Bezugspreis mit Botenlohn:.15 RM. monatlich oder 1,08 RM. halbmonatlich, Selbstabholer 1,85 RM. monatlich oder 93 Pf. halomonatlich Bezugspreis für die„Bochumer Illustrierte“ 30 Pf. monatlich. Funkzeitschrift„hör mit mir“ 45 Pf. monatlich bei vier Sonntagen und 55 Pf. bei füni Sonntagen im Monat.— Wenn das Erscheinen der Zeitung durch höhere Gewalt oder durch Verbot oder Betriebsstörung u. dgl. verhindert wird, können keine Ersatzansprüche gestellt werden.— Geschäftsstelle geöffnet von 8 bis 13 und von 14½ bis 19 Uhr, Sonntags von 11 bis 12 Uhr.— Sprechstunden der Redaktion von 16 bis 17 Uhr(außer Samstags).— Postscheckkonto Dortmund 1760 Verlag und Druck: Laupenmühlen& Dierichs in Bochum Donnerstag 4. Juli 1933 (Heuert) 42. Jahrgang Nummer 154 Einzelpreis 10 Pf. Anzeigenpreise: Grundpreise für 1 mm Höhe in 22 mm Breite.5 Cf. im Anzeigenteil und in 78 mm Breite 50 Pf. im Textteil, Familienanzeigen und Stellengesuche 6 Pf., Vereinsanzeigen(die nicht der Wirtschaftswerbung dienen) 7 Pf., kleine einspaltige Anzeigen(Stellenangebote. Anzeigen privater Art) 8 Pf.. Anzeigen im Vereins= oder Sportkalender im Textteil 10 Pf.. Auskunft= und Zitfergebühren 25 Pf. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 5 gültig. Nachlaßstaffel B.— Schluß der Anzeigenannahme für die sechsmal wöchentlich frühmorgens erscheinende Zeitung um 16 Uhr des Vortages. Für den richtigen Abdruck fernmündlich aufgegebener Anzeigen kann keine Gewähr übernommen werden. Hauptgeschäftsstelle: Rathausplatz 8. Anruf 67551, 32, 53 Der polnische Staatsbesuch Aotnrstee=Cou Lonn=Ir..“ Polnische Stimmen über den Verhandlungsinhalt Französische Nervosität Berlin, 3. Juli. Von unserer Berliner Schriftleitung Mit dem fahrplanmäßigen=Zug Warschau— Paris ist der polnische Außenminister Oberst Beck mit seiner Gattin und seiner Tochter in Begleitung hoher Beamter des polnischen Außenministeriums auf dem Bahnhof Friedrichstraße heute vormittag um.02 Uhr eingetroffen. Schon vorher hatten sich Reichsaußenminister Freiherr von Neurath, Staatssekretär Dr. Meißner als Vertreter des Führers, der Chef des Protokolls von Bassewitz, Staatssekretär von Bülow, der polnische Botschafter Lipski sowie eine große Anzahl von diplomatischen Vertretern und Mitgliedern der polnischen Kolonie eingefunden. Außenminister Beck entstieg als erster dem Sonderwagen, vom Reichsaußenminister von Neurath mit herzlichem Händedruck begrüßt. Sodann erfolgte die Vorstellung der beiderseitigen Begleitung. Minister Beck machte einen frischen Eindruck. Ebenso herzlich begrüßte Staatssekretär Dr. Meißner von der Präsidialkanzlei den polnischen Staatsmann im Namen des Führers. Vor dem Bahnhof hatte eine Ehrenkompagnie der Leibstandarte Adolf Hitler Aufstellung genommen, die den polnischen Gast mit präsentiertem Gewehr begrüßte. Minister Beck dankte dem diensttuenden Offizier mit Händedruck. Nachdem der Minister mit seiner Begleitung dem Trommelfeuer der Kameraleute für einige Augenblicke standgehalten hatte, setzte der hohe Gast im Kraftwagen den Weg zum Palais der polnischen Botschaft fort, wo Minister Beck während seines Berliner Aufenthaltes Wohnung nimmt. Um 10.45 Uhr stattete dann der polnische Außenminister in Begleitung des Botschafters Lipski dem Reichsaußenminister Freiherrn von Neurath in der Wilhelmstraße seinen Besuch ab. Eine große Menschenmenge hatte sich aus diesem Anlaß auf der gegenüberliegenden Seite der Wilhelmstraße eingefunden. Anschließend begab sich Oberst Beck, von Botschafter Lipski und dem Reichsaußenminister begleitet, zu Fuß in die Reichskan lei, vor der die Wache präsentierte. Der Adjutant des Führers und Reichskanzlers Obergruppenführer Brückner empfing die Gäste und geleitete sie zum Führer. Frühstück beim Reichsaußenminister Später nahmen Außenminister Beck und Frau Beck an einem Frühstuck teil, das der Reichsminister Freiherr von Neurath zu ihren Ehren veranstaltete. Bei dem Frühstück waren zugegen: der polnische Botschafter in Berlin, Lipski, der Kabinettschef des polnischen Außenministers Graf Lubienski, der Legationssekretär Friedrich sowie Botschaftsrat Prinz Lubomirski und der Militärattaché Oberst Szymanski mit ihren Gattinnen. Von deutscher Seite nahmen teil: der Staatssekretär von Bülow, der deutsche Botschafter in Warschau, von Moltke, Ministerialdirektor Meyer mit Gattin sowie der Protokollchef Graf Bassewitz und einige Herren des Auswärtigen Amtes. Abendessen zu Ehren der polnischen Gäste beim Führer Am Abend gab der Führer und Reichskanzler in seinem Hause zu Ehren des in Berlin weilenden polnischen Außenministers Beck und seiner Gemahlin ein Abendessen, an dem auch der polnische Botschafter Lipski, der deutsche Botschafter in Warschau, von oltke, und die Herren der Begleitung des Außenministers Beck sowie mehrere Mitglieder der Reichsregierung und andere führende Persönlichkeiten des politischen Lebens mit ihren Damen teilnahmen. Im Anschluß an das Essen fand ein Konzert statt, bei dem die Damen Luise Willer, Maria Müller und die Herren Wilhelm Rode, Max Lorenz, Julius Patzak, Professor Wilhelm Kempff und Michael Raucheisen mit vollendeten Darbietungen die Gäste des Führers erfreuten. * Es ist nur allzu verständlich, daß sich gelegentlich dieses ersten Besuches eines polnischen Außenministers in Berlin die Aufmerksamkeit der europäischen Oeffentlichkeit auf diese Zusammenkunft richtet. Besonders eingehend sind die Betrachtungen der polnischen Blätter, aus denen man immerhin die Linie erkennen kann, die der Außenminister bei seinen Berliner Gesprächen zu führen gedenkt.„Kurjer Poranny“, das linksstehende Regierungsblatt, meint, Polens Regierung werde alle Bestrebungen unterstützen, um eine weitere einseitige Unterschiedlichkeit in Europa zu vermeiden, und werde sich ebenso gegen alle Drohungen und Gesten wenden die der Welt wahrmachen wollten als könnten allgemeine diplomatische Pakte der Beseitigung der europäischen Streitfragen dienen. Das Blatt will das Hauptthema im Ostpakt sehen. Demgegenüber jedoch können wir feststellen, daß nicht ein Sonderthema, sondern der Gesamtkomplex aller Polen und Deutschland berührenden Fragen zur Debatte gestellt ist. Immerhin sind die Ausführungen des Blattes bemerkenswert, das von der polnischen Vermittlerrolle zwischen Deutschland und Frankreich spricht, eine Auffassung, die übrigens auch in anderen Warschauer Blättern zum Ausdruck kommt. Auch hier wird nochmals die friedliche Zusammenarbeit zwischen beiden Nationen betont, die durch den Besuch des Ministers Beck eine neue Bekräftigung erfahren soll. Dabei erinnert das Blatt an die Ehrung, die dem verstorbenen Marschall Pilsudski in keinem Lande so ehrlich und ergreifend entgegengebracht wurde, wie in Deutschland. In Warschauer Kreisen wurde übrigens seit geraumer Zeit das Gerücht erörtert, das davon sprach, Oberst Beck wolle sich bei seinem Berliner Besuch darum mühen, die Verlängerung des deutsch=polnischen Nichtangriffsabkommens„auf ewig" zu erreichen. Dagegen hat Oberst Beck vor seiner Abreise französischen und rumänischen Diplomaten erklärt, daß er keinerlei neue Verträge in Berlin abschließen werde. Die Situation ist also einfach und unkompliziert. Das im Januar 1934 getätigte Freundschafts= und Nichtangriffsabkommen hat ebenso wie die Besuche deutscher Minister in Warschau diesen Gegenbesuch und eine persönliche Aussprache mit dem Führer und Reichskanzler bedingt. Wenn dennoch die französische Presse in eine orakelnde Beunruhigung verfällt, ja sogar davon spricht, wie zum Beispiel das„Echo de Paris" und das„Oeuvre“, daß in Polen der Gegensatz zwischen der Scherl-Bilderdienst Der polnische Außenminister Oberst Beck mit seiner Gattin Mittwoch morgen bei der Abfahrt vom Bahnhof Berlin Friedrichstraße zur polnischen Botschaft in Berlin. „Oberstengruppe“ und der Generalgruppe“ längst nicht behoben sei, so verraten solche Hinweise allzu deutlich das sich hinter neuen Quertreibereien und Wünschen versteckende schlechte Gewissen gewisser französischer Kreise, die besonders im„Echo de Paris“ und seinem Brotgeber, dem französischen Generalstab, zu finden sind. Wir selbst sind davon überzeugt, daß die neue deutsch=polnische Aussprache ebenso freundschaftlich wie sachlich geführt wird und nur der Erhaltung des europäischen Friedens und des freundnachbarlichen Verhältnisses zwischen beiden Nationen gilt. In diesem Sinne hat auch Berlins Bevölkerung heute den polnischen Gast begrüßt. Am Donnerstag vormittag wird Außenminister Beck die deutschen Pressevertreter empfangen. Schiffszusammenstoß in Japan Tampfer sant in 240 Personen 12 Tote geborgen— 89 Personen werden vermißt wurden,gingen Tokio, 3. Juli.„rascht Eine entsetzliche Schiffskatastrophe wird aus dem japanischen Binnenmeer gemeldet. Ein Passagierdamp= fer mit 240 Gästen an Bord stieß 60 Kilometer westlich von Kobe mit einem Frachtschiff zusammen und ging innerhalb drei Minuten unter. Zwölf Tote konnten bisher geborgen werden. 89 Personen werden noch vermißt. Es muß befürchtet werden, daß sie sämtlich den Tod in den Wellen gefunden haben. Nach den bisherigen Meldungen befinden sich unter den Opfern keine Europäer. Auf dem Meer herrschte dichter Nebel, als der Dampfer„Midori Maru“ mit 240 Urlaubsreisenden zurückkehrte. Plötzlich sah sich der Kapitän einem großen. Frachtschiff gegenüber. Ein Zusammenstoß war nicht mehr zu vermeiden. Die meisten Passagiere, die von dem Unglück in den unteren Schiffsräumen übermit dem Dampfer, der sofort sank, unter. Andere, die rechtzeitig über Bord gesprungen waren, schwammen, verzweifelt um Hilfe rufend, im Wasser. Ihre Rettung gestaltete sich äußerst schwierig, da der Nebel so dicht war, daß man kaum die Hand vor den Augen sehen konnte. Der Frachtdampfer„Senzan Maru“, der nur eine leichte Beschädigung erlitten hatte, tat sein möglichstes, um die Unglücklichen zu bergen. Das Schiff hatte aber keine Scheinwerfer, um das Wasser absuchen zu nen. Es hatte auch keine drahtlose Telegraphie an Bord, um Hilfe herbeizurufen. Durch das Heulen der Sirenen der„Senzan Maru" waren Fischerboote aufmerksam geworden, die sofort herbeieilten und sich eifrig an der Rettungsarbeit beteiligten. Kabinettssitzung in London „Heirenche=Trrader Leyen=Gratten? Der diplomatische Apparat London—Paris arbeitet mit Hochdruck— Neue Reise Edens durch die europäischen Hauptstädte nicht ausgeschlossen London, 3. Juli. Das englische Kabinett hielt heute seine in der politischen Oeffentlichkeit mit Spannung erwartete###etteg. Der virtomalische Milgsbeiter des erste Sitzung nach der Ruckkehr des Ministers Eden Telegraph glaubt bereits einige Angaben„ül von seiner Reise ab. Sie dauerte zwei Stunden allgemeinen Fcundzüge der Kabinettsentschlusse und galt in erster Linie der italienisch=abessinischen(zu können Vorausgeschickt sei daß diesem Mit Streitfrage. Eden gab seinen Ministerkollegen einen ausführlichen Bericht über seine Besprechungen mit Laval und Mussolini. Ueber das Ergebnis der Kabinettssitzung wurde eine amtliche Meldung nicht herausgegeben. Fest steht nur, daß zwischen London und Paris ein dauernder diplomatischer Verkehr stattfindet, und zwar nicht nur hinsichtlich des Londoner Protokolls vom 3. Februar, sondern auch wegen der italienischabessinischen Streitfrage. Nach einer Londoner Havasmeldung scheint man in Pariser Regierungskreisen eine amtliche englische Mitteilung zur Flottenfrage zu erwarten. Die französischen Flottensachverständigen wünschten, so heißt es in der Havasmeldung, das deutsche Flottenbauprogramm in der Form zur Kenntnis zu erhalten, wie es den Engländern mitgeteilt worden sei, um die Tragweite des deutsch=englischen Flottenabkommens beurteilen zu können. Die englische Regierung scheint aber als Gegenleistung die Mitteilung des frauzösischen Flottenbauprogramms zu verlangen. Man nimmt in Londoner politischen Kreisen an, daß sich das britische Kabinett in seiner heutigen Sitzung über die Richtlinien schlüssig geworden ist, die für die künftigen diplomatischen Aktionen zu befolgen sein werden. Der diplomatische Mitarbeiter des„Daily über die drundzuge der Kabinettsentschlusse machen zu konnen. Volausgeschial s, raßpiesem Mitarbeiter besonders enge Beziehungen zu Eden zugeschrieben werden. Der„Daily Telegraph“ versichert, die Entschließungen der Regierung würden vor allem von dem Wunsche bestimmt werden, die tiefe Verstimmung wegzuräumen, die in Frankreich durch die englische Politik der letzten Zeit ausgelöst worden sei. Die englischen Minister hätten klar erkannt, daß die enge französisch=englische Zusammenarbeit unerläßlich sei, wenn der Völkerbund, der bald durch die Entwicklung der Lage an den Grenzen Abessiniens bedroht werden könne, als ein wirksames Instrument zur Verhinderung des Krieges erhalten werden solle. In der abessinischen Frage selbst scheint den diplomatischen Mitarbeitern der Morgenpresse zufolge innerhalb des Kabinetts eine starke Strömung zu bestehen, die für„eineenergische Aktion aufirgen deiner neuen Linie“, wie sich die„Morningpost“ ausdrückt, eintritt.„Daily Mail“ und„Daily Expreß“ wollen wissen, die Regierung sei entschlossen, alle Möglichkeiten zu erschöpfen, um eine Beilegung des Streites zu erreichen. Einige Minister forderten sogar dringend, daß England, falls diese Bemühungen scheitern sollten, beim Völkerbund wirtschaftliche Zwangsmaßnahmen, eine„friedliche Blockade“ gegen Italien, beantragen solle. Der politische Mitarbeiter des„Daily Expreß" hält eine neue Reise Edens in die wichtigsten europäischen Hauptstädte zwecks Besprechungen über etwaige Völkerbundsmaßnahmen gegen Italien nicht für ausgeschlossen. Das„News Chronicle" berichtet, der Generalsekretär des Völkerbundes, Avenol, werde in der nächsten Woche nach London kommen, um seine Bekanntschaft mit Sir Samuel Hoare wieder aufzufrischen. Es wäre jedoch verwunderlich, meint das Blatt, wenn bei dieser Gelegenheit nicht der itcklienischabessinische Streitfall Hauptgegenstand der Unterhaltung sein werde. Zwei Verräter hingerichtet dnb Berlin, 3. Juli. Die Justizpressestelle Berlin teilt mit: Der Volksgerichtshof hat am 29. November 1934 den 63 Jahre alten Bruno Lindenau aus Perleberg wegen Verrats militärischer Geheimnisse und am 1. Februar 1935 den 28 Jahre alten Egon Bresz aus Wilhelmshaven wegen Erforschung militärischer Geheimnisse zum Tode verurteilt. Die beiden Verurteilten sind Mittwoch morgen in Berlin hingerichtet worden.— Ferner ist durch Urteil des Volksgerichtshofes vom 28. Juni der 49 Jahre alte Wilhelm Battesch aus Camminke, wegen Verrates militärischer Geheimnisse und wegen versuchter landesverräterischer Fälschung und gewinnsüchtiger Privaturkundenfälschung zu lebenslangem Zuchthause verurteilt worden. Allgemeines Sammelverbot bis 30. September anb Berlin, 3. Juli. Der Reichs= und preußische Minister des Innern Dr. Frick hat im Benehmen mit dem Reichsminister für Propaganda und Volksaufklärung Dr. Goebbels und dem Reichsschatzmeister Pg. Schwarz für die Zeit vom 1. Juli bis 30. September 1935 ein allgemeines Sammelverbot erlassen. Im Sinne dieses Erlasses wird auch die angekündigte Sammlung für die Hitler=Freiplatzspende nicht durchgeführt. Verhaftungen in Danzig dnb Danzig, 3. Juli. Die Pressestelle des Danziger Senats teilt mit:„Im Verlauf des gestrigen Tages sind durch die Politische Polizei folgende Personen in Haft genommen worden: Kriminalsekretär auf Wartegeld Chall, Oberregierungsrat i. R. Weber, Staatsanwaltschaftsrat Dr. Hülff, Kriminalsekretär auf Wartegeld Rompza, Landgerichtsdirektor Kühn, Zollassistent Puttkammer, Landgerichtsdirektor Zaehle und Polizeihauptwachtmeister Felske. Bei einem Teil der Festgenommenen ist eine staatsfeindliche Betätigung bereits nachgewiesen, während bei einem anderen Teil dringender Verdacht besteht. Weitere Festnahmen stehen bevor. Im Interesse der Untersuchung kann Weiteres zunächst nicht mitgeteilt werden. Einfamilienhaus bei paris in die Luft geflogen Paris, 3. Juli. Am Mittwoch ereignete sich in Le Vesinet, einem westlichen Vorort von Paris, in einem Einfamilienhaus aus bisher unbekannten Gründen eine Explosion, die das Haus völlig auseinanderriß. Die Feuerwehr hat bisher einen Schwerverletzten aus den Trümmern des Hauses geborgen, der kaum verständliche Worte vor sich hinlallte. Aus einigen Wortstücken glaubt man entnehmen zu können, daß noch zwei weitere Personen unter den Trümmern begraben liegen. Die Bergungsarbeiten hatten aber bisher noch keinen Erfolg. Seite 2 Nr. 154„ Bochumer Anzeiger 7 Donnerstag, 4. Juli 1933 Jüdisch-arische Eheschließung aogelehnt Entscheidung des Wetzlarer Amtsgerichts Frankfurt a.., 8. Juli. Nach dem NS.=Gaublatt„Frankfurter Volksblatt“ hatte das Wetzlarer Amtsgericht die Klage eines Ariers, dem der zuständige Standesbeamte das Aufgebot mit einer Jüdin verweigert hatte, abgewiesen. In der Begründung der Entscheidung heißt es nach dem Bericht des„Frankfurter Volksblattes": „Der Standesbeamte lehnte den Erlaß des beantragten Aufgebotes ab mit der Begründung, zur Eheschließung zwischen einem deutschblütigen Manne und einer Jüdin könne er als Nationalsozialist keine Amtshilfe leisten. Der Antragsteller beruft sich darauf, daß die Weigerung des Standesbeamten in den bestehenden gesetzlichen Bestimmungen keine Grundlage finde, und hat beantragt, den Standesbeamten anzuweisen, das begehrte Aufgebot zu erlassen. Es ist richtig, daß die bestehenden gesetzlichen Bestimmungen die Eheschließung zwischen einem deutschblütigen Manne und einer Jüdin nicht verbieten. Dieser formalgesetzliche Zustand vermag aber den Antrag des Antragstellers nicht zu stützen. Mit der Machtübernahme durch den Nationalsozialismus in Deutschland sind die Grundlagen der nationalsozialistischen Weltanschauung zugleich die Grundlagen für den völkischstaatlichen Neuaufbau des Deutschen Reiches geworden. Dieser wird durchgeführt und im Tiefsten getragen aus der Erkenntnis der unlöslichen naturgesetzlichen Einheit von Rasse, Seele und Recht. Die Wiederbefreiung des deutschen Menschen von allen schädigenden Einflüssen artfremder Rassen, die Wiedererstarkung der deutschen Seele und ihre Reinerhaltung für alle Zukunft ist hierbei das unverrückbar höchste Ziel. Die Begründung führt dann die verschiedenen grundlegenden Gesetze in dieser Richtung an und sagt weiter: „Sie erstreben folgerichtig das Ziel, die durch Rassemischung eingetretene Entartung des deutschen Volkes nach allen Richtungen hin zu sichern(zu beseitigen! Die Schriftltg.) Diesem auf allen Gebieten der Gesetzgebung wie auch in dem gesamten amtlichen und halbamtlichen Schrifttum des Staates und der NSDAP zu Tage tretenden Streben wäre es ein Schlag ins Gesicht, wollte der nationalsozialistische Staat gleichzeitig weiterhin Ehen zwischen Deutschblütigen und Juden zulassen. Der Einwand, daß trotz alledem solche Mischehen bisher gesetzlich noch nicht verboten seien, schlägt nicht durch. Dieser Einwand entspringt typisch jüdisch=liberalistischem Moral= und Rechtsdenken; letzteres hatte mit dem Grundsatz:„Was nicht verbeten ist, ist erlaubt", deutsches Recht und deutsche Sitte bereits fast völlig instinktlos und wurzellocker gemacht. Nationalsozialistische— d. i. arteigene— Rechtsanschauung hat demgegenüber wieder das artgemäße Gesetz des Sollens aufgerichtet als Anforderung an jeden einzelnen: seine innere Haltung und äußere Lebensführung allein auf das Wohl seines Volkes auszurichten und dessen Belangen sich unterzuordnen. Dieser Satz ist bindendes, geltendes Recht des Dritten Reiches und, wie oben dargelegt, bereits in grundlegenden Gesetzen eindeutig zum Ausdruck gekommen. Mit diesem Rechtssatz steht die Eheschließung eines deutschblütigen Mannes mit einer Jüdin in unlösbarem Widerspruch. Eine solche Eheschließung kann daher nicht mehr zugelassen werden, und der Standesbeamte hat mit Recht den Erlaß des vom Antragsteller begehrten Aufgebots abgelehnt. Der Antrag des Antragstellers, den Standesbeamten zum Erlaß des begehrten Aufgebots anzuweisen, war daher, wie geschehen, abzulehnen.“ Besuv=Ausbruch im Rundfunk Belohnte Ausdauer einer italienisch=amerikanischen Rundfunkgesellschaft Rom, 3. Juli. In der Nacht zum Mittwoch hat der Vesuv der schon seit einiger Zeit in Tätigkeit war, plötzlich einen starken Ausbruch gemacht, bei dem sich durch die Explosion von Kratergasen eine Höhlung in der Kraterwand bildete. Die Ausbrüche waren von einem starken inneren Rollen begleitet. Großes Glück hatte eine italienisch=amerikanische Rundfunkgesellschaft, die schon seit Monaten daran arbeitete, eine Hörsendung aus dem Innern des Kraters zustandezubringen. Bei der gestrigen ersten Uebertragung, die nach Italien, Amerika, Frankreich, der Schweiz, Oesterreich, Portugal, Spanien und Belgien gesendet wurde, hat sich somit der Hauptbeteiligte, in diesem Falle der Vesuv, von seiner besten und interessantesten Seite hören lassen. Wie polnische Blätter melden, wurden aus Litauen acht polnische Staatsangehörige ausgewiesen, die dort seit längerer Zeit ansässig waren und sich in den kulturellen Verbänden der dortigen polnischen Minderheit betätigten. Der gefahrenvolle 14. Juli Doonee ned Gerlulduug der „Einigung“ innerhalb der Radikalsozialisten— Herriot nur noch bis zum Herbst Parteivorsitzender Paris, 3. Juli. Im„Journal officiel“ sind heute die ersten beiden Verordnungen über Sparmaßnahmen, die die Regierung beschlossen hat, erschienen. Es handelt sich um die Bekämpfung des Doppelverdienertums und um die Einsetzung von Sparkontrollausschüssen bei den verschiedenen Ministerien für die Landesverteidigung. Die übrigen Maßnahmen, die auf eine methodische Deflationspolitik abzielen, sollen er stam 16. Juli, d. h. nach dem französischen Nationalfeiertag, bekanntgegeben werden. Ministerpräsident Laval hofft auf diese Weise, den verschiedenen Versammlungen, die für den 14. Juli geplant sind, jeden Vorwand zu besonderen Kundgebungen zu nehmen. Vielleicht täuscht er sich in dieser Annahme, denn die linksstehenden Parteien beabsichtigen, wie aus ihren Presseorganen hervorgeht, gegen die Regierung und ihre Politik gewaltige Massendemonstrationen zu veranstalten. Der Innenminister kündigt an, daß er gewillt ist, mit seiserner Hand durchzugreifen, um jede Störung der Ordnung zu unterdrücken. So bleibt es fraglich, ob in diesem Jahr das französische Nationalfest mit den sonst üblichen harmlosen Volksbelustigungen zu Ende gehen wird. Das Tagesgespräch der parlamentarischen Kreise bildete heute die Frage, ob Herriot Vorsitzender der Radikalsozialistischen Partei bleiben oder ob er ganz aus der Partei ausscheiden werde. Herriot hatte in Lyon vor kurzem seinem Unwillen über die von Daladier(Führer des linken Flügels der Partei) vertretene Tendenz, die auf den Anschluß der Radikalsozialistischen Partei an die sogenannte„Volksfront“ hinzielt, in harten Worten Ausdruck gegeben und angekündigt, daß er, falls er in der Vollsitzung des Vollzugsausschusses keine Genugtuung erhalte, den Vorsitz niederlegen würde. Diese Vollsitzung war für heute abend anberaumt. Sie hatte ein Ergebnis, das zwar äußerlich den Riß zwischen rechts und links in der Partei, also zwischen Daladier und Herriot, zusammenkittet, darüber hinaus aber doch die Gefahren für den 14. Juli nicht mindert. In der Vollsitzung verlas Herriot eine einstimmig angenommene Entschließung des Vorstandes des Vollzugsausschusses, die besagt, daß im Vorstand des Vollzugsausschusses eine Einigung zwischen den verschiedenen Tendenzen innerhalb der Partei erzielt worden sei. Er, Herriot, fordere als Vorsitzender der Partei, daß diese jeder Art von Diktatur gegenüber feindlich bleibe und sich ihre Unabhängigkeit ebenso wie die anderen Parteien bewahre. Man werde weder auf dem linken noch auf dem rechten Flügel der Partei irgend jemand ausschließen, der die Republik verteidigen wolle. Herriot selbst wolle für seinen Teil für die Republik kämpfen, aber unter sämtlichen drei Farben ihrer Fahne. Aus den Schlußworten der Erklärung Herriots scheint hervorzugehen, daß er nicht vorzeitig den Parteivorsitz niederlegen, sondern den normalen Ablauf seines Amtes im Herbst dieses Jahres abwarten wird, denn Herriot erklärte, daß er zum letzten Male die Arbeiten des Vollzugsausschusses leite und daß er in die Reiben der Partei zurücktreten werde. Jedenfalls wird auf Grund der Entschließung den Mitgliedern durchaus freie Hand gelassen, d. h. das Zusammengehen mit der„Volksfront", wird nicht ausdrücklich untersagt. Bei der„Volksfront“ handelt es sich um eine Vereinigung von Parteien und Gewerkschaften, auf deren Programm der Kampf gegen den Faschismus und vor allem gegen die Sparmaßnahmen der Regierung stecht. Reichsbauerntag vom 10. bis 17. November dnb Berlin, 3. Juli. Auf Anordnung des Reichsbauernführers findet der diesjährige Reichsbauerntag in der Zeit vom 10. bis 17. Nebelung(November) 1935 in der Reichsbauernstadt Goslar statt. Um den Reichsbauerntag besonders hervorzuheben und die Führerschaft des Reichsnährstandes auf diese Tagung genügend vorzubereiten, hat der Reichsbauernführer eine Sperre aller Kundgebungen und Arbeitstagungen des Reichsnährstandes bis zum Reichsbauerntag verfügt. Von dieser Anordnung sind allein die Vorbereitungen zum diesjährigen Erntedanktag ausgenommen. Vereinheitlichung der Verwaltung Gemeinsamer Oberpräsident für Brandenburg und Posen=Westpreußen dnb Berlin, 3. Juli. Das preußische Staatsministerium hat ein Gesetz zur Vereinheitlichung der Verwaltung beschlossen. Als „vorläufige Regelung" bestimmt dieses Gesetz, daß der Oberpräsident der Provinz Brandenburg zugleich Oberpräsident der Provinz Grenzmark Posen=Westpreußen ist. Für beide Provinzen wird ein gemeinsamer Provinzialrat gebildet. Durch besondere Verordnung hat Ministerpräsident Göring die Zahl der von ihm zu ernennenden Mitglieder des gemeinsamen Provinzialrats auf 20 festgesetzt. Kerkerstrafe für österreichische Krankenpfiegerin anb Wien, 3. Juli. Das Schwurgericht in Klagenfurt hat die 33jährige Krankenpflegerin Marie Bauer wegen Hochverrats zu einem Jahr schweren verschärften Kerker verurteilt. Die Anklage legte der Pflegerin in der Hauptsache zur Last, daß sie Unterstützungsgelder, die sie bei Bekannten gesammelt hat, an wegen ihrer Gesinnung gemaßregelte Nationalsozialisten zur Verteilung gebracht habe. Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses der französischen Kammer für sofortige Fühlungnahme mit Deutschland dnb Paris, 3. Juli. Mit der Frage der deutsch=französischen Beziehungen beschäftigt sich in der radikalsozialen„République“ der Abgeordnete Bastid, Vorsitzender des Auswärtigen Kammerausschusses. Er weist zunächst auf die in England und auch in Frankreich in letzter Zeit sich anbahnenden Bestrebungen einer deutsch=französischen Annäherung hin und schreibt dann u..:„Die Atmosphäre scheint heute etwas besser zu sein. Unsre Oeffentlichkeit steht vielleicht einer freien Aussprache mit Deutschland nicht mehr ganz so fern wie noch vor einiger Zeit. Ob die Bedingungen für diese Aussprache für uns günstiger sind, ist eine andre Frage. Ich glaube im Gegenteil, daß wir das größte Interesse daran gehabt hätten, so schnell wie möglich schon bei der Machtübernahme durch das nationalsozialistische Regime, mit dessen baldigem Sturz zu rechnen eine Vermessenheit war, die Verhandlung anzubahnen. Wir haben wieder einmal Zeit verloren. Aber nichtsdestoweniger können wir immer noch aus freien Stücken verhandeln. Jedoch möchte ich zwei Fragen stellen: Können wir eines Tages nicht doch gezwungen werden, zu verhandeln, und schwächt die ablaufende Zeit nicht auf jeden Fall die Vorteile unsrer Lage? Die Ereignisse der letzten Wochen bezeugten mit unwiderstehlicher Gewalt, daß jede Politik, die selbst den flüchtigen und trügerischen Anschein einer diplomatischen Einkreisung Deutschlands besitzt, zum Mißerfolg verurteilt ist. Inzwischen wächst das Ansehen Deutschlands. Das ist eine Tatsache. Deutschlands Anziehungskraft dehnt sich aus, sogar bis in die Balkangegenden, die bisher überlieferungsgemäß der französischen Sache zugetan waren. Ich stelle das mit größter Traurigkeit fest. Soll man aber wartet, bis die Ereignisse sich vollendet haben? Heute braucht Deutschland uns noch; wird das aber immer der Fall sein? Vom Standpunkt unseres heiligen Egoismus aus— keine Formel trifft heute besser zu als diese— steht nichts der Anbahnung von Besprechungen im Wege. Nochmals die=Boot=Frage bor den Interhaus Der Erste Lord der Admiralität gegen Lloyd George dnb Berlin, 3. Juli. Im Unterhaus gab es heute wieder eine ausgedehnte Aussprache über das deutsch=englische Flottenabkommen. U. a. fragte der konservative Abgeordnete Radford den Marineminister, ob im Verlauf der letzten Besprechungen mit der deutschen Abordnung für die Flottenverhandlungen diese das Angebot gemacht habe, die Unterseeboote gänzlich abzuschaffen, und, wenn das der Fall sei, was die Regierung geantwortet habe. Der Erste Lord der Admiralität, Sir Bolton Eyres in seiner Rede vom 21. Mai festgestellt hat, ist Deutschland bereit, der Abschaffung der =Boote zuzustimmen, vorausgesetzt, daß andere Länder dasselbe tun. Diese Bereitschaft ist durch die deutschen Vertreter bei den letzten Besprechungen erneut bestätigt worden. Wie anderseits bekannt ist, hat Engjland die Führung bei dem Versuch unternommen, ein allgemeines Abkommen über die Abschaffung der=Boote herbeizuführen(Beifall), und hat sich seit der Washingtoner Konferenz bei jeder passenden Gelegenheit hierfür eingesetzt. Bedauerlicherweise werden diese Ansichten jeldoch von den anderen Ländern(Frankreich und Japan) lnicht geteilt. Aus dem, was ich gesagt habe, geht klar hervor, daß der Bericht, den Lloyd George auf der nationalen Aufbau= und Friedenskonferenz gegeben hat, jeder Begründung entbehrt(Beifall). Dieser Bericht, der behauptet, daß, obwohl Deutschland die Abschaffung der=Boote angeboten habe, wir nicht bereit gewesen seien, dieses Angebot anzunehmen, steht nicht nur im Widerspruch mit den klaren Tatsachen, sondern auch zu den autoritativen Erklärungen, die die britische Regierung kürzlich zu dieser Angelegenheit gegeben hat.“ (Lauter Beifall der Minister). Ich fürchte nicht, daß die Lloyd=George=Erklärung in England irgendeinen Schaden anrichten kann, da ich nicht glauben kann, daß jemand mit Ausnahme von Lloyd George die wahren Tatsachen nicht kennt. Worüber ich Besorgnis hege, ist ihre internationale Wirkung. Dieser=Boot=Angriff auf die britische Regierung muß das Ansehen dieses Landes in den Augen der Welt schädigen und so die ständigen Anstrengungen der Regierung zur Errichtung des Weltfriedens behindern.“(Neuer Beifall.) In moderner Kriegführung geschult Abermalige Erklärung des abessinischen Kriegsministers dnd Addis Abeba, 3. Juli. Der abessinische Kriegsminister erklärte eine Meldung des„Matin“, die die abessinische Truppenstärke mit 140000 Mann bezifferte, für unzutreffend. Die augenblickliche Heeresstärke betrage, wie der Kriegsminister ausführte, 350000 Mann. Falls Abessinien zur Mobilisation gezwungen würde, könnten innerhalb von 15 bis 30 Tagen etwa 900 000 Mann aufgeboten werden. Die abessinischen Streitkräfte, die sowohl mit modernen wie mit älteren Waffen ausgerüstet seien, hätten jedoch sämtlich die einer modernen Kriegführung entsprechende Ausbildung erhalten. Der bekannte Cunard=Dampfer„Mauretania“, der 22 Jahre lang das Blaue Band des Ozeans innehatte, hat seine letzte Fahrt zu der Schiffswerft in Schottland angetreten, wo das 29 Jahre alte Schiff abgewrackt iste Lord der Admiralität, Sir Bolton Eyres werden soll.„Alle im Londoner Hafen liegenden Schiffe Monsell, erwiderte hierauf:„Wie der Reichskanzler ließen zum Abschied ihre Sirenen ertönen. „A Tad und Tee dle Liede Lommerliches in der Berliner„Dolksbühne“ Oder der„Biberpelz“ im Ostseehafen. Nur daß der Biberpelz dieser Seemannskomödie eine Schiffsapotheke ist, in der Kokain geschmuggelt werden soll, den Wehrhahn ein durch Liebe sehr blind gewordener Zollbeamter ersetzt und— dem Autor Friedrich Lindemann zum Gerhart Hauptmann doch noch einiges fehlt. Aber Lindemann kennt die Waterkant und die Seefahrt, und so ist sein Schnack vom„Blauen Peter“, der Flagge, die die Ausreise eines Schiffes anzeigt, in allem Drum und Dran echt und recht lustig geraten. Nur ist das„Schiemannsgarn“, von der Liebe in Luv und Lee ein bißchen sehr lang. Die wirklichen jungen und alten Leute am deutschen Strand sind meist nicht so gesprächig. Der„Doktor“, eine zweideutige Landratte, die den Matrosen hübsche Bilder, wie sie sie lieben, in die Haut ritzt, hängt dem alten Seebären Kapitän Braß eine Schiffsapotheke zu verdächtig billigem Preis auf. Und um diese Apotheke spukt nun toll die Liebe. Zunächst einmal schüttet eine Betty, die den Steuermann gern hat, sämtliche Medizinen und Drogen in die Thekenwanne der Hafenkneipe und füllt alle Gläser wieder mit eitel Genever. Dann petzt eine schlimme, eifersüchtige Olga dem Esel von Hafenzöllner, daß der„Doktor“ in einem Geheimfach des harmlosen Kastens durchaus nicht harmlose weiße Pülverchen verstaut habe. Danach gerät der alte Bootsmann Hollesen, der ausgiebig saftige, plattdeutsche Spruchweisheiten um sich streut, über die Apotheke, kluckert mit der übrigen Mannschaft Bettys herrlichen Genever aus, steckt die Pülverchen in die Handtasche der schlimmen Olga und tut statt dessen Speisesalz ins Geheimfach. Man sieht, die Liebe kreuzt in den drei Akten recht umständlich gegen Luv und Lee. Zuletzt gibt es einen hochnotpeinlichen Vernehmungsakt im Zollbüro, der sich in Wohlgefallen und zwei Vexeohungen auflöst. Die Volksbühne verfügt für Volkstypen aller Berufe über eine ganze Palette prächtiger Darsteller. Sie steuerten auch diese ebenso deftige wie gemütliche Seemannskomödie in den Hafen eines sehr freundlichen Sommererfolges. Jakob Tiedtke tätschelte breit und bärenhaft mit einer appetitlichen Witwe der Rene Stobrawa. Josef Sieber lieh seine mit jeder Rolle meisterhafter werdende Charakterkomik der ultigen Kruke eines versoffenen Bootsmannes, Flockina von Platen schillerte keß als Hafenkneipenpflänzchen und Armin Süßenguth machte aus dem„Doktor“, die fesselnde Studie eines verkrachten und entgleisten Akademikers. Das Stück wird auch anderwärts Luft haben. Karlernst Knatz Deidi-Erltautführung in Duisburg „Don Carlos“ zum Abschluß der Spielzelt. Es war ein besonderes Verdienst des Duisburger Stadttheaters, daß es sich mit der letzten Erstaufführung der Spielzeit für eine der wenig bekannten Verdi=Opern einsetzte. Der„Don Carlos“ ist, nach„Johanna'Arc“, den„Räubern" und„Luisa Miller“, Verdis letzte Schiller=Oper, er ist auch, vor„Alda“, die letzte Oper aus der mittleren Schaffensperiode. Das Werk ist nicht ohne Zwiespalt: groß und echt ist es überall dort, wo in Arien, Duetten und Ensembles der wahre Verdi ungebrochen und blutvoll misiziert; andere Partien dagegen, in denen der Einfluß der französischen Oper vom Schlage Meyerbeers und Halévys hervortritt, wirken heute etwas als ermüdende Längen. Auch die Duisburger Aufführung war nicht ganz ohne Zwiespalt; im Gesamteindruck war sie eine den Durchschnitt weit überragende, außerordentliche Leistung, die allerdings in vielen Einzelheiten, regielich und gesanglich, erst nur in den Umrissen deutlich wurde. Der besondere Gewinn dieser Inszenierung, wie überhaupt der Duisburger Oper war die Bekanntschaft mit dem neuverpflichteten Bühnenbildner Josef Fenneker, der in Bildern und Kostümen ein ungewöhnliches, Raum gestaltendes und Atmosphäre schaffendes Können erwies. Rudolf Scheels Regie giwfelte in den Volksszenen; sie waren, sosehr sie oft mit Wirkungsmitteln der großen Ausstattungsoper arbeiteten, doch stets mit vitaler Dramatik erfüllt. Paul Drachs musikalische Leitung führte das Orchester und die gesanglichen Einzelleistungen, die— ohne allerdings an großen Verdi=Stil heranzureichen— recht beachtlich waren, zu lebensvollem Musizieren. Was der Aufführung darüber hinaus noch fehlte, war die letzte Durchbildung aller Einzelheiten und die entscheidende Raffung zu mitreißendem Brio. Im ausverkauften Haus fand die Erstaufführung lebhaft beifällige Aufnahme. Dr. W. St. Ferdinand Jauerbruck 60 Jahre Am 3. Juli vollendete der deutsche Chirurg, Ferdinand Sauerbruch, dessen Name Weltgeltung hat, sein 60. Lebensjahr. Ferdinand Sauerbruch, am 3. Juli 1875 zu Barmen geboren, ist als Arzt und Professor der Chirurgie in Marburg(1908), Zürich(1911) und München (1918) tätig gewesen, bis er im Jahre 1928 nach Berlin berufen wurde, um die Chirurgische Universitätsklinik, die Charité, zu übernehmen. Seit dieser Zeit ist Geheimrat Dr. Sauerbruch, Preußischer Staatsrat, in Berlin tätig. Er steht mitten in einem an Arbeit und Mühen, aber auch an Erfolgen und Ehrungen überaus reichen Leben. Sauerbruch verdankt seinen internationalen Ruf als Chirurg in erster Linie seinen bahnbrechenden Leistungen auf dem Gebiete der Lungenund Brustkorbchirurgie und der Erfindung einer genialen Operation, durch die es gelingt, die Amputationsstümpfe des Armes zu befähigen, eine künstliche Hand willkürlich zu bewegen. Sauerbruch hat diese Operation während des Weltkrieges ausgearbeitet und durch sie vielen Verstümmelten zur Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit verholfen.— Der Führer und Reichskanzler hat an Professor Sauerbruch am Dienstag folgendes Glückwunschtelegramm gerichtet:„In herzlichem Gedenken spreche ich Ihnen zu Ihrem morgigen 60. Geburtstag meine besten Wünsche für Ihr persönliches Wohlergehen, wie für Ihre weitere Arbeit im Dienste leidender Menschheit aus. Mit Deutschem Gruß Adolf Hitler.“ Prof. Dr. L. Brauer siebzigjährig. Am 2. Juli beging der berühmte Hamburger Internist Professor Dr. Ludolph Brauer seinen 70. Geburtstag. Professor Brauer, der sich große Verdienste um die medizinische Wissenschaft errungen hat, wirkte seit 1910 in Hamburg, und zwar bis zur Gründung der Universität im Jahre 1919 als Leiter des Eppendorfer Krankenhauses und später als Lehrer für innere Medizin an der Hamburgischen Universität. Vor Jahresfrist ist er in den Ruhestand getreten. Goethes„Faust“ in Kisuaheli. Goethes„Faust“ wird demnächst auch auf einer Bühne in Sansibar zur Aufführung kommen, nachdem der Johannesburger Sprachforscher White Echman die Uebersetzung des Werkes in Kisuaheli vollendet hat. Weltbewerb um den Filmpreis Muliolinis Die drei deutschen Filme. Für die Dritte Internationale Filmkunstausstellung 10. bis 25. Lugust 1935 in Venedig hat der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda angeordnet, daß folgende Filme in den Wettbewerb um den Preis des Duce gestellt werden sollen: Triumph des Willens, Der alte und der junge König und Hermine und die sieben Aufrechten. Außerdem sollen folgende Filme außerhalb des Wettbewerbs in den verschiedenen Theatern in Vegedig, zur Vorfübrung gelangen: Regine, Peer Gynt, Abschiedswalzer, Hände am Werk, Ich für dich, du für mich, Oberwachtmeister Schwenke, Amphitryon, Stradivari, Ich liebe alle Frauen. Von deutschen Kulturfilmen sollen gezeigt werden: Der Ameisenstaat, Der König des Waldes, Teutschland kreuz und quer, Leben unter dem Eis, Schmetterlingsleben, Bauernstand mit Künstlerhand und Der Lüneburger Silberschatz. Soweit bis jetzt feststeht, werden sich 18 Länder an der Dritten Internationalen Filmkunstausstellung beteiligen, und zwar außer Deutschland noch Amerika. England, Frankreich, Holland, Indien, Italien, Japan, Oesterreich, Polen, Portugal, Rumänien, Rußland, Schweden, die Schweiz, Spanien, die Tschechoslowakei und Ungarn. Hauptschriftleiter: Dr. Paul Dierichs Stellvertreter: Hans Schulte. Verantwortlich für Politik: I. V. Fritz Schmidt, Kommunalpolitik u. Stadtteile: I. V. Kurt Dörnemann, Lokales: Hans Schulie Kulturpolitik und Unterhaltung: Dr. Josef Schwermann Feuilleion: Dr. Emil Strodk= dofs, Wirtschaft: Fritz Schmidt, Sport: i. V. Hans Schulte, Gerichtsdienst u. Briefkasten: Max Flegel Provinz: Kurt Dörnemann, Anzeigen: Kurt Scholz, sämtlich in Bochum. Berliner Redaktion: Michael Haupt, Berlin SW 68. Wildelmstr. 98. Anruf: Jäger 4115 u. Karlsvorst 0340. Berliner Anzeigenvertretung: F. W. Pempe, Berlin=Cbarlottenburg, Uhlandstr. 194. Anruf Ci Steinpi. 6813. Verlag und Truck: Laupenmühlen&m Tierichs in Bochum. Ruf 67551, 52, 53.— DA. V. 35: über 24 800. Sprechstunden der Redaktion 16—17 Uhr(außer Samstags). Für unverlangte Einsendungen keine Haftpflicht Rücksendung unne bel Rückparto 1— Nüdporto Die heutige Aummer umfaßt 12 Seiten Seite 3 Nr. 154 Bochumer Anzeiger, Donnerstag, 4. Juli 1933 Bochumer Nachrichten Für unsere Hausfrauen: So hält man Lebensmittel kühl! Das Reichskuratorium für Wirtschaftlichkeit schreibt: Verdorbene und ungenießbare Lebensmittel führen oft zu schweren körperlichen Schädigu n, die es ebenso zu verhindern gilt wie den materiellen Verlust, der dann eintritt, wenn oft teuer erworbene Lebensmittel durch Wärme und Feuchtigkeit für den menschlichen Genuß ungeeignet werden. Stark wasserhaltige Nahrungsmittel, wie Milch, Fleisch und Gemüse, nehmen bekanntlich leicht unangenehme Gerüche und schlechten Geschmack an und weisen ein unappetitliches Aussehen auf, wenn sie im Sommer in der Temperatur der Luft aufbewahrt werzahlreiche und zum Teil sehr einfache Mittel, leicht verderbliche Nahrungsmittel bei niedrigeren Temperaturen aufzubewahren. Die einfachsten Mittel sind schon Jahrtausende alt. Das Tongefäß, durch Wasser feucht gehalten, gibt den aufbewahrten Lebensmitteln(Butter, Milch und dgl.) durch die Verdunstungskälte eine größere Haltbarkeit. Feuchte Tücher, die über derartige Nahrungsmittel gelegt werden, ermöglichen gleichfalls durch den bei der Verdunstung entstehenden Entzug von Wärme eine etwas längere Aufbewahrungsmöglichkeit im unverdorbenen Zustande, als das im Sommer bei der gewöhnlich herrschenden Temperatur der Fall ist. Isoliergefäße aller Art(Isolierflasche, Kochkisten und dgl.) vienen dem gleichen Zweck. 9n M2 Eine andere Art der Kuhlhaltung rann erreicht werden durch ständige Ueberspülung mit kaltem Brunnen= oder Leitungswasser. Alle diese Kühlhaltungsverfahren kommen jedoch in ihrer Wirksamkeit nicht an die durch Eisschränke oder elektrisch= oder gasbetriebene Kühlschränke erreichbare Kühlwirkung heran, bei der sich alle leicht verderblichen Lebensmittel zwei bis drei Tage frisch halten. Berücksichtigt man, daß in Deutschland jährlich rund zehn Milliarden Mark für Lebensmittel ausgegeben werden, und bemißt man die vermeidbaren Vertuste auch nur.cz gegsiey,„iufpgre, Hon dert, dann ergibt sich eine Schuvenssumme von rund 4500 Millionen im würde das für jeden Haushalt einen jährlichen Verlust an Lebensmitteln von rund 30 RM. bedeuten. Fahnen und Grünschmuck an die Häuser! Ein Aufruf der Vereinigten Kaufmannschaft zum Ganparteitag. Mit folgendem Aufruf wendet sich die Vereinigte Kaufmannschafte. V. Bochum an alle Einzelhändler Bochums: In der Zeit vom 5. bis 7. Juli findet in Bochum der diesjährige Gauparteitag des Gaues Westfalen Süd statt. Eine große Zahl von führenden Männern der Bewegung wird in diesen Tagen in Bochum weilen. Das verpflichtet den Bochumer Einzelhandel. Es gilt zu zeigen, was der Bochumer Einzelhandel kann. Pflicht eines jeden Einzelhändlers ist es, soweit es in seinen Kräften steht, an der äußeren Ausgestaltung des Gauparteitages beizutragen durch Beflaggen und Schmücken der Geschäftshäuser und würdige Ausstattuig der Schaufenster. Erkennungszeichen IX—18789 Ein Personenkraftwagen aus der Diekampstraße gestohlen Am 3. Juli, gegen 5 Uhr, wurde auf der Diekampstraße in Bochum ein vor dem Hause Nr. 19 parkender dunkelblauer Opelwagen, Erkennungszeichen IX— 18789, Fahrgestellnummer 10/42261, Motornummer 42532, gestohlen. Der Wagen war verschlossen. Die Tür ist vermutlich gewaltsam geöffnet worden. Angaben, die auf Wunsch vertraulich behandelt werden, werden von der Kriminalpolizei in Bochum. Uhlandstraße 35, Zimmer 252, sowie von sämtlichen Polizei= und Gendarmeriedienststellen entgegengenom22o.., m Sinsemener Aiinrer gihe usd! .-.-Archiv So möchte es bei großer Hitze jeder haben! Hedel in Volsahtrauf Film und Apparate verbrannt— Mutiges Verhalten der Vorführer und verließ in voller Ruhe das Theater. Die sofort eintreffende Feuerlöschpolizei arbeitete nur so wenig wie möglich mit Wasser, sondern bekämpfte das Feuer vornehmlich mit Schaum, um die kostbaren Apparate möglichst zu schonen. Wie weit das gelungen ist, läßt sich im Augenblick noch nicht sagen. Das Feuer war jedenfalls in ganz kurzer Zeit gelöscht. Jubilarehrung beim SGV. Bochum Wieder konnte die Abteilung Bochum des eine Reihe von Jubilaren aus ihren Reihen ehren. Im Saal von Ludger König hatten sich am Dienstag abend die Wanderfreunde in einer recht stattlichen Anzahl versammelt. Sie wurden vom Vereinsführer Döring herzlich begrüßt. Die Ausgestaltung des Abends hate Wanderfreund Schebstadt übernommen. Ein frisch=fröhlich gesungenes Wanderlied und eine Darbietung der Musikabteilung unter Leitung des Wanderfreundes Berges schaffte eine festlichfrohe Stimmung. Ein von Schebstadt gesprochener Prolog, verfaßt von Oschmann, und Gesangvorträge der Gesangabteilung, leiteten über zu der Ansprache des Vereinsführers Döring. Eine Jubilarfeier, so führte er aus, müßte mehr sein als ein flüchtiger Dank für die Vereinstreue. Die Treue der Jubilare sei um so höher zu werten als die 25 Jahre der Mitgliedschaft erfullt waren von schweren wechselvollen Ereignissen. Nur größte Liebe zur Heimat vermochte diese Treue erhalten. Das Zeichen der deutschen Treue sei die Eiche. Das Blatt dieses Baumes sei das Ehrenzeichen des und es sei ihm eine besondere Freude auch in diesem Jahr so vielen Wanderfreunden das Jubilarabzeichen im Namen des Hauptverein überreichen zu dürfen. Die Jüngeren ermahnte er, den Alten nachzueifern und werben für das deutsche Wandern. Er überreichte goldene Jubilarabzeichen dem Wanderfreunde Pr. Kuhlemann; das silberne Abzeichen erhielten: W. Brockhaus, W. Charventier, Dahlhaus, W. Eisenkrämer, Fr. Kraushaar, Fr. Lange, Oberhagemann, L. Reinhardt, Th. Spickermann, H. Schröder, Stodick und Hugo Wilms. Nachdem der Jubilar Kuhlemann den Dank der Jubilare ausgesprochen hatte, begann der unterhaltende Teil. Heatt düeck Am Mittwoch nachmittag, wenige Minuten nach 6 Uhr, entstand im Vorführraum eines Lichtspielhauses in der Rottstraße ein Brand. Die sofort herbeigerufene Feuerlöschpolizei war unmittelbar darauf zur Stelle und vermochte den Brand in kurzer Zeit zu löschen. Das Innere des Vorführraums ist vollkommen ausgebrannt. Man muß vom Hof aus eine schmale eiserne Treppe hinaufklettern, um in den Vorführraum zu gelangen. Von außen ist von dem Brand eigentlich wenig zu bemerken. Der Beamte der Feuerlöschpolizei, der uns führt, macht darauf aufmerksam, daß die nach außen vorstehenden Dachbalken schon sehr stark verkohlt sind. Dabei sieht man auch, daß die Flamme das Zink der Dachrinnen glatt durchgeschmolzen hat. So kann man sich schon von außen ein Bild von der Gewalt des Feuers machen.. 11343, alam. Ssirst Als die eiserne Eingangstur sich offnet, prallt man einen Schritt zurück; glühheiße Luft schlägt nach draußen. Als man dann endlich drin ist, muß sich das Auge erst an die Dunkelheit gewöhnen. Das elektrische Licht kann nicht angezündet werden, die Leitungen sind zerstört. Der Raum bietet ein Bild der Verwüstung. Alle Apparate sind unbrauchbar, die Leitungen durchgeschmolzen, die Verstärkerröhren geplatzt. Links in der Ecke steht das Wrack eines Grammophons. Die Platten, die davor liegen, haben unter der Einwirkung Eine Zunr grare ful Adle! men. Radler rast gegen Mauer Lebensgefährlich verletzt Am 2. Juli fuhr auf der Castroper Straße ein Radfahrer gegen den Bordstein, kam dabei zu Fall und schlug mit dem Kopf gegen die Umfassungsmauer des Augustakrankenhauses. Er blieb besinnungslos liegen und wurde dem Augustakrankenhaus zugeführt. Es besteht Lebensgefahr. Am gleichen Tage fuhr auf dem Bahnhofsvorplatz ein Personenkraftwagen beim Zurücksetzen ein Fahrrad an. Das Fahrrad wurde stark beschädigt. Vier Fahrräder suchen ihre Besitzer Bei der Kriminalpolizei in Bochum sind vier Fahrräder sichergestellt, die vermutlich aus Diebstählen herHerrentourenrad, Marke„Wittler“ Bielefeld, Nr. 207246, Rahmen, Felgen und Schutzbleche schwarz, Kometerfreilauf, Blockdepale, Sattel mit schwarzer Satteldecke überzogen, aufwärtsgebogener Lenker mit roten Gummickriffen. Das Fahrrad ist am 29. Juni 1935 auf der Velsstraße vor dem Hause Nr. 24 herrenlos aufgefunden worden. An dem Fahrrade befand sich noch ein grauer Herrenhut. 2. Herrentourenrad ohne Marke, Nr. 558279 Rahmen und hintere Felge schwarz, vordere Felge schwarz mit grünen Streifen, graue Bereifung, hinteres Rad Halbballon, Torpedofreilauf, Schutzbleche schwarz mit Doppelstreifen, aufwärtsgebogener Lenker mit Gummigriffen, brauner Sattel mit grüner Satteldecke, Blockpedule, auffallend große Uebersetzung, braune verschlossene Satteltasche, schwarzer Gepäckträger, zwei 3. Herrentourenrad, Marke„Diri“, Nr. 288266, Rahmen rot, Felgen und Schutzbleche gelb mit schwarzen Streifen(stark verrostet), Torpedofreilauf, Blockpedale, rote Bereifung, aufwärtsgebogener Lenker mit roten Gummigriffen, brauner Sattel, braune Sattel4. Herrentourenrad, Marke„Sieler“, Nummer aussefeilt, Rahmen und Schutzbleche schwarz mit doppelten Goldstreifen, Felgen schwarz mit grünen Streifen, NSU.=Freilauf, Pedale mit Zwischengummi, aufwärtsgebogener Lenker mit schwarzen Horngriffen, rotbrauner Sattel, Marke„Standard", dunkelbraune Werkzeugtasche. Das Rad ist 1992 gestohlen worden. Eigentumsansprüche können im Polizeipräsidium i Bochum, Uhlandstraße 35. Zimmer 252, geltend gemacht werden. der Hitze Wellen bekommen und sind dann durchgebrochen. Wir heben eine Platte auf und schauen auf das Schild:„Für einen Fliederstrauß...“ Die Fortsetzung fehlt, ist verbrannt. Rechts der Filmschrank, in dem einige tausend Meter kostbaren Films aufbewahrt werden, ist unversehrt. Einer der Vorführer, dessen mutigem Eingreifen das zu verdanken ist, erzählt uns den Hergang des Brandunglücks.„.. 112, Sims in Lur m 5 Bei der Vorfuhrung eines Films in der Nachmittagsvorstellung ergab sich eine kleine Störung. Die Trommel drehte sich nicht weiter, der Film stand. Das kleine Stück Zelluloid, das gerade in dem„Filmfensterchen“ stand, wurde durch die anhaltende starke Bestrahlung, die die Lichtquelle verursacht, in Brand gesetzt. Es entwickelte sich eine riesige Stichflamme, die einen zweiten auf einer danebenstehenden Trommel befindlichen Film ergriff. Im Nu stand der ganze Raum in Flammen. Die beiden Vorführer stürzten sofort heraus, weil auch ihre Anzüge Feuer gefangen hatten. Als draußen die Löscharbeit„am eigenen Leibe“ vollendet war, suchten sie im Vorführraum zu löschen, was eben möglich war. Tatsächlich gelang es dann auch, den Filmschrank so mit Sand zu bedecken, daß er von dem Feuer verschont blieb. Die Feuerlöschpolizei war durch Einschlagen des Feuermelders sofort benachrichtigt worden. Das Publikum wurde von dem Zwischenfall in Kenntnis gesetzt Indie 69 „Warum kommt denn der Fritz nicht ins Wasser?!“ „Der klebt schon wieder Marken in seine neue Reisesparkarte!“ Der Vrilnische Schugartenin Tael Besitzen denn die Bochumer Kinder einen eigenen Botanischen Schulgarten? Jawohl, wenn man auch in der Oeffentlichkeit nur wenig oder gar nichts davon weiß. Draußen im Stadtteil Laer, wo die Straßenbahnstrecken nach Werne und Witten abzweigen, liegt unmittelbar an der Wittener Straße, begrenzt vom alten Friedhof und der Hemkestraße, der Botanische Schulgarten, der der Bevölkerung des Stadtteils Laer auch als Volkspark dient. Aus dem Stadtinnern treten fast täglich Schulklassen den Ausmarsch zum Schulgarten an, um dort draußen an Ort und Stelle die verschiedenen Pflanzen unserer deutschen Heimat, aber auch solche aus weiter Ferne, aus fremden Ländern, kennenzulernen. Der theoretische Unterricht vermag niemals die Anschauung aus eigener Erfahrung zu ersetzen, und es ist eine Freude, die Lehrer mit ihren aufmerksamen Kindern beim naturkundlichen Unterricht zu beobachten. Der Botanische Schulgarten Bochums darf in seiner ganzen Anlage als vorbildlich angesprochen werden. Obwohl er nicht übermäßig groß ist, haben fast alle für .-.-Aufnahmen den Schulunterricht in Frage kommenden Pflänzchen und Pflanzen hier ihren Standort gefunden. Schilder benennen die Namen aller Pflanzengattungen, und so mancher Erwachsene macht hier freiwillig und freudig eine Lernstunde mit. Da gibt es eine Ecke, in der die deutschen Heilkräuter wachsen, alle die Kräuter und Kräutlein, die uns in Krankheitsfällen unentbehrlich sind. In einer anderen Abteilung lernen wir die wichtigsten Giftpflanzen kennen und das Kräutlein„Rühr mich nicht an“. Welches Stadtkind weiß wohl, wie Flachs, eine der heute wieder wichtigsten deutschen Kulturpflanzen, aussieht? Im Botanischen Schulgarten können wir den blühenden Flachs antreffen. Wie schaut Rosmarin aus, das unsere Großmütter schätzten? Wie Baldrian, wie Fenchel und wie Anis? Kommt zum Botanischen Schulgarten und seht ihn euch selbst an! Ein Besuch dieses prächtigen Gartens wird niemand gereuen. Wie schützen sich bestimmte Pflanzen gegen Angriffe oder das Gefressenwerden? Im Bochumer Lehrgarten gibt es mannshohe Disteln, die man sonst Seite 4 Nr. 134„ Bochumer Anzeiger 7 Donnerstag, 4. Juli 1933 in weitem Umkreis an keiner anderen Stelle antreffen dürfte. Eines der riesigsten deutschen Blattgewächse, der Bärenklau, ist in ausgesucht schönen Exemplaren vorhanden. Zu den bewundernswerten Einrichtungen des Schulgartens gehört weiter das große Becken für fast alle in Deutschland vorkommenden Wasserpflanzen. Dort blüht jetzt in märchenhafter Pracht die seltene, rote Seerose. Den Wasserhahnenfuß finden wir dort so gut wie Wasserknöterich und Laichkraut, Tausendblatt und Nixenkraut, Sumpfdotterblume und Brunnenkresse, Froschlöffel und Schierling. Im Wasserbecken tummeln sich Molche, die unter den Pflanzen ideale Verstecke haben. Wer vom Schauen müde ist, kann sich auf den überall im Park aufgestellten Bänken zum Ausruhen niederlassen. Jetzt herrscht im Botanischen Schulgarten Bochums ein vieltausendfaches Blühen in allen Farben, und wer den Schulgarten in Bochum=Laer noch nicht kennt, sollte ihn gerade in dieser Zeit aufsuchen. tag gegen 17 Uhr mit seinem Fahrrad auf der Wittener Straße beim Ausweichen in die Straßenbahnschienen. Er stürzte und erlitt außer Kopf= und Beinverletzungen einen Bruch des rechten Unterarmes. Der Verunglückte mußte ins Krankenhaus gebracht werden. Traditionsecke 525 Kilometer... Bochumer Taubenwettflug ab Küstrin Die Reisevereinigung Groß=Bochum und Hattingen veranstaltete am letztvergangenen Sonntag einen größeren Bezirks=Taubenwettflug ab Küstrin, für den 4600 Tauben gemeldet worden waren, die um 920 Preise konkurrierten. Bei schönstem Wetter wurden die Tiere um.20 Uhr morgens auf die 525 Kilometer weite Reise geschickt. Die glühende Sonnenhitze minderte allerdings die Fluggeschwindigkeit sehr stark herab, so daß die erwarteten Rekorde ausblieben. Nichtsdestoweniger wurden doch noch beachtliche Flugzeiten erzielt. 1165 Meter legte die erste Siegertaube in der Minute zurück, die um 11.50 Uhr ihren Heimatschlag erreichte und von dem Züchter Müller aus dem Brieftaubenzuchtverein Wir schaffen'“. Hattingen=Bredenscheid gemeldet wurde. Dichtauf folgten die anderen Tauben. Zweiter Preisträger war Hilgenstock, Brieftauben zuchtverein „Klub“, Hattingen; 3. Bossert, Brieftaubenzuchlverein„Heimatliebe“, Bochum 7; 4. Bergmann, Brieftaubenzuchtverein„Luftpost" Altenbochum; 5. Rabeneck, Brieftaubenzuchtverein„Tempo“., Linden; 6. Seewald, Brieftaubenzuchtverein„Columbia“ Langendreer; 7. Kröger II, Brieftaubenzuchtverein „Am Waldesrand“ Weitmar: 8. Bühner, Brieftaubenzuchtverein„Heimatliebe“ Hofstede; 9. Jordan, Brieftaubenzuchtverein„Hochsegler“. Weitmar; 10. Scheipko, Brieftaubenzuchtverein„Luftbote" Bochum; 11. Litzenburger, Brieftaubenzuchtverein„Tempo“ Linden; 12. Rabeneck, Brieftaubenzuchtverein „Tempo" Linden. Die weitere Ausbeute des Fluges waren drei goldene Medaillen mit den dazu gehörenden Ehrennadeln, die den Züchtern Weigand, Brieftaubenzuchtverein „Eilbote" Sprockhövel, Krefting, Brieftauben zuchtverein „Wir schaffen's“ Hattingen=Bredenscheid und May, Brieftaubenzuchtverein„Heimkehr" Bochum zuerkannt wurden. Die goldene Ehrennadel erhielten folgende Anwärter: 1. Nürnberger, Brieftaubenzuchtverein„Reisetaube“ Bochum; 2. Preßler, Brieftaubenzuchtverein „Vorwärts“ Bochum; 3. Vorberg, Brieftaubenzuchtverein„Wir schaffen'“, Hattingen=Bredenscheid; 4. Muth, Brieftaubenzuchtverein„Rechen"., Bochum; 5. Anderson, Brieftaubenzuchtverein„Vereinte Freunde". Langendreer; 6. Brinkmann, Brieftaubenzuchtverein„Heimkehr“ Gerthe. Vom ersten Erholungsurlaub kehrten 1500 Bochumer Kinder zurück 1500 Kinder des Gaues Westfalen=Süd kehrten am Mittwoch nachmittag vom ersten Erholungsurlaub im Rahmen des Sommerhilfswerks„Mutter und Kind" zurück. Die Jungen und Mädel des Industriegebiets waren in Kurhessen bei Bauern, Landwirten, Kaufleuten usw. untergebracht und haben sich in der vierwöchigen Urlaubszeit ganz prächtig erholt. In den nächsten Wochen werden wiederum Kinder des Industriegebiets in diesem schönen deutschen Landstrich einen kostenlosen Erholungsurlaub verleben. Die Kameradschaft 17..=K. Bochum feierte am 29. Juni im Kameradschaftsheim Timpe, Alleestraße, ihr 25jähriges Bestehen. Eingeleitet wurde die Feier durch einen vom Kameraden Leutnant Lucks verfaßzten und von der Schülerin Albat vorgetragenen Prolog. Der Vereinsführer Altevogt konnte fast alle Kameraden mit ihren nächsten Angehörigen, und als besondere Gäste Vertreter der auswärtigen Kameradschaft mit Fahne begrüßen. Er nahm auch die Ehrung und die Verleihung der Bundesauszeichnungen an die Jubilare Wintermeier, Matthiak, Balzereit, Thiel, Sauerland, Siebert und Albat vor. Die Festansprache hielt Kamerad Leutnant Lucks, der in seiner Rede den Aufbau des 17..=K. den Kameraden schilderte. Er gedachte der Führer des aktiven 17..=K. und der Heldentaten im Weltkriege, besonders 1914 im Osten. Sodann schilderte Kamerad Albat den Werdegang der Kameradschaft. Er gedachte auch der auf dem Felde der Ehre gefallenen 23 und vier vermißten Kameraden. Weiter sprach er von den Aufgaben und dem Ziel der Kriegerkameradschaften im neuen von unserem Füyrer errichteten Deutschland. Noch manches Wort wurde von den Kameraden gesprochen. Kameradschaftsführer Altevogt wies auf die Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht hin. In schöner Harmonie vergingen die schönen Stunden bei Spiel und Tanz. Der Humorist Wüst hatte für den nötigen Humor in vortrefflicher Weise gesorgt. Zunächst soll der Arzt gehört werden Meiischen, die in die Ziie gehen Bilder aus den Bochumer Gerichtssälen Schwerer Sturz eines Radlers. Der Kassenbote August J. von der Alleestraße geriet Dienstag nachmitGleich in drei Fällen kamen dem Gericht Bedenken wegen des Geisteszustandes der Angeklagten. Da will der Richter sicher gehen und zuvor ein ärztliches Gutachten einholen. Davon soll es dann abhängen, ob man in den Angeklagten nur die Verbrecher sieht, die man zur Abschreckung und Besserung ins Gefängnis oder Zuchthaus stecken muß, oder ob diese Menschen durch irgendwelche Umstände oder erbliche Belastung einem unheimlichen, unhemmbaren Triebe. folgen, dem sie unterliegen ohne eigene Schuld. In diesem Falle müßten sie statt ins Gefängnis in eine Heilanstalt gebracht werden und somit, falls sie gemeingefährlich werden könnten, aus dem öffentlichen Leben dauernd verschwinden. Da war ein junger Mann, der wiederholt öffentliches Aergernis erregte und jetzt erneut vor Gericht stand. Eine völlig unbegreifliche Sache. Aus einer Eingabe des Vaters ans Gericht ging hervor, daß der Sohn seit einer schweren Schädelverletzung infolge eines Unfalles ein völlig verändertes Wesen zeigt. Dreimal hat er schon im Sterbezimmer gelegen, weil man dachte, es gehe mit ihm zu Ende. Er kam aber doch durch. Anscheinend sind seine Nerven etwas in Unordnung geraten. Jedenfalls muß er erst einmal fachärztlich untersucht werden. Das gleiche soll geschehen mit einem jungen Burschen, der auf andere häßliche Abwege geraten war. Auch bei ihm soll der Arzt zunächst zum Rechten sehen. Der dritte Fall spielte vor der Strafkammer. Die Anklage lautete auf Vergehen gegen die Sittlichkeit. Jugend war gefährdet. Auch hier entstand Verdacht, daß der Täter vielleicht nicht im Vollbesitz der geistigen Kräfte gewesen sein könne. Darum sollen die Urteile bis nach der Untersuchung ausgesetzt werden. * In einem vierten Falle handelte es sich ebenfalls um einen jungen Mann, der sich in der Stadtparkgegend umhergetrieben hatte und Personen belästigte. Hier war aber von einem Zweifel an der geistigen Zurechnungsfähigkeit keine Rede. Der Bursche bat und jammerte, man möchte ihn doch nicht gleich ins Gefängnis stecken. Nie wieder werde er vor dem Richter erscheinen. Der Staatsanwalt hatte einen Monat Gefängnis beantragt. Das Schöffengericht ließ es aber mit 150 Reichsmark Geldbuße an Stelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe bewenden, da es den Eindruck hatte, daß in diesem Falle der Strafzweck auch ohne Freiheitsentziehung zu erreichen war. An der hohen Geldstrafe wird der Angeklagte lange Zeit abzutragen haben. Das aber liegt eben gerade im Sinne einer dauerhaften Abschreckung und Erziehung. * Eine recht dunkle Angelegenheit beschäftigte weiter die Strafkammer. Ein gewisser K. wurde zu einem Jahre Gefängnis verurteilt. Es waren 2 Jahre und 10 Monate Zuchthaus beantragt. Der Fall spielte im Sumpfe der Großstadt. Die Verhandlung fand hinter verschlossenen Türen statt. Die Strafe wäre offenbar höher ausgefallen, wenn das Gericht der einen Zeugin voll geglaubt hätte. Aber trotz ihres Eides hielt das Gericht den Beweis für die Schuld des Angeklagten nicht voll erbracht und kam in diesem Falle zur Freisprechung. Im zweiten Falle jedoch mußte Verurteilung erfolgen. Wer trug die Schuld? Nicht weit von der Stelle wo die Präsidentstraße in die Gahlensche Straße einmündet, stießen an einem Abend im Mai ein Kraftwagen und ein Radfahrer zusammen. Das Wetter war regnerisch gewesen und die Straße schlüpfrig. Der Kraftwagen fuhr mit vollem Scheinwerferlicht und hatte die Vorfahrt. Der Radfahrer war schwer verletzt worden und befindet sich noch in Behandlung. Der Chauffeur hat den Verletzten sofort ins Bergmannsheil gefahren und sich auch sonst mehrfach um ihn gekümmert. Das Gericht konnte sich von einer Schuld des Kraftwagenfahrers nicht vol) überzeugen und sprach ihn frei. Es wird wieder warm Wetterbericht des Reichswetterdienstes Essen=Mülheim vom 3. Juli, abends Von Westen her hat sich ein Hochdruckgebiet über Mitteleuropa herangeschoben. Die Wirbeltätigkeit ist dadurch weiter nordwärts abgedrängt und dadurch etwas abgeschwächt worden. Es ist vorläufig mit Bewölkungszunahme zu rechnen, doch ist mit Niederschlägen kaum zu rechnen. Vorhersage für Donnerstag: Bei mäßigen nordwestlichen Winden abnehmende Bewölkung, nur strichweise Niederschläge, geringe Gewitterneigung, warm.— Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Zunehmende Erwärmung, beständigere Gesamtwitterung. Mittwoch, 3. Juli Barometer 24 Uhr: 765 6 Thermometer 24 Uhr: 417 C Zeiten für Sonne und Mond am 4. Juli: ( Aufg.12, Unterg. 20.55: J Aufg..06, Unterg. 22.26 Wetternotizen, gemessen um 8 Uhr vormittags (Weitere Lokalnachrichten auf den Seiten 10 und 11) Wohin gehen wir heute Stadttheater: 19 Uhr: Das goldene Vließ. Lichtspielhaus: ab 15.15 Uhr: Gern hab ich die Frau'n gerüßt. Odeon: ab 16.30 Uhr: Husarenliebe. Skala=Lichtspiele: ab 17.00 Uhr: Husarenliebe. Tonhalle: ab 15.00 Uhr: Lärm um Weidemann. Welt=Licht: ab 15.15 Uhr: Das Lied ist aus. Apollotheater: ab 15.30 Uhr: Die Insel. Capitol: ab 15.00 Uhr: Der Abend des 13. Juni. Gloria=Palast: ab 15.30 Uhr: Petersburger Nächte. Hammer Lichtspiele: ab 15.15 Uhr: Hermine und die sieben Aufrechten. Lichtburg: ab 15.15 Uhr: Wer wagt— gewinnt. (Vereins-Kalender) Evangelischer Beamtenverein Bochum Die Juliversammlung fällt aus. Es sind noch einige Teilnehmerkarten fur die Fahrt ins Blaue am 13. Juli zu 1 Mark im Vereinshaus zu haben. Schluß der Ausgabe am 7. Juli. L612 11 K VCRENE. 15 P1.-404.00 E1: 1S P1.-4541.50 LLEETT 12) „Wenn Wünsche Wirklichkeit würden, so wäre man oftmals enttäuscht! Leben Sie darum lieber weiter in einer beglückenden Illusion, Graf——! Ich möchte auch Glorias Kreise nicht stören——“ „Ach, Gloria! Was bedeutet sie mir gegen Sie, Helga! Ich wäre glücklich, könnte ich Sie öfter sehen!" Und dann dachte sie, hier hätte sie Gelegenheit, sich an Gloria zu rächen. Sie wußte ja, wie diese Hellfeld leidenschaftlich liebte. Wenn sie nun dazwischentrat und sich für ihr armseliges Leben ein paar Glücksstunden sicherte? Wen ging es etwas an, wenn sie mit diesem hübschen, geschmackvollen Mann ausging, mit ihm tanzte? Ob sie gesehen wurde oder nicht; man rechnete sie ja sowieso nicht mehr zur Gesellschaft. Warum sollte sie aus falscher Rücksicht auf ein paar frohe Stunden verzichten? Sie war doch jung und war hungrig nach dem schönen Leben. Was tat es, wenn auch Gloria einmal ihretwegen weinen mußte? Und sie hatte ihre Genugtuung! Genugtuung, ja! Aber eine billige, ihrer nicht würdige—! „Schäme dich, Helga!“ schalt sie sich,„du mußt dir nicht selbst untreu werden—— mußt nicht klein und rachsüchtig werden!" Und sofort schob sie den Gedanken an eine kleine, billige Rache von sich und war wieder die kühle, stolze Helga. „Wie denken Sie sich das, Graf— öfter sehen—, Sie wissen, ich stehe in schwerem Lebenskampf; da sind leichte Vergnügungen vorbei für mich! Ich habe weder Lust noch Geld für Tanztees und— Cafés——“ „Dann können wir uns doch wenigstens so öfter mal sehen, Helga! Ich bin dankbar für jede Stunde die Sie mir schenken—— ich liebe Sie—— süße Heli——“ Zärtlich streichelte er ihre Hand, und sie gewahrte in seinen Augen ein irrlichterndes Flimmern, das sie den tieferen Sinn seiner Worte ahnen ließ und ihre Unbefangenheit zerstörte. Starrheit legte sich über ihre Züge. Sie war tief beleidigt. Als Antwort auf seine Bitte rief sie die Kellnerin und zahlte. Er war verwundert, wollte sie zurückhalten. Da sah sie ihn an. Zornig und traurig zugleich. „Ich will ehrlich sein, Graf! Sie haben mich sehr enttäuscht. Mit einem guten Kameraden und ehrlichen Freund, für den ich Sie bisher hielt, hätte ich gern mal eine Stunde verplaudert. Aber ein guter Kamerad vergreift sich nicht im Ton, wie Sie es soeben getan haben. Ich bin dadurch, daß ich in mißliche Verhältnisse gekommen bin, immer noch kein kleines Mädel der Abenteuersucht geworden. Dafür bin ich nicht zu haben. Ich habe Sie wohl verstanden, Graf, und es tut mir leid, daß ich Ihnen vertraut und Sie überschätzt habe! Wieder um eine Erfahrung reicher und dadurch ärmer geworden!“ Er schämte sich vor ihren klaren, blauen Augen und stammelte eine Ausrede von„Mißverständnissen“ und„falscher Deutung seiner Worte“, wofür sie nur ein kleines Lächeln hatte, das ihn noch mehr beschämte. Um nicht Aufsehen zu erregen, mußte sie seine Begleitung bis zur Straße dulden. Dann aber verabschiedete sie sich kurz und kühl, ihn ihren Unwillen fühlen lassend. „Gute Nacht, Graf Hellfeld. Nein, danke, ich gehe allein, dann bin ich in sicherer Gesellschaft. Dort kommt übrigens eine Straßenbahn." Traurig und enttäuscht sah er ihrer schlanken Gestalt mit dem federnden Gang nach. Er hätte sich selbst ohrfeigen können über seine unvorsichtige Dummheit. Er kannte doch die herbe stolze Helga zur Genüge und begriff jetzt jene Entgleisung nicht, die ihn ihr freundschaftliches Zutrauen gekostet hatte. Schade! Und mit einem Gefühl, das an Katzenjammer erinnerte, ging er nach Hause. Ihm war für heute die Lust zu jeder Zerstreuung verloren gegangen, und mißmutig warf er die eben erst angezündete Zigarette weg; sie schmeckte zu bitter! Und in Helga war alles in Aufruhr, wenn sie es auch nach außen verbarg. Was hatte er ihr zu bieten gewagt! War ein Mädchen, wenn es kein Geld mehr besaß, denn vogelfrei? Durfte man ihr da denn ungestraft mit allerlei unreinen Wünschen nahen, schlau versteckt unter Freundschaftsmaske? Jeder Tag brachte ihr neue Erfahrungen; konnte man noch einem Menschen trauen, wenn man bei den liebsten Freunden solche Enttäuschungen erlebte? Erst Friesens— dann Hellfeld—? Sie hatte förmlich Sehnsucht nach Baders, nach Schorsch. Diese einfachen, schlichten Menschen— die waren ohne Falsch— die hatten noch Achtung vor ihr, die ihr entgegenzubringen die andern nicht mehr für nötig hielten— wozu sich große Umstände machen um solchen armen, dummen Teufel, wie sie einer geworden war, dachte sie in größter Bitterkeit. Und sie dachte weiter und begriff sogar, wenn einer in sinnloser Wut dem andern alles am liebsten zerschlagen hätte, sich selbst zum größten Schaden,„wenn ich nichts habe, brauchst du auch nichts zu haben!" Ewige Mißverständnisse, die doch gar nicht so schwer zu überbrücken waren, wenn man versuchte, sich in die Seele der andern hineinzudenken. Aber das zu tun, waren die meisten Menschen zu träge, erst mußten sie das Geschick des andern am eigenen Leibe erfahren! Und noch nicht genug des Kummers für heute: als sie nach Hause kam, lag ein Brief für sie da. Sie sah es an der Handschrift— er würde ihr etwas Schlimmes sagen, sonst hätte Herr Bonitz nicht geschrieben. Sie vermochte den Umschlag kaum zu öffnen, und dann las sie die Mahnung, ihre Verpflichtungen gegen ihn nicht zu vergessen. Sie wisse doch, daß der Erlös aus dem Verkauf ihrer Möbel die Schuldsumme bei weitem nicht gedeckt hätte; sie habe sich doch verpflichtet, vierteljährlich wenigstens die Zinsen dieser Schuld zu zahlen; die erste Rate sei längst fällig gewesen, und er ersuche um Begleichung... Georg Bader sah es Helga an, daß der Brief Unangenehmes für sie gebracht. Er wagte eine leise Frage, worauf sie ihm schweigend das Briefblatt reichte. Schnell überflog er die Zeilen und stieß dann ingrimmig hervor, während er die kräftige Faust öffnete und wieder schloß, so, als wolle er etwas zerdrücken: „Könnte ich ihm diese Schuld bezahlen, so wie ich es wollte— ihm in die Zähne hinein! Mit Wonne würde ich es tun!" „Nicht, Schorsch, nein!“ wehrte sie,„er ist doch in seinem Recht!“ Ihre Lippen verzogen sich zu einem höhnischen Lächeln——„er kann mich ja ruhig pfänden lassen! Ich hab ja doch nichts mehr.“ Dann brach sie plötzlich in ein heißes Weinen aus. Es erschütterte ihn; denn er hatte doch die immer beherrschte Helga niemals weinen sehen. Aber heute verließen sie die Nerven; erst die Sache mit Graf Hellfeld, die ihren Stolz empfindlich verletzt, und nun noch dieser Brief von Bonitz, der sie ja nur quälen wollte; er wußte doch, daß sie ganz mittellos war. In behutsamer Liebkosung wagte Georg die schluchzende Helga zu streicheln; so zart glitt seine Hand über ihre Schulter, immer wieder. Ach, wie gern hätte er dem heimlich geliebten Mädchen geholfen, er wäre imstande gewesen, ein Verbrechen zu begehen, wenn dadurch ihre Not ein Ende gehabt hätte. Schwer drückte auf Helga die ganze Trostlosigkeit ihrer Lage— und keine Aussicht auf Aenderung! Sollte das immer so weitergehen? Draußen lachte und lockte der Frühling; sie hatte nichts davon. Sie mußte in allem beiseitestehen, hatte keine Arbeit, kein Geld. Sie konnte sich nichts, gar nichts, nicht die kleinste Abwechslung gönnen. Trübe und dumpf gingen ihre Tage hin. Und so mutterseelenallein war sie. Sie hätte schreien, laut ihre Verzweiflung hinausschreien mögen. So mit einem Male verstoßen von der reichbesetzten Tafel des Lebens, an der sie bis jetzt auch einen Platz gehabt. Nun mußte sie zusehen, wie es andere sich gütlich sein ließen! Und die vielen anderen Hunderttausende, für die auch kein Stuhl an diesem Tisch frei war, Helga? Spürst du es jetzt an dir selbst, wie es denen zumute ist, die, in Sorgen geboren, in engen Großstadtwohnungen hausen müssen, die ihnen sogar den Blick auf den blauen Himmel, der doch allen gehört, neidisch mißgönnen— die es von Geburt an nicht anders kennen und wissen, als daß dies ihr Los ist: immer entbehren, immer beiseitestehen müssen! Ach, du meinst, für die ist es nicht so schwer wie für dich, weil sie es gar nicht anders wissen— du meinst, sie sind wie die Blindgeborenen, die die Schönheit der Welt, der Farben nie ahnen können. Du vergißt aber, daß sie dennoch Menschen sind mit einer ungeheuren Sehnsucht nach etwas Besserem. Menschen mit dem Wunsch, auch einmal wie die andern zu leben und ihre Fähigkeiten und Begabungen, die sie in sich fühlen, entwickeln zu können. Wie manches Menschen Wunsch geht nach Geige, einem Klavier, um das, was in ihnen klingt und singt, laut werden zu lassen, damit andere es auch hören können, aber das bißchen Geld reicht kaum zum Lebensnotwendigen, geschweige zu einer Geige und zum Unterricht. Und vielleicht müssen Melodien von ungeahnter Schönheit ungeboren, ungehört wieder verklingen mit ihrem Träger, der in des Lebens Fron und Mühen sich aufarbeiten mußte, ohne zu dem zu kommen wofür er eigentlich bestimmt war, weil die neidische Schicksalsgöttin es nicht erlaubt hatte. Du weißt nicht, wieviel Tragik im Leben täglich an dir vorbeigeht, wie viele ungeweinten Tränen in Augen und Herzen brennen. Und du, Helga, darfst dich dennoch nicht beklagen; noch hast du ein Dach über dem Kopf. und es sind zwei, drei Menschen da, die um dich besorgt sind. Deine durch nichts gerechtfertigten Ansprüche an das Leben— der Zufall deiner Geburt berechtigt dich nicht dazu, mehr vom Schicksal zu fordern, als es andern gibt— diese Ansprüche mußt du herabschrauben, du bist nichts Besseres als andere, für die auch kein Sondertisch gedeckt wird! 9. Wie hatte der Schorsch neulich gesagt—„einmal muß doch ein Glücksfall kommen: wir wollen darauf warten und ganz fest daran glauben.“ Vielleicht war das der bestimmte Glücksfall, als Helga an einem der nächsten Abende eine Brieftasche aus Juchtenleder, dicht am Rand des Fußsteiges, in einem kleinen Wassertümpel fand, der sich durch heftigen Regen gebildet. Es war an der Haltestelle von Autodroschken, die aber jetzt kein wartendes Fahrzeug aufwies. Sie eilte nach Hause, um in ihrem Stübchen, nachdem sie die Brieftasche gesäubert, nachzusehen, wem sie gehörte. Besuchskarten lauteten auf den Namen Rechtsanwalt Dr. Klemens Falke mit Aufdruck der Privatwohnung und der Kanzlei; ebenso trugen verschiedene Briefe die gleiche Anschrift, hauptsächlich Geschäftsbriefe. Beinahe mit Erschrecken gewahrte sie eine große Anzahl von Banknoten; es schienen auch solche fremder Währung darunter zu sein. Aber das ging sie alles nichts an; sie rührte das Geld nicht an, auch die Briefe nicht, nun sie wußte, wo sie die Brieftasche abzuliefern hatte. Sie wollte es auch sofort tun; denn sicher würde ihr Verlust dem Besitzer sonst eine unruhige Nacht bereiten. Sie sagte zu Baders nichts von dem Fund, um sie mit dem Finderlohn, auf den sie in ihrer Lage nicht verzichten konnte, zu überraschen. Man wunderte sich ein wenig, daß Helga nochmals ausging, obwohl es regnete, und, entgegen ihrer Gewohnheit, auch nicht sagte, wohin. Georg Bader war in leiser, sich kaum eingestandener Unruhe: Helga hatte zu Hause zu bleiben! Er vermißte sie und das Kätzchen wohl auch; denn„Teufelchen" strich schnurrend und schmeichelnd an den Möbelstücken entlang, sprang hierhin und dorthin, als suche er Helga, so dachte er. Er lernte aus einem Buch, mußte sich aber zur Sammlung zwingen. Und um das Gespräch der Eltern nicht zu hören, stopfe er sich die Finger in die Ohren. Es war doch immer das gleiche; der Vater starrte trübe vor sich hin, die Pfeise aus einem Mundwinkel in den andern schiebend; dicke Wolken paffend, und die Mutter saß müde da, die verarbeiteten Hände im Schoß gefaltet. Wie eine schwere dunkle Wolke hing es über dem kleinen Raum, weil die belebende Sonne, weil Helga fehlte. Ob die Eltern auch so empfanden? Endlich konnte er sich nicht enthalten, zu fragen. „Wo ist sie hingegangen, Mutter?“ Die Angeredete zuckte die Achseln. „Ich weiß es nicht; sie hat nichts gesagt. Ich wundere mich, und bei dem Regen, wo jeder froh ist, wenn er zu Hause bleiben kann. Vielleicht soll sie sich irgendwo vorstellen, es kann sein, daß sie was in der Zeitung gelesen hat.“ „Um diese Zeit, Mutter? Ich glaube es nicht.“ Und er vertiefte sich wieder in sein Buch, doch trotz aller Bemühungen gelang es ihm nicht, sich zu sammeln. Er hätte zu gern gewußt, wo Helga diese Abendstunde zubrachte. „Sie hat vielleicht Freunde von früher getroffen", meinte Frau Bader, während sie das Kätzchen auf ihre Arme nahm, das sich mit behaglichem Schnurren streicheln und krauen ließ. Hätte Georg geahnt, daß sich durch Helga in diesem Augenblicke sein Geschick in freundlichere Bahnen lenkte! Helga hatte sich gesagt, daß um diese vorgerückte Zeit der Rechtsanwalt Dr. Klemens Falke schwerlich noch in seiner Kanzlei anzutreffen sei, eher in seiner Privatwohnung, die sich in einem Stadtteil befand, entgegengesetzt dem, wo sie wohnte. Ehe sie aufs Geratewohl mit der Straßenbahn hinausfuhr, überzeugte sie sich durch einen telephonischen Anruf, ob er zu Hause war. „Ja“, kam die Antwort. Was vorliege. Dann möge Herr Doktor jemand in einer für ihn sehr wichtigen Angelegenheit erwarten; er habe jedenfalls schon seine Brieftasche vermißt. „Ja, ja! Ist sie gefunden?“ kam es erregt aus dem Fernsprecher.„Sind Sie, der Sprechende, der Finder selbst? Jak Dann bitte ich schnellstens um Ihr Kommen. Nehmen Sie auf meine Kosten einen Wagen, ich bitte darum.“ Helga zögerte nicht, dies zu tun. (Fortsetzung folgt) Seite 5 Nr. 154 Bochumer Anzeiger 7 Donnerstag, 4. Juli 1933 Aus aller Welt Unterredung mit Sir Hubert Wilkins DeeeN........„... Oi... Zeln Pertrpe. Wissenschaftler und Abenteurer zugleich—„Nautilus II“ soll es schaffen Das stählerne Tiefsee=Angelum Wie der„BA.“ erst kürzlich berichtete, ist der bekannte Nord= und Südpolforscher Sir Hubert Wilkins auf einer längeren Reise durch Deutschland in diesen Tagen in Berlin eingetroffen. Sir Wilkins hat schon einmal wegen seines abenteuerlichen Vorhabens, den Nordpol im Unterseeboot zu erreichen, die Aufmerksamkeit der Welt auf sich gelenkt. Sein Plan kam nur deswegn nicht zur letzten Ausführung, weil das damalige Boot, ein außer Dienst gestelltes altes=Boot der amerikanischen Kriegsmarine, den starken Anforderungen nicht genügte und schon bei den Probefahrten erhebliche Mängel zeigte. Einer unserer Mitarbeiter hatte jetzt Gelegenheit zu einer Unterredung mit dem berühmten Australier, dessen wissenschaftliche Forschungsleistungen zu erfolgreich und bedeutend sind, als daß man sein jetziges Vorhaben nur als den Plan eines Abenteurers werten dürfte. Sein Leben— ein Abenteuer Sir George Hubert Wilkins, ein Mann von äußerst liebenswürdigen Umgangsformen im Alter von 47 Jahren, der erst im Jahre 1928 wegen seiner wissenschaftlichen Verdienste durch den englischen König geadelt wurde, ist einer jener Forscher, denen das Abenteuer im Blut liegt. Schon im Jahre 1910 wandte sich der damals Zweiundzwanzigjährige dem Flugwesen zu beteiligte sich 1913 als Photograph an der arktischen Expedition Stefansson, 1920/21 an einer neuen englischen antarktischen Expedition, 1921/22 an Shakletons Unternehmen und leitete von 1923 bis 1925 eine Forschungsexpedition des Britischen Museums in Australien. Bei einem Flug nach Kap Barrow in Alaska überflog Wilkins im Jahre 1927 einen Teil des arktischen Ozeans in Nordwestrichtung. Am 21. April 1928 flog Wilkins von Kap Barrow nach Spitzbergen in 205 Stunden, entdeckte jedoch kein Land. Wilkins ist auch mit bedeutenden wissenschaftlichen Werken über seine Forschungsreisen an die Oeffentlichkeit getreten. Begeistert vom deutschen Luftschiffbau „Eigentlich bin ich in Berlin nur auf der Durchreise", erzählte Wilkins, der sich neuerdings einen Spitzbart zugelegt hat, wodurch er eine merkwürdige Aehnlichkeit mit General Balbo erhält.„Ich komme von Friedrichshafen, wo ich Dr. Eckener und den neuen, noch im Bau befindlichen Zeppelin besucht habe. Ich bin noch ganz begeistert von diesem Wunderwerk deutscher Technik. Leider erlaubt es meine Zeit nicht, Deutschlands viele übrigen Sehenswürdigkeiten zu besichtigen. Mein nächstes Reiseziel ist Oslo, wo man mich schon erwartet.“ Sir Wilkins weilte bereits vor Jahren in Berlin, wo man ihm damals anläßlich seiner Ueberfliegung des Nordpols mit seinem Kameraden Eielsen einen überaus herzlichen Empfang bereitete. Der berühmte Polarforscher gedenkt heute noch gerne dieser frohen Stunden. Diesmal hat er seine Frau nach Deutschland mitgebracht, die eine junge, gefeierte Schauspielerin in Australien gewesen ist; selbst ihre Bitten vermögen ihren Mann niemals von neuen, gefährlichen Abenteuern im Dienste der Wissenschaft abzuhalten. als bei dem ersten Nautilus. Ich habe die Pläne für das neue Boot zum größten Teil selbst entworfen und glaube, daß es in der mir vorschwebenden Gestalt allen Anforderungen der Arktis entsprechen wird.“ „Tastorgane“— Echolotung— Tauchkammer „Wir werden diesmal höchstens zehn Meter tief gehen“, fährt der berühmte Polarforscher fort,„um gerade noch von unten her die Eisdecke berühren zu können.„Nautilus II“ wird aussehen wie ein mit stählernen Tastorganen übersätes Rieseninsekt. Wir werden in der Lage sein, in jedem Augenblick mit Hilfe eines besonderen Apparates die Dicke der Eisdecke über uns zu messen. Ebenso werden wir durch Echolotung die Tiefe des Wassers unter uns genau feststellen können. Nach allen Seiten strecken sich Tastorgane aus, um das Herannahen von tieferen Eisblöcken rechtzeitig zu melden. Eine Tauchkammer, in der die Luft so lange komprimiert wird, bis außen und innen dieselben Druckverhältnisse herrschen, wird es uns ermöglichen, in beliebigen Tiefen Wasserproben zu entnehmen und in das Boot hereinzubringen. Nur alle zwölf Stunden stand, dadurch ermordet, daß sie Speick in den Abendstunden in den Wald lockten und dort erdrosselten. Von dem Begnadigungsrecht ist kein Gebrauch gemacht worden. Bei den schon mehrfach vorbestraften Verurteilten handelt es sich um ungewöhnlich rohe Menschen von unverbesserlicher verbrecherischer Gesinnung, die den Plan zur Tat aus eigennützigen Gründen erdacht und in heimtückischer und brutaler Weise ausgeführt haben. Das Glück im braunen Mantel 10 000 Mark in der Arbeitsbeschaffungslotterie gezogen Halle, 3. Juli. Einer der Hauptgewinne der 5. Serie der Arbeitsetwa werden wir auftauchen müssen, um Luft zu schöpfen, wobei wir jedesmal durch eine besondere Konstruk= Einer der Hauptgewinne der 5 Serie tion sofort die dünnste, zum Durchstoßen am besten ge= beschaffungslotterie wurde in der Nacht zum Dienstag eignete Stelle in der Eisdecke ausfindig machen werden in Halle gezogen. In einem Lokal im Stadtzentrum können. Die Expedition soll in Spitzbergen, unter hatte ein 54 Jahre alter Kellner zwei Lose von einem können. Die Expedition soll in Spitzbergen Wasser beginnen, und„Nautilus II“ soll im BeringMeer wieder auftauchen. Enden soll die Expedition in der Bearing=See. Sie wird etwa zwei Monate in Anspruch nehmen. Im Eis des Nordpols beabsichtigen wir dann, eine eigene meteorologische Station einzurichten, nachdem wir das Boot an einer bestimmten Stelle verankert haben. Den an Bord befindlichen Wissenschaftlern wird hierdurch Gelegenheit geboten, die Meeresströmungen zu studieren und meteorologische Beobachtungen aller Art zu machen. Zweck dieser Studien ist der Nachweis der Zweckmäßigkeit der Errichtung von zwölf ständigen Forschungsstationen in der Arktis, wodurch die Wettervoraussage und das Problem der Eisbildung auf ganz neue Grundlagen gestellt werden sollen. Zur Erzielung praktisch verwendbarer Ergebnisse wäre allerdings eine Beobachtungsdauer von mindestens 15 Jahren notwendig.“ Don der Antemstaserne zam Eigenchenn Weitere Förderung der Kleinsiedlung— Erweiterung der Anerkennungsbestimmungen stählerne Rieseninsekt „Vielleicht noch in diesem Jahr, bestimmt aber im nächsten“, erklärt Willins,„werde ich mit meinem neuen =Voor zum Nordpol starten. Mein erster Vorstoß zum Nordpol mit dem„Nautilus“ ist bekanntlich leider mißlungen, da ich gezwungen war, hierzu ein ausgedientes =Boot der amerikanischen Kriegsmarine zu nehmen, das trotz aller Umbauten für ein so schwieriges Unternehmen nicht tauglich genug war. Das Boot mußte dann wegen seiner technischen Mängel bei Bergen versenkt werden. Das neue Boot, das zur Erinnerung an seinen Vorgänger den Namen„Nautilus II“ tragen wird, soll nicht länger als dreißig Meter und nicht breiter als sieben Meter werden, wird jedoch dafür von ganz besonderer Konstruktion sein. Es wird höchstens für zehn Mann Besatzung Platz bieten. Darunter werden sich drei Ingenieurre und drei Wissenschaftler befinden.„Nautilus II“ wird eigentlich kein=Boot im bekannten Sinne sondern mehr ein Unterwasser=Eisboot darstellen. Die Wasserverdrängung wird etwa 540 Tonnen betragen. Die Panzerung wird viel stärker werden dnb Berlin, 3. Juli. Die Reichsregierung hält die tatkräftige Förderung der Kleinsiedlung für eine der wichtigsten und vordringlichsten Aufgaben. Nachdem erst kürzlich durch den Erlaß des Reichs= und preußischen Arbeitsministers vom 8. Juni ein Betrag von zunächst 70 Millionen Reichsmark für die Gewährung von Reichsdarlehen für Kleinsiedlungen bereitgestellt und auf die Länder und Verwaltungsbezirke verteilt worden ist, hat der Reichs= und preußische Arbeitsminister jetzt unter dem 27. Juni einen weiteren Runderlaß an die Regierungen der Länder, den Reichskommissar in Saarbrücken und die zuständigen preußischen Landesbehörden gerichtet, von dem eine weitere nachdrückliche Förderung der privaten Siedlungstätigkeit erwartet werden kann. Der Erlaß betrifft die sogenannte„Anerkennung" von Siedlungsvorhaben als Kleinsiedlung. Diese Maßnahme ist insofern von ganz besonderer Bedeutung, als sie die Möglichkeit gibt, die beträchtlichen Vergünstigungen und Erleichterungen steuerlicher, baupolizeilicher und sonstiger Art, die nach den gesetzlichen Vorschriften für Kleinsiedlungen gewährt werden, auch solchen Siedlungsvorhaben zuzuwenden, für die keine Reichsdarlehen oder Reichsbürgschaften in Anspruch genommen werden. Bei dieser privat finanzierten Kleinsiedlung kann dem Siedler eine größere Bewegungsfreiheit eingeräumt werden als sonst im Darlehns= und Bürgschaftsverfahren. Neben einer wesentlichen Auflockerung der Anerkennungsbestimmungen liegt eine hauptsächliche Erleichterung darin, daß auch die Baukostengrenzen soweit aufgelockert worden sind, daß beim Vorliegen der sonstigen Voraussetzungen jetzt auch solche Vorhaben noch als Kleinsiedlungen anerkannt werden, bei denen die Kosten für Aufbau und Einrichtung ausschließlich der Kosten des Grunderwerbs und der Geländeerschließung äußerstenfalls bis zu 6000 Reichsmark betragen. Damit werden die Vorteile der Anerkennung einem beträchtlich größeren Kreise von Siedlungsvorhaben zugewandt als bisher. Orkan auf dem Weißen Meer Zwanzig Fischer in den Wogen umgekommen. Moskau, 3. Juli. Auf dem Weißen Meer und der Halbinsel Kola wütet nach einer Meldung aus Murmansk bei Windstärke 12 ein schwerer Orkan. Die Wracks von drei Fischerbooten wurden ans Land gespült; die Besatzung ist umgekommen. Mehrere weitere Fischerboote, die vom Sturm in der offenen See überrascht wurden, sind verschollen. Man fürchtet, daß auch sie verloren sind. Zwei große Motorboote wurden von einem Schlepper, der zur Hilfeleistung ausgesandt wurde, kieloben treibend im Weißen Meer aufgefunden. Auch die Besatzung dieser beiden Boote ist ums Leben gekommen. Die Zahl der Todesopfer wird bisher mit mindestens zwanzig angegeben, doch dürfte mit einer Erhöhung dieser Zahl zu rechnen sein. Wirbelstürme über Norddakota. Minos(Norddakota), 3. Juli. Von verheerenden Wirbelstürmen wurde der nordwestliche Teil des Staates Norddakota(Nordamerika) heimgesucht. Vier Personen kamen dabei ums Leben. Die Zahl der Verletzten soll sehr groß sein. Der durch die Wirbelstürme angerichtete Sachschaden ist sehr beträchtlich. Zwei Raubmörder hingerichtet dnb Berlin, 3. Juli. Am 2. Juli sind in Landsberg(Warthe) der am 19. Dezember 1904 geborene Stefan Kern und der am 20. Juni 1914 geborene Wilhelm Beucher hingerichtet worden, die vom Schwurgericht in Landsberg (Warthe) wegen Mordes und schweren Raubes zum Tode verurteilt worden sind. Die Verurteilten hatten am 28. März 1933 den Arbeiter Albert Speick aus Woldenberg, zu dessen Ehefrau Kern in Beziehungen hatte ein 54 Jahre alter Kellner zwei Lose von einem braunen Glücksmann gekauft. Eines davon war ein Freilos, auf das andere entfiel ein Gewinn von 10 000 Mark.„ 1 Mfänhe 8. Interessant sind die Begleitumstände dieses glücklichen Griffs. Bevor der Kellner sich zum Kaufe entschloß, hatte ein Gast soeben eine größere Anzahl Lose gekauft; keines davon brachte aber einen Gewinn. Kurze Zeit später wurde dem Kellner von einem Kollegen 1,50 Mark zurückgezahlt, die er diesem geliehen hatte. Er entschloß sich, dieses Geld, auf das er nicht mehr gerechnet hatte, für Lose auszugeben. Dabei hatte er den Einfall, die Lose nach seinem Geburtsdatum, den 14.., so auszuwählen, daß er sich das 14. von links und das siebte von rechts im Kasten des Losverkäufers geben ließ. Anterwelt in USH. Aufsehenerregender Bankraub im Staate Newyork. Newyork, 3. Juli. Die Zweigstelle der Merchants Nationalbank in dem Städtchen Dunkirk im Staate Newyork wurde am Dienstag von sechs mit zwei Maschinengewehren bewaffneten Banditen überfallen, die 20 000 Dollar raubten und unerkannt entkommen konnten. Der Bankraub hat trotz der geringen Höhe der erbeuteten Summe großes Aufsehen erregt, weil die Räuber, ehe sie die Bank betraten, die Straße vor dem Gebäude mit ihren Maschinengewehren von Passanten säuberten. Lastkraftwagenunglück fordert sechs Tote Auf dem Wege nach Bayonne(Frankreich) ist ein Lastkraftwagen, der außer dem Wagenlenker sechs Fahrgäste beförderte, infolge Bruchs der Steuerung eine Böschung hinabgestürzt und in den Adourfluß gefallen. Sämtliche Fahrgäste ertranken, der Wagenlenker konnte sich retten. Die Leichen der sechs Opfer sind noch nicht geborgen worden. Dichtertreffen bei Hans Grimm Scherl-Bilderdienst Hans Grimm der Autor des berühmten Buches„Volk ohne Raum“, hatte am vergangenen Sonntag einen Kreis von Dichtern zu einem Treffen eingeladen, das eine gegenseitige Förderung durch Aussprachen bringen sollte. In Anwesenheit der Dichter wurde in der Lippoldsberger Kirche musiziert, und Rudolf G. Binding las im Klosterhof seine Legende von Sankt Georgs Stellvertreter. Unser Bild zeigt Rudolf G. Binding während der Vorlesung, dahinter in der ersten Reihe von links: Hans Grimm, Joachim von der Goltz, Bruno Brehm(halb verdeckt) und ganz rechts Evnst von Salomon. OcorrePr immer nach der Zigarette, die Ihnen gefällt. Millionen Raucher, die auch suchten, rauchen längst Speniolgechkung Seite 6 Nr. 154 7 Bochumer Anzeiger 7 Donnerstag, 4. Juli 1933 Eine zeilgemäße Betrachtung mit hiltorischer Rückschau von Karl Baals Als wir noch Schillerkragen und Dreiviertelhosen trugen, gab es auch schon Sammelbilder. Gleichfalls in Mehrfarbendruck und mit Bildungswert. Damals machten das die Schokoladenfabriken. Bemerkenswert ist im Vergleich zur Gegenwart, daß sie es vollständig unter sich taten, weit und breit ohne Konkurrenz. Um an diesem Punkte keine Gedankenlücke aufkommen zu lassen: Zigaretten waren vor dem Kriege noch nicht sonderlich in Mode. Vor allen Dingen gab es nur Zehner= und Fünfundzwanziger=Packungen, aus denen die Händler ihre„Sargnägel“, wie es unsere auf Stumpen und Fehlfarben eingeschworenen Lehrer nannten, auch einzeln verkauften, wenn's verlangt wurde. Es wurde. Ganze Schachteln kauften die wenigsten. Wir— in blauen Sextanermützen— holten die Zigaretten überhaupt nur in Höchstbeträgen von zehn Pfennigen, für die Untersekundaner. Meistens in der hohlen Hand, bestenfalls in Tüten. Fast immer hießen sie„Dicke Fitos“ oder„My Darling". Zum Tragen benötigte man beim Aufwand eines Groschens beide Hände. Bei„Rothändle“ mußten die Hosentaschen dazugenommen werden. Gott ja, die„Rothändle"... Wer den Pfennig nicht ehrte und sich was zutraute, kaufte sich dafür zwei„Rothändle". Ueberhaupt Pfälzer Tabak... Ich meine immer, mit gleicher Berechtigung könnten wir an der Ruhr Wein pflanzen. Kehren wir zum Thema zurück. Wenn wir— für die Untersekundaner— Zigaretten holten, so durften wir zum Lohne beim Schlagball auf der Straße als „Freiläufer“ mitspielen, oder wir konnten die Bälle wiederholen. Das waren die einzigen Aussichten, unter denen wir Zigaretten besorgten. Womit allein schon dargetan ist, daß die Zigarettenfirmen damals Bilderbeilagen nicht kannten. Auch keine Seidenstickereien, auch keine Gutscheine. Es war sozusagen eine Zeit ohne jeden„Nikotinneff". Die heutige Schulbankjugend muß solchen bilderlosen Zustand in den Sphären des Tabaks als kulturhöhnende Unterlassung verachten. Mag sie es tun. Wir sind beglückt, Zeiten gesehen zu haben, in denen sich die Zigarettenindustrie um ihre Absatzsteigerung ausschließlich dadurch mühte, daß sie den Tabak veredelte. Eine heroische Zeit, wenn man bedenkt, daß in unseren Tagen eine Serie Filmstars— tunlichst weibliche— im 6½X4=Format das Ergebnis weit sicherer verbürgt. Nicht, daß nicht auch wir unseren Bilderfimmel gehabt hätten! Immerhin, wir frönten ihm in ureigenster Domäne, nämlich im Bereich der Zehnpfennigautomaten mit Schokolade, Pfefferminz, gebrannten Mandeln und Milchkaramellen. Das war unser schmales Operationsgebiet, und damit hatten die Götter vor unseren Erfolg den Schweiß gesetzt. Weiß der Himmel, wir hatten unsere liebe Not, bis alle Serien voll waren. Es gab einfach herrliche Bilderserien damals. Eine heute noch rühmlichst vertretene Schokolade aus der Stadt der elftausend Jungfrauen und der Drei Konige aus dem Morgenlande schlug mit ihren Bildern an Inhalt und Qualität alle Konkurrenz. Wer von uns Jünglingen aus 1912 und 1913 kennte sie nicht mehr, die Serien der„Zwölfer" und„Dreizehner" seligen Gedenkens! Ich bekenne freimütig und ohne Scham: Meine Wissenschaft von den Freiheitskriegen, meine Hochachtung vor Blücher. Yorck, Schill und Lützow hat ihre letzten Wurzeln nicht in„Pfeiffers Lehrbuch der Geschichte für die Unterstufe", sondern in der bunten Plastik der„Zwölfer". Wie käme ich beispielsweise dazu, heute noch zu wissen, daß Berthier, Napoleons erster abtrünniger Marschall, sich in Bamberg aus dem Fenster stürzte, hätte ich die Zwölfer" nicht gesammelt. Und meine erste Bekanntschaft mit den Fröhlichkeiten Wiener Praterlebens, mit Rummelbetrieb und Heurigem.... Nur die„Dreizehner". Es lohnte sich, damals zu sammeln und alle Pein auf sich zu nehmen, die mit dieser Art des Bildersturmes wohl unzertrennlich verbunden zu sein scheint. Es muß ein ewiges, allein von den„gratisgebenden" Firmen durchschautes Naturgesetz sein, daß es immer wieder seltene, ganz seltene und solche Bilder gibt, die sich dem betrübten Auge aus jeder zweiten Packung enthüllen. Man hätte Verzweiflungsanfälle bekommen können. Mit einem Groschen in der Tasche machten wir regelrechte Halbtagsausflüge, nur, um aus einem als„Geheimtip“ ins Ohr geflüsterten Automaten den neuesten Bildschlager zu erwerben. Immer standen diese Automaten merkwürdig weit vom Stadtzentrum entfernt. Meist umwob die Vorortautomaten in den Ausflugswirtschaften in Stiepel, Eppendorf und Weitmar geheimnisvoll der Ruf, überraschende Neuigkeit zu spenden. Wie oft haben wir mit Herzbubbern und zitternden Händen unseren Groschen geworfen, hatten, wie weiland Wilhelm Tell,„keinen zweiten zu versenden" und kehrten mit Tränen der Wut über hundsgemeine Irreführung, mit weichen Knien und dem schon viermal abgelegten Bild„Berthier nimmt sich in Bamberg das Leben“ in den Heimathafen zurück. Rückblickend möchte ich sagen: eines Tages hat dann auch uns das Schicksal versöhnt. Auch unsere Serien wurden voll, denn irgendwo fand sich stets ein Edelmütiger, der für vier Berthiers einen sauberen Blücherschen Rheinübergang bei Caub lockermachte. Langsam aber beständig fand eine Seltenheit nach der anderen ihren Weg in das„unter Selbstkostenpreis“ herausgegebene,„gegen Voreinsendung von einer Mark" zugestellte,„reichhaltig ausgestattete“ Sammelwerk und— wurde nie mehr betrachtet. Im letzten Punkte hat sich, glaube ich, zwischen uns damals und der Jugend von heute wenig geändert. Nur die Formen des Sammelns, Inhalt und maßvolle Anzahl der Bilder sind nicht mehr die guten alten. Es wurde schon gesagt, daß wir unsere Sammelei streng unter uns betrieben und im Bereiche von Genußmitteln, die wir auch selbst verdauen konnten. Heute spielen Schokoladenfirmen im kulturspendenden Wettstreit um die Bildung unserer Jüngsten kaum noch eine Rolle. Ihre löbliche Tradition hat die Zigarettenindustrie übernommen. Mit Eifer und ungeahnten pädagogischen Ergebnissen: Alle Väter, die es vermeiden wollen, in den Geruch von Rabeneltern zu gelangen, sehen sich in die peinlichste Situation gedrängt, indem nämlich heute ihre Sprößlinge darüber befinden,„wat Vatta raucht". Und so wechselt„Vatta“, je nachdem die Neigungen seines Nachfahren mehr zu Leinwandheroinen als zu Kopfkissen mit gestickten Blumenmustern gehen, von„dick, rund und ohne Mundstück“ auf„Araberformat mit Kork" und von „schlank mit Strohmundstück“ auf„Gold in wetterfester Packung".„Vatta" tut das alles mit Geduld.„Vattas“ Tabakwünsche bleiben bar jeder Beachtung.„Vatta" läßt sich die glühenden Aschenteile um die Augen spritzen, wenn's beim Anstecken wie Feuerwerk loszischt,„Vatta“ läßt sich von rußenden Rauchfahnen die Stärkewäsche beschlagen, und„Vatta“ sehnt wortlos, mit der Ergebenheit griechischer Opferstiere, mit röchelnder Lunge und angelaufenem Rachen den Augenblick herbei, wo Fritzchen an den letzten noch fehlenden Konterfeis aus der Serie der Metro=Goldwyn=Stars, etwa der göttlichen Pia Sava oder der nicht weniger göttlichen Jutta Percha (Bild 1:„In ihrem Hollywooder Heim", Bild 2:„Vor demselben", Bild 3:„Kurz vor demselben" usw.) die seinem Alter längst gemäßen Erkenntnisse über die berufliche Betriebsamkeit amerikanischer Filmvamps und Zelluloidflapper wie über die Tatsache vervollständigen kann, daß Schiller irrt, wenn er meint, es sei„der Geist, der sich den Körper baut". Wie arg wäre es um alle diese Väter bestellt, wenn nicht wir Junggesellen wären, wir vielgelästerten Junggesellen, die wir sonntäglich die Fußball= und sonstigen Sportplätze des Reviers besiedeln. Wieviel Arbeit nehmen wir ihnen ab. Hier sind die wahren Bilderdorados ihrer„Mißratenen". Noch verging mir kein Sonntag in Sportanlagen ohne etwa dieses Zwischenspiel: Der Schalker Sturm bricht durch. Ich lasse die Hand sinken, die die Zigarettenschachtel hält und recke den Hals. Bravo, Szepan, das war eine Vorlage... Kuzorra hat den Ball... Teufel. Teufel!... Wie er abgeht, Dribbling, fabelhafte Täuschung... Jetzt ist die Verteidigung überspielt, jetzt muß er schießen!... und— jetzt, ausgerechnet jetzt, tönt unweigerlich die Klage einer Rotzneese an mein Ohr:„Onkel, gib mich doch dat Bild...!“ Sonntag für Sonntag gebe ich„ihn dat Bild“. Ich kenne die Schmerzen eines Sammlers, insonderheit die einer sammelnden Kinderseele, und bringe ihnen gern mein Opfer, selbst mit dem Verzicht auf den Anblick einer„Kuzorra=Bombe". Ich habe zu diesem Kapitel nur einen stillen Wunsch: Sollten demnächst auch die Firmen für„ff. Knaben= und Herrenbekleidung“ sich unterfangen, zur Bilderreklame überzugehen, so bewahre uns der Himmel davor, daß etwa auch noch Bleyle mit den wirkungsvollsten Serien herauskommt, denn, offen und ehrlich gesagt: Auf meine alten Tage wieder im Kieler Anzug herumlaufen, mit Halseinsatz und Klapphöschen, nur weil Fritzchen noch Bilder fehlen... Sie mögen lächeln, das kommt nicht in Frage! Das sollen denn doch die„Vattas" mal allein machen! Det tatscke frase 7 Von Friedtick Sckwagmeyer Schulte hatte mit seinen beiden Freunden Kampmeyer und Herderholz Skat gespielt, dabei waren sie sich in die Wolle geraten. Das heißt, nicht so recht ernsthaft, sie waren nämlich nur auf die Jagd zu sprechen gekommen, auf die Schwierigkeiten des Schießens und vor allem des Treffens. Und da hatte Schulte Kaukürdel die Behauptung aufgestellt, daß er, wenn er auch noch nie mit einer Jagdflinte geschossen habe, dennoch auf den ersten Schuß einen Hasen so treffen würde, daß er auf dem Kopf stehe. Als die anderen widersprachen, gab er klein bei und sagte, daß er den Hasen treffen würde, wenn er im Lager liege. Nun ist ja der Schuß auf einem im Potte liegenden Hasen nicht allzu schwer. Aber der Widerspruchsgeist war einmal in den beiden erwacht. Besonders Herderholz zeigte sich darin stark. Deshalb verkündete er, jede Wette eingehen zu wollen, daß Schulte auch das nicht fertig kriegen würde. Kampmeyer schloß sich lachend der Wette an. Und so wurde diese unter der Bedingung abgeschlossen, daß Schulte sich verpflichtete in dem Falle, daß es ihm nicht gelänge, den Hasen mit dem ersten Schuß auf den Kopf zu stellen, zwei Meter Mettwurst zu stiften, die zusammen mit den dazu gehörigen Bratkartoffeln in der Pfanne an einem Abend vertilgt werden sollten. Wenn es ihm aber gelang, mußten die beiden anderen diese vollfette Stiftung übernehmen Der Jagdtag wurde acht Tage später angesetzt. Nach drei Tagen hatte Schulte zufällig in der Stadt zu tun, und da ihm seine Frau nahegelegt hatte, ihr zu Weihnachten wohl einen Pelz zu schenken, ging er auch mal beim Kürschner vorbei. Tort ließ sich Schulte einige Pelze vorlegen. Sein Blick beschränkte sich aber nicht auf den Ladentisch, sondern spazierte in dem Raume umher, wobei er unter anderem entdeckte, daß der Gehilfe des Kürschners einen leibhaftigen Hasen ausstopfte, und zwar gerade in jener Stellung oder besser gesagt Sitzung, in welcher er einen mit dem ersten Schuß auf den Kopf stellen wollte. Er machte sich also daran, Fragen zu stellen, und so kam heraus, daß sein Freund Herderholz der Auftraggeber war. Sogleich war ihm der Plan seiner Gegenwetter klar. Sie wollten offenbar einen ausgestopften Hasen in die Sasse setzen, und er sollte dann zum Gaudi um der eigens eingeladenen Gäste wiederholt darauf schießen, ohne daß es ihm natürlich gelingen würde, denselben auf den Kopf zu stellen. Ohne daß weiter etwas geschah, kam der Tag der Jagd. Mit Vergnügen mußte Schulte bemerken, wie sich seine Freunde darum bemühten, ihn dahin zu führen, wo der falsche Hase im Pott liegen mußte. Er ging auch immer wieder schließlich den Weg, den sie bestimmten. Auf diese Weise erreichten sie endlich ein Ackerstück, wo der Hase unbedingt liegen mußte. Denn Kampmeyer als alter Jäger hatte zum Ausdruck gebracht, daß dies ein günstiges Feld sei. Die anderen Jäger sammelten sich infolgedessen in der Gegend, um Zeuge des Schusses zu sein. Und tatsächlich, da flitzte auch etwas Braunes aus einer Furche heraus. Alle waren platt; darauf waren sie natürlich nicht gefaßt gewesen. Und in dieser allgemeinen Verwirrung schrie einer lauthals: „Schieß doch, Schulte, zum Donnerwetter, schieß doch!“ Aber Schulte rührte sich nicht, sondern sagte in aller Ruhe: „Ach, ihr wollt mich bloß veräppeln! Das ist doch ein falscher Hase!" Aue Federmann ist bei einem Wohltätigkeitsfest. Eine Krankenschwester, neunzehn Jahre alt, lustig und hübsch, verkauft Tombola=Lose. „Zwanzig Stück nehm' ich“, sagt Federmann, „wenn Sie mir versprechen, mich bei meiner nächsten Krankheit zu pflegen.“ „Meinetwegen“, lächelt die Schwester,„Sie müssen es dann nur rechtzeitig bei der Oberin anmelden.“ „Also gut“, nickt Federmann und zieht die Brieftasche.„In welcher Anstalt sind Sie beschäftigt?“ „Ich bin“, sagt die Schwester und nimmt das Geld,„ich bin im Wöchnerinnenheim.“ „Die Brennessel.“ 2 „Er weiß, daß Er mir noch Pacht und Zins zu zahlen hat.“ „Leider, Ew. Hoheit. Aber die Zeiten sind so schlecht, daß es eben an allem fehlt.“ „Er weiß recht gut, daß ich mein Geld brauche.“ „Gewiß, Euer Gnaden! Aber wo nichts ist, da hat selbst der Kaiser sein Recht verloren.“ „Ich bin nicht der Kaiser, Alter. Aber wenn Er nicht zahlt, dann muß Er eben den Hof verlassen. Ich kriege jederzeit einen andern Pächter.“ Der alte Mann sagte nichts! Dann begann der Markgraf von neuem.„Na, wie ist es? Gebe Er sein Geld her oder Er weiß Bescheid. Entweder Seine Schulden bezahlen oder raus.— Wieviel ist es denn justament?" „Fünf Golddukaten!“ entgegnete der Wirt leise. „So eine kleine Summe kann Er jeden Tag bezahlen!“ „Ew. Hoheit vielleicht. Nicht aber ich. Ich ernähre mich und die Meinen kümmerlich. Es reicht kaum zum täglichen Brot.“ Während der Alte noch sprach, kam dessen Enkelin die Treppe herunter. Es war ein Mädel von etwa 17 Jahren. Frisch und jung; mit klaren, lachenden Augen. Sie hatte in der Wirtschaft zu tun und beachtete die Gäste nicht. Der Markgraf hatte sie bereits kommen sehen. Jetzt unterbrach er den Schankwirt. „Er hat doch da ein Mädel! Schicke Er sie mir ins Schloß— und Seine Schuld ist getilgt.“ „Ew. Hoheit machen einen Scherz!" „Nein, Alter, ich scherze nicht!“ „So muß ich Ew. Hoheit sagen daß ich auf diesen Vorschlag nicht eingehen kann. Lieber will ich mit den Meinen betteln gehen, als das Mädel zu Euch schicken.“ „Bezahle Er denn Seine Schuld oder verlasse Er das Haus!“ Da der Alte schwieg, stand der Markgraf auf.„Entweder schickst Du mir morgen das Geld oder das Mädel!— Sonst ist die Herrlichkeit hier draußen vorbei. Verstanden?" Mit diesen Worten stampfte er hinaus. Sein Gefolge hinterher. Nur Seydlitz blieb. Er hatte den ganzen Vorgang miterlebt. Jetzt wollte er handeln. Jetzt wußte er, was er mit dem Geburtstagsgelde seiner Mutter anfangen sollte. Vorsichtig langte er den Beutel aus der Tasche. „Alter, sei Er nicht traurig! Hier sind die 5 Golddukaten. Bezahle Er morgen Seine Schuld damit. Das Geld kann Er mir später zurückgeben.“ Ehe sich der Wirt fassen konnte, hatte Seydlitz schon die Tür hinter sich geschlossen. Draußen empfing ihn der Markgraf. „Wo war er so lange?“ „Beim Wirt, Ew. Hoheit!— Ich habe ihm das Geld geschenkt, daß er Ew. Hoheit schuldet!“ „Woher hatte Er das Geld?“ „Von meiner Mutter, Ew. Hoheit. Sie schickte es mir heute aus Freienwalde." „Weiß Er, was Er damit getan hat?“ „Allerdings, Ew. Hoheit. Ich wollte verhindern, daß alteingesessene Bauern um schnöden Geldes willen die Scholle verlassen müssen. „So, und das Mädel?“ „Ew. Hoheit mögen excusieren. Aber seit wann ist es in Preußen Sitte, daß ein preußischer Fürst sich die Schulden seiner Bauern durch deren Töchter bezahlen läßt?“ Kreideweiß wurde der Markgraf. Dann gab er seinem Pferde die Sporen und ritt im Galopp auf die Mühle von Heinersdorf zu. Unterwegs beruhigte sich der Markgraf. Er sah es ein daß er sich hatte hinreißen lassen. Es wäre verächtlich gewesen in den Augen aller seiner Untertanen, wenn er seinen Willen durchgesetzt hätte. Innerlich freute er sich über den Mut, den der Page bekundet hatte. Aber merken lassen durfte er es ihn nicht. Und heute abend wollte er es ihm noch heimzahlen.— Die Mühle kam immer näher. Die Kavaliere wußten es schon, was der Markgraf vorhatte. Seydlitz, der zum ersten Male bei einem derartigen Ritt dabei war, wurde mit spöttischen Blicken betrachtet. Niemand sagte ihm, was bevorstand. Auch der Markgraf nicht. Kurz vor der Mühle ließ er halten, und dann mußte jeder der Herren im Galopp durch die sausenden Windmühlenflügel hindurchreiten. Das war ein Wagestück, zu dem neben kalter Ueberlegung auch eine gehörige Portion Mut und richtige Berechnung gehörte. Der Markgraf ritt voraus und paßte auf, daß jeder den Ritt wagtg, Der Müller guckte oben zum Fenster heraus. Er kannte diese Tollkühnheiten schon, ergötzte sich aber jedesmal von neuem daran. Ebenso sein Müllerknecht. Nebenbei ließ er die Mühle nicht etwa langsamer deswegen laufen! Einer nach dem andern wagte den Ritt. Jeder kam durch!— Als letzter stand Seydlitz noch drüben. Der Markgraf wollte ihm noch zurufen, zurückzubleiben, da er niemals das Wagestück vollbracht hatte, und obendrein auf einem Pferde saß, dem es ebenso ging. Etwas anderes wäre es gewesen, wenn das Pferd wenigstens Bescheid gewußt hätte.— Aber so?—— Der Markgraf rief aus Leibeskräften, doch Seydlitz wollte nicht hören. Er streichelte seinen„Mohammed“ und dann ging es im Galopp mitten durch die Windmühlenflügel hindurch. Dem Markgrafen und seinen Herren stand das Herz einen Augenblick still, dann aber war schon alles vorbei. Der Ritt durch die sausenden Windmühlenflügel war geglückt. Jetzt sagte der Markgraf nichts mehr. Aber am Abend wollte er mit dem Pagen reden, damit ihm Hören und Sehen verging. So ging es denn der Stadt wieder zu. Mitten auf dem Felde in der Nähe der Stadt hatten sich die Bauern gesammelt. Hier stand ein riesiger Heuschober in hellen Flammen. Die Bauern waren dabei, ihn auseinander zu reißen, um zu retten, was zu retten war. Mitten drin war schon ein mächtiges Loch, so groß, daß ein Wagen hindurch konnte. Da der Markgraf sah, daß hier jede Löscharbeit vergeblich war, rief er den Schulzen des Dorfes und bestellte ihn zum andern Tage ins Schloß. Dann hieß er seine Herren im Galopp durch das brennende Hindernis hindurchreiten. Er selbst machte den Anfang. Als Seydlitz nun als Letzter springen wollte verbot es der Fürst. Doch das war dem zu viel. Er hatte sich heute schon ein paarmal über den Markgrafen geärgert und nun wollte er trotzen. Deshalb antwortete er: „Ich bitte um die Erlaubnis, mich anschließen zu dürfen, Ew. Hoheit, denn ich möchte hinter den Kavalieren nicht zurückstehen.“ Und ehe der Markgraf etwas erwidern konnte, war er durch die feurige Glut durch. Mißbilligend ritt ihm der Markgraf entgegen. „Wenn Er nun auf Seinem Schinder den Hals gebrochen hätte?““ Seydlitz erschrak. Das war eine Beleidigung, die er nicht so ohne weiteres hinnehmen konnte. „Mein Pferd ist kein Schinder Ew. Hoheit!— Und ich glaube kaum, daß der Markgraf von Brandenburg=Schwedt einen Schinder verschenkt hätte.— Es ist mein Pferd, daß mir Ew. Hoheit geschenkt haben, und ich erlaube Ew. Hoheit nicht, das Tier zu beleidigen.“ „Er hängt wohl sehr an Seinem„Mohammed"?“ „Es ist das Geschenk Ew. Hoheit!“ Der Markgraf antwortete nicht. Trotzig ritt er weiter. Zum zweiten Male hatte er den Geist des Pagen fühlen müssen. Zum dritten Male sollte das nicht wieder geschehen, das hatte er sich fest vorgenommen. Doch daraus sollte nichts werden! Am Abend wurde Seydlitz zum Markgrafen befohlen, der sein Vorhaben wahrmachen wollte. Zunächst unterhielten sie sich über die Vorkommnisse am Nachmittag. Der Markgraf hatte sich überlegt, daß es doch wohl richtiger sein würde, nicht allzu heftig zu werden. Deshalb redete er den Pagen auch dementsprechend an. „Ich danke Ihm, daß Er mir meine Pflichten vorhielt!“ „Ew. Hoheit haben nichts zu danken!" „Aber wie kam es, daß er nicht parierte? Ich befahl Ihm doch, nicht durch die Windmühlenflügel und später durch das Feuer zu reiten?“ „Ew. Hoheit meinten es gut. Doch ich wollte nicht hinter den andern zurückstehen.“ „Recht so, Page, nur passen das Feuer und die Pisaraf Seinem Wappen nicht zusammen.“ Der Fraf„freute sich schon, denn er glaubte, Seydlitz habe auf diese Anspielung auf sein Wappen keine Entgegnung. Doch er irrte sich gewaltig. Ohne Zögern antwortete er: „Das Feuer und die drei Fische in meinem Wappen passen sogar sehr gut zusammen. Ew. Hoheit mögen vergessen haben, daß das Wappen der Seydlitz erst im Feuer gehärtet wurde und zu Ehren gelangte. Die Fische gehören mithin wohl zum Feuer.“ Darauf war der Markgraf nicht gefaßt. Wütend wandte er sich ab.„Gehe Er jetzt nur zu Seinem „Mohammed". Der ist Ihm doch lieber als Sein Markgraf.“ „Nein, Ew Hoheit! Mein Platz ist bei Ew. Hoheit, wie es dem Pagen zukommt. Dann erst, wenn Ew. Hoheit mich nicht mehr brauchen, dann kommt mein „Mohammed“ dran.“ Ueberlegend sah ihn der Markgraf an. Eine ganze Weile schwieg er. Dann nahm er die Unterhattung wieder auf. „Es hat Ihn wohl sehr interessiert, die Geschichte mit dem Mädel und Seinem Herrn?" „Jawohl, Ew. Hoheit! Denn der Fürst soll sein Volk genau so lieben, wie es das Volk mit seinem Fürsten tut!“ „Nach seinem Sentiments ist es aber nicht so?“ „Nein, Ew. Hoheit!“ „Liebt Er denn das Volk so, wie Er's meint?“ „Ich verstehe Ew. Hoheit nicht!“ „Ich meine, ob Er sein Land genau so lieb hat wie sein Pferd?“ „Das sind zwei ganz verschiedene Dinge Ew. Hoheit. Ich liebe mein Land, weil es mein Vaterland ist, und ich liebe mein Pferd, weil es ein Stück von mie selbst ist!"(Fortsetzung folgt.) Seite 7 Nr. 154„ Bochumer Anzeiger 7 Donnerstag, 4. Juli 1933 Deutsche Wirtschaft Deutschlands Wiederaufbau=Bilanz im 1. Halbjahr 1933 Sccherung erd=Prrrichten=Pechstanete Erfolgreicher Kampf gegen die Arbeitslosigkeit— Aktivierung der Unternehmerinitiative Spannungen im Weltpreis= und Weltwährungssystem als Außenhandelsbarriere Ohne feste Maßstabe ein Weithandel unmöglich Mit gewohnter Pünktlichkeit läßt die staatliche Reichs=Kredit=Gesellschaft ihren Bericht über Deutschlands wirtschaftliche Entwicklung im ersten Halbjahr 1935 erscheinen. Die Arbeit gibt zunächst einen Ueberblick über die Ereignisse während der verflossenen sechs Monate, darüber hinaus dringt sie aber auch in die einzelnen Zweige der Wirtschaft ein. Außerdem beschränkt sich die Untersuchung nicht auf den Rahmen der deutschen Heimat, sondern sie zieht ebenso den Welthandel in den Bereich ihrer Betrachtungen. Dem interessanten Material entnehmen wir folgendes: Mit gewohnter Pünktlichkeit legt die ReichsKredit=Gesellschaft eine Untersuchung über die Wirtschaftslage Deutschlands sowie über die weltwirtschaftliche Lage um die Jahresmitte vor. Es wird zunächst festgestellt, daß dank den Investitions= und Ankurbelungsmaßnahmen der Reichsregierung im Ka gegen die Arbeitslosigkeit im ersten Halbjahr 1935 weitere merkbare Fortschritte erzielt werden konnten. Standen die Jahre 1933/34 im Zeichen kräftiger Steigerung von Beschäftigungsgrad und Produktionsvolumen, so gilt es nun, unter organischer Sicherung des erreichten Hochstandes in zäher und stetiger Weiterarbeit die Wirtschaftsbelebung weiterzutragen. Neben einer verstärkten Aktivierung der Unternehmertätigkeit kommt hierbei besondere Bedeutung allen Maßnahmen zur Förderung der deutschen Außenwirtschaft Reichsmark völlig bedeutungslos. Die Rendite der Aktienwerte hat sich trotz steigender Kurse infolge zunehmender Dividendenausschüttungen nicht verringert, sondern lgg„Ende April 1935 mit 8,84 Prozent etwas über Vorjahrsstand, obwohl das Kursniveau inzwischen um 24 Prozent gestiegen ist. Vor allzu optimistischen Urteilen dürfte die Ueberlegung bewahren, daß gleichzeitig erhebliche Neubelastungen der Unternehmungswirtschaft durch Verlusterporte, durch Umstellungsprobleme angesichts der Rohstoffversorgung usw. entstanden sind. Der Anstieg des deutschen Arbeitseinkommens vollzieht sich in der üblichen Folgebewegung gemäß der Entwicklung der Beschäftigtenzahl. Das Arbeitseinkommen der Arbeiter, Angestellten und Beamten ohne Pensionen betrug im Jahre 1982: 26 Milliarden Reichsmark, stellte sich 1933 auf 26,31 Milliarden Reichsmark, um 1934 auf 29,55 Milliarden Reichsmark zu steigen. Im 1. Vierteljahr 1935 betrug es 7,31(im Vorjahr der noch weit niedrigeren Preisindexziffer deutlich zum Ausdruck. Demgegenüber liegen die Länder mit stabiler Währung durchweg über 70, die Schweiz auf etwa 87, Deutschland auf über 100. Lediguich Frankreich hat seinen Inder bis auf 68 gesenkt. Die Preisentwicklung seit 1933 hat zwar in einigen Ländern des Goldblocks als Ergebnis rigoroser Drosselungsmaßnahmen und auf Kosten der Binnenwirtschaft zu einer gewissen Herabdrückung des Niveaus geführt. Erfolge blieben aber diesen Deflationsmaßnahmen im internationalen Konkurrenzkampf versagt, weil die Länder der Sterlinggruppe und Japan durch eine leichte weitere Senkung ihrer Währungen diesen Preisrückgang mehr als ausglichen. So war es kein Zufall, daß der Goldblock an seiner verwundbarsten Stelle, in Belgien, das in besonders großem Maße exportabhängig ist, nicht mehr standhielt. Außer Belgien hat auch Danzig im Laufe des 2. Vierteljahres 1935 seine Währung abgewertet. Selbst Italien war trotz Einführung einer umfassenden Devisenbewirtschaftung nicht in der Lage, den Lirakurs völlig an der Parität zu halten; vielmehr Börsen von gestern Rhein.=Westsälische Börse in Düsseldorf Weiter befestigt: am Kuxenmarkt besonders lebhaft An der Börse war die Tendenz bei lebhaftem Geschäft fester. Die Befestigungen gegenüber den kursen machten ¼ Prozent bis 1 Prozent aus. Im weiteren Verlauf konnten sich die Kurse behaupten. Die Börse schloß in freundlicher Haltung. Per Saldo ergaben sich folgende Veränderungen: Renten: Reichsanleihe Altbesitz minus ¼ Prozent, Hoesch plus ¼ Prozent, Krupp plus% Prozent, Mittelstahl vlus ½ Prozen;, Guz, Reichsgahn-Sor: zugs setzten ihre Steigerung um ¼ Prozenr, fort.,#kltien: Feldmühle minus ¼ Prozent, Felten=Guilleaume plus 1 Prozent, Goldschmidt minus ¼ ½ Prozent, RWE. plus ¾ Proz., Schuckert plus ¼ Proz., Siemens minus ¾ Proz., Westd. Kaushof plus ¼ Prozent. Montanaktien: Buderus plus ¼ Prozent, Dahlbusch minus ¾ Proz., Harpener plus 1 Proz., Mannesmann minus ¼ Prozent, Rheinstahl wurden ex Dividende gehandelt. Von Kaliwerten gewannen Aschersleben und Salzdetfurth je ½ Prozent, Westeregeln ¼ Prozent, Wintershall plus ¼ Prozent. Am Einheitsmarkt gewannen Basalt ½ Prozent, Schieß=Defries 2 Prozent, Krefft 23/8 Prozent. Dagegen verloren Bösperde Walz=Aktien 1 Prozent. Bankaktien lagen ruhig und etwas schwächer. Commerzbank minus ¼ Prozent, Deutsche Bank und Dresdner je minus ½ Prozent, Rhein.=Westf. Boden ½ Prozent schwächer. Am Kurenmarkt war lebhaftes Geschäft zu verzeichnen. zu. aller Die Entwicklung der Weltausfuhr im ersten Quartal 1935 gegenüber der gleichen Zeitspanne 1934 GROSS SRITANMIEN Aesan +21% + PLUS MINUS 1952 1933 934 Seiuziasoen 26,51 rizisnen 29. 55### Das deutsche Arbeitseinkommen Denn nach weitgehend durchgeführter Einschaltung inländischen Produktionsmöglichkeiten liegt gerade in der deutschen Erportkapazität noch eine wertvolle Reserve sowohl für weiteren zweckmäßigen Arbeitseinsatz als auch für eine verbesserte Versorgung der Nationalwirtschaft mit den notwendigen ausländischen Rohstoffen und Konsumgütern. Ausfuhrfortschrirre sichern auch die Binnenkonjunktur. Sodann ist in den vergangenen Monaten besondere Aufmerksamkeit den Finanzierungsund Fundierungsaufgaben zugewandt worden. Es dürfte keinem Zweifel unterliegen, daß die Sachausgaben und Investitionsaufwendungen im Reichsetat des laufenden neuen Rechnungsjahres mindestens ebenso hoch wie im vergangenen Jahre sein werden, zumal der Arbeitsdienst weiterhin einen Ausbau erfährt und die Wiederherstellung des deutschen Verteidigungsstandes der deutschen Wirtschaft hohe Lieferungsaufträge zuführen Im Gegensatz zu den in kräftigem weiteren Aufstieg befindlichen Produktionsgüterindustrien zeigt die deutsche Verbrauchsgütererzeugung ein Anhalten auf dem erreichten Stand ihres Produktionsniveaus, in einigen großen Zweigen sogar aus besonderen Gründen einen Rückgang. Der Hauptgrund für diesen Rückgang von Produktion und Absatz liegt darin, daß der Vergleichszeitraum des Vorjahres unter besonderen Einflüssen einer übersteigerten Kauf= und Absatzwelle stand. Damals wurden im Hinblick auf das erstmals akut hervortretende Rohstoffproblem beträchtliche Voreindeckunsr bet ansztgenten borgenommnen,, wedurch gen seitens der Konsumenten die Einzelhandelsumsatze in manchen Branchen, besonders der Textilindustrie und der Schuherzeugung, verdoppelt wurden. Diese Hamsterpsychose ebbte im letzten Vierteljahr 1934 völlig ab. Die Beruhigung der Konsumenten und die darauf folgende Normalisierung der Einzelhandelsumsätze führten zu einer Verlangsamung der Kauftätigkeit und in der weiteren Auswirkung auch zu einer Verringerung des Auftragsvolumens in der Erzeugungssphäre. Eine starke Stütze hat der Aktienmarkt in seiner gesunden Kreditverfassung. Gegenüber einem Börsenkreditvolumen von rund 1,2 Milliarden Reichsmark im Jahre 1927 ist der gegenwärtige Stand an Börsenkrediten von rund 35 Millionen 6,95) Milliarden Reichsmark. Seit Herbst 1934 zeigt sich eine Verlangsamung des Zuwachses von 9,5 auf 5,2 Prozent; sie hängt mit dem saisonmäßigen Rückschlag während des Winters und dem Flacherwerden der Anstiegskurven zusammen. Für den weiteren [Verlauf des Jahres ist eine stetige Erhöhung zu erwarten. Das deutsche Unternehmereinkommen senkte sich von 18,5 Milliarden Reichsmark(1928) auf 5,5 Milliarden Reichsmark (1932); seit 1933 ist die deutsche Industrie aus der Verlustperiode herausgeführt worden, aber man muß doch die Ueberschätzung der Industriegewinne auf das richtige Maß zurückführen. Die deutsche Industrie ist gerade erst im Begriff. allmählich wieder die während der Verlustkrise geschlagenen Wunden auszugleichen und die aufgezehrten Reserven allmählich wieder aufzufüllen. Die Schwierigkeiten im Welthandel Weiter beschäftigt sich der Bericht auch mit der Entwicklung des Welthandels. Die führende Berliner Großbank stellt dabei u. a. fest, daß die Länder mit unveränderter Währungsparität im ersten Vierteljahr 1935 wesentlich ungünstiger gearbeitet haben als jene mit abgewerteten Währungen. Die deutsche Ausfuhr blieb im ersten Vierteljahr 1935, verglichen mit der gleichen Zeitspanne 1934, um 11,6 Prozent zurück bei absinkender Einfuhr um 2,7 Prozent. In Frankreich blieb der Export um 10.8 Prozent, der Import um 18,9 Prozent zurück. In Belgien beträgt die Schrumpfung bei der Ausfuhr 8,2 Prozent und bei der Einfuhr 12,6 Prozent, in Holland 5 bzw. 18,8 Prozent. Die Schweiz kann ein Exportplus von 0,1 Prozent verzeichnen bei einem Absinken der Einfuhr von 17,2 Prozent. In Italien betrug der Rückgang der Ausfuhr 11,4 Prozent, der Einfuhr 7,4 Prozent. Nun zu den Abwertungsländern. In Großbritan= nien stieg der Export in Papiervfund um 11,4 Prozent bei einer Schrumpfung der Einfuhr um 2,5 Prozent, in Schweden nahm die Ausfuhr um.7 Prozent und die Einfuhr um 10.6 Prozent zu. In den USA. ging die Ausfuhr in Papierdollar um 0,2 Prozent zurück bei einem Ansteigen der Einfuhr um 21,8 Prozent, während Javan in Papieryen 21 Prozent mehr exportierte und 34,2 Prozent mehr ausländische Güter bezog. Entwicklung der Welt=Großhandelspreise Vergleicht man die für die theoretischen Kaufkraftparitäten symptomatische Entwicklung der auf einen einheitlichen Goldnenner umgerechneten Großhandelspreise in den wichtigsten Ländern, so treten die erwähnten Unterschiede besonders scharf hervor. Die Abwertungsländer haben durchweg einen Preisstand, der zwischen 54 und 68(Preisstand 1918= 100 gesetzt) liegt; der gewaltige Preisvorsprung Japans kommt in in Paris ein Disagio von weist die Lira seit Monaten 7 Prozent auf. Der Ausblick Der Ausblick läßt sich wie folgt zusammenfassen: Während die deutsche Binnenkonjun.: tur im Zeichen stetiger Weiterentwicklung steht, führt die durch den Rohstoffbedarf bestimmte Verflechtung mit der Weltwirtschaft= zu [Spannungen. Dieser Unterschied zwischen Binnen= und Außenwirtschaft ist indessen nicht allein für Deutschland zu beobachten, vielmehr ist die Weltwirtschaft in ihrer Gesamtentwicklung durch einen bedeutsamen Gegensatz zwischen binnenwirtschaftlichem Aufschwung und vorherrschendem Stillstand in den außenwirtschaftlichen Beziehungen gekennzeichnet. Diese Spannungen können auf längere Sicht nicht ohne Rückwirkung auf die Nationalwirtschaften bleiben. So ist es verständlich, daß allenthalben ernsthafte Stimmen laut werden, dem Währungschaos ein Ende zu bereiten, denn das Gegeneinander weitgehend konträr gerichteter Währungssysteme ist auf die Dauer unerträglich und bringt die Austauschbeziehungen von Land zu Land immer mehr in Unordnung. Der auf dem Welthandel lastende Druck kann nur durch Beseitigung des Währungswirrwarrs gelockert werden. Es darf als gutes Zeichen gewertet werden, daß letzthin gerade die USA. und England die Ordnung der Währungen als wesentliche Voraussetzung für verbesserte weltwirtschaftliche Zusammenarbeit anerkannten. Stabile Währungen sind die entscheidende Grundlage des zwischenstaatlichen Güterverkehrs. esie ias ald Ain. iehele. eeesch beschcl ne 100 RM. höher ihre Besitzer. Am Braunkohlenkuxenmarkt waren Bruckdorf=Nietleben zirka 25 RM., höher, im„Handel. Leonhard waren bei einem Umsatz zirka 200 RM. fester. Am Kalikuxenmarkt wurden Beienrode zirka 25 RM. und Erichssegen zirka 50 RM. höher aus dem Markt genommen. Wintershall setzten bei mehrfachen Umsätzen ihre Kursst um 300 RM. fort. Von elsässischen Werten erzielten Reichsland einen Gewinn von 30 RM. Neusollstedt gewannen zirka 25 RM. Freiverkehrsaktien: Bergbau Lothringen auf letzter Basis bezahlt, Lotbringen Genußscheine dagegen 2 Prozent fester. Dagegen verloren Elsa Zement 1 Prozent, Dolerit Basalt ½ Prozent, Humboldt=Deutz 1½ Prozent.(Mitgeteilt vom Bankgeschäft Wilhelm Schwarz, Bochum.) Mexs uer Mäcse Berliner Borse Weiter befestigt. Die Kurse konnten sich an der Börse weiter hefestigen, wenn es im allgemeinen auch nur zu mäßigen Erhöhungen kam. Das Geschäft zeigte jedoch nur in Spezialwerten etwas lebhafteren Umsang, und diese Papiere hoben sich aus dem Gesamtverkehr hervor. Die Stimmung war allgemein freundlich, obwohl besondere Anregungen nicht vorlagen. Nach wie vor ruhig war das Geschäft am Rentenmarkt: Altbesitzanleihe des Reiches büßte ¼ Prozent ein; ebenso gingen Reichsschuldbuchforderungen leicht zurück. Dagegen waren fester Industrieobligationen und die teilweise auf Reichsmark umgestellten Dollarbonds. Für Reichsbahnvorzüge hielt die Nachfrage bei weiter anziehenden Kursen an. Auslandsrenten uneinheitlich: 5prozentige Bosnier ½ Pro: zent höher. Am Aktienmarkt waren nur„Spezialwerte bevorzugt; von Kunstseidenwerten zogen Aku um 1½ Prozent an. Tagesgeld ermäßigte sich weiter um ¼ auf 3¼ bis 3½ Prozent. Dollar 2,474(Vortag 2,472), Pfund 12,22 (Vortag 12.21). Rhein=Mainische Abendbörse in Frankfurt Behauptet. An der Abendbörse herrschte wenig Unternehmungslunt. Der Auftragseingang war klein. Auch die Kulisse übte etwas Zurückhaltung. Indessen zeigte sich eine weiter freundliche Tendenz. Die Kurse waren im Vergleich zum Berliner Schluß behauptet. Am Rentenmarkte fehlte das Geschäft jast vollkommen. Die letzten Mittagskurse wurden unverändert genannt. Die Auslandsbörsen Newyork: Uneinheitlich. London: Freundlich. Amsterdam: Stetig. Paris: Unregelmäßig. Getreidegrohmarkt zu Berlin Amtl. Preise. Getreide und Oelsaaten per 1000 kg. sonst per 100 kg Brüssel: Ruhig. Mailand: Freundlich. Wien: Abgeschwächt. Zürich: Gehalten. Weizen märk. Roggen märk. naustriegerste Hafer märk. Weizenm. Auszm. (.820 Asche) * Berliner Elektrolytkupfernotierung vom 3. Juli: 42.25 Reichsmark für 100 Klg. Das Programm der Kapitalumstellung bei Harpen Aus Urkionaren werden=Songntionate Die Harpener Bergbau=AG. in Dortmund beabsichtigt nunmehr, eine ao. GV. auf den 13. August einzuberufen, um den in der o. GV. angekündigten Plan, den Aktionären eine gewisse Mindestverzinsung ihres angelegten Kapitals zu sichern, zur Ausführung zu bringen...84 5#. Wie dazu mitgeteilt wird, geht die Verwaltung hierbei von der Ueberlegung aus, daß es einerseits auf Jahre binaus schwer sein wird, auf das gesamte jetzige Stammkapital von 90 Millionen Reichsmark eine angemessene Dividende zu verteilen, daß anderseits, aber das in seiner Substanz und in seinen bergmännischen und industriellen Anlagen unter und über Tage ausgezeichnete Unternehmen eine bescheidene Mindestverzinsung ohne Schwierigkeit auf sich nehmen kann. Wenn die Verwaltung nunmehr vorschlägt, das Stammaktien= kapital im Verhältnis von:2, das heißt von 90 auf 60 Millionen Reichsmark, zu ermäßigen und hierfür den Aktionären für das aufgegebene Aktiendrittel eine Obligation auszuhändigen, so wird hierdurch zweierlei erreicht, nämlich einmal dem Aktionär in der Form der Anleihezinsen wenigstens ein gewisses Mindesterträgnis seiner Kapitalanlage zu gewährleisten und sodann die Möglichkeit zu schaffen, das Gesamtkapital, Aktien und Anleihe, für die Zukunft den Verhältnissen des Ruhrbergbaues anzupassen. Der Obligationsanleihe wird in ihrer Ausstattung der Substanzcharakter weitgehend gewahrt, und zwar sowohl in der Verzinsung wie in der Tilgung und den Anspruchen in der Liquidation; in der Verzinsung, welche bereits für das laufende Geschäftsjahr(1985) gewährt wird dadurch, daß zu dem festen Grundzins von 4½ Prozent ein Zuschlag tritt, falls die Rh.-Westf. Börse, Düsseldort, 3. Juli Mitgetellt von Wilhelm Schwarz, Bankgeschäft, Bochum, Bongardstraße 14 Fortlaufende Notlerungen S. 7. Oiv. Antang Astbesitz. Soliossch Rfl. 5% Krupp RM. 6% Mittelstahl PoVer. St. Rul. Buderus Dahlbusch St. Otsch. Atlant. Otsch. Erdöl D. Reichsbahn ..Farbenind. Feidmöhle Feiten& Suille Goldschmidt Harpen## Hoesch-Köln Kall-Aschersl. 112.87 102.37 103.00 101 87 106 37 104.25 111.50 123.50 152.37 105.62 106.37 114.00 107.62 3. 7..7. Schluß Kassa 112.87 102.00 103.25 101.87 106.00 112.75 102.00 103.75 103.37 102.00 106.00 112.00 123.50 151.75 115.00 106.75 111.37 123.50 152.00 105.37 106.25 115.12 107.12 2. 7. Schlus 113.00 102.25 102.75 101.87 111.32 123.25 151.37 105.00 113.25 107.50 Klöckner-W. Mannesmann Masch.Untern. Reichsbank 12 Rhein. Braunk. 12 S. 7. 3. 7. Div. Anfang Schlus 24 101.89— S. 7. Kasse Rhein, Stahlw. Rh.-.-Elek. Salzdetfurth Schucker t& C. Siemens& Hal. Gebr. Stollw. Ver. Stahlw. Westd. Kaufh. Westeregein Wintershall Zellst.Waldhof89.37 75.62 191.37 229.75 112.87 131.87 122.87 178.87 89.25 75.25 113.00 131.75 123.00 84.25 36.37 124.62 102.00102.50 84.25 36 62 89.50 75.25 190.37 229 37 112.75 132.00 122.84 179.50 97.50 84.62 36.12 102.30 2. 7. Schindk Indus rieaktlen(Einheitsk.) Kuxe Steinkohlen 8. T. 12 CarolusM. 3500 3700 3500 3700,seienrode Const..6 Deutschl. Ewald Schwerin Heinrich 6650 415 4850 3600 8150 7000 445 3100 8575 6500 410 4800 3500 8150 6800 Mlichel 110509— 10000 Wests.. 178501— 17900 bernharen. 1350—— Kall 720 785 3300 8550 Könlud 19650 10100 9600 10050 Langd /9900 10400 9700 10000 Draunkehlen Bruckd.-N. Gutetloffn. 4000 Lsenhars 17900 380: 410 370 SOObiergaret /3900 Brauaschw. 5000 Burbach 440 eu-Staßt. — Winterch. 1100 3750 8300 7500 Proiverkehr Steinkehlen- u. Braunk.-Kuxe 2. 7. 1 1. 7. 91 S1615 4200 3900 40004300 4000 4300Westtalen 500— 500 rM00S300 7800 S 100 Sellerh. 13300— 8800 Kalikure EEinigkeit 3100 330Mabigh. Heimbeld. Mope Visenburg Mariagl. Marie Marie L. Mar * Neusollst. 4150Ransbach — Reicheld. 8700Thöringen 8. 7. 61 51e 5200 4800 3800 29502750 Balcke Masch. Berg. G. Dahl. V. Bonner Bg..H. Bösp. Walzw. Braunk. Zuk. Bruckd.-Nietl. Burbach Kal. 46 — Wortm.Ritterbr. 89.25 Döss. Hosf.-Gr. Jodss. Masch. 8 - oynamit A. Nod. —.-Eschw. Berg. V. 115.78Glas- u. Sp. S. 132. 12/6 Jckauf-8. —.—Gebr. Goedh.46 122.50 Hallesche Salz. Hochtief A6. MHabelw. Rheydt 84.29Kall-Chemie 36.75 Mülheim. Berg. Ishein. Metalf 101.62 Khein. Spiegel. -Roddergr. Brnk. Sachtl. 46. 80d. Schleß-Oefries Schleg. Scharp. Waggonf. Uerd. Div. .7. 2. 7. 3000 2700 2200 2200 4000 7330 2350 2250 2350 2359 4300 7600 2150 2200 3950 270 7300 — 2300 6V1 5 6 0 0 0 4 0 .5 14 6 .5 4 61 6 12 5 6 6 4 24 9 0 5 4 1049 2. 7. 55.5 124 108.0 106.0 135. 25 57.7 81.1 1004 92.3 107.5 106 0108 Zolonis,.-.K. Zolonis Röckv. 0liladb. Feuerv. .0Köln. Hagelv. 8 0 öln- Lioyo A. V. n. Röckv. gr. w. kl. g 5.0KOln. 51.0 80.0 33 0 112 0 94.5 112.6 113.5 176.0176.0 eggont.-uero. 8 106.0 Wasserv. Gels..5V145.1 3000 SBankaktien 2950 Serlin. Hand. 6. 2350-0m.- u. Pr.-8. 23000 Bank u..-6. ####bresdner Bank 425 0/g w. Bd. Ge 8. 3101%0. W. 80. Gr. 81 7 eögllents. s.-41 145.0 —. 1115 91.7 93.5 93.5 119.0 92. 94. 94. 119 8 Vereicherungsaktien 2250/2450 2259 2450 81 2250 2450 2250 2450#ch.-Münch. F 70 1—.— 2200 2350 2150 2375#ach. Röckvers 14.4/228 0230 0 2900 3100 2800 310MAgripp.., Fl.L- 400.0 400.0 ——-- 2ll.-.SEL- S. M12S [Oiv. 5 40 * 2. 7. 106.0 235.0 680.0 98.0 99.0 253.0253.0 .7. 106.0 235.0 675.0 öln. Röckv. „ Rentenwerte 91.%5 Rhw..-Cr. Shyp.6 Pfd. S. 4. 6. 12. 10 ## Oto. dto. S. 1 V.%5½ dto. dto. S. 11 dto. Gold.-Kom 1928.1927 8.—6 r½ Wd. Bod. Gpfd. 6 dto. Em. 3, 9s12, 14 Freiverkehre-Aktien 8. 7. 1 2. *.* 72.5 119. 95.0 99.0 *. 70.0 92.5 80.0 62.5 127.0s127.0 85.0 85.0 95.7 25 95 Berliner Börse, 3. Juli Mitgetellt von der Commerz- und Privat-Gank.-., Fillale Bochum Reichsbank diskont 4% Lomberdzinstuß 5% 95.7 102.2 95.3 IM Cenvistoree AKU A. E. 6. Anhalter Kohle Aschaft. Zellst. #dler K. Eisa C. Boech. h ann. K. hunb. 02 1Kothrin. 7 Aothr. 6. .0 Mansl. 5. Oigasch. Kr #rn. Bere n. 11nel. wr. Oina. Eis. nett. Dyek. Wie 94.5 82.0 „ 72.0 111.0115.0 70.0 96.0 116 5118.0 50.0 71.0 79.0 2 33 3 850 82.0 80.0 32.0 65.0 61.0 63.0 31.0 69.0 1 25 41.5 41.3 39.5 Steuergutscheine 8. 7. 2. 7. #llig ab 1. 4. 1994 103.8/103.8 I. 4. ien 107.8 I. 4. 122 108.6 I. 4. 1n I. K inn. 1107.0 107.5 108.5 108.0 107.51 Zinheltskurse Industriewerte .7 12175.2 0 65.61 0 47.7 4 84.0 0 89.0 KR Bayr. Motoren Bemberg Berger Julius Bergmang El. Berf. Koriar. ind. 2. 7. 175.0 63.0 48.0 95.0 87.6 Oittmann Neuh. Otmd. Akt.-Brau. Union-Brau Dörener Metall Oyckersh. Widm. Pestr. Lieterg. „ Licht u. Kr. Engelh. Brauerei Enzinger Union 0 12.0 11.7 6125.7/125.0 5119.5117.5 6117.5116.7 0100.01000 Kaner, Ing1, S 122. 1121 6 Kr. u. Licht 10 140. 6s141. 51 5121.0119.0 4106.0s105.7 Maschinend. Buderus PhPf. Massr Chem.Gelsenk. Cont Summi S1112. 49 96. 9 Pgi dem Otsch. Atlant. Otsch. Baumwolle " Conti Gas " Kabel " Linoleum " Steinzeug " Tel. u. Kad. 112.9 9160.0160.3 al 95. 7 7141. 6123•2 6168.0 6123. 6127. 9 99. 94.0 11350 8141.7 .2121.6 .9170.2 .0— .0/122.0 99.5 Feinjute %sgprst am o. German. Cem. Ges. f. el. Untern. Gildemeister Gladb. Wolle Gruschw. Textll oun grnche ilt-garne Graht Hagede Hemd. Elektr. Hilpert Masch. Hindr.-Aufferm. Hoffmann Stärke Hohenichswerte Holzmann Ph. Hotelbstr.-Ges. lise Bergben diee Ganus 0 isendeck Brau. Junchens Gehs. 6107.3106.0 4 93.0 92.0 6130|129.5 6/132.0131 10—. 171. 69/118.5117 94.8 95. 8139.8138 61.5 62. 93.8 94. 6/161.5160.0 6/130.8130. S 82.0 81. D 81.0 90.7 Fraderndie Union chem. 7 179.61 0 74.0 130.0 115.7 100.6 er. Otsch. Nickel Ver. Glanzst. agner& Co. Wanderenw. 130.2 128.0 49 5 115.7 100.0 6/132.|133.0 145.0s165.0 146.0141.0 61129.5s128.7 0 88.0 87.7 8/144.|143.0 75.7 74.0 5 Verkehrewerte 6. für Verkehr 0 99.2 39.7 0—. 0 33.0 0 33.0 0 38.0 Möhlb.-Ruhr Anl. Ruhrverbe. Anl. 36 ##Pr Ldpf. A. Pfd. 4# Ldbk. Westf. Pfd. #L Obk. Westf. Kom. 450t. Komm. Goldanl. 4WWestf, ldsch. Pfd. #0t. Hyp. B. Bln. Pfd. 4# Pr. Centr.bod. Pfd. #Pr Pfdbr. Sk. Pfd. 45 Basalt Obl. 8 Concord. Berg Obi. 8 Dalmier Benz Obl. 6 Klöcknerw. Obl. 6 Mont Cenis Obl. 6 Rheinstahl Obl. 45 Ver. Stahl 80 45 Ver. Stahl 47/81 5 Ver. Stahl 6 Siem. u. H. 0bl. 5 Farbenbonds Umsch. Anleihe 35.0 22.0 38.2 Rentenwerte Sschse Westtalen Altbesitz 6 Bochum Anl. 6 Ouisburg. Anl. /6 Dösseld. Anl. 6 Elberfeld. Anl. I6 Essen Anl. 96.2 98.2 97.2 97.2 103.9/1041 100.3/100 3 113.7113.7 91.5 93.0 92.4 90.7 89.8 100.6— 97.0 96.7 94.5 94.5 92 5 92.7 95.0115. 93.5 93.5 95.5 95.! 951 95.7 95.7 95.6 .—. 83.2 101.0s1010 105.0105.0 101.8/101.7 102.6/103.0 91.8 91.8 93.4 92.6 155.5/156.5 128.2/127.2 IR. Schuldb. F. 38 R. Schuldb. F. 38 8. Schulcd. F. 40 R. Schuldb. F. 42 R. Schuldd. F. 43/9 5 Essen Steink. 4 45 Harpener 45 5 Ver. Stahl 45 R. W. E. 82/6 5 R. W. E. 50 45 Ruhrchemie 4 45 Ruhrgas 53 45 Ruhrwasser 53 45 Ruhrwohng. 55 45 v. E. W. 32 3..1 8. 7. Gelo Brie, 100.9—. 99 4100.1 97.6 98.4 96.7 97.6 96.2 97.1 99.0100.0 95.7 96. 97.6 93.0 94.0 99.0—. 93.0 94.5 .9— 91.7 93. 91.7 94.5 92. Westialenbank.-G. Bochum Austührung sAmtlleher Bankgesehatte Seite 8 Nr. 154, Bochumer Anzeiger7 Donnerstag, 4. Juli 1933 Turnen und Sport Gesellschaft eine Dividende von mehr als 3½ Prozent auf ihre Aktien verteilen sollte. Die Verzinsung soll immer 1 Prozent höher sein als die Stammattiendividende, mindestens aber 4½ Prozent jährlich betragen. Die Gesellschaft ist berechtigt, aber nicht verpflichtet. Teile der Anleihe durch Auslosung zu kündigen, und hat sich innerhalb der ersten drei Monate eines Kalenderjahres zu erklären, ob sie eine solche Tilgung vornehmen will. In diesem Falle hat sie den Obligationären den Durchschnittskassekurs der Harpener Aktie in dem Schlußquartal des vorangegangenen Jahres, mindestens aber 105 Prozent, zu vergüten, wobei der Zinsschein für das abgelaufene Jahr den Obligationären verbleibt. Auch soll der Obligationär selbst ein Recht haben, die Anleihe zur Rückzahlung zu kündigen, und zwar mit einjähriger Frist auf den 1. Juli 1975 zum Nennwert. Das Recht der Gesellschaft, die Anleihe in vorbezeichneter Weise zu kündigen, soll erst mit dem Jahre 1942 beginnen. Die Gelegenheit der Kapitalumbildung soll benutzt werden, um die 300000 RM. mit mehrfachem Stimmrecht ausgestatteten Vorzugsaktien, welche die Gesellschaft zum Nennwert erworben hat, durch Einziehung zu beseitigen. Bei den von der Harpenverwaltung vorgesehenen Kapitalmaßnahmen handelt es sich um ein Novum im Aktienwesen. Dadurch, daß für einen Teil des Kapitals eine feste Verzinsung geschaffen und aus dem Aktionär gleichzeitig ein Obligationär wird, besteht bei den Aktionären nicht nur mehr allein die Hoffnung auf eine Dividendenzahlung, sondern ein Anspruch auf Verzinsung. Die neuen Obligationen bleiben jedoch nicht etwa mit den Aktien verkoppelt, sondern können jederzeit von ihrem Besitzer veräußert werden. Die Transaktion wird damit begründet, daß bei der derzeitigen Lage des Ruhr; kohlenbergbaues die Harpener Berghau=AG. als zu hoch kapitalisiert angesehen werden musser Es ist nun erfreulich, daß die Ermäßigung des verantwortlichen Kavitals nicht auf Kosten der Aktionäre geht, sondern deren Substanz erhält und ihnen im Gegenteil noch eine feste Rente für ein Drittel ihres Kavitals verschafft. Umfangreiches Fahrzeug=Beschaffungsprogramm der Reichsbahn In Saarbrücken tagte am 2. und 3. Juli der Verwaltungsrat der Reichsbahn. Im Vordergrunde der Beratungen stand die Finanzlage der Reichsbahn. Trotz günstiger Verkehrsentwicklung hielten die Einnahmen mit der mengenmäßigen Zunahme des Verkehrs nicht Schritt. Im ersten Halbjahr 1935 haben die Einnahmen aus dem Personenverkehr 5,7 vom Hundert und die aus dem Güterverkehr 7 vom Hundert mehr im gleichen Zeitraum des Vorjahres erbracht. Aber auch die Ausgaben weisen eine starke Erhöhung auf und übersteigen die Einnahmen. Der Verwaltungsrat nahm davon Kenntnis, daß die Hauptverwaltung bemüht bleibt, den Ausgleich zwischen Einnahmen und Ausgaben, herzu Der Verwaltungsrat erhielt einen Ueberblick über die Geschäftslage der Tochtergesellschaften und geb seine Zustimmung zu einem Fahrzeug=Beschaffungsprogramm für das kommende Jahr, das die notwendige Erganzung und weitere Modernisierung der Betriebsmittel der Reichsbahn gewährleistet. Das Programm sieht eine Bestellung von neuen Dampf= und elektrischen Lokomotiven, von Kleinlokomotiven, Triebwagen, Personen=, Gepäck= und Güterwagen, von Kraftomnibussen und Lastkraftwagen vor. Gesellschaften berichten: genehmigte, den Abschluß, dende auf 50 Millionen Reichsmark Stammaktien verteilt werden. Die o6V. beschloß ferner, den durch Rücktritt des Dr. Carl Ludwig Duisberg(Berlin) frei gewordenen..: Posten nicht wieder zu besetzen, so daß der AR. in Zutunft aus 27 Mitgliedern bestebt. Ueber das neue Geschält teilte der Vorsitzende des Vorstandes Dr. Scharf mir, uag Die großen Brikettstapel im April und Mai, nachdem die Sommerabschläge der Brikettpreise in Geltung getreten waren, restlos geräumt werden konnten. Der Juni habe allerdings den Absatz des entsprechenden Monats des Vorjahres nicht erreicht. Man hoffe auf eine weitere befriedigende Entwicklung des Geschäftsjahres. In Deuben werde man zu einem starken Ausbau der Anlagen schreiten und u. a. ein Großkraftwerk erbauen. Die Kosten seien auf 22 Reichsmark berechnet worden. Der AR. habe das„Prosekt bereits bewilligt; zur Finanzierung werde man Kreon in Anspruch nehmen.— Deutsch=Ameriranische Petroleum AG. in Hamburg. Wiederaufnahme der Dividendenzahlung mit 6 Prozent.— Geisweider Eisenwerke AG.(Stahlkonzern und Klöcknerkonzern) 139 174(32 552) RM. Reingewinn, um den sich der Verlustvortrag aus den Vorjahren weiter auf 1 164 856 RM. verringert und in dieser Höhe wieder vorgetragen werden soll.— Die GV. der AG. für Waggonbauwerte in Breslau, der Hauptgesellschaft des aufgegliederten Linke=Hofmann=Konzerns, genehmigte den Abschluß für das am 30. September 1934 beendete Geschäftsjahr, der nach 0,92 Millionen Reichsmark Abschreibungen einen Verlust von.01 Million Reichsmark ausweist. Gleichzeitig wurden die ersten Abschlüsse der Mitte vorigen Jahres ausgegliederten Betriebsgesellschaften, der Linke=Hofmann=Werke, Breslau, und der Waggon= und Maschinenfabrik vorm. Busch, genehmigt. Der Abschluß der Linke=Hofmann=Werke weist, wie bereits gemeldet, nach 0,52 Millionen Reichsmark Abschreibungen einen Verlust von.25 Millionen Reichsmark aus. Bei der Waggon= und Maschinenfabrik vorm. Busch beträgt der Verlust nach 0,35 Millionen Reichsmark Abschreibungen.003 Millionen Reichsmark. Kurze Nachrichten Die Umsätze des deutschen Einzelhandels lagen nach den jetzt abgeschlossenen Untersuchungen der Forschungs; stelle für den Handel beim RKW. im Mai um 1 Prozent über Vorjahrshöhe. Von der Umsatzsteigerung im bisherigen Verlauf des Jahres 1935 um ungefähr ein Sechstel gegenüber Anfang 1933 entfallen rund zwei Fünftel auf Preissteigerungen, wenn man als Maßstab für die Entwicklung der Verkaufspreise des Einzelhandels den vom Statistischen Reichsamt berechneten Lebenshaltungskostenindex ohne Wohnung heranzieht. Der Reichsbeauftragte für Zwecksparunternehmungen hat u. a. folgende Entscheidung getroffen: Die Uebertragung des Bestandes an Zweckverträgen der„Gemo", Gemeinsamer Mobiliar=Sparverband e. G. m. b. H. (Köln), auf die„Wofa“, Zweckspar G. m. b. H.(KölnMülheim), wurde genehmigt. Der Norddeutsche Llyod hat die Bremer Vulkanwerft, Vegesack, mit dem Bau eines neuen, 8500 Tonnen großen Motorschiffes beauftragt. Das neue Schiff. soll als Schwesterschiff der„Dusseldorf" als Fracht= und Fahraastschiff in den Dienst nach der amerikanischen Westküste gestellt werden.— Die Deutsche Schiffs= und schinenbau AG.(Deschimag), Bremen, hat von einer in der Gründung begriffenen norwegisch=schwedischen Walfanggesellschaft einen 10=Millionen=Reichsmark=Auftrag zum Bau einer Walkocherei— Walfangmutterschiff mneun Walfangdampfern— erhalten. Der Umlauf an Industrie=Obligationen betrug bei Jahresbeginn rund 2,9 Milliarden Reichsmark, was gegenüber Anfang 1934 eine Verminderung um 300 Millionen bedeutet. Seit dem Jahre 1930 mit einer Ar leiheverschuldung der Industrie von 4,7 Milligrden ist somit die Verschuldung um mehr als ein Dritter zuruckIn Weimar wurde von thüringischen Industriellen, unter maßgebender Mitwirkung des Präsidenten Kehrl (Cottbus) als Vertreter des Beauftragten des Führers und Reichskanzlers für Wirtschaftsfragen und des thüringischen Gauwirtschaftsberaters, Ministerialrats Eberhardt, die„Thüringische Spinnfaser AG.“ gegründet. Das Gründungskapital beträgt 500000 RM. und soll auf 4 Millionen RM. erhöht werden. Die neue Werksanlage soll in Schwarza bei Bad Blankenburg errichtet Der französische Kraftwagenfabrikant Andre Citroen ist am Mittwoch früh im Alter von 57 Jahren nach lander Krankheit gestorben. Voll Erammi Elldpfer. Auch der Amcrikaner Budge dem deutschen Meister unterlegen Höhepunkte in Wimbledon London, 3. Juli. Vor ziemlich genau 21 Jahren gab es in Wimbledon bei den inoffiziellen Tennisweltmeisterschaften eine Sensation: ein Deutscher war in das Endspiel im MännerEinzel gekommen. Er hieß Otto Froitzheim und lieferte dem Australier Brookes vor 6000 Zuschauern — das war damals ein Rekord— einen gigantischen Kampf. Das Schlachtenglück entschied damals zugunsten des„australischen Zauberers", der:2,:1,:7,:6 siegte. Es gab damals auch schon Fehlentscheidungen, und wenn man den Chronisten Glauben schenken darf, dann ist Otto Froitzheim, der lange Jahre später bis in die Tennis=Neuzeit hinein der Tennis=Heros Deutschlands war, 1914 einer solchen Fehlentscheidung zum Opfer gefallen.— 21 Jahre haben wir warten müssen, ehe sich dieses Ereignis wiederholte. Am Mittwoch, 3. Juli 1935, hat sich Gottfried von Cramm unter den Augen der Königin von England durch einen:6, :4,:3,:=Sieg über den Amerikaner Donald Budge den Eintritt in die Schlußrunde in Wimbledon erkämpft, und zum zweiten Male steht ein Deutscher im Wimbledon=Finale. Diesmal waren es 18000 Zuschauer, die dem Deutschen zujubelten. Von Cramm trifft nun in der Endrunde auf den Titelverteidiger Fred Perry(England), der den Australier Jack Crawford in vier Sätzen:2,:6,:4,:4 schlug. Wie der Deutsche siegte Schönstes Sommerwetter und dichtgefüllte Tribünen waren die äußeren Anzeichen eines großen WimbledonTages. Längst bevor das Spiel von Cramm— Budge begann, war der Hauptplatz mit 18000 Zuschauer restlos besetzt, und die Spannung löste sich erst einigermaßen, als die beiden Spieler den grünen Rasen betraten. Sowohl von Cramm als auch Budge begannen mit Kanonenaufschlägen. Nach„Vier beide“ holte sich der rothaarige Amerikaner des Deutschen Aufschlag und den nächsten Punkt dazu, und nach 23 Minuten war der erste Satz:4 an den Vertreter des Sternenbanners gefallen.— Im zweiten Satz führte von Cramm erst :1, dann:2, als der Amerikaner aufkam und ausglich. Von Cramm ging in:=Führung und stand vor dem ersten Satzball, als seinem Gegner beim Aufschlag die Bespannung des Schlägers riß und Budge ein neues Racket nehmen mußte. Aber schon der nächste Punkt fiel an den Deutschen, der damit den Satz mit :4 gewonnen hatte.:1 lag der Amerikaner im dritten Satz vorn, als von Cramm alle Register seines Könnens zog und seinem Gegner keine Chance mehr ließ. Grundlinienschüsse die Linie entlang und auf den Zentimeter genau wechselten mit tödlichen Stoppbällen ab, und nach und nach wurde Budge ausplaciert. Er war zermürbt, und verlor diesen Satz:6.— Laute Hochrufe kündeten zu diesem Zeitpunkt die Ankunft der Königin von England an. Das Spiel wurde auf Minuten unterbrochen, bis der hohe Gast in der Ehrenloge Platz genommen hatte. Im Nu war von Cramm auf:0 davon. Noch einmal versuchte Budge das Schlachtenglück zu zwingen, noch einmal setzte er alles auf eine Karte. Es nutzte nichts. Zwar gewann er verzweifelt kämpfend noch zwei Spiele, aber gegen von Cramms Schüsse die Linie entlang war kein Kraut gewachsen, und nach wenigen Minuten fiel auch dieser Satz mit:2 an den Deutschen, der damit:6,:4,:3,:2 gewonnen hatte. Perry schlug Crawford Gleich im Anschluß an die Begegnung Gottfried von Cramm gegen Donald Budge wurde das zweite Vorschlußrundenspiel zwischen dem Titelverteidiger Fred Perry(England) und Jack Crawford(Australien) ausgetragen. Der Engländer siegte:2,:6,:4,:4 und trifft mithin im Endspiel auf Gottfried von Cramm, genau wie vor kurzem in Paris. Hilde Sperling zweimal siegreich Die frühere Essenerin Hilde Sperling=Krahwinkel war zunächst im Frauendoppel zusammen mit der Französin Mathieu mit:6,:3,:2 über das englische Paar Harvey Ingram erfolgreich und gelangten damit in die Vorschlußrunde, in der die belgischenglische Kombination Meulemeester Howard ihre Gegnerinnen sein werden, und im Gemischten Doppel kam Hilde Sperling zusammen mit Gottfried von Cramm durch einen:=,:=Sieg über Farquharson Hardwick unter die„Letzten Acht“. Die Ergebnisse des Mittwochs: Männereinzel: von Cramm— Budge:6,:4,:3. :2, Perry— Cravford:2,:6,:4,:4. Männerdoppel: Maier=Wood— Hopmanz=Prenn:3, :6,:1,:8,:6, Andrews=Rogers— Gandar DowerWheatercroft:3,:4,:4, Musgrove=Bertram— Chamberlain=Harrison:6,:3,:2,:3, Hughes=Tuckey :8,:5. Die vier belten Tennisspieler der Welt in der Vorschlußrunde der inoffiziellen Tennis=Weltmeisterschaften 2 82 Gemischtes Doppel: Sperling=v. Cramm— Farauharson=Hardwick:5,:4, Jedrzejowska=Quist— Gandar Dower=Mowbray Green 10:8,:7,:2. Mit allen Kräften gegen Amerikas angemaßte Vorherrschaft Amsterdam, 3. Juli. Nach dem Scheitern des Weltmeisterschaftsprojekts Schmeling— Baer haben die Veranstalter von Amsterdam nicht geruht und sich nach Kräften um das Zustandekommen neuer Begegnungen bemüht. In engster Zusammenarbeit mit der IBU. soll nunmehr die Weltmeisterschaft auf einer neuen Grundlage ausgetragen werden und man hofft, unter Heranziehung der in Frage kommenden Boxer Schmeling, Baer, Neusel, Carnera und Pierre Charles das Veranstaltungsmonopol der Amerikaner endgültig durchbrechen zu können. Bei den Veranstaltern in Amsterdam ist nunmehr die feste Zusage Baers eingetroffen, Anfang September in Amsterdam gegen Schmeling eine Ausscheidung zur Weltmeisterschaft auszutragen, selbstverständlich unter Aufsicht der IBU.— Gleichzeitig für diesen Kampftag ist die Ausscheidung Neusel— Carnera abgeschlossen worden sowie eine Begegnung Pierre Charles gegen den Finnen Baerlund. In den Rahmenkämpfen werden holländische Kräfte eingesetzt, u. a. van Klaveren, Im Dienfte des Reitlports Reiterprüfungen im Tattersall Bochum. Am Dienstag wurden im Tattersall Bochum die Prüfung für das Reitabzeichen in Bronze und die Prüfung für das Jugend=Reitabzeichen abgenommen. Als Prüfungskommission hatten sich Major von Westernhagen und Rittmeister a. D. Hopp zur Verfügung gestellt. Es wurde verlangt: 1. Dressurmäßiges Reiten in der Reitbahn, bewertet wurden Sitz des Reiters und Einwirkung; 2. Springen über acht bis zehn Hindernisse bis 80 Zentimeter. Alle zwölf Schüler zeigten sehr gute Leistungen im Dressurreiten wie im Springen und erwarben das Abzeichen: Ilse Fromme, Ilse Rösler, Gert Gilbert, Heino Muckenheim, Gert Balkenhol, Heinz Balkenhol, Günther Drees, Karl Berger, Ernst Joachim Schmidt, Rolf Bayer, Fritz Frenkel, Kurt Wigginghaus. Das Reitabzeichen in Bronze erwarben: Grubeninspektor Dr. Heidemann, Kriminalkommissar Thelen, Heinz Velten, Josef Veen. Heute beginnt die Tour de France In 21 Etappen über 4325 Kilometer. Am Donnerstag erlebt der Welt größtes Straßenrennen, die Tour de France, seine 20. Wiederholung. Ganz Frankreich wird vier Wochen lang im Banne diegigantischen Rennens stehen, das 90 Radrennfahrer, mit ganz wenigen Ausnahmen die gesamte europäische Elite, im Kampf sehen wird. 4325 Kilometer sind in diesem Jahre abzukurbeln. In 21 Etappen geht es bei nur vier Ruhetagen über diese Strecke. Der Weg führt von Paris Stadtmitte über Lille, Charleville, Metz, Belfort, Evian in die französischen Alpen, von dort bei schweren Bergfahrten in die Riviera, über Marseille geht es dann in die Pyrenaen, die den Fahrern noch einmal die schwersten Anstrengungen bringen, bevor es auf flachen Straßen über Pau, Bordeaux, Nantes. Caen wieder nach Paris geht, wo man am 29. Juli die Fahrer erwartet.„ 1 0 28 Als 1903 zum erstenmal die„Tour“ gestartet wurde, ig die Prüfung über 2356 Kilometer. Danach wechDer Amerikaner Budge(links) verlor gegen den deutschen Meister von Cramm(rechts) ias Frantz, André Leducg, Georges Speicher und Antonin Magne als Sieger der Nachkriegsrennen eingegangen. Magne konnte sich schon 1931 den großen Erfolg in diesem Rennen holen und brachte es 1934 zu einem abermaligen Erfolg. Seit einigen Jahren gibt es auch eine Länderwertung. 1931 siegte Belgien vor Frankreich und Deutschland, 1932 Italien vor Aufnahmen Scherl-Bilderdienst Fred Perry(England) schlug Crawford(Australien) Ihternalionaler-ruhmkahfpt-Peg Gute Plätze der Deutschen im Geländerift Budapest, 3. Juli. Mit dem Geländeritt bei Megyer, nördlich von Budapest nahm der internationale moderne Fünfkampf unter Teilnahme Deutschlands, Schwedens, Italiens und Ungarns seinen Anfang. Der Kurs führte über eine Länge von 4200 Meter und war mit 17 Hindernissen, darunter drei schweren Wassergräben, ausgestattet. Die Maximal= zeit war auf:20 angesetzt, und es spricht für das Können der 20 Bewerber, daß diese Zeit von den meisten der Teilnehmer glatt unterboten wurde. Hauptmann Heigl. der Führer der deutschen Auswahl, konnte mit seiner Mannschaft sehr zufrieden sein, schnitt sie doch ausgezeichnet ab. Oblt. Handrick, dessen internationale Erfahrung sich bestens auswirkte, belegte hinter dem schwedischen Lt. Gillenstierna den zweiten Platz, Oblt. Birk wurde Fünfter, Lt. Lemp Fünfzehnter, Lt. Püttmann Siebzehnter. Lt. Cramer hatte Pech. Er blieb im Schlamm des letzten Wassergrabens stecken und verlor so viel Zeit, daß er die Maximalzeit überschritt. Viele hohe Offiziere wohnten dem Eröffnungswettbewerb bei, so der kommandierende General der ungarischen Honved, die den Funfkampf, eine wahre Europameisterschaft, veranstaltet, Generalmajor von Reichenau usw. Der Donnerstag bringt das Degenfechten... 148., 94 wu 64, Ergebnis des Gelanderttts: 1. Lt. Gillenstierna (Schweden) 6,56,7, 100 Punkte, 2. Oblt. Handrick (Deutschland) 7,00,4, 100 Punkte, 3. Oblt. Petnehazy (Ungarn) 7,10, 100., 4. Oblt. Ribbing(Schweden) 7,29,6, 5. Oblt. Birk(Deutschland) 7,33,8, 6. Lt. v. Boisman(Schweden), 7. Oblt. Abba(Italien), 8. Oblt. Oxenstierna(Schweden), 9. Hptm. Somfay(Ungarn), 10. Oblt. Biriello(Italien), 11. Lt. Bjugaren(Schweden), 12. Lt. Obici(Italien) 18. Oblt. Orgera(Italien), 14. Lt. Frattini(Italien), 15. Lt. Lemp(Deutschland), 16. Lt. Orban(Ungarn), 17. Lt. Püttmann(Deutschland), 18 Lt. Bartha(Ungarn), 19. Lt. Cramer(Deutschland), 20. Oblt. Josa(Ungarn). der Schweiz und Deutschland. Von deutschen nehmern schnitt bisher der Berliner Kurt Stöpel am besten ab, der 1932 hinter Leducg den zweiten Platz belegte. Fünf Nationalmannschaften werden in diesem Jahre die Gruppe der„Asse" bilden. Deutschland, Frankreich, Belgien, Italien und Spanien. Jede Mannschaft besteht aus je acht Fahrern. Dazu kommen noch die Einzelfahrer, von denen verschiedene berechtigt sind, sofort als Ersatzmann der Nationalmannschaft einzuspringen. Das Feld wird durch 30 sogenannte„Touristen", Einzelfahrer, vervollständigt. Für Deutschland starten: Stöpel, Thierbach, Kutschbach Umbenhauer, Weckerling, Hodey, Kijewski, Heide. Ersatzleute sind Ickes, Händel, Stach und Roth. Neben dem Gesamtsieg in der Tour wird der Bergpreis sehr umkämpft sein, denn gerade auf den Bergstrecken der Alpen und Pyrenäen spielen sich die großen Kämpfe ab, die Mut, Energie und letzten Einsatz der Kräfte von den Fahrern verlangen, die nicht mit Unrecht„Giganten der Landstraße“ genannt werden. 28 steigen auf Die neuen Fußball=Gauligavereine Deutschlands Nachdem am 30. Juni die letzten Aufstiegsspiele stattfanden, stehen nunmehr die neuen Gauligisten in allen Gauen fest. Die Liste der„Neulinge" hat folgendes Aussehen: Brandenburg: Wacker 04 Berlin und Nowawes 03; Schlesien: VfB. Breslau und VfB. Gleiwitz: Sachsen: BC. Hartha und Dresdensia Dresden; Mitte: 1. FC. Lauscha und Dessau 05; Nordmark: Sperber Hamburg und Adler Neustadt; Niedersachsen: Rasensport Harburg und Linden 07; Westfalen: TuS. Bochum und Erle 08; Niederrhein: Turn Düsseldorf und Union Hamborn; MitSpont-ämlender) Achtung! Achtung! Freitag, 5. Juli, abends.15 Uhr, im Schützenhof. Bochum, Castroper Straße KK Endkämpfe um die Meisterschaft des Bezirks 4. Einlaß 7 Uhr.. Anfang.15 Uhr. Seite 9 Nr. 154 7 Bochumer Anzeiger 7 Donnerstag, 4. Juli 1933 400 Bochumer Kinder rehrien hein. Der freudige Empfang am Mittwoch nachmittag Nun ist der erste Ferientransport Bochumer Kinder wieder daheim. Die 400 Jungen und Mädel, die am 3. Juni, von Eltern und Geschwistern begleitet, zur Bahn gezogen sind, trafen am Mittwoch nachmittag, nach genau einmonatiger Abwesenheit wieder in Bochum ein. Vor dem Bahnhof Nord harrte schon kurz nach vier Uhr eine beträchtliche Menge der Dinge, die da kommen sollten. Auf dem Bahnsteig war schier kein Durchkommen mehr. Eine Aufregung überall wie in einem Bienenkorb. Die ganz Aengstlichen fragten schon: „Werden wir sie auch sofort wiedererkennen?" Wie sich nachher zeigen sollte, waren die Befürchtungen in dieser Richtung vollkommen grundlos.. 7um gg... Um 5 Uhr sollte der Sonderzug prunmaßig einlaufen. Aber er tat den 400 Bochumer Eltern den Gefallen nicht. Es vergingen fünf Minuten und es vergingen zehn Minuten und immer noch war das „Bähnle" nicht zu erspähen. Das war ja eine tüchtige Folter, die der Lokomotivführer da für die Bochumer Eltern bereit hielt. Aber man kann sich ja schon denken wie das geht. Der ganze Zug brachte 1500 Ferienkinder heim, die an den verschiedenen Stationen abgeladen werden mußten. Und daß die Wiedersehensfreude und das Auspacken all der schönen mitgebrachten Sachen den besten Plan über den Haufen werfen kann, ist selbstUnd endlich, Punkt.15 Uhr, faucht der Zug in die Halle, beladen mit 400 Bochumer Kindern, die ihre Ferien im Kreis Wiedkopf im Lahngebiet verlebt haben. Um 10.31 Uhr sind sie vormittags von Bad Ems abgedampft. Und nun tut sich auf dem Bahnsteig das alte, immer neue Bild der Wiedersehensfreude. Den Kindern sieht man an, daß sie sich prächtig erholt haben. Daß sie jetzt wieder daheim sind, macht das Maß ihres Glückes voll. Die Gaumehnertalahen-I Raufpert Straßenmeilterschatten in Wanne-Eickel Alljährlich, wenn die Freunde des braunen Lederballes eine Kampfpause in ihrem Spielbetrieb einlegen, erreicht die sportliche Ausbeute im Radsport mit den Bezirks=, Gau= und Deutschen Meisterschaften auf Bahn und Straße ihren Höhenpunkt. In ununterbrochener Reihenfolge wird der Amateursport auf der Straße und Bahn fortgesetzt. Während am ersten Julisonntag im ganzen Reiche die Bezirksmeisterschaften zur Durchführung gelangen, folgen am 14. Juli die Gaumeisterschaften der Straße. Fur den Gau Westfalen hat Gauführer Frohnen die Meisterschaft der Straße mit Start und Ziel in Wanne=Eickel festgesetzt. Die Strecke führt von Wanne=Eickel über Crange— Erle— Buer— Dorsten— Freudenberg—Wulfen—Haltern und zurück. Start und Ziel befinden sich auf der Aschenbahn am Eickelplatz. Um allen Radsportfreunden Gelegenheit zu geben, diese so überaus wichtige Gaumeisterschaft für die Deutsche Meisterschaft vom Beginn bis zum Ziel genau verfolgen zu können, ist der Start erst auf 12 Uhr angesetzt. Das Westfalen und Rheinprovinz Ziel befindet sich ebenfalls auf der Aschenbahn, wo noch eine Runde zu fahren ist, um einen einwandfreien Endkampf zu gewährleisten. Eine Reihe der besten westfälischen Straßenfahrer hat bereits ihre Meldung abgegeben und wir kommen auf die Aussichten und Siegerschancen der einzelnen Teilnehmer noch zurück. Albert Richters Verletzungen nicht schwer. Der Deutsche Meisterfahrer Albert Richter(Köln), der, wie gemeldet, am Freitag vergangener Woche einen Straßenunfall erlitt, hat hierbei erfreulicherweise nur leichtere Verletzungen davongetragen. Am Dienstag hat er sogar schon wieder etwas trainiert, denn der Kölner will unbedingt am kommenden Samstag und Sonntag am„Grand Prix“ in Paris teilnehmen. Darc Wihsch Wohnhaus und Bauernhaus vernichtet telrhein: TSV. Neuendorf und Tura Bonn; Nordhessen: Kurhessen Marburg und SV. Bad Nauheim; Südwest: FV. Saarbrücken und Opel Rüsselsheim; Baden: Amicitia Viernheim und Germania Brötzingen; Württ=mo#.#:## mtucem statt und#. Zuff und FC. Bayreuth en; Württ Zuffenhausen; emberg: Spog. CannBayern: FC. Munchen Georg Hochgesang trainiert Turn Düsseldorf. Der Düsseldorfer Internationale Georg Hochgesang übernimmt in der neuen Spielzeit das Training des neuen Gauligisten Turn Düsseldorf. Hochgesang betreute die Elf bereits während der Aufstiegsspiele, in denen sie eine sehr gute Form an den Tag legte. Vom Turf Mülheim=Duisburg, 3. 1. Rennen: 1. Kriegsflamme(Graf Solms), 2. Flaute, 3. Seemetle. Toto: Sieg 66, Platz 19. 26, 33. Ferner: Hausmarke, Gratiola, Hillebille, Kurzer Kopf. 2. Rennen:: 1. Ballonpost(Nickel), 2. Wafsenschmied, 3. Die Lupine. Toto: Sieg 34, Platz 16, 27. Ferner. 3. Rennen: 1. Natango(Pinter), 2. Selim, 3. Rudolf. Toto: Sieg 26, Platz 19, 18. Ferner: Obersteiger, Amön. 4. Rennen: 1. Mogul(H. Wenzell), 2. Freigeist, 3. Missourt. Toto: Sieg 84, Platz 25, 21. Ferner: Paul Feminis, 5. Rennen: I. Eisenkönig(Wenzel), 2. Mount Lavinia, 3 Le Bougnat. Toto: Sieg 24, Platz 15. 16. Ferner: 6. Rennen: 1. Segelflug(Ohst, 2. Menne, 3. Auswahl. Toto: Sieg 62, Platz 22, 25, 54. Ferner: Sonny Boy, Panzerflotte, Stauffen, Schatzfinder, Jan v. Werth, Panorama, ?“ Rennen: 1. Blackherry(Knoche), 2. Gräfin Mariza, 3. Carna. Toto: Sieg(3, Platz 13, 14, 16. Ferner: Marengo, Szegeban, Perlmuschel, Hanhein, Rote Tante. Le Tremblay, 3. 1. Rennen: 1. Tension(Lollierou), 2. Roi Soleil II, 3. Good Think. Toto: Sieg 36, Platz 15, 15, 16. Ferner: Martilly, Makurbin, Sparte, La Mazure, Charmanstar, La 2. Rennen: 1. Queen of Stars(Villecourt), 2. Fast Life, 3. Bougic Rose. Toto: Sieg 66. Platz 26, 34, 34. Ferner: Quand, 4 en Chiffres, Toi et Moi, Miß Moquette, Erminette, Magie Grey Lucilla.„ 11. 8 gwim 3. Rennen: 1. Rebuffade(Rochel), 2. Cellini, 3. Soho. Toto: Sieg 144, Platz 40, 22, 18. Ferner: Daky, Katinka, Cayla, Zacharie, Brume'Hiver, Aetha, Bel Kacem, La Grange. Cachette, Eylau. 4. Rennen: 1. Roquepiquet(Dupuit), L. Le Négus, 3. Ping Pong. Toto: Sieg 17, Platz 11, 23. Ferner: Lang 5. Rennen: 1. Duguay Trouin(Bouillon). 2. Cimar, 3. Allanche. Toto: Sieg 17, Platz 12, 24, 34. Ferner: Rollon Rari Avis, Orphelin, Ostricourt, Farneto, Capelo, Tra6. Rennen: 1. Dominateur(Johnstone), 2. Spi dOr, 3 Lord Murray. Toto: Sieg 88 Platz 29. 26, 30. Ferner: Ange Gardien. Josué, Ambush, Boum, Tragopan, Chiquet. Le Prophete, Rapidoto. Unsere Voraussagen Berlin=Hoppegarten, 4. Juli. 1. Rennen: Marquis Posa— Gralsbotin. 2. Rennen: Vogelfrei— Oho. 3. Rennen: Nereide— Alexandria. 4. Rennen: Scävola— Mitternacht. 5. Rennen Gratignus— Palastherold. 6. Rennen: Luckhum— Mailänder. 7. Rennen: Peloponnes— Chimophila. Auteuil, 4. Juli: 1. Rennen: Loulou II— Green Pottle. 2. Rennen: Son of Arabia— Scienter. 3. Rennen: Bimbo— Pommard II. 4. Rennen: Sunspot— Nador. 5. Rennen: Folle — Mon Amour III. 6. Rennen: Montagnac— Merodach. Iserlohn, 3. Juli. In der im Kreise Iserlohn gelegenen Ortschaft Kalthoff brach in der Nacht zum Dienstag in dem Anwesen des Schmieds Möllmann ein Brand aus, der durch Blitzschlag hervorgerufen wurde. Das Feuer breitete sich auf das Wohnhaus und die Schmiede derart schnell aus, daß es auch der sofort herbeigerufenen Feuerwehr nicht mehr möglich war, Anwesen zu retten. Die Gebäude brannten fast bis auf die Grundmauern nieder.., ingg;.— 8, Wuppertal, 3. Juli. Wayrend eines in der Nacht zum Dienstag niedergegangenen Gewitters schlug Blitz in das Anwesen des Landwirts Otto Schäfer und setzte in wenigen Augenblicken die am Tage vorher zum Teil mit frischem Heu gefüllte Scheune in Brand. Die Bewohner des Anwesens wurden vom Feuer so überrascht, daß sie lediglich ihr nacktes Leben retten konnten. Die Feuerwehr konnte infolge an eine wirksame Löschtätigkeit nicht Anwesen, Scheune, Wohnhaus, landwirtschaftliche Maschinen, Heuvorräte, sämtliches Hausmobiliar usw. ist restlos verbrannt. Weiter sind zwei Kühe, zehn Schweine und 120 Hühner in den Flammen umgekommen. Lediglich sechs Kühe, ein Pferd und zirka 15 Stück Federvieh konnten gerettet werden. Vom Schwiegersohn im Streit erslochen Trier, 3. Juli. In der Nacht zum Montag ereignete sich in dem Moselwinzerdorf Trittenheim im Landkreis Trier eine furchtbare Bluttat. Ein junger Mann geriet mit seinem Schwiegervater, mit dem er schon seit längerer Zeit in Streit lebte, auf der Straße in eine Auseinandersetzung, bei der schließlich die beiden aufeinander losgingen. Der junge Mann ein Messer und brachte seinem Schwiegervater einen Stich in die Herzgegend bei. Der Verletzte schleppte sich bis zu seinem Hause, wo er noch die Treppe ersteigen wollte. Seine Kräfte reichten aber nicht mehr aus, so daß er die Treppe hinunterfiel. Jetzt wurden andere Personen aufmerksam, die den alten Mann in einer Blutlache auffanden. Der Tod trat kurze Zeit darauf ein. Die Polizei nahm noch in derselben Nacht den Täter, der Hoffmann heißt, fest. Nach eintägiger Tätigkeit für 1000 Mark Werte entwendet Neunkirchen(Siegerland), 3. Juli. In einer Neunkirchener Wirtschaft bot dieser Tage ein junges Mädchen seine Dienste an. Da gerade eine Kraft gebraucht werden konnte, wurde das Mädchen sofort eingestellt und nahm auf der Stelle die Arbeit auf. Als das Mädchen am andern Morgen zu einer Besorgung weggeschickt wurde, kehrte es nicht wieder zur Wirtschaft zurück. Man mußte dann die wenig erfreuliche Feststellung machen, daß man das Opfer einer äußerst dreisten Diebgn geworden war., OI#Sögggt Die Werte im Betrage von 100.. Jse polizeilichen Ermittlungen ergaben, daß die Dievin einen Helfershelfer gehabt hatte, mit dem sie am Tage vorher nach Neunkirchen gekommen war. Das Paar hatte eine Fahrkarte nach Köln gelöst. konnte bisher leider noch nicht gefaßt werden. gedrückt, wohin auch immer die Ausstellung noch wandern wird. Man fangt ja jetzt erst an, den Zingeng## mehr Liebe und größerem Verständnis meine Bedeutung nachzugehen, während die Vergangenheit für das alles gar keine Zeit und gar keinen Sinn Zetzt werden alte köstliche Quellen wieder neu angeschlagen und vom Schutt befreit. Ein Strom der Erkenntnis wird ins Volk geleitet und will alle Verantwortungslosigkeit fortschwemmen. Wer sich die abschreckenden Beispiele aus den kranken Zeiten betrachtet, wird ebenfalls hoffen, was dort für die Beschauer ausgesprochen ist: daß unsere kommenden Geschlechter solche Bilder eines volklichen Untergangs nicht mehr sehen werden. Man verläßt diese reichhaltige, eindrucksvolle Schau mit dem freudigen Bemußtsein: der Weg geht aufwärts, der Volksgescn#ung. der Sonne, dem Lichte der Erstarkung zu! Wer mochte an solchem Ziele nicht gern mitwirken! mk. * Am Dienstag vormittag wurde im Städtischen Museum zu Hagen die vom Gauschulungsamt Westfalen Süd in die Tat umgesetzte Ausstellung„Rasse— Sippe— Siedlung“ feierlich eröffnet. Zur Eröffnungsfeier hatten sich zahlreiche Ehrengäste eingefunden, unter ihnen stellvertretender Gauleiter Pg. Stürtz, die Leiter vieler staatlicher und Kommunalbehörden, Führer der SA., SS., des Arbeitsdienstes, der HJ. und der übrigen Gliederungen der Partei. Oberbürgermeister Vetter begrüßte im Namen der Stadt Hagen die Erschienenen. Nachdem Gauschulungsleiter Schwarzschulz in seinen Ausführungen die Notwendigkeit der Behauptung der Rasse und des Volkstums hervorgehoben hatte, nahm Pg. Stürtz das Wort zu seiner Eröffnungsansprache. Er bezeichnete es als den Zweck der Ausstellung, durch sie auf dem vom Nationalsozialismus eingeschlagenen Wege einen Schritt vorwärts zu kommen. Man müsse unter das Volk gehen, um in den Fragen der Rasse und des Blutes die richtigen Auffassungen zu finden. Gerade derjenige Teil des nordisch=germanischen Blutes, der in Sippe, Familie, Stamm und Einzelglied bis in die Jetztzeit hinein rein erhalten blieb, musse gehegt und gepflegt werden, damit der nordisch=germanische Mensch einmal der unbedingt herrschende Teil im deutschen Volke werde und sich behaupten könne zum Heil und Segen der ganzen Menschheit. Die polizei griff durch Sippe, Siedlung: Del Vonsgesane..gg. ge Wertvolle Ausstellung in Hagen 41 Personen wegen verbotswidrigen Badens zur Anzeige gebracht Gelsenkirchen 3. Juli. Am Montag nachmittag unternahm die Wasserschutzpolizei gemeinsam mit Beamten der Schutzpolizei am Rhein=Herne=Kanal eine Razzia gegen Personen, die in verbotswidriger Weise dort badeten oder an den Ufern lagerten. 41 Personen wurden zur Anzeige gebracht und gebührenpflichtige Verwarnungen erteilt. Trotz verschiedener Hinweise wird immer noch verbotswidrigerweise im Kanal gebadet und viele Menschen sind dabei zu Tode gekommen. Die Polizei wird auch in Zukunft gegen das wilde Baden mit aller Schärfe einschreiten. Aufruf des Reichsverbandes der Valtikumtampfer Vereinigung ehem. Grenzschutz= und Freikorpskämpfer. Essen, 2. Juli. Die Reichsverbandsführung des Reichsverbandes der Baltikumkämpfer, Vereinigung ehem. Grenzschutz= und Freikorpskämpfer, erläßt an alle ehemaligen Freikorpskämpfer folgenden Aufruf: Freikorpskämpfer, sammelt Euch auf Burg Saaleck! Am 6. und 7. Juli findet auf historischem Boden, auf Burg Saaleck bei Bad Kösen, das Reichstreffen des Reichsverbandes der Baltikumkämpfer, Vereinigung ehem. Grenzschutz= und Freikorpskampfer statt. Zu diesem Reichstreffen sind alle, ehemaligen Freikorpskämpfer den Worten des Fuhrers„die letzten Soldaten des In Hagen im Museumsbau ist ein Werk aufgezogen, in der Gau=Ausstellung„Rasse— Sippe Siedlung", dessen hoher innerer Wert und dessen erziehliche und aufklarende Bedeutung für das ganze Volk jedem in die Augen springt. Wer auch bisher nur ganz lose sich mit den Fragen der Volksgesundung, mit Blut und Boden, mit Reinigung des Volkskörpers von allen Schlacken, mit Ertüchtigung des Geschlechts, mit Heimat, Schicksal und Erdverbundenheit, mit Erbgut und Stammtafeln, mit Familienforschung, mit Sippe und Neusiedlung befaßte, hier wächst gewaltig der Sinn für diese wichtigen Dinge. Ein jeder findet Anregung in Hülle und Fülle, das bisher Versäumte schleunigst nachzuholen. Mehr als ein Dutzend gelehrter Bücher und Vorträge wirkt solches Ueberzeugungsmaterial, wie es hier für Auge, Verstand und Gemüt zusammengetragen ist. Nur dieser Weg zur Erkenntnis der in Volk, Geschlecht, Sippe, Familie, in Landschaft und Erdgestaltung schlummernden Kräfte kann zum Ziele führen, namlich zur Abwehr des Ueblen und zur Pflege des Guten. Dieser Ausstellung in Hagen wird in den kommenden Wochen bis zum 5. August hoffentlich ein Massenbesuch aus ganz Westfalen und darüber hinaus zugeführt werden. Sie ist es wahrlich wert, daß das dort Gezeigte zum geistigen Volksgut gemacht, ins Wissen und damit zugleich in den Willen der Allgemeinheit übergeht. zugleich in den. Willen der Allgemeinheit übergeht. Freilich haben die Zeitungsaufsatze, die Bucher, Zeirschriften und Vorträge erst den Weg bereiten müssen, damit eine solche Ausstellung dem Beschauer jetzt auch zu dem werden kann, was sie sein soll: das beste Mittel zur Ueberwindung irgendwelcher Hemmungen, die bei dem oder jenem sich noch einstellen konnten. Hier lernt man zwingend die Zusammenhänge kennen und wird einfach mitgerissen durch die große innere Kraft, die aus der Gesamtschau schließlich auf den Beschauer überströmt. Man wird zum planvollen und freiwilligen Mitarbeiter in all den großen Fragen der Zeit, die mit Rasse Familie, Blut und Boden zusammenhängen. Wenn man durch so manchen Saal wandert, in dem man die Vergangenheit sieht und erkennt, mit welchem rasenden Tempo wir dem Sumpf, dem Ende unseres Volkstums entgegeneilten, kann es einem leicht schwarz vor den Augen werden, und man ist glücklich, jetzt ein paar Säle weiter in Bild, Wort und Beispiel mitzuerleben, wie durch Hitler und seine Mitarbeiter das Steuer im letzten Augenblick herumgeworfen wurde. Die Erfassung und Erküchtigung der Jugend von klein auf, der Arbeitsdienst, das Landjahr, der Sport, die Bauernsiedlung, die Sippenforschung, der Segen der Mutterschaft, die Stammtafel mit ihrer Familien= und Geschlechterkunde, die Kenntnis der rassischen Merkmale und die Bedeutung erbgesunder Ahnenschaft und Nachfolge für Familie, Volk, Gemeinschaft, Reich, Wissenschaft, Kultur und Leben geht in ganz anderer Weise in das Bewußtsein ein, zumal hier ein jeder Beschauer lernen kann, wie er die wichtigen Erkenntnisse aus dem Erbstrom bei sich ebenfalls verwerten und weiterführen kann. Diese Ausstellung in Hagen trägt das ureigene west fälische Gesicht. Wie könnte es auch anders sein? Es soll ja der Urstrom des Blutes und Lebens auf dem Heimatboden erforscht und gezeigt werden. Aus Hagen Stadt und Land ist eine Fülle Material beigesteuert von rein örtlicher Verwurzelung. Die Zweige des Baumes breiten sich aber aus übers ganze Land. Wie es eine große Anzahl Hagener Namen gibt, die weit über Westfalen hinaus Bedeutung erhielten, so finden wir dort auch Köpfet aus Bochum, die in Staat, Wissenschaft, Kultur, Literatur und Leben ihres Volkes eine Rolle spielten. Diesem engeren Teil der Ausstellung werden überall neue Züge und neue Werte aufReichstreffen sind, alle ehemaligen Freikorpskampfer nach den Worten r= Ih####,„die letzten Soldaten des großen Krieges und die ersten Soldaten des Dritten Reiches“— herzlichst eingeladen. Am Samstag, 6. Juli, 22.30 Uhr, Marsch von Bad Kösen nach Burg Saaleck, dort Burgbeleuchtung, Grenzlandkundgebung. Am Sonntag, 7. Juli, 8 Uhr, Feldgottesdienst, Fahnenweihe, Kranzniederlegung an der Grabstätte der Kameraden Fischer und Kern, Ansprache des Reichsverbandsführers Major Bischoff, anschließend Vorbeimarsch in Bad Kösen in Anwesenheit des Finnland=Befreiers Graf von der Goltz und zahlreicher Freikorpsführer. 14 Menschen bekamen einen Sonnenstich Sie wollten braun werden. Haltern, 3. Juli. Die Sucht, durch Sonnen. brand braun zu werden und dadurch interessant zu erscheinen, treibt hier im Strandbad die tollsten Blüten. Nicht weniger als 14 Menschen bekamen an einem einzigen Tage einen Sonnenstich. Fünf von ihnen mußten ins Krankenhaus gebracht werden. Dreipersonen beim Baden ertrunken Nordhorn, 3. Juli. Im Freibad„MontBlauc“ ertrank beim Baden der Arbeiter Harink vor den Augen seiner Frau und eines Freundes. Unter großer Mühe wurde die Leiche geborgen.— Ferner ertrank ein in der Landwirtschaft in Dörpen(Kreis Hümmling) beschäftigter 18jähriger junger Mann aus Papenburg, der des Schwimmens unkundig war. — An der Verladestelle der Zementfabrik in Porta an der Weser badete der 21jährige Albin Vaupel aus Lerbeck mit seiner Schwester. Der junge Mann ging vor den Augen seiner Schwester unter und ertrank; vermutlich hat er einen Herzschlag erlitten. der aerit: Lind, Kolbenbolzen angesressen Hast Du eu ölen sie vergessen. Last nie das Gel ganz alle werden, Wozu gitts denn Br auf eiaeh: OLEX Deutsche Benzis-#. Patraleum-G. m. b. H Seite 10 Nr. 154„ Bochumer Anzeiger7 Donnerstag, 4. Juli 1933 Drchattlee=Tebelt Tchrer und Schalek der Spell und Spul Die Kreistagung des NSXB. in Bochum „.-.“-Aufnahme Alles zieht an einem Strick!— Lehrer schauen ihren Schülern zu Wirklich— eine Tat! So muß man sagen, wenn man an all das Schöne denkt, das der Vormittag auf der Krümmede brachte. Lehrer und Schulen im Festzug, in freudigster Stimmung. Mit frischen Marschweisen ging es zum städtischen Platz„An der Krümmede". Ein buntes Bild dort. Ein= bis zweitausend Lehrer und Lehrerinnen auf den aufgeschlagenen Bänken, das alles umrahmt vom festlich geschmückten Platz mit den im Winde flatternden Fahnen. Pünktlich um 9 Uhr eröffnete Kreisamtsleiter Wulfes die Tagung mit herzlichen Begrüßungsworten, betonend, daß die heutige Zusammenkunft keine Versammlung, sondern eine Arbeitstagung sei, die neue Formen zeigen solle. Der Leiter der Veranstaltung auf der Krümmede, Oberschullehrer Klostermann, Referent für Leibesübungen im NSLB., wies auf die Gedanken hin, die dieser Veranstaltung zugrunde lägen. Und dann begann ein buntes Leben und Treiben. Lehrausschnitte aus dem Uebungsbetrieb der Schulen wurden gezeigt, daß man seine helle Freude daran haben konnte. Auffallend war die Gelöstheit aller Uebungen. Leicht und mühelos sah alles aus, wie ein fröhliches Spiel, das dazu verleiten konnte, sich einzureihen und mitzumachen. Und doch: Wieviel Mühe und Arbeit mögen die vielen Mutübungen gekostet haben, die Sprünge über den hohen Tisch, über das Pferd u. a. Manch kleiner Sturz erinnerte daran, daß doch nicht alles so mühelos war. Die Entspannungsübungen der verschiedenen Körperschulen, die Medizinballübungen, das frohe Lagerleben bei aufgebauten Zelten, Ballspiele, Vorübungen dazu und Ausführungen im Völkerball, Schlagball, Handball, Fußball, Zielwerfen, Uebungen mit der Eisenkugel, Volkstänze, so ging es in buntem Wechsel ununterbrochen. Langeweile kam gar nicht auf, erst recht nicht, als dann die Erzieher selbst den Weg des Mitmachens beschritten und unter Schmidts kundiger Leitung selbst die Turnhose anzogen und arbeiteten. Frohe Stimmung auf allen Plätzen. Die Fortsetzung nachmittags im Ev. Vereinshause unter dem Titel„Das Wort“ brachte einige Filme und Referate. Die Filme:„Leibesübungen sind Dienst am Volke" und„Olympische Vorbereitung" paßten anschaulich zu den Worten des Pg. Hoffmann über „Leibesübungen und Volkstum“, der in großen Umrissen die Arbeit des deutschen Erziehers im Rahmen der Leibesübungen kennzeichnete. Nicht beiseite stehen, sondern mittun! Der Weg, den Jahn bei der Gründung des ersten Turnvereins ging, das Ziel, die Zusammenfassung aller Leibesübungen treibenden Deutschen, sei durch den Reichsbund für Leibesübungen Wirklichkeit geworden. Darum gelte es, mitzuarbeiten, weil die Olympischen Spiele 1936 vor der Tür stehen. — Ein abschließender Vortrag beschloß die sehr anregend verlaufene Arbeitstagung des Nationalsozialistischen Lehrerbundes des Kreises Bochum. Reichlich Erdbeeren... Der Mittwochmarkt auf dem Wilhelmsplatz zeigte ein recht lebhaftes Bild, denn die einmachfreudigen Hausfrauen erwartete ein reichliches Angebot an Erdbeeren, Johannisbeeren, Stachelbeeren, Kirschen und die ersten Waldbeeren. Auch das Sommergemüse wurde zu einem sehr annehmbaren Preise angeboten. Butter, Eier, Käse, war sehr stark gefragt. Es notierten die 4 reise am 26. Juni 3. Juli Möhren Spinat Kopfialat Melde Spargel Tomaten Gurken Kohlrabie Bohnen Aprikosen Pfirsiche Radieschen Rhabarber Blumenkohl Wirsing Roikohl Spitzkohl Erbsen Dicke Bohnen Rübstiel Frische Kartoffeln Kartoffeln Bananen Kirschen Waldveeren Johannisbeeren. Erdbeeren Stachelbeeren Apfelsinen Zwiebeln Zitronen Eier Deutsche Molkereibutter Deutsche Landvutter Quarkkäse Rindfleisch Schweinefleisch Kalbfleisch Hammelfleisch Schellfisch Roivarsch Schollen Kaveljau Seelachs Fischfilet Barsch Plötze Zander Maisisch " 2 Bund 15 J :„Pfd. 10 J Stck. 5 10 J " Pfd. 10 J " Pfd. 35—40 J Pid 35—50 J Stück 40—45 L " S t ü c k 5— 1 9 L " P f d. 1 5— 2 0 J " Psd. 50, 60 J Bund 10 J 2 Pid 15 S Pfd. 35 50 S Pfd. 10 J Pid. 15 J 2 Pfd. 15 J " Bund—18 S " Pid. 17—18 S 20—25 Pfd. 1 " Pid. 35 J " Pfd. 30 J " P f d. 3 0— 3 5 J :„ P f d. 2 0 J " Stück 15 J . Pfd. 15 J " Stück 4, 5, 6 J " Stück—10 J " P i d. 1. 6 0 M " Pfd. 1,40 M Pfd. 20 S " Pfd. 65—70 " Prd. 80 J . Pfd. 70 J " Pfd. 80 J Pfd. 25# ". Pid. 25 A. Pfd. 25—30 " P f d. 2 5— 3 0 J " Pfd. 30 J Pid. 40 S Pid. 80 J Pf.—* Pid. 30 J Bund 10—12 J Pfd. 10 Stück 10 Pfd. 10 Pfd. 35-40 J Pid. 25—35 J Stück 30 40 S Stück 10 S Pfd. 15—45 J Pid. 50,60 J Pfd. 40 S Bund—10 J 2 Pfd. 15 J Pfd. 15-35 L Pfd. 10 J Pfd. 18 J Pid. 12 S Pid. 15 S 2 Pfd. 10 J Bund 10 J Pfd. 17—13 S 20—25 Pfd. 1 Pfd. 30 J Pid 25—40 S 4fd. 40 S Pid. 25 J Pfd. 28—35 J Pid. 26—35 J Stück 15 J Pfd. 15—17 L Stück 4, 5, 6 J Stück—10 J Pfd..60 M Pid..40 M Pfd. 20 J Pfd. 65—70+ Psd. 80 Pid. 70 S Pfd. 80 J Pid 25# Psd. 25 S Pfd. 25—30 Pid. 25—30 P1b. 30 S Pid. 40 S Pid. Pid. 80 J Pid.— 3 Pfo. 30 J Techumer Verbande und Vereine Eonntag sein unndm zlug den früheren Bahrer, n: Aus den katholischen Vereinen. Der Katholische Bergmannsverein Bochum=Zentral hielt im Vereinslokal eine gut besuchte Versammlung ab. Nach Abwicklung der geschäftlichen Angelegenheiten hielf der Präses, der früher lange Jahre als Vikar in Padervorn wirkte, einen Vortrag über das Thema:„Paderborn, der Mittelpunkt der Erzdiözese, die Stadt des heiligen Liborius.“— Nach einer kürzlich vorgenommenen statistischen Erhebung umfaßt der Zentralverband der katholischen Jungfrauenvereine Deutschlands, der bis vor einigen Jahren seinen Sitz in Bochum hatte und an dessen Spitze der früher in Bochum tätig gewesene Generalpräses Klens steht, 21 Diözesanverbände mit 5600 Vereinen, die im ganzen einen Bestand von rund 800 000 Mitgliedern ausweisen. Aus den katholischen Vereinen. Am vergangenen Sonntag startete der Katholische Arbeiterverein„St. Rochus“ von Christkönig zu seiner diesjährigen Sommerfahrt ins Blaue. Ein Sonderzug brachte die 368 Ausflügler zu dem im Ruhrtal schön gelegenen Luftkurort Hösel, von wo aus unter dem Vorantritt einer Musikkapelle der Weitermarsch zum Angertal angetreten wurde. Eine Waldschenke bot gastliche Unterkunft. Die von der Vereinsleitung mit großer Umsicht getroffenen Vorbereitungen ließen jeden auf seine Kosten kommen. Bei Spiel. Tanz und kurzweiliger Unterhaltung, die durch theatralische Darbietungen der Vereinsspielschar ihre schönste Würze erhielt, vergingen die Stunden wie im Fluge. Schlosser= und Maschinenbauer=Gesellenverein. Der Vereinigte Schlosser= und Maschinenbauer=Gesellenverein Bochum, Sonntag geinen Familienau##lug. Eichholz. Der nach Eppendorf. Wirt der Vereinsleiter J. Kersting begrüßte alle Erschienenen und ermahnte die Mitglieder, weiter treu mitzuarbeiten, wie in den vergangenen 50 Jahren. Man hatte für allerlei Unterhaltung gesorgt, Kaffeetrinken, Schießen, Glücksrad. Willy Chlosta sorgte für den musikalischen und Theo Köppe und Pauli für den humoristischen Teil des Tages. Deutsche Glaubensbewegung. Die Ortsgemeinde Bochum Mitte der„Deutschen Glaubensbewegung“ hielt am Mittwoch abend im großen Saale der„Panzerarotte“ eine gut besuchte Versammlung ab. Namens der Ortsgemeinde eröffnete D. Bergmann die Versammlung. Reichsschulungsbeauftragter der Deutschen Glaubensbewegung Pg. Pilbert Etzel (Berlin) sprach über„Der deutsche Mensch in deutscher Glaubenshaltung". Er führte aus, daß die„Deutsche Glaubensbewegung", fußend auf Charakterwerten der Rasse, eine hohe Verpflichtung vor der ewigen Macht, die in der Geschichte unseres Volkes erkennbar sei, übernommen habe. Eingehend behandelte der Vortragende den Gottesbegriff und hob hervor, daß in jedem Menschen eine ewige unmittelbare Macht vorhanden sei. Vereinigte Verbände heimattreuer Oberschlester, Bezirksgruppe Bochum. Durch den Bund heimattreuer Schlesier (Vereinigte Oberschlesier und Schlesier) wird am 25. Juli ein Sonderzug mit 60 Prozent Ermäßigung bis Beuthen verkehren. Auskunft erteilt der Ortsgruppenleiter Kühnert, Rheinische Straße 27, wo auch Anmeldungen entgegengenommen werden. Anmeldungen müssen bis zum 11. Juli erfolgt sein. Arenesinnmung un der Wieschermähie phot.: Rößler Auch im Reiche Plutos gibt es noch Romantik. Da liegt, umgeben von einem Kranze von Zechen, ragenden Schutthalden, Riesenkaminen, lodern dem Feuer gewaltiger Industrieanlagen, ein Teilchen zwischen Harpen, Altenbochum und Werne, das Wieschermühlental. Einst durchflossen es kristallklare, fischreiche Bächlein, heute füllen Klärteiche den Wiesengrund. Doch wenn abends der Mond aufsteigt und sein Silberglanz auf den Glitzerwellen des Weihers liegt, die Bäume im Hintergrunde leise ihre Zweige bewegen im Hauch des Sömmerzephyrs in den Wiesen die Grillen zirpen und auf den Kornfeldern das Aehrenmeer in sanften Wellen zittert, dann empfindet man auch hier einen Schimmer stimmungsvoller Romantik. ZRAE Vom 4. Juli bis 5. Juli 1933 .00 Morgenruf und Frühkonzert .45 Leibesübungen .00 Wiederholung des Morgenrufs Zeit. Wetter, Nachrichten .15 Morgenkonzert .15 Zeit. Wetter, Wasserstandsmeldungen .20 Frauenturnen 10.09 Zeit. Wetter. Nachrichten Gleichbleibende Tageseinteilung 13.00 Mittagsmeldungen 14.00 Mittagsmeldungen 1I 15.30 Wirtschaftsmeldungen 18.40 Vom Tage 18.50 Wirtschaftsmeldungen und Sportvorbericht 20.00 Erste Abendmeldungen 22.00 Zeit. Wetter. Nachrichten ESEEEE 10.15 Schulfunk(Aus Hagen). Lustige Lieder 10.45 Wir und die Welt. Vom Grüßen, Hutabnehmen und anderen höflichen Dingen. Ein Streifzug durch die Kulturgeschichte 12.00 Musik am Mittag(Von München). Das Rundfunkorchester(Karl List). Maria Wutz(Sopran); Georg von Tschurtenthaler(Bariton); Kurt Engels(Kylophon); Willy Stuhlfauth(Geige). 1. Ouvertüre zu„Rübezahl“(Weber). 2. Arie der Micaele aus„Carmen"(Bizet). 3. Estudiantina= Walzer(Waldteufel). 4. Slawischer Tanz(Dvorak). 5. Arie des Andre Chenier(Giordano). 6. Ouvertüre zu„Der Zigeunerbaron"(Joh. Strauß). 7. Peer Gynts Heimkehr und Solveigs Lied(Grieg). 8. Torrerolied aus„Carmen"(Bizet). 9. Rhapsodie Piemontese für Geige und Orchester(Sinigaglia). 10. Sopranlied aus „Friederike"(Lehar). 11. Kylophonsolo: Hexentänze, mosaik(Engel). 12. Polnischer Nationaltanz(Scharwenka). 18. Gesang des Sebastian aus„Tiefland"('Albert). 14. Xylophonsolo: Der Frechdachs, Blue Baby(Engel). 15. Walzer aus„Intermezzo"(Rich. Strauß). 16. Xylophon= solo: Der lustige Xylophonist(Engel). 17. Florentiner Marsch(Fucik) 14.15 Allerlei von Zwei bis Drei(Vom Deutschlandsender) 15.00 Kinderstunde. Von Sonne, Regen und Wind 15.45 Frauenfunk. Fahrt in die Welt(Adalberta Gerhards) 16.00 Gitarrenmusik unserer Zeit. 1. Moderne Suite, Werk 4(Anton Stingl). 2. Duo, Werk 7, für Violine und Gitarre(Anton Stingl). 8. Drei Stücke für Gitarre: Grauer Tag— Rundgesang — Tanz(Emil Holz). Ida Gille(Gitarre); Eduard Schracke(Violine) 16.30 Der Reiter und sein treuer Freund. Eine Plauderei von Major a. D. Braun 17.00 Nachmittagskonzert. Das Kleine Orchester(Leo Eysoldt). 1. Nordische Musik. 1. Vorspiel zu „Hamlet"(Gade). 2. Lyrische Folge(Grieg). 3. Norwegische Rhapsodie Nr. 8(Svendsen). 4. a) Gavotte; b) Frühlingsrauschen(Sinding). 5. Hochzeitsmusik(Jensen). II. Wiener Walzer. 1. Pesther Walzer(Lanner). 2. Wiener Bonbons (Joh. Strauß). 8. An der schönen grünen Narenta(Komzak). 4. Ball bei Hof(Ziehrer) 18.30 Wanderungen in Rheinland und Westfalen. Bilstein und das Veischedetal(Erich Grisar) 19.00 Musik, die wir heimbrachten(Heinz Häuschen) 19.20 Unser Zelt, unsere Welt! 19.50 Momentaufnahme 20.10 Rundfunkparade des ehem. 7. Armeekorps im Festsaal des Schlosses in Münster. Soldaten! Kameraden! Eine Gedächtnisstunde für tapfere rheinische Regimenter. Die ehem. 14. Infanterie=Division(Wiederholung) 22.30 Tanz ins Blaue(Von Berlin). Eine lustige Reise nach Noten mit dem Kleinen Funkorchester, (Willy Steiner) und dem Schrammel=Quartett Paul Dietrich und der Kapelle Hans Bund; KiloMaitre de plaisir: Paul Heidemann: Agnes Schulz=Lichterfeld und Karl Blume(Lieder zur Laute: Luigi Bernauer(Refrain=Gesang) 23.00 Zeitgenössische Musik(11)(Von München, Reichssendung). Klavierkonzert(Kurt v. Wolfurt). Udo Dammert(Klavier). Das Rundfunkorchester (Hans A. Winter) 23.25 Fortsetzung der Tanzmusik. Tanz ins Blaue. Das Kleine Funkorchester(Willy Steiner) und das Schrammel=Quartett Paul Dietrich(Von Berlin) Deutschlandsender: 19.00: Heidelberg, die deutsche Stadt des Geistes.“— 20.10: Hein Godenwind, der Admiral von Moskitonien.— 21.20: Alpenland— Waterkant. Volkstänze.— 22.30: Eine kleine Nachtmusik. Phantasien auf der Wurlitzer Orgel. — 23.00: Zeitgenössische Musik(Von München). 23.25: Wir bitten zum Tanz! Tanzkapelle des Deutschlandsenders(R. Gaden) UIAIEEE 10.15 Schulfunk für Schüler vom 12. Lebensjahre an Die rheinische Kaufmannsstraße Köln— Frankfurt 10.50 Wir und die Welt. Max Bense: Allerlei Geheimnisvolles aus Tier= und Pflanzenwelt. Weinende Tiere— Das Rätsel der Banane— Von singenden und rauchenden Bäumen 11.40 Bauernfunk. Blumengroßmarkt 12.00 Geschwindigkeit ist keine Hexerei(von Frankfurt). Musikzug der Brigade 49(Leitung: Musikzugführer Weilert). Kapelle Franz Hauck. F. Kullmann und H. Schroeter(Klavier). 1. Drum seid heut lustig, Marschlied(Keiling). 2. Außer Atem, Galopp(Faust), 8. Treue Freunde, Marsch (Holzmann). 4. Husarenritt. 5. Equilibristik. Foxtrott=Intermezzo(Golwyn). 6. Max und Moritz, wox(Mahr). 7. Allotria, HarmonikaSolo(Mahr). 8. Fleury=Marsch(Fürst). 9. Tanzende Sterne(Rawicz). 10. Wirbeldwind (Rawicz). 11. Alle tanzen, Carioca, Fox (Semprini). 12. Guanabara, Fox(Semprini). 13. Dizzy Fingers(Confrey). 14. Südliches Feuer, Fox(Schwarz). 15. Die Trommel ruft, Marschpotpourri(Schmidt=Hagen) 13.15 30 Grad im Schatten— auf ins Wasser(von Frankfurt) Erwin Hartung(Refraingesang), Kapelle Franz Hauck, Fritz Kullmann und Heinz Schroeter(Klavier). 1. Plitsch=platsch, Fox(Walther). 2. Das Boot heraus(Carlos). 3. Ueber den Wellen, Walzer(Roszas). 4. Das Schönste an dem lieben guten Sommer, Fox(Jaeger). 5. a) Komm in mein Kanu(Ozernik), b) Baden gehn. 6. Mittsommerzeit(Fischer). 7. In einem kleinen Strandcafé. 8. Wie wunderbar, mal nichts zu tun (Hanschmann). 9. Schattenspiele(Plessow). 10. a) Im Ruderboot, Walzer(Joyce), b) Im Strandkorb Nr. 18. Slow=Fox(Ernst) 14.15 Allerlei von Zwei bis Drei(vom Deutschlandsender) 15.00 Die Arbeit marschiert. Industrie im Pader= borner Land 15.15 Die Berufserziehung als politische Aufgabe. 16.00 Kleine Musik für zwei Klaviere. 1. Menuett aus der Suite„Die Arlesierin(Bizet). 2. Bourrée(Reichel). 8. Gique(Häßler). 4. Tarantelle(Döhler). 5. Hochzeitsmusik(Jensen). Carl Ottersbach— Rudi Stralendorff 16.30 Junge deutsche Erzählkunst. Wolf Justin Hartmann: Seine vorletzte Gewißheit 17.00 Bunte Musik am Nachmittag(von Hamburg). Bruno Micksche(Violine); Rudolf Kupfer(Cello); Richard Beckmann(Klavier); Hubert Barwasser(Flöte); Willi Schmidt(Trompete); Das Balalaika=Quintett Romanoff und das Kleine Orchester(Gustav Adolf Schlemm). 1. Ouvertüre„Der Kalif von Bagdad"(Boildieu), 2. Fantasie aus„Tiefland"('Albert). 8. ZigeunerliederPotpourri. 4. Konzertino=dur(Chaminade). 5. Serenate Appassionata(Steiner). 6. Aus den„Episoden"(Schuett). 7. a) Auf der Wiese, russisches Volkslied; b) Tage unseres Lebens, russischer Marsch. 8. Russisches Lied(Lalo). 9. Walzer=Intermezzo aus„1001 Nacht"(Joh. Strauß). 10. Fantasie„Der Liebestraum" (Hoch). 11. a) Wolgalied, russisches Volkslied b) Sehnsucht nach der Heimat, russischer Marsch. 12. Wo die Zitronen blühn, Walzer(Joh. Strauß) 18.30 Mädel im Beruf. Ein Heimabend 18.45„Partei=Verlag und Rundfunk“ 19.00 Kleine Abendmusik. Das Kammerquintett. 1. Berühmte Gavotte(Gossec). 2. Goldregen, Intermezzo(Kockert). 8. Ein Ländler(Pachernegg). 4. Papa=Mama, Polka(Bayer). 5. Ein Jasminstrauß, Serenade(Kochmann). 6. Der Weg zum Herzen, Intermezzo(Lincke). 7. Näscherei, Polka=Mazurka(Ziehrer) 19.50 Momentaufnahme 20.15 Musica buffa, Uraufführung von Hermann Zilcher(von München, Reichssendung). Stunde der Nation 20.45 Zur Unterhaltung und zum Tanz(vom Deutschlandsender). Robert Gaden spielt 22.20 Theater im Westen 23.00 Unterhaltungs= und Volksmusik(von Stuttgart) Nach der Heimat... Eine bunte Folge auslandsdeutscher Volkslieder. Der Rundfunkchor, die Liedergruppe Karl Kromer und die Stuttgarter Volksmusik Deutschlandsender: 19.00: Und jetzt ist Feierabend!„Lied hinterm Schilf.“— 20.45: Zur Unterhaltung und zum Tanz! R. Gaden spielt.— 22.30: Eine kleine Nachtmusik. R. Schmidt am Neo=Bechstein=Flügel. — 23.00: Nach der Heimat...(Von Stuttgart) Volkslieder L II RASIERCREME ODDpITO macht das Rasleren zum Genuß, Prellte Grose, langreichende Tube 30 Pf. Seite 11 Nr. 154 7 Bochumer Anzeiger7 Donnerstag, 4. Juli 1933 Nachrichten aus Groß-Bochum Kleine Kneirungen aus den=Sialdnenen Die NS.=Frauen5. Juli, abends 8 Uhr, Stadtteil Altenbochum NS.=Frauenschaft Altenbochum. im Lutherhaus eine Wiederholung der Aufführung„Die deutsche Frau Elisabeth“, die im Ernst=Moritz=Arndt= Haus schon so großen Beifall gefunden hat. Alle deutschen Frauen sind dazu herzlich eingeladen. Für Mitglieder ist die Teilnahme Pflicht. Stadtteil Querenburg Sprechstunde der Kreisfürsorgerin. Am 4. Juli, vormittags von 10 bis 11½ Uhr, findet im hiesigen Volkshause, Overbergstraße 16, die erste Sprechstunde der Kreisfürsorgerin statt. Hier werden alle Anträge für das Hilfswerk„Mutter und Kind“, insbesondere diejenigen für Erholungskuren, entgegengenommen. Wir erwarten, daß sich sämtliche Antragstellerinnen einfinden werden. Ein neuer Schornsteinriese entsteht. Die Tagesanlagen der Zeche„Klosterbusch“ am Ausgang des Lottentals entwickeln sich immer mehr zu neuesten technischen Einrichtungen. Im Laufe der letzten Jahre hat sich das Tagesbild vollstandig verändert. Baulichkeiten aus den Anfängen der Kohleförderung auf dieser Grubenanlage sind längst verschwunden. Machtige, aus Steinquadern erbaute Werksanlagen beherrschen das Gesichtsfeld. Augenblicklich sind die Arbeiten zum Bau eines neuen Schornsteinriesen in Angriff genommen worden, der seinen Bruder an Umfang und Höhe beträchtlich übertreffen wird. In 20 Meter Höhe, angesichts des massigen Fördergerüstes und des gewaltigen Steinbruches, erfullen die Maurer ihre nicht unge liche Arbeit. Stadtteil Stiepel Wer kennt den geflüchteten Motorradler? Der am Sonntag auf der Kosterbrücke einen Fußgänger anfuhr.— Zeugen gesucht. Am Sonntag, 30. Juni, gegen 19 Uhr, wurde ein Fußgänger auf der Kosterstraße in der Nähe der Kosterbrücke in.=Stiepel von einem Motorradfahrer angefahren und zu Boden geworfen. Der Fußgänger wurde hierbei verletzt und mußte dem Krankenhaus zugeführt werden. Der Motorradfahrer hat sich durch die Flucht der Feststellung seiner Person entzogen. Personen, die sachdienliche Angaben machen können, werden gebeten, auf Zimmer 89 des Polizeipräsidiums Bochum, Uhlandstraße 35, oder bei der nächsten Polizei= oder Gendarmeriedienststelle vorzusprechen. * Student in der Ruhr ertrunken! An der Ruhr bei Blankenstein fanden Schulkinder am Nachmittag Kleidungsstücke und eine Aktentasche mit Leorbüchern. Die Polizei wurde sofort von dem Funde benachrichtigt und die Ruhr wurde abgesucht. Nach kurzer Zeit gelang es in den Abendstunden, die Leiche des Ertrunkenen zu bergen. Es handelt sich um den in Stiepel wohnhaften Fachschulstudenten Willi Kosthaus, der nach der Rückkehr von seinem Schulbesuch bei der Maschinenbauschule in Hagen in der offenen Ruhr ein Bad genommen hatte und dabei ertrank. Die Leiche wurde in das Blankensteiner Krankenhaus eingeliefert. Der Tote war 27 Jahre alt. Stadtteil Linden=Dahlhausen Kirchenchor St. Cäcilia. Der diesjährige Ausflug des katholischen Kirchenchors„Cäcilia" soll am kommenden Sonntag unternommen werden, und der Hiltroper Straße wohnhafte Heinrich R. wurde durch Steinfall erheblich verletzt. Man schaffte ihn ins Krankenhaus. Stadtteil Hamme Hohes Alter. Seinen 77. Geburtstag feierte der Glückaufstraße 22 in Bochum=Hamme wohnhafte Reichsinvalide Johann Seck in körperlicher und geistiger Frische. Aus der NSDAP. Die Ortsgruppe Hamme hat ihre Büroräume im Hause der Apotheke„Zum schwarzen Adler“ auf der Dorstener Straße. Der Kassenleiter ist hier Dienstags von 18.30 bis 20 Uhr, Mittwochs von 17 bis 19 Uhr und Freitags von 18.30 bis 20 Uhr zu sprechen. Der Ortsgruppenleiter ist nur nach vorheriger Anmeldung anzutreffen. Mütterverein Dreifaltigkeit. Der katholische Mütterverein Dreifaltigkeit unternahm am Mittwoch einen gelungenen Ausflug nach Eppendorf. Die Fahrt wurde mit der Straßenbahn zurückgelegt. Im Lokale Keller wurde allerlei Unterhaltung geboten, so daß die schönen stunden wie im Fluge verliefen. Stadtteil Hofstede=Marmelshagen Bund Deutscher Mädel. Der Mittwoch ausgefallene Heimabend soll am heutigen Donnerstag stattfinden Die Mädchen treffen sich in ihrer Kluft um.45 Uhr am Heim. Eine Bitte der Kleinen. Man schreibt uns:„Durch das Regenwetter ist der Sand in dem Sandkasten auf dem Kinderspielplatz an der Riemker Straße sehr verunreinigt worden. Unsere Kleinen wären der Stadtverwaltung sehr dankbar, wenn sie den Sandkasten neu auffüllen würde." Stadtteil Hordel Hohes Alter. Die Witwe Anna Ritter, Kruppstraße 57, feierte am Mittwoch in Frische ihren 77. Geburtstag. Schwere Bergschäden. Obwohl die evangelische Kirche an der Hannoverstraße erst im Herbst des vorigen Jahres ausgebessert wurde, treten dort jetzt wieder erhebliche Bergschäden auf, die sich in Rissen an den Wänden bemerkbar machen.— Auch die katholische Pfarrkirche auf der gleichen Straße sowie das ebenfalls an der Hannoverstraße gelegen evangelische Gemeindehaus leiden sehr unter Bergschäden. Achte auch auf kleine Wunden... Der Erwerbslose Karl Ha. vom Lakenbruch hatte sich vor einiger Zeit an einer rostigen Sense geschnitten. Er schenkte der Wunde keine Beachtung und zog sich eine Blutvergiftung zu, so daß er jetzt ins Krankenhaus eingeliefert werden mußte. Hier mußte die Hand auf operativem Wege entfernt werden. Geschichtstafel 4. Juli 1715 wurde der Fabeldichter Christian Fürchtegott Gel— kert in Hainichen in Sachsen, geboren,„Seisennch Hagedorns Vorbild 1446 bis 1748 zuerst veroffentlichten, heute noch erscheinenden„Fabeln und Erzählungen“ und später„Geistliche Oden und Lieder" sanven die weiteste Verbreitung in allen ihn verehrenden Volksschichten. Friedrich der Große bezeichnete ihn nach einer am 18. Dezember 1760 stattgehabten Unterredung als„den vernünftigsten unter allen deutschen Geleyrten". Als er am 13. Dezember 1769 im Alter von 54 Jahren starb, war die Trauer so allgemein, daß der Rat der Stadt Leipzig die Wallfahrten zu seinem Grabe schließlich als lästig untersagte. nahm der Reichstag das infolge einer liberalen Petitionsbewegung von Bismarck vorgelegte Je1872 1926 sand in Weimar der zweite Parteitag der NSDAP. statt, der erste seit ihrer Neugründung nach Hitlers Festungshaft. Der begeisterte Vorbeimarsch vor dem Führer dauerte über zwei Stunden da die Partei es schon wieder auf mehr als 17000 eingeschriebene Mitglieder gebracht hatte. Im Kranz der goldenen Myrthe Am Donnerstag, 4. Juli, feiern die Eheleute Friedrich von der Heyde und Frau Luise, geb. Fiege, Alleestraße 69, das Fest der goldenen Hochzeit. Der Jubilar steht im 72. Lebensjahr, während seine Gattin am 15. März 1859 geboren wurde. Aus der Ehe entsprossen fünf Kinder. Heute leben noch ein Sohn und eine TochKredz und guri dalch Langeneike. Fahrt nach Dortmund, um dort dem Bruderverein einen Besuch abzustatten. Feierliche Uebergabe des Kinderspielplatzes in Linden. Am Mittwoch nachmittag hatte die Ne.=Frauenschaft Bochum=Linden einen ganz besonderen Tag, denn mühevolle Kleinarbeit, die nur unter tatkräftiger Hilfe freundlicher Gönner erfolgreich durchgeführt werden konnte, fand mit der Uebergabe des neuen Kindexspeelplatzes am Lewacker ihre Krönung. Zahlreiche Kinver waren dazu mit ihren Müttern erschienen, tummelten sich nach der feierlichen Uebergabe an den verschiedensten Spielgeräten und hielten auf der schönen Rasenfläche Spiele ab. Die fröhliche Kinderschar war für die NS.=Frauenschaftsmitglieder der schönste Lohn für die nun zum Abschluß gekommene Arbeit. Gesellschaft für Bühnenkunst Bochum=Linden. Am kommenden Samstag und Sonntag unternimmt die Gesellschaft für Bühnenkunst Bochum=Linden eine Fahrt mit dem Autobus nach Hamburg und tritt diese vom Vereinsheim Scheidtmann an. Stadtteil Grumme=Böde 85. Geburtstag. Ihren 85. Geburtstag feierte am Mittwoch die Ehefrau Tuchlinski, 1. Parallel= straße 36. Die Hochbetagte ist eine alteingesessene Bochumerin und erfreut sich besonders in der„Vöde" des größten Ansehens. Vor einigen Monaten war es ihr vergönnt, das schöne Fest der goldenen Hochzeit zu Evangelische Frauenhilfe, 10. Pfarrbezirk. In der erweiterten Vorstandssitzung der Evangelischen Frauenhilfe des 10. Pfarrbezirks Grumme=Vöde, die am Dienstag abend im Wichernhaus stattfand, wurde eine vollständige Umbesetzung des Führerinnenrates vorgenommen. Die Leitung der Frauenhilfe liegt jetzt in den Händen von Frau Dr. Bär. Sie ernannte im Einvernehmen mit dem Bezirkspfarrer Hardt Frau Herberholz zur stellvertretenden Vorsitzenden, Frau Coring zur Schriftführerin und Frau Gerhards zu deren Stellvertreterin, weiter Frau Stratmann zur Schatzmeisterin, die durch Frau Nabring vertreten wird. Beisitzerinnen wurden Frau Lippe I, Frau Lippe II und Frau Hardt. Das Amt einer Vertrauensfrau übernahmen Frau Hecker, Frau Reiber, Frau Aschenbrenner, Frau Rasen, Frau Sandberg, Frau Dilling und Frau Grumbt. Bezirkspfarrer Hardt nahm die feierliche Verpflichtung vor, die mit einer kurzen Ansprache über die Führerinnenaufgabe im Evangelisch=kirchlichen Frauenwerk ihren eindrucksvollen Abschluß erhielt. In den weiteren Beratungen stand der Sommerausflug zur Aussprache, der am 16. Juli zum Evangelischen Frauenheim in Wengern und zum„Ruhrlandheim" unternommen wird. Stadtteil Riemke Silbernes Dienstjubiläum. Fahrsteiger Fr. Liedtke feierte sein 25jähriges Dienstjubiläum. Er begann seine bergmännische Laufbahn auf der Zeche„Hansemann“ bei Mengede, rückte 1914 in den Krieg ein und erledigte nach seiner Rückkehr die Prüfung der Oberklasse der Bergschule in Bochum. Bald darauf wurde er zum Fahrsteiger berufen und 1915 zur Zeche„Shamrock“ versetzt. Mittwochsrückfahrkarten von Riemke. Nur den wenigsten Riemkern dürfte es bekannt sein, daß vom Bahnhof Riemke aus Mittwochsrückfahrkarten verausgabt werden, und zwar nach Essen=Stadtwald, Haltern, Hervest=Dorsten und Witten=West. Sonntagsrückfahrkarten werden hier nach insgesamt 55 Stationen ausgegeben. Die billigste Sonntagsrückfahrkarte gibt es nach Bochum=Präsident. Ausflüge. Der katholische Mütterverein Riemke unternahm am Mittwoch einen Ausflug in die herrliche Umgebung von Kettwig an der Ruhr. Die Mitglieder verlebten schöne Stunden.— Am gleichen Tage fuhr der Mütter= und Elisabethverein Bochum 5 nach Deilbachsmühle. Unfälle. Bei Transportarbeiten zog sich der Arbeiter August K. von hier erhebliche Quetschungen zu. Er Bestandenes Examen. Der Sohn des Schneidermeisters Kaspar Eisel, stud. jur. Erich Eisel, Hohe Eiche 16, bestand am Oberlandesgericht Hamm das erste juristische Staatsexamen als Referendar. Die NSB. Langendreer beging einen Kameradschaftsabend. Die Ortsgruppe Langendreer der NS.=Volkswohlfahrt beging bei Stracke in Papenholz einen Kameradschaftsabend, den Fräulein Maiweg mit einer Begrüßung eröffnete. Bei einem bunten Programm— der B2M. führte Volkstänze auf und die HJ. sorgte für Musik— verlebten alle Teilnehmer einen schönen Abend, dessen Höhepunkte die Ansprache des NS.=Ortsgruppenwalters Hanse über Aufgaben der NSV. und die Verteilung der von Reichsminister Dr. Goebbels und Reichsleiter des Amtes für Volkswohlfahrt, Hilgenfeldt, herausgegebenen Ehrenurkunden bildeten. NSKOV. tagte. Die Ortsgruppe LangendreerWerne der NSKOV. hielt am Samstag, 29. Juni, im Lokal des Kameraden Schöngarth in Werne eine Amtswaltersitzung ab. Ortsgruppenleiter Schamp eröffnete diese. Nachdem man das Andenken des kürzlich verstorbenen Kameraden von der Heyde geehrt hatte, wurde mitgeteilt, daß die Zelle des Kameraden von der Heyde Kamerad Hodde übernimmt. Kamerad Schamp teilte mit, daß die Uniform der NSKOV. nun endgültig festgelegt sei, die Amtswalter sollen bei den Mitgliedern die Mutzenbestellungen entgegennehmen. Zum Besuch von Kriegergräber innerhalb der meichsgrenzen gewährt die Reichsbahn für Angehörige 50 Proz zent Fahrpreisermäßigung. Gesuche um Einstellung bei der Heeresverwaltung können nur über die Ortsgruppe gestellt werden, ebenso Bewerbungen um Ausführungen von Handwerkerarbeiten bei der Heeresbauverwaltung. Die Ausarbeitung eines in Kürze geplanten Ausfluges wurde dem Kameraden Striewisch übertragen. Den Mitgliedern soll das Buch des Ehrenkreuzes zur Anschaffung empfohlen werden. Heimattreue Ost= und Westpreußen und Schlesier tagten. Nachdem vor einiger Zeit zwischen obigen Landsleuten eine Arbeitsgemeinschaft zum Zwecke der Verfolgung gemeinsamer Ziele gebildet worden war, fand nun der erste Schulungsabend statt, zu dem über 300 Mitglieder erschienen waren, so daß der große Saal der Wirtschaft Helmig dicht gefüllt war. Eingangs begrüßte der Leiter der Arbeitsgemeinschaft, Postinspektor Walinski, die Erschienenen. Sodann richtete Stadtoherinspektor Karenke(Bochum) das Wort an die Vergendreer—Witten, zum Ausflugslokal„Sonnenschein" in der Bömmerdelle. Am Ziele begrüßte Vorsitzender Weiland die sehr zahlreich Erschienenen. Nach dem Kaffeetrinken wurden für die Kinder mehrere Unterhaltungsspiele veranstaltet, bei denen jedes Kind Süßigkeiten erhielt. Ein Preisschießen hielt die Männer länstunden zusammen. Die Musikkapelle sorgte dafür, daß die musikliebenden Freunde auf ihre Kosten kamen, und wer das Tanzbein schwingen wollte, dem war ausreichend Gelegenheit geboten. Bei anbrechender Dunkelheit marschierte man bei Marschmusik wieder der Heimat zu. Verwalter der neuen Poststellen. Die Verwalter der neuen Poststellen in Langendreer sind folgende Herren: Kaltehardt: Wirt Hiby; Langendreerholz: Herr Weitkamp; Aberdorf: Kaufmann Fehl; Bömmerdelle: Wirt Brautkuhl: Uemmingen: Gärtner Kuhweide. Herstellung eines neuen Anschlusses in Langendreer. Die Reichsbahn teilt mit: Der Eilzug 61 Köln—Dortmund erhält ab 5. Juli 1935 in Langendreer Anschluß an den Personenzug 3880 nach Witten=West. Der Personenzug 3880 fährt dadurch zehn Minuten später ab Langendreer, und zwar.06 Uhr und trifft.12 Uhr in Witten=West ein. Zur Ermöglichung des Uebergangs von diesem Zug in Richtung Annen=Nord fährt der Personenzug 3583 ab Witten=West ebenfalls fünf Minuten später, so daß sich der Fahrplan dieses Zuges bis Dortmund=Hbf. wie folgt andert; Personenuzg 3583; WittenWest ab.16 Uhr, Annen=Nord ab.22 Uhr, Kruckel ab .26 Uhr, Barop ab.30 Uhr, Dortmund=Hbf. an .36 Uhr. Stadtteil Werne Aus der katholischen Elternschaft. Eine Elternversammlung der katholischen Volksschule Borgmannstraße (Kreta) wurde vom Schulleiter Lehrer Eusten eröffnet und geleitet. Besonders begrüßte er den Vertreter der Hitler=Jugend, Stammführer Cochu. Der Schulleiter schilderte kurz die neue Schulgemeinde und führte die Jugendwalter durch Handschlag in ihr Amt ein. Die Jugendwalter sind: Herr Roßzick, Frau Olschew= ski und Stammführer Cochu. Nach Aussprache mit Stammführer Cochu versicherte dieser, den Wünschen der Elternschaft Rechnung zu tragen. Ferner gab er bekannt, daß eine eigene Gruppe der HJ. in Kreta geschaffen ist. Die Kretaschule ist somit die erste katholische Schule in Werne, bei der alle Schüler in der HJ. #nd. Ein Musterbeispiel, welches viel Nachahmung verauf der Alleestraße. In Vertretung von Pfarrer# wird Pfarrer Ehrenberg die Neueinsegnung des Jubelpaares vornehmen. Goldene Hochzeit Am heutigen Donnerstag stehen die Eheleute Adam Fingerhut und Frau, Anna geborene Jansen, aus der Riemker Straße 13, in.=Marmelshagen im Kranz der goldenen Myrte. Der Jubilar wurde am 11. Maj 1862 im Kreise Büren und seine Gemahlin am 30. Mai 1864 im Kreise Cleven geboren. Aus der überaus glücklichen Ehe gingen zwölf Kinder hervor, von denen heute noch acht leben. Ein Sohn ist im Weltkriege gefallen. sammelten. In packenden Ausführungen führte der Red= lische ner den interessiert Lauschenden das Land Polen und sind. Ein Musterbeisviel, welche sein Verhältnis zu Deutschland vor Augen. Starker dient. Nachdem noch einige Schulfragen erörtert waren, Beifall lohnte ihm seine Worte. Der Frauenchor der wurde die Versammlung mit einem Sieg=Heil auf den heimattreuen Ost= und Westpreußen unter Leitung von Führer geschlossen. Frau Walinski umrahmte die Feierstunden. Verunglückt. Auf seiner Arbeitsstätte verunglückte Familienausflug. Seinen diesjährigen Familien= Paul Groß, Limbeckstraße 37. Er wurde in schwerausflug machte der Eisenbahn=Fahrbeamtenverein Lan= verletztem Zustande ins Krankenhaus gebracht. Kutteischeirn eiargi..A, Im Silberkranze. Die Eheleute Martin Saulowski und Frau Maria, geborene Kitza, Gunnigfelder Straße, konnten das Fest ihrer silbernen Hochzeit begehen. NS.=Frauenschaft Wattenscheid=Höntrov. Heute. Donnerstag, 4. Juli, abends 8 Uhr, findet für die Mitglieder der NS.=Frauenschaft in der Luisenschule ein Lichtbildervortrag statt. Anmeldungen für den am 11. Juli stattfindenden Ausflug können bis zum 4. Juli gemacht werden: die Fahrtkosten sind gleich einzuzahlen. Aus dem Wattenscheider SGV. Kreiswanderwart Dr. Weckmann berichtete über die letzten Tagungen und das Sauerländische Gebirgsfest. Um geschulte Wanderführer heranzubilden, werden in absehbarer Zeit Wanderführerkurse eingerichtet. Im nächsten Monat wird ein Sommerfest veranstaltet. Reichsbund der Körperbehinderten, Ortsgruppe Wattenscheid. Die Monatsversammlung im Lokale Weindorf wurde vom Schriftführer eröffnet, der über den am 25. und 26. Mai in Dortmund stattgefundenen Verbandstag berichtete. Es wurde Beschluß gefaßt, am Sonntag, 25. August, einen Ausflug zum Volmetal ins Sauerland zu veranstalten. Wichtig für Kleinsiedler! In beschränktem Maße werden voraussichtlich für den hiesigen Stadtbezirk Reichsmittel für Kleinsiedlerstellen zur Verfügung gestellt. Kleinsiedler, Bund der Kinderreichen, Heimstättenverein usw., die über Eigenkapital verfügen oder solches beschaffen können, wollen sich bis zum 10. Juli im Verwaltungsgebäude 2, Zimmer 14, melden, wo auch Auskunft erteilt wird. Der Bismarckplatz in Wattenscheid wird umgestaltet. Nach einem Plan des Stadtbauamtes werden auf dem unteren Teil des Bismarckplatzes demnächst Kleingärten entstehen. Mehrmals schon hat das Stadtbauamt Verschönerungsarbeiten an dem Platze vornehmen lassen; jedoch war die Verschönerung nur immer von kurzer Dauer, da meist die Kinder unter den Augen ihrer Eltern alles zerstört haben. Wochenmarkt wieder auf dem Gertrudisplatz. Nachdem auch die letzten Arbeiten an der Umgestaltung des Gertrudisplatzes beendet sind, findet der FreitagWochenmarkt ab kommenden Freitag, 5. Juli, wieder auf dem Gertrudisplatz statt. Stadt Wanne=Eickel Hohes Alter. Ihren 75. Geburtstag feiert heute die Witwe Johanna Paulus, Hordeler Straße, in großer Frische. Im Silberkranz. Das schöne Fest der Silberhochzeit konnten am Dienstag die Eheleute Johann Schwertgen und Frau, Marie geb. Neuhus, Hermann=GöringStraße, feiern. Evangelische Frauenhilfe Röhlinghausen. Die Evangelische Frauenhilfe des Röhlinghauser Südbezirks unternahm am Mittwoch einen wohlgelungenen Autobusausflug. Röhlinghauser Verkehrsfalle beseitigt. An der gefährlichen Ecke Burg= und Kurfürstenstraße hat man jetzt die dort stehende Hecke beseitigt und durch eine Mauer ersetzt. Der Bürgersteig ist um etwa 2 Meter verbreitert worden. Dadurch ist eine gefährliche Verkehrsfalle beseitigt worden. Werbeabend der Eickeler NS.=Frauenschaft. Dienstag abend fand im Rendelschen Lokaie in Eickel ein wohlgelungener Werbeabend der NS.-Frauenschaft statt, der von der Frauenschaftsleiterin Frau Braun mit Grußworten eröffnet wurde. Großes Interesse fand bei den Frauen das Referat der Gaureferentin Frau Leipert aus Bochum. Fahrt in die Ferien. 108 Wanne=Eickeler Kinder fuhren Mittwoch mittag mit dem fahrplanmäßigen =Zug..33 Uhr unter Führung des Kreisamtsleiters der NSV. nach Ostpreußen zur Erholung. Bochamter=Veranstänungen mußte ins Krankenhaus eingeliefert werden. sen zu. — Der Stadttheater Bochum. Die Bochumer Inszenierung saßt die drei Teile von Grillparzers„Goldenem Vließ":„Der Gastfreund".„Die Argonauten“ und„Medea“, zu einer Gesamtheit zusammen, die in dramaturgischer Konzentration das Wesentliche heraushebt, ohne dem inneren Reichtum des Werkes Abbruch zu tun. Die heutige Aufführung der Vließ=Trilogie ist wegen der ungewöhnlich niedrigen Preissätze besonders empfehlenswert. Der Abend gilt außer Vormiete sowie als zweite Schülervorstellung. Zu der Festaufführung der kulturpolitischen Tagung am Freitag, die Ibsens historisches Schauspiel„Die Kronprätendenten“ bringt, ist ein freier Kassenverkauf nicht vorgesehen Die Aufmerksamkeit sei dann vor allem auf die belden Wiederholungen von Shakespeares Trauerspiel„Hamlet“ gelenkt, Samstag und zu Sonntag bevorstehen. Die Auffühdie zu Samsing und zu Sonnjag, bevorfiehen. uind der Liebenswürdigkeit# der auf rungen nus W. Bttochmonlugeeen der Reichs=Festspiellettung in Heidelberg zu danken, die den Bochumer HamletDarsteller Horst Caspar von seinem Heidelberger Gastspiel für zwei Tage freigab. Die RS.=Kulturgemeinde. Am Samstag, 6. Juli, findet für die Serie B„Hamlet“ als letzte Pflichtvorstellung statt. begonnen. Gleichzeitig machen die neuen Mitgliedskarten einNeben den vier Söhnen und vier Töchtern bringen auch elf Enkelkinder ihre Glückwünsche zum heutigen Ehrentage dar. Herr Fingerhut war lange Jahre auf der Zeche„Hannibal“ beschaftigt. Die Neueinsegnung des Jubelpaares findet am Donnerstag morgen in der katholischen Pfarrkirche statt. Aus der ASDAp. (Nach Bekanntmachungen der Partei.) Donnerstag, 4. Juli RS.=Frauenschaft Langendreer. 19 Uhr: Spaziergang zur Dürener Schweiz. Es treffen sich die Ortsgruppen: Dorf I, Wilhelmshöhe, Holz und Oberdorf. Trefspunkt am Denkmal. NS.=Frauenschaft Grumme. 20 Uhr: Zusammenkunft in der Kaiseraue.„„7Hehr: Bertammine u. RS.=Frauenschaft Querenburg. 16 Uhr: Versammiung bei Eggermann, Singstunde fällt aus. NSdutz. Altstadt. 20 Uhr: Schulungsabend im Rathaus, Zimmer 301.. 9. JJhr: Imialaterhefbrachung in 9. NSTAP. Linden. 29 Uhr: umtsleiterbesprechung in der Lewackerschule,„##f, Meitmar.9urt 90 uhr: Ousammenkunft NS.=Frauenschaft Weitmar=Nord. 20 Uhr: Zusammenrunft im Gemeindehaus an der Hammer Straße. RS.=Frauenschaft Hunscheidtsfeld. Fahrt ins Blaue. Abfahrt 14 Uhr, Wirtschaft Wegener..14.6# Stif Shends RS.=Frauenschaft Altenbochum. Freitag, 5. Juli, abene8 Uhr, Aufführung„Die deutsche Frau Elisabeth". Pflichtversammlung. Gäste willkommen. * RSG.„Kraft durch Freude“ Gegen Gerüchtemacher. Der Sonderzug nach Hamburg fährt auf jeden Fall! Von unverantwortlichen Gerüchtemachern wird die Meldung verbreitet, daß die in der Zeit vom 6. bis 8. Juli in Hamburg stattfindende Reichstagung der NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“ abgesagt worden sei. Demgegenüber wird von der Organisationswaltung der Reichstagung„Kraft durch Freude" nachdrücklichst festgestellt, daß die Reichstagung selbstverständlich in vollem Umfange des vorgesehenen Programms zur Durchführung gelangt. Gleichfalls teilen wir mit, daß selbstverständlich auch der KdF.=Sonderzug des Gaues Westfalen=Süd vom 6. bis 7. Juli nach Hamburg startet. Die auch hierüber anders lautenden Meldungen sind aus der Luft gegriffen und entbehren jeglicher Wahrheit. Der Sonderzug wird auf alle Fälle durchgeführt. Hamburg=Karten heute abholen! Die Fahrkarten für die Fahrt nach Hamburg sind heute, Donnerstag, abzuholen. Es sind noch einige Fahrkarten zu haben. Ueber tausend„Kraft=durch=Freude"=Freifahrten zur Reichstagung. Bei dem großen Volksfest das anläßlich der Reichstagung der NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“ am Sonntag, 7. Juli, nachmittags 14 Uhr, im Zoogelände durchgeführt wird, findet eine Gratis=Tombola statt, bei der einige tausend Gewinne an die Volksfest=Teilnehmer zur Verlosung gelangen. Unter den Gewinnen befinden sich u. a. eine Zeppelinreise über Deutschland mit dem neuen Zeppelin, 1000 Nordlandfahrten mit einem der Schiffe der RdF.-Flotte und weitere Scefahrten.„ 4m 2. Zu der vom 6. bis 8. Juli stattfindenden Fahrt nach Hamburg werden noch Anmeldungen bei allen Amtswarten und beim Kreisamt„Kraft durch Freude", Rottstraße 27, angenommen. * Sportamt der NSG.„Kraft durch Freude“ Kursusplan für Donnerstag, 4. Juli. Iin=Jitsu für Frauen und Männer von 19.30—21.30 Uhr, Uebungsraum des Bergmannsheils, Hattinger Straße. Fröhliche Gymnastik und Spiele für Mutter und Kind von.30—10.30 Uhr, Vormittagskurse im Licht= und Luftbad. Königsallee. Fröhliche Gymnastik und Spiele nur für Frauen von 17.45—19.45 Uhr, Uebungsraum der Gymnastikschule in der Kommunalbank, Schützenbahn. Fröhliche Gymnastik und Spiele nur für Frauen von 20—22 Uhr, Uebungsraum der Gymnastikschule, Rottstraße 29. Fröhliche Gymnastik und Spiele nur für Frauen von —11 Uhr, Vormittagskurse, TuS.=Stadion, Castroper Str. Schwimmen, nur für Frauen von 20—21.15 Uhr, Städt. Badeanstalt. Schwimmen nur für Frauen von 21.15—22.30 Uhr, Städt. Badeanstalt. Sportärztliche und Sportberatung, kostenlos für jeden Volksgenossen, Sprechzeit von 19—20 Uhr. Haben Sie einen Balkon? Sontenbaben Der Vorverkauf hat bereits wir darauf aufmerssam, gaß die, neuen Mitgliedskarten ein gleich in ein Freibad gehen. Der Ballon zu Hause tut es auch, gist, werden müssen. Alle uetgligher, die bisper tore 9vu,#####.,. Der Ballon zu Ho.,„ 4ch, Pflichtvorstellungen nicht vollzählig arneomen konnten, wer= wenn Sie suh nur auf—2 Stunden in die Sonne legen wouen! Sonnenbaden nicht immer den gebeten, die Karten zu dieser Vorstellung nachzuholen. Kunst in der Photographie. Einen Ausschnitt aus dunter Vielgestaltigkeit zeigen die westfälischen Amateurphotographen in der Städtischen Gemäldegalerie. Bis zum 7. Juli täglich von 10 bis 19 Uhr geöffnet. Besondere Führungen am 6. und 2. Juli. Aber vergessen Sie auch dann nicht, Ihre Haut vorher mit Leokrem oder Leo=Hautöl einzureiben. So werden Sie schneller tief gebräunt und brauchen die Sonne nicht zu fürchten. Leokrem (ab 22 Pfennig) und Leo=Hautöl(50 Pfennig) enthalten beide Sonnen=Vitamin. In allen Fachgeschäften erhältlich. Statt Karten! Ihre Vermählung geben bekannt: Karl Haug und Frau Erna geb. Hackenberg Bochum, den 4. Juli 1933 Vikoriostraße 33 Köln Am 1 Juli 1935 verschied nach kurzer Krankheit im Alter von fast 54 jahren der Revier-Oberwachtmeister der Schutzpolizei Friedrich Schäfer Der Verstorbene hat seit dem 1. April 1919 bei der staatlichen Polizeiverwaltung Oienst getan. Wir betrauern das unerwartete Ableben des pflichttreuen Beamten und werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Der Pollzelpräsident und die Beamten der staatlichen Pollzeiverwaltung Bochum Bochumer Krieger- und Landwehr-Kameradschaft II. Bezirk Freitag, 5. Juli 1933 Beerdigung des Kameraden Fritz Schäter Antreten 15 Uhr am Friedhof„Freigrafendamm“. Der Verstorbene hat den Feldzug v. 1914/18 mitgemacht Von der Reise zurück! Dr. Kurt Bayer Viktoriastraße 41 part. Sprechstunden v.—11 u. 15—16½ Uhr Telephon 687 18 Von der Reise Thrac! Zahnarzt Dr. Kuhlmann Bochum, Kortumstraße 54 Welcher bieferwagen bringt in d. nächsten 8 Tagen von Düsseldorf einige Möbelstücke mit? F. Z. 64542 Anz. 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Die Angebote sind verschlossen, mit entsprechender Aufschrift, bis Freitag, den 19. Juli 1935, 10 Uhr, an die vorbenannte Dienststelle einzureichen. Die Oeffnung der Angebote erfolgt zu gleicher Zeit im Beisein der Bieter. Bochum, den 3. Juli 1935. Der Oberbürgermeister. Suche eine tücht. Friseufe auf d. Lande in Dauerstell., die perfekt ist i. Ond., Dw. u. Wass.=W. und die gern etw. in kinderlos. Haush. hilft. Wochenlohn 15 M, ., W. u. Kass. frei. .= u..=Salon Emil Fleitmann, Heeren üb. Unna, Bismarckstraße 3. Zimmermadchen im Alter von 18 bis 22 Jahren, ev. zum 15. Juli od. 1. August gesucht. Gehalt 35.0 netto. Hotel=Restaur. Jägerhof, Bielefeld, Herforder Str. 90. Ord. Mädchen für ganze Tage gesucht. Ausk. Anz.(64535 Hau ist, Aelteres Mädchen, welch. in all. vork. ausarb. bewand. gesucht. Zuschriften mit Bild u. Zeugnissen an Metzgerei Fritz Pliester,.=Barmen, Fischertal 21. Suche für sofort tüchtiges, zuverl. für meinen Geschäftshaush. Lohn 25 Mk. monatlich. Fahrt wird vergüt. 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