Err* BGSHN NENKE EE LAN WGF R BRAT GH mit Botenlohn:.15 RM. monatlich oder.08 RM. haldmonatlich, Selbstabholer.85 RM. monatlich oder 93 Pl. halbmonatlich. Bezugspreis für die„Bochumer Illustrierte“ 30 Pf. monatlich, Funkzeitschrift„bör mit mir“ 45 Pf. monatlich bei vier Sonntagen und 55 Pf. bei fünf Sonntagen im Monat.— Wenn das Erscheinen der Zeitung durch böhere Gewalt oder durch Verbot oder BetriebsKörung u. dal. verbindert wird, können keine Ersatzansprüche gestellt: werden.— Geschäftsstelle geöffnet von 8 bis 13 und von 14½ bis 19 Uhr. von 11 bis 12 Uhr.— Sprechstunden der Redaktion von 16 bis 12 Uhr(außer Samstags).— Postscheckkonto Dortmund 1760 Verlag und Druck: Laupenmühlen& Dierichs in Bochum Donnerstag, 25. April 1935 (Ostermond) 42. Jahrgang Nummer 96 Einzelpreis 10 Pf. im Anzelgenteil und in 78 um Brele gs. im Tertzesl, Familisgne Svortalender im Teriegz.10 Ol. Abdes,ashgast, seliegebige i5 9. Hauptgeschäftsstelle: Rathausplatz 8. Anruf 67551, 32, 53 STTUTIEtT.S“ Arnl Keine Polizeistunde— Ausschmückung der Dienstgebäude Tautsprecher auf allen großen Plätzen Die Naturkatastrophe In=Sorrocheen Jetzt schon 1,5 Millionen Kubikmeter Erdmassen in Bewegung Starker Gewitterregen verschlimmert noch die Tage Berlin, 24. April.(Eig. Drahtber.) Draußen am Tempelhofer Feld sind tausend geschäftige Hände an der Arbeit, um die Vorarbeiten für die Feier des 1. Mai zu vollenden. Wie in den bergangenen beiden Jahren wird sich auch diesmal das werktätige deutsche Volk am nationalen Feiertage zusammenfinden, um hier auf dem Platz der Millionen ein neues unerschütterliches Bekenntnis zum neuen Reich und seinem Führer abzulegen. Während in den vergangenen Jahrzehnten der 1 Mai zu einem Tag der Kritik und der oppositionellen Demonstration gemacht wurde, feiert das deutsche Volk im Dritten Reich diesen Tag als einen sichtbaren Ausdruck der Volksgemeinschaft. Um so größere Bedeutung findet die diesjährige Nationalfeier, als es gilt, mit der einmütigen Kundaebung, die wie in Berlin in sämtlichen Städten und Dörfern des Reiches bis ins kleinste Waldtal veranstaltet wird, dem Auslande den unerschütterlichen Willen des deutschen Volkes nach Einheit und die nationale Beharrlichkeit auf dem einmal beschrittenen Wege zu beweisen.., der 5. Seit dem vergangenen Jahre hat sich schen Geschichte Großes zugetragen. Der 1. Mai 1935 wird somit geistig im Banne dieser Geschehnisse stehen. Was der Führer am ersten nationalen Feiertag den Millionen deutscher Arbeiter versprach, ist gehalten worden: Die Arbeitslosigkeit ist bekämpft worden und der Kampf gegen diese soziale Seuche geht weiter. Die Reichsreform hat sich immer mehr, wenn auch schrittweise, vollzogen. Auch hier geht der nationalsozialistische Staat entschlossen seinen Weg, ganz zu schweigen von dem größten Ereignis der Nachkriegszeit, vom 16. März, da der Führer dem wieder wehrhaft gemachten deutschen Volke auch seine Wehr wiedergab. Niemand in Deutschland wird sich über die Schwierigkeiten und Gefahren hinwegtäuschen, denen das Reich Stunde um Stunde begegnet, hervorgerufen durch die immer noch anhaltende Wirtschaftskrise der Welt oder verursacht durch die hartnäckige Starrheit fremder Gesinnungen, die das deutsche Wunder nicht wahrhaben wollen. So wird der 1. Mai wiederum zu einem Gelöhnis der deutschen Sache, der Treue am Führer und des Glaubens an die Idee werden. In gewaltiger Organisation wird das Fest in allen deutschen Landen vorbereitet. Froh und zuversichtlich wappnet sich das schaffende Volk zur Feier, in der die Nation sich selbst und ihren Führer ehrt. kommen zerstört. Nur mit größter Mühe gelang es den Feuerwehren, die anarenzenden Gebäude vor der Vernichtung zu retten. Die größte Lotterietrommel und Tausende von Losen gingen in Flammen, auf. Die nächste Ziehung der irischen Sweepstake=Lotterie, die als eine der größten Lotterien der Welt gilt, wird infolge der Brandkatastrophe wahrscheinlich um einen Monat aufgeschoben werden. Man glaubt, daß das Feuer auf Brandstiftung zurückzuführen ist. Der Vertrieb von Losen dieser irischen Lotterie ist in England bekanntlich aus politischen Gründen seit geraumer Zeit verboten. In früheren Jahren flossen regelmäßig große Summen aus England nach Dublin, eine Tatsache, die für die irische Zahlungsbilanz eine nicht unwesentliche Rolle spielt. Das Verbot wurde von der englischen Regierung im Verlauf des englischirischen Wirtschaftskrieges erlassen, Trotzdem perden auch heute noch auf ungesetzlichem Wege Tausende von Losen des„Irish Sweepstake“ in England verkauft. Rosenheim(Oberbayern), 24. April. Die Erdbewegungen am Tatzlwurm, eines etwa 1600 Meter hohen, von reichen Almen überzogenen Berges zwischen Oberaudorf am Inn und Bayrischzell, waren auch am Mittwoch nachmittag noch nicht zum Stillstand gekommen. Zwar bewegten sich die Erdmassen wesentlich langsamer vorwärts als am Vortage, doch dürften neuerdings etwa fünf Tagewerke Weideland abgerutscht sein. Durch den Mittwoch nachmittag niedergegangenen ergiebigen Gewitterregen ist jedoch die Lage eher noch bedrohlicher geworden. Das Bett des Gassenbachs ist jetzt in einer Länge von über zwei Kilometer mit Erd= und Gesteinsmassen völlig angefüllt, und die gewaltige Mure begräbt jetzt das Haupttal des Auerbachs. Der durch die Schneeschmelze beträchtlich angewachsene hinter den von der Seite eindringenden Erd= und Gesteinsmassen zu einem See. der sich hinter einem riesigen Wall abgestürzter Felsblöcke, gewaltiger, zelter Tannen langsam talabwärts schieht. Das obere Auerbachtal schließt eine wilde, sagenumwobene Schlucht ab, durch die der Bach sein Wasser über die ault Kaspischsen Meer Mehrere Bezirke einer Provinz in Iran verwüstet— Schon über Berlin, 24. April. berühmten 70 Meter hohen Gumpaifällen in das untere Auerbachtal hinabschleudert. Nur noch wenige hundert Meter vor dieser Schlucht befindet sich zur Stunde die Mure. Ueber die Fälle schießt eine breiige braune Masse, 20 bis 30 Meter hohe Riesentannen und Felsblöcke in die Tiefe stürzend. Die Betonbrücke über die Fälle, die letzte Verbindung, die zwischen Oberaudorf und Bayrischzell noch besteht, ist schon von der Masse völlig begraben, vielleicht schon weggerissen. Hier droht die größte Gefahr, wenn die Gesteinsmassen, die zur Zeit schon über 1½ Millionen Kubikmeter betragen, durch diese Enge brechen und in die Tiefe stürzen, weil eine ungeheure Flut= und Erdwelle das ganze untere Auerbachtal bis hinaus zu dem 2½ Stunden entfernten Kurort Oberaudorf zerstören würde. In diesem romantischen Tal liegen alte Bauernhöfe, Mühlen und gegen das Ende zu Gasthöfe und Hotels, die schwer bedroht sind. Besonders bedroht ist auch der durch ein Gedicht von Viktor von Scheffel berühmt gewordene Gasthof„Zum feurigen Tatzelwurm“, der dicht neben den Gumpaifällen liegt. Der abstürzende Berg besteht aus Lehm und stark zersplittertem Felsschutt. Wälder recken sich auf ihm in die Höhe und Almen geben Viehherden Nahrung. Das Wasser der Regenfälle und der einsetzenden Schneeschmelze hat die unterirdischen Quellen gewaltig verstärkt und einen Teil des Berges von seinem Untergrund abgelöst. Aus allen Fugen des Erdabbruchs gurgelt und springt das Wasser empor, stellenweise sprudelt es unter gewaltigem Druck wie ein Brunnen aus dem Erdinnern. Hier ist vorerst jede Hilfe unmöglich. Stürzende Felsblöcke und plötzlich umstürzende Bäume bedrohen jeden, der näher zu kommen versucht. Ministerielle Anordnungen Für die Begehung des nationalen Feiertages des deutschen Volkes hat der Reichs= und preußische Innenminister Dr. Frick im Einvernehmen mit dem Reichspropagandaminister Dr. Goebbels eine Reihe von Anordnungen für die öffentliche Verwaltung erlassen. Danach flaggen am 1. Mai sämtliche Dienstgebäude des Reiches, der Länder, der Gemeinden, der sonstigen Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts und der öffentlichen Schulen. Die Dienstgebäude sind mit frischem Birkengrün oder sonstigem Grün zu schmücken, dessen Besorgung die Behörden eines Ortes zweckmäßig gemeinsam vornehmen sollen. Die Ausschmükkungsarbeiten sollen möglichst durch das Gärtnereigewerbe ausgeführt werden. Es wird als dringend erwünscht bezeichnet, daß die Gemeinden an geeigneten großen Plätzen Lautsprecher aufstellen um der gesamten Bevölkerung die Teilnahme an den Feiern des nationalen Feiertages zu ermöglichen. In kleineren leistungsschwachen Landgemeinden werde der Gastwirt oder eine andere Persönlichkeit bereit sein, seine Rundfunkanlage zur Verfügung zu stellen. Die Musik= und Trompeterkorps der Reichswehr seien angewiesen, an den Feiern mitzuwirken, ebenso würden sich die Musikkapellen der Polizei, der Technischen Nothilfe und sonstiger Organisationen zur Verfügung stellen. Für ausreichenden polizeilichen Schutz aller Veranstaltungen zur Feier des 1. Mai sei tragen. In einem weiteren Erlaß ersucht der Reichsinnenminister die Landesregierungen und in Preußen die Polizeibehörden, die Polizeistunde für Gastund Schankstätten am 1. Mai aufzuheben. Schmuckreisig rechtzeitig anfordern! Ferner wird die Bevölkerung darauf aufmerksam gemacht, daß nur rechtzeitige Anforderungen von Schmuckreisig berücksichtigt werden können. Die Bevölkerung wird gebeten, diese Anforderungen auf das notwendigste Maß zu beschränken, um den Wald, der allgemeines Volksgut sein soll und an dessen Schönheit alle Volksgenossen Freude haben sollen, zu, erhalten. Insbesondere dürfen keinesfalls Verunstaltungen des Waldbildes durch eigenmächtige Eingriffe erfolgen. Verbranntes Glück Ziehungsgebäude der irischen Sweepstake=Lotterie durch ein Großfeuer vernichtet. dnb Dublin, 24. April. Das Plaza=Ballgebäude, in dem die der berühmten irischen Sweepstake=Lotterie stattfinden, murde am Mittwoch morgen durch ein Großfeuer vollNoch ist der volle Umfang der Erdbebenkatastrophe auf der japanischen Insel Formosa nicht bekannt, kommen neue Hiobsbotschaften über Erdbeben. Diesmal aus Iran(früher Persien). Danach haben in den letzten Tagen eine Anzahl Erdstöße mehrere Bezirke der an das Kaspische Meer angrenzenden Provinz Mazanderan verwüstet. Die ersten Erschütterungen traten bereits Mitte des Monats auf. Sie nahmen später an Heftigkeit zu. Zahlreiche Häuser stürzten ein und begruben die Bewohner unter sich. Aus Teheran wird gemeldet, daß die Zahl der Toten bereits 550 überschritten hat und daß unter den Trümmern der zerstörten Städte und Dörfer noch Hunderte von Opfern begraben sind. Die Nachforschungen werden unter den Ruinen der zusammengestürzten und vielfach in Brand geratenen Häuser fortgesetzt. In der Provinzhauptstadt Sari sowie in drei anderen Orten haben die Erdstöße ganze Straßenzüge in ein Trümmerfeld verwandelt. Wohlfahrtsministeriums wurde eine Hilfsexpedition ausgerichtet, die Nahrungsmittel, Kleider und Verbandsstoffe in das Unglücksgebiet bringen soll. Deutschlands Teilnahme am Anglück auf Formosa anb Berlin, 24. April. Der Führer und Reichskanzler hat dem Kaiser von Japan anläßlich der Erdbebenkata; strophe auf der Insel Formosa telegraphisch seine und des deutschen Volkes aufrichtige Anteilnahme übermittelt. Malaria forderte auf Cehlon 113811 Tobesopfel dnb London, 24. April. Wie aus Colombo(Ceylon) gemeldet wird, ist infolge des Wiederauftretens der Malaria=Epidemie, die, wie man befürchtet, ernsten Umfang annehmen wird, jeder Urlaub für Regierungsärzte und Wohlfahrtsbeamte gesperrt worden. In den Monaten von November letzten Jahres bis März dieses Jahres hat die Maganze Straßenzüge in ein Trümmerfeld verwandelt, ber letzten Jahres bis März dieset, Johres, het die Am Dienstag abend haben neue Erdstöße die Bewohner lariaseuche auf Ceylon nicht weniger als 113811 Tovon Mazanderan stark beunruhigt. Unter Leitung des desopfer gefordert. Militärisches Östertraining englischer Angestellter Scherl-Bilderdienst Ainter Frähirig antergogen, das im Laute des Sommers durch eine Gelanbeübung, die mebrere Wochen dauert, ergänzt wird.— Unser Bild zeigt eine Abteilung beim Gewehrererzieren. Wirbelsturm in Ostthüringen anb Gera, 24. April. Ostthüringen wurde am Mittwoch nachmittag von einem Wirbelsturm heimgesucht, unter dem vor allem der etwa vierzig Einwohner zählende Ort Birkigt schwer zu leiden hatte. Von den fünf Gehöften des Ortes sind vier vollkommen dem Erdboden gleichgemacht worden. Die Häuser Gup, Hiö ag die Grundmauern zusammengebreche gu., Einrschtziuger gegenstände und landwirtschaftliche Maschinen tiegen weit zerstreut umher. Wie durch ein Wunder sind Menschenleben nicht zu beklagen. Zwei griechische Generale hingerichter dnb Athen, 24. April. Die griechischen Generale Papulas und Kommisis, die wegen führender Beteiligung an demn Weniselos=Aufstand vom Kriegsgericht in Athen zum Tode verurteilt worden waren, sind am Mittwoch morgen durch Erschießen hingerichtet worden. Wehrpflicht in Abessinien Schaffung eines Frauenheeres angekündigt dnb Rom, 24. April. Seit Dienstag abend beschäftigt sich die italienische Presse wie auf ein Losungswort hin mit einer Rede des Kaisers von Abessinien vom 11. April vor dem abessinischen Parlament, Nach dem Vertreter des„Giornale d' Italia“ in Addis Abeba hat der Kaiser alle Schichten des Landes zur Verteidigung der Unabhängigkeit Abessiniens aufgerufen, die allmähliche Einführung der allgemeinen Wehrpflicht und die Schaffung eines Frauenheeres angekündigt. Im Zusammenhang mit dem Zwischenfall von Ualual, bei dem die Italiener angegriffen hätten, habe der Kaiser seine Friedensliebe zu allen Nachbarstaaten und seinen Wunsch, durch unmittelbare Verhandlungen mit Italien den Zwischenfall beizulegen, beteuert. „Giornale'Italia“ sagt zu der Rede, der Kaiser habe jetzt seine wahren Absichten enthüllt, die Italien bewußt angriffen. Mehr als je seien die militärischen Maßnahmen Italiens zur Verteidigung seiner Kolonien in Ostafrika und sein wachsendes Mißtrauen gegen Abessinien gerechtfertigt.„Gazzetta del Popolo“ hebt die Bildung des Frauenheeres in Abessinien hervor, an die bisher in Westeuropa keine Nation gedacht habe. In Abessinien werde die Frau zu einer neuen Amazone ausgebildet, während im Kriegsfalle in Westeuropa ihr humanitäre Aufgaben zufielen. Großfeuer in einer polnischen Stadt Drei Kinder verbrannt. anb Warschau, 24. April. Eine Vorstadt der im nordöstlichen Polen gelegenen Stadt Wolkowysk wurde durch eine verheerende Feuersbrunst vernichtet. Mehr als 30 Häuser brannten völlig nieder. Drei Kinder kamen in den Flammen um Seite 2 Nr. 96/ Bochumer Anzeiger 7 Donnerstag, 25. April 1935 MAit ben=Getsrord Frierene underenode Briefe an die„Times“— Scharfe Kritik an Englands Haliung in Stresa und Genf dnd London, 24. April. In England mehren sich die Stimmen, die an der Haltung der englischen Regierung in Stresa und vor allem in Genf Kritik üben. Das macht sich auch in Zuschriften an Zeitungen geltend. So hat Lord Parmoor, der im letzten Arbeiterkabinett Lordpräsident des Staatsrates war, an die„Times“ einen Brief gerichtet, in dem er fragt, wie man erwarten könne, daß solch ein Unrecht wie Versailles in Vergessenheit geraten und einem freundschaftlichen Geist der Verständigung Platz machen könne, wenn eine Entschließung wie die von Genf gefaßt werde. Der Inhalt dieser Entschließung und die Art ihrer Annahme ließen sich kaum mit dem Geist des Friedens und der Versöhnung in Uebereinstimmung bringen, der mit der Völkerbundssatzung verbunden sei, und ebenso wenig mit dem Hauptziel dieser Satzung, eine neue Epoche des Friedens und der Gerechtigkeit an Stelle der harten Methoden des Krieges und der Gewaltanwendung zu setzen. Den Winter habe er(Lord Parmoor) auf Auraten seines Arztes auf dem Festlande zubringen müssen. Dabei habe er oft die Ansicht gehört, daß die englische Politik, wenn sie so wie bisher fortgesetzt werde, unvermeidlich zum Ausbruch eines noch fürchterlicheren Krieges als 1914 führen werde. Der Sekretär des Internationalen Friedensrates, Gerald Bailey, erinnert in einer Zuschrift an die „Times“ daran, daß es möglich gewesen wäre, eine beschränkte Aufrüstung Deutschlands zu erreichen, wenn rechtzeitig gehandelt worden wäre. Bailey bezeichnet es als unglaublich, daß die Mächte in Genf eine Strafpredigt über die Heiligkeit von Verträgen gehalten hätten, ohne ihre eigene Verantwortung, die sie für die Entwicklung der Lage trügen, anzuerkennen. Welchen Zweck habe es, zu behaupten, in Stresa sei für Deutschland die Tür offengehalten worden, wenn die andere Mächte doch unterstellen, Deutschland sei entweder nicht zur Teilnahme an einem Kollektivsystem bereit oder man dürfe seinem Wort, nicht trauen. Es gebe nur zwei Wege, zwischen denen man wählen könne, entweder Deutschland Vertrauen zu schenken oder Vorbereitungen für den Zeitpunkt zu treffen, zu dem der Krieg unvermeidlich sein werde. Die Lage sei noch nicht so schlimm, daß sie sich nicht wiederherstellen lasse. Wenn der Geist der Entschließung des Völkerbundsrates vom 17. April aber weiter die Oberhand behalte, dann werde es vielleicht bald keinen Ausweg mehr geben. In einer dritten Zuschrift an die„Times“, die von dem ehemaligen Parlamentsmitglied und Finanzsekretär des Kriegsamtes. Sir Charles Mallet, ausgeht, wird dagegen hinsichtlich der gegen die Genfer Entschließung erhobenen Einwendungen gefragt, welchen Wert Verträge hätten, wenn sie einseitig verleugnet werden könnten. „Gefährliche Wendung“ Ein Leitaufsatz im„Daily Herald“ In einem Aufsatz im Daily Herald" beschäftigt sich der diplomatische Korrenspondent des Blattes, W. N. Ewer, mit den Ergehnissen der Konferenz von Stresa und der Völkerbundstagung und sagt, die betreffenden sieben Tage hätten eine entschiedene und, wie man befürchten muß gefährliche Wendung in dem europäischen System und in der britischen Politik mit sich gebracht. Vor dem Besuch in Stresa habe sich die britische Politik noch an die Richtlinien der Erklärung vom 3. Februar gehalten, deren Ziel eine durch freie Verhandlung erreichte Vereinbarung unter Teilnahme Deutschlands gewesen sei. In Stresa aber hätten Mussolini und Laval darauf beharrt, daß der erste wesentliche Schritt in der Bildung einer englisch=französisch=italienischen Entente bestehen müsse. Um eine allgemeine Regelung hätten sie sich nicht gesorgt. Was Großbritannien betreffe so sei es keine neuen Verpflichtungen eingegangen, wohl aber habe es volle Mitarbeit versprochen, und in Gens habe es reichlich Beweise gegeben, daß dieses Versprechen nicht inhaltlos gewesen sei. Theoretisch sei der Locarno=Vertrag unverändert geblieben, aber in der Praxis werde seine Stärkung durch eine diplomatische Einheitsfront und eine zweiseitige Luftvereinbarung in ein englischfranzösisches Bündnis verwandelt. Großbritannien sei nach Stresa gegangen mit einer britischen Politik, die sich noch auf den Völkerbund gegründet und auf eine allgemeine Regelung abgezielt habe. Von Genf sei Großbritannien zurückgekommen mit einer britischen Politik, die sich auf eine neue dreifache [Entente gründe. Diese neue dreifache Entente sei die greifbare Tatsache, die sich aus Stresa ergeben habe. In Genf habe sie sich bestätigt Am Tisch des Völkerbundsrates selbst gebe es eine Einheitsfront der drei Mächte, eine Tatsache von ungeheurer und ziemlich unheilverkündender Bedeutung für die Zukunft des Völkerbundes. Der Verfasser des Aufsatzes schließt:„Im Grunde bewegen wir uns nicht nur auf eine dreifache Entente gegen Deutschland, sondern auch auf Mussolinis Lieblingsgedanken des praktischen Ersatzes des Völkerbundes durch eine„Junta“ von Großmächten zu, die die europäische Politik diktieren soll. Auf die Dauer bewährt sich ein solches System nicht, es ist hundert Jahre hinter der Zeit zurück, aber der Versuch, es in Gang zu bringen, wird unberechenbaren Schaden anstiften. Nur eines kann den in den letzten Wochen angerichteten Schaden wiedergutmachen, nämlich eine entschlossene Rückkehr Englands zu einer Politik, die sich nicht auf Bündnisse und Juntas, sondern auf den Völkerbund und auf die Notwendigkeit einer allgemeinen Regelung gründet.“ „Bedrohliche Nähe eines Hindnistostens= Eine Betrachtung des„News Chronicle“. Im„News Chronicle“ meint Vernon Bartlett, der bekannte diplomatische Mitarbeiter des Blattes, Stresa werde unvermeidlich zu einer Erhöhung der britischen Rüstungen führen müssen, da die Anerkennung der deutschen Aufrüstung leider nicht die Anerkennung des deutschen Rechts auf gleiche Rüstung einschließe. Während der nächsten zwei oder drei werde es, wenn ungefähr dieselben Regierungen in London, Paris, Berlin und Rom im Amte bleiben, statt einer Rüstungsbegrenzung ein Wettrüsten geben. Das Ausmaß, in dem Deutschland im stillen aufgerüstet habe, und der Umfang seiner Forderungen füt die Zukunft hätten seinen Nachbarn einen solchen Schrecken eingejagt, daß keiner von ihnen sich daran erinnern lassen wolle, wie oft Hitler sich mit jeder Rüstungsbegrenzung und Rüstungskontrolle einverstanden erklärt habe. Diese Furcht vor Deutschland sei vielleicht im englischen Außenministerium noch stärker als im französischen. Diese Furcht gehe mit der vor den britischen Isolierungspolitikern Hand in Hand. Das Ergebnis sei, daß Großbritannien jetzt in der schlimmsten Weise in die europäischen Angelegenheiten verwickelt worden sei. Der Verfasser sagt weiter: Großbritannien hat leider nicht als große Nation eingegriffen, die sich ohne Bindung nach irgendeiner Seite gegen jede Kriegspolitik stellte. Es hat sich vielmehr in eine geradezu bedrohliche Nähe eines Bündnissystems begeben, das einem anderen entgegengesetzt ist. Die Hauptaufgabe, die Stresa übrig gelassen habe, liege nicht darin, irgendeiner Seite Tadel auszuteilen, sondern darin, für künftige Möglichkeiten rechtzeitige Vorbereitungen zu treffen. Zwei große Gesichtspunkte müßten hierbei berücksichtigt werden: einmal müsse Deutschland davon überzeugt werden, daß es durch Gewaltgebrauch nichts zu gewinnen, aber alles zu verlieren habe. In dieser Richtung seien in Stresa und Genf Fortschritte erzielt worden. Das andere Mal müsse Deutschland die ehrliche Bemühung sehen, daß seine ungerechten Demütigungen und Einschränkungen in Zukunft der Vergangenheit angehören. Gerade hierbei verursache die erneute Bekräftigung von Locarno für England Schaden, da sie die Verpflichtung des Engländers auf Schutz der entmilitarisierten Zone hervorheben würde, eine Sache übrigens, die für Deutschland einseitig und deshalb ungerecht sei. Stresa müsse den Engländern die Augen darüber geöffnet haben, daß Großbritannien in einem größeren europäischen Kriege nicht neutral bleiben könne. Die eigene Regierung müsse daher den Engländer auch lehren, an den europäischen Angelegenheiten lebhafteres Interesse zu nehmen als bisher. Man müsse auf der Hut sein und seine Stimme nachdrücklich zur Geltung bringen, da andernfalls Stresa noch weitere Folgen haben könnte. „So hehl's nicht Wrtter Scharfe Maßnahmen gegen die Mißwirtschaft auf den Eisenbahnen in Sowjetrußland anb Moskau, 24. April. Die amtliche sowjetrussische Telegraphen=Agentur veröffentlicht jetzt den Wortlaut der grundsätzlichen richtunggebenden Ausführungen, die der Verkehrskommissar Kaganowitsch vor einiger Zeit auf der Arbeitstagung der politischen und Wirtschaftsabteilungen des Eisenbahntransportwesens und auf der großen Sonderkonferenz der Eisenbahnfunktionäre in Anwesenheit von Stalin und sämtlichen Volkskommissaren gehalten hat und in denen er die Mißwirtschaft auf den Eisenbahnen der Sowjetunion scharf geißelte. „Von jetzt ab“, so sagt Kaganowitsch,„müssen wir einen Strich unter das Geschehene ziehen, und das nicht nur auf dem Papier, sondern in der praktischen Arbeit. Wir müssen gestehen, daß die Arbeit auf den Sowjetbahnen, wie sie bis jetzt gehandhabt wird, so unter keinen Umständen weitergehen kann. Eine fühlbare Aenderung im Kampf gegen die andauernden Eisenbahnkatastrophen ist noch nicht eingetreten. Das schlimmste Uebel besteht darin, daß keine Kontrolle über die Durchführung der erlassenen Anordnungen vorhanden ist. Von jetzt an wird den Präsidenten der Eisenbahndirektionen zur unbedingten Pflicht gemacht, sich bei Eisenbahnunfällen sofort an die Unfallstelle zu begeben, um die Untersuchung der Ursachen persönlich zu leiten, und sich nicht nur mit rein bürokratisch abgefaßten Zeugenberichten zu begnügen. Auch muß jeder der höheren Eisenbahnbeamten selbst imstande sein, einen Hilfszug an die Unglücksstelle zu führen. Streng bestraft werden diejenigen, die etwa aus Furcht vor Bestrafung Eisenbahnunfälke verheimlichen. Solche Vergehen werden als Betrug am Verkehrskommissariat, an der Partei und an der gesamten Sowjetunion angesehen. In noch üblerem Zustande als die Haupt= und Nebenbahnen des Verkehrskommissariates befinden sich die Anschlußbahnen der Industriebezirke. Auf diesen dem Volkskommissariat für Schwerindustrie unterstehenden Industriebahnen wurde eine unbschreibliche Mißwirtschaft festgestellt und der Volkskommissar Ordschonikidse aufgefordert, hier endlich Ordnung zu schaffen. Täglich erhält das Verkehrskommissariat unzählige Meldungen vom Ueberfahren der Haltesignale. Unter keinen Umständen ist es zulässig, daß der Maschinist zu diskutieren beginnt und dann eigenmächtig beschließt, das Haltesignal zu überfahren, weil er vielleicht von der von einigen Stationen geübten Unsitte Kenntnis hat, das Haltesignal zu setzen, damit das Bahnhofspersonal geruhsamer arbeiten könne. Wieder ein Eisenbahnunglück in Räterußland anb Moskau, 24. April. Wie aus Artemowsk gemeldet wird, ereignete sich am Bahnhof Jama auf der Donez=Eisenbahn ein Zugzusammenstoß, bei dem 21 Waggons zertrümmert wurden. Ob bei der Katastrophe Menschenleben zu beklagen sind, steht noch nicht fest. Dieses neue Eisenbahnunglück in der Sowjetunion, in der ein Eisenbahnunglück das andere jagt, ist auf folgende Umstände zurückzuführen: Auf dem 7. Gleis des Bahnhofs Jama hielt ein Zug, als das Herannahen eines anderen Zuges von der benachbarten Stotion gemeldet wurde. Der Weichensteller erhielt den Befehl, den einlaufenden Zug auf das Nebengleis 6 zu leiten. Inzwischen war aber der Weichensteller mit dem Maschinisten einer ebenfalls dort haltenden Lokomotive in einen Wortwechsel geraten und hatte den Dienstauftrag, die Weiche umzustellen, vollkommen vergessen, als der angekündigte Zug heranbrauste und mit Volldampf in den haltenden hineinfuhr. Dies ist bereits das vierte Eisenbahnunglück, das sich im April allein auf der Station Jama ereignet hat. Der Führer dankt den Freikorps=Kämpfern dnb Berlin, 24. April. Auf die Geburtstagswünsche des Verbandes der vereinigten Baltikum= und Freikorpskämpfer hat der Führer und Reichskanzler dem Verbandsführer Major Bischoff seinen Dank und dabei den Kämpfern der letzten Front und den ersten Soldaten des Dritten Reiches, unter denen auch Albert Leo Schlageter stritt, seine Grüße übermittelt. Russisch=französische Einigung Iu erwarten dnb Paris, 24. April. Der französische Außenminister Laval ist nach den Osterfeiertagen nach Paris zurückgekehrt. In gut unterrichteten politischen Kreisen erklärt man im Zusammenhang mit der Rückkehr Lavals, daß die sowjetrussisch=französischen Verhandlungen dadurch neuen Auftrieb erfahren und in allernächister Zeit zu Ende geführt werden könnten. Es sei jedoch voreilig, schon jetzt von einem festen Termin über den Abschluß dieser auf diplomatischem Wege geführten Verhandlungen zu sprechen. Alles, was man sagen könne, ohne sich zu irren, sei, daß diese Verhandlungen sich in der normalen Weise vollziehen und bestimmt mit einer Einigungenden würden. Kurze Nachrichten Der Reichsminister und preußische Staatsminister Kerrl war Mittwoch im Auftrage des preußischen Ministerpräsidenten Göring mit einigen Herren des preußischen Staatsministeriums zum Besuch bei der württembergischen Landesregierung in Stuttgart, um sich über verschiedene Fragen der württembergischen Gemeindeverwaltung, insbesondere über das württembergische Verwaltungsaktuariat, näher zu unterrichten. * Die britische Regierung hat in einer dem deutschen Botschafter in London überreichten Note den Empfang der deutschen Protestnote gegen die vom Völkerbundsrat angenommene Entschließung formal bestätigt. * Das Luftschiff„Graf Zeppelin“ ist Mittwoch um 11.05 Uhr MEZ. in Pernambuco zu einer Zwischenreise nach Rio de Janeiro gestartet. * Der päpstliche Legat Kardinal=Staatssekretär Pacelli ist am Mittwoch vormittag unter Ehrenbezeigungen der italienischen Wehrmacht und der italienischen Regierung mit zahlreichem Gefolge vom Hauptbahnhof in Rom nach Lourdes zu den Schlußfeiern des Heiligen Jahres abgereist. * Das Pariser Blatt„Oeuvre" bezweifelt die Richtigkeit der französischen Arbeitslosenstatistik, nach der am 15. April 478955 unterstützte Arbeitslose vorhanden gewesen sein sollen. Die tatsächliche Zahl der Arbeitslosen müßte auf 2300000 veranschlagt werden. * Die Dienstzeit bei der französischen Kriegsmarine wird von 24 auf 30 Monate heraufgesetzt. Der belgische Ministerpräsident van Zeeland hat seinem Kabinett eine Propaganda= und Informationsabteilung angegliedert. * Am 19. Mai finden in der Tschechoslowakei Parlamentswahlen statt. Auf der ganzen, über 200 Kilometer langen ChacoFront sind zwischen den Heeren Boliviens und Paraguays allenthalben wieder heftige Kämpfe entbrannt. Die paraguayischen Truppen haben, dem feindlichen Druck nachgebend, die Stadt Charagua wieder geräumt. Eine neue Operette „Der große Sreis“— Erstaufführung im Stadttheater Die Duisburger Uraufführung wurde vor Wochen ein gewaltiger Publikumserfolg. Am damaligen Eindruck, über den hier berichtet wurde, ändert sich beim zweiten Hören nichts. Man hätte dem Werk mehr Gerechtigkeit widerfahren lassen und ihm einen größeren Dienst erwiesen, wenn man in der Ankündigung vorsichtiger gewesen wäre Aus angenehmer Enttäuschung entwickelt sich Besseres als aus dem Gegenteil. So hat man sich die wirklich neue Operette, das zeitgemäße Erzeugnis unserer Tage nicht gedacht. Von der Schablone des nicht gerade witzigen und geistreichen Textbuches könnte man noch absehen, wenn die Musik Karl Heinz Gutheims sich als positiv Neues und ganz Persönliches erwiesen hätte. Originalität ist aber das, was man der Partitur, die freilich sehr anspruchsvoll in der Besetzung und sonstigen Anforderungen ist, kaum nachsagen kann. Wenn man an der Musik etwas uneingeschränkt loben kann, so ist es der betonte Verzicht auf alle melodische Sentimentalität und falsches opernhaftes Pathos, wie es seit Lehars Beispiel der leidige Ehrgeiz so vieler Operettenkomponisten war. Hier ist im Gegensatz dazu alles von unbeschwerter Frische und einer in modernen Akzenten gehaltenen Schmissigkeit. Das ist bei einer Operette unbedingt ein wesentlicher Vorteil, wenn sich daraus auch eine Aufführungspraxis hier und da ergeben mag, die sich allzusehr dem Revuebild nähert. Sigurd Ballers Operetten=Inszenierungen liebäugeln ja durchweg mit diesem Genre der großartigen und bunten Aufmachung. Das mag nicht in jedem Falle dem Charakter des Werkes entsprechen, hier aber ist's angebracht und für eine Publikumswirkung meist ein sicherer Garant, wie auch in Duisburg der revuemäßigen Note einer temperamentvollen Aufführung der Erfolg größtenteils zu danken war. Die Auswertung des Schlagerrefrains verlangt allerdings auch nach einer reichlichen Verwendung des Balletts— und die Dakapos sind gesichert. Bemerkenswert aber ist es, daß dennoch nicht die känzerische und sonstige farbige Ausstattung der„Clou“ des Abends ist, sondern etwas, das trotz der erwähnten Schablone neuartig in dieser Operette ist. Das Schwergewicht der komischen Wirkung ist hier nicht auf das übliche Buffopaar konzentriert. Ein Duo heiterer Typen hat das Wort, das überraschenderweise dem Fach der komischen Alten entnommen ist. Gleich zwei der unentbehrlichen Karikaturen und beide mit einer ausgedehnten Rolle. Daß wir in diesen Partien zwei der seriösesten unter den seriösen Opernkräften sehen, ist ein Zufall, der aus besonderen Gründen den Erfolg der Aufführung bedeutend unterstreicht. Höher kann die Wandlungsfähigkeit nicht gesteigert werden, als daß die Hochdramatische Bella Fortner=Halbaerth sich als eine Operettendarstellerin von geradezu erstklassigem Format und urwüchsigem Humor entpuppte und sich in dieser neuen Aufgabe einen restlos verdienten Bombenerfolg holte. Ja, wirklich: das muß man gesehen und gehört haben. Else Dröll=Pfaff trägt diesmal den populär gewordenen Vornamen„Adele“ und sichert sich in dieser überall bekannten Maske riesigen Applaus. Diese Figuren tragen den von Richard Hillenbrand äußerst gewissenhaft und gediegen betreuten Abend. Das Liebhaberpaar, Gertrude Joachim und Ado Darian, kann mit einigen schön geschwungenen Duetten glänzen und für die Soubrette— Käte Guß— und den Buffo— Karl=Heinz Nießen— bleibt weniger an Wirkungsmöglichkeiten übrig. Nicht besser ergeht's dem Komiker Heinrich Löffler— der sich bei seinen Kalauern auch nicht sonderlich wohl fühlen kann. Toni Müllers Franzose ist eine amüsante Studie. Viel. viel hat das Ballett zu tun. Mit der künftigen Ballettmeisterin Lola Botka an der Spitze wird in den von Heinz Uthoff einstudierten Tanzeinlagen Glänzendes geleistet und damit die Wirkung auf der ganzen Linie besiegelt. Es ist trotz der gegen Duisburg szenischen Verkleinerung des Bildes von Wolf Hochheim eine glänzend aufgemachte, mit kräftigen Mitteln belustigende Angelegenheit, eine Wiedergabe, wie sie diese Operette nicht besser haben könnte. Noch war der Besuch für einen Operettenabend etwas zaghaft. Aber es besteht kein Zweifel, daß die mit stürmischer Heiterkeit und donnerndem Applaus aufgenommene Aufführung der Anfang einer Serie ausverkaufter Häuser sein wird. Es wird sich schon herumsprechen. Schwermann Ausbau der Duisburger Janzbühne Operndirektor Rudolf Scheel hat, wie bereits mitgeteilt, die Duisburger Tanzbühne einem wesentlichen Ausbau für die kommende Spielzeit unterzogen. Die feste Gruppe wird auf 20 Mitglieder verstärkt werden. Die Solofächer werden mit drei Solotänzern und drei Solotänzerinnen besetzt sein. Zur Ballettmeisterin wurde die bisherige Erste Solotänzerin Lola Botka berufen, die gleichzeitig eine neue Tanz= und Ballettschule leiten wird, aus der der Tanzbühne ein ständiger Nachwuchs und weitere Verstärkung der Gruppe geschaffen werden soll. Die Trogramme der Tonkünltlerfelle in Ramburg und Berlin Im Programm des Tonkünstlerfestes, das der Allgemeine Deutsche Musikverein und der Ständige Rat für die internationale Zusammenarbeit der Komponisten (Conseil permanent pour la Coopération internationale des Compositeurs) vom 1. bis 7. Juni in Hamburg gemeinsam veranstalten, wird Deutschland vertreten sein durch Werke von Graener, Kaminski, Inon, Pfitzner, Liszt, Reger, G. Schumann, Sträßer, Trapp, Weismann, Wetz und Vollerthun. Vom Ausland, das seine Werke durch die Delegierten der Länder genannt hat, werden folgende Komponisten zu Worte kommen: Für Belgien: Blockx und Verheiden; für Dänemark: Glaß und Emborg: für Finnland: Kilpinen und Sibelius; für Frankreich: Roussel, Pierné und Samazeuilh: für Großbritannien: Elgar und Holst: für Island: Leifs; für Italien: Alfano, Porrino und Sonzogno; für Jugoslavien: Gotovac; für Oesterreich: Bayer, Kienzl, Marx und Fr. Schmidt; für Polen: Moniusko und L. von Rozycki; für Schweden: Rangström und Westberg: für die Schweiz: Schoeck: für die Tschechoslowakei: Novack und Foersters: für Ungarn: Dohnanyi und Kodäly; für Spanien: de Falla. Auf dem Berliner Tonkünstlerfest des Allgemeinen Deutschen Musikvereins, das als Ergänzung des hamburgischen Festes im Frühherbst stattfindet, werden in zwei Orchesterkonzerten und je einer kirchen= und kammermusikalischen Veranstaltung nur deutsche Werke aufgeführt, und zwar von Brehme, Jarnach, Klußmann, W. Lampe. H. Lang, Ph. Mobler, Pepping, Petersen, Petyrek Rieth, Sachsse, R. Siegel, Simon, Schaub, H. K. Schmid, H. Schroeder, Weckauf und Zilcher. Treisausschreiben„Nationalbühne Jtuligart 1934“ Generalintendant Professor Otto Krauß hat soeben die Preisverteilung in dem Preisausschreiben„Nationalbühne Stuttgart 1934“ vorgenommen. Von den zur Prüfung eingereichten hundert Schauspielen und sieben Opern konnten zehn Schauspiele zur engeren Wahl gezogen werden. Die Prüfung ergab, das das von Georg Schmückle(Stuttgart) eingereichte Schauspiel„Engel Hiltensperger“ einstimmig als das bedeutendste eingereichte Werk anerkannt werden mußte. Eines Formfehlers wegen konnte es aber nicht prämiiert werden. Dafür wurde das Stück für die kommende Spielzeit zur Uraufführung am Stuttgarter Staatsschauspiel erworben. Mit den beiden zweiten Preisen wurden ausgezeichnet:„Die Hexe“ von Max strebich und„Der Württemberger Hof“ von K. Weckert. Je einen dritten Preis erhielten Karl Böhrig für sein Stück„Bußgang“ und B. von Borresholm(Essen) für sein„Spiel in Moll“. Eigene Duisburger Theater=Zeitschrift. Dr. Max Bührmann Assistent am Theaterwissenschaftlichen Institut der Universität Kiel, der zuletzt eine Tournee mit chinesischen Schattenspielen durch ganz Deutschland leitete, wurde von Operndirektor Scheel zum Leiter einer Zeitschrift berufen, die im kommenden Jahre von der Duisburger Oper herausgegeben werden soll. Neue Anregungen zur Familien=Forschung. In Lüneburg ist der Stadtarchivar Professor Dr. Reinecke an Mitbürger aller Stände über 60 Jahre mit der Bitte herangetreten, ihre Lebenserinnerungen zu schreiben und sie dem Stadtarchiv zur späteren vertraulichen Behandlung zu treuen Händen zu überlassen. Diese Biographien sollen erst nach 50 Jahren geöffnet werden. Tatsächlich ist bereits eine Reihe solcher Zuschriften eingelaufen. Man darf annehmen, daß sie einmal einen wertvollen Beitrag zur Geschichte der jetzigen Zeit bilden werden. Hauptschriftleiter: Dr. Paul Dierichs. Stellvertreter: Hans Schulte. Verantwortlich für Politik: Rudolf Foest, Kommunalpolitik und Stadtteile: Adolf Peddinghaus, Lokales: Hans Schulte, Kulturpolitik und Unterbaltung: Dr. Josef Schwermann, Feuilleton: Dr. Emil Strodthoff, Wirtschaft: Fritz Schmidt, Sport: Hans Hornberg, Gerichtsdienst und Briekkasten: Mar Flegel, Provinz: Kurt Dörnemann. Anzeigen: Kurt Scholz, sämtlich in Bochum. Berliner Redaktion: Michael Haupt. Berlin SW 68 Wildelmstr. 98. Anruf: Jäger 4115 u. Karlsdorst 0340, Berliner Anzeigenvertretung:, J. W. Pempe, Berlin=Charlottenburg, Uhlandstr. 194, Anruf C 1 Steinpl. 6813. Verlag und Truck: Laupenmühlen& Dierichs in Bochum. Ruf 67551, 52, 53.— DA. III. 35: 24 810. Sprechstunden der Redaktion 16—17 Uhr(außer Samstags). Für unverlangte Einsendungen keine Hastpflicht. Rücksendung nur dei Rückporto. heutige Aummer umfaßt 12 Seiten Mufhherr Seite 3 Nr. 96 7 Bochumer Anzeiger# Donnerstag, 25. April 1933 Aowhalte Weut! „Peter“ zankt sich Der Wellensittich unter Bochumer Spatzen. Ueber einen Mangel an Spatzen braucht sich Bochum wirklich nicht zu beklagen. Auf allen Straßen und Plätzen begegnet man ihnen scharenweise, diesen„Flegeln“ unserer Vogelwelt. Und doch bereiten einem die Burschen Freude. Man staunt, wie sich die Gesellen auch dem lebhaftesten Straßenverkehr anzupassen wissen Unbekümmert um klingelnde Straßenbahnen und ratternde Lastkraftwagen raufen sie sich um das Futter. Gestern stutzte ich aber doch, als ich in der Uhlandstraße im Vorübergehen eine lärmende Spatzenschar gewahrte. Die Burschen verübten einen mehr als gewöhnlichen Lärm— und weshalb? Mitten unter ihnen saß ein Wellensittich, ein laubfroschgrüner Wellensittich. Nun, ein bunter Tropenvogel mitten unter den heimischen graubraunen Spatzengesellen ist auch im Bochumer Straßenbild zum mindesten ungewöhnlich. So Die Spatzen schimpften auf den Wellensittich ein, was das Zeug hielt. Wahrscheinlich gefiel ihnen die grasgrüne Tracht mit den himmelblauen Schwanzfedern und dem zitronengelben Halskragen nicht. Den Wellensittich aber schien das Geschimpfe nicht zu stören. war erhaben darüber. Er saß ganz vergnügt zwischen der Spatzenschar, hielt das Köpfchen schief und ich gg wod, derf woht wieder einfangen kanns, dachte ich und schlich mich leise heran. Die Spatzen suchten lärmend das Weite, der Wellensittich aber blieb seelenruhig sitzen und blickte mich forschend an. Da ertönte die helle Stimme eines Jungen von einer Haustür her:„Aber Peter!" Der Wellensittich flog auf, flatterte eilig zu dem Rufer hin und setzte sich auf dessen Schulter. Nun staunte ich wirklich. Och“, meinte der Junge,„das ist Peter, der zankt sich schon öfter mal mit den Spatzen herum, aber sonst ist er ein lieber Kerl, nicht wahr, Peter?“ Peter ließ sich wie selbstverständlich das Köpfchen rrauten. „Reißt denn der Peter nie aus?“—„Ne, dafur hängt er zu sehr an Mutter und mir.“ Und Peter und sein großer Beschützer verschwanden in der Haustür. Ein enischeie n. 67777 Saarurlauber=Heimfahrt Die Stadtverwaltung Bochum teilt mit: Die Erhebung der Straßenhaukosten(Anliegerbeiträge) erfolgt bekanntlich nach den Bestimmungen des Fluchtliniengesetzes und des Ortsstatuts. Zur Ermöglichung und Durchführung der Bauvorhaben ist eine durchgreifende Neuregelung in der Festlegung und Erhebung der Straßenbaukosten fertiggestellt. Vor allen Dingen war hier bestimmend, für die Wirtschaftlichkeit des Wohnungsbaues gesunde Grundlagen zu schaffen, die der sich erfreulicherweise immer mehr durchsetzenden offenen Bauweise noch stärkeren Auftrieb geben sollen In hervorragender Weise wird und soll die Senkung der Errichtung von Siedlungen zugute kommen, um auch das Streben des kleinen Mannes nach einem Eigenheim verwirklichen zu können. Durch die Neuregelung erfährt das bisherige Verhältnis der Anliegerbeiträge zu den Baukosten eine wesentliche Verbesserung. Durch die Neuregelung werden die Straßenbaukosten durchschnittlich um rund 30 vom Hundert, in einzelnen Fällen um über 50 vom Hundert gesenkt. Für die künftige Errechnung der Straßenbaukosten sind neun Straßengruppen festgelegt. Jede Straßengruppe hat eine Breitenabmessung, die den zu zahlenden neuen Satz je laufenden Meter Straßenfront bestimmt so daß an Straßen mit gleichen Breiten die Sätze überall gleich sind. Eine weitere Ermäßigung ist für Straßen gegeben, die mit ihren Breiten zwischen den einzelnen Straßengruppen liegen. Für diese Straßen wird der Satz nach der nächstniederen Straßengruppe erhoben und dadurch eine weitere Verbilligung geschaffen. Bei Eckgrundstücken „Zum Abschiednehmen just das rechte Wetter.“ Denn gern verließen die 120 Saarurlauber, die wayrend zwei Wochen in Groß=Bochum gastliche Aufnahme gefunden hatten, unsere Stadt nicht. Aber geschieden sein— die Pflicht rief. Und so eilten denn aus allen Stadtbezirken die Saarurlauber gestern früh zum Bahnhof Nord, von wo mit dem Zuge .07 Uhr die Heimfahrt angetreten wurde. regen, der herniedersprühte, entsprach so recht der Abschiedsstimmung.„Mr wärre gern noch hörte man immer wieder. Und voll des Lobes waren die Saarleute über die Herzlichkeit, mit der man sie an der schicksalsverwandten Ruhr ausgenommen, über das viele Wissenswerte und Schöne, das sie hier schauen durften, über das freundliche Verhältnis, das sich so rasch zwischen Gastgeber und Gast angeknüpft hatte. Davon legte auch der Umstand Zeugnis ab, daß mancher Mann und manche Frau es sich nicht nehmen ließen,„ihren“ Saargast zur Bahn zu begleiten. Auch von der NSV., die das Liebeswerk vermittelte, hatten sich Vertreter zum Abschied eingefunden. An den nach Hagen fahrenden Zug wurden zwei Wagen angehängt— die Zusammenstellung des Sonderzuges zum Saargebiet ging in Hagen vor sich.„Heil Bochum, Heil Hitler!“ schallte es aus den Abteilen, als der Zug sich in Bewegung setzte. Und dann erbrauste das Saarlied, von Mundharmonikaklängen begleitet. Händewinken— Taschentücherschwenken— ein letzter Gruß, ein letzter Ton verweht. Die Saargäste werden Bochum ein gutes Gedenken bewahren, wie man in Bochum die lieben Gäste in angenehmer Erinnerung behalten wird. Keine Postzustellung am Nationalen Feiertag des deutschen Volkes am 1. Mai. Am Nationalen Feiertag des deutschen Volkes, dem 1. Mai, wird die Deutsche Reichspost— abgesehen von Eilsendungen— keine Post zustellen. Empfänger können jedoch an diesem Tage Briefsendungen und Zeitungen während zwei Stunden, die in den einzelnen Orten noch näher bezeichnet werden, von den Zustellpostämtern abholen. Um auch dem Postpersonal in möglichst weitem Umfange die Teilnahme an den Veranstaltungen zu ermöglichen, bittet die Reichspost, von der außergewöhnlichen Abholung nur in dringenden Fällen Gebrauch zu machen. Um ein längeres Warten bei der Nachfrage nach Sendungen zu vermeiden, empfiehlt es sich, die Absicht, außergewöhnlich abholen zu wollen, dem zuständigen Postamt bis zum vorhergehenden Tage schriftlich mitzuteilen. Frachtfreie Beförderung von Grünschmuck zum 1. Mai. Die Hauptverwaltung der Deutschen Reichsbahngesellschaft teilt mit, daß der zur Ausschmückung der öffentlichen Gebäude am 1. Mai 1935 von den Forsten gelieferte Grünschmuck von der Reichsbahn frachtfrei befordert wird. Bahnhöfe und Lokomotiven werden am 1. Mai geschmückt werden. wird neben der Berechnung nach den neuen Sätzen nur eine Front, und zwar die nach den neuen Sätzen teuere, veranlagt. Nach der Neuregelung betragen zum Beispiel die Kosten für eine 650 m breite Siedlungsstraße 26.25,u,;„m. .00 m breite Straße 65.— RW. 100— ge. 18.00 m breite Straße 130.— R2. 180— gm, 2200 m breite Straße. 169, rüher. 210.— um. In den Straßenbaukosten sind enthalten die Fahrdamm= und Bürgersteigbefestigung, der Kanalbaubeitrag und die Kosten für die richtung. Für die Befestigung des Fahrdammes ist in allen Fällen Teermakadam als eine dem allgemeinen Verkehrsbedürfnis genügende Befestigung der Errechnung der Straßenbaukosten zugrunde gelegt. Bedingung für die einheitliche Festlegung der Sätze ist, daß das für die Straßenanlage erforderliche Gelände wie bisher unentgeltlich an die Stadt abgetreten wird, da andernfalls eine Erhöhung der Sätze durch Hinzurechnung der entstehenden Grunderwerbskosten erfolgen muß. Es wird daher angenommen, daß auch die Grundeigentümer sich der Einsicht der unentgeltlichen Straßenlandabtretung im Interesse der weiteren Belebung und Förderung der Bautätigkeit nicht verschließen werden. Die Zahlung der Straßenbaukosten hat künftig, nach erheblicher Senkung der bisherigen Sätze vor Erteilung der Bauerlaubnis zu erfolgen. Kurzfristige Stundung wird nur in besonderen Ausnahmefällen gegen Sicherheitsleistung gewährt. Durch die restlose Verwendung der Kosten für den Straßenausbau kann auf den Zahlungstermin nicht verzichtet werden. Stichtag für die Berechnung nach den neuen Sätzen ist der 24. April 1935. Auf alle vor diesem Tage liegenden Fälle findet diese Neuregelung keine Anwendung, so daß Rückerstattungen oder Ermäßigungen im Sinne der Neuregelung nicht gegeben werden können. Her)..*)*. Abschiedsstunde für 450 Bochumer Landjahrkinder Im Schützenhof fand gestern nachmittag eine Abschiedsfeier für 450 Bochumer Kinder(300 Jungen und 150 Mädel) statt, die am Abend die Fahrt ins Landjahr im Regierungsbezirk Kösin antraten.. gi. zmest. Senhung“ Jetzt haben wir also schon die zweile„Senvung Bochumer Landjahrkinder zur Bahn gebracht. War doch ein anderer Abschied als im vorigen Jahre. Das war ja damals ein Bedauern und Bemitleiden der„armen Kinderchen“,(die sich übrigens solch ungerechtfertigtes „Mitgefühl“, energisch verbaten) und ein allgemeines Stöhnen:„Da gehen sie jetzt zum Bauer und schinden und rackern sich ab“ oder so ähnlich hieß es überall, wo frische Bochumer Jungen kofferbeladen zum Bahnhof Und diesmal? An einer Straßenbahnhaltestelle in ochum=Marmelshagen stehen nachmittags um 4 Uhr Vater und Mutter mit ihrem Jüngsten, der hinausfahren soll nach Köslin ins Landjahr. Dem fünfzehnjährigen Burschen, der das Jungvolkschiffchen unternehmungslustig aufs Ohr gestülpt hat, leuchtet die Freude aus den Augen. Freund Fritz, vielleicht 13 Jahre alt, redet eifrig auf ihn ein:„Mann, Mann, da kriegst du ja viel Spaß Und reiten wirst du auch lernen. Unsereiner kann hier zu Hause hocken. Aber schreib bloß mal'ne Karte, sonst weißt du ja, was dir blüht.“ Der Vater, in SA.=Uniform, den schweren Koffer neben sich, hat diesem Gespräch mit Stolz zugehört. Da kommt schweren Schrittes sein Kumpel Ernst aus dem Zechentor von„Hannibal". Auch er drückt dem Buben zum Abschied die Hand:„Halt' dich wacker, Junge, gehst einer schönen Zeit entgegen. Mein Aeltester war ja voriges Jahr dabei. Hat 14 Pfund zugenommen, der Staunend hörten die Bochumer Kinder die Ausführungen über ihren Tagesplan im Landjahr an Bengel, und ist acht Zentimeter gewachsen. Und erzählt jetzt noch immer vom Landjahr.“.(74 Eine Stunde später sitzt der Junge, dem sorche gordenen Worte mit auf den Weg gegeben wurden, im Schützenhof eine Bankreihe vor mir. Große Augen macht er, als er sieht, wie festlich der Schützenhofsagl, zum Abschied der Bochumer Landjahrkinder geschmuat#### „Die haben sich aber wegen uns in Unkosten gestürzt“, flüstert er seinem Nebenmann zu der im ersten Augenblick ganz sprachlos ist über die Pracht des Fahnen= und Blumenschmuckes. Der Riesenraum ist gerammelt voll. Die Kinder scharen sich um die Schilder ihrer Gruppen, begrüßen Kameraden und Freundinnen mit Hallo, es ist ein Riesenlärm..... Capasf, dat Aber da haut auch schon die Kapenle rein, oaß man sein eigenes Wort nicht mehr versteht. Und schon stehen die Plappermäuler still. Eine Schar BDM. marschiert ein, nimmt auf der Bühne Platz. Dann spricht Kreisschulrat Clausmeyer als Vertreter des Oberbürgermeisters. Ein Grußwort an die Abschied nehmenden Buben und Mädel, ein besonderer Gruß an die erschienenen Gäste. Der Redner sagt den Kindern, daß sie hinausziehen aus einer Heimat, die ein besonderes Gesicht hat, wie selten eine Landschaft; daß sie ihren Gastgebern von dieser Heimat erzählen und ihnen Grüße bestellen sollen von der Stadt Bochum. Einen verheißungsvollen Ausblick entwirft er ihnen von ihrer neuen Umgebung, von der man sagt, daß man dort zuweilen noch die Glocken Vinetas höre, der sagenhaften Wikingerstadt. Neugierig sind die Buben und Mädel, als sie das hören, und doch ernst und ergriffen, als sie vom Schicksal dieser Menschen hören, unter denen sie jetzt leben werden. Landjahrführer Müller versichert den Eltern in einer kurzen Ansprache, daß die Kinder in besten Händen sein werden, daß alles geschehen wird, um ihren Landjahraufenhalt zu einem schönen und unvergeßlichen Erlebnis zu machen. Dazwischen schwingen sich frische Mädelstimmen durch den Raum. Die Sing= und Spielschar des B D M. verschönt die Abschiedsstunde durch lustige Fahrtenlieder. Was Landjahrführer Stach den Landjahrneulingen sagt, sichert ihm sofort die bedingungslose Kameradschaft der Kinder.„Und dann kommt der Bauer mit sooo dicken Brotschnitten und mit einer noch sooo viel dickeren Schicht Butter darauf!" Da lachen sie und freuen sich, obwohl solche Genüsse ja hin und wieder, wie Landjahrführer Stach ihnen sagt, manchmal nur der verdiente Lohn für die Reinigung des Schweinestalles sein werden. Und eine Fußball= und eine Handballmeisterschaft werden wir austragen(„Punkt= oder Pokalsystem?“, höre ich meinen kleinen Vordermann fragen), zu der der Landjahrführer einen Preis stiftet. Und Pfingsten machen wir ein Zeltlager an der Ostsee, gelt, da werdet ihr euch austoben!“ So wird's schon sein. Und sie werden Ordnung und Zucht und Kameradschaft lernen. Vielleicht wird's einer mal gar so weit bringen, daß er eine Kuh richtig melken lernt oder daß er ein Pferd vorschriftsmäßig striegeln kann wie die Kameraden auf unserem Bild. Eng wird die Landjahrjugend mit„ihrem“ Bauern zusammenleben nicht nur durch die gemeinsame Arbeit, sondern auch durch gemeinsame Feste. Dieses Jahr stellt nicht eine wirtschaftspolitische, sondern eine Erziehungsmaßnahme des Staates für die Jugend dar, deren Eltern nicht den Geldbeutel haben, ihren Kindern einen langen ununterbrochenen Aufenthalt auf dem Lande angedeihen zu lassen. Diesen Gedanken unterstrich Bannführer Röhling= hoff mit Nachdruck in seiner Ansprache. Und dann stieg— festlicher Abschluß dieser Feierstunde— das Bochumer=Jungens=Lied. Der Kamerad vor mir verschwendete einen Atemaufwand dazu, wie weiland Roland in den baskischen Bergen. Hinaus zogen sie mit Vätern und Müttern, mit Koffer, Rucksack und Paketen zum Bahnhof Nord. Um 20.07 Uhr dampfte der Zug ab, der sie in eine Zeit froher Arbeit entführte. b. Einbruch am Ostermontag Mit Nachschlüsseln in ein Milchgeschäft Am 22 April, zwischen 15.45 und 17 Uhr, wurde in das Milchgeschäft im Hause Luisenstraße 16 in Bochum ein Nachschlüsseldiebstahl ausgeführt. Gestohlen wurden 13 Tafeln Schokolabe, 2 Eier, ½ Pfund Butter, 25 Zigarren zu 10 Reichspfennig und etwa 15 Reichsmark Bargeld, und zwar 2 Fünfmarkstücke, 1 Zwei= und 1 Einmarkstück und etwa 3 Reichsmark in Groschen und Pfennigen. Angaben erbittet die Kriminalpolizei in Bochum, Uhlandstraße 35, Zimmer 245. Tödlicher Unfall in der Grube. Auf der Schachtanlage„Carolinenglück“ geriet am Samstag der Hauer Matthias Heinz, Sophienstraße, zwischen Schacht und Zimmerung und stürzte in die Tiefe. Der Unglückliche, der Frau und drei Kinder hinterläßt, konnte nur als Leiche geborgen werden. Die behördliche Untersuchung ist im Gange. Der hartgeprüften Familie wendet sich allgemeine Teilnahme zu. Radfahrer fuhr gegen Omnibus. Am 20. April fuhr auf der Ecke Humboldt=Abe=Straße ein Radfahrer gegen einen Omnibus. Der Radfahrer kam zu und wurde leicht verletzt. Beide Fahrzeuge wurden leicht beschädigt. Auch das Melken, der prächtigen. Kühe gehört zur Tagesarbeit der Mädchen im Landjahrheim Den Stadtjungen kann es nicht schaden, wenn sie so lernen, mit Pferden umzugehen * Seite 4 Nr. 96„ Bochumer Anzeiger, Donnerstag, 25. April 1933 Tarif= und Fahrplanverbesserungen bei der Ruhr=Wupper=Autobuslinie. Der Verwaltungsrat der Kraftwagengesellschaft Ruhr=Wupper m. b. H. hat beschlossen, einige wesentliche Tarif= und Fahrplanverbesserungen auf den Autobuslinien der Kraftwagengesellschaft Ruhr=Wupper m. b. H. vom 21. April an eintreten zu lassen. Auf der Linie Bahnhof Wuppertal=Ba.— Bochum kommen, die Teilstrecken„Bahnhof Sprockhovel" und„Alte Haase“ in Fortfall. Dadurch ermäßigt sich der Fahrpreis zwischen Sprockhövel=Kirche und den übrigen Punkten der Strecke durchweg um 5 bis 10 Rpf. und bei Fahrten zwischen Punkten, die vor und hinter Sprockhövel=Kirche liegen, um 10 bis 20 Rpf. Auf der Linie Sprockhövel— Blankenstein kommt die Teilstrecke„Osterfeld“ in Fortfall Außerdem werden die- Teilstrecken„Hammertal" nach„Bäcker" und Blankenburg" nach„Kopperschläger" verlegt. Der Fahrpreis ermäßigt sich mithin für die Strecke Sprockhövel— Blankenstein von 45 auf 35 Rpf. Ferner fallen auf den Linien Hattingen—. Niederweniger die Teilstrecke„Gemeinschaftswerk" und Niederweniger— Dahlhausen die Teilstrecke„Brücke Eggemann“ fort, so daß auch auf diesen Linien Ermäßigungen von 5 bis 10 Rpf. eintreten. Eine erhebliche Ermäßigung erfahren die mit dreitägiger Gültigkeit ausgestatteten Rückfahrkarten; sie kosten Wuppertal=Barmen—. Bochum=Wilhelmsplatz 3,00 RM., Bochum— Sprockhövel .60 RM. Außerdem werden noch neue Rückfahrscheine für die Strecken Wiedenkamp— Bochum=Wilhelmsplatz zum Preise von 1,40 RM. eingeführt. Die für die Strecke Wuppertal=Barmen— Hattingen oder Blankenstein, gelösten Rückfahrkarten haben bei der Rückfahrt wahlweise von Blankenstein oder Hattingen Gültigkeit. Wer also eine solche Rückfahrkarte von Wuppertal bis Blankenstein löst, kann zu Fuß nach Hattingen gehen und von dort die Rückfahrt antreten oder umgekehrt. Die Verbesserungen des Fahrplans bestehen darin, daß auf der Linie Bahnhof Wuppertal=Barmen— Wichlinghauser Markt— Herzkamp— Sprockhövel— Hattingen— Bochum auf den Zwischenstrecken Wuppertal=Barmen— Herzkamp und Sprockhövel— Hattingen an Sonn= und Feiertagen die Wagen in Abständen von 60 bzw. 40 Minuten verkehren. Auf der Anschlußlinie Sprockhövel— Hammertal Blankenstein— Herbedee wird der Fahrplan werktags um 7 und Sonntags um 9 Fahrten vermehrt. Ferner wird der jetzt werktags.30 Uhr ab Bochum=Wilhelmsplatz nur bis Hattingen verkehrende Nacht=Autobus künftig bis nach Wupvertal=Barmen verkehren, so daß damit eine regelmäßige tägliche Spätverbindung geschaffen ist. Der jetzt 0,00 Uhr ab Bochum nach Wuppertal fahrende Wagen wird dafür künftig an Werktagen ausfallen und nur Sonn= und feiertags als vorletzter Wagen nach Wuppertal=Barmen verkehren. Wieder Fahrten ins Blaue! Rasch beliebt geworden sind die seit einigen Jahren von der Reichsbahn veranstalteten billigen Fahrten ins Blaue. Auch für dieses Jahr sind wieder Fahrten geplant, und zwar fährt der erste Zug, zu dem schon jetzt Fahrkarten zu haben sind, am 5. Mai. Bei dieser Fahrt wird bei niedrigem Fahrpreis jeder Teilnehmer ein schönes Stück unserer Heimat im Festkleid des Frühlings kennenlernen. Die Karten dürften rasch verzariffen sein. Links herein— Autsch!! Schereeih Wanden und Pemd eue=Slünden In einer Zeit, da ein billiges werden soll, so daß dann so ziemlich jedermann zum Kraftfahrer werden wird, gewinnen Bilder und Verhandlungen, die uns verkehrstechnisch erziehen selfen sollen, die wichtigste Bedeutung und sind heute schon unentbehrlich für alle, welche am Steuer sitzen, also für Fuhrleute jeglicher Art. Bei dem Unfall, der hier in Bild und Wort dargestellt ist, war ein Pferdefuhrwerk beteiligt, das hinter einem hochbeladenen Strohwagen herfuhr. Der FuhrwerksBilder aus den Bochumer Gerichtssälen Volksauto geschaffen Georgstraße nur wenige Meter lang ist, sich sackartig verengt und daher keinerlei Verkehrsbedeutung besitzt. In diese Straße werden wohl nur selten Fuhrwerke einhiegen. Aber wenn es schon einmal geschieht, ist's doppeltes Pech, wenn es gerade dann solch Unheil geben muß. * Nach dem Unfall folgten dann die Gerichtsverhandlungen mit ihren aufregenden Stunden voller Aengste und Pein. Am 28. Februar war der Lenker des Pferdesuhrwerks vor dem Bochumer Schöffendie Sache vor der Großen Strafkammer erneut zur Verhandlung kam. Von einer Schuld etwa des in Richtung Bochum heranfahrenden Personenwagens konnte aus dem Grunde keine Rede sein, weil der Fahrer das Pferdefuhrwerk hinter dem Strohwagen vorher überhaupt nicht sehen konnte. Er hatte schon die Kreuzung erreicht, als ihm das Pferdefuhrwerk plötzlich in die Fahrbahn fuhr, obgleich er noch versucht hatte, an ihm vorüberzukommen und zu diesem Zwecke Gas gegeben hatte. „So ist das Unglück eben geschehen, ohne daß einem der Beteiligten eine strafbare Schuld zugemessen werden kann.“ Also lautete die Ansicht der Strafkammer die damit das erste Urteil aufhob und den Angeklagten freisprach. Nicht eine Schuld, sondern unglückliche Zufälle führten den Zusammenstoß herbei! Damit ist die strafrechtliche Seite des Falles erledigt. Die etwaigen zivilrechtlichen Ansprüche unterliegen der Untersuchung durch ein anderes Gericht. M. F. Größere Wetterbeständigkeit Wetterbericht der Reichswetterdienststelle Essen=Mülheim vom 24. April, abends Die Reststörung, die gestern über Südeuropa lag, ist durch Zufuhr kalter Luftmassen an ihrer Rückseite wieder belebt worden und hat sich dabei etwas nordostwärts verlagert. Doch besteht weiterhin die Neigung, die Wirbel aufzufüllen und eine größere Wetterbeständigkeit herzustellen. Vorhersage für Donnerstag: Schwache Winde aus südlicher Richtung, wolkig, vereinzelt noch Niederschläge. Mäßig warm. Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Schwach windig, meist heiter. Tagestemperatur bei 16 Grad. Wenig Aenderung. Mittwoch, 24. April Barometer 24 Uhr: 135 8 Thermometer 3. Upri t 8 Zeiten für Sonne und Mond am 25. April: (2 Aufg.13. Unterg. 19.44: C Aufg..58, Unterg..57 Wetternotizen, gemessen um 8 Uhr vormittags lenker bog plötzlich in eine Nebenstraße ein und hatte das Pech, mit einem Personenauto zusammenzuprallen, das ihm entgegenfuhr. Die Deichsel ging durch die Schutzscheibe, es gab Scherben und Wunden; dem Lenker des Autos wurden die Rippen geprellt und Kopfverletzungen zugefügt. Das Pferd wurde vom Auto erfaßt, niedergerissen und mitgeschleift. Es mußte sofort an Ort und Stelle notgeschlach: stet werden. Das Auto fuhr noch eine Strecke weiter und kam vor einen Lieferwagen zu stehen, der rechts auf der Straße parkte, da der Fahrer kurze Zeit fährt in Geschäften verlassen hatte. Der Unfall geschah am 20. November in der Mittagszeit auf der Bochumer Straße nach Wattenscheid, wo die Hammer Straße und die Georgstraße rechtwinklig auf diese acht Meter breite Hauptverkehrsstraße stoßen; wobei zu bemerken ist, daß die Zeichnung von Dietrich Flamme. gericht zu 30 Mark Geldstrafe verurteilt worden. Ihm war die Schuld beigemessen worden. Er habe die Kurve in die Georgstraße zu kurz geschnitten; er hätte den großen Bogen halten müssen. Die freie Sicht war ihm durch den hochbeladenen Strohwagen. der zuem mit viereinhalb Meter Breite die Straße schon zur Hälfte einnahm, zum großen Teile genommen. um so vorsichtiger hätte er beim Einbiegen in die Seitenstraße. sein müssen, ab nicht ein Fahrzeug aus der anderen Richtung ihm entgegenkam, das er zunächst hätte vorbeifahren lassen müssen. Der Umstand, daß der Angeklagte durch den Unfall selbst erheblichen Schaden erlitten hatte, und seine bisherige Unbescholtenheit, waren jedoch maßgebend für eine gelinde Geldstrafe gegenüber der groben Fahrlässigkeit. Aber der Angeklagte fühlte sich zu Unrecht verurteilt und griff das Erkenntnis durch Berufung an, so daß (Weitere Lotalnachrichten auf den Seiten 10 und 11.) Wohin gehen wir heute Stadttheater: 20 Uhr: Prinz von Preutzen. Stalo=Lichtspiele: ab 17 Uhr: Schwarzwaldmädel. Tonhalle: ab 15.30 Uhr: Barcarole. Welt Licht: ab 15.15 Uhr: Petersburger Nächte. Apollotheater: ab 15.15 Uhr: Regine. Capitol: ab 15 Uhr: Junge Liebe. Gloria Palast: ab 15.30 Uhr: Königin Christine. Hammer Lichtspiele: ab 15.15 Uhr: Die englische Heirat. Lichtburg: ab 15.15 Uhr: Um das Menschenrecht. Lichtspielhaus: Keine Vorführung. Odeon: ab 17 Uhr: Schwarzwaldmädel. Osterkirmes: Festplatz an der Castroper Straße. Kriminalr omen von Cr. A. Oréeman 9 Verwricht hy.’ilbelm.Goldmann-Verlas flich sein könnte?.. Neink 5) Copyrigut by Wilhelm-Goldmann-Verlag „Wie der Name zu Ihnen paßt! Sie sind Waise, nicht wahr?" „Ja, aber woher wissen Sie „Ich dachte es mir, und Sie leben bei irgendeinem zänkischen Vormund in irgendeinem efeubewachsenem Schloß...“ „Beinahe richtig“, versetzte das junge Mädchen, „nur ist in meinem Falle der Vormund ein Onkel, und ein sehr guter dazu, und die Mauern des Schlosses sind frei von Efeu. Ihr Verdienst, dies herausgefunden zu haben, ist übrigens nicht allzu groß, denn ich habe Ihnen das meiste ja selbst gesagt...“ „Welche Blumen lieben Sie am meisten?" „Die Chrysanthemen. Aber warum wollen Sie das wissen? „Heute abend soll Ihr Zimmer mit diesen Blumen geschmückt sein... mit Chrysanthemen in allen Farben...“ Zur Ueberraschung Claires sprang Jean Armentin mit einem Satz auf.... Ge, best mi. „Man soll eine günstige Gelegenneir nie vorübergehen lassen. Wie lange kenne ich Sie? Zehn Minuten, zehn Jahre? Claire, ich liebe Sie... wollen Sie meine Frau werden“ g.. ,. 6, anträstet das äherstei „Schweigen Sie“, sagte sie enkruster,„das üversteigt alle Grenzen...“ „Wieso! Der Schicklichkeit?“ „Ja... auch... und— Sie sind mir zu selbstbewußt und eingebildet! Ich bin nicht so dumm und leichtgläubig, wie Sie vielleicht annehmen.“ „Sie zweifeln, daß ich Sie liebe, Sie anbete? Sagen Sie es boch:.... gurt hemn geis, aher. „Nein“, sagte das junge Mädchen leise,„aver...“ „Also glauben Sie mir...“ „Ich bitte Sie: schweigen Sie doch!“ Der trockene entschiedene Ton dieser letzten Worte überraschte sie selbst. Aber Claire wurde sich jetzt der Gefahr bewußt. Jedes Wort Jean Armentins war bis in ihr Herz gedrungen, hatte sie so erregt, daß sie kaum ihr Zittern verbergen konnte. War er nicht närrisch, wenn er auf einen Blick hin in ihr sein Ideal zu erkennen glaubte und sie zur Frau begehrte?... Sie mußte flüchten, durfte ihn nicht weiter anhören. Sie richtete sich hoch auf. „Ich halte es für besser, wenn wir diese— eigenartige Unterhaltung abbrechen.“ Jean Armentin stand unbeweglich, mit gesenktem Kopf, vor ihr. „Auf jeden Fall haben Sie mir bewiesen“, fuhr sie fort,„wie stark und widerstandsfähig Sie sind. Daß Sie diesen schrecklichen Unfall so so gut überstanden haben, erscheint ja beinahe ein Wunder. Sie sollten nicht noch mehr verlangen!, Wünschen Sie, daß ich Ihnen jemand vom Schloß herschicke, der Ihnen behilfich sein konnter... Rein?... Dann leben Sie wont.,„icht-hasmandt. Aber sie hatte sich noch nicht abgewandi, als Jean Armentin zu ihren Füßen lag. Seine Arme umfingen die Knie des jungen Mädchens. „Nein, nein“, rief er verzweifelt.„Kein Lebewohl! Es ist doch unmöglich, Claire, daß Sie an meiner Aufrichtigkeit zweifeln. Ist es denn nötig, daß man einen Menschen monate=, jahrelang kennen muß, um ihn lieb zu gewinnen?... Wie kann ich Ihnen beweisen, daß ich Sie aufrichtig, ehrlich liebe? Ich schwöre Ihnen, die Nacht findet mich noch an diesem Platze, wenn Sie mich— so verlassen.“ „Sie sind wahnsinnig“, rief sie.„Lassen Sie mich 98 e „Sie sind frei“, sagte Armentin und stand lungsam auf.„Wenn Sie es durchaus wünschen, gehen Sie!“ Zögernd machte sie einige Schritte, blieb dann aber wieder stehen und wandte sich um. „Wie sollte ich Ihnen denn glauben können? Was wissen Sie von mir? Ebensowenig wie ich von vonen...... guhart, Gean Tehhaft#4 „Sie täuschen sich, erwiderte Jean lebhaft.„Ich kenne Sie, kenne Sie schon seit Jahren, so unwahrscheinlich Ihnen das auch vorkommen mag. Und ich? In wenigen Worten habe ich Ihnen gesagt, was und wer ich bin. Ist denn noch mehr nötig? Ist denn dies alles wirklich so schwierig? Ich weiß, daß ich liebe— und alles, was Sie auch sagen mögen, ändert nichts baran.“. Fristang Gichs. Claire mußte immer wieder an Tristans Liebestrank denken, dessen Geheimnis sie bis jetzt verloren Stcnote..... u9ch hinzufügen“ soate 9. „Aber etwas muß ich noch hinzusugen“, fagle Armentin.„Es ist meine Pflicht, Ihnen mitzuteilen, daß ich arm bin, keinen Pfennig besitze. Mein einziger Reichtum war der Wagen dort. Aber sollte das uns hindern, glücklich zu sein?... In kürzester Zeit werde ich mehr Geld besitzen, als wir beide nötig haben.“ „Wirklich?“ rief Claire erstaunt.„Wie wollen Sie das machenk“„ 35 „Das weiß ich noch nicht", lachte Armand.„Und wenn ich einen reichen Geizhals totschlagen müßte „Ich glaube, Sie wollen mich zum Narren halten“, versetzte Claire.„Sie ziehen jetzt alles ins Lächerliche..“ „Sie mögen recht haben“, gab er zu.„Alles ist mehr oder weniger lächerlich, nur— meine Liebe zu Ihnen ist ernst und aufrichtig! Es gibt aber schließlich noch andere Möglichkeiten, um Geld zu verdienen.“ Sie fühlte, wie die vertrauensvolle Selbstsicherheit des jungen Mannes sie bezwang, wie der ehrliche Klang seiner Liebesworte sie gefangen nahm. Eine Laune des Schicksals schien sie mit diesem jungen Manne zusammengebracht zu haben. Warum noch gegen das Schicksal kämpfen* „Ja, wirklich“, bekräftigte Armentin.„Das arme Auto hier kann mir natürlich nicht mehr helfen, aber im nächsten Monat findet in Madrid ein großes Rennen statt. Eine amerikanische Firma hat mir schon Vorschläge gemacht und will mir einen Rennwagen zur Verfügung stellen. Die Preise sind derartig groß, daß man sich dafür schon etwas anstrengen kann. Selbstverständlich werde ich mich hüten, mein heutiges Abenteuer zu erwähnen. Das Rennen muß ich gewinnen..“ Jetzt griff Claire nach den Händen des jungen Mannes... g. giat tn. „Nein, Jean, das dürfen Sie nicht tun...“ Warum nicht““.,. Li, Nugen fhr, SpiDas junge Mädchen schloß die Augen, ihre Knie zitterten und in ihren Ohren schienen Hunderte von Glocken zu klingen. Sie war besiegt. „Weil ich vor Angst und Unruhe sterben würde", sagte sie leise. 6. Claire blieb auf der letzten Stufe der Treppe stehen und lauschte. Die große Halle des Schlosses lag im Halbdunkel: nur ein letzter Strahl der untergehenden Sonne warf ein rubinrotes Licht auf das Fenster zur Linken. Das junge Mädchen hatte sich nicht getäuscht: im Arbeitszimmer ihres Onkels wurde gesprochen. Es wurde sogar sehr lebhaft gesprochen. Claire erkannte die gereizte Stimme Herrn von Chancrays, dann ließ sich eine unbekannte vernehmen: „Ich hatte ihn schon verschiedene Male vor der Mündung meines Gewehrs. Bei der nächsten Gelegenheit schieße ich aber.. Was Sie anbetrifft...“ Zum zweiten Male seit ihrem Eintreffen im Schlosse ihres Onkels mußte Claire hören, wie Drohungen, schwere Drohungen, ausgesprochen wurden. Waren denn dies alte Schloß und die einsame Gegend nur von verborgenen Widersachern bevölkert? Kurz entschlossen ging sie auf die Tür des Arbeitszimmers zu. Sie wollte das Gesicht des Mannes sehen, dessen grobe, abgebrochene Stimme Worte hervorstieß, deren Sinn sie nicht verstehen konnte. Sie sollte das Gesicht schneller erblicken als sie selbst erwartete. Die Tür flog auf, und auf ihrer Schwelle stand ein kleiner, untersetzter Mann mit gelblicher Gesichtsfarbe und pechschwarzen Haaren. Seine Kleidung bestand aus einer einfachen Jacke und kurzer Hose und Wickelgamaschen über den derben, nägelbeschlagenen Schuhen. Seinen — einen abgetragenen, alten, grünen Filzhut— hatte er auf dem Kopfe. Ohne Claire zu bemerken, die unbeweglich im Halbschatten stehen geblieben war, wandte er sich nach dem Inneren des Arbeitszimmers. „Empfehle mich“, rief er höhnisch.„Ich habe Sie gewarnt, Herr von Chancray,— und den anderen auch! Guten Abend.“ Hastig knallte er die Tür hinter sich zu, lief eilig durch die Halle und verschwand. Sofort trat Claire in das Zimmer und sah ihren Onkel in einem großen, gepolsterten Lehnstuhl hinter dem Tisch sitzen. Er hatte den Kopf auf die Hände gestützt und schien außerordentlich müde und abgespannt trat auf ihn zu und legte ihre Arme um seinen „Mein armer Onkel! Was wollte denn dieser schreckliche Mensch von dir?“ Ohne zu antworten blieb Herr von Chancray reglos sitzen. Mit sanftem Nachdruck ergriff Claire die knochigen Hände des alten Mannes und sah, wie eine große Träne über die hagere Wange glitt. ] Tief bewegt kniete sie, wie es ihre Gewohnheit geworden war, neben ihm nieder. „Aber Onkel“, bat sie,„willst du mir denn nicht sagen, weshalb der Mann dir droht?... Denn das hat er doch getan, nicht wahr?" „Ja“, gab endlich Herr von Chancray zu,„er hat mir klar und deutlich gesagt, daß seine Kugel nicht fehlen würde, wenn ich mich in seiner Nähe sehen lasse Nachdenklich fügte er hinzu. „Und ich halte ihn, weiß Gott, für fähig, seine Drohung auszuführen.“ „Aber was hast du ihm denn getan?“ fragte Claire. Herr von Chancray nickte traurig. „Er behauptet, ich hätte ihm ständig Schaden zugefügt— und vielleicht hat er gar nicht so unrecht...“ „Das kann ich nicht glauben“, rief sie eifrig. „Doch, doch“, sagte der alte Mann leise.„Ich kann seinen Standpunkt verstehen. Er ist ein armer Teufel, der nicht begreifen kann, daß.. Er brach ab und hob die Augen zu einem großen Oelgemälde, das beinahe eine ganze Wand, seinem Schreibtisch gegenüber, einnahm. Eine schlanke, junge Frau mit goldblonden Haaren lächelte auf ihn herab; ihre feinen, zarten, mit kostbaren Ringen geschmückten Hände schlossen sich um den Griff eines großen Federfächers. „Deine Tante, mein Kind“, sagte Herr von Chancray mit zitternder Stimme,„hat niemals gestatten wollen, daß auf meinen Feldern gejagt wird. Wenn du dich wirklich noch an sie erinnern kannst, wie du mir gesagt hast, wirst du wohl auch noch wissen, daß sie bei ihren Spaziergängen stägdig von zwei. g..„ Viudhunden ziergängen ständig von zwei großen Windhunden begreitet wurde. Eivira liebte die Tiere, lievie alle Tiere, und der Gedanke war ihr unerträglich, daß irgendein Tier auf meinem Boden gefangen oder getötet wurde. Und siehst du, der Mann, der mich hier soeben bedroht hat— man nennt ihn in der Gegend, Gott weiß warum, den„roten Wolf“— ist ein unverbesserlicher Wilddieb. Er hat für eine große Familie zu sorgen und ist, wie ich schon sagte, sehr arm. Er kann es einfach nicht begreifen, daß ich immer noch Elviras Wünschen folge und nicht gestatte, daß auf meinen Feldern gejagt wird. Pierre, mein Wildhüter, hat strengsten Auftrag, dafür zu sorgen, daß auf meinem Grundstück keine Falle gestellt, kein Schuß abgefeuert wird.. „Und deshalb bedroht er dich?“ fragte das junge Mädchen. „Ja, deshalb“ bestätigte Herr von Chancray.„Alle meine Unterstützungen an Geld und Lebensmitteln genügen nicht, seine Empörung über mein ihm unbegreifliches Verbot zu besänftigen. Vielleicht hast du gehört, was er mir sonst noch gesagt hat! Ich und der Wildhüter Pierre würden noch daran glauben müssen...“ „Warum sich aber einer solchen Gefahr aussetzen? Das hätte doch Tante Elvira nie gewollt...“ „Vielleicht hast du recht“, gab der Greis zu.„Aber was ist mir denn noch von ihr geblieben? Das Porträt dort an der Wand, einige Briefe, ein Taschentuch, das noch den zarten Duft ihres Parfüms bewahrt hat, einige vertrocknete Blumen und— die Erinnerung, daß sie mich liebte... Wenn ich jetzt noch ihrem Willen folge, ihre Wünsche erfülle wie zu der Zeit, wo sie neben mir lebte, habe ich die Empfindung, sie in meiner Nähe zu haben, ihren leichten Atem zu spüren... Ich war sehr einsam, Claire, bevor du hierher kamst...“ Claire zögerte einen Augenblick, bevor sie sich zu der Frage entschloß, die ihr auf den Lippen lag. S(Fortsetzung folgt.) ERNTEN 30 BIS 32 4 MUSTERCIGARETTEN · MISCHUNGSNUMMER RG OIMR M Pe Oiese Cigaretten werden in den Fattikatl##sadagen unseres technischen Muster. betriebes in Altona-Bahrenfeld nachle#### völlig neuen Methoden hergestellt. Der ungewöhnlich zarte und reine Charäffer dieser Mischung beruht darauf. daß sumtiche Tabehe weing taA D E. PEL..S Hei. Aae urdeusschlebichohne Mundstück hergestellt Dir###pptemter kerkes###bErdaus folgenden Oistrikten: geuer FabrkketioneVer He-etellugn und sige Wster deWabe 2. Bibs 90 ation Die Cigaretten simethoden, die au Durch die Fermentation werden die Tabakblätter von allen nachteiligen Eiweißstoffen, Chlorophull-Resten und sonstigen Stickstoffsubstanzen befreit und restlos geklärt! Weien am Barkertrcte alts 14 Lerab N. P.&ap PII. F. REEMTSMA CIGARETTENFABRIKEN ALTONAT Bild-Schema im Durchleuchtungsapparat Seite 5 Nr. 96 7 Bochumer Anzeiger, Donnerstag, 25. April 1935 Westfalen und „Das Kolbid seieln hiel Eigien. um:„Das Rokoko feiert hier Orgien!“— Von ganz besonderem Zauber ist auch die Orangerie im tiefen Schloßpark, deren Köstlichkeit zum Glück erhalten geblieben ist. Großfeuer vernichtet Bauernhof Stallung mit allem Vieh. Scheune und landwirtschaftliche Maschinen verbrannt. Euskirchen, 24. April. Durch eine Feuersbrunst wurde das Anwesen des Landwirts Buna im benachbarten Billig vernichtet. Die Ortseinwohner, die gerade zur Nachmittagsandacht in der Kirche versammelt waren, verließen sofort das Gotteshaus und eilten zur Brandstätte, um zu retten, was noch eben möglich war. Die Flammen hatten sich aber bereits mit rasender Geschwindigkeit ausgedehnt. Stallung und Scheune waren bald niedergebrannt, wobei wertvolle landwirtschaftliche Maschinen vernichtet wurden. Auch das Wohnhaus wurde vom Brande arg mitgenommen. Auch war es nicht mehr möglich, das Vieh in Sicherheit zu bringen. So kamen 7 Stück Großvieh, 6 Schweine und das gesamte Federvieh in den Flammen um Opfer eines tollen Aberglaubens „In den Sternen steht es geschrieben, daß ich heute noch sterben muß.“ Recklinghausen, 24. April. Vor dem Gehöft Matrop=Evers in Marl schnitt sich am Dienstag ein 47jähriger Mann aus Marl mit einem Taschenmesser die Kehle durch. Der Schwerverletzte starb kurz nach seiner Ueberführung im Krankenhaus. Wie die Ermittlungen der Kriminalpolizei ergaben, handelt es sich um einen krankhaft veranlagten Mann, Schloß Schwarzenraben, das in der Nacht zum Dienstag niederbrannte. Wie im„B..“ bereits gestern berichtet, brannte in der Nacht zum Dienstag das im Rokokostil erbaute Schloß Schwarzenraben in der Gemeinde Böckenförde des Kreises Lippstadt vollkommen nieder. Der Revierförster Mertens aus Eringerfeld wurde bei den Bergungsarbeiten von einem herabstürzenden Balken erschlagen. Durch ein Reichswehrkommando wurde am Dienstag dbend ein Schornstein des Schlosses gesprengt, damit die Bergungs= und Ablöscharbeiten ohne Gefährdung von Menschenleben durchgeführt werden können. Ein zweites Todesopfer Die Brandkatastrophe hat ein zweites Todes op fer, gefordert. Am Mittwoch vormittag wurde in den Trümmern des Kuppelsaales die Leiche des Landwirtssohnes Otto Kersting aus Böckenförde, der sich aufopfernderweise an den Rettungsarbeiten beteiligte, in verkohltem Zustande gefunden. Weiter verlautet, daß ein junger Mann aus Langeneicke, der an den Rettungsarbeiten teilgenommen hat, vermißt sei. Man befürchtet, daß auch er den Tod bei dem Brandunglück gefunden hat. Der schwerverletzte Feuerwehrmann Hoene; der in das Krankenhaus Lippstadt eingeliefert wurde, befindet sich außer Lebensgefahr. * Schloß Schwarzenraben liegt südlich der Strecke Lippstadt—Paderborn bei der Station Dedinghausen und ist umgeben von prächtigen, ausgedehnten Waldunder am Dienstag vormittag bei der in Marl erschien und hier ein Horoskop vorzeigte. Dabei erklärte er:„In den Sternen steht es geschrie; ben, daß ich, heute noch sterben muß. Der beamte redete dem Mann beruhigend zu und wies darauf daß es doch ein toller Aberglaube sei. Der Mann beruhigte sich auch und entfernte sich. Später hat er dann doch Hand an sich gelegt. Durch eine Schirmstange tödlich verletzt Attendorn, 24. April. Das sechsjährige Töchterchen der Familie Gattsche spielte mit einem Regenschirm. Dabei verletzte es sich mit einer Schirmstange unterhalb eines Auges. Zunächst schien die Verletzung geringfügig zu sein. Am nächsten Tag stellten sich bei dem Kind Kopfschmerzen und Erbrechen ein, worauf ma einen Arzt zu Rate zog. Leider konnte dieser das Kind nicht mehr retten; es starb an den Folgen der unscheinbaren Verletzung. Ueber 2000 Reichsmark in der Straßenbahn vergessen! Essen, 24. April. Samstag abend ließ ein Kaufmann, der die Straßenbahnlinie 20 bis Essen=Hauptbahnhof benutzte, eine Aktentasche mit 2370,50 RM. in dem Anhängewagen liegen. Das Geld bestand aus acht Fünfzig und fünf scheinen, fünf Rollen Funfmarkstücke je 200 RM., das übrige aus Hartgeld verschiedener Sorten. Der Verlierer hat eine Belohnung von 10 Prozept zugesichert. Bisher ist das Geld als Fundsache nicht abgegeben woredn gen. Das Schloß ist als einer der schönsten Adelssitze Ostwestfalens zu bezeichnen, das sich den Wasserburgen des Münsterlandes würdig zur Seite stellen kann. Der eigenartige Name„Schwarzenraben“ wird in einer alten Sage darauf zurückgeführt, daß man bei der Erbauung des Schlosses über dessen künftige Benennung sich nicht habe einigen können. Es sei schließlich abgemacht worden, daß man es nach dem Vogel benennen werde, der sich zuerst auf das Dach des Schlosses setzen werde. Das sei ein Rabe gewesen, und so sei der Name„Schwarzenraben" entstanden, den das Schloß aber erst seit dem 16. Jahrhundert führt. Früher führte es den Namen „Wannbecker“, Das Schloß stammt in seiner heutigen Form aus dem 18. Jahrhundert, ein wunderbarer Spätrenaissance= bau(Barock und Rokoko), eine Wasserburg mit Zugbrücke..49 mir abenstehend Schloß Schwarzenraben— das wir obenstehend wiedergeben, wie es sich vor dem Brande dem Beschauer darbot— gehörte um 1400 den Herren von Boliten. Im Jahre 1482 kam es an die Herren von Vrydach, später an die Berninghausen und Graffen. Im Jahre 1511 wurde es durch Kauf von Allard von Hörde erworben. Im Besitz der Familie von Hörde befand es sich bis 1846; seit dieser Zeit sitzen hier die Freiherren von Ketteler. Der Baumeister des um 1763 erbauten Schlosses ist wahrscheinlich I. L. M. Gröninger. Das dreigeschossige Hauptgebäude mit kurzen Flügelbauten und einer schwungvollen Freitreppe war im Innern auf das reichste mit Stuckarbeiten aller Art ausgeschmückt. Von dem Schloß ging in bezug auf seine architektonische Gestaltung und Ausschmückung das Wort Raderdooi auf dem Tihem gereiert Drei Ruderinnen ertrunken Köln, 24. April. Dienstag gegen 20.30 Uhr kenterte auf dem Rhein, wie die Pressestelle der Polizei mitteilt, in der Nähe des Poller Fischerhauses auf der rechten Rheinseite ein mit fünf Sportlerinnen besetztes Ruderboot des Ruderklubs„Germania“. Zwei Insassen vermochten sich an dem umgeschlagenen Fahrzeug festzuklammern und wurden von einem herbeieilenden Fährboot gerettet. Drei Ruderinnenertranken. Das Unglück soll dadurch verursacht worden sein, daß die Kribben zur Zeit überschwemmt sind und das Ruderboot durch die starke Strömung gegen den erhöhten Kribbenkopf getrieben wurde, wo es umschlug. Die Leichen der drei Ertrunkenen sind noch nicht gefunden worden. Die Polizei hat am frühen Morgen des Mittwochs sofort eingehende Ermittlungen aufgenommen. Zu dem Unglück wird noch ergänzend mitgeteilt, daß die fünf Mitglieder des Kölner RC. junge Mädchen in den Zwanzigerjahren sind, die seit Jahren dem Klub angehören und als geübte Ruderinnen bekannt waren. Sie waren gestern abend zu einer kurzen Trainingsfahrt für die im Juni stattfindende große Kölner Ruderregatta ausgefahren. Als sie an die unter Wasser liegende Kribbe kamen, fuhr das Boot nicht senkrecht dazu und wurde so durch die außerordentlich starke Strömung auf den Markierungspfad des Kribbenkopfes getrieben. Die Mädchen versuchten verzweifelt, das Boot abzudrücken, das jedoch sofort voll Wasser lief und entzweiging. Währen zwei Ruderinnen sich an die Bootsreste anklammerten, wurden zwei andere sofort von dem Strudel in die Tiefe gerissen. Die fünfte klammerte sich an den Markierungspfahl, bis die Kräfte sie verließen. Auch sie versank. Die Arbeiten zur Rettung der beiden Mädchen wurden noch dadurch besonders erschwert, daß zu gleicher Zeit ein Schleppzug vorbeifuhr und dem Fährboot durch den starken Wellengang das Manövrieren fast unmöglich machte. Bluttat aus verschmähter Liebe Mordversuch und Selbstmord. Netphen(Siegerland), 24. April. Im benachbarten Fronhausen trug sich eine blutige Liebestragödie zu. Ein junges Mädchen aus Netphen hatte sein Verhältnis zu einem jungen Mann aus Staufenberg gelöst. Der Verschmähte drang in die Wohnung der verheirateten Schwester, wo sich seine ehemalige Braut aufhielt. ein. Im Hof traf er auf das durch ein Feuster geflüchtete Mädchen und dessen Schwager. Nach einem kurzen Wortwechsel zog der Eindringling eine Pistole und brachte dem Schwager einen Steckschuß bei. Hierauf richtete er die Waffe gegen sich selbs und tötete sich durch einen Kopfschuß. Seite 6 Nr. 96 7 Bochumer Anzeiger 7 Donnerstag, 25. April 1933 Unterhaltung Zustau mietet sich ein Von Theodor Kiegler Gustav Klinger, den seine Freunde den ewigen Untermieter nannten, stand zögernd und müde vom langen Herumlaufen im zweiten Stock eines Mietshauses und klingelte— wohl zum zwanzigstenmal— an der Tür einer fremden Wohnung. Fremde Menschen, fremde Gesichter, fremde Zimmer, in denen die Einsamkeit spukte und die Wehmut hockte: es war immer das gleiche. Es war das unabänderliche Schicksal des Gustav Klinger, seit er sich von Emma Mundhaus getrennt hatte. Deutlicher denn je kam ihm das Trostlose seiner Lage zum Bewußtsein. Er hatte keine Energie mehr und auch keine Lebenslust und stand wie ein sonderharer Heiliger, wie das wandelnde Sinnbild der Post zu bringen Ohne eine Antwort abzuwarten, lief sie in den Flur und knallte die Tür zu. Gustav Klinger, war mutterseelenallein in einer ganz fremden Wohnung. Wie leichtsinnig, ihn hier bei all den Sachen allein zu lassen! Er hätte die Wohnung ungestört plündern und lautlos verschwinden können. Er ging in den Flur und versuchte, die Wohnungstür zu öffnen. Die Tür war verschlossen. Das blonde Mädchen hatte klugerweise den Schlüssel abgezogen. Gustav war in einer fremden Wohnung gefangen. Er kehrte mit unheimlichen Gefühlen der Erwartung in das Zimmer zurück und dachte an das sonderbare Mädchen. Er besah sich den Raum und fand ihn im höchsten Maße poetisch und liebenswürdig. Wenn der Preis nur Heimatlosigkeit im kalten, nüchternen Stiegenhaus und seinigermaßen angemessen ist, dann miete ich, dachte er fror in der Seele. Sein Koffer mit dem braunen Kartonüberzug war abgeschabt und hatte einen klaffenden Riß, und der Schirm, dieses lächerliche Instrument, war an allen möglichen Stellen geflickt. So erschien sich Gustav Klinger von allen guten Geistern verlassen. Da niemand auf sein Klingeln öffnete, setzte er sich wie ein armer, verlassener Bettler, der nichts zu nagen und zu beißen hat, auf die Treppenstufe und grübelte vor sich hin. Die Stille summte im Stiegenhaus ihr ewiges Lied. Ich werde wohl immer ein Untermieter bleiben, dachte Gustav Klinger, indem er sich immer tiefer in seine melancholische Stimmung hineinsteigerte. Die meisten seiner Freunde hatten sich längst verlobt oder hatten geheiratet, nur er war allein geblieben. Eine rätselhafte Unrast trieb ihn von Ort zu Ort. Er war immer auf der Suche nach Abenteuern, nach plötzlichen Ueberraschungen, nach romantischen Wendungen. Er träumte von einem sagenhaften Glück, von einem großen aufrüttelnden Erlebnis. Er war ein unverbesserlicher Phantast. So verrannen ihm die Jahre. Die anderen kamen vorwärts, er aber blieb der Untermieter des Lebens, der hinter irgendeiner Fata Morgana herrannte. So war es auch heute. Etwas Unalltägliches müßte jetzt eintreten, dachte er. Und tatsächlich erschien dieses Unalltägliche in Form eines entzückenden blonden Mädchens, das atemlos die Treppe heraufgestürzt kam. Sie fuhr erschrocken zusammen, als sie den einsamen Gustav auf seinem trostlosen Treppenabsatz erblickte. Sie erschien ihm beseelt wie Greta Garbo. Ihr Gesicht schien einen geheimen Kummer auszudrücken. Gustav war seiner Gewohnheit treu sofort entzückt und erhob sich verlegen von seinem Platz. Sie ist ein einfaches Mädchen aus dem Volk, dachte er, und dennoch hat sie den unbeschreiblichen Scharm der geborenen Königin. Er lüftete vor dem edlen Geschöpf seinen speckigen Hut und machte eine respektvolle Verbeugung. „Ich komme...“, begann er.„Sie wollen sich wohl das Zimmer ansehn“, lächelte sie, und ihr Lächeln erschien ihm wie eine himmlische Offenbarung. Dann machte sie eine graziöse Bewegung mit der Hand: Bitte... Sie ließ den armen Gustav samt Koffer und Regenschirm eintreten, stellte den Koffer in eine Ecke und spannte den Schirm auf. Dann öffnete sie eine weiß gestrichene Tür, die in ein helles, hubsch möbliertes Zimmer führte. „Sehr nett“, stotterte Gustav. Das Mädchen lächelte.„Ja? Gefällt es Ihnen?“ Sie stand abwartend da, die Hand an der Türklinke, während Gustav äußerst verlegen seine Blicke im Zimmer herumschweifen ließ. Plötzlich machte das Mädchen eine hastige Bewegung. Sie angelte einen Brief aus der Handtasche und wandte sich aufgeregt zu Gustav. „Entschuldigen Sie bitte... Ich bin gleich wieder da.. Wenn Sie vielleicht Platz nehmen wollen Ich habe ganz vergessen, diesen Brief auf die Duc hungrige Erden Roman von Heinrich Luhmann vor sich hin. Da fiel sein Blick auf den Schreibtisch. Auf dem roten Ueberzug lag ein offener Brief. Es war sonst nicht Gustavs Art, fremde Briefe zu lesen, aber diesmal trieb ihn eine seltsame Neugierde, einen Blick auf diese unvollendeten Zeilen zu werfen, die nach naß von der Tinte waren. Schon der erste Satz nahm sein Interesse gefangen. Er las mit wachsender Anteilnahme weiter und weiter und bekam vor Aufregung Herzklopfen. Als er zu Ende gelesen hatte, murmelte er beglückt und ergriffen zugleich den Namen Ena. Das Mädchen erschien ihm plötzlich wie eine Heilige. Der Brief, den sie da an ihren Freund begonnen hatte, enthüllte die Tragödie einer großen Liebe, die gerade zu Ende ging. Der Freund dieses blonden Kindes mußte ein krasser Egoist sein, der ihre Treue verraten hatte. Es war ein Abschiedsbrief voll verhaltener Tränen, aber sie hatte nicht die Kraft gefunden, ihn abzusenden. Der arme Gustav war sichtlich bewegt und gerührt. Was mußte dieses arme Mädchen gelitten haben! Er bewunderte seinen feinen Instinkt, da er doch mit dem ersten Augenblick erfaßt hatte, daß ihr Wesen von einer rätselhaften Trauer umweht war. Gustav konstruierte aus dem Brief ein ungemein rührendes, zu Herzen gehendes Schicksal, und war fest entschlossen, das verlassene Kind zu trösten. Als die Blonde zurückgestürmt kam, ging er mit schimmernden Augen auf sie zu und ergriff zärtlich und nachdenklich ihre Hand. „Haben Sie sich schon entschlossen?" fragte das Mädchen lächelnd. Wo sie nur die Kraft hernahm, zu lächeln, während ihr junges Leben in Brüche ging. Gustav gab sich einen energischen Ruck. „Fräulein Ena“, begann er mit Nachdruck, während er den ganzen Schmelz seiner Seele in die Stimme legte...„Sie dürfen mir bestimmt nicht böse sein, aber ich habe——“ er deutete auf den Schreibtisch. Ich habe den Brief gelesen...“ Das Mädchen zuckte zusammen und wurde rot.„Oh, das macht gar nichts", sagte sie nach einer Pause.„Das können jetzt alle wissen, ich habe ja endgültig Schluß gemacht.“ Gustav Klinger rang mühsam nach Fassung, da er in dichter Nähe den Atem des Mädchens verspürte. Sie trat ganz eng auf ihn zu:„Sie sind mir doch nicht böse, daß ich Sie eingesperrt habe", flüsterte sie,„aber ich hatte solche Angst, daß Sie inzwischen fortgehen könnten!“ Gustav zog das Mädchen in seine Arme.„Ena“, flüsterte er,„ich liebe dich!“ Als er schon eine Weilé mit Ena befreundet war, nicht geschrieben. Sie war an jenem Tage weder traurig, noch wollte sie einem Freund den Laufpaß geben. Sie war nur so rücksichtsvoll und wollte dem netten, sympathischen Mann, der ihr so ausnehmend gut gefiel, nicht die kostbare Illusion rauben. Darum spielte sie eine Zeitlang die Rolle der trauerumwobenen, unglücklichen Ena, bis sie wußte, daß Gustav sie wirklich und unwiderruflich liebte. Als er endlich die Wahrheit erfuhr, tröstete sie ihn mit einer zweiten Lüge:„Ich kann dir verraten Liebster", flüsterte sie,„daß diese Ena in Wirklichkeit eine mordshäßliche und eingebildete Gans ist!" Mit dieser Erklärung gab sich Gustav, der unverbesserliche„Illusionist", restlos zufrieden Em Ireiter Frükling und Cod an der Mosek, von O. R. Was hatten wir auch in Paris verloren! Innerlich zerrissen, gehetzt von dem Gedanken, die seit Jahren geliebte und verehrte Frau verloren zu haben, erfüllt von dem Sehnen, sie durch eine plötzliche Reise wieder zu gewinnen, sie unter einen andern Himmel zu verpflanzen,— in solchem Widerspruch der Gedanken und Gefühle war ich mit ihr aus dem schönen Deutschland wie vor uns selbst geflohen. Und so lebten wir seit acht Wochen in Paris. Es waren wohl die traurigsten und von stiller Melancholie erfüllten Tage meines Lebens. Vielleicht war auch der graue Himmel Schuld, der über der sonst so heiteren Stadt lag. Vielleicht war es auch die Gesellschaft des Herrn Auguste Dupotin, dessen Bekanntschaft wir gemacht hatten, und der sich mit der Unbekümmertheit des Franzosen um meine Frau bemühte. Ihr gefiel Paris und ihr schien auch Monsieur Dupotin zu gefallen, mit dem ich sie eines Nachmittags in der Hotelhalle sitzen sah. Er hatte seine Hand auf ihren Arm gelegt. Und sie ließ es sich gefallen. Ich stellte sie später zur Rede. Sie sprach lange und ernst mit mir. Das Erlebnis, das in Deutschland unsere Ehe zu zerbrechen gedroht hatte,— ich gebe zu, daß ich selbst die Schuld trug,— suchte sie nach ihrer Erklärung durch ihr Interesse an Herrn Dupotin zu vergessen, zu übertönen, zu betäuben. Ich ging fort und ließ die beiden allein. Böse Tage folgten. Wir gingen einer Aussprache aus dem Wege. Die Kluft vertiefte sich. Da kam sie an einem Morgen aus ihrem Zimmer Achtzig, neunzig, hundert hundertzehn... Ja, aus des Monsieur Dupotin Wagen war etwas herauszuholen! Ich sah kurz, wie sie sich zurücklehnte und die Augen schloß. Es war ein herber Zug um ihren Mund, den ich vorher noch nicht gesehen hatte. Sie fühlte, daß wir dem Tod entgegen rasten. Es schien ihr gleichgültig zu sein. Ich hielt das Steuer mit verkrampften Händen. Ich sah weit vor mir eine dichte Gruppe blütenübersäter Bäume auf mich zustürzen. Wie taumelnde Vögel flatterte der Gedanke durch mein Hirn: Frühling und Tod an der Mosel... Es wäre nun eine bodenlose Niedertracht, wenn man diese aufregende Geschichte hier abschließen würde. Man wird aber zugeben müssen, daß es schwer ist, einen allgemein befriedigenden Schluß zu finden. Die Sache ist doch die: Er erzählt die Geschichte. Folglich muß er doch noch am Leben sein! Soll man nun die arme, hübsche Frau, deren Schuld nicht einmal erwiesen ist, sterben lassen? Dann doch noch lieber ihn! Aber dann kann er nicht mehr erzählen! Oder soll man ihn, schwerverletzt, in ein Krankenhaus schaffen lassen, auf daß dort eine rührende, versöhnliche Familienszene stattfindet? Das wäre auch nichts. Ein Leser mit Phantasie würde die Sache vielleicht so ausklingen erfuhr er erst, daß sie gar nicht Ena hieß, sondern ganz lassen: 24.n5, unterhres“ WurMaatm und einfach Grete. Und außerdem hatte sie den Brief gar] Der Vorsitzenve unterorach den Angerlagten und „Ich habe einen prachtvollen Wagen gesehen, der billig zu haben ist. Laß uns an die Mosel fahren. Ich möchte die Mosel so gern sehen. Ich habe so viel von ihr gehört. Jetzt wird es auch Frühling. Es wird wärmer. Vielleicht wird alles wieder gut.“ Ich griff den Vorschlag auf, obwohl ich wußte, daß Dupotin es war, der ihr von der Mosel erzählt hatte. Vielleicht war es seine Heimat. Dort, wo sie noch auf französischem Boden fließt. Ich machte mir noch Gedanken über ihren plötzlichen Entschluß. Irgend etwas hatte sich zwischen den beiden ereignet. Wir sahen uns den Wagen an. Es war ein silbergraues Kabriolett. Ich prüfte die Maschine. Der Preis war über alle Begriffe niedrig. Ich willigte ein. Wir fuhren östlich über Reims und Verdun. Namen voller Trauer und Erinnerungen. Der Wagen war einwandfrei. Bei Diedenhofen erreichten wir den schönen Fluß. Die Bäume standen in Blüte. Da fiel mein Blick auf ein kleines Schild neben dem Oelmesser. Es war ein Namensschild. Und ein Name stand darauf: Auguste Dupotin. Ein fast körperlicher Schmerz durchzuckte mich. Ich nahm das Gas fort. Jetzt sah auch sie das Schild. Sie schien nicht zu erschrecken. Ruhig sagte sie:„Es war sein Wagen.“ Die herrliche Landschaft rings um uns sah ich wie durch Tränen. Und ohne daß ich sie fragte, erzählte sie von ihrem kurzen Rausch, der sie erfaßt und ihre Seele 9bbe:... aeschichte hezinnt m I. „Ihre romantische Liebesgeschichte beginni zu langweilen, Herr Dupotin. Ich kann sie kurz beenden: Als Sie und Ihre Mitschuldige in Trier sich entdeckt fühlten, rasten Sie in dem wahnsinnigen Tempo mit dem in Paris gestohlenen Wagen, der bereits Ihr Namensschild aufwies, dem Rheine zu. Leider kostete der Unfall Ihrer Begleiterin das Leben und brachte Sie mit den Behörden in Berührung, die in Ihnen den berüchtigten Rauschgifthändler und Automarder bald wiedererkannten. Wir werden nun den Besitzer des Wagens vernehmen. Herr Wachtmeister, rufen Sie den Zeugen!“ Dieser Schluß wäre zu ernüchternd. Es kommt noch hinzu, daß sich die ganze Sache viel einfacher zugetragen hatte, und wir können den Helden ruhig weiter erzählen lassen: Auf einmal begann der Motor zu stottern. Durch das ungewöhnliche Geräusch kam ich sozusagen wieder zu mir. Ich wurde ruhiger und in meinem Herzen wurde es stiller. Unter der Haube aber wurde es auch stiller, und der Wagen verlangsamte zuerst ruckweise und dann langsam gleitend seine Geschwindigkeit. Meine Frau sagte so ganz nebenher: „Du dummer Kerl scheinst mich doch noch zu lieben, denn sonst hättest du ein solches Erlebnis, das ich aufgebauscht habe, um dich zu reizen, nicht zum Anlaß eines beinahe geglückten Selbstmordversuches genommen. Und im übrigen siehst du ja, daß unser Tank leer ist. Ich hatte dich ja schon in Luxemburg darauf aufmerksam gemacht, aber du warst mal wieder, wie so manchmal, in Fahrt. Und daß ich den Wagen des wirklich dummen Herrn Dupotin gekauft habe beweist Dir nur meinen praktischen Sinn. Gib in Zukunft acht, daß dein Tank voller und dein Herz leerer ist. Dann fährt sich's besser...!“ zu mir und machte mir den Vorschlag, Paris zu ver= verwirrt hatte. Da ließ ich den Wagen wieder anlaufen. den gewagten Spaß erlaubt, Todesanzeige in die Zeitung zu bringen. Empört klingelt Peschel bei seinem Freund Hartmann an:„Hast du meine Todesanzeige in der Zeitung geIrgendwer hat sich Peschels###gungeig lesen“ „Jawohl“, sprichst du?" erwidert Hartmann.„Von wo aus („Berl. Ill.“) 30) „Sie sollte hart sein“, sagte er,„damit du nicht weich würdest, aber die Sehnsucht nach Weichheit ins Blut bekämst! Nur die Sehnsucht! Verstehe mich recht, mein Sohn— Sehnsucht ist mehr als Erfüllung und der Weg mehr als das Ziel! Halte dir eine Sehnsucht wach, und hüte dich vor dem Sattwerden! Deine Jugend ist im Feuer geschmiedet und auf dem Amboß gehämmert — was an ihr ist verbrannt und was zerschlagen? Ein Wagnis ist jede Menschenerweckung, deine war vielleicht ein größeres als tausend andere— weil— nun weil der Doktor Kornelius sein Herz verhängt hat aus Scham, man möchte seine Liebe fühlen! Es muß einmal davon gesprochen werden, mein Sohn, alles Wollen und Tun ist im letzten Irren, und darum lohnt es sich nicht, mit Bitterkeit an das zu denken, was vor und nach unserer Meinung besser hätte sein können! Noch einmal: Halte dir eine Sehnsucht wach und einen Hunger!“. gin 9se 12 furch. Er war ernst geworden. Als ich sprechen wollte, hielt er mich sanft zurück. Nur meine Hand nahm er„Nichts, Ludwig— Schweigen gehört auch zu den Erziehungsmitteln und Zielen des Doktors Algermissen! Gute Nacht!“ Er schob mich sacht hinaus, ganz milde, ganz heitere Gelassenheit. Es kamen ein paar Tage, die reich an Gold und Blau waren. Ich habe niemals solchen Frühling erlebt. Der Berg, unser Berg der Bitterkeit, war ein einziger Knospenstrauch geworden, in dem es quellend und singend trieb und lebte. Der Onkel Kornelius füllte uns jede Stunde mit Freude aus. Er war wie ein Vater, der es seinen Kindern noch einmal schön machen will, weil er in der Hetze des Alltags manches versäumt hat, was ihn heimlich reut. Er selber saß am offenen Fenster seiner Blumenstube, wir aber mußten hinaus, Thomas Riepekorn hatte immer die Pferde in den Sielen zu halten. Ich führte dich alte Wege der Erinnerung. Die Mutter Holthöfer vor der Jakobipforte stieg mit uns stolz und lachend die knarrende Stiege zu meiner einstigen Knabenkammer hinan. In der Werkstatt unten klangen noch Hammer und Säge, und über das rote Dach hinweg ging noch der Blick in den Garten meiner Seligkeiten und Schmerzen. In der Krone des Birnbaums wiegte sich eine Drossel Am letzten Abend haben wir den Mondberg erstiegen. Du wolltest auch dieses Stückchen unserer Jugend sehen. Wir gelangten leicht hinauf, selbst ich— ach, unsere Knabenphantasie hatte ihn zu einem stolzen Gipfel erhöht, der doch nur ein bescheidenes Hügelchen war am Feld. Oben stand die weiße Birke noch. „Ich liebe dieses Land um seiner stillen Schönheit willen“, sagtest du. „Wird's dir Heimat werden können?" „Du bist meine Heimat!“ Das war ein gutes Wort, du sagtest es mit der schlichten Weichheit des Herzens. Ja, ich will dir Heimat sein und bleiben! Dies Gelöbnis habe ich mitgenommen von unserem Mondberg. Bald würdest du mein Weib werden und mit mir in das Haus hinter den Pappeln ziehen. Bald, so hatten wir dem Onkel Algermissen versprechen müssen, und er hatte es glücklich hingenommen. Wir fanden ihn nicht mehr in seiner Blumenstube, jenen Abend. Thomas Riepekorn meldete: „Was der Herr Doktor is, der hat den Pinsel hinlegen müssen— es is abersten kein besonderer Fall— keine Aengstlichkeiten nich— süs hiärt do'n Uhl siätten. „Krank? Der Onkel Kornelius krank geworden?“ Ich suchte ihn auf und fand ihn ruhig schlafend. Es lag nicht der geringste Anlaß zur Besorgnis vor. Andern Morgen hörte ich ihn zu seiner gewohnten Stunde im Hause gehen. Er machte sich wohl schon, wie es seine Gewohnheit war, mit dem Pinsel zu schaffen. Wir störten nicht. Ich wußte, daß die Frühe ganz ihm und seinen bunten Herzgedanken gehörte. Wir nahmen den Imbiß allein ein und trafen die Vorbereitungen für unsere Abfahrt. Dann aber— es war beängstigend still im Hause. Wir konnten nicht länger warten. Wir pochten an seine Tür— es kam keine Antwort. Was mochte sein? Gott— er saß an seinem Tisch, über dem noch farbenfeuchten Blumenbild, du warst es, Beate, die da holdselig lebte— er saß, als schliefe er. Er war tot.... Jen Hak ihn has einer Stuch. Ich vermochte festzusteuen, vaß iyn vor einer Stunde ein Herzschlag getroffen hatte. Dann kam Thomas Riepekorn mit der Hafermetze in der Hand und die Witwe Huffelmann mit dem Beseg. Die junge Sonne des frühen Tages glitt über die bunte Wunderlichkeit der Bilder an den Wänden und spielte mit dem weißen Haar des Toten. * Eines Tages erschien Hanna Hosinus bei mir im Doktorhause hinter der weißen Brücke. „Du bist reisegerüstet, Hanna! Willst du fort von Hubertus::..,.huia; ag us i. „Nur für ein Kurzes, Luowig! Ich muß ein paar Wochen heraus, mich umbrausen lassen von allen Stürmen draußen. Meine Freunde rufen mich. Aber ich komme zurück, ich lasse ihn nicht allein, unsern Hubertus! Nur jetzt muß ich fort!“ „Wie geht es Hubertus!“ „Gut, Ludwig! Man glaubt an seine völlige Heilung. Er wird gefund werden, er muß gesund werden—“"—* 3 vmn 84 Hoffnung strahlte aus ior wie Sonne am nevekigen Morgen. du „Du mußt ihn besuchen, wenn ich fort bin, hörst schlugen, zu einem Strahl zusammen und, standeg gnach Sei nicht töricht und laß den dummgr Eigenhnn! Hosinüst mit dem verkrüppelten Kind die Runde. Sie Geh bald zu Hubertus bittet mich, es dir zu sagen. ihm hinauf! Willst du?" P4.g, MKein.. Ich saß wieder in meiner Sruve auein, um den Berg aber ratterte es mit fliegender Eile in die Welt hinaus.„„„„ Mochen bei: Hanna Hosinus ist nach ein paar Wochen heimgekehrt. Sie blieb, wie sie versprochen, den Abend bei uns auf Haus Brok. Es war ein Ostertag, der blau und milde verging. Wir schickten uns an, den Kreuzberg aufzusteigen, um am Paschfeuer zu stehen, das die Jugend über dem Dorf entzündete. Keiner aus dem Hause wollte fehlen, nur Fritz fühlte sich nicht stark genug. Aber als Hanna sich uns anschloß— wo Flammen lohten, müsse sie nahe sein—, war auch ihm wundersam Kraft gegeben. Ich konnte, als wir den Frauen folgten, ein Lächeln nicht verbergen. Er griff meinen Arm, und es ging eine Sachtheit von seinem Wesen aus, die ich nicht an ihm kannte..„„ „Sie ist herrlich, Ludwig! Sieh nur, wie sie schreitet! Ist das nicht ganz Wille, Tat, Leben, Siegen!“ „Und Unruhe des Künstlers“, warf ich ein. „Ach was, das soll sie männlichen Geistern überlassen, sie müßte über Haus und Gesinde gebieten, über Wald und Feld, über ein kleines Königtum.“ „Ueber deines hier, meinst du!" „Ja, über meines! Glaubst du nicht, daß sie in dieser Welt Heimat finden würde? Sie, die den harten Stein zum Blühen bringt, wie du sagst?“ „Dein Herz jedenfalls blüht auch.“ „Ich werde sie heiraten, Ludwig...“ Er hatte mir seinen Arm entzogen und schritt sehr ernst an meiner Seite. „Ich fühle dein Entsetzen! Beruhige dich, ich warten, sie wird Hubertus vergessen, muß ihn vergessen, muß ihn vergessen, sie lebt zu stark und wahrhaft, um an seinem Grab zu vergehen wie eine schöne, stolze Blume.“ „Armer Fritz— wie wenig du unsere startmutige Hanna Hosinus kennst! Sie wird nicht vergehen, gewiß nicht! Aber sie wird auch niemals dir gehören!" Ich hielt es für meine Pflicht, ihm das zu sagen. „Ich werde um sie ringen, glaub es mir, ich kann es, und bedauern soll mich keiner, auch du nicht, hörst dus“.... 8 9. Hanna Hosinus schritt mit Fritz. Zu ihrer Linken ging ein verkrüppeltes Mädchen— aus hohen Schultern wuchs ein reines bleiches Gesicht. Immer, wenn wir in den Schatten traten, weilten die drei im Licht. Hanna war blaß, fast feierlich. Ich wußte, daß ihre Künstlerseele ergeiffen war von dem Erlebnis dieser Stunde. Fritz umfaßte sie mit seinen Augen sehnsüchtig — wer hätte ihm jemals solche Leidenschaft zugetraut? Sie schien ihn kaum zu bemerken, jetzt umfing sie das Mädchen zu ihrer Linken mit beiden Armen und schritt mit ihm allein um die Glut. Es war ein seltsam eigenes Bild, die frommen Lieder schwiegen, nur die Glocken unten schwangen und gaben verhaltenen Laut, als stiegen sie aus der Tiefe eines Sees auf, die Flammen trug es fast, sein Gesicht, immer noch weiß und bleich, lag unter ihrem, das jetzt dunkle Glut beschattete. Das alles war so sehr aus dem Alltag gehoben, daß wir schweigend standen, selbst das Volk, dem Außergewöhnliches leicht lächerlich wird, schwieg und staunte. Ich aber erkannte in solchem Tun die alte Hanna Hosinus wieder, ihren heiligen Ueberschwang. Nein, sie würde nicht an Hubertus' Grabe zerbrechen! Aber würde nicht das Tiefste ihres Wesens, die Kraft zu lieben, mit ihm sterben? Für Hanna Hosinus gab es nur eine Welt und einen Menschen: Hubertus! Und einen Himmel: shr Werk!.„Jn: 9, Tritz in ihrer Baße Auf dem Heimwege gelang es Frisz, in ihrer Nähe zu bleiben. Zu Hause begehrte sie dringend, mich zu sprechen. Ihr Gesicht stand plötzlich unter einem großen Schmerz. „Hast du Nachricht von Hubertus?“ fragte ich. Wir hatten, obwohl ihre und meine Gedanken immer bei ihm waren, noch nicht von ihm gesprochen. Eine Scheu hielt mich, ein lastendes Ahnen. „Sieh hier!“ Sie reichte mir ein paar Briefe. Die Schrift floß ineinander, kraus, undeutlich— „Hanna— ist er völlig—“ „Erblindet! Ja.“ Sie weinte.„m.... g. dmi.2 but.... „Sag mir die Wayrheit, Luowig“, bar sie nach einer Weile,„wird er sterben:„#.## Eemerer Semarden Nie bisher ist mir eine Antwort schwerer geworven als in dieser Stunde. „Es ist Nierenschwund, Hanna!“ „Er stirbt also... Ich muß gleich zu ihm hinauf! Heute noch! Wehr nicht ab! Es ist schon möglich. Wie konnte ich solange von ihm fortbleiben? Wo jede Stunde kostbar ist? Hast du das Kind gesehen heute abend, das Mädchen? Es schritt mit mir um das Feuer. Ich möchte es zu uns nehmen, es ist elternlos und zu Verwandten hergekommen. Willst du es vermitteln? Und nun laßt mich forg. 22 Launt, zür vicht uih Sie war ganz Wiue. Ich konnte ihr nicht wiversprechen und keiner im Hause. Der Brokmüller fuhr sie in der Nacht hinauf. Ehe ich zur Heimkehr auf den Berg des Onkeks Kornelius rustete, sind Beate und ich zu Hubertus hinaufgefahren, einen Sonntag. Es war schön, wenn ich noch heute an den Weg durch die Wälder und Huden denke, meine ich, die Glocken, die in den Dörfern zum Hochamt läuteten, hätten uns auf goldenen Wellen getragen. Die letzte Strecke sind wir gegangen. Fuhrmann und Gefährt blieben im Dorfwirtshaus. Der schmale Weg führte durch eine Wiese, stieg eine letzte Höhe hinauf, und dort auf dem Felsvorsprung lag das vorsthaus..„ en Sichsterf#m falfte mei„Welch ein Frieden, Tievsterl man soulre meinen, hier müßte selbst Hubertus gesund werden. Wie werden finden?"(Farts wir ihn füuen?“ (Fortsetzung folgt.) 7 Nr. 96° Bochumer Anzeiger# Donnerstag, 25. April 1933 Aus aller Welt Mißgeschick eines Banditen in Chikago •• S•*sernenAAV. Newyork, 24. April. An die falsche Adresse geriet ein Bandit in Chikago, der ein Drogengeschäft ausrauben wollte. Der Inhaber des Ladens, Mr. Joseph Mayer, versetzte ihm einen so schnellen Kinnhaken, daß er seine Maschinenpistole fallen ließ. Frau Mayer war aber auch nicht faul: Während sich der Räuber noch von dem Boxhieb zu erholen suchte, schlug sie ihm— wie im amerikanischen Film— eine Essigflasche über den Kopf. Als der Dieb auch dann noch nicht k. o. war, wiederholte sie dieselbe„Behandlung“ mit einer Flasche Ammoniak. Die sich entwickelnden Dämpfe zwangen den Räuber, die Flucht zu ergreifen. Herr Mayer nahm die Verfolgung auf und konnte dem Gangster einen solchen Fußtritt versetzen, daß er einem Polizisten direkt in die Arme fiel. Bergstürze auch in Tirol Innsbruck, 24. April. Die durch das Schönwetter der letzten Tage hervorgerufene starke Schneeschmelze hat in verschiedenen Teilen Tirols zu schweren Murbrüchen geführt. Vom Sonnwendjoch ging ein gewaltiger Bergsturz nieder, durch den im Gemeindegebiet von Münster ein Bauernhaus, ein Sägewerk und zwei Mühlen verschüttet wurden. Da die Gebäude schon vorher geräumt worden waren, sind keine Menschenopfer zu beklagen. Außerordentlich groß sind die durch den Bergsturz angerichteten Flurschäden. Im Gemeindegebiet von Nauders sind ebenfalls zahlreiche Erdstürze vorgekommen, durch die mehrere Felder vollkommen verschüttet wurden. Lawinenunglück bei Oberstdorf Zwei Tote Oberstdorf, 24. April. Am Osterdienstag ereignete sich in der Nähe der Spielmannsau ein schweres Lawinenunglück. Auf dem Rückweg vom Heuholen begaben sich vier Arbeiter, da sie Durst hatten, in einen am Weg liegenden Tobel. Beim Wasserschöpfen hörten sie das Donnern einer LaNeue Streitbewegung in Amerika Newyork, 24. April. Die Zweigstelle der„Chevrolet Motor Co.“ in Toledo(Ohio) entließ sämtliche 2340 Arbeiter und Angestellte und drohte, die Fabrik endgültig zu schließen. Den Anlaß zu dieser Maßnahme bildete der Ausstand von 600 organisierten Arbeitern wegen der Ablehnung ihrer Forderung nach Anerkennung der Gewerkschaften. Der Vorsitzende des amerikanischen Gewerkschaftsbundes, William Green, befürchtet, daß sich der Ausstand auf andere Kraftwagenfabriken ausdehnen wird. In Brooklyn(Newyork) sind 7000 Färber und Arbeiter chemischer Reinigungsanstalten sowie Lastwagen fahrer in den Ausstand getreten. Es kam zu Zusammenstößen mit der Polizei: dabei wurde eine PerSchuß verwundet. Drei Ausständige ten. In den meisten Fällen konnten die Eltern dieser Kinder ausfindig gemacht wrden. Sie haben strenge Verweise erhalten. Insgesamt sind in der gleichen Zeit in Moskau in nicht weniger als 11 315 Fällen die Eltern wegen mangelhafter Beaufsichtigung der Kinder, wegen verschiedener Vergehen der Kinder usw. polizeilich verwarnt worden. Ein Teil der Kinder mußte, da sie nichts von ihren Eltern wuß= sammenstößen mit der Polizei: da ten, den staatlichen Kinderheimen zugeführt son durch einen Schuß ver#bundet. werden. wurden Die neuen Forschungsergebnisse der Wissenschaft Kieos, die Geißel der Menschheit 59. Tagung der deutschen Gesellschaft für Chirurgie wine. Alle vier wurden von den Schneemas verschüttet. Einer der Arbeiter konnte sich selbst befreien und holte Hilfe. Nach halbstündiger Arbeit konnte noch ein Verschütteter geborgen werden. Inzwischen hatten sich auch eine Rettungsmannschaft und Sanitäter an der Unglücksstelle eingefunden, die die Suche aufnahmen. Aber erst abends gelang es, die beiden Verschütteten vier Meter tief unter den Schneemassen aufzufinden. Der Tod war bei beiden durch Ersticken eingetreten. 41 Stunden unter Schneemassen begraben Salzburg, 24. April. Zu Ostern wurden zwei Skifahrer namens Tolsch= nigg und Eduard Emautaler aus Bischofshofen auf dem Groß=Venediger von einer Lawine erfaßt. Die beiden Skifahrer hatten die Geistesgegenwart, ihre Skier durch die über ihnen lagernden Schneemassen zu stoßen. Teilnehmer einer militärischen Uebung bemerkten zwei Tage später die herausragenden Skispitzen und gruben nach. Sie konnten die beiden Verschütteten bewußtlos, aber noch lebend bergen. Die Verunglückten haben 41 Stunden unter den Schneemassen gelegen. Sie haben schwere Erfrierungen erlitten, sind aber außer Lebensgefahr. anb Berlin, 24. April., Im Langenbeck=Virchow=Haus wurde am Mittwoch nachmittag die 59. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie eröffnet. Die Tagung dauert bis zum 27. April.„„ M 16 Der Reichsärzteführer Dr. Wagner wies auf die Folgen des nationalsozialistischen Umbruches für die Stellung und die Aufgaben des Arztes in Volk und Staat hin. Im Vordergrunde stehe gerade für den Arzt die Erkenntnis, daß der ihm anvertraute Patient nicht nur ein Einzelindividuum, sondern ein Teil des Volksganzen sei. Auf die aktuellen Fragen im Streit der Meinungen zwischen Schulmedizin und der sozialen biologischen Medizin eingehend, sagte der Reichsärzteführer, es müsse eine Brücke zwischen Schulmedizin und biologischer Richtung geschlagen werden zum Aufbau einer neuen deutschen Heilkunde. Dann werde auch der Arzt das nötige Vertrauen im Volke wiedergewinnen. Der Vorsitzende, Professor Magnus(Berlin, früher Bochum), begrüßte die Anwesenden und erklärte dann, daß kein Anlaß bestehe, von einer Krise in der Chirurgie zu sprechen. Mit besonderen Sorgen sehe die Aerztewelt auf die Entwicklung der Krebsfrage. Je schwieriger die Technik dieser Wissenschaft sei, desto schärfer die Forderung, daß nur der bestgeschulte Arzt zur Behandlung des Krebses zuzulassen sei und daß dem Heilpraktiker dieses Gebiet verschlossen bleiben müsse. Im weiteren Verlauf überbrachte Staatssekretär Dr. Krohne die Grüße der Reichsregierung. Anschließend verlas der Vorsitzende, Professer Magnus, eine Entschließung der Deutschen Geseilschaft für Chirurgie und für Orthopädie. Eine absolute Scheidung zwischen diesen beiden Disziplinen sei nicht möglich. Der Chirurgie solle im wesentlichen vorbehalten bleiben, jede Behandlung zu beschreiten, bei der operative Maßnahmen im Vordergrunde stehen, der Orthopädie dagegen die Behandlung derjenigen Erkrankungen, bei denen unblutige Maßnahmen und orthopädische Apparate zur Anwendung kommen. Es begannen dann die Fachvorträge. In dem Bewußtsein, daß die Chirurgie Hauptträgerin des Kampfes gegen den Krebs ist, hatte der Vorsitzende die Geschwulstfrage an den Beginn der Tagung gelegt. König(Würzburg) sieht in dem Krebsproblem drei Grundfragen: 1. Das rein örtliche Geschehen, das zur Geschwulstbildung führt; 2. die Bereitschaft des Organismus zur Geschwulstbildung; 8. die Abwehrvorgänge des Körpers gegen den Krebs. Während die Bereitschaft zur Krebsbildung etwas Gegebenes ist, das sich unserem Einfluß entzieht, sind die beiden anderen Faktoren unseren ärztlichen Maßnahmen sehr wohl zugänglich. Der Chirurg kann nicht nur die örtliche Geschwulst entfernen, er kann auch dann, wenn der rein lokale Rahmen überschritten ist, durch geeignete Maßnahmen die Abwehrkräfte des Organismus steigern. Der Frühdiagnose Die Verteidigungsreden im Rundfunk=prozeß Berlin, 24. April. Wieviel spricht der Mensch? Nimmt man an, daß ein Mensch beim Sprechen durchschnittlich 100 Worte in der Minute redet, und weiter, daß jeder Mensch täglich etwa zwei Stunden spricht, so würde das tagtägliche Redepensum 12 000 Worte betragen, im Jahre also über vier Millionen Worte. Wollte man alles, was ein Mensch spricht, gedruckt in Büchern sammeln, so würde das alljährlich 35 dicke Bände von je 250 Seiten ergeben. Ein Mensch, Berlin, 24. Ahrsl. der 60 Jahre alt wird, schwatzt also im Laufe seines Im Rundfunk=Prozeß nahm in der heutigen Sitzung Lebens eine Bibliothek von etwa 2000 Bänden zusamder Verteidiger des Angeklagten Dr. Otto das Wort, men. Wenn man berücksichtigt, daß nur 25 verschiedene um die Freisprechung seines Mandanten zu be= Buchstaben die Grundlage alles Gesprochenen und Geantragen. Otto habe sich weder in subjektiver noch in druckten bilden, muß der Reichtum der menschlichen objektiver Hinsicht der Untreue schuldig gemacht. Er Sprache doppelt wunderbar erscheinen. habe als Aufsichtsratsvorsitzender, der Mitteldeutschen Wie schnel sind Gedanken2 Rundfunk.=216, in Leizig sich bei alen seinen Fassen] Die moderne Wissenschaft weiß, daß auch Nervenungen von breugsteu u vertretenen Gesellschaft Scha= reize eine gewisse Zeit brauchen, um sich fortzupflanzen. und niemals der von iom.t iu.uuen, Settu Helmholtz hat errechnet, daß die Geschwindigkeit, mit een 81ggngt. der die Nerven„telegraphieren“, nur etwa 50 Meter r Kinder vom Vator horgiftot in der Sekunde beträgt, also weit weniger als die FortDiei Rinver vom Hutet Vergetr, Pnzgelr sihenegung sun Heisbier donert es hat, vernutlich in der Nacht Jum. g big up Jahren, tere bunderstel Sekunde vergeht, bis der Muskel die vier Kinder, Mädchen im Alter von 6 bis 19 jo, gufe. ge bundertstel Seiu,uggfuhrt gat. Man ann also beraftet. Die Kinder wurden, am Dienstag vor.—., sagen, haß in einem solchen Falle zweizehntel Sekuneesanden. Von Kieffer sehit bis jetzt jede Cpur, bent hergehen, bis der Gedanke in die Tat ungesetzt Schweres Grubenunglück... We gidt en die gisten Merschen in Deuschlands in Sudafrila Ueber die Durchschnittsgröße, der deutschen Eing„ wohner sind in der Zeit vor dem Kriege wiederholt ErJohannesburg, 24. Aprtr. mittlungen angestellt worden, die sich allerdings nur In dem neuen Bergwerk Machavie bgr., Tzptchef= auf Männer beziehen, da sie an den Wehrpflichtigen stroom ereignete sich am Mittwoch früh geye:, 9 Uhr vorgenommen wurden. Dabei zeigt es sich, daß die ein schweres Unglück infolge Wassereinbruche“ durchschnittliche Größe bei den Mannschaften 167,49 in einen der Stollen. Soweit sich bishe 5t, kud drei Europier und 42 Einge= kei den Einjährigen 171.62 Zeutiguetezeuln der Spise ereve von de Aubenve gebargen werden. ktanden die Nordeutscher, ind von Zenimeter das Bis jetzt konnten zwei Leichname Es muß damit gerechnet werden, daß deren Bergleute umgekommen sind. auch die anwieder die Oldenburger mir 169,78 Zenum das größte Durchschnittsmaß. Es folgten dann die Schleswig=Holsteiner und Mecklenburg=Strelitzer mit 169,67 „Herrenlose“ Kinder in Moskau Wie weit reicht die menschliche Stimme? de erestge bod, Ner) Zur Gerigsn bstzener nicht ewa, We man osz, annignt, an dez Stiste. 3 den de Suodv, bosuen, vun 20 Tagen bes Mäez Organs alein Gb. om augeneuen gesegserich ren und die unter Brücken usw. übernachte schaffenhe In 20 Tagen 1202 angehalten. Moskau, 24. April. Die Moskauer Stadtverwaltung gibt bekannt, daß sie einen neuen Kampf gegen die unbeaufsichtigten Kinder eröffnet habe, die zu Tausenden gungsmöglichkeit ist im Polargebiet vorhanden. Der Polarforscher Leutnant Foster berichtet zum Beispiel, daß er sich mit einem Gefährten noch über zwei Kilometer Entfernung gut unterhalten konnte. Noch weiter reicht die menschliche Stimme unter Wasser. Bei Versuchen im Genfer See konnte noch auf 14 Kilometer Entfernung eine deutliche Verständigung erzielt werden. Mit welcher Kraft kaut der Mensch? Auch wer kein Zahnathlet ist, übt beim Kauen sehr beträchtliche Muskelleistungen aus. Schon zum Zerkauen eines normal gebratenen Beefsteaks ist ein Unterkieferdruck von 25 Kilogramm erforderlich, der bei zähem Fleisch bis zu 65 Kilogramm ansteigt. Der normale Kiefer eines erwachsenen Mannes verfügt im allgemeinen über eine Druckkraft von 120 Kilogramm, der einer Frau über eine solche von etwa 90 Kilogramm. Die volle Druckkraft wird nur sehr selten in Anspruch genommen und übersteigt sogar zuweilen die Festigkeit der Zähne. Besonders groß ist der Kraftaufwand, mit dem die Zähne in der Wut und im Schmerz zusammengebissen werden. Hier sind Druckleistungen bis zu 80 Kilogramm und noch mehr gemessen worden. Welche Arbeit leistet das Herz? Die Arbeitsleistung des menschlichen Herzens ist ganz außerordentlich groß. Bei jeder Zusammenziehung preßt das Herz bei einem erwachsenen Mann etwa 188 Gramm Blut in die Adern. Dazu bedarf es einer Arbeitsleistung, die im Laufe eines Tages 87·000 Meterkilogramm erreicht, d. h. eine Kraft, die nötig ist, um 87000 Kilogramm einen Meter hoch zu heben. Ein kräftiger Arbeiter leistet in acht Arbeitsstunden bei körperlicher Arbeit nur etwa das Vierfache dessen, was sein Herz im Laufe eines Tages leisten muß. Menschen, die sehr angespannte körperliche Leistungen auszuführen haben, so z. B. Sportsleute, haben meist ein übernormal entwickeltes Herz(Sportherz). Genau verhält es sich übrigens auch bei den Tieren. Die Herzen von Rennpferden wiegen etwa doppelt soviel wie die gewöhnlicher Pferde. Wie stark sind Menschenknochen? Die menschlichen Knochen sind in jeder Beziehung erstaunliche Meisterleistungen der Natur. Sie vereinigen einen hohen Grad der Festigkeit mit großer Elastizität und verhältnismäßig geringem Gewicht. Besonders widerstandsfähig sind die Schädelknochen, die das Gehirn, das edelste Organ des Menschen, schützen. Diese Widerstandsfähigkeit ergibt sich nicht allein aus ihrer Stärke, sondern auch aus ihrer erstaunlichen Elastizität. Der Schädel eines erwachsenen Menschen kann um volle anderthalb Zentimeter eingepreßt werden, ohne zu zerbrechen. Nur dieser Elastizität der Schädelkapser ist es zu verdanken, daß Schädelbrüche bei Unglücksfällen und Schlägereien verhältnismäßig selten sind. Ein aus einem Menschenknochen herausgeschnittener Streifen von nur einem Quadratmillimeter Durchschnitt hat eine Zugfestigkeit von 17 Kilogramm. und Frühoperation kommt der Haupkanteil in der Krebsbekämpfung zu. Klein(Ludwigshafen) berichtete über die Ergebnisse mehrjähriger Untersuchungen, aus denen hervorgehe, daß neben der allgemeinen Abwehrlage des Körpers, neben dem rein örtlichen Schaden noch ein zellfreies Agens bestehen muß, das zur Krebsbildung führt. Das bedeutet keine Entdeckung eines neuen Krebserregers, gibt aber als Folgerung aus einer Untersuchungsserie von 17000 menschlichen Blutproben die Aussicht, daß es möglich erscheint, durch einfache Untersuchung des Blutes bei geringsten Fehlerquellen der Krebsfrage wesentlich näher zu kommen. Damit wäre nicht nur eine Gefährdung von Gesunden im Sinne drohender Krebsentstehung aufzudecken, es ergebe sich auch die Möglichkeit, latente Geschwülste und beginnende Krebse zu diagnostizieren, aber auch eine unbegründete Krebsfurcht bei negativem Ausfall der Keimreaktion zu bannen. Schürch(Zürich) und Uehlinger(Zürich) haben experimentell durch Einspritzung einer besonderen Substanz bösartige Knochengeschwülste erzeugen können. Da der beabsichtigte Erfolg in einem großen Prozentsatz eintrat, erwarten die Vortragenden von der Methode eine Möglichkeit zum Stu dium der Ursachen, Krankheitserscheinungen und Behandlungsverfahren derartiger Geschwülste, die in ganz ähnlicher Form beim Menschen vorkommen. Der weitere Verlauf der Sitzung brachte einen Vortrag von Hellner(Münster), der die Krankheitserscheinungen einer besonderen, erfahrungsgemäß sehr bösartigen Form von Knochengeschwülsten(Ewingsche Knochensarkome) besprach. Eine Dauerheilung derartiger Fälle sei nur nach radikalem chirurgischen Vorgehen möglich. Most(Breslau) wies auf die Wichtigkeit der oberhalb des Schlüsselbeins gelegenen Lymphknoten und der Lymphstränge an der Innenseite des Brustbeins bei der operativen Behandlung des Brustkrebses hin. Goetze(Erlangen) erörterte die Frage, wieweit der Röntgenologe bei der Behandlung des Mastdarmkrebses erfolgreich beteiligt werden kann und muß. Der operable Mastdarmkrebs gehöre ausschließlich in die Behandlung des Chirurgen. Bei zunächst inoperablen Fällen könne durch vorsichtige Vorbestrahlung häufig eine Aussicht auf radikale Heilung erhofft werden. Hintze(Berlin) besprach die Aussichten der Behandlung von bösartigen Mastdarmgeschwülsten. Westhues(Erlangen) schlug vor, in Fällen von inoperablen Magenkrebs die Geschwulst durch eine Quernaht oberhalb derselben von der Nahrungspassage auszuschließen, bei gleichzeitiger Anlegung einer neuen bindung. Schönbauer(Wien) lehnte die Eignung bösartiger Geschwülste für die operative und Bestrahlungsbehandlung nach seinen Erfahrungen ab. Kein wirklicher Erfolg sei zu erwarten von einer Bestrahlung der bösartigen Geschwülste des Darms, des Gehirns und der Harnwege. Auch Geschwülste der Gliedmaßen seien der operativen Behandlung vorbehalten. Besonders geeignet für die Bestrahlung seien u. a. die Geschwülste der Schilddrüse, des Kehlkopfes und der Mundhöhle. In der Aussprache nahm Kirschner(Heidelberg) das Wort. Er gab die Ergebnisse bekannt, die eine Nachprüfung der Kleinschen Krebsdiagnose=Reaktion an der Heidelberger Klinik hatte. Bei strengstem Maßstab zeigte sich, daß das Verfahren bei der Diagnostizierung von bösartigen Geschwülsten gut unterstützen kann. Weniger günstig waren die Erfahrungen, die Barthels aus der Göttinger Klinik mitteilte, Hummel(Berlin) berichtete dagegen aus der chirurgischen Klinik der Charité über gute Ergebnisse der Untersuchungen. Anschütz(Kiel) empfahl bei der Behandlung des Magenkrebses eine Entfernung der Geschwulst, auch wenn eine radikale Operation nicht mehr möglich sei. Nur dadurch sei eine Besserung des Allgemeinzustandes zu erreichen. Der Bruder des KardinalStaatssekretars pacelli gestorven Rom, 23. April. Der Kardinal=Staatssekretär, der sich am Mittwoch als päpstlicher Legat zu den Schlußfeiern des Heiligen Jahres nach Lourdes begab, hat am Ostermontag seinen Bruder Marchese Pacelli, einen der Hauptunterhändler für die Lateran=Vertrage zur Aussöhnung zwischen Italien und der Kurie, durch den Tod verloren. Papst Pius XI. hat seinem Staatssekretär anläßlich des Empfanges der Abordnung, die mit dem päpstlichen Legaten nach Lourdes abreiste, in herzlichen Worten seine Teilnahme ausgesprochen. Valae in die Wen Blitzschlag in einen Erfurter Kirchturm. Bei einem schweren Gewitter, das sich in der Nacht zum Mittwoch über Erfurt entlud, schlug ein Blitz in den Glockenturm der Augustinerkirche. Ein Blitzableiter fing den Blitz auf und lenkte ihn ab. Trotzdem sind in dem alten Turm erhebliche Zerstörungen angerichtet worden. Die Augustinerkirche gehört zu dem Komplex des ehemaligen Augustinerklosters, in das Martin Luther als Mönch eintrat. Fünf österreichische Bauernhöfe eingeäschert. In der Ortschaft Lasberg in Oberösterreich vernichtete ein Großfeuer fünf Bauernhöfe. Der Schaden ist außerordentlich groß. Vier neue Todesurteile in Moskau vollstreckt. Von dem Moskauer Sondergericht wurden wiederum zwei Räuberbanden abgeurteilt, die die Umgebung der Stadt in Schrecken versetzt hatten. Vier Räuber wurden zum Tode verurteilt. Die Todesurteile sind bereits vollstreckt worden. Der Verteidiger Hauptmanns legt Revision ein Wie aus Trenton(New Jersey) gemeldet wird, hat der Hauptverteidiger Hauptmanns bei der Staatsanwaltschaft Revision eingelegt. Das von ihm eingereichte Schriftstück enthält angeblich 143 Beweise für irrtümliche Verhandlungsführung und 145 Gründe für Aufhebung des Todesurteils. Das amerikanische Schnellflugzeug in Alameda gelandet. Das neue amerikanische Schnellflugzeug, das am Dienstag mittag in Honolulu startete, landete am Mittwoch um 17.58 Uhr Newyorker Zeit auf dem Flugplatz in Alameda. Das Flugzeug hatte unterwegs mit starken Gegenwinden zu kämpfen. Es wurde bei seiner Landung von 6000 Zuschauern begrüßt: Seite 8 Nr. 96/ Bochumer Anzeiger 7 Donnerstag, 25. April 1933 Turnen und Sport .. feiert seinen 80. Geburtstag Selbst diese auf knappste Form gebrachte Würdigung eines nicht alltäglichen Sportker=Geburtstages würde genügen, um den Gratulantenzustrom zum Hause Herner Straße 97, zu vervielfachen. Diese „jugendlich=schlanke Erscheinung“ im wallenden, schlohweißen Haupt= und Barthaar ist eine stadtbekannte Persönlichkeit. „Ova“,. Beucker“. ist ein Bochumer„Urindianer“ von echtem Schrot und Korn, körperlich und geistig von einer so erstaunlichen Frische, daß man ihm seine 80 Jahre nur nach Vorlegung seines Geburtsscheines glaubt, der zwar vom 25. April 1855 in Recklinghausen ausgestellt ist, jedoch kam„Opa“, Beucker schon 1860 als Hosenmatz nach Bochum. Seine typisch westfälische Bodenständigkeit prägt sich schon darin aus, daß er seit 75 Jahren in der Herner Straße wohnt. Auch ein Rekord!„Opa“ Beucker ist das lebenk: Bochume. Stadtarchiv. Er hat mit Fritz Kortebusch auf dem Duzfuß gestanden, drei Kriegsproklamationen (1864, 1870 und 1914) erlebt, weiß vom Bau der Nordbahn und der Anlage des Bochumer Stadtparks(1874) zu erzählen. Nebenbei bemerkt, bestreitet er energisch, daß sich Fritz Kortebusch in seinem Amt als Bochumer Kuhhirt eines Hütehundes bedient habe... Die stillen Freuden seines hohen Alters sind das Skat= und Kegelspiel. „Opa“, Beucker ist Deutschlands ältester Sportkegler! Er hat mit dem Kegeln begonnen, als es noch keine Hallenbahnen gab und man 5 Pfennig in den„Pott“ setzte, um sich Taschengeld zu verdienen, von dem „Mutter nichts weiß". Bemerkenswert ist, daß er erst vor zehn Jahren, also in einem Alter zu den Sportkeglern kam, in dem im allgemeinen die Sehnsucht nach einem bequemen Lehnstuhl vorherrschend ist. „Opa“ Beucker ist dreimal Bochumer Stadtmeister in der Seniorenklasse gewesen, nahm mehrfach an den Westdeutschen Meisterschaften dieser Klasse teil, in der er 1933 in Aachen auf dem 2. Platz landete. Seine Durchschnittsleistung im Hundertkugelgang liegt über 6 Holz. Vergleichsweise sei angeführt, daß ein Durchschnitt von 7 Holz eine Meisterleistung darstellt. In diesem Jahre langte es für ihn im Kampf um die Bochumer Keglermeisterschaft zum dritten Platz hinter den„jungen Leuten" Voigt und Moritz, denen er im Alter um volle 20 Jahre voraus ist. „Opa“ Beucker plädiert lebhaft für die Einführung einer Veteranenklasse" über 80 Jahre.„Dann sall mi in Dütschland keiner biekummen...“ Allmählich setzt sich die Erkenntnis durch, daß man das Sportkegeln nicht als Auch=Sport“ abtun kann, bei dem es in der Hauptsache auf das Vertilgen mehr oder weniger großer Mengen schäumenden Bieres ankomme. Wer einen Hundertkugelgang hinter sich hat, setzt sich mit schlotternden Knien wieder auf seinen Platz.„Opa“ Beucker läßt sich von dieser zwanzigminutigen Strapaze nicht kleintriegen. Kennzeichnend für seine Urwüchsigkeit war die Antwort, die er beim Besuch des Reichssenders Köln aus Anlaß des Kampfes um den„Goldenen Kegel“ Dr. Ernst auf die Frage gab,„ob er sich auch nicht zuviel zumute". „Opa“ zwirbelte an seinem Schnurrbart und erwiderte in westfälischer Mundart:„Dat es sau. Wenn ik so richtig in mienem Element bin und et kloppet mi einer op de Schuller und sett:„Opa, de hunnert Kugeln sind üm', dann kann ik mi wahne ärgern!“ „Opa“ Beucker ist in seinem achtzigjährigen Leben nur ein einziges Mal krank gewesen. Ganz einfach aus dem Grunde, weil er keine Zeit dazu hatte. Tagsüber als Bergmann auf„Constantin" tätig, arbeitete er abends als Aushilfskellner. 1911 wurde er pensioniert und wurde Wirt. Seine Kegelbrüder wissen davon zu erzählen, wie fix„Opa“ heute noch im Servieren ist. Das beste Rezept, gesund zu bleiben und alt zu werden, ist nach seiner Ansicht die Arbeit. Er selbst ist der würdiaste Repräsentant für die Richtigkeit dieser Theorie. Wer an seiner geistigen Regsamkeit zweifelt, lasse sich einmal von ihm zu einer Partie Skat einladen.„Jau, miene fiev Sinne hew ek noch alle tauhoupe“, meinte er grinsend, „wenn ik 60 hewe, hör ik op.“ „Opa“, Beucker läßt sich auch durch das mieseste Wetter nicht von seinem montäglichen Kegelabend im Klub„Unter uns“ abhalten. Oft war er der entscheidende Mann im Mannschaftskampf. Es kann allerdings nicht verschwiegen werden, daß er sich vor Beginn des Kampfes eines Dopingmittels bedient, das aus mehreren„Wachölderkens" besteht. Wer gut schmiert, der gut kegelt. Aus Anlaß seines 80. Geburtstages hat ihn der Bochumer Keglerverband zu seinem Ehrenmitglied ernannt. Er wird sich sehr über die Ehrung freuen, sein liebstes Geburtstagsgeschenk jedoch wäre es,„wenn de rechte Buer affgeschafft würde". Vielleicht„bemührt“ man sich deswegen einmal zu Fachamtsleiter Schluck. „Gut Holz!",„Opa“ Beucker. Vielleicht klappt es mit dem rechten Bauern doch bald wieder. hbg. Prankreienver Bedlehland „Preis der polnischen Kavallerie“ in Nizza Nizza, 24. April. Nach dem Regentag am Dienstag wurde das internationale Militär=Reitturnier in Nizza am Mittwoch bei herrlichem Sonnenschein mit der Entscheidung um den„Preis der polnischen Kavallerie“ fortgesetzt. Der ursprünglich für diesen Tag vorgesehene „Preis der Kavallerieschule Hannover“ gelangt erst am Freitag zum Austrag, so daß die Veranstaltung nunmehr ohne jeden weiteren Ruhetag zu Ende geht. Die Franzosen feierten am Mittwoch ihren ersten Sieg, die durch die ersten Plätze sowohl in der Einzelwertung als auch in der Mannschaftswertung gleich zu einem Doppelerfolge kamen. Dieser Wettbewerb war als Zeitspringen mit Umrechnung der Fehler in Sekunden ausgeschrieben und führte über einen 700 Meter langen Kurs mit 16 mittleren Hindernissen. Für die Mannschaftswertung wurden die Zeiten von drei Pferden addiert. Die Franzosen gewannen trotz des zweimaligen Sturzes von Volant III unter Capt. Clave dank der famosen Leistung von Saida(Capt. Durand), die mit keinem Springfehler und 100,2 Sekunden gleichzeitig den bis dahin führenden Baccarat(Rittmstr. Momm) mit 103 Sekunden von der Spitze des Einzelklassements verdrängte. Das Ergebnis: 1. Saida(Capt. Durand, Frankreich) 1,40,2; 2. Baccarat(Rittmstr. Momm, Deutschland) 1,43; 3. Biscuit (Lt. Beltrao, Portugal) 1,44,4; 4. Blarney Castle (Comm.'Dwyer, Irland) 1,49,1; 5. Schwabensohn (Lt. Schwarzenbach, Schweiz) 1,52; 8. Olaf(Oblt. K. Hasse, Deutschland) 1,57,6. Mannschaftswertung: 1. Frankreich 6,004; 2. Deutschland 6,08; 3. Portugal 6,16; 4. Italien 6,27; 5. Schweiz .28.2. Samstag Gauboxkampf Weltfalen—Südwett Sadweil eikärker Gegher Zwei hervorragende Kämpfer der Südwelt-Mannschaft Vinzenz Hower— Pierre Charles Um die Europameisterschaft im Schwergewicht. Die IBUI. hat die Bewerbungen von Vinzenz Hower(Köln) und dem Belgier Pierre Charles um den zur Zeit unbesetzten Europameistertitel im Schwergewicht angenommen. Der Titelkampf muß bis zum 24. Junt ausgetragen werden. Heufer mit 1000 Mark beitraft Adolf Heuser hat seinen Tiefschlag im Kampf mit dem Italiener Merlo Preciso teuer bezahlen müssen, denn der Führerrat des Verbandes Deutscher Faustkämpfer erklärte nach Artikel 56 der sportlichen Regeln von der Kampfbörse Heusers 1000 Mark für verfallen. Diese harte Bestrafung wird für alle Berufsborer zweifellos eine Mahnung sein. 1. Runde der Aufltiegsspiele Die Gruppensieger der 1. Kreisklasse treten an Am 5. Mai beginnen die Aufstiegsspiele der Gruppensieger der 1. Kreisklasse zur Bezirksliga. In der Gruppe Industriebezirk kämpfen acht Gruppensieger im Einrundensystem jeder gegen jeden um den Aufstieg. Vier von den acht beteiligten Vereinen steigen zur Bezirksliga auf. Die Aussichten sind also gar nicht so schlecht, jedenfalls weitaus besser als bei den Aufstiegskandidaten zur Gauliga. In der Gruppe Industriebezirk spielen folgende Mannschaften: Sportgem. 09/30 Wattenscheid, SV. Sodingen, Hörde 1910, Buer 07, Germania Hombruch oder Sportfr. Eichlinghofen(hier fällt die Entscheidung am kommenden Sonntag), BV. 12 Gelsenkirchen, SV. Hattingen 04, Tura Altenvoerde. Die Termine: 5 Mai: Sportgem. Wattenscheid— Tura Altenvoerde: Hörde 1910— Buer 07; Hattingen 04— SV. Sodingen; BV. 12 Gelsenkirchen— Hombruch oder Eichlinghofen. g7. d 2— hi, 12. Mai: Tura altenvoerve— SV. Sooingen; Buer 07— BV. 12 Gelsenkirchen; Sportgem. Watteni19. Ma;: Hörde 1910— Tura Altenvoerde: BV. 12 Gelsenkirchen— Sportgem. Wattenscheid; Hattingen 04 — Buer 07; SV. Sodingen— Barop oder EichlingMai: Tura Altenvoerde— Barop oder Eichlinghofen; Buer 07— SV. Sodingen; Sportgemeinschaft Wattenscheid— Hattingen 04; Hörde 1910— BV. 12 Gelsenkirchen. 2 Juni: BV. 12 Gelsenkirchen— Tura Altenvoerde: Hattingen 04— Hörde 1910; SV. Sodingen— Sportgem. Wattenscheid; Barop oder Eichlinghofen— 07. 9. Juni; Barop oder Eichlinghofen— Hattingen 04 16. Juni: Tura Altenvoerde— Buer 07; Sportgemeinschaft Wattenscheid— Barop oder Eichlinghofen; Hörde 1910— SV. Sodingen; BV. 12 Gelsenkirchen— Hattingen 04..„," gt.mn 2 23. Juni: Hattingen 04— Tura Altenvoerde; SV Sodingen— BV. 12 Gelsenkirchen; Barop oder Eichlinghofen— Hörde 1910; Buer 07— Sportgem. Wattenscheid. Hilde Sperling Meisterin von Italien Die zweite Entscheidung der Internationalen Tennismeisterschaften von Italien fiel in Rom im Fraueneinzel, das von der früheren Essenerin Hilde Krahwinkel=Sperling gewonnen wurde Die Dänin traf im Endspiel auf die italienische Spitzenspielerin Lucia Valerio, die in der Vorschlußrunde Cilly Außem(Köln) geschlagen hatte. Hilde KrahwinkelSperling gewann das Schlußspiel leicht mit:4,:1. Die italienischen Tennismeisterschaften in Rom nähern sich dem Ende. Für das Herreneinzel qualifizierten sich der Italiener Palmieri und der Amerikaner Im Herrendoppel holten sich die Australier Craw= ford Mac Grath durch einen:=,:=,:=,:=, :=Sieg über die Franzosen Borotra Brugnon die Meisterschaft. Das Gemischte Doppel fiel an das Paar JedrczejowskasHopman, die das englische Paar DearmansHughes:4,:6,:4 besiegten. Segelflieger Max Hahn tödlich abgeltürzt Am Dienstag nachmittag stürzte in der Nähe von Kervendonk im Kreise Geldern ein der Landesgruppe Westfalen des Deutschen Luftsportverbandes gehöriges Segelflugzeug ab, das sich auf einem von den Borkenbergen ausgehenden Ueberland=Thermikflug befand. Bedauerlicherweise kam der Führer des Segelflugzeuges, Max Hahn aus Gelsenkirchen, bei dem Unfall ums Acben. Vom Turf Enghien, 24. April. 1. Rennen: 1. Zagranella(Horridge), 2. Primitive, 3. Maribelle. Toto: Sieg 67, Platz 35, 36. Ferner: Primevere IV, Charmanstar, Elontoise, Chansonnette. 2. Rennen: 1. Marimate(Maubert), 2. Zealander, 3. Le Ludion. Toto: Sieg 81 Platz 24, 19, 19. Ferner; Artel II, Sanscrit. Le Majestic, Ferdinand, Ma Gigolette, Titea, Dillenie. 3. Rennen: 1. Pont'Alma(Cames), 2. Amasai, 3. Montreal. Toto: Sieg 14, Platz 11, 15. Ferner: La Begum, Saducsenne, L Auzelle.„„„" Sein# 4. Rennen: 1. Mareuil(Galaurchi), 2. Prince Domtno, 3. Oranger G. Toto: Sieg 100, Platz 32, 27, 28. Ferner: Minnebaba, El Syba, Dolce, Grand Bal. Phare, La Gabelle, Borreca, Jean de la Lune. 5. Rennen: 1. Essendieras(Niaudot), 2. Certitude II, 3. Prieix. Toto: Sieg 51, Platz 18, 22, 19. Ferner: Empresse, Verimige, Jorga, Granit, Illico, Archimede II. Nellus, Kwasind.,. 9 und EVa WTarmen) 9 9. 6. Rennen: 1. Le Grano Sotell(Farmer), 2. Verqueuil, 3. Moriak Toto: Sieg 43, Platz 18, 25. Ferner’Ethnarque, Chamnigneullest, Epi’Or II. 7. Trabfahren. Unsere Voraussagen: Auteuil, 25. April. 1. Rennen: 1. Duchesse Blonde— Djainisme. 2. Rennen: (Halbblut=Jagdrennen). 3. Rustic— Diplomate. 4. Rennen: Montagnac— Snuff Box. 5. Rennen: Fringant— Maestro. 6. Rennen: Ange Pitou— Son of Arabia. 7. Rennen: Serapis— Foulaubin. Welttalenlicge im Kölner Turnier Die westfälischen Vertreter, die vom 19. April an am Westdeutschen Zonenturnier in Köln teilnehmen, schnitten bisher hervorragend ab. Es gelang ihnen, einige ausgezeichnete Partien zu liefern. Den bisher größten Erfolg errang der Bochumer Ludwig Herrmann, der in glänzendem Stil den deutschen Meister Rellstab(Berlin) besiegte. Wir lassen zunächst diese Partie folgen Abgel. Damengambit; gespielt in der 3. Runde Weiß: L. Herrmann(Bochum)— Schwarz: L. Rellstab(Berlin) 1. d4 d5 2. Sf3 Sf6 3. e4 ef 4. Sc3 c6 5. Lg5 Sba7 s cd...„„„ Mit diesem Abtausch klärt Weiß die Lage im Zentrum, vermeidet aber Verwicklungen und kann selbst ungestört auf einem der beiden Flügel spielen. Marshall pflegte viele seiner Partien so anzulegen und hatte damit einige glänzende Erfolge erzielt.„„„ 6. ed 7. e3 Le7 8. Dez—0 9. Lds Tfes 10.—0 Sf8 11. h3 Weiß will damit nach Se5 den zum entlastenden Abtausch führenden Zug Sgil vermeiden. 11.. g6 Diesem, auf dem ersten Blick merkwürdig aussehenden Zug liegt eine tiefe Idee zugrunde, die von Sämisch stammt. Es soll geschehen: Set, Sg7. Lf5. S15: und Sdé mit besserem Spiel für Schwarz, da die welßen Felder(Punkte e4, e4) schwach geworden sind. Aber nicht jeder ist ein so feiner Stratege wie Sämisch, und auch Rellstab scheitert. 12. Se5! S1607 Auf 12.... Seß geschieht nun einfach 13. f4 und 8Xg5 würde nach fg, Sfé zieht Sf7: usw., zum Verlust für Schwars führen. 13. Le7: De7: 14. 74 f6 15. Sg4 15 Falls aber h5, so folgt einfach Sf2 und Des: wäre wegen Lgé: nachteilig. 16. Se5 Seb: 17. fe Leß Schwarz glaubt, durch f5 den weißen Angriff abgehalten zu haben. Tatsächlich ist es nicht leicht, die beste Angriffsaufstellung zu finden. Im folgenden wird dieses Problem von Weiß vorbildlich gelöst. 18. T13 Sd7 19. Tafl Tf8 20. Df2 a6 Schwarz glaubt, auf dem Damenflügel ein Gegenspiel einleiten zu können. Es zeigt sich aber, daß er besser getan hätte, zunüchst einmal seine Königsstellung in Verteidigungszustand zu setzen. Etwa so: Tf7. Tg7. Sf8, h5(auf den weißen Zug h4) und evtl. Sh7. Erst dann konnte er daran denken, seine Chance, die am Damenflügel, wo er einen Bauern mehr hat, auszuspielen. Jetzt rächt sich der Tempoverlust, weil die weiße Stellung am Königsflügel übermächtig wird. 21. Se2 c5 22. h4 c4 23. Lbi Tf7 24. 8f4 Tg7 25. h5 Der letzte Zug zur Verstärkung des Angriffs. Man sieht nun auch, was der Aufmarsch der schweren Artillerie auf der-Linie zu bedeuten hatte: Schwarz darf nie g5 spielen, weil dann später der-Bauer verloren gehen würde. 25... St8 26. Dg3 Kf7 Dem König wird es unheimlich— Weiß drohte eventuell Dh2, Ths nebst hg— und er versucht zu fliehen. Aber schon dieser erste Schritt zur Flucht wird ihm zum Verhängnis. 27. Seé: Keß: Auch die anderen Schlagmöglichkeiten führten zum Zusammenbruch. Zum Beispiel: 27.. Se6: 28. h6! Tgs 29. Lf5: gf 30. Tfö:“ nebet Das:: oder 27.... Deé: 28. etl de 29. Led: nebst d5 mit Zerschmetterung. 28. e4!! de 29. Led: fe Schwarz hat keine Verteidigung mehr. 30. Tf6+ Kdf 31. h6!.. Die Pointe der Kombination. Jetzt muß der Turm die Deckung von 17 aufgeben und Weiß erobert die Dame 31... Tgs 32. T17 Tes 33. d5 Kcs 34. Te7: Te7: 35. e6 g5 36. Daß Sg6 37. T17 Tf7: 38. ef Tds 39. Deß+ Ke7 40. De4: b5 41. Deß Tdß 42. Dgé: aufgegeben. (aus Particaufgabe der Partie Schiefer— Klein, Köln 1935) Lösung:.. Lf4 2. Tc2 Deb 3. Df2(oder Del Tas nebst Tal) Td1 4. Kg2 Lg3: 5. Dg3: Tgl“ mit Damengewinn. Ernit schlägt L. Herrmann Sämisch verliert wieder. In der sechsten Runde des Kölner Schachturniers begegneten sich die beiden Westfalen Ernst und L. Herrmann. Der Westfalenmeister legte seine Partie wie gewöhnlich, sehr sicher an und gestattete dem Nachziehenden scheinbar raschen Ausgleich. Herrmann war aber damit nicht zufrieden und versuchte durch einige Figurenmanöver etwas herauszuholen. Es unterlief ihm dabei ein schwerer Fehler, der Ernst einen wichtigen Bauern und entscheidenden Angriff einbrachte. Herrmann mußte Im 26. Zuge die Waffen strecken. Sämisch schien seinen Gegner Schiefer zu ernst zu nehmen. Er riskierte nichts, sondern spielte auf Blockade. Bei diesen schwierigen Manövern verbrauchte er zuviel Bedenkzeit. In Zeitnot geraten, stellte er schließlich einen Bauern ein, wodurch der ganze Blockadering gesprengt wurde und er wegen weiterer Materialverluste zur Aufgabe der Partie gezwungen wurde. Rellstab erledigte mit verblüffender Sicherbeit Daldert. Engels mühte sich lange mit Gerhardt ab. der sehr aufmerksam spielte. Erst nach vierzig Zügen spielte Gerhardt etwas schwächer und steht nun nach dem Abbruch schlechter. Lange und Klein lieferten sich einen ausgeglichenen Kampf. Die Partie wurde nach Generalabtausch remis gegeben. Stand nach der 6. Runde: Rellstab 4½. Engels 4(+.), Ernst, L. Herrmann je 4, Klein. Schiefer se 3. Sämisch 2½. Dalbert. Gerhardt 1½, Lange 1 Punkt. Schwars am Zuge gewinnt schnell Bearbeitet vom Westfällschen Schachmeister Hanns Herrmann, Bochum Seite 9 Nr. 96 7 Bochumer Anzeiger, Donnerstag, 25. April 1933 Gachrartke Fruriwenerp Nachweis erforderlich bei der Errichtung oder Uebernahme eines Einzelhandelsgeschäftes Handelskammer und zur Errichtung einer neuen oder einer bestehenden Verkaufsstelle wird eilt, sofern der Antragsteller die zum Betriebe der Verkaufs* erforderliche Sachkunde besitzt. für das Vorliegen der Sachkunde sondern der ist Antrag= Die Industrie Bochum teilt mit: Die Genehmigung zur Uebernahme grundsätzlich nur ertei nachweist, daß er stelle Beweispflscheige für das heigrg kunde nicht einwandfrei durch geeignete Unterlagen Lehrzeugnis, Bescheinigungen über eine mehrjährige Tätigkeit als Gehilfe oder über eine mehrjährige selbständige Tätigkeit in dem gleichen Handelszweig) erbrindigen Induistrie= und un. Die Prüfung, die von pratschen Nausleuteg, wie Verlach angenommen wird, ur uf Warenkunde(HerLagerung der zu einschlägigen gegesetgebung, Faserstofverordnung), ferner auf Jali, lation, Buchhaltung, gllgemeine kaufmännische nennt: steller auf ihre Sachkunde geprüft worden. Dabei mußte bei 87 Antragstellern, das heißt bei 66 Prozent, die Sachkunde verneint werden. Karder und tischen Kaufleuten abgenommen Prufung und nicht, wi, vielfach, angenon eine Formsache. Sie erstreckt sich au, We kunft, Beschaffenheit, Behandlung und L sührenden gesgzamingezschließlich der und Anträge Nur 44 Antragsteller genüezze, Ergehnigzes=peirgen Iu. Von SachüberGhrieß und Sie vermochndisches oder Vorschriften über tragstellern aus der Leb 30 Prüflingen konnten nur sechs die erforderliLebensmitteleinzelhändler konnten zum Beispiel Hand der ihnen vorgelegten Warenproven Graupen nicht voneinander unterscheiden. ten nicht anzugeben, ob die wichtigsten für Schuhe in Betracht kommenden Leben wollten, vermochten über die Qualitätsunterschiede Zucker, Gartenbau=Erzeugnisse usw. Die Einbeziehung der gesamten Stärkewirtschaft in den Zusammenschluß der Kartoffelwirtschaft war im Hinblick auf den erheblichen Anteil der Kartoffelstärke an der gesamten Starkewirtschaft erforderlich. Aufgabe der neuen Zusammenschlüsse ist die Durchführung der Marktordnung auf dem Gebiete der toffel= und Stärkewirtschaft durch Regelung Erzeugung, des Absatzes, der Preise#. Preisspannen der genannten Erzeugnise. Zu diesem Zweck können volkswirtschaftlich unnotige Betriebe dauernd oder vorübergehend stillgelegt werden. Die Neuerrichtung von Betrieben der Kartoffelflockenund der Stärkeherstellung bedarf einer Genehmigung der Hauptvereinigung. Bochum=Gelsenkirchener Sirapenbähnen de. Befriedigende Verkehrsentwicklung.— Voraussichtlich Gewinnabschluß für 1935. Die Bochum=Gelsenkirchener Straßenbahnen AG. legt ihrer auf den 10. Mai einberufenen o. GV. für das Geschäftsjahr 1934 wieder einen Verlustabschluß vor. Bemerkenswert ist, daß aber die Unterbilanz in wesentlich engeren Grenzen gehalten werden konnte als im Vorjahre. Der Fehlbetrag beläuft sich für 1934 auf rund 98000(i. V. 291000) RM., um den sich der Verlustvortrag auf insgesamt 443000 RM. erhöht. Die Verkehrsentwicklung war im abgelaufenen Jahre, besonders in der zweiten Hälfte, befriedigend. Man muß aber berücksichtigen, daß die Straßenbahnen als letzte eine absinkende, aber auch aufsteigende Konjunktur spüren bekommen. Die Zahl der beförderten ist ein Ausschuß beauftragt, dem der Präsident der Geologischen Landesanstalt, Professor Dr. von Seydlitz, vorsteht. Dem Ausschuß gehören weiterhin an die bekannten Wissenschafler Professor Bartsch und Professor Reich. Das obenerwähnte Gesetz bestimmt, daß den vom Reiche mit der Untersuchung beauftragten Personen von den Besitzern der Bodenfläche der Zugang gestattet wird. Wie gesagt, handelt es sich bei diesen Forschungen um die Feststellung von Erdölvorkommen. Besonders an den Abhängen der unter der Erdoberfläche befindlichen Bergpfeiler wird nach Erdöl geschürft werden, weil die Praxis ergeben hat, daß sich hier in den meisten Fällen Erdöl findet. Mit besonderem Interesse erwartet man die erste Untersuchung in der Umgegend von Berlin, da der geologische Untergrund der Mark Brandenburg sehr wenig erforscht ist. Die Fachleute haben die Hoffnung, daß es auf diesem Wege langsam gelingen wird, die deutsche Erdölgewinnung zu steigern und somit einen neuen Schritt dem Wege der Unabhängigmachung Deutschlands der Einfuhr ausländischer Rohstoffe zu tun. auf von JahwieBauhandGüte und Personen, die im Vorjahre noch rückläufig war, konnte nicht unerheblich gesteigert werden. Im laufenden Jahre hält die befriedigende Entwicklung weiter an. Wie der WDH. hört, glaubt die Verwaltung, für das Geschäftsjahr 1935 einen Gewinnabschluß vorlegen zu können. Unter Berücksichtigung des Verlustvortrages ist allerdings mit einer Dividende nicht zu rechnen. Systematische Suche nach Erdöl Durchforschung des deutschen Bodens. weitgreifende Reiche angeErdöl auf deutMit der Durchund die Verwendungszweue ver wichtigsten Kohlen= und Kokssorten keine befriedigende Auskunft zu geben. Einfochsten Aufaaben des kaufmännischen Rechneug, acfften Aulgader. Fr. Jchuhnzantt.g— Kalkulation, zum Beispiel der Aufgapr. kosten in einem Prozentsatz vom Umsas. standen die Prüflinge hilflos gegenüber. rüge, tragsteller durchweg nur sehr mangelhaft Die überaus ungünstigen Prüfungsergebnisse werden allerdings verständlich, wenn man erfährt, daß die Antragsteller zumeist weder in dem einHandel bieher beruflich tätig vergengig kenntnis zur Fuhrung eines Tabakwarzugesceftagr, bung seziglich ihre Tätigkeit als Hausfrau anführt, erst einzureichen, wenn Der Reichswirtschaftsminister hat eine geophysikalische Untersuchung im ganzen ordnet, durch die das Vorkommen von schem Boden festgestellt werden soll. An#= führung der Untersuchung ist die Preußische Geologische Landesanstalt beauftragt worden. Das vom Reichskabinett am 5. Dezember 1934 beschlossene Gesetz über die Lagerstätten gibt den Behörden alle Mittel an die Hand, um dieses für die deutsche Volkswirtschaft wichtige Unternehmen glatt durchzuführen. Nach dem jetzt vom Reichswirtschaftsminister erteilten Auftrag soll der Untergrund des deutschen Bodens erforscht und gleichzeitig der Aufbau der Erdschichten festgestellt werden. Die Untersuchung soll in der Umgebung von Berlin bereits im Mai beginnen. Mit den Untersuchungen Schalgze uu.., Kaphandmpert an das Bauhanewert Reichsbankpräsident Dr. Schacht veröffentlicht im „Deutschen Handwerk“, das eine Sondernummer dem jetzt beginnenden neuen Baujahr gewidmet hat, folgendes Geleitwort: „Dem Bauhandwerk ist in allen seinen Zweigen durch die verschiedensten Maßnahmen des Führers zur Behebung der Arbeitslosigkeit in besonderem Maße Arbeit zugeflossen. Tausende von Maurern und Zimmerern, Steinmetzen, Malern, Klempnern und anderen Bauhandwerkern haben nach langen ren der Arbeitslosigkeit oder Minderbeschäftigung der lohnende Auftrage gefunden. Mag das werk sich dessen bewußt sein und durch die##... Preiswürdigkeit seiner Arbeit dem Führer seinen Dank beweisen. Möge es darüber hinaus durch erhöhte Lehrlingseinstellung der Arbeitslosigkeit unter der Jugend steuern und durch sorgsame Ausbildung der Lehrlinge sich einen Nachwuchs heranbilden, der der großen Meister des Mittelalters würdig wird. Denn trotz aller Industrialisierung wird das Bauwesen immer eines wohlgeschulten und schöpferischen Handwerks bedürfen. Der Reichshandwerksmeister Schmidt künpft daran den Appell, daß mehr noch als bisher ein jeder sich bemühen müsse, das Bauen als Mitaufbau am Staat zu erkennen und zu versuchen, nach seinen Kräften Arbeit zu schaffen. Kurze Nachrichten Th. Goldschmidt AG. in Essen. Wie gemeldet Wiederaufnahme der Dividendenzahlung mit 5 Prozent nach vierjähriger Pause, und zwar aus einem Reingewinn von 993636(362072) RM. Die Tochtergesellschaft Chemische Fabrik Buckau verteilt 5(4) Prozent.— „Sachtleben“. AG. für Bergbau und chemische Industrie in Köln. Wieder 9 Prozent, wovon 1 Prozent dem Anleihestock zugeführt wird. Zwischen Deutschland und Polen ist ein neues Kompensationsabkommen abgeschlossen worden, durch das den deutschen Teilnehmern an der internationalen Mustermesse in Posen(28. April bis 5. Mai) Einfuhrkontingente für Industriewaren bis zu 1,2 Millionen Reichsmark eingeräumt werden. Den volnischen Beschickern der im Mai stattfindenden Breslauer SüdostMündliche Auskunft nur nachmitta (außer Samstags) von 4 bis 5 in unserer Redaktion. Einzelhandel selbständig zu machen, 9# er, anschen fachlichen Kenntnisse vorhanden sind. die arforbertichen Karidsselwirtschäft Ergamstert Verarbeiter und Händler werden zusammengeschlossen. Erzeuger, Nach dem vor einigen Tagen ersgischwirtschaft wird beder Weise, daß in jeder schluß in der der jetzt die Neuorganisation kanntgegeben. Landesdanernschaft ein Karofe=Virzchs gesehege. häesen die Kartoffeler; die Hersteller von Kartoffelflosfernere dig Gersteller vor Stärke oder eronupten Lued uhierzu gehören gauch Kommissionäre, Die einzelnen zu der„Hauptvereinigung der wirtschaft" zusammengeschlossen. Diese neue Zusammenfassung fassend wie die Marktverbände deutschen ist also ähnlich für Getreide, umVieh, Mieter und Hauswirt. Fr. G. Eine Wohnungsstellung durch den Hauswirt kommt nicht in Frage. Der Richter wird Ihnen jedoch ohne Zweifel in bezug auf Räumungsfrist und Umzugskosten auf Ihr Verlangen sehr entgegenkommen. H. L. Es ist nicht mehr als recht und billig, daß jeder seine eigene Schelle putzt. Ist es aber eine einheitliche Schellenanlage, so hätte sie der Mieter im Parterre zu putzen. Sagen Sie ihrem Hauswirt, daß er durch Hausordnung den Streitfall schlichtet. A. B. Eine gesetzliche Regelung besteht nicht. Die Gebühr ist eine freiwillige Leistung und schwankt zwischen 50 Pf. und einer Mark. Wo bereits erhöhtes Wassergeld gefordert wird, wäre für eine hohe Nebengebühr kein großer Platz mehr..... 86 Ei H. R. Zunächst müssen Sie dafur sorgen, daß Sie für das unerhörte Tun der Mitbewohnerin unparteiische Zeugen haben. Darauf können Sie vor dem Mietsrich= ter auf Unterlassung klagen und der Hauswirt kann die Räumungsklage einreichen. Nr. 100. Der Mieter hatte keine Verpflichtung, das Doppelfenster reparieren zu lassen, wenn es ohne sein Verschulden schadhaft war.„Taß,ist, ache des dessen Eigentum das Fennter Verschiedenes. W. S. Ihre Frage ist nicht verständlich. Wenn der Täter nicht bekannt ist, kann die Behörde ihn auch nich: verfolgen. Liegt falsche Anschuldigung vor, so kann der Staatsanwalt auf Antrag ein„Verfahren gegen Unbekannt" veranlassen. Aber das wird nur geschehen, wenn gleichzeitig öffentliches Interesse an der Ermittlung des Taters vorliegt. Wenden Sie sich einmal an die Kriminglvolizei.„.. I 4 Griaftastenontel B. K. Solche Austunfte kann der Brierrahsrenonter natürlich nicht geben, weil das Gesetz über die allgemeine Wehrpflicht erst abgewartet werden muß. W. H. Die größte Sporthalle ist die Hanseatenhalle in Hamburg mit einem Fassungsvermögen von 25 000 Zuschauern. Sie ist die größte Halle Deutschlands und der Welt. K. Die deutsche Geldausfuhr ins Ausland untersteht den Bestimmungen des Devisengesetzes. Sie müßten also zur Reichsbank gehen, um die Sache in die Wege zu leiten. Hypothek. Zur Eintragung der Hypothek ist die Anwesenheit des Gläubigers nicht erforderlich. Der Schuldner(Eigentümer des Grundstücks) beantragt und bewilligt die Eintragung der Hypothek beim zuständigen Grundbuchamt. Der Antrag muß in öffentlich beglaubigter Form gestellt werden. Die Beglaubigung hat durch einen Notar oder den Urkundsbeamten der Geschäftsstelle des Amtsgerichts zu erfolgen. Die Eintragung einer Hypothek von 5000 RM. kostet 22 RM., die Erteilung des Hypothekenbriefes 4,40 RM., die Aufnahme des Antrages 22 RM.(die Beglaubigung 4,40 RM.). An Stempel sind 8,50 RM. zu entrichten. Erfinderrechte. Castrop. Für Sie wird folgendes von Wichtigkeit sein: Der 1. Zivilsenat des Reichsgerichts bat ein Urteil gefällt(Aktenzeichen 139/32), aus dem klar hervorgeht, daß immer dann eine Erfindung dem Unternehmer gehört, wenn sie von seinem Angestellten während der Dienstzeit soweit fertiggestellt wird, daß sie beim Patentamt angemeldet werden kann. Damit wird dem Unternehmer die Möglichkeit gegeben, unter Umständen gegen einen früheren Angestellten einen Anspruch auf eine Erfindung geltend machen zu können, die dieser erst nach Beendigung seines Arbeitsverhältnisses endgultig fertigstellte, die aber vorher schon beim Patentamt hatte angemeldet werden können. Messe wird ein gleicher Betrag für die Einf den Verkauf polnischer Agrarprodukte eingeraumt. Die Bergbaugesellschaft des Stahlvereins, die Gelsenkirchener Bergwerks=AG., Essen, teilt mit, daß in einer außerordentlichen Generalversammlung Dr. jur. Oskar Sempell(Berlin) neu in den Aufsichtsrat gewählt worden ist. Die Geschäftsführung der D. techande Wirtschaftsgruppe Einzethaubet Der Leiter der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel, Dr. Franz Hayler, hat im Einvernehmen mit dem Leiter der Reichsgruppe Handel zum Hauptgeschäftsführer der Wirtschaftsgruppe Dr. Fritz Wieser bestimmi. Die Geschäftsführung der Wirtschaftsgruppe wird in die Hauptabteilung A(Allgemeine Wirtschaftsfragen, Beziehungen zu den Wirtschaftsgruppen, eigene Angelegenheiten des Einzelhandels), Hauptabteilung B(Provaganda, Presse, Archiv), Hauptabteilung C(Verwaltung, Finanzen, Organisation) gegliedert. Die Wirtschaftsgruppe Einzelhandel übernimmt zugleich die Arbeiten der bisherigen Spitzenorganisationen des Einzelhandels, insbesondere der Hauptgemeinschaft des deutschen Einzelhandels. Borsen von gestern Rheinisch=Westsälische Börse in Düsseldors. Etwas schwächer. Die Börse eröffnete am Markt der Schwankungswerte in etwas schwächerer Haltung. Im Verlauf blieb das Geschäft ruyig, jedoch traten weitere Kursermäßigungen nicht ein. Gegen den Vortag ergaben sich folgende Veränderungen: Renten: Altbesitz=Anleibe plus ¾ Prozent, Hoesch plus ¼ Prozent, Krupp minus ½ Prozent, Mittelstabl und Vereinigte Stahl=Obligationen je minns ½ Prozent, Deutsche Reichsbahn=Vorzugsaktien unverändert. Aktien: Deutsche Erdöl minus ¼ Prozent, Farben minus ¾ Prozent. Feldmüble minus 1 Prozent, Felten& Guilleaume plus ¼ Prozent, Goldschmidt minus 1¼ Prozent, Muag minus ¾ Prozent, RWE. minus ¾ Prozent, Schuckert minus 30 Prozent, Siemens unverändert, Westd. Kaufbof minus ½ Prozent, Stollwerck gut behauptet. Montanaktien: Buderus minus ¼ Prozent, Tahlbusch unverändert, Harpener behauptet, Hoesch minus 34 Prozent, Klöckner minus ¾ Prozent, Mannesmann plus ¾ Prozent, Rheinische Braunkoblen unverändert. Fest waren Rbeinstahl, welche 1 Prozent gewannen. Ver. Stahl minus ¾ Prozent. Von Kaliwerten waren Kali=Aschersleben, Salzdetfurth und Westeregeln wenig verändert, Wintersball bei kleinem Geschäft minus ½ Prozent. Am Einheitsmarkt wurden Zukunft=Braunkohle 2 Prozent und alte Burbach 1 Prozent höher gehandelt. Gerresheimer Glas plus ½ Prozent, Ver. Mosaik plus 1 Prozent. Donamit=Nobel verloren ¼ Prozent, Schieß=Defries minus 1¾ Prozent. Halle=Salz erzielten letzte Preise. Am Bankaktienmarkt gewannen Berliner Handelsgesellschaft 1 Prozent, Commerzbank 1½ Prozent. Dedibank, Dresdner Bank, Rheinisch=Westfäl. Boden und Westd. Boden unverändert. Am Kurenmarkt hielt sich das Geschäft in engen Grenzen. Von Kohlenwerten gaben Deutschland bei mehrfachen Umsätzen etwa 5 Reichsmark nach. Graf=Schwerin konnten um zirka 100 Reichsmark anziehen. Braunkohlenkure ohne Geschäft. Am Kalikurenmarkt gingen Burbach auf letzter Basis um. Hope gaben bei einem Umsatz etwa 50 Reichsmark nach. Von elsässischen Werten wurden Marie und Marie=Luise etwa 100 Reichsmark höher aus dem Markt genommen. Von Freiverkehrsaktien erzielten Adler=Kali, neue Burbach, Büttnerwerke und Dolerit Basalt letzte Preise. Aleranderwerke wurden zirka 2 Prozent, Hannoversche Kali zirka 1 Prozent. und Lothringen=Genußscheine 1 Prozent höher gebandelt. Bergban Lothringen=Aktien und Humboldt=Deutz=Motoren sowie Westfäl. Kupfer gingen zu unveränderten Kursen um.(Mitgeteilt vom Bankgeschäft Wilhelm Schwarz in Bochum.) Berliner Börse Weiter still und unsicher. Die Börse verkehrte weiter in unsicherer Haltung bei äußerst kleinem Geschäft. Die Spekulation verbarrte in Untätigkeit. Es fehlte vollkommen an Anregungen. Die Kursveränderungen gingen aber nur auf einzelnen Märkten über 1 Prozent hinaus. Ueber 1 Prozent verloren z. B. Goldschmidt. Gesfürel, Schuckert, Berger und Schultheiß. Dagegen gewann Metallgesellschaft 1 und Braubank 1¼ Prozent. Der Rentenmarkt lag still, aber ziemlich freundlich. Von Reichsanleiben lagen Altbesitz ¼ Prozent höber. Ebenso war die 34er Reichsanleihe etwas höher. Kommunale Umschuldungsanleibe etwas schwächer. Stadtanleiben teilweise angeboten, Pfandbriefe überwiegend gevessert, einige Kommunalobligationen ebenfalls. Im Verlauf neigte die Tenden; eber zur Schwäche. Die Schlußtenden; war weiterhin sehr still, teilweise etwas freundlicher. Die Tenden; am Einheitsmarkt war wenig verändert. Tagesgeld 3½ bis 3¾ Prozent. Tollar.487(Vortag 2,487), Pfund 12,025(Vortag 12,06) Mittelkurs. Rhein=Mainische Abendbörse in Frankfurt Kaum verändert. An der Abendbörse bestand sowohl bei der Kundschaft als auch bei der Kulisse die Zurückhaltung fort, so daß die Kurse sich bei sehr stillem Geschäft kaum veränderten. Am Rentenmarkt konnten Altbesitz bei etwas lebhafterer Nachfrage auf 113¼ bis 113½ anziehen. Auch im Verlauf änderte sich das Bild wenig. tags Uhr Die Auslandsbörsen Newyork: Stetig. London: Freundlich. Amsterdam: Teils nachgebend. Paris: Unregelmäßig. Getreidegrohmarkt zu Berlin Amtl. Preise. Getreide und Oelsaaten per 1000 kg, sonst per 100 kg Brüssel: Nicht einheitlich. Wien: Sehr fest. Mailand: Freundlich. Zürich: Leichter. Weizen märk. Roggen märk. ndustriegerste Hafer märk. Weizenm. Auszm. (.820 Asche) * Berliner 44 Reichsmark Roggenm..997A. 21.85 21.85 Viktoriaerbsen 24.926 0 24.•28.0 Soeiseerbsen.—. Futtererbsen[11.-12 0 11.-12.0 Elektrolytkupfer=Notierung für 100 Kilogramm. vom 24. April: Rh.-Westf. Börse, Düsseldort, 24. April Mitgeteilt von Wilhelm Schwarz, Bankgeschäft, Bochum, Bongardstraße 14 Industrieaktien(Einheitsk.) Oiv. 24.4. 23.4. Balcke Masch.——.—. Berg. 6. Dahl.V.——.—. Bonner Bg..H. 6V—. 118 0 Fertlaufende Notierungen 24. 4. /24. 4. /24. 4. Div. Anfang Schluß Kassa Atbesite— 112.50112.75s112.87 6% HoeschRM.— 102.60 102.00 102.00 6% Krupo RM.— 153.00—.— 103.12 6% Mittelstahl 6% Ver. St. RM.— 101.50 101.50 101.50 Buderus... 4V 98.00 97.75 97.75 Dahlbusch St.— 90.00 90.53 90 25 Otsch. Atlant. 6V Otsch. Erdöl. 4 107.50 107.00 10 00 O. Reichsbahn 7/121.50—.—121.25 .Farbenind. 7 148.31 148.25|148.12 Feldmöhle 6/121.59 122.25 Felten& Guille 0 91.87) 91.25 91.50 Geldschmidt 5V 104.87 105.00 105.00 Harpen 01104.871104.75 105 00 Hoesch-Köln. 0 94.62 94.75 94.75 Kali-Aschersl. 5/113.00—.—113 00 23. 4. Schlus 112.12 101.87 101.50 98.00 90.50 103.50 107.37 122.62 148.00 92.00 106.50 103.00 96.00 Div. 7 24. 4. 124. 4. 124..123 4. Anfang Schluß Kassal Schlus 91 62 Klockner-W. 8“ 91.0e 91.50 91.50 Mannesmann 0 77.50 77.37 77.50 Reehebaak 12 15023 180.00 160.00 Rhein. Braunk. 12 218 75 218.87/218.75 Rhein, Stahlw. 39 107.12 108.25 107.62 Rh.-.-Elek. 6 118.12 118.00 118.25 Saizdetfurth 7° 159.50 160.00 160.00 Schuckert àp; C. 4/105.00 105.00 105.50 7 130.00 150.00 150.00 92.00 92.00 92.00 0 78.75 78.75 78.87 0 34.87 35.25 35 75 5 113.75/113.50 113 50 S 94.00 93.50 93.50 Siemens& Hal. Gebr. Stollw. Ver. Stahlw. Westd. Kaufh. Westeregeln Wintershall Zellst.Waldhof— Kuxe Steinkohlen 24 4. 6 5 CarolusM. 3600 3775 3650 3800 23. 6 Nche esta Bernhererh. Kall Seienrode Burbach Schwerin Heinrich Sros 3900 3300 6600 7000 f3U0 vellane 24. 6 23. 6 raunschr. 4150 4450 8150/4450 #ngkeit— 3750— 600 630 600 bs-richsseg— 2500 2200 Const. 4 6 8900 6100 5950 6150b### 2400 2600 2450 265%adgh. 1759 1900 1750 32o 340h 325.= Gegriuangsege Evee 3399 3800 z nterh. 3700 580 3 60—. gsggggg 260— 250 Nasserw. Geis..5V 112.0113 8 8900 8300 69..10 7000 3000 n. IS 4 SS44sg Gantatlen 2400Berlin. Hand. 6. 1900 Som.- u. Pr.-B. 19500 Benk u..-6. 3500Oresdner Bank Rh. W. 80. Cr. 9. wariagt. 5800 6200 5800 61S0Weste. B..-A. 00 e brg grn Presse.—„ Marie 2400 2500 2259 2459 Vereicherungeaktien Kön. Ludw 8800 9900 8750 8989 gtginkohlen- u. Braunk.-Kure Warie L. /2400 2500 2250 2490 RVl. Lengendr.— 7000— /9000—. 24. 4. 1 23. 4. Mar. /2375 2475 2250 2459/sch.-Mönch.F 70—. 113.9 Braunkehlen 6 1 8 1 6 1 8 Neusollst. 1850 1950 1850 195GAach. Rückvers 14.9-. 221.0 Vorarcdt 80db 2400 9250 AZPansteh 23o 22o0 230 zraligng,.F4.— 1909337 Srsche. 290 30 290 M07cezsesag Jog— Joo Peichest, 3o0 600, 325 Sogtlt..Stung. 129211.941. — Sasoessolrhönngen) 300— 300— AllI.-.81..-V..57218. 02 15.0 Proiverkehr Bösp. Walzw. S 97.6 97.50 Braunk Zuk. 6 127.0—. Bruckd.-WNietl. 0—— Burbach Kal.46 0 21 1 20.8 92 O0 ortm. Ritterbr. 0 2Mbuss. Hoef.-Br. .900 uss. Masch. Bl 0 161.0% namit A. Nob..5 Eschw. Berg. V. 14 113 805 2- u. So. S.„ 60 O5)° Cckauf-B. 40 T. 3 108 75 36 0r. 6060h. 40!“ 150 00 allesche Salz. 91 501Cchtist 46. 50(abelw. Rheydt 12 2 30a1-chemie s 3o%/0 heim. Berg.# ####lThein. Metall 6 98. 50heig. Spiegel.## Roddergr. Brnk. 24 Sachtl.A6. Bgo. 9 Schieß-Detries 0 " SSchleg. Scharp.) 5 * Waggonf.Uerd.4 87.0 87.0 40.0 79.8 83.0 4V 92.0 92 3/ 6V 106.0106.0 6 114.5114 2 171.0171.0 117.3119 140.0140 98.2 425 0420 168.2 168. 79 3 81. — 6 110.2109 0 94.2 91. 0 96.0 96. 0 93.0 92. 7 113.7115 S-. 93 Div. 124.4[23.4. Colonia,.-V. K. 5 105.0 105.0 Colonia Rückv.]— 240.0240.0 ladb. Feuerv. 40 680.0 680.0 Köln. Hagelv. S8 101.0101.0 oln. Lioyd..!— 253.0 253.0 Koln, Rückv. gr.)— 130.0130.0 (öln. Rückv. kl.— 87.0 87.0 Rentenwerte Rhw..-Cr.öhyp. Ptd. S. 4. 6. 12. 1o 96.2 96.2 dto. dto..1.—— 2 dto. dto. S. 11 101.2/101.6 dto. Gold.-Kom 1926. 1927 S.—6 94.1 94.0 I½ Wo. 80d. Gpfd. 6 4to. Em. 3, 9112, 14 94.7 94.7 Freiverkehre-Aktien 24. 4. 23. 4. 6 8 8/8 olidler K. 600—.—.—. Slcise C. 107.0109.0 107.0 109.0 joedh.h 101.0—. 101.0 Oltann. K. 64.0 66.0 64.0 Ahumd.on 81.2 89.2 87.0 89 5 .othrin. 67.0 69.0 67.5 69.0 Lothr. 6. 55 0 57.0 54.0 56.0 Manst. 101.6 103 0 100 0 102 0 Qjuasen.Kr 45.0—.—.—. urh. Berg—. 65.0—. 64. gf. Dinn. 76.0 76.0 76.0 78 goyek. Wie—.—. 42.5 45.0 Steuergstechelgs 3s #lig es 1. 4. 1994 1. 4. 1935 Berliner Börse, 24. April Mitgeteilt von der Commerz- und Privat-Bank.-., Filiale Bochum Reichsbankdiskont 4% ombardrinstus 5% Zinheltskurse Industriewerte 24..23.4. I Kaig Rolner Gas 5 111.7 111.81 S 78.0 78.0 Kreitt W. 0 74.7 75.0 Kromschroeder S 105.5107.0 Kronprinz Metall 5 143.0143.0 eiumplatoren Aku I. E. 6. Anhalter Kohle Aschaff. Zellst. 12161.2162.7 0 53.5 53.5 0 38.5 38.3 4 96.5 96.7 79.7 80 Dittmann Neuh. O 42.50— Otmd. Akt.-Brau. 10152.0152.0 Unien-Brau 12 183.0183.0 Dürener Metall—. Oyckersh. Widm. 8—. glektr. Lieferg. S 106.0108.0 L„ Lichtu. Kr. 6b 123.7125.2 ssalt 0 15.0 15.3 Bayr. Motoren 6131.7/131.5 Bemberg O115.7s116.5 Berger Julius 6122.7122.2 Bergmann El. O 93.7 93.71 Berl. Karisr. Ind. S123.5124.7 Kr. u. Licht 10134.0135.0 Maschinend. 5114.7115.8 Buderus hart. Wasser Chem. Gelsenk. 45—. Conti Gummi 97.6 97.6 S9 104. 7105.3 Engelh. Brauerei Enzinger Union Feinjute gebharot& Co. German. Cem. Ges. f. el. Untern. Gildemeister Gladb. Wolle Gruschw. Textil Guanowerke 8148.0147.0 I. 4. 1990 I. 4. 1997 I. 4. 1323 103.S 103. 107.2/107.2 107.3/107.3 196.31106.3 105.3/105.3 Oeinier Venz Otsch. Atlant. Otsch. Baumwolle " Conti 693 " Kabel " Linoleum " Steinzeug " Tel. u. Kab. " Eisenhand: 92.5 99. 7113.5113.5 7122.0124.0 7123.5123. 6119.6119. 6154.3152. 6— 9—. 112. K 90.6 91: 94.5 94.7 6107.2—. 6103.2 Kuppersbusch Tahmeyer L Laurahutte Leoooldsgruben Lindes Eis Lingnerwerke Lorenz C. -ure. Hötte Miag Mimosa Mülheimer Berg. 119.6 6111.0— 0 96.5 95.6 5121.3122.5 6118.2119.5 10—. 5 109.7111.5 95.5 97.3 sckethal Draht Hageda Hamb. Elektr. Milpert Masch. Hindr.-Aufferm. Hoffmann Stärke 61 Hoheniohswerke# 0 Helzmann Ph. Hotelbetr.-Ges. — 7123.6 122.21 0 21.8 22.0 0—. 86.0 S 127.0127.0 130.5130.5 8—. 161.0 0 92.5 93.0 12 153.2]— 6 117.3—. 0 88.1 88. Siem.& Halske Stollberg. Zink hüringer Gas Transradio Tuch Aschen Union chem. er. Otsch. Nicke Ver. Glanzst. Ver. Ultramarin Vogel Draht Arenst.& Koppel V Osnabr. Kupfer 41—. 112. P Panes 9 Fongs& werke 0 10.2 10.: a Zann 10—. 150. Rhein. El. Werte S 124.0s124. Rhein.-W. Kalk 0 109.8 109. Riebeck Montan Rütgerswerke 0109.3110. 4109.0109.6 8127.7127.5 0 69.5 68.7 S 103.0103.5 9 Satag Sarotti .2100.7100 4/112.5112. Ise Bergbag Jise Genuß olbsenbeck Brau. Junghans Gebr. 60.8 81.0 0 92.5 93.0 0 85.2 96.5 6—. 146.0 120.3121.0 8—.—. 0. 80.1 M agner& Co. Wandererw. Warsteiner Grub. Westfalis Draht Wicküler Brau. 71150.0 150.2 0 67.9 67.6 127.5128.5 0—. —. 116.8 100.0 100.0 6/119.5122.0 0—. 127.2 7/131.0131.0 6/113.0 113.0 0 78.0 76.5 6 138.0 138.2 0 74.0 73.5 5—. 6 Verkehrswerte A. 6. für Verkehr Boch. Gelsenk. Hamb. Amer. Pak. Hamb. Südamer Nordd. Lioye 81.21 81.: 34.3 34. 27.20 26. 36.0 36. Rentenwerte 7 100.0100 0 96.0 98. Schles. Berg. u. Z. 0 31.3 31. Berg. Beuth. 4 83.5 84.0 Elekt. u. Gas 8 143.7 143.2 Schub.& Salzer 10 138.0 138.8 Schultheis-Patz. 4 107.0 108.5 Siegersdorfer W. O 77.5 77.7 Siemens Glas 0 91.3 91.50 6 Ot. R. Schatz. 38 4 Ot. R. Anleihe 44 55 O. R. vounganl. 6 Reichsbahn Sch. Westtalen Altbesitz 6 Bochum Anl. 6 Ouisburg. Anl. 6 Oüsseld. Anl. 6 Elberfeld. Anl. 6 Essen Anl. 96.50— 97.5 97. 103.21102 100.8 100. 110.7111 93.5 93. 90.0 — 90.7— Möhlh.-Ruhr Anl. Ruhrverdd. Anl. 36 Pr. Ldpf. A. Pfd. Ldbk. Westf. Pfd. Ldbk. Westf. Kom. Dt. Komm.Goldanl. Westf. ldsch. Pfd. Ot. Hyo. 8. Bln. Pfd. 4# Pr. Centr.bo d. Pfe 4# Pr. Pfdbr. Bk. Pfd. Basalt obl..93 3191 Concord. Berg 0bf. 101. 7 101.0 Daimler Benz Obl. 104 0104.5 Klöcknerw. Obl. 101.0101.2 Mont Cenis Obl. Rheinstahl Obl. " Ver. Stahl 60 41 Ver. Stahl 47/51 Ver. Stan Stem. u. H. Obl. Farbenbonds 96.2 96. 94.2 94.0 92.2 92. 94.7 95.0 95.5 95; 96.0 95.2 95.2 95.3 95.3 95.0 90.0 90. 101.5100 93.5— 145.0145. 125.5125.“ 91.2 91.0/45 V. 91.2 91.2 Schuldb. F. 36 R. Schuldb. F. 38 Schuldb. F. 40 R. Schuldb. F. 42 R. Schuldb. F. 43/8 5 Essen Steink. 42 Harpener 49 40 R. W. E. 52/5 5 R. W. E. 50 4# Ruhrchemte 43 45 Ruhrgas 33 E# Ruhrwasser 53 1% Ruhrwohng. 30 E. W. 52 24. 124. Brief Geld 99. 2100. 98.3 99.2 96.6 97.3 96.1 97.3 96.5 99.5 93.7 94.7, 92.8 93.3 92.7.2 94.1 95.2 92.0 33.0 92.7 99.: 91.1 M. Westtalenbank.-G. Ausföhrung samtlIeher san Bochum kassenaTto Seite 10 Nr. 96 7 Bochumer Anzeiger, Donnerstag, 25. April 1933 Nachrichten aus Groß-Bochum Inn Aor!, Hlel in die dedische Halunst Die Gefolgschaft des Bergbaues zum Nationalen Feiertag des deutschen Volkes Das Mitteilungsblatt„Deutscher Bergbau“ der Reichsbetriebsgemeinschaft Bergbau würdigt in einem Leitartikel die Bedeutung des Tages der deutschen Maifeier für das deutsche Wirtschaftsleben. Nachdem die lufgaben der neuen Vertrauensräte in der Pflege und Förderung der Betriebsgemeinschaft hervorgehoben sind, sagt das Mitteilungsblatt weiter:„In unserem Berufsstand ist diese Geschlossenheit besonders erforderlich. Nur ein Zusammenstehen und Zusammenarbeiten macht es möglich, trotz der großen Schwierigkeiten deutsche Kohle auf dem Weltmarkte unterzubringen. Währungsabwertung, Staatszuschüsse und Lohnabbau ermöglichen es unseren ausländischen Konkurrenten, ihre Kohle zu Schleuderpreisen zu verkaufen, die teilweise unter den deutschen Gestehungskosten liegen. Es bedarf daher zäher Arbeit aller im Bergbau Beschäftigten, um sich auf dem Auslandsmarkt nicht nur zu behaupten, sondern die deutsche Kohlenausfuhr im Interesse unserer Devisenbilanz noch zu steigern. Der Bergmann tut still seine Pflicht und steht treu zum Staate Adolf Hitlers, weil er in den verflossenen zwei Jahren erkannte, daß dessen Weg der allein richtige ist. Ohne die nationalsozialistische Machtübernahme hätten wir heute zehn bis zwölf Millionen Erwerbslose und den Staatsbankerott. Schutzlos wären wir der Willkür fremder Völker preisgegeben und trieben steuerlos dem Untergange zu. Das wollen wir am kommenden Nationalfeiertag unserem Ehrentag, bedenken und dem Führer für seine Tat danken, indem wir uns geschlossen hinter ihn stellen und der Welt zeigen, daß es in Deutschland keine Kasten und Klassen mehr gibt, sondern einen ehernen Block. Ein Volk, das einige deutsche Volk, marschiert am 1. Mai und dokumentiert der Welt seine Geschlossenheit und zähen Lebenswillen. Mit Hitler in die deutsche Zukunft! Stattliches Ergebnis der Sammlung am Volkstage für die Innere Mission. Der in der Zeit vom 8. bis zum 14. April veranstaltete Volkstag der Inneren Mission hat in Bochum zu einem großen Erfolge geführt. Da in der Karwoche noch mehrere Spenden einkamen, konnte die Bochumer Zentrale der Inneren Mission erst in diesen Tagen eine Gesamtaufstellung über das Sammlungsergebnis des Volkstages vornehmen. Während im vergangenen Jahre, dem ersten Volkstage der Inneren Mission, sich der Gesamtertrag der Haus= und Straßensammlung auf rund 11 500 RM. bezifferte, wurde in diesem Jahre die gleiche Summe, nämlich 11 726,29 RM., durch die Haussammlung allein aufgebracht. Die Straßensammlung erbrachte insgesamt 6014,14 RM.; rund 710 RM. kamen aus sonstigen Spenden ein. Alles in allem genommen ist das Gesamtergebnis des Volkstages für Pochum 119 68 Gei 18 448,93 Reichsmark. Diese verteilen sich auf die einzelnen Pfarrbezirke und Gemeinden wie folgt: Bochum=Altstadt: 1. Bezirk(Pfarrer Lotz) 643,14 RM.; 2. Bezirk(Pfarrer Winnacker) 394,14 RM.; 3. Bezirk(Pfarrer Klose) 585,34 RM.; 4. Bezirk(Pfarrer Henrici) 747,94 RM.: 5. Bezirk(Pfarrer Matthien) 909.62 RM.: 6. Bezirk(Pfarrer Dr. Ehrenberg) 761 10 RM.; 7. Bezirk(Pfarrer Schmidt II) 390,15 RM.: 8. Bezirk(Pfarrer Lizentiat Albert Schmidt) 368,98 RM.; 9. Bezirk(Pfarrer Schneider) 357,26 RM.: 10. Bezirk(Pfarrer Hardt) 556,91 RM. Von den Außengemeindenopferten: Hamme 1015,37 RM.; Harpen 230.40 RM.; HiltropBergen 420 RM.; Riemke 459,70 RM.: Hofstede 243,11 RM.; Hordel(Pfarrer Höfter) 338,57 RM.; Hordel(Pfarrer Abendroth) 160,23 RM.; Langendreer=West 474,57 RM.; Langendreer=Dorf 1365 RM.: Linden(Pfarrer Bäumer) 384,65 RM.; inden(Pfarrer Weber) 251,26 RM.; Dahlhausen it Neuhaus) 301,76 RM.: Werne(3. Bezirk) 300 RM.; Weitmar=Nord 124,78 Weitmar=Eppendorf 280,81 RM.; Weitmar=Mark 700 RM.: Wiemelhausen(Pfarrer Engelbert) 1823,81 RM.; Wiemelhausen(Pfarrer Niedermeier) 600,85 RM.; Wiemelhausen(Pfarrer Bertelsmann) 287,67 RM.; Altenbochum 500 RM.: Gerthe 851,14 RM. Generalversammlung des Edeka=Großhandels Die gut besuchte Generalversammlung des Bochumer Edeka=Großhandels am Mittwoch nachmittag im Jagdzimmer der„Uhle" wurde von dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats K. Höhn mit einer Begrüßungsansprache eröffnet. Anschließend verlas Vorstandsmitglied P. Schönewald den Jahresbericht für 1934, dem wir folgendes entnehmen: Die Zahl der Mitglieder ist von 87 auf 82 gesunken. Der Warenumsatz betrug 1 8 3 9 6 8 5, 7 0 R M., g e g e n ü b e r 1 6 9 2 0 3 9, 1 0 R M. i m J a h r e 1933. Die Unkosten sanken weiter auf 2,67 Prozent vom Umsatz. Das Edekahaus als gemeinschaftliches Lagerhaus der Bochumer Edekageschäfte ist mit 152000 RM. verbucht. Das Betriebs= und Geschäftsinventar, einschließlich Kaffeegroßrösterei, steht mit 5000 RM., der Fuhrpark mit zwei Lastwagen mit 1 RM. zu Buch, der Warenbestand mit 102 300 RM. und Forderungen an Mitglieder mit 115639 RM. Das Kasse= und Bankguthaben beträgt insgesamt 54 395 RM. Die Geschäftsguthaben der Mitglieder betragen 121 186 RM., die Reserven 85 608 RM., Lieferantenschulden nur 26 979,63 RM. Hypotheken= und Bankschulden sind nicht vorhanden. Die Generalversammlung genehmigte einstimmig die Bilanz. Von dem nach Ausschuttung der Warenrückvergütung verbleibenden Gewinn wurden 100 RM. dem Bildungsfonds der Edeka und 50 RM. der„Spara' Bochum überwiesen. Die turnusgemäß ausscheidenden Vorstandsmitglieder P. Bäßgen und P. Schönewald sowie die Aufsichtsratsmitglieder Schmitz, H. Bolle und G. Heusner wurden einstimmig wiedergewählt. In Anbetracht seiner 25jährigen Mitgliedschaft wurde Johann Bleckmann die silberne Ehrennadel nebst Urkunde des Edekaverbandes mit anerkennenden Worten überreicht. Im Verlauf der Versammlung wurde auf die Aufgaben der Edeka verwiesen, die in der Erhaltung einer möglichst großen Zahl in geordneten und auskömmlichen Verhältnissen lebender leistungsfähiger Kleinkaufleute liegen. Am 2. Mai ein Sonderzug nach Lyck(Ostpreußen). Der Landesverband Rheinland=Westfalen der heimattreuen Ost= und Westpreußen teilt mit: Außer dem Sonderzug am 1. Mai von Duisburg nach Insterburg fährt noch ein Sonderzug am 2. Mai von Düsseldorf nach Lyck. Teilnehmer, die diesen Zug benutzen wollen, melden sich umgehend bei den bekannten Anmeldestellen. Kleine Keirungen aus den=Siadtenen Stadtteil Altenbochum Silberne Hochzeit. Die Eheleute August Kather, Auf der Prinz 3, begehen heute das Fest der Silberhochzeit. Stadtteil Laer Jungvolk=Geburtstagsfeier des Führers. Am Samstag nachmittag veranstaltete das Deutsche Jungvolk, Fähnlein„Admiral Scheer“, eine Hitler=Geburtstagsfeier im Heim an der Diesterwegstraße. Die Feier wurde von Gedichten und Liedern umrahmt. Im Mittelpunkt der Feier stand die Ansprache des Ja. Wösthoff. Osterkonzert des MGV.„Wachtel". Der Männergesangverein„Wachtel" veranstaltete am zweiten Östertag das übliche Österkonzert, das sich eines sehr guten Besuches erfreute. Ein reichhaltiges, geschmackvoll zusammengestelltes Programm verschaffte den Teilnehmern genußreiche Stunden. Rentenzahlung. Die Heeresrenten werden am Montag, 29. April, und die Invaliden= und Unfallrenten am Dienstag, 30. April, bei der Postanstalt in den Dienststunden ausgezahlt. Ueberfahren. Bei der Berufsarbeit wurde der 25fährige Eduard Sch., Wittener Straße, von einem Wagen erfaßt. Er erlitt einen Unterschenkelbruch und schwere Quetschverletzungen, die die Ueberführung ins Krankenhaus erforderlich machten. An falscher Stelle. Durch Verheben des Setzers sind die Mitteilungen in gestriger Nummer„Dietrich Zimmermanns letzte Fahrt" und„Evangelische Kirchengemeinde“, die unter„Harpen" stehen sollten, unter „Laer“ geraten. Stadtteil Langendreer Sozialismus der Tat. Sozialismus und echte Kameradschaft bewiesen die Arbeitskameraden eines verunglückten Bergmanns auf der Zeche„Siebenplaneten“. Für die Hinterbliebenen des tödlich Verunglückten brachte die Gefolgschaft genannter Schachtanlage die Summe von über 100 RM. auf. Appell des Kriegervereins Langendreer=Somborn. Zu dem bei Jansen abgehaltenen Monatsappell waren die Kameraden fast vollzählig erschienen. Vereinsführer Watermann gedachte des verstorbenen Kameraden Röscher, der viel zu früh aus dem Leben abberufen wurde. Anschließend streifte der Vereinsführer noch einmal den Verlauf der 60jährigen Jubiläumsfeier, worüber auch der„B..“ ausführlich berichtet hat. Nach Bekanntgabe wichtiger Bestimmungen aus dem Parolebuch wurden mehrere Kameraden neu ausgenommen. An dem im Juni dieses Jahres in Bochum stattfindenden Provinzial=Kriegertag sollen mehrere Vertreter des Vereins teilnehmen. Zur Teilnahme an dem Reichs=Kriegertag in Kassel meldeten sich einige Kameraden. Beschlossen wurde ein Ausflug mit Angehörigen nach Goldberg. Kameradschaft ehem. Pioniere und Verkehrstruppen. Beim letzten Monatsappell gedachte Vereinsführer Fresdorf des verstorbenen Kameraden Rübeling. Einen eingehenden Bericht gab er über die Schulungsvorträge. Am 12. Mai findet der erste Schießdienst auf dem Bataillonsschießstand statt. Stadtteil Werne Ein neuer Schornsteinriese. Auf der Zeche Meter hat Benötigt werden für die Schornsteinsäule rund 520000 Stück Normalziegelsteine, für das eingesetzte Futter etwa 35000 Stück feuerfeste Steine sowie rund 400000 Liter Mörtel. Getragen wird das Ganze von einer runden Fundamentplatte, teils aus Eisen=, teils aus Stampfbeton, die selbst wieder 946 000 Kilogramm wiegt. 3 960000 Kilogramm beträgt das Gesamt=Schornsteingewicht, das durch die Fundamentplatte auf den Baugrund übertragen werden muß. Theaterabend. Am zweiten Österfeiertag veranstaltete der katholische Gemischte Chor„Salve Regina" im Saale Max Ewald einen Theaterabend. Zur Aufführung gelangte das Stück„Drei Tage aus dem Leben eines Spielers". Starker Beifall lohnte die Spieler. Stadtteil Harpen Zur letzten Ruhestätte. Am ersten Osterfeiertag wurde Steiger Gustav Bergmann, 38 Jahre alt, aus Ickern in der Erbgruft seiner Familie auf dem Friedhof in Harpen zur letzten Ruhe gebettet. Die Leiche des Verstorbenen war aus dem Knappschaftskenhaus in Langendreer, in dem er Heilung von seiner schweren Krankheit gesucht hatte, nach Harpen übergeführt werden. Zu der Beerdigung ihres Kameraden waren Fahnenabordnungen der Grubenbeamten, der Kriegerkameradschaft, des Schützenvereins, des Reichsluftschutzbundes, der Arbeitsfront u. a. mit einer Kapelle in mehreren Autobussen erschienen. Auch die Harpener Volksgenossen hatten sich in großer Anzahl beteiligt. Pfarrer Leich hielt die Grabrede. An demselben Tage wurde der Sturmbannarzt Dr. Hase, dessen Leiche von Buer nach Harpen übergeführt worden war, und der aus einer alten Harpener Familie stammt, unter Beteiligung einer Fahnenabordnung seiner Sturmbannkameraden auf dem Friedhof beigesetzt. Aus der evangelischen Gemeinde Harpen. Die Einsprüche gegen die veranlagte Kirchensteuer und das Kirchgeld sind grundsätzlich binnen vier Wochen nach Zustellung des Kirchensteuerzettels bei dem Rendanten Schmidt der Kirchenkasse, Verwaltungsstelle in Gerthe, anzubringen. In besonderen Ausnahmefällen können Einsprüche in den dafür angesetzten Sprechstunden, vormittags von 9 bis 10 Uhr, bei Pfarrer Paulmann, außer Montags, entgegengenommen werden. Falls eine behördliche Anordnung in bezug auf Ermäßigung der Kirchensteuer erlassen wird, erfolgt die Regelung bei Zahlung der letzten Rate am 10. Februar 1936. Die Zahltermine für das Rechnungsjahr 1935 (1. April 1935 bis 31. März 1936) sind am 11. Mai, 10. August, 11. November 1935 und am 10 Februar 1936, vormittags von 9 bis 11 Uhr, bei der Hebestelle, Verwaltungsstelle Harpen. Die Kirchensteuer ist fällig am 15. Mai, 15. August, 15. November 1935 und 15. Februar 1936. Stadtteil Grumme=Böde Aus der evangelischen Gemeinde, 7. Pfarrbezirk. Am heutigen Donnerstag wird in der evangelischen Gemeinde des 7. Pfarrbezirks der kirchliche Unterricht für die Konfirmanden ausgenommen, und zwar zunächst für die Knaben, die sich im Konfirmandensaal der Lutherkirche treffen. Am morgigen Freitag beginnt morgens.30 Uhr der Unterricht für die Mädchen. Stadtteil Linden=Dahlbausen Der Nationale Feiertag in Linden. Im Lokale Schwager fand eine Besprechung statt, in der die Gestaltung des„Nationalen Feiertages des deutschen Volkes" besprochen und festgelegt wurde. Der Tag wird in folgender Weise ausgestaltet werden: Vorabend des 1. Mai: Einholung des Maibaumes durch BDM. und HJ.— 1. Mai,.30 Uhr: Kundgebung und Uebertragung der Rede des Reichspropagandaministers. .30 Uhr: Festzug der Wagen und Gruppen ohne Beteiligung der Arbeiter. Arbeitsfront stellt Wagen. Schluß 11.30 Uhr. 13.45 Uhr: Kundgebüng der gesamten Arbeitsfront auf dem Sportplatz. Eröffnung und Fahneneinmarsch bis 13,56 Uhr. 14 Uhr: Gemeinsames Lied. Dann Volkstanz durch BDM. 14.15 Uhr: Gesangvereine Baaker Mulde und Friedlicher Nachbar. 14.15 Uhr: Rede des Führers. Danach Abmarsch zum Festzug, der in einer halben Stunde beendet ist. Auflösung Marktplatz. Aufstellung: Hoheitsträger mit Stab, SA., NSKK., PO., Flieger, HJ. und SS. in je einer Gruppenstärke, dann Fahnenabordnungen sämtlicher Vereine, alsdann Arbeitsfront. Die Fahnenabordnung tritt um 13.30 Uhr bei Nüllmann an. Silberhochzeit. Gestern konnten die Eheleute Stanislaus Libecki und Frau, Maria geb. Szeniak, Friedlicher=Nachbar=Straße 19, in bester Gesundheit das Fest ihrer silbernen Hochzeit feiern. Desgleichen konnten die Eheleute Caspar Grothe und Frau, Lindener Straße 84, ihr silbernes Ehejubiläum begehen. Zahltage für Wohlfahrtserwerbslosenunterstützungen. Erste Hälfte am Montag, 29. April. Die Auszahlung erfolgt an diesem Tage in nachstehender Reihenfolge: Anfangsbuchstabe des Hausnamens: A und B von 8 bis .30 Uhr, C und D von.30 bis 9 Uhr. E bis H von 9 bis.30 Uhr, I bis L von.30 bis 10 Uhr, M bis P von 10 bis 10.30 Uhr, O bis Sch. von 10.30 bis 11 Uhr, St bis UI von 11 bis 11.30 Uhr, V bis Z von 11.30 bis 12 Uhr. Die angegebene Zeit muß unbedingt innegehalten werden. Außerhalb der festgesetzten Zeit kann eine Auszahlung nicht erfolgen. NS.=Frauenschaft Bochum=Linden. Heute abend 8 Uhr findet im Lokale Scheidtmann der monatliche Pflichtabend statt, der diesmal von besonderer Bedeutung ist durch die Verpflichtung der neuen Mitglieder, die die Kreiskulturreferentin Frl. Maßling vornehmen wird. Allseitige Teilnahme ist selbstverständliche Pflicht. Elternabend verschoben. Der Bund Deutscher Mädel Bochum=Linden=Tahlhausen teilt mit, daß der für Samstag, 27. April. vorgesehene Elternabend, der im Lokale Scheidtmann stattfinden sollte, durch parteiamtliche Anordnung bis nach dem 15. Mai verschoben werden mußte. Der genaue Zeitpunkt der Veranstaltung wird an dieser Stelle mitgeteilt werden. Die bereits verkauften Programme behalten ihre Gültigkeit. Geschichtstafel 1533 25. April. wurde der Erbstatthalter der Niederlande Wilhelm 1. Graf von Nassau in Dillenburg gevoren. Personalnachrichten In körperlicher und geistiger Frische und Wohlbefinden konnte der Werkspensionär Anton leke in Stahlhausen, Gremmestraße 39, seinen 80. Geburtstag begehen. Eine stattliche Kinderschar, von denen sich eine Tochter in einer Ordensgenossenschaft dem Dienste der Karitas widmet, sowie eine Reihe Enkel konnten dem Jubilar an seinem Ehrentage Glück wünschen. Auch aus seinem weiten Bekanntenkreise und nicht zuletzt von seinen früheren Mitarbeitern im Bochumer Verein, dem er fast ein halbes Jahrhundert in Treue diente, wurden ihm Ehrungen zuteil. Heute vollendet Frau Witwe Luise Pubanz ihr 90. Lebensjahr. Sie ist am 25. April 1845 geboren. Seit 1921 weilt sie in Bochum; sie wohnt jetzt Gerberstraße 21b. Die Hochbetagte ist noch immer sehr rüstig und verrichtet alle Hausarbeiten in ihrem Haushalt, den sie noch selber versieht. Sie hat einen Sohn, sechs Enkelkinder und drei Urenkel, die ihr heute ihre Elückwünsche darbringen. Zwei Priesterjubilare Zu den diesjährigen Bochumer Priesterjubilaren, die auf eine 25jährige Seelsorgstätigkeit zurückblicken können, gehört auch Strafanstaltspfarrer Richard Keller der, verhältnismäßig wenig bekannt im öffentlichen kirchlichen Leben, an den im Strudel des Lebens gestrauchelten und nun hinter Gefängnismauern sitzenden Menschen seinen oft recht schweren Seelsorgsdienst versieht, um diese Menschen wiederaufzurichten und sie wieder auf den rechten Weg zu führen. Dieses Amt versieht der Jubilar nunmehr seit 15 Jahren als Nachfolger des verewigten Pfarrers Sagemüller. Nach seiner Priesterweihe im Jahre 1910 war Pfarrer Keller zehn Jahre als Vikar tätig. Zu seinem Jubiläum wird sicher der eine oder andere der von ihm Betreuten in Dankbarkeit seiner gedenken. Pfarrer Keller versieht auch seit Jahren das Amt des Diözesanpräses der Katholischen Beamtenvereine der Erzdiözese Paderborn.— Weiter kann Pfarrer Bernhard Coppius in Heddinghausen(Dekanat Marsberg) auf eine 25jährige Priestertätigkeit zurückblicken. Der Jubilar ist vielen Bochumern bekannt durch seine frühere Tätigkeit als Vikar an der Josephskirche. In Heddinghausen wirkt Pfarrer Coppius seit 1931. Aus der katholischen Gemeinde. Am 5. Mai, findet für die Erzdiözese Paderborn der Schulsonntag statt. Aus diesem Anlaß richtet Erzbischof Dr. Klein ein Hirtenschreiben an seine Diözesanen, in dem er die religiöse Erziehung der Jugend in den Mittelpunkt seiner Ausführungen stellt. Die Sammlungen an diesem Tage sollen für die Katholische Schulorganisation Verwendung finden. postwertzeichen zum Reichsverassweittang 1933 Die Deutsche Reichspost gibt aus Anlaß des Reichsberufswettkampfes 1935 und der Siegerehrung durch den Führer und Reichskanzler am 1. Mai in einer beschränkten Auflage zwei Postwertzeichen zu 6 und 12 Rpf. heraus. Das Markenbild, dessen Entwurf von dem Münchener Maler Karl Diebitsch stammt, zeigt die Fahne der Hitler= Jugend und eine den Siegerkranz emporhaltende Jungarbeiterfaust. Der Verkauf der Marken, die auch im Verkehr mit dem Ausland verwendet werden können, beginnt am 26. April. .S52 Aus der NSDAp. n 4 Wann kommt der Straßenbahn=Anschluß? Von Grumme nach Bergen, von Bergen nach Hiltrop „Robert Fundament hat ein gewaltiges„quemaß. Die Schornsteinsäule erhält eine Höhe von 120 Meter, deren lichte Weite am oberen Ende einen Durchmesser von vier Müser“ wird eine neue Kraftanlage geschaffen. Ausmaß. Die Sch In Bochums nördlichem Grenzgebiet liegen die beiden ehemaligen Gemeinden Hiltrop und Bergen, die noch bis vor einigen Jahrzehnten einen rein ländlichen Charakter trugen. Die Industriealisierung hat jedoch auch hier durch den Berghau Platz ergriffen, wobei durch die Anlegung von großen Kolonien ein rapider Aufschwung der Gemeinden zu verzeichnen war. Wenn heute in der ganzen Umgebung jede größere Ortschaft durch den Verkehr erschlossen worden ist, so fehlt diesen beiden Bochumer Stadtteilen nach wie vor, in besonderem Maße aber Bergen, jegliche Verkehrsverbindung. Besonders in der regenreichen Zeit macht sich dieser Mangel unangenehm bemerkbar, da die Straßenbahnhaltestellen der Linien A und 9a, die nach Bochum führen, wie auch die der nach Herne führenden Linie D eine glatte halbe Stunde Fußwegs entfernt liegen. Der Gedanke zur Verkehrserschließung dieser beiden Ortschaften durch die Straßenbahn ist nicht neu. Schon vor dem Kriege haben Verhandlungen stattgefunden zur Durchlegung der Linie 9 der Bochum=Gelsenkirchener Straßenbahn durch die„Wanne" über Hiltrop. Die Notwendigkeit war damals anerkannt, die Konzession erteilt und das notwendige Schienenmaterial bereits angefahren. Nach dem Kriege hat sich die Angelegenheit wieder zerschlagen. Inzwischen ist die Notwendigkeit aber noch deutlicher geworden durch den Ausbau der früheren Gemeinde Bergen, die heute rund 2000 Einwohner zu verzeichnen hat, wozu noch die doppelte Anzahl interessierter Einwohner des Ortsteils Hiltrop hinzukommt. Der Wunsch der Bevölkerung dieser beiden Ortsteile geht dahin, die Linie 9a der Bochum=Gelsenkirchener Straßenbahn mit der jetzigen Endstelle „Constantin 6/7“ bis Lukas in Hiltrop oder wenigstens bis Lothringen, Schacht 4, durchzulegen, was auch für die in Bochum wohnenden Belegschaftsmitglieder der Schachtanlage Lothringen 4 von Vorteil wäre. Da die Wege nach der Stadt Herne zum Teil kürzer und näher sind, ging ein großer Teil der Kaufkraft dieser 6000 Einwohner für Bochum bisher verloren. Bei dem Fehlen der Verkehrsverbindungen machen sich die schlechten Wegeverhältnisse um so deutlicher bemerkbar. Mit Freude haben die Bergener Einwohner von dem großzügigen Straßenbauprogramm der Stadt Bochum Kenntnis genommen. Sie möchten aber an (Nach Bekanntmachungen der Partei.) Donnerstag, 25. April. RSDAP. Altstadt. 20 Uhr: Schulungsabend im Rathaus, Zimmer 301. NS.=Frauenschaft Ehrenfeld. 20 Uhr: Zusammenkunft im Ernst=Moritz=Arndt=Haus. NSDAP. Griesenbruch, Gruppen 1, 2 und 7. 20 Uhr: Schulungsabend in der evangelischen Schule an der Alleestraße. NS.=Frauenschaft Weitmar=Nord. 20 Uhr: Gemütliches Beisammensein mit Kaffeetrinken.(Tassen mitbringen.) NS.=Frauenschaft Grumme. 20 Uhr: Pflichtabend im Jugendheim, Livoriusstraße.(Kaffeetrinken fällt aus.) NS.=Frauenschaft Riemke. 20 Uhr: Pflichtabend mit Lichtbildervortrag bei Förster. NS.=Frauenschaft Gerthe. 20 Uhr: Zusammenkunft in der Schule, Hegelstraße.(Singabend.) NS.=Frauenschaft Langendreer=Oberdorf. 20 Uhr: Heimabend bei Heemann, Oberdorf. RETAP. Kreis, Abteilung Rundsunk. 20 Uhr: Schulungsabend der Ortsgruppensunkwarte in der Geschäftsstelle des RDR. TFTV., Malteserstraße 145, Zimmer 11. Erscheinen ist Pflicht. NS.=Sportamt Kursusplan für Freitag, 26. April. Fröhliche Gymnastik und Spiele nur für Frauen von 16 1/ bis 18 Uhr, Uebungsraum der Gymnastikschule in der Kommunalbank, Schützenbahn. Fröhliche Gymnastik und Spiele nur für Frauen von 18 dieser Stelle einmal eine alte Vertragsschuld in Erinnerung bringen. Bei der Eingemeindung nach Bochum war im Eingemeindungsvertrag vereinbart worden, daß ein Verbindungsweg zwischen Bergen und Grumme hergestellt werden sollte. Es handelte sich hierbei um die Verlängerung der Tenthoffstraße, die an der Kaiseraue vorbei, Constantin 6/7, dem östlichen Zipfel des Zillertals, Bergener Mühle, Bergener Straße zur Schultestraße als weitere Verbindung nach Herne gedacht war. Wenn die frühere Stadtverwaltung diese vertragliche Abmachung trotz genügender Zeit nicht eingelöst hat, so hat die Einwohnerschaft Bergens zu der jetzigen Stadtverwattung das Vertrauen, daß sie den Erfordernissen dieses Stadtteiles besser Rechnung trägt und den Vertrag so bald wie möglich zur Ausführung bringt. Die Bergener hoffen gerne, daß auch die Bergener Straße als Hauptstraße des Ortsteiles baldmöglichst im Rahmen des Straßenbauprogramms einer gründlichen Instandsetzung unterzogen wird. Dieses! Fröhliche Gymnastik und Spiele nur für Frauen von 18 erscheint um so notwendiger, da die Straßenbeleuchtung bis 20 Uhr, Uebungsraum der Gymnastikschule in der Komhier nur spärlich ist und die nur teilweise vorhandenen munalbank, Schützenbahn. Bürgersteige bei Regenwetter kaum passierbar sind.] Fröhliche Gymnastit und Spiele nur für Frauen von 20 Begen der. fehlenden direkten Verbindung zwischen den mungsoank, Schütenbaon.anie in der Komev, näzee berz##schc. Fröbliche Gymnastik und Spiele nur für Frauen von 20 lich, geographisch, wirtschaftlich, schutmatig und Rrc#rich; vis 22 Uhr, Turnballe des Reform=Realgymnastums, Lindenvon beiden Konfessionen aus zusammengehören, bleibt Dablhausen, Amtmann=Falke=Straße. der schon früher von der Gemeinde Gerthe geplante] Fröhliche Gymnastik und Spiele nur für Frauen von 20 direkte Verbindungsweg zwischen der evangelischen bis 22 Uhr, Turnhalle des Reform=Realgymnasiums,.= Kirche in Hiltrov und der katholischen Kirche in Bergen#rähssche Gymmastik und Sviele nur für Frauen von 20 eine Notwendiakeit. Diese Notwendigkeit liegt schon in.,##niiche Gymnann und Spiele nur für Frauen von 20 eine Nolwendigten.. Diese Konhengigten kemtschon in big 22 Uhr, Turnhalle der Goethe=Oberrealschule, Goetheden Schulkindern begründet, die jetzt zur Abkürzung ihrer sonst weiten Schulwege den nicht ungefährlichen Pfad an der Werksbahn Constantin entlang wählen, diesen Weg sogar teilweise im Tag viermal gehen müssen, wobei die Kleidung und das Schuhwerk besonders unnötig strapaziert wird. Gleichzeitig würde der jetzt mustergültige Hiltroper Volkspark durch diesen Wunschweg, der nur die Verlängerung des noch auszubauenden Vertragsweges bedeutete, für die Bochumer Spaziergänger erschlossen werden, die dann auch Gelegenheit hätten, den urwüchsigen Gysenberger Wald, der ja direkt an den Hiltroper Volkspark grenzt, zu besuchen. Vielleicht sind diese Wünsche, die in der Notwendigkeit begründet liegen, in absehbarer Zeit doch erfüllbar. straße. Kleinkaliberschießen für Frauen und Männer von 20 bis 22 Uhr. Schießstand des Volkssportplatzes an der Castroper Straße. Deutsche Arbeitsfront Achtung! Gemeinschaftsfahrt nach Berlin! Die Gaubetriebsgemeinschaft Freie Berufe der Deutschen Arbeitsfront ladet zur Teilnahme an der Gemeinschaftsfahrt zur Ausstellung„Das Wunder des Lebens“ ein. Alle Kreiswarte der RSG.„Kraft durch Freude“ nehmen Anmeldungen zum Gesamtpreise von 20,90 RM. entgegen. Der Preis schließt ein: Fabrtkosten, zweimalige Uebernachtung, Verpflegung Ausstellungsbesuch und Eintrittsgeld für den Zoo. Ankunft in Berkin am 3. Mai 1935 abends. Rückfahrt ab Berlin am 5. Mai 1935 abends, Seite 11 Nr. 96/ Bochumer Anzeiger7 Donnerstag, 25. April 1933 Bochumer Leben Schipp, schipp— hurra! Dort, wo die Steinmassen des Häusermeeres sich lichten, fangen die Bretterhäuschen der Schrebergärten Malerisch liegen sie im jungen, zaghaft lugenden Grün der Liguster=, Holunder=, Rosen= und anderen Hecken gebettet. In allen Farben leuchten sie im Frühlingssonnenschein und laden zum Kommen ein. Leben ist im Bereich der bunten Häuserkolonien eingekehrt. Aus der braunen Heimaterde haben sich in nie versiegender Lebenskraft die Frühlingskinder Bahn gebrochen. Schwefelgelbe Primeln, zartgetönte Krokusse, gelbe und weiße Narzissen und bescheidene iefmütterchen streben neben vielen anderen Kindern Iloras zum Licht. Hauchseines Grun quoll hervor und hängt nun schleierhaft an Baum und Strauch. Mit dem Erwachen der Natur sind auch die Schrebergärtner lebendiger geworden. Sie klopfen und hämmern und hacken und schippen und graben und harken immerzu. Altes Geranke verschwindet. Wege leuchten neu. Schadhafte Zäune werden repariert und knarrende Angeln geölt. Emsig müht sich der Mann und verrichtet die groben Arbeiten, während die Frau ihm mit flinken Bewegungen zur Hand geht und dem Ganzen den„letzten Schliff“ gibt. In der Laube aber oder auf dem nahen, kiesbestreuten Gartenweg spielen die Kleinen. Besonders eifrige haben zur Schüppe gegriffen und prokeln“, was das Zeug hält. Mit süß=saurer Miene sieht der Vater zu. Doch er wird's schon wieder in Ordnung bringen, und gütigst läßt er den kleinen Gärtnern freien Lauf. Langsam ersteht so Stück um Stück. Die Beete scheiden sich. Dieses soll für die Blumen sein und jenes für Salat. In strenger Ordnung findet alles seinen Platz. Und dann senkt sich die Saat zu Boden, und feine, braune Krumen legen sich darüber. Der Schrebergärtner und seine Frau aber stehen nach getaner Arbeit am Zann gelehnt. Leuchtenden Auges betrachten sie ihr Werk. Hier ist ihr Reich. Hier sind sie König. Der Duft, der in die Nase steigt, entströmt ja ihrer Scholle. Sie freuen sich und lauschen auf Kikeriki des Hahnes im nahen Hühnerstall. Die Kleinen aber drängen sich zum Gehege der Kaninchen und streicheln die kleinen stupsnäsigen Gesellen, die schnuppernd ihre Schnäuzchen heben. chumer Verein, und Ernst Kossek, Maschinenschlosser, Bochumer Verein, denen der Bochumer Verein die gleiche Prämie gewährt. Schenkt Jahressportkarten! Mit der Aufforderung„Schenkt Jahressportkarten! wendet sich das Sportamt der RSG.„Kraft durch Freude" Bochum an Firmen und Geschäfte, damit diese ihren Angestellten eine kleine Freude bereiten und damit gleichzeitig das Ziel der sportlichen Erfassung des gesamten deutschen Volkes mit erreichen helfen. Die Jahressportkarte, die jedes Sportamt der RSc. „Kraft durch Freude" ausgibt, berechtigt zur Teilnahme an allen seinen Turn=, Sport=, Spiel= und Gymnastikkursen gegen ein geringes Entgelt, das in vielen Fällen oder wenigstens zum Teil von Firmen, die durch Jahressportkarten=Schenkungen schon mit gutem Beispiel vorangegangen sind, auch noch übernommen wurde. Die Gültigkeit einer solchen Jahressportkarte beträgt ein Jahr(81. März 1935 bis 31. März 1936). Starker Reichsbahn=Osterverkehr Der Österverkehr im Bezirk der Reichsbahndirektion Essen war etwa 6 Prozent stärker als im Vorjahr. Der stärkste Verkehrstag war der erste Ostertag. Der selten schöne Tag brachte der Reichsbahn gewaltige Massen der Ausflügler, die aber überwiegend im Nahverkehr die Reichsbahn benutzten. Unter den großen Bahnböfen des Bezirks war der Ostexverkehr in Bochum, Tortmund, Essen, Hamm und Overhausen stärker, in Gelsenkirchen hielt er sich auf fast gleicher Höhe wie im Vorjahr, in Duisburg war er etwas schwächer. Die Reichsbahndirektion Köln berichtet, daß der Österreiseverkehr am Gründonnerstag und Karfreitag äußerst stark war, was in erster Linie für den Fernverkehr gilt. Wie die Reichsbahndirektion Wuppertal mitteilt, war der diesjährige Osterverkehr etwas schwächer als im Vorjahr. Am Östersonntag entwickelte sich wegen des guten Wetters ein starker Ausflugsverkehr. Börse der Hausfrau Die Hausfrau wird mit Freude auf dem Mittwochmark das gesteigerte Angebot an Frischgemüse begrußt haben. Es wird wieder leichter sein, den Mittagsti reichhaltiger zu gestalten. Die Kleingärtner bekundeten eine rege Nachfrage nach Sämereien, Gemüse= und Blumenpflanzen für den Zier= und Nutzgarten. Sochumei=Berdunde und Bereine Sauerländischer Gebirgsverein. Das große Sauerländische Gebirgsfest in Berleburg wirft jetzt schon seine Schatten voraus. Nehmen wir das Aprilhest der Monatsschrift des Sauerländischen Gebirgsvereins, den„Sauerländischen Gebirgsboten", zur Hand, springt uns von dem leuchtend gelben Umschlag eine kräftige Zeichnung des Schlosses Berleburg ins Auge, die§;.„Penner=Priorei entwarf. Die Eindes Vereinsführers. Das Vorlesen des reichhaltigen Schrift De wechsels nahm eine geraume Zeit in Anspruch. Laut Parole= befehl trägt der Verein ab heute obige Bezeichnung. dann wurde die 64. Führertagung des Landes=Krieger= verbandes am 1. und 2. Juni in Bochum eingehend besprochen. Der Vereinsführer weist auf eine Einladung des Vereins ehemaliger 172er zu einer Filmvorführung am und Arheiter; daten der Westwagt in Saarlozts.,porz,%gpisunf„Mat Gesellen wurde verlesen und eingebend erortett. Die Hin= und Au Norstände= und sahrt mir Nachihuutne, und RKusser steut sich auf.60 RM. Seinzande: und Auch hier hiitet der Vereinsführer um eine zahlreiche, Be; bonz Ka- teiligung. Ameldungen müssen bis zum 25. April##gli, lonsfragen sein. den Schluß der reichhaltigen Tagesordnung bitvere ionstrauen. Al-eine rege Besprechung über den Schießsport. Lehrlingsprüfung der Hütten= und Maschineninbusttie Die Prüfungen, zu denen 28 Werke insgesamt 162 Lehrlinge gemeldet hatten, haben in der Zeit von Januar bis März stattgefunden. Der„..“ berichtete gestern bereits über das Ergebnis der Facharbeiterprüfung beim Bochumer Verein. Auch in diesem Jahr werden, wie wir bereits mitteilten, die vier besten Leistungen wieder durch eine achttägige Reise nach München und Oberbayern, die um die Pfingstzeit angetreten werden soll, belohnt. Die Glücklichen, denen diese schöne Auszeichnung vom Industrieverband von Bochum und Umgebung zuteil wird, sind Hans Czybulka, Elektriker, Bochumer Verein, und Siegfried Ladwig, Elektriker, Henrichshütte, ferner Helmut Dikty, Maschinenschlosser, Bobura ins Aunge, die 8z, Wenner Prio zu Hemt ach, Tage nach 5. Mai im Lokal Ph. Bischoff bin, zum Besten der beldenstatlichen Hestes Der Tasterländische Gebirasvekein hat so sich doch zablreich bereiligen. Der Bericht über die Petttteg geiter. Der Saueriangische V= gegportezn vat##zung des Bestwacht=Tenkmalsausschusses in Hagen wurde seine nave vevorstebende Herschau treuer Sauerlandwandter sephaft besprochen. Ein Aufruf zum Appell ehemaliger Solwieder einmal würdig eingeleitet. S5antaz, daten der Westwacht in Saarlouts vom 25. bis 24. Mai Bezirksverband der Katholliggen Knapven= und ntvene: wurde verlesen und eingebend erortert. zie pin= und Rückvereine Groß Bochum. Im„Katholischen Geseuenhaus an jahrt mit Nachtquartier und Kassee stellt sich auf 60 RM. der Marienstraße tagte am Dienstag eine Vorst Vertrauensmännerkonserenz des Bezirksverbandes tholischen Knappen= und Arbeitervereine Groß=Jochum. Zuur sein. Den Schluß der reichhaltigen Tag Besprechung standen vorwiegend„Erganisationsfragen. Al; seine rege Besprechung über den Schießsport. beitersekretär Eises gav zur Eröfinung einen Ueberblick Lameradschaft des ehemaligen Reserve=Insanterie=Regiüber den gegenwärtigen Stand in Bochum. Der Bezirls= menig Nr. 16 in Bochum. Im Kameradschaftsbeim Hasselverband Groß=Bochum umjaßt mit den Vororten Hattingen. zuß jand der gut besuchte April=Kameradschaftsabend statt. Welver und Blautenstein 30 Arbeitervereine mit rund Beginn des Abends gedachte der Kameradschaftsführer des Mitgliedern.„Aluf Wunsch der Ttözesaveiner zr heitsgemein 7V. Geburtstages von General Ludendorff. In kurzen Worschaft eingegangen mit den Beztrtegzschzupgen, Wanne=Eickel Zu bem'-Guntt„Dentmalsangelegenbeit“ richtete der Kamepratsche Vereinsarbet, verücksichtiate. Weiter lracd Fizeloz ehenialigen Reserve=Iufanterte=Reginenis. 16 gelingen, möge, den gesauenen, Numglaben, insbesendere den vielen Söhnen unserer Vaterstadt Bochum, die ihr Leben fürs Vaterland hingaben, ein würdiges Ehrenmal zu errichten. Es wurde beschlossen, am 15. Juni ein großes militärisches Konzert im Stadtpark zu veranstalten. Dieses Konzert wird ausgeführt von zwei Kapellen und einem Spielmannszug, insgesamt etwa 100 Mitwirkenden. Der Reinertrag dieses Konzerts ist für den Denkmalsfonds bestimmt. Der Preis für die Einlaßkarte soll nur.50 RM. betragen, damit jeder GeEs notierten die Preise Möhren Schwarzwurzeln Steckrüben Grünkobl Spinat Kovssalat Endiviensalat Feldsalat Rhabarber Zwiebeln Blumenkobl Weibtohl Wirsina Rottobl Butterkohl Rübstiel Kartoffeln Bananen Aevfel Apfelsinen Zitronen. Eier Deutsche Molkereibutter Deutsche Landbutter Quarktäse Rindfleisch Schweinefleisch Kalbfleisch Hammelfleisch Schellfisch Rotvarsch Schollen Kabeljau Seclachs Fischfilet Barsch Plötze Zander am 17 April Pfd. 10 3 Pfd. 30 J Pid 10• Pid. 18 S Pid 12 3 Sick 20 25 S Pid. 40 J Pid. 60 Pid. 12 J Pfd. 35—50 J Pld. 12 3 Pid. 20-22 Pfd. 23 S 24 Pfd. 1230— 20—25Psd. " Pid. 25—30 J " Pid. 28—50 J " Stück—20 J " Stück 4. 5, 6 J " S t ü c k 8— 1 0 J . Pid.60 M " Pid 1,40 M Pso. 25 " Pfd. 65—70 " Pfd. 80 J " Psd. 70 J Pfd. 80 Pfd. 20—45 L . Pid. 30 J : Pid. 90 S " Psd. 30—35 L m Pfd. 25 J " P f b. 3 5— 4 0 S Pfd.— „ Pid. 80 S Pid.— April 10 J 30 3 19 J 18 3 10—12 3 15-20 J 40 J 60 3 18 3 13 43 3 12—19 3 . 18—20 J 22 3 Pfd. 12—15 J Bund 10 J 20—25 Pfd.1 30—35 J 28—50 S Stück—20 J (Stück 4, 5. 6 S Stück—10 J .60 .40 * 28 .. 65—70 J 80 3 70 3 80 J 30 50 " 30—35 3 . 30 J 30 J ." 28 3 " 30—40 S * dem Vortragenden erläutert, wobei er insbesondere die Fadschaftssmuigzngrbeiten, damit es der Kameradschaft des vignasor, veu gusarbet, berücksichtigte. Weiter sprach Ti5zesan totträtigen Reserve=Infanterie=Regiments 16 gelingen, mögsekretär Heitkamp(Tortmund), der zu aktuellen Zeittragen de# getallenen Kameraden insbesor Stellung nahm. Eine anregende Aussprache über Katholische= ven gesauenen,n Aktion=Arbeit beschloß die Tagung. Traditionsecke Kameradschaft Westwacht. Die Kameradschaft Westwacht des ehemaligen Unterelsässischen Infanterie=Regiments 137 hielt am Ostersonntag im Vereinslokal Hasselkuß ihre Mo= die Einlaßkarte soll nur.50 RM. betragen, damit jeder Genatsversammlung ab. Vereinsführer Kamerad Simon#legenheit hat, das Konzert zu besuchen. Für den Dentmalsgedachte in feierlicher Weise des Geburtstages unseres ausschuß wurden die Kameraden Rob. Germeroth, Paul Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler: gleichsalls wurde Witt, Franz Harbecke, Fritz Hauschild. Paul von den alten Soldaten dem genialen Führer in Anbetracht[Lange und Ludwig Schulte=Derne bestimmt. der Einführung der allgemeinen Wehrpflicht am 16. Marz Mai soll ein Kleinkaliberschießen und im Juni ein Schießen von ganzem Herzen Zank und Anerkennung gezollt. Ein mit Wehrmannbüchse stattfinden. Den Vereinsbierzipfel erdreifaches Hurra auf unseren Führer besiegelte die Worte vielt mit 33 Ringen der Kamerad Köddewig. Bochamtel=Veranstältungen Stadttheater Bochum. Eine allgemein anerkannte wesentliche Bereicherung erfuhr das gegenwärtige dramatische Schaffen durch Hans Schwarz' Drama um die Gestalt Louis Ferdinands,„Prinz von Preußen“, das nach seiner Bochumer Uraufführung von den bedeutendsten Bühnen des Reiches, u. a. auch vom Preußischen Schauspielhaus in Berlin, erworben wurde. Die Bochumer Iuszenierung wird heute avend zum letzten Male in einer augemein zugänglichen Aufführung gezeigt. Der Rote Ring ist als Vormiete ausersehen.„Prinz von Preußen“ steht dann noch einmal zu Freitag auf dem Spielplan, und zwar in einer geschlossenen Veranstaltung für die NS.=Kulturgemeinde— Grundscheine. Die Oper verzeichnet zu Samstag eine Aufführung von Verdis„Rigoletto". Der Vorverkauf ist im Gange. Die neue Opereite des Spielplans„Der große [Preis“ von Karlheinz Gutheim wird am Sonntagabend wiederum gespielt,— in einer Außer=Vormiete=Vorstellung, zu der der Vorverkauf heute eröffnet wird. Die soeben in Duisburg uraufgeführte Operette ist inzwischen bereits von der Komischen Oper Berlin für den Beginn des Mai in Aussicht genommen. Friedrich der Große und der Weltkrieg. Ueber dieses Thema spricht am Montag, 29. April, abends.30 Uhr, der Sohn Günther des verstorbenen Generalobersten von Einem im Alldeutschen Verband. beginnt die 1. Klasse der Preuß.-Süddeutschen Masschtottoris Lose in allen Abschnitten sind bei mir noch vorrätig Los Nur 3 Mnn. für jede der S Klassen. Wenn Sie täglich 10 Pf. zurücklegen, können Sie jährl. 10 Zieh, mitspielen. Kaufen Sie jetzt zur 1. Kl. ein Los, bei spät. Eintritt muß nachgezahlt werden. 199 5 Saaliche 1G55 Lotteris-Einnahme Bochum, Wilhelmsplatz Verkäufer der auch Außenkundschaft erfolgreich bearbeiten kann. Gehalt u. Provision. Bewerbungen unter R. R. 57785 Anz. Sohn achtbarer Eltern mit mögl. höh. Schulbild.(Latein) u. feinst. Schrift als für meine Med.=Drogerie, gesucht. 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Um ein andächtiges Gebet für den lieben Verstorbenen bitten: Die trauernden Hinterbliebenen Bochum, Eickel-Holsterhausen. Gelsenkirchen. Dortmund. Oelde. Heessen b. Hamm. 25. April 1935 Die Beerdigung findet am Sonnabend, dem 27. Aprll. nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehause, Bochum, Oskar-HoffmannStraße 132, aus statt.— Das feierliche Levitenamt ist um 8½ Uhr LAllen, denen aus Versehen keine Nachricht zusehen solle. diene diese als solche Wenn Liebe könnte Wunder tun. und Tränen Tote wecken, dann würde dich gewiß nicht schon so früh die kühle Erde decken Nach Gottes unerforschlichem Ratschluß ging am Dienstag morgen um.30 Uhr meine innigstgeliebte, nimmermüde, treude Frau, meine liebe Mutter, unsere liebe Tochter, meine einzige Schwester, unsere liebe Schwiegertochter, Schwägerin, Tante, Nichte und Kusine, die Enelrau-Heinrien-Hermann Maria, geb. Fromm im blühenden Alter von 30 Jahren in die Er- Zognegag###. hen sie vor wenigen Tagen noch einem gesunden Söhuche uns Leben schenkte. In tiefem Schmerz: Heinrich Hofmann Söhnchen Karl Heinz nebst Anverwandten Bochum, Raboldshausen, Oberthalhausen(Hessen), Berlin und Allenstein(Ostpr.), den 28. Aprl 1835 Die Beerdigung findet am Freitag, dem 26. April 1935, nachmittags 2¾ Uhr, vom Trauerhause. Hofsteder Straße 74, aus statt. Sollte jemand aus Versehen keine Nachricht erhalten haben, so diene diese als solche in Essen! Lioterwag. 94 .00—20 Kr. .50—20 Tr. .00—20 Tr. 32X6 R. L. vorrätig. Vulkanisieranstalt Sopielia ub. Bochum Herner Straße 77 Ruf 68475 Standard- Fankstelle (Verloren Zahmer, blauer Welenstich entflogen. Gegen Belohnung abzug. Farnstr. 51, part. Stadtleihamt Bochum.„nen sk. Die Versteigerung der Sepsanper sig Freund, bist Du des Alleinseins müde, ehlt Dir zum Glück der Kamerad, 924 Pfendnummern 450731—455539, such ihn Dir durch ein Was wir bergen in den Särzen ist ja nur der Erden Kleid. Was wir lieben ist geblieben. bleibt in Ewigkeit. Plötzlich und unerwartet entschlief am Dienstag nachmittag um 5½ Uhr mein lieber Sohn, mein einziger Bruder und Schwager, der Polstermeister Ertst-Vekmiann Im Alter von 28 Jahren In tiefer Trauer: Wwe. Christine Heckmann Peter Heckmann und Frau Bochum-Hordel, den 24. April 1935 Die Beerdigung findet Freitag, den 26. April. nachmittags 4 Uhr, vom Trauerhause. Sonnenscheinstraße 17, aus statt. Trauerfeier ½ Stunde vorher Familien= Nachrichten Der Herr ist mein Hirte. mir wird nichts mangeln Ein sanfter Tod erlöste heute morgen 4½ Uhr meine treusorgende, liebe Frau. Schwester, Schwägerin und Tante geb. Möbus im vollendeten 73. Lebensjahre von ihrem schweren, mit großer Geduld ertragenen Leiden. In tiefer Trauer: Friedrich Gissel und Anverwandte Bochum(Kronprinsenstraße), Schönstein. Densberg. Aplerbeck, 24..1935 aus anderen Zeitungen übernommen— Geboren: Knaben: Dortmund: Toni Lammerding(Liesel Kelp). Arno 1 Stibicti Hildegard Hannemann). Essen: Ludwig von Behren(Edith Müller). O. H. Elsen(Gretel MüßUlin). Mädchen: Düsseldorf: Hans Schröter(Trudi Schleif). Jos. Struck (Maria Dreps). Verlobte: Dortmund: Gertrud Voit mit Dr. rer. pol. Emil Böcher(Iserlohn). Vermählte: (essen: Franz Schmidt mit Julie Borgmann. Gestorben: Dortmund: Kriminalassistent i. R. David Naujoks, 48 Jahre. Katharina Kemper, geb. Becker, 70 Jahre. Düsseldorf: Rainer Keller, 72 J. Patentanwalt Dr.= Ing. Peter Voissel, 51 J. Bäckermeister Joh. Weitz sen., 62 Jahre. Essen: Bergrat Karl Wilke, 70 J. 1954, Pfanonummern ko inr.05539, bestehend in Trau= und sonstigen Ringen, Brillantsachen, silbernen und goldenen Damen= und Herrenuhren, Gold= und Silberwaren und anberen Wert= und Gebrauchsgegenständen, Musikinstrumenten, Wäsche, Kleiderstoffen, Bekleidungsstücken aller Art, Schuhen, phot. Apparaten, Grammophonen, Staubsangern, Fahrrädern, 1 elektr. Haarschneidemaschine, 1 gr. Sprungfilzmatte 8: 1,82 Meter, für Sportzwecke, Schreibmaschinen, findet am Donnerstag, dem 9. Mai, Don nerstag, dem 16. Mai, und Donnerstag, dem 23. Mai 1935, vormittags von 8½ Uhr an, im Stadtleihamt, Trankgasse 5, statt. Der Leihbetrieb ist an diesen Tagen geschlossen. Die bei den Versteigerungen etwa erzielten Ueberschüsse können nach dem Verkauf innerhalb Jahresfrist bei der Leihamtskasse in Empfang genommen werden. Nach Ablauf dieser Frist verfallen sie zugunsten der ArmenDie Einlösung dieser Pfänder ist noch bis zum 8. Mai 1935 vormittags zulässig. Im übrigen werden Erneuerungen bei Ueberschreitung der sechsmonatigen Beleihungsfrist grundsätzlich abgelehnt, besonders, wenn nach dem Erscheinen der Versteigerungsbekanntmachung drei Tage verDie bei den Versteigerungen nicht abgegangenen und vom Stadtleihamt gemäß§ 10 des Gesetzes vom 17. März 1881 erworbenen Gegenstände können nach der Versteigerung während der üblichen Verkehrsstunden im Stadtleihamt freihändig gekauft werden. Bochum, den 13. April 1935. Der Oberbürgermeister. such ihn Dir durch ein Inserat. Schon manches Paar, jetzt treu verhat sich durch den„B..“ gefunden! Kommanton=Kranze Engelkränze Lilten Sträußchen Engelkördcten Talmen Murtenranken Bochumer Blumenhalle Bochum, Croße Beckstraße 22 (10700 errker kaufen wir bei Carl Bohlmann unsere Tapeten u. sparten Geld. Besichtigen Sie meineAuslagen Carl Bohlmann nur Kortumstr. 107, Fernrut 89828 Hommanten Uhren e Bestecke im alten Fachgeschäft Carl Neuchina Hattinger Straße 29 Heiraten Witwer sucht Dame von 55—60 Jahr. zuecks Heirat kennenzulernen. S. S. 57754 Anz. Led. Mann, 39 J. alt, kath., m. Hausbesitz, w. Bektsch. mit Frl. entsprech. Alters zwecks sp. Heirat Barersparn. erw. Vertr. Zuschr. m. Bild erbet. D. A. 57802 Anzeiger. Impfungen. Die diesjährigen öffentlichen Impfungen der Erst= und Wiederimpflinge in der Stadt Bochum beginnen am 2. Mai 1935. 1 jedes Kind vor dem Ablaufe des auf sein. Geburtsjahr, folgenden Kalenderjahres sofern es nicht nach ärztlichem Zeugnis die natürlichen Blattern übernanden hat, 2. jeder Zögling einer öffentlichen Lehranstalt oder einer Privatschule, mit Ausnahme der Sonntags= und Abendschulen innerhalb des Jahres in welchem der Zögling das wölfte Lebensjahr zurücklegt, sofern er nicht nach ärztlichem Zeugnis in den letzten fünf Jahren die natürlichen Blattern überstanden hat oder mit Erfolg geimpft worDie Erziebungsberechtigten, die besondere Vorladungen für die Impfung und Nachschau erhalten, haben dafür zu sorgen, daß die Impflinge mit reinem Körper und sauberer Kleidung an den in den Vorladungen vermerkten Stellen und zu den angegebenen Zeiten pünktlich erscheinen. Soll ein Impfling von der öffentlichen Impfung zurückgehalten und durch einen Privatarzt geimpft werden, so ist dieses vor dem öffentlichen Impftermin unter Angabe der Nummer der Impfliste mündlich oder schriftlich dem Gesundheitsamt der Stadt Bochum, Albertstraße Nr. 13, II. Obergeschoß, Zimmer 12, mitzuteilen. Bis zum Ablauf des Jahres 1935 muß die Impfung erfolgt oder der vorgeschriebene Nachweis erbracht sein, daß die Impfung aus einem gesetzlichen Grunde unterbleiben darf. Die Impfvorladungen sind bei der Impfung und Nachschau vorzulegen. Erziehungsberechtigte, denen keine Impfvorladung zugestellt worden ist, haben sie sich beim Gesundheitsamt der Stadt Bochum ausstellen zu lassen. Bochum, den 15. April 1935. Der Oberbürgermeister. Zwangsversteigerung 14 K 27/34. Gemarkung Bochum, Grundbuch von Bochum, Band 41, Blatt Nr. 2074, Flur 54 174/88, beb. Hofr., Königstr. 3, gr. 2,27 Ar, Flur 54 176/88, beb. Hofr., Königstr. 3, gr. 0,18 Ar, Gebäudesteuernutzungswert 2038. Eigentümer: Witwe Bäckermeister Heinrich Dustmann, Luise geb. Döhmann, in fortgesetzte.. fälischer Gütergemeinschaft mit ihren Kindern Heinrich Karl und Alfred lebend. Versteigerungstermin am 19. Juni 1935, 10 Uhr, an der Gerichtsstelle, Viktoriastraße 14, Zimmer 52. 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