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Nothelser, erarkwollte die, Sie Heugemacht!— Büste— und hat ein Mensch Büste ab— nfreude Wellen Stellvertreter: Rudolf Koent, „Bedding: Unterbaltung: is Schmidk ind Briefkasten: ntlich in Bochum erlin SW. 68 Karlsbortz 18340 m pe, BerlinSteinplatz 6813. 98 in„Bochum. 24 450. der Samstaas). cht Rücksendung — Bezugspreis mit Botenlohn:.15 RM. monatlich oder.08 RM. halvmonatlich, Selbstabholer.85 RM. monatlich, oder 93 Pf. halbmonatlich. Heischriit“.u: die=Bochzigz, Smonatlich bei vier Eguntagen Brif„dor mit, mir“ 45 Bi, monatlich bel bier Sonztagen und 55 Bf. bei sünf Sonntagen im Monat.— Wenn das Erschinen der Zeitung durch höhere Gewalt oder durch Verbot oder Betriebsstörung u. dgl. verbindert wird, können keine Ersatzansprüche gestellt werden.— Geschäftsstelle geöffnet von 8 bis 13 und von 14½ bis 19 Uhr. Sonntags von 11 bis 12 Uhr.— Sprechstunden der Redaktion von 16 bis 17 Uhr(außer Samstags).— Postscheckkonto Tortmund 1760 Verlag und Druck: Laupenmühlen& Dierichs in Bochum Der Führer spricht Dienstag frah zul Saurabfinnnnung dnb Berlin, 14. Januar. Ergebnis der Abstimmung im Saargebiet wird im Laufe des Dienstagmorgens durch den Präsidenten der Abstimmungskommission, Rohde, der Weltöffentlichkeit bekanntgegeben. Genauer Zeitpunkt dieser Bekanntgabe richtet sich nach dem Abschluß der Auszählung. Im Anschluß daran wird der Saarbevollmächtigte des Reichskanzlers, Gauleiter Bürckel, dem Führer über alle deutschen Sender das Ergebnis melden. Dann spricht der Führer selbst. Zum Schluß gibt Reichsminister Dr. Goebbels eine Erklärung bekannt. Alle deutschen Behörden, Schulen usw. werden auf diese Sendungen ausdrücklich hingewiesen. Gauleiter Bürckel hat für den Gau Pfalz für diese Sendung Gemeinschaftsempfang angeordnet. Heute um 8 Uhr Bekanntgabe des Absinmungergebuses Saarbrücken, 15. Januar. Wie der Präsident der Abstimmungskommission Rohde um 2 Uhr nachts mitteilte, wird das Abstimmungsergebnis Dienstag früh 8 Uhr MEZ. über den Rundfunk der Welt bekanntgegeben. Anzeigenpreise: Grundpreise für 1 mm Höde in 22 gm Breite, K5,Pl. im Anzeigenteil und in 78 mio, Brelte 50 Pf. im Textteil, Fapillign: anzeigen und Stellengesuche, 6 Pl., Verelusanzeigen,(die nigt, der Wirtschaftswerbung dienen) 7 Pf., kleine einspaltige Anzeigen(Stellenangebote. Anzelgen prlbatr gris 8- Bf.=Anzeigen im Vereins. o5. Sportkalender im Terttczl 10 Pf., Auskunst= und Ziffergebühren 25 Pf. Zur Zeit ist Preislistg Nr. 4 gültig, Nachlaßstaffel B.— Schluß der Anzeigenannahme für die sechsmal wöchentlich frühmorgens erscheinende Zeitung um 16 Uhr des Vortages. Für den richtigen Abdruck fernmündlich aufgegebener Anzeigen kann keine Gewähr übernommen werden. Hauptgeschäftsstelle: Rathausplatz 8. Anruf 67551, 52, 53 — Rückgliederungsbeschluß in Genf noch dese Woche) dnb Genf, 14. Januar. Auch in den internationalen Kreisen Genfs bereitet sich zweifellos ein gewisser Stimmungsumschwung vor. Man ist überwiegend der Meinung, daß gestern der Wille des einzelnen Saarländers, zum Reich zurückzukehren, und die Stimme des Blutes sich stärker erwiesen hat als alle Propaganda und Verdrehungskünste der Status=quo=Anhänger. Selbst Gegner Deutschlands können sich diesem Eindruck nicht entziehen und suchen sich nur mit dem Gerede von einem „psychologischen Terror gegen die Minderheit“ eine Brücke zu bauen. Im übrigen herrscht heute eigentlich kein Zweifel mehr darüber, daß der Völkerbundsrat der „Ich bin deutsch geboren und winl auch deutsch sterden! So antwortete in Mettlach die 88 Jahre alte Witwe Schamper, eine Frage des Wahlvorsitzenden infolge ihrer Schwerhörigkeit mißver stehend. Ihre Stimme wurde daraufhin für ungültig erklärt. Wengesusichtint2 L ninenduntung Hochbetrieb in der„Wartburg“ in Saarbrücken— Die Stimmen für Deutschland türmen sich zu Bergen— Nur dann und wann eine Stimme für Status quo dnb Berlin, 14. Januar. Im Verlaufe der Nacht sind die Abstimmungsurnen unter militärischer Bedeckung in der„Wartburg" (evangelisches Gemeindehaus) eingetroffen. Das Haus ist durch starke Militär= und Polizeiposten gesichert. Die Ueberführung der Urnen ist ohne jeden Zwischenfall verlaufen. Am Montag kündigte schon mittags in der Nähe der„Wartburg“ die große Masse der dort stehenden Autos und der große dorthin flutende Menschenstrom den bevorstehenden Beginn der Stimmenauszählung an. Noch einmal fuhren Filmwagen vor dem Hause vor, um das Haus und den Betrieb vor ihm zu filmen. Die Ablösung der englischen Militärposten zog wieder eine große Menge von Neugierigen herbei, die sich immer mehr verstärkte, je näher die Stunde des Beginns der Auszählung heranrückte. Man sah die bekannten Persönlichkeiten der Abstimmungskommissiog, Polizei, Landjäger, Uniformen der verschiedenen Länder. Engländer, Italiener, Schweden, dann die ausländischen Polizeioffiziere mit ihrem roten Mützenrand. Starker Betrieb an der„Wartburg“ Im Hause selbst waren schon gegen ½17 Uhr Hunderte von Pressevertretern eingetroffen, die Galerie war fast überfüllt. Links waren große Jupiterlampen aufgestellt und ein Teil der Tribüne den Filmoperateuren überlassen. Ferner hatte sich eine Reihe von Photoleuten an der Brüstung postiert. Auf der Diele stehen die Tische der Abstimmungskommission, deren Mitglieder bereits anwesend sind. Man bemerkt ferner die drei Vertreter der Reichsregierung, Oberregierungsrat Dr. Vollert vom Reichsinnenministerium, Regierungsrat Westhoff und Bürgermeister Dürrfeld, und die drei französischen Vertreter. Mitten im Saal sind die neutralen Stimmzähler bereits an die 60 Tische verteilt. Ueber jedem Tisch Urnen mit den dazu gehörigen Beuteln, die Protokolle und Stimmscheine enthalten. „Die Stimmzählung beginnt“ Auf der erhöhten Tribüne der Abstimmungskommission, auf der sämtliche Mitglieder der Abstimmungskommission, Rohde. Henry, de Jongh, Miß Wambaugh und der Generalsekretär Hellstedt Platz genommen haben, erhebt sich um 17 Uhr der Präsident Rohde zu einer kurzen feierlichen Begrüßungsansprache: „Die Volksabstimmung im Saargebiet hat im Verlaufe des gestrigen Tages programmäßig und in vollständiger Ordnung stattgefunden. Die Urnen sind bei Wahrung aller Vorsichtsmaßnahmen in die Wartburg eingeliefert worden. Die Stimmzählung durch neutrale Stimmzähler beginnt. Ich wünsche den Herren Stimmzählern guten Verlauf ihrer mühsamen und verantwortungsvollen Arbeit. Die Abstimmungskommission steht Ihnen zu allen Auskünften und zur Entscheidung von Zweifelsfällen zur Verfügung. Nachdem die Bevölkerung des Saargebietes während nicht oder nur in einstelligen Ziffern abgegeben worden. Am Tisch des Kreises Homburg sieht man eine einzelne Stimme für Frankreich, an einem Tisch des Kreises St. Ingbert deren zwei. Die Zahl der abgegebenen ungültigen Stimmen ist zwar, zur Gesamtzahl gesehen, nicht hoch, jedoch höher, als man zunächst vermutet hatte. Dabei ist festzustellen, daß offenbar in einem Wahllokal von mehreren Personen hintereinander ein rot schreibender Stift benutzt worden ist. Jedenfalls ist eine Reihe von Stimmzetteln. in denen das Kreuz für Deutschland mit rotem Stift gemacht worden ist, als ungültig aussortiert worden. Für ungültig erklärt werden auch Stimmzettel, die offenbar dem Status quo galten und auf denen das Kreuz nicht in den Kreis gemacht wurde, sondern einfach die Worte Deutschland und Frankreich durchgestrichen sind. Man kann im übrigen sehr gut von der Galerie aus an den einzelnen Tischen mitzählen und sich so einen Einblick in die Stimmung schaffen, und man sieht immer wieder, daß das Ergebnis für Deutschland sehr günstig sein dürfte. Am Tisch des Kreises Homburg und St. Ingbert ist die Zahl der Status=quo-Stimmen besonders gering. Es kommt vor, daß eine halbe Stunde lang überhaupt nicht eine einzige Status=guo. Stimme ausgezählt wird. Die Kontrolle ist scharf und die neutralen Stimmzähler arbeiten mit aller Anstrengung. Man kann dabei bePlatz genommen. Die Seitentribünen und hinteren Reihen sind vollkommen mit Pressevertretern gefüllt. Das Zählverfahren Nach der Rede des Präsidenten Rohde wird mit der Leerung der Urnen begonnen. Zunächst wird auf jedem Tisch eine Urne entleert. Die enthaltenen Stimmumschläge werden gezählt und mit den in versiegelten Beuteln befindlichen Protokollen verglichen. Auf den Urnen, deren Schlösser verklebt und versiegelt waren, sieht man noch die Unterschriften der Wahlvorsteher und Beisitzer. Die Stimmumschläge werden nach bestimmten Grundsätzen gehäuft und unterteilt. Nachdem die Zahl der Stimmzettel mit der in dem Protokoll angegebenen Zahl der abgegebenen Stimmen in Uebereinstimmung gebracht worden ist, wird eine zweite Urne entleert und mit ihr ebenso verfahren. Darauf wird der Inhalt der beiden Urnen vermischt, um das Ergebnis einzelner Gemeinden unkenntlich zu machen. Neben jedem Tisch sind je nach der Größe des Stimmbezirks zwei bis sechs Urnen aufgestellt, sozusagen auf Vorrat. Die entleerten Urnen werden genau daraufhin untersucht, ob sie noch Stimmzettel enthalten. und dann in den Keller geschafft und dafür neue Urnen arheiten mit aller Anstrengung. Man kann dah heraufgebracht. Das Rauchen ist im Saale verboten, Fmerken, daß die Schweizer, die ja ebenso wie die DeutSämtliche Personen, die die Wartburg betreten wollen, schen ein besanderes Organisationstalent besitzen, sich werden genau auf Schußwaffen, Zigarren, Zigaretten und dergleichen untersucht. Bei der Auszählung kann man sehr bald erkennen, wie ungeheuer groß der Erfolg der Deutschen Front ist. Die Stimmzettel werden nämlich je nach den drei Möglichkeiten Status quo, Frankreich und Deutschland in drei Kartons verteilt. In den Karton„Frankreich“ wird nur selten ein Stimmzettel gelegt, dann und wann einer in den Karton„Status quo“, während sich in dem Karton„Deutschland“ die Stimmzetel sehr schnell ganz erheblich häufen. Gegen 20 Uhr, nachdem drei Stunden der Zählung vorbei sind, gibt es an einem der Tische des Kreises Neunkirchen=Ottweiler eine Sensation: Die erste französische Stimme(!) Sie wird gebührend herumgereicht und bewundert. Auch an anderen Tischen sind Stimmen für Frankreich gar schen ein besonderes Organisationskalent besitzen, sich sogar Kuvert=Schneidemaschinen und Rechenmaschinen mitgebracht haben. Ein Treiben wie beim Sechstagerennen Gegen 20 Uhr hat das Interesse der in= und ausländischen Presse etwas nachgelassen. Es sind aber immer noch über 100 Journalisten im Saale anwesend, und ein nicht geringer Teil davon will die ganze Nacht durchhalten. Das durch die militärische Besetzung bedingte Lagerleben, der lebhafte Verkehr auf den Gängen, das Treiben in den Restaurants usw. erweckt für den Berliner Erinnerungen und Vergleiche mit den Sechstagerennen, bei denen in den Räumen des Berliner Sportpalastes ein ähnliches Treiben herrscht. Es kommt hinzu, daß vielfach von den Ausländern Wetten abgeschlossen werden über den Ausgang der Wahl. Auch die Debatten in den Gängen sind sehr lebhaft. Heute..=Sonderausgabe Wegen des allgemeinen Interesses an dem Ergebnis der Saarabstimmung gibt der„B..“ heute eine Sonderausgabe mit dem Ergebnis heraus, die allen unseren Beziehern im Lause des Vormittags kostenlos zugestellt wird. Gleichzeitig ist diese Ausgabe auf den Straßen käuflich zu haben. Tatsache eines überwältigenden deutschen Sieges durch eine schnelle Entscheidung Rechnung tragen werde. Durch die Verschiebung der Reise Lavals nach London besteht nun auch kein Grund mehr, die Entscheidung etwa bis zu einer zweiten Tagung des Völkerbundsrates hinauszuschieben. Die falschen Anschuldigungen, die die Marxistenführer im Saargebiet gegen die Abstimmungskommission und damit auch gegen den Völkerbund gerichtet haben, mußten in Völkerbundskreisen naturgemäß befremden und Verstimmung hervorrufen; sie werden die Geneigtheit, sich für diese Gesellschaft noch besonders einzusetzen, sicherlich nicht verstärken. In Völkerbundskreisen scheint man damit zu rechnen, daß die Formalitäten für die endgültige Ueberführung des Saargebietes in deutschen Besitz möglichst abgekürzt werden sollen. Nach der Pariser„Information“ ist es möglich, daß man bereits am Donnerstag oder spätestens am Freitag in Genf die Rückkehr des Saargebiets zu Deutschland feierlich verkünden werde. Wie das Völkerbundssekretariat mitteilt, wird das vollständige amtliche Ergebnis der Abstimmung Dienstag früh um 8 Uhr hier durch Rundfunk verbreitet. Die Sendestation des Völkerbundes wird das Ergebnis später auch noch einmal besonders in die Welt senden. Das Völkerbundssekretariat betont gleichzeitig, daß weder in Saarbrücken noch in Genf irgendeine Mitteilung vor 8 Uhr früh gegeben wird. Pirro, Röchling, Schmelzer und Levacher nach Genf unterwegs dnb Saarbrücken, 14. Januar Unter Führung des Landesleiters der Deutschen Front, Pirro, haben sich die Mitglieder des Landesrates Röchling, Schmelzer und Levacher nach Genf begeben. Das erste Drittel der Stimmenzählung beendet Gegen 22 Uhr ist das erste Drittel der Stimmzählung beendet, und die erste der drei Zählrunden zu Ende. Die Abstimmungskommissare und Wahlzähler konnten somit bereits feststellen, wie das deutsche Volk vom Landkreis Saarbrücken, von Saarlouis, Ottweiler und St. Wendel gestimmt hat. Aber auch jeder auf den Galerien konnte sich an Hand der Zählung bereits ein Bild machen, wie die Zählung mit ihrem endgültigen Ergebnis aussehen wird. Die überwältigende Mehrheit der Stimmen ist für Deutschland. der Abstimmung so viel Ruhe und Würde an den Tag jAuf den einzelnen Tischen sind die Stimmkarten aufgelegt hat, zweifelt die Abstimmungskommission nicht gehäuft. Nach mehreren Tausenden zählen auf jedem baran, daß sie auch in der Folgezeit ihre Tisch die Stimmen für Deutschland,„Winzige Häuflein Haltung bewahren wird, bis das Ergebnis bekannt ist und bis der Völkerbundsrat auf Grund dieses Ergebnisses seine endgültige Entscheidung gefällt hat. Sie wird dadurch beweisen, daß sie sich der Bedeutung der Stunde bewußt ist. Die Stimmzählung beginnt.“ Auf der Tribüne haben die Vertreter der Regierungskommission, darunter Minister Ehrenroot, die Oberbefehlshaber der Truppen,„die„Mitglieder des Obersten Abstimmungsgerichtes, die Kreisrichter, mehnere Damen der Abstimmungskommission usw. noch von einigen Hunderten sind die zerbrochene Hoffnung der Status=quo=Anhänger. Ganz verschwindend klein sind die französischen und die ungültigen Stimmen. Nach der zweimaligen Auszählung werden die einzelnen Haufen gebündelt und mit einem blauen Streifband versehen. Jeder der fünf Wahlzähler gibt seine Unterschrift auf jedes Paket. Die Ergebnisse der einzelnen Tische werden in doppelter Ausfertigung in bereitliegende Listen eingetragen und der in der Mitte des schleppen schon englische Soldaten Saales befindlichen Hauptkontrolle mitgeteilt. Die„Wartburg“ neue Urnen heran. oberste Aufsicht über das Zählgeschäft hat die Abstimmungskommission. Ihr werden alle ungültig scheinenden Stimmen vorgelegt. Die Leitung des ganzen Zählgeschäftes liegt in den Händen des unermüdlich tätigen norwegischen Kreisinspekteurs Blehr. Die Wahlzähler haben fast alle ihre Röcke ausgezogen, um ungehindert schaffen zu können. Erheiternd wirkt, nach welch verschiedenen Methoden die Stimmauszählung an den einzelnen Tischen vor sich geht. An einigen Stellen wird ganz offen gezählt. Man kann mit einigermaßen Scharfblick sogar die Stimmen mitzählen. An anderen Tischen wahren die sehr genauen Wahlhüter entschieden das Geheimnis der Stimmzählung. Es wird verdeckt gezählt, oder zur Nasführung der Pressevertreter werden die Stimmen der Deutschen Front auf zwei Haufen verteilt. Der Präsident der Abstimmungskommission richtete sogar auf Ersuchen einiger peinlich genauer Wahlzähler die Bitte an die Presse, keine Feldstecher zu benutzen. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen ist es jedoch überall offenes Geheimnis, welch glänzenden Verlauf die Abstimmung für Deutschland genommen hat. Kaum ist die erste Runde der Zählung beendet, so schleppen schon englische Soldaten aus den Kellern der 5000 Saarländer fahren kostenlos miüt Krast durch FreideEinladung durch die Deutsche Arbeitsfront dnb Berlin, 14. Januar. Das Presse= und Propagandaamt der DAF. teilt mit: Der Schöpfer der RSG.„Kraft durch Freude“, Dr. Ley, hat das Amt für Reisen, Wandern und Urlaub beauftragt, 5000 besonders bedürftige undver diente Arbeitskameraden aus dem Saargebietgo#gen Lo#. auf ur lan bnte Senr zuschicken. Die Reisen werden auf das ganze Jahr 1935 verteilt, und zwar sollen schon in diesen Wochen Fahrten in die schönsten Wintersportgebiete Deutschlands starten. Eine große Zahl der eingeladenen Urlauber wird auch zum erstenmal in ihrem Leben eine der herrlichen Seefahrten über die Nordsee nach der Südküste Englands oder in die Fjordwelt Norwegens mitmachen Mit der Rückgliederung des Saargebietes an das Reich wird sofort die sozialistische Tätigkeit auf die dortigen Volksgenossen ausgedehnt. Das Amt für Reisen, Wandern und Urlaub wird außer der Sonderaktion für die bedürftigen Saarländer im Rahmen seines Reiseprogramms viele Arbeitskameraden in Sonderzügen zu den bekannten billigen Preisen in die schönsten Gegenden Deutschlands bringen. Auch an den Seereisen der RSG. „Kraft durch Freude“ werden die Saarländer teilnehmen und mit den Dampfern der„Kraft=durch=FreudeFlotte, die Woche für Woche von Hamburg und Bremen auslaufen, ihren Urlaub auf einer Nordlandreise verleben. Freies Studium für 20 bedürftige Saardeutsche dnb Heidelberg, 14. Januar. Die Universität Heidelberg gibt folgendes bekannt: Im Kampfe um die Erfüllung deutschen Wollens im Westen erkennt die Universität Heidelberg die Betreuung deutschen Geisteslebens an der Saar als ihre Aufgabe. Sie gibt 20 bedürftigen Saarländern die Möglichkeit freien Studiums und wird darüber hinaus die Arbeit derer sicherstellen, die an der Hochschule deutscher Forschung und deutscher Erziehung dienen wollen. Seite 2 Nr. 12„ Bochumer Anzeiger„ Dienstag, 15. Januar 1935 Seite 3 Nr. Das Eche in der Wenl Anerkennung der Disziplin und Ordnung— Ueberall gilt der deutsche Sieg als sicher dnb Berlin, 14. Januar. Die Volksabstimmung im Saargebiet hat in der ganzen Welt ein lebhaftes Echo geweckt. Wie aus der Presse aller Länder hervorgeht, hat überall die beispiellose Disziplin der Deutschen Front und die mustergültige Ordnung einen gewaltigen Eindruck hervorgerufen. Paris zweifelt nicht am deutschen Sieg „Die Pariser Presse erkennt allgemein die Ruhe und Disziplin an, mit der die Bevölkerung zur Wahlurne geschritten ist, und unterstreicht die Vaterlandsliebe der Deutschen, die nicht gezögert haben, aus allen Erdteilen herbeizueilen, um mit ihrer Stimme zur Rückkehr der Saar ins Mutterland beizutragen. Im übrigen fährt die Pariser Presse fort, in tendenziöser Weise von einem „movalischen Terror"(!) zu sprechen, um daraus die Niederlage der Separatisten zu erklären. Diesen Berichten wird breitester Raum gewährt. Die Sonderberichterstatter beschweren sich außerdem sehr heftig über die Behandlung, die ihnen von seiten der Behörden zuteil geworden sei und besonders darüber, daß man es gewagt habe, sie vor der Wartburg einer Leibesvisitation zu unterziehen. Sehr bezeichnend ist aber, daß die Blätter trotz dieser bewußt unfreundlichen Haltung die Disziplin, die Ruhe und Vaterlandsliebe zugeben müssen, die der 13. Januar vor Augen geführt hat. An dem deutschen Erfolg der Abstimmung zweifelt kein Blatt. Bewunderung in London In der Londoner Presse wird der glatte Verlauf der Volksabstimmung mit Befriedigung und Erleichterung aufgenommen. Die gewaltige Beteiligung der Bevölkerung, der weder Kälte. noch Schneestürme, noch lange Wartezeit Abbruch tun konnten, findet bewundernde Anerkennung. Einige Korrespondenten schätzen die Beteiligung auf mindestens 98 vom Hundert. In ausführlichen und eindrucksvollen Schilderungen wird der Verlauf des Schicksalstages der Saar dargestellt. Die Art und Weise, in der die Saarländer von ihrem Selbstbestimmungsrecht Gebrauch machten, findet beifällige Betrachtung. Daß die Deutsche Front eine überwältigende Mehrheit aufweisen wird, bezweifelt nicht einmal der arbeiterparteiliche„Daily Herald".—„Daily Mail“ sagt, die Abstimmung sei beträch lich ruhiger verlaufen als manche Parlamentswahl in England oder Amerika.— In einem Leitaufsatz des„Daily, Ex,= preß“ heißt es die Saar habe über ihr eigenes Schicksal zu entscheiden. Jetzt sollten die britischen Truppen wieder nach Hause'gebracht werden; es bestehe kein Grund, sie länger dort zu belassen. Es würde Schwierigkeiten der allerschlimmsten Art geben, wenn der Völkerbund versuchen sollte, einen besonderen Staat für die Gegner Hitlers zu schaffen. Genugtuung in Rom Der vollkommen ruhige und geordnete Verlauf der Saarabstimmung wird in itglienischen politischen Kreisen mit besonders betonter Cenug uung begrüßt. Man sieht darin die günstigste Voraussetzung für die Schlußentscheidung des Völkerbundsrates im Sinne einer Verwirklichung der unter italienischer Vermittlung in Rom Anfang Dezember zustande gekommenen deutsch=französischen Verständigung über die Saarfrage. Eine solche Entwicklung läge nur, so erklärt man, im Interesse einer allgemeinen politischen Entspannung in Europa und damit auch einer Regelung der Rüstungsfrage. Die römische Mittagspresse nimmt bereits in diesem Sinne Stellung.„Tevere“ schrebt: Die Saarfrage, die gestern glücklicherweise friedlich und ruhig spruchreif gemacht wurde, ebnet auch den Weg für die Lösung der Abrüstungsfrage und damit für die größte Frage, vor die Eurova gestellt ist. Die internationale Atmosphäre, in der diese Frage nunmehr wieder aktuell wird, hat erheblich an elektrischer Spannung verloren. Die Liquidierung der Erbschaft aus dem Kriege schreitet immer bestimmter vorwärts. Die Welt hat das größte Interesse an einer beschleunigten Regelung der Friedensfragen. Starker Eindruck in der Schweiz Die Berichte der Sonderkorrespondenten der schweizerischen Presse im Saargebiet geben den starken Eindruck wieder, den die Ruhe, Haltung und Sicherheit der Saarbevölkerung während der Abstimmung bei ihnen erweckt hat. Auch in der Beurteilung des Ergebnisses ist eine gewisse Schwenkung zugunsten eines klaren Sieges der Deutschen Front unverkennbar. Selbst die „Basler Nationalzeitung“ die im übrigen lustig weiterhetzt, läßt den Katzenjammer erkennen, den der gestrige Tag im Saargebiet bei ihr hinterlassen hat. — Der Sondervertreter der Genfer„Suisse“ betont, er persönlich habe selbst mit eigenem Augenschein feststellen können, daß die Behauptungen Matz Brauns über eine parteiische Zusammensetzung der Wahlbüros völlig unwahr gewesen seien. Diese letzten Erklärungen der Führer der Minderheit seien einem Abschied gleichbedeutend gewesen. Die ungarische Presse stellt fest, daß das Saargebiet seit Sonntag abend zu Deutschland gehört. In maßgebenden volitischen Kreisen wird die überragende geschichtliche Bedeutung der Saarentscheidung für die weitere europäische Entwicklung hervorgehoben. Warschau sagt: Eine Stärkung der Reichsregierung Die Warschauer Montagsblätter heben allgemein die musterhafte Diszivlin der Bevölkerung hervor.— Der Sonderkorrespondent der polnischen Telegraphen=Agentur hebt als Eindruck des Presseempfanges bei den Führern der Status-quo-Anhänger hervor, daß diese Führer einen stark niedergedrückten Eindruck gemacht hätten. Einzelne Blätter betonen, daß das Wahlergebnis nicht nur eine Stärkung der Reichsregierung nach innen bedeute, sondern daß die Rückgliederung der Saar auch auf internationalem Gebiet sehr bedeutsame Folgen haben werde, da die Saarfrage das einzige Hindernis einer endgültigen Verständigung zwischen Deutschland und Frankreich sei. Moskau meldet: 150 kommunistische Rollkommandos im Saargebiet Die sowjetrussische Presse nimmt sehr ausführlich Stellung zur Saarabstimmung.„Prawda" und„Iswestija" versuchen, die Niederlage der Status-quo-Leute damit zu erklären, daß der angebliche„Terror“ der Deutschen Front hieran die Schuld trage. Die sowjetrussische Presse teilt mit, daß es im Saargebiet 150 marxistische Rollkommandos zum Schutze der marxistischen Organisationen gäbe, die lediglich aus Mitgliedern der Kommunistischen Partei bestehen. Der Eindruck in Amerika und Die Newyorker Morgenblätter heben ebenso übereinstimmend, wie die japanischen Blätter den ruhigen Verlauf der Abstimmung hervor. Die Blätter rechnen mit einer Mehrheit für die Rückkehr nach Deutschland. Gebt den arbeitslosen Saarlandern Arben! Eine Bekanntmachung des Saarbevollmächtigten dub Neustadt(Haardt), 14. Januar. Das Büro des Saarbevollmächtigten des Reichskanzlers gibt bekannt: Tausenden von Zuschriften haben unsere deutschen Volksgenossen aus dem Reich Hilfe für die Saarbevölkerung angeboten. Wir richten nunmehr an alle Unternehmen im Reich die Bitte, dem einen oder anderen arbeitslosen Volksgenossen des Saargebiets wieder einen Verdienst und damit eine Lebensmöglichkeit zu geben. Mehr als 40000 arbeitslose Volksgenossen stehen im Saargebiet auf der Straße. Hier zu helfen, ohne daß dadurch Volksgenossen ihre Arbeitsstätte verlieren, ist jetzt erste Pflicht. Mitteilung bzw. Bekanntgabe von Arbeitsplätzen, gleich welcher Berufe, erbitten wir an das Büro des Saarbevollmächtigten des Reichskanzlers in Neustadt an der Haardt zu richten. Festgeläute aller katholischen Kirchen Deutschlands dnb Fulda, 14. Januar. Der Vorsitzende der Fuldaer Bischofskonferenz, Kardinal=Fürstbischof Dr. Bertram(Breslau), hat für morgen, Dienstag, für alle Kirchen in den der Fuldaer Bischofskonferenz angeschlossenen Diözesen anläßlich der Saarabstimmung Festgeläute von 12 bis 13 Uhr angesetzt. mit einer Standortübersicht über seine Wirtschaft Bergdau Eisen und Stahl Maschinen Eisenwer! Schrauben Großkraftwer Elektrotechnik Ofen Pflastersteum Ziegeler Sprengstoft Röbrenwer: Glas und Kristal Steingut u. Vorzellan Chemische Erzeugnisse Gerber= u. Lederwaren Platten Zement Papier= und Kartonage Mühlen Emaillierwerk Sprudel Marmelade Eisenbahnwagen Brauerei Tabak= Industrie „Der Lunk des Veltes Hi Each gewi! Die Bewegung und ihre Gliederung sowie Tausende von Volksgenossen bereiteten den heimkehrenden Bochumer Saarabstimmungsberechtigten einen großen Empfang Bochum, 14. Januar. Im Geiste gleich, im Bilde ebenbürtig, so stellte sich der 14. Januar, die Nacht, in der Bochums ostimmungsberechtigte von der Saar zurückkehrten, in die Reihe großer vaterländischer Tage. Freudig und bewegt, durchflutet von Begeisterung war der Montagabend und das um so stärker, je näher es der mitternächtlichen Stunde ging. PO., Stürme der verschiedenen SA.=Formationen, SS. und HJ., die Saarländer mit ihrer Fahne und dichte Massen von Volksgenossen strömten zum Hauptbahnhof. Festlich geschmückt waren Vorplatz und Halle. Musikzüge marschierten auf und schon längst vor der angekündigten Ankunftszeit, 24.51 Uhr, stand alles zum Empfang bereit. Da kommt die Nachricht:„Unsere Saarländer treffen schon 24.38 Uhr ein!“ Um so besser, daß alles bereit ist. Innerlich und äußerlich freudig bereit, den Dank des Volkes im Reich an das Volk von der Saar für die gelobte und gehaltene Treue in nächtlicher Stunde abzustatten. „Deutsch ist die Saar“ rauschen die Klänge des SA.=Musikzuges auf dem Bahnsteig auf. Aus schwarzer Nacht naht der Scheinwerfer der=ZugLokomotive. Im Jubel geht das Kreischen des haltenden Zuges unter. Hunderte von Händen recken sich den Heimkehrenden entgegen. Und dann gehts zum Bahnhofsvorplatz. Vor den angetretenen Formationen formieren sich die Saarländer, Männer und Frauen, in langen Reihen. Kreispropagandaleiter Link ergreift das Wort zum Gruß. Spricht von unserer Gewißheit vom Deutschtum der Saar, von dem Dank des Volkes, der den Volkszenossen von der Saar sicher ist, und schließt mit einem drausend bis in die Stadt fortgetragenen dreifachen Sieg=Heil auf die Saarländer und die Heimat. Nach ihm spricht der Vorsitzende der Ortsgruppe Bochum des Bundes der Saarvereine, Christ. In bewegten Worten feiert auch er die unumstößliche Gewißheit des deutschen Sieges, bringt er Grüße und Glückwünsche an das Saarvolk zum Ausdruck. Er findet den Dank aller an das Dritte Reich und seinen Führer für die Schaffung des Bodens, auf dem dieses Deutschbewußtsein allein gedeihen konnte. Dem von ihm ausgebrachten dreifachen Sieg=Heil auf Führer, Reichsregierung, Heimat und Vaterland folgen weithin hallend das Deutschland= und das Horst=Wessel=Lied. Dann setzt sich der Zug der Tausende unter Marschklängen der Musikzüge in Bewegung durch die Kortumund Rottstraße zum Haus der Deutschen Arbeit, vor dem Polizeipräsident Oberführer SS. Schleß mann und Kreispropagandaleiter Link, die schon vorausgeeilt sind, die Ankommenden wieder erwarten. „Herzlich willkommen, Ihr Saarländer, in Bochum“ steht über der Tür des Hauses, in das Hunderte einziehen zu Stunden der Freude, zu Stunden, in denen wir im Reich durch den Mund der Abstimmungsberechtigten die schicksalhaften Stunden des Saarlandes mitund nacherleben dürfen... Demte greße Frethensfeiern un der Saur Unklare Haltung der Regierungskommission Demonstrationsversuche der Einheitsfront dnb Saarbrücken, 14. Januar. Wie nunmehr feststeht, wird der 15. Januar im ganzen Saargebiet als Feiertag der Heimkehr zum deutschen Vaterland begangen werden. Im ganzen Saargebiet wird Arbeitsruhe herrschen, die Schulen haben geschlossen und nur die lebensnotwendigen Betriebe werden aufrechterhalten. Auch die Geschäfte werden sämtlich schließen. Leider hat die Regierungskommission es abgelehnt, den Beamten am 15. Januar freizugeben und auch sonst eine klare Entscheidung über die für den 15. Januar geplanten Feiern vermieden. Für den 15. Januar ist außerdem ein großer Fackelzug vorgesehen, an dem Hunderttausende von Personen teilnehmen werden. Die Regierungskommission hat zwar auf die Deutsche Front und die Deutsche Gewerkschaftsfront eingewirkt und Verzicht auf die Freiheitsfeiern empfohlen, die Deutsche Front hat jedoch erklärt, daß ein Verzicht auf diesen Tag der Feiertagsruhe nicht in Frage komme. Sie hat ferner zum Ausdruck gebracht, daß dieser Tag der Entspannung der gegenwärtigen Lage im Saargebiet dienen werde. Die Deutsche Front hat von sich aus die Verantwortung für die restlos disziplinierte Fortführung der Feiertagsruhe am 15. Januar übernommen. Die vollkommen geschlagenen Separatisten fordern, obwohl ihnen die Tatsache der seit langem geplanten Kundgebung der Deutschen Front bekannt ist, in einem Aufruf in der„Volksstimme" zu Gegenkundgebungen am Dienstag vormittag auf. Wie dazu aus Separatistenkreisen verlautet, hofft man durch separatistische Kundgebungen anschließend an die Verkündung des Abstimmungsergebnisses in den zweifellos dann überfüllten Straßen der Stadt blutige Zusammenstöße hervorrufen und den Belagerungszustand erzielen zu können, um jegliche Freiheitskundgebung des Saardeutschtums unmöglich zu machen. In diesem Sinne sind vertraulich auch marxistische ausländische Berichterstatter unterrichtet worden. sucht. Verschiedene Französinnen wideretzten sich sehr energisch dieser peinlichen Untersuchung, hatten jedoch bei den streng ihren Vorschriften #igenden Roten=Kreuz=Schwestern keinen Erfolg. Kleinliche Rache am„Kohrbacher Hannes“ Von der französischen Grubenverwaltung entlassen dnb Paris, 14. Januar. Die französische Grubenverwaltung teilt mit, daß der durch seine Rede am Frankfurter Sender auch außerhalb des Saargebietes bekannt gewordene „Rohrbacher Hannes“ von ihr entlassen worden ist mit der Begründung, daß er sich mit unzutreffenden Angaben Urlaub erschlichen habe. Daraufhin sind, wie die Grubenverwaltung selbst zugeben muß. von 292 Arbeitskameraden des„Rohrbacher Hannes“ am Montag nur 37 zur Arbeit.auf der Grube erschienen. Die Kurse der deutschen Anleihen steigen Eine Folge des deutschen Abstimmungserfolges. dub London, 14. Januar. Die englischen Mutmaßungen über den Ausgang der Saarabstimmung werden am besten durch die Tatsache gekennzeichnet, daß die deutschen Anleihen auf dem Londoner Markt am Montag als Ergebnis von Spekulationskäusen scharf anzogen. Die deutsche Young=Anleihe stieg um 2½ Punkte auf 55 und die siebenprozentige Dawes=Anleihe stieg ebenfalls um 2½ Punkte auf 75. Die hierdurch zum Ausdruck kommende Erwartung einer ungestörten Rückführung des Saargebietes in das Reich spiegelt sich in den Berichten der englischen Presse über die Saar wider. Separatistischer Redakteur versuchte bewaffnet der Stimmenzählung beizuwohnen dub Saarbrücken, 14. Januar. Als der Redakteur Schulte der separatistischen „Volksstimme“, am Montag die„Wartburg" betreten wollte, wurde bei der Leibesvisitation bei ihm eine Waffe beschlagnahmt. Der Redakteur des „Journal“, Eduard Heley, wurde aus der„Wartburg" verwiesen, weil er offenen Widerstand gegen die Leibesvisitation leistete. Nachdem bekannt wurde, daß bei einem separatistischen Redakteur eine Schußwaffe beschlagnahmt worden war, ging man noch sehr viel strenger bei der Leibesvisitation vor. Besonders unbarmherzig war man gegen Damen, denen man es am ehesten zuzutrauen schien, möglicherweise eine Bombe zu werfen. Jede Dame mußte ihre Ueberschuhe ausziehen, den Hut absetzen, die Taschen wurden vollkommen geleert und die Manteltaschen nach irgendwelchen gefährlichen Dingen durchPostflugzeug verunglückt dub Berlin, 14. Januar. Das Postschnellflugzeug, das im Anschluß an den Transozeandienst die Südamerika=Post nach Deutschland bringen sollte, verunglückte Montag nachmittag aus bisher unbekannten Gründen in der Nähe von Konstanz. Dabei kam die aus Flugkapitän Steidel und Funkermaschinist Stöwer bestehende Besatzung ums Leben. Die Post konnte geborgen werden. Der Führer und Reichskanzler hat den Referenten im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda Dr. jur. Eberhard Taubert zum Mitglied des Volksgerichtshofes ernannt. Wegen Erkrankung des Gerichtsvorsitzenden, seines Stellvertreters, einiger Rechtsanwälte und einiger Angeklagten wurde der große Memelländer=Prozeß in Kowno weiter, und zwar bis zum 21. Januar vertagt. 29 Anltlonen=Urbendiese Weniger Die Bilanz des Jahres 1934— Jahreszeitlich bedingte Zunahme der Arbeitslosigkeit im Dezember 1934 dnb Berlin, 14. Januar. Alljährlich wird der Beschäftigungsgrad im Dezember stark durch die jahreszeitlichen Einflüsse bestimmt. Dieser natürliche winterliche Einfluß wirkte sich auch in diesem Jahre im Dezember, wenn auch in abgeschwächtem Maße, auf den Beschäftigungsstand aus. Die Zahl der von den Arbeitsämtern betreuten Arbeitslosen betrug— nach dem Bericht der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung— am 31. Dezember 1934 2 604 000, die Dezemberzunahme 252000. Im Dezember 1933 betrug die Zunahme 344000, im Jahre 1932 418000, und die vorhergehenden Jahre wiesen für den Monat Dezember noch weit stärkere Zugänge auf. So schließt das Jahr 1934 mit einer Gesamtabnahme der Arbeitslosigkeit um fast 1½ Millionen. Nach dem großen Erfolg des ersten Jahres der Arbeitsschlacht ist dieses günstige Ergebnis des Jahres 1934, das unter ungleich schwierigen Verhältnissen erkämpft wurde, besonders hoch zu bewerten. Die Zunahme der Arbeitslostgkeit im Dezember geht zu fast 95 vom Hundert zu Lasten der Männer. Schon aus diesem überwiegenden Anteil der männlichen Arbeitslosen an der Zunahme ist der starke Einfluß zu erkennen, welchen die Außenberufe auf diesen winterlichen Abschnitt der Beschäftigungslage ausgeübt haben. Mit der Erhöhung der Arbeitslosenzahlen haben auch die Unterstützungseinrichtungen eine entsprechende lastung erfahren. Insgesamt wurden in den drei tungen Mitte Dezember 1940 000 iterstützte gezählt, gegen 1 750000 Personen Ende wember. Hiervon wurden durch die Reichsanstalt in Arbeitslosenversicherung und Krisenfürsorge nach ter Zunahme um 175 000 insgesamt 1297000 Unstützungsempfänger— rund 67 vom Hundert der samtzahl der Unterstützungsempfänger— betreut. emgegenüber war die Zunahme in der öffentlichen irsorge mit 15000 gering. In dieser Unterstützungsirichtung standen am Ende des Jahres 643000 Aritslose in Betreuung. Bei Notstandsarbeiten waren ide Dezember 269 500 Notstandsarbeiter beschäftigt. uimunalpolltlt und Nachbargebiet: Adolf Beddjng: umunatgg, und Nachbargepiet; Adolf„Bedding us. Lotates: Hans Schulie. Kuns u. Unterhaltung: Emil Strodtbofs. Wirtschaft: Fritz Schmidt, ori Hans Hornbera, Gerichtsdienst und Briefkasten: ir Flegel, Anzeigen: Kurt Scholz. sämtlich in Bochum. rltner Redaktion: Micgael Haupt, Rarizpgrs## lbelmstraße 98. Anruf: Jäger 4115 und Nu####v.giy. iaeieneu- P.- Gelisehadben rechstunden der Redaktion 16—17 Udr(außer Samstags). enverlangte Einsendungen keine Hastpflicht Rücksendung nur bei Rückporto Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten Klar, daß sie Wie hoch so fragte man Genau wiSaar die R Die Feuer Bochum so die Nacht über Schachtanl unseren die langgeduckten ihre Städte a Genau so aus Eisen u. selbst den blei füllte Luft nie der Arbeit hil füllt... ge Saar ihr Lar dem Bruder. Und die 2 der Tiefe hol ... sie haber Augen wie un unsere Brüder So deu Menschen herrschaft, die fünfzehn Jah Jetzt werk an Arbeitsstö und daheim Volk auf die Daß die tum bekenne „Wie hoch sti gebnis ausfa wissen, daß! für uns se Denn sie Autobu auf de In fröhl tag eine Ar einem Autol dort die Rü an der reizt Wintersport schneite busse, darun vorauf. Bei mußten die queren. Es Unfälle zu gang ungesch liegt. 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Genau so wie wir unsere Heimat lieben, deren Herz aus Eisen und Kohle gehämmert wurde,„wie wir selbst den bleigrauen Himmel, die von Rauchfahnen erfüllte Luft nicht missen wollen, weil sie in die Sinfonie der Arbeit hineingehören, die das Ruhrrevier erfüllt... genau so lieben die Menschen dort an der Saar ihr Land, das unserem gleicht wie die Schwester dem Bruder. Und die Bergknappen, die den schwarzen Schatz aus der Tiefe holen, dort in der Südwestecke Deutschlands ... sie haben die gleichen harten Gesichter und hellen Augen wie unsere. Sie sehen nicht nur aus, als wenn sie unsere Brüder wären, sie sind es. So deutsch wie wir sind dort die Menschen an der Saar. Nur daß sie die Fremdherrschaft, die wir zwei und ein halbes Jahr trugen, fünfzehn Jahre auf sich nehmen mußten. Jetzt werden sie frei. So wie gestern in Bochum: an Arbeitsstätten, an den Straßen, in den Gaststätten und daheim am Lautsprecher wartete das ganze deutsche Volk auf die Heimkehr seiner Brüder. Daß die Menschen an der Saar sich zum Deutschtum bekennen würden, wußten alle. Nur fragte man: „Wie hoch stimmt die Saar für uns?"— Wie das Ergebnis ausfallen wird, wissen wir noch nicht. Aber wir wissen, daß die volksbewußten Menschen der Saar nur für uns sein können. Denn sie sind deutsch wie wir! Weri Trriel Oein..... Der Bochumer Verein veröffentlicht seine Geschichte— Ein Buch deutscher Wirtschaft Autobus mit Bochumer Jungen auf der Rückkehr von Winterberg fröhlichster Stimmung traten Sonntag nachmittag eine Anzahl von Jungen aus Bochum, die mit einem Autobus nach Winterberg gefahren waren, von dort die Rückfahrt an. Sie hatten viel Freude gehabt an der reizvollen Schneelandschaft und eifrig sich im Wintersport betätigt. Nun sollte es heimwärts gehen. Es schneite und früh dunkelte es. Eine Anzahl Autobusse, darunter auch solche aus Bochum, fuhren kurz vorauf. Bei Attendorn, 8 Kilometer vor Altenhundem, mußten die Wagen den Bahnkörper der Kleinbahn überqueren. Es ist das eine Stelle, an der schon mehrmals Unfälle zu verzeichnen waren, da der Eisenbahnüber= gang ungeschützt ist und in gleicher Höhe mit der Straße liegt. Vor dem Wagen, in dem sich 28 Bochumer Jungen und ein Mann außer dem Leiter und Fahrer befanden, fuhr in kurzem Abstand ein anderer Autobus, so daß der dahinter fahrende Wagen keine Aussicht auf den Bahnkörper hatte. Kaum war der erste Wagen vorüber, als hinter ihm der Kleinbahnzug auftauchte. Der Fahrer des Autobus bremste und brachte den Wagen hart vor dem Gleis zum Stehen. Der Kleinbahnzug streifte das Vorderteil des Wagens und richtete einige Beschädigungen an. Wie uns von beteiligter Seite mitgeteilt wird, erlitt durch Glassplitter der Führer der Jungen einige Schnittwunden; er wurde nach Altenhundem ins Krankenhaus gebracht, aus dem er in einigen Tagen entlassen werden kann. Entgegen übertriebenen Gerüchten wird von dem Fahrer mitgeteilt, daß weiter keine Personen verletzt wurden. Die Schuld an dem Unfall ist wohl der örtlichen Beschaffenheit des Bahnüberganges zuzuschreiben. Der Unfall ereignete sich etwas nach 6 Uhr nachmittags. Er ruft die Erinnerung wach an das schwere Autounglück bei Kohlfurther Brücke am 10. September 1933, bei dem es 10 Tote, 17 Schwer= und 13 Leichtverletzte gab. Diesmal ist es glücklicherweise glimpflich abgelaufen. Die Geschichte unserer Stadt ist, wenn wir an die letzten anderthalb Jahrhunderte denken, zugleich eine Geschichte des Ruhrbergbaus und der Eisenindustrie unseres Reviers. Neben der Entwicklung des Berg= baus steht im Vordergrund ein einzelnes Werk, das Entwicklung und Aufstieg der Stadt Bochum bestimmt hat. Und es ist zwar Zufall, aber doch Symbol, daß der Name Bochum eben durch dieses Werk zu einem weltbekannten Begriff geworden ist. Diese Verbundenheit zwischen der Stadt Bochum und seinem größten industriellen Unternehmen, dem Bochumer Verein, ist eine aufschlußreiche geschichtliche Studie. Geschlossene und umfangreiche Arbeiten sino in dieser Richtung bisher kaum gemacht worden, wenn man von der Arbeit von Dr. Dr. Paul Küppers absieht, die der Oeffentlichkeit bisher nicht zugänglich geworden ist. Dieses historische Versäumnis ist auch ein Ausdruck der nur vorwärtshastenden industriellen Entwicklung in unserem Revier während der letzten hundert Jahre, die zu besinnlicher Rückschau keine Zeit fand. Es ist daher ein nicht abzuschätzendes historisches Verdienst, wenn der Leiter des Bochumer Vereins, Dr. Walter Borbet, sich um die historischen und archivarischen Arbeiten seines Werkes bemühte. Auf seine Veranlassung sind in den letzten Jahren die Vorarbeiten zu einer Geschichte des Bochumer Vereins für Bergbau und Gußstahlfabrikation geleistet worden, die ihren Abschluß fanden in dem Auftrag an Dr. Walther Däbritz(Essen), die Geschichte des Werkes im Rahmen der Wirtschaft des Ruhrbezirks zu schildern,„Der Verfasser, der sich durch zahlreiche wirtschaftsyistorische Arbeiten des rheinisch=westfälischen Industriebezirks einen Namen gemacht hat, hat vor kurzem diese Aufgabe beendet, so daß die Geschichte des B. V. in diesen Tagen der Oeffentlichkeit übergeben werden konnte.— (Verlag Stahleisen m. b.., Düsseldorf.) Dieses Werk ist für unsere Stadt, deren Geschichte nicht gerade reichlich literarisch belegt ist, besonders wertvoll und wird für jeden Bochumer von versöglichem Interesse sein. Die Bedeutung dieses Buches gey# aber weit über ein beschränktes Werksinteresse hinausz, durchbricht auch den Rahmen lokalgeschichtlicher Hier liegt eine grundlegende wirtschaftshistorische Arbeit des Ruhrreviers vor, die zugleich eine Sonderleistung des deutschen Buchverlages darstellt. Das dickleibige, in handwerklicher Satzarbeit hergestellte Werk ist prachtvoll ausgestattet und mit zahlreichen Bildern der bekannten Künstler Franz Graf, Fritz Jacobsen und Hermann Kätelhön versehen. Solche Buchleistungen sind in den letzten Jahren selten geworden und verdienen deshalb um so mehr eine ausdrückliche Anerkennung. Wer das Buch zur Hand nimmt, wird bald von der fesselnden Schilderung eingefangen. Neben persönlichen Berührungspunkten, auf die jeder Bochumer bei dieser Lektüre stößt, wird jeder Leser von dem historischen Walten jener Persönlichkeiten angezogen, die für die heutige Stellung des Bochumer Vereins im Laufe der vergangenen neun Jahrzehnte verantwortlich gewesen sind. Wir werden in nächster Zeit Gelegenheit nehmen, an Hand dieses Buches auf die Geschichte des Werkes, die Entwicklung seiner Anlagen und das Wirken ihrer Leiter im einzelnen einzugehen. Heute wollen wir bei jener Persönlichkeit verweilen, die am Anfang des Werkes steht: Jacob Mayer, ein schwäbischer Bauernsohn, hat der Vorläuferin des Bochumer Vereins, der Firma Mayer& Kühne in Bochum, Aufgabe und Richtung gegeben. Mit 23 Jahren schloß er seine Versuche zur Herstellung von Gußstahl in seiner württembergischen Heimat in Dunningen ab. Lehrjahre in England folgten. Nach Deutschland zurückgekehrt, machte er weitere Versuche zur Gewinnung von Gußstahl, die mit der Errichtung einer provisorischen Hütte in Köln=Nippes 1838 fortgesetzt wurden. Vier Jahre später vereinigte er sich mit Eduard Kühne, um in Bochum eine Gußstahlfabrik zu gründen, die den Namen beider Männer trug. Ein wechselvolles Schicksal hatte dieses Werk, wobei von besonderem Interesse das Konkurrenzverhältnis zur etwas älteren Firma Krupp war. Krupp und Mayer sind die beiden Pioniere bei der Durchsetzung der Gußstahlfabrikation und es ist im vorliegenden Werk mit besonderer Spannung zu lesen wie dieses geschäftliche und technische Konkurrenzverhältnis die Entwicklung beider Firmen bestimmt und die Arbeiten beider Männer angespornt hat. Für unsere Leser veröffentlichen wir heute zwei kurze Arbeiten aus dem großen Werke, die besonders interessante Beiträge zur Geschichte jener Zeit darstellen. anderen Beamten oder Vorsteher des Vereins mitgeteilt werden wird, für immer geheimhalten, nicht auf andere übertragen will, es sei denn, daß ich von dem Verwaltungsrate des Vereins hierzu einen speziellen schriftlichen Auftrag oder Erlaubnis erhalten sollte, daß ich auch unter keinen Umständen ohne schriftliche Autorisation des Verwaltungsrates davon für meine eigene Rechnung oder anderer Gebrauch machen und weder Die unleste Weriene.... Dienst der Stadtverwaltung. Aus Anlaß des heutigen Gemeinschaftsempfanges über das Ergebnis der Saarabstimmung sind die städtischen Dienst= und Verwaltungsstellen für den Publikumsverkehr bis nach Beendigung des Rundfunkempfanges geschlossen. Lange bevor die neue Gußstahlfabrik sich der Vollendung näherte, hatte Jacob Ma merk darauf richten müssen, geeignete Arbeitskräfte heranzuziehen. Auch dies war sicherlich keine leichte Aufgabe. Denn was er brauchte und wovon der Erfolg entscheidend abhing, waren durchweg qualifizierte Arbeiter: Former und Schmelzer, Schmiede, Schlosser und Dreher. Was sich aber zunächst in Bochum und seiner ländlichen Umgebung vorfand, verstand noch nichts von diesen metallurgischen und anderen Künsten. Sie mußten also erst mühsam angelernt werden. Mit der Gewinnung und Verarbeitung des Eisens vertraut waren dagegen die Bewohner der Eifel, wo das Eisengewerbe und seine Nebenzweige seit Jahrhunderten heimisch waren und nun allmählich zum Erliegen kamen, weil die Erze zur Neige gingen und die Steinhohlengrundlage fehlt. Mayer kannte auch diese Verhältnisse von Köln und von den Reisen her, die der Suche nach einem geeigneten Formstoff gegolten hatten. So bewog er manche dieser Eifelleute mit Erfolg, jetzt und auch noch viele Jahre später, nach Bochum überzusiedeln; aus ihnen erstanden ihm vielfach besonders tüchtige Mitarbeiter, die nachmals in mehreren Generationen bis in die Gegenwart hinein dem Bochumer Verein treu gedient haben. Aus der älteren Zeit sei Matthias Bran den: burg genannt, der mit vier Söhnen aus Eisenschmitt im Kreise Wittlich nach Bochum kam. Er wurde zu Anfang der 1850er Jahre Formermeister. Die Tiegelschmelze, der Hauptbetrieb, stand unter der Leitung des Schmelzmeisters Peter Capelle, der Ueberlieferung nach mit Jacob Mayer schon bei dessen erstem Aufenthalt in Köln, ehe er nach England ging, in Verbindung gestanden hatte und nun von ihm aus Nippes herübergeholt wurde. Ein anderer seiner frühen Mitarbeiter war der aus Bottrop gebürtige Franz Siepmann, der beim Aufbau der Schornsteine der Gußstahlfabrik tätig gewesen und sodann von Mayer 1843 übernommen worden war. Ihm unterstand die Steinfabrik, aber er besaß Mayers Vertrauen in so hohem Maße, daß dieser ihm weit über * die Grenzen seines besonderen Arbeitskreises Entscheidungen überlieb.„Hi.7, i. Zugehörigkeit zu Einen eigenen Zug erhielt bie Zugeh##ght zu diesem Werk dadurch, daß der wichtigste Teil des Produktionsvorgangs ein besonderes Geheimnis war, von dessen unverbrüchlicher Bewahrung der Erfolg abhing. Darum war die Bestimmung getroffen, daß die Beamten und die Mehrzahl der Arbeiter beim Eintritt in die Firma vor dem Friedensrichter in Köln einen feierlichen Eid zu leisten hatten. Diese Uebung blieb noch viele Jahre auch beim Bochumer Verein bestehen. So lautete die Eidesforme 1857 folgendermaßen: „Ich schwöre zu Gott dem Allmächtigen und Allwissenden einen leiblichen Eid, daß ich die Geheimnisse über die Zement= und Gußstahlfabrikation nebst allem, was damit direkt oder indirekt in Verbindung steht, namentlich auch die Anfertigung der Tiegel und Formen, wie mir solche von dem technischen Dirigenten des Bochumer Vereins. Jacob Mayer, oder irgendeinem Jacob Mayer mündlich noch schriftlich noch durch Einlassung in die Fabrik selbst und Einsicht derselben oder auf irgendeine Weise Auskunft über dieses Geheimnis erteilen, überhaupt meinerseits alles vermeiden will, was Anlaß zur Entdeckung dieses Geheimnisses geben könnte. Meine eigenen Erfahrungen, die ich in der Stahlfabrikation machen durfte, will ich bloß zu Gunsten des verwenden. Dieses schwöre ich, so wahr mit Gott helfe und sein heiliges Evangelium. Amen.“ Nur Leute ganz besonderen Vertrauens weihte Mayer in die letzten Geheimnisse seiner Stahlbereitung ein. So nimmt es nicht wunder, daß sich auch um das Schmelzen und vor allem um das Abgießen neben der Wahrheit manche Dichtung gelegt hat. Nach mündlicher Ueberlieferung war Jacob Mayer beim Schmelzen meist persönlich zugegen und bei manchen warf er häufig in einem Tütchen den letzten Zusatz zu einer Sonderqualität selbst in den Tiegel. sogenannten Silberstahl soll es ein Taler aus seiner Geldbörse gewesen sein.„Jeder Abguß", hat Obermeister Peter Capelle berichtet,„ist eine feierliche, Aingelegenheit gewesen. Prinzipal, Meister und Schauezer versammelten sich in einem besonderen Zimmer, dem sogenannten Schmelzsaal, und tranken auf das gute Gelingen des Gusses einen Schnaps.“ Die ersten Gupsian!.... Gruße von dei bedischen=Saat sandten Bochumer Abstimmungsberechtigte dem„B..“ Ueberprüft man die Fachliteratur, um sich zu vergewissern, welche Bewertung Jacob Mayer in der Geschichtsschreibung der Technik gefunden hat, so ergibt sich, daß ihm die gebührende Würdigung bisher nicht zuteil geworden ist. In dem Biographischen Handbuch„Männer der Technik" fehlt sein Name ebenso wie im„Amtlichen Führer durch das Deutsche Museum zu München". Diese Beispiele stehen für viele andere. Soweit er erwähnt wird, geschieht es zumeist im Hinblick auf die Erfindung des Stahlformgusses. Von seinen sonstigen Leistungen auf dem Gebiete des Tiegelstahls ist kaum, je die Bü.„ A der Slendb-efterft Gewiß gebührt die Prioritar der Tiegelstaulerfindung in Deutschland der Firma Krupp. Denn als das Ergebnis des tragisch bewegten Lebens von Friedrich Krupp, das im Jahre 1826 endete, darf bereits gelten, daß er zuletzt so weit gekommen war, einen guten, wenn auch ungleichartigen, doch praktisch verwertbaren Gußstahl zu fertigen. Jacob Mayer war dagegen erst 1836 zum gleichen Ziel gelangt. Inzwischen hatte Alfred Krupp, die Arbeit seines Vaters Vorzhcpene, ginr,g je iggege eine Tatsache, die in der Geschichte der deutschen Technik nicht gering geachtet werden sollte, daß in der Zeitspanne von knapp zwei Jahrzehnten zwei Männern diese epochale Erfindung gelungen ist und daß dabei die Arbeit des jüngeren von der des älteren in keiner Weise beeinflußt war. Auch in der weiteren Geschichte der Gußstahlverwertung drängt sich die Beobachtung auf, daß Jacob Mayer bisher nicht zu seinem Recht gekommen ist. Im besonderen gilt dies mit Bezug auf die Verwendung des neuen Materials zu Kanonen. Alfred Krupp ist als der„Kanonenkönig“ in das Bewußtsein seiner Zeit eingegangen und dieser Ehrentitel gebührt ihm nicht nur im Hinblick auf die gewaltigen Produktionsmengen, die im Laufe dre Jahrzehnte aus den Kanonenwerkstätten der Firma Krupp hervorgegangen sind, sondern ebenso wegen der konstruktiven Verbesserungen im Geschützbau, die auf ihn zurückgehen, denn mit dem höchsten Verständnis für die metallurgischen Prozesse vereinigte er ein einzigartiges konstruktives Talent und gerade das Ineinandergreifen beider Begabungen hat ihn von Erfolg zu Erfolg geleitet. Der san Des Lachnet Veriste der Geschislen uicht entfernt die gleiche und anhaltende Bedeutung erhielt wie auf dem Essener Werk. Unter dem Eindruck dessen, was in einer späteren Zeit vollendete Tatsache gewor Seite 4 Nr. 12./ Bochumer Anzeiger 7 Dienstag, 15. Januar 1933 8 7 2 den war, ist indessen die Erinnerung an die Anfänge verblichen. Im Anfang aber steht das Faktum, daß die Gußstahlkanone sowohl von Alfred Krupp auf der Essener Gußstahlfabrik wie von Jacob Mayer in der Bochumer Stahlschmelze nahezu zur gleichen Zeit in völliger Unabhängigkeit erfunden wurde... Der Dank des Regierungspräsidenten für die Opferwilligkeit am Tag der deutschen Polizei! Der Regierungspräsident in Arnsberg, Dr. von Stockhausen, gibt bekannt: „Der Verlauf des am 18. und 19. Dezember 1934 stattgefundenen Tages der deutschen Polizei hatte im Regierungsbezirk Arnsberg einen außerordentlich guten Die Beamten der Polizei und Gendarmerie des Regierungsbezirks Arnsberg haben an 8800 bedürfrige Personen, überwiegend Kinder, auf ihre Kosten verpflegt und etwa 9000 Pfundspenden, die dem Winterh.lfswerk überwiesen werden konnten, in ihren Reihen gesammelt. Ferner haben die vorgenannten Beamten gelegentlich der von ihnen veranstalteten Weihnachtsfeiern erwa 2500 Weihnachtspakete gespendet und an bedürftige Kinder verteilt.„„. 460 stattae. Eine aus Anaß des deutschen Ponzerrn#gismergg fundene Sammlung zugunsten des Wintergufswerks ergab an Barspenden einen Betrag von etwa 25 000 Dieses Ergebnis beweist, daß die Polizeibeamten des Regierungsbezirks Arnsberg den Gedanken der Volksverbundenheit in die Tat umgesetzt haben und jederzeit bereit sind, ihren bedürftigen Volksgenossen in der Allen Beamten der Polizei und Gendarmerie sowie allen Volkegenossen, die im Regierungsbezirke Arnsberg zu dem erfreulichen Ergebnis des deutschen Pong####### beigetragen haben, spreche ich hierdurch meinen Danr 925. Ausbau des Landjahres im Regierungsbezirk Westfalen=Süd. Landjahrführer Schubert aus Liegnitz ist zur Wahrnehmung der Obliegenheiten eines Landjahrführers mit Wirkung vom 1. Januar 1935 zur Regierung Arnsberg versetzt worden. Man kann aus der Neueinrichtung der Stelle erfreulicherweise entnehmen, daß die Staatsregierung den Ausbau des Landjahres im Regierungsbezirk Arnsberg verstärkt zu fördern beabsichtigt. Ausklang der evangelischen Gebetswoche Die mit großem Erfolge durchgeführte Gebetswoche der evangelischen Gemeinde endete am Sonntag nachmittag mit erhebenden Schlußgottesdiensten in der Christuskirche und in der Petrikirche Bochum=Wiemelhausen. Beide Gotteshäuser waren überfüllt. In der Christuskirche sprach Pfarrer Lizentiat Albert Schmidt unter Hinweis auf die unumstoßlichen Forderungen von Einen schönen Verlauf nahm die Schlußfeser in der Petrikirche, in der sich die Petri= und Lelanchtyongemeinde versammelt hatte. Den eindrucksvollen Beginn machten auch hier Gemeindegesang und Schriftverlesung. Generalsuperintendent D. Weirich(Münster) fand herzandringende und glaubensstarke Worte für die Nachfolge und Jungerschaft Christi, die der Kirche und der Gemeinde als heilige Verpflichtung obliegen. Im Blick auf den Tag der Ankunft des Herrn und in Verantwortung vor dem Königtum Christi yabe die Kirche ihren Weg uber die Erde zu gehen, um ihren Dienst zu erfüllen. So sei der Weg der Kirche ein Weg zwischen den Zeiten. Es gelte, auf diesem Wege ernste Belastungen zu tragen, aber auch eine unumstößliche Hoffnung zu behalten. Kirche wie Gemeinde müßten den Weg des schlichten Gehorsams gehen und sich immerdar ihrer Verpflichtung bewußt sein, auf dem Markte des Lebens Kunde zu geben von Christus. So dürfe die Kirche auch Hoffnung haben, daß ihr heißes, verborgenes Wollen nach der inneren Gesundung und Erstarkung unseres Volkes einmal Wirklichkeit werde. Ergriffen sang die Gemeinde das Lied„Wach auf, du Geist der ersten Zeugen". Mit dem Jubelgeläute der Glocken vermählten sich die stürmischen Fürbitten für Kirche und Gemeinde, für Volk und Vaterland, für den Führer und seine Berater, für unsere deutschen Brüder und Schwestern an der Saar. Mit Gebet und Segen schloß Pfarrer Niedermeier die erhebende Glaubensfeier. der Schulmesse verbunden. In der Christkönigskirche ist während der Oktav an jedem Abend 8 Uhr Andacht mit sakramentalem Segen.— Am Donnerstag ist das Fest des heiligen Antonius des Einsiedlers, der im 4. Jahrhundert lebte. Die Antoniuspfarei, deren Patron St. Antonius ist, begeht am kommenden Sonntag ihr Patroziniumsfest in feierlicher Weise.— Die weibliche Pfarrjugend der Josephspfarrei unternimmt am kommenden Sonntag eine Fahrt nach Essen, um hier das Franz=Sales=Haus, eine Stätte katholischen Kunstschaffens, in Augenschein zu nehmen.— Nach einer Mitteilung des Städtischen Friedhofsamtes an die katholischen Pfarreien der Altstadt sollen, gemäß bisheriger Gepflogenheit, die Beerdigungen verstorbener katholischer Gemeindeangehörigen möglichst in den Vormittagsstunden oder in den ersten Nachmittagsstunden stattfinden, um einen Andrang an den Nachmittagen, wobei sich Unzuträglichkeiten für die Beteiligten ergeben können, zu vermeiden. Von den Vormittagsbestattungen ist in der jüngsten Zeit über das gewohnliche Maß hinaus Abstand genommen worden. Aus der Christkönigsgemeinde. Zum ersten Male veranstalteten die Jugendgruppen der Marianischen Jungfrauenkongregation von Christkönig eine Handarbeitsausstellung in der„Marienklause“ an der Mauritiusstraße. Die äußerst reichhaltige Schau gab ein aufschlußreiches Bild über die Gemeinschaftsarbeit der Marienschärler in ihren Heimstunden. Die Ausstellung bleibt bis zum heutigen Dienstag geöffnet. Evangelische Akademie Bochum. Den heutigen Vortrag hält Pfarrer Harney(Witten) in der Verwaltungsakademie Bochum, Wittener Straße 61, abends 8 Uhr, über das Thema:„Luther als Bekenner.“ Kameradschaftsabend der Bochumer Justizbeamten und=angestellten. Zu einem von echter Kameradschaft beseelten gemütlichen Abend hatten sich am Samstag die Beamten und Angestellten der Bochumer Justizbehörden im Hahnefeldschen Saale eingefunden. Fachschaftsleiter Pg. Geier Der Mann mit den 22 Bräuten begrüßte die Erschienenen und gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß alle vom Landgerichtspräsidenten bis zum Justizwachtmeister und Kanzleiangestellten gekommen seien, um in nationalsozialistischer Verbundenheit einige gemeinsame Stunden zu verleben. Warm empfahl der Redner das Winterhilfswerk. Der Abend brachte abwechslungsreiche Unterhaltung. Kameradschaftsabend des RSKK.=Sturmes 3/K/70. Der NSKK.=Sturm 3/K/70 hatte sich am Samstag zu einem Kameradschaftsabend im festlich geschmückten Saal des„Fürstenhofs“ eingefunden. Sturmführer Berges begrüßte die zahlreich erschienenen Kameraden und ihre Angehörigen und lenkte die Gedanken der Anwesenden zur Saar, wo die deutschen Volksgenossen am Sonntag mit dem Stimmzettel in der Hand für Deutschland und seinen Führer kämpfen. Der Sturmführer beendete seine Ausführungen mit einem SiegHeil auf Führer und Vaterland. Kamerad Poech sprach anschließend über Oesterreich und das Deutschtum im Auslande. Dann sang Frau Pölzguter einige Lieder, die beifällig ausgenommen wurden. Eine Tombola, deren Reinertrag der Winterhilfe zufließt, brachte viele Ueberraschungen. Allerlei Kurzweil, lustige Lieder und Reden ließen die Stunden im Fluge entschwinden. Motordreirad in Flammen. Am Montag vormittag geriet ein Motordreiradwagen auf der Verbandsstraße plötzlich in Brand. Die Ladung stand im Nu in hellen Flammen. Bei dem Versuche des Lenkers, das Feuer zu löschen, erlitt er Verbrennungen an den Handen und im Gesicht. Er mußte ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Durch einen Schaumlöscher wurde dann der Brand gelöscht. Beim Rollern verunglückt. Dem Krankenhaus zugeführt wurde gestern nachmittag das sechsjährige Töchterchen Adelheid der Eheleute St., Wittener Straße, das beim Rollschuhlaufen auf dem Bürgersteig gegen eine Hauswand prallte und böse zu Sturz kam. Es wurde schwer verletzt. le Das Enot=einel=Lirdrslauftati Bilder aus den Bochumer Gerichtssälen Wichtig für jeden Steuerzahler! Das am 24. Dezember 1934 erlassene Steuersäumnisgesetz enthält sehr wichtige Bestimmungen, deren Nichtbeachtung für die Steuerpflichtigen empfindliche Nachteile nach sich zieht. Nach diesem Gesetz wird für jede Steuerzahlung, die nach dem 31. Dezember 1934 fällig und nicht am Fälligkeitstag entrichtet ist, ein Säumniszuschlag von 2 Prozent erhoben. Alle Steuerzahlungen, die vor dem 1. Januar 1935 fällig geworden sind, müssen bis spätestens 31. Januar 1935 entrichtet sein. Bei Ueberschreitung dieses Termins ist auch für diese Steuern der Säumniszuschlag von 2 Prozent zu entrichten. Durch diese Bestimmung ist demjenigen, der noch Steuerrückstände aus früheren Jahren hat, eine letzte Frist bis zum 31. Januar 1935 gesetzt. Die im Monat Januar 1935 fällig werdenden Steuern sind dagegen zur Vermeidung des sofort zu erhebenden Säumniszuschlages pünktlich zu entrichten. Im Bergland noch geringer Frost Bericht der Reichswetterdienststelle Essen vom 14. Januar, abends. Ein neuer Strom ozeanischer Warmluft hat sich vom Westen her genähert und bedeckt ganz Westeuropa bis wenig südlich von Island. Er schiebt eine niedrige Wolkendecke über die kalten Bodenschichten ostwärts, wobei verbreitet Nebel mit Schnee und Regenfällen verursacht wurde. Bis zu uns gelangten aber noch immer geringe Kaltluftmassen, die hinter der über die Ostsee abgelagerten vorhergehenden Störung aus Skandinavien angesaugt werden. Dadurch ist die Möglichkeit gegeben, daß eine an der Nordseeküste aufkommende schwache Storung sich weiter ausbildet und weiter Schnee= und Regenfälle bei niedriger Temperatur verursacht. Hinterher wird sich aber wohl die Warmluft durchsetzen. Vorhersage für Dienstag: Mäßige Winde aus nordwestlichen Richtungen, veranderliche Bewölkung, einzelne Schnee= und Regenschauer. Temperaturen wenig über dem Gefrierpunkt. Im Bergland noch geringer Frost, im Flachland jedoch nur vereinzelt leichter Nachtfrost. Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Schwach windig, wolkig bis aufheiternd, am Tage mild, Temperaturrückgang bis nahe dem Gefrierpunkt, im Gebirgsland leichter Frost. Aus den katholischen Pfarreien. Nach einer Anordnung der erzbischöflichen Behörde findet vom 18. Januar (dem Feste Petri Stuhlfeier in Rom) bis zum 25. Januar (Pauli Bekehrung) eine Gebetsoktav um##m vereinigung im Glauben statt. Diese Gebetsorrav fällt zusammen mit der vom Papst in Rom angeordneten Weltgebetsoktav. In der Meinung dieser Oktav werden in verschiedenen Kirchen besondere Andachtsstunden abgehalten, vielfach werden diese Gebetsstunden auch mit 5R Hitde Mauriene Ein abenteuerlicher Roman von Hermann Hilgendorff Ein Mensch, der mit Mädchen= und Frauenherzen in unverantwortlicher Weise gespielt hat, stand am Montag vor Gericht. Die Große Strafkammer verhängte gegen einen abgefeimten Heiratsschwindler namens Schmalz, der noch bis 1937 im Zuchthaus sitzen muß, Sicherungsverwahrung nach vollzogener Strafe. Dieser Mann wurde als unverbesserlicher und gemeingefährlicher Gewohnheitsbetrüger bezeichnet, gegen den die Allgemeinheit auf die Dauer geschützt werden müsse. Die Zahl der von diesem Gauner hintergangenen, um Ehre und Vermögen betrogenen Frauen und Mädchen bezifferte sich nach polizeilichen Feststellungen zuletzt auf zweiundzwanzig. Allen hat er Geld in größeren und kleineren Summen abzuschwindeln gewußt und sie nachher sitzen lassen. Der Autonarr Die hohe Lust, eine Fahrt im Kraftwagen zu machen, hat schon so manchen zu einer Torheit veranlaßt. Die Chauffeure wissen ein Lied davon zu singen, denn mancher Fahrgast hat dann kein Geld oder will nicht bezahlen, und die Kraftwagenführer gucken in den Mond. Da stand ein junger Mann vor dem Richter, der fast mit allen Kraftdroschkenbesitzern wegen Bezahlung in Streit geriet und sozusagen bei ihnen auf der schwarzen Liste steht. Jetzt soll er erneut sich solchen Betruges schuldig gemacht haben, obgleich er in einem Lokale mit Damenbedienung in einer Nachbarstadt die Puppen gehorig hatte tanzen lassen. Ein Bruder Leichtfuß, der dann im Handumdrehen und in Gönnerlaune gleich erhebliche Summen auf den Kopf haut. Es wird die höchste Zeit, daß er in straffe Zucht kommt. Der Vater hat bisher immer für des Sohnes lose Streiche bluten müssen, der bei solchen feuchten Gelegenheiten gar zu gern den wohlhabenden Unternehmer markiert. Leute, die gern„per lau“ mitzechen, finden sich immer. Jetzt lautete das Urteil auf vier Monate Gefängnis, obgleich der fragliche Gastwirt, der unterdes zu seinem Gelde gekommen ist, ebenso wie der Chauffeur, dem Angeklagten vor Gericht eine goldene Brücke zu bauen versuchten. Auf Kosten der anderen gelebt Ein abgefeimter Schwindler aus Recklinghausen wurde wegen Betrugs in einer Reihe von Fällen unter Einbeziehung einer vom Schöffengericht vor wenigen Tagen über ihn verhängten Strafe von neun Monaten zu anderthalb Jahren Gefängnis verurteilt. Er lebte gewissermaßen nur vom Betruge auf Kosten anderer. Die Geschädigten waren meist kleine Leute, die selber nicht viel besaßen und von ihm auf gemeine Weise hinters Licht geführt wurden. Jetzt ist ihm auf längere Zeit Gelegenheit zur Besinnung gegeben. Ein schlimmer Ein der Langfingerzunft angehörender Mann kam auf Tour von Essen nach Bochum. Sonderbarerweise verstand er es, in einem Kaffeehause, in einer kleinen Konditorei und in einer Metzgerei sich den Ladenkassen so zu nähern, um im günstigen Augenblicke kühne Griffe dahinein zu tun. Dabei fiel er aber zuletzt auf. Auch eines Einbruchs scheint er verdachtig, doch konnte er hier nicht mit so voller Bestimmtheit wiedererkannt werden, als in den ersten drei Fällen. Urteil: Ein Jahr und drei Monate Gefängnis bei sofortiger Verhaftung. Jetzt riß der Geduldsfaden Ein Bürschchen von 19 Jahren, in guter Familie aufgewachsen, hat seinen Eltern schon viel Kummer und Leid gemacht. Mehrfach hat er schon vor dem Jugendgericht gestanden als Dieb. Mehrfach ist er bestraft worden. Immer hatte er das Glück, daß eine Amnestie kam und so blieb er vor dem Gefängnis noch bewahrt. Statt sich des Gnadenerweises würdig zu zeigen, forderte er sein Geschick in unglaublichem Leichtsinn aufs neue heraus. In zwei hiesigen Geschäften spielte er den Laufburschen. In einem Falle unterschlug er schon am nächsten Tage eine Geldsumme und im zweiten Falle tat er innerhalb der ersten Woche das gleiche. Da flog er überall sofort wieder hinaus. Wie viele junge Leute wären froh, überhaupt erst mal in eine Arbeit hinein zu kommen. Dieser leichtsinnige Bursche wirft verantwortungslos das Glück, eine Arbeitsstelle zu haben, von sich. Richter und Ankläger machten ihm jetzt aber gehörig klar, was aus ihm noch werden wird, wenn er so weiter machen sollte.„Das Ende ist das Zuchthaus!" Da flossen natürlich heiße Tranen. Das nutzte nun nichts mehr. Wer nicht hören will muß eben fühlen. Der Geduldsfaden war dem Gericht gerissen. Jetzt muß der Bursche einmal merken, wie sieben Monate Gefängnis schmecken. (Weitere Lokalnachrichten auf Seite 10.) Wohin gehen wir heute Stadttheater: 20 Uhr: Der fliegende Holländer. Tonhallen=Varieté: Täglich ab zu uyt: Das große FestGloria=Palast: ab 15.30 Uhr: Die Csardasfürstin. Hammer Lichtspiele: ab 15.15 Uhr: Der Frauendiplomat. Lichtburg: ab 15.15 Uhr: Das Erbe in Pretoria. Lichtspielhaus: ab 15.15 Uhr: Die große Zarin. Odeon: ab 17 Uhr: So endete eine Liebe. Skala=Lichtspiele: ab 17 Uhr: So endete eine Liebe. Tonhalle: ab 15.30 Uhr: Ihr größter Erfolg. Weltlichtspiele: ab 15.15 Uhr: Grüß mir die Lore noch einmal.„„ 16: J. En a Apollotheater: ab 15 Uhr: Der Fau Saltore. Capitol: ab 15.15 Uhr: Alles hört auf mein Kommando. Tivoli: Kabarett. 10) „Aber was machen wir inzwischen mit dem Falschgeld?“ fragt Brodersen.„Es ist durchaus anzunehmen, daß die Falschmünzer Wind davon bekommen haben, daß Sie im Besitz des Geldes sind. Es besteht die Gefahr, daß man Sie überfällt, Herr Doktor!“ Rühe hält das für durchaus möglich. „Zum Teufel, ja, was macht man damit...? „Wenn es Ihnen recht ist, schließen wir das Geld bis Liebers kommt in meinen Geldschrank...“ schlägt Brodersen vor. Damit ist Dr. Rühe einverstanden. Er verläßt Brodersen mit ganz anderen Gefühlen, als wie er kam. 646 Ihm ist es, als sei irgendeine Last von ihm gevommen.... mmen Liamlich aufa „Hilde ist im Grunde genommen ziemlich unschuldig...“ hat Brodersen gesagt.„..“ Graherf, Für diese Worte hätte Rühe den haßlichen Broversen am liebsten umhalst. Was mochte Hilde jetzt machen? Ob sie ihn nicht doch geliebt hatte? Rühes Herz beginnt zu klopfen, wenn er daran denkt... Rühe fährt nach seinem Büro. Er schließt die Tür mit seinen Schlüsseln auf denn Klotilde Meyer hat er ja auf einige Zeit Rühe hat sich die Rückehr nicht so schnell vorgestellt gehabt. mem. Er ist sehr verwunoert, als schon wenige Minuten, nachdem er sein Büro betreten hat, ein Herr eintritt. „Sind Sie Dr. Rühe persönlich?“ fragt der Herr und mustert Rühe ein wenig scharf. „Ja!“ antwortet Rühe unfreundlich. In diesem Augenblick freut er sich darüber, daß er das Falschgeld bei Brodersen gelassen hat. Er hat das Gefühl, daß dieser Mann zu der Falschgeldbande gehört. Lur g.. J die Biach „Ich habe Sie von Herrn Brodersen bis hierher Has dachte ich mitr, mein Freund“, bei sich. Aber ganz wohl ist ihm doch nicht zu Mute. Dieser Mann sieht aus, als ob er verflucht energisch werden könnte. „Würden Sie sich bitte legitimieren, Herr Doktor!“ sagt der Fremde jetzt. „Na, hören Sie..!“„„ „Hier ist meine eigene Legitimation. Ich bin der Kriminaloberwachtmeister Pehlke...!“ Rühe schüttelt den Kopf. Einen Kriminalbeamten hätte er in Herrn Pehlke nicht vermutet. Aber die Legitimation ist nicht anzufechten. Rühe reicht seinen eigenen Paß hinüber. „Stimmt!“ sagt der Beamte jetzt bedeutend freund„Wir haben im allgemeinen alle eine Antipathie gegen Leute, die aus Brodersen seinem Laden kommen", sagt jetzt der Beamte löchelnd. „Aber Brodersen arbeitet doch mit der Polizei zusammen!“ ruft Rühe aus. Pehite lächelt ein wenig spöttisch. „Zusammenarbeit kann man das wohl kaum nennen. Wir tun alles, um ihn zu fassen, und er tut alles, um uns zu entwischen. Ein ganz schwerer und geriebener Junge, dieser Brodersen...„ „Aber Liebers arbeitet doch mit iym zusammen. Ich habe doch selbst gehört, wie er mit Liebers telephoniert hat...“ Pehlke lacht. „Liebers steht in einem Hausflur gegenüber von Brodersens Laden und läßt den Fuchs nicht aus den „Irrtum! Fast dreihunderttausend Mark des echtesten Papiergeldes, das je die Reichsbank ausgegeben hat... Und hinter diesem Geld sind wir seit Wochen her...!“ Pehlke stürmt auf die Tür zu. Er bleibt aber noch einmal stehen. „Um des Himmels willen, rühren Sie sich keinen Schritt hier aus Ihrem Büro, ehe wir es Ihnen nicht erlauben. Ich komme wieder...!“ Rühe hat in den letzten Tagen schon verlernt, sich zu wundern. Er zündet sich eine Zigarette an und knurrt vor sich hin:„Die Welt scheint eine Irrenanstalt zu sein und ich der einzig Normale darin... idung zu schnappen, ist nicht gut anzi nehmen, daß er mit Brodersen telephoniert hat. Wenn allerdings Brodersen in Ihrer Gegenwart ein Gespräch fingiert hat... nun, dann war es eben fingiert...“ Rühe wird heiß und kalt bei diesen Worten. „Ich habe ihm doch heute morgen einen ganzen Pakken von Falschgeld zum Aufbewayren übergeben...“ „Falschgeld““ wiederholt Pehlle und macht ein er„Wärden Sie mir den Fall erzählen. Wenn es geht, von Anfang an. Die Geschichte mit dem Falschgeld interessiert mich ungeheuer... Margen zum zmesten Und so erzählt Rühe an diesem worgen zum zweiten Male die ganze Geschichte von Anfang an. Kaum hat er geendet, als Pehlke aufspringt. „Mein lieber Doktor, wissen Sie, was Sie dem Kerl gebracht haben...““ „Falschgeldl“ Der Fall Brodersen Rühe hat wohl eine Stunde gewartet, als Herr Pehlke wieder auftaucht. Er macht ein strahlendes Gesicht. Ebenfalls der Herr in seiner Begleitung. Pehlke stellt seinen Begleiter vor. Kommissar Liebers. 3116 61, Gans Liebers reicht Rühe freunolich vie Hano:„Ich gratuliere Ihnen zu Ihrem Erfolge...!“ „Danke sehr!“ sagt Rühe. Er wundert sich jetzt aus Prinzip über nichts mehr. Und wenn Herr Kommissar Liebers jetzt erklären würde, daß man Rühe zum Polizeipräsidenten von Berlin ernannt habe, so hätte er vielleicht auch nur gesagt: „Danke!“ und sich nicht gewundert. „Ich möchte Ihnen den Fall Brodersen erzählen... sagt Kommissar Liebers und läßt sich Rühe gegenüber nieder. Rühe hat nichts dagegen, den Fall Breodersen kengenzulernen. Liebers veginnr:„... seit ungefähr einem halben Jahr verschieben die Brüder Brodersen deutsches Geld über die Grenze. Nicht eigenes Geld, aber fremdes. Geld von landfremden Individuen, die ihr Geld aus Deutschland herausbringen möchten. Die beiden Brüder Peter Brodersen und Max Brodersen arbeiteten mit immer neuen Tricks der Geldverschiebung, so daß wir immer wieder vor neuen Rätseln bei ihnen standen. Vor zwei Wochen nun verhafteten wir Peter Brodersen, denn wir hatten erfahren, daß er von dritter Seite fast dreihunderttausend Mark erhalten hatte, die er ins Ausland verschieben sollte. Peter Brodersens Bruder Max lag um diese Zeit im Krankenhaus und hatte sich an dieser letzten Geldschiebung nicht beteiligen können. Wir konnten nun wohl Peter Brodersen verhaften, aber die dreihunderttausend Mark konnten wir nicht finden. Er selbst weigerte sich natürlich, darüber Auskunft zu geben, wo das Geld sei. Ohne das Geld zu finden, konnten wir ihm überhaupt nichts nachweisen, und das schien er auch genau zu wissen. Vor wenigen Tagen nun kam Max Brodersen wieder heraus aus dem Krankenhaus. Leider hat auch ein Untersuchungsgefängnis manchmal Ohren. Jedenfalls erfuhr Peter, daß sein Bruder Max wieder im Geschäft sei. In Peter Brodersen Gefängniszelle saß auch der bekannte Einbrecher Capuane. Da er entlassen werden sollte, steckte Brodersen ihm einen Kassiber zu, den Capuane an Max Brodersen überbringen sollte. Kaum war Capuane heraus, da erfuhr er auch, was mit seinem Freund Brodersen los sei. Er erfuhr, daß dersen fast dreihunderttausend Mark irgendwo versteckt hatte. Darauf liest er den Kassiber, den er an Max Brodersen aushändigen soll, mit ganz anderen Augen. Dieser Kassiber, dessen Text von Peter Brodersen aus ausgeschnittenen Zeitungsbuchstaben zusammengesetzt war, lautete:„„6475=gm, Sekretarin Hil bemaartens Alte Moebel Weiß nichts davon Capuane liest diesen Kassiber einmal... zweimal... dann weiß er Bescheid. Das Geld ist also irgendwo bei einer Sekretärin Hilde Maartens versteckt. Hilde Maartens selbst aber weiß nichts davon. Freund Capuane stellt also auf dem Meldebüro die Adresse von Hilde Maartens fest. Es gibt nur eine dieses Namens in der Meiselstraße 7. Ein Irrtum kann also gar nicht entstehen. In Fräulein Maartens Abwesenheit wird nun wieder und wieder ihre Wohnung durchsucht, aber das Geld kann Capuane, der mit einer Menge Helfershelfern arbeitet, nicht entdecken. Capuane und Genossen nehmen nun schließlich an, daß Hilde Maartens selbst irgendwie durch einen Zufall auf dies Geld gestoßen ist und es irgendwo anders verborgen hat, um selbst im Besitz dieses Geldes zu bleiben. Sie halten Fräulein Maartens für eine stellungslose Sekretärin, und ihre großen Geldausgaben bekräftigen sie erst recht in ihrer Ansicht.(Ggluß folgt) Mahkaffee und Malzkaffee ist zweierlei—wie Wein und Wein! Wer Matzkassee in Paketen kaust, kann sicher sein, daß er guten hat. Der Hersteller bürgt dafür! Seite 5 Nr. 12; Bochumer Anzeiger, Dienstag, 15. Januar 1933 Gntueinseir Undet Bilder vom 13. Januar Bild links oben: Altes Mütterchen wird in Saarbrücken von Helfern des Bgzzz Prezies ohem Pgsezige, gebracht.— Sberes Bild Mitte: Separatistenkoutlere Reie, Bilh sinte: Der Großindustrielle Röchling im Stimmiokal.— Bild Mitte: Der Andrang zum Wahlokal Nauwieser Schule in Saarbrücken.— Bild rechts: von Papen gibt seine Stimme ab * in e 18 2 * K ** E Ueber das Meer Verwehte ROMAN VON RUDOLF HERZOG 19) 5. Seit acht Uhr hielt sich Wunneke zur Verfügung ihres jungen Chefs. Als sie erwacht war, glaubte sie noch an Bord der„H. C. Horn“ im Karibischen Meer zu schwimmen. Nicht doch, das Schiff lag unbeweglich vor Anker. Nicht doch, sie selbst, Wunneke Fahrensmann, war vor Anker gegangen, lag im weißen Metallbett des Palacio Piskator hoch droben in der venezolanischen Hauptstadt Carácas. Jetzt saß sie aufrecht in ihrem batistenen Nachthemd. Jetzt horchte sie mit allen Sinnen in die neue Welt hinaus. Jetzt lief sie auf ihren schlanken Beinen barfuß in die Badekammer, stand in ihrer gebräunten Nacktheit unter den Kreuz= und Querstrahlen der Wasserdusche, dehnte wohlig jedes Glied, ließ das Wasser über Brust und Nacken brausen, machte in schnellen turnerischen Uebungen jeden Muskel geschmeidig, rieb ab, strählte das Haar, schlüpfte in die leichten Kleider. Wunneke drückte auf den Klingelknopf, den ihr die Dienerin gewiesen hatte, und die junge Negerin erschien, tänzelte mit hocherhobenem Früchtekorb ins Zimmer, rückte ihn auf einem Marmortischlein zurecht, stellte Kristallteller und Wasserschale auf, lachte das große, blonde Mädchen an und wartete auf Anerkennung, fragte. ob sie Kaffee oder Kakao bringen solle und empfahl beides, dazu Weißbrot, Butter und Honig. Ja, die Senhorita könne auch ein Müslein von Mais haben oder kleine heiße Reisküchlein. Und die Senhorita erklärte zu ihrer Freude, daß sie gern alles ausprobieren werde. heute dies und morgen das, und daß sie die Reihenfolge ganz dem sicherlich bewährten Geschmack der blitzblanken Carmen überlasse. Das gefiel der Schwarzen über alle Maßen, und sie machte sich noch hier und dort im Zimmer zu schaffen. um der Senhorita mit jeder gewünschten Auskunft zur Verfügung zu stehen. Ja, die Herren des Hauses wären alle schon aufgestanden. Um mit der Arbeit nicht in heißesten Tag hineinzukommen. Senhor Ernesto wäre schon vor einer Stunde in sein Büro gefahren, Senhor Carlos führe gerade zum Tor hinaus. Nur die Damen frühstückten in den Betten und ruhten danach noch ein wenig. Senhor Carlos ließe sagen, er würde den Wagen zurückschicken, wenn er die Senhorita brauche. Wunneke stand aufrecht am offenen Fenster und blickte in den morgengrünen Park hinaus. Keine Träumerei kam in ihre Augen. Sie wartete auf den Anruf ihres Auftraggebers und wartete von acht bis zehn Uhr. Um zehn Uhr lief die Dienerin am Fenster vorüber und rief ihr zu, der Wagen hielte vor dem Hause. Wunneke öffnete die Tür zum Park, schritt über den grünen Rasen und gelangte zu den Stufen. Die Blumen dufteten ihr entgegen, der Brunnen rauschte geheimnisvoll, und dannn saß sie im Wagen, und hinter dem Wagen schlossen sich rasch und geräuschlos die Torflügel. Sie war doch ein wenig überrumpelt, die starknervige Wunneke Fahrensmann. Von dem tobenden Straßenlärm, der gleich vor dem Tore wie ein Wetterumschlag eingesetzt hatte. Von dem Gedränge der Menschen. Von dem Getute der Straßenbahnen, dem hellen Gebimmel der Maultiere. Von dem Geschrei der Händler, dem Gefluch der Fahrer, dem Gekreisch der Ausweichenden. Dem farbigen Polizisten an der Ecke wippte in der Hand der Gummiknüppel. Genügte die Geste nicht sofort, sauste der Schlag. Alles war Spaß gewesen: das Gefluch, das Geschrei, das tobende Durcheinander. Alle Münder waren zu einem fröhlichen Lachen aufgerissen, alle Köpfe nickten untertänig dem breitspurigen Wächter zu, alles verlief in Ordnung. Und schon rauschte eine neue Lärmwoge über die Straße, die Plätze dahin. Und mit der Lärmwoge eine Duftwoge von den Märkten, ein schwerer Schwaden aus Blumen und Fleisch. Fisch und Früchten und Geflügel gemischt. Und eine Staubwoge als Zugabe der Hitzewoge. Wunneke Fahrensmann sprang federnd aus dem Wagen. Ohne Aufenthalt betrat sie das schweigende Geschäftshaus, und diesmal wirkte der Wetterumschlag vom Lärm zur Stille nicht mehr auf sie ein. Sie befand sich im Geschäftshaus der Piskators. Und die Piskators waren seit den Welsers im Lande. Ein junger Angestellter führte sie zum Sonderbüro von Carlos Piskator. Sie betrat ein Vorzimmer, erblickte ein paar Ledersessel, einen langen Tisch mit grünem Tuch bespannt, einen eisgekühlten Behälter mit Limonade mit kohlensaurem Wasser. Eine dickgepolsterte Tür tat sich auf. Carlos Piskator ließ bitten. Carlos Piskator, dunkelhäutig, glattrasiert, in einem leichten Anzug aus Rohseide, erhob sich ohne Eile, sagte:„Ach, da sind Sie ja. Ich brauchte Sie heute früh noch nicht, weil ich zunächst den Gang unserer gemeinsamen Arbeit festlegen wollte. Von morgen an wollen Sie bitte um acht Uhr erscheinen. Meine Angestellten können eine Tageseinteilung treffen, wie sie belieben wenn sie nur mit ihrer Arbeit fertig werden. Meine Privatsekretärin muß sich natürlich nach mir und meinen Wünschen richten. Das werden Sie ohne weiteres verstehen.“ „Jawohl. Herr Piskator." Carlos Piskator rekelte sich ein wenig auf der Lehne seines Schreibtischsessels.„Sie brauchen keine Sorge zu haben. In diesem Sonnenlande ist kein Mensch ein Freund von übermäßiger Arbeit und ich am wenigsten. Ich werde Ihnen freie Zeit zur Genüge lassen. Nur während meiner Anwesenheit in diesen Räumen wünsche ich auch Ihre Anwesenheit, und hier ist Ihr Reich.“ Er öffnete eine Tapetentür. In einem luftigen Gelaß stand Tisch und Siuhl und Schreibmaschine. Aktenschrank und, wie ein Licht, das der Maler zur Aufhellung auf einen Punkt seines Gemäldes setzt, ein Schaukelstuhl. Wunneke Fahrensmann ließ den Blick in das Gemach Carlos Piskators zurückwandern. Ein Raum ohne Schaukelstuhl schien in den Tropen undenkbar. Wunneke legte Mütze und Staubmantel ab. Sie kehrte in das Zimmer des jungen Vorgesetzten zurück und bat um seine Anweisungen.„Erst muß ich Sie einmal ansehen“, sagte Carlos Piskator gnädig.„Damit ich Sie auf der Straße wiedererkenne. Gut, gut. Alsdann haben Sie mir natürlich strengstes Stillschweigen zu geloben. Ueber Geschäftliches und Persönliches. Das fließt in südamerikanischen Staaten stets ein wenig ineinander. Und wenn's wie ein Flirt aussieht. Wollen Sie bitte niemals einem Erstaunen darüber Ausdruck geben.“ Wunneke erwiderte verwundert:„Ich wüßte nicht, woher ich das Recht nehmen sollte.“ „In diesem Lande streift man leichter als anderswo an Vertraulichkeiten. Die weiße Rasse ist nur sparsam vertreten. Und der Puls geht ein wenig schneller hier. Nun, das werden Sie ja alles durch Klima und Erschrung kernen. a..4—it Lu,-kait Gsinumne Wunneke fragte:„Darf ich mit der Arbeit beginnen? Ich möchte Ihnen so schnell wie möglich eine Probe meines Könnens geben.“ Carlos Piskator stutzte.„Sofort? Nun gut, also ohne Uebergang. Sie fassen den Stier bei den Hörnern.“e Er ging ihr voran in ihr Schreibzimmer. Und während sie die Schreibmaschine mit schnellen, geschickten Griffen ausprobierte und Papier und Durchschlag zurechtschob, wiegte er sich im Schaukelstuhl, überdachte ein paar Sätze, meinte er:„Es handelt sich um die Sicherstellung billig zu erwerbender Ausrüstungsgegenstände: Tornister, Zeltbahnen, Aluminiumgeschirr, Stiefel aus alten Heeresbeständen. Wir fragen zuerst in Deutschland an. Deutschland darf ja wohl nicht mehr als eine Handvoll Soldaten unterhalten und wird froh sein, seine Zeughäuser räumen zu können. Also fragen wir einmal ganz vertraulich beim deutschen Gesandten an. Hallo? Es ist der Fernsprecher neben Ihnen. Lassen Sie, ich werde Ihnen die Anlage erklären.„.s76.67 a tti Er schwang sich aus dem Schaukelstuhl. Er griff über sie hinweg nach der Hör= und Sprechmuschel. Er blickte, während er sprach, in ihre zurückgestrichene, blonde Haarwelle, sah in ihren Nackenausschnitt auf goldgebräunter Haut den hellen, hauchseinen Flaum.„Jawohl. Carlos Piskator selbst. Mit wem spreche ich? Ab— die Ueberraschung ist so groß wie die Ehre Ich hatte die Freude, Ihre Bestellung an Ihren Vetter, den Grafen, noch gestern nacht ausrichten zu können. Ich hoffe, er ist auf Flügeln der Morgenröte zu Ihnen Die Stimme Kara von Rolandsberg sprach:„Er ist so pünktlich erschienen, daß es mir ein Bedürfnis ist, Ihnen meinen Dank abzustatten. Das allein ist der Zweck dieser Störung.“ Carlos Piskator antwortete und stützte sich mit der Hand leicht auf Wunnekes Schulter:„Sie machen mich so stolz, daß ich mit Eifer neue Aufträge ausführen möchte Wollen Sie bitte nicht vergessen, es auch dem Grafen zu Ich darf Sie schon jetzt beim Wort nehmen“, tönte die Stimme Kara von Rolandsberg aus der Leitung. „Ich befinde mich im Strandhotel von La Guayra. Die „H. C. Horn“ sticht schon am Abend in See. Würden Sie Fräulein Fahrensmann sagen, daß ich mich über einen Anruf aus Ihrem Munde herzlich freuen wurde?“ „Meine Privatsekretärin sitzt neben mir. Sie werden sofort Ihre Stimme vernehmen. Glückliche Reise. Meine angelegentliche Empfehlung an den Grafen.“ Er reichte Wunneke den Sprechhörer. Wunneke Fahrensmann nahm ihn, ohne ihn jedoch zu benutzen. Ihre Augen blickten in die seinen. Wurden kühl. Seine Hand glitt von ihrer Schulter ab. Er zog mit der Stiefelspitze den Schaukelsiuhl heran.„ u mue 12 ai „Guten Morgen, Kara. Cara carissima muß ich mit dem Onkel Iltitz sagen. Ob du mir fehlst? Ich wußte gar nicht, daß du so eitel warst. Ja, es geht mir gut. sehr gut. Ja, ich fühle mich wohl hier, sehr wohl. Wies Ach, du, damit ist doch alles gesagt.“# Kara von Rolandsberg wiederholte:„Ich wünsche zu wissen, ob man es nirgendwo an der nötigen Achtung und Aufmerksamkeit fehlen läßt? Ob man Ueberheblichkeiten unterläßt wie Vertraulichkeiten? Der junge Herr und Gebieter scheint zu beidem zu neigen. Ich kenne die Spielart. Höx, Wunneke: nie und nichts gegen den eigenen Willen! Du lachst mich aus, Liebste? Das tut meinem deutschen Frauenstolz wohl! Was aber auch kommen möge: Du erhältst meine Anschrift, sobald ich vor Anker gegangen bin. Zunächst begleite ich die Brigitta Schulte und die Schwester Elisabeth nach Curacao Von dort bringt mich als letztes deutsches Ueberbleibsel die„H. C. Horn“ nach Cartagen3.“ Wunneke bat, beide Mädchen herzlich von ihr zu grüßen. Die Absprache, miteinander in Fühlung zu bleiben, werde nicht vergessen.„Und jetzt ruft die Arbeit. Leb wohl, dul Hab Dank.“. 73g, Uane u. Sie horchte noch ein paar Herzschläge lang ihren Worten nach, legte den Hörer auf, ließ sich vor der Schreibmaschine nieder, wartete auf den Wortlaut des Briefes. Carlos Piskator zündete sich eine Zigarette an. Er sagte:„Es trifft sich gut, daß ich dem Grafen eine kleine Gefälligkeit erweisen konnte. Nun wird er unseren Brief mit viel größerer Aufmerksamkeit behandeln. Also schreiben Sie. An Seine Erzellenz den Herrn Gesandten des Deutschen Reiches in Carácas. Hochverehrter Herr Graf!“„Die Maschine klapperte leise und hastig. Wunneke Fahrensmann glitt mit leichten Fingern über die Tasten, als ob sie ein Klavier unter den Händen hätte, und als sie die Tasten einmal durchgespielt hatte, schrieb sie blind nach den Worten von seinen Lippen. Carlos Piskator ersuchte den Grafen, sich ein möglichst umfassendes Angebot aller in Betracht kommender Ausrüstungsgegenstände auf dem Kabelwege verschaffen und ihm vertraulich weitergeben zu wollen. Die von ihm geleitete Tochtergesellschaft des Hauses Piskator verpflichtet sich, sich innerhalb zweimal vierundzwanzig Stunden zu entscheiden.„Da es augenblicklich noch friedlich in Südamerika zugeht, bleibt eine„Begünstigung“ gegenüber dem einen oder anderen Staate ausgeschaltet. Darum aber auch erheischt es Eile, damit sich der Zustand nicht ändern und jedes Geschäft erschweren möge.“ ,S444,41u, 454 (Forttetzung folgt.) KA S W Seite 6 Nr. 12. Bochumer Anzeiger„ Dienstag, 15. Januar 1933 * 5 2 0 Aoueinelneenpreise Eilnger Ladenpreis 32 Rpf. je Pfund ab 20. Januar Der Reichs= und preußische Minister für Ernährung und Landwirtschaft und der Reichsfinanzminister haben im Zusammenwirken mit dem Reichsnahrstand Maßnahmen getroffen, die eine weitgehende Verbilligung der am meisten verwendeten Marmeladen, das sind Vierfruchtmarmelade, gemischte Marmelade und Aepfelnachpreßgelee, bis in den Herbst dieses Jahres hinein ermöglichen. Der Reichsminister der Finanzen sowie die rubenbauende Landwirtschaft und Zuckerindustrie haben hierzu erhebliche Beträge bereitgestellt, mit deren Hilfe es möglich wird, die genannten Marmeladen im Laden nicht wie bisher für 40 bis 50, sondern für 82 Reichspfennig je Pfund abzugeben. Der Reichskommissar für Preisüberwachung ist gebeten worden, diesen Preis als Höchstpreis zu binden. Eine Abgabe der verbilligten Marmeladen an industrielle Betriebe und Unternehmungen, wie zum Beispiel an das Hotelgewerbe, an Gaststätten, Bäckereien, Konditoreien usw., ist verboten. Die verbilligte Marmelade wird in besonders gekennzeichneten Großpackungen an den Handel geliesert und lose an den Verbraucher ausgewogen. Es ist dafür Sorge getragen, daß in allen Teilen des Reiches vom 20. Januar 1935 an verbilligte Marmelade in genügendem Ausmaße in allen Läden zum Verkaufe steht. Eine vorzeitige Verknappung der verbilligten Marmelade ist ausgeschlossen, da die große Obsternte des letzten Jahres die Möglichkeit gegeben hat, den benötigten Bedarf in reichlichem Maße hereinzunehmen. Besonderer Wert wird auf die Qualität der Erzeugnisse gelegt. Es sind deshalb für die verbilligten Marmeladen über die bisherigen gesetzlichen Vorschriften hinaus verschärfte Herstellungsbedingungen vorgeschrieben worden. So dürfen zum Beispiel die gemischte Marmelade und die Vierfruchtmarmelade nicht nur aus einfachen Obstarten, wie Aenfel, Birnen oder Pflaumen bestehen, sondern sie mussen unter gleichzeitiger Verwendung von Edelobstarten, wie Kirschen, Himbeeren, Erdbeeren oder Johannisbeeren hergestellt werden. Mit der Durchführung der Maßnahme ist die„Wirtschaftliche Vereinigung der deutschen Obst= und Gemüseverwertungsindustrie und verwandter Betriebe“ betraut worden. Tabakwaren nur an Gäste Eine grundsätzliche Entscheidung des Landgerichts Essen Mit einer Klage von grundsätzlicher Bedeutung befaßte sich die Kammer für Handelssachen des Landgerichts in Essen. Die Essener Tabakwarenhändler machten seit längerer Zeit die Feststellung, daß in einem Automatenrestaurant nach Ladenschluß und an Sonntagen Tabakwaren auch an Nichtgäste abgegeben werden. Durch diese Handlungsweise wurden sämtliche Tabakwarenhändler der Stadt Essen erheblich geschädigt. Im Wege der Klage beantragten sie nun Feststellung, daß der Verkauf von Tabakwaren in einem Automatenrestaurant an Nichtgäste nach Ladenschluß und an Sonntagen nicht gestattet sei. In erster Instanz ist die Klage der Essener Tabakwarenhändler abgewiesen worden, da das Gericht auf Grund der Beweisaufnahme annahm, daß die Beklagte in jeder Beziehung bemüht gewesen sei, den Verkauf von Tabakwaren an Nichtas“e zu verhüten. Ganz korrekt lasse sich die Sache niemals durchführen. Die Kammer für Handelssachen des Landgerichts in Essen vertrat aber einen anderen Standpunkt und hielt die Berufung der Essener Tabakwarenhändler für begründet. Die Beklagte sei verpflichtet, dafür zu sorgen, daß außerhalb der Ladenverkaufszeit Zigarren, Zigaretten usw. nur an Gäste zum sofortigen Verzehr abgegeben werden. Wenn sich das bei der Art des Verkaufs der Beklagten nicht ermöglichen lasse, so habe das nicht zur Folge, daß nun der Verkauf an Nichtgäste zugelassen werden müsse, sondern die Beklagte sei verpflichtet, eine Art des Verkaufs einzuführen, die Gewähr dafür biete, daß Zigarren und Zigaretten nur an Gäste abgegeben würden. Der Verkäufer der Tabakwaren habe die Pflicht, sich davon zu überzeugen, ob die Personen, die von ihm kaufen, auch wirklich Gäste sind, die entweder an Tischen Platz genommen haben und dort von Kellnern bedient werden oder die vor seinen Augen aus den Automaten Speise und Getränke entnommen hätten. Die Kölner Messeveranstaltungen im Jahre 1935 Die Kölner allgemeine Frühjahrsmesse mit ihren Abteilungen Haus= und Küchenbedarf, Möbel und„Die westdeutsche Textilpropaganda" wird in diesem Jahre vom 17. bis 19. Marz abgehalten werden, während die in ihrem Rahmen durchgeführten technischen Fach: veranstaltungen„Schweißtechnik" und„Der Kleinmotor" die Zeit vom 17. bis 24. März in Anspruch nehmen. Die deutsch=holländische Gruppe wird eine Erweiterung der regelmäßigen Beteiligung Hollands zeigen. Der Herbst bringt die 9. Westdeutsche Gastwirts= und Hotelfachmesse und die Westdeutsche Büroausstellung vom 8. bis 16. September und die Herbstmesse für Küchenbedarf vom 15. bis 17. September. Die Einbehaltung und Abführung der Tohnstedler Für Lohnzahlungen, die für einen Lohnzahlungszeitraum geleistet werden, der nach dem 31. Dezember 1934 endet, können die Arbeitgeber die einbehaltene Lohnsteuer nur noch in bar oder durch Ueberweisung abführen. Einkommensteuermarken dürfen für die einbehaltene Lohnsteuer ab 1. Januar 1985 nicht mehr verwendet werden. Die bei den Postanstalten bis zum 15. Februar 1935 noch verkäuflichen Einkommensteuermarken dürfen nur noch zur Entrichtung derjenigen Lohnsteuer verwendet werden, die für einen Lohnzahlungszeitraum einbehalten worden ist, der vor dem 1. Januar 1935 endet. Die Einzelheiten der Einbehaltung und Abführung der Lohnsteuer ab 1. Januar 1935 ergeben sich aus dem Merkblatt für die Erhebung der Lohnsteuer, das bei den Finanzämtern unentgeltlich zu haben ist, soweit es den Arbeitgebern noch nicht von den Finanzämtern übersandt worden ist. Jegliche Steuerzahlungen sind möglichst nicht an der Kasse des Finanzamtes in bar, sondern durch Postscheck, Ueberweisung, Zahlkarte oder dergleichen zu entrichten. Auf der Ruckseite des Ueberweisungsabschnittes oder dergleichen muß stets vollständig genau angegeben werden, wofür die Zahlung dient. I2 Mntularden=Aon. fül Bauten Der Verlauf des Baujahres 1934 Im Rahmen des Arbeitsbeschaffungsprogramms der Regierung war der Belebung der Bautätigkeit eine besonders wichtige Rolle zugedacht. Daß diese Absicht voll zur Durchführung gelangt ist, zeigen Berechnungen des Instituts für Konzunkturforschung. Hiernach wurden 1934 etwa 50 Prozent mehr Wohnungen als im vorangegangenen Jahre gebaut. Rund 300000 Neubauund Umbauwohnungen dürften 1934 fertiggestellt worden sein. Etwa zwei Fünftel entfielen auf Umbauten, während die Neubauten überwiegend Siedlungshäuser und Eigenheime betrafen. Ueberhaupt lag der Schwerpunkt der Neubautätigkeit entgegen den Vorjahren weniger in den Großstädten als in den kleineren Mittelstädten und in den Kleinstädten. Die Kapitalaufwendungen für all diese Bauten werden auf etwa 1,2 Milliarden Reichsmark, gegenüber 0,8 Milliarden 1933 und 0,7 Milliarden 1992 geschätzt. Von den Gesamtkosten sind etwa 225 bis 250 Millionen Reichsmark von der öffentlichen Hand bereitgestellt worden. Die Sparkassen gaben etwa 80 bis 100 Millionen Reichsmark als Neubaukredite. Eine gleiche Summe dürste von den Privat= und Sozialversicherungen aufgebracht worden sein. Die Bereitstellungen der Bausparkassen werden auf rund 130 Millionen Reichsmark beziffert. Keine ponlischen=Teiter als Aufsichlbrate! Nachdem der Reichsorganisationsleiter Dr. Robert Ley angeordnet hat, daß aktive politische Leiter in Wirtschaftsunternehmungen kein Aufsichtsratsmandat innehaben sollen, hat er selbst in Konsequenz dieser Anordnung sein Mandat als Aufsichtsratsvorsitzender der Bank der Deutschen Arbeit AG. niedergelegt. Ebenso sind aus dem Aufsichtsrat der Bank ausgeschieden die Parteigenossen Albert Forster,..., Rudolf Schmeer,..., und Walter Schuhmann, M..R. In einer außerordentlichen Generalversammlung wurde der vor kurzem zum Geschäftsführer der Deutschen Arbeitsfront ernannte Parteigenosse Bankdirektor Karl Müller zum Präsidenten der Bank der Deutschen Arbeit AG. und zugleich zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats bestellt. Neu in den Aufsichtsrat gewählt wurde der Leiter der Rechtsabteilung der DAF., Parteigenosse Rechtsanwalt und Notar Dr. Gustav Bähren. Kurze Nachrichten Die Kennziffer der Großhandelspreise stellt sich für den 9. Januar auf 101,2(1913= 100); sie hat sich gegenüber der Vorwoche(101,0 um 0,2 v. H. erhöht. Die Kennziffern der Hauptgruppen lauten: Agrarstoffe 100.7(— 0,1 v..), industrielle Rohstoffe und Halbwaren 92,0(+ 0,3 v..) und industrielle Fertigwaren 119,1(+ 08 v..). Der Stellvertreter des Reichsbauernführers, Staatsrat Wilhelm Meinberg, hat sich bereit erklärt, in den Führerrat des Reichsverbandes der öffentlich=rechtlichen Versicherung einzutreten. Die Wirtschaftsgruppe„Spiritusindustrie", Berlin RW. 7, Schleswiger Ufer 2, wird, unbeschadet der Zugehorigkeit der einzelnen Unternehmer und Unternehmungen zum Reichsnährstand, als die zuständige Vertretung ihres Wirtschaftszweiges anerkannt. Die Fachgruppe Blumenbindereien wird, unbeschadet der Zugehörigkeit der einzelnen Unternehmer und Unternehmungen zum Reichsnährstand, als die zuständige Vertretung ihres Wirtschaftszweiges anerkannt. Nach einer Anordnung der Ueberwachungsstelle für Waren verschiedener Art sind die Bestände an Fasern und Borsten der Einfuhrnummern 860 und 151a des Statistischen Warenverzeichnisses nach dem Stande vom 81. Dezember 1934 zu melden. Hierdurch sollen die Rohstoffbestände für die deutsche Bürsten= und Pinselindustrie festgestellt werden. Meldepflichtig bis zum 80. Januar 1935 sind alle Einführer, Händler, Zurschter und Verarbeiter von Fasern und Borsten, deren Bestände an Fasern 800 Kilogramm und an Borsten 100 Kilogramm am 31. Dezember 1934 überstiegen haben. Daneben sind Angaben über Belegschaft, Maschinen, Umsätze und Ausfuhr der Betriebe zu machen. Die GV. der Hirsch=Brauerei AG. in Düsseldorf genehmigte den Abschluß für das Geschäftsjahr 1933/34, der nach Abschreibungen von 126000(i. V. 127.000) RM. einen Reingewinn von 50 429(51 165) RM. ausweist. Die Versammlung beschloß die Verteilung einer Dividende von 6(5) Prozent, 10 000 RM. sollen vorgetragen werden. Der Bierverbrauch habe sich, wie ausgeführt wurde, im Berichtsjahr weiter gebessert. Borsen von gestein. Rh.=W. Börse in Düsseldorf Fest und lebhaft Die Börse eröffnete fest und sehr lebhaft. Am Schwankungsmarkt standen Montanwerte wieder im Mittelpunkt des Interesses: Buderus und Hoesch plus 1½ Prozent, Gelsenberg plus 1¾ Prozent, Klöckner plus 3/ Prozent, Mannesmann und Phönix plus ½ Prozent, Rheinstahl plus ¼ Prozent, Ver. Stahl plus 7/ Prozent, Dahlbusch plus 1 Prozent, Harpener gingen dagegen zu letztem Kurse um. Die übrigen Werte des Schwankungsmarktes konnten ebenfalls Kursgewinne erzielen, so gewannen Deutsche Erdöl ¼ Prozent, Farben 1½ Prozent, Goldschmidt ½ Prozent, RWE. 1 Prozent, Schuckert 1½ Prozent, Siemens ¼ Prozent und Wintershall 5 Prozent. Feldmühle, Felten##p; Guilleaume und Reichsbahn=Vorzüge blieben unverändert. Von festverzinslichen Werten erzielten Altbesitz einen Gewinn von ¾ Prozent, ebenso Ver. Stahl Obligationen ½ Prozent. Am Einheitsmarkt gewannen Dahlbusch Vorzüge 1 Prozent, von Bankaktien Commerzbank ¼ Prozent, Dedibank ½ und Rhein.=Westf. Bodenkredit=Anstalt plus 2½ Prozent. Am Kuxenmarkt wurden Kohlenwerte lebhaft gehandelt. So gingen Carolus Magnus etwa 50 Reichsmark höher um, Deutschland plus etwa 5 Reichsmark. Ewald gewannen bei lebhaftem Geschäft und mehrfachen Umsätzen bis zu etwa 150 Reichsmark. Graf Schwerin wurden etwa 125 Reichsmark höher umgesetzt. Die übrigen Werte, wie auch Braunkohlenkure lagen wenig verändert und umsatzlos. In Kalikuren wurden Umsätze nicht getätigt. Am Freiverkehrsmarkt gewannen Aleranderwerke etwa 2 Prozent, während Burbach auf letzter Basts gehandelt wurden. Düsseldorfer Eisenbedarf und Humboldt=Deutz=Motoren erzielten letzte Preise. Lothringen wurden 1 Prozent höher aus dem Markt genommen, Lothringen Genußscheine etwa 2 Prozent höher bezahlt. Holl. Goedhardt plus etwa 2 Prozent, Westfalia=Dinnendahl gewannen bei weiterer Nachfrage etwa 1½ Prozent und blieben gesucht.(Mitgeteilt vom Bankgeschäft Wilhelm Schwarz in Bochum.) Berliner Börse Im allgemeinen fest für Aktien und Renten Der Verlauf der Saarabstimmung gab der Börse eine neue Aufwärtsbewegung der Kurse auf der ganzen Linie. Die Kulisse nahm größere Meinungskäuse vor, während das Publikum etwas mehr zurückhält. An den Rentenmärkten stieg Altbesitz bis auf 111 Prozent. Reichsanleihen standen wieder im Vordergrund. Altbesitzanleihen fest. Länderanleihen ¼ bis ½ Prozent höher. Stadtanleihen auch überwiegend befestigt. Pfandbriefe und Kommunalobligationen vielfach ¼ bis ½ Prozent höher. An den Aktienmärkten zogen Montanwerte ½ bis 1 Prozent an. Auch sonst bewegten sich die Besserungen im Rahmen bis zu 1 Prozent. Im Verlauf blieb die Tendenz fest. Der Schluß war dann im allgemeinen weiter fest, jedoch ziemlich geschäftslos. Eine gewisse Unsicherheit ergab sich daraus, daß evtl. mit einem Börsenfeiertag für Dienstag gerechnet wird, worüber jedoch noch keine Entscheldung gefallen ist. Der Einheitsmarkt lag bei kleinem Geschäft überwiegend fest. Tagesgeld 3¼ bis 4 Prozent. Dollar.487(Samstag 2,489), Pfund 12,19½ (Samstag 12,23½) Mittelkurs. Rhein=Mainische Abendbörse in Frankfurt Feste Grundstimmung Die Stimmung an der Abendbörse war fest, wenn auch das Geschäft zu wünschen übrig ließ. Im allgemeinen blieben die Berliner Schlußkurse voll behauptet. Auch der Rentenmarkt verkehrte in fester Haltung, ohne daß größere Umsätze zustande kamen. Die Auslandsbörsen Mailand: Freundlich. Zürich: Unregelmäßig. Wien: Gebessert. Brüssel: Behauptet. Paris: Fest. hauptet. Amsterdam: Gut beLondon: Freundlich. Newyork: Stetig. Rheinisch-Weitfälische Vichmärkte Cundstotten Grirg in HernCst Petroleum=Monopol in Mandschukuo Der durch die Errichtung eines Petroleummonopol in Mandschukuo entfesselte friedliche aber für die großen Oelkonzerne kostspielige Petroleumkrieg nimmt seinen planmäßigen Verlauf, d. h. den Verlauf, wie ihn die Japaner sich gedacht haben. Es kommt ihnen keineswegs auf Erzielung hoher Profite, auf rasche und kräftige Steigerung des Umsatzes an, sondern auf die Ingangsetzung und Inganghaltung ihrer unter ganz speziellen Bedingungen arbeitenden Oelgewinnungsanstalten, die bekanntlich unter relativ hohen Kosten Oel aus den zahlreichen Oelschiefervorkommen der südwestlichen Mandschurei gewinnen. Dieses Oel ist zu halbwegs annehmbaren Bedingungen nur dann abzusetzen, wenn ein billiger Verteilungsapparat, d. h. ein großes Netz von Tankstellen zur Verfügung steht. Dieses Tankstellennetz ist während der letzten Jahre von den in erster. Linie im Fernen Osten arbeitenden beiden Petroleumkonzernen Shell und Standard Oil aufgebaut worden. Auf Grund des Monopolgesetzes hat die mandschurische Regierung, d. h. also praktisch Tokio, die Möglichkeit, die beiden ausländischen Oelkonzerne zu zwingen, ihr Tankstellennetz auch für den Vertrieb des japanischen Oels zur Verfugung zu stellen, wenn sie nicht riskieren wollen, daß eines Tages ihr Tankstellennetz ein totes Unternehmen wird. Diese Situation ist für die Japaner von ungeheurer Bedeutung. Man braucht nur daran zu denken, daß in den letzten Tagen sogar von hochoffizieller japanischer Stelle aus sehr ernste Kritik an der Höhe der Investitionen geübt wurde, mit denen Japan sich in ManRh.-Westf. Börse, Düsseldorf, 14. Jan. Mitgeteilt von Wilhelm Schwarz, Bankgeschäft, 14 Kuxe Steinkohlen 14. 1. — CarolusM. 12. 1. 6 1 8 3400 3600 3400 3550 4700 5000 4700 5000 300 330 300 320 3550 3800 3450 3600 2500 2700 2475 2575 5800 620 5800/6200 6800 7200 6600 7000 — 9200—00 Praunkchlen Bruckd.-R.—-—— GuteHoffn. 39004100 3900 4 100 Leonhars 1— s0 Wichel Vesta Bernhareth. Kall Beienrode Burbach Neu-Staßt. Siegtr. lu. II Veintend. 8750 9300 8750/9300 6750 7000 6600 7000 1425/14501450— 475 490 470 500 1330152513751525 — 5930— 8900 Industrieaktien(Einheitek.) Bruckd.-Nietl. Burbach Kal. 46 Dortm.Ritterbr. Oüss. Hoef.-Br. Döss. Masch 8 Oynamit.Nob. Eschw. Berg. V. Glas- u. Sp. S. Glückauf-B. A6 Gebr. Goedh.AG Hallesche Salz. Hochtief A0. Kabelw. Rheydt Kall-Chemie Mölhelm. Berg. Rhein. Metal Shein. Spiegel. Div. 14..12.1. 13.5 87.0 36.0 18.5 72.0 87.0 37.0 74.5 111.0111 0 81.0 31.0 84.0 83.0 95 70 /980.0 Roddergr. Brnk. Sachtl. AG. Bgb. Schieß-Oefries Schleg. Scharp. Waggonf. Uerd. Wassenv. Gels. Bankaktien Beriin. Hand. 6. Com.-u. Pr.-B. 0 Bank u..-G. Dresdner Bank Rh. W. 8d. Cr. B. Westd. B..-A. Versicherungsaktien RAI. Asch.-Münch. F Aach. Rückvers Agripp,., FI. Alll.-u. Stuttg. Alll.- u. St..-V. Colonis,.-.K. Colonia Rückv. Sladb. Feuerv. Köln. Hagelv. Koln. Lioyd A. V. Köln. Rückv gr. Köln. Röckv. kl. Rentenwerte 6 Rhw..-Cr. Ghyp.Pfd. S. 4. 6. 12. 10 5 dto. dto. S. 5½ dto. dto. S. 11 6 dto. Gold.-Kom 1926 1927.—6 7½ Wd. 80d. Gpfd. 6 6 dto. Em. 3. 9/ 12, 14 Preiverkehr Steinkohlen- u. Braunk.162.0/162 0 99.5 74.0 73.2 773 113 5/111.0 11.4 12.9 .6 40 186 0 330.0 212.0 240.0 104.0 245.0 660.0 94.0 230.0 112.0 74.0 1010 188 0 330.0 215.0 2400 104.0 245.0 660.0 94.0 230.0 74.0 97.0 2 950 95.5 96.2 97.5 95.5 94.5 95.5 Nuue Kallkuxe 14. 1. 12. 6 1 816 3750/4550 3850 1. 9 3900 sraonschw. Einigkeit— 3250— 3250 Erichsseg[2300/2500 230012450 Habigh. 117001850— 1900 Heimbold.— 2000— 2000 Hope. 13150 34003150 3400 Aisenburg 275— 275— Mariagl. 54505800 5350 5700 Marie 1975/2100 195012100 Marie L. 1975 2100 1950 2100 Max 1975 2100 19502100 Neusollst.——— 1900 Ransbach 21501— 2375/2575 Reichsld. 575 650 500 575 Thüringen 300——— Aktien 14. 1. 12. 1. B 91• Adler K. Eisa C. Goedh.h Hann. K. Humd. OL4 Lothrin. Lothr. 6. 4o.0 50.0 47.0 Manst. Masch. Kkel 36·0 urh. Berg Kr.— 46.0— an. Linol. wI. Dinn. 62.uy 65.0 62.5 64.5 eis. Hott. Steuergutecheine /14../12.1. fällig ab f. 4. 1994 103.7/103.7 I. 4. 1933 —1— 95.0 96.0 94.5 96.5 86.0 88.0 84.0 73.0 75.0 73.5 56.5 59.0 56 0 48.0 50.0 880 46.0 62.0 65.0 87.0 74 5 58.0 49.0 dschukuo engagiert hat. Die kommenden Jahre werden für die japanischen Finanzen Krisenjahre erster Ordnung werden. Es ist also für die Zukunft der japanischen Interessen in Mandschukuo von entscheidender Bedeutung, daß mit möglichst geringen Kosten ein größtmöglicher Effekt erzielt wird. Das gilt nicht nur für die gegenwärtigen und unmittelbaren Interessen Japans in der Mandschurei, sondern für Japans zukünftige Expansion auf dem asiatischen Festland. Hier ist die neueste Wendung der Dinge zwischen Nanking und Tokio in Betracht zu ziehen, die auf eine entschiedene Annäherung der beiden Staaten aneinander hinausläuft. Bezeichnenderweise wurden— allerdings aus unbekannter Quelle— in jüngster Zeit mehrfach Gerüchte lanciert, wonach auch die chinesische Regierung die Absicht habe, ein Petroleummonopol zu errichten. Was das bedeuten würde, kann man sich ungefähr vorstellen, wenn man bedenkt, daß der Aufstieg des Rockefellerschen Konzerns von China aus seinen Anfang nahm, und wenn man sich vergegenwärtigt, welche Plane für den Ausbau des Straßennetzes in ihrem riesigen Reich die chinesische Regierung hegt und teilweise schon im Begriffe ist, durchzuführen. Wenn der gegenwärtige Tankstellenkrieg in der Mandschurei die beteiligten japanischen Industrien instand setzt, ihre vorläufig noch kostspieligen Methoden zur Gewinnung von Oel und Treibstoffen aus den Oelschiefern der Mandschurei und weiter die Kohlehydrierungsverfahren, die sie aus Deutschland übernommen haben, bis zu dem Grade auszubauen, daß sie wirtschaftlich tragbar und im großen Maßstabe ökonomisch verwendbar sind, so ist wahrscheinlich damit der eigentliche Zweck der Errichtung des mandschurischen Petroleummonovols erreicht und ein riesiger Schritt weiter auf dem Wege zur Sicherung der machtpolitischen Position Japans auf dem asiatischen Festlande getan. 2) a) Schweine über 300 Pfd. Lebendgewicht 1. Fette Speckschweine 2. Vollfleischige Schweine b) Vollfleischige Schweine von 240—300 Pfd. Lebendgewicht. )Vollfleischige von 200— 240 Pfd. Lebendgewicht. d) Vollfleischige von 160-.200 Pfd. Lebendgewicht. er Fleischige von 120— 160 Pfd. Lebendgewicht. f) Fleischige unter 20 Pfd. Lebendgewicht. g) 1. Fette Specksauen, 2. andere Sauen. Die festgestellten Preise sind Marktpreise für die nüchtern gewogenen Tiere und schließen sämtliche Spesen des Handels ab Stall für Fracht, Markt und Verkaufsposten sowie Umsatzsteuer und für den natürlichen Gewichtsverlust ein. Bochum: Marktverlauf: Schweine, Kälber und Großvich mittel. Markt gerdumt. Dortmund: Marktverlauf: Großvieh u. Kälber langsam, Schafe mittel, Schweine ruhig. Essen: Marktverlauf: in allen Gattungen ruhig Getreide-Grotmarkt zu Essen Die Preise gelten im Großhandel für 100 kg in Wagenladungen zu 10t franko Essen it P sgahme Für Weizen sind mit Ausnanme fur Weizen und Roggen Essen, 14. Januer 1933 Inl. Welz. 77 kg Festpr.-Geb. 16 nl. Weiz. 77 kg Handelspreis nI. Rogg. 72 kg Festpr.-Geb. 15 nI. Rogg. 72 kg Handelspr. Inl. Hater Festpr.-Geb. 19 Handelspr. Inl. Gerste Festpr.-Geb. 14 „ Handelspr. Ausl. Weizen Ausl. Roggen Plata-Mais Plata-Cinquantino-Mais Weizenmehl. Grundtgoe 790 Festpr.-Geb. 16 Weizenmehl, Grundtype 790 mit 30% Aust. Tendenz auf dem Getrelde-. Mehl- und Futtermittelmarkt: Getreidegrohmarkt zu Berlin Amtl. Preise. Getreide und Oelsaaten per 1000 kg. sonst per 100 kg * Berliner Elektrolytkupfernotierung 39.50 Reichsmark für 100 Kilogramm. 21.65 35.0 36.0 vom 14. Januar: Berliner Börse, 14. Januar Reichsbankdiskont 4% Lombardzinstuß 5% Industriewerte Div. h aeg-steren AKU A. E. 6. Aschaffb. Zeilst. Augsb.-N. Masch Payr. Motoren U P. Bemberg Jul. Berger Bergmann El. Berf. Karls. Ind. " Kr. u. Lieht „ Maschinen Buderus PPaf. Wasser Chem. Geisenk. Cont.-Gummi geimnier Motor Otsch. Atlant. Otsch. Conti Gas " Kabel " Linoleum " Steinzeug " Tel. u. K. " Eisenh. Dittm. Neuhaus 12 1. /12.1, 160.01158 0 51.0 29.0 71.5 71.4 49.6 28.5 70.0 70.5 121.7 1231121 117.0 118.7/117.5 85.5 81.5 117.7/1162 138.5/137.8 5 108.0107.0 0 88 71 87.0 5/104.61103.6 15 81143.71142.5 49.2 48.4 122.01417 7 1127.4 125.4 97.0 94.8 .5 66.2 Otmd. Akt.-Brau. "„ Union-Brau. Dürener Metall glektr. Lieferg. K., Licht u. Kr. Engelh. Brauerei Enzinger Erlang. Baumw. es. f. el. Unter Gildem.& Co. Grön& Gilfinger Gruschw. Textil Guane-Werke gackethal Draht III Hagede Hamb. El. Werke Hilpert Masch. Hindrichs-Auft Hoffmanns Stärk. Hoheniohe Werke Ph. Holzmann Hotelbetriebsges. Ise Bergbau IIse Genus Isenbeck Bräu Junghans Gebr. 10/154.5 0/176.2 103.7 116.5 96.5 105.7 94.5 111.0 111.2 103.0 83.8 93.2 87.0 127.0 15.0 85.0 118.0 46.0 81.0 63.2 153.5 175.0 127.0 102.0 115.2 96.5 105.0 94.5 110.5 110.5 830 91.2 86.0 127.0 84.2 116.0 47.21 80.8 62.0 76.01 74.0 KOppersb.& Co. Jahmeyer& Co. L Lindes Eism. C. Lorenz M gieu. Hotte Miag Mimose.-6. Wix& Genest Orenst.& Koppel Polyphonwerke heinfeld Kraft Rhein. El. Vorz Rh.-Westf.-Kalk Riebeck 4 Rütgerswerke Nachsenwerk Sarotti Schering chem. Schles. B. u. 2. " B. Beuth. " E. u. 6as A. Schub.& Salzer Schultheis-Patz. Schwaben-Bräu Siegersdort Wk. 110.0 119.0 107.0 110.0 118 0 105.5 130.0 75.0 91.8 13.0 150.0 73.0 89.5 120 104.7/103.0 109.5 0 96.0 98.0 87.0 86.7 31.1 88.0 103.5 90.0 96. 97.0 86.7 86.0 30.4 86.9 147.0 103.0 Siemens Glasind. Siemens& Halske Stolberg. Zink rack& Co. 1 Thört’s V. Gitd. Thür. Gas Leipz. Transradio Tuchfabrik Aach. ger. Otsch. Niok. V Ver. Glanzst. Ultramarin Vogel Telegr. Voigt 4p; Haaffner nandererw. W Wickdler Brau 143.7 66.5 550 109.5 4/106.0 0 125.2 108.0 127.7 83.5 143.0 108.0 105.2 124.8 107.2 127.0 Verkehrswerte A. 6. f. Verkehr Boch. Gelsenk. Hambg. Amk. P. " SOdam Nordd. Lloye 81.5 80.2 26.6 24.5 29.5 26.1 24.0 29.5 Bankaktien Ben. Hypothekb. Zentralkr.-Dk. 71117.0/116.0 5 90.0 58.5 Pestverzinal. Werte Schatzw. d. D. R. 35 6% Wertb.-6 O. Reichsanl. 1927 Reichssch. Kom 6% Pr. Ctr. St.-6 Farbenbonde 53.213 Berl. Hyp. 8. 10 45 Nordd. Grundk. 3 6 Nordd. Grundb.4 2 Pr. Ctr. 8. G. Pf. 3 Rogg. G. Pfd.-3 Concord. Bergb. Cont. Gummi Daimler Benz Klöckner Werke Mont Cenis Siem.& Halske Rheinstahl RM. A. 5 Westf. Ld. Bk. 25 „" 26 Kom..-3 * A 5 Goldptdor. R. 6 Pfdbr. Hausgr. 5 Pr. Lopfdr. G. 19 s".21 s„„.-O..20 6 Pr 4. 6. Pf. 22 8 Pr. Z. 6. Pf. 23 8 Pr. Z. 6. Pf. 24 3 Pr. 4to. 26/28 3 Pr. z. 6. Pf. 28 8 Boch. Stadtan 94.0 98 6 120.0 96.3 96.0 95.0 96.6 95.1 94.5 96.0 94.7 95.0 95.5 97.7 94.0 96.5 96.0 96.0 96.0 95.5 94.0 96.0 95.7 95.0 94.2 94.0 95.5 95.5 97.5 97.5 97.0 97.0 100.01100 97.2197.2 97.0 970 97.0 97 93.4 93.6 Westtalenbank.-G. Bochum Austahrung samtlleher Bankgeserallg Seite 7 Nr. 12.; Bochumer Anzeiger# Dienstag, 15. Januar 1933 Tuenen und Sörenfen Sprang 84 Meter Am 11. Januar wurde in Garmisch=Partenkirchen auf der großen Olympia=Schanze das erste Springen veranstaltet. Viele Tausende von Zuschauern hielten die Tribünen besetzt und sahen einen ausgezeichneten Sport. Den weitesten Sprung des Tages vollbrachte der Norweger Sörensen mit 84 Meter. SA.-Standarte 17 an zweiter Stelle Die Meisterschaften des Bezirks Sauerland im Westdeutschen Skiverband. Nur der Bezirk Sauerland des Westdeutschen Sikverbandes konnte programmgemäß seine Bezirkswettläufe durchführen. Aber auch diese Wettbewerbe gingen unter schwierigen Bedingungen vor sich, da ständiger Schneefall die Langlaufstrecke und Sprungschanze in schlechte Verfassung brachte. Im Langlauf. an dem etwa 40 Läufer, vor allen Dingen aus Winterberg, aber auch aus anderen Gebirgsorten, ferner aus Düsseldorf, Bochum, Köln, Elberfeld und Duisburg, teilnahmen, konnte der Düsseldorfer Hans Rein wieder einmal seine großartige Läuferklasse unter Beweis stellen. Die 15 Kilometer bewältigte Rein in der Bestzeit von:36:06 Stunden. Zweiter in der Herrenklasse I wurde Paul Wahle(Winterberg) in:36:38 Stunden. In der Herrenklasse II belegte Döpp(Neuastenberg) in:38:44 Stunden den ersten Platz. Von den der SA. zugehörenden Läufern war Haffner in :48:20 Stunden der beste Langläufer. Beim Springen auf der Rauchlochschanze konnte nicht viel gezeigt werden, weil die Bahn stumpf war. Der weiteste Sprung ging auf 38 Meter. Der heste Springer war Johann Kuhre(Winterberg) mit Note 190,1. Die hoffnungsvollen Jungmannen Hubert Braun(Winterberg) und Heinrich Pape(Neuastenberg) schnitten wieder sehr gut ab, wobei Pape den weitesten gestandenen Sprung mit 33 Meter erzielte. Die Ergebnisse: Sprunglauf: 1. Joh. Wahle (Winterberg) Note 190,7; 2. Steinhausen(Neuastenberg) 171,0. Jungmannen: 1. Braun(Winterberg) 168,4; 2. Pape(Neuastenberg) 154,7.— Langlauf(Herrenklasse): 1. Hans Rein(Düsseldorf):36:06 Stunden (Bestzeit); 2 Paul Wahle(Winterberg):36:38 Std. Klasse II: 1. Heinrich Döpp(Neuastenberg):38:44 Std.; 2. Wolli Grusemann(Winterberg):41:07 Std. Altersklasse 1; 1. Ernst Bvaun(Winterberg):58:29 Std. Klasse II: 1. Hugo Abel(Winterberg):53:54 Std. SA.=Läufer: 1. SA.=Standarte Köln(Haffner):48:20 Std.: 2. SA.=Standarte 17(Bochum):01:55 Stunden. Oprelerereiennes Wellhiehlers Max Baer führt neuartige Weltmeilterschaftskämpfe ein Für jeden ernsthaften Sportsmann ist und bleibt die Erringung des Titels„Weltmeister“ immer ein höchst erstrebenswertes Ziel. Anders scheint man in den Kreisen des amerikanischen Berufssports darüber zu denken, wo man auf dem besten Wege ist, den Begriff„Weltmeister" ins Lächerliche zu ziehen. Besonders leichtfertig springt der gegenwärtige Schwergewichts=Weltmeister im Boxen, Max Baer, mit seinem Titel um, den er im Gefühl seiner Ueberlegenheit bei allen möglichen“ Gelegenheiten aufs Spiel setzt. Nachdem kürzlich schon sein=Runden=Schaukampf mit King Levinsky um die„Weltmeisterschaft" ging, hat jetzt Max Baer unter ähnlichen Bedingungen einen neuen Vertrag abgeschlossen. Er stellt sich im Laufe des März Carnera, Max Schmeling, Steve Hamas oder Artur Lasky zu einem 10=Runden=Kampf ohne Entscheidung, in dem er aber seines Weltmeistertitels verlustig geht, wenn er entscheidend besiegt wird. Eine Punktwertung erfolgt nicht, es bleibt der Presse überlassen, den einen oder anderen als den Besseren zu bezeichnen und ihn als moralischen Weltmeister hinzustellen. Diese Großtuerei des Weltmeisters verfolgt aber noch einen anderen Zweck; Max Baer will sich auf diese Weise beliebt machen und hat damit offenbar auch Erfolg, denn seinem letzten Schaukampf mit Babe Hunt im Olympiastadion zu Detroit wohnten trotz nicht gerade billiger Eintrittspreise 17000 Zuschauer bei. Ven Böcldherkegenpert Die Favoriten enttäuschten beim vierten Hundert=Kugel=Gang Der vierte Hundert=Kugel=Gang, in dem sich die Favoriten Reserven für die Entscheidung holen wollten, war gerade für sie eine Enttäuschung. So erzielte Ostwald nur 676, Mogendorf 673 Niggemeyer 667, Busch 670, Peter 678, Greulich 677, Ebeling 644. Ausgezeichnet dagegen war Köster, der mit 694 die beste Tageszahl traf und an die dritte Stelle rückte. Die Senioren Vogt mit 687 und Moritz 684 waren wieder gut. Der nunmehr schon bald 80jährige„Opa“ Beuker holte 602. Die Ergebnisse nach 400 Kugeln: 1. Ostwald 2758.2, 2. Mogendorf 2750, 3. Köster 2746, 4. Niggemeyer 2781, 5. Busch 2728, 6. Peter 2721,7, 7. Greulich 2713, 8. Ebeling 2693, 9. Habecke 2681 10. Dahmen 2679. Senioren: 1. Vogt 2675, 2. Moritz 2647. 8. Beuker 2453 Holz. Sonntag wird die Entscheidung auf der längsten Strecke über 200 Kugeln, bei viermaligem Bahnwechsel, fallen. Die 80 Besten sind startberechtigt. Die„Altherren“ werfen viermal 25 Kugeln. In„Keglervereinigung" umgetauft Nach einer Verfügung des Deutschen Keglerbundes ist auch der hiesige Keglerverband in Keglervereinigung Bochum e. V. umgeändert worden. Am sonstigen Aufbau ist nichts geändert. Opfertag der Kegler— 38 719,27 Mark Ueber das vom Deutschen Keglerbund für ganz Deutschland angesetzte Winterhilfskegeln am 2. Dezember 1934 liegt jetzt ein vorläufiges Ergebnis vor, Demnach wurde insgesamt 38 719,27 Mark dem Winterhilfswerk zugeführt. Dieser Betrag ist um so höher zu werten, als den Keglern nicht wie den meisten anderen Sportarten Zuschauereinnahmen zur Verfügung stehen, sondern die große Summe ausschließlich von Keglern, hauptsächlich Bundeskeglern, erkegelt worden ist. Wie groß auch die Anteilnahme der Auslandsdeutschen an diesem Hilfswerk gewesen ist, erhellt besonders daraus, daß beispielsweise die deutschen Kegler in Pretoria(Südafrika) dem Bund einen Betrag von Mark 625.— zur Verfügung stellten. Eingliederung„wilder“ Sportklubs in den Deutschen Keglerbund „Laut Verfügung des Reichssportführers haben sich sämtliche Sportklubs den zuständigen Fachverbanden anNach Rücksprache des Führers des Deutschen Kegler= bundes(Fachsäule 7 im Deutschen Reichsbund für Leibesübungen) mit der Reichssportführung ist bezüglich des Kegelsports folgende Anordnung erlassen: „Alle Kegelklubs oder Kegelvereine, welche regelmäßig wöchentlich einmal den Kegelsport betreiben, Klub= oder Pokalkämpfe, Meisterschaften und dergleichen unter sich oder mit anderen Klubs austragen, haben als „Sportklubs“ zu gelten. Sie haben sich unverzüglich den Ortsvereinigungen des Deutschen Keglerbundes anzuschließen. Ausgeschlossen von der Eingliederung sind lediglich solche Klubs, welche nicht regelmäßig kegeln und die sich nicht nur des Kegelns wegen treffen, sondern in der Hauptsache andere Unterhaltung treiben Derartige Klubs sind sogenannte Stammtischgesellschaften, gehören nicht in einen Leibesübung treibenden Sportverband und genießen nicht die Vorteile des Zusammenschlusses innerhalb eines großen Sportverbandes." Wir bringen diese Bekanntmachung all den vielen Kegelklubs von Groß=Bochum zur Kenntnis und bitten, Anmeldungen umgehend an die Keglervereinigung Bochum e. V. vorzunehmen. Gegen den niedrigen Beitrag von 14 Pfennig wöchentlich kann jeder in den Genuß der Vorteile gelangen, die der Deutsche Keglerbund seinen Mitgliedern bietet. Schriftliche Anmeldungen und Rückfragen sind zweckmäßig an das Bochumer Keglerheim„Panzergrotte“, Hattinger Straße 80, zu richten. Hier stehen wir an den durch die Presse bekannten kegelsportlichen Kampftagen auch zur mündlichen Auskunft gern zur Verfügung. Keglervereinigung Bochum e.., Mühr, Ortsvereinigungsführer u. Fachamtsleiter. Bochums Sportkegler erhalten Zuwachs Der Kegelklub„Glück auf“ hat sich mit neun Mann der Bochumer Keglervereinigung angeschlossen. Berger Turnierfieger Mittelgewichtsturnier in Dortmund. Im Rahmen der Jubiläums=Veranstaltung— 15= jähriges Bestehen— des Dortmunder Boxsport 20 stand ein Mittelgewichtsturnier, an dem Berger(Boxsport 20), Weitzmann II(Münster), Schneider (Bochum) und Koppers(Pol. Münster) beteiligt waren. Nach Siegen von Berger und Koppers über Weitzmann und Schneider in der Vorrunde holte sich Koppers von der Landespolizei Münster über seinen favorisierten Gegner einen entscheidenden Sieg. Nach mehrmaligem Niederschlag mußte Berger in der zweiten Runde den Kampf aufgeben. Von den Einlagekampfen verdient besonders der Sieg des Schalkers Radomski über Piotrowski II (Dresden) erwähnt zu werden, während im Weltergewichtskampf, der ursprünglich als Einlagekampf vornach Punkten geschlagen wurde. Schnarxe(Reckling= hausen) siegte im Schwergewicht über Hölscher(Boxsport 20) nach Punkten. Siegtried-Lothringen Gerthe— Boxsport Lütgendortmund 10:6 Am Sonntag abend konnten die Gerther Boxer die kürzlich in Lütgendortmund erlittene Niederlage wieder wettmachen. Leider hatten sich nur wenige Zuschauer eingefunden, die aber ganz hervorragende Kämpfe zu sehen bekamen. Da Prüssing(Lütgendortmund) nicht am Start war und der Leichtgewichtskampf gegen Fischer daher ausfallen mußte, wurde der Halbschwergewachtskampf, der ursprünglich als Einlagekampf vorgesehen war, mit zum Mannschaftskampf gewertet. Im Jugendpapiergewicht trennten sich Schulte und Borgmann(.) unentschieden. In derselben Gewichtsklasse mußte Kursawe(.) bereits nach der ersten Runde gegen Schutti(.) aufgeben. Im Fliegengewicht blieb Monzelewski(.) sicherer Punktsieger über Remmer(.). Im Federgewicht konnte Reichert(.) seinen Gegner Gunrem(.) ebenfalls klar nach Punkten abfertigen. Der 1. Hauptkampf im Leichtgewicht über sechs Runden sah in Jakubowski I(.) und Koch(.) zwei schnelle Kämpfer, die sich unentschieden trennten. Denselben Ausgang nahm der 2. Hauptkampf im Weltergewicht zwischen Jaschk(.) und Konradt I(.). Der zweite Kampf in der Welterklasse zwischen Fischer I1 und Konradt II endete gleichfalls unentschieden. Durch eine Verwarnung kam der Gerther um den sonst sicheren Punktsieg. Im Halbschwergewicht stand Knurr(Herne 22) dem Lütgendortmunder Münzer gegenüber, der sich schon in der ersten Runde nach einigen genauen Kopftreffern auszählen lassen mußte. Adolf-Hitler-Kampfbahn vergrößert 58 000 werden in Stuttgart Deutschland—Schweiz sehen. Als schon einige Zeit nach Eröffnung des offiziellen Vorverkaufs alle verfügbaren 51000 Eintrittskarten zur Adolf=Hitler=Kampfbahn für das Fußball=Länder= spiel Deutschland— Schweiz am 27. Januar vergriffen waren, war guter Rat teuer. Immer noch gingen neue Bestellungen ein, so daß bald die Zahl von 60000 überschritten war. Die sehr sportfreudige Stadt setzte sich mit dem Fußballgauführer von Württemberg zu einer Beratung zusammen, die zu einem erfreulichen Ende führte. Die Zuschauermöglichkeiten des Stuttgarter Stadions werden um mehr als 7000 Plätze erweitert. Dadurch erhält die Kampfbahn ein Fassungsvermögen von 58000 Plätzen. Dem Plan der Stadt Stuttgart, eine neue Holztribüne zu erstellen und dadurch allein schon über 5000 weitere Sitzplätze zu schaffen, hat der DFB. stattgegeben. Die Finanzierung war nur durch das Entgegenkommen des Oberbürgermeisters Dr. Ströhlin möglich. Herberhold(Münfter) Billardmeister der vierten Klasse Vom 11. bis 13. Januar wurde die Deutsche Billard=Meisterschaft der vierten Klasse auf dem großen Brett in Köln ausgetragen, woran sich auch der Bochumer Schröder beteiligte. Sieger wurde der Spieler Herberhold aus Münster, während Schröder einen ehrenvollen fünften Platz belegte. Nachstehend die Ergebnisse: 1. Herberhold(Münster) 2. Mathieu(Köln) 3. Hinsch(Dresden) 4. Reiße(Kassel) 5. Schröder(Bochum) Füntzchnjährige Schwimmt deutschen Rekord Die junge westdeutsche Schwimmerin Christel Rupke(Ohligs) schwamm 200 Meter Rücken in der glänzenden Zeit von:01,4— eine neue deutsche Rekordzeit. Sie unterbot mit dieser Leistung den seitherigen Rekord von Anni Stolte um 4 Sekunden. Teuioma-Meiike ais Jammiinadter Die Spiele der 1. Kreisklaffe— Phönix Bochum und Ehrenfelds Tabellenführung geteitigt Gruppe A: SV. Sodingen— Teutonia Riemke:2(:0) Die Riemker kamen, sahen und siegten in einer Art, die weit klarer war, als das Ergebnis es besagt. Die Platzleute schienen ob der unvermeidlichen Niederlage so untröstlich, daß sie sich dazu hinreißen ließen, eine unnötige Härte in das Spiel zu bringen. Mit der Länge der Strecke häuften sich die Strafstöße. Durch eine Unsportlichkeit des Halblinken der Platzleute wurde Riemkes Torwart verletzt, so daß die Gäste das Spiel mit nur zehn Mann durchhalten mußten. Riemkes Mannschaft spielte wie in alten Tagen und hatte keinen Versager in den Reihen. Sodingen hatte anscheinend den Gegner unterschätzt und scheiterte an dem großen Kampfgeist der Gäste. Vom Anstoß weg übernahmen die Gaste das Kommando. Hätte den Sodingern nicht in den ersten Minuten das Glück zur Seite gestanden, so hätten die Gäste hier schon einen Vorsprung erzielen können Bei leichter Ueberlegenheit der Gäste endet die erste Hälfte torlos. Nach der Pause versuchen die Platzleute mit energischeren Angriffen Tore zu schießen. Riemke übersteht die Drangperiode aber gut. Mitte der zweiten Hälfte fällt dann das erste Tor für die Gäste, und zwar durch den Linksaußen nach einer Flanke von rechts. Hart gehen die Sodinger nun zu Werke, wobei, wie schon erwähnt, der Riemker Torwart verletzt wird, so daß er ausscheiden muß. Die Gäste verfielen nicht in den Fehler, den knappen Vorsprung halten zu wollen. sondern gingen ihrerseits immer wieder zum Angriff über, woraus sich durch einen Alleingang des Rechtsaußens das zweite Tor ergab, das den verdienten Sieg sicherstellte. BC. Hordel— BfB. Börnig:2(:). Den Hordelern ist also die Revanche für die im Kinspiel bezogene Niederlage glänzend geglückt. Die nusanlage befand sich nicht in bester Verfassung, worunter das Spiel der Parteien sehr litt. Trotzdem beginnt Hordel mit einem flotten und temperamentvollen Spiel, dem sich die Gäste zunächst gewachsen zeigten, die teilweise sogar eine leichte Ueberlegenheit im Felde zeigten. Hordels Angriffe sind aber weitaus gefährlicher, weil sich die Stürmer besser mit dem schweren Boden abfinden konnten. In der neunten Minute erzielt der Halblinke auch das erste Tor, dem die Platzleute nach weiteren zehn Minuten ein zweites anreihen konnten. Als drei Minuten später der dritte Treffer erzielt wurde, sah es fast nach einer hohen Niederlage der Gäste aus. Noch vor der Pause kamen diese aber zu ihrem ersten Gegentreffer, dem ein zweiter bald nach dem Wiederanstoß folgte. Börnig versucht mit aller Macht, auch den Ausgleich zu erzielen, aber die Hordeler Stürmer sind in ihren zwar spärlicher gewordenen Angriffen weit gefährlicher und erzielen einen vierten Treffer, der den Sieg dann sicherstellte. Hordels Mannschaft war auf allen Posten gleich gut besetzt, während die Gäste leicht enttäuschten. Gruppe B: TG. Bochum=Ehrenfeld— Concordia Bochum:1(:0) Viel hätte nicht gefehlt und der Tabellenletzte, der mit einer völlig veränderten Mannschaft angetreten war, hätte den Ehrenfeldern einen Punkt abgeknöpft. Wie überall, so waren auch hier die Platzverhältnisse nicht gerade günstig, worunter allerdings beide Mannschaften in gleichem Maße zu leiden hatten. Nach dem Widerstand zu urteilen, den Concordia den Ehrenfeldern leistete, scheinen die„Rot=Weißen“ nun endlich die richtige Mannschaft gefunden zu haben. Aber zu spät kommt die Elf heraus, der Abstieg dürfte nicht mehr aufzuhalten sein. Wenn trotzdem die Mannschaft mit einem Eifer bei der Sache ist, der den Platzleuten bald zum Verhängnis wurde, so ist es nur zu begrüßen, daß die Elf sich von den bisherigen Mißerfolgen nicht unterkriegen läßt. Ehrenfeld schaffte in der ersten Hälfte ein Tor, das aus einer unsicheren Abwehr des Gastehüters resultiert und im Nachschuß erzielt wurde. Wenn die Platzleute glaubten, diesen geringen Vorsprung bis zum Ende halten zu können, so zeugt das von einem Leichtsinn, den man sich eben nicht ungestraft leisten kann. Als die Gäste nach der Pause im Anschluß an eine Ecke den Ausgleich erzielten, gab es bei den Ehrenfeldern lange Gesichter. Es war schwer, den Verlust wieder wettzumachen und erst in den letzten Minuten gelang es den Platzleuten, den knappen Vorsprung wiederherzustellen. Tura=Union Günnigfeld— Langendreer 07:2(:0) Die Günnigfelder bewiesen in ihren letzten Spielen, daß an jedem Sonntag eine Formverbesserung festzustellen war. Mit gemischten Gefühlen betraten die Langendreerer den Weg nach Günnigfeld. Immerhin ist ihr tapferes Durchhalten bis zum Schlußpfiff hervorzuheben. Mit schnellen Angriffen beginnen beide Parteien das Spiel, besonders durch Einsetzen der Außenstürmer werden vor beiden Toren heikle Situationen geschaffen, doch zeigen sich die Hintermannschaften jeder Lage gewachsen. Man glaubt fast an eine torlose erste Halbzeit, als die Günnigfelder in kurzer Zeit durch die beiden Verbindungsstürmer drei Treffer erzielen. Die zweite Halbzeit beginnt Langendreer mit vorbildlichem Eifer, doch kann der vierte Erfolg der Platzherren, vom Linksaußen erzielt, nicht verhindert werden. Günnigfeld gibt sich anscheinend mit dem Vorsprung zufrieden, läßt nach, wogegen Langendreer mutig angreift. Der Halbrechte, übrigens der beste Mann von Langendreer, reißt den Sturm immer wieder mit nach vorn. In der 25. Minute hat er den Halbrechten elegant freigespielt, so daß dieser zum ersten Gegentreffer einschießen kann. Angesport durch diesen Erfolg, raffen sich alle Mannen der Gäste wieder zusammen und durch das restlose Einsetzen alles Könnens fällt dann auch durch den Halblinken der zweite Treffer Günnigfelds Hintermannschaft wird nun wach, zerstört geschickt jeden weiteren Erfolg der Gäste und verläßt beim Schlußpfiff verdient, aber auch mit viel Glück als Sieger den Platz. Rhein=Elbe Leithe— FC. Laer:4(:). Die große Abstiegsgefahr der Gäste aus Laer gab diesen im Treffen gegen Leithe den notwendigen Kampfgeist. Zudem trafen sie die Leither in sehr schlechter Form an, denn diese waren gezwungen, mehrere Ersatzleute einzustellen, wodurch jeglicher Zusammenhang verlorenging. Der Sieg der Gäste, die sich nun bis auf den drittletzten Tabellenplatz vorgearbeitet haben, ist auf Grund der besseren Gesamtleistungen verdient, besonders der Linksaußen war die treibende Kraft. Die Platzherren haben sich auf ihrem Gelände sehr schnell gefunden und liegen vorerst dauernd im Angriff. In der 14. Minute naht schon das Verhängnis für Laer. Der rechte Verteidiger von Laer wehrt einen Torschuß mit der Hand ab. Den dafür fälligen Elfmeter verwandelt Leithes Mittelstürmer zum ersten Erfolg, der aber auch der einzige bleiben sollte. Das Spiel der Gäste wird zusehends besser, besonders die schnellen Flankenläufe des Linksaußen schaffen immer wieder Verwirrung in Leithes Hintermannschaft. In der 35. Minute entsteht aus einer gut vom Außenstürmer hereingegebenen Flanke ein Gedränge vor dem Tor der Leither, bei dem das Leder zum Ausgleich über die Torlinie gedrückt wird. Den Anstoß fängt Laers Läuferreihe ab, trägt das Leder vor das Tor der Platzherren und bei dem Gedränge wird der zweite Treffer erzielt. Die zweite Spielhälfte steht ganz im Zeichen der Laerer, die aber immer noch eine halbe Stunde brauchen, ehe durch den Linksaußen Nummer 8 erzielt ist. Wenn auch der Sieg für Laer feststeht, so setzen diese zu einem bewundernswerten Endspurt an, der in der letzten Spielminute wiederum durch den Linksaußen den Schlußtreffer bringt. TuS. 26 Altenbochum— Westfalia Weitmar:2(:2) Daß die Altenbochumer in diesem Kampf auf eine harte Probe gestellt werden würden, war nach den letzten Ergebnissen der Gäste klar. Die Weitmarer hatten ein ausgezeichnetes Deckungstrio zur Stelle, das sich in den letzten Spielen sehr ausgezeichnet hat und auch diesmal den knappen Sieg rettete. Auf dem schweren und teilweise mit Wasserpfützen bedeckten Boden kamen die Gäste eher in Schwung. Mitte der Spielhälfte setzte der Gast zu kraftvollen Vorstößen an und in der 20. Minute ist es auch der Linksaußen der Weitmarer, der für seine Farben das Führungstor erzielte. Aber schon wenige Minuten später bot sich den Platzbesitzern eine klare Torchance, die zum Ausgleichstor verwertet wurde. Im weiteren Verlauf des Spiels gab es noch heikle Situationen vor beiden Toren, aber nur die Gäste erzielten noch kurz vor dem Wechsel die :=Führung. Im zweiten Spielabschnitt bemühten sich die Altenbochumer sehr eifrig, dem Spiel eine andere Wendung zu geben. Bei der Weitmarer Verteidigung stießen sie aber auf harten Widerstand. Das Ausgleichstor, das der Mittelstürmer Wahl in der 60. Minute in die Maschen jagte, wurde vom Schiedsrichter nicht anerkannt. Auch die Weitmarer bemühten sich, das Torergebnis noch zu erhöhen, aber bei ihnen mußte man auch die Feststellung machen, daß die Stoß= und Durchschlagskraft in der Mitte noch weit besser werden muß. Die Leistungen des Schiedsrichters waren sehr schwach. Er war in seinen Entscheidungen viel zu kleinlich und durch sein vieles Pfeifen wurden die schönsten Angriffe unterbunden. SV. 04 Langendreer— SV. 19 Wattenscheid:1(:). Dieses Spiel, das die Platzherren als verdiente Sieger sah, wurde auf einem recht schlüpfrigen Platz ausgetragen. Trotzdem mar der Kampf jederzeit schnell und ließ die zahlreichen Zuschauer auf ihre Kosten kommen. Gleich zu Beginn leitete 04 gefährliche Angriffe ein, aber der Halblinke hatte großes Schußpech. Bald hatten sich auch die Gäste gefunden und nun wogte der Kampf auf und ab, bis bei einem plötzlich Vorstoß des Gästesturmes der Mittelstürmer das Leder ins Tor der 04er befördern konnte. Dann war der Platzverein wieder tonangebend. Der Ausgleich konnte 16 Minuten vor der Pause durch den Rechtsaußen, der auf Halbrechts gegangen war, erzielt werden. Bis zur Pause drängten dann die Gäste, aber es blieb bei:1. Nach der Halbzeit setzte sich 04 in des Gegners Hälfte fest, aber nichts wollte glücken, bis endlich, 5 Minuten vor Schluß der Mittelstürmer durch Kopfball den Siegestreffer erzielen konnte. Der Unparteiische konnte gefallen. izet der eine och Seite 8 Nr. 12.; Bochumer Anzeiger„ Dienstag 15. Januar 1935 Kleine Meibungen aus den=Siadnenen Nachrichten aus Groß-Bochum Stadtteil Altenbochum Missionsfest in der evangelischen Gemeinde Die evangelische Gemeinde Altenbochum stand am Sonntag im Zeichen des die Gebetswoche beschließenden Missionsfestes. Besonders feierlich ausgestaltet war die Liturgie des Haupt=Gemeindegottesdienstes, in dem Missionsinspektor Weth aus dem Rheinischen Missionshaus Barmen die Festansprache hielt. Darbietungen des von Lehrer Thielemann geführten Kirchenchores gaben der stark besuchten Feier eine weihevolle Vertiefung. Am Nachmittag fand eine festlich aufgezogene Missionsstunde im Lutherhause uatt, an der sich die Gemeindeglieder sehr rege beteiligten. Superintendent Riederstein wies in seinen einleitenden BearüKonsgehanseng Ronrgebanctens hin. Liedgesänge des Kirchenchores umrahmten die Feierrede des Missionsinspektors Weth, der in großangelegten und tiefschurfenden Gedankenaa##e sich über die Arbeit in den von der Rheinischen Mission betreuten Missionsgebieten verbreitete. Gern und freudig entsprach die Festversammlung seiner Bitte, der afrikanischen Missionsstation Otjiwarongo in welcher der aus Altenbochum gebürtige Missionar Loeber tätig ist, ein Patengeschenk zu vermachen. Die Sammlung ergab den schönen Betrag von über 100 Mark. Gebet und Segen mit Gemeindegesang beschlossen die eindrucksvolle Feier. Stadtteil Laer Aus der evangelischen Schulgemeinde. Am Donnerstag fand in der Schillerschule eine gut besuchte Versammlung statt, die Schulleiter Rektor Schönhals eröffnete. Ueber die Schaffung der amtlichen Schulgemeinde und über sonstige Schulfragen fand eine rege Aussprache statt. Am letzten Tage des Monats Marz findet die Schulentlassung der Kinder statt. Die Jahreshauptversammlung iü am zweiten Donnerstag im Februar. Deutsches Jungvolk. Die Schulungsabende für die Führer der Fähnlein Laer und Altenbochum finden, wie bereits gemeldet, künftig in der Schule an der Kirche in Laer, Diesterwegstraße 4, statt. Beginn: Dienstag, 15. Januar, punktlich um.30 Uhr nachmittags. (Der für den 8. Januar angesetzte Abend mußte wegen der Führertagung in Bochum ausfallen.) Liederbücher und Schreibmaterial mitbringen! Die Fähnleinführer sind für das vollzählige Erscheinen ihrer Jungen verantwortlich. Stadtteil Langendreer Rassegeflügel=Ausstellung Mit einer großen Rassegeflügel=Ausstellung wartete am Samstag und Sonntag der Langendreerer Geflügelzuchtverein im Lindemannschen Saale auf. Unter den 200 ausgestellten Tieren befanden sich auch solche, die bei der Reichs=Geflügelschau in Essen preisgekrönt worden waren. Die Ausstellung hatte an beiden Tagen einen sehr guten Zuspruch. Züchter Tetzner erzielte mit seinen schwarz=weißen Reichshühnern fünfmal die Note sehr gut, wozu ihm noch der Fachschaftsehrenpreis als Zusatzpreis zuerkannt wurde. Die Barnevelder des Mitgliedes Beindorf wurden zweimal mit sehr gut ausgezeichnet, während der Aussteller Stodt dreimal sehr gut auf Welsumer erzielte. Zumeist waren rebhuhnfarbige Italiener zur Schau gebracht. Hier schnitt Rietenberg fünfmal, Muhling sechsmal und zweimal mit sehr gut ab. Züchter Goldberg erhielt ebenfalls mehrere Auszeichnungen, während Gieß' Stamm Ankona fünfmal sehr gut erhielt. Auf die zahlreich vertretenen Zwergkropfer fielen ebenfalls eine Anzahl Preise. Von 40 ausgestellten Tauben des Züchters Niermann erzielten 26 das Prädikat sehr gut, wie dieser Züchter auch mit seinen Schönheitsbrieftauben und Pfauentauben insgesamt fünfmal sehr gut erzielte. bedingt zu erscheinen. Liederbücher und Schreibmaterial mitbringen! Fur diese Zeit angesetzter Dienst fällt aus. Schwer verletzt. Der 34jährige Fritz H. aus der Gräfin=Imma=Straße 47, erlitt auf seiner Arbeitsstelle schwere Beinverletzungen, so daß seine Krankenhauseinlieferung erfolgen mußte. Stadtteil Linden=Dablbausen Saar= und Treuekundgebung in Linden=Dahlhausen Aus Anlaß der Saarabstimmung findet heute(Dienstag) abend eine Feier auf dem Marktplatz in Linden statt. Sämtliche Parteigliederungen der NSDAP. sowie die gesamte Bevölkerung von Bochum=Linden werden gebeten, an dieser Treuekundgebung teilzunehmen. Eine genaue Zeit über den Beginn der Kundgebung kann nicht angegeben werden, es hat sich aber jeder, sobald das Glockengeläute der Kirchen beider Konfessionen ertönt, schnellstens zum Marktplatz zu begeben. * 76 Jahre alt. Der auf der Dr.=.=Otto=Straße wohnhafte Wertmeister i. R. Theodor Drepper konnte am gestrigen Tage bei bester geistiger und körperlicher Frische sein 76. Lebensjahr vollenden. Hauptversammlung der NS.=Volkswohlfahrt. Am Samstag abend hielt die NS.=Volkswohlfahrt im Lokale Wolf ihr leiter der Né sammlung mit einem Rückblick auf die Arbeit des ver gangenen Jahres. Nicht mit Feuer und Schwert würde der Kampf geführt, sondern mit Liebe und Opfer gegen Hunger und Kälte. Es gelte auszuharren, bis die Not überwunden sei. Nach dem Rechenschaftsbericht führte der Redner den neuen Ortsgruppen=Amtsleiter der NSV., Pg. Uebelgünn, in sein neues Amt ein. NS.=Frauenschaft Bochum=Linden. Die NS.=Frauenschaft Bochum=Linden nimmt am Donnerstag, 17. d.., ihre diesjährige Arbeit wieder auf. Sie ladet zu einer Versammlung ein, die um 20 Uhr im Lokale Scheidtmann beginnt. Auch die Frauen, die der NS.=Frauenschaft noch nicht angehören, werden zu dieser Veranstaltung herzlich eingeladen. Mädel voran! Der Bund Deutscher Mädel, Ring IV/67 Linden=Dahlhausen im Untergau Bochum, trat am vergangenen Sonntag auf dem Marktplatz in Linden zu einem Ringappell an. In stattlicher Anzahl waren die Mädel in ihrer schmucken Tracht versammelt, um aus dem Munde ihrer Ringführerin Else Uebelgünn die Parole für die Arbeit des Jahres 1935, das hauptsächlich der körperlichen Ertüchtigung dienen soll, zu empfangen. Den Mädeln, die schon vor der Machtergreifung für Adolf Hitler kämpften, wurden als äußeres Zeichen der Anerkennung seitens der Reichsjugendführung silberne Traditions=Aermelabzeichen verliehen. Ein Propagandamarsch unter flatternden Wimpeln und in vorzüglicher Haltung durch Dahlhausen und Linden beschloß die Kundgebung. Fisch= und Wildfrevel. Unterhalb der EisenbahnRuhrbrücke am Königstein wird öfters unberechtigt und mit verbotenen Mitteln, namentlich giftigen Kokkelskörnern, die die Fische betauben, in der Ruhr gefischt, und im Gestichelse, dem großen Ackerund Weidegelände gegenüber dem Isenberge, in verheerender Weise auf wilde Kaninchen gejagt, die bekanntlich seit Januar 1934 dem Jagdschutz= Stadtteil Hordel #ntorstellt sind. Die Fisch= und Jagdgerechtsame gestellte Erich Bredemann, 22 Jahre alt, Wodanstraße 4, zur letzten Ruhe gebettet. Der SA.=Sturm 12/17 und der Burgerschützenverein, deren treues Mitglied der Verstorbene war, gaben ihrem Kameraden das letzte Geleit, auch eine Abordnung der Kaufmannschaft war anwesend, die einen Kranz am Grabe niederlegte. Pfarrer Paul= mann hielt eine tief zu Herzen gehende Grabrede. Unter den Klängen des Liedes vom guten Kameraden senkten sich die Fahnen zum letzten Gruß. Stadtteil Gertbe Pfarrer Dr. Mantel in Hövelhof. Pfarrer Dr. Mantel hat in seinem neuen Wirkungskreis Hövelhof im Dekanat Delbrück seine Tätigkeit ausgenommen. Sein Vorgänger im dortigen Pfarramt war Pfarrer Brix, der vor etwa 35 Jahren in der damals noch jungen Pfarrei Bochum=Hamme längere Zeit als Kaplan wirkte. Kaplan Brix war in Hövelhof seit 1922 tätig. Technische Nothilfe Gerthe, Harpen und Hiltrop. Die für heute angesetzte Uebung fällt aus. Am MittGeschichtstafel 1791 1871 15. Januar 947 Kaiser Otto I. schenkt dem Kloster Essen alleg das, was er in der Grasschaft Ecberts und Cobbos (Bochum) besessen. 1622 Der französische Lustspieldichter Molière(eigentlich Jean Baptiste Poquelin) in Paris geboren(gest. 1673). wurde der Dichter Franz Grillparzer als Sohn eines verarmten Advokaten in Wien geboren. Seine dichterische Begabung zeigte sich schon in seinen ersten Dramen„Die Ahnfrau" und„Sappho“, die auch seine bekanntesten blieben. Als fruchtbarer Romantiker erlangte er höchste Bedeutung. endete die dreitägige Schlacht an der Lisaine mit dem aufgelösten Rückzug der 150000 Mann starken französtschen Ostarmee auf Besancon, nachdem es General Bourbakt in strengster Winterkälte nicht gelungen war, die dünne deutsche Linie von 43000 Mann badischer und preußischer Landwehr unter General von Werder zu durchbrechen. 1923 Widerrechtlicher Einmarsch der Franzosen. Personalnachrichten Herr Dr. Dirlich, Karolinenstraße, machte an der Universität Münster sein Staatsexamen für das höhere Lehrfach mit dem Prädikat„Gut. Bochumer Veranstaltungen Stadttheater Bochum. Heute abend— von 20 bis gegen 23 Uhr— wird Richard Wagners romantische Oper„Der fliegende Holländer“ aufgeführt, und zwar für den Braunen Ring und gleicherweise für die nichtvormietende Besucherschaft.„Verfasser— unbekannt“ ist zu morgen mit einer Wiederholung anberaumt. Donnerstag: keine Vorstellung. Heute beginnt der Vorverkauf zu dem musikalischen Schwank „Frischer Wind aus Kanada" am Freitag. „Die Hauptaufgaben der Kommunen und ihre Finanzierung.“ Auf den heute abend 19.30 Uhr in der Verwaltungsakademie Bochum beginnenden Sonderlehrgang über stadtteil dieses Thema wird nochmals hingewiesen. Teilnehmerkarten zum Preise von 2 RM. sind noch vor Beginn des Lehrgangs in der Verwaltungsakademie zu haben. Konzert=Zyklus von J. S. Bach bis zur Gegenwart. Das fünfte Konzert des Konzert=Zyklus, veranstaltet vom Städtischen Orchester Bochum, findet am Donnerstag, dem 17. Januar, abends 8 Uhr, im Schützenhof statt. Das Programm steht ausschließlich Werke von Johannes Brahms vor, und zwar: Variationen über ein Thema von Joseph Haydn, Opus 56a:„Schicksalslied" für gemischten Chor und Orchester. Opus 54; Symphonie Nr. 1 in=moll, Opus 68. Mitwirkende: Der Städtische Musikverein, Dirigent: Städtischer Kapellmeister Professor Leopold Reichwein. Eintrittspreise 60 Rpf. bis 2,50 RM. Karten sind an der Konzertkasse im Stadttheater und in den bekannten Vorverkaufsstellen zu haben. Für die Mitglieder der NS.=Kulturgemeinde findet der Vorverkauf in der Geschäftsstelle Brückstraße 40 statt. Schülerkarten zum Preise von 30 Rpf. bis 1,25 RM. sind nur an der Konzertkasse gegen Vorlegung eines entsprechenden Ausweises erhältlich. Vorbestellungen werden unter Nr. 68651 entgegengenommen. Haus= und Grundbesitzerverein Bochum e. V. Dienstag. den 15. Januar 1935, abends.30 Uhr, findet bei Hammes älteste Bürgerin. Ihren 95. Geburtstag Hasselkuß, Bochum, Rathausplatz, eine Versammlung statt, zeht heute Witwe Marie Schitkomski, geb. Ma= bei der wichtige Angelegenheiten zu besprechen sind. zehht heute Izime Warte Sh::#7 Reichsvereinigung für Sippenforschung und Wappenkunde e.., Ortsgruppe Bochum. So lautet jetzt der Name, den sich die bisherige Genealogische Vereinigung beigelegt hat. Ortsgruppenleiter ist Standesbeamter Heimann(BochumGerthe), Stellvertreter Helmrich von Ellgott. Schriftführer Ziehe, Schatzmeisterin Frl. Spatz. Das Vereinslokal befindet sich in der Uhle. woch, dem 16. Januar, treten sämtliche Kameraden um 18 Uhr am Grümerbaum zum Abmarsch nach Bochum an. Stadtteil Hiltrop Erbhofbauer Dietrich Benking 92 Jahre alt. Heute feiert der Erbhofbauer Dietrich Benking in Hiltrop seinen 92. Geburtstag. Seit uralter Zeit liegt sein Hof in Hiltrop am Grümerbaum, der bekannten straßenbahnhaltestelle. Ein zweiter Hof in Drüpplingsen an der Ruhr, der Schulte=Pantaleonshof, ist ebenfalls in seinem Besitz. Herr Benking lebt bei seinem jüngsten Sohne Paul. „Opa Benking“ 92 Jahre alt ist, so überrascht ist man von der körperlichen und geistigen Frische und Rüstigkeit dieses knorrigen westfälischen Bauern. Als der letzte Hiltroper Gemeindevorsteher und als evangelischer Kirchmeister in Hiltrop hat er sich um diesen Stamten größte Verdienste erworben die durch die Schaffung einer Straße nach seinem Namen in dauernder ehrenvoller Erinnerung gehalten werden. Stadtteil Riemke In den Ruhestand getreten. Vor einigen Tagen trat der Hausmeister des Hauptbüros der Hibernia(Schachtanlage Ehamrock 1/2, Franz Kuhnert, Siebeckstraße, nach beinahe 30jähriger Tätigkeit in den wohlverdienten Ruhestand. Franziekuspfarrei Riemke. Die Ausgabe der Bücher aus dem Borromäusverein findet wieder statt des Sonntags nach der Andacht und Montags um 4 Uhr. Die Anmeldungen als Mitglied wolle man sofort besorgen. Jahresbeiträge zu.50 Mark, 5 Mark und 8 Mark. Stadtteil Hamme begeht heute Ilwe wigte* sanek, aus der Von=der=Recke=Straße 76. Sie kann diesen Tag bei guter Gesundheit und in geistiger Frische begehen. Die Greisin wurde in Peitschendorf bei Hawaiden(Ostpreußen) geboren, und lebt seit 50 Jahren in Bochums nächster Umgegend. Aus ihrer Ehe mit dem Landarbeiter Schitkowski sind vier Kinder entsprossen, von denen noch ein Sohn lebt. Die alte Frau überlebte ihren Gatten um 50 Jahre. Im Silberkranze. Am gestrigen Tage begingen die Eheleute Heinrich Heinzerling und Frau, Rüsing= straße 10, im Kreise ihrer Angehörigen das schöne Fest ihres silbernen Ehejubiläums. Vom Bahnhof. Die Reichsbahn=Aspiranten Schneider und Wedeking wurden von der Reichsbahndirektion Essen zum ap. Inspektor ernannt. Der technische Reichsbahninspektor Höfer von Dortmund wurde nach Bochum=Langendreer versetzt und Dittmann von Langendreer nach Essen. Der Bedienstete Lehmann wurde nach Witten beordert. Elektrische Lampe von einem Fahrrad gestohlen. Am 9. Januar, zwischen 8 und 13 Uhr, wurde aus dem Hausflur des Hauses Kaiserstraße 174b von einem dort aufgestellten Fahrrade eine elektrische Lampe, Marke „Bosch“, von einem unbekannten Täter entwendet. Angaben erbittet das 6. Kriminalkommissariat in BochumLangendreer, altes Amtshaus, Zimmer 22. Stadtteil Querenburg Aus der evangelischen Gemeinde. Die Konfirmanden des zweiten Pfarrbezirks(Kuhlmann) legen in diesem Jahre ihre Prüfung am 24. März ab. Die Konfirmation findet am 31. März statt. Die Zahl der Konfirmanden ist im Vergleich zu den vorherigen Jahren bedeutend größer, es sind über 60, die zu Ostern die Schule verlassen. Stadtteil Weitmar Aus der Franziskuspfarrei. In der katholischen Pfarrei Weitmar ist ein Herz=Jesu=Sühnebund ins Leben gerufen worden. Die erste„heilige Stunde“, die diese Bruderschaft am Vorabend des Herz=Jesu=Freitags in der Kirche hielt, wies eine überaus starke Beteiligung auf. Gegen 80 Gemeindeangehörige schlossen sich der neuen Bruderschaft an. Reichsluftschutzbund. Für die bisher geschulten Luftschutzhauswarte der Reviergruppe 22 Weitmar=Nord findet am Donnerstag abend 8 Uhr in der evangelischen Schule„An der Maarbrücke" als Ergebnis der Schulungsabende des Herbst=Vierteljahres die Abschlußprüfung statt. Erscheinen aller ist Ehrenpflicht. Beide Beine zerquetscht. Der 15jährige Michael Z. Engelsburger Straße, geriet auf seiner Arbeitsstätte zwischen auffahrende Wagen und erlitt schwere Fleischund Quetschverletzungen beider Beine. Der Bedauernswerte wurde dem Krankenhaus zugeführt. Stadtteil Wiemelhausen Pokal=Wettbewerb der Brieftaubenzüchter. Im Bergmannschen Lokale fand unter Leitung des Brieftaubenzuchtvereins„Treue Freunde“ eine von elf Vereinen des Stadtteils Wiemelhausen beschickte Ausstellung statt. Jeder Verein stellte 15 Tauben, dem Sieger winkte der Pokal. Wiederum blieb, wie im Vorzahre, der Verein „Treue Freunde“ Sieger. Er erhielt 366 Punkte. Der nächste war der Brieftaubenzuchtverein„Drahtlos“ mit 361 Punkten. Züchter Schultz(„Drahtlos“) erhielt 27 Punkte für die beste Täubin, Züchter Lemmler („Heimkehr") 26 Punkte für den besten Täuberich. Im einzelnen wurden folgende Preise den Brieftaubenzüchtervereinen zuerkannt: 1. und Pokalsieger„Treue Freunde“, 366 Punkte: 2,„Drahtlos“, 361.: 3.„Luftbote“, 360.: 4.„Sport“, 357.: 5.„Heimkehr“, 357 .: 6.„Heimatliebe“, 356.; 7.„Edle Taube“, 356.; 8.„Fürs Vaterland“, 355.: 9.„Hochsegler“, 353.; 10.„Auf zur Heimat“, 351.; 11.„Sehnsucht", 350 P. Stadtteil Stievel Fähnlein„Gorch Fock“. Die Schulungsstunden für sämtliche Führer des Fähnleins beginnen am Samstag nachmittag 4 Uhr in der Schule Haar l. Jeder hat ungesetz untersteur##ind. Die Fisch= und agbgezechtsanr gehört zum Besitz des Erbhofbauern Schulte-Stade in Winz. An der Ruhr ertappte er vor einigen Wochen zwei erwerbslose Männer auf dem rechten Ufer beim Fischen mit Kokkelskörnern und nahm ihnen diese und andere Fischgerätschaften(Netze) ab, und im Dezember stieß er im Gestichelse auf einen älteren Mann aus Essen, der mit Frettchen auf wilde Kaninchen jagte, zu deren Fang beim Verlassen ihrer Baue Netze gespannt waren. Ein zweiter„Jäger“, Sohn des Mannes war noch rechtzeitig geflüchtet. Auch hier wurden die Gerätschaften beschlagnahmt. Die beiden Fischer wurden zu je zwei Monaten Gefängnis, von den„Jägern“ der Vater mit zwei und der Sohn mit drei Wochen Gefängnis bestraft. Bei ihnen wurde eine Notlage als vorliegend und daher mildernde Umstände angenommen. Stadtteil Harpen Erich Bredemanns letzte Fahrt. Unter großer Beteiligung wurde am Sonntag der frühere kaufmännische AnGeneralversammlung des Evangelischen Männer= vereins. Im Hordeler Saalbau hielt am Sonntag bei sehr starkem Besuch der Verein seine diesjahrige Jahreshauptversammlung ab. Kassierer Almenröder und Vereinsleiter Hellweg gaben den Kassen= bzw. Jahresbericht. Der bisherige Vereinsleiter Hellweg wurde wiedergewählt. Dieser ernannte Konopko zu seinem Stellvertreter, Almenröder zum Kassierer, zum Stellvertreter Brinkmann, Schriftführer Korthaus, Stellvertreter Schmidt und zu Beisitzern Reiß, Kleffmann, Launert, Reuter, Kresch und Mühlhausen. Vom zweiten Kassierer Brinkmann wurde dann ein Bericht über den Stand der Sterbekasse gegeben, aus der für 7 Sterbefälle 1400 Mark gezahlt wurden. Den Konfirmanden der Mitglieder soll ein Gesangbuch geschenkt werden. Schwerer Betriebsunfall. Der 35jährige Jakob G. Sarnsbankstraße 6, erlitt durch einen Unfall bei der Arbeit schwere Becken=, Rücken= und Beinverletzungen und mußte ins Krankenhaus gebracht werden. Vem Nachtarge.... Stadt Wattenscheid Lieferauto fährt Radlerin an— Lastwagen zertrümmert Schaufenster Am 12. Januar geriet ein Lieferauto auf der Bochumer Straße infolge Glätte ins Schleudern und stieß gegen eine Radfahrerin. Diese kam zu Fall und erlitt einen Bluterguß am Kopf.— Auf der Hagenstraße kam am 12. Januar ein Lastkraftwagen beim Zurücksetzen ins Schleudern, wobei eine Schaufensterscheibe zertrummert wurde. In dem Schaufenster ausgestellte Möbelstücke wurden beschädigt. * 75 Jahre alt. Seinen 75. Geburtstag konnte der Reichsinvalide Wilhelm Hubert, wohnhaft in Wattenscheid=Eppendorf, Am Bremkamp 12, bei verhältnismäßig bester körperlicher und geistiger Frische begehen. Seinen Lebensabend verbringt der alte Herr bei seinem Sohn August Hubert. Außer seinen sechs noch lebenden Kindern können dem Hochbetagten auch 16 Enkelkinder und ein Urenkel ihre Glückwünsche darbringen. Im Silberkranze. Die Eheleute Stefan Droll und Frau, Maria geborene Büker, wohnhaft in WattenscheidWestenfeld, Jung=Stilling=Straße, konnten das Fest ihrer silbernen Hochzeit begehen. Bezirkstagung der evangelischen Männervereine. Die Bezirkstagung der evangelischen Männervereine ist am 20. Januar, nachmittags 5 Uhr, im evangelischen Pfarrhaus zu Hontrov. Pfarrer Hochdahl(Dortmund), wird über neue Formen und Ziele der evangelischen Mannervereine sprechen.„...: gummiates#. Versammlung der Arbeitsfront in Gunnigfelv. In einer Versammlung der Deutschen Arbeitsfront in Günnigfeld sprach der Kreiswalter Baum über Leistungen und Organisation der Arbeitsfront und streifte auch die Betriebsordnungen. Anschließend, sprach Studienrat Irle über das Saarproblem. Reichsbund der Kinderreichen. Die Generalversammlung des Reichsbundes der Kinderreichen war sehr stark besucht. Nach dem Jahresbericht zählt die Kreisgruppe 375 Mitglieder und 13 Ehrenmitglieder. Der Geschäftsverkehr war während des Jahres sehr lebhaft. Der bisherige Vorstand bleibt in seinem Amte, auch das Vereinsheim Schlenkhoff wurde wiedergewählt. Generaltagung der Ostpreußen. In der Jahresabschlußtagung der ostpreußischen Landsleute für Wattenscheid und Umgegend gedachte der Vereinsführer der verstorbenen Mitglieder des verflossenen Jahres. Nach dem Kassenbericht ist die finanzielle Lage als gut zu bezeichnen. Der Bericht über die Benutzung der Sonderzüge des Reichsbundes im Jahre 1934 wurde neben den Tatigkeitsberichten der Vorstandsmitglieder erstattet. Nach erfolgter Vorstandswahl bleibt der alte Vorstand weiter im Amt. Im Monat Februar soll ein Familienabend und im Sommer eine„Fahrt ins Blaue" stattfinden. Stadt Wanne=Eickel Hohes Alter. Ihren 81. Geburtstag feierte Frau Ida Hiller, geb. Scholz, Hindenburgstraße.— Witwe Schmitz, Schlachthofstraße 10, feierte ihren 75. Geburtstag, Frau Höhmann aus Röhlinghausen ihren 70. Geburtstag. Guter Besuch der Volksmissionswoche. Die Volksmissions= und Gebetswoche der evangelischen Kirchengemeinde Röhlinghausen verzeichnete einen ausgezeichneten Besuch. Am letzten Abend sprach Diakon Tschampel zum Thema:„Christentum in Wort und Tat unter Volksgenossen.“ Deutsche Arbeitsfront. Durch die Ueberführung der Angestelltenverbände in die Deutsche Arbeitsfront müssen die Beiträge an die nachstehend näher bezeichneten Verwaltungsdienststellen abgeführt werden. Ortsgruppe Eickel, Verwaltungsdienststelle 93, Hindenburgstraße 17: Ortsgruppe Wanne=Mitte, Verwaltungsdienststelle 95, Hermannstraße 3: Ortsgruppe WanneSüd, Verwaltungsdienststelle 97, Hindenburgstraße 153; Ortsgruppe Röhlinghausen, Verwaltungsdienststelle 98, Westfalenstraße 21; Ortsgruppe Wanne=Nord, Verwaltungsdienststelle 96, Rosenstraße 17: Ortsgruppe Holsterhausen, Verwaltungsdienststelle 94, Dorstener Straße Nr. 138. Die Vertretung der Kriegsbeschädigtenfrage hat Kreisamtsleiter Osiek, der auch beim Amtsgericht Bochum zugelassen ist. Ausweispapiere gestohlen. Gestohlen wurden am 27. Dezember, gegen 17 Uhr, aus einem vor dem Hause Bochumer Straße 233 parkenden Kraftwagen eine Zulassungsbescheinigung, und die Steuerkarte für den Kraftwagen II 79956, lautend auf den Namen der Firma Caspar Blume, Bochum. Kortumstraße 111, 1 Führerschein, lautend auf den Namen Theodor Tümmermann, geboren am 10. September 1901 in Bochum, wohnhaft Bochum, Sedanstraße 3, 1 Fahrtenbuch der Firma Caspar Blume und 1 Statutenbuch des Kraftwagenführervereins. Aus der Deutschen Angestelltenschaft. Im Lokale Koenen hielt die Jugend der Deutschen Angestelltenschaft einen Schulungsabend ab. Ortsjugendleiter Hemmert hieß besonders die erschienenen Betriebsführer sowie den erschienenen Berufsschuldirektor herzlich, willkom; men. Gaujugendleiter Paul Seiler aus Düsseldorf hielt ein aufschlußreiches Referat zum Thema:„Jugend und Beruf." Stadt Herne Seine frühere Ehefrau niedergestochen Eine gemeine Bluttat spielte sich Sonntag vormittag in einem Hause der Von=der=Heydt=Straße ab. Der Arbeiter Franz Sch. drang in die Wohnung seiner getrennt von ihm lebenden Ehefrau ein und stach sie nach einem kurzen Wortwechsel nieder. Die Frau wurde erheblich an Brust, Oberkörper und Kopf durch Stiche verletzt. Man führte sie dem Evangelischen Krankenhaus zu. Der Täter, der aus Rache gehandelt hat, stellte sich der Polizei. Westsalen und rihempreoiz Die Amgestaltung des HohensyburgDenkmals Hohenlimburg, 14. Januar. Die Arbeiten zur Instandsetzung und Umgestaltung des Provinzial=Denkmals auf der Hohensyburg haben mit der Niederlegung der linken Verbindungsmauer vom Hauptdenkmalsturme zu der Bismarck=Pylone begonnen. Dieser Teil der Mauer ist bereits ganz niedergelegt und auch das BismarckStandbild schon von dem Sockel gehoben worden. Innerhalb der nächsten acht Tage wird auch diese Pylone ganz abgetragen sein. Auch die Bronzefigur des Kronprinzen Friedrich, die gemeinsam mit der des Prinzen Friedrich Karl dem Hauptturme später vollständig unorganisch angefügt worden ist, hat ihren Platz schon verlassen. Obgleich bisher nur wenig zur Umgestaltung des Denkmals geschehen ist, hat sich doch jetzt schon gezeigt, daß die Bauschäden größer sind, als ursprunglich angenommen wurde und man unmöglich noch länger mit einer gründlichen und durchgreifenden Instandsetzung des Denkmals hätte warten durfen. Frau auf offener Straße überfallen Von einem Eifersüchtigen mit dem Messer gestochen. Köln, 14. Januar. Straßenpassanten erlebten in den Abendstunden des Samstags auf der Severinstraße einen aufsehenerregenden Vorfall. Eine des Weges kommende Frau wurde plötzlich von einem Manne überfallen. Dieser zog sofort ein Messer und brachte der Frau einen Stich zwischen Schulter und Hals bei. Die Frau wurde in ein Krankenhaus eingeliefert. Lebensgefahr besteht nicht. Der Täter irrte zunächst eine Zeitlang in den Straßen Kölns umher, stellte sich aber später selbst der Polizei.— Die angestellten Ermittelungen haben ergeben, daß der Grund zur Tat in Eifersucht zu suchen ist. Der Täter hatte mit der Frau ein Verhältnis gehabt, das diese lösen wollte. Zwei Tote bei einem Verkehrsunglück Soest, 14. Januar. In Erwitte bei Soest ereignete sich an der Kreuzung Hellweg— Provinzialstraße ein schweres Verkehrsunglück. Die beiden Soester Kaufleute Olszewski und Dickhoff rasten mit ihrem Motorrad gegen ein Auto. Beide Kaufleute erlitten bei dem Zusammenstoß schwere Schädelbrüche, an deren Folgen sie im Krankenhaus zu Erwitte gestorben sind. Familie gasvergiftet aufgefunden Ein Todesopfer Remscheid, 12. Januar. In einem Hause in Remscheid=Berghausen fand am Samstag morgen ein junger Mann seine Eltern und seine Schwester in ihren Schlafzimmern besinnungslos auf. Die Zimmer waren stark vergast. Wie die Feststellungen ergaben, hatte sich der Verbindungsschlauch zum Gasherd, vermutlich durch einen unglücklichen Zufall, gelockert. so daß Gas ausströmen konnte. Die drei Gasvergifteten wurden sofort dem Krankenhaus zugeführt, wo der Bater bereits gestorben ist. Mutter und Tochter schweben noch in Lebensgefahr. Der junge Mann schlief in einem anderen Stockwerk und ist dadurch dem gleichen Schicksal entgangen. Aus der ASDAp. (Nach Bekanntmachungen der Partei.) Dienstag, 15. Januar. RSDAP. Grumme=Vöde. Schulungsabend im kleinen Saal der Kaiseraue, Josefinenstraße 29. Die Teilnahme der politischen Leiter und SA.=Führer ist Pflicht. NS.=Frauenschaft Felsenburg. 20 Uhr: Zusammenkunft bei Grewel, Wiemelhauser Straße. RS.=Frauenschaft Böde. Die Zusammenkunft fällt aus. NS.=Frauenschaft Hiltrop=Bergen. 20 Uhr: Zusammenkunft bei Punge(Bastel= und Singabend). RS.=Frauenschaft Stiepel=Süd. 15.30 Uhr: Pflichtzusammenkunft bei Frische. BRSDJ. 20.15 Uhr: Ordentliche Mitgliederversammlung bei Schulze, Neumarkt. Reserendar Topp spricht über das„NS.=Strafrecht". Sportamt der NSG.„Kraft durch Freude“. Neuer Schwimmkursus für Männer, Beginn heute. Nur für Männer von 20 bis 22 Uhr, Trockenkursus im Gymnastikraum des Sportamtes, Brückstraße 40. Seite 9 Nr. 127 Bochumer Anzeiger 7 Dienstag, 13. Jannar 1933 Aus aller Welt Flucht aus der Welt— auf die Teufelsinsel Paris, 14. Januar. Der Marineleutnant Benjamin Ullmo war vor 26 Jahren auf Lebenszeit auf die Teufelsinsel verbannt worden; er war in die Netze der„schönen Lison“ gegangen, die sich später als Spionin herausstellte, und ihr Liebhaber kam wegen Verrats militärischer Geheimnisse vors Kriegsgericht. 15 Jahre hatte er in Einzelhaft auf der Teufelsinsel zugebracht, dann kam er in die Sträflingssiedlung Cayenne.„„ M 5 Inzwischen hatte sich eine Pariserin, Madeleine Poirier, der das Schicksal des früheren Marineoffiziers zu Herzen ging, seiner in der Heimat angenommen. Sie bombardierte, wie gemeldet, das Parlament und den Präsidenten mit Gnadengesuchen und hatte die Genugtuung, daß Ullmo nach 26jähriger Strafzeit im vorigen Sommer begnadigt wurde. Die Frau, die Ullmo nie gesehen hatte erwartete ihn als einzige, als er in Marseille wieder französischen Boden betrat. Ein halbes Jahr dauerte das platonische Liebesverhältnis, bis jetzt Ullmo plötzlich erklärte, er habe die Zivilisation über. Die Welt sei inzwischen ganz verrückt geworden, und sie habe den Sinn für alle echten Werte verloren. Er wolle wieder zurück nach Cayenne, angeekelt von dem Treiben in der Heimat, um sein Leben freiwillig unter seinen früheren Sträflingskameraden zu beschließen. Freitag früh schiffte er sich in Bordeaux ein, wieder hatte ihn Frau Poiri hatte ihn Frau Poirier dorthin begleitet, und nach einem letzten Abschied trennten sich die beiden, die sich unter so seltsamen Umständen kennengelernt hatten, auf immer. Schmuggler springt aus fahrendem =Zug Danzig, 14. Januar. Danziger Zollbeamte nahmen am Sonntag nachmittag eine Kontrolle des von Gdingen nach Danzig fahrenden =Zuges vor und stellten dabei fest, daß ein polnischer Staatsangehöriger in einem Koffer große Mengen von Würfelzucker hatte, dessen Einfuhr nach Danzig verboten ist. Der Beamte nahm dem Schmuggler den Paß ab und begab sich zum Abort, um den Schmugaler nach weiterem Schmuggelgut zu untersuchen. Der! Schmuggler benutzte die Gelegenheit und sprang in der Nähe von Oliva aus dem mit voller Geschwindigkeit fahrenden Zug. Der Beamte zog die Notbremse, der Zug fuhr aber nach kurzem Aufenthalt wieder weiter. Der Beamte begab sich dann mit dem nächsten Vorortzug nach Oliva zurück und stellte hier fest, daß der Schmuggler gerade von zwei Männern abtransportiert werden sollte. Der Schmuggler hatte sich bei dem Sprung aus dem fahrenden=Zug beide Beine gebrochen und auch sonst schwere Verletzungen zugezogen. Daher wurde er zunächst in das städtische Krankenhaus übergeführt. Hinrichtung des Mörders des afghanischen Gesandten dnb Berlin, 14. Januar. Die Justizpressestelle Berlin teilt mit: Heute früh ist im Strafgefängnis Plötzensee der am 18. September 1900 geborene Afghane Kamal Syed hingerichtet worden, der von dem Schwurgericht in Berlin wegen Ermordung des afghanischen Gesandten in Berlin zum Tode verurteilt worden ist. Syed hatte sich, um seinen seit Monaten gefaßten Entschluß, den Gesandten zu ermorden, zur Ausführung zu bringen, mehrmals in das Haus der afghanischen Gesandtschaft begeben, um eine günstige Gelegenheit zur Ausführung seines Planes zu erlangen. Als er am 6. Juni 1933 sich zu diesem Zweck wieder in der Gesandtschaft aufhielt, kam der Gesandte Zum Enntragenitl Saurursummmunge=Erhernssee Damit unsere Teser am Dienstag früh am Lautsprecher in der Tage sind, die Ergebnisse der einzelnen Abstimmungsbezirke zu notieren, veröffentlichen wir nachstehend die Kreise und Bezirke in der Reihenfolge, in der sie voraussichtlich am Rundfunk durchgegeben werden. Wahlkreise und=Bezirke Status quo I. Saarbrücken Stadt II. Saarbrücken Land Bischmisheim(Brebach) Dudweiler Friedrichsthal Gersweiler Heusweiler Kleinblittersdorf Ludweiler. Püttlingen. Quierschied Sellerbach... Sulzbach... Völklingen III. Saarlouis Bettingen. Berus(Bisten) Bous(Schwalbach) Dillingen.. Fraulautern Ittersdorf Lebach Lisdorf Nalbach Oberesch Rehlingen Saarlouis Saarwellingen. Wallerfangen Badgassen=Olsferter IV. Merzig Haustadt Hilbringen.. Merzig Stadt.. Merzig Land Mettlach.. V. St. Wendel Alsweiler.. Namborn St. Wendel Stadt St. Wendel Land VI. Ottweiler Eppelborn Illingen.... Neunkirchen Frankreich Deutschland Angültig Wahlkreise und=Bezirke Ottweiler Spiesen Stennweiler=Schiffweiler Tholey Wemmetsweiler... Wiebelskirchen VII. Homburg Altheim Böckweiler... Breitfurt Brenschelbach.... Einöd=Ingweiler Erbach=Reiskirchen.. Höchen Homburg Jägersburg Kirkel=Neuhäusel Limbach=Niederbexbach Medelsheim Mimbach Mittelbexbach.. Oberbexbach...: Walsheim Webenheim VIII. St. Ingbert Aßweiler Ballweiler Bebelsheim Bierbach... Blickweiler Blieskastel Bliesmengen=Bolchen Ensheim Hassel...... Lautzkirchen.... Niederwürzbach.. Oberwürzbach Ommersheim Ormesheim Reinheim Rohrbach... Rubenheim St. Ingbert.... Wolfersheim.. Wörschweiler.... Status quo Frankreich Deutschland Angültig die Treppe herunter, um eine Ausfahrt zu machen. Syed trat ihm mit erhobener Pistole entgegen und streckte ihn durch einen tödlichen Schuß nieder. Toter gewinnt in Monte Carlo Monte Carlo, 14. Januar. Ein Engländer spielte hoch und verlor etwa 40 000 Reichsmark. Als ihm nur noch eine Spielmarke geblieben war, setzte er sie auf die Zahl 28 und vergrub den Kopf in den Händen. 28 gewann, doch der Engläuder rührte sich nicht. So blieb der Einsatz wieder auf 28 stehen und gewann nochmals. Der Engländer rührte sich nicht. Der Gewinn betrug jetzt rund 20000 Reichsmark. Als eine neben ihm sitzende Dame ihn aufforderte, sich um seinen Gewinn zu kümmern, erhielt sie keine Antwort. Der Engländer war einem Herzschlag erlegen. Riese verlangt Gehaltszulage, weil er alles fürs Essen verbraucht. London, 14. Januar. Auf einem Rummelplatz in Nanking ist im wahren Sinne des Wortes die größte Attraktion„Big Tschang“, ein Mann von 24 Jahren, angeblich der größte unter den 475 Millionen Chinesen. Er bezieht zwar weitaus die größte Gage von allen seinen Kollegen, ist aber jetzt bei seinem Arbeitgeber energisch um Gehaltsaufbesserung vorstellig geworden. Tschang mißt 225 Zentimeter und sein Appetit ist dementsprechend sehr groß. Er ißt bei jeder Mahlzeit 8 Pfund Brot und zwischendurch verspeist er ganze Zuckerrohre.„Jeder Pfennig. den ich bekomme, geht drauf, um meinen Hunger zu stillen. Wie soll ich aber dabei meine Frau und meine Familie ernähren können?“ So erklärte Big Tschang, und sein Chef wird ihm wohl daher eine Zulage bewilligen müssen. Blicke in die Welt Schweres Kraftwagenunglück bei Königsberg. Zwei Tote. In der Nähe von Königsberg hat sich am Sonntag morgen ein schwerer Kraftwagenunfall ereignet, der zwei Personen das Leben gekostet hat. Ein neuer Personenkraftwagen, der von Marienburg aus nach Königsberg gebracht werden sollte, weil an ihm ein kleiner Fehler zu beseitigen war, fuhr in recht erheblicher Geschwindigkeit gegen einen Baum und überschlug sich. Die beiden Insassen, ein Fahrlehrer und ein Kraftwagenführer, wurden später tot aufgefunden. Wegen eines Schneeballes getötet. Als am Samstag nachmittag in Rohrbach bei Sinsheim einige junge Leute Schneebälle warfen, trafen sie versehentlich auch einen älteren Mann aus Epfenbach, der in Rohrbach zu Besuch weilte. In seiner Erregung holte der Getroffene ein Gewehr und schoß auf die jungen Leute. Der 21jährige Zoller aus Rohrbach wurde auf der Stelle getötet. Ein Staubecken angebohrt In dem Orte Miehlen(Provinz Hessen=Nassau) herrscht seit drei Jahren Wassermangel. Bei der jetzt angestellten eingehenden Untersuchung machte man eine überraschende Entdeckung. Der Zementboden des Staubeckens war an einer Stelle angemeißelt, so daß das gesammelte Wasser in die Erde abgeleitet wurde. Offenbar handelt es sich um einen Sabotageakt. Racheakt an schlesischen Tierzüchtern Zwei schlesische Tierzüchter sind durch Racheakte empfindlich geschädigt worden. In Reichenbach im Eulengebirge vergiftete man dem Stellenbesitzer Krautstrunk sechs Schweine mit Phosphor, der heimlich unter das Futter gemischt worden war. In Gnadendorf fand ein pensionierter Polizeibeamter, der eine Zucht von Pfauentauben unterhält, dreißig wertvolle Exemplare vergiftet auf. Reiche Bernsteinfunde bei Hela Wie Fischer feststellten ist die Ostsee bei Hela zwischen Rixhöft und dem Dorf Ostrowo über 50 Meter zurückgegangen. Man hat den Eindruck, als ob eine große Ebbe eingesetzt hätte. Die Fischer machten sich sofort auf die Bernsteinsuche und fanden große Stücke bis zu einem Gewicht von 400 Gramm. Auch stieß man hierbei auf größere Fischmengen, die zum großen Teil erfroren waren. Dieser vorübergehende Rückgang der Ostsee ist auf den dort seit längerer Zeit herrschenden Südostwind zurückzuführen. Ein Schatz auf der Landstraße Als ehrlicher Finder erwies sich ein Papierarbeiter, der auf der Landstraße von St. Dis in Frankreich einen Sack mit 70000 Mark in Silber und Schecks fand. Der Arbeiter telephonierte sofort an die Bank, auf die die Schecks ausgestellt waren, und es stellte sich heraus, daß der Kassierer das Geld zu Lohnzahlungen in eine Fabrik bringen wollte und unterwegs auf der Landstraße aus seinem Auto verloren hatte. Bubonen=Pest breitet sich auch in der Provinz Kirin aus. Nachdem sich die Bubonen=Pest in der Moskauer Provinz verbreitet hatte, sind nunmehr auch zahlreiche Pest=Erkrankungen in der Provinz Kirin festgestellt worden. Besonders betroffen wurden die Ortschaften Chulan und Lafa. Nach den bisher vorliegenden Meldungen sind in diesen beiden Städten 29 Personen der Bubonen=Pest erlegen. Großfeuer in einem japanischen Hafen. Die japanische Hafenstadt Sakaimatschi, nordwestlich von Kobe, wurde durch ein Großfeuer zerstört. 2000 Personen sind ohne jedes Obdach. Die herrschende Kälte und Schnee erschweren die Rettungsarbeiten außerordentlich. Glücklicherweise sind Personen nicht zu Schaden gekommen. Im ganzen wurden 400 Häuser Opfer des rasenden Elements. Der entstandene Schaden wird auf 15 Millionen Den geschätzt. Sieben Eingeborene wegen Mordes an weißem Farmer hingerichtet. Aus Nairobi(Britisch=Ostafrika) wird gemeldet: Sieben Eingeborene des Lumbwa=Stammes, die im vergangenen Juni einen europäischen Farmer im Innern des Landes ermordet hatten, sind am Samstag in Anwesenheit sämtlicher Häuptlinge des genannten Stammes hingerichtet worden. Jeden Tag werden fast 45 Millionen Reien lcherion veraihen: Wie gut muß er sein! Die glückliche Geburt eines gesunden Softiltagsilaufm zeigen ertreut an Heinz Grauthoff und Frau Henny geb. Masmeier Bochum, Vorkstraße 10, den 13. Januar 1935 z. Z. Landestrauenhlinik Nach Winterberg In geh. Omalbus am Samstag. 15¼ Uhr. Hbi Hin- u. Rückfahrt.-RM., mit voller Pension 10.— Am. Anmeldungen bis Freitag mittag. Auto Schäfer— Rut 66401 Wohnungen, möblierte Zimmer, Pensionen u. dgl. findet man oder bietet man an durch eine KleinAnzeige im„Bochumer Anzeiger“ Am Montag, dem 14. Januar, starb unser lang. jähriger Mitarbeiter Wrerr Kürr Piemfers im Alter von 62 Jahren. Herr Wiemers war in langen arbeitsreichen Jahren in unserem Werk als Schlosser tätig und hat seine Arbeitskraft unserem Unternehmen immer in Treue und Fleiß gewidmet. Ueber das Vermögen des Kaufmanns Gustav Märker in Bochum, Südhellweg 12, als Inhaber der Firma Erlenkämper& Co., Annoncen- Expedition und Buchdruckerei in Bochum, ist heute 12.15 Uhr der Konkurs eröffnet. Konkursverwalter ist der Rechtsanwalt Dr. Funke in Bochum. Offener Arrest mit Anzeigepflicht bis zum 5. Februar 1935. Anmeldefrist bis zum 5. Februar 1935. Erste Gläubigerversammlung am 8. Februar 1935, 11 Uhr, im hiesigen Amtsgericht, Viktoriastr. 14, Zimmer 45. Prüfungstermin am 15. Februar 1935, 11 Uhr, daselbst. Bochum, den 12. Januar 1935. Das Amtsgericht. Offene Stellen Keine Originalzeuguisse einsenden. Auf die Rückseite von Zeuguisabschrift., Lichtbildern usw. stets volle Anschrift des Bewerbers schreiben Leistungsfähige Spezialfabrik für Rohwurst, Schinken, Speck und Cornedbeef sucht gut eingeführten, branchekundigen Verkietel Angeb. erbet. u. J. K. 6029 Anzeiger. Leeres Part.= Frontzimmer sof. zu vermieten. Ausk. Anz.(48250 (Simmer.) Alleestraße 27, I (Nähe Rath.), sehr gut möbl. Zimmer mit Badbenutz. z. 1. Februar frei. Nähe Arndtstr., in ruhigem Hause, gut möbl. Zimmer mit od. ohne Morgenkassee, zu vrm. O. M. 48215 Anz. Wir werden ihm denken bewahren. für immer ein ehrendes GeFührer und Gefolgschaft der Firma Gebrüder Eickhoff Maschinenjabrik Bochum Ein treues Vaterherz hat aufgehört zu schlagen. Heute morgen 5 Uhr nahm der liebe Gott meinen herzensguten Mann, unseren treusorgenden Vater. Schwiegervater, Großvater, Urgroßvater, Bruder. Schwager und Onkel, den Schreinermeister a. D. Weil IÖr Wferece nach langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden, im Alter von fast 75 jahren zu sich in den Himmel. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Gertrude Wienecke geb. Käsemann Bochum 5. den 14. Januar 1935 Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 17. Januar 1935. aachm. 3¼ Uhr, vom Trauerhause. Am Wetterschacht 19, aus statt. Trauerfeier ¼ Stunde vorher Witwer, 54 Jahre, wünscht sich zu verheiraten. .A. 48203 Anzeig. Welch. Herr v. 60 Jahren, in fester Stellung, wünscht Heirat mit einer alleinsteh. Dame? F. G. 48260 Anzeig. Bekanntmachung Ueber das Vermögen des Kaufmanns Albert Lappe, Inhaber eines Futtermittel=Geschäfts in Bochum, Trankgasse 3, sowie eines Mühlenbetriebes, in BochumGerthe, ist heute 11.15 Uhr der Konkurs eröffnet. Konkursverwalter ist der Rechtsanwalt Danne in Bochum. Offener Arrest mit Anzeigepflicht bis zum 1. Februar 1935. Anmeldefrist bis zum 1. Februar 1935. Erste Gläubigerversammlung und Prüfungstermin am 8. Februar 1935, 10½ Uhr, im hiesigen Amtsgericht, Viktoriastraße 14, Zimmer 52. Bochum, den 11. Januar 1935. Das Amtsgericht. Zwangsversteigerung 14 K 102/34. Gemarkung Wiemelhausen, Grundbuch von Wiemelhausen, Band 30, Blatt Nr. 1652, a) Wohn= und Wirtschaftsgebäude mit Hofraum, b) Saalgebäude, c) Kegelhalle mit Lager, Hattinger Str. 80, Hofraum, Hattinger Str., Wiese, Hattinger Str. Einheitswert nach dem Stande vom 1. Jan. 1931: 107 400 RM. Eigentümer: Wirt Robert Nobel in Bochum, Hattinger Str. 80. Versteigerungstermin am 9. März 1935, 10 Uhr, an der Gerichtsstelle, Viktoriastr. 14, Zimmer 52. Das Amtsgericht in Bochum. grün, silber u. gold Bochumer Blumenhalle Große Beckstr. 2 IkaboBlutreinigungstee wirkt entfettend. gea. schlechte Verdauung. Verstopfg. unreines Blut. Gesichtsröte u. Pickeln Großart. Erfolge. Paket.90 Mk. Kneider, Drogerie. Bochum Gr. 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Städtisches orchester Bochum Konsert-Zyklus 5. Konsert Donnerstag, 17. Januar. 20 Uhr. im Schützenhof: Chor- und Orchester-Konzert Schannss-Brahme Variationen über ein Thema von Joseph Haydn, op. 56a: „Schichsalslied“ für demischten Chor u. Orchester. op. 54; Akademische Fest-Ouvertüre: Symphonie Nr. 1 In-moll, op. 68. Mitwirkende: Der Städtische Musikverein Dirigent: Städtlscher Kapellmeister Professer L. Reichwein. Preise 60 Rpf. bie.80 RM. Karten sind an der Konsertkasse im Stadttheater und in den bekannten Vorverkaufsstellen zu haben. Für die Mitglieder der NS.-Kulturgemeinde findet der Vorverkauf in der Geschäftsstelle Brückstraße 40 statt. Schülerkarten von 30 Rpf. bis.25 RM. nur an der Konzertkasse. Vorbestellungen unter Nr. 68651 Ehrenseldstr, 9, I, frdl. möbl. Zimmer billig zu vermiet. Elsaßstr. 20, 1 Tr. saubere Schlafstelle frei. Essener St.18,2.Et. gut möbl. Zimmer zu vermiet.(48218 Friedhofstr. 1,.Et. gut möbl. Balkonzimmer zu verm. 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Eine Steuererklärung ist abzugeben: 1. für alle gewerbesteuerpflichtigen Unternehmen, deren Gewerbeertrag im Kalenderjahre 1934 den Betrag von 6000 RM. überstiegen hat: 2. ohne Rücksicht auf die Höhe des Gewerbeertrages für alle gewerbesteuerpflichtigen Unternehmen, bei denen der Gewinn auf Grundlage des Abschlusses der Bücher zu ermitteln ist; 3. für alle gewerbesteuerpflichtigen Unternehmen, für die vom Vorsitzenden des Gewerbesteuerausschusses eine Steuererklärung besonders verlangt wird. Die Steuererklärung ist von dem Inhaber des Betriebes abzugeben. II. Die hiernach zur Abgabe der Steuererklärung Verpflichteten werden aufgefordert, die Steuererklärung unter Benutzung des für sie vorgeschriebenen Vordrucks in der Zeit vom 1. bis 15. Februar 1935 bei dem Vorsitzenden des Gewerbesteuerausschusses, in dessen Bezirk sich die Leitung des Unternehmens befindet, einzureichen. Liegt der Ort der Leitung außerhalb Preußens, so ist der Wohnsitz des bestellten Vertreters, bilfsweise die vreußische Betriebsstätte, maßgebend. in der die höchste Lohnsumme gezahlt ist. Vordrucke für die Steuererklärung werden den Steuerpflichtigen zugeSolche Steuerpflichtige, die Einige Damen und Herren für leichte Beschäftigung(Außendienst) gesucht. Näheres zu erfr. nur Dienstag nachm. zwisch. 2 u. 5 Uhr bei K. Cloidt, Rest. „Zur Erholung", R. Vogelsang, Rottstraße 38. Vermietung =.=Wohng. mit kompl. einger. Bad, im Ehrenf., Nähe Bergmannsheil, sof. zu verm. W. K. 48219 Anz. Gr. Beckstraße 11, 3. Schelle,(48213 gut mbl. Zimm. zu vermieten. Humboldtstraße 34 1. Etg., gut möbl. Zimmer zu verm. Humboldtstr.37, pt. frdl. möbl., heizb. Zimmer zu verm. -.-Wohng. m. Bad zum 1. 2. od. 1. 3. zu verm. Dorstener St. 136, 3. Etage.(a6334 Für unser Büro suchen wir Volontärin. Stenographie= u. Schreibm.=Kenntnisse, gute Schulabgangszeugn. erforderl. Vorzust. 10—11 Uhr vorm. 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Januar 1935, 11 Uhr, werde ich in Bochum, Alleestraße 54, folgende Gegenstände meistbietend gegen bar versteigern: 1. 1 Küchenbüfett, 2. 1 Schlafzimmer, 1 Couch, 3. 2 Schlafzimmer, 4. 1 Bücherschrank, 1 Schreibtisch 2 Tische, 5. 2 Registrier= kassen, 1 Theke mit Glasaussatz, 6. 1 Schreibmaschine, 1 Rechenmaschine, Waschtische, 1 Badewanne, Marmor=# toiletten, 7. 1 Kleiderschrank, 1 Wasch= jandt. kommode, 2 Nachtkonsolen, 8. 1 Kla= nach der vorstehenden Bekanntvier, 1 Standuhr, 1 Bücherschrank, machung zur Abgabe der Steuer9. 1 Büfett, 1 Kredenz, 1 Ausziehtisch, erklärung verpflichtet sind, einen VorBochum, den 14. Januar 1935. druck aber nicht erhalten, können die Seyda, Obergerichtsvollzieher, Vordrucke in den Geschäftsräumen Bochum. des Gewerbesteuerausschusses im Rathaus, Haupteingang links, 1. Obergeschoß. Zimmer 123—132 erhalten. Die Steuererklärung ist schriftlich— zweckmäßig eingeschrieben— einzureichen oder mündlich dem Vorsitzen„ den des zuständigen Gewerbesteuerkaufen Sie reine Gewurze und ausschusses gegenüber abzugeben. alle Zutaten am billigsten bei Die Pflicht zur Abgabe der Steuer—„„#„„ erklärung ist vom Empfang eines EmilTrasS Nachf, Vordruckes zur Steuererklärung nicht Am Wilhelmsplatz III. Wer die Frist zur Abgabe der ihm obliegenden Steuererklärung versäumt, kann mit Geldstrafen zur Abgabe der Steuererklärung angehalten ein Zuschlag (Anfängerin) für sofort gesucht. L. K. 26 Anzeiger. In all. Haushaltungsarbeiten gut erf., ält. Madchen f. frauenlos. Haushalt v. 1. Febr. ges. Bewerb. nach 9 Uhr. Bergstraße 50. Aelteres, evangel. Mädchen als Stütze erfahren in allen Hausarbeit., fleiß. und zuverlässig, baldigst gesucht. Konditoret Hochstrate, Schützenbahn 5. Wonn Eie Sontdenten Abgeschlossene =Zimmer=Wohng. m. Zub., Prs. 48 Mark, zu verm., evtl. auch Tausch. Kaiser, Josefstr.25. -.=-Wohn. i. 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