„„ SM,— Bezugspreig mit Botenlohn: 2 15 RM. monatlich oder 1,08 RM. halbmonatlich, Selbstabholer.85 RM. monatlich oder 93 Pf. halbmonatlich. Bezugspreis für die„Bochumer Illustrierte“ 30 Pf. monatlich, Funkzeitschrift„hör mit mir“ 45 Pf. monatlich bei vier Sonntagen und 55 Pf. bei jünf Sonntagen im Monat.— Wenn das Erschelnen der Zeitung durch höhere Gewalt oder durch Verbot oder Betriebskörung u. dgl. verhindert wird, können keine Ersatzansprüche gestellt werden.— Geschäftsstelle geöffnet von 8 bis 13 und von 14½ bis 19 Uhr, Sonntags von 11 bis 12 Uhr.— Sprechstunden der Redaktion von 16 bis 17 Uhr(außer Samstags).— Postischeckkonto Dortmund 1760 Verlag und Druck: Laupenmühlen& Dierichs in Bochum Donnerstag 17. Januar 1933 (Hartung) 42. Jahrgang Nummer 14 Einzelpreis 10 Pf. Ne Nur. 4 Anseigenaun— Zeitung um 15. Uhr des mündlich aufgegebener Anzeigen Hauptgeschäftsstelle: Rathausplatz 8. Seite.5 Pl. Familien= : nlch:, der en(Siellen#reins,„oder ühren. 25 Bf. 1. Schluß der #rscheinende Abdruck fernmmen werden. +1551, 52, 53 Französische Kuretreibereien in Gen, Ist der französische Verständigungswille ehrlich? Von unserer Berliner Schriftleitung. Berlin, 15. Januar. Mit Staunen und Ueberraschung vernimmt die deutsche Oeffentlichkeit, daß der Völkerbundsrat seine auf Mittwoch nachmittag 4 Uhr anberaumte Sitzung, die sich mit dem Bericht des Dreierausschusses über die Rückgliederung der Saar nach Deutschland befassen sollte, plötzlich verschoben hat. Ob die Vertagung— wie es in einigen Geufer politischen Kreisen heißt— nur aus technischen Gründen erfolgt ist, was auch in Völkerbundskreisen herzlich wenig Glauben findet, oder ob innenpolitische Gründe den französischen Außenminister zu einer Verschleppungstaktik veranlaßt haben— in jedem Falle muß diese Taktik nicht nur in der deutschen, sondern in der gesamten europäischen Oeffentlichkeit Unwillen hervorrufen. Ueber die Gründe der Vertagung laufen aus Genf nur Gerüchte ein. Man hört die Meinung, daß der französische Außenminister Laval, der wegen des Ausganges der Saarabstimmung gewissen Angriffen in der französischen Presse ausgesetzt gewesen ist, sich aus innenpolitischen Gründen veranlaßt gesehen hat, nun noch Schwierigkeiten bei der Festsetzung des Zeitpunktes der Rückgabe des Saarlandes an Deutschland zu machen und neue Fragen aufzuwerfen. Nach einem Bericht des halbamtlichen englischen Reuterbüros haben die Franzosen nicht nur die Frage der Entmilitarisierung des Saargebiets aufgeworfen, sondern auch die Zerstörung der angeblichen strategischen Eisenbahnen im Saargebiet und aller Bahnhofsanlagen gefordert, die für die Entladung von Truppentransportzügen geeignet seien. Auch gewissen Brücken und Kanälen im Saargebiet sprächen die Franzosen eine strategische Bedeutung zu. Ist dieser Reuterbericht richtig, so würde die Frage auftauchen, ob die französische Regierung den vom Ministerpräsidenten Flandin betonten Willen zur Verständigung mißachten will. Sie würde ihm Rechnung tragen, wenn sie auf neue Schachzüge verzichten und wahrhaft im Sinne des europäischen Friedens arbeiten würde. Nach dem klaren deutschen Sieg an der Saar würde ein Verschleppungsmanöver nicht nur unzulässig sein, sondern es müßte auch den Eindruck auslöschen, den eine Reihe ruhiger und zurückhaltender französischer Stimmen auf der deutschen Seite ausgelöst haben. Jeder Versuch, die Beschlußfassung des Völkerbundes zu verzögern, könnte dazu führen, wieder eine neue Atmosphäre des Mißtrauens herbeizuführen, die überwunden zu haben der große Erfolg des 13. Januar im Sinne der europäischen Verständigung war. Die englische Auffassung An zuständiger englischer Stelle lehnte man es am Mittwoch abend ab, den in Genf aufgetauchten Schwierigkeiten übergroße Bedeutung beizumessen. Es wurde erklärt, daß die Frage der Einbeziehung des Saargebietes in die entmilitarisierte Zone durchaus lösbar sei, da auch von deutscher Seite keine rechtlichen Einwendungen gegen die Ausdehnung der entmilitarisierten Zone auf das Saargebiet erhoben werden könnten. Auch die französischen Forderungen hinsichtlich gewisser Festungswerke und Bahnlinien werden an maßgebender Stelle in London nicht für schwerwiegend genug erachtet, um die Bekanntgabe des Zeitpunktes für die Rückgliederung über Gebühr hinauszuzögern. Es wird nachdrücklich erklärt, daß die Bemühungen der britischen Regierung auch weiterhin darauf gerichtet seien, auf die baldige Bekanntgabe des Rückgliederungszeitpunktes zu dringen. Die Verhandlungen machen Fortschritte? Nach einer am späten Abend aus Genf eingegangenen Meldung wird in gut unterrichteten Völkerbundskreisen versichert, daß die Verhandlungen über die Frage des Zeitpunktes für die Rückgliederung der Saar gute Fortschritte gemacht haben und vor dem Abschluß stehen. Für Donnerstag ist eine Tagung des Völkerbundsrates vorgesehen, in der, wie man hört, die grundsätzliche Frage der Rückgliederung der Saar nach Deutschland gleichzeitig mit der Festsetzung des Zeitpunktes geregelt werden soll. Es würde also keine Trennung dieser Fragen stattfinden. Als Zeitpunkt der Rückgliederung soll, wie von französischer Seite versichert wird, der 1. März in Aussicht genommen sein. Der Genfer Berichterstatter der Agentur Havas meldet sogar, daß als Zeitpunkt für die Ueberführung des Saargebietes in den deutschen Hoheitsbereich die ersten Februartage in Betracht kämen, vorausgesetzt, daß Deutschland damit einverstanden sei, bis dahin die noch schwebenden Fragen Nach einer weiteren Meldung aus Genf sind die Vorschläge der Ratsmächte, die vom Dreierausschuß “ a u s g e a r b e i t e t w o r d e n s i n d, d u r c h d e n d e u t s c h e n K o n s u l nach Berlin gegeben worden. Man erwartet eine Antwort bis Donnerstag mittag. Außenminister Laval äußerte französischen Journalisten gegenüber, er hoffe, daß es bis Donnerstag zu einer Einigung mit Deutschland kommen werde. diesem Falle könne man die Saarfrage noch nachzröglich auf die Tagesordnung des Völkerbundsrates Des Führers Dank an das Saarvolk Im Anschluß an den Siegesbericht des Gauleiters Bürckel richtete der Führer und Reichskanzler, wie gestern berichtet, eine Dankesrede an die Bevölkerung des Saargebiets. Unser Bild zeigt den Führer am Mikrophon in Berchtesgaden Saarbrücken im Siegesschmuck Nach der Bekanntgabe des großen Abstimmungssieges am Dienstag morgen verwandelte sich das ganze Saargebiet, wie berichtet in ein großes Flaggenmeer. Unser Bild aus einer Straße Saar. brückens veranschaulicht das sehr eindrucksvoll setzen. Auf jeden Fall hoffe er, daß bis Ende dieser Woche die ganze Saarfrage vor dem Rat erledigt werden könne. Wir versagen es uns, im Augenblick auf die von französischer Seite aufgeworfenen Forderungen einzugehen. Wir möchten jetzt nur folgendes feststellen: Das Saarvolk, das in bewundernswürdiger Tisziplin den Sieg errang und in derselben mustergültigen Haltung den Sieg feierte, hat sowohl vertraglich wie auch moralisch Anspruch darauf, daß der Völkerbund seine Entscheidung so schnell wie möglich trifft. Jede Verzögerung würde nur dazu dienen, neue Mißstimmung für den Gedanken der Verständigungsbereitschaft zu schaffen. Weder diplomatische Kniffeleien noch Paragraphenreiterei sind zur Stunde am Platze. Der Wille des Saarvolkes, der am 13. Januar für die sofortige Rückkehr nach Deutschland sich aussprach, ist souverän. „Wir sind friedlich, aber nicht ehrlos“. Deutschlands schweres Opfer zur Befriedung Europas Der Führer über das politische Ergebnis der Saarabstimmung NSK Berlin, 16. Januar. Der Führer und Reichskanzler gewährte dem Korrespondenten der Hearst=Presse, Pierre Huß eine Unterredung über das politische Ergebnis der Saarabstimmung. Der Führer sagtei ig i..h, „Das Abstimmungsergebnis erfüllt mich, wie jeden einzelnen meiner Mitarbeiter, mit unendlichem Stolz auf das deutsche Volk. Es ist zugleich eine nachträgliche Verurteilung des Friedensvertrages von Versailles von wahrhaft geschichtlichem Ausmaß. Denn in diesem Vertrage wurde dieses Gebiet von Deutschland gerissen mit der Behauptung, es lebten in ihm 150 000 Franzosen. Nach fünfzehnjähriger Herrschaft des Völkerbundes und damit letzten Endes doch Frankreichs wurde nunmehr festgestellt, daß nicht 150000, sondern knapp 2000 Franzosen in diesem Gebiet ansässig sind, d. h. auf 1000 Saareinwohner kommen noch nicht einmal vier Franzosen. Kann man sich da wundern, daß ein Vertrag, der auf so unwahren Argumenten aufgebaut ist, der Menschheit kein Glück und keinen Segen zu bringen vermags Ich habe oft erklärt, daß nach der Rückkehr des Saargebiets Deutschland keine territorialen Forderungen mehr an Frankreich stellen wird. Ich habe diese Erklärung heute vor aller Welt verbindlich wiederholt. Es ist dies ein geschichtlich schwerer Verzicht, den ich damit im Namen des deutschen Volkes ausspreche. Ich tue es, um durch dieses schwerste Opfer beizutragen zur Befriedung Europas. Mehr kann man von Deutschland nicht verlangen. Es liegt nun an der übrigen Welt, die Konsequenzen aus einem solchen Entschluß zu ziehen. Niemals werde ich oder wird das neue Deutsche Reich aber einwilligen in eine Schmälerung der Rechte unseres Volkes. Wir wollen friedlich sein, aber unter gar keinen Umständen ehrlos. Wir sind bereit zu einem sehr großen Opfer, aber niemals zum Verzicht auf unsere Freiheit. Wir lehnen jeden Unterschied zwischen moralischer und sachlicher Gleichberechtijung ab, es gibt nur eine Gleichberechtigung, und diese ist das Recht eines souveränen Staates und einer souveränen Nation. Wenn die Welt dies anerkennt, bedarf es keiner großen Pläne, um den Frieden Europas zu stabilisieren.“ Auf die Frage:„Werden die Sozialdemokraten oder auch Kommunisten des Saargebiets und andere nichtnationalsozialistische Saarbewohner, die für Deutschland gestimmt haben, künftig wegen ihrer früheren politischen Haltung irgendwelche Schwierigkeiten zu befürchten haben?“ sagte der Führer u..: „Wir fragen nie, was der einzelne früher war, sondern nur um das, was er heute sein will. So ist es uns gelungen, die sich befehdenden deutschen Parteien aufzulösen und eine wahrhafte Volksgemeinschaft herzustellen. In ihr leben ehemalige Kommunisten und Zentrumsanhänger heute in gemeinsamem Kampf für den nationalsozialistischen Staat, das neue Reich. Ein Teil dieses Reiches aber ist das Gebiet an der Saar und ein Teil unseres Volkes sind dessen Bewohner.“ Zum Schluß bat der Führer das amerikanische Volk, den internationalen Brunnenvergiftern und Hetzern der Emigranten kein Wort mehr zu glauben, sondern nur Augenzeugen über Deutschland zu hören und, wenn möglich, selbst nach Deutschland zu kommen, um sich ein Bild zu machen. Ab 16. Januar Zollgrenze zwischen Frankreich und dem Sautgeviel dnb Saarbrücken, 16. Januar. Wie wir erfahren, hat die französische Generalzolldirektion in Paris angeordnet, daß ab 16. Januar 1935 zwischen Frankreich und dem Saargebiet die Zollgrenze aufgerichtet werden soll. Die französischen Zollbeamten haben sich, wie aus Forbach gemeldet wird, am Mittwoch früh auf die französisch=saarländische Grenze zurückgezogen, 90,76 prozent für Deutschland Das Saarabstimmungs=Ergebnis in Prozentzahlen dnb Berlin, 16. Januar. Unter Zugrundelegung des amtlichen Ergebnisses der Saarabstimmung ergeben sich für die unteren Verwaltungsbezirke(Kreise) folgende Prozentzahlen, gemessen an der jeweiligen Gesamtzahl der abgegebenen gültigen Stimmen. Saarbrücken=Land: Deutschland 90,37 v.., Frankreich 0,49 v. Status quo 9,14 v. H. Saarbrücken=Stadt: Deutschland 87,33 v.., Frankreich 0,34 v.., Status quo 12,33 v. H. Ottweiler: Deutschland 91,04 v.., Frankreich 0,15 v. Status quo 8,81 v. Saarlouis: Deutschland 91,19 v.., Frankreich 0,82 v. Status quo 7,99 v. H. Merzig: Deutschland 94,94 v.., Frankreich 0,27 v. H. Status quo 4,79 v. H. St. Wendel: Deutschland 94,69 v.., Frankreich 0,12 v. Status quo 5,19 v. H. St. Ingbert: Deutschland 91,41 v.., Frankreich 0,34 v.., Status quo.25 v. H. Homburg: Deutschland 92,74 v.., Frankreich 0,14 v. Status quo 7,12 b. Im Gesamtergebnis haben sich für Deutschland 90.76 v.., für Frankreich 0,40 v.., für Status quo 8,84 v. H. der abgegebenen gültigen Stimmen ausgesprochen. Nach Frankreich abgeschoben Die drei Haupträdelsführer der Polizeirevolte in Saarbrücken— Matz Braun, Pfordt und Hoffmann nach Frankreich geflüchtet— Unglaubliches Verhalten Heimburgers dub Saarbrücken, 16. Januar. Die drei Haupträdelsführer der Polizeirevolte von Dienstag nacht, Grumbach, Gericke und Christ, sind heute nach Frankreich., abgeschoben worden. Gleichzeitig hat der berüchtigte Kriminalbeamte Ritzel, sattsam als eifriger Förderer der Status=quoPropaganda bekannt, endlich dem Saargebiet den Rücken gekehrt. Da auch Matz Braun, Pfordt und Hoffmann heute nach Frankreich geflüchtet sind, ist das Saargebiet die würdigsten Vertreter der Emi Seite 2 Nr. 14„ Bochumer Anzeiger, Donnerstag, 17. Januar 1935 ses unerfreusichie. De es unetfreulichste Kapitel der Saargeschichte geht seiner Liquidation entgegen. Bis zuletzt haben diese Elemente gehetzt und aufzuwiegeln versucht. Sie haben die ihnen unverantwortlicherweise zugewiesenen Beamtenstellen bei der Regierungskommission nach Kräften dazu benutzt, den Separatisten Handlangerdienste zu erweisen. In erster Linie ermöglichte dieses Treiben der französische Direktor des Innern, Heimburger, der auch nach dem deutschen Wahlsieg unbelehrbar und unbeirrbar seiner Linie der Emigrantenprotektion treu bleibt. So sah er sich veranlaßt, der gestrigen Meldung des Deutschen Nachrichtenbüros über seine seltsamen Gepflogenheiten nach der Polizeirevolte ein Dementi entgegenzusetzen, die Meldung habe die Tatsachen völlig auf den Kopf gestellt. Er selbst habe persönlich die drei Beamten gestern nachmittag um 4 Uhr aus dem Dienst entlassen. Letzteres trifft zu. Heimburger hat auf Anweisung des Präsidenten Knox die Beamten entlassen müssen, nachdem er sie vorher aus der von den Polizeioffizieren Hennessey und Lie verhängten Schutzhaft eigenmächtig entfernt und wieder in ihre Kaserne versetzt hatte. Dieses unerhörte Vorgehen zog es sodann nach sich, daß Präsident Knox von Heimburger die sofortige Amtsenthebung der drei beruchtigten Emigrantenbeamten verlangte. Sie wurden daraufhin zum zweiten Male von den Polizeioffizieren in Haft genommen und heute früh endlich abgeschoben. Hoffentlich wird man nunmehr auch bald und endlich hören, daß der Befürworter der Emigrantenpolitik. Heimburger, gleichfalls dem Saargebiet den Rücken kehrt, damit die auf allen Seiten gewünschte Liquidation dieser Angelegenheit im Sinne einer Entspannung baldigst erfolgen kann. Lem Beilssest un der Saur Der Katzensammer bei der Separatistenpresse Dr. Frick:„Rückgliederung in kurzestei Frist barchfahr dar dnb Berlin, 16. Januar. Nach Bekanntgabe des Resultats der Saarabstimmung gewährte der Reichs= und preußische Minister des Innern, Dr. Frick, dem Chefkorrespondenten der „Associated Preß of America", Louis P. Lochner, eine Unterredung, in der er— wie die NSK. meldet— eine Reihe an ihn gestellter Fragen beantwortete. Die Rückgliederung des Saargebiets könne die Reichsregierung in kürzester Frist bewerkstelligen. Die vorgesehene Mindestfrist von einem Monat werde genügen. Seitens der Deutschen Front sei alle Vorsorge getroffen worden, um Zwischenfälle nach der Wahl so gut wie unmöglich zu machen. Ueberdies sei jegliche Betätigung der SA., SS. und anderer Gliederungen der NSDA P. in einem Umkreis von 40 Kilometer strengstens verboten. Die deutsche Reichsregierung, so beantwortete der Minister eine weitere Frage, sei der Auffassung, daß sich Frankreich durchaus loyal verhalten und der Rückgliederung des Saargebietes keinerlei Schwierigkeiten machen werde. Die in dem Abkommen von Rom festgelegte Zahlungsform zum Rückkauf der Gruben mache dem Deutschen Reich devisenmäßig keine Schwierigkeiten. Nach dem Hinweis, daß niemand im Saargebiet Verfolgungen oder Schlechterstellung wegen seiner Haltung im Abstitimungskampf zu gewärtigen habe, erklärte der Minister, die Reichsregierung werde einen großzügigen Arbeitsbeschaffungsplan sofort nach der Rückgliederung des Saargebiets durchführen und es als eine ihrer vornehmsten Verpflichtungen ansehen, die im Saargebiet herrschende Erwerbslosigkeit zu beseitigen. Die Deutsche Front, so beantwortete Minister Frick eine weitere Frage, werde nicht als Ganzes in die NSDAP. übernommen werden. Jeder Saardeutsche werde für seine Person in die NSDAP. oder ihre Gliederungen eintreten und sein Eintrittsgesuch frei und ungezwungen abgeben können. Abschließend erklärte der Minister, das Saargebiet werde zunächst ein geschlossener Verwaltungsbezirk bleiben und im Zuge der Reichsreform einem der neuen Reichsgaue eingegliedert werden. anb Saarbrücken, 16. Januar. Nach dem gestrigen deutschen Volksfest, mit dem man die saarländische Freiheit festlich beging, ist man heute in seiner Arbeit und Beschäftigung wieder zum Alltag zurückgekehrt. Die Stadt Saarbrücken sowie alle anderen Städte und Dörfer des Saargebietes haben jedoch ihr Feiertagskleid in Gestalt von Fahnen, Tannengirlanden und Hoheitszeichen noch nicht abgelegt. Die Saarländer sind nach einem so gewaltigen Sieg und nach jahrelanger Fremdherrschaft doch noch zu sehr in Siegesstimmung, als daß ihnen ein Tag genügen könnte, nach außen hin ihre Freude zu zeigen. Sämtliche Straßenbahnwagen und Autobusse sind noch mit schwarz=weiß=roten und Hakenkreuzwimpeln geschmückt. Auch die Kraftwagen haben ihren Schmuck noch nicht abgelegt. Bei den Separatisten wird der Katzenjammer immer größer. Dies äußert sich am deutlichsten in der kläglichen Haltung der nur teilweise und unter Ausschluß der Oeffentlichkeit erscheinenden Separatistenpresse. Das separatistische Saarlouiser„Journal“ lügt den nicht vorhandenen Lesern eine Prozentzahl von nur 88,5 v. H. für die Rückgliederung vor und behauptet im übrigen, daß die Wahl nur durch Betrug zustande gekommen sei. Man gibt sich also schon so weit verloren, daß man nicht davor zurückschreckt, die neutralen Mitglieder der Abstimmungskommission und die Leiter der Wahlbüros durch diese Behauptungen gröblich zu beleidigen. Lächerlich klingt dann die Behauptung, daß in der Hauptsache die Sanitäter die Wahlzettel gefälscht hätten, als sie für die an die Urne getragenen Kranken den Stimmzettel angekreuzt hätten(!). Von seiten der kommunistischen„Arbeiterzeitung" bezeichnet man zwar das weitere Erscheinen des Blattes als selbstverständlich". tung heute zur üblichen Zeit nicht daktionen der„Volksstimme“ heit“ geben unterderhand bekannt, ein weiteres Erscheinen„habe vorläufig keinen Zweck“. Was allerdings diese Herrschaften sich unter dem Wörtchen„vorläufig“ vorstellen, wissen sie wohl selbst nicht. Beim französischen Konsulat herrscht nach wie vor Massenandrang von Separatisten, die sich ein Visum jedoch ist die Zeierschienen. Die Reund der„Frei besorgen wollen, damit sie nach Frankreich abreisen können. Der Führer dankt für Glückwünsche zul Saurabftininlung dnb Berlin, 16. Januar. Nach dr Abstimmung im Saargebiet hat der Führer und Reichskanzler aus dem Saarlande selbst, aus allen Teilen Deutschlands, von unseren Schiffen auf See, aus Oesterreich und vom Auslandsdeutschtum in der ganzen Welt, ebenso von Ausländern in und außerhalb Deutschlands viele Tausende von Glückwünschen, Treuegelöbnissen und Grüßen erhalten, in denen die Freude der ganzen Nation und ihrer Freunde im Ausland über das Bekenntnis der Saardeutschen zu Deutschland und ihre Rückkehr ins Reich zu einem überwältigenden Ausdruck kommt. Bei der großen Zahl dieser Telegramme und Briefe ist es dem Führer und Reichskanzler leider nicht möglich, jedem einzelnen zu antworten; er muß sich daher damit begnügen, allen denen, die ihre Treue, ihr Vertrauen und ihre Freundschaft zum deutschen Volke in diesen denkwürdigen Tagen seiner Geschichte bekundet haben, seinen freudigen Dank auf diesem Wege auszusprechen. Alle Saargrubenbeamten zum 1. Malz ennassen dnb Paris, 16. Januar. Die französische Saargrubenverwaltung wird ihre sämtlichen Beamten Ende Februar unter Gewährung einer entsprechenden Abfindungssumme entlassen. Der „Intransigeant“ berichtet, daß die Direktion nach Metz verlegt werden solle und daß zu diesem Zweck dort bereits Räume gemietet worden seien. Von den Entlassungen würden 1100 französische Grubenbeamte betroffen, die mit ihren Frauen und Kindern am 1. März nach Frankreich zurückkehren würden. Vneweftm Feuergefecht zwischen Fünf Tote und eine Polizei und Verbrecherbanden Schwerverletzte Neue Nemelbeschwerde in Genf dnb Genf, 16. Januar. Wie man in Völkerbundskreisen hört, hat Schulrat Meyer als Vertreter der deutschen Bevölkerung des Memelgebietes den Unterzeichnermächten des MemelStatuts eine ergänzende Denkschrift zu seiner Beschwerde vom 11. Dezember eingereicht, die sich mit den litauischen Maßnahmen zur Verhinderung einer ordnungsmäßigen Arbeit des memelländischen Landtages befaßt. dnb Newyork, 16. Januar. In Leonore(Illinois) drangen vier Räuber in ein Bankgeschäft ein, um die Kasse zu berauben. Die Bankangestellten eröffneten jedoch sofort ein lebhaftes Revolverfeuer, worauf die Verbrecher die Flucht ergriffen. Einer von ihnen konnte von den Angestellten der Bank festgenommen werden. Die drei Räuber drangen darauf in einen benach barten Bauernhof ein, stahlen einen Kraftwagen und nahmen den jungen Sohn des Landwirtes als Geisel mit. Sie kehrten zu dem Bankgeschäft zurück, befreiten ihren gefangen genommenen Gefährten und erschossen den Kassierer der Bank, während ein zweiter Angestellter schwer verletzt wurde. Ohne Beute zu machen, flüchteten sie nun in dem gestohlenen Kraftwagen. Die inzwischen benachrichtigte Polizei nahm sofort mit einem großen Aufgebot die Verfolgung auf. Die vier Verbrecher konnten schließlich auf freiem Feld von etwa 50 Polizisten umzingelt werden. Es entspann sich ein regelrechtes Feuergefecht, bei dem ein Polizisterschossen, mehrere andere schwer verletzt wurden. Erst nach heftigem Kampf gelang es, drei der Räuber festzunehmen. Der vierte beging Selbstmord. Der von den Verbrechern verschleppte Landwirtssohn wurde wohlbehalten aufgefunden. In Ocklawaha(Florida) kam es zwischen einer Verbrecherbande und 15 Polizisten zu einem mehrstündigen Feuerkampf. Es handelt sich um die Bande, die im Vorjahr den Bankier Edward Bremer aus St. Paul entführt und erst nach einer Lösegeldzahlung von 200 000 Dollar freigegeben hatte. Die Verbrecher hatten sich jetzt in einem palastartigen Sommerheim verbarrikadiert. Hier wurden sie von der Polizei belagert. Die Polizisten schleuderten zahlreiche Tränengasbomben in das Gebäude, konnten jedoch zunächst infolge des heftigen Kugelregens nicht weiter vordringen. Zwei Bandenmitglieder wurden bei Ausbruchsversuchen erschossen, desgleichen die Mutter des einen Verbrechers, die bei dem Kampf mit der Polizei ein Maschinengewehr bediente. Erst nach sechsstündigem Kampf ergaben sich die übrigen Mitglieder der Verbrecherbande. Riesiger Oelbrand in Toulouse „Deutschland kann nicht länger ermedrigt Werden Seite 3 Nr. 1 Der englische General Hamilton zur Saarabstimmung dnb London, 16. Januar. Der englische General Jan Hamilton, der auch durch sein Eintreten für Deutschland bekannt geworden ist, feierte am Mittwoch seinen 82. Geburtstag. In einer Unterredung mit dem Abendblatt„Star“ bezeichnete er den heutigen Tag als einen der glücklichsten in seinem Leben. In der Saarentscheidung erblicke er die Rechtfertigung des neuen Deutschlands. Er sagte dann wörtlich:„ Amfas, „Möge England das Herumnorgeln an Deutschland einstellen. Das Deutschland von heute hat sein Recht auf vorbehaltlose Aufnahme in den Kreis der Nationen bewiesen. Es kann nicht länger erniedrigt werden. Die Saarentscheidung hat alle gebietsmäßigen Streitigkeiten zwischen Frankreich und Deutschland beseitigt. Nun muß erwartet werden, daß die Beteiligten auch ihr Wort halten. Wenn das nicht geschieht, dann darf England nicht zögern, zu erklären, auf wessen Seite es sich stellen will. Es darf kein Schwanken mehr geben, wenn Frankreich seine Verpflichtung nicht einhält. England muß auf der Seite des Rechtes stehen.“ Uebermorg Angarn und die Saarabstimmung Eine bedeutsame Erklärung im ungarischen Oberhaus. dnb Budapest, 16. Januar. Im Oberhaus gab am Mittwoch vor Eintritt in die Tagesordnung das Oberhausmitglied Prälat Joseph Csik eine Erklärung über die Stellungnahme Ungarns zur Saarabstimmung ab, die großes Aufsehen erregt hat. Das Oberhausmitglied erklärte, es gebe niemanden, der der Nibelungentreue der Saarbevölkerung nicht die größte Anerkennung zollen würde. Die 15jährige Entfremdungspolitik, die Uebersteigerung der religiösen Empfindlichkeit, die Verhetzungsmanöver, die Zuspitzung der Weltanschauungsgegensätze, alle diese Störuungsversuche seien nutzlos gewesen. Das Saarvolk habe sich geschlossen für Deutschland erklärt. Die Triebfeder dieser Treue sei die elementare Kraft der nationalen Seele und der völkischen Gemeinschaft. Das 15 Jahre lang gefesselte deutsche Selbstbewußtsein habe sich Gerechtigkeit und Geltung verschafft. Nach dem saarländischen Beispiel müßten die führenden Mächte jetzt die moralische Gerechtigkeit auch anderen Nationen gegenüber in Anwendung bringen, die das gleiche Schicksal zu tragen hätten wie das Saarland. Auch Ungarn kämpfe seit 15 Jahren unablässig für die Rückkehr der Ungarn entrissenen Landesteile. Nur auf der Grundlage gegenseitiger Rechtsgleichheit könne die friedliche Verständigung der Völker und eine glücklichere Zukunst Europas herbeigeführt werden. Bei dem festlichen Geläute der Glocken des Saarlandes hätten die Ungarn ihr Haupt in Anerkennung des heldenmütigen Kampfes des Saarlandes und in der Hoffnung auf eine verheißungsvollere Morgenröte der ungarischen Zukunft entblößt. Die Ausführungen des Prälaten Csik wurden vom Oberhaus mit lang anhaltendem Beifall ausgenommen. Paris, 16. Januar. In Toulouse geriet am Mittwoch vormittag ein Petroleum=, Oel= und Schmieröllager aus unbekannter Ursache in Brand. Innerhalb weniger Minuten standen mehrere Gebäude, die insgesamt 2000 Quadratmeter bedecken, in hellen Flammen. Ueber der Stadt lagerte stundenlang eine gewaltige Rauchwolke, durchzuckt von rotem Feuerschein. Mehrere große Lebensmittelgeschäfte, die die ganze Umgegend von Toulouse versorgen, sind mit ein Raub der Flammen geworden. Der Brand wird von der gesamten Feuerwehr von Toulouse eifrig bekämpft. Der Schaden wird auf viele Millionen Frank geschätzt. Am Amerikas Beitritt zum Haager Gerichtshof Französische Antwortauf die deutsche Ostpali=Ventschrist aberreicht dnb Berlin, 16. Januar. Der französische Botschafter übergab am Mittwoch dem Auswärtigen Amt die französische Stellungnahme zu der deutschen Denkschrift vom 8. September vorigen Jahres betreffend den sogenanten Ostpakt. dub Washington, 16. Januar. Präsident Roosevelt hat durch eine Botschaft die er am Mittwoch an den Bundessenat richtete, in den Kampf um die Ratifizierung des Protokolls über den Beitritt der Vereinigten Staaten zum Internationalen Gerichtshof eingegriffen. Der Präsident bezeichnete die Frage als über den Parteien stehend und wies darauf hin, daß auch die republikanischen Präsidenten den Beitritt zum Internationalen Gerichtshof wärmstens befürwortet hätten. Er hoffe, daß der Senat seine Zustimmung nicht durch Vorbehalte erschwere, die den Beitritt gegenstandslos machen würden. Die Souveränität der Vereinigten Staaten werde durch diesen Schritt nicht beeinträchtigt. Bei der gegenwärtigen Lage der internationalen Beziehungen, wo jede Maßnahme, die ein Staat ergreife, für den Weltfrieden von Bedeutung sei, hätten die Vereinigten Staaten Gelegenheit, wieder einmal ihren Einfluß zugunsten einer Befriedung der Welt in die Waagschale zu werfen. (Weitere politische Nachrichten auf Seite 7) Celtnia-Wügkel und Reuften Staurt Chambertain in Brienbeatler 1386—1908 Rerausgegeben von Taul Tretzsch, Baureuth Die vor kurzem erfolgte Veröffentlichung des Briefwechsels zwischen Cosima Wagner und Houston S. Chamberlain ist ein Ereignis für die ganze Kulturwelt. Er umfaßt den Zeitraum von 1888 bis 1908, von der ersten Bekanntschaft der beiden genialen Persönlichkeiten bis zur Uebersiedlung Chamberlains nach Bayreuth als Gatte der Tochter Cosima und Richard Wagners. Die„Meisterin von Bayreuth“ spricht in zahlreichen ihrer Briefe zu uns von ihren Nöten und ihrem unerschütterlichen Glauben an den Sieg Bayreuths. War so die sich im Briefwechsel widerspiegelnde zwanzigjährige Zeitspanne für die Arbeit Cosima Wagners am Bayreuther Werk von entscheidender Bedeutung, so war sie dies nicht minder auch im Leben und für die Entwicklung Chamberlains aus dem Naturwissenschaftler zum freien Sebriftsteller und Denber Ans der Scheffensbreisen der beider Briefschreiber strämt freien Scurltsteiler und Denker. Aus den Schallenskreisen der beiden Briefschreiber strömt es nun unablässig in ihren Briefwechsel hinein, und das staunenerregende Wissen beider, die Fülle ihrer Gedanken, macht das Lesen ihrer Briefe nicht nur zu einem anregenden Genuß, sondern auch zu einer Quelle der Belehrung. Das Werk, das mit vielen Bildern und Brieffaksimiles in vornehmer Ausstattung im Verlag Reclam, Leipzig, erscheint, gehört zu den wertvollsten Briefsammlungen der letzten Jahrzehnte. Der Preis für das 714 Seiten starke Buch beträgt.— Mark, in Ganzleinen 12.— Mark. Berlin, Hotel Hohenzollern, den 4. Febr. 1891. In den ersten Tagen unseres Aufenthalts hier habe ich buchstäblich jeden Morgen und jeden Abend gemeint, Sie träten ein, mein Freund. Habe es auch geträumt. Und da Sie nicht kamen, sagte ich mir, daß Sie nicht wohl sein mußten, was, zu so manchem gesellt, mich mit eigenem Ernst in die hiesige Bewegung blicken ließ. Möchten Sie sich jetzt ganz befreit fühlen, es gibt des Unerträglichen dann immer noch genug. Vielen Dank für den Bericht über das Konzert. Wollen Sie Dr. Boller bestens von mir grüßen, ihm sagen, daß ich mich sehr über die Bestimmung des Ertrages gefreut hätte, und daß ich Richter schreiben würde, sobald ich zu Atem gekommen wäre. Es freut mich zu hören, daß Sie Freude an der Brucknerschen Symphonie hatten, man mag so gerne unter seinen Mitlebenden Erfreuliches finden; was ich hier Musikalisches erfuhr—„Cavalleria rusticana"— widerte mich an. Die Aufführung des„Tannhäuser“ legte Zeugnis von vieler Sorgfalt ab und Sucher nahm die Tempi gut, etwas wesentlich Erfreuliches; außer seiner Frau aber war keiner der Sänger irgendwie in den Geist des Werkes gedrungen, und so verließ man denn wieder das Haus mit Schwermut und großer Sorge. Die bleibt nicht aus, diese graue Schwester, welche man sich unter den Zügen von Dürers Melancholiag gern vorstellt.„„ g 4 Wir hatten eine große Freuve vier an zwei Gängen durch das Museum. Der Konservator desselben, Herr d. Tschudi, führt uns auf das angenehmste, ohne zu viel Belehrung, mit freundlichem Verständnis der eigenen Gefühle. Wenn Sie wieder einmal nach Berlin kommen, so bringen Sie, bitte, Tschudi einen Gruß von mir, er wird Ihnen sicher sehr gefallen, eine seltene, vornehme, zarte Individualität und ein schweres Geschick, welches ihm den Ausdruck edler Resignation eingepragt hat. Nun leben Sie wohl, mein Freund, gedenken Sie meiner freundlich! Daß auch die kleinen Miseren des Lebens Ihnen nicht erspart sind, kränkt mich sehr. Wie gleichgültig sind einem doch alle Begehrenden, in dem Strom der Dinge hastig Mitschwimmenden; wie nahe dagegen stehen einem die edlen Einzelnen außerbalb dieser fließenden Flucht. Zu den Nächsten gehören Sie, mein Freund, und so sagen Sie sich denn selbst, was an Teilnahme und tiefster Herzlichkeit in einem Gruße jetzt an Sie abgeht. C. W. Wien, 4. April 1894. Schönaichs Aufsatz über Brahms(F 2. 4. 1897) enthält eine Erinnerung aus den Wiener Jahren; darum, hochverehrte Meisterin, teile ich ihn mit. Schönaich hat den rechten Ton getroffen, würdig und nützlich. Heute das herrliche Konzert— aber ohne Siegfried! Eine Trauermusik Mozarts wurde als Anfang eingeschoben; dann Meistersinger=Ouvertüre, ein Orchesterkonzert von J. S. Bach und die IX. Symphonie! Die fast zusammen, als die Orgeltöne plötzlich nicht einsetzten— es war wie eine Experimentaldemonstration der Notwendigkeit des Bündnisses: Kunst und Religion. Kunst allein ist eine Kost für höhere Wesen— oder auch für solche, denen niemals Nibelungenblut in die Adern geträufelt wurde. Ich dachte, ich wäre in das philiströse Bücherwurmgeleise wieder eingelenkt, alles Vergangene nur ein Gedachtnisbild— heute merkte ich: von solcher göttlichen Berührung genest man niemals. Alles wirbelte wieder auf— ich sah Siegfried wieder am Abend des 12. August in die Halle eintreten, spät nachdem wir, um Kontenance zu behalten, schon zum Sekt übergegangen waren, und fühlte wieder wie damals jenen Flugelschlag— Wolans Rabe, der nach Walhall aufflog, mit erschütterndster Kunde. Die Neunte war herrlich über alle Maßen. Ich habe sie noch niemals so gehört; jetzt bin ich für die letzte Stufe reif. Die Entrückung zu elysischen Gefilden im Adagiosatz, wie ich sie bei Herrn von Bülow erlebt, die gab es freilich nicht: dagegen einen ersten Satz, dem absolut nichts fehlte, außer jenem„Inkommensurabeln“ des Cenies— sonst vollkommen: das Presto hinreißend, der letzte Satz so männlich, so sicher— man konnte nicht anders, als die Meistersinger=Ouvertüre zugleich hören —. man mußte glauben, hoffen und lieben. Dieses Konzert kann nicht umsonst dem menschlichen Geschlecht entbluht sein; das muß in dem Weltenvlan eines lieben Vaters überm Sternenzelt gelegen haben. er sich durch wissenschaftliche und künstlerische Vortragstätigkeit in großen europaischen Städten. In Afrika entstanden die Bücher„Zwischen Wasser und Urwald" und„Die Mitteilungen aus Lambarene“, die als beste Eigenzeugnisse für die selbstlose und erfolgreiche Tätigkeit des Forschers gelten können. Zur Zeit arbeitet Schweitzer an einer großangelegten Kulturphilosophie, deren 3. Band. bereits vorliegt. Er ist Dr. vieler Fakultäten, Trager des Frankfurter Goethepreises(1928) und Ehrenmitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften. Marcella sembrichF Die früher weltberühmte Opernsängerin Marcella Sembrich ist in Newyork im Alter von 76 Jahren gestorben. Wie Kundry im III. Akt verließ man die Stätte— eine wie banale Stätte!— dieser Offenbarungen; „Dienen! dienen!" Was sollte man sonst noch sagen? Mir ist das Herz so übervoll, daß ich schreiben mußte. In Ehrfurcht Ihr Houston S. Chamberlain Albert Schweitzer 60 Jahre in sein neues Amt ein. Ministerpräsident, Ge. hat am Sonntag abend unmittelbar vor der Aufführung der„Zauberflöte" im Beisein des Generalintendanten und des gesamten Opernpersonals Operndirektor Clemens Krauß in sein neues Amt eingeführt. Der Ministerpräsident richtete in einer Ansprache an alle Anwesenden die Aufforderung, den neuen Operndirektor in dem Gemeinschaftsgeist, der die preußischen Staatsbühnen auszeichnet, vertrauensvoll und freudig in seiner verantwortungsvollen Arbeit zu unterstützen. Operndirektor Krauß dankte dem Ministerpräsidenten für das ihm ausgesprochene Vertrauen und gab das Gelöbnis ab, daß er alle seine Kräfte, sein ganzes Verständnis und sein ganzes Herz einsetzen werde, um die Anforderungen zu erfüllen, die Ministerpräsident Göring an ihn und die Staatsoper stellen wird. singer=Ouvertüre wirkte überwältigend so siegreichsicherer Jubel zersprengt das Herz und stählt gegen jeglichen Schmerz—, ohne die anschließende Handtung wirkt es beinah grausam übermächtie“ ich brach lung wirkt es beinah Rausum übermäialin nn brach Der deutsche Arzt und vielseitige Forscher Albert Schweitzer beging am 14. Januar seinen 60. Geburtstag. Der Name und das Wirken des Gelehrten, der von einer ganzen Reihe von Wissenschaften der Theologie, der Geschichte, der Medizin und nicht zum letzten auch der Philosophie und der Orgelkunst, als spekulativer Geist, Praktiker und Künstler in Anspruch genommen wird, ist weltbekannt. Schweitzer wurde als Sohn eines elsässischen Pfarrers geboren und vertrat schon zu einer Zeit, in der er sich dem Medizinstudium widmete, das theologische Fach an der Universität Straßburg. 1918 widmete er sich der medizinisch ebenso bedeutsamen wie idealistischen Aufgabe, der Schlafkrankheit im äquatorialen Afrika unter starken persönlichen Opfern an Geldeswert und Lebenskraft zu Leibe zu gehen. Die Mittel zum Ausbau seines von praktischer lchristlicher Nächstenliebe eingegebenen Werkes sicherte Ministerpräsident Göring führt Operndirektor Krauß in sein neues Amt ein. Ministerpräsident Göring Saupicgrisieter: Dr. Baul, Dbertez,„öselfsTces Hans Schulke. Verantwolllich für Polltik: Kubon Pornt, Hommrnasyaktelk ud Nachbargebiet: Adolf Reddina Die heutige Rummer umfaßt 12 Seiten Hauptschriftletter: Dr. Paul Dierichs. Stellvextreter: S“#: Verantwortlich für Politll Die einzige de In dieser We misches Ereignis, Mondfinsternis. Den nach 16 frühen Abend des gewaltige Schatt Außer bei uns w lien und im westl Den Bewohne der totalen Mon uns sichtbaren— gegen 15 Uhr be der Zeit ist der Die totale Finste ein und dauert b mond gegen 16.3 viertel Stunden können. Erst 20 zarte Schatten vo die Finsternis zu Reichsbetrieb la Der Leiter d Pg. Ernst Ste Saarbevollmächti und an den Pro ter Kiefer, S „Die Reichs 40 Saar=Bergkn holungsurlaub i nigswinter als Kommunalpoltin und Nachbargevier, Adolf Pedding= haus. Lokales: Hans Schulte. Kunst u. Unterhaltung: Dr. Emil Strodthoff. Wirtschaft: Fritz Schmidt, Sport: Hans Hornbera, Gerichtsdienst und Briefkasten: Mar Fleael, Anzeigen: Kurt Scholz, sämtlich in Bochum. Berliner Redaktion: Michael Haupt Wildelmstraße 98. Anruf: Jäger 4115 und Karlsdorst 0340.. Berliner Anzeigenvertretung: F. W. Pempe, BerlinCharlottenburg. Uhlandstraße 194. Anruf C 1 Steinplatz 6813. Verlag und Druck: Laupenmühlen& Dierichs in Bochum. Ruf 67551, 52, 53.— DA. XII. 34: 24 450. Sprechstunden der Redaktion 16—17 Uhr(außer Samstags). Für unverlangte Einsendungen keine Haftpflicht Rücksendung nur bei Rückporto „Hier Rad Gauner erbe Im Oktober bei einem Gast Radiogeräte, un Preise von 198 ebenfalls in Ba zur Probe aufg 8. Januar 1933 Angestellten abh dem betreffenden eine Woche vorh phonisch bei den in Frage komm hat er dem Gal nächsten Tage schehen ist. Wo sind in beschriebener Ar Zweckdienlick behandelt werder straße 35, Zimn Ei Er fl Am 15. Ja Uhr, wurde be Heide Nr. 63 verübt. Der T der Schwester d geflüchtet und u des Täters kann 1,70 Meter gro war. Zweckdienlich kommissariat, 9 haus. Lebhe im Dezembe Der Person Zeichen des A Vorverkehr an 52 Sonderzüge des starken Fe maßnahmen er Vor= und Nac wenigen Zugv verkehr im all ab. Insgesam Sonderzüge ges Kinder und be und Kundgebun schaft„Kraft d (Fahrten ins B züge für den 2 So111 Samstaan sellschaft Verei gen unter der Gebirgsverein, busch(Arnsb derwesens mit Vorbereitung? bildete dessen Land" unter d Abteilungsführ Windus. V gischen Hauptn wanderwege de fen. Der„Ga als Rechtsnach Land", wird führer zugewie Mitteln des E erfullen, daß! den. Geplant reihe mit Vort die Abhaltung birgsfeste, der Bergischen La mit der NS.=( gefördert wer und reibungs Wanderfreund Zum Kult# rat Wagner erster Linie, linien für die efesten zu gebe hirasfestf m Berledurg Seite 3 Nr. 14, Bochumer Anzeiger= Donnerstag, 17. Januar 1933 Lebermorgen: totale Mondfinsternis Die einzige des Jahres, die bei uns sichtbar ist In dieser Woche gibt es ein interessantes astronomisches Ereignis, denn der Samstag bringt eine totale Mondfinsternis. Den nach 16 Uhr aufgehenden Vollmond wird am frühen Abend des 19. Januar ein dichter Schleier, der gewaltige Schatten unseres Erdkörpers, verdunkeln. Außer bei uns wird die Verfinsterung in Asien, Australien und im westlichen Nordamerika zu erkennen sein. Den Bewohnern deutschen Landes wird der Anfang der totalen Mondfinsternis— der einzigen 1935 bei uns sichtbaren— allerdings etwas verlorengehen. Schon gegen 15 Uhr beginnt die erste Verfinsterung. Und zu der Zeit ist der Mond bei uns noch nicht aufgegangen. Die totale Finsternis tritt drei Minuten nach 16 Uhr ein und dauert bis 17.31 Uhr. Da bei uns der Vollmond gegen 16.30 Uhr aufgeht, werden wir etwa dreiviertel Stunden lang den Mond total verdunkelt sehen können. Erst 20 Minuten vor 19 Uhr, wenn der letzte zarte Schatten von der Mondscheibe verschwunden ist, ist die Finsternis zu Ende. Reichsbetriebsgemeinschaft Bergbau ladet 40 Saar=Bergknappen ein Der Leiter der Reichsbetriebsgemeinschaft Bergbau, Pg. Ernst Stein,..., Bochum, sandte an den Saarbevollmächtigten des Führers, Gauleiter Bürckel, und an den Propagandaleiter der Deutschen Front, Peter Kiefer, Saarbrücken, folgendes Telegramm: „Die Reichsbetriebsgemeinschaft Bergbau gewährt 40 Saar=Bergknappen einen 14tägigen kostenfreien Erholungsurlaub im Erholungsheim„Rosenau" bei Könnigswinter als Zeichen der Treue.“ „Hier Radiohandlung Soundso...“ Gauner erbeutete zwei wertvolle Radiogeräte Im Oktober 1934 hatte ein Bochumer Radiohändler bei einem Gastwirt im Stadtteil Wiemelhausen zwei Radiogeräte, und zwar ein Saba=Gerät in Bakelit zum Preise von 198 Reichsmark und ein Telefunken=Gerät, ebenfalls in Bakelit, zum Preise von 132 Reichsmark zur Probe aufgestellt. Als der Radiohändler am 8. Januar 1935 die beiden Geräte durch einen seiner Angestellten abholen lassen wollte, wurde diesem von dem betreffenden Gastwirt erklärt, daß die Geräte bereits eine Woche vorher abgeholt seien. Der Täter hatte telephonisch bei dem Gastwirt angerufen und sich als der in Frage kommende Radiohändler ausgegeben. Dabei hat er dem Gastwirt erklärt, daß die Radiogeräte am nächsten Tage abgeholt würden, was dann auch geschehen ist. Wo sind in den letzten Wochen Radioapparate obenbeschriebener Art zum Kauf angeboten worden? Zweckdienliche Angaben, die auf Wunsch vertraulich behandelt werden, werden im Polizeipräsidium, Uhlandstraße 35, Zimmer 73, entgegengenommen. Einsteigedieb überrascht Er flüchtete und entkam unerkannt. Am 15. Januar, in der Zeit zwischen 19 und 20 Uhr, wurde bei einem Bewohner des Hauses Lütge Heide Nr. 63 in Bochum=Werne ein Einsteigediebstahl verübt. Der Täter wurde bei Ausübung der Tat von der Schwester des Wohnungsinhabers überrascht, er ist geflüchtet und unerkannt entkommen. Eine Beschreibung des Täters kann nicht gegeben werden, nur daß er etwa 1,70 Meter groß und mit einer Schlägermütze bekleidet war. Zweckdienliche Angaben erbittet das 6. Kriminalkommissariat, Nebenstelle Bochum=Werne, altes Amtsbaus. Lebhafter personenverkehr im Dezember im Reichsbahn=Direktionsbezirk Essen Der Personen=Reiseverkehr im Dezember stand im Zeichen des Weihnachtsverkehrs. Für den lebhaften Vorverkehr an den geschäftsoffenen Sonntagen kamen 52 Sonderzüge zum Einsatz und für die Bewältigung des starken Festtagsverkehrs, der zahlreiche Sondermaßnahmen erforderlich machte, wurden weitere 186 Vor= und Nachzüge gefahren. Abgesehen von einigen wenigen Zugverspätungen, wickelte sich der Gesamtverkehr im allgemeinen reibungslos und ohne Unfälle ab. Insgesamt wurden im Dezember 295 PersonenSonderzüge gefahren, davon 15 Züge für zurückreisende Kinder und beurlaubte Landhelfer, 9 für Aufmärsche und Kundgebungen, 6 nach Reisezielen der NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“, 2 nach unbekannten Zielen (Fahrten ins Blaue) und die vorerwähnten 238 Sonderzüge für den Weihnachtsverkehr. Sauerland und Bergisch Land= Ein einheitliches Wegenetz. Samstag nachmittag wurde in den Räumen der Gesellschaft Verein zu Wuppertal=Elberfeld in vier Sitzungen unter der Leitung des Führers vom Sauerländischen Gebirgsverein, Regierungsvizepräsidenten Dellenbusch(Arnsberg), die Einheit des bergischen Wanderwesens mit dem des Sauerlandes vollzogen. Zur Vorbereitung der im SGV. neu entstandenen Aufgaben bildete dessen Führer einen besonderen„Gau BergischLand" unter der Leitung des bisherigen Bezirks= und Abteilungsführers von Muppertal, Bauunternehmer Windus. Von Fritz Arnhold wurde ein Plan des bergischen Hauptwegenetzes im Anschluß an die 27 Hauptwanderwege des Sauerlandes und Siegerlandes entworfen. Der„Gau Bergisch=Land“ im SGV. gilt nicht etwa als Rechtsnachfolger des früheren„Vereins BergischLand", wird jedoch die ihm vom Deutschen Wanderführer zugewiesenen Aufgaben im Rahmen und mit den Mitteln des SGV. im Bergischen Land in der Weise erfüllen, daß die bergischen Belange voll gewahrt werden. Geplant ist die Herausgabe einer eigenen Lichtbildreihe mit Vortrag über das gesamte Bergische Land und die Abhaltung eines der nächsten jährlichen großen Gebirgsfeste, der Heerschau aller über 260 Abteilungen, im Bergischen Land. Auch hier soll die Zusammenarbeit mit der NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude" stärker gefördert werden. Erfreulich ist die endlich geglückte und reibungslos vollzogene Einigung aller bergischen Wanderfreunde in der neuen Organisation. Zum Kulturwart des Hauptvereins wurde Studienrat Wagner(Dortmund) ernannt, ihm obliegt es in erster Linie, den künftigen Bezirkskulturwarten Richtlinien für die Veranstaltung von Vereinsabenden und efesten zu geben. Das diesjährige Sauerländische Gebirgsfest findet voraussichtlich am 15. und 16. Juni in Verledurg stattKeichsfährei Wemreich desichngl die.21. Besuch in Bochum— Begrüßung der Technischen Nothilfe auf dem Aebungsplatz der Zeche„Friederika“ Auf seiner Besichtigungsfahrt, die den Reichsführer der Technischen Nothilfe, SA.=Gruppenführer Weinreich(Berlin), durch den ganzen Industriebezirk von Aachen über Köln, Duisburg, Essen, Oberhausen nach Bochum führte, weilte der Genannte am Mittwoch in Bochum. Auch hier wurden einige große Werke beDuisburgs neuer Bübnenbildner Reichsführer, SA.=Gruppenführer Weinreich(Mitte), im Gespräch mit Ortsführer Kruskopf sucht. Der Weg führte dabei auch nach der Umgebung. Der Abend gehörte, wie überall auf dieser Fahrt, den Kameraden der T. N. Auf dem Zechenplatz bei Friederika waren um 20 Uhr die Abteilungen Bochum, Wanne=Eickel, Wattenscheid, Gelsenkirchen in voller Stärke mit Fahnen angetreten, zu denen sich auch einige Zechenmannschaften gesellten. Die Kapelle der Landespolizei stellte die Musik. Als der Reichsführer zur festgesetzten Minute in Begleitung des Landesführers Sturmbannführer Prüßmann(Köln) erschien, schallte ihm ein vielhundertstimmiger Gruß entgegen. In Begleitung des Ortsführers Kruskopf schritten die Gäste die Front ab. Eine Anzahl Nothelfer ließ sich der Reichsführer persönlich vorstellen und zog sie ins Gespräch. In seiner kurzen Ansprache brachte er seine Freude zum Ausdruck, hier zum ersten Male vor den Westfalen stehen zu dürfen. Er wisse wohl, welch prachtvoller und getreuer Menschenschlag hier wohne. Er überbringe die Grüße des Reichsministers des Innern und dessen Dank und Anerkennung für alle bisher geleistete Arbeit. Die Technische Nothilfe blicke auf 15 Johre aufopferungsvoller Tätigkeit zurück. Durch diese Nothelfer sei es erst möglich gewesen, den heutigen Staat, das Dritte Reich so zu gestalten, wie es jetzt dastehe. Wenn die Nothelfer ihren Zielen nach sich einsetzten in schwerer Zeit zum Schutz der lebenswichtigen Betriebe, wenn sie verhinderten, daß wilde Streikhorden die Arbeitsanlagen zerstörten, und sich ihnen entgegenwarfen, so wolle man doch auch wieder nicht vergessen, daß die braunen Kolonnen der SA. es waren, die auf der Straße mit den blanken Fäusten den roten Terror zu Boden warfen. Er empfinde große Freude darüber, daß er überall die gute Kameradschaft zwischen den Nothelfern, der SA., der SS. und den anderen Organisationen der Partei bestätigt fand. Er komme selbst aus der SA. Solange er nun auch Führer der Nothilfe sei, so werde er auch als solcher SA.=Mann bleiben und dafür zu sorgen wissen, daß sich dieses gute Verhältnis noch vertiefe. Er erinnerte daran, daß den Nothelfern am 15. Jahrestage des Bestehens ihrer Organisation deren vorbildliches Wirken vom Führer und von der ganzen Reichsregierung anerkannt worden sei. Mit Stolz tragen die Nothelfer jetzt auch das Hoheitszeichen an ihren Mützen. Die früheren Regierungen hätten die Technische Nothilfe auch zu finden gewußt, wenn sie Hilfe brauchten, aber dann habe es doch immer wieder geheißen:„Nur nicht zu dichte ran!" Er sprach die Hoffnung aus, daß der gute Geist in der T. N. stets erhalten bleibe, daß sie eintrete in Treue für das Reich, damit alle Ziele erreicht würden, die ihr noch gestellt werden sollten. Als Hauptgrundsätze bezeichnete er Treue, Disziplin und Kameradschaft. Nach dem allgemeinen Treuegelöbnis auf Führer und Volk sang man die beiden deutschen Hymnen. Ein Kameradschaftsabend bei Weitkämper schloß sich an, bei welchem sich Reichsführer und Nothelfer in schönster menschlicher Weise näherkamen und bei welchem noch allerlei Anregungen gegeben und Erfahrungen ausgetauscht wurden, bei dem sich der Reichsführer aber auch hocherfreut über den gesunden und starken Arbeitsgeist aussprechen konnte, den er hier vorfinden durfte. Donnerstag setzt der Reichsführer seine Fahrt nach Dortmund fort. Die neue Bähnnmie=Techum Seisenlichen Ein zweiter Bahndamm durch den Bahnbau Gelsenkirchen—Bochum in.=Günnigfeld— Linienführung der neuen Strecke Wattenscheid—Bochum Die neue Strecke, deren Linienführung auf Gelsenkirchener Gebiet wir in Nr. 298 vom 20. Dezember darstellten, sollte ursprünglich neben der Hafenbahn Zeche Karolinenglück— Hafen Grimberg führen. Diese Streckenführung ist von bergbaulicher Seite aus technischen Gründen abgelehnt worden, so daß durch die Neuprojektierung parallel mit dem Hafenbahndamm auf Wattenscheider Gebiet ein zweiter Bahndamm entstehen wird. Diese neue Strecke führt, von Gelsenkirchen kommend, über die im nördlichsten Teil Wattenscheids liegende Osterfeldstraße, am östlichsten Rande der kürzlich neuerbauten Bergmannssiedlung in der Ossenkuhle vorbei, längs der Rudolfstraße und läuft an der Ausmündung der Rudolf= und Hofstraße in die Günnigfelder Straße. Hier wird, ungefähr 200 bis 250 Meter von der Brücke der Hafenbahn entfernt, eine neue Brücke entstehen, so daß dadurch der östlichste Zipfel des Stadtteils.=Günnigfeld völlig von dem übrigen Stadtgebilde abgetrennt wird. In diesem „Zipfel" wohnen ungefähr 150 Familien in 30 Häusern. Hinter der Günnigfelder Straße führt die neue Strecke dann weiter auf Bochumer Gebiet bis zur Kirchstraße in Wattenscheid, wo das Haus Nr. 73 verschwinden wird. Zwischen der Günnigfelder und Kirchstraße, also im westlichsten Viertel des Bochumer Stadtgebietes, wird ein Bahnhof mit zwei Bahnsteigen errichtet, so daß für die in Günnigfeld wohnenden Wattenscheider sowie für die Bochum=Hordeler und Eickeler eine gute Bahnverbindung entsteht. Die Strecke führt dann über das Gelände der Zeche Hannover, überKleines Lied zum Donnerstag Musikalisch ohne Frage immer ist der Donnerstag; auf der Straß' in jeder Lage heut man mal so singen mag. wie die drei auf unserm Bilde, jene schöne Melodei „Mit dem Pfeil, dem Bogen“ milde angestimmt in Kumpanei. Dann wär'n alle solche nette Leute, wie sie hier zu sehn, nur— der mit der Klarinette müßte dabei grade stehn! Wie der Fidel krummer Bogen auszusingen sein Gefühl, fühlt der Lange sich bewogen—. bei des Leierkastens Spiel. Doch der quietschet, knarret bange, und sein Meister dreht und denkt: „Ach, er macht's wohl nicht mehr lange, Leute, kommt doch, helft und schenkt!“ Und in die„Drumrum=StehMenge". schnarrt er laut sein Schnäddrena Peng. quert die Zechenbahn Hannover und die nächste Zechenbahn Hannover—Karolinenglück und schwenkt dann nach Süden, um, den Bochumer Verein umgehend, in den Hauptbahnhof Bochum, den künftigen Zentralbahnhof, einzumünden. Eigentümer von Herrenfahrrädern gesucht. Bei der Kriminalpolizei in Bochum, Uhlandstraße 35, Zimmer 252, sind zwei Herrenfahrräder sichergestellt, deren Eigentümer nicht bekannt sind. 1. Seit dem 8. Januar 1935 ein Herrentourenrad ohne Marke, Nr. 3556, Rahmen, Schutzbleche und Felgen schwarz, Vorderradgabelfederung, rote Bereifung, Torpedofreilauf, Blockpedale aufwärtsgebogener Lenker mit roten Gummigriffen, Handglocke und Handbremse, elektrische Lampe mit Dynamo. 2. Seit dem 10. Januar 1935 ein Herrentourenrad, Marke Zenith, Nr. 39400, Rahmen, Schutzbleche und Felgen schwarz, Blockpedale, Doppelfedersattel, Torpedofreilauf, aufwärtsgebogener Lenker mit roten Gummigriffen, Handglocke, ohne Handbremse, Markenschild am Steuerkopf. Mutwillige Zerstörungslust. In der Nacht zum 26. Dezember sind in der Drusenbergstraße in Bochum von den gemauerten Steinpfählen an den Vorgärten der Häuser 100 und 102 die Steindeckplatten heruntergeworfen worden. Sachdienliche Angaben, die auf Wunsch vertraulich behandelt werden, erbittet die Kriminalpolizei in Bochum, Uhlandstraße 35, Zimmer 129. Josef Fenneker Wie wir bereits mitteilten, hat Operndirektor Rudolf Scheel mit Beginn der neuen Spielzeit als Chef des Ausstattungswesens den Berliner Bühnenbildner Jose Fenneker verpflichtet. Ueber seinen Werdegang plaudert der Künstler selbst:„.gechuen;, „Studiert habe ich an den Kunnschuten in Münster, Düsseldorf und in München. Zuletzt war ich Meisterschüler von Prof. Orlik auf der Staatl. Kunstschule in Berlin. Als erster Auftrag wurde mir die dekorative Ausgestaltung des Luna=Parkes übertragen, der in seiner neuartigen Aufmachung so großen Anklang bei Publikum und Presse fand, daß mir diese Arbeit auf zwei weitere Jahre übertragen wurde. Dann kamen Innenausstattungen von Filmtheatern, Bühnenbilder und Kostüme für das Ballett, Dekorationsentwürfe für den Film, für Haller mit seiner großen Revue, wo es galt, 50 Bühnenbilder mit unzähligen Kostümen zu entwerfen. Zeit zum Ausruhen gab es nicht, denn neue Filmverpflichtungen schickten mich auf Reisen. Von solch einer Studienreise zurückkommend, ging ich mit meiner Bildermappe zum Intendanten Legal und bekam den Auftrag, die Gesamtausstattung für den„Othello“, der im Staatl. Schauspielhaus in Berlin in Szene ging, zu entwerfen. Unvergeßlich ist diese Zeit der Vorbereitung, die Proben mit Heinrich George, Werner Krauß, Minetti, Koppenhöfer brachte, noch heute für mich, und die freudige Anerkennung unserer„Großen“ machte mich besonders glücklich. Das Preußische Theater der Jugend stellte die nächste Aufgabe, die Bühnenbilder zum„Wilhelm Tell“ zu entwerfen. Es folgten die Entwürfe für „Seine Exzellenz der Narr“, die Zeppelinkomödie und Langemarc:.. Saislasst bahs ick Ei, In der diesjährigen Spielzeit habe ich für die Berliner Volksbühne die Bühnenbilder für„Hafenlegende",„Was ihr wollt" und„Jungfrau von Orleans“ entworfen. Eine interessante Aufgabe war auch das Bühnenbild für Asta Nielsen, die in der Scala als„Kameliendame“ ein Gastspiel gab. Nun freue ich mich auf die neuen Aufgaben, zu denen mich Operndirektor Scheel in Duisburg berufen hat, und an seiner Seite will ich mich mit meinem ganzen Können für eine glanzvolle Spielzeit der Duisburger Oper einsetzen. Josef Fenneker Stellenvermittlung für Angestellte Weihnachtsgeschäft und Gesamtentwicklung des Arbeitseinsatzes für Angestellte im Dezember. Die Stellenvermittlung für Angestellte der Deutschen Arbeitsfront, Berufsgruppenamt. berichtet von einer günstigen Entwicklung des Arbeitseinsatzes für Angestellte im Dezember..612 Keron. Durch die infolge des Weihnachtsfeues verrürzte Berichtszeit ist ein leichter Rückgang der Besetzungsaufträge und Vermittlungen gegenüber dem Vormonat bedingt. Ebenso ist die Zahl der Bewerber zurückgegangen. Dabei stecken im Zugang zahlreiche Bewerber in ungekündigter Stellung. Die gesamte Besserung wird am sichtbarsten dadurch gekennzeichnet, daß die Bewerbung um eine neue Stelle nicht mehr allein den Ersatz eines verlorenen Arbeitsplatzes bezweckt, sondern daß Stellenwechsel wieder Weg zur Erweiterung beruflichen Wissens und damit zum Aufstieg wird. Das WeihBnant! M A7 HM IMSMTTNN 7 5 JIEEE nachtsgeschäft wirkt im Dezember in erster Linie belebend auf den Einzelhandel. Neue Einstellungen sind vor allem im Lebensmittelhandel erfolgt, während die Angestellten in Geschäftszweiten für Waren, die länger lagern können, früher eingesetzt wurden. Die Lehrstellenvermittlung ist bereits in voller Tätigkeit. Daß auch unabhängig vom Weibnachtsgeschäft die günstige Entwicklung andauert, beweisen die Anforderungen für Kaufmannsgehilfen aller Art. Für die Jahresabschlußarbeiten konnten eine große Anzahl Kaufmannsgehilfen in Ausbilfestellungen vermittelt werden. Verlangt werden insbesondere gute Kurzschriftler und Maschinenschreiber, gute Verkäufer und Dekorateure mit guten Kenntnissen in Lack= und Plakatschrift, Buchhalter, Korrespondenten und Kontoristen mit vielseitigen Kenntnissen. In der Technikervermittlung bestanden gute Einsatzmöglichkeiten für praktisch ausgebildete Kräfte für den feinmechanischen Apparatebau, Vorrichtungsund Werkzeugbau, sowie Tiefbau= und Hochbautechniker. Mangel besteht an erfahrenen Kalkulatoren, die das „Refa=System" beherrschen. Fühlbarer Mangel ist unvermindert an Kataster= und Vermessungstechnikern festzustellen. Gesucht wurden auch Diplomingenieure in der Maschinenindustrie und Regierungsbaumeister im Hoch= und Tiefbau. In der Werkmeistervermittlung bestand gesteigerte Nachfrage in der Textilindustrie, in der Bauindustrie sowie in der Maschinenindustrie bzw. Werkzeugbranche, in der Dreher= und Fräsermeister für den Vorrichtungsbau angefordert wurden. Die Stellenvermittlung für Büro= und Behördenangestellte hatte Aufträge von Reichsverwaltungen, öffentlich=rechtlichen Körperschaften, Provinzialbehörden, der Reichsbahn sowie landwirtschaftlichen Buchstellen und Parteidienststellen voxliegen. Gesucht wurden Maschinenschreiber, Buchhalter, Sparkassenangestellte sowie Kassen= und Verwaltungsgehilfen. Bei den weiblichen Angestellten besteht weiterhin fühlbarer Mangel an tüchtigen Stenotypistinnen. Aber auch erste Verkauferinnen sowie Einkäuferinnen fehlen. Große Schwierigkeiten macht die Unterbringung älterer Angestellter in der Hauswirtschaft, während jüngere, besonders auf dem Lande, gesucht sind: Seite 4 Nr. 14 7 Bochumer Anzeiger7 Donnerstag, 17. Januor 1933 Seite 5 Nr.: Menschen, die andere gefährden Ein farchlrartr Eier!.. Bilder aus den Bochumer Gerichtssälen Mehrere Fälle beschäftigten am Mittwoch die Große hatten aber bereits mehfach ähnliche Untersuchungen Strafkammer, aus denen hervorgeht, welch elendes und willenloses, aber gefährliches und abstoßendes Lebewesen der Mensch ist, wenn er infolge erblicher Belastung oder infolge Entartung durch eigene Schuld oder im Alter Taten begeht, die Abscheu erregen und schließlich den Täter ins Gefängnis oder Zuchthaus bringen. Oft nützt auch diese Strafe nichts, und so wird jetzt, je nach Lage der Sache, auf Sicherungsverwahrung und Entmannung oder auf dauernde Unterbringung in einer Heilanstalt erkannt. Solche Menschen noch weiter in Freiheit zu belassen, ist aus dem einfachen Grunde nicht möglich, weil sie zu einer fortdauernden Gefahr für die Allgemeinheit werden. * Der eine der beiden Angeklagten war ein gewisser Sch., ein entarteter Mensch mit krankhafter Veranlagung zu widernatürlichen Handlungen. Er ist schwer erblich belastet, Sohn eines Trinkers und einer gleichfalls erbkranken Mutter, so daß die ganze Familie minderwertig wurde, wie auch er geistig und sittlich gefährdet ist. Er war schon mehrfach aus dem§ 175 straffällig geworden. Immer entgleiste er aufs neue und wurde zu einer schweren Gefahr für die Jugend. Ein junger Bursche, der in den Gesichtskreis des Angeklagten geraten war, hat aus Scham und Verzweiflung über seine Verirrung das Leben freiwillig von sich geworfen. Aber auch Sch. litt sehr unter seiner krankhaften Veranlagung. Zweimal hat er versucht, sich selbst zu entmannen und hat sich dabei sehr schmerzhaft verletzt. Aber eine solche Operation ist ja nur durch einen Fachmann möglich. Jetzt hatte er das Gericht durch den ärztlichen Sachverständigen bitten lassen, die Entmannung gegen ihn zu verfügen. Nach ärztlichem Gutachten verspricht sie bei krankhafter Veranlagung jedoch keinen Erfolg, so daß das Gericht von dieser Maßnahme absah. Sie ist bei Verbrechen aus§ 175 auch nicht vorgesehen. Als eine menschliche Ruine hatte man den Angeklagten in den Gerichtssaal gebracht. Zwei Mitgefangene schleppten ihn auf die Bank, von der sich wieder zu erheben ihm anscheinend schwer wurde. Ein solcher Mann ist für die Sicherungsverwahrung als Arbeitsunfähiger nicht zu gebrauchen. Das Gericht hatte nach dem ärztlichen Gutachten keine andere Wahl mehr, als auf Unterbringung des früh gealterten Mannes in einer Heil= und Pflegeanstalt zu erkennen, die sich an die Strafhaft anschließen soll, sobald sich die Gefängnistore für ihn wieder öffnen. * Der zweite Fall betraf einen fast blinden und tauben fiehzigjährigen Greis, der sich kleinen Kindern in sträflicher Weise näherte. Er hätte aus dem§ 51 straffrei bleiben können, da sein geistiger Zustand bereits gänzlich abgesunken ist. Auch hier war die Unterbringung in einer Heil= und Pflegeanstalt der einzige Ausweg. Zwar war dieser Mann noch nicht vorbestraft, es gegen ihn geschwebt. Auch hier lag eine dauernde Gefahr durch den Angeklagten vor, die abgewendet werden mußte. * Ein dritter Angeklagter aus Recklinghausen hatte sich in der Trunkenheit vor sechs Jahren an seiner eigenen, damals schon verheirateten Tochter schwer vergangen. Die Sache war erst jetzt ruchbar geworden. Der auch schon ältere Mann, der unterdes zum zweiten Male geheiratet hatte, kam mit der Mindeststrafe von einem Jahre Zuchthaus davon. Gemeine Spitzbuben. Das Gedränge am Dienstag abend gelegentlich der Saarkundgebung machten sich Taschendiebe zunutze. So wurde einer Dame aus der Dorstener Straße die Handtasche mit 11,35 Mark Inhalt, einem Kriegsverletzten aus der Herner Straße das Fahrrad gestohlen; anderen sind Schirme entwendet worden. Böswillige Alarmierung der Feuerwehr— Wer kann Angaben machen? In der Nacht zum 6. Januar wurde der an der Ecke Blumenfeld= und Eppendorfer Straße angebrachte Feuermelder böswillig gezogen. Angaben, die vertraulich behandelt werden, erbittet die Kriminalpolizei in Bochum, Uhlandstraße 35, Zimmer 129. weiter aufbauende hohe Druck bringt mit den schwachen westlichen Winden noch anhaltende Warmluft herein, so daß der milde Charakter des Wetters noch erhalten bleibt, während allerdings infolge verstärkten Absinkens bei allmählichem Aufklaren über Nacht die Temperaturen bis auf null Grad absinken werden. Vorhersage für Donnerstag: Bei schwachen westlichen Winden anfangs geschlossene, später aufreißende Bewölkung mit geringem Staubregen. Nach starkem Nebel mild, im Bergland über Nacht Abnahme der Temperaturen bis auf null Grad. Wahrscheinliche Weiterentwickelung: Weiter unbeständig, wechselnde Temperaturen. Schneebericht He, he, he: =Dage=Rennen in dei Tonhane Tonhallen=Varieté im Zeichen des Sports— Drei Wiesinger verlängert He, he, he, Herr Kollege, Varieté gehört zur Kunst=, nicht zur Sportredaktion. Kombine, Kombine, verstehen Sie das, Herr Kunst? Das ist Sportdeutsch und heißt Schiebung! Da war mal ein Streit zwischen dem Kunst= und dem Wirtschaftsredakteur wegen eines Manuskripts. Dieser schob es jenem, jener diesem zu, bis der Herr Wirtschaftskollege seinen großen Trumpf ausspielte und nachweisen konnte, daß es doch zur Kunstredaktion gehörte, weil es eine Abhandlung über Kunstdünger war. Wie gesagt, die Kombine bleibt aufrechterhalten, aber, im Vertrauen gesagt, von Reue keine Spur, Dortmund hat sein Sechstagerennen aufgegeben, Bochum kommt mit einem 15=Tage=Rennen heraus. Nicht Fundal Pützfeld, Schön(Lohmann, Bremer Ilse, nein, viel delitater. Damen=Radrengen Bisse vonne Füße, Damen=Radrennen auf Rouen. Was Adolf Schön auf der Holzbahn, ist Lotte Baumann, roter Zeiger, auf der Rolle. Das Kriterium der Assinnen(oder Aesse?) erzielte zunächst im SprinterDreikampf die achtbare Leistung von 44 Stundenkilo= meter, stellte sich dann in einem Hindernisrennen(Zigarettenanzünden, Paukenschlagen usw.) vor und verabschiedete sich mit einem 10=Kilometer=Rennen um die „Goldene Rolle“, die besagte Lotte Baumann auf Grund ihrer gelenkigen Fesseln nebst einer Flasche Sekt, einer Schachtel Bahlsen=Keks und mehreren Prämien= gewinnen— auch das gibt es— sich unter den Arm klemmte. Das Rennen dauert noch bis zum 31. Januar. Sämtliche Radsportkanonen Bochums werden aufgefordert, bis dahin auf der Rolle zu sein... Programm=Nummer 1 ist die Wißdorf=Kapelle, Programm=Nummer 2 Lieselotte Lührsen, die, ob in Anbetracht ihres himmelblauen Flügelkleides sei ununtersucht, den Walzer von der himmelblauen Donau tanzte. Bei Programm=Nummer 3 ist insofern eine Kindesunterschiebung vorgekommen, als die jugendliche Gymnastikerin, für die anscheinend die Gesetze der Schwerkraft nicht existieren, nicht Anni Gourlas sondern VeraVerany heißt, was hiermit, wegen Blumenspenden und so, kund und zu wissen getan wird. Die Geschwister Gunther lernen wir als zwei fesche Husarenleutnants kennen, die selbst beim flottesten Marsch der Wißdörfer Schritt hielten. Und dann kam der Mann im zunehmenden Mond, Pierrot Rosello. Was der kann, kann jener Mann, der nach der Brüder Grimms Ansicht den Mond verwaltet, gewiß nicht. Den Jupiter balanciert er auf dem die Venus auf den Beinen. Nicht zu glauben. Gut, daß dann die Pause kam, wer weiß, was er mit unserer guten Erde angefangen hätte. Nach der Pause kamen die drei Wirsinge, die pensioniert sind. Nein, falsch: Die „3 Wiesinger", die prolongiert sind. Drei Hofsänger nämlich, und es ist gut, daß niemand von der Polizei da war, weil eigentlich in Bochum nur Donnerstags gesungen werden darf. Das heißt, sie singen so jung, sie spielen so alt, daß man sie sich jeden Tag anhoren kann. Im übrigen, ich wohne Hühnergaß Nummer sieben, Hinterhaus. Wenn ihr kommt, ist ein Fünfziger fällig. Was das heißt, sagt ein Blick auf den Kalender. Als Tell=Konkurrent stellte sich Koßler vor, der sich zwar keinen Knaben, aber eine nicht weniger gefallende Assistentin mitgebracht hatte. Old Shatterhand, Heros unserer Jugendzeit, du wärest vor Neid erblaßt. Was kann der Mann schießen. Wenn man daran denkt, daß man sein Bedingungsschießen um einen Ring verkorkst hat.. Edgar Pannier, Teufeleien auf dem Xylophon, steht im Programm. Sagen wir das musikalische Tischlein. deck dich! Drei Vorhänge. Die zwei auf der rollenden Kugel, die sich Porlleros nannten, werden kaum vor dem Staatsanwalt die Frage verneinen können, ob sie nicht mit Koßler und Assistentin verwandt oder verschwägert sind. Aber das schadet nicht. Porllera balancierte, was Porlleri zusammen Porlleros— ihm zur rollenden Kugel hinaufreichte. Der Schluß ging unter im Taumel des 15=Tagedamen=Radrennens. He, he, he... habege. Sauerland Winterberg Willing.-Usseln Brilon Meinerzhagen Alpen Zugspitze Garm.-Partenk. Oberstdort Oberjoch b. Hdlg. Schwarzwald Tilisee-Neustadt „Feldberg Rhon Wasserkuppe Taunus Feldberg Harz Schierke Braunlage Hahnenklee Thüringer Walc Oberhof Inselsberg Eifel Monschau Sächs. Gebirgel. Oberwiesenthal Joh- Georgenst. Schles. Gebi Krummhübel (Weitere Lokalnachrichten auf den Seiten 9 und 10.) Turnverein zu Bochum, gegr. 1848. Jahreshauptversammlung am Samstag, 19. Januar 1935, abends 8 Uhr, im Hotel„Kaiserhof". Tagesordnung: 1. Filmvorführung und Vortrag des Dietwarts, 2. Berichte, 3. Ergänzung des Vorstandes, 4. Verschiedenes.— Winterfest: Dasselbe findet am Samstag, 9. Februar 1935, im Parkhaus statt. Wohin gehen wir heute und nebelig Bericht der Reichswetterdienststelle Essen vom 16. Januar, abends. Nur langsam schieben sich die Warmluftmassen weiter nach Osten vor und konnten etwa bis zum Harz -Deutschland überschwemmen. Infolgedessen liegt noch unverändert geschlossene Bewölkung über ganz Deutschland mit starker Nebelbildung und einzelnen leichten Niederschlägen. In den höheren Lagen fallt zwar noch Schnee. Da sich auch hier noch die höheren Temperaturen durchsetzen werden wird sehr wenig Beständigkeit aufzuweisen sein. Der sich von Westen her noch! Stadttheater: Geschlossen, Araoftestantert Johoune Schützenhof: 20 Uhr: Chor- und Orchesterronzert Johannes Brahms.„„„ Ta Tonhallen=Varieté: Täglich ab 20 Uhr: Das große Festprogramm. Apollotheater: ab 15 Uhr: Der Fall Saltore. Capitol: ab 15.15 Uhr: Alles hört auf mein Kommando. Gloria=Palast: ab 15.30 Uhr: Die Csardasfürstin. Hammer Lichtspiele: ab 15.15 Uhr: Der Frauendiplomat. Lichtburg: ab 15.15 Uhr: Das Erbe in Pretoria. Lichtspielhaus: ab 15.15 Uhr: Die große Zarin. Odeon: ab 17 Uhr: So endete eine Liebe. Skala=Lichtspiele: ab 17 Uhr: So endete eine Liebe. Tonhalle: ab 15.30 Uhr: Ihr größter Erfolg. Weltlichtspiele: ab 15.15 Uhr: Grüß mir die Lore noch einmal. Bahnhofshotel: Täglich Konzert. Erster Teil. I. In einem Villenvorort Hamburgs, in der BülowAllee, steht eine Prachtvilla neben der anderen, und viele Menschen, die durch diese stille vornehme Straße gehen, beneiden ihre Besitzer. Die schönste Villa gehört dem bekannten Hamburger Exporteur und Reeder Georg von Rapp. Aber wenn ihn jetzt jemand in seinem Krankenstuhl sähe, dann würde wohl der Neid aus dessen Herzen schwinden und einem tiefen Mitleid Platz machen. Georg von Rapp ist krank, sehr krank. Er ist halb gelähmt und, wie es scheint, dem Tode nicht mehr zu entreißen, obwohl er erst achtundvierzig Jahre zählt.— Der Kranke befindet sich oben allein in seinem Zimmer. Keiner seiner Freunde würde ihn heute wiedererkennen. Bleich und siech lehnt er im Stuhl. Die Wangen sind eingefallen, die Augen glänzen wie die eines Basedowkranken. Rapp fühlt, daß es mit ihm zu Ende gehen wird. Längst hat er sich damit abgefunden, aber hin und wieder, wenn alte Erinnerungen an das große Glück von einst in ihm wach werden, sucht er sich doch noch gegen den Tod zu stemmen. Dann packt ihn die entsetzliche Angst vor dem Ende. Er will nicht sterben! Und jetzt in diesem Augenblick überfällt ihn wieder diese peinigende Angst. Rapps Stiefschwester, Margarete, die ihn pflegt, weilt gerade zusammen mit ihren Brüdern Alfons Szola, dem Arzt, dessen Frau und Sohn und Bertie Szola, dem Opernsänger, mitten im Garten, wo ein kleiner Familienrat im. Gartenhäuschen oot Rapp klingelt heftig. Das Dienstmädchen Mönke erscheint sofort. Es ist ein junges Ding aus dem Holsteinschen und kaum erst sechs Tage im Hause. Frau Margarete hat kürzlich dem bisherigen Dienstpersonal gekündigt, weil sie sich mit den Leuten nicht vertrug. Sogar der alte Diener Jakob hat seinen Posten verlassen müssen. Das Mädchen tritt dicht an den Kranken heran und fragt mit gedämpfter Stimme:„Der gnädige Herr befehlen?“ Ganz leise nur kann er sprechen. Zweimal muß Rapp es sagen, daß seine Schwester Margarete kommen soll. Mönke nickt, macht einen Knicks und geht. Als sie draußen ist, weiß sie nicht recht, was sie tun soll. von Wolsgang Warkonc Schwester Margarete soll kommen? überlegte sie. Sie hat keine Ahnung, daß Frau Berching, die Stiefschwester Georg von Rapps, damit gemeint ist. Da kommt ihr eine Erleuchtung. Der Villa gegenüber liegt ein Schwesternheim Krankenpflegerinnen, die in den Tropen Dienst gemacht haben, erholen sich dort von ihrer anstrengenden Tätigkeit. Gewiß meint der gnädige Herr die Schwester Margarete, das freundliche blonde Wesen, mit dem ich gestern ein paar Worte gewechselt habe, denkt Mönke. * Mönke läuft hinüber nach dem Schwesternheim. Sie hat Glück, sie trifft die blonde Schwester im Garten. Man sieht es der hochgewachsenen, schönen Margarete mit dem frischen rosigen Gesicht und den leuchtenden Augen nicht an, daß sie kaum erst eine schwere Krankheit überwunden hat. In acht Tagen soll es wieder fortgehen, diesmal nach Brasilien. „Wen suchen Sie?“ fragt Schwester Margarete das Mädchen freundlich. „Sie, Schwester! Herr Rapp hat nach Ihnen verlangt!“ Margarete ist über alle Maßen erstaunt. „Das kann doch nicht möglich sein, Fräulein! Er kennt mich doch gar nicht.“ Da mischt sich eine Kollegin ein. „Herr von Rapp ist schwer krank, Schwester. Vielleicht hat er Sie vom Fenster aus gesehen und will Sie als Pflegerin aufnehmen. Gehen Sie nur einmal hinüber! Und ist's ein Irrtum, nun, dann wird sich's rasch aufklären.“ Da folgt Schwester Margarete der voranschreitenden Mönke. Sie ist ein klein wenig verlegen, als sie das vornehme Haus betritt. * Georg von Rapp blickt beim Eintritt der beiden auf. Er will seinen Augen nicht trauen, als er neben Mönke ein schlankes, schönes Mädchen vor sich stehen steht. „Ich bin Schwester Margarete“, spricht vie Fremde einfach.„Sie haben mich zu sich gebeten.“ Der Kranke begreift allmählich. Ein Lächeln huscht über seine Züge. „Ich... meine allerdings meine Schwester... Margarete, Frau Berching“, sagte er leise. Mönke ist schrecklich verlegen und will gleich Frau Berching rufen. Aber Georg von Rapp winkt aufgeregt ab. „Nicht... nein! Schwester Margarete soll bei mir bleiben! Das... das war gut so! Sie... Sie sind doch aus dem Schwesternheim... da drüben?" „Ja, Herr von Rapp“, bestätigte die Pflegerin und läßt sich, während Mönke aus dem Zimmer läuft, am Lager des Kranken nieder.„Wir haben mit Bedauern gehört, daß Sie leidend sind.“ „Freund Hein steht an der Tür!“ entgegnet der Kranke bitter. Margarete sagt mit unveränderlicher Ruhe:„Das dürfen Sie nie denken, Herr von Rapp! Darf ich fragen, was Ihnen fehlt?" „Seit... seit Monaten schreitet eine Lähmung ständig vor... ein... ein Verfall der Kräfte. Meine Muskeln scheinen zu schwinden... trocknen gleichsam ein. Die Aerzte stehen vor einem Rätsel!" Ein Schwächeanfall packt ihn, er sinkt hintenüber, sein Atem geht keuchend. Die Schwester langt rasch nach dem Glas mit Wasser, das auf dem Tische steht, um dem Kranken ein paar Schlucke einzuflößen, aber als sie es hoch nimmt, dringt plötzlich ein seltsamer Geruch ihr in die Nase. Sie erschrickt. Lesen Sie diesen spannenden Liebesroman Margarete ist die Tochter eines Arztes, der in Südamerika dem gelben Fieber erlag, und sie besitzt medizinische Kenntnisse, mit denen sie schon manchen Arzt in Staunen versetzte. Sie kennt den seltsamen Geruch ganz genau, weiß, daß das gefürchtete Tropengift Colicerum, benannt nach seinem Entdecker, in dem Glase sich befindet. Und in einer Menge— das verrät ihr schon der Geruch— die über jede Dosis, die als Arzneimittel gestattet ist, weit hinausgeht. Eine Ahnung, daß hier ein Verbrechen oder gar eine Fahrlässigkeit vorliegt, steigt in ihr auf. Sie stellt das Glas beiseite und klingelt. „Schnell ein Glas Wasser!“ ruft sie dem eintretenden Dienstmädchen zu. Mönke eilt, das Verlangte zu holen und kommt gleich wieder damit zurück. Die Pflegerin löst eine Pyramidontablette auf und flößt vorsichtig die Lösung dem Ohnmächtigen ein. Langsam kommt er wieder zu sich. „Herr von Rapp“, spricht Margarete, als Mönke das Zimmer verlassen hat.„Welcher Arzt behandelt Sies“ „Alfons Szola... mein Stiefbruder“, antwortet Rapp leise.„. 11 bei 8.4 „Ihr Stiefbruver!? unv... har er Ihnen auch die Medizin verschrieben in dem Glase da?“ Der Kranke merkt den seltsam=ernsten Unterton in der Frage. „Ja!“ „Haben Sie jeden Tag solch ein Glas mit Colicerum getrunken? Sie müssen es an dem süßlichen Geschmack gemerkt haben.“ „Ja! Was ist mit... diesem Mittel?“ „Colicerum ist ein Gift. Und ich habe das Gefühl, daß diese Dosis... viel, viel zu stark ist!“ Rapp starrt die Pflegerin an. Mit einem Male ist eine schreckliche Erkenntnis über ihn gekommen. Das leibhaftige Entsetzen erfaßt ihn.„ 8 „Schwester, man will mich vergiften: Schwester! Bleiben Sie bei mir! Ich bitte Sie! Bleiben Sie bei mir!" „Wenn Sie es wollen, gern!“ „Ja, ja! Ich bitte Sie! Und ich werde es. ich werde es... meinen Verwandten sagen! Nur Sie allein sollen mich pflegen, Schwester!" „Erlauben Sie, daß ich das Glas mit Colicerum zu unserem Arzt hinüberschicke, damit er die Zusammensetzung untersucht?“ „Ich bitte Sie darum, Schwester!" fleht der Kranke in höchster Aufregung. Margarete füllt den Inhalt des Glases ein eine leere Flasche, klingelt nach Mönke und schickt sie mit der Flasche rasch ins Erholungsheim zu Dr. Dann geht die Pflegerin ins Nebenzimmer, wo das Telephon steht und läßt sich mit dem Arzt verbinden. „Dr. Poeck? Hier ist Schwester Margarete! Ich bin eben bei Herrn von Rapp, der mich gebeten hat, seine Pflege zu übernehmen.“ „Wie ist denn das gekommen?" Der Arzt scheint außerordentlich verwundert. „Ich erkläre Ihnen noch alles, Herr Doktor! Das Dienstmädchen bringt Ihnen jetzt eine Flasche mit Colicerumlösung. Bitte, stellen Sie die Dosis Colicerum darin fest, und welche Wirkung sie auf einen kranken Organismus haben kann.“ „Was hat das zu bedeuten, Schwester?“ „Ich fürchte... ein Verbrechen...“ spricht das Mädchen leise. Schwester Margarete weilt wieder bei dem Kranken. Georg von Rapp ist ein wenig ruhiger geworden. Er sieht der Schwester zu, wie sie alle die Arzneifläschchen, Pillen und Tabletten, die auf dem Tisch herumliegen, genau betrachtet. „Fühlen Sie sich kräftig genug, Herr von Rapp, um mir einige Fragen zu beantworten?“ „Ja, fragen Sie!“ „Wie lange nehmen Sie diese Medizin, die ich eben weggeschickt habe, schon ein?“ „Seit etwa vier Wochen schon... seit der Zeit, da die Lähmungserscheinungen einsetzten.“ „Wer hat Sie damals behandelt, als die Erscheinungen auftraten?“ „Geheimrat von Senius.“ „Und seine Diagnose?“ Der Kranke zuckt die Achseln.„Er stand vor einem Räteli.... Lut 9. Achanhlung ui. „Der Geheimrat hat bie Behandlung niedergelegt?“ „Eigentlich nicht ganz. Er kommt alle acht Tage einmal, aber er scheint mich als hoffnungslosen Fall anzusehen....„„EHr van dinim u. G. „So! Sie sprachen früher von einem Dr. Szola, der Sie behandelt.“ Der Kranke nickt finster.. ziner gu. „Ja... ja... ich stehe unter seiner standigen ärztlichen Aufsicht.“ „Und er ha net?“ „Und er hat Ihnen auch dieses Colicerum verord„Ja! Doktor Szola ist nämlich mein Stiefbruder! Verstehen Sie, Schwester? Er weilt hier mit... mit Frau und Sohn. Auch meine Stiefschwester ist anwesend! Und... Bertie— der jüngste von den Szolas— ist ebenfalls mit seiner Familie gekommen. Ich muß sterben, Schwester. Alle warten schon auf das Erbe.“(Fortsetzung folgt) •*.* Auf dem Te englische Flugle flugzeug„Cierv rung zeigte, da raschend turze Aufstieg benötig jedem Winkel, u flug, angesteuer Wendigkeit üb Apparat kurz vi timeter üb um dann zuerst rühren, bevor auch mit dem weis von der geschwindigkeit bei der das Flu geschleppten Geges in niedrig durch eine Per Fluge auch wi den konnte.— mühlenflugzeug spanischen Flie hat keine festen schraube über senkrechte und in der Luft erf man die Trag Durch diese Ne punktes der Mi möglichen, wer je nach Wunsa Flugzeug E Die japani durch die das gänzlich ausge folge soll beab sten Zeit durch ladet 25 be Der deut hat an den S Telegramm ge „Besatzung ragendem Hei wünsche. Sie tägiger Mitfal einschließlich Heil Hitler!“ Der Gaug einem Glückw tigten Gaulei Hamburg Seite 5 Nr. 14/ Bochumer Anzeiger# Donnerstag, 17. Januar 1935 chwachen herein, erhalten en Albdie Temei schwaiter aufn. Nach Abnahme scheinbeständig, nigiichhaten got mätig sehr gut sehr gut sehr gut ebr ge got B1g, Rodel gut mädig sehr gut sehr gut sehr gut schr gut und 10.) hauptuar 1935, ordnung: dietwarts. , 4. Verindet am statt. Johannes roße Festkommende. mabthlomaat. ebe. Lore noch Erkenntnis ntsetzen erSchwester! en Sie bei .. ich Nur Sie Colicerum sie Zusamfleht der s ein eine ickt sie mit Poeck. er, wo das verbinden. te! Ich, bin hat, seine Arzt scheint oktor! Das e mit ColiColicerum nen kranken Aus aller Welt Ragzeag sneti in der Täfisint Vorführung des neuesten Windmühlenflugzeuges auf dem Tempelhofer Feld Tand unter Schner Berlin, 16. Januar. Auf dem Tempelhofer Feld führte am Mittwoch der englische Fluglehrer Marsh das neueste Windmühlenflugzeug„Cierva Autogiro C 30“ vor. Die Vorführung zeigte, daß das Flugzeug nicht nur eine überraschend turze Startfläche von wenigen Metern zum Aufstieg benötigt, sondern daß auch das Landeziel in jedem Winkel, vom flachen Gleitflug bis zum Steilsinkflug, angesteuert werden kann. Neben der erstaunlichen Wendigkeit überraschte bei jeder Landung, daß der Apparat kurz vor dem Aufsetzen nur wenige Zentimeter über dem Erdboden„stillstand“, um dann zuerst mit dem Schwanzteil den Boden zu berühren, bevor sich ohne weiteres Aufrollen der Apparat auch mit dem Vorderteil langsam senkte. Um den Beweis von der willkürlichen Verlangsamung der Fluggeschwindigkeit zu erbringen, folgte eine Vorführung, bei der das Flugzeug mit einem an langen Seilen nachgeschleppten Gegenstand aufstieg, der während des Fluges in niedrigster Höhe über dem Flugplatz bequem durch eine Person aus den Seilen ausgehängt und im Fluge auch wieder vom Erdboden aus eingehalt werden konnte.— Diese neueste Konstruktion des Windmühlenflugzeugs, das nach Entwürfen des bekannten spanischen Fliegers dela Cierva erbaut worden ist, hat keine festen Hilfsflügel mehr, sondern nur eine Tragschraube über dem Rumpf. und an dessen Ende feste senkrechte und waagerechte Kielflossen. Die Steuerung in der Luft erfolgt durch einen einzigen Hebel, mit dem man die Tragschraube nach allen Seiten neigen kann. Durch diese Neigungen, die eine Verlegung des Schwervier Wochen bei hiesigen Parteigenossen oder in Heimen der NSV. untergebracht werden sollen. Selbstmörder springen Montenegro von der Welt abgeschnitten-Tunnels durch den Schnee Arbeitskolonnen und Militärabteilungen entsandt, um die Straßen nach Montenegro freizulegen. Acht Millionen Achatsteine für das WHW. im Monat März elgrad, 16. Januar. Wegen großer Schneeverwehungen ist seit zwei Tagen die südslawische Provinz Montenegro von der übrigen Welt völlig abgeschnitten. Montenegro hat keine Eisenbahnverbindungen, und die Straßen über die RandFremgen berge, die in das Land führen, sind durch 2 bis 3 Meter in den Krater des„uiharg hohen Schnee völlig verschüttet, so daß jeder Zugang zum in ven Serutet een ur.:.* Lande, unmöglich ist. Man befürchtet, daß unter der Tokio, 16. Januar. unmögl #dar Oberstein, 16. Jannar. Das WHW.=Abzeichen für den Monat März wird aus einem Achatstein mit Metallfassung kio, 16. Januar. Bepösierung zi, Iuhr par Oetznsmittelr angemie, besiehen.„Seine Hersitellung„ ist dam Edelsteingewerbe In Gegenwert van etwa 100 Ausflüglern sprangen Sevollerung, die auf Zufuhr von Lebenemitteln angewie- und der Metallindustrie in Idar Overstein= übertragen engog iu den rauch= und giut= sen ik, Hungerenot ausbrechen Innte, wenn dieser Zu. worden, die danmit einen Millenegaufreg,(hiselen au speienden Krater des Ronm Mitzara. Die Selbsmörder sand uoch einige Tage andauern salte. Iu der Haupt bs zun Absgsregges=gugne ulach Millig: waren jüngere Leute im Alter von etwa 25 Jahren, stadt von Montenegro, Cetinje, sind, die Straßen Moy, Thscgwhgrunter“ gstein 800000 für den Gau Ueber den Grund zu dieser furchtbaren Tat verlautet durch zwei Meter hohen Schnee völlig verschüttet, so daß Groß=Berlin..200 Edelsteinschleiser sind mit der Hernichts Näheres. Heute erst erfährt mon, daß am Vten die Bepölterung Tunnels durch den Schne graben stellung der Steine in Idar /Oberstein beschäöstigt; auch shrsiage epenfalts drei Personen auf biese..—. jommen. Die Regierung hat die Meialindusirie hat mit den Vorarbeiten für die weise den Freitod gewählt heben. musite, um ins Freie zu vommen. Die Rezierung 9. Fassung der Steine begonnen. Bei der eigens zur wicklung des Auftrages eingerichteten Geschäftestelle sind in den letzten Wochen bereits über 100000 Reichsmark Nach 20 Zahten den Valel gesunden Abenteuerliches Schicksal eines ungarischen Diplomaten Warschau, 16. Januar.[Polen stammte und im Kriege zwei Söhne verloren Menschenschicksal, wie es nur die Zeiten hatte. Ein Wort gab das andere, und bald war kein hervorbringen konnten, verdient die Ge= Zweifel mehr möglich, Szilagi, oder, wie er mit seinem eines jungen ungarischen Diplomaten Laszlo richtigen Namen hieß, Mianowski, hatte seinen (aai verzeichnet zu werden, der nach 20 Jahren Vater wiedergefunden, mit dem er sich übrigens nur : Heimat wiederfand., Szilagisenglisch unterhalten konnte. Nun sind die beiden auf der stammt und lebte bei Kriegsausbruch mit Fahrt nach Europa, wo sie„Nachsorschungen nach dem Durch diese Reigungen, die eine Versegzucgenaufstrieb er= seinem Bater und seinem Bruder in der polnischen Stadt szweiten, während der Känpfe um Stamtslau ebenfals enste der io n Pafe en Trogiozopie Lendungen /Svevy, Poter, g, 13ppurde Ttanislau nach bestigem svermipten Soon. Muangwste, uustelsen wolen„Interesmöglichen, werden Auf= und Abstieg sowie wen-#ngen Staniskau. 1915, wurde Stanislau nach neftigem permißten und da man Angehörigen Kampf von österreichischen Truppen besetzt, wobei der odamals Fünfjährige durch eine verirrte Kugel verwundet wurde. Er kam ins Militärlazarett, und nicht herausbekommen konnte, wer seine waren, Tokio, 16. Jannar. nahmen sich ungarische Soldaten seiner an. Die japanische Presse berichtet von einek Erfindung, Der Junge wuchs unter den Soldaten auf, und nach durch die das Motorengeräusch bei den Flugzeugen fast gämzlich ausgeschaltet werden soll. Der Bi#ttarn zuje nach Wunsch ausgeführt. Flugzeuge ohne Notorengeräusch? Eine japanische Ersindung w vermißten Sohn Mignowikis anstellen wollen Interessant dürfte die Frage sein, welcher Nation der Diplomat nun angehört. Massenpsychose Auswüchse um den Hauptmann=Prozeß. gänzlich ausgeschaltet werden soll. Den Blättern zufolge soll beabsichtigt sein, die Erfindung in der nächsten Zeit durch Armeeflieger erproben zu lassen. Die deutsche Flotte ladet 25 bedürftige Saarländer zu fünftägiger Mitfahrt ein Der Junge wuchs unter den Soldaten auf, dem Kriege adoptierte ihn einer der Sotdaten Weil das dnb Kiel, 16. Jannar. Der deutsche Flottenchef Vizeadmiral Förster hat an den Saarbevolmächtigten Bürckel folgendee haß er aus Polen stammt. Im November 1931 fuhr er Saar herzliche Glück, konnte, datgsse, Plachfgrschungen über den Rergleiß des würsche. Sie laoden 25 bedürsige Saarländer zu fünfe Vesters haten iediac keiuen Pi gden Verleibd bes tägiger Mitsahrt im Frühjahr auf Schiffen der Flotte Vaters ha Newyork, 16. Januar. Der Hauptmann=Prozeß in Flemington hat wie selten ein Sensationsprozeß das Interesse des ganzen Volkes auf sich gezogen und eine Art Massenpsychose hervorgerufen. Charakteristisch dafür ist ein Ausspruch des Generalstaatsanwalts Wilentz; er erklärte, es habe sich ein Tischler aus Bronx gemeldet, der beschwören wolle, daß er für Hauptmann die Leiter, die für die Entführung benutzt wurde, und die Kiste angefertigt hätte, in der man das aus dem Lindberghschen Lösegeld stammende Geld fand. Er habe aber auf Ladung dieses Zeugen verzichtet, da sich Hunderte von Zeugen tägdie solche oder ähnliche Aussagen beschwödem Kriege adoptierte ihn einer der, Soldaten. Kind sich Wladzio nannte, gab er ihm den ähnlich klingenden ungarischen Namen Laszlo. Der kleine Laszlo arbeitete in der Schneiderwerkstatt seines Adoptivvaters und besuchte die Dorfschule. Hier wurde der Ortsgeistliche auf seine Begabung aufmerksam. Er brachte ihn auf eigene Kosten in einem Internat in Budapest unter und ließ ihn später die Universität und dann die Diplomatenschule besuchen, wo sein Günstling alle Examen mit Auszeichnung bestand. Zeugen verzichtet, da Eines Tages, auf einem Fest, erinnerte sich Szilagi, lich anbieten, die solche wie der junge Diplomat nach seinem Adoptivvater h185, ren wollten. Ein sehr bekannter Professor an einer berühmten Universität stellte am Schluß eines mehrstündigen Vorfür die abgelieferten geschliffenen Steine gezahlt worden. „Deutsche Kurzschrift als ensige amlich anerkanneEine Bekanntmachung des Reichs= und preußischen Ministers des Innern dnb Berlin, 16. Januar. Der Reichs= und preußische Minister des Innern erläßt folgende Bekanntmachung über die Deutsche Kurzschrift: Um Mißverständnissen und Zweifeln zu begegnen, stelle ich als der für die Kurzschriftform allein zuständige Minister nochmals entgegen anders lautenden Mitteilungen ausdrücklich fest: Die Deutsche Kurzschrift, früher Deutsche Einheitskurzschrift genannt, ist endgültig als einzige für Deutschland amtlich anerkannt. Ihre Kenntnis wird grundsätzlich von jedem Beamten, Beamtenanwärter und Angestellten im Verwaltungsdienst bei den Reichs=, Staats= und Gemeindebehörden und Körperschaften, des öffentlichen Rechts verlangt. Für Neueinstellungen ist sie Vorbedingung. Jeder, der im Staatsdienst tätig werden will, muß sie sich rechtzeitig aneignen. In Treue verbunden. einschließlich Eisenbahnfahrt ein. Heil Hitler!“ Der Gauamtsleiter der NSV. Hamburg hat in einem Glückwunschtelegramm an den Saarbevollmächtigten Gauleiter Bürckel 500 Saarkinder nach unterhielt er sich mit einem Ingenieur, und Hamburg eingeladen, die im Frühjahr etwa stellte sich heraus, daß der Ingenieur aus Varers hatten jevoch keinen Erfolg. Drei Jahre vergingen, und dann wurde im Dezember 1934 Szilagi zum Sekretär einer delsdelegation Bei einer trages über den Hauptmann=Prozeß seinen Studenten die Frage, ob sie auf Grund des bisherigen Beweismaterials Hauptmann schuldig sprechen, würden. Von sevvng reinen, Erfolg. Drei Jahre rr###n materials Hauptmann schuldig sprechen würden. in wurde im Dezember 1934 Szilagt Zum den hundert anwesenden Studenren enrschieden sich nur Der Direktor der„Französischen Handelsb für Amerika bestimmten ungarischen Han=, vier für ein Todesurteil gegen Hauptmann.,. snert, die ihren Sitz in Paris hat und ernannt. 1 Der Verteidiger Hauptmanns, Reilly, ist durch die Zeit ihre Schalter schließen mußte, ist verhaf Besichtigung der Fordwerke in Detroit langen„Kreuzverhöre der Zeugen so erschöpft, daß er an Er sieht unter der Anklage des Betruges u. einam Ingeniour und im Gespräch einer Mandelentzündung erkrankt ist und sich durch sei= kundenfälschung. Seine Betrügereien solle Die„Emden“ in Südafrika. Bei dem Besuch, den vor kurzem der deutsche Kreuzer „Emden“ der Südafrikanischen Union abstattete, hielt der südafrikanische Wehrminister Oswald Pirow anläßlich des Empfanges einer Abordnung von Offizieren und Mannschaften der„Emden" in Johannesburg in deutscher Sprache eine außerordentlich herzliche Begrüßungsansprache. Französischer Großbetrüger verhaftet. sbank“ Huund vor einiger verhaftet worden. es und der Ur der Fordwerke in Detroit, langen Kreuzverhöre der Zeugen so erschöpft, daß er an Er steht unter der Anklage des Betruges und der Ur... etug 170.000 Reichgrn u gereien sollen sich auf Jngenieur aus Stanislau in nen Sozius verrreren lassen muß.. letwa 170000 Reichsmark belaufen. Der Freihenstag der Sdar nn Dnle spricht das m Kranken. geworden. die Arzneidem Tisch von Rapp, die ich eben it der Zeit, die Erscheid vor einem ing niedere acht Tage gslosen Fall Dr. Szola, ler ständigen erum verordStiefbruder! ier mit... wester ist anvon den Szokommen. Ich hon auf das folgt) Reihe oben von links nach rechts: Die„Saar kehrt heim“ tragen als Inschrift die Gedenkmar mungssieges der Saarbevölkerung herausgibt. Das Markenbild der Wertzeichen, deren Verkauf am 16. heimkehrendes Kind, das Saargebiet, in ihre Arme schließt.— Das nächste Bild zeigt die freudetru festlich geschmückten Straßen.— Die Aufnahme daneben ist in den frühen Morgenstunden des Dienstag im Saarbrücken gemacht worden, in dem das Zählgeschäft vor sich ging. Die Zählung ist beei boden und die Zähler haben es sich bequem gemacht. Sie warten auf die Verkündung des leihe unten von links nach rechts: Eine weitere Aufnahme der festlich geschmückten St Menschenmassen.— Die nächtliche Feierstunde des Abstimmungssieges auf dem Königsplatz## Ehrenkompagnie der Reichswehr ist erschienen. Unsere Aufnahme gibt einen stimmungsvollen Ueberblick auf gebung, auf der Reichsminister Dr. Goebbels sprach.— Und als letztes Bild: Nochmals ken, die die Reichspost zur Feier des AbstimJanuar begann, zeigt die Mutter Deutschland, die ihr nkene Saarbrücker Bevölkerung in den großen Festsaal der„Wartburg“ in det, die leeren blauen Umschläge bedecken den FußGesamtergebnisses durch den Weltrundfunk. raßen Saarbrückens mit den freudig bewegten vor dem Reichstagsgebäude. Auch eine die Freitreppe des Reichstages während der Kundgeschmückte Häuser in Saarbrücken. Seite 6 Nr. 14, Bochumer Anzeiger„ Donnerstag, 17. Januar 1933 Die Jiegerin 7 Von Rurt Ueerick In der vergangenen Woche haben wir ihr das letzte Geleit gegeben, unserer Frau Werth: meine Eltern, ich, der ich dazu fern aus dem Reich herbeigeeilt bin, und meine Schwester, die mit ihren beiden Kindern aus dem Sauerland kam. Fast genau siebzig Jahre ist sie alt geworden, unsere Frau Werth, und dreißig Jahre lang ist sie unsere Waschfrau gewesen...— Wenn jetzt einer erstaunt tut:„Nur eine Waschfrau?"— dann erhält er von mir, weiß Gott, eine hinter die Ohren, genau so derb, wie ich einst von der Frau Werth eine hinter die Ohren bekam! Na, diese Backpfeifengeschichte kommt erst später. Zunächst mal: höllenelend ist es dieser tapferen Lebenskämpferin gegangen, als sie zu uns kam. Ihr Mann ging in irgendeine Fabrik— und trank; ihr einziges Kind, ein Junge, litt an erschrecklich häufigen und heftigen epileptischen Anfällen, er war für dies Leben nimmer zu gebrauchen, es war ein Glück für ihn, als ihn mit zwanzig Jahren der Tod erlöste— und ein desto tieferes Leid für die Mutter, je weniger es von ihr gezeigt wurde... nein, die Frau hat nicht geweint und gebarmt, es schien vielmehr, als ob gerade damals ihr von unermüdlicher und schwerer Arbeit gebeugter Leib straffer sich recke und der Kopf mit dem zerfurchten Gesicht aufrechter und adliger sich höbe—: „Schlag zu, Schicksal! mich knickst du nicht, mich brichst du nicht!“ Nun, zufällig war ich gleichaltrig mit ihrem kranken Sohn, ihrem Karl und war zufällig ein einfach provozierend gesunder Bengel, dabei ist es mir in meiner Jugend, in meinem Elternhaus ganz unverdient gut gegangen—— aber nur ein einziges Mal hat die Frau Werth einen Vergleich gezogen zwischen meinem unverdienten Glück und dem ebenso unverdienten Elend ihres Karl.— Herrgott im Himmel, du wirst bei unser aller Auferstehung dieser Frau einen Ehrenplatz anweisen... ist das eine wundervolle Frau gewesen! Sie hat maracht und scharwerkt ein Leben lang ohne Murren— und sie hat, wahrhaftig, ein gut Teil meiner Jugend insgeheim behütet, das fing schon früh an—: war Frau Werth im Haus, dann gab es keinen Krach wegen zerrissener Hosen, die man sich beim Ueberklettern irgendeines Stakets zerfetzt, wegen eines in wilder Straßenschlacht glorreich bedreckten Anzugs; Frau Werth flickte und säuberte ebenso schnell wie verschwiegen, und man war wieder mal vor dem grimmen Tadel der strengen Mutter gerettet. Frau Werth war es, die einem hinweghalf über das erste jämmerliche Hundeelend der ersten verbotenen Zigarette, die einem obendrein noch Kaffeebohnen zu kauen gab wegen des odiosen. Tabakgeruchs— ach, man könnte gar nicht aufhören, käme man erst ins systematische Aufzählen, so viel ist da zu preisen und zu danken bruch: Verrückt bist du geworden— sprichst mit der Arbeitsfrau mitten auf dem Bummel, dazu der Deckel in der Hand— schön blamiert hast du dich und mich mit— als ob es eine Dame gewesen wäre—“— Da mußte ich brüllen:„Ist auch eine!“— und als ein böses Schimpfwort gegen die Frau, unsre Frau Werth, fiel: plautz, ihm mitten eine reingehauen...— da war die Kameradschaft zum Teufel und konnte nimmer geleimt werden Ich weiß, es ist nun schon ein paarmal von Backpfeifen die Rede gewesen— und so muß ich auch mit der letzten heraus, die wahrhaftig keine Ehre für mich war, buchstäblich aber meinem Leben einen andern Kurs gehauen hat Und wenn ihr mich für einen Selbsthudler, Protzen und eitlen Ichmenschen haltet— dennoch, bei allen Teufeln der Hölle: im Herzen hab ich es ihr gelohnt, das erlaubt mir zu erzählen. Es sind so einfache, schlichte und selbstverständliche— und doch unvergeßliche Dinge... Nie werde ich vergessen, wie die Kameradschaft zwischen mir und meinem Klassengenossen Optenberg elend in die Brüche ging— wegen unsrer Frau Werth. Tja, wir waren schon wohlbestallte UnterP. e, und tügentnuig„„ie wrigen, Stürmer. primaner und trugen stolz unsre weißen Stürmer. ziehn wir, Tanzstundenjungringe nebenbei, zu irgendeiner Dämmerstunde mal wieder selbander über die Mittelstraße, den offiziellen Flanierbummel unserer Stadt, willens, mit tiefem Mützenschwung von einem Bürgersteig hinüber zum andern unsre Herzdamen zu grüßen— sehr flotte Kavaliere, oho! Und da, seh ich, geht plötzlich auf dem andern Bürgersteig in ihrem Kattunkleid und ihrer Arbeitsschürze, barhäuptig, unsre Frau Werth. Na, ich hinübergeflitzt, tief den Stürmer gezogen, sie angehalten, ihr die Hand gedrückt, mal so geplaudert— es war doch eben unsre Frau Werth!— Und wie ich hinterher zu dem Mitschüler zurückkomme: das lange Gesicht, die Verlegenheit, die Wut, der AusLängst gehörte unsre Frau Werth regelrecht mit zu unserm Haus und Heim, und längst waren wir ihre Familie geworden; meine Mutter war nur noch ihre „liebe Frau“ und ich— tja, manchmal„dä jute Jong", ebenso oft auch, zärtlich=drohend als Mahnung gemeint, „dä donnersche Jong“. Na, und schließlich machte ich mein Abitur— und wurde wirklich ein„donnersche Jong“, wurde total verrückt und verdreht. Dämonen ritten mich— bitte, laßt mich schnell zu Ende kommen, sehr unrühmlich war die ganze Sache, und dennoch muß sie einmal gebeichtet werden, gerade jetzt, am Grabe unserer Frau Werth. Also kurz und schlimm: es begannen böse Szenen zwischen meinen Eltern und mir; die Eltern bestimmten mich zum juristischen Studium; ich dagegen:„Fällt mir nicht ein! ich will nach München, Schriftsteller werden! Jura?—: eher tu ich mir was an!" Die Szene wurde zum Tribunal— und eines Tages nahm ich mir mein Sparkassenbuch, hob den kleinen Betrag ab, verschwand von zu Hause und quartierte mich heimlich in der gleichen heimatlichen Stadt bei einer Arbeiterfamilie ein.. war für ungefähr zehn Tage für mein Elternhaus wie von der Bildfläche verschwunden—— ich sagte ja schon: die ganze Sache war, weiß Gott, nicht rühmlich für mich... Wie sie mich dann aufgespürt haben, vermag ich heute noch nicht zu sagen. Jedenfalls aber, nach zehn Tagen, steht urplötzlich in meinem Versteck unsre Frau Werth mir gegenüber—:„Da hab ich ihn endlich— dä donnersche Jong!“ Ich starre perplex und verlegen. Inzwischen ergießt es sich über mich: die ganze Familie trostlos, voller Kummer über mein Verschwinden, alle suchen mich angstvoll, Frau Werth natürlich mit, denn sie gehört ja mit dazu, mit zu uns, wir sind doch„ihre“ Familie— und zum Schluß eine schier majestätische Handbewegung nach meinem bißchen Kram hin—:„Zusammenpacken! Dann kommen Se mit!"— Nein, so einfach geht das nicht, liebe Frau Werth, ich fange gleichfalls Feuer, lege zu langer Suada los, brülle gegen die beabsichtigte Vergewaltigung zum juristischen Studium, schreie von der„Freiheit, die ich meine" vom Recht der jungen Persönlichkeit auf und zu sich selbst, bewege mich inmitten des wildesten, damals gerade literaturfähig gewordenen Vater=und=Sohn=Komplexes. und zum Schluß, furioso:„Niemals! nie mehr zurück eher tu ich mir was an!“ — und im gleichen Augenblick erhalte ich achtzehnjähriger Lümmel, untergründlich noch im Vollgefühl meines soeben bestandenen Abiturs von unsrer Frau Werth jählings und mit unvergleichlicher Verve hingelegt eine Backpfeife, daß mir Hören und Sehen vergeht vernehme im Dröhnen der Trommelfelle und inmitten des Rasetanzes funkelnder Sterne, die vor meinem lädierten Gesicht wirbeln, nur undeutlich noch die hämmernden Sätze unsrer Frau Werth:„Sowat zu sagen! bei solchen Eltern! undankbarer Lümmel! kieck dir meinen armen Karl an— und dä donnersche Jong sitzt mitten im Paradies, puppenjesund und mit allen Möglichkeiten: und redet, hä tut sich wat an!— Zum letzten Mal: Kram zusammenpacken! mitkommen! Wollen wir doch mal sehen!“. N. P r4 4. Mm 8. Was sag ich weiter: ourch die erzerne Backpfeife zuinnerst geknickt in allem Trotz und aller lümmelhaften Selbstherrlichkeit, bin ich mitgegangen, mit unsrer Frau Werth; eine Siegerin, schleppte sie mich nach Hause; und mir ward verziehn—— wer weiß, welchen Kurs mein Leben genommen hätte ohne deine Backpfeife, liebe Frau Werth!—: das zu sagen, das alles zu beichten an deinem Grab, bin ich dir, weiß Gott, schuldig... liebe Frau Werth... unsre Frau Werth... hab Dank... ich hab dich lieb gehabt... auch der gereifte Mann hat und wird dich nie und nie vergessen... „In diesem blöden Nest hier kann man schon rein jar nischt kriegen! Na— denn bringen Se mir mal'n kaltes Huhn!,... Hastus.. Gigh#verschmen Drüben erhoo sich Justus von Vievig und verschwand eilig. Nach kurzer Zeit kam er wieder: in einem Reitanzug, im rechten Auge ein riesiges Monokel. Lässig schlenderte er durch den Raum. Er warf sich dicht neben dem Platz des Grafen X. auf einen Stuhl, streckte die Beine lang von sich, zog die Mundwinkel hochmütig herab und klopfte mit der Spitze des Reitstockes auf die Schäfte der Reitstiefel. „Garcon!“ hieß es in näselndem Tone. Der Kellner brachte die Karte. „Vorlesen!" „Kaltes Huhn——“ „Sonst nischt?!“ „Sandwichs——“ „Sonst nischt?!“ „Eier im Glas, eine Tasse Mokka—— Sonst nischt?!“ „Das Ekel“ verfolgte die Sache mit stets steigender Entrüstung. Plötzlich sprang der junge Herr empört auf, trat dicht vor den andern hin und brüllte ihn an: „Herrrr— was erlauben Sie sich! Ich bin der Graf von.“ 7—. sHigft. Justus von Liebig ruckte das Monotel zurecht, schielte den aufgeregten Herrn aus halbzugekniffenen Augen von der Seite her an und näselte: Sonst nischts“ 85 Im nächsten Augenblia erdrohnte oas Lorai von dem fröhlichen Gelächter der übrigen Studenten. „Bravo Liebig!“ rief man von allen Seiten. Das Ekel verschwand schleunigst mit hochrotem Kopf und ließ sich in dem betreffenden Kaffeehaus nie wieder sehen. Abends gab's Schampus— Justus von Liebig hatte seine Wette gewonnen. Ein der Fras von.... Einer allen Rnekdote nacherzäht von E. Trolt Als Justus von Liebig in Bonn studierte, besuchte auch ein junger Graf von X. die Universität. Er beschäftigte sich dort mit dem Studium der Jurisprudenz, um sich auf die diplomatische Karriere vorzubereiten. Oder wenigstens sollte er es. Der junge Herr stammte irgendwo aus den Ostseeprovinzen, war ungeheuer reich, überaus eingebildet und dünkelhaft und außerordentlich stolz auf den Uradel, dem er angehörte.„Ich bin der Graf von.!“ betonte er bei jeder Gelegenheit. Kurz, er war ein höchst unangenehmer Patron und die anderen Studenten hatten ihm daher den Ehrentitel„das Ekel“ verliehen. Besonders unausstehlich pflegte sich„das Ekel“ in den Kaffeehäusern, Restaurants und Studentenkneipen der Stadt zu benehmen. Dort lehnte sich der junge Herr regelmäßig lang in seinen Stuhl zurück, rief in näselndem Ton„Garcon!“, und wenn daraufhin der Kellner mit der Speisekarte herbeieilte, befahl er ihm, die Karte vorzulesen. Das Selberlesen hielt der junge Graf nämlich für unter seiner Würde. Die Aufzählung der auf der Karte stehenden Speisen pflegte„das Ekel“ gelegentlich mit einem verächtlichen„Sonst nischt?“ zu unterbrechen. Zum Schluß hieß es gewöhnlich: „Sonst nischt? Na ja, in diesem gottverlassenen Nest hier ist auch schon rein jar nischt zu bekommen! Na— denn bringen Se mir mal dies und dies—“ Seit einiger Zeit hatte sich der unerfreuliche Herr das Kaffeehaus, in dem Justus von Liebig mit seinen Freunden verkehrte, als Frühstückslokal ausersehen. Die übrigen Gäste waren hiervon wenig erbaut. Zumal Justus von Liebig ärgerte sich gründlich über das dumme Gehaben des hochnäsigen Studenten und beschloß, dem das Wiederkommen gründlich zu verleiden. Ein Schotte kam zum ersten Male nach London. Mit seinem Freund, einem frommen Engländer, besichtigte er die Stadt. Als sie an Westminster Abbey waren, zog der Fromme seinen Hut und der Schotte tat desgleichen. Da sagte der Freund:„Das hätte ich dir gar nicht zugetraut, daß du so pietätvoll bist, vor der Westminster=Kathedrale den Hut zu ziehen!“ „Was“, erwiderte der Schotte,„das war eine Kirche? Ich habe gedacht, das wäre die Bank von England!“ „Münch. III.“ „Wetten, daß es mir gelingt, das Ekel aus unserem Stammlokal hinauszubringen?“ „Es geht um eine Runde Schampus!“ „Soll gelten!“ Am andern Morgen erschien der junge Graf X. wie gewöhnlich im Kaffeehaus. Er kam eben von seinem Morgenritt, schlenderte durch das Lokal und ließ sich geräuschvoll in einen Sessel fallen. Lässig streckte er die Beine weit von sich, klemmte das Einglas fester ins Auge und tippte mit der Spitze der Reitgerte spielerisch auf die blanken Schäfte seiner hohen Stiefel. Soreon!“ Der Kellner erschien sofort mit der Speisekarte. „Vorlesen!“ Gehorsam begann der Kellner: „Kaltes Huhn... „Sonst nischt“!“. gl.g iu5#= m m. „Sandwichs, Eier im Glus, eine Tasse Molla...“ „Sonst nischt?!“ In dieser Weise ging es weiter. Endlich erklärte „das Ekel“ geringschätzig: Das Wetteiglas Der weise Dr. Hugh, der in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts Bischof von Worcester war, zeichnete sich neben anderen guten Eigenschaften durch einen steten Gleichmut aus. Einmal hatte er eine zahlreiche Gesellschaft in seinem Hause, und da bat ihn ein Herr, ihm doch das sonderbare Wetterglas zu zeigen, das er sich neulich um einen hohen Preis gekauft habe. Der Bischof sagte es zu. Aber unglücklicherweise ließ der Bediente, der das Wetterglas bringen sollte, es fallen, so daß es in Stücke ging. Die Gesellschaft war bestürzt, doch Hugh sagte lächelnd:„Lassen Sie sich nicht stören, ich halte das Geschehene vielmehr für eine gute Vorbedeutung. Wir haben bisher trockenes Wetter gehabt; ich hoffe, wir werden etwas Regen bekommen; denn ich kann Sie versichern, ich kann mich nicht erinnern, daß das Glas je so tief gefallen wäre!" Ueber das Meer Verwehte ROMAN VON RUDOLF HERZOG 21) „Ueberall um uns her ist Land", erklärte der Kapitän,„da können es die Vögel wohl wagen, als Streckenflieger aufzutreten.“... 8 „Wann landen wir auf Curacao“", fragie Brigitta Schulte, und zwang die Erregung nieder, die sie seit der Einfahrt in das fremde Meer immer wieder überfiel. „Morgen nachmittag, Fräulein Schulte. Es ist jammerschade, daß Sie uns verlassen wollen.“ „Ich will ja gar nicht", stieß die Erregte hervor,„ich wuß!„. ann Balanhsbers uch Schwester Elisavety und Kara von Rolanosverg nahmen sich der still vor sich hin Weinenden an. Sie führten sie auf das kleine einsame Sonnendeck oberhalb der Kapitänsbrücke und ließen sie nicht mehr allein.„Fräulein Schulte“, sagte Kara von Rolandsberg, hockte neben ihr und hielt den Arm um ihre Schulter,„ein so handfester deutscher Mensch wie Sie wird doch nicht vorzeitig schlapp machen?“ „Ach Gott“, klagte die„Ausgewanderte,„wenn ich morgen auf der Reede von Willemstad ausgebootet werde, bin ich verlassener als ein Waisenkind. Der Ehrentitel„deutsch“ hat sich im Ausland in sein Gegenteil verkehrt. Man wird mit Blicken der Mißachtung betrachtet werden, und ich werde durch die fremden Straßen laufen, als liefe ich nackt.“ Kara von Rolandsberg sagte:„Weshalb sind Sie hinausgegangen, wenn Sie es wußten?“ „Weil ich in Deutschland verhungert wäre. Man kann ja nachgerade mit den studierten Mädchen die Straße pflastern, und um eine Anstellung zu finden, muß man von zäher Lebensdauer sein.“ „Sind denn die Frauen auf der Welt, Brigitta, um sich die Köpfe mit Weisheit vollzustopfen, oder den Männern das Herz mit Seligkeit? Sie sehen mir gerade danach aus, eine echte Frau und Hausfrau auf die Beine zu stellen.“.— Kand Die Lehrerin wischte sich mit dem Hanorücken die Tränen aus den Augen. Daß das schöne Fräulein von Rolandsberg sie beim Vornamen genannt hatte, war ihr der wirksamste Trost gewesen.„Mich hat in Deutschland keiner gewollt“, sagte sie schmollend.„Dort ist ja die Auswahl zu groß. Vielleicht bieten sich mir im Urwald bessere Aussichten. Schwester Elisabeth wiederholte lächelnd:„Im Urwald? Auf Curacao sind die Wälder in Erdöl ertrunken. Es ist Freihafengebiet, und von der nahen trunken. Es ist Freihafengebiet, und von der nah# südamerikanischen keuste wird das gesamte reiche Petroleumvorkommen auf flachen Schiffen herübergeschafft. Tag und Nacht herübergeschafft, in riesigen Reinigungsanlagen zu Benzin, zu Brennöl gewandelt, in chemischen Verfahren auf alle nur erdenkbaren Nebenprodukte ausgebeutet. Die Pflanzenwelt und die Tierwelt stirbt ab unter den Ausgußströmen der Petroleumrückstände, und die Menschen scheiden sich in eine kleine Herrenkaste, in eine große Glücksjägerwoge und in ein Unzählbares an seelisch und körperlich Verwilderten, die sich aus Negern und Indianern, Malaien und Mongolen und leider auch aus Weißen der Schiffsbesatzungen eines Freihafengebietes zusammensetzen und nur zu oft die Krankenhäuser bevölkern. „Mein Gott", stieß die Lehrerin mit blaßgewordenen Lippen hervor,„wer wird denn aus diesem Völkermischmasch zu mir in die Schule finden?".# Die Krankenschwester strich ihr über den Sche##el. „Nicht gleich die Flinte ins Korn werfen. Alle Ueberseer brauchen einen Schuß Abenteuerblut. Zuerst freilich werden Sie Ihre Ersparnisse zulegen mussen? „Aber ich habe doch gar keine Ersparnisse!“ „Dann, Fräulein Schulte, dann hätten Sie nicht herüberkommen dürfen. Unsere deutschen Jungmänner sind zu schade für die Krankenhäuser und unsere deutschen Mädchen tausendmal zu schade für die Freudenhäuser. Verstehen Sie das? Ach, Sie liebe deutsche Törin, nun heulen Sie nur nicht los. Ich hab's ja auch nicht viel anders gemacht. Und wenn Sie nicht mehr weiter wissen, kommen Sie zu mir ins Hospital gelaufen und fragen nach Schwester Elisabeth.—— Die„H. C. Horn“ lag auf der Reede von Willemstad, als läge sie auf der Reede von Amsterdam. In holländisch=sauberen Häuserzeilen, die Häuser klein und schmalbrüstig, lustig gegiebelt, oft in bunten Schildereien prangend, umkränzte die Stadt den Hafen. Schweifte der Blick darüber hinaus, so gewahrte er seltsame Gebilde, hunderte und aber hunderte riesenhafter Behälter, Kessel, Tanks die gleich ebenso vielen Riesenschildkröten, so weit das Auge reichte, den Strand bevölkerten: das Petroleum. Wie an einer kreisenden Kette liefen die Flachschiffe von dem venezolanischen Ausfuhrplatz Maracaibo nach Curacao, entleerten, liefen von Curagao nach Maracaibo zurück. Unablässig an derselben Kette. Dazu ein Meer von der blauen Schönheit eines Saphirs, voller Träume, voller Sehnsüchte, voller Versprechungen. Wie ein Goldtopas die ewige Sonne darüber. Wieder war es eine Abschiedsstunde. Als Schwester Elisabeth Lenz sich und die Lehrerin Brigitta Schulte mitsamt dem Gepäck im Motorboot untergebracht hatte, und das Boot in den Binnenhafen ratterte, um am Kai seine Fracht abzusetzen, lehnte Kara von Rolandsberg an der Reling der„H. C. Horn" und ließ ihr Tuch Mit einem Male fühlte sich auch Schwester Elisabeith von einer Unruhe befallen. Es drängte sie zu ihrem Krankenhaus, ihrer Oberin. Sie mußte ihre an Zucht gewöhnten Nerven fest zusammennehmen, um ihrer Begleiterin zunächst ein Obdach in einem einfach und billig geführten Gasthof zu verschaffen. Als sie die Straße wieder betrat, traf sie auf den Schiffsarzt. Sein geschulter Blick bemerkte sofort den Umschwung ihres Wesens. „Warten Sie hier“, sagte er,„ich hole Ihnen einen Wagen.“ Als er zurückkehrte, hob er sie hinein, setzte sich zu ihr.„Was ist Ihnen, Schwester! Haben Sie sich zu lange mit einer Bürde geplagt? Wenn ich Ihnen helfen kann, helfe ich gern.“... 6 1 Schwester Elisabeth reichte ihm die Hand.„Es ist derselbe Kreislauf wie bei den Erdölschiffern. Das eine wird geladen, das andere entladen. So ist es bei uns. Und wer soeben noch geholfen hat, braucht selber Ich suchte einen niedergebrochenen Jugendfreund, bis Trinidad suchte ich ihn, und habe ihn nicht gefunden.“ „Wird es möglich sein, daß ich das Hospital noch „Ich werde es der Frau Oberin sagen. Viellicht warten Sie in der Halle.“ Der Wagen fuhr durch ein Gittertor, hielt vor einer Freitreppe. Schwarze Hilfsschwestern eilten herbei, begrüßten schnatternd die Heimgekehrte, bemächtigten sich ihres Gepäcks. Elisabeth Lenz lief an dem Arzt vorüber die Freitreppe hinauf, an der Pförtnerkoje vorbei, hallende Gänge entlang, nickte durch offene Türen den weißen Schwestern zu, den hell= und dunkelhäutigen Kranken auf Feldbetten oder„Eseln“, über Pflöcke gespanntem Segeltuch, stand vor einer Tür still und mußte die Hände auf das jagende Herz pressen. Dann klopfte sie an und trat ein.„... gisehens Gant „Vom Urlaub zurüg, Schwester Elisabeihr Gur „Es war keine Erholungsfahrt, Frau Oberin. Jetzt vermag ich darüber zu sprechen. Ein Nachbarsjunge aus meinem Heimatort trieb sich in der Welt herum, wollte, als ihm alles mißglückt war, zu mir und versackte unterwegs wohl gänzlich. Ich hatte ihn als Kind sehr gern gehabt. Die Mutter schrieb mir in einem Verzweiflungsbrief, ich möchte ihn suchen gehen. Sie dachte sich das Karibische Meer wie den Bodensee. Ich wollte mir von der hetzenden Fahrt nicht abreden lassen. Deshalb sprach ich von einer Urlaubsfahrt bis Trinidad.“ „Und fanden nichts?“ „Und fand nichts. Wohin ich kam— er war schon dagewesen. Krank. Halb von Sinnen. Dann versickerte die letzte Spur.“ Die Oberin lehnte sich in ihren Schreibstuhl zurück. Ihre Augen hatten mehr Menschenleid als Menschenfreude gesehen, Schmerzen und Verlassenheit, heimwärtswandernde Reue und schweres Sterben. Ihr Herz hatte sich nicht verhärtet und war ein deutsches Frauenherz geblieben mit dem starken Einschlag der Mütterlichkeit. Aber sie hatte sich daran gewöhnt, jedem Schicksal in die Augen zu sehen. herumgeisternde Gefühle zu bannen, lediglich die Hilfsmöglichkeiten zu untersuchen. „Sie haben unrecht getan. Schwester Elisabeth. Sie haben sich vor meinem Lächeln gefürchtet. Als ob ich nicht wüßte, daß auch in den Adern einer Krankenschwester rotes Blut fließt, daß auch wir wie alle Frauen den Forderungen der Natur unterworfen sind. Sie hätten mich zu Ihrem Bundesgenossen machen sollen, und wir wären sicherlich schneller zum Ziele gekommen.“ Schwester Elisabeth horchte auf. Unwillkürlich trat sie näher an den Schreibtischstuhl heran.„Wurde Ihnen etwas bekannt? Frau Oberin— Sie pflegen keine Ueberflüssigkeiten zu sprechen.“ „Rücken Sie sich einen Stuhl heran. Wir wollen den Fall bereden. Es handelt sich ja wohl um keine ernsthafte Liebe, Schwester Elisabeth, sondern um den Widerschein, um den Nachhall einer Jungmädchenneigung. Irgendein Wind bläst in eine verglimmende Asche und treibt noch einmal eine Flamme hoch. Glauben Sie mir, sie sinkt ebenso schnell wieder nieder, weil sie in der Asche keine Nahrung mehr findet. Schwester Elisabeth, man soll uns Frauen nicht jahrelang allein lassen. Nein.“ Frau Oberin...“ bat Elisabeth Lenz. „Nennen Sie mir den Namen des Mannes. Ja, so konnte er lauten. Während Sie zwischen den Inseln und dem Festland segelten, wurde er hier auf Curagao an Land geworfen. Wahrhaftig, wir sind Freihafengebiet.“ „Gott sei gedankt“, seufzte die Schwester auf. „Zum Danken ist es noch zu früh. Hoffentlich zum Handeln noch nicht zu spät. Er erschien vollkommen abgerissen in unserem Hospital, hohläugig, verwildert. Er drang darauf, bei uns unterzukommen und murmelte wirres Zeug, weshalb. Jetzt ist es klar, warum er gerade zu uns wollte. Vor Tagen wußte ich nur, daß er ohne Papiere und ohne Geldmittel war und daß mir meine Vorschriften eine Aufnahme nur auf Gutsagung des betreffenden Landeskonsuls gestatten. Ich schickte ihn zum deutschen Konsul. Er ist nicht wiedergekommen! „Nicht wiedergekommen?“ Die Oberin strich ihr über die unruhigen Hände. „Hier ist der Fernsprecher. Rufen Sie den deutschen Kanfoll an? Schwester Elisabeth naym den Hörer auf. Das Konsulat meldete sich, der Konsul selbst war zugegen.„Ist er Ihnen mit der Zeche durchgegangen? Nein, bei mir hat er nicht angeklopft. Meinen Sie, weil es ein armer Teufel war, es müßte ein Deutscher gewesen sein? Es gibt noch mehr arme Teufel in der Welt.“ Schwester Elisabeth ergriff das Fernsprecherverzeichnis. Ihr war, als wäre sie ganz allein in diesem Zimmer, auf dieser Welt. Sie rief die Schiffskontore der Dampferverbindungen an. Die ganze Reihe entlang. Als riefe sie in die Wolken. Nein, ein Mann dieses Namens hatte weder eine Ueberfahrtskarte erworben noch eine Gelegenheit, sich nach Europa hinüberarbeiten zu können. Und wieder blätterte Elisabeth Lenz im Fernsprecherverzeichnis, und die Oberin stand ruhig neben ihr und sah ihr nach den Augen. Schwester Elisabeth fragte bei den Krankenhäusern der Insel an. Vergebens. „Sie haben noch die französischen Nonnen vergessen“, sagte die Oberin. „Die französischen Nonnen? Wie käme er zu den französischen Nonnen?“ murmelte die Ermüdete, wählte die Nummer des Fernsprechers und erhielt Antwort. „Wir wissen es nicht“, sagte die Stimme der Pförtnerin. Es ist vor einigen Tagen ein Mann vor unserer Tür zusammengebrochen, und wir haben ihn in unseren Krankenflügel getragen. Soviel wir aus seiner Sprache entnehmen, ist es ein Deutscher. Er spricht nur im Fieber, und es wäre gut, wenn Sie selbst kämen und ihn ansähen."(Fortsetzung folgt.) V Copyright by V 9) „Dieser Dro Begegnung im lumen vol Besuch erstauner ihn damit, er h nehmenden, tap wünschen.... Mann ist wide Katze. Man we nicht einmal daz Die Beschrei haargenau auf Belgrad für der daß Sand nicht gots Kronstadtei delte. Er über nicht trotz allen identisch war. hertis, auch Fr. in Balkan einem Wiener I lewski doch kann Frau„WollDroschinsti hatt Farm eingehent hatte die Frau verhindern konr wohl den Mäd die Hand drückt gots Hand unz derrommen zu gewesen. 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Ol vorzutäuschen nur als Mitt So peinliche tet, Margot maß einzusch Schwindels Tatsächli daß irgendei wie er ihr B mutlich plant 7 Nr. 14 Bochumer Anzeiger7 Donnerstag, 17. Januar 1935 Bas Goslaldesknderenl von Digo Copyright by Verlag Presse-Tagesdienst, Berlin W 35. Erlebnisse eines deutschen Journalisten zwischen Schmuggel, Pnlicht und Liebe weiter stärken.“—„Daily Mail“ schreibt: Der Sieg des Herrn Hitler ist außerordentlich. Herr Hitler hat heute unbedingt in Deutschland an Volkstümlichkeit nicht seinesgleichen. Selbst in dem Arbeiterblatt„Daily Herald" heißt es:„Gleichviel, ob man es begrüßt oder nicht, die Tatsache bleibt bestehen, daß das vaterländische Gefühl sich als stärker erwiesen hat als Klassen=, politische und sonstige Erwägungen.“ Auch die italienische Presse unterstreicht die innerpolitisch wichtige Tatsache, daß die Saarbevölkerung mit ihrer Stellungnahme der sozialistisch=kommunistischen Opposition eine sehr schwere Niederlage bereitet hat. 9) kam also am Taggunserer gziten Begegnung im Auto zu mir heraus. Beir einem Arm voll Blumen... Da er wohl ahnte, wie mich sein Besuch erstaunen mußte, entschuldigte und erklärte er ihn damit, er habe sich gedrängt gefühlt, eingz, gter; nehmenden, tapferen Frau zu ihrem Werk. wünschen... Heinz, ich kann Ihnen nur sagen: Der Mann ist widerlich! Kriechend freundlich, die reine Katze. Man weiß nie, wohin er blickt. Ich. konnte ihn nicht einmal dazu bringen, mir ins Gesicht zu schauen!“ Die Beschreibung von Droschinskis Person paßte so haargenau auf den Mann, den Sand am Bahnsteig in Belgrad für den Journalisten Prilewski gehalten hatte, daß Sand nicht zweifelte, daß es sich bei Frau Margots Kronstadter„Verehrer" um jenen Droschinskl handelte. Er überlegte nun wieder, ob dieser Droschinski nicht trotz allen Leugnens mit jenem Prilewski doch identisch war. Allerdings, das machte Sand wieder stutzig, auch Frau Margots Droschinski war ein Mann, der am Balkan Geschäfte verfolgte, keine Spur also von einem Wiener Journalisten, als welchen Sand den Prilewsi doch kannte.„änhiate ihren Gricht Frau Wollenweber vervoustanoigte ihren Bericht. Droschinski hatte es sich nicht nehmen lassen, die ganze Farm eingehend zu besichtigen. Seine Unterwürfigkei hatte die Frau so völlig entwaffnet, daß sie auch nicht verhindern konnte, daß der unerwünschte Besucher sowohl den Mädchen wie Lajosch und Ottokar Geld in die Hand drückte. Beim Abschied hatte er Frau Margots Hand unzählige Male geküßt, hatte gebeten, wiederkommen zu dürfen. Er war dann noch einmal dagewesen. Frau Wollenweber schloß mit den Worten: „Heinz— Sie werden sehen: Morgen muß ich wieder zur Bank. Ich werde mich vorher wieder ansagen, und dieser Droschinski wird wieder dort sein! Kommen Sie doch bitte mit und schauen Sie sich den Hätte Frau Wollenweber ihn nicht dazu aufgefor dert, so hätte Sand seinerseits darum gebeten, mitkommen zu dürfen. Wenn die Möglichkeit, den Mann kennenzulernen, oder wenigstens zu sehen, verhältnismäßig so nahe lag, mußte er sie ergreifen, ehe er Frau Margot nähere Vorschläge machte, wie ihr und ihrer Farm vielleicht zu helfen war. Wenn dieser Droschinski hinter der Wechselsache steckte, wenn er außer der Farm auch die Frau begehrte, war mit Geld allein wahrscheinlich wenig geholfen. P.4 Geraume Zeit befaßte Sand sich mit solchen Erwägungen. überlegte wieder, wer dieser Droschinski sein konnte. Dann hielt er den Zeitpunkt für gekommen, Frau Margot einiges mehr von seinen Abenteuern in Belgrad und Budapest zu erzählen. Margot Wollenweber lauschte gespannt. Als ihr langsam klar wurde, welch feinmaschiges Netz Feinde um sie gesponnen und welchen Apparat sie in Bewegung gesetzt hatten, um sie selbst und Sand zu verderben, wurden ihre Augen doch groß vor Angst. Am unheimlichsten war ihr das Auftreten von Viola Self. Die Frau war sichtlich zunächst nur Mittelsperson gewesen, lediglich vorgeschoben, um von Sand das ominöse Notizbuch zu erhalten. Da die Gegner kein Interesse daran hatten, daß Sand allzusehr auf die Methoden ihres Zusammenspiels aufmerksam wurde, hätten sie eine kleine Erpressung einem neuen Einbruch vorgezogen. Erst als jene mißlungen war, waren sie zu einem neuen Gewaltakt geschritten. So kombierte Frau Wollenweber nicht zu unrecht. Aber nun, durch die schroffe Art, mit der Heinz Sand jene Viola Self abgewiesen hatte, war gewiß diese selbst auch in die Front der handelnden Feinde eingetreten. Margot Wollenweber kannte diesen Typ des Erfolges sicherer Frauen aus der Zeit, da sie mit ihrem Mann Geselligkeiten mitgemacht, zur Genüge. Sie wußte nur zu gut, daß solche Frauen jede sachliche oder geschäftliche Ablehnung zu allererst als Ablehnung ihrer Person auffassen, al eine Mißachtung ihrer Schönheit, daß sie es als schwerste Beleidigung empfinden, wenn jemand ihrem Zauber und Bann nicht verfällt. So fürchtete Margot Wollenweber jetzt mehr als alles und alle anderen Viola Self und ihre Rache. Und sie bangte mehr für Heinz Sand als für sich ferlhft..., Mittmten G. Kat Sand war am Ende seiner Mitteilungen. Er hatte mit Vorsicht und Schonung Stück für Stück seiner Erlebnisse erzählt, hatte seine eigenen Meinungen und Schlüsse gleich immer dazwischengeflochten. Eine einzige Tatsache hatte er vorerst noch für sich behalten; daß er den„Belgrader" beziehungsweise„Kronstadter“ Droschinski nämlich immer für identisch hielt mit dem polnischen Journalisten Prilewski aus Wien. Vermutungen, die sich hieran anknüpfen mußten, sollten Margot Wollenweber erspart bleiben, bis er, Sand, sich persönlich von der Richtigkeit oder Unrichtigkeit dieses Verdachtes überzeugt hatte. Daß Droschinski zur Zeit in engster, ständiger Verbindung mit der Bank in Kronstadt stand und sofort benachrichtigt wurde, wenn Frau Wollenweber zur Bank kam, stand nach deren Darlegung für Sand außer Zweifel. Man würde ja wohl morgen schon dafür den Beweis erhalten. Die Sorge, die Frau Margot sich um seinetwillen wegen der Kränkung der Budapesterin machte, erleichterker es Sand, die Freundin zu trösten und zu beruhigen. Ohne viel Zureden gelang es ihm so, ihr vorzutäuschen, daß er der Verfolgte war, daß man sie nur als Mittel zum Zweck aufs Korn genommen hatte. So peinlich es Sand war, fühlte er sich doch verpflichtet, Margot Wollenwebers Erregung auf ein Mindestmaß einzuschränken, auch wenn er dazu eines kleinen Schwindels bedurfte. Tatsächlich stand es für Sand kaum mehr in Frage, daß irgendein Kerl ebenso Margot persönlich verfolgte, wie er ihr Besitztum an sich zu bringen versuchte. Vermutlich plante der Betreffende, mit dem einen Ziel auch das andere zu erzwingen. Der Mensch war dahinter gekommen, daß Frau Wollenweber in den letzten Monaten wiederholt dicke Einschreibebriefe an Sand geschickt hatte, und hatte sich diese Briefe, die für ihn menschlich wie geschäftlich wichtig waren, in Berlin „besorgen" lassen. Dabei bekam er Sands politische Notizen auch in die Hand, auf Grund derer er— so uninteressant sie an sich auch für die Serben waren— versucht hatte, Heinz Sand durch seine Belgrader Freunde festsetzen zu lassen. So mochte nach Sands gegenwärtiger Auffassung die Geschichte sich abgespielt haben. Sicher war, daß Margots Verfolger ganz ausgezeichnete Beziehungen zu politischen und Spionagekreisen des ganzen Balkans hatte, daß er als Gegner in jeder Hinsicht äußerst gefährlich war und vor nichts zurückschreckte. Auch sein Apparat, seine Helfershelfer, funktionierten mit verblüffender Präzision. Nein— diese Gedanken durfte er Frau Margot heute noch nicht verraten. Er brauchte es auch noch nicht zu tun.„„„7,„.5am Teints(2st. g. „Sie müssen schlafen gehen, Heinz“, sagte sie still, mehr für sich als zu dem Mann. Und in ihren Worten lag Dank und Fürsorglichkeit. Die Fürsorge der Frau für den Mann, der um ihretwegen zu kämpfen bereit ist. „Wenn ich hierbleiben kann Die Donnerschläge, mit denen Sand aus dem Schlaf hochgeschreckt wurde, waren ein passender Abschluß zu seinen wirren Träumen. Er glaubte im Augenblick des Erwachens nichts anderes, als er befinde sich in Belgrad und die Polizei stehe wieder vor der Tür. Dann sah er sich wieder um und vernahm gleichzeitig von draußen die Stimme von Lajosch: „Gnädige Frau hat sogt, soll leise sähen, ob der Härr noch schlosen!“„.6. u4—5 Das war ja nun länger nicht gut möglich. In größter Eile machte Sand sich fertig. Dann ging er hinter auf die Veranda. Beschämt sah er, daß Frau Margot längst mit dem Frühstück fertig war. Sand machte sich also ans Frühstück, ließ sich von Frau Margot allerhand Erfreuliches aus ihrer Wirtschaft erzählen. Mit aller Ruhe kam sie dann von selbst auch auf die schwierigen Dinge zurück, die sie am gestrigen Abend beraten hatten. Sobald Sand fertig war, wollte sie an die Bank telephonieren. „Ich werde am Telephon alles wiederholen, was die Bank sagt!" vereinbarte sie vorsichtshalber mit Sand. Die Verbindung kam schnell. Der zweite Direktor Lopescu war am Apparat. Frau Wollenweber sprach: „... wie bitte? Lieber nachmittags?... Ja, um 4 Uhr!... Ist mir recht... ob ich auch ganz bestimmt komme?... aber gewiß, Herr Direktor, Punkt 4 Uhr bin ich bei Ihnen... ja, ganz sicher!... auf Wiedersehen.“ Frau Wollenweber legte den Hörer auf die Gabel, sah Sand vielsagend an, und Sand verstand. „Genau das hatte ich erwartet", nickte er... „Droschinski ist so schnell nicht zu erreichen, oder er kann so schnell nicht nach der Bank kommen... und dafür, daß er auf nachmittags bestellt wird, müssen wir auch ganz pünktlich sein!" Margot lächelte, und Sand brummte noch etwas, das dem Ton nach nichts Gutes verhieß. Trotz allen Eifers, mit dem Margot Wollenweber die Stunden vor Mittag dazu verwandte, Sand alles zu zeigen, was es auf ihrem Gut zu sehen gab und trotz des Interesses, das dieser jeder kleinsten Einrichtung entgegenbrachte, wollte die Zeit nicht vergehen. Margot schlug einen größeren Spaziergang vor; in einer halben Stunde erreichten sie an einem nahen Berghang eine einfache Bank. Ueber dicht wucherndes Himbeergestrüpp hinweg sah man die rostbraunen Türme und Dächer von Kronstadt. Mit einem tiefen Seufzer sagte Margot: „Das ist mein Lieblingsplatz, Heinz!... Wenn es nur möglich wäre, daß ich hierbleiben kann!...“ Heinz besann sich lange, was er antworten sollte. Am gestrigen Abend schon war ihm der Gedanke gekommen, daß dieses Leben, das Margot Wollenweber hier führte, so viel gesünder und vernünftiger war als das seinige. Sie kämpfte auf einem schweren Posten, aber stetig und zäh, während er im Kampf mit vielen Gegnern sich selbst und sein Lebensziel zu verlieren auf dem besten Wege war. Sollte er nicht allmählich zum Lande zurückkehren? Es mochte zunächst die Arbeit da sauer werden. Doch wer der Erde diese Treue hält, dem hält sie auch die Erde. Und diese wunderbare, mutige, liebe Frau? Bedurfte sie nicht für immer eines braven Kameraden?... Konnte er eine bessere Gefährtin wünschen?(Fortsetzung folgt.) „Schen del Venle Anlnte entschieren Wie der französische Senator Berenger heute die Saarfrage Frankreichs Frontkämpfer für deutsch=französische Aussprache Paris, 16. Januar. Die Zeitung„Paris Midi“ hat den Vorsitzenden des Senatsausschusses für auswärtige Angelegenheiten, Senator Berenger, um seine Ansicht über das Ergebnis der Saarabstimmung befragt. Berenger gab darauf Erklärungen, die im günstigen Gegensatz zu seiner früheren Einstellung zu stehen scheinen. Die Abstimmungsziffern, sagte Berenger, hätten ihn nicht überrascht(!), seitdem er gewußt, daß die Katholiken für Deutschland stimmten. Das Saargebiet sei seit einem Jahrhundert preußisch und bleibe preußisch. Die Schlacht von Belle=Alliance und der Wiener Kongreß von 1815 hätten schon das geschichtliche Schicksal der Saar entschieden; Talleyrand habe Preußen an den Rhein gebracht....rsaterstetters nach 5. Auf eine Frage des Berichterstatters nach den in Hitlers Buch„Mein Kampf“ enthaltenen Stellen, die in Frankreich zur Polemik gegen Deutschland ausgeschlachtet zu werden pflegten, winkte er ab. Er sagte, er vergesse nicht, daß der Reichskanzler inzwischen den ehemaligen Frontkämpfern gegenüber Erklärungen in dieser Frage gegeben habe. Zum Schluß bemerkte Berenger, an dem Tage, an dem die Reichsregierung amtlich auf diplomatischem Wege und im Rahmen der Völkerbundsversammlung die Beteuerungen bestätigen werde, die Hitler, Goebbels und Heß mehrfach abgegeben hätten, stehe nichts mehr im Wege, um den europäischen Frieden, der soeben schon in Rom in so glücklicher Weise gefentigt worden sei, auch zwischen Berlin und Paris im Einvernehmen mit den anderen europäischen Mächten ernstlich 18banen. Marz, gihis„in. Vnfr Ferner hat„Paris Midi“ eine Anfrage bei einigen führenden Persönlichkeiten französischer Frontkämpferverbände abgehalten. Die Antwort faßt das Blatt unter der Ueberschrift zusammen:„Die ehemaligen Frontkämpfer sind der Ansicht, daß die Volksabstimmung endlich die Zeit der deutsch=französischen Verhandlungen eröffne.“ Der Vorsitzende des Verbandes der ehemaligen Frontkämpfer=Verbände Union Fédérale, Pichot, erklärte, unter Hinweis auf seine Unterredung mit dem Reichskanzler, Hitler habe Wort gehalten. Der deutsch=französische Streit sei beendet. Künftig werde eine unmittelbare deutsch=französische Aussprache möglich. Wenn der Reichskanzler betone. Deutschland könne dem Gesetz der Verbundenheit der Völker Genüge leisten, so meine er damit wohl, daß es keine Gleichberechtigung ohne gleiche Pflichten gebe. Man müsse hoffen, daß diese öffentlich übernommenen Verpflichtungen sich auf die Haltung Deutschlands bei den kommenden internationalen Verhandlungen auswirken werden. Erste Sitzung des Reichsehrengerichtshofes voraussichtlich am 5. Februar dnb Berlin, 16. Januar. Als oberste Instanz in den Verfahren vor den sozialen Ehrengerichten ist nach Paragraph 50 des Gesetzes zur Ordnung der nationalen Arbeit ein Reichsehrengerichtshof geschaffen. Der Reichsehrengerichtshof entscheidet in der Besetzung von zwei höheren richterlichen Beamten, von denen einer als Vorsitzender, der andere als Beisitzer zu bestellen ist, ferner von je einem Führer des Betriebes und einem Vertrauensmann und einer von der Reichsregierung zu bestimmenden Person als Beisitzer. Zu diesem von der Reichsregierung zu bestimmenden Beisitzer ist nunmehr der württembergische Reichswirtschaftsminister Dr. Lehnich bestellt worden. Der Reichsehrengerichtshof wird voraussichtlich am 5. Februar 1935 seine erste Sitzung abhalten. Hochverratsprozeß gegen Sinowsef begam dnb Leningrad, 16. Januar. Am Dienstag begann der Hochverratsprozeß gegen Sinowjeff und 18 weitere Angeklagte, unter ihnen Kameneff und Baschkirosch. Alle Angeklagten haben große Stellungen in der Partei und der Regierung bekleidet. Zu erwähnen ist noch Jadokimoff, der Mitglied des Hauptausschusses und außerdem früher Chef der GPU. im Kaukasus war. Mehrere Angeklagte haben früher, vor ihrem Ausschluß aus der Partei, bedeutende Aemter im Heer oder in der russischen Schwerindustrie bekleidet. Sinowjeff war früher Vorsitzender der kommunistischen Internationale, Kameneff war seinerzeit Botschafter in Rom und stellvertretender Vorsitzender des Volkskommissarenrates der Sogzetuniog,„„ g.4at.5„V. 10 Mnaenlg Die Anklageschrift besagt, daß alle 19 Angeklagten eine geheime Organisation gebildet hätten, die in der letzten Zeit eine heftige sowjetfeindliche Propaganda betrieben habe und die an der Ermordung des Sekretärs der kommunistischen Partei, Kiroff am 1. Dezember 1934 schuld sei. Die illegale Organisation, die der Mord Kiroffs in Leningrad ausgeführt habe, habe mit einer politischen Gruppe in Moskau,„Moskauer Zentrum“ genannt, in Verbindung gestanden. Diese Gruppe habe in Wirklichkeit die gesamte sowjetfeindliche Bewegung geleitet. Aus den Aussagen verschiedener Angeklagter gehe hervor, daß der Gruppe alle Mittel für den Kampf gegen die Regierung und die Partei recht gewesen seien. Eine Gruppe der Angeklagten habe ihre Zugehörigkeit zu der illegalen Parteiorganisation„Moskauer Zentrum“, eine zweite Gruppe ihre Zugehörigkeit zu der Leningrader illegalen Kampfgruppe zugegeben. Die dritte Gruppe habe gestanden, daß sie der sowjetfeindlichen Organisation angehört und in Verbindung mit der politischen Gruppe unter Führung Nikolajeffs gestanden habe, deren Mitglieder am 29. Dezember 1934 auf Grund des Beschlusses des Obersten Gerichtshofes in Leningrad verurteilt und erschossen worden seien. Der Angeklagte Jewdokinoff erklärte dem Gericht, daß er voll und ganz seine Schuld sowie die Schuld der anderen Angeklagten erkenne, daß seine sowie der Mitangeklagten Tätigkeit sich nicht von derjenigen anderer Kreise unterscheide, die offen gegen die Sowjetregierung im Ausland aufgetreten seien. Durch das jahrelange Verbreiten von unwahren Gerüchten sei die Ermordung Kiroffs vorbereitet und dann im Dezember von Nikolajeff ausgeführt worden. Wir sind, erklärte der Angeklagte zum Schluß, schuldig, die Massen gegen die Sowjetregierung und Stalin aufgehetzt zu haben, und müssen unsere Verantwortung hierfür tragen. Kalthurune honkere..... Französische Selbsterkenntnis— Weitere Pressestimmen zum deutschen Sieg an der Saar dnb Berlin, 16. Januar. Die Presse in Paris und London steht auch heute noch unter dem Eindruck der Saarabstimmung. Sämtliche Blätter füllen mehrere Seiten mit Berichten ihrer Sonderberichterstatter aus Berlin, Saarbrücken und Genf, in denen die Eindrücke geschildert werden, die die machtvollen Kundgebungen für das Dritte Reich Sie Umstellung der Pariser Blätter, die noch vor wenigen Tagen eine starke Minderheit der Separatisten voraussagten oder sogar an deren Erfolg glaubten, ist vollzogen; man erklärt jetzt allgemein, daß es zwecklos sei, heute noch über das Ergebnis zu streiten. Man müsse sich eben mit der Tatsache abfinden und Lehren daraus ziehen. Diese Lehren sind nach dem„Echo de Paris“ und dem Journal“ die, daß es wohl keine zwei verschiedene Deutschland gebe und nie gegeben habe. In diesem Zusammenhange unterstreichen die Blätter die Vaterlandsliebe der Deutschen. Sie stellten ihre perLoptsHafz. Saneret handele. Man va Ziesemd Vohl GE Man sen hintan, wenn des Voltsganzen handele. Mug müsse diesem unwandelbaren Nationalgefühl Anerkennung zollen. Man will darin aber auch eine Gefahr erblicken, denn die Wiedereingliederung des„Saaxgehiets in Deutschland Wiedereingliederung, des S# bereite den österreichuchen, denn die argebiers in Deutschland unschzuß vor. 47) Die Saarabstimmung habe Deutschland die Tore Wiens geöffnet. Das„Journal“ gibt gleichzeitig zu, daß die Abstimmung tatsächlich frei gewesen sei und daß man nicht von Zwang sprechen dürfe. Die Ausführungen des Führers finden allgemein eine günstige Aufnahme. Viele Blätter in Paris und London betonen, daß die Saar wirklich zu einer Brücke zwischen beiden Ländern werden könne. Natürlich versucht die Pariser Presse ihre Umstellung zu rechtfertigen. Daß diese Bemühungen, die monateund jahrelange falsche Einstellung und Berichterstattung wiedergutzumachen, einem Armutszeugnis der französischen Presse gleichkommt, erkennt man auch in französischen Journalistenkreisen. Die Zeitung„Paris Midi“ verdient mit den Worten der Selbsterkenntnis, die sie heute veröffentlicht, weite Verbreitung: „Man hat uns also hinters Licht geführt“, so schreibt sie traurig und enttäuscht.„Man hat uns hinters Licht geführt, angefangen von den Vätern des Versailler Vertrages, die uns eine Teilhoffnung vorspiegelten bis zu den französischen Abgesandten im Saargebiet, den Beamten und Politikern, die uns den ausgesprochen deutschen Charakter und die deutsche Verwurzelung dieses kleinen Landes verheimlicht haben und die es vor allem nicht verstanden haben dort den Elementen der Unabhängzigkeit Mut einzuflößen. Unverständnis, Unwissenheit, Tarnung der Wahrheit und Versagen derer, die uns hätten aufklären und die hätten handeln müssen!“ Die Londoner„Times“ sagt:„Für die Saarländer wie für die Mehrheit im Reich sei Hitler gleichbedeutend mit Deutschland. Die Außenwelt würde klug tun, sich mit diesem Gefühl abzufinden. Das Ergebnis der ! Saarabstimmung werde die Stellung des Führers noch Kurze Nachrichten In Berlin starb General der Infanterie Kuno von Steuben. Im Weltkrieg führte er das 18. Armeekorps und später die 11. Armee in Mazedonien. Vor dem Kriege war er u. a. Direktor der Königlichen Kriegsakademie. Der Reichsbund deutscher Beamten stellte Saardeutschen 1000 Ferienfreiplätze, je zu 21 Tagen, in seinen Erholungsheimen zur Verfügung, der Reichsverband deutscher Jugendherbergen der bedürftigen Saarjugend 2500 kostenlose Uebernachtungen. Die Abstimmungskommission ist aus dem Saargebiet in Genf eingetroffen. Der Zug führte auch die Abstimmungsurnen mit. Die marxistisch=kommunistische Einheitsfront in Paris kündigt für kommenden Freitag eine große Rede Matz Brauns in Paris an. Der„Ami du Peuple“ fordert die französische Regierung auf, den Emigranten aus Deutschland ein für allemal jede politische Tätigkeit in Frankreich zu untersagen. Der französische Ministerpräsident Flandin und Außenminister Laval werden am 31. Januar in London eintreffen. Die Besprechungen mit den englischen Staatsmännern werden am 1. und 2. Februar stattfinden. Der italienische Kolonialminister de Bono ist zurückgetreten und zum Oberkommissar der Kolonien Eritrea und Somali ernannt worden. Mussolini hat die Leitung des Kolonialministeriums übernommen. Die dreitägigen Präsidentenwahlen in der mittelamerikanischen Republik El Salvador ergaben einen Sieg des früheren Präsidenten Maximiliano Hernandez Martinez. lee mit: Grog von: Kanerint. Verschiedene Verwendungsmöglichkeiten unseresWeinbrandes IRVerAURetjancssjen 8 Nr. 14 7 Bochumer Anzeiger7 Donnerstag, 17. Januar 1933 84 Ismayr stößt Weltrekord Ho wer Longiei, Heibm-Poher Das Programm des Kölner Boxabends Dem Sieger dritte Berufsboxkampfveranstaltung dieser Saison in der Kölner Rheinlandhalle, und man muß schon sagen: ein famoses Programm, das keineswegs hinter dem der beiden ersten Kampfabende zurücksteht. Gewiß, Eurovameister Gustav Eder steht nicht auf der Karte, doch werden die beiden Schwergewichtskämpfe zwischen dem Deutschen Reister Vinzenz Hower und dem Franzosen Lenglet sowie Arno Kölblin gegen Artur Polter schon für Massenbetrieb in der Rheinlandhalle sorgen. Außerdem aber werden gerade die Anhänger Eders recht gespannt sein auf den Start von Alfred Katter(Berlin), dem einzigen deutschen Weltergewichtler, der für einen Titelkampf gegen unseren Europameister in Frage käme. Die Prominenz ist bereits vorgestellt, gehen wir den einzelnen Paarungen über. Da steht natürlich der deutsche Schwergewichtsmeister Hower(Köln) im Mittelpunkt des Programms. Sein Gegner ist der erst 21jährige, französische Exmeister Lenglet(Paris), der bei seiner körperlichen Figur, seiner technisch guten Schulung immerhin ein gefährlicher Gegner ist. Bestimmt nicht weniger interessant wird der zweite Schwergewichtskampf zwischen dem talentierten Verliner Kölblin und dem starken Leipziger Artur Polter sein. Beide sind offiziell anerkannte Herausforderer unseres Meisters Hower, es wird ihnen also schon was an einem Siege liegen. Sportlich am wertvollsten ist aber unbedingt der Kampf Katter (Berlin) gegen Dübbers(Köln). Der junge, technisch hervorragende, hart schlagende Berliner hat bisher noch keinen Kampf verloren. Sein Sieg über Frankreichs Exmeister Raphael hat ihn mit in die europäische Spitzenklasse gestellt. Wäre der Junge nicht erst 20 Jahre, hätte Eder bestimmt seinen Titel gegen ihn zu verteidigen. Das sind drei Kämpfe, die erstklassigen Sport bieten werden, die übrigen zwei— Bernhardt(Leipzig) gegen Schmitt(Mannheim) und Prodel(Köln) gegen Mohr(Düsseldorf stehen ihnen etwas nach, sind aber durch ihre Ausgeglichenheit sicherlich interessant. Pieize, Lolnkuhn, Prieie, Walkpi Bombenbeictzung des Dortmunder Daucrrennens Revanchckampf Merkens—van Vlief Auf einer Kraftsport=Veranstaltung in Freising gelang es dem Münchener Ismayr, seine eigene Wellbestleistung im beidarmigen Stoßen von 288 auf 290 Pfund zu verbessern. Glolfen der Woche Der Bischof als Fußball=Torwart Etwas, was sicherlich in keinem andern Land der Welt möglich sein würde. Lambeth United ist ein gänzlich unbekannter Klub Mittelenglands. Neulich aber trug er insgeheim ein Spiel aus, wobei Bischof Tubbs, Domherr von Chester, im Tor stand. Vor ihm seine drei Söhne, ferner die sechs Söhne des Bischofs von Chester und der Sohn eines andern Geistlichen. Gegner waren die Chorsänger der Kathedrale von Chester, bei denen der Domorganist das Tor hütete. Als Bischof Tubbs seinen Avendgottesdienst abhielt, hintte er stark. Dies veranlaßte ihn, seiner Zuhörerschaft klarzumachen, daß er nicht etwa infolge vorgeschrittenen Alters— er ist 55— so mühselig zur Kanzel hinaufgestiegen sei, sondern weil er Fußball gespielt habe! Die„Göttliche" als Forschungsreisende Frankreichs größte und bedeutendste Tennisspielerin aller Zeiten, Suzanne Lenglen, deren Uebertritt zum Berufssport den französischen Tennissport einer seiner stärksten Waffen im Damen=Tennis beraubte, hält sich zur Zeit in St. Moritz auf. Ueber ihre nächsten Zukunftspläne befragt, gab Suzanne Lenglen die recht interessante Auskunft, daß sie in einigen Wochen sich an einer amerikanischen Forschungsreise nach Arabien zu beteiligen gedenkt, die unter der Leitung des Grafen Prorock stehen wird. Es sollen archäologische Ausgrabungen im Innern Arabiens vorgenommen werden, die sich über die Zeitdauer von ungefähr zwei Monaten erstrecken sollen. Da die Expedition in ferne, von der Kultur kaum berührte Gegenden führen wird, steht sie unter militärischem Schutz einer beigegebenen Truppe. Nach ihrer Rückkehr in die Heimat wird Suzanne Lenglen aller Voraussicht nach in London als Leiterin einer Tennisschule tätig sein. ... und Helen Wills=Moody spielt wieder Der Tennis=Professionalismus greift neuerdings auch auf das Damen=Tennis über. Die ameritanische Landesmeisterin Helen Jacobs hat zwar in einer Erklärung ihren bevorstehenden Uebertritt zum Berufssport dementiert, der„wenigstens noch nicht in diesem Sommer“ erfolgen würde.„ Nun wird der amerikanische Damen=Tennissport in diesem Jahre voraussichtlich wieder über die langjährige Weltmeisterin Helen Wills=Moody verfügen können, die sich im Herbst 1933 nach einem Rückenleiden zurückzog und über ein Jahr lang pausiert hat. Helen Wills=Moody hat jetzt von den Aerzten wieder Spielerlaubnis erhalten. 815 000 Zuschauer— 700 000 RM. Einnahme Den 32 Spielen der dritten englischen Pokalrunde wohnten am Samstag nicht weniger als insgesamt 815000 Zuschauer bei. Die Gesamteinnahmen Die Besetzung des klassischen Tauerrennens um das „Goldene Rad“ am kommenden Sonntag, 20. Januar, in der Dortmunder Westfalenhalle ist nunmehr komplett. Als vierter Teilnehmer ist ein Ausländer, und zwar der Franzose Auguste Wambst, vervflichtet worden, so daß nunmehr die Teilnehmer des„Goldenen Rades“ folgende sind: Weltmeister Erich Metze(Dortmund), Alfredo Prieto(Spanien), Walter Lohmann(Bochum), Auguste Wambst(Fronkreich). Lohmann und Meve sind bereits seit Montag beim Training in der Westfalenhalle, während Prieto und Wambst für Donnerstag sich angemeldet haben. Das „Goldene Rad“ wird in zwei Läufen über je 30 Kilometer gefahren. Revanche Merkens— van Vliet Auch Hasselberg startet. Die Westfalenhalle hat den Radsportfreunden für Sonntag außer der guten Besetzung in dem Tauerrenneu um das„Goldene Rad“ noch eine zweite sportliche Delikatesse reserviert. Das sensationellste Ereignis der Amateurflieger=Weltmeisterschaften in Leipzig war unbedingt der Ueberraschungssieg des Holländers van Vliet über unseren deutschen Reister Merkens. Niemand hatte erwartet, daß Merkens, dessen Sieg in der Weltmeisterschaft hundertprozentig vorher getippt war, geschlagen werden konnte. Der Sieg des jungen Holländers van Vliet über Merkens im Zwischenlauf der Weltmeisterschaft war wohl als das überraschendste Resultat der gesamten Weltmeisterschaften 1934 anzusehen. Diese beiden großen Rivalen treffen nun am kommenden Sonntag in der Dortmunder Westfalenhalle in einem Flieger=Kriterium zusammen. Weitere Teilnehmer dieses Kriteriums sind Hasselberg(Bochum) und der Däne Stieler. Diese vier internationalen Amateurgrößen werden in einem Rundenzeitfahren, in Zweierläufen Mann gegen Mann und in einem Viererlauf den Anhängern des Fliegersports ihr Können unter Beweis stellen. Am 20. Januar in Gronau Vorschlußrunde der Olympia=Ausscheidungen der westfälischen Amateurvoxer Die Vorschlußrunde der Olympia=Ausscheidungen der westfälischen Amateurboxer wird am Sonntag in Gronau durchgeführt. An den Kämpfen nehmen drei Bochumer teil, und zwar Manczyk(Punching), Disselbeck(Polizei Bochum) und Ostkamp(BSK. 19 Bochum). Die Endkämpfe finden am 26. Januar in Münster statt. betrugen 56 466 Pfund(rund 700000 RM.). Die Vorschlußrunde folgt am 16. März, der sich das Cup=Endspiel in Wembley am 27. April anNewyorker Boxkommission gegen Max Baer Die Newyorker Vorkommission veröffentlicht eine Erklärung, daß der Vorweltmeister Max Baer keine Erlaubnis erhalten wird, im Gebiet des Staates Newyork in Vierrundenkämpfen und Schaukämpfen aufzutreten, um dabei durch den Einsatz des Weltmeistertitels Geld zu verdienen. Es würde nur ein regulärer Meisterschafts=Titelkampf über 15 Runden eine Genehmigung finden. Boxer und Stierkämpfer zugleich Man hat zwar schon des öfteren davon gehört, daß Boxer auch als Sänger oder Tänzer von sich reden gemacht haben, daß aber ein Boxer gleichzeitig auch als Stierkämpfer auftritt, ist bestimmt noch nicht dageSelbstverständlich handelt es sich dabei um einen heißblütigen Sohn Kastiliens, namens Santos, der seit einiger Zeit als Boxer gute Erfolge erzielte, vorher aber und auch zwischendurch eine ganze Anzahl von Stierkämpfen absolviert hat. Es ist eigentlich## ganz zu begreifen, aus welchem Grunde der tüchtige Toreador nicht auch in den Ring seinen Tegen mitbringt, denn da hätte er es doch viel einfacher, sich seiner Gegner zu entledigen, als mit dem Fausthandschuh des Boxers...! Der Schiedsrichter ist immun... „Du Ekel!“ sagte sie, denn er hatte ihr soeben erklärt, daß er sie sitzen lassen wollte.„Du Schuft, du Verbrecher!“ Er aber rührte sich nicht und gab auch nicht einen „Lump, Verräter, gemeiner Kerll“ rief sie in ihrem ohnmächtigen Zorn. Plötzlich aber hielt sie inne. Es hatte keinen Zweck, weiter zu schimpfen. Er war immun dagegen. Er war nämlich— Schiedsrichter. Deutschlands TischtennisSpitzenspieler in Bochum Der Tischtennisklub„Blau=Weiß". Bochum hat für Samstag, 19. Januar, zum Westfalenhaus, Brückstraße, die Spieler Ladda und Münchow(Kiel) zu einigen Schaukämpfen eingeladen. Beide Spieler sind Mitglieder der deutschen Nationalmannschaft. Insbesondere darf man auf das Können von Ladda, welcher in der deutschen Rangliste den dritten Platz einnimmt, gespannt sein. Die besten Bochumer Spieler, u. a. Träger, Bickmann und Kleinheidt, werden gegen obige Spieler antreten. Welttalens Handballelf probt Am 3. Februar trifft die Gau=Handballmannschaft des Westfalengaues in Hamm in einem Probespiel auf eine Bezirks= bzw. Stadtmannschaft, am 10. Februar in Wuppertal=Barmen auf den Gau Niederrhein. Für das Spiel in Hamm sind folgende Spieler vorgesehen: Quermann(Grün=Weiß Bielefeld), Reinties, Knautz, Klüter und Schmitz(Hindenburg Minden), Osik (Paderborn), Roß II(Hindenburg Minden), Pinkelmann(Eintracht Wehringhausen), Stork und Menning (Schalke 04), Kraffzik(Turnerbund Eickel), Lück (Schwelm 06). Anni Stolte Ichwamm Rekord Im Düsseldorfer Stadtbad Kettwiger Straße unternahm Anni Stolte vom Düsseldorfer SV. 98, angefeuert durch den letzten Rekord von Christel Rupke(Ohligs), einen Rekordversuch über 400 Meter Rücken, und zwar unter offizieller Kontrolle. Anni Stolte legte die Strecke in:33,6 Minuten zurück. Sie wird in den nächsten Wochen weitere Versuche unternehmen. Bisherige Rekordhalterin war Elfriede Sasserath von Düsseldorf 98 mit:38,5 Minuten. Bekanntlich hat der Bochumer Ballonflieger Dr. Scholl den Wanderpreis des Deutschen Luftfahrtverbandes für seine im Herbst 1934 durchgeführte Ballonfahrt nach Südfrankreich erhalten. Der Siegespokal, den wir im Bild zeigen, wurde ihm vor kurzer Zeit ausgehanoigt und wird zur Zeit in den Schaufenstern des Juweliers Henning, Kortumstraße, gezeigt. Leo Galperl Gesamtsieger in Sestrières Die letzte Abfahrt der internationalen Skirennen in Sestrières nahm am Mittwoch mit dem sechsten Rennen einen überaus dramatischen Verlauf. Die etwa 1100 Meter Gefälle aufweisende Strecke hatte es in sich. Der Schnee war durch die strenge Kälte der Nacht verschiedentlich steinhart gefroren, und die Strecke wies derartige Schwierigkeiten auf, daß keiner der 15 Fahrer„schußfrei“ am Ziel ankam. Von besonderem Pech war der Oesterreicher Leo Gasperl verfolgt, der schon beim ersten Sturz einen Stock verlor und später viel Boden dadurch einbüßte, und noch dreimal sturzte. Es stellte sich heraus, daß Gasperl mit Fieber an den Start gegangen war, aber immerhin trotz der Stürze noch den sechsten Platz belegen konnte. Wie sich aber später herausstellte, genügte dieser Rang zu seinem Gesamtsieg vor seinem Landsmann Wolfgang, hinter dem der Italiener Zanni vor Pfeiffer auf den dritten Platz gesetzt wurde. Toni Bader hielt ebenso wie Hans Kemser den sechsten bezw. siebenten Platz im Gesamtergebnis. Bei der feierlichen Siegerverkündung erhielt dann Leo Gasperl den Pokal des Königs von Italien...(Pesterreich) rrn Gesamtergebnis: Leo Gasperl(Oesterleich) 337/47 Punkte; 2. Friedl Wolfgang(Oesterreich) 556,30.: 3. Rolando Zanni(Italien) 553,16.; 4. Friedl Pfeiffer(Oesterreich) 552,77.; 5. Vittorio Chierronni(Italien) 546,14.: 6. Toni Bader(Deutschland) 521,10.; 7. Hans Kemser(Deutschland) 476/91 Punkte. Schach im KIV. Der Bezirk Bochum des Schachbundes im K3BD. beginnt am Sonntag, dem 20. Januar, mit seinen Mannschaftsmeisterschaften zur Ermittelung des BezirksMannschaftsmeisters 1935. Das mit zehn Mannschaften aus sieben Abteilungen besetzte Turnier hat folgende erste Runde: Königsspringer Wiemelhausen— Schachfreunde St. Joseph. 1 Ehrenfeld=Rechen—. Antonen 27 II. Schachfreunde Ruhrmühle l.— Schwarz=Weiß Weitmar,II.„„„ 75 Gim. Schwarz=Weiß Weitmar 1.— Schachgilde Riemke. Schachfreunde Ruhrmühle II.— Antonen 27 l. Die besseren Aussichten dieser Runde verteilen sich auf Wiemelhausen, Ehrenfeld=Rechen, Schachfreunde Ruhrmühle I. Dahlhausen, Weitmar l. und Antonen 27 I. Die besten Aussichten auf den Titel hat Weitmar (Titelverteidiger) vor Ruhrmühle, Riemke und Antonen. Vom ammen Zam-Mödernen-Oyympiel Olympia in der Geschichte— Ein Vergleich der modernen Olympiade mit der Olympiade des Altertums siri-Ruf„Kommt zu den Oiympischen Spielen inshaben, die er gus, herz, seabjgg pe. wird die Freude und Auforsgerung bei, den Iiugpischen der sog. Llpmpischen, Fesispi die dazu berufen sind, ihre sation bei ven Ltunzpund bungssahr ist nicht bef viete;, den Echleser wird so leicht niemand lüsten können Die bis in die Sagenzeit Erhabeneres, als bei den Olympischen Spielen zu siegen. Dieses war auch schon bei den alten Griechen eine häufige Redewendung. Immer wieder kann man bei den griechischen Schriftstellern lesen:„Es gibt nichts Größeres, als bei den Olympischen Spielen Sieger zu sein.“ Was bedeutet Olympia? Olympia lag im südlichen Griechenland in der Landschaft Elis auf dem Peloponnes. Diese heilige Stätte war von Athen 275 Kilometer, von Sparta 127 Kilometer entfernt und von Oliven= und Eichbäumen umgeven. Dieser berühmte Ort Olympia war weder eine „Stadt noch ein Dorf. Olympia war schon lange vor der eigentlichen Begründung der Spiele eine berühmte Orakelstätte, ein Heiligtum der Götter. Es war bekannt wegen seiner Orakelsprüche, die dort der olympische Zeus erteilte. Niemals war aber diese Kultstätte bewoynt. An diesem geweihten Ort fanden in regelmäßigen Abständen die Feste zu Ehren des Olympiers Zeus statt. Die Entstehung der Olympischen Spiele selbst ist von einem Schkeier umhüllt. Schon in der griechischen Sage hören wir etwas von Olympia. Sie berichtet uns von dem Helden Herakles. Herakles soll aus Freude über einen Sieg unter seinen Brüdern einen Wettlauf veranstaltet und den Sieger mit einem Oelbaumzweig bekränzt haben. Wettkämpfe waren ja bei den Griechen beliebt, und der viel gepriesene Sänger Homer schildert auch schon in einer packenden Szene einen Faustkampf. So war es klar, daß diese Wettkämpfe, die meist nach einem gewonnenen Kriege veranstaltet wurden, immer größeren Anklang fanden. Der Sage nach soll als erster der idäische leicht niemund insten konnen. Die bis in die Sagenzeit zurückgehenden Spiele wurden lange Zeit gepflegt, dann aber schließlich aufgehoben und erst wieder von Iphitos und Lnkurgos zu neuem Leben erweckt. Das goldene Zeitalter war von 468 bis 400 v. Chr. Glanz und Prunk der Spiele erreichten hier ihren Höhepunkt. Unter den Siegern besanden sich Fürsten aller griechischen Staaten und hervorragende Staatsmänner, wie z. B. Alkibiades. Im goldenen Zeitalter der Olympia war die Dauer der Festspiele auf fünf Tage festgelegt. Aber in der folgenden Zeit, die auch das silberne Zeitalter(400 bis 338 v. Chr.) genannt wird, stellen sich die Wettkämpfer des eigentlichen Mutterlandes weniger zum ritterlichen Kampfe, und die Kolonien von Süditalien, Kleinasien, und Afrika treten mehr in den Vordergrund. Von Jahr zu Jahr nimmt jetzt die Bedeutung der Spiele, die zu Ehren des Olympioniken Zeus stattfanden, ab. Die Berufsathletik gewinnt langsam die Ueberhand und vom religiösen Charakter, den die Festspiele tragen sollten, von der höchsten Bekundung der Zusammengehörigkeit aller griechischen Volksstämme war keine Spur mehr vorhanden. Besonders schadeten den griechischen Festspielen die Spiele der Römer in der Kaiserzeit. Auf dieser Ebene ging es mit den Olympischen Festspielen immer weiter abwärts, bis schließlich Theodosius Griechenland und seinen Festspielen den Todesstoß versetzte. Das moderne Olympia. Seit der Wiederbelebung der Olympischen Spiele sind 40 Jahre verflossen, als am 23. Juni 1894 der Anklang fanden. Der Sage nach soll als erster der idäische fast 40 Jahre verflossen, als am 23. Juni 1894 der Herattes Wettspiele mit dem Namen Olympia eingeführt! französische Baron Coubertin den olympischen Gedanken wieder aufgriff. Den Gedanken in die Tat umzusetzen, gelang ihm aber erst nach vielen vergeblichen Mühen. Ihm ist es zu verdanken, daß die alten Festspiele erstmalig im Jahre 1896 wieder auf dem geheiligten griechischen Boden stattfanden. Coubertin hat aber auch dem Sportfest seine Weihe gegeben und hat das erste olympische Wettkampfprogramm aufgestellt zu einer Zeit, wo die Tafel unserer sportlichen Wettkämpfe noch sehr lückenhaft war. Er hat die Weltbedeutung der Spiele in den fünf Ringen symbolisiert, in denen sich die fünf Weltteile verschlingen. Alle Erdteile, alle Völker sollen im friedlichen Kampfe ihre Kräfte messen und ritterlich kämpfen. Es kommt nicht auf das Siegen, sondern auf das ritterliche Kämpfen an. Schon im Altertum war es schmutzig und häßlich, wenn ein Athlet in Olympia seinen Kranz für Geld einem anderen überließ. Coubertin, der Erneuerer der Olympischen Spiele, ist es auch gewesen, der den olympischen Eid festgelegt hat, der ja auch im Altertum bestand. Die Festspiele dauerten im Altertum mehrere Tage und fanden ihren Auftakt mit religiösen Opfern und Vereidigung der Teilnehmer. Die Griechen veranstalteten das olympische Fest alle vier Jahre, um durch sportliche Kämpfe ihre Götter zu ehren. Auch die modernen olympischen Festspiele beginnen nicht gleich am ersten Tage mit den Wettkämpfen in der Arena. Der erste Tag ist der Eröffnung vorbehalten. Unter dem Donner der Kanonen, unter dem Aufsteigen von Tauben. unter Entfaltung des Olympischen Banners mit den fünf Ringen, die unlösbar ineinander verschlungen im weißen Flaggenfeld flattern, und unter dem Aufflammen des Olympischen Feuers werden die Spiele eröffnet. Wettkämpfe selbst beginnen auch erst am zweiten Tage und dauern 16 Tage, während sie im alten Griechenland nur einen Zeitraum von sechs Tagen umfaßten. Mit dem Wettkampf der Herolde und Trompetenbläser nahm das Fest in der hellenistischen Zeit seinen Anfang. Hiernach folgten dann die anderen Wettkämpfe. Der zweite Tag wurde mit den Wettkämpfen der Knaben ausgefüllt. Der dritte Tag war für das Pferderennen und für den Fünfkampf, bestehend aus Weitsprung, Diskuswurf, Speerwurf, Laufen und Ringkampf freigehalten. Den Höhepunkt bildete aber der vierte Tag. Große Opfer und Wethry#schenke wurden den Göttern, vor allem dem Zeus dargebracht. Ihnen zur Ehre veranstalteten die Griechen einen herrlichen Festzug. Der fünfte Tag war der Großkampftag, wenn man ihn so nennen darf. Des Morgens kamen die Läufe zum Austrag und des Nachmittags zeigten die Ringer und Faustkämpfer ihre Künste. Den Schluß bildete der sechste Tag, an dem die große Siegerehrung stattfand. Die olympischen Wettkampfarten des Altertums haben auch bei den modernen Festspielen zum Teil noch Geltung, so z. B. das Speerwerfen, das im Altertum seinen Ursprung in den Bedürfnissen des Krieges hatte. Der Speer gehört zu den ältesten Waffen und erreichte oft eine Länge von 4 bis 5 Meter. Ferner sind der Wettlauf und der Diskuswurf noch heute üblich. Der Diskus bestand in alter Zeit aus einer steinernen Wursscheibe. Es gab aber auch schon Scheiben aus Holz, Blei oder Eisen, die eine rundliche Form besaßen. Das Gewicht betrug ungefähr 2 Kilogramm. Aber auch den Ring= und Faustkampf kannten die alten Griechen schon. Die Boxhandschuhe waren im Altertum aber etwas gefährlicher als heute. Sie bestanden aus Lederriemen mit Metallknöpfen. Das Festprogramm der modernen Olympischen Spiele ist aber noch um mehrere Konkurrenzen, eine Folge des Kulturfortschrittes, erweitert worden. Die moderne Olympiade ist aber nicht nur ein Kampf der Leiber. Nein, auch die geistigen Wettkämpfe kommen zur Geltung. Körper und Geist sollen eine Einheit bilden. Darum stehen die Spiele mit Schrifttum und Kunst in Verbindung. Die Malerei und Bildhauerkunst soll ein sportliches Ereignis oder eine sportliche Bewegung, was die Dichtung in Worten ausdrückt, künstlerisch verwerten. Die griechischen Dichter und Sänger vermochten in farbenreichen Dichtungen und Gesängen die Festspielsieger zu verherrlichen. Ein Siegeslied bestand bei den griechischen Stämmen aus drei Teilen: Einleitung, Grundstock und Schluß. In der Einleitung ist von dem Sieger selbst die Rede. Der Grundstock besingt die größeren Erfolge des Siegers oder den Ursprung der Spiele und zum Schluß verherrlichten die Dichter abermals den Sieger und sein Leben. Der gefeiertste Dichter der Alten war Pindar, dessen Ruhm über die Grenzen Griechenlands hinaus bekannt war. Bernnard Lammere. * Seite 9 Nr. 14 7 Bochumer Anzeiger 7 Donnerstag, 11. Januar 1933 Wom Missirneseir der Fraden Oeffentliche Versammlung des Deutschen Frauen=Missionsgebetbundes Groß=Bochum Im Evangelischen Gemeindehaus Bochum=Hamme hielt der Deutsche Frauen=Missionsgebetbund am Montag nachmittag eine öffentliche Versammlung ab, zu der sich auch Freunde und Gönner der Bewegung aus allen Teilen des Ruhrindustriegebietes äußerst zahlreich eingefunden hatten. Pfarrer Simon konnte als besonderen Gast die Chinamissionarin Margrit Heußner begrüßen, die vor kurzem nach Deutschland gekommen ist, um hier ihren Heimaturlaub zu verbringen. Bevor Margrit Heußner einem Rufe des Deutschen Frauen=Missionsgebetbundes in die Missionen folgte, war sie mehrere Jahre in Bochum ansässig, um sich in der Landesfrauenklinik auf ihren Beruf als Krankenschwester und Hebamme vorzubereiten. Darum war sie auch den Bochumer Frauen keine Unbekannte mehr, wie das der stürmische Empfang, der ihr bereitet wurde, erkennen ließ. Viel Interessantes und Erfreuliches wußte sie aus ihrer nahezu achtjährigen Arbeit als Kranken= und Hebammenschwester im Dienste des chinesischen Volkes zu berichten und weckte so das Verständnis und die Freudigkeit für die evangelische weibliche Missionsarbeit, die sich gerade im Fernen Osten als rührige und getreue Sachwalterin des Evangeliums und des Deutschtums vor große Aufgaben gestellt sieht. Die Begeisterung über das Gehörte fand ihren schönsten Ausdruck in einem ergreifenden Gedenken für die im Dienste des Deutschen Frauen=Missionsgebetbundes stehenden 29 Missionarinnen. Ihr treues Festhalten an den Hochzielen der missionarischen Sendung würdigte Frau Pfarrer Simon in einer kurzen Ansprache, die von der Versammlung nach einem einleitenden Gebete stehend angehört wurde. Ein Missionslied beschloß die eindrucksvolle Feststunde. Evangelische Gemeinde Altstadt. Aus Anlaß der Saarabstimmung finden Freitag abend 8 Uhr Dankgottesdienste statt in der Christus=, Friedens= und Lutherkirche. Wochengottesdienste. Die Wochengottesdienste finden Donnerstag abend dieser Woche um 8 Uhr in der Friedens= und in der Pauluskirche statt., Aus der evangelischen Gemeinde des 7. Pfarrbezirks. In der evangelischen Gemeinde des 7. Pfarrbezirks haben die Vorstände des Evangelischen Männerdienstes und der Evangelischen Frauenhilfe getroffen, wonach künftighin die monatlichen Pflichtversammlungen zusammengelegt und im Rahmen eines Gemeinschaftsabends abgehalten werden sollen. Die erste Veranstaltung dieser Art ist für den 3. Februar geplant und findet abends 8 Uhr im Evangelischen Jugendheim an der Liboriusstraße statt.— Am nächsten Sonntag, 20. Januar, ist im Evangelischen Jugendheim die Jahreshauptversammlung des Evangelischen Männerdienstes, die sich neben anderen wichtigen Punkten besonders mit der Sterbebeihilfe befassen wird.— Die Bibelstunden werden jetzt regelmäßig allwöchentlich Freitag abend um 8 Uhr abgehalten. Aus der Erzdiözese paderborn Nach der jetzt erschienenen Uebersicht der kirchlichen rhältnisse in der Erzdiözese Paderborn im verganrenzen St. Canisius, St. Augustinus und St. Peter und Paul ist mit Rücksicht auf die in der RedemptoristenKlosterkirche„Maria Hilf“ augenblicklich stattfindende Männer=Exerzitienwoche auf den kommenden Dienstag verlegt worden. Aus der Christkönigsgemeinde. Für die Jungfrauen der Christkönigsgemeinde ist für Sonntag, 27. Januar, eine Wallfahrt zum Grabe des seligen FranziskanerOrdensbruders Jordan Mai in der Franziskanergruft auf dem Dortmunder Friedhof vorgesehen. Mit der Wallfahrt ist eine Besichtigung der herrlichen Krippe in der Dortmunder Franziskanerkirche verbunden. Die Fahrt erfolgt in Autobussen. Abfahrt mittags von 1 bis.30 Uhr von der Kirche aus. Traditionsecke Füsilier=Regiment 34. Am 12. Oktober 1935 jährt sich zum 215. Male der Tag, an dem das Pommersche FüsilierRegiment 34 gegründet wurde. Aus Anlaß dieses Jubiläums findet am 12. und 13. Oktober d. J. eine Wiedersehensfeier, verbunden mit Regimentsappell der ehemaligen Angehörigen des Regiments, in der alten Garnisonstadt Stettin statt. Anschriften für die Teilnahme an dieser Feier an den Kreisausschuß=Inspektor Fritz Mallwitz, Stettin, Barnimstraße 51, 1. Kameradschaftliche Vereinigung ehemaliger Unteroffiziere, Groß=Bochum. Der Verein veranstaltete im Vereiuslo# Reier, Dorstener Straße 59, seine diesjährige Weihnm#ts und Nitolausfeier, die einen guten Verlauf nahm. Die Kameradenfrauen wurden mit Kaffee und Kuchen bedacht, die Kinder durch den Nikolaus mit einer Tüte erfreut. Anschließend fand abends die gut besuchte Jahres=Hauptversammlung statt. Der Vereinsführer, Kamerad Kalwa, dankte dem Beirat und allen Vereinskameraden für die Arbeit im verflossenen Jahre, besonders dem Fechtmeister Kameraden Wolter nebst Mitarbeitern, die im letzten Jahre den Betrag von 112,76 RM. aufbrachten. Der Abschluß des letzten Jahres war gut. Eine Ehrung wurde Kamerad Witt zuteil, der im Weltkriege das Goldene Ehrenkreuz erhielt. Im Anschluß daran wurden noch einige schöne Stunden verbracht. Der Verein betrauert seinen alten lieben Kameraden Fritz Morzek, der am 8. Januar nach langer Krankheit starb. Verein ehemaliger 53er Bochum. Im Vereinsheim des Kameraden Gust. Schäfer, Ringstraße, fand die diesjährige Hauptversammlung statt, die sehr gut besucht war. Nach einleitenden Worten des Vereinsführers Bettenhausen hielt dieser noch einen Rückblick auf das vergangene Jahr. Der Jahresvericht wurde gutgeheißen, ebenfalls der Kassenbericht; man erteilte dem Kassenwart Entlastung. Sodann wurden vom Vereinsführer die Beiratsmitglieder ernannt, ferner bestimmte man das Fahnenkommando, den Schießwart, die Schießgruppe und dergleichen. Ausgenommen wurde ein Kamerad. Der Anfang Juli 1935 in Dutsburg stattfindende Regimentstag fand lebhaftes Interesse und rege Aussprache. Eine starke Beteiligung ist gewiß. Als Vereinsheim wurde das Lokal des Kameraden Schäfer beibehalten. Nach einem gemeinschaftlichen Imbiß blieben die Kameraden noch recht lange in fröhlicher Stimmung beisammen. Semper-talls-Bund. Am 12. Januar hatte die Ortsgruppe Bochum ihre Jahreshauptsitzung in Lokale Fischedick. 1. Gruppenführer Nölle begrüßte die zahlreich erschienenen Kameraden mit einem herzlichen Neujahrsgruß. Neu aufgenommen wurde ein Kamerad. Der vom Schriftführer erstattete Jahresbericht gab ein zufriedenstellendes Bild über Westfalen und Rheinprovinz die Tätigkeit der Ortsgruppe im verflossenen Jahr. Ueber die Finanzverhältnisse gab der Schatzmeister einen ausführlichen Bericht. Auf Anregung des Ebrenvorsitzenden, Major a. D. von Westernbagen, wurde der bisherige Vorstand mit seinen bewährten beiden Führern Nölle und [Küster wiedergewählt. Als Gruppenheim wurde„Haus Düppe“ bestimmt, während das Lokal des Kameraden Fischedick als Verkehrslokal beibehalten wird. Verein ehemaliger 67er von Bochum und Umgegend. Der Verein hielt am vergangenen Sonntag nachmittag im Vereinsheim Hasselkuß eine stark besuchte Hauptversammlung ab. Der erste Vorsitzende, Kamerad Peters, gab einen Ueberblick über das verflossene Vereinsjahr, der besagte, daß der Verein wiederum vorangekommen sei. Zu Ehren der im Jahre 1934 zur großen Armee abberufenen vier Kameraden erhob sich die Versammlung von den Plätzen. Den Kassenbericht gab Kamerad Woweries, der bereits 24 Jahre in selbstloser und mustergültiger Weise die Finanzen des Vereins in Ordnung hält. Dem Vorstand wurde einstimmig Entlastung erteilt. Es fanden drei Neuguinahmen statt. Das Hauptereignis im Jahre 1935 ist die Einweibung des Ehrenmals am 18. August. In packender Weise gedachte der Vorsitzende der Saarabstimmung. Im Anschluß an die Versammlung blieben die Teilnehmer in froh bewegter Stimmung und kameradschaftlicher Gemütlichkeit noch einige Stunden zusammen. Keichblagung des Bedischen Geimnatschater K 16 Jam.: In diesen Tagon trat unter, fünf Jahre'e Vorsitzender wiedergewählt. Dr. Karl Düsseldorf, 16. Januar. In viesen Tagen trat unter Leitung von Landeshauptmann Haake der Deutsche Bund Heimatschutz, Sitz Düsseldorf, zu einer konstituierenden Vertreterversammlung im Ständehaus zu Düsseldorf zusammen. Aufgabe und Sinn der Tagung war es, dem 30 Jahre alten Deutschen Bund Heimatschutz mit erneutem Einsatz zu einem kräftigen Eigenleben zu verhelfen. Die Tagung erhielt ihre besondere Bedeutung durch die Annahme einer Satzung, die das Führerprinzip zur Grundlage hat und die Gewähr gibt, im Rahmen der heimatlichen Landschaft und Stammesart den erhaltenden und gestaltenden Aufgaben gerecht zu werden. Landeshauptmann Haake, der sich mit Tatkraft und Opfermut des Bundes in den schwierigsten Zeiten angenommen hat, wurde einstimmig für weitere WTe—, Sschehsechliche Keiche ic chiecel le den sich 52 im westfälischen und 9 im sächsischen Teil der Erdiözese. Selbständige Pfarreien sind im ganzen 528 vorhanden, davon entfallen auf den Teil 477. Daneben gibt es noch zahlreiche Pfarrvikarien und Filialkirchengemeinden. In vielen Gemeinden der sächsischen Diaspora wird außerdem noch an den Sonntagen aushilfsweise Gottesdienst gehalten. Aktiv tätige Weltgeistliche sind in der Erzdiözese etwa 1400 vorhanden, außerdem befinden sich 116 Priester wegen Alters oder Krankheit im Ruhestande. Zu diesen Weltgeistlichen kommen noch die Ordensgeistlichen der verschiedensten Genossenschaften, deren Tätigkeit in der Hauptsache auf missionarischem„Gebiet„liegt. Zu Priestern geweiht wurden im Frunjayr 49 Diakonen dem Priesterseminar und im Sommer 12 Ordensgeistliche. Zu den verstorbenen Priestern des vergangenen Jahres zählt auch Propst=Dechant Dr. Fröhling(Bochum). Die Erzdiözese Paderborn kann in diesem Jahre den 70. Geburtstag ihres Oberhirten, des Erzbischofs Dr. Caspar Klein begehen, der am 28. August 1865 zu Elben geboren ist und am 30. April 1920 zum Bischof von Paderborn erwählt wurde. Am 81. August 1930 wurde er zum Erzbischof nominiert. Aus der Propsteigemeinde. Die für Dienstag abend in die Bürgergesellschaft anberaumte erste Vollversammlung der in der Propsteigemeinde tätigen VinzenzkonfeBorse der Hausstau Der Mittwochmarkt auf dem Wilhelmsplatz brachte das gewohnte Bild. Obwohl Gemüse und Obst, vor allem Apfelsinen, reichlich angeboten wurden, zeigten sich die Hausfrauen recht wenig kauffreudig. Es notierten die Preise am 16. Januar Möhren........... Pz5-5; Schwarzwurzeln....... Pfd. 20 J Rüben Pfd. 8 J Steckrüben.......... Pid 5 J Spinat Pfd. 10 J Kopfsalat........ Stck. 10—15 Endiviensalat........ aug#. 45# Feldsalat.......... Wgg. 10 Zwiebeln Blumenkohl Wirsing Rotkohl Kohlrabi Rosenkohl Kartoffeln Bananen Aepfel Birnen Weintrauben Apselsinen Mandarinen Pfd. 35 J Pfd. 10 J :„Pfd. 12 J Stück 10 J Pfd 15 S 20—25 Psd. 1 Pld. 28 " P f d. 1 5— 3 5 J Pfd. 35 J Psd— 3 Stck. 2 4. 5. 6 J Stück 4 Feigen..... Päckch.—10 S Walnüsse Pid. 45 J Zitronen........... 4 Stück 10 J Eier Stück 10—13 S Deutsche Molkereibutter... Pid.60 cheutsche Landbutter Quarkkäse Rindfleisch Schweinefleisch Kalbfleisch Hammelfleisch Pid.42 Pfd. 25 J Pfd. 65—70 Pfd. 80 J Pfd. 70 J Pfd. 80 J Schellfisch Pfd. 25—50 J Rotbarsch Schollen Kabeliau Seelachs Fischfilet Barsch Plötze Zander Psd. 25 J Pfd. 25 J Pfd. 35 Pfd. 25# Pfd. 40 S Pfd.— Psd. 25 J Pfd.— 9. Januar . 5— 8 S . 25 J . 1 0 J . 5• . 10 . 1 5 . 15 J . 3 0 J . 10 J . 3 5 J . 10 J . 1 2 3 . 1 0 . 1 8— 2 0 J 20—25 Pfd. 1 . 25 J . 12—35 J . 15—35 J 45 J Sick. 2, 4, ö. 6 J 4#8 . 1 0 J 30 J 4 Stück 10 3 Stück 10—13 J ..60 .42 24 . 25 J 65—70 S . 30 J . 7 0 J 80 . 25—50 J 25 S 25 S 35 J . 25 J . 4 0 J *• . 2 5 —• Von Gefreiter Köhler, II./J. R. 18 Als ich laut Taufschein siebzehn Jahr und beinah' ausgewachsen war, da sprach mein Vater mit Bedacht: „Mein lieber Sohn, jetzt gebe acht!— Du bist nicht dumm—, zwar auch nicht groß—, Doch mußt du raus aus Mutters Schoß!— Bevor du nun ins Leben gehst und seinen tiefen Sinn verstehst, nimmst du zum Wohl für's Vaterland jetzt Schwert und Helm in deine Hand!— Doch halt!— Noch eins: du bist so klein und wirst vielleicht der Letzte sein! Die Augen auf! und— halt den Mund! Dräng' stets dich in den Vordergrund! Denn meistens fängt die Reihe an ganz vorn beim rechten Flügelmann. Der Vater sprachs und ich schwieg still: und eines Tages im April kam jener große Augenblick: Ich warf die Kinderschuh zurück, zog an den grauen Sonntagsstaat und war von da an„Der Soldat“! Es waren aber außer mir noch weitere einhundertvier Rekruten da, und als wir dann zum ersten Male traten an, stand ich sogleich, eh' ich's vermied, als letzter Mann im hint'ren Glied! Und voller Schrecken dacht' ich gleich an meines Vaters Fingerzeig, daß meistens fängt die Reihe an ganz vorn beim rechten Flügelmann! stellt mich dann täglich an die Wand und kontrollierte hochgespannt, ob nicht mein Körper lobesam zum heiß ersehnten Wachstum kam; denn, ach, wie gerne war ich groß! K Ich wurd' es nie!— So wollt's mein Los! Und immer fing die Reihe an ganz vorn beim rechten Flügelmann. Inzwischen wurd' mein zarter Bart rasierbar und allmählich hart, und wie auch flog die Zeit dahin, ich folgte ihr mit trübem Sinn. Doch eines Tages ward ich bleich! Ich kam zu spät zum Zapfenstreich! Der Hauptmann nahm mich ins Gebet, und dann kam's so, wie's immer geht; denn eh' verstrichen eine Nacht, ward schnell ich in Arrest gebracht. Ich aß viel Speck und grünen Kohl, trank Medizin und Alkohol, Doch als ich aß mein trocken Brot, — laut Sprichwort macht's die Wangen rot da wölbt' voll Stolz sich meine Brust! Ich schrieb dem Vater selbstbewußt: „Für dies' Mal fing die Reihe an bei mir, dem linken Flügelmann!“ Nahle gis„Zhestbeicher gwievergewahm. Dr. Kart Wagenfeld(Münster i..) wurde zum Ehrenmitglied ernannt. Der Bundesgeschäftsfuhrer, Landesverwaltungsrat Dr. Karpa(Düsseldorf), umriß in einem längeren Referat die künftige Organisationsarbeit des Deutschen Heimatschutzes. Aus der Fülle der Einzelarbeiten sei ein Vortrag des bekannten Vorkämpfers gegen die Auswüchse der Außenreklame Wilhelm Münker(Hilchenbach i..) hervorgehoben. Schwerer Anfall in der Grube Dortmund, 16. Januar. Auf der Schachtanlage „Zollern 1/3“ ereignete sich in der Frühschicht durch plötzliches Hereinbrechen einer Gesteinsschale im Strerkenvortrieb eines Flözes ein schwerer Unfall, durch den der ledige Hauer Albert Drelich aus Marten tödlich und der Bergjungmann Paul Konieczny, ebenfalls in Marten wohnhaft, schwer verletzt wurde. Vierzigtägige Suche nach der Leiche der Frau Graß Grabungen im Garten des„verwunschenen Schlosses“ wurden eingestellt. Köln, 16. Januar. Am Mittwoch ist die Umgrabung des großen Grundbesitzes um das sogenannte „verwunschene Schloß“ am Botanischen Garten beendet worden. Die umständliche Umgrabung begann bereits am 23. November, hat also rund 40 Arbeitstage beansprucht und täglich sieben Arbeiter beschäftigt. Die Leiche der Frau Graß, die vermutlich ermordet ist, wurde jedoch nicht gefunden. Die Mordkommission ist der festen Ueberzeugung, daß die 67jährige Juwelierswitwe, die Ende September in der Propsteigasse bei ihrer Putzfrau zum letztenmal gesehen worden ist. zweifellos ermordet wurde. Es kommt nun also darauf an, den Mord festzustellen und den Täter zu überführen. Selbst wenn man die Leiche nicht findet, kann der im dringenden Verdacht stehende 40jährige Landwirtschaftsgehilfe Ludwig doch wohl aus bestimmten Gründen überführt werden. Er hat bereits im Oktober in sinnloser Weise über das Vermögen der Verschwundenen verfügt und in Nachtlokalen größere Barbeträge vergeudet. Juwelendiebstahl in der Theatergarderobe Duieburg=Hamborn, 16. Januar. Ein im Duisburger Operettentheater als Gast weilender Theaterdirektor aus Verden a. d. Aller mußte nach der Rückkehr aus der Vorstellung die betrübliche Feststellung machen, daß inzwischen ein Einschleichdieb seine Garderobe heimgesucht hatte. Entwendet wurden zwei schmale Ringe mit wertvollen Brillanten und ein Photo=Apparat„Contax“, die gestohlenen Gegenstände stellen zusammen einen Wert von 3500 Mark dar. Arteil im Olper Sparkassenprozeß Siegen, 16. Januar. Der Olper Sparkassenprozeß, in dem sich die Große Strafkammer in Siegen in siebentägiger Verhandlung mit den für die Stadt Olpe so unheilvoll ausgelaufenen Kreditgeschäften der Städtischen Sparkasse in den Jahren 1924 bis 1930 zu beschäftigen hatte, fand am Dienstag abend seinen Abschluß. Angeklagt waren bekanntlich der Sparkassendirektor i. R. Franz Rügenberg in Olpe und der Bürgermeister i. R. A. Sommerhoff in Beuel a. Rh. wegen fortgesetzter Untreue und fortgesetzter schwerer passiver Bestechung, der Kaufmann Jakob Traut aus Godesberg wegen fortgesetzter aktiver Beamtenbestechung. Der Angeklagte Rügenberg wurde unter Freisprechung von den übrigen Punkten der Anklage wegen fortgesetzter Untreue zu neun Monaten Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte Sommerhoff wurde von der Anklage der passiven Bestechung freigesprochen, während das Verfahren gegen ihn wegen fortgesetzter Untreue eingestellt wurde. Das Verfahren gegen den Angeklagten Traut wurde wegen Verjährung bzw. auf Grund der Amnestie eingestellt. Bochumer Veranstaltungen Stadttheater Bochum. Heute, Donnerstag: keine Vorstellung. Das musikalische Lustspiel„Frischer Wind aus Kanada“ ist zu Freitag abend angesetzt(Vormiete B und freie Besucher). Die Operette von Jobann Strauß„Fledermaus“ erscheint in neuem szenischem Rahmen und in neuer Inszenterung— von Sigurd Baller besorgt— erstmalig am Samstag(Vormiete C und freie Besucher). Die Abendvorstellung des Sonntags bringt das neue Lustspiel des Spielplans:„Verfasser— unbekannt“(Blauer Ring). Die Sonntagnachmittagvorstellung„Götz von Berlichingen- ist eine geschlossene Veranstaltung für die NSK.=Jugendgruppe. Serie 2. Das Theaterereignis der kommenden Woche ist des großen nordischen Epikers Knut Hamsun Bühnenwerk Munken Vendt". Herbert Wahlen leitet die Inszenierung. Die Erstaufführung ist als Festveranstaltung zur Begehung von Hamsuns 75. Geburtstag vorgesehen..#— Heute Chor= und Orchesterkonzert des Städtischen Orchesters und des Städtischen Musikvereins Bochum. Auf das fünfte Konzert des Konzertzyklus„Von J. S. Bach bis zur Gegenwart", das heute vom Städtischen Orchester und dem Städtischen Musikverein abends im Schützenhof veranstaltet wird, sei nochmals besonders hingewiesen. Das Konzert ist Johannes Brahms gewidmet. Leitung: Kapellmeister Professor Leopold Reichwety. 8 Pesamt. Kirchenmusikalische Feierstunve in der RedemptoristenKlosterkirche„Maria=Hilf“. In der Redemptoristen=Kloster= kirche„Maria=Hilf“ findet am Sonntag, 27. Januar, aus Anlaß des am gleichen Tage begangenen Patronatsfestes der Erzbruderschaft der Hl. Familie abends 8 Uhr eine kirchenmustkalische Feierstunde statt, die von dem Alphonsus= chor in Verbindung mit dem Pfarr-Cäcilienchor der Dreifaltigkeitsgemeinde veranstaltet wird. Außerdem wirkt noch ein Knabenchor mit. Die Gesamtlettung hat Musiklehrer Wilhelm Harzheim. Die Hilfe gegen Gicht und Icheumattsmus Sie wissen kein sicheres Mittel gegen diese Plagegeister? Einreibungen, Packungen, Bäder, Salben usw. lindern meistens nur für einige Zeit die Schmerzen, aber sie packen nicht immer das Uebel an der Wurzel. Ich empfehle Ihnen ein wirklich erprobtes Mittel und Sie sollen es selbst versuchen, ohne daß es Sie etwas kostet; aber ehe ich Ihnen mehr sage, lesen Sie die folgenden Briefe: Beverstedt, den 9. August 1934. Ich teile Ihnen gern mit, daß ich mit den von Ihnen bezogenen Gichtosint=Tabletten eine regelrechte Kur durchgemacht habe, und mit dem Erfolg überaus zufrieden din. Ich kann nur wünschen, daß die Gichtosint=Tabletten auf Grund ihrer vorzüglichen Wirkung überall Eingang finden, denn es war bisher das beste Mittel, welches ich zur Bekämpfung meiner Gicht in Anwendung brachte. Carl Lehmann, Kaufmann, Beverstedt, Bez. Bremen, Poststr. 23. Brohl, den 20. April 1934. Gestatte mir hiermit gefl. anzuzeigen, daß die von Ihnen mir gesandten Gichtosint=Tabletten sich auf das beste bewährt haben. Ich litt seit längeren Jahren derart an Rheuma und Gicht, daß ich außer den großen Schmerzen zuletzt fast nicht mehr gehen konnte, sondern kriechen mußte. Auf Ihr Präparat aufmerksam gemacht, waren nach der Kur Schmerzen, Gicht und alles verschwunden; und konnte wieder als 53jährige laufen wie eine von 18 Jahren. Ich kann diese Tabletten jedem Rheumaleidenden bestens empfehlen Frau, Jos. Weber, Brohl a. Rhein, Mittelstr. 1c. Solche Briefe besitze ich über 15000(notariell beglaubigt) und nun hören Sie weiter: Gicht und Rheumatismus können nur von innen heraus wirklich kuriert werden durch Entgiftung des Blutes. Dieses ist verunreinigt durch zurückgebliebene harnsaure Salze, und diese müssen heraus, sonst nützt alles Einreiben und Warmhalten nichts. Ztense eitigung der Harnsäure dient das „osint.. Sie können kostenlos und portofrei eine Probe Gichtosint mit weiteren Aufklärungen und genauer Gebrauchsanweisung erhalten, wenn Sie Ihre Adresse senden an: Gichtosint=Kontor, Berlin SW 444, Friedrich= straße 19.... Gustho Zu haben in allen Aporheren.(duurn i5 Seite 10 Nr. 14/ Bochumer Anzeiger 7 Donnerstag, 17. Januar Kleine Kleidungen aus ven=Siadnenen Stadtteil Altenbochum Reichsluftschutzbund Altenbochum und Steinkuhl. Am 9. Januax, 19.30 Uhr, findet in der Wirtschaft Starke, ener Straße 265, ein Avvell der untergruppenNathrichten aus 19 Witener Larngste, 95, ein Aoseht der Untetegragenführer und Blockwarte statt. Sämtliche Amtstrager müssen anwesend oder vertreten sein wegen der Wichtigkeit des zu behandelnden Stoffes. Die weitere Organisation wird sich nicht durchführen lassen, wenn auch nur einer fehlt. Die Blockwarte wollen beim Appell schriftlich die Zahl der von ihnen betreuten Häuser angeben. Krieger= und Landwehrverein Altenbochum. In der im Lehmkuhlschen Saale abgehaltenen Generalversammlung gedachte der Vereinsführer Verggssessor,„Vollmar der im abgelaufenen Jahre gestorvenen Vereinskameraden sowie des verewigten Generalfeldmarschalls und Reichspräsidenten von Hindenburg. Jahres= und Kassenbericht befriedigten; die Sterbekasse bleibt erhalten. Das Stiftungsfest soll am 23. Februar gefeiert werden. Ost= und Westpreußenverein„Auf der Prinz“. Vereinsführer Salepski wies in der Jahreshauptpersammlung bei Wahl auf die Bedeutung der Saaraostimmung hin. Die geschäftlichen Angelegenheiten wurden glatt erledigt: Jahres= und Kassenbericht genehmigt. Dem Winterhilfswerk wurden 10 Mark überwiesen. Kaninchenzucht. Der Kaninchenzüchterverein„Edelrasse".=Altenbochum hielt eine gut besuchte Versammlung ab. Zwei Zuchtfreunde wurden neu aufgenommen. Der Vorsitzende hielt einen Vortrag über den kokzidiösen Schnupfen und seine Bekämpfung und über die Auswahl der Zuchttiere. Beide Vorträge wurden beifällig aufgenommen und lebhaft besprochen. Der Verein errichtete mit dem 1. Januar 1935 eine zweite Auskunftsstelle bei dem Zuchtfreund Ernst Gottschalk,.Wiemelhausen, Schlegelstraße 9. Die andere befindet sich beim Zuchtfreund Jos. Küper,.=Altenbochum, Wasserstraße 96. Die Auskünfte erstrecken sich auf alle Zuchtfragen, als da sind Krankheit, Zucht, Fütterung, Stallbau usw., und sind auch für nichtorganisierte Züchter kostenlos und unverbindlich. Verscheuchte Einbrecher. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch um 10.30 Uhr abends versuchten Einbrecher in eine Wohnung im Hause Velsstraße 16 einzubrechen. Sie öffneten erst die Haustür und gingen nach oben. Als sie dort alles verschlossen fanden, suchten sie von hinten hereinzusteigen. Durch einen hinzukommenden Hausbewohner wurden sie verscheucht. Stadtteil Querenburg Bei Kuchen und Kakao. während Otto Holland in der Gruppe der Welsumer viermal ausgezeichnet wurde, darunter zweimal mit der Note Sehr gut. Stadtteil Linden=Dahlbausen Bestandenes Examen. Karl Jäger, Sohn des Rechnungsführers Paul Jäger, bestand an der Marburger Universität sein Staatsexamen als Mediziner mit„Sehr gut Kirchenchor„St. Cäcilia“ Bochum=Linden. Im Vereinsheim Scheidtmann hielt der Kirchenchor der Liebfrauenpfarrei seine Generalversammlung ab. Zu Beginn gedachte der Vorsitzende des verstorbenen Ehrenmitgliedes Theodor Grothausmann und der anderen Toten der Gemeinde. Dem Kassierer wurde Entlastung erteilt. Aus dem Jahresbericht war zu entnehmen, daß der Chor im verflossenen Jahre 41 Aufführungen an sonn= und Igrtgzeg hatte. Die, Aegzgahbl des Vor v.—„iger.„ Bantam Karl Schwalm, standes hatte folgendes Ergebnis: 1. Vorsitzender Joh. ger„Silver=Luntam Koch, 1. Schriftfuhrer Hans Springer, Kassierer Joh. Wessels; Beisitzer Joh. Imberg, Herm. Schulte. Damenvorstand: Frl. Bellgardt und Frau Springer. Notenwarte sind Heinrich Borgböhmer, Josef Leuchter und Frau Springer. Die Fahnendeputation bilden Jakobi, Schmitz und Michels. Pfarrer Ostermann dankte dem Chor für sein segensreiches Wirken. Kirchenchor St. Engelbert. Im Vereinsheim Henke fand die Generalversammlung des Kirchenchores der St.=Engelbert=Pfarrei statt, die durch den Vorsitzenden Möller eröffnet wurde. Nach dem Jahresbericht, der von regster Arbeit im Dienste der Musica sacra sprach, zählt der Chor im Augenblick 41 Mitglieder. Nach der Neuwahl zeigt der Vorstand nun folgende Zusammensetzung: Vorsitzender B. Möller, Schriftführer H. Wirtz, Kassierer H. Weitz und A. Weiß, Dirigent W. Bartling. Elf Sänger wurden für eifrigen Probenbesuch geehrt. Pfarrer Klüppel nahm darauf die Ehrung der drei Mitglieder Wilh. Hohaus, Augüst Imberg und Wilhelm Bartling, die seit der Gründung des Chores, also über 30 Jahre, die Treue hielten, vor. Ein gemütliches Beisammensein mit Wurstessen und auch Chorgesängen usw. hielt Mitglieder und Angehörige noch ein paar schöne Stunden zusammen. Was ligten sich am Sonntag an der 18. Großen Geflügelausstellung der Kreisfuchschaft Hattingen im Lokale Schulte und konnten dort von den neun ausstellenden Vereinen die besten Erfolge erzielen. Aus teil Linden=Dahlhausen holte sich„in der Klaßße de Rhodeländer der Züchter Friedrich##copper, Linden, insgesamt acht Preise, darunter wuroen seine Tiere mit viermal Gut und viermal Sehr gut ausgezeichnet, ferner erhielt er in dieser Klasse den Ehrenpreis für Hennen der Klasse der rebhuhnfarbigen Italiener blieb Friedrich Schomaecker, der dem Geflügelzuchtverein Baak und Umgegend angehört, einmal mit der Note Gut erfolgreich, Zölzer mit dem Prädikat Sehr gut mal. In der Klasse der schwarzen Italiener holte sich Hermann Ortmann zwei Preise, darunter auch den Ehrenpreis mit der Note Sehr gut. Den größten Erfolg aber sicherte sich Karl Schwalm aus Linden, der in der Klasse der weißen Italiener ausstellte und dabei nicht weniger als acht Preise machte, ferner noch der Ehrenpreis und sechsmal Sehr gut. Bei der Gruppe der Kreienköpve holte sich Wilhelm Klein,urgergiag, Preise, darunter einmal mit Sehr. Fzxgelm gf der Rheinländer schwarz sicherte sich Wilnelm vosse.lmann zwei Preise mit der Note Sehr gut, in der Klasse der„Sitver=Luntam Karl Schwalm, Linden, vier Preise, darunter zweimal mit Sehr aut. In der Gruppe der Brieftauben blieb Alfred Horstkotte erfolgreich, in der Klasse der Gänse Karl Schwalm, Linden. Oeffentliche Erinnerung. Das Finanzamt Hattingen erinnert an die Zahlung der Umsatzsteuer für Oktober, November und Dezember 1934, der bis zum 31. Dezember 1934 einbehaltenen Lohnsteuer und sonstiger bisher fällig gewordener Reichsabgaben, der Tilgungsraten auf Ehestandsdarlehen per 10. Januar 1935 sowie solcher Reichsabgaben und Tilgungsraten, die nach Ablauf einer Stundungsfrist erneut fällig geworden sind. Am Tage nach Erscheinen dieser Bekanntmachung ist für rückständige Steuerbeträge, die nach dem 31. Dezember 1934 fällig geworden sind, ein Säumniszuschlag von 2 v. H. verwirkt. Zuschlagsfreie Einzahlungen auf solche Steuern können nur noch am Tage des nens dieser Bekanntmachung, und zwar auch durch Einzahlung durch die Post(Postscheckkonto Essen 11313) geleistet werden. Für rückstandige steuern aus der Zeit vor dem 1. Januar 1935 ist mit vem 1. Februar ein gleicher Saumniszuschlag verwirkt. Wer es nach dieser öffentlichen Mahnung noch zu einer zweiten Anmahnung geschuldeter Steuerbeträge(besonderen Zahlungsaufforderung oder Beitreibung durch einen Vollziehungsbeamten) kommen läßt, wird säumigen Geschichtstafel 1318 17. Januar Erwin von Stzinbach, deutscher Baumeister, in Straßburg gestorden(geboren um 1214). Man schreibt ihm zum Teil den Bau des Straßburger Munsters zu. ter. in die Liste der steuerzahler aufgenommen. Außerdem wird iner Woche nicht gezahlt eingeleitet. Der Rüchen und Ratug. Was zielbewußte Zusammenarbeit unserer Pimpfe vermag, zeigte ein Jungzugabend im Volkshaus. 31 Pimpfe des 1. Jungzuges unter der Führung des Ig. Siegfried Friedhoff hatten einen Unterhaltungsabend mit Kuchen und Kakao vorbereitet, der in allen Teilen einen guten Verlauf zeigte. Mehrere Kuchen, Plattenkuchen, Gebäck und 11 Liter Milch waren von den Führern gesammelt worden für diese Kaffeestunde. Zur weiteren Ausgestaltung des Jungzugabends kamen Jungenlieder, Vortrage usw. zu Gehör. Im Mittelpunkt stand ein von Pimpfen gehaltener Lichtbildervortrag, der alle in den Bann zog. Pg. E. Walter und Stammführer Schulz richteten einige Worte an die versammelte Mannschaft. In den Dienst der Bewirtung hatten sich Mitglieder der Ne.= Frauenschaft gestellt. Kaninchenausstellung. Kaninchenfleisch muß nahrung werden, so lautet die Parole der deutschen Kaninchenzüchter. Nie genug kann über den Nutzen der Kaninchenzucht gesprochen und geschrieben werden. Jährlich werden Millionen Mark in Fellen, Millionen Mark an Fleisch der deutschen Volkswirtschaft durch die Kaninchenzüchter zugeführt. Ohne großen Lohn zu heischen, tut der Kaninchenzüchter still uno bescheiden seine Pflicht. Nur einmal im Jahre tritt er vor die Oeffentlichkeit. So veranstaltete der Kaninchenzuchtverein „Edle Rasse“, Bochum=Querenburg am 12. und 13. Januar im Lokale Eggermann eine Ausstellung. Den zahleeichen Besuchern bot sich ein farbenprächtiges Bild zutgepflegter Tiere. Die gewissenhaften Urteile des Preisrichters Brato zeigten, daß die Züchter ohne gen in das neue Zuchtjahr eintreten können. Dasselbe zeigte sich ja auch auf der großen Untergruppenschau in Laer bei Senft, wo die Querenburger 24 Tiere ausstellten und 18 Preise errangen. Besondere Beachtung verdiente der zweite Teil der Ausstellung, die Pelzwarenschau der hiesigen Pelznähgruppe. Zeugte sie doch von Fleiß, Geschicklichkeit und gutem Geschmack der Pelznähgruppe. Die Ausstellung war ein Erfolg. Stadtteil Wiemelhausen MGV.„Liedertafel". Im Vereinslokal Stasius (Robert Simon) hielt der MG.„Liedertafel" am Sonntag, 13. Januar, seine diesjährige Generalversammlung ab, die Vorsitzender K. Kindermann eröffnete. Der Jahresrückblick sprach von reger Tätigkeit im Dienste des deutschen Volksliedes. Der Vorstand wurde einstimmig wiedergewählt. Fur den verstorbenen 1. Kassierer wurde Sangesbruder G. Laege gewählt; Werbewart ist Sangesbruder Alex Behnke. Chorleiter Wilh. Kindermann wurde wiedergewählt. Das Vereinslokal wird beibehalten.— Im Anschluß an die Versammlung fand ein gemütliches Beisammensein mit Damen statt. Aufstellung von Laternen. Arbeiter des Städtischen Gaswerkes haben in der Bergmannssiedlung, Ecke Wasserstraße und„Am langen Seil, eine Gaslaterne errichtet. Im Laufe der Zeit sollen noch mehrere folgen. Damit wird dem Wunsche der Anwohner dieser Straße Rechnung getragen. Baulust. Im kommenden Frühjahr wird sich auch die Bautätigkeit im Ortsteil Brenschede entwickeln. Auf dem Grundstück des Herrn Hartmann, Wirtschaft Haus Brenschede, werden mehrere Neubauten erstehen. Der etwa acht Morgen große alte Sportplatz an der Baumhofstraße ist für Bauzwecke aufgeteilt. . Die Geflügelzüchter aus Linden=Dahlhausen beteiKreuz und Adel durch Langenkieet Langendreer am Saar=Befreiungstag Auch in Langendreer=Werne wurde der Befreiungstag der Saar mit einer großen vaterländischen Kundgebung, an der sich sämtliche Gliederungen der NSDAP. beteiligten, gefeiert. Schon um 7 Uhr rückten die ersten Abteilungen zum Sammelplatz am Kaisersteg und kurz darauf setzte sich der Zug in Bewegung, voran der Musikzug, dann die Vereine, die Saarländer, die Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront und die übrigen Volksgenossen. Auf dem Balkon des Amtshauses, das hell erleuchtet war, hatten BDM.=Mädel Aufstellung genommen. Durch die festlichen Straßen ging der Zug, und immer und immer wieder stiegen vaterländische Lieder über die begeisterten Menschenmassen empor. Verein ehem. Kriegsgefangener. Die Reichsvereinigung ehem. Kriegsgefangener, Ortsgruppe Langendreer, hielt am Sonntag abend ihre diesjährige Jahreshauptversammlung unter der Leitung des Vereinsfuhrers Dütting ab. Der Jahresbericht wurde von dem Kameraden Haak gegeben. Nach ihm zählt die Ortsgruppe heute 100 Mitglieder. Den Kassenbericht erstatteten die Kassenrevisoren Oberführ und Wahmann. Zu neuen Kassenprüfern für dieses Jahr wurden die Mitglieder Baumann und Horstmann bestimmt. Im Februar dieses Jahres kommen die Mitglieder der Ortsgruppe zusammen, um ihres Bundesführers zu gedenken. Am gleichen Tage soll die Verleihung der Ehrenkreuze an die Frontkämpfer erfolgen. Paderborner=Verein. Im Märkischen Hof hielt der Verein eine recht gut besuchte Jahreshauptversammlung ab, die vom Vereinsführer Wachter eröffnet wurde. Er gedachte nach herzlichen Begrüßungsworten besonders der Brüder an der Saar. Sodann gab Schriftführer A. Agethen den Jahresüberblick. Es wurden 51 Neuaufnahmen im vergangenen Jahr getätigt, so daß der Verein jetzt 465 Mitglieder zählt. Der RS.=Volkswohlfahrt wurden 30 RM. überwiesen. Der Kassenwart Spisse erstattete den Kassenbericht. Die Kassenverhältnisse sind sehr gesund; der Kassierer wurde entlastet. Die Vereinsfuhrung setzt sich zusammen: 1. Vereinsführer Wächter, Stellvertreter Koch, 1. Schriftführer A. Agethen, 2. Schriftführer Wilhelm Rüsing, 1 Kassierer Spisse, 2. Kassierer Fromme, Beisitzer Münstermann, Eilert und Meier. Eine Neuaufnahme wurde getätigt. Tagung der Kleingärtner. Die Jahreshauptversammlung bei Kozicke wurde durch einen fachlichen Schulungsvortrag eingeleitet. Jahres= und Kassenbericht zeugten von reger Arbeit; dem Kassenwart wurde Entlastung erteilt. Für das neue Geschäftsjahr wurde die Vereinsführung beibehalten, als Kassenrevisor kam das Mitglied Sternberg neu hinzu. Die Gartenkommission besteht aus den Herren Dannbera, Szynka, Schippmann, Blockus und Sternberg. Der Winterhilfe wurden 10 RM. überwiesen. Das Mitglied Neuschwenger erstattete Bericht über die Neuregelung im Samenhandel und über die Keimfähigkeit der Sämereien. Vogelschutzverein„Edelroller". Im Vereinsheim Biedendick hielt der Kanarien= und Vogelschutzverein „Edelroller" seine Jahreshauptversammlung ab. Im Jahresbericht wurde betont, daß in diesem Winter besonders für den Vogelschutz allerlei geleistet worden ist. Die Mitgliederzahl ist gestiegen. Der Beitrag beläuft sich auf nur 50 Pfennig vierteljährlich— deshalb sollte jeder Tierfreund Mitglied sein! Stadtteil Werne Volksbücherei St. Borromäus. Unter der umsichtigen Leitung von Herrn Heinrichsmeier und weiteren vier Hilfskräften konnten im vergangenen Jahre 5410 Bücherausleihungen, gegen 3250 im Vorjahre, getätigt werden. Durch aktive Werbung vermehrte sich die Mitgliederzahl von 83 auf 128, wozu noch 62 Nur=Leser kommen. Die 1350 vorhandenen Bände konnten im Laufe des Jahres auf 1485 vermehrt werden, während 75 ältere Bände herausgenommen wurden, so daß die Bücherei jetzt über 1425 Bände verfügt. Schießstandskommission. Im Lokale Schmitz, Vollmond, fand am Freitag abend unter dem Vorsitz des Bataillonsführers Ischebeck die Sitzung der Schießstandskommission statt. Nach Begrüßung der erschienenen Kameraden wurden die üblichen Punkte(Kassenbericht, Benutzungsgebühren, Bataillons=Preisschießen, Revaraturen usw.) schnell abgewickelt. Bataillonsführer Ischebeck schloß darauf die Sitzung mit einem Sieg=Heil auf unsere Brüder an der Saar und unseren Volkskanzler und Führer Adolf Hitler. Dankgottesdienst. Auf Anordnung der kirchlichen Behörde findet Freitag abend 8 Uhr in der evangelischen Kirche zu Werne aus Anlaß der Saarabstimmung ein Dankgottesdienst statt. Gerihee Fiunt schan Hausbesitz. Der Referent für Neuhausbesitzerfragen im Verein Gerthe, Bauunternehmer Haase, sprach dann kurz über Neuhausbesitz und Neuhausbesitzerorganisationen. Die Monatsversammlungen fallen künftig aus. Landsmannschaft der Schlesier, Ortsgruppe Gerthe. Die Ortsgruppe Gerthe hielt im Vereinslokal Borgmann ihre Hauptversammlung ab. Es wurde der Bericht über die Sterbekasse gegeben, worauf die Kassenprüfer den Revisionsbericht gaben. Das Vereinslokal wurde beibehalten. Verbesserung auf der Linie D. Die Westfältsche Straßenbahngesellschaft hat auf der Linie D eine wesentliche Verbesserung eintreten lassen, die man nur begrüßen kann Seit 1933 war auf dem Streckenteil Gerthe Apotheke— Kreuzung Ausweiche Voßkuhle der Einmann=Wagen eingeführt worden. Jetzt ist der frühere Zustand wiederhergestellt; die Wagen verkehren auf der gesamten Strecke wieder mit zwei Mann Personal. Stadtteil Harpen Saarkundgebung und Dankgottesdienst. Aus Anlaß der Saarbefreiung fand am Dienstag abend eine Kundgebung mit Fackelzug und anschließendem Freudenfeuer auf der Höhe der Straße„Auf dem Knust" statt. Um 6 Uhr versammelten sich alle Vereine und Volksgenossen auf dem Platz an der Ecke Harpener, Hellweg= und Baldurstraße. Von hier ging der Zug unter Vorantritt der Spielleute und Musikkapellen bis zur Zeche„Karoline", wo sich die Volksgenossen des Ortsteils„Auf der Prinz“ anschlossen, die Kornharpener waren um 5 Uhr am Lokal Ruwe angetreten und zum Kirmesplatz marschiert. Gemeinschaftlich wurde nun zu der Höhe„Auf dem Knust“ gezogen, woselbst ein großes Freudenfeuer brannte. Nachdem Ortsgruppenleiter Röder auf die Bedeutung des Tages hingewiesen hatte, hielt Konrektor Funke eine zündende Ansprache. Mit einem SiegHeil“ auf den Führer, dem Saar=, Deutschland= und Horst=Wessel=Lied schloß die schön verlaufene Feier. Anschließend fand in der überfüllten evangelischen Kirche ein Dankgottesdienst statt. Nach dem Liede des Kirchenchores:„Die Himmel rühmen“ und dem gemeinsamen Liede:„Lobe den Herrn", hielt Pfarrer Leich im Anschluß an das Bibelwort Johannes 9, 24: Gebt unserem Gott die Ehre, eine tief die Herzen aller Zuhörer packende Festpredigt. Mit dem Liede des Kirchenchores: „Großer Gott, wir toben Dich“ und dem gemeinsamen Liede:„Nun danket alle Gott“ sowie Gebet und Segen klang der feierliche Dankgottesdienst aus. Auch in der katholischen Kirche fand ein Dankgottesdienst statt. der ebenfalls recht zahlreich besucht war. Musikverein Harpen. In der Generalversammlung bei Witwe Hoffman begrüßte Vereinsleiter Korte die erschienenen Mitglieder und gab einen kurzen Rückblick auf das verflossene arbeits= und erfolgreiche Jahr 1934. Schriftwart Artur Cremer erstattete den Geschäftsbericht, Kassenprüfer Bernsmann gab den Kassenbericht. Dem Kassenwart H. Röhken wurde Entlastung erteilt. Der Führerrat bleibt derselbe und besteht aus Chorführer Heinrich Korte als Vereinsleiter, Stellvertreter Gustav Röhken, Schriftwart Artur Cremer, Kassenwart Heinrich Röhken, Utensilienwart Otto Bernsmann. Kassenprüfer bleiben Willy Rexroth und Otto Bernsmann, Chorleiter Willy Cremer sen. Zum stellvertretenden Chorleiter wurde Willy Cremer jun. bestimmt. Das Vereinslokal Hoffmann wurde beibehalten. Krieger= und Landwehrverein. Am Sonntag fand auf dem Schießstand des Kameraden G. Ruwe das Stechschießen zwischen den beiden Kompagnien um den Bataillons=Wanderpreis statt, an dem von jeder Kompagnie 15 Kameraden teilnahmen. Bei dem ersten Schießen wurde die gleiche Ringzahl von beiden Kompagnien erzielt, bei dem zweiten Schießen erhielt die 1. Kompagnie 343 und die 2. Kompagnie 336 Ringe, mithin die 1. Kompagnie 7 Ringe mehr. Diese Ringzahl wurde bei dem dritten Schießen von der 2. Kompagnie wieder eingeholt, die 422 schoß, während die 1. Kompagnie 415 Ringe traf. Bei dem Stechschießen wurden folgende Ergebnisse errungen: 1. Kompagnie Kameraden Aretz, Korte 34, Soppa, Duchna, Erlhöfer 33, Dietz, Berghaus 32, O. Buschey 31, Flegel jun., Krumhues, Schluter 30, Jung 28, Grothe 27, Kröger 26, Schwarz 25, zusammen 458 Ringe. 2. Kompagnie: Kameraden W. Schäffer Diedrichs, H blotny 33, Kneuse 31, Nöthe, Gründer, Schi zusammen 468 Ringe. Da nunmehr 10 Ringe mehr als die 1. geschossen hat, erhielt sie zum ersten Male den Wanderpreis, während die 1. Kompagnie diesen bereits zweimal nacheinander errungen hatte, beim dritten Male wäre der Wanderpreis in das Eigentum der 1. Kompagnie übergegangen. Schulungsabend für den Stamm der„Wickinger“. Der Referent der Abteilung S. des Jungbannes 1/67 teilt im Schulungsabend am Dienstag mit, daß am Freitag dieser Woche ein Saarländer über die Abstimmung sprechen wird. Beginn 18 Uhr. Am Freitag nächster Woche zur selben Zeit spricht der bekannte Motorflieger Busse über„Jugend und Fliegerei". Die Veranstaltungen finden statt im Volkshaus in Querenburg. Der Schulungsabend für die Fähnlein Laer und Altenbochum findet daher in der nächsten Woche nicht statt. eines 80M.=Heimes lhielten kurze Ansprachen, die auf den Sieg an der Saar Einweihung eines Scwt.=cheine. sabgestimmt waren. Mit dem Saar;, dem Deutschland=, Dienstag abend fand in dem östlichen Nebenraum und dem Horst=Wessel=Liede schloß die Kundgebung auf att## die Finweihung des BDM.= dem Festplatz, worauf sich sämtliche Teilnehmer zum ** Kan Ortsteil formierten Im Stadtteil Weitmar Im Berufe verletzt. Auf seiner Arbeitsstelle kam Johann M. von der Hattinger Straße durch einen Unfall derart zu Schaden, daß er dem Krankenhause zugeführt werden mußte. Stadtteil Stievel Bestandenes Examen. Herr Wilhelm Nattkemper, Sohn des Kaufmanns Karl Nattkemper, bestand an der Universität Marburg das medizinische Staatsexamen mit gutem Erfolg. Erfolgreiche Stiepeler Geflügelzüchter. Die Mitglieder des Geflügelzuchtvereins Stiepel nahmen am Sonntag an der diesjährigen 13. Kreisgeflügelausstellung in Hattingen teil und holten sich dort sehr schöne Erfolge. Der Zuchter Heinrich Schöppner vom Verein Stiepel war in der Klasse der Silber=Fasanen erfolgreich, der Züchter Wilhelm Althaus in der Klasse der schwarzen Rheinländer. Er holte sich hier insgesamt vier Preise, darunter dreimal Sehr gut und einmal mit der Note Gut. In der Klasse der gestreiften Italiener sicherte sich Wilhelm Brune insgesamt sieben Preise, darunter viermal mit dem Prädikat Sehr gut. Ebenfalls wax in dieser Klasse der Züchter Otto Wegener sehr erfolgreich, der mit vier Preisen bedacht wurde, darunter zweimal mit Sehr gut. In der Gruppe der rebhuhnfarbigen Italiener beteiligte sich Georg Witthüser, der drei Preise machte, darunter einmal mit Sehr aut. Karl Rost nahm in der Klasse der Barnevelder teil und holte sich dort mit Gut einen Preis. Drei weitere Preise wurden der Turnhaue„Ehrenmar die Einwechung des BDM.= Heimes statt. Nachdem der B2M. in den letzten Jahren in verschiedenen Behelfsräumen seine Zusammenkünfte abgehalten hatte, bekam er jetzt mit der Freigabe der Turnhalle ein schmuckes Heim. Nach einem gemeinsamen Liede und dem Vorspruch„Kampf und Glaube“ richtete die Gruppenführerin Weegen eine kurze Ansprache an die Mädels. Sie betonte, daß mit dem Tage der Einweihung die Arbeit neu beginne und jedes Mädel getreu seine Pflicht zu erfüllen habe, um das gesetzte Ziel zu erreichen. Alsdann erfolgte die feierliche Einführung der 10 Landschuljahrmädels. Die Gruppenführerin gedachte noch des großen deutschen Sieges an der Saar, worauf das Saarlied gesungen wurde. Anschließend unternahmen die Mädels einen Werbemarsch durch den Stadtteil. Der älteste Erbhofbauer Wiesche gestorben F. Unerwartet ist vorgestern abend der älteste Erbhofbauer Hernes und der Umgegend, Heinrich Wiesche, im 98. Lebensjahre infolge Altersschwäche verschieden. Er war Gründer des Gerthe=Holthauser Bürgerschützenvereins, 1864 nahm er mit dem Feldartillerieregiment Nr. 7 am Kriege gegen Dänemark teil. Als Gemeindevorsteher von Holthausen, Chef der Holthauser Freiwilligen Feuerwehr, Mitglied des Artillerievereins Castrop und des Krieger= und Landwehrvereins Holthausen erfreute er sich hohen Ansehens. Katholischer Bürgerverein St. Joseph. Sonntag nachmittag fand im Katholischen Vereinshaus die Generalversammlung statt. Da der neue Pfarrer noch nicht eingeführt ist, wurde sie von Vizepräses Deppe geleitet. Der für das abgelaufene Vereinsjahr fällige Jahres= und Kassenbericht wurde vom Kassenführer Koch bzw. Schriftwart Buthmann erstattet. Die Kassenverhältnisse des Vereins sind in Ordnung. Die Generalversammlung erklärte sich mit der Ausarbeitung einer neuen Vereinssatzung einverstanden. Saarkundgebung. Dienstag abend fand auf dem Festplatz an der Heinrichstraße eine Saar=Kundgebung statt. Ortsgruppenleiter Dr. Hüver und Ortsgruppenwalter Hanwahr von der Deutschen Arbeitsfront Propagandamarsch durch den Ortsteil formierten. Saale Kalthoff fand dann noch eine kurze Feier statt, bei der besonders die vier Gerther Saarabstimmungsteilnehmer geehrt wurden. Aus der DAF., Ortsgruppe Gerthe. Zur letzten Monatsversammtung im Lokale Kalthoff waren die Hitler=Jugend und der Bund Deutscher Mädchen geladen. Dieses Zusammenarbeiten mit der deutschen Jugend soll in Zukunft beibehalten werden. Nach einleitenden Grußworten des Ortsgruppenwalters Hanwahr, bei denen dieser den 13. Januar als einen ganz besonderen Tag in der deutschen Geschichte bezeichnete, erteilte er der Jugend das Wort. Die HJ. und der BDM. erfreuten die Versammlung mit Fanfarenmärschen, Sprechchören und Liedern. Es folgte der Vortrag des Pg. Behrend(Bochum), über das Thema:„Die weltgeschichtliche Sendung Adolf Hitlers.“ Mit noch einigen Darbietungen der deutschen Jugend und dem Dankes= und Schlußwort des Ortsgruppenwalters wurde die Zusammenkunft beendet. Gesamtverband der deutschen Arbeitsopfer in der DAF. Die Ortsgruppe Gerthe hielt im Tagungslokale Borgmann ihre Generalversammlung ab. Schriftwart Fatzbinder erstattete den Jahresbericht, nach welchem die Gruppe am 1. Januar 1935 252 Mitglieder zählte. Nach dem Bericht des Kassenwartes Müller konnte ein kleiner Ueberschuß auf das neue Jahr vorgetragen werden. Tagungslokal Borgmann wurde beibehalten. Der Referent Borowski(Dortmund) sprach über„Sozialversicherung im Dritten Reich“. Haus= und Grundbesitzerverein Gerthe. Die diesjährige Hauptversammlung des Vereins fand im Lokale Korte statt. In seinem Bericht über die Tätigkeit des Vereins hob der Vereinsleiter insbesondere die Beteiligung der Gerther Hausbesitzer an der Arbeitsbeschaffung hervor. Der bisherige Vereinsleiter, Diplomkaufmann H. Pantring, wurde wiedergewählt. Dem Beirat gehören an: stellvertretender Vereinsleiter Haase, Schriftführer Rosenbaum, 2. Schriftfüh= sammenkunft rer Bachmann und Richter als Kassierer. Der Vereinsleiter hielt ein Referat über Steuerreform und sammenk Stadtteil Laer Statistik der evangelischen Kirchengemeinde. In der Kirchengemeinde Uemmingen wurden im Jahre 1934 getauft 81 Kinder, und zwar 41 Knaben und 40 Mädchen(im Vorjahre 64 Kinder). Konfirmiert wurden 137 Kinder, 67 Knaben und 70 Mädchen(69). Hinzu kommen zwei junge Männer und fünf junge Mädchen. Zum Traualtar gingen 69 Paare(61); davon waren 11 Mischehen zwischen Evangelischen und Katholischen. Drei Männer und acht Frauen waren katholisch. Beerdigt wurden 59 Personen(76), 50 Erwachsene und 9 Kinder, und zwar 33 mannlichen und 26 weiblichen Geschlechts. Am hl. Abendmahl beteiligten sich 1674 Personen, und zwar 788 Manner und 936 Frauen Aus der Kirche ausgetreten sind ein Mann und eine Frau. Zur Kirche zurückgekehrt bzw. übergetreten sind 10 Männer und vier Frauen. Reichsluftschutzbund. Der für die Luftschutzhauswarte der Untergruppe II angesetzte Schulungsabend findet am Dienstag, 22. Januar, um 16 und 19 Uhr, in der Schillerschule statt. Die Schulung der Untergruppe III ist, wie vorgesehen, am Freitag, 18. Januar, um 16 und 19 Uhr, in der Friedrichschule. Brieftaubenausstellung für das Winterhilfswerk. Sämtliche Brieftaubenvereine des Ortsteils Laer veranstalten Samstag,., und Sonntag, 8. Februar, eine gemeinsame Brieftaubenausstellung mit zirka 400 Tauben. Konzert und Tanz wird hiermit verbunden. Aus der ASDAp. (Nach Bekanntmachungen der Partei.) Donnerstag, 17. Januar RS.=Frauenschaft Hunscheidtsfeld. 20 Uhr: Pflichtabend RS.=Frauenschaft Wiemelhausen. 20 Uhr: Pflichtabend und Saarfeier bei Niedballa, Wohlfahrtstraße 111. NS.=Frauenschaft Ehrenfeld. Die Zusammenkunft fällt MS.=Frauenschaft Weitmar=Nord. 20 Uhr: Zusammenkunft im Gemeindehaus an der Hammer„Straßg.... 9. RS.=Frauenschaft Hosstede=Riemke, Bloa 1. 20 Uhr: Zummenkunft bei Förger. NS.=Frauenschaft Langendrees=Oberdorf. 20 Uhr: mmenkunft bei Stodt. Seite 11 Nr. 14, Bochumer Anzeiger7 Donnerstag, 17. Januar 1933 Deutsche Die Kriurso=der underen Wachsende Kreditsicherheit in Deutschland sentlichsten Punkte, Liquidationsbilanz, Auflösung der Genossenschaft, Wahl der Liquidatoren wurden schnellstens erledigt. Um die Vahl der Liouidatoren entspann Die Krisenfestigkeit der Wirtschaftsunternehmen in den einzelnen Staaten ist, wie eine Untersuchung in zehn führenden Ländern bestätigt, sehr unterschiedlich. Das gilt sowohl hinsichtlich der absoluten Zahl der Zusammenbrüche als auch hinsichtlich der Entwicklung der Liquidität in den letzten Jahren. In Deutschland sind beispielsweise während des letzten Jahres durchschnittlich 232 Firmen durch Konkurs ausgeschieden worden, dazu kamen noch durchschnittlich 64 Vergleichsverfahren. Dagegen sind noch 1931 jeden Monat rund 1840 Konkurserklärungen und Zwangsvergleiche zu beklagen gewesen. Das ist ein gewaltiger Fortschritt für die Sicherheit in der Kreditgewährung im deutschen Wirtschaftsleben. In keinem Jahre der Nachkriegszeit waren bisher die Konkurszahlen so niedrig, wie während des abgelaufenen Jahres 1934. Treu und Glauben regieren wieder in der deutschen Wirtschaft an Stelle der„gesunden Pleite“.... Ganz wesentlich anders sieht es beispielsweise bei unserem westlichen Nachbarn aus. In Frankreich ist die Zahl der Konkurserklärungen in den letzten Jahren ständig gestiegen. 1934 wurden im Durchschnitt jeden Monat 1243 zahlungskranke Unternehmungen aus der Wirtschaftsliste gestrichen, gegenüber 1147 im vorhergehenden Jahre und nur 906 im Jahre 1931. Die immer fühlbarer werdende Absatzstockung und nicht zuletzt auch die schmerzhafte Operation der französischen Staatsfinanzen haben die Liquidität der Wirtschaft auf eine harte Probe gestellt, noch zumal, da rund 6,8 Milliarden Reichsmark Noten und Gold in Frankreich gehamstert sind und somit dem Wirtschaftskreislauf fehlen. Eine langsame, aber beständige Besserung der Wirtschaftskonjunktur und entsprechend auch der Konkurszahl kann Großbritannien vorweisen. Vor allem ist es in England die außerordentlich flüssige Geldmarktlage mit ihren niedrigen Zinssätzen(langfristiger Kredit kostet nur 8 bis 3,5 Prozent), die die leichtern. Mit Deutschland halten aber die englichen Zahlen einen Vergleich nicht aus. In England wurden 1933 im Monatsdurchschnitt 554 Konkurse eröffnet und Auch die amerikanische Wirtschaft scheint langsam zu gesunden. Das geht aus den dort statistisch erfaßten Verlusten bei den in Konkurs geratenen Unternehmen hervor. Im Jahre 1932 waren für fast 1 Milliarde Dollar Ausfälle im Konkursverfahren zu beklageng##e wesen. Diese Summe hat sich bis 1934 auf 245 Millionen Dollar ermäßigt. Auch das ist noch ein hübsches Sümmchen, aber immerhin nur etwa noch ein Viertel des 1932er Ergebnisses. Die amerikanische Wirtschaft ist allerdings mehr als die Wirtschaft in anderen Staaten starken spekulativen Einflissen,Slegten 6g daß es dort immer im Bereich der Moglichtennn liegt, daß die Zusammenbrüche infolge einer neuen plotzlichen Krise wieder stark ansteigen. Auch hier wollen wir aber einen Vergleich mit Deutschland anstellen. Die Konkursverluste in Deutschland belaufen sich bei den 1934er Konkursen auf rund 185 Millionen Reichsmark (entsprechend 75 Millionen Dollar), also auf kaum mehr als ein Viertel der amerikanischen Ausfälle. Die Zahl der italienischen non#urserklärungen ist zwar nicht sehr gering, immerhin aber hat sie sich in den letzten beiden Jahren stark gesenkt. Sie ging von 1776 Konkursen im Monatsdurchschnitt 1933 auf 1548 im Monatsdurchschnitt 1934 zurück. Nicht immer geht die Besserung der Kreditsicherheit und die Verringerung der Konkursfälle mit der wirtschaftlichen Erholung parallel. Immeryin kann aber festgestellt werden, daß die wirtschaftliche Liquidität sich während der letzten beiden Jahre gebessert hat. Besonders erfreulich ist aber, daß die Kreditsicherheit in Deutschland sich ganz außerordentlich gefestigt hat und daß der Rückgang der Konkursfälle in keinem Lande so beträchtlich gewesen ist, wie bei uns! hens erlebigl. um die Wahl der Eigungler,Angann sich eine kurze Debatte, da aus Sparsamleitsgrunden von dem bisherigen Vorstand nur zwei Herren als Liquidatoren gewahlt werden sollten. Die übergroße Mehrzahl der Anwesenden schloß sich diesem Vorschlage nicht an, da sie der Ansicht war, daß man auf die bisherigen Vorstandsmitglieder als Liquidatoren nicht verzichten könnte. Von verschiedenen Seiten wurde noch besonders hervorgehoben, daß man gerade auf Direktor Arends den bisherigen Leiter der„Deutschbau"= Bausparkasse, wegen seiner langjährigen Tätigkeit und der sich dadurch erworbenen besonderen Kenntnisse für den Betrieb als Liquidator nicht verzichten könne. Trotzdem bat Direktor Arends, ihn wegen überreichlicher Arbeitsbelastung nicht zum Liquidator zu wählen. Die Generalversammlung entsprach dieser Bitte jedoch nicht. sondern wählte einstimmig den gesamten bisherigen Vorstand, nämlich Direktor Eugen Arends(Bochum), Kaufmann Franz Stamm(Bochum), Kaufmann H. Wüstenberg,(Bochum) zu Liquidatoren. Mit Rücksicht auf die einstimmige Wahl der gesamten Vorstandsmitglieder als Liquidatoren und das damit von der Versammlung zum Ausdruck gebrachte Vertrauen erklärte sich dann auch Direktor Arends zur Annahme der Wahl bereit. Nach einigen weiteren kleinen Anfragen, die zur Zufriedenheit erledigt wurden, gedachte der Versammlungsleiter, Ingenieur Rein, der gerade im Abstimmungskampf begriffenen Saarbevolkerung. Mit dem Deutschland=Lied und mit einem dreifachen Heil auf den Fuhrer wurde die Versammlung geschlossen. Das genormte Hühnerei Das genormte Hühnerei? Wer lacht da? sollen sich schon unsere braven Hühner nach den schen der Händler und Hausfrauen richten und genormte Eier legen? Einfach toll! Aber so ist das ja gar nicht gemeint! Naturlich werden unsere Hühner die Eier nicht nach Wunsch legen. Man kann aber die Eier sortieren und damit den Wünschen der Landwirtschaft und auch der Verbraucher Rechnung tragen. Wer heute ein„deutsches Frischei Sonderklasse" kauft, dürfte genau wissen, was er für sein gutes Geld erhält. Jetzt WünAlle Merkmale einschließlich des Gewichtes und der schaffenheit des Eies sind hier gesetzlich festgelegt, und das ist eben auch„Normung“. Es ist ja bezeichnend, daß auch in diesen Fragen die Techniker zum Segen der Allgemeinheit arbeiten, und wenn auch innerhalb des großen Normungswerkes, das der deutsche Normenausschuß geschaffen hat, die Normung der Hühnereier nur ein kleiner Teil ist, so ist diese Arbeit dennoch auch umfangreich genug geworden. Die ersten Eiernormen kamen 1932 heraus und sind inzwischen neu bearbeitet worden. Der neuen Bearbeitung wurden die Eierverordnungen vom 8. und 16. Juni 1934 zugrunde gelegt. Außerdem sind noch weitere Normblätter erschienen, die die Gestaltung der Verpackung regeln. Da gibt es Eierkartons und=kisten für 60, 180 und 360 Eier, für Dauerverpackung, für den Bahn= und Wagen= und Postversand, und alle diese Maßnahmen sind getroffen worden, um die beträchtlichen Verluste an Hühnereiern, die für die Volksernährung so wichtig sind, zu verhindern. Ueber 150000 RM. sind in manchen Jahren durch zerbrochene und verdorbene Eier verloren worden. Diese Verluste können ganz erheblich vermindert werden, wenn die Eier richtig sortiert und verpackt werden, und in ganz Deutschland werden die Hausfrauen, die sich mit den Normungsbestimmungen vertraut gemacht haben, was sie ja leicht beim Einkaufen tun konnen, nur die Eier kaufen, die einer bestimmten Güteklasse angehören. Kurze Nachrichten Zum vorläufigen Geschäftsführer der Reichswirtschaftskammer wurde der Syndikus der Industrie= und Handelskammer Hannover, Weike, bestellt. Die Reichswirtschaftskammer ist in die Abteilungen„Industrieund Handelskammern",(Leiter Dr. Hilland) und „Reichsgruppen"(Leiter Dr. Guth) gegliedert worden. Auf Grund des Paragraphen 42 der Ersten Verordnung zur Durchführung des Gesetzes zur Vorbereitung des organischen Aufbaues der deutschen Wirtschaft vom 27. November 1934 wird vom Reichswirtschaftsminister angeordnet: Die Reichsgruppe Industrie der Organisation der gewerblichen Wirtschaft hat die Stellung eines rechtsfähigen Vereins im Sinne der angeführten Verordnung. Auf Grund der gleichen Verordnung wird der Reichsstand Reichsverband der Deutschen Industrie in die Reichsgruppe Industrie übergeführt. Laut Beschluß des Beirats der Tarifgemeinschaft der Kraftfahrzeugversicherer darf an Kraftfahrzeughändler und an alle im Automobilhandel tätigen Personen nur eine Provision von 5 Prozent der ersten Jahresprämie gewährt werden. Die zwischen dem Stickstoffsyndikat und der Gewerkschaft Ewald geführten Verhandlungen, über die wir mehrfach berichtet haben, haben zum Ziele geführt. Die Gewerkschaft Ewald tritt mit rückwirkender Kraft ab 1. Juli 1933 dem neuen Stickstoffsyndikatsvertrag bei. Die Fischer der Unterelbe haben 8300 Pfund Wollhandkrabben abgeliefert, die zu Futtermittel verarbeitet werden. Massive Ostereier und Österhasen dürfen nur noch aus Milchschokolade hergestellt werden. Wie die Reichsbank bekanntgibt, sind nur noch 409 Millionen Rentenmark in Umlauf. Die GV. der Engelhardt=Brauerei AG. in Berlin genehmigte den Abschluß mit der Dividendenaufnahme von 4 Prozent. Die Absatzsteigerung hält an. Die Flender AG. für Eisen=, Brücken= und Schiffbau in Düsseldorf=Benrath beruft auf den 7. Februar eine ao. GV. an, die den Verkauf der Anlagen genehmigen soll. Wie der WHD. hört, sollen die Anlagen an eine Verwertungsgesellschaft veraußert und voraussichtlich nicht wieder industriellen Zwecken nutzbar gemacht werden. Bekanntlich hat die Flender AG. 1931, als sie ihren Betrieb stillegte, mit der Hein, Lehmann& Co. AG. einen Vertrag abgeschlossen, der sie auf zwölf Jahre am Gewinn der Hein, Lehmann& Co. beteiligt. Die Firmen Maschinenfabrik Hasenelever AG. und Maschinen= und Kranbau AG., beide in Düsseldorf, haben eine enge Arbeitsgemeinschaft geschlossen. Infolgedessen treten die Vorstandsmitglieder von Hasenclever in den Vorstand der Mukag ein und umgekehrt. Bankier Schliep und Generalkonsul Gottwald werden in den Aufsichtsrat von Hasenclever gewählt. Den Vorsitz beiden Aufsichtsräte übernimmt Generalkonsul Gottwald. Borsenl von gestern Rh.=.=Börse in Düsseldorf Etwas schwächer Die Börse eröffnete infolge von Glattstellungen in etwas schwächerer Haltung. Von der Abschwächung wurden jedoch nur einige Werte stärker erfaßt. Renten: Altbesitz minus ¾ Prozent, Mittelstabl Obl. minus 1 Prozent, Hoesch, Die Konjunktur im Revier Wenlers Aufauise.. G 5 im Arbeitseinsatz der bestimmenden Wirtschaftsgruppen Westfalens— Das Bild der Entwicklung im Dezember Hier wurde sogar noch eine geringfügige AbGüterDie Auswärtsentwicklung an Hand der wagengestellung 1934 Ein besonders klarer Ausweis für die Entwicklung der Konjunktur im Revier sind von jeher die Ausweise der Reichsbahn über die Wagengestellung gewesen. Aus dem jetzt von der Reichsbahndirektion Essen vorgelegten Ausweis über die Wagengestellung des Jahres 1934 in ihrem Direktionsbezirk geht deutlich die aufwärts gerichtete Wirtschaftskurve im Industriebezirk hervor. So wurden im Jahre 1934 gegenüber 1933 gestellt: für Brennstoffe(=Wagen zu 10 Tonnen) 5 997 926 (5 502 322), das sind 15,3 Prozent mehr; für andere Güter als Brennstoffe 1 160 197(873 382), das sind 32,8 Prozent mehr;...„ 9 an.=Wagen 705 876(695 210), oas sind 1,0 Prozent an Wagen besonderer Bauart 380.036(234.559), das sind 62 Prozent mehr:„,„(„ den Anfuhr an Brennstoffen für den umschlag in den Duisburg=Ruhrorter Häfen 9686 460(8609 541) Tonnen, das sind 12,5 Prozent mehr. Die„Deutschbau“ als Genossenschaft liquidiert Die am letzten Sonntag im Parkhotel„Haus Rechen" stattgefundene Liquidationsversammlung der „Deutschbau" in Bochum hatte einen guten Besuch zu verzeichnen. Auch diese Versammlung war wiederum aus fast allen Teilen Deutschlands besucht. Die weDer Arbeitseinsatz im Bezirk des Landesarbeitsamtes Westfalen stand im Monat Dezember unter dem Einfluß des Weihnachtsgeschäftes und der abnehmenden Beschäftigungsmögl'chkeiten in den ausgesprochenen Saisongewerben. Ende Dezember war der Stand der Arbeitslosigkeit um 10 150 höher als Ende November. Die Zahl der Unterstützungsempfänger ist nach den vorläufigen Ergebnissen etwas geringer gestiegen; der Hauptzugang(1200) war in der Arbeitslosenversicherung und Krisenfursorge zu verzeichnen. Die Zunahme der Arbeitslosigkeit im Dezember war noch geringer als im Vorjahre, in dem sie rund 15000 betrug. Sie geht jedoch, wie im Jahre 1933, überwiegend auf jahreszeitlich bedingte Entlassungen in den Saisongewerben zurück und betrifft damit ausschließlich den männlichen Arbeitseinsatz. Es kann aber schon ab Januar erfahrungsgemäß wieder mit steigenden Vermittlungsmöglichkeiten gerechnet werden. Der weibliche Arbeitseinsatz wurde von dem jahreszeitlichen Charakter der Arbeitslosigkeit kaum beUn Arzeieend=Eendendrr! troffen. Hier wurde sogar noch eine geringfügige Abnahme der Arbeitslosigren erreicht, die insbesondere den kaufmännischen Angestellten und Hausangestellten zugute kam. Das Weihnachtsgeschäft brachte vorübergehend gute Beschäftigungsmoglichkeiten auf den verschiedensten Gebieten.„ gen zm Arhgitz. Wilhelm Im Gegensatz zu diesen Bewegungen im Arbelts: Wilhelm einsatz, die naturlichen saisonmäßigen Grunden entsprangen, hielt die Aufwartsbewegung in den Wirtschaftsgruppen, die den Beschäftigungsstand Westfalens konjunkturell tragen und bestimmen, an. Bergbau, Hüttenindustrie und weiterverarbeitende Metallindustrie nahmen im Ruhrgebiet, im Märtischen Land und im Siegerland weitere Einstellungen vor, die auf anhaltend gute Beschäftigungsmoglichkeiten schließen esten..... heratti für die all Die Weihnachtssonberarnon fu. dn alten Kämpfer sbeinng, üer hatte so erfreuliche Erfolge, zu verzeichnen, daß die besitzanlen Hoffnung besteht, dadurch die letzten alten Kampfer der Bewegung in Arbeit und Brot zu bringen. Mündliche Auskunft nur nachmittags (außer Samstags) von 4 bis 5 Uhr in unserer Redaktion. Grundbuch. Wenn Sie am Reisen verhindert sind, können Sie die Auflassung des Grundstücks durch einen Bevollmachtigten bewirken lassen. Die Vollmacht muß notariell oder gerichtlich beglaubigt sein, die genaue Bezeichnung des Grundstucks und des Grundbuchblatts enthalten sowie den Erwerber des Grundstücks bezeichnen. Für die Vollmacht entstehen in Ihrem Falle an Kosten die Bealaubigungsgebühr mit 2 RM. und der Stempel mit.50 RM. Zession= Abtretung. 1. Der Gläubiger kann seine Forderung an einen Dritten abtreten.(Zum Beispiel ein Möbelhändler an einen Fabrikanten oder Lieferanten.) 2. Die Abtretung einer Forderung kann mündlich vereinbart werden, aber es ist immer zweckmäßiger, wenn die Einigung schriftlich festgelegt wird. Fur einzelne Forderungen ist bei deren Abtretung die Schriftform vorgeschrieben, zum Beispiel für eine Hypothekenforderung(§ 1154 des Bürgerlichen Gesetzbuches). 3. Der neue Glaubiger, dem die Forderung abgetreten worden ist, muß am besten den Schuldner sofort davon benachrichtigen. Denn jede Handlung des Schuldners gegenüber dem ersten Gläubiger muß auch der neue Gläubiger gegen sich gelten lassen. Wenn also der Schuldner in Unkenntnis der Abtretung der Forderung dem ersten Rh.-Westf. Börse, Düsseldort, 16. Jan. Mitgeteilt von Wilhelm Schwarz, Bankgeschäft, Bochum, Bongardstraße 14 Fortlaufende Notie ungen 15..118 1 ie Oiv. Schluß 10. 1. lo. 1. 16. 1. Anfang Schluß Kassa besitz— 109.871110.00 109.50 109.75 Hoesch RM.— as oof 98.00 97 75 97 50 % hocstigum.— % KrupP RM.— % Mittelstahl— %Ver. St. RM.— uderus lahlbusch St. tsch. Atlant. tsch. Erdöl Reichsbahn .Farbenind. eldmühle elten& Gullle jelsenberg ioldschmidt larpen loesch-Köln (all-Aschersi. 99.00 98 00 97.00 95.00 89.00 78.50 103.00 117.62 7 /142.00 6 /118.75 0 81.00 0 67.25 0 0 99.50 0 84.00 5 110.50 30.05 97.50 97.00 88.25 78.00 91.10 98.00 97.00 94.75 68.00 78.00 91.30 97.75 97.00 94.62 88.00 77.62 102.75103 00 102.50 117.87/117.75117.87 140.00 119.00 80.75 67.50 89.00 99.00 83.50 15. 1. 16. 1. 16. 1. 16. 1. Div.(Schluß Anfang) Schluß Kassa .50 Kuxe Steinkohlen 16. 1. 13. 1. 6 81 6 trolusN. 13450 3550 3450 3650 ost. d 6 4750 4950 4750 5000 tschl. 305 325 305 325 ald 3500 3650/35253725 werin 2500/2625/2550 2700 inrich 58506100158006200 Ludw6 o ngendr.— 9100— 9200 139.62/140.37 118.25 118.75 81.00 80.75 67.50 67.12 —.— 89.00 99.75 96.75 83.75 83.87 110.50 110.75 Michel 18750 92508700 Vesta 6750 7150 6700 Bernhareth.— 1300 Kall Beienrode 460 500 470 Burbach 1350 1525/1350 Neu-Staßf.——— Siegtr. lu. II——— Wintersh. 55505850— Klöckner-W. 20 79. Mannesmann 0 77.50 Masch. Untern. 0/ 61.00 Phönix Bergb. 0 53.00 Reichsbank 12—. Rhein. Braunk. 121212.00 Rhein. Stahlw. 3p 91.25 Rh.-.-Elek. 9/111.25 Salzdetfurth 7½/152.00 Schuckert& C. 4 99.75 Siemens& Hal. Gebr. Stollw. Ver. Stahlw. Westd. Kaufh. Westeregein Wintershall Zellst.Waldhof .— 4 61.50 0 44.00 0 36.25 5 112.00 5 97.25 0 49.00 79.00 79.00, 78 55 77.63 77.00 76.87 60.00 60.00 60.00 52.75 53.00 52.75 153.12—.—154.12 211.90211 50 210.12 90.63 90.25 111.00 110.75 110.75 133.00 152.00— 98.50— 98 25 141.50 81.75 81.25 44.50 44.50 36.00 35.87 97.00 96.75 48.75 48.75 141.25 81.00 44.37 35.50 96.75 48.63 Roddergr. Brnk. Sachtl. 46. Bgd. Schleb-Defries Schleg. Scharg Naggonf. C0 Wasserw. Gels. Bankaktien Berlin. Hand. 6. Com.-.Pr.-B. 0 Bank..-6. Dresdner Bank Rh. W. B0. Cr. B. Westd. B..-A. Versicherungsaktien RM Asch.-Mönch.F 70(1006 1045 Aach. Rückvers 14.4/190.0 188 C Agripp.., Fl.L)— 330.5 330.0 Alll.-u. Stuttg.V 12.9/212.0, 212.0 Alli.- u. St..-V..61238.0 238.0 Colonia,.-.K. 5 104.0/104. C Kallkuxe 16. 1. Braunschw. 3750 4050 3750 Einigkeit 3200— Erichsse g12300 2450 2300 Habigh.— 1850 1700 Heimbold.— 1550 1750 Hope. 3250 3450 3150 bisenburg 275—— Mariagl. 5400 5750 5450 8750 Marie 2000 2100 1950 2050 Marie L. 2000 2100 1950 2050 Nax.. 2000 2100 1950 2050 Neusollst.— 19501700— Ransbach 2350 2550 2350— Reichsld. 575 650 575 675 Thüringen 300— 300— Braunkohlen uekd.-fl. 290 290—— uteHoffn. 3900 4050 3900 4100 6ösp. Welzw. vonhard— 8400— 8350/Braunk. Zuk. Beicke Masch. Berg. 6. Dahl.V. Bonner Bg..H. Div. 16../15.1. Bruckd.-Wietl.— Burbach Kal. 46— Dortm.Ritterbr.) 0 Oüss. Hoef.-Br. 3 Düss. Masch B 0 Oynamit.Nob..5 Eschw. Berg. V. 14 Glas-u. Sp. S. 6 Glückauf-B. A0.5 Gebr. Goedb. AG O Hallesche Salz. Hochtief 46.. 6 Kabelw. Rheydt 12 Kali-Chemie 5 106.0 105.01 Mülheim. Berg. 6 115.0—. — 90.71 90.01Rhein. Metall 61—.—. 6——. IRhein. Spiegel. 8—— Bellerh. 19257) 7000 1500 500 1525 6000 Industrieaktien(Einheitsk.) Div. 16,.15.1, 01 47.0 46.2 124.0s124.0 19.0 19.5 36.0 36.0 111.01110 81.5 82.0 94.0 168.0168.0 74.0 74.0 97.0 98 0 Colonia Rückv.]— 240 02450 Sladb. Feuerv. 40 660.0 660.0 Koln. Hagelv. 8 94.9 94.0 Köln. Lioyd..]— 230.0s230.0 Köln, Rückv gr. Koln.Rückv. kl. Rentenwerte 6 Rhw..-Cr. Ghye Pfd. S. 4. 6. 12. 10 5 dto. dto. S. 5½ dto. dto. S. 11 S dto. Gold.-Kom 1926 1927 S.—6 9521—. 1½ Wd. Bod. Gpfd. 6 100.0 95.5 6 dto. Em. 3, 9/12, 14 95.5 95.5 Preiverkehr Steinkohlen- u. Braunk.-Kuxe 16. 1. 13. 1. 6 1 8 1 8 Oiergardt 1272512850 277512900 Westfalen 450— 450 — 3825 3400 15.1. 6 8 4050 2500 1850 1925 3400 5750 Gläubiger zahlt, so hat der neue Gläubiger keinen Anspruch mehr auf Begleichung seiner Forderung. 4. Der neue Gläubiger muß auch dafür sorgen, daß er eine Abtretungsurkunde erhält. Er kann die Zahlung nur verlangen, wenn er dem Schuldner eine solche Urkunde vorweisen kann. Der Schuldner kann, wenn der neue Gläubiger— ohne Vorlegung einer Abtretungsurkunde — zur Zahlung mahnt, diese Mahnung oder auch eine eventuelle Kündigung zurückweisen. Dazu hat er aber selbstverständlich kein Recht, wenn er von der Abtretung der Forderung gegen ihn vorher schriftlich in Kenntnis gesetzt worden ist. Fr. A.(Arbeitsrecht.) Folgender vom Reichsarbeitsgericht am 5. Juli 1933 behandelte Fall kann Ihnen als Matcrial dienen: Dort wollte ein Arbeitgeber das Vertragsverhältnis kündigen, noch ehe es begonnen hatte. Das Gericht verneinte eine solche Möglichkeit. Ein Vertrag sei geschlossen, um erfüllt zu werden. Eine Kündigung vor Beginn des Arbeitsverhältnisses verhindere also beide Teile, ihre Verpflichtung einzuhalten. Das ist gleichbedeutend mit einer Vertragsverweigerung. 2. Es gibt aber wichtige Umstande, die den Arbeitgeber dazu zwingen, den Dienstvertrag vor seinem Beginn zu kündigen. Das Reichsarbeitsgesetz läßt bei Vorliegen besonders wichtiger Gründe eine Lösung des Dienstverhältnisses zu, auch wenn es noch nicht begonnen hat. Wirksam wird diese Lösung des Dienstverhältnisses aber erst mit dem Tage, an dem das Arbeitsverhältnis tatsächlich beginnt. Krupp und Ver. Stahlwerke Obl. unverändert. Aktien: Bemerkenswert gut gehalten waren die Aktien des Ver.=StahlKonzerns: Gelsenberg plus ½ Prozent, Phönir plus ¼ Prozent, Ver. Stahl plus ¼ Prozent. Buderns, Harpener, Feldmühle, Salzdetfurth und Reichsbahn=Vorzugsaktien unverändert. Felten=Guilleaume und Goldschmidt je ½ Prozent höher. Schwächer waren: Hoesch minus ¾ Prozent, Klöckner minus ½ Prozent, Mannesmann minus 1½ Prozent, Rheinstahl minus 1¼ Prozent, Dt. Erdöl minus ½ Prozent, Rhein. Braunkoble minus ½ Prozent, RWE. minus ¼ Prozent, Zellstoff Waldhof minus ¼ Prozent. Schärfer gedrückt waren: J. G. Farben(minus 2 Prozent), Schuckert (minus 1¼ Prozent) und Siemens(minus 2¼ Prozent). Wintershall unverändert. Am Einheitsmarkt Balcke Maschinen plus ¼ Prozent, Burbach minus ½ Prozent, Halle Salz minus 1½ Prozent. Lebhaftes Geschäft verzeichneten Bankaktien, von denen Commerzbank und Deutsche Bank unverändert lagen, während Rhein.=Westf. Boden in Rückwirkung auf die vorhergegangene starke Steigerung 1½ Prozent nachgaben. Am Kuxenmarkt war nur geringes Geschäft zu verzeichnen. Von Kohlenkuren erzielten Deutschland letzte Preise. Am Braunkohlenkurenmarkt gewannen Vesta bei einem Umsatz etwa 100 Reichsmark. Die übrigen Werte der Kohlen= und Braunkohlenkure lagen wenig verändert. Am Kalikurenmarkt gaben Beienrode bei geringem Umsatz etwa 5 Reichsmark nach. Die anderen Werte dieses Marktgebietes waren umsatzlos und unverändert. Am Freiverkehrsmarkt gewannen Maschinen und Kranbau etwa 1 Prozent, Lothringen Genußscheine und Holl. Goedhart erzielten letzte Preise.. Westfalia=Dinnendahl gaben bei geringem Umsatz etwa ½ Prozent nach.(Mitgeteilt vom Bankgeschäft schwarz in Bochum.) Berliner Börse Etwas schwächer bei Gewinnabgaben Nach der Festigkeit der letzten Tage machte sich ein gewisses Glattstellungsbedürfnis bemerkbar. Die Kulisse war zu Gewinnmitnahmen bereit. Vom Publikum lagen wenig neue Aufträge vor. Nur in einigen Montan= und Elektro= werten waren die Umsätze etwas größer. Die Anleibemärkte waren gleichfalls sehr ruhig, wobei die Bewegung in Reichs anleiben nachließ. Im allgemeinen war die Tenden; uneinheitlich aber eher schwächer. Am Rentenmarkt ging Altnleihe auf 109½ zurück. Länderanleiben etwas schwäc cher. Westfälische Altbesitzanleihe 1¾ Prozent niedriger. Städte uneinheitlich. Pfandbriefe und Kommunalobligationen behauptet. An den Aktienmärkten waren Montanwerte bis zu 1 Prozent niedriger. Siemens verloren 2, Farben 1½ Prozent. Im Verlauf bröckelten die Kurse ab, und der Schluß war unsicher. Der Einheitsmarkt verkehrte wenig verändert bei kleinen Angeboten. Tagesgeld 3¾ bis 4 Prozent. Dollar 2,510(Vortag 2,495), Pfund 12,23½(Vortag 12,180) Mittelkurs. Rhein=Mainische Abendbörse in Frankfurt Behauptet Bei Eröffnung des Verkehrs kamen Umsätze kaum zustande. Doch konnten sich die Berliner Schlußnotierungen, abgesehen von einigen Werten, ziemlich behaupten. Am Rentenmarkt war das Geschäft ebenfalls minimal, die Kurse waren aber, bis auf Altbesitz, die weiter auf 109½ abbröckelten, gehalten. Die Auslandsbörsen Brüssel: Uneinheitlich. Mailand: Nachgebend. Wien: Fest. Zürich: Unregelmäßig. Newyork: Stetig. London: Nachgebend. Amsterdam: Nicht einheitlich. Paris: Unregelmäßig. Getreidegrotmarkt zu Berlin Amtl. Preise. Getreide und Oelsaaten per 1000 ka. sonst per 100 ko Weizen märk. Roggen märk. Industriegerste Hafer märk. Weizenm. Auszm. (.820 Asche) * Berliner Elektrolytkuvfernotierung 39,50 Reichsmark für 100 Kilogramm. Roggenm..997A. 21.65 21.65 Viktoriaerbsen 34.-35.5 35 0 36.0 Speiseerbsen Futtererbsen vom 16. Januar: Berliner Börse, 16. Januar 13. 1. 9 5 98.0 96.0 98.0 85.0 38.0 35.5 87.5 Aktien 16. 6 Adler K.—. eisa C.—. 98.0 Goedh.h Hann. K.— Numd. Dul 72.0 73.0 72.0 740 Lothrin. 56.5 58.0 57 0 59.0 Lothr. 6. 48.0 50.0 48.0 50.9 Mansf. 89.0 90.0 89.5 90 0 Masch.Kr 37.5— 39.0— uch. Berg 30.5 52.5 52.0 54.0 Rh. Linel.——— IwI. Dinn. 62.5 64.5 63.0 65.0 Els. Hoft.—-—— Steuergutscheine 16..15.1. Reichsbankdiskont 4% Lombardzinstuß 5% Industriewarte Div. 16.115.1. REhumvistoren 12 159.8/160.5 no 0 50.5 51.8 A. E. 6. 0 29.0 29.6 Aschaffb. Zellst.0 Augsb.-N. Masch0 71.5 71.8 64.2 71 8 Otmd. Akt.-Brau. 101158.51156. 1 „ Union-Brau. 0—.—. Dörener Metall[12—. glektr. Lieferg, 5/103.2104.0 K.„, Licht u. Kr. 62 /116.2 116.2 Engelh. Brauerei o 97.7 97.7 Enzinger 6/104.2/104.5 Erlang. Baumw. S 93.0 94.0 Dayr. Motoren U P. Bemberg Jul. Berger Bergmann El. Berl. Karls. Ind. " Kr. u. Licht „ Maschinen Buderus 9 ges. f. el. Unter. Gildem.& Co Grön& Bilfinger Gruschw. Textil 6 120.|121.0 6 116.0 118.0j°uano-Werke 0 84.7 84.7 5 /115.6/116.0 10 137.2s138 8 5/108.4 107.7 0 88 0 88.8 fallig ab 1. 4. 1994 I..1935 I. 4. 1936 103.7/103 106.6/106 105.6/105.6 I..1997 104.2/194.2 I. 4. 192 102.5s102.5 chafl. Wasser 5/104.11104.7 U Chem. Geisenk 41 91.0/.—. Cont.-Gummi 8/145.51145.0 -i Motor uisch. Atlant. Otsch. Conti Gas " Kabel " Linoleum " Steinzeug " Tel. u. K. „ Eisenh. Dittm. Neuhaus 0 48.2 49.7 7 122.0s122.0 7 126.7/128.5 0 98.5 99.5 65.7 0—. 0 96.7 82.0 9 5/111.0/111.8 6/110.0 111.7 15—. 5193.|103.2 4 82.5 83.2 0 96. 83.6 -gae nageda Hamb. El. Werke Milpert Masch. Hindrichs-Auft. Hotfmanns Stärk. Hohenlohe Werke Ph. Holzmann Hotelbetriebsges. lise Bergbau 1 IIse Genus Isenbeck Bräu Junghans Gebr. ön Sos u. e. W Krefft Kromschröder Urongnas Aüstell Köpperab.& Co. ahmeyer& Co. L Lindes Eism. C. Lorenz Meei. Pote Mlag Mimosa.-6. Mix& Genest Orenst.& Koppel Polyphonwerke heinfeld Kraft I Rhein. El. Vorz Rb.-Westf.-Kalk Riebeck Rütgerswerke 113.21195 106.0 108.2 150.5150.0 01.730 0 12/158.0158.0 0 Siemens Glasind. 0 83.01 84.0 Siemens& Halske 7/141.01113.5 Stolberg. Zink 0 65.5 68.7 jeck 4 Co.7 Thörl's V. Oitb. 0 Thür. Gas Leipz. 7 Transgadio neragio Tuchfäbrik Aach. 90.5 12.7 105.7 109.0 925 98.0 97.5 92.0 138 105.5 91.8 98. 96. uer. Ofsch. Nick. Ver. Glanzst. " Ultramarin Vogel Telegr. Vorgt& Haeffner 91.0 87.2 92.0 83.5 30.7 30.8 99.0 91.0 —. 78.0 75.0 76.7 63.0 65.0 94.5 95.0 125.0 nachsenwerk 18 0 Sarotti Schering chem. 6 Schles. B. u. Z. 10 8. Beuth. 4 " E..62s A. 8/47 5 Schub.≈ Salzer 19/104-7/126.2 Schultheis-Patz. 4 104.8 75.0/schwaben-Bräu F Siegersdorf WE. 0 65 0 72.0 81.01—. 125.0s124 199.21095 4/105.0s108.0 —.„ 7 127.0126.0 4 103.0109.5 0—. M anderenv. 6/128.0s129.0 vicküler Braus 6—.— Verkehrswerte A. 6. f. Verkehr Boch. Gelsenk. Hambg. Amk. P. " Südam Norod. Lloye Bankaktien Ber. Hypothekd. O. Zentralkr.-Bk. 11.0 9 86.7 Fostverzinsl. Werte Schatzw. d. O. R. 35 93.8 94.0 3% We tb.-6 O. 97.20—. Reichsanl. 1927 98 8 96.8 keichssch. Kom.—.—. 5% Pr. Ctr. St.-6 Farbenbonds 119.801201 3 Berl. Hyp. B. 10 96.2| K6.2 3 Nordd.Grundk. 3 96.0 96.0 1 Nordd. Grundb.4 95.9 95.0 : Pr. Ctr. B. 6. Pf. 97.2 96.0 1 Rogg..Pfd.-3—— Soncord. Bergd. 94.8 94.8 Cont. Gummi[103 2s100.1 Daimler Benz 98.0—. dlöckner Werke 96.51 96.1 Nont Cenis 96.5 96.5 Siem.& Halske 136 0137.0 kheinstahl RM. A.—. 99.7 3 Westf. Ld. Bk. 25 95.0 95.0 "" 26 94.5 94.7 6" Kom..-3 94.0 s s Goldpfobr..1 95.0 94.3 81.816 Pfdbr. Hausgr. 95.5 95.3 —. 6 Pr. Lopfdr. 6. 19 98.0 96.0 26.215"„.21 96.0 98.0 24.7/3"„.=..20—.—. 29.818 Pr. Z. 6. Pf. 22 97.21 97.2 6 Pr. Z. 6. Pf. 23 100.0 100. C 6 Pr. Z. 6. Pf. 24 97.5 97.5 3 Pr. dto. 26/28 97.2 97.2 —. 18 Pr. Z. 6. Pf. 28 97.2 97.2 Stelstoech. Sustan 93 3 91 Westtalenbank.-G. Bochum Austührung samtlleher Bankgeschalte X, Am Tage der Saarbeireiung wurde uns ein gesundes Mädel gechenkt In dankbarer Freude Allred Wanjahrt und Frau Tilde geb. 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Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familien Brockmeier— Brans Wanne-Eickel, Essen, Düsseldorf, 15. Januar 1935 Die Beerdigung findet statt am Samstag, dem 19. d.., 15 30 Uhr. vom Trauerhause, Richard-Wagner-Str. 30. Trauerfeier ½ Std vorher. Allen, denen aus Versehen keine besondere Nachricht zuging. diene diese als solche 80 808-u ue Ser 1 Am Freitag, vem 18. Januar mittags 12 Uhr, werde ich in.= Gerthe an Ort und Stelle meistbietend gegen bar versteigern: 1 großen Bretterzaun, ca. 120 m lang, ca. 80 m breit. Der Verkauf findet bestimmt statt. Sammelpunkt für Käufer: Wirtschaft Schumacher, Hiltroper Landwehr. Milte, Obergerichtsvollzieher in Bochum, Horst=Wessel=Straße 55. Zwangsversteigerung Freitag, den 18. Januar 1935, vormittags 10 Uhr, werde ich in Bochum, Alleestraße 54, folgende Gegenstände: 1. 1 Kaminosen, 2. 1 Gasherd, 3. 1 Ladentheke, 4. 3 ständ. Betten,, Kleiderschränke, Waschkommoden. 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