Edouard Pfeiffer hat an den Vorsitzenden, Herriot, ein Schreiben gerichtet, in dem er seinen Austritt aus der Partei mitteilt. Pfeiffer begründet diesen Schritt damit, daß er den Linkskurs der Partei nicht mitmachen könne. Am französischen Nationalfeiertag, dem 14. Juli, werden in Paris zwei Massenaufmärsche stattfinden. Die rechtsstehenden Verbände werden sich am Triumphbogen versammeln, wo die Feuerkreuzler auf ausdrücklichen! Wunsch der Regierung die Flamme auf dem Grabe des unbekannten Soldaten anfachen werden. Die Linksgruppen dürfen ihre Kundgebung auf dem Bastilleplatz abhalten. dings auch zu einem Konflikt Italien— England geworden ist, spitzt sich immer mehr zu. Englands Drohung, einen wirtschaftlichen Boykott aller Länder über den Völkerbund gegen Italien zu organisieren, falls es in der abessinischen Frage nicht nachgibt, hat die öffentliche Meinung Italiens so gereizt, daß man bereits von offener Feindseligkeit spricht. Der Ton der römischen Blätter ist äußerst scharf gegen England gerichtet und man sagt, alle Drohungen Englands könnten Italien von seinem Standpunkt Abessinien gegenüber nicht abbringen. Es gehe jetzt um die Ehre der italienischen Fahnen. Die Berichte der englischen Morgenpresse stimmen darin überein, daß der italienisch=abessinische Konflikt im Laufe der gestrigen Kabinettsberatungen den breitesten Raum in Anspruch genommen habe. Die englische Regierung hoffe anscheinend immer noch, den Ausbruch eines Krieges in Ostafrika zu verhindern und eine friedliche Lösung zu finden, durch die die Unabhängigkeit Abessiniens erhalten werde. Dabei soll in der Kabinettssitzung übereinstimmend zum Ausdruck gebracht worden sein, daß die Autorität des Völkerbundes gewahrt bleiben müsse. Nach der Londoner Presse soll das englische Kabinett weiter beschlossen haben, die diplomatische Verbindung mit Frankreich noch enger als bisher zu gestalten, denn die britische Regierung lege Wert darauf, bei der Behandlung des abessinischen Konflikts in engstem Einvernehmen mit der Pariser Regierung vorzugehen, schon deshalb, weil die Erlangung der Einstimmigkeit in Genf unbedingt notwendig set.„agenden H. Krichten aeiat Nach den aus Paris vorliegenden Nachrichten zeigt sich jedoch die französische Regierung gegenüber den englischen Umstim hundsmitglied stelle. Es scheine sicher, daß eine gr## legende Entscheidung von der Stellungnahme anoerer Regierungen avhangig gemacht werde. Weitere Ministerbesuche in Paris seien augenblicklich nicht beabsichtigt. Inzwischen werde die britische Regierung alles in ihren Kräften Stehende tun, um einen Ausbruch von Feindseligkeiten zwischen Italien und Abessinien zu verhüten, jedoch stets nur unter der Voraussetzung, daß England, ein Risiko in diesem Verfahren nicht allein zu übernehmen brauche. Sicher sei, daß man nicht ohne Rücksprache mit den Regierungen der Dominien vorgehen werde. Eine sorgfältig erwogene Frage sei die mögliche Auswirkung von Feindseligkeiten auf andere Teile Afrikas, wo der Verlauf des Konflikts von den Farbigen genau verfolgt werde. Auf jeden Fall ist die augenblickliche Lage im Auf jeder„Fall ist die augenblickliche Lage im sei international., Nur im Einverständnis mit allen am Konflikt um Abessinien durchaus gespannt und Frieden in Mitteleuropa interessierten Mächten könne sie vollkommen offen: Italien besteht nach wie vor auf einer gelöst werden Außerdem wisse man in Wien, daß eine nstimmungsversuchen weiter zugeknöpft. Die Pariser Regierung scheint ihre Zustimmung zu einem Vorgehen des Völkerbundes gegen Italien davon abhängig machen zu wollen, daß England einen Luftpakt mit Deutschland nur dann abschließt, wenn damit der Abschluß des Ost= und Donaupaktes verbunden wird. Von Reuter wird am Donnerstag abend eine anscheinend offizielle Meldung herausgegeben, in der nicht mehr zweifelhafte Entscheidung am Dienstag der Bundestag selbst fällt. Die bevorstehende Aufhebung der HabsburgerGesetze bildet das Tagesgespräch Wiens. Breite Volksmassen, so heißt es, hätten die Wiedergutmachung begangenen schweren Unrechts am Herrscherhaus gefordert. Dafür wären Beweise die EhrenbürgerErnennungen in nahezu 800 Städten und Ortschaften Oesterreichs. Bundeskanzler Dr. Schuschnigg sowie sein Außenminister von Berger=Waldenegg hatten es wiederholt als großen diplomatischen Erfolg bezeichnet, daß bei ihren Besuchen in Rom, Paris und London der Standpunkt anerkannt worden sei, die Frage der Staatsform wäre eine rein innerpolitische Angelegenheit Oesterreichs. Damit war der Rückkehr der Habsburger die Tür geöffnet. Bezeichnend ist, daß man in Wiener diplomatischen Kreisen von den Beschlüssen, schon am Dienstag dem Bundestag die Aufhebunng der Habsburger=Gesetze zu unterbreiten, völlig überrascht wurde. Man sagt zwar offiziös, daß die Rückehr Ottos von Habsburg noch keineswegs die Restauration bedeute, aber wenn immer Otto von Habsburg zurückkehrt, kommt er als Kaiser von Oesterreich; denn der Titel ist nicht erst zu verleihen, er ist ererbt. Nur auf die Wiedereinsetzung in die Macht kommt es an. Keineswegs kann man feststellen, daß die Rückkehr der Habsburger etwa eine Beruhigung Südosteuropas bedeuten wird, denn noch vor einigen Monaten galt in der Kleinen Entente der Leitsatz:„Restaura= tion ist Krieg“, und jüngst noch wurde behauptet, Mussolini habe in der Vorbereitung seines Planes einer Donaukonferenz die Staaten der Kleinen Entente wissen lassen, daß er die Rückkehr der Habsburger nicht dulden werde. Sollten diese Zusagen, die Dr. Benesch und dem inzwischen abgetretenen Ministerpräsidenten Jeftitsch den Weg nach Italien erleichtern sollten, jetzt nicht mehr Geltung haben, da die Donaukonferenz vertagt wurde?„ 8 87414# Bezeichnend ist auch, daß das„Prager Tagblatt“ und die Prager„Bohemia" am Donnerstag wegen ihrer Stellungnahme zum Habsburger=Gesetz in Wien beschlagnahmt wurden. Ueber die Verhandlungen in Steenockerzeel durfte die österreichische Presse mit Ausnahme des„Neuen Wiener Tagblattes“ nichts veröffentlichen. Sanfte Mahnung des„Temps“ an Wien dub Paris, 4. Juli. Die zu erwartende grundsätzliche Aufhebung des Verbannungsbeschlusses für die Habsburger und der Beschlagnahme ihres Vermögens veranlaßt den„Temps“, die möglichen Rückwirkungen auf die mittel= und ost: europäische Politik zu untersuchen. Der Leitartikel stellt eine sanfte Mahnung an Wien dar, nicht zu weit zu gehen. Die Frage der Restauration der Habsburger sei international., Nur im Einverständnis mit allen am vourommen offen: Ikalien bestehr nach wie vor auf einer militärischen Aktion gegen Abessinien, England sieht seinen Einfluß in Afrika gefährdet und möchte daher den Völkerbund als Polizeiorgan gegen Italien einschalten. Notwendig hierzu ist jedoch die Zustimmung Frankreichs und dieses sitzt im Schmollwinkel, um eine Unterstützung Englands so teuer wie möglich verkaufen zu können. Das Anterhaus verlangt Aufklärung über die vorgeschlagene Gebietsabtretung in Britisch=Somaliland dnb London, 4. Juli. Das englische Vermittlungsangebot im italienischabessinischen Konflikt rief am Donnerstag eine neue Fragenflut im Unterhaus hervor. Wie Eden schon am Montag mitgeteilt hatte, ging der britische Vorschlag bekanntlich, dahin, einen Gebietsstreifen von Britischgeiost werven., Außerdem wisse man in Wien, daß eine Restauration schwere internationale Verwicklungen mit sich bringen würde. Leopold Wölfling völlig verarmt in Berlin gestorben dnd Berlin, 4. Juli. Der vormalige Erzherzog Leopold von Oesterreich, Erbgroßherzog von Toscana, der 1902 seinen Austritt aus dem österreichischen Kaiserhaus vollzog und seitdem unter dem Namen Leopold Wöfling lebte, ist am Donnerstag morgen in seiner Berliner Wohnung gestorben. Leopold Wölfling, vormaliger Erzherzog Leopold von Oesterreich, Exhgroßherzag, von Toscana, urde am 2. Dezember 1868 in Salzbi sog von alzburg, gehargg. EEr aobekanntlich dahin, einen Gehietsstreifen von Britisch= sam 2. Dezember 1868 in Salzourg, Somaliland an Abessinien abzutreten, um abessinische solvierte das dortige Gymnasium, oesuchre die Marine„Rebolution in=Slrafreuft Reichsminister Dr. Frank über die neue Strafgesetzgebung 66 dub Berlin, 4. Juli.[(„Keine Strafe ohne Gesetz"). Er ist in§ 2 des heute Reichsminister Dr. Frank hat in der RSK. unters#.„ Igangspunft der sogenannten mtu iteer der Ueberschrift„Revolution im Strafrecht“ einen Artikel veröffentlicht, der zu dem Reichsgesetz zur Aenderung von Vorschriften des Strafverfahrens und des Gerichtsverfassungsgesetzes Stellung nimmt. Er schreibt u..: „Es wird in Zukunft nur ein Strafrecht geben, das den Verbrecher jeder Schattierung als einen Schädling der Volksgemeinschaft ansieht und ihn durch eine gerechte Bestrafung aus dieser Gemeinschaft ausscheidet. Am 26. Juni 1935 hat die Reichsregierung folgende Aenderung der Strafprozeßordnung beschlossen: In die Strafprozeßordnung werden als§ 170 a und als§ 267a folgende Vorschriften eingeführt: § 170a:„Ist eine Tat, die nach gesunder Volksanschauung Bestrafung verdient, im Gesetz nicht für strafbar erklärt, so hat die Staatsanwaltschaft zu prüfen, ob auf die Tat der Grundgedanke eines Strafgesetzes zutrifft und ob durch entsprechende Anwendung dieses Strafgesetzes der Gerechtigkeit zum Siege verholfen werden kann.(§ 2 des Strafgesetzbuches.)“ § 267a:„Ergibt die Hauptverhandlung, daß der Angeklagte eine Tat begangen hat, die nach Volksanschauung Bestrafung verdient, die aber im Gesetz nicht für strafbar erklärt ist, so hat das Gericht zu prüfen, ob auf die Tat der Grundgedanke eines Strafgesetzes zutrifft und ob durch entsprechende Anwendung dieses Strafgesetzes der Gerechtigkeit zum Siege verholsen werden kann.(§ 2 des Strafgesetzbuches.) S 265 Absatz I gilt entsprechend.“ Als ein Grundgedanke des bisherigen deutschen Strafrechts gilt der Satz„Nulla poena eine lege“ noch geltenden Strafgesetzbuches verankert und bildet den Ausgangspuntr der sogenannten„modernen“ Strafrechtsschule. Es war selbstverständlich, daß mit der nationalsozialistischen Revolution und dem Umbruch der Weltanschauung dieser Grundsatz als erster bekämpft wurde. Bei allen Reformarbeiten seit der nationalsozialistischen Revolution auf dem Gebiete des Strafrechts stand die Behandlung dieser Frage, die sich in der modernen Strafrechtspflege in der Frage der Analogie der Strafrechtsbestimmungen verdichtet hat, an erster Stelle.“.. Der Minister hebt dann hervor, wie lange gerade diese Reform immer wieder vom Nationalsozialismus gefordert worden sei, und fährt fort:„Nunmehr ist durch die erwähnten Gesetze der Reichsregierung der entscheidende Schritt zum Durchbruch der Strafrechtsreform auf diesem Gebiete getan. Er ist ein Markstein auf dem Wege zu einem nationalsozialistischen Strafrecht." In den weiteren Ausführungen leat Minister Dr. Frank die Gesichtspunkte der neuen Strafrechtspolitik dar die den rücksichtslosen Kampf gegen den Verbrecher wolle zum Schutz und Vorteil des anständigen, der Volksgemeinschaft treu und redlich dienenden Volksgenossen. Der Minister hebt dabei mit aller Betonung hervor, daß diese Reform nicht bedeute, daß der neue Staat nicht auch sehr wohl zwischen dem Verbrecher aus übler Gesinnung und gemeinschädlichen Instinkten einerseits und dem kleinen, harmlosen, mehr aus Unverstand und Schwäche als aus Schlechtigkeit mit dem Ordnungsprinzip der Volksgemeinschaft in Konflikt geratenen Alltagssünder unterscheiden könne. Auch in diesem Sinne werde das nationalsozialistische Strafgesetzbuch ein modernes Gesetzbuch sein. Somaliland an Abessinien abzutreten, um abessinische Gebietszugeständnisse an Italien zu erleichtern. Die Aussprache am Donnerstag begann mit einer Frage über die Größe und die Natur dieses Gebietsstreifens in Somaliland.„.. I. Janielminstr m Darauf erwiderte der Kolonialminister Malcolm Macdonald, es sei geplant gewesen, den Hafen von Zaila unter gewissen Umständen an Abessinien abzutreten, mit einem etwa 50 Meilen langen und 12 Meilen breiten Korridor, um Abessinien einen Zugang zum Meer zu verschaffen. Die dort ansässige eingeborene Bevölkerung wechsele je nach der Jahreszeit von 3000 im Sommer bis 7000 im Winter. Das dazugehörige Hinterland habe keine ständigen Einwohner, sondern werde nur in gewissen Jahreszeiten von Nomadenstämmen bewohnt. Minister Eden erklärte, es sei stets die Politik der britischen Regierung, das Unterhaus über diese Angelegenheiten in vollem Umfang zu unterrichten. Die britische Anregung sei nur vorgebracht worden, um festzustellen, ob sich ein formeller Vorschlag an die italienische Regierung auf dieser Grundlage empfehlen werde. Aus diesem Grunde habe der Vorschlag dem Unterhaus nicht mitgeteilt werden können, bevor er an Mussolini übermittelt wurde. 9. 8 gigs, Im Laufe der Aussprache bemerkte der Kolonial= minister, der Haupthafen von Britisch=Somaliland sei nicht Zaila, sondern Berbera, das selbstverständlich in den britischen Vorschlag nicht einbegriffen gewesen sei. Im übrigen betonte er immer wieder, daß es sich nur um einen provisorischen Vorschlag gehandelt habe, und daß niemals beabsichtigt gewesen sei, irgendein Gebiet bedingungslos abzutreten. Vselmehr hätten gewisse Bedingungen erfüllt werden müssen. Weitere Anfragen über diesen Punkt wurden vom Sprecher des Unterhauses abgeschnitten. akademie in Fiume, studierte von 1903 bis 1906 am Polytechnikum in Zürich Naturwissenschaften und trieb später in Paris, München und Berlin Privatstudien, die besonders der Botanik galten. Nach seiner Ausmusterung als Seekadett absolvierte er in den Jahren 1887 bis 1889 eine Reise nach dem Fernen Osten, kam als Seeoffizier auf die„Levante" und machte 1892/93 die Weltreise des österreichischen Thronfolgers Franz Ferdinand mit. Er diente später als Hauptmann in Brünn, als Major und Oberstleutnant in Przemysl und als Oberst in Iglau. Am 11. Dezember 1902 vollzog er seinen Austritt aus dem österreichischen Kaiserhaus, legte die Würde eines Erzherzogs ab und nahm als eigenwilliger Mensch, dem die Etikette des Hofes zuwider war, den bürgerlichen Namen Wölfling an.— Seine erste Ehe wurde nach vier Jahren, im Jahre 1907, geschieden. 1916 die zweite Ehe. Im Juni 1933 heiratete er ein drittes Mal. Die Trauung mit Klara Pawlowski, fand in Niederschöneweide statt. Wölfling führte in Berlin Jahre hindurch zurückgezogen das Leben eines Privatgelehrten. Krieg, Inflation und Rentenverlust hatten ihn völlig verarmen lassen. Der Führer und Reichskanzler hat anläßlich des Unabhängigkeitstages der Vereinigten Staaten dem Präsidenten Roosevelt telegraphisch seine Glückwünsche Nach 1Xstündigem Aufenthalt in Rio de Janeiro ist das Luftschiff„Graf Zeppelin" am 4. Juli, um 11.40 Uhr MEZ., zu seiner Rückfahrt nach Pernambuco gestartet. Londoner Initiative auch in der Flottenfrage dnb London, 4. Juli. Die„Times“ weiß zu berichten, daß die britische Regierung jetzt mit der französischen und der deutschen Regierung in diplomatischer Verbindung stehe mit dem Ziel des Austausches der Flottenbauprogramme zwischen den drei Ländern. In Paris stößt nach der dortigen Presse diese englische Anregung auf den grundsätzlichen Einwand, daß damit das deutsch=englische Flottenabkommen von Frankreich seine juristische Bestätigung erhalten würde. Sir Geoffrey Knox, der frühere Präsident der Saarkommission, ist zum britischen Gesandten in Budapest ernannt worden. Hauptschriftleiter: Dr. Paul Dierichs, Stellvertreter: Hans Schulte. Verantwortlich für Politik: I. V. Fritz Schmidt, Kommunalpolitik u. Stadtteile: 1. V. Kurt Dörnemann, Lokales: Hans Schulte, Kulturpolitik und Unterhaltung: Dr. Josef Sawermann, Feuisleion: Dr. Emil Strydkdofl Wirtschaft: Fritz Schmidt, Sport: i. V. Hans Schulte, Gerichtsdienst u. Briefkasten: Max Flegel Provinz: Kurt Dörnemann, Anzeigen: Kurt Scholz, sämtlich in Bochum. Berliner Redaktion: Michgel Haupt Berlin sw 68. Wildelmstr. 98. Anruf: Jäger 4115 u. Karlsvorn 6340. Berliner Anzeigenvertre=zngz, G..ipgl. 513 Berlin=Cdarlottenburg, Uhlandstr. 194. Gerlag und Truck: Laupenmühlen&5 Dierichs in Bochum. Ruf 67551, 52, 53.— DA. VI. 35: über 24 800. Sprechstunden der Redaktion 16—17 Uhr(auder Somergag). Für unverlangte Einsendungen keine Hafwflicht btücksendung nur dei Rückporto Die heutige Nummer umfaßt 14 Seiten Seite 3 Nr. 155 7 Bochumer Anzeiger 7 Freitag, 5. Juli 1933 Bochumer Nachrichten Falscher Verdacht! Mittwoch abend hatte das wolkenschwere Wetter schwere Rauchwolken auf unsere Stadt herabgedrückt, was unseren Pitt=Hausdichter zu folgendem Erguß verleitete: 's war dieser Tage so gegen sieben, Da saß ich vorm schäumenden Bierchen, Und kurz darauf erschienen von drüben Skatlüstern zwei Freunde im Türchen. Schnell wurde ein Bierlachs angelegt, Verstehn Sie, mit allen Schikanen, Die Karten wurden eifrigst bewegt Ueber kontra und bockigte Bahnen. Wie's kam, ich weiß es nicht mehr genau, Auf jeden Fall sehr plötzlich Wurde uns dreien so seltsam flau, Es roch wirklich höchst verdächtig. Freund Fritz vergeigte den Null ouvert, den er ganz sicher bekommen, Und stellte die peinliche Frage:„Wer Hat sich hier komisch benommen?" Wir waren uns keiner Schuld bewußt, Indes wir die Nasen verzogen, Stirnrunzelnd warf sich ein Gast in die Brust: „Ich finde das ungezogen!“ Wir stießen Türen und Fenster auf, Um frische Luft zu schöpfen, Was meinen Sie, nahmen wir da in Es roch wie aus tausend Töpfen. Und dennoch: es atmete jeder befreit, Obschon das Lüftchen verwegen, Zum Atmen nahm man sich wieder Zeit, Und raten Sie mal, weswegen...? Der Skat ging weiter mit kontra und re Bei Klaren und chlorigem Nasse. Nichts übler als übler Geruch in der Näh. „Null— Null? Verdorich— ich passe!“ *— Pitt Ueberschuß von. 760566 Mark huß von. 160566 Sochams Lanikru. sch..„ fA 198T Steigende Einnahmen— Gesamtausgaben um 2,4 Millionen gesunken Gesamtfehlbetrag: 9077115— Die Last der Erwerbslosigkeit Kauf? In der letzten Ratsherrensitzung legte die Verwaltung den Bericht über den Jahrzs, apschu5 für das Rechnungsjahr 1934 vor. Der Abschluß 1934 zeigt ein günstiges Ergebnis. Scheidet man die Fehlbeträge aus Vorjahren aus, um das reine Ergebnis des Rechnungsjahres 1934 zu erhalten, so eotpt sich enzueberschuß von 760566 RM., während nach dem Finanzbericht vom 1. Oktober 1934 noch ein Fehlbetrag von 5 978 277 RM. erwartet wurde. Es ist also gegenüber dem Finanzbericht eine Verbesserung des Jahresergebnisses für 1934 um 6 738 843 RM. zu verzeichnen. Diese Verbesserung ist in der Hauptsache durch folgende Posten herbeigeführt worden: Sonderausschüttung zurückbehaltener Reichs= und Staatssteueranteile (einmalige Einnahme) 1443 600 Vereinnahmung angesammelter preuß. Gehaltseinbehaltungen(einmalige Einnahme) 424 200 Laufende Steuermehreinnahmen.. 1637.800 Mehreinnahme an Staatsbeihilfen 632 600 Minderausgaben......... RM. RM. RM. RM RM. aus Vorjahren um 9979173 Reichsmark gesenkt worden waren, so daß sie noch mit 9 837680 Reichsmark zu Buch standen.. 1094, hestätiat grnent bi. Auch der Jahresabschluß 1934 bestätigt erneut die Tatsache, daß Bochum ebenso wie die übrigen Ruhrgebietsstädte, in seiner finanziellen Entwicklung allein infolge der Erwerbslosigkeit hinter den zahlreichen deutschen Städten zurückbleibt, die schon jetzt ausgeglichene Haushaltpläne haben und ihre kommunalen Aufgaben daher weit wirkungsvoller erfüllen können, als es den Ruhrstädten möglich ist. Die Zahl der unterstützten Erwerbslosenparteien betrug am 31. 3. 1935 noch 10 389 gegenüber 14 451 am 31. 3. 1934. Diese große Vorbelastung, die in der besonderen Lage des Ruhrgebiets begründet ist, kann nur durch sofortige Sonderbeihilfen und durch besondere Berücksichtigung bei dem zukünftigen Finanzausgleich behoben werden. Auch die außergewöhnliche Teilabdeckung der Fehlbeträge aus Vorjahren durch Umschuldung der aus Kassennot zurückbehaltenen Staatssteuern mit 2 896 500 Reichsmark und durch Verrechnung von 6 524 900 RM. Mehreinnahmen. in allen VerwalVerdunkelungsgrade I und II werden geprüft! Am 12. Juli von 22 bis 23 Uhr Nur öffentliche Beleuchtungen, keine Privathaushalte abgedunkelt. Der Polizeipräsident in Bochum teilt mit: Am 12. Juli findet in der Zeit von 22.00 bis 23.00 Uhr im Stadtbereiche Bochum eine Probeverdunkelung statt, die sich auf die öffentliche Beleuchtung erstreckt und die Verdunkelungsgrade 1 und II(eingeschränkte Beleuchtung und Verdunkelung) einer Ueberprüfung unterziehen soll. Eine Verdunkelung der Privathaushaltungen und der Geschäfte pp. sowie der im Verkehr befindlichen Fahrzeuge findet nicht statt. Um Unfälle zu verhüten, wird jedoch allen Fahrzeugführern zur Pflicht gemacht, zu angegebenem Zeitpunkte im Stadtbereiche Bochum besonders vorsichtig zu fahren und auf die von den aufgestellten Polizeibeamten gegebenen Zeichen zu achten. Sechsjähriger in den Teich gestürzt und ertranten Am 2. Juli, zwischen 13 und 14 Uhr, spielten mehrere Kinder am Mühlenteich am Gysenberger Wald bei Bochum=Hiltrop. Plötzlich rutschte ein sechsjähriger Knabe am Ufer aus und stürzte ins Wasser. Er wurde kurz darauf von einer hinzukommenden Passantin aus dem Wasser gezogen. Die angestellten Wiederbelebungsversuche waren jedoch ohne Erfolg. Drei Verletzte und zwei beschädigte Führzeuge bei einem Zusammenstoß an der Alleestraße Am 4. Juli erfolgte an der Ecke Allee= und Humboldtstr. ein Zusammenstoß zwischen einem Motorradfahrer und einem Radfahrer. Der Motorradfahrer erlitt Verletzungen am linken Bein und am rechten Auge und mußte sich in ärztliche Behandlung begeben. Der Radfahrer und der Soziusfahrer des Motorrades erlitten ebenfalls leichtere Verletzungen. Beide Fahrzeuge wurden leicht beschädigt. Neue Fische im alten Siar ipartleich 2 896 500 Reichsmark und durch Verrechnung Rücklagen mit 7082 600 Reichsmark steut für Bo=det ist. chum wie für die anderen betroffenen Ruhrstädte eine Schädigung dar So erfreulich an sich die hierdurch erreichte Verminderung der Fehlbeträge ist, so wenig darf vergessen werden, daß diese Regelung eine schwere Belastung der städtischen Finanzwirtschaft bedeutet, da durch die Umschuldung der Staatssteuerrückstände der Schuldenstand erhöht worden ist und um die aufgelösten Rücklagen das früher für besondere Zwecke angesammelte Vermögen vermindert wird und somit für die vorgesehenen kommunalen Aufgaben nicht mehr zur Verfügung steht. Dies Opfer wiegt für Bochum um so schwerer, als die ungedeckten Fehlbeträge ausschließlich durch die Erwerbslosenlasten verursacht worden sind, die nach Auffassung der Gemeinden als Kriegsfolge vom Reich hätten getragen werden müssen. Bei dieser„Abdeckung von Fehlbeträgen, die aus laufenden Verpflichtungen stammen, durch Anleihen und aus Vermögensbeständen handelt es sich um eine einmalige Ausnahme von den Regeln der Finanzwirtschaft, die durch die Schwierigkeit der Zeit begrünDer Rest verteilt sich auf sonstige Durch straffe Wirtschaftsführung tungszweigen wurden die Gesamtausgaben um rund 2,4 Millionen Reichsmark vermindert. Bei der Bewertung dieses günstigen Ergebnisses ist zu berücksichtigen, daß ein erheblicher Teil der Verhesserun, gen durch einmalige, nicht wiederkehrende Mehrseinnahmen und Minderausgaben entstanden ist. Ohne diese einmaligen Mehreinnahmen und Minderausgaben würde auch das Jahr 1934 noch mit erheblichen Fehlbetrage abgeschlossen weise sind mit der sich stetig bessernden Wirtschaftslage auch die laufenden Einnahmen gestiegen und auf der anderen Seite die laufenden Ausgaben für Wohlfahrtspflege und Erwerbslosenfürsorge zurückgegangen. Die mehreinnahmen betrugen rund 3000000 RM. Es gingen ein: Anteil an der Reichs= u. Körperschaftssteuer einschl. Sonderzuweisungen„hsteuer uund G; Reichsgrunderwerosteuer und Gemeindezuschlag Anteil an der Hauszinssteuer einschließlich Sonderzuweisungen Kraftfahrzeugsteuer Vergnügungssteuer Getränkesteuer Schankerlaubnissteuer Grundvermögensteuer Gemeindesteuer v. Gewerbebetrieb Aus dem staatl. Ausgleichsstock zur Senkung der Realsteuern Mehr RM. 713 900 138 000 4 500 8 500 22.000 158 800 516 700 117300 610 70 Weniger R M. 29 400 12 500 41 900 1 637 800 Hierzu kommt eine einmalige Ausschüttung zurückbehaltener Reichs= u. Staatssteueranteile in Höhe von..... 1 443 600 An die Bebonlerung=Bechume! Aufruf zum Gautag 1935 der Aus Anlaß des Gautages richten wir an die Bevölkerung die Bitte, die Häuser der Würde dieser Tagung entsprechend ab heute mittag mit Grün und den Farben des nationalsozialistischen Deutschlands zu schmücken. Wir wollen als Bochumer den von auswärts kommenden Nationalsozialisten dadurch den Beweis liefern, daß wir sie herzlich willkommen heißen und uns darüber freuen, daß diese wichtige und bedeutende Gautagung in den Mauern unserer Vaterstunt stattKreisleitung der NSDAp. Sefach in Bochumer=Hentrulgesungn Richter und Staatsanwälte studieren das Gefängniswesen 1 DESE RM. Während der Finanzbericht nach dem Stande vom 1. Oktober 1934 noch einen Gesamtfehlbetrag einschließlich der Vorjahre 1931, 1932 und 1933 aus der Erwerbslosenfürsorge von insgesamt 25 795 130 Reichsmark auswies, in dem ungedeckte Fehlbeträge aus den Vorjahren in Höhe von 19 816 853 Reichsmark enthalten waren, schließt der Jahresabschluß mit einem Gesamtfehlbetrage von nur noch 9077115 Reichsmark ab. Hierbei ist allerdings zu berücksichtigen, daß im Laufe des Rechnungsjahres durch einmalige außerordentliche Maßnahmen(Umschuldung zurückbehaltener Staatssteuern und Abschreibung von Rücklagen) die Fehlbeträge Blick auf das Bochumer Gesängnisgebäude Photo:.-.-Archiv. Nach einer Mitteilung der Justizpressestelle Dortmund haben 19 Richter und Staatsanwälte aus dem Oberlandesgerichtsbezirk Hamm aus Anlaß eines Lehrgangs im Gefängniswesen auch das Zentralgefängnis in Bochum besucht. Die Teilnehmer sollten durch diesen Lehrgang ein anschauliches Bild vom Strafvollzuge und seinen Wirkungen erhalten sowie die Tragweite und Folgen ihrer Entscheidungen kennenlerIn Essen, wo der Lehrgang im Untersuchungsgefängnis begann, wurde die Behandlung der Untersuchungsgefangenen erörtert. Da die Schuld dieser Gefangenen noch nicht feststeht, werden ihnen nach Möglichkeit Erleichterungen gewährt. Arbeitszwang besteht nicht. Melden sie sich jedoch zur Arbeit, so sind sie auch verpflichtet, sie durchzuführen. Es kann nicht geduldet werden, daß ein Häftling von einem Tage zum andern plötzlich die Arbeit wieder verweigert. Dadurch würde die Anstaltsordnung empfindlich gestört. Die Häftlinge leiden oft unter der Ungewißheit ihres Schicksals. Die von der Justizverwaltung angestrebte Beschleunigung des Strafprozesses ist demnach sehr zu begrüßen. Die weiblichen Häfttinge erhalten im Frauengefängnis durch ihre Beschäftigung mit hauswirtschaftlichen Arbeiten für das spätere Leben eine wertvolle Ausbildung. „.-.“-Aufnahme. Dieser junge Mann, der tiessinnig den neuen Stadtpark=Fischen zusieht, wird sicher später mal ein guter Angler einigen Tagen wurden Hunderte von Karpfen und Goldfischen setzt, zum Jubel der kleinen Besucher des Stadtparks und zur in den alten Stadtparkteich Freude der stillen erwachBetrachter des neuen Zuwachses, der sich im feuchten Element„wie zu Hause“ fühlt. Die Karofen bareg,schomzgglaicht und die junge Bxpt su, Hichtf rag, gute Harpferzgund wenn sie nicht epve gefressen we“ werden wir aller Veraussicht nucg nure Rarprenjagre bekommen. Vor eingese senen. Im Gegensatz zum Untersuchungsgefängnis in Essen, in dem nur die Untersuchungshäftlinge und Strafgefangene mit kurzen Freiheitsstrafen untergebracht werden, dient das Zentralgefängnis in Bochum ausschließlich der Strafvollstreckung. Nach einem einleitenden Vortrag des Strafanstaltsdirektors Anderson über Wesen und Bedeutung der Gefangenenarbeit wurden die Teilnehmer des Lehrganges durch das Gefängnis geführt und die verschiedenen Arbeitsbetriebe besichtigt. Eine ganze Reihe verschiedener Handwerks= und Gewerbezweige wird dort betrieben, Schlosserei, Bäckerei, Schneiderei, Buchdruckerei. Buchbinderei, Schuhmacherei und Mattenflechterei. Die Betriebe, zum großen Teil mit modernen Maschinen ausgestattet, arbeiten größtenteils für Staats= und Kommunalbehörden. teilweise aber auch für private Unternehmer. Ein Teil der Gefangenen wird auch mit Arbeiten in der Zelle beschäftigt. Alle werden zu strenger Arbeit und Ordnung angehlaten. Der Erlös der Gefangenenarbeit kommt zum größten Teil dem Staat zuder auf diese Weise einen geringen Teil der sehr hen Kosten des Strafvollzuges ersetzt erhält. Gefangenen wird je Mann und Tag ein Betrag von 13. Pf. gutgeschrieben. Bei Ueberschreitung des Arbeitspensums können die Gefangenen allerdings noch etwas mehr verdienen da Mehrleistung höher bezahlt wird. Das verdiente Geld wird ihnen bei ihrer Entlassung ausgezahlt, damit sie nicht vollständig mittellos dastehen. gene, die eine Rücklage von 15 RM. erreicht haben, können von dem weiteren Verdienst schon während ihrer Haftzeit die Hälfte zum Einkauf von zusätzlichen Nahrungs= und Genußmitteln verwenden. Auch sonst können Gefangenen, die sich während der Haft längere Zeit gut geführt haben, kleinere Vergünstigungen gewahrt werden. Das Rauchen ist während der Strafvollstrekkung gänzlich verboten. Zuwiderhandlungen gegen die Anstaltsordnung werden mit strengen Hausstrafen, unter denen besonders der Arrest zu erwähnen ist, geahndet. — Besonders interessant war die Besichtigung der Jugendabteilung. die in einem abgesonderten Teile des Gefängnisses liegt. Dort werden die erstmalig bestraften Jugendlichen und Minderjährigen untergebracht, die von den übrigen Gefangenen streng getrennt gehalten werden. In der Jugendabteilung wird der Strafvollzug beherrscht von dem Erziehungsgedanken. Die Häftlinge werden nicht nur zu nützlicher Arbeit angehalten, sondern es wird auch versucht, sie durch planmäßigen Schulungsunterricht und regelmäßige sportliche Uebungen zu brauchbaren Staatsbürgern zu erziehen. Den Teilnehmern des Lehrgangs wurde Gelegenheit gegeben, einer Schul= und einer Turnstunde beizuwohnen. gute. erheblich Den G Der dritte und vierte Tag führte die Teilnehmer des Lehrgangs in die Strafanstalt Münster, die ausschließlich zur Vollziehung von Zuchthausstrafen und zur Sicherungsverwahrung dient. Die Arbeitszeit im Zuchthaus dauert im allgemeinen zehn Stunden, gegen neun Stunden im Gefängnis. Auch im übrigen enthält die Zuchthausstrafe manche Verschärfung gegenüber der Gefängnisstrafe. So unterliegt der Briefverkehr und die Besuchserlaubnis erTäglich bis Anfang September Personen-Dampfschiffahrt auf der Oberweser Münden— Garlshafen— Hörter— Holzminden— Hamein Seite 4 Nr. 135„ Bochumer Anzeiger 7 Freitag, 5. Juli 1935 heblich größerer Einschränkung als im Gefängnis. An die Gefangenenkost ist im Zuchthaus einfacher und eintöniger. Während im Gefängnis für die Ernährung je Mann und Tag 34 Pf. zur Verfügung stehen, werden für den Zuchthausgefangenen nur 29 Pf. aufgewandt. Ebenfalls der Arbeitsverdienst der Zuchthausgefangenen ist geringer. Auffallend ist die erheblich hartere und schärfere Disziplin. Die Gefangenen haben mit militärischer Genauigkeit zu gehorchen und die ihnen gegebenen Befehle bedingungslos auszuführen. Widerspenstige werden durch strenge Arreststrafen, die unter Umständen noch durch Fesselung verschärft werden können, bald gezähmt. Eine Neuerung ist in der Strafanstalt Münster insoweit eingeführt, als ein Teil der täglichen Freistunden zu Freiübungen verwandt wird. Den Abschluß des Lehrgangs bildete ein Vortrag von Universitätsprofessor Dr. Többen über Kriminalbiologie, Eugenik und psychiatrische Diagnostik, dem sich eine Führung durch das Lazarett und die Beobachtungsabteilung der Anstalt anschloß Es bestand bei den Teilnehmern kein Zweifel darüber, daß die Gefangenen zwar streng und hart, aber auch gerecht behandelt werden. Schikanen und Mißhandlungen kommen nicht vor. Mancher Rechtsbrecher wird nach Verbüßung seiner Strafe von der Begehung weiterer Straftaten abgeschreckt werden. Für unverbesserliche Elemente aber kennt der nationalsozialistische Staat keine Gnade. Sie werden aus der Volksgemeinschaft ausgeschieden und in strenger Zucht und Ordnung in den Strafanstalten verwahrt. Sondertagung des Gaurechtsamts anläßlich des Gautages der NSDAP. Westfalen=Süd. Anläßlich des Gautages der NSDAP. von Westfalen=Süd zu Bochum vom 5. bis zum 7. Juli findet Sonntag, 7. Juli, vormittags von 9 bis 11 Uhr, im großen Saale des Bochumer Hofes eine Sondertagung des Gaurechtsamtes statt. Es spricht u. a. als Vertreter des Reichsrechtsamtes Hauptstellenleiter Pg. Haidn. Neun Rechtsbrecher. Festgenommen wurden: drei Personen wegen Einbruchsdiebstahls, zwei Personen wegen Fahrraddiebstahls, eine Person wegen Taschendiebstahls, eine Person wegen gefährlicher Körperverletzung, eine Person wegen Urkundenfälschung und eine Person wegen Sachbeschädigung und groben Unfugs. Gäste in Bochum Kommunalwissenschaftliche Studienvereinigung aus Berlin besuchte Bochum. Daß die Stadt Bochum in mancherlei Beziehung gerade für auswärtige Gäste interessant sein kann, bewies am Mittwoch erneut ein Besuch einer kommunalwissenschaftlichen Studiengesellschaft aus der Reichshauptstadt. Es handelte sich um zwanzig Studenten vom Kommunalwissenschaftlichen Institut Berlin, die sich in diesen Tagen auf einer Studienreise durch das Ruhrkohlengebiet befinden. Alle Gäste brachten einmütig zum Ausdruck, daß sie ihre bisherige Ansicht über das Industriegebiet, insbesondere auch über die Stadt Bochum, vollkommen ändern müßten. Niemals hätten sie erwartet, daß sich in Industriegroßstädten so herrliche Grünanlagen, wie z. B. der Bochumer Stadtpark antreffen ließen. Unter berufener Führung wurden in Bochum eine ganze Anzahl mustergültiger kommunaler Einrichtungen in Augenschein genommen, u. a. das Rathaus und der Schlachthof. Zum Ausklang des Tages fanden sich die Studenten unter dem Vorsitz von Bürgermeister Dr. Geyer und dem Direktor der Verwaltungsakademie, Dr. Elleringmann, auf der Terrasse des Bochumer Parkhauses zu einem zwanglosen Beisammensein ein, bei dem die Erfahrungen des gewinnreichen Studientages von Bochum noch einmal ausgetauscht wurden. Als nächste Stadt des Industriegebietes wurde von der Studienvereinigung Essen aufgesucht. 320 mal„meck—meck“ Die Ausstellung der Kreisfachgruppe der Ziegenzüchter Bochum. Als im vergangenen Jahre die Umorganisation der Kleintierzuchtverbände durchgeführt wurde, sind auch alle Ziegenzuchtvereine im Bereich der Kreisbauernschaft Vor längerer Zeit wurden zwei Angeklagte verurteilt, die in einen argen Rezeptschwindel verwickelt waren. Bei einem Arzte waren durch einen Kranken, der ihm durch die Fürsorge überwiesen worden war, Rezeptformulare gestohlen worden, während der Arzt gerade dem Patienten einmal den Rücken gekehrt hatle oder für einen Augenblick das Zimmer verließ. Bei einem Apotheker fielen damals häufige Rezepte über ein gewisses Rauschmittel auf und man sah sich den Abholer der Medizin etwas genauer an. Da kam man denn dahinter, daß es sich um gefälschte Rezepte handelte. Man nahm den Mann fest, hatte aber nur einen Mittäter, sozusagen den„Laufburschen“ des eigentlich Schuldigen, erwischt. Der Dieb und Fälscher selbst war noch nicht gefaßt, er hatte sich„gedrückt" und ward nicht mehr gesehen. Der in der Apotheke abgefaßte Mann hatte Mühe, für seine Erzählung, er sei an der ganzen Sache nicht beteiligt und habe auch gar nicht gewußt, daß die Rezepte gefälscht waren, Glauben zu finden. Aber jetzt wurde der Hauptschuldige nachträglich doch noch ermittelt. Im Saargebiet hat man ihn wegen anderer krummer Dinge ins Gefängnis stecken müssen und nun war er nach Bochum zurückgebracht worden, um seinen Lohn für die Rezeptfälschungen und den Betrug an den Apotheken zu empfangen. Da dieser Angeklagte S. ein ganz bedenkliches Vorstrafenregister hat(mit 21 kleineren und größeren Nummern), war sein Schicksal jetzt besiegelt. Auf mildernde Umstände konnte er nicht mehr rechnen. Also wurde zum ersten Male auf Zuchthaus gegen ihn erkannt. Das Urteil lautete auf ein Jahr. Anderthalb Jahre waren beantragt. Es ist„kein Geschäft“ zu machen mit solchen Sachen, ihr Herren Diebe! Der Einsatz ist doch gar zu hoch, wie das Beispiel zeigt. Es kommt doch alles an den Tag und die Sühne folgt früher oder später. Oeffnen sich erst die Zuchthaustore, dann... „Wie konnten Sie nur so töricht sein!“ Diese Frage könnte man an so manchen Angeklagten richten, der nach den äußeren und inneren Umstänaus 28 Ortsfachgruppen der Städte Bochum, Herne, Wanne=Eickel, Wattenscheid und Witten. Die Mitgliederzahl beträgt etwa 2500 und die Zahl der Tiere über 3000 Ziegen. Die Vorbereitungen für die erste große Ziegenschau, die am Sonntag, 7. Juli, in der Ausstellungs= halle Bessemerstraße in Bochum stattfindet, sind nunmehr abgeschlossen. Es ist dies die erste große Ziegenschau, die in Bochum abgehalten wird. Insgesamt werden etwa 320 Tiere ausgestellt und von besten Fachkräften der Landesfachgruppe gewertet. An der Eröffnungsfeier um 2 Uhr mittags werden Vertreter des den eigentlich nicht hätte zu scheitern brauchen. Man versteht oft die Menschen nicht! Wenn jemand seine fünfzig Jahre rechtschaffen und ehrlich durch die Zeiten gegangen ist und so manche Lebenskrise überstand, die ja wohl ein jeder durchmachen muß, so will es einem nicht in den Sinn, wie solch ein Mann als Vertrauensmann seinen Bezirksfürsorger fortdauernd mit falschen Quittungen täuschen konnte. Unterschrieben mit dem Namen einer unterstützten Frau, die aber bereits von Bochum fortgezogen war. So etwas muß ja doch eines Tages entdeckt werden! Und was dann? Dann sind Ehre und Name, Ansehen, Ruhe und Lebensfreude zum Teufel. Reue und Jammern schreiten hinterher. Der Mann muß sich als Volksschädling bezeichnen lassen. Die Höhe der Summe ist dann bei der Urteilsfindung nicht mehr in erster Linie maßgebend, sondern die fortgesetzte böse Tat und der darin liegende verbrecherische Wille. Diesem Angeklagten dürfte bei der Anklagerede des Staatsanwalts abwechselnd warm und kalt geworden sein. Das Urteil gegen den noch gänzlich Unbescholtenen lautete auf sechs Monate Gefängnis. Und das um 177 Mark fremdes Unterstützungsgeld, das der Angeklagte dann doch wieder ersetzen mußte.„Unrecht Gut gedeiht nun einmal nicht.“ Was hat der Mann an Not, Angst und Pein bereits sich selbst bereitet, bevor er nun die Strafe verbüßt. Das mag man sich einmal ausmalen! So geht es jedem!— Also Hände weg, ehrlich bleiben! Bochumer Familienforscher an der Arbeil Wer Familien= und Sippenforschung ernstlich, betreibt, muß vor allen Dingen das am Ort vorhandene familienkundliche Material kennen und mit ihm vertraut sein. Es sei an dieser Stelle an zwei städtische Einrichtungen erinnert, wo ein reichhaltiges, selten schönes und vielseitiges Material sorgsam aufbewahrt wird: das Städtische Bochum zu der großen„Kreisfachgruppe Ziegenzüchter Bochum“ vereinigt worden. Die Kreisfachgruppe besteht Reichsnährstandes und der Behörden teilnehmen. Die gestohlenen Rezeptformulare Die Walel Werden Soch und Bilder aus den Bochumer Gerichtssälen Archiv und die Stadtbücherei. Hier liegen in besonderen Abteilungen familiengeschichtliche Werke und Aufzeichnungen, die den meisten Bochumern noch fremd sind. Aber dem Familienforscher sind sie eine willkommene Fundgrube für seine Arbeiten. Die Bochumer Familienforscher sind nun dabei, einzelne Werke zu„verzetteln", um die darin befindlichen Namen usw. festzustellen und karteimäßig anzulegen. Es wird damit eine gewaltige Arbeit geleistet, die für jedermann von Nutzen ist. Zu diesem Zweck fand kürzlich durch die Bochumer Genealogen eine Besichtigung des Stadtarchivs statt, um an Ort und Stelle einen Einblick in die vorhandenen Werke zu erhalten. Heute(Freitig) abend um 8 Uhr findet eine weitere Besichtigung der Stadtbücherei an der Bismarckstraße statt, wo allen Teilnehmern von fachmännischer Seite Auskunft über die vorhandene familiengeschichtliche Literatur gegeben wird. Auf diese Zusammenkunft sei hiermit ganz besonders hingewiesen. Interessenten können an dieser Besichtigung teilnehmen. Wetter wie im April Wetterbericht des Reichswetterdienstes Essen=Mülheim vom 4. Juli, abends. Das weitere Vordringen des Tiefdruckgebietes brachte uns eine leichte Auffrischung und strichweise etwas Niederschlag. Da sich aber das Hoch weiter nach Osten durchsetzt, wird mit einer starken Wetterberuhigung und Aufreißen der Bewölkung zu rechnen sein. Mit zunehmender Sonneneinstrahlung werden auch die Temperaturen ansteigen. Vorhersage für Freitag: Mäßige westliche Winde, wechselnd bewölkt, bei strichweise geringen Niederschlagen.— Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Bei westlichen Winden noch geringe Bewölkung, warm. Donnerstag, 4. Juli Barometer 24 Uhr: 765 6 Thermometer 2. Uhri t 8 Zeiten für Sonne und Mond am 5. Juli: (Aufg.13, Unterg. 20.55; J Aufg..17, Unterg. 22.38 Wetternotizen, gemessen um 8 Uhr vormittags (Weitere Lokalnachrichten auf den Seiten 12 und 13.) Stadttheater: 19 Uhr: Die Kronprätendenten. Städtische Gemäldegalerie: Lichtbildausstellung. Geöffnet täglich von 10 bis 19 Uhr. Lichtburg: ab 15.15 Uhr: Großreinemachen. B Lichtspielhaus: ab 15.15 Uhr: Mein Leben für Maria Jsaben. Odeon: ab 16.30 Uhr: Fürst Woronzeff. Skala=Lichtspiele: ab 17.00 Uhr: Maskerade. Tonhalle: ab 15.00 Uhr: Der ewige Traum. 8 Welt=Licht: ab 15.15 Uhr: Das Weib bei fernen Voirern. Apollotheater: ab 15.30 Uhr: Hallo Marie. Capitol: ab 15.00 Uhr: Der Flüchtling aus Chikago. Hammer Lichtspiele: ab 15.15 Uhr: Flucht vor dem Gestern. Restaurant Imberg am Stadtpark: Militärkonzert. 13) Durch die mit Regen beschlagenen Scheiben des Wagens sah sie nur undeutlich die wechselnden Bilder der Straße vorüberfliegen. Es ging an noch hellerleuchteten Geschäftshäusern vorüber, deren Lichtreklame die Dunkelheit zerriß. Dann hörten die Geschäftshäuser allmählich auf; es kamen Häuser mit gepflegten Vorgärten, es wurde stiller in den Straßen, und vor einem schönen, villenartig gebauten Hause, das in einem großen Garten lag, hielt dann der Wagen. Helga erschrak über den Fahrpreis. Ob ihr Geld reichte? Sie suchte im Geldtäschchen alles zusammen, was sie hatte, so daß ihr nur noch ein paar Pfennige blieben. Was eine solche Autofahrt kostete, das hatten viele Menschen nicht, um eine Woche davon zu leben. Bei allem mußte sie jetzt Vergleiche anstellen, und allerlei rebellische Gedanken erwachten dann in ihr. Sie sah an einem großen, geöffneten Fenster im Erdgeschoß einen Herrn stehen. Noch hatte sie den Finger nicht auf den elektrischen Klingelknopf an der Gartenpforte gelegt, als die Tür schon aufsprang. In der Diele des Hauses wurde sie von einem Herrn mit der hastigen Frage empfangen:„Bringen Sie mir die Brieftasche?“ Helga nickte ein Ja. Sie sah förmlich das befreiende Aufatmen des Herrn, der die Tür zu einem Herrenzimmer öffnete und sie eintreten ließ. Höflich bot er ihr einen Platz an, seinen Namen nennend:„Doktor Falke". Sie nahm aus ihrer Handtasche die Brieftasche, die er schnell ergriff. „Wo fanden Sie sie?“ Helga berichtete. „Es stimmt. Ich stieg dort ein, weil es stark regnete. Der Chauffeur hatte mir Geld gewechselt. Unbegreiflicherweise mußte ich in der Eile die Brieftasche vorbeigesteckt haben. Kurzsichtig bin ich auch. Ich bin sehr froh; Brieftaschen verliert man nicht gern.“ Er sprach etwas viel, um Zeit zu gewinnen und den späten Gast zu beobachten, dabei überlegend, in welcher Weise er der Dame wohl den Finderlohn anbieten konnte. „Sie hatten Auslagen für den Wagen, gnädiges Fräulein—“ Helga nannte die Summe. Es war eine große Entfernung. Mit der Straßenbahn hätte es nicht so viel gekostet.“ Er lächette ein wenig. „Ich hatte es ja gewünscht!— Sie erlauben— In doppelter Höhe legte er den Betrag vor sie hin. „Auch für die Rückfahrt im Wagen, gnädiges Fräulein! Denn es ist schon spät.“ Als sie das Geld in ihre Börse tat, bemerkte er, daß diese keinen Inhalt weiter hatte, nur ein paar kleinste Geldstücke noch. Gnädiges Fräulein, nun ein paar geschäftliche Worte: Sie wissen, daß Sie Anspruch auf Finderlohn haben.“ Sie errötete ein wenig. „Ich freue mich, daß Sie den Verlust Ihrer Brieftasche nicht zu beklagen haben.“ „Es wäre mir allerdings sehr unangenehm gewesen. Oft sind die darin befindlichen Briefe wichtiger als der Geldinhalt, der in diesem Falle aber ziemlich beträchtlich ist. Wenn ich den Finderlohn danach berechnen darf, sind Sie einverstanden? Zehn Prozent...“ Das Rot auf ihren blassen Wangen vertiefte sich, während sie die Augen voll zu ihm aufschlug. „Bitte, glauben Sie mir, daß ich den Inhalt nicht kenne. Ich habe nichts angerührt. Sobald ich wußte, wem die Tasche gehörte, hatte ich kein Recht mehr an dem fremden Eigentum. Bitte, wenn Sie aber jetzt nachsehen wollen—— ich erblicke kein Mißtrauen darin—— bitte!“ sagte sie dringend, als er zögerte, „ich bin beruhigt, wenn alles stimmt.“ Er mußte sich ihrem Wunsche fügen; er fand alles in der gleichen Ordnung wie vor dem Verlust. „Ich danke Ihnen, gnädiges Fräulein! Diese Geschäftsbriefe waren mir ja vor allem wichtig. Wenn diese in unbefugte Hände gekommen wären— eher hätte ich den Verlust des Geldes verschmerzt!" Helga hatte sich erhoben. Das Licht der Deckenbeleuchtung fiel voll auf sie. Unter dem dunklen Filzhut sah er ein Gesicht voll seltenen Liebreiz, aber mit einem Ausdruck von Sorge und Müdigkeit, der da nicht hineingehörte, und die blauen Augen hatten einen so schweren, traurigen Blick, der von vielen Tränen sprach. Sicher hatte sie mit des Lebens Not zu kämpfen, wie so viele jetzt; über dieser strahlend schönen Erscheinung lag, ihren Glanz verdunkelnd, eine trübe Wolke. Nach kurzem Ueberlegen lagen vor Helga acht Fünfzigmarkscheine. „Das ist sicher zuviel“, wehrte sie,„und überhaupt ... es ist doch eine Selbstverständlichkeit, daß man dem Eigentümer einen gefundenen Gegenstand zurückgibt.“ Er lächelte nachsichtig. „Nicht für alle Menschen, leider, besteht eine solche Selbstverständlichkeit. Bitte, nehmen Sie! Es ist nur das, was Ihnen gesetzlich zukommt; darüber hinaus bin ich Ihnen viel mehr schuldig, und sehr dankbar muß ich Ihnen sein, daß Sie sich trotz des Regenwetters noch so spät zu mir bemühten.“ Er drängte ihr die Scheine förmlich in die Hand. Nur sehr zögernd mit dem Ausdruck der Beschämung, daß sie Geld für eine Gefälligkeit annahm, tat sie die Scheine in ihr Handtäschchen. „Ich bin sehr in Ihrer Schuld, gnädiges Fräulein, und wäre glücklich, wenn ich Ihnen einen Sonderwunsch erfüllen könnte.“ Seine Worte ließen ihr Herz höher schlagen; lag hier nicht eine Möglichkeit vor, daß sie nun Beschäftigung durch ihn finden würde? „Aeußern Sie ruhig einen Wunsch. Junge Damen sind doch nie wunschlos, wenn auch zärtliche Eltern bemüht sind, gar keine Wünsche aufkommen zu lassen.“ Leise, mit bebender Stimme entgegnete sie:„Das war früher. Ich habe keine Eltern mehr.“ In ihren Augen glänzten Tränen. „Oh, so jung noch und schon so viel Leid erfahren", ehrlich bedauernd kam es aus seinem Munde.„Haben Sie wenigstens Geschwister?" Helga verneinte.„Ich habe weder Geschwister, noch nähere Verwandte. Ich bin ganz allein. Einen Wunsch nur habe ich: den nach Arbeit, weil... ich muß Geld verdienen und suche schon lange nach irgendeiner Tätigkeit. Daß das so schwer ist, hätte ich nie gedacht!“ Er bestätigte es:„Ich weiß genügend; es ist jetzt alles sehr schwer. Bitte, nehmen Sie nochmals Platz, damit wir in Ruhe diese Fragen besprechen können. Ich muß ja vor allem wissen, was Sie können, gnädiges Fräulein.“ In großer Verlegenheit entgegnete Helga:„Das ist's ja eben. Ich kann eigentlich gar nichts Richtiges weil ich nie dazu erzogen wurde, mir mein Brot selbst zu verdienen. Bestätigend nickte er: Der Fehler so vieler Eltern.“ „Ich hatte versucht, als Prehserdame: es war auch nicht für lange. Ich erkrankte und wurde dann nicht wieder eingestellt. In einer Hinsicht war ich ja froh, weil diese Beschäftigung mir durchaus nicht lag. Aber seit der Zeit suche und suche ich jeden Tag nach etwas anderem und immer vergebens. Ach, und das ist so furchtbar zermürbend und entmutigend.“ In geschickter, teilnehmender Art verstand er zu fragen, so daß sie Vertrauen faßte, ihre Scheu ablegte und antwortete:„Ehrlich gesagt, gnädiges Fräulein, mit dem, was Sie in der Töchterschule gelernt haben, können Sie keinen Posten ausfüllen; die Ansprüche sind jetzt zu groß. Da Sie nicht stenographieren, nicht Schreibmaschine können, auch nichts von Buchführung verstehen, schalten die kaufmännischen und Bürobetriebe von vornherein aus. Und Haushalt? Kochen? Nicht? „Ich kann von alledem nichts! Allerdings spiele ich Kranken= und Kinderpflege...? Auch nicht? Hm...?“ sehr gut Tennis, kann schwimmen und allerlei leichten Sport. Ich bin musikalisch, ich singe und spiele Klavier, nicht schlecht, wie man sagt. Die Sprachen Englisch, Französisch beherrsche ich, wenn auch nicht vollkommen. Gelernt habe ich allerhand, aber nicht genug und nicht gründlich, um mir damit eine Existenz zu schaffen. Mehr und mehr bin ich schon dahintergekommen, daß ich zu gar nichts nütz bin“, sagte sie traurig nach der anfänglich leichten Ironie. „Sie dürfen das Vertrauen zu sich nicht verlieren, gnädiges Fräulein! Es ist das Schlimmste, was ein Mensch tun kann, wenn er in Mutlosigkeit und Verzagtheit verfällt. Es gibt auch für Sie noch Möglichkeiten, sich irgendwie zu betätigen. Bei Ihren nicht gründlichen Kenntnissen käme für Sie allerdings nur das Haus in Frage. Zum Beispiel würde eine alte Dame oft sehr glücklich sein, könnte sie eine junge Gesellschafterin wie Sie um sich haben, die mit ihr spazierengeht, ihr vorliest und töchterlich besorgt ist. Oder als Stütze der Hausfrau, die aber wohl nicht besonders bezahlt wird, da Kost und Wohnung mit angerechnet werden. Doch gerade diesen Beruf, der sie allerlei lernen läßt, schätzen die meisten jungen Mädchen jetzt wenig, da sie nach Schluß der Arbeitszeit gern ihr eigener Herr sind, während solche vielgeplagte Stütze oft den ganzen Tag bis spät in den Abend hinein beschäftigt wird ohne daß man daran denkt, daß sie ebenfalls Anspruch auf Freizeit hat. Dennoch halte ich nach allem diese Tätigkeit als Stütze oder Gesellschafterin vorläufig als die einzige für Sie passende, wie schon gesagt. Sie haben da Wohnung und Essen und Wäsche frei, und das spielt bei Berechnungen eine Rolle! Verzeihen Sie meine Offenheit, doch man kann sich den harten Tatsachen nicht verschließen.“ „Aber die meisten Hausfrauen tun jetzt ihre Arbeiten selbst“, entgegnete Helga schüchtern,„da sind solche Stellen schwer zu finden, wenn man nicht gleich als Dienstmädchen—“ „Gewiß, ich gebe es zu! Dennoch ist mehr Möglichkeit für Sie, in einem Hause unterzukommen, als in einem anderen Beruf. Und Ausbildung in einem solchen kostet Geld.“ „Das ich nicht habe. Ich bin durch widrigste Umstände ganz verarmt, so daß ich unbedingt auf irgendwelche Weise Geld verdienen muß. Aber ich habe so gar keine Aussichten“, sagte sie traurig. Also wieder nichts! Hatte sie etwa erwartet, er würde sie sofort für sein Büro verpflichten? Er sah die tiefe Hoffnungslosigkeit und Verzagtheit auf ihrem schönen Gesicht, als sie bemerkte:„Ich habe so gar keine Aussichten.“ Zehn andere dagegen, begnadet mit solchem Aussehen, hätten keine Veranlassung gehabt, diese Aeußerung zu tun; die hätten sich die Aussichten gesucht, hätten sich das Leben angenehm und leicht gemacht! Warum tat sie das nicht? Hungerte sich lieber durch? Weil sie so rein und voll innerer Vornehmheit war, daß ihr gar nicht der Gedanke kam! So dachte er und es reute ihn... Ehren B. Sie stand auf.„Ich danke Ihnen für Ihren mat, ind will die Hoffnung nicht aufgeben und weitersuchen.“ Oh, er hätte schon gleich eine Stellung für sie jewußt; aber es hielt ihn etwas zurück, davon jetzt schon eine Andeutung zu machen...lephaus„Nun geben Sie mir Ihre Anschrift— Telephon: „Ach nein!“ Sie lächelte ein kleines, rührendes Lächeln.„Helga Langenau bei Hausmeister Bader—“ Straße, Hausnummer, Rückgebäude—— Sie sah seine Verwunderung. „Ich bin froh, daß ich dort ein Unterkommen fand, nachdem mein Hausherr mich beinahe auf die Straße gesetzt nach dem Tode meiner Mutter und ich gar kein Geld mehr hatte.“ „Wer ist dieser angenehme, menschenfreundliche Zeitgenosse?“ fragte er rasch. Sie wich ihm aus. „Das ist ja nun gleich, Herr Doktor! Er war in seinem Recht, um so mehr, als die Miete über ein Jahr von meiner Mutter nicht bezahlt worden war, was ich aber nicht wußte“, sagte sie leise. „So! Und da sind Sie nun bei Hausmeisters gelandet?“ „Ja, Herr Doktor. Und man ist rührend gut gegen mich; sie teilen ihr Weniges mit mir, obwohl der Mann und der Sohn auch arbeitslos sind.“ Und jetzt war die beste Gelegenheit, von Schorsch zu sprechen, an den sie immer gedacht. „Herr Doktor da ist der Sohn, Georg Bader, ein ehrlicher, treuer Mensch, Chauffeur, der so gern wieder arbeiten möchte. Vielleicht, wenn Sie jemand wissen oder selbst einen Chauffeur brauchen?“ „Ich fahre meinen Wagen, der augenblicklich in Reparatur ist, selbst. Aber ich werde mich umhören", entgegnete er freundlich. „Wie glücklich wäre ich. Herr Doktor, wenn er durch meine Empfehlung wieder Beschäftigung bekäme, und ich dadurch meine große Dankesschuld gegen die Leute etwas abtragen könnte! Der junge Mann ist ein so kluger und lernbegieriger Mensch, und so zuverlässig ist er.“ „Schicken Sie mir den jungen Mann morgen nachmittag um vier in meine Kanzlei, damit ich mit ihm sprechen und mir ein Bild von seinen Fähigkeiten machen kann.“ Während er ihr die Anschrift aufschrieb, dachte er: „So werde ich durch ihn auch Näheres über diese Helga Langenau erfahren.“ Lebhaft sagte sie:„Wie würde ich Ihnen dankbar sein, Herr Doktor. Sein Geschick ist mir noch wichtiger als das meine. Bitte, halten Sie mich nicht für unbescheiden mit meinen Bitten gleich für zwei. Doch wenn man gern arbeiten möchte—“ „Ich werde an Sie beide denken, gnädiges Fräulein, und es soll mich freuen, wenn ich Ihnen Günstiges sagen kann.“ Seine Worte klangen verabschiedend, wie es ihr schien. Sie war auch schon sehr lange da. Wie die vornehme Behaglichkeit dieses Herrenzimmers zu ihr sprach, die schweren, schwarzen Eichenmöbel, der wertvolle Gobelin, die beiden Oelgemälde, meisterhafte Seestücke, das alles war wie ein Gruß aus der ihr verlorengegangenen Welt. Wie der Doktor Falke ihr Vertrauen einflößte, daß sie so unbefangen mit ihm über ihre Lage sprechen konnte! War er schon älter? Sie vermochte es nicht zu beurteilen. (Fortsetzung folgt) ∆ 0 Seite 5 Nr. 155 7 Bochumer Anzeiger 7 Freitag, 5. Juli 1933 W 663 e 64 85 Nu Wnunr! „„ U0ban nage... Ueber einen Atlas gebeugt, stoßen die Köpfe zweier befreundeter Deutscher fast zusammen. Die Blicke schweifen über die weiten Flächen Rußlands dahin, als hätten sie bereits jede Provinz, jeden Flußlauf, jedes Gebirge, erforscht. Der Finger gleitet wie im Traum über die endlosen und öden Gebiete Sibiriens bis zum Eismeer, irrt zurück am Ural entlang und kommt zum Kaspischen Meer. Nach dem Urteil vieler Reisender soll eine Wolgafahrt etwas unerhört Schönes sein. Darum wird eine ungefähr 4000 Kilometer lange Dampferfahrt von Nischnij=Nowgorod nach Astrachan und zurück beschlossen.#, Elam is Hi. G. Ein schwieriges Problem ist die Besorgung der Fahrkarten zu dieser Fahrt. Die Kabinen sind auf jedem Dampfer für die oberen Partei= und Regierungsbeamten sowie für die von den Intourist=Büros ausreisenden Ausländer reserviert. Der gewöhnliche Sterbliche ist gezwungen, in der 3. Klasse zu reisen, und was das bedeutet— darüber bestehen keine Zweifel. Mit List und Tücke und vor allem mit klingendem Händedrücken, werden zwei Karten zur Kabinenbenutzung beschafft. Vor Antritt der Fehrt müssen noch ohr wichtige VorDie Erlebnisse eines deutschen Industrievertreters, der in Rußland mit den höchsten Personen wie mit dem einfachsten Muschik in Berührung kam, werden in folgendem Artikel der Otfentlichkeit übergeben. Der Tatsachenbericht führt nicht durch die zur Besichtigung freigegebenen„Potemkinschen Dörter“, sondern durch das nur von wenigen Ausländern betretene Wolgagebiet so reich war. Die Kajüte, für die unsere Fahrkarten, lautete, war bereits belegt. Da offener und ehrlicher Protest nichts fruchten würde, wandten wir uns an den Adjutanten des Kapitäns. der nach dem nötigen Trinkgeld eine andere Kajüte, die soweit ganz ordentda das Land dem einzelnen keine sichere und feste Existenz bietet. In engen Räumen sind sie zusammengepfercht. Die Ausdünstungen der vielen Körper sind ekelhaft, und nur schwer gewöhnen sich Lunge und Nase an diese Luft. Die Kleidung der meisten ist abgetragen Bisher bestand unsere Verpflegung aus Brot und Konserven. Im Speisesaal wollten wir nicht essen, weil ich Zeuge folgenden Vorfalls war. Aus der Küche kommt ein Kellner, der auf einem Tablett ein Schnitzel trägt. Plötzlich strauchelt er, und das Schnitzel fällt zur Erde. Von dem schmutzigen Boden hebt es der Kellner einfach auf, wischt es an seinem wenig sauberen Aermel ab und bringt es mit unschuldiger Miene in den Speisesaal. Aus dem Koffer holen wir Kartoffeln und lassen uns in der Küche Bratkartaffeln anrichten. In der Kajüte des Obermaschinisten, der mit uns an diesem für ihn wahrhaften Schlemmergelage teilnimmt, gab es dazu noch Konserven und Schnaps. Zu uns gesellte sich einer von der Besatzung, der als eingetragener Kommunist bekannt war. Mich wunderte aur, daß der Obermaschinist mit seinen Aeußerungen nicht zurückhaltender wurde, doch hierzu meinte er, der neu Hinzugekommene wäre doch auch nur ein„Radieschen“, das heißt außen rot und innen weiß. Astrachan, die Metropole des Kaviars Am vierten Tage kamen wir in Astrachan an. Hier hofften wir. ein richtiges Schlemmermahl zu erleben. Unsere Enttäuschung war daher groß. In ganz Astrachan konnten wir keinen Kaviar auftreiben. Die in den Kaviarexportfabriken arbeitenden Fischer werden von Soldaten streng bewacht. Es ist direkt unmöglich, daß einer der Arbeiter etwas von dem kostbaren Bauchinhalt des Störs aus dem Betrieb herausbringen könnte. Die kleinste Menge wird verwertet, exportiert und zu Valuta gemacht. Der für Papierrubel angebotene Kaviar ist so teuer, daß er unerschwinglich ist. Da es mit dem Kaviarschlemmermahl doch nichts war, so mußte schließlich eine einfache KohlHas gebotene Fleischgericht war unsich ausseb, Vtzx, eziuegucg, gärhe hae die unverweidiche Gesicht von all.u, Lstenen Hunger eingesas“, war, suppe genügen. Das gevotene Fieischgericht war Ueberraschung blieb der Nacht vorbehalten. Wanzen, Wanzen, nochmals Wanzen störten die Ruhe, so daß an Schlaf nicht zu denken war. Ich selbst zog * — #e 8 75 er 8 S Sech Entnommen dem Werk: bereitungen getroffen werden. Da in der Provinz schwerlich Lebensmittel erhältlich sind, muß für die ganze Fahrt Proviant eingekauft werden. Im „Torgsin“, dem Kaufhaus für Ausländer, werden Vorräte an Konserven, Brot, Zigaretten, Alkohol usw. besorgt. Obwohl Toilettengegenstände bei der Reiseausrüstung sehr wenig Platz einnehmen, schleppen wir ein„kleines“ Handgepäck von vier Koffern mit. Im internationalen Schlafwagen, der ausschließlich den Ausländern und höheren Parteileuten vorbehalten ist, geht es in ruhiger, schöner Fahrt von Moskau nach NischnifRowgorod..,„.,. früher einz Kandels Nischnij=Nowgorod, fruher eine Handelszentrale Rußlands— ist in der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken von seiner stolzen Höhe herabgesunken. Die einstmals errichteten prächtigen Bauten und Straßen sind unter dem jetzigen System verkommen und verfallen. Das Geschäftsleben ist verschwunden. Durch die Verstaatlichung ist jegliche private Initiative ausgeschaltet, und so hat kein Mensch ein Interesse daran Ausbesserungen oder Erneuerungen vornehmen zu lassen. Gasthäuser sind in einem für europäische Begriffe direkt schauerlichen Zustand. Doch der Dampfer geht erst am Tage nach unserer Ankunft nach Astrachan ab. Deshalb suchen wir ein einigermaßen brauchbares Quartier. Nach langem Umherirren gelangen wir endlich zum Ausländerhotel. Der russische Staat hat hier natürlich für das Wohlergehen seiner ausländischen Gäste aufs beste gesorgt. Doch fürs erste bleibt uns dieses Paradies verschlossen. Der Direktor verlangt nämlich von vornherein für das Uebernachten eine Bezahlung in Valuta. Da mein Freund als Ingenieur im Dienste eines.d. S...=Trustes nur Sowjetrubel erhält, ist er natürlich überhaupt nicht in der Lage, in Valuta zu zahlen. Nach langem Verhandeln, und nachdem die GPU. auf telephonischen Anruf einen Beamten zur Vermittlung geschickt hatte, willigt der Direktor endlich darin ein, auch Papierrubel als Bezahlung anzunehmen.„g 10 9. 8 Am anderen Morgen sollte um 10 Uhr der Dampfer abfahren. An der Abfahrtstelle erfolgt eine neue Ueberraschung. Der Dampfer, ein 800=Tonnen=Wolgaflußdampfer mit Schaufelradantrieb, liegt friedlich am Kai. Die Abfahrt verzögert sich um fast vier Stunden, weil plötzlich eine Reparatur unbedingt durchgeführt werden mußte, und einige höhere Passagiere noch nicht eingetroffen waren. An Bord ereignet sich sofort eines jener niedlichen Intermezzis, an denen die Reise Südrußland 1933 „UGSSR“ von Dr.-Ing. A. Laubenheimer, Nibelungenverlag es daher vor, an Deck zu gehen, mich in meinen Mantel und in eine Decke einzurollen und auf den Planken zu übernachten..... zlugen Lis Waslen dur Woela Leise und eintönig schlugen die Wellen der Wolga an das Schiff. Zu beiden Seiten stiegen sanft und rund in ihren Konturen, kleine Hügel von den Ufern des Flusses auf. Zwischen düsteren Waldflächen traten weite Wiesenflächen ans Ufer heran. In diesen Gegenden hatte im 17. Jahrhundert Stenka Rasin, der große Rebell und Räuberhauptmann, seine Kosaken zu siegreichen Kämpfen und Schlachten geführt. Erst nachdem der Zar mit grausamer Härte tausende der Aufständischen binrichten ließ und Stenka Rasin in die Hände seiner Feinde fiel, um nach gräßlichen Martern vor dem Kreml in Moskau enthauptet zu werden, kam dieses Land zur Ruhe. Doch in Sagen und Liedern lebt die Gestalt Stenka Rasins fort. Schwermütig klingt die Stimme des Rudergasts durch die Nacht und erzählt mir eine der Legenden, die die Zeit um das Schicksal des Kosakenhäuptlings gewoben hat. Visionärhaft kommen und gehen die Gestalten der Geschichte. Die Nacht vergeht. Gemeineigentum in der Wirklichkeit In aller Frühe treffe ich den Steuermann auf seinem Rundgang. Seit dreißig Jahren befährt dieser alte Schiffer die Wolga. Er schildert das Leben an Bord der Wolgadampfer, wie es in früheren Zeiten war. Der Obermaschinist gesellt sich hinzu und führt mich nach kurzem Gespräch in seine Kabine. Hier kramt er aus dem Spind eine Photographie heraus, die ihn in schmucker Uniform mit Frau und Kind zeigt.„Das war ich früher, doch heute bin ich eine arme Sau! Das Höchste, was ich heute habe, ist ein Stück Brot“, und mit einer wütenden Gebärde warf er ein halbes Brot auf den Tisch.„Man sagt immer: Alles gehört uns!“ und er deutete durch das Bullauge auf die vorbeigleitenden Wälder,„aber nur das gehört mir“, und dabei zeigte er auf seinen abgetragenen Anzug und sein leeres Spind. Diese Situation skizziert in ihrer Einfachheit drastisch den Zustand der.d...R. Aus Liebe zu den ihm anvertrauten Maschinen, die er schon jahrelang betreute kaufte er von den wenigen Rubeln, die er verdiente, Schmiermaterial. um seine Maschinen nicht verkommen zu lassen. Die zuständigen Regierungsstellen selbst kümmern sich nicht viel um Einzelheiten und achten nur darauf, daß der Verkehr gerade aufrechterhalten bleibt. Vom Oberdeck führt eine Treppe in die 3. Klasse hinunter. Hier sind die vielen umherirrenden und rastlosen Wanderer, die in Rußland überall anzutreffen sind, und mehr noch als ärmlich. Als ein alter Mann Gesicht von all dem erlittenen Hunger eingefallen war, an der zu den Kabinen führenden Treppe stand und einen vorbeigehenden höheren„Genossen" um Brot bat, wurde er grob angefahren und zurückgescheucht. Des „Genossen“ Gattin eine feiste Jüdin, keifte einen Steward an, weil er diesen„Kerl“ nicht daran gehindert habe, ihren Mann zu belästigen. Zur Unterhaltung hole ich aus der Kajüte mein Grammophon heraus und lasse einige Platten spielen. Die Klänge ziehen natürlich einen Kreis Neugieriger heran. Unter ihnen ist auch einer, der, nach dem eingefallenen Gesicht und der gräulichen Hautfarbe zu schließen vielleicht 35 Jahre alt sein mag. Seine Hose ist zerrissen, das Baumwollhemd weist eine Anzahl Luftlöcher auf, und die Füße sind bloß. Als er aus unserer Unterhaltung hört, daß wir Deutsche sind, spricht er uns plötzlich in unserer Muttersprache mit schwäbischem Einschlag an. Er ist Wolgadeutscher. Schicksal eines Wolgadeutschen Vater und Mutter sind vor Jahren verhungert, die Schwester verschollen, er selbst hat drei Jahre im Gefängnis gesessen. Mit achtzehn Jahren war er bei einem Prokuror(Staatsanwalt— Gebietsanwalt) als Schreiber angestellt. Weil er bei der Eintreibung von Steuern und anderer Abgaben zu weich war und nicht grausam genug bei den ausgeplünderten Leuten vorging, wurde er wegen„Unterschlagung von Staatsvermögen“ eingesperrt. In seiner Sammelzelle starben während seiner Haft vierzig Mitgefangene aus Nahrungsmangel. Seine letzte Hoffnung war ein Onkel, der in Astrachan wohnen sollte und zu dem er jetzt reiste. Auf unsere Einladung kam er des Nachts zu uns. Als er sein zerrissenes Hemd auszog, um sich ein anderes, das wir ihm schenkten inzuziehen, bot sich uns ein erschütternder Anblick. Brust und Schultern waren eingefallen, die Haut lag wie altes zerknittertes Pergament auf den Knochen. Unfaßbar erschien es, daß dieser Mensch erst 23 Jahre alt sein sollte, wie er jetzt versicherte. Nachdem wir ihm noch einige andere Kleidungsstücke und Lebensmittel gegeben hatten, verließ er uns. Leider hatte man ihm schon in derselben Nacht die Lebensmittel, die er ja nicht sofort ganz verzehren konnte, gestohlen. Am anderen Tage führte die Fahrt an den im schwäbischen Stil erbauten Wolgadörfern vorbei. Im Gegensatz zu den russischen Stroh= und Lehmhütten wirkten diese schmucken Backsteinbauten direkt wohltuend. Meistens scharten sie sich um eine Kirche. Leider waren alle diese Dörfer öde und leer. Die großen Hungersnöte der vergangenen Jahre hatten die Bewohner der Dörfer aussterben lassen. So wurde hier ein Stück deutscher Kultur der Vernichtung und dem Verfall preisgegeben. 0 Eningrad KASAN MOSKAU #somP n0uGoR0b 0 9 SARATOG 004894 ASTRACHAN genießbar. Während der Fahrt war leider das Brot ausgegangen, und wir lenkten deshalb unsere Schritte zum„Torgsin". Zu phantastischen Preisen wurden billiges russisches Parfüm, einige Anzugstoffe, minderwertiger Kattun und Zigaretten angeboten. Die umherstehenden Keks=, Obst= und Konservendosen waren nicht gefüllt, sondern nur Attrappe. Brot erhielten wir auch nicht. Nach den nötigen Vorhaltungen, daß Ausländern doch gegen Valuta Brot verkauft werden müsse, wurde die GPU. als oberste Instanz angerufen. Auf ihren Befehl wurden uns nach einigen Stunden zwei Brote, die man extra gebacken hatte und die noch heiß waren, geliefert. Am andern Tage traten wir die Rückfahrt stromaufwärts an. Majestätisch lag in einer Breite von über drei Kilometer die Wolga. Diesmal erfolgte die Abfahrt pünktlich. Wegen der Gegenströmung dauerte die Fahrt anderthalb Tage länger als die Taljahrt. Das Brot ging zur Neige, und wir stiegen eine Station vor Saratow aus, um mit der Bahn noch Moskau zurückzufahren. In dem Wagen der kleinen Bimmelbahn fielen uns eine ältere und eine jüngere Frau auf. In ihrer Begleitung war ein Kind. Im Gespräche stellte es sich heraus, daß alle drei Deutsche waren. Auf eine Frage-antwortete das kleine Mädel in deutscher Sprache:„Ja freilich, ich bin doch auch eine Deutsche.“ Hier trat deutlich in Erscheinung, wie lange sich Deutschtum und Tradition unter den Wolgadeutschen in fremdem Lande erhalten haben.(Fortsetzung folgt) Entnommen Straße in Moskau 1934 dem Werk:„UdSSR“ von Dr.-Ing. A. Laubenheimer, Nibelungenverlag An a Seite 6 Nr. 155 7 Bochumer Anzeiger 7 Freitag, 5. Juli 1933 Unterhaltung Preistätsel 7 Von Raue Mantou##ee „Russischer See mit sechs Buchstaben?“ fragte der alte Gutsbesitzer Sonnenberg die Freunde seines Sohnes. „Kinder, wenn ihr schon Rätsel raten wollt, dann laßt mal hübsch das Kreuzworträtsel sausen und versucht, das Rätsel zu raten, das ich euch aufgeben will! Wollt ihr?“ „Großartig!“ sagten die Gäste des schönen hannoverscher Gutes,„schießen Sie man ruhig los, Herr Sonnenberg!“ „Na, dann paßt schön auf! So lautet das Rätsel: Wird, o Erbe, dein Name zu St. Laurentius wahr, und küßt am Morgen der Strahl das Wehr, nimm rasch die gute Stunde wahr, und werf von Grott zu Grott den Speer. Und suchst du in der Mitten, brauchst du nicht lange bitten.“ Der Gutsherr schwieg. „Was ist denn das für'n Quatsch!“ rief ein Jüngling mit Hornbrille. „Kein Quatsch, mein Junge“, lächelte nachsichtig der Alte.„Ein Preisrätsel. Der erste Preis betrug fünfhunderttausend Mark!" „Betrug? Beträgt also nicht mehr?“ „Ja, so ist es. Das Rätsel ist gelöst worden, und der Preis wurde kassiert.“ Die Zuhörer lauschten verblüfft. Dann mußte der Alte das Rätsel noch einmal diktieren, man schrieb es sich auf und begann zu raten. Eine Stunde lang, zwei Stunden lang. Sonnenberg rauchte schmunzelnd seine lange Försterpfeife und sah und hörte zu, wie sie sich abquälten. Als sie es endgültig aufgegeben hatten, meinte er: „Nun, Kinder, setzt euch hübsch um mich herum, ich will euch die Geschichte erzählen... Also es war einmal ein junger Mann, der hieß Sonnenberg. Der hatte einen Großvater und einen Vater gehabt, die verstanden nicht zu wirtschaften. Und als er eines Tages den Besitz seier Väter übernahm und sich an die Bücher machte, mußte er entdecken, daß er bis über den Hals in Schulden steckte. Der junge Mann namens Sonnenberg war ganz verzweifelt, er wollte sich aufhängen. Ein alter Diener aber, der auf dem Gute war, sagte zu ihm, er möge doch mit dem Aufhängen noch ein bißchen warten, vielleicht könne er das Rätsel lösen, das bisher noch keiner lösen konnte. Was das für ein Rätsel sei? fragte der junge Mann, und der Diener holte aus der Bibliothek die Familienchronik, blätterte darin und schlug die Stelle mit den verrückten Versen auf, die ich euch vorhin zitiert habe. Der Diener sagte, man vermute, daß die Lösung des Rätsels die Stelle bezeichne, wo ein Ahnherr der Sonnenbergs einen gewaltigen Schatz vergraben habe. Der junge Mann lachte bitter, an solche Räubergeschichten glaubte er nicht. Aber der Diener blieb fest, drang in ihn, sagte, er sei doch ein studierter Mann, er solle es doch wenigstens versuchen. Und der junge Mann versuchte es. Es dauerte acht Monate, bis er das Rätsel gelöst hatte. Er zerbrach sich acht Monate lang den Kopf, wälzte ungeheure Schwarten, schrieb Briefe an Archive, grübelte unaufhörlich. „Und wie war die Lösung?" fragte atemlos der Jüngling mit der Hornbrille. „Sachte, sachte!“ erwiderte der Gutsherr und steckte sich seine Pfeife gemächlich wieder an.„Wird, o Erbe, zu St. Laurentius dein Name wahr... Der Name des Erben— ihr habt wohl schon gemerkt, daß ich es bin— hieß Sonnenberg. Aber was sollte bedeuten: Wird der Name wahr? Nun, es ist eine barocke Floskel, und bedeutet: Wenn die Sonne am St. Laurentiustage, d. h. im August, aufgeht über dem Berge, der sich quer durch unseren Besitz hinzieht— dann hast du den Richtungspunkt Nr. 1. Ich wollte nicht bis zum August warten und mußte astronomische Berechnungen anstellen, um die Stelle herauszufinden. Diese Stelle also zeichnete ich auf einer Karte ein. Weiter. Und küßt am Morgen der Strahl das Wehr.. Das hieß: Der Sonnenstrahl, vom Aufgangspunkt der Sonne gerechnet, trifft auf ein Wehr. Ein Wehr war aber nicht da. Ich fand jedoch eine alte Karte, die mich darüber belehrte, daß einstmals durch unseren Besitz ein Bächlein mit einem kleinen Wehr lief. Der zweite Richtungspunkt war gefunden. Ich zog auf der Karte eine Linie zwischen dem Aufgangspunkt der Sonne und der Stelle, wo einstmals das Wehr lag. Auf dieser Linie mußte der Schatz liegen. Tja, diese Linie war immerhin sechs Kilometer lang. An welchem Punkt der sechs Kilometer lag der Schatz? Sehr einfach! Ich brauchte nur„von Grott zu Grott den Speer werfen", da hatte ich ihn. Ja, Kuchen. Weit und breit gab es keine Grotte! Wieder mußte ich die ganze Gutsbibliothek durchwälzen, bis ich endlich Andeutungen darüber fand, daß in unserem Park einmal zwei„Lustgrotten“ gestanden haben, in denen meine Vorfahren in Sommerszeit ihr Gläschen Wein zu trinken pflegten. Ich durchsuchte den ganzen Park und fand zwar nicht die Grotten, aber dafür zwei Plätze, an denen auffällig viel Kalktuffsteine lagen. Ich nahm also an, daß sich die beiden verschwundenen Grotten früher an dieser Stelle befanden— und ich hatte recht. Ich warf den Speer, d. h. ich zog auf meiner Karte eine Linie zwischen den beiden Plätzen, wo nach meiner Ansicht einmal die beide Grotten gestanden hatten. Und die beiden Linien schnitten sich rechtwinklig! Was machte ich da wohl?“ Keiner antwortete. Alle sahen gespannt auf den Erzähler. „Ja, was machte ich da wohl? Ich spukte ziemlich kräftig in meine Hände, nahm Hacken und Spaten, grub nach und fand den Schatz. In einer eisernen Truhe fand ich ihn. Herrlichen alten Schmuck. Goldschmiedearbeiten, darunter solche von Cellini, alte Taler und Goldmünzen. Es war ein Vermögen...“ „Donnerkeil!" brüllten die Zuhörer. „Und könnten wir den Schatz wohl mal sehen?" näselte der Jüngling mit der Hornbrille. „Natürlich, kommt mal alle mit!“ lachte der Alte und führte die ganze Gesellschaft auf den Hof und in den Kuhstall. Da standen sechzig herrlich gepflegte Tiere. Und dann führte er sie in den Schweinestall und in den Hühnerstall, zu den Pferden, in die Vorratskammern, in die Speicher und Küchen. „Das ist er, der Schatz der Sonnenbergs! Ich habe den ganzen Klimbim verkauft und bin ein großer Bauer geworden. Ich habe mein Land schuldenfrei gemacht, ich habe Erde erworben. So Herrschaften, nun wißt ihr auch, warum ich meinen Sohn nicht studieren lasse, warum ich will, daß er ein Bauer wird, der mit beiden Beinen auf der Erde steht, auf der Erde seiner Ahnen und nirgendwo anders. Könnt ihr nun so einen Standpunkt verstehen?" *„Ich denke doch“, sagte errötend und verlegen der Jüngling, während er seine Hornbrille putzte. Gallade der zusammengesetzten Wörter Vom Busen des Meers herüber spielte der Werfer des Scheins. Ich saß im Rocke des Schlafes, es war schon bald halb eins. Der Federhalter der Fülle glitt über das weiße Papier. Eine einsame Fliege der Stube summte noch friedlich hier. Das Weh des Heims überkam mich. Ich dachte an eine Frau. Das war der Punkt des Kerns in diesem Spiel der Schau. Das war der Effekt des Knalles, weil sie mich einst verließ Mit einem Bold des Trunkes, mit einem Gesellen des Spieß. Er war ein Assessor des Forstes, ein richtiger Schelm des Erz; Sie war ein Bissen der Lecker für sein verstocktes Herz. Er war ein Kopf des Schafes in Schlechtigkeit getaucht, Der ohne Weh des Kopfes den Schaft der Freund mißbraucht. Es glitt ein Schiff des Dampfes vorüber in der Nacht, Ich hab dem Lauf des Kreises im Leben nachgedacht. Gewiß: Es macht wohl jeder einmal einen Tritt des 9 Fehl. Ich aber hüllte mich wärmer in die Haardecke des Kamel. Fast mit der Krankheit des Drehes hab ich noch lange gewacht. Dann löscht ich im Zimmer des Daches die einsame Lampe der Nacht. Puck Mlein Steick Jokannes/ Von Ceered Garosee Im Dorfe Gefgeli, im Wardartal, stand eine türkische Moschee, mit schlankem, weißem Turm, den man Minarett nennt. Oben nistete ein Storchenpaar mit seinen drei Kleinen. Das sah sehr hübsch aus, wenn die Störche auf dem weißen Turme saßen und mit den roten Schnäbeln klapperten. Dennoch konnte es so nicht bleiben. Denn es fielen wohlgezielte feindliche Granaten ins Dorf, weil das weithin leuchtende Minarett einen guten Richtungspunkt für die Artillerie abgab. Also kamen die Pioniere mit Sprengkapseln, sie sollten den Turm umlegen. „Halt!“ sagte der Soldat Martin Frettwurst, der ehedem Schiffsjunge im Mecklenburgischen gewesen war. „Die jungen Störche können doch nichts dafür!" Er kletterte behende an dem schlanken Minarett empor. Die beiden Alten flogen davon, aber die Jungen, die noch nicht fliegen konnten, brachte er wohlbehalten herunter. Einen davon bekam ich, zum Zeitvertreib in müßigen Stunden in der Stellung. Die Verpflegungsfrage war schnell gelöst, denn im Wardartal in Mazedonien gibt es lange, grüne Heuschrecken, fast so groß wie damals die ägyptischen. Dafür bekundete der junge Storch große Vorliebe. Er suchte sie bereits selbständig, oder er wurde, was besonderen Spaß machte, von den Soldaten damit gefüttert. Ich konnte nichts dagegen einwenden, daß die Kameraden den Storch nunmehr„Johannes" tauften, indem sie sich erinnerten, daß auch Johannes der Täufer eine Zeitlang von Heuschrecken und wildem Honig gelebt hat. Wilden Honig hatten wir leider nicht, wohl aber vortreffliche Hühnereier, die unser Kompagnieführer sehr liebte und massenweise in den umliegenden Dörferrn aufkaufen ließ. Er bewahrte sie in einer Kiste neben seinem Unterstand auf. Man wird gleich erfahren, was Johannes mit den Eiern angerichtet hat, aber vorher muß man wissen, daß er dem Kompagnieführer überhaupt ein Dorn im Auge war, und ich dazu. Johannes schlief in meinem Unterstand, weil es draußen zur Nacht öfters Granaten gab. Er schlief sehr bescheiden und ruhig in einer Ecke, auf einem bißchen Reisig. Aber morgens, noch ehe die Hähne krähten, verließ er den Unterstand, ging längs des Schützengrabens spazieren und begann zu klappern. Das Klappern schallte weithin über Berg und Tal. Der Kompagnieführer, der ein etwas nervöser Mann war, rief sofort durch Telephon:„Wozu Maschinengewehr? Es ist doch gar nichts los!“„Verzeihung, Herr Hauptmann, das ist kein Maschinengewehr, das ist Johannes.“ Seitdem war mir der Kompagnieführer böse. Eines Tages hatte Johannes die Heuschrecken satt. Er probte seine Schwingen, zog schöne Kreise in der Luft und suchte von oben nach Wasser mit Fröschen. Als man vom feindlichen Graben aus den Storch über uns kreisen sah, schossen die Soldaten zum Zeitvertreib darauf.(Denn es war edamals im allgemeinen Ruhe an der mazedonischen Front, weil 80 Grad Hitze herrschte.) Weil aber die drüben schossen, schossen die unseren auch. Es entwickelte sich eine ganz hübsche Knallerei. Da haben wir den Salat!“ sagte der Hauptmann. Schließlich griff sogar die Artillerrie ein, weil sie das Infanteriefeuer hörte. Alles wegen Johannes. Und auf einmal kam eine hübsche runde 7,5=Granate angeflogen und fiel mitten hinein in die Eierkiste des Herrn Hauptmann. Jetzt mußte Johannes abgeschafft werden. Martin Frettwurst hatte ihn einen Kilometer weit auf eine freie Kuppe zu tragen und dort fliegen zu lassen. Aber am Abend war er wieder da. Die Störche sind ihrem Unterstand noch treuer als die Katzen dem Haus. Am 21. Oktober 1917 trat ich vor den Kompagnieführer und sagte:„Ich bitte gehorsamst um drei Wochen Heimaturlaub!“ „Was?“ sagte der Hauptmann,„jetzt, wo die Herbstoffensive gleich beginnt? Sie hat wohl Ihr Storch gebissen?“ „Zu Befehl, nein, Herr Hauptmann. Nicht mich, aber meine Frau.“ „Ach so. Kriegsjunge?“ „Ich hoffe, Herr Hauptmann.“ „Also los, dreißig Tage ohne Reise. Aber das Beest da nehmen Sie mit.“ Der geistreiche Witz Im 18. Jahrhundert kam ein damals berühmter Gelehrter von Halle nach Potsdam. An der Torwache der Stadt fragte ihn der dort postierte Soldat, wer er sei und woher er komme. Der Gelehrte nannte seinen Namen und sagte, daß er„Magister legens“ in Halle sei. Der Soldat meldete dies dem diensthabenden Offizier, und dieser ließ den Gelehrten in die Wachtstube kommen. „Also Ihr seid ein gelehrtes Haus“, sagte der reichlich hochfahrende Leutnant, nachdem er die Personalien des Ankömmlings aufgenommen hatte,„da könntet Ihr schnell einmal einen geistreichen Witz machen.“ Der Gelehrte war empört über diese Zumutung und über das ganz respektlose Benehmen des jungen Leutnants, sah sich im Zimmer um, bückte sich, schaute in alle Ecken und Winkel und schwieg. „Soll das etwa Euer Witz sein?“, fragte der Leutnant den Gelehrten. „O nein“, sagte dieser,„ich suche nur jemanden, der ihn versteht!" ucen sheee Zwei sprechen über London. „Ich bin schon weit in der Welt herumgekommen", sagte der eine,„aber so einen dicken Nebel wie in London, habe ich in keiner anderen Stadt erlebt.“ „Oh“, meint der andere,„aber ich!“ „Wo denn?“ will der erste beleidigt wissen. „Das konnte ich nicht erkennen,— so dicht war der Nebel.“ 9 „Man kann von Ihm noch lernen, mon cher!“ Es war spät geworden, als sie sich trennten.„Mohammed“ scharrte schon unruhig, weil sein Herr so spät kam, doch als er endlich eintrat, da wieherte er ihm so freudig entgegen wie immer. Der Markgraf saß indessen in seinem Lehnstuhl und grübelte über sein Verhalten und über den Sinn der Worte des Pagen. Er hatte recht. Das Vaterland gehörte zu ihm, weil es das Land seiner Väter war, doch das Pferd war ein Stück von ihm selbst! Wenn doch auch er diesen Glauben noch hätte; aber das Pferd, das Seydlitz so liebte, hatte aus dem Markgrafen einen exzentrischen und eigensinnigen Mann gemacht, der in der Einöde des Schlosses Schwedt langsam versauerte, wenn nicht einmal ein Ereignis eintrat, daß die Welt aus den Angeln heben würde. Und dieses Ereignis sollte nicht auf sich warten lassen! 5. Wieder waren die Blätter von den Bäumen gefallen und nach langer Winterzeit lachte die Frühlingssonne zum ersten Male wieder ungeschmälert hinaus in das Land. Die Natur hatte ein neues Gewand angelegt, genau wie die Menschen. Die Uckermark, das ganze Land atmete die süßen Düfte des Frühlings. Es ging nun ins fünfte Jahr, daß Seydlitz am Hofe zu Schwedt weilte. Vieles hatte sich geändert seit seinem ersten Dienst als Page. Vieles war anders geworden in den Gefühlen und Gedanken des jungen Mannes. Nur eins war geblieben und hatte sich noch mehr gefestigt in ihm, seine Liebe zu den Pferden!— Waren die Menschen allerlei Störungen und Hemmungen unterworfen, waren sie noch so beständig oder unbeständig in ihren Launen; das Pferd kannte keine Launen. Es war treu und blieb es auch. Wenn es mit seinen großen Braunaugen seinen Herrn so lieb und vertraut ansah, da gab es für Seydlitz kein größeres Glück, als seinen Freund— seinen„Mohammed“! Und doch glaubte er, das Glück auch in anderen Augen als denen seines Pferdes gesehen zu haben. Er hatte seinen Blick in ein paar dunkle Mädchenaugen gesenkt, die ihm entgegenstrahlten auf seinem Ritt in die Natur. Der Markgraf hatte sich stark erkältet, so daß er das Bett hüten mußte. Seine Kavaliere waren froh, sich einmal ausruhen zu können und faulenzten herum im Schloß und in den Ställen. Nur die Pferde glaubten sich vernachlässigt. Sie waren es gewöhnt, keinen Tag vergehen zu lassen, ohne sich auszutoben. Auch Seydlitz hatte der Markgraf vom Dienst dispensiert, um allein zu sein. Der Jüngling hatte sich das nicht zweimal sagen lassen. Er hatte freudig zugepackt, als ihm das Schicksal diesen freien Tag bescherte. Zum ersten Male konnte er den Tag verleben nach seinem Ermessen. Und was gab es da anderes zu tun für den jungen Mann, als hinauszureiten in die herrliche Frühlingswelt. Mit großen Schritten eilte er zu seinem„Mohammed“, der ihm freudig entgegenwieherte. Schnell war er gesattelt und dann ging es fort. Zuerst langsam zum Schloß und zur Stadt hinaus; dann aber im Galopp über die Wiesen und Felder.— Wohin, das war ihm gleich!— Nur reiten!— Eine ganze Weile ging es so im Galopp dahin bis Roß und Reiter in Schweiß gebadet waren. Erst dann ging es im Schritt weiter. Menschen hasteten an ihm vorüber. Er achtete nicht darauf. Er wußte selbst nicht, wohin er eigentlich wollte. Das angestrengte Galoppieren hatte ihn durstig gemacht. Aber was kümmerte ihn das?— Nach ihm ging es ja nicht. Er streichelte sein Tier. „Bist jetzt genug gelaufen,„Mohammed“. Hast gewiß Durst?“ Und als ob das Tier die Worte verstanden hätte; es senkte den Kopf, seine Zustimmung bekundend. Seydlitz fühlte es.„Gemach, mein Freund! — Ein kleines Stück noch, dann sollst du deinen Hafer und Wasser haben. Vielleicht findet sich sogar noch eine rote Rübe für dich!“ Damit lenkte er das Pferd dem nahen Dorfe zu. Hier mutete ihn alles so seltsam an. Er war schon einmal hier gewesen. Im Hintergrund die alte„Mühle erinnerte ihn an den tollkühnen Ritt. Und da leuchtete ja auch schon das Schild der Schenke, in der er damals mit dem Markgrafen gewesen war. Ein paar Monde waren seit der Zeit vergangen, da wird gewiß noch alles wie früher sein. Das waren die Gedanken, als er auf das Haus zu ritt. Doch schon dachte er an die fünf Goldstücke, die er damals dem alten Mann geschenkt hatte. „Die Leute werden denken, ich komme wegen des Geldes, sprach er zu sich selbst. Und wie er eben den Schimmel wenden wollte, da öffnete sich das Fenster. Ein lieblicher Mädchenkopf schaute heraus. „Halten zu Gnaden, hoher Herr! Darf ich Ihnen einen frischen Trunk reichen?" schallte es vom Fenster her. „Wenn die Demoiselle Lust dazu hat, ich nehme gerne an“, lachte Seydlitz. Das Mädchen verschwand am Fenster. Auch Seydlitz wandte sich. Er stieg ab und führte das Tier in die Nähe der Tür. Doch ehe er dort ankam, öffnete sie sich schon. Das Mädchen stand im Rahmen. Ganz verlegen, denn erst jetzt hatte sie den Reiter erkannt. Vergebung, Herr. Ihr kommt gewiß wegen des Geldes?“ fragte sie erschrocken und ängstlich. „Aber nein. Jungfer. Mein Schimmel trug mich hierher, als wüßte er, daß es hier ein schönes Demoisellchen gibt, das uns erwartet.“ Mit diesen Worten war Seydlitz näher herangetreten, während das Mädchen in hilfloser Verlegenheit errötete. „Und wegen des Geldes braucht Sie sich nicht zu grämen. Ich gab es ja Ihrem Großvater als Geschenk.“ „Großvater ist im Herbst gestorben“, antwortete die Kleine traurig. „So darf ich wohl gar nicht ins Haus, schönes Fräulein?" „Doch, doch, Herr, aber ich bin allein. Die Mutter ist in der Stadt, und Vater ist schon lange tot.“ „Sie braucht keine Angst zu haben. Ich trinke nur etwas und dann geht es wieder nach Schwedt zurück. Das Mamsellchen sprachen vorhin von einem frischen Trank. Will Sie mir einen geben?“ „Gerne, hoher Herr, doch nur Milch ist im Hause und Wacholderbeerwein.“ „So bringe Sie mir Milch und setze Sie sich zu mir. Aber vorher bitte ich um einen Scheffel Hafer und einen Eimer Wasser. Mein Schimmel hat auch Appetit.“ Schnell holte sie das Verlangte und wollte es dem Schimmel bringen. Seydlitz aber kam ihr zuvor. „Geb' Sie her, Demoisellchen. Das ist nichts für Sie, das Pferd muß ein guter Reiter selber pflegen.“ Nun schüttete er„Mohammed“ die Krippe voll Hafer, den dieser sich gut schmecken ließ. Einen tüchtigen Schluck aus dem Holzbottich; dann erst dachte Seydlitz an sich selbst. Er wählte einen Platz am Fenster, wo er seinen Freund„Mohammed" beobachten konnte und griff nach dem Glase. Schönsten Dank, Mamsellchen, und auf gute Wirtschaft.“ Damit hielt er seinen Becher der schönen Wirtstochter entgegen, die nicht wußte, was sie tun sollte. Ein Kopfnicken sollte alles sagen, was sie nicht in Worte feälte konnte.„Will Sie mir nicht,„Bescheid tunk“ e er lustig, um die günstige Stimmung auszunützen. „Doch, doch Herr!“ Sie rannte hinaus und brachte einen zweiten Becher Milch, mit dem sie an den des Gastes anstieß. „Eine seltsame Kumpanei, holdes Mädchen. Aber es ist schon gut so. Lieber Milch getrunken und klaren Kopf behalten, als sich den Schlund voll Wein gießen und dann mit schwerem Schädel herumlaufen. Prost, Mamsellchen!" „Prosit, Herr!“ Als die Becher wieder auf dem blankgescheuerten Tische standen, herrschte eine Weile Schweigen. Keiner wußte etwas zu sagen. Beiden war die Situation neu und so wundersam, daß es ihnen die Sprache raubte. „Mohammed“ stand neben dem Fenster. Längst hatte er seinen Herrn erkannt. Er spitzte die Ohren und äugte zu ihm hin, als wollte er sagen:„Laß mich doch bei dir sein!" Alles hatte Seydlitz schon bemerkt. Nun Das half Seydlitz über die Situation hinweg. „Das ist nun mein bester Freund! Mamsellchen! Mit dem spreche ich, wie mit mir selber und doch ist es heuer so ganz anders worden.“ „Wie meinen Euer Gnaden das?“ „Höre Sie auf mit Euer Gnaden". Das bin ich noch längst nicht. Ein Junker kaum!" Das Mädchen hatte ihm wohl zugehört jedoch den Sinn der Worte nicht verstanden. Endlich ließ auch sie sich wieder hören. „Großvater sprach so oft von Ihnen. Und wir wußten nie, wer unser hochherziger Retter war.“ „War das so wichtig für Euch?“ „Gewiß, Herr, denn Großvater möchte doch zu gerne für seinen Retter gebetet haben. Doch da wurde er krank und starb. Nie hat er Euern Namen gekannt.“ „Ein Name ist oft nur Schall und Rauch. Allerdings nicht für jeden. So saget mir denn, wie ist der Eurige?" „Wilyelmine Ilsinger!“ „Ganz wie die Schwester unseres Königs“, entgegnete er mehr zu sich selbst, als zu seiner Nachbarin. „Minchen. Ein schöner Name. Ein Name, der nach Akuratesse klingt und doch ein Begriff sein kann von Frühling und warmer Sonne.“ Ganz verwirrt hatte ihn sein Sinnen und das Mädchen obendrein. „Und welchen Namen führt Ihr?“ „Friedrich Wilhelm“, kam es knapp aus seinem Munde. Und dann nach einer Zeitlang:„Minchen! Will Sie mir einen Gefallen tun?" „Aber gerne, Herr!“, „Nein, du sollst nicht Herr zu mir sagen! Du sollst Fritz sagen, wie ich Minchen sage. Das paßt besser zu uns und unserer Jugend.“ (Fortsetzung folgt.) * 4 Seite 7 Nr. 155 7 Bochumer Anzeiger 7 Freitag, 5. Juli 1933 IENTALTSLHEECSLCCEEMLCCE 1 0 Gantasie.woll Werk 4 KII 1010 Kindergarten WesekotzrFfahre zum Nordland! alte Kameraden und Werksstudenten treffen F. W. Borgmann, Grankulla(FinnBesuch bei dem Bergmann und Geologen Bern120 Vo, V, Hagzenasdte, Gdon Stltgarh.- Anerzal. 14.15 Allerlei von Zwei bis Drei(Vom Deutschlandin eunue huige hurch dag Hersigihe,Seagrland 1600 Der svobe Stams gezpsrfente; Mezic“ Bitenbecher(Sopr.); Maria Roland(Meisterjodlerin); Hermann Schnittenhelm(Handharmonika); Die Rauher, Hans Salcher, Karl Wither. 1800 Feinrichi gupsenfnegzu sel schmiede an der Wiehl 1825 Kleine bunte Must, Leperinge(Giarre). 1. Der Unterhaltsame Kammermusik. 1. Polongziesg, fhr Violine und Klavier, Werk 21/2(Wienluugin 2. Fankasie, femon, Werk, 49, für Klavier(Chovin). 8. Trio,=moll, Werk 58(Kaun). Das Westdeutsche Trio(Else Müschenborn— Steffi Koschate— Käte Pabst=Heß) 19.50 Momentaufnahme 20.10 Wir machen Ferien! Ein großgrzArettl=Aögzgn, Muß man denn ins Ausland reisen.— V. den drei treuen Kumpels— Der Kaffeezug— Wald und auf der Heide— Kölsche Anekdötcher— Am schönsten ist's immer wieder zu Haus! Manuskript: Curt Baumgarten mit Beifeiter), Zämmerorchester(Hermann Hagestedt); und Karl Urbach 215 Stippviste. e6zet ham and 22.30 Tanzmusik zum Wochenenve, gespiell vom EmdeOrchester mit Betty Seldmayer(von Leipzig) 0 Ruderregatta in Henley(Von Berlin). Berichterstatter: Eduard Roderich Dietze 5 Robert Gaden spielt(Vom Deutschlandsender). Wir bitten zum Tanz 16.00: 18.30: Das war ein Fußballjahr! Ein Rückblic von Lutz Koch, Pressewart des Deutschenzgsufhgl, auf der Wurliser Orgel.— 19.00: Präsentierund Parademärsche(Von Kaiserslautern). 20.10: Tanzabend(Von Müncherszzg32 3; kleine Nachtmusik. E.=36g, Pielopzittennguen Xanz!“ Tanzkavelle des Deutschlandsenders(R. Gaden) soston, Obasestursft, Mündliche Auskunft nur nachmittags (außer Samstags) von 4 bis 5 Uhr in unserer Redaktion. Nden berdbe, Budeuen Af ue ee ee ee er eccesce ee Wichen aufmerksam, daß Sie die Reinigung einstellen werden, wenn sie keine entsprechende Ordnung schafft, und war ten Sie das Weitere ab. 6schung des 3. R. Der Briefkasten ist zu, einer#gengen Sie Streites begreisliug wise nicht berufen. Penden, erstellenderscher pieizechaflicher Lekensfühelung infolge lichen Tei üsres Letzage seharis u Feschefer SPrieen Eics esie ene Peaile sasen eghele der Ledilrfickek sch uit Büse der gesetzlichen Enischadgek, is iese Eristenz gegründet haben, später insgugezme ig gesten sie mangels der vorerwähnten Voraussetzungen(Alter oder gen Kapitalrentner deren Vorsorge für den Jahren in großer Pok. Ahre zag hat sch seit, GFeiche der Fürsorgegesevosfaßen beshalb seit langer Zeit ein tert. Die Rentner haben deshaltt senl lnger Ven ein Rentnerversorgungso er Grfenitlichen Fursorge einen Rechtsanspruch auf eine Rente sichern sollte. Ein solches Gesetz hätte jedoch außerordentlich hohe Mehraufwendung daber du dem 1o3a: Bieseg Gesetz bestimmten Kreis von, Agrrehzichgrr pond gaehlrgichen Für, Verbesserungen, die bisher schenvon guhtreichen Fürsorgeverbänden, welche sich der Kleinrentner besonders angenommen haben, in gleichem oder ähnlichem Umfange durchgeführt worden sind. Die Gewährung der Kleinrentnerhilfe ist an drei Voraussetzungen 1. Das Vorhandensein eines Kapitalvermögens von mindestens 12000 Mark, das den Kleinrentnern am Stichtag(1. Januar 1918) gehört hat; 2. das Alter(Männer, wenn sie am 1. September 1934 das 60., Frauen, wenn sie am gleichen Zeitpunkt das 55. Lebensjahr vollendet haben); Für den Vermögensnachweis korgutzLug, bars ien in ländischer Währung angelegte Fapilatvermößen, Betracht. Ob der Briefschreiber bereits im Jahre 1928 Anspruch auf die Kleinrentnerfürsorge gehabt hatte, lediglich davon ab, ob er um diese Zeit bereits hilfsbedürftig im fürsorgerechtlichen Sinne war Eine kend nicht gewährt werdeg, ag, He Linnat Rebeneinnahmen nur in bestimmter Hohe Der Richtsatz für ein Kleinrentnerehepaar beträgt 57 RM. monatlich in der Kleinrentner fürsorg; in der Kleinrentner hilfe 2,50 RM. monatlich mehr. Jeder Kleinrentner kann zu jeder Zeit seinen Wohnsitz verlegen, er muß dann bei seiner jeweiligen Fürsorgebehörde einen neuen Antag stellen. Der in der einrentnerfursorge Unterstützte ist verpflichtet dem Fürsorgeverband die aufgewendeten Kosten zu ersetzen, auch dessen Ehegatten und Kinder. Der Empfänger der Kleinrentnerhilfe, sein Ehegatte oder seine Eltern sind nicht verpflichtet, dem Fürsorgeverband die Kosten der Kleinrentnerhilfe zu esetzen, jedoch können die Kinder zur Beitragsleistung herangezogen werden. Der Ehegatte des Empfängers und seine Verwandten auf= und absteigender Linie sind als Erben Die Unterstützten in der Kleinrentnerhilfe erhalten Zeit monatlich 2,50 RM. mehr als die in der KleinDie Beantwortung der Frage 7 bängt ganz davon ab, ob Fragesteller am Stichtag(1. Januar 1918) ein Kapitalvermögen in deutscher Währung von mindestens 12000 Mark durch die Geldentwertung in Deutschland verloren hat. Das Geld müßte bei einer deutschen Bank oder Sparkasse angelegt gewesen sein. Hauswirt und Mieter. W. H. Wenn der Hauswirt eine so wesentliche Veränderung der Wohnräume vornimmt, kann er auch eine höhere Miete verlangen. Sie werden gut tun, sich mit ihm auf einen, angemessenen, Satz zu einigen. Der umstand, daß er einen anveren Hausgenossen noch nicht zur höheren Mietzahlung aufgefordert hat, würde Sie nicht befreien. Der schriftliche Mietvertrag ist nicht Bedingung. Es gilt auch der mündliche. Er kor flicher Weise das rechte Maß zurückzuschrauben. F. Sp. Wenn die Leisten an den Taveten von dem Mieter angebracht waren, so blieben sie dessen Eigen tum. Er konnte sie entfernen und einen anderen, aber #s geringen Streihvertes genau überlegen. des geringen Slreinverles genau aberiegen. Mi. K. Veranlassen Sie den Hauswirt, daß er eine allgemeine Anordnung dahin erläßt, oaß die Türe bei Rundfunkempfang geschlossen werden müssen. Verschiedene. 1. Die Möglichkeit, Fg,ezf, 66g beer da an galt die — 2. Es haben von Januar bis Ende März im„B..“ sowohl wie in allen Zeitungen fortgesetzr entsprechende Hinweise gestanden.„ J. Güchigungst. Wohnungskündigung.„enn als brundigungsfrist Monatsanfang mit Wirkung auf drei Monate gekündigt werden. Wirt und Gast. K. I. Der Gastwirt muß die Vereinbarung wegen der Uebernachtung einhalten. Wenn das Zimmer nicht beansprucht wurde, könnte er Schadenersatz wegen, des könnte der andere Teil, falls ihm durch die tung des Vertrages Meyrkosten entstanden sind, diese in angemessener Höhe ersetzt verlangen, u, Lieher bi Dauer der Benutzung des Zimmers— Beging, und Ende— sind uns gesetzliche Bestimmungerg##t bekannt, es kommt hier woyl, wenn nichts Besondere vereinbart ist, die Ortsüblichkeit in Frage. Einbürgerung. P. L. Durch die Ehe mit dem Italiener hat die Frau italienische Staatsangehörigkeit erworben, auch die in der Ehe geborenen Kinder sind Italiener. Der scheidung ist das italienische Recht maßgebend, das keine und Bett“ kennt. Bezüglich der Namenänderung des sprechenden Antrag an das Eieatsangehgrigtetdiger drei ehelichen Kinder können erreichter Volljährigkeit beantragen, Polizeipräsidium. Unkosten sind gering und fallen bei weniger Bemittelten ganz fort. Spargelder Karl., Herne. Weder mit der besonderen Aufwertung aus dem Härteparagraphen noch mit der Versordnung vom Februar d. J. können Sie reichen. Die Fristen waren bereits am 30. v. J. bzw. am 30. März d. I abgelaufen. Jetzt sind keine Anträge bei den Sparkassen mehr mit Aussicht auf Berücksichtigung zu stellen. Die letztgenannte Ver1914 oder früher stets bei der Sparkasse geblieben, aber übertragen worden waren, eing Goldwert erfahren soulen, da ihr ganzer Wert seinerzeit doch bei der Sparkasse verblieben war. Witwengeld Frau., Linden. Ihre Ehe ist erst geschlossen, nachdem Ihr Mann bereits im Ruhestand lebte. Ein Recht spruch für Witwen= und Waisengeld ist zwar nicht gegeben, es besteht aber eine Kannvorschrift, wonach solche Renten zu gewähren sind, wenn ein durch di Umstände begrundeter Antrag gestellt wird. Wohlfahrt A. L. Anerkannte Wohlfahrtsempfänger sind solche eseh und V. ude eianen. Die icz.es sgu. stande oder aus anderen freien Berufen, die der Konstande oder aus anderen freien Berufen, die trolle durch das Arbeitsamt nicht unterliegen. Verschiedenes 6 uit Zum ou, einen, uvgemnieren Hauigeraosen non Verfache. Die Eisenslate mit dern, Oopsellen. Durch. Unterschied erklärt sich aus dem Flächeninhalt des Kreises der im Quadrat des Radius zunimmt. Formel: Rchbus im Suchrot uol 5149. M. Wenn Sie die Firma oder veren gieichts, gevingung ,er mit zuch der mündliche. Er kommt schon allein durch die Zahlung der Miete zustande. Werkswohnung. Die Werksverwaltung kann die Räue Poknung setzen will. Sie wird Ihnen aber lich erstreben, wenn ste Arbeiter ihres Ver, nacfolgerin nicht ermiteln können, werden Be.., eine angemessene Schutfrist gewähren, damit Sie sich an eine Auskunftei. Dort wird Ihnen das weutere ehno neue Wohnung suchen können. Vielleicht kann sie vermittelt 0 P 0 heilt SOPE gen“ 8 ae SS * a e e a e e er gne eer ge a e„ee aoe an bee gad„ge gne 0 G ROERE IN79P SOR RR Seg fUng 6* RS Seite 8 Nr. 155 7 Bochumer Anzeiger 7 Freitag, 5. Juli 1935 Turnen und Sport Großkampftag im Schützenhof Keinl BöclühferKnwarter für die Bezirksmeilterschaft im Amateurboxen Endrunde: Helen—Helen Hilde Sperling=Krahwinkel beim Tennisturnier in Wimbledon ausgeschieden— Die Amerikanerinnen Jacobs und Moody=Wills setzten sich durch London, 4. Juli. Am Donnerstag war das Wetter in Wimbledon nicht lo schön wie an den Voxtagen, immerhin waren die Tribünen wiederum gefüllt, obwohl die Sonne fehlte. Der Kampf auf dem Hauptplatz brachte sofort eine gewisse Ueberraschung, da die Amerikanerin Helen Jacobs die frühere Essenerin Hilde SperlingKrahwinkel überraschend mit:3,:0 ausschaltete. Im zweiten Vorschlußrundentreffen besiegte die ehemalige Weltmeisterin, die Amerikanerin Frau Helen Moody=Wills, die Australierin Hartigan mit :3,:3, so daß die Schlußrunde am Samstag eine rein amerikanische Angelegenheit wird. Hilde Sperling=Krahwinkel von Cramm Mit der Vorschlußrunde im Damen=Einzel waren natürlich die Kämpfe des Donnerstags noch nicht erschöpft, und es gab noch eine ganze Reihe anderer Spiele, von denen für uns der neuerliche Sieg von Hilde Sperling=Krahwinkel—von Cramm im Gemischten Doppel war. Das dänisch=deutsche Paar erzwang sich durch einen:=,:=,:=Sieg über die italienischenglische Kombination Valerio—Turnbull den Eintritt in die Vorschlußrunde. Weitere wesentliche Ergebnisse des Donnerstags waren: Herren=Doppel: Mako=Budge— Maier=Wood:3, •4,:9,:6,:8; Hughes=Tuckey— Andrews=Rogers :3,:2,:3. Gemischtes Doppel: Hartigan=Mac Grath— NoelNishimura:3,:4: Hoyman=Hopman.— StammersWilde:6,:1.:7; Jedrzejowska=Quist— ClarkeAeschlimann:2,:2. Sicg durch Bahnschranke Origineller Zwischenfall am ersten Tage der Tour de France Die größte Radrundfahrt des Jahres, die 29. Tour de France, mit ihren 21. Etappen nahm am Donnerstag in Paris ihren Anfang. Schon in den frühen Morgenstunden erlebte man vor dem veranstaltenden Verlagshaus der Sportzeitung„'Auto“ ein starkes Gedränge, denn hier erhielten die Teilnehmer ihre Maschinen. Dann ging es unter Begleitung von 100 Polizisten zu Rad und einer ungeheuren Menge von Radsportanhängern nach dem westlich gelegenen Pariser Vorort Le Vesinet, wo der frühere Dauerfahrer Rudolphe um 9 Uhr das 90 Mann starke Feld auf die Reise schickte. Die erste Etappe nach dem 262 Kilometer entfernten Lille bot keine besonderen Schwierigkeiten. Gleich von Beginn an wurde bei dem kühlen Wetter und mit dem Winde im Rücken aber ein schnelles Tempo angeschlagen. Auf dem letzten Teil der Strecke machte der Belgier R. Maes einen Ausreißversuch. Eine acht Mann starke Gruppe unter Führung von Pelissier und A. Magne machte sich zur Verfolgung auf, aber 14 Kilometer vor dem Ziel senkten sich die Bahnschranken hinter dem Ausreißer und hielten die Verfolger auf. Maes traf in :23:58 Stunden auf der Pferderennbahn in Lille ein. In:24:51 folgte sein Landsmann de Caluwé auf dem zweiten Platz vor Chr. Pelissier, Jan Aerts und A. Magne. Fast zwei Minuten später, in:26:18, traf der Franzose Leducg allein ein, während Merviel in:28:18 eine großere Gruppe ins Feld führte, in der sich die beiden deutschen Fahrer Stövel und Thierbach befanden. Die deutschen Teilnehmer konnten sich auf der ersten Etappe nicht sonderlich auszeichnen, wobei merkwürdigerweise die Ersatzleute noch besser abschnitten als unsere eigentlichen„Asse“. Die Placierung der Deutschen war: 11. Ickes(Wiesbaden), 12. Stöpel(Berlin), 17. Thierbach(Berlin), 25. Händel(Berlin), 26. Roth(Frankfurt a..), 44. Kijewski(Dortmund). 53. Kutschbach(Berlin), 61 Heide(Hannover), 62. Weckerling(Bielefeld), 66. Hodey(Essen), 71. Stach(Berlin). Das Mitglied der Nationalmannschaft, Umbenhauer(Nürnberg), schied wegen nicht rechtzeitigen Erreichens der Kontrollstelle aus. Das ungewöhnlich starke Feld der 160 Teilnehmer an den Bezirksmeisterschaftskämpfen des Industriegebietes im Gau IX des Deutschen Amateurboxverbandes ist in den Vorkämpfen bis auf die 16 Endrundenteilnehmer gelichtet worden, die sich am Freitag abend im Bochumer Schützenhof im Titelkampf gegenüberstehen. Recht erfreulich für den Bochumer Boxsport ist bei Durchsicht der Endteilnehmer die Feststellung, daß Bochum von seinen 21 Bewerbern acht in die Entscheidung gebracht hat, während Dortmund nur fünf, Herne, Hagen und Wanne=Eickel nur je einen Kämpfer zum Litelkampf durchbekamen. Die Kampfstärke der Bochumer wird weiter noch dadurch erkenntlich, daß die Entscheidungen im Feder= und im Leichtgewicht reine Bochumer Angelegenheiten sind, wodurch diese beiden Titel schon für Bochum gesichert sind. Wenn auch dabei zwei Bochumer Bewerber auf der Strecke bleiben müssen, so darf man aber doch der festen Zuversicht sein. daß auch die übrigen vier Bochumer Teilnehmer nicht alle leer ausgehen. Die Aussichten Fliegengewicht: Sandhoff(VfL. Dortmund)— Ackermann(DSC. Hagen). Sandhoff als vorjähriger Bezirks= und zweiter Gaumeister macht auch in diesem Jahre seine Ansprüche geltend. Wenn Ackermann dem Draufgängertum des Dortmunders gewachsen ist, bleibt der Ausgang allerdings durchaus offen. Bantamgewicht: Schmitz(Boxsport Barop)— Gaenserig(Polizei Bochum). Schmitz(einer aus dem Baroper Boxquartett Schmitz) kommt aus der Schule des Deutschen Exmeisters Rudi Wagener. Die kämpferischen Vorteile liegen aber mehr bei dem Bochumer Gaenserig, der neben seiner größeren Reichweite auch noch den Vorteil hat, daß er in jeder Situation seine Chance wahrzunehmen weiß. Wenn nicht alles trügt, dürfte hier der erste Bochumer Sieg zu erwarten sein. Federgewicht: Koch(BSK. 19 Bochum)— Disselbeck(Polizei Bochum). Die kürzlich bei einem Klubkampf stattgefundene Begegnung brachte keinen Aufschluß über das Kräfteverhältnis der beiden Gegner, da der Kampf wegen einer Augenverletzung Kochs bereits vorzeitig abgebrochen werden mußte. Diese Neuauflage wird die Frage nach Bochums bestem Federgewichtler beantworten. Leichtgewicht: Jakubowski(KSL. 24 Gerthe)— Manczyk(BSK. 19 Bochum). Die beiden Bochumer Die Wettkampfmannschaft des Bochumer DamenSchwimmvereins 1911, der es wegen Abwesenheit einiger Schwimmerinnen am vergangenen Sonntag nicht möglich war, am Verbandskampf in Gladbeck teilzunehmen, holte am Mittwoch abend vor einem unparteiischen Kampfgericht im Freibad Bochum=Werne die größte Mannschaftsprüfung des DSV. nach und erzielte in Kl. II mit 798,9 Punkten ein Ergebnis, das von allen in Rheinland und Westfalen in Kl. II gestarteten Vereinen nicht erreicht werden konnte. Die Leistung verdient deshalb besonders hervorgehoben zu werden, weil sich der Bochumer Damen=Schwimmverein hierdurch in der vom Deutschen Schwimmverband geführten Leistungsliste, die alle deutschen Schwimmvereine umfaßt, die 4. Stelle erobert hat. Er erreichte sogar einige Punkte mehr als der Sieger in Kl. II der Männerklasse, Schwimmverein Gladbeck, der mit den Olympia=Kandidaten Heina und Simon startete. Nach den heute im sind noch am besten mit ihren großen Erfolgen bei den Olympia=Ausscheidungskämpfen in Erinnerung. In den Vorkämpfen hierzu gab es die letzte Begegnung zwischen diesen beiden, wobei Jakubowski Punktsieger blieb. In der Zwischenzeit haben beide Kämpfer ihre gute Form mehrfach dokumentiert, so daß man hier einen besonders technisch guten Kampf erwarten darf. Ob Manczyk diesmal die Revanche gelingt? Weltergewicht: Ostkamp(BSK. 19 Bochum)— Pries(Schmeling Wanne). Ostkamp steht hier vor keiner leichten Aufgabe. Im letzten Treffen mußte er wegen Verletzung den Kampf aufstecken. Pries konnte am letzten Sonntag seinen gefährlichen Widersacher Jaschk(Gerthe) ausbooten. aber auch Ostkamps letzter Kampf gegen Lohöfener(Dortmund) ließ wieder etwas von seiner alten Form ahnen, die Pries den Sieg nicht leicht machen wird. Mittelgewicht: Latuske(Boxring Brackel)— Kowalczyk(KSL. 24 Bochum=Gerthe). Latuske brachte in der ersten Vorrunde die Ueberraschung fertig, den starken Herner Richter auf die Bretter zu bringen und auszupunkten. Kowalczyk zeigte bisher zwar noch nicht seine vorjährige Gaumeisterform, siegte aber in den jetzigen Vorkämpfen jedesmal überzeugend. Der ringerfahrene Bochumer wird sich den Rang wohl kaum streitig machen lassen. Halbschwergewicht: Ibel(Boxfreunde Körne)— Knauf(Herne 22). Körner hat zwar eine enorme Reichweite, doch fehlt ihm die nötige Härte. Knauf entpuppte sich in letzter Zeit immer mehr als.=.=Schläger. Ueber die Runden hat allerdings Ibel mindestens die gleichen Siegesaussichten. Schwergewicht: Wolf(Postsport Bochum)— Drewutzki(BfL. Dortmund). Der Mangel an guten Schwergewichtlern hat es mit sich gebracht, daß die Bezirksmeisterschaft im Schwergewicht mit einem Kampf erledigt wird. Es muß abgewartet werden, ob Wolf die nötige Ringerfahrung schon besitzt, um gegen den in seiner Form sehr unbeständigen Dortmunder zu vestehen.— Weiter findet der Endausscheidungskampf im Mittelgewicht des Bezirks Münster zwischen Amelung (Münster) und Gorzny(Bottrop) seine Wiederholung. Der Kampf, der am letzten Sonntag in Wanne mit einer Disqualifizierung Amelungs in der ersten Runde wegen Tiefschlags endete, ist neu vom Gausportwart angesetzt worden. amtlichen Organ des DSV.,„Der Schwimmer", veröffentlichten Ergebnissen hat die Spitzengruppe folgendes Aussehen: 1. Germania 94 Berlin 9642 P. 2. Schöneberger Damen=Schwimmverein.. 914,5 P. 3. Damen=Schwimmverein München.... 858 V. 4. Damen=Schwimmverein Bochum 1911.. 798,9 P. Da der Bochumer Damen=Schwimmverein noch über eine große Anzahl veranlagter Nachwuchsschwimmerinnen verfügt, könnte es ihm bei genügender Trainingsmöglichkeit im nächsten Jahre gelingen, noch weiter aufzurücken.— Nachstehend die Ergebnisse: 1. 6X100 Meter Kraul in 10,03 Minuten= 117 Punkte(Foell, Köster, Rühling, Schommer, Stegen, Nolte), 2. 4X100 Meter Rücken in.00 Minuten= 120,0 Punkte(Nolte, Foell, Rühling, Schommer), 3. 4X200 Brust in 19 Minuten= 246 Punkte(Görz, Köster, Stegen, Landwehr). 4. 100, 200, 100 Lagen in 6,.36,5 Minuten= 143.5 Punkte (Rühling, Görz, Köster), 5. 100, 200, 200, 100 KraulBochums-Sondimmerihnen-grons-Miasse Damenschwimmverein Bochum an vierter Stelle der deutschen Leiftungslilte schwellstaffel in 10,07,6 Minuten= 172,4 Punkte(Nolde, Foell, Rühling, Landwehr). Am kommenden Sonntag werden die Bochumer Schwimmsportfreunde Gelegenheit haben, die komplette Wettkampfmannschaft des Damen=Schwimmvereins beim großen Schwimmfest in der Kaiseraue am Start zu sehen. Ein Deutscher an 3. Stelle Das Degenfechten beim modernen Fünfkampf in Budapest Als zweite Uebung des modernen Fünfkampfes wurde in Budapest das Degenfechten ausgetragen. Als bester Fechter erwies sich der ungarische Oberleutnant Petnehazy, der mit 30 Punkten den ersten Platz belegte. Oberleutnant Handrick(Deutschland) hielt sich ganz ausgezeichnet und kam mit 23 Punkten hinter dem Italiener Orgera auf den dritten Platz. Das Ergebnis des Degenfechtens: 1. Oblt. Petnehazy(Ungarn) 30 Punkte: 2. Oblt. Orgera(Italien) 28; 3. Oblt. Handrick (Deutschland) 23; 4. Obli. Birk(Deutschland) 21; 12. Ltn. Cramer(Deutschland) 17; 14. Ltn. Lemp (Deutschland) 16 Punkte. Gesamtergebnis: 1. Oblt. Petnehazy(Ungarn); 2. Oblt. Handrick(Deutschland); 3. Ltn. Gillenstierna (Schweden): 4. Oblt. Birk(Deutschland), 12. Oblt. Pütt(Deutschland); 15. Ltn. Lemp(Deutschland). Gesamtergebnis der Nationen: 1. Schweden 20.; 2. Italien 33.; 3. Deutschland 35.; 4. Ungarn 42 Punkte. Vom Turf Berlin=Hoppegarten, 4. Juli 1 Rennen: 1. Gralsbotin(Streit). 2. Pescara. 3. 2 für in U, 4. Schneemärchen. Toto: Sieg 33. Platz 12, 25, 16. 29. Ferner: Angreiser, Feuereifer, Lord Tullus, Siatthalter, Eoeurgs, Ducko. Juist, Fortung, Hestia, Tornado, Unverzagt, Tiva, Parheim. 2. Rennen: 1. Marquis(Ludwig), 2. Sperling, 3. Altona. Toto: Sieg 48. Platz 17. 33. 23. Ferner: Carnap, Oho, Sist, Lapsus, Vogelfrei, Monte Christo. 3. Rennen: 1. Nereide(Grabsch) 2. Alexandra. 3. Norddeich. Toto: Sieg 25. Platz 10, 10. Ferner: Wahnfried, Abendstimmung, Xylophon. 4. Rennen: 1. Scävola(Vinzens), 2. Mitternacht, 3. Maiflieder. Toto: Sieg 46, Platz 19, 15. Ferner: Agathon, Wilderich. 5. Rennen: 1. Janiculus(Held), 2. Max, 3. Cobbler. Toto: Sieg 58, Platz 21, 26, 24. Ferner: Palastherold, Prinzregenk, Alpenstrauß, Gratianus. 6. Rennen: 1. Inländer(Hamann), 2 Wörbzig, 3. Mailänder. 4. Luckhum. Toto: Sieg 167 Platz 25, 15, 13, 17. Ferner: Talbot, Narrhalla, Alsa, Einar, Eisold, Taifur, Loni F. Erispina. 7. Rennen: 1. Meisterhieb(Starosta), 2. Peloponnes, 3. Portevée, 4. Freibrief. Toto: Sieg 63, Platz 16, 19. 15, 31. Ferner: Liedervater, Chimophila. Adamant, Gleisner, Winifried, Angebinde, Convent, Walthari, Willeburg. Auteuil, 4. Juli 1 Rennen; 1. Triplepatte II(Dunn), 2. Pyram. 3. Green Pottle. Toto: Sieg 61. Platz 19. 68, 12. Ferner: Sardanava Einderelle. Calorina, Violenie, Zagranella, Curacao II, Etaples, Amandine. 2. Rennen: 1. Scienter(Bonaventure), 2.'as=tu vu. 3 Dillenie. Toto: Sieg 34, Platz 17, 17. Ferner: Son of Arabia, Zirconium. 3. Rennen: 1. Bimbo(Niaudot), 2. Clackson. 3. Chanzy. Toto: Sieg 38. Platz 17. 63, 21. Ferner: Pommard II, Nataniel. Apres Nous, Grain'Or, Takvor Pacha. Le Tage, Connétable. 4. Rennen: 1. El„Syba(Gleizes). 2. Miß France, 3. Snuff Box. Toto: Sieg 38, Platz 25, 28. Ferner: Le Titien II, Nador, Sunspot. 5 Rennen: 1. Charles tbe Second(Bonaventure), 2 Folle, 3. Mashonaland. Toto; Sieg 47. Platz 20, 20. Ferner: Mon Amour III, Didoric, Rebenti. 6. Rennen: 1. Sbériff(Le Fur), 2. Mérodach, 3. Cote =Argent II. Toto: Sieg 70, Platz 22, 18, 39. Ferner: Jus Premier, Norah. La Guigne, Montagnac, Insoumise, Bourbonais. Unsere Voraussagen: Le Tremblay, 5. Juli. 1 Rennen: Mischna— Roi Soleil II. 2. Rennen: Sahlons— Kanish. 3. Rennen: Gay Abbes— Trika Rama. 4 Rennen: Boietz— Mar Bella. 5. Rennen: Bagnoles— Feve des Marais. 6. Rennen: Diezima— Rohemond. Vom olympischen Wett-Turnen 1936 Die Zulammenietzung des Zwölfkampfes— Auch der Reck-Weltmeister Winters wird aufgeltellt Die Zeichnung stellt die olympische Pflichtübung für Männer am Reck dar. Sie ist der Turnausschreibung entnommen, die vom Organisationskomitee für die XI. Olympiade herausgegeben wird und demnächst erscheint Ueber die Wettbewerbe keiner im Programm der Olympischen Spiele Berlin 1936 enthaltenen Sportart herrscht soviel Ungewißheit, selbst in Fachkreisen, wie über die im Turnen. Zur Aufklärung veröffentlichen wir die folgenden Ausführungen. Ueber die turnerischen Wettkämpfe der Frauen und über die Massenvorführungen, die außer von den deutschen Turnern auch von den Schweden und von den tschechoslowakischen Sokols geplant sind, wird später berichtet. Die Wettkämpfe und ihre Wertung Zu den turnerischen Wettbewerben der XI Olympischen Spiele in Berlin 1936 entsendet jede Nation, die überhaupt daran teilnimmt, 8 Mann. Von diesen hat jeder einen Zwölfkampf auszuführen, bestehend aus 10 Gerätübungen und 2 Freiübungen. Die für die 10 Gerätübungen zur Verwendung kommenden Geräte sind das Reck, der Barren, das quergestellte Pferd, das langgestellte Pferd und die Ringe. An jedem dieser Geräte sind— ebenso wie bei den Freiübungen— je eine Pflicht= und eine Kürübung auszuführen. Für das lange Pferd kommen dabei nur Sprünge in Frage. Jede Uebung jedes Turners wird von den Kampfrichtern zunächst einzeln gewertet, so daß an jedem Gerät und in den Freiübungen der beste Turner festgestellt werden kann. Außerdem werden die 12 Uebungen noch lauf doppelte Weise kombiniert: es wird nämlich auch der beste Turner des ganzen Zwölfkampfes und es wird die beste Nationalmannschaft ermittelt. Es sind also zu unterscheiden einmal der Mannschaftskampf oder Länderkampf und zum anderen die Einzelmeisterschaften: die letztgenannten gliedern sich wieder in die Meisterschaften an jedem Einzelgerät und in den Freiübungen und in die Zwölfkampfmeisterschaft. Für den Mannschaftskampf werden von den 8 angetretenen Turnern die beiden mit der niedrigsten Punktzahl für die Ermittlung der Gesamtpunktzahl ausgeschaltet, und nur die von den 6 besten Turnern jeder Mannschaft erreichlen Punkte werden in Anrechnung gebracht. Die Leistungen der beiden anderen finden jedoch für die Einzelwettbewerbe an jedem Gerät und in den Freiübungen Berücksichtigung. An den Einzelwettbewerben können nur die Turner teilnehmen, die einer Nationalmannschaft angehören. Sondermeldungen sind nicht zulässig. Die Pflichtübungen an den Geräten dürfen in allen ihren Teilen widergleich— das heißt unter Verkehrung der Seiten, gewissermaßen im Spiegelbild ausgeführt und einmal wiederholt werden. Nur die beste Ausführung wird für die Punktbewertung angerechnet. Eine Wiederbolung der Kürübungen ist dagegen unzulässig, diese müssen nach einmaliger Ausführung gewertet werden. Jeder Turner einer Nationalmannschaft hat eine andere Kürübung zu turnen. Für jedes Gerät sind drei Kampfrichter vorgesehen, von denen zwei zu gleicher Zeit die Wertung vornehmen, während der dritte gemäß dem aufgestellten Zeitplan zur Ablösung bereist steht. Die Richter werten unabhängig voneinander. Jeder Uebung erhält von jedem—10 Punkte. Der einzelne Turner kann im Höchstfalle bei 12 Uebungen 120 und die Mannschaft, bei der die sechs besten Turner für das Ergebnis maßgebend sind, 720 Punkte erreichen. Geräte Die zur Verwendung kommenden Turngeräte müssen den Regeln des Internationalen Turnverbandes(Fédsration Internationale de Gymnastique) entsprechen. Das Reck ist aus poliertem Stahl, die Höhe der Stange 2,40 Meter(kleinere Turner dürfen vem Mannschaftsführer herangehoben werden). Der Durchmesser der Stange beträgt 28—30 Millimeter. Die Barren müssen .60 Meter hoch und ihre Holme—.40 Meter lang sein, bei einem Abstand von 42 bis 46 Zentimeter. Das Seitenpferd ist 1,80 Meter lang,.10 Meter hoch und 35—37 Zentimeter breit: die Pauschen müssen 12 Zentimeter über den Pferdrücken aufragen und 40—42 Zentimeter voneinander entfernt sein. Das Langpferd hat bis auf die Höhe, die.30 Meter beträgt, dieselben Maße, es ist pauschenlos. Verwendung eines 10 Zentimeter hohen Sprungbrettes ist gestattet. Die Pflichtübung an den Ringen wird im ruhigen Hängen, nicht im Schwingen ausgeführt. Die Höhe der Ringe vom Boden beträgt dabei.50 Meter. Die Freiübung wird auf einer Holzfläche von 8X8 Meter geturnt. Die Länge der Kürübung soll zwischen ein und zwei Minuten betragen. Für jeden Kampf wird ein deutsches Normal=Turngerät aufgestellt, das den vorgeschriebenen Maßen genau entspricht, und ein Gerät„System Winter“, wie es von dem deutschen Weltmeister am Reck, Winter, nach seinen internationalen Erfahrungen entworfen wurde. Trotzdem steht es jeder Nation frei, eigene Geräte, die jedoch den Bestimmungen entsprechen müssen, mitzubringen. Schauplatz der Kämpfe und Zeitplan Die Wettkämpfe werden auf der Dietrich=EckartFreilichtbühne auf dem Reichssportfeld, von der in der Mittwoch=Ausgabe des„B..“ ein Bild erschien, die für 20000 Zuschauer Platz bietet, abgehalten. Die Geräte finden auf dem runden Rasenplatz der Bühne Aufstellung. Bei ungünstiger Witterung können die Geräte unter ein eigens dafür vorgesehenes Dach gestellt werden. P n#. A# einzelpen#. Der genaue Zeitplan für die einzelnen Tage hängt von der Zahl der eingegangenen Meldungen ab. Die Wettkämpfe beginnen am Montag, dem 10. August, um 8 Uhr früh, und zwar turnen sämtliche Nationen an diesem Tage ihre sechs Pflichtübungen und die Langpferd=Kürübung(Sprung). Es werden Abteilungen zu je sieben Nationen gebildet. die zeitlich nacheinander turnen. Die Zuteilung zu den einzelnen Abteilungen erfolgt durch Auslosung. Bei einer Beteiligung bis zu 14 Nationen werden zwei Abteilungen gebildet, bei einer solchen über 14 Nationen drei Abteilungen. Am Dienstag, dem 11. August, werden vormittags die restlichen fünf Kürübungen geturnt, und zwar von allen Mannschaften mit Ausnahme der vier, die bei dem Turnen am Vortage die höchste Punktzahl erreicht haben. Hierzu werden Abteilungen mit je fünf Nationen gebildet, die gleichfalls zeitlich nacheinander turnen. Auch hier erfolgt die Zuteilung wieder durch Auslosung. Am Nachmittag desselben Tages turnen dann die vier beiten Mannschaften des Vortages ihre fünf Kürübungen. Der Mittwoch ist den Wettkämpfen der Frauen vorbehalten. * Seite 9 Nr. 155 7 Bochumer Anzeiger„ Freitag, 5. Juli 1935 Neuelte interellante Forschungsergebnille. Von Walter Finkler Eine Anekdote, die den Vorzug hat, wahr zu sein, beleuchtet" das Dunkel, das vor kurzem noch um die Glatze herrschte. Ein berühmter Dermatologe wird auf inem Spaziergang gefragt, ob denn die Wissenschaft noch immer nichts Sicheres über die Ursache der Gl wisse und kein wirksames Mittel zur Bekämpfung des Haarausfalles gefunden habe. Zur Antwort zieht der also Befragte wortlos den Hut. Eine sehr beredte Geste, denn sie enthüllte des Meisters schimmernde Freilich, an Theorien über die Glatze mangelt eigentlich nicht; was ausstand, war ihre ausreichende Begründung und vor allem die Erhärtung in Gestalt der praktischen, Nutzaxwendung des auf die Thegrie ger gründeten erfolgreichen Heutfahrens: Am br.##rn.### machte es sich die Deutung, der zufolge die Glage ennfach eine Arteigenschaft des Menschen ist, ein Kettenglied in der Abhebung des Menschen vom Säugetier, ein Verlust des Pelzkleides. Daß gerade die Männer eine Glatze bekommen, sei nur ein Provisorium, weil ganz allgemein das männliche Geschlecht in der Artentwicklung das fortschrittliche, bahnbrechende, das weibliche hingegen das konservative, an dem Ueberkommenden starr festhaltende, ist. Wenn aber die Entwicklung einmal abgeschlossen ist, werde auch die Frau des Zukunftsmenschen eine Glatze tragen. Ursache der Glatze bezeichnet hat, hier am Wickelkind fällt es fort. Was bleibt ist einzig das eine: Ein Mißverhältnis zwischen den Schädelknochen und der Haut darüber. Werde ich eine Glatze bekommen?— Dorauslage möglich! Mit mathematischer Genauigkeit hat sich dieses Mißverhältnis bei allen Glatzköpfen feststellen lassen, während es dort fehlte, wo der Haarausfall nur vorübergehend war. Das trifft auch für die einzelnen Partien der Kopfhaut, an denen sich die Glatze bildet, zu. Auf diese Weise ist es möglich, mit Sicherheit vorauszusagen, ob jemandem eine Glatze„winkt" oder nicht. Mögen zur Zeit die Kopfhaare auch noch so üppig sein; wenn jenes mit dem Meßapparat oder zur Not mit den Fingern feststellbare Mißverhältnis vorliegt, wenn sich also die Kopfhaut nur wenig über ihrer knöchernen Unterlage verschieben läßt, dann ist won etäglichen Kämmen Falen anderseits die Haare beim to, 7an gglichtete auch massenhaft aus und haben sich sogar schon gree Stellen gebildet, so braucht man keine Glatze zu furchten, sofern sich die Kopfhaut noch läßt. letzte Urlache der Glatze: zu kurze Kopthaut! Die Säuglingsglatze kommt dadurch zustande, daß das Gehirn und die es umgebenden Schädelknochen stark wachsen, die Kopfhaut daruber aber mit der Vergröße rung des Kopfes nicht Schritt hält. Die Kopfhaut wiro# zu klein, wie eine zu enge Haube etwa. Infolge ihrer Spannung leidet der Blutkreislauf, die Ernährung der Haarwurzeln, und die Haare fallen aus. Daß das Gleiche auch bei der Glatze des Erwachsenen vor sich geht, zeigte in wichtigen Forschungen der Hamburger Dermatologe Wadel. Mit einem sinnreich gebauten Meßinstrument gelang es ihm, jenes Kopfhaut und Schädelknochen genau zu bestimmen. Gemessen wird dabei die Verschieblichkeit der Kopfhaut au ihrer knöchernen Unterlage. Läßt sich die Kopfhaut stark verschieben, so ist sie weit genug. Kann man hingegen die Kopfhaut nur schwach oder gar nicht verschieben, so liegt besagtes Mißverhältnis vor. Moderne Bekämpfung der Glatze Auf Grund der neuen Erkenntnisse über, Ziezzrlachen der Glat ihrer Be auf der Aus dem Nachbargebiet sage, welche die zu enge Kopfhaut lockert und entspannt, den Haaren wieder einen ausgezeichneten Nährboden zu verschaffen nud die drohende Glatzenbildung zu verhüten. Ob dieser rein örtlichen Bekämpfung darf aber nicht die allgemeine, zumal hormonale Behandlung des Haarausfalles unterschäßzt werden. Wie Steinach und Kun in grundlegenden Tierexperimenten fanden, das weibliche Sexualhormon den Haarausfall als Alterserscheinung gleich den andern zolgen der Vergreisung(Blutarmut) wirksam zu bekämpfen. Daraus folgt, daß dem Haarausfall außer den rein örtlichen Ursachen sicherlich noch andere Faktoren zugrunde liegen und ihm auch von hier aus gesteuert werden kann. Die Hormone spielen da gleichsam die Rolle des Düngers oder besser der Beize in unergiebiger Ackererde.... Werdet Mitglied der Das Amt für Volkswohlfahrt, Gau Westfalen=Süd, Die RS.=Volkswohlfahrt erfaßt diejenigen genossen, die sich zum Sozialismus der Tat bekennen. Sozialist der Tat ist aber nur der, der seinem Volke in jeder Lage die Treue hält, der sich nicht hinter Ausflüchten, Entschuldigungen und leeren Redensarten schanzt, sondern aufgeschlossenen Herzens die Nore des Lebens dort bekämpft, wo sie seinem Volk und Vaterland drohen, verhängnisvoll werden zu wollen. Sozialist der Tat sein heißt unbeirrt zu seinem Volke stehen, mag kommen, was da will. Es gibt wohl kaum irgendeine Aufgabe, deren sich die NS.=Volkswohlfahrt nicht annähme, wenn es gilt, für das Wohl des deutschen Volkes einzutreten. Welcher Vater, welche Mutter würde nicht das gleiche tun, wenn es sich um die eigene Familie handelte: Di deutsche Volksgemeinschaft ist aber unsere größere.. milie, deren Verbundenheit und deren Wohlergehen die NS.=Volkswohlfahrt sicherzustellen berufen ist! Wer aber die Familie als Keimzelle der Ordnung und des Staates anerkennt, der muß auch folgerichtig seinem Volke die Treue im vorerwähnten Sinne halten. Er wird Sozialist der Tat; Tatmensch der blutverbundenen Gemeinschaft, die ihren sichtbaren Ausdruck in des Führers Werk, der NS.=Volkswohlfahrt, findet. Kein deutscher Volksgenosse darf jetzt mehr abseits stehen. Werdet Mitglied der Res.: NSDAP., Amt für Volkswohlfahrt, Gau Westfalen=Süd. durchgeführt, wodurch auf den meisten Straßen Radfahrwege entstehen, die wegen des bequemeren Fahrens sicher von den Radfahrern lieber benutzt werden als das holperige Straßenpflaster. längerer Zeit auf der Westenfelder Straße durchgeführt wurden, haben das günstige verkehrstechnische Resultat dieser Maßnahme gezeigt. Stadt Witten Weniger an den„Haaren herbeigezogen“ klingt eine andere Theorie, die da lehrt, daß die Kopfhaare nur für die Frauen einen biologischen Zweck haben, beim. Rgun aber überflüssig seien und darum mit Fug ausfauen dürfen. Und zwar dienen die Kopfhaare der daß sich die Säuglinge an ihnen festhalten. Wenn der Mann auch Kopfhaare hat, so sei dies eben ein Luxus der Natur. Dieselbe Natur, der gerade Luxus zugeschrieben wird, soll aber gleichzeitig so haushalterisch sein, daß sie den Haaren der Frau außer ihrer Aufgabe als Wiege noch eine Rolle zugeteilt hat: als Duftpinsel, als Zerstäuber eines Lockduftes, der den Mann beMögen die Theorien auch mehr das Wozu der Kopfhaare als das Warum der Glatze erklären, so steckt in ihnen schon ein richtiger Kern. Der nämlich, daß langen Kopfhaare ein Merkmal der Weiblichkeit oder, um moderner zu sprechen: ein Werk der weiblichen Hormone ist, die Glatze hingegen ein männlicher Sexualcharakter. Das Wickelkind mit den-„Eheltandswinkeln“ Schon vor Jahren hat der Dermatologe R. O. Stein darauf hingewiesen, daß auch der häufige Beginn Kopfhaarausfalles an den beiden Stirnwinkeln, die sogenannten„Ehestandswinkel" oder„Geheimratsecken", eine typische männliche Eigenheit ist. Um so paradoxer klingt es, daß auch Säuglinge mit regelrechten Ehestandswinkeln ausgestattet sein können. Wie beim Erwachsenen bildet da der Haarausfall rechts und links oberhalb der Stirnhöcker Aussparungen, so daß an dem Wickelkind das Bild einer Denkerstirn entsteht. Und weiter— wieder wie beim reifen Mann— entwickelt sich zu diesen Stirnglatzen oft eine Scheitelglaße etwa durch das Aufliegen auf derr„Polster rufen), die allmählich um sich greist, um endlich jene bekannte„Billardkugel zu bilden. Fast völlige Kahlheit, bloß an den Schläfen bleiben spärliche Haarreste. In seinen neuesten Studien hat sich Stein mit der merkwürdigen Erscheinung der Säuglingsglatze beschäftigt und ist dabei zu recht interessanten Ergebnissen gekommen. Bei aller frappanten Gleichartigkeit in Form und Verlauf der Glatzenbildung beim Mann stellten sich doch einige grundlegende Unterschiede heraus. Vor allem: die Säuglingsglatze tritt bei Knaben und Mädchen gleich häufig auf. Sie ist also nicht wie beim Erwachsenen die glatze ein Privileg des männlichen Geschlechtes. Und dann, was so manchem die verlorene Jugend voll erstrebenswert machen dürfte: die Säuglingsglatze ist heilbar, die Natur selbst beseitigt sie. Wo vor kurzem noch die matten Reflexlichter der Glatze leuchteten, prangen alsbald dichte Kinderlocken. Während die Männerglatze im Blut zu liegen scheint also ein familiäres Erbübel ist, tritt die Glatze des Säuglings unahhängig von dem vorhandenen oder fehlenden Haarschman der Eltern auf. Die Erforschung der Säuglingsglatze ist deshalb von so großer wissenschaftlicher und auch praktischer Bedeutung, weil sie den Schlüssel zur Ursache der Glatzenbildung beim Erwachsenen liefert. Der ausschweifende Lebenswandel, die durchwachten Nächte, die Sorgen, das Wohlleben(nebenbei: der Schluß, daß die Glatze vor allem in besitzenden Kreisen auftritt, weil man in den Parkettreihen der Theater so viele Glatzen sieht, beruht auf einer optischen Täuschung. Auf den Galerien gibt es sicherlich ebensoviele Glatzköpfe, nur sieht man sie nicht so gut!), und was man sonst noch alles als die Wanne=Tiatiel=Arnzen Freitag wird die Witwe Amanda Kruschnigg, Heuber, Moltkestraße, 80 Jahre alt. Die Greisin ist körperlich und geistig noch wohlauf und nimmt reges Interesse an den Geschehnissen des Tages. Sängervereinigung Eickel=Holsterhausen. Die Sängervereinigung folgte einer Einladung des Mitgliedes Otte und unternahm eine Fahrt ins, schöne Sauerland. Unter Führung von Betrievoinspektor i. R. Schütz stattete man dem Harkortsee und der Dechenhöhle einen Besuch ab. In Iserlohn wurde die wackere Sangerschar von Karl Otte begrüßt. Die Umgebung von Iserlohn bot dann Gelegenheit zu schönen Wanderungen. Es war eine frohe Sangerfahrt, die viel Erlebnisse brachte. Katholischer Gesellenverein Röhlinghausen. Mittwoch abend veranstaltete der Verein in Anwesenheit der Brudervereine Laurentius und Marien einen gmein, schaftsabend. Es wurden mancherlei untegegtungen geboten und Anregungen gegeben.— Jeine Monatz. Leo=Arbeiterverein hatte am Sonntag seine Pgnats versammlung. Er beteiligt sich am kommenden Sonntag an der Wallfahrt nach Neviges. In der Versammlung wurden weiterhin wichtige Aufklarungen über die Marien=Sterbelade gegeben. Evangelische Frauenhilfe Christuskirche. Mittwoch mittag gegen 1 Uhr unternahmen 120 Frauen des Vereins Christuskirche in drei Omnibussen eine Wanverfahrt ins schone Kuhrtal. Das Ziel war Sprockhövel. Von hier machte man unter Leitung von Rektor i. R. Nonnenberg schone Wanderfahrten. Frohe Stimmung herrschte unter der großen Wanderergemeinde. In Sprockhövel selbst gab es ein Kaffeetrinken und fröhliche Spiele auf grünem Rasen. Abends um Uhr kehrte man wohlbehalten nach Wanne=Eickel zurück. Zehn Eigenheime fertig, zehn weitere in Vorbereitung. An der Buschkampstraße in Wanne=Eickel an der Herner Stadtgrenze, ist man jetzt mit der Errichtung von zehn Eigenheimen fertig geworden. Eine Reihe von Eigenheimen ist schon bezogen, der Rest wird in den nächsten Wochen bezogen. Wie wir hören, ist der Bau von weiteren zehn Eigenheimen am Horststadion in Hi terkausen geriant. Reichtrliegertag u. 100 Wanne=Eickeler fahren dum, Vgrestevlegaggren 106 Kameraden der Wanne=Eickeler Kriegewereine nach Kassel, um an dem Reichskriegertag teilzunehmen. Ausbesserung des Röhlinghauser Bahnhofes. Der Bahnhof Röhlinghausen wird gegenwartig renoviert. Nachdem im Vorjahre die Innenräume einen neuen Anstrich erhalten haben, soll jetzt die Außenfassade verschont werden. Der Bahnhof besteht übrigens in diesem Jahre 40 Jahre...t ham; Juli wird Zwei Röhlinghauser vermißt. Seit dem 1. Juli der Schlepper Adolf Preß, geboren am 5. Juli 1918 zu Röhlinghausen, zuletzt Wanne=Eickel, Deutsche Straße Nr. 24 wohnhaft gewesen, vermißt. Beschreibung: etwa 1,60 Meter groß, breitschulterig, über dem linken Auge eine zwei Zentimeter lange Narbe. Bekleidung: grauer rote Bluse, graue Strümpfe, schwarze — Wer kann über den jetzigen Aufenthalt der beiden Vermißten Angaben machen? Anzugdiebstahl. Am 2. Juli wurde zwischen 11 und 15 Uhr aus dem Transformatorhäuschen an der Landarafen=, Ecke Kürassierstraße, ein schwarz gestreifter Herrenanzug gestohlen. In dem Anzug befand sich ein Bund mit drei Schlusseln und ein Betrag von 0,70 RM. Mit dem Motorrad schwer gestürzt. Am Mittwoch, gegen 16.30 Uhr, geriet ein Kraftradfahrer beim Einbiegen von der Hochstraße in einen Feldweg mit seinen Rade ins Schleudern, wovei er Zu V gpgppfehaft, frgeh schwer verletzt liegen und mußte dem kenhaus Gelsenkirchen eingeliefert werden. Lebensgefahr besteht nicht. Stadt Watienscheid men riger Familienvater, der sich an kindern unsittlich vergangen hat. Stadt Herne Katholische Krankenhaus bestohlen Wegen Einoruchs festgenommen. In der letzten Zeit wurde von einem Anwohner der Hermann=Löns=Straße beobachtet, wie einige Männer ihre Fahrräder an seinem Hause abstellten, über die Umfassungsmauer des Katholischen Krankenhauses stiegen und dann mit gefüllten Säcken zurückkehrten. In der Nacht zum 3. Juli bemerkte er wieder einige Manner und verständigte die Polizei. Letztere nahm sofort die Verfolgung der Täter auf. Die Täter flüchteten zunächst und blieben auch trotz Abgabe mehrerer nicht stehen. Sie konnten aber noch in der gleichen Nacht festgenommen werden. Bei der Verhandlung haben sie dann eingestanden, insgesamt zehn Zentner Kartoffeln aus dem Keller des genannten Krankenhauses gestohlen und verkauft zu haben. gründete Heimatmuseum wurde am Mittwoch abend mit einer Feier in der Altstadtschule der Oeffentlichkeit ubergeben. An der Feier nahmen die Ratsherren der Stadt, die Mitglieder des Museumsausschusses und sämtliche Schulleiter teil. Silberhochzeit. Heute können die Eheleute Gustav Rehsa und Frau, Emma geb. Stricker, Harkortstraße Nr. 30, das Fest der silbernen Hochzeit begehen. Hochbetagt. Am Donnerstag, Hiträge, o peie vereäft. invalide Johann Schröer, Feldstru### 5, vei, cetcuttnismäßig guter körperlicher und geistiger Frische sein 86. Lebensjahr vollenden. Seinen Lebensabend verbringt der Greis bei seiner Tochter Anna, der jetzigen Frau Viehhändler Hünerlage. Außer seinen vier noch lebenden Kindern konnen dem Jubilar auch 15 Enkelkinder und 5 Urenkel ihre Glückwünsche darbringen. NS.=Frauenschaft Wattenscheid=West. Am Mittwoch abend hatte die Ne.-Frauenschaft der Ortsgruppe Wattenscheid=West zu ihrer Pflichtversammlung eingeladen, in deren Mittelpunkt ein Referat des stellvertretenden Kreisleiters Poetter über die Fudenfrage stand. Männergesangverein„Glückauf“ Höntrop. In der bericht und der Kassenwart Wilde den Kassenbericht. Sommerfest des Oberlyzeums am 22. Juli. Das Wattenscheider Oberlyzeum beabsichtigt, am 22. Juli in Höntrop ein Sommerfest zu begehen. Es soll aus einem gemütlichen Kaffeetrinken bestehen, nachdem auf der Höntroper Freilichtbühne ein Märchenspiel aufgeführt werden soll. Weiterhin werden alte Volksbräuche beim Erntefest gezeigt.— An der Feier soulen nach Moglichkeit auch frühere Schülerinnen des Lyzeums teilnehmen. 100 Kameraden fahren zum Reichskriegertag. Die Vorbereitungen für den Reichskriegertag in Kasfer innerhalb des Kreis=Kriegerverbandes beendet. 100 Kameraden aus dem Kreis=Kriegerverband „Radfahrwege“ auf allen verkehrsreichen Straßen in Wattenscheid. Eine bemerkenswerte Neuerung führt die städtische Bauverwaltung durch. Um die Radfahrer, „Hallo, Fritz! Hast du schon die neusten Marken von Portugal?“„Nee. Mensch, ich sammle bloß noch Marken für die Reisesparkarte der..G.„Kraft durch Freude" und fahre bei der nächsten Gelegenheit selber hin!“ Seite 10 Nr. 155 7 Bochumer Anzeiger 7 Freitag, 5. Juli 1933 Aus aller Welt Das Gespenst von Long Island Hau,!.. Spal um Mitternacht Der„Kaiser der Sahara“ geht um— Newyork beschwert sich— Drei Detektive fassen sich ein Herz e G ad# agare Hr Grane anhh mundhe, an am Sul Newyork, im Juli. Ueberraschend ist es der Newyorker Kriminalpolizei gelungen, auf Long Island das Geheimnis des Hauses des„Kaisers der Suhara“ zu lösen. Seit Jahren umgaben die tollsten Gerüchte dieses Haus, die Phönix=Lodge. Das grüne Licht geht um... Von dem eleganten Haus des Meadow=Brook= Jagdklubs aus konnte man zur Phönix=Lodge hinübersehen. Hier in Westbury auf Long Island wohnen nur die reichsten Leute und haben nur die vornehmsten Klubs ihre Villen. Wenn abends Klubmitglieder durch den Park gingen und zur Phönix=Lodge hinüberschauten, sahen sie von Zeit zu Zeit ein grünes Licht hinter den Fenstern des einsamen Palastes aufleuchten. Das Licht wanderte durch ein paar Zimmer hindurch, kreiste auch wohl hinter einem großen Flügelfenster und verschwand dann. 1122 Lim auis Kinder, die sich nachmittags beim Spiel in den Park der Phönix=Lodge gewagt hatten, stürzten mitunter laut weinend und um Hilfe rufend auf die Straße zurück. Sie sagten, sie hätten hinter den Fenstern ein großes weißes Gesicht wie das eines Toten erblickt. „Für Gespenster— nicht zuständig!“ Die Klubleitung wandte sich an die Polizei. Der Revierkommissar hielt unter seinen Beamten Umfrage und erfuhr, daß wirklich unheimliche Geschichten über das Haus umgingen, wies aber darauf hin, daß die Polizei für— Gespenster nicht zuständig sei. Aber die Beschwerden häuften sich. Von der Newyorker Zentrale wurden ebenfalls Rückfragen herübergeschickt. Schließlich beauftragte das Polizeihauptquartier drei der besten Kriminalisten mit den notwendigen Nachsorschungen. Als man genau zusah, entdeckte man, daß über dieses unheimliche Haus ein dickes Aktenbündel bestand— ein wenig verstaubt, halb vergessen, aber immerhin der Niederschlag mancherlei interessanter Geschehnisse. Der Kaisertraum des Millionärs Das Haus gehörte ursprünglich einem gewissen Jacques Lebaudy. Er war der Sohn eines französischen Zuckermagnaten, der seinem Sprößling die ansehnliche Summe von 15 Millionen Dollar hinterließ. Mit diesem sehr real verdienten Riesenvermögen wußte Jacques Lebaudy nichts anderes anzufangen, als phantastischen Wüstenträumen nachzuhängen. Im Jahre 1919 erschien Lebaudy in Nordafrika, begleitet von einer kleinen, aber vorzüglich ausgerüsteten Privatarmee. Mit dieser Armee wollte er in das südliche Marokko vorstoßen und jene Gebiete erobern, auf die bislang keine Großmacht Anspruch erhob. Freilich erlebte er bald nach seiner Landung insofern eine Enttäuschung, als weder Frankreich noch England oder Amerika Verständnis für die Harun=AlRaschid=Pläne eines Halbamerikaners aufbrachten. Ein Jahr dauerte dieser Traum: Dann hatten die Hitze, die Entbehrungen und das Dahinschmelzen einiger Millionen ihr Werk getan. Ungekrönt und ernüchtert kehrte Lebaudy nach Amerika in die Phönix=Lodge zurück. Genau ein Jahr später wurde Lebaudy erschossen in seinem Hause aufgefunden Man fand keine Waffe, man entdeckte keine Spur. Für zehn Tage nahm man Madame Lebaudy und später auch ihre 16 Jahre alte Tochter Jacqueline in Haft. Aber es kam nicht einmal bis zu einer richtig formulierten Anzeige. Man entließ die beiden Frauen, die im Tatverdacht standen, aus der Haft. Sie packten eiligst ihre Koffer und verschwanden irgendwohin nach Europo.„„, 45 Fächen Har 9. Die Verwaltungsbehorden von Long Island ließen an dem Riesenhaus die Staatssiegel anbringen. Ein paar Jahre Grundsteuern— und das Haus würde Stadtbesitz sein. Das waren die Pläne.— Ein paar Jahre war alles still rings um dieses seltsame Haus. Dann begannen jene Lichterscheinungen, dann sahen die Kinder zum erstenmal— das weiße Gesicht. Spuk um Sprit Innerhalb weniger Wochen hatte man zum drittenmal von dem Auftauchen des weißen Gesichtes gehört. Kein Zweifel, daß wirklich etwas an diesen Gerüchten daran war. Also mußte man zufassen. Die von den drei Beamten der Newyorker Kriminalzentrale geplante Aktion wurde streng geheimgehalten. Eines Mittags gegen 1 Uhr sprengten sie die Siegel, öffneten die von Spinngeweben bedeckten Türen, schritten vorsichtig durch die Räume, in denen der Staub von 15 Jahren lagerte. Erst fanden sie nichts. Dann aber glaubten sie ihren Augen nicht trauen zu können: in den mittleren Räumen des Hauses war eine der modernsten Destillationseinrichtungen der Jetztzeit, waren Maschinen neuester Fabrikation untergebracht, so geschickt aufgebaut, daß ein einzelner Mann am Tage bis zu 1000 Gallonen Sprit brauen und abfüllen konnte. In der nächsten Nacht verhaftete man die Spritfabrikanten, die durch einen Garteneingang und einen unterirdischen Gang Tag für Tag in das Haus gekommen waren. Mit den Spuk=Erscheinungen hatten sie versucht, alle Neugierigen von dem Palast des „Kaisers der Sahara“ fernzuhalten. Was ihnen auch bis zu diesem Tage gelang... Bremer Betriebsführer in Schutzhaft dnb Bremen, 4. Juli. Die Geheime Staatspolizei teilt mit: Am Mittwoch kam es bei der Großwäscherei Hayungs in Bremen wegen des asozialen Verhaltens des Betriebsführers zu Protestkundgebungen der Gefolg= schaft, an denen sich Einwohner aus der näheren Umgebung des Betriebes beteiligten. Man warf dem Betriebsführer vor, die Gefolgschaft durch sehr niedrig gehaltene Löhne und durch unangebrachte Ueberstunden auszubeuten. Wegen Gefährdung seiner eigenen Person mußte Hayungs sen. in Schutzhaft genommen werden. Hayungs jun. und seine Mutter hatten Bremen bereits verlassen. Scheidungsklage der ehemaligen Kbnlgin von Griechenland Bukarest, 3. Juli. Der Staatsanzeiger veröffentlicht eine Meldung an den ehemaligen König Georg II. von Griechenland, der durch die griechische Revolution am 25. März 1924 seines Tyrones für verlustig erklärt wurde, am 6. Juli vor dem Bukarester Appellationsgericht zu erscheinen, wo eine von seiner Gattin, der ehemaligen Königin Elisabeth, einer rumänischen Prinzessin, eingebrachte Scheidungsklage verhandelt werden soll. Die Vorladung enthält gleichzeitig den Hinweis, daß im Falle eines Nichterscheinens ein Abwesenheitsurteil gefällt werden würde. Als Wohnsitz des ehemaligen Königs wird London angegeben. Stürme und Wolkenbrüche über Nordialen Drei Fischer ertrunken— Blitz schlägt in einen Kraftwagen Mailand, 4. Juli. Die Hitzewelle hat auch in Oberitalien ihr Ende gefunden. Nachdem schon am Dienstag in einzelnen Orten Gewitter niedergegangen waren, sind am Mittwoch abend neue schwere Wolkenbrüche zu verzeichnen gewesen, die eine starke Abkühlung mit sich gebracht haben. Auf dem Gardasee wurden etwa 30 Fischerbarken von dem Unwetter überrascht. 28 Boote konnten sich mit Mühe noch rechtzeitig in Sicherheit bringen. Zwei Fischerboote sind gesunken. Drei Fischer ertranken. Auch in den Wohnhäusern zahlreicher Orte haben die schweren Regengüsse Beschädigungen hervorgerufen. In Novara schlug der Blitz in einen fahrenden Kraftwagen, dessen Lenker schwere Verletzungen davontrug. Die Stadt Toronto meldet einen Temperatursturz von 37 auf 18 Grad infolge des Niedergehens von Hagelschauern, die der Landwirtschaft große Schäden zugefügt haben. Das Anglück in der Delbrück=Grube 200 Siunden in=Schacht begraden Neun Tage in 130 Meter Tiefe von der Außenwelt abgesperrt— Trinkwasser die einzige Nahrung— Heldenhaftes Rettungswerk der Kameraden „Wiederherstellung für längere Zeit kostenlos zur Erholung wegschicken. Seine Frau erhielt als Ausgleich für den ausgefallenen Lohn schon einen Betrag von 100 Mark ausgehändigt. Dem Gedächtnis unseres großen Toten Scherl-Bilderdienst. In der Staatlichen Münze in Berlin werden zur Zeit, wie wir bereits berichteten, neue Zwei= und Fünfmarkstücke in Silber geprägt, die auf der Vorderseite das Profilbild des verewigten Generalfeldmarschalls und Reichspräsidenten von Hindenburg tragen. Breslau, 3. Juli. Zweihundert Stunden war der Fördermaschinist Walla lebend in der 130 Meter tiefen Sohle des Delbrück=Schachts in Hindenburg begraben. Ebenso lang haben die Rettungsmannschaften unter Lebensgefahr an seiner Befreiung gearbeitet. Jetzt liegt der Geborgene im Knappschaftslazarett von Hindenburg, die Lebensgefahr ist von ihm abgewendet, und der 53jährige, der am Sonntag vor acht Tagen im Stollen tief unter der Erde von einem Schwemmsandeinbruch überrascht worden war, kann jetzt über das, was er ausgestanden hat, erzählen. Im Augenblick des Schwemmsandeinbruchs hatte Walla gerade noch rechtzeitig den Maschinenraum erreichen können. Neun Tage lang fristete er hier in tiefer Nacht nur von Trinkwasser das Leben. Draußen bemächtigte sich inzwischen der Bevölkerung Hoffnungslosigkeit. Man glaubte nicht mehr, daß man ihn noch werde retten können. Neun Tage lang arbeiteten je 40 Mann in vier Schichten. Plötzlich hörten gestern vormittag die Rettungsmannschaften, die dicht an die Stelle vorgestoßen waren, wo man Walla vermutete, eine Stimme, die ihnen zurief: „Nicht schießen, damit mein Leben nicht gefährdet Man erkannte sofort die Stimme des Totgeglaubten, und da das Bohrloch nicht durch Sprengen oder „Schießen“, wie der Bergmann sagt, erweitert werden konnté, ging man mit dem Bohrhammer vor. Schließlich konnte man den Kameraden bergen, der sofort auf einer Tragbahre nach oben befördert wurde, da er im Augenblick seiner Rettung völlig erschöpft zusammengebrochen war. Seine erste Frage galt den Kameraden, die mit ihm vor neun Tagen von dem Einbruch überrascht worden waren und von denen er nicht wußte, daß sie sich rechtzeitig ins Freie hatten retten können. Auf die Kunde von der wunderbaren Rettung brach gestern die gesamte Bevölkerung von Hindenburg in großen Jubel aus. Sankt Barbara, die Schutzheilige des Bergbaues, hat ihn beschützt, sagt man, und tatsächlich wurde in Hindenburg am 29. Juni zum erstenmal von der gesamten Gefolgschaft der DelbrückSchächte das Sankt=Barbara=Fest alter Tradition gemäß wieder gefeiert. Das Fest war lange vorbereitet gewesen und man wollte es in lustigster Stimmung begehen. Da ereignete sich gerade acht Tage vorher die Katastrophe und man wußte nicht, ob es gelingen würde, den verschütteten Maschinisten Walla lebend zu bergen. Deshalb hatte die Leitung des Werkes angeordnet, daß das Fest in aller Stille mit einem besonderen Gottesdienst begangen würde, der von der gesamten Hindenburger Belegschaft besucht wurde. Wie jetzt noch aus Breslau berichtet wird, hat sich das Befinden des Geretteten dadurch verschlechtert, daß sich bei Walla eine Lungenentzündung eingestellt hat. Die Aerzte glauben jedoch, daß eine Lebensgefahr für den Kranken nicht besteht. In seinen Erzählungen über das Unglück berichtet Walla, daß er schon vierzehn Tage vor dem Unfall, und zwar an seinem 52. Geburtstage, dunkle Vorahnungen einer bevorstehenden Katastrophe gehabt habe. Er habe daher ganz im Gegensatz zu seinen sonstigen Gepflogenheiten in letzter Zeit stets eine größere Essensportion mit zur Grube genommen. Gerade am Unglückstage aber sei er mit solcher Verspätung von seiner Wohnung weggegangen, daß er in der Eile, noch rechtzeitig zur Schicht zu kommen, sein Essenspaket völlig vergessen habe. Wie Walla weiter erzählt, ist er bei dem Einbruch des Schwemmsandes zunächst durch den starken Luftdruck zu Boden geworfen worden. Durch einen Kurzschluß ist ein Brand entstanden, durch den er leichtere Verletzungen davongetragen hat, die deswegen nicht schlimmer ausgefallen sind, weil das Feuer glücklicherweise sehr bald wieder verlöschte. Die Anteilnahme der Bevölkerung an dem Schicksal des Geretteten ist begreiflicherweise sehr groß. Ueberall ist man bemüht, ihm Aufmerksamkeiten zu erweisen. Die Grubenleitung wird Walla nach seiner Internationale Beleuchtungsbommisson tagt Eröffnungssitzung im Reichstagsgebäude. Berlin, 4. Juli. Im Haushaltsfaal des Reichstages wurde am Dienstag vormittag die 9. Vollversammlung der Internationalen Beleuchtungskommission feierlich eröffnet. Die Tagung, deren Durchführung der Deutschen Lichttechnischen Gesellschaft übertragen worden ist, hat in Berlin begonnen und wird in Karlsruhe abgeschlossen werden. An der Eröffnungssitzung, die sich mit dem Kassenbericht und der Wahl verschiedener Ausschüsse beschäftigte, nahm als Vertreter des preußischen Staates und der Stadt Berlin Staatskommissar Dr. Lippert teil. Generalinspekteur Dr. Todt, der Schirmherr der Tagung, hatte telegraphisch Grüße und Wünsche übermittelt. Am Mittwoch vormittag fanden drei Fachausschußsitzungen statt, die sich mit Fragen der Flugzeugbeleuchtung und der Messung von Leuchtröhren beschäftigten. 103jähriger Messerstecher Buenos Aires, 4. Juli. In der Stadt Tucuman(Argentinien) erstach ein gewisser Gonzalez Boris im Verlaufe eines Streites in der Trunkenheit den 62jährigen Viktor Plitor. Der Täter steht nach dem Polizeibericht in dem erstaunlichen Alter von 103 Jahren. Die Angaben über das Alter des Messerstechers werden hier als durchaus glaubwürdig angesehen, da der ganze Norden Argentiniens durch die Langlebigkeit seiner Bewohner bekannt ist. In Mexiko, in Mexiko... dnb Mexiko(Stadt), 4. Juli. Im Staate Mexiko sind die Lehrer wegen Ausbleibens der Gehaltszahlung in den Streik getreten. Die Schüler haben sich der Streikbewegung angeschlossen. In Mexiko, am Golf und so, da brennt die Sonne heiß, und wer dort seine Pflicht erfüllt, kommt doppelt schnell in Schweiß. In Mexiko, wie anderswo, will jedermann dann auch, wenn schwitzend er die Pflicht erfüllt, sein Geld nach altem Brauch. Doch Mexiko hat, wie die Welt auch sonst noch anderswo, nicht immer gleich genügend Geld. Das stimmt uns gar nicht froh. In Mexiko sprach drum„Oho!“ die ganze Lehrerschaft, „gibt es nicht schleunigst, Zastrio, wird Schule abgeschafft!" In Mexiko rief„Mordio!“ sofort die Schülerschaft: „Das ist ja sehr sympathio und wirklich fabelhaft!" In Mexiko— und das stimmt froh— da zeigt sich, wie noch nie, bei Lehrerschaft und Schülervolk die schönste Sympathie! In Mexiko da ist's jetzt fein und alles feiert frei, doch wird erst wieder Geld da sein, dann ist's damit... vorbei! Flax. Felsstürze in den Allgäuer Alpen Eine Folge des letzten Erdbebens. Kempten, 4. Juli. Bei dem letzten Erdbeben stürzten, wie erst jetzt festgestellt wurde, am Hochvogel im Osten der Allgäuer Alpen bis zu 100 Kubikmeter Felsen ab. Die Abstürze erfolgten besonders an der Westwand, die jetzt ein völlig verändertes Aussehen hat. Die Felsmassen, die stellenweise bis zu 600 Meter in die Tiefe prasselten, stauten sich im oberen Teil des Weittales. wo ein gewaltiges Geröllfeld entstanden ist. Schwere Bootsunglücke auf dem Ail und dem Indus 36 Menschen ertrunken Kairo, 4. Juli. Eine Barke mit etwa 50 Personen, die bei Luxor den Nil überqueren wollte, schlug mitten auf dem Strom um. 22 Personen ertranken. Simla(Indien), 4. Juli. Auf dem Indus ereignete sich unweit des Dorfes Raj ein schweres Bootsunglück, bei dem vierzehn Menschen ums Leben kamen. Ein mit 40 Bauern besetztes Boot schlug plötzlich um und sämtliche Insassen stürzten ins Wasser. 26 konnten sich retten, während die übrigen ertranken. Einer der Bauern konnte, obwohl er des Schwimmens unkundig war, gerettet werden, weil er sich, bis Hilfe nahte, an einer im Fluß schwimmenden großen Wassermelone festhielt. Demobilmachung im Chacogebiet Asuncion, 4. Juli. Nach einer amtlichen Mitteilung ist die Demarkationslinie im ehemaligen Kampfgebiet, im Chaco nunmehr endgültig festgelegt worden. Hinter den Fronten der beiden Heere wurden Truppensammelplätze errichtet. Die Demobilmachung hat bereits begonnen. Der polnische Staatsbesuch in Berlin Blicke in die Welt Der neue Bischof von Berlin Wie wir erfahren, wird Berlin demnächst einen neuen Bischof erhalten. Der Papst hat den Bischof von Eichstätt in Bayern, Graf von Preysing=Lichtenegg=Moos, zum Nachfolger des 1935 verstorbenen Bischofs Bares ernannt. Die Steigerung im Nordatlantikverkehr Die Steigerung des Verkehrs von Nordamerika nach Deutschland hält weiter an. Allein die Lloyd=Schnelldampfer„Europa" und„Columbus“ bringen gegenwärtig nahezu 3500 Passagiere nach Europa. Insgesamt ist im ersten Halbjahr 1935 eine Steigerung um fast 30 vom Hundert gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen. Wegen Raubmordes zum Tode verurteilt Das Altonaer Schwurgericht verurteilte den 19jährigen Günther Bull, der am 12. Juni den 63jährigen Gastwirt August Eckhoff in seinem Wirtschaftslokal in Altona ermordet und beraubt hatte, zum Tode. Außerdem wurden ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit aberkannt. Ueberschwemmungen am Vierwaldstätter See. Die starke Schneeschmelze in den Alpen hat auch am Vierwaldstätter See starke Ueberschwemmungen hervorgerufen. In Luzern ist die Kaimauer bereits im Wasser. Die Anlagen. am See sind überflutet. Man befürchtet eine Wiederholung der furchtbaren Ueberschwemmungen vom Jahre 1910. Vierlinge in Warschau geboren Die Frau eines Eisenbahners hat in Warschau Vierlinge geboren. Alle vier Kinder sind gesunde Jungen. Der Vater hat an den polnischen Staatspräsidenten und den Oberbefehlshaber der polnischen Armee die Bitte um Patenschaft gerichtet. Scherl-Bilderdienst Am Mittwoch vormittag traf der polnische Außenminister Oberst Beck mit seiner Gattin, seiner Tochter und Herren seiner Begleitung zu einem offiziellen Staatsbesuch in Berlin ein. Zur Begrüßung hatten sich auf dem Bahnsteig Reichsaußenminister von Neurath und Staatssekretär Dr. Meißner als persönlicher Vertreter des Führers eingefunden. Vor dem Bahnhofsgebäude war eine Ehrenkompagnie der Leibstandarte Adolf Hitler angetreten.— Unser Bild zeigt den polnischen Außenminister, wie er den Führer der Ehrenkompagnie begrüßt. Seite 11 Nr. 1557 Bochumer Anzeiger 7 Freitag, 5. Juli 1933 Reutsche K. schen Die Leistung des Arbeitsdienstes 1934: 20 Mnlnlonen=Aubt. Perthenuge Orrpuenes 00*'g Kraft getretenen Reichs=aelungen getroffen worden, die, wenn auch nur„in Mit dem am 1. Juli 1935 in Kraft getretenen Reichsarbeitsdienstgesetz ist der bisber'igg, z6zlicht umgewanter der Arbeitsdienstleistuzzg in eigtztische Eiprichtung delt. Diese wichtige nationalsoziahn##che Einrichtung erhält damit ihre endgültige gesetzliche Grundlage. Nach den ersten beiden Paragraphen regelt der Reichs arbeitsführer den Arbeitseinsatz, der zur Durchführung gemeinnütziger Arbeiten bestimmt ist. Aus den in den letzten Jahren gesammelten Erfahrungen geht zweifellos hervor, daß es an solchen Arbeiten niemals mangeln wird. Seit seinem Besteheg, hat es der Arbeitsdienst abgelehnt, den Lohn des Arbeiters durch unrechtmäßige Konkurrenz zu schmälern oder gar wegzunehmen. Er führt vielmehr, wie Staatssekretär Hierl betont, nur große öffentliche Arbeiten aus, die hohen volkswirtschaftlichen, kulturellen oder sonstigen staatspolitischen Zwecken dienen. Dazu gehören in erster Linie die Bodenverbesserung durch Ent= und Bewässerung, Moor= und Oedlandkultur, Flurbereinigung, landwirtschaftlicher Wegebau und Hochwasserschutz. Weitere volkswirtschaftlich wichtige Aufgaben sind Neulandgewinnung am Meer, Forstarbeiten und Siedlung. Obwohl die Auswirkung aller dieser Arbeiten im allgemeinen erst nach mehreren Jahren erwartet werden kann, schätzt man die Steigerung des Bodenertrages durch den Arbeitsdienst im Jahre 1934 bereits auf 15 bi unmittelbaren Beitrag zur Arbeitsschlacht durch die dauernde Einstellung von 200 000 bis 300000 jungen Menschen sowie auf die mittelbare Minderung der Arbeitslosigkeit durch Bekleidung, Verpflegung und Behausung der Arbeitsdienstmänner braucht nur hingewiesen zu werden. Neue preise für Hühnereier ändert den niedrigsten Stand, des, Jahres gehalten haben, setzt nunmehr nach Beendigung der Eierschwemme die alljährlich saisonbedingte Angleichung ar die Winterpreise ein. Demgemäß sind bei der jetzt erfolgten Preisfestsetzung die Erzeugermindestpreise sowie tiert worden. Nach Räumung auch der Kleinhandel dieser Angleichung folgen. Die Organisation der privaten Bauspartassen Generaldirektor Knoblauch Leiter der Fachgruppe. Zusammensetzung des Beirats. In Berlin fand die erste Mitgliederversammlung der Fachgruppe„Private Bausparkassen" statt, in der u. a. die Satzung der Fachgruppe bekanntgegeben wurde. Auf Vorschlag des Leiters der Wirtschaftsgruppe„Kreditunternehmungen verschiedener Art“ wurde Generaldirektor Arnold Knoblauch(Berlin) zum kommissakassen“ berufen. Der men. Geschäftsführer der Fachgruppe ist Dr. Die Fachgruppe ist nunmehr die anerkannte und berufene Vertretung sämtlicher privaten deutschen Bausparkassen. Nach den Satzungen sind Mitglieder der Fachgruppe alle privaten Bausparkassen, die der Aufsicht nach dem Gesetz über die Beaufsichtigung der auch inländische Niederlassungen„gestärßisgge der Fachgruppe sind diesenigen, die auf Grund von Paragraph 133 des gen. Gesetzes oder auf Grund ihrer Zulassung durch das Reichsaufsichtsamt Fix Pripgtpgrliche, Kalshalcl der senis Hgrse, fhschlie der beieiete den Bausparverträge begriffen sind und Laherneue Bausparverträge nicht mehr abschließen. Der B hat die Kassen= und Rechnungsführung und die für die Erteilung der Entlastung maßgebenden Unterlagen zu prüfen und ist vor wichtigen Maßnahmen zu hören. papiere, die vielleicht doch noch Wert haben Prüft ausländische Vorkriegsanleihen! Der Volksbund der Sparer(Berlin) teilt mit:„Von Mitgliedern gehen uns viele Fragen zu, die sich auf den Wert der in ihrem Besitz befindlichen ausländischen Vorkriegsrenten beziehen. Es yandelt sich bei diesen Anfragen offenbar meistens um Stücke, die in einer Zeit aus den Bankdepots herausgenommen wurden, wo ihr Wert als Null betragg, wurde. In der Zwischenzeit sind jedoch in einer Reiye von Fällen Regelungen getroffen worden, die, wenn auch nur in geringem Maße, eine Werterhöhung herbeigefuhrt haben. Teilweise sind auch Ausschüttungen erfolgt oder neue Verwertungsmöglichkeiten gefunden worden, die sich aus der gesamten devisentechnischen Lage ergeben. Daher scheint es im volkswirtschaftlichen Interesse dringend nötig, daß jeder Besitzer solcher ehemaligen Wertpapiere diese nochmals auf ihren Wert prüfen läßt, weil es möglich ist, daß auch diese Reste, mag ihr Wert noch so gering erscheinen, noch dem einzelnen einen Erlös und der Volkswirtschaft Devisen bringen.“ Hilfsgewerbe des Verkehrs Meldung bis 1. August. Der Reichsverkehrsminister hatte durch Verfügung vom 17. April d. J. zur Wahrnehmung der Belange von Unternehmern und Unternehmungen der Hilfsgewerve des Verkehrs die Spitzenvertretung„Hilfsgewerbe des Verkehrs“ errichtet. Dieser Spitzenvertretung und ihren Untergliederungen haben alle Unternehmer und Unternehmungen(natürliche und juristische Personen) anzugehören, die erstens Schlafwagen= und Speisewagenbetriebe unterhalten oder zweitens Reisevermittlung betreiben, sei es, daß sie sich a) mit der Ausgabe oder Vermittlung von Beförderungsausweisen oder Nebenausweisen für nicht eigne, dem Personenverkehr dienende Beförderungsmittel oder b) mit der Veranstaltung oder Vermittlung von Gesellschafts= oder Gemeinschaftsreisen, die sich nicht auf die Beförderung mit eignen Fahrzeugen beschränken oder c) mit der Vermittlung von vorübergehender Unterkunft oder Verpflegung befassen. Nunmehr werden durch eine im Reichsanzeiger vom 22. Juni veröffentlichte Verfügung alle Unternehmer und Unternehmungen der vorstehend aufgeführten Hilfsgewerbe des Verkehrs aufgefordert, sich bis spätestens zum 1. August 1935 zum Zweck ihrer Eingliederung in die Spitzenvertretzung, bei dieser zu melden(Anschrift: Berlin W 9,#and: straße 121). Wer sich bis zu diesem Zeitpunkt nicht gemeldet hat, wird mit Wirkung vom 1. August 1935 zwangsweise der Spitzenvertretung angeschlossen. Chesterkäse=Erzeugung in Deutschland Nachdem bisher Chesterkäse aus dem Auslande, vor allem aus Kanada und England, nach Deutschland eingeführt wird, soll die Chesterkäse=Fabrikation in Süddeutschland ausgenommen werden. Eine nach Lindenberg im bayrischen Allgäu übergesiedelte Hamburger Firma errichtet in Süddeutschland Kraftkäsewerke, in denen Chesterkäse hergestellt werden soll. Mehrere Molkereien bei Schwabmünchen, südlich von Augsburg, sollen zu Kraftkäsewerken für die Chesterkäse=Exzeugung umgestellt werden. Ferner sind gegenwärtig Verhandlungen über die Errichtung eines weiteren Kraftkäsewerkes in der Nähe von Schwabmünchen im Gange. Die Hälfte aller Aktien wieder über Pari Die Aufwärtsbewegung der Aktienkurse setzte sich im ini zunächst weiter fort, während die festverzinslichen Werte im Gegensatz girrgu deutig vernaghichgt oieben. Mehrfache Erörterungen dieses Sachverhaltes führten schließlich dazu, daß sich die einseitige Bevorzugung der Dividendenwerte etwas verwischte. Mit dem herannahenden Monatsschluß verstärkte sig, o# Interesse für Aktien wieder. In einer ganzen et# von Fällen waren aber Ende Juni die zu Beginn des Monats verzeichneten Kurse noch nicht ganz wieder erreicht. Eine Statistik der Commerz= und Prilvatbank zeigt, daß die über 100 Prozent notierenden Aktien immer mehr in den Vordergrund treten und daß jetzt bereits 49,9 Prozent, also fast die Hälfte aller notierten Aktienwerte, über Pari notiert. Deutscher Brauertag sa Vseiderals cden-cheschel= Rheschale Bold Dbe Hunke, zu dem Thema:„Freier Wettbewerb und Leistungswetthzewerb im„Licht anatzigreisggflärisoher Leistungswettbewerb Wirtschaftspolitit. Der Fuhrer der Wirtschaftsgruppe, Dr. Röhm, befaßte sich mit der Frage der Biersteuersenkung und mit Exportfragen. Weiter wurde mitgeteilt, daß der Kölner Brauereileiter Immendorf zum Führer der neugegründeten Brauwirtschaftlichen Vereinigung ernannt worden ist. Schließlich befaßten sich einige weitere Redner mit verschiedenen brauereifachlichen Problemen. Neue Diskontsenkung in Frankreich Die Bank von Frankreich hat der bereits am 20. Juni 1935 durchgeführten Wiederherabsetzung des nach und nach aus Abwehrgründen gegen die Währungsspekulation bis auf 6 v. H. hinaufgesetzten Diskontsatzes nunmehr eine weitere Ermäßigung um 1 vom Hundert auf 4 vom Hundert folgen lassen.„Der Satz für Monatsgeld ist gleichfalls um 1 vom Hundert auf 4 vom Hundert gesenkt worden. zum erstenmal seit Jahren wieder erhöht. Der Gewinnreserve der Versicherten werden 1,8 Millionen Mark überwiesen, so daß die gleiche Versicherten=Dividende wie in den Vorjahren ausgezahlt werden kann.— Allgemeine Tiefbau AG. in Düsseldorf. Die GV. genehmigte einstimmig den bekannten Abschluß und beschloß antragsgemäß die Herabsetzung des Aktienkapitals im Verhältnis:4 von 450 000 auf 360000 RM. und die Wiedererhöhung um sechsprozentiger kumulativer Vorzugsaktien. Das Bezugsrecht der Aktionäre ist dabei ausgeschlossen. Das Bankhaus Simons& Co in Düsseldorf hat durch den Hinzutriti neuer Kommanditisten, u. a. der Dresdner Bank(Berlin), eine Erweiterung ihres Geschäftsumfanges erfahren. Friedrich Curtius wird als persönlich haftender Gesellschafter und Direktor Jockel als Generalbevollmächtigter in die Firma neu eintreten. Börsen von gestern Rhein.=Westfälische Börse in Düsseldorf Weiter fest.— Erhebliche Kurssteigerungen am Kuxenmarkt. Die Börse eröffnete in weiter freundlicher Haltung.. Im weiteren Verlauf konnten sich die Kurse augengirgeghage, ten. Bevorzugt waren Mannesmann, P/gniegen“ Volgende Kurze Nachrichten Die Gewerkenversammlungen der Gewerkschaft des Steinkohlenbergwerks Ewald in Herten und der Gewerkschaft König Ludwig in Recklinghausen haben, wie ausführlich berichtet, am 21. Juni beschlossen, das gesamte Vermögen der beiden Gewerkschaften mit Aktiven und Passiven in die neu zu gründende Bergbau AG. Ewald=König Ludwig einzubringen. Gleichzeitig wurde die Auflösung der Gewerkschaften mit Wirkung vom 30. Juni beschlossen. Die Liquidation ist unter dem 3. Juli in das Handelsregister eingetragen worden. Das Abkommen zwischen den rheinisch=westfälischen Hütten und den schwedischen Grubengesellschaften über die Lieferung von Schwedenerz, das Ende Juni ablief, ist um vier Monate, bis Ende Oktober 1935, verlängert worden. Die Bedingungen sind dieselben geblieben. Der bisherige Leiter der Abteilung für, Pirtschaftsz organisation und Energiewirtschaft im Reie und preußischen Wirtschaftsministerium, Ministerialoirertor Dr. Schalfejew, ist auf seinen Antrag aus dem Staatsdienst entlassen worden, um die Leitung, des. Vorstandes der Deutschen Continental=Gas=Geseuschaft in Dessau zu übernehmen. Gesellschaften berichten: pses=ehalshalsisen alik S. MAlosenl Mal- Vertcgeilchter d: Fast erzinglichen men.„Steigende Gesdeingänge.„ehgg Markitigne gors#pt sierzu itlich vernachläsigt drie 334 000 Marh.,„„Magheburger Lebens=Berscherungscsfleng schaft„Alte Magbeburger“ von 1855: Versicherungsbestand ten. Bevorzugt waren Mannesmann, die wannen, und Buderus, die 1½ Prozent Veränderungen ergaben sich gegen den Vortsgg,#c#p1g; Reichsanleibe Altbesitz plus ½ Prozent, Fagsch mhung Prozent, Krupp minus ¼ Prozent, Pthl Prozent, Ver. Stahl plus ½ Prozent., Akiien: Bi. Erdöl plus 3/8 Prozent, Feldmühle minus 1 Prozent, Guilleaume plus 3/ Prozent, Muag plus 5/ Prozent, RWE. plus ¼ Prozent, Schuckert plus ¼ Prozent, Siemens minus ½ Prozent, Westd. Kaufhof plus ½ Prozent. Montan aktien: Buderus plus 1½ Prozent, Harpener minus ½ Prozent, Hoesch minus ¾/8 Prozent, Klöckner plus ⅝ P) plus 1¼ Prozent, Rhein. Braunkohlen minus 1 Prozent, Rheinstahl plus 5/ Prozent, Ver. Stahl plus 1 Prozent, Dahlvusch plus 5/ Prozent. Von Kaliaktien gewannen Aschersleben ½/8 Prozent, Salzdetfurth 1 Prozent, während Westeregeln ¼ Prozent und Wintershall ¾ Prozent verloren. Am Einheitsmarkt gewannen Bösperde Walz 2 Prozent, Hallesche Salz 1½ Prozent, SchießDefries 1 Prozent; dagegen gaben Dortmunder Ritter ½ Prozent nach. Bankaktien lagen sehr ruhig. Commerzbank plus ¼ Prozent, Deutsche Bank und Dresdner ½ schwächer, Rhein.=Westf. Boden gleichfalls ½ Prozent niedriger. Am Kuxenmarkt war das Geschäft sehr lebhaft. Von Koblenkuren wurden Carolus Magnus 150 RM. höher bezahlt. Deutschland gewannen bei mehrfachen Umsätzen zirka 15 RM., Cwald waren zirka 150 RM. höher im Handel. Diergardt konnten bei einigen Umsätzen 125 RM. anzieben. Von schweren Werten waren König Ludwig zirka 200 RM. höher gesucht. Langenbrahm wurden bei einem Umsatz zirka 450 RM. höber aus dem Markt genommen. Braunkoblenkure ohne Umsatz. Von Kaliku zielten Beienrode Umsätze auf gestriger Basts. Wintershall setzten ihre Kurssteigerung bei größerer Nachfrage um 200 RM. fort. Burbach waren bei einem Umsatz zirka 300 RM. und Erichssegen zirka 100 RM. höher. Von elsässischen Werten waren Reichsland zirka 25 RM. höher im Handel. Freiverkehrsaktien: Bergbau Lotbringen plus ½ Prozent, Lothringen Genußscheine plus 1 Prozent, Elsä Zement plus 1 Prozent, Westf. Kupfer plus 1½ Prozent. Zu letzten Preisen wechselten Burbach, Dyckerhoff=Wicking und Humboldt=Deutzmotoren ihre Besitzer. Dolerit Basalt dagegen verloren 1 Prozent. Die Börse schloß in freundlicher Haltung.(Mitgeteilt vom Bankgeschäft Wilhelm Schwarz, Bochum.) Berliner Börse Weiter freundlich. Die Börse eröffnete noch ruhiger als an den letzten Tagen. Indessen war die Grundstimmung weiter freundlich, ben. Mehrfache Erorterungen dieses Sachverhaltes Die Trrursinefrage in Gulersernderrehr Konzessionsverfahren nach dem neuen Gesetz Das Konzesstenereifahlu. nach dem neuen Gesetz Das Konzessionsverfahren nach dem Gesetz über den Güterfernverkehr mit Kraftfahrzeugen sieht als zuständige Stelle die örtliche höhere Verwaltungsbehörde vor, das heißt in Preußen den Regierungspräsidemen. Die t erteist wird, gilt fü Genehmigung, die auf Zeit erteilt wird, gilt für das Unternehmen als solches sowie für Zahl, Art und Beschaffenheit seiner Kraftfahrzeuge. Für die Erteilung der Genehmigung ist maßgebend die Zuverlässigkeit des Unternehmers sowie die Gewährleistung der Sicherheit und Leistungsfähigkeit des Betriebes. Entscheidendes Gewicht bei der Konzessionierung erlangt vor allem die auch in die Begründung zum Gesetz aufgenommene Bestimmung, daß die Genehmigung nur erteilt werden darf, wenn ein volkswirtschaftliches Bedürfnis für Vermehrung des Laderaumes vorliegt. Bei der Entscheidung über diese Frage im Genehmigungsverfahren wird das Urteil des Reichs=Kraftwagen=Betriebsverbandes größtes Gewicht erlangen und der Verband bei der Bejahung oder Verneinung des Bedürfnisses praktisch die Verantwortung zu übernehmen haben. Im Hinblick auf die Tatsache, daß der Bewerber nach Erteilung der Konzession kein anderes Gewerbe betreiben darf, wird somit von der Regelung der Bedürfnisfrage die Lebensfähigkeit der Ferngüterverkehrsbetriebe sowohl, im einzelnen als auch im allgemeinen abhängen. Es kann wohl mit Recht gesagt werden, daß der Verband anfangs die Neigung aufweisen wird, über den Rahmen der bisyer erteilten Genehmigungen keine weiteren zu befürworten. Derjenige, der die Neuregelung des Guterfernverkehrs im Zusammenhang mit der Motorisierung sieht, müßte eine derartige Einstellung bedauern. Nun wird für die Motorisierung eine Erweiterung des Güterfernverkehrs aber niemals so entscheidend sein können wie häufig angenommen wird, sondern diese wird von einer Erweiterung des Nah= und Werkverkehrs wesentlich abhängen. Die Bedürfnisfrage wird auch erst endgültig beurteilt werden können, wenn über die neuen Tarifbestimmungen Näheres bekannt ist, da von der Tarifgestaltung die Vermehrung des Angebots von Gütern für den Straßenverkehr im wesentlichen abhänEine durchaus im Interesse des Gesamtverkehrs zu verstehende Beschränkung des Kreises der Ferngüterverkehrsunternehmer auf ein wirtschaftlich tragbares Maß darf nicht verhindern, daß der grundsätzlich im Gesetz verankerte Leistungswettbewerb auch auf der Straße selber sich auswirken kann. Da die Reichsbahn mit ihrem Kraftwagenverkehr nicht dem Genehmigungsverfahren unterliegt, anderseits sich aber auch im Umfang ihres Güterfernverkehrs der Ausnutzbarkeit des allgemeinen Laderaums für Kraftfahrzeuge anpassen, muß, ist im Gesetz vorgesehen, daß der Reichsverkehrsminister ihr Beschränkungen auferlegen kann. Auch hier muß aber der Grundsatz vom Leistungswettbewerb den entscheidenden Ausschlag geben. gen. Indessen war die Grundstimmung weiter freundlic wenn auch einzelne Märkte Rückgänge zeigten. So eröffneten Harpen 1 Prozent niedriger. Die Rentabilitätsaussichten der Aktie werden von der Börse verschieden beurteilt. Nach wie vor besonders fest lagen Elektropapiere. Die Rentenmärkte verkehrten gut gehalten. Reichsanleiben im allgemeinen behauptet. Stadtanleihen teilweise leicht befestigt. Pfandbriefe hatten Veränderungen bis ¼ Prozent. Kommunalobligationen gewannen bis ¼ Prozent. Landschaftspfandbriefe wiesen ebenfalls Besserungen bis ¼ Prozent auf. Der Kassamarkt lag wenig verändert. Die Tendenz der Börse im Verlauf war leicht schwankend, ohne besondere Veränderungen. Der Schluß war geschäftslos bei ziemlich fester Tendenz. Tagesgeld 3¼ bis 3½ Prozent. Dollar.482(Vortag.474), Pfund 12,27½(Vortag 12.22). Rhein=Mainische Abendbörse in Frankfurt Freundliche Grundstimmung. Die Abendbörse zeigte eine freundliche Grundstimmung, und am Aktienmarkt war die Umsatztätigkeit in einigen Spezialpavieren etwas lebhafter. Im allgemeinen bewegte sich das Geschäft aber, entsprechend dem nur geringen Auftragseingang, in ruhigen Bahnen. Nominell waren die Berliner Schlußkurse zumeist gut gehalten. Renten weiterhin still und unverändert. Die Auslandsbörsen Newyork: Geschlossen. London: Schwächer. Amsterdam: Behauptet. Paris: Schwächer. Getreidegrotmarkt zu Berlin Amtl. Preise. Getreide und Oelsaaten per 1000 kg. sonst per 100 ka Brüssel: Widerstandsfähig. Zürich: Gehalten. Mailand: Abgeschwächt. Wien: Lustlos. Weizen märk. Roggen märk. ndustriegerste Hafer märk. Weizenm. Auszm. (.820 Asche) 22.00 22.00 23.-26.023.-26.0 11.-12.0 11.-12.0 Rh.-Westf. Börse, Düsseldorf, 4. Juli sgeaut on lsbem Seshnort, dantgerehaet Bochum, Bongardstraße 14 Perdautense Eggerungeg,g.. 4714. f. 16.14 ... Ou Antand Schlus, Kassal8 Aitbesitz..— 6% Hoesch RM.— 60. Div. Anfang Schlus Kassa Schlus 112.75s113 99112.18 303 an 102 90 403 28 3. 7. Schlag 49 9% Krupp RM.— 6% Mittelstahl— 6% Ver. St. RM.— Buderus Dahlbusch St. Otsch. Atlant. Otsch. Erdöl D. Reichsbahn .6. Farbenind. Feldmühle Felten& Guille Goldschmidt Harpen Hoesch-Köln Kall-Ascherel. 103.00 103.00 103.25 103.00103.00 101 87/102.00 107.25107.00 104.87 4 112.00 111.75 7/123.50123.50 151.87/132.62 11os S2 1 98 S2 8 50 5V 106.75 106.75/106.87 113.50 113.75s113.32 115.00 0/106.75 107.00 107.90 106.75 127.62—.—27.00 —.— 103.00 102.00 104 00 116.75 111.50 123.50 151.25 120.25 106.50 112.87 102.00 103.25 101.87 106.00 112.00 123.50 151.75 Klöckner-W. 29 100.37—.—100.621 Mangesmann 0l 88.63 90.00 90.00 Masch. Untern. 0 75.00 75.50 75.62 Reichsbank 12189.87/190.00190.00 Rhein, Braunk. 12 228.87/227.59 227. 50 Rhein, Stahlu. 38 113.87 113.80 43 35 Bh..- Clek. 6/133001132.7 8/16660 Salzdetturh 74 187.99/33-00 4 85 59 Schuckert& C. Siemens& al. Gebr. Stollw. Ver. Stahlw. Westd. Kaufh. Westeregeln Wintershall 5 Zellst.Waldhof— 4 123.00s123.00123.00 7/179.50—.—179.25 4—.——.— 96.62 0 84.25 85.12 84.25 9.38.59 36.62 36.50 5 124.50—. 102.50 101.75102.00 Kuxe Steinkohlen 4. 7. 1 S. 7. 61S 161 5 CerolusM. 3600 3900 3500 3700 Seignrode Wiche 117559— 10500 Const..6 6700 Deutschl. 430 Ewald 4950 Schwerin[3650: Heinrich 8100 7100 6650 7000 460 415 52004850 3900 3600 85008150 Vesta Bernhareth. 1350 Kall .745 Burbach 445 leu-Staßt.— 5100-egtr.lu. /3950 Sro-intersh. 8000 8575 7850 — 1350 765 720 3250/3550 3300 Kalikuxe 4. 7. Industrieaktien Div. Balcke Masch.— Berg. G. Dahl.V.— Bonner Bg. u. H. 60 Sösp. Walzw. 5 Braunk Zuk.] 6 Bruckd.-Nietl., 0 Burbach Kal. 46 0 Dortm.Ritterbr. 0 89.28 üss. Hoef.-Br. 4 75.25,Düss. Masch. 8 0 „Oynamit.Nod..5 Eschw. Berg. V. 14 113.00 Blas- u. So. S. 6 131.75 6luckauf- B. 40 7. 5 „Gebr. Goedh.A6 4V 123.00 Hallesche Salz. 22 Wochtiet 46. Kabelw. Rheydt 84.25 ali-Chemie 36 62) Mülheim. Berg. —.—8hein. Metall 102.50 Rhein, Spiegel Roddergr. Brnk. Sachtl. 46. Bgd. Schieß-Oefries Schleg. Scharp. 3. 7. Naggonf. Uerd. Colonia,.-.K. Colonia Rückv. —. Sladb. Feuerv. 108.0104. öln. Hagelv. 106.0— Köia Lioyd A. Köln, Röckv. gr. v. Kl. 4. 7. 3. 7. 106.01060 235.0 235.0 675.0 6750 8 98.0 98.0 — 253.0s253.0 — 127.0s127.0 — 85.0 85.0 40 91.5 92.5 — 57.774 80.5 81.1/51. 4 94.6 94.5 6 1/113.5112.0 6—. 113.5 12 178.7176.0 5 128.7 13 105 Köln. Rückv. Rentenwerte 5 Rhw..-Cr. Ghye.; 6 Pfd. S. 4. 6. 12. 10 4to. dto..1 5½ dto. dto. S. 11 # dto. Gold.-Kom 1928.1927 S.—6 ½ Wd. Bod. Gpfd. 6 dto. Em. 3, 9/12, 14 Freiverkehre-Aktien 4. 7. 3. 7. .691 —. 72.5—. 125 111.0115.01100114 —. 95.0 99.0 68.0—. 70.0 hhums.on 92.5 95.0 92.5 94 5 82.3sothrin. 80.5 82.5 80.0 82.0 Kothr,., 64. g. 66.0. 62.5 65.0 850 102.0 102.2 —— 95.5 95.5 Aeschese e e Commerz- und Privat-Bank.Fillale Bochum Reichsbankdiskont 4% Lombardzinstuß 5% Einheitskurse Industriewerte f. 7. Ekkumulatoren Aku A. E. 6. Anhalter Kohle Aschaff. Zellst. adler K. eisa C. Soech. h Hann. K. Braunschw. 5000,5300 5000 7a#Eingkeit[3900 4200 3000 ##Erichsse 9 2750/2900 2700 2175/2375/2200 22002350 2200 6(Wasserw. Geis..501—. 5204 Bankaktien 2950Zerlin. Hand. 6. 24 480 0 9—. 0 83 1 5 107.5/—. Kothr. 6. 64.0 66.0 62.5 4 106.0/106 Odansf. 117.0119.0116 S118 0 3. 7. 12/175.2175.2 0 66.9 65.6 0 47.1 47.7 4 94.7 94.0 9 9 9. 0 8 9. 0 0 12.0 12.0 6/125.5125.7 119.5119.5 6118 7117.5 0 98.5100.0 5124 7122.7 Oittmann Neuh. 0 49. Otmd. Akt.-Brau. 10 165.0 „ Union-Brau 12197. Dörener Metall 6#— Oyckersh. Widm. 3117. eiektr. Lieferg. S118. L„ Lichtu. Kr. 69134. Engelh. Brauere Enzinger Union 4102. 6/104. .e 49.7 .0162.7 7197.5 R 5118.2 .0134.0 .5103. .0103. 145 1 7100 Preiverkehr 4000 27 7200 4300 4000 310 7600 7300 2400/26002350— 2350/8om.- u. Pr.-B. 2354/9-Bank u..-G. 4300resdner Gank — Rh. W. Bd. Cr. B. 1600 Vestd. B.-4. Versicherungsaktien 113.8— 92.0 91.7 93.0 93.5 93.0 93.50 118.5/119.0 Masch. Kr 51.0 urh. Berg—. Bn. Linet.)—. vt. Dinn. 79.0 eis. Hott.— Dyck. wie 40.0 50.0 710 6 Bayr. Motoren Bemberg Berger Julius Bergmann El. Gerl. Karler., Ing., 8340 8 0 6 Kr. u. Licht 10140 S 140.6 Maschinenb. 5/121.7/121.0 Buderus 4107.0106.0 naimler Benz 9 Otsch. Atlant. 107.8 107.8 103.6 103.2— 107.|107.0 Conti 6as Kabel Linoleum Steinzeug Tel. u. Kab. Eisenhand. 142.7 6123.8 6165.0 9—. Habigh Heimbold. sschsahog Mariagl. 339 35903250 zzch.=Asgeh F 70— auds esolosgssnosoy vvsu. s. 4 J11 3, J. Bur. /300 280z30 Zt3tsen-Ausen. 1342)—— Braunkohlen 6 j 8 16 1 8 Neusollst.(2200 2350 2200 2350Aach. Rückvers 14.4/227 02280 Sorgfälige Auslührung aller banhmädlgen Geschöle Deutsche Bank u. 69.0—. 905 700 39.5 41.5 Steuergutscheine f. 7. 3. 7. ällig ab 1. 4. 1994. 103.8/103.8 I. 4. 1933 I. 4. 1993 I..1997 I. 4. 193 phafl. Wasser 54/112. E Chem. Geisenk. 42 97. Conti Gummi 8/160 .6112.7 .3 96.7 .0160.0 .1 95.7 Isch. Baumwolle 7/115..—. .7141.8 .8 123.2 .0168.0 123.0 127.0 .0 99.50 Feinjute gebhardt& Co. U German. Cem. Ges. f. el. Untern. Gildemeister Gladb. Wolle Gruschw. Textil Guanowerke u Gseg Nageda Hamd, Elett. Hilpert Masch. Hindr.-Aufferm. Hoftmann Stärke Hohenlohewerke Hotzmann Ph. Hotelbetr.-Ges. 1 Sernbes Jise Genuß ösenbeck Brau. Junghans Gebr. 6/108.0107.5 6133.01358 94.5 93.0 6/129.8130. 6132 0s132. 10—.— 65/119.9/118. 6 94.5 94. 0/118.0118. 108.0107 8140|139. 0 61.2 61. 3116.0 89— 56.2 0 93.5 .— 6/161.0161.5 6/130.7130.8 0l 90.8 91.9 Yokswerke Kölner Gas Krettt W. Kromschroeder Kronprinz Metall Küppersbusch ahmeyer I Laurahötte Leopoldsgruben Lindes Eis Lingnengerke Lorenz C. ezimht. Hötte Miag Mimosa Mölheimer Berg. Arenst.& Koppel I Sonaher Kupfer 7132.8/132.2 0 24.9 24.0 0 91.4 91.0 7/130.0131.5 8 140.|139.0 0—. 8/175.5175.0 92.0 90.0 12/146.5/146 90.7 91.2 F Ponas& Zahn 10—. 173.0 Funge Pbsig. El. Werte Rhein.-W. Kalk Riebeck Montan Rütgerswerke „Isschsenwert 5/139.|136. Union chem. er. Otsch. Nickel Ver. Glanzst. Ver. Ultramarin Vogel Draht M Wanch ndererw. Warsteiner Grub. Westfalis Draht Wickdler Brau. 6/125.1 .2196.1 1121.3 125.0 109.0 121.6 Sarotti Schlege Schles. Berg. u. 2. Berg. Beuth. " Elekt. u. 6as Schub.& Saizer Schultheis-Patz. Siegersdorter W. Siemens Glas 7 95.8 0/106.0 5— 0—. 4 89.8 8/145.0 10150.0 4/114.7 0 86.0 4/101.2 101. 130.|130.0 49.5—. 116.5/115.7 101.5/1005 6 132.7/132.7 185.0 145.9 7 144.9146.0 612371 0 89.0 88.0 8 144.0144.0 75.7 75.7 S—.—. 61—. Verkehrewerte A. 6. für Verkehr Boch. Gelsenk. Hamb. Amer. Pak. Hamb. Südamer Norod. Lioye 89. 89.2 —. 35.4 35.0 33.0 33.0 0 38.6 38.0 16 Möhlh.-Ruhr Anl 6 Ruhwerbd. Anl. 36 ##Pr. Ldpf. A. Pfd. 4# Ldbk. Westf. Pfd. #Ldbk. Westf. Kom. #0t. Komm. Goldanl. 4WWestf. ldsch. Pfd. 440f. Hyp. B. Blp. Pfd. 4# Pr Centr. bod. Pfd. #Pr Pfdbr. Bk. Pfd. 4# Basalt Obl. s Concord. Berg Obl. 6 Daimler Benz Obl. 6 Klöcknerw. Obl. 5 Mont Cenis Obl. 6 Rheinstahl Obl. 44 Ver. Stahl 60 45 Ver. Stahl 47/81 5 Ver. Stah 6 Siem. u. H. Obl. 5 Farbenbonds Umsch. Anleihe Rentenwerte Ot. R. Schatz. 30 4 Ot. R. Anleihe 44 5t O. R. vounganl. 16 Reichsbahn Sch. Westfalen Altbesitz s Bochum Anl. 6 Duisburg. Anl. 6 Düsseld. Anl. 6 Elberfeld. Anl. 16 Essen Anl. 96.21 98.2 97.4 97.2 103.9 100.211003 113.7/113.7 92.2/91.5 69.2 99.0 92.2s 92.4 91.8— 90.6 90.7 R. Schuldb. F. 36 R. Schuldb. F. 38 R. Schuldb. F. 40 R. Schuldb. F. 42 R. Schuldb. F. 43/8 5 Essen Steink. 42 45 Harpener 49 5 Ver. Stah 45 R. W. E. 62/5 5 R. w. E. 50 % Ruhrchemie 43 45 Ruhrgas 53 45 Ruhrwasser 83 45 Ruhrwohng. 38 45 V. E. W. 52 90010 100.6 96.7 97.0 94.5 94.5 92.5 92.5 95.0 95.0 93.1 93.5 95.5 95.5 95.6 95 7 95.7 95.7 101.210 105.0105.0 101.7101 102.1102.6 102.1— 91.8 93.1 93.4 157.2155.5 3 15 4../4. 7. Geld Brief 100.7 99 2— 97.6— 96.7 97.6 96.5 97.6 99.01000 95.7 96.7 97.4 92.7 99.0 93.2 96.0 94.2 93 5 94.5 92.5 93.0 Westtalenbank.-G. Bochum Austünrung samtllener BankgesenA1te Fillale Bochum Wilhelmspiatz sa, Terbsser Seite 12 Nr. 155 7 Bochumer Anzeiger 7 Freitag, 5. Juli 1933 En Ein Geldbrief wartet auf Dich! Der Briefträger hat eine schöne Nachricht hinterlassen, ein Geldbrief wartet auf Sie! Wer eilt da nicht gern und läßt alles übrige warten, um das Geld in Empfang nehmen zu können. Jetzt ist nun aber das Unglaubliche eingetreten, viele Geldbriefe warten auf ihre Abnehmer! Und zwar scheinen sie zum Teil sogar vergeblich zu warten, da die Geldbriefempfänger nicht auf die Aufforderung des Briefträgers hören. Man hält es nicht für möglich, und dabei sind so viele unter uns, die zu den Tauben gehören. Tagtäglich begegnen wir auf der Straße unserem„Glücksbriefträger" und hören ihn Glücksbriefe anpreisen und scheinen doch taub auf diesen Glücksruf hin zu sein. Manch einer denkt zwar, ach, das sind wieder die Glücksmänner vom Winter, nur sind sie jetzt braun eingekleidet, aber weiter denkt er nicht... Und dabei steht nicht nur für ihn, sondern für seine Volksgenossen mit dem Kauf dieser Briefe ein sonderlich großes Glück bevor: Arbeitsbeschaffung für alle! Aber nicht nur ein edles Ziel verfolgt diese Briefabgabe, sie will auch Geld sofort aushändigen, d. h. natürlich von Fall zu Fall, wenn Fortuna sich in das Briefchen einschrieb. War sie besonders hold gesinnt, so malte sie die Zahl„Zehntausend Mark“. Und damit heimgehen zu können, ist doch gewiß keine kleine Freude! Und noch etwas, jedem Brief liegt ein Prämienschein bei, der bis zum 31. August aufgehoben werden muß, da an diesem Tage noch 400 Prämien im Gesamtbetrage von 210 000 Reichsmark ausgelost werden. Wer wird da noch diesen gewichtigen und inhaltsreichen Glücks=Geldbrief länger im Kasten des braunen Glücksmannes auf Abnahme warten lassen! Günstige Entwicklung des Wohnungsbaues in Südwestfalen Die Pressestelle der Regierung in Arnsberg teilt u. a. mit: Nach dem katastrophalen Rückgang der Wohnungsbautätigkeit im Jahre 1932 setzte im Jahre 1933, dem Jahr der nationalsozialistischen Erhebung, eine wesentliche Aufwärtsentwicklung und Besserung der Lage auf dem Baumarkt ein. Diese günstige Entwicklung ist auch im Jahre 1934 nicht zum Stillstand gekommen, sondern hat in Auswirkung des wirtschaftlichen Aufbauprogramms des Nationalsozialismus eine beachtliche Steigerung erfahren. Nach dem nunmehr vorliegenden Bericht des Preußischen Statistischen Landesamtes war im Jahre 1934 ein Zugang an Wohngebäuden von 3111 und an Wohnungen von 4888 zu verzeichnen, gegen 2535 Wohngebäude und 8741 Wohnungen im Jahre 1933 und 1615 Wohngebäude und 3033 Wohnungen im Jahre 1932. Es ist zu erwarten, daß auch in diesem Jahre und in den nächsten Jahren der Zugang an Wohnungen und Wohngebäuden weiter anhalten wird, um so Schritt zu halten mit der allgemeinen Gesundung und Aufwärtsentwicklung der deutschen Wirtschaft im nationalsozialistischen Staat. einherschreitenden Seeurlauber. Die Vergänglichkeit der Geschlechter beweisen hochragende Hünengräber auf der geschichtlichen Insel Föhr. Gleich der altgermanischen Zeugen, hat auch die dortige Küstenbevölkerung noch nicht mit der älteren Vergangenheit gebrochen. Noch werden Handweberei und Goldschmiedekunst in den mit Stroh und Seemoos bedeckten flachen Fischerhäusern, die zwischen den typischen friesischen Windmühlen hervorlugen, betrieben Wenn Industriebewohner in den Urlaub fahren, so wählen sie, die Praxis beweist es, zwischen See und Bergen. Weit glücklicher aber sind die, die ihren Urlaub in den weichen Dünen einer sonnenbeschienenen Meeresbrandung verbrachten. Die nächsten siebzehn Fahrten der NS.=Gemeinschaft Kraft durch Freude" sind bereits ausverkauft. Wer im Monat Juli noch nicht sein Reiseziel festgelegt hat und als„Kraft=durch=Freude=Urlauber teilnahmeberechtigt ist, dem winkt noch die Gelegenheit, durch einen schnellen Entschluß sich selbst in den Kreis der Amrumfahrer vom 19. bis 26. Juli für den niedrigen Fahrpreis von 40,60 Reichsmark, der Fahrt, Verpflegung und Unterkunft einschließt, einzureihen. Jedes Kreisamt, jeder Orts= und Betriebswart der NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“ des Gaues Westfalen=Süd gibt höfliche Auskunft und nimmt noch einige Tage Anmeldungen entgegen. Wer Urlaub hat, kommt mit nach Amrum! F. Ba—r. Der Führerschein wird entzogen, wenn ein Kraftfahrer angetrunken ist! Bekanntlich ist einem angetrunkenen Kraftfahrer der Führerschein zu entziehen. Der Fahrer darf oft dauernd oder jahrelang kein Kraftfahrzeug mehr führen. Ein solches Verbot bringt für den Betroffenen und seine Familie in der Regel die schwersten wirtschaftlichen Nachteile. Es ist aber nutzlos, auf diese Folgen später— also nach Entziehung der Fahrerlaubnis— hinzuweisen, weil Rücksichtnahmen auf die wirtschaftliche Lage im Hinblick auf das überwiegende öffentliche Interesse an ausreichender Sicherheit des Verkehrs bei der Entscheidung über die Entziehung des Führerscheines auszuscheiden haben. Die von diesen Maßnahmen Betroffenen sollten sich vorher überlegen, welche Folgen durch den Alkoholgenuß eintreten. Deshalb kann allen Kraftfahrern nur dringend empfohlen werden, vor und während der Fahrt den Alkohol zu meiden. Wem wurde eine Geldbörse gestohlen? Am 2. Juli wurde einem anscheinend älteren Manne in Bochum aus der Rocktasche eine Geldbörse mit Inhalt entwendet. In der Geldbörse befanden sich außer dem Bargeld Gutscheine des Wohlfahrtsamtes der Stadt Dortmund und zwei Lichtbilder einer Photo=Waage vom Lindenhof Dortmund. Der Geschädigte kann gegen Ausweis die gestohlenen Sachen auf dem Polizeipräsidium in Bochum, Uhlandstraße 35, Zimmer 246, in der Zeit von 8 bis 13 Uhr, in Empfang nehmen. Radfahrer schwer gestürzt. Der kaufmännische Angestellte Willi M. von der Herner Straße durchfuhr die Castroper Straße mit seinem Fahrrad. Infolge Reifenschadens kam er plötzlich zu Fall und zog sich schwere Verletzungen zu. Im Krankenhaus, wohin man ihn gebracht hatte, stellten die Aerzte einen Darmriß und andere Verwundungen fest. M. mußte sich sofort einer Operation unterziehen. Sommergedanken auf Amrum und Zohl Eine Ferienfahrt mit„Kraft durch Freude". Ferien! Wer möchte bei diesem Wort nicht die Arme weit von sich strecken und lachend die Welt umfassen. Wir eilen hinauf auf Bergeshöhen und singen den Himmel an, wir stürmen zu der Brandung des Meeres und atmen die unendliche Weite. Alles dehnt sich in uns, alles will neu erstehen in uns, das ist die Wiedergeburt des eigenen Ich. Wir Menschen sind oft kleinliche Gestalten im Alltag. Jeder Aerger, jeder Verdruß, und sei er noch so nebensächlich, nimmt uns gleich für Tage Stimmung und Lebensfreude. Aber einmal weichen alle Grillen, da leben wir wieder auf, da besinnen wir uns auf uns selbst, und lachend schreiten wir in den Tag hinaus— sei's auch ein Regentag. Und diese Stimmung herrscht im Urlaub vor. Wenn wir junge Menschen hinaus zum Meer wandern sehen und weit in der Ferne die sinkende Sonne ihre letzten goldenen Strahlen über die schimmernde Fläche sendet, dann begreifen wir die Menschen, die weltvergessen in den Abend hineinträumen, sorglos und gedankenlos. Ferienmenschen! Das muß einmal sein! Jede Maschine braucht eine Ruhepause, wenn der Kolben mit neuer Schwungkraft seine Tätigkeit ausführen soll. Jeder Mensch braucht einmal„seine Ferien“, wenn der Geist in neuer Frische die Aufgaben des Alltags lösen soll. Wo aber findet Körper und Geist in vollendeter Gleichheit die Ruhe, die Erholung besser, als in den windgeschützten Dünenhängen einer nordfriesischen Seelandschaft. Weit ragt die malerische Frieseninsel Amrum in die tobende Nordsee hinein, und doch verhallt das Meeresrauschen bei den gefühlsmäßigen Akkorden einer stimmungsvollen Kurkapelle. In klaren Nächten leuchten die Feuer vom Amrumbank=Feuerschiff und von Helgoland auf. Ein seltsames Meeresleuchten bannt den Blick der friedlich aus 2st Toerschiesten in Bocham za East bei der Frauen=Ortsgruppe des Vereins für das Deutschtum im Ausland Geschichtstafel 5. Juli 1735 wurde der Historiker August Ludwig v. Schlöze: in Gagastadt bhei Kirchberg a. d. Jagst geboren(gestorben 1809).— 1853 wurde der englische Kolonialpolitiker Cecil Rhodes in Bishoy Stortford, Hertfordshire, geboren(gestorben 1902). 1837 brach der neue König von Hannover Ernst August, der als Oheim der nach dem salischen Gesetz dort ausgeschlossenen Königin Viktoria von England den Thron bestieg, als Tory sofort die 1833 verkündete liberale Verfassung. Die darauf vereidigten und deshalb gegen ihre Beseitigung protestierenden sieben Göttinger Professoren Dahlmann, Jakob und Wilhelm Grimm, Gervinus, Albrecht, Ewald, Weber wurden sofort entlassen und binnen drei Tagen über die kurbessische Grenze nach Witzenhausen abgeschoben. 1884 wurde Togo, die zuerst ertragreich gewordene deutsche Kolonie in Afrika, vom kaiserlichen Kommissar Gustav Nachtigal, dem berühmten Afrikareisenden, durch Hissen der deutschen Flagge unter Reichsschutz gestellt. und ebenso eine Woche später, am 14. Juli. auch Kamerun. „B..“-Aufnahmen Das Bild zeigt die Gruppe deutscher Jungen und Mädel aus dem polnischen Ost=Oberschlesiengebiet vor dem Stadttheater. Im Vordergrunde die Führerinnen der VTA.=Frauengruppe Bochum, Frau Niederstein und Frau Pfisterer, die Betreuerinnen der Gruppe. In dieser Woche weilte eine Gruppe deutscher Jungen und Mädel aus dem fernen Ost=Oberschlesien bei der VDA.=Gruppe Frauen, Bochum=Mitte, zu Gaste. Die Gruppe, bestehend aus 20 Mädeln und vier Jungen, besichtigte am vergangenen Sonntag das Rathaus und wurde im Sitzungssaal namens des Herrn Oberbürger= meisters und von der örtlichen VDA.=Leitung willkommen geheißen. Donnerstag um 16 Uhr verließ die Studiengruppe Bochum wieder. Der Abschied wurde Gästen und Gastgebern schwer. Viel Schönes ist der auslanddeutschen Jugend geboten worden. Sie war begeistert von der großen Sportschau am Sonntag nachmittag und von den freundlichen, aufmunternden Worten, die Regierungsvizepräsident Dellenbusch(Arnsberg) bei dieser Gelegenheit an sie richtete. Der Besuch der Schlegelbrauerei am Montag vermittelte einen Eindruck von den mustergültigen Anlagen dieses gewaltigen Werkes und seiner Wohlfahrtseinrichtungen. Auf dem schönen Dachgarten durfte sich die Jugend von den Anstrengungen der Besichtigung erholen und wurde aufs freundlichste bewirtet. Wer das hübsche Lustspiel„Krieg im Frieden“ gesehen hat, wird es verstehen, daß die Ost=Oberschlesier, die als Gäste der Stadt der Aufführung beiwohnten, restlos begeistert waren. Ein Stück unseres schönen Heimatlandes lernten die Mädel und Buben auf der Fahrt nach Kappenberg kennen. Am Mittwoch abend nahmen die Mädel an dem Heimabend des B2M. in der Jakobstraße teil. Eine Wanderung auf die Höhen des Ruhrtals bildete am Donnerstag den Abschluß des Bochumer Aufenthalts. Möchten die Eindrücke, die diese jungen Volksgenossen hier im Reich empfangen, ihnen helfen, daß sie nach ihrer Heimkehr mit neuem Mut und festem Glauben an Deutschland allzeit für ihr Volkstum eintreten! Kiente Aeibungen aus den=Sladnenen Stadtteil Stiepel Theaterverein„Preciosa“. Am Sonntag hielt der Verein im Vereinslokal Frische seine Monatsversammlung ab. Vereinsführer Brinkmann begrüßte die erschienenen Mitglieder und eröffnete die Versammlung. Wie in den vergangenen Jahren, soll auch in diesem Jahre ein Ausfluc unternommen werden, und zwar am 14. Juli. Der Weg soll nach Hattingen führen, wo man auf dem Isenberg dem historischen Schauspiel auf der Freilichtbühne beiwohnen will. Im September soll mit einer größeren Theateraufführung die Spielzeit wieder beginnen. Stadtteil Weitmar Bochumer Bürgerschützenverein, 1. Kompagnie,„Zug Engelsburg". Zu der letzten Monatsversammlung im Vereinsheim Floren war mehr als die Hälfte der Mitglieder erschienen. Vereinsleiter Bornkessel gab Bericht über stattgefundene Kompagnie= sowie Bataillonssitzungen. Am 4. August wird an der Jubilarfeier des Lüdenscheider Schützenvereins teilgenommen. Wie beabsichtigt, fand am Sonntag, 30. Juni, der geplante Familienausflug zum Schützenbruder G. Kleine in Eppendorf statt. Für gute Unterhaltung der Kinder und Frauen war gesorgt. Die Schützen verbrachten die Zeit mit Bolzenschießen. Dem Ausflug war gutes Wetter und ein schöner Werbeerfolg beschieden. Stadtteil Laer Ausflug der Evangelischen Frauenhilfe. Die Frauenhilfe der evangelischen Kirchengemeinde Laer=Uemmingen unternahm am Dienstag ihren diesjährigen Sommerausflug nach Niederelfringhausen. Nach Besichtigung der Bleiwerke fand ein gemeinsames Kaffeetrinken statt. Im Anschluß hieran hatten die Teilrehmerinnen Gelegenheit, die schöne Umgebung von Niederelfringhausen zu besichtigen. Stadtteil Harpen Evangelische Kirchengemeinde, Missionstag. Sonntag vormittag.30 Uhr fand im Hauptgottesdienst in Harpen ein Missionsfestgottesdienst statt, der einen sehr guten Besuch aufzuweisen hatte. Missionar Lind aus Gelsenkirchen vom Barmer Missionshaus, der vom Jahre 1913 bis 1931 in Südwestafrika tätig gewesen war, hielt eine Missionspredigt. Der Evangelische Frauenchor unter der Leitung von Cremer sen., und der Posaunenchor der Evangelischen Kirchengemeinde unter der Führung seines Leiters Fr. Schiefelbusch trugen zur Hebung der feierlichen Stunden bei. Stadtteil Hiltrop Instandsetzungsarbeiten. Im Verlauf der Straßenausbesserungen im Stadtteil Hiltrop wird nunmehr auch die Straße„Im Dorf Hiltrop“ grundlich überholt. Sie hat an beiden Seiten eine gepflasterte Straßenrinne erhalten. Stadtteil Gertbe Unfall beim Spiel. Mittwoch abend gegen 6 Uhr vergnugten sich mehrere Kinder auf dem Hofe des Hauses Lothringer Straße 26 mit Radfahren. Hierbei kam der siebenjährige Sohn Karl der Eheleute Bi. derart unglücklich zu Fall, daß er einen linksseitigen doppelten Oberarmbruch davontrug und dem Katholischen Krankenhaus in Gerthe zugeführt werden mußte. Stadtteil Riemke Neue Kleingärten. Am Osterbach in Riemke entsteht eine Reihe neuer Kleingärten. Das Land ist bereits zum größten Teile beackert. Einige Wochenendhäuschen sind bereits im Rohbau fertig. Es werde Licht! An der Herner Straße in der Nähe des Löbkerringes ist man seit einigen Tagen mit dem Aufstellen von Straßenlaternen beschäftigt.— Auf der Thyssenstraße und der Tippelsberger Straße werden neue Gasanschlüsse gelegt. Stadtteil Hordel Von einem Auto angefahren. Der Berginvalide Emil K. aus Hordel weilte Mittwoch zu Besuch bei seinen Kindern in Recklinghausen. Am Börsterweg wurde er beim Ueberschreiten der Straße von einem Auto angefahren und zur Seite geschleudert. Er erlitt eine Reihe Verletzungen. Stadtteil Hamme Hohes Alter. Die auf der Zechenstraße bei ihrer Tochter wohnhafte Witwe Klara Wilden feiert heute, Freitag, in Frische ihren 70. Geburtstag. Benutzt den Radfahrweg! Der an der Dorstener Straße entlang führende Radfahrweg darf bekanntlich nur in Richtung Bochum befahren werden. Immer wieder gibt es aber Fahrer, die ihn auch in umgekehrter Richtung befahren. Die Polizei hat auf diese Verkehrssünder ein ganz besonderes Augenmerk. Unfall. Beim Abschrappen von frischen Kartoffeln rutschte der Ehefrau B. von der Gahlenschen Straße das Schälmesser aus und drang ihr tief in die Handfläche. Sie mußte arztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Stadtteil Hofftede=Marmelshagen Neuer Meister. Der Maurergeselle Hermann Kahler, Eickeler Straße, bestand mit gutem Erfolg vor der Handwerkskammer in Dortmund seine Meisterprüfung. 55 Jahre MGV.„Einigkeit“ Marmelshagen. Wie rde, veranstaltet S“ MN bereits kurz berichtet wurde, veranstalter der##. „Einigkeit", Bochum=Marmelshagen aus Anlaß seines 55jährigen Bestehens am Samstag, 27. Juli, bei Bergmann ein großes Konzert und am folgenden Tage an der gleichen Stelle ein großes Freundschaftssingen, zu dem verschiedene Vereine aus Wanne=Eickel Wattenscheid und Bochum nebst Vororten ihre Mitwirkung bereits zugesagt haben. Wasserrohr geplatzt. Vor dem Hause Bleckstraße 5 platzte Donnerstag ein Wasserrohr. Die Reparaturarbeiten wurden sofort ausgeführt. Personalnachrichten Witwe Johanna Godehardt, geborene Kampert, Hattinger Straße 50, begeht heute ihren 71. Geburtstag. Fünf Kinder und fünf Enkel gratulieren. Der Gerichtsassessor Grote aus Wülfrath ist dem Polizeipräsidenten in Bochum zur probeweisen Beschäftigung überwiesen worden. Eberhard Clemen promovierte an der Universität Greifswald mit dem Prädikat„magna cum laude“ zum Dr. phil. Besichtigung und Kontrolle aller privaten Schlachthäuser, Metzgereien und Fleischgeschäfte Die Pressestelle der Regierung Arnsberg teilt mit: Der Regierungspräsident hat die Landräte und Oberbürgermeister des Bezirks in Anbetracht der in verschiedenen Orten zutage getretenen Mißstände in jüdischen Fleischereien ersucht, zur Beruhigung der Bevölkerung sofort eine außerplanmäßige, eingehende Besichtigung aller privaten Schlachthäuser, Metzgereien und übrigen Geschäfte, die frische Fleischwaren feilhalten, vornehmen zu lassen. Dabei sollen die Geschäfte nichtarischer Inhaber einer besonders genauen Kontrolle unterzogen werden. Die Besichtigungen werden von den amtlichen Organen vorgenommen. Aus der NSDAp. (Nach Bekanntmachungen der Partei.) Freitag, 5. Juli NS.=Frauenschaft Altenbochum. Letzte Pflichtversammlung vor den Ferien. Aufführung„Die deutsche Frau Elisabeth". Teilnahme ist für alle Mitglieder Pflicht. Gäste herzlich willRS.=Frauenschaft Hamme. 16 Uhr: Letzte Zusammenkunft vor den Ferien bei Heiermann. Um zahlreiches ErNS. Frauenschaft Hunscheidisfeld. 14 Uhr: Abjahrt zur „Fahrt ins Blaue“ von der Wirtschaft Wegener. NS.=Frauenschaft Hordel. 19 Uhr: Uhr: Heimabend. Erscheinen aller Mitglieder ist Pflicht. Besprechung über den Ausflug. Amt für Berufserziehung in der DAF. Vortrag über Elektrowärme. Im Rahmen der Vortragsreihen des Sommerplanes des Amtes für Berufserziehung in der DAF. Bochum findet am Mittwoch, 10. Juli, abends 8 Uhr, im großen Hörsaal der Bochumer Bergschule, Herner Straße 45, der zweite Teil des Elektrowärme=Vortrages statt, der bestimmt in der jetzigen Zeit, wo die Frage der Qualitätssteigerung der Erzeugung im Vordergrund steht, von besonderem Interesse sein dürfte. Dipl.=Ing. Michaelis(Düsseldorf), der seit Jahren das Gebiet der Anwendung und wirtschaftlichen Auswertung der Elektrowärme bearbeitet und als Spezialfachmann durch seine ersten Vorträge in weiten Kreisen bekannt geworden ist, spricht über das Thema:„Moderne Temperaturmessung und selbständige Temperaturregelung elektrischer Widerstandsöfen.“ Es wäre zu wünschen, daß weite Kreise der Berufskameraden zu diesem Vortrag erscheinen werden. Der Eintritt ist frei. Stellmacherkurse. Das Ortsberufserziehungsamt in der DAF. teilt mit, daß zu dem in den nächsten Tagen beginnenden Kursus für Stellmacher noch Anmeldungen entgegengenommen werden. Im Kursus werden behandelt:„Karosseriezeichnen und Karosseriebau." Es wäre zu wünschen, daß unsere Berufskameraden von dieser Möglichkeit, ihr Wissen und Können zu vergrößern, recht zahlreichen Gebrauch machen. Für Fremdsprachler bietet das Amt für Berufserziehung in der DAF. ebenfalls eine ausgezeichnete Schulungsmöglichkeit in dem English= Club. In diesem Arbeitskreis wird in Form von Vorträgen, Unterhaltungen, gemeinschaftlicher Lektüre und dergleichen mehr eine ausgezeichnete Vervollkommnung der englischen Sprachkenntnisse geboten. Es kann sich noch eine Reihe Berufskameraden daran beteiligen.— Nähere Auskunft erteilt das Ortsberufserziehungsamt der DAF. Bochum, Alleestraße 46. sowie der Leiter des Arbeitskreises Sprachlehrer Prosper Kirch, Bochum, Friederikastraße 40, Fernruf 65 432. Textilwerker auf wirtschaftskundlicher Fahrt. Die Deutsche Arbeitsfront, Amt für Berufserziehung, Gau Essen, Essen, Kronprinzenstraße 26, führt in der Zeit vom 12. bis 17. August eine Fahrt für Textilwerker durch, die u. a. die Orte Essen, Krefeld,.=Gladbach, Rheydt und Barmen berührt. Die Kosten betragen einschl. Fahrt, Unterkunft und Verpflegung 26 Reichsmark. RSG.„Kraft durch Freude“ Auf zur Ahr am 14. Wer wollte nicht dabei sein, wenn am 14. Juli die RSG. „Kraft durch Freude“ in das herrliche Gebiet des Ahrtales fahren wird, in das Naturparadies, wo rheinisches Frohleben mit dem Klingen der rotweingefüllten Gläser schwinat! Anmeldungen für diese Fahrt nehmen sämtliche Orts= und Betriebswarte der NSG.„Kraft durch Freude“ sowie das Kreisamt Bochum, Rottstraße 27, entgegen. Wir müssen hierzu noch mitteilen, daß diese Fahrt am 7. Juli vorgesehen war. Infolge des um diese Zeit stattfindenden Parteitages wird sie erst am 14. Juli steigen. Der Preis beträgt nur 4 RM. Sportamt der NSG.„Kraft durch Freude“ Kursusplan für Freitag, 5. Juli Fröhliche Gymnastik und Spiele nur für Kinder ab 6. Lebensjahr von 16.30 bis 18 Uhr, Uebungsraum der Gymnastikschule in der Kommunalbank. Fröhliche Gymnastik und Spiele nur für Frauen von 18 bis 20 Uhr, Uebungsraum der Gymnastikschule in der Kommunalbank, Schützenbahn. Fröhliche Gymnastik und Spiele nur für Frauen von 20 bis 22 Uhr, Uebungsraum der Gymnastikschule in der Kommunalbank, Schützenbahn. Fröhliche Gymnastik und Spiele nur für Frauen von 16.30 bis 18.30 Uhr. Turnhalle des Reform=Realgymnasiums, .=Dahlhausen. Amtmann=Falke=Straße. Fröhliche Gymnastik und Spiele nur für Frauen von 20 bis 22 Uhr, Turnhalle des Reform=Realgymnasiums,.= Dablhausen, Amtmann=Falke=Straße. Fröhliche Gymnastik und Spiele nur für Frauen von 20 bis 22 Uhr, Turnhalle der Goethe=Oberrealschule, Goethesrraße.„ Wn und eiumse uon 90 hie Kleinkaliberschießen für Frauen und Männer von 20 bis 22 Uhr, Schietzstand des Volkssportplatzes an der Castroper Straße. Kursusplan für Sonntag, 7. Juli Tennis für Frauen und Männer vormittags von 6 bis 7 Uhr, von 7 bis 8 Uhr, von 8 bis 9 Uhr, von 9 bis 10 Uhr, von 10 bis 11 Uhr. Gespielt wird aus Platz 7 im Rechener Busch. Reichssvortabzeichen für Frauen und Männer von 9 bis 11 Udr. Svortplas am Pappeldusch in Altenbochum. Seite 13 Nr. 155 7 Bochumer Anzeiger 7 Freitag, 5. Juli 1935 Acht Zähle Bachthaus sar einen=Ganemmert 9 Mär= erschien nachts auf tal fahren wollte, zusammen.„Beide Wagen wurden und Duisburg, 4. Juli. Am b. Mraig ersuyerv,: Mäisheln der Weseler Polizeiwache der 50 Jahre alte, Ohm und erklärte:„Ich habe meine Beom, egscelgegl Als Kriminalbeamte in die Wohnung den sie die furchtbare Selbstbezichtigung bestätigt. Fr Ohm lag mit zertrümmertem Schädel vor dem Schreibtisch tot am Boden.— In der Verhandlung vor dem Duisburger Schwurgericht wurde das Bild einer zerrütteten Ehe entrolt. Oppather schon eP, mit wpieger, Seag in Streit geraten war, hatte am 6. März wieber eine heftige Auseinandersetzung mit seiner Frau diese ihm den Geburtstagskuchen verweigert hatte und an seinem Geburtstag erst spät von einer Reise zurückgekehrt war. In seiner maßlosen Erregung griff Ohm um Beil und schlug auf seine Frau ein. Der Gerichtsarzt bezeichnete den Angeklagten in seinem achten zwar als vermindert zurechnungsfähig, aber doch verantwortlich für die Tat. Das. Gericht verhängte dem Antrage des Staatsanwalts entsprechend eine Zuchthausstrafe von acht Jahren. Zwei Autobusse stießen zusammen 17 Frauen leicht verletzt. Mülheim a. d. Ruhr, 4. Juli. An der allen Autofahrern bekannten gefährlichen Straßenkreuzung am Saarner Markt stießen am Mittwoch nachmittag ein von Mintard kommender Autobus und ein mit eines Mülheimer Vereins besetzter Autobus, der von der Ruhrbrücke kam und zum Reandertal fahren wollte, zusammen.„Beide Wagen wurden so schwer beschadigt, daß sie ihre Fahrt nicht fortsetzen konnten. Von den Insassen des Ausflugswagens wurden 18 Frauen durch Glassplitter und Hautablitten einen Nervenschock, während eine Frau, die in ein Krankenhaus gebracht werden mußte, einen Unterschenkelbruch davongetragen hatte. Mutter und Tochter vom Zuge überfahren Bielefeld, 4. Juli. Mittwoch mittag wurden in Windelsbleiche die Ehefenn Liselotte Temming aus Bielefeld und ihre 38jährige Tochter Lise von einem Zuge überfahren. Die Tochter war auf der Stelle tot, während der Mutter beide Beine abgefahren wurden. Nach der Aussage des Lokomotiv= führers sollen die Frauen in selbstmörderischer Absicht vor den Zug gesprungen sein. Das Ergebnis der Unte suchung steht noch aus. Querschläger tötet beim Kleinkaliberschießen einen Clebe fand ein 2 Der zuöftägrige Gohn des HorWeg in die Deckung gefunden hatte, in die Stirn getroffen. Der Junge war sofort tot. vollen Umgebung. Die Führung„vgmpne, fteund ist eingeladen. Die Tellnehmer treifen sich un 15Layr bahn auf einen Rücfahrschein zu 75 Pfennig nach Hattingen. Traditionsecke die Ehefrau Liselotte Temm JochamteiWrrrunstnn....... Bochum. Im Nahmen der Hizveranst=gz.3g statt.“ Die Leitung pat Konzetimtunr.—. Bochumer Verbände und Vereine sili. Dir Leitung bat Konzerimeister Curt Hofmann. Friauhnis ertellt in den beiden Bochumer„Hamlet“=AufErlaubnis erteilt, in den beiden Bochumer„Hamlet"=Aufsührungen am Samstag und am Sonntag du., Stadspark.] Vereiniaung tu. 30. Juni, ein Diee Kamstaden strasen sich dort mik ihren Angebörigen um 3 Uhr. Es beiellogg, sch, sotz, Sommerwetter in den ender herzlich wilkommen. Es folgte Dobke bieß die Anwesenuge####c geutzumen. Es folgte kampfen. Für Unterhaltung durch Musit, Tanz, zud das Fest recht gemütlich verlief. Heimatphgingr=hite, Kirchen— Burgen Plkte.“ Halstiren 6. und 7. Juli. Vereinigung für Heimatkunde. Die Vereinigung für mittagsrundgang durch die altertümliche und geschichtlich Deutschland aus der kurt bedroht Statt Karten Die glückliche Geburt eines prächtigen Stammhalters zeigen in dankbarer Freude an Anneliese Müting geb. Goller Dr. Fritz Müting Viersen(Rhld.), den 3. Juli 1935 Am Kloster 23 z. Z. Maria-Hill-Krankenhaus Statt besonderer Anzeige Nach Gottes unerforschlichem Ratschluß starb plötzlich und unerwartet Mittwoch 11 Uhr, infolge Herzschlags. mein lieber Mann, unser guter Vater. Großvater. Schwiegervater, Bruder, Schwager und Onkel, der Elektromeister 1g. Ernst Bönnenog Die trauernden Hinterbliebenen Bochum, Alleestr. 121. Kempen(Ndrh.). Lütgendortmund, Letmathe und Köln, den 4. Juli 1933 Die Beerdigung findet Samstag, den 6. Juli, 15.15 Uhr. vom Freigratendamm aus zum neuen Friedhof statt. Gehilfin z. Aushilfe sof. ges. Hedw. Behrenbeck, Oskar=Hoffmann= Str. 10, 1. Etg. Damenschneiderei. Branchek. für Konditorei u. Café sofort gesucht. Meisters, Duisburg Sternbuschweg 1. Junge Friseuse oder Volontärin in Dauerstellung sofort gesucht. Fritz Mühlinghaus Meettmann. Ordentliches Mlaschen für alle Hausarbeiten gesucht. Restaur. Strauch, Herner Straße 53. Selbständ. Mädchen welches zu Hause schlafen kann, für sofort ges. Halverscheid, Josefstr. 6. 24 O Richtig rechnen! Preise Brülen! Neue denisehe Fettbüickinge eis..30 ber. Seelache. 1 Plund Rauchlisch 1 Ptund .26 Salischneldebohnen 1 Pia.49 Neue Feiltberlnge. B Sack.25 bewörzgurken 1 Ptund .32 Houdatäse 36 1 814. .05 Für die uns beim Heimgange unseres lieben Vaters erwiesene Teilnahme sagen wir unseren herzlichen Dank Geschwister Scheibel Bochum, im Juli 1935 Marschnerstr. 32 Junges, kräftiges Mädchen f ganze Tage ges. Oskar=Hoffmann= Straße 125, 1. Et. Zuverläss., in all. Hausarb. erfahr. Mädchen nicht unter 20., für sofort gesucht. Langendreer, Kaiserstr. 148, 2. Et. Mädchen, nicht unter 17., z. 15. 7. für vormitt. gesucht. Kronprinzenstr. 8,.Etg. Für sofort jung. Mädchen als Kochlehrfräul. gesucht. Lehrzeit ein Jahr ohne gegenseitige. et (Famittenanig.) Hotel Hellmgan, Hemer i. Westf., Krs. Iserlohn. Hdamer Käse ag.. 1 Pa..60 Ilelter Käse zug... 1 pia..65 angenkäse 2oStuen eken4.40 Harier Käse ose. ,1 Plaus.35 Volisatt. Schweiterkäse 1 P fa..05 Welzengrieß Pbund 22 Puddingpulver 814 35 Ber-Grieb-Hosearoni-Bruebe l..40 Mischobst 814. Pflaumen getr. 1 Ptd. .93 * aeF Essig-Essenz behl un; Fasch:.57 Wochenend-Konserven in großer Auswahl zu billigsten Preisen vorrätig Fruchtwaffeln A 814 .15 Saure Bonbons A 814 915 (Verloren Blauer Wellensittich entflogen. Viktortastr.59, III. Drahthaar. Posterrier schwarz=weiß und etwas rot gefleckt, auf den Namen „Teddy“, hörend, entlaufen. Wiederbringer erhält Belohnung. Abzugeb. Westfälischer Hof, Ehrenfeldstraße. Die Klein-Anzeige Im B..“ hilft ihnen Suche 2 Berginvaliden in Dauerheim, in waldreich., gesund. Geg. Pens.=Preis monatl. 35— 40 K. Auch Ferienaufenthalt wird geboten. M. O. 9972 Anz. SchuhmacherGehilfe sofort gesucht, Orthopad. SchuhMaßgeschäft, Hermannshöhe 34. (Schuten) Drahthaar=Fox zugelaufen. Jägerstr. 8a, part. Am Mittw. morg. ein Herrenfahrrad gefunden. Abzuhol. Alfons Buchner, Boch., Cimbern st. 6. Junger sofort gesucht. Bäckerei Dahlmann .=Linden, Hattinger Str. 818. Lediger Fuhrmann der ein= u. zweispänn. fahr. kann für sofort gesucht. Ausk. Anz.(49800 (Setuce) Junges Ehepaar, sehr geschaftstüch#tig, sucht passend. Wirkungskreis gleich welcher Art. Gute Zeugn. vorh. H. L. 64659 Anz. Hausnäherin, in u. auß. d. Hause, näht einf. Kleidg., Kindergarderobe, Wäsch. u. bessert aus Ausk. Anz.(64644 Dessertörtehen Sabaz: Stick.28 Hoielwein 1 Liter .36 Züronenmost Himbeersyrug lose f 11er 195 lose 1 Liter .00 Preiee ohne Olos Lieferung frei Haus! M Fernrut .-Hummer 68051 Offene Stellen Keine Originalzeugnisse einsenden. Auf die Rückseite von Zeuguisabschrift., Lichtbildern usw. stets volle Anschrift des Bewerbers schreiben Jugendliche unter 25 Jahren bedürfen vor der Einstellung, mit Ausnahme von Betrieben der Haus- und Landwirtschaft, der ausdrücklichen Genehmigung des Arbeitsamtes (Deibzuch.) Zu vemieten) P Eim. Welng. Neubau 1934, 1. Etg., neuzeitl. eingerichtet, im herrlichen Nethetal, Nr., Aogze. batt kurort, preisw. zu verm. R. V. 9804 Anzeig. Ges. w. sof. nettes Fräulein als Servierfrl. f. Stehbierstube geg. Kost u. Log. u. Proz. Angeb. m. Bild u. Rückp. erbeten an H. v. Ackeren, Emmerich, Baustraße 13. Masseuse für tägl., gesucht. Ang. m. Preisang. E. 64632 Anz. Modern eingericht. 4% Wohnung zum 1.., eventl. früher, zu verm. Deutscher Heimbau Freigrafendamm Nr. 11. Abgeschlossene =Boisna. mit sehr großem Balkon, eing. Bad, Mansarde, Zentral= beizg., in Zweisamtlienhaus, in gesund. Lage, Nähe Waldring, p. 1. 10. an ruhig. Mieter zu vermieten. 9. L. 9699 Anzeig. Moltkemarkt 10 Schlafstelle frei, Woche.50 Mark. Pieperstr. 2,.Et. r. gut möbl. Zimmer preisw. zu verm. Roonstr. 85, gute Schlafstelle m. L. und Kaffee frei! Die Kleinanzeige im „..“hilft ihnen Ihre Wünsche ertüllen!### Für unseren unübertroffenen MalerLeim suchen wir einen bei Malerund Farbwarengeschäften gut eingeführten, rührigen Vertreter geten hohe Vergütung Angebote erbitt. wir unt. L. M. 9694 Anzeig. Tüchtiges Mädchen für alle Arbeiten gesucht. Reier, Dorstener Str. 59. 2 tüchtige Mädchen für Küche u. Haushalt zum sofortig. Eintritt gesucht. Frau Wilh. Reichstein, Scherjede 1. Westf. Spar- und Bauverein Bochum e. G. m..H. in Bochum, Ewaldstr. 14. Am 1. 10. 1935 werden nachstehende Wohnungen zur anderweitigen Permietung frei: Drusenbergstr. 131, parterre, Küche, 3 Zimmer, mit Kachelosenheizung und kl. Gartenstück: Schubertstr. 4, 1. Etg., Küche, 3 Zim= Zimmer mer, mit Kachelosenheizung und kl. Hildegardstr. 24, 1. Etg., Küche, 3 ZimHildegardstr. 17, part., Küche, 2 ZimAmtsstraße 17, 3. Etg., Küche, 3 Zimmer mit Bad; Wanner Str. 2, 2. Etg., Küche, 3 Zimmer mit Bad;„ g. 8u Wiemelhauser Str. 77, 1. Erg., nüche, 3 Zimmer mit Bad: Hunscheidtstr. 62, 1. Etg., Küche, 3 Zimmer und Garten; Wagnerplatz 17, Einfamitienhaus mit Garten. Schriftliche Bewerdungen„für vorbenannte Wohnungen bitten wir bis zum 11. d. M. bei uns einzureichen. Alleestraße 92, 1 gut möbl. Zimm., ev. m. 2 Bett., 3. orm. Brückstr. 41, Rinsche, schön mödliertes Miets-Gesuche rBesseres Haus, 9., gr. Garten, in.=Hamme, zu verkauf. Bei Kauf wird alles frei. In Herne, Nähe Rathaus, abgeschl. Etagenhaus, 22., Stall. Einfahrt, Garten, bei —7000## Anzahl. billig zu verkaufen. Eggert. Wielandstraße 109. Elsaßstr. 20, 1 Trp. saudere, Schlafstelle###e# Johanniterstraße 6, 2. Etg.., g. möbl. Frontzimm. z. orm. —=Zimm.=Wyn. sofort od. z. 1. 8. zu mieten gesucht. B. S. 64664 Anz. Ruh. Mieter sucht z. 1. 8. od. später -.=Bohng. auch Neubau. Cb. 64687 Anzeig. 2 gr. Zimmer Nähe Moltkemarkt, geg.—3z.tauschen. Ausk. Anz.(64638 Erholungselbsrie icht 1 Zimmer m. 2 Bett. u. Küchenbenutzg. in ruhig., schön. Umgegend v. Bochum. Weitmar=Holz od. Stiepel bevorzugt. H. V. 9807 Anzeig. part., mit Garage. Stadtmitte, zum 1. Okt. zu mieten gesucht. A. B. 2601 Anzeiger Pelhinened zu mieten oder zu kaufen gesucht. Ch. 64628 Anzeig. Schrebergarten mit massiv. Laube, an d. Königsallee, sofort zu verkauf. 9. G. 64650 Anz. Nun, das hängt von Ihrem Film ab: je empfindlicher er ist, umso weniger brauchen Sie sich um die Sonne zu sorgen. Die Photographie kommt ja mehr und mehr dahin, Sie von der Sonne unabhängig zu machen; deshalb ist für Sie immer gutes Photowetter, wenn Sie einen modernen Film in Ihrer Kamera haben! „.-.“, der neue hochempfindliche Ortho-Film der „Kodak“, enthebt Sie aller Sorgen um Sonne und „Gut Licht“: zu jeder Tageszeit und bei jedem Wetter liefert er ihnen gute Aufnahmen. Manchmal dürfen Sie sogar noch mehr von ihm erwarten: wenn Sie z. B. eine Landschaft oder einen Garten knipsen. Da ist viel Grün vorhanden, und darauf reggiert der „.-.“-Film besonders stark. Deshalb kommt er in solchen Fällen auch bei ungünstiger Beleuchtung mit sehr kurzen Belichtungszeiten aus. Daneben besitzt der„.-.“-Film unübertroffen feinen Korn, großen Belichtungsspielraum und Schutz gegen Lichthöfe und Schrammen- Dinge, die ihn zusammen mit seinen vielen sonstigen Vorzügen zu einer Spitzenleistung deutscher Photo-Chemie stempeln. Und trotzdem kostet die 6x9-Spuie nur eine Mark, Kodak a K SS C ä. Un Noch elwas mehr als der„.-G“ leistet sein panchromatischer Bruder, der auch für Rot empfindliche„Panatomie“: der liefert selbst nachts bei elektrischer Beleuchtung brillante Moment-Aufnahmen. Trotzdem kostet die 6x9-Spule nur 10 Plonda pohe. K 0 0 AK B* R L 1 N S W 68 Büroraum für ruhig. Betrieb z. 1. 8. zu mieten gesucht, mögl. zentrale Lage. Angeb. mit Preisangabe B. Z. 64689 Anz. Wegen vollst. Muldlung des Haushalts Herrenzimmer, Küchentisch, Stehspiegel. Chaiselon= gue, Metallbettst., Zimmerofen, Kin derwagen, Lampen billig abzugeben. Dorstener Str. 6, I. (Verkäute 1½schläf. Matratze für 4 Mk. zu verk. Bruckmann, Jakobstraße 17. Weiß. Holzbett m. Matr. u. 1 Unterbett bill. zu verkf. Lindner, OskarHoffmann=Str. 21. Sportwagen, =Sitzer, steuer= u. führerscheinfrei, spottbill, zu verkf. Wiemelhauser Straße 65, Büro. Einsam.=Haus 8 Räume, m. gr. Garten, in schön. Wohnlage d. füdl. Stadtbezirks, unt. günstigen Bedingungen zu verkauf. 8. u. 64682 Anz. Gebrauchte Küche, 2 Schränke, 1 Tisch u. 2 Stühle, bill. zu verkauf.(64658 Klosterstr. 7, part. 2tür. Kleiderschrank 1 Waschtisch mit Marmor, 2 Bettstellen mit Matr., 2 Nachtkonsolen zu verkauf.(64667 Klarastr. 4. part. 2. Ladentheken mit Schreibpult, Regal u. kombin. Küchenherd zu verkauf.(L67 Kontor, Wilhelmstraße 6. 1 Herrenrad, fast neu bill. zu verk. Alleestraße 16. Gut erh., deller Sommermantel, Gr. 40—42, bill. abz. Ausk. Anz.(64651 2 neue, weiße Angora-Felle billig zu verkaufen. Wiemelhauser Straße 21a. Leicht beschädigtes Schlalzimmer mehrere Herde, neue u. gebr. Ausziehtische, Stühle, Kleiderschränke, Betten, Natur=Küche, .60 Meter. Wirtschaftsbüfett, Speisezimmer, groß. Post. Küchensessel, nusv. fardig, spotidill. zu verkf. Rehling Trankgasse Nr. 1, Telephon 61281. Franz. Tichbillard feinste Ausführg., für 50 Mk. z. vrk. Ausk. Anz.(64683 Durch den B. A. werben, heißt erfolgreich werben Tapeten wie die sein sollen Schög, gul u. billg Gut erhaltener Kutschwagen nebst ein. Kirschbaumstamm billig zu verk..=Laer, Höfestraße 100. Mitsie proßer Auswahl bei Garl Jansen Brückstr. 48 SchneilHechglanzpollter für Fußböder Ltrs*g Pmit Kortumetr. 97 Ruf 68812 Heetesich Pferd mittelschw., zu od. z. kaufen Horst=Wessel=St. 42 Tel. Pluto 60801. Gebrauchter Schreibtisch zu kaufen gesucht. R. Z. 64671 Anz. Stadttheater Bochum Freitag, 5. Juli, 19 bis geg. 23.30 Festaufführung z. kulturpolitischen Tagung: Die Kronprätendenten Historisches Schauspiel von Henrik Ibsen. Kein Kassenverkauf Samstag, 6. Juli 20—23.15 Uhr, Außer Vormiete u. NS.=Kulturgemeinde, Serie B: Hamlet Trauerspiel von William Shate= speare. Preise von .40 bis.40 Mk. Drahtgetlechte, Weldendrähte, Stacheidrähte billigst! Grobe Läger Rösler& Lönne Drahtwerk Bochum, Redemptoristenstraße 28/30 und Wattenscheld. Gertrudisstr. 60—62 Lichtspielhaus Nach dem Roman der Berliner Jllustrirten. Viktor de Kowa, Maria Andergast In: Uege Urtec Eine österreichische Liebesgeschichte aus dem Jahre 1918. Hans Söhnker, Gamilia Horn, Jakob Tiedtke In: DIE GROSSE CHANCE Ein Volksstück mit Gesang. Glück muß man haben und tüchtig sein! Bis einschl. Donnerstag täglich ab.15 Uhr. Restaurant Imberg am Stadtpark Inh. Paul Elbracht Heute abend großes Militär-Konzert ausgeführt von der Fliegerkapelle Landesgruppe X Westtalen, Musikzugführer Brune. EintrIttfrel! Deutsche Landbutter„Pkund.35 Feias-- Molkereibutter Plund.46 Malnzer Käse Roue à 10 Stack.42 bouda-Käse 4o%... Pfund.08 Neue Matjesheringe.. 8tock.15 Streichmettwurst... Stack.26 Rhrbergs Schinkenwurst pra..45 Pr. o. Gl. Himbeer-Syrup in Plescter..55 Drangeade in Flaschen.98 0,50 Zitronen-Most in Pleschg gs.48 Apfelwein vom Fas... Liter.45 Bowienweine Flasche .88. 0,78..72 Preise einschl. Glas Obstschaumweine Ple-chz 8.25 Traubenschaumweine““- 216.95 ohne Darm 000 Pfund 6,00 Suppenhühner Jo. Hähnchen ohne Darm Piunc Bochum, Rottstraße 8— Fernruf 69586 .20 10 Kooservendosen und Ersatadeskel ab Fabriklager. von 20.— RM. an. Vertr. Willi Hess,.-Langendreer. Kaltehardtstraße 6, Am Kaiserplatz mit Garantia G Zurmantel.65 Gloche.15 Schlauch 0,70 Luftpumpe.30 Redale Jnor.90 Janker.25 Netto.70 Cattel..90 Omano, ölbtt 3,40 Gepäckträger.40 Gebrauchte Räder werden in Zahlung genommen. BALMAT, der König des MONT-BLANC Ein Dr.-Arnold-Fanck-Film der UrA. Die abenteuerliche Geschichte Balmats, des Mannes, der 1786, getrieben von dem Wahn, Gold zu finden, als erster den Mont-Blanc bestieg Mit: Sepp Rist Brigitte Horney Fr. Kayssler NEUAUFFUHRUNG der entzückenden UFA-Operette #. Der Tarewitsch nach der Operette von Franz Lehar mit MARTHA EGGERTH und Hans Söhnker, Ida Wüst, Georg Alexander UFA-Kulturfilm J UFA-Tonwoche Tägl. 3, 6,15 u. 8 Uhr VORMMZLEN Lichtspiele Bochum Ruf 63837 D as bezaubernde Groß-Lustspiel: Agurd Enheradtahrih Verkauisstelle: Bochum, Kortumstr. 73 und dergl. führen aus Geschw. Speith, Hattinger Str. 63 Straßenbahn-Haltestelle Sternstr.(Vorkstr.) Autobus-Haltestelle Bergmannsheil, Ruf 634 38 ommerlprollen Schwanenweib Schönheitswasser APHRODITE beschleunigt de Ufllamg u mecht eine zarte Heut. Altmikus, Stadt-Drogerie, Bongardstr. 12 Drogerte Fischer, Kortum- Ecke Rottstr. Drogerte Kneider, Große Beckstraße Stern-Orogerie. Störing, Hellwes 1 Drogerie Hucklenbrolch, Brückstr. 55 Drogerten Reinhardt, Moltkemarkt und Märkische Straße Drogerte Knepper, Dorstener Straße 93 Parfümerie Pracht, Kortumstraße 3 GRERRIPOD 518 SUItTSHARRT Fahradhaus Schlüter Bochum, Gußstahl- und Humboldtstraßen- Ecke Rut 69117 Ab heute ein hochinterkssanter Film: Ein Lachschlager großen Formats mit Anny Ondra und Wolf Albach- Retty. Ein fröhliches Spiel der Liebe um ein resolutes Mädel, das in die Welt paßt. Dazu wird weiter gelacht über das witzig- humoristische Trickspiel: DIE PALETTE Tolle Sachen aus d. Reich d. Nicku-Mäuse □ Heiter ein Kulturtilm und die neue Wochenschau Täglich.15 Uhr,.45 Uhr und 8 Uhr In den heißen Tagen sorgt unsere hochne Kühl- und Belüttungsmoderne anlage für angenehmen Aufenthalt SLEEEEEEEE in G Fürst Woronzeit Paula Wessely In dem Sittengemälde Hammer Lichtspiele SIlvla Sydney. George Raft in: Flucht vor dem destern Aus dem Leben zweier junger Menschen. Ein köstliches Lustspiel mit einer BombenBesetzung. Ein epannender Abenteurerfilm. 1. Ein Wildwestfilm 2. Lustsplel 3. Lehrfilm 4. Wochenschau Der UFA-Spitzenfilm mit Adolf Wohlbrück. — erner 1. Ein Spannungatiim 2. Etwas zum Lachen 3. Kulturfilm 4. Tanwoche 4448 K WE K! e Sonntag, 2 Uhr, Kindervorstellung mit dem apannenden Sensationstilm: 9„Kampf um Recht und Freiheit“ W SLTTCE Willst Du lehrend Stunden geben, suchst den Umsatz Du zu heben, brauchst Du ein Geschäftslokal, triff durch den„B..“ die Wahl, der sich Dir für wenig Geld helfend zur Verfügung stellt. Füllhalter-Pesraturen Opstelten, Kortumstraße 19 am Graf-Engelbert-Brunnen, Telephon 69981 Kapitalien 20 Jahre fünger Exlepäns Darlehen A 44s 4l: aibt grauen Haaren Jugendfarbe wieder, ist wasserhell. Unschädlich. Kinderleicht zu handhaben. Seit 35 Jahren erprobt, von tausenden Professoren, Arzten usw. gebraucht und empfohlen. Durch seine Güte Weltruf erlangt! Preis RM..70 ½ Fl. RM..—. Für schwarze Haare und solche, welche schwer annehmen: Extra stark“ RM..70. ½ Fl..—. Uberall zu haben. Parfümerie-Fabrik Exlepäng, G. m. b.., Berlin W 62 Kleine Anzeigen gibt man da auf, wo man sie zu suchen gewohnt ist, im Bochumer Anzeiger von RM. 200.— bis RM. 20000.— an vertrauenswürdige Personen jeden Standes. Niedrige monatl. Tilg.Raten. Vertragszeit entsprechend Leistungsfähigkeit 3 bis über 20 Jahre. Zum Kauf von Möbeln. Motorrad, Maschinen, Umschuldung von Hypotheken u. a. m. durch Zwecksparvertrag.„Citonia“, BerlinW 9, Generalagentur: Karl Schürmann, Essen, Hindenburgstr. 86. Vertreter gesucht. Rückporto erbet. Beamtenkredite Niemann, Kronenstraße 10. UnterrichteAnzeigen stete im Bochumer Anzeiger Potteckanne ee.0 dnde und Guedumn. A . MAlzRALE Vollreis ANA- r Sommermische:„ g. 1.— be eiechungen r eg We eben engen. Ae . Rolle M.—0 aeu 94 Kolle M.—05 S S# M für Groß-Bochum mit dem großen Spionage-Film aus der Kanalzone Mittelamerikas. Ein brillanter ame rikanischer Film, der mit jeder Szene verblüfft und bis zum letzten Augenblick jeden Kinobesucher packt und fesselt. 2. Ein tolles Filmlüstspiel zwischen Eisbergen und Eisbären: 244 mit dem bekannten Skiläufer GUzz Lantschner. Deulig-Tonwoche S Kulturfilm Täglich.30 Uhr und 8 Uhr Unterricht Unterricht in Schwedisch gesucht. F. B. 64656 Anz. C Groß-Brauerei gibt Ihre Markenbiere an solvente Biergroßhändler und Großbierausschänke unter günstigen Bedingungen ab. L. O. 9803 Anzeiger. m