— O Bezugspreis mit Botenlohn:.15 RM. monatlich oder.08 RM. halb Anzeigenpreise: Grundpreise für 1 mm Höbe in 22 gm. Breite.5, 2 monatlich. Selbstabholer.85 RM., monatlich oder 93 Pl. halbmonatlich. 9•41 im Anzelgenteil und in 78 mm Breite 50 Bf. im Tertteil, Famllien Bzzgshreisz zfür die„Pochumgz, Imestaterich 30 Bi. monatlich, Funz, 9 Mittwoch— anzeigen, und Stelengesuche,., BI, Vereinsanzelgen.(die nicghr, dei getischrift.„bör nyt,mir“ 49 wigmonglich pei vier Sonntagen und" Stanenge S 1 82! 42. Jahrgang Wirtchaltswerbung diesnten) 7, Plz, Keine eigsbaltigs ims=Pereingegge #5. Bl., bei sun Jonntagen im Monat.— Wezen„ zas Erscheinen der# 9. Januar 1935 f 1 S# T6. Sueipuny angepote, Anzeigen prtvater, Art), 8 Fiugstpzsag,„im Vereins# Zeitung durch höhere. Gewalt oher durch Verbot oder„Vetriebs.### Dnnane 4960 g 1 BIT„ Sportkalender Im, Textteil, 10 Pf.z, Auskputt; und Ziffergebühren. 25 B Körung u. dgl. verbindert wird, können keine Ersatzansprüche gestellt m 1 8 Nuammer 7 Zur Zeit ist Preisliste, Nr., 4, gültig,„Nachlaßstgssel B.— Schluß de werden.— Geschäftsstelle, gehisnet von 8 bis 13 und von 14½ bis,19 Uhr. Noch 4 Tago S 1 818785314 1 Ttestentet 4 Anzeigenannahme. für die sechsmal, wöchentlich frühmorgens erscheinend Sonntags, von 11 bis 12 Uhr.— Sprechstunden der„Redaktion von Neout= Juge 1 8124224904„ Zeituug um 16. Uhr des„Vorigges.„Für, den richtigen. Abdruck iele 16 bis 17 Uhr(außer Samstags).— Posischeckkonto Tortmund 1760 par dor(gapabstimmung# St2m(65 Jlur 2 10 Ph phonisch aufgegebener Anzeigen kann keine Gewähr übernommen werder Verlag und Druck: Laupenmühlen& Dierichs in Bochum Mitlwoch —* 8——— Keut- Jage vor der Jadrdbilimmung! ——"—"—— — Einzelpreis 10 Pf. Anzeigenpreise:, Grundpreise für 1 mm Höbe. in 22 gm. Breite.5 Pf. im Anzeigenteil und in 78 mm Breite, 50 Pf. im Textiell, Famllienanzeigen und Stellengesuche 6 Pf., Vereinsanzeigen(die nicht der Wirt chaftswerbung dienen) 7 Pf., kleine einspaltige Anzeigen(Stellengnaebote, Anzelgen, rztegrgg#ft), 8 Fiugnzslog, im Vereins,, P# Sportkalender im Textteil 10 Pf.,„Auskunft: uund Zisfergebühren 25 Pf. Zur Zeit ist Preististe Nr. 4 aurig, Zachlgbsigssel B.— Schluß der Anzeigenannahme, für die sechsmal wöchentlich frühmorgens erscheinende Zeitung um 16 Uhr des Vortages. Für den richtigen Abdruck telephonisch aufgegebener Anzeigen kann keine Gewähr übernommen werden Hauptgeschäftsstelle: Rathausplatz 8. Anruf 67551, 52, 35 Kufsehenerrrgeintd=Terpunge un der teihringtschen Snurgrenge Die saarländischen Landjäger an der lothringischen Grenze zurückgezogen— Die französischen Grenzposten verstärkt dnb Saarbrücken, 8. Januar. Im Saargebiet kam es am Dienstag zu außerordentlich beunruhigenden Vorgängen. An der ganzen lothringischen Grenze entlang sind auf Anordnung des Direktors des Innern Heimburger die Landjägerposten zurückgezogen und auf das rechte Saarufer gelegt worden. Da auf der linken Saarseite auch keine Truppen liegen, die ausländischen Truppen vielmehr alle rechts der Saar stationiert sind(mit Ausnahme von 100 Italienern in Saarlouis), ist also der Teil der Kreise Saarlouis und Saarbrücken auf dem linken Saarufer von allen Sicherheitskräften„gntblößt. Gleichzeitig hat die Bevölkerung festgestellt, daß die französischen Grenzposten der Garde Mobile verstärkt worden sind. Ferner ist in den letzten Tagen bei Oberesch französische Kaval= lerie mehrfach, so auch heute, an der Grenze aufgetaucht. Bei der Aufhebung der Landjägerposten handelt es sich um die ständigen Landjäger, die in den betreffenden Ortschaften wohnen und dort seit Jahren Dienst tun. Es ist dabei zu bemerken, daß die hochgelegenen Teile der beiden Kreise des Warndt und der sogenannte Gau (Kreis Saarlouis) von französischer Seite in den letzten Jahren mehrfach als strategisch für Frankreich außerordentlich wichtig bezeichnet worden sind, weil man von hier aus eine Uebersicht weit in das Saarland hinein hat. Es ist nicht verwunderlich, daß die Bevölkerung hieraus sowie aus den heutigen Vorgängen Schlüsse zieht, die eine gespannte Lage schaffen, ohne daß schon eine akute Gefahr für das Saargebiet zu bestehen brauchte. In Lauterbach und in Ludweiler sind die Landjägerposten durch Polizeiposten ersetzt worden, die sich aus Elementen rekrutieren, die seinerzeit von der Regierungskommission im wesentlichen aus Emigranten angeworben worden sind. Die Bevölkerung steht diesen Polizeiposten mit schärfstem Mißtrauen gegenüber. Die Tatsache der Zurückziehung der Landjägerposten und der Verstärkung der französischen Grenzwachen sowie des— vielleicht durchaus zufälligen— Auftauchens französischen Militärs an der Grenze hat eine ganz außerordentliche Beunruhigung in die Bevölkerung getragen. Dazu kommt, daß auf dem rechten Saarufer von den 3050 Mann ausländischen Militärs 2950 Mann untergebracht sind, auf der linken Seite aber nur 100 Mann. Die geschilderten Maßnahmen sind nicht zuletzt auch deswegen bemerkenswert, weil die saarländische Separatistenpresse seit einigen Tagen von„Wahlbomben“ von deutscher Seite spricht und anderseits der ehemalige christliche Gewerkschaftler Kuhnen gerade in den letzten Tagen das Gespenst eines französischen Gewaltstreiches auf das linke Saarufer an die Wand gemalt hat, um damit seiner Aufforderung, für den Status quo zu stimmen, Nachdruck zu verschaffen. Eine Nachfrage bei dem Direktor des Innern der Regierungskommission. Herrn Heimburger, war ungewöhnlich aufschlußreich. Einmal behauptete Herr Heimburger, die Landjäger auf der linken Saarseite seien zurückgezogen worden, weil diese Zahl viel zu groß gewesen sei und weil sie anderwärts gebraucht würden. Es ist seltsam, daß Herr Heimburger dies erst jetzt wenige Tage vor der Abstimmung feststellen kann. Einige Minuten später behauptete Herr Heimburger, er habe von allen diesen Maßnahmen gar keine Ahnung. Er müsse sich einmal informieren, was denn eigentlich geschehen sei, und seine Referenten fragen. Dazu kommt als dritte Lesart, daß die Landjäger„zum Schutze des rechten Saarufers gebraucht würden“— aber gegen wen, konnte nicht gesagt werden. Allein diese zwiespältige Haltung des Herrn Heimburger hat das Mißtrauen noch erheblich gestärkt. Es erhebt sich hier die Frage: Wer ist mit wem im Bunde? Die Bevölkerung hat das Recht, Klarheit zu verlangen über Maßnahmen, die sie von jedem polizeilichen Schutz entblößen und die sogar die Möglichkeit geben — wie dies vor einiger Zeit schon einmal geschehen ist—, daß kommunistische Rollkommandos aus Lothringen ungehindert die Grenze überschreiten und die deutsche Bevölkerung terrorisieren. Das Mißtrauen gegen den französischen Direktor des Innern, Heimburger, dessen Ersetzung durch eine neutrale Persönlichkeit schon mehrfach gefordert worden ist, ist jedenfalls auf das äußerste gestiegen. Bekanntgabe des SaarabstimmungsErpronisses in der Nacht zum Stenslug Einzelheiten über die technische Durchführung der Abstimmung, des Arnentransports und der Stimmenzählung dnb Saarbrücken, 8. Januar. In den Nachmittagsstunden der Dienstags veranstaltete die Abstimmungskommission für die etwa 200 hier bereits anwesenden in= und ausländischen Pressevertreter einen Empfang in der Wartburg. In kurzen Referaten und in Beantwortung von Fragen wurden Auskünfte über die technischen Einzelheiten der Abstimmung in deutscher Sprache gegeben. Die Abstimmungskommission war durch ihre drei Mitglieder Rohde, de Jonge und Henry und die technische Beraterin Miß Wambaugh vertreten. Der holländische Kreisinspektor van der Mandere sagte, daß in 83 Bürgermeistereien abgestimmt werde und zu diesem Zweck 862 Einzelwahllokale mit einer durchschnittlichen Beteiligung von 650 Abstimmungsberechtigten eingerichtet, wurden. Die Stadt Saarbrücken umfasse allein 141 Wahlbüros. Den Wahlbüros stehen neutrale Persönlichkeiten, die in diesen Tagen im Saargebiet aus Holland, der Schweiz, Luxemburg und anderen Ländern eintreffen, als Vorsitzende vor. Etwa 80000 Leute müssen innerhalb des Saargebietes an anderen Orten als ihrem jetzigen Wohnort abstimmen, da bekanntlich der Wohnsitz des Stichtages maßgebend ist. Die Abstimmung selbst beginnt um ½9 Uhr und wird bis 8 Uhr abends dauern. Das Wahlbüro setzt sich neben dem neutralen Vorsitzenden aus je einem Vertreter der Deutschen Front und der Wahlbüros versiegelt, plombiert und für den Transport fertiggemacht. Der norwegische Kreisinspektor Blehr erläuterte den von ihm technisch durchorganisierten Tausvoun der Arnen. der von dem hier anwesenden Militär übernommen wird. Unter Führung neutraler Vertreter der Abstimmungskommission werden die Urnen zunächst nach den Bürgermeistereien gebracht. Dort haben die begleitenden Personen eine Transportbestätigung auszufüllen. Den an diesem Transvort nicht beteiligten Vertretern der Bevölkerung kann Gelegenheit geboten werden, sich gleichfalls von der Richtigkeit des Urnentransportes zu überzeugen und hierüber ebenfalls eine Transvortbescheinigung auszufüllen. Insgesamt 2580 Personen werden die Urnen von den Wahllokalen in die Bürgermeistereien zu bringen haben. In Sonderzügen werden die ürnen sodann von größeren Sammelplätzen des Saargebietes nach Saarbrücken und von dort in die Wartburg geschafft. Die ersten Abstimmungen im Saargebiet Wie berichtet, mußten im Saargebiet bestimmte Personengruppen, die am 13. Januar anderweitig in Anspruch genommen sind, schon am 7 und 8. Januar abstimmen. Unser Bild zeigt, wie ein Polizeibeamter in Saarbrücken seinen Wahlschein in verschlossenem Briefumschlag dem Wahlvorstand übergibt. Man rechnet mit dem Eintreffen der ersten auswärtigen Urnen etwa um 10 Uhr abends, der letzten zwischen 2 und 6 Uhr nachts. In der Wartburg werden die Urnen wiederum von einer besonderen Kommission empfangen, die sich gleichfalls aus Neutralen und Vertretern der beteiligten Parteien zusammensetzt. Auch hier sind erneut Transportbescheinigungen auszufüllen. Für die Stimmenzahlung selbst, die am nächsten Morgen um 9 Uhr beginnt, hat man ein ganz besonderes System ausgeklügelt, um auf jeden Fall Unrichtigkeiten bei der Zählung zu vermeiden. 300 neutrale Stimmzähler werden angestellt, die in 60 Gruppen zu je fünf Mann ununterbrochen zählen. Sie werden von den etwa 25 stellvertretenden Kreisinspektoren(den lokalen Abstimmungskommissaren) kontrolliert werden, diese wiederum von den acht Kreisinspektoren und die letztere Kategorie schließlich von der Abstimmungskommission selbst. Alle strittigen Fragen werden von der Abstimmungskommission entschieden. Zunächst werden die in den einzelnen Urnen vorhandenen, in Briefumschlägen befindlichen Stimmscheine verschlossen gezählt, um lediglich festzustellen, ob die in den einzelnen Urnen befindliche Zahl mit dem angefertigten Wahlprotokoll übereinstimmt. Sodann werden die Urnen nach Bürgermeistereien, zusommengeschüttet. Ein riesiger Behälter muß sämtliche Stimmen der 141 Wahllokale der Stadt Saarbrücken aufnehmen. Anschließend werden die Umschlägeggöffnet und nach den drei im Vertrage vorgesehenen Möglichkeiten und ferner nach ungültigen Stimmen sortiert, um sadann zweimal durchgezählt zu werden. Das Ergebnis jeder beendeten Zählung einer Bürgermeisterei wird auf einem vorgedruckten Formular registriert und der Abstimmungskommission zur Kenntnis gebracht. Allen beteiligten Personen ist es strengstens verboten, die aus dem Saal und dem Restaurant bestehenden Räumlichkeiten vor der Bekanntgabe des Wahlergebnisses zu verlassen. Ebenso ist es ihnen untersagt, sich irgendwie über Einzelergebnisse unter sich zu unterhalten. Man hofft, das Wahlergebnis in den späten Abendstunden des Montags, etwa um 11 Uhr, gleichzeitig in Genf und Saarbrücken veröffentlichen zu können. Nach Abschluß der Zäblung werden die Wahlzettel in 88 bereitstehenden Holzkisten verpackt, um nach Genf geschafft zu werden. Zur Zählung der Stimmen sind Abordnungen der französischen und der englischen Regierung, ferner die Vertreter des Völkerbundes, der Regierungskommission, des Obersten Abstimmungsgerichtes, der Kreisgerichte, des internationalen Truppenkommandos, die auswärtigen Konsuln eingeladen. Auch Vertreter der politischen Parteien des Saargebietes werden eingeladen, dem Akt der Stimmenzählung beizuwohnen. Vermeidet Willensäußerungen im Wahllokal! Anschließend wurde eine Reihe von Fragen gestellt. Auf die Frage nach den berühmten schwarzen Bleistiften ließ sich Herr de Jonge mit der unbestimmten Antwort hören, daß man nicht zu formalistise verfahren wollte Eine klare Erklärung war auch darüber nicht exhältlich, ob die auch nur angedeutete Anwendung des Deutschen Grußes die Stimme ungültig machte: jedoch wurde anerkannt, daß Willensäußerungen, wenn der Wahlzettel des Betreffenden bereits in der Urne läge, keine Ungültigmachung nach sich ziehen könnten. Die Mitglieder der Kommission betonten mit großem Nachdruck, daß es jedenfalls für jeden Abstimmungsberechtigten dringend empfehlenswert sei, sich jeder Willensäußerung über seine Stimmabgabe zu enthalten. Begeisierter Empfang der AmerikaSaarländer in Saarbrücken dnb Saarbrücken, 8. Januar. Dienstag nachmittag gegen 2 Uhr traf der Sonderzug aus Berlin mit den abstimmungsberechtigten Amerika=Deutschen in Saarbrücken ein. Zum Empfang hatte sich vor dem Bahnhof eine riesige Menschenmenge eingefunden, die die Deutschamerikaner mit großer Begeisterung begrüßte. Die Ankommenden wurden zunächst in ein Café gebracht, wo sie verpflegt wurden. Die Bevölkerung sang spontan das Deutschland= und das Horst=Wessel=Lied und brach immer wieder in Heilrufe auf Deutschland und den Führer aus. Die setzte ein Ueberfallkommando ein und versuchte die Menge zu zerstreuen. Es bildete sich ein die ganze Bahnhofstraße füllender Demonstrationszug, der die Polizeikette einfach überrannfe und unter Absingung des Deutschlandliedes, des HorstWessel=Liedes und des Saarliedes und unter immer erneuten Heilrufen auf Deutschland und den Führer fast eine Stunde lang die Straßen der Stodt durchzog. Emigrantenpolizei verprügelt Bevölkerung Als die große Menschenmenge den Bahnhofsvorplatz und die Bahnhofstraße füllte, um die Deutschamerikaner zu erwarten, forderte ein Beamter der französischen Bergwerksdirektion die auf der Treppe stehenden Menschen auf, die Stufen zu verlassen. Die Menge tat das widerspruchslos und grüßte dabei mit Heil Hitler. Daraushin machte der Beamte eine beleidigende gemeine Geste. Im gleichen Augenblick gab der vertragswidrigerweise mit der Führung des am Bahnhof anwesenden Ueberfallkommandos beauftragte Emigrant Hauptwachtmeister Grumbach das Kommando:„Los mit den Gummiknüppeln, auch auf die Sanitäter!“ Daraufhin schlugen die Angehörigen des Ueberfallkommandos, besonders der Emigrant Grumbach, mit ihren Gummiknüppeln auf die Bevölkerung ein. Zwei Sanitäter wurden von der Polizei zusammengeschlagen. Als schließlich ein ausländischer Polizeioffizier erschien und feststellen mußte, daß nicht der geringste Grund zu einem Einschreiten vorlag, ließ Grumbach durch ein Pfeifensignal das Ueberfallkommando zurückziehen. Die Menschenmenge, die sich außerordentlich diszipliniert verhielt, gab ihrer Empörung durch das Absingen von deutschen Liedern Ausdruck und zog dann durch die e Bahnhofstraße ab. Tote, 56 SchwerUnd Ses bei dem schweren Eisenbahnunglück in Sowjetrußland Leningrad, 8. Januar. Nach amtlichen Mitteilungen sind bei dem Eisenbahnunglück auf der sogenannten Oktober=Bahn 17 Personen auf der Stelle zu Tode gekommen. Sechs Schwerverletzte starben im Krankenhaus. Die Gesamtzahl der Toten beträgt somit 23. 56 Personen liegen im Krankenhaus schwerverletzt. 23 Personen haben leichtere Verletzungen erlitten. Das Unglück ist darauf zurückzuführen, daß der Führer des einen Schnellzuges das Haltesignal nicht beachtet hat, sondern mit unverminderter Geschwindigkeit auf den wegen eines geplatzten Schienenstranges haltenden anderen Schnellzug auffuhr.(Siehe auch die Meldung an anderer Stelle.) Indisches Militärflugzeug stürzt ul marscherende Trupe Elf Tote, zahlreiche Verletzte dnb London, 8. Januar. Wie aus Karachi gemeldet wird, ist am Dienstag ein indisches Militärflugzeug am Flusse Hab in der Nähe von Karachi schwer verunglückt; elfindische Soldeter büßten ihr Leben ein. Das Unglück geschah. als die Maschine zu Manöverzwecken einen Scheinangriff auf eine marschierende Truppe unternahm, plötzlich aber nicht mehr die Höhe gewinnen konnte, so daß sie kopfüber in die Abteilung eines indischen Regimentes stürzte. Die Folgen waren entsetzlich. Elf indische Soldaten waren auf der Stelle tot und eine größere Anzahl erlitt mehr oder weniger schwere Verletzungen. Die Bemannung des Flugzeuges, ebenfalls Inder, kamen mit leichten Verletzungen davon. Heute Rede des Sarbevolmnächtigten Uebertragung auf alle deutschen Sender. dub Neustadt a. d.., 8. Januar. Der Saarbevollmächtigte des Führers, Gauleiter Bürckel, spricht am Mittwoch abend 8 Uhr in einer öffentlichen Kundgebung in der Fruchthalle zu Kaiserslautern von den Vertretern der in= und ausländischen Presse über das Thema:„Am 13. Januar: frei zur Verständigung.“ Die Rede wird auf alle deutschen Sender übertragen. Seite 2 Nr. 7, Bochumer Anzeiger Mitiwoch, 9. Januar 1935 Die Nustungefrage nn Millelpunkt Auch bei den römischen Besprechungen— Neue amtliche Mitteilungen Die Londoner Presse erwartet einen Schritt Englands dnb Rom, 8. Januar. Ueber die am Montag von Laval und Mussolini unterzeichneten italienisch=französischen Vereinbarungen ist Dienstag abend 9 Uhr eine ausführliche amtliche Mitteilung ausgegeben worden. In der Einleitung wird gesagt:„Der italienische Regierungschef und der französische Außenminister haben einen Vertrag zwischen Italien und Frankreich zur Regelung ihrer Interessen in Afrika, ferner einige Protokolle über die Fragen, die die beiden Regierungen interessieren, unterzeichnet und haben schließlich ihre Uebereinstimmung in bestimmten Fragen festgestellt.“ Die Inhaltsangaben betreffen sechs verschiedene Punkte, nämlich Oesterreich und das Donauproblem, Abmachungen über Libyen und Eritrea, die Tunis=Konvention, über wirtschaftliche Interessen in den Kolonien, das Rüstungsproblem und die Schlußerklärung. In der amtlichen Mitteilung heißt es zur Rüftungsfrage wie folgt: „Die italienische Regierung und die französische Regierung nehmen Bezug auf die Gleichberechtigungserklärung vom 11. Dezember 1932 und stimmen in dem Anerkenntnis überein, daß kein Land durch einseitige Aktionen die Rüstungen betreffende Verpflichtungen abändern kann und daß für den Fall, daß eine solche Cventualität eintreten sollte, sie sich konsultieren(beraten) werden.“ Zum Oesterreich= und Donau=problem wird ausgeführt:„Die beiden Regierungen erklären ihre Uebereinstimmung, den meisten interessierten Staaten den Abschluß eines Nichteinmischungsvertrages in die gegenseitigen inneren Angelegenheiten und die gegenseitige Verpflichtung zu empfehlen, keine Aktion hervorzurufen noch zu begünstigen, die zum Zwecke hat, mit Gewalt die territoriale Unversehrtheit und das politische oder soziale Regime eines der Teilnehmerstaaten anzutasten.“ Der Vertrag, um den es sich handelt, soll zunächst zwischen Italien, Deutschland, Ungarn, der Tschechoslowakei, Südslawien und Oesterreich abgeschlossen werden, d. h. zwischen allen Nachbarstaaten Oesterreichs und Oesterreich selbst, und dem Beitrittt Frankreichs, Polens und Rumäniens offen sein, so daß er sich schließlich auf die Nachbarstaaten und Nachfolgestaaten sowie auf Oesterreich und Frankreich ausdehnen würde. Ferner kommen die italienische und französische Regierung in Erwägung der Notwendigkeit, die Unabhängigkeit und Unversehrtheit Oesterreichs aufrechtzuerhalten, schon jetzt überein, daß im Falle, wo diese Unabhängigkeit und Unversehrtheit bedroht wäre, die beiden Regierungen sich untereinander und mit Oesterreich über die zu treffenden Maßnahmen konsultieren. Diese Konsultation würde später von Italien und Frankreich auf die übrigen Staaten ausgedehnt, um ihre Mitwirkung sicherzustellen. Aus der amtlichen Mitteilung über die italienischfranzösischen Kolonial=Abmachungen ist hervorzuheben, daß Frankreich an Italien südlich von Libyen ein Gebiet von 114000 Qua dratkilometer abtritt. Ueber die Schlußerklärung wird in der Mitteilung ausgeführt:„Der italienische Regierungschef und der französische Außenminister haben eine Erklärung allgemeinen Charakters unterzeichnet, mit der aktenmäßig festgestellt wird, daß die zwischen den beiden Ländern schwebenden Hauptfragen liquidiert sind, und der Vorsatz der beiden Regierungen ausgesprochen wird, die traditionelle Freundschaft, die die beiden Nationen verbindet, zu entwickeln und in dem Geiste gegenseitigen Vertrauens an dem Werk des Wiederaufbaues zusammenzuarbeiten. Außerdem wird darin festgelegt, daß die beiden Regierungen untereinander alle Konsultationen vornehmen werden, die die Umstände erfordern sollten.“ * Die vorstehende amtliche Mitteilung hat die Frage geklärt, ob in Rom auch über die Rüstungsfrage gesprochen worden ist. Die französischen Blätter, die das am Montag abend behaupteten, hatten recht, und das „halbe Dementi“, das der französische Außenminister Laval in der Nacht zu Dienstag durch Havas verbreiten ließ, hat sich als nicht stichhaltig erwiesen. Wir hatten uns auch schon vorher nicht von unserer Auffassung abbringen lassen, daß tatsächlich innerhalb der römischen Verhandlungen die Rüstungsfrage einen bedeutenden Raum eingenommen hat Die gleiche Ansicht vertrat schon am Dienstag die gesamte englische Presse So gab die Londoner„Times“ der Hoffnung Ausdruck, daß die römischen Abmachungen der„Auftakt zu einer erheblich weiter greifenden Regelung würden, die auch die dornige Frage der deutschen Gleichberechtigung einschließe". Diese Hoffnung wird in der gesamten englischen Presse geteilt, die sich damit der amtlichen Auffassung anschließt, wonach ein Abrüstungsabkommen den Pakt von Rom krönen müsse, weil es die letzte noch ausstehende Vorbedingung für eine europäische Befriedung, nämlich eine Verständigung zwischen Frankreich und Deutschland, erfüllen werde. Man ist der Auffassung, daß nunmehr Frankreich, nachdem der Rätebund in den Völkerbund eingetreten, die österreichische Frage geregelt und zwischen Frankreich und Italien die Annäherung durchgeführt sei, das nötige Maß von„Sicherheit“ besitze, um die deutschen Forderungen nach Wregrrercheegung, enbch=gauen###lbngen. Die deutGleichberechtigung endlich erfüllen zu können. sche Forderung wird zweifellos den Mittelpunkt der Besprechungen bei dem Londoner Besuch Flandins und Lavals bilden, der noch in diesem Monat erfolgen soll. Die morgige englische Kabinettssitzung wird die Möglichkeiten beraten, wie die Abrüstungskonferenz wieder belebt werden kann. England ist nach seinen Erfolgen die es in Genf durch seine Initiative in dem südslawisch=ungarischen Streit und in der Saarfrage erzielte, entschlossen, auch in der Abrüstungsfrage einen entscheidenden Schritt zu tun. Soweit die englischen Gedankengänge. Deutscherseits wartet man ab. Laval von Rom abgereist dub Rom, 8. Januar. Der französische Außenminister Laval ist am Dienstag mittag nach Paris abgereist. Zu seiner Verabschiedung hatten sich u. a. Mussolini und Staatssekretär Suvich eingesunden. Ver dem Bahnhofsgebäude hatte sich eine große Menschenmenge versammelt, die Laval und Mussolini herzlich begrüßte. Zwot Gebon für Saurabstnnungrrerechngte 1. 3. 4. 5. 6. 8. 9. 10. Jede politische Meinungsäußerung im führt unnachsichtlich zum Stimmverlust. Auch der Deutsche Gruß, ja sogar das Erheben des rechten Armes gilt als verbotene politische Meinungsäußerung. Trage auch keinerlei Abzeichen oder Plaketten im Abstimmungslokal. Sprich am besten kein Wort im Wahllokal. Beantworte nur die Fragen der Mitglieder des Wahlbüros. Vermeide auch hierbei jede politische Aeußerung. Halte dich, bis du zum Wählen drankommst, nur in dem Teil des Abstimmungslokales auf, der ausdrücklich als Warteraum gekennzeichnet ist. Füge dich widerspruchslos allen Anordnungen des Vorsitzenden des Wahlbüros, auch wenn du sie nicht begreifst. Beginne keine Polemik. Fülle deinen Stimmzettel nur in der Isolierzelle aus. Zeichne dein Kreuz in den entsprechenden Kreis des Stimmzettels nur mit einem schwarzschreiben den Bleistift ein, da jedes andere Schreibzeug, auch Tinte, Buntstift oder Kopierstift, deine Stimme ungültig macht. Verlasse die Isolierzelle nicht eher, bis du den Stimmzettel ungefaltet in den Umschlag gesteckt und diesen verschlossen hast. Sprich mit niemandem mehr im Wahllokal, wenn du deinen Stimmzettel erhalten hast: sprich auch mit niemandem, bevor du nicht das Wahllokal verlassen hast. Wahllokal 11. Enthalte dich auch nach Abgabe deines Stimmzettels jeder politischen Meinungsäußerung durch Wort oder Gruß, bevor du nicht das Wahllokal verlassen hast. 12. Präge dir diese Vorschriften gründlich ein, befolge sie auf das genaueste, sorge dafür, daß deine Stimme nicht ungültig wird. So stimmt der Deutsche an der Saar Der Abstimmungsberechtigte macht ein Kreuz(X) in die weiße Kreisfläche des seiner Wahl entsprechenden Feides. bei der Millionenauftrag für die Saarwirtschaft dnb Berlin, 8. Januar. Wie der Angriff“ meldet, wird das Saargebiet als wirtschaftlichen Empfangsgruß des Gaues MainFranken auf Anregung von Gauleiter Dr. Helmuth einen Lieferungsauftrag über 7500 Tonnen Wasserleitungsrohre im Werte von einer Million Mark erhalten. Die Wasserleitungsrohre werden den Entwässerungsarbeiten in den Hochmooren Rhön Verwendung finden. Flucht aus den französischen Domanialschulen dnb Saarbrücken, 8. Januar. Ueberall im Saargebiet hat eine Flucht aus den französischen Schulen eingesetzt. In Louisenthal, Klarenthal und Sulzbach haben sämtliche deutschen Kinder die Domanialschulen verlassen und sie den Kindern von Emigranten und Franzosen überlassen. Auch in zahlreichen anderen Orten haben deutsche Bergleute ihre Kinder aus den Schulen herausgenommen. Im Wieersprach un den Satsachen Eine Rede des litauischen Außenministers Großer paßfälscher=prozeß vor dem Volksgerichtshof— Sieben kommunistische Paßfälscher angeklagt dnb Berlin, 8. Januar. Nach zweimaliger Vertagung begann am Dienstag vor dem zweiten Senat des Volksgerichtshofes der mit Spannung erwartete Prozeß gegen die sieben Mitglieder und Mitarbeiter der großen kommunistischen Paßfälscherzentrale Deutschlands, die seit 1918 in größtem Umfange ihr dunkles politisches Handwerk ausgeübt und zahlreichen strafrechtlich verfolgten kriminellen und politischen Verbrechern aus den Reihen der KPD. zur Flucht über die Grenze durch Ausstellung falscher Ausweispapiere verholfen hat. Als die Paßfälscherzentrale im November 1932 in ihren damaligen Geschäftsräumen in der Kaiserallee im Berliner Westen ausgehoben wurde, fand die Polizei ein riesiges Lager aller möglichen Fälscherwerkzeuge und Urkunden. Es wurden damals beschlagnahmt 2109 Stempel, 35 Pässe, 680 lose Paßblätter, 807 Paßphotographien, 300 Urkunden, 757 Gebührenmarken, 57 Steuermarken, 72 Quittungskarten, 30 Arbeitsbücher und Arbeitsbescheinigungen, 165 Zeugnisse, 700 polizeiliche Formulare und 650 Briefbogen verschiedenster Firmen. Die Aushebung des Büros bedeutete zwar einen schweren Schlag für die Organisation, doch noch keine Vernichtung, denn das Fälscherhandwerk wurde nun im geheimen in den verschiedensten Räumen weiter betrieben, bis das verbrecherische Treiben nach der nationalen Erhebung im Mai 1933 endgültig unterbunden erve„. Wasschergrsanffstion bahAls Mitglieder dieser Falscherorganisanion gaben sich jetzt vor dem Volksgerichtshof fünf Männer verantworten. Mitangeklagt sind zwei Helfetei dnb Kowno, 8. Januar. Auf dem all=litauischen Kongreß der Regierungsparhielt Außenminister Lozoraitis eine Rede über Litauens Beziehungen zu den anderen Staaten. Er hob die Bedeutung des im vorigen Jahre geschlossenen Bundes der drei baltischen Staaten hervor. Freundschaftliche Beziehungen beständen zwischen Litauen und der Sowjetunion. Besondere Bedeutung komme den Beziehungen Litauens zu Deutschland und Polen zu. Mit Polen beständen keine diplomatischen Beziehungen. Litauen könne nicht vergessen, daß Polen ihm in einer seiner schwersten Stunden das Wilnagebiet entrissen habe. Die Beziehungen Litauens zu Deutschland seien in ein Stadium getreten, das Litauen niemals gewünscht habe. Die normale Durchführung des internationalen Memelstatuts werde gestört. Herr Lozoraitis rief sodann die Autorität der Gerechtigkeit und der Moral für die litauische Sache an und stellte, auf das Memelgebiet zu sprechen kommend, fest, daß Litauen als Signatarmacht der Memelkonvention seine Unterschrift in gleicher Weise wie die anderen Signatarmächte respektierte. Litauen sei weit davon entfernt, mit dem Deutschtum zu kämpfen. Es lasse aber nicht zu, daß die Mehrheit der Einwohner, die Litauer seien, wegen ihres Litauertums terrorisiert würden, und es lasse nicht zu, daß sie entlitauisiert und die Autonomie verletzt werden. Die Rede des litauischen Außenministers läßt in sehr bedauerlicher Weise erkennen, wie wenig die litauische Regierung den einwandfrei deutschstämmigen Charakter des Memelgebietes anzuerkennen bereit ist, wie wenig sie geneigt ist, die Bestimmungen des Memelstatuts in loyaler Weise zu erfüllen. In einem Augenblick, in dem alle im Statut garantierten Rechte der Memelländer Tag für Tag aufs schwerste willkürlich verletzt werden, spricht der litauische Außenminister von Moral und Gerechtigkeit. Wenn die Mehrheit der Einwohner des Memelgebietes als litauisch bezeichnet wird, so genügt es, auf die Ergebnisse der letzten Wahlen hinzuweisen, die von 29 Abgeordneten nur fünf litauische Abgeordnete in den Landtag brachten, sowie auf die Haltung des Landtages gegenüber dem von dem litauischen Gouverneur eingesetzten gesetzwidrigen Direktorium. Es ist befremdlich, daß die Signatarmächte, die jede für sich durch Unterschrift der Memelkonvention die Autonomie des Memelgebietes garantiert haben, nicht imstande sind, in diesem Gebiete praktische Friedensarbeit zu leisten, indem sie die loyale Innehaltung der Konvention durch Litauen sicherstellen. zu die weniger belastet sind des Verhandlungsbeginns rinnen zur Zeit befinden. Die Verhandlung, zu sind, wird voraussichtlich und sich daher auf freiem Fuß der etwa 30 Zeugen geladen drei Tage dauern. Reichsjustizminister Dr. Gürtner übernahm am Dienstag mittag bei einem feierlichen Staatsakt im Gebäude des ehemaligen badischen Landtages in Karlsruhe die badische Justizverwaltung auf das Reich. In Oberösterreich wurde eine starke kommunistische Zellenorganisation aufgedeckt. 60 Kommunisten wurden verhaftet. Im Lande Salzburg wurden 52 Angestellte der österreichischen Bundesbahnen wegen kommunistischer Parteitätigkeit fristlos entlassen. Janzelildter Rit Einer Fersonatkelt Rarald Kreutzbergs Galtlpiel im Stadttheater Die Fähigkeit, einen Abend des Bühnentanzes allein zu bestreiten und unvermindert wirksam zu tragen, beruht weniger auf der Ueberwindung technischer Anforderungen und körperlicher Inanspruchnahme— nur die starke und in der gesamten künstlerischen Gebärde überzeugend schöpferische Persönlichkeit vermag ein vielgestaltiges Programm mit den Ausdrucksformen des einen Körpers so zu durchdringen, daß die Spannung des Erlebnisses nicht nachläßt. Wir haben das erfahren in der großen und weiten Geste, mit der Mary Wigman das Pathos ihres monumentalen Ausdruckswillens zu gestalten sich bestrebt, wir ließen es jetzt auf uns wirken in der betont reicheren Ausdrucksvielheit der Formen, die Harald Kreutzberg zur Veranschaulichung seiner Ideen heranzieht.„I. Jarah, Santsgfanbe Bi#. Es ist überraschend, wie gerabe Deurschlanos, vielleicht auch der Welt bester männlicher Tänzer dem Bewegungsablauf seiner tänzerischen Darstellung eine erheblich mannigfaltigere Formenskala zugrunde legt, die große Linie detailliert und die Idee in der technischen Veranschaulichung zergliedert, während unsere bedeutendste weibliche Kraft vorwiegend vom großen Ausdruckswillen und ihre tänzerische Deutung von der weitbogigen Spannung einer ins Heroische gerichteten Geste beherrscht wird. Der Unterschied einförmig und vielgestaltig wäre bei diesen prominenten Tänzern zu weit gezogen. Dafür ist auch die Wigman ein zu ursprüngliches Temperament und Talent, das nicht an die Schwierigkeit der Technik gebunden ist. Aber es mag so sein, daß sich dennoch in dem Formenreichtum — dessen Gegenteil bei der Wigman bewußt erstrebt ist und nicht etwa einem Mangel an Wandlungsfähigkeit entspringt— die stärkere Begabung und elementare tanzerische Eignung ankündigt. In der Wirkung behauptet sich fraglos die„farbigere" Ausdeutung wesentlicher, und der stärkere Eindruck ist in diesem Falle deswegen künstlerischen Gesetzen entsprechend, weil bei dem hervorragenden, schöpferisch hinreißenden Tänzer Kreutzberg die Ueberlegenheit technischer Verwirklichung in jeder Einzelheit der Versinnbildlichung des Gedankens dient und nie ins rein Spielerische, geschweige denn Artistische sich verliert...1 Das ist überhaupt dieses Künstlers einzigartige Ueb Ausdruckssprache des Körvers. Und so beantwortet sich die Frage nach dem„Stil“, nach der Richtung, die Kreutzberg vertritt, von selbst. Ihm ergibt sich das Charakteristische seiner tänzerischen Zeichnung aus der schaffenden Kraft einer ausgepragten Persönlichkeit, die mit der Idee des Tanzbildes auch die künstlerisch vollwertige und ausdrucksmäßig gültige Darstellung im aleichen schöpferischen Akt hervorbringt. Und aus der aens ealbe serhicher Täaskeie die hr ieder Rlage gesunde Temverament einer überragend großen tänzerischen Persönlichkeit verrät. Die spricht aus dem mannigfaltigen und doch künstlerisch gebundenen Tanzprogramm, aus dem kultivierten Geschmack der Kostüme und nicht zuletzt aus der Wahl eines Bealeiters und Komnonisten,, wie es der junge Friedrich Wilckens ist. Ein Musiker von hohen Gnaden, in seinen eigenen Schöpfungen ein Künstler von Graße Begeisterung herrschte in dem stark besuchten Hause. Immer wieder erzwang sich stürmischer, endloser Deifall Zugabe um Zugabe. Der jubelnde Applaus entsprach der Qualität dieses„Meisterabends". Schwermann. drucksmöglichkeit werden darf. Wie könnte man sonst bei einem so feierlichen Vorwurf wie dem„Königstanz“, wie könnte man selbst in einem sakralen Milieu wie der Verkündigung eine aus ruhigem, heiligem Fluß in ein seltsam lebendiges, verzweigtes Linienspiel überführte Auslegung als gegeben und sogar wie in dem personifizierten Engel als eine bezwingende Offenbarung hinnehmen! Kreutzberg darf von der grausigen Dämonie des Henker=Tanzes hinweg seine Eulenspiegelei bis an die Grenze der spontan belachten Groteske treiben, es bleibt doch eine Studie von stärkster Vitalität, von ernsthaftem Kunstwillen, trotz aller skurrilen Einfälle, deren vergeistigter Humor über die schillernde Exotik des Zeremonienmeisters hinweg in dem erschütternden Maskenbild des Hofnarren in eine Tragik unheimlicher Größe umgewandelt ist. In allen Darbietungen auf einer technisch unerhört vervollkommneten Grundlage die gleich überzeugende, intensive Gestaltungskraft. Man hat Kreutzberg den männlichsten Tänzer genannt. Man darf ihn ob seiner kraftvoll gespannten, männlich beherrschten Haltung so bezeichnen und wundert sich um so mehr, wenn er einer weichen MozartLinie allen Adel zuchtvollster Anmut, einem Brahms die gedämpfte Melancholie der Stimmung, den rein mustDeutsche Maserei um das Jahr 1000 Ein Vortrag von Prof. Dr. Förster(Köln) im Kunstverein. Mit einem Vortrag des Kölner Museumsdirektors Prof. Dr. Förster über den künstlerischen Reichtum der deutschen Kaiserzeit unter dem Zepter der Karolinger und Sachsen leitete der Kunstverein seine diesjährige Vortragstätigkeit ein. Die Ausführungen, denen Stadtrat Stumpf ein kurzes Gelejtwort über die Absichten des Kunstvereins und den planmazigen Aufbau seiner Arbeit vorausschickte, zeigten an Hand eines reichen Lichtbildmaterials, auf welch überraschend hoher Stufe das vornehmlich aus religiöser Haltung erwachsene Kunstleben der Zeit um 1000 stand. Es waren in erster Linie die Klöster, in denen nicht nur das wissenschaftliche, sondern auch das künstlerische Erbe der Antike bewahrt und in der christlich=katholischen Linie weiterentwickelt wurde. So besitzen wir in den liebevollen Abschriften und Bebilderungen der Evangelien, die von Mönchen des Klosters Reichenau angefertigt wurden, wertvolle Kulturdokumente, die uns unter dem Namen des Coder Eaberti, des Ottonischen Evangelienbuches und der für bestimmte Gattesdienste vorgeschriebenen Evangelien= und Epistelabschnitte, der sogenannten Perikoven, bekannt und zugänglich sind. Die Malereien scheinen dem modernen Auge zwar primitiv in Zeichnung und Komposition(leider lassen sich in dem angewandten lichtbildnerischen Verfahren die Farben nicht wiedergeben), erschließen aber ihren tiefen, Mietänderungsanzeigen für die Einheitsbewertung 1935. dub Berlin, 8. Januar. Das Reichsfinanzministerium teilt mit: Für die Zwecke der Einheitsbewertung 1935 hatten die Hausbesitzer im Oktober 1934 eine Hausliste bzw. eine Mietnachweisung auszufullen, in der die einzelnen Mieter ihres Hauses und die Jahresrohmieten anzugeben waren. Da der Stichtag für die Bewertung der 1. Januar 1935 ist, müssen alle Aenderungen in den Bewertungsgrundlagen(z. B. der Jahresrohmiete, in der Größe des Grundstücks infolge Teilverkaufs oder=zukaufs, im Eigentum am Grundstück), die bis zum 1. Januar 1935 eingetreten sind, dem Finanzamt unverzüglich mitgeteilt werden. Diese Anzeigen sind an das Finanzamt zu richten, in dessen Bezirk der Grundbesitz gelegen ist. Soweit die Mitteilungen noch nicht gemacht sind, müssen sie unverzüglich nachgeholt werden Die Abgabe der Erklärungen kann durch Ordnungsstrafen erzwungen werden. Der ungarische Ackerbauminister Kallay hat seinen Rücktritt angeboten. Die Entscheidung über die Neubesetzung des Postens wird am Mittwoch fallen. wesenhaft erfühlten Sinn in der gleichen herben und großartigen Weise wie Plastiken und Malwerke der uns ebenfalls zeitlich weit entrückten und nicht lediglich mit ästhetischen Maßstäben zu wertenden gotischen Frühzeit. Der Vortragende, der bei seinen Zuhorern reichen Beifall erntete, gab ein wissenschaftlich unanfechtbares und lebensvolles Bild dieser alten Mönchskultur und ihrer Auswirkungen auf die kirchenkünstlerische Entwicklung der abendländischen Welt. 6. Hans Leibelt— Staattschauspieler. Hans Leihelt, der in der Silvester=Premiere des Staatlichen Schauspielhauses in Shaws„Pygmalion" sowohl als Regisseur wie auch als Darsteller Hervorragendes geleistet hat, wurde von Ministerpräsident Göring zum Staatsschauspieler ernannt. Staatsschauspieler Hartmann kommt nach Berlin. Wie amtlich mitgeteilt wird, hat die Verwaltung des Burgtheaters in Wien den Vertrag mit dem Burgschauspieler Paul Hartmann in beiderseitigem Einverständnis gelöst. Hartmann, der. wie erinnerlich, vor einiger Zeit vom Ministerpräsidenten Göring zum Staatsschauspieler ernannt worden ist, geht nach Berlin. Breslauer Gastkonzert der Berliner Philharmoniker. Der Hamburger Generalmusikdirektor Eugen Jochum wird am 15. Januar in Breslau ein Gastkonzert des Berliner Philharmonischen Orchesters dirigieren. Es ist die erste Konzertreise, die die Philharmoniker ohne Furtwängler unternehmen. Hauptschriftleiter: Dr. Paul Dierichs Stellvertreter: Hans Schulte. Verantwortlich für Politik: Rudolf Roest, Kommunalpolttik und Nachbargebiet; Adolf Peodingdaus, Lokales: Hans Schulte. Kunst u. Unterhaltung: hr. emi Strodthof!, Wirtschaft: Frie#esazen; Svort: Hans Hornbera, Gerichtsdienst und Mar Flegel. Anzeigen: Kurt Scholz. sämtlich in Berliner Redaktion: Michael Haupt,, Wilhelmstraße 98. Anruf: Jäger 4115 und Karlsborst 1340. Berliner Anzeigenvertretung:„F. W. Pempe BerlinCdarlottenburg, Udlandstraße 194, Anrut I. 1. Steinplatz 6813. Verlaa und Druck: Lauvenmühlen# Pierichs in Bochum. Ruf 67551, 52, 53.— DA. XII. 34: 24 450. Sprechstunden der Redaktion 16—17 Uhr(anßer Samstags). Für rnverlangte Einsendungen keine Haltptlicht Rücksendung nur dei Rückporto Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten Seite 3 Nr. 7 7 Bochumer Anzeiger„ Mittwoch, 9. Januar 1933 Bochumer Nachrichten Jetzt ist der Winter doch noch da! Jetzt ist der Winter doch noch da, obwohl's bislang so mild, nach dem, was gestern früh ich sah und was auch zeigt dies Bild! Ich sah aus meinem Fenster raus— das tu' ich dann und wann— und plötzlich rief erstaunt ich aus: „Da hängt ja Eis daran!“ Man glaubte es wohl kaum mehr noch, daß Eis und Schnee es gibt. Und jetzt, jetzt kommt der Winter doch: grad', wie es ihm beliebt! Bringt Kälte her uns und auch Eis, und schließlich auch noch Schnee. Ich bin gespannt schon drauf! Wer weiß, was morgen früh ich seh'! Flax. Ruhrwasser fällt Das Ruhrwasser, das in den ersten Tagen des Januar den Leinpfad bis zu den angrenzenden Weiden überflutet hatte, geht langsam, aber stetig zurück. Der Fußweg ist nur noch stellenweise vom Wasser bedeckt, so unterhalb der Fähre bei Diergardt. In den zahlreichen Pfützen bemerkt man hier und da verendete Vsche. Betriebsordnungen unverzüglich einreichen! Berumsfung von Mipstanden in Wennungecesen Die baupolizeilichen Aufgaben im rheinisch=westfälischen Industriegebiet Vom Verbandspräsidenten des Siedlungsverbandes Ruhrkohlenbezirk geht uns eine längere Abhandlung zu, aus der hier das Wesentliche entnommen ist: Niemand wird bestreiten, daß das Bauwesen im rheinisch=westfälischen Industriegebiet einen unerfreulichen Zustand aufweist, der als eine Folge der fast schrankenlosen Baufreiheit einer verflossenen liberalistischen Aera anzusehen ist. Gewiß hatte in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts hier eine nur schwer zu meisternde Entwicklung eingesetzt, die in Deutschland fast beispiellos war und wohl nur mit amerikanischen Verhältnissen verglichen werden kann. Fast zu spät wurde erkannt, daß diese Entwicklung, namentlich auf dem Gebiete des Siedlungs= und Verkehrswesens, eine großzügige, planmäßige Gestaltung erforderte. Diese Erkenntnis wurde in unserem Gebiet durch das Gesetz vom 5. Mai 1920 über die Schaffung des Siedlungsverbandes Ruhrkohlenbezirk in die Tat umgesetzt. Durch dieses Gesetz erhielt der Verbandspräsident in Essen an Stelle der das Verbandsgebiet bis dahin betreuenden drei Regierungen Dusseldorf, Münster und Arnsberg neben anderen Aufgaben die Aufsicht über das gesamte Baupolizeiwesen des Gebiets und damit die Möglichkeit, die Bautätigkeit einheitlich zu überwachen, zu regeln und zu fördern. Als wichtigste rechtliche und technische Grundlage für diese Aufgabe erließ der Verhandspräsident 1927 in Anlehnung an die Preußische Mustereinheitsbauordnung eine für das gesamte Gebiet geltende Baupolizeiverordnung, die in ihrer neuen Fassung vom 4. April 1930 heute das Grundgesetz des Bauens im Verbandsgebiet bildet. Bis dahin hatten die rasche Bevölkerungszunahme und die steigenden Bodenpreise zu einer Zusammenballung von Wohnstätten und einer derartig übermäßigen Ausnutzung der Grundstücke zu Wohnzwecken geführt, daß vielfach ungesunde Wohnverhältnisse entstanden waren. Die eingetretenen Mißstände zu beseitigen, ist eine Aufgabe, die nur in Menschenaltern planmäßig gelöst werden kann. Den Baupolizeibehörden liegt es in erster Linie ob, hierbei richtunggebend tätig zu sein. Naturgemäß konnte das Verbandspräsidium als verantwortliche baupolizeiliche Aufsichtsbehörde den Hebel zur Besserung zuerst bei den Baupolizeibeamten ansetzen. Nachdem im vergangenen Jahre eine erhöhte Revisionstätigkeit in zahlreichen Städten, Kreisen und Aemtern des Verbandsgebietes stattgefunden hatte, wobei im wesentlichen erkannt worden war, wo die Schwächen der baupolizeilichen Tätigkeit zu suchen sind, berief der Verbandspräsident kurz vor den Feiertagen eine Tagung sämtlicher leitenden Baupolizeibeamten nach Essen ein, die die stattliche Teilnehmerzahl von rund 200 Fachbeamten aufwies. (Ueber diese Tagung hat der„B..“ seinerzeit kurz berichtet. Es wurden mehrere Vorträge gehalten, deren Kernpunkte wir wiedergaben. Schriftl.) Ein besonders schwieriges und heute mehr als je zu beachtendes Problem behandelte der Leiter des Baupolizeiamtes der Stadt Dortmund, Oberbaurat Dr. Kabel, in seinem Vortrage über Kleinwohnungsnot und Bauverwilderung. Ohne die Schwierigkeiten des Konfliktes zwischen Baupolizeirecht und Wohnungsnot zu verkennen, geißelte er mit rücksichtsloser Deutlichkeit die ungesetzliche Ausnutzung der Dachgeschosse, Hinterhäuser, Kellerräume usw. durch nur auf ihren wirtschaftlichen Vorteil bedachte Hauseigentümer und führte den Beweis, daß hier nachdrücklich Wandel geschaffen werden müsse, wenn nicht alle Bestrebungen nach Auflockerung der Wohndichte vergeblich sein sollen. Neben weitgehender Aufklärung der Bevölkerung verlangte er entsprechende gesetzliche Maßnahmen, als deren wirksamste er die Beschlagnahme polizeiwidriger Wohnungen durch die Obdachlosenpolizei empfahl. Die Allgemeinheit wird es begrüßen, daß diese Zusammenkunft der Baupolizeifachleute den Auftakt bilden soll zu einer heute fast überall noch fehlenden planmäßigen und eingehenden Aufklärung aller Baulustigen und weitester Laienkreise, um das oft so mißverstandene Aufgabengebiet der Baupolizei für die Volksgemeinschaft verständlich zu machen. Verteilung von Arbeitskräften Schwerbeschädigte und Versorgungsanwärter. Das Landesarbeitsamt Westfalen und die Westfälische Provinzialverwaltung(Hauptfürsorgestelle und Vormerkstelle für Versorgungsanwärter) teilen folgendes mit: Die Anordnung über die Verteilung von Arbeitskräften vom 28. August 1934 bestimmt, nach welchen Gesichtspunkten der Arbeitsplatzaustausch vorzunehmen ist. Mit der Durchführung sind die Arbeitsämter beauftragt, d. h. sie machen den austauschenden Betrieben Vorschläge über die Wiederbesetzung der frei gewordenen Arbeitsplätze mit älteren Arbeitslosen. Sie haben damit im Sinne der Anordnung einen maßgeblichen Einfluß auf die Verteilung der Arbeitsplätze nach sozialen Gesichtspunkten. Seitens einzelner Betriebe ist nun die Frage aufgetaucht, an wen sie sich wegen Einstellung und Beschäftigung von Schwerkriegsbeschädigten zu wenden hätten. Es wird deshalb darauf hingewiesen, daß die Vorschriften über die Einstellung und Beschäftigung von Schwerkriegsbeschädigten und Versorgungsanwärtern durch die neue Anordnung über den Arbeitsplatzaustausch nicht berührt werden. Deshalb sind in diesen Fragen nach wie vor die Hauptfürsorgestelle und die Vormerkungsstelle für Versorgungsanwärter zuständig. Die Industrie= und Handelskammer zu Bochum fordert auf Grund eines Ersuchens des Treuhänders der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Westfalen ihre bezirkseingesessenen Firmen auf, die bereits bis zum 1. Dezember 1934 den Gewerbeaufsichtsämtern einzureichenden Betriebsordnungen nunmehr unverzüglich den zuständigen Gewerbeaufsichtsämtern in dreifacher Ausfertigung einzureichen, da andernfalls durch den Treuhänder der Arbeit gegen die säumigen Firmen Strafantrag beim Oberstaatsanwalt des betreffenden Landgerichts gestellt werden wird. Verpflichtet zur Einreichung der Betriebsordnung sind alle Betriebe, die in der Regel 20 und mehr Gefolgschaftsmitglieder beschäftigen. Autofahrerhupen! Radler schieben! Vorsicht beim Hinausfahren aus Grundstücken Der Polizeipräsident in Bochum teilt mit: Immer wieder ereignen sich dadurch Verkehrsunfälle, daß Kraftfahrzeugführer beim Hinausfahren aus einem Grundstück auf die Straße die nötige Vorsicht außer acht lassen. Diese Nachlässigkeit war z. B. die Ursache eines schweren Verkehrsunfalles im Präsidialbezirk Bochum, bei dem der Fahrer leicht, der Beifahrer lebensgefährlich verletzt wurde. Die Gerichte haben wiederholt ausgesprochen, daß es nicht genüge, möglichst langsam zu fahren und Hupensignale abzugeben. Notwendig ist vielmehr außerdem, daß der Fahrer eine andere Person vorausschickt, die sich von dem Freisein der Fahrbahn überzeugt und die den ausfahrenden Fahrer durch Zeichen mit der Hand oder sonstwie verständigt. Radfahrer haben, wenn sie Unfälle vermeiden wollen, ihr Rad von der Ausfahrt bis auf die Straße zu schieben. Die Polizeibeamten sind angewiesen, gegen Verstöße einzuschreiten. Eine Benzol=Lokomotive brannte Zweimal mußte die Feuerwehr am Dienstag ausrücken Am Dienstag morgen um 10.25 Uhr wurde die Feuerwehr nach der Querenburger Straße 25 gerufen. Dort war eine Benzol=Lokomotive in Brand geraten. Mit mehreren Schaumlöschern wurde der Brand bekämpft. Nach Beseitigung der Gefahr rückte die Wehr in kurzer Zeit wieder ab. Gegen 18 Uhr wurde die Feuerwehr zur OskarHoffmann=Straße 130 gerufen. Säcke und alte Latten, die auf einem glühenden Ofen lagen, waren in Brand geraten. Die Feuerwehr konnte nach kurzer Zeit wieder abrücken. Der Wirtestand im Existenzkampf Uebersetzung durch Neukonzessionen— Wege zur Gesundung Getränkesteuer und Bierpreis— Wirtschaftliche Belebung NSV.=Winterhilfswerk 1934/35, Ortsgruppe Ehrenseld. Die Pfund= und Brockensammlung für den Monat Januar 1935 wird fortgesetzt am Donnerstag, 10. Januar, in folgenden Straßen: Pieper=, Meinolphus=, Hubertus=, Weiher=, Christ=, Hugo=Schultz=, Schell= und Yorkstraße: Freitag, 11. Januar: Bülow=, Farn=, Drusenbergstraße bis Nr. 26, Marschnerund Hunscheidtstraße: Samstag, 12. Januar: Friederikastraße ab Nr. 71 bis Ende, Dirschauer, Drusenbergstraße ab Nr. 47 und das ganze Hunscheidtsfeld bis Grenze Wasserstraße.— Die freundlichen Spender werden gebeten, ihre Spenden bereit zu halten. Daß das Gaststättengewerbe, in seiner Gesamtheit gesehen, nicht auf Rosen gebettet ist, dürfte männiglich bekannt sein. In den langen Jahren nach der Inflationszeit war es dasjenige Gewerbe, auf das die meisten Steuern abgeladen wurden und wo man sich trotz oder gerade wegen des beginnenden wirtschaftlichen Niederganges durch unplanmäßige Erteilung von Neukonzessionen eine neue Steuerquelle zu verschaffen suchte. So betrug beispielsweise allein der Zuwachs der westfälischen Gast= und Schankwirtschaften vom Jahre 1927 auf 1928 476, das heißt mehr als die Hälfte des Zuwachses der neuen Gastwirtschaftskonzessionen im ganzen Reich, die mit 857 festgestellt wurden. Diese nahezu sinnlose Verteilung von Neukonzessionen konnte nicht ohne Rückwirkung auf die bereits bestehenden Betriebe bleiben. Dazu kam die rückläufige Entwicklung der wirtschaftlichen Dinge. Danach muß es den unbefangenen Beobachter stutzig machen, daß, wie man uns aus Wirtekreisen mitteilt, beinahe die Hälfte aller Wirtschaftsbetriebe, die der Kreisverwaltung Bochum im Reichseinheitsverband des deutschen Gaststättengewerbes (Bochum, Herne, Witten, Wanne=Eickel, Castrop=Rauxel, Wattenscheid) angeschlossen sind, einen monatlichen Durchschnittsumsatz von 10 Hektoliter Bier im Jahre 1933 gehabt hat. Es kann kein Zweifel darüber bestehen, daß alle diese Schankwirtschaften um ihre Existenz sehr zu kämpfen haben. Das gilt sowohl vom Eigentumer als vom Pächter. Erfreulicherweise hat die Regierung den berechtigten Wünschen des Gastwirtsgewerbes Rechnung getragen. Nach einer Verordnung des Ministerpräsidenten Eöring muß in jedem Falle in eine strenge Prüfung der Bedurfnisfrage eingetreten werden, wobei eine Rücksichtnahme auf persönliche Belange und Interessen der Antragsteller nicht zu nehmen ist. Auf diese Weise hofft man, ohne allzu große Härte nach und nach zu einem Abbau einer Anzahl von Konzessionen zu kommen. Das deutsche Gaststättengewerbe ist, wie wohl kein zweiter Wirtschaftszweig, durch die nach dem Gesichtspunkt des schwächsten Widerstandes orientiert gewesene Steuerpolitik fruherer Regierungen über jedes vernünftige Maß hinaus mit Sondersteuern überlastet worden. Die verheerendste und unhaltbarste aller Sondersteuerarten des Gastwirtsgewerbes ist die Gemeindegetränkesteuer, die sowohl fiskalisch als auch wirtschaftlich ein Fehlschlag gewesen ist. Auf die Beseitigung dieser unsozialsten aller Sondersteuerarten ist letzthin seitens der Castwirte mit Erfolg hingearbeitet worden. Es steht zu hoffen, daß nach dem Vorbild kleiner und mittlerer Städte auch die größeren Städte diesem Beispiel alsbald folgen. Die gesamten Umsätze innerhalb des deutschen Gaststättengewerbes betrugen im Jahre 1929 etwa.7 Milliarden Reichsmark, dagegen im Jahre 1933 nur.5 Milliarden Reichsmark. An dem aufgezeichneten Umsatzrückgang sind nicht zuletzt die Saalgeschäfte und das Hotelgewerbe namhaft beteiligt. Die Belegung der Fremdenzimmer in den Hotels hat durch den stetig wachsenden Automobilverkehr, durch die Fahrtverbilligung der Reichsbahn und teilweise auch durch ein Nachlassen der Reisetatigkeit zeitweilig stark abgenommen. Hinsichtlich der Senkung der Bierpreise sind bekanntlich verschiedentlich Verhandlungen zwischen den interessierten Stellen und Verbänden gepflogen worden. Leider ist man bis heute der Lösung dieses Problems nicht sehr viel näher gekommen. Im vergangenen Jahre wandte sich die Aufmerksamkeit der Gastwirte der Bildung von Einkaufsgenossenschaften zu. Im Zuge des neuen Aufbaues der gewerblichen Wirtschaft ist der Reichseinheitsverband des deutschen Gaststättengewerbes durch Verfügung des Reichswirtschaftsministers Zwangsorganisation geworden und wird demnächst im Reichsstand des Handels als Fachgruppe„Gaststätten= und Beherbergungsgewerbe“ erscheinen. Zur Pflichtmitgliedschaft werden alle diejenigen bisherigen Außenseiter herangezogen werden, die in irgendeiner Form eine Wirtschaftskonzession ausüben. Die wirtschaftliche Belebung im Jahre 1934 hat sich auch im Gastwirtsgewerbe bemerkbar gemacht. Auch die weitere wirtschaftliche Entwicklung berechtigt zu dieser Hoffnung, daß diese Belebung andauern wird. Bessere Berufsaussichten für Volksschullehrer Die Berufsaussichten für die Volksschullehrer, vor allem auf evangelischer Seite, bessern sich. Diese Lage gestattet es, Ostern 1935 etwa 2000 Studierenve an den preußischen Hochschulen für Lehrerbildung aufzunehmen. In erster Linie werden Abiturienten (=innen) des Jahrgangs 1934 berücksichtigt, die ihrer studentischen Arbeitsdienstpflicht genügt haben. Darüber hinaus wird aber auch bereits der Jahrgang 1935 aufgerufen. Abiturienten(=innen) des Jahrgangs 1935, die bereits für das Sommerhalbjahr 1935 ausgenommen werden, werden den Arbeitsdienst voraussichtlich später ableisten müssen. Voraussetzung für das Studium an den Hochschulen für Lehrerbildung ist wiederum die Erlangung der Hochschulreife. Aufnahmegesuche sind von jetzt an bis spätestens zum 15. Januar 1935 bei den Direktoren der Hochschulen für Lehrerbildung in Beuthen OS., Bonn, Cottbus, Dortmund, Elbing, Frankfurt a. d.., Hannover, Hirschberg i. Rsab., Kiel, Lauenburg i. Pr. oder Weilburg einzureichen. In Hannover werden evangelische Bewerberinnen, in Beuthen Os. katholische mannliche Bewerber an allen übrigen Hochschulen männliche Bewerber ausgenommen. Endgültig am 26.=27. Januar Die große Brieftauben= und Geflügelausstellung im Schützenhof. Wie seinerzeit schon gemeldet wurde, mußte die geplante Brieftauben= und Geflügelausstellung wegen der in Bochum ausgebrochenen Geflügelcholera auf einen späteren Termin verlegt werden. Nachdem die Geflügelcholera bei den in Frage kommenden Züchtern erloschen ist, findet die Ausstellung nun endgültig am 26. und 27. Januar im Schützenhof in Bochum statt. Anmeldeschluß ist der 13. Januar, das Einsetzen der Tiere erfolgt am 24. Januar von 15 bis 19 Uhr. Die den Vereinen zugesandten Karten behalten ihre Gültigkeit. Die Aufgabe der Zeitung Ein Mahnruf gegen maßlose Zumutungen. Die in Hannover erscheinende parteiamtliche „Niedersächsische Tageszeitung“ wendet sich mit folgender eindringlicher Mahnung an alle, die es angeht: „In der letzten Zeit hat sich eine Unsitte besonders bemerkbar gemacht, der es gilt, zu Leibe zu gehen. Halbamtliche und private Stellen übersenden nämlich den Blättern Notizen mit dem Ersuchen um Aufnahme in den berichtenden(redaktionellen) Teil mit dem Vermerk, daß Kosten aus der Veröffentlichung nicht entstehen dürfen. Niemand denkt daran, daß die Tageszeitungen angesichts der wirtschaftlichen Notlage außerstande sind, etwas umsonst zu machen. Warum verlangt man diese Leistungen nur von der Tageszeitung? Kann ein anderer Gewerbetreibender etwas umsonst liefern? Die Tageszeitungen sind bereit und beweisen dies täglich, Opfer zu bringen, aber alles hat seine Grenzen. Der Einwand von vielen Seiten, daß es bei den kostenlos zur Aufnahme empfohlenen Sachen sich um solche handelt, die die Allgemeinheit besonders berühren oder kulturelle und sonstige Belange fördern helfen, ist nicht stichhaltig, denn die Schriftsetzer und anderen Beschäftigten können auch nicht mit diesen Hinweisen abgefertigt beziehungsweise ihr Arbeitslohn für derartige Sachen kann ihnen nicht vorenthalten werden. Zudem muß laut gesetzlicher Bestimmungen der berichtende Teil frei bleiben von allem, was nur entfernt einer Reklame ähnlich sieht. Wie schwer Druckereien jetzt überhaupt zu kämpfen haben, beweist auch die Tatsache, daß man neuerdings dazu übergegangen ist, viele Schriftsätze, wie Einladungen, Programme usw., durch Vervielfältigungsapparate herzustellen, also gewissermaßen Schwarzarbeit zu betreiben. Den Zeitungen aber mutet man dann noch zu, über Veranstaltungen, bei denen derartige Programme usw. maßgebend waren, große Berichte aufzunehmen. In diesem Verfahren muß Wandel geschafft werden; so wie bisher geht es auf keinen Fall weiter.“ * Dieser Mahnruf des hannoverschen Blattes trifft auch für alle übrigen Städte beziehungsweise Zeitungen zu. Zahlreiche Blätter haben im abgelaufenen Jahr ihr Erscheinen einstellen müssen; um so mehr haben die noch bestehenden Tageszeitungen die Selbsterhaltungspflicht, die maßlosen Zumutungen kostenloser Leistungen zurückzuweisen. Immer mehr gerät in Vergessenheit, daß es Aufgabe des Textteiles ist, zu berichten, was sich ereignete, während für bevorstehende Veranstaltungen und sonstige Ankündigungen der Anzeigenteil zur Verfügung steht, der die wirtschaftliche Grundlage jeder Zeitung bildet. Wichtig für alle Betriebsführer Die Einstellung von Jugendlichen unter 25 Jahren ohne Genehmigung des Arbeitsamtes ist verboten. Das Arbeitsamt Bochum teilt mit: Nachdem Betriebe(Verwaltungen), für die ein Vertrauensrat zu bilden ist, bereits seit dem 1. Oktober 1934 Einstellungen von jugendlichen Arbeitern und Angestellten unter 25 Jahren nur mit Zustimmung des Arbeitsamtes vornehmen durften, besteht Veranlassung darauf hinzuweisen, daß mit dem 1. Januar 1935 diese Bestimmung auch für alle übrigen Betriebe(Verwaltungen) in Kraft getreten ist. Jeder Führer eines Betriebes ist nunmehr nach der Anordnung über die Verteilung von Arbeitskräften vom 28. August 1934 verpflichtet, vor Einstellung eines jugendlichen Arbeiters und Angestellten zu prufen, ob der neue Arbeitsplatz nicht durch einen älteren Arbeiter oder Angestellten besetzt werden kann. Wenn der Betriebsführer zu der Ueberzeugung kommt, daß für die Einstellung nur ein Jugendlicher unter 25 Jahren in Frage kommt, so ist die vorherige Zustimmung zur Einstellung eines Jugendlichen bei dem zuständigen Arbeitsamt einzuholen. Der Antrag auf Zustimmung ist auf einem besonderen Vordruck, der in den einschlägigen Geschäften des Buchhandels erhältlich ist, an das Arbeitsamt(Bochum, Kreuzstraße 10) zu richten. Ausgenommen von dieser Anordnung sind nur die Betriebe der Land= und Forstwirtschaft, die Haushaltungen und die Schiffe der See=, Binnen= und Luftschifffahrt. Auch Beschäftigungsverhältnisse zwischen dem Betriebsführer und dessen Ehefrau, Kindern, Eltern und Voreltern sind nicht genehmigungspflichtig. Die Einstellung sonstiger Verwandter ist nur mit Genehmigung des Arbeitsamtes möglich. Für die Einstellung von Lehrlingen ist die Zustimmung des Arbeitsamtes nicht notwendig, wenn mit ihnen ein ordnungsmäßiger schriftlicher Lehrvertrag von mindestens zweijähriger Dauer spätestens innerhalb vier Wochen nach Beginn der Lehrzeit abgeschlossen ist. Kommt ein Lehrvertrag nicht zustande, so ist für die Weiterbeschäftigung die Zustimmung des Arbeitsamtes notwendig. Für Betriebsführer, die diese Vorschriften nicht beachten, sieht die Anordnung Geld= und sogar Gefängnisstrafen vor! Das Arbeitsamt, das mit der strengen Ueberwachung dieser Vorschriften beauftragt ist, empfiehlt allen Betriebsführern, Handwerksmeistern, Geschäftsinhabern und Gewerbetreibenden nachdrücklichst die Beachtung dieser Bestimmungen und steht in Zweifelsfällen zu Rat und Auskunft zur Verfügung. Die fünftbeste Kuh in Bochum Der Sachbearbeiter für das Milchkontrollvereinswesen beim Landesbauernstand Westfalen, Oberkontrollinspektor Becker, veröffentlicht soeben im„Westfälischen Bauernstand“ seinen„Tätigkeitsbericht über die westfälischen Kontrollvereine für das Kontrolljahr 1933/34". Der Milchmenge nach stehen die schwarzbunten Kühe bei weitem an der Spitze. Die beste Kuh Westfalens ist die im Besitze der Gutsverwaltung Augustus in Deuten bei Wulfen befindliche„Nora“, die 11 542 Klg. Milch mit 3,25 Prozent Fett und 374,95 Klg. Fett brachte. Es folgen dann nacheinander eine Kuh des Gutes Brünninghausen in Dortmund=Mengede mit 10 996 Klg. Milch mit 2,65 Prozent und 291,55 Klg. Fett. Die beste Fettle'stungskuh Westfalens ist die„Fortung" auf Rittergut Böckel bei Bieren(Kreis Herford), die in der Milchleistung an dritter Stelle steht, mit.51 Prozent und 382,61 Klg. Fett bei 10 903 Klg. Milch. An vierter Stelle steht in der Milch= wie auch in der Fettleistung eine Kuh auf der Domäne Breda bei Brake i. L. mit 10414 Klg. Milch mit 2,88 Prozent und 810,10 Klg. Fett. Die fünftbeste Leistungskuh steht auf Gut Goldhamme in Bochum. Sie lieferte 10097 Klg. Milch mit.71 Prozent und 274,02 Klg. Fett. Gründung einer neuen Vinzenzkonferenz in der Meinolphuspfarrei. Eine stattliche Anzahl Männer hatte sich im Lokale Wegener im Hunscheidsfeld eingefunden, um für diesen Bezirk und die angrenzenden Straßen am Wagnerplatz eine neue Vinzenzkonferenz ins Leben zu rufen. Nach herzlichen Begrüßungsworten des Versammlungsleiters Pfarrers Meier hielt das Mitglied der Vinzenzkonferenz St. Perpetua, Metzgermeister Weßling, ein von echtem Karitasgeist und Karitasideal getragenes Referat über den Sinn und die Wesensmerkmale christlicher Liebestätigkeit, wie sie der Vinzenzverein auf sein Panier geschrieben hat. Alle Anwesenden erklärten ihre Bereitwilligkeit zur Mitarbeit in der Konferenz. Dann wurde durch Pfarrer Meier die neue Konferenz aus der Taufe gehoben, der man den Namen„Vinzenzkonferenz St. Meinolphus“ gab. Das Amt des geistlichen Beirats in der neuen Konferenz hat Vikar Lohoff übernommen. Die Ernennung der weiteren Konferenzleitung wurde auf die nächste Zusammenkunft festgelegt. Tagungslokal ist das Lokal Otto Wegener, wo allwöchentlich eine Versammlung abgehalten wird. Die Meinol= phuspfarrei hat nun drei Vinzenzkonferenzen in ihrem Pfarrbezirk. Der Groß=Bochumer Vinzenzverein ist mit der neuen Konferenz„St. Meinolphus, auf 44 Konferenzen angewachsen. Sonntag, 13. Januar: Tag der deutschen Saar! Wie der Saardeutsche seine Treue zum deutschen Volke durch die Abstimmung bekundet, beweist jeder Deutsche im Reiche seine Volksverbundenheit durch die Eintopfspende! ei Seite 4 Nr. 7/ Bochumer Anzeiger Mittwoch, 9. Januar 1933 Die erbrochene Handwerkskiste Diebstahl von Werkzeugen von einer Baustelle. Ueber Sonntag, den 6. Januar, ist von dem Neubau Gudrunstraße 43 in Bochum eine Handwerkskiste einer Bochumer Baufirma erbrochen und aus ihr sind 1 Schneidkluppe bis zu einem Zoll, 1 Hammer mit neuem Stiel, 1 neue Wasserwaage und 3 oder 4 Rohrzangen verschiedener Art entwendet worden.— Angaben erbittet die Kriminalpolizei in Bochum, Uhlandstraße 35, Zimmer 252. Gemeinde=Weihnachtsfeier der evangelischen Gemeinde des 7. Pfarrbezirks. Am Sonntag versammelten sich die Gemeindeglieder der evangelischen Gemeinde des 7. Pfarrbezirks mit den Mitgliedern des Evangelischen Männervereins und der Evangelischen Frauenhilfe zu einer Weihnachtsfeier im Evangelischen Jugendheim an der Liboriusstraße. Alle wetteiferten miteinander, dieses Beisammensein im Licht der Weihnachtskerzen freundlich und traut zu gestalten und zum Ausklang des Weihnachtsfestes an der Schwelle eines neuen Jahres das Beste zu bieten. Ein vorzüglich vorgetragenes Gedicht grüßte die Versammelten. Darbietungen des Frauenhilfschores, Einzelgesänge und Lieder zur Laute, das alles umrahmt und durchflochten von einer dezenten Instrumentalmusik, bildeten eine abwechslungsreiche und gefällige Vortragsfolge. Geradezu stürmischen Beifall erntete das von Schwester Elfriede liebevoll betreute lustige Kindervölkchen des Kindergartens für seine netten und köstlichen Bühnenspiele. Zum letzten Male brannte der Weihnachtsbaum. Sein Licht deutete Bezirkspfarrer Schmidt II in seiner Ansprache als den symbolischen Abglanz des von der Krippe in Bethlehem ausgehenden Himmelslichtes. Die von echt brüderlicher und schwesterlicher Gemeinschaftsliebe getragene Gemeindeweihnacht nahm mit Gebet und Segen ihren Ausklang. * Kameradschaftsfeier der Beleuchtungs= und Wasserwerke, des Verbandswasserwerks und des Fernheizwerkes. Dem Bericht in Nr. 5 ist noch ergänzend nachzutragen, daß die Leitung der Vortragsfolge in den Händen des Werksangehörigen Köthe lag, welcher mit dem Werksangehörigen Staarmann zusammen auch für den Prolog, die gestellten Bilder usw. verantwortlich zeichnete. Allgemeinen Anklang fanden auch die ausgezeichneten Darbietungen der Werkskapelle. Märchen und „Tischlein deck dich— Knüppel aus dem Sack!“ Bilder aus den Bochumer Gerichtssälen Neue Winterkleidung für das Jungvolk Der Führer des Deutschen Jungvolkes im Gebiet X, Ruhr— Niederrhein, Oberjungbannführer Otto Thomas, teilt mit: Die Reichszeugmeisterei hat endgültig die neue Winterkleidung des Deutschen Jungvolkes herausgebracht. Skihose und Skimütze sind heute bereits in allen einschlägigen Geschäften erhältlich. Wer die vorgeschriebene Skihose nicht anschaffen kann, darf zum Dienst jede andere Ski= oder Trainingshose tragen. Es geht in Zukunft nicht an, daß das Jungvolk in den Wintermonaten mit kurzen Hosen und nackten Knien aufmarschiert. Es ist alles zu unterlassen, was den Jungen gesundheitlich irgendwie schaden könnte. Ueber jedes äußerlich augenblickliche schneidige Aussehen steht die Gesundheit unserer Kameraden. Es gibt ein Märchen, darin braucht man nur den Wunsch nach Speis und Trank auszusprechen und der Tisch ist gedeckt. Bezahlung wird nicht verlangt. Aber leider leben wir allesamt nicht im Märchenlande. Wer sich heutzutage den Tisch im Wirtshaus decken läßt, ohne zu bezahlen, den kriegt man wegen Zechprellerei bei den Hammelbeinen. Und dann kommt der Knüppel aus dem Sack. Je nach den Vorstrafen und der Häufigkeit des Betruges kann's dem Angeklagten schlecht ergehen. So wurde solch ein Sünder wegen Zechprellerei zu acht Wochen Gefängnis verurteilt. Ein anderer Angeklagter, der schon seine 20 kleinen Vorstrafen hatte, dem ein Richter auch schon einmal mit Sicherungsverwahrung drohte, hatte ohne einen Heller Geld im Sack bei einem Bochumer Wirt unter falschen Angaben eine Zeche von einer Mark gemacht und sollte als„Unverbesserlicher" dafür nach Antrag des Staatsanwalts, der jetzt den Knuppel gehörig aus dem Sack ließ, ein Jahr und sechs Monate Zuchthaus erhalten. Der Wirt hat unterdes sein Geld bekommen.„Mein ganzes Unglück ist nur die Arbeitslosigkeit!" seufzte der Alte und war heilfroh, daß die Schöffen ihm nochmals Milde erzeigten und daß er mit einem halben Jahr Gefängnis abkam. Dann will der Alte freiwillig ein Arbeitslager aufsuchen. Eine böse Ernüchterung Zwei Männer in Bochum=Langendreer, die eines Abends zu viel getrunken hatten, bekamen Durst auf süßen Wein. Der eine wußte, wo in der Nähe im Keller eines Invaliden in Werne, wo er schon gearbeitet hatte, einige Flaschen Obst= und Weißwein lagerten. Also stieg er über Mauer und Garten in den Kellex und reichte seinem Freunde einige Flaschen heraus. Dabei hatten die Diebe aber so viel Lärm und Scherben gemacht, daß die Bewohner erwachten. Jetzt wandelte sich Freude in Leid und der Rausch in Ernüchterung. Sie bekamen eine Anklage wegen schweren Diebstahls aufgehängt, wobei die Sache für den einen insofern sehr windig aussah, als ihm wegen Rückfalls unter Umständen Zuchthaus drohte. Bei näherer Betrachtung und dank der Aussage des bestohlenen Invaliden, dem der Schaden unterdes ersetzt worden war, konnte die betrunkene Sache als gemeinsamer Hausfriedensbruch und Mundraub angesehen werden, so daß der eine mit vier Wochen, der andere mit drei Wochen Gefängnis davonkam. In Scham und Tränen Eine junge Mutter stand vor dem Richter. Sie war beschuldigt, ihr Kindlein gleich bei der Geburt aus grober Fahrlässigkeit getötet zu haben. Das Mädchen war dann seiner Arbeit wie immer nachgegangen. Vor den Eltern wollte sich die unglückliche Maid nicht sehen lassen, weil der Fall nun schon zum zweiten Male über sie gekommen war. Das Urteil lautete auf neun Monate Gefängnis. Straffreiheit zugebilligt Eine Unstimmigkeit, die seinerzeit beim Gewerbeverein Wattenscheid entdeckt wurde, fand jetzt ein Nachspiel vor dem Schöffengericht. Angeklagt war ein früherer Kassierer Pr., in den Jahren 1931, 32 und 33 die Zuwendung an den Gewerbeverein aus einem Sonderfonds der Handelskammer in Höhe von je 350 Mark nicht verbucht und für eigene Zwecke verbraucht zu haben. Die Summe war jedoch mit Zinsen wieder ersetzt worden Infolgedessen hatte dieser Fall, der erst nur wenigen bekannt geworden war, auch nicht erst an die große Glocke gehängt werden sollen. Es war dann doch noch Strafanzeige erstattet worden, und zwar erst Ende August v.., obgleich die großzügige Amnestie durch den Führer erlassen war, welche von den Gerichten nun auch ebenso großzügig gehandhabt werden sollte. Die Untreue wurde zugegeben. Der Angeklagte war jedoch bisher noch unbescholten, hatte den Weltkrieg bis zu Ende mitgemacht, gegen den Kommunismus seinen Mann gestanden und seit Jahren sich in der nationalen Bewegung betätigt. Obgleich der Staatsanwalt neun Monate Gefängnis beantragte, weil es sich um öffentliche Gelder handelte, hielt das Gericht eine Strafe von mehr als sechs Monaten nicht für gegeben und sprach auf Grund des Amnestiegesetzes daher die Straffreiheit aus.— Ein junger Mann hatte seinem Halbbruder einen Anzug aus dem Schrank der gemeinsamen elterlichen Wohnung entwendet und aufs Versatzamt gebracht. Das war gewiß ein böser Streich, da der Bestohlene sicher kein Krösus war. Der Dieb machte seine eigene große Notlage geltend, der Schaden sei ersetzt, der Brudek habe den Anzug wieder. Dieser bat für den Täter und zog den Strafantrag zurück, so daß dieses Verfahren ebenfalls eingestellt werden konnte. „Schlagende Wetter“ über Tage 20 Mark entstand. Nicht genug damit, ging der Angeklagte auch noch zu einer benachbarten Familie und zertrummerte dort ebenfalls eine Scheibe. Bei der Schlägerei ging noch ein Schirm der Frau Ka. entzwei. Nun hatte sich der junge Mann am Donnerstag vormittag vor dem Amtsgericht in Hattingen zu verantworten. Es verurteilte ihn wegen Körperverletzung in zwei Fällen zu je 40 Mark Geldstrafe und wegen der Sachbeschädigung zu 20 Mark, zusammen zu 100 Mark Geldstrafe und Tragung der Kosten. Der Frost nimmt zu Morgens explodierten die„schlagenden Wetter". Ein Ehemann verfocht auf dem Wascheboden die Rechte seiner jungen Frau gegen eine Mitbewohnerin so bedenklich, daß er jetzt wegen gefährlicher Körperverletzung mittels einer Kehrichtschaufel vor Gericht stand. Die mißhandelte Frau hat am linken Arm eine sehr bedenkliche, breite, klaffende Wunde erlitten, die Muskeln und Sehnen verletzte. Die Beweisaufnahme fiel derart zu Ungunsten des Angeklagten aus, daß der Staatsanwalt sechs Wochen Gefängnis beantragte. Der Richter ließ es nur aus dem Grunde bei einer Woche Gefängnis bewenden, weil die Parteien schon lange in stiller Feindschaft miteinander lagen und die Schuld vielleicht nicht einseitig bei dem Angeklagten gelegen haben mag..„ Man muß nicht glauben, daß alle solche„Holzereien“ den Strafrichter beschäftigen. Auch das Zivilgericht sieht oft solche Fälle, wenn sich Hausgenossengegenseitig verbläuen und wenn der eine dann gegen den anderen auf Arztkosten und Schadenersatz klagt. Ohne daß der Fall von den Strafrichter gebracht worden wäre, bei dem sie wahrscheinlich beide obendrein Strafe erhalten hätten. Freilich an einer Frau soll sich kein Mann vergreifen. Für solche„Kavaliere" fehlt vor Gericht das Verständnis. Bestrafter Wüterich Der ledige 26jährige Wilhelm P. aus Bochum=Stiepel hatte sich vor dem Amtsgericht in Hattingen zu verantworten. Der junge Mann hatte sechs Wochen in Bochum im Krankenhaus gelegen und wurde dort eines Tages entlassen. Auf dem Nachhausewege trank er mit einem Freunde einige Glas Bier und Schnaps, so daß er bald in stark angeheiterter Stimmung war. Als der Angeklagte in Welper in diesem Zustande eine verheiratete Frau E. belästigte, wurde er von dem Techniker E. aus Welper zur Rede gestellt. Die Antwort auf diesen gutgemeinten Rat war, daß P. sofort über den E. herfiel und ihn mit Fäusten schwer bearbeitete. Hierauf flüchtete E. zu einem Bekannten Ka. Doch auch hier folgte der angetrunkene P. dem Manne, so daß in dem Hausflur des Ka. eine wüste Schlägerei entstand, in deren Verlauf P. auch zu einem Spazierstock griff und damit auf die beiden Zeugen E. und Ka. einhieb. Weiter nahm er nach der Schlägerei den Spazierstock mit und schlug damit aus Wut die Scheiben an der Haustür des Ka. ein, wodurch diesem ein Schaden von annähernd Bericht der Reichswetterdienststelle Essen vom 8. Jannar, abends. Das winterliche Wetter, das sich mit dem Vordringen der russischen Kaltluft nach Westen hin in ganz Mitteleuropa eingestellt hat, bleibt weiterhin erhalten. Zur Zeit rücken keine neuen Störungen in das Festland vor, sondern wandern auf der Nordwestseite des umfangreichen Kaltlufthochs, das Osteuropa und Sibirien überdeckt, nach dem Eismeere hin ab. Unser Dienstbezirk verbleibt somit weiter im Bereich der von Osten hereingeführten kontinentalen Kaltluft, und hat noch Frostzunahme und Aufheiterung zu erwarten. Vorbersage für Mittwoch: Schwache bis mäßige östliche, später aus Südost kommende Winde. Noch meist stärker bedeckt, jedoch teilweise schon durchbrochene Bewölkung. Weiterhin Temveraturrückgang, bei Aufheiterung noch Frostzunahme.— Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Fortbestand des wolkigen bis heiteren leichten Frostwetters. Dienstag, 8. Januar Barometer 24 Uhr: 165 8 Thermometer 3. Uhri: Zeiten für Sonne und Mond am 9. Januar (2) Aufg 839. Unterg. 16.35: J Aufg. 10.32, Unterg. 22.48 Wetternotizen, gemessen um 8 Uhr vormittags (Weitere Lokalnachrichten auf Seite 10.) Wohin gehen wir heute Stadttheater: 20 Uhr: Der Bettelstudent. Städtische Gemäldegalerie: Sonn= und feiertags bei freiem Eintritt von 10 bis 13 Uhr, werktags von 10 bis 16 Uhr. (Von Montag, 7. Januar, bis einschließlich Samstag, 12. Jannar, geschlossen.) Zöpiagalle 17. Sonn und Heimatmuseum Haus Rechen, Kunigsuuee 17: Sonn= und feiertags von 10 bis 13 Uhr, werktags von 10 bis 16 Uhr. Bergbaumuseum, Bödestraße: Wochentags, mit Ausnahme Mittwochs, von 9 bis 13 und 15 bis 18 Uhr, Mittwochs (Eintritt frei) von 15 bis 18.30 Uhr. Sonn= und feiertags von 9 bis 13 Uhr.„..“, Marsenstrat Städtische Schwimm- und Badeanstalt, Marienstraße: Mittwochs von 16 bis 19 Uhr: Familienbad. Tonhallen=Varieté: Täglich ab 20 Uhr: Das große FestProgramg, J16x: Miin Her: rist uach Odeon: ab 17 Uhr: Mein Herz ruft nach Dir. Stala Lichtspiele: ab 17 Uhr: Mein Herz ruft nach Dir. Tonhalle: ab 15.30 Uhr: Regine. Hauy uns Ranmte Weltlichtspiele: ab 15.15 Uhr: Peter. Paul und Nanette. Apollotheater: ab 15 Uhr: Die englische Heirat. Hammer Lichtspiele: ab 15.15 Uhr: Die große Zarin. Capitol: ab 15.15 Uhr: Eine Frau, die weiß, was sie will. Gloria=Palast: ab 15.30 Uhr: Krach um Jolanthe. Lichtburg: ab 15.15 Uhr: Rosen aus dem Süden. Lichtspielhaus: ab 15.15 Uhr: Was bin ich ohne Dich. SA Hiler Maurtene Ein abenteuerlicher Roman von Hermann Hilgendorff 10) Diese Hilde ist ja ein ganz unmoralisches Geschöpf. Wie kann nur das Aeußere eines Menschen so täuschen? Schon, wenn man an sie denkt, wird man wieder unsicher. Ist sie wirklich so schlecht? Vielleicht zwingt man sie zu ihrem Tun? Vielleicht haben diese Schufte sie irgendwie in der Hand...? Rühe sucht immer wieder nach Möglichkeiten, um Hilde zu entschuldigen, aber schließlich springt er von seinem Schreibtischsessel auf und schlägt mit der Faust auf den Tisch.„Das Leben ist doch kein Edgar=WallaceRoman und Hilde darin die Verbrecherin wider Bilenf“.„.... Juherliagunsen J. 8. Soweit ist Ruhe mit seinen Ueberlegungen, als das Telephon klingelt. Hilde ist am Apparat. Er hört ihre Stimme sagen:„... ich freue mich, daß ich Sie im Büro antreffe. Ich dachte schon, Sie seien unterwegs beim Autokauf...“ „Ich hatte hier noch einiges zu erledigen. Jetzt werde ich mich nach dem Wagen umsehen, wenn ich etwas Passendes habe, rufe ich Sie an...!“ „Ist nicht mehr nötig. Ich habe selbst einen wundervollen Mercedes aufgetrieben. Er gehört einem Bekannten meiner Freundin. Ein Brasilianer, der nach seiner Heimat zurück will. Bei dem brauchen wir nicht zu furchten, daß er uns einen Klapperkasten anhängt. Er wird uns drei Tage mit dem Wagen fahren, wohin wir wollen. Erst dann brauche ich zu kaufen. Wir werden ja sehen, ob der Wagen etwas taugt. Ich habe gedacht, daß wir vielleicht morgen früh um 9 Uhr abfahren. Zuerst nach Saßnitz, dann können wir ja weiter sehen. Herr Capuane, so heißt nämlich der Brasilianer, ist einverstanden. Er freut sich auch schon darauf, drei Tage auszuspannen. Nun weiß ich nur nicht, ob Ihnen dies Arrangement so recht ist...?“ „Ich bin mit allem einverstanden, Fräulein Maartens!“ „Gut! Wir holen Sie dann um 9 Uhr gleich mit dem Wagen von Ihrer Wohnung ab. Ich kenne ja Ihre Wohnung...“ „Woher!?“ fragt Rühe sofort. Er denkt an die Milch und das Mädchen mit dem Lackledermantel. Einen Augenblick zögert Hilde mit der Antwort, dann sagt sie hastig: „Natürlich aus dem Telephonbuch. Ihre Privat= wohnung ist dort ja auch angegeben... Geschickt ist sie schon, denkt Ruhe, der sie wiber Willen doch bewundern muß. „Also morgen! Und nun auf Wiedersehen!“ Rühe hängt ein. Donnerwetter, jetzt ist alles klar, sagt Rühe zu sich. Sie stellt den Wagen jetzt selbst. Den Chauffeur auch. Der Chauffeur gehört natürlich zu der Fälscherbande und der Wagen ist vielleicht besonders für den Geldschmuggel hergerichtet. Daß ich den Wagen zuerst kaufen sollte, war vielleicht nur Komödie, um mich in Sicherheit zu wiegen. Verdammt raffiniert ist schon alles aufgezogen, aber jetzt spiele ich mit sehenden Augen mit. Ich werde der Gesellschaft schon das Handwerk legen, werde schon hinter ihre Schliche kommen. Brodersen hat recht, man muß dies Falschgeld entdecken und all die Gauner, die in diesem Spiel mitspielen. Dann erst hat man sie in der Falle, denkt Rühe ingrimmig. Trotzdem... es ist ein mehr ärgerlicher als triumphierender Rechtsanwalt Rühe, der an diesem Tage nach Hause geht. Zwar ist er jetzt den Gaunern auf der Spur. Aber Hilde gehört zu diesen Gaunern und wenn sie ihn auch hat hineinlegen wollen... weh tut es doch. Sogar recht weh! Rühe hat einige Reisevorbereitungen getroffen. Dazu gehört auch ein Revolver, der vorsorglich im Koffer verstaut wird. Erst will ihn Rühe in der Tasche tragen. Aber er hat nun einmal im Grunde genommen eine Abneigung dagegen, solche Knallbüchsen mit sich herumzuschleppen. Dazu ist immer noch Zeit, wenn die Sache kritisch wöc. Rühe aber ist davon überzeugt, vaß vieser Fall sehr wohl eintreffen kann. Sicher hat er es mit ganz schweren Jungens zu tun. Die Art, wie das alles aufgezogen wurde, läßt darauf schließen. Eine ganze Menge Dinge sind jedenfalls trotz alledem noch aufzuklären. Die Affäre mit seinen Büromöbeln zum Beispiel will sich auch in das jetzige Bild, das er sich von der Sache gemacht hat, noch nicht recht einfügen. Auch noch manches andere nicht, aber die Hauptsache ist, daß Rühe jetzt auf der richtigen Spur ist. Schon wenige Minuten nach 9 Uhr ist Rühe reisefertig. Sein Koffer ist nicht sehr umfangreich, aber Rühe will ja auch nicht auf Gesellschaften gehen, sondern schwere Jungens fangen. Je leichter das Gepäck, desto beweglicher ist man selber dann. Der Sirenenschrei einer Autohupe ertönt plötzlich auf der Straße. Dann noch einer... Rühe eilt ans Fenster. Wirklich, dort ein verblüffend eleganter Reisewagen. Mercedes Kompressor. Mindestens 60 PS. Olivgrün und wunderbar vernickelt. Vor dem Wagenschlag steht Hilde. Rühe muß zugeben, daß sie ebenso entzückend wie der Wagen ist. Im weißen, wehenden Automantel mit einer Rose im Knopfloch und mit dem Taschentuch zu ihm freudig heraufwinkend, wirkt sie wie der Frühling selber auf ihn Von Herrn Capuane sieht er nur den Rückenschnitt eines sehr eleganten Sportanzuges. Herr Capuane ist nämlich im Augenblick mit dem Motor irgendwie beschäftigt. Dr. Rühe öffnet das Fenster und ruft brummig herunter. „Ich komme ja schon!“ Warum spielt sie auch diese Komödie, als ob sie sich schrecklich freue, ihn zu sehen. Er weiß genau, worauf das alles hinaus soll. Ihn dumm zu machen... ihn blind zu machen... ihn als Deckmantel zu benutzen... Ha! Damit ist es nun vorbei! Unten bemüht sich bei der Vorstellung Herr Capuane sehr freundlich zu Rühe zu sein. Ja, er ist sogar ein wenig zu liebenswürdig zu Dr. Rühe. Rühe gibt sich gar nicht die Mühe, ihm ein freundliches Gesicht zu zeigen. Vom ersten Augenblick on hat er eine Abneigung gegen diesen Herrn Capuane. Ein geschniegelter Afse, denkt Rühe. Außerdem ein Verbrecher... Trotzdem muß Rühe bei ruhiger Ueberlegung sagen, daß dieser Capuane ein bildhübscher Bursche ist. Jung, sportgestählt. Braunes, markantes Gesicht mit hellen, lebhaften Augen. Quicklebend und scheinbar recht lustig. Wenn Rühe jetzt Hilde neben diesem Capuane sieht, so muß er zugeben, daß die beiden scheinbar glänzend zueinanderpassen. Beide hübsch, lebhaft und lustig. Nur daß Hilde, das kann man nicht leugnen, gute und ehrliche Augen hat. Ein Betrug der Natur. Und dieser Capuane hat die schnellen und unruhigen Augen eines Fuchses. Ja, seine Augen sind falsch. Vielleicht auch das kleine Menjourbärtchen, das er trägt, und die braune Gesichtsfarbe. Wahrscheinlich sieht er im Verbrecheralbum ganz anders aus, denkt Rühe ein wenig bissig. „Unser alter Brummbär hat wohl schlecht geschlafen?“ fragt Hilde lachend Rühe, und der Blick, der Rühe dabei trifft, ist so heiß, daß ein Eisherz schmelzen könnte... Riche wendet sich ab. Es ist wirklich nicht einfach, kühl und abweisend zu bleiben. Der Motor springt an und es zeigt sich, daß dieser Capuane ein ganz geschmeidiger Fahrer ist. Wie der Kerl die Kurven nimmt, wie er sich durch den dichtesten Verkehr noch hindurchzuschlängeln versteht, wie er langsam und sicher jeden vor ihnen liegenden Wagen überholt, das ist eigentlich fabelhaft. Rühe sieht denn auch in Hildes Augen die gebührende Bewunderung und er spürt wieder einen kleinen Stich im Herzen. Das bringt ihn noch mehr in Zorn. In diesem Punkt hat er doch wohl mit Hilde abgeschlossen? Er kann sich doch nicht in eine Verbrechenein, das kommt gar nicht in Frage. An einer rin... nein, das, kommt, ae solch ungesunden Moral leidet er wirklich nicht. Vielleicht ist Hilde auch sogar die Frau dieses verbrecherischen Schurken. Auf jeden Fall wahrscheinlich seine Geliebte.... ∆ 9 S „Was haben Sie eigentlich, lieber Doktor Ruhe?“ sagt jetzt Hilde leise zu ihm und schmiegt sich ein wenig an. Er spürt ihre Hand eine Sekunde auf der seinen und zuckt zusammen. „Nichts! Was soll ich haben?“ sagt er kühl. „Also Launen hat der Herr Doktor! Nichts als Launen?“ sie rückt ein Stückchen von ihm ab und sieht gleichgültig auf die vorüberfliegende Landschaft, denn jetzt ist man schon dank Capuanes toller Fahrt auf der freien Landstraße.„" 8 „Entschuldigen Siel“ sagt prötzlich Ruhe zu ihr. Aber sie bleibt kühl. Ich darf es mit ihr nicht ganz verderben, sonst merkt sie, daß ich irgendwie gewarnt bin, denkt Rühe, und ist jetzt von außerordentlicher Freundlichkeit zu ihr. Seltsam. seine ganze Freundlichkeit nützt nichts. Sie ist und bleibt gegen ihn kühl. Dagegen ist sie von außerordentlicher Freundlichkeit zu Capuane, der sie mit seinen Blicken verschlingt. Dies Benehmen der beiden paßt eigentlich doch nicht ganz in Rühes Rechnung. Normalerweise hätte sie auf seine Wiederannäherungsversuche gleich eingehen müssen und zu Capuane kühl bleiben. Sie muß doch versuchen, ihn für sich zu gewinnen und nicht Capuane... Der Teufel verstehe die Weiber. Wenn sie mich wirklich lieben würde, wäre ja ihr Verhalten jetzt begreiflich, dann wäre ihre Liebenswürdigkeit gegen Capuane jetzt nichts als ein Trick, mich eifersüchtig machen, aber so... unbegreiflich, denkt Rühe ein wenig verwirrt. Die Fahrt geht nach Saßnitz wie abgemacht. Unterwegs kehren sie mehrmals in kleinen, netten ländlichen Lokalen ein. Rühe trinkt in seinem Aerger meyr Liköre, als ihm gut tut. Aber auch Hilde scheint gerne einen zu genehmigen und sie wird immer lustiger. Aber Capuane trinkt nicht. Nur seine Augen läßt er exotisch rollen.„Ich muß nüchtern bleiben, sonst kommen wir nicht heil nach Saßnitz...“ sagt er zu „Sie haben wirklich Charakter!“ sagt Hilde zu ihm anerkennend. Rühe lächelt ein wenig spöttisch. Er denkt daß sicher irgendwo im Auto verborgen ein großes Paket mit falschen Banknoten liegen wird, und daß Capuane alles vermeiden muß, irgendwo von der Polizei angehalten zu werden. Es ist gar nicht mit anzusehen, wie Capuane und Hilde miteinander flirten. Das begreift Rühe nicht. Sie müßten das doch vor ihm verbergen. Auf jeden Fall aber spielen sie die Komödie, als ob sie sich erst seit dem Tage vorher kennen, ausgezeichnet. Schließlich aber tut der Likör sowohl bei Rühe wie bei Hilde seine Wirkung. Beide vertragen sich wieder, und nun ist Hilde wieder völlig verwandelt. Sie läßt Capuane völlig links liegen und widmet sich nur Rühe. Capuane macht ein höchst mißmutiges Gesicht. Dafür aber wird Rühe jetzt um so aufgekratzter. Ihn freut es, daß er Capuane aus dem Felde geschlagen hat..„„ „Sie können so nett sein, Doktor Ruye, warum sino Sie eigentlich noch nicht verheiratet?“ Nun könnte Rühe ja von seiner schlechten Praxis erzählen, aber er erzählt lieber von seiner Tante Adelheid, die ihn schon seit Jahren verheiraten will und ihm jeden Monat ein anderes hübsches Mädchen auftischt:„.. ich weiß nicht, woher sie die vielen jungen Mädchen auftreibt? Immer sind es Töchter von Freundinnen und Bekannten. Der Himmel mag wissen, wieviel Freundinnen meine Tante nur hat, und alle Freundinnen müssen mit einem reichlichen Töchtersegen bedacht sein. Aber im vorigen Monat, als sie mir wieder mit einem Projekt ankam, habe ich denn doch mit der Faust auf den Tisch geschlagen und mir diese Einmischung in mein Privatleben verbeten. Sie hatte irgendeine reiche Erbin wieder auf Lager. Norwegerin glaube ich oder Dänin. Nach Tante Adelheids Lobhymne mußte dies Mädel der Clou der Schöpfung sein. Aber ich pfeise auf reiche Erbinnen und Frauen, die Geld haben, ich pfeife überhaupt auf Geld...!“ Nun, in diesem Augenblick waren es bestimmt die Liköre bei Dr. Rühe, die ihn auf Geld pfeisen ließen. Seltsam, welche unglaubliche Lustigkeit die Erzählung von Tante Adelheids Heiratsplänen bei Hilde Maartens auslösten. Sie wollte immer neue Einzelheiten von Tante Adelheid und der reizenden jungen Skandinavierin wissen! „Warum interessiert Sie das so?“ fragt Rühe plötzlich ein wenig mißtrauisch. „Weil ich gerne wissen möchte, wie die Frau beschaffen sein muß, die Sie nicht beiraten mögen.“ Nun, begreifen tut Dr. Rühe diese Worte nicht. Aber auf etwas mehr oder weniger„Unbegreifliches“ kommt es ja, weiß der Himmel, bald nicht mehr an. In dieser Stimmung schon gar nicht. Diese verdammten Liköre! (Fortsetzung folgt.) Seite 5 Nr. 7 7 Bochumer Anzeiger Mittwoch, 9. Jonuar 1935 Bochumer Leben APeiterriheerturter. Die Führertagung der westfälischen HJ. in Bochum Stellv. Reichsjugendführer Hartmann=Lauterbacher in Bochum Im Schmuck der Fahnen erwartete Bochum am Dienstag den Besuch des stellvertretenden Reichsjugendführers HartmannLauterbacher den viele Bande aus Kampf und Arbeit an die westdeutschen Gebiete der Hitler=Jugend fesseln. Das Zusammentreten der Führerinnen und Führer der westfälischen HJ. anläßlich seiner Anwesenheit hatte schon am Dienstag vormittag zwei Tagungen im Gefolge, eine des BDM. im Parkhaus, eine der HJ. im Schützenhof. So war der Vormittag schon belebt vom Marschtritt nationalsozialistischer deutscher Jugend, deren Kleid das Bild der Stadt beherrschte. Bis dann am Nachmittag der stellvertretende Reichsjugendführer eintraf im Schützenhof, in dem sich das junge Deutschland Westfalens Stuhl an Stuhl durch den weiten Saal aneinanderreihte, um in sich aufzunehmen richtunggebende Worte für die große Arbeit des dritten Jahres im Dritten Reich. Drei Tagungen Die Tagung der westfälischen Hitler=Jugend=Führer im Schützenhof war der Auftakt zum dritten Arbeitsjahr für die HI. Westfalens nach der nationalsozialistimehr einzuspannen in die gesamte Erziehung der Mädel, in die Fürsorge, überhaupt in die soziale Arbeit, in die körperliche Ertüchtigung, damit der ganze Mensch erzogen und erfaßt wird. Dann sprach Elfriede Zill von der Reichsjugendführung über die Aufgaben, die gerade eine körperliche Erziehung der Mädel hat. Die Bewegung muß gelockert werden, dadurch wird auch der Geist der Mädel lebendig und wach, körperliche und geistige Erziehung müssen eine Einheit bilden und zu der Haltung führen, die das Reichssportfest im Vorjahr zu einem Gelingen werden ließ. Danach sprach die Jungmädelreferentin im Obergau Westfalen, Angelika Ahrens über die Jungmädelarbeit. Ziel und Richtung des B2M. ist auch Ziel der Jungmädelschaft. Die Jungmädel sind freiwillig zum B2M. gekommen und unbeeindruckt von anderen Anschauungen und Meinungen. Pflicht jeder Jungmädelführerin ist es, die Anlagen, die in dem Jungmädel liegen, zu fördern, seinen Willen zu stärken und es zur Gemeinschaft zu erziehen. Jungmädelführerinnen müssen frohe, bewegliche Menschen sein. Weltanschauliche und körperliche Schulung bilden eine harmonische Einheit. Das Jahr 1935 hat drei Aufgaben: Fahrt= und Heimgestaltung, Erziehung zur Gemeinschaft und Erziehung zur weltanschaulichen und körperlichen Schulung. Bei der Führertagung der HJ. im Parkhaus. Zweite von links: Obergauführerin Zokolowsky, Vierter v..: Stellvertretender Gauleiter Stürtz, daneben Gebietsjungvoltführer Timmel, stellvertretender Reichsjugendführer Hartmann=Lauterbacher, Gebietsführer Langanke. Hinter dem stellvertretenden Reichsjugendführer Landesjugendreferent Bubenzer. 3000 Führer und Führerinnen der westfälischen H I. vor dem stellv. Reichsjugendführer Hartmann=Lauterbacher Kurz vor 17 Uhr konnte der Stabsführer des Ge= nachdem Monate harter Arbeit vorangegangen waren, ietes Westfalen dem stellv. Reichsjugendführer Hart=jErfolg auf Erfolg errungen haben, so daß wir mit Stolz sagen können, daß diese Monate dazu gehörten, Obergauführerin Juliane Zokolowsky spricht zu ihren Mädeln. schen Revolution. Bereits am Vormittag begann im Schützenhof die Tagung der Abteilungsleiter H(Herbergswesen). Hier sprach der stellvertretende Abteilungsleiter, der Reichsjugendführung, Oberbannführer Paul Conrad, über die Neuorganisation des Jugendherbergswesens. Bannführer Grimmelt gab Rückblick und Ausschau über die Arbeit in Westfalen. Zu gleicher Zeit tagte der Bund Deutscher Mädel im Parkhaus. Hier sprach die Sportreferentin der Reichsjugendführung, um die Richtung für die sportliche Arbeit des BDM. im Jahr der Ertüchtigung zu geben. Motto und Ziel für diese Arbeitstagung sowie für die gesamte Arbeit des kommenden Jahres gab Obergauführerin Juliane Zokolowsky mit den Worten: „Wo du hingestellt bist, ist gleich; wie du dastehst, das ist das Entscheidende!" und„Kraft muß wollen, sonst ist sie keine Kraft!". Dann sprach die Obergauführerin von der Arbeit im vergangenen Jahr. Der Reichsjugendführer hatte das Jahr 1934 unter das Wort „Schulung“ gestellt, und der BDM. hat sich dafür eingesetzt, daß diese Forderung: die weltanschauliche Erfassung der Mädel, die körperliche Ertüchtigung und die Ausrichtung auf eine einheitliche Haltung, erfüllt wurde. Erst einmal galt es, die nationalsozialistische Idee aufzunehmen, aus ihr heraus die Haltung als Mädel der nationalsozialistischen Jugendorganisation zu gestalten und dann alles das, was erarbeitet wurde, weiterzugeben an die Mädel. Das Jahr 1935 ist das Jahr der Ertüchtigung. Es gilt weiterzuarbeiten, sich noch bietes mann=Lauterbacher die im Schützenhof versammelten 3000 Führer und Führerinnen der westfälischen HI. melden. Nach dem Einzug der Bannfahnen und nach einem Sprechchor ergriff der Gebietsführer Westfalen G. A. Langanke das Wort: „Stabsführer, Führer und Führerinnen der westf. HJ.! Ein Jahr Arbeit im Land der Roten Erde liegt hinter uns, ein Jahr voll Mühen, Not und Schaffen liegt vor uns.“ Stellv. Reichsjugendführer Hartmann=Lauterbacher führte u. a. aus:„Wenn ich heute anläßlich der Führertagung des Gebietes Westfalen die Möglichkeit habe, zu euch zu sprechen, wenn ich heute wieder einmal die Möglichkeit habe, in eurer Mitte zu sein, dann muß ich zurückdenken an eine gemeinsam verlebte Zeit im Kampfe für dieses Deutschland, für den Führer. Ich denke in erster Linie an einen Abend, den ich auch hier verlebte. Es sind drei Jahre vergangen, seit hier in Bochum an dieser traditionellen Stätte der Reichsjugendführer stand und zu einem verhältnismäßig kleinen Kreis von Führerinnen und Führern in einer Kundgebung von Volksgenossen sprach. Es war im Januar 1932, als wir, die HI. hier in Westfalen und überhaupt in Westdeutschland aufzubauen. In seinen weiteren Ausführungen zeichnete Hartmann Lauterbacher den Weg der westfälischen HI., zeichnete er die gemeinsam verlebte Zeit im Kampf für dieses Deutschland, für den Führer. Wir können auf das Jahr 1934 mit Stolz zurückblicken. Wir haben ja schon einmal vor einem Jahr auf einer Führertagung des Gebietes Westfalen die Arbeit, die hinter uns liegt, gesichtet und geprüft und abgewogen, und haben gerichtet über das, was wir geleistet haben und dabei schon das eine, die Einigung der deutschen Jugend, die Schaffung einer Gemeinschaft, einer Kameradschaft, festgestellt. Wenn das Jahr 1933 das Jahr der Sammlung, das Zerbrechen der anderen war, dann mußte das Jahr 1934 ganz zwangsläufig das Jahr der Schulung werden. Ich will euch eins sagen, daß das Gebiet 9 (Westsalen) in diesem Jahre einen Aufschwung genommen hat, wie es nicht vorauszusehen war, das, meine Kameraden und Kameradinnen, ist nur durch euren Willen und Glauben an die Sendung der HI. möglich geworden. Nach einer Arbeitsanweisung für das Jahr 1935 schloß der stellvertretende Reichsjugendführer seine Ausführungen mit den Worten:„Die Völker ehren ihre Toten auf verschiedene Art und Weise. In Paris wird der unbekannte Frontsoldat geehrt durch die ewige Flamme am Triumphbogen, in England durch einen großen Marmorblock. In Deutschland ehrt man den unbekannten Frontsoldaten des Krieges durch Adolf Hitler. Und der unbekannte Frontsoldat wird nicht nur geehrt durch den Führer, sondern auch durch die Arbeit und die Leistung der HJ.“ Der Gebietsführer G. A. Langanke versprach dem stellvertretenden Reichsjugendführer, auch im neuen Jahr weiterzuarheiten und das begonnene Werk zu vollenden. Mit dem Lied„Vorwärts vorwärts..“ schloß die Führertagung der westfälischen Hitler=Jugend. Am Abend fand im Parkhaus im Stadtpark ein kameradschaftliches Beisammensein statt. Ehrentafel der Spender für das Winterhilfswerk. Es gingen folgende Spenden ein: Dr. Friedrich Wilh. Isbruch, Viktoriastraße 6, 105.—; St.=Alfonsus=Chor 11.—; August Buschmann 80.—; Gebr. Schmidt, Albertstraße 34, 20.—; Peters, Bochum=Harpen, 12,—; Brieftaubenverein Bochum=Harpen.—; Fritz Vedder, Harpen, 7,—; W. Kahler u. Söhne, Eickeler Straße, 50,—; Männerchor Ammoniak und Benzol 22,64; Gastberg, G. u.., Marienstraße 16, 50,—; Braukämper 80.—; Heinz Stegemann 20.—; Lesmöllmann, Bochum=Gerthe, 20,—; Joh. Nüfer, Bochum=Gerthe, 10.—; Firma Tengelmann 117,50; Kriegerverein Altenbochum 10—; Kleingärtnerverein Auf der Prinz 5,86; Fußballspiel Altinternationale— BV. Westfalia 502,33; Beamtenvereinigung der Knappschaft Sektion 2, 28,35,—; Aug. Kramer 20,—; Witwe K. Ricks, Werne,.—; Allg. Bau= und Sparverein, Werne, 10.—; Fritz Schulz.—; Fr. Drilling, Feldsieper Straße 53, 10,—; Holbutko 60.—: Adolf Schmale 25.—; R. Möcklinghoff 22,50; Otto Meß 46,—; Richard Meßmann.—; W. Witthüser, Bochum=Weitmar, 53.—; Haus= und Grundbesitzerverein 200,—; Friedrich Tillmann 25.—; August Reinshagen 100,—; Hugo Voits 30.—; Sparverein Sparsum" LangenSparverein„Sparsum LangenIm Banne der großen Aufgabe. ". mit Spannung lauschen Tausende. dreer, 100—; Deutscher Möbelfachverband, Kreis Bochum, 50,—; Johannes Voß, Langendreer, 30.—; Wilh. Jaeger 15,—; Bücker und Witte 50.—: Heinrich Krefter 10.—; J. Niggemeyer 50.—; J. Jaeger, Bochum, Kortumstraße, 50.—; Oskar Hengstenberg 80.—; Karl Brieden u. Co. 200.—; Wilh. Holtmann.—; Fr. Frische .—; Schuhhaus Bata 100.—; Wilh. Hülsmeier 10.—; H. Grewel 15,—; Pohly, GmbH., 20.—; Fritz Winter 18.—; Karl Gräf 20,—; Fritz Vieting 12.—; Josef Schönenberg 10.—; Dr. Walter Hiby 500.—; Spiritus=Vertriebsgesellschaft 100.—; Frau Franz Hufeschulte 10,—; Gustav Weringloer 80.—; W. Winkelmann, Bongardstraße 43, 110,—; Paderbornerverein Langendreer 30.—; Ernst Sannemann 30.—; Leo Müller, Hattinger Straße Nr. 371, 30.—; Gustav Wischermann, Markstraße 420, 160.—; Heinrich Vieting. Hattinger Straße 328, 30.—; Schrebergartenverein„Friederike" 22.—; Freiwillige Feuerwehr Altenbochum 10.—; Merkus, Wasserstraße, .—; Knippschild, Velsstraße,.—; Frauenhilfe WinzSundern 41.—; Robert Esser 100.—; Wilh. Hülsmeier 10.—; W. Nagel Nachf. 50,—; Karl Menn 40.—; E. Reinhardt. Wiemelhauser Straße, 20.—. Vom Büchertisch „Erster deutscher Werbekalender", herausgegeben von der Reichsfachschaft Deutscher Werbefachleute(RSRDW.) Auf dem Gebiete des Werbewesens ist eine Fülle von neuen Gesetzen und Verordnungen ergangen, deren Kenntnis nicht nur für den Werbefachmann notwendig, sondern die auch für jeden Betriebsführer und überhaupt für jeden, der mit irgend einem Gebiete der Werbung zu tun hat, unerläßlich ist. Alle Wirtschaftszweige haben in der Jetztzeit an einer zweckmäßigen und mustergültigen Werbung Interesse. Um jedem Interessenten über all diese Fragen erschöpfende Auskunft zu geben, hat sich die Reichsfachschaft Deutscher Werbefachleute(RSRDW.) entschlossen, in enger Zusammenarbeit mit dem Geschäftsführer des Reichsverbandes der deutschen Zeitschriften=Verleger, Herrn Walter Quitmann, den„Ersten deutschen Werbekalender" zu schaffen. Dieses moderne Handbuch im Taschenformat vereinigt in gedrängter und übersichtlicher Form alles Wissenswerte über sämtliche Sparten des Werbewesens. Man findet sofort greifbar alle einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen, so das Werberatsgesetz, die sämtlichen bisher erschienenen Bekanntmachungen des Werberats der deutschen Wirtschaft, das Gesetz über das Zugabewesen, das Rabattgesetz, das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb, die sonstigen privat=rechtlichen Beschränkungen der Reklame, das Schriftleitergesetz, das Kulturkammergesetz, Berufsschutz=Anordnungen, Wettbewerbsbestimmungen der Reichskammer der bildenden Künste usw. Für jeden, der sich mit Werbung beschäftigen muß, wird dieses Handbuch im kommenden Jahre ein unentbehrliches Hilfsmittel darstellen, wenn er sich schnell orientieren und sichergehen will das seine Werbemaßnahmen den Anordnungen und Wünschen der maßgebenden Stellen entsprechen.(Der„Erste deutsche Werbekalender“ ist zum Preise von 3 RM. zu beziehen durch den Weltkreis=Verlag, G. m. b.., Berlin SW. 11, Dessauer Straße 6/7, Fernsprecher Berlin, Kurfürst 4820.) Seite 6 Nr. 7 7 Bochumer Anzeiger Mittwoch, 9. Januar 1933 Garne!.. I....„ Von itiéde Engekolm Das Eröffnungsmanuskript zu dieser tragikomischen Geschichte ruht irgendwo im Archiv einer Hamburger Zeitung unter„Ausland“. Gibson, Tom Gibson, London, hieß er. Das Schreiben lautete:„Suche jungen Mann, 19 Jahre, zwecks Briefwechsels zur Vervollkommnung der deutschen Sprache.".„..2 Gug. Fräurein Hilde Claußen, Volontärin in der Auslandsabteilung, ein bißchen abenteuersüchtig, bißchen aus der Reihe fallend, ein bißchen sehr unternehmungslustig, mit allen Zukunftsplänen der Neunzehnjährigen, bekam diesen englischen Brief zum Uebersetzen.„Suche jungen Mann...“ In dem durchaus praktisch denkenden Köpfchen von Fräulein Hilde Claußen setzte sich ein Gedanke fest.„Weshalb erst eine Anzeige aufgeben, ich übernehme die Sache— natürlich als Junge.“ Sie begann eifrig nachzudenken, welchen Jungensnamen sie wählen sollte. Das war keine Nebensache, bewahre, das war im Augenblick die Hauptsache. Schließlich kam sie aus undefinierbaren Gründen auf„Peter".„Peter Claußen“ hörte sich gar nicht so schlecht an. Der erste Brief ging nach London. Nur kurz, mit persönlichen Angaben, Erwähnung von Neigungen— Sport— Musik— Tanz— Bucher— Zeichnen— Beruf usw. Tom war begeistert von„Peter“. Einen solchen Freund hatte er sich schon lange gewünscht. Es ergab sich eine wundervolle Harmonie, bis plötzlich das erste Verhängnis nahte. Tom bat dringend um ein Photo. Nun hatte Fräulein Hilde Claußen einen Bruder— zwei Jahre jünger—, den sie sonst ziemlich vernachlässigte, der ihr jetzt aber geeignet erschien, endlich einmal seine Daseinsberechtigung unter Beweis zu stellen. Ein höchst schmeichelhaftes Photo machte den Weg über das Wasser und vermittelte Tom einen Eindruck von dem Aeußeren seines„Freundes Peter". Die Wirkung war durchschlagend. Er schrieb: „Ich habe Dein Photo einigen Leuten im Geschaft gezeigt. Nebenher und ganz zufällig verliebte sich eines der Mädchen heftig in das Bild. Du siehst— Du bist gefährlich für das andere Geschlecht!" Das hatte Peter“ nun wahrhaftig nicht erwartet. Sie versteckte diesen Brief sorgfältig, damit ihr Bruder ihn nicht fände. Man soll dem Jungen ja keine Flausen in den Kopf setzen, und er stand ihr sowieso zuviel vor dem Spiegel. Die Briefe an„Herrn Peter Claußen“ nahmen ihren Fortgang. Tom schrieb nicht unter zwölf Seiten, wenn es bei„Peter“ hochkam, waren es acht. Es waren Briefe, wie sie eben Neunzehnjährige schreiben: überschwenglich und idealistisch, am liebsten die ganze Welt verbrüdernd. „Auf der ganzen Welt ist ein Junge ein Junge. Wenn jeder Junge mit einem Jungen eines fremden Landes Freundschaft schließen könnte, könnten wir— jedes Land in der ganzen Welt— alle Verträge über den Haufen werfen und alle unsere Soldaten entwaffnen.“„Peter“ dachte, daß Tom eigentlich in den Völkerbund gehöre, um den alten Männern in Genf einmal zu sagen, wie die Jugend empfände. Sie gewann Freude an den Briefen. Es war nicht mehr wie am Anfang ihres Briefwechsels, wo sie sich über jedes„Mein lieber Junge“ weglachen wollte, sondern diese Briefe wurden ihr Anregung und Schlüssel zur Seele eines uns fremden und zugleich verwandten Volkes. Wie so oft entstand auch hier durch Briefe eine Freundschaft, die wohl von längerer Dauer gewesen wäre, wenn nicht.. Ja, wenn nicht„Peter“ ein Mädchen gewesen wäre. Im Anfang ihrer Freundschaft ging alles gut.„Peter“ brauchte Tom nichts vorzumachen. Sie lebte, wie viele moderne junge Mädchen, ein Leben, das sich nur wenig von dem der gleichaltrigen Jungen unterschied. Kameradschaft war für sie kein leeres Wort, sondern in Sport und auf Fahrt lebendig geworden. Daß sie sich nebenbei für Politik interessierte und versuchte, durch diesen Briefwechsel Propaganda für Deutschland zu machen, ist bei den heutigen Mädchen keine Seltenheit mehr. So brauchte sie sich nichts auszudenken, sie schilderte ihm einfach ihr Leben. Und Tom war so fest überzeugt, es mit einem Jungen zu tun zu haben(wie hätte er auch anders), daß er auch auf Begegnungen mit dem anderen Geschlecht anspielte. Und da drohte für„Peter“ die zweite Klippe. Tom schrieb, daß er Mädel wohl leiden möge...„aber nur bis zu einem gewissen Grade“. In„Peter" begann sich Opposition zu regen. Das war unerhört! So über die Frauen zu denken! „Mädchen sind meistens so langweilig.“ Dieser Satz forderte geradezu zu einer Verteidigung von„Peters Frauenehre heraus. Flammende Proteste verließen postwendend Hamburg und erweckten in Tom eine stille Bewunderung für die nach„Peters“ Angaben einfach idealen deutschen Mädchen. Ob es darauf zurückzuführen ist, daf Tom plötzlich den Wunsch äußerte, einmal nach Hamburg zu kommen und sich die Mädchen aus zu besehen, oder ob er einfach seinen„Freund Peter“ persönlich kennenlernen wollte, ist nie geklärt worden. Jedenfalls wurde„Peter“ etwas unsicher, wenn sie Und so schrieb sie ihm— vorsichtshalber— in wenigen Zeilen, daß sie— leider— ein Mädchen sei und „Hilde“ heiße. Sie war sich im Augenblick nicht bewußt, welche erschütternde Wirkung dieses Bekenntnis auf das Gemüt eines jungen Engländers ausüben würde. Mit Spannung sah sie der Antwort entgegen. Und als sie den Brief in Händen hatte und die ungewohnte Anschrift„Fräulein Hilde Claußen" las und als sie das ungewohnt leichte Gewicht des Briefes fühlte, zog sich irgendwo etwas in ihr zusammen, und ohne, daß sie die Worte gelesen hätte, wußte sie, daß es„aus war: nur brennenden Durst und gedachte über das üppige Mahl im Speisewagen hinaus an diesem Abend nichts mehr zu essen, sondern nur einen herzhaften Trunk zu Bedaure“, erklärte der Kellner,„Alkohol wird nur zu Mahlzeiten gereicht—“ 5à—!“ „Landesgesetz in ganz Schweden Herr!" Tobias Buchmann bestellte sich daraufhin eine kleine Mahlzeit, um Alkohol zu erhalten, und fand, es war Mein lieber Peter! Laß mich Dich noch einmal so nennen!“ Im ersten Augenblick war sie versucht, über diesen, wie ihr schien, etwas romanhaft klingenden. Abschiedssatz zu lächeln. Aber dieses Lächeln, kaum begonnen, erstarrte, als sie erkannte, welche Verwirrung sie in dem Herzen eines korrekt empfindenden Engländers angerichtet hatte. Tom schrieb, daß es ihm unmöglich sei, den Briefwechsel weiterzuführen, er habe sich aus Photos und Briefen ein so ideales Bild von „Peter“ gemacht, daß er nicht imstande sei, das eine vom anderen zu trennen.„Peter“ sei für ihn der ideale Freund gewesen! Es sei ihm unmöglich, zu einem Mädchen so offen zu sein wie zu einem Jungen— und er bedauere, wenn irgend etwas in seinen Briefen ihr Grund zu Mißverständnissen gegeben habe. Verwandlung eines Jungen in ein Mädchen aufnehmen würde.. bis auch dieses aufhörte. Eintopksonntas— nee Tobias Buchmann steuerte den protzigen Wagen mit ieidiger Lässigkeit zum Kurhaus des kleinen Schwarz= Von Klaus tteekmut schneniger#ng hum Kuthaus waldortes. Er sprach dort häufig vor, weil die Küche gerühmt war. So etwas ist immer die beste Empfehlung und hilft mehr als die knallbuntesten Druckschriften und Veranstaltungen von Schönheitswettbewerben oder Freiehtouf seder Jahreszeit kehrte Tobias Buchmann in diesem Kurhaus ein. Er ließ auch heute den Chauffeur im Bierstübel sein Mahl einnehmen und bestellte für sich das„große Mend“..., Huflsch 91. „Heut' ist Eintopfsonntag—“, erktatte hoflich die trachtenfroh gekleidete, pausbackige Saaltochter.„Darf ich—“ Hä—?“ machte Tobias Buchmann und schob sich in seiner knalligen Leibesfülle auf dem Stuhl zurück. In seinen Augen stand Zorn. Er machte noch einmal erbost: „Hä?“ und wartete auf Erklärungen. Eintopfsonntag! Da gibt es zusammengekocht nur ein Essen. Wir haben heut' Linsen mit Rebhuhn. „Denk' ich nicht dran. Also kein Menü?“ Herrn Tobias Buchmann wurde Zweck und Sinn des Eintopfsonntags erklärt. Aber er hob gespreizt beide Hände über den sorgfältig gedeckten Tisch und schrie erbost: „Geht mich doch nichts an! Was hab' denn ich damit zu tun? Ich komme von drüben, von jenseits der Grenze— ich bin Gast und verlange als Gast, daß hier aufgetragen wird, was mir grad schmeckt!“ „Die Mensche untereinander sollte sich helfe—— das is der Zweck von dem Tag“, versuchte die junge Saaltochter dem Dicken klar zu machen. „Ach was! Ich gehör' da drüben nicht hin und hier nicht hin. Ich bin überall zu Haus— ich bin Weltbürger. Aber das verstehen Sie doch nicht! Jedenfalls verlange ich überall, daß ich da, wo ich bin, Gast bin, und daß man anständig zu mir ist. Das hier ist Erpressung, das ist— Ich werd' nie wiederkommen!“ Tobend ging der dicke Mann, der als Staatenloser unbedingtes Gastrecht forderte und die Grenzen im Fordern nicht zu kennen schien oder sie nicht beachtete. Sein Chauffeur hatte unterdessen mit großem Behagen das Eintopfessen verzehrt und strahlte Tobias Buchmann an. „Was issen Ihnen passiert? „Fabelhaftes Essen heut—“ „Maul halten!“ schrie der Dicke böse und ließ sich schleunigst wieder über die Grenze fahren. Am folgenden Sonntag hatte Tobias Buchmann in einer kleinen Stadt bei London zu tun. Das Städtchen schlief am Sonntag. Die Sonntagsruhe wurde dort überaus streng durchgeführt. Buchmann, der es zum ersten Mal empfand, wunKomischer Brauch, dachte er. Volkommene Sonntagsruhe? Bei uns fahren die Züge mehr als wochentags, bei uns ist Sonntags Vergnügen— Komischer Brauch. Immerhin— man fügte sich.„.r. Wa. Das mußte man als gebildeter Europuer; war(a lachhaft, darüber sich zu erregen oder nur ein Wort dagegen zu reden! Nur, man wunderte sich. Vierzehn Tage später saß Tobias Buchmann an einem Freitag drüben in Boston, im freien Land Amerika,. mmn a.# in e 935e nic Er wohnte in einem vorneymen Hotel in der Nahe der Central Station, an einem freien Platz und schmunzelte, als er vom Hotelfenster den Blick über Anlagen, hohe Häuser und die Weite des Platzes schweifen ließ. Tia— das war eben Amerika, das freie Amerika! Beim Mittagessen ließ er sich wegen seiner mangelnden Sprachkenntnisse die bevorstehenden Gaumengenüsse ausgiebig durch den gleichgültigen Kellner schildern. „Was, nur Fisch? Wie—so denn? Warum denn?“ fuhr er schließlich auf.„.. 48 16 z Tri Im ganzen Staat Massachusetts ist der Freitag fleischlos——“ wurde ihm bedeutet. „Oh, so ist das?“ machte erschrocken Tobias Buchmann und bestellte daraufhin beim gleichgültigen Kellner Hummer und noch etwas drum herum. Guter Gott, warum denn nicht mal Fisch? Einige Zeit später saß er am Stureplan in Stockholm im Gastzimmer eines großen Hotels. Er verspürte In einer Nummer des Kreisblattes ist durch ein Versehen eine Zeile aus dem täglichen Gerichtsbericht in den Unterhaltungsroman gekommen. Der betreffende Absatz liest sich also: „Paul stand sich mit seiner Schwiegermutter ausnehmend gut. Zwischen ihnen gab es nicht die sprichwörtliche Abneigung. So freute er sich auch heute auf das Kommen der hieben, alten Dame und stand schon auf dem Bahnsteig, als der Zug einlief. Herzlich umarmte er den willkommenen Besuch und erhielt dafür zwei Monate Gefängnis.“ Das las am Abend mit gefurchter Stirn Frau Brummelmann. „Hör mal Karl,, wandte sie sich an den nicht grabe freundlichen Ehemann,„hier steht in der Geschichte, Paul hat seine Schwiegermutter herzlich umarmt und dafür zwei Monate Gefängnis bekommen. Das kann doch nicht stimmen?"..„„ „Was heißt nicht stimmen, brummt dieser,„nein, das stimmt auch nicht. Zwei Jahre hätte er kriegen müssen, der Streikbrecher.“ merkwürdig, was die Schweden da auch vom fremden Gast forderten, aber da es so war, so mußte man sich eben anpassen.. 814, Man mußte frembe Sitren achten. Man tat es. Man verstand die Welt! * Die Erkenntnis hinderte Tobias Buchmann indessen nicht, das schwarzwälder Kurhaus, wo es ein so vorzügliches Essen gab, weiterhin an gewissen Sonntagen als nicht vorhanden zu betrachten.„ Eintopfsonntag? Ausgeschlossen! Wie komme ich denn dazu? Denk ich nicht dran!„. Fonntas macken Solange die Deutschen ihren Eintopssonntag muchen — das mögen sie gefälligst allein tun, da gehöre ich nicht zu, da mache ich nicht mit!— solange fahre ich st hinüber......„ gam 98,111 Man ist doch schließlich ein Mann von Well: Der vorlichtige Marchele In einer Unterredung, die der Marchese von Pontelina eines Tages mit einem der letzten Könize von Portugal hatte, drehte sich das Gespräch um die Gehorsamspflicht der Untertanen. Der Marchese erlaubte sich zu bemerken, daß diese Pflicht auch ihre Grenzen habe. Der König, der davon nichts hören wollte, erklärte mit ziemlichem Nachdruck:„Wenn ich Euch befehlen würde. Euch ins Meer zu werfen, so müßtet Ihr Euch ohne Zögern ins Wasser stürzen. Ohne darauf zu antworten, drehte sich der Marchese kurz um und wandte sich dem Ausgange zu. „Wo wollt Ihr denn hin?“ rief der König. „Schleunigst Schwimmunterricht nehmen.“ Ueber das Meer Verwehte. ROMAN VON RUDOLF HERZOG 141 Mein Bergkamerad stand inmitten eines Skischülerkreises, als er meinen Brief erhielt öffnete, las. Er stieß einen Jubelschrei aus, daß die Berge widerhallten, tat auf den Skiern einen wilden Freudensprung, kam in der Erregung falsch ab, stürzte, stürzte in die Tiefe, lag mit gebrochenem Genick, mit gebrochenen Augen. Armer, armer Kamerad.“ Die Nachmittagssonne sank. Sie stand dicht über der Meereslinie. Groß und gluhend rot. Eine Palme schüttelte sich leise im Abendwind. Ein paar Papageien kreischten. Da sagt Wunneke in großer Tapferkeit um die Gefährtin nicht abgleiten zu lassen:„Mein Vater fiel im Kriege. Meine Mutter lebt von der kleinen Rente und spricht von nichts anderem als von der Vergangenheit. Ich habe die Reifeprüfung an einer höheren Mauschenschule bestanden und zwei Jahre die Handelshochschule besucht. Erst glückte es mit einer Stellung als Stenographin und Maschinenschreiberin. Vielleicht, wei ich ein gutgewachsener Mensch bin. Auch nach mir h man ein paarmal gegriffen, aber es hat keinen Eindruck auf mich gemacht. Gewiß hätte ich mich gern verliebt. Frauen leben von der Liebe, Kara, alle starken Menschen leben von ihr. Aber mein Herz schlug nicht ein einziges Mal, und das ist das Ausschlaggebende. Ich wurde wieder entlassen. Ich suchte aufs neue. In Deutschland alles besetzt. Die Bettelgroschen der öffentlichen Wohlfahrt für mich als gesunden Menschen unannehmbar. Meine Mutter vor Lebensangst hergehend, Ich schrieb auf alle Zeitungsinserate. Mein leyztes bulo schickte ich auf ein Inserat nach Venezuela. Diese Stelle habe ich erhalten.„.„„ g „Du hast mut, Wunnete. „Ich glaube“, sagte Wunneke Fahrensmann,„in diesem Augenblick hast du den größeren Mut.“ Sie kamen bei anbrechender Dunkelheit an Bord der „H. C. Horn“ zurück, und es war eine laute und hastende Aufgeregtheit an Deck. Eva Hadamak verließ das Schiff. Eva Hadamak packte ihre Koffer, und alle verfügbaren Hände mußten ihr helfen.„Ich konnte es dem unglucklichen Menschen nicht abschlagen“, entschuldigte sich Eva Hadamak.„Bis zum Abend sagte ich nein. Daran hatte selbst das fürstliche Essen im Country Club nichts ändern können. Aber nun soll ich ja ganz etwas anderes werden, als Sprechstundenhilfe. Doktor Pueblo wird mich als seine erste Assistentin ausbilden. Ich werde dem geplanten Sanatorium den europäischen Schliff gen Das Abschiednehmen begann. Mit dem Schiffsarzt begann es.„Lassen Sie sich auf jeder Fahrt bei mir sehen“, befahl die kleine Herrscherin, und der Arzt verbeugte sich tief. Neben ihr stand die Krankenschwester Elisabeth Lenz von der Insel Curagao, Leise sagte die Schwester:„Sie müssen es nicht als eine Aufdringlichkeit betrachten, nur als die Warnung einer Deutschen zu einer Deutschen: Farbiges Blut ist hier draußen aus den europäischen Kreisen ausgeschaltet.“ Eva Hadamak antwortete:„Man wird es in Berlin, in Wien um so interessanter finden. Sie klatschte in die Hände.„Herr Kapitän! Hierher, Herr Kapitän!“ Und sprang dem Herbeieilenden wie ein Kätzchen um den Hals. 4. Der Anker war hoch. Die„H. C. Horn“ verließ die Außenreede, steuerte ins Karibische Meer zurück, kurs Der Kapitän auf der Brücke schien der einzige fröhlicher Stimmung zu sein. Der Linienvertreter hatte ihm für die Rückfahrt an die tausend Tonnen Ladung und ein Dutzend Europafahrer angemeldet. Ueber den Bordgenossen lag eine schwere Stimmung. „Morgen nachmittag vier Uhr, sagte der junge Petersen trübe,„geht mein Urlaub zu Ende. Ade, goldene Freiheit. Deutschland mag dreifach in Fesseln liegen: ich will lieber in der Lüneburger Heide in einer Kate leben als in sämtlichen Wundern Westindiens.“ „Morgen nachmittag vier Uhr“, sagte der Tropenreisende August Krechting,„muß ich im venezolanischen Hafen La Guayra dreißig kunstvoll gepackte Musterlosser an Land schaffen. Wenn ich sie vom Zollamt wiederbekomme, werden sie aussehen, als ob die Mäuse darin gejungt hätten, und ich muß mich noch obendrein bedanken, daß ich sie nach zweimal vierundzwanzig Stunden hinaufschaffen darf nach der Hauptstadt Carágas. „Morgen nachmittag vier Uhr“, sagte Wusinere Fahrensmann mit ihrem tapfersten Lächeln,„fall ich dir um den Hals, Kara.“ Die Schwester Elisabeth Lenz vom Hospital auf Curacao lehnte an der Reling und sah die Lichter Trinidads verschwinden. Ihre Augenränder feuchteten sich. Ihre Brust hob sich hoch, und der Mund öffnete sich, als dränge ein Seufzer nach oben. Der ging vorüber, kehrte um, trat zu ihr.„Kann ich Ihnen mit irgend etwas aus meinem Arzneikasten dienen, Schwester? Sie gefallen mir nicht.“ Die Schwester Elisabeth erwiderte freundlich:„Ich danke Ihnen, aber ich bin kerngesund. Es kommt für jeden einmal eine trübe Stunde.“ „In der Tat. Und Menschen unserer Gartung, Schwester, die wir der Menschheit als Wohltäter bestellt sind, müssen der eigenen Trübseligkeiten auf Befehl Herr werden. Sie gehören dem holländischen Hospital auf Gurgeoo an!“ „Wir sind lauter veursche Schwestern dort. Unter einer deutschen Oberin.“ Der Schiffsarzt sagte:„Auch eine Art deutsches Landsknechtstum. Ins Weibliche übersetzt. Die Hände deutscher Mädchen sind nicht zu schade für die scheuß lichen Krankheiten in trovischen Seemannsspitölern.“ Schwester Elisabeth Lenz hob den Kopf. Der blonde Haarknoten wuchtete im Nacken.„Wir wissen nie, ob nicht ein geliebter Mensch irgendwo als Strandgut liegen bleibt, wo wir selber landen.“ Sah sie ein Licht in des Doktors Augen flackern? War es ein echtes oder ein künstliches Licht? Unvermittelt sprach der Arzt von anderen Dingen. Von dem Menschenmischmasch auf Trinidad, von den schwarzen und gelben Halunken, die wie ein Hornissenschwarm die Decks überfallen hätten, in jede unbewachte Kammer eingebrochen, leider auch über seine Apotheke geraten wären und greulich gestohlen hätten. „Sie können es sicherlich bei uns ersetzen, Herr Natürlich hatten es die Kerls hauptsächlich auf Rauschgift abgesehen. Mein Morphiumvorrat zum Beispiel ist bis auf die letzte Ampulle ausgeräubert. Das wäre kein Hals= und Beinbruch, wenn ich nach dem Gesetz nicht Buch darüber zu führen hätte. Ah, da trifft es sich gut, daß Curacao Freihafengebiet ist. Er klopfte sich ein Stäubchen vom Rockärmel.„Ist etwas an mir? Nein?“ Was war der Schwester nur. Die ernsten, warmen Augen wurden ihm unleidlich.„Wie meinten Sie, Schwesser“.„#. g# Ti. 24“t hoch nock „Ich meinte nur. Herr Tottor, ov Sie nicht vol. noch einmal alles durchsuchen möchten? Morphium ist der größte Unglückserreger. Ich bitte vielmals um Verzeihung... Der Doktor nickte ihr lächelnd zu.„Schönsten Dank für die Belehrung. Auf ein andermal.“ Straffte sich und schritt mit schweifenden Gedanken von Steuerbordauf Backbordseite. Neben der Schwester standen die schlanken deutschen Mädchen. Gefiel Ihnen unser Doktor nicht?“ fragte das Fräulein von Rolandsberg.„Er war einmal eine Berühmtheit in Tropenkrankheiten und kann sicherlich heute noch mehr als die Küstenärzte. Sie machten sehr forschende Augen, Schwester?" Die Mädchen nannten ihre Namen, und man plauderte unter dem funkenstiebenden Sternenhimmel zu dritt. Ueber Klima, Weiße. Eingeborene. Die Krankenschwester eines Seemannsspitals an der amerikas weiß von jedem, der vorüberfuhr. Brigitta Schulte hatte sich zu ihnen gesellt. Es drängte sie, auf hundert Fragen Antworten und Ausdeutungen zu erhalten. Bis in die späte Nacht blieben die vier deutschen Mädchen an Deck beisammen und halfen einander aus mit ihrem Lebensmut und ihren Lebenserfahrungen. „Wenn wir uns wiedersehen“, sagte Brigitta Schulte eifrig,„werden wir waschechte Indianerinnen sein.“ Und man verabredete, sich oft und oft wiederzusehen. „Denn eine Schiffsfahrt von ein paar Tagen bedeutet in unsren Gewässern keine Reise“, sagte Schwester Elisabeth Lenz, und die lernbegierige Lehrerin nahm das Wort auf und bildete noch einige Sätze und wiederholte:„in unseren Gewässern... in unseren Gewässern.“ Kara von Rolandsberg hatte den weitesten Weg bis zu ihrer Kabine, und die Schwester Elisabeth Lenz wohnte seit heute neben ihr. So gingen sie zusammen. „Sie kehren wohl von einem erfrischenden Urlaub zurück?“ fragte das Fräulein von Rolandsberg. „Von einer Menschenjagd“, antwortete die Schwester mit den warmen Augen und dem weichen Mund.„Sie war erfolglos. „Entschuldigen Sie meine Frage“, bat Kara von Rolandsberg.„Sie sollte nicht aufdringlich sein.“ „Ich habe einen jungen Landsmann gesucht, der sich in diese Meere verirrt hat. Sie müssen wissen: so fruchtreich und ölreich und goldreich diese Küsten sind, so grausam sind sie auch. Der Farbige, der Eingeborene kann von der Hand in den Mund leben, ein schmarotzendes Pflanzendasein führen. Der Europäer muß kämpfen, kämpfen, kämpfen. Darum, weil er Kulturmensch, weil er Herrenmensch ist. Er steht hier ohne jede Rükkendeckung. Ganz auf sich allein. Fällt er, so fällt er, und der nächste Schwarm Geier läßt ihn spurlos verschwinden. Es sollten nur ganz starke Kämpfer herauskommen.“ „Gute Nacht, Schwester Elisabeth“, sagte Kera von Rolandsberg, und als sie sich entkleidet hatte und in der atembenehmenden Schwüle der Kammer lag, die goldgebräunten Glieder kühl vom raschen Brousebad und das Herz hallend von seltsam dumpfen Schlägen, umkreisten ihre Gedanken wie unermüdliche Möwen die Zauberinsel Trinidad und den Oheim von Ilt'tz, der als Zauberer auf einen riesenhaften Globus pochte, bis Quellen, Quellen hervorsprangen, lauter deutsche Quellen. „Bist du es, Wunneke?“ fragte sie aus stürmenden Träumen heraus, rieb sich die Augen und sah das große blonde Mädchen an ihrem Lager sitzen. Zwischen den Fenstervorhängen quoll die Sonne als breiter, goldener Strom in die Kammer. „Ich mußte dich wecken, Kara. Nein, ich bin wirklich nicht wehleidig. Ich bin eher wie ein Junge aufgewachsen. Und so ist es gekommen, daß du meine erste Freundin darstellst, und da es gleich zehn Uhr schlagen wird und das südamerikanische Festland in greifbare Sicht gekommen ist, so möchte ich meine erste Freundin gern noch ein wenig genießen, bevor ich in La Guayra an Land gesetzt werde.“ „Zehn Uhr morgens?“ rief Kara von Rolandsberg. „Ist das denn nicht der Mond?“ Und schon stand sie hinter dem Segeltuchmantel der Brause, duschte, rieb sich trocken, strählte ihr Haar, sprang in die Kleider hinein, fiel der Freundin um den Hals.„Guten Morgen, Wunneke. Es ist schwer, dich wiederherzugeben“ „Und es ist schön, es anzuhören. Außer dir hat es noch kein Mensch gesagt.“ „Weil sich die Menschen goldene Brillen auf die Nase setzen, die Lebensfeiglinge. zu ihnen.„Wenn ich Ihnen in Carácas irgendwie dienlich sein kann, Fräulein Fahrensmann— aber freilich, Sie haben ja Carlos Piskator. Gegen ihn bin ich nur ein keiner Mann.“„eun, Goat (Vorisegung fbigt.) Seite 7 Nr. 7 7 Bochumer Anzeiger Mittwoch, 9. Januar 1933 Aus aller Welt D nin AO KMN " Die neuen Stromlinien=Dampflokomotiven vor der Fertigstellung Marina und Geeig in Malschen Berlin, 8. Januar. In wenigen Wochen werden von deutschen Lokomotivfabriken die neuen Stromlinien=Lokomotiven der Reichsbahn übergeben werden. Sie werden in der Oeffentlichkeit sicher ebenso starkes Interesse finden wie seiner Zeit der„Fliegende Hamburger“. Unter den neuen Maschinen befinden sich zwei StromlinienSchnellzugslokomotiven, die mit voller Belastung einen =Zug mit 175 Kilometer in der Stunde befördern können. Diese modernen Ungeheuer, die äußerlich ein ganz neues Bild bieten, werden an Schnelligkeit dem „Fliegenden Hamburger“ nicht nachstehen, ihre Leistung wird aber weit größer sein, denn sie werden fünf=Zugwagen mit 300 Plätzen in Windeseile dahinsausen lassen. Auch sonst wird man in nächster Zeit neue Typen bei der Reichsbahn sehen. So ist eine neuartige TenderLokomotive in Stromlinienform konstruiert worden, die mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 170 Kilometer vier=Zugwagen einer besonders leichten Bauart ziehen soll. Für den Verkehr in bergigem Gelände sind zwei Maschinen im Bau, die schwere Personenzüge mit 140 Kilometer in der Stunde befördern sollen. Auch für den Zubringer= und den Güterverkehr sind neue Maschinen mit bisher unerreichten Leistungen im Bau. Die Vorarbeiten für den bevorstehenden Schnellverkehr auf den Reichsbahnstrecken sind schon insofern geleistet, als auf vielen Strecken der Oberbau entsprechend hergerichtet und vor allem die Signalabstände vergrößert worden sind. Das Jubiläumsjahr 1935, das hundert Jahre Eisenbahngeschichte in Deutschland abschließt, wird also auch für die zukünftige Verkehrsgeschichte von größter Bedeutung sein. Die Kältewelle über Mitteleuropa Der starke Frost wird andauern. Berlin, 8. Januar. Die strenge Kälte über Nord=, Mittel= und Ostdeutschland wird aller Voraussicht nach mindestens noch einige Tage anhalten. In Berlin rechnet man für die Nacht zum Mittwoch mit einer Verschärfung des Frostes auf 10 bis 15 Grad, je nach der Bewölkung. Die Kältewelle ist zurückzuführen auf ein kräftiges Hochdruckgebiet, das über Inner=Rußland lagert und dessen Kern den ungewöhnlichen Luftdruck von 788 Millimeter hat. Mitteleuropa liegt am Südwestrande dieses Hochdruckgebietes und bekommt die außerordentlich kalte Festlandluft mit östlichen Winden herüber. Die Temperaturen in Rußland liegen zur Zeit zwischen 20 und 40 Grad Kälte, stellenweise aber noch tiefer. Königsberg hatte Dienstag morgen 19, Danzig 18, Stettin 16 Grad Kälte; besonders in Hinterpommern ist der Frost außerordentlich stark. Da vom Mittelmeer und vom Balkan in allerdings nicht erheblichen Mengen wärmere Luftmassen hinzukommen, dürften alsbald, besonders in Schlesien, Schneefälle einsetzen, die im übrigen auch für Mitteldeutschland und für Berlin durchaus im Bereich der Möglichkeit liegen. Westdeutschland hatte Dienstag früh noch durchweg nur mäßigen Frost mit wenigen Graden unter Null, doch wird auch dort die Kälte jetzt schon stärker. Der unfähige Herr Wirtschaftsdirektor Der„Fall Leipzig“ im Rundsunk=Prozeß. anb Berlin, 8. Januar. Im großen Rundfunk=Prozeß wurden heute bei der Fortsetzung der Erörterung des„Falles Leipzig“ die Gründe untersucht, aus denen der Angeklagte Dr. Jäger im Jahre 1928 von seinem Posten als Wirtschaftsdirektor der Mitteldeutschen Rundfunk=AG.(Mirag) entfernt worden ist. Hierzu äußerte sich eingehend der Angeklagte Dr. Otto, der damals Aufsichtsratsvorsitzender der Mirag war und auch die Maßnahmen gegen Dr. Jäger eingeleitet hat. Er sagte, Jäger habe bei einem für die Mirag zu tätigenden Grundstücksankauf in Dresden große Schiebungen gemacht. Jäger habe ein Grundstück, das er in Dresden für die Mirag von einem gewissen Spiethoff habe ankaufen sollen, auf seinen eigenen Namen gekauft und auch die Auflassungsurkunde auf seinen Namen ausstellen lassen. Die Eintragung ins Grundbuch sei allerdings nicht auf Jägers Namen erfolgt. Man habe zunächst an eine fristlose Entlassung gedacht. Dann aber habe sich herausgestellt, daß Jäger nur deshalb so eigenartig vorgegangen sei, da er als Mediziner von Wirtschaftsdingen gar keine Ahnung gehabt habe. Im Aufsichtsrat seien dann auch verschiedene andere Fragen erörtert worden, aus denen sich die Unfähigkeit Jägers in wirtschaftlichen Angelegenheiten ergeben habe. So habe er beispielsweise bei der Hergabe von Geld der Mirag eine Hypothek als Sicherheit angenommen, aber die Eintragung dieser Hypothek für die Mirag versäumt. Weiterhin habe man auch im Aufsichtsrat daran Anstoß genommen, daß Dr. Jäger sein Autoritätsverhältnis zu den Angestellten zu wenig gewahrt habe. Man habe zwar von einer fristlosen Entlassung abgesehen, aber den Vertrag zum 31. Dezemt für den Rest seiner zweiter Wirtschaftsdirektor beigegeben worden. Lagerhaus in den Fjord gestürzt Vier Vermißte. Oslo, 8. Januar. In der norwegischen Hafenstadt Drammen ist infolge eines Erdrutsches der ganze Kai in der Länge von mehreren hundert Metern und die Lagerhäuser der Glasfabrik von Drammen heute mittag in den Fiord gestürzt. Als Ursache des Erdrutsches werden Veränderungen am Meeresgrunde vermutet. Sie dürften in jenem Teile des Fjordes erfolgt sein, der unmittelbar den Lagerhäusern der Glasfabrik vorgelagert ist. Inzwischen wurde festgestellt, daß vier Personen vermißt werden. Man befürchtet, daß sie bei der Katastrophe ums Leben gekommen sind. Zwei Männern gelang es wie durch ein Wunder, sich noch im letzten Augenblick zu retten. Geistesgegenwärtig sprangen sie über den Erdriß, der sich bildete, als das Ungluck begann. Hungerstreik in einer wordböhmischen Grube Brüx, 8. Januar. Seit Samstag befindet sich die Belegschaft des Anna=Schachtes bei Elbogen in Stärke von 20 Mann im Hungerstreik. Der Grund zu diesem Schritt liegt darin, daß der Besitzer der Grube, Josef Weinkauf, den Arbeitern schon seit Wochen keinen Lohn ausgezahlt hat und nun ins Ausland verschwunden ist. In der Grube ist eine Zwangsverwaltung eingesetzt worden. Die Bergarbeiter sind entschlossen, so lange in der Grube zu bleiben, bis ihnen die Bezahlung der geschuldeten Löhne gewährleistet wird. Verhandlungen mit den Streikenden hatten bisher keinen Erfolg. Signale wurden nicht beachtet Die Mißstände auf der„Oktober=Bahn". Moskau, 8. Januar. Die Untersuchung der Ursache des schweren Eisenbahnunglücks auf der Strecke Leningrad—Moskau, der sogenannten Oktober=Bahn, hat ergeben, daß das gesamte Signalwesen dieser Bahn völlig in Verfall geraten ist. Nach den Aussagen der Eisenbahner sollen die Signale monatelang nicht in Ordnung gewesen sein. Meldungen zur Instandsetzung wurden von der Bahnverwaltung nicht beachtet. Infolgedessen war es bei den Lokomotivführern üblich, die Signale wenig zu beachten. 1 In München traf der Herzog Georg von Kent mit seiner Gattin Prinzessin Marina ein um der Verwandten der Prinzessin, der Gräfin Törring, einen Besuch abzustatten. Ged zeigt die Ankunft des Herzogsvaares auf dem Münchener Bahnhof. Zur Begrüßung Unser Bils geigt vie untunst ver Feigogppulteg, auf vem mrünchener Bahnhef. hatte sich der britische Generaitonsul Gainer eingesunden. Ermordet und zum Zenstel„maus gierisen Aufsehenerregendes Verbrechen an einem alten Hausverwalter einen OhnmachtsBerlin, 8. Januar. Am 4. Januar, gegen 3 Uhr morgens, wurde der 86 Jahre alte Hausverwalter Hermann Schmidt vor dem Hause Manteuffelstraße 87 in Berlin=SO., mit zerschmetterten Gliedern tot aufgefunden. Während man zunächst annahm, daß der Greis infolge eines Schwächeanfalles aus seiner im zweiten Stock des genannten Hauses liegenden Wohnung auf die Straße gestürzt sei, haben jetzt die Ermittlungen der Mordinspektion ergeben, daß der alte Hausverwalter einem Raubmord zum Opfer gefallen ist. Die polizeilichen Nachforschungen führten zur Verhaftung der Untermieter des Ermordeten, eines jungen Ehepaares, von dem zuerst die Ehefrau und nach längerem Leugnen auch der Ehemann ein Geständnis ablegte. Danach hat der Ehemann, der 25jährige Bruno Laude, den greisen Hausverwalter am 3. Januar mit einem Hammer hinterrücks erschlagen und in der Nacht zum 4. Januar aus dem Fenster geworfen, um einen Unglücksfall vorzutäuschen. Einen Betrag von 94 Reichsmark und einigen Pfennigen, die der Hausverwalter als Mietsgelder eingenommen hatte, hat das verbrecherische Ehepaar sich angeeignet und für Vergnügungen sowie für den Ankauf von Lackschuhen ausgegeben. Ohnmachtsanfall nach dem Verhör Der Abschluß der Montag=Verhandlung im Hauptmann=Prozeß. dnb Newyork, 8. Januar. Das Kindermädchen Betty Gow erlitt nach Abschluß des Kreuzverhors in der w erlitt nach dem Montag=Verhandlung des Lindbergh=Prozesses anfall. Der Gendarm Josef Wolf, der als erster nach der Entführung des Kindes das Haus Lindberghs betreten hatte, sagte als Zeuge aus, daß das Bett des Kindes unversehrt gewesen sei. Unter dem Kinderzimmerfenster habe er auf dem Erdboden nur einen einzigen Fußabdruck vorgefunden. Die Verteidigung lehnte vorläufig die Herbeischaffung der zur Entführung des Kindes benutzten Leiter als Beweisstück ab, da sich die Leiter nicht in ihrem ursprünglichen Zustand befinde. Der Polizeisachverständige für Fingerabdrücke Kelly sagte aus, er habe keinerlei Fingerabdrücke gefunden, weder auf der Leiter noch auf dem Lösegeldbrief, noch im Kinderzimmer. Die Verhandlung wurde darauf auf Dienstag vertagt. Gefährliche Rauschgift=Schmugglerbande ausgehoben. Der Berliner Kriminalpolizei gelang es im Zusammenwirken mit anderen Polizeibehörden, eine Bande unschädlich zu machen die seit Jahren Betrügereien großen Stils mit Rauschgiften betrieb und viele Personen um erhebliche Summen geprellt hat. Die Mitglieder der Bande verpraßten das Geld im Kreise ihrer Freundinnen. Während die meisten Mitglieder der Bande bereits in den vergangenen Wochen verhaftet werden konnten, wurden die beiden letzten Hochstapler, die Brüder Hans und Fritz Schmitt, am Dienstag in Düsseldorf verhaftet. Westfalen und Rheinprovinz Theiragreie in Gerichisgebaude Mayen, 8. Januar. Montag mittag wurde die Ehefrau Jakob Schmidt von hier, die mit ihrem Ehemann in Scheidung lebt und sich zuletzt bei ihren Eltern in Aachen aufhielt, im Treppenhaus des Amtsgerichtsgebäudes niedergeschossen. Die Frau kam in Begleitung eines hiesigen Einwohners von einer Geschäftsstelle im ersten Stockwerk des Amtsgerichts und wollte sich zum Erdgeschoß begeben, als plötzlich ihr Mann, der ihr im Flur aufgelauert hatte, vor ihr stand und blitzschnell drei Schüsse aus einer Pistole auf sie abgab. Die Frau wurde von einem Schuß schwer getroffen. Der Mann versuchte, die Flucht zu ergreifen, wurde aber durch zwei Oberwachtmeister und einen Obergerichtsvollzieher, die durch die Schüsse aufmerksam wurden, überwältigt, nachdem er vorher versucht hatte, auf seine Verfolger zu schießen. Ein sofort herbeigeeilter Arzt ordnete die Ueberführung der Frau, deren Verletzungen lebensgefährlich sind, in ein Krankenhaus an. * Im Olkessel erstickt Minden, 8. Januar. In einer Dachpappenfabrik rutschte der Arbeiter Bulmann aus Leteln aus und fiel in einen mit kaltem Oel gefüllten Kessel. Obwohl der Verunglückte von Arbeitskameraden bald herausgezogen wurde, war der Tod durch Ersticken bereits eingetreten. Folgenschweres Autounglück Der Herner Oberbürgermeister unter den Verletzten. Langenfeld(Rhld.), 8. Januar. Montag, kurz vor 20 Uhr, ereignete sich auf der Provinziallandstraße Ehemann schießt seine Frau nieder Langenfeld—Opladen, am Ortseingang von Langenfeld, ein folgenschweres Verkehrsunglück. Ein aus Richtung Düsseldorf kommender Personenkraftwagen, in dem außer dem Fahrer noch der Bundesführer des Deutschen Sängerbundes, Oberbürgermeister Meister aus Herne, und Rektor Konsek, ebenfalls aus Herne, saßen, stieß mit einem von Opladen kommenden Lastkraftwagen in voller Fahrt zusammen. Die drei Insassen des Personenkraftwagens sowie der Beifahrer des Lastkraftwagens mußten mit zum Teil erheblichen Verletzungen dem Krankenhaus in Opladen zugeführt werden. Am schwersten verletzt ist der Führer des Personenkraftwagens, der außer einer Brustquetschung noch schädel=, Bein= und Armverletzungen davontrug. 1500 paar Handschuhe Die Garderobe einer Millionärsgattin. Newyork, 8. Januar. In einem großen Newyorker Hotel findet zur Zeit unter größtem Zudrang der Frauenwelt der freihändige Verkauf von Garderobenstücken statt, die Frau Gary, die Gattin des früheren Vorsitzenden der United Steel Corporation hinterlassen hat. Es ist die größte und erlesenste Sammlung von Kleiderstücken, die je einer einzigen Frau gehört hat, und es befinden sich darunter 1000 Paar ungetragene französische Strümpfe, 1500 Paar Handschuhe jeder Form und Farbe, eine Unmenge Pelze und unzählige Schuhe und anderes. Frau Gary hat testamentarisch den Erlös für wohltätige Zwecke bestimmt, und Frauen der Gesellschaft haben daher den Verkauf der Sachen übernommen, die über 350000 Dollar gekostet haben; allerdings erwartet man kaum mehr als 50000 Dollar aus dem Verkauf. Die tausend Paar Strümpfe gingen zuerst weg, die Frauen rissen sich geradezu um sie. Der Erlös. betrug 300 Dollar und für die Handschuhe 150 Dollar. Ein Nerzmantel, ein wahres Prunkstück, der über 5000 Dollar gekostet hatte, erbrachte kaum den fünften Teil dieses Betrages. Bei der Besichtigung dieser Garderobe, die den Eindruck eines Warenhauses machte, konnte man es gar nicht fassen, daß eine einzige Frau das alles einmal ganz allein für sich besessen haben soll. Baldur von Schlrach in Mülheim(Ruhr) Mülheim(Ruhr), 8. Januar. Reichsjugendführer Baldur von Schirach wird am Mittwoch abend 20.30 Uhr in der Stadthalle zu Mülheim(Ruhr) auf dem ersten Führerkongreß der HJ. des Gebietes RuhrNiederrhein sprechen. Im Rahmen der Veranstaltung finden vorher Sondertagungen der Abteilung Schulung (), Rundfunk(), Ertuchtigung(E) und Grenzland— Ausland(GA) statt, auf der die Abteilungsleiter der Reichsjugendführung das Wort nehmen werden. Ein unheimlicher Gast Selbstmord.— Vergiftetes Bier getrunken. Remscheid, 8. Januar. In der Nacht zum Montag betrat ein Mann eine Lenneper Wirtschaft und verlangte ein Glas Bier. Kaum hatte der Gast es getrunken, als er bewußtlos zu Boden stürzte und kurz darauf verschied. Nach den bisherigen Feststellungen scheint der Fremde, in dessen Besitz keinerlei Ausweispapiere gefunden wurden, Gift zu sich genommen zu haben, das er mit dem Bier herunterspülte. Stand der Rundfunkteilnehmer am 1. Januar. Die Gesamtzahl der Rundfunkteilnehmer im Deutschen Reiche betrug am 1. Januar 1935 6142921 gegenüber 5 911 330 am 1. Dezember 1934. Im Laufe des Dezember ist eine Zunahme um 231 591 Teilnehmer (3,9 v..) eingetreten. Die Gesamtzunahme im Kalenderjahr 1934 beträgt 1090314 Teilnehmer(21,6 vom Hundert). Drei Tote bei einem Zugunfall. In der Nacht zu Dienstag entgleiste auf dem Bahnhof Altdamm bei Stettin ein Güterzug. Bei dem Unfall, der erheblichen Sachschaden anrichtete, wurden drei Bahnbamte getötet, ein vierter schwer verletzt. Fünf Personen durch brennendes Benzin schwer verletzt. Im Orte Darkow(Mährisch=Ostrau) wollte ein 24= jähriger Schlosser seine Taschenuhr mit Benzin reinigen. Die Benzindämpfe entzündeten sich an einer Petroleumlampe. In kurzer Zeit standen nicht nur die Wohnungseinrichtung, sondern auch die Kleider der im Zimmer anwesenden fünf Personen in Flammen. Alle fünf sprangen aus den Fenstern, um im Schnee die Flammen zu löschen. Trotzdem erlitten sie alle schwere Brandwunden. Mexikanische Schlachthofarbeiter im Hungerstreik. 43 Arbeiter des Schlachthofes im Vorort Tacubaya (Mexiko) befanden sich am Montag mittag seit 125 Stunden im Hungerstreik. Sechs von ihnen sind bereits so stark geschwächt, daß Blutungen bei ihnen einsetzten. Die Streikursache ist darin zu suchen, daß die Arbeiter bessere Arbeitsverträge verlangen, die jedoch von der Verwaltung abgelehnt wurden. Mit Mann und Maus untergegangen. In kalifornischen Schiffahrtskreisen wird befürchtet, daß der 5880 Tonnen große englische Tankdampfer„La Creszentia“, der seit über zwei Wochen keinerlei Nachricht gegeben hat, mit seiner 30köpfigen Besatzung untergegangen ist. Das Schiff hatte über 62.000 Faß Rohöl geladen. 62 Prozent aller Menschen sind Analphabeten. Nach der neuesten Statistik können von den 1364 Millionen Menschen auf der Erde, die älter als zehn Jahre sind, 850 Millionen weder lesen noch schreiben. Das bedeutet also, daß auf der ganzen Erde von je hundert Menschen 62 keinen Brief schreiben und keine Zeitung lesen können. Selbstverständlich hat die weiße Rasse den geringsten Anteil an diesem Analphabetentum, lediglich Rußland nähert sich immer noch den Ziffern der andersrassigen Welt. — Seite 8 Nr. 2 7 Bochumer Anzeiger Mittwoch, 9. Januar 1933 Bild 1 links: Abstimmungsberechtigte Saardeutsche, die aus dem Ausland gekommen sind, holen sich Deutschlands süngste Saarbürgerisn. Die zu: Abstimmung nach Saarbrücken gereisft, Fraz Neumener aus Bremen hat im Saarbrücker Krankenhaus einem Mädchen das Leben gesngist.:„Eiz.„ Pertreter der Deutschen Front gratuliert der glücklichen Mutter mit einem Blumenstrauß.— Bild 3: In den Je ten Tagen trafen mit allen aus Uebersee kommenden Dampfern abstimmungsberechtigte Saardeutsche in Breen und Hamburg ein. Unser Bild zeigt Amerika=Deutsche, die mit dem Dampfer„Deutschland“ ankamen.— Bild 4: Vierhundert Saarländer aus Uebersee, zumeist aus Amepuieg#ishscien ze# dem Wege zur Abstimmung im Saargebiet in der Reichshauptstad:, Statier,; im Ankunft auf dem Lehrter Bahnhof in Berlin.— Bild 5 rechts oben: Es zeigr, wie die Wahlurnen Deutsch ist die Saar Bus Gsslehtuoskndorell von Digo Erlebnisse eines deutschen Journalisten zwischen Schmuggel, Pflicht und Liebe Copyright by Verlag Presse-Tagesdienst, Berlin W 35. 5) : Sie sind direkt von Belgrad nach Budapest gefahren, haben Ihre Reise nirgends unterbrochen. Sie haben bisher noch keinen Ihrer Bekannten getroffen, haben an Ihre Freundin telegraphiert. Sie müssen den Rucksack mit dem Notizbuch also noch bei sich hier in Budapest haben.—— Wir bieten Ihnen...“ Bei den letzten Worten der Frau hatte Sand sich vorgebeugt, war immer gespannter geworden. So sicher er seit Minuten wußte, daß er erpreßt werden sollte von einer Person, die irgendwie mit der Belgrader Polizei unter einer Decke steckte— jetzt lief ihm doch die Galle über. Eine solche Frechheit hatte er nicht erwartet. Ich werde sie einfach verhaften und dorthin bringen lassen, wo Personen ihres Schlages hingehören. Ich werde sie sofort... wollte er beschließen .. aber nein: Erst mußte er noch in Erfahrung zu bringen trachten, was diese Viola Self von Frau Wollenweber und ihrer Lage wußte, wieso sie dazu kam, für ihre Forderung hier Hilfe anzubieten. Hatte sie nicht bei ihrem Telephonanruf gleich davon gesprochen? Natürlich doch! Bemüht, seinen Unmut zu verbergen, pfiff Sand leise durch die Zähne. Da erhob sich die schöne Frau und lachte. Nahm Sands beide Hände, und sagte mit bezwingender Liebenswürdigkeit: „Liebster Freund, nicht böse werden! Es könnte Ihrer und der Gesundheit von Frau Wollenweber schaden. Wissen Sie, die süße kleine Frau ist so glücklich mit ihren Hühnern, Enten und Gänsen. Sie liebt ihre Farm... möchte gar nicht mehr weg von dort. Aber sie ist keine Geschäftsfrau— haben Sie schon etwas von Wechseln gehört, Herr Sand? Ja— die arme Frau Wollenweber hatte doch kein Geld. Da hat sie eben solche Papierchen unterschrieben, hat dafür Geld bekommen. Und die Wechsel sind fällig geworden, aber Frau Wollenweber konute nicht bezahlen. Hat große Dummheiten gemacht in ihrer Verzweiflung, Ihre liebe Frau Margot...“ Sand fühlte nur, daß diese Frau noch mehr Trümpfe in der Hand haben mußte. In seinem Kopf wirbelten die Gedanken durcheinander. Was hatte die Bande vor? Gegen ihn oder gegen Frau Wollenweber? Wechsel... Dummheiten...? Was war denn eigentlich los? Dabei stand diese schöne Bestie seelenruhig vor ihm und blinzelte ihn mit ihren grünen Augen an, als habe sie ihm gerade ein paar ganz große Freundlichkeiten gesagt. Sand wußte, daß Frau Wollenweber alles zu Geld gemacht hatte, bevor sie sich die Farm bei Kronstadt kaufte. Sie hatte alles auf die eine Karte gesetzt. Daß anfangs große Schwierigkeiten zu überwinden waren, wußte sowohl Frau Wollenweber als auch er. Aber wie kam denn diese starke, tapfere Frau, die ihre Siebenbürger Heimat edenso heiß liebte wie die deutsche, in Verbindung mit dieser grauenhaften Horde? Er konnte jetzt nur eins tun. Er mußte sofort nach Kronstadt zu Margot Wollenweber. Ohne Zeit zu verlieren. Ein Freundschaftsabkommen“ mit diesen unterirdischen Mächten war unerträglich und zwecklos. „Herr Sand, lieber Freund— fahren Sie ruhig nach Kronstadt...“, kicherte Viola Self. „Machen Sie kein so erstauntes Gesicht! Ich denke nur logisch, und darin bin ich Ihnen überlegen. Was sollten Sie denn sonst tun als nach Kronstadt fahren?" Wollen Sie mir vorher das Notizbuch geben für ... fünf Wechsel, ausgestellt über Beträge von zusammen... umgerechnet in deutsche Mark—— 15000 Alle fünf Wechsel. von Frau Margot Wollenweber, Farm Sonnenheim bei Kronstadt? Lassen Sie mich ruhig verhaften, Herr Sand! Unsere Unterredung hat keine Zeugen gehabt. Und was wollen Sie mir beweisen? Ich trage die Wechsel nicht bei mir. Sie aber haben in Ihrem Hotelzimmer einen alten, schmutzigen Rucksack mit einem Notizbuch, in dem sich interessante Aufzeichnungen befinden. Ueberlegen Sie auch: Wenn die Ungarn das Notizbuch bei Ihnen finden, werden Sie bis zur Klärung der Sache Schwierigkeiten haben. Ich? Sie haben doch selbst gesagt, daß ich die schönste Frau bin, die Sie jemals gesehen haben—— glauben Sie nicht auch, daß das ein großes Plus für mich ist? Ich ,würde die Polizei bis zu Tränen rühren mit meinen Angaben. Und wer sollte mich hindern, auszusagen, daß Sie mich verfolgt haben, mit Liebesbeteuerungen verfolgt haben und schließlich aus Rache... weil ich Sie nicht anhören konnte... mich denunzierten—— Mein Freund! Wenn eine Frau in meiner Lage zu einer solchen Unterredung kommt, wenn eine Frau eine solche Unterredung bestimmt, dann weiß sie, was sie tut. Dann hat sie sich vorher aber auch gesichert!" Sand hatte nach dem harten„15 000“ nichts gehört. Denmach gab es erst recht kein Kompromiß. „Frau Self, oder Fräulein Self“, stieß er jetzt kurz hervor,„ist mir gleich, wie Sie heißen...“ Der Ton der wenigen Worte genügte seiner Gegnerin. Ein Aufblitzen der grünen Augen, die sich beim Sprechen schlitzartig verkleinert hatten, ein Nicken des Kopfes, und Viola Self wandte ihm den Rücken. Bevor sich Sand halbwegs von seiner grenzenlosen Verblüffung erholt hatte, war sie durch die Drehtür verschwunden. Wenige Minuten später saß Sand im Auto. „Hotel Britannia... aber schnell, schnell!“ Am Ziel angekommen, stürmte er die Treppen hinauf, wartete den Aufzug nicht ab, der gerade nach oben gefahren war. Ein Blick ins Zimmer überzeugte ihn von der Unversehrtheit des gespannten Bindfadens. Auch die zwei Koffer und oben drauf die Schreibmaschine standen an ihrem Platze. Sand atmete auf. Eingebrochen hatte man unterdessen nicht bei ihm. In fliegender Hast begann er zu packen. Zwischendurch verlangte er telephonisch seine Rechnung. Als er den größeren der beiden Koffer öffnete, um seine Reisedecke hineinzuzwängen, fuhr er zurück. Der Rucksack, der oben gelegen hatte, war verschwunden. Sand begann nicht erst zu suchen. Er wußte zu genau, daß er immer dort gelegen hatte. Was nun tun? Imre mußte her! Sand hatte noch zwei Stunden Zeit. Um Mitternacht ging sein Zug. Imre mußte her! Sands Anruf war vergeblich. Imre meldete sich noch immer nicht. Also Schreibmaschine und Rohrpost! Rasend schnell klapperte Sand an Imre einen ausführlichen Brief herunter, erklärte ihm in Schlagworten das Wichtigste, bat um Benachrichtigung nach der Farm „Sonnenschein“, bei Kronstadt, Rumänien. So. Nun noch die Rechnung bezahlen. Als er unten im Hotelbüro ankam überreichte ihm der Portier eine Depesche. Sand riß sie auf, las: „Bitte sofort kommen, da so nötig. Margot Wollenweber“. 226 Hi, Marte f5 pätig“ Sand sah immer wieder auf die Worte„so nötig“. Vom Bahnhofspostamt telegraphierte er Frau Wollenweber seine bevorstehende Ankunft. Nachtjahrt nach Kronliadt Eine Stunde später saß er im Eilzug nach KronPlatz im Schlafwagen hatte Sand nicht mehr bekommen. Als er nun durch den Wagen ging, sich einen guten anderen Platz zu suchen, sah er in einem Abteil zweiter Klasse, das voll besetzt war, jetzt zum drittenmal den großen Mann mit den pechschwarzen Haaren, den er auf dem Postamt und vor dem Hotel Royal in Budapest gesehen hatte.(Fortsetzung folgt.) 1 en sich aus aus vide: Bild 2: keyer Verden letzin Bred“ anten auf igt ihre en im Rücken. Beenlosen VerDrehtür verAuto. ell!“ Treppen hinde nach oben berzeugte ihn Bindfadens. die Schreibatmete auf. bei ihm. In chendurch verr öffnete, um zurück. ar verschwunEr wußte zu Las nun tun? Stunden ißte her! meldete sich und Rohrpost! inen ausführlagworten das ich der Farm n. So. Nun berreichte ihm auf, las: targot Wollenste„so nötig“. Frau Wollen151= beinen bteil imal den Seite 9 Nr. 7, Bochumer Anzeiger Mittwoch, 9. Januar 1933 Tauschgeschäfte mit Südamerika Mergentässee und Wirtschuftspelik Seit dem 1. Juli 1934 werden für die Einfuhr von Kaffee keine Devisen mehr zur Verfügung gestellt. Die Einfuhr kann daher nur auf dem Wege des Tauschund Verrechnungsverkehrs geschehen. Bisher hat sich lediglich Brasilien, das bereits im vorigen Jahr Tauschgeschäfte gegen Ruhrkohle abgeschlossen hat, zu Geschaften dieser Art bereit erklärt. So ist der Absatz des Brasilkaffees in Deutschland— im Gegensatz zu dem in den anderen europäischen Ländern— bei der vorjährigen Ernte stark gewachsen. Allein in Hamburg lagern zur Zeit 600000 Sack(36.000 Tonnen) Brasilkaffee; das ist rund ein Viertel des deutschen Jahresbedarfs an Kaffee. Dagegen haben die Regierungen und Banken der zentralameritanischen Kaffeeländer sich bisher nicht zu größeren Kompensationsgeschäften bereit erklärt. Der Anteil Brasiliens an der deutschen Kaffee=Einfuhr, der bisher rund 40 Prozent betrug, wird sich also in der diesjährigen Kampagne auf Kosten der anderen Länder erheblich steigern. Die augenblicklichen deutschen Einfuhrzahlen können jedoch kein klares Bild über das Ausmaß dieser Entwicklung geben, da in Zentralamerika die Ernte noch voll im Gange, in Brasilien dagegen bereits beendet ist. Im Verkehr mit Venezuela und besonders mit Columbien sind die Aussichten, Kompensations= geschäfte schon in dieser Ernte abzuschließen, noch am günstiasten. Mit beiden Ländern wurden bereits mehrere Einzelkompensationen durchgeführt, und die Erzeugnisse beider Länder haben Absatzschwierigkeiten und sind außerordentlich billig. Dagegen ist der Handel mit Guatemala und Salvador, die beide bisher über die Hälfte der deutschen Einfuhr an gewaschenem Kaffee lieferten, augenblicklich außerordentlich gering. Auch hier wird also eine Verschiebung in der Zahl der Ursprungsländer eintreten: Columbien und Venezuela werden ihren Anteil auf Kosten Guatemalas und Salvadors erheblich vergrößern. Die Maßnahme, für die Kaffee=Einfuhr keine Devisen zu gewähren, ruft also eine gesunde Wandlung in den Anteilen der kaffeeliefernden Länder hervor, indem wir nur von den Ländern Kaffee beziehen, die ein praktisches Verständnis für die deutsche wirtschaftliche Lage besitzen. Eine Verknappung in der deutschen Versorjedoch durch die neue Regelung nicht eingetrehohen Vorräte in Hamburg beweisen das Gegung ist ten; die genteil. Der 4,5=prozent=Pfandbrief Die bisherigen Anträge auf Ausgabe. Zu Meldungen, daß auch einige Mitgliedsbanken der Gemeinschaftsgruppe Deutscher Hypothekenbanken Anträge auf Ausgabe 4½prozentiger Pfandbriefe eingereicht haben, erfahrt der WHD. ergänzend, daß solche Antrage zunächst von der Sächsischen Bodenkreditanstalt, der Meininger Hypothekenbank und der bereits erwähnten Deutschen Zentral=Bodenkredit AG. vorliegen. Die Anträge wurden zu Ende des vergangenen Jahres gestellt. Erklärung der Opposition zum brozeß gegen Lohringen In bezug auf Meldungen über Vergleichsverhandlungen zwischen der Leitung des Lothringen=Konzerns und der Opposition, die inzwischen von der zuständigen Stelle der Gewerkschaft Graf Schwerin dementiert worden sind, wird nun auch von der Opposition auf Anfrage mitgeteilt, daß sie bisher irgendwelche Verhandlungen nicht geführt hat und auch nicht zu führen beabsichtigt. Das Ziel der gegen den Lothringen=Konzern angestrengten Klagen, daß die Bergbau AG. Lothringen die zwischen ihr und der Gewerkschaft Graf Schwerin zum Nachteil der letzteren vorgenommenen Vermögensschiebungen rückgängig mache und die Darlehnsschuld aufwerte, sei erreicht. Wenn sich das Reichsgericht der Auffassung der Opposition anschließen werde, dann betrage der Wert der Kure Graf Schwerin nach Ansicht der Opposition voraussichtlich ein Mehrfaches des heutigen Börsenkurses. Es wird weiter mitgeteilt, daß vor kurzem die Bergbau AG. Lothringen das Grundstück, auf dem sich die strittige Zentralkokerei befindet, an die Gewerkschaft Graf Schwerin auf gelassen hat, um die im Jahr 1925 vorgenommene Vermögensverschiebung, die bisher schon aus formaljuristischen Gründen unwirksam war, nunmehr zu untermauern. Die Opposition ist der Ansicht, daß durch diese Handlungsweise sich die heutigen Verwaltungen der Bergbau AG. Lothringen und der Gewerkschaft Graf Schwerin mit den Maßnahmen der früheren Verwaltungen identifiziert haben und daß die Auflassung nichtig ist. Die Auflassung sei um so verwunderlicher, als sowohl die Verwaltung der Bergbau AG. Lothringen wie auch diejenige der Gewerkschaft Graf Schwerin in der Klagebeantwortung seinerzeit auf die Feststellung Wert legten, daß sie mit den von der Opposition beanstandeten Maßnahmen der früheren Verwaltungen nichts zu tun hätten. * In dem gestrigen Termin beim Landgericht Bochum, Kammer für Handelssachen, in der Anfechtungsklage gegen die letzten Generalversammlungsbeschlüsse der Gewerkschaft Graf Schwerin erfolgte erneut Vertagung. Das Gericht will noch weitere Auskünfte einholen und Akten heranziehen. Dabei handelt es sich unter anderem um die Grundbuchakten bezüglich der auf dem Gelände von Lothringen errichteten Zentralkokerei. Müser=Versammlung vertagt Die Einwände der Opposition.— Verhandlungen zu einer außergerichtlichen Regelung? Zu Beginn der GV. wies der Aussichtsratsvorsitzende Dr. Matweg darauf hin, daß es sich lediglich um eine Wiederholung der GV. vom 1. Juni 1931 handle, die über den Abschluß für das Geschäftsjahr 1930 zu beschließen hatte. Er gab dann einen Rückblick auf die Entwicklung der Difserenzen mit der Opposition und erwähnte dabei, daß seinerzeit zwischen dem Opponenten Dr. Conrad Müser und der Verwaltung vor Justizrat Niemeyer(Essen) ein Vergleich abgeschlossen worden sei, in dem sich der Opponent verpflichtete, dafür einzustehen, daß Dr. Tenhaeff seine Anfechtungsklage zurückziehe unter der Voraussetzung, daß der damalige Aussichtsratsvorsitzende Heinrich Müser den Aufsichtsratsposten niederlege. Die Verwaltung habe diesen Vergleich erfüllt und Dr. Conrad Müser habe einen Betrag von mehreren 1000 Reichsmark dafür in Empfang genommen. Diesen Betrag habe er aber nicht zurückgezahlt, als Dr. Tenhaeff seine Klage weiter betrieben habe. Der Vorsitzende beklagte weiter, daß durch die Bennrubigung durch die vielen Prozesse-das Unternehmen geschädigt werde. Das Unternehmen sei aber so gesund, daß bisher die Brauerei alle diese Stürme überstanden habe, dank dem Eintreten befreundeter Großaktionäre. Wenn diese Unterstützung fortftele, so könne er nicht sagen, was aus der Müserbrauerei werde. Die Situation sei jedenfalls sehr ernst. Trotzdem gehe die Brauerei auswärts und der letzte Abschluß zeige wieder eine Besserung. Der Aktionär Dr. Tenhaeff betonte seinen Willen zu einer Einigung; er erklärte, daß er von dem Vergleich Conrad Müsers mit der Verwaltung nichts gewußt habe. Dr. Conrad Müser beantragte Vertagung der Versammlung. Er beantragte weiter die Einberufung einer neuen GV. Erst wenn über die gegenwärtig vor dem Reichsgericht schwebende Anfechtungsklage gegen die inzwischen durchgeführten Sanierungsbeschlüsse vom 30. Juni 1932 entschieden sei, könne man dazu Stellung nehmen. Zur Begründung führte Conrad Müser eine große Reihe von Bemängelungen der Bilanzposten an und erwähnte u. a. auch einen Geheimvertrag zwischen der Dresdner Bank und der Verwaltung, der anläßlich der Kapitalerhöhung der Müserbrauerei um 600000 Reichsmark im Jahre 1927 abgeschlossen worden sei, wodurch die Aktionäre sehr geschädigt worden seien. Auch Müser erklärte sich zum Zwecke einer außergerichtlichen Regelung zu Verhandlungen bereit. Weiter beantragte Conrad Müser die Einsetzung einer Revisionskommission, ferner die Einsetzung einer Kommission zur Prüfung von Schadenersatzansprüchen gegen die Dresdner Bank und gegen die Verwaltung. Die Verwaltung stellte zunächst den Antrag auf Vertagung der GV. zur Abstimmung. Dabei ergab sich, daß der Antrag von 905 Stimmen unterstützt wurde von insgesamt vertretenen 10 652 Stimmen. Darauf teilte der Vorsitzende mit, daß die Verwaltung dem Antrag auf Vertagung stattgebe. Karze Nachrichten Die Kennziffer der Großhandelspreise stellte sich im Monatsdurchschnitt Dezember auf 101,0(1913 gleich 100); sie ist gegenüber dem Vormonat(101,2) um 0,2 v. H. gesunken. Dieser Rückgang ist hauptsächlich durch Preisabschwächungen für viehwirtschaftliche Erzeugnisse verursacht worden. Die Kennziffern der Hauptgruppen lauten: Agrarstoffe 100,5(minus 0,6 v..), Kolonialwaren 79,3(plus 0,4 v..), industrielle Rohstoffe und Halbwaren 92,0(plus 0,1 v..), und industrielle Fertigwaren 118,8(plus 0,2 v..) Der Gesamtabsatz für Rechnung des Kohlensyndikats im Dezember betrug nach den vorlaufigen Ermittlungen arbeitstäglich 221000 Tonnen gegen 222000 Tonnen im November. Die Lagerbestände auf den Zechen beliefen sich Ende Dezember auf insgesamt 7,2 Millionen Tonnen gegen 7,5 Millionen Tonnen im November. Am 4. Januar ist im Auswärtigen Amt in Berlin ein Abkommen über den deutsch=estnischen Warenverkehr unterzeichnet worden, das vom 14. Januar an vorläufig angewendet wird. Das Abkommen läuft bis zum 31. Dezember 1935 und gilt jeweils um ein Jahr verlängert, falls es nicht bis zum 1. Dezember von einem der vertragschließenden Teile gekündigt worden ist. Es wird demnächst im Reichsanzeiger veröffentlicht werden. Die bestehenden Anordnungen der Ueberwachungsstelle für unedle Metalle über die Verwendung von Kupfer und dessen Legierungen sind erweitert und zusammengefaßt worden. Die schon angebahnte Umstellung auf Aluminium, Aluminium=Legierungen und Stahl=Aluminium für den Freileitungsbau wird folgerichtig fortgesetzt, um die freiwerdenden Kupfermengen volkswirtschaftlich wichtigeren Zwecken und dem Export zuzuführen. Die Vorschriften sind nach eingehender Beratung mit den beteiligten Wirtschaftsgruppen erlassen und dem heutigen Stande der deutschen Elektrotechnik angepaßt. Wie der WHD. erfährt, hat man sich geeinigt, das Treibstoffkartell in unveränderter Form weiter bestehen zu lassen, und zwar unbefristet. Außerhalb des Kartells stehen drei Firmen, denen aber eine ausschlaggebende Bedeutung nicht zuzumessen ist. Von diesen hat sich jedoch die Nitag bereit erklärt, die Kartellbindungen einzuhalten. Auf Grund der am 5. Juli 1934 erlassenen Gesetze über die Umwandlung von Kapitalgesellschaften haben die Reemtsma Zigarettenfabriken GmbH. in AltonaBahrenfeld die Umgründung der Gesellschaft in eine Personalgesellschaft unter der Firma H. F.& Ph. F. Reemtsma vorgenommen, und zwar mit Wirkung ab 1. Januar 1935. Gesellschafter des Unternehmens sind: Hermann, Philipp und Alwin Reemtsma in Altona und E. F. Gütschow in Dresden. Bei der AG. Schwabenbräu in Düsseldorf ergibt sich einschließlich 32012(33305) Reichsmark Vortrag ein kaum veränderter Reingewinn von 514 484(512 872) Reichsmark, aus dem wieder, wie schon kurz gemeldet, Vethenke Lirern schise Der Opurihssel. In den ersten 9 Monaten 380000 Kredite für die Arbeitsbeschaffung bereitgestellt— Verstärkter Geldbedarf von der Privatwirtschaft 17 Prozent Dividende verteilt werden. Auch im neuen Geschäftsjahr hat die Absatzzunahme angehalten. Die HV. der Hoefel=Brauerei AG. in Düsseldorf genehmigte den Abschluß mit 4(8) Prozent Dividende. Im ersten Viertel des laufenden Geschäftsjahres liegt der Absatz 24 Prozent höher als in der gleichen Zeit des Vorjahres. Die Dortmunder Stiftsbrauerei AG. in Dortmund verteilt 4(3) Prozent Dividende. Im neuen Geschäftsjahr ist der Umsatz weiter gestiegen. Bei der Deutsche Babcock& Wilcox Dampfkesselwerke AG. in Oberhausen ergibt sich nach Verrechnung von 543 292(666000) RM. Abschreibungen einschließlich 9871(6448) RM. Gewinnvortrag ein Reingewinn von 264 346(349870) RM. Der ausgewiesene Gewinn konnte nur dadurch erzielt werden, daß eine Anzahl aus den Vorjahren stammender Geschäfte im Berichtsjahre endgültig abgerechnet werden konnte. Aus dem Reingewinn wird eine auf 3(i. V. 4) Prozent ermäßigte Dividende ausgeschüttet, wahrend 24346 RM. vorgetragen werden. Der Präsident der ungarischen Nationalbank, Povovies, ist am Montag nach elfjähriger Tätigkeit von seinem Posten zurückgetreten. Auf Vorschlag der Regierung hat der Reichsverweser den bisherigen Finanzminister Dr. Imredy zum Präsidenten der Nationalbank ernannt. Mit der kommissarischen Führung des Finanzministeriums wurde der Handelsminister Fabinyi betraut. Nach den beiden amerikanischen Automobilfabriken General Motors und Chrysler wird nun auch die deutsche Auto=Union AG. in Chemnitz, in der Schweiz die Montage und Teilfabrikation von Kraftwagen (DKW.) aufnehmen. Die umfangreichen Vorarbeiten sind bereits erfolgt. Börsen von gestern Rheinisch=Westsälische Börse Schwankungsmarkt uneinheitlich, Farben fest, Braunkohlenkuxe gesucht. Die Börse eröffnete in lebhafter, jedoch uneinheitlicher Haltung. Befestigt waren: Deutsche Erdöl plus ½ Prozent, J. G. Farben plus 1¾ Prozent, Gelsenberg plus Prozent, Kali=Aschersleben plus 2 Prozent. Klöckner plus ½ Prozent, Mannesmann plus ¼ Prozent, Schuckert plus 1¼ Prozent, Siemens plus 2 Prozent, Ver. Stahlwerke plus ⅝ Prozent, Wintershall plus ¾ Prozent, Reichsbahn=Vorzugsaktien plus ½ Prozent. RWE. lagen unverändert. Schwächer waren Feldmühle, minus ½ Prozent, Felten=Guillaume minus ¾ Prozent, Goldschmidt minus ¾ Prozent, Hoesch minus 5/ Prozent, Phönix minus ½ Prozent, Rheinstahl anfangs minus 2½ Prozent, im Verlauf um 1½ Prozent erbolt. Von festverzinslichen Werten waren Altbesitz unverändert, Hoesch=Obligationen minus 1 Prozent, Krupp minus ¾ Prozent. Am Kurenmarkt wurden von Kohlenwerten Ewald zirka 125 Reichsmark höher bezahlt. Deutschland gewannen zirka 10 Reichsmark. Von Braunkohlenkuren, welche ihre Kurssteigerung weiter fortsetzten, wurden Gute Hoffnung zirka 75 Reichsmark höher bezahlt und blieben im Verlauf weiter gesucht; Leonbard gingen zirka 100 Reichsmark. und Vesta zirka 200 Reichsmark höher um. Am Kalikurenmarkt kein Geschäft. Am Freiverkehrsmarkt gewannen Burbach zirka ½ Prozent, Lotbringen zirka ¾ Prozent. Die Kurse für Lothringen=Genußscheine lagen etwa 1½ Prozent höher. Westfalia=Dinnendahl bei geringem Umsatz plus ½ Prozent.(Mitgeteilt vom Bankgeschäft Wilhelm Schwarz in Bochum.) Dank der steigenden Einlagenbewegung konnten die deutschen Sparkassen auch im 3. Vierteljahr 1934 nennenswerte Beträge zur Finanzierung der Arbeitsschlacht zur Verfügung stellen. Die Bereitstellung größerer Kredite war den Sparkassen besonders deshalb möglich, weil immer mehr Institute ihren Liquiditätsverpflichtungen bereits soweit nachkommen konnten, daß sie ihre neuen Einlagenzuflüsse nunmehr größtenteils zu Ausleihungen verwenden dürften.— In der Zeit vom Juli bis September 1934 haben die Sparkassen an Arbeitsbeschaffungskrediten in weiterem Sinne 106 338 Kredite im Betrage von 160 Millionen Reichsmark neu bewilligt. Im Rahmen des Gebäudeinstandsetzungsgesetzes und an sonstigen Ausleihungen,„die sich unmittelbar oder mittelbar in der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit oder sonst wirtschaftsfördernd auswirken", haben somit die Sparkassen in den ersten drei Quartalen 1934 rund 380 000 Kredite in Höhe von 564 Millionen Reichsmark bewilligen können. Im 8. Vierteljahr sind wiederum etwas weniger Kredite als in der vorangegangenen Periode bewilligt worden. Anzahl- und betragsmäßig betrug die Minderung etwa 15 Prozent. Diese Schrumpfung der Kreditbewilligungen geht jedoch mit der Abnahme der Kreditanträge parallel. Der Zahl nach nahmen sie um 14,1 Prozent, der Summe nach um 18 Prozent, ab. Der Rückgang der Kreditanträge hängt mit der Schrumpfung der Kredite im Rahmen des Gebäudeinstandsetzungsgesetzes zusammen. Diese Aktion, die allmählich ihrem Ende zugeht, brachte im 1. Quartal Kreditanträge über 110 Millionen Reichsmark; im 8. Vierteljahr haben sie sich dagegen auf 53 Millionen Reichsmark ermäßigt. Der Ausfall ist bei den Sparkassen noch nicht durch eine Steigerung des auf privater Initiative beruhenden Kreditbedarfs voll ausgeglichen worden. Immerhin sind die Kreditanträge auf sonstige Arbeitsbeschaffungskapitalien seit dem 1. Quartal 1934, nach der„Deutschen Sparkassenzeitung", von 118 auf ein Zeichen, daß ingsam zu steigender 130 Millionen Reichsmark gestiegen, die Wirtschaftsbelebung bereits langs Kreditnachfrage führt. Finanziert wurden die Kreditbewilligungen durch neue Einlagenzuflüsse sowie aus den durch Tilgungen und Kreditrückzahlungen den Sparkassen zufließenden Mitteln. Von den in den ersten 9 Monaten 1934 bewilligten Langkrediten wurden bereits 187 Millionen Reichsmark oder 57,4 Prozent, ausgezahlt. Die Neuausleihungen der Sparkassen im langfristigen Kreditgeschäft fuhren immer mehr zu einer Ausweitung des Kreditvolumens— nicht zu einem erhöhten Kreditumschlag. Oberrhein wird schiffbar 80 Millionen Reichsmark Baukosten. Im Laufe des Jahres werden die Arbeiten zur Schiffbarmachung des Rheins zwischen Basel und Waldshut, an denen Deutschland und die Schweiz in gleicher Weise interessiert sind, tatkräftig gefördert werden. Bereits jetzt wird der Wasserweg bis Rheinfelden stark benutzt. Bei diesem Werk liegt aber das erste Hindernis, das durch Anlegung eines Seitenkanals überwunden werden muß. Dadurch wird die ganze Strecke bis Waldshut fast völlig frei. Die Schiffbarmachung ist namentlich auch für die schweizerische Stadt Brugg wichtig, da die Weiterführung durch die Aare bis nach Brugg erwogen wird. Der Kostenanschlag für die Bauarbeiten beläuft sich auf etwa 80 Millionen Reichsmark. Rh.-Westf. Börse, Düsseldorf, 8. Jan. Mitgeteilt von Wilhelm Schwarz, Bankgeschäft, Bochum, Bongardstraße 14 Fortlaufende Notierungen Schl-6 ISahl-s Anfangl Schlußl Kassa SLaup Itbesitz 6% Hoesch RM.— 8% Krupp RM.— 6% Mittelstahl— 6% Ver. St. RM. Buderus Dahlbusch St. Otsch. Atlant. Dtsch. Erdöl O. Reichsbahn ..Farbenind. Feldmühle Felten& Guille Geisenberg Goldschmiot Harpen.. Hoesch-Köln Kall-Aschersi. Div. T. 1. JAnfang 105.75 97.00 96.25 93.25 88.25 79.00 98.50 97.00 96.25 93.00 79.50 106.12 99.25 98.00 96.10 93.00 0— 78.50 7 4 7 7 6 —. 0 65.00 0 90.00 0 83.75 5 108.00 109.00 111.00 Schluß Kassa 105.75 105.75 103 00101.75 102.25 115.751116.12/116.00 136.25 117.00 137.63 116.25 80.75 65.00 89.75 100.25 83.12 137.87 116.00 65.75 89.00 83.00 98.50 97.37 95.75 93.90 88.25 78.75 102.00 116.12 137.63 116.00 79.25 65 12 89.75 100.00 83.00 111.50 Schch !. Klöckner-W. 29 79.754 Mannesmann 0 77.00 Masch. Untern. 01—.Phönix Bergb. 0 51.00 Reichsbank 12 Rhein. Braunk. 12/214.30 Rhein. Stahlw. 3“ 92.00 Rh.-.-Elek. 5/109.00 79.25 79.50 80 00 76.87 76.75 76.25 59.63—.——.— 50.25 51.25 51.50 150.50—.—150.05 12.372143 89.50 89.25 79.75 109.25 109.50 109.37 Salzdetfurth 74 148.00 148.00148.50 149.75 Schuckert& C. Siemens& Hal. Gebr. Stollw. Ver. Stahlw. Westd. Kaufh. Westeregein Wintershall Zeilst.Waldhof 4 1 4 77.00 0 42.75 0 34.00 5 /112 50 5 95.00 0 48.50 20 1— 9 158.0 95.50— 95.25 141.00—— 140.75 78.00 77.50 77.75 42.87 43.50 43.12 34.00 33.75 34.25 111.50 112.00 95.37 49.00 95.70 48.75 95.37 49.00 Kuxe Steinkohlen e. 1. Saraiusih Const. 06 Deutschl. Ewald Schwerin Heinrich Eön uow Lang 7. 1. 3350 3600 3350 3600 4750 4950 300 325 3600 3800 255012700 5850/6250 6800 7200 92002400 4750 5050 295 315 3475 3675 2500 2650 5850 6250 8400 6700 go0910 ngendr. braunfchlen Spcko.-f.—— 300 320 GuteHoffn. 3850 4150 3850 4100 Leenhard IT75018250 T900 8300 Michel Vesta Bernhardth. Kall Beienrode Burbach Neu-Staßf. Siegtr. lu. I1 Wintersh. 8800 9300 8900 9500 6900 7300 6700 7100 480 510 480 500 1395 1550 1375/1550 5800 — 83005900 Induetrieaktien(Einheltek.) S..1 7. 1. 46.5 47.0 125.0124 5 104. 5/103.5 86.0—. 115.0/114.5 Beicke Masch. Berg. G. Dahl. V. Sonner Bg. u. H. Bösp. Walzw. Braunk. Zut. —— 19.3/19.5 73.0— 80.0 80.0 37.0 38.0 111 0— 25 128.0s126.0 75.2 77.0 78.0 108.0 Sschl d6e 5gb. Schieß-Defries Schleg. Scharp. Waggonf. Uerd. Nasserw. Gels. Bankaktien Berlin. Hand. 6. Com.-u. Pr.-B. O Banku..-G. Dresdner Bank 8h. W. 8d. Cr. B. Westd. B..-A. Vereicherungaz ktien Asch.-Mönch.F 70 975.0 Aach. Rückvers 14.4 178 0 Agripp.., Fl.L- 325.0 Alli.-u. Stuttg.V 12.9 235.0 Alli.- u. St..-.).6 206.0 Colonia,.-V. K. Colonia Rückv. Gladb. Feuerv. Köln. Hagelv. Köln. Lioyo A. V. Köln, Rückv gr. Köln. Rückv. kl. Rentenwerte 6 Rhw..-Cr. Ghyp.Pfd. S. 4. 6. 12. 10 5 dto. dto. S. 5½ dto. dto. S. 11 6 dto. Gold.-Kom 1926 1927.—6 5 5 103.0 235.0 202.0 103.0 Kallkuxe srauggchr 3700 Einigkeit Erichsseg 2350 Habigh,— Heimbold.— Hope. 3200 bisenburg„275 8. 1. 6 1 8 4050 3200 Hariagl Marie Marie L. Max Neusollst. Ransbach Reichsld Thöringen Aktien Adier K. Eisa C. Goedh.h 2500 1950 2050 3450 5700 905 2300 5350 200015 4000 3250 2500 1950 2050 3450 5750 245.0 103.0 660.0 650.0, G0 94.0 94.Oitann. K. 225.0/225.0 humd. 014 Lothrin. Lothr. 8. Manst. — 111.0s110.0 — 74.0 74.0 15 81.0 83.5 163.5163.5 128.0— 115.0 137.0137.0 96.0 96.0 96 0 3200 275 5450 2000 21501950 2075 2000 2150 1950 2075 2000 2150 1350 2075 2375 2575 2500 2700 500— 525— —— 375— e. 1. 1 T. 1. 6 S18. 63.5—. 63.5 — 98.5— 85.0 88.0 85.0 88.0 740 n60 T50 75 55 7 58.2 48.0 50.0 v. 9514 T 4 2 a S J9d 17½ Wd. Bod. Gprd. 6(100.0 100.0 ##to. Em. 3. 9 12. 14 95.5 95.5 Preiverkehr Steinkehlen- v. Braunk.-Kure e..1 f. I. Diergardt 2725/2825 2625 2830 Westfalen 450— 450— Sellerh.— 3900|3300— Masch. Ke 36.0— uch. Berg 46.0—.0 #Rh. Linel.—— 96 Olwr. Gina 82.8 80 5 -Teis. Hott. Sionerortechelge 54.0 57.0 46.5 48.0 86.0 87.0 36.5 47.5 49.0 59.0— tllig ep 1. 4. 1994 I. k. 19 l. 4 100 I. é. 1907 l. 4. 1923 6../ 7. I. 103.7/103.7 106.4 106.6 105.6 106.8 104.1/104.2 102. 2/102.5 Da das Ausmaß der Sanierung der Polenlaura, von deren Kapital die Vereinigte Königs= und LauraHütte AG. für Bergbau und Hüttenbetrieb in Berlin 40,46 Millionen Reichsmark in der Bilanz für 1933/34 ausweist, noch nicht feststeht, so konnten auch in der GV. noch keine Einzelheiten hinsichtlich ihrer Auswirkung gemacht werden. Die Bilanz, die mit einem Verlust von 4400(6700) Reichsmark abschließt, der aus dem Gewinnvortrag von 0,6 Millionen Reichsmark gedeckt wird, wurde von der GV. genehmigt. Berliner Börse. Uneinheitlich.— Renten teilweise angeboten.— Verlauf und Schluß erholt. Die Börse war nicht so einheitlich fest wie an den letzten Tagen. An den Aktienmärkten hielten sich die Kursrückgänge und Besserungen ungefähr die Waage. In der Gesamtheit gesehen, war die Tendenz uneinheitlich. Am Montanaktienmarkt verloren Rheinstahl auf Verkäufe einer Großbank 2½ Prozent. Auch Rheinische Braunkohle verloren 2 Prozent, ebenso Berger. Dagegen gewannen von variablen Papieren Gelsenkirchen 3 Prozent, ebenso Lahmeyer. Farben besserten sich um ½ Prozent. Auch am Rentenmarkt kam etwas Material heraus, das meist von den Banken ausgenommen wurde. Die Tendenz war hier ruhig und nicht einheitlich. Altbesitz schlossen auf dem Vortagsstand. Kommunale Umschuldungsanleibe ¼ Prozent niedriger, dagegen Reichsschuldbuchforderungen ¼ Prozent höber. Pfandbriefe und Kommunalobligationen schwankten um ¼ bis ½ Prozent nach beiden Seiten. Umgetauschte Dollarbonds lagen meist ¼ bis ½ Prozent schwächer. Der Verlauf war etwas fester. Einige Montanwerte erbolten sich um ½ Prozent. Der Schluß war weiter freundlich. Der Einheitsmarkt lag meist befestigt. Tagesgeld 3¾ bis 4 Prozent. Dollar 2,485(Vortag 2,480), Pfund 12,18½(Vortag 12,180) Mittelkurs. Frankfurter Abendbörse: Aktien gut gehalten.— Renten befestigt. Die Abendbörse verkehrte bei verhältnismäßig lebhaftem Geschäft in fester Haltung, da von der Kundschaft neue Kaufaufträge getroffen waren und auch die Kulisse weitere Rückkäufe vornahm. Am Aktienmarkt waren indessen im Vergleich zu den Berliner Schlußnotierungen nur unbedeutende Abweichungen festzustellen. Renten waren dagegen überwiegend befestigt, wobei besonders Kommunale Umschuldungsanleihe, Zinsvergütungsscheine. Altbesitz und Reichsbahnvorzugsaktien größeres Geschäft aufwiesen. Die Auslandsbörsen Newyork: Stetig. London: Uneinheitlich. Amsterdam: Uneinheitlich. Paris: Abbröckelnd. Brüssel: Schwächer. Mailand: Still. Wien: Nachgebend. Zürich: Stetig. Getreidegroßmarkt zu Berlin Amtl. Preise. Getreide und Oelsaaten per 1000 kg. sonst per 100 ko 21.65 11.30 .75 * Berliner Elektrolytkupfer=Notierung vom 8. Januar: 39,50 Reichsmark für 100 Kilogramm. Berliner Börse, 8. Januar Reichsbankdiskont 4% Lombardzinsfuß 5% Industriewerte Div. 18. 1. Praenuee ARU A. E. 6. 12 150.0 0 50.6 0 28.4 Aschaftb. Zeilst. 0 68.7 Augsb.-N. Masch 0 70.5 Parr. Motoren O P. Gemberg Jul. Berger Bergmann El.## Berl. Karls. Ind. 5 " Kr. u. Licht 10 „ Maschinen Buderus phef. Wasser Chem. Geisenk. Cont.-Gummi -i Moter Otsch. Atlant. Otsch. Conti 6as " Kabel " Lineleum : K 3 „ Eisenh. Oittm. Neuhaus .1. 150.0 50.5 28.5 69.5 70. 114.5 Otmd. Akt.-Brau. 10 151. 6/151.0 Union-Brau. 0/175.21—. Dürener Metall 12/130.0—. glektr. Lieferg. S/102.|102.5 Licht u. Kr. 6 4/116.0 114.5 116.0 116.7 118.0 118.1 120.2 137.9136.2 108.0 107.0 87.51 88 0 100.|100.2 —. 38.0 143.6/141.7 49.2 99.6 122.5 .5/125.0 95.61 83.5 82.7 32.7 65.0 93.0R 84.01 Engelh. Brauerei Eozinger Erlang. Baumw. es. f. el. Unter. Gildem.& Co. Grön& Bilfinger Gruschw. Textil Guano-Werke u G nngede Hamb. El. Werke Milpert Masch. Hindrichs-Auff. Hoftmanns Stärk. Hoheniohe Werke Ph. Holzmann Hotelbetriebages. lse Bergbeg IIse Genus Isenbeck Bräu Junghens Gobr. 0 96.0 6/108.5 51109.0 6/109.0 13 s 1103.7 Völn 6as u. E. W. Krofft inromschröder 1 Sampppen tüstel 92.0 85.0 8/125.0 0 45 2 3 84.0 /112.5 0 49.0 0 80.8 91. 6/149.0 6/118.0 0 72.0 73.2 96.0 103.7 M aximil. Hôtte Miag Mimose.-6. Wix& Genest 109.8 109.0 104.5 82.5 91.0 81.0 125.4 45.0 83.0 48.5 81.0 61.5 149.0 117.2 .o 65.5 93.0 KOppersb.& Co. Jahmeyer& Co. L Lindes Eism. C. Loronz 118 5 105.5 149.5 115.7 104.8 149.0 72 5 71.0 121160.0160.0 0 Siemens& Halske Stolberg. Zink fack& Co. Thörl's V. Gifd. Thür. Gas Leipz. Transradio Tuchfabrik Auch. Orenst.& Koppel Polpphonwecee heinfeld Kraft Rhein. El. Vorz Rh.-Westf.-Kalk Riebeck Rötgerswerke 8 sssan Sarorti Schering chem. Schles. B. u. Z. 6. Beuth. " E. u. 6a3 A. Schub.& Salzer Schuahen schwsben-Brau Siegeredort Wk. 90.0 90.0 11.7 UI. 105.0s104.0 5/105.0 105.0 0 84.9 90 0 21 95.0 97.8 94.01 96.0 97.6 85.0 31.6 85.2 133.02. O 70.0 69. 94. 86.4 147.0 .0 103.0 Siemens Glasind. 0 85.0 ver. Otsch. Hick. Ver. Glanzst. " Ultramarin Jogel Telegg Volgt 4mp Hasfiner U Wicküler 104.6 66.5 78.5 52.0 110.0 85.0 141.0 65.0 124.0 52.0 194.7 wickdler Brau 106.0105.2 0 7 121.0/124.6 4 108.0107.7 .8.2 6/127.|127.0 61—. Verkehrswerte A. 6. f. Verkehr Boch. Gelsenk. Hambg. Amk. P. " Südam Norad. Lioye 0 81.8 82.0 0—. 0 25.1 0 23.0 0 29.2 Bankaktien ben. Hye eso. Zentre petbeich alkr.-Sk. 112.0 S 83.7 24.5 292 * " Kom. O.-3 * 4** 5 Goldpfdbr. R. 6 Pfdbr. Hausgr. 6 Pr. Lopfbr. 6. 19 ".21 6"„.-..20 6 Pr. Z. 6. Pf. 22 6 Pr. Z. 6. Pf. 29 6 Pr. Z. 6. Pf. 24 6 Pr. 6to. 26/28 8 Pr. 2. 6. Pf. 28 8 Boch. Stadtanl. 26 95.0 96.0 94.5 95.6 95 5 91.5 Postverzinal. Werte Schatzw. d. D. R. 35 93.4, 93.7 6% Wertb.-6 O.—.—. Reichsanl. 1927 96.2 96.1 Reichssch. Kom.—.—. 6% Pr. Ctr. St.-6— Farbenbonds 119 7120.0 6 Berl. Hyp. B. 10 96.5, 96.0 6 Nordd. Grundk. 3 6 Nordd. Grundb. 4 2 Pr. Ctr. B. 6. Pf. 6 Rogg. 6. Pfd.-3 Concord. Bergb. Cont. Gummi Daimler Benz Klöckner Werke Mont Cenis Siem.& Halske Rheinstahl RM. A. 6 Westf..d. Bk. 25 95.5 95.5 95.8 95.5 94.0 100.3108.1 97.5 96.0 98.0 97.7 95.8 95.5 137.0137.0 95.0 94.7 94.5 94.5 94.2 96.7 96.2 95.0 95.2 97.5 97.5 97.5 97.5 94.7 94.5 97.C 97.0 100.01000 97.21 97.2 97.2/97.2 93 97.5 93.2193.2 Westfalenbank.-G. Bochum Austährung sAmtlIener Baakgeschafte ss8— Seite 10 Nr. 2/ Bochumer Anzeiger Mittwoch, 9. Januar 1935 Nachrichten aus Innterrackfchau der Hoiden Klieger Der Vereinsleiter Dr. Straßen würdigte in der im Lokale Faßhauer abgehaltenen, äußerst stark besuchten Generalversammlung zunächst die im Jahre 1934 geleistete Vereinsarbeit. Kamerad Hellwich gab einen ausführlichen Jahresbericht, nach dem der Verein 237 Mitglieder besitzt; gestorben sind sieben Vereinsmitglieder. Hierauf begrüßte der Vereinsleiter den inzwischen erschienenen Syndikus Dr. Weber, den Führer der Fliegergruppe Bochum, der anschließend in verständlichen Ausführungen über das Flugwesen und die sportliche Ausbildung vom Segelflug zum Motorflug sprach. Kassenwart Kusenbera gab einen zufriedenstellenden Kassenbericht. Der Vereinsleiter beließ seine Mitarbeiter weiter im Amt. Er verteilte dann an folgende Kameraden die in letzter Zeit ausgeschossenen Ehrenscheiben: Kusenberg, Bergmann, Dreiskamp sen., Tecklenburg, Karl Scheffler, Menger. Dem Kameraden Hellwich wurde für geleistete Vereinsarbeit ein Bierkrug mit Widmung überreicht. * In den Ruhestand getreten. Rektor Stockebrand vom katholischen Schulsystem 2 ist ab 1. Januar in den Ruhestand getreten. Der Scheidende hat sich in der Zeit seiner Tätigkeit an diesem System die Liebe und Hochachtung der Schüler wie auch der katholischen Gemeinde erworben. Hohes Alter. Frau Berta Klaschinski, geborene Mutzko, Hordeler Straße, konnte am Dienstag ihren 83. Geburtstag feiern. DAF. Die stark besuchte Versammlung am Sonntag im Kruppschen Saalbau nahm mit großer Aufmerksamkeit den Vortrag des Pg. Bentlage(Bochum) über wahre Betriebsgemeinschaft entgegen. Ortsgruppenleiter Pg. Schweitzer richtete kernige Worte an die Anwesenden. Die Darbietungen der Werkskapelle der Zeche „Hannover“ fanden dankbare Aufnahme. Stadtteil Grumme=Böde Evangelischer Arbeiter= und Bürgerverein Böde. In der Hauptversammlung am Sonntag bei Burrack wurden Jahres= und Kassenbericht entgegengenommen und der Vorstand entlastet. Zum Kassenwart wurde Fritz Gunst bestellt. Für regelmäßigen Versammlungsbesuch wurden 27 Mitglieder ausgezeichnet. Dem Winterhilfswerk wurden zehn Mark zugeführt. Stadtteil Hiltrop Deutsche Arbeitsfront. In der am Sonntag bei Punge abgehaltenen Versammlung sprach Kreiswalter Meinert über wahre Volksgemeinschaft. Betriebszellenobmann Libuda leitete die Versammlung. Vorträge der Werkskapelle Lothringen und Darbietungen des Jungvolks umrahmten die Ansprachen. Stadtteil Gertbe Sicherungsmaßnahmen zur Vermeidung von Gasdien und Deutsch=Südwest=Afrika mit einem Schlußwort von Pfarrer Cordes beschlossen. Jahresschlußversammlung des Knappenvereins„Glückauf". Der Knappenverein„Guckauf" hielt im Lokale Ewald seine Jahresschlußversammlung ab, die einen äußerst guten Besuch aufzuweisen hatte. Vereinsführer Möller eröffnete die Versammlung. Der Vorstand für das neue Geschäftsjahr setzt sich wie folgt zusammen: Vereinsführer Heinr. Möller, Stellvertreter Georg Lesch, 1. Schriftführer Wilhelm Hermann, 2. Schriftführer Gustav Nolte, 1. Kassierer Heinr. Teschner, 2. Kassierer Adolf Bienholz, zu Beisitzern wurden bestimmt die Mitglieder Jonas, Blumenstein und Max Schmidt. Das Fahnenkommando besteht aus den Mitgliedern Rennewitz, Nolte und Waldenau. Das Vereinslokal wurde beibehalten. Aus dem Krieger= und Landwehrverein. Die 3. Kompagnie des Krieger= und Landwehrvereins hielt am vergangenen Sonntag im Lokale Wortelmann eine gut besuchte Monatsversammlung ab. Kamerad Weitz eröffnete sie mit dem Deutschen Gruß. Anschließend ging man zur Tagesordnung über. Nach schnellster Erledigung hielt Kamerad Etterich einen fesselnden: Vortrag über den Durchbruch des Panzerkreuzers „Goeben" durch die Dardanellen im August 1914. Stadtteil Langendreer Das Weltall im Lichte jüngster Forschung. Wo sind die Grenzen, bis zu denen der Forscher heute ins Weltall vordringen kann? Mehr als hundert Millionen Jahre braucht das Licht, um von jenen Grenzen der heutigen Forschungsweite bis zu uns zu gelangen! Milliarden und nochmals Milliarden Sterne sind in allen Richtungen am Himmel verteilt, dazu kosmische Nebel, Sternhaufen, Welteninseln. Wie baut sich dieses ungeheure Weltall auf? Welche Rolle spielen in ihm unsere Erde und die Sonne? Auf diese Fragen antwortet der Vortrag von Robert Henseling(Berlin) in der Feierabendgemeinde Langendreer(10. Januar), 20 Uhr in der Aula und Werne(11. Januar), 20 Uhr in der„Deutschen Flotte". Nichtmitglieder zahlen 50 Pf. Eintritt. Der Vortrag wird durch viele Lichtbilder nach den vollkommensten bis jetzt gewonnenen Himmelsaufnahmen unterstützt. Der Redner ist bekannt als Verfasser des seit 25 Jahren alljährlich erscheinenden Sternbüchleins und vieler anderer Schriften. Von 1927 bis 1929 war er Leiter des Städtischen Planetariums erst in Stuttgart, dann in Berlin. Kameradschaftsabend. Am Sonntag abend versammelten sich die Mitglieder des Posaunenchores mit ihren Angehörigen im Evangelischen Gemeindehause. Zu Beginn begrüßte der Vereinsführer Wolf die Erschienenen. Dann folgte ein gemeinsames Kaffeetrinken und nenen. Dann folgten ein gemeinsames Kaffeetrinken und musikalische Darbietungen der Chormitglieder bildeten. Knappen= und Arbeiterverein St. Marien. Am Sonntag hielt der Knappen= und Arbeiterverein der St.=Marien=Pfarrei im Pfarrheim eine Monatsversammlung ab, die sehr gut besucht war. Der Vorsitzende Franke begrüßte die Mitglieder. Danach wählte man für die kommende Jahreshauptversammlung die Mitglieder Dubiella und Strube zu Kassenprüfern. Anschließend gab der Vorsitzende einen Bericht über die Gefallenen=Gedächtnisfeier und die Grundsteinlegung des Altars in Münster. Stadtteil Wiemelhausen Im Zickzackkurs durch Wiemelhausen. Durch Verheben von vier Zeilen ist der Schluß des zweiten Abschnitts im gestrigen Aufsatz unter die Notiz vom Mär nergesangverein„Liedertafel“ geraten. Die Leser werden den richtigen Zusammenhang schon gefunden haben. Geschichtstafel 9. Januar: 1916 räumten Engländer und Franzosen die von den ken unter ihren deutschen Führern General Liman von Sanders und Admiral von Usedom tapfer und erfolgreich verteidigte Dardanellen=Stellung und zogen sich nach Salonikt zurück. Personalnachrichten Das Fest der silbernen Hochzeit feierten die Eheleute Friedrich Thiele, Vierhausstraße 43, im Verein mit der grünen Hochzeit ihrer Tochter. Am 8. Januar konnte Verwalter Otto Barthold, Haldenstraße 80, seinen 60. Geburtstag feiern. Bis zum Eintritt in den Militärdienst in der Landwirtschaft tatig. Halbe Eintritt in den Militärdienst trat er nach beendeter Dienstzeit am den Dienst der Firma Wiechers und den verschiedensten Zechen als Stallmeister tätig. 1. Oktober 1898 in war für diese auf Bochumer Verbände und Vereine *..... schurter Linden): Adolf Wildmann(Froh Pieto gete, Adoif Wildmann GFrod Beim Gauwertflug Bepagg Grandzian(Bleib ges Harter(Kurier Einbeny. der Bochumer Züchter Hort/ 1/6 Hleier“ Rugust Hickamp einer Gesam: Pzleiegggg,##.00 Mrtet, Ampige (Heir goldenen Preisnadel wurde Liebhaber Frayz,Heirx (Vereinte Freunde Weitmar) bedacht(601,64 Meier). Aus den sadichen Siar neuen Stadtteil Weltmar Kursus für„Häusliche Krankenpflege“ in Weitmar. Am Mittwoch, 16. Januar, abends 8 Uhr, beginnt im Evangelischen Gemeindehaus in Weitmar ein Kursus für„Häusliche Krankenpflege". Die Leitung des Kursus hat Frau Dr. Pickert übernommen, sie wird bei ihrer Arbeit von einer Fürsorgerin des Städtischen Gesundheitsamtes unterstützt. Aus dem Inhalt des Kursus: Das Umbetten. Packungen, Fiebermessen, erste Hilfe bei Unglücksfällen, Verbände üben, Desinfizieren, Krankenbeobachtung, Handreichungen für den Arzt, die Kinderkrankheiten, ihre Erkennungszeichen und Behandlung, rohrbrüchen. Die Ortsteile Gerthe und Hiltrop hatten die Wundbehandlung u. a. m. Der Kursus wird für die in den letzten Jahren häufiger Gasrohrbrüche zu ver- Dauer von zehn Wochen jeden Mittwoch abend von 8 zeichnen. Enormer Druck oder Zug in der Leitung führten oft zu Undichtigkeiten der Rohrverbindungen bzw. zu direkten Bruchstellen in der Leitung. Seit einiger Zeit ist man nun in den genannten Stadtteilen mit dem Einbau einer neuen Art von Ueberschiebern beschäftigt, die nach menschlichem Ermessen die Gefahr der Rohrbruche auf ein Mindestmaß herabsetzen sollen. Diese Zwischenstücke insgesamt werden 240 Stuck in die Hauptleitung und in das Ortsnetz eingebaut, geben den starren Leitungen eine Ausdehnungs= und Zusammenziehungsmöglichkeit im höchsten Grade. Nachdem die Sicherheitsmaßnahmen schon auf dem Castroper Hellweg und in Hiltrop durchgeführt worden sind, ist man jetzt im Ortsteil Gerthe mit dem Einbauen beschäftigt. Männergesangverein„Einigkeit". In der Jahreshauptversammlung bei Patzmann wurden der Jahres= und der Kassenbericht entgegengenommen und der Vorstand entlastet. Vereinsführer Albring bestätigte seine Mitarbeiter im Vorstand. Als Chorleiter wurde Artur Lippert(Witten) wiedergewählt, ebenso bleibt das Vereinslokal wie bisher. Mit der goldenen Vereinsnade! ausgezeichnet wurden die Sangesbrüder: Aug. Bleckmann, Fritz und Ewald Bullasch, Karl Grau, Heinrich Ohmann und Otto Pamp. Schulungsabend. Für die Amtswalter der NS.= Hago Gerthe, Hiltrov und Harpen findet heute abend (Mittwoch) 8,15 Uhr im Lokale Kalthoff ein Schulungsabend mit Vortrag statt, wozu jedes NS.=Hago=Mitglied (Parteimitglied) Zutritt hat. Stadtteil Harpen In hohem Alter. Witwe Mathilde Krämer, wohnhaft bei ihrer Tochter, Ehefrau Wilhelmine Kaczorowski, Im Kamperholz 42, begeht heute ihren 79. Geburtstag in beneidenswerter geistiger und körperlicher Frische und Rüstigkeit. Sie wurde am 9. Januar 1856 zu Hattingen geboren. Ihr Ehemann wurde ihr im Jahre 1923 im Alter von 65 Jahren durch den Tod entrissen, vier Kinder starben. Seit dem 2. Juni 1934 wohnt sie in Harpen, vorher war sie 14 Jahre in Bochum=Laer ansässig. Drei Töchter, ein Sohn, 18 Enkel= und zwei Urenkelkinder können der Hochbetagten heute die herzlichsten Glück= und Segenswünsche überbringen. Kleinsiedlerverband in der Stadtrandsiedlung Ecksee. Der im Vereinslokale Stratmann=Kost abgehaltene siebente Schulungstag war verbunden mit einer Weihnachtsfeier. In dem Schulungskursus wurde u. a. auf die Wichtigkeit der Siedlung im staatlichen Interesse hingewiesen. Nach einem Prolog und Musikvorträgen begrüßte Geschäftsführer Vorthmann die zahlreich erschienenen Mitglieder mit ihren Angehörigen und die Gäste, unter ihnen Pfarrvikar Hermann von der katholischen Kirchengemeinde Harpen. Kinder der Siedler imAlter von 7 bis 12 Jahren führten mehrere Märchen und Reigen auf, die allgemeinen Anklang fanden. Außerordentlich gefielen die kleinen Theaterstücke: „Hannchens Christnachtstraum", und„Das arme Kind und der Weihnachtsengel". Besonderer Dank gebührt den Frauen Ernst und Scholz, die diese Reigen und Aufführungen einübten. Darauf erfolgte die Bescherung von 170 Kindern mit einer gut gefüllten großen Tüte. Eine Verlosung, zu der wertvolle Bücher und nützliche Haushaltungsgegenstände von den Siedlern gestiftet wurden, erbrachte 44 Gewinne. Durch eine Büchsensammlung konnte an das Winterhilfswerk der Betrag von 5,61 RM. abgeführt werden.— Der achte Schulungstag findet am Sonntag, 13. Januar, vormittags .30 Uhr, statt. Stadtteil Werne Zur letzten Ruhe gebettet. Unter Beteiligung der PO.=Amtswalter, der NS.=Hago, der Kompagnien der Kriegervereine des Bataillons Werne, der SchreinerInnung Langendreer=Werne und des Evangelischen Arbeitervereins wurde der Schreinermeister Wilhelm Schwarze zu Grabe getragen. Pfarrer Rummeld fand trostreiche Worte für die Angehörigen. Den Ehrensalut für den Frontkämpfer gab die 1. Kompagnie des Kriegervereins Werne. Bergmannsgottesdienst. In der evangelischen Kirche findet am nächsten Sonntag ein feierlich aufgezogener Bergmannsgottesdienst statt. Missionsfeier der Herz=Jesu=Gemeinde. Am Fest der Heiligen Drei Könige beging die Herz=Jesu=Pfarrei im vollbesetzten Saale an der Kirche ihre Missionsfeier. Pfarrer Cordes sprach zu Beginn über den Sinn der Missionsfeier am Dreikönigstage. Schon am Morgen hatte in den Messen Pater Justinus Gelegenheit genommen, den Gläubigen über Missionsarbeit zu berichten. Die Feststunden wurden durch Lieddarbietungen der„Cäcilia und Gedichtvorträge der Sturmschar bestens ausgefüllt und nach einigen Filmstreifen aus Inbis 10 Uhr laufen. Der Preis für den Abend beträgt 0,10 RM., Erwerbslose 0,05 RM. Bei regelmäßigem Kursusbesuch erhalten die Teilnehmerinnen zum Schluß eine Bescheinigung des Reichsmütterdienstes ausgehändigt. Die Anmeldung zu dem Kursus erfolgt Montags, Mittwochs und Freitags von 15—18 Uhr bei: 1. Frau Brinkmann, Hattinger Straße„393, 2. Frau Behle, Hattinger Straße 357(Schule), 8. Fräulein Korthaus, Kohlenstraße 33, 4. Frau Knippschild, Leiterin der NS.=Frauenschaft. * 70 Jahre alt. Der Steiger a. D. August Dertmann, der seinen Lebensabend im Hause seiner Nichte an der Goethestraße verlebt, vollendet heute sein 70. Lebensjahr. Ueber ein Menschenalter gehört er dem Militärverein Weitmar=Mark und Neuling als Adjutani bzw. 2. Vereinsführer an. Verleihung von Ehrenkreuzen. Recht feierlich gestaltete sich am Samstag abend die Versammlung der Ns.= Kriegsopferversorgung Weitmar=Mitte im Backwinkelschen Saale, der prächtig ausgeschmückt war. Nach dem Einmarsch des Ehrensturmes der SA. und einem Choralvorspiel entbot Ortsgruppenobmann Gebhardt den Willkomm. Die Festansprache hielt Organisationsleiter Krutmann, der rühmend der Heldentaten unserer Krieger gedachte. Polizeiobermeister Göcke überreichte dann im Auftrage des Polizeipräsidenten die Ehrenkreuze. Von der Straßenbahn angefahren. Am Montag wurde auf der Hattinger Straße ein Invalide beim Ueberschreiten des Fahrdammes von einem Straßenbahnwagen der Linie 8 angefahren und zu Boden gestoßen. Er erlitt leichte Verletzungen am Kopfe. Gebetswoche. Die Bekenntnisgemeinde Weitmar bittet ihre Mitglieder herzlich um Beteiligung an der Gebetswoche. Die allabendlichen Veranstaltungen in dieser Woche beginnen jeweils um 8 Uhr, und zwar im Gemeindesaale neben der Kirche und im Vereinshaus Karl=Friedrich=Straße. Mehr Gebetsgeist im neuen Jahr, das ist die Bitte der bekennenden Gemeinde: Herr, lehre uns beten. Stadtteil Linden=Dahlbausen Sturmführer Otto Wiemers ist gestorben. Er wurde am 11. November 1870 in Wattenscheid geboren und einsfübggr#i, mzmwirtung wandte sich beruflich dem Bergbau, zu. Er war lange FufsrRegt Potsdam, gesichert. Jahre hindurch als Steiger in, Gelsenkirchen tätig und####shey. einige Sti Traditionsecke Bund ehemaliger 3. Gardisten, Ortsgruppe Bochum. Zur Pooumer Hot, beger Vereinsfudrer begratzte welenden, besowde Fhaser, La ale Vieser Läute auschleßend die besten Grüße des Bundesvorsitzenden, Generglleutnants Elstermann von Elster, auf dessen persönlichen Wunsch er bsch ie Sleschlteclbelie becre e iu gewinne Hinbende Zisagen gemacht werden. Bei diesen itfort. Im Jahre 1919 zog er dann teimitglied und führte trotz seines hohen Alters später den Reservesturm 22 der Standarte 441. Nach einer Neuordnung übernahm er die Führung des Sturmes 11 der Standarte R. 17 und war allen in Pflichterfüllung ein Vorbild. Solange es sein Gesundheitszustand erlaubte, war er zur Stelle. Deutsche Arbeitsfront. In der Ortsgruppenversammlung bei Lutz sprach in fesselnder Weise Ortsgruppenwalter Altmicks über„Gemeinschaft". Die Gesangabteilung der Schuhfabrik Drenhaus erfreute durch Lieddarbietungen. Stadtteil Stievel Wallfahrtskirche Stiepel. Auf Eviphanie, am 6. Januar, veranstaltete die Singschar des Herrn Winkelmann jun.(Bochum) in der Wallfahrtskirche eine Krippenfeier, zu der sich viele Musikfreunde eingefunden hatten. Es wurden alte Advents= und Weihnachtslieder in der Bearbeitung ihrer Zeit sowie eigene Kompositionen des Herrn Winkelmann zu Gehör gebracht. Vor allem fiel uns das klangschöne Stimmaterial der Singschar, die nur aus jungen Kräften sich zusammensetzt, auf. Diese alten Lieder in ihrer thematischen Behandlung hört man immer gern, besonders von frischen Stimmen und frisch gesungen. Erwähnen möchten wir die Gesänge: O Heiland, reiß die Himmel auf; Maria durch den Dornwald ging: Und uns'rer lieben Frauen der träumete ein Traum. Zum Schluß brachte die Singschar die reizende Weihnachtskantate von Lübek, einem Zeitgenossen Luthers, zum Vortrag; diese Kantate wurde mit Geige, Flöte und Harmonium gesungen. Nach der kirchlichen Feier wurde den Anwesenden in der Pilgerhalle noch manch schönes Lied zum Vortrag gebracht. Recht weihnachtlich wirkt dann auch immer die Kirche mit ihrer schönen Krippe im Glanze von Hunderten von Lichtern. Am Mittwoch wird wieder ein fremder Franziskanerpater um 3 Uhr eine Krippenfeier halten, und von 1 bis 5 Uhr werden in der Kirche Anbetungsstunden gehalten. 10 Progem=Tritag 193 Pin Wanne=Sialel der Rückgang in der Wohlfahriserwerbslosenfürsorge Die Wohlfahrtserwerbslosenzahlen des Jahres 1934 zeigen die erfreulichen Auswirkungen des erfolgreichen Kampfes der Reichsregierung gegen die Arbeitslosigkeit auch in Wanne=Eickel. Die Entwicklungslinie der Unterstutzungsempfänger zeigt nur in den beiden letzten Monaten des verflossenen Jahres einen geringen Anstieg, der auf die durch Witterungseinflüsse bedingte Arbeitslosigkeit in den Außenberufen zurückzuführen ist. Die Gesamtzahl der vom Wohlfahrtsamt betreuten Wohlfahrtserwerbslosen ist von 6107 am 1. Januar 1934 auf 5137 am 1. Januar 1935 zurückgegangen: das ist eine Abnahme von rund 16 Prozent. Der Rückgang der Wohlfahrtserwerbslosen hatte selbstverständlich auch eine nicht geringe finanzielle Entlastung der Gemeinde zur Folge. Gegenüber dem Vorjahre wurden monatlich durchschnittlich über 70000 RM. weniger ausgegeben, so daß die Kosten der Wohlfahrtserwerbslosenfursorge im Jahre 1934 um 850 000 bis 900000 RM. geringen waren als im Jahre 1933. Hohes Alter. Heute feiert Witwe Henriette Dollek. geb. Salewski, Karlstraße 47, den 75. Geburtstag. Funf Kinder und 16 Enkelkinder gratulieren. „Winzerliesel". Der Theaterverein„Fidele Horst" wartete bei Oelmann in Holsterhausen mit der Aufführung der volkstümlichen Operette„Winzerliesel" auf. Unter der Leitung von Dirigent W. Beckmann schafften die 70 Mitwirkenden eine zufriedenstellende Leistung, die sich die Anerkennung der Besucher sicherte. scheider wissen den Jubilar als ihren eigenen Lehrer, viele auch als Erzieher ihrer Kinder zu schätzen. Das neue Amtsgericht. Der Amtsgerichtsumbau ist bis auf die Plattenlegung und sonstige Fußbödenarbeiten fertiggestellt. Er wird voraussichtlich am 1. Februar bezogen. Höntroper Gänsereiter. In der dritten Versammlung der Höntroper Gänsereiter wurden einige organisatorische Fragen besprochen. Die Wagenbaukommission wird erstmalig am 14. Januar zusammentreten. □ Bis Wem gehört das Knabenfahrrad? Bei der Kriminalpolizei Gelsenkirchener Straße 25 ist ein Knabenfahrrad sichergestellt; es ist am 5. Januar vor dem Hause Kurfürstenstraße 93 gefunden. Stadt Wattenscheid Hohes Alter. Witwe Christine Rubrecht, geborene Sellemann, Graf=Adolf=Straße 52, begeht heute ihren 82. Geburtstag.— Witwe Wilhelm Hackmann, geborene Hovestadt, wohnhaft in Wattenscheid=Seving= hausen, Stalleikenweg 18, konnte am Dienstag, 8. Januar, bei guter körperlicher und geistiger Frische ihren 80. Geburtstag begehen. Im Dienste der Jugenderziehung. Rektor Schauerte, der Leiter der Gertrudisschule, sieht auf eine 25jährige Tätigkeit als Rektor zurück. Viele Wattenjetzt steht die Teilnahme von 14 Wagen bereits fest. Die Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen in der städtischen Fürsorge. Das Berichtsjahr 1933/34 verzeichnet eine Besserung des Fürsorgewesens für Kriegsbeschädigte und Kriegerhinterbliebene. Während im März 1933 noch 912 Beschädigte betreut wurden, waren es im März 1934 nur noch 838, die Zusatzrente erhielten. In dem Berichtsjahr wurden insgesamt 266 128,70 Reichsmark an die Kriegsopfer ausgezahlt. An 31 Kriegerwaisen wurden Erziehungsbeihilfen gezahlt. Aus der Hindenburgspende bekamen sechs Personen je einen Betrag von 150 RM.: desgleichen drei Personen einen Betrag von 50 RM. aus der Kruppspende. 54 Kriegsbeschädigten und 16 Kriegerwaisen konnten Arbeitsstellen vermittelt werden. In 156 Fällen konnten Darlehen aus staatlichen Mitteln beschafft werden. Aus den Vereinen. Der MGV.„Philomele" tagte zum Jahresabschluß bei Bien. Der Vorstand setzt sich zusammen aus: Fr. Friedhoff als Vorsitzender, Hrch. Weller als Stellvertreter, Derse Schriftführer, Stybor Kassierer.— Lehrer König leitete die Tagung des Kriegervereins„Kaiser Wilhelm". Ueber die Arbeit des zivilen Luftschutzes berichtete Wörmann.— Die Landsmannschaft der Schlesier tagte unter dem Ortsgruppenleiter Steiner. Anordnungen der Landesleitung wurden erörtert. Am 13. Januar findet in Essen die Ortsgruppenleitertagung und im August in Waldenburg (Schlesien) die Reichstagung statt. Den Kassenbericht erstattete der Kassenwart.— Die Ne. KriegsopferVy p einige Stunden in fröhlicher Stimmung Kameraden noch einige Stunden in fröhlicher Stimmung Verein der Kameraden des ehemaligen Reserve1934 batten sich die Kameraden mit ibren Angehörigen im Evangelischen Vereinshaus, Mühlenstraße, recht zahlreich zu der alljährlich stattfindenden Weihnachtsfeier mit Kinde Sestischante deie Mide, Zliegebeldtaght 13h und betute, zur Feier gab Kalbe Salschel. D öbkein Weibnachtsmärchen=Film„Turch Zauhernale zum Märchenwald" gaben der Feier das weihnachiche präge. Den Weihnachtsprolog sprach Fräulein Hilde Runke. St. Nikolaus hielt eine Ansprache und nahm die Verteilung Kedsessiask Fsich stnigse Varea De Kauzgesehunet. Die Sammlung zugunsten der Winterhilfe hatten einen schönen Betrag ergeben. omn He eaischabe WVill, Schlselck Leiester“= Leie Klie Resce e ecce ecechche Klalse halt hanst die Keasaeichescalsaehgnlg in be. chum statt. Um die Unterstützung aller Kameraden zu der bevorstehenden Tagung wurde gebeten, um einen würdigen Vereine den besten Eindruck von Bochum gewinnen. Bochumer Veranstaltungen Kammerorchester=Konzert des Städtischen Orchesters. Die vierte städtische Kammermusik=Veranstaltung am Donnerstag steht ein Kammerorchester=Konzert vor. Von dem in Bochum lebenden Komponisten Kapellmeister Emil Peete das Konzert für Cembalo, Flöte und Streicher uraufgeführt. Das Konzert wurde im Frühjahr 1933 geschrieben. Formell folgt die Komposition dem Prinzip der im 17. und 18. Jahrbundert gepflegten Kirchensonate, die mit einem einleitenden Largo begann, einen lebhaften, fugierten Satz folgen ließ, und nach Unterbrechung durch ein Grave, eine Aria oder ein Andante mit einem Allegro, späterhin auch gern mit einem Variationensatz, wie im vorliegenden Fall„mit einer Passacaglia schloß. In Erweiterung dieser Grundform schob Peeters zwischen Aria und Passacaglia ein Quodlibet ein. Zu dem Virtuosen=Konzert des 18. und 19. Jahrhunderts ist bei der vorliegenden Komposition absichtlich keine Beziehung genommen worden. Peeters greift auf die ursprüngliche Bedeutung des Wortes Konzert zurück, welche„gemeinsames Musizieren“ heißt.— Weiter steht am Anfang des Proaramms die Musik für sieben Saiteninstrumente von Rudi Stephan. Das Werk wird in chorischer Besetzung gespielt. Den Beschluß macht die festliche Suite für kleines Orchester von Julius Klaas, die auch in Bochum zum ersten Male aufgeführt wird. Mitwirkende: Else KönigBuths(Cembalo), Arno Schütze(Klavier), Otto Schneeberg (Flöte): Dirigent: Hans Treichler.— Karten zum Preise von.75 RM. bis.50 RM. sind an der Konzertkasse im Stadttheater, in den bekannten Vorverkaufsstellen und an der Abendkasse zu habem Schülerkarten zu 50 und 75 Rpf. nur an der Konzert= und Abendkasse. Für die Mitglieder der NS.=Kulturgemeinde findet der Vorverkauf nur in der Geschäftsstelle Brückstraße 40 statt. „Kommunalpolitik und Kommunalverwaltung im nationalsozialistischen Staat.“ Auf den heute abend 19.30 Uhr in der Verwaltungsakademie Bochum, Wittener Straße 61, stattfindenden Vortrag des Oberbürgermeisters Dr. Dr. Weidemann(Halle a. d..), stellvertretenden Vorsitzenden des Deutschen Gemeindetages, wird nochmals hingewiesen. Eintrittskarten zum Preise von.50 RM. sind noch vor Beginn des Vortrages in der Verwaltungsakademie zu haben. Stadttheater Bochum. Heute Millöckers„Bettelstudent" (Vormiete). Donnerstag abend Goethes„Uraötz: Curt Bartz bereitet ein neues Lustsviel vor:„Verfasser— unbekannt“ von Hans=Caspar von Zobeltitz. Die Erstaufführung ist auf Samstag festgesetzt. versor gu tagte in de: ung, Ortsgruppe Günnigfeld, in der Kruppschen Vierhalle unter dem Obmann Helte. Geschaftsführer Heinrichs gab Bericht über die neuen wichtigen Verfügungen versorgungsrechtlicher und sozialer Natur. Aus der ASDAp. (Nach Bekanntmachungen der Partei.) Mittwoch, 9. Januar: RS.=Frauenschaft, Weitmar=Mark. 16 Uhr: Frauenschaft###stunde bei Kreter. Erscheinen ist Pflicht, RS.=Frauenschaft Querenburg. 16 Uhr: Zusammenkunft bei Egaermann. Erscheinen ist Pflicht. RSDAP. Stiepel. 20 Uhr: Schulungsabend beim Wirt H. Krockhaus, Kemnader Straße. * Reichsberufsgruppen der Angestellten in der Berufshauptgruppe Ingenieure, Chemiler, Werkmeister. Die Berufsyauptgruppe der Ingenieure, Chemiker, Werkmeister gibt bekannt, daß am kommenden Donnerstag, 10. Januar, abends.15 Uhr, im Schulungshaus in der Bergstraße 57 in Bochum der Vortrag von Dr. Bär, vereidigtem Sachverständigen an der Industrie= und Handelskammer, über„Die deutschen mineralischen moystoffe“ stattfindet. Der Vortrag wird durch Lichtbilder und Schaustücke Der Vortrag„Die rechtlichen Grundlagen der Versicherungen“ am 11. Januar findet nicht, wie angegeben, im Hause Bergstraße 57, sondern im Hause Alleestraße 46 statt. Seite 11 Nr. 7 7 Bochumer Anzeiger Mittwoch, 9. Januar 1933 Turnen und Sport Wie lpielen unfere Jungen? Die Tabellen der Jugendfußballer im Kreise Bochum Dem Außenstehenden mag es oft scheinen, als ob ein Futzhallverein lediglich aus der ersten Vereinsmannbestande. Gewiß, die„Erste" des Fußballvereins ist der Repräsentant des Vereins und nicht zuletzt auch sein Finanzier; falsch wäre es aber, einen Verein lediglich nach den Erfolgen oder Mißerfolgen der ersten Mannschaft zu beurteilen, und der Verein würde einen falschen Weg gehen, der über der Pflege der ersten Mannschaft die geforderte Breitenarbeit vernachlässigen würde. Um für die Folge den Mannschaften, die nicht so wie die erste Mannschaft im Brennpunkt des öffentlichen Interesses stehen, gerecht zu werden, haben wir uns entschlossen, für die Folge auch die Ergebnisse der Spiele der unteren Mannschaften— namentlich der Jungliga— zu veröffentlichen, soweit sie uns Sonntags abends von den Vereinen durchgegeben werden. Nachstehend veröffentlichen wir zunächst die Tabellen der Jugendmannschaften im Kreise Bochum: Gruppe 1(la Jugend): Ammproumkelnig Ralkds-in-Hamburg Der Hamburger Senat haut in Rothenburgsort die größte Sporthalle der Welt Die Entscheidung über den Austragungsort des Weltmeisterschafts=Ausscheidungskampfes zwischen dem deutschen Ex=Weltmeister Max Schmeling und dem Amerikaner Steve Hamas ist jetzt zugunsten Hamburgs gefallen. Der Hamburger Senats= und Stadtrat hat in einer Sitzung beschlossen, die große Rothenburgsorter Halle zu einer riesigen Sporthalle umbauen zu lassen, die mit einem Fassungsvermögen von 25 000 Personen die größte Sporthalle der Welt sein wird. Der Hamburger Senat übernimmt den Ausbau und führt ihn auch durch. Zugleich mit dieser Nachricht kommt aus USA. die Meldung, daß Hamas' Manager auch einen Kontrakt aus England angeboten erhielt, und zwar unter den gleichen Bedingungen wie mit Schmeling. Hier soll Hamas gegen den englischen Meister Jack Petersen antreten. Der Betreuer des Amerikaners hält jedoch mehr von dem Kontrakt mit Schmeling, möchte aber auch gern das Angebot von England annehmen. Der Kampf dürfte dann aber erst nach dem Kampf Schmeling— Hamas am 10. März zustande kommen, während das Treffen in England für Ende Februar geplant ist.(Wird die Situation nicht geändert, wenn Walter Neusel am 3. Februar Petersen schlagen würde?) Willterminework derdedtschen-Leientuthoten Wald- und Geländeläufe am 3. Februar zugunlten der Winterhilfe Der Führer der Fachschaft für Leichtathletik, Dr. Ritter v. Halt, hat zum Winterhilfswerk der Leichtathleten aufgerufen. Alle Vereine des Reichsbundes für Leibesübungen bekunden durch starke Teilnahme ihre Verbundenheit mit dem großen Winterhilfswerk des deutschen Volkes. Jeder deutsche Volksgenosse, die SA., SS., der FAD., die HJ. und der B2M. sind zu dieser Veranstaltung eingeladen. In sämtlichen Kreisstädten, so in Bochum, Herne, Wanne=Eickel, Wattenscheid, werden diese Läufe durchgeführt. Das Startgeld von 10 Pfennig je Teilnehmer fließt restlos ohne jeden Abzug den örtlichen Winterhilfsstellen zu. Nach den Bestimmungen und unter Aufsicht des fachamtes für Leichtathletik wird dieser Lauf nur als inzellauf gewertet, und zwar in folgenden Klassen: Klasse 1 Meisterklasse 10 km „ 2 Offene Klasse 5 km „ 3 SA., SS., FAD. 5 km „ 4a Altersklasse 32 bis 36 Jahre... 3 km „ 4b Altersklasse über 36 Jahre... 3 km „ 5 Jugend A 16—17 Jahre.... 3 km „ 6 Jugend B 18—19 Jahre.... 3 km „ 7 Jugend C 20 und jünger(Schüler) 1,5 km „ 8 Frauen(über 18 Jahre)... 1,5 km „ 9 Mädchen......... 1,5 km Den Vereinen ist es außerdem freigestellt, durch geschlossene Propagandagruppen der Veranstaltung ein besonders sportliches Gepräge zu geben. Die genauen örtlichen Ausschreibungen erfolgen in den nächsten Tagen. Sportbegeisterte, merkt euch den 3. Februar und haltet diesen Tag frei! 1 Meier, Kreisfachamtsleiter. Wer famt Inden-Rautbarbezirken! Es gibt keine Favoriten Winterfelt des Rudervereins Bochum Wie alljährlich, so führte auch diesmal der Ruderverein Bochum im Parkhotel„Haus Rechen“ sein traditionelles und beliebtes Winterfest durch, das erfreulicherweise, ein Zeichen für die Beliebtheit des Vereins, wieder einen ausgezeichneten Besuch aufzuweisen hatte. Den Anwesenden wurden einige unterhaltsame Stunden zuteil, die in vollster Harmonie verliefen. Nach einigen musikalischen Darbietungen ergriff der Vereinsführer das Wort zu einer kurzen Begrüßungsansprache, in der er dem Wunsche Ausdruck verlieh, daß in nächster Zeit noch mancher der Anwesenden sich im Ruderverein anmelden möge. Von den Darbietungen ist besonders Milena Avram in ihren Tänzen zu erwähnen. Für den Humor sorgte in ausgiebigstem Maße Kaufhold (Essen), während die Verlosung weitere Ueberraschungen brachte. Bei Tanz und echter Ruder=Gemütlichkeit blieb man noch lange Stunden zusammen. Kurz und bündig Freddie Miller, Amerikas Weltmeister im Federgewicht, schlug in London den schottischen Meister Joe Connelley über zehn Runden überlegen nach Punkten. Der Kunstturn=Länderkampf Deutschland—Ungarn findet nunmehr bestimmt im April dieses Jahres statt, und zwar, wie ursprünglich vorgesehen, in der Breslauer Jahrhunderthalle. Der Eishockey=Länderkampf zwischen Belgien und Holland endete mit einem überlegenen Siege der Belgier, die technisch überlegen spielten und mit:0(:0,:0,:0) gewannen. Ein Rad=Länderkampf Deutschland—Schweiz kommt am 26. Januar in Stuttgart zum Austrag. Auf deutscher Seite werden u. a. die Kölner Richter, Stefses und Merkens starten. Für die große Liverpooler Steeplechase am 29. März, der Welt schwerstes Hindernisrennen, sind 60 Nennungen abgegeben worden, darunter auch für den vorjährigen Sieger Golden Miller, der heute schon im Wettmarkt mit:1 als Favorit notiert. Ein flüchtiger Blick auf die Tabellen der sechs Bezirksklassengruppen des Gaues Westfalen zeigt, daß man bisher in keinem Bezirk mit Sicherheit den Sieger, der mit seinen fünf Mitbewerbern den Kampf um den Aufstieg aufnehmen wird, voraussagen kann. Den Vogel schießt allerdings die Bochumer Gruppe ab, in der das Durcheinander durch die letzten Niederlagen von Westfalia und Tus noch größer geworden ist. Nach der Bochumer Gruppe interessieren uns am meisten unsere vorjährigen Freunde aus der Dortmunder Gruppe. Borussia Dortmund hat bisher ihre Stellung halten können. Mit 14 Spielen und 22 Punkten führt sie mit 2 Punkten Vorsprung vor dem Ortsrivalen Alemannia Dortmund, dann folgen Wetter 1910 mit 18, Mengede mit 17 und Arminia Marten und BV. Brambauer mit 16 Punkten. In der Geisenkirchener Gruppe liegt Union Gelsenkirchen so klar in Front, daß es kaum noch eingeholt werden kann. Fünf Punkte trennen sie von dem Tabellenzweiten Buer=Hassel (Punktverhältnis 21 zu 16). Auch Erle 08 brachte es auf bisher 16 Punkte, während die Spog. Röhling= hausen und der TB. Eickel ihr nachbarliches Verhältnis auch im gleichen Punktverhältnis von 15:11 ausdrücken. In der Bielefelder Gruppe spitzt sich der Kampf um den Gruppensieg zu einem Zweikampf zwischen den Bielefelder Vereinen Arminia und VfB. zu. Beide liegen mit 11 Spielen und einem Punktverhältnis von 20:2 an der Spitze. SuS. Herford wird mit 12 Spielen und 18 Punkten kaum noch in Frage kommen. In der Gruppe Münster hat Recklingausen 13 bisher Münster 08 mit 20:6 zu 18:8 sunkten den Rang abgelaufen. Mit 17 Gutpunkten folgen punktegleich an dritter und vierter Stelle SuS. Ahlen und Rheine 09. In der Gruppe Arnsberg behauptet sich nach wie vor Klafeld=Geisweid mit 16:6 Punkten an der Spitze, allerdings hart bedrängt von Sportfreunde Siegen und VfB. Weidenau mit je 15:7 Punkten. Die Meisterschaft dauert noch lange. Ob es den derzeitigen Spitzenführern also gelingen wird, unter den sechs Auserwählten zu sein, die die beiden zur Gauliga aufsteigenden Vereine ermitteln, erscheint in vielen Fällen recht zweifelhaft. Im übrigen geht am Niederrhein und in Westfalen das Gerücht, daß man für die nächste Spielzeit die Bildung von zwei Gauliga=Gruppen zu je 10 Vereinen plane. Der Wunsch der in Abstiegsgefahr schwebenden Vereine mag bei diesem Plan Pate gestanden haben, allerdings ist nicht zu leugnen, daß die Lösung der Abstiegsfrage im Moment alles andere als ideal ist, da von den 58 westfälischen Bezirksligavereinen nur jeweils zwei aufsteigen können. Jedenfalls ist bei amtlichen Stellen über die Gauligateilung noch nichts bekannt. Mauritz(Barmen) Weltdeutscher Tischtennismeilter Am Sonntag gelangte in Rheinhausen die Westdeutsche Tischtennismeisterschaft zur Austragung. Aus verschiedenen Städten kamen die Spieler herbei, um an der Meisterschaft teilzunehmen. Deißler(Hamburg) mußte seinen bisherigen Titel an den noch jungen Barmer Mauritz in:3 Sätzen abgeben. Die Bochumer, die sich an diesem Turnier beteiligten, konnten sich leider nicht in die Endrunden hineinspielen. Geschw. Kleine konnten auf diesem Turnier auch keine Lorbeeren ernten. Kimmeskamp(.=Dahlhausen) spielte sich im Herren=Einzel der=Klasse bis zur Vorschlußrunde durch. Gebr. Mager(Bochum) spielten sich auch bis zur Vorschlußrunde in der=Klasse durch, um dann gegen Scholz Schulte:2 zu unterliegen. Träger Bickmann(Bochum) waren in der-Klasse und gelangten unter die letzten acht. Frl. Bußmann(Dusseldorf) besiegte im Endkampf Frl. Dill(Bonn) und sicherte sich hiermit wieder den Meistertitel. Westdeutscher Meister wurde in diesem Jahr Mauritz, der Filleborn(Düsseldorf) schlug. Kramp(Bochum) fertigte Träger:1 ab, mußte dann in der Zwischenrunde Deißler(Hamburg) den Sieg lassen. Bickmann konnte den Favoriten Peltzer(Essen) aus dem Rennen setzen. Bei den Damen belegte Frl. Denig(Röhlinghausen) den zweiten Platz der=Konkurrenz. Oltwald löft Niggemeyer ab Halbzeit bei der Bochumer Keglermeisterschaft Je weiter die Keglermeisterschaften in die vollen voranschreiten, um so sicherer setzen sich die alten Sportkegler durch. Einen glänzenden Tag hatte wieder Ostwald, der 705 traf und dadurch an die Spitze kam. Mogendorf ist wieder ausgezeichnet in Schwung und setzte sich mit 696 an die zweite Stelle. Dagegen fiel der führende Niggemeyer durch eine schwache Leistung von 673 etwas zurück, wie auch Busch stark enttäuschte. Man muß jedoch berücksichtigen daß jetzt erst 300 Kugeln, also die Hälfte der Pflichtzahl, abgeschoben worden sind und noch mächtig aufgeholt werden kann.— Bei den Senioren konnte Vogt seine führende Stellung weiter verbessern.— Sonntag folgt der vierte Hundertkugelgang. Nach 300 Kugeln: 1. Ostwald 2082; 2. Mogendorf 2077; 3. Niggemeyer 2064; 4. Busch 2058; 5. Köster 2052; 6. Ebeling 2049; 7. Peter 2043; 8. Greulich 2036; 9. Dahmen 2028; 10. Habecke 2024.— Senioren: 1. Vogt 1988; 2. Moritz 1953; 3. Beucker 1851. Schachturnier in Haltings unentschieden Das internationale Schachturnier in Hastings hat einen unentschiedenen Ausgang genommen. Euwe, Flohr und Thomas hatten nach der Schlußrunde je 6½ Punkte und teilten sich daher den Sieg. An zweiter Stelle steht der frühere Weltmeister Capablanca mit 5½ Punkten. Botwinnik und Lilienthal erzielten je 5 Punkte, Michel 4, Fräulein Menschik 3, Milner=Barry und Norman je 1½. Die Spielergebnisse der letzten Runde waren: Flohr schlug Milner=Barry, Michel schlug Taylor, Norman gegen Euwe unentschieden, Capablanca gegen Botwinnik unentschieden, Lilienthal und Fräulein Menschik unentschieden. Die Handballer opferten über 33000 Mark für die Winterhilfe Aus den Einnahmen der am 2. Dezember im Reich ausgetragenen Handballkämpfe konnten über 33.000 Mark der Winterhilfe überwiesen werden.— Die Spiele im Gau Mitte brachten über 4500 Mark während die Gaue Samsen und Württemberg einen Ueberschuf von je 3100 Mark erzielten. Fast überall wurden die Erwartungen übertroffen, zumal zu berücksichtigen ist, daß in zahlreichen Fällen schlechtes Wetter die Abwicklung erheblich gestört hat. Gottfried von Cramm wurde beim Internationalen Hallentennisturnier in St. Moritz von dem Franzosen Gentien überraschend mit:2,:2 geschlagen. Der Deutsche Bobverband wird an der Zweierbob=Weltmeisterschaft am 2. und 8. Februar in Igls bei Innsbruck nicht teilnehmen, dagegen wohl an der Viererbob=Weltmeisterschaft am 14. und 15. Februar in St. Moritz, die Hanns Kilian zu verteidigen hat. Die Karkei Nähhel Sportvgg. Bochum 1892 liegreich Den von uns in der Vorschau besprochenen Meisterschaftskampf im Ringen konnte die Ringerstaffel der Sportvag. Bochum 1892 gegen„Einigkeit“ Herne mit 12:8 Punkten für sich buchen. Die Herner, welche sich dem Publikum in allerbester Verfassung vorstellten, hinterließen einen vorzüglichen Eindruck. Man kann ohne Uebertreibung behaupten, daß die am Sonntag bei Floren gezeigten Kämpfe sportlich sehr wertvoll waren. Die Entscheidung lag. wie wir schon schrieben, bei den ehemaligen Bochum=Western Lange, Becker und [Watzke, welche den Vorsprung der Herner glatt aufholten und somit Sieg und Punkte sicherstellten. Im Bantamgewicht mußte der Bochumer Biallas nach elf Minuten dem Herner Wawrziniak durch Armklemmer am Boden mit nachfolgendem Eindrücken der Brücke den Sieg überlassen. Im Federgewicht siegte Leiderreiter(.) über Cibien(.) nach Punkten. Den schönsten Kampf des Abends zeigte der Herner Reyer im Leichtgewicht gegen Matern(.). Reyer ließ Matern nicht zur Ruhe kommen. Genau mit dem Schlußpfiff des Schiedsrichters wurde der Herner Sieger durch Eindrücken der Brücke. Im Weltergewicht wurde Lange(Bochum) nach 4½ Minuten Sieger durch Eindrücken der Brücke über Hellduser(Herne). Im Mittelgewicht wurde Keller(Herne) von Becker (Bochum) schon nach einer Minute auf beide Schultern gelegt. Watzke(Bochum) wurde über Hülsmann (Herne) nach fünf Minuten Sieger durch Aufgabe. Dettmarg(Herne) griff im Schwergewicht sehr beherzt an und wurde nach Ablauf von 15 Minuten Sieger über Völker(Bochum) nach Punkten. Termine der Bezirksklaffe des Industriegebiets im Ringen Inzwischen sind auch die Termine der Bezirksklasse des Industriegebiets im Ringen festgesetzt worden. Bereits am 27. dieses Monats steigen die ersten Meisterschaftskämpfe. 21. Januar: Deutsche Eiche Germania Bochum— Heros 94/08; Westerfilde— mbruch— Brambauer: Alemannia Eiche Germania Huckarde— Westerfilde; — Alemannia; Hörde 29 #rte 29; Heros— Hombi Hörde 29; Hoesch Dortmund Witten 28: — Marten 05/06; Herne 20— KSV. Dortmund— Huckarde. 3. Februar: Deutsche Bochum— Hoesch: Hansa Marten— Herne; Witten 28 — Heros 94/08. 10. Februar: Alemannia— Hörde Witten 28; Hoesch— Brambauer; Hombruch— Hansa Huckarde; Herne 20— Westerfilde. 17. Februar: Deutsche Eiche Germania Bochum— Herne 20; Witten— Hombruch; Marten — Alemannia; Brambauer— Heros; Hörde 29— Hoesch. 24. Februar: Hombruch— Deutsche Eiche Germania Bochum; Heros— Marten; Herne— Huckarde; Alemannia— Brambauer; Hoesch— Westerfilde. 3. März: Huckarde— Hoesch: Westerfilde— Alemannia: Hörde 29— Herne; Marten— Hombruch. 10. März: Alemannia— Deutsche Eiche Germania Bochum; Hoesch— Witten 28; Huckarde— Marten 05/06; Hombruch— Westerfilde. 17. März: Deutsche Eiche Germania Bochum— Huckarde; Marten— Brambauer; Herne— Heros; Alemannia— Hoesch; Hörde 29— Westerfilde. 24. März: Deutsche Eiche Germania Bochum— Witten 28; Horde 29— Marten; Brambauer — Westerfilde: Heros— Hombruch. 7. April: Westerfilde— Deutsche Eiche Germania Bochum; Marten— Witten; Huckarde— Hörde; Alemannia— Hombruch. 14. April: Deutsche Eiche Germania Bochum— Brambauer; Witten— Herne; Heros— Huckarde; Hombruch— Hoesch. 21. April: Marten— Deutsche Eiche Germania Bochum; Brambauer— Hörde 29; Witten 28— Hansa Huckarde: Alemannia— Heros. 28. April: Herne— Hoesch; Hombruch— Brambauer; Heros— Westerfilde; Hörde 29— Witten 28. 5. Mai: Hörde 29— Deutsche Eiche Germania Bochum; Westerfilde— Marten; Brambauer— Hansa Huckarde; Hoesch— Heros; Alemannia— Herne 20. 12. Mai: Brambauer— Witten; Herne— Hombruch. Unser Offertendienst wird, wie wir verschiedentlich feststellen konnten, mitunter für unlautere Zwecke In Anspruch genommen. Das zwingt uns, bekanntzugeben, daß wir alle Zuschriften, die sich nicht auf den Inhalt unserer Chiffreanzeigen beziehen,.h. solche, die lediglich Reklame od. Geschäftsanpreisungen bedeuten, von der Betörderung ausschließen mössen. 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Thunig Heinz Vogel Hannelore Vogel als Enkelkind Bochum-Weitmar, den 7. Januar 1935 Die Beerdigung findet Donnerstag. 10 jan., mortens 8½ Uhr. vom Trauerhause..-Weitmar. Blankensteiner Str. 28, aus statt. Das feierliche Levitenamt ist anschließend in der Pfarrkirche. Allen, denen aus Versehen keine besondere Nachticht zuging. diene diese als solche. WVAherberg Abfahrt Samstag nachm. 3½ Uhr. Hbf. Preis Rod..09 Auto-Schüfer, Rut 68401. Samstag, 15.30 Uhr, Sonntag morgen 5 Uhr. Fahrpreis hin und zurück RM..00. Anmeldung: Krattverkehr Scharpey, Kortumstr. 7(Hot. Fürstenhof), Rut 61111 Offene Stellen Keine Originalzeugnisse einsenden. Auf die Rückseite von Zeuguisabschrift., Lichtbildern usw. stets volle Auschrift des Bewerbers schreiben Ach wie so früh entschliefest Du. Gott schenk uns Trost, Dir sanfte Ruh. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, heute morgen 9 Uhr meinen lieben Gatten, unsern treusorgenden Vater. Sohn. Schwiegervater. Großvater. Bruder. Schwager und Onkel Robert Räder im Alter von fast 57 jahren zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. In tiefer Trauer: Emma Räder geb. Lunkwitz nebst Kindern Bochum. Glogau, Lippe, Berlin, Hamm, den 7. Januar 1935. Die Beerdigung findet Donnerstag den 10. Januar 1935, nachmittags 3 Uhr. vom Trauerhause, Goldhammer Str. 97, aus statt. Trauerteier eine Viertelstunde vorher Wir Sadien fumge Hopie hochqualifiziert und repräsentabel, die in der Wirtschaftsberatung, persönl. Werbung und Organisation gut beschlagen und gewillt sind, sich aus eißener Kratt im Dienste einer namhatten Organisation eine in jeder Beziehung vornehme Tätigkeit mit hohen laufenden Gebühren und Provisionseinnahmen zu sichern. Bewerbungen mit kurzem Lebenslauf unter A. A. 15 Anzeiger erbeten Grolter-Srohrsstelel bietet fleißigen Herren und Damen sowie Händlern mit guten Beziehungen zur Privatkundschaft lohnenden verdienst durch Vertrieb ihres Qualitäts-Röstkaffees. Erfolgsichernde Werbeunterstützung. 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Höxter Ortsgruppe Bochum Für die uns beim Tode meines lieben Mannes. unseres guten Vaters erwiesene wohltuende Teilnahme sagen wir unseren herzlichsten Dank Frau Hedwig Hünnebeck geb. lanzen Marianne Hünnebeck Georg u. Liesel Hünnebeck Bochum. im Januar 1933 bie fer dseh gonommen die grimmige Kälte! Seien Sie nicht bange. meine Damen und Herren! Mollige Peize hängen reichlich bereit. Sie vor Erkältung zu schützen. Die Preise sind niedriger als je zuvor. Bochumer Krieger.LandwehrVerein 3. Bezirk Donnersta den 10 Januar 1935 Beerdigung des Kameraden Märiin Wumhe Antreten 2 40 Uhr nachmittags im Vereinslokale Kappert. Hetzstraße Familien= Nachrichten aus anderen Zeitungen bernommen Gevoren(Knabe): Essen: Alfred Rossenbeck(Anni Hölper). Gestorben: Dortmund: Peter Schlarp, 81 J. Wwe. Antonie Nevelung geb. Sommer 85 Jahre. Gastwirt Konrad Brockmann, 47 J. Kellermeister Fr. Böhm, 50 Jahre. Duisburg: Wwe. Karoline Meinhard geb.„Lindenschmidt, 73 J. Klara Schubert geb. Gallowski, 42 Jahre. 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Dezember 1934: a) Die Firma Johann Granica, Bochum, und als deren Inhaber der Kaufmann Johann Granica in Bochum, Emscherstraße 18. HRA. 2573. b) Die Firma Westdeutscher Bergwerks= und Industrie=Bedarf Elly Wehmer, Bochum, und als deren Inhaber Frl. Elly Wehmer, Bochum. 5RA. 2574. Am 6. Dezember 1934: Die Firma Nahrungs= und Futtermittel=Vertrieb, Irmgard Lappe, Bochum, und als deren Inhaber Frau Irmgard Lappe, Bochum. HRA. 2575. Am 15. Dezember 1934: Bei der Firma Hans Engelke, Bochum. Die Firma ist erloschen. HRA. 1969. Am 18. Dezember 1934: a) Bei der Firma Rest=Haus Berta Segal, Bochum. Die Firma ist geändert in: Firma Reste=Haus Salomon Segal und als deren Inhaber der Kaufmann Salomon Segal, Bochum. Der Frau Berta Segal, Bochum, ist Prokura erteilt. HRA. 2493. b) Bei der Firma Präsident Drogerie Emil Lenhard in Bochum. Die Firma ist erloschen. HRA. 1874. Am 20. Dezember 1934: Die Firma Margarete Drenkelfuß, Bochum=Hordel, und als deren haberin Ehefrau Margarete Drenkelsuß in Bochum=Hordel. Dem Karl Drenkelfuß in Bochum=Hordel ist Prokura erteilt. HRA. 2578. Am 22. Dezember 1934: Bei der Firma A. Wierling& Nolten, Bochum. Die Gesellschaft ist aufgelöst. Die Firma ist erloschen. HRA. 1107. Am 29. Dezember 1934: Viktoriastr.73.II.r. gut möbl. Frontzimm. sof. 3. vm. Wittener Str. 81, zum 15. 1. gut möbliert. mit voller Pens. zu vermieten. Miets-Gesuche Sagen Sie Ihren eulth, arelastring„ ertrstandentelt Versuchen Sie entfäche 2, Auemittel Dieses ist ein einfaches und billiges Hausmittel, S= mädchen saub., selbständig arb., ges. Thomas, Oskar=Hoffmann= Straße 103. Am 29. Dezember 1934:] Dieses ist ein einfaches und billiges, 2. Etg., frdl. mbl.] a) Bei der Gewerrschaft des Steig; um sich für immer von Ihren durch ueberanstrenZimmer zu verm.)toyten früher in Castrop. Woligang gung entstandenen Fußleiden zu befreien. 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