ste en Nr. 235 38. Jahrgang Mittwoch, den 7. Oktober 1931 Täglich außer Samstag 10Pf. Samstags mit illustr. Beilage 20 Pf. Bezugspreis einschl Botenlohn.40 Mk. monatlich, oder.20 Mk. halbmonatlich: Selbstabboler.10 Mk. bzw..05 Mk. Unsere Beilage„Die Bochumer Illustrierte“ kostet monatl. 20 Pf., die Funkbeilage„Hör mit mir“ kostet monatlich 30 Vf. Allgem. Anzeigenpreis: Für 1 Millimeter Höhe in 25 Millimeter Breite 10 Pf., im Reklameteil 50 Pf.(Besondere Anzeigenpreise nach aufliegendem Taris.) Angebote von anderen Zeitungen und Vermittlern werden nicht befördert. Bei zwangsweiser Beitreibung der Anzeigengebühbren durch Klage, bei Konkursverfahren usw. wird der bewilligte Nachlaß binfällig. Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmten Tagen und Plätzen, auch für durch Fernsprecher aufgegebene und abbestellte, sowie undeutlich geschriebene Aufträge wird keine Gewähr übernommen.— Schluß der Anzeigenannahme 4 Uhr nachmittags. Mi. 250, Unsal=Unterstützung bei tödlichem Unfall laut besonderen Bedingungen. General für Bochum und umliegende Industriebezirke Redaktionsleitung: Dr. Paul Dierichs, Verantwortlich für Politik: Rudolf Foest: für Kommunalpolitik u. Nachbargebier: Adolf Bedding= daus: für Lokales: Hans Schulte: für Handel: Fritz Schmidt: für Sport: Hans Schulte und Paul Wegener: für Kunst u. Unterhaltung: V. Mar Flegel: für Briefkasten, Beilagen und den übrigen Textteil: Mar Flegel: für den Anzeigenteil: F. W Pempe. Sprechstunden der Red.: 16—17 Uhr(auß. Samst.).— Druck u. Verlag: Bochumer Anzeiger und General Anzeiger. Laupenmühlen 8 Dierichs, sämtlich in Bochum. Berliner Redaktion: Michael Haupt, Berlin SW 68. Zimmerstraße 28, Fernsprecher: Tönhoff 553 und Karlsborst 9340.— Für unverlangte Einsendungen übernimmt die Redaktion keine Haftpflicht. Zurücksendung ersolgt nur, wenn Rückporto beiliegt.— Redaktion und Geschäftsstelle: Ratbausblatz 8. Fernsprech=Anschlüsse Sammelnummer 67551— Postscheckkonto Dortmund 1760. Douit Srumnanm Des Reichslarnens oder Ambildung— Dr. Curtius überreicht sein Rücktrittsgesuch se ungen, bei hober 2m. in gesucht. Wohnun# zu werden. Ange er, sämztl., Einnabmast. unt. E. G. 42572 a. e dies. Zeitung erba Kleine Limousim nicht stärter als St.=PS., zu taus, ges.„geg. DamasBrillantring. Ansog Wert des Ringes 1350 M. Es komm nur ein erstkl. Wan, in Frage. Schrifl, Angeb. unter K. e 42871 an die Gescht Geld gesunden In der Ecke liegn gewiß getrag. Klei u. Schuhe all. An Ich zahle dafür, sen hohe Preise.(4289 Klausner, Brückstr.s — Teleph. 63835.— Gutes Pferd u. Fll geb, bar zu kautz gel. Ang. u. 2. 42945 an die Gesohi Piano aut, erbalten, gegn Kasse zu kauf## Angeb. unter U. 2 42940 an die Geschi llen elen amen-Frisier-Salon en Waschter) Tel. 63817 ußböden gezogen, abgespänt. abzieben.90 b. 1. 30 bis.40 M. p. a. —( 4 2 3 5 restraße 1 9. HausFrauen e Dienstag ist in zukaufen. 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Es handelt sich um eine Halbrechtsschwenkung des Kanzlers, gleichwenn an eingeweihter Stelle betont wird, daß der Kurs in keiner Weise geändert werden soll, daß vielmehr der Kanzler bestrebt ist, durch weitere Unabhängigmachung von den Parteien die Schlagkraft des Kabinetts zu erhöhen. Das große Rätselraten Wie bei allen Regierungskrisen, so hat, auch heute ein großes Rätselraten begonnen. Fest steht lediglich, daß folgende Männer dem neuen Kabinett Brüning nicht mehr angehören werden: Reichsaußenminister Dr. Curtius, Reichsinnenminister Dr. Wirth, Reichsverkehrsminister v. Guérard sowie Reichsminister Treviranus. Weiter sollen ausscheiden Dr. Pünder als Staatssekretär der Reichskanzlei, Dr. v. Trendelenburg als Staatssekretär des Reichswirtschaftsministeriums und ferner der Leiter der Presseabteilung, Ministerialdirektor Dr. Zechlin. Es bleiben also neben den genannten Ministerien die bisher schon verwaisten Ressorts der Justiz und der Wirtschaft neu zu besetzen. Für die einzelnen Ressorts werden die verschiedensten Vermutungen aufgestellt. Für das Außenministerium wird neben Herrn v. Neurath der ehemalige Botschafter Dr. Solf genannt, obwohl wir annehmen, daß der Kanzler persönlich die außenpolitischen Geschäfte übernehmen wird. Als Kandidat für den Innenministerposten wird neben Dr. Geßler auch der Volksparteiführer Dr. Dingeldey genannt. Das Reichsjustizministerium soll durch den bisherigen Staatssekretär Joel besetz werden. Das aber sind einstweilen alles nur Kombinationen, ja es besteht vielleicht die Möglichkeit, daß= ein Teil der genannten Personen den Ruf des Kanzlers ablehnen wird. Im Kabinett selbst verbleiben also nur Reichskanzler Dr. Brüning, Reichsfinanzminister Dr. Dietrich, Reichsarbeitsminister Dr. Stegerwald, Reichswehrminister Dr. Gröner und Reichspostminister Schätzel. Aber selbst über eine Ersetzung des Reichsfinanzministers laufen schon Gespräche um, obwohl sich bisher zur Annahme dieses Postens keine Persönlichkeit zur Verfügung gestellt hat. Die Ambildung von Hindenburg gesorber Diese Kabinettsumbildung, die seit Monaten schon von den verschiedensten Seiten gefordert wurde, kommt nach Auffassung politischer Kreise reichlich spät und erweckt so den Eindruck, daß der Kanzler hier unter dem Druck der Opposition gehandelt hat. Demgegenüber erfahren wir, daß die Umbildung vom Reichspräsidenten persönlich gefordert worden ist. Gerüchte über ein Zerwürfnis zwischen dem Reichspräsidenten und dem Reichskanzler sind glatt aus der Luft gegriffen. Sie sind dadurch entstanden, daß der Reichspräsident nicht, wie vorgesehen, die kommende Notverordnung bereits gestern unterzeichnet hat, sondern den Kanzler bat, zuerst die Zustimmung der Länderregierungen einzuholen. Das ist heute geschehen. Die Notverordnung wird am Mittwoch erscheinen, da sie bereits heute abend um 6 Uhr vom Reichspräsidenten unterschrieben worden ist. Allgemein verstärkt sich der Eindruck, daß Dr. Brüning mit dieser Umbildung von seinem bisherigen Weg abgekommen ist. Es ist kaum anzunehmen, daß das neue Kabinett Brüning eine größere parlamentarische Basis finden wird. Würde der Kanzler einen offensichtlichen Ruck nach rechts unternehmen, so läuft er Gefahr, der Zustimmung der Sozialdemokratie verlustig zu gehen. Tritt diese Rechtsschwenkung jedoch nicht ein, so war die gesamte Umbildung unnötig, die obendrein nur als Schwäche des Kanzlers von den verschiedenen Parteien angesehen wird. Zudem bleibt heute noch fraglich, ob Dr. Brüning bereits bis zum Zusammentritt des Reichstages sein neues Kabinett unter Dach und Fach haben wird, und ob dieses Kabinett vor dem Parlament bestehen wird. Gerät das Kabinett in die Minderheit, so wären folgende Möglichkeiten gegeben: Entweder betraut der Reichspräsident einen Führer der nationalen Opposition mit der Regierungsbildung oder das zweite Kabinett Brüning bleibt als geschäftsführendes Kabinett bestehen. Anderseits müßte sich auch ein Kabinett der nationalen Opposition eine Mehrheit schaffen. Wie diese hergestellt werden soll, ist heute noch unklar. Was aber nach dem Scheitern all dieser Versuche Buch mit sieben Siegeln. kommt, bleibt noch ein Was die Presse sagt Die Presse beschäftigt sich eing Lage. Die nationale Oppo ngehend mit der neuen sition läßt heute schon dem zweiten Kabinett Brüning mit aller Deutlichkeit unverändert scharfe Opposition ansagen. Der deutschnationale„Tag" bezeichnet es als einen Denkfehler, den zum Rücktritt aufgeforderten Kanzler Dr. Brüning als Kanzler eines Kabinetts der nationalen Aktion anzusehen. Der„Lokalanzeiger“ spricht die Vermutung aus, daß der Reichspräsident dem Kanzler die Auflösungsordre für den Reichstag nicht habe erteilen wollen, wogegen Dr. Brüning diese Auflösungsordre für ein umgebildetes Kabinett zu bekommen hoffe. Die liberale Presse hält die Kabinettsumbildung für nicht unbedingt notwendig. So schreibt die Vossische Zeitung":„Ob sich das Kabinett Brüning halten kann oder nicht, hängt letzten Endes davon ab, ob es vor allem eine Wirtschaftspolitik betreibt, die populär ist oder nicht.“ Der sozialdemokratische„Vorwärts“ gibt seiner Auffassung in dem lakonischen Satze Ausdruck:„Der Reichskanzler sucht die Quadratur des Kreises zu lösen, der Rechten Zugeständnisse zu machen, ohne die Tolerierung der Sozialdemokraten zu verlieren.“ Die Parteien selbst haben zu den Vorgängen noch nicht Stellung genommen. Man scheint in den Parteien der gemäßigten Rechten erst die Beschlüsse der Harzburger Tagung der nalonasen Oppostion abwarten zu wollen ehe man endgültige Beschlüsse über die spätere Taktik faßt. Diese Tagung wird als„geschlossene Front zur Errettung des deutschen Vaterlandes" bezeichnet. Der Kanzler soll bereits davon in Kenntnis gesetzt worden sein, daß es sich bei der Harzburger Tagung um eine geschlossene Front gegen das Kabinett Brüning handelt. Neben den Parteiführern Hugenberg und Hitler werden die Führer des Stahlhelins, Seldte und Düsterberg, sowie der Führer des Reichslandbundes, Graf v. Kalkreuth, der sich heute in geharnischten Artikeln gegen die Agrarpolitik Dr. Schieles ausspricht, an der Tagung teilnehmen. Weiter werden auf der Tagung der frühere Reichsbankpräsident Dr. Hialmar Schacht, Justizrat Claß, der Führer des Alldeutschen Verbandes sowie Graf von der Goltz, der Vorsitzende der Vereinigten vaterländischen Verbände, das Wort nehmen. Am Vormittag des 11. Oktober findet eine gemeinsame Sitzung der deutschnationalen und enationalsozialistischen Fraktionen des Reichtags und des Preußischen Landtags, des Reichsund Staatsrats statt. Die deutschnationalen und nationalsozialistischen Minister der Länder sowie Vertreter der Landtagsfraktionen der übrigen Länder sind ebenfalls geladen. An der Fraktionssitzung nehmen ferner die drei aus der Landvolkpartei zur nationalen Opposition übergetretenen Reichstagsabgeordneten teil. Zu gleicher Zeit findet eine große Bundesvorstandssitzung des Stahlhelms unter Leitung der Bundesführer statt. Schon jetzt ist zu übersehen, so heißt es in einer Mitteilung der deutschnationalen Pressestelle, daß der Besuch außerordentlich stark sein wird, besonders auch aus Kreisen der Industrie und der Landwirtschaft. Führende Persönlichkeiten der westlichen Industrie, des Reichslandbundes und der Arbeitnehmerschaft haben ihr Erscheinen zugesagt. Regierungserklärung am 13. Oktober Die nunmehr gedruckt vorliegende Tagesordnung für die nächste Reichstagssitzung am 13. Oktober sieht lediglich die„Entgegennahme einer Erklärung der g“ vor. Die Sitzun Reichsregierung" Sitzung beginnt um 15 Uhr. Nedel Schln Herrelt in Sichl Moratorium für drei oder fünf Jahre? Berlin, 6. Oktober. Von unserer Berliner Schriftleitung. Die aus Amerika hier einlausenden Nachrichten bestätigen, daß der amerikanische Präsident einen neuen bedeutsamen Schritt in der Schuldenfrage plant. In den letzten Tagen hatte Hoover mit den verschiedenen Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft eingehende Gespräche über Maßnahmen, die gegen die immer weiter um sich greisende Finanz= und Wirtschaftskrise zu ergreisen sind. Für Dienstag nachmittag amerikanischer Zeit hat der Präsident die führenden Männer der Demokratischen und der Republikanischen Partei zu sich geladen. Um die weit entfernt wohnenden Abgeordneten und Senatoren rechtzeitig aus ihren entlegenen Bezirken zur heutigen Konferenz ins Weiße Haus zu bringen, hat man sogar Armeeflugzeuge ausgesandt. Man rechnet damit, daß der amerikanische Präsident bereits heute, sonst morgen, mit dem neuen HooverPlan vor die Weltöffentlichkeit tritt. Der Plan soll ein allgemeines Schuldenmoratorium von drei bis fünf Jahren enthalten. In Washington selbst herrschte heute politischer Hochbetrieb. Präsident Hoover kündigte in der heutigen Pressekonferenz an, er habe die Vertreter der beiden par Xal Amerika bedeutend gestiegen. Man schätzt die Zahl der Arbeitslosen auf ungefähr acht Millionen. Ebenso ist die amerikanische Ausfuhr zurückgegangen, und amerikanische Großbanken haben an ihren Auslandsgeschäften Milliardenverluste erlitten. Wenn also heute der amerikanische Präsident abermals die Initiative ergreift, um seine Vorschläge vom Frühsommer dieses Jahres zu erweitern, so wird man dem in Berlin mit lamentarischen Parteien zu einer Konferenz gebeten, um ihnen ein„Programm für nationale Einheit zwecks konstruktiver Schritte angesichts der gegenwärtigen Depressionen“ vorzulegen. Man nimmt an, daß die Konferenz bis spätnachts dauern und das Ergebnis im Laufe des morgigen Tages bekanntgegeben wird. Wie verlautet, wird sich das Programm vornehmlich mit der Besserung der inneramerikanischen Lage beschäftigen, aber daneben auch mit den vom Ausland kommenden Ursachen der amerikanischen Depression. Diese Meldungen werden hier in amtlichen Kreisen stark beachtet. Die geplanten Maßnahmen des amerikanischen Präsidenten sind sowohl in der englischen Währungskrise wie in der zunehmenden Wirtschaftsverschlechterung der Vereinigten Staaten selbst begründet. So ist in den letzten Monaten die Arbeitslosigkeit in Dr. Curtius scheidet aus dem h Berlin, 6. Oktober.(Eig. Drahtber.) Mit Dr. Curtius, der heute dem Reichspräsidenten seinen Rücktritt unterbreitet hat, ist eine ebenso ruhige wie verbindliche und kluge Persönlichkeit aus dem Reichskabinett und damit aus dem Ministerialdienst geschieden, Man mag ihm je nach dem parteipolitischen Standpunkt entweder die Abkehr von der StresemannPolitik oder die wenig schneidige Durchführung der Zollunionsaffäre zum Vorwurf machen. Sein Rücktritt erfolgt im Zusammenhang mit dieser Zollunionsaffäre, Der zurückgetretene Reichsaußenminister Dr. Curtius. ohne daß sich der Außenminister hierbei mehr als das übrige Kabinett belastet zu fühlen braucht. Die innerpolitischen Vorgänge sind stärker gewesen als Dr. Curtius. Der Außenminister hat das Feld geräumt. Er hat als Nachfolger Gustav Stresemanns ein schweres Amt übernommen, dessen Bürde durch die Zuspitzung der allgemeinen europäischen Krise noch weiter wuchs. Aber man wird ihn nicht von dem Vorwurf freisprechen können, daß er es an jenem geistigen Druck auf seine Kabinettskollegen mangeln ließ, an jener Führereigenschaft, die die Durchsetzung eigener außenpolitischer Ideen schließlich doch ermöglicht hätte. Wenn sich, wie es heißt, der Kanzler der Kenntnisse des Ministers auch weiterhin versichern will indem man ihn vielleicht mit der Wahrnehmung großer internationaler Konferenzen betrauen wird, so wäre das nicht überraschend. Dr. Curtius hat in seiner langjährigen Ministerpraxis als juristischer Sachkenner unbestrittene Fähigkeiten und Erfolge bewiesen. Dr. Curtius ist am 7. Februar 1877 in Duisburg geboren. Nach Absolvierung des Gymnasiums seiner Geburtsstadt studierte er an den Universitäten Kiel, Straßburg und Bonn Rechtswissenschaft. In den Jahren 1905 bis 1910 war er als Rechtsanwalt in Duisburg tätig. am Krieg nahm er als Hauptmann und Batterieführer teil. 1920 wurde er als Mitglied der Deutschen Volkspartei im Wahlkreis 32 Baden in den Reichstag gewählt. 1921 ließ er sich als Rechtsanwalt am Kammergericht nieder. Im Januar 1926 trat er in das zweite Kabinett Luther als Reichswirtschaftsminister ein und übernahm dies Amt auch in den beiden folgenden Kabinetten. Nach dem Tode Stresemanns wurde er zum Minister des Auswärtigen ernannt. Seine letzte offizielle Handlung war der Empfang der französischen Minister in der Reichshauptstadt. Sympathie begegnen, wenn auch die letzten Beweggründe für diese diplomatische Aktion im amerikanischen Interesse liegen. Besonders erstaunlich ist, daß Hoover diesen Vorstoß noch vor dem Besuch des französischen Ministerpräsidenten Laval zu unternehmen gedenkt, ein Zeichen, daß man auch in amerikanischen Regierungskreisen langsam erkannt hat, daß die Grundlagen des Weltvertrauens nur geschaffen werden können, wenn den tributpflichtigen Ländern eine Möglichkeit für klare Kalkulation auf lange Sicht gegeben wird. Dagegen darf man sich auch den Bedenken nicht verschließen, die heute bei Bekanntwerden des neuen Planes auftauchen. Es kann nur im Sinne einer klaren deutschen Außenpolitik liegen, auf schnellstem Wege durch eine internationale Konferenz die Revision der Tributverträge herbeizuführen. Ein Moratorium für fünf Jahre, so erstrebenswert es auch im Augenblick für uns wäre, würde die Lösung der Frage nur vertagen. Gewiß, auch der Zahlungsaufschub bringt Deutschland gewisse Erleichterungen. Ja. Optimisten sind sogar der Ansicht, daß nach fünfjähriger Pause der Tributzahlungen diese automatisch einschlafen würden. Uns scheint vielmehr erst die rechtliche Lösung der Schuldenfrage und eine nicht mehr anzutastende Revision das Vertrauen der Welt wiedergeben zu können, das nun einmal für die Ingangsetzung des internationalen Kreditmarktes Vorbedingung ist. Aus diesen Gründen hält man auch an Berliner amtlichen Stellen einstweilen mit einer Stellungnahme zu dem neuen Hoover=Plan zurück, zu dem man erst nach amtlicher Bekanntgabe Stellung nehmen wird. „Der lieffte Punkt der deutschen Rot noch uichtereicht“ sagt Siegerwald Berlin, 6. Oktober. Im Verlauf der Ausschußtagung des Deutschen Gewerkschaftsbundes hielt Reichsarbeitsminister Dr. Stegerwald eine Rede, in der er u. a. erklärte, über die gegenwärtige Lage dürften sich auch die Arbeitnehmer keine Illusionen machen. Nach seiner Auffassung sei der tiefste Punkt der Rot des deutschen Volkes noch nicht erreicht. Auch die Arbeitnehmer müßten noch weitere Opfer bringen. Auf einen Zuruf:„Und wo bleiben die Opfer der anderen?“, meinte Stegerwald:„Die anderen kommen auch dran.“ Der Minister fuhr dann fort, ein großer Teil der gesamten Schwierigkeiten könne deshalb so schlecht überwunden werden, weil das Reich kein Notstandsrecht babe und nur mit dem Artikel 48 die Probleme lösen könne. Alle tief einschneidenden Aenderungen müßten jedoch mit Zweidrittelmehrheit im Reichstag angenommen werden. Darüber könne sich die Reichsregierung nicht hinweg setzen wenn sie die Verfassung nicht brechen wolle. Auch die Regelung der Pensionsfrage, vor allem für die Großpensionäre, könne nicht von dieser Reichsregierung ohne weitere Vollmachten getroffen werden. Sie bedauere das selbst aufs tiefste. Es sei ganz ausgeschlossen, daß er in einer Zeit der größten Arbeitslosigkeit und der Währungskrise mit staatlichen Machtmitteln allein die Löhne hochhalten könne. Selbstverständlich stehe er zu seinem Versprechen, daß weder an den Grundlagen des Tarifvertrages, noch an der Anerkennung der Gewerkschaften gerüttelt werde. Es sei angesichts des furchtbaren Ernstes der gegenwärtigen Lage dringend notwendig, daß Arbeitgeber und Arbeitnehmer sich selbst verantwortlich über die schwierigsten Fragen einigten. Gehaltsraten in Preußen verkleinert Berlin, 6. Oktober. An zuständiger preußischer Stelle wird bestätigt, daß die am 10. dieses Monats fällige Hälfte der preußischen Beamtengehälter nur zur Hälfte ausgezahlt werden könne. Die Beamten erhalten am 10. dieses Monats demnach nur ein Viertel ihres Mone sgehaltes. Die Auszahlung des Restgehaltes richte sich nach der Kassenlage. Keine Zahlungseinschränkungen Berlin, 6. Oktoher. In ihrer Nummer 234 vom Mittwoch, dem 7. Oktober, deutet die„Tägliche Rundschau“ in einem Artikel an, daß die wirtschaftlichen Schwierigkeiten in der kommenden Woche auch wieder Bankfeiertage oder sonstige Zahlungseinschränkungen mit sich bringen könnten. Diese Nachricht ist frei erfunden. Keine verantwortliche Stelle hat je den Gedanken neuer Bankfeiertage auch nur in Betracht gezogen oder auch nur die geringste Veranlassung dazu gehabt. Die Reichseinnahmen . Berlin, 6. Oktober. Die Gesamteinnahmen des Reiches an Steuern, Zöllen und Abgaben für die Zeit vom 1. April bis 31. August 1931 belaufen sich auf 3370 Millionen Reichsmark(veranschlagt für das Haushaltsjahr 1931 8 967 Millionen Reichsmark). Im August sind insgesamt 734,1 Millionen Reichsmark aufgekommen(gegenüber dem Vorjahr 28,9 Millionen weniger). Die Steuereingänge in den ersten fünf Monaten des laufenden Haushaltsjahres bleiben hinter dem Voranschlag erheblich zurück, so daß bei gleichbleibenden Eingängen am Ende des Haushaltsjahres rein rechnerisch ein Fehlbetrag von rund 900 Millionen Reichsmark zu erwarten ist. Oesterreich sperrt Postanweisungsverkehr nach dem Ausland Wien, 6. Oktober. Die Postdirektion verfügte heute mittag die Einstellung des Postanweisungsverkehrs bis auf weiteres nach dem gesamten Auslande, nachdem gestern bereits eine teilweise Sperrung des Postanweisungsverkehrs erfolgt war. Der Grund zu der Maßnahme ist die Beobachtung, daß infolge der Kursdifferenz ausländischer Währungen bei der amtlichen Umrechnung und im freien Handel mittels Postanweisungsverkehrs Valutaspekulationen einsetzen. Englands Außenminister in Paris Paris, 6. Oktober. Der englische Außenminister Lord Reuding traf am Dienstag nachmittag in Begleitung des Sachverständigen des britischen Schatzamtes auf dem Pariser Nordbahnhof ein, um Rücksprache mit den französischen Ministern über die politische Lage, besonders über die Finanzkrise, zu nehmen. Die japanisch=chinesische Spannung Schanghai, 6. Oktober. Die Lage ist infolge einer japanischen Note, die die chinesische Regierung der Nachlässigkeit beschuldigt, weil sie keine Maßnahmen gegen die Boykottierung der Japaner ergreife, noch gespannter geworden. Die japanische Regierung, so wird erklärt, betrachte diese Art des Boykotts als ebenso folgenschwer, wie die Ermunterung zu einer antijapanischen Bewegung durch die chinesische Regierung. Die japanische Admiralität hat zwei weiteren Torpedobootszerstörern befohlen, sofort nach Schanghai in See zu gehen. Die Regierung erwägt außerdem die Entsendung eines Kreuzers. Dei Reichrranziel bol dem Reichsral Sachsen und Bayern mit der Reichspolitik unzufrieden Berlin, 6. Oktober. Amtlich wird mitgeteilt: Unter dem Vorsitz des Reichskanzlers fand heute in der Reichskanzlei eine Sitzung der vereinigten Ausschüsse des Reichsrates statt, zu der die Ministerpräsidenten der einzelnen Länder in der Mehrzahl erschienen waren. Der Reichskanzler erstattete zu Beginn der Sitzung einen eingehenden Bericht über die allgemeine wirtschaftliche und finanzielle Lage Deutschlands, wobei er sich besonders mit den aus der Krise des englischen Pfundes zu erwartenden Rückwirkungen auf die gesamte Weltwirtschaft und auf die deutsche Wirtschaft auseinandersetzte. Da sich diese Auswirkungen in vollem Umfange noch nicht übersehen ließen, so müßten sich die jetzigen Maßnahmen auf eine Vorwegnahme von Eingriffen beschränken, welche die Behebung der dringendsten Notstände, besonders in den Gemeinden, ermöglichen. Die auf diesen Grundsätzen beruhende Notverordnung würde den Ausgangspunkt für weitere Maßnahmen zu bilden haben, die sich mit der Konsolidierung der Wirtschaft, der Ausbalancierung der Produktionskosten und Lebenshaltungskosten zu befassen haben würden. Aber all diese sofort in Angriff zu nehmenden wirtschaftlichen Maßnahmen könne kein Land, auch Deutschland nicht, für sich allein restlos lösen, nur eine internationale Zusammenarbeit, und zwar eine solche, die in kürzester Zeit in Angriff genommen werden muß, könne eine Besserung in den einzelnen Ländern und in der gesamten Weltwirtschaft mit sich bringen. Im Anschluß an diese programmatischen Erklärungen des Reichskanzlers erläuterte der Vizekanzler und Reichsfinanzminister Dr. Dietrich die in der Notverordnung vorgesehenen und in der Hauptsache die Länder und Gemeinden interessierenden Fragen. An diese Ausführungen schloß sich eine eingehende Aussprache, an der sich zahlreiche Mitglieder der vereinigten Ausschüsse des Reichsrates und der Reichsbankpräsident beteiligten. In einem Schlußwort faßte der Reichskanzler die in der Aussprache erörterten Gedanken zusammen. Scharfe bayrische und sächsische Kritik Hierzu drahtet uns unsere Berliner Schriftleitung: In der Konferenz haben sowohl der sächsische Ministerpräsident wie der bayrische Ministerpräsident und der bayrische Innenminister lebhaft Kritik an der neuen Notverordnung geübt. Ministerpräsident Dr. Held verlangte eine andere Regelung über die Reichszuweisungen für die Wohlfahrtsfürsorge, lehnte die in der Notverordnung getroffene Form der Umschuldung ab und protestierte besonders gegen die Neuregelung des Sparkassenwesens. Umschuldung wie Reform des Sparkassenwesens könnten in diesem Sinne in Bayern nicht durchgeführt werden. Der Ministerpräsident bezeichnete weiter den Eingriff des Reiches in die Zuständigkeit der Länder als verfassungswidrig. Held verlangte Auskunft, wie die Länder an den Reparationseinsparungen beteiligt werden sollen. Die ganze Rede lief auf eine scharfe Kritik an der Reichspolitik hinaus. Auch der bayrische Innenminister Dr. Stützel ergriff zu Ausführungen des Reichsbankpräsidenten Dr. Luther das Wort und bezeichnete die Neuordnung des Sparkassenwesens als verfassungswidrig. Er erklärte, daß es durchaus möglich gewesen sei, diese Frage zwischen Reich und Ländern auf gutlichem Wege zu regeln. Der sächsische Ministerpräsident Schieck wehrte sich dagegen, daß das Reichskabinett die Länderregierungen durch die neue Notverordnung abermals vor vollendete Tatsachen gestellt habe, wodurch die Länder zu reinen Vollzugsorganen des Reiches gemacht würden. Die neue Notverordnung erschöpfe sich wieder in Teilmaßnahmen. Darum sei es dringend notwendig, daß dem deutschen Volke klar der Kurs gezeigt werde, den die Reichsregierung in Zukunft einzuschlagen beabsichtige. fahren dürse. Das Eindringen in die Ideologie der Angestellten sei eine Lebensfrage für die gesamte Arbeiterbewegung. Nach einer Aussprache über diesen Vortrag wurden die Verhandlungen auf Mittwoch vertagt. Heute Auflösung des englischen Parlaments Spaltung der englischen Liberalen London, 6. Oktober. In der heutigen Unterhaussitzung kündete Premier= minister Macdonald die Auflösung des Parlaments für Mittwoch an. Er erklärte, daß er eine Audienz beim König gehabt hätte. und in deren Verlauf dem König um die Ermächtigung zur Auflösung gebeten habe. Der König habe ihm Vollmacht gegeben, sein Einverständnis mit der Auflösung bekanntzumachen. Er hoffe, diese Maßnahme schon morgen durchführen zu können. Sie hänge davon ab, ob die Aufgabe der Kammer als beendigt angesehen werden könne. Wenn die Auflösung tatsächlich morgen ausgesprochen werden sollte, so werden die Neuwahlen für den 27. Oktober ausgeschrieben. Sir John Simon hat offiziell eine neueliberale Partei gegründet, der 22 liberale Abgeordnete angehören. Die Neugründung ist zur Unterstützung Macdonalds als Leiter der Nationalregierung und für die Zwecke der Wahlen erfolgt. Die„Newyork“ aufgegeben Newyork, 7. Oktober. Die Hoffnung, die„Newyork", das Schleuderflugzeug des Lloyddampfers„Bremen“, unversehrt aufzufinden, ist nunmehr aufgegeben, worden, nachdem in der Nähe von Noel an der Küste von Neuschottland eine Tragfläche aufgefunden worden ist, die als zur„Newyork“ gehörend erkannt wurde. Die hiesige Leitung des Norddeutschen Lloyd nimmt an, daß die beiden Flugzeuginsassen, der Pilot Simon und der Mechaniker Wagenknecht, ertrunken sind. Die fünf Postsäcke, die sich an Bord des Flugzeuges befanden, gelten als verloren.(Siehe auch Seite.) Neues in Kürze Dei zWens Dag ees Asaeslungiesser Reden Hilferdings und Aufhäusers Leipzig, 6. Oktober. Der zweite Tag des Afa=Kongresses diente der Festlegung des Aktionsprogramms und der Richtlinien für die gewerkschaftliche Arbeit in den nächsten Jahren. Das erste Referat über das Thema„Gesellschaftsmacht oder Privatmacht über die Wirtschaft“ hielt der frühere Reichsminister Dr. Hilferding, der nach einem historischen Ueberblick über die Ursachen der Weltkrise zu dem Schluß kam, daß der Krise in wirksamer Weise nur durch Abkehr von den Methoden, die zu ihr geführt hätten, begegnet werden könne. Wenn die Kapitalisten bei dem kapitalistischen System bleiben wollten, müßten sie richtige kapitalistische Politik betreiben, d. h. vor allen Dingen eine international richtige Bankpolitik, die es vermeide, über das notwendige Maß hinaus die Kredite einzuschränken und dadurch die Produktion zu schädidigen, weiter eine auswärtige Politik, die sich auf Vertrauen aufbaue. Für Deutschland bedeute das die Herstellung eines vernünftigen Verhältnisses zu Frankreich. Wir brauchten weiter eine Handelspolitik, die endlich die ökonomischen Konsequenzen aus der ungeheuren Krise ziehe und nicht glaube, die deutschen Brot= und Getreidepreise außerhalb der Weltmarktpreise halten zu können. In diesem Sinne brauchten wir eine internationale Herabsetzung der Zölle. Auch auf dem Gebiete der Produktion müßten wir um eine Vergrößerung der staatlichen Macht kämpfen, namentlich durch Errichtung eines Kartellamtes zur Kontrollierung unserer Monopolindustrien. Nach einer Aussprache, in der von den verschiedensten Standpunkten aus zu den Gegenwartserscheinungen der Wirtschaft Stellung genommen wurde, sprach Dr. Hilferding das Schlußwort. Nicht jeder kapitalistische Lösungsversuch der Krise sei von vornherein abzulehnen. Die heutige Politik sei kein kapitalistisches Monopol mehr; dem partikularen Wirtschaftsbewußtsein sei das gemeinwirtschaftliche Staatsbewußtsein gegenübergestellt, im Ringen beider seien Kompromisse möglich. In der Nachmittagssitzung wurden mehrere Entschließungen angenommen, von denen eine als erste Aufgabe für die nächste Zukunft die Sicherung des Lebensspielraumes der breiten Massen sowie die planmäßige Arbeitsverteilung bezeichnet. In dieser Entschließung wird auch die 40=Stundenwoche gefordert und ein von der Gesellschaft getragener Wirtschaftsplan„an Stelle der kapitalistischen Anarchie". In einer Entschließung zum Tarifrecht, die davon ausgeht, daß bereits eine durchschnittliche Einkommensverminderung von 25 Prozent festzustellen sei, wird der Tarifvertrag neben der Arbeitslosenunterstützung als der einzige Wall vor dem völligen Zusammenbruch der Lebenshaltung von Arbeitern und Angestellten bezeichnet. Alle Pläne, ihn zu beseitigen, werden mit. aller Schärfe abgelehnt. Eine andere Entschließung beauftragt den Afa=Bundesvorstand, auf die Einführung der 40=Stundenwoche bei den Behörden hinzuwirken. Dann nahm der Bundesvorsitzende, Reichstagsabgeordneter Aufhäuser, das Wort zu seinem Vortrag über das Thema„Ideologie und Taktik der Angestelltenbewegung". Er führte u. a. aus, in der Tagespraxis ständen alle Angestelltenverbände im Klassenkampf gegenüber dem Unternehmertum, um die furchtbare und wachsende Not von ihren Mitgliedern abzuwenden. Der Gegensatz zwischen den Richtungen der Verbände beruhe ausschließlich in der Verbandsideologie. Es ist ausgeschlossen, den Angestellten Hilfe zu bringen, wenn ihre Organisationen gleichzeitig die kapitalistische Wirtschaftsordnung, die Ursache der Angestelltennot, aufrechterhalten wollten. Die noch herrschende falsche Ideologie weiter Angestelltenkreise könne nur überwunden werden, wenn die gesamte Klasse der Kopf= und Handarbeiter befähigt werde, als Klasse aufzutreten. Gegenseitiges Verstehen sei die erste Voraussetzung für die notwendige Kraftenfaltung der gesamten Arbeiterklasse. Forderungen wie etwa Einschränkung des bestehenden Angestelltenrechts auf der Grundlage ungünstigerer Sozialgesetze für die Arbeiter müßten entschieden zurückgewiesen werden. Es gelte für die gesamte Arbeiterschaft zu erkennen, daß das Proletariat von heute in sich differenziert sei, also auch nach den verschiedenen Arbeitsfunktionen keine schablonenmäßige Sozialgesetzgebung erAuf Ersuchen der Reichsregierung haben die gewerkschaftlichen Spitzenverbände folgende sechs Gewerkschaftsvertreter für den deutsch=französischen Ausschuß benannt: für den Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbund Reichstagsabgeordneten Tarnow und Eggert=, für den Deutschen Gewerkschaftsbund Otte und Dr. Jahn für den Freiheitlich=Nationalen Gewerkschaftsring Reichstagsabgeordneten Lemmer und für den Afa=Bund das Mitglied des Reichswirtschaftsrats Schweitzer. Der Gesamtvorstand des Landgemeindetages hat sich zur Ueberwindung der Fürsorgekrise für eine vorübergehende Aufhebung der Arbeitslosenversicherung ausgesprochen. * Bei größeren Erwerbslosendemonstrationen in Berlin=Neukölln wurden gestern mehrere Lebensmittelgeschäfte zur Hergabe von Waren gezwungen. Auch kam es zu Prügeleien zwischen Kommunisten und Nationalsozialisten. Die Polizei nahm eine Anzahl Ruhestörer fest. * In der Nacht zum Dienstag wurden in verschiedenen Bezirken Berlins die Schaufenster von 20 Berliner Zeitungsfilialen, hauptsächlich des Scherl= und Ullsteinverlages, eingeworfen. In Flugzetteln, die in die Schaufenster geworfen wurden, wird gegen das Verbot der kommunistischen„Roten Fahne“ protestiert. Ein Täter wurde verhaftet. * Am 15. November soll in Braunschweig der Volksentscheid über das kommunistische Volksbegehren auf Auflösung des Braunschweigischen Landtages stattfinden. * Der Schiedsspruch für den sächsischen Kohlenbergbau, der eine siebenprozentige Lohnkürzung vorsieht, wurde vom Reichsarbeitsminister für verbindlich erklärt. * Bei den Parlamentswahlen in Lettland erhielten die Deutschen wieder wie im alten Parlament 6 Abgeordnete. * Der Fehlbetrag im amerikanischen Haushalt beträgt in den ersten vier Monaten des laufenden Etatsjahres 1,6 Milliarden Reichsmark. Man rechnet für das ganze Jahr mit einem Fehlbetrage von 6,3 Milliarden Reichsmark. Bruno Frank:„Mina Erstaufführung im Bochumer Stadttheater In diesem Zeitstück steuert Bruno Frank als gelehriger Kinobesucher die Gestade der Filmwelt an. Er hat da neue Ufer gesichtet und wirft nun an einem sehr interessanten Fleckchen dieser„geheimnisschweren“ Kolonie unseres modernen Abendlebens Anker. Das übliche Strandleben dieser flimmernden Welt setzt er als bekannt voraus. * Die Pointe hinter der Kulisse interessiert ihn. Er geht daher geradewegs zur Sache, zur Diva, zu Nina, die auf dem Gipfel ihres Ruhmes schwebt. Nina Gallas ist ein Filmstern, eine blonde Berühmtheit, ein Stück Inventar, ohne das die Welt nicht komplett wäre. Aber sie nennt auch einen Mann ihr eigen, ihren Mann. Sie liebt diesen Guten sogar, und er liebt sie, aber er kann es nicht leiden, daß Nina Nina ist. Ihm wäre es lieber, sie wäre noch die Antonia, seine Antonia. Dann könne er mit ihr in seinem Wunschlande leben. So aber raubt ihm die Oeffentlichkeit seine Frau und seine Ruhe und sein Glück, indes er eifersüchtelnd zwischen seiner Liebe und dem Ruhm seiner Frau auf= und niederstapft. Nina weiß das und sinnt auf Rettung. Ihr Double, ihr Schatten, ihre Doppelgängerin, die für sie in langweiligen und gefährlichen Szenen arbeitet, ist ihr ausgemachtes Abbild. Sie kann ohne weiteres in den Nimbus des Ruhmes der echten Nina steigen. Und Nina tritt aus Liebe zu ihrem Mann ab und wird ganz privat— Frau Breuer. * Das ist die Fabel, aus der Bruno Frank ein zeitnahes Märchen schuf. In leichten und lustigen Strichen begrenzt er diese Welt zwischen Ruhm und Liebe. Mit Meisterschaft wirft er In amüsanten Farben ein Bild hin, das oft erfreulich über das abgesteckte Milieu hinausweist, ein Vorzug, der dem Verfasser noch mehr Ehre machte, wenn er da und dort tiefer gegangen wäre. Aber das Thema mußte naturgemäß zunächst den Meister der dramatischen Technik reizen, und in dieser Eigenschaft gab Frank ein prächtiges Schwarz=Weiß=Stück. Die Gegensätze seiner vier Hauptgestalten wirken faszinierend und verdecken die Blässe und Zaghaftigkeit ihrer Zeichnungen geschickt. Dieser Verzicht auf manche Intensität in den Charakteren gibt dem Regisseur reichlich Gelegenheit zu dramatischer Bereicherung. Viktor Ahlers hat denn auch mit geschickter Hand nachgeholfen und hervorgeholt, was an psychologischer Spannung vorliegt. Seine idyllischen Fermaten, die er in Presto einstreute, waren klingende Köstlichkeit. Wer solches Stück zu diesem Höchstmaß ankurbeln kann, gehört zu den Berufenen. Und die Schauspieler? Da ist zunächst Liselotte Schreiner als Nina und Double. Diese Doppelrolle ist der Treffer des Stückes, die Garantie des ErDie Frage nach dem„Wohin“ scheint doch leichter gestellt als beantwortet zu werden. Man sehe sich diese „Junge Kunst in München“ an, diese Vielfältigkeit und Vielköpfigkeit, dieses buntscheckige Stil=Durcheinander, dieses Spezialitätentum, diese Uebergangs=Gemeinsamkeit, diese Gang= und Gäbekunst und sage noch, diese „Modernen“ hätten ein Ziel im Auge, wo Malerei ein allgemein verbindlicher, levenswirksamer Faktor ist. Nein, dazu bietet solche Uebergangsepoche viel zu sehr das Abbild einer im Innersten gespaltenen Kunst. Hier die Anarchie des Individuums, wo jeder jedes Recht in Anspruch nimmt, dort der Wunsch nach einer neuen Gemeinsamkeit, die nur im Schema, in der mathematischen Gesetzlichkeit und Präzision arbeitet. Aber wo bleibt die für den Deutschen so bezeichnende und dankenswerte Aufgabe, die in der Besinnung auf die opferbereite, entsagungsvolle Hingabe an die Dinge, auf die liebevolle Einfühlung und auf die große zeichnerische Tradition wurzelt? Man sucht sie vergebens. Diese Maler sehen vor Richtungen keinen Weg mehr und werden satt von der Gier nach Gesuchtheiten. * Man sieht die Varianten aller Möglichkeiten, Farbe in Form zu bringen. Richtungen mit allen Richtlinien! folges, der dieser Komödie beschieden sein wird. Die Zähigkeit dieser Nina, der man im Vertrauen manches schuldig bleiben möchte, lockerte sie mit vornehmer Munterkeit. Sie spielte Fangball mit dem Augenblick, sie tat spitzbübisch und ehrlich und hatte alle im Sack, nicht zuletzt das von ihr mitgenommene Publikum. Als Double gab sie die schlacksige Berliner Type ebenso gut wie das Postkartenidol der Masse. Kurt Bartz als ihr Mann gefiel besonders in den sparsamen Andeutungen seiner inneren Wehen. Herrlich anzusehen war der Erfolgshunger, den Willi Schröder in seinen Regisseur investierte. Diese Gestalt war erfüllt wie keine. Die sachlich=gemessene Sekretärin von Magda Reichardt und der behäbig=pfiffige Münchener von Harry Buckwitz ergänzten das zündend gemachte Stück mit Geschmack und Humor. Das volle Haus rief Schauspieler und Spielleiter oft vor den Vorhang. Gehring. Wege umkreisen sich, berühren, überschneiden, mischen sich. Eine polyglotte Malergruppe! Ausnahmen beglücken daher um so leichter. So Josef Scharl. Im Strich ist er zwar ein zemmungsloser Nachbeter der Flimmerstriche van Hoghs, aber er hat das Auge eines alten Bauernschnitzers. In jedem seiner Köpfe geistert ein beunruhigendes Geheimnis. Seine Bilder, die, an Gogh geschult, oft ein unheimliches Verständnis für das Wesen der Menschen, die er schildert, verraten, liegen wie bedächtig, ja manchmal pfiffig aufgenommene Protokolle da. Nur wirken seine Farben hin und wieder gegenüber der thematischen Behandlung zu elegant. „Im verlassenen Café" leuchten sie aber in echt französischer Helligkeit.— Ein Maler eigener Prägung ist Conrad Westermeyer. Dieser Künstler, der sich nur schen in Farbe einführt, dafür aber auch seine Bilder in nicht alltäglichem Ton auszustatten weiß, empfindet formbildend gut und hat eine eigene Gabe, seiner Charakterisierungskunst durch epische Ruhe besonderen Nachdruck zu geben. Die übrigen: Georg Schrimpf ist wohl ein sein auswiegender Lyriker seine stilisierte, blutleere Malweise vermag aber nicht sehr zu erwärmen. Wir kennen in dieser Art die ursprüngliche und gediegen=gesunde Bodenständigkeit eines Viegener, der hier wohl entfernt die Finger im lieblich=lauen Spiele hatte. Malerisch sichere und gutwillige Kräfte spürt man in den Arbeiten von Geigenberger, Zerbe und Glette, dessen Aquarelle eine besondere Erwähnung verdienen. Erna Dinklage schreibt in alter Handschrift, aber glücklicher und origineller kann das Richard Hallgarten in seinen humorigen Bildchen aus Newyork. Eine merkwürdige Verbindung von Sachlichkeit und romantischem Landschaftssinn gibt Otto Nückel, etwas verträumter folgt ihm Alfred Leithäuser. Märchen in Schnee zeigt E. v. Kreibig, während neben ihm R. Ernst in ähnlichem Ton nicht uninteressante Versuche macht. Der Gesamteindruck: künstlerisches Wollen, Tasten über alte Wege nach neuen, Hangen und Bangen zwischen Mächten der Beharrung und Kräften der Bewegung, jedenfalls Wissen um Können, das sich eben nach allen Seiten hin auswirken will und— muß. Die plastischen Arbeiten der gleichen Abteilung haben Niveau. Silvie Lampe von Bennigsen pflegt in edler Form den sakralen fraulich=mütterlichen Ton, der tiefem Erlebnis entspringt und den Geist der Künstlerin packend in das Bild überströmen läßt. Klarheit der Form und Tiefe der Empfindung zeichnen Tonio Fiedler aus. * Reine Freude jedoch bereitet ein Verweilen bei Adolf de Haer(Düsseldorf). Seine Bilder sind nicht Ergebnis einer Zeitmode, sondern das Geschenk eines folgerichtigen Weges. De Haer hat sich ernst und mit sicherem Instinkt mit der Farbe auseinandergesetzt und steht heute auf einem Höhepunkt. Die Möglichkeiten, den von Luft und Klang erfüllten Raum(„Der Cellist, Der Harmonikaspieler"), die Kraft strömender Helligkeit, den sinnlichen Reiz ungemischter Farben zu bezwingen, dann wieder Zwischenstufen aufzusuchen und Geheimnisse des Schattens zu erlauschen, sind ihm alle Besitz. Linie und Farbe schließen sich organisch zusammen. Der flockig=leichte und sorgsam gebundene oder vertriebene Farbvortrag erfüllt mit einem funkelnden Reichtum an Leben und mit einer eigenen seltsamen Strahlung. Nur das biblische Motiv„Christus und die Ehebrecherin“ hat etwas Durres, Atelierhaftes und bleibt in einer fast programmatischen Starre und Leblosigkeit stecken. Dr. Christian Gehrin Die neue Gemälde-Ausstellung „Junge Hunst in München“— Adolf de Haer-Düsseldorf 4. Bellage zum Bochumer Anzeiger u. Gen. Anzeiger umer Nachrichten Nr. 235 38. Jahrgang Mittwoch, 2. Oktober 1931 Für die Selbstverwaltung Die Vorstände der Zentrumsfraktion in den Gemeindeparlamenten Rheinland=Westfalens zur preußischen Sparnotverordnung. Eine im Rathaussaal zu Essen stattgefundene Tanung der Vorstände der Zentrumsfraktionen in den Gemeindeparlamenten Rheinland=Westfalens befaßte sich mit der preußischen Sparnotverordnung betreffs Selbstverwaltung. Nach eingehender Aussprache wurde folgende Entschließung angenommen: „Die Fraktionsvorstände sehen es als erste Verpflichtung der Fraktion an, mit allen Kreisen an der Gestaltung der gemeindlichen Geschicke mitzuarbeiten. Der§ 1, Absatz 1 der preußischen Notverordnung lautet jedoch:„Die Verwaltungsorgane der Gemeinden und Gemeindeverbände sind berechtigt, alle Maßnahmen, die zum Ausgleich der Haushalte erforderlich sind, zu treffen.“ Durch diese Bestimmung werden die Stadtverordneten und Gemeindevertreter fast restlos ausgeschaltet. Dagegen müssen wir auf das entschiedenste Einspruch erheben, weil wir sie als unbegründet und für das Allgemeinwohl als schädlich betrachten. Diese Bestimmung ist geeignet, das Vertrauensverhältnis zwischen Verwaltungen und Gemeindeparlamenten einerseits und zwischen Verwaltungs= und Gemeindevertretern und Bürgerschaft andererseits zu beeinträchtigen. Vor allem erheben die Fraktionsvorsitzenden der Zentrumspartei schärfsten Einspruch dagegen, daß die Ausschaltung der Fraktionen unbefristet ist. Sie verlangen zum mindesten eine Befristung und die Aufhebung des § 1, Absatz 2 der preußischen Sparnotverordnung.“ Das Handwerk will helfen Die Reichsbahn meldet sich: 11000 ben TrU00 Bahnavergungen undeschrantl Wege, die zur Verminderung der Kraftfahrzeugunfälle führen sollen Planmäßige Einschaltung der Handwerksbetriebe in das allgemeine Hilfswerk. Auf einer im Essener Innungshaus abgehaltenen Konferenz rheinisch=westfälischer Innungsausschüsse und Fachverbände wurde als Hauptthema die Frage behandelt, was die Organisationen des Handwerks zu tun haben, um den kommenden Notwinter zu bestehen. Dr. Lübbering berichtete einleitend über den jetzigen Stand dieser Frage. Der größte Teil des Handwerks sei derart verarmt, daß es nicht in der Lage sei, in nennenswertem Umfang bares Geld für die Unterstützung der Hilfsbedürftigen zu geben, obwohl der Wille hierzu überall festzustellen sei. Die Hilfe des Handwerks könne daher in der Hauptsache nur wirksam werden durch eine planmäßige Einschaltung seiner Betriebe in das allgemeine Hilfswerk. Bei der Verschiedenartigkeit der einzelnen Fachgruppen müsse auch die Art ihrer Betätigung verschieden sein. Ueberall müsse je nach der Eigenart der örtlichen Verhältnisse eine Zusammenarbeit der Berufsorganisation mit den zuständigen Behördenstellen, insbesondere mit der Gemeindeverwaltung, erfolgen. Abzulehnen seien die Pläne, die auf eine behördliche Naturalbelieferung im Sinne der Zwangswirtschaft hinauslaufen. Die Hauptsorge gelte der Beschaffung von Aufträgen. Der Innungsausschuß Essen habe mit dem Wohlfahrtsamt der Stadt eine Vereinbarung getroffen über die Einschaltung der wohlfahrtserwerbslosen Bauarbeiter in die Wohnungsbauwirtschaft. Dieses Beispiel, das sich gut bewährt habe, sei auch in andern Städten zur Durchführung gekommen. Gegenwärtig schwebten Verhandlungen, ob es möglich sei, die Instandsetzung und Reparaturen der Althäuser in den Plan einzubeziehen. Zu diesem Zwecke hoffe man, einen größeren Teil des Hauszinssteueraufkommens frei machen zu können. Bisher seien nur 15 Prozent höchstens hierfür bereitgestellt worden. Dieser Betrag sei viel zu gering....„..Hung mint. k. In der sehr ausgievigen Besprechung wurde berichtet, daß in einer rheinischen Stadt ein großzügiges Arbeitsbeschaffungsprogramm zwischen Stadtverwaltung, Innungsausschuß und Haus= und Grundbesitzerverein vereinbart worden sei. Die Hauptschwierigkeit bestehe in der Finanzierung die jedoch als behoben gelten könne, da die betreffende Stadt nicht so verschuldet sei wie die meisten anderen Großstädte. Allseitig wurde die Abschaffung der Hauszinssteuer gefordert, da diese das schwerste Hindernis in der Arbeitsbeschaffung darstelle. Hansen(Düsseldorf), Vorstandsmitglied der Allgemeinen deutschen Bausparkassen AG.„Eigenheim“, berichtete über den gegenwärtigen Stand der Bausparkassenbewegung. Anschließend sprach der Vorsitzende Dr. Lübbering über Währungs= und Kreditfragen. Landtagsabgeordneter Dr Stahlhofer(Düren) machte sodann Vorschläge zur Verbesserung der handwerklichen Berufsorganisation. Vergebliche Suche nach Günther Kosten Die Polizei fahndete bei in Bochum lagernden Zigeunern. Alle bisher eingegangenen Meldungen, daß die in Bochum=Laer an der Werner Grenze lagernden Zigenner den vermißten Essener Schüler Günther Kosten mit sich führen, sind unzutreffend. Die Zigenner haben zwar eine Reihe von Kindern bei sich, jedoch gehören diese den Zigeunerfamilien. Die Mutter des vermißten Knaben war selbst an Ort und Stelle und überzeugte sich, daß ihr Sohn sich nicht unter den Zigennerknaben befand. Die Wohnwagen wurden von der Kriminal= und Schutzpolizei gründlich durchsucht. Die geschäftstüchlige Elfjährige Eine zwar bedenkliche aber doch lustige wahre Geschichte. Wie die Alten sungen, so zwitschern die Jungen. Daran muß man unwillkürlich denken, wenn man hört, wie eine Elfjährige sich eine bequeme Nebeneinnahme verschaffen wollte. Kommt da in ein hiesiges Kaufhaus ein kleines Mädchen und erbittet sich von einer Verkäuferin eine Zigarrenkiste. Strahlenden Auges nimmt sie die Kiste in Empfang und verschwindet. Kurze Zeit später wird die Geschaftsleitung jedoch von einigen alten Kundinnen darauf aufmerksam gemacht, daß auf der Damentoilette ein kleines Mädchen sitze, das für die Benutzung der Toilette Geld verlange. Als man hinging, fand man die Elfjährige, die auf diese Weise einige Pfennige verdienen wollte. Ihre Einnahme war jedoch noch nicht hoch gewesen; denn in der Zigarrenkiste befanden sich erst ganze elf Pfennige. Wie die Kleine angab, will sie von einer älteren Frau angestiftet worden sein. Zunahme der Ladendiebstähle. In der letzten Zeit macht sich die Tätigkeit der Ladendiebe in Bochumer Geschäften immer stärker bemerkbar. So sind allein in einem Bochumer Warenhaus in den letzten Tagen eine ganze Anzahl Ladendiebe und Ladendiebinnen auf frischer Tat festgenommen worden, darunter drei Personen aus Gelsenkirchen. Eine der Ladendiebinnen trug sogar unter ihrem Mantel eine sogenannte Diebestasche, die sie bei ihren Besuchen in den verschiedenen Abteilungen des Warenhauses bereits gut mit Diebesgut gekullt hatte. Von der Reichsbahndirektion Essen wird geschrieben: Wir haben in Deutschland auf den Hauptz und Nebenbahnstrecken der Reichsbahn rund 77.000 Duonübergänge, von denen 41 000, also etwa 58 Prozent, unbeschrankte Uebergänge sind. Der sicherste Schutz gegen Unfälle wäre natürlich die Beseitigung der schienengleichen Ueberwege und die schienenfreie Ausgestaltung durch Ueber= und Unterführungen. Von der Reichsbahn ist ausgerechnet worden, daß dies einen Kostenaufwand von sieben Milliarden Mark erfordert, ein Betrag, den weder die Wegebaupflichtigen noch die Reichsbahn oder das Deutsche Reich in den nächsten Jahrzehnten aufbringen können. Wenn aber eine Beseitigung der schienengleichen Wegeübergänge nicht möglich ist, dann muß für gefahrloses Befahren gesorgt werden. In diesem Zusammenhang wird nun oft gefordert, daß die unbeschrankten Wegeübergänge beschrankt werden sollen. Diese Forderung ist schon finanziell deswegen kaum zu erfüllen, weil neben den erheblichen einmaligen Aufwendungen für das Aufstellen der Schranken und Wärterhauschen, neben den nötigen Wohnungsbauten für das Bedienungspersonal, nach überschläglicher Berechnung etwa 120 Millionen Mark jährlich an Bedienungs= und Unterhaltungskosten aufgebracht werden müssen. Die Beschrankung der heute unbeschrankten Wegübergänge würde auf der andern Seite wahrscheinlich aber auch nicht das zweckmäßigste Schutzmittel sein; denn die Unfallstatistik zeigt, daß die Schranken häufig von den Kraftwagen durchbrochen werden. Im Jahre 1930 zum Beispiel wurden geschlossene Schranken der Reichsbahn 1228 mal beschädigt, davon 1023 mal von Kraftwagen. Bei 31 Fällen wurden die Kraftwagen vom Zuge erfaßt, bei 263 Fällen wurde ein Unfall nur durch besondere Aufmerksamkeit der Bahnbediensteten verhindert. In einigen europäischen Ländern(Italien, Holland, Oesterreich) hat man eine große Anzahl von Wegschranken— selbst an mehrgleisigen Schnellzugstrecken— wieder beseitigt und ist dabei dem Vorbild der Vereinigten Staaten von Amerika gefolgt, wo man meist auf Schranken verzichtet und wo von 250000 Wegübergängen nur 6000 mit Schranken versehen sind. Auch die neue deutsche Eisenbahn=Bauund Betriebsordnung vom Jahre 1928 trägt den veränderten Verhältnissen Rechnung, indem sie an Hauptbahnen den Ersatz der Schranken durch andere Vorrichtungen grundsätzlich zuläßt. Zur Minderung der Unfallgefahr bleibt daher nur übrig, daß die Wegübergänge seitens der Bahnverwaltungen gut kenntlich gemacht werden, und daß die Kraftwagenführer vorsichtig die Schranken auf den Wegübergängen kreuzen. Hinsichtlich der besseren Kenntlichmachung der Wegübergänge hat die Reichsbahn in den letzten Jahren große Anstrengungen Denkzettel für Chauffeure gemacht, denen ein Erfolg nicht versagt geblieben ist. Die Reichsbahn hat auf die Einführung nach Form und Farbe verbesserter Kraftfahrzeug=Warntafeln hingewirkt. Sie hat weiterhin einen einheitlichen weiß=roten Schrankenanstrich eingeführt, dessen Zweckmäßigkeit von den Kraftwagenführern allgemein anerkannt wird. Sie hat die Schrankenbeleuchtung verbessert. Sie hat schließlich den Ersatz der kleinen, unmittelbar an den Wegübergängen stehenden, nur schwer erkennbaren Warntafeln durch weißrot gestrichene Warnkreuze erstrebt. Die Reichsbahn macht ferner zurzeit an einer Reihe von schienengleichen Uebergangen Versuche mit Warnsigualen, die vom Zuge selbst bedient werden. Die Bemühungen der Reichsbahn zeigen sich auch darin, daß im Jahre 1930 die Zahl der überfahrenen Kraftwagen um 21 Prozent, auf 129, abgenommen hat. Dies ist um so bemerkenswerter, als die Zahl der Kraftfahrzeuge in Deutschland in der gleichen Zeit(1929 bis 1930) um 207000, das heißt um 17 Prozent, zugenommen hat. Dies läßt den Schluß zu, daß die Bemühungen der Reichsbahn um bessere Uebersicht an den Uebergängen und um deutliche Kenntlichmachung der Uebergänge und Schranken nicht vergeblich gewesen sind. Alle diese Schutzmittel können jedoch nur dann ihren Zweck erfüllen, wenn gleichzeitig der Kraftwagen an Wegübergängen vorsichtig fährt. Nach der amtlichen Unfallstatistik sind aber von den Kraftwagenunfällen an Bahnübergängen 80 Prozent auf die Schuld der Kraftwagenführer und nur 20 Prozent auf die Schuld von Bahnbediensteten zurückzuführen. Alle aufgestellten Signale, feststehende oder Blinklichter, verfehlen ihre Wirkung, wenn der Fahrer sich dem Bahnübergang zu schnell nähert und bei der Annäherung eines Zuges nicht mehr rechtzeitig bremsen kann. Da die meisten Bahnübergänge Uebersichtsverhältnisse besitzen, die wohl für den gewöhnlichen Fuhrwerksverkehr, aber nicht für die mit großer Geschwindigkeit sich bewegenden Kraftfahrzeuge ausreichen, kann die Forderung, daß sich die Kraftwagenfahrer nur mit stark verringerter Geschwindigkeit vorsichtig den Wegübergängen nähern, nicht eindringlich genug erhoben werden. Die wirtschaftliche und finanzielle Lage Deutschlands hat sich für längere Zeit so schwierig gestaltet, daß wir namentlich auch auf dem Verkehrsgebiet nur solche Wege beschreiten können, die ohne große Investierungen gangbar sind und am billigsten zum Ziele führen. Deshalb muß die von den Bahnverwaltungen durchgeführte bessere Kenntlichmachung der Wegübergänge in erster Linie unterstutzt werden durch noch vorsichtigeres Befahren der Wegübergänge durch die Kraftwagenführer. Der neue Führer der Schutzpolizei des Polizeipräsidialbezirks Bochum Polizeioberst Harlinghausen. Durch Erlaß des Ministers des Innern vom 25. September ist Polizeioberst Harlinghausen zum Führer der Schutzpolizei des Polizei=Präsidialbezirks Bochum ernannt worden. Nach Abschluß seiner Gymnasialbildung schlug Oberst Harlinghausen die Polizei=Offizierlaufbahn ein Wenn die Cnaßendahn an.... Bilder aus Bochumer Gerichtssälen Wegen eines Unfalls auf der Alleestraße in der Nähe des Uebergangs an der Roonstraße stand ein Wagenführer vor dem Schöffengericht. Anklage: Fahrlässige Körperverletzung und Autoflucht. Die Sache sah böse genug aus für den Angeklagten, obgleich dieser schon sieben Jahre lang sein Amt als Kraftwagenführer ohne Klage ausübt. An jener Stelle befindet sich eine Zwangshaltestelle für den Schaffner. Es steigen hin und wieder dort aber auch Fahrgäste aus. Da kam eines Tages der von dem Angeklagten geführte Lastwagen aus der anderen Richtung und fuhr eine soeben ausgestiegene junge Frau an, die infolge des Unfalls mehrere Wochen im Krankenhause verbringen mußte. Dreißig Meter von der Unfallstelle entfernt, kam der Lieferwagen auf Anruf der Passan= ten zum Stehen. Der Autofahrer hatte gar nichts davon gemerkt, daß er einen Unfall verursacht haben sollte. Nach der Anklage ist der Unfall dadurch entstanden, daß der Lieferwagen viel zu nahe an den haltenden Straßenbahnwagen heranfuhr. Wenn ein Straßenbahnwagen hält, muß der Kraftwagenführer ganz besonders vorsichtig und in genügendem Abstande vorbeifahren, damit nicht aussteigende Personen in Gefahr gebracht werden. Hier war der Abstand nur knapp ein Schritt. Der Kraftwagenführer wandte ein, daß diese Stelle amtlich nicht als Aussteigestelle kenntlich gemacht sei. Der Einwand schlug jedoch deshalb nicht durch, da die entsprechenden neuesten Reichsgerichtsurteile von jedem haltenden Straßenbahnwagen schlechthin sprechen. Die Anklage auf Autoflucht ließ im Laufe der Verhandlung der Staatsanwalt selbst fallen, da die Zeugenaussagen zugunsten des Angeklagten ausfielen. Das Urteil wegen der fahrlässigen Körperverletzung lautete auf 200 Mark. Der Chauffeur erhob aber sofort Berufung gegen das Erkenntnis,„bei dem er sich keinesfalls beruhigen könne". Den Vater beschuldigt Bei der Polizei in Wattenscheid erschien eines Tages ein Arbeiter, der seinen Vater schwerer Dinge beschuldigte, man solle nur mal seine Schwester fragen Als die Schwester geladen worden war, machte sie so schwere Aussagen gegen den Vater, daß er unbedingt ins Zuchthaus gekommen wäre, falls die Anklagen wahr gewesen waren. Die Ehefrau und die Tochter stehen jetzt wegen wissentlich falscher Anschuldigung vor den Schöffen; denn an den Angaben gegen den Vater ist nichts wahr. Sie haben ihre Beschuldigungen bald darauf de= und wehmütig zurückgenommen. Sie hatten wohl kaum bedacht, was sie taten. Die Tochter gibt vor Gericht an, sie habe auf Wunsch der Mutter so gehandelt, weil der Vater die Mutter fortgesetzt schwer mißhandelte. Die Kinder wollten auf diese Weise die Mutter rächen. Aber ein solches Vorgehen war doch eine große Torheit. Sie sahen das ein und bereuten die Tat, die der Staatsanwalt als große Gemeinheit bezeichnet. Von einer Gefängnisstrafe wurde abgesehen. Das Gericht verhängte nur Geldbußen. Da die Kinder arbeitslos sind, der Vater auch, wird diese Buße sehr schwer fallen. Augenblicklich wohnen Vater und Kinder wieder zusammen. Der Richter warnte den Mann, nun gleich wieder seine Wut zu Hause an Frau und Kindern auszulassen. Auch wieder ein Fall, der durch die große Erwerbslosigkeit ursächlich verschuldet ist. Die verheiratete Tochter wieder bei der Mutter. Kein Geld im Hause, auch die Söhne erwerbslos. Keine Tätigkeit. Da verwirren sich die Sinne und die Gefühle. Wie man sieht, in manchen Fällen in einer geradezu unverständlichen Weise. Polizeioberst Harlinghausen, der neue Führer der Schutzpolizei des Polizeipräsidialbezirkes Bochum. Als Polizeioffizier war er vor dem Kriege in Gelsenkirchen, Trier und Iserlohn tätig. Den Weltkrieg hat er von Anfang bis Ende mitgemacht. In diesem fand er als Leutnant und Oberleutnant im Nachrichtendienste des Befehlshabers der Truppen in Luxemburg und nach seiner im Jahre 1916 erfolgten Beförderung zum Hauptmann als Leiter der Geheimen Feldpolizeizentrale der Heeresgruppe„Deutscher Kronprinz" und des Armee=Oberkommandos Verwendung. Nach dem Kriege trat Oberst Harlinghausen als Hauptmann zur Sicherheitswehr beziehungsweise Schutzpolizei über. Nach seiner Beförderung zum Major am 1. Juni 1920 war er bei der Sicherheitsbeziehungsweise Schutzpolizei in Duisburg, Hannover, Aachen, Essen, Köln, ferner als Lehrer an der Polizeischule in Münster und zwei Jahre als Referent für die Schutzpolizeiangelegenheiten der Provinz Hannover beim Oberpräsidium Hannover tätig. Ende Juli 1926 wurde Oberst Harlinghausen von Köln zum Polizeipräsidium Bochum versetzt und hier mit Wirkung vom 1. April 1927 zum Oberstleutnant und stellvertretenden Führer der Schutzpolizei und am 10. März 1931 zum Polizeioberst befördert. Eine Messertal in Bammer zustaner Freispruch nach§ 51 des R. Str. G. Ein ganz seltener Fall beschäftigte gestern die Berufungsstrafkammer. Vor Gericht stand ein 28jähriger früherer Markenkontrolleur V. aus Stockum unter Anklage der schweren Körperverletzung. Das heißt, der Mann saß, oder vielmehr er„lag“ mehr als er saß in der Anklagebank. Der Eindruck, einen Menschen vor sich zu haben, der sich etwa verstellte, verschwand, wenn man dann hörte, wie er sprach: ganz wie aus einem Traume; wie er sich bewegte: den Kopf krampfartig auf eine Seite herabgehängt. Eine Hand krampfhaft am Ohr. Die Augen verdreht. Das Gesicht sonderbar glänzend, wie mit Wasser übergossen. Er klagte über schwere Kreuzschmerzen. Er könne nicht stehen. Daher legte er sich während eines großen Teils der Verhandlung in die Anklagebank und war nur schwer dazu zu bewegen, sich wieder aufzurichten. Der Angeklagte war aus dem Knappschaftskrankenhause Bottrop vorgeführt worden. Der dortige Arzt hatte gegen seine Verhandlungsfähigkeit Bedenken nicht geäußert. Hochgradige Erregung mochte den Zustand des Angeklagten vor Gericht wohl auch stark beeinflussen. Das erste Gericht hatte neun Monate Gefängnis gegen V. verhängt. Wogegen er sich nun wehrte. Die Tat liegt schon im September 1930. An jenem Abend begegnete V. einer Tochter der Familie Arning, die im gleichen Hause wohnt, auf dem Hofe. Es herrscht nicht gerade große Freundschaft unter den Hausgenossen.,., der einige#ur Viet, gestug sol“ zu dem Mädchen wei ganz merkungen gemacht haben und als sie ihn gehörig zurechtwies, stach er auf sie ein. Zwei Messerstiche verletzten sie schwer, da die Lunge getroffen wurde. An den Folgen wird das Mädchen noch lange tragen. Nach der Tat legte sich V. in sein Bett, und als die Landjäger kamen, tat er wer weiß wie sehr erstaunt„über den hohen Besuch“ und wollte von den Messerstichen durchaus nichts wissen. Neuerdings kommt er mit dem ganz unglaublichen Einwande, daß die eigene Schwester dem Mädchen die Stiche wohl aus Versehen beigebracht habe. Irgendwie etwas anderes ist aus dem Angeklagten nicht herauszubringen. Sein Gedächtnis nach der Richtung scheint völlig ausgelöscht. Es entsteht nun die Frage: Ist der Mann wirklich nicht zurechnungsfähig oder verstellt er sich, um die Richter zu täuschen? Darüber wurde als Gutachter Medizinalrat Professor Dr. Fromme(Witten) vernommen. Er bezeichnete den Angeklagten als erblich belastet und den Zustand, in dem er sich jetzt befinde, als eine Abart der Schlafkrankheit, die sich in fortgesetztem Ruhebedürfnis abwechselnd mit Schlaflosigkeit außert. In der Schule war der Junge sogar sehr intelligent und zeitweilig Klassenerster. Als langjähriger Markenkontrolleur auf Zeche„Iserlohn" eignete er sich ein verblüffendes Gedächtnis an. Mehrfach aber ist er schon kopfkrank gewesen, wenn er auch Glas Bier getrunken zwischendurch immer wieder arbeitsfähig wurde. Wegen hatte, svu zu bem Madchen zwei ganz unflatige Ge=s eines Gehirnleidens, das im Gefolge einer anderen Krankheit auftrat, mußte er mehrfach Heilanstalten aufsuchen, bis man jetzt die chronische Schlaftrankheit bei ihm fand. Die Augenlider senken sich, ohne daß der Angeklagte sie von selbst wieder heben könnte. Es trete ein Zustand gänzlicher Willensausschaltung hinzu. Er könne mit der Absicht, in einen Raum einzutreten, nachher die Hand nicht bis zur Klinke erheben, und was dergleichen Hemmungen mehr sind. Für solche Kranke müßte man eigentlich besondere Anstalten haben. Einen sexuell beeinflußten Triebakt bei der Tat verneinte der Gutachter. Er hielt jedoch einen pathologischen Rausch in der Stunde der Tat für vorliegend. Wenn auch die genossene Alkoholmenge nicht groß war, so komme doch aber die geistige Beschaffenheit hinzu, und eine hochgradige Einschrankung der Gehirnfunktion sei möglich. Man könne den§ 51 für gegeben erachten. Infolge solchen Gutachtens beantragte der Staatsanwalt selbst die Aufhebung des ersten Urteils und Freispruch. M. F. Von Bochum aus ganz Deutschland beschwindelt Ein betrügerischer„Makler" verhaftet. Wegen umfangreichen Darlehnsschwindels wurde am 5. Oktober ein Makler aus Bochum festgenommen. Immer größer wurde die Zahl der gegen ihn gerichteten Anzeigen, so daß jetzt im Sammelverfahren wegen Darlehnsschwindels und Warenbetrugs vorgegangen werden mußte. Bei den vorgenommenen Durchsuchungen wurde umfangreiches belastendes Material vorgefunden und beschlagnahmt. Aus den vorgefundenen Korrespondenzen geht hervor, daß sich sein Kundenkreis über ganz Deutschland erstreckt. Die Maklertätigkeit dieses Betrügers war hauptsächlich auf die Einnahme der Anzahlungsbeträge seiner Kunden eingestellt. Die unkorrekte Geschäftsführung wurde selbst von seinen Geldgebern getadelt, die sich schließlich seine Mitarbeit verbaten. In einem Falle wird er von einem Geldgeber wegen Urkundenfälschung beschuldigt. Es hat den Anschein, daß eine große Anzahl der Betrugsfälle noch der Aufklärung bedürfen, da bekanntlich viele Geschädigte mit der Anzeige zurückhalten. Geschädigte werden dringend von der Kriminalpolizei gesucht. Folgenschwerer Sturz. Die Familie des Beamten B. von der Friederikastraße wurde von einem schweren Unglück betroffen. Die Ehefrau stürzte von einer Steintreppe und blieb bewußtlos liegen. Sie war auf einer Obstschale ausgerutscht. Der sofort hinzugeholte Arzt stellte außer einer Gehirnerschütterung eine Quetschung des rechten Oberarmes und einen Nasenbeinbruch fest und sorgte dafür, daß die Schwerverletzte sofort ins Krankenhaus geschafft wurde. ku Ein Pferd auf der Straße. Am 5. Oktober gegen 19.80 Uhr stürzte auf der Marienstraße das vor einem Bäckerwagen eingespannte Pferd eines Bäckermeisters aus Wattenscheid. Das Tier erlitt innere Verletzungen und mußte auf der Stelle notgeschlachtet werden. Beginn der Winterarbeit im Verbande der weiblichen Handels= und Bürvangestellten. Das Winterprogramm der weiblichen kaufmännischen Angestellten im Verbande der weiblichen Handels= und Büroangestellten wurde am Samstag im Westfalenhause feierlich eröffnet. Neben einer Anzahl von Kursen, deren Unterricht zum Teil schon begonnen hat, zum Teil in diesen Tagen beginnt, sieht das Programm Verbandsabende vor. An diesen Abenden werden sozialpolitische, gewerkschaftliche, arbeitsrechtliche und staatsbürgerliche Themen behandelt. Die Probleme der Frauenbewegung in ihrer neuzeitlichen Abwandlung sind dabei nicht vergessen. Die Themen der beiden Vortrage„Bedeutung der Gewerkschaften in der kapitalistischen Wirtschaftsreform".„Bedeutung der Gewerkschaften für Volkswirtschaft und Staat“ zeigen ihre Bedeutung an. Im November spricht in Bochum die Vorsitzende des Verbandes, Fraulein Katharina Müller(Berlin), über die umstrittensten Fragen sozialpolitischer und arbeitsrechtlicher Natur. Der Geselligkeit ist ein entsprechender Platz in dem Winterprogramm eingeräumt, wobei die Mitglieder des Verbandes selbst mit guten Darbietungen beweisen werden, wie trotz Pflichterfüllung eine rationelle Zeiteinteilung auch die Pflege von Kunst und Kultur gestattet. Die Jugendgruppe des Verbandes trifft sich regelmäßig im Verbandsheim. Die Leiterin des Gaues Essen im VWA., Fräulein Katharina Burg, sprach über diese Winterarbeit. Sie wies darauf hin, daß Fortbildung über die zur Zeit beanspruchte Berufsleistung hinaus Gebot der Vernunft sei. Sie empfahl jeder einzelnen Kollegin systematische Erweiterung aller Kenntnisse und Fahigkeiten auch heute. Denn diese Zeit werde und musse wieder abgelöst werden von einer normalen, und diese solle alle gewappnet finden, um im rechten Augenblick Leistungen anbieten zu können. Ziel jeder weiblichen Angestellten soll sein, die in den Tarifbewertungen festgelegte höchste Berufsausübung, das heißt selbstständige und verantwortliche Arbeit zu leisten. Die aus alten Vorurteilen verspürbare Nachwirkung der Minderbezahlung und der besonderen Aufstiegschwierigkeiten könne nur durch verstärkte Weiterbildung verrinaert werden. Die Schwierigkeiten, die einer ernsthaften Weiterbildung entgegenstünden, würden durch Kraft. Mut und Opferwilligkeit der Berufsangehörigen überwunden. Im Laufe des Abends zeigte die Jugendgruppe Bochum, wie fein musikalische Darbietungen, Rezitationen, Schargesänge, Volkstänze und gemeinsame Lieder aufeinander abgestimmt einen Vortrag umrahmen können. Das Singspiel„Die vier Jahreszeiten“ zeigte, daß das gegenseitige Geben und Nehmen. Helfen und Dienen nicht von einander zu trennen ist. Jung-Komba-Treffen Rheinisch=westfälische„Komba"=Jugend in Haltern. Der Komba, Ortsgruppe Gelsenkirchen, veranstaltete am Samstag und Sonntag erstmals in der Jugendherberge„Stausee“ bei Haltern ein Komba=Jugendtreffen, zu dem auch die Komba=Jugendgruppen aus Bochum, Castrop=Rauxel, Dinslaken, Tortmund, Duisburg=Hamborn, Gladbeck, Hagen, Herten, Lünen, Marl. Recklinghausen, Sterkrade, Wanne=Eickel, Witten und Wuppertal erschienen waren. Mit diesem Treffen beschritt der Komba bewußt neue Wege. Durch die umfangreiche Aufnahme sportlicher Wettkämpfe in das Programm wurde zum ersten Male der erfolgreiche Versuch unternommen, die Komba=Jugend, soweit sie Sport treibt und in Sportvereinen tatig ist, in besonderer Weise zu einer stärkeren Bindung an die Berufsorganisationen zu bringen. Dieses erste Unternehmen des Komba in der Richtung auf organisierte sportliche Betätigung seiner Jungmitglieder ist tätsächlich so vorzüglich verlaufen, daß man die weiter folgenden Bestrebungen dieser Art nun mit einem ganz besonderen Eifer wird aufnehmen können. Der Gedanke, auch nur irgend jemand dabei aus seinem bisherigen Sportkreis herausziehen zu wollen, liegt vollkommen außerhalb jeder Absicht und Möglichkeit. Hieraus ergibt sich, daß die sportlichen Wettkämpfe trotzdem sie naturgemäß den weitaus großten Teil des Programms bildeten, nicht der Hauptteil des Treffens waren. Im Mittelpunkt der Zusammenkunft stand eine große Jugendfeier, die am Sonntag mittag im Tagesraum der Jugendherberge stattfand. Nach einem Vorspruch hielt Runge(Duisburg) ein tiefgründiges Referat unter dem Thema„Der Komba und seine Jugend". Der Redner stellte den früheren Obrigkeitsbeamten dem Beamten der Gegenwart, der lebendigen Wirklichkeit gegenüber; er zeigte die Wandlung aus dem rein Paragraphischen in die Sphäre des Menschlichen und Staatsbürgerlichen. Nach solcher Wandlung fiele gerade der jungen Beamtengeneration dem Beamtennachwuchs ein besonderer und neuer Aufgabenkreis zu, den der Redner mit mancherlei Gedankengangen aus der Jugendbewegung zu formulieren wußte. Aus dem sonstigen Verlauf des Treffens ist zunächst noch hervorzuheben die Nachmittagswanderung, die am Samstag die nichtsporttreibenden Teilnehmer des Treffens in das Stauseegebiet, die Borkenberge usw. unternahmen. Am Samstag abend fand ein gemütliches Zusammensein aller Teilnehmer statt, das unter Scherz, Ernst und Musik einen fröhlichen Verlauf nahm. Der Sonntag war dann in weitestem Umfange den sportlichen Wettkämpfen gewidmet. K. zeichens, ferner für verdienstvolle Arbeit im Verein den Vorsitzenden und die Kameraden Krebs und Heimeshoff durch das Kyffhäuser=Verdienstkreuz. Kamerad Hermann Pöppe wurde für seine 44jährige, treue Arbeit im Kriegervereinswesen zum Ehrenmitglied des Vereins ernannt und ihm vom Vorstand die Ehrenurkunde überreicht. Kamerad Brune fand herzliche Worte der Kameradschaft. Der Abend verlief in schönster Weise. Die Kapelle spielte fleißig. (=) Krieger= und Landwehrverein Bochum=Grumme. Der Krieger= und Landwehrverein Grumme hielt seine Mongteversammlung am letzten Samstag ab. Die Tagesoronung wurbe schnell erledigt. Der 1. Vorsitzende Rötzel begrüßte die Anwesenden. Für heitere Unterhaltung sorgte die Theaterabteilung unter Leitung des Kameraden L. Kons. Ein Prolog von Frl. Th. Malolepski fand starken Beifall. In der Festrede wies der 1. Schriftführer auf die große Not vieler Familien hin und forderte alle auf, gerade jetzt die wahre Kameradschaft zu zeigen und tatkräftig an der Winterhilfe mitzuarbeiten. Die Theaterabteilung zeigte das Singspiel „Auf der Alm“, das sehr gut gefiel. Für 40jährige Mitgliedschaft erhielten das Hindenburg= bzw. Kyffhäuserbild: Joh. Schmidt, M. Stemmermann und Zach. Krömmelbein. Die 25jährige Auszeichnung: Ferd. Wild. Das Ehrenkreuz 2. Klasse erhielten: Herm. Wegener und Fr. Struppek. Bester Schütze im Jahresschießen ist Heinrich Heß. Fünf beste Schützen erhielten schöne Geweihe. Den Wanderpreis hat der Vereinswirt Herm. Neumann errungen. Eine Verlosung beschloß die schöne Feier. Semper=talis=Bund, Ortsgruppe Bochum. Die Zusammenkunft am letzten Sonntag beim Kameraden Wilhelm Budde in Bochum=Riemke erfreute sich eines guten Besuches. Major a. D. v. Westernhagen hielt die Begrüßungsansprache. Sein Willkommsgruß galt insbesondere den Gästen von Wanne=Eickel und Herne. Gruppenführer Nölle gedachte des 84. Geburtstages von Generalfeldmarschall v. Hindenburg. Das Preiskegeln bereitete den Damen viel Freude. Als Belohnung für gute Leistungen waren schöne Preise gestiftet. Die Kameraden widmeten sich dem Schießsport. Der Abend verlief in recht harmonischer Weise. ∆ Verein ehemaliger 17er, Bochum. Die gutbesuchte Monatsversammlung wurde vom ersten Vorsitzenden eröffnet, der zunachst auf den 84. Geburtstag des Reichspräsidenten hinwies, und des zweiten Bundespräsidenten Oberleutnant a. D. Berberg gedachte, der unerwartet zur großen Armee abgerufen wurde. Sodann behandelte der Vorsitzende in einem längeren Thema die Abrüstung der anderen, Deutschlands Gleichberechtigung und die Förderung des Wehrgedankens. Weitere Ausführungen sind für die nächste Versammlung vorgesehen. Ueber die Abhaltung einer Weihnachtsfeier soll die nächste Versammlung beschließen. Im übrigen ist von der Veranstaltung von Festlichkeiten sowie von einer Beteiligung an solchen wegen der Notzeit Abstand genommen. Zur diesjährigen Totenfeier auf dem Ehrenfriedhof am 1. November tritt der Verein geschlossen an. (Weitere Lokalnachrichten auf Seite 13.) Wohin gehen wir heute siehe auch Anzeigentell Stadttheater: 20 Uhr: Der Rosenkavalier. Operetten-Theater: 20 Uhr: Der letzte Walzer. Plaza=Tonhalle: Varieté. Odeon: 10 Tage, die die Welt erschütterten. Skala=Lichtspiele: Ehe auf Probe. Ufatheater: Bomben auf Monte Carlo. Weltlichtspiele: Die Abenteuerin von Tunis. Apollotheater: Die Drei von der Tankstelle. Capitol: Hilfe! Ueberfall. Lichtburg: Der ungetreue Eckehart. Lichtspielbühne: Liebeswalzer. Bahnhofshotel: Sonderveranstaltung. Wittelsbacher Hof: Sonderabend. den Bochantel=Paricien und Bereinen (m) 26 Jahre katholischer Arbeiterverein St. Josef. Unter großer Anteilnahme der katholischen Pfarrangehörigen der Josefspfarrei konnte der katholische Arbeiterverein St. Josef die Gedenkfeier seines 26jährigen Bestehens begehen. Der festlich hergerichtete Saal des Lokales Balkenhol war bis auf den letzten Platz besetzt. Vereinspräses Vikar Joch widmete der stattlichen Festversammlung und den zahlreich erschienenen Ehrengästen, an ihrer Spitze Pfarrer Schubert, ein herzliches Willkommen. Nach Erledigung des geschäftlichen Teiles, in dem die Vereinsmitglieder Laverino, Demann und Menn zu Delegierten für die am 25. Oktober in Altenbochum stattfindende Herbstvertretertagung des Groß=Bochumer Bezirksverbandes ernannt wurden, hielt der erste Vorsitzende Laverino eine beifällig ausgenommenes Referat über die Geschichte und Entwicklung des Arbeitervereins. Ein Sprechchor der Werkjugend leitete über zu der Ehrung der Jubilare, die vom Vereinspräses Vikar Joch in feierlicher Weise vorgenommen wurde. Die Mitglieder Brühl, Lichten, Gruttmann, Krämer, Lohfink, Gies, Muth, Riemann, Schlüter, Schulte und Timmer erhiel#ten für ihre 25jährige Zugehörigkeit zum Verein ein Diplom und die silberne Vereinsnadel. Anschließend hielt Vereinspräses Vikar Joch die Festansprache. Für die ernsten und heiteren Rezitationen von Fräulein Rohden und Herrn Berendes wußte die Festversammlung herzlichen Dank. Musikvortrage des Vereinsorchesters umrahmten das Ganze in sinniger, ansprechender Weise. Das Deutschlandlied bildete den feierlichen Schlußakkord dieser Jubelfeier. Aus den katholischen Arbeitervereinen. Der katholische Arbeiterverein der Antoniuspfarrei beging am Sonntag sein 24. Stiftungsfest. In dem feierlichen Hochamt hielt der Präses Vikar Schnitz die Festpredigt. Der Kirchenchor„Cäcilia“ sang zur Verschönerung eine mehrstimmige Messe. Am Abend fand im Antoniussaale eine gutbesuchte Festversammlung statt, die neben Ansprachen eine Fülle guter Darbietungen vermittelte.— Auch der St.=Josephs=Verein der Dreifaltigkeitsgemeinde beging am Sonntag sein Stiftungsfest durch eine kirchliche und eine weltliche Feier. (m) Katholischer Bergmanns= und Arbeiterverein Bochum=Grumme. Der katholische Bergmanns= und Arbeiterverein Bochum=Grumme veranstaltete Sonntag im Vereinslokal Göke seinen traditionellen Familienabend, der sich regen Zuspruchs erfreute. Vorher hatte eine außerordentliche Generalversammlung stattgefunden, die über die geplanten Veränderungen des Vereinsstatuts Beschluß faßte. Eröffnet wurde der Festabend mit einer Begrüßungsansprache des ersten Vorsitzenden Vieting. Das Mandolinenorchester„Heideröschen"(Dirigent Brormann) leitete mit den Feierklängen der Bachschen Jubelonvertüre zu der Festansprache des Bezirksleiters der christlichen Gewerkschaften Nardemann über. Großen Beifall erntete Frau Zander für ihre gesanglichen Darbietungen zur Laute, die ein großes künstlerisches Können verrieten. Ein flottes Tänzchen, an dem sich jung und alt rege beteiligten, war froher Ausklang dieser alles in allem harmonisch verlaufenen Familienfeier. ku Aus der katholischen Jugendbewegung. Aus Anlaß des Werbeabends, der am vergangenen Sonntag im großen Clemenssaal des Redemptoristenklosters stattfand, waren zahlreiche Besucher erschienen. Oberprimaner Louis Pyka, der Führer der neuen Gruppe, hielt die Begrüßungsansprache unde richtete einen Appell an alle Anwesenden zur Mitarbeit. Dann trat die Musikschar mit ihren Klampfen und Violinen auf. Gemeinschaftliche Lieder umrahmten das Programm des Abends. (:) Aus dem Parteileben. Eine Versammlung der Ortsgruppe Ehrenfeld der SPD. faßte eine Entschließung, die sich gegen Parteizersplitterung richtet und erwartet, daß die Parteileitung und die Reichs- und Landtagsfraktionen alles tun, um die Not der breiten Volksschichten zu lindern. (=) Schwerhörigenverein Bochum. Der Schwerhörigenverein hatte seine Mitglieder zusammengerufen. Zwei Filme ließen die Versammelten für einige Stunden die Sorgen des Alltags vergessen. Der zweite Teil der Tagesordnung wurde bei Hasselkuß erledigt. Dem Vorstand war es gelungen, eine Konzertsängerin aus dem fernen Osten zu gewinnen. Die Hörer brachten immer wieder Dank durch Beifall zum Ausdruck. Zum Schluß berichtete Herr Korfmann über eine Versammlung in Dortmund, auf der besonders der Vortrag„Das Schwerbeschädigtengesetz und der Schwerhörige" interessierte. (=) Theaterverein„Harmonie“, Bochum, Mitglied des Westdeutschen Verbandes für Heimat= und Volksspiele, Gau Westfalen, Ortsgruppe Bochum, und des Verbandes für Jugendpflege. Am Sonntag eröffnete der Theaterverein„Harmonie" Bochum seine Spielzeit mit der schönen Operette„Verliebte Leute" von Georg Mielke im Evangelischen Vereinshaus. Der Besuch war sehr gut. Darsteller, Regie, Bühnenbildner, Chor und Orchester entledigten sich ihrer Aufgabe ausgezeichnet, so daß es neben reichem Beifall allseitige Zufriedenheit gab. Traditionsecke 8. Ehrenabend im Kriegerverein Bochum=Engelsburg. Der Kameradschaftliche Kriegerverein BochumEngelsburg ehrte anläßlich des Hindenburg=Geburtstages die Jubilare des Vereins. Im vollbesetzten Hollerschen Saale begrüßte der Vorsitzende Ellerkmann den Vertreter des Stadtverbandes Brune, vom Fechtverband Bochum=Stadt Berens, ferner die Jubilare, Mitglieder und Gönner des Vereins. Die Prinzregenter Bergmannskapelle unter der Leitung ihres Kapellmeisters Niggemann leitete den Kameradschaftsabend ein mit dem Marsche:„Alte Kameraden“. Frau Baumgart trug den Prolog vor, während Fräulein Ante wirkungsvoll das Gedicht„Tradition" zu Gehör brachte. Alsdann gedachte der Vorsitzende des Geburtstags unseres Reichspräsidenten. Die Damen Lydia und Else Garella, Grete Sprado, Milli und Elli Zorn überraschten die Versammlung mit dem wohlgelungenen Theaterstück:„Die Frau Oberhofmeisterin in Nöten“, einer Episode aus der Zeit der Königin Luise, das lebhaften Beifall fand. Der Vertreter des Stadtverbandes Kamerad Brune ehrte die Kameraden Müller, Gadzeck und Zinda für treue 25jähr. Mitgliedschaft durch Ueberreichung des Jubiläumsab19 Aund kei„Neerzeracht 1) R O MANVON HANS LEHR I. Unvermittelt setzt die Börsenschlacht ein. Vor wenigen Minuten noch sind die Geschäfte in ruhiger Weise abgewickelt worden, und nun tobt der Kampf mit einer Leidenschaftlichkeit, wie die Londoner Börse sie seit langer Zeit nicht mehr gesehen hat. Die Chefs der Privatbankhäuser und die Direktoren der Großbanken trocknen sich nervös die vor Erregung feuchtheiß gewordenen Gesichter. Die Stimmen der Makler klingen heiser, und ihre Augen glänzen fiebrig. Die Händler der Banken verständigen sich mit raschen Blicken und kurzen Bewegungen von geheimen Bedeutungen mit ihren Chefs und verstärken danach mit höchstem Kraftaufwand den Lärm des Kampfes um den Kauf der Aktien der American Oil Company und die Abstoßung der Llesh Oil Company. Boten mit Depeschen und Radiogrammen schieben sich durch die Menge der erregten Männer. An den Wänden leuchten farbige Transparente auf und rufen die Effektenhändler und Zeitungskorrespondenten in die Kabinen ihrer Firmen. Sie legen die Wege in hoher Eile zurück und rufen schon, noch bevor sie den Mund richtig vor der Muschel haben; nach Amsterdam, Berlin, Paris, Rom, nach Newyork, Rio de Janeiro, Kapstadt, Sydney, Schanghai und allen anderen Haupt= und Börsenstädten der Erde tragen die Aetherwellen und der Draht in Sekunden die Nachricht von der Entdeckung neuer Oelfelder und den angeblich bereits erfolgreich zu Ende geführten Konzessionsverhandlungen der American Oil Company mit der venezuelanischen Regierung. Einzelheiten schwirren von Mund zu Mund. Flieger haben durch Beobachtung der Geländebeschaffenheit und Vegetation im Urwald Mutungen aufgestellt; ihre Annahmen sind von Geophysikern durch radioelektrische Untersuchungen bestätigt worden. Bereits sind Bohrungen erfolgt, deren Ergebnis alle Erwartungen übertrifft. Die Ergiebigkeit der Quellen und der gewaltige Umfang der neuen Erdölfelder scheinen den jahrzehntelangen Kampf der beiden Erdölwelttruste zugunsten der American Oil Company zu entscheiden. Rapid klettert der Kurs der Aktien der amerikanischen Gesellschaft hoch, und in gleichem Tempo fällt der Kurs der Shares der englischen Llesh Oil Company. Die Börsenvertreter steigern sich in eine Art Raserei hinein; ihre Stimmen nehmen die Stärke des Schreiens an. Sie verkaufen Llesh Oil=Shares zu jedem Kurs und in jeder Stückzahl an die auswärtigen und ausländischen Märkte, solange diese noch nicht unterrichtet sind. Was macht es, daß sie die Stücke zur Ablieferung noch gar nicht besitzen; man wird sich in einer Stunde oder auch erst morgen zu weit billigeren Kursen eindecken. Aktien der American Oil Company sind nicht mehr zu haben. Die Makler bestürmen den Börsenvertreter der Gesellschaft, doch Mister Atherstone, ein glattrasierter Gentleman mit undurchsichtigem Fuchsgesicht, zuckt nur die Achseln; später tippt er sich sogar an die Stirn und lächelt sarkastisch. Als die Makler ihn weiterhin mit erregten Gebärden und lauten Worten bestürmen, ihn dicht an seine Schranke drängen und ihm fast die Knöpfe vom Anzug reißen, schüttelt er energisch und sehr unwillig den Kopf. Er sagt nichts, aber aus seinem Gesicht ist jetzt herauszulesen, was er denkt: Ich bin doch hier, um Geschäfte zu machen und nicht um Geschenke auszuteilen! Seine Bedränger erkennen sehr gut, was er ohne Worte wissen läßt; an seiner Stelle würden sie nicht anders handeln, doch die Erregung, die Gier, an dem ungeheuren Geschäft zu profitieren, reißen sie dazu fort, Mister Atherstone weiter zu bearbeiten. Endlich nennt dieser unter zynischem Lächeln einen Phantasiekurs, der die Makler in Jammern und ohnmächtige Zornesrufe ausbrechen läßt. Es ist schwer, im Durcheinander der Börsenschlacht die Nerven zu behalten; eigentlich kann man ja von einem Kampfe kaum mehr sprechen, denn es handelt sich jetzt nur noch um ein rücksichtsloses Niederknüppeln des Kurses der Llesh Oil Company=Shares, um einen gewaltigen Vorstoß der im Augenblick überlegenen amerikanischen Gruppe gegen die englische. Malcolm Grenfell, der Vertreter der Llesh Oil Company, bewahrt die äußere Ruhe. Er lehnt die breitschultrige Gestalt an die Schranke seiner Firma. Unter der Anspannung der Nerven ziehen seine Schultern sich hoch und neigt sein Kopf sich nach vorn. Das angelsächsisch glattrasierte Gesicht ist blaß. Die Lippen pressen sich fest aufeinander; die von den Nüstern der Adlernase aus nach den Mundwinkeln laufenden Falten graben sich tiefer ein, und die hellgrauen Augen glänzen härter als sonst unter den halb geschlossenen Lidern hervor. Diese Schlacht scheint verloren zu sein— doch der Krieg—— geht weiter! Grenfell hält das Bild des Kampfes im Gedächtnis fest. Die Erregung hetzt die Makler in einen hinein, in dem sie jede Selbstbeherrschung vergessen zu haben scheinen; manche gebärden sich, als sei es zu ihrem Seelenheil notwendig, das Ihrige dazu beizutragen, daß die Deroute zum Chaos gesteigert wird. Die unzähligen heiseren Stimmen sammeln sich zu einem ohrenbetäubenden, auf die Nerven niedertrommelnden Lärm, der jede Luftwelle des riesigen Kuppelraumes beherrscht. Grenfell schließt für Sekunden die Augen; dann wendet er sich mit einem Ruck ab. Ein Blick ruft seinen Vertreter Lyn Crocker heran. Crocker ist blaß; auch sein Wille arbeitet, um nach außen Ruhe zu erzwingen, doch seine Hände zucken unruhig am Aufschlag seines Gehrockes hinauf und herunter, und seine Zähne graben sich in die Unterlippe ein. „Das ist ein Verlust von Millionen Pfunden!"— Er stöhnte hinter seinen Worten her. „Ist das Radiogramm Nino Oliveros noch immer nicht eingetroffen?"— Crocker verneint bedrückt. „Ist Lord Gnideter unterrichtet?“— „Jawohl, Mister Grenfell!“— Auch diese Antwort klingt sehr gepreßt. Grenfell schiebt den Hut in korrekten Sitz und blickt nach der Tür. „Ich gehe, Crocker!“ „Lassen Sie weiterhin kaufen, was Sie an unseren Shares hier und in aller Welt auftreiben können!" Crockers Mund öffnet sich vor Bestürzung; die ratlose Betroffenheit gibt seinem Gesicht einen beinahe törichten Ausdruck. „Mister Grenfell!— Das— das— kann unser —— Ruin sein!" Grenfell hebt den Kopf, als habe er unvermutet einen Schlag versetzt bekommen; er blickt in die Ferne, dorthin, wo nur für ihn sichtbar das Antlitz Lord Gnideters auftaucht, dies eigenartige Männergesicht mit dem völlig nach innen gekehrten Ausdruck autokratischer Strenge. „Möglich, Crocker, daß diese Order mir das Genick brechen wird!“— Grenfells Blick gleitet ab, huscht nach dem wilden Getriebe und kehrt unvermittelt zu Crocker zurück.„Möglich— vielleicht aber auch nicht! Es bleibt dabei: Kaufen, billig kaufen, was an LleshShares angeboten wird! Ich fahre zum Chef. Einer der Händler hat mit meinem Wagen telephonisch in Verbindung zu bleiben und mir sofort Nachricht zu geben, wenn das Radiogramm aus Caracas eingetroffen ist!" Lyn Crocker nickt stumm. Er ahnt den Sinn dieses Gegenstoßes, er kennt ja doch die Taktik des Börsenkampfes; aber was wird, wenn Grenfells Voraussetzung sich als falsch erweist?— Crocker empfindet, wie das Blut plötzlich glühendheiß nach seinem Kopfe schießt. Das ist Vabanquespiel! Woher hat Grenfell nur diesen Mut, diese Kraft?!— Er darf nicht daran denken, wie das ausgehen kann: Order ist Order! Die ungeheure Verantwortung lastet auf Grenfells Schultern. Dort geht er langsam auf die Türe zu, in einer äußeren Ruhe, als durchschreite, er ein gleichgültiges Speiserestaurant. Seine Haltung ist das Resultat langjähriger nachsichtsloser Selbstschulung; sie verrät nicht, daß er von lodernder Erregung erfüllt ist, daß seine Gedanken sich in wildem Wirbel jagen. Dieser Schlag gegen die Llesh Oil Company, diese Deroute ist ein Ueberfall, wie er ihn in dem historischen Kampfe zwischen der American und der Lesh noch nicht erlebt hat; er hat das Ziel. die Lesh Oil Company in die zweite Linie, in die Abhängigkeit zu drängen, womöglich sie zu vernichten. Er, Malcolm Grenfell, ist der Mann, der Lord Gnideter gegenüber die Verantwortung für die Abwehr trägt. Hat er sich der Situation und damit seinem Posten gewachsen gezeigt?— Das Radiogramm aus Caracas und Lord Gnideters Anschauung werden darüber entscheiden. Lord Gnideter macht niemals Umschweife: jeder Angehörige des Stabes weiß genau, wie der Konzernchef zu ihm steht. Grenfell verläßt das Börsengebäude. Sein Wagen fährt vor: mechanisch steigt er ein. Binnen einer Stunde wird er wissen, ob er eine tollkühne Operation. eine Spekulation von gigantischem Ausmaß mit unabschätzbaren Geminnaussichten eingeleitet— oder ob er einen Fehlgriff, eine Riesendummheit gemacht hat. Erfolg oder Fiasko?— Wie wird die Entscheidung fallen?— Das Wagnis ist ungeheuer groß; sein Schicksal steht auf des Messers Schneide. II. Grenfell preßt den Hörer an das Ohr und strengt das Gehör aufs schärfste an; er wiederholt: „Caracas meldet, daß laut Auskunft der Regierung die Verhandlungen mit der American noch nicht abgeschlossen sind!“ Mit dem Aufatmen der Befreiung hängt er den Hörer ein. Der Wagen hält am Parktor. Hohe und verwitterte Mauern umschließen die weitläufigen Anlagen; außer den Kronen uralter Buchen ist vorläufig nichts zu erkennen. Der Haushofmeister verbeugt sich gemessen. „Seine Lordschaft erwartet Sie, Mister Grenfell!“ Grenfell nickt in klopfender Unruhe. Sonderbarerweise fällt ihm ein, daß sein vierzigster Geburtstag bevorsteht. Es ist unmöglich, in dieser Jagd die Assoziationskette der Gedanken noch einmal vorbeigleiten zu lassen. Vierzig Jahre— dann steht er schon seit sechsundzwanzig Jahren in den Diensten Lord Gnideters. Das heißt: Zwanzig Jahre lang hat er in der Llesh von der Pike auf dienen müssen. Als Laufjunge ist er damals in die Botenmeisterei gesteckt worden. Seine Mutter, die seit dem Tode des Vaters für die drei Kinder und sich ein hartes Brot mit Waschen und Putzen hat erkämpfen müssen, ist glücklich, als er diese Arbeit gefunden hat; sie ist selig, als er wöchentlich ein paar Schillinge und schließlich ein Pfund heimbringt. Die Jahre der Selbstschulung sind hart, sehr hart; daß ei ein junger Mensch ist, kommt ihm selten zum Bewußtsein. In der Leihbibliothek sind für wenige Pennys Bücher zu bekommen, aus denen man eine Unmenge lernen kann. Allmählich reichen die erhaltenen Trinkgelder für die Bezahlung von Sprachstunden. Das ist eine bittere und doch so erfüllende und beglückende Zeit: Täglich acht bis zehn Stunden Dienst, jeden Abend Unterricht, nachts und Sonntags Studium. Man steckt den intelligenten und frappierend selbständig denkenden jungen Menschen zur Leistung von Hilfsarbeiten in das Archiv. Zu Tausenden liegen dort die Aktenstücke in den Regalen. Malcolm liest auf der Trambahnfahrt ins Büro die von Geschäftsleuten liegen gelassenen Zeitungen. Mit Gier verschlingt er alles, was über seine Firma und die Oelinteressen berichtet wird. Obgleich ihm die Einsichtnahme in die Akten verboten ist, gewöhnt er sich daran, sofort nach der Ankunft im Archiv in den Verzeichnissen nachzuschlagen, welches Aktenstück auf Grund der Zeitungsmeldungen wohl gebraucht werden könnte. Er denkt sich nichts Bestimmtes dabei: er sieht noch kein Ziel vor Augen, aber ein Gedanke drängt ihn allmählich immer leidenschaftlicher vorwärts: Der Wille, herauszukommen aus dem Kleineleutedasein; der Wille, ein Führer zu werden. Das, was er in den Akten liest, verstärkt seine Einstellung zu glühender Hingabe an die Interessen der Firma. Man beachtet den achtzehnjährigen jungen Mann kaum; wenn man ihm Aufmerksamkeit schenkt, dann geschieht es höchstens in der Weise, daß die älteren Angestellten ihm Hilfsarbeiten zuschieben, die sie selbst nicht machen mögen; man weiß, daß seine Arbeitswilligkeit schier unerschöpflich ist. Eines Tages liest Malcolm, daß die armenischen Oelfelder der Llesh Oil Company von aufständischen Kurdenbanden bedroht sind; einige Quellen sind bereits in Brand gesteckt worden. Vermutungen gehen durch die Presse, daß Sabotageakte vorlägen und die American Oil Company die Hand im Spiele habe. Türkische Truppen gehen gegen die Aufrührer vor, doch sie können vorläufig nichts ausrichten. Ist da nicht wieder eine Bestechung im Spiele?— Malcolm verschlingt die Zeilen, und mit gewohnheitsmäßiger Selbstverständlichkeit sucht er nach der Ankunft im Büro sofort nach Akten über die armenischen Quellen. Unter der Nummer 7368 findet er im Verzeichnis den Vermerk: „Geheim! Die sozialen und politischen Verhältnisse in Armenien, Georgien und im übrigen Kaukasus.“ (Fortsetzung folgt.) U PUSS“G„ preiswert aber doch gut rauchen— sie werden also lange suchen und schliesslich auch die neue CLUB probieren. Dann werden sie begeistert sagen: Das ist endlich die richtige 3½ Pfennig-Zigarette! 6 Stück 20 2. Beilage zum Bochumer Anzeiger u. Gen. Anzeiger Unterhaltung, Wissen, Leben Nr. 235 38. Jahrgang Mittwoch, 7. Oktober 1931 Karlcken kährt zu einer Konserenz Von Karl EttLinger, Müncken Als ich noch die Schulbank drückte und meinen Lehrern als Haarfärbemittel diente, indem sie durch mich weiße Haare bekamen, gab es ein Schreckenswort, das sogar mich Frechdachs erbleichen ließ:„Das kommt vor die Konferenz!“. Seitdem kann ich das Wort Konferenz nicht mehr ohne Begänsung meiner Haut lesen. Ach, ich muß es so oft lesen! Wenn man die Zeitung in die Hand nimmt was steht drin? Konferenzen, Konferenzen, Konferenzen, Konferenz in Genf, Konferenz im Haag, Konferenz in Basel, Konferenz in Posemuckel, Konferenz in Buxtehude, nächstens wird man den Bibeltext ändern müssen: Gott schuf den Menschen, auf daß er Konferenzen abhalte. Mir kommt diese Serie von Konferenzen manchmal vor wie ein Bandwurm, bei dem trotz aller Bandwurmmittel nie der Kopf herauskommt. Ich bin der Ansicht: wenn der Siegfried damals vor Erlegung des Drachens eine Konferenz einberufen hätte mit der Tagesordnung„Tötung des Drachens“, der Drachen erfreute sich heute noch der besten Gesundheit! Unsere Minister können diesen Engros=Betrieb in Konferenzen kaum noch bewältigen; man hat mir gesagt, daß sie nur noch mit dem Zylinder auf dem Kopf schlafen, für den Fall, daß sie plötzlich zu irgendeiner Konferenz geweckt werden. Am Außenministerium soll sich bereits eine„Nachtglocke für Konferenzen“ befinden. Und mehrere Ministergattinnen sollen schon zu ihren Männern gesagt haben:„Mein Lieber, diese ewigen Konferenzen kommen mir verdächtig vor! Wehe, wenn ich dir hinter etwas komme::„Die armen Minister stehen sozusagen beständig mit einem Bein im Salonwagen, sie können's nicht mehr„erschnaufen“ und so ists begreiflich, daß man zur letzten Konferenz mich abordnete. „Haha!“ murmelte ich in meinen Bart,„jetzt sollen die internationalen Staatsmänner mal erfahren, wo Bartel den Most holt!(Bitte, Herr Setzer: Most, mit weichem o, nicht Mist!] Ich übte vor dem Spiegel die Napoleonpose, ich ölte mir die Faust, damit sie keinen Sprung kriegt, wenn ich auf den Tisch haue, ich machte nachts rednerische Uebungen mit so großem Erfolg, daß meine Hauswirtin an die Türe pochte: „Ham S' oan Goasbock gekauft?„Dees Viech raus!“ „Nein“, erwiderte ich,„das isr nur das Hohngemecker, mit dem ich die Reden meiner Gegner begleiten werde!“ Stolz bestieg ich den Zug, der mich zur Konferenz brachte. Es hatten sich eine Menge Photographen und Filmer eingefunden und ich ließ mich natürlich gerne knipsen und kurbeln, denn das ist ja das Wichtigste in schwerer Zeit für das Volk, daß seine Führer recht oft photographiert werden. Ein guter König hat einmal gesagt:„Ich will, daß jeder Bürger Sonntags seinen Minister im Kintopf habe!“ Da gehört überhaupt eine Notverordnung her, daß die Minister sich jede Woche photographieren lassen müssen. Nachher wird gleich alles besser. Ich machte mirs im Salonwagen bequem. Ich hatte die Klavierauszüge aus Tristan, Zauberflöte und Aida mitgenommen— nicht um auf die Konferenz Klavier zu spielen, sondern weil ich weiß, daß die Diplomaten Noten austauschen. Wie ich am Konferenzort ankomme, wer ist am Bahnhof? Eine Menge Photographen und Filmer. Ich merkte schon, Delegierter sein ist gar nicht so einfach. Aber was tut man nicht fürs Volk? Also ließ ich mich knipsen und kurbeln. Eine Deputation war auch da, wir sagten einander„Guten Tag" und „Schönes Wetter heute" und wahrten auf diese Weise die Interessen unserer Völker. Und in dem offiziellen Bericht stand nachher:„Die Begrüßung war außerordentlich herzlich und eröffnete die besten Auspizien für den Verlauf der Konserenz.“ Das ist nämlich bei jeder Konserenz so, daß die Auspizien das beste daran sind. Wenn die Auspizien krähn auf dem Mist, ändert sich die Lage oder sie bleibt wie sie ist! Wir wurden in unser Hotel gefahren und nachdem ich gewaschen und umgekleidet war, traten wir gleich in das Begrüßungsfrühstück. Dabei kamen wir uns all: bedeutend näher. Einer erzählte einen sehr guten Witz, aber der Vertreter der Republik Liberia lachte schon fünfzehn Sekunden vor der Pointe, und das hatte zur Folge, daß die Staatspapiere der Republik Liberia an der Börse um 10 Prozent fielen. Politik ist nicht so einfach wie der Laie denkt. Selbstverständlich wurden auch Reden gehalten: daß es ein sehr wichtiger Augenblick sei(es wurde gerade der zweite Gang serviert), und daß sich immerhin etwas Rosiges in greifbarer Nähe zeige(der Rotwein war wirklich gut), und daß man im Zeichen des Weltfriedens und der Abrüstung tage. An dieser Stelle wurde der Redner ans Telephon gerufen, weil ihn ein Giftgasfabrikant wegen der neuen Lieferung sprechen wollte. Der Nachmittag diente dann den sogenannten Vorbesprechungen. Diese Vorbesprechungen sind außerordentlich wichtig und ich gewann dabei 65 Franken, obwohl ich miserable Karten hatte. Und ich dachte: abends gehen jetzt die Hauptverhandlungen los! Und richtig, abends kam der wichtige Konferenzpunkt: Festvorstellung: Ich war schon ein bissel müde, aber doch wach genug, um mir zu sagen: „Was für ein beruhigendes Gefühl muß es doch für die Völker sein, zu wissen, daß ihre Vertreter in diesem Augenblick in einer Festvorstellung sitzen! Diese Konferenzen haben doch viel für sich!" 1g. Aber am nächsten Tag fand eine wirkliche Sitzung statt. Ich hielt meine Rede, die anderen hielten ihre Reden, und wenn man Reden statt stenographieren diskontieren könnte, wäre die Frage der Schulden längst erledigt. Und der offizielle Bericht meldete: „Wolken am Horizont.“ Diese Wolken erscheinen am zweiten Tag jeder Konferenz so pünktlich wie der Abendstern im Tannhäuser. Am dritten Tag heißt es dann„Abbruch der Konferenz bevorstehend??“, mit zwei Fragezeichen, und am vierten Tag:„Ein Kompromißvorschlag.“ Wir waren uns natürlich furchtbar böse, daß wir so verschiedener Ansicht waren, das heißt nur bei den Sitzungen waren wir uns böse, aber bei den Festessen, Besichtigungen, Einweihungen, Frühstücken vertrugen wir uns ausgezeichnet, und das ist ja wohl den Völkern die Hauptsache. Solche Konferenzen kosten immerhin einen Haufen Geld und es wäre doch ein unerträglicher Gedanke, wenn's den Delegierten nicht wenigstens geschmeckt hätte. Ich muß doch mal im Schiller nachsehen, ob's in dem Zitat„Die Weltgeschichte ist das Weltgericht", wirklich„Weltgericht" heißt und nicht etwa„Leidgericht". Uebrigens verlief die Konferenz sehr fruchtbar. Ich meine damit nicht, daß die Frau des einen Diplomaten während der Konferenz ein Kind bekam(es erhielt den Friedensnamen„Kanonerich“), sondern ich meine das praktische Ergebnis der Konferenz. Die Konferenz beschloß nämlich einstimmig, in zwei Monaten wieder eine Konferenz einzuberufen, die beschließen soll, wann die übernächste Konferenz stattfinden soll mit der Tagesordnung„Wann findet die übernächste Konferenz statt?“ Krieg im Zeinen Osten Bekanntlich herrscht seit Mitte September zwischen Japan und China Kriegszustand. Japanische Truppen haben nicht nur die Hauptstadt der Mandschurei, Mukden, erobert und besetzt, sondern auch die Landstriche längs der mandschurischen Eisenbahn überfallen. Durch eine Protestnote, die China an den Völkerbund einreichte, wurde diese Angelegenheit mehrfach Gegenstand des Völkerbundsrats. Allerdings konnten die Verhandlungen in Genf nichts an der Sachlage ändern. Inzwischen sind an verschiedenen Stellen die Kämpfe zwischen den Japanern und Chinesen wieder ausgebrochen. Unser Bild, eine der ersten in Berlin eingetroffenen Originalaufnahmen vom japanisch=chinesischen Krieg, zeigt, wie Japaner die Baracken von Hungtingshan besetzt halten. Das geLähidete Gurgtkeater Das berühmieste Wiener Theater auf dem Auslierbe-Ciat? Die österreichischen Staatstheater stehen mitten im bittersten Daseinskampf. Der Staat will und kann das Millionendefizit, das ihre Haushalte ausweisen, nicht länger tragen. Den rigorosen Sparmaßnahmen sollen zuerst selbstverständlich die hohen Gagen der Schauspieler zum Opfer fallen. Daraüber hinaus denkt man aber auch an die Schließung des Burgtheaters. Das Wiener Burgtheater, das vor fünf Jahren übrigens sein 150jähriges Bestehen feierte, steht seit einiger Zeit im Meinungskampf. Es mehren sich die Stimmen derer, die auch das Fortleben des Burgtheaters aus kulturellen Gründen nicht mehr für wünschenswert halten. Das Burgtheater war immer eine Stätte edelster Sprechkunst; es hatte nicht den Ehrgeiz, lebensnahes Zeittheater zu sein. Die Werke der klassischen Dichter fanden in dem aristokratischen Theater immer eine treffende Wiedergabe. Jahrzehntelang war die Wiener Burg ein Bestandteil der deutschen Kultur. Berühmte Direktoren, wie Heinrich Laube, bildeten ganze Schauspielergenerationen aus. Seit dem Niedergang der klassischen Schauspielkunst verblaßte auch der Glanz der Wiener Burg. Das Theater, das vor dem Kriege dem Hofkreise eng verbunden war, verlor in der republikanischen Zeit seine Anziehungskraft. Das Defizit, das früher der Kaiser aus seiner Privatschatulle deckte, mußte jetzt aus der Staatskasse aufgebracht werden. Auch in seiner äußeren Gestalt verleugnet das Burgtheater nicht seine höfische Herkunft. Es ist kein Volkstheater in unserem Sinne. In den prunkenden Logen versammelten sich früher einmal die Mitglieder der Hofgesellschaft. Das böse Wort, daß man früher mehr auf die Logen blickte als auf die Bühne, trifft doch einigermaßen die Wahrheit. Das Wiener Burgtheater war eine Schaubühne der Kunst und— der guten Gesellschaft. Man kann ein solches Theater im Verlauf weniger Jahre nicht den Bedürfnissen des Publikums anpassen. In den letzten Jahren machte man den Versuch, frisches Leben in die erstarrten Kräfte des Burgtheaters hineinzubringen. Von Berlin ging der berühmte Schauspieler Paul Hartmann an die Wiener Burg. Auf reichsdeutsche Blutzufuhr war das Burgtheater auch früher schon bedacht gewesen. Neuerdings äußert man in Wien den Wunsch, Käte Dorsch und Rudolf Forster an das Burgtheater zu verpflichten. Ob es dazu kommen wird, weiß man natürlich nicht. Der Direktor des Burgtheaters, der bekannte Dichter Anton Wildgans, weiß wohl, daß es diesmal um Sein oder Nichtsein geht. Die Angriffe, die von klerikaler Seite gegen Anton Wildgans erhoben werden, verlieren in einer Zeit, da die Existenz des Burgtheaters auf dem Spiele steht, ihre Bedeutung. In Wien ist die Volksstimmung über das Burgtheater geteilt. Den enthusiastischen Freunden der Burg stehen die sehr zahlreichen Oesterreicher gegenüber, die in der Schließung des Theaters keinen kulturellen Schaden sehen. Es wird sich bald entscheiden, wer in dem Kampf um das Burgtheater siegen wird: die Macht der Tradition oder der Zwang zur äußersten Sparsamkeit. Dei Sckatz in der Riste Heiteres von K. M. Mirbach In Sizilien lebte vor mehr als zweihundert Jahren ein blinder Mann, der sich durch einen hervorragenden Verstand auszeichnete. Der Blinde hatte ein kleines Vermögen und wollte dieses, der unsicheren Zeiten halber, in seinem Garten vergraben. Das tat er auch eines Nachts. Sein Nachbar aber, ein Bäckermeister, beobachtete ihn bei dieser Beschäftigung, und kaum war der Schatzgräber im Hause verschwunden, als auch schon der Lauscher in den Garten schlich und den Schatz raubte. Nun, eines Tages hatte der Blinde das Bedürfnis, nach seinem Gelde zu sehen und grub nach. Was er fand, war natürlich nur eine leere Kiste. Auf diese Kiste setzte er sich und überlegte. Und dabei kam ihm der Gedanke, daß niemand anders als der Bäckermeister das Geld gestohlen haben könne. Der Blinde schaufelte das Erdloch wieder zu und ging zu seinem Nachbarn, dem Bäckermeister.„ „Ich will Euch um einen Rat fragen, Meister," sagte er. „Oh, so fragt mich!“ „Ich besitze tausend Taler.“ „Ach, Ihr Glücklicher!" „Und die tausend Taler habe ich in meinem Garten vergraben.“ „Recht habt Ihr daran getan,“ sagte der Bäckermeister. „Nun aber ist mir der Gedanke gekommen, daß man mir die tausend Taler stehlen könnte.“ Ach wos“..., ist nämsich hi. „Meint Ihr? Hm, die Sache ist nämlich die: Ich habe außerdem noch tausend Taler, und nun frage ich mich, ob ich die an derselben Stelle vergraben soll.“ „Aber natürlich! Tut das nur!" Der Blinde ging fort. Noch in derselben Nacht kam der Bäckermeister und bugsierte die gestohlene Summe wieder in die Kiste, freilich nur, um sie bei späterer Gelegenheit vermehrt wieder davon tragen zu können. Der Blinde aber belauschte ihn dabei, und kaum war der Bäcker verschwunden, als er auch schon die tausend Taler in Sicherheit brachte. Von da ab kam der Bäckermeister jede Nacht, aber die Kiste blieb leer. So hatte der Besitzer sein Geld auf schlaue Weise zurückbekommen und bewiesen, daß zuweilen ein Blinder mehr sieht als ein Sehender. 5 kostef die für eine Mahlzeit benötigte Menge Hufeke für ein kind bis zum d Plonot Es is auch das Beste Tagesgespräche in London Run, Das sagen=Eie za unstrein=Kfunt? London, 5. Oktober. „Nun, was sagen Sie zu unserem Pfunde? Wie weit wird es noch fallen? Wird's bei uns ebenso werden, wie's in Deutschland war?“ Mit solchen und ähnlichen inquisitorischen Fragen wird zur Zeit in England jeder Fremde von Ladenbesitzern, Bankangestellten, Autobusschaffnern usw. begrüßt. Sie sind fast Ersatz geworden für das sonst übliche„Nice weather!“ und all die anderen traditionellen Begrüßungsformeln. Doch ebenso wie das stets wohlgemut klingende„How do you do?“, so werden auch diese Lamentationen über den Pfundkurs nichts weniger, als in klagendem Tone vorgebracht. Alles ist eher Scherz, Belustigung und Ulk. Als wollten die Briten sogen: Welch' ein nhezahlharer Spaß. das die Briten sagen:„Welch ein unbezählbärer Spaß, das Pfund fällt! Das Leben ist doch noch lebenswert, after all——.“ Wenn zwei das gleiche tun, so ist es eben durchaus nicht dasselbe. Die Briten wissen es: so schlimm, wie's 1923 in Deutschland war, kann's bei ihnen nie werden. Sie werden nun eine Weile mit der für sie neuartigen „Kursentwertung“ spielen. Doch sie werden hierbei vorsichtiger sein, als andere es gewesen sind. Es liegt nicht in der Natur des Briten, sich zu berauschen. Selbst dann nicht, wenn es sich um ein so betörendes Rauschgift handelt, wie dasjenige der Inflation. Wenn also das, was zur Zeit in England vor sich geht, durchaus kein„Inflationsrausch“ in unserem Sinne genannt werden kann, so ist eine sehr„freudige Ueberraschung“ über das unerwartete Fallen des Pfundkurses dennoch nicht zu verkennen. Die Wirkungen dieses, im Grunde komplizierten, finanztechnischen Ereignisses erweisen sich als so augenscheinlich, daß selbst der ignorante„Mann auf der Straße“ sie begreift und willkommen heißt: Steigen sämtlicher Börsenpapiere, Besserung der Ausfuhrmöglichkeit für britische Waren, Zunahme der Industrieaufträge, allgemeine Belebung von Handel und Wandel. Was will man mehr? Die Freude hierüber ist besonders bei jenen Bouleoardblättern groß, die schon seit Jahren wilde Propaganda für Schutzzölle und Tarife machen. Diese Zeitungen sind jetzt völlig aus dem Häuschen geraten. Sie tragen viel dazu bei, einen Teil der Volksmassen künstlich zu berauschen. Und alle Nachrichten, die die Segenswirkungen des Pfundsturzes illustrieren, bringen sie in sensationeller Aufmachung. Und in der Tat, wahre Freudensnachrichten wissen sie täglich aus allen Gegenden Englands zu melden: der Kohlenexport nimmt rapide zu; der Absatz von Eisen und Stahl ist wieder in Schwung gekommen; in Lancashire sind Dutzende von Baumwollspinnereien wieder eröffnet worden; die Wollindustrie hat enorme Aufträge erhalten; in allen Häfen haben soundso viel britische Warenschiffe, die seit Monaten leer lagen, wieder die Fahne gehißt; die ausländischen Konkurrenten hören merklich auf, England mit„Dumping=Waren“ zu überfluten; viele von ihnen werden lieber kontraktbrüchig, als daß sie ihre Waren gegen verbilligte Pfunde liefern; bessere Ausblicke überall, wohin man auch schauen mag. Und das alles hat mit seinem Sterben der gepriesene Goldstandard getan. Doch ehe der Rausch noch verflogen ist, beginnen sich auch schon gewisse Anzeichen der Ernüchterung zu zeigen.„Die Lebensmittelpreise werden nicht steigen!“, erklären dieselben Boulevardblätter, die dem britischen Bürger täglich von den Segnungen des Pfundsturzes berichten. Doch die Lebensmittelpreise steigen dennoch! Wie sollten sie es auch nicht: mehr als die Hälfte aller in England gebrauchten Lebensmittel kommen aus dem Auslande; sie müssen mit ausländischem Gelde bezahlt werden; für dieses aber hat man nun mehr Pfunde herzugeben; die Schlußfolgerung ist klar wie der Tag! So beginnen denn die Händler in den Lebensmittel=Geschäften Londons genau die gleichen Redensarten zu führen, wie sie unsereins einst in Deutschland, Oesterreich, Rußland und anderen Ländern des Inflationselendes zur Genüge gehört hat: „Heute verkaufe ich die Ware noch zum alten Preise. Aber morgen muß für dasselbe mehr gezahlt werden. Der Kurs ist zu sehr gesunken. Auch das Einwechseln ausländischen Geldes gibt Anlaß zu Reibereien und Unredlichkeiten aller Art. Der britische Bankier kann sich nicht an den Gedanken gewöhnen, daß er für deutsche Mark oder Schweizer Franken mehr„gute englische Pfunde“ hergeben muß, als zuvor. Die Londoner Banken haben infolgedessen nie den Kurs gezahlt, der an den entsprechenden ausländischen Börsen gültig war. Während das Pfund in Berlin mit 15 Mark und in Bern mit 18 Franken notiert wurde, gaben die Londoner Banken selbst in den kritischsten Tagen das Pfund nie billiger, als zu 18 Mark oder 20 Franken her. In ebenso reichlichem Maße, wie die Nachrichten über die Segnungen des Pfundsturzes, beginnen die bei jedem Kurssturz üblichen Hiobsbotschaften einzulaufen. Gerade jetzt, zu Winters Anfang, sind Kohle und Petroleum teurer geworden. Die Warenhausbesitzer erklären, sie können bei den jetzigen Preisen nur so lange bleiben, wie die Vorräte reichen. Ueberall hört man vom Auftauchen einer neuen Sorte von Kaufleuten, die England bisher nicht gekannt hat: Spekulanten in Valuta und Lebensmitteln! Die Regierung hat angekündigt, sie wird gegen diese böswilligen Elemente„rigorose Maßnahmen“ vornehmen. Die Preise für Fahrkarten nach dem Kontinent sind scharf heraufgesetzt worden. Die Eisenbahngesellschaften veröffentlichen überall Plakate:„Briten, verbringt eure Ferien daheim und helft die Pfundwährung stützen!“ Von allen Enden der Welt strömen die sonst so reiselustigen Engländer in Massen nach der Heimat zurück.„Sparen!“, ist die allgemeine Devise der einst sprichwörtlich reichen Briten. Alle die großen Damen der Aristokratie, die für den November und Dezember, wie üblich, zu Bällen und Galaempfängen geladen hatten, sagen sämtliche Veranstaltungen ab. Und manche patriotische Briten fordern gar, in offenen Briefen an die Tageszeitungen, ihre Mitbürger auf,—„in diesen Tagen der großen Not, all ihre Goldsachen nach dem Schatzamt zu tragen und sie zur Vermehrung des staatlichen Goldschatzes, von der Kgl. Münze einschmelzen zu lassen....... 8„K i. 81.. Der stärkste Eindruck, den der Fremde in dieser Zeit der Krisen und Erschütterungen von England und den Engländern erhält, ist die Ruhe und die Zuversicht, mit der sie alles Vorsichgehende aufnehmen, ihr bewundernswertes Trotzalledem! Das Weltreich kracht in Perve h, gv geflote meutert die Geldwähr allen Fugen, die Kriegsflotte meutert, die Golbwährung fällt, die Preise steigen, das Land befindet sich inmitten einer ernsten Krise und— trotz alledem verliert die Nation keinen Augenblick die ehernen Nerven, die klassische Haltung und den festen Glauben an sich selbst. George Popotf. Die Teichensande der Werk eines Leichenschänders Helsingsors, 6. Oktober. Die Herkunst der vor einigen Wochen in einer Quelle bei Helsingsors gefundenen Leichenteile konnte inzwischen teilweise festgestellt werden. Es hat sich herausgestellt, daß es sich um ein surchtbares Verbrechen handelt, das höchstwahrscheinlich der Kirchhosangestellte Saarenniemi ausgeführt hat. Saarenniemi ist bereits verhaftet worden. Inzwischen sind über 40 Gräber geöffnet worden, bei denen man Leichenschändungen der verschiedensten Art festgestellt hat. Bei vielen Leichen sehlen Köpfe, bei anderen nur Finger der rechten Hand. Da sich auf dem Kirchhof etwa 40 000 Gräber befinden, ist die Aufklärung des Verbrechens äußerst schwierig. Die Polizei will Beweise dafür in der Hand haben, daß Saarenniemi nachts mit einem Auto gekommene Personen in das Leichenhaus eingelassen hat. Weiter wurden in seiner Schreibstube scharfe Messer und Dinge gefunden, die nichts mit seiner gewöhnlichen Friedhofsarbeit zu tun haben. Der polizeilichen Untersuchung wohnen zahlreiche Helsingforser Einwohner bei, deren verstorbene Angehörige auch in dem Leichenhaus, das Saarenniemi unterstand, gelegen haben. Die Polizei ist der Ansicht, daß es sich möglicherweise bei Saarenniemi um einen Sadisten handelt. Nachricht von der HimalajaGrpebsion Unüberwindliche Hindernisse München, 6. Oktober. Die neue deutsche Himalaja=Expedition hat ihr Ziel, die Besteigung des Kangchendzönga im Himalaja=Gebirge, nicht erreichen können. Die„Münchener Neuesten Nachrichten“ veröffentlichen folgendes Kabeltelegramm des Expeditionsleiters Paul Bauer, das aus dem Lager VI vom 28. September datiert ist: „Unser Vormarsch zum Gipfel des 8580 Meter hohen Kangchendzönga mußte in einer Höhe von 26 000 englischen Fuß, d. i. gleich 7925 Meter, abgebrochen werden. An einer völlig unerwarteten Stelle versperrte uns eine 150 Meter hohe ganz unangreifbare äußerst lawinengefährliche Steilwand den Weiterweg. Näherer Bericht folgt.“ Das Postflugzeug der„Bremen“ bermißt men“ Halifax 6. Oktober. Das Postflugzeug„Newyork" des Dampfers„Breen", das gestern Nacht in Neu=Sydney auf Neuschottland Betriebsstoff aufgefüllt hatte und dann nach Newyork weitergeflogen war, wird seitdem vermißt. Schon beim Anfliegen des Zwischenlandeplatzes Sydney stieß das Postflugzeug auf starke Nebelwände, so daß es Schwierigkeiten bei der Landung hatte. Zahlreiche Rettungsboote sind auf der Suche nach dem Flugzeug, doch hat man bisher noch keine Spur von ihm gefunden. Die Stadt Husum erbi 1 Million Newyork, 6. Oktober. Die Witwe des in Brooklyn verstorbenen Juweliers Nissen, Frau Katharine Nissen, hinterließ rund eine Million Mark zugunsten der von ihrem verstorbenen Ehemann begründeten Nissen=Stiftung. Zweck der Stiftung ist die Errrichtung einer Stadthalle, eines Museums, einer Bibliothek und eines Hospitals in Nissens Vaterstadt, der holsteinischen Stadt Husum Das gesamte Stiftungskapital, das eine Million Dollar beträgt, erhält die Stadt Husum aber erst nach dem Tode von sämtlichen Geschwistern Nissens, die vorläufig noch den Nießbrauch des Vermögens haben. Der unrühige Baltan Bombenexplosionen an der serbischgriechischen Grenze. Athen, 6. Oktober. Die gesamte griechische Morgenpresse bringt eine Meldung aus Saloniki über einen geplanten Bombenanschlag auf den Simplon=Expreß in Chevgheli an der serbisch=griechischen Grenze. Die Höllenmaschine konnte eine Viertelstunde vor Durchfahrt des Simplon=Expreß unschädlich gemacht werden. 500 Meter von der griechischen Grenze entsernt explodierten auf serbischem Gebiet 25 Bomben. Dabei wurden zwei Serben getötet und drei verletzt. Eine weitere Bombe, die in der Nähe einer Kaserne in Chevgheli explodierte, riß die Vorderwand ein. Ein Soldat wurde getötet und zahlreiche verwundet. In der Nähe des Bahnhofs Skolpje richteten zwei Bomben schweren Schaden an. Die Verbindung Nisch—Chevgheli wurde unterbrochen. Die geängstigten Einwohner Chevghelis fliehen nach der griechischen Grenzstation Idonimi. Es werden neue Anschläge der Komitatschis befürchtet. Iiide in die Der Wal im Netz. Wie aus Wesermünde berichtet wird, konnte ein Fischdampfer der Nordseefischerei dieser Tage einen überraschenden Fang verzeichnen. In die Netze verirrte sich ein Walfisch im Gewichte von 50 bis 60 Zentner. * Tödlicher Unfall beim Umbau des Domturmes in Freiberg i. S. Am Dienstag nachmittag stürzte beim Umbau des Domturmes in Freierg ein großer Stein hinab. Ein Arbeiter wurde dabei getötet, ein anderer erlitt schwere Verletzungen. * Zwei Kinder ermordet. Ein grauenhafter Kindermord wurde in der Nacht zu Dienstag in der kleinen, in der Nähe der Stadt Haag(Holland) liegenden Ortschaft Wateringen verübt. Nachdem sich der Landarbeiter Dekker des Morgens um 3 Uhr auf einen seiner Wohnung benachbarten Bauernhof begeben hatte, um dort die Kühe zu melken, kam plötzlich seine Frau herbeigeeilt, um ihm mitzuteilen, daß sie die beiden kleinen Kinder des Ehepaares, einen sechsjährigen Knaben und ein vierjähriges Mädchen, ermordet im Bette vorgefunden habe. Beiden Kindern waren die Schädel mit einem Beil eingeschlagen, die Axt lag neben der Bettstelle. * Das Pariser Ur=Café wird— Bank! Das „Café de la Paix, eines der ältesten und berühmtesten Restaurants der Seinestadt, das Jahrzehnte hindurch ein viel besuchter Treffpunkt der Pariser Lebewelt war und auch einen großen Ruf als„Zentrale der Feinschmecker" besaß, wird anfangs Dezember geschlossen werden. In den Räumen des Cafés wird eine Filiale der Banque de Paris et des Pays-Bas errichtet werden. # Verbrecher tötet zwei Polizeibeamte. Als in Dijon(Frankreich) zwei Polizeibeamte zur Verhaftung eines etwa 50jährigen Mannes schreiten wollten, gab dieser im Augenblick der Verhaftung mehrere Revolverschüsse ab. Die beiden Beamten wurden getötet. Der Mörder entkam in einem Auto, das später in einem Vorort von Dison leer gefunden wurde. + 11 Tote bei einem Ueberfall auf Straßenarbeiter in Marokko. Straßenarbeiter, die beim Straßenbau in der Gegend von Tarudant(Marokko) beufständischen überfal schäftigt waren, wurden von Auffrandischen rfallen und beschossen. Elf Arbeiter wurden getötet, neun verletzt. tt Großvater Mussolini. Mussolini ist Großvater geworden. Seine Tochter, die Gattin des italienischen Generalkonsuls in Schanghai, Grafen Chiano, hat einem Knaben das Leben geschenkt. tt Wunder der Natur. Eine junge Engländerin, die bei einem Autounfall vor zehn Monaten einen solchen Nervenschock erlitt, daß sie plötzlich erblindete, ist jetzt ebenso plötzlich wieder sehend geworden. it Trotzki muß auf Anordnung der Türkei seinen Aufenthalt wechseln. Der Anlaß zu dieser Maßnahme ist ein Gespräch, das er mit Amanullah hatte. Darin erblickt die Türkei einen Mißbrauch der Gastfreundschaft, denn sie nimmt an, daß in dieser Unterredung außenpolitische Fäden gesponnen wurden. Der neue Verbannungsort Trotzkis wird zwölf Stunden von Konstantinopel in der Nähe der Dardanellenmündung liegen. * Auch eine Folge der Prohibition. Die Zahl der amerikanischen Frauen, die dem Alkoholismus verfallen sind, ist in der letzten Zeit so erschreckend gestiegen, daß die Trinkerheilanstalt in Dwight(Illinois) die Aufnahme von weiblichen Patienten vorläufig gesperrt hat. Schwalbensterben auch in Bosnien Riesenfeuer bei Kowno Mindestens 4 Millionen Mark Schaden. Kowno, 6. Oktober. In dem Kownoer Vorort Schanzen gerieten am Dienstag morgen fünf Fabriken in Brand. Das Feuer brach kurz nach 6 Uhr morgens aus und hatte trotz aller Anstrengungen gegen 10 Uhr bereits die Wattefabrik Vatolit, die Strumpffabrik Cotton, die neue, kaum in Betrieb genommene größere Textilfabrik Gebrüder Hohenberg, die Spitzenfabrik Nerelit bis auf die Grundmauern und die chemische Fabrik Union Standard zum größten Teil zerstört. Das Feuer soll durch eine Motorexplosion in der Wattesabrik ausgebrochen sein und von dort aus mit unglaublicher Schnelligkeit auf die anderen Fabriken, die in dem gleichen Gebäudeblock der ehemaligen Schmidtschen Fabrik untergebracht sind, übergegriffen haben. Der Schaden wird mit mindestens vier Millionen Reichsmark angegeben. Es ist auffallend, daß in den letzten Tagen wiederholt große Fabrikbrände in Kowno und der Provinz sich ereignet haben. Ein Goldschatz aus dem 10. Jahrhandert Paris, 6. Oktober. An der französisch=belgischen Grenze ist ein Goldschatz aus dem 10. Jahryunoert entdeckt worden. Gewisse Chroniken sprechen von einer Abtei, die bei Hertain im 10. Jahrhundert gelegen habe und eine Art Zweigstelle der französischen Abtei Cysoing gewesen sein soll. In dieser Zweigstelle Hertain sollten Schätze vergraben sein. Nunmehr ist mit Hilfe eines katholischen Geistlichen, der die Wünschelrute zu handhaben versteht, auf den in Frage kommenden Feldern nachgeforscht worden, und die Wünschelrute hat unter der Erde liegende Goldschätze in ziemlich beträchtlichem Ausmaße gezeigt. Nachgrabungen haben bereits einen Teil des Tage gefördert. Man schätzt ihn auf insgesamt 17 lionen Mark. Die betreffenden Felder gehören belgischen Bauern. Selbstmordversuch in einem Pariser Theater Paris, 6. Oktober. Während der öffentlichen Generalprobe des Theaterstückes„Le Général Boulanger“ ereignete sich am Montag abend ein tragischer Zwischenfall. Während der Sterbeszene der Madame de Bonnemain erhob sich im Zuschauerraum plötzlich der Schriftsteller Alexander Debray und rief in den Saal hinein, daß er sterben werde, da ihn der Mitverfasser des Stückes Mortier ruiniert habe. Mit diesen Worten schoß sich eine Kugel in den Leib. Das Spiel wurde sofort unterbrochen, und im Publikum entstand eine begreifliche Erregung. Frau Debray erlitt einen Nervenschock. Er wußte sich zu helfen Belgrad, 6. Oktober. Wie aus Serajewo gemeldet wird, fand man in den letzten Tagen auf den bosnischen Hochebenen viele Tausende erfrorener Schwalben auf. Die Schwalben sind wegen des vorzeitigen Winters in diesem Jahr zum großen Teil früher als sonst nach dem Süden gezogen. Die Schwalbenzüge gerieten jedoch über Bosnien in schwere Schneestürme und mußten umkehren und sich in den Hochebenen niederlassen. Aber auch hier trat Winterwetter ein, so daß die Tiere massenhaft starben. Als jetzt der Schnee wieder schmolz, fand man die Schwalben in so großer Menge tot auf, daß die Bauern sie an vielen Stellen aus dem Weg schaufeln mußten. Gehörten sie ihm nicht? Rettung eines Flugzeuges auf hoher See Madrid, 6. Oktober. Der Generaldirektor der spanischen zivilen Luftschifffahrt Louis Roldan hat vor einigen Tagen während eines Probefluges einen Unfall erlitten, der ihm und seinen beiden Begleitern beinahe das Leben gekostet hätte. Daß die drei Männer mit dem Leben davonkamen, war einem gewissen Körperteil zu verdanken, der in der Regel mit Rettungsarbeiten nichts zu tun hat. Der Generaldirektor flog in einem Wasserflugzeug von der spanischen Küste nach den balearischen Inseln. Der Apparat wurde von einem erfahrenen Piloten geführt, dem ein Mechaniker, namens Salvador Bosch, als Hilfe beigegeben war. Wegen eines Defekts im Benzintank mußte das Flugzeug auf hoher See notlanden. Als der Apparat auf die stürmische Flut herabstürzte, erlitt die Kabine eine schwere Beschädigung. In das entstandene Loch strömte das Wasser. Es schien gänzlich unmöglich, im Nu die lecke Stelle zu verstopfen, und den drei Männern drohte der jähe UnterGr.„„* M T129- 9: 224 2a Blitzschnell kam der Mechaniker auf eine gute Idee. Er placierte einen gewissen Teil seines Körpers in das entstandene Loch und verblieb in dieser Position ganze 16 Stunden, während das Flugzeug von den Wellen hin und her geschleudert wurde. Ein ganzer Tag und eine Nacht vergingen in qualvoller Ungewißheit. Beim Morgengrauen wurden die Insassen des Wasserflugzeuges von einem französischen Dampfer entdeckt und gerettet. Nachdem der Generaldirektor und der Pilot das Rettungsboot bestiegen hatten, hob sich Bosch aus seiner wenig bequemen Stellung und ging gleichfalls an Bord des Bootes. Kurz darauf verschwand der Flugapparat in der Meerestiefe. Große Alkoholbestände auf dem Landsitz des amerikanischen Marineministers beschlagnahmt. Newyork, 6. Oktober. Auf dem Landsitz des amerikanischen Marineminibeiwohnte, erklärte, daß die Alkoholmengen ihm nicht gehören, und daß er von ihrem Vorhandensein auf seinem Landsitz nichts wisse. sters Adams in der Nähe von Boston beschlagnahmte die Polizei 600 Kisten mit alkoholischen Getränken im Werte von über 200000 Mark. Drei Mann, die sich in der Garage des Marineministers aufhielten, wurden verhaftet, zwei weitere entkamen. Der Marineminister, der am Montag zusammen mit Präsident Hoover einem Baseballspiel als Zuschauer * Opfer eines Jagdunfalles. Auf seiner Jagd in Unterfranken kam der Frankfurter Rechtsanwalt und Notar Dr. Dochnahl durch einen Unglücksfall ums Leben. Die mit Schrot geladene Waffe eines Jagdaufsehers entlud sich. Die Ladung drang dem Notar in die Bauchgegend. Dr. Dochnahl erlitt so schwere Verletzungen, daß er bald darauf starb. 9. Bellage Anzeiger u. Einz Die Haupt dels hielt ge Berlin ab. 1 wies darauf den Monate nehmertum 1 Beeinflussung feranten in krise sei der betroffen wol vorher außer Staatssekr brachte die C tonte, daß d Einzelhandel schaftsminist doppelt notw Reichsregierr durch die Es müsse Jec werden, daß nung der dur keinerlei Entwiok! regierung all bewegen, mit ständige Füh den der Wirt schaftsminist wendig. Im Verlau schäftsführen Dr. Hacke nahmewirtsel Wirtschaft d oder Niederg anderen wes nahmen d liche Erspari wichtige wirtschaftlict den grundsät triebe zu men gehöre lichkeiten. 1 nur mögli Reich, Lände. Gemeinschaft bände mit de Anschließe standsmitglie tius, das W Verhältnis darlegte. Eir seien nicht ni kartelle und könnten dies schaft ohn Zielen einer beitsmarktent werden. 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Heinrich Grünfeld, wies darauf hin, daß die Juli-Krise und die folgenden Monate gezeigt hätten, wie wichtig das Unternehmertum im Einzelhandel für die psychologische Beeinflussung der Käuferschaft und auch der Lieferanten in kritischen Zeiten sel. Von der Finanzkrise sei der Einzelhandel verhältnismäßig schwach betroffen worden, da der Ausscheidungsprozeß schon vorher außerordentlich scharf gewesen sei. Staatssekretär Dr. Trendelenburg überbrachte die Grüße der Reichsregierung, indem er betonte, daß die ersprießliche Zusammenarbeit der Einzelhandelsorganisation mit dem Reichswirtschaftsministerium in der gegenwärtigen Krisenzeit doppelt notwendig sei. Die schwere Aufgabe der Reichsregierung werde durch die englische Pfundkrise erheblich neu belastet. Es müsse jedoch mit größtem Nachdruck erklärt werden, daß die Regierungsmaßnahmen zur Begegnung der durch sie hervorgerufenen Schwierigkeiten keinerlei Ansätze inflationistischer Entwicklungen in sich tragen und die Reichsregierung alle Vorgänge, die in dieser Richtung sich bewegen, mit aller Schärfe bekämpfen werde. Die ständige Fühlungnahme zwischen den Spitzenverbänden der Wirtschaft erweise sich auch für das Wirtschaftsministerium gerade jetzt als überaus notwendig. Im Verlaufe der Tagung sprach sodann der geschäftsführende Präsident des Reichsstädtebundes, Dr. Haekel, über gemeindliche Aufgaben und Einnahmewirtschaft und Einzelhandel. Kommunen und Wirtschaft dürften niemals vergessen, daß Gedeih oder Niedergang des einen zugleich die Lage des anderen wesentlich beeinflusse. Die Sparmaßnahmender Kommunen brächten zwar öffentliche Ersparnisse, schädigten aber auch wichtige Teile der Wirtschaft. In der wirtschaftlichen Betätigung hätten sich die Gemeinden grundsätzlich auf die Versorgungsbetriebe zu beschränken Zu den Selbsthilfemaßnahmen gehöre auch volle Ausnutzung der Steuermöglichkeiten. Eine Ueberwindung der Krise sei nur möglich durch Zusammenwirken von Reich, Ländern und Gemeinden und eine fruchtbare Gemeinschaftsarbeit der kommunalen Spitzenverbände mit den großen Verbänden der Wirtschaft Anschließend nahm das geschäftsführende Vorstandsmitglied der Hauptgemeinschaft Dr. Tiburtius. das Wort, indem er das Verhältnis des Einzelhandels zur gegenwärtigen Wirtschaftslage darlegte. Eingriffe in das Preis- und Kostengebäude seien nicht nur durch Zerschlagung der Produzentenkartelle und Tarifgemeinschaften möglich, vielmehr könnten diese Formen gebundener Wirtschaft ohne unfruchtbaren Streit den praktischen Zielen einer Förderung des Warenabsatzes und Arbeitsmarktentlastung sehr gut dienstbar gemacht werden. Vor allem, wenn die Arbeitsgelegenheiten dadurch erweitert würden, daß die Kaufkraft zwischen Arbeitstätigen und Arbeitslosen eine bessere Verteilung erfahre. Der Redner ging dann weiter auf die besonderen Forderungen des Einzelhandels ein, die in einer von der Versammlung einstimmig angenommenen EntschlieBung zusammengefaßt sind. Bei allen seinen Forderungen und Vorschlägen sei sich der Einzelhandel bewußt, daß die bestehende Vertrauenskrise gegenüber der Privatwirtschaft nur durch den wirtschaftlichen und staatspolitischen Effekt ihrer ArbeitsAmlliche Oerisenkurge Berlin, den 6. Oktober 1931 Die Wiennig-Verwalrung Berteller Die Vorgeschichte der Fulion— 10 Millionen Verluff nach 11 Millionen Ablchreibungen— Gelamtverluft rund 19 Millionen Die Wiekingsche Portlandzement- und Wasserkalkwerke AG. in Münster, deren Generalversammlung am 12. Oktober bekanntlich über die Sanierung durch Verringerung des Grundkapitals von 31 auf 4 Millionen Reichsmark und eine anschließende Wiedererhöhung auf 35 Millionen Reichsmark Beschluß fassen soll, legt nunmehr den Geschäftsbericht für 1930 vor, der nach allgemeinen Ausführungen über die Lage der deutschen Zementindustrie in längeren Darlegungen auf die Lage der Gesellschaft und ihre Geschäfts- und Finanzpolitik eingeht. U. a. wird gesagt, daß die aus Anlaß der Errichtung des Neuwieder Werkes und der Beteiligung an einem schweizer Unternehmen 1928 notwendig gewordene Aufnahme einer Anleihe von mehreren Millionen Dollar sich bei der Entwicklung des internationalen Geldmarktes nicht habe bewerkstelligen lassen. Durch die jetzige Entwicklung des Kapitalmarktes sei dann der wohlüberlegte Umstellungsplan der Gesellschaft nach der finanziellen Seite hin nicht nur vollkommen überholt worden, sondern habe sich in einer Weise gegen das Unternehmen ausgewirkt, die schwere Gefahren mit sich gebracht hätte, da auch die Voraussetzungen nach der wirtschaftlichen Seite hin über den Haufen geworfen wurden. Der Absatz habe weiter nachgelassen. Dabei hätten sich aber die wirtschaftlichen Erwartungen, die an die Errichtung des Werkes Neuwied geknüpft wurden, in jeder Beziehung erfüllt. Die verschärfte Wirtschaftskrise ab Anfang dieses Jahres habe schließlich die Gesellschaft vor die Notwendigkeit einer finanziellen Rekonstruktion gestellt. Und da es sich als unmöglich erwiesen habe, allein die Kosten aus den finanziellen Verpflichtungen zu tragen, habe man sich zu dem bekannten Zusammengehen mit Dyckerhoff entschlossen. Durch den Zusammenschluß und durch die damit erfolgende Verflechtung der süddeutschen und der westfälischen Interessen an der Rheinstraße glaube man an eine Rückgewinnung der inneren Kraft und der Rentabilitätsmöglichkeit, so daß die kapitalmäßigen Verluste der Aktionäre sich in Zukunft zum Teil wieder ausgleichen könnten. Die Gewinn- und Verlustrechnung für 31. Dezember 1930 weist bei Betriebsüberschüssen einschl. Vorjahrsvortrag von 1,13(im Vorjahre.74) Millionen Reichsmark und Abschreibungen von 11.27 (.45) Millionen Reichsmark einen Verlust von 10138 617 Reichsmark aus(im Vorjahre Gewinn 2 285 628 Reichsmark, darauf 10 Prozent Dividende). Abgesehen von den durch die Zeitverhältnisse gebotenen erhöhten Abschreibungen wurde das Ergebnis dadurch beeinflußt, daß einerseits die vollen Lasten der Zinsen für die aufgenommenen Bankkredite sowie die Kosten der Inbetriebsetzung der neuen Werke zu tragen waren, wogegen irgendwelche Vorteile durch Zuwachs von Kontingenten usw. bis Ende des Berichtsjahres versagt bleiben mußten. Erst durch die Erneuerung des Westdeutschen Zementverbandes Anfang 1931 war es möglich, für das Werk Neuwied die frachtlichen und sonstigen Vorteile, u. a. auch dié eines Kontingents nach Süddeutschland, zu erlangen. Neben der Bilanz zum 31. Dezember 1930 wird eine Vermögensaufstellung für die Zusammenlegung des Aktienkapitals zum 31. Dezember 1930 veröffentlicht. Es betragen(in Millionen Reichsmark) zum 31. Dezember 1930: Konto der Aktionäre (Vorratsaktien) 7,26(in der Bilanz für die Zusammenlegung zum 31. Dezember 1930 nicht mehr ausgewiesen und Bilanz zum 31. Dezember 1929: 7,84); Werksanlagen und Besitzungen 28.16(24.85 bzw. 20.12); Halbfertigerzeugnisse und Betriebsmaterialien.69(.69 bzw..28); Beteiligungen.98(.98 bzw..02); Schuldner 10,67(.61 bzw. 16.84), darunter Banken, Debitoren und Forderungen aus Warenlieferungen nach.83 Abschreibungen 6,13(nach weiteren.45 Sonderabschreibungen.68 bzw. 10.02) und Beteiligungen und Vorschüsse an Tochtergesellschaften nach.97 Abschreibungen.53(nach einer weitern Sonderabschreibung von.61.93 bzw..82). Der Verlust erhöht sich in der Bilanz für die Zusammenlegung um 18999063 Reichsmark. Auf der Passivseite werden ausgewiesen: Aktienkapital 31 (nach Abzug der durch Hauptversammlungsbeschluß einzuziehenden Vorratsaktien von 11 Millionen Reichsmark 20 und zum 31. Dezember 1929: 31). Die gesetzliche Rücklage steht in beiden Bilanzen für 1930 mit 2(Ende 1929:.88) und die Sonderrücklage in allen drei Bilanzen mit 1 Million Reichsmark zu Buch. In der Bilanz für die Zusammenlegung zum 31. Dezember 1930 erscheint neu(alles in Millionen) eine Umstellungsrücklage von.50. Grundbuchschulden betragen.25(.25 bzw..29), laufende Bankkredite und Kreditoren.07(.07 bzw. 6,70), darunter.06(.06 bzw..28) Akzepte. Sonstige Bankkredite werden mit 15.44(15.44) und verschiedene Gläubiger mit.09(.09) angegeben. Ende 1929 betrugen langfristige Darlehen 6,24 und sonstige Gläubiger.15. Eine unter Vorsitz von Geh. Justizrat Bomke (Beckum) stehende„Vereinigung der Wicking-Aktionäre“ wird, wie aus Münster gemeldet wird, in der am 12. Oktober stattfindenden Generalversammlung voraussichtlich als Oppositionsgrupne auftreten. Die Vereinigung will vor allem die Tatsache, daß die am 23. Mai 1928 beschlossene Kapitalerhöhung um 11 Millionen Reichsmark nicht durchgeführt wurde, in der Generalversammlung erörtern. Außerdem wird das Wertverhältnis von Dyckerhoff zu Wicking mit 17 zu 4 Millionen Reichsmark als zu ungünstig für Wicking betrachtet. Die Auslandsbörfen Newyork: Anfang fester. London: Zuversichtlicher. Amsterdam: Fest und lebhafter. Paris: freundlicher. Brüssel: Teils behauptet. Mailand: Schwach. Zürich: Ueberwiegend rückgängig. Wenig veränderte Lage beim Kohlenlyndikat Der Gesamtabsatz für Rechnung des Rhelnisch-Westfälischen Kohlensyndikats hat im September den niedrigen Stand der beiden Vormonate kaum überschritten: er stellte sich nach den vorläufigen Ergebnissen auf 184000 Tonnen arbeitstäglich gegen 182000 Tonnen im August. Der Absatz in das unbestrittene Gebiet weist auf Grund der stärkeren Hausbrandabrufe eine kleine Steigerung von 82 000 Tonnen arbeitstäglich im August auf 87000 Tonnen im September auf, während der Absatz in das bestrittene Gebiet von 100000 Tonnen arbeitstäglich auf 97000 Tonnen im September zurückging. Die Haldenbestände auf den Zechen waren Ende September mit.0 Millionen Tonnen(einschließlich Koks und Briketts, in Kohle umgerechnet) gegenüber dem Vormonat unverändert. Quer durch die Wirtschaft Die Metallwarenfabrik Gebr. Noelle In Lüdenscheld hat ihre Zahlungen eingestellt. Man hofft, die Gläubiger voll befriedigen zu können: ein Moratorium soll im Wege des gerichtlichen Vergleichsverfahrens angestrebt werden. Die Insolvenz ist dadurch hervorgerufen, daß die Firma bei stark rückgängiger Beschäftigung auf verlustbringenden Metallvorräten festsitzt. * Der Aufsichtsrat des Bankhauses Stahlschmidt AG. In Bonn(Aktienkapital 300 000 Reichsmark) hat nach Prüfung der Geschäftslage beschlossen, einer Generalversammlung die Liquidation vorzuschlagen. Auszahlungen, Abhebungen und Verfügungen finden bis zur Beschlußfassung dieser Versammlung nicht statt. * „Die Bankfirma Max Marcus& Co In Berlin hat ihre Schalter geschlossen und tritt in Liquidation. * In Braunschweig starb der Gründer der Brunsviga Maschinenwerke Grimme, Natalis& Co., AG., Dr.-Ing. e. h. Franz Trinks, im 80. Lebensjahr. * Die 1891 gegründete Volksbank zu Dresden e. G. m. b. H. schloß gestern wegen Zahlungsschwierigkeiten ihre Schalter. Die Maßnahme hatte sich wegen der starken Abhebungen als notwendig erwiesen. Die Bank hat ein Moratorium für alle Zahlungen vorgeschlagen. * Die Lage der papiererzeugenden Industrie hat im September unter den ungünstigen Auswirkungen des Pfundsturzes beim Exportgeschäft nach England und allen auf das englische Pfund eingestellten Länderr gelitten. Der Inlandsabsatz hat sich kaum geändert. Berliner Produktenbericht Berlin, 6. Oktober 1931 Kusich busgnsche keate chast eut bcenin er üichchenen Sonst ger 100 lograng leistung von innen heraus beseitigt werden könne. Der Einzelhandel glaube an die Möglichkeit einer Erfüllung dieser Aufgabe. In der angenommenen Entschließung wird eine beschleunigte Anpassung der Löhne und Gehälter an die Absatzmöglichkeiten gefordert, sowie überhaupt eine Revision des Tarifsystems. Außerdem wird mitgeteilt, daß auch der Einzelhandel bereit sei, im Rahmen seiner Möglichkeiten an der geplanten teilweisen Naturalverpflegung der Arbeitslosen mitzuarbeiten. Voraussetzung hierfür sei jedoch Ablehnung aller Experimente. Die von der Regierung beabsichtigte 25prozentige Senkung der Hauszinssteuer wird als nicht genügend angesehen. Jede Steuererhöhung, auch die der Umsatzsteuer, wird abgelehnt. Berliner Börlensonderbericht Im gestrigen Effektenverkehr per Telephon von Büro zu Büro in Berlin machte sich wieder eine schwächere Tendenz bemerkbar. Offenbar wirkten die flauen Auslandsbörsen sich aus. Im übrigen herrscht in diesem Effektenverkehr eine starke Unsicherheit, die zum erheblichen Teil auf das Verbot der Regierung zurückzuführen ist, die in diesem Freiverkehr entstehenden Kurse zu veröffentlichen. Soweit Kurse zu hören waren, lagen sie unter denen des gestrigen Tages. In der Sitzung der Zehnmänner-Kommission des Berliner Börsenvorstandes wurde beschlossen, den nächsten Differenz-Zahltag angesichts der Börsenschließung vom 10. d. M. auf den 31. d. M. zu verlegen. Am Geldmarkt machte sich allerdings bei unveränderten Sätzen eine weitere kleine Erleichterung bemerkbar. Am Devisenmarkt war eine leichte Befestigung des Pfundes zu verzeichnen. Mittelkurs 16,10(16.05). in London 17. In Paris hat der Franken nicht nur gegenüber London, sondern auch gegenüber andern Devisen etwas nachgelassen. Wenig verändert sind die Kurse in Amsterdam, wo die Reichsmark leicht nachgab, dagegen das Pfund etwas anzog. Die amerikanische Wirtschaftskrife 19 Banken hielten gestern ihre Schalter geschlossen. Die Goldverluste. Ein bezeichnendes Licht auf die wirtschaftliche Entwicklung in Amerika wirft eine Meldung aus Newyork, nach der am Dienstag die Franklin Trust Company in Philadelphia, die auch in Newyork Zweigstellen unterhält, und die über Einlagen in Höhe von 22 Millionen Dollar verfügt, ihre Schalter geschlossen hielt. 18 andere Banken, die Mehrzahl davon in Pennsylvanien, Westvirginien und im Mittelwesten, also in den Farmergebieten, hielten ihre Schalter am Dienstag ebenfalls geschlossen. Weiter wird aus Newyork gemeldet, daß seit dem 21. September, dem Tage der Abkehr Englands von der Goldwährung, Amerika eine Goldmenge von insgesamt 378 Millionen Dollar oder rund 1588 Millionen Reichsmark an das Ausland hat abgeben müssen. Davon sind vorläufig 297 Millionen Dollar für ausländische Rechnung in den Golddepots in Newyork geblieben. „heute /,vorge Weizen märk. /215—218|217—220 Roggen märk. 187—189 189-191 NeueWintergerste 151—158/151—160 Hafer mrk., 140—148 140—148 Weizenmehl.. /27.-32.0 27.-32.0 Roggenmehl 70%—.—— „ 60% 26.-29.0 26.-29.1 Weizenkleie /10.-10.5110.-10.5 Roggenkleie.-.5.-.5 Viktoriaerbsen 20.-27.0s20.-27.0 Kleine Erbsen—.—.—.—. -13.4 0.1 * Altenessener Schweinemarkt vom 6. Oktober. Auftrieb: 959 Stück. Es kosteten im Großhandel: Ferkel(Durchschnittspreise) 6 bis 8 Wochen alte 4 bis 8 Reichsmark, 8 bis 12 Wochen alte 8 bis 14 Reichsmark; Läuferschweine: 3 bis 4 Monate alte 14 bis 20 Reichsmark, 4 bis 6 Monate alte 20 bis 35 Reichsmark(größere entsprechend höher). Marktverlauf: sehr langsam. Berliner Metallnotierungen Berlin, den 6. Oktober 1931 Aue eunr eunchen ecied euer abesiehens cheenctecie und Bezahlung für je 100 Kilogramm) Elektrolytkupfer(wrebars) prompt, cif Hamburg. Bremen oder Rotterdam......... Standard-Blei per Originalhüttenaluminium 98—99%, in Blöcken desgl. in Walz oder Drahtbarren Banka-, Straits, Australzinn in Verkäuferswahl Hüttenzinn, mindestens 39%..... Reinnickel, 98-99% Antimon-Regulus. Silber, 1 Kllogramm, ca. 1000 Feinheit.. Gold. 10 Gramm......... Altplatin per Gramm(Abfälle) Circapreis Techn. reines Platin per Gramm, detailoreis Brand Nr. 16 wo Tecklenburg, 6. Okt. Unter den Bewohnern des Kreises Tecklenburg ist eine wahre Panik ausgebrochen, da die Zunahme der Brände katastrophalen Umfang annimmt. Der Landwirt Wilsmann in Düte bei Westercappeln hatte gerade mit seiner Familie am Mittagstisch gesessen, als riesige Rauchfahnen aus der Hauptscheune schlugen, in der die gesamte Ernte untergebracht war. Die Feuerwehren konnten allerdings ein Uebergreifen der Flammen auf das Wohnhaus verhindern. Wo steckt der Brandstifter? 16 Brände in den letzten vier Wochen. Im Verlauf der letzten drei Monate wurden im benachbarten BeOsnabrück 128 Brände gezählt. 110 Brände vermochten nicht aufgeklärt zu werden. In 18 Fällen erhob die Staatsanwaltschaft Anklage wegen fahrlässiger oder vorsätzlicher Brandstiftung. Schmugglerauto nach aufregender Jagd gestellt n Gladbeck, 6. Oktober. Zollbeamte, Polizei und Landjägerei hatten in der Samstagnacht in der Nähe des Forsthauses am Freudenberge bei einer gemeinsamen Aktion einen verdächtigen Personenkraftwagen durch Lichtsignale zum Halten aufgefordert, doch konnte der auf der Straße stehende Polizeibeamte, der noch horte, wie dem Wagenführer aus dem Wageninneren zugerufen wurde:„Fahr den Kerl über den Laufen!“ sich nur durch Beiseitespringen in letzter Hekunde vor dem Ueberfahrenwerden retten. Verschiedene auf das Auto abgegebene Schüsse blieben erfolglos. In einem Kraftwagen der Zollbeamten wurde nun Jagd auf das in rasender Fahrt nach Dorsten flüchtende Auto gemacht und es gelang, dem Wagen den Weg abzuschneiden und den Führer mit vorgehalkener Pistole zum Halten zu zwingen. Aus dem von einem Gladbecker Autovermieter geführten Wagen burden drei wohlbekannte Schmuggler aus Rentfort, sweckel und Scholven herausgeholt, außerdem zusamden mit dem Wagen mehrere Zentner geschmuggelter Kaffee, Tabak und Tee beschlagnahmt. Der Wagenführer und die drei Schmuggler wurden dem Amtsgericht Dorsten zugeführt. Zwei Betrunkene lebensgefährlich angeschossen = Mettmann, 5. Oktober. Der Landwirt D. aus Mettmann wurde in der Nacht zum Sonntag am frühen Morgen von zwei stark angetrunkenen Männern auf einsamer Straße überrascht. Die Betrunkenen wollten mit gefährlichen Schlagwerkzeugen über den Ahnungslosen herfallen. Um die beiden zurückzuschrekken, zog T. seine Pistole und feuerte einen Schreckschuß ab, auf den hin die Betrunkenen zurückwichen. Bald darauf näherten sie sich ihm wieder und drangen erneut auf ihn ein. Der Ueberfallene gab scharfe Schüsse ab, die die beiden lebensgefährlich trafen; der eine trug einen Blasensteckschuß, der andere einen Bauchschuß davon. Nachdem D. die Polizei verständigt hatte, wurden die beiden Verletzten mit dem Mettmanner Krankenauto nach Elberfeld ins Krankenhaus transportiert. D. wurde verhaftet, jedoch Sonntag nach eingehender Untersuchung durch den Mettmanner Richter wieder entlassen. D. konnte durch Zeugenaussagen nachweisen, daß er in Notwehr gehandelt hatte. Wie verlautet, sollen politische Hintergründe den Anlaß zu dem bedauerlichen Vorfall bilden. Kölner Droschken-Chauffeur erschlagen X Köln, 6. Oktober. Der 26 Jahre alte Droschkenchauffeur Konstantin Brylka aus Köln wurde am Dienstag morgen in der Ost=Merheimer=Straße im rechtsrheinischen Vorort Köln=Merheim erschlagen aufgefunden. Seine Droschke stand in Köln=Vingst. Sie war stark mit Blut beschmutzt. Es wird vermutet, daß Brylka gestern abend drei junge Leute nach Merheim gefahren hat, wo es wahrscheinlich zu einer Auseinandersetzung gekommen ist. Dabei muß die Kleidung der Täter mit Blut beschmiert worden sein, denn die Hände des Toten waren voller Blut. In einiger Entfernung von dem Toten wurde dessen Mütze in einem Vorgarten gesunden. Auf der Straße selbst befand sich eine große Blutlache, woraus man schließen kann, daß hier die Auseinandersetzung begonnen hat. Brylka hat seinen Standort in Köln auf dem Heumarkt. Die Bluttat ist wahrscheinlich zwischen 22 und 23 Uhr ausgeführt worden. □ Alle Angestellten des Klöcknerwerkes Haspe gekündigt. Sämtliche Beamten und Angestellten der Klocknerwerke AG., Abteilung Hasper Eisen= und Stahlwerk in Haspe, sind, am 1. Oktober zu dem vertraglich zulässigen und nächstmöglichen Termin vorsorglich gekündigt worden. □ Weibliche Leiche im Hengsteysee. Samstag nachmittag wurde gegen 4 Uhr von einem Landjägereibeamten im Hengstey=Stausee eine weibliche Leiche gesichtet, die ungefähr zwei Meter vom Ufer entfernt im Wasser lag. Von einem Arbeiter wurde die Leiche geborgen. Es handelt sich um eine ungefähr 27 Jahre alte Frau. Die Leiche lag mit gefalteten Händen im Wasser. Sie wies keinerlei äußere Verletzungen auf. Es ist daher anzunehmen, daß Selbstmord vorliegt. I Todessprung in die Ruhr. In selbstmörderischer Absicht stürzte sich in Herdecke ein Mann von etwa 35 Jahren in die Ruhr und versank sogleich in den Fluten. □ Zwei tödliche Verkehrsunfälle. Der Schlosser Hugo aus Voerde fuhr am Sonntag mit seinem Motorrad nach Radevormwald. Bei einem Zusammenstoß mit einem Autobus, der aus einem Schuppen zurückversetzt wurde, ist er tödlich verunglückt.— Der Kaufmann St. von Voerde ist am Sonntag mit seinem Auto auf seiner Fahrt nach Godesberg einer Böschung zu nahe gekommen, wobei der Wagen umstürzte. Sein Sohn geriet unter das Auto und zog sich schwere Verletzungen zu, an denen er nach einigen Stunden gestorben ist. Bei der Bergung seines Sohnes verletzte sich der Vater ebenfalls. Blutige politische Zusammenstöße Ein Nationalsozialist erschossen, einer verwundet— Zwei Kommunisten verwundet O Essen, 6. Oktober. In Essen=West überfielen gestern kurz vor Mitternacht etwa 20 bis 25 Kommunisten zwei Nationalsozialisten, Angehörige der Schutzstaffel. Die Kommunisten schleuderten Steine gegen die beiden Leute und gaben schließlich vier bis fünf Schüsse auf die Flüchtenden ab. Der 33 Jahre alte Schutzstaffelführer Erich Gathe wurde so schwer verletzt, daß er kurze Zeit darauf starb. Die Polizei schritt zur Verhaftung von insgesamt 6 Kommunisten unter dem Verdacht der Täterschaft bzw. Beihilfe. Auf die Ergreifung der Täter eist eine Belohnung von 1000 Reichsmark ausgesetzt. Nach Auflösung eines kommunistischen Zuges gegen 23.45 Uhr in der Frohnhauser Straße wurde der „atzionalsoziglist., Heinrich Stens von Kommunisten in der Mutheimer Straße, kurz vor seiner Wohnung, überfallen und mit einem Stock zu Boden geschlagen. Stens wurde zum naheliegenden Polizeirevier gebracht und dort später von seinem Vater abgeholt.— Gegen 23.50 Uhr wurden die beiden Kommunisten Wilhelm Block und Karl Basenau an der Ecke Hildesheimer und Liebigstraße von Nationalsozialisten überfallen. Block erhielt Stockschläge über den Kopf, während Basenau einen Steckschuß im Unterschenkel davontrug. Die Verletzten fanden Aufnahme im Städtischen Krankenhaus. Wegen dieses Ueberfalles wurden fünf Nationalsozialisten von der Polizei festgenommen. * tt Krefeld, 6. Oktober. Nach Schluß einer nationalsozialistischen Versammlung, in der Dr Goebbels gesprochen hatte, ereignete sich auf der Marktstraße ein politischer Zusammenstoß zwischen Kommunisten und heimkehrenden Nationalsozialisten. Hierbei wurde ein Pationalsezialist, ven einem Kommunisten ins Knie geschossen. Sofort herbeigeeilte Polizeibeamte nahmen die Suche nach dem Täter auf. Bisher jedoch ohne Erfolg. Der verletzte Nationalsozialist wurde in ein Krankenhaus gebracht. * f Köln, 6. Oktober. Am Montag, gegen 23 Uhr, entstand auf der Ahrenbergerstraße eine Schlägerei zwischen Nationalsozialisten und Kommunisten. Ein Nationalsozialist, der durch Messerstiche erheblich verletzt worden war, mußte ins Krankenhaus gebracht werden. Zwei Personen wurden zwangsgestellt. Bei der Durchsuchung der Beteiligten wurden ein Gummiknüppel, ein Stuhlbein und fünf Pistolenpatronen gefunden. Bochumer Anzeiger u. Gen. Anz. Bbrche, Dgtb A Mittwoch, 2. Oktober 1931 Vom Turf Berlin-Hoppegarten, 6. Oktober 1. Rennen: 1. Faro(Genz), 2. Silberstreif, 3. Altenberg. Toto: S. 51, Bl. 21, 1/grahjg), 2. Zuck. 2. Rennen: 1. Pelagon(E. hum, 3. Verräter. Toto: S. 60, Pl. 20, 19, 47. 3. Rennen: 1. Garibaldi(E. Haynes), 2. Machiavel, 3. Jlos. Toto: S. 136, Pl. 53, 81, 50. 4. Rennen: 1. Alemannia(W. Printen), 2. Obstblüte, 3. Orkadier. Toto: S. 23, Pl. 12, 13. 5. Rennen: 1. Marie Lou gg g. 12.12.18 2. Kavallerist, 3. Agathon. Toto: S. 30, Pr. 1, 12, 12. 6. Rennen: 1. Amön(Zarnetzki), 2. Epona, 3. Auna. Toto: S. 58, Pl. 28, 40, 46, Mag), 2. Andrn4: Rennen: 1. Irrigohen(W.#.#.###tomeda, 3. Steinfeld, 4. Markolf. Toto: S. 40, Pr. 14, 14, 12, 22. Enghien, 6. Oktober 1. Rennen: 1. La Bresse(Riolfo), 2. Le Landi, 2. Peuu, 1. S Flkf- Tog, 6. 21. Bl. 14.12. mu 6. Rennen: 1. Nerbuddah 3. Caro Mio. Toto: S. 34, Pl. 29, 41, 20. Turnierbeginn in Meran Fräulein Krahwinkel siegt mit Graf Salm im Mixed. Das internationale Tennisturnier in Meran nahm mit den noch wenig bedeutungsvollen Spielen der ersten Runden seven, Beoghv. Hp fniz,er-(Esen) in Aktion. trat nur Frautein Krahwinke.#### in Aktion. Sie siegte im Gemischten Doppel mit Graf Salm über die Kombination Josefine—Eifermann mit:0,9:7. Das Einzel der Damen ist zu einer sehr zahmer,Zämgeseggn; heit geworden, nachdem ein großer Teil der g. M ien gestrichen hat. Hilde Krahwinkel und vie Polin Jedrzejowska haben so im Kampf um den Lenzvokal bereits ohne seglichen S goperich,menze# mit sicher. Im Herreneinzel schlug Rorcrn, Menz :3,:4 Piccard. Die letzten Stadtmeisterschaften des Stadtverbandes für Leibesübungen Bochum. Die in diesem Jahre erstmalig vom Stadtverband für Leibesübungen zur Durchführung gelangteg Stadtmeisterschaften finden nunmehr ihren Abschlas Schlagballspieler. Das Meldeergebnis für den 238, des Eiceg, Pescteschast schail dans Paeskealet Jadisr und ier Turngemeinde Bochum sehr gut vertreten. meisterschaften im Schlagball haben geneldet:„Eichenkreuz“ Hordel, TuS. Hordel 1911, Turnverein Hordel, Turnverein Gerthe, Turnverein Bochum 48. Herrmann und Rogmann Sieger Abschluß der Schachfestwoche in Hamm. Noch in der letzten Runde wurden scharfe Eirsiralospflaren-Prrg Berger(.) endete mit einem haushohen Katzmareks, der seinen Gegner mehrfach angeschlagen hatte. Weltergewicht: Der über die gleiche Distanz gehende Kampf zwischen Ketziora (.) und Buhl(.) endete nach beiderseits guten Leistungen mit einem gerechten Unentschieden. Fußballtabellen I. Bezirksklasse. Gruppe 2. Verein LFC. Laer „Arminia“, Marten PfB. Gerthe Langendreer 04 Spop. Gerthe SV. Sodingen Lütgendortmund Dorstfeld „Rasensport“ Herne „Fortuna" Dortmund „Preußen“ Steele Hattinger SV. Witten 07 SV. Byfang Steele 09 Kupferdreh Sé. Dahlhausen Witten 92 SV. Sprockhövel Henrichshütte SpVg. Welper Spiele gew. un. verl. Gruppe 3. 4 5 5 4 5 5 6 5 4 5 4 8 8 8 1 2 2 1 1 0 1 0 Tore Punkte 20:9:1 22:7:4 13:6:2 11:6:2 11:16:6 11:6:6 10:6:5 :10•7 :11:6 :13 10:7 13•8 12:7 :6 :6 :1 •3 •4 •3 :5 Viel ist nicht zu erwarten Zum Bundestag des DrB. „Union“. Günnigfeld Kray 04 „Rasensport“. Bochum SV. Ehrenfeld „Preußen". Wanne Wattenscheid 09 Hüllen 07 Wattenscheid 19 „Westfalia". Bochum TV. Eickel Röhlinghausen BfB. Gruppe 4. 7 6 4 5 5 6 5 4 5 3 6 4 8 3 3 3 2 2 1 2 1 0 sehr gut und brachte Er zertrümmerte die schwarze Stellung und gewann Endspiel mit zwei Mehrbauern. Skowronek eröffnete gegen Kroll mit dem Damenvauern. Kroll legte die Verteidigung königsindisch an und ging no der Rochade im Zentrum vor, wo die weißen Bauern gelockert standen. Er erzielte zwar nur einen minimalen Stellungsvorteil, doch genugte er, um ein besseres Endspiel herbeizuführen. Es trug ihm einen Bauern ein, der zum Gewinn genügte. Schlußstand: Herrmann und Rogmann je 5, ferhoff 4½, Kroll 4, Seitz 3½, Alsen 3, Peppmöller 2½, Skowronek ½ Punkt. Schachkreis Bochum zum ersten Male erfolgreich. Unter der Leitung des neuen Kreisleiters scheint der Schachkreis eine glückliche Laufbahn zu beginnen. Wenn es ihm in Gelsenkirchen=Buer gelang, remis zu machen, son konnte er nun im Stadtespiel gegen Hamm mit 14½:8½ überzeugend gewinnen. An den ersten zehn Brettern war das Resultat mit:3 ganz überlegen. Die Einzelergebnisse waren: Herrmann Schäferhoff.:0,„Rogmann— Schulte:0, Kroll— Dülberg:½, Josteit— Neumann:1, Broscheit— Voß:0, Lindemann— Junker:0, Brake — Jahn ½ ½½, Brand— Taprogge ½1½, Esser— Schroer ½1½ und Sohn— Feuerbaum:0. Damit fand die Schachfestwoche aus Anlaß des 20jährigen Bestehens des Schachvereins Hamm ihren Abschluß. Für das gesamte westfälische Schachleben war sie ohne Zweifel recht anregend. Zu reichlich später Stunde nimmt am Samstag (10. Oktober) in Bonn der diesjährige Bundestag des Deutschen Fußballbundes seinen Anfang. Die Führer des deutschen Fußballsports kommen zusammen, um die Geschicke dieses Volkssports für das nächste Jahr zu bestimmen. Viel wird man von diesem Bundestag allerdings nicht erwarten dürfen, da die noch immer wichtigste Frage, das Amateurproblem auf der Tagesordnung fehlt. Merkwürdigerweise steht auch das ausgearbeitete und fertiggestellte Profistatut nicht zur Debatte. Einige Antrage sind zwar recht interessant, können aber nicht viel Neues bringen. Als bemerkenswertester Antrag ist der Vorschlag zu bezeichnen, von der Austragung der Bundespokalspiele in Zukunft Abstand zu nehmen. Mit seiner Annahme ist aber wohl nicht zu rechnen. Entgegen allen Bestrebungen wird man auf dem Bundestag dazu kommen, die Sommerpause wieder auf vier Wochen zu verkürzen, während eine Verlängerung der Pause der Sache förderlich sein würde. Der Bundesvorstand selbst beantragt die Zusammenlegung des Bundesspiel= und SchiedsrichterAusschusses, ferner die Aufhebung des Finanz= und des Presse=Ausschusses. Außerdem soll die Bestimmung fallen, Vor= und Schlußrunde um die Deutsche Fußballmeisterschaft auf neutralen Plätzen zum Austrag zu bringen. Gewisse Härten für die beteiligten Vereine sollen dadurch vermieden werden. Der Vorstand und der Süddeutsche Verband beantragen, Spieler, die bei Bundesspielen wegen Tätlichkeit oder rohen Spieles des Feldes verwiesen wurden, ohne weiteres für alle Bundes=, Verbands= und Vereinsspiele zu sperren. Die Turnlehrer proteftieren Reichstagung der staatlich geprüften Turnlehrer. Der Deutsche Turnlehrerverein hielt vom 1. bis 3. Oktober in Braunschweig seine diesjährige Reichstagung ab, in deren Verlauf Professor Dr. Körber, Leiter der Pädagogischen Akademie in Dortmund, über„Die neue Ausbildung der Volksschullehrer“ sprach und Turnlehrer Schöning (Hamburg) einen Vortrag über„Die Leibesübungen in der neuen Erziehung“ hielt. Nachdem man sich auf der Turnlehrertagung in Dresden 1927 in der Ausbildungsfrage des Lehrers in den Leibesübungen an den höheren Schulen für den sogenannten„Turnphilologen“ entschieden hatte, nahm die Hauptversammlung des 22. Deutschen Turnlehrertages am letzten Tage ihrer Beratungen folgende Leitsätze zur Ausbildungsfrage des Turnlehrers an den Volksschulen Die Ausbildung für den Unterricht in den Leibesübungen muß auf der Grundlage der Erziehungswissenschaft durchgeführt werden. Die Turnlehrerbildung ist nicht zu trennen von der Gesamtausbildung der Lehrer für diese Schulen. Für jede Ausbildung ist ein Wahlfach zulässig, als der DTLV. gleichbedeutend mit den anderen auch das Turnen fordert. dert für das Volksschullehreramt den hochschulmäßig gebildeten Volksschullehrer. Er hält ein sechssemestriges Studium an einer der bestehenden Hochschulen in den mit ihnen verbundenen pädagogischen Instituten für erforderlich. Jeder Volksschullehrer muß für die Aufgabe der Körpererziehung geeignet und ausreichend vorgebildet sein. Die Berufung aller Dozenten hat unter dem Gesichtspunkt einer aufgeschlossenen Denkweise gegenüber der Körperlichkeit und dem Bewegungsbedürfnis der Jugend zu erfolgen. Es ist wünschenswert, daß wenigstens ein Teil der Volksschullehrer mindestens einem längeren Kursus an einer Hochschule für Leibesübungen zur Vertiefung der Fachausbildung mitmacht. Als Protestkundgebung gegen den Abbau unersetzlicher Kulturgüter wurde einstimmig eine Resolution gefaßt, die auf das schärfste verurteilt, daß bei dem Abbau in den Schulen die Leibesübungen in einzelnen Ländern ganz erheblich mehr betroffen worden sind, als die wissenschaftlichen Fächer. Es sollen alle Schritte getan werden, um die Gesundheit der Jugend zu Große Erbitterung herrschte in der Versammlung über die Kürzung der Grundgehälter der Fachturnlehrer und=lehrerinnen an den höheren, Mittel=, Berufs= und Fachschulen und den nicht immer notwendigen und gerechten Abbau dieser Lehrerkategorie, durch den übrigens nur relativ geringe Ersparnisse erzielt werden. In einer Denkschrift an sämtliche Stadtverwaltungen der Provinz soll dafür der Nachweis erbracht werden. Prrdel Heillal Deutsche Jugendkraft Die in der Deutschen Jugendkraft kommenen Meist Ueberraschungen. r Deutschen Jugendkraft zum gekon isterschaftsstr# ucen Billardspiel Billard=Club Bochum 23. In seinem Clubheim im Hause des Operettentheaters hielt der Club seine Jahreshauptversammlung ab. Nach Erledigung der internen Clubangelegenheiten und Entlastung und Neuwahl des Vorstandes, der sich aus folgenden Herren zusammensetzt: Berendt(1. Vorsitzender), Wigand (1. Schriftführer), Schulte(Kassierer), Stirnberg(Spielwart), wurden großzügige Pläne gefaßt, den Spielbetrieb in der kommenden Wintersaison recht lebhaft zu gestalten. Clubturniere und Clubmeisterschaft sollen ausgetragen und außerdem durch Propagandaspiele hervorragender Könner das Interesse für den Billardsport gefördert werden. Um viele neue Freunde zu gewinnen, wird das Material stets in bester Verfassung gehalten werden. Die Leitung des Billardsaales wurde dem hervorragenden Fachmann Walter Rippelmeier, Billardmeister von Westfalen, anvertraut, der auch Unterricht im Billardspiel erteilt. Turniergerechte Bretter sollen jedem Gast das Spielen denkbar angenehm machen. Austrag spiele brachten erneut „Antonen“ Bochum spielte gegen die Deutsche Jugendkraft Wiemelhausen•2 und übernahm damit die Führung in der Tabelle. „Rasensport“ Weitmar siegte in Dahlhausen gegen die dortige Deutsche Jugendkraft mit:1. „Teutonia“ Ehrenfeld war bei der„Westfalia“ Langendreer zu Gast und besiegte den Gastgebenden mit.2. Deutsche Jugendkraft,Grumme fand in„Arminia“ Wegescheiv reinen leichten Gegner und erlangte mit:0 einen knappen Sieg. Nach heißen Bemühungen vermochten die„Preußen“ Bochum die AfB. Bochum mit:0 niederzuringen. „Arminia“ Wanne schlug die Deutsche Jugendkraft Hamme vermöge ihrer größeren Durchschlagskraft mit:1.„Germania“ Bochum=West unterlag in Gerthe gegen Sportfreunde“ Gerthe mit 239. Der kathglische, Gesellegggrein war bei„Wacker“ Werne gu. Besuch.# Endergebnis von:2 wird dem Spielverlauf gerecht. Die Altenbochumer Jugendkraft hatte Laer zum Gegner und kam zu einem:1 Erfolg. Eine gewisse Ueberraschung bedeutete das:=Resultat der Deutschen Jugendkraft Bochum=Riemke gegen Hiltrop=Bergen.„Sportfreunde“ Linden hatte in Herbede einen leichten Gegner und schlug diesen mit:2. Im Handball hatte„Westfalia“ Welper„El mar“ Hagen zum Gegner. Der Gastgeber mußte sich mit:4 geschlagen bekennen. In der Gauklasse endete das Treffen der Deutschen Jugendkraft Hordel gegen„Antonen“ Bochum:0. Mit:4 (:1) erwies sich die AfB. Bochum in Herne gegen „Elmar“ als die bessere Mannschaft.„Markania“, Bochum blieb gegen„Sportfreunde“ Herne mit:1 geschlagen. Der katholische Gesellenverein blieb über die zweite Mannschaft der AfB. Bochum mit:0 siegreich. Die Deutsche Jugendkraft Hamme unterlag gegen„Wakker“ Werne nur mit:3. Die Reservisten der Deutschen Jugendkraft Bochum=Hordel hatten gegen i a“ Bochum die gleiche Mannschaft der„Markan mit:1 das Nachsehen. Jubiläum in der„Markania Bochum. Die„Markania“ Bochum, Mitglied der Deutschen Jugendkraft, kann auf ein 20jähriges Bestehen ihrer Turnabteilung zurückblicken. Aus diesem Grunde wird sie am Sonntag, dem 18. Oktober einen Werbeabend veranstalten. Freier Deutscher Turnerbund Jahn“ Kaltehardt—„Westfalia“. Annen(ADT) 21:7. Einen glänzenden Erfolg hatten die Ringer von „Jahn“ Kaltehardt im Rückkampf in Langendreer. Den Vorkampf konnte Annen knapp mit 15:13 für sich entscheiden. Auf eigener Matte konnten die Jahnleute nach hartem, aber schönem Kampf mit 21:7 siegen. „Siegfried“ Gerthe—„Boxring“ Lütgendortmund 13:5 Einen vollen Erfolg, sowohl in sportlicher als auch in finanzieller Hinsicht, hatten die Gerther mit ihrem Kampfabend gegen Lütgendortmund zu verzeichnen. Der Gastgeber stellte auch diesmal seine gute Form unter Beweis und schlug den Gast hoch. Im übrigen nahmen die erbittert durchgeführten Kämpfe folgenden Verlauf: Papiergewicht: Woitschekowfti.,(.) Kalkreuth(.) unentschieden. Auch der swerz, eragupf im Papiergewicht zwischen Thümich(.) und (.) endete remis. Im Flienengewicht siegte Dorra(.) in der 3. Runde durch Disqualifikation seines Gegners Lipka. Wilhelms(.) wurde hoher Punktsieger über Hasenack(.) im Bantamgewicht. Fischer(.) dominierte im Federgewicht gegen Rachenkamp(.) in allen Runden und siegte hoch nach Punkten. Im Weltergewicht schlug Szesny nach ausgeglichenen Anfangsrunden Ratzikowski(.) in der letzten Runde.o. Klein(.) gab im Halbschwergewicht zu Beginn den aussichtslosen Kampf gegen Datzio(.) auf. Hauptkämpfe: Leichtgewicht: Der über fünf Runden gehende Kampf zwischen Katzmarek :0. Erwartungsgemäß trugen die Holthauser über die Turner aus Dortmund einen glatten Sieg davon. Dieser hätte bestimmt noch höher ausfallen können, wenn der Platzverein nach der Pause, als das Resultat bereits feststand, nicht merklich nachgelassen hätte. Die Mannschaft, die Ersatz für den am vergangenen Sonntag in Laer verletzten Torwart und für den Halblinken hatte, war in der Gesamtheit ausgeglichen. Das Schlußdreieck brauchte fast kaum in Aktion zu treten. Die Halbreihe arbeitete unauffällig und erstickte die wenigen gegnerischen Angriffe schon im Keime. Der Sturm zeigte bloß in der ersten Hälfte sein gewohntes Können. Die Gäste kamen für einen Sieg nie in Frage. SV. Höntrop— Castrop 11:0. Die Höntroper Sportgemeinde erlebte einen eindeutigen Sieg ihrer Mannschaft. Mit nicht weniger als:0 wurde der Neuling des Dortmunder Bezirks überfahren. Man hatte sich mehr von der Mannschaft versprochen. Eine taktisch schwache Verteidigung verschuldete bei Castrop die hohe Niederlage. Der Kampfgeist der Mannschaft ist aber zu loben. Die Höntroper lieferten dagegen ein gutes Spiel und ließen selten die Gegner zu Wort kommen. Besonders der Sturm schoß sehr fleißig, gut unterstützt von der sehr eifrigen Läuferreihe. Der Halblinke der Höntroper buchte zwei, der Mittelstürmer, Halbrechte und Rechtsaußen je ein Tor. Die Verteidigung zeigte in der zweiten Halbzeit einige schwache Leistungen. Der Torwart bekam nicht viel zu halten. „Arminia“, Marten— SpSp. Gerthe:0. Einen bösen Reinfall erlebten die Gerther in Marten. Man hatte wohl im allgemeinen mit einem knappen Siege der Martener gerechnet, daß dieser aber so hoch ausfallen würde, hätte wohl kaum jemand vermutet. Die Gerther hatten trotz stärkster Besetzung einen ganz schwarzen Tag, besonders die Verteidigung, die wohl die Hauptschuld an der hohen Niederlage trägt. Allerdings mußte Gerthe die zweite Halbzeit das Spiel mit 10 Leuten durchführen, denn der linke Verteidiger schied nach einem Zusammenprall verletzt aus. BV. Gerthe=Hiltrop— Reichsbahn Bochum:2. Das Spiel in Hiltrov verlief uninteressant und war arm an spannenden Momenten. Beide Mannschaften zeigten wenig gute Leistungen. Daß die Hiltroper, die mit 5fachem Ersatz spielten, schließlich siegten, verdanken sie ihrem erfolgreichen Mittelstürmer, der allein vier Tore auf sein Konto brachte. Die Reichsbahner stellten eine sehr schwache Mannschaft, die in dem Mittelläufer ihren Mann hatte. SpV. Harpen— Polizei Bochum:0. Der Tabellenführer Harpen hatte gegen die Polizisten keinen leichten Stand, siegte aber doch schließlich nach wechselvollem Spielverlauf mit obigem Ergebnis, das dem Spielverlauf entspricht. SpV. 1916 Oberdahlhausen— Winz=Baak:1. Die beiden Parteien lieferten sich einen ausgeglichenen Kampf, der mit dem obigen Unentschieden einen gerechten Ausgang nahm. Die Platzleute mußten ersatzgeschwächt antreten und hatten in den ersten Minuten das Pech, daß der Torhüter verletzt wurde und bis zur Pause ausscheiden mußte. Ruhrtal=Heven— SuS. Wilhelmshöh:1. Die junge Elf der Leute aus Langendreer=Wilhelmshöh wußte sich auch in diesem Meisterschaftskampf im geeigneten Moment nicht entscheidend durchzusetzen. Trotzdem sie bis zur Pause mit:0 in Führung lagen, konnten sie diesen Vorsprung nicht verteidigen. Die Platzleute kamen etwas besser auf und vermochten mit großem Energieaufwand den Gegner durch drei Treffer u Vberschchen. Geschäftliches „Der Kurzberichter", das zeitgemäße Nachrichtenblatt für den Wirtschaftspraktiker. Der heutigen Nummer liegt ein vierseitiger Prospekt bei, obige Zeitschrift betreffend, worauf an dieser Stelle nachdrucklichst hingewiesen wird.(AD.Hilfe in schwierigster Zeit. Wie wir erfahren, hat die Bochumer Bausparkasse„Deutschbau“, Opelhaus, Hattinger Straße 19, am 5. September ihre dritte Zuteilung unter Mitwirkung und Kontrolle des Notars Weyland vollzogen. An 20 Bausparer, darunter drei aus Bochum, konnten 268000 RM. vergeben werden. Damit wurde in kaum neun Monaten eine Zuteilungssumme von insgesamt 478000 RM. erreicht. Am Wachtelweg(Grummer Friedhof) gehen die beiden ersten von der Bausparkasse voll finanzierten Eigenheime(2½=Familien=Häuser ihrer Fertigstellung entgegen. Die beiden in Frage kom menden Sparer exhielten nach einer Wartezeit, von 13 Monaten und o Tagen 30000 bzw. 25 000 MM. als unkündbare, und unverzinsliche Darlehen. Selbst warrend der Finanzkrise konnten im Bau befindliche Häuser in Kassel, Chemnitz, München und Stangendorf durchfinanziert werden. Die am 22. Dezember ste findende vierte Zuteilung bringt, wie wir hören, aber mals einer größeren Anzahl Sparer Hilfe, und zu hauptsächlich zur Ablösung teuerer Hypotheren. der Finanzkrise entwickelt sich das Unternehmen rußig und sicher weiter, wozu zweifellos das am 1. Otte in Kraft getretene Bausparkassengesetz noch erheblich beitragen wird. ber 1931 haushohen nehrfach aner über die Ketziora guten LeiTore Punkte 20:9:1 22:7:4 13:6:2 11:6:2 11:16:6 11:6:6 10:6:5 :10•7 :11:6 1:13 10:7 13•8 12:7 :6 :6 :1 :3 •4 •3 :5 13:14:5 12:15•7 :10:6 :10•5 :12•7 •8:4 17:14:5 :9:5 11:5:2 :5:4 :10:4 :10:6 11:12:5 :3:4 10:9:6 :6:3 :0:12 a“ Dortmund auser über die davon. Dieser nen, wenn der esultat bereits e. Die Mannen Sonntag in alblinken hatte, 8 Schlußdreieck Die Halbreihe enigen gegneriirm zeigte bloß nen. Die Gäste Die Höntrover en Sieg ihrer wurde der Neuen. Man hatte n. Eine taktisch astrop die hohe nschaft ist aber segen ein gutes Wort kommen. gut unterstützt r Halblinke der mer, Halbrechte digung zeigte in Leistungen. Der the:0. Einen i Marten. Man knappen Siege ser so hoch ausd vermutet. Die ing einen ganz igung, die wohl ige trägt. Allerit das Spiel mit Verteidiger schied Bochum:2. 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Kültenbefeuerung früher und heute— Aut Jandbank und Korallenriff Der größte Feind der Schiffahrt Die Geschichte der Leuchtfeuer ist noch nicht in allen Einzelheiten erforscht. Immerhin wissen wir, daß im Altertum schon die gewaltigen Türme, die der Schifffahrt die Hafeneingänge zeigten, zu einem späteren Zeitpunkt auch befeuert wurden. Im allgemeinen ruhte im Altertum nachts die Schiffahrt und deshalb waren Leuchttürme nicht unbedingt erforderlich. Erst im Mittelalter wurden mit der Verbesserung der Schiffahrt auch die Leuchttürme und die Leuchtfeuer eine notwendige Einrichtung, und aus jener Zeit besitzen wir eine ganze Reihe geschichtlicher Angaben über berühmte LeuchtEiner der berühmtesten Leuchttürme ist der von König Heinrich II. von Frankreich erbaute Leuchtturm der Gironde. 25 Jahre lang wurde an diesem Turm gebaut, der eine Höhe von etwa 55 Meter hatte. König Heinrich II. war ein großer Freund der Schiffahrt und hatte persönlich eine besondere Vorliebe für das Meer. Deshalb hat er in diesem Leuchtturm, mit dessen Bau er im Jahre 1584 begann, eine ganze Anzahl Wohnzimmer einrichten lassen, in denen er selber bei gelegentlichen Besuchen des Leuchtturms Wohnung nahm. Auch eine Kapelle war in dem Leuchtturm eingebaut, wo ein Priester die Messe las. Vier Leuchtturmwächter besaßen eigene Wohnung in dem Leuchtturm. Interessant war die Art der Befeuerung des Leuchtturms. Sie erfolgte durch brennende Kohlen. Allmählich mußten mehrere Zentner auf der Spitze des Leuchtturms, der auf dem Gipfel eines Felsen stand, verbrannt werden. Der Leuchtturm von del Capo an der Küste von Genua ist noch älter als der der Gironde. Man nimmt an, daß er im Jahre 1140 erbaut wurde. Es war ein viereckiger Turm, der übrigens nicht nur als Leuchtturm, sondern offenbar auch als Wachtturm diente, und deshalb mit Schießscharten versehen war. Er wurde mehrfach durch Erdbeben zerstört, aber immer wieder ausgebaut. 0 Litsrumen mitten im Maare hatt Den Bau von Leuchtturmen mitten im Meere hatte man doch erst in der Neuzeit gewagt. Die Schwierigkeit, Leuchttürme auf einen oft sehr ungünstigen Meeresboden zu bauen, ist doch so groß, daß es erst der modernen Technik gelungen ist, ihrer Herr zu werden. Es gibt Leuchttürme, die auf Sandbänken erbaut sind, wie der im Flußarm der Weser gelegene Leuchtturm„Roter Sand". Es gibt andere, die auf einem Korallenriff gebaut wurden, wie der Leuchtturm an den Forwey Rocks vor der Insel Florida. Der Leuchtturm„Roter Sand“ wurde auf einem Grunde von Treibsand erbaut, etwa 7 bis 8 Meter unter dem Meeresspiegel. Es war eine schwierige technische Leistung, diesen Turm inmitten der Strömung bei bewegter See und schweren NordostWinden aufzubauen.„augy Whmachungen s6 b. Auf Grund internationaler Abmachungen ist heute die Küstenbeleuchtung in drei große Systeme eingeteilt. Da sind zunächst die großen Ueberseeleuchttürme, die die Hauptpunkte des Leuchtturmnetzes der Schiffahrt bilden. Für diese Leuchttürme bestehen ganz bestimmte Vorschriften über ihre Entfernung von einander usw. Die zweite Gruppe bilden die kleineren Leuchttürme, die besonders der Küstenschiffahrt dienen und auf gefährliche Landungen aufmerksam machen. Schließlich gibt es noch die Gruppe derjenigen Leuchttürme, die den direkten Eingang in den Hafen bezeigen. In neuester Zeit macht man Versuche, die Leuchttürme auch zu einem Zeitpunkt wirksam zu machen, in dem sie für die Schiffahrt am notwendigsten sind, heute aber leider versagen, wenn nämlich Nebel auf dem Meere herrscht. Wir kennen bisher immer noch kein Licht, das selbst bei größter Intensivität in der Lage wäre, den Nebel auf weitere Strecken zu durchdringen. Deshalb hat man in neuester Zeit sein Interesse den unsichtbaren Lichtstrahlen zugewendet. Diese Strahlen, die für das menschliche Auge unsichtbar sind, haben den großen Vorzug, daß sie den Nebel ohne weiteres durchdringen. Man hat nun versucht, diese Strahlen für die Schiffahrt nutzbar zu machen. Die Schiffe brauchen zu diesem Zwecke nur mit besonderen Meßinstrumenten ausgerüstet zu werden, die die unsichtbaren Strahlen auffangen und registrieren. Wahrscheinlich werden in nicht allzu ferner Zeit fast alle Leuchttürme mit solchen unsichtbaren Strahlen ausgerüstet werden. Dann wird der Nebel einen großen Teil seines gefährlichen Charakters für die Schiffahrt verloren haben. Curt Wachsmuth. 27 000 tödliche Unfälle Eine furchtbare Statiltik als— Warnung Unfallverhütungswochen fordern das Publikum in Bild und Schrift zu größtmöglicher Vorsicht auf. Es geschieht alles, um Umfallsmöglichkeiten auszuschalten. Trotzdem nimmt die Zahl der tödlichen Unfälle von Jahr zu Jahr zu. Nach einer jetzt vorliegenden Zusammenstellung des Statistischen Reichsamtes büßten im Jahre 1929 mehr als 27000 Menschen durch Unglücksfälle aller Art ihr Leben ein. Unter den Todesopfern befanden sich 21285 Männer, während der Rest auf Frauen entfiel. Seit dem Jahre 1925 hat die Zahl der tödlichen Unglücksfälle eine Zunahme um 17 Prozent erfahren.„.„.Hsen fiast##. Wenn man diese furchtbaren Zahlen liest, dann legt man sich natürlich die Frage nach den Ursachen der tödlichen Unfälle vor. Das Wachstum der Unfallziffern hängt in gewissem Grade mit dem Anwachsen der Kraftverkehrsmittel zusammen. Obwohl seitens der Behörden und der privaten Organisationen alles getan wird, um die reibungslose Durchführung des Kraftwagenverkehrs zu ermöglichen, nahm oir#### der Autounfälle immer mehr zu. 1926 verunglückten in Deutschland nur 2398 Personen tödlich durch Kraftfahrezuge. 1929 fielen bereits 5277 Menschen Kraftfahrzeugunglücken aller Art zum Opfer. Die ziffer hat sich also innerhalb weniger Jahre verdoppelt. Diese Tatsache ist vor allem der unvernünftigen Raserei von Kraftradfahrern zuzuschreiben. Die meisten verunglückten Kraftradfahrer standen bezeichnenderweise im Alter von 15 bis 30 Jahren, während die„gesetztere Altersklasse“ ihre Mitmenschen und sich selbst anscheinend weniger gefährdet.. I..6am Jahre Außerordentlich viele Opfer fordert in jeoem Jahre auch der„nasse Tod". Todesfälle durch Ertrinken, vor allem herbeigeführt durch die Unsitte des Badens an verbotenen Stellen, kamen im Jahre 1929 insgesamt 3648 vor. Neben diesen tödlichen Unfällen spielen die Betriebsunfälle, die früher einmal sehr großen Umfang annahmen, heute eine weniger große Rolle. Die gesetzlichen Arbeiterschutzbestimmungen, die im allgemeinen scharf durchgeführt werden, vermindern die tödlichen Unfälle außerordentlich stark. Trotz aller Warnungsplakate und sonstiger Vorsichtsmaßnahmen in den Fabrikräumen verunglückten im Jahre 1929 immer noch 449 Arbeiter und Arbeiterinnen tödlich. Der Tod an der Maschine wird auch nicht so bald völlig ausgeschaltet werden können. In den weiteren Unfallmeldungen mit tödlichem Ausgang spielen noch die Vergiftungsfälle eine gewisse Rolle. Gerade im Jahre 1929 erfuhr die Zal der Vergiftungsfälle gegenüber den letzten Feststellungen eine Zunahme um reichlich 16 Prozent. In der Hauptsache handelte es sich hierbei um Pilz= oder FleischvergifEs ist nur zu hoffen, daß das Jahr 1929 mit seinen 27000 tödlichen Unfällen ein Ausnahmejahr darstellt und daß die Zahl der tödlichen Unfälle allmählich wieder etwas zurückgeht. Bekanntmachung Ueber das Vermögen des Kaufmanns Karl Hofmann alleiniger Inhaber der Firma gleichen Namens, Tuchgroßhandlung in Bochum, Viktoriastr. 5, wird heute, den 3. Oktober 1931, 10 Uhr, zur Abwendung des Konkurses das Vergleichsverfahren erVertrauensperson wird der Rechtsanwalt Rhode in Bochum beTermin zur Verhandlung über den Vergleichsvorschlag wird auf den 26. Oktober 1931, 16 Uhr, vor dem unterzeichneten Gericht, Zimmer 45, anberaumt. 616 Fräffnung bes Der Antrag auf Eroffnung des Vergleichsverfahrens nebst Anlagen und das Ergebnis der Ermittelungen liegt auf der Geschäftsstelle, Zimmer Nr. 46, zur Einsicht der Beteiligten auf. 10(299 Bochum, den 3. Oktober 1931. Das Amtsgericht Ueber das Vermögen der Witwe Anton Riepe alleinige Inhaberin der Firma Anton Riepe, Landesproduktenhandlung in Bochum, Rottstr. 26, ist heute, 12 Uhr, der Konkurs eröffnet. Konkursverwalter ist der Rechtsanwalt Dr. Löwenstein in Bochum. Offener Arrest mit Anzeigepflicht und Anmeldefrist bis zum 31. Oktober 1931. Erste Gläubigerversammlung am 31. Oktober 1931, 11 Uhr, im hiesigen Amtsgericht, Viktoriastraße 14, Zimmer 45.„(229 Prüfungstermin am 14. November 1931, 10½ Uhr, daselbst. Bochum, den 29. September 1931. Das Zwangsversteigerung 14 K 91/31 Gemarkung Bochum Grundbuch von Bochum, Band 17, Artikel 11 Flur 48, Parzelle Nr. 1082/181, Wilhelmstraße 12, Luisenstraße 4, ), b) beb. Hofraum, groß 3,25 Ar Gebäudesteuerrolle 1347 Gebäudesteuernutzungswert 1300— 1400—1904 Eigentümer: Kaufmann Wilhelm Rehling jun., Düsseldorf=Oberkassel Versteigerungstermin: am 2. Dezember 1931, 10¼ Uhr, an der Gerichtsstelle, Viktoriastraße 14, Zimmer Nr. 45(2A12 Bochum, den 30. September 1931 Das Amtsgericht Zwangsversteigerung 14 K 86/30 Gemarkung Bochum Grundbuch von Bochum, Band 35, Blatt 1718 und Band 19, Art. 16 Flur 60, Parzelle Nr. 478/4 pp., bebauter Hofraum, Henriettenstraße Nr. 35, groß 1,95 ar Grundsteuermutterrolle 3942 Gebäudesteuerrolle 1994 Gebäudesteuernutzungswert 1771 Band 19, Artikel 16 Flur 61, Parzelle Nr. 841/64, bebaut. Hofraum, Königstraße Nr. 30, groß 1,80 ar Gebäudesteuerrolle 2719 Gebäudesteuernutzungswert 3600.— Eigentümer: Kaufmann Leib Spottheim in Bochum Versteigerungstermin: am 21. Oktober 1931, vorm. 10 Uhr, an der Gerichtsstelle, Viktoriastr. 14, Zimmer Nr. 45 Bochum, den 11. August 1931 Das Amtsgericht Zwangsversteigerung 14 K 14/31 Gemarkung Laer Grundbuch von Laer, Band 3, Blatt 125 Flur 2, Parzelle Nr. 1953/224, a) b) c) Wittener Straße 66, bebauter Hofraum mit Hausgarten, groß 14,39 ar Gebäudesteuerrolle 390 Gebäudesteuernutzungswert 1863 Eigentümer: 1. Wwe. Milchhändler Wilhelm Böhner, Johanna geb. Knaup, 2. Kraftwagenbesitzer Wilhelm Böhner, 3. Frau Milchhändler Franz Freitag, Adelheid geb. Böhner, 4. Elisabeth Böhner, 5. Bäcker Aloys Böhner, 6. Paul Böhner, 7. Josef Böhner, sämtlich in Laer, Wittener Straße 66, in Erbengemeinschaft. Versteigerungstermin: am 21. Oktober 1931, vormittags 10.30 Uhr, an der Gerichtsstelle, Viktoriastraße 14, Zimmer 45. Bochum, den 13. August 1931. Das Amtsgericht. Zwangsversteigerung Am Donnerstag, dem 8. Oktober 1931, vormittags 11 Uhr, werde ich in Bochum folgende Gegenstände: 1. 1 Kleiderschrank, 2. 1 Sofa mit Umbau, 3. 1 Rundbiegemaschine, 4. 1 Kleiderschrank, 1 vollst. Bett, 1 Kommode, 5. 1 Posten Badeöfen und Waschtische, 1 Zelluloidschrank u. a. mehr(Sammelpunkt für Käufer: Wirtschaft Morjan, Alleestraße 54): 6. ferner nachmittags 2 Uhr an Ort und Stelle 1 Chevrolet=Omnibus(IX 28250 Chass.= Nr. 7. 3722, Motor=Nr. 4056011) öffentlich meistbietend gegen bar versteigern. Sammelpunkt für Käufer zu Nr. 6: Wirtschaft Stücker, Hattinger u. Stensstraßen Bochum, den 6. Oktober 1931 Hoffmann. Obergerichtsvollzieher in Bochum, Freigrafendamm 27. Zwanasversteigerung Am Donnerstag, dem 8. Oktober 1931. mittags 12 Uhr, werde ich in Bochum 3 geschlachtete Schweine meistbietend gegen bar versteigern. Sammelpunkt für Käufer: Schlachthof, Löbkerring. Bochum, den 7. Oktober 1931. Dörmann. Obergerichtsvollzieher in Bochum, Freigrafendamm 19. Achtung für Wiederverkäufer! Markenzigaretten in kleinsten Mengen zu Engrospreisen mit höchsten Rabatten. Zigarren billigst Otto Neuhaus, Bochum, Herner Straße 2 (Knoblauch, Huflattig, Rettig, Möhre, Spinat usw.) echt im Resormhaus Bochum, Kortumstraße 14, am Hauptbahnhof. Umsonst reinige ich Ihr Bett beim Einkauf von Mk. 15.— an Abholen und Zustellen kostenlos Bettenhaus Lindau 18a Alleestr. 129 Gelegenheitskauf! Schlatzimmer echt Eiche, mit Marmor, weit unter Preis Mk. H. Hüning, Kriminal=Wachtmeister a. D. Bochum. Wittener Straße 36. Ermittlungen. Beobachtungen an allen Plätzen der Welt. Langjährige eigene praktische Erfahrungen. Beste Referenzen Strena vertraulich u. diskret Tel. 66224. Arterienverkalkte Herzleidende erhalten kostenlos eine aufsehenerregende Mitteilung, wie durch ein ärztlich empfohlenes Mittel wunderbare niegeahnte Heilerfolge erzielt wurden. Generaldirektor a. D. Vitz, Berlin=Nikolassee 4 24. 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Flur 3, Parzelle Nr. 1743/4, Wohnhaus mit Hofraum und Hausgarten, Velsstraße 12, groß 8,93 ar Flur 3, Parzelle Nr. 1974/4, Wohnhaus mit Hofraum und Hausgarten, Velsstraße 12, groß 1 ar Grundsteuermutterrolle 505 Gebäudesteuerrolle 6478 Gebäudesteuernutzungswert 1315 Mk. Eigentümer: Kaufmann Heinrich Auffermann in Bochum, Wittener Straße 53. Versteigerungstermin: am 21. Oktober 1931, vormittags 11 Uhr, an der Gerichtsstelle, Viktorlastraße 14, Zimmer 45. Bochum, den 15. August 1931. Das Amtsgericht. Zwangsversteigerung Am Donnerstag, dem 8. Oktober 1931, vormittags 11 Uhr, werde ich in Bochum folgende Gegenstände öffentlich meistbietend gegen bar versteigern: 1. u. 2. 1 Posten neue Tamen= und Herrenschuhe, halbe und hohe, in Lack, schwarz und farbig(Markenschuhe), 1 Ladentheke mit Glasplatte, 3. u. 4. 1 Bücherschrank, 1 Schreibtisch. 1 runden Tisch, 2 Stühle u. a.., — 5. 1 Eßzimmerbüfett, 1 Kredenz, Ausziehtisch, 1 Klavier(Loos, Siegen), 1 Billard u. a..,— 6. 1 Flügel (Spannagel), 2 Anker=Registrierkassen, 1 Standuhr u. a..,— 7. 1 Neigungsgewichtswaage(Espera), 1 Käseschneidemaschine u. a..,— 8. 1 Klavier(Lohmann, Berlin), 1 Bücherschrank,— 9. 1 Klavier,— 10. 1 Ausziehtisch.— Sammelpunkt der Käufer für Pof —10: Wirtschaft Morjan, Alleestr. 54. 11. Ferner nachmittags 4½ Uhr an Ort und Stelle: 1 Ladeneinrichtung, bestehend aus: 2 Theken, 2 Ladenregalen, 1 Fenstervorsatz, 1 Neigungsgewichtswaage(Ade), 1 Aufschnittmaschine, 1 Käseschneidemaschine u. a. m. Verkauf zu 1 und 11 bestimmt, die anderen voraussichtlich. 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Vorsitzender Zumbro hieß in seiner Begrüßungsansprache die neu ausgenommenen Mitglieder herzlich willkommen. Das Referat hielt Parteisekretär Wienkopp aus Witten. Er sprach von der großen Unzufriedenheit innerhalb der Partei selbst, die man klar und offen erkennen müsse. Wenn Reichskanzler Brüning noch nicht einsehe, wie notwendig es sei, seine Politik von dem Einfluß der SPD. frei zu machen, dann bleibe der Deutschen Volkspartei kein anderer Weg übrig, als ihm die Gefolgschaft zu versagen. In der Aussprache mißbilligte Geschaftsführer Gilly das Verhalten Professors Kahl und einiger anderen Persönlichkeiten anläßlich des Volksentscheides. Nachträglich genehmigte die Versammlung die Stiftung zu dem Reichsjugendheim des Hindenburgbundes in Arnsberg. b Deutschnationale Volkspartei. Die Deutschnationale Volkspartei des Landesverbandes Arnsberg, Sitz Hagen, wählte in einer außerordentlich gutbesuchten Tagung zu Hagen einmütig Diplom=Ingenieur Dr. Ende(Wattenscheid) zu ihrem Vorsitzenden. Der Gewerbeverein tagte. Der erste Vorsitzende O. Kordt eröffnete und leitete die Versammlung. Eine „Deutsche Woche“ soll in der Zeit vom.—11. November stattfinden. Es sollen umfassende Werbemaßnahmen für deutsche Waren unternommen werden. Von den Wattenscheider Frauenorganisationen sollen Vorträge gehalten werden. In den Dienst dieser Werbeveranstaltung haben sich folgende Organisationen gestellt: der Vaterländische Frauenverein, der Königin=LuiseBund, der Israelitische Frauenbund, die Frauengruppe der Deutschen Volkspartei, die Frauengruppe der Arbeiterwohlfahrt, Deutschnationale Frauenvereinigung, der Stadtverband evgl. Frauenhilfe, der katholische Frauenbund, der Verkehrsverein, der Wirteverein und der Verein selbständiger Gewerbetreibender E. V. Als Redner für die Vorträge wurde Syndikus Dr. Franke von der Handelskammer Bochum gewonnen. Auch die Sänger=Interessengemeinschaft soll durch Liedervorträge zugleich für das deutsche Lied werben. Fur die Notgemeinschaft werden 200 Reichsmark aus dem Vereinsvermögen überwiesen. Mitglieder, welche zur Nothilfe gespendet haben, machen dieses durch ein Schild im Schaufenster kenntlich. d 49 Jahre kath. Gesellenverein Propstei. Im schlichten Rahmen beging der katholische Gesellenverein der Propsteipfarre' sein 49. Stiftungsfest. Trotz der Geräumigkeit des neuen Kolpinghauses erwies sich dieses bei der Teilnahme als zu klein, weshalb die Feier getrennt nach Gruppen für Mitglieder und Ehrenmitglieder stattfand. Die erste Feier fand am Sonntag abend, die weitere am Montag abend statt. Nach musikalischer Einleitung begrüßte Vikar Kleffmann als Präses die zahlreich Erschienenen mit humorvollen Worten. Nach dem gemeinsamen Kolpingslied erfolgte die Aufnahme von 28 Neumitgliedern. Mit zu Herzen gehenden Worten führte Vikar Kleffmann die neuen Kolpingssöhne in die große Kolpingsfamilie ein. Unter der Regie von Hans Glauber führte man das Volksstück„Der Bettelheini“ auf. Die Darsteller entledigten sich ihrer Aufgabe mit viel Beifall. Diese Aufführung wird am 25. Oktober wiederholt. In der Woche vom 11. Oktober beginnen folgende Kurse für Arbeitslose: Apologetische Vorträge, Buchführungskurse, Deutschkurse, kaufmännisches und elementarisches Rechnen, at Stadttreis Wanne-Eicke! Gefährliche Diebesbande festgenommen. Bereits kürzlich war es durch Zusammenarbeit zwischen der Recklinghäuser und Wanner Kriminalpolizei gelungen, eine Diebesbande in Wanne=Eickel dingfest zu machen, die zahlreiche Goldwarengeschäfte des Recklinghäuser Bezirks durch einen raffinierten Trick empfindlich geschädigt hatte. Dienstag morgen gelang es der Kriminalpolizei wiederum, in der Heinrichstraße in Wanne=Eickel einen guten Fang zu machen. Verhaftet wurde hier eine aus einer Frauensperson und zwei Männern bestehende Diebesbande, die in zahlreichen Streifzügen besonders das Best Recklinghausen heimgesucht hatten. Die Vernehmungen sind zwar noch nicht abgeschlossen, jedoch dürfte außer einem Einbruch in ein Recklinghäuser Photogeschäft noch eine Reihe von Einbrüchen in Lebensmittelgeschäften auf das Konto dieser Diebesbande zu setzen sein. Bei einer Durchsuchung der Wohnung wurde eine größere Menge Diebesgut entdeckt, darunter sechs wertvolle Photoapparate, Kleidungsstücke, Rauchwaren und verschiedene Arten von Lebensmitteln, besonders Fleisch= und Wurstwaren. Die gegenwärtig noch andauernden Vernehmungen dürften eine Reihe interessanter Enthüllungen über umfangreiche Raubzüge dieser Diebesbande bringen, der nunmehr durch planmäßiges Zusammenarbeiten zwischen der Recklinghäuser und Wanne=Eickeler Kriminalpolizei das Handwerk gelegt wurde. df * Personenstandsaufnahme. Zum Zwecke der Einkommensteuerveranlagung für das Jahr 1932 findet am 10. Oktober die Personenstands= und Betriebsaufnahme im hiesigen Stadtbezirk statt. Es wird noch ganz besonders darauf aufmerksam gemacht, daß bei allen Arbeitnehmern sowie bei Söhnen und Töchtern, soweit sie einen Beruf haben, der Stand, der Arbeitgeber und die Arbeitsstelle in den Haushaltungslisten zu vermerken sind, da bei Nichteintragung ein Anspruch auf Steuerermäßigung nicht besteht. Die Angabe„Sohn" oder „Tochter“ genügt nicht. 60 Jahre Männer= und Jünglingsverein Eickel. In diesen Tagen kann der Eickeler evangelische Männerund Jünglingsverein auf ein 60jähriges Bestehen zurückblicken. Es war nach dem Kriege 1870/71, als der damalige Pfarrer Daniels in Verbindung mit Vikar Steiniger den Verein gründete. Es folgte eine schöne Aufwärtsentwickelung; dann aber ein Nieder= gang, der den Verein arg mitnahm. Nur ein Bibelkränzchen blieb übrig und der aus dem Verein hervorgegangene Posaunenchor. In den 90er Jahren jedoch folgte wiederum ein Aufstieg, der rasch wieder zur Blutezeit führte. Im Jahre 1910 wurde der Verein in Jugend= und Hauptverein geteilt. Durch seinen Posaunenchor hat der Verein stets einen innigen Kontakt mit der Gemeinde gehabt. In sportlichen Kämpfen wurden ansehnliche Erfolge erzielt. Pfarrer Beckmann war in den verflossenen Jahrzehnten dem Verein ein treuer Führer und Berater. Man plant aus Anlaß des Jubiläums bescheidene Festfeierlichkeiten.* Jahresfest. Die Frauengruppe des Ostpreußisch= evangelischen Arbeitervereins Wanne feierte bei Körner ihr zweites Jahresfest. Den Begrüßungsworten der Vorsitzenden Frau Wentzek schloß sich eine Ansprache des Gründers August Totzek an. Der gemischte Chor bot mehrere Lieder, während der Bezirksleiter Celusteck (Gelsenkirchen) die Festrede hielt. Zur wesentlichen Verschönerung der Feier trug auch die Theaterabteilung bei. Preisgekrönte Sängervereinigung Röhlinghausen. Das nationale Sängertreffen in Velbert, zu dem der Verein auf fünf Autobussen mit etwa 90 Sangesbrüdern ausrückte, war ein großer Erfolg für den Verein und seinen bewährten Dirigenten. Die Wertung ergab für die Sängervereinigung Röhlinghausen bei 341 Punkten den ersten Preis. Außer dem Ehrenpreis wurden dem Sieger am Montag auch noch eine Ehrenplakette der Stadt Velbert und eine Ehrengabe des Velberter Oberbürgermeisters überreicht. Die Sangeskunst des Wanne=Eickeler Vereins und die feinsinnige Stabführung ihres rührigen Dirigenten Kölling(Bochum) fand allgemein große Anerkennung. d1 Kriegerverein Röhlinghausen. In der vom zweiten Vorsitzenden, Betriebsführer Böker, geleiteten Monatsversammlung sang man eingangs zu Ehren des Geburtstages unseres Reichspräsidenten das Deutschlandlied. Kamerad Scharf berichtete über die Gesamttagung des Westfälischen Kriegerverbandes und des Stadtkriegerverbandes. Die Ehrenmalsfrage wurde vorläufig zurückgestellt, dafür sollen an den vorhandenen Kriegerdenkmälern Tafeln mit besonderer Widmung angebracht werden. Aus Anlaß der Abrüstungskonferenz am 18. Oktober finden an drei verschiedenen Stellen der Stadt Aufklärungsvorträge statt. In Röhlinghausen spricht Rektor Gäde im Saale Böhm. Außerdem findet wie alljährlich im Januar eine gemeinsame Kundgebung des Stadtkriegerverbandes statt. Für die Winternothilfe wurden 300 Reichsmark bewilligt. Außerdem sollen bedürftige Mitglieder noch besonders unterstützt werden. Eine rege Aussprache schloß sich an. „Ein Quentlein goldenen Humors.“ Als Auftakt der Winterkulturarbeit fand Montag abend im Kurhaus der erste Vortragsabend statt. Wilhelm Busch mit seinem goldenen Humor beherrschte den Vortrag. Jugendführer Boie aus Düsseldorf hielt einen Vortrag über Wilhelm Busch, skizzierte seinen Lebenslauf und rezitierte Kostproben aus den Werken von Busch; wie der Reister des Humors Stellung nimmt zu allen Fragen des Lebens. Den Höhepunkt bildete der Lichtbildervortrag, der„Balduin Bählamm“ mit seinen dichterischen Anwandlungen auf die Leinwand brachte. Es war ein Abend echten Humors, für den alle Beteiligte dankbar waren. n Zusammenschluß der Turn= und Sportvereine. In einer von Stadtoberinspektor Buttler, dem Vorsitzenden des Rasensportverbandes, an den Vertreter der D.., der DJK. und des WSV. teilnahmen, wurde beschlossen, die Verbandsvereine zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammenzuschließen. ur Ennepe=Ruhrkreis Einbrecher erbeuten für 3000 Reichsmark Waren. In das Kolonialwarengeschäft Brinkmann an der Laurastraße in Altendorf drangen Einbrecher in der Nacht zum Sonntag ein und erbeuteten für etwa 3000 Reichsmark Lebensmittel und Stoffe, mit denen sie unerkannt entkamen. 5 Stadttreis Gelsenkirchen Gegen jede Doppelverdienerei! Vertreter aus Buer, Herne, Wanne=Eickel, Gladbeck, Herten, Bochum und Dortmund beleuchteten in einer in Gelsenkirchen abgehaltenen Versammlung aufs grellste die in den letzten Wochen eingetretene Notlage der Anwärterkreise. Zusammenarbeiten aller soll nun eine Besserung der Verhältnisse herbeiführen. Der Gruppe Gelsenkirchen wurde in der Interessengemeinschaft die Fuhrerstellung übertragen. Von dieser Ortsgruppe sind bereits umfangreiche Vorarbeiten geleistet worden. Die Wünsche der Versammlung wurden in einer an die Verbandsleitung abgefaßten Entschließung zusammengestellt. Es handelt sich hier um Beseitigung jedes Doppelverdienertums, Schaffung eines Fortbildungszuschusses für die stellenlosen Kollegen durch die Regierung und Bereitstellung von Mitteln durch den Preußischen Gewerbelehrerverband.„„ C 40 Jahre Lehrer der Stenographie. In diesen Tagen konnte Rektor i. R. Franz Kraume in Gelsenkirchen sein 40jähriges Jubiläum als Lehrer der Stenographie begehen. Dieses in der Geschichte der deutschen Kurzschrift seltene Ereignis hatte dem Reichskurzschriftverein 1892 in Gelsenkirchen=Schalke, den der Jubilar seit 39 Jahren ununterbrochen leitet, zu einer schlichten, aber würdigen Feier Veranlassung gegeben. Die neue Altstadtschule Wattenscheid Der Neubau der Altstadtschule konnte seiner Be=lüftungsanlagen angesehen werden, da man von den stimmung übergeben werden. Er ist mit allen Neue= bisher üblichen Luftschächten Abstand genommen hat rungen der modernen Schulbautechnik ausgestattet. Eine im Dachgeschoß der Schule untergebrachte orthoHeller Farbenanstrich gibt den einzelnen Räumen ein pädische Turnhalle befriedigt ein in Wattenscheid schon freundliches Ansehen. Das Treppenhaus ist geräumig lange bestehendes Bedürfnis; sie wird von allen Schuund hell. Als besondere Neuerung müssen die Ent=len der Stadt benutzt. Wie die Nadr hagenihe Geid los wurde Kostspielige Bürgschaftsverpflichtung der Stadt Hagen X Hagen, 6. Oktober. Die Vergleichsverhandlungen Stadt Hagen— Firma Gebr. Elbers haben zu einem Ergebnis geführt, das inzwischen dem Magistrat zur Beschlußfassung vorgelegen hat. Der Magistrat hat folgender Regelung zugestimmt: Die Stadt Hagen hat im Januar 1926 die selbstschuldnerische Bürgschaft für ein Darlehen übernommen, das die Frankfurter Pfandbriefbank(jetzt Frankfurter Hypothekenbank) in Höhe von jetzt 1,6 Millionen Mark der Firma Gebr. Elbers.=G. gegeben hat. Das Darlehen ist gesichert durch Hypotheken auf den Grundbesitz der Firma. In den Vergleichsverhandlungen ist vorgesehen, daß die Stadt Hagen die gesamten Grundstucke und Fabrikanlagen der Firma zum Eigentum erhält. Dieser Grundbesitz beträgt insgesamt rund 200000 31 Wohnhäuser mit Quadratmeter. Er enthält 31 Wohnhaufer mit einem Miet= und Pachtertrag von netto 14000 Mark jährlich. Für Abgeltung der Bürgschaft hat die Stadt zu übernehmen einmal eine auf dem Grundbesitz lastende Hypothek der Reichsversicherungsanstalt für Angestellte, ferner von der Frankfurter Hypothekenbank die noch teilweise Tilgung des Lombarddarlehns. Beide Summen werden zur Liquidierung des mit dem Darlehen der Hypothekenbank verbundenen Lombard= geschäfts um insgesamt 250000 Mark aufgefüllt, so daß der Gesamtpreis, den die Stadt Hagen für den Grundund Pfandbriefbesitz zu zahlen hat, 1,34 Millionen Mark beträgt. Es bleibt somit aus dieser durch die Wirtschaftskrise leider im Endeffekt erfolglos gebliebenen Subvention unter Anrechnung der Mieteinkünfte eine Jahresbelastung von rund 85000 Mark für Zinsen und Tilgung des übernommenen Lombarddarlehens. Dafür erhält die Stadt Hagen zwar einen ausgedehnten Fabrikanlagekomplex, mit dem sie aber wohl wenig wird anfangen können. Sie hofft zwar, den Besitz neu verpachten zu können, und hat nach den verschiedenen Seiten bereits Verhandlungen angeknüpft. Die Stadtverordnetenversammlung wird in der nächsten Sitzung über die Uebernahme der Hypotheken und Aufnahme der notwendigen Anleihen zu beschließen haben. Teure Eingemeindungsreisen + Hagen, 6. Oktober. Ein Düsseldorfer Blatt hatte an der Hagener Ausgabenwirtschaft Kritik geübt und dabei mitgeteilt, daß eine Reise des früheren Oberbürgermeisters Finke in Eingemeindungsangelegenheiten nach Berlin rund 1931 Mark Kosten verursacht habe. Ein Hagener Blatt hatte demgegenüber die Kosten auf„nur“ 1200 Mark beziffert. Daraufhin gibt nun das Düsseldorfer Blatt die Reiseliquidation des Oberbürgermeisters a. D. Finke wörtlich wieder. Sie lautet: Hagen, 26. Juni 1929. Ich habe in Berlin die Eingemeindungsverhandlungen wahrgenommen wie vom Stadterweiterungsausschuß beschlossen. Zu diesem Zweck war ich abwesend vom Sonntag, dem 16. Juni, bis Samstag, den 22. Juni d. J. Meine Frau hat sich wunschgemäß an dieser Reise beteiligt und war vom 16. Juni bis 20. Juni in Berlin. An baren Aufwendungen sind dafür entstanden: 1. Reisekosten 1. Klasse Hagen—Berlin mit Schlafwagenbenutzung 192 Kn 2. Reisekosten 1. Klasse Berlin—Hagen 180„ 3. Hotel laut Rechnung 527„ 4. Besondere Auslagen für Gepäc, Telephon, Telegramme, Autofahrten, Trinkgelder und Besorgungen, für Karten usw. 395„ 5. Sonstige eigene Verpflegung 160„ 6. Bewirtungen 527„ Zusammen 1931 R0 Ich bitte um Anweisung. Oberbürgermeister Finke. Oberbürgermeister Finke hat sonach pro Tag auf seiner Reise nach Berlin rund 300 Mark verbraucht. Hinterher predigt man dann Sparsamkeit den anderen! Stadtverwaltung stellt Strafantrag gegen Unbekannt s Hagen, 6. Oktober. Da in einigen Blättern die genaue Liquidation des früheren Oberbürgermeisters Finke über seine fechstägige Berliner Reise, die er mit seiner Frau unternahm, zum Abdruck gelangte, ferner die Kosten der Gasterei der juristischen Fakultät Münster veröffentlicht worden waren, hat die Stadt Hagen, wie wir hören, beim Staatsanwalt Strafantrag gegen Unbekannt gestellt. Sie behauptet, daß die Publikationen nur durch Vertrauensbruch eines Beamten der städtischen Rechnungsprüfungsstelle möglich geworden seien. Das Bild, welches die Parteien bieten, indem sie sich gegenseitig die Schuld an den zweifellos vorhandenen Mißständen zuschieben, wird immer trüber und übler. Das Wüten der Parteien gegeneinander droht auch den Fall Pforte zu verdunkeln. Wenn es überhaupt je zur Anklageerhebung gegen Pforte kommt, so dürfte dieser sich seine Trümpfe bis zuletzt aufbewahren. In Hagen wünscht man in weiteren Kreisen die Berufung eines Staatskommissars, Generaldirektor Pforte erneut verhaftet + Düsseldorf, 6. Oktober. Am Dienstag nachmittag wurde hier erneut der bekannte Hagener Straßenbahndirektor Pforte, der bekanntlich kürzlich aus der Haft entlassen worden war, auf Anordnung der Hagener Gerichtsbehörde verhaftet und nach Hagen übergeführt. Ueber die Gründe für die neuerliche Verhaftung ist noch nichts bekannt. Aus dem Gerichtssaal Zuchthaus für einen Plünderer s Gelsenkirchen, 6. Oktober. Das Schöffengericht Gelsenkirchen hatte sich am Montag abermals mit den schweren Ausschreitungen zu befassen, die sich in der Nacht zum 16. Juli in Gelsenkirchen zugetragen hatten. Unter der Anklage des schweren Landfriedensbruchs hatte sich der 24 Jahre alte Bergmann Karl Dettmar zu verantworten. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu der gesetzlichen Mindeststrafe von einem Jahr Zuchthaus. Dettmar wurde wegen Fluchtverdachts sofort in Haft genommen. Der Lippstädter Kommunistenkrawall § Paderborn, 6. Oktober. Einer der größten Kommunistenprozesse der letzten Zeit begann am Montag vor dem Erweiterten Schöffengericht. Angeklagt waren 36 Anhänger einer kommunistischen Organisation, die in der Nacht zum 16. August dieses Jahres in Lippstadt einen Trupp Nationalsozialisten überfallen und beschossen hatten, wobei zahlreiche Personen zum Teil schwer verletzt wurden. Bis auf zwei Mann sind alle Angeklagten erwerbslos, die meisten von ihnen vorbestraft. Bei der Vernehmung zeigten sich seltsame Widersprüche mit den Aussagen in der Voruntersuchung. Während damals fast alle Angeklagten die Vorgeschichte des Feuerüberfalls bis ins Einzelne berichteten, wollen sie sich jetzt an Details nicht mehr erinnern können und verwickelten sich in Widersprüche Besonders der Angeklagte Lüdolph, der am Vorabend der Tat den Ueberfall organisiert haben soll, widerrief alle früher gemachten Aussagen und beteuerte, nur aus kaufmännischem Interesse der kommunistischen Kampforganisation angehört zu haben. Die darauf vernommenen Kriminalkommissare sprachen sich eingehend über das Verhalten der Angeklagten bei der Voruntersuchung aus und wiederholten die in der Voruntersuchung gemachten Aussagen. Betrogene Wohlfahrtsämter § Essen, 6. Oktober. Kaum jemals hat man in den Strafgerichtssälen einen Betrugsprozeß von solchen Ausmaßen erlebt, wie er gestern in ausgedehnter Sitzung vor dem Essener Schöffengericht verhandelt wurde. Angeklagt war der Schlosser Karl Sonntag, ein Man von 47 Jahren, wegen Betruges in Tateinheit mit Urkundenfälschung. Nicht weniger als 9000 Mark hat er nach und nach den Wohlfahrtsämtern abgenommen, und es klingt fast unglaublich, ist aber einwandfrei nachgewiesen, daß der Angeklagte es im Ruhrgebiet fertiggebracht hat, zu gleicher Zeit in sechs Städten Kostgänger bei der Erwerbslosenfürsorge zu sein. Ein angeblicher Helfershelfer. Gustav Weiler, sorgte für die erforderlichen Papiere. Das Geschäft wurde in Düsseldorf aufgemacht und ausprobiert. Dann verlegten sie den Schauplatz nach Duisburg. Die dortige Erwerbslosenfürsorge hat eine Summe von 1500 Mark eingebüßt. Dann ging es weiter nach Oberhausen. Auch dort gelang es ihnen, große Beträge zu erschwindeln. Sie hatten mittlerweile wertvolle Erfahrungen gemacht, und nun wurden gleichzeitig in sechs verschiedenen Städten die städtischen Wohlfahrtseinrichtungen geplündert, darunter in Herne, in Gelsenkirchen und Essen. Ueberall wurden die Wohlfahrtskassen um Beträge von 500 bis 1000 Mark betrogen. Der Verlust der Essener Erwerbslosenkasse war sogar noch höher. In Gelsenkirchen schöpfte man eines Tages Verdacht. Und nun verschwanden die Parasiten und wechselten nach Frankfurt a. M. hinüber. Von Frankfurt ging es nach Hamm, von Hamm nach Offenbach. Dort aber ereilte sie das Verhängnis. Das Gericht erkannte auf ein Jahr sechs Monate Gefängnis und drei Jahre Ehrverlust. Polizeloberwachtmeister Jonas im Schnellverfahren skr Köln, 6. Oktober. Am Samstag morgen wurde in einem geradezu heimlichen Verfahren vor dem Einzelrichter gegen den Polizeioberwachtmeister Jonas verhandelt. Jonas war wegen Urkundenfälschung angeklagr. Er hatte seinerzeit in einem Lebensmittelgeschäft eine Schuld nicht beglichen. Die Verhandlung ergab jedoch nichts Genaues darüber. Die Sache mußte vertagt werden, um einen Schriftsachverständigen darüber zu vernehmen, von wem die Urkunde stammt. Jonas steht bekanntlich bisher in dem Verdacht, bei einer lange gesuchten Einbrecherbande seit längerer Zeit beteiligt gewesen zu sein. Ein gerissener Hautigeschaft Wurde der deutsche Fiskus oder die deutsche Währung gefährdet? Kr. Düsseldorf, 6. Oktober. Im Mittelpunkt der Verhandlungen, die der zweite Tag des großen Reparationsprozesses bringt, steht zunächst die Erörterung der Preisfrage beim Zuckergeschäft. Dabei wird festgestellt, daß bei diesem Geschäft mit ganz enormen Verdienstspannen gearbeitet worden ist. So wurde der Zucker in Deutschland zum Inlandspreis von etwa 34 Reichsmark eingekauft und für 38 bzw. 40 Reichsmark pro Doppelzentner an den französischen Einkäufer weiter abgesetzt. Wenn der Vertrag über die Lieferung von rund 60 000 Tonnen Zucker, wie er ursprünglich festgesetzt worden war, wirklich bestätigt worden wäre so hätten Kommerzienrat Falk und Genossen eine Summe von rund 3600 000 Reichsmark verdient. Das Merkwürdigste dabei aber ist, daß der französische Einkäufer, Graf'Herbemont, den Zucker niemals zu dem Preis, wie er ihn eingekauft hatte, mit Gewinn in Frankreich hätte weiter verkaufen können. Der Sachverständige, der hierzu vernommen wird, stellt fest, daß der französische Inlandspreis für Zucker in der damaligen Zeit etwa 38 Reichsmark betrug. Er erklärt, es handele sich hier um einen ganz ungeheuerlichen Verdienst. Der Zucker sei in Frankreich ohne Verlust unverkäuflich gewesen. Nach Ansicht des Sachverständigen wäre der Zucker nach Einkalkulierung der Transportspesen und des Zolles in Frankreich auf 50 Reichsmark pro Doppelzentner gekommen. Gegen dieses Ausführungen wendet sich der Angeklagte Georg Noblot, der ausführt, daß auf diesem Zucker zum Teil kein Zoll lag und der Rabatt, den die französische Regierung für die Abnahme der Reparationslieferungen den französischen Käufern gewährte, abgerechnet werden müsse. Eine Klärung dieser Frage ist nicht zu erzielen, so daß das Gericht beschließt, einen Kölner Zuckersachverständigen zu laden. Im Verlaufe der Verhandlung wird auch das französische Gerichtsverfahren gegen die Angeklagten berührt. Es wird festgestellt, daß u. a. Kommerzienrat Falk in contumaciam von dem französischen Gericht wegen der Reparationsschiebungen zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden ist. Einer der Verteidiger erklärt, wenn das deutsche Gericht irgendwelche Schlüsse aus dem französischen Urteil ziehen wollte, würde er genötigt sein, die politischen Hintergründe des französischen Verfahrens aufzudecken. Hierauf wird als zweiter Sachverständiger der frühere Präsident des Reparationskommissariats in Berlin, Geheimer Oberregierungsrat Dr. Cuntz vernommen der sich ausführlich über das Sachlieferungswesen ausspricht. Die Debatte zwischen dem Sachverständigen und dem Vorsitzenden spitzt sich auf die Frage zu, ob durch die Geschäfte der Angeklagten der deutsche Fiskus oder die deutsche Währung geschädigt worden seien. Die Beantwortung dieser Frage ist von entscheidender Bedeutung für den Ausgang des Prozesses, hängt doch hiervon die Beurteilung ab, ob sich die Angeklagten wirklich des Betruges schuldig gemacht haben. Der Sachverständige drückt sich sehr vorsichtig aus und erklärt, daß ein eigentlicher Schaden für Deutschland durch das Verhalten der Angeklagten nicht entstanden sei, da das Geld nicht nach Frankreich gegangen, sondern in Deutschland geblieben wäre. STATT KARTEN IHIRE VERMAHLUNO OEBEN BEKANNT RUDOLF LUDWIG MARX ANNPVIAKX-CÖHEN D BOCHUM HOFKAMP8 MOLTKEMARKT 28 TRAUUNG: SONNTAG. DEN 11 OKTOBER 1931 ELBERFELD, HOTEL KAISERHOF Die Beleidig., die ich geg. Frl. Paula Reinbach ausgespr. habe, nehme ich als unwahr zur. Heinr. Michele,.=Linden, Deimkestraße 3. Warne, meiner Frau auf meinen Namen zu borgen, da ich für nichts hafte.(43057 V. Daßler, Bochum, Elsaßtstraße 8. mittag 2 Uhr entschlief sanft und unerwartet unser innigstgeliebter Bruder, Schwager, Onkel, Großonkel, Neffe und Vetter, der Landwirt Witiehi Wammen nach kurzer, schwerer Krankheit, im Alter von 59 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen Bochum-Stiepel. Nord-Amerika, Bochum-Wiemelhausen, den 5. Oktober 1931 Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 8. Oktober, nachmittags 4 Uhr, vom Trauerhause, Haarstr. 35la, aus statt. Trauerfeier ½ Stunde vorher. Allen, denen aus Versehen keine besondere Nachricht zuging, diene diese als solche Wer treu gewirkt, bis ihm die Kraft gebricht. und liebend stirbt. ach, den vergißt man nicht. Montag nachmittag 3¾ Uhr verschied nach schwerem Leiden meine liebe Gattin, unsere liebe Mutter. Tochter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Prad Sctihe Kiaums im Alter von 45 geb. Danlewskt Jahren. Im Namen der Hinterbliebenen: Friedrich Klauß Bochum, Chicago, den 5. Oktober 1931 Die Beerdigung findet am Donnerstag. Uhr. vom Trauerhause. nachmittags aus statt. Allen, denen aus Versehen zuging, diene diese als solche dem 8. Oktober. Arnoldstraße 8. keine besondere Nachricht (43069 Nachruf Am 5. d. M. verschied nach kurzer Krankheit unser Prokurist Herr Friedrich Helmecke im Alter von 61 Jahren. Der Entschlafene war 32 Jahre, davon 20 Jahre als Prokurist auf unserem Werke tätig und hat ihm stets seine ganze Kraft gewidmet. Wir verlieren in Herrn Helmecke einen treuen und fleißigen Mitarbeiter, dessen Andenken wir in Ehren halten werden. Bochum, den 6. Oktober 1931.(a8198 Chemische Industrie.-G. Der Vorstand Gott dem Allmächtigen hat es gefallen. Montag morgen.30 Uhr meinen lieben Mann, unseren guten, treusorgenden Vater, unsern lieben Bruder. Schwager und Onkel, den wohlachtbaren Herrn Johann Finke plötzlich und unerwartet, infolge Unglücksfalles, wohlvorbereitet durch einen echt christlichen Lebenswandel, im Alter von 58 Jahren, zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Um stille Teilnahme bitten: Die trauernden Hinterbliebenen Bochum, den 7. Oktober 1931. Die Beerdigung findet am Donnerstag. dem 8. Oktober nachmittags 3 Uhr. vom Trauerhause. Dlekampstraße 45, aus statt. Das Seelenamt ist Freitag morgen 8 Uhr in der St. Marienkirche. Allen, denen aus Versehen keine besondere Nachricht zuging, diene diese als solche.(48172 Ein gutes Vaterhers hat aufgehört zu Schlagen. Heute morgen ½4 Uhr entschlief nach langer Krankheit mein lieber Mann, unser guter Vater. Grobvater, Schwiegervater, Beuder, Schwager und Onkel, der Reichsinvalide Willenn TAODe Im Alter von beinahe 58 Jahren. Die trauernden Hlinterbliebenen Bochum-Laer, Bochum-Harpen, Rostock, Witten. Heven, Uemmingen, Sterkrade, Düsseldort, Holland, den 6. Oktober 1931. Die Beerdigung findet statt am Freitag, dem 9. Okt., 4½ Uhr nachmittage, vom Sterbehause. Laerteidstr. 78. aus. Allen, denen, die aus Versehen keine Nachricht erhalten haben, diene diese als solche. Grond Untober-möscel S V. r. K. D. Sektion Bochum Am S. Oktober 1931 verschied unser Schtionsmitglied In tiefe Trauer hat uns der plötzliche #hleimgang dieses lieben Berutskollegen verseizt. Der Verblichene hing mit ganzem llerzen an den Bestrebungen unseres Verbandes. Sein lauterer Charakter, seine ##vornehme Gesinnung sowie seine Treue zum Verband sichern dem so unerwartet aus unserer Mitte geschiedenen Beruts∆kollegen ein stets ehrendes Gedenken auch über sein Grab hinaus. Verband reisender Kaufleute Deutschlands Sektion Bochum Beerdigung: Donnerstag, 8. Oktober. nachm. 3½ Uhr. vom Hause Gemeindestraße 57. Wir bitten unsere Mitglieder. ## dem Verstorbenen zahlreich das letzte Geleit zu geben FuhrmannsVerein „Gute Fährt Unser treues. Mitglied und Jubilar Franz Koch ist gestorben.(43116 Wir verlieren in dem Entschlafenen einen treuen, aufrichtigen Förderer unseres Vereins. Sein Andenken halten wir in Ehren. Antreten zur Beserdigung am Donnerstag, dem 8. Oktober, nachmittags 2 Uhr, im Vereinslokal Th. Ising, Kaiser=Friedrichplatz 1. Der Vorstand. u. Aeferben vorähs. Gröbe“ e uau. Flamins“: br aun, gron Seiche, in°“ gegge 42.46, nur leu, Schwort: Für die überaus zahlreichen Beweise herzlicher Tellnahme beim Hinscheiden meiner lieben, unvergeblichen Frau, unserer guten, teuren Mutter sagen wir allen Beteiligten unseren herzlichen Dank Ig. Dorowsky und Kinder Bochum, den 6. Oktober 1931 In allen 30 Spezial-Abteilungen große Gelegenheitsposten zu zeitgemäß niedrigen Mlessepreisen. Heute Kinder-Tag! Das Kaufhaus für alle, die gut und billig kaufen wollen! Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben Sohnes und Bruders Erich sagen wir allen Beteiligten, besonders Herrn Pfarrer Keithmann und Herrn Lehrer Koch unseren herzlichsten Dank Familie Friedrich Schöpe .-Altenbochum, 6. Oktober 1931 Schalonerschühverband e.., Dortmund, Geschäftsstelle Bochum, Telephon 68280, Velsstraße 1, * Habe meine Geschäftsräume von Viktoriastr. 20 nach Viktoriastraße verlegt Dr. Ostermann 7926 Rechtsanwalt und Notar Bard fül Sieder= und Rechtsangelegenheiten Mitgliedsbeitrag.50 RM.(43118 Achtung! Jeden Mittwoch: Ausnahmetag für Haarschneiden halbe Preise. Sep. Verkauf für Qualitäts=Rauchwaren. Pickhardt, Kriseur am Straßenkreuz GußstahlHumboldt=Malteserstraße.(43124 Einen neuen Hut brauchen Sie nicht, wenn Sie Ihren alten Herren= oder Damenhut bei mir aufbügeln, reinigen oder färben lassen Hutfabrik H. Müller.(22737 Viktoriastraße 51, Marienkirche. Heirats-Gesuche Geschäftsmann, 39, sucht auf dies. Wege pass. Lebensgefährtin. 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Prozeßbevollmächtigte: Rechtsanwälte Dr. Marienthal& Ferse in Bochum gegen die Firma Radio-Binder, Filiale Bochum, Bochum, Kortumstraße 92. Inh. Kaufmann August Binder, Duisburg. Sonnenwall, Antragsgegnerin, wird hierdurch im Wege der einstweiligen Verfügung gemäß§§ 1, 3. 25 Wettbew. Ges.§§ 935. 940, 91 ZPO. angeordnet: Es wird der Antragsgegnerin bei Vermeidung einer vom Gericht festzusetzenden Haftstrafe untersagt, in öffentlichen Bekanntmachungen anzugeben. das Radlogerät Blaupunkt N S 4 sel ein modernes Markengerät, es sei nur durch Großeinkauf möglich, das Gerät zum Preise von 150,-RM. zu verkaufen, der normale Verkaufspreis dieses Geräts betrage 307.- RM. Der Antragsgegnerin werden die Kosten dieser einstweiligen Vertügung auterlegt. Bochum, den 6. Oktober 1931. Das Landgericht I. Kammer für Handelssachen gez. Nachmann, Meyer, Barenberg Beglaubigt: Ausgefertigt: Die Rechtsanwälte Bochum, den S. Oktober 1931 Dr. jur. Marienthal& Ferse durch: Dr. Marienthal Rechtsanwalt Sechentüche Ausferderung zur Abgabe einer Vermögenserklärung für 1931. Nach§ 15 Absatz 2 des Dritten Teils der Verordnung des Reichspräsidenten vom 19. September 1931(Zweite SteuerAmnestieverordnung)— Reichsgesetzbl. I. S. 493— wird mit Freiheitsstrafe, und zwar mit Gesängnis nicht unter drei Monaten, in besonders schweren Fällen mit Zuchthaus bis zu zehn Jahren bestraft, wer vorsätzlich einer bestebenden Rechtspflicht zuwider eine Vermögenserklärung 1931 bis zum Ablauf der Amnestiefrist nicht abgibt, obwohl das steuerpflichtige Gesamtvermögen nach dem Stande vom 1. Januar 1931 die nach§ 8 des Vermögensteuergesetzes vom 22. Mai 1931(Reichsgesetzblatt I S. 237) maßgebende Freigrenze übersteigt. Mit Rücksicht hierauf werden, sofern das Gesamtvermögen nach dem Stande vom 1. Januar 1931 20000 RM. überstiegen hat und eine Vermögenserklärung 1931 bisher noch nicht abgegeben worden ist, hiermit zur Abgabe einer derartigen Vermögenserklärung bei dem zuständigen Finanzamt aufgefordert: 1. alle natürlichen Personen(Deutsche und Nichtdeutsche), die im Inland entweder ihren Wohnsitz haben oder sich mehr als sechs Monate aufhalten, 2. alle nicht natürlichen Personen(z. B. Aktiengesellschaften, Gesellschaften mit.) beschränkter Haftung. Genossenschaften. und dergl., rechtsfähige und nicht rechtsfähige Vereine, Stiftungen, andere Zweckvermögen und dergl., offene Handelsgesellschaften, Kommanditgesellschaften und deral., Kreditanstalten des öffentlichen Rechts), sofern der Sitz oder der Ort der Leitung im Inland liegt. Nicht zur Abgabe einer Vermögenserklärung verpflichtet sind die im§ 4 des gespielt, in eigenen Werkstätten vollst. erneuert,schw. Nußbaum od. Eiche. Langjährige Garantie. Planohaus MARKS Kaiser-Vilhelm-Str. ##. Aichte Nachrichten Verlobte: Tinny Buchmever mit Karl Giedingbagen, Herdecke. Luise Korallus mit Kurt Korallus, Vorhalle und Ipeboe. Vermählte: Franz Wichmann mit Cisst Dittmann, Gelsenkirchen. Gestorden: mann Otto Neudaus, 73., Hagen. Wilhelm Stallberg, 58., Sterkrade. Schwemdere. für Alum. und alle sonstigen Metalle. Cylinder=Blöcke und Smte: 8öpfe. An: Autokühlerreparatur, Oewerkschaft Wolzhausen Castroper Str. 44# ## Bei Regen schützt Sie der Schirm allein nicht vor Erkältung gen. Ihre Gesundhen erfordert den Gebreuch L S. gez. Unterschrift als Urhundsbeamter der Oeschäftsstelle Vermögensteuergesetzes vom 22. Mai 1931 bezeichneten natürlichen und nicht natürlichen unbeschränkt steuerpflichtigen Personen, die bereits bisher von der Vermögensteuer befreit waren oder von dem zuständigen Finanzamt ausdrücklich von der Abgabe einer Vermögenserklärung entbunden sind. Unberübrt hiervon bleibt die Verpflichtung zur Abgabe der Vermögenserklärung für die natürlichen und nicht natürlichen Personen die durch Zusendung eines Vermögenserklärungsvordrucks zur Abgabe der Vermögenserklärung 1931 besonders aufgefordert worden sind. Wer also einen Erklärungsvordruck Zu haben In Apovom Finanzamt übersandt erhalten hat, theken, Orogerien muß auf jeden Fall eine Vermögenserklärung 1931 abgeben. Wer im Zweifel ist, ob er eine Vermögenserklärung 1981 abzugeben hat. kann Auskunft beim Finanzamt einholen. Vordrucke für die Vermögenserklärung sind unentgeltlich beim Finanzamt zu haben.(LF4 Bochum, den 5. Oktober 1931. Linanzamt Kanfangebote und Kaufgesuche unter genden, kosieniag vaden„Kleinen Anzeigen“ im Bochumer Anzeiger finden immer ein dankbares Publikum, das sich der angebotenen Vortelle gerne bedient. Schlobbenriede 10. 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Der Dichter Edgar Allan Poe in Baltimore gest.(geb. 1809). 1862 Der Schriftsteller Otto Ernst in Ottensen geb. (gest. 1926). Personal-Nachrichten Landgerichtsrat Dr. Karl Thedieck aus Essen ist unter Versetzung an das Landgericht in Bochum zum Landgerichtsdirektor ernannt worden. Er wird am 1. November in seinen neuen Wirkungskreis übersiedeln. Firmungsreise. Erzbischof Dr. Kaspar Klein trifft am 25. Oktober in Bochum ein, um in den Pfarrkirchen des Dekanats Bochum die Firmung zu Aus der evangelischen Kirche. Die diesjährige Kirchenwoche in der Pauluskirche mit dem Thema„Christus und die Religionen der Erde“ hat begonnen. Nach dem Einleitungsvortrag von P. Dr. Ehrenberg haben Missionsinspektor Ronicke(Bethel) am Montag und der weitbekannte D. Warneck Präses der größten deutschen Missionskirche(Holländisch=Indien), gesprochen. Heute (Mittwoch) wird über Indien, morgen(Donnerstag) über China gesprochen; den letzten Vortrag hält der Berliner Missionsdirektor D. Knak. Die Woche gibt einen einzigartigen Einblick in die heutige Lage der Weltgeschichte, der Erdteile, der Völker und unter ihnen Deutschland.„. a23Lsanfiche Rach ein m. Dienste der Nachstentieve. Nach einer Veröffentlichung des Karitasverbandes der katholischen Pfarreien Groß=Bochums wurden im Monat August insgesamt 30000 Mittagessen unentgeltlich verabfolgt. Die Gesamtsumme der Aufwendungen an Lebensmitteln, Kleidungsstücken, Barunterstützungen betrug im verflossenen Jahr 208 731 Reichsmark, wie kürzlich schon Stadtrat Gilsing mitteilte. Dem Karitasverband sind angeschlossen vier Krankenhäuser, ein Waisenhaus, ein Altersheim, ein Mädchenheim, ein Fürsorgeheim, acht Schwesternstationen. Warenmenge und Geldmenge Ein Ausspracheabend in der Verwaltungsakademie. Von dem großen Interesse, das man in unseren Tagen allen Währungsfragen entgegenbringt, zeugte der Vortragsabend, zu dem ein„unparteiischer Ausschuß" auf gestern abend in die Verwaltungsakademie eingeladen hatte. Der große Hörsaal wie die Galerie waren dicht besetzt, als namens der Einberufer Wohnungsdirektor Steinkamp die Versammlung eröffnete mit einem Hinweis auf die Bedeutung der Währungsfragen. Der sozialdemokratische Schriftsteller Schumann(Thüringen), der den einleitenden Vortrag hielt, erachtete es für richtiger, die Parteien träten nicht in einen Wettbewerb der Kritik, sondern des Bessermachens; verfehlt sei auch die Befehdung der einzelnen Volksschicht durch die andere, denn durch die große Krise würden alle betroffen. Mit Besorgnis erfüllen müsse der Fatalismus weiter Volksschichten. Der Behauptung, die Weltkrise sei eine Folge der Ueberproduktion, stellte der Redner gegenüber den Mangel an Lebensmitteln, Kleidung und anderen Bedarfsgegenständen, weil es Millionen Menschen an Geld zum Kaufen fehle. Die breiten Volksschichten interessiere zu wissen, was man für das Geld an Waren bekomme. In aufschlußreicher Weise erläuterte der Redner dann die Begriffe„Inflation" und„Deflation": die erstere erleichtere, die letztere erschwere die Schuldenlasten, wie das Deutsche Reich nun bei seinen Reparations= und Auslandsschulden verspüre. Der von oben proklamierte Preisabbau habe die Schrumpfung der Wirtschaft und das große Arbeitslosenheer im Gefolge gehabt; Nutzen davon hätten nur die, die Geld verborgten, und die glücklichen Spekulanten mit„Rückkoppelung". Die Forderung der Preisstabilisierung werde mehr und mehr zur Forderung aller ehrlichen Menschen der verschiedenen Nationen. Die Drosselung des Geldumlaufes als Folge des Goldabzuges habe den Verschrumpfungsprozeß herbeigeführt, der immer verheerendere Wirkungen zeitige. Komme es zum Zusammenbruch, dann rette uns keine Partei, dann seien wir alle verloren. Es gebe nur einen Ausweg: Geldmenge und Warenmenge müßten in ein gesundes Verhältnis zu einander gebracht werden, unabhängig von dem Goldbestand, den allerdings der Doungplan als Maßstab für den deutschen Notenumlauf vorschreibe. Die Reichsbank sei in ihren Maßnahmen nicht frei. Der Redner wies dann auf England und die nordischen Staaten hin, um zu schließen, daß auch das deutsche Volk nicht dem goldenen Kalbe geopfert werden dürfe. Der durch manches Körnlein attischen Salzes gewürzte Vortrag fand starken Beifall. „In der sich anschließenden Aussprache kam das Für und Wider der Auffassungen beredt zum Ausdruck, aber auch die Schwierigkeit einer Lösung des Fragenkompleres. Der Vortragsabend hat jedenfalls angeregt. über die angeschnittenen Fragen nachzudenken. Der Stand der Arbeitslosenziffern im Bereiche des Arbeitsamtes Bochum am 30. September wie im Monat August. Metallindustrie, Textilzweige, Großhandel, Export und Lebensmittelhandel haben in erster Linie weitere Kündigungen ausgesprochen. Die Zahl der Besetzungsaufträge hat gegenüber dem Vormonat eine Steigerung erfahren. Verlangt wurden vornehmlich Verkaufspersonal, besonders Fachkräfte aus dem Lebensmitteleinzelhandel und Kontoristen. Erfreulicherweise konnten im September bessere Vermittlungsergebnisse erzielt werden. Die verstärkte Anforderung von Aushilfen läßt erkennen, daß der Personalbedarf allgemein sehr vorsichtig und zögernd gedeckt wird. Die jetzigen Lage auf dem kaufmännischen Arbeitsmarkt wird gekennzeichnet durch die für die Kaufmännische Stellenvermittlung des D. H. V. errechnete Andrangsziffer(Bewerber auf eine neuangemeldete Stelle) 78,7 im September 1931 gegenüber 79,2 im August 1931 und 32,5 im September 1930. Oeffentliche Aufforderung. Im Anzeigenteil der heutigen Ausgabe erläßt das Finanzamt eine öffentliche Aufforderung zur Abgabe einer Vermögenserklärung für 1931 mit näheren Erläuterungen. Unfälle der Straße. Am Montag abend gegen 8 Uhr fuhr auf der Herner Straße ein Dortmunder Arzt, geblendet von den Scheinwerfern eines entgegenkommenden Kraftwagens, einen Motorradfahrer an, der weit fortgeschleudert wurde und schwer verletzt liegen blieb.— Am Mittwoch morgen, kurz nach 6 Uhr, ereignete sich am Bordstein beim Verkehrshäuschen am Hauptbahnhof ein schwerer Unfall. Ein älterer Mann kam in schnellem Lauf die Viktoriastraße herunter, um Vermißt wird seit dem I. Oktober 1981 der Bergmann Wilhelm Pientka, geboren am 24. November 1903 in Bochum, der zuletzt in Bochum, Wittener Straße 40a, wohnte. Beschreibung: 1,70 Meter groß, schmächtig, dunkelblondes, gescheiteltes Haar, bleiches Gesicht, blaugraue Augen, vollständige Zähne. Tätowierungen auf beiden Armen und auf der Brust. Große Narbe auf der linken Gesichtshälfte. Bekleidung: Blaue Schirmmütze, dunkler gestreifter Rock, blauer Pullover, braune Manchesterhose, grünes Sporthemd mit weißen Streifen, braune Halbschuhe. Der Vermißte hat Selbstmordabsichten geäußert. Bewußtlos aufgefunden. Am 6. Oktober gegen.15 Uhr wurde ein Reproduktionsphotograph in der Dunkelkammer, einer hiesigen Druckerei bewußtlos aufgefunden. Auf Anordnung eines hinzugezogenen Arztes wurde er mit dem städtischen Krankenwagen dem Elisabethhospital zugeführt. Im Krankenhause mußte festgestellt werden, daß der Tod bereits eingetreten war. Ein Kellereinbrecher. Am 5. Oktober gegen 11 Uhr wurde in einem Hause der Dortmunder Straße ein Keller erbrochen und daraus einige Flaschen Wein entwendet. Nach den getroffenen Feststellungen kommt als Täter ein junger Mann in Frage, der um die angegebene Zeit bei den Bewohnern des Hauses geklingelt und gebettelt hat. Dem jungen Manne wurden Butterbrote angeboten, die er aber ablehnte. Da er sich angeblich Schuhe kaufen wollte, verlangte er Bargeld. Beschreibung des Täters: 19 bis 20 Jahre alt, 1,60 bis 1,65 Ziele der Deutschen Jugendkraft waren die Grundlage des Vortrages, dem reichlicher Beifall zuteil wurde. Im weiteren Verlauf der Veranstaltung gab der Verein durch turnerische Darbietungen jeglicher Art ein anschauliches Bild gründlicher und vielseitiger körperlicher einen Zug zu Er trug eine braune bieb und dum nachten.g können, werden von der Kriminalpolizei Bochum gesucht. erreichen. Er kam so unglücklich zu Fall, Meter groß, ohne Kopfbedeckung. blieb und zum nächsten Arzt Sportjacke. Personen, die sachdie Tud den=Eldotlenen (Die eingeklammerten Zahlen geben den Stand am 15. September an.) Auf dem kaufmännischen Stellenmarkt im Monat September noch keine Beruhigung Im Monat September ist auf dem kaufmännischen Stellenmarkt noch keine Beruhigung eingetreten. Der Schrumpfungsprozeß der Wirtschaft nimmt seinen Fortgang. Betriebseinschränkungen= und Stillegungen, vornehmlich im westdeutschen Bezirk, halten unvermindert an., Neue Verschärfung und Schwierigkeiten in Handelskreisen brachte der Sturz des englischen Pfundkurses. Der Bewerberzugang, der wiederum aus fast allen Wirtschaftsgruppen kommt, hat die gleiche Höhe Stadtteil Altenbochum Zentrumspartei Altenbochum. Die Zentrumspartei Altenbochum veranstaltete Sonntag in dem festlich geschmückten Saalbau des Lokales Drewermann eine Familienfestfeier, zu der sich die katholischen Pfarrangehörigen in großer Zahl eingefunden hatten. Mit den Jubelklängen eines Begrüßungsmarsches, ausgeführt von der Musikschar des katholischen Jungmännervereins Altenbochum, wurde die Feierstunde eröffnet. Nach einem Liedervortrag zur Laute des Parteimitgliedes Hüsgen und dem Festprologe, gesprochen von Jungmann Maas, sprach der erste Vorsitzende der Zentrumspartei Altenbochum, Magistratsrat Bahlmann, herzliche Worte der Begrüßung. Besonders hieß er den Vorsitzenden der Groß=Bochumer Zentrumspartei, Chefarzt Dr. Laarmann, den Ehrenvorsitzenden der Zentrumspartei Altenbochum Rektor Zeller, Pfarrer Dieckhoff als Vertreter der katholischen Geistlichkeit, Gewerbeoberlehrer Dettmer, Dr. Diekamp, die Stadtverordneten Groß und Engel sowie die Vertreter der katholischen Arbeitsgemeinschaft, des Kirchenvorstandes und des Windthorstbundes willkommen. Ein von Fräulein Lichtenberg und Herrn Hüsgen schön zum Vortrag gebrachtes Lautenduett leitete über zu der Festansprache des Parteivorsitzenden und Stadtverordnetenvorstehers, Chefarzt Dr. Laarmann. Seinen begeisternden und mit großem Beifall aufgenommenen Ausführungen folgte der gemeinschaftliche Gesang des Liedes„Wenn wir schreiten Seit' an Seit'.“ Musikalische und gesangliche Darbietungen des Jungzentrums, Lautenspielvorträge und Reigentänze bildeten die festliche Umrahmung dieser Feierstunde. Eindrucksvoller Ausklang des offiziellen Teils war die stark applaudierte Aufführung des sozialen Schauspiels„Der Revolutionär“ durch die Theaterabteilung des Jungmännervereins. Der zweite Teil war der gemütvollen Unterhaltung gewidmet. Ein flottes Tänzchen beendete den Familienabend. a Stadtteil Laer Schicksalsschläge. Am Montag wurde die so plötzlich verstorbene 72 Jahre alte Witwe Kuhweide unter starker Beteiligung auf dem alten Friedhof in Uemmingen zur letzten Ruhe gebettet. Wie schon berichtet, starben beide Schwestern innerhalb einer Woche infolge Schlaganfalls. Genau so erging es ihren Ehemännern. Vor acht Jahren starben ebenfalls beide innerhalb einer Woche. Der Familie wird aufrichtige Teilnahme entgegengebracht. nr Vom Auto schwer verletzt. Sonntag nacht wurde der Bergmann L. Bach, Kolonie Vollmond. von einem Personenauto angefahren, er blieb bewußtlos liegen. Als B. die Besinnung wieder erlangte, wurden Passanten auf sein Stöhnen aufmerksam und schafften ihn in seine in der Nähe befindliche Wohnung. Der hinzugezogene Arzt stellte schwere innere Verletzungen fest und überwies ihn dem Bergmannsheil. Der gewissenlose Autolenker fuhr weiter, ohne sich um sein Opfer zu kümmern und ist unerkannt entkommen. nr Stadtteil Werne Berliner Kampfschar=Veranstaltung. Ein besonderer feierlicher Abendgottesdienst wird heute in der hiesigen evgl. Kirche von der Berliner Kampfschar mit dem Beginn um 7 Uhr abgehalten. Das Thema zu dem bedeutenden Gottesdienst lautet:„Das Gesicht unserer Zeit.“ Im Gemeindehaus Lütgeheide findet eine Fortsetzung des Abends statt, wo man in der Hauptsache über die Frage „Christus und das Proletariat“ sprechen wird. er Stadttell Langendreer Im biblischen Alter. Gestern vollendete die Witwe des verstorbenen Pastors Trepper, Frau Emilie Trepper, ihr 91. Lebensjahr. Ihr Gatte war vor Jahrzehnten Pfarrer in Uemmingen; sie stand ihm treu zur Seite und wirkte im stillen viel Gutes in der Gemeinde. Sie verbringt ihren Lebensabend bei ihrer Tochter im Hause Uemminger Straße 52. Kirchenvorstandswahlen St. Bonisatius. Die am 27. September stattgefundene Wahl des Kirchenvorstandes der St.=Bonifatius=Pfarrei wurde bekanntlich wegen eines Formfehlers in der am 29. September stattgefundenen Kirchenvorstandssitzung für ungültig erklärt, eine Wiederholung dieser Wahl findet am kommenden Sonntag im Saale an der Kirche von—13 Uhr statt. In der am vergangenen Sonntag stattgefundenen Wahlversammlung einigte man sich auf die Kandidaten: Kaufmann Cl. Auge, Bergmann Joh. Blatt, Bergmann Heinr. Beckenstraeter, Friseur Ewald Finkeldey, Bergmann Frd. Hohmann, Maurer Aug. Müller, Berginvalide Heinr. Pfannkuche, Eisenbahnbeamter Franz Risse und die Ersatzmitglieder Eisenbahnbeamter Alfred Postler und Fuhrunternehmer Jos. Luckey. er Vollversammlung des Wirtschaftsverbandes. Die an den Wirtschaftsverband für Handel und Gewerbe angeschlossenen Innungen halten heute abend im Lokale Helmig eine wichtige Vollversammlung ab. er Stadtteil Gertbe Gerissene Betrüger. Als ein ganz gemeiner Betrüger wurde der Arbeiter Anton., Herne, Ludwigstraße, und ein gewisser Franz., Gerthe, [Schürbankstraße wohnhaft, ermittelt. Letzterer hatte seinen Kumpel mit falschen Ausweispapieren versehen, und so haben sie in verschiedenen Geschäften in Herne in der vergangenen Woche Kleider erworben, die sie dann auf schnellstem Wege wieder veräußerten. Stadtteil Hiltrop Mit dem Fahrrad unter ein Personenauto. In den Nachmittagsstunden des Samstags fuhr die Frau des Bergarbeiters Otto M. aus der Gerther Straße in Herne mit ihrem Fahrrad auf dem Landwehrweg zu einer Verwandten nach Hiltrop. Beim Ausweichen der kommenden Straßenbahn wurde sie von einem überholenden Personenauto erfaßt und geriet darunter. Mit argen Kopf= und Körperverletzungen, u. a. einem rechten Unterschenkelbruch, wurde sie dem Krankenhaus zugeführt. Ihr Fahrrad wurde total zertrümmert. kr. Stadtteil hordel Im hohen Alter. In erstaunlicher Rüstigkeit feiert heute der in der Kolonie Dahlhausen wohnhafte Invalide Hermann Becker seinen 76. Geburtstag. ur Evangelischer Jungmännerverein Hordel. Sonntag hielt der Verein im Gemeindehause an der Hannover Straße seine Versammmlung ab. Buchhändler Gustorff aus Bochum führte in seinem Vortrage in die Werke von Emanuel Stickelberger ein, der in schöner und kraftvoller Sprache die Tatsache und Größe der Reformation vor Augen stellt. Der Vortrag fand großen Anklang. ur Hordeler Saalbau. Nach dem kürzlichen Tanzturnier, dem gelungenen Militärkonzert der Kyffhäuserkapelle am Vorsonntag folgte verflossenen Sonntag ein Familienabend mit Tanz und mancherlei Ueberraschungen. Die Devise„Heitere Stunde in ernster Zeit“ dürfte die Veranstaltung völlig erfüllt haben. ur Stadtteil Weitmar Einweihung des neuen Gemeindehauses der evangelischen Kirchengemeinde Bochum=Engelsburg (Weitmar=Nord). Der alte Betsaal der evangelischen Kirchengemeinde Bochum=Engelsburg an der Hammer Straße, der etwa ein Vierteljahrhundert gottesdienstlichen Zwecken gedient hatte, war nach der Fertigstellung der neuen Martinikirche seiner ursprünglichen Bestimmung entzogen worden. Da es in der Gemeinde an geeigneten Räumen zur Abhaltung von Versammlungen und Festlichkeiten fehlte, entschloß sich das Presbyterium, den Betsaal zu einem Gemeindehaus herrichten zu lassen. Vor etwa zwei Monaten wurde mit der Instandsetzung und Erneuerung des Gebäudes begonnen. Die Arbeiten wurden beschleunigt fortgeführt und in der vergangenen Woche beendet. Der große Saal wurde in allen Teilen einer gründlichen Renovierung unterzogen. Das Hauptaugenmerk galt der formgerechten Ausgestaltung eines Bühnen= und Vortragsraumes. Es wurde eine reine Stilbühne errichtet, die allen Anforderungen genügen dürfte. Das neue Gemeindeheim wurde am Sonntag seiner Bestimmung zugeführt. Die Einweihung erfolgte in schlichter Weise. Am Vormittag fand in der Martinikirche ein Festgottesdienst statt, dem eine Festpredigt von Studiendirektor Henrici(Soest), dem früheren Hilfsprediger der evangelischen Kirchengemeinde Weitmar=Nord, eine besondere feierliche Note verlieh. Der Nachmittag vereinigte die Gemeindemitglieder zum eigentlichen Einweihungsakt im großen Gemeindesaal. Nach einleitenden Posaunenchorvorträgen hielt Pfarrer Dieckhoff eine Begrüßungsansprache. Alsdann hielt Studiendirektor Henrici die Festrede. Er freue sich, nach langer Pause wieder einmal seine alte Gemeinde Engelsburg begrüßen zu dürfen. Es sei sein Wunsch, daß die Gemeinde ihr neues Heim allzeit in Ehren halten möge. Dann sprach der Leiter des evangelischen Hilfsdienstes für jugendliche Erwerbslose, O. Stutzke, der der Festversammlung herzliche Glückwünsche übermittelte. Mit abwechselnden Gesangsvorträgen des Frauenchors Engelsburg, Deklamationen, Volksreigen des Jungmädchenvereins und einem Erntedankspiel klang die sinnige Feier aus. x Evangelische Gemeinde Weitmar. Die Vertreter der Vereine, die der Arbeitsgemeinschaft angeschlossen sind. haben eine wichtige Besprechung am Freitag, 9. Oktober, abends 6 Uhr, im Gemeindesaal. Stadtteil Linden-Dahlhausen Im Silberkranz. Die Eheleute Eisenbahnobersekretär Olschowy in Dahlhausen feierten ihr fünfundzwanzigjähriges Ehejubiläum. Aus diesem Anlaß wurden ihnen Angebinde und Glückwünsche in großer Anzahl übermittelt. Werbeabend der Deutschen Jugendkraft. Die DIK.= Abteilung„Adler" Dahlhausen veranstaltete vergangenen Sonntag im großen Saale des Horkensteins einen Werbeabend, der äußerst gut besucht war. Der Präses des Vereins, Vikar Grundmann, sprach die Begrüßungsworte und übergab sodann dem Redner des Abends, Wieczorek(Bochum), das Wort. Zweck und Bochumer Veranstaltungen (=) Stadttheater Bochum. Die Vormieten C und D bekommen heute(Mittwoch) abend von 19.30 bis gegen 23.15 Uhr ihre zweite Abonnementsveranstaltung: Richard Strauß' Oper„Der Rosenkavalier". Da das Werk an diesem Abend voraussichtlich seine letzte Aufführung erleben wird, sei auch der nicht vormietende Teil des Publikums auf diese nur noch einmalige Gelegenheit hingewiesen. Dann, morgen, Donnerstag, Zuckmayers„Hauptmann von Köpenick" als Vorstellung zu Werbezwecken. Hatte das Stadttheater bisher, wenn es sich werbend für das Institut einsetzte, Darbietungsfolgen zusammengestellt, die in bunter Reihenfolge Verschiedenartigstes boten, so soll nunmehr dem gleichen Zweck eine ganze Inszenierung nutzbar gemacht werden. Die Preise sind denn auch sehr niedrig gehalten. Hingewiesen sei weiter auf die Freitag=Aufführung, die Franz Lehars Operette„Die lustige Witwe“ vorsieht, zu der der Vorverkauf seit gestern, Dienstag, im Gange ist. Heute beginnt der Vorverkauf zu der ersten Wiederholung von Bruno Franks dreiaktiger Komödie aus dem Leben eines Filmstars „Nina“, die der Weiße Ring am Samstag bekommt. Auch im freien Verkauf sind Karten zu haben. (=) Operettentheater. Heute, Mittwoch, findet die Erstaufführung der Operette„Der letzte Walzer" statt. In den Hauptrollen sind beschäftigt die Damen: Schieferdecker, Hesse, Dierkens und die Herren Or. Warden, Heckhausen, Hugemann, Otto usw. Die vorkommenden Tänze sind einstudiert und werden ausgeführt von Kitty Fink und dem Ballett. Mit besonderem Nachdruck wird auf diese Operette hingewiesen, die bereits Welterfolg hat und für Bochum Neuheit sein dürfte. Trotz großer Unkosten für Dekorationen und Kostüme, bleiben die Eintrittspreise unverändert. Im Vorverkauf billigere Preise. (=) Volkskonzert des Städtischen Orchesters. Am kommenden Sonntag, 11. Oktober, findet nachmittags im Schützenhof das 2. Volks=Symphonie=Konzert des Städtischen Orchesters statt. Als Solistin wirkt Fräulein Elisabeth Schaefers aus Bochum mit. Leitung: Generalmusikdirektor Leopold Reichwein. (=) Städtischer Musikverein. Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß die heutige Chor=Probe in der Aula der Gaethe=Oberrealschule an der Goethestraße stattfindet und für Damen und Herren um 8 Uhr abends beginnt. (=)„Mensch— Gymnastik— Arbeit“. Auf den heute nachmittag um 5 Uhr und heute abend um.30 Uhr Die Schule Loheland sieht es als ihre Aufgabe an, im Verein mit allen Gymnastikschulen des Deutschen Gymnastikbundes, die ernst und verantwortungsbewußt arbeiten, von dem bildenden Wert guter Gymnastik und den Gefahren einer schlechten Gymnastik vor größeren Kreisen zu sprechen. Gymnastische Aufnahmen mit Beispielen und Gegenbeispielen sollen das Urteilsvermögen des Publikums schulen. Ferner wird gezeigt, wie die Gymnastik sich auswirkt auf den verschiedenen Arbeits= und Lebensgebieten. Als Beispiel dienen Aufnahmen von dem Arbeiten und Leben in Loheland, und eine Ausstellung handwerklicher Erzeugnisse der Lohelandwerkstätten. Keine Aenderung des Weiters Wetterbericht der Essener Wetterwarte vom 6. Okt. Südwestlich von Island hat sich ein umfangreiches Tiefdrucksystem entwickelt. Es entsendet. nach Süden hin einen Tiefdruckausläufer, der sich vor Irland zu einem selbständigen Wirbel entwickeln wird. Von ihm entsandte warme Ozeanluft veranlaßt über Großbritannien und dem westlichen Frankreich meist starke Aufzugsbewölkung und vereinzelt auch Niederschläge. Ueber Nordskandinavien hat sich von ihm ein selbständiger Wirbel abgespalten, der auf seiner Rückseite Kaltluft arktischen Ursprungs nach Süden transportiert, die stellenweise über dem nördlichen Norwegen zu Nebelfällen Anlaß gibt. Das mittlere Europa steht meist unter dem Einfluß zusammensinkender Kaltluft, so daß vielerorts Frühnebel und sonst vorherrschend heiteres Wetter gemeldet wird. Die Ozeanluft setzt sich aber weiter nach Osten hin durch, so daß das Hochdruckgebiet auf seiner Westseite rasch abgebaut wird. Vorhersage für Mittwoch: Stellenweise Frühnebel, vorherrschend wolkig und vereinzelt etwas Regen. Zeitweise Aufheiterung. Schwache, später zunehmende Südströmung. Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Keine Aenderung des Witterungscharakters. Barometer 7 Uhr 754,0 24„ 753,0 Dienstag, 6. Oktbr. orm. Thermometer 13 Uhr+19C +100 24 Wetterhäuschen im Stadtpark 117 m über dem Meeresspiegel Wetternotizen geniessen um 8 Uhr vormittags Gn —.— Essen..... Aachen.... Frankiurt Kabler Asten Brocken Borkum Hamburg Rügenwalde Berlin Königsberg München Zugspitze Jürich Gens. Lugano Zeiten für Sonne und Mond am 7. Oktober: ( Aufg..38, Unterg. 17.57: C Aufg..30, Unterg. 16.39 Die heutige Nummer umfaßt 14 Seiten KE TischLampe In modernen Farben, anschlußfertig — 45 Nachttisch Lampe gut vernickelt, mit Pergament- Schirm, anschlußfertig — 95 Nachttisch Lampe messingvernickelt, Wiener Schirm anschlußfertig 90 TischLampe Mesting gelichtet, mit bemaltem Schirm, anschlußfertig 6 50 Dielen-Laterne echt Messing. Mattglas, viereckig 95 Seiden-Schirme uniterben, 60 cm 6,75 50 cm Sümtliche Zubehörtelle wie Olühbirnen. Fassungen, Zuleitungen, Sicherungen, Steckkontakte, Ausschalter und vieles andere zu niedrigsten Preisen vorrätig. Alle Lampen über 10.- Mk. werden von unserem FachMonteur kostenlos angebracht. Die Lampenprelse verstehen sich ohne Glühlampen General=Vertretung verbunden mit Auslieferlager für größ. Bezirk für leicht verkäuflichen Gebrauchsartikel bei hoh. Verdienst ohne Branchekenntnisse, mit Barkapital(für erstmal. Lager) von 400—600 RM. sofort zu vergeben. Evtl. werden auch kl. 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