Nr. 236 38. Jahrgang Donnerstag, den 8. Oktober 1931 1 er eichen. zimmer-# one Gudem, I 0 ∆0 18. * Ig. Beamt, sucht rol. mbl. Zimm. reisang. u. K. 9. 3111 an die Geschst. Ausländ. Direktor, er sich 3 bis 4 Molate vier aufhält w. n besserem Hause 1 bis 2 möblierte Zimmer u miet. Anschließd. bad wird hevorz. kelephon mus,porsanden sein. Mögichst Heizung, Ausebote nuter N. O. 312 an die Geschst. QualltätsWaschmaschinen Reibwringer Wälchemangeln Wallermotore nur bei R. Reichenberg Bochum(LR4 Meile verdanken ihren gezunden, 4eten Schlaf and ihre #ekrittisten Nerven unserem 1 Stampe„Jeohühner A. 3.M. 36 verkauf. A. Stangs. Adolfstraße 45. — 9 und Täglich außer Samstag 10 Pf. Samstags mit illustr. Beilage 20 Pf. Bezugspreis einschl. Botenlodn.40 Mk. monatlich, oder.20 Mk. halbmonatlich: Selbstabboler.10 Mk. bzw..05 Mk. Unsere Beilage„Die Bochumer Illustrierte“ kostet monatl. 20 Pf., die Funkbeilage„Hör mit mir“ kostet monatlich 30 Pf. Allgem. 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Mar Flegel: für Brieftasten, Beilagen und den übrigen Textteil: Max Flegel: für den Anzeigenteil: F. W. Pempe, Sprechstunden der Red.: 16—17 Uhr(auß. Samst.).— Druck u. Verlag: Bochumer Anzeiger und General Anzeiger Laupenmüblen&8 Dierichs sämtlich in Bochum. Berliner Redaktion: Michael Haupt. Berlin SW 68. Zimmerstraße 28, Fernsprecher: Tönhoff 553 und Karlsborst 9340.— Für unverlangte Einsendungen übernimmt die Redaktion keine Hastpflicht. Zurücksendung erfolgt nur, wenn Rückporto beillegt.— Redaktion und Geschäftsstelle: Ratbausplatz,8. Fernsprech=Anschlüsse Sammelnummer 67551— Postscheckkonto Dortmund 1760. Die Reicheregie..g Zer!!......?. Brüning bildet das neue Kabinett— Keine parteipolitischen Bindungen— Ministerliste am Donnerstag h Berlin, 7. Oktober.(Eig. Drahtber.) Heute vormittag hat Reichskanzler Dr. Brüning nach einer kurzen Kabinettssitzung, in der er seinen Mitarbeitern den Dank für die in anderthalb Jahren geleistete Arbeit aussprach und in der gleichzeitig Dr. Curtius den Reichskanzler darum bat, die Neubildung der Regierung auf Wunsch des Reichspräsidenten zu übernehmen, Herrn v. Hindenburg die Gesamtdemission des Kabinetts überreicht. Der Reichspräsident hat sofort Dr. Brüning mit der Neubildung des Kabinetts beauftragt mit der Maßgabe, daß die Regierungsbildung ohne parteimäßige Bindungen erfolgen solle. Dr. Brüning hat den Auftrag angenommen. tungslaufbahn entstammt, heute bereits als Fachminister ebenso wie Dr. Stegerwald angesehen. Dr. Warmbold, der als Wirtschaftsminister in Aussicht genommen ist, gilt als hervorragender Wirtschaftler. Im Preußenkabinett Stegerwalds hatte er den Posten des Landwirtschaftsministers inne. Er gehört keiner Partei an. Auch in Dr. Schmitz, dem Direktor der J. G. Farben, der übrigens seine Zustimmung noch nicht gegeben hat, gewinnt der Kanzler einen der besten Wirtschaftsköpfe der Gegenwart. Auch Dr. Schmitz gehört keiner Partei an. Schon während der letzten Monate hat Dr. Schmitz dem Kabinett bei allen Wirtschaftsberatungen helfend zur Seite gestanden, und es ist sowohl ein Wunsch des Kanzlers wie des Reichspräsidenten, sich diese hervorragenden Köpfe der Wirtschaft für die Kabinettsarbeit zu sichern. Auf diesen drei Männern (Schmitz, Stegerwald und Warmbold) dürfte, soweit ihre Berufung erfolgt, die Hauptentscheidung der kommenden Regierungsmaßnahmen zur Ueberwindung des Krisenwinters ruhen. Wie gesagt, stehen die verschiedenen Zusagen noch aus. Viel umstritten wird in den Parteilagern der neue Mann im Innenministerium. Gerüchte, die von einer möglichen Wiederkehr Dr. Wirths sprechen, sind nicht zutreffend. Als erster Kandidat wird Dr. Geßler genannt, der bereits nach Berlin unterwegs ist. Der Kanzler hat sich an ihn gewandt, weil Dr. Geßler auch beim Reichspräsidenten Sympathien besitzt und weil sich Dr. Geßler gerade im letzten Jahre mit besonderem Eifer dem Studium der Reichsreform gewidmet hat, deren Lösung in den kommenden Regierungsarbeiten eine Hauptrolle einnehmen dürfte. Dr. Geßler wurde kürzlich erst zum Vorsitzenden des Bundes der Auslandsdeutschen und des Bundes für Erneuerung des Reiches gewählt, Dr. Geßler hat sich als langjähriger Reichswehrminister die besonderen Sympathien der Parteien erworben. Der als Justizminister in Aussicht genommene Staatssekretär Dr. Joel gilt als befähigter Jurist, der übrigens seit dem Rücktritt des Reichsjustizministers Dr. Bredt das Ressort geführt hat. Auch Joel ist nicht parteipolitisch gebunden, neigt aber zur Deutschen Volkspartei. Die ins neue Kabinett hineingenommenen Minister Schiele und Schätzel sowie Dr. Geßler gelten als ausgesprochene Fachminister. Die Zusammenstellung bes neuen Aobinels Besonders die Bestimmung des Reichspräsidenten, daß die kommende Regierung ohne parteimäßige Bindungen sein solle, wird, obwohl sie von einem Teil der Rechtspresse unterschlagen wird, am lebhaftesten kommentiert. Dadurch scheint bewiesen, daß der Gedanke der Kabinettsumbildung, wie wir das bereits berichteten, vom Reichspräsidenten ausgegangen ist. Die Kabinettsliste wird aller Voraussicht nach im Laufe des Donnerstags fertiggestellt sein. Alle Vermutungen, daß es Dr. Brüning nicht gelingen würde, geeignete Männer für sein Notstandskabinett zu gewinnen, entbehren, wie uns an unterrichteter Stelle mitgeteilt wird, der Tatsachen, da der Reichskanzler bereits einige Tage vorher mit den geeigneten Männern verhandelt hat. Daß gegenwärtig noch weitere Verhandlungen geführt werden, beweist, daß Dr. Brüning auch in der Kabinettsumbildungsfrage die Initiative ergriffen hat. In später Abendstunde nennt man folgende Kabinettsliste, obwohl Aenderungen möglich sind: Kanzler und Außenminister: Dr. Brüning. Innenminister: Dr. Geßler(mit dem noch verhandelt wird). Finanzminister: Dr. Dietrich. Wirtschaftsminister: Dr. Warmbold(mit dem noch verhandelt wird) Arbeitsminister: Dr. Stegerwald. Verkehrsminister: Dr. Schmitz(mit dem noch verhandelt wird). Reichsjustizminister: Dr. Joel. Ernährungsminister: Dr. Schiele. Postminister: Dr. Schätzel. Reichswehrminister: Dr. Gröner. Minister ohne Portefeuille: Treviranus(noch nicht entschieden). Mit dieser Zusammenstellung wäre der Wunsch des Reichspräsidenten nach nichtparteilicher Bindung erfüllt. Außer Dr. Brüning, Dr. Stegerwald sowie Dr. Dietrich sind die neuen Männer des Kabinetts nicht parteilich gebunden. Daneben wird Dr. Dietrich, der der VerwalDie Aussichten des Kabinetts Mit der Aufstellung seiner Kabinettsliste sucht der Kanzler den Entscheidungen, die die nationale Opposition am kommenden Sonntag treffen will, einigermaßen zuvorzukommen. Von den Beschlüssen der Deutschnationalen und der Nationalsozialisten wird es abhängen, ob sich eine Brücke der Zusammenarbeit mit diesem Kabinett noch in letzter Stunde schlagen läßt, gleichwenn angesichts der scharfen Pressekommentare zur Regierungsdemission kaum mit einer solchen Möglichkeit noch gerechnet werden kann. Es hat den Anschein, daß man auch dem neu gebildeten Kabinett Brüning von seiten der Opposition schärfsten Kampf ansagen wird Ganz ungeklärt ist die Haltung der Deutschen Volkspartei, die sich offiziell äußerster Zurückhaltung befleißigt und erst die Harzburger Entscheidung abwarten will. Lediglich das Organ der Partei, die „Nationalliberale Correspondenz“, schlägt heute einen geharnischten Ton gegen den Kanzler an und schreibt: „Es hat nach unserem Dafürhalten keinen Zweck, mit einigen Korrekturren die Wiederherstellung des Kabinetts auf den alten Grundlagen zu versuchen. Das Kapital des Vertrauens, das sich im Lande langsam gesammelt hatte, ist rapide zerflossen und nicht wiederzugewinnen. Wie die Dinge heute liegen, können nur noch ganze Lösungen unter entschlossener Führung zu einem guten Ziele führen. Aus dem Gefühl der Lerantwortung heraus müssen wir daher die Forderung stellen, daß eine neue Regierung, die unbelastet ist durch die letzten Vorgänge, das Schicksal des Reiches in die Hand nimmt. einem solchen Kabinett, das sich frei hält von soOrdnung sichert, den Kampf gegen Wirtschaftsnot und Arbeitslosigkeit aufnimmt, wird die Deutsche Volksparkei ihre Stütze bieten können. Dabei muß die Partei kungen darauf legen, auch bei allen künftigen Entwickzungen ein selbständiger Faktor im politischen Le2 zu sein. Daraus ergibt sich ganz von selber die stellung der Deutschen Volkspartei zu der bevorstehen„Tagung der sogenannten nationalen Opposition in Harzburg. Wir sind weiter der Ueberzeugung, daß die Waentig hat seinen Austritt in einem Schreiben an den Parteivorstand der SPD. begründet. Im laufenden Jahre sei die SPD., die sich in Wort und Schrift nach wie vor zu den Gedanken der Demokratie bekenne, tatsächlich dazu übergegangen, an dem demokratischen Regierungssystem zu rütteln. Wichtigste Grundsätze der Demokratie seien mit Hilfe von Notverordnungen bzw. der Art ihrer Anwendung auch solchen Volksgenossen gegenüber verletzt worden, die zu verfassungsmäßigen Zwecken mit verfassungsmäßigen Mitteln von ihren verfassungsmäßigen Rechten Gebrauch machen wollten. Er für seine Person müsse es ablehnen, weiterhin die Verantwortung für die Folgen mit zu übernehmen. Waentig hat das Landtagspräsidium ersucht, ihm einen Abgeordnetensitz zwischen dem Zentrum und der Deutschen Volkspartei anzuweisen. Der von der SPD. ausgeschlossene religiöse Sozialist und Mannheimer Stadtpfarrer Eckert ist zur KPD. übergetreten. Verfassungsgrundrechte außer Kraft Eine erläuternde amtliche Berlin, 7. Oktober. Die heute erschienene Notverordnung, deren Inhalt wir auf der zweiten Seite dieser Nummer bringen, enthält in ihren Schlußbestimmungen die außerordentlich wichtige Außerkraftsetzung der im Artikel 48, Absatz 2 der Reichsverfassung genannten Grundrechte, und zwar für die Geltungsdauer dieser Verordnung in dem zu ihrer Durchführung erforderlichen Umfang. Die in Artikel 48, Absatz 2 genannten Artikel der Reichsverfassung sind folgende: Artikel 114: Unverletzlichkeit der Freiheit der Person; Artikel 115: Unverletzlichkeit der Wohnung: Artikel 117: Unverletzlichkeit des Briefgeheimnisses; Artikel 118: Das Recht der freien Meinungsäußerung durch Wort, Schrift, Druck oder Bild: Artikel 123: Das Recht der Versammlung ohne Anmeldung und besondere Erlaubnis: Artikel 124: Bildung von Vereinen oder Gesellschaften: Artikel 153: Gewährleistung des Eigentums durch die Verfassung. Amtlich wird hierzu mitgeteilt: In einem Teil der Presse wird die Vorschrift der neuen Notverordnung, die sich auf die Außerkraftsetzung von Grundrechten bezieht, dahin ausgelegt, als wenn nun sämtliche im Aritikel 48 genannten Grundrechte allgemein und mit Wirkung für sämtliche Amtshandlungen der Behörden außer Kraft gesetzt wären. Davon kann keine Rede sein. Die Vorschrift enthält sachlich nichts Neues. Sie findet sich im gleichen Wortlaut bereits in der Notverordnung vom 28. März dieses Jahres. Auch die neue Notverordnung hat sich lediglich darauf beschränkt. die Grundrechte in dem Umfange außer Kraft zu setzen, wie es zur Durchführung der in der Notverordnung selbst zugelassenen Maßnahmen notwendig ist. Die Außerkraftsetzung gilt also nur für Amtshandlungen der inder Notverordnung selbst bezeichneten Art und nur für die Behörden, die mit ihrer Durchführung betraut sind. Praktisch handelt es sich lediglich um die Befugnis, Personen, die bei Waffenvergehen auf frischer Tat ertappt sind, bis zu ihrer Aburteilung die persönliche Freiheit zu entziehen, und um das Recht, in die Unverletzlichkeit der Wohnung insoweit einzugreifen, als Wohnräume zu Sammelstätten staatsgefährlicher Betätigungen gemacht worden sind. Eine weiter gehende allgemeine Vollmacht, sich über die Grundrechte der Staatsbürger hinwegzusetzen, ist durch die Notverordnung nicht geschaffen worden. Bas engiische Unterhaus aufgeirst Neuwahlen am 27. Oktober Grundlinien der bisherigen Außenpolitik von jeder deutschen Regierung, wie sie auch zusammengesetzt sein möge, eingehalten werden müssen.“ In diesem Sinne soll auch der Parteiführer Dingeldey gestern mit dem Reichskanzler verhandelt haben. Dieser von der Deutschen Volkspartei gewünschte Weg wird wahrscheinlich vorerst nicht eingeschlagen werden. Die Forderung nach ihm ist schon dadurch hinfällig, daß der Reichspräsident ein Kabinett ohne parteiliche Bindungen fordert. Ob der Weg eines nationalen Konzentrationskabinetts später einmal gegangen wird, können wir weder bejahen, noch verneinen Einstweilen wird das Kabinett Brüning, sofern dem Kanzler die Ergänzung seines Kabinetts gelingt, vor den Reichstag treten. Ebenso wichtig wie die Haltung der Halbrechtsparteien ist die Stellungnahme der Sozialdemokraten. Sie bezeichnen zwar heute die Kabinettsbildung als einen Rutsch nach rechts werden sich aber einstweilen von dem Prinzip leiten lassen, nicht nach den Namen der neuen Männer sondern nach ihren Taten zu sehen. Immerhin: auch das neue Kabinett Brüning steht unter denselben parlamentarischen Schwierigkeiten wie das alte. Die Aussichten sind unklar. Was nach einem Sturz des zweiten Kabinetts Brüning folgen wird, ob eine Berufung eines Führers der nationalen Opposition mit der Kabinettsleitung oder ob das Kabinett Brüning geschäftsführend weiterarbeitet oder ob andere Männer an seine Stelle treten kann nicht entschieden werden. Man spricht sogar davon, daß der Kanzler Brüning vom Reichspräsidenten, falls er das neue Kabinett zustande bringt, mit neuen umfassenden Vollmachten ausgestattet werden soll. Waentig verläßt sP9. Berlin, 7 Oktober. Der frühere sozialdemokratische preußische Innenminister Professor Dr. Waentig hat dem„Lokalanzeiger“ mitgeteilt, daß er aus der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands und aus der sozialdemokratischen Fraktion des preutziichen Landtags ausgeschieden sei. London, 7. Oktober. Am Mittwoch nachmittag wurde das Unterhaus durch eine Proklamation des Königs ausgelöst. In dieser Proklamation, die alter Tradition gemäß im Oberhaus, wohin sich die Unterhausmitglieder begeben hatten, verlesen wurde, wird u. a. erklärt, daß die Beziehungen Englands mit den ausländischen Mächten weiter freundschaftlich seien. Es wird der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß die englisch=indische Konferenz zu einer Einigung führen werde. Während der letzten Wochen habe das englische Volk der Finanz= und Wirtschaftskrise entgegentreten müssen, die auch weiterhin zu Befürchtungen Anlaß gebe. Die von den Ministern mit Unterstützung des Parlaments getroffenen Maßnahmen, den außergewöhnlichen Umständen zu begegnen, verlangen von jedem einzelnen Opfer für die Gesamtheit. Der König vertraue darauf, daß, wie in früheren Fällen der englischen Geschichte, jeder Bürger seine Kräfte der Zusammenarbeit zur Verfügung stellen werde, um die Wohlfahrt des Landes wiederherzustellen. Schließlich wird ausdrücklich erklärt, daß der König den in den letzten Tagen verabschiedeten Gesetzentwürfen, die zur Besserung der Lage dienen sollten, zustimme. Nach der Verlesung der Proklamation des Königs im Oberhause, versammelten sich die Abgeordneten wieder im Unterhaus, wo der Sprecher mitteilte, daß die Neuwahlen zum Unterhause am 27. Oktober stattfinden werden. Ein Wahlaufruf der nationalen Regierung, der vom Premierminister Macdonald unterzeichnet ist, besagt u..: „Die gegenwärtige nationale Regierung stellte das Borgen ein, stellte Sparmaßnahmen auf und balancierte das Budget. Das Land muß nun durch eine Periode der Erholung und Neuordnung gehen, in der Fragen von großer Wichtigkeit sowohl national als auch international gelöst werden müssen, um die Stabilität zu sichern und eine Wiederholung der Schwierigkeiten zu vermeiden. Eine Währungspolitik die den Sterling in seinem Vertrauen und Ansehen wiederherstellt, internationale Uebereinkommen, die einige der folgenreichsten Ursachen des wirtschaftlichen Unheils, an dem die Welt so schwer leidet, entfernen, wie Kriegsschulden und Reparationen, Pläne, um jede abträgliche Handelsbilanz in eine günstige zu verwandeln, werden ohne Aufschub in die Wege geleitet, werden müssen. Im Mittelpunkt dieser Aufgabe steht die Frage der Arbeitslosigkeit. Da bei den wechselnden Verhältnissen es heute unmöglich ist, vorauszusagen, was geschehen wird, kann niemand im einzelnen ein Programm aufstellen, auf das bestimmte Versprechungen gegeben werden können. Die Regierung muß frei sein, jeden Vorschlag, der helfen kann, zu erwägen. Solange die gegenwärtigen Bedingungen bestehen, können diese Dinge nicht durch politische Parteien getan werden, die im Parteikampf auf der öffentlichen Plattform oder im Parlament stehen. Aber dies darf keinen Verlust der politischen Eigenart bedeuten; denn die unmittelbare Aufgabe ist nur zeitweiser Natur, und sobald sie beendet ist, wird die normale politische Aktivität wieder erfolgen. Es bedeutet jedoch eine bereitwillige Zusammenarbeit aller politischen Parteien, die durch ihr Zusammenwirken gemeinsam die Verantwortung für Erörterungen, Prüfungen und Handlungen tragen. Im August haben wir durch die sofortige Unterordnung der Parteipolitik unter die nationalen Interessen die Bewunderung der Welt gewonnen. Laßt uns nun beweisen, daß wir entschlossen sind, die Sache zu Ende zu führen, bis wir unser Land aus diesen bewölkten Tagen in klarere und ruhigere Zeiten geführt haben.“ Antrag auf Aufhebung der Hoberordung h Berlin, 7. Oktober.(Eig. Drathber.) Die kommunistische Reichstagsfraktion hat heute bereits einen Antrag eingebracht, der Reichstag wolle beschließen, die dritte Verordnung des Reichspräsidenten zur Sicherung von Wirtschaft und Finanzen und zur Bekämpfung politischer Ausschreitungen vom 6. Oktober mit sofortiger Wirkung auf zuheben. Die Fraktion wird in der Aeltestenratssitzung am Montag verlangen, daß dieser Antrag mit der Regierungserklärung im Reichstag verbunden wird. Die nationale Opposition wird voraussichtlich gleichfalls die Aufhebung der neuen Notverordnung beantragen. Sie wird jedoch hierüber erst auf ihrer Tagung in Bad Harzburg Beschluß fassen. Lord Readings Besuch in Paris Paris, 7. Oktober. Der englische Außenminister Lord Reading hatte heute nacheinander Besprechungen mit dem französischen Außenminister Briand, dem Ministerpräsidenten Laval und dem Finanzminister Flandin. Ueber den Inhalt dieser Verhandlungen liegen vorläufig nur sehr dürftige amtliche Nachrichten vor. In einem amtlichen Bericht des Ministerpräsidiums heißt es, daß sich der Meinungsaustausch zwischen Laval und Lord Reading auf eine „Prüfung der Gesamtlage" bezogen habe. Im Finanzministerium seien dagegen die beide Länder interessierenden Finanzfragen sowie die letzten Nachrichten aus Amerika durchgesprochen worden. Am Mittag wurde Lord Reading vom Staatspräsidenten Doumer empfangen. 3 sie neue Koirtierrnung Einschneidende Bestimmungen für alle Gebiete des öffentlichen Lebens— Verordnung tritt heute in Kraft Berlin, 7. Oktober. Die dritte Verordnung des Reichspräsidenten zur Sicherung von Wirtschaft und Finanzen und zur Bekämpfung politischer Ausschreitungen ist am Mittwoch vormittag veröffentlicht worden. Sie umfaßt im „Reichsgesetzblatt“ 30 Seiten und gliedert sich in sieben Teile, außer den Schlußbestimmungen. Ueber das schwerverständliche Paragraphenwerk der vielseitigen Notverordnung wird eine sehr umfangreiche amtliche Mitteilung ausgegeben. Es heißt darin in der Einleitung:„Oberster Gesichtspunkt bleibt und ist, eine zwar schmale, aber doch möglichst sichere Basis für die gesamte Volkswirtschaft zu schaffen. Wenn je, so ist zur Linderung der Wirtschaftskrise internationale Zusammenarbeit, der die Reichsregierung ihre ganze Kraft zuwendet, erforderlich.“ Die amtliche Mitteilung gibt dann den Inhalt der neuen Notverordnung bekannt. Im ersten Teil finden sich Aenderungen der Notverordnung vom 1. Dezember 1930 und vom 5. Juni 1931. Er sieht vor folgende Hilfsmaßnahmen für die Gemeinden: Für den kommenden Winter werden den Gemeinden 230 Millionen Mark zur Verfügung gestellt, von er.#grtgift und 80 Mill denen 150 Millionen schlüsselmatzig verteilt und 80 Millionen an besonders notleidende Gemeinden im Einzelfall gegeben werden. Bürgersteuer und Getränkesteuer sollen weiterhin erhoben werden und die auf den Wohnungsbauanteil entfallenden Beträge der Hauszinssteuer für, den allgemeinen Finanzbedarf verwendet werden können. Der Sonderbetrag von 375 Millionen Mark aus dem Gesamtaufkommen der drei großen Ueberweisungssteuern soll wie bisher verteilt werden. Härkenmilderung bei der Aebelsiosenverscherung Im zweiten Teil beseitigt die Notverordnung bei der Arbeitslosenversicherung gewisse Härten der Verordnung vom Juni dieses Jahres. Bei der Berechnung der Arbeitslosenunterstützung soll von dem Arbeitsentgelt ausgegangen werden, das der Arbeitslose im Durchschnitt der letzten 26 Wochen (nicht mehr der letzten 13 Wochen) erhielt. In dieser Zeit geleistete Kurzarbeit soll wieder unberücksichtigt bleiben. Saisonarbeiter sollen, wenn sie während der Saison arbeitslos werden, keine niedrigere Unterstützung erhalten als andere Arbeitslose. Bei kriegsbeschädigten Arbeitslosen bleiben darauf beruhende Renten und Beihilfen mit einem auf 25 Mark erhöhten Betrag von der Anrechnung auf die Unterstützung frei. Bezüglich der Unterstützung Jugendlicher wird die dem Arbeitslosen günstige Handhabung des Gesetzes sichergestellt. Zugunsten der Hausgewerbetreibenden und Heimarbeiter soll die bisherige Versicherungspflicht noch bis Ende März 1932 bestehen bleiben. Die Reichsanstalt wird ferner ermächtigt, die Gewährung von Unterstützungen zu einem Drittel in Sachleistungen bestimmter Art zuzulassen. Die Präsidenten der Landesarbeitsämter können künftig bei einem regelmäßigen Wechsel von Belegschaften den zeitweise aussetzenden Arbeitnehmern Arbeitslosenunterstützung, wenn auch nicht in voller Höhe, bewilligen. Für die Krisenunterstützung wird eine enge Zusammenarbeit der Gemeinden mit den Arbeitsämtern, vor allem bei der Entscheidung über die Bedürftigkeit, sichergestellt. Die Reichsregierung wird die Mittel für die Mehraufwendungen in der Krisenfürsorge, die nach der Herabsetzung der Unter1 stützungsdauer in der Arbeitslosenversicherung durch die entsprechende Verlängerung der Krisenunterstützung entstanden sind, bereitstellen. reichsgesetzlichen Vorschriften eintreten freiungen von lassen kann. geHu S 6. Für die vorstädtische Kleinsiedlung soll Land in der Regel nur erworben werden, wenn durch entsprechende Vereinbarungen dafür Sorge wird, daß keineerheblichen Barleistungen zu zahlen sind. Die Pächter (Kleinsiedler) sollen das Land aks Eigentum erwerben können. Die Vergebung wird u. a. davon abhängig gemacht, daß der Bewerber persönlich geeignet ist, und sich einer Beratung über die Bewirtschaftung unterzieht und zu einem genossenschaftlichen Zusammenschluß für den Absatz verpflichtet. Handels= und Wirtschaftspolitik Die Amschuldung der Länder und Gemeinden Das Haushalts= und Schuldenwesen wird im Teil drei behandelt. Die Gemeinden und Gemeindeverbände bedürfen zur rechtswirksamen Aufnahme von Anleihen und Darlehen der vorherigen Genehmigung durch die Landesregierung, ebenso kommunale Giroverbände und kommunale Kreditinstitute zur rechtswirksamen Aufnahme von Anleihen, die für den öffentlichen Markt bestimmt sind. Das gilt nicht für Pfandbriefanleihen öffentlich=rechtlicher Kreditanstalten. Für die Umschuldung kurzfristiger Schulden der Länder und Gemeinden(Gemeindeverbände) wird vom Reichsfinanzministerium eine Umschuldungsstelle gebildet, die aus je einem Vertreter des Reichsfinanzministers. des Reichsrats, der Regierung des beteiligten Landes, des Reichsbankdirektoriums, der Reichskreditgesellschaft und des privaten Bank= und Hypothekenbankgewerbes besteht. Bei der Umschuldung einer Gemeinde tritt je ein Vertreter der deutschen Girozentrale und des kommunalen Spitzenverbandes hinzu. Die Umschuldungsstelle übt ihre Tätigkeit auf gemeinsamen Antrag des Gläubigers und des Schuldners aus. Die Umschuldung wird in der Weise vorgenommen, die bisherige kurzfristige Schuld durch Ausgabe daß von Schuldverschreibungen und Festsetzung von Tilgungsraten ersetzt wird. Für die Umschuldung der Gemeinden sind aus dem Hauszinssteueraufkommen in den Rechnungsjahren 1932 bis 1935 je 12 v. H. des Gesamtaufkommens zu verwenden. Die sich hieraus ergebenden Beträge sind einem bei jedem Lande zu bildenden Umschuldungsfonds zuzuführen. Ueber diesen Fonds verfügt die Landesregierung im Interesse einer möglichst gleichmäßigen Umschuldung der Gemeinden. Die Gemeinden, zu deren Umschuldung Mittel des Fonds verwendet werden, werden in Höhe der verwendeten Beträge Schuldner des Fonds. Die Verzinsung und Tilgung regelt die Landesregierung. Die Umschuldungsstelle kann die Umschuldung von verschiedenen Bedingungen abhängig machen. Sie kann beispielsweise die Gemeinden zu Maßnahmen verpflichten, um aus den von ihnen betriebenen Gas=, Wasser=, Elektrizitätswerken und Verkehrsunternehmungen ohne Erhöhung der Tarise größere Erträge zu erzielen. Um die Zinsen= und Tilgungsraten sicherzustellen, können besondere Abgaben oder Zuschläge auf die Tarife, der genannten Werke erhoben werden. Der Reichsfinanzminister ist ermächtigt, gegenüber der die Schuldverschreibung ausgebenden Stelle für die Verzinsung und Tilgung Garantien zu übernehmen. Dem Reiche gegenüber haftet das Land zu einem Drittel des vom Reich garantierten Betrages. Bis zum 31. März 1934 dürfen Neubauten von Verwaltungsgebäuden für Zwecke der öffentlichen Verwaltung nicht in Angriff genommen werden. Die Landesregierungen sind ermächtigt. im Verordnungswege vorzuschreiben, in welcher Weise persönliche und sonstige Ausgaben der ihnen unterstehenden Körperschaften des öffentlichen Rechts herabgesetzt werden. Sie können dabei von dem bestehenden Landesrecht abweichen. Pensionskürzungen Das Beamtenbesoldungsgesetz vom 16. Dezember 1927 wird in einer Reihe von Punkten geändert. Die Vorschriften hierzu treten sofort in Kraft. Die Reichsregierung wird ermächtigt, die Bezüge der Fachschullehrer des Heeres und der Marine zu ändern. Das Wartegeld der Reichsbeamten, die mit kürzerer als zehnjähriger Dienstzeit aus einem Amte der Besoldungsgruppe BV oder einer höheren Besoldungsgruppe mit Wartegeld ausscheiden, nachdem sie in diesem Amte weniger als ein Jahr beschäftigt gewesen sind, beträgt 10 v. H. des der Berechnung des Ruhegeldes zugrunde zu legenden Diensteinkommens. Das Ruhegeld der Reichsbeamten und der mit Ruhegeld abgefundenen Soldaten beträgt in Zukunft höchstens 75 v. H. des ruhegeldfähigen Diensteinkommens. Ergibt sich bei der Berechnung eines Ruhegeldes ein Jahresbetrag von mehr als 12 000 Mark, so wird der Mehrbetrag je nach der Beschäftigungsdauer gekürzt. Das Witwengeld darf 47 v. H. des ruhegeldfähigen Diensteinkommens nicht übersteigen. Der Artikel führt dann noch zahlreiche weitere Einzelfälle auf, in denen das Ruhegeld herabgesetzt oder unter gewissen Voraussetzungen gestrichen werden muß. Bezieht ein Ruhegeldempfänger neben seinem Ruhegeld ein nicht unter die sonst geltenden Ruhensvorschriften fallendes Arbeitseinkommen, so wird sein Ruhegeld nach bestimmten Vorschriften gekürzt. Bis zur Höhe von 6000 Mark jährlich bleibt das Anrechnungseinkommen für eine Kürzung des Ruhegeldes außer Betracht. Das Ruhegeld wird um die Hälfte des Betrages gekürzt, um den das Anrechnungseinkommen das kürzungsfreie Einkommen übersteigt. Eine Kürzung tritt aber insoweit ein, als Ruhegeld und Anrechnungseinkommen den Betrag von 9000 Mark im Jahre übersteigen. Zu den Beträgen von 6000 Mark und 9000 Mark treten für jedes Kind, für das dem Ruhegeldempfänger ein Kinderzuschlag gewährt wird oder nach Reichsrecht zu gewähren wäre, 600 Mark. Jeder Ruhegeldempfänger ist, verpflichtet, innerhalb eines Monats seiner Behörde den Bezug eines solchen Nebeneinkommens anzuzeigen. Das Schlußkavitel dieses Teiles sieht die Verlängerung des Reichshaushaltsjahres bis zum 30. Juni 1932 vor. Die Neuordnung der Sparkassen. Die Spar= und Girokassen werden zu Anstalten mit eigener Rechtspersönlichkeit umgestaltet. Soweit eine Spar= oder Girokasse Darlehen an Kommunen gewähren darf, dürfen sie nicht mehr als 25 v. H. aller Einlagen übersteigen. Die Darlehen dürfen höchstens zur Hälfte des im ganzen zulässigen Betrages langfristig sein. 30 v. H. der Spareinlagen und 50 v. H. der sonstigen Einlagen sind in flüssigen Werten anzulegen. Dabei sind mindestens 10 v. H. der Spareinlagen und 20. v. H. der sonstigen Einlagen als Liquiditätsreserve bei der zuständigen Girozentrale anzulegen. Die Sparkassen dürfen höchstens 40 v. H. der Einlagen in Hypotheken anlegen. Dem einzelnen Kreditnehmer darf nicht mehr als 1 v. H. der gesamten Einlagen der Spar= oder Girokasse gewährt werden. Die Girozentralen sind zu Anstalten mit eigener Rechtspersönlichkeit umzugestalten. Ein Teil dieser Liquiditätsreserve ist bei der Deutschen Girozentrale als Guthaben, der Rest vorzugsweise in Privatdiskonten anzulegen. Erleichterte Kapitalherabsetzung.— Eingriff in die Privatdienstverträge. Um das Grundkapial einer Aktiengesellschaft oder Kommanditgesellschaft auf Aktien den veränderten Wirtschaftsverhältnissen anzupassen, kann eine Herabsetzung in erleichterter Form bis zum 30. Juni 1932 1. durch Einziehung von Aktien, S 2. durch Herabsetzung des Nennbetrages der Aktien, 3. durch Zusammenlegung von Aktien erfolgen. Dienstverträge mit leitenden Angestellten, deren Jahresbezüge 15 000 Reichsmark überschreiten, können vom Arbeitgeber gekündigt werden, wenn die Vertragsdauer drei Monate überschreitet. Diese Vorschriften finden keine Anwendung auf die Bezüge von Beamten. Der Reichsminister der Finanzen wird ermächtigt, Garantien auf dem Gebiete der Kreditversicherung mit der Maßgabe zu übernehmen, daß das Reich daraus höchstens mit 30 Millionen Reichsmark zuzüglich der von ihm vereinnahmten Prämien in Anspruch genommen werden darf. Zur Stützung des Mansfelder Kupferschieferbergbaues wird ein weiterer Betrag bis zu 3 Millionen als verlorener Zuschuß bereitgestellt., Ferner liegt eine Ermächtigung vor. bis zu 300 Millionen Reichsmark im Wege des Kredits zu beschaffen. In bezug auf den Ueberlandverkehr mit Kraftfahrzeugen wird verordnet, daß für einen regelmäßigen Beförderungsdienst über die Grenzen eines Gemeindebezirkes hinaus eine Genehmigung vorliegen muß. Das gleiche gilt für den Güterfernverkehr. Der Reichsverkehrsminister setzt einheitlich für das ganze Reich die Beförderungspreise fest. Sie sind so zu bemessen, daß der Preiswettbewerb zwischen Eisenbahnen und Kraftfahrzeugen auf gleiche Grundlage gstellt wird. Zur Mobilisierung der Ernte ist eine Ermächtigung vorgesehen, das Recht der indossablen Lagerscheine nach Bedarf weiter auszugestalten. Ferner wird bestimmt, daß alle Wirtschaftsbetriebe der öffentlichen Hand, soweit es sich nicht um Aktiengesellschaften handelt, einer regelmäßigen Prüfung durch sachverständige, Bilanzprüfer unterzogen werden. Bezüglich Notgeld wird der Finanzminister ermächtigt, die Aus= und Weitergabe von Notgeld zu verbieten, aus dem Verkehr zu ziehen oder zu bestimmen, was als Notgeld anzusehen ist. Zuwiderhandlungen werden bis zu 10.000 Reichsmark bestraft. Ersparnisse in der Rechtspflege— Sondergerichte Zuständigkeit und das Verfahren zu erlassen. Bekämpfung politischer Ausschreitungen Mit Gefängnis bis zu einem Jahr wird bedroht, wer vorsätzlich oder fahrlässig Druckschriften politischen Inhalts herstellt oder verbreitet, auf denen die vorgeschriebenen Angaben über Herausgeber usw. nicht enthalten, unrichtig, unvollständig oder unleserlich sind und deren Inhalt eine strafbare Handlung darstellt. Wer eine Anzeige unterläßt, wird mit Gefängnis bis zu einem Jahre bestraft. Ersatzdruckschriften für verbotene werden untersagt bei Androhung einer Gefängnisstrafe nicht unter drei Monaten.§ 6 bringt Aenderungen des Lichtspielgesetzes. Danach dürfen lebenswichtige Interessen des Staats nicht gefährdet werden. Bereits zugelassene Bildstreifen können auch noch nachträglich verboten werden.§ 7 regelt die Schließung von Sammelstätten staatsgefährlicher Betätigung. Wenn die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung es erfordert, können Räumlichkeiten, die als Sammelstätten oder Stützpunkte für Gewalttätigkeiten benutzt werden oder in denen verbotene Schriften hergestellt Stückwerk, das schnell ergänzt werden muß Bellage# Anzeiger u. Elwa Für Verbrechen und Vergehen, die an sich zur Zuständigkeit der Amtsgerichte gehören, werden in erster Instanz die großen Strafkammern für zuständig erklärt, wenn eine Voruntersuchung stattgefunden hat. Uebertretungen sollen nur verfolgt werden, wenn es das öffentliche Interesse verlangt. Die Ladungsfrist kann auf 24 Stunden herabgesetzt werden. Bei Privatklagen kann das Gericht, wenn die Schuld des Täters gering und die Folgen der Tat unbedeutend sind, das Verfahren einstellen. Das Rechtsmittel der Revision gegen ein Urteil des Landgerichts wird beschränkt. Die Wertgrenze für die Zuständigkeit der Amtsgerichte wird auf 1000 Reichsmark erhöht. Armenrecht soll nur noch beschränkt bewilligt werden. Die Armenrechtsgebühren für Rechtsanwälte werden um 20. v. H. herabgesetzt. Die Vorschriften, die sich mit den Gebühren befassen, treten mit dem 15. Oktober in Kraft. Die Reichsregierung wird ermächtigt, zur Aburteilung bestimmter strafbarer Handlungen in Bezirken, in denen ein Bedürfnis dafür hervortritt, Sondergerichte zu bilden, und zwar als Gerichte der Länder. Die Reichsregierung wird ermächtigt, Vorschriften über die Zusammensetzung der Sondergerichte, ihre Der Verkel Seit einigen ine Neuerung eren Städten kehrsposten der Elbogen herau Den Kraftfahr ein, die Zeicher zu beobachten. Einer früh her Neuerung sehr Bögel oder in denen Personen Aufenthalt und Unterkunft gewährt wird, die eine verbotene Tätigkeit ausüben, polizeilich geschlossen werden. Gast= oder Schankstätten kann die Konzession für drei Monate entzogen werden. Bei Zuwiderhandlung droht eine Gefängnisstrafe nicht unter drei Monaten bei Waffendelikten. Polizeiliche Haft kann verfügt werden. S 9 bringt neue Strafbestimmungen bei Zuwiderhandlung gegen Versammlungsverbote vom 28. März 1931, Bisher war die Teilnahme an einer verbotenen Versammlung unter Strafe gestellt. Künftig wird in der gleichen Weise die Teilnahme an einer nicht angemeldeten Versammlung und an einem nicht angemeldeten oder verbotenen Aufzug bestraft. Ueber die„Schlußbestimmungen“ mit der bedeutsamen Außerkraftsetzung wichtiger Artikel der Reichsverfassung, berichten wir an anderer Stelle. Die Verordnung tritt, soweit sie nichts anderes bestimmt, mit dem auf ihre Verkündung folgenden Tag, d. h. am 8. Oktober, in Kraft. Die warmen #inen. Zug Krar Feührt. Die Zündigenden Ti Janger Linie ##ehreren„Wär Hadurch nahm In. Interessan den Wächtern Aogen und die und Flügelhiebe Fluglinie anspo Im Stadtva #usgeregter Ste die wärmeren haben in den Winter zahlrei Wiese„heimattr Erwarten fortz den Winter sch Wohnungs- und Siedlungswesen wird im vierten Teil behandelt. Nach Kapitel 1 wird die Hauszinssteuer vom 1. April 1932 an um 20 vom Hundert gesenkt. Der Senkung zugrunde zu legen ist der volle Jahresbetrag, der für das Rechnungsjahr 1930 gültigen Steuer. Durch die Senkung gilt der Betrag, der den Eigentümern in der Miete zur Verzinsung aufgewerteter Hypotheken und des Eigenkapitals zu belassen ist, als abgegolten. Die Hauszinssteuer darf über den sich nach den vorstehenden Senkungen ergebenden Betrag hinaus nicht erhöht werden. Entgegenstehende Bestimmungen treten ab 1. April 1932 außer Kraft. Die Länder haben für die Umschuldung der Gemeinden in den Rechnungsjahren 1932 bis 1933 aus dem Aufkommen der Hauszinssteuer die erforderlichen Beträge zur Verfügung zu stellen. Um die Seßhaftmachung der Bevölkerung auf dem Lande zu fördern, haben die Länder von den Mitteln, die nach den Vorschriften über den Geldentwertungsausgleich bei bebauten Grundstücken zur Förderung der Bautätigkeit auf dem Gebiete des Wohnungs= und Siedlungswesens bestimmt sind, vom Rechnungsjahr 1932 an einen Teilbetrag an das Reich abzuführen. Die Höhe dieses Betrages bzw. das Umlageverhältnis werden jährlich von der Reichsregierung im Benehmen mit den Reichsratsausschüssen festgesetzt. Der Reichsfinanzminister ist ermächtigt, weitere Mittel bereitzustellen. Die Arbeiten zur Aufschließung des Geländes usw. gelten als gemeinnützig und zusätzlich im Sinne des Gesetzes über Arbeitsvermittlung. Landwirtschaftliche Siedlung: Die Mittel fließen dem Zweckvermögen bei der Deutschen Siedlungsbank zu(vergleiche Osthilfegesetz). Der Reichsarbeitsminister bestimmt im Einvernehmen mit dem Reichsfinanzminister den jährlich zu verwendenden Betrag. Die Mittel sollen besonders auch für die Ansiedlung von Landarbeitern Verwendung finden. In jedem beteiligten Lande soll ein Staatskommissar bestellt werden. Die Reichsregierung kann im Grundbuch einen„Siedlungssperrvermerk" veranlassen mit der Wirkung, daß die später eingetragenen privatrechtlichen Belastungen dem Siedler gegenüber unwirksam und Veräußerungen ohne Genehmigung der Siedlungsbehörde nichtig sind. Vorstädtische Kleinsiedlungen: Es wird ein Reichskommissar bestellt, der dem Reichskanzler untersteht. Im Benehmen mit der Landesregierung werden Stellvertreter des Reichskommissars bestellt. Der Reichskommissar soll die Eigentümer geeigneter„Siedlungslandes, besanders Körperschaften des öffentlichen Rechts, anhalten, Land zur Verfügung zu stellen, notfalls kann enteignet werden. Die Enteignung landwirtschaftlicher und gärtnerischer Familienbetriebe ist jedoch ausgeschlossen. Die Kleingarten= und Kleinpachtlandordnung findet in Uebertragung der Befugnisse auf den Reichskommissar Anwendung. Dieser kann Pacht= und Nutzrechte gegen angemessene Entschädigung aufheben. Dem Reichskommissar stehen zur Behebung der dringendsten Wohnungsnot besondere Befugnisse zu, so daß er auch BeZur vorstehenden Notverordnung drahtet uns unsere Berliner Schriftleitung: Ein seltenes ereignis. In dem Augenblick, in dem das Reichskabinett seine große Notverordnung verkündet, ist bereits der Rücktritt des Kabinetts erklärt. Der Inhalt der Notverordnung überrascht nicht. Er ist von uns fast bis in alle Einzelheiten schon mitgeteilt worden. Die Kritik kann also nicht den einzelnen Punkten, sondern nur dem ganzen Werke gelten. In einer längeren Begründung sucht die Reichsregierung auch diese Notverordnung mit der Verschiebung der Weltwirtschaftslage, der damit gebotenen Wiederherstellung der internationalen Solidarität und mit der besonderen innerdeutschen Lage zu begründen. Sie behält sich die Regelung der großen Wirtschafts= und Sozialprobleme vor, weil sie der Ansicht ist, daß diese Dinge nicht ohne weiteres auf dem Wege einer Notverordnung gelöst werden können. Das zweite Kabinett Brüning wird vielmehr seinen Plan einer gemeinschaftlichen Sachverständigenkonferenz von Arbeitgebern und Arbeitnehmern verwirklichen, die dann zur Verkündung eines großzügigen neuen Wirtschaftsprogramms führen soll. Die vorliegende Notverordnung kann nur ein Da auf diese Weise die wesentlichen Probleme der deutschen Wirtschaftspolitik, wie die Frage der Selbstkosten, der Löhne und der Preisregulierung, von vornherein einer neuen Notverordnung überlassen bleiben, bildet auch die vorliegende Verordnung nur ein Stückwerk, das auf schnellstem Wege durch die Lösung der oben genannten Probleme ergänzt werden muß. Darüber scheint sich auch das zurückgetretene Kabinett und auch der Führer des kommenden Kabinetts schlüssig alsbald das Ziel einer Gemeinschaftsarbeit, p Arbeitgebern und Arbeitnehmern zu verwirklichen in der Lage ist, so wird er damit ein Manko ausfüllen, das die Tätigkeit des ersten Kabinetts Brüning mit seiner allzu ängstlichen Zaudertaktik während der letzten Wochen und Monaten aufwies. liegende. Not Ausweg sein. Daß sie dennoch von einschneidender Bedeutung auf allen Gebieten unseres öffentlichen Lebens ist, beweisen die Schlußbestimmungen der Verordnung, nach denen die im Artikel 48 der Reichsverfassung gewährten Grundrechte für die Geltungsdauer der Verordnung außer Kraft gesetzt werden. Diese Maßnahme ist bedenklich. Sie hat bereits auf seiten der Opposition zu schweren Angriffen geführt, Notzeiten erfordern aber Notstandsmittel. Aber auch sie werden vom Parlament berannt werden. Man darf getrost feststellen, daß sich der Weg zu diktatorischen Mitteln, wie ihn das Kabinett Brüning beschreitet, immer deutlicher abzeichnet. Aber andere Wege zur Minderung der deutschen Krise, die an Ausmaß den schwersten Zeiten deutscher Geschichte gleichkommt, könnn auch von anderen Politikern und anderen Kabinetten nicht gewiesen werden, zumal das Reichsparlament während der letzten Jahre seine Unfähigkeit zur erfolgreichen Bekämpfung der Krisenzustände bewiesen hat. Wir begrüßen die neue Notverordnung durchaus nicht. Das deutsche Volk wäre dankbar, wenn ihm andere Mittel von anderen Männern genannt würden. Ueber das Parlament ist eine solche Lösung nicht möglich. Der einzige Lichtblick des Verordnungswerkes ergibt sich in der Senkung der Hauszinsstener um 20 Prozent, Am 6. Ok Pastkraftw. Einen fünfjähri Verlest, konnte beben,„Die Sch ##ktober, geg Straße, in der Nchrer gon eine Vest. Das Fahr enschwerer 3 #orgen an de ier stieß ein bit einem Fuh den auf das P Wleßz, Passanter rachten ihn z1 Ein guter Des Deutsche #ag war eing Betrag von et heutige Zeit re wobei allerdings von großen Teilen des deutschen Volkes beanstandet wird, daß diese Senkung einzig und allein zur Entlastung des Hausbesitzes verwandt werden soll. Eine andere Teilerleichterung bringt die Verordnung hinsichtlich der sozialen Fragen. Hier sind die Sozialdemokraten mit ihrer Forderung nach zu sein. Und wenn Dr. Brüning Aufhebung der Härtebestimmungen der JuniverordGemeinschaftsarbeit zwischen nung durchgedrungen. Auch die die kommunalen Fragen ichen in betreffende Neuregelung bildet einen bestimmten Fortschritt, zumal dier zum ersten Male die kommende Umschuldungsaktion in Angriff genommen ist, um auf diese Weise den Kommunen Auswege aus ihrer finanziellen Bedrängnis zu zeigen. Die Beschränkung der Provinziala Ertiälische. Dr einer Sitzu Troßen. Ferien. wend wichtige chaftskrise bedi Kinderrückke ur Rückbeförd Weustettir, zum gehrt auf Verai Im 14. Oktobe Pnderzug, der eigendree g. u Eifft. Das Ver Erisen amtlich ge., daß, die 6 groren sollen, #mit sie auf ochmalige Gel Peltransport n Freikarten schesters. Fü Prere nachmitte Eruggoniekong Verband ffür 8 Perhand für Freitaxten ab. retes. und Bgendpiscge. Die Empfi ns ausweisen 1. Bellage zum Bochumer Anzeiger u. Gen. Anzeiger n Kraft V Eiwas Neues für Bochum entum erwerben i abhängig geeeignet ist, und ftung unterzieht mmenschluß für zen muß. Das Der Reichsitlich für das preise fest. wettbewerb zwiauf gleiche e Ermächtigung agerscheine nach wird bestimmt, der öffentum AktiengesellPrüfung durch er unterzogen der Finanzminibe von Notgeld hen oder zu beist. Zuwiderchsmark bestraft. pflege— ch zur Zuständign erster Instanz g erklärt, wenn t. Uebertretuns das öffentliche st kann auf 24 rivatklagen kann s gering und die Verfahren eingegen ein Urteil Wertgrenze wird auf 1000 oll nur noch bermenrechtsn um 20. v. H. die sich mit den Oktober in Kraft. gt, zur Aburteien in Bezirken, tritt, Sonderberichte der Länchtigt, Vorschrifndergerichte, ihre asten. umer Schirdnchte=Crane ungiau in=Bochum=Tangene.... Der Invalide Klingelberg sand den Flammentod— Der Sohn bei dem Rettungsversuch verunglückt— Zwei Schweine und Kleinvieh umgekommen n d Unterkunft geeit ausüben, por Schankstätten entzogen werden. ingnisstrafe nicht ten. neue Strafbestimgegen VerKärz 1931. 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Wie in verschiedenen anheren Städten schon seit längerer Zeit, hat man Verkehrsposten der Schutzpolizei mit weißen, bis über die Ellbogen heraufreichenden Ueberärmeln ausgestattet. Den Kraftfahrern wird es dadurch leichter möglich ein, die Zeichen der den Verkehr regelnden Beamten zu beobachten. Besonders für das Winterhalbjahr mit einer früh hereinbrechenden Dämmerung dürfte diese Neuerung sehr zweckmäßig sein. vögel ziehen über Bochum Die warmen Luftströmungen der letzten Tage haben inen Zug Kraniche auf ihrem Fluge auch über Bochum Reführt. Die sich durch laute, krachzende Schreie anKündigenden Tiere flogen südwärts in schnurgerader, Janger Linie. Nur an der Spitze wurde die Linie von #mehreren„Wächtern" und„Kontrolleuren“ flankiert, Hadurch nahm der ganze Zug die Form eines Pfeiles en. Interessant war es, zu beobachten, wie einige von den Wächtern von Zeit zu Zeit die Kette entlang flogen und die säumigen Fluggenossen durch Schnabeland Flügelhiebe zum Weiterfliegen und Einhalten der Fluglinie anspornten. ! Im Stadtpark konnte man eine große Versammlung ##ufgeregter Stare beobachten, die dort ihren Flug in die wärmeren Länder beschlossen. Eigenartigerweise daben in den letzten Jahren wohl wegen der milden Winter zahlreiche Stare bei uns überwintert. Daß Diese„heimattreuen“. Vögel in diesem Jahre wider Erwarten fortziehen, läßt auf einen frühen und strenden Winter schließen. Die täglichen Verkehrsunfälle Am 6. Oktober, gegen 14 Uhr, fuhr ein Pastkraftwagen auf der Haldenstraße inen fünfjährigen Knaben an. Das Kind wurde leicht verletzt, konnte sich aber in die elterliche Wohnung begeben. Die Schuld soll das Kind selbst treffen.— Am 2. Oktober, gegen 14.45 Uhr, wurde auf der Dorstener Straße, in der Nähe der Zeche„Hannibal“, ein Radfahrer von einem Motorrad angefahren und leicht verletzt. Das Fahrrad wurde leicht beschädigt.— Ein folgenschwerer Zusammenstoß ereignete sich Mittwoch morgen an der Kreuzung Vöde= und Wielandstraße. Hier stieß ein Motorradfahrer mit derartiger Gewalt mit einem Fuhrwerk zusammen, daß er in weitem Boden auf das Pflaster stürzte und wie leblos liegen##lieb. Passanten nahmen sich des Verunglückten an und ###rachten ihn zum Arzt. Allgemeine Teilnahme findet das Schicksal der Familie Klingenberg in Bochum=Langendreer, die am Mittwoch morgen von einem schweren Unglück heimgesucht wurde, bei dem der alte Vater den Tod fand. Die Familie wohnt in einem Anbau, der früher als Werkstatt des Dachdeckermeisters Reins diente. Dieser Anbau am Hause Hasselbrinkstraße Nr. 32 wurde nach Aufgabe der Werkstatt zu Wohnzwecken umgestaltet. Das Erdgeschoß diente als Waschküche und als Viehstall, darüber war die Wohnung, nur ein Bretterbelag trennte die Räume von dem Erdgeschoß. Die Wohnung entsprach nicht den feuerpolizeilichen Vorschriften In einem Raume, in dem Strohvorräte und Viehfutter lagern, darf nicht eine ungeschützte Feuerstelle sein, auf der in einem Herd Viehfutter gekocht wird. Das ist erst recht nicht zulässig, wenn die Zimmerdecke ohne Schutzkleidung ist. In diesen Mängeln ist auch die Ursache des Unglücks zu suchen, das sonst nicht den beklagenswerten Verlauf genommen haben würde. Die Schwiegertochter des Invaliden August Klingelberg, der bei seinem Sohn Gustav wohnte, hatte gegen 9 Uhr morgens den Herd im Erdgeschoß angemacht, um Schweinefutter zu kochen. Sie begab sich dann in die Wohnung nach oben. Nach einiger Zeit wurde es ihr an den Füßen warm, auch drang Rauch durch die Türritze. Sie öffnete die Tür und lief die Treppe hinunter; Flammen und Rauch schlugen ihr entgegen. Vermutlich ist aus dem Herd ein Stückchen Kohle herausgefallen und hat in der Nähe liegendes Stroh in Brand gesetzt. Das Feuer hat dann rasch um sich gegriffen und auch Holz erfaßt, wodurch dann der dichte Qualm entstand. Die Frau rief dem Schwiegervater zu, daß es brenne und lief dann ins Nachbarhaus, um ihren Mann herbeizurufen und die Nachbarn zu ersuchen, die Feuerwehr zu alarmieren. Der Feuermeldedienst klappte nicht Ein im Vorderhause wohnendes junges Mädchen rief telephonisch die Feuermeldestelle an und die Polizei, doch bekam es nicht sofort Anschluß und wurde aufgefordert, über das Fernsprechamt Witten anzurufen. Darüber vergingen kostbare Minuten. Dann wurde die Städtische Brandwache in Bochum angerufen, die dann auch in kürzester Zeit erschien. Die Langendreerer Freiwillige Feuerwehr war, als ihre ersten Leute erschienen, ungenügend ausgerüstet; an der ersten Schlauchleitung soll, so versicherten die Hausbewohner, das Mundstück gefehlt haben. Verhängnisvoll war, daß nicht gleich nach Ausbruch des Feuers Leitern zur Stelle waren, so daß man dem alten Mann oben in der Wohnung keine Rettung bringen konnte. Der 70jährige gelähmte Invalide Klingenberg hatte sich in seiner Todesangst bis an das Fenster geschleppt. Er winkte mit dem Krückstock um Hilfe. Der Sohn war die Treppe heraufgeeilt durch Feuer und Rauch, um den Vater zu retten, wurde aber betäubt und fiel zurück. Man holte ihn aus dem brennenden Gebäude und schaffte ihn ins Krankenhaus. Hilflos standen auf dem Hofe die Menschen, nicht imstande, den Greis dem Flammentode zu entreißen. Männer blickten verzweifelt, Frauen schrien laut auf. Nur vier Meter über dem Erdboden lag das Fenster, hinter dem angstverzerrt, halb schon erstickt, der hilflose Ein guter Erfolg. Der Sammlung des Volksbunes Deutsche Kriegsgräberfürsorge am letzten Sonnag war ein guter Erfolg beschieden. Es wurde ein Betrag von etwa 900 Mark gesammelt, eine für die #eutige Zeit recht ansehnliche Summe. Provinzialausschuß. Wie wir hören, wird der pestfälische Provinzialausschuß am nächsten Samstag su einer Sitzung zusammentreten, der ersten nach den froßen Ferien. Auf der Tagesordnung stehen allersand wichtige Fragen, die durch die steigende Wirtchaftskrise bedingt sind. Kinderrückkehr vom Landaufenthalt in Pommern. #ur Rückbeförderung der in den Kreisen Dramburg und teustettin zum Landaufenthalt weilenden Kinder verehrt auf Veranlassung des städtischen Jugendamtes ein im 14. Oktober von Pommern abfahrender Kinderonderzug, der am 15. Oktober um 13.10 Uhr in Bochumlangendreer und um 13.21 Uhr in Bochum=Nord einkifft. Das Verkehren des Zuges wird in den genannten kreisen amtlich bekannt gemacht. Trotzdem empfiehlt es sch, daß die Eltern ihrerseits die Kinder, die zurückehren sollen, auf den Sonderzug aufmerksam machen, #mit sie auf alle Fälle den Zug benutzen, denn eine kochmalige Gelegenheit zur Rückreise mit einem Samseltransport wird nicht mehr geboten. Freikarten für das Volkskonzert des Städtischen Orchesters. Für das am kommenden Sonntag, 11. Okber, nachmittags, im Schützenhof stattfindende 2. Volkskymphoniekonzert des Städtischen Orchesters gibt der kerband für Jugendpflege für die Mitglieder der dem kerband für Jugendpflege angeschlossenen Vereine reitarten ab. Die Ausgabe der Karten erfolgt Donund Freitag nachmittag im Stadtamt für Egendpflege und Leibesübungen, Rathaus, Zimmer Die Empfänger müssen sich als Mitglied eines Ver#ns ausweisen können. alte Mann stand. Lichterloh brannte das Holzwerk des Anbaus, undurchdringlicher Qualm erfüllte die Räume. Mannschaften der städtischen Berufswehr, mit Gasmasken und Sauerstoffapparaten ausgerüstet, drangen in das brennende Innere des Hauses, um womöglich den Greis zu retten, doch kam ihre Hilfe zu spät; sie fanden nur einen Toten. Die Leiche Klingelbergs war über und über mit gräßlichen Brandwunden bedeckt, die Kleidung verbrannt. Man legte die Leiche auf eine Tragbahre und brachte sie zur Leichenhalle. Hier stellte der Arzt fest, daß der Tod durch Erstickung eingetreten war. Der Sohn, der bei dem vergeblichen Versuch, den Vater zu retten, durch Brandgase vergiftet worden war, kam, nach dem im Krankenhause die Gase ausgepumpt worden waren, wieder zu sich. Er ließ sich nicht halten und eilte sofort nach Hause. Das Wiedersehen mit seiner Frau, die Klage um den toten Vater waren erschütternd. Die Leute haben von ihrer Habe fast nichts retten können. Ein drei Zentner schweres Schwein und ein Ferkel kamen nebst mehreren Kaninchen in den Flammen um. Von den Möbeln wurde kaum etwas gerettet; auch ein erst vor kurzem gekauftes Schlafzimmer verbrannte. Selbst das im Hause aufbewahrte Rentengeld des alten Klingenberg verbrannte. Es soll nichts versichert gewesen sein. So haben die Leute außer dem Vater auch Hab und Gut eingebüßt. Hier tut Hilfenot. Es darf von dem Opfersinn der Langendreerer Bevölkerung erwartet werden, daß sie den vom Schicksal Heimgesuchten nach Kräften beisteht. Ein Nachspiel Die Vorkommnisse bei dem Brande bedürfen einer strengen Untersuchung. Es muß nachgeprüft werden, ob die bau= und feuerpolizeilichen Bestimmungen eingehalten worden sind, was offenbar nicht der Fall gewesen zu sein scheint. Die Wohnungsnot darf nicht dazu führen, daß außer acht gelassen wird, was zum Schutze von Leben und Gesundheit erforderlich ist. Hier erwächst der zuständigen Behörde die Pflicht, nach dem Rechten zu sehen. Dann auch scheint, nach den Aussagen der Nachbarn, der Feuermeldedienst in BochumLangendreer nicht so zu funktionieren, wie man verlangen muß. Es zeigt sich auch hier wieder, zu welch' schlimmen zolgen es führen muß, daß Langendreer noch nicht einheitlich dem Fernsprechamt Bochum angeschlossen ist. Wäre gleich nach dem Ausbruch des Feuers die Städtische Feuerwache in Bochum gerufen worden, so daß diese einige Minuten eher an der Brandstelle sein konnte, dann wäre möglicherweise der Greis doch noch gerettet worden, da die Berufswehr auch mit Rauchmasken ausgestattet ist und stets die notwendigen Leitern mit sich führt. Die Frage einer besseren Regelung des Feuerschutzes in Bochum=Langendreer bedarf ernster Prüfung. Hier darf nichts verabsäumt werden, jegliche Knauserei ist hier von Uebel. Das schreckliche Unglück beweist, wie notwendig ein enges Zusammenarbeiten von Behörden, Polizei und Feuerwehrschutz ist, um der Wiederholung solcher Unglücksfälle vorzubeugen. Es soll hier kein Vorwurf gegen die eine oder andere Stelle gerichtet werden— aber eines muß verlangt werden, daß die Feuerschutzeinrichtungen so beschaffen sind, daß sie das Höchstmaß von Sicherheit bieten. A. P. Ein Schadung dei=Geseilschaft Nr. 236 38. Jahrgang Donnerstag, 8. Oktober 1931 Elf Stallbrände angelegt Im Bochumer Untersuchungsgefängnis sitzt der 23= jährige erwerbslose Arbeiter Schäfers von Reckling= hausen. Er wird der rückfälligen Brandstiftung in mehreren Fällen bezichtigt. Man kann ihn als eingefleischten Brandstifter ansprechen. So wurde er bereits im Jahre 1927 wegen Brandstiftung in acht Fällen zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Er erklärte, seine Erwerbslosigkeit habe ihn derartig bedrückt, daß er sich veranlaßt gesehen habe, Ställe in Brand zu setzen, in der Hoffnung, bei den Wiederaufbauarbeiten Beschäftigung zu finden.— Nunmehr hat er wieder auf drei Stallgebäude den roten Hahn gesetzt. In der Untersuchung erklärte er, überhaupt nicht zu wissen, welcher Grund ihn zu den schweren Taten bewogen habe. Auf Antrag der Verteidigung wird der junge Mann zwecks Beobachtung seines Geisteszustandes einer Heilanstalt übergeben. Ein zweiter Aufguß... Der Recklinghäuser Bergmannssiedlungsprozeß vor der Strafkammer. Etwa vor einem Jahre begann in Recklinghausen der sogenannte Bergmannssiedlungsprozeß, der vom Ende November bis in den Januar hinein währte. Es handelte sich um Bestechung und Betrug. Damals gab es achtzehn Angeklagte. Vier der Verurteilten legten Berufung ein, die jetzt vor der Strafkammer in Bochum ansteht. Das Urteil umfaßt ein ganzes Buch. Die Sache war sehr schwierig, wie alle Prozesse aus der Inflationszeit, wo es manchmal galt, von einem Tage zum andern sich vor der Entwertung zu retten. Daß da in der Not auch ohne betrügerische oder sonstwie sträfliche Absicht falsche Wege gegangen worden sind, die bei dem einen als Vergehen, bei dem anderen als höheres kaufmännisches Geschick und geldtechnische Gerissenheit angesehen werden, versteht sich am Ende. Jetzt muß infolge der Berufung der Angeklagten Kaufmann Bernhard W. aus Recklinghausen, Architekt Hartwig L. aus Recklinghausen, Bauunternehmer Heinrich S. von ebenda und Techniker Franz G.(nach Bremen verzogen), die ganze Sache noch einmal haarklein aufgerollt werden. Dem Techniker G. ist seine Berufung leid geworden; er erschien nicht zum Termin mit der brieflichen Begründung, daß er jetzt keinerlei Interesse mehr an der Verfolgung der Sache habe. Seine Berufung wurde infolgedessen sofort verworfen. W. war s. Z. zu fünf Monaten, L. zu zwei Monaten, S. zu 140 Mark Geldbuße und G. zu einem Monat Gefängnis verurteilt worden. Die Freiheitsstrafen waren durch die Untersuchungshaft abgebüßt. Für den Berufungsprozeß sind wieder zehn Tage angesetzt. Den Vorsitz führt Landgerichtsdirektor Dr. Schippers. Vom Ruhrsiedlungsverband ist Regierungsdirektor Fritze aus Essen erschienen. Der erste Tag wurde ausgefüllt mit der Verlesung der 82 Druckseiten umfassenden Urteilsbegründung. Die drei Richter lösten sich bei dieser monotonen Arbeit ab. Die Schöffen seufzten still in sich hinein. Aus dem Zuhörerraum flohen die Gäste mit Grausen; da sie sonst hätten in Schlafkrankheit verfallen können. Da man an einem Tage nicht mit der Verlesung fertig wurde, steht auch der zweite Morgen noch in diesem Zeichen, so daß die eigentlich:„Verhandlung“ erst am Freitag beginnen wird. Wir werden uns begnügen, die wichtigsten Momente aus dem Prozeß festzuhalten und das Urteil anzufügen. Stiller Marktverkehr Die Börse der Hausfrau. Der Mittwochswochenmarkt am Wilhelmsplatz zeigte einen ruhigen Marktverlauf. Da die Anfuhr an Gemüse und Obst sehr stark war, der Absatz dagegen sich nur in bescheidenen Grenzen hielt, waren die Stände am Schluß nur mäßig geräumt. Der Fall des betrügerischen Bochumer Pseudomaklers— Wahrscheinlich Tausende von Betrugsfällen Soweit bisher festgestellt werden konnte, hat R. fast auf jedes Angebot geschrieben. Natürlich blieb auch der klingende Erfolg in Gestalt des Kostenvorschusses nicht Bereits in der Mittwoch=Ausgabe berichteten wir kurz, daß ein hiesiger„Makler“ wegen Darlehnsschwindels und Warenbetrugs festgenommen worden ist. Bei dem Festgenommenen handelt es sich, wie wir weiter erfahren, um den 37 Jahre alten„Makler" Louis R. aus Bochum. R. war früher Wirt in Gevelsberg, hatte also von der Darlehnsvermittelung überhaupt keine Ahnung. Als geschäftstüchtiger Mann ahnte er jedoch. wie er selbst zugibt, daß gerade auf diesem Gebiet sein Weizen, der Betrug, bluhen und ihm ohne Arbeit viel Geld einbringen wurde. Er sattelte also Ende vergangenen Jahres um und übernahm zuerst die Vertretung einer Berliner Gesellschaft, die eine Zeitschrift zur Vermittelung von Hypotheken und Darlehen herausgibt. R. hatte aber schon bald nach Aufnahme seiner Tätigkeit Differenzen mit der Bochumer Kriminalpolizei, da es ihm von vornherein nur darauf ankam, von den Darlehnssuchern einen Kostenvorschuß von zehn bis zwanzig Mark zu erhalten. Erst im August dieses Jahres meldete er sein Gewerbe an, nachdem bereits im Juni wieder Anzeigen gegen ihn bei der Kriminalpolizei eingegangen waren. Da R. noch nicht vorbestraft war, erhielt er auch von der Polizei sein Maklerbuch. Daß er dieses Maklerbuch nur als Aushängeschild für sein dunkles Treiben gebrauchte, dürfte wohl am besten daraus hervorgehen, daß., obwohl er Tausende von Darlehnsanträgen aus allen Teilen des Reiches erhielt, auch nicht einen einzigen Antrag in sein Maklerbuch eingetragen hatte, wie dies eigentlich seine Pflicht gewesen wäre. Als die Kriminalpolizei zu seiner Festnahme schritt, fand sie viermehr das Maklerbuch in demselben Zustande vor, wie R. es von der Polizei erhalten hatte. Im Besitze des Maklerbuches und damit der Genehmigung der Behörde hatte R. naturgemäß freie Hand. Er arbeitete wild darauf los. In Herne, WanneEickel, Gelsenkirchen, Dortmund, Essen usw. erließ er Anzeigen, die darauf hindeuten sollten, daß er selbst der Geldgeber sei.,„„„„ Aber nicht nur mit der Berliner Gesellschaft, sondern auch mit acht Kreditinstituten in Berlin, Kassel, Köln, Dortmund, Hannover usw. stand R. in Verbindung. Auch für diese Kreditinstitute nahm er zahlreiche Darlehnsanträge an. Er ließ sich ebenfalls einen Kostenvorschuß zahlen und versprach den Interessenten alles mögliche, was die Kreditinstitute niemals einhalten konnten. Die Anträge des R. wurden jedoch von den Kreditinstituten weigerten, den Kreditinstituten nochmals einen Kostenfür sich eingesteckt hatte und die Darlehnssucher sich weigerten, den Kreditinstituen nochmals einen Kostenvorschuß einzusenden. R. arbeitete aber auch noch mit einem anderen Trick. Er meldete sich selbst auf Anzeigen in einschlägigen Zeitschriften als Vermittler. Es ist daher kein Wunder, daß sich schon bald seine Korrespondenz über das ganze Reich erstreckte und selbst aus Wien Anträge auf Kreditgewährung eingingen. aus. Da bei R. mehrere tausend Betrugsfälle in Frage kommen dürften, so kann man sich seinen Reinverdienst leicht ausrechnen. Die gesetzwidrigen Fähigkeiten lagen jedoch nicht nur auf dem Gebiete des Darlehnsschwindels. Einen ebenso großen Erfolg hatte er schon vorher im Warenbetrug gehabt, der jetzt ebenfalls restlos aufgeklärt werden konnte. Ende Juli vergangenen Jahres wurde in einem Hause der Hattinger Straße ein Feinkostgeschäft eröffnet. Als stiller Teilhaber fungierte hier ein gewisser., der sich zurzeit wegen anderer Delikte in Untersuchungshaft befindet. Den beiden Inhabern dieses Geschäftes war es jedoch weniger um die Ladenkundschaft zu tun als darum, Waren aller Art auf Kredit zu kaufen und nicht zu bezahlen. In großen Mengen wurden Butter, Delikatessen Konserven, Fleischwaren usw. aus allen Teilen des Reiches bezogen und zum Teil vom Bahnhof aus, zum Teil vom Geschäft aus nach Castrop=Rauxel, Herne und anderen Städten des Industriegebietes verschoben. Schließlich wurde das Geschäft, nachdem die beiden Betruger eine ansehnliche Beute gemacht hatten, gerichtlich geschlossen. da verschiedene Gläubiger einen Arrest erwirkt hatten. In der gleichen Weise haben R. und U. dann auch in Essen Betrügereien versucht, die jedoch an der Aufmerksamkeit eines Hausbesitzers scheiterten. Dieser war, da die beiden„Geschäftsleute“ fast nie in Essen waren, mißtranisch geworden und machte die Polizei auf sie aufmerksam. U. wurde seinerzeit von der Essener Kriminalpolizei festgenommen, vor der er sich jedoch als R. ausgab. Unter diesem Namen wurde er auch dem Richter vorgeführt und von diesem später wieder entlassen. Erst durch die Ermittelungen der Bochumer Kriminalvolizei ist nunmehr auch die Namensfälschung des U. festgestellt worden. Wie wir dazu erfahren, gehört der Verhaftete nicht dem Reichsverband Deutscher Makler(RDM.) an, dessen Mitglieder gehalten sind keinerlei Gebühren im voraus, sondern erst nach ordnungsmäßig abgewickeltem Geschäft zu nehmen, ebenso wie es sich der Verband zur Pflicht gemacht hat, in gemeinsamer Arbeit mit den zuständigen Behörden„Schädlingen“ im Beruf das Handwerk zu legen. Berufung in der Krankenversicherung. Das Oberversicherungsamt in Dortmund weist darauf hin daß die Berufung in Angelegenheiten der Krankenversicherung bei dem Versicherungsamt, nicht beim Oberversicherungsamt, einzulegen ist. Das Einsenden einer Berufungsschrift an das Oberversicherungsamt bringe nur Verzögerung und unnötige Belastung der ohnehin überlasteten Versicherungsämter mit sich. Dann liege es im eigenen Interesse der Kläger, sich gleich an die rechte Schmiede zu wenden, den einspruchsweg richtig einzuhalten. 9 Es notierten die Rotkobl Weißkohl Wirsing Grüne Schneidebohr Wachsbohnen Prinzeßbohnen Stangenbohnen Blumenkohl Kopfsalat Wurzeln Schwarzwurzel Koblrabi Schlangenaurken Einmachaurken Stielmus Radieschen Kartoffeln Spinat Rosenkohl Pilze Endiviensalat Feldsalat Zwiebe! Weinirauben Preißzelbeeren Aprikosen Pfirsiche Birnen Pflaumen Aepfel Bananen Zitronen Tomaien Apselsinen Walnüsse Eier Holl. Süßrahmdutte Oldenburger Landbutter Suppenbübner Mastbübner Junge Häduchen Rindfleisch Ochsenfleisch Schweinefleisch Kalbfleisch Hammelfleisch Schellfisch kl. Schellfisch gr. Kabeljau Matrelen Seeaal Rotbarsch Flußbecht Fischfilet Schollen. Seelachs Grüne Heringe Schleie Plötze nen Preise am 7. Oktober: ...... Pid.—8 Pf. ..... Pid.-8 Pf. Pfd. 10 Pf. .. Pid. 30 Pf. .... Pid. 35 Pf. .... Pfd. 30 Pf. .... Pfd. 40 Pf. .. Pfd 20—35 Pf. .... Stück 15 Pf. .... Pfd. 10 Pf. .. P f d. 3 0 P f. .. Stück 10—15 Pf. .. Stück 30-40 Pf. .. Pfd. 15—35 Pf. .... Bund 10 Pf. .. Bund—10 Pf. ... Pid.—7 Pf. ... P f d. 1 5 P f. ... Pid. 30 Pf. .. Pfd. 15-30 Pf. ..... Pfd. 15 Pf. .... Pid. 40 Pf. .... Pid. 10 Pf. . P i d. 3 5 P f. Pid. 30 Pf. .. Pfd. 35—50 Pf. .. Pfd. 30-40 Pf. .. Pid. 10-30 Pf. .. Pid 15—25 Pf. .. Pfd. 11—40 Pf. ... Pfd. 25—30 Pf. ... Stück—10 Pf. ... Pfd. 15-20 Pf. .... Stück 10 Pf. ... Psd. 35—40 Pf. .. Stück 11—13 Pf. .... Pfd..60 Mt. .... Pfd. 1,50 Mk. .... Pfd..40 Mk. . Pfd. 85 Pf. ... Psd 90 Pf. .... Pfd. 1,10 Mk. .. Pid. 75—85 Pf. .. Pfd. 80—95 Pf. Pid. 0,75—.00 Mk. Pfd. 1,10-.25 Mt. Psd..90—.10 Mt. ..... Pfd. 25 Pf. ..... Pid. 30 Pf. ..... Pid. 50 Pf. Pid. 35 Pf. ..... Pid. 40 Pf. 94d. 40 Pf. ...„: Pfd. 80 Pf. ... Prb. 40—60 Pf. ... Pfd. 40- 80 Pf. .„ Pfd. 50 Pf. ... Psd. 20-25 Pf. Pfd. 080-.00 Mk. ... Psd. 35-40 Pf. ier am 30. Septbr. .. 8 Pf. ... 8 Pf. .. 10 Pf. .. 30 Pf. .. 40 Pf. .. 35 Pf. .. 40 Pf. 25—40 Pf. .. 15 Pf. .. 10 Pf. .. 45 Pf. . 10 Pf. 2035 Pf. 15—40 Pf. —10 Pf. 10—15 Pf. -9 Pf. .. 15 Pf. .. 35 Pf. 35—45 Pf. .. 15 Pf. .. 40 Pf. .. 10 Pf. 25—35 Pf. .. 25 Pf. .. 50 Pf. 35-40 Pf. 10—35 Pf. 15—25 Pf. 90—60 Pf. 25—30 Pf. . 10 Pf. 15—20 Pf. 10 Pf. 30—40 Pf. 11—13 Pf. ".60 Mk. " 1. 5 0 M k. ...40 Mk. .. 85 Pf. .. 90 Pf. ".15 Mt. . 75-85 Pf. 80—95 Pf. 75-100 Pf. .10—1,25 Mk. 1,10 Mk. .. 25 Pf. .. 30 Pf. .. 50 Pf. .. 35 Bf. .. 40 Pf. .. 40 Pf. .. 80 Pf. 40—60 Pf. 40-80 Pf. .. 50 pf. 20—25 Pf. .80—100 Mi. 35—40 Pf. Uebersicht über die Zahl der Wohlfahrtserwerbslosen im Stadtbezirk Bochum. Gen Eidonenen Beschlagnahme. Gestern mittag nalbeamte an einige Personen, die mehrere pakete von Hagen nach hier beförderten, heran und beschlagnahmten die Pakete, do sie vermuteten, es seien Stadtteil Werne Rotschrei der Werner Gewerbetreibenden Wiederholt wurde schon im„B..“ auf die bedrängte Lage der Gewerbetreibenden und Handwerker im Stadtteil Werne hingewiesen. Durch die Stillegung der Drahtwerke und die zunehmenden Entlassungen von Bergarbeitern hat sich die Lage geradezu katastrophal gestaltet. In einer Eingabe an die Regierung in Arnsberg, mit 180 Unterschriften von hiesigen Gewerbetreibenden bedeckt, wird auf die ernste Lage hingewiesen, die für Werne noch dadurch besonders erschwert wird, daß seit drei Jahren die Auszahlung der Erwerbslosengelder nicht mehr im Mittelpunkt von Werne, sondern in Langendreer erfolgt. Die Erwerbslosen, deren Zahl in Werne etwa 1400 beträgt, müssen von entfernteren Bezirken, selbst von Kreta, den weiten Weg nach Langendreer machen. Nun, wo die schlechte Jahreszeit beginnt, für die Leute recht beschwerlich. Da auch in Langendreer die Zahl der Erwerbslosen zugenommen hat, so müssen bei dem starken Andrang zur Auszahlungsstelle die armen Menschen oft längere Zeit schutzlos im Freien stehen. Die Erwerbslosen von Werne wollen Freitag abend im Jungermannschen Saale gegen diese Zustände protestieren. Das Arbeitsamt hat bisher alle Vorstellungen der Geschäftswelt in Werne abgelehnt unter Hinweis auf die Finanz= und Organisationsschwierigkeiten. Die Werner Geschäfts= Stadtteil Gerthe welt ist erbötig, einen Saal gegen Erstattung der Licht= und Heizungskosten, die etwa 25 Mark im Monat betragen, zur Auszahlung zur Verfügung zu steltraten einige KrimiZeitungse ,Pbsr-- Uür.= oarin vervotene Blatter. Es stellte sich aber heraus, daß die Annahme unrichtig war, worauf die Freigabe erfolgte. Stadtteil Altenbochum Kirchenvorstandswahl. Am vergangenen Sonntag fand im Saale der Wirtschaft Drewermann die Kirchenvorstandswahl der Liebfrauenpfarrei statt. Es wurden gewählt: Landwirt Wintermann, Bergmann Hardt, Werkmeister Henze. Rentner Heinrich Herckemeyer, Bäckermeister Wickenburg, Rechtsanwalt Dr. Max Diekamp, Magistratsrat Bahlmann, Invalide Jaschinski, Sekretär Huckestein. Als Ersatz: Invalide Laubert, Bergmann August Böckmann. x (=) Bund der Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen. Im Lokale Niggewöhner fand eine außerordentlich stark besuchte Versammlung der Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen des Stadtteils Altenbochum statt. Herr Gunia erstattete eingehenden Bericht über den augenblicklichen Stand der Verhandlungen zwecks Gründung einer selbständigen Ortsgruppe. Da eine Einigung wegen der ungeklärten Rechtslage nicht erzielt werden konnte, mußte ein endgültiger Beschluß über die Konstituierung bis zur nächsten Versammlung verschoben werden. m len. Für We erne handelt es sich um eine Lebensfrage. Es ist bekannt, daß die Unterstützungsempfanger ihre dringlichen Einkaufe sofort nach der Auszahlung machen; der Werner Geschäftswelt gehen sie als Käufer verloren, solange nicht wieder die Auszahlungen in Werne erfolgen. Die Werner Bevölkerung hofft, daß ihre dahingehenden Schritte endlich Erfolg haben werden.** Stadttell Langendreer Realgymnasium Langendreer. Seit dem 5. Oktober hat Studienrat Dr. Schneider, der bis zu dem Tage an der Realgymnasial=Studienanstalt in Bochum unterrichtet hat, den Musik= und einen Teil des Mathematikunterrichts am Realgymnasium übernommen. Für ihn ist Studienrat Ferrean der seit dem 1. Juli 1931 an der höheren Lehranstalt in Langendreer tatig war, an die Bochumer Anstalt versetzt worden.* Bestandene Prüfung. Vor dem Prüfungsausschuß der Friseurinnung bestanden die Lehrlinge Hans Löbring(Lehrmeister Schmettmann), Hans Kubacki (Lehrmeister Amwege), Karl Pestka(Lehrmeister Muller) von hier mit gutem Erfolg die Gesellenprüfung. Nationalsozialistische Versammlung. Dienstag abend sprach im Helmigschen Saale Gaukulturwart Weil aus Elberfeld vor einer starken Zuhörerzahl über„Rasse und Kultur“, wobei er unterstrich, daß dem Deutschtum seine Eigenart erhalten bleiben müsse. er Leichenfund. Auf der Schnellzugstrecke Dortmund— Langendreer wurde Dienstag fruh auf der Höhe der Kohlenwäsche der Zeche„Germania 13“ die Leiche des 18 Jahre alten Friseurlehrlings Alfred Duffe aus dem Stadtteil Lutgendortmund gräßlich verstümmelt aufgefunden. Ob ein Unglücksfall oder Selbstmord vorliegt, bedarf noch der Feststellung. Unglücksfall. Bei einem Fußballspiel auf dem Sportplatz Heven erlitt der Spieler W. L. von hier, Am Groppersweg, bei einem Zusammenprall mit dem Gegner einen schweren Beinbruch. Man schaffte den Verunglückten ins hiesige Knappschaftskrankenhaus.** Kind stürzt aus dem Fenster. Auf der Wiescherstraße stürzte ein acht Jahre altes Mädchen, das beim Spielen das Uebergewicht bekam, aus dem Flurfenster auf das Hofpflaster. Es erlitt einen Armbruch, eine Gehirnerschütterung und innere Verletzungen, so daß in das Krankenhaus erfolgen kü die Ueberführung mußte. Stadtteil Harpen Schlußübung. Die Freiwillige Feuerwehr, Zug Harpen, hielt am Samstag auf dem Platze des Rentners Stratmann ihre diesjährige Schlußsitzung ab. Sämtliche Uebungen der Wehr unter der bewährten Leitung ihrer beiden Brandmeister Gieseler und A. Röhken sowie der einzelnen Gruppenführer wurden mit peinlichster Sorgfalt und äußerster Genauigkeit ausgeführt. Als Gäste waren die Gerther und Bergener Wehren geschlossen unter Führung ihrer Brandmeister Feith und Feierabend erschienen, ferner eine Abordnung der Hiltroper Wehr unter der Führung ihres Brandmeisters Reckinger, die sich sehr lobend über die Leistugen der Harpener Wehr aussprachen. Anschließend an die Schlußübung fand eine Jubilarehrung in dem Vereinsheim Fleitmann statt. Es erhielten silberne Armlitzen für eine treu geleistete Dienstzeit von 20 Jahren das Mitglied Fritz Keilmann, für 15 Jahre Emil Köster, für 10 Jahre die Mitglieder Möllenhoff, August Gersmann Wilhelm Eisenberg und Fritz Honke. Die Ehrung der Jubilare wurde von dem Brandmeister Gieseler vorgenommen. Die Jungmannschaft führte mehrere Theaterstücke auf.. 9..uehepenllr Aaruen Kielk“# Der Krieger= und Landweyrverein warven hielt am Sonntag auf dem Schießstand des Kameraden Ruwe sein diesjähriges Wanderpreisschießen ab. Es wurden folgende Ergeonisse erzielt: Kameraden H. Dettmer und H. Reul je 86. Schwarz und Fohr je 85. Korte, Kröger und Dombrowski je 84, O. Buschey. O. Reul, Wroberger, Nöthe, A. Stein, Gründer, W. Schäffer, Funke und Sablotny je 33, W. Arenth und H. Briem je 32, Aretz, Duchna, Erlhöfer, Krumhues, Itzek. H. Richter, H. Jung, Steffen und Salzmann je 31, Röstek und H. Schäffer je 30, Schlüter 29, Nierhoff und Raffel je 28, Gruchmann und A. Rabe je 27. Dreimal wurde um den von der 2. Kompagnie bereits zweimal erworbenen Wanderpreis geschossen. Das Gesamtergebnis der drei Schießen war: 1. Kompagnie 1715, 2. Kompagnie 1734 Ringe, so daß der Wanderpreis in den Handen der 2. Kompagnie mit 19 Ringen Ueberschuß verblieb. Es kämpften je 17 Schützen der beiden Kompagnien. Stadtbücherei. Im letzten Vierteljahr wurden in der Harpener Zweigstelle der Bücherei 680 Bücher ausgeliehen. Die Dienststunden für die Bücherei sind jeden Donnerstag nachmittag von—6 Uhr in der Verwaltungsstelle Harpen. Stadtteil Riemke Bestrafte Unsitte. Dienstag vormittag ereignete sich auf der Bochumer Straße in Bochum=Riemke, unweit der Riemker Ausweiche, ein bedauerlicher Unfall. An dem Lieferauto des Bochumer Geschäftsmannes M. hatte sich der Anstreicherlehrling Fritz L. aus der Gräfstraße in Herne mit seinem Fahrrad angehangen. Beim Vorüberfahren einer Straßenbahn wurde er unsicher und war im Begriffe vorzufahren, als unglücklicherweise der Führer des Autos ebenfalls scharf zur Seite lenkte. Hierbei wurde der Lenker des Fahrrads erfaßt, L. kam zum Sturz und wurde von den Hinterrädern erfaßt. Mit schweren Quetschungen, einem Knöchelbruch und erheblichen Schürfungen wurde er geborgen und, nachdem ihm die Hilfe durch einen Werkssanitäter zuteil wurde, dem Krankenhause zugeführt. kr Stadtteil Hordel Kaninchenzuchtverein„Volkswohl“, Bochum=Hordel. Die Monatsversammlung fand im Kruppschen Saalbau in Hordel statt. In den Verein ausgenommen wurden fünf Mitglieder, so daß der Verein jetzt 46 Mitglieder zählt. Der Beitrag für Erwerbslose und Jugendliche unter 18 Jahren wurde ermäßigt. Als Ausstellungs= leiter für die im Januar 1932 stattfindende Ausstellung wurden die Zuchtkollegen Vollmer, Höhle und Stumpe gewählt. Als Preisrichter wurde Herr Letzing aus Günnigfeld gewonnen; Hilfsrichter Vogelsang und Makowski. Die Festsetzung der Höhe der Preise ist der Ausstellungsleitung überlassen. Als Delegierter für die Kreisverbandssitzung wurde der erste Vorsitzende Vollmer bestimmt. Bochamter=Veranstanlungen (=) Stadttheater Bochum. Zu ganz niedrigen Preisen wird heute(Donnerstag) abend eine neue Form der Werbeveranstaltung ausprobiert. An Stelle des mannigfaltigen Programms wird diesmal eine Gesamtinszenierung in den Dienst der Sache gestellt: Zuckmayers„Deutsches Märchen": Der Hauptmann von Köpenick. Die Wahl des Stückes— die außergewöhnlich billigen Preise und die besonderen Absichten, die mit diesem Abend verknüpft sind, werden gewiß für viele Anreiz genug sein, die Gelegenheit auszunntzen. Für morgen(Freitag) steht Lehars„Lustige Witwe“ in Aussicht. Der Abend ist für den Roten und den Blauen Ring angesetzt, stellt aber auch dem nicht vormietenden Teil des Publikums genügend Plätze zur Verfügung. Das neue Werk des Spielplans, Bruno Franks auch hier beifallsfreudig aufgenommene Komödie„Nina“, erlebt am Samstag seine erste Wiederholung, die der Weiße Ring bekommen soll. Besonders hingewiesen sei schließlich auch auf die Sonntagveranstaltungen. Als Nachmittagsvorstellung zu ganz niedrigen Werbepreisen wird Müller=Schlössers Komödie „Schneider Wibbel“ zum ersten Mal in dieser Spielzeit wieder ausgenommen. Zu ebenfalls sehr niedrigen Preisen ist für den Abend Conrieds spannendes Lustspiel „Das große Objekt" vorgesehen. Inzwischen wird für die nächste Woche eine neue Inszenierung vorbereitet. Das Stadttheater bringt zum Gedächtnis des 250. Todestages Calderons, des großen spanischen Dramatikers, seine„Andacht zum Kreuz" heraus. Die Inszenierung des Werkes wird von Dr. Hans Buxbaum besorgt. (=) Operettentheater. Heute und morgen, erhalten Erwerbslose auf sämtlichen Plätzen 50 Prozent Preiz. ermäßigung. (=) Verband Deutsche Frauenkultur, Ortsgruppe Bochum. Der Verband hat inzwischen das Programm seiner Winterveranstaltungen 1931/32 bekanntgegeben.# das neben der Hauptversammlung im Februar eine Reihe von Vortragen, Ausstellungen, Vorführungen. eine Advent= und eine Goethefeier, einen lustigen Nach. mittag und schließlich noch eine Sauerlandsfahrt vorsieht. Besonders hingewiesen sei bereits jetzt auf den am Dienstag, 18. Oktober, nachmittags 4 Uhr, im Parl. hotel„Haus Rechen" stattfindenden Vortrag„Die“ russische Frauenpsyche". Der Vortragenden, Frau Helene v. Hoerschelmann, die sich während der Krieges in Rußland sehr für die deutschen Kriegs. gefangenen eingesetzt hat, geht ein ausgezeichneter Ruf voraus. (=) Katholischer Jungmännerverein Groß=Bochum. Am kommenden Sonntag, 11. Oktober, findet in der Pfarrei Altenbochum der Bezirkstag statt. Nach alter Tradition wird der Tag durch ein feierliches Hochamt in der Pfarrkirche Altenbochum eingeleitet. 25 Jahre Film in Bochum Ein persönliches und geschäftliches Jubiläum. Herr Waldemar Fork, Inhaber der Weltlichtspiele und der Lichtburg, feiert in diesen Tagen sein 25jahriges Jubiläum als Lichtspieltheaterbesitzer und Leiter. Anfang Oktober 1906 wurden die jetzigen Weltlichtspiele unter dem Namen„Weltkino eröffnet von dem verstorbenen Herrn Heinrich Fork, dem von Anfang an sein Sohn Waldemar zur Seite stand. Das„Weltkino" war das erste Lichtspieltheater in Bochum und Umgebung. Damals kannte man noch nicht den heute selbstverständ. lichen Begriff eines modernen Lichtspieltheater=Palastes. Das im Jahre 1906 gegründete„Weltkino" war kaum größer als heute ein mittelgroßes Ladengeschäft, umfassend enggedrängt 230 Plätze. Der Großfilm war um diese Zeit noch nicht bekannt. Der Besucher sah zu einem Eintrittspreis von 20 Pfennig, 20 Filme von je 60 Meter Lange. Die Spieldauer für ein solches Programm erreichte die Zeit von etwa einer halben Stunde. Im Jahre 1912 wurde das damalige„Weltkino“ dann um gebaut zu seiner jetzigen Größe, umfassend etwa 700 Sitzplätze, und in Weltlichtspiele umbenannt. Von dieser Zeit an datiert der gewaltige Aufschwung, den das moderne Lichtspieltheatergewerbe in Bochum wie überall nahm. Stets sah man Herrn Waldemar Fork emsig bemüht, technisch und auch künstlerisch in Bochum in seinem Theater Schritt zu halten mit der rapiden Entwicklung des Films. Aus diesem Bestreben heraus reifte bei ihm der Gedanke, ein neuzeitliches und hochmodernet Theater in Bochum zu errichten, der dann im September 1929 in der Eroffnung der„Lichtburg" zur Tatsache wurde. Mit diesem Theater und den Weltlichtspielen verfügt der Jubilar, der sich durch seine schlichte, ruhige Art allgemeine Sympathien erworben hat, über 1700 Sitzplätze und damit den größten Lichtspieltheaterbesitz in Bochum. (Weitere Lokalnachrichten auf Seite 11.) Wohin gehen wir heute siehe auch Anzeigentell Stadttheater: 20 Uhr: Der Hauptmann von Köpenick. Operetten=Theater: 20 Uhr: Der letzte Walzer. Plaza=Tonhalle: Varieté. Odeon: 10 Tage, die die Welt erschütterten. Skala=Lichtspiele: Ehe auf Probe. Ufatheater: Bomben auf Monte Carlo. Weltlichtspiele: Die Abenteuerin von Tunis. Apollotheater: Die Drei von der Tankstelle. Capitol: Hilfe! Ueberfall. Lichtburg: Der ungetreue Eckehart. Café Industrie: Bunter Abend. 9 ••0 unaKei zeerzreiient 4 ••0 2) R O MANVON HANSLEH R wiederholt Malcolm sich und geht an wie jeden Tag mit müdem, von der „7368!“ seine Arbeit, Nachtarbeit eingenommenem Kopf; sast hätte der Abteilungsdirektor ihn bei der Lektüre überrascht. Am gleichen Tage noch tritt ein Ereignis ein, das in der Geschichte des Archivs der Llesh Oil Company bisher einzig dasteht: Generaldirektor Grace erscheint in höchster Eile persönlich. „Armenien! Georgien! Sozialpolitische Verhältnisse daselbst! Es müssen von früher her noch Akten vorhanden sein mit Geheimberichten eingeborener Vertrauensleute! Schnell— schnell! Die Angestellten stehen noch erstarrt vor Ueberraschung; der Abteilungsdirektor würgt verwirrt und hilflos nach Worten. „Ja, was ist denn?— Was denn?!— Schnell, schnel, sage ich!“— drängt der Generaldirgktor unge" und gereizt. Erregt und befangen suchen die Angestellten in den Verzeichnissen, vom Abteilungsdirektor abwärts bis zum jüngsten Beamten, Malcolm Grenfell jedoch geht geradeswegs auf das Aktenregal mit den Nummern 7301—7400 zu und entnimmt ihm den Band mit der Nummer 7368. sehr, Herr Generaldirektor!“ Mister Grace greift nervös zu; seine Gedanken sind schon nicht mehr in diesem Raum. Nach Minuten des Ueberfliegens schiebt er den Akt unter den Arm und wendet sich zum Gehen, da fällt sein Blick auf den blassen und schmächtigen jungen Menschen mit den intelligenten und von der Willenskraft geprägten Zügen. „Wer sind Sie?“— „Archivhilfsangestellter Malcolm Grenfell, Herr Generaldirektor!" „Wie lange im Betrieb?“— „Seit vier Jahren!“ „Wie alt?“— „Achtzehn „Können Sie stenographieren und Maschine schreiben?“— „Jawohl, Herr Generaldirektor!“ „Woher wußten Sie die Nummer dieser Akten?“ „Ich las die Zeitungsberichte und dachte mir, daß sie gebraucht werden könnten!" „Was für Kenntnisse haben Sie noch?“ „Ich spreche und korrespondiere Deutsch und Frangösisch!“ „Auf der Schule gelernt?“— „Nein, im Selbststudium!“ „Sofort bei meinem Sekretariatschef melden!" Grenfell muß aufblicken; der Weg macht eine Biegung. Der Palast wird sichtbar; der Kies knirscht. Grenfells Gedanken schweifen wieder ab. Das ist der Anfang seiner Karriere gewesen, die in raschem und steilem Aufstieg an die Stelle eines Generaldirektors der Llesh Oil Company führte. Und dann hat Lord Gnideter ihn eines Tages zu sich rufen lassen und ihm mitgeteilt, daß er von nun an zu seiner besonderen Verfügung zu stehen habe, daß er zum Delegierten bestellt sei. Ein Schauer überfällt Grenfell. Er hat weitgehende Vollmachten erteilt bekommen. Die Generaldirektoren der Lesh zittern vor seiner Macht mit dem gleichen lastenden Unbehagen, das ihn selbst erfaßt, wenn er aufwärts blickt, in die Richtung, in der Lord Henry Gnideter steht. Nur wenige Menschen kennen den Lord persönlich. Es ist schon einige Jahre her, seit Grenfell zum letzten Male zu ihm beordert wurde. Damals war bekannt geworden, daß der deutsche Gelehrte Bergius ein Verfahren zur Herstellung synthetischer Kohle entdeckt habe. Diese Bedrohung der weltwirtschaftlichen Stellung der Llesh=Gesellschaft ging vorüber, da die Wege zur industriellen Auswertung der Erfindung noch nicht gebaut sind. Lord Gnideter gilt als Sonderling. An Gesellschaften nimmt er nicht teil, und auch bei Generalversammlungen und Vertragsabschlüssen läßt er sich von seinen Delegierten vertreten. Er läßt seinen Vertrauten freie Hand; sie müssen wissen, was sie im Interesse der Gesellschaft zu tun haben, sonst sind sie für ihre Posten nicht geeignet. Ein einziges Versagen bedeutet Kaltstellung für immer; Gord Gnideters Strenge ist sprichwörtlich. Es ist kaum vierzig Jahre her, daß das Erdöl zur weltbestimmenden Macht geworden ist, und Sir William Knot'Arcy hätte sich nicht träumen lassen, welch ungeheure Werte er aus der Hand gegeben hat, als er seine Bohrkonzession für Persien um viele Millionen verkaufte. Jahrelang hat er unter Opferung eines Millionenvermögens nach der reichen Welle gesucht, besessen von der Idee, daß das ungeheure unterirdische Erdölstaubecken am Kaspischen Meer sich nach Persien hinein fortsetzen müsse. Als er die Welle endlich gefunden und angezapft hat, gibt er sich zufrieden mit dem Bewußtsein, daß er auf dem richtigen Wege gewesen ist und mit den erhaltenen Millionen ein Vielfaches des geopferten Vermögens erworben hat. Die Anglo Persian Oil Company setzt seine Bohrungen fort, gestützt und gedeckt von der englischen Weltölpolitik. Bald beginnen die Kämpfe um die Behauptung und die Erweiterung der Macht. Rußland erscheint als gefährlicher Konkurrent auf dem Plane. Von beiden Seiten bedrängt, muß der Schah von Persien in die Aufteilung seines Landes in die nördliche— russische— und die südliche— englische— Interessen= und Handelszone willigen. England schürt die Revolution in Persien, um auch die nördliche Zone unter seinen Einfluß zu bringen. Rußland wird hinausmanövriert; die Anglo Persian Oil Company verfügt über die gesamten Oelvorkommen Persiens, bis die American Oil Company den zu stark werdenden englischen Konkurrenten angreift. Der Weltkrieg unterbricht den Kampf. Der Schah von Persien verkauft die Nordselder an einen georgischen Kaufmann. Der Krieg schiebt die Macht des Oels in den Vordergrund. Der Explosionsmotor fordert Benzin, Schweröl und Schmieröl; ohne Erdöl kann kein Automobil, kein Motorschiff, kein Tank fahren, kein Flugzeug und kein Luftschiff fliegen. Erdöl ist für die selbständige Wirtschaftspolitik, für die Machtpolitik, zum bestimmenden Faktor geworden. Das Erdöl hat mitgeholfen, den Weltkrieg zugunsten der Ententemächte zu entscheiden. England jedoch hat im eigenen Lande keine Quellen. Henry Gnideter löst die Frage von ungeheurer Bedeutung und Tragweite für England. Der ehemalige kleine Angestellte einer holländischen Handelsfirma auf Sumatra und spätere Direktor einer Erdölfirma, Henry Gnideter, weiß mit eiserner Energie die holländischen und englischen Oelfirmen zum Konzern der Royal Dutch Llesh Company zusammenzuschweißen. In zwanzigjährigem Kampfe erobert er Vorräte im Werte von hundertachtundsechzig Milliarden Mark. Er versorgt die englische Kriegsflotte, wird im Kriege englischer Oeldiktator und Organisator der Oelmacht; er wird der„Napoleon des Oels". Nach dem Kriege greift er weiter um sich. Er übernimmt von dem georgischen Kaufmann die Ausbeuterechte für Nordpersien; er finanziert die Armeen der weißrussischen Generäle Denikin, Wrangel und Koltschak, um Persien vor dem Zugriff des Sowjetstaates zu schützen; er kauft die Ansprüche vertriebener Oelmagnaten auf die Felder Rußlands auf mit dem gewaltigen Plane, über Rumänien, Aegypten, Mesopotamien, Indien, Persien und Südrußland ein Erdölreich zu gründen mit Schätzen im Werte von zweihundertfünfzig Milliarden Mark. Wieder nimmt die American Oil Company den Kampf auf, doch wo sie erscheint, wird sie von Lord Gnideter wieder hinausmanövriert, aus Borneo, aus Hinterindien wie aus Persien. Der Kampf mit Rußland geht weiter; steht die American hinter ihm?— Sie kauft einen großen Teil der russischen Oelausfuhr, überschwemmt damit Indien und unterbietet weit die Preise der Llesh Oil Company. Gnideter beginnt eine Zeitungskampagne, doch unbeirrt dringt die American mit halbem Herschenken von Millionen Fässern Oel weiter in die englischen Einflußgebiete vor. Gnideter mobilisiert die öffentliche Meinung gegen die Geschäfte der American mit den Sowjets. Millionenvermögen werden auf beiden Seiten geopfert, um den Gegner niederzuzwingen, Sabotageakte werden finanziert und Revolutionen entfesselt, doch beide sind zu stark; keiner vermag den andern auf die Knie zu zwingen. Ein inoffizieller Waffenstillstand setzt sich durch, hinter dem jede Partei auf eine Gelegenheit wartet, dem Gegner den Garaus zu machen. Die American hat die Gelegenheit der Entdeckung riesiger Oelfelder in Venezuela benutzt, um einen neuen Sturmangriff auf die Position der Llesh zu unternehmen. Kompromisse gibt es nicht. Malcolm Grenfell kennt den Hauptgrund, weshalb Lord Gnideter sich so sehr im Hintergrund hält. Seine Delegierten, die er mit unheimlich sicherer Menschenkenntnis ausgewählt hat, haben die Gesellschaft zu führen; sie haben auch auf seine Anweisungen hin die Vorstöße gegen den mächtigen amerikanischen Konkurrenten einzuleiten und durchzuführen. Die Mittel und Wege dazu überläßt er ihnen. Ob sie Revolutionen entfachen, Regierungen stürzen und Kriege ausbrechen lassen, das sind nur Fragen der Zweckmäßigkeit bei der Erreichung des Zieles, die gesamte Oelproduktion der Erde zu beherrschen. Sie haben die Kämpfe im eigenen Namen und auf eigenes Risiko zu führen. Der Name des Lords bleibt immer aus dem Spiele: niemals darf er kompromittiert werden. Lord Gnideter hat alles von sich abgedrängt, was ihn nur im mindesten in der nichtverantwortlichen, aber überlegenen Oberleitung des Kampfes, dehindern könnte. Der Haushofmeister schreitet die Freitreppe hinauf. Malcolm Grenfell folgt ihm. Das Blut klopft rascher zu seinen Schläfen hinauf. Er geht einen schweren Gang. Die kalte Pracht des schloßähnlichen Palastes drückt auf seine Nerven. Man kann die Persönlichkeit zu unvergleichbarer Höhe entwickeln, man kann auch äußerlich ein vollkommener Gentleman werden, aber### die Enge der Jugend wird immer nachwirken und sich## stets in Erinnerung bringen, wenn die Wucht des Reichtums eines fremden Hauses sich ins Bewußtsein drängt; sie wird die Sicherheit einengen, bis die Willenskraft die Hemmung überwunden hat. Der Haushofmeister öffnet das Wartezimmer. Grenfell kennt es bereits; dort die Türe führt zum Sekretariat— und diese hier— zum Arbeitszimmer Lord Henry Gnideters. III. Junius Easton erscheint, der Kabinettschef des Lords. Ein Lächeln hellt sein verschlossenes Gesicht auf; mit der stark geäderten Linken streicht er sich über das kurze, eisgraue Haar; die Rechte streckt er Grenfell ent# gegen. Außer dem Gruße sagt er kein Wort; er hat sich das Sprechen fast völlig abgewöhnt. Er verbeugt sich und geleitet Grenfell zur Tür. Junius Easton ist der Mann, der die Befehle des Lords an die Delegierten übermittelt. Er ist das zweite Gehirn des Lords— doch es ist ohne eigenen Willen, aber auch ohne Eigennutz. Der Mann ist stumm wie das Grab; kein Grad der raffiniertesten Folter würde aus ihm jemals auch nur die unbedeutendste Einzelheit der Geheimnisse des Lords herauspressen können. Grenfell grüßt und verbeugt sich mit Elan, kaum daß er das Zimmer betreten hat. Seine Nerven spannen sich an; er ist ganz Aufmerksamkeit, ganz Wille zur scharfen Konzentration. Er hat kein Auge für die kostbare Ausstattung des Zimmers; sein Blick ist geradeaus gerichtet, auf Lord Gnideter, der hinter einem großen Schreibtisch sitzt und langsam den Kopf hebt. Der Delegierte blickt in die verschleierten Augen des ungekrönten Königs; die Lieder öffnen sich für Sekunden völlig, lassen die dunkelblauen Augen frei und sinken dann herab, wie ein Vorhang vor einem Fenster. Die Gestalt des Lords ist mittelgroß und gedrungen. Die weißen Hände ruhen auf den Papieren. Der schmale Kopf ist leicht nach vorn gebeugt. Falten bahnen sich von den Nüstern aus einen Weg um den energischen Mund herum nach dem stark ausgebildeten Kinn. Die Wangen sind etwas eingefallen und farblos, als sei der Besitzer seit langem nicht mehr in der Sonne und in frischer Luft gewesen. Die hohe Stirn ist durchfurcht; der Schädel ist, besonders über der Kleinhirnpartie, stark entwickelt; die dunklen Haare liegen glatt auf dem Kopfe. Der Lord dankt für den Gruß mit leichtem Nicken und deutet auf den Sessel vor dem Schreibtisch; Grenfell nimmt nach dankender Verbeugung Platz. „Die Antwort aus Caracas ist eingetroffen?" „Jawohl, Mylord! Die American hat die Konzession noch nicht erhalten!" Das Antlitz des Lords zeigt keine Bewegung: e stützt den Kopf in die Hände. Seine Stimme klingt klat und ruhig, wie vorher. „Unsere Vertrauensleute bei der American haben also versagt?“— „Sie haben versagt, Mylord!“ „Wer ist es?“— „Andy Chopey und Hamphrey Harjes!" „Sie wissen vorschriftsmäßig nicht, für wen sie gearbeitet haben?“— „Nein, Mylord!“ (Fortsetzung folgt.) die Inszenierung aum besorgt. morgen, erhalten 0 Prozent Preiz. tur, Ortsgruppe das Programm bekanntgegeben, m Februar eine Vorführungen, en lustigen Nacherlandsfahrt voreits, jetzt auf den# 4 Uhr, im Parl. Vortrag„Die cagenden. Frau sich während der eutschen Kriegs.## sgezeichneter Ruf Groß=Bochum. Am set in der Pfarrei ch alter Tradition Hochamt in der chum Jubiläum. er Weltlichtspiele en sein 25jähriges und Leiter. Anen Weltlichtspiele et von dem vern Anfang an sein „Weltkino" war und Umgebung. ute selbstverständ. Atheater=Palastes. tkino" war kaum adengeschäft, um Broßfilm war um scher sah zu einen Filme von je 6 solches Vrogramm ben Stunde. Im ltkino" dann um fassend etwa 700 nannt. Von dieser chwung, den das ochum wie überal ar Fork emsig be. n Bochum in sei. der rapiden Ent. ben heraus reifte und hochmodernes dann im Septem htburg“ zur Tat# id den Weltlicht. irch seine schlichte, worben hat, über Lichtspieltheater Seite 11.) heute nn von Köpenic ste Walzer. tterten. clo. Tunis. inkstelle. Freitreppe hinauf. slut klopft, rascher st einen schweren hnlichen Palastes die Persönlichkeit man kann auch an werden, aber ichwirken und sich die Wucht des ins Bewußtsein einengen, bis die en hat. is Wartezimmer. Türe führt zum m Arbeitszimmer kabinettschef des senes Gesicht auf. er sich über das kt er Grenfell ent Wort; er hat sich Er verbeugt sich die Befehle des Er ist das zweit## ne eigenen Willen, nn ist stumm wie sten Folter würde itendste Einzelheit ssen können. mit Elan, kaum ie Nerven spannen ganz Wille zur Auge für die kostBlick ist geradeer hinter einen n den Kopf, hebt. Cleierten„euganl ffneu sich für SeAugen frei und vor einem Fenster. und gedrungen. Papieren. 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Das Finanzministerium, das diese Versuchsbauten errichten ließ, will Existenzmöglichkeiten schaffen. Den Erwerbslosen wird Land zur Verfügung gestellt, das sie selbst zu bebauen haben. Unser Bild zeigt zwei der neuen Probehäuser. Jererkei=Jpiecker G. Rieert Umzugswut— Flucht auf das Land Ein einziges Gewerbe hat zu tun, im Ueberfluß zu tun, und das sind die Möbelpacker. Die Fuhrgeschäfte mußten sogar den Rundfunk in Anspruch nehmen, um genügend Leute für den 1. Oktober heranzubekommen, und trotz der großen Arbeitslosigkeit sind nicht genügend gelernte Packer aufzutreiben gewesen. Fast 10000 Wohnungen sind zu diesem Termin gekündigt worden, weil niemand mehr die ungeheuren Mieten bezahlen kann. Allenthalben Abbau, nur die Mieten blieben auf alter Höhe. Ein Zimmer mit Bettnische, Bad, Kochschrank und Balkon im Neubau kostet 115 Reichsmark monatlich, die billigste Achtzimmerwohnung in einem alten 370 Reichsmark ohne Zentralheizung. So stehen denn die Straßen voll von Wagen, denn bis zum 15. Oktober wird man zu tun haben mit den Umzügen. Zwar stehen fast 3000 Möbelwagen zur Verfügung, und auch viele auswärtige Fuhrgeschäfte helfen mit, doch ist die Nachfrage allzu groß.„Hinaus aus dem Häusermeer!“ heißt die Parole, und zwar ziehen die Leute nicht nur außerhalb von Groß=Berlin in die kleinen Dörfer, die per Bahn rasch zu erreichen aber viel billiger zu bewohnen sind, sondern es macht sich ein starker Zug nach dem Lande bemerkbar. Man will ganz weg von Berlin, nicht nur aus dem Zentrum heraus, wo sogar schon Vierzimmerwohnungen als„schwer vermietbare Großwohnungen"(!) gelten. Die Flucht aus der Großstadt hat Berlin ergriffen, in einem Maße, wie man es bisher nicht für möglich gehalten hätte. Die Packer reiben sich die Fäuste, denn sie bekommen nicht nur guten Lohn, sondern auch Trinkgelder, die sie wahrhaftig lange nicht mehr gesehen hatten Taradies für Eheanwärter Je verrückter die Zeiten, desto eigenartiger werden die Menschen. Was sagen Sie zu dem„Paradies der Eheanwärter"?, einem Klub, der sich in einer hiesigen Villa etablierte. Eigentlich hat er gar nicht das Recht, sich Klub zu nennen, weil man seine Mitgliedschaft nicht erwerben kann. Man zahlt vielmehr jedesmal 1,50 Reichsmark und sitzt dafür bei Kuchen und Tee stunden. lang um einige Tische. Herren und Damen, die nicht miteinander bekanntgemacht werden, die sich aber alle dadurch auszeichnen, daß sie sich auf Freiersfüßen(auch Damen können heutzutage Freiersfüße haben) befinden. Herren und Damen also schreiben sich gegenseitig per Luftpost. Diese besteht darin, daß jeder Anwesende halbanonym einem anderen ein Briefchen schreibt, die durch die Dame des Hauses oder die Klubmama in einem Schlüsselkörbchen(!) durch den Raum transportiert und abgeliefert werden. Kindliche Spiele unter Erwachsenen! Halbanonym heißt, daß man keinen Namen nennt, aber sich selber als Absender so kenntlich macht(„Die Dame im grünen Kleid“—„Der Herr mit Schmiß auf linker Wange"), daß der Adressat Bescheid weiß. Gegen Abend verschwindet die Gesellschaft, und wer gefunden hat, was er zu suchen glaubte, kann die Bekanntschaft auf der Straße(„Darf ich Ihnen meinen Wagen zur Verfügung stellen?") fortsetzen. Laien malen in Trance Die„Ausstellung okkulter Kunst" dürfte die erste und einzige der Welt sein, die jetzt in Berlin gezeigt wird. Menschen, die niemals zeichnen konnten, haben in Hypnose oder im Trancezustand die tollsten Sachen gemalt. Ich habe es mir angesehen und mußte später einen doppelten Korn zu mir nehmen.„Treten Sie ein“, sagte einer,„Laien malen in Trance." „Ich denke, man kann nur in Oel malen“, sagte ein dicker Herr und ging unbeirrt weiter. Hätte ich doch auf ihn gehört. Aber hier haben wirklich Menschen in Trance gemalt, mit Fingernägeln und Tinte auf Bütten, mit Pinsel und Bleistift die grausigsten Dinge. Ich dachte an König Friedrich August von Sachsen, der einen Futuristen, der die Sonne blau gemalt hatte, weil er sie angeblich blau sah, antwortete: „Wenn Sie die Sonne blau sehen, warum sind Sie dann Maler geworden?“ Man kann die Sonne aber nicht nur blau sehen, man sieht in Hypnose oder im Trancezustand die Dinge noch ganz anders, ja, man sieht sie zum Teil gar nicht, so daß die Wiedergabe auch am besten unsichtbar bliebe. Aber es kann etwas noch so verrückt sein— ausgestellt muß es werden. Rinder werden größenwahnsinnig gemacht Man soll Kinder nicht größenwahnsinnig machen. Wenn sie groß werden, ist immer noch Zeit genug. Was hat es vom erzieherischen oder künstlerischen Standpunkt für einen Sinn Kinder, die irgendein Talent haben, öffentlich ausstellen und durch die Presse interviewen zu lassen? Ich kann darin nichts Gutes erblicken. Im Zoologischen Garten ist eine Ausstellung, die nur von Kindern bestritten wird. Ein Zwölfjähriger hat ein Asendlied Nilpferd modelliert. Sehr nett. Ein Neunjähriger hat eine Allee, sogar mit Bäumen, gemalt. Ausgezeichnet. Aber doch für die Kinderstube, vielleicht zum Aufheben für später, damit Onkel Emil, wenn er 60 Jahre alt ist, den Großneffen zeigen kann:„Seht mal, das habe ich mit neun Jahren zusammengeschmiert.“ Aber die Aussteller nehmen Eintrittsgeld; die Kinder im Sonntagsstaat stehen vor ihren Erzeugnissen und lassen sich von der Presse ausfragen, lassen sich photographieren. Dieser mißverstandene Bildungsfimmel hat uns gerade noch gefehlt. Als ob wir keine anderen Sorgen hätten! Die Fosa Eine ausgezeichnete Idee ist dagegen die Einrichtung der„Fofa“, unter der man sich bitte die Abkürzung für„Fortbildung und Fachbildung“ vorstellen möge. Bei der Fofa“ können sich Anwälte die gesamte Literatur und Indikatur für ihre sämtlichen Prozesse zusammenstellen lassen, und zwar kostenlos. Man weiß, daß die Anwälte vielfach nicht mehr imstande sind, sich sämtliche Fachschriften, Bücher, Reichsgerichtsentscheidungen und Kommentare zu beschaffen, möchte jedoch verhindern, daß sie sich erst vor Gericht belehren lassen müssen. Daher die Einrichtung der„Fofa“, die im Amtsgericht Berlin=Mitte ihren Sitz hat. Und natürlich stark frequentiert wird. Wanderlagersteuer und Verkehrsstratgeld Die Reichshauptstadt, belastet mit einem Etat von rund einer Milliarde, hat in den Monaten April, Mai, Juni und Juli eine Steuereinnahme von 149550 000 Mark zu verzeichnen gehabt. Ein recht nettes Sümmchen, und doch fehlen noch 17 Millionen, um den Etat balancieren zu können! Die berühmte Biersteuer, die 25 Millionen bringen sollte, brachte 6,8 Millionen; andere wieder überschritten den Voranschlag. Auf der Suche nach neuen Mitteln ist man darauf verfallen, eine sogenannte„Wanderlagersteuer“, in Szene zu setzen. Wer innerhalb des Gebietes von Großberlin ein Wanderlager errichtet, muß irgendeine Summe berappen. Bisher ist nicht ein Pfennig eingegangen, und dabei will man, laut Voranschlag. ganze 300 Mark jährlich vereinnahmen! Und deshalb müssen Listen angelegt, Bücher geführt und eventuelle Einnahmen gebucht werden. Da sieht es schon etwas besser aus um die Einnahmen der Kontrolleure der Verkehrsmittel. 210 Beamte sausen Tag und Nacht auf der Untergrund dem Autobus, den Straßenbahnen hin und her und stellen Leute fest, die man gemeinhin als Schwarzfahrer zu bezeichnen pflegt. Wer ohne Billett angetroffen wird, muß 1,25 Mark Strafe zahlen, und das ist ein ungeheuer lukratives Geschäft für die Stadt. Nach den neuesten Abrechnungen kommen nämlich bei einer Summe von 120 Millionen Fahrgästen monatlich genau tausend Mark Strafgelder ein. Da die 210 Beamten monatlich 47 250 Mark Gehalt beziehen— aber das kann sich ja jeder selber ausrechnen. Nun will es Abend werden, Die Sonne stieg ins Meer— Und schimmernd grüßt die Erden Ein gold'nes Wolkenheer. Von fern ertönt ein Liedchen. Ein Fährmann singt's zur Nacht, Als er nach Plag und Mühen Sein Tagewerk vollbracht.— Leis tat das Lied verklingen, Der Fährmann ging zur Ruh. Dann decken graue Schwingen Die müde Erde zu. Dietrich Bellmer. Die Urmsandukr Von Milos Ctrnacty. Sie befanden sich eines Tages in Skutari. Er pendelte auf gut Glück durch die Straßen, begegnete montenegrinischen und albanesischen Frauen mit Traglasten auf den Köpfen und betrachtete die Werkstätten kleiner Handwerksleute. So gelangte er zum Laden eines Kleinodienhändlers, der eine Reihe zierlicher Gegenstände ausgestellt hatte, die aus silbernem Drahte handverfertigt waren. „Ei, was für ein hübsches Armband!“ dachte er bei sich. Er ging in den Laden hinein und kaufte es für Lili. Er konnte es sich selbst nicht erklären, wieso es ihm plötzlich eingefallen war. Schon seit längerer Zeit hatte er ihr nicht einmal eine Zeile mehr geschrieben. Aber dennoch kehrten seine Gedanken wieder zu ihr zurück, zu der letzten Frau, die er vor seinem Abgang ins Feld in seinen Armen gehalten hatte. Er hatte sie vor dem Kriege auf einem Ball kennengelernt. Sie war ihm angenehm und sympathisch. Dann traf er sie im Park wieder und begleitete sie nach Hause. Später suchte er sie selbst auf und machte die Bekanntschaft ihrer Familie. Er fühlte, daß sie still in sein Leben eingetreten war, um ihm eine andere Richtung zu geben. Auch daheim standen sie ihrer Liebe nicht im Wege; denn der junge Ingenieur schien die Gewähr für das Glück der Tochter zu bieten. Da kam mit einem Male der Krieg, der sie trennte. Rasch mußte er fort, es blieb kaum Zeit, ihr Lebewohl zu sagen. Es kam zu unverhofft. So wurden sie sich nicht einmal der Tragweite des Krieges bewußt und hofften auf ein baldiges Wiedersehen. Und indes gingen ganze Monate vorüber. Im Anfang schrieben sie einander oft, später seltener. Er sehnte sich nach ihr, aber allmählich war er nicht mehr imstande ihr einen herzlichen Brief zu schreiben, auf den sie sicherlich wartete. Und so verstummte er langsam gänzlich. Er freute sich darauf, daß er bald heimkehren und ihr alles erklären würde. Aber kein Ende kam heran, sein Weg führte ihn auf neue Kriegsschauplätze. Er kam auf den Balkan, wo er seine Pflicht mit der Genauigkeit einer Maschine erfüllte. Viel erstarb da in ihm. Das Leben schien ihm gänzlich gleichgültig zu sein. Nur der Gedanke an sie tauchte wiederholt wie— ein Unterseeboot aus der Meerestiefe auf— und entzündete in ihm den Funken einiger Hoffnung. Vielleicht würde die schwere Wolke, die auf seiner Seele lastete, dennoch vorüberziehen, und die Sonne der Freude wieder aufleuchten. Und so blitzte in ihm die Erinnerung auch an jenem Tage auf, als er das Armband bei dem Händler erblickte. * Wieder ging eine Reihe von Tagen vorüber. Das Armband lag mit Seidenpapier umwickelt in seinem Rucksack. Er lag dort bereits halb vergessen. Endlich schrieb er ihr einen Brief legte das Armband in den Briefumschlag und begab sich zu seinem nächsten Kameraden, der in einer Nachbarsiedlung lag. „Ich hörte, daß du morgen heimfährst!" „Ja, kann ich dir mit etwas dienlich sein?" „Erweise mir einen Freundschaftsdienst und gib diesen Brief ab. Die Adresse befindet sich darauf. Aber verlier ihn nicht, es ist ein Geschenk für meinen Schatz darin. Er fühlte eine Art Erleichterung. Als ob ihm ein Stein vom Herzen gefallen wäre, so ein Gefühl hatte er, als er den Brief übergab. Was wird sie wohl sagen, wenn sie ihn bekommen wird? Sie wird sich davon überzeugen, daß er ihrer gedachte, auch wenn er es mit keiner Silbe kundgab. Binnen kurzem kam eine Antwort. „Deinem Wunsche bin ich mit Vergnügen nachgekommen und habe Lili das Armband übergeben. Als sie es erblickte schluchzte sie. Lange schon habe ich niemanden so heftig weinen gesehen. Weshalb, begriff ich erst, als sie mir mitteilte, daß sie— verlobt sei. Sie handelte so mit Rücksicht auf ihre Familie. Das Armband sendet sie dir zurück, und bittet dich, ihr zu verbeiden.. Grigt umd 19 uns Ihm 272 a Er las den Brief, und es war ihm, als ob ihm jemand ein Messer in die Brust stoßen würde. Es war die schwerste Wunde, die er im Kriege erlitten hatte. (Autorisierte Uebersetzung aus dem Tschechischen.) Zenator Monon 1 Senator Dwight Morrow, der frühere amerikanische Botschafter in Mexiko, ist, wie wir bereits meldeten, in Englewood(New=Jersey) einem Gehirnschlag erlegen. Diese Nachricht wird in Deutschland mit besonderer Teilnahme ausgenommen, weil Morrow gut mit dem Wirtschaftsleben Europas vertraut war. Aus diesem Grunde hatte ihn Präsident Hoover, der sich seines Rates seit jeher gerne bediente, in letzter Zeit zu seinem eigentlichen Wirtschaftsberater erwählt. Sein Ableben ist daher gerade jetzt um so bedauerlicher, als wichtigste Entscheidungen auf dem Spiele stehen.— Die zweite Tochter des Verstorbenen, Anne, ist die Frau des Ozeanfliegers Lindbergh. Dei Ueber#ace Der Rekorcreisende Märchenbaum& Co., Hühneraugenringe en gros, suchen einen neuen Reisenden. Auf eine Anzeige hin haben sich einige Dutzend Anwärter im Vorzimmer versammelt. Der Erste wird hereingerufen.„Wie lange benötigen Sie“, fragt Herr Märchenbaum,„für die Tour Berlin— Prag— Wien— Budapest— Triest— Salzburg— München— Frankfurt— Köln— Hannover— Berlin?" Der Reisende rechnet krampfhaft:„In fünf Wochen kann ich es schaffen, Herr Chef“, sagt er. „Nichts für uns!“ sagt Herr Märchenbaum.„Viel zu lang!— Der Nächste bitte.“ „Wie lange benötigen Sie“, fragt Herr Märchenbaum wieder und zählt die ganze Tour auf. Der Reisende glaubt es in vier Wochen schaffen zu können. „Viel zu lang!“ sagt Herr Märchenbaum.„Der nächste Herr, bitte!“ Inzwischen hat der erste Reisende draußen seine Erfahrungen berichtet und der jetzt hereinkommende Kandidat erklärt unerschrocken, er könne die Tour in neun Tagen absolvieren. „Sie sind unser Mann,“ sagt Herr Märchenbaum, „Sie sind engagiert. Morgen fahren Sie ab.....“ Künktlich am neunten Tag steht der Reisende vor seinem Chef.„Respekt, Respekt!“ schmunzelt Herr Märchenbaum,„Sie sind der tüchtigste Reisende, den wir bisher in der Firma gehabt haben. Von nächsten Monat ab verdoppeln wir Ihr Gehalt. Und jetzt zeigen Sie mal Ihre Abschlüsse her!“ „Was heißt hier Abschlüsse,“ fragt der Reisende, „Ich bin froh, daß ich alle Anschlüsse erreicht habe.“ -„ Lote. Paul und Pauline liegen in den Kissen. Paul sägt einen Ast. Pauline nicht minder. Die Uhr schlägt Mitternacht. Plötzlich fährt Pauline hoch. „Paul!“ „Was?“ „Einbrecher!“ „Wo?“ „Hier im Zimmer.“ Paul drückt auf den Schalter. Licht flammt auf. Ein Mann steht vor ihnen. Mit Blendlaterne und Maske. Mit Stemmeisen und Dolch. „Hände hoch!“ reißt Paul seinen Revolver unter dem Kopfkissen hervor. Der Einbrecher zittert wie Espenlaub. „Dir werden wir's geben,“ springt Paul aus dem Bett.„Pauline, halte den Revolver. Ich ziehe mich schnell an. Den Lumpen schleppe ich zur Polizei. Wo ist meine Hose, mein Hemd, mein Rock? So, jetzt bin ich fertig. Pauline, gib mir den Revolver wieder. Es wird eine Weile dauern, Pauline, sorge dich nicht. Jetzt vorwärts, Kerl, marsch auf die Polizei!“ Paul stößt den Einbrecher vor sich her. Die Tür fällt hinter ihnen ins Schloß. Die Straße ist menschenleer. Da steckt Paul den Revolver in die Tasche und klopft dem Einbrecher lachend auf den Rücken. „Fein hast du das gemacht, Otto— das werde ich dir nie vergessen— und jetzt schnell in eine nette Bar— das ist seit sechs Wochen das erste Mal, daß ich wieder einmal ohne meine Frau bummeln gehen kann.“ In Müncken ist OkteberLest 1 Das Oktoberfest ist in vollem Gange und des Alltags zu erholen und abzulenken. groß und klein läßt es sich nicht nehmen, sich von den Sorgen# Oktoberwiese dicht bevölkert, und Salzrinbesonders an den Sonntagen ist die und damit der Bierdurst nicht nachläßt, ißzt man salzige Sachen— besonders Salzorezein und gerln. Unser Bild zeigt eine Batterie Salzbrezelstände in Erwartung des Ansturms. 100 Dage in Gromandeis Dr. Georgi in der Einsamkeit der furchtbarsten Wüste der Welt erlebte Wir bringen im folgenden noch einen abschließenden Aufsatz über die deutsche Grönlandexpedition, die vor einigen Tagen wieder nach Deutschland zurückkehrte. Die Einzelheiten, die hier unser Vertreter Dr. K. aus einer Unterhaltung mit Dr. Georgi mitteilt, geben ein erschütterndes Bild von den Strapazen und Gefahren, denen die unentwegten Forscher ausgesetzt waren.(Die Schriftl.) Die große deutsche Grönlandexpedition ist beendet. Nach dem Tod des unvergeßlichen Führers Alfred Wegener wurden die wissenschaftlichen Arbeiten nach seinem Programm und in seinem Geist zu Ende geführt, und nun kehren die Teilnehmer— infolge Schiffsschwierigkeiten in einzelnen Gruppen— in die Heimat zurück. Nach den Teilnehmern der Ostgruppe, die am Scoresbysund überwinterte, ist nun auch Dr. Georgi, der Leiter der berühmten Station„Eismitte", in Berlin eingetroffen. In unveränderter, fast jugendlicher Frische findet man den Forscher wieder, dessen gebräuntes Gesicht und straffe Haltung nichts von den schweren Strapazen zeigen, die er überwunden hat. Dr. Georgi hat es fertiggebracht, 400 Tage ununterbrochen in der Einsamkeit des grönländischen Inlandeises zu leben und wissenschaftlich zu arbeiten. Ein volles Jahr lang hat er Temperaturen, Luftdruck und Luftströmungen gemessen, hat unter primitivsten Verhältnissen seine Pilotballone gefüllt und bis 17 Kilometer in die Stratosphäre hinauf verfolgt. Wie schwierig diese Arbeit manchmal gewesen sein muß, begreift man, wenn man von Dr. Georgi hört, daß er im Schneesturm fast einmal den kurzen Weg von dem Apparatehäuschen zu seiner Eishöhlenwohnung nicht zurückgefunden hätte. „Trotzdem ich eine Laterne hatte und trotzdem ich in kurzen Abständen von nur zwei Meter Stangen zur Wegmarkierung gesteckt hatte, mußte ich vom Wege abgekommen sein, denn plötzlich fand ich keine Stange mehr; fast blind, der Schnee verklebte mir im Handumdrehen die Augen, tappte ich in der Finsternis der Polarnacht herum, und wenn ich nicht durch einen Zufall eine alte, schon im Vorjahr errichtete Schneemauer wiedergefunden hätte, würde ich wohl in dem furchtbaren Schneesturm umgekommen sein. So hing unser Leben oft nur an einem Haar. Die Decke unserer Firnhöhle, die sieben Monate lang unsere Wohnung bildete, krachte oft genug verdächtig unter der Last des Neuschnees. Jeden Augenblick hätte sie einstürzen und uns rettungslos unter sich begraben können.“ Ein dreiviertel Jahr lang weilte Dr. Sorge mit Georgi zusammen in der Station„Eismitte". Während Georgi sich für die Vorgänge oberhalb der Eisoberfläche interessierte, machte Sorge seine Messungen unterhalb derselben. In mühseliger Arbeit grub er einen Schacht von mehr als 15 Meter Tiefe, in dem er Eiszusammensetzung und die Temperaturschwankung untersuchte. Zwei Tage hielt sich auch Alfred Wegener in der Station auf, ehe er seinen so tragisch verlaufenen Rückmarsch antrat. Nach schweren Strapazen war er am 30. Oktober 1930 bei einer Kälte von minus 54 Grad mit Dr. Loewe und dem Grönländer Rasmus in der Station Eismitte“ eingetroffen.„Wegener war vollkommen frisch und in bester Stimmung“, so erzählt Georgi weiter.„Immer wieder bewunderte er die zweckmäßige, wenn auch primitive Einrichtung unserer Eiswohnung. Am nächsten Tag feierten wir noch seinen 51. Geburtstag. Ich schenkte Wegener zwei gefrorene Aepfel, die ich monatelang schon aufgehoben hatte. Wir gaben ihm einen unserer trockenen Schlafsäcke und machten ihm diesen Tag überhaupt so angenehm wie möglich. Heiter und zuversichtlich reiste er dann am 1. November mit dem Grönländer Rasmus. Er hatte etwa 20 Hunde und wir gaben ihm von unserem Proviant noch drei Kisten mit, nach menschlichem Ermessen war er also gut ausgerüstet. Dr. Loewe mußte bei uns bleiben, weil er mit seinen erfrorenen Zehen eine schwere Belastung für die kleine Kolonne gewesen wäre." nahrung aller Polarforscher— nur mit Hilfe eines Löffels und eines Litergefäßes eingenommen hatten, haben wir uns oft überlegt, ob wir wohl auf dem Schiff imstande wären, noch mit Messer und Gabel zu essen. Aber es ging überraschend gut.“ Wenn man aber Dr. Georgi fragt, ob er wohl eine solche Ueberwinterung noch einmal mitmachen würde, dann sagt er freimütig: Nein! Denn ich glaube nicht, daß es ein zweites Mal so glücklich ablaufen würde.“ Ein Höhlenwunder auf der Reiteralpe entdeckt München, 7. Oktober. Auf der Reiteralpe, jenem gewaltigen Gebirgsstock unweit des Bades Reichenhall, entdeckten einheimische Bergsteiger in der Nähe des Ueberganges zur Traunsteiner Hütte über den Schrecksattel eine neue riesige Höhle. Nur zehn Meter vom Wege zur Hütte führt eine kleine, fast unauffällige Felsöffnung in die Höhle hinein, die den Besuchern ein einzigartiges, grandioses Bild darbietet. Die Entdecker der Höhle erklären, es handle sich um eines der schönsten Bergwunder überhaupt. Bald reihen sich zackenförmige Felskolosse aneinander, gleichsam einen engen gotischen Naturdom bildend, bald weitet sich die Höhle zu einem gewaltigen Felsensaal. Die Höhle konnte bis heute noch nicht ganz durchmessen und erforscht werden, so zahlreich sind ihre Gliederungen, so ungeheuer ist ihre weitverzweigte Ausdehnung. 40 Meter tief geht der Weg hinunter. Dort liegt Sommer und Winter Eis in allen erdenklichen Kristallisationsformen. Die Besucher der Höhle schildern, wie ununterbrochen ein dumpfes Rauschen und Brausen zu hören war. Zwischen den Eis= und Felswänden hindurch sahen sie schließlich einen Wildbach toben und im Innern des Berges verschwinden. Als sie vom Eingang ungefähr 300 Meter zurückgelegt hatten, gelangten sie an eine Eisfläche, die von kleinen Felstürmen umsetzt war. Auch dort, wie an mehreren anderen Stellen, gelangten sie, als sie die Eisfläche überquert hatten, an ein enges Felsentor, hinter dem die Höhle weiterging. Das Betreten der Höhle in ihrem jetzigen Zustand ist nicht ungefährlich. Man denkt daran, dieses Bergwunder der Reiteralpe auch gewöhnlichen Sterblichen zugänglich zu machen, wenn es erst einmal genügend durchforscht ist. Bei undezwingbule=Rangchenszonga Die deutsche Himalaja=Expedition abgebrochen München, 7. Oktober. " Die zweite deutsche Himalaja=Expedition, die im Juni d. J. von München aufbrach, um wiederum wie vor zwei Jahren unter Führung des bayrischen Notars Dr. Paul Bauer einen Angriff auf den Kangchendzönga zu unternehmen, hat den Versuch zur Bezwingung dieses zweithöchsten Berges der Welt aufgegeben, nachdem sie eine Höhe von 7925 Meter erreicht hatte. Der letzte, sehr kurze Kabelbericht des Expeditionsleiters Karl Bauer meldet nur, daß eine 150 Meter hohe Eiswand den weiteren Vormarsch unmöglich machte., Diese ganz unangreifbare und äußerst lawinengefahrliche Steilwand versperrte an einer völlig unerwarteten Stelle den Weg zum Gipfel. Deshalb habe man von einem weiteren Vormarsch Abstand nehmen müssen. Diese Nachricht ist ein ganz schwerer Schlag für den deutschen Alpinismus überhaupt, für den das Jahr 1931 schon seither ein schweres Jahr voller Unglück bedeutete. Die zweite Himalaja=Expedition teilt das Schicksal ihrer Vorgängerinnen. Mit der erreichten Höhe von 20000 englischen Fuß= 7925 Meter, in der nunmehr die Umkehr erfolgte, blieben somit die obersten schwierigsten 655 Meter bis zu dem 8580 Meter hohen Gipfel unbezwungen. Das Tragische an diesem Schicksal der deutschen Himalaja=Expedition sehen wir weniger darin, daß die sehr erheblichen Geldmittel, deren Aufbringung in dieser schwierigen Zeit besonders große Opfer forderte, vergeblich aufgewendet wurden, als darin, daß der junge Münchener Student Hermann Schaller, einer der berühmtesten und sympathischsten Alpinisten, als siebentes Todesopfer des Kangchendzönga gefallen ist, und daß dennoch seine Freunde den großen Berg nicht bezwingen konnten. Am 9. August auf dem Wege zum Lager 8 stürzte Hermann Schaller, wie erinnerlich, in einer Höhe von etwa 6000 Meter zusammen mit dem einheimischen Träger Pasang tödlich ab. Der letzte Bericht Paul Bauers nennt die 150 Meter hohe Eiswand als Grund zur Umkehr. Man wird zunächst seinen angekündigten ausführlichen Bericht abwarten müssen, ehe man sich ein Urteil über diesen traurigen Abbruch der Expedition bilden kann. Indirekt aber wirkte sich das Unglück vom 9. August offenbar weiter auf den Fortgang der Expedition ungünstig aus. Zunächst machte sich naturgemäß das Fehlen eines der tüchtigsten und erfahrensten Mitglieder der Expedition bemerkbar, dann aber hatte der Absturz vom 9. August die Expedition kostbare, ja wahrscheinlich die entscheidende Zeit gekostet. Die Leichen mußten geborgen werden, und pietätvoll brachte man die verunglückten Kameraden wieder 600 Meter in die Tiefe aus der reinen Eiszone heraus, um ihnen auf einer Insel über dem ZemuGletscher ein würdiges Grab und Denkmal zu errichten. Dr. Bauer war sich von vornherein darüber klar, daß der einzige günstige Zeitpunkt für die Bezwingung des Gipfels am Ende der Monsun=Periode um die Septembermitte liege, da erfahrungsgemäß um diese Zeit der Gipfel des Kangchendzönga etwa zwei Wochen hindurch wolken= und schneefrei ist. Bauer spricht jetzt von der großen Lawinengefahr 600 Meter unter dem Gipfel. Daraus geht hervor, daß die Expedition offenbar mit der Jahreszeit schon zu spät daran war, und daß das Wetter schon umgeschlagen ist, daß somit das schwere Anglück vom 9. August mit dem erzwungenen langen aufenthalt indirekt den Mißerfolg der ganzen Unternehmung verursachte. Der Kangchendzönga stellt eine fünfgipflige ungeheure Eismasse dar, die an der Grenze zwischen Nepal und Sikkim liegt. Im vergangenen Jahre war die internationale Himalaja=Expedition unter Leitung von Dyhrenfurth gescheitert, 1929 Dr. Bauer zum ersten Male mit der aus ungefähr denselben Mitgliedern bestehenden ersten deutschen Himalaia=Expedition; frühere Versuche hon Fref von Fresyfield, den Kangchendzönga zu bezwingen, kamen nicht über Erkundungsvorstöße hinaus und mußten vorzeitig abgebrochen werden. Inde in die Wen Sprengstoff-Anschlag auf eine Staßenbahn Berlin, 7. Oktober. Ein noch unbekannter Täter legte heute nachmittag einen Sprengkörper auf die Straßenbahnschienen vor dem Hause Frankfurter Allee 62 nieder und entfernte sich unbemerkt. Bald danach passierte ein Straßenbahnwagen der Linie 89 die Stelle, wobei der Sprengkörper explodierte und die zahlreichen Sprengstücke nach allen Richtungen auseinander flogen. Dabei wurde ein zehnjähriges Mädchen schwer und eine ältere Frau leicht verletzt. Die Polizei hat sofort eine Untersuchung eingeleitet. Wegener trieb die Sorge um sein wissenschaftliches Arbeitsprogramm, er wollte in höchster Eile zurück zur Weststation und diese Eile hat ihm wahrscheinlich das Leben gekostet. Wie man heute weiß, lief Wegener eine große Strecke auf Skiern, und daß er versuchte, auf dem unebenen, durch die zahlreichen kleinen Schneeverwehungen sehr unbequemen Gelände das Tempo der Hundeschlitten zu halten, hat, so meint Georgi, sein Herz doch nicht ausgehalten. Unersetzlich ist übrigens der Verlust von Wegeners letzten Tagebüchern, die jetzt irgendwo mit dem treuen Rasmus zusammen vielleicht in einer Eisspalte begraben sind. 1½ Monate lang hat Dr. Sorge immer kreuz und quer die Strecke bis zur Küste abgesucht und keine Spur mehr von Wegeners Begleiter gefunden. Man weiß durch Dr. Loewe, daß Wegener schon auf der Hinreise zur Station„Eismitte" zahlreiche Eintragungen in sein Tagebuch gemacht hat. Wertvolle Beobachtungen und Gedanken des großen Forschers sind so vielleicht der wissenschaftlichen Welt verlorengegangen. Hundert Tage hat Dr. Georgi völlig allein in der Eiswüste zugebracht, davon 2½ Monate in diesem Frühjahr. Man glaubt ihm, wenn er erzählt, daß er nur durch ein Uebermaß von Arbeit diese furchtbare Einsamkeit ertragen habe. Trotzdem sei es, vor allem nachdem er wußte, daß Wegener tot war, manchmal sehr schwer gewesen, trüben Gedanken aus dem Wege zu gehen. Um die Zeit, als verabredungsgemäß die Kameraden kommen sollten, um ihn abzuholen, sei er beim kleinsten Geräusch manchmal nachts aufgeschreckt und hinaus gelaufen, um nach fernen Schlitten Ausschau zu halten. Ein Hund, der versehentlich von der letzten Schlittenkolonne vergessen worden war, war wochenlang Georgis einziger Kamerad. „Mit diesem Hund zusammen hätte ich nebst einem selbstgebauten Schlitten den Rückmarsch zur Westküste angetreten, wenn aus irgendeinem Grunde meine Kameraden mich nicht hätten holen können. Und solche Gründe denkt man sich in einsamer Nacht viele aus. Eine Typhusepidemie hätte sie alle hinraffen können, die Gase eines schlecht funktionierenden Petroleumsofens hätten sie in einer Nacht töten können. Ich hatte mit meinem Hund schon ein paar Uebungsfahrten gemacht, als eines Tages plötzlich die ersehnten Schlitten auftauchten.“ Pallenbergs letzter Amstelruf Berlin, 7. Oktober. Als vor einigen Wochen Max Pallenberg beim Zusammenbruch der holländischen Amstelbank beinahe sein ganzes Vermögen in Höhe von einer Million Mark verlor, da gab es viele hämische Leute, die sich noch über das Mißgeschick des berühmten Künstlers freuten. Warum, so sagte man etwa, mußte auch Pallenberg sein Kapital„nach dem Ausland verschieben"? Pallenberg hatte damals sogar den Schwur getan, sich an der Amstelbank furchtbar zu rächen. Versammlungen der geschädigten Sparer wollte er zusammenrufen, in ihnen wider die Amstelbank sprechen und einen Feldzug gegen die betrügerischen Direktoren der Amstelbank unternehmen. Pallenberg bot in jenen Tagen einen etwas tragikomischen Anblick. Es gab viele Zeitgenossen, die ihm den guten Rat zukommen ließen, sich wegen der Lappalie des Geldverlustes nicht so furchtbar aufzuregen. So rasch wird ein Pallenberg nicht ein armer Mann. Es scheint, daß sich Max Pallenberg die guten Ermahnungen zu Herzen genommen hat. Er läßt jetzt der Oeffentlichkeit mitteilen, daß er seinen Versammgegen die Amstelbank nicht beginnen erfuhr eines Tages“, so sagt Pallenberg, lungsfeldzug wird.„Ich, erfuhr so sagt P „daß die Ersparniste meiner Frau und meine eigenen futsch waren. Nicht durch Wirtschaftskrise, schlimmen Zufall oder sonst eine höhere Gewalt, sondern durch betrügerische Manipulationen. Diese Tatsache. nur diese hat mich empört.“ Es ist also schon zu verstehen, daß sich der Künstler temperamentvoll gegen solche Wirtschaftspraktiken zur Wehr setzt. Es ehrt ihn, daß er die Aussichten eines solchen Propagandafeldzuges rechtzeitig klar erkannt hat. Der Schauspieler Max Pallenberg, der übrigens Wiener von Geburt und nicht Tscheche ist, wird den Schock, den er da erlitten hat, glimpflich überstehen. Die Welt nimmt den„letzten Amstelruf" befriedigt zur Kenntnis. „Fiel es Ihnen nicht schwer, sich nach so langer Einsamkeit wieder in den lauen Trubel unserer Zivilisation zurückzufinden?“ „Oh doch“, meint lachend der Grönlandfahrer! „Da wir in unserer Einöde unsere gesamten Mahlzeiten vom Kakao bis zum Ponmikan— der HauptZwei Tote bei einem Autounglück Schwerin, 7. Oktober. Am Mittwoch morgen ereignete sich auf der Schwerin— Ludwigsluster Chaussee unweit der Wegkreustaedt ein folgenschweres Verkehrsschinenbauer Hoffmann aus Schwezung nach Golden glück. 20 ung Der Mas rin konnte auf der Heimfahrt mit seinem Auto einem entgegenkommenden Lastkraftwagen nicht mehr ausweichen und erfaßte das linke Hinterrad eines auf der Chaussee stehenden Kartoffelwagens. Hierbei wurde dem Personenkraftwagen die ganze rechte Seite abgerissen, wobei beide Insassen getötet wurden. Von seiner Ehefrau ermordet? Marienwerder, 7. Oktober. Am Mittwoch früh wurde der Arbeiter Karl Naudit aus Ellerwalde auf einer Wiese ermordet aufgefunden. Die Leiche weist zwei tiefe Wunden im Genick und eine unterhalb des Kehlkopfes auf. Der Tat verdächtig ist die Ehefrau des Ermordeten; sie ist vollständig durchnäßt— anscheinend ist sie durch einen Torfgraven gelaufen— zu ihrer Mutter gekommen. Bei ihrer Auffindung durch die Polizei fing sie an zu toben, so daß sie ins Krankenhaus gebracht werden Kohlenoxydgas erstickt eine Familie Kosel(Oberschlesien), 7. Oktober. Auf dem Gutshof Kochanietz wurde heute früh der Dampfpflugführer Paul Zemelka vermißt. Als er nach längerer Zeit immer noch nicht erschienen war, stieg man durch das Fenster in seine Wohnung ein. Die aus fünf Köpfen bestehende Familie wurde bewußtlos in ihren Betten vorgefunden. Ein Arzt stellte eine Kohlenoxydgasvergiftung fest. Die drei Kinder des Ehepaares im Alter von 5 bis 8 Jahren waren bereits tot. Ihre Eltern wurden sofort in das Koseler Krankenhaus gebracht, Wiederbelebungsversuche angestellt wurden, die aber bis 12 Uhr mittags ohne Erfolg blieben. Militärattacht gehl ins Kloster Berlin, 7. Oktober. Der polnische Militärattaché in Berlin, Oberstleutnant von Morawski, ist in letzter Zeit beim Autofahren von zwei schweren Unglücksfällen betroffen worden. Nachdem er vor einiger Zeit in Deutschland einen Jungen überfahren hatte— er muß sich dafür als exterritorialer Diplomat vor einem Warschauer Gericht nant auf einer Fahrt zur Jagd in Polen das Steuer zur Jagd führte. Wie eine Posener Zeitung meidet, hat sich Morawski diese beiden Unglücksfälle so zu Herzen genommen, daß er sich in ein Kloster zurückzuziehen beabsichtigt. Diese Nachricht wird in der Berliner Gesellschaft viel Beachtung finden, wo der elegante Weltmann über einen großen Freundeskreis verfugte. Wie viele Mitglieder des polnischen Landadels im ehemals deutschen Gebiet, hatte Morawski in der deutschen Armee gedient und als Leutnant des Garde=Kürassier=Regiments am Kriege teilgenommen. Im Felde gehörte er lange dem Stabe des aus den Berliner Revolutionswirren bekannten Obersten Reinhardt an. Großer Juwelenraub in Newyork Newyork, 7. Oktober. Unbewaffnete Banditen drangen am Montag am hellichten Tage in die Verkaufsräume des DiamantenEinfuhrhändlers Toplitt und rissen ihm drei Behälter aus der Hand, die Juwelen im Gesamtwert von über 100000 Dollar(etwa eine halbe Million Mark) enthielten. Die Räuber entkamen im dichten Menschengedränge des Broadway unerkannt. Der Champion der Blutspender Newyork, 7. Oktober. Von den dreizehnhundert Blutspendern, über die Newyork verfügt, ist an erster Stelle, gleichsam als Champion, Thomas Kane zu nennen, der Mann, der bis zum Jahre 1914 Matrose war und heute unter der Newyorker Aerzteschaft einen großartigen Ruf als Blutlieferant genießt. Die Aerzte behaupten nämlich, daß Kane die stärksten Blutkörperchen hat, die ihnen je untergekommen sind, und daß er dadurch zu seinem derzeitigen Beruf geradezu pradestiniert ist. Kane hat sich bis nun nicht weniger als 147 Bluttransfusionen unterworfen, von denen 87 gratis waren, denn es ist ihm ein Bedurfnis, armen Leuten durch seinen Blutreichtum zu helfen. Allerdings könnte er nicht so großzügig sein, zählte er nicht die Notabeln von Newyork zu seinen Kunden. Zum Beispiel erfährt man erst jetzt, daß er dem reichen Vanderbilt das Leben gerettet hat: die Sache wurde damals äußerst diskret behandelt, den beiden Patienten wurden bei der Bluttransfusion Masken angelegt, und sowohl der Aerztestab als auch das Personal des Sanatoriums wurde zur Schweigepflicht verhalten, damit— wie böse Zungen behaupten— die Zeitungen keine Veranlassung zu Histörchen hätten über plebejisches Blut, das in den aristokratischen Adern Vanderbilts fließt. Gewöhnlich rechnet Kane 50 Dollar für eine Transfusion; natürlich macht er individuelle Preise, die bei sehr wohlhabenden Leuten auch die Höhe von 250 bis 1500 Dollar erreichen können. Mit Stolz berichtet Kane, daß er einst dem Sohn eines Multimillionärs, dem er buchstäblich das Leben gerettet hatte, 50 Dollar mit der Begründung retournierte, dieses Honorar wäre ihm zu schäbig. Daß er an Carusos Bett ins Hotel Vanderbilt berufen wurde(wo er allerdings nicht benötigt wurde), gehört zu Kanes kostbarsten Erinnerungen. Auch die große Sara Bernhardt hätte beinahe zu seinen Kundinnen gezählt. Der verstorbene Filmstar Rodolpho Valentino machte bei Kanes Blutkörperchen eine kleine Anleihe, auch der Meisterboxer Jack Dempsey hat Kanes Blut im Körper, und schließlich hat Kames Klientel in der letzten Zeit durch den Banditenkönig„Legs" Diamond eine Bereicherung erfahren. Die Newyorker Aerzte betrachten Kane als ein Unikum, da er sich in ungewöhnlich rascher Zeit wieder vom Blutverlust erholt, was auf seine ausgezeichnete Konstitution zurückzuführen ist. Sein Blutdruck ist normal, auch ist er niemals in seinem Leben krank gewesen. Das Gesundheitsamt in Newyork, das sämtliche Blutspender registriert, hat bei Thomas Kane einen ganz besonderen Vermerk; wohl ist seine Championschaft noch nicht offiziell, aber immerhin hat er bis zum heutigen Tag noch keinen Rivalen, der ihn herausfordern könnte. Edisons Zustand verschlimmert Newyork, 7. Oktober. Der Zustand Edisons hat sich verschlimmert. Edison ist bereits bewußtlos. Nach Meinung der Aerzte ist sein Ableben eine Frage von Tagen. tt Ein Benzintank des Postflugzeuges der„Bremen“. 8 Halifax zu dem Unglück aufgefischt? Reuter meldet aus Halifax zu dem Unglun des Postflugzeuges der„Bremen“, 800 Meilen von der für die Wiederauffüllung des Brennstoffvorrates bestimmten Station bei Sydney am Kap Breton Island wurde ein noch halb aus dem Wasser ragender Benzintank aufgefischt, der aller Wahrscheinlichkeit nach zu dem Flugzeuge der„Bremen“ gehörte. 10 Jahre Heimatkaufhaus Alsberg=Dekade 1921—1931 Wissen Sie noch, wie die Hochstraße vor 10 Jahren aussah? Viele unserer Leser werden kopfschüttelnd erwidern:„Ja, sah denn die Hochstraße früher anders aus!“ So fest hat sich in 10 Jahren der stattliche Alsberg=Bau dem Stadtbild eingefügt, daß niemand ihn heute wegdenken könnte. Das war ein Ereignis damals: Bochum bekommt ein Warenhaus. Künftig wird man alles unter einem Dache kaufen können. Schöne Kleider und Lebensmittel, Schuhe, Spielzeug oder einen Hut. Wer rasch ein Paar Würstchen essen will, geht mal zu Alsberg. Ob Stiefelwichse oder ein Band im Haar, ob Teesieb oder Taschenspiegel— Alsberg hat alles. Bochum hat diese Modernisierung des täglichen Lebens von Anfang an gerne gesehen. Bei Alsberg war einkaufen wirklich eine Freude. Kaum tritt man ein in den stattlichen Riesenbau, da steht man schon vor den prächtig dekorierten, schier endlosen Auslagen. Alles so einladend, so verlockend und billiger, als man ehedem in Bochum wußte. Und das Heer der netten Verkäuferinnen, die ihre Kunden und deren besondere Wünsche sehr bald kannten. Wirklich, schon 10 Jahre lächeln diese freundlichen Verkäuferinnen den Bochumern so lieb, daß sie sich beim Abschied schon aufs nächste Mal freuen. Ein volles Jahrzehnt dauert diese Freundschaft heute. 10 Jahre, tagein, tagaus haben Alsberg und Bochum. Warenhaus und Stadt, zu einem untrennbaren Begriff verschmolzen. Alsberg=Bochum ist ein Doppelname geworden. Man darf nicht übersehen, daß jene kleinen Kinder, die vor 10 Jahren an Mutters Hand zu Alsberg kamen und damals nur den holden Kinderwunsch nach Puppen und Bonbons kannten, heute zu jungen Hausfrauen erwachsen sind. Sie wissen am besten, warum sie immer wieder zu Alsberg kommen:„Mutter tat es immer schon.“ Alsberg will heute kein rauschendes Fest feiern, die Zeit ist nicht danach, trotz allem aber soll ein deutlicher Beweis der Freude und des Dankes den treuen AlsbergKunden gegeben werden. Alsberg wandte sich vor einiger Zeit an die Schar seiner bewährten Lieferanten und forderte sie auf, mit den allerbilligsten Preisen zu einem Jubiläumsverkauf unter dem Zeichen der„Dekade“ mitz tzuhelfen., Dieser Aufruf fand begei Keiner schloß sich aus. Jeder suchte den anderen zu fen., Dieser Aufruf fand, begeisterten Widerhall. übertrumpfen. So vermochte Alsberg den Riesenbau bis unters Dach mit den schönsten und billigsten Dingen aller Art zu füllen. All das kommt jetzt zum Verkauf. Das Jubiläum der Dekade wird ein wahres Käuferfest sein, mit dessen Feier Alsberg seine stets gepflogene Tradition: Alles für den Kunden! in das zweite Jahrzehnt des Bestehens übernimmt. Glück auf!(3213 Bochumer Anz Die La Stillegung wahrs Zuschuß des RelDie Lage bei bau und Hüt eine neue Entwic verordnung(sieh minister ermächt nen Reichsm lorenen Zuse Aufrechterhaltun ren.„„4 Wie gemeldet, eine Weiterführu 12prozentigen L Eine derartige K # schaften abgelehr lich für eine 7p chen. 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Helsingfors Italien Jugoslawien Aopenhagen Oslo Paris Prag Schweiz Spanien Stockholm Wien.. 1Pa 10 10 1M 100 100 100 100 100 100 100 100 100 100 100 100 100 100 100 Reichsban Stadttreis Wat Auszeichnn Harras, 59er, wurde vom Präsiden! des, General biläumsa Gesellenpri Schattschn Gesellenprüfur linge bestande Hasse, Eppen Scharf), Ludw wig Griem, (Lehrmeister 9. Der Bau Die Arbeiten Wattenscheid=C ters soweit ge nats mit den Das neue Got erhalten. An sellen die Kin Erstkommunio kus Weitmar worden sind, sführt werde nirchplatz sind übernommen meinde von P #r. Jesu und Pfarrvikar ist denburg, sammlung, det Pfarrer Oste kommnet wur ter zu einer v# gusgestaltet w für die Missi Stadttreis 1 Stadtvero: 23. Oktol mentreten. gandlungsste Bochumer Anzeiger u. Gen. Anz. Handel- Gewerbe-Indultrie Donnerstag, 8. Oktober 1931 Die Lage bei Mansfeld Stillegung wahrscheinlich zu vermeiden.— Neuer Zuschuß des Reiches.— Die Lage auf Zeche Mansfeld In Langendreer. Die Lage bei der Mansfeld AG. für Bergbau und Hüttenbetrieb in Eisleben hat eine neue Entwicklung erfahren. In der neuen Notverordnung(siehe auch diese) ist der Reichsfinanz# minister ermächtigt worden, weiter 3 Millionen Reichsmark als sogenannten verPlorenen Zuschuß der Mansfeld AG. für die Aufrechterhaltung ihrer Kupferbetriebe zu gewähWie gemeldet, sollten sich die Gewerkschaften für eine Weiterführung der Kupferbetriebe mit einer 12prozentigen Lohnherabsetzung bereit erklären. Eine derartige Kürzung ist jedoch von den Gewerkschaften abgelehnt worden und man hat sich lediglich für eine 7prozentige Herabsetzung ausgesprochen. Wenn nun auch inzwischen die Vorbereitungen für eine Stillegung der Mansfeld'schen Kupferbetriebe weiterverfolgt worden sind, so ist doch anzunehmen, daß jetzt ein neuer Vermittlungsversuch unternommen werden wird, der in irgendeiner Form eine Einigung zwischen Reichs- und Staatsregierung und den Gewerkschaften herbeiführt. Der Unterschied zwischen den Forderungen der Regierungen gegenüber den Gewerkschaften und deren Zugeständnissen betrügt etwa 100000 Reichsmark im Monat. Dieser Unterschied ist so klein(zumindest im Verhältnis zu den Gesamtzuwendungen), daß man deswegen kaum eine Stillegung der Mansfeld-Kupferbetriebe in Kauf nehmen würde, zumal hiervon ein größeres Gebiet auf das schlimmste betroffen würde. Schon aus diesen Gründen ist mit Bestimmtheit zu rechnen, daß sich eine Stillegung des Kupferbergbaues vermeiden läßt. Eine Stillegung der Kupferbetriebe würde auch für unser engeres Gebiet Rückwirkungen zeitigen. Auf Langendreerer Gebiet befindet sich bekanntlich die zu der Mansfeld AG. gehörende Zeche Mansfeld. Der Kohlenabsatz dieser Zeche geht zu einem großen Teil an die Kupferbetriebe von Mansfeld, und bei einer Stillegung dieser Werke würde auch die Langendreerer Zeche stark in Mitleidenschaft gezogen. Erfreulicherweise wird uns von der Verwaltung der Zeche mitgeteilt, daß im Augenblick bei ihr noch keine Maßnahmen ins Auge gefaßt seien. Natürlich müsse die Entwicklung in den mitteldeutschen Kupferbetrieben der Mansfeld AG. abgewartet werden. Da nun aber dort doch noch mit einer Einigung gerechnet wird, steht zu hoffen, daß auch die Mansfeld-Zeche ihre bisherige Produktion wird aufrechterhalten können. Neue Inlandsanlcihe der Landesbank der Provinz Weltfalen Die Landesbank der Provinz Westfalen hat die ministerielle Genehmigung zu einer in Form von Schuldverschreibungen auf den Inhaber im Inlande aufzunehmenden Anleihe bis zum Betrage von 10 Millionen Reichsmark— 1 Reichsmark= 1/11 Kg. Feingold— erhalten. Der Erlös der Anleihe ist ausschließlich zur Umschuldung kurzfristiger Kommunalkredite bestimmt. Der Zinsfuß ist 7 Prozent, die Tilgung ist auf mindestens 1 Prozent zuzüglich der durch die fortschreitende Tilgung ersparten Zinsen festgesetzt. Rücktritt des Präsidenten der Niederländischen Bank Der Präsident der Niederländischen Bank. Dr. G. Vissering, hat aus Gesundheitsrücksichten unerwartet seinen Rücktritt erklärt. Wie verlautet, ist zum Nachfolger Dr. Visserings der frühere Präsident der Java'schen Bank, Dr. L. J. A. Trip. erDie neue Kreditpolitik der Reiensbalk Kredite und Devisen für unwirtschaftliche Zwecke dart es nicht mehr geben Nach Lage der Dinge ist die Reichsbank gezwungen, ihre Kreditpolitik wieder einmal zu ändern. Mit der Beendigung der akuten Finanzkrisis, die in der Wiederaufnahme des vollen Auszahlungsverkehrs zunächst bei den Banken, später auch bei den Sparkassen ihren Ausdruck gefunden hat, hat die Reichsbank eine sehr liberale Kreditpolitik eingeschlagen. Der auf dem Höhepunkt der Kreditkrisis bis auf 15 Prozent hinaufgetriebene Reichsbankdiskont ist bis auf 8 Prozent stufenweise wieder abgebaut worden. Gleichzeitig hat die Reichsbank die Wirtschaft regelrecht aufgefordert, von ihrem Recht zur Einreichung von Handelswechseln bei der Reichsbank recht eifrig Gebrauch zu machen. Dieses Entgegenkommen der Reichsbank ist von der Wirtschaft gehörig ausgenutzt worden, und zwar sowohl von der öffentlichen Wirtschaft als auch von der privaten. Der Wechselbestand der Reichsbank ist voll von Stützungswechseln, deren Umfang man auf weit über eine Milliarde Reichsmark wird zu schätzen haben, und die Reichsbank ist zweifellos an der Grenze ihrer Stützungsfähigkeit angelangt. Noch weit ernster ist die Tatsache zu bewerten. daß die Reichsbank augenscheinlich auch in der Hergabe von Devisen viel zu liberal gewesen ist. Sonst hätte es nicht vorkommen können, daß sie seit dem 15. September mehr als 330 Millionen Reichsmark Devisen eingebüßt hat. Dieser gewaltige Devisenverlust in einem so kurzen Zeitraum muß um so mehr überraschen, als die Reichsbank gleichzeitig auf Grund der Devisenablieferungspflicht mindestens 600 Millionen Reichsmark Devisen und dazu noch den Devisengegenwert der von Amerika freigegebenen, während des Krieges beschlagnahmten Vermögenswerte der Hamburg-Amerika-Linie, des Norddeutschen Lloyd und der Hamburg-Südamerikanischen Dampfschiffahrtsgesellschaft in Höhe von insgesamt 100 Millionen Reichsmark hereinbekommen hat. Auf Grund des am 15. September in Kraft getretenen, mit den ausländischen Gläubigerbanken abgeschlossenen Stillhalteabkommens haben die deutschen Schuldnerbanken allerdings sofort etwa 300 Millionen Reichsmarkguthaben der Ausländer zurückzahlen und zur Umwandlung in Devisen auf den Devisenbestand der Reichsbank zurückgreifen müssen. Außerdem hat die Reichsbank auf Grund einer aus Anlaß der Stillhalteverhandlungen gegebenen Zusage den Ausländern, die ihre beim Verkauf von Wertpapieren an deutschen Börsen erzielten Erlöse Amntliche Derisenkurge Berlin, den 7. Oktober 1931 Reichsbank-Diskont%, Lombardsatz 10% ins Ausland verbringen wollen, ebenfalls bereitwillig Devisen zur Verfügung gestellt. Daneben sind der Reichbank aber auch auf mehr oder weniger illegalen Wegen massenhaft Devisen entzogen worden. Zahlreiche deutsche Firmen haben den niedrigen Stand des englischen Pfundes und die niedrigen Wallstreet-Börsenkurse für deutsche Dollaranleihen dazu benutzt, um, entgegen den klaren Bestimmungen der Reichsbank, teils freiwillige Rückzahlungen von kurzfristigen Pfundkrediten, teils Auslandsanleihe-Tilgungen vorzunehmen. Auch kann es nicht dem geringsten Zweifel unterliegen, daß die Exporteure ihrer Devisenablieferungspflicht bisher nur sehr mangelhaft nachgekommen sind. Die Verschärfung der Devisenwirtschaft mit der detzt verordneten Erfassung der Devisenbestände bis herunter zu 200 Reichsmark usw. zeigt deutlich, daß die Reichsbank die letzten Währungsreserven der Wirtschaft mobil machen muß, um auch nur für die allernotwendigsten Zwecke Devisen bereitstellen zu können. Auch die deutschen Börsen bleiben vorzugsweise auf Wunsch der Reichsbank einstweilen geschlossen, die damit verhindern will, daß die Ausländer von ihrem Recht der Umwandlung von Reichsmarkerlösen aus Wertpapierverkäufen in Devisen auf Kosten des Devisenbestandes der Reichsbank weiterhin Gebrauch machen. Die Reichsbank wird auch gut tun, ihre Absicht, mit den ausländischen Gläubigerbanken über einen Verzicht auf das ihnen zugestandene Recht zur Umwandlung solcher Reichsmarkerlöse in Devisen zu verhandeln, durchzuführen. Auch mit der Stützungstätigkeit wird die Reichsbank stoppen müssen. Man wird nicht gut von ihr verlangen können, daß sie sich zu Gunsten der stützungsbedürftigen Teile der Wirtschaft verausgabt, um dann für wirklich gute und solide Geschäfte kein Geld mehr übrig zu haben. Die Reichsbank ist nicht dazu da, die Aufgabe, die Selbstkosten der Wirtschaft um jeden Preis zu senken, der Regierung abzunehmen. Die Reichsbank wird von jetzt ab nur noch normaIe Geschäfte finanzieren können und damit den wirklichen Interessen der Volkswirtschaft am besten nutzen. Wie noch bekannt wird, gedenkt das Reichsbankdirektorium vorläufig nur diesenigen Wirtschaftskreise in der Wechseldiskontierung zu beschneiden, die säumig Exportdevisen abliefern oder offensichtlich Wechselreitereien treiben. nannt worden, der bereits am 12. Oktober sein Amt übernimmt. Ermäßigung des schwedischen Diskontsatzes. Die Schwedische Reichsbank ermäßigt ab Donnerstag ihren Diskontsatz um 1 Prozent auf 7 Prozent. Diskontherabsetzung der Bank von Norwegen. Der Diskontsatz der Bank von Norwegen ist mit Wirkung von Donnerstag von 8 Prozent auf 7 Prozent herabgesetzt worden. Gläubigerverlammlung bei Plahnerf& Duppe Einfetzung eines Gläubigerausschulfes Das Bochumer Bankgeschäft Mahnert& Düppe, das, wie gemeldet, am 14. September seine Zahlungen einstellte, hielt gestern nachmittag eine erste Gläubigerversammlung ab. Bankier Mahnert gab zunächst einen Ueberblick über die Gründe, die am 14. September die Schalterschließung veranlaßt hätten. Die Gründe seien: 1. in den allgemein schlechten Wirtschaftsverhältnissen, 2. in der Verminderung der fremden Gelder infolge der Vertrauenskrise, 3. in Verlusten, die das Bankgeschäft aus den obigen Gründen betroffen hätten, und 4. in den zerrütteten Kursverhältnissen an der Börse zu suchen. Wie stark sich die im Mai mit dem Zusammenbruch der Allgemeinen Creditanstalt in Wien begonnene allgemeine Vertrauenskrise auch auf das Geschäft bei Mahnert& Düppe ausgewirkt habe, gehe am deutlichsten daraus hervor, daß die Einlagen auf laufende Rechnung vom 30. Juni bis 14. September um 21 Prozent, die auf Scheckkonto um 47 Prozent und die auf Depositen um etwa 15 Prozent zurückgegangen seien. Unter diesen Umständen habe man sich schließlich am 14. September zu der Einstellung der Zahlungen und zu der Schalterschließung veranlaßt gesehen, um auf diese Weise den Gläubigern eine Quote zu gewährleisten, die bei weiterer Fortführung des Geschäfts nur noch geringer hätte ausfallen müssen. Anschließend überreichte Direktor Dr. Schourp von der Revisions- und Treuhand AG. Westdeutschland in Essen den anwesenden Gläubigern eine auf den 14. September 1931 abgestellte vorläufige Vermögensaufstellung. Paselva Gläubig. a. Scheckr..Kp; 156098 90 Gläubig 1 Id Rechn.„ 22154730 Deposttengläubiger„ 26968254 Bankschulden 224964.74 Effektengläubiger" 198945.14 Sonstige Gläubiger„ 38471.— Rückst. t. lds. Obligo„ 50000.— .A 1139702.62 .K 1143426.58 1159709 62 die folgende Posten ausweist: Aktiva Kassenbestand.K 24952.48 Reichsbankeufhab.„ 10917.79 Postscheckguthab.„ 597.18 Bankguthaben 910.40 Wechsel.... 45885.25 Wertpapiere 191.Aubenstände 1057972.48 Einrichtung... 2000.— N. A 1143426.58 Summe der Aktiven Summe der Paseiven Ueberschuldung.......4 16283 04 Verlust der still. Gesellschafter.Kp;. 741550.— Aus den Erläuterungen, die Direktor Dr. Schourp zu dem Status gab. ist u. a. hervorzuheben, daß die Reichsbankguthaben an sich nicht greifbar sind, da bei der Reichsbank ein Wechsel-Obligo besteht, woraus Verpflichtungen entstehen werden. Bei den Posten Außenstände und Wechsel seien bereits Abschreibungen vorweggenommen worden. Sie machten bei den Außenständen etwa 788000 Reichsmark, bei dem Posten Wechsel etwa 50000 Reichsmark aus. Die in dem Status auf Wechsel und Außenstände ausgewiesenen Summen hoffe man nach und nach hereinzubekommen, wobei aber im Interesse der Gläubiger mit Schonung, wenn auch mit Nachdruck, vorgegangen werden solle. Unter sonstigen Gläubigern seien die bevorrechtigten Gläubiger zu verstehen (Angestelltenforderungen, Mieten usw.). Die Rückstellungen seien für das laufende Wechsel-Obligo vorgenommen worden. Direktor Dr. Schourp schlug dann bei den vorhandenen über 300 Gläubigern die Durchführung eines gerichtlichen Vergleichsverfahrens als zweckmäßigste Lösung vor und bat um die Einsetzung eines Gläubigerausschusses. Die Versammlung einigte sich schließlich auf einen siebenköpfigen Gläubigerausschuß, dem angehören: ein Vertreter der Industrie- und Handelskammer Bochum, als Vertreter der Reichsbank Reichsbankrat Dette. als Vertreter der Häuteverkaufsvereinigung v. Oepen, ferner Gustav Werringloer. Quast. Dr. Manns und Johenning. Quer durch die Wirtschaft Die Hansabank e. G. m. b. H. In Mannheim hat ihre Schalter geschlossen. Es wird mit erheblichen Verlusten gerechnet. Ob diese das zur Zeit 130000 Reichsmark betragende Eigenkapital übersteigen, läßt sich gegenwärtig noch nicht überschen. Das Bankhaus M. Gutkind& Co. In Braunschweig hat seine Schalter geschlossen. Man beabsichtigt, eine ruhige Liquidation durchzuführen, die es ermöglicht, die Verluste der Gläubiger einzuschränken. * Die Bankfirma S. H. Oppenheimer Jr.(Hannover) hat Im Zusammenhang mit der Zahlungseinstellung des Bankgeschäftes Max Marcus& Co.(Berlin) ihre Zahlungen ebenfalls eingestellt und beschlossen, in Liquidation zu treten Die Bornheimer Bank e. G. m. b. H. in Frankfurt hat ihre Schalter geschlossen. Bei einer Bilanzsumme des Instituts von rund 800000 Reichsmark sind seit Mitte des Jahres etwa 200 000 Reichsmark an Rückzahlungen erfolgt. Bemühungen, weitere flüssige Mittel zur Aufrechterhaltung des Betriebes zu erhalten, sind erfolglos geblieben. Die Nietenfabrik Bölling& Kummerhoff G. m. b. H. In Neuß ist in Zahlungsschwierigkeiten geraten. Man hofft, eine volle Befriedigung der Gläubiger bei langsamer Abwicklung erzielen zu können. Die Teutonla. Misburger Portlandzementwerk(Hannover), hat die Stillegung ihres Betriebes beantragt. Die Teutonia hatte zur Wahrnehmung gemeinsamer Interessen einen Freundschaftsvertrag mit der Norddeutschen Portlandzementfabrik AG. im Juni 1931 abgeschlossen. Alle dieser Interessengemeinschaft angeschlossenen Werke haben bereits vor einiger Zeit Stillegungsantrag gestellt und liegen zum Teil schon völlig still. Auslandsbörfen Newyork, Anfang: Fest. London: Höhere Anfangskurse nicht voll behauptet Amsterdam: Im Verlaufe wieder nachgebend. Paris: Kräftig erholt. Brüssel: Unter Schwankungen fester. Mailand: Nicht einheitlich. Zürich: Erholt. Berliner Börfen-Sonderbericht Die kräftige Aufwärtsbewegung im Verlauf der Newyorker Börse am Dienstag löste im Verkehr von Büro zu Büro am Mittwoch eine wesentlich freundlichere Stimmung aus. So konnten sich die Kurse im Freiverkehr allgemein erholen, und auch auf der erhöhten Basis fanden verhältnismäßig viel Umsätze statt. Ueber einen Wiedereröffnungstermin der Börse läßt sich Zuverlässiges auch heute noch nicht sagen. Am Geldmarkt trat weder kurs- noch tendenzmäßig eine Veränderung ein. Am Devisenmarkt drückte sich die anhaltende Schwäche des österreichischen Schillings in der amtlichen Notiz. Wien mit 50¼ nach 53½. aus. Dagegen notierten das Pfund mit 16.45 35 Pfennig höher. Berliner Produktenbericht Berlin, 7. Oktober 1931 Kasich eusteantchn enet Kchesite eut ceniner At clenen sonst per 100 Klogamm Weizen märk. Roggen märk. NeueWintergers Hafer m rk., Weizenmenl Roggenmehl 70% „ 60% Weizenkleie Roggenkleie Viktoriaerbsen Kleine Erbsen Berliner Metallnotierungen Berlin, den 7. Oktober 1931 Aue fue unschn escte un ebernechens-eenteteche Elektrolstkupfer(wirebars) prompt, eit Hamburg. Bremen oder Rotterdam Standard-Slesper............. Originalhüttenaluminium 98—99%, in Blöcken desgl. in Walz oder Drantbarren........ Banka-, Straits. Australzinn in Verkäuferswahl Hüttenzinn, mindestens 99% Reinnickel, 98-99% Antimon-Regulos..e 1809#.... Silber, 1 Kilogramm, ca. 1000 Feinheit... Gold. 10 Gramm Altplatin per Gramm(Abfälle) Circapreis Techn. reines Platin per Gramm, detailgreis Stadttreis Wattenscheid Auszeichnung. Dem Reichsbahnobersekretär i. R. Harras, Mitglied des Kriegervereins ehemaliger 89er, wurde anläßlich seiner 25jährigen Mitgliedschaft vom Präsidenten des Preußischen Landeskriegerverbandes, General der Artillerie a. D. von Horn, das Jubiläumsabzeichen in Silber verliehen. st Gesellenprüfung. Unter Vorsitz des Friseurmeisters Schattschneider fand die diesjährige HerbstGesellenprüfung der Friseurinnung statt. Folgende Prüflinge bestanden: K. Heinz Schürbusch(Lehrmeister Hasse., Eppendorf), Heinr. Planz(Lehrmeister W. Scharf), Ludwig Ihmann(Lehrmeister Bäcker), Hedwig Griemert(Lehrmeister Fahler), Anna Sprick (Lehrmeister Nipko). 86 Der Bau der neuen Theresienkirche in Eppendorf. Die Arbeiten an dem Bau der neuen Theresienkirche in Wattenscheid=Eppendorf sind infolge des guten Bauwetkers soweit gediehen, daß man gegen Ende dieses Monats mit den eigentlichen Bauarbeiten zu Ende kommt. Das neue Gotteshaus wird dann seine vorläufige Weihe erhalten. An einem der darauffolgenden Sonntage sellen die Kinder der Gemeinde, die bei der diesjährigen Erstkommunion in der Muttergemeinde St. Franziskus Weitmar wegen des Kirchenneubaues zurückgestellt worden sind, dann feierlich zur ersten hl. Kommunion geführt werden. Die Aufräumungsarbeiten auf dem Kirchplatz sind von freiwilligen Helfern der Gemeinde übernommen worden. Bekanntlich wird die neue Gemeinde von Patres aus dem Orden vom heiligsten Heren Jesu und Mariä seelsorgerisch betreut werden. Als ####rrpikar ist von den Ordensoberen Pater Branvenvurg betraut worden, der in der letzten VerFramzung des Kirchbauvereins anwesend war und von kommner## im Namen der Gemeinde bewillter., 31. wurde. Die neue Kirche soll bekanntlich später zu einer vollständigen Ordensniederlassung ausgestaltet werden, in der dann mehrere Patres auch für die Missionsseelsorge tätig sein werden. b Stadttreis Wanne-Eicke! Stadtverordnetensitzung. Nach längerer Pause wird 23. Oktober(Freitag) das Stadtparlament zusamweentreten. Die lange Pause wird gewiß allerlei Vergandlungsstoff angesammelt haben. 50 Aktuelle Tagesfragen der Wanne=Eickeler Kaufmannschaft. In der Vorstandssitzung des Kaufmännischen Vereins gab der Vorsitzende Dr. Kronheim eingangs einen Bericht über die letzte Sitzung des Einzelhandelsausschusses, in der eingehend zu dem Punkt:„Natural= verpflegung der Erwerbslosen und Einzelhandel" Stellung genommen wurde. Für die„Winterhilfe" soll, wie der Vorsitzende mitteilte, eine zentrale Verteilungsstelle eingerichtet werden. Es wurden Richtlinien für Aufbringung namhafter Beiträge des Kaufmännischen Vereins in Geld und in Waren festgelegt. Die Notgemeinschaft beabsichtigt übrigens nur eine einmalige Sammlung. Die Kreditschutz=Abteilung, welche früher durch das verstorbene Vorstandsmitglied Paul Issels geführt wurde, wird durch die Geschäftsstelle des Kaufmännischen Vereins weitergeführt. dk. Tödlicher Verkehrsunfall. Am Mittwoch, gegen 9½ Uhr, wurde ein junges Mädchen aus WanneEickel, das mit einem Kinderwagen den Bürgersteig der Rottbruchstraße entlang fuhr, von einem plötzlich von der Straße in eine Toreinfahrt einbiegenden Kartoffelwagen angefahren. Der Kinderwagen geriet dabei unter das Fuhrwerk, wobei das zweijährige Kind aus dem Kinderwagen herausfiel und von dem Hinterrad des Fuhrwerks überfahren und sofort getötet wurde. Das junge Mädchen wurde durch ein Vorderrad des Gespannes an den Knien und Zehen leicht verletzt. Die Kriminalpolizei hat die Untersuchung sofort ausgenommen und muß die Schuldfrage noch geklärt werden.— Auf der Bochumer Straße in Röhlinghausen, in der Nähe der Wirtschaft Böhm, stürzte der Motorradfahrer Schlosser Gustav Lehmann aus Gelsenkirchen mit seinem Motorrad derart schwer, daß er eine starke Gehirnerschütterung und innere Verletzungen erlitt. Besinnungslos und mit lebensgefährlichen Verletzungen wurde der Verunglückte dem St.=Josefs=Hospital in Eickel zugeführt.— Am Dienstag morgen, gegen 17.30 Uhr, wurde eine Witwe auf dem Ziegelweg in der Nähe des Hauses Plutostraße 58 von einer Radfahrerin angefahren und dadurch zu Fall gebracht. Die Betroffene kam ohne Verletzungen davon, doch klagt sie über innere Schmerzen. 1 „Kulturarbeit“, aus eigener Kraft. Neben dem Volksbildungsverband, der in diesem Jahre wegen der fehlenden Geldmitel in seiner Arbeit stark gehemmt ist, haben die Literarische Gesellschaft, der D. H. V. sowie die Photographische Gesellschaft alle Hebel in Bewegung gesetzt, um ihrerseits das Manko an Veranstaltungen in etwa auszugleichen. Der D. H. V. hat mit seinem Wilhelm=Busch=Abend bereits seine Arbeit eingeleitet. Die Verbandsführer Baudach und Schlegel sind weiter gewonnen. Die Photographische Gesellschaft hat eine Der Reparationsschieberprozeß EF Untersuchungsrichte Noblot habe ihm seinerzeit gesagt, de 8 kr Düsseldorf, 7. Oktober. Der dritte Verhandlungstag im Reparationsprozeß ist mit der Vernehmung der Zeugen in erster Linie ausgefüllt. Dabei stellt sich heraus, daß der ehemalige Regierungsrat Götz(Berlin) in die Angelegenheit verwickelt ist und dabei eine sehr unrühmliche Rolle gespielt hat. Der Regierungsrat Götz, der als Zeuge geladen war, ist nicht erschienen und entschuldigt sich mit Krankheit. Der Vorsitzende verzichtet auf die Vernehmung des Zeugen überhaupt und betont, Götz wäre doch nicht eidlich vernommen worden, da er unter dem Verdacht der Mittäterschaft stehe. Es sei festgestellt worden, daß er aus den Reparationsgeschäften Provision erhalten habe. Götz hatte seinerzeit die Bekanntschaft zwischen dem Grafen’Herbemont und dem Kommerzienrat Falk in Berlin vermittelt. Der als Zeuge vernommene Untersuchungsrichter erklärt, George, Noblot habe ihm seinerzeit gesagt, das Zuckergeschäft sei ein Verlustgeschäft gewesen. Graf 'Herbemont habe ihn deshalb angewiesen, den Frachtbrief zu fälschen. Die französische Regierung, so habe ’Herbemont zu George Noblot gesagt, werde beide Augen zudrücken. Zwei weitere Zeugen bekunden im übrigen, daß sich Kommerzienrat Falk ernstlich bemüht habe, den Zuckervertrag auszuführen. Die weitere Vernehmung von Sachverständigen über die Preisfrage beim Zuckerverkauf bringt keine Klärung. Die Sachverständigen sind aber übereinstimmend der Meinung, daß die Preise unwirtschaftlich waren und daß jedenfalls der französische Einkäufer die Ware nur mit großem Verlust habe absetzen können. ganze Reihe heimatkundlicher Veranstaltungen geplant. Die Literarische Gesellschaft legt sich mehr oder minder auf„kleine Abende“, die mit der Literatur befreunden sollen. Dr. Castelle und der in Wanne=Eickel bekannte Balzer werden über Raabe bzw. Busch sprechen und rezitieren. Im zweiten Winterhalbjahr sind vier Vorträge von Pfarrer Kulp(Barmen) über Goethe geplant. Feuerwehrübung. Die Feuerwehr Holsterhausen veranstaltete von schönstem Wetter begünstigt, die diesjährige Herbstparade. Nach den üblichen Uebungen fand eine Alarmübung am Steigeturm der Horststraße statt. Die Uebung klappte in allen Teilen, so daß man die Annahme hegen kann, daß im Ernstfalle die Holsterhauser Wehr gerüstet dasteht.„„„ n Diebereien. In der Nacht zum 6. Oktober wurden aus dem Polstergeschäft E. in der Hindenburgstraße durch Einbruch etwa 16 bis 20 Meter Inlett(rot) und ein Stück rotes Inlett, etwa 15 bis 16 Meter lang, sowie 3,25 Meter graubrauner Plüsch gestohlen. Viehmarkt. Am Freitag, 9. Oktober, findet im Stadtteil Eickel ein Viehmarkt(vorwiegend Schweinemarkt) statt. Stadttreis Gelsenkirchen Tagung der Gartenbaufachleute in Gelsenkirchen. Die Deutsche Gesellschaft für Gartenkunst, Gruppe Ruhrgebiet, hielt hier ihre Monatstagung ab. Der Beratung gartenbauwirtschaftlicher, gartenbaukünstlerischer und gartentechnischer Fragen mit geschäftlichen und verschiedenen Mitteilungen ging eine Besichtigung älterer, neuerer und im Bau befindlicher Schmuckplätze und Parkanlagen voraus. Es nahmen 75 Personen aus dem ganzen Gebiet zwischen Köln, Münster und Bielefeld daran teil, namentlich aus Dortmund, Bielefeld. Bochum, Wanne=Eickel, Herne, Castrop, Wattenscheid, Essen und vielen anderen Orten der Gruppe Ruhrgebiet. Direktor Simon führte die Teilnehmer durch die von ihm selbst in 26 Dienstjahren geschaffenen und betriebenen Schmuckplätze, unter anderm Kaiser=Wilhelm=Park, Städtische Versuchsgärtnerei und Gemüsebauschule. Direktor Gey übernahm die Erläuterungen der im Bau begriffenen und demnächst auszuführenden Kleingärten. Die im Waldhaus anschließenden Beratungen leitete der Vorsitzende. Gartenbaudirektor Korte(Essen).„ 1300 Mark unterschlagen. Ein Angestellter der städtischen Gas= und Wasserwerke in Gelsenkirchen hat, wie sich jetzt herausstellte, 1800 Mark unterschlagen. Die Verfehlungen wurden bei einer Revision der Bücher gefunden. Der Täter ist geständig.“ Laettent, Gxter und Speel Bochumer Anzeiger u. Gen. Anz. Auf kurze Zeit gerbiatHe!! Einen Augenblick Paufe Ein Moment aus dem Fußballspiel der„Norag=Theater= bühnen“ in Hamburg: Willi Hagen, der als Torwärter spielte, hielt die Bude“ während des Spiels für kurze Zeit geschlossen. Tennis in Meran Frl. Krahwinkel in der Vorschlußrunde des Einzels. Das Internationale Tennisturnier in Meran hat durch die vielen Anmeldungen stark an Interesse verloren. Die wertvollste Konkurenz, das Dameneinzel um den Lenz=Pokal, ist bereits bis zur Vorschlußrunde gefördert. Allerdings kamen Frl. Krahwinkel (Essen) und die Polin Jedrzejowska kampflos in die Vorentscheidung. Frl. Hammer bezwang Frau von Reznicek mit:4,:2. In der Herren=Meisterschaft von Meran kam der junge Berliner Schwenker mit :1,:5 zu einem beachtenswerten Erfolge über den Wiener L. Salm. Der Deutsche Meister, Roderich Menzel, fertigte den Dänen Velschow Rasmussen ebenfalls in zwei Sätzen:4,:3 ab. Im Herrendoppel setzten sich Menzel[Klein über Schwenker[Haensch leicht mit:2,:1 hinweg. Vom Turf Dülfeldorf, 7. Oktober 1. Rennen: 1. Eilwerk(W. Fabel), 2. Mona, 3. G. N. Toto: S. 28, Pl. 13, 45, 38. 2. Rennen: 1. Maharadscha(W. Winkler), 2. Cardamon, 3. Rhenus. Toto: S. 41, Pl. 14, 16, 12. 3. Rennen: 1. Rosenrot(W. Winkler), 2. Mistinguette, 3. Gegenmine, 4. Dictator. Toto: S. 231, Pl. 32, 23, 18, 17. 4. Rennen: 1. Volumnius(I. Pinter), 2. Chamberlin, 3. Kabristan. Toto: S. 13, Pl. 10, 11, 10. 5. Rennen: 1. Fernpaß(H. Wenzel), 2. Mauser, 3. Orchilla. Toto: S. 108, Pl. 17, 15, 14. 6. Rennen: 1. Klingenschmied(W. Schulze), 2. Völkerbund, 3. Sepp. Toto: S. 82, Pl. 26, 14, 24. 7. Rennen: 1. Amedee de Savoie(W. Fabel), 2. Seelöwe, 3. Pechvogel. Toto: S. 47, Pl. 12, 11, 21. Le Tremblay, 7. Oktober 1. Rennen: 1. Mammie(Pecqueux), 2. Singlaß, 8. Don't Marry. Toto: S. 405, Pl. 95, 45, 44. 2. Rennen: 1. De Medicis(Saxe), 2. Rat's Tail, 3. La Mode. Toto: S. 30, Pl. 14, 15, 27. 3. Rennen: 1. Homard(Keogh), 2. Danais, 3. Flamme Verte. Toto: S. 79, Pl. 32, 23, 21. 4. Rennen: 1. Passez Muscade(Cheret), 2. Duch of Marlborough, 3. Castine. Toto: S. 92, Pl. 36, 31. 5. Rennen: 1. Leonard(Semblat), 2. Echec et Mat, 3. Logarithme. Toto: S. 59, Pl. 22, 55, 22. 6. Rennen: 1. Paltoquette(Keogh), 2. Belrose, 3. Sirfili. Toto: S. 73, Pl. 25, 27, 25. Nediersder Schohranf! Zum Boxkampftag im Berliner Sportpalalt Mit einer internationalen Boxveranstaltung wird heute die neue Wintersaison im Berliner Sportpalast eröffnet. Zum ersten Male wird hier der Versuch unternommen, eine Großveranstaltung auf prozentualer Basis abzuwickeln, ein System, wie es z. B. in Amerika schon lange gebräuchlich ist, und wie es auch die Radfahrer mit der Kampfbörse eingeführt haben. Ob allerdings das Programm, das am Donnerstag im Sportpalast geboten wird, für die besonders durch den letzten Großkampftag im Poststadion verwöhnten Berliner zugkräftig genug ist, muß abgewartet werden. Den Mittelpunkt des Kampfabends bildet eine sehr interessante Schwergewichts=Ausscheidung zwischen dem früheren deutschen Meister Hans Schönrath(Krefeld) und dem Bochumer Walter Neusel. Der Krefelder verlor seinen Meistertitel mehr als knapp gegen Hein Müller, der inzwischen zum Europameister avanciert ist. Seitdem hat sich in dem Können Schönraths ein Rückgang bemerkbar gemacht, während sein neuer Gegner Neusel einen langsamen, aber dafür um so sicheren Weg nach oben machte. Neusel ist sehr vorsichtig geführt und aufgebaut worden, so daß ihm in seiner Karriere als Berufsboxer eine Niederlage erspart bleiben konnte. Jetzt greift der Westfale nach höheren Ehren, nach der deutschen Meisterschaft und auf diesem Wege muß er sich über Schönrath hinwegsetzen. Neusel ist die große Hoffnung im deutschen Boxsport, obwohl oder gerade weil er bisher ohne marktschreierische Reklame nach vorn gebracht wurde und seinen Weg überaus vorsichtig ging. Diese geschickte Führung wird nun ihre Berechtigung zu erweisen haben. Neusel ist ein ausgezeichneter Techniker, ein sehr guter Boxer, dem nichts fehlt als ein tödlicher Schlag. Schönrath war immer ein großer Kämpfer und man erinnert sich gern seiner „Schlachten“, in denen er Rudi Wagener zusammenhieb. Technisch erreichte auch der Krefelder ein ansprechendes Niveau, wenn sich auch schließlich herausstellte, daß seine Kampfesweise doch wohl reichlich einseitig ist und der Variation entbehrt. Man dürfte Neusel als dem vielseitigeren und geschickteren Boxer ohne weiteres die bessere Chance einräumen, wenn nicht seine geringe Schlagkraft seine Aufgabe erschwerte. Schönrath fehlt es im Gegensatz dazu nicht am Punch. Indessen sind Schnelligkeit und Stehvermögen zu wichtige Punkte, als daß nicht Walter Neusel zum Siege kommen und damit Anwärter auf Hein Müllers Krone werden müßte. Das Rahmenprogramm bringt keine Begegnung von besonderer Bedeutung. Eine recht ungleiche Paarung scheint das zweite Schwergewichtstreffen zwischen dem Berliner Egon Stief und dem etwa zwanzig Pfund leichteren Belgier Charles Sas, der als Ersatz für Hinzmann verpflichtet wurde, zu sein. Der frühere deutsche Mittelgewichtsmeister Erich Tobeck(Breslau), der jetzt im Halbschwergewicht kämpft, hat den in Berlin nicht unbekannten Belgier Phil Richards zum Gegner erhalten, in den beiden Einleitungskämpfen geben die guten Examateure Riethdorf und Dalchow ihre Erstvorstellung als Professionals. Reichsjugendwettkämpfe des Reform=Realgymnasiums in Bochum. Im„TuS.“=Stadion an der Castroper Straße fanden gestern vormittag bei schönstem Wetter die Reichsjugendwettkämpfe und Schulmeisterschaften des Reform=Realgymnasiums an der Königsallee statt. Die ausgezeichnete Organisation des Oberturnlehrers Jarecki ermöglichte eine schnelle und reibungslose Abwicklung der Kämpfe. Durchweg wurden gute Leistungen erzielt, so im 100=Meter=Lauf(11,2 Sek.), im 200=Meter=Lauf(24 Sek.), im Kugelstoßen(14 Meter), im Speerwerfen(45,50 Meter). Nachstehend die Einzelergebnisse: 100=Meter==Lauf: 1. Belzer(0), 11,2 Sekunden, 2. Giesenbauer(Ula), 11,5 Sekunden. 200=Meter=Lauf: 1. Belzer(0), 24 Sekunden, 2. Gebhardt, 24,5 Sekunden. Hochsprung: 1. Friedrich(0), 1,60 Meter, 2. Belzer (0), 1,55 Meter, 2. Giesenbauer(UIa), 1,55 Meter, 2. Böhmer(0llb), 1,55 Meter. Weitsprung: 1. Belzer(0), 5,90 Meter, 2. Giesenbauer(U Ia), 5,80 Meter. Kugelstoßen(5 Kilogramm): 1. Belzer (0), 14 Meter, 2. Giesenbauer(UIa), 13,85 Meter. Diskus: 1. Buschei(0), 36 Meter, 2. Giesenbauer (UIa), 34,50 Meter. Speerwerfen(800 Gramm): 1. Buschei(0l), 45,50 Meter, 2. Gebhardt(Ulb), 38,60 Meter. 3000 Meter: 1. Winkelmann(UIIa), 1. Diehl(UIIa), beide 10,56,3 Minuten. 4X100=MeterStaffel: Erste Staffel 47,3 Sekunden. Wer Itehf an der Spitze? Fußballtabellen 2. Bezirksklaffe Gruppe 1: 1. Gauklasse: VfB. Henrichshütte— Hattinger Sportverein:1. Das Hattinger Lokaltreffen an der Feldstraße zwischen dem Tabellenletzten VfB. Henrichshütte und dem Spitzenreiter und bisher ungeschlagenen Hattinger Sportverein brachte vor etwa 2000 Zuschauern die Ueberraschung der Gruppe; denn der HSV. ließ sich glatt mit:1 abhängen. Die Henrichshutter spielten wieder einen technisch guten Fußball, der in der Angriffsreihe fein abgezirkelte Kombinationen zeigte, aber trotz der drei Treffern noch die Schußkraft vermissen ließ. Der SV. kam auch nicht in etwa an den Platzverein heran. SC. Hordel— VfB. Langendreerholz:4. Der VfB. aus dem Langendreerholz bewies in Hordel eine weit bessere Form als am letzten Sonntag. Auf der ganzen Linie konnte die Elf gefallen, die ihre Stärke in der Abwehr hatte. Die Elf der Hordeler hatte wohl etwas Pech, aber dennoch war der Sieg der Gäste verdient, da diese die größere Durchschlagskraft boten. Ruhrtal— Wilhelmshöh:3. Nachdem Wilhelmshöh schon in der 4. Minute den Halblinken infolge Beinbruchs verlor, konnten sie trotzdem bis zur Halbzeit das Ergebnis auf:0 stellen. In der zweiten Halbzeit ging Ruhrtal mächtig aus sich heraus, konnte aber, nachdem es einen Handelfer nicht verwerten konnte, nur noch das Ehrentor erreichen. Es sei noch bemerkt, daß Ruhrtal in der 2. Halbzeit ebenfalls nur mit 10 Mann spielte, da der Torwart grundlos den Platz verlassen hatte. SpVg. Welper— Essen=Nord:2. An der Horstschule lieferten sich die Mannschaften ein schönes Spiel. In der ersten Halbzeit spielte Welver mit 10 Mann und lag schon nach 20 Minuten mit:0 im Hintertreffen. Dann schaffte der Mittelstürmer den Ausgleich. Bis zur Pause erhöhte der Gast auf:1. Nach dem Wechsel wurde der Platzverein besser und holte durch Elfmeter den Gleichstand. Mittelstürmer und Rechtsaußen stellten bis zum Ende auf:2. Fortuna Weitmar— Tus. Kornharpen:3. Die Fortunen, fanden bei den Gästen sehr hartnäckigen Widerstand und mußten zwei wertvolle Punkte abgeben. Die Mannschaft ließ besonders im Angriff jeden Zusammenhang vermissen und spielte ohne jede Forsche. Die Kornharpener legten sich von Anfang an ins Zeug und hatten auch etwas mehr vom Spiel. Bochum=West— Weitmar 09:1. Diesen Lokalkampf entschieden die Gäste verdient mit dem knappsten aller Ergebnisse für sich. Das Treffen war von Anfang bis Ende sehr schnell und wurde beiderseits hart durchgeführt. Bei beiden Kontrahenten waren die Verteidigungen in guter Form, so daß die Stürmerreihen schwer zu kämpfen hatten. „Fortuna“, Weitmar— Tus. Kornharpen:3. Das Spiel litt etwas unter der Nervosität beider Mannschaften, Jedoch, dank der Arbeit des Tus.= Mittelläufers, fand sich Kornharpens Elf bald und kann bis zur Halbzeit zweimal einsenden. Nach der Halbzeit war das Spiel ausgeglichener, da die Weitmarer Verteidigung gut abwehrte. Hammertal— TuS. Steinkuhl:5. Steinkuhl weilte bei dem Neuling Hammertal und konnte diesem eine einwandfreie Niederlage beibringen. Bis zur Pause stellte Steinkuhl das Ergebnis auf:0. Nach der Pause verlor Steinkuhl den rechten Verteidiger und den Rechtsaußen vorübergehend. Hammertal konnte! dadurch zwei Tore aufholen. Viligheder Werbeztang Odel....! Einer der größten und bekanntesten Sportvereine des Reiches, der alle Zweige der Leibespflege umfaßt, hat vor einigen Tagen beschlossen, den Mitgliederwerbezwang einzuführen. Eine beachtliche Idee, die fraglos viel für sich hat. Wir geben der Zuschrift, die wir einem Freunde des Berliner Sportklubs verdanken, umso lieber Raum, als wir der Auffassung sind, daß damit vielleicht ähnliche Wege beschritten werden können, um den schwer ringenden Turn= und Sportvereinen ihre Existenz zu erhalten. Die betrüblichen Notzeiten verlangen, daß außergewöhnliche, konkrete Maßnahmen ergriffen werden, um vor allem den sportlichen uebungsbetrieb aufrecht zu erhalten. Den Aufruf selbst geben wir hier ohne Kommentar wieder.(Die Sportredaktion). Die Notentichlichung Wenn etwas gewaltiger ist als das Schicksal, dann 's der Mut, der's unerschüttert trägt. Wohl dem, der den Sinn dieses Satzes nie an sich zu erproben brauchte. Denn es ist ein Satz, der nur für Epigonen einer schweren Zeit geschrieben worden ist. Zum Trost wohl und um Widerstandskraft zu erzeugen. Er hätte auch für uns geschrieben sein können. Denn gab es wohl— solange wir zurückdenken können— Menschen, die trostbedürftiger waren als wir? Gab es seit jenen Tagen, in denen Napoleons Geißel als Folge eines verlorenen Krieges über unsere Vorfahren geraten war, Menschen, von denen Opfer ähnlich den unfrigen, verlangt worden sind? Gewiß nicht. Und doch müssen, wir sie tragen, nun wir einmal den Mut zum Weiterleben in uns aufgebracht haben. Wir müssen! Denn über uns steht das Schicksal. Es befiehlt unerbittlich entweder— oder! In diesem grausamen, aber folgerichtigen Geschehen steht unser Klub. Ein winziges Gebilde nur, an unseres Vaterlandes Größe gemessen. Jedoch ein Gebilde, an das sich unser Herz, unser Lebenszentrum festgesaugt hat— der Garten, in dem wir abends vor Sonnenuntergang spazieren gehen, um uns von des Alltags niederdrückenden Sorgen und Lasten zu erholen. Er ist also für unsere Jugend= und Mannesjahre eine Lebensnotwendigkeit, genau so wie das Stück Brot, das wir uns heutigen Tages mühselig erwerben dürfen. Denn die Menschen, die nur allein vom Brot leben sollen, sind bedauernswerte Geschöpfe, sie ähneln der Blume in der Humuserde, der das Wasser entzogen wird. Mit einem Wort, der Klub ist unsere Freude, die uns immer wieder die Kraft gibt, den fast aussichtslosen Kampf mit dem Leben aufzunehmen. Und nun drohte diese Freude durch die über unser Vaterland hinwegfegende wirtschaftliche Vernichtungswelle erstickt zu werden. Viele Freunde, noch schlimmer vom Schicksal zerzaust als wir selbst, mußten uns schweren Herzens verlassen, um dem Klub gegenüber nicht in eine nicht mehr abzutragende Schuld zu geraten. Wir mußten sie ziehen lassen, ebenso schweren Herzens— denn eine nüchterne Erwägung ergibt, daß ausgetretene Mitglieder billiger sind als Mitglieder, die nicht bezahlen. Anderseits sind Mitgliederverluste Substanzverluste. Sie sind nur bis zu einem gewissen Grade erträglich und sie schädigen nicht nur die wirtschaftliche Einnahmeseite im Hauptbuche des Klubs, sondern sie schwächen auch die Kampfkraft, von der unsere Wertgeltung und damit unsere Werbefähigkeit in hohem Maße abhängig ist. Deshalb muß eine verantwortliche Klubleitung die Kurve der Mitgliederbewegung stets, besonders aber, wenn sie wie jetzt durch höhere Gewalt beeinflußt ist, unter erhöhter Beaussichtigung halten. Fällt sie so rapide wie im vergangenen Jahre(d. h. in dem Jahre, in dem die Ausgabeseite durch die gewaltigen Kosten des Platzes eine bedeutende Mehrbelastung empfing), dann muß sie mit allen Mitteln versuchen, die abwärtsrollende Kugel aufzuhalten. Sie muß nach Wegen suchen, die Verluste und die Mehrausgaben durch neue Einnahmen auszugleichen. Denn ihr hilft in Zeiten allgemeiner Not kein Mensch, kein Staat, keine Kommune. Sie muß sich selbst helfen! Aber wie? Ausgetretene Wege dafür sind Erhöhung des Beitrages oder Geldumlagen. Sie sind gut in normalen Zeiten. In so kritischen wie jetzt werden sie gerade das Gegenteil von dem erzeugen, was man beabsichtigt hat. Im übrigen gilt es ja nicht nur Geldverluste sondern, wie schon gesagt, auch Kampfkraftverluste auszugleichen. Da entschloß sich denn der Hauptvorstand des Klubs, mit einem Plan vor die außerordentliche Generalversammlung zu treten, der beiden Mängeln abhelfen soll, und der außerdem den erheblichen Vorteil hat, erst dann an die eigene Kasse unserer Mitglieder zu appellieren, wenn sie der ihnen zur Pflicht gemachten Werbung innerhalb eines Jahres nicht nachgekommen sind. Der Wortlaut des Planes, den man getrost trotz seiner Vorzüge eine Notentschließung nennen kann, lautet: Die außerordentliche Generalversammlung wolle beschließen, in Anerkennung der Zwangslage des Klubs seinen außerordentlich zurückgegangenen Mitgiederbestand auf eine den Verbindlichkeiten des Kubs entsprechende Höhe zu bringen, daß jedes Mitglied verpflichtet sein soll, innerhalb eines Jahres ein neues Mitglied seiner Kategorie zu werben. Mitglieder, die dieser Pflicht bis zum Ablauf eines Jahres nicht genügen, sollen am Schluß dieses Jahres mit einem Jahresbeitrag belastet werden. Mitglieder, die vor Ablauf eines Jahres ihren Austritt erklären und ihrer Pflicht der Mitgliederwerbung noch nicht nachgekommen sind, sollen den Teil des Jahresbeitrages bezahlen, der entsprechend dem Tage ihres Austritts für das nichtgeworbene Mitglied bis dahin fällig gewesen wöre. Donnerstag, 8. Oktober 1931 Handball im WSV. Gruppe Bochum: MBV. Linden 5 Polizei SV. 5 Hattinger SV. 7 Witten 92 7 STV. Werne 7 TuS. Bochum 7 Henrichshütte 5 SV. Herbede 7 Witten 92— Polizei SV. Bochum:5. Das Spiel in Witten hätte bald eine Ueberraschung gebracht; denn die Bochumer, die mit mehreren Ersatzleuten antraten. konnten erst in den letzten Minuten einen knappen Sieg erkämpfen. Die Wittener, die gegen den alten Rivalen ihre stärkste Mannschaft zur Stelle hatten, lieferten ein großes Spiel, doch ihre harte und unsportliche Abwehe führte die Verlustpartie herbei. Beide Mannschaften zeigten ein schnelles, fleißiges Spiel. Die Fangtechnil der Bochumer war besser, dafür der Wittener Sturm eifriger. Bei etwas besserem Wurfvermögen des Wittener Sturmes hätten diese zweifellos in der ersten Halbzeit einen klaren Torvorsprung herausholen können. Aber die besten Gelegenheiten wurden ausgelassen. Der Bochumer Sturm hielt das Spiel zu sehr im Mittelfeld, so daß die Wittener Abwehr vor keine große Aufgabe gestellt wurde. Die Gastgeber machten zu: Schluß des Spieles einen taktisch schweren Fehler, als sie den erkämpften Vorsprung mit verstärkter Hintermannschaft halten wollten und durch körperliches Spiel mehrere Strafwürfe verschuldeten, die den Bochumern den Sieg brachten. DT.-Handball Weitmar 82— Ehrenfeld=Rechen:2. Dieser Bochumer Lokalkampf sah die 82er als verdiente Sieger. Die Weitmarer zeigten besonders im Angriff eine flüssigere Spielweise und waren vor allem wurffreudiger. Die Ehrenfelder spielten zeitweise sehr unfair, was sie mit zwei Platzverweisungen büßen mußten. Weitmar kam schon nach zwanzig Minuten Spieldauer durch Halblinks in Führung, konnte bis zur Pause durch den Rechtsaußen auf:0 erhöhen. Nach dem Wechsel schoß jede Partei noch zwei Tore. Tv. Brenschede—„Eintracht“ Bochum:1. Das Spiel dürfte wohl die erste Ueberraschung in der diesjährigen Pflichtspielserie sein. Das Spiel begann in einem flotten Tempo; abwechselnd wurden beide Torhüter sehr mit Arbeit bedacht. Brenschedes Angriffe wurden bald von Erfolg gekrönt. Nach schönem Zusammenspiel erzielten sie den ersten und kurz darauf sogar den zweiten Treffer.„Eintracht“ kam nur einmal, und zwar erst in der zweiten Halbzeit, zum Erfolg. Bei „Eintracht“ konnten nur rechter Verteidiger, rechter Läufer und Linksaußen gefallen. Turnverein Riemke— Turnverein Böving:2. Trotz scheinbarer Ueberlegenheit der Riemker blieben die Punkte in Böring. Die Riemker Stürmer hatten seit dem letzten Sonntag stark nachgelassen. Da Böving ausschließlich verteidigte, rückte die Riemker Verteidigung zu weit auf; diese Augenblicke benutzte der Gegner zu einem erfolgreichen Durchbruch. Der Riemker Torwart hätte beide Tore halten müssen. An den Schiedsrichter wurden bei diesem Spiel hohe Forderungen gestellt, da das Spiel hart die Grenzen des Erlaubten streifte. Radlport Der Verein„Bochumer Wanderfahrer 1927“ unternahm am Sonntag, dem 4. Oktober, seine diesjährige letzte Wertungsfahrt. 20 Fahrten konnten in diesem Jahr abgewickelt werden. Außerdem veranstaltete der Verein, wie in jedem Jahr, auch drei größere Fahrten, die nach Köln zum Fest der Heimat, zum Hermannsdenkmal und an die Weser nach Kassel und Carlshafen. Der Verein konnte im Anschluß an die Wertungsfahrten folgende Mitglieder auszeichnen: 1. Damenpreis Frau E. Flotow, 56 Punkte; 1. Herrenpreis: Ernst Schneider, 86 Punkte(1806 Kilometer); 2. Franz Dills, 82 Punkte; 3. Hans Rembges, 72 Punkte. Amerikas neue Boxer-Ranglifte Die von der amerikanischen National=Boxring= Association herausgegebenen neuen Ranglisten führen im Schwergewicht Max Schmeling an erster Stelle vor Jack Sharkey, während Tommy Louahran als Dritter rangiert wurde. Der Kölner Hein Müller als neuer Europameister steht an zehnter Stelle. Bezeichnend für die Einschätzung, die Carnera in Amerika genießt, ist die Tatsache, daß der italienische Uebergewichtler erst auf dem dreizehnten Platz finden ist. K Wichtige Sportveranstaltungen Westfalens Billardmeister, Walter Rippelmeier. leitet den Billardsaal des BC. Bochum 23(M. d. DABB.) im Hause Operettentheater Rottstraße. Große und kleine Turnierbretter. Bestes Material. Rippelmeier erteilt Billardlehrstunden an jedermann.(98320 Mitglieder, die ihrer Pflicht der Mitgliederwerbung voll und ganz nachgekommen sind, soll nach Ablauf des Jahres ein Vierteljahrs=Beitrag als Prämie gutgeschrieben werden, jedoch soll das werbende Mitglied dabei berechtigt sein, auf seine Prämie zu Gunsten der Aufnahmegebühr des geworbenen Mitgliedes zu verzichten. Klubbeamte können sich im allgemeinen nur eine Prämie erwerben. Sollte sich bis zum 1. 10. 1932 der Mitgliederstand verdoppelt haben, fällt die Strafe fort. Dem Hauptvorstand steht das Recht zu, Mitglieder in besonderen Fällen vom Werbezwang oder seinen Folgen zu befreien. Nach einigen mildernden Abänderungen, die schon in dem Wortlaut enthalten sind, nahm die Hauptversammlung den Antrag des Hauptvorstandes an. Sie tat gut daran. Denn wenn der Klub von seinen Führern verlangt, daß sie ihn über diest Zeit der doppelten Not hinwegbringen, dann muß er ihnen auch die aks geeignet angesehenen Instrumente in die Hand geben. Vor diesem Grundsatz müssen auch die sogenannten verbrieften Rechte kapitulieren, denn was nützen die uns wohl, wenn der Vorstand den Klub aus lauter Hochachtung vor diesen Rechten in den Abgrund rollen ließe? Der Beschluß ist also rechtskräftig geworden. Jedes unserer Mitglieder ist ihm, wenn der Vorstand ihn nicht ausdrücklich von seinen Lasten befreit, unterworfen. Man kann nur dringend wünschen, daß auch die Mitglieder, die der Generalversammlung nicht beigewohnt haben, seinen Sinn, seine Notwendigkeit und seine Nützlichkeit nach zwei Seiten hin erkennen und sich umgehend daran machen. in ihren Verwandten=, Bekannten= und Freundeskreisen ihrer Werbepflicht nachzukommen. Schwet ist es wahrhaftig nicht. Die technische Durchführung der Werbung ist für den einzelnen denkbar einfach: er braucht nämlich nur darauf zu achten, daß der jedem Eintrittsformular jetzt aufgedruckte Stempel seinen Namen— also den Namen des Werbers— unter Angabe, ob mit oder ohne Prämie eingeschrieben, erhält. Ans Werk, Kameraden kauft man in kann man sparen u s c h r ä n k e n denn in der„Dekade“ ohne sich einz Seifen In Cellophen. 5 St. ca. 1 Pfd. fort. Flleder. Köln. Wasser. u. Lavendel, Btl. extre groß. Stücke S verschiedene Gerüche Stück Flieder, Kölnisch Wasser oder Lavendel. Stück Ein Riesenriegel Kernseile 20L schöne helle Ware## ca. 750 Gramm Verkauf an Extratischen Im Erdgeschoß Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unserer lieben Mutter sagen wir allen Beteiligten unseren herzlichsten Dank Geschwister Wehmer Bochum, den 7. Oktober 1931(43235 Oktober 1931 :5. Das Spiel ing gebracht; denn atzleuten antraten, nen knappen Sieg den alten Rivalen itten, lieferten ein sportliche Abwehe ide Mannschaften Die Fangtechnik Wittener Sturm mögen des Witten der ersten Halbausholen können, ausgelassen. Der ehr im Mittelfeld, ne große Aufgabe zu: Schluß des als sie den erHintermannschaft s Spiel mehrere chumern den Sieg :2. Dieser Boverdiente Sieger. Angriff eine flüsem wurffreudiger. r unfair, was sie jußten. Weitmar dauer durch Halbause„durch den dem Wechsel schoß Jochum:1. Das hung in der diesSpiel begann in urden beide Tornschedes Angriffe h schönem Zusamkurz darauf sogar nur einmal, und sum Erfolg. Bei erteidiger, rechter Böving:2. Trotz nker blieben die ter hatten seit dem Böving ausschließteidigung zu weit Gegner zu einem er Torwart hätte iedsrichter wurden tellt, da das Spiel ifte. hrer 1927“ unterseine diesjährige en in diesem Jahr altete der Verein, Fahrten, die nach Hermannsdenkmal Carlshafen. Der Wertungsfahrten Damenpreis Frau : E r n s t S c h n e i d e r, Dills, 82 Punkte; Ranglifte dational=Boxring= Ranglisten führen g an erster Stelle my Loughran als e Hein Müller nter Stelle. Bee Carnera in iß. der italienische sehnten Platz zu altungen er. ardsaal des BC. e Operettend kleine Turnierr erteilt Billard(a8320 erbung ist für den nämlich nur darittsformular jetzt - also den Namen mit oder ohne Verk, Kameraden Ritgliederwerbung soll nach Ablauf gals Prämie doch soll das werauf seine Prämie des geworbenen ite können sich im erben. er Mitgliederstand fort. cht zu, Mitglieder wang oder seinen rungen, die schon im die Hauptverandes an. Sie tat ib von seinen hn über diese wegbringen aks geeigne in die Hand en auch die sogeeren, denn was ind den Klub aus in den Abgrund geworden. Jedes Vorstand ihn nicht interworfen. Man 5 die Mitglieder, eigewohnt haben, seine Nützlichkeit umgehend daran nten= und Freunimmen. Schwet Statt Karten! Danksagung Für die uns beim Hinscheiden meines lieben Gatten und unseres guten Vaters in so reichem Mabe erwiesene Antellnahme sprechen wir allen unsern herzlichsten Dank aus. Frau Nella Lang geb. Schürmann Nelly Lang Maria Lang Bochum, im Oktober 1931(l..29 Von der Reise zurück Dr. med. A. Loyo prakt. Arzt und Geburtsheller Künstliche Höhensonne Bessemeratraße 16 Sprechatunden—11 u.—5. Telephon 677 77 Aache Nachrichten Fuhrmanns=Verein Gevoren: Knabe: Erwin Lücke(Ruth Menninger). Essen. Mädchen: Dr. Fritz Neubourg(Hertha Hepe), Osnabrück. Vermählte: Dipl.= Ing. Alfred Enselmann mit Anna Schmidt, Hamm. Pfarrer Dr. H. Alter Verein,„Deutsche Eiche“, Bochum. Küthe Endemann, In der Generalversammlung am Duisburg. Wilhelm 4. Oktober 1931 wurde einstimmig be= Röttger mit Hanna schlossen, daß diejenigen Mitglieder, Rommetz, Hattingen welche nach dem§ 15 unseres Statuten= und Essen. buches mit ihren Beiträgen drei Monate Gestorben: Witwe im Rückstande sind, ihrer Rechte auf Luise Ablmann, 70 Sterbegeld verlustig sind und neu wieder., Wattenscheid. aufgenommen werden müssen, welches Julius Nolte, 74 eine Zurücksetzung der Rechte auf 1 Jahr., Westenfeld, Witvorsieht. Beiträge können bis auf wei= we Wilhelmine teres gestundet werden, wenn durch den Stark, Herten. HeinVorstand die Notlage der Mitglieder fest= rich Wagemeyer, 70 gestellt ist. 498324., Hagen. Frl. MaDer Vorstand. fria Nolke, 29., Letmathe. Witwe Angela Heitsamp, 77., Castrop= Raurel. Witwe Mathilde Emmert, 74 ., Steele. Theodor Knop. 64., Gelsenkirchen. Schatonerschuhzverdand e.., Dortmund, Geschäftsstelle Bochum, Belsstraße 1, Telephon 68280, Bard fül Sienler= und Rechtsangelegenheiten 2,50 RM.(43118 Neu- Eröffnung! *„ Schuhgesellschaft m. b. H. Bochum, Bongardstraße 1 A Rathaus Freitag, den 9. Okt. 1931, nachm. 3 Uhr Durch günstige Einkäufe sind wir In der Lage, der Not der Zeit Rechnung tragen zu können. Wir liefern ihnen: Damen-Schuhe Herren-Schuhe Kinder-Schuhe Kommen Sie! Sehen Siel Sie werden staunen! von Mk. 3,50 von mk. 4,95 von Nk..45 Durchgehend geöffnet Jungges.„29., kath., 900 M. bar, w nett., ehrl. denk. Mädch. kenn. zu lernen, zwecks Heirat. Zuschrift. mit Bild unter P. T. 43186 an die Geschäftsst. Ig. Mann, 30., evgl., Schloss., 9000 M. bar. sucht die Bekanntsche. Dame im Alter von 24 b. 28., zw. späterer Beirat Zuschrift. u. G. M. 43261 an die Geschst. Verloren Schlülelbund Dienstag nachm. im Stadtpark verloren. Abzugeb. geg. Belohnung am Fundbüro, Rathaus. rautschleier und(LB2 Taumrunze Grün. Silber u. 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Ostflügel, Zimmer Nr. 445/447. d) für die zum Amtsgericht BochumLangendreer gehörenden Stadtteile Bochum=Langendreer und BochumWerne sowie den in die Stadt Bochum eingegliederten Teil der früberen Gemeinde Somborn in der Verwaltungsstelle Bochum=Langendreer. Bochum, den 5. Oktober 1931. LM6) Der Magistrat. Zwangsversteigerung Am Freitag. 10 khr, io Reelles Dar lehns-Geschäft gibt an jedermann Bar-Dariehn unkundb. bis zu 5., Hypotheken usw. Brautleute erhalt. f. die Aussteuer den Barbetrag. Westd. Spar=Verband, e. G. m. v.., Filiale BoHum, Kronenstr 14, I. Erage.(37094 „ Sp0 RIN von Selbstgeber auf ein Jahr bei mehrf. 9e ug leinen W2m an die Ge Barkredite an Beamte u. Angestellte, auf anerkannt reeller Basis ohne Vorkosten u Nebenverpflicht. in 3Tagen. Bequeme Rückzahlg. A. Reisenrath, Bochum, Schellstr. 12 Barkredite! an jederm., z. Neukauf, zur Beleidung, langfristig Nur 4 Woch. Wartezeit! Bei monatlich. 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Thoma(Berlin) über das Thema„Wissenschaft und Praxis in der Apotheke“ eingeleitet. Von den Entschließungen dieses Tages verdient besondere Hervorhebung die Stellungnahme zur Frage des nichtpharmazeutischen Apothekenpersonals. Besonderen Nachdruck legte die Hauptversamlung auf die Reformierung des pharmazentischen Hochschulstudiums. Die weitere Aussprache beschäftigte sich mit der Hinterbliebenenfürsorge, mit der Arzneitaxe und mit dem Entwurf eines Arzneimittelgesetzes. jedoch ist das Beweismaterial so erdrückend, daß ihre Täterschaft kaum mehr angezweifelt werden kann. Apothekerversammlung in Köln 2 Köln, 7. Oktober. Die 20. Hauptversammlung des Verbandes Deutscher Apotheker im GDA. wurde in Köln in Anwesenheit von fast 300 Teilnehmern aus allen Teilen Deutschlands unter dem Vorsitz von Avotheker Peiser(Berlin) eröffnet. Den Hauptpunkt der Tagesordnung bildete die Frage der reichsgesetzlichen Regelung des Apothekenwesens. In einer einstimmig angenommenen Entschließung wird die vor kurzem zu diesem Punkt erfolgte Einigung der angestellten Apotheker mit den Apothekeninhabern begrüßt. Der Verband Deutscher Apotheker bekennt sich grundsätzlich erneut zu dem System der konzessionierten unveräußerlichen und unvererblichen Apotheke, er ist aber bereit, auch einem Gesetze zuzustimmen, das die bestehenden realen Avothekengerechtsame(Privilegien) unberührt läßt. Die weitere Aussprache befaßte sich mit der derzeitigen Notlage der angestellten Apotheker, ferner mit dem bestehenden Tarifvertrag und der Einrichtung der Zuschußkasse der Tarifvertragsgemeinschaft. Es wurde festgestellt, daß heute von den annähernd 6000 Assistenten etwa 1000 stellenlos sind, und daß die Gehälter der noch in Stellung befindlichen bereits die niedrigste Grenze des Ertragbaren erreicht haben. Dementsprechend wurde in einer einstimmig angenommenen Entschließung schärfster Widerspruch gegen einen weiteren Abbau der Gehaltsbezüge erhoben. Der Verband fordert ferner, daß der gesamte Apothekerstand besondere FürWestraten=und Vorschriften wurden aber nicht beachtet. Nach Eintritt der Dunkelheit war die Demonstrationsversammlung noch in vollem Gange, so daß ein Polizeikommando entsandt wurde, das zwangsweise ein Ende herbeiführen sollte. Die Beamten wurden mit Gejohle empfangen. Durch einen Hagel von Steinen, durch Stockschläge und Messerstiche wurden mehrere Beamte schwer verletzt. Die Menge warf dann die Straßenlaternen ein. Auf Grund dieser Vorkommnisse hat sich der Polizeipräsident veranlaßt gesehen jede Veranstaltung der K. P.., ihrer Neben= und Hilfsorganisationen bis auf weiteres im Interesse der öffentlichen Sicherheit, Ordnung und Ruhe zu verbieten. Die Kölner Autobanditen verhaftet? + Köln, 7. Oktober. Der Polizei ist es nunmehr gelungen, drei Personen festzunehmen, die dringend verdachtig sind, am 18. September den Kraftwagendiebstahl auf der Spichernstraße ausgeführt zu haben, wobei von den Banditen ein Straßenpassant erschossen und der Besitzer des Wagens schwerverletzt wurde. Unter den Festgenommenen befindet sich der Schwerverbrecher Georg Kautz, der wahrscheinlich den todbringenden Schuß * Hemer, 7. Oktober. Im Ortsteil Oese beging in Rüstigkeit und Frische Frau Witwe Hempelmann den 94. Geburtstag. Sie wohnt hier bei ihrem Sohne. Täglich unternimmt sie weite Spaziergänge. Die Hochbetagte hat ein arbeits= und sorgenreiches Leben hinter sich. Ihr Gatte, der die Feldzüge von 1864, 1866, 1870/71 mitgemacht hatte, verunglückte vor 30 Jahren tödlich. Von ihren elf Kindern leben noch fünf. Ein Sohn, August Hempelmann, Installateur und Schweißmeister, wohnt in Bochum, Frunzstruße Nr. 12, auch ein Enkel, Hermann Hempelmann, Heizungsgeschäft, wohnt in Bochum, Gußstahlstraße 65. Zu ihrem Ehrentage gingen der alten Dame viele Glückwünsche zu. mit messern und Stöcken gegen die Polizei Hagen, 7. Oktober. Der hiesige Polizeipräsident hatte der Kommunistischen Internationalen Arbeiterhilfe eine Kundgebung auf dem Republisplatz und einen anschließenden Demonstrationszug Surch die Bahnhof=, Hindenburg= und Auguststraße gestattet, wo dann die Auflösung stattfinden sollte. Bei beginnender □ Schweres Autounglück durch ausgebrochene Pferde. Als der Stadtsekretar Blankenstein aus Recklinghausen mit einem Personenkraftwagen die Kunststraße Coesfeld—Dülmen befuhr, sprangen plötzlich einige Pferde auf die Fahrbahn, die aus einer Weide ausgebrochen waren. Bl. fuhr auf die Tiere auf. Bl. und zwei mitfahrende Damen wurden sehr schwer verletzt und mußten dem Krankenhause in Dülmen zugeführt werden. Leiche ohne Kopf gelandet. Von einem Fährmann wurde an der Insel Pfalz bei Caub die Leiche eines etwa 15 Jahre alten Jungen gelandet, die schon längere Zeit im Wasser gelegen haben dürfte. Der Leiche war der Kopf vom Rumpfe getrennt. Man vermutet, daß der Kopf durch die Schraube eines Dampfers weggerissen wurde. Dunkelheit sollte die Kundgebung zu Ende sein. Diese abgegeben hat. Die Sidet! Heuter Städtisches Orchester Bochum Bochum Tel. 68634 vormittags 11 Außer Vormiete 2. Konzert Sonntar, den 11. Oktober 1931. nachmittags 5 Uhr. Im Schützenhof: Heute und die folgenden Tage, abends 8 Uhr Bochum Donnerstag. 8. Okt., 20 bis 23.15 Uhr: Vorsteuung zu Werbezwecken: Der Hauptmann von Köpenick Ein deutsches Märchen in 3 Akten(18 Bildern) von Carl Zuckmayer. Preise:.30 bis Volks- Symphonie-Konzert Operette von O Straus Eintrittspreise von.50 bis.50— Im Vorverkauf sind die Preise noch bedeut, ermäbigt. Sonntag. d. 11. Okt. 1931, nachmittags 4 Uhr: Auf besond Wunsch P. Tschalkowsky:„„ M: Smmt#. Symphonie Nr. 6,-moll(Pathetische Sympnonie) Ch. Connod:„„knsmigen 0. Arie der Margarete aus der gleichnamigen Oper (Schmuckwalzer) Vorspiel zum 3. Akt der Oper„Carmen“, Zigennertanz(2. Akt) A. Thomas: Ouverture zur Oper„Mignon' Leitung: Generalmusikdirektor Leopold Reichwein Sollstin: Ellsabeth Schaefers(Sopran) Als Abschluß wurde eine Entsch greß einen Berich mit der Reichst Partei zur Kennti desvorstandes in stralität billigt. 9 von Anträgen wu Aufhäuser Auch die beiden und Urban und Eintrittskarten zu den bekannt, ermäß. Preisen sind ab heute schon an der Theaterkasse und sämtlich. Vorverkautsstellen erhältlich Benutzen Sie den Vorverkaut. Sie sparen dadurch Erwerbslose erhalten heute und morgen auf allen Plätzen 50% Ermäßisung .— RM. Freitag, 9. Oktober, 20 bis 23 Uhr. Roter und blauer Ring 1: Operette in 3 Akten von Franz Lehar. Der„Deutsch Staatsanzeiger“ die Verordnung wonach im Stei Zum Taubenschlag“ Sie lachen über: MARTA HOBNER„ ROLFHOLBEIN EVELVNE RAYS Sie staunen über: WATSON-lebend. Radiosender Sie sind entzückt von: SELINORV'S Blue-JazzLadies DEMUSIGSCHULATOFF PLAZA-GIRLS und werden überrascht sein über die billigen Entré- u. Konsumationa-Preise in all. Betrieben. Carl Hahnefeld Gr. Beckstraße 12 Ruf Heute Donnerstag: des Aachener( und ihre Ar! tober bis zum tragspflich Gnochof=Arent Amse Tuiz## aus dem Heldenkampf gegen vierfache Uebermacht bei den Falkland-inseln Die gewaltigste aller Seeschlachten war die Hazz=Kenzert lung und Arbeit Täglich frische Seemuscheln Dauerwellen Wasserwellen nur vom Spez.-Damen-Frisier-Salon „Rittmann“ Bongardstraße 7,(neben Wacchter) Tel. 63817 Ein Zimmer von 4X4 m Fläche voll auszulegen, kostet nur 30,24 M. am Unagerrun 81. Mal und.Junl 1916 148 englische und 103 deutsche Schiffe Im offenen Seekampf See! Die Jugend hat Zutritt! 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Das Siedlungsproblem, das in der landhirtschaftlichen Siedlung unverändert bleibt, dagegen der Randsiedlung eine Erweiterung erfährt, kann ##ls Versuch gewertet werden. Weit gefährlicher erscheint die Lösung der Sensionsfrage auf dem Verordnungswege. Obohl der Kanzler sich in der Verordnung fast strikte #n den dem Reichstag vorliegenden Entwurf eines Wensionskürzungsgesetzes„gehalten hat, erscheint die Kösung angreifbar, weil oamir nach Auffassung von Fachleuten grundlegende Rechte der Verfassung eändert werden. Das gleiche gilt für die Vorschriften ##ber die Presse, Sondergerichte, illegale Schrifpr ste. # Es ist sicher, daß die Notverordnung bei Beginn des Parlaments auf lebhaften Widerstand stoßen ##ird. Man würde aber auch über diesen neuen Einbriff in das Wirtschafts= und Verfassungsleben mit ##ritik hinwegkommen können, wenn es dem kommen#en Kabinett gelingt, nunmehr mit aller Energie und ähigkeit, ohne Rücksicht auf parteipolitische AmbiStionen, an die Arbeit zu gehen, die Hauptprobleme #u meistern und eine der Hochkrise angepaßte Re#lation zwischen Selbstkosten, Löhnen und Preisen zu #inden. Dahin soll die Gemeinschaftsarbeit von Kabinett, Arbeitgebern und Arbeitnehmern führen. Einstweilen hat ein Teil des deutschen Volkes noch diese Hoffnung. Aber wie lange? Schluß des Afa-Kongresses Leipzig, 7. Oktober. Als Abschluß des Afa=Kongresses am Mittwoch wurde eine Entschließung angenommen, in der der Kongreß einen Bericht über das bisherige Zusammenwirken mit der Reichstagsfraktion der Sozialdemokratischen Partei zur Kenntnis nimmt und die Haltung des Bundesvorstandes in der Frage der parteipolitischen Neuutralität billigt. Nach Erledigung einer großen Reihe #on Anträgen wurde einstimmig Reichstagsabgeordneter Aufhäuser zum Bundesvorstand wiedergewählt. Auch die beiden stellvertretenden Vorsitzenden Stähr ##und Urban und die übrigen Vorstandsmitglieder bleiEben im Amt. Damit waren die Arbeiten des Kongresses abgeschlossen. . Der Vorsitzende Aufhäuser erklärte, der Kongreß habe gezeigt, daß es nicht genüge, die Revolutionierung aususprechen, sondern daß man bereit sein müsse, die Re##olutionierung der Köpfe herbeizuführen. Zahlenmäßig Sseien die Arbeiter, Angestellten, Beamten und andere Schaffende des deutschen Volkes längst in der Lage, die Macht zu übernehmen. Die Verordnung über die Beitragspflichtbefreiung im Kuhrbergbau veröffentlicht Berlin, 7. Oktober. Der„Deutsche Reichsanzeiger“ und der„Preußische Staatsanzeiger“ veröffentlichen am heutigen Mittwoch die Verordnung der Reichsregierung vom 3. Oktober, wonach im Steinkohlenbergbau des Ruhrgebiets und #des Aachener Gebiets die Untertagearbeiter Jund ihre Arbeitgeber mit Wirkung vom 1. Ok##tober bis zum 30. November 1931 von der BeiAtragspflicht zur Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung befreit werden. Ein ninerusenuntscher Hissplan Die gestrige Konferenz im Weißen Hause— Die Kriegsschuldenfrage wurde nicht besprochen Washington, 7. Oktober. Die mit größter Spannung erwartete Konferenz Hoovers im Weißen Haus mit 32 führenden Männern der beiden Kongreßparteien begann Dienstag abend um 9 Uhr amerikanischer Zeit(Mittwoch 3 Uhr nach mitteleuropäischer Zeit).= Der Aussprache wohnten bei Schatzsekretär Mellon, sein Stellvertreter Mills und der Präsident des BundesreserveAmtes Eugen Meyer.„,„5n5scher 9#. Kurz nach Mitternacht samerikanischer Zeits wurde das Ergebnis der Konferenz in einer amtlichen Erklärung bekanntgegeben. Danach soll ein umfassender Finanzplan zur Wiederbelebung der amerikanischen Wirtschaft durchgeführt werden der nach wochenlangen Beratungen mit den ersten Finanzgrößen des Landes ausgearbeitet worden ist und nunmehr die Zustimmung auch der führenden Parlamentarier gefunden hat. Der Hilfsplan sieht die Schaffung eines Fonds von 500 Millionen Dollar zur Stärkung notleidender Banken vor, der von den Großbanken aufgebracht und von den Bundesbanken nach dem Muster der Kriegsfinanzgesellschaft verwaltet werden soll. Weiter wird in dem Hilfsplan vorgeschlagen: Verabschiedung einer Kongreßvorlage, die die Federal Reserve Banken ermächtigt, den Kreis der diskontierfähigen Wertpapiere zu erweitern. Als drittes ist eine Kapitalverstärkung der Bundeslandbanken zwecks Erweiterung der landwirtschaftlichen Kredite vorgesehen... Taaner Ihuah ensest Die Erklärung, die Hoover aogab, enthalt im wesentlichen die Einzelheiten des obenerwähnten Programms. Zum Schluß erklärte Hoover:„Das Problem liegt für uns darin, während der Depressionszeit einen Ausgleich zu finden, der die Wiedergenesung sowohl Amerikas als auch der Welt unterstützt. Das aber ist in erster Linie Gegenstand von Verhandlungen mit den ausländischen Regierungen, und derartige Fragen wurden daher der heutigen Konferenz nicht zur Entscheidung unterbreitet.“ Damit steht fest, daß das gestern beratene Programm nicht die Kriegsverschuldung umfaßt hat. Die amerikanische Presse stimmt dem Hilfsplan Hoovers zu. Die Vereinigung amerikanischer Bankiers hat auf ihrer Tagung in Atlantik=City den Hooverschen Finanzhilfsplan einstimmig angenommen. In einer weiteren Entschließung wird die Washingtoner Regierung aufgefordert, sofort Verhandlungen über eine Verlängerung des Schul deumoratoriums einzuleiten. Eine andere Entschließung der Bankiers verwirft den Grundsatz der staatlichen Arbeitslosenfürsorge, empfiehlt aber die Förderung der lokalen Hilfstätigkeit durch die Privatbanken. tieue Seeschiechlerung der kleichhsinanzen Aufgezehrte Reparationsersparnisse h Berlin, 7. Oktober.(Eig. Drahtber.) Kurz nach dem Rücktritt des Reichskabinetts gab heute Reichsfinanzminister Dr. Dietrich der Presse eine Darstellung der gegenwärtigen finanziellen Lage und einen Ueberblick über die Aufgaben der Reichsregierung und die Beweggründe, die zur Abfassung der Notverordnung führten. Dr. Dietrich gab sich nicht einem schwarzseherischen Pessimismus hin, aber seine Ausführungen ließen den Ernst der deutschen Wirtschafts= und Finanzkrise in einem besonderen Licht erscheinen. Die Finanzlage des Reiches sieht alles andere als rosig aus. Bereits im Juli waren die Steuereingänge nach den großen Bankzusammenbrüchen schlecht. Im August wurde diese Steuereinbuße zwar wieder aufgeholt, zeigte sich aber am 1. September wieder mit aller Deutlichkeit. Es hat den Anschein, als ob sich Zusammenbruch der Banken jetzt erst bei den Reichsfinanzen auszuwirken beginnt. Dringend müsse davor gewarnt werden, so erklärte Dr Dietrich, die Ueberschüsse aus den infolge des Hooverplans ersparten Reparationszahlungen zu überschätzen; denn in Wirklichkeit seien diese Summen längst aufgezehrt. Die Ersparnisse betrügen im ganzen 1200 Millionen Mark, von denen das Reich rund 700 Millionen Mark erhalten habe. Diese Summen würden aber von dem eingetretenen Steuerverlust so gut wie aufgezehrt und würden bei weiterem Anhalten der Steuerausfälle bis zum 1. April 1932 glatt aufgebraucht sein. Auch die Zolleinnahmen hätten infolge des gedrosselten Imports ständig abgenommen. Demgegenüber seien die Steuern der Länder und Gemeinden weit beständiger als die Einnahmen des Reiches. Dennoch sei die Lage des Reiches bei weitem nicht so bedrängt wie die der verschiedenen Länder und Gemeinden. Wenn sich das Reich entschlossen habe, 230 Millionen Mark als Hilfe für Länder und Gemeinden bereitzustellen, so habe das Reich damit der Forderung nach Ausgleich der wachsenden Wohlfahrtslasten Rechnung getragen. Das Reichskabinett hätte zuerst erwogen, einen größeren Posten von Reichsbahnvorzugsaktien zu veräußern, um von diesem Betrage etwa 30 Millionen den Ländern und Gemeinden zur Verfügung zu stellen. Aber zur Zeit sei es geradezu unmöglich, diese Vorzugsaktien unterzubringen. Anscheinend seien die Länder mit dem, was ihnen das Reich gegeben habe, nicht ohne weiteres zufrieden. Im letzten Augenblick sei gestern noch ein Verteilungsplan zustande gekommen. Danach würden jetzt von den Zuwendungen des Reiches in Höhe von 230 Millionen Mark die Gebiete, die von der Arbeitslosenlast besonders betroffen seien, stärker bedacht. Das gelte besonders für Rheinland, und Westfalen, Sachsen und Berlin, für einige Städte des Ostens sowie Breslau. Minister Dietrich behandelte dann noch einige andere Punkte der Notverordnung und wies zum Schluß darauf hin, daß die Notverordnung kein Gesamtprogramm für die Wirtschaft sei. Man habe sech auf Einzelmaßnahmen beschränken müssen, weil man erst erkennen müsse, wie sich die internationale Wirtschaftslage angesichts der Pfundentwertung weiter entwickeln werde. Erholungsuriaus Brauns h Berlin, 7. Oktober.(Eig. Drahtber.) Zeitungsnachrichten haben heute gemeldet, daß infolge einer Erkrankung des preußischen Ministerpräsien ein Wechsel in der Leitung der Preußenregierung nahe bevorstehe. Hierzu erfahren wir, daß sich Ministerpräsident Braun nach einem schweren GrippeAnfall und Rückfall auf ärztliche Anordnung hin für kurze Zeit zur Erholung nach außerhalb begeben hat. Er wird aber zu Beginn der Landtagsverhandlungen am 13. Oktober wieder in Berlin sein und die Geschäfte wieder übernehmen. Damit entfallen alle an die Erkrankung Brauns geknüpften Vermutungen. Frankreichs Vertreter für den Geuisch=franzosischen Kusschuß Paris, 7. Oktober. Die Regierung hat heute zu Vertretern für den gemischten deutsch=französischen Ausschuß ernannt den bevollmächtigten Gesandten und Unterdirektor für Handelsfragen Coulondre, den Finanzsekretär Dayros, Ministerialdirektor Elbel, Landwirtschaftsdirektor Lesage, Hafen= und Flußschiffahrtsdirektor Watier, Direktor Picquenard und Max Hoschiller. Zum Vorsitzenden der französischen Sektion ist der Unterstaatssekretär für Nationalwirtschaft Gignoux ernannt worden. Neues in Kürze Die Deutsche Reichspost hat, wie berichtet, den Lohntarif der Arbeiter zum 31. Oktober gekündigt. Die Deutsche Postgewerkschaft hat in einer Eingabe an den Reichskanzler um Aufhebung der betreffenden Notverordnungsbestimmungen nachgesucht und in einem Schreiben an den Reichspostminister betont, daß eine weitere Kürzung des Einkommens von den Postarbeitern nicht getragen werden könne. Die Berliner Bäcker haben den Preis für das 2½. Pfund=Brot ab 8. Oktober von 48 auf 50 Pfennig erhöht. In einer längeren Erklärung weist das Reichsernährungsministerium diese Preiserhöhung als ungerechtfertigt zurück und macht das Berliner Bäckergewerbe für die daraus entstehenden Folgen verantwortlich. Das Katapultflugzeug der„Bremen“, das in der Cobequid=Bai(Neuschottland) abstürzte, wurde vollkommen zertrümmert in der Nähe des Ufers aufgefunden. Die Postsäcke trieben auf dem Wasser. Die Leichen der Flieger konnten bisher noch nicht geborgen werden. * Die amerikanische Regierung hat den amerikanischen Generalkonsul in Charbin und den ersten Sekretär der amerikanischen Botschaft in Tokio beauftragt, zur Erlangung authentischer Nachrichten über den japanischchinesischen Konflikt eine Reise durch die Mandschurei zu unternehmen. * Der Präsidentschaftskandidat der chilenischen Regierungsparteien, Don Jouan Esteban Montero, ist mit großer Mehrheit zum Präsidenten von Chile. gewählt worden. Gedenkkafel 8. Oktober. 1834 Der Komponist Francois Boieldien in gest.(geb. 1775). 1868 Der Maler Max Slevogt in Landshut in Bayern geboren. Personal-Nachrichten *. Das Fest der Silberhochzeit feierten die Eheleute Knappschaftsbeamter Robert Weiß und Frau Emma, #aeb. Ilse, Bochum, Wasserstraße. * hohes Alter Invalide Heinrich Bruch, Altenbochum, Stoodtstraße 44, begeht heute in geistiger und körperlicher Frische seinen 80. Geburtstag. Pid. nur.60 stellen Aus der Propsteipfarrei. Am kommenden Sonntag Sfeiern die beiden Jugendvereine, Jungmänner und 923K., ein Fest. Der Jünglings= und JungmännerverVein kann auf sein 86jähriges Bestehen zurückblicken, #während die DIK. ihr 25jähriges Bestehen feiert. Der sonntag wird durch ein feierliches Levitenhochamt in der Kirche eröffnet. In der Bürgergesellschaft findet am Conntag abend die weltliche Feier statt. kü Aus der Meinolphuspfarrei. Anläßlich des PatroAzatsfestes„Meinolphus“, fand in der Meinolphuskirche n ewige Anbetung von Montag früh bis Dienstag Füh statt. Am Dienstag morgen fand ein feierliches ###evitenhochamt als Abschluß statt. Am Samstag, dem 5II. Oktober ist die äußere Feier des Kirchenpatrons, ##des hl. Meinolphus, mit feierlichem Levitenhochamt um 8130 AUthr. Abschaffung der Zugaben Eine Forderung des organisierten Einzelhandels. „„Dis den Lesern des„B..“ bekannt, liegt dem ##achs tabinett zwar schon einige Zeit ein Gesetzentwurf #tegen das Zugabewesen vor, seine Verabschiedung aber ####ert sich noch hinaus. In einer gestern abend von ##der Vereinigten Kaufmannschaft einberufenen BespreSbung im Schlegelbräu, zu der auch die Vertreterinnen ader Hausfrauenorganisationen geladen waren, wurden ##re Mißstände im Zugabewesen erörtert und darüber Sberaten, wie man die Verabschiedung des Gesetzes bekunigen könne. Nach einigen einleitenden Worten # Vorsitzenden Dr. Winkelmann hielt Dr. Rein#told(Koln), Sachverständiger des Reichswirtschaftsrttes, einen Vortrag über die einschlägigen Fragen. Er innerte daran, daß die Vereinigte Kaufmannschaft um schon 1925/26 den Kampf gegen Mißbräuche Elegiommen und einen Prozeß angestrengt habe. An ###er Hand von zahlreichen Beispielen suchte der Redner nachzuweisen, daß das Zugabewesen sich besonders nachteilig für die mittleren und kleinen Firmen auswirke und nicht im Interesse der Käufer liege, da doch jede Zugabe zweifellos ein nennenswerter Unkostenfaktor sei, der in irgendeiner Weise in den Preis der Hauptware einkalkuliert sei. Auch erhalte die Hausfrau oft Zugaben, die sie nicht benotige oder die für sie von fragwürdigem Wert seien. Sparsamste Wirtschaftsführung müsse aber überall heute der Grundgedanke der Bedarfsdeckung sein; die Forderung: billigste Preise, keine unnötigen Kosten, keinen unwirtschaftlichen Mehraufwand freies Verfügungsrecht beim Kauf. So stehe wirtschaftlich betrachtet die Zugabe der notwendigen ordnungsgemäßen Bedarfsdeckung entgegen. Das Gutscheinsystem binde den Käufer, die sogenannte „Wertreklame“ sei erst recht anfechtbar. Neben dieser wirtschaftlichen Seite sei jedoch ausschlaggebend für eine gesetzliche Regelung die Beurteilung des Wettbewerbs. Ueber das Zugabewesen gebe es ein Reichsgerichtsurteil, das von der Staatsanwaltschaft Bochum im Jahre 1926 in Sprungrevision erzielt wurde. Leider stelle der Tenor des Urteils derartig schwierige, praktische Unterlagen, daß das Urteil kaum Bedeutung habe. Das konnte man auch im Januar 1930 am Landgericht Bochum erleben. wo in zweitägiger Verhandlung die Unterlagen für zwei Urteile beschafft werden mußten, um der notwendigen Forderung der genauen Vergleichsmöglichkeit mit anderen Wettbewerbern nachzukommen.: Ziehe man das Fazit der damaligen, überdies glänzenden Durchführung der Zugabeprozesse in genauer Anlehnung an das Reichsgerichtsurteil, dann könne man sich der Erkenntnis nicht verschließen, daß jede große Firma, die außerhalb einer Vergleichsmöglichkeit mit anderen Wettbewerbern steht, gesetzlich für keine Maßnahme auf dem Gebiete des Zugabewesens gefaßt werden kann. Notwendig sei daher zum Schutze des Wettbewerbs die Herbeiführung einer gesetzlichen Regelung, die das Ankündigen und Gewähren von Zugaben untersagt. Klarheit und Wahrheit in Preis und Qualität! Wirklich ein reeller Preisnachlaß ohne Zwang auf den Käufer! Dahin zu kommen, sollten die Hausfrauenorganisationen mit dem Einzelhandel zusammen wirken. Der Kreis der in Frage kommenden Wettbewerber werde gebildet von den Einzelhändlern, die in direkter Arbeit mit der Verbraucherschaft der Mittelpunkt der Auseinandersetzung dieser Wettbewerbsmethode seien. Die Bochumer Kaufmannschaft habe in ihrer Tradition gezeigt, daß sie selbst die schwierigste Aufgabe unter Aufgebot aller ihr zur Verfügung stehenden eigenen Kräfte zu erfüllen suche. Wenn sie daher bei der Regelung des Zugabewesens ein Gesetz verlange, dann tue sie dies in der Erkenntnis, daß das bestehende Recht nicht ausreicht dieser Wettbewerbsform zu begegnen, nicht einmal genügt, Auswüchsen Abhilfe zu schaffen. Der Ernst und die Not unserer Zeit machten ein uneingeschränktes und umgehendes Einschreiten in der Frage des Zugabewesens notwendig.„„ An den beifällig ausgenommenen Vortrag knüpfte sich eine Aussprache, an der sich besonders die anwesenden Vertreterinnen zustimmend beteiligten.*= Operetlentheater Oskar Straus' erfolgreiche Operette„Der letzte Walzer“ steht seit gestern auf dem Spielplan des Operettentheaters. Der Komponist, der in seinem sonst fröhlichen„Walzertraum“ auf sentimentale Zutaten nicht ganz verzichtet, wendet sich hier einem für die Operette merkwürdig ernsten Text zu. Es handelt sich um das Schicksal eines jungen russischen Offiziers, den kaiserliche Ungnade zum Tode verurteilt hat. Die letzte Nacht vor dem tragischen Ende, der letzte Walzer, den der Offizier auf einer glänzenden Gesellschaft tanzt, bilden den Inhalt der spannenden Handlung. Einer Operette aber durfte das heitere Element nicht fehlen, und so sind allerlei lustige Szenen und komische Rollen eingefugt, die wenigstens zeitweilig die traurige Situation vergessen lassen. Oskar Straus schrieb zu diesem Text eine verhältnismäßig gediegene, schön geschwungene Musik, der aber doch das Prickelnde und Schmissige eines lebendigen Rhythmus nicht fehlt. Die Auffuhrung im Operettentheater wurde beiden Stimmungen des Werkes gerecht. Die Hauptpartien, der junge Offizier und seine Retterin, die Figuren der ernsten Handlung waren mit Dr. Felix Warden und Erna Schieferdecker wirkungsvoll besetzt. Im heiteren Spiel sorgten wie immer Trude Hesse und Hans Heckhausen für amüsante Unterhaltung, unterstützt von den Damen Linden, Fleig und Fink. Erich Flügge zeichnete für die anerkenntliche Spielleitung verantwortlich; Kapellmeister Maubach sorgte für sicheren musikalischen Ablauf. Die einzelnen Gesangsszenen, namentlich aber die flotten Tanznummern, fanden viel Beifall, wie überhaupt die Aufführung sehr dankbar ausgenommen wurde. (=)„Mensch— Gymnastik— Arbeit.“ Die Bochumer Vertreterinnen der Lohelandschule veranstalteten am Mittwoch nachmittag und abend unter dem Thema „Mensch— Gymnastik— Arbeit“ einen Lichtbildervortrag, der mit einer Ausstellung von Arbeiten aus den der Lohelandschule in der Rhön angeschlossenen Werkstätten verbunden war. Die Veranstaltung sollte der Bewegung neue Freunde schaffen und die Idee der Gymnastik in weiteste Kreise hineintragen. Die Vortragende, Elisabeth Hertling, führte aus, daß Gymnastik Erziehungsarbeit sei, die zu bewußtem Gebrauch des menschlichen Körpers führen und den Sinn für Art, Wesen und individuelle Veranlagung des einzelnen wecken soll. Gleichzeitig soll die so gewonnene Erkenntnis tätige Beziehung zur Umwelt schaffen. Gymnastik sei in ihrer Art grundverschieden vom künstlerischen Gestaltungstanz. Sie wolle vielmehr in sachlicher, ernster Arbeit die Krafte des Menschen wecken, der Allgemeinheit dienstbar machen und Verstand, Gefühl und Herz zur inneren Harmonie vereinen. Wie dies in der Lohelandschule geschieht, zeigte die Sprecherin in klarem, verständlichem und gut gegliedertem Vortrag an Hand zahlreicher, durch Gegenüberstellung von schlechter und guter Leistung besonders eindringlicher Lichtbilder. Der Schüler kommt, so zeigten die Beispiele, von statischer Ruhe, in der er die bewußte Beziehung zum Raum erkennen soll, über die Lehre vom Gegenspiel der Kräfte zur Bewegung und zum Ziel aller Gymnastik. Wie aktiv sich Gymnastik in der Lebensgestaltung des Menschen auswirken kann, bewiesen die Bilder aus den Töpfer=, Schreiner= und Webewerkstätten, die künstlerischen Maskenaufnahmen der Schülerarbeiten und die Szenenwiedergaben abs Märchenspielen, die die Schülerinnen selbständig aufführen. Herrliche Aufnahmen von den Baulichkeiten der Schule, die besonders schön liegt, beschlossen die Bilderreihe. Außerdem interessierten im Anschluß an den Vortrag die ausgestellten Arbeiten, die durch Geschmack und Formgefühl überzeugten. Die Veranstaltung fand dankbare Aufnahme bei allen Besuchern und vermittelte einen beachtlichen Eindruck von der Arbeit der Lohelandschule, die mit Recht den Namen einer ernsten, wertvollen Kulturstätte trägt. Autobuslinie Bochum—Blankenstein. Von Donnerstag, 8. Oktober, an wird der Autobusbetrieb auf der Linie Bochum—Blankenstein werktags in den Vormittagsstunden verstärkt, und zwar herrscht von 6 bis 12 Uhr ein=Stunden=Verkehr. Die Abfahrtzeiten liegen: ab Bochum Rathaus.05,.82,.82, 10.32, 12.32 Uhr, von das an alle Stunden; ab Blankenstein.45, .08,.08, 11.08, 13.08 Uhr, von da an alle Stunden. Weiterhin wird ein Spätwagen nach Blankenstein eingelegt ab Rathaus Bochum 22.45 Uhr, der als Theaterwagen gedacht ist. Der Wagen hat in jedem Falle am Stadttheater das Ende der Vorstellung abzuwarten, so daß für die Besucher des Stadttheaters eine Möglichkeit besteht, nach Blankenstein mit dem Autobus zurückzukommen. Die Rückfahrt von Blankenstein nach Bochum erfolgt 23.20 Uhr oder, wenn die Vorstellung des Theaterz nach 22.45 Uhr zu Ende ist, entsprechend später. Dieser Theaterwagen wird auch an Sonntagen verkehren. Weiter unbeständig Wetterbericht der Essener Wetterwarte vom 7. Oktober. Die ersten Störungen des großen isländischen Tiefdruckgebietes erreichten Westdeutschland am Mittwoch früh und brachten zunehmende Bewölkung und zeitweise leichte Regenfälle. Der Kern des umfangreichen Tiefdrucksystems liegt heute früh zwischen Island und der norwegischen Küste und wird sich weiter ostwärts bewegen. Auf der Rückseite dringt Kaltluft subpolaren Ursprungs nach Süden vor und hat bereits Schottland und Island überflutet. Die Temperaturen sind dort bis auf sechs Grad zurückgegangen. Beim Zusammentreffen der Kaltluft mit der maritimen Warmluft werden sich einzelne kleine Randstörungen ausbilden, die das Wetter weiterhin unbeständig gestalten werden Vorhersage für Donnerstag: Bei frischen westlichen Winden wechselnd bewölkt und zeitweeis Regenschauer. Temperaturen sinkend. Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Fortdauer der unbeständigen Witterung. Barometer 7 Uhr 750,0 24„ 755,0 Mittwoch, 7. Oktbr. Thermometer 13Uh+11C 24"+100 m. Wetterhäuschen im Stadtpark 117 m über dem Meeresspiegel Wetternotizen gemessen um 8 Uhr vormittags Ort Essen... Nachen Frankfurt Kavler Asten Brocken Borkum Hamburg Rügenwalde Berlin Königsberg München Zugspitze Zürich Gens Lugano Zeiten für Sonne und Mond am 8. Oktober: (D Aufg..40, Unterg. 17.55: C Aufg..56, Unterg. 16.57 Die heutige Aummer umfaßt 12 Seiten Bezugspreis Selbstabholer kostet monatl. Allgem. Anze im Reklamete Angebote vor Bei zwangsw verfahren usn Anzeigen an gegebene und Gewähr über Mk. 250. 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