—„ 9 92 99— Bezugspreis mit Botenlohn:.35 RM. monatlich oder.08 RM. daldmonatlich, Selbstabholer.85 RM. monatlich oder 93 Pf. halbmonatlich. Bezugspreis für die„Bochumer Illustrierte“ 30 Pf. monatlich. Funkzeischrift ebor mit mir“ 45 Vr. monatlich bei bier Conntagen und 55 Pi. bei fünf Sonntagen im Monat.— Wenn das Erscheinen der Zettung durch höhere Gewalt oder durch Verbot oder Betriebsstörung u. dgl. verhindert wird, können keine Ersatzansprüche gestellt werden.— Geschästsstelle geöfnet von 8 bis 13 und von 141, bis 19 Uhr. Sonntags von 11 bis 12 Uhr.— Sprechstunden der Redaktion von 16 bis 17 Ubr(außer Samstags).— Postscheakonio Dortmund 1760 Verlag und Druck: Laupenmühlen& Dierichs in Bochum Donnerstag 11. April 1935 (Ostermond) Görings Hochzeit im Bild Weitere Bilder im Innern des Blattes auf Seite 3 Die Trauung des Ministerpräsidenten Sertett Der Führer als Trauzeuge dnb Berlin, 10. April. Der Tag der Trauung des preußischen Ministerpräsidenten General Göring drückt auch der Berliner Innenstadt bereits in den frühen Morgenstunden seinen Stempel auf. Die Polizeibereitschaften treffen schon sehr früh die Vorbereitungen für die umfangreichen Absperrungen der Aufstellung der Spalierformationen und ziehen Absperrstricke. Die Berliner Verkehrsgesellschaft muß, eine ganze Reihe von Straßenbahn= und Autobuslinien umleiken. Auch der Fahrverkehr staut sich infolge der Absperrung der von der Spalierbildung berührten Straßen zeitweilig an einigen Brennpunkten. Aber dank der bewährten Umsicht der Berliner Schutzpolizei und dank des humorvollen Verständnisses der Berliner Bevölkerung für die getroffenen Maßnahmen wickelt sich alles reibungslos Bild der Innenstadt Das allgemeine Interesse der Bevölkerung konzenallen triert sich wie nicht anders zu erwarten war. vor llem sich, wie nich auf die Teile der Berliner Innenstadt, die auch diesmal wieder im Mittelpunkt der feierlichen Handlung stehen: das Rathaus, die Linden, das Schloß, die Wilhelmstraße. Insbesondere in der Umgebung des Rathauses haben sich unzählige Schaulustige angesammelt, die mit gespannter Erwartung der kommenden Dinge harren. Vor der Front und an den Seiten des Rathauses ist seit etwa 10 Uhr ein Sturmbann der SA.=Gruppe Berlin=Brandenburg in drei langen Gliedern aufmarschiert. Vor dem Rathaus nehmen später außerdem Ehrenbereitschaften der Berliner Schutzpolizei und des Feldjägerkorps Aufstellung. Das Rathaus ist um 11 Uhr für den Festakt vollkommen gerüstet. Vom First weht eine riesengroße Hakenkreuzflagge. Die Aufgangsstufen sind mit schwarzem und rotem Samt belegt und mit Blumen eingefaßt. Der Innenaufgang der Treppe ist mit rotem Samt belegt und rechts und links mit Blumen umsäumt. Zu beiden Seiten der Treppe haben die Fahnen der Berliner NSBO. und der Berliner Verkehrsgesellschaft Aufstellung genommen. Vor dem Eingang zum Raum der feierlichen Amtshandlung der standesamtlichen Trauung stehen vier Herolde in mittelalterlicher Tracht mit den Insignien der Reichshauptstadt. Gegen ½12 Uhr erscheint der Oberbürgermeister der Stadt Berlin. Dr. Sahm, um sich persönlich von den getroffenen Vorbereitungen zu überzeugen. Auch der Raum der eigentlichen standesamtlichen Trauung ist in festliches Grün getaucht. Immer wieder kreist das Richthofen=Geschwader über dem Rathaus. Vor dem Rathaus besichtigt der Führer des Feldjägerkorps, Oberstleunant Fritsch, die VorbereitunNach der standesamttiichen Tralung Die Neuvermählten verlassen das Berliner Rathaus. Der Führer, der mit dem Reichsminister Hanns Kerrl Trauzeuge war, hat bereits wieder im Auto tar Oberbürgermeister Dr. Sahm mit der Amtskette, rechts der Staatskommissar der Reichshauptstadt, Dr. Lippert. Platz genommen. Links vom Hochzeitspaar gen. Zu beiden Seiten der Freitreppe nehmen Ebrenabteilungen des Jungvolkes und des BDM. Aufstellung. Morgenständchen im Garten des Hauses Görings Inzwischen setzt im Hof und im Garten der Wohnung des Ministerpräsidenten ein lebhaftes Treiben ein. Dauernd kommen und gehen Boten und Postbeamte, zahlreiche Kraftwagen mit Gästen fahren vor, die von dem Kommandeur des Feldjägerkorps. Oberstleutnant Fritsch, und dem persönlichen Adjutanten des Ministerpräsidenten, Oberstleutnant Bodenschatz, empfangen werden. Eine besondere Ehrung bereiteten die Kapellen der Wehrmacht. des Regiments Göring, der vereinigten Inspektion Brandenburg der Landespolizei, der Leibstandarte Adolf Hitler, des Luftsportverbandes, des Feldjägerkorps, des Arbeitsdienstes und der SA. und SS. Unter der Gesamtleitung des Obermusikmeisters Ahlers vom Wachregiment Berlin brachten die ungefähr 200 Mann starken Kapellen dem Bräutigam das Morgenständchen dar. Der Ministerpräsident erscheint auf dem Balkon im ersten Stock und begrüßt die angetretenen Kapellen. Als diese zum Schluß das Deutschland= und das Horst=Wessel=Lied spielen, ist der Ministerpräsident in Begleitung seines persönlichen Adjutanten über die hintere Freitreppe fast unbemerkt im Garten erschienen und grüßt mit erhobener Hand. Sichtlich erfreut über die eindrucksvollen Darbietungen dankt dann der Ministerpräsident. Auch sie sprechen dem Ministerpräsidenten ihre herzlichsten Glückwünsche aus. Nun marschieren mit klingendem Spiel die einzelnen Formationen ab. Draußen sammeln sich immer mehr Menschen, während auf den Dächern der umliegenden Gebäude Arbeiter und Beamte Aufstellung genommen haben, die dem militärischen Schauspiel beiwohnen wollen. Die ersten Flieger kreuzen über der Wohnung des Ministerpräsidenten und bringen ihm ihre Glückwünsche dar. Während der Badenweiler=Marsch als Zugabe aufklingt, erscheint überraschend eine Abordnung der Bauarbeiter, die zur Zeit mit Ausbesserungsarbeiten am Preußenhaus beschäftigt sind, und eine Beamtenabordnung aus dem Preußenhaus. Die Einholung der Braut Kurz nach 11 Uhr steht das Spalier in der ganzen Stadt fix und fertig. Um ½12 Uhr verläßt der Ministerpräsident, begleitet von Oberstleutnant Bodenschatz, Staatssekretär Körner und Ministerialrat Gritzbach, sein Haus und fährt über die Potsdamer Straße, das Tirpitz=Ufer zur Bendlerstraße, um Frau Sonnemann aus ihrer Wohnung abzuholen. Auf dem ganzen Wege steht ein dichtes Spalier von Menschen, die in herzlichster Weise dem Ministerpräsidenten ihre Verbundenheit zu erkennen geben und hier und da im Sprechchor rufen:„Wir gratulieren herzlich.“ Vor dem Hause von Frau Sonnemann nimmt das Gedränge beängstigende Formen an. Als Ministerpräsident Göring mit Frau Sonnemann das Haus verläßt, brausen in langen dichten Ketten die Flugzeuge des Richthofen=Geschwaders und anderer Geschwader über das Haus. Die Fahrt geht nun zur Reichskanzlei, wo das Brautpaar den Führer abholt. Der Wagen des Führers. in dem noch Reichsminister Kerrl, Obergruppenführer Brückner und Brigadeführer Schaub sitzen, setzt sich an die Spitze des Zuges Der große Zupsenstreich, helmstraße der Straße Unter den Linden. des Schloß= platzes und der neuen Königstraße zum Rathaus. Eintreffen am Rathaus Punkt 12 Uhr künden am Rathaus knappe militurische Kommandos das Nahen der Wagenkolonne des Führers und des Ministerpräsidenten ange Von der Königstraße her ertönen brausende Heikrufé, die sich fortpflanzen von Haus zu Haus und sich immer mehr steigern zu begeisterten Ovationen für den Führer und den preußischen Ministerpräsidenten. Unter den Klängen des Preußischen Präsentiermarsches erweisen die Bereitschaften der Schutzpolizei und des Feldjägerkorps die Ehrenbezeigung. Die Spaliermannschaften der SA. entbieten den Deutschen Gruß. Im Eingang des Rathauses werden der Führer. General Göring und Frau Sonnemann von Staatskommissar Dr. Lippert, Oberbürgermeister Dr. Sahm und Stadtrat Wolffermann begrüßt. Die standesamtliche Trauung der Nach der Begrüßung schreiten der Führer, Ministerpräsident Göring und Frau Sonnemann mit Begleitung durch das Fahnenspalier der RSBO. Treppe hinauf zur Vorhalle des Stadtverordnetensitzungssaales. Vor dem Tisch, an dem als oberster Standesbeamter Berlins Oberbürgermeister Dr. Sahm sitzt, nimmt das Brautpaar Platz, rechts davon der Führer und links davon der persönliche Freund des Ministerpräsidenten, Reichsminister Kerrl, als Trauzeugen, dahinter die Begleitung, Obergruppenführer Brückner, Staatssekretär Körner, Brigadeführer Schaub, Oberstleutnant Bodenschatz, der persönliche Referent Ministerialrat Gritzbach und Major Schwabedissen. Staatskommissar Dr. Lippert begrüßte in dem festlich geschmückten Raum den Führer und das Brautpaar herzlichst und führte u. a. aus:„Ehe und Familie die in vergangener Zeit zu leeren Begriffen herabzusinken drohten, ist im nationalsozialistischen Staat wieder Inhalt gegeben, und Ehe und Familie der zu Ehren von Ministerpräsident General Hermann Göring und seiner Braut am Dienstag abend vor der Staatsoper abgehalten wurde. Auf dem Balkon: das Brautpaar und die Ehrengäste Beide Bilder Scherl-Bilderdienst 415000 Arbeitslose weniger in Monat Mähz Ausführlicher Bericht auf Seite 9 sind keine bloßen konventionellen Bande mehr, sondern wieder die natürlichen Grundlagen volklichen Lebens. Das deutsche Volk hat den tiefen Sinn der Ehe und ihre Bedeutung für das ganze Volk erkannt. Aus dieser Erkenntnis heraus weiß das Volk die Bedeutung einer Eheschließung entsprechend zu würdigen und zu achten. Heute, hochverehrte gnädige Frau. hochverehrter Herr Ministerpräsident, sind es aber nicht allein Gefühle der Achtung, sondern Gefühle herzlichster Anteilnahme und tiefster Verehrung, welche die Berliner Ihnen an dem für Sie so bedeutungsvollen Tag entgegenbringen. Das ganze deutsche Volk, dessen Führer und Reichskanzler Ihnen als Zeuge, zur Seite steht, ist von gleichen Gedanken und Gefühlen bewegt. Ich bin stolz darauf und Ihnen dafür dankbar, daß Sie, hochverehrte gnädige Frau. sehr verehrter Herr Ministerpräsident, der mir unterstehenden Verwaltung die Ehre erwiesen haben, die für das Menschenleben so Seite 2 Nr. 86/ Bochumer Anzeiger, Donnerstag, 11. April 1935 als oberster Standesbeamter die Trauung vor, das Aufgebot und das Protokoll und bittet dann das Brautpaar und die Trauzeugen um Unterschrift. so liest man dann. geschrieben: „Hermann Göring. Der Glückwunsch des Führers S ahm spricht darauf den Neuzugleich Und zum ersten Male, mit fester Hand Emmy Göring, geb. Sonnemann.“ Oberbürgermeister,#mrr jählten seine herzlichsten Gluckwunsche aus, hinunterschreitet, klingt ßen das Heilrufen herein. Im Eingang des Rathauses verabschiedeten sich der Führer, die Neuvermählten und die übrigen Gäste von Dr. Lippert und Dr. Sahm, und in rascher Fahrt entfernen sich dann ihre Wagen auf demselben Weg, den sie gekommen waren, wieder durch das Spalier der Berliner Bewegung und der Tausende und aber Tausende, die die Straßen umsäumen und ihrer freudigen Anteilnahme jubelnd Ausdruck geben. id der Partei geladen, sondern in erster Linie die hatten und abermals Zehntausende sich auf den Weg nr. schen Kämpfers Hermann Göring keine Privatangelegenheit, sondern eine Angelegenheit des ganzen deutschen Volkes, das die Verdienste dieses Mannes kennt ihm nahestehenden wandten, unter denen man auch zahlreiche Angehörige Karin Görings bemerkte, seine engsten Mitarbeiter, Brachtiges Tns dor dem Tem seier getrosen. Der Eingaug, Aug atze führen die flichseiten des Staates vorbehalten sind, sind noch frei. eie eden Blatgrhn gershgung die Feldzeichen der entlang die Feldzeichen der mit herrlichem Freitreppe hinauf, an der 18 genommen mel os i. d.. Hänke füllen sch almählich. Man deBerliner und Brandenburger Stanharten. Alufeuung genommen haben. Hinter ihnen Lt.ugarign Dieer wehreren bundert Fahnen und Etunzahl Stander des S 87s, de slauten Baueg Hi zslhzarger eundes und üider ben wueien Aitzgertenzige, Hus Je, geus. mechrere Glieder tief, während unmitelbar vor dem Dom der Kyfihäuserbund Bugrtaof 10 wach ser Platz ist beiebt von guß vern Lusgarten 81 Jehen, siegt siher., Pof,.14e) Tümtliche Glocken des 89 seben, o, re Hem glag, Eainlacge Ctlten sillen den Diet breniee Stimmung. Beginn der großen Anfahrt Gse. Ein Bagen uch den Wporfeadel Pens aui. Piaute und elkei, ericie Seheigeten. Nan wenn areh ecg, Sechanre 15 sieht die Unsformen der Diplia lange vor Beginn der fesghftchen, Trauung im Dom, Ind, der setzten Platz besetzt, Nur Ränge und Logen bis auf den unten Platz besetzt. N die vorderen Reihen, die den Reichsministern, Aber auch dese Vonz,.2— shersten Voerzer. merkt hier u. a. auch die Fliegerobtrne Theizer, Udet und Christiansen in der Uniform der neuen Reichsluftwaffe. Ehrfurchtsvoll grüßt die große meinde die greisen Herführer bes),en Ttesigertretge, des mann und Mackensen, sowie den Sieubertkeier ds Führers Rudolf Heß. Die Ankunft des Führers... Zwei Minuten vor 14 Uhr: Kommandos ertönen, die Formationen stehen still, die Truppen präsentieren das Gewehr. Der Präsentiermarsch klingt auf. Brauender Jubel, der sich von den Linden bis in den LustMüller dem Reichsvikar Dr. Engelke und Oberkonstorialrat Kor'ff begrübt IPhom und nimmt, ehr. furchtsvoll und schweigend von der Versgansligg, mit erhobener Hand begrüßt, auf der ersten Ban. Plat. ... und des Brautpaares Bereits nach zwei Minuten erschallen abermals Kommandos. Begeisterte Ruse brauser, guf, üre Girz, Pangt, paar gelten, das inzwischen die Führr zur Rirche unge Steinbusch blasen den, Tisein“g F, Sonnemann Göring nimmt mit Fraurer. Et## Faam auttnn im ersten Wagen Platz: im zweiten Wugen sitzt die Braut im weißen Kleid und Schleier, geführt von Staatssekretär Körner. In langsamer Fahrt geht wieder über die Wilhelmstraße und die Straße Unter den Linden zum Dom, wo Ministerpräsident Göring zunächst die Front der angetretenen Fliegerkompagnie Reichs=[Kompagnie des Regiments„General Göring“ die Angestellten seines Hauses und neben einer Reihe von Offizieren des Reichsheeres und der Reichsluftwaffe auch zahlreiche Unteroffiziere des Heeres und Wachtmeister der Landespolizei. So bekam diese Feier einen harmonischen Klang und wurde nicht zur Hochzeitsfeier eines Würdenträgers, sondern zur Hochzeitsfeier eines nationalsozialistischen Kämpfers, der von frühester Zeit sich zu Adolf Hitler bekannte und schon am 9. November 1923 für ihn sein Blut gab. Das brachte auch der Führer zum Ausdruck, der in einer kurzen Ansprache betonte, daß er nicht gerne Tischreden halte, daß es ihm aber eine angenehme Pflicht sei, seinem alten lieben Kampfgenossen und seiner Lebensgefährtin von Herzen Glück zu wünschen. Daß beide sich in der Kampfzeit kennen gelernt hätten, sei ein besonders glückliches Finden. Reichswehrminister Generaloberst von Blomberg überbrachte die Glückwünsche aller Soldaten der Wehrmacht und begrüßte insbesondere Frau Göring, die man ungern als Künstlerin scheiden sehe, die aber in ihrem neuen Lebensabschnitt Sinnbild der Tugenden sein werde, die sie auf der Bühne verkörpert habe. Sie werde eine echte Minna von Barnhelm, eine echte Soldatenfrau, bleiben. Mit dem ihm eigenen urwüchsigen Humor hielt dann der persönliche Freund Görings, Reichsminister Kerrl, eine Rede, in der er insbesondere die deutsche Frau pries,... 41294 Cran Grin..4 Als Leiter der Heimatstadt Frau Gorings sprach Regierender Bürgermeister Krogmann(Hamburg) dem Brautpaar seine Glückwünsche aus und bemerkte, daß diese Hochzeit ein weiterer Schritt zur Verreichlichung Hamburgs sei! Für die Verwandtschaft und die Freunde des Brautpaares sprach der Schwager Karin Görings, Graf Rosen. Er betonte, wie Hermann Göring sich in der Zeit der Verfolgung in Schweden wohlgefühlt habe, so fühlten sie sich heute als Schweden in Deutschland wohl. Er und alle seine Verwandten fühlten sich auch der Lebensgefährtin Hermann Görings tief verbunden, desgleichen der große Freundeskreis, den Hermann Göring in Schweden habe. Diese Verbundenheit beziehe sich aber nicht nur auf Hermann Göring, sondern auf die gesamte deutsche Nation. Bei der Abfahrt des Brautpaares und der Hochzeitsgäste war das Gedränge auf dem Wilhelmplatz und den anliegenden Straßen noch viel größer geworden, da inzwischen die Betriebe geschlossen und oer abschreitet. und würdigt und auch an seinem Ehrentage mit ihm denkt und fühlt. Weitere Geschenke Eine Originalurkunde des Ururgroßvaters. anb Berlin, 10. April. Dem preußischen Ministerpräsidenten General Göring sind zu seinem Hochzeitstage weitere Ehrengaben und Glückwünsche zugegangen. Besonders sinnvoll ist die Gabe der Stadt Köln. Es handelt sich um eine Originalurkunde des Ururgroßvaters des Ministerpräsidenten,„des. Kriegs= und Domänenrates in der Grafschaft Mark, Christian Michael Göring. Die Urkunde wurde in einer kostbaren, in Schweinsleder gebundenen Kassette, deren Umschlag die Wappen der Stadt Köln und Görings zeigt, überreicht. Die Urkunde ist ein Dokument aus der Zeit des wirtschaftlichen Aufbaues Preußens unter Friedrich dem Großen. Mit allen Mitteln war auch der Kriegs= und Domänenrat Christian Michael Göring in der Grafschaft Mark bemüht, die daniederliegende Mark wirtschaftlich wieder zu beleben. Ein im Jahre 1750 von dem Dr. und Steuerinspekteur Funke an den König gerichtetes Gesuch, in dem die Errichtung einer Tuchscherenfabrik an der Volme bei Hagen vorgeschlagen wurde, wurde durch Kriegsrat Göring auf das tarträftigste unterstützt. Bei der dem Ministerpräsidenten Göring jetzt übergebenen Urkunde handelt es sich um das eigenhändige handschriftliche Gutachten des Kriegs= und Domänenrates Göring an den König zu der Frage der Errichtung der neuen Fabrik. Der Deutsche Gemeindetag hat dem preußischen Ministerpräsidenten Göring zu seiner Vermählung namens der deutschen Gemeinden und verbände eine von dem Berliner Bildhauer Jakob Hübel geschaffene Büste des Freiherrn vom Stein Der Bundesführer des Deutschen Reichskriegerbundes Kyffhäuser, Oberst a. D. Reinhard, drahtete: „Drei Millionen Soldaten des Kyffhäuserbundes übermitteln durch mich ihrem Frontkameraden, dem ruhmvollen Weltkriegsflieger und jetzigen Führer der deutschen Luftstreitkräfte in treuer kameradschaftlicher Verbundenheit zum Tage der Vermählung allerbeste Wünsche. Veirsutnter Aufturt alEiresn Der französisch=sowjetrussische Vertrag— And England? Heler nin ring seine Braut vom Staats= und Domchor unter Orgelbegleitung von von Frau Sonnemann, vlv,„nHeöperänlichen Freundes Reichsminister Nichten des Brautpaares. Die Orgel präludiert. Der Reichsbischof schreitet voran. Das Brautpaar folgt und nimmt auf den beiden Stühlen unmittelbar vor dem Altartisch Platz. bebe meine Augen auf zu Andacht lauscht die Gemeinde. Dann ergreift Reichsbischof Müller das Wort zur Traurede. Er stellt seiner kurzen Ansprache das lied zum Preise der Liebe aus Gottes Wort voran.„Ihr newaltigen deutschen Dom gekommen, um vor Gott in feierlichster Form einander Liebe und Treue zu geloben. Ihr olgt damit einer alten deutschen Ueberlieferung, die weit zurückreicht in die Zeit unserer Vorväter.“ Der Zufall wolle es, daß Ministerpräsident Göring und seine Frau beide den gleichen Konfirmationsspruch mitbekommen hätten. Er wolle diesen Konfirmationsspruch ihnen auch jetzt wieder mit auf den Weg geben:„Sei getreu bis in den Tod so will ich Dir die Krone des ewigen Lebens geben.“ Nach der Trauerrede des Reichsbischoses spielt das Staatsopernorchester unter Leitung des Operndirektors Prof. Clemens Krauß den„Hochzeitsspruch“ von Paul Graener. Die Soli dieser herrlichen Hymne singen Kammersängerin Ursuleae und Kamngrlänger Völker. Ihre klangschönen Stimmen vereinigen sich mit dem Orchester zu einer einzigartigen Huldigung der Künste. Während sich die Gemeinde von ihren Plätzen erhebt, nimmt dann der Reichsbischof die Trauung vor. Nach dem feierlichen Akt singt die Gemeinde den Choral „Großer Gott, wir loben Dich“ und im Anschluß daran singt Kammersänger Helge Roswaenge mit seiner strahlenden Tenorstimme„Es muß ein Wunderbares sein" von Franz Liszt. verläßt das Brautpaar mit dem Führer, den Brautjungfern und Brautführern und den übrigen Hochzeitsgästen in langsamem Zug den Dom. Zehn Generale der Luftfahrt bilden am Ausgang Spalier und kreuzen die Degen zu Ehren des Führers und des Brautpaares. Begeisierte Ovationen bei der Abfahrt Während der Trauungsfeierlichkeiten im Dom warten draußen die Zehntausende und erleben wie das deutsche Volk im ganzen Reich am Lautsprecher die kirchliche Handlung. Inzwischen sind die Ehrenkompaggien Fliegergruppe und des Regiments„General, Goring vor den Haupteingängen zum Vom guuzggrschiert. Zu, Rechten und Linken bis hinab zur Anfahrt stehen gn# Kreisjägermeister und Forstassessoren Spatier. Wi erschallen Kommandos. Die letzten Orgeltöne aus dem Dom verklingen. Das große Portal öffnet sich und unter den Klängen des Präsentiermarsches, dem das Deutschland= und das Horst=Wessel=Lied folgen, erscheint Ministerpräsident Göring mit seiner Gattin am Arm. Die Chargierten der studentischen Korporationen kreuzen die Klingen. Feierlich schallt das Glockengeläut aus der Kuppel des Domes, als der Ministerpräsident mit seiner Gattin auf der Treppe sichtbar wird. Ein ungeheurer Jubel bricht los. Mit erhobenen Armen grüßen der Ministerpräsident und seine Gattin. Erneuter Jubel, während die Neuvermählten sich immer wieder dankend verneigen. Schnell ist die große Freitreppe mit den Festeilnehmern gefüllt.„Man, seht die Diplomaten, Minister, Fliegergenerale, hoge Sai.= und SS.=Führer und mitten unter ihnen der Führer, stürmisch begrüßt von er Als sich der Jubel der Vevölkerung gelegt bat, schreiten die Neuvermählten langsam die Treppen hinab und begeben sich zur Rückfahrt zu dem reich mit Blumen geschmückten offenen Wagen. Der Führer hat sich inzwischen durch die Spalier bildenden Formationen ebenfalls zu seinem Wagen begeben und verläßt unter sturmischen Heilrufen mit den Neuvermählten den LustNoch einige Zeit verharren die vielen Zuschauer im Lustgarten aus, um das farbenprächtige Bild#u. geBerlin, 10. April. Von unserer Berliner Schriftleitung. Da die gestrige Erklärung des britischen Außenministers Sir John Simon im Unterhaus übr das Ergebnis der diplomatischen Reisen, insbesondere über die Aussprache in Berlin, nicht über den Rahmen sachlicher und zusammenfassender Feststellungen hinausgegangen ist, bleibt vom deutschen Standpunkte aus den Dingen kaum etwas hinzuzufügen. Englands Presse zeigt sich enttäuscht. Man betont den Mangel an direkten Plänen des britischen Kabinetts für die Konferenz in Stresa und orakelt auch weiterhin über die zukünftige Stellungnahme der britischen Regierung. Einige Blätter fordern in ziemlich ungehaltenem Tone, daß endlich mit der„Erkundungsarbeit“ Schluß gemacht und ein Sicherheitsblock für Europa abgeschlossen werde. Es sind die streng konservativen Blätter, die dieses Verlangen aufstellen, Organe, die als Verfechter einer Anlehnung Englands an Frankreich bekannt sind. In diesem Zusammenhang wird übrigens bemerkt, daß der Unterstaatssekretär im englischen Auswärtigen Amt, Sir Robert Vansittart, der stärkste Befürworter einer französisch=englischen Annäherungspolitik, mit nach Stresa fährt. Unter den verschiedenen Londoner Blättern nehmen die„Times“ eine gemäßigte Haltung ein. Das Blatt meint zwar, die deutschen Forderungen seien in der gegenwärtigen Form nicht annehmbar, aber die„Times" betonen, sie könnten durchaus eine Diskussionsgrundlage bilden, da sie im Grunde genommen nichts Unvernünftiges enthalten. Moskau „Raltonatseolantsiischsee Jultiensesr Schon Der Abschluß der Hochzeitsfeierlichkeiten Uhr an war die Um= 14 Uhr an gab es einfach kein Maxene piereg uche. Menschenmenge umlagert, die der Anfahrt des Brautpaares nach der vollzogenen Trauung zum Festessen beiwohnen wollte. Die Absperrungsmaßnahmen der Polizei, die auch den Wilhelmplatz in vollem Umfange durch starke Taue vor den andrängenden Massen gesichert hatte, mußten außerordentlich streng durchgeführt werden, um eine reibungslose Anfahrt der Gäste zu ermöglichen. Vor dem Hauptportal des Kaiserbofs hatten Ehrenformationen der SS., SA., des Feldjägerkorps und des Deutschen Luftsportverbandes mit einem Musikzug Aufstellung genommen. Von ankündigten. Schmetternd hallten die Klänge Trommelwirbels und eines Marsches über den Platz, und unter einem Baldachin schützend erhobener arme fuhr das Brautpaar zum Portal des Hotels Kaiserhof. Die Hochzeitsfeier des preußischen Ministerpräsidenten General Göring und seiner Frau im Saal des für die nationalsozialistische Bewegung historischen Kaiserhofs gestaltete sich zu einem echt nationalsozialistischen Familienfest. Ministerpräsident Göring hatte nicht die Spitzen des Staates Das Abkommen parisSo geht England mit vorläufig ungebundener Marschroute nach Stresa. Dort ist schon heute kurz nach 12 Uhr der italienische Ministerpräsident Mussolini eingetroffen. In der 23. Stunde ist die französische Abordnung gefolgt. Die Briten werden erst am Donnerstag früh erwartet. Noch in letzter Stunde hat die französische Regierung den Versuch unternommen, ihre nicht gerade besonders günstige Position in Stresa zu untermauern. Hierfür mußte die gestern bereits gemeldete Vereinbarung eines Vertrages zwischen Paris und Moskau herhalten. Dadurch, daß Frankreich mit dem fertigen Vertrag in Stresa erscheint, soll auch die Sowjetunion sozusagen als stiller, unsichtbarer Teilnehmer an den grünen Tisch herangebracht werden. Die Pariser Presse hat diesen gegenseitigen Hilfepakt als ein„gentlemen agreement“ bezeichnet. Wir selbst sehen in ihm nur den Versuch, jetzt auf dem Umweg die bekannte Einkreisungspolitik weiter zu betreiben. Wenn man aus der Vorgeschichte des Vertrages noch erfährt, daß er in voller Uebereinstimmung mit der Kleinen Entente und dem Valkanbund vorbereitet wurde und daß das zweiseitige Hilfsabkommen später auch noch nach der Tschechoslowakei hin verlängert werden soll, so ist die Tendenz dieses Vertrages durchsichtig. Ein Abkommen das schließlich nur auf ein geheimes Militärbündnis hinausläuft, kann von der deutschen Oeffentlichkeit jedenfalls nicht als gentlemen agreement“ angesehen werden. Es stellt vielmehr eine neue Bedrohung der europäischen Sicherheit zum Zwecke einer weiteren Verewigung der Fesseln von Versailles dar. takt für Stresa stimmt kaum hoffnungsvoll. Aber dennoch erwartet die deutsche Oeffentlichkeit von der britischen Politik, daß sie ihre freiwillig übernommene Rolle eines ehrlichen Maklers weiter fortführt. Drei Locarno=Mächte treffen auf Isola Bella zusammen. Die vierte Locarno=Macht, Deutschland, weilt nicht am Konferenztisch. Aus dieser Tatsache allein dürfen wir li mit Recht auf einen nur beratenden einer einzelnen Mächtegruppe, sondern ist die Gesamtheit der gleichberechtigten Völker entscheidend. Deutschlands Forderung nach Kolonialbesitz In einem Teil der Auslandspresse wurde an der vom deutschen Führer und Reichskanzler während der Berliner Aussprache erhobenen Forderung nach Kolonialbesitz Kritik geübt. Wir verstehen es, wenn dieser deutsche Anspruch den ausländischen Blättern ungelegen kommt, denn damit wurde eine der heikelsten Fragen des Versailler Vertrages grundsätzlich angeschnitten, der den Raub des deutschen Kolonialgebietes damit begründete, daß Deutschland moralisch nicht in der Lage sei, Kolonialmandate auszuüben. Bei der von der Reichsregierung gegenüber den Diffamierungen des Friedensvertrages eingenommenen Haltung und bei der deutschen Grundeinstellung zum Vollervuno ist die deutsche Forderung nach Kolonialbesitz eine Frage des Ansehens erster Ordnung. Auch hinsichtlich dieses Problems bleibt die Beibehaltung der diffamierenden Bestimmung des Versailler Vertrages mit der prinzipiellen Gleichberechtigung nach deutscher Auffassung unvereinbar. Beflaggung am Geburtstag des Zühlers dnb Berlin, 10. April. Der Reichs= und preußische Minister des Innern erläßt folgende Anordnung: Am 20. April. dem Geburtstage des Führers und Reichskanzlers, flaggen die Gebäude des Reiches, der Länder, der Gemeinden, der Körperschaften des öffentlichen Rechts und der öffentlichen Schulen. Diese Anordnung wird hiermit amtlich mit dem Hinzufügen bekanntgegeben, daß eine schriftliche Benachrichtigung der Behörden nicht erfolgt. Die Einstellungen in die Luftwaffe Gesuche an die Luftkreiskommandos richten anb Berlin, 10. April. Das Reichsluftfahrtministerium teilt mit: Seit der Bekanntgabe des Ausbaues einer deutschen Luftwaffe und der Einführung der allgemeinen Wehrpflicht häufen sich beim Reichsluftfahrtministerium, die Gesuche um Einstellung in die Luftwaffe oder um Vormerkung dafür derart, daß schon aus Mangel an Personal ihre Beantwortung durch das Ministerium nicht mehr durchführbar ist. Alle Gesuche werden deshalb an die Luftkreiskommandos zur Bearbeitung abgegeben. Es liegt also zum Vermeiden von Zeitverlust im eigenen Interesse der Gesuchsteller, sich nur an eine dieser Stellen oder an eine Reichswehrwerbestelle zu Luftkreiskommandos befinden sich in Am Stadtgarten 61/63; Berlin W. N/, eierg. Straße 12: Dresden, Bismarckstraße 10 bis 10;, ster i.., Hansaplatz 2: Munchen, Pranner Straße 20: Kiel, Düsternbrookerweg 98. Der Sitz der nächsten Reichswehrwerbestelle kann bei der Ortsbehörde erfragt werden. Sämtliche Bilder auf Seite 3: Scherl=Bilderdienst (Weitere politische Nachrichten auf Seite 4) serenge: schließl schließlich mir brecht auf und Siaditelle: Adolf Beddingvaus, Schulgun ermann, Feuiueton, Dr. Emil StrodtFritz Schmidt, Sport: Hans Hornsdienst und Briefkasten: Max Flegel, Goire## en: Kurt Scholz, Lokales: Hans Schulte Kulturpolitik Unterhaltt Po#“ Pirtschaft berg, Grlagzgen und Biesiäsen. Provinz: Kurt Vornemann,„Anzeigen.. an 7 T sämtlich in Bochum. Berliner Revaction: Michael Haupt. Berlin SW 68. Wilhelmstr. 98. Anruf: Jäger 4115 u. Karlsdorst 0340. Berliner Apzeigenpertretung: F. B. Gempe, ertos zu, 67551, 52. 46.— D4. frr. 35: 24 810. Sag Sür anverklangte Einsendungen keine Hafwpflicht Rücsendung Für unbellangte Einsenbungen kiinz Haftpflicht- Annsabung nur bei Rückvorto. Sharakter der Konserenz schließen, denz für egungen! Die beutige Nummer umsaßt 14 Seiten in Europa sind nicht die imperialistischen— Die heutige Rummer um Seite 3 Nr. 86/ Bochumer Anzeiger 7 Donnerstag, 11. April 1933 — D Bild oben: Die standesamtliche Trauung im Berliner Rathaus, die Oberbürgermeister Dr. Sahm vornahm. Von links nach rechts: Der Führer als erster Trauzeuge das Brautpaar, der zweite Trauzeuge Reichsminister Kerrl wird durch Oberbürgermeister Sahm verdeckt Bild nebenstehend: Die Kapellen des Regiments„General Göring“ der vereinigten Inspektion Brandenburg der Landespolizei, der Leibstandarte Adolf Hitler, des Luftsportverbaudes, des Feldjägerkorps, des Arbeitsdienstes, der SA. und SS. brachten dem Ministerpräsidenten im Park seines Hauses ein Ständchen. Das Bild zeigt, wie Göring den Musikern für ihre Darbietungen dankt Bild links unten: Reichsminister Göring mit seiner Gattin im blumengeschmückten Kraftwagen Bild rechts unten: Am Vortage der Trauung. Ministerpräsident Göring dankt den Abgeordneten des deutschen Bauerntums für die Gaben. Links neben ihm seine Braut, rechts Reichsbauernführer Darré Seite 4 Nr. 86„ Bochumer Anzeiger, Donnerstag, 11. April 1933 Das Daneme KuctkAr. Der Inhalt des Vertrages— Französische Abschwachungsversuche Ergänzungsabkommen Moskau—Prag bevorstehend dnd Paris, 10. April. Die bisherigen Veröffentlichungen über die Grundzüge des französisch=sowjetrussischen Abkommens, das in Genf seine endgültige Form erhalten und in Moskau unterzeichnet werden soll, waren ziemlich unklar. Selbs in französischen Kreisen war der Eindruck entstanden, daß sich hier ein regelrechtes Bündnis anbahne. Dieser Eindruck wird auch durch die nunmehr bekannten Einzelheiten nicht behoben, so daß ein Blatt wie La Presse“ sein Urteil, daß ein Blatt wie„La Presse“ sein Urteil ee handele sich um ein Bündnis, und ein Bundnts mit Sowjetrußzland bedeute den Krieg, voll aufrecht erhält. Sehr bezeichnend ist auch, daß das„Journal des Débats“ seine grundsätzlichen Bedenken gegen den Bolschewismus zurückstellt und im Hinblick auf die angebliche deutsche Gefahr erklärt, bei der jetzigen Lage Europas könne dies Abkommen eine Notwendigkeit werden.„Die in Aussicht genommene Kombination scheint uns ein Höchstmaß von Vorteilen und ein Mindestmaß von Nachteilen zu bieten.“ In den zuständigen französischen Kreisen vemuht man sich eifrig, den Eindruck, als wolle man ein Bündnis mit Sowjetrußland eingehen, zu vertuschen. tont, daß das grundsätzliche französisch=sowjetrussische Einvernehmen lediglich auf den Völkerbundspakt Bezug nehmende rechtliche Fragen kläre, und daß dieser„rechtliche Rahmen“ erst später mit einem genauen Inhalt ausgefüllt werden solle. Gewiß könne der zweiseitige Charakter des Abkommens in seiner jetzigen zorm auffallen, aber seine Verwirklichung würde wahrscheinlich ein gleiches Abkommen zwischen der Tschechoslowakei und Sowjetrußland nach sich ziehen. Außerdem könne die Formel auch von anderen Staaten angenommen werden, was zur Verallgemeinerung des gegenseitigen Beistande in Europa führen könnte. Die Angaben aus unterric teten französischen Kreisen gestatten jedenfalls, sich heute ein klareres Bild von dem sogenannten grundsätzlichen Abkommen zu machen.. I8 J2 A.3, Der erste Artikel des Abkommens in eine Art Präambel(Vorwort), die auf folgende Artikel des Völkerbundsvertrages Bezug nimmt: Artikel 10(gebietsmäßige Unversehrtheit und politische Unabhängigkeit der Mitgliedsstaaten), Artikel 16(Sanktionsverfahren), Artikel 17 (Anwendung dieses Verfahrens auf ein Nichtmitglied des Völkerbundes). Die Präambel bezieht sich ferner auf Paragraph 2 des Artikels 16 des Völkerbundspaktes.(Dieser Paragraph zieht, falls ein Staat zum Kriege schreitet, die militärischen Maßnahmen in Betracht, durch die man die Achtung vor den Völkerbundsverpflichtungen erzwingen könnte). Artikel 2 des neuen Abkommens betrifft solche Streitfälle, die kein sofortiges Eingreifen der Unterzeichner erfordern. Dieser Artikel greift zurück auf Paragraph 7 von Artikel 15 des Völkerbundspaktes, auf Grund dessen die Völkerbundsmitglieder, falls der Völkerbundsrat seinen Standpunkt nicht durchsetzen lann, „sich Handlungsfreiheit für die Wahrung des Rechtes und der Gerechtigkeit vorbehalten.“ Artikel 3 des neuen Abkommens befaßt sich mit einem„flagranten Angriff“. Er zieht Paragraph 1 des Artikels 16 des Völkerbundsvertrages heran, in dem gesagt wird, daß ein Mitgliedsstaat des Völkerbundes, wenn er sich zum Kriege entschließt, so angesehen wird, als ob er eine kriegerische Handlung gegen alle übrigen Mitgliedsstaaten begeht. Unter diesen besonderen Umständen könnten also, so wird weiter in französischen Kreisen erläutert, die Verteidigungsmaßnahmen in einem gewissen Rahmen selbsttätig in Wirksamkeit treten. Die letzten technischen Modalitäten des französischsowjetrussischen Abkommens werden in der nächsten Woche in Genf zwischen Litwinoff und Laval abschließend beraten werden. Der Pakt wird noch vor dem 1. Mai in Moskau unterzeichnet werden. Laval wird am 23. April nach Sowjetrußland reisen. dnb Prag, 10. April. Die Abendblätter bestätigen, daß das französischsowjetrussische Abkommen in der allernächsten Zeit, höchstwahrscheinlich bei dem Besuch Dr. Beneschs in Moskau, durch ein ähnliches russisch=tschechoslowakisches Abkommen ergänzt werden soll. Ludendorffs Dank An den Führer dnb Tutzing, 10. April. General Ludendorff richtete an den kanzler und Führer Adolf Hitler folgendes Tele„Dem Führer und Reichskanzler des deutschen Volkes, Herrn Adolf Hitler, danke ich für die Wünsche und die angeordneten Ehrungen. Es war mir eine große Freude, die Vertreter der Wehrmacht und eine Ehrenkompagnie des jungen Heeres, das durch meine Wehrpflicht wiedergewonnen hat, und die Fahnen meines alten Regimentes hier zu sehen. Meine heißen Bünsche gelten Volk und Vgegyegz gen#### An alle Gratulanten General Ludendorff veröffentlicht folgende Dank„Zu meinem Geburtstage sind mir überaus zahlreiche Glückwünsche, Blumenspenden und sonstige Darbietungen in solch reicher Fülle zugegangen, daß ich nicht den einzelnen zu danken in ver. Lgge. Hinz., Ich statte hiermit meinen Tank ab. Ebenso vunre ich den Deutschen, die sich an den Ehrungen für mich beteiligt Ich bitte alle Deutschen, mein Streben, das deutsche Volk nach seinem rassischen Erwachen in deutscher Weltanschauung geschlossen hinter seine Wehrmacht zu stellen, zu fördern. Erst dann erhalten Gedenken und Ehrungen anläßlich meines 70. Geburtstages für mich den tiefen Sinn. (gez.) rudendorff.“ Reindentsturg,7740n... in=Ehlua Bisher 22 Tote und 100 Verletzte festgestellt dnb Kanton 10. April. Hier ereignete sich heute ein entsetzliches Unglück. Während einer Vorstellung stürzte plötzlich das chinesische Filmtheater ein und begrub die Zuschauer. Aus den Trümmern wurden bis jetzt zwölf Tote und fünfzig Verwundete geborgen. dnb Schanghai, 10. April. In den Fuschun=Gruben bei Schanhaikwan ereignete sich heute eine furchtbare Kohlengasexplosion. Bisher sind als Opfer zehn Tote und fünfzig Verwundete festgestellt worden. Unter den Toten befinden sich zwei Japaner. Vierjähriger drei Tage im Kraftwagen=eingeschiossen 65 Stunden ohne Nahrung Curhaven, 10. April. Seit drei Tagen war in Cuxhaven ein vierjähriger Junge verschwunden. Seine Eltern befürchteten bereits das Schlimmste, als sein Verschwinden eine zwar überraschende doch harmlose Aufklärung fand. Ein Kraftwagenbesitzer, der nach tagelanger Abwesenheit seine Garage betrat, erblickte zu seinem Erstaunen in seinem verschlossenen Wagen einen kleinen Jungen, der am Steuer stand und sich eifrig an Hebeln und Schaitern zu schaffen machte. Es handelte sich um den Vermißten, dessen großes Interesse für Kraftfahrzeuge ihm beinahe zum Verhängnis geworden wäre. Der Kraftwagenhesitzer hatte seinen Wagen vor drei Tagen am Ncachmittag in die Garage gefahren und bis abends ohne Aufsicht gelassen. In der Zwischenzeit hatte sich der Junge eingeschlichen und im Wagen versteckt. Später war der Besitzer zurückgekehrt und hatte Wagen und Garage verschlossen, ohne das Kind zu bemerken. So hatte der Knabe 65 Stunden lang in dem verschlossenen Wagen ohne jede Nahrung zugebracht. Eine sofort vorgenommene ärztliche Untersuchung ergab jedoch, daß er keinerlei Schaden an der Gesundheit genommen hatte. Macdonald über seine Mission in Sitesa dnb London, 10. April. Am Mittwoch vormittag fand unter dem Vorsitz Macdonalds eine Kabinettssitzung statt. Vor seinem Abflug nach Paris am frühen Nachmittag gab Ministerpräsident Macdonald einem Pressevertreter folgende kurze Erklärung:„Wir beginnen jetzt unsere Mission für die internationale Freundschaft, für die Zusammenarbeit, für die gemeinsame Sicherheit und für den Frieden. Ich hoffe von ganzem Herzen auf einen Erfolg. Wir werden es gewiß versuchen. Furtwängler vom Führerempfangen dph Berlin. 10 April. und Berlin, 10. April. Staatsrat Dr. Furtwängler hatte vor einiger Zeit um einen Empfang beim Führer und Reichskanzler nachgesucht. Der Empfang fand heute statt und ergab volles Einvernehmen. pg. Bracht(Altena) stellvertretender Gauleiter für Schlesten dnb Breslau, 10. April. Der Gauleiter Schlesiens erläßt, wie die NSK. meldet, folgende Bekanntmachung:„Der bisherige stellvertretende Gauleiter für. Schleszen, Pa. Gottschar.,#ist auf seinen Wunsch von seinem Amte möchte nicht versäumen, ihm für seine geleistete Arbeit den Dank des Gaues und der Bewegung auszusprechen. Mit dem heutigen Tage ist durch Einverständniserklärung des Stellvertreters des Führers der Pg. Bracht zum stellvertretenden Gauleiter Schlesiens ernannt worden. Pg. Bracht trägt die Ehrennade# ven Bewegung und besitzt mein volles Vertrauen. (gez.) Wagner, Gauleiter. * Pg. Fritz Bracht war bisher Kreisleiter in Altena (Westfalen). 16 petroleumtanks explodierten dnb Ploesti(Rumänien), 10. April. Eine Explosion verursachte einen großen Brand in einer Petroleumraffinerie, 16 große Prrroleumtanks explodierten nacheinander. Die Feuerwehrmannschaften hatten die größten Schwierigkeiten, den Brand einzudämmen. Ein Ingenieur und drei Arbeiter haben ernsthafte Brandwunden erlitten. Die Verluste sind sehr hoch. Kurze Nächrichten Der Führer und Reichskanzler hat als Reichsbeihilfe zum Wiederaufbau des alten Schlosses in Stuttgart den Betrag von 100 000 RM. zur Verfügung gestellt. In Berlin wurde vor geladenen Gästen vielen HI.= Führern und BDM.=Führerinnen am Dienstag das Seminar für Hitler=Jugend=Führer der deutschen Hochschule für Politik mit einem Sondervortrag des Obergebietsführers Dr. Stellrecht, des verantwortlichen Leiters für die weltanschauliche Schulung und rorperliche Ertüchtigung der deutschen Jugend, eröffnet. Die sozialdemokratische Danziger„Volksstimme“ wurde wegen Greuelmeldungen auf fünf Monate verboten. Der Chef der Marine und der Chef der Luftstreitkräfte Schwedens haben in einer Eingabe an die Regierung die sofortige Anschaffung vom Bombenflugzeugen geforder!. Die ungarische Regierungspartei hat bei den Parlomentswahlen mit 169 von insgesamt 245 Abgeordneten die Zweidrittelmehrheit errungen. Griechenland hat seine Gesandten in Warschau, Sofia, Moskau und Genf abberufen. Sie scheinen beim Märzaufstand mit Weniselos sympathisiert zu haben. SACUTE, AT Garr 1 Roman von EIse Meerstedt 18) Rosemarie meinte, daß sich La Bella in der Arbeitsstuhe und den Leuten gegenüber, die sie ob ihrer Machtstellung beim Chef glaubte treten zu könönen, benahm, „wie ein aufgedrehter Teufel“....„„ Sie warf mit Malicen um sich wie mit Konfetti, so daß Fräulein Sauerland ständig vor einer Gelbsucht Kand.„„„ H„. All die Mädels am Arbeitstisch hatte sie zu Katzen gemacht, die die Rücken schon krümmten und die Krallen schon vorschoben, wenn sie nur La Bellas inzwischen wohlbekannten Schritt hörten. Es war schade, daß sich dadurch auch der Chef alle Sympathien verscherzt hatte. Und so ein bißchen Sympathie, wenn es einem schlecht ging, konnte man schon brauchen. Es war nie gut, wenn der Menschen Gedanken einen unfreundlich umkreisten. Vielleicht hätte sich Rosemarie, weil sie den Chef direkt in sein Unglück hineinrennen sah und weil die Sache dringlich war, doch ein paar Andeutungen, die dem Chef möglicherweise nützen konnten, erlaubt. Aber sie hatte keine Gelegenheit, mit dem Chef einmal allein zu sprechen. Ja, sie hatte ihn noch nicht einmal wiedergesehen seit dem so friedlich und so harmonisch verlaufenen Christabend. Denn Mutter war höllisch auf dem Posten seit jenem Abend. Kein Glatteis und was der Winter sonst noch an Ueberraschungen über die in dieser Hinsicht sehr geduldigen, weil nicht verwöhnten Hamburger auszugießen pflegte konnte sie hindern, ihren Verpflichtungen bei der Firma Hardenfels in aller Herrgottsfrühe nachzukommen. Denn bei aller Anständigkeit der Gesinnung der beiden Parteien konnte man doch nie wissen. Folglich begab sich Mutter Reimers so quasi auf den Kiekut— ein Ding, das ein Mensch, der nicht Hamburger ist, für einen Aussichtsturm ansieht. Erst zu Ende Januar sah Rosemarie Reimers den, den sie so gern einmal unter vier Augen gesprochen hätte, endlich wieder. Aber unter ganz anderen Verhältnissen, als wie sie sich das gewünscht hatte. Um auf Rosemaries Gedankengänge einzugehen, begegnete sie dem Chef erst nach der Hinrichtung, als der Kopf schon ab war. Sie hätte ihn aber gern gesprochen, als der Kopf noch dran saß. Der Chef erschien nämlich an dem Morgen, was er sonst nie tat, in der Arbeitsstube, die sich eigentlich nur noch für La bella Lolitta betätigt hatte. Machte ein offizielles Gesicht, aus dem absolut nichts herauszulesen war und sagte, daß er den Betrieb leider schließen müsse, wegen völligen Aufhörens der Bestellungen. Das sei seinen Mitarbeitern gewiß nichts Neues, da sie ja den ständigen Rückgang der Aufträge bereits schon zu Lebzeiten seines Vaters miterlebt hätten. An einen Aufschwung des Geschäftes sei nicht zu denken, da der alte Kundenkreis von früher durch den rapid zurückgegangenen Wohlstand ausgeschaltet sei. Neue Kunden aber zu finden, war angesichts der Zeit und der Einstellung der Firma eine direkte Unmöglichkeit. Wollte er versuchen, die Firma noch länger zu halten, müßte es notgedrungen zu einem Bankerott kommen. Das wolle er aber weder seinem verstorbenen Vater noch sich antun. Augenblicklich sei er noch in der Lage, all seinen Verpflichtungen nachkommen zu können. Niemand, dem er etwas schulde, büße etwas ein. Er wolle auch die Kündigung, die er hier aussprechen müsse, seinen Arbeiterinnen weniger fühlbar machen, indem er allen bei der Firma Beschäftigten Entlohnung für zwei Monate gewähre. Von dieser Anordnung nehme er an, daß sie im Sinne seines Vaters sei. Wiederzukommen brauche morgen keine von ihnen. Sie sollten den heutigen, letzten Tag zum Aufräumen betwenden. g. Mlassen seine Aetentasche auf Danach legte der Chef gelassen seine Attentasche auf den Arbeitstisch. Holte ein Verzeichnis der Arbeiterinnen hervor und händigte jeder einzelnen nach Aufruf ihre Lohntüte aus... Be7„. 15 Rosemarie„saß das Herz im Haise“, als sie iyr Hier“ rief. gli2 2 u 815 Ein freundlicher Blick Curt Hardenfels' traf sie. „Ihre Mutter sehe ich morgen früh noch, Fräulein Dann hatte der Chef seine Aktentasche ebenso gelassen wieder geschlossen. Hatte kühl freundlich mit undurchdringlichem Gesicht„Guten Morgen“ gesagt und die Arbeitsstube verlassen. Der lieben Sauerland ein paar Extraworte zu sagen, hatte er für überflüssig gehalten. Sie hatte weder Pflichtgefühl noch Treue gezeigt. „Dafür können wir uns alle bei der Person bedanken", zischte die Sauerland.„Dafür, daß die in Saus und Braus leben konnte, sind wir jetzt rausgeschmissen. Die zwei Monate Lohn sind mein Orden für eine zwanzigjährige Tätigkeit bei der Firma!“ Die Mädchen sagten nichts. Sie saßen ziemlich betreten am Tische.., L1, Bähi, Gelassenheit mit der Die Ruhe des Chefs, die ruhte Gelassenhelt, mit der er über das Ende der Firma gesprochen, der Stolz und die Großzügigkeit, mit der er alles geregelt hatte, hatte auf die Mädels gewirkt und Respekt in ihnen ausgelöst. „Ich finde, daß der Chef sehr anständig war“, brach endlich eine das Schweigen. Aber es war nicht Rosemarie Reimers. Und die anderen nickten dazu. Eine Stunde später stieß dann Rosemarie noch einmal auf Curt Hardenfels. Während sie in dem Verkaufsraum mit den apfelgrün überzogenen Rokokosesseln ordnend hin und her ging, stand der Chef plötzlich an der Stelle, wo er schon einmal gestanden und sie einen frechen Spatz genannt hatte. Das war damals gewesen, als sie einer gedachten Gnädigen die Robe vorgeführt hatte und sie auf alle Feinheiten und Effekte aufmerksam gemacht hatte. „Ich muß Ihnen doch noch einmal die Hand geben, kleine Rosemarie“, sagte der Chef.„Um Ihretwillen tut es mir leid, daß das alles hier auffliegt! Aber solch ein nettes Kerlchen, wie Sie das sich dem Leben so keck und gewappnet entgegenstellt, wird schon wieder einen Unterschlupf finden. Morgen früh ordne ich hier alles zur Versteigerung an. Wenn Sie sich noch etwas hier aussuchen wollen, was Ihr Mädelherz erfreut?“ Da sagte Rosemarie das, was ihre Mutter immer sagte, wenn sie etwas weit von sich wies:„Da sei Gott vor, Herr Hardenfels! Wenn einer schon gezwungen ist, sein Hab und Gut zu versteigern, dann kann ihm auch noch der letzte Groschen nützlich sein. Es wäre Sünde, wollte ich hier noch etwas aus dem Hause tragen! Noch dazu Dinge, die für ein Mädel vom Hamburger Steinweg gar nicht angebracht sind. Man würde mir bestimmt nicht glauben, daß ich mir so etwas ehrlich in der Nähstube bei Hardenfels verdient hätte. Aber, Herr Hardenfels, wenn sich der Spatz einmal die Frechheit herausnehmen darf, zu piepsen, warum—?“ Was der Spatz piepsen wollte, bekam Curt Hardenfels nicht mehr zu erfahren. Denn die liebe Sauerland, die umsichter war, wenn es galt zu schnüffeln, als wenn es gegolten hätte, die Interessen der Firma zu wahren, kam, vom Boy Harry auf eine Fährte gesetzt, plötzlich angeweht. Da sagte der Chef, um Rosemarie vor dem Geifer der lieben Sauerland zu schützen:„Sie werden die Bestellung an Ihre Mutter nicht vergessen, nicht wahr, Fräulein Reimers? Guten Morgen!* Und damit schob sich der Spiegel, der eigentlich eine Tür war, wie endgültig zwischen den Chef und die kleine gescheite und vernünftige Tochter der alten redlichen Scheuerfrau Reimers. Schluß! sagte Rosemarie zu sich selbst. Nun half auch des alten Doktor Brechtholds Trostsprüchlein nicht mehr, daß, solange noch Leben in einem Menschen war, auch noch so lange Hoffnung war. Das Leben aus der Firma Hardenfels war doch nun wohl unwiderruflich entflohen. Die liebe Sauerland aber hatte trotz der förmlichsachlichen Verabschiedung Rosemaries durch den Chef den Verdacht, daß das weißblonde Ding und der keinem Abenteuer abholde Chef zusammen flirten könnten. Und darum ließ sie die Reimers nicht aus den Augen. Jedoch galt ihre Wachsamkeit bestimmt nicht dem Wohle von Auguste Reimers' Tochter! Rosemarie aber, während ihre flinken Hände fleißig schafften, lief in dem Betrieb herum und dachte nach. Wie ein Rechtsanwalt, der alle Akten noch einmal durchbüffelt, um eine Revision anzumelden, dachte sie nach. Und— plötzlich flog eine kostbare Kappe, die eine Kundin einmal zu einem Abendkleid bestellt und dann nicht abgenommen hatte hoch. Sie flog hoch wie eines Bayern Hütel, wenn er so recht vergnügt war. Nur den bei einem Bayern unbedingt dazugehörenden Jodler unterdrückte Rosemarie. Morgen früh— und wenn ihr old Mudding sich auf den Kopf stellte— ging sie ins Geschäft! Und nichts und niemand sollte sie abhalten, mit dem Chef zu reden und ihm ihre Pläne zu unterbreiten! „Rege dich doch nicht über Nebensächlichkeiten auf! Zu wann wollen wir uns verabreden? Um acht— um neun Uhr? Die Ueber zaschung steht für dich in meinem Betrieb bereit! Du kommst bei mir um acht vorgefehren? Ich erwarte dich voll Sehnsucht!" La Bella würde vielleicht ihren Besuch bei Curt Hardenfels aufgegeben haben, wenn sie das ironischGesicht gesehen hätte, mit dem er den Hörer auf die Gabel zurücklegte. Sie lächelte auch ihrerseits— aber befriedigt. Der gute Hardenfels versuchte anscheinend das fingierte Geschenk dieses mehr als lumpig sich zeigenden italienischen Grafen umgehend zu übertrumpfen. Niemand war so dumm, wie ein Mann, wenn er liebte! Man konnte ihm in solchem Zustande einreden, eine Schiebkarre sei ein Klubsessel! Nun wenn schon, das kam der Frau zugute, die er liebte! Vielleicht konnte auch heute die Geschichte einer Heirat mit Curt Hardenfels, die sie ja schon seit Wochen projektierte, komplett werden. Denn jeder Tag eigentlich bewies, daß die Zeiten einem Tanzstar, der auf jeglichen Komfort Wert legte, nicht günstig waren! Ja, wenn man leben wollte wie ein Wauwau! Aber das war bestimmt nicht ihre Absicht. Heiratete man also! Lieber den Tanzstar aufgeben als den Komfort! Welcher Art wohl die Ueberraschung war, die der gute Hardenfels für sie hatte!? Seiner Siegessicherheit nach konnte sie nicht klein sein. Wahrscheinlich wollte er alles wieder gutmachen, was er zu Weihnachten schlecht gemacht hatte! La Bella lachte kurz auf. Aber in punkto dieser weißblonden Gans war er von einer nicht zu überbietenden Empfindlichkeit. Nun, das gewöhnte man ihm schon noch ab. Wieviel war eigentlich die Uhr? La Bella hob den Arm, an dessem schmalen Handgelenk eine winzige, mit Brillantensplittern besetzte Uhr saß. Um zwei? Bis zu der Ueberraschung war es noch lange Zeit. Schlief man bis dahin und erwachte man Während Rosemarie sich alle erdenkliche Mühe gab, durch eine gescheite, eine grundgescheite Idee einen schon dem Autofriedhof zugesprochenen Wagen noch einmal anzukurheln, telephonierte der Chef mit La Bella. La Bella war am Telephon von berückender Zärtlichkeit und bei bester Laumne.„.änasigg 6. Sie sagte Curt Hardenfels sogar, es beangstige sie direkt, daß er in letzter Zeit gar nicht mehr eifersüchtig auf den Grasen Sarento wäre. Ob die böse Lolitta wohl gar im Kurs gesunken sei?! Er solle ja den Grafen nicht auf die leichte Schulter nehmen. Lolitta lachte verführerisch durch das Telephon, denn Graf Sarento war ein Kerl wie ein Schwergewichtsmeister. Der Graf habe ihr heute in aller Frühe sogar in einem Blumenstrauß den Ring gesandt, den sie sich so brennend von ihrem Liebsten zu Weihnachten gewünscht habe, aber den ihr Liebster in einer Anwandlung von Geiz, den sie sonst gar nicht an ihm gewöhnt war im Schaufenster gelassen habe. La Bella lachte zärtlich. Natürlich hatte sie nur den Strauß behalten, aber den den Ring zurückgeschict. MPedamst: Gast. 55 u „Ich küsse Ihre Hand, weavamei“ fagre es auf der Gegenseite der Strippe,„und möchte Ihnen eine Ueberraschung für heute abend anmelden!“ „Oooooh! Ist es etwas sehr Schönes?!“ „Darüber möchte ich mir kein Urteil erlauben, Liebling! Du mußt selbst kommen und sehen!“ „Du, übrigens diese weißblonde Person, dieses freche Geschöpt—“ in Schlaraffenland, wo die Bäume unter der Last von Brillanten und Gold von erfüllten Wünschen förmlich zusammenbrachen. Punkt acht Uhr fuhr Lolittas Kabriolett am Neuen Wall vor. Und wie das so Kavalierpflicht ist trat im gleichen Moment Curt Hardenfels aus der Tür, um Lolitta beim Aussteigen zu helfen. Lolitta strahlte vor Erwartung! So wie die Räume des Modesalons Hardenfels, in denen Curt Hardenfels sämtliche Beleuchtungskörper eingeschaltet hatte. Alle Türen des Betriebes waren geöffnet. Es war wohlig warm..grisehung folgt.) 1g 9a..n Feorrsetzung forge. WA K W # Gewaltige Wassermengen umgeben die Kosterbrücke, wie dieser Blick vom Friedhof in Welper aus zeigt Betriebssicher und wirtschaftlich Abgestimmt auf alle Motortypen Hergestellt in deutschen Fabriken Seite 5 Nr. 86„ Bochumer Anzeiger# Donnerstag, 11. April 1933 120 Gäste von der Saar kamen gestern durch die NSV. zur Erholung nach Bochum Mittwoch nachmittag um.45 Uhr trafen in Bochum 120 Volksgenossen von der Saar ein. Sie werden durch Vermittlung der NS.=Volkswohlfahrt 14 Tage lang zur Erholung in unserer Stadt weilen. Wer am Mittwoch nachmittag zum Empfang der angekündigten„Saarkinder“ in der Trankgasse erschien, erlebte eine nicht geringe Ueberraschung, denn die da ausstiegen, waren— zwar nicht Männer mit Bärten— aber doch immerhin Gäste, die über das zarteste Jugendalter schon hinaus waren. Immerhin: die Sache mit den„Saarkindern“ hat ihnen selbst viel Spaß gemacht. Sie freuten sich, daß man von ihrem Kommen in Bochum schon vorher so lebhaft Notiz genommen hat, und sie waren bereits nach ihren ersten Eindrücken beim Empfang in Hagen und Bochum froh über die gute und herzliche westfälische Gastfreundschaft. Morgens gegen 8 Uhr waren sie in Saarbrücken abgedampft und kamen nachmittags in Hagen an. Dort wurden sie in große Ueberlandautobusse verfrachtet, von denen vier Bochum zum Ziel hatten. War das ein Leben und Treiben im Hof an der Trankgasse, sobald die Autobusse hielten. Kisten und Koffer wurden hin= und hergeschleppt, und es dauerte eine ganze Weile, bis sich die Männer von der NS.= Volkswohlfahrt Gehör verschaffen konnten. Dann begann die große Quartierzuweisung. Da waren Sonderwünsche zu berücksichtigen, da waren Freunde, die unbedingt zusammenbleiben wollten. Das alles wurde sozusagen im Handumdrehen und zur allgemeinen Zufriedenheit erledigt. Und dann— der ganze Betrieb hatte kaum eine Viertelstunde gedauert— setzten sich die Autobusse wieder in Bewegung, und es ging hinaus ins liebliche Ruhrtal und zu den schönsten Punkten vor der großen schaffenden Stadt Bochum. 14 Tage haben unsere Volksgenossen von der Saar Gelegenheit, unsere Stadt kennenzulernen. Am 24. April wird die Heimreise angetreten. Geitjägerelin die Schuhponzer=eingegnerett Während der Eingliederung der Feldjägereibereitschaft in die Schutzpolizei. Von links nach rechts: Kommandeur der Schutzpolizei Oberstleutnant von Sontowski, der Führer der Bochumer Feldjägereibereitschaft, Obersturmbannführer Meier, Polizeipräsident SS.=ObOberführer Schleßzmann. Auf dem Hofe vor der Feldjägereibereitschaft in der Trankgasse fand am Mittwoch nachmittag, gegen.30 Uhr, die Eingliederung der Feldjägereibereitschaft in die Schutzpolizei statt. In Anerkennung der Verdienste die das Feldjägerkorps sei seiner Einstellung dem Staat und der Partei geleistet hat, bleiben die Feldjägereibereitschaften auch im Rahmen der Schutzpolizei bestehen. Sie behalten ihre bisherige Uniform und tragen als Angehörige der Polizei nunmehr die Dienstgradabzeichen der Schutzpolizei. 65 Feldjäger waren gestern nachmittag angetreten, als Polizeipräsident SS.=Oberführer Schleßmann die Eingliederung vornahm. Er erläuterte kurz den Sinn der Umorganisation und stellte der Bereitschaft seinen Stellvertreter, Regierungsrat Clauß, vor. Es sei klar, so führte der Polizeipräsident aus, daß das Feldjägerkorps mit Freuden in der Gemeinschaft der Schutzpolizei begrüßt werde, stelle doch das Feldjägerkorps einen wesentlichen Bestandteil der alten Garde der NSDAP. dar, und es sei zu begrüßen, daß die Schutzpolizei dadurch weiterhin durch alte Kämpfer der Bewegung ausgefüllt werde. Die Polizei müsse immer eine starke Stütze des nationalsozialistischen Staates sein. In einer kurzen Ansprache begrüßte sodann der Kommandeur der Schutzpolizei, Oberstleutnant von Sontowski, die Feldjägereibereitschaft in der Schutzpolizei. „Im Anschluß an die beiden Reden nahm der Polizeipräsident Gelegenheit, die Unterkunft der Feldjägereibereitschaft zu besichtigen. Der Tod auf der Straße Vierjähriger von einem Lastwagen überfahren Mittwoch mittag zwischen 1 und 2 Uhr ereignete sich auf der Herner Straße, Nähe Schmechtingstraße, ein tragischer Unglücksfall. Das Kind der Familie Wintermeier überquerte die Straße, um etwas zu kaufen. Im gleichen Augenblick kam aus der Richtung Innenstadt der Lastwagen einer Brauerei. Der Junge lief in seiner Verwirrung vor dem Wagen hin und her. Er kam dabei zu Fall und geriet mit dem Kopf unter die Räder Dieses entsetzliche Unglück zeigt wieder einmal mit erschreckender Deutlichkeit die Gefahren, denen Kinder Die Ratztade in Wasserschaan Das Wasser rauscht, das Wasser schwoll. Wochenlang hat es fast Tag für Tag geregnet. Die Höhen des Sauerlandes bedeckten sich mit Schnee. Seit Sonntag setzte Tauwetter ein in den Bergen. Die Talsperren füllten sich. Aus Bächen wurden Flüsse, die ihre Fluten der Ruhr eilends zuführten. Möhne, Hönne, Lenne, Volme schritten über ihre Ufer. Mit jedem Tag führten sie der Ruhr größere Wassermengen zu, mit jedem Tag stieg der Wogenschwall. Vom Hengsteysee an bis zur unteren Ruhr bei Mülheim hat unser Heimatfluß sein Bett weit ausgedehnt und stellenweise, so zwischen Herbede und Hattingen, zwischen Dahlhausen und Steele, gleicht die Ruhraue einem gewundenen, eigenwillig geformten See. Von den Baaker und Stiepeler Höhen aus bietet sich ein eindrucksvolles Bild. Wie ein Wasserschloß ragt das Turbinenwerk des Städtischen Wasserwerks aus den graugelben Fluten, die es wie die nahe gelegenen Gehöfte umspülen, hervor. Dahinter Haus Kemnade, fast ganz vom Wasser umrauscht. Beim Pumpwerk in Baak schwabbt das gierige Element, das weithin die Auen und Aecker bedeckt, am Mauerwerk der Maschinengebäude empor, gar zu gern möchte es den Räumen einen Besuch abstatten. Doch sind alle Vorkehrungen getroffen, um eine Visite zu vereiteln. Von der Kosterbrücke aus schaut man auf einen breiten Strom der von der Eisenbahn am Welper Berg bis in den Garten der Wirtschaft Hofstiepel am Fuße des Henkenberges reicht. Gurgelnd, reißend, Holzstücke und andere Gegenstände mit sich führend, strömen die Wasser dahin, nichts widersteht ihnen. Bei der Winzer Brücke das gleiche Bild. Von Dahlhausen abwärts nach Steele zu ein riesiger See. Die Bootshäuser liegen in seinem Bereich. Unten im Tal aber sehen die Anwohner mit Sorgen dem Verlauf des Hochwassers zu, daß es nicht zu viel Schaden anrichten und nicht zu lange anhalten möge. Es ist jetzt gar nicht gemütlich an unserer Ruhr, die sonst so harmlos dahinfließt. Die größte Gefahr scheint jetzt glücklicherweise überwunden zu sein, denn seit Mittwochabend fällt der Wasserspiegel. Von Sonntag zu Montag war der Wasserstand auf 1,80 Meter über normal gestiegen, bis Dienstagabend auf 2,50 Meter und bis Mittwoch früh auf 3,20 Meter. Auf diesem Stande hielt es sich bis Mittag, dann trat ein langsames Fallen ein, das wohl anhalten dürfte, da die Schneeschmelze im Sauerlande vorüber ist. Die 134 Millionen Kubikmeter fassende Möhnetalsperre lief über, auch die kleineren Talsperren waren strichvoll. Nun tritt auch bei ihnen ein Rückgang des Wasserzulaufs ein. Welch gewaltige Wassermassen die Ruhr in den letzten Tagen abführte, känn man daraus ermessen, daß bei dem Werdener Wehr in der Stunde 1 494 000 Kubikmeter Wasserabfluß gemessen wurden. Der diesmalige Hochwasserstand der Ruhr war um 0,29 Meter höher als bei dem Hochwasser Anfang Januar 1932. Aufnahmen:„B..“ Muthherr. Ein Blick über das Ruhrtal bei Stiepel, aufgenommen vom Wienkopp aus Seite 6 Nr. 86„ Bochumer Anzeiger„ Donnerstag, 11. April 1933 auf der Straße ausgesetzt sind. Möge es eine furchtbare Warnung für alle Eltern sein, ihre Kinder auf der Straße nie ohne Aufsicht zu lassen. Dei Atr..5„ für den Gau Westfalen 1000 für den.= Westsalen=Süd Tödlicher Verkehrsunfall Auf dem Weg zur Arbeitsstätte unter eine Lokomotive geraten Ein Verkehrsunfall, der leider einen tödlichen Ausgang nahm, ereignete sich auf den Gleisanlagen der Kleinbahn der Schachtanlage„Constantin 6/7". Der Zechenbeamte Reinhold Longo aus Riemke, Flottmannstraße 22, ging an den Gleisanlagen entlang zur Arbeit. Er ließ einen Kohlenzug an sich vorüberfahren und wollte hinter diesem sofort die Schienen überschreiten. Hierbei bemerkte er nicht, daß 20 Meter hinter dem Kohlenzug eine leere Lokomotive herankam. Er wurde von der Maschine erfaßt und geriet unter die Räder. Mit schweren Verletzungen wurde er ins Krankenhaus gebracht, erlag jedoch hier den Folgen seiner lebensgefährlichen Verwundungen. Auto überschlug sich Der Führer des Wagens und ein Insasse leicht verletzt Am 9. April geriet auf der Herner Straße ein Personenkraftwagen infolge Straßenglätte ins Schleudern und überschlug sich. Der Führer und ein Insasse wurden leicht verletzt. Der Wagen wurde stark beschädigt und mußte abgeschleppt werden. An alle Kraftfahrer und Radler Vorsicht beim Hinausfahren aus Grundstücken! Der Polizeipräsident in Bothum teilt mit: Immer wieder ereignen sich dadurch Verkehrsunfälle, daß Kraftfahrzeugführer beim Hinausfahren aus einem Grundstück auf die Straße die nötige Vorsicht außer acht lassen. Diese Nachlässigkeit war z. B. die Ursache eines schweren Verkehrsunfalles im Präsidialbezirk Bochum, bei dem der Fahrer leicht, der Beifahrer lebensgefährlich verletzt wurde. Die Gerichte haben wiederholt ausgesprochen, daß es nicht genüge, möglichst langsam zu fahren und Hupensignale abzugeben. Notwendig ist vielmehr außerdem, daß der Fahrer eine andere Person vorausschickt, die sich von dem Freisein der Fahrbahn überzeugt und die den ausfahrenden Fahrer durch Zeichen mit der Hand oder sonstwie verständigt. Radfahrer haben, wenn sie Unfälle vermeiden wollen, ihr Rad von der Ausfahrt bis auf die Straße Die Polizeibeamten sind angewiesen, gegen Verstöße einzuschreiten. Wichtig für die Zulassung und Abstempelung von Kraftfahrzeugen Es wird besonders darauf hingewiesen, daß für die Zulassung und Umschreibung von Kraftfahrzeugen nur die Zeit von 8 bis 12 Uhr täglich festgesetzt ist. Die Zulassung oder Umschreibung von Kraftwagen und Krafträdern erfolgt für Bochum, Wattenscheid und„Pitten auf Zimmer 69 im Polizeipräsidium Bochum, ahlandstraße 35, und für Herne, Wanne=Eickel und Castrop= Rauxel auf Zimmer 57 im Polizeiamt Herne. Die Abstempelung der zugelassenen Kraftfahrzeuge geschieht frühestens am nächstfolgenden Tage. Nur in besonvers dringenden Fällen kann die Abstempelung noch am gleichen Tage vorgenommen werden. Abstempelung an Kraftfahrzeugen allgemein nur bis 13 Uhr täglich. Vor kurzem berichteten wir im„B..“, daß insgesamt dreißigtausend Arbeitskameraden auf Veranlassung des Reichsamtes für„Reisen, Wandern und Urlaub“ der NS.=G.„Kraft durch Freude“ je einen Gutschein über 30 Reichsmark erhalten sollten. Im Dritten Reich lassen die Taten bekanntlich nie lange auf sich warten, wenn die entscheidenden Worte gesprochen sind. Bereits am heutigen + 491 i See dieses Mißtrauen ist vollständig unbegründet, denn oberster Grundsatz aller Vermittlungstätigkeit ist, die Eignung des Arbeitsuchenden für die gemeldete offene Stelle einwandfrei festzustellen und dadurch die im Interesse der Volksgesamtheit unbedingt notwendige Höchstleistung zu ermöglichen. Im menschlichen Körper hat jedes Organ seine besondere Aufgabe, Nerven, Muskeln, auch die kleinsten, die ihnen gemäßen Funktzonen zu verrichten, um im Zusammenklang aller den voukommen gesunden, leistungsfahigen Menschen zu schaffen. So sind auch alle die verschiedenen Berufsgruppen in ihrer besonderen Eigenart wichtig und notwendig für die Blüte und den Hochstand der gesamten Volkswirtschaft, und keine braucht auf die andere geringschätzig herabzusehen. Auch auf Frauenarbeit kann nicht verzichtet werden. Mit der fortschreitenden Gesundung unserer wirtschaftlichen Verhältnisse steigt wieder die Nachfrage nach weiblichen Arbeitskräften und zur Zeit besteht große Nachfrage nach Hausgehilfinnen aller Art. Geht es allen Volksgenossen besser, dann hebt sich auch die Lebenshaltung des Einzelnen, und der einsichtsvolle Familienvater ist schnell bereit, der überlasteten Hausfrau Erleichterung zu schaffen durch Einstellung einer Hausgehilfin. Beim Arbeitsamt sind zur Zeit außerordentlich viel offene Stellen für Hausgehilfinnen gemeldet, besonders für gelernte Kräfte. Wer kommt, kann sich tatsächlich eine Stelle aussuchen, wie er sie sich wünscht und ausfüllen kann. Vor dem Fest werden noch tüchtige arbeitsfreudige Kräfte gesucht. Darum, Ihr Madchen, die Ihr lernen und verdienen wollt und nicht zu denen gehört, die immer sprechen:„morgen, morgen nur nicht heute", kommt und holt Euch eine gute Stelle im Arbeitsamt Bochum, Kreuzstraße 10, 1. Obergeschoß, Zimmer 13. der Letc eum posschalt Hrait duch tsende tant. Tage werden im gesamten Reichsgebiet diese Geschenkurkunden an verdienstvolle, bedürftige Arbeitskameraden verteilt. Von der Gesamtzahl entfielen auf den Gau Westfalen=Süd 1000 Gutscheine. Das entspricht einem Betrage von insgesamt 30 000 Reichsmark. Im Gegensatz zu dem gewerkschaftlichen Scheinsozialismus vergangener Zeiten, tritt ha# die „Deutsche Arbeitsfront wieder einmal als wahre Gestalterin des einzig möglichen Sozialismus hervor, des Nationalsozialismus. Das Heil der im Gebenwollen, die Tatallein ist der Beweis des Willens. Noch schüttelt die Welt den Kopf über das geschichtliche Ereignis: Werktätige fuhren ins Ausland. Dur alles ist eine so ungeheurlich große, noch nie in der ganzen Welt dagewesene Leistung der„Deutschen Arbeitsfront“, daß wir mit Recht und Stolz sagen können: Arbeitskamerad, tu Deine Pflicht. Dein Recht gibt Dir die„Deutsche Arbeitsfrank“. — F. B0—k. Betrüger am Werk Vom Ortsverband Bochum für Innere Mission erhalten wir folgende Mitteilung: Es ist uns bekannt geworden, daß Unbefugte die zur Zeit in den Haushaltungen stattfindende Sammlung zum Besten der Inneren Mission für eigene Zwecke ausnutzen. Wir bitten dringend, nur solchen Personen Gaben für die Innere Mission anzuvertrauen, die sich durch einen polizeilich abgestempelten Ausweis ausweisen können. Jede Gabe bitten wir in die mit dem Aktenzeichen der ministeriellen Genehmigung versehene Sammelliste selbst einzutragen. Solche Personen, die unbefugt sammeln, bitten wir der Polizei zu übergeben. Frauenärzte bei der Knappschaft Die Reichsbetriebsgemeinschaft Bergbau vermochte im vorigen Jahre die Zulassung von Kinderärzten bei allen Bezirksknappschaften zu erreichen und damit zur Gesundung der Bergarbeiterfamilien einen beachtenswerten Erfolg zu erzielen. Jetzt werden auch Frauen ärzte in der knappschaftlichen Versicherung zugelassen, wie das Mitteilungsblatt der Reichsbetriebsgemeinschaft Bergbau,„Deutscher Bergbau“, meldet. Die Frauenärzte sind den übrigen für die Knappschaft tätigen Fachärzten gleichzustellen. Börse der Hausfrau zarter Butterkohl, frischrote Radieschen und zartgrünes Rübstiel wurde feilgeboten. Himmelsschlüsselchen, Stiefmütterchen, Veilchen und Narzissen versuchten das Frühlingsbild noch zu unterstreichen. Arbeitseinsatz für Hausgehilfinnen so günstig wie seit Jahren nicht. „Die beispiellosen Erfolge in den vergangenen ArbeitsFerlterbedende mit seisnen besgnrderen Röten und Män. Auferstehungsgeschehen in Geschichte und Natur Ein Vortragsabend in der Anthroposophischen Arbeitsgemeinschaft. Die Anthroposophische Arbeitsgemeinschaft Bochum hatte für Dienstag abend eine öffentliche Versammlung in die Verwaltungsakademie einberufen und hierfür den hervorgegangenen Stuttgarter Anthroposophen Sigis: mund von Gleich als Redner verpflichtet, der seine von vielen Bochumern gern gehörte Vortragsreihe über das kosmische Welterlebnis mit dem Thema„Das Auferstehungsgeschehen in Geschichte und Natur“ fortsetzte. Die mythologische Bild= und Gleichnisschau der vorchristlichen Völker, die das geisterfüllte und geistdurchwobene Erdall als etwas Wesenhaftes hinnahmen und sich darin mit der gagzen Inbrunst ihrer Seeie um aversenkten, so daß die Natur ein Teil ihres Selbst wurde, war fr den geistreichen Redner der Anknüpfungspunkt für eine feinsinnige Betrachtung über das so verschieden geartete Weltbild der im lebendigen Sein stehenden Antike und der in naturwissenschaftlichen Formeln erstarrten Moderne. Kritisch setzte sich der Redner mit den einzelner Geistesströmungen auseinander. Zu diesen zählte er das Auferstehungschristentum und die in mehr oder minder großen Zeitabständen sich folgenden Ideologien des mische Christologie von heute sei. Aus immer nehmendem, Wenschenfsworgasz ,„ schlußfolgerte, daß wicklung des Menschen, wolaus ger haoerte a geistige Auferstebun gzehiete, Wilhelm von Humholdt, in inneren Freiheit errungenen Geistesgaben des Alters herauszustellen. Die Grundessenz des Christentums, die in dem Sichzusammenfinden und in der Vermählung des Menschengeistes mit dem Geiste des Wel alls bestehe, könne niemals sterben, da der Christus immer lebe. Eigenartiger Unglücksfall. Die betagte Maria K. aus der Wiemelhauser Straße, die nachmittag auf einem Besuchswege zu ihrer Tochter in der Oskar=Hoffmann=Straße befand, wollte die Straße überschreiten, als von einem mit Kisten und Holzbohlen hochbeladenen Lieferauto einige Bohlen und Kisten herunterfielen, von denen sie am Kopf und an der rechten Schulter getroffen wurde. Die Frau erlitt erhebliche Verletzungen und mußte dem Elisabeth= hospital zugeführt werden. 300000 deutsche Bergleute beglückwünschten Ministerprasident Göring Die Reichsbetriebsgemeinschaft Bergbau sandte dem preußischen Ministerpräsidenten Hermann Göring zu seiner Vermählung folgendes Telegramm: „500 000 deutsche Bergleute, Frontsoldaten des deutschen Arbeitertums, grüßen ihren Ministerpräsiseiner Gemahlin die herzlichsten Glück= und Segenswünsche. (gez.) Ernst Stein,..., Reichsbetriebsgemeinschaftsleiter Bergbau.“ * Die Deutsche Arbeitsfront, Gau Westfalen=Süd, sandte folgendes Telegramm an Ministerpräsident „Die Schaffenden der Faust und der Stirn Südwestfalens übermitteln dem Ministerpräsidenten an seinem Festtage aufrichtigste Glück= und Segenswünsche. (gez.) Ernst Stein, Gauwalter der DAF., Westfalen=Süd.“ Große Osttagung in Bochum vom 12. bis 15. April Gauleiter und Oberpräsident Josef Wagner spricht am Schlußtag In diesen Tagen, wo durch das Bluturteil von Kowno und die Danziger Wahlen der Blick aller gen Osten gerichtet ist, veranstaltet die Landesleitung des Bundes Deutscher Osten hier in Bochum vom 12. bis 15. April 1935 eine Tagung, die bereits im Westen das größte Interesse gefunden hat. Die Landesleitung des Bundes Deutscher Osten hat es verstanden, die besten Sachkenner aus unseren Grenzgebiet Ostens nach Bochum zu verpflichten, die über die Länder des Ostens und Fernen Ostens wie Rußland und Japan tieferes Wissen vermitteln. Die Tagung, die offiziell am Freitag morgen 10.30 Uhr eröffnet wird, an welchem Tage vor allem die Vorträge von Professor Spohr(Dorpat),„Das baltische Deutschtum", Dr. Aubin(Breslau) und Professor Dr. Oberländer (Königsberg)„Die fernöstlichen Verhältnisse“.(Rußland=Japan) größtes Interesse finden werden erreicht ihren Höhepunkt am Sonntag, wo um 10 Uhr vormittags Gauleiter und Oberpräsident Josef (Breslau) in der Verwaltungsakademie über das Thema sprechen wird:„Praktische Grenzlandpolitik in Für Bochum wird diese Tagung von außerordentlicher Bedeutung sein, denn alles, was in Rheinland und Westfalen Rang und Namen besitzt, wird Gast unserer Vaterstadt. Kosche Kuntuger. Schweie Schan und schatit Eilast Bilder aus den Bochumer Gerichtssälen Es notierten die Preise am 3. April Pfd. 8 J Pfd. 25 Pfd 12—15 Pfd. 15 Pfd. 18—20 J Sta. 15—20 Pfd. 40 Pfd. 60 Pid. 12 Pid. 23—35 Vid. 43-—20 Pfd. 20—25 Rotod! Kartoffeln Bananen.......... ,ig..8 Abselinen......... Sg g Sütronen.......:::. gud.19 Möhren Schwarzwurzeln Steckrüben Grünkohl Spinat Kopfsalat Endiviensalat Feldsalat Zwiebeln Blumenkohl Weißkohl Pirstna Rotkobl Deutsche Molkereidutter Deutsche Landbutter Quarkkäse Rindfleisch Schweinefleisch Kalbsleisch Pid.60 #40 #o. 28 Pfd. 65—70 Pid. 80 Kalbfleisch Pfd. 70 Hammelfleisch Psd. 80 Schellsisch.......... 4sb. 20—45 Rotbarsch Schollen Kabeljau Seelachs Fischfilet Barsch Plöve Zander Pfd. 20—45 Pid. 30 Pid. 90 S Psd. 30—35 J Pfd. 25 J Psd. 35—40 J Pfd.— Pfd. 60 P/9.— 10. April 10 * 30 10 15-13 15 " 20-25 40 60 "" 12 5 " 4 0— 6 0 S 15 3 20—22 B 25 J 20—25 Pfd. 1 . 25—30 L „ 2 8— 5 0 S Stück—20 J Stück 4, 5, 6 S Stück—10 J ..60 4 ..40 4 .." 25• . 63—70 J . 8 0 J 70• . 8 0 J " 20—45 J . 30 J 40 S . 30-35 S "" 28 S . 35—40 S :: 909 5 *—* Große Strafkammer hatte sich befassen. Der noc Angellagte erst gar nicht. Im. Vegerpeigter grose eruig eiie A. Vesched Wheichodbsernachied Irgendwie sei ihm der Gedanke gekommen, mehr aus Freude an der metallischen Spielerei, weniger aus verbrecherischer Absicht solche Münze, Medaille oder Plakette entstehen zu sehen. So habe er sich denn zu solch gefährlicher Spielerei verleiten lassen. Etwas Brauchbares sei dabei ja auch Innerhiun müssn doch einige Stücke so zut gergien al brangen. Las wolde ihmn dder zum, Verszigge denn er fiel sofort auf. So muß er wegen sieben salsch: Fünfziger— viel mehr hatte er angeblich überhaupt noch nicht angefertigt, einige hatte er noch in der Westentasche, als man ihn festnahm— in den Kerker wandern, Ee. g; stört sein Leben und bringt seine Familie ins Unheil und in noch viel größere Not als die, in der er sich vorher schon befand. Denn am Ende entschuldigte er sein Tun mit der traurigen wirtschaftlichen Lage, die ihn schwer bedrückte. Damit gab er allerdings zu, daß voy eunsthafte Versuche machte, sich durch Falschgeld zu„helfen“. Die Münzhoheit des Reiches ist aber ein unantastbares und vor jedem Angriff geschütztes Vorrecht des Staates. Wer Falschgeldmacht, mußwissen. daßer dabei Ehre, Hals und Kragen auf. Spiel setzt. Solche Verbrechen müssen unter strengster abschreckender Strafe stehen, sonst sind öffentliche Ordnung und Sicherheit in Handel und Verkehr aufs Schlimmste gefährdet. Mildernde Umstände kommen hier auch dann nicht in Betracht, wenn Notlage erwiesen ist; denn unter solcher Notlage stehen viele tausende Volksam genossen, ohne daß sie zu Verbrechern solcher Art werden. Das Urteil lautete auf zwei Jahre Zuchthaus, 5 Jahre Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht. Das Gericht hielt eine abschreckende Strafe auch deshalb für geboten, weil die Falschmünzerei im unseren Gebiet leider kein seltenes Verbrechen ist. Diese volks= und staatsgefährliche verbrecherische Tätigkeit müsse über unbedingt ausgerottet werden.„1Gen Sgig. Also Hände weg von sochg##g lereien“! Es steht Zuchthaus darauf! das ganze weitere Leben gänzlich verpfuscht und das Leid ist groß! Unter häßlichem Verdacht Ein schon besahrter Angerlogerantwporten, weit er seid hatte sich vor Gericht zu verdächtigt worden war, mit kleinen Kindern, deren El tern im gleichen Hause wohnen, dumme Dinge zu haben. Konnte man dem alten Manne solche Tat nachweisen, so öffneten sich ihm wahrscheinlich die Tore des Zuchthauses. Es war also eine außergewöhnlich große Verantwortung für das Gericht gegeben. Der Angeklagte war noch völlig unbescholten. Er machte auch durchaus nicht den Eindruck der Schuld, den man so manchmal schon auf den ersten Blick haben kann, auch wenn solche Schuld abgeleugnet wird. Die Vernehmung der Kinder brachte dem Gericht auch diese volle Ueberzeugung nicht. Die Aussagen blieben unbestimmt und auch die Mütter der Kinder konnten Belastendes gegen den Angeklagten nicht vorbringen. Vielleicht war es wirklich so, wie der Angeklagte es darstellte, daß von irgendwoher gegen ihn eine harmlose Sache aufgebauscht worden sei, aus Rache oder aus Abneigung, und daß aus dem Geschwätz dann die Anzeige entstanden sei, wobei er gar nicht etwa die Mütter der Kinder als die Treiber meinte. Er sei als Hausverwalter tätig und habe infolgedessen mit manchem Hausbewohner schon Differenzen gehabt. Für das Gericht bestand aber weder Veranlassung noch Notwendigkeit, diesen Möglichkeiten tiefer nachzuforschen. Die ganze Sache erschien viel zu unsicher und unklar, um zu einem so verhängnisvollen Schuldspruch zu kommen. So wurde der alte Mann zu seiner großen Freude und Genugtuung freigesprochen. Allerdings nur mangels Beweises. Von der Josephspfarrei. Die seit einigen Wochen verwaiste Vikarstelle ist nun durch Vikar Franz##ch#te besetzt worden. Der neue Vikar steht im 15. Jahre se:# Priesteramtes und war zuletzt erster Vikar an einer Pfarrei in Paderborn. Vikar Schulte ist 1891 geboren und 1920 zum Priester, geweiht worden. Er wicd in einigen Tagen sein Seelsorgeramt an der Josephspfarrei antreten.— Vikar Schmidt, Vikar an St. Joseph, NS. Holtswohsohrt, Oriegrmpe Aüshodt zurüchlichen. Der,„fareze(Eit Zgseph gewirkt. Eer vonr kürse, Beit in Helben I,E Se.= ose iä=Kfarei. 9 Höst er chu gie Vitar vgt. Joseph, der seit über 5 Jahren dort als Nachfolger des verstorbenen Pfarrers Plesser wirkt, kann in diesem Jahre auf eine 30jährige wurde an seinem Unglückstag Jahre att. Zunächst noch warm Bericht der Reichswetterdienststelle Essen vom 10. April, abends Der Zustrom sehr milder Ozeanluft hält noch unveran. Sie hat sich bis nach Ostpreußen hin ausDabei sind die Temperaturen überall sehr stark angestiegen. Die Höchstwerte lagen in unserem Dienstbezirk bei 20 Grad. Auf dem Kahlen Asten wurde eine Temperatur von 16 Grad gemessen. Die schende kräftige Druckanstieg sorgt für einen schnellen Zustrom etwas kälterer Mmeeresluft, die bereits bis nach Mitteleuropa vorgestoßen ist. Eine endgültige Beruhigung wrdi so bald nicht eintreten.„„ Vorhersage für Donnerstag: Noch vielfach frische Winde, stark bewölkt und vereinzelte Regenschauer. Tagestemperaturen 10 bis 15 Grad.— Wahrliche Weiterentwicklung: Bei nachlassenden Winden aus West bis Nordwest wechselnd bewölkt, noch Schauerniederschläge. Temperaturrückgang. Mittwoch, 10. April Barometer 24 Uhr: 76518 Thermometer 24 Uhr i ch 8 Zeiten für Sonne und Mond am 11. April: ( Aufg..44. Unterg. 19.20: J Aufg. 11.20, Unterg..08 Wetternotizen, gemessen um 8 Uhr vormittags (Weitere Lokalnachrichten auf Seite 11 und 12) (Jersims-Hnlender) 4. Pfarrbezirk, Männerverein: Samstag, 13. Aprik, 20.15 Uhr, Versammlung mit Vortrag. 47808 Kelie, Zaun, Rliter: 15 und M3d Uhr: Frühsaprs=Rioden= und 1538 ub: abel mit der Mugsharngriüc. 15.15 Uhr: Die Reiter von DeutschLichtburg: ab 15.15 Uhr: Fritz Servos mit seinem Ensembie persönlich auf der Bühne. Lichtspielhaus: Keine Vorführung. Skala=Lichtspielz:, 9o. 17. Uhr; Die Töchter Idrer Erzellenz Donhalle: ab 15.30 Uhr: Wengalt. Seite 7 Nr. 86 7 Bochumer Anzeiger 7 Donnerstag, 11. April 19335 Ainerhanuug Unser Leo von stotst 90. Karsten „Hierher!— sofort hierher!“ Gehorsam kommt er, setzt sich vor mich hin. Ich nehme ihn ins Genick, ich bin sehr böse, ich schleppe ihn vor die arme Kükenleiche— ich rede wirklich fast so auf ihn ein wie ein Vater auf seinen mißratenen Sohn. Und Leo?!—: starrt mich an, läutet Protest über Protest, zuckt die Schultern wie neulich in der Küche— und geht stolz von dannen. " Was tut man mit solch einem Tier?!— Leo, bald ist das Maß voll, sieh dich vor, ich habe noch nie den Kantschu gegen dich gebraucht— aber ich warne dich! Vergebens. Am nächsten Tag, um die gleiche Zeit, da wir speisen und niemand acht hat auf den Garten, ein böser Lausejunge von Hund also unbemerkt dort unten seinen schlimmen Instinkten frönen kann: wildes Gackern, wütendes Gebell— wir stürzen hinunter, noch in halber Höhe der Wendeltreppe hören wir noch einen anderen Laut: das jammervolle Quietschen eines zweiten, kleineren Hundes— und drunten die klagende Henne, die verstörten Küken, wieder eine kleine zartgelbe Leiche, gefällt von einem rohen Pfotenhieb— und Leo, der Mörder, Leo, der Rasende, ist schon bei einer neuen Schandtat, er hat Moritz angegriffen, er hat Moritz geschnappt, er hat seinen Fang in Moritzens Genick und besitzt sogar die Frechheit, stolz den armen Moritz, der lautes Entsetzen winselt, zwischen den Zähnen zu tragen und solchermaßen zu mir zu schleppen. Pfui Teufel! Moritz ist ein reizender junger Dackel, ein amüsant verspielter Knabe, er gehört Bergers, unsern Grundstücksnachbarn, er ist bisher immer ein guter Spielkamerad Leos gewesen— und nun dies grausame Attentat... nach dem zweiten grausamen Kükenmord! „Aus— aus— aus!“ Ich brülle. Und Leo gehorcht wenigstens, er läßt Moritz fallen, und unsere Kinder nehmen sich des armen Dackels an, heben ihn auf ihre Arme, streicheln ihn, trösten ihn, untersuchen ihn— nein, es ist ihm noch nichts weiter geschehen, noch ist er mit dem Schrecken davongekommen. Aber Leo knurrt empört und bösartig, wie er das junge Tier in zärtlichen Kinderarmen sieht — es sieht fast so aus, als wolle er es von neuem packen, herunterreißen— Nein, das Maß ist voll, ein Exempel muß statuiert werden! Pfui— pfui—!“ Ich laufe nach dem Kantschu, ich greife Leo, ich schleppe ihn zu der neuen Kükenleiche, schleppe ihn vor den armen Moritz, hin und her, schimpfe wild und zornig auf ihn ein— und der Lümmel macht dennoch ein höchst indigniertes und beleidigtes Gesicht— ich kann einfach nicht anders: ich schlage Leo. Ich schlage Leo zum erstenmal, aber er hat es doch reichlich verdient Leo heult nicht auf. Leo legt sich nicht„hündisch“ hin und versucht es mit Betteln. Leo steht starr und steinern, er empfängt die Schläge ohne Zucken, er sieht mich nur immerfort an.— Oh, ich schlage nicht lange, es ging schnell vorbei, ich werse den Kantschu fort, ich frage nur noch einmal zornig und außer mir: „Willst du dich jetzt bessern, Lümmel?!— Willst du endlich wieder ein guter Hund sein?!" Leo sieht mich an. Leo schüttelt sich. Leo dreht mir den Rücken zu, Leo geht— nein, schreitet von dannen. „Hierher— Leo!“ Er denkt nicht dran, er verweigert den Gehorsam, wie ein in seiner Ehre aufs tiefste gekränkter Prinz schreitet er vorwärts, verläßt den Garten, ist auf der Straße— sieht sich jählings um, als nehme er AbEine ttundegeschickte Leo ist wieder da, und wir alle freuen uns ganz mächtig. Leo ist unser guter Hund. Leo ist ein großer, schöner Schäferhund. Leo ist der charaktervollste und klügste Hund, den es je gegeben hat. Ihr braucht gar nicht zu lachen, bitte, das will ich gleich beweisen! Wir, das heißt Mann, Frau und Kinder, haben uns hier in dem uralten Städtchen, das noch Ringmauer und Wall und Graben besitzt, einen mittelalterlichen Wachtturm als Heim auserkoren, einen mächtigen Rundbau mit meterdicken Mauern, ganz von wildem Wein berankt und versehen mit einer hölzernen, überdachten Balustrade, die sich rings um den Turm zieht; tief unten die absolut bombensicheren Keller; zu ebener Erde, mit Sonderzugang durch eine starke Bohlentür vom Garten, die Küche; Wendeltreppe zu dem ersten und zweiten Stock mit den Schlaf= und Wohnräumen; und oben das imposante Rund meines Arbeitsraumes mit Fensterauslug nach Osten, Süden und Westen und Sonne vom Morgen bis zum Abend. Romantisch und wunderschön, wir würden dies Heim für kein Versailler Schloß eintauschen. Ein Garten gehört auch dazu, das sagte ich schon. Und im Garten Starenkästen, ein Taubenschlag, viel Wiesenauslauf für die Hühner. Ja, und wegen der Hühner begab sich eigentlich das ganze Drama. Leo, unser guter Hund, streunt natürlich zur Frühlingszeit schon immer tagsüber und fast auch die ganze Nacht im Garten umher, er ist in der gleichen Sonnenund Luftfreiheit groß geworden wie unsere Kinder, deren bester und treuester Kamerad er ist. Natürlich hat er nebenbei auch Zutritt zu allen Räumen unseres Heims, ich bitte sehr, Leo gehört einfach zur Familie. Natürlich beehrt er, vom Garten aus, stolz durch die der weichen Luft und der Sonne geöffnete Tür gelegentlich auch die Küche; er verharrt im Türrahmen und wartet auf den üblichen Knochentribut, er sieht schon, wo er bleibt, der Schlingel. Und, zum Kuckuck, in dieser Küche geschahen plötzlich, zum Entsetzen der sorgsamen Hausfrau, Diebstähle! Es war schrecklich. Am ersten Tag war eine Schüssel mit Schabefleisch vom Tisch heruntergerissen, zertrümmert und dabei jedweder kleinste Scherben sauber leergeschleckt worden.— Leo?!— Unmöglich. Leo ist ein wohlerzogener und braver Hund, Leo ist kein heimtückischer Dieb!— Am zweiten Tag verschwand ein ganzer, eben überbratener Filetbraten, kaum daß die sorgsame Hausfrau zu anderm Behuf die Küche verlassen.— Leo?!— Es gab einfach keine andere Erklärung mehr. Ich nahm mir Leo vor. Ich führte ihn in die Küche, wies ihm die leere Pfanne redete ihm bitterernst ins Gewissen—:„Du sollst nicht stehlen, Leo!"— Das Tier saß höchst aufmerksam vor mir, sah mich aus ernsten Augen höchst unschuldvoll an— Leo ein Heuchler, auch das noch?!— Na warte, alter Knabe! Aber, wie gesagt, das eigentliche Drama kam ins Rollen wegen der Hühner. Im Garten hatten wir ein Gehege abgezäunt, in dem sich die Legehenne mit den jungen, reizend tolpatschigen Küken bewegte. Gelegentlich wurde das Gehege sogar geöffnet, damit die Tiere mehr Auslauf erhielten. Dann wanderte und patschte die Schar langsam die Wiese entlang.— Und nun sitzen wir eines Mittags feierlich um den Speisetisch herum, schon die Hände erhoben zum lecker bereiteten Mahle. Auf einmal ein wildes Gegacker der Henne vom Garten her, ein schreckensbanges Gezirpe der Küken— dazu das geradezu rasend wütende Bellen Leos.— Was begibt sich da drunten?!— Wir sausen, die ganze Familie, einer nach dem andern, die Wendeltreppen hinab, stürzen in den Garten. Leo sitzt, scheinbar schon recht unbeteiligt, mit dem Rücken zu den Hühnern, am Gartenzaun, knurrt vor sich hin; die Henne gackert verzweifelt, die Küken sind sinnlos verstört— und eins von ihnen liegt am Boden, es ist tot, irgendeine grobe Faust scheint das hauchzarte Körperchen hingeschmettert zu haben, eine Faust oder— ein Pfotenhieb...— Leo!!— In Lindau, auf der Hühnerfarm, Herrscht jetzt ein ständig Schützenfest. Es drängt sich wild der Hühnerschwarm Zum stets besetzten Legenest. Oenn jener Züchter hat erkannt Der Hühnerweisheit letzten Schluß: Er fördert, stark und hochgespannt, Den Legedrang durch Weingenuß! Ooch auch der Gockel schlürst das Tlaß In dicken Tropfen, hell und klar. Er taumelt fröhlich durch das Gras Und singt mit seiner Oamenschar: Jetzt trinken mer noch a Flascherl Wein! Ki-ke-ri-ki! Das soll so gut zum Legen sein! Ri-ke-ri-ki! Das Wasser gibt dem Mensch die Kraft! Ri-ke-ri-ki Jetzt wird manch altes, faules Huhn Hald trinken wie ein Korpsstudent. Hs glaubt gar, seine Pflicht zu tun, Indem es ins Verderben rennt. Die es schon ost bei Alenschen war, Durch Schwäche und Gelegenheit, Stürzt sich die ganze Hühnerschar In wilde Trunkenboldigkeit. Im Hühnerhof tritt bald hervor Der kliedergang durch Schwelgerei, And taumelnd kräht der ganze Chor Heim letzten kümmerlichen Li: Alit diesem letzten Flascherl Wein Ki-ke-ri-ki, Da stellen wir das Legen ein! Ki-ke-ri-ki Wir sind von Mensch und Pflichten frei! Ki-ke-ri-ki! Das Huhn labt sich am Rebensaft! Ki-ke-ri-ki! schied, stößt einen seltsamen Laut weher Erschütterung aus... und rast davon, straßenlang, den Berg hinauf, den Wäldern zu... und kein Rufen erreicht ihn mehr, Leo ist fort, Leo hat uns verlassen, Leo ist in die Einsamkeit gegangen. Die Aufklärung dieser Tragödie einer stolzen Hundeseele kam bald. Am vierten Tag sitzen wir wieder um den Speisetisch— und wieder, wie schon zweimal, drunten im Garten das wilde Gackern der Henne... nur daß kein Leo mehr zornig kläffende Antwort gab. Wir aber natürlich dennoch abwärts die Wendeltreppen, in den Garten— und dort liegt wieder eine kleine Kükenleiche... und gerade hebt sich eine Pfote, um spielerisch einem zweiten solchen hopsenden Ding den Garaus zu machen: Moritz...!— Wir schreien, und da erst wendet sich Moritz lausbübisch zur Flucht, er hat diesmal nur solange ausgehalten, weil kein Leo da war, die Küken zu verteidigen und seinen jungen herzlosen Dackelkameraden wütend zur Ordnung zu rufen und zu verjagen.— Wir standen sprachlos und sahen uns trostlos an: Moritz, der Dieb des Schabefleisches; Moritz, der Dieb des Filetbratens; Moritz, der dreifache Kükenmörder!— Auf das Bitterlichste haben wir unserm Leo unrecht getan, wir haben Leo tief in seiner Ehre getränkt, und Leo hat die Schmach und das Weh der gänzlich ungerechtfertigten Prügel nicht ertragen, sprechen konnte er nicht, er konnte nur stolz von dannen gehen und tapfer sein Leid an die Ferne, an die Einsamkeit verschenken... Wer hat dem fernen Leo mitgeteilt, daß er glänzend rehabilitiert war und vor allem ich schmerzlich die ihm erteilte unverdiente Züchtigung bereute?! Nun, am Tage danach, am fünften Tag seiner Abwesenheit, schleicht sich der böse Lausejunge Moritz gerade wieder in unsern Garten— ich habe aufgepaßt, mit einem wütenden Fluch jage ich ihn zum Teufel, Moritz nimmt Reißaus— und im gleichen Augenblick ertönt draußen von der Straße, hinter der Gartenhecke her, ein sonores Bellen, teils Drohung, teils Freude... ich fahre herum— und stolz und aufrecht, wenn auch ein wenig struppig und strapaziert, schreitet ein großer schöner Schäferhund in den Garten, auf mich zu— „Leo— Leo— mein Leo!“ Gleich wird alles ein einziger Wirbel; die Kinder stürzen herzu, fallen über Leo her, wälzen sich lachend und weinend vor Freude mit ihm im Gras, meine Frau kommt, wahrhaftig, sie hat sich schon mit einem Stück guten Bratens und zugleich mit einer großen Satte Milch bewaffnet— „Leo— Leo— unser Leo!“ Aber zunächst einmal befreit sich Leo achtet der lukullischen Genüsse nicht, kommt ganz dicht zu mir hin, setzt sich, sieht mich aus tiefen, stolzen und liebenden Augen an...— auch ein Mann kann sich noch, gottlob, ein Stück Kind bewahren... ein Sekundenbruchteil lang stößt mich der Bock, ein Fremder, hoho, hätte vermuten können, daß das so was wie ein kurzes, gerührtes Aufschluchzen gewesen sei, meinetwegen...— ich beuge mich nieder zu Leo, halte ihm die Hand hin—: „Verzeih bitte, Leo— sei nicht böse— guter, guter, braver Hund—.“ Und Leo legt seine Pfote in meine Rechte. Freudengeheul. Wir sind versöhnt, alles ist wieder gut. Und jetzt erst stürzt sich Leo, der Heimkehrer, auf den Braten, auf die Milch... Leo ist wieder da, und wir alle freuen uns ganz mächtig. Leo ist unser guter Hund. Leo ist ein großer, schöner Schäferhund. Leo ist der charaktervollste und klügste Hund, den es je gegeben hat. K Seufzt Irma:„Wie die Zeit vergeht, nun bin ich schon zweiundzwanzig.“ Frohlockt Gerda:„Und ich erst neunzehn.“ Meint ärgerlich Irma:„Ach, schwindle doch nicht! Fünfundzwanzig wirst du. Ich weiß genau, daß du nur ein Jahr jünger bist als ich."„Ill. Beob.“ Hungrige Eeben Roman von Heinrich Luhmann 20) Das glaubte ihm keiner, er selbst auch nicht! Als wir Abschied nahmen, habe ich nur zu gerne auf die Einladung hin, Haus Brok als Heimat zu betrachten den langen Winter, ein freudiges Ja gesagt. In uns beiden aber, als wir unsere Hände hielten, sang es noch immer leise, selig. Jetzt, wo ich dies schreibe, ist mir noch, als träte ich eben hinaus aus der beglückenden Stunde ins Licht der Sterne. Dich trug ich in der Seele mit, dein ganzes Sein! Und ein Jubel wurde in mir wach und drängte sich brausend über mein Herz. Da aber, an der weißen Brücke, hielt der alte Terhaar. Vom Mond mühsam geleuchtet, malte er mir die Stellung des Legaten Lollius in den Sand. „Unglaublich“, schimpfte er in diebischer Freude, „daß ihm der Mälo da beikam! Ein unsterblicher Trottel dieser Lollius! Nicht wahr, Doktor, eine durch zweitausend Jahre blamierte Nachtmütze?" Ich aber, ich hatte nichts anderes zu seinen Ausführungen als dein silbernes Singen. Da ließ der Alte plötzlich von seinen Schlachtenplänen ab. „Hol der Deubel den Strabo“, sagte er und lachte. „Doktor, Sie sind verliebt!“ Der Winter in deinen Bergen war hart und herrlich. Ich hätte tausendmal hinaufsteigen mögen auf die Höhen, um hinwegzusehen über die weiße Welt. Am Morgen, wenn die Sonne alles überglitzerte, am Abend am blauen Dämmern. Ich hätte auf schnellen Hölzern die Hänge hinabgleiten wollen, an deiner Seite, um von der wunderbaren Herrlichkeit des Winterwaldes aufgenommen zu werden, von der Verborgenheit eines heimlichen Tales, das in Schnee und Rauhreif schöner blühen kann als im holdesten Mai. Ach, meine Füße! Ich habe mein Gebrechen niemals schmerzlicher empfunden als wenn ich dich einsam zwischen den Tannen hinaufsteigen sah, manchen Wintermorgen. Wie schön warst du, wie blühend in der blanken Klarheit von Schnee, Wind und Sonne. Und wenn du heimkamst— meiner weißen Brücke gegenüber mündete der Weg aus dem Walde— dann strahlte aus dir die Herrlichkeit der freien Berge. Du hast mir oft ihre Schönheit gepriesen, wenn du für einen Gruß und mit einer Einladung von Mutter am Doktorhause Halt machtest. Und an den Abenden in der stillen Stube blühte uns die ganze Welt. Ich kam oft, sehr oft. Meine Patienten ließen mir freie Zeit. In das Wirtshaus mochte ich nicht. Was hätte ich in meiner kalten und einsamen Stube beginnen sollen? Daß ich es nur gestehe, mich zog es mit Ketten die kleine Steigung hinauf! Wenn ich unter meinem Fenster den Schlurfeschritt des alten Justizrates hörte, pünktlich gegen Abend wie zum preußischen Appell, bezwang ich mich nur schwer, um nicht gleich in verräterischer Eile zu ihm hinunterzustürzen. Ich mühte mich, ihn eine, mit dringender Arbeit ausgefüllte Weile, an der weißen Brücke unten warten zu lassen. Und gleich dort geriet ich dann in das furchtbarste Kampfgetümmel der Sigambrer und Römer, das zumeist den ganzen Abend anhielt bis in die Nacht hinein. Wir haben sie wüten und toben lassen— in den Schlachtpausen war immer noch Zeit für die Schönheit eines verschneiten Grundes für ein Lied von dir! Mehr brauchten wir nicht. Die süßen Geheimnisse des Ungesprochenen, das noch kein Wort von mir zu dir überbrückt hatte, schwangen selig zwischen uns, jetzt und lange, und das war die tiefste Wonne dieser Abende. Oh, wie geborgen waren wir auf Haus Brok, während die Welt in Waffen klirte: unsere kleine Winterburg lag wohlig im Schoße der Wälder, wie das Ei im Neste behütet liegt. Ehe der Ostwind das alte Gemäuer fand, hatten sich seine Zähne stumpf gebissen. Da rüttelte er die Fensterläden, hinter denen wir saßen, vermochte aber nicht hindurchzudringen, flog in die Gipfel der Bäume und stürzte sich schnaubend in das offene Tal— wir hörten ihm zu und hatten unser stilles Behagen und begehrten nicht hinaus. Auch du nicht, meine Beate. und ich wußte, wenn es Frühling würde, auch dann bliebst du. So nahe waren wir uns schon und so miteinander verbunden! Ich tat mein Werk an den Kranken mit einer fröhlichen Zuversicht. Davon mußte etwas auf sie übergehen. Ich fühlte, wie ich von ihnen gelitten war und wie meine Hilfe wohltat. Es ist mir nichts mißglückt diesen Winter, der doch reich war an Krankheiten, Nöten und Entbehrungen. Ich nahm dich in Gedanken mit in ihre Stuben, und da ging es herrlich. Heute, wo ich unter den Bauern des Onkels Algermissen umfahre, bist du ganz dabei, mein fröhlicher Assistent, mein„Mairegen“, wie Thomas Riepekorn dich immer noch nennt. Ihn hätte ich gut gebrauchen können in den Bergen, auf dem Schlitten hätte er eine treffliche Figur gemacht. Ich habe Heimweh nach ihm gehabt, manchmal, wenn ich hinter einem klappernden Bauerngaul saß. Und auch sonst! Eure alte Stina hat mich oft an ihn erinnert. Ist sie nicht in manchem ein Stückchen weiblicher Thomas Riepekorn? Freilich, das Kürassiermaß hat sie nicht erreicht, die Preußen würden sie, wenn sie sich zur Musterung gestellt hätte, der leichten Kavallerie zugeschrieben haben, etwa den Husaren. Sie war knelk und kregel, schwarz und rotbackig trotz ihrer fünfzig Jahre, und von einer geraden TüchtigkeitEs ist mehr als sonderbar, daß die Männer an ihr vorübergegangen sind. Aber, wie sagte sie selbst? „Mannsvolk ist blind und auf seinen Vorteil unbedacht.“ Ich zweifle nicht, daß es manchem zum Segen geworden wäre, wenn er sie zu seinem Weibe gemacht hätte. Da das nicht geschehen war, hatte die sonst so vernünftige Stina immer noch und immer mehr einen wahrhaften Heißhunger nach dem Sakrament der Ehe. Weißt du noch, wie ich meine liebe Not gehabt habe, weil es mir eines Abends eingefallen war, ihr unsern, schon damals graubärtigen Thomas Riepekorn daheim als Muster aller heiratsfähigen Männlichkeit hinzustellen? Man begeht schon mal seine Dummheit, und diese habe ich büßen müssen. Immer nämlich, wenn sie uns öffnete, fragte sie mit verschämtem Lächeln nach Thomas Riepekorn, dem ungesehen ihr gutes, altes Herz in Liebe entgegenschlug. „Was sagten Sie, Herr Doktor, wie heißt er mit Vornamen?“ „Thomas, Stina! Gefällt dir der Name nicht?“ sie erglühte.„Ich meine bloß, wegen der Ungläubigkeit.“ „Damit hat es nichts auf sich, Stina. Solchen Glauben wirst du in Israel nicht wieder finden.“ Sie war hocherfreut und entließ mich für diesen Abend, um am folgenden bescheiden neue Auskunft zu erbitten: „Herr Doktor, was ich fragen wollte: was is er eigentlich von Profession?“ „Ehemaliger vierter Kürassier, jetziger Oberknecht, Küchenchef, Hausverwalter und die rechte Hand des Doktors Algermissen.“ „Ein bißchen viel für seine schwachen Mannskräfte“, meinte sie besinnlich—„da täte Hilfe not.“ Ich überhörte das letztere; ich dachte, während mein Gewissen sich heimlich regte, was Thomas dazu sagen würde. Sicherlich, das wußte ich Unseliger, saß da für ihn'ne Uhl, wo es für die brave Stina die lieblichste Nachtigall war. Dabei hatte ich Glück: sie fragte nie nach seinem Alter. Ein dunkles Gefühl bewahrte sie vor dieser Schicksalsfrage und mich vor weiterem Flunkern. Dagegen wollte sie eines Abends liebend gern wissen: „Wenn es möglich wäre, Herr Doktor, wie groß ist der Herr Thomas— wenn es möglich wäre.“ Das war ohne Lüge möglich. „Kürassiermaß, Stina: 1,97!“ Sie dankte errötend und glücklich lächelnd. Am andern Abend aber schien ein Hagelschauer in ihr junges Glück niedergeprasselt zu sein. Ihre Fröhlichkeit wer woie weggebiohen. „Stina, wo brennt es?“ suchte ich zu scherzen.„Es wird doch nicht der Herr Thomas sein?" „Och, nee, aber Herr Doktor, 1,97 Meter, da geht er just eben durch die Tür, und ich bin bloß 1,61 Meter.“ Sie stand da mit dem Metermaß, das verschämt unter der Schürze hervorlugte. Sie war dem Weinen nahe. Diesmal brachte der Justizrat den Wagen wieder ins rechte Geleise. „Stina, dat will'k die seggen“, er klopfte ihr lachend die Schulter,„so'n bißchen Uebermaß, das sind die besten Kerls ich habe noch niemals'n Kerl mit Uebermaß beim Gericht verknackst, wohl aber die Kleinen, die Dicken und Dünnen. Die sind krabätzig, die Langen aber sind gutmütig. Der olle Lollius im sigambrischen Wald, das war’n kleiner dicker und glatzköpfiger Frechling, verlaß dich drauf und halte dich man lieber ans Uebermaß...!“ Sie entließ uns, versöhnt und gerührt. Die Gute! Ach ja, die Liebe— ich gebe Mutter recht, wenn sie halb lachend und halb ärgerlich den Kopf schüttelte und sagte: (Fortsetzung folgt.) Er gerät denlich mit Rezept für eine feine„Ostertorte“ siehe Dr. OetkerRezeptduch„Backen macht Jreude!“(Seite 33). Jür 20 Dfennig in den Lebensmittelgeschäften erdältib fasf geoen Teichmatken ven DeRugust better, Btelefeld Seite 8 Nr. 86 Bochumer Anzeiger 7 Donnerstag, 11. April Das rätselhafte Ende des Goldminenkönigs Siscoe Dei Bi!.J am Malcht mia... Montreal 10 Aurik.(kann. Aber man hat im Benzin Gle Stoe a. 18. Seburislag Larendrisse Montreal, 10. April. In der Nähe des Matchi=Manitou=Sees Stanley E. Siscoe tot aufgefunden. Rätselhafte Umstände lassen die kanadische Polizei einen anderen Zusammenhang als einen bloßen Unfall vermuten. „Feuerwasser" löst die Zunge. Es ise hon Zrdianere= hie=Zunge siöste. Er war da. n mit dermn Tramp Stanleh Siseoe, einem armen Sese, u den, bigan eir. Gerang, halsgeiger aund Host gerzand sch borautf aus alten bar das einzige Vermögen, das er aus der alten Welt schitsich reoanchieren zu müssen und erzählte eine wirkglaube sich revanchiere, zu müssen und erzählte liche Geschichte: die Geschlchte gnen.&a# war en Per m üich Erzählung, der Siseoe nur im Halbschlaf zuhörte, bis er auf einmal das Wort Gold nahm. goldene Vermächtnis. ehe die Weißen ese ece Resce e ece Die Ermittungen der kangtbser gu. Ven Gaschasen der Goldene Indianer“ seit benergz.2 geplagsepgoben sei. Und auch die Geschichte mit den erzägztig in die. ven in der Goldwine HI,Zosch per wpig vas ales genau man ihn findet. Ihm löst das Feuerwasser nicht zu zweiten Male die Zunge... #r Selbstmord im Wasserbehälter. Eine 29 Jahre alte Frau in Thäahreralten Knaben in hren beiden, hebzgthsicht in den Wasserbehälter auf dem Oesterberg. Die drei konnten nur noch als Leichen geborgen werden. # # venvve kompagnie des Infan. die Weißen ins Land kamen, ehe die Songe, ebe die e,„asien die Jagdgründe versleichgelichter mit iyren,—., höchstens gegen vie ab iseten, damals, als man bch vog,(Gazimnos wehren nußte, regierten zwischen Zahiador und Neufur Ainen ve„Oodeon zr ae, bel ihren großen Feien Sie waren reich, se.nv, anderer Stamm in rehr Geldschmuck, als Zannten die golbenen Minen am Porklanado., Denn ve Eierpuzten den Zugang zu den Natchi-=Monitou, geg.##5blen in sieien und duntten po, Hier holten sie ihr Gold, zufinden, trösete sich dann aber mit berz, GePgaeg, bob der„Oospesg Lr von=Zeit en Zeit seine Arloholhenise gescoiadelt hoben blste wie nr auch. Der Millionär erinnert sich an nichts. berg. Die drei konnten nur noch als Leichen 41117.———.— Lompagn gerden. die sich in der Leipziger Straß Miülonhr erin. Was war nicht alles gescheb=Oignadg überhauptl en Natchi.=Manitou=Se und und wieder verblaßt Pobtoniunht,parenven und wieder arm geworden— Nenschen, waren, veich und ihr Unbeil. Zwei aber soten ibr Gtuck getumdehnte überlebt, ftreilich ohne eindaten die genden Jegzege, der Tramp von einst, und Keiner Ahnen zerie zum d in die Bohezsie Zasantk aus den Peisen Heraufbever sy, die voch Zuloz und Maschinen herumsehen. sühoten, sop er, esetzte ihm eine mächtige Pistote an die Ein Vächter aber sepv Vun gaß es gut sei, sch aus dem Rivven und dentete ihm-Mines Ltd, zu entfernen. Vereich der Sisco: Gol),;. Zudianer in der Nähe des 1 Tage bockte der a. V. Eizege in Montreal. Direktionsgebäudes des Direktors.., Reise aus dem Dann erst kam dieser von einer lapggi g. angeß, Süden zurüch, S ve gtehr Er gab dem alten In. Handvol kanadischer Dollars und stieg in sein Auto. Hatte er wirklich vergessen, was einst war..? Berlin, 10. April. Die Deutichegntpschung zeigte gesitern, vin der Verr seyzr Gasten im Reichspotmuseum wichtige einen Pro hem. Gebiete des Fernsehens. Schon Peuerungen auf Fankausstelungen konnte man von uf den fru) Fernsehbülder sehen, die nicht vorher auf Beit 22 Deit Fenomimen sondern direkt von der lebeneinen Vim abgetastet waren. Erst jetzt jedoch ist die technische Entwicklunggke, mezr, gedsehen, daß diese Abtastung einwandfei vo„Witzleben seine Ausstrahlung Der Seuder behdt in. graße, zägezeichget empfanwurde in der Leizöfge, Perupe Au gzim Vortrag der gen. May, konure., Patzschte genau beobachten Schaufpielerin, Ursulg,„ui porstellen, wie besonders das und konnte sich sehr rg„„uF, wirken wird, wenn man gesprochene Wort in Butuy, jiezt. Außerdem wurden Kahlos übertragen und auf diese Weise Feunden und Voliegen Opoiot, Fernschentwicklung in Pturst., ote der Leig, ber,z at Dr. Banneitz, Reichspvonminzterlum, Obervoszer Fernsethentwialung nochmals einen burzen Lersnnert, wo man, wenn man Peseben und en de. Oeszeschäifigte füir einen hofnungs. sich mit dem Vern gtehalten wurde. Jetzt sei es endich e dn Gernden, un unid den Gilshe ier Cu. Gelegenbeit zu orden, b9, de zie, Reichspost im Reichsvischung du verzeu=Zeipziger Straße eine öffent: postmusenm in.##e##eveinrichten. Von dort aus Aues dag bas Persehenl ahzsolut pushlilunsres st. Es war bezeichnend. daß die Techniker und Fachleute, sahen völlig das Techniss an der Sache vergaßen und sich über einen bei dieser Ge =stischen Film schieflachten. Und als man dann bun gI! Gaigziger Straße aus; 3 Fonkhaus anläutete von de e, jeher sah und hörte, wie drüben am Kaiund im Hernseger, Io V. te wie die Ansagerin erdamm das Tetephon, hutjachte und lustige Zu sprache mit den Versammelten hielt, da ist gs. Fohl Scherl-Bilderdienst er in Tuding deg Fräsentziermarsches die EhrenSeinitee g M Strafe im Gnadenwege zu mildern. heranging, den Hoper,ammaüsten, hielt, da ist es wohl pruch= in den Rücken gelaufen. Wir nno manchen doch kalt üver„„hritte aller Art gewöhnt und zwar an technische Vortog g,. in Erstaunen setzen. Hier so leicht kann uns vichts weoy, wird eine Erfindung in aber, das fühlte man dentlichhzikungen noch gar nicht sehzen sind und die bestimmt das Leben des zwvillvielen Gebieten wird. Zwei Hinrichtungen Späte Sühne für die Saly Oobein und Hup, Beiegig, 10. Grel. Heute früh um 8 wuy, geprug. 1907 Pgehorene Verlin=Plötzense der am 9. Vr. 15. Juni 1901 geSally Epstein und der vrichtet worden, die vom berene Hans 31e9“; zig=Mittäter bei der Schwurgericht in Verlin vig., Stuemfühters Eemo.ode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt worden in Sohur 1935 zu. Strteigisher Sseuerigt eis iur Bahr. 19390 un Suoherhezus Segengriche Mitäter geschwebt, in dem vomu.= gemeinschaftlicgen zu einer Verurtellung nenen Verjahren, in dem das Toischlogs kum, Veurtelung der Tat nicht gebunden Gericht on dev, Doen zine weiter Auftlärung über die Drei Memelländer vom Kownoer Kriegsgericht zu verurteilt dnb Kowno, 10. April. nia Buskäan bt, der s8iegen Beizslus.35 veronworte,zestig seine Enfernung aus dem Her an. Monaten Zuchthaus, heragteilt. Zwei weitere klagte wurden fteigesprochn. war, war es möglich,ug über die BB6.- un etree Beginn in Sitesa Todesflug in das Eis... odesflug in das Ei Der Winter geht bis weit in den April Zineirgg Balchitnge uoch bez aseg, Esteane zuisannen mit seinen So fog denn Sunge, ,Hafl, nach Norden. Sie Ploten, Kapithin T. Wiro“, Die Maschine wurde hin komen, in ein Wintegrven Heitensener funktionierte, nicht nd bergewvoren,=herintergeben. Auf einem schneGlasstaub und Metallspäne im Benzintank. übung des Dielors Siteot, Vix Neguger den Unfallplatz entfernt, haben sie ihn, in# 84 Heute tritt in Stresa am Lago Maggiore(Italion) die Dreimächte=Kon2e 5 am Lago ten) o„Frankreich, ferend Englgammen.“ Auf Italien zusammen. auf unserem Bilde sieht man über die Promenade von Stresa, hinweg auf die Insel Isola Bella, in deren Mitte sich das Schloß Palazzo Borromeo befindet, in dessen Prachtsälen die Konferenzen stattfinden werden. Scherl-Bilderdienst lagte wurden freigesp###. Per nach ame Grauenhafte Zustände Washington, 10. Aprk. as eche escheie eree ausschub des bep Her grauengasten Zuskände, die sich seichen eben, Der Ermandregugeseg, ge. We zuräcscheuten. So wüirden die auf Kuba eingeschuugum auf diese Weise den Anschein zu ergecken, als führ. ten die Schmuggelbeineß Zoslaters werde die unglüchGmugelen Giunundeur ige 6, BöH1abeg: t. Iasin zu der Näihze der Küste P77.. rida ausgesetzt worden, wo sie verhungeri seien Unruhen in China. Schogechit, age gui ven Versch der Oshpegei Unruhen geongen. Der nordchineschen Bauern habe sch. Emdrung bemächigt. Iu der Busanzesereitet und vur 13 Hististen die a der Provinz Herostek funz seien Widersand. Polizei und Miltir sesegz, G. de lerite gegen die Austiundicher, porzen und auf beiden abteilungen zusammenzögen. Ke M Wec Lr M eee atec! KI ELL M Schweres Unglück beim Spielen in einer In einer in der Nöh, or,F ge aHsggh gab Bons pier Sandgrube ftürzte ein boder Greuße spielenden Kindern wurden zwei verschüttet. Eins war sofort tot, das andere starb im Krantenyaus. Seite 9 Nr. 86/ Bochumer Anzeiger 7 Donnerstag, 11. April 1935 erzieLessel derund acht dar. und ungsdiente sen #il. länder icht zu s und eer an. Jahr, rochene ir vier itangerika ich die rungsrungserungssenerredie sich ee Einn, auswerde m NotOpfer schmugnäht, ils führin Bord. unglückh ü b e r seien geusgeben zu en Opfer von Flort seien. EinGeroße ätten und die Irtildre eiden Das Nandgrube legenen on vier kindern das an415000 weniger Bericht der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung über den Arbeitslosenrückgang im März In dem wechselnden Ablauf der Beschäftigungsentwicklung mit seinen jahreszeitlichen Höhe= und Tiefpunkten brachte der März einen erheblichen Anstieg der Beschäftigungskurve und damit einen starken Rückgang der Arbeitslosigkeit. Die Zahl der bei den Arbeitsämtern im Reich eingetragenen Arbeitslosen, zu denen die Arbeitslosen im Saarland mit rund 52700 erstmals hinzugerechnet sind, betrug nach dem Bericht der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung Ende März 2 400000 und ist gegenüber dem Vormonat um rund 415000 zurückgegangen. Dieser Rückgang kam mehr oder weniger allen Berufsgruppen zugute, die Jahreszeit ermöglichte die Fortführung der unterbrochenen und die Aufnahme neuer Außenarbeiten und bewirkte damit ein Sinken der Arbeitslosenzahl der Außenberufe um fast eine Viertelmillion. Daß neben diesem Rückgang in den Außenberufen auch die im wesentlichen nicht saisonbedingten Berufsgruppen eine beachtliche Abnahme, und zwar um fast 170000 aufzuweisen hatten, ist für die Beurteilung der gesamten Beschäftigungslage in der deutschen Wirtschaft günstig zu werten. Mit dem Sinken der Arbeitslosenzahl haben auch die Unterstützungseinrichtungen eine wesentliche Entlastung erfahren, die Zahl der Unterstützten in der Arbeitslosenversicherung ging auf 458 000, in der Krisenfürsorge auf 815 000 zurück. Erheblich war auch in diesem Monat wieder der Rückgang der arbeitslosen anerkannten Wohlfahrtserwerbslosen mit 80 000. 567 000 anerkannte arbeitslose Wohlfahrtserwerbslose standen Ende März in öffentlicher Fürsorge. Mit der verstärkten Wiederaufnahme der unterbrochenen Außenarbeiten ist die Zahl der Notstandsarbeiter gestiegen. Es waren Ende März bei den von der Reichsanstalt geforderten Maßnahmen rund 348000 Notstandsarbeiter beschäftigt. Syndikus Dr. Hugo Geschäftsleiter der Wirtschaftskammer für Westsalen und Lippe Zum Geschäftsleiter der Wirtschaftskammer für Westfalen und Lippe hat der Präsident Dr. Borbet(Bochum) den Syndikus Dr. Hugo(Bochum) bestellt. Dr. Hugo führt gleichzeitig als 1. Syndikus die Geschäfte der Industrie= und Handelskammern zu Bochum und zu Dortmund. Wieder Fehlbetrag beiLangenbrahm Die Gewerkschaft des Steinkohlenbergwerks Langenbrahm in Essen hatte eine außerordentliche Gewerkenversammlung einberufen mit der Tagesordnung„Wahl zum Grubenvorstand". Für das verstorbene Mitglied des Grubenvorstandes Diplomingenieur Stein(Kassel) wurde neu gewählt Bankdirektor Dr. P. Mark(Commerz= und Privatbank, Berlin). Wie vom Vorsitzenden des Grubenvorstandes über die Abschlußaussichten für 1934 mitgeteilt wurde, wird die Gewerkschaft einen nur sehr kleinen Betriebsüberschuß ausweisen können, der bei weitem nicht zur Deckung der notwendigen Abschreibungen ausreichen wird(t. V. einschließlich Sondereinnahmen und Vortrag aus dem Vorjahr 302631 Reichsmark Betriebsüberschuß, so daß nach Verrechnung von 565 501 Reichsmark Abschreibungen und 240077 Reichsmark Zinsen für das französische Darlehn ein Fehlbetrag von 502 946 Reichsmark verblieb). Ueber die Aussichten des laufenden Geschäftsjahres sei zu bemerken, daß diese, soweit der Hausbrandabsatz in Frage kommt, gleichfalls nicht sehr günstig beurteilt werden könnten. Wenn auch in den ersten drei Monaten die Förderung etwas besser gewesen sei als in denselben Monaten des vorigen Jahres, müsse dennoch auch für die nächste Zeit mit einer größeren Anzahl von Feierschichten gerechnet werden. Ueber die Störungen in den Flözlagerungen der Gewerkschaft wurde mitgeteilt, daß das betreffende Betriebsfeld durchörtert worden sei, und daß die Lagerverhältnisse nunmehr wieder regelmäßiger geworden sind. Das Auftreten von weiteren kleineren Störungen sei jedoch nicht ausgeschlossen. Mit kanadischen Abnehmern sei kürzlich ein nennenswerter Liefervertrag zustande gekommen, von dem für die nächste Zeit günstige Auswirkungen auf die Beschäftigungslage der Gewerkschaft zu erwarten sei. Das im Jahre 1932 zum Erwerb von 480 eigenen Kuxen aus dem Besitz der Gewerkschaft König Ludwig, Recklinghausen, ausgenommiene französische Darlehn von ursprünglich annähernd 6 Millionen sei in der Zwischenzeit soweit getilgt worden, daß zur Zeit nur noch ein Schuldbetrag von etwa 4,6 Millionen Reichsmark zurückzuzahlen bleibe. Der erste 100=Frank=Louisdor Mittwoch nachmittag ist von der Staatlichen Münze in Paris in Gegenwart des Finanzministers das erste Goldstück im Werte von 100 Frank, der sogenannte 100Frank=Louisdor, geprägt worden. Praner und Reuts Deutsche bei der Lösung der deutschen sozialUnd Wirtschaftspentischenl Pragen Der Verein deutscher Eisenhüttenleute wird seine GV. in Verbindung mit der Feier seines 75jährigen Bestehens am 30. November und 1. Dezember in Düsseldorf abhalten. Denkschritten von Interessentengruppen, bestehend aus Unternehmerverbänden, Arbeitnehmerorganisationen(Gewerkschaften). Wirtschaftsverbänden usw. Mobilmachung der Abgeordneten auf dem Wege über die Parteien. Durchsetzen der Ausarbeitung eines Entwurts im zuständ. Reichsressert Unter Herverkehren des gebietlichen und fachlichen Partikularismus Begutachtung des Entwurts durch alle 17 Ländertschministerlen Neubearbeitung im zuständigen Ressort und anschließender Vorlage im Parlament Letzte Bearbeitung der Parteien durch die Interessentengruppen Abänderungs anträge Bearbeitung aller sozialpolitischen Fragen(Arbeitnehmerangelegenheiten) innerhalb der Deutschen Arbeitstront der einzigen Organisation der gesamten schaftenden deutschen Velkes. Spitzenvertretung: der Reichsarbeitsrat Bearbeitung wirtschaftspolitischer Fragen der gesamten Wirtschaft in der Organisation der gewerbl. Wirtschaft, der Dachorganisation aller deutschen Unternehmer, korporativ an geschlossen der DAf. Spitzenvertretung im Reichswirtschaftsrat Höchste gemeinsam beratende Instanz fur die Zusammenarbeit von DAf. und Wirtschaftsorgansation in allen sozial- und wirtschaftspolitischen Fragen bildet der Reichsarbeits- und Reichswirtschaftsrat der sich aus dem Beirat der Reichswirtschaftskammer(Unternehmer) und dem der höchsten fachlichen und gebietlichen Leiter der DAf. zusammensetzt. Entsprechende Untergliederungen in den einzelnen Landesteilen sind vorgesehen Vorbereitung reichsgesetzlicher Notwendirkeiten innerh. des Reichsarbeits- u. Reichswirtschaftsrates. Weiterleitung der Anregungen an Reichsarbeitsund Reichswirtschaftsminister Als letzte Instanz: * Der Führer bzw. Reichskabinett Neue Eietpreis Aiegelung Der Oberpräsident der Provinz Westfalen erläßt folgende Anordnung: Auf Grund der Verordnung vom 8. Dezember 1931 sowie des Gesetzes über die Bestellung eines Reichskommissars für Preisüberwachung vom 5. November 1934 und der Verordnung des Herrn Reichskommissars für Preisüberwachung vom 19. November und 11. Dezember 1934 wird mit Genehmigung des Herrn Reichskommissars für Preisüberwachung und im Einvernehmen mit dem Bezirksbeauftragten des Rheinisch=Westfälischen Eierverwertungsverbandes in Essen für die Provinz Westfalen und das Land Lippe=Detmold mit sofortiger Wirkung unter Aufhebung aller früheren Anordnungen nachstehende Anordnung über die Regelung der Eierpreise erlassen: Die Kleinverkaufspreise für Eier werden auf höchstens 2 Rpf. über der vom Reichskommissar für die Milch=, Vieh= und Fettwirtschaft festgelegten Notierung der Großhandelspreise(Kommissariatspreise) festgesetzt. Aendern sich die Kommissariatspreise, so treten mit Wirkung vom achten Tage nach der Bekanntgabe der Aenderung der Kommissariatspreise durch den RheinischWestfälischen Eierverwertungsverband im Wochenblatt der Landesbauernschaft Westfalen die um 2 Rpf. höheren neuen Kleinverkaufspreise für Eier in Kraft. Der Kleinverkaufshöchstpreis für frische, unsortierte und nicht gekennzeichnete Landeier wird auf den Preis des deutschen Handelsklasseneies der Güteklasse I Größe B festgesetzt. Dieser Preis gilt ohne Rücksicht darauf, ob die Eier vom Erzeuger oder vom Handler in den Verkehr gebracht werden. Die festgesetzten Kleinverkaufspreise sind Höchstpreise, sie dürfen keinesfalls überschritten, wohl aber jederzeit unterboten werden. Zuwiderhandlungen gegen diese Anordnung werden mit Ordnungsstrafe bis zu 1000 RM. für jeden Fall der Zuwiderhandlung gemäßt§ 15 der VO. über Preisüberwachung vom 11. Dezember 1934 geahndet. Rieberiändischer Viltontfahz wieder erheht Die Niederländische Bank hat ihren Diskontsatz abermals um 1 v. H. erhöht. Der neue Diskontsatz beträgt also 4½ v. H. Die weitere Erhöhung des Diskontsatzes der Niederländischen Bank guf 4½ Prozent wird dem aus dem jüngsten Bankausweis ersichtlichen größeren Goldverlust von 105 Millionen Gulden sowie dem Umstand zugeschrieben, daß die Inlandwechsel und Beleihungen eine Zunahme um 55 Millionen Gulden erfuhren, während sich der Notenumlauf nur um 25½ Millionen Gulden verringert hat. Man ist in Holland der Ansicht, daß die Angriffe gegen den Gulden noch nicht eingestellt wurden. Der hohe Dollarkurs ermöglicht weitere Goldausfuhr nach Newyork. Allgemeine Deutsche Credit=Anstalt, Leipzig(Adca). 1934 wurden rund 100 Millionen Reichsmark Kredite zur Verfügung gestellt. Die Gesamtumsätze stiegen von 11,7 Millionen Reichsmark 1933 auf 12,6 Millionen Reichsmark. 1934 schließt ohne Gewinn und Verlust ab. — Brannschweigische Kohlen=Bergwerke, Helmstedt. Wieder 10 Prozent Dividende.— Poppe& Wirth AG. in Berlin. 59000 Reichsmark Reingewinn, um den sich der Verlustvortrag aus 1933 auf 731000 Reichsmark vermindert.— Zellstoff Waldhof AG. in Mannheim. Die GV. genehmigte den Abschluß mit 5 Prozent Dividende auf die Stammaktien. Die Einführung des mandschurischen Erdölmonopots, die für den 1. April geplant war und später auf den 10. April verlegt wurde, ist nunmehr in Kraft getreten mit Ausnahme der Provinz Dschehol, wo die Vorbereitungen zur Einführung des Erdölmonopols noch nicht vollständig beendet sind. Börsen von gestern Rheinisch=Westfälische Börse in Düsseldorf Freundliche Haltung Infolge des deutsch=russischen Wirtschaftsabkommens eröffnete die Börse in freundlicher Haltung unter Bevorzugung der Muag=Aktien, die 2¼ Prozent höher eröffneten. Im Verlauf ließ das Geschäft nach und die Kurse gaben geringfügig nach. Renten: Altbesitz=Anleihe minus ¼ Prozent, Hoesch und Ver.=Stahl=Obligationen unverändert, Mittelstabl plus ¾ Prozent, Dt.=Reichsbahn=Vorzugsaktien bei kleinen Umsätzen unverändert. Aktien: Dt. Erdöl minus ¾ Prozent, Farben minus ¼ Prozent, Feldmühle minus ½ Prozent, Goldschmidt plus ½ Prozent, Muag plus plus 3/ Prozent, Schuckert plus ¾ Prozent, Siemens minus 1½ Prozent, Westd. Kaufhof eröffneten ¾ Prozent höher, gaben im Verlauf jedoch ¾ Prozent wieder her. Reichsbank=Anteile plus ¾ Prozent. Montanaktien: Buderus plus ¼ Prozent, Dahlbusch vlus ½ Prozent, Harpener minus ½ Prozent, Hoesch minus ¾ Prozent, Klöckner minus ¾/ Prozent, Mannesmann minus 2½ Prozent, Rheinstahl behauptet, Ver. Stahl½ Prozent. Von Kaliwerten gewannen Aschersleben ½ Prozent, Salzdetfurth 1½ Prozent, Westeregeln ¾ Prozent, Wintershall ¼ Prozent. Am Einheitsmarkt verloren Banning Maschinen ½ Prozent, seabel Rheydt 2½ Prozent, Basalt plus ½ Prozent, Düsseldorfer Maschinen plus 1 Prozent, Ver. Mosaik plus ½ ProVer. Rumpuswerke plus ¾ Prozent, Zukunft Braunkohle, Kali=Chemie und Kölner Gummi auf letzter Basis bezahlt. Das Geschäft am Kurenmarkt war ruhig. Von Kohlenwerten wurden Constantin und Deutschland auf letzEwald verloren bei einigen Umsätzen etwa 50 Reichsmark. Braunkohlenkure umsatzlos. Am Kalikurenmarkt waren Beienrode etwa 5 Reichsmark niedriger im Handel. Elsässische Werte Marie, Marie=Luise und Max erzielten letzte Preise. Ransbach wurden etwa 50 Reichsmark niedriger bezahlt. Am Einheitsmarkt waren Humboldt=Deutz=Motoren zu letzten Preisen im Verkehr. Westfalia=Dinnendahl plus ½ Prozent, Dolerit Basalt plus 1 Prozent.(Mitgeteilt vom Bankgeschäft Wilh. Schwarz in Bochum.) Berliner Börse Nach befestigtem Beginn im Verlauf nachgebend Die Börse eröffnete wieder in fester Grundhaltung bei allerdings kleinem Geschäft. Die Hauptanregung ging von den 200 Millionen Reichsmark neuen Russenaufträgen aus. Man rechnet für verschiedene Industrien daraufhin mit Bestellungen. Vom Rentenmarkt ging so gut wie gar keine Anregung aus. Er lag sehr still und im allgemeinen wenig verGestern in Berlin amtlich Dollar 2,489(Vortag 2,488) 12,090(Vortag 12,025) ändert. Von Reichsanleihen lagen Altbesitz etwas höher. Auch Kommunale Umschuldungsanleihe war bis 89,70 gebessert. Stadtanleiben uneinheitlich. Industrieobligationen meist behauptet. Eine Sonderbewegung hatte die 31er Reichsanleihe, die auf 97¼ stieg und mit nur 33½ Prozent zugeteilt wurde. Kommunalobligationen bis ½ Prozent gebessert. An den Aktienmärkten eröffneten Montanwerte bis 1 Prozent höber. Mannesmann lagen allerdings 2 Prozent niedriger. Stärker waren sonst gebessert Rütgers mit plus 2 und Muag mit plus über 2 Prozent. Im Verlauf bröckelten die Kurse allgemein etwas ab. Auch der Schluß war vorwiegend etwas nachgebend. Die Tendenz am Einheitsmarkt war ruhig und ohne große Veränderungen. Dollar 2,489 (Vortag.488), Pfund 12,090(Vortag 12,025) Mittelkurs. Rhein=Mainische Abendbörse in Frankfurt Etwas schwächer Die Rhein=Mainische Abendbörse eröffnete sehr still. Aktien im Durchschnitt bei geringsten Umsätzen eber eine Kleinigkeit schwächer. Die Notierungen am Markt der deutschen Renten konnten sich gut behaupten. Die Auslandsbörsen Newyork: Gebessert. Brüssel: Nachgebend. Amsterdam: Unregelmäßig Zürich: Unregelmäßig. London: Unregelmäßig. Mailand: Fest. Paris: Fest. Wien: Unregelmäßig. Getreidegrotzmarkt zu Berlin Roggenm, 0, 997 A. Viktoriaerbsen Speiseerbsen Futtererbsen Berliner Elektrolytkupfernotierung vom 10. April 1935: 41,50 Reichsmark für 100 Kilogramm. Rh.-Westf. Börse, Düsseldorf, 10. April Mitgeteilt von Wilhelm Schwarz, Bankgeschäft, Bochum, Bongardstraße 14 Fortlaufende Notierungen Kuke Beirkchlen 10. 6. 1 9 4. 6 1 B1eIs 36503850 3700 Michel 18300— 8800 Nesta 6800 7600 6500 Bernbareth. 15001625— Kall Beienrode Industrieaktien Ov Balcke Masch. Berg. G. Dahl.V. Sonner Bg..H. 6ösp. Walzw. Braunk Zuk. Bruckd.-Nietl. Burbach Kal. 46 Dortm. Ritterbr. Düss. Hoef.-Br. Düss. Masch. 6 ynamit.Nob. schw. Berg. V. las- u. Sp. S. Glückauf-B. A0 Gebr. Goedh. 46 allesche Salz. tochtief AG. Kabelw. Rheydt Kali-Chemie Mölheim. Berg. Rhein. Metal hein. Spiegel. Roddergr. Brnk. Sachtl. A6. 8gd. Schieß-Defries Schleg. Scharp. (Einheitsk.) 10..1 9. 4. —. 137: 117.5116.0 97.297.5 123.5s123.5 87.0 87.0 39.0 38.0 80.0 80. 250.0250 92.5 107.5107.0 114 0 173.5176.5 129.0129.0 Colonis,.-V. K. Colonia Rückv. slsladb. Feuerv. n. Hagelv. n. Lioyd A. V. Köln, Rückv. gr. Köln. Rückv. kl. Rentenwerte 6 Rhw..-Cr. Ghyp.Ptd. S. 4. 6. 12. 10 dto. Gold.-Kom 1926 1927 S.—6 1½ Wd. Bod. Gpfd. 6 # dto. Em. 3, 9/12, 14 94. 8 Freiverkehre-Aktien 10../9. 4. 105.0105.0 245.0245.0 680.0680.0 100.0100.0 250.0250.0 126.0128.0 82.0 82.0 95.2 95.2 94.0 94.0 Berliner Börse, 10. April Mitgetellt von der Commerz- und Privat-Bank Filiale Bochum Reichsbankdiskont 4% Lombardzinsfuß 5% Zinheltskurse Wokswerke I Kölner Gas Krefft W. Kromschroeder Kronprinz Metal! Küppersbusch 6000.630 330 365 4500 3400 35 6500 6850 — 9200 Seld Ihwerin binrich n. Ludw ggenbe. braunkahlen 605 633 610 650 1 Seite 10 Nr. 86/ Bochumer Anzeiger 7 Donnerstag, 11. April 1933 Tuenen und Auswulhenlndg Berhn NE(Pfo) 4000 Zuschauer beim Berliner Probelpiel— Szepan Ipielte nicht Berlin, 10. April. Vor 4000 Zuschauern standen sich am Mittwoch abend in Berlin auf dem Preußenplatz eine D F.= Kursus=Elf und die Gau=Elf von Brandenburg gegenüber. Bei diesem Probespiel wurden Spieler, insbesondere bei der Pause, auf beiden Seiten ausgetauscht. Mit dem Wind im Rücken gestalteten die Kursisten zunächst das Spiel überlegen und gingen bis Pause durch zwei Tore des Linksaußen Heidemann (Werder Bremen) in der 24. und 36. Minute in Führung. Einen von Konrad wegen Fouls an Böhme verschuldeten Elfmeter verschoß Böhme. Zwei weitere Torgelegenheiten der Berliner verstrichen unausgenützt. — Die DFB.=Elf spielte in der 1. Halbzeit in folgender Aufstellung: Jürrissen(Rot=Weiß Oberhausen); Konrad(Eintracht Frankfurt), Munkert(1. FC. Nürnberg); Zielinski(Hamborn), Schulz(Hannover), Bender(Dusseldorf); Malecki(Hannover), Lenz(Bor. Dortmund), Rasselnberg(Benrath), Reinmann(Ilmenau) und Heidemann(Werder Nach der Pause stellten die Kursisten Tschach(Meiningen) ins Tor und warteten mit folgendem Angriff auf: Hessenauer(Neckarau), Lenz, Bröttger (Merseburg), Reinmann und Heidemann. Auch Brandenburg stellte einen neuen Sturm, der sich bedeutend besser bewährte.— Die Berliner lagen im zweiten Spielabschnitt sofort in Front. Durch einen Fehlschlag des Verteidigers Hepprich mußten die Brandenburger ein weiteres Tor hinnehmen. Das vierte Tor für die DFB.=Elf schoß Lenz, während für die beiden Treffer der Gaumannschaft in erster Linie Kestner von./B. verantwortlich zeichnet. Ein drittes Tor von ihm wurde wegen Handspiels nicht gegeben. Von den Kursisten gefiel der Benrather Rasselnberg, der nur vor der Pause spielte, ausgezeichnet, ferner Zielinski und in der Verteidigung Munkert. Der Frankfurter Konrad war zu hart.— Nach dem Wechsel wurde der Bremer Heidemann sehr angriffsfreudig und bildete zusammen mit Reinmann sehr angriffsfreudig und bildete zusammen mit Reinmann(Ilmenau) eine gefährliche Flanke. Fritz Szepan der als Mittelläufer vorgesehen . Scht## Retzgn Die Leistungen im Berliner Das große Kunftturn-Ereignis Bedttehlfandgey P 14 Der Kunhiturn-Länderkampf in Breslau— Deutsche Mannschaft aufgeltellt war, trat nicht in aktion.„Die Leistungen im Sturm waren nicht befriedigend. Deutschund Spahien Sohen ausverkautt Das Kunstturnereignis am 28. April ist der Länderkampf Deutschland gegen Ungarn, der in der hunderthalle in Breslau vor sich geht. Wie wir erfahren, führt der Ungarische Turnverband für diesen Kampf am 14, April ein Ausscheidungsturnen in Budapest durch, zu dem die folgenden Turner einberufen sind: Siephan Pelle, Rikolaus Peter, Josßeh, geter Dr. Rudolf Lenci, Ludwig Toth. Joseph Felle, Peter Boros, Stephan Sarta###, Joseph Suraniy, Viktor Kecskemeti und Viktor Mogyorossy. So wird also mit Stephan Pelle, dem Olympiasieger in Los Angeles, in Breslau zu rechnen sein. Sarlos wurde in Budapest zehnter und Peter sechzehnter Sieger bei den Weltmeisterschaften in Budapest. Die deutsche Vertretung wird sich wie folgt zusammensetzen: Winter(Frankfurt a..), (Immigrath), Müller(Falkenberg), Steffens (Bremen), Polmar(Hohenstein), Schwarzmann (Fürth), Beckert(Neustadt), Frey(Bad Kreuznach). Ersatz: Limburg(Ruhla). Geturnt wird je eine Kürübung am Reck, am Barren, am Seitpferd, am Langpferd, an den Ringen und in den Freiübungen. Jede Mannschaft besteht aus acht Turnern. Für die Ermittlung des Mannschaftsergebnisses werden jedoch nur die Leistungen der sechs besten Turner Rund um drei Länderlpiele Die zuständige Stelle des Deutschen Fußball=Bundes in Köln gibt bekannt, daß jede weitere Anforderung von Karten zum Länderspiel Deutschland— Spanien am 12. Mai nutzlos ist und mit Rücksicht auf die zu bewältigenden Arbeiten unterbleiben muß. Auch ist es zwecklos, telephonisch oder telegraphisch oder durch persönlichen Besuch zu glauben, noch eine Karte bekommen zu Rückfragen von Vereinen oder sonstigen Bestellern, ob sie bedient würden und wann, sind ebenfalls zwecklos und wirken nur störend. Die Anforderungen von Reis gesellschaften aller Art konnten ebenfalls nicht erfüllt werden, weil die Anforderungen der Bundesvereine das Fassungsvermögen bei weitem überschritten. Länderspiel Tschechollowakei— Deutschland in Dresden Das am 26. Mai in Dresden stattfindende Länderspiel Deutschland— Tschechoslowakei wird auf dem Platz des Dresdner Sport=Clubs, Ostre Gehege, zum Austrag gelangen. Tort werden Plätze für 60000 Zuschauer geschaffen. Der Vorperlauf geht durch die Geschäftsstelle des Dresden A5. Pietschenerallee. Bestellungen der DFB. Vereine sind bis spätestens 20. April an diese Stelle zu richten. Die Preise, Platzeinteilung usw. werden noch bekanntgegeben. Die Iren kommen Der Freistaat Irland, der im kommenden Monat zwei Länderspiele auf dem Kontinent austrägt, wird die Reise mit einer 16 Spieler umfassenden Expedition antreten. Das erste Treffen führt die Iren bekannelich am Sonntag, 5. Mai, in Basel mit, Schweiz zusammen, und anschließend, am Mitt woch, 8. Mai, ist in der Dortmunder Kampfbahn„Rote Erde“ die deutsche Nationalmannschaft der Gegner der Irländer. Die Gäste haben bereits eine Mannschaft genannt, die voraussichtlich die irischen Farben vertreten wird. Es handelt sich um zur Verfügung stehenden Spieler, die fast ausschließlich in den englischen und schottischen BerufsspielerMannschaften tätig sind. Die Schweiz und können sich jedenfalls auf einen starken Gegner gefaßt machen. Die voraussichtliche Mannschaft, die von den Iren aufgestellt wurde, hat folgendes Aussehen; Foley(Celtic Glasgow); Gaskins(Syamrock Rovers), Dunne( Manchester City); Green(Wolverhampton Wanderers), Turner(Leeds United),'Reilly(Aberdeen): Duggan(Leeds United), Moore(Aberdeen), Davis(Brighton), Stevenson(Everton), Monaghan (Sligo Rovers). Olympische Neuigkeiten Olympia-Ausstellung als Wanderschau Die Olympia=Ausstellung Berlin 1935 ist geschlossen. Nund 100000 Besucher, darunter 65 000 Schulkinder, haben sie besucht, um ein Bild von diesem größten sportlichen Ereignis der Welt zu bekommen. Die Ausstellung wandert im Mai nach Hamburg, im Juni nach München und so fort, bis sie nach einem Jahr in nahezu allen deutschen Großstädten gewesen sein wird. Olympia-Vorbereitungen der weltf. Leichtathleten Im Zuge der Olympia=Vorbereitungen sind im ganzen Reich die Sportlehrer unterwegs. In der nächsten Woche wird Meister Engelhardt, der Betreuer der deutschen Mittelstreckler, in Dortmund die Trainingsgemeinschaft inspizieren. * Die Aktiven innerhalb des Gaues Westfalen sollen zwecks Sichtung in Kreisgruppen in Wochenendkursen geschult werden. Für die Kreise Dortmund, Bochum, Gelsenkirchen und Hamm findet der erste Wochenendkursus am 27. und 28. April in Dortmund statt. Als Leiter ist der frühere Verbandssportlehrer des Westdeutschen Spielverbandes, Rüßmann(Duisburg), verpflichtet worden. Die Betreuung der Olymvia=Anwärterinnen übernimmt Frau Rüßzmann, die über eine reiche Erfahrung auf dem leichtathletischen Gebiet verfügt. Scchs Länderkämpfe Das Programm der Leichtathleten Deutschlands Leichtathleten und Leichtathletinnen haben für 1935 bis jetzt folgende sechs Länderkämpfe abgeschlossen: 28. Juli: Deutschland— Schweiz in Zürich; 11. August: Deutschland— England in München. 2./25. August: Finnland— Deutschland in Helsingfors„ 25. August: Deutschland— Polen(Frauen) in zden: 3 1. August und 1. September: Deutschland — Schweden; 8. September: Norddeutschland— Dänemark in 15. September: Frankreich— Deutschland in Paris. Harkortbergfest am 4. August Das Harkortbergfest wird am 4. August auf dem „Alten Stamm" bei Wetter seine 54. Wiederholung erfahren. Am Tage vorher wird ein Jugendkampf Tausende von Nachwuchskämpfern im Kampf sehen. Tennisreihenspiele im Turngau Westfalen Der Tennisobmann des Turngaues Westfalen hat zusammen mit seinen Bezirksobleuten die Einführung der Reihenspiele im Tennis beschlossen. Zunächst sind für diese Reihenspiele die spielstärksten Vereine in Aussicht genommen, später sollen die Reihenspiele dann auf breitester Grundlage durchgeführt werden. Es wurden sechs Ringe oder Gruppen gebildet, in denen je—6 Vereine um die Punkte kämpfen. Jede Mannschaft besteht aus vier Turnern und vier Turnerinnen. Gespielt werden Turner=Einzel, Turnerinnen=Einzel, Turnerund Turnerinnen=Doppel und Gemischtes Doppel. Die Reihenspiele der Gauklasse beginnen am 5. Mai. In diesem Zusammenhang ist es vielleicht von Interesse, zu erfahren, daß im Turngau Westfalen rund 2000 Tennisspieler vorhanden sind. Die Zeit der Sommerspiele naht heran! Nachdem die Meisterschaftsspiele im Handball in Westfalen beendet sind, treten nunmehr die Schlag= und Faustballer auf den Plan. In allen vier Bezirken des westfälischen Turngaues werden die letzten VorbereiSechskampfes aufgestellt. sein. Dwehlar Wendlelreddwei Am 27. April in Bochum, am 28. April in Altena Fliegengewicht: Färber(Augsburg): Bantamgewicht: Stasch(Kassel); Federgewicht: Arenz(Berlin) oder Büttner(Breslau); Leichtgewicht: Schmedes (Dortmund): Weltergewicht: Murach(Schalke); Mittelgewicht: Stein(Bonn); Halbschwergewicht: Bernlöhr(Stuttgart); Schwergewicht: Runge(Elberfeld). Rahmenprogramm zu Eder-Blaho Domgörgen— Besselmann in der Westfalenhalle. In der Westfalenhalle, die als Hauptkampf die Paarung Eder— Blaho bringt, ist auch das Rahmenprogramm im Werden. Entgegen der ursprünglichen Absicht, den Hamburger Fred Bölk gegen Meister Besselmann um den Titel kämpfen zu lassen, haben die Veranstalter nunmehr Hein Domgörgen als Partner für Josef Besselmann festgelegt, nachdem der Altmeister noch am letzten Sonntag seinem Schüler einen technisch hochwertigen Kampf lieferte. Sprechstundenplan Die in letzter Zeit sehr erfolgreich gewesene Amateur=Boxstaffel des Gaues Südwest besucht Ende April den Westfalen= Gau und tritt am 28. April in Altena und am 27. April in Bochum jeweils gegen eine westfälische Auswahl an. Da die Mitglieder der Olympia=Kernmannschaft für diese Kämpfe freigegeben wurden, kann der Gau Südwest mit stärkster Mannschaft kommen(vom Fliegengewicht aufBamberger(Mainz), Rappfilber(Frankfurt a..), Schöneberger(Frankfurt a..), Claus(Frankfurt a..), Petry(Quierschied) oder Ims(Mainz), Hachenberger(Wiesbaden), Jost(Frankfurt a..) und Leis(Mittelbexbach). Westfalens Staffeln aufgestellt. Für Westfalen starten in Bochum am 27. April: Strangfeld. Seiffert, Disselbeck, Jakubowski, Pries, Kowalczyk, Kohlhaas. Halbschwergewicht noch nicht besetzt. — In Altena am 28. Abril: Kaiser, Brinkmann, Schwager, Schmedes, Murach, Blum, Schnarre. Halbschwergewicht noch nicht besetzt. Deutschlands Boxstaffel gegen Ungarn Die deutsche Boxstaffel, die Samstag in Budapest gegen Ungarns Nationalmannschaft zum fälligen Mitropakampf antritt, wurde wie folgt aufgestellt: Sturmfahrt mit Ballon„Bochum II“ Ballon„Chemnitz VIIl“ Sieger in der Freiballonmeisterschaft Der Bochumer Ballon erfüllte die Gordon-Bennett-Bedingung der sportärztlicher. Wtnunge#g# mannsheil fu en Beratungsstelle im Krankenhaus Bergmannsheil für April 1935. Die Sprechstunden werden für April 1935 wie folgt festa) Donnerstag 11. April, von 19 bis 20 Uhr durch b) Donnerstag 25. April, von 19 bis 20 Uhr durch Dr. med. Brune. Nach den nun vorliegenden Landemeldungen der am Samstag in Darmstadt zum Kampf um die Deutsche Freiballonmeisterschaft gestarteten Ballone darf der neue Ballon„Chemnitz VIII“ als Sieger der Fahrt gelten. Der Ballon legte eine Entfernung von 1034 Kilometer zurück, der Ballon„Wilhelm von Opel“ mit 1000 Kilometer am nächsten kam. Der von Dr. Scholl(Begleiter Hennigfeld) geführte Ballon „Bochum II“, der bekanntlich bei Wlozlawek(Polen) nach Zurücklegung von 800 Kilometer gelandet ist, hat als„Alt=Ballon“ eine achtbare Leistung vollbracht und die für die Einreihung in die deutsche Auswahlmannschaft zur Gordon=Bennett=Fahrt vorgeschriebene 750Kilometer=Entfernung beträchtlich überboten. Scholl bekanntlich im Vorjahre den DLV.=Wanderpreis erringen konnte, hat er berechtigte Aussichten, der deutschen Gordon=Bennett=Mannschaft eingereiht zu werden. Dr. Scholl der Mittwoch morgen ziemlich erschöpft von den Strapazen wieder in Bochum eintraf, erzählte uns einige Einzelheiten vom Verlauf der Sturm= und Regenfahrt.„Bochum II“ war gegenüber den zahlreichen neuen und ausgesprochenen Rennballonen dadurch im Nachteil, daß er mit zirka 60 Fahrten schon als„Alt=Ballon" zu gelten hat. Zudem war ihm das Glück wenig hold. Schon kurz nach dem Start wurde er durch eine Bö in einen Kiefernwald, gedrückt, Vom Turf Unsere Voraussagen Auteuil, 11. April. 1. Rennen: Poliment— Green Pottle. 2. Rennen: Le Ludion— Le Cheirgi. 3. Rennen: Nilson— Belmon II. 4. Rennen: Jocrisse—. Mon Amour III. 5. Rennen; Auge Pitou— Horizon. 6. Rennen: Dictateur X— Nador. 7. Rennen: Jocrisse "—— Kousor. Ballastabgabe wieder von den eingedrückten Baumkronen hochkam. Die Sonntagnacht verging in einem fortwährenden Kampf. Mit knapper„Not konnte der Ballon an der plötzlich auftauchenden Wasserkuppe vorbeigebracht werden, während er im Thuringer Wald zum zweiten Male zu Boden gedrückt und durch Auswerfen von 5 Sack Ballast wieder flott gemacht wurde. Durch die wärmenden Sonnenstrahlen des Montagmorgens erreichte er dann eine Höhe von 4200 Meter. Nach mehrstündiger Fahrt geriet der Ballon wieder in eine Wolkenwand und fiel nun, da nur noch 2 Ballastsäcke an Bord waren, wie ein Stein zu Boden. Die Geschwindigkeit des Falles war so stark, daß dem Mitfahrer Hennigfeld das Trommelfell platzte. Die Führer versuchten vergeblich, durch Auswerfen aller entbehrlichen Instrumente das Abfallen zu mildern. Glück im Unglück war es, daß eine Tannenschonung den Aufprall milderte, so daß der Ballon nicht beschädigt wurde und die Insassen unverletzt blieben. Dr. Scholl äußerte Fador und Dark, Pacha. Toto: Sieg 30 Plas 12. sich anerkennend über die Gastfreundschaft und Hilfs= Ferner: Grand Lama, Sahre au Clair II. ft des sofort eintreffenden polnischen Militärs]„ Haumen:; zune d##. Tremblay, 10. April 1. Rennen: 1. Croix de Lorraine(Brethes), 2. Zacharie. 3. Haliser. Toto: Sieg 69, Platz 21, 19, 23. Ferner: He lenie, Le Regent II, Cariatha, Caryanda, Sylusine. 2. Rennen; 1. Biche Noire(Stoddard), 2. Scarba Marc, 3. Gugusse. Toto: Sieg 21, Platz 16, 35. Ferner: Champs, Da Vinci, Scienter, Vaudreuil. 3. Rennen: 1. Saxel(Rosso), 2. Chistosa, 3. Kalanka. Toto: Sieg 56. Platz 27, 36. Ferner: Tricot, Drawer Ronald, Tragopan, Primitive. 4. Rennen: 1. Clairvoyante(Bridgland), 2. Alternance, 3. Assyria. Toto: Sieg 306, Platz 61, 27, 20. Ferner: Danaide, La Porallée, Rodna, Djadoun, Anath, Blue Bell III, Manly, Fasa. 5. Rennen: 1. Ventillon(Rabbe) 2. totes Rennen zwischen bereitschafz gre woige ezugnenden palnischen„Milstärs und der Ponizei. Der Landrat von Wlozlawet gab zu Ehren der deutschen Gäste ein Essen, an dem auch die Besatzung des ebenfalls in der Umgebung von Wlozlawek gelandeten Ballons„Köln" teilnahm. In einem Trinkspruch brachte der Landrat von Wlozlawek ein Hoch auf Deutschlands Armee und den Führer aus, das wurde er durch eine Bö in einen Kiefernwald gedrückt, Hoch auf Deutschlands Armee und, den jedoch ging der Sturz glimpflich ab, da der Ballon nach Dr. Scholl in gleichem Sinne erwiderte. 6. Rennen: 1. Mlle de Puygareau(Dusorez), 2. Giska, 3. Kaor. Toto: Sieg 47, Platz 18. 73, 25. Ferner: Artaban V Gatinaise, Monsieur Victor, Toutva II, Prince Yoyo, Vert ei Fort, Donine, Gréluchon, Bill, Cheick Rama. 7. Rennen: 1. Cardon(Duforez),? Mansur, 3. Patata. Toto: Sieg 112. Platz 36, 19, 57. Ferner: Ambré, Bush Boy, Saumon de Loire, Val de Seine, Saint Quen II, King of the Forest, Dendaval, Chiquet. Problem Nr. 66 von Dr. A. Kraemer * schieden. Sie sind deshalb lehrreich! Während der Lernende— und wer wollte sich nicht dazu rechnen! — den tiefen Gedanken einer 50zügigen Meisterpartie nur schwer zu folgen vermag und er eigentlich kaum einen Fehler zu entdecken imstande ist, also auch nicht gezeigt bekommt, vor welchen direkten Fehlern er sich hüten soll, zeigt ihm die Kurzpartie deutlich und einschneidend, wie er es nicht machen Nachfolgend bringen wir zwei Partien dieser Art. Die erste beweist, daß auch Großmeister gegen grobe Fehler nicht gefeit sind. In der zweiten wählt der Nachziehende eine ungünstige Aufstellung und merkt es selbst erst zu spät. Inzwischen hat sein Gegner schon eine furchtbare Angriffsstellung aufgebaut. Stellung: Weiß: Kfl. Dh6, Te7, Leö, Sgs. hi, Beb, Schwars: Kh2. Dhs, Tgl. Ses. bs. Bff. 25(7) Matt in 3 Zügen(3.) Lehrreiche Kurzpartien Es ist eigentlich überflüssig, zu sagen: lehrreiche Kurzpartien. Kurzpartien werden ausnahmslos durch typische Uebersehen oder durch unbegründete Unterschätzung gegnerischer Manöver entAbgelehntes Damengambit: gespielt im Turnier zu Udpest 1934. Weiß: P. Frydmann— Schwarz: Dr. M. Vidmar 1. d4 d5 2. 813 Sf6 3. c4 c6 4. cd... Mit diesem Abtausch geht Weiß größeren Verwieklungen aus dem Wege, erhält eine gesunde Aufstellung, ohne indes dem Verteidiger die Sache allzu leicht zu machen. 4.... ed 5. Se3 Sct 6. Lf4 eß Der Anzugsvorteil genügt, um dem Gegner die symmetrische Aufstellung mit 6.... Lf5 zu verbieten, denn nun wäre nach 7. es e6 nun 8. Db3 peinlich. 7. es Le7 Auch nicht zu empfehlen ist hier 7.... Ldé wegen 8. Lg3!(nicht aber 8. Ldé: Ddé:), weil Schwarz dann mit späterem e6—e5 bequemen Ausgleich erreichen würde. In Frage käme aber wohl.... Dab nebst Lb4, das sich in einer Wettkampfpartie Dr. Kraemer gegen Herrmann, Detmold 1930, bewährte. 8. Ld3—0 9.—0 a6 Dr. Lasker spielte hier gegen Capablanca 1924 in Newyork 9.... Shb 19. Lo5 StS 11. L161 gt mit chancenreichem Spiel. Vidmar hat den Plan, auf dem Damenflügel ein Gegenspiel zu inszenieren. Scheinbar kommt Weiß aber auf dem Königsflügel eher zu Wort.„„„„„„„„„%„ 10. Tel Ld7 11. Sed Tes 12. a3 Sab 13. Df3 b5 14. Dhs Set„„ 9 Ein schweres Versenen, wonach die schwarze Stellung schnell zusammenbricht. Notwendig war scheinbar 14.... g6, wonach Weiß aber auch aussichtsreich mit g4 nebst f5 fortsetzen konnte. 15. Sd5:! g6 Falls aber 15. edf, so 16. Sd7:! DaT: 17. Lh7:+! mit Damengewinn.„„.,„„ M. j. K 19.25 16. Se7:* Def: 17. Lei: Te4: 18. Te4: be 19. Lg5! aufgegeben, denn der Sf6 geht durch 20. Sd7: oder Sg4 verloren. * Abgel. Damengambit: gespielt im deutschen Meisterturnier in Aachen 1934. Weiß: W. Lange(Essen)— Schwarz: Dr. Rödl(München) 1. d4 Sf6 2. 813 eß 3. c4 d5 4. Lg5 Le7 5. es—0 6. Sea b6 7. eded 8. Lds Leß Von Tartakower empfohlen. Aber gerade bei dieser Aufstellung ist besondere Sorgfalt geboten. Schwarz läßt diese hier sehr vermissen und wird überrannt. 9. Se5! Verhindert Sd7 wegen Set usw. 9.... c5 10.—0 e4 Wie so oft, arweist sich auch hier dieser Zug als verfrüht. Dem System des Schwarzen mehr angepaßt war 10. Sfd7!, womit Schwarz sich von dem Druck auf den Königsflügel etwas befreit. Er muß in dieser Variante immer zunächst seinen Königsflügel sichern, bevor er zum Gegenspiel auf dem Damenflügel schreitet. 11. Le2 aß 12. 14 bö 13. a3 Das Jetzt war der letzte Moment, Sfd7 zu spielen. 14. T13! Set 15. Tg3 La7t Schwarz denkt nur an 16. Lhé und wollte darauf Ses spielen. Er übereicht aber dabei die folgende sofort entseheidende Wendung. Allerdinen ist ein völlig ausreichender Verteidigungsplan gegen die starken feindlichen Angriffskräfte nicht zu sehen. 16. Lf6:! Lfé: 17. Dh5 g6 18. Sg6:! fg 19. Lgé: aufgegeben. Berichtigung: In Problem Nr. 65 von H. Vetter steht beileibe auf d7 keine Dame, sondern ein einfacher Bauer. Endlpielftudie von A. Seletzky Weiß am Zuge gewinnt. 49gS ·6:80C 14800 T spd Lp•2 3107 410/1 ·9 8VN 48301•9 ·80T 4991 7 1998 3 31PM 1SM 3 490 9301 7 Bearbeitet vom Westtällschen Schachmeister Hanns Herrmann, Bechum Seite 11 Nr. 86 7 Bochumer Anzeiger, Donnerstag, 11. April 1933 und Rheinprovinz 7 Jahre 2 Monate Zuchthaus für eine Familie Arien in Prozep Meiel(Mondeigen Der Fall Rumschikowski bleibt ein Rätsel Bielefeld, 10. April. Nach achttägiger Verhandlung fand Dienstag in dem Prozeß vor dem Bielefelder Schwurgericht gegen die Familie Meier aus Möllbergen die Beweisaufnahme ihr Ende. In seinem vierstündigen Plädoyer befaßte sich der Staatsanwalt mit dem gesamten Fragenkomplex, der durch die achttägige Verhandlung aufgerollt wurde, mit dem einen Ziele, das Geheimnis von Möllbergen, die Brandstiftung auf einem großen westfälischen Bauernhof und das Verschwinden des Waisenknaben Rumschitowski, zu lösen. Er zeichnete noch einmal den Lauf des Verbrechens an. Was den jetzt durch neue Momente verdichteten Mordverdacht gegen die Eheleute Meier anbelange, so werde darüber bei einer anderen Gelegenheit zu verhandeln sein. Zum Schluß seines Pladoyers beantragte der Staatsanwalt gegen die Ehefrau Meier wegen Brandstiftung in Tateinheit mit Versicherungsbetrug und wegen versuchter Verleitung zur Brandstiftung eine Gesamtzuchthausstrafe von 5½ Jahren und 10 Jahre Ehrverlust; gegen August Meier sen. wegen Brandstiftung in Tateinheit mit Versicherungsbetrug insgesamt 5 Jahre Zuchthaus und 10 Jahre Ehrverlust; gegen August Meier jun. 2 Jahre Zuchthaus und 3 Jahre Ehrverlust. Der Vorsitzende Landgerichtsdirektor Dr. Baeumer verkündete Mittwoch nachmittag nach fünfstündiger Beratung folgendes Urteil: Das Urteil des Schwurgerichts vom 8. Juni 1929 wird insoweit aufgehoben, als die Angeklagten von der Brandstiftung in Tateinheit mit Versicherungsbetrug freigesprochen wurden. Die Angeklagten werden wegen gemeinschaftlicher Brandstiftung in Tateinheit mit Versicherungsbetrug verurteilt, und zwar August Meier sen. zu zwei Jahren sechs Monaten Zuchthaus und drei Jahren Ehrverlust; Frau Meier zu drei Jahren Zuchthaus und drei Ehrverlust: August Meier jun. zu einem Jahr sechs Monaten Zuchthaus Von der Untersuchungshaft werden Meier sen. sieben Monate. Frau Meier acht Monate und Meier jun. dreizehn Monate angerechnet. Das Schwurgericht hat die Angeklagten nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme für überführt angesehen. Ausgegangen ist es von den Geständnissen, die Meier Vater und Sohn zu verschiedenen Zeitpunkten abgelegt haben. Berücksichtigt wurden vor allem die Aussagen des verschwundenen Rumschikowski drei Personen gegenüber und verschiedener Belastungszeugen sowie die Tatsache, daß die Meiers vor dem Brande Sachen aus dem Hause entfernt haben, und daß Frau Meier andere Personen zur Brandstiftung zu verleiten suchte. Was die Angelegenheit Rumschikowski anbetrifft, so besteht der Verdacht, daß Meiers den Jungen beseitigt haben. Sichere Feststellungen konnte das Gericht in dieser Hinsicht nicht treffen. Der Fall Rumschikowski bleibt wie bisher ein Rätsel. Ausstellung„Das Gold Ostpreußens“ Hagen, 10. Apxil. Auf Veranlassung des Oberpräsidenten Koch(Königsberg) wird die mit Unterstützung des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Provaganda durchgeführte Ausstellung„Das Gold Ostpreußens“ auch im Westen gezeigt werden, und zwar wird sie am Sonntag, 14. April, 11.15 Uhr im Städtischen Museum in Hagen eröffnet werden. Anschließend an diese westfälische Schau geht die Ausstellung nach den Haag in Holland. Die Ausstellung läuft vom 14. April bis zum 28. April einschließlich. Nach der Eröffnung und Begrüßung durch den Oberbürgermeister, Gauinspekteur der RSTAP. Pg. Vetter, wird eine Einführung in die Geschichte des Bernsteinbergbaues und der künstlerischen Bernsteinbearbeitung in Altertum, Mittelalter und Neuzeit mit anschließender Führung durch die Ausstellung durch den Provagandaleiter der Staatlichen Bernsteinmanufaktur Carl Schröder, erfolgen. Fest der eisernen Hochzeit Bünde(Westf.), 10. April. Heute feiern die Eheleute Hermann Schröder und Frau Friederike, geb. Wippermann, das Fest der eisernen Hochzeit. Vater Schröder, der im Alter von 90 Jahren steht, erlernte das Schuhmacherhandwerk und machte sich, als er vor nunmehr 65 Jahren den Bund fürs Leben schloß, selbständig. Beim Ausbruch des Krieges 1870/71 wurde er zum Heer eingezogen und war in Metz als Militärhandwerker tätig. Als er den bunten Rock auszog, gründete er in Bünde mit 28 seiner Kameraden den Bünder Kriegerverein. Dem Jubelpaar, das sich noch großer Rüstigkeit erfreut, werden an seinem Ehrentage vielerlei Ehrungen zuteil werden. Trauung des HJ.=Gebietsführers Demert Der Reichsjugendführer und sein Stellvertreter als Tranzeugen Duisburg, 10. April. Im festlich geschmückten alten Ratsherrnsaal der Stadt Duisburg fand am Mittwoch nachmittag die standesamtliche Trauung des Gebietsführers der HJ. Ruhr=Niederrhein, Deinert mit Fräulein Charlotte Riebe statt. Als Trauzeugen nahmen an dem feierlichen Akt teil der Reichsjugendführer Baldur von Schirach und sein Stellvertreter Hartmann=Lauterbacher. Als erster Standesbeamter der Stadt Duisburg nahm Oberbürgermeister Dillgardt die Trauung des jungen Paares vor. Der Feier wohnten etwa 100 Gäste bei. Selbstmord eines Kraftwagendiebes Freilingen(Unterwesterwald), 10. April. Als der seit einiger Zeit in einem hiesigen Gasthaus wohnende J. Köhnen aus Düsseldorf auf Veranlassung der Düsseldorfer Polizei wegen Kraftwagendiebstahls und anderer Verfehlungen festgenommen werden sollte, bat er, vorher noch eine Bedürfnisanstalt aufsuchen zu können. Köhnen hatte kaum die Bedürfnisanstalt betreten, als ein Schuß fiel. Volk und Staat vom 28. Februar 1933 bis einschließlich 15. Mai 1935 verboten worden. Vom Blitz erschlagen. Während eines Unwetters wurde ein junger Mann in der Senne bei Paderborn von einem Blitz getroffen. Er war sofort tot. Des Kindes Tod beim Baden. Als das zweijährige Söhnchen des Arztes Dr. B. in Iserlohn gebadet war und das Wasser aus der Badewanne abfloß, entströmte der Brause über der Wanne plötzlich heißes Wasser und ergoß sich über das Kind. Dies erlitt so arge Verbrennungen, daß es bereits nach wenigen Minuten aus dem Leben schied.— Das 5½jährige Söhnchen des Oberpostschaffners Färber in Fröndenberg fiel, als es der Mutter in der Waschküche Gesellschaft leistete, in einen Kessel mit heißer Seifenlange. An den schweren Verbrühungen ist das arme Kind gestorben. Bochumer Leben Die Mielelegelung db 1. und Grundbesitzerverein Bochum=Laer als alleinige Vertretung des deutschen Hausbesitzes und b) den Bund deutscher Mietervereine e. V. zu Dresden alleinige Vertretung der deutschen Mieterschaft anDer Hausteilt mit: „Aus mannigfachen Anfragen entnehmen wir, daß die Mieterschaft noch nicht ausreichend über die ab 1. 4. 1935 geltende Mietsregelung unterrichtet ist. Es steht bekanntlich fest, daß die Hauszinssteuersenkung eine gesetzliche Mietsenkung nicht bedingt. Es bleibt also die bisherige Miete zu zahlen. Auch für bedürftige Mieter, die Hauszinssteuerstundung genießen, tritt eine Aenderung nicht ein, da die bisherigen Stundungen in voller Höhe weiter gewährt werden. Für den Vermieter ist in völlig überraschender Weise durch ein Gesetz vom 30. 3. 1935 zur Förderung des Wohnungsbaues eine neue Lage geschaffen worden. Er hat die im Jahre 1934 gezahlte Hauszinssteuer in voller Höhe auch für 1935 und 1936 zu entrichten. Die Hauszinssteuersenkung um 25 Prozent ab 1. 4. 1935 wird zwar aufrechterhalten, der Senkungsbetrag aber als verzinsliche Anleihe für Zwecke des Kleinwohnungsbaues vom Reich in Anspruch genommen. Es kann aber damit gerechnet werden, daß die dem Eigentümer über die Senkungsbeträge zu erteilenden Anleihestücke sofort nach Erhalt verwertet, d. h. in bares Geld umgewandelt werden können, so daß dem Eigentümer die Möglichkeit verbleibt, sich im Sinne der Arbeitsbeschaffung betätigen zu können. Die Durchführungsbestimmungen sind in Kürze zu erwarten. Alle entgegenstehenden landesrecht# 5# Mit einem Kopfschuß lichen Bestimmungen sind aufgehoben. Die zugestellten wurde er rot aufgefunden. Koynen muß den Revolver vorläutigen Steuerzettel sind hiemnach überholt Zu vorher in der Bedürfnisanstalt niedergelegt haben, da er bei seiner Verhaftung ergebnislos nach Waffen untersucht worden war. Zeitungsverbot. Die Pressestelle, der Staatspolizei teilt mit: Die„Reformierte Kirche", Organ des Reformierten Bundes, Wuppertal, ist auf Grund des§ 1 der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze von vorläufigen Steuerzettel sind hiemnach überholt. Zu entrichten sind die gleichen Steuerbeträge, die für den Monat März 1935 gezahlt worden sind. Es wird ferner darauf hingewiesen, daß der Reichsarbeitsminister auf Grund des§ 1 Ziffer 3 des Gesetzes über Anerkennung und Beaufsichtigung von Vereinigungen von Hausbesitzern und Mietern vom 7. 3. 1935 a) den Zentralverband deutscher Haus= und Grundbesitzervereine e. V. zu Berlin, dem der örtliche Verein angehört, Kästa, Dei Rot pel behinderten Kampf dem Krüppelleiden, aber rechte Wertung des Krüppels! Von dieser Forderung ausgehend, veranstaltet die Ortsgruppe Groß=Bochum des Reichsbundes der Körverbehinderten e. V. am Samstag, 13. April, abends 8 Uhr, im großen Saale der Bürgergesellschaft eine großangelegte Werbeveranstaltung. Zweck und Ziele des RBK. sollen hier einmal der gesamten Oeffentlichkeit klargelegt werden. Als Referent für diesen Abend ist gewonnen der stellvertretende Reichswalter des RBK. W. im Spring(Essen). Er spricht über das Thema: zwischen„Körverbehinderung" und„Erbkrank“. Es ist einmal an der Zeit, in aller Oeffentlichkeit klarzustellen, daß Körperbehinderung nicht Minderwertigkeit, sondern Schicksal bedeutet. „Der Körperbehinderte in der Volksgemeinschaft.“ Um aber alle uns gestellten Aufgaben erfüllen zu können, müssen alle Körverbehinderten erkennen, daß es für sie nur leines geben kann: Eintritt in die für sie allein zuständige Fachorganisation! Eintritt in den Reichsbund der Körverbebinderten e..! Helfen wir mit, unsere unbehinderten Volksgenossen Hier wird allen Anwesenden klargelegt werden, was der##r das Schicksal der Körverbehinderten aufzuklären. Schaffen wir mit an dem Aufbau einer starken und gealler Körverbehinderten bilden, Volrsgemeinschaft, sunden Volksgemeinschaft, in der auch der Körverbehinderte Hia schag bznger#er##ünschen Sehimh#rtg#nzizschaft, seinen Platz einnehmen kann. Beweisen wir, daß wir die schon immer im mon. zwischen Behinderten und Un= vom Schicksal betroffenen Volksgenossen gewillt sind, die behinderten gesucht wurde soll noch vertieft werden durch uns auferlegte körperliche Beyinderung durch verstärktes den Zusammenschluß aller körverbehinderten Volksgenossinnen Können zu überbrücken. verstärktes und Volksgenossen Deutschlands. Es ist von Wert, zu wissen, Für alle unbehinderten Volksgenossen ersteht aber eindaß das Hauptant für Jalkswoblfahrt bei der Reichs Pflicht: erusbenonen eistcht aber eine keitung der NecAP. den RBK. als die für Körverbehinderte.. 1125##ch#nt umferg Grüest Büruerhanl. allein zuständige Organisation bezeichnete und ihm(dem Helft und fördert unsere Arbeit Körperbehinderte RBK.) den Auftrag gab, alle Körperbehinderten Deutsch= an Körperbehinderten! lands zu erfassen. Der RBK. ist sich dieser hoben Aufaabe Der RBK. will die Körperbehinderten stolz darauf machen, bewußt und wird alles daransetzen, diese Aufgabe restlos daß sie Kämpfer sind und daß sie der Volksgemeinschaft zu erfüllen. Neben dem Wirken für eine wahre Volksgemein= den Beweis ihrer Aufbauarbeit im nationalsozialistischen schaft treten wir ein für die sozialen, wirtschaftlichen und Staate bringen können. Durch diese Arbeit soll den unkulturellen Belange der Körperbebinderten. Unsere Arbeit bebinderten Volksgenossen zum Bewußtsein gebracht wersteht stets unter dem Gesichtspunkt: den, daß auch sie die Pflicht haben, die Körverbebinderten anzuerkennen und ihren Kampf durch tatkräftige Mitarbeit zu unterstützen. „Wie diene ich dem Volksganzen?“ Daß diese Arbeiten einer Förderung durch tatkräftige Mitbilfe unbebinderter Volksgenossen wert sind, zeigt ein Blick in die Arbeiten selbst. Man wird und muß einmal erkennen, daß sich Körverbehinderte trotz schwerster körperlicher Hemmungen durchsetzen, daß sie sich den Weg durchs Leben bahnen. Sie sind bestimmt auch fähig, verantwortungsvolle Stellen im Leben zu bekleiden. Es muß erkannt werden, daß auch der Körperbehinderte ein wertvolles Mitglied im Volksganzen sein kann. Der zweite Vortrag, den Stadtmedizinalrat Dr. Wendenburg(Bochum) halten wird, behandelt„Das Gesetz zur Verhütung des erbkranken Nachwuchses“. Hier wird ein Trennungsstrich gezogen als aueinige Velllelung der beutschen Mielerschaft unerkannt und bestimmt hat. Gemeinnütziger Wobnungs=Verein 4 Prozent Dividende kommen zur Verteilung. Der Gemeinnützige Wohnungs=Verein zu Bochum, e. G. m. b.., hatte seine Mitglieder Mittwoch abend zur ordentlichen Hauptversammlung im Lokale Hahnefeld eingeladen. Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden des Aufsichtsrats Möller erstattete Kassenwart Schockenhoff den Geschäftsbericht. Man habe einer Reihe von Wohnungen, deren Nutzungsgebühr sich als überhöht gegenüber den Kosten vergleichbarer Genossenschaftswohnungen herausstellte, eine Ermäßigung zuteil werden lassen. Die Vermietung der frei werdenden Wohnungen habe im Berichtsjahr keine besonderen Schwierigkeiten bereitet. Der gepflegte Zustand der Häuser und der Wohnungen, die zu zahlende Nutzungsgebühr und nicht zuletzt der immer mehr um sich greifende Wohnungsmangel brachten es mit sich, daß bei den meisten Wohnungsvergebungen eine große Zahl von Bewerbern zu verzeichnen war. Die gegenwärtig allgemein im deutschen Vaterlande herrschende Wohnungsnot habe sich auch in Bochum bemerkbar gemacht. Daher sei die Nachfrage nach mittleren und kleineren Wohnungen sehr rege gewesen. Auch bei den größeren Wohnungen bereite die Vermietung heute keine Schwierigkeiten mehr. Die Forderung, die Häuser nach wie vor in bestem baulichen Zustande zu erhalten, sei auch im Berichtsjahr Gegenstand besonderer Aufmerksamkeit gewesen. Der Mitgliederbestand am Anfang des Geschäftsjahres betrug 1646 mit 1676 Anteilen und am Ende des Geschäftsjahres 1576 Mitglieder mit 1605 Anteilen. Die Bilanz schließt ab in Aktiven und Passiven mit 6524 473,04 RM. Der Reingewinn beläuft sich auf 32 351,96 RM., die wie folgt zur Verteilung kommt: Zur gesetzlichen Rücklage 10 Prozent, Dividende 4 Prozent; der Rest gelangt in die Bauerneuerungsrücklage.„.. Ian skuint Die Jayresrechnung wurde genehmigt und die Dividende in der angegebenen Höhe festgesetzt. Die Versammlung erteilte Vorstand und Aufsichtsrat Entlastung. Nach Bekanntgabe des Revisionsberichts folgten die Wahlen zum Aufsichtsrat und Festsetzung des Höchstbetrages der Anleihen. Bochumer Verbände und Vereine Katholischer Gesellenverein Bochum=Zentral. Das Schutzfest des heiligen Joseph, das Patronatsfest des Vereins. wird im Mai feierlich begangen. Abends ist eine Fest versammlung mit Aufnahme und Verpflichtung der neuen Mitglieder. Evangelischer Beamtenverein Groß=Bochum. In der am Mittwoch abend im Saale des Evangelischen Vereinshauses an der Mühlenstraße abgehaltenen Monatspflichtversammlung des Evangelischen Beamtenvereins Groß=Bochum gedachte Vereinsführer Weber des 70. Geburtstages von Erich Ludendorff. Nach der Verlesung der Niederschrift wurde ehrend der Toten gedacht. Es folgte die Aufnahmeneuer Mitglieder. Den Höbepunkt der Versammlung bildete die Ehrung des Geschäftsführers Stadtoberinspektor Wilhelm, dem aus Anlaß seines 25jährigen Dienstjubiläums, das er vor wenigen Tagen begeben konnte, und wegen seiner großen Verdienste um den Evangelischen Beamtenverein ein sinniges Ebrengeschenk überreicht wurde. Im Mittelpunkt der geschäftlichen Beratungen stand das diesjährige Vereinsprogramm. An größeren Familienveranstaltungen ist zunächst eine„Fahrt ins Blaue“ mit den Familienangehörigen vorgesehen. Von einem Kameradschaftsabend will man Abstand nehmen. Da aus wichtigen Gründen eine Neuorganisation der Sterbekasse geboten erscheint, findet noch im Laufe dieses Monats eine Generalversammlung statt. Nicht Mitleid will der Körperbehinderte, sondern tätige Mithilfe und Anerkennung! Volksgenossen! Sorat mit, daß auch der Körperbehinderte entsprechend seiner Behinderung wieder zu Arbeit und Brot kommt! Heil Hitler! (gez.) Hans Schäfer, Ortsgruppenwalter. Die Ortsgruppe Groß=Bochum des Reichsbundes der Körverbehinderten hält ihre Sprechstunden jeden Mittwoch und Samstag nachmittags von 5 bis 7 Uhr im Bundeslokal Hilgert, Ecke Rott= und Roonstraße, ab. Vom 11. April bis 12. April 1933% Gleichbleibende Tageseinteilung: .00 Morgenruf und Frühkonzert .45 Leibesübungen .00 Wiederholung des Morgenrufs Zeit. Wetter, Nachrichten .15 Morgenkonzert .15 Zeit. Wetter, Wasserstandsmeldungen .20 Frauenturnen 10.00 Zeit. Wetter. Nachrichten 13.00 Mittagsmeldungen 14.00 Mittagsmeldungen II 15.30 Wirtschaftsmeldungen 18.40 Vom Tage 18.50 Wirtschaftsmeldungen und Sportvorbericht 20.00 Erste Abendmeldungen 22.00 Zeit. Wetter. Nachrichten 22.20 Kleine Nachtmusik(Schallplatten) 22.45 Gesänge der Liebe(Josef Magnus Wehner) 23.00 Zeitgenössische Musik().(Reichssendung, von Berlin.) a) Franz Ludwig: Klavierkonzerte=Moll b) de la Motte=Fougué: II. Symphonie=Dur (Uraufführung). Das Rundfunkorchester(Otto Frickhoeffer) KZEEE ESNEE 10.10 11.40 12.00 14.15 15.00 15.45 16.00 16.30 16.40 17.00 18.30 Ferienfunk. Wir raten Tierstimmen Was will dir das Amt für Schönheit der Arbeit geben? Neue Unterhaltungsmusik. Das Westdeutsche Kammerorchester(Hermann Hagestedt). 1. Wenn wir marschieren, Marsch(Lotar Olias). 2. Lachender Lenz, Walzer(Hanns Löhr). 3. Dem Licht entgegen, lyrische Dichtung(D. Cortopassi). 4. Festvorspiel(Gerhard Schweda). 5, Elfenspiel(F. Muhr). 6. Drei orientalische Miniaturen(Ernst Fischer). 7. Legende vom Meer(Edmund Glan). 8. Hymne an die Sonne(Kick=Schmidt). 9. Schleiertanz aus„Mona Lisa“(M. Schillings). 10. Maskenzug(Max Kämpfert). 11. Opus 240, Walzer (Waldteufel). 12. Canzonetta(Friml) 13. Heinzelmännchens Hochzeit(Köpping). 14. Melodienfolge aus dem Singspiel„Friderike"(Franz Lehar). 15. Der Königsleutnant(Titl) 16. Rosenserenade (Artok). 17. Feuert los, Marsch(Holzmann) Modest Mussorgski. Bilder einer Ausstellung(für Klavier). Erich Rummel(Klavier) Kinderstunde. Allerlei vom Österhasen. Das Schulkind zu Hause(Rudolf Simon) Heinrich Marschner(2) 1 Drei Gesänge für Bariton: a) Treu, süßes Mädchen, lieb ich dich, b) Er liebt und reitet fort, c) Komm und fort auf Bergeshöh', 2. Papillon caprice für Klavier. 3. Zwei Lieder für Tenor: a) An die Entfernte, b) Wo find' ich mein Lieb' Ausführende: Friedrich Eugen Engels(Tenor); Paul Burgwinkel (Bariton): Egbert Grape(Klavier) Das hohe Lied der deutschen Sprache(E. H. Verlemann) Naturkunde im Vorübergehen. Beobachtungen in der Reptiliensammlung Drachenfels Nachmittagskonzert. Musikalisches Durcheinander (Schallplatten) Rheinische Heimatmuseen erzählen. Münstereifel. Ein Bericht von Oswald Gerbard 19.00 Unterhaltungskonzert.„Tänze aus aller Welt.“ Das Kleine Orchester Köln(Leo Eysoldt) und die sechs frohen Sänger. 1. Zwei bayrische Tänze (Pachernegg). 2. a) Hochzeitstanz, b) Heißa Kathreinerle. 3. Norwegischer Tanz Nr. 1(Grieg). 4. Tarantelle(Leoncavallo). 5. a) Lu Cordillo, b) Bré. bré, bré. 6. Valse Chalupé, französischer Apachentanz(Dubourg). 7 Andalusischer Tanz de Taeye). 8. a) A la Guena, b) La Tarantella. 9. Piemontesischer Tanz(Sinigaglia). 10. a) La vera Sorrentina, b) Voga, Voga. 11. Ungarischer Tanz Nr. 3(Brahms). 12. Polnischer Nationaltanz(Scharwenka). 18. Gopak, russischer Tanz (Mussorgsky) 20.10 Rheinland— Wanderland. Die Jugendherbergen Hunxe, Langenberg, Altena warten auf euch! 20.30 Abendmusik. 1. Arioso im alten Stil für Violine und Harfe(Gillmann). 2. Poem für Cello und Harfe(Gillmann). 8. a) Die Laute, b) Salve regina(Eichhorn). 4. Capriccio für Klarinette und Harfe(Poenitz). 5. Walzer für Harfe(Gillmann). Ausführende: August Kreuter(Violine); Paul Schmidt(Cello); Fritz Zimmermann Klarinette); Hermann Hartung(Horn); Kurt Wessel Harfe) 21.00 Fräulein Schmetterling. Hörspiel um eine PucciniOper von Willi Schäferdiek. Spielleitung: Paul Heinrich Gehly.— Personen: Correl, amerikanischer Missionar in Nagasaki(P. Würthenberger); Frau Correl(Carla Neitzel); Bredson, amerikanischer Offizier(Eugen Lundt); Linkerton, amerikanischer Offizier(Paul Henn); John Long, Schriftsteller(Paul Schmidt): Erster Gast(Ludwig Gürtler): Zweiter Gast(Hanns Aug. Herten); Gastgeber(Carl Wilhelmy); Illica, Giacesa, Librettisten der Oper„Madame Butterfly"(Fritz Leo Liertz, Bruno Schröder); Giacomo Puccini(Theodor Rocholl); Rundfunksprecher(Kurt Ehrhardt); Payne, amerikanischer Journalist in Tokio(Armin Wagner); Peepermint, amerikanischer Journalist in Tokio(Rudolf Therkatz); Cho=San(Gerda Gymnich): Dienerin(Agnes Achnitz); Sekretär (Kurt Vossen) 10.10 11.40 12.00 13.15 14.15 15.00 15.15 16.00 16.30 Wir und die Welt. Christian Schmitz: Gaumenfreude und Kleiderschönheit der alten Rheinländer. Jos. Robert Meyer: Von Lichtern, Lampen und Zündhölzern— Eine arbeitsgeschichtliche Plauderei— Dr. Ludwig Koegel: Weiße Flecke auf der Karte von Afrika einst und jetzt. Am Klavier: Heinz Herkrath Das Buch des deutschen Bauern. Eine Buchbesprechung von Dr. Karl Holzamer Musik am Mittag(Von Breslau). Das Kleine Funkorchester(Gerhard Rischka). 1. Marsch aus „Der Graf von Luremburg"(Lehar). 2. Ouvertüre zu„Die schöne Galathee“(Suppé). 3. Eigensinnige Serenade(Gabriel=Marie). 4. Europäisches Ballett(Leuschner). 5. Liebesgavotte aus der Schäferzeit(Lemaire). 6. Zypressen=Walzer (Fahrbach). 7. Barcarole(Tschaikowsky) Das Kammerquintett und die sechs frohen Sänger. 1. An den Frübling, Lied(E. Grieg). 2. Menuett(Boccherini). 3. a) Ich spiel Euch eins auf; b) A Busserl(Die sechs frohen Sänger). 4. Humoreske(Dvorak). 5. a) Ich liebe Dich: b) Erotik, Lieder ohne Worte(E. Grieg). 6. Thais(Massenet). 7. a) I bin a Steirerbua: b) Schöne Mädchen, muntre Knaben: c) Ein Jüngling wollt auf Reisen gehn(Die sechs frohen Sänger). 8. Liebesfeier(Weingartner). 9. Nur wer die Sehnsucht kennt(Tschaikowsky). 10. Serenade(Drdla) Wandern und Weilen. Dichtungen von Heinrich Anacker, Vertonungen von Erich Wintermeier Hier spricht die Energiewirtschaft. Ungewöhnliche elektrische Energiequellen(Dipl.=Ing. Walter Krüger) Die erste und größte Erfindung der Welt und ihre heutigen Auswirkungen(Friedr. Landgräber) Liederstunde. 1. Drei Lieder von Edvard Grieg: Letzter Frühling: Der Schwan: Eros. 2. Idyllen für Klavier von Nils W. Gade: Im Blumengarten: Am Bache: Zugvögel: Abenddämmerung. Lieder von Adolf Jensen: Marie: O laß dich halten, goldne Stunde. Ausführende: Charlotte Heinrichs=Thomsin(Alt); Carl Ottersbach (Klavier) Deutsche Erzähler der Gegenwart. Fliegen, fliegen (Heinrich Luhmann) 17.00 Nachmittagskonzert. Kompositionen v. Leo Eysoldt und Erwin Mausz. Das Kleine Orchester(Leo Ensoldt). Solisten: Friedrich Eugen Engels (Tenor): Albert Steinmann(Cello). 1. Vorspiel zum Hörspiel„Fitzebutze“(Eysoldt). 2. Liebesaugenblick, kleiner Walzer(Eysoldt). 3. Zwei Sätze aus dem 2. Chinesischen Bilderbogen(Mausz). 4. Menuett(Mausz). 5. Java=Träume(Eysoldt). 6. Küß mich(Eysoldt). 7. Ballade(Mausz). 8. Silbertango(Mausz). 9. a) Mein Rosenstock; b) Wenn nicht Frühling wär, Lieder für Tenor (Eysoldt). 10. Ludja, Tango=Intermezzo(Mausz). 11. Kubanische Serenade(Mausz). 12. Kerry, Tanzintermezzo(Ensoldt). 13. Flamingo(Eysoldt). 14. Varietémarsch(Mausz) 18.15 Landwirtschaftliche Folgearbeiten bei Bodenverbesserungen(Dipl.=Landwirt Landwehrmeyer) 18.30 BDM.=Sport 19.00 Konzert des Mandolinenklubs„Faliero“ aus Locarno. 1. Wein, Weib und Gesang, Walzer (Strauß). 2. Lied der Sonne(Bicio). 3. CarmenFantasie(Bizet). 4. Ungarische Tänze Nr. 5 u. 6 Brahms) 19.30 Reichssendeleiter Hadamovsky und der Vizepräsident der Reichsfilmkammer Oberregierungsrat Raether, sprechen über Fernsehen 19.50 Momentaufnahme 20.15 Stunde der Nation(Vom Deutschlandsender). Zwischen Himmel und Erde. Hörspiel von Rich. Schneider=Edenkoben nach der Erzählung von Otto Ludwig Dort, wo die Zitronen blühen. Eine bunte Folge nationaler Volksmusik. Spanien. Mitwirkende: Else Fröhlich(Sopran); Baldomero Zavater (Gitarre); Aug. Kreuter(Violine); Paul Schmidt (Cello); am Flügel: Hans Haaß; das Große Orchester(Dr. Wilhelm Buschkötter). 1. Arabisches Capriccio(Tarrega). 2. Aquarellen aus Valencia (Chavarri). 3. Rondo aus der span. Sinfonie für Violine und Orchester(Lalo). 4. Fantastische Tänze(Turina). 5. a) Jota Aragonesas span. Volksgesang(Arcas); b) Bolero(Arcas) 6. Spanischer Tanz für Cellosolo u. Klavier(Granados). 7. Vorspiel und Tanz aus„Ein kurzes Leben“ (de Falla) 22.20 Theater im Westen 23.00 Nachtmusik.„Der Liebsten ein Ständchen.“ Mitwirkende: Hubert Kirsch(Bariton): Ida Gille (Gitarre); das Westdeutsche Kammerorchester rung aus dem Serail“(Mozart). 2. Serenade (Jensen). 8.„Ständchen“ aus„Don Juan“ (Mozart). 4. Menuett(Bolzoni). 5. Berühmtes Zocturng(Field). 6. Gut Nacht, gut Nacht (Brahms). 7. Norwegischer Tanz Nr. 3(Grieg). 8 Liebeslied(Samartini). 9. An die Laute (Schubert). 10. Menuett Es=Dur(Mozart). 11. Lido Flirt(Fiancconel, 12. Gavotte(Gossec) 21.00 Seite 12 Nr. 86 7 Bochumer Anzeiger 7 Donnerstag, 11. April 1933 aus Groß-Bochm Kleine Keir ungen aus den=Siddnenen Stadtteil Altenbochum Kameradschaftsabend. Die Ortsgruppe Altenbochum der RSTAP. hält am Samstag im Lokale Senft einen Kameradschaftsabend ab, für den eine angenehme Unterhaltungsfolge festgesetzt wurde. Stadtteil Laer Silberhochzeit. Am Montag feierten die Eheleute Invalide Emil Kolter und Frau, Lina geborene Ruppel, Wittener Straße 457, ihre Silberhochzeit im Kreise der Famile. Arbeitsopferversorgung. Im Vereinslokal Burkhardt fand am Dienstag eine Zahlstellenversammlung statt, die vom Zahlstellenverbandsleiter Finger eröffnet und geleitet wurde. Er gedachte des verstorbenen Kameraden Ludwig Winter. Nach Bekanntgabe von Rundschreiben hielt der Rechtsbearbeiter Pg. Grimpe von der Landesgeschäftsstelle Tortmund einen anderthalbstündigen Vortrag über allgemeine Fragen. Es besteht eine Aufnahmesperre, weil sich in letzter Zeit die Fälle mehren, daß Kollegen, die bisher an der Organisation kein Interesse hatten, nachdem sie durch Nachuntersuchung ihrer Rente verlustig gingen, sich zur Aufnahme meldeten, um direkt bei Klagen gegen die Knappschaft oder Sektion durch die Rechtsberater vertreten zu werden. Es ist zu erwarten, daß die Beiträge von der TAF. eingezogen werden.— Am Samstag von 15 bis 16 Uhr findet bei Burkhardt eine Beratungsstunde für die Mitglieder statt. Mitgliedskarte mitbringen! Stadtteil Werne Personalnachrichten. Die Eheleute Andreas Urhöfer, Werner Hellweg 471, feierten gestern ihre silberne Hochzeit.— Witwe Katharina Wagener, Krevenfeldstraße 35, vollendete ihr 79. Lebensjahr. Stadtteil Harpen Auch Harpen im Zeichen des„Blauweiß“. Die Vorbereitungen für das 547. Maiabendfest sind eifrig im Gange. In einer engeren Besprechung des Vorstandes und Offizierkorps des Bürgerschützenvereins „Blauweiß“ mit dem neuen Junggesellenhauptmann Dr. Klute im Beisein seines Stabes wurden gegenseitige Wünsche und Meinungen ausgetauscht. König Ernst fand herzliche Worte zur Begrüßung der Bochumer Gäste. In der Erwiderung betonte Dr. Klute besonders, wie sein Vorgänger stets das gute Einvernehmen zwischen Bochum und Harpen zu fordern bemüht war und wies auf die großzügige Gestaltung der diesjährigen!9 Feier hin. Auch Harpen versprach, keine Mühe und Hosten zu scheuen, um auch in diesem Jahre mit einer besonderen Aufmachung aufzuwarten. Die Harpener Bürgerschaft wird es sich nicht nehmen lassen, durch reichlichen Flaggenschmuck die Liebe zur alten Tradition zu bekunden. Auf Zusage der Bochumer soll in diesem Jahre der Ansmarsch auch durch die Bockholtstraße erfolgen. Für Harpen wurde folgendes Programm nach dem Tagesbefehl des Obersten Dr. Schulte zu Sodingen festgelegt: Am Sonntag, 28. April nachmittags 4 Uhr, findet im Lokale Fr. Hoffmann(Fleitmann) Generalappell unter der Führung des Obersten statt. Anschließend ist ein Werbeumzug der Spielleute unter der Führung des Tambourmajors Korte durch den Stadtteil Harven. Am Dienstag, 30. April, ist morgens großes Wecken, 10 Uhr Abholen der einzelnen Kompagnien aus ihren Stammlokalen, Antreten im Bataillonslokal Fr. Hoffmann zum Abholen der Fahne vom Hause des Obersten, Abmarsch zur früheren Stadtgrenze, Haltestelle der Linie B der Westfälischen Straßenbahn, Kornharpen und Empfang der Bochumer. Anschließend findet der Festzug durch den Stadtteil Harven zum Maiabenddenkmal auf dem Stadion, Sportplatz im Bockholt statt, daselbst Ansprachen und Rückmarsch zum Festlokal Stratmann=Kost, woselbst abends 8 Uhr die Abendfeier abgehalten wird. Wie auch im vergangenen Jahre werden die Schulkinder mit ihrer Lehrerschaft an dem Festzug teilnehmen, besonders die oberen Klassen, zumal ihnen ja ein freier Schultag winkt. Stadtteil Gertbe Ein„Tierpark“ auf Chemische Werke Lothringen. Das Werksgelände der seit 1931 stillgelegten Chemischen Werke Lothringen ist in den Jahren der Stillegung zu einem freien Tierpark und wahren Vogelparadies geworden. Die wenigen noch hier mit Aufräumungsarbeiten beschäftigten Arbeiter haben Gelegenheit, die verschiedensten Arten der Tierwelt zu Gesicht zu bekommen. Vor einiger Zeit wurde hier„Meister Reineke“ gesichtet, der auf die zu Hunderten auf dem Schrottplatz hausenden wilden Kaninchen muntere Jagd veranstaltete, sich dann aber stets in weiser Voraussicht wieder ins freie Feld verdrückte. Zwei Paare Turmfalken, Schleier=Eulen und Käuzchen haben sich ebenfalls das Werksgelände als Jagdrevier ausersehen, wie auch Iltis und Marder hier ihr blutiges Handwerk ausüben. Groß ist die Zahl der Singvögel, die in den Gebäuden nisten. Drosseln, Rotschwänzchen, Fliegenschnäpper, Stare, Schwalben und andere werden in kurzer Zeit wieder ihr ungestörtes Paradies beziehen. Zwei Völker Rebhühner von je 10 bis 12 Stück hatten während der Jagdzeit ebenfalls die angrenzenden Felder verlassen und sich vor der Flinte des Jägers auf das Werksgelände gerettet. Straße 26, der auf seiner Arbeitsstätte einen schweren Unfall erlitten hatte. Stadtteil Weitmar Im Regen verunglückt. Gestern nachmittag gegen 17 Uhr ereignete sich auf der Essener Straße ein Verkehrsunfall, wobei der Motorradfahrer Sch. aus Bochum derart schwer verletzt wurde, daß er mit einem rechten Unterschenkelbruch dem Krankenhaus eingeliefert werden mußte. Sch. befand sich auf einer Besorgungsfahrt und wurde in strömendem Regen von einem Personenauto überholt, das dann wohl wegen eines Defektes plötzlich abstoppte, so daß Sch. mit seiner schweren Maschine von dem Auto erfaßt wurde. Arbeitsunfall. Auf seiner Arbeitsstelle erlitt Oskar Sch., Kohlenstraße, einen Unfall. Der erheblich Verletzte mußte ins Krankenhaus gebracht werden. Stadtteil Querenburg Volkstag der Inneren Mission. Im Frauenhilfsheim in Unter=Querenburg fand am Dienstag abend unter guter Beteiligung der evangelischen Gemeindeglieder ein Filmvortrag aus Anlaß des Volkstages der Inneren Mission statt. Nach einem gemeinsamen Lied sprach Pfarrer Strümpfel(Gerthe) an Hand eines Schmalfilms über die Gesamtarbeit der Bochumer Zentrale der Inneren Mission. Er schloß seine Ansprache mit einem warmen Aufruf, durch Wort und Tat die Arbeit der Inneren Mission zu unterstützen. Mit Gebet und Lied fand die Feierstunde ihren Abschluß. Bei Kuchen und Kakao. Die Querenburger Jungmädelschaft(R. Euler) hatte den letzten Heimabend zu einem Zusammensein bei Kakao und Kuchen ausgestaltet. Schon lange hatten sich die Jungmädel auf diesen Nachmittag gefreut, sie erschienen Dienstag nachmittag in stattlicher Zahl im großen Versammlungssaal des Volkshauses. Alle Jungmädel hatten Kleinigkeiten mitgebracht, die auf dem herrlich zubereiteten Tisch zur Verteilung kamen. Nach dem Schmaus wurde gespielt und gesungen, die Jungmädelherzen waren übervoll vor Freude. Automat wieder entfernt. Der an der Overbergstraße bei der Wirtschaft Maas angebrachte Briefmarkenautomat ist vor einigen Tagen wieder entfernt worden. Die geringe Benutzung soll die Veranlassung der Entfernung gewesen sein. Stadtteil Stiepel Im Silberkranz. Die Eheleute Heinrich Brennecke und Frau, Friederika geb. Hagemann, Kemnader Straße Nr. 78, feierten gestern ihr silbernes Ehejubiläum. Von der Wallfahrtskirche. Die St.=Marien=Gemeinde in Stiepel begeht am Freitag, dem Feste der Sieben Schmerzen Mariä, ihr Patronatsfest, das feierlich gestaltet wir.d Nach einer Frühmesse um.35 Uhr ist um 10 Uhr ein Levitenhochamt. Um 11 Uhr mittags beginnen die Betstunden, die bis abends dauern. Um 5 Uhr ist Schlußfeier mit Festpredigt eines auswärtigen Priesters. Gefolgschaftsappell der Gewerkschaft Klosterbusch. Die Gefolgschaft der Zeche Klosterbusch hielt am frühen Morgen Anfang der Woche auf dem Zechengelände einen Betriebappell ab, der in Zukunft an jedem Montag stattfinden soll. Gefolgschaftsführer Sonnenschein berichtete in kurzen Zugen über die Ereignisse des Werkes und knüpfte damit die Bande zwischen Führung und Gefolgschaft noch fester als bisher. Auch Betriebszellenobmann Raulf hielt eine kurze Ansprache. pel 136 Kinder wurden entlassen. In der Gemeinde Stiekamen Sonntag insgesamt 136 Schüler und Schülerinnen zur Entlassung. Unter zahlreicher Beteiligung der Gemeindeglieder fanden für die Kinder besondere Feiern statt, und zwar wurden in der Kirche Dorf 50 Kinder vom Dorfbezirk und 15 Kinder vom Bezirk Stiepel=Buchholz durch Pfarrer Lohmann eingesegnet, während im Lutherhaus durch Pfarrer Husemeyer 71 Kinder eingesegnet wurden. Die Chore der Pfarreien umrahmten diese Feiern durch würdige Liedervorträge. Stadtteil Linden=Dablbausen Sanitätsrat Dr. Vogeler 6. Im Augusta=Hospital in Bochum verschied im Alter von 65 Jahren Sanitätsrat Dr. Fr. Wilh. Heinrich Vogeler, zuletzt als Knappschaftsarzt in Herne=Baukau tätig. Den Weltkrieg machte der Verstorbene, der einer alten Lindener Familie entstammt, als Stabs= und Oberstabsarzt mit. Er wurde mit der Eisernen Kreuz 2. und 1. Klasse ausgezeichnet. In der Zeit des Franzoseneinbruchs hat er Bitteres durchkosten müssen, u. a. wurde er auch von einem französischen Auto überfahren und verletzt. Die Beisetzung findet in der Erbgruft in Linden statt. Persönliches. Die Eheleute Kaufmann Josef Winkelmann und Frau, Klara geb. Bonner, Hattinger Straße 848, feierten gestern ihre Silberhochzeit. Dem beliebten Jubelpaare gingen viele Glückwünsche zu.— 75 Jahre alt wurde gestern Witwe Toni Wolf. geb. Hestermann, Hattinger Straße 890, woselbst sie bei ihrem Sohne Heinrich ihren Lebensabend verbringt. Auch sie empfing zahlreiche Glückwünsche. Wahlbewegung. Am Dienstag abend sprach im dichtbesetzten Scheidtmannschen Saale Kreiswalter Breidenbach über die bevorstehenden Vertrauensrats= wahlen. Sein Appell zu reger Wahlbeteiligung fand gute Aufnahme. Linden=Dahlhauser Wassersportverein. In seinem Vereinsheim Schlochtemeyer in Linden hielt der Wassersportverein Linden=Dahlhausen bei reger Teilnahme seiner Mitglieder die diesjährige Jahreshauptversammlung ab. Nach Grußworten des Vereinsführers, Pe.ters wurde ein eingehender Bericht über die Tangreit im letzten Jahre gegeben. Weiter berichtete der technische Leiter Kruppa über die Schwimmarbeit im Verein. Zum neuen Vereinsführer wurde das Mitglied Fritz Kruppa berufen. Neues Vereinsheim wurde das Lokal Buschmann. Stadtteil Riemke Zwei Personen verletzt. Ein Personenkraftwagen, in dem zwei Personen saßen, geriet an der Ecke Herner und Tröskenstraße in der gefährlichen Kurve auf den Bürgersteig. Tabei erlitten die beiden Personen durch die Glassplitter Verletzungen und mußten ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Der Wagen mußte abgeschleppt werden. Stadtteil Hamme Aus der Herz=Jesu=Pfarrei Hamme. Zu der Beisetzung des Pfarrers Franz Bals hatten sich Mitglieder des Kirchenvorstandes am Dienstag nach Elsen begeben, um dem früheren verdienstvollen Seelsorger die letzte Ehre zu erweisen. Auch viele seiner Amtsbrüder, die mit ihm früher zusammengearbeitet haben, fanden sich ein. Die tiefe Trauer um den Heimgegangenen fand sichtbaren Ausdruck in den vielen Kranzspenden. Auch die Gemeinde Elsen, die den Verstorbenen vor längeren Jahren mit der Ernennung zum Ehrenbürger ehrte, widmete dem Dahingeschiedenen herzliche Abschiedsgrüße. Stadtteil Hoffiede=Marmelshagen Unterhaltungsabend der Ortsgruppe Hofstede=Riemke der NSDAP. Am Samstag abend.15 Uhr steigt in der Kaiseraue in Grumme der sorglich vorbereitete Unterhaltungsabend. Er verspricht den Besuchern angenehme Stunden. Stadtteil Hordel Frühjahrs=Kreistagung der evangelischen Arbeitervereine. Vorgestern abend fand in Ueckendorf die Frühjahrstagung der Arbeitervereine des Bezirkskreises Gelsenkirchen statt. An Stelle des erkrankten Kreisführers Pfarrer Peter eröffnete Generalsekretär Jakobi(Gelsenkirchen) die Tagung. Das Jahr 1934, das unter der Parole„Ein Jahr des Aufbaues" stand, sah erfolgreiche Arbeit. 121 Kameraden wurden dem Kreisverband durch den Tod entrissen, darunter der alte 89jährige Pionier Johann Wehner aus Wattenscheid. Nach Erstattung des Kassenberichts durch Schatzmeister Röhl wurde der Jahresbeitrag wieder auf 10 Pf. je Mitglied festgesetzt. Geschichtstafel 11. April 1806 wurde der Dichter Anastasius Grün(eigentlich Anton Alexander Graf von Auersperg) in Laibach geboren und trat früh mit dem um Kaiser Max I. gewobenen Romanzenkranz„Der letzte Ritter“ hervor. Bekannter wurde er als politischer Tichter durch seine„Spaziergänge eines Wiener Poeten“, die zu Metternichs Sturz beitrugen. Frau Vem Nacheurger... NS.=Frauenschaft Gerthe. Bei Kalthoff findet heute abend ein Unterhaltungsabend statt, bei dem auch der B2M. mitwirkt. NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“. Auf Veranlassung der Gemeinschaft gibt am Samstag im Kalthoffschen Saale der bekannte Zauberkünstler Bellachini eine Vorstellung. Anfang Mai ist ein Gastspiel des Westfälischen Landestheaters vorgesehen. Wahlkundgebung. Am Dienstag abend 8 Uhr fand im Lokale Kalthoff eine Wahlkundgebung der Deutschen Arbeitsfront für die kommenden Vertrauensratswahlen statt. Die Werkskapelle„Lothringen“ erfreute die Erschienenen mit flott gespielten Märschen und Musikstücken. Die Werkskapelle 2, zusammengestellt aus Werksangehörigen der chemischen Anlagen der Zeche „Lothringen“, brachte auf der Mundharmonika einige Polksliederstücke zu Gehör. Pg. Köster begrüßte die erschienenen Volksgenossen, worauf dann Pg. Hilker das Wirken der Deutschen Arbeitsfront seit Bestehen bis jetzt schilderte und auf die Wichtigkeit der Vertrauensratswahlen aufmerksam machte. Reicher Beifall lohnte den Vortragenden für seine Ausführungen. Die Bedeutung der Vertrauensratewahlen. Ueber dieses Thema sprachen zu einer Versammlung der Gefolgschaft der Westfälischen Straßenbahn Betriebswalter Reckinger und Ortsgruppenleiter Warnecke, ihre beifällig ausgenommenen Ausführungen ergänzte Ortsgruppenbetriebswalter Veuhoff. Anschließend wurden Angelegenheiten des Betriebes besprochen. Brieftauben=Reisevereinigung. In der bei Korte abgehaltenen Hauptversammlung der Brieftauben=Reisegruppe Bochum=Gerthe, der 25 Vereine angeschlossen sind, wurden der Kassenbericht und der Jahresbericht entgegengenommen und der diesjährige Reiseplan aufgestellt. Reisegruppenleiter ist Karrasch, 1. Beisitzer Schmidt, 2. Beisitzer Zimmermann, Geschäftsführer Borns Kassenwart Lücke, Einsatzobmann Gehring, Uhrmacher Ahrens, Uhrenobmann Wietelmann. Schwerer Berufsunfall. Dem Krankenhaus eingeStadt Wattenscheid Hochbetagt. Heute, Donnerstag, kann Witwe Anna Fuchs, geborene Goos, Sedanstraße 10, ihr 82. Lebensjahr vollenden. 13 Kindern, elf Söhnen und zwei Töchtern, schenkte Frau Fuchs das Leben, von denen elf bereits gestorben sind. Dem Katholischen Mütterverein der Propsteipfarrei und dem Königin=Luise=Bund gehört die alte Dame lange Jahre als treues Mitglied an. Außer ihren zwei noch lebenden Kindern können der Hochbetagten auch sechs Enkelkinder und ein Urenkel ihre Glückwünsche darbringen. Silberhochzeiten. Am heutigen Donnerstag können die Eheleute Friedrich Heppelmann und Frau Anna, geb Hurnicki, Hansastraße 81, die Eheleute Heinrich van Boxen und Frau Auguste, geb. Sander. Am Bänksgen 1, und die Eheleute Otto Lange und Frau Elisabeth, geb. Vogelsang, Stalleikenweg 2, das Fest der silbernen Hochzeit begehen. Betriebsappell der Holland=Belegschaft in Wattenscheid. Im Saale Sonnenschein fand am Mittwochmorgen ein Betriebsappell der Belegschaft der Zeche Holland statt, die von dem Stellvertreter des Gefolgschaftsführers, Bergassessor Dütting, geleitet wurde. SA.=Sturmführer Walkenhorst sprach über die Bedeutung der Vertrauensratswahlen. Bergassessor Dütting erklärte, daß der Gefolgschaftsführer Direktor Wilberg Sonderaufgabengebiete für die zehn Vertrauensmänner schaffen werde. Ihnen zur Seite würden die Ortsältesten und Rutschenmeister gestellt. Alle zusammen hätten die Pflicht, für die Wirklichkeit der wahren Betriebsgemeinschaft Sorge zu tragen. Darbietungen der Werkskapelle umrahmten die Reden. Schulung der Vertrauensräte. Im Zentralhof Meyer hielt vor den versammelten Vertrauensmännern der Kreisbetriebsgemeinschaft der Reichsredner der DAF., Tripschu, einen Vortrag über den Geist der Gemeinschaft in den Betrieben. Das Aufgabengebiet der Vertrauensratsmitglieder im zweiten Jahr ihrer Tätigkeit werde größer sein als im Vorjahre. Vom Höntroper Spielverein. Dienstag abend hielt der Höntroper Spielverein eine wichtige Versammlung ab. Die Einheitssatzungen des Reichsbundes für Leibesübungen wurden angenommen. Bei der Führerwahl wurde der bisherige Vereinsführer Teutrine auf die Dauer von zwei Jahren wiedergewählt. In den Aeltestenrat berief der Vereinsführer sodann die langjährigen Mitglieder des Spielvereins Julius Timpert und Johann Phillippe. Fällige Abgaben. Am 15 April sind folgende Abgaben fallig: Abgaben vom Grundeigentum, Kurkosten, Unterstützungsbeiträge und Schulgelder für den Monat April sowie die Gewerbelohnsummensteuer für den Monat März bzw. für das Vierteljahr Januar März. Die Arbeitgeber werden nochmals an die bereits am 5. April fällig gewesene Ablieferung der eingehaltenen Bürgersteuern für den Monat März erinnert. Ab 16. April wird ein Säumniszuschlag von 2 Prozent erhoben. Verkehreunfal am 9. April wurde auf der Bochumer Straße i. Wattenscheid ein Radfahrer von einem Personenkraftwagen angefahren. Der Radfahrer wurde leicht verletzt, das Fahrrad stark beschädigt. Straßenreinigungsbeiträge in Wattenscheid. Die Straßenreinigungsbeiträge für den Stadtbezirk Wattenscheid werden nach Anhörung der Ratsherren vom 1. für die zur Klasse 1 gehörenden Straßen 18 Pfennig pro Quadratmeter Reinigungsfläche, 2. für die zur Klasse 2 gehörenden Straßen 12 Pfennig pro Quadratmeter Reinigungsfläche und 3. al. Zuschlag 1,5 Prozent des Gebäudesteuernutzungswertes. Die Veranlagungslisten liegen in der Zeit vom 10. bis einschließlich 23. April auf Zimmer 17 des Verwaltungsgebäudes 2 offen. Einspruch muß innerhalb einer Frist von vier Wochen erhoben werden. Ferner liegen die Gebührenlisten für Müllabfuhrgebühren für die Zeit vom 1. April 1935 bis 31. März 1936 vom 10. April ab 14 Tage lang zur Einsicht der Beteiligten auf Zimmer Nr. 41 des Rathauses offen. Stadt Wanne=Eicke! Persönliches. Ihren 85. Geburtstag feierte gestern Frau Garber, Gustavstraße Nr. 26, Ebenfalls den 85. Geburtstag feierte gestern unser Mitbürger Teuher, Wilhelmstraße Nr. 69.— In Essen bestanden die Dentistpraktikanten Erich Gries und Wilhelm Krieter ihre Fachprüfung mit„Gut“. Hohes Alter. Heute feiert Invalide August Gundlach, Minister=Frick=Straße 97, in großer körperlicher und geistiger Frische seinen 76. Geburtstag. Der Jubilar wurde am 11. April 1859 in Hannover geboren. Als Bergmann hat er 43 Jahre auf der hiesigen Zeche Pluto gearbeitet. Vier Kinder und 20 Enkel gratulieren heute. Primizfeiern. Wie wir bereits berichteten, wurde am Sonntag durch den Herrn Erzbischof von Paderborn die heilige Priesterweihe vollzogen, die auch fünf Jungpriester aus Wanne=Eickel erhielten. In Laurentius werden zu Ostern zwei Primizianten, Anton Holtmann und Friedrich Lohmann, das erste heilige Meßopfer feiern. Außerdem werden in Kürze noch Klemens Ebert aus der St.=Franziskus=Pfarre, August Redecker aus der gleichen Pfarrei sowie Joseph Thiele aus der St.=Marien=Pfarre ihre Primiz feiern. Artillerieverein Eickel und Umgebung. Diesmal fand die Versammlung des Vereins unter Leitung von Kameradschaftsführer Funke bei Pohlmann auf der Dorneburg statt. Kamerad Funke behandelte in anschaulichen Ausführungen die vom Führer wieder eingeführte Wehrpflicht. Dann wurde bekanntgegeben, daß auf Anordnung des Kyffhäuser=Bundesführers der Verein künftig die Bezeichnung„Artillerie=Kameradschaft Eickel und Umgebung“ hat. An dem Anfang Juni in Bochum stattfindenden Kriegertag nimmt der Verein geschlossen teil. Vertreten ist der Verein am Reichskriegertag in Kassel. Wegen seiner Verdienste um den Verein wurde dem Kameraden Brockhoff die Ehrenmitgliedschaft angetragen. Bei dem anschließend stattgefundenen Preisschießen wurde Kamerad Meus 1. Sieger. Bürgerschützenbund. Die Hindenburg=Kompagnie tagte bei Kemmerling unter Leitung von Hauptmann Rosinski. Nach Aufnahme vier neuer Mitglieder wurden befert wurde der Ujährige Heine., Holthauser 1. Aprik 1985 bis 81. Dearz 1u# wie folgt festgelegt: geschäftliche Fragen behandelt. Bei dem anschließenden „(Preisschießen errang Schütze Pudenz mit 35 Ringen die beste Leistung. Anschließend fand ein fröhliches Beisammensein statt. Schaukasten erbrochen. Am 7. April, zwischen 14 und 15 Uhr, wurde ein vor dem Hause Hindenburgstraße 229 angebrachter Schaukasten erbrochen und daraus wurden ein kleiner geräucherter Schinken und verschiedene Würste gestohlen. Personalnachrichten Witwe Heinrich Vollmer, geb. Rinke, Oskar=Hoffmann=Straße 40, die seit 1880 in Bochum ansässig ist, feiert heute ihren 91. Geburtstag. Sie ist im Jahre 1844 in Ergste gevoren. Ihre erste Ehe schloß sie im Jahre 1868 mit dem Gelbgießer Fritz Fastenrath in Wetter. Aus dieser Ehe entsprossen zwei Kinder, die beide verstorben sind. 1875 heiratete sie den Schreiner Heinrich Vollmer, der 1915 starb. Zwei Enkelkinder und zwei Urenkel können der Hochbetagten ihre Glückwünsche darbringen. Am 9. April wurden sechs Helferinnen vom Deutschen Roten Kreuz Bochum=Altstadt im Bergmannsheil geprüft. Die Prüfung hielt Oberarzt Dr. C. Purrucker im Beisein der Leiterinnen vom Deutschen Roten Kreuz ab. Die Namen der Helferinnen: Emma Barkovski, Edith Beck, Anneliese Brunst, Hilde Junker, Heti Martin, Hete Novinski. 80 Jahre alt Im Kreise ihrer Angehörigen kann heute Frau Brockmann, verw. Barth, Wittener Straße Nr. 257, in bester Gesundheit und geistiger Frische ihren 80. Geburtstag begehen. Sie wurde am 11. April 1855 zu Mündelheim(Kreis Düsseldorf) geboren. 15 Kindern hat sie das Leven geschenkt. Neun Kinder sind inzwischen verstorben. Sie liest noch jeden Morgen mit großem Interesse unsere Zeitung. Bankdirektor i. R. Heckmann Mit Bedauern nimmt man in Bochum die Trauernachricht auf, daß in seinem Geburtsort Mülheim (Ruhr), woselbst er auch seinen Lebensabend verbrachte, Bankdirektor Fritz Heckmann im 71. Lebensjahre gestorben ist. Der Verstorbene hat im Bochumex Wirtschaftsleben jahrzehntelang eine hervorragende Stellung inne gehabt und manche wertvolle Anregung ist von ihm ausgegangen. In Mülheim geboren, trat er als Lehrling bei der Mülheimer Volksbank(jetzt Mülheimer Bank) ein und war nach Beendigung der dreijährigen Lehrzeit noch anderthalb Jahre dort tätig. Dann ging er zu dem Bank= und Lotteriegeschäft Fuhse in Mulheim(Ruhr) über Nach anderthalbjähriger Tätigkeit trat er bei den Gardejägern in Potsdam ein. Nach beendigtem Militärdienst ging er wieder zu Fuhse, Abteilung Berlin, um dann nach Herford überzusiedeln, woselbst er 7½ Monate bei der Bank beschäftigt war. Im Dezember 1887 übernahm er die Stellung eines Handelsbevollmächtigten bei der Kreditanstalt in Essen. Zehn Jahre war er als solcher tätig, dann ging er nach Bochum, um bei der Bochumer Bank(Hüttemann & Korte) als Prokurist einzutreten. Die Umwandlung dieser Bank in die Rheinisch=Westfälische Diskontogesellschaft und deren Eingliederung in den Konzern der Dresdner Bank fiel in seine Zeit. Als Direktor der Dresdner Bank am Platze Bochum war er der Bankfachmann, der allseits größtes Vertrauen genoß und dessen erprobter Rat galt. Kurz vor seinem 50jährigen Berufsjubiläum trat er in den Ruhestand. Lange Zeit übte er das Amt eines Handelsrichters und Handelsgerichtsrats beim Landgericht Bochum aus. Man schätzte seine reichen Kenntnisse, seine Erfahrung und seine vornehme, lautere Gesinnung. Sein Andenken wird in Ehren bleiben als das eines Ehrenmannes vom Scheitel bis zur Sohle. Die Einäscherung findet Samstag vormittag 11 Uhr in Duisburg statt. Bochumer Veranstaltungen Stadttheater Bochum. Heute findet keine Vorstellung statt.„Zar und Zimmermann“, die komische Oper von Albert Lortzing, wird morgen wiederholt(außer Vormiete und für die Serie A der NS.=Kulturgemeinde). Weiterhin wird die Oper in den Spielplan des Sonntagabends ausgenommen (völlig außer Vormiete). Richard Wagners„Tannhäuser“ wurde für den Samstagabend ausgewählt(Weißer Ring und freie Besucher),„ Mamtn I 8. Heute städtisches Kammerkonzert in Bochum. wird auf die heute, Donnerstag, 11. April, abends, im Ernst=Moritz=Arndt=Haus, Königsallee, stattfindende 7. Kammermusik=Veranstaltung des Städtischen Orchesters aufmerksam gemacht. Durch das Treichler=Quartett(Hans Treichler, Oswald Wünsche, Fritz Geistfeld, Karl Fränkle). Arno Schütze (Klavier) und Johannes Berg(Oboe) gelangt folgendes Programm zur Durchführung: Quartett für zwei Violinen, Viola und Violoncello=dur(.V. 465) von Wolfgang Amadeus Mozart: Sonate für Oboe und Klavier in eemoll von Georg Friedrich Händel und das Quintett für Klavier zwei Violinen, Viola und Violoncello in Es=dur, Opus 44 von Robert Schumann. u.... Suchrm Sater. Christlicher Verein Junger Manner e.., Bochum, OskarHoffmann=Straße 14. Heute(Donnerstag) um 20 Uhr spricht der Leiter des Westdeutschen Jungmännerbundes, Pfarrer J. Busch(Witten), anläßlich der Einweihung der neuen Jungmännerräume im Heim des genannten Jugendwerkes. Zu dieser Veranstaltung, bei der auch der bekannte Baritonist H. Beil und ein Bläser=Doppelquartett mitwirken werden, wird eingeladen. Der Eintritt ist frei. Stadttheater: Geschlossen. Aus der ASDAp. (Nach Bekanntmachungen der Partei.) Donnerstag, 11. April NS.=Frauenschaft Vöde. 16 Uhr: Handarbeitsstunde bei Tadday, An der Bochumer Landwebr. NS.=Frauenschaft Riemke. 16 Uhr: Zusammenkunft mit Kaffeetrinken bei Förster(Tassen mitbringen). NS.=Frauenschaft Gerthe. 20 Uhr: Frauenschaftsabend bei NS. Frauenschaft Langendreer=Oberdorf. Heimabend bei Heemann, Oberdorf. 6 8 Mu: auf. NS.=Frauenschaft Weitmar=Nord. 20 Uhr: Zusammenkunft im Gemeindehaus an der Hammer Straße. RSDAP. Kreis, Abteilung Rundsunk. 20 Uhr: Schulungsabend der Ortsgruppenfunkwarte in der Geschäftsstelle des DDR/DFTV., Malteserstraße 145, Zimmer 11. Erscheinen ist Pflicht. * NS.=Sportamt Kursusplan für Donnerstag, 11. April Iin=Jitsu für Frauen und Männer von 19.30 bis 21.30 Uhr. Uebungsraum des Bergmannsheils, Hattinger Straße. Fröhliche Gymnastik und Spiele nur für Frauen von 17.30 bis 19 Uhr. Uebungsraum der Gymnastikschule in der Kommunalbank, Schützenbahn, Zimmer 607. Fröhliche Gymnastik und Spiele nur für Frauen von 20 bis 22 Uhr, Uebungsraum der Gymnastikschule in der Kommunalbank Schützenbahn, Zimmer 607. Fröhliche Gymnastik und Spiele nur für Frauen von 20 bis 22 Uhr, Uebungsraum der Gymnastikschule, RottSchwimmen nur für Frauen von 20 bis 21.15 Udr, Städtische Badeanstalt. Schwimmen nur für Frauen von 21.15 bis 22.30 Uhr. Städtische Badeanstalt. Boxen von 20 bis 22 Uhr, Turnhalle der Schule an der Henriettenstraße. Sportärztliche und Sportberatungsstelle kostenlos für jeden Volksgenossen. Sprechzeit: heute von 30 bis 20 Udr. Stall Kerten Ihre am 12. April 1935 stattlindende Vermühlung zeigen en kleinrich Krause .-Feldmeister, Gruppenstab 133 des.-Dienstee und Frau Lieselotte geb. Waschwill Bas Arendsse. Gruppe 133 Bochunn z. Z. Stendel Rest. Bürgerparh Kommunion-Kränzel Engelkränze Engelkördchen lillen Falmen Kräußchen Murtenranken Bochumer Blumenhalle Bochum, Große Beckstraße 22 Frischer Staft jeder besonderen Anzeige Heute millag entschlief unerwartet nach kurzem Leiden mein lieber Mann, unser guter Valer, Großvaler und Bruder Fritz Heckmann Bankdirektor a. D. Im 71. Lebensjahre. Ein herzensguler, warmer, freusorgender Lebenskamerad und Vater hat uns verlassen. Frau Marie Heckmann geb. Hennenbruch Annemarie Maste geb. Heckmann Gisela Dieckerhoff els Enkelkind Alfred Maste Mülheim-Ruhr, den 9. April 1935 Adolf-Hiller-Str. 326 Die Treuerseler findet stall Im Kremalorlum zu Dulsburg am Sonnabend, dem 13. Aprll, vormitlags 11 Uhr. Belleidsbesuche dankend verbeien Norw. Bückinge... Pd..27 Sprotten........ Plund.35 Sprotten... Lleines Kistchen.19 Brattisch....... P4d..24 Schelltisch o. k. d. sanz.) Pid..40 Kabeljau o. K. dim ganzen) Pid. 0,19 Rotbarsch.....Ps..24 Fllettisch(Kabeljau).... Pid. 0,30 Stocktisch in allen Preislagen Heringe 10 Stück .22 Vollheringe.38“..32 Gesangbücher vom einfachsten bie zum feinsten Lederband KommunionGeschenke Rosenkränze Figuren usw. Schulbücher und sämtl. Schulbedart in großer Auswahl August Nolzen Boch.-Altstadt, Brückstr. 5. Tel. 62663 Kirchl. Buch- und Kunsthandlung Buchdruckerei, Einrahmungen von 200—500 ccm, in der Preislage von 150- 500 RM., zu verkaufen. 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