Dienstag, den 6. Oktober 1931 Nr. 234, 38. Jahrgang Täglich außer Samstag 10Pf. Samstags mit illustr. Beilage 20 Pf. Bezugspreis einschl. Botenlohn.40 Mk. monatlich, oder.20 Mk. halbmonatlich: Selbstabholer.10 Mk. bzw..05 Mk. Unsere Beilage„Die Bochumer Illustrierte“ kostet monatl. 20 Pf., die Funkbeilage„Hör mit mir“ kostet monatlich 30 Pf. Allgem. Anzeigenpreis: Für 1 Millimeter Höhe in 25 Millimeter Breite 10 Pf., im Reklameteil 50 Pf.(Besondere Anzeigenpreise nach aufliegendem Tarif,) Angebote von anderen Zeitungen und Vermittlern werden nicht besördert. Bei zwangsweiser Beitreibung der Anzeigengebühren durch Klage, bei Konkursverfahren usw. wird der bewilligte Nachlaß hinfällig. Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmten Tagen und Plätzen, auch für durch Fernsprecher aufgegebene und abbestellte, sowie undeutlich geschriebene Aufträge wird keine Gewähr übernommen.— Schluß der Anzeigenannahme 4 Uhr nachmittags. Mr. 250, Unsall=Unterstützung bei tödlichem Unfall laut besonderen Bedingungen. Senerat Anzeigr! für Bochum und umliegende Industriebezirke Redaktionsleitung: Dr. Paul Dierichs Verantwortlich für Politik: Rudolf Foest: für Kommunalpolitik u. Nachbargebiet: Adolf Peddina= baus: für Lokales: Hans Schulte: für Handel: Fritz Schmidi: für Sport: Hans Schulte und Paul Wegener: für Kunst u. Unterhaltung: 1. V. Max Flegel; für Briefkasten, Beilagen und den übrigen Textteil: Mar Flegel: für den Anzeigenteil: F. W. Pempe. Sprechstunden der Red.: 16—17 Uhr(auß. Samst.).— Druck u. Verlag: Bochumer Anzeiger und General Anzeiger, Laupenmühlen 3 Dierichs. sämtlich in Bochum. Berliner Redaktion: Michael Haupt, Berlin SW 68. 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Die Verordnung, die am Mittwoch in Kraft treten soll, wird im wesentlichen folgenden Inhalt haben: Erleichterung der Wohlfahrtslasten der Gemeinden Die Reichshilfe von 60 Millionen, die nach der Notverordnung vom Juni aus den Lohnsteuererstattungsbeträgen gezahlt werden sollte, wird auf 150 Millionen erhöht. Hiervon erhalten die städtischen Fürsorgeverbände drei Viertel, die ländlichen ein Viertel. Für Unterstützung von Gemeinden in besonderen Fällen werden weitere 80 Millionen Reichsmark bereitgestellt, so daß, wie der„B..“ bereits meldete, der Gesamtzuschuß des Reiches 230 Millionen Reichsmark erreichen wird. Auf dem Gebiete der Arbeitslosenversicherung wird insofern eine einschneidende Aenderung getroffen, als der Vorstand der Reichsanstalt für Arbeitslosenversicherung anordnen kann, daß die Unterstützung bis zu einem Drittel in Sachleistungen gewährt werden darf. Die Kürzung der Unterstützungsdauer ist bereits durch Beschluß des Vorstandes angeordnet worden. Einschränkung der öffentlichen Ausgaben. Wesentliche Einschränkungen werden an öffentlichen Ausgaben bestimmt. So dürfen bis zum 31. März 1934 Neubauten von Verwaltungsgebäuden für Zwecke der öffentlichen Verwaltung nicht in Angriff genommen werden. Ausnahmen sind nur in besonderen Fällen mit Zustimmung der Reichs= und der Landesregierung möglich. Die Senkung der Hauszinssteuer, die ab 1. April 1932 erfolgen soll, dürfte, wie bereits gemeldet, zwischen 20 und 25 Prozent betragen. Sie soll nach dem vollen Jahresertrag ohne Berücksichtigung der niedergeschlagenen oder erlassenen Beträge berechnet werden. Durch diese Ermäßigung soll der dem Eigentümer zur Verzinsung aufgewerteter Hypotheken und des Eigenkapitals zu belassende Betrag als abgegolten gelten. Ein umfangreicher Teil der Notverordnung wird sich mit den Vorschriften für das Siedlungswesen befassen. Besondere Förderung sollen die landwirtschaftliche Siedlung, die vorstädtische Kleinsiedlung und die Errichtung von Kleinwerken für Erwerbslose erfahren. Die Mittel sollen dadurch aufgebracht werden daß die Länder ab 1932 von der Reichsregierung festzusetzende Beträge aus dem Hauszinssteuerauf= kommen an das Reich abliefern und Kreditmittel des Reiches flüssig gemacht werden. Zwecks einheitlicher Durchführung der landwirtschaftlichen Siedlung soll in jedem beteiligten Lande ein Staatskommissar bestellt werden. Die vorstädtische Kleinsiedlung soll dem dem Reichsarbeitsminister unterstellten Reichskommissar obliegen. Er hat dafür Sorge zu tragen, daß geeignetes Siedlungsland, besonders durch öffentliche Körperschaften, zur Verfügung gestellt wird. Enteignung soll unter Umständen möglich sein. Das für vorstädtische Kleinsiedlung benötigte Land soll in der Regel ohne erhebliche Barzahlungen erworben werden können. Kleinsiedler, die als Pächter oder Erbbauberechtigte angesiedelt werden, sollen die Möglichkeit erhalten, das Land als Eigentum zu erwerben. Zur hypothekarischen Beleihung sollen Reichsbürgschaften übernommen werden. Herabsetzung hoher Bezüge in der Privatwirtschaft Hierüber wird u. a. bestimmt: Dienstverträge, die eine Vergütung vorsehen, die mit der Geschäfts= oder Vermögenslage des Dienstberechtigten oder der allgemeinen Wirtschaftslage nicht mehr übereinstimmen, können durch schriftliche Erklärung gegenüber dem Dienstverpflichteten auf einen angemessenen geringeren Betrag abgeändert werden. Die Frist zwischen der Erklärung und ihrer Wirksamkeit muß wenigstens drei Monate betragen. Der Dienstverpflichtete kann gegen die Kürzung Klage erheben, ein Schiedsgericht anrufen oder das Dienstverhältnis vorzeitig kündigen. Dies alles gilt nur für Dienstvergütungen oder Pensions- und sonstige Bezüge, die jährlich 15 000 Reichsmark überschreiten. Weitere Bestimmungen bezwecken eine Beschleunigung der Prozeßführung. Revisionen in Strafsachen können durch das Oberlandesgericht verworfen werden, wenn dieses sie einstimmig für offensichtlich unbegründet erachtet. Auch für das Privatklageverfahren ist Vereinfachung und die Möglichkeit einer Einstellung des Verfahrens durch Beschluß vorgesehen. Die Wertgrenze für die Zuständigkeit der Amtsgerichte in keiten wird generell auf 1000 Reichsmark erhöht. Die Bestimmungen über die Bewilligung des Armenrechts erfahren aus Ersparnisgründen weitgehende Aenderung. Die Gerichtsvollziehergebühren werden erhöht. Bezüglich der geplanten Sondergerichte beschränkt sich die Notverordnung auf eine Ermächtigung an die Reichsregierung, zur Aburteilung bestimmter strafbarer Handlungen in Bezirken, in denen ein Bedürfnis dafür hervortritt, Sondergerichte zu bilden. Die Reichsregierung wird ermächtigt, über die Zusammensetzung der Sondergerichte, ihre Zuständigkeit und das Verfahren Vorschriften zu erlassen. Ferner wird eine Reform des Sparkassenwesens in die Wege geleitet, über die wir ausführlich an anderer Stelle berichten. Die Umschuldung kurzfristiger Schulden von Ländern und Gemeinden wird durch die Notverordnung ausführlich geregelt. Sie soll, wie wir ebenfalls schon berichteten, durch Ausgabe von Schuldverschreibungen und Festsetzung von Tilgungsraten vor sich gehen. Aus dem Aufkommen der Hauszinssteuer sollen hierfür in den nächsten vier Rechnungsjahren je 12 Prozent verwendet und einem Umschuldungsfonds für jedes Land zugeführt werden, über dessen Verwendung die Landesregierung bestimmen soll. Der Reichsfinanzminister wird ermächtigt, gegenüber der die Umschuldungsschuldverschreibungen ausgebenden Stelle für die Verzinsung und Tilgung Garantien zu übernehmen. Die Umschuldungsstelle hat das Recht, die Umschuldung von Bedingungen abhängig zu machen. Das Land haftet dem Reiche gegenüber zu einem Drittel des garantierten Betrages. Schließlich wird der Reichsfinanzminister ermächtigt, Garantien auf dem Gebiete der Kreditversicherung mit der Maßgabe zu übernehmen, daß das Reich daraus höchstens mit 30 Millionen Reichsmark zuzüglich der von ihm vereinnahmten Rückversicherungsprämien in Anspruch genommen werden darf. Der Reichsfinanzminister erhält die Vollmacht, für allgemeine Finanzzwecke bis zu 300 Millionen im Wegedes Kredits zu beschaffen. Nue miens Uifttder.... 3 noch in dieser Woche wahrscheinlich— Curtius' Rücktritt sicher Berlin, 5. Oktober. Von unserer Berliner Schriftleitung. Aus der Unmasse von Vermutungen und Versuchsballonen, die jedesmal einer Parlamentseröffnung vorangehen, hebt sich heute die Tatsache hervor, daß eine Kabinettsumbildung in nächste Nähe gerückt zu sein scheint. So schreibt die dem Kanzler nahestehende„Germania“ in ihrer Dienstag=Morgenausgabe u..: „Es darf als sicher angenommen werden, daß das Reichskabinett in seiner heutigen Zusammensetzung nicht mehr vor den Reichstag treten wird. Es ist nicht mehr daran zu zweiseln, daß der Reichsaußenminister in den allernächsten Tagen seinen Rücktritt nehmen wird. Darüber hinaus ist damit zu rechnen, daß noch im Laufe dieser Woche eine Umbildung der Reichsregierung stattfindet. Es steht allerdings noch nicht fest, ob es sich hierbei nur um die Neubesetzung der seit langem unbesetzten Ministerien handelt— Wirtschaft und Justiz, zu denen nun auch noch das Außenministerium tritt — oder ob noch weitere personelle Veränderungen erfolgen. In jedem Falle ist aber anzunehmen, daß diese Entscheidungen noch in dieser Woche getroffen werden.“ Soweit die„Germania". Das Kabinett befindet sich in bedrängter Lage. Neben in volksparteilichen und Landvolkkreisen ist auch in der Rede des Zentrumsmannes v. Papen, des Mitbesitzers der„Germania", der Drang zum Rechtskabinett aufgetaucht. Daß sich eine Umbildung nicht in den Gedankengängen der unbedingten Rechtsorientierung bewegen wird, dürfte heute feststehen. Man tippt in politischen Kreisen auf die verschiedensten Nachfolger des Außenministers, so vor allem auf den jetzigen Botschafter in London, Freiherrn v. Neurath. obwohl wir annehmen, daß nach dem Rücktritt des Außenministers der Kanzler persönlich die Geschäfte der Außenpolitik übernehmen wird. Auch die Besetzung des verwaisten Wirtschaftsministeriums durch Geheimrat Dr. Schmitz von der I. G. Farben steht wieder zur Erörterung, und weiter wird der mögliche Rücktritt des Reichsverkehrsministers v. Guérard besprochen. Das Zentrum als Kanzlerpartei würde sich einer * Umgruppierung des Kabinetts nicht widersetzen, hingegen ein Kabinett Hugenberg, das nach einer Regierungsniederlage auf das Trapez treten würde, nicht unterstützen. Die halb und ganz rechtsstehende Presse tastet darum die Stimmung des Zentrums ab, wie man sich zu einem Kabinett Brüning in zweiter Auflage stellen würde. Andere Kreise sprechen von einem Kabinett Dr. Geßler(früherer Reichswehrminister), Dr. Bracht(Essen) oder Dr. Stegerwald mit Dr. Brüning als Außenminister. Man kann diese Vermutungen einstweilen ebenso wie andere Gerüchte lediglich als Versuchsballone betrachten. Jedenfalls scheint man sich auch bei der Deutschen Volkspartei noch nicht ganz über den zukünftigen Kurs im klaren zu sein. Eine gewisse Stimmung gegen den Reichsaußenminister und für eine Umbildung des Kabinetts nach rechts hinüber ist augenscheinlich auch heute noch vorhanden, doch verrät die Rede des volksparteilichen Führers in Schleswig eine gewisse Zurückhaltung und offensichtliche Bedenken gegen eine ausgesprochene Rechtsregierung; denn Dr. Dingeldey erklärte, eine Zusammenarbeit mit den Nationalsozialisten käme nur in Betracht, wenn sich diese von ihren sozialistischen Wahnideen lösen würden. Eine weitere Frage sei, ob es die 2BP. in Anbetracht des kommenden Krisenwinters wagen dürfe, die Sozialdemokratie in die offene Opposition zu drängen. Hier scheint also die Taktik der Partei noch nicht festgelegt zu sein. Dagegen ist sich die nationale Opposition darin schlüssig, das Kabinett auf jeden Fall zu stürzen. Am kommenden Sonntag werden Deutschnationale und Nationalsozialisten in Bad Harzburg zusammentreffen und die parlamentarische Taktik bis ins kleinste festlegen. An dieser Sitzung werden, wie wir hören, führende Männer der nationalen Verbände und der Wirtschaft teilnehmen, die bisher den absoluten Rechtskurs nicht guthießen. Gewisse Kreise geben darum dem Kanzler den Rat, der Harzburger Tagung zuvorzukommen und mit einer Umbildung des Kabinetts durch Heranziehung geeigneter Personen der Opposition den Wind aus den Segeln zu fangen. Nach den vorstehenden Mitteilungen der„Germania“ scheint der Kanzler gewillt zu sein, diesem Rat zu folgen. Neuordnung der Sparkassen Gründung einer Privatdiskontbank h Berlin, 5. Oktober.(Eig. Drahtber.) Die neue Notverordnung wird auch Bestimmungen über die Neuordnung des Sparkassenwesens enthalten, wie wir dies bereits meldeten. In erster Linie handelt es sich um Vorschriften über die Anlagen und die Liquidität der Sparkassen. Danach sind alle Sparkassen verpflichtet, 30 Prozent der reinen Spareinlagen und 50 Prozent der sonstigen Einlagen, besonders der GiroEinlagen, flüssig zu halten. Damit ist eine Verschärfung der bisher bestehenden Bestimmungen gegeben. Weiter wird bestimmt, daß die Anlagen der Sparkassen in Hypotheken in Zukunft nicht 40 Prozent der gesamten Spareinlagen überschreiten dürfen. Weiter wird bestimmt, daß die Darlehnsgewährung seitens der Sparund Girokassen in Zukunft nicht über 25 Prozent der gesamten Einlagen hinausgehen und Kommunalkredite nur bis zu 20 Prozent der Einlagen betragen dürfen. Als Darlehen sollen auch Bürgschaften rechnen. Weiter wird bestimmt, daß Kredite an einzelne Kreditnehmer nur bis zur Höhe von 30 000 Reichsmark gewährt werden dürfen. Die Sparkassenanlagen sollen in Zukunft von allen sonstigen Einlagen getrennt ausgewiesen und verwendet werden. Weiter wird verordnet, daß unselbständige, mit den Kommunen verbundene Sparkassen fortan eigene Rechtspersönlichkeiten sein müssen. Außerdem sollen überall dort Giroverbände und Girozentralen gegründet werden, wo sie bisher nicht bestanden. Privatdiskontbank Lebhaft beschäftigen sich die Fachkreise mit den Gerüchten über die bevorstehende Gründung einer neuen Privatdiskontbank, deren Kapital 50 Millionen Reichsmark betragen soll. Man will auf diesem Wege den seit der Verordnung vom 11. Juli ausgeschalteten Privatdiskontmarkt neu beleben, den seit dem genannten Datum die Reichsbank an sich gerissen hat. Die Gründung wird wahrscheinlich von den gleichen Bankinstituten vorgenommen werden, die sich seinerzeit an der Gründung der Akzept= und Garantiebank beteiligt hatten. Es soll erreicht werden, den Akzeptaustausch der Banken untereinander durch die Zwischenschaltung einer übergeordneten Stelle zu beseitigen. Durch aktienmäßige Beteiligung soll die Solidarhaftung der beseiligten [Banken hergestellt werden. Den Plan, die Akzeptbank zu einer solchen Privatdiskontbank umzugestalten, hat man fallen gelassen, da die Verbindlichkeiten dieser Bank bereits auf rund eine Milliarde Reichsmark angestiegen sind. Das Kapital der neuen Bank soll 50 Millionen Reichsmark betragen, die aber nur zum Teil eingezahlt werden. Verlängerung des Hoover-Feierjahres? Der amerikanische Präsident wünscht schnelle Entscheidung London, 5. Oktober. Nach Washingtoner Meldungen wird in einer amtlichen Mitteilung erklärt, daß in den Besprechungen, die räsident Hoover mit führenden Finanzleuten und Staatssekretär Mellon während des Wochenendes hatte, besonders die wirtschaftliche Lage in Europa erörtert wurde. Außerdem sei auch die Frage der Baissespekulation an der Newyorker Börse besprochen worden. Man erwarte jedoch nicht, daß der Präsident gesetzgeberische Maßnahmen zu ihrer Verhinderung ergreifen werde, sondern daß er, falls Maßnahmen notwendig werden sollten vorher die Vertreter der Geschäftswelt hören werde. der Mitteilung wird weiter erklärt, daß es sich, obwohl Präsident Hoover den Wunsch gehabt habe, Erwägungen über eine Berlängerung des Kriegsschul denmoratoriums bis nach der Ratifizierung des Hooverplanes durch den Kongreß hinauszuschieben, als notwendig herausgestellt habe, dem Gefühl der Unsicherheit über das, was nach dem Ablauf des jetzigen Hoovermoratoriums geschehen werde, sofort ein Ende zu bereiten. Präsident Hoover sei jetzt bereit, sobald als möglich zu handeln. Die Dringlichkeit, zu einer schnellen Entscheidung ergebe sich teilweise aus den erneuten Abzügen bei der Reichsbank und teilweise aus der Tatsache, daß die amerikanischen Banken an dem Stillhalte=Abkommen beteiligt seien. Die Bankiers wünschten nunmehr zu wissen, was nach dem Ablauf dieser Vereinbarung im Februar geschehen werde. Hindenburgs Geburtstagsspende Berlin, 5. Oktober. Der Reichspräsident ließ anläßlich seines Geburtstages durch die von ihm geschaffene Stiftung Hindenburgspende rund 2200 schwer notleidenden Kriegsbeschädigten, Kriegerhinterbliebenen und Veteranen insgesamt 425 000 Reichsmark auszahlen. Exportkreditversicherung Es wird bekannt, daß die kommende Notverordnung auch Bestimmungen über die Kreditversicherung enthalten soll. Bisher bestand lediglich eine Reichsgarantie für Exportkredite. Wie wir hören, soll diese Reichsgarantie nunmehr auch auf das Inlandkreditgeschäft erweitert werden. Die Notverordnung soll Rahmenbestimmungen enthalten. die Durchführungsbestimmungen sind späteren Entscheidungen vorbehalten. Zwischen der Hermes=Gesellschaft, die die Exportkreditversicherungsgeschäfte führt, und dem Reiche finden bereits Verhandlungen statt. Man glaubt, auf diese Weise das ins Stocken geratene Kreditversicherungsgeschäft wieder in Gang zu bringen. In Fachkreisen sieht man die neuen Maßnahmen des Reiches durchaus günstig an, verschließt sich aber der Tatsache, daß hierdurch eine zusätzliche Belastung der Reichsfinanzen erfolat, für die Deckung zu schaffen das Hauptproblem dieser neuen Maßnahme ist. Vertrauliche Aussprache mit den Säaderegserungen über die Rotverordnung Berlin, 5. Oktober. Entgegen anderslautenden Nachrichten wird amtlicherseits mitgeteilt, daß morgen keine öffentliche Sitzung des Reichsrats, sondern eine vertrauliche Aussprache zwischen Reichsregierung und den Länderregierungen und preußischen Provinzialvertretern stattfindet. Es handelt sich vor Vorlage des endgültigen Entwurfs einer neuen Notverordnung an den Herrn Reichspräsidenten um eine Erörterung bedeutsamer die Länder interessierender Einzelfragen. Brünings Kampf gegen den Kabialsnus h Berlin, 5. Oktober.(Eig. Drahtber.) Wie wir hören, wird sich die kommende Notverordnung auch mit der Bekämpfung politischer Ausschreitungen befassen. Wir haben auf die Einrichtung von Sondergerichten bereits hingewiesen. Es soll vor allem die Herstellung illegaler Schriften verboten und unter strenge Strafe gestellt werden. Ebenso soll die Unterlassung einer Anzeige über verbotene Schriften bestraft werden. Auch die Bestimmungen für die Presse werden erneut verschärft. So soll die Lieferung von Ersatzschriften für verbotene Druckschriften verboten und bestraft werden. Auch eine Verbotsmöglichkeit für gemeinschädliche Bildstreifen soll in der Verordnung enthalten sein. Weiter wird die Schließung von Sammelstätten staatsgefährlicher Betätigung angeordnet, falls die Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung gefährdet ist. Auch das unbefugte Waffen tragen wird unter strengere Strafen gestellt. Die Verordnung des Reichspräsidenten über die Herausgabe von Plakaten und Flugblättern wird erneut verschärft. Vorschlag einer Weltwährung h Berlin, 5. Oktober.(Eig. Drahtber.) In der Schweizer Presse ist jüngst ein Plan der Weltössentlichkeit unterbreitet worden, der darauf abzielt, eine neue internationale Weltwährung zu schaffen. Danach sollen Amerika wie Frankreich insgesamt vier Milliarden Reichsmark in Gold bei der BJ3. in Basel hinterlegen. Diese gibt an die einzelnen Staaten sogenannte Zertisikate aus, die wiederum in den einzelnen Ländern als Deckung eines zusätzlichen Notendruckes benutzt werden sollen. Man rechnet damit, daß auf Grund dieser Golddeckung die BJZ. rund zwölf derartiger Zertisikationen ausgeben kann, jedesmal aber durch zusätzlich gedeckte Notenherausgabe den Kreditmarkt ausweiten und damit die Wirtschaft durch Hergabe dieser Gelder ankurbeln kann. Der Gedanke hat etwas unbedingt Richtiges, indem er die Kreditvermehrung als die einzige Möglichkeit zur Ueberwindung der Krise und zur Ankurbelung der Wirtschaft ansieht und bei der internationalen flochtenheit des Notenmarktes eine willkommene Rückversicherung aller Nationen gegenüber kriegerischen Unternehmen bedeutet. Aber die Verwirklichung dieses Planes hat auch ihre großen Schwierigkeiten. 1. Wird sich Frankreich und Amerika zur Verfügungstellung dieses Goldbetrages bereit finden, vor allem Frankreich, ohne damit politische Forderungen erzwingen zu wollen, nachdem bereits die deutsche Kreditbitte glatt an diesen politischen Ansprüchen zuschanden geworden war? Unserer Ansicht nach ist eine Verwirklichung dieses Planes, ja sogar eine ernsthafte Debatte über dieses Problem erst möglich, wenn die großen politischen Fragen, vor allem aber das Schuldenproplem, geklärt sind. Eine zusätzliche deutsche Notenherausgabe, die nur zur Abdeckung unserer politischen sowie der kurzfristigen hochverzinslichen Schulden dienen sollte, wäre ein Rückfall in dasselbe Finanzübel, das uns und die übrigen Nationen in die heutige Finanzkrise hineinbugsiert hat. Das Problem wäre für Deutschland überhaupt erst diskutabel, wenn es gelungen ist, unsere gesamte Schuldenlast zu konvertieren. Aber, wie dem auch sei, diese aus französischen Quellen in die schweizer Presse lancierten Pläne zeigen mit Deutlichkeit, daß man auch in den goldhortenden Ländern, besonders in Frankreich, nicht mehr an die Alleinseligmachung der Goldbestände glaubt, nachdem das englische Pfund, diese vornehmlich auf Gold aufgebaute Währung, ins Schleudern gekommen ist. Bayrische Kritik an Brüning München, 5. Oktober. In der Herbstkreisversammlung der Bayrischen Volkspartei in München sprach der Führer der Partei, Schäffer, über die politische Lage. Er äußerte schwerste Bedenken gegen die Notverordnungspolitik der Reichsregierung. Dieser Zustand sei für die Länder geradezu unwurdig. Man solle in Berlin nicht glauben, daß alles mit Notverordnungen geregelt werden müsse, und daß auf diese Weise Reichsreformen gemacht werden könnnten, für die kein sachlicher Anlaß bestehe. Der Redner wandte sich weiter schärfstens gegen Sparkassennotverordnung und Umschuldungsaktion sowie gegen die Neuregelung des Schuldenwesens der Gemeinden durch das Reich. Von einer Ordnung der öffentlichen Finanzen im Reich könne nicht gesprochen werden, solange keine Sicherheit dafür gegeben sei, daß das Reich seine Verpflichtungen gegenüber Ländern und Gemeinden erfüllen könne, die die gesamten Lasten für die deutsche Kultur, Wirtschaft und Wohlfahrtspflege trügen. Solange die Länder zwar die Reichssteuern von den Steuerzahlern in bar erhöben, die Rücküberweisungen aus Berlin aber nicht regelmäßig in bar, sondern manchmal stockend, manchmal in schwer diskontierbaren Schatzanweisungen erhielten, sei von einer Ordnung der Reichsfinanzen keine Rede. Bayern habe die Pflicht, dafür zu sorgen, daß es eine feste Burg gegen alle Kräfte der Auflösung, der Kopflosigkeit und der Mutlosigkeit in Deutschland werde. Senator Dwight W. Morrow; Newyork, 5. Oktober. Der frühere Botschafter in Meriko, Senator Dwight W. Morrow, der ehemalige Partner des Bankiers Morgan und der Schwiegervater Lindberghs, ist plötzlich an Gehirnblutung gestorben. 300000 ubeneitse Angrsient in Leipzig—„Das unverfälschte Tarifrecht muß bestehen bleiben“. Leipzig, 5. Oktober. Der vierte Kongreß des freigewerkschaftlichen AfaBundes, der Angestelltenorganisation der freien Gewerkschaften, nahm am Montag in Leipzig unter zahlreicher Beteiligung aus dem ganzen Reiche seinen Anfang. Zu dem Geschäftsbericht hob der Bundesvorsitzende, Reichstagsabgeordneter Aufhäuser, hervor, daß im August dieses Jahres die Arbeitslosigkeit in den Angestelltenverbänden durchschnittlich 15 v. H. der Gesamtarbeitslosigkeit ausgemacht habe und sich die Gesamtzahl der erwerbslosen Angestellten auf eine halbe Million beziffere. Die durch Erwerbslosigkeit und Gehaltsabbau der Angestellten verlorengegangene Kaufkraft sei mit drei Milliarden Mark jährlich anzugeben. Mit großer Schärfer wandte sich der Redner gegen den Spruch des Reichsarbeitsgerichtes, wonach bei Kurzarbeit der Angestellten ohne Kündigung die Bezüge ebenfalls gekürzt werden dürften. Er unterstützte die Maßnahmen auf Einführung der 40=Stunden=Woche. Es erfolgte eine weitere Ergänzung des Geschäftsberichtes durch das Mitglied des Bundesvorstandes W. Stähr, der die Mitgliederzahl des Afa=Bundes mit 500000 angab. Der Bundesvorsitzende Aufhäuser betonte in einer Eröffnungsrede, es handele sich um die Entscheidung darüber, ob der Staat die Wirtschaft beherrschen oder ob die Privatwirtschaft dem Staat diktieren solle. Zu diesem Kampf sei die Geschlossenheit der arbeitenden Schichten erforderlich. Deshalb seien die Spaltungen in der politischen Arbeiterbewegung aufs schärfsten zu verurteilen. Der sächsische Innenminister Richter meinte, man dürfe bei den Maßregeln zur Abhilfe der Notstände nicht unberücksichtigt lassen, daß diese Abhilfe nur durch und über die Wirtschaft gehen könne, wobei unter der Wirtschaft nicht nur der Unternehmer und die leitende Persönlichkeit, sondern das große Heer der Arbeiter und Angestellten zu verstehen sei. Ministerialdirektor Dr. Sitzler vom Reichsarbeitsministerium sprach für die Reichsregierung. Das Wirtschaftsprogramm der Regierung sei wegen der englischen Währungskatastrophe etwas verzögert worden. Trotzdem könne er mitteilen, daß die Aufrechterhaltung des kollektiven Arbeitsrechtes nach Meinung des Reichsarbeitsministeriums notwendig sei. Die Tarifverträge seien Rechtsquelle und allgemeine Grundlage des Arbeitsrechts geworden. Diese Grundlagen könnten nicht verschwinden; ohne daß die sozialen Verhältnisse aufs tiefste erschüttert würden. Das Tarifrecht und zwar das unverfälschte mit der Unabdingbarkeit müsse in Deutschland bestehen bleiben, ebenso das Schlichtungswesen mit der Möglichkeit der Verbindlichkeitserklärung. Nach weiteren Ansprachen begrüßte der Vorsitzende besonders diese Erklärungen des Vertreters des Reichsarbeitsministeriums. In der Aussprache über den Geschäftsbericht wandten sich mehrere Redner vor allem gegen die Angriffe des Unternehmertums auf die Sozialversicherung und gegen die Verschlechterung der Arbeitslosenversicherung. Die Verhandlungen gehen am Dienstag weiter. Gewerkschaftsring fordert geschiossene Gewerrschaftsfrom Münster, 5. Oktober. Die seit gestern hier tagende Reichskonferenz der Landesverbände des Gewerkschaftsringes deutscher Arbeiter=, Angestellten= und Beamtenverbände nahm zu der wirtschafts= und sozialpolitischen Lage Stellung. Der Gewerkschaftsring teilt darüber mit: Auf der Konferenz habe vollste Einmütigkeit darüber geherrscht, daß die Fortsetzung der Kaufkraftzerstörung die Katastrophe im bevorstehenden Winter vollende. Referate von Ernst Lemmer M. d.., und Maria Hellersberg, M. d.., hätten dargelegt, daß der von den Wirtschaftsverbänden der Unternehmer erneut geforderte Einbruch in das Tarifrecht und eine weitere Drosselung der Sozialleistungen ein Irrweg sei, der als solcher durch die bisherigen Ereignisse eindeutig bestätigt worden sei, denn er müsse den Zustand der Verbrauchslosigkeit, an dem die deutsche Wirtschaft kranke, verschärfen und damit dem Schrumpfungsprozeß und die Arbeitslosigkeit weiter steigern. Die bedrohte Lage der gesamten Arbeitnehmerschaft erfordere geschlossene Abwehr. Die Vertreter der Landesverbände des Gewerkschaftsringes sehen in der kürzlich erfolgten Erklärung der Spitzengewerkschaften einen ersten Schritt zum gemeinsamen Handeln. Es gelte, der geschlossenen Front der Wirtschaftsverbände der Arbeitgeber eine ebenso geschlossene Front der Gewerkschaften entgegenzustellen. Das Programm der Sozialistischen Ardenerpartel Berlin, 5. Oktober. Ueber das Programm der am Sonntag in Berlin neu gegründeten„Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlaned“, gab der Reichstagsabgeordnete Dr. Rosenfeld einige Aufklärungen. Er sagte u.., von der Sozialdemokratie trenne die neue Partei ihre Einstellung zur Bourgeoisie, die Bürokratisierung der S. P.., ihre militaristischen und nationalistischen Tendenzen. Die Konferenz am Sonntag habe ein vorläufiges Programm beschlossen, das in Kürze auf einem Parteitag festgelegt werden solle. In dem vorläufigen Programm werde erklärt, die neue Partei sichere der Sowjetunion ihre Unterstützung gegenüber kriegerischen Angriffen zu. Der Kampf um den Sozialismus werde als unmittelbare Tagesaufgabe gestellt. Die Taktik der Sozialdemokratischen Partei, die vielfach nur eine Kulisse für die Herrschaft des Bürgertums bilde, werde in dem Programm ebenso abgelehnt wie die„kommunistische Revolutionsspielerei". Für die Arbeiterklasse stehe nicht die Staatsform, sondern der soziale Inhalt des Staates im Vordergrunde des Interesses. Als Gegengewicht gegen das Reichsbanner beabsichtige die Sozialistische Arbeiterpartei, einen„Schutzbund" nach österreichischem Muster zu gründen.„Für uns gibt es nur eine Farbe und eine Fahne— und das ist die rote Fahne", so erklärte Dr. Rosenfeld. Das schließe allerdings nicht aus, daß die neue Partei bei einem Putsch von rechts her die heutige Republik verteidigen würde. Der Reichstagsabgeordnete Siemsen(Jena), der bisher der Sozialdemokratischen Partei angehörte, hat seinen Uebertritt zur Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands erklärt. Eine Erklärung des Zentralausschusses der KPD. zu dieser neuen Parteigründung besagt, daß die KPD. die neue Partei aufs schärfste und rücksichtsloseste bekämpfen werde. Oesterreichs Finanzminister zuraugeireten Wien, 5. Oktober. Der österreichische Finanzminister Dr. Redlich hat dem Bundeskanzler seinen Rücktritt erklärt. Dieser Entschluß, so heißt es in dem Rücktrittsbrief, sei das Ergebnis von Erwägungen, die er seit mehreren Wochen angestellt habe. In dem Schreiben spricht er weiter von den Schwierigkeiten, die die Stellung eines parteilosen Ministers in einem System ausgesprochener Parteiregierungen habe. Bundespräsident Miklas hat den Rücktritt angenommen und den Bundeskanzler Dr. Buresch mit der Leitung des Finanzministeriums betraut. Frankreichs Voraussetzung für Kredite an Vesterreich Wien, 5. Oktober. Das christlich=soziale„Wiener Montagsblatt“ will aus bester Quelle erfahren haben, daß französische Finanzgruppen den Zusammenschluß aller Wiener Großbanken anzuregen beabsichtigten. In Verfolg dieses Planes sei auch ein weitgehender Umbau der Industriekonzerne vorgesehen. Es sei nicht ausgeschlossen, daß zwischen dem Vorschlag auf Umbildung des österreichischen Bankwesens und den außerordentlichen französischen Hilfsmaßnahmen für Oesterreich ein Junctim hergestellt werde. Die „Reichspost“ erklärt hierzu, sie sei vom Bundeskanzler Dr. Buresch ermächtigt, festzustellen, daß die Bundesregierung diesem Plan freundlich gegenüberstehe. Sie sei gewillt, die Durchführung dieses Planes zu unterstützen. Eine genaue Ueberprüfung der Angelegenheit werde zeigen, ob das erwähnte Ziel durch eine Fusion oder auf andere Weise zu erreichen sein werde. Der Schiedsausschuß für das Stillhalte-Abiommen Basel, 5. Oktober. Der Präsident der Bank für internationalen Zahlungsausgleich hat zum Vorsitzenden des auf Grund des Stillhalte=Abkommens zwischen Deutschland und den Gläubigerländern vorgesehenen Schiedsausschusses Marcus Wallenberg(Stockholm, Enskild) ernannt. Außer Wallenberg gehören dem Ausschuß an: T. H. Me. Kittrick(Higginson& Co., London) und Franz Urbig(Deutsche Bank und Discontogesellschaft, Berlin). Die erste Sitzung dieses Ausschusses soll in der zweiten Hälfte dieser Woche in Berlin stattfinden. Hoover für fünfjährige Zollenrastungspaase London, 5. Oktober. „Newyork Times“ meldet, daß Präsident Hoover nächste Woche eine wichtige Erklärung erlassen werde, die sich auf eine fünfjährige Rüstungspause für die Flotten beziehe. Es werde erwartet, daß die Erklärung auch die Frage der Besteuerung berühren und Maßnahmen enthalten werde, die zur Stabilisierung der Marktlage dienen sollen. Der umkämpfte englische Wahlaufruf London, 5. Oktober. Die Frage der Formulierung des Wahlaufrufs der englischen Regierung ist auch heute noch nicht gelöst worden. Immerhin hat der heutige Besuch Macdonalds bei dem kranken Führer der Liberalen, Lloyd George, ein gewisses Entgegenkommen des liberalen Führers gezeitigt. Lloyd George, der jeden Wahlaufruf ablehnt, der die Regierung auf Schutzzölle festlegt, hat sich zu einer Zusammenarbeit mit der Regierung im Wahlkampf bereit erklärt, wenn in dem Wahlaufruf ein nationales Wiederaufbauprogramm angekündigt wird, das nur die Möglichkeit eines Schutzzolles als ein Mittel zur Verbesserung der Handelsbilanz erwähnt. Jetzt fragt sich, ob die Konservativen damit einverstanden sind. Das Spargesetz, das den Haushalt ausgleichen soll, ist heute in Kraft getreten. In Scarborough begann heute die 37. Jahreskonferenz der Arbeiterpartei, in der die Regierungspolitik angegriffen wurde. Blutbad mexikanischer Soldaten unter Arbeitern 35 Tote Newyork, 5. Oktober. Wie„La Prensa“ aus Mexiko=Stadt meldet, wurden bei dem Dorse San Carlos im Staate Tabasco 35 Straßenarbeiter von mexikanischen Soldaten niedergemetzelt, weil sie die unbezahlte Ausführung staatlicher Straßenbauarbeiten, die der Gouverneur Canabal angeordnet hatte, verweigerten. Hunderte anderer Arbeiter entgingen dem Blutbad nur dadurch, daß sie die Flucht in den Nachbarstaat ergriffen. Neues in Kürze Die Streikbewegung im Ruhrbergbau ist gänzlich erloschen. Die Bergleute sind am Montag vollzählig angefahren. Ministerialdirektor Kästner, der langjährige Leiter der Volksschulabteilung im preußischen Kultusministerium, hat wegen Krankheit sein Abschiedsgesuch eingereicht. Im polnischen Konsulat in der Kurfürstenstraße in Berlin wurden gestern vormitttag drei Fensterscheiben eingeschlagen. Die Täter sind unerkannt entkommen. * Im Parteilokal der NSDAP. in der Hedemannstraße in Berlin fand gestern eine Haussuchung statt, die im Zusammenhang stand mit dem Disziplinarverfahren gegen einen Polizeibeamten wegen seiner Mitgliedschaft zur NSDAP. Die Nachforschung verlief ergebnislos. Der deutsche Gesandte in Riga erhob beim lettischen Außenminister Protest gegen die antideutschen Kundgebungen in einem Rigaer Kino. Zu den Kundgebungen kam es, als im Rahmen einer Wochenschau Bilder des Reichspräsidenten und der Reichswehr gezeigt wurden. Die Sragoate Joistols Gedor Stepun in der Literarischen Gesellschaft Dieser Abend, mit dem die Literarische Gesellschaft ihre neue Vortragsreihe eröffnete, ehrte die literarisch interessierte Gemeinde Bochums ebenso sehr wie den Vortragenden selbst. Die angenehme Ueberraschung eines bis auf den letzten Platz ausverkauften Hauses konnte jeden, der die wertvolle Kulturarbeit dieses Bochumer Kunstinstituts kennt und gefördert wissen möchte, mit Freude erfüllen. Solcher Besuch, dem man unschwer die Begeisterung und hoffnungsvolle Erwartung ansah, dürfte der Leitung der Literarischen Gesellschaft klar gezeigt haben, daß das Vertrauen auf das bewährte Mittleramt ihrer rührigen Vereinigung stetig wächst und ihr immer neue Freunde zuführt. Und mit Recht! Das bestätigte der Vortrag Fedor Stepuns. „Die Tragödie Tolstois!“ Also das Schicksal jenes größten russischen Suchers in seinem Kampf mit der Welt, in die er geboren, zu untersuchen, hatte sich Stepun vorgenommen. Eine große Aufgabe.„Aber wer könnte sie besser meistern als ein Mann, oessen Blut aus demselben Strome fließt, dessen Herz nach den gleichen Gesetzen schlägt, dessen Ehrlichkeit und Wahrheitsliebe von derselben Sehnsucht erfüllt ist wie das Tolstois. Er kennt wie kein anderer die Tiefen jener rätselhaften, russischen Seele, aus denen Tolstoi schöpfte, aus denen ihn explosiv die Postulate ansprangen, die wohl bekannt waren, denen aber das schaffende Wirken versagt blieb, weil zuviel Gewohnheit, zuviel Trägheit über sie wucherte. Sein besessener Suchergeist aber, der ihn in immer neues Leben aufbrechen ließ, befahl ihm auch die Wege, die er gegen sich, gegen die Welt, zu Gott ging, gehen mußte. Aus einer künstlerischen Genialität eigener Pragung wuchs ihm ein sinnliches Erlebnis, das ihn zutiefst ins Leben führte und ihm, der von einem überstarken Moralismus getragen war, die gottgeschaffene Welt und ihre Mängel drückend schwer auf die Seele rückte. So wurde er der Hilfsarbeiter Gottes. Das Erlebnis des Todes, das ihn inmitten seiner Blütezeit traf, wies ihn zur bäuerlichen Weisheit, die das Leben gewinnen möchte, indem sie es dem Tode entgegenlebt. Aber was der Bauer kann, vermag er nicht. Seine Wandlung wird also nur eine Rettungsaktion, nicht eine direkte Zuwendung. Aus dieser Periode steigert er sich in die nächste, in der er noch tiefer ins Religiöse vordringt, Christus von Jesus abstreift, das Göttliche vom Menschlichen sondert. So entsteht der Reformprediger, ja der Revolutionär. Im Kleinen führt er einen großen, sieghaften Kampf, aber im Großen unterliegt er. Sein normal ethischer Sinn steht dem Ideal entgegen: er verneint Staat und Kapital und muß doch immer wieder an sie appellieren. Das peinliche Ergebnis seiner These: widerstehe nicht dem Bösen mit Gewalt. In seiner dritten Periode, der innerlich=mystischen, wo er mit heißer Seele„das Reich Gottes in uns“ pflegt, verliert er vollends die Beziehung zum Volk, und die Brücken, die noch zum praktischen Leben führten, brechen. Das ist, so sagte der Redner, das Leben Tolstois, das als Glück scheiterte, aber als Sinn gelungen ist. Und die Tragödie Tolstois? Wir tragen alle noch daran. Dort wir der Mahnruf an uns alle einmal wecken, was Tolstoi der Menschheit ins Herz legte.— Brausender Beifall dankte dem Redner für seine Ausführungen. „Nina“ von Bruno Frank Zur heutigen Erstaufführung im Stadttheater. Von der Theaterleitung wird uns geschrieben: Wie viel ist inzwischen schon um dieses Stück geredet und geschrieben! Man weiß nicht, was man mehr bewundern soll— seine Technik, den Einfall, seinen Witz oder seine Besinnlichkeit. Wenn man will, ist der hier wie neu wirkende Einfall an sich so alt wie die Menschen selbst: es geht um das seltsame Naturspiel des Doppelgängers. Dabei aber blieb es nicht,— es wurde zum Problem. So spielt es in der Dichtung allent halben seine Rolle, so auch im Leben, so zieht es sich durch die Geschichte der Politik hindurch. Unsere Zeit nun hat es mit aller Sachlichkeit praktisch ausgewertet: beim Film. Der Doppelgänger heißt hier das „Double". Das Double ist dem großen Filmstar wie aus dem Gesicht geschnitten, dem es die gefährlichen, die unwesentlichen und die ermüdenden Arbeiten für Nebenszenen abnimmt. So geht das Double unter dem Namen des gefeierten Filmlieblings durch die Welt und ist doch unbekannt, unbezahlt. Auch Nina Gallas hat solch ein Double: die Mielitz. Die Mielitz ist eine menschliche Null. Nina, die große, bedeutende Künstlerin und Frau. Weil Nina das ist, durchschaut und verachtet sie das Wesen, das um sie herum getrieben wird. Und sie gibt es auf, um an seiner Statt zu leben, um Mensch zu sein. Und sie führt es ad absurdum, indem sie das Verwechslungsspiel mit ihrem Double betreibt,— die kleine Mielitz in Aufgaben und Rechte der großen Nina Gallas einsetzt. Die Welt bestätigt ihr, was Nina von ihr hielt: sie fällt darauf herein; sie jubelt weiter der großen, wenn auch falschen Nina zu. So wären wir denn ein Opfer der Autosuggestion.— Bruno Frank ist auf seiner Höhe. Und man vermutet mit Recht, daß er auch in diesem Stück wieder viel Geistvolles und Treffendes zu unserem Leben zu sagen habe,— viel Witziges über den Film, über den sogenannten„Ruhm“ von heute und über die leerlaufende Betriebsamkeit des Daseins, in dem wir mitmachen. Soll man nun noch etwas über die Besonderheit der Hauptrolle dieses Stückes sagen? Daß diese Besonderheit sie zu einer Frauenrolle macht wie sie alle Jubeljahre einmal geschrieben wird? Man läßt das besser als eine Ueberraschung für den Abend selbst——! Fritz Bley*. Im Alter von 78 Jahren ist in Berlin der Schriftsteller Fritz Bley gestorben, der vor allem als Verfasser von Jagd= und Tiergeschichten hervorgetreten ist. Der Verstorbene war Herausgeber der Zeitschrift„Zeitfragen.„„„„ = Der Komponist Carl Nielsen r. Der Komponist Carl Nielsen ist in Kopenhagen gestorben. = Ein bekannter deutscher Afrikaforscher gestorben. Der deutsche Generalmajor i. R. Hermann Felbert, ein bekannter Afrikaforscher, der vom Grafen Rudolf Apponyi zur Jagd nach Ungarn geladen war, ist in seinem Hotelzimmer im Hotel Ritz an einem Herzschlag gestorben. Er wurde im Jahre 1877 in Köln geboren. Mulikverein Bochum-Langendreer Der Musikverein Bochum=Langendreer begann seinen Konzertwinter mit einem Solistenkonzert. Zwei heimische Pianistinnen, Hanna Menzel und Luise Petri, sowie die in Langendreer schon gut bekannte und erfolgreiche Sopranistin Hilde Wesselmann aus Barmen bestritten den Abend und überraschten mit einem Programm, das auch einer größeren musikalischen Gesellschaft alle Ehre gemacht hätte. Kompositionen für zwei Klaviere hört man nicht sehr oft. Allzu reich ist die Literatur auch nicht, und man begegnet gewöhnlich stets den gleichen Werken. Eines der beliebtesten, aber auch eines der schönsten und dankbarsten ist Mozarts=Dur=Sonate. Sie ist stilistisch nicht eben leicht zu fassen, verlangt wie jeder Mozart Duft und leichteste thematische Beyanolung. Man durfte mit Recht von der Darstellung befriedigt sein. Die Spielenden mühten sich um schöne Lockerheit und unbeschwerten Fluß. Sauberkeit zierte die Linie hier wie in Bachs==moll=Konzert, dessen thematischen Aufbau die Pianistinnen klar zu erarbeiten verstanden. Die beiden Kräfte sind gut auf einander abgestimmt, ergänzen sich geschmackvoll und erfreuen mit anerkenntlicher Technik und Kultur des Anschlags. Mit den Beethoven=Variationen von Saint=Saeus beschlossen die jungen Künstlerinnen erfolgreich ihr anspruchsvolles und bedeutsames Programm. Der sehr große Zuhörerkreis dankte mit anerkennendem Beifall. Auch Hilde Wesselmann zeigte durch eine von der Schahlone abweichende und außerordentlich interessante Darbietungsfolge, daß sie sich von gutem Geschmack in der Auswahl leiten läßt. Sie bot sowohl aus älterer wie aus neuerer Literatur Gesänge, die nicht alltäglich sind. Man muß ihr auch zugestehen, daß sie mit bewundernswerter Einfühlung den jeweiligen Charakter klug zu erschöpfen weiß. Ihrer stimmlichen Begabung liegt die edle Linie voll Ruhe am besten, doch bringt sie auch genügend Beweglichkeit auf, einem leichteren Stoff gerecht zu werden. Stimmtechnisch ist nahezu alles einwandfrei, sehr lobenswert die Verwendung des Kopfregisters und die viano=Pflege. Mit ihrer gewinnenden Vortragsweise ersang sich die begabte Künstlerin einen starken Erfolg. 3 1. Bellage zum Bochumer Anzeiger u. Gen. Anzeiger Bochumer Nr. 234 38. Jahrgand Dienstag, 6. Oktober 1931 Wintervorzeichen Der Oktober ist ins Land gezogen und mit ihm geht es mit mächtigen Schritten dem Winter entgegen. Ueberall gibt es nur einen Wunsch: Möge der Winter recht milde werden— wegen der Kohlenrechnungen! Wie aber das Gesicht des Winters aussehen wird, scheint nicht allzu rätselhaft zu sein, denn auch die Natur erlebt und überlebt ihn, und besonders in der Tierwelt richtet man sich auf ihn ein. So meint man zum Beispiel:„Ist recht; rauh der Hase, friert dir bald die Nase!“, aber„trägt's Häschen lang sein Sommerkleid, dann ist der Winter noch sehr weit". Je tiefer sich Hamster und Dachs eingraben und je reichlicher sie Vorrat gesammelt haben, um so härter soll der Winter werden. Früh sich scharrende Raben sind Vorboten eines kalten Winters. Ihr unruhiges Gekrächz deutet der Volksmund als Schrei nach Schnee und sagt:„Halten die Krähen Konvivium, sieh nach Feuerholz dich um!“ Aehnliche Vorbedeutung künden die auf alter Erfahrung beruhenden Bauernsprüche„Steht das Rotwild im Holze fest, sucht's vor Wintersnot ein Nest",„Treffen die Streichvögel zeitig ein, wird früh und streng der Winter sein“,„bleiben die Schwalben lange, so sei vor dem Winter nicht bange!" Dieser letztere Wunsch dürfte wohl kaum erfüllt werden, denn gerade in diesem Jahr haben uns die Schwalben ungewöhnlich früh Weitere Vorboten eines harten Winters sollen Ameisen und Mäuse sein. Aber auch der Fruchtreichtum von Eichen und Buchen sowie der Laubbehang verschiedener Bäume werden als Winterwetterzeichen angesehen. Darum auch die Wetterregeln:„Scharren die Mäuse tief sich ein, wird's ein harter Winter sein" und„fliegen aber die Amseln hoch, wird der Winter viel ärger noch“. Weiter sagt man:„Viel Buchnüsse und Eicheln, wird der Winter nicht schmeicheln.“„Sitzen die Birnen fest am Stiel, bringt der Winter der Kälte viel“ oder„werden die Blätter bald welk und krumm, so sieh dich nach einem Ofen um“ Schließlich folgert man:„Sitzt das Laub fest an Zweig und Aesten, kommt der Winter mit starken Frösten.“ Kündigungen und Entlassungen Der Oktober hat eine Verschlechterung auf dem Arbeitsmarkt gebracht. Die Drahtwerke in Langendreer=Werne und die Chemischen Werke in Gerthe sind stillgelegt, nur einige Leute sind mit den Aufräumungsarbeiten beschäftigt. Auf den meisten Zechen sind Entlassungen bzw. Kündigungen bis zu 49 Mann erfolgt. Die Schachtanlage 10„Constantin der Große“ soll Ende des Monats stillgelegt werden. Auf fast allen größeren Werken sind auch Angestellte gekündigt worden, sowohl kaufmännische als technische, darunter viele mit längerer Dienstdauer. Die Vereinigten Stahlwerke haben bekanntlich den Antrag auf Stillegung des Röhrenwalzwerks in Höntrop gestellt. Es wird wohl vorübergehend zur Stillegung kommen, da die Lagerrvorräte das Drei= bis Vierfache der Monatsproduktion von etwa 4000 Tonnen betragen. Kommt es zur gänzlichen Stillegung, dann verlieren rund 700 Arbeiter ihre Brotstelle. Von den 65 Angestellten sind 23 gekündigt worden. Man hofft auf den baldigen Eingang neuer Aufträge, damit man den Betrieb wenigstens in einer Schicht fortfahren kann. Die Rombacher Hütte(Westfälische Stahlwerke), die vorzugsweise Straßenbahnweichen und=schienen herstellt, erwartet auch Aufträge von der Reichsbahn. Der Betrieb wird in bisheriger Weise fortgesetzt. Die Eisenwerke in Linden schränken ihren Betrieb den Umständen entsprechend ein.— Alles in allem: Kein erfreuliches Bild. Wann ist der Tiefpunkt überwunden und wann erscheint der Silberstreifen am Horizont, nach dem wir schon so lange ausblicken? Der Tod auf der Straße Auf der Alleestraße wurde am 5. Oktober, gegen .15 Uhr nachts, ein 52 Jahre alter Arbeiter von einem Personenkraftwagen angefahren und schwer verletzt. Mit einem Schädelbruch wurde der Verunglückte dem Krankenhause zugeführt, wo er kurz nach seiner Einlieferung gestorben ist. Die Schuldfrage konnte noch nicht geklärt werden. * Als am Sonntag abend kurz nach 9 Uhr ein Personenkraftwagen die Hattinger Straße beim Südausgang passierte, ging plötzlich die Tür auf und eine junge Dame, die neben dem Kraftwagenführer saß, fiel kopfüber auf das Straßenpflaster. Sie erlitt eine Wunde am Kopfe und mußte sofort verbunden werden. — Am Montag nachmittag gegen 4 Uhr fand an der Ecke Westfälische= und Clemensstraße ein Zusammenstaß zwischen einem Motorradfahrer und einem Lastkraftwagen statt. Der Motorradfahrer flog auf den Bürgersteig und trug erhebliche Verletzungen davon. Das Motorrad wurde schwer beschädigt. Bargeld, Klarinette, Ziegel, Bälle, Radio Es gibt nichts, was nicht gestohlen würde. Die Konsumverkaufsstelle einer hiesigen Zeche wurde in den Mittagsstunden des 3. Oktober von noch unbekannten Tätern erbrochen. Entwendet wurden 103 Mark.— Auf der Eisenbahnstrecke von Bochum=Nord nach Wanne=Eickel ist einem Reisenden am 1. Oktober eine Klarinette mit Futteral gestohlen worden.— Von dem Gelände der Ziegelei an der Hofsteder Straße sind in letzter Zeit etwa 5000 Stück Ziegelsteine entwendet worden.— Aus den Fernsprechzellen an der Herner Straße 133 und an der Ecke Post= und Herner Straße wurden in der Nacht zum 3. Oktober die Hörer abgerissen und entwendet.— Gestohlen wurden aus einem Kraftwagen vor dem hiesigen Stadttheater zwei Reisevässe und zwei Führerscheine auf den Namen Haberkamp lautend, ferner die Zulassungsbescheinigung und Steuerkarte, ein neuer Hut und ein kleiner Handkoffer. — In der Nacht zum 3. Oktober wurde ein Stall an der Schule der Hattinger Straße erbrochen. Entwendet wurden sechs kleine Bälle, wie sie zum Schlagballspielen benutzt werden, zwei Fußballblasen und eine Luftpumpe.— Am 27. September wurde aus dem Restaurant „Zum Wiesental“ ein blauer Tuchmantel mit braunem Fuchspelz und blauer Seide gestohlen.— In der Nacht zum 3. Oktober wurden aus einem Schrebergarten an dem Licht= und Luftbade in der Königsallee durch Einbruch eine Lautsprecheranlage mit Anode und Akku, ferner zwei Badehosen und ein Paar Tennisschuhe entwendet. Kartoffelnachernte. Viele Landwirte in den mehr ländlichen Stadtteilen Bochums gestatteten bereits den Erwerbslosen, auf den abgeernteten Kartoffelfeldern die Nachernte vorzunehmen. Viele fleißige Hände suchten mit der Kartoffelhacke und der Harke den Boden noch einmal gründlich nach den von der Erntemaschine nicht erfaßten Knollen nach. Die Nachlese ergab auf größeren Aeckern noch manchen Zentner Kartoffeln als zwar mühselige, aber doch noche willkommene Ernte, die ebenfalls die Not des Winters lindern hilft. Nächste Arbeit des Ruhrverbandes: Dei Böchumel=Siaufer Inangriffnahme der Arbeiten am Bochumer Stausee im freiwilligen Arbeitsdienst— Die Arbeiten des Ruhrverbandes im Bauabschnitt Sommer 1931— Die Finanzierung der lausenden Arbeiten bis Januar 1932 gesichert— Inbetrieb nahme des Baldeney=Sees im April 1933. Wir hatten die Hoffnung, daß es mit dem Bochumer Stausee bei Querenburg—Stiepel—Herbede in absehbarer Zeit etwas werden könne, so halb und halb schon begraben, denn nachdem Essen uns mit der Inangriffnahme des Baldeneysees zuvorgekommen war und beim Bochumer Stausee Anlieger und Zechenbesitzer allerlei Schwierigkeiten machten, erschienen die Aussichten auf eine Verwirklichung des Bochumer Projektes nicht gerade günstig. Einige Hoffnung macht uns nun Dr.=Ing. Spetzler, der erste stellvertretende Geschäftsführer des Ruhrverbandes. Er äußerte sich zu einem unserer Mitarbeiter: „Als nächstes Projekt des Ruhrverbandes wird der Bochumer See bei Herbede in Angriff genommen werden. Der Zeitpunkt liegt jedoch noch nicht fest. Die Entwürfe liegen den zuständigen Aufsichtsinstanzen bereits in ihrer endgültigen Form vor. Es besteht bei den zuständigen Stellen die Ueberlegung, die Erdarbeiten evtl. noch im Winter dieses Jahres in Angriff zu nehmen. In diesem Zusammenhang ist daran gedacht, diese Arbeiten auf dem Wege über den sogenannten „Freiwilligen Arbeitsdienst“ auszuführen. Es wäre lebhaft zu begrüßen, wenn noch in diesem Winter die Erdarbeiten in Angriff genommen werden könnten, tritt doch dadurch eine kleine Entlastung auf dem Arbeitsmarkt ein. Man darf gespannt sein, welche Vorschläge man macht, um die Arbeiten durch den„Freiwilligen Arbeitsdienst" durchzuführen. Jedenfalls darf sind das REW. und die Stadt Essen maßgeblich beteiligt. Das REW. ist an der Ausnutzung der sehr erheblichen Wasserkräfte, die durch den Bau frei werden, interessiert. Das Gefälle beträgt nicht weniger als 9 Meter. Die Stadt Essen legt Wert auf die Sportmöglichkeiten, die sie durch Unterstützung des Baues des Sees ihren Einwohnern schafft. Sie trägt ein Drittel der Kosten. Ausführung und Finanzierung liegen jedoch einheitlich in der Hand des Ruhrverbandes. Für das laufende Kalenderjahr ist die Finanzierung der Arbeiten sichergestellt. Für 1932 besteht wenigstens begründete Hoffnung darauf, daß es möglich sein wird, weitere Mittel zu beschaffen. Die Verbindungen, die eine Geldbeschaffung in Aussicht stellen, sind jedenfalls bereits geknüpft. Dr. Spetzler macht dann Angaben über den Stand der Arbeiten am Baldeneysee. Die Montage der eisernen Verschlüsse durch die Firma Krupp, der Bau des Krafthauses und der eigentliche Hochbau erfolgt ebenso wie der Einbau der Maschinenanlage im Laufe des Jahres 1932, so daß, falls der Fortgang der Arbeiten in der vorgesehenen Weise erfolgt, zu April 1933 die Inbetriebnahme erfolgen kann. Zu gleicher Zeit erfolgen Arbeiten im oberen Teil des Sees und zwar Ausbaggerungen des Flußlaufes. Zu allen Arbeiten werden in allerstärkstem Umfang Erwerbslose herangezogen, so daß den Arbeiten des Ruhrverbandes in sozialer Hinsicht starke Bedeutung zukommt. Im Winter 1931/32 werden nicht weniger als 800 Erwerbslose dauernde Beschäftigung haben. Außer dem Bau des Baldeneysees hat der Ruhrverband unter dem Druck der Wirtschaftsman in der Zuversicht leben, daß die Ausführung des krise und der hieraus resultierenden Schwierigkeiten der Bochumer Stausees, hygienisch die dringlichste Aufgabe Geldbeschaffung zur Zeit alle Arbeiten eingestellt. Dades Ruhrverbandes, nicht auf die lange Bank geschoben gegen liegen weitere Projekte fertig vor, so daß wird.“ Gute Erfahrungen mit den Stauseen Dr.=Ing. Spetzler sagte zu unserem Mitarbeiter: „Ich will als Erstes erwähnen, daß maßgebend für alle anderen Seenprojekte die guten Erfahrungen waren, die wir seit nunmehr drei Jahren mit dem Hengsteysee bei Hagen, seit einem Jahr mit dem Harkortsee bei Wetter für den Fall eines wirtschaftlichen Aufschwungs und entsprechender Finanzierungsmöglichkeit diese Arbeiten sofort in Angriff genommen werden können. Bei der schrittweisen Durchführung des Stausee=Programms verfolgt der Ruhrverband insbesondere auch den Gedanken einer weiteren Schiffbarmachung der Ruhr unterhalb der Volme, hinsichtlich der Reinigung und von Mülheim über Essen hinaus zunächst für Zwecke keinhaltung der Ruhr der Frinkmasserversorgerin des der Personenschiffahrt dann aber snäterhin auch für den Reinhattung der Rühr, der Teintwasserverforgerin des größten Teiles des hiesigen Industriegebietes, machen. Den gleichen Effekt durch künstliche biologische Reinigungsanlagen, wie sie bei Essen=Rellinghausen noch im Betrieb sind, zu erzielen, wäre um ein Bedeutendes teuerer, als es die Anlage und der Betrieb der Seen ist. Augenblicklich ist unsere Hauptarbeit die an der Ausführung des Baldeneysees. An diesem Projekt der Personenschiffährt, bann aber spalerhin unch für den Wasser=Frachtverkehr mit Kähnen bis zu 300 Tonnen, wie sie schon jetzt auf dem Rhein immer mehr in Erscheinung treten. Es wäre erfreulich und zu wünschen, daß der Staat, dem diese Interessen unterstehen, sich der Pläne des Ruhrverbandes annehmen würde, die für die Entwicklung und die Zukunft des Reviers von so einschneidender Bedeutung sind. 10 Zahle Waltsähri nach Gileper * 4 E * 0 teilnehmer auf Waffen untersucht werden könnten, daß Sie dann in Schwierigkeiten geraten würden, wenn man den Gummischlauch bei Ihnen fand, und daß dann drei Monate als Mindeststrafe fällig waren?“ Angekl.:„Ich bin mein Lebtag noch nicht vorbestraft, war nie an einer Schlägerei beteiligt und werde das auch in Zukunft nicht tun. Ich habe in der Tat nicht an eine Benutzung des Gummischlauches gedacht, er war meinem Gedächtnis ganz entfallen.“ Das Gericht konnte ihm zwar die drei Monate nicht wieder abnehmen, denn die Notverordnung besteht nun einmal und ihr gegenüber haben alle juristischen Auslegungen zu schweigen. Da der Mann aber in der Tat einen sehr ruhigen und friedlichen Eindruck machte, außerdem nicht bestraft war, bewilligte ihm das Gericht dreijährige Strafaussetzung. * Drei Kommunisten aus Witten saßen vor dem Schöffengericht wegen politischer Uebertretungen. Ein Parteigenosse wurde eines Tages in Witten festlich empfangen. Er kam aus der Festungshaft zurück, wo er über ein Jahr gesessen hatte wegen Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens. Man führte ihn im Zuge durch die Stadt und feierte ihn dann in einer kommunistischen Versammlung. Die drei Angeklagten, jener Festungsentlassene, ein gewisser S. und der Stadtverordnete Kl., sollen nun durch Rezitation und Rede in jener Versammlung in der Wirtschaft Grünemeyer den politischen Hochverrat verherrlicht haben. In der nicht genehmigten Rezitation hieß es mehrfach:„Wir haben zum Umsturz gehetzt! Sie können uns nicht bestrafen. Wir üben Hochverrat an diesem Staat. Hochverrat zu üben ist Pflicht der Genossen an diesem Staate. Unser Ehrenkleid ist das Zuchthauskleid. Es lebe die Revolution!“ Die Angeklagten bestreiten überhaupt jede Rezitation. Die Worte hätten sich nicht gegen den Staat, sondern gegen das kapitalistische System in diesem Staate gerichtet. Die überwachenden Polizeibeamten erklärten, daß eine Rezitation zuerst angemeldet, dann aber abgemeldet worden war, da man den Wortlaut einreichen sollte. Eine Rezitation sei aber doch erfolgt, und zwar in der angegebenen Form in zwar nicht gereimter, aber gebundener Rede. Vom Kapitalismus und von Karl Marx sei auch gesprochen worden, aber in einer ganz anderen Verbindung. Wegen Verletzung des Republikschutzgesetzes forderte der Staatsanwalt gegen den Festungsentlassenen Br. unter Versagung mildernder Umstände sechs Monate Gefängnis, gegen S. vier Monate, gegen Kl. Freisprechung. Das Urteil lautete auf vier bzw. zwei Monate Gefängnis. Beide wurden als Ueberzeugungstäter betrachtet. Wenn die Weiche falsch stehl... Wegen eines Unfalls auf der Wittener Straße(etwa an der Kreuzung der Oskar=Hoffmann=Straße), bei dem übrigens nichts weiter kaputt ging als einige Scheiben, gab's eine hochnotpeinliche Gerichtsverhandlung gegen einen Autoführer und einen Straßenbahnschaffner. Es war im Winter. Es lag viel Schnee und Dreck und die Weiche war sonderbarerweise falsch gestellt. Das konnte der Straßenbahnschaffner nicht wissen. Aber auch nicht der Chauffeur. Als der Schaffner den Fehler merkte, begann er scharf zu bremseh. Der dahinter fahrende Autler fuhr infolge des unerwarteten Stillstandes der Elektrischen mit seinem Wagen auf die Straßenbahn. Es gab, da beide nur langsames Tempo hatten, nur einige Beulen und Scherben. Aber da es nun einmal sein muß, daß nach„Schuldigen“ gesucht wird kamen beide, der Autler wie der Straßenbahnschaffner, zur Anklage, beide sollten gleiche Schuld haben; der Autler, weil er zu scharf und auf den Schienen fuhr, und der Schaffner, weil er angeblich zu schnell auf die Weiche zufuhr. Beide Angeklagten waren im Dienste bewährte Leute. Schuld an der Sache war nur die falsch gestellte Weiche. Alles andere war nur Zufall. Warum unter solchen Umständen erst ein Verfahren durchgeführt und nicht wegen seiner Unwesentlichkeit unter Zustimmung der Staatsanwaltschaft vorher abgedrosselt werden kann, das wird der unbeteiligte Beobachter schlecht begreifen. Jetzt kam es angesichts eines wirklich objektiven Gerichts zur kostenlosen Freisprechung der beiden Angeklagten. Beiden war keinerlei Fahrlässigkeit nachweisbar. Sie sind nicht beide gleich schuldig, sondern beide konnten den Unfall nur nicht verhindern. Schüsse im Lokal Wie wir bereits in der Montag=Ausgabe berichteten, fand am Sonntag die zehnjährige Jubiläums=Wallfahrt nach Stiepel statt. Unser Bild zeigt die Ankunft der Wallfahrer vor dem Wallfahrtskirchlein. Politik vor den Gamtschlauch und nesserschäefe Wörte Bilder aus Bochumer Gerichtssälen Mancher Tag ist ganz ausgefüllt von politischem Geschrei vor Gericht. Man flüchtet aus dem einen Saale mit Grausen in einen anderen Saal und kommt dann vom politischen Regen in die Traufe. Da sollte gegen einen Schriftleiter der „Roten Erde“ verhandelt werden wegen zweier Aufsätze gegen Polizeibeamte im Anschluß an politische Vorgänge in Hagen, die blutig verliefen. Der Angeklagte wollte Beweis dafür antreten, daß die Hagener Polizei einseitig gegen die Nationalsozialisten vorgehe. Ein solcher allgemeiner Beweisantrag wurde jedoch abgelehnt. Daraufhin präzisierte der Angeklagte einen Antrag dahin, daß die beiden in dem Artikel angegebenen Polizeibeamten sich sehr einseitig gegen die nationalsozialistischen Teilnehmer benommen hätten. Sollte auch dieser Antrag abgelehnt werden, so würde eine Beschränkung der Verteidigung vorliegen. Das Gericht erklärte, an einer solchen Beschränkung keinerlei Interesse zu haben, und vertagte die Verhandlung. * Ein Arbeitsloser aus Wattenscheid war in eine kommunistische Versammlung gegangen. Bei der Kontrolle wurde ihm ein mit Sand gefüllter Gummischlauch abgenommen. Da das Mitführen irgendwelcher Stoß=, Schlag=, Schieß= oder Stichwaffen bei politischen Versammlungen durch Notverordnung verboten ist, bekam der Mann eine politische Strafverfügung über drei Monate, gegen die der Erschrockene Berufung einlegte. Er bestritt nicht, den Gummischlauch bei sich gehabt zu haben, aber er habe nicht daran gedacht, daß er ihn in der Tasche trug, als er die Versammlung besuchte. Diesen Gummischlauch trage er abends regelmäßig bei sich, um sich gegen politische Rowdys, gegen Messerstecher und andere Arbeiter zu schützen, niemals aber, um andere damit anzugreifen. Er sei zudem gar kein Kommunist, sondern Republikaner und Reichsbannermann. Zu dem Versammlungsbesuch sei er erst unterwegs zufällig angeregt worden. Vors.:„Sie kannten doch das Waffenverbot?“ Angekl.:„Ja, das war mir bekannt. Ich wußte aber nicht, daß auch ein Gummischlauch darunter falle. Ich dachte auch gar nicht daran, daß ich ihn bei mir trug. Vors.:„Also mit einem solch freundlichen Instrument in der Tasche pflegten Sie regelmäßig abends spazierenzugehen?“ Angekl.:„Man muß doch in der Lage sein, sich gegen Angriffe zu verteidigen angesichts der wachsenden Unsicherheit auf den Straßen." Vors.:„Sie wußten doch, daß die VersammlungsFolgenschwere Meinungsverschiedenheiten in einer Bochumer Wirtschaft. Am 5. Oktober, gegen.30 Uhr, geriet der Invalide Heinrich D. aus Bochum in einer Wirtschaft an der Herner Straße mit verschiedenen Gästen in einen Wortwechsel. Nach Beendigung der Meinungsverschiedenheiten ging D. in seine Wohnung, zog eine andere Jacke an und steckte sich einen Trommelrevolver ein. Damit begab er sich dann wieder zur Wirtschaft. Bei seinem Erscheinen erhielt er von zwei Personen mehrere Schläge mit einem Spazierstock über den Kopf. D. zog jetzt seinen Revolver und gab auf einen der Angreifer zwei Schüsse ab. Dieser wurde am Arm getroffen und stürzte zu Boden. D. ergriff darauf die Flucht, wurde aber von zwei Polizeibeamten eingeholt und festgenommen. „I. und wer zuletztlacht. Das ist der Titel des sensationellen Romane von Hans Lehr, mit dessen Veröffentlichung der„B..“ schon morgen, in der Mittwoch-Nummer, beginnt. Eines Romans modernster Struktur. um dessen Geschehen auf europäischen, nordund mittelamerikanischen Schauplätzen. In Börsenhallen und den Verwaltungen weltumspannender Industriekonzerne, durch Abenteurerfahrten und einen unfreiwilligen Ozeanflug sich das Band einer zarten u. doch lustigen Liebe windet. Eines Romans, dessen Hauptrollen Wirtschaftsführer amerikanischer Prägung, verstrickt in heiße, scharf durchfochtene Kämpfe um ein Erdölgebiet, ihre Vertrauten, waghalsige Revolutionäre. Ruby. das amerikanische mädchen der Jstztz eit Ronald, ihr Freund und Auserwählter. Schiffe und Flugzenge spielen. Ein Roman ohne Längen, erfüllt von modernem Tempo, das aber doch seinem Verfasser Zeit läßt, zwischen den Zeilen auf dem unfreiwilligen Ozeauflug von Ruby und Ronald dem Typ des übermodernen Mädchen. in lustiger Form das zu sagen, was dem Mann an ihm gefällt und was nicht. ... und wer zuletzt lacht... Idas werden die Leserinnen und Leser sein, denen Hans Lehr im„B..“ für viele Stunden des Mo. nats durch seinen Roman Freude und Spannung vermitteln wird. Beamtenschaft und Staat Der Verband katholischer Beamtenvereine zur beamtenpolitischen Lage. Der Bezirksverband Rhein= Ruhr der katholischen Beamtenvereine des Industriegebietes hielt eine Bezirksversammlung ab, bei der Generalsekretär Dr. Zimmermann über die gegenwärtige beamtenpolitische Lage sprach. Der Redner bemerkte gleich zu Beginn, daß die Maßnahmen der Regierung unmöglich als einseitiges Unrecht gegenüber den Beamten bezeichnet werden könnten; die Notlage unseres Volkes und die finanziellen Schwierigkeiten in Reich, Ländern und Gemeinden seien so groß, daß die Maßnahmen der Regierung zu verstehen sind. Auch die Opfer der anderen Schichten, vor allem der Arbeitslosen, müßten der Beamtenschaft Mäßigung und Vernunft in ihren Urteilen über die Regierungsmaßnahmen auferlegen. Wenn die Notlage es auch unmöglich mache, die Notverordnungen in ihrer Gesamtheit zu ändern, so setze sich der Verband katholischer Beamtenvereine Deutschlands um so mehr für die Beseitigung einzelner Härten ein. Innerhalb der neuen preußischen Notverordnung müßten in erster Linie die Bestimmungen über die Stellenzulagen und die Abbaumaßnahmen bei Junglehrern und Jungphilologen revidiert bzw. beseitigt werden. Die Opfer, die die Beamtenschaft bisher gebracht habe, gäben ihr den moralischen Anspruch, von der Regierung die schon lange versprochene Preissenkung zu verlangen. Das heutige in Kartellen gebundene Unternehmertum habe zwar die Chance des Gewinnes in guten Zeiten für sich in Anspruch genommen, aber darauf verzichtet, in schlechten Zeiten das Risiko des Verlustes zu tragen. In der nachfolgenden Aussprache kam immer wieder zum Ausdruck, daß die katholische Beamtenschaft sich ihrer staatspolitischen und volkspolitischen Aufgabe in der heutigen Notzeit bewußt sei und sich durch keinen irgendwie gearteten Radikalismus ihre Dienstfreude und ihre innere Verbundenheit mit dem Staate mindern lassen werde. Pfarrer von dem Segen der Ernte und von dem Dank für diesen Segen sprach, entschlüpfte ein Schmetterling seinem dunklen Gehäuse und gaukelte bald von einer Frucht zur andern. Man merkte es seiner Unbeholfenheit aber an, daß er trotz der warmen Kirchenluft nicht die rechte Zeit gewählt hatte, um das letzte Stadium seiner Entwicklung zu vollenden. rn Die Quittungskartenrevision wird fortgesetzt in der Friederika=, Bülow= und Farnstraße. Unglücksfall. Auf der Heimfahrt von Verwandten verunglückte die auf der Von=der=Recke=Straße wohnhafte Frau S. Sie erlitt infolge eines Sturzes einen Beinbruch. ur Aus den bfilichen=Eiadnenen Gandhi kommt ins Ruhrgebiet. Gandhi wird unmittelbar nach der Beendigung der englisch=indischen Konferenz über Hamburg nach Deutschland reisen. Er hat eine Einladung fest angenommen, in Hamburg über die indische Freiheitsbewegung zu sprechen. Von Hamburg wird er sich zunächst nach Berlin begeben, wo er einige Tage als Gast der indischen Kolonie verbringen wird. Nach seinem Berliner Besuch wird Gandhi einen lang gehegten Wunsch ausführen und sich in die Goetbestadt Weimar begeben. Gandhi hat ausdrücklich den Wunsch zu erkennen gegeben, auch mit dem Volk in enge Berührung zu kommen. Er wird deshalb der Gast einiger Arbeiter= und Gewerkschaftsorganisationen sein und auch einige große Betriebe im Ruhrgebiet besuchen. Die Weiterreise Gandhis wird dann über Wien nach Zürich gehen. Dann will sich Gandhi als Gast der russischen Regierung nach Moskau begeben. Im Dienste der Kriegsgräberfürsorge. Im Rahmen der Sammlung für die Kriegsgräberfürsorge veranstalteten der MGV.„Liederfreund und der MGV.„Altpreußen" unter der Leitung ihres Chormeisters H. Fritz Schroeder am Sonntag auf dem Westfalenplatz ein Konzert. Die Kapelle Herbst hatte sich in liebenswürdiger Weise zur Verfügung gestellt. Die Darbietungen fanden bei dem zahlreich erschienenen Publikum reichen Beifall. Ein Idyll in der Kirche. In den letzten Jahren hat sich die schone Sitte, am Erntedankfeste von den Früchten des Feldes auf und um den Altar zu legen, immer mehr ausgebreitet. Während in einer Kirche der Stadtteil Altenbochum Erntedankfeier im Kindergottesdienst in Altenbochum. Die evangelische Pfarrgemeinde beging Sonntag nachmittag im Kindergottesdienst in würdig=schlichter Weise die Feier des Erntedankfestes. Feierlicher Orgelklang begrüßte die Kinder bei ihrem Eintritt in das Gotteshaus. Das Chor der Kirche und der Altartisch prangten in dem ungewohnten Schmuck der mannigfachen Erzeugnisse des Gartens und des Feldes, die Kinderhand zur kirchlichen Segnung hier niedergelegt hatte. Gemeinschaftliche Gebete und Gesänge sowie Bibelsprüche aus Kindermund umrahmten in sinniger Weise die kirchliche Festfeier, in deren Mittelpunkt die Festansprache des Pfarrers Hevendahl stand. Er mahnte zu einem glaubigen Gottvertrauen, besonders in dieser Notzeit, und appellierte an die Bruder= und Schwesterliebe des gläubigen Christen, die sich in einem freudigen Geben niemals erschöpfen dürfe. Mit der Ablegung des Glaubensbekenntnisses und der feierlichen Segnung der Feldfrüchte fand die Feier einen erhebenden Abschluß. Anschließend begaben sich die Kinder in geschlossenem Zuge zum Kinderheim, wo unter zahlreicher Beteiligung der Pfarrgemeinde der Festtag mit einer Feierstunde beschlossen wurde. m Stadtteil Laer 25jährige Jubelfeier. Im großen vollbesetzten Saale des Wirts Langbein beging die Theaterabteilung des Kriegervereins„Kaiser Wilhelm“, am Sonntag das Fest des 25jährigen Bestehens. Eröffnet wurde die Feier mit einer Begrüßungsansprache durch den ersten Vorsitzenden Postassistent Karl Emde und durch das Deutschlandlied. Kriegsbeschädigter Schriftführer Tia überbrachte Grüße vom Krieger= und Landwehrverein. Die Festansprache hielt der Ehrenvorsitzende Heinrich Reinhardt. Er gedachte der verstorbenen Kameraden, worauf das Lied vom guten Kameraden gemeinsam gesungen wurde. Sechs Mitglieder gehören der Abteilung sei der Gründung an. Es sind dies: Heinrich Reinhardt(Ehrenvorsitzender), Karl Emde(erster Vorsitzender), Gustav Balte, Wilhelm Spittler, Eudard Herzig und Wilhelm Wrede. Die drei Erstgenannten gehören seit der Gründung dem Vorstand an. Die Jubilare wurden durch Ueberreichung einer Ehrennadel durch den Ehrenvorsitzenden des Kriegervereins „Kaiser Wilhelm“, Konrektor i. R. Krunke geehrt. Musikvorträge der Sperlerschen Kapelle und Aufführungen militärischer Schwänke lösten einander ab. Zum Schluß hielt ein Festball die Gäste bis zur Polizeistunde zusammen. Peschaft Pk. Neubau. Die Langendreerer Baugenossenschaft hat nach Gewährung eines Zwischenkredites mit dem Neubau ines Zwölfzimmerwohnhauses an der Münsterlinde begonnen. Die Erdarbeiten sind in vollem Gange. Der Rohbau soll noch in diesem Winter unter Dach und Fach. er Stadtteil Werne Hindenburgiugend. Im Vereinsheim Kraney versammelten sich die Mitglieder der Jugendgruppe des Hindenburgbundes zur Versammlung, die unter der Leitung des Vorsitzenden W. Flores stand. Nach den Besprechungen der internen Geschäftsangelegenheiten erseinem Vortrag über„Tagesfragen". Er wußte die letzten Ereignisse sehr gut darzulegen und fand mit seinen Ausfuhrungen großten Beifall. ex Veranlagungsprüfung im Verein für Demsche Schäferhunde. Die hiesige Ortsgruppe im Verband Deutsche Schäferhunde hielt Sonntag nachmittag auf dem Gelände in der Wieschermühle ihre Veranlagungsprüfung ab. Der Richter Hölker(Dortmund) stellte ein sehr gutes Können der zur Prüfung gekommenen Tiere fest. Von den gepruften Schäferhunden bestanden vier mit dem Prädikat„Vorzüglich“, während sechs das Ergebnis„Gut“ davontrugen. Zum Beschluß des Tages fanden sich die Mitglieder zu kurzer Unterhaltung im Lokal Klages in der Wieschermühle e10. 87 Stadtteil Langendreer Ein gutes Werk. Der Männergesangverein„Frohsinn" erfreute am Sonntag morgen die Insassen des Knappschaftskrankenhauses durch dankbar aufgenommene Liederspenden.„ Schmelings Meistergurter in Langendreer. Wie bereits angekündigt, werden Schmelings Weltmeisterschaftsgürtel von seinen Weltmeisterschaftskämpfen 1930 und 1931 und ferner sein Gürtel für seine beiden deutschen Meisterschaften heute im Original in der hiesigen Geschäftsstelle des„B..“, Zigarrengeschäft R. Stalleiken jun., Kaiserstraße 165, in der Zeit von 9 bis 12.30 Uhr ausgestellt. Wie stark das Interesse für diese Gürtel in Alt=Bochum am Montag war, zeigen die Bilder im Sportteil der heutigen Ausgabe. Versammlung der Kompagnien des Krieger= und Landwehrbataillons. In den Standquartieren der einzelnen Kompagnien des Bataillons des Krieger= und Landwehrvereins fanden sich Sonntag die Mitglieder sehr zahlreich ein. Nach Erledigung der üblichen geschäftlichen Mitteilungen wurde in besonderer Weise der Kriegsgräberfürsorge gedacht und eine Sammlung für diese veranstaltet. In einem kurzen Vortrag erinnerten die Vorsitzenden an den 84. Geburtstag des Ehrenvorsitzenden des Kyffhäuserbundes, Reichspräsidenten von Hindenburg. In verschiedenen Kompagnien wurden die Mitglieder noch durch besondere Vortrage erfreut. er Zentralverband der Kriegsbeschädigten. In der Versammlung der Ortsgruppe Krone am Sonntag im Lokal Knöpp wies der Vorsitzende Jung im Anschluß an die Begrüßung auf die Sammlung für die Kriegsgräberfürsorge hin und gedachte anschließend in passenden Worten des 84. Geburtstages des Reichspräsidenten. Nach der Erledigung der geschäftlichen Angelegenheiten, ging man zur Besprechung der zweiten Notverordnung über. Bei der allgemein lebhaften Aussprache wurden besonders die größten Härten herausgeschält und in einem Schreiben zusammengefaßt dem Jubilare der Sängervereinigung, Beindorf und Sieker, die seit 25 Jahren dem Verein„Frohsinn“ angehören, leitete den zweiten Teil der Festveranstaltung ein. Für den Verband richtete Berkhoff an die Jubilare sowie die Sangesbrüder einige Festworte, die vor allem die Treue der Sangesbrüder betonten. Die Darbietungen der Vereine fanden dankbare Zuhörer. Bochumer Veranstaltungen (=) Stadttheater Bochum. Die Vormiete A bekommt heute(Dienstag) abend von 20 Uhr bis gegen 22.15 Uhr, als ihre dritte Abonnementsveranstaltung die Erstaufführung von Bruno Franks„Nina“, der dreicktigen Komödie aus dem Leben eines Filmstars. Zu Mittwoch steht eine Oper auf dem Spielplan: der„Rosenkavalier", die musikalische Komodie von Richard Strauß. Diese Verherrlichung des genius loci Wiens, kam in der neuen Inszenierung, die kurz vor Schluß der letzten Spielzeit soch einmal gezeigt werden konnte erst in der neuen Saison wirklich vor die Oeffentlichkeit. Die Wiederholung, die für morgen(Mittwoch) angesetzt ist und die für die Vormieten C und D zusammen gegeben wird, soll voraussichtlich die letzte des Werkes sein. Sie wird also besonders allen denen empfohlen, die bisher noch nicht Gelegenheit nahmen, die Oper zu sehen. Der Donnerstag bringt Zuckmayers„Hauptmann von Köpenick.“ Die Preise sind ganz billig angesetzt. Heute setzt der Vorverkauf ein für die Aufführung von Franz Lehars Operette„Die lustige Witwe“, die am Freitag gegeben wird und die für den Roten Ring und gleichzeitig für den Blauen Ring die erste Abonnementsveranstaltung der neuen Spielzeit wird. (=) Operettentheater. Heute, Dienstag, finoet vie letzte Aufführung der Operette„Der Zarewitsch“ in der bekannten Besetzung mit Dr. Warden in der Titelrolle statt. Am Mittwoch ist die Erstaufführung der Schlageroperette„Der letzte Walzer". In dieser Operette sind alle ersten Mitglieder der Bühne beschäftigt. Es wird besonders darauf hingewiesen, daß die niedrigen Eintrittspreise beibehalten werden. (=) Kärntner in Deutschland! Die Kärntner Landsmannschaft in Klagenfurt fordert alle Kärntner in Deutschland auf, im Interesse der Heimat ungesäumt die Adressen bekanntzugeben. Um Einsendung an den Oesterreichisch=Deutschen Volksbund wird gebeten; für Groß=Bochum die Ortsgruppe Bochum. Filmschau Skala=Lichtspiele:„Ehe auf Probe." Der Zeit Rechnung tragend, bringen die Skala=Lichtspiele nunmehr auch Dienstag neue Tonfilmprogramme. Der MusikTonfilm„Ehe auf Probe“ ist eine nette Gesellschaftskomödie, die der reizenden Baby Ruth Miller Gelegenheit gibt, in allen lustigen Schwanksituationen zu brillieren. Der zweite Film„Der Detektiv des Kaisers“ ist ein Kriminalfilm, der schon durch die Besetzung der Hauptrolle— Otto Gebühr— weit über das Durchschnittsniveau ähnlicher Filme hinausgeht. Außerdem wird ein Lustspiel und ein Kulturfilm gezeigt. (Weitere Lokalnachrichten auf Seite 9 und 11.) Wohin gehen wir heute siehe auch Anzeigentell Stadttheater: 20 Uhr: Nina.„ Operettentheater: 20 Uhr: Der Harewitsch. 16er=Ausschuß des Reichstages zugesandt. Der sozial= Plaza=Tonhalle; Varieté. politische Ausschuß der Ortsgruppe gab über seine Tätigkeit einen eingehenden Bericht. er Freundschaftssingen der Sängervereinigung Langendreerholz. Ein friedlicher Wettstreit im deutschen Männergesang vereinigte Sonntag nachmitag eine größere Anzahl Gesangvereine der engeren Umgebung im Lokale Krampe. Vom Vorsitzenden W. Störmer herzlichst begrüßt, ging man zur Abwicklung des angriff der Geschäftsführer Wienkop das Wort zu gesetzten Programms über. Die Ehrung der beiden Skala=Lichtspiele: Ehe auf Probe. Ufatheater: Bomben auf Monte Carlo. Weltlichtspiele: Die Abenteuerin von Tunis. Apollotheater: Die Drei von der Tankstelle. Capitol: Hilfe! Ueberfall. Lichtburg: Der ungetreue Eckehart. Lichtspielbühne: Liebeswalzer. Odeon: 10 Tage, die die Welt erschütterten. Café Industrie: Wunschabend. KIN „Der Flottenchef der Station von Cap'Antibes betrachtet die Meldung der Bank von Monte Carlo, daß ein labradorischer Kreuzer die Bank mit Artilleriefeuer bedrohe, für einen unangemessenen Karnevalsscherz, den er sich dringend verbittet. Eventuelle Ruhestörungen in Monte Carlo unterliegen als innere Angelegenheiten der dortigen Staatsexekutive. Unterzeichnet: Constance, Vizeadmiral.“ So war der Wortlaut. Katastrophe. Schwerste Niederlage der Bank. Der Direktor Samanon war in sich zusammengebrochen, sah aus, als sei er plötzlich zwanzig Jahre älter geworden... ich glaube nicht, daß Napoleon anders ausgesehen haben kann.„Glaube, daß meine Mission hier beendet ist“, sagte tief gebrochen der Direktor Samanon.„Glaube, daß diese Mission eben erst beginnt“, sagte die Hoheit von Labrador. Und was sie dann in Szene setzte, das war schlechthin ein Meisterstück weiblicher Diplomatie... Sie promenierten zu zweit. Arm in Arm. Dreimal um das Hauptdeck. Das aber war das diplomatische Meisterwerk der kleinen Mary, daß sie den auf der ganzen Linie geschlagenen Direktor Samanon so behandelte, als sei nicht er, sondern sie die Geschlagene, die Hilfsbedürftige, die auf die Ritterlichkeit ihres Partners Angewiesene.„Internationaler Skandal"... das blieb auch nach diesem Telegramm bestehen.„Ganz persönliche Verpflichtung, der Bank und ihrem Direktor Genugtuung zu geben“.... das blieb ebenfalls bestehen. Und was doppelt und dreifach bestehen blieb, das war ihre Bedrängnis als verantwortliches Staatsober= haupt und als hilfsbedürftige Frau. „Arrangement“, sagte schließlich, als sie nach viertelstündiger Deckpromenade zum zwanzigsten Male bei dem Logis des Doktors vorbeikamen, die Hoheit. „Was in den Kräften eines Mannes steht, der Ew. Hoheit sich ganz persönlich verpflichtet fühlt“, sagte Herr Samanon. „Habe da inzwischen etwas entworsen“, sagte der Doktor und hatte inzwischen Williams' Füllfederhalter ruiniert und ein halbes Dutzend Bleistifte abgebrochen, „wofern es beliebt, kleine Hoheit.“ Es waren zwei Entwürfe. Ein amtliches Kommunique der Bank und eine inspirierte Notiz für die gesamte Presse der Côte'Azur. Unangemessener Karnevalsscherz eines in dieser Richtung international bekannten Seeoffiziers.... durchaus nicht(wofür der Bank hinreichende Beweise gegeben seien) ernst zu nehmen. Peinlicher Vorfall, durchaus zu mißbilligendes Benehmen des Kapitäns.. in Wirklichkeit aber durchaus keine schlimme Absicht. Keinerlei Attentate auf die Bank. Keine geladenen Kanonen. Keine Ursache zur Beunruhigung... Summa summarum: nichts, als ein schlimmer Streich, für den die Regierung des einschlägigen Staates(der Name wurde nicht genannt!) angemessene BeSchritte. strafung des betreffenden Offiziers zugesagt habe. Fünf Tage Stubenarrest“, proponierte der Doktor. „Drei... um der Form zu genügen“, sagte Herr Sowoven. K „Vierzehn Tage, bei ebensolanger Enihevung vom Kommando", entschied streng und klug die oberste Kriegsherrin von Labrador. nung sa basz So war das. Reinschrift und Unterzeichnung so vald wie möglich. Ein kleines nettes Kommunique, das den beiden Partnern nicht wehe tat. Das schöne Erklärungen gab, Beruhigung schuf und die Schädigung der Hotels nach drei Tagen schon wieder gutgemacht haben würde durch die Auswirkung einer hübschen Propaganda für dieses ein wenig aus der Mode gekommene Monte Carlo. „Und nun..““ sagte die Hoheit. „Und nun Frühstück“, sagte der Doktor Crofts. Und dann sagte er noch, daß man die ganze Menschheit einteilen könne in böse Menschen, die morgens eine trockene Semmel herunterwürgen und in gute, die um sechs Uhr früh schon den Appetit einer Riesenschlange haben. Ein liebes, nettes, kleines Frühstück. Frugal, aber nett. Eier Zunge, Schinken, Lachs, Kaviar, Langusten, Birkhuhn, Roastbeef, Honig, Butter, Jams, Schwarz= brot, Kognak. Das sagte der Doktor Crofts. Dann gab sie dem Leutnant Williams(als dem in Behinderung des Kapitäns Rangältesten) die nötigen Anweisungen, äußerte die Vermutung, daß die Herren jetzt ja wohl das Bedürfnis haben würden sich umzukleiden, und daß (bei der Aehnlichkeit beider Staturen) der Frühstücksdreß des Direktors Samanon am besten wohl aus der Zivilgarderobe des Doktors Crofts bestritten werden 1888....#un teste de dech decth Das sagte die Hoheit. Dann sagie sie noch, buß vielleicht noch ein fünfter Gast— der verlorene Sohn nämlich— an der Frühstückstafel teilnehmen werde. Und dann, nachdem die Herren entlassen waren, befahl sie, den Kapitän Cradock zu rufen.— Eine ganze Weile verging, bis er kam. Sie war allein. Sie lehnte an der Reling, sah nach Monte Carlo hinüber. Sonne und das satte Grün der Hänge.... Sie dachte nach. Leben war gut. Leben war heilig. Was aber da in dem verlogenen Bau mit seiner verlogenen Stuckfassade sich Nacht für Nacht gebärdete, das war das Leben nicht. Sie runzelte die Stirn. Ihr eigenes Leben war freudlos gewesen. Streng und kalt und leidlich sauber. Es sollte so bleiben. Sie ging auf und nieder auf dem leeren Deck. Der Mann, den man geliebt hatte in zehn öden Jahren, war ein Mann. Aber ein schönes, ungezähmtes Tier zugleich. Ein Abenteurer, der Verwirrung stiften konnte. Es sollte nicht so sein, daß er ihr Leben verwirrte. Es sollte nicht so sein. Sauber und stark und klar sollte es bleiben. Wie bisher. Sie nahm den Spiegel und ordnete sorgfältig ihr Haar. Da hörte sie Der Cradock war gekommen. Da standen sie also.„Haben Sie mir nichts zu sagen, Kapitän Cradock?“ Er schwieg. Er sah auf seinen Degen, den er vorhin bei seinem Abgang fortgeworfen hatte und der dort noch immer lag. Es gab nun keinen Kapitän Cradock mehr. Er schwieg. Da half sie ihm. Sie sah sich um. Das Deck war leer.„Komm“, sagte die kleine Mary. Sie gingen an die Reling. Sie nahm die Perlen aus der Tasche. Perlen, die einmal einer unglücklichen Frau gehört hatten. wolltest mir eine Freude machen?“ sagte die kleine Mary. Er nickte stumm. „Sie haben uns nicht viel Glück gebracht, Frederic William". Wieder nickte er. Da nahm sie das Kollier und warf es ins Wasser.„Es ist wohl besser so für uns beide“, sagte sie. Da nahm er plötzlich ihre Hand und küßte sie.„Verzeih du mir“, sagte der Cradock und begriff, daß da noch etwas anderes über Bord geworfen worden war, als ein Schmuck.„Verzeih.“ Da drehte sie sich rasch um und hatte wohl etwas an ihrem Haar zu ordnen.„Oh, kein Grund mehr, Frederic William, sagte die kleine Mary und machte ein trotziges und tapferes Jungengesicht.„Kein Grund.“ Dann ging sie dorthin, wo der Degen lag. „Willst du ihn wieder haben?" Er schüttelte stumm den Kopf. Er hatte sie schwer kompromittiert— es war in der Ordnung, daß sie ihn fallen ließ.„Habe dir zuviel Ungelegenheiten gemacht.“ Da sagte sie ihm alles. Daß kein„Sadi Carnot“ kam. Daß kein internationaler Skandal da war. Daß kein Direktor mehr im Kohlenbunker saß. Daß der Direktor Samanon gegenwärtig Frühstückstoilette machte. Daß alles gut war, daß nur ein paar Tage Stubenarrest übriggeblieben waren... ihr zuliebe... sonst nichts... Er nahm den Degen. Er küßte wieder ihre Hand. Dann sah er traurig vor sich hin. Willst du mir dein Wort geben, daß du nicht mehr spielst?“ fragte sie. Er nickte. „Nie mehrs“ M0 Er nickte. Ganz leicht war das nicht. Mußte aber sein einer gütigen Frau zuliebe.„Mein Wort.“ „Und das andere. Daß du nie mehr Krieg erklärst ohne meinen Willen? An die europäische Zivilisation?“ Da lächelte er.„Solange ich in Ew. Hoheit Diensten bin.“ „Immer, Cradock!“ Da schüttelte er traurig den Kopf. Ein Mann war ein Mann. Mußte so sein, wie Gott ihn erschaffen hatte. Ein Abenteurer war ein Abenteurer. Mußte so sein, wie Gott ihn erschaffen hatte. Es mußte wohl so sein. Er schüttelte den Kopf.„Solange ich in deinen Diensten bin.“ „Immer!" „Nein.“ Es war wohl besser so für sie und für ihn. Er konnte dieses Schiff führen..“ noch ein halbes Jahr. Des Anstandes halber. Der Form wegen, die gewahrt werden mußte. Dann wollte er gehen. „Wohin?“ Er sah sie stumm an, machte eine etwas müde Handbewegung. „Cradock, wohin gehst du?“ Er lächelte ein wenig und schwieg. Abenteurer wissen nicht, wohin sie gehen. Da nickte sie stumm. Es war so. Es mußte wohl so sein. Und daß es um ein sauberer, scharfer Schnitt war— das war wohl das Gute daran.„„ Sie standen zusammen an der Reling. Ein Boot kam.„Meine alte Violet.“ Sie lachte. Ein Windstoß fuhr über die Bucht, der böse Husten kam wieder. Er sah sie erschrocken an.„Und du?" Sie lächelte nur. Sie hatte ihr tapferes Knabengesicht, „Du bist leidend?“ „Oh, nicht der Rede wert.“ „Und gehst nun nicht dorthin“, er machte mit dem Kopf eine Bewegung dorthin, wo hinter Meeresbläue und Sonnenfeuer Aegypten lag.„Und gehst nicht dorthin... meinetwegen?“ Da lachte sie.„Die Kohlengelder, mein Herr Kapitän, liegen dort, wo die Perlen liegen.“ Da senkte er den Kopf. Sehr tief beschämt. Er war ein ritterlicher Cradock. Daß sie etwas, was ihr zukam, entbehren sollte seinetwegen: das war die bitterste Lektion. „Ich werde keine Kriege mehr erklären ohne dich.“ Da sah sie sich um auf dem menschenleeren Deck, vergewisserte sich, daß es niemand sah. Ging zu ihm und strich ihm beruhigend über das Haar, in dem wirklich “ den war„Alter dummer Junge" Kiler, bummer=Bunge 1“ noch kein Grau zu finven war. sagte die kleine Mary. Unten am Fallreep brummte schon der Motor. Violet Gräfin Hensbarrow, Zofe Susan und fünf nun etwas deplazierte Lederkoffer. „Nun wird es wohl ein Ende haben mit uns beiden“, sagte die kleine Mary. „Nun muß es wohl sein.“.„ Sie sahen sich an. Nein, keine Vertrautichreiten. Scharfer, sauberer Schnitt und tapfere Herzen. Sie gaben sich die Hand. D1. „Du. „Und vergibst mir?" „Dummer Junge!" Die anderen, sie hatten nun ihre Frühstückstoilette beendet. In goldbetreßtem Gala=Zweispitz und funkelnden Lackstiefeln ein frisch aus dem Ei geschälter Marrineleutnant Fennimore Williams. In etwas abgetragener Uniform ein alter, dicker, asthmatischer Schiffsdoktor Wilbour Crofts. In einem ausgeliehenen, aber angesichts der gleichen Staturen leidlich sitzenden Cutaway ein nun wieder sauberer und stattlicher Direktor Samanon. In einem würdigen, leicht nach Kampfer duftenden und mit Hilfe der Zofe Susan glücklich zugehakten Reisekleid eine ältliche, auf Zucht und gute Sitte haltende Hofdame, Violet Hensbarrow. Bomben auf Monte Carlo sind gut. Aber zu Tisch gehen ist besser. Und alle die bösen Menschen haben morgens keinen Appetit und alle die guten Menschen haben um sechs Uhr früh schon einen Hunger wie eine Riesenschlange. Ein nettes liebes, kleines Frühstück. Frugal, aber nett. Eier, Zunge, Schinken, Lachs, Kaviar, Langusten, Birkhuhn, Roastbeef, Honig, Butter, Jams, Schwarzbrot, Kognak. So, und nicht anders.. Am Abend aber, als die Hoheit von Labrador sich von dem Direktor Samanon noch nach der Corniche führen ließ, war da unter dicken, mit dem letzten Kohlenschutt gespeisten Rauchwolken ein kleines silbriges Schiffchen zu sehen, das in Savona Gelder für neue Kohlen vorfinden sollte. Der Herr Direktor Samanon fragte, wohin er ginge. Die Hoheit an seiner Seite überhörte die Frage und antwortete nicht. Abenteurer kennen ihren Weg nicht. Und nie steigt ein Mann höher, als wenn er nicht weiß, wohin er geht. Ende. Nr. 234 38. Jahrgang Dienstag, 6. Oktober 1931 2. Beilage zum Bochumer Anzeiger u. Gen. Anzeiger brot, das wir bei Lederers gut haben, den Bettauers, denen wir es schuldig sind. Ich setze mich sofort hin und schreibe Lederers, daß wir unsere Abendbrotforderung Bettauers zediert haben, und Bettauers, daß sie sich ihr Abendessen bei Lederers einkassieren und abessen sollen.“ Und es geschah also...ng Gelt, Seitdem sind, zwar Lederers und Bettauers mit Wendlers böse. Aber das ist undankbar. Denn sie haben sich am Abend der Zession prachtig unterhalten. Ueber Wendlers. IIII1 Gers gekährdet ###.1 Eienbahneinie 1 Seit vielen Jahren hat sich ein riesiger Berg bei Falkenau in Sachsen in Bewegung gesetzt. 1 Nach langen eingehenden Untersuchungen wurde als Ursache eine mächtige unterirdische AI Wasserader festgestellt, die den P###.*# kalthaltigen Untergrund des aus A der Kreidezeit stammenden Bergstockes soweit durchdrungen hat, daß der Bergrücken unaufhaltsam talwärts abgleitet. Das Stadium ist bereits so weit fortW ####g geschritten, daß die Reichsbahnverwaltung den ganzen großen Berg abtragen läßt, da dieser in seinem jetzigen Zustand eine Gefahr für die am Berge hin#### führende, so lebenswichtige Sahnstrecke Dreiden— Chemnnitz— Reichenbach— München ##.# 4(doppelgleisig) geworden ist. Unser Bild zeigt den wandernden Berg bei Falkenau. Auf dem Berge sieht man den geborstenen Erdboden. Nach und nach gleitet so der ganze Berg talwärts und droht die Eisenbahnlinie zu wir bei ihnen zum Abendessen waren. Ich wäre zwar froh, wenn ich die aufgeblasene Gesellschaft nicht sähe, aber sie haben uns eingeladen, folglich müssen wir sie einladen. Glaubst du nicht, daß es so ist?“ „Natürlich ist es so. Aber es gehört sich nun einmal. Sie sind uns ein Abendbrot schuldig.“ „Und Bettauers haben eins bei uns gut?“ Gewib.“;. Hänh, hann ist Hi. „Na also“, riev sich Erich die Hande,„oann ist die ganze Geschichte höchst einfach. Die Lederers sollen das Abendbrot, das sie uns schuldig sind ganz einfach den Bettauers geben, denen wir eins schuldig sind. Oder kaufmännisch gesprochen: Wir zedieren das Abend„wir müssen „Erich“, sagte Emma eines Morgens, endlich die Bettauers einladen. Es sind jetzt fast sechs Wochen her, daß wir bei ihnen zum Abendessen waren.“ Mürrisch sah Erich von der Zeitung auf. „Du hast wohl eine besondere Vorliebe für diese Leute?“ „Ich? Vorliebe? Lächerlich. Ich bin froh, wenn ich diese aufgeblasene Gesellschaft nicht sehe.“ „Na also!“ vertiefte sich Erich wieder in die Zeitung,„dann sind wir ja einig. Ich mag sie nicht du laden sie einfach nscht ein.de Sache in Ordnung. Wir „wir cechnen ordentliche Tagung in Madrid ab. Die„Liebste Freundin,“ las Emma vor, wir höfigte sich mit aktuellen Problenezizgr am komtmnenden Mittwoch zu einem kleinen Abendlen Wirtschafts= und Bevölkerungsstattst., brot bei uns zu sehen.“ einer zeitgemäßen Reform des Instituts.„Mich nicht“, unterbrach Erich,„ich habe Mittwoch nwahl des Präsidiums hat der bisherige Schnupsen...— g..serus emeimel Schrmsten Delatour(Paris) nach zehnjähriger Tätig=]„Du hast jetzt schon bei Lederers zweimar Schuupfen von seiner etwaigen Wiederwahl aben. 9ehovt.“ jolltg ich nicht? Ich bin eben ein Dauereiner Steie wurde, auf erstene gg, von verkühlter, ein Schnupfenheinrich, ein Stockschnupfer.“ rankreich und England, zum ersten maute seit]„Gar nichts bist du. Wir mussen gehen, Wie sieht zigen Bestehen des Instituts ein Deutscher denn das aus, wenn wir zum dritten weale absagen Mehrheit gewählt, und zwar Dr. Friedrich Damit Frau Lederer überall herum erzählen kann, du Rünchen), der Präsident des Bayrischen wüßtest nicht, was sich gehört? Du weißt doch wie sie Landsantes und Prosesloer iu Vünchen, vo, Glancst. Hu., haßz Lederers solche Sehrsucht nach sfoßdem... Das nicht“ räumte Emma ein, gaber hingeben das neue Mädchen, kocht wirklich gut, das müssen wir doch. Sie waren vorigen Monat bei uns. ct wieder glänzend.“„Aha! Und da hat sie gestern zu ihrem Mann geib' ihm auch geholfen.“ lsagt:„Lieber Mann, wir müssen morgen die Wendaber trotzdem!“ llers einladen. Es sind jetzt fast sechs Wochen her, daß Swei Fieundinnen Von Lydia Ratk Glücklich gerettet! „In diesem Winter" antwortet Maria mit stiller, verhaltener Stimme,„werde ich noch schwerere Lasten tragen, Cahrlotte. In diesem Winter arbeitet mein Mann nur fünf Tage in der Woche, in diesem Winter heißt es für uns, sehr wach, sehr vernünftig und sehr voll Liebe zu sein!"— So ging das Gespräch zweier Freundinnen, die das Leben an die Hand nahm und verschiedene Wege führte. Reicktum und Urmut Von Sophie von Adelung. Man muß in den Reichtum hineingeboren sein, um ihn mit Würde zu tragen, und in die Armut, um sich ihrer nicht zu schämen. Es gibt manchen Reichtum, dessen man sich schämen, und manche Armut, auf die man stolz sein könnte. Die Welt schätzt den Menschen nach seinem Geldbeutel. Nur ein unschuldig Verarmter kann seine Freunde auf die Probe stellen.„ Weder der Reiche noch der Arme kann das Geld richtig schätzen, sondern nur einer, der sein Geld verlor. Dieser lernt es lieben und verachten zugleich: der einzig richtige Standpunkt dem„Mammon“ gegenüber. Wer im Reichtum seinem Gelde gegenüber unabhängig bleibt, der ist ein Philosoph. Zwei Freundinnen treffen sich zufällig im Erfrischungsraum des großen Warenhauses. Zwei Freundinnen, die einst in den Schuljahren unzertrennlich waren— alle beide gleich übermütig. Zwei Freundinnen, die das Leben an die Hand nahm und verschiedene Wege führte, die eine auf ebenen, glatten Straßen, die andere auf Kreuzwegen, mühseligen, verwortenen. zen5ker und fzum sich Nun sitzen sie einander gegenubet und schauen sich an, und beide ziehen dabei einen Strich zwischen dem Einst und Jetzt, beide setzen in Gedanken den Schlußpunkt unter eine Freundschaft, die das Leben zerbrach. Charlottes Gesicht— schön nach Elisabeth Arden— trägt einen kalten, hochmütigen Zug, als ihre etwas gewollte Stimme spricht:„So ist es mir ergangen, Maria. Nun ja, man träumte sich die Zukunft einmal wohl anders, aber ich führe doch ein schönes Leben. Mein Mann ist zwar sehr viel älter als ich, dafür kann ich aber auch tun und lassen, was ich will. Wir sind viel Was Reiche von ihrer Geldverachtung sagen, gehört zum Komischsten in dieser komischen Welt. Man muß lernen, mit Anmut reich, und mit Vornehnheit arm zu sein..... Wr: uhimmer: um Wer das Geld liebt, ist ein Gotzenoiener, wer es verachtet— ein Narr. Der Verschwender wie der Geizhals: sie gehören beide in ein Sanatorium. Es gehört ein großes Taktgefühl dazu, sich Freunde mit dem ungerechten Mammon“ zu machen. Verschämte Armut ist bitter. Aber es gibt auch eine genügsame, eine heitere und eine humoristische Armut, der die Welt nichts anhaben kann. Die eckte GARBATV KöNIGIN onice run undechme 12 Sträflinge brachen aus Rachi aus Gazenn! Berlin, 5. Oktober. Von den 6000 Sträflingen, die sich dauernd in der französischen Strafkolonie befinden, unternehmen täglich fast 20 einen Fluchtversuch. Die Gelegenheit ist außerordentlich günstig, weil alle Sträflinge, soweit sie nicht disziplinarisch bestraft sind, den Tag weit von den „Lagern" entfernt zubringen. Manche Gruppen verweilen oft wochenlang im dichten Urwald, um Holz zu fällen, und solche Gelegenheiten werden natürlich ausgenutzt. Es gibt in Cayenne keinen Sträfling, der nicht ein oder mehrere Male versucht hätte,„La belle“, die schöne Freiheit, wiederzugewinnen. In 90 Prozent aller Fälle werden die Ausreißer schon nach wenigen Minuten oder Stunden eingeholt. Die über hundert Bluthunde des Gefängnispersonals warten nur darauf, sich auf die Flüchtigen stürzen zu können. Die Jagd endet oft mit dem Tode des flüchtigen Bagnards, kommt er einigermaßen gesund davon, muß er sein Unterfangen mit vielen Monaten Einzelhaft in einer Zelle bei 40 Grad Hitze büßen. Trotzdem lassen sich die Sträflinge nicht von weiteren Versuchen abhalten, ab und zu gelingt es doch einmal einem, das nahe Kolumbien oder Venezuela und damit die Freiheit zu erreichen. Jetzt kommt die Nachricht aus Cayenne, daß gleich zwölf Sträflinge auf einmal die Flucht durch den Urwald wagten, dessen Mauern im allgemeinen die „Lager" besser schützen als die dicksten Zuchthauswände. Unter den Flüchtlingen befanden sich mehrere Mörder, darunter der gefährliche Einbrecher Desplats aus Nantes, und andere Zeitgenossen, auf deren Einreise kein Staat besonderen Wert legt. Das Unternehmen war von den Sträflingen sorgfältig vorbereitet. Während des Essens im Walde überfielen sie den einzigen Wärter, fesselten ihn und ergriffen mit den Beilen, Aexten und Wasservorrat, der zurecht gelegt war, die Flucht, Und nun begann der Kampf mit dem Wald dem schrecklichen Urwald von Guayana, der durchquert werden mußte, um dann auf dem Schiffswege über das Meer das rettende Kolumbien zu erreichen. Einer nach dem andern, bahnten sich die zwölf Männer einen Weg; wie früher im Gedanken an das Verbrechen, jetzt im Trachten nach der goldenen Freiheit geeint. Zwei Tage nach der Flucht ließen sich in der Ferne Gewehrschüsse vernehmen und das Gebell der fürchterlichen Schweißhunde, die auf den Spuren der Flüchtlinge waren. Die zwölf Männer beschleunigten ihre Schritte, marschierten Tag und Nacht, ließen sich durch kein Fieber aufhalten, marschierten vierzehn lange Tage hindurch fast ununterbrochen. Nur bisweilen, des Nachts, machten sie im Schutze eines Tales Halt und ruhten sich aus. Ein Feuer mußte an den vier Ecken des Lagers angezündet werden, um die wilden Tiere fernzuhalten, die gierig den Platz umkreisten. Am Tage war es der Kampf mit den Schlangen, die mit Beilhieben getötet werden mußten. Die tausend Plagegeister des Urwalds erschwerten die Flucht: Schlinggewächse, Sandflöhe, glühende Hitze und Wassermangel. Ein Wunder, daß die zwölf Männer überhaupt bis an das Ziel der ersten Etappe ihrer Flucht gelangten, an das Meer. Eine noch viel schwierigere Aufgabe stand nun bevor. Woher ein Boot nehmen? Zwei Bäume wurden gefällt, mit den Aexten ausgehöhlt und zwei primitive Pirogen, wie sie die Wilden benutzen, hergestellt. In jedem Boot nahmen sechs Sträflinge Platz. Ruder hatte man ebenfalls aus kleineren Baumstämmen gefertigt. Durch die Arbeit an den Booten wurde kostbare Zeit verloren. Die Verfolger kamen näher und näher. Gerade, als die beiden Boote in See stachen, brachen die Bluthunde aus dem Rande des Urwalds hervor und holten bellend die Gefangenenwärter herbei. Die Aufseher hatten das Nachsehen; sie mußten untätig die Flucht der Sträflinge beobachten. Für die Flüchtlinge begann nun ein neuer Abschnitt ihres Abenteuers: der Kampf mit den Launen des Meeres Nach einigen Tagen erhob sich ein großes Unwetter. Eine der Barken schlug um; sechs Sträflinge, die der lebenslänglichen Zwangsarbeit entronnen waren, kamen in den Fluten um. Die übrigen sechs, unter ihnen auch der berüchtigte Verbrecher Desplats, erreichten nach mehreren Wochen die Küste Venczuelas. Aber das Glück war ihnen hier nicht hold. Gendarmen nahmen die sechs Flüchtlinge sofort in Haft und lieferten sie in ein venezuelisches Gefängnis ein. Hier befinden sie sich noch gegenwärtig. Der Staatspräsident von Venezuela hat es in der Hand, ob er die Sträflinge ausliefern oder ob er sie freigeben will. Man kann wohl ohne Uebertreibung sagen, daß selten der Spruch eines Mannes mit größerer Unruhe erwartet wurde, als von diesen sechs Sträflingen der Bescheid des Staatspräsidenten. Vielleicht setzen die Bagnards ihre Hoffnung auf eine neue Flucht aus dem venezuelischen Gefängnis. Erst wenn es gelänge, Kolumbien zu erreichen, bedeutete das die endgültige Freiheit, denn Kolumbien liefert aus Prinzip niemand an einen fremden Staat aus. Kolumbien braucht Einwanderer, und da wenige aus Europa kommen, nimmt es auch mit ehemaligen Bagnards vorlieb. Deutscher Reiter lebendig begraben Leiche erst nach 17 Jahren gefunden Paris, 5. Oktober. Ein Berichterstatter des„Echo de Paris“ meldet aus St. Dié, daß man bei Kanalisierungsarbeiten ein Zeichen der Zeit Dier Bergiderte, St. Goarshausen, 5. Oktober. Die ungünstige Wirtschaftslage wirkt sich schon seit längerer Zeit auch in der rheinischen Dachschieferindustrie aus. Kürzlich wurde an der Nahe an der Grenze des Birkenfelder Ländchens eine Schiefergrube für sage und schreibe eine Reichsmark versteigert und der Besitzer war wahrscheinlich froh, daß er überhaupt einen Käufer gefunden hatte, wenn auch bei einem so niedrigen Gebot nicht mehr von einem„Kauf" im landläufigen Sinne gesprochen werden kann. Jetzt sollten im Kreis St. Goarshausen verschiedene Dachschiefergruben zwangsweise versteigert werden, da die Grubenbesitzer ihren Zahlungen nicht nachgekommen waren und sie auch in absehbarer Zeit nicht erfüllen konnten. Es handelt sich hier um das Bergwerk„Eigentum“ sowie um die auf den Namen der Gewerkschaft„Blücher“ in Caub eingetragenen Bergwerke Kreuzau, Kreuzberg und Wilhelmsberg. Die Gruben liegen in der Nähe der Stadt Caub und St. Goarshausen und haben eine Feldgröße von 373474 bzw. 3905 538 Quadratmeter. Die durch das Amtsgericht St. Goarshausen festgesetzte Versteigerung konnte jedoch nicht zur Durchführung gelangen, da sich nicht ein einziger Interessent gefunden hatte. Die Versteigerung mußte also wieder abgesetzt werden und es ist auch vorläufig mit einer abermaligen Ansetzung nicht zu rechnen, da keine Aussichten auf eine Versteigerungsmöglichkeit bestehen. Die Angelegenheit ist umso kurioser, als die Bergwerke sämtlich in Betrieb sind und die Belegschaft teilweise beschäftigt haben. Es dürfte nicht zu den Alltäglichkeiten gehören, daß derartige Objekte nicht zu verkaufen sind, zumal der Biicke in * Die erste chirurgische Klinik der Berliner Universität wird geschlossen. In Verfolg der Sparmaßnahmen in Preußen wird die erste chirurgische Klinik der Berliner Universität am 1. April geschlossen werden. Es handelt sich um die Klinik des Geheimrats Bier; die chirurgische Klinik Professor Sauerbruchs bleibt jedoch bestehen. Es ist beabsichtigt, die erste chirurgische Klinik als Polizeiklinik weiterzuführen. Ob es gelingen wird, Geheimrat Bier zu ihrer Leitung zu gewinnen, steht noch dahin. * Raubüberfall auf einen Chauffeur bei Nauen. Ein etwa 25jähriger Mann mietete am Bahnhof Nauen bei Berlin eine Kraftdroschke. Nachdem die Fahrt über Wustermark— Falkensee gegangen war, ließ der Fahrgast die Droschke im Walde halten, zog plötzlich einen Dolch und eine Pistole und forderte den Chauffeur auf, das Geld herauszugeben. Dieser übergab ihm zehn Mark. Der Unbekannte versuchte dann noch den Radreifen zu zerschneiden und verschwand hierauf im Walde. * Beginn des Favagprozesses am 15. Oktober. Die Hauptverhandlung in der Sache der Frankfurter Allgemeinen Versicherungs=AG. wird jetzt erst am 15. Oktober beginnen. Von den sieben Angeklagten werden fünf dem Prozeß beiwohnen, falls Generaldirektor Maedje bis dahin wiederhergestellt ist. * Selbstmord eines Krankenkassenrendanten. Nach Unterschlagung von 10000 Mark erhängte sich der Rendant der Halberstädter Ortskrankenkasse. * 11 000 Mark bei der Mecklenburgischen Genossenschaftsbank geraubt. In die Geschäftsstelle der Mecklenburgischen Genossenschaftsbank in Waren(Mecklenburg) drangen in der Nacht zu Montag Einbrecher ein, nachdem sie die Türen mit einem Nachschlüssel geöffnet hatten. Sie brachen den Geldschrank kunstgerecht auf und stahlen daraus den Gesamtinhalt in Höhe von 11000 Mark. * Zwei Tote durch eine Benzinexplosion. Dresden ereignete sich eine Benzinexplosion. Beim Waschen mit Benzin hatten sich Benzindämpfe entwickelt, die sich an der Glut des Ofens entzündeten. Eine Frau und ihre Tochter erlitten dabei so schwere in der Nähe des Ortes auf die Leiche eines deutschen Kavalleristen gestoßen sei, der auf seinem Pferde sitzend lebendig begraben wurde. Die Identität des Toten wurde an Hand seiner Papiere festgestellt. Es soll sich um einen Mann namens Groß handeln, der einem Ulmer Regiment angehörte. In seiner Geldbörse fand man noch ein Zwanzigmarkstück. Man vermutet, daß der Soldat zu Anfang des Krieges von einer schweren Granate verschüttet wurde. die meinlans tont Verkaufspreis gerade in diesem Falle sehr niedrig angesetzt war. Es ist wohl schon vorgekommen, daß eine Versteigerung an sich fruchtlos verlief, weil den Interessenten der Preis zu hoch erschien und der Versteigerer von einer bestimmten Summe nicht heruntergehen wollte. Daß aber am Versteigerungsmorgen nicht einmal ein einziger Interessent am Platz erschienen war, das ist in der Geschichte der Versteigerungen einzig dastehend und zeugt einmal von einer grenzenlosen Geldknappheit, zum andern aber auch von gesunkenem Wagemut. Die Kathedrale von Reims wieder eröfsier Paris, 5. Oktober. In Anwesenheit zahlreicher Staatsbeamter und einer Reihe hoher Würdenträger wurde am Sonntag die berühmte Kathedrale Saint Remy in Reims durch den Erzbischof von Reims wieder eröffnet. Die Kathedrale hatte im Krieg stark gelitten und ist jetzt wieder vollständig hergestellt worden. Der Stille Ozean wieder von West nach Ost überflogen Newyork, 5. Oktober. Die beiden amerikanischen Weltflieger Fangborn und Herndon, die am Sonntag früh von Japan aus zum Fluge über den Stillen Ozean nach Amerika gestartet waren, sind am Montag nachmittag um 16.10 Uhr amerikanischer Zeit in Wenache im Staate Washington glücklich gelandet. Die Wenl Brandwunden, daß sie in der Nacht zum Sonntag im Krankenhaus starben. * Furchtbare Tat einer geistesgestörten Mutter. In Kürnach bei Würzburg ertränkte die 47jährige Tagelöhnersehefrau Klothilde Ebert in Abwesenheit ihres Mannes ihre beiden Kinder im Alter von 1½ und 3½ Jahren in einer Blechwanne und sprang hierauf in die Jauchegrube. Die Frau wurde einige Zeit später sterbend aufgefunden. * Selbstmord zweier holländischer Bankiers. Der Direktor der Haager Bank, Six, und der Direktor der Holland=Canada=Hypotheken= bank in Amsterdam haben, wie aus dem Haag gemeldet wird, Selbstmord begangen. Die Gründe für den Selbstmord sollen Sorgen über die allgemeine wirtschaftliche Entwickelung sein. Die Pfundkrise soll als Grund nicht in Frage kommen. K Eröffnung einer Gottlosen=Universität in Samara. In Samara(Sowjetrußland) wurde eine Gottlosen=Universität eröffnet. Sie soll jährlich 200 Agitatoren ausbilden und auf Staatskosten erhalten werden. Die Universität ist in einer ehemaligen Kathedrale untergebracht. Meuterei auf dem Dampfer„Bochum“ Hamburg, 5. Oktober. Wie bekannt wird, verweigerte am Samstag ein Teil des Maschinenpersonals des Hapagdampfers „Bochum“ den Dienst. Die Ausreise des Dampfers nach Montreal wurde dadurch verzögert. Die Polizei nahm Verhaftungen vor. Die Festgenommenen werden sich wegen Meuterei zu verantworten haben. Wie wir weiter erfahren, haben sich von den 17 Heizern, die auf dem Dampfer„Bochum“ den Dienst verweigerten, weil sie glaubten, daß ein Streik ausgebrochen sei, heute wieder 14 zur Verfügung gestelli, nachdem sie sich von der Unwahrheit dieser Gerüchte überzeugt hatten. Bei den drei übrigen handelt es sich um die unter kommunistischen Einflüssen stehenden Unruhestifter. Raubüberfall auf einen Bauernhof Die drei„Kommissare“.— Landwirk und Wirtschafterin gefesselt Osnabrück, 5. Oktober. Als sich der Landwirt O. in Powe von einer Scheune zu seinem Wohnhause begeben wollte, traten drei junge Personen auf ihn zu, gaben sich als„Kommissare“ aus und baten, die Nacht über bei O. schlafen zu können. O. entgegnete, der Besuch sei ihm nicht angenehm; denn von den überaus zahlreichen Brandstiftungen der letzten Tage habe er die Nase voll. Das Trio bat aber, es auf dem Heuboden übernachten zu lassen, stellte sich als Unschuldslämmer hin und bot dem Landwirt seine Streichhölzer zum Beweis dafür an, daß sie nicht„die Bude“ in Brand stecken würden. O. nahm die„Herren Kommissare“ mit ins Haus und erklärte seiner Wirtschafterin, es seien Bekannte, die übernachten würden. Zwei hielten im Hause plötzlich O. Revolver vor mit den Worten:„So, jetzt haben wir dich so weit!" Auch der dritte „Kommissar“ kam hinzu. Landwirt und Wirtschafterin wurden gefesselt und von einem mit dem Revolver in Schach gehalten, während die beiden anderen drei Viertelstunden lang das Haus durchwühlten, große Vorräte an Lebensmitteln und eine bedeutende Geldsumme zusammenrafften. Dann ergriffen sie die Flucht und ließen die Personen gefesselt zurück. Bisher konnten die Verbrecher noch nicht gefaßt werden. Anklage im Devaheim-Skandal Ermittlungen der Staatsanwaltschaft beendet Berlin, 5. Oktober. Wie bekannt wird, wird im Laufe der nächsten beiden Wochen die Anklage im DevaheimSkandal erhoben werden, da die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft jetzt im wesentlichen beendet sind. Der Kreis der Angeschuldigten dürfte außer den bereits bisher in dieser Angelegenheit genannten Personen, nämlich Pastor D. Cremer, seinem Sohn Ernst Wilhelm Cremer und dem ehemaligen Generaldirektor Jeppel, noch weitere Beteiligte umfassen, und zwar den früheren Mitarbeiter Jeppels, Claußen, der seinerzeit bei der Hilfskasse tätig war, sowie das Vorstandsmitglied der Evangelischen Baugenossenschaft in Mülheim Kocks. Neuer Fund in Pompesi Rom, 5. Oktober. Im sogenannten Hause des Menander“ in Pompeji, aus dem erst jüngst ein reicher Gold= und Silberschatz an Tafelgeschirr ans Tageslicht gehoben wurde, hat man jetzt ein wohlerhaltenes spann, eine Biga, aus der Kaiserzeit gefunden. Der Wagen, dessen tragender und wichtiger Teil aus Bronze besteht, hat ohne die Deichsel eine Länge von 1,70 Meter. Er soll sich in gut erhaltenem Zustande befinden. Der Fund ist um so bedeutender, als man die Form dieser Wagen zwar aus Wandgemälden in Pompeii kannte, aber bisher keine Originale zu Gesicht bekam. Die Ausgrabungsleitung unter Führung von Professor Majuri läßt die Holzteile des Zweigespanns ersetzen; das wertvolle Stück soll im Museum in Neapel untergebracht werden. Wieder ein Bootsunglück imn Jaunischen Merbosen Helsingfors, 5. Oktober. Vor einiger Zeit explodierten, wie gemeldet, zwei Schmugglerfahrzeuge in der Finnischen Bucht, wobei neun Schmuggler umkamen. Am Mittwoch wollte ein Detektiv die Unglücksstelle untersuchen und fuhr mit sechs anderen Personen hinaus. Dort angekommen, stieß das Motorboot auf Grund und sank. Fünf Personen ertranken. Die beiden übrigen wurden von der Mannschaft eines in der Nähe gelegenen Leuchtturmes gerettet. K Eine Million Zigarren durch Feuer vernichtet. Es ist ja der natürliche Daseinszweck der Zigarre, durch Feuer vernichtet zu werden. Etwas plötzlich geschah das aber bei einem Brand in einer Zigarrenfabrik in Bad Oeynhausen. Nicht weniger als eine Million Zigarren und Zigarillos wurden hier zum Teil durch das Feuer, zum Teil durch das Löschwasser vernichtet. Der Brand ist durch die Unvorsichtigkeit zweier Malerlehrlinge verursacht worden. 2. FAS ArzielSutacken! Jede Bohne Qualität jeder Tropfen Genuß jede Tasse Gesundheit das ist Kaffee Hag! In jedem Paket ein Gutschein. Im Weihnachtsmonat auf 40 Gutscheine 1 imit. Altsilberdose mit Kaffee Hag gretis *" Wardawe ewer. und Scheuern Henko ist nicht nur zum Einweichen der Wäsche von Haus- und Küchengerät nehme ich es gern. Und ganz besonders schätze ich in die ideale Hilfe, auch zum Putzen Henko das gute Mittel, hartes Wasser ich Henko weich zu machen. Seit über Jahren kenne und bleibe dabei! Was sich seit 50 Jahren bewährt hat, muß gut sein!“ Bochumer Anzeiger u. Gen. Anz. Handel- Gewerbe- Indultrie Dienstag, 6. Oktober 1931 Reichsbank und Diskont Im Laufe des Samstags haben in der Reichsbank Beratungen von schwerwiegender Bedeutung stattgefunden. Gleich vorweg sei gesagt, daß man zu dem im Interesse der Wirtschaft dringend geforderten Entschluß gekommen ist, vorderhand von einer Diskonterhöhung Abstand zu nehmen. In der Sitzung des Reichsbankdirektoriums, an der auch Vertreter der Bankwelt teilnahmen, kam zum Ausdruck, daß der große Devisenabfluß zum wesentlichen Teil auch darauf zurückzuführen ist, daß die Exporteure einen erheblichen Teil ihrer Devisenerlöse im Auslande stehenlassen. Es kommt hinzu, daß auch der Kursrückgang der fremden Währungen deutschen Schuldnern hier und da Veranlassung gegeben hat, einen Teil ihrer in diesen Währungen laufenden Verpflichtungen vorzeitig abzudecken, um aus dem Disagio einen Gewinn zu erzielen. Es wird aus Kreisen der Reichsbank bestätigt, daß der Quartalsultimo der Reichsbank mit seinen angespannten Ziffern zur Erörterung der Diskontfrage geführt hat. Eine Diskonterhöhung wird im Augenblick aber nicht in Betracht kommen. Erfreulicherweise sind die Devisenansprüche an die Reichsbank in den letzten beiden Tagen auf etwa ein Drittel des früheren Umfanges zurückgegangen. Sie haben am Donnerstag und Freitag Jeweilig einen Betrag zwischen 7 und 10 Millionen Reichsmark erreicht, während vorher Tagesabflüsse um 35 Millionen Reichsmark herum zu verzeichnen waren. Die Reichsbank kann unter diesen Umständen mit einer Diskontentscheidung um so eher warten, als der letzte Ultimoausweis ohnehin die schwerste Quartalsbelastung im Jahre darstellt. Dazu kam, daß sich diesmal in dem Ausweis der Abzug ausländischer Markguthaben nach den Vereinbarungen des Stillhalteabkommens widerspiegelte. Die Reichsbank ist sich der schweren Verantwortung bewußt, die eine übereilte Diskonterhöhung zum Nachteil der ohnehin schwer ringenden Wirtschaft zur Folge haben müßte. Es kommt hinzu, daß der praktische Erfolg einer Diskonterhöhung in Anbetracht der heutigen Verfassung des Geld- und Kapitalmarktes vollkommen fraglich erscheint. Der Berliner Handel von Büro zu Büro Auf Grund der Notverordnung vom Samstag ist zwar die Veröffentlichung von Kursen verboten, doch hat der Handel von Büro zu Büro in Berlin keine Einschränkung erfahren und wurde auch am Montag auf etwas gegen Samstag ermäßigtem Niveau durchgeführt. Ein erheblicher Unsicherheitsfaktor blieb noch die Frage, wie lange die Börse geschlossen sein wird. In Börsenkreisen rechnet man bereits zumindest bis zum Reichstagsbeginn(13. Oktober). Am Geldmarkt blieb die Situation unverändert angespannt. Für Tagesgeld nannte man einen Satz von 9 bis 11 Prozent. Der Privatdiskont notierte 8 Prozent. Das englische Pfund wurde entsprechend den niedrigeren Auslandsmeldungen auf 16.05 Reichsmark(Mittelkurs) amtlich festgestellt. Dänemarks größte Bank in Schwierigkeiten Der Staat springt ein. Nach einer Meldung aus Kopenhagen ist „Handelsbanken“, die größte der drei dänischen Großbanken, in Schwierigkeiten geraten. Die dänische Notenbank, die Nationalbank, hat der Bank versprochen, ihre Mittel zur Deckung von evtl. Abhebungen in dem Umfang zur Verfügung zu stellen, wie Handelsbanken es für notwendig ansicht. Der dänische Handelsminister Hauge erklärte im Zusammenhang mit den Schwierigkeiten von„Handelsbanken“, es sei selbstverständlich, daß Gelder, die von Kunden übereilt abgehoben würden, ersetzt werDas dedhei Peig. Kornen-Abkehmen Herabietzung der deutschen Einfuhr nach Belgien auf 76 Prozent Ueber die Neuregelung der Kohleneinfuhr nach Belgien können nunmehr die Abmachungen zwischen den beteiligten Industrien in ihren wesentlichen Zügen mitgeteilt werden. Der entsprechende Notenaustausch wird in Berlin zwischen der belgischen Gesandtschaft und dem Auswärtigen Amt stattfinden. In diesem Notenwechsel wird vereinbart, daß Deutschland vorübergehend auf Art. 6 des deutsch-belgischen Handelsvertrages vom 4. 4. 1925 verzichtet, vorausgesetzt, daß sich die beiden Industrien verständigen. Das Abkommen zwischen dem Ruhrkohlensyndikat und dem Verkaufssyndikat des Eschweiler Bergwerksvereins einerseits und dem Comptoir des Ventesde Charbonnages anderseits läuft bis 31. Dezember 1931. Es enthält keine Bestimmungen über die Verlängerung. Durch die Abmachungen verpflichten sich die genannten Verbände zu dem Einverständnis, daß die Kohleneinfuhr nah Belgien auf76 Prozent herabgesetzt wird, wobei man das monatliche Durchschnittsmittel von 1930 zugrunde legt. Braunkohlenbriketts dürfen bis zur vollen Höhe der Menge des Jahres 1930 eingeführt werden, ohne jedoch darüber hinauszugehen. Die Kokseinfuhr ist keinerlei Beschränkungen unterworfen. Ebenso bleibt die Braunkohle, soweit sie Transitkohle ist, von den Abmachungen unberührt. Das Gebiet des Großherzogtums Luxemburg, das mit Belgien zur Zollunion verbunden ist, wird von diesen Abmachungen in keiner Weise berührt. Die Einfuhr deutscher Kohle nach Luxemburg ist also keinerlei Beschränkungen unterworfen. Die von den deutschen Kohlenhandelsverbänden nicht ausgenutzten Monatsmengen können nachgeliefert werden. Eine Vorleistung auf die Quote des folgenden Monats ist nur bis zu einem Zehntel gestatAmtliche Devisenkurse Berlin, den 5. Oktober 1931 tet. An die beiden deutschen unterzeichnenden Verbände wird eine Globallizenz erteilt. Die beiden deutschen Verbände verteilen die Mengen unter sich im Verhältnis von 38:5. Für die deutsche Ablieferung, die auf belgische Schiffahrtszüge erfolgt, wird eine Zusatzmenge über das Gesamtkontingent zugestanden, d. h. wenn für mehr als sieben Zehntel des deutschen Imports an Kohle belgische Schiffe benutzt werden, kann bis zu 50 Prozent der überschieBenden Menge mehr eingeführt werden ohne daß allerdings diese Zusatzeinfuhren 7,5des Gesamtimports nach Belgien übersteigen dürfen. Soweit die Abmachungen über die Verpflichtungen der deutschen Beteiligten. Belgien willigt seinerseits ein, seine Kohlenerzeugung um.5 Millionen Tonnen zu senken, wobei ebenfalls die Förderung von 1930 zugrunde gelegt wird. Die damalige Erzeugung stellte sich auf 27.4 Millionen Tonnen, soll also jetzt auf 24,9 Millionen Tonnen gesenkt werden. Sollte von belgischen Zechen mehr gefördert werden, als dieser Vertrag vorsicht, so müssen die überschießenden Mengen auf Halde geschüttet werden. Auf keinen Fall aber soll die Förderungsdrosselung unter 2 Millionen Tonnen herabgehen. Als Ausfuhr für belgische Kohle sind.8 Millionen Tonnen jährlich als Grundlage vorgesehen. Räumt Belgien anderen Mächten hinsichtlich der Kohle Vergünstigungen ein, so kommen diese ebenfalls den deutschen Kohlenimporteuren zugute. Tritt im belgischen Kohlenverbrauch eine Besserung der Marktlage ein, so wird die deutsche Industrie anteilmäßig beteiligt. Die Verhandlungen mit Polen. Holland und England sind noch nicht zum Abschluß gelangt, was aber keine Bedeutung hat, da diese Mächte mit Belgien keinerlei Handelsvertragsbindungen über Kohleneinfuhr eingegangen sind. den müßten. Es müßten also andere Zahlungsmittel beschafft werden. Dies sei auch jetzt nach dem Versprechen der Nationalbank bei„Handelsbanken“ der Fall. Es könne aber hierbei keine Rede von irgendeiner Inflation sein. Immerhin werde die Nationalbank jetzt ihre Kreditpolitik den Banken gegenüber mildern, so daß diese in die Lage versetzt würden. legalen Geschäften Kredite zur Verfügung zu stellen. Stabililicrung des Pfundes vorläucs unwahrcheinlich Die Londoner„Times“ schreibt, daß die Stabillsierung des Pfundes auf einer bestimmten Höhe in der nächsten Zukunft nicht wahrscheinlich sei, da England widrigenfalls Gefahr laufe, zur Erhaltung seiner Währung vom Auslande borgen zu müssen. Eine Aufhebung der Sonderbestimmungen über Devisentransaktionen würde nicht nur für die Finanz. und Handelswelt von Vorteil sein, sondern auch den Vorzug haben, daß sich der Jeweilige Wert des Pfundes sehr genau angeben lasse Währungsschutzverordnung in Finnland. Der Staatspräsident von Finnland hat eine Verordnung erlassen, durch die Erwerb von Devisen und die Ausfuhr von finnländischer Mark bestimmten Beschränkungen unterzogen wird. Die Verordnung soll bis zum 31. Dezember d. J. in Kraft bleiben. Die Bank von Frankreich und die Bundesreservebank von Newyork werden der Bank von Finnland einen auf französische Franken bzw. Dollar lautenden Kredit gewähren. Die Goldverschiffungen von Amcrika nach Europa dauern unvermindert an. Nachdem am Samstag Sonntag und Montag drei Dampfer mit Goldladungen in Cherbourg bzw. Southampton ankamen befinden sich jetzt noch sechs weitere Damp: fer mit Goldsendungen nach Europa unterwegs. Alle Dampfer zusammen bringen für etwa 100 Millionen Dollar Gold nach Europa. Der größte Teil von diesen Sendungen geht in die Keller der Bank von Frankreich, während der Rest in England und in Holland bleiben soll. Die Bank von Japan hat den Diskontsatz von.11 auf .84 Prozent erhöht. * Die Effektenbörse von Oslo, die seit einer Woche geschlossen war. ist am Montag wieder geöffnet worden. Inland eingeschränkt worden. Auf dem Auslandsmarkt sind die Preise bei geringen Umsätzen auf der ganzen Linie gefallen. Das Christian-Werk der Zinkhütte In Brzezowitz(Polnisch-Oberschlesien) ist am 1. Oktober gänzlich stillgelegt worden. Den Beamten wurde gekündigt, nachdem die Arbeiterschaft bereits vor einigen Monaten die Kündigungen erhalten hatte. Rheinisch-Wefffälische Vichmärkte vom 5. Oktober 1931. Ausgesuchte über Notiz, 94. 241 cbt.2. Bochum: Marktverlauf: Großvieh und Schweine mittel, Kälber schlecht, Mark gerdunk. Dortmund: Marktverlauf: Großvich mittel, geräumt, Kälber mittel, geräumt, Schweine mittel, geräumt Essen: Marktverlauf: mittel für alle Gattungen Duisburger Getreidemarkt Notierungen für 100 Kilo in Reichsmark, frei Waggon Duisburg Ousohurg, I. Ktecher 1161. Die Auslandsbörfen Newyork. Anfang: Eher schwächer. London: Unsicher und nicht einheitlich. Amsterdam: Weiter rückgängig. Paris: Schwächer bei unregelmäßiger Bewegung. Brüssel: Neue Kursrückgänge. Mailand: Ueberwiegend schwächer. Zürich: Teils scharfe Rückgänge. Vorbereitung für die Hansteld-Stillegung Die Mansfeld AG. für Bergbau und Hüttenbetrieb gibt in einer Erklärung bekannt, daß die vorbereitenden Maßnahmen für die Stillegung ihrer Betriebe in Angriff“ genommen seien. Die begonnenen Neubauten würden sofort eingestellt werden. Wegen der fortdauernden großen Verluste sei beim Demobilmachungskommissar in Merseburg eine Abkürzung der vierwöchigen Stillegungsfrist beantragt worden. Das Kupfer- und Messingwerk in Hettstedt soll weitergeführt werden. Quer durch die Wirtschaft In einer Gläubigerversammlung der Vereinigten Eisenhandlungen AG. In Gevelsberg wurde mitgeteilt, daß die Passiven.133 Millionen Reichsmark betragen, denen an verfügbaren Aktiven.369 Millionen Reichsmark gegenüberstehen. Bei den Vereinigten Eisenhandlungen G..b. H. beziffern sich die Gesamtschulden auf.5 Millionen Reichsmark, denen höchstens 350000 Reichsmark Aktiven gegenüberstehen Die drei größten Reedereien Italiens. Navigazione Generale Italiana in Genua und die bereits durch eine In(eressengemeinschaft miteinander verbundenen Cosulich in Triest und Llovd Sabaudo in Genua haben die Verschmelzung ihrer Verwaltungen und Agenturen beschlossen, um jede Konkurrenz und Rivalität auszuschalten, größtmögliche Ersparnisse zu erzielen und so der ausländischen Konkurrenz besser die Stirn zu bieten. * Wie Havas aus Luxemburg berichtet, hat sich der Abrechnungsausschus des Stahlkartells für die Festsetzung einer neuen Abrechnungseinheit anstelle des Pfund Sterlings ausgesprochen. Es steht den einzelnen Mitgliedern des Stahlkartells die Auswahl frei. * Im deutschen Außenhandel in Eisen und Stahl verringerte sich im August die Einfuhr von 83000 Tonnen auf 75 000 Tonnen, während die Ausfuhr auf 320000 Tonnen (313 000 Tonnen) stieg. Der Ausfuhrüberschuß erhöhte sich von 230 000 Tonnen auf 245000 Tonnen. * Eine neue Verschlechterung der Lage der GroßeisenIndustrie wird vom Zweckverband der Ruhrhandelskammern für den Monat September festgestellt. Selbst der zur normalen Lagerergänzung notwendige Bedarf ist im Inl. Weizen Inl. Roggen 70% Ostd. Haf. neue Ernte Pomm. Haf Roein. Hater Inl. Gerste Ausl. Weizen Ausl. Roggen Ausl. Hafer Ausl Gerste La Plata-Mais vogge 22 323—33 355—36 292—30 29—29 —11 11—12 81—95 9 Getreide- und Warenbörse in Essen (Großhandel-Börsenpreise) Die Preise verstehen sich für 100 kg waggontrei Essen bei Abnahme von Waggonladungen Essen, 5. Oktober Inländ. Weizen " Roggen Pomm. Weid-Hafer Ausländ. Weizen " Roggen " Hafer " Gerste Plata-Mais... Pl.-Cimtuant.-Mais 18.-18.7 30.-32.0 vorige 21.50 30-32 22.-22.522.-22.5Weizenbollmehl 20.-21.0/20.-21.0 19.-20.2119.-20.2 20.21 2 210 21.-21.5 22 heute.org weizenm. Grdpr. 97% 33.-33.7 33.-33.5 10%.rh. Roggenm. 30.-31.029.-30.2 Ostd. Roggenmehl-—.—.-.—. Weizenkleie. 9-11.0s10.-11.5 11.-12.0s12.-13.0 Roggenkleie....-.0.-.0 rockenschnitzel.-.5.0.5 Steffenszuckerschn..-.0.-10.0 Tendenz: stetig WeizenmehlGrundpr. 35.-36.2 25.-36.2se Berliner Produktenbericht Berlin, 5. Oktober 1931 Amtlich festgesetzte Preise. Getreide und Oelsaaten per 1000 Kilogramm. sonst per 100 Klogramm Berliner Metallnotierungen Berlin, den 5. Oktober 1931 Ae fu enden eunt d euier eihnenie bentctenet und Bezahlung für je 100 Kilogramm) Elektrolytkupfer(wrebars) prompt, cit Hamburg. Bremen oder Rotterdam Standard-Bles per Originalhüttenaluminium 98—99%, in Blöcken gesgl. in Walz oder Drantbarren Banka-, Straits, Australzinn in Verkäuferswahl Hüttenzinn, mindestens 99% Reinnickel. 98-99% Antimon-Requlus Silber, 1 Kllogramm, ca. 1000 Feinheit.... Gold, i0 Gramm Altplatin per Gramm(Abfälle) Circapreis Techn. reines Platin per Gramm, detailpreis 5. Oktober 63.00 170.00 174.00 Aacher 69.00 170.00 174.00 350.00 350.00 46 00—48.00 46.00—48.00 39.50—42.75 39.50—42.50 dem Stadttreis Wattenscheid Evangelischer Volksdienst Höntrop. Der Evangelische Volksdienst Höntrop und Eppendorf hielten ihre Tagung ab, in welcher die Winterarbeit besprochen wurde. Die letzte preußische Notverordnung wurde scharf kritisiert. Die Führung der Winterarbeit wurde insofern geregelt, als die Führung für Höntrop: Schminke, Lehmhaus und Fischer; für Eppendorf: Karl Deppe übernimmt. st Innungsausschuß. Die vereinigten Innungen hielten im Innungshaus ihre vierte Quartalstagung ab, die in Abwesenheit des ersten Vorsitzenden Schattschneider von der Friseurinnung leitete. Die Anstellung des Inkassovertreters Lehnardt wurde gutgeheißen. Berufsschuldirektor Kuropka referierte über die Vorbereitungskurse zur Meisterprüfung und über die diesbezüglichen Verhandlungen zwischen der Handeskammer und den Behörden. st Freiwillige Feuerwehr Höntrop. In der Schlußübung der Höntroper Wehr konnte man sich erneut von der Schlagkraft der Wehr überzeugen. Gezeigt wurden Körperschulung, Fußdienst, Geräte= und Leiterexerzieren mit dem Abschluß des großen Sturmangriffs mit allen Geräten am Steigerturm. Nach einem Umzug durch die Gemeinde stärkte man sich im Vereinsheim durch ein Erbsensuppenessen. Im Saale Knappmann fand dann der Festabend statt. Vorträge der Kapelle wechselten mit Deklamationen des Leiters der Höntroper Waldbühne, Lüers, ab. Brandmeister Hoose wies auf die vier großen Brände im letzten Jahre in Höntrop hin, bei denen die Wehr ihre Schlagkraft bewiesen habe. Als Gäste waren erschienen: Brandmeister Kerkhoff und Rulkötter aus Steele, Theaterdirektor Lüers, Thiele (Eppendorf) als Vertreter des erkrankten Branddirektors Bürgermeister Borgloh, der dem 2. Brandmeister Lüger für 25jährige Mitgliedschaft das Verdienstabzeichen für das Feuerlöschwesen mit Besitzurkunde des Innenministeriums verlieh. Für 10jährige Mitgliedschaft wurden ausgezeichnet die Wehrleute: Anderkerk, Mons, Gerlach, Rosinalski und Serlach. et Nächtlicher Einbruch. In der Nacht zum Montag wurde in einem Geschäft in der Oststraße ein Einbruch verübt, nachdem eine große Schaufensterscheibe eingeschlagen wurde. Die Diebe wurden verscheucht und gottesdienst verschönte der Kichenchor, während Missionar entkamen. Entwendet wurde von den Einbrechern[Dassel die Festpredigt hielt. Die Festversammlung, nichts, aber andere, welche gern im trüben fischen, machten sich an den Auslagen„gesund". d Stadttreis Wanne-Eicke! Röhlinghausens älteste Frau. Aus Anlaß des 92. Geburtstages der ältesten Mitbürgerin Röhlinghausens und ältesten Insassin des Synodal=Altersheims wurden der Witwe Friederike Walter geb. Schultz zahllose Ehrungen zuteil. U. a. brachte die Frauenhilfe Röhlinghausen unter Ueberreichung eines Geschenkes ein Ständchen. Die alte Dame, die noch gern aus vergangenen Tagen erzählt, war ob dieser Ehrung sichtlich erfreut. ur Friedrich Kesebom;. Hier starb plötzlich der 82jährige Veteran von 1870/71 Friedrich Kesebom. Der Verstorbene spielte im kommunalen und katholischkirchlichen Leben unserer Stadt eine bedeutende Rolle. U. a. war er Mitbegründer des katholischen Gesellenvereins. ur. Wahl zur Landwirtschaftskammer. Für die Wahl zur Landwirtschaftskammer ist für den Stimmbezirk Wanne=Eickel— umfassend das Stadtgebiet— der Gutsbesitzer Wilhelm Röhlinghaus, WanneEickel, Hofstraße 42, als Wahlvorsteher und der Gutsbeützer Richard Spelberg, Wanne=Eickel, Holsterser Straße 127, als Wahlvorsteher=Stellvertreter durch den Wahlkommissar bestellt worden. Die Wahlhandlung beginnt am 11. Oktober, vormittags 9 Uhr. Die Abstimmung dauert bis 3 Uhr nachmittags. Als Wahlraum ist das Beratungszimmer 23 des Rathauses Wanne=Eickel, Schwerinstraße, bestimmt. Katholisch=Kirchliches. Am morgigen Mittwoch findet in der St. Laurentiuskirche und in der Kapelle des katholischen Krankenhauses die Feier der Ewigen Anbetung statt. Missionsfest. Gestern feierte die evangelische Gemeinde Wanne ihr diesjähriges Missionsfest. Den Festdie von gesanglichen und musikalischen Parbietungen umrahmt war, fand im Bröldickschen Saale statt. Missionar Dassel erzählte in spannender Weise aus seiner Missionstätigkeit. ur Katholischer Arbeiter= und Knappenverein St. Laurentius. In feierlichem Festakt begrüßte am Sonntag der„St. Antonius Knappen= und Arbeiterverein“ der St.=Laurentius=Pfarre in den überfüllten Sälen des Kolpinghauses seinen neuen geistlichen Führer, Pfarrer Baumeister, der mit einer Abordnung von seiner Wohnung abgeholt und ins Festlokal geleitet wurde. Nach einem Begrüßungslied des Kirchenchors unter Stabführung des stellvertretenden Dirigenten Franz Esser jun.(Bochum) hielt der Vizepräses Volkmann die Festansprache. Nach einem Prolog dankte Pfarrer Baumeister für die herzliche Begrüßung und gelobte, dem Arbeiterverein ein getreuer Führer zu sein. Das ernste Theaterstück:„Arbeiterhände" und der humorvolle Einakter:„Man muß helle sein", brachten aufmunternde Abwechslung in die durch gemeinsame Lieder und Musikvorträge abgerundete Darbietungsfolge des Einführungsfestes, an dem die ganze St.=LaurentiusPfarre regen Anteil nahm. Stadtkreis Witten Betrug. Ein Techniker aus Witten, der sich unter Vorspiegelung falscher Tatsachen ein Fahrrad erschwindelt hatte, wurde wegen Betruges zur Anzeige gebracht.* Stadttreis Herne Vater und Sohn. Am Samstag gegen 12½ Uhr Wahnung im Verlaufe eir schlug in der elterlichen wohnung im Verlaufe einer Auseinandersetzung ein Vater seinen 23jährigen Sohn mit einem Spazierstock. Der Stock war mit einem Stück Eisenrohr umnagelt. Die Schläge waren so gefährlich, daß der Sohn besinnungslos liegen blieb und dem katholischen Krankenhause zugeführt werden mußte, wo neben einigen Kopfverletzungen auch eine Gehirnerschütterung festgestellt wurde.“ Radtrste Oolentunen Die Stadtverwaltung spart. Die Verwaltung ist dabei, ihre Beamtenbesoldung nach den Vorschriften der Sparnotverordnung zu reformieren. Sie hat bereits eine genaue Liste ihrer sämtlichen Beamten angefertigt, die Nachweis führt über Tätigkeit, Verdienst usw. Auch der etwaige Nebenverdienst ist in dieser Aufstellung verzeichnet. Damit wird das mit Recht stark bekämpfte Doppelverdienertum berührt. Der Betrieb an der Verwaltungsschule soll mit Beendigung des jetzt laufenden Kursus eingestellt werden, weil ja ohnehin für den Beamtennachwuchs keine Stellen mehr vorhanden sind. Der Oberbürgermeister wird, wie er erklärt hat, die Beamtenbesoldung sofort vorschriftsmäßig durchführen. Der Oberbürgermeister wird nach der Sparnotverordnung von bisher 24000 auf 18.000 Mark Grundgehalt heruntergesetzt, der zweite Bürgermeister von 18000 auf 14000, die Beigeordneten von durchschnittlich 16.000 auf 10 600, bei den folgenden Beamtenkategorien stufen sich die Gehälter entsprechend obd. Aus dem Gerichtssaal Blutprobeverfahren im Vaterschaftsprozeß § Aachen, 5. Oktober. Das Schwurgericht Aachen verurteilte in einem Vaterschaftsprozeß ein Mädchen aus Büsbach wegen Meineides zu einer Zuchthausstrafe von einem Jahr und drei Monaten, fünf Jahren Ehrverlust und Aberkennung der Eidesfähigkeit auf Lebenszeit. Das Mädchen hatte vor einiger Zeit vor dem Amtsgericht Eschweiler in einem Unterhaltsprozeß gegen einen jungen Mann geschworen, daß dieser und rein anderer der Vater ihres Kindes sei, worauf zu ihren Gunsten entschieden wurde. Der junge Mann, der heftig bestritt, überhaupt je in Beziehungen zu der Klägerin gestanden zu haben, legte Berufung ein. Das Landgericht Aachen ordnete darauf das Blutprobebestimznasperfahrer an das zur Erhebung eines Meineidsführte. Die Gutachten mungsverfahren an, oas zur Erh verfahrens gegen, das„Mädchen fuhrze.. Dir Iutacht der Sachverständigen Professor Dr. Müller(Köln) und Professor Dr. Petruski(Bonn) verneinten auf Grund der vorliegenden Blutproben mit Bestimmtheit die Vaterschaft des Mannes. Während die Angeklagte bei ihrer Beschuldigung blieb, hielt das Gericht den Meineid durch die Sachverständigengutachten für erwiesen und erkannte auf die obengenannte Strafe. Bochumer Anzeiger u. Gen. Anz. Dienstag, 6. Oktober 1931 Kcotoet, Extel und Epeet Ismaier Europameister Neue Weltrekorde im Gewichtheben. Mit dem Kampf der Mittel= und Schwergewichtler erreichten die diesjährigen Europameisterschaften im Gewichtheben in Luxemburg ihren Höhepunkt und Abschluß. Infolge der mangelhaften Organisation zog sich die Abwicklung des Programms sehr in die Länge und Mitternacht war längst vorüber, als endlich der Letzte seine Uebungen erledigt hatte. Im Mittelgewicht gab es den erwarteten Sieg des Müncheners Rudolf Ismaier, dem es gelang, den einzigen Europameistertitel für Deutschland zu gewinnen. Mit einer Gesamtleistung von 685 Pfund konnte er auch seinen eigenen Weltrekord im Olympischen Dreikampf um fünf Pfund verbessern. Die beiden anderen deutschen Bewerber, Hoffmann und Reinfrank, belegten mit Leistungen von 635 bzw. 620 Pfund den fünften und sechsten Platz. Im Schwergewicht holte der Olympiasieger Nosseir den dritten Europameister= titel für Aegypten aus dem Feuer. Auch er schuf einen neuen Weltrekord im Olympischen Dreikampf, indem er ein Gesamtgewicht von 790 Pfund zur Hochstrecke brachte. Außer Konkurrenz stellte dann auch Nosseir noch mit 335 Pfund einen neuen Weltrekord im beidarmigen Stoßen auf. Am besten zu den fabelhaften Aegyptern hielten sich noch die beiden Deutschen Ries und Straßberger, die mit 735 bzw. 730 Pfund die Plätze belegten. Für einen deutschen Sieg im Preis der Nationen, den unsere Vertreter zu verteidigen hatten, langte es trotzdem nicht ganz. Aegypten blieb Sieger mit 11 Punkten vor Deutschland mit 10, Oesterreich mit 5, sowie Italien und Luxemburg mit je 2 Punkten. Mittelgewicht: 1. Ismaier(Deutschland) 200 2. Galimberti(Italien 215 3. Arafa(Aegypten) 205 Schwergewicht: 1. Nosseir(Aegpyten) 220 2. Ries(Deutschland). 205 3. Straßberger(Deutschl.) 245 210 195 200 240 235 215 275 265 250 330 295 270 685 675 655 790 735 730 Vorhutgefechte Die Vorrunde der Gaumeisterschaften im Boxen. Die am Sonntag im Lokal Hucke zum Austrag gekommene Vorrunde hatte einen guten Besuch zu verzeichnen. Die Kämpfe brachten schöne Leistungen, doch ging es ohne Fehlurteile nicht ab. Die Ergebnisse waren: Bantamgewicht: Panneke Bottrop) schlug Lehnert(Reckl.) in der zweiten Runde.o. Jakubowski II(Pol. Bochum) hatte Freilos. Im Federgewicht schied Jakubowski I(Pol. Bochum) durch Uebergewicht(!) aus. Leichtgewicht: Piotrowski II(BSK.) schlug Gomilla(Gladbeck) nach Punkten. Girock(Astoria) schlug Judt(Castrop) nach Punkten. Holl(Herne) schlug Ohl(Witten) nach Punkten. Weltergewicht: Erbsner(BSK. 19) schlug Kringe(Castrop) nach Punkten. Fischer (BSK. 19) schlug Gurag(Schalke 04) nach Punkten. Kampmann(Astoria) verlor durch offensichtliches Fehlurteil gegen Kalina(Schalke 04). Mittelgewicht: Grigo(Pol. Bochum) schlug Ostendorp (Witten) nach Punkten. Halbschwergewicht: Vienhoven(BSK. 19) schlug Olias(Reckl.) nach Punkten. Wesoli(Schalke 04) schlug Ky(Gladbeck) in der ersten Runde.o. Schwergewicht: Kreis (Pol. Bochum) verlor gegen Heitling(Reckl.) knapp nach Punkten. Grzesky(Gladbeck) schlug Futter (Schalke 04) nach Punkten. Dr. Bauwens mißhandelt Die Ungarn waren mit seinen Entscheidungen unzufrieden. Eine heftige Kritik, die sich zu Mißhandlungen auswuchs, übte das ungarische Publikum anläßlich des österreichisch=ungarischen Länderspiels an dem deutschen Schiedsrichter Dr. Bauwens. Bei Entscheidungen gegen die Ungarnmannschaft steigerte sich die Erregung soweit, daß kurz vor Schluß der Halbzeit ein Zuschauer auf den Spielleiter zulief und ihn ohrfeigte. Bei einem Elfmeter, durch den die Oesterreicher ausglichen, wurde Dr. Bauwens laut in grober Weise beschimpft. Nach Schluß des Spiels mußte der deutsche Spielleiter unter polizeilicher Bedeckung vom Platz geleitet werden. Nicht einmal dieser Schutz war hinreichend genug, um ihn vor der Wut der Ungarn zu schützen. Handball im WSV. MBV. Linden siegt:0 über Herbede. Das Spiel des Ruhrbezirksmeisters MBV. Linden gegen den Sportverein Herbede fand auf einem wenig geeigneten Platz statt, so daß die„Märker“ ihr gewohntes flüssiges Kombinationsspiel nicht durchführen konnten. Die Herbeder begannen sehr vielversprechend, fanden aber im Lindener Schlußdreieck ein unüberwindliches Bollwerk, das alle Aktionen zum Scheitern brachte. Max Schmelings Name zog am Montag in Bochum große Menschenmengen an als Schmelings Gürtel für seine zwei deutschen Meisterschaften und seine Weltmeistergürtel von 1930 und 1931 in den Schaufenstern des„B..“=Verlagshauses ausgestellt waren. Vom Morgen bis zum Abend standen stets Schaulustige beim Anblick dieser Gürtel, die dem Deutschen gehören, der heute als der beste Boxer der Welt gilt. Die drei Gürtel waren morgens gegen 9 Uhr noch nicht ganz im Schaufenster aufgehängt als schon, wie das aus der Vogelperspektive aufgenommene obere Bild zeigt, die ersten Menschen hinzuströmten. Sogar ein Mann mit einem Baby auf den Arm(auf dem oberen Bild etwas links von der Mitte als weißer Fleck sichtbar) war darunter. Schon kurze Zeit darauf sah es so belebt aus wie auf dem unteren Bilde, und so blieb es auch bis zum Abend. Heute werden sich ähnliche Bilder vor den„B..“=Geschäftsstellen in Gerthe, Langendreer und Linden=Dehlhausen beobachten lassen, wo die drei Schmeling=Gürtel zu den unter den einzelnen Stadtteilen bekanntgegebenen Zeiten zu sehen sind. Aus dem Bochumer Sportlager Stadtverband der DsV.-Vereine in Bochum Durch Einladung des ersten Vorsitzenden, Herrn Lehrers Perlick vom Schwimmverein„Wasserfreunde", Bochum=Werne, fand am Donnerstag, dem 30. September 1931, abends.15 Uhr, im Bochumer Hof eine Besprechung der dem DSV. angeschlossenen Bochumer Schwimmvereine statt. Sämtliche Bochumer Vereine hatten dieser Einladung Folge geleistet. Herr Perlick hieß alle Erschienenen herzlichst willkommen und schilderte eingehend Zweck und Ziel dieser im Interesse des deutschen Schwimmsports stattfindenden gemeinsamen Zusammenkunft. Durch einmütigen Beschluß aller Anwesenden wurde der„Stadtverband der DSV.=Vereine in Bochum“ gegründet und als dessen Vorsitzender Herr Kohlitz vom Schwimmverein„Blau=Weiß", Bochum, als Geschäftsführer Herr Heinrich Reier vom Schwimmverein„Wasserfreunde", Bochum=Werne, und als Schwimmwart Herr Kreß vom Schwimmverein„BlauWeiß". Bochum gewählt. Die nächste Versammlung wurde für den 8. Oktober 1931, abends, in Bochum, festgesetzt, zu welcher jeder Verein zwei Vertreter zu entsenden hat. In aller Kürze wird der Stadtverband mit der Austragung der Stadt=Meisterschaften an die Oeffentlichkeit treten. Nachdem Herr Kohlitz im Namen aller Herrn Perlick für diese veranlaßte Zusammenkunft seinen ganz besonderen Dank ausgesprochen hatte, wurde die Sitzung um 11 Uhr geschlossen. Hockeyspiele „Schwarz=Weiß". Barmen—„TuS.“ 1. Herren:2. „Schwarz=Weiß“ Barmen—„TuS.“ 2. Herren:4. Der vorgesehene Klubkampf, der mit vier Mannschaften durchgeführt werden sollte, mußte leider ausfallen, da die Barmer keine Junioren= und Damenmannschaft stellen konnten. Die Barmer schossen das erste Tor. Bei offenem Spiel gelang es den Bochumern, zwei Torchancen auszuwerten und dadurch nicht nur den Gleichstand zu erzielen, sondern auch in Führung zu gehen. Erst einige Minuten vor Schluß gelang den Barmern der Ausgleich. Die zweite Mannschaft der Bochumer hatte einen guten Start. In den ersten zwanzig Minuten schossen sie vier Tore. Bis zur Pause konnten die Barmer nur ein Tor dagegensetzen. Nach der Pause fehlte es im Bochumer Sturm am Zusammenhang, so daß keine Tore mehr fielen. Die Gastgeber verringerten durch ein zweites Tor die Tordifferenz. Wanne-Eickeler Rundblick Das gesamte fußballsportliche Geschehen in WanneEickel wurde überschattet durch den Großkampf der Sp.=Vg. Röhlinghausen gegen Schalke 04, über den der„B..“ an anderer Stelle berichtet. Die Fortsetzung der Meisterschaftsspiele in der ersten Bezirksklasse brachte mit der:=Niederlage der Wanner „Preußen“ gegen„Union“ Günnigfeld eine ziemliche Ueberraschung. Die Wanner hatten eine Umstellung vorgenommen, die sich auf die Angriffskraft des Sturmes ungünstig auswirkte und dadurch die Hauptwaffe der Mannschaft lahmlegte. Das Spiel Röhlinghausen gegen Wattenscheid 19 mußte auf einen späteren Termin verlegt werden, da der Gastgeber kein Spielgelände zur Verfügung hatte. Der TB. Eickel, der vor wenigen Tagen gegen Röhlinghausen klar verloren hatte(.), erzwang im Privatspiel gegen Langendreer 04 ein Unentschieden von:1 Toren. In den Punktespielen der unteren Klassen kommt die:=Niederlage von„Rasensport“ Wanne gegen Castrop=Schwerin höchst überraschend. Dagegen siegte„Reichsbahn“ Wanne über„Schwarz=Weiß“ Herne erwartungsgemäß:1. „Fortuna“ Wanne schlug Herne 16 glatt:0 und Holsterhausen bezwang Castrop=Nord knapp:2. In die Handball=Meisterschaft griff erstmalig die Sp.=Vg. Röhlinghausen ein, die sich durch einen Bombensieg von:11 Toren gegen Castrop 11 über Erwarten gut einführte. TB. Eickel ließ sich =Un durch ein,:=Unentschieden gegen„Germania“ Herne einen wertvollen Punkt nehmen und„Preußen“ Wanne verlor gegen VfL. Herne mit dem knappsten Ergebnis. Saint Cloud, Montag, S. Oktober 1. Rennen: 1. Bonne Finance(Rabbe) 2. Confucius, 3. Abracadabra. Toto: S. 101:10; Platz 38, 50, 64:10. 2. Rennen: 1. Nanaia(Bouillon), 2. Slide Along, 3. Priscilla. Toto: S. 58:10; Platz 27, 30, 119:10. 3. Rennen: 1. Gold Chesnut(Lavialla), 2. Aiglemont, 3. La Fille Oliva. Toto: S. 200:10, Platz 55, 39, 42:10. 4. Rennen: 1. Clarawood(Mac Gee), 2. Four in Hand, 3. Alluvial. Toto: S. 47:10; Platz 16, 14, 21:10 5. Rennen: 1. Viking(Sibbritt), 2. Chesnut Ronald, 3. Que Lindo. Toto: S. 80:10; Platz 27, 35, 19:10. 6. Rennen: 1. The Sentry(Cehavlier), 2. Copacabana, 3. Monsavon. Toto: S. 175:10; Platz 46, 19, 42:10. Kurze Sportschau Große Pardubitzer Steeplechase. Die traditionelle Pardubitzer Steeplechase über den 6400 Meter langen Naturkurs, gespickt mit dreißig schwierigen Hindernissen, gelangte am Sonntag in Anwesenheit von etwa 40 000 Zuschauern zur Entscheidung und gestaltete sich, wie alljährlich, zu einem großen gesellschaftlichen Ereignis. Von den zwölf Bewerbern erreichten nur vier das Ziel, von denen nur die Siegerin Pohanka ohne Zwischenfall über den ganzen Kurs kam. Das Ergebnis war: 1. Graf Konskys Pohanka(Leutnant Durand), 2. Gabarit(G. Rojik), 3. Norbert(Komtesse Brandis), 4. Gibraltar(Kapt. Popler). Toto: 62; Platz 38, 31, 39. Weile, Weile 5 Längen. 12 liefen. Möritz— Europameister. Das Campo=di=FioriBergrennen als letzter Lauf der Europameisterschaft der Seitenwagenmaschinen wurde ein voller Erfolg. Der Münchener Möritz auf Viktoria holte sich den Sieg sowohl in der Klasse bis 600 ccm als auch in der Klasse bis 1000 ccm. Bei den Solomaschinen kam ein deutsches Fabrikat zum Erfolg. Der Salzburger Reheiß auf NSU. fuhr die absolut beste Zeit des Tages. Gleichzeitig verbesserte er den Bergrekord des Italieners Broggi um drei Kilometer. Deutscher Reitererfolg in Italien. Bei dem in Stresa am Comersee durchgeführten internationalen Reit= und Springturnier, an dem in erster Linie die gesamte italienische Turnierreiter=Elite beteiligt ist, gelang dem bekannten deutschen Reiteroffizier Oberleutnant Hasse auf„Derby“ ein schöner weiterer Erfolg. In einem schweren Jagdspringen ließ Oberleutnant Hasse die besten italienischen Turnierreiter hinter sich. Championat der Streckenläufer. Nur 14 Läufer traten am Sonntag zum traditionellen Bahnlaufen über 25 Kilometer um das Championat der Streckenläufer an, das der SC. Komet durchführte. Der Verteidiger des Titels, Brauch vom SC. Charlotten= burg, übernahm bald nach dem Start die Spitze. Bräsecke(Berliner Verkehrsgesellschaft) hatte zuerst Brauch passiert, und später konnte auch der stark nach vorn gekommene Gießener Gerhardt an dem Charlottenburger vorbeigehen. Das Ergebnis war: 1. Bräsecke(BVG.) 1,29,36,2; 2. Gerhardt(Gießen) 1,29,44,6; 3. Brauch(SCC.) 1,31,03,8; 4. Schneider 1,31,21,2; 5. Geisler(SCC.) 1,31,23,2; 6. Boß (Osram); 7. Wille(BKF). Erfolgreiche Fahrer von den Bochumer Radrennen am Sonntag Die Jaga Nach dem Lederball Zwei Kampfbilder aus dem Fußballlpiel Tus.—MBV, Linden Die„TuS.“=Verteidigung bei der Abwehr. Ptthaft(in der Mitte), der rechte Verteidiger des LuS.“, sperrt den angreifenden Lindener Stürmer(links) und behindert gleichzeitig den eigenen Torhüter. Rechrs: Lindens Torwart kam um den Bruchteil eines Augenblicks zu spät. Der„TuS.“=Stürmer kam zwar zum Schuß, aber der Ball flog neben das Tor. Links: Haefs, Bochum(links), und Lohmann, Bochum(rechts), die Sieger der beiden Vorläufe des Vorgabefahrens, nach dem Endlauf des Vorgabefahrens, den Lohmann vor Haefs gewann; rechts: Trauden, Köln, der sich im Städtekampf den ersten Platz vor Vopel, Dortmund, Hasselberg, Bochum und Schmitz, Düsseldors, sicherte. Aus den Bochumet=Parikien und Vereinen (“) Arbeitsgemeinschaft. Dautscher B— (m) Sauerländischer Gebirgsverein. In der diesjährigen Bezirkstagung des Bezirks Emscher=Lippe des SGV., die am Samstag nachmittag im Gildensaale von Wittringen stattfand, wies der tor Honsalek(Gelsenkirchen), im Geschaftsbericht darauf hin, daß der Bezirk mit über 1500 Mitgliedern im Gesamt=SGV. an dritter Stelle stehe. Ein Antrag Bochum, mehrere Ortsgruppen des Bezirks an den Unterruhrbezirk abzugeben, wurde einstimmig abgelehnt. Anträge von Buer, Gladbeck und WanneEickel auf Revidierung des Verhältnisses des Bezirks zum Hauptverein ergaben in der Aussprache große Unzufriedenheit über die Vernachlässigung des Bezirks, durch den Hauptvorstand, und zeigten die starke Neigung einflußreicher Kreise, sich vom Hauptverein loszulösen und als selbstandige Organisation auf eigene Füße zu stellen. Zwar wurden Anträge auf sofortige Loslosung zurückgezogen, doch soll noch im Laufe des kommenden Winters sich eine außerordentliche Bezirksverbandstagung mit dem ganzen Fragenkomplex befassen und die endgultige Entscheidung fällen. nieure, Ortsgruppe Ingenieure, Be BetriebsingeBochum. Der Verein Deutscher zenieure, Bezirksverein Bochum, hielt mit der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Betriebsingenieure, Ortsgruppe Bochum, in der Loge, Bochum, eine Gemeinschaftssitzung mit Damen ab, in der Obering. Ziegler (Kaiserslautern))einen Lichtbildervortrag über Fabrikation und Organisation in der Massenfertigung an Hand der Nähmaschinenfabrikation hielt. Der Vorsitzende führte aus, daß die ersten Versuche, die Näharbeit maschinenmäßig herzustellen, davon ausgingen, die Handarbeit auf die Maschine zu übertragen. Diese Versuche mißlangen. Die aussichtsreiche Durchführung konnte erst erfolgen, als die öhrspitzige Nadel erfunden war und sie mit dem Webeschiffchen kombiniert wurde. Die erste deutsche Maschine wurde nach diesem Grundsatz um das Jahr 1855 handwerksmäßig hergestellt. Zwischen 1861 und 1870 setzte dann die fabrikmäßige Herstellung von Nähmaschinen ein, die immer weiter vervollkommnet wurde, bis sie auf den heutigen hochentwickelten Stand kam. Durch richtig vorgenommene Organisationsmaßnahmen ist die deutsche Nähmaschinenfabrikation maßgebend geworden. Im Jahre 1929 wurden 700000 Maschinen ins Ausland abgesetzt. Ein langer, gut aufgenommener Film unterstutzte die Ausführungen des Vortragenden und machte die Gedankengänge noch anschaulicher. (=) Gautagung der rheinisch=westfälischen Ingenieure. Der westfälische Bezirksverein des Vereins Deutscher Ingenieure feierte am Sonntag in Dortmund das Pgrlahihen Gestehens iin Verbindung mi gesjahrigen Egutagung des Gauverbandes Rheit Westfalen des Vereins Deutscher Ingenieure. Der Ingenieure feierte am Sonntag in Dortmund das seines 75jährigen Bestehens in Verbindung mit viesjahrigen Cautagung des Gauverbandes RheinlandWestfalen des Vereins Deuticher Ingenieure. Der Festakt wurde im einfachen Rahmen im Saale des alten Rathauses begangen. Das Hauptreferat der Tagung des Verbandes Rheinland=Westfalen, der etwa 7000 Teilnehmer zählt, hielt Dr. Haßler(Berlin) über das Thema:„Die Bedeutung der Persönlichkeit für den Aufbau der rheinisch=westfälischen Industrie." Die Veranstaltung nahm einen harmonischen Verlauf. Traditionsecke O Wiedersehensfeier der ehem. Angehörigen des II. 18. Aus Anlaß des zehnjährigen Bestehens des Deutschen Reichsheeres fanden sich in Münster am verflossenen Sonntag die ehemaligen Angehörigen des 2. Bataillons=Infanterie=Regiments 18 Münster zu einer Wiedersehensfeier ein, die aus allen Teilen des Deutschen Reiches herbeigekommen waren. Besonders stark vertreten war das rheinisch=westfälische Industriegebiet. Unter der Leitung des ersten Vorsitzenden, Obersten Lorenz, fanden sich die ehemaligen Angehorigen mit den Abordnungen sämtlicher Kompagnien am Samstag abend zu einem Festkommers ein. Der Sonntagnachmittag brachte u. a. eine Parade der ausgeschiedenen Reichswehrangehörigen vor dem neuen Kommandeur Major Wetzel u.., die Vorführung des aktiven Bataillons und ein Fußballmeisterschaftsspiel auf dem sernenhofe. ∆. Verein ehemal. 7. Fußartl., Bochum. Die Monatsversammlung am 3. Oktober im Vereinsheim Ludger König erfreute sich eines guten Besuches. Zwei Kameraden konnten neu ausgenommen werden. Die umfangreiche Tagesordnung wurde in üblicher Einstimmigkeit erledigt. Trotz oder besser gerade wegen der schweren Zeit soll die Barbarafeier, die immer den Charakter einer Familienfeier trägt, auch in diesem Jahre abgehalten werden. Der Vortrag des ersten Vorsitzenden über die Abrüstungsfrage brachte Aufklärung über den gegenwärtigen Rustungsstand und erhärtete Deutschlands Anspruch auf Abrüstung der anderen. Heute morgen 5½ Uhr verschied nach kurzem, schwerem Leiden mein lieber Mann, mein guter Vater, Schwiegersohn, Schwager und Onkel Prokurist Prieuffarriehfece im 62. Lebensjahre. In tiefer Trauer: Frau Marie Helmecke geb. Leube Herbert Helmecke Bochum, den 5. Oktober 1931 Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 8. Oktober. nachmittags 3½ Uhr. vom Trauerhause, Gemeindestraße 57, zum Friedhof in Grumme statt.— Hausandacht ½ Stunde vorher. Von Beileidsbesuchen bittet man Abstand zu nehmen (V. r. K. D. Sektion Bochum .„Am 3. Oktober 1931 verschied unser Sektionsmitglied herr Kaufmann Ewald Hüchtemann Tief betrauern wir den Heimgang dieses lieben Berufskollegen. der immer treu zu unserem Verbande gestanden hat. Lange Jahre hat er auch dem Vorstand der Sektion angehört und in diesen Eigenschaft der Sektion wertvolle Dienste geleistet. Dem so früh Heimgegangenen## werden wir stets ein ehrendes Gedenken bewahren. Verband reisender Kaufleute Deutschlands Sektion Bochum Die Einäscherung erfolgt Mittwoch, 7. Oktober. vorm. 11 Uhr. im Krematorium Dortmund. Wirl Abitten, dem Verstorbenen die letzte## Ehre zu erweisen(a8182 Zwangsversteigerung 14 K 100/31 Temarkung Bochum(9212 Grundbuch von Bochum, Band 23, Blatt 1015 Flur 22, Parzelle Nr. 253/13, a) bebauter Hofraum, Emscherstraße 26, groß 2,56 Ar Grundsteuermutterrolle 3375 Gebäudesteuerrolle 4609 A Gebäudesteuernutzungswert 3000 Eigentümer: Eheleute Kaufmann Ernst Hagenberg und Klara geb. Giese in Bochum, Emscherstraße 26 Versteigerungstermin: am 9. Dezember 1931, 10 Uhr, an der Gerichtsstelle, Viktoriastraße 14, Zimmer 45 Bochum, den 30. September 1931 Das Von der Reise zurück Dr. med. A. Loyo prakt. Arzt und Geburtsheller Künstliche Höhensonne Bessemerstraße 16 Sprechstunden—11 u.—5. Telephon 677 77 Zwangsversteigerung Am Mittwoch, dem 7. Ottober 1931, vormittags 11 Uhr werde ich in Bochum einen Geidschrank meistbietend gegen bar versteigern. Der Verkauf findet voraussichtlich statt. Sammelpunkt für Käufer: Wirtschaft Morjan, Alleestraße 54. Bochum, den 5. Oktober 1931. Jost, Obergerichtsvollzieher in Bochum, Gabelsbergerstraße 12. Zwangsversteigerung 14 K 97/31 Gemarkung Bochum Grundbuch von Bochum, Band 23, Blatt 1069 Flur 47, Parzelle Nr. 163, beb. Hofraum, Alter Markt 9, groß 1,59 ar Flur 47, Parzelle Nr. 164, beb. Hofraum, Alter Markt 9, groß 0,12 ar Grundsteuermutterrolle 630 Gebäudesteuerrolle 426 Gebäudesteuernutzungswert 887 Eigentümer: Die unverebelichte Amalie Jansen esberckelchse asenan ioie che in Bochum Versteigerungstermin: am 2. Dezember 1931, 10½ Uhr, an der Gerichtsstelle, Viktoriastraße 14, Zimmer 45 Bochum, den 30. September 1931 Silber-Bestecke liefert billig P Schrader, Juwelier Ecke ABC- u. Humboldt-Straße 1. Bochumer SchrebergartenVerein Ehrenfeld e. B. Der Garten unseres Mitgliedes Junker ist an unsere außerordentlichen Mitglieder zu vergeben. Termin zur Vergebung Mittwoch, den 7. Oktob. d.., 20 Uhr, in der Vereinshalle.— Die näheren Einzelheiten werden dort bekannt gegeben. Der Vorstand. Billige Winter- Kartoffeln Industrie, Ztr..50, .80 und.——Mk., Odenwälder Blaue, Zentner 2,80., weiße Futterkartofseln, Ztr..20 Mk. frei Haus! H. Bentlage, Vereinestraße34. — Teleph. 68132.— Große Auswahl Nähmaschinen v 20 M. an, zu vr. Langohr, Kronenstr. 49, 2. E. FamilienNachrichten Geboren: Mädchen: Alfred Moch (Marianne. Lühdorf), Duisburg. Berny, Prein(Hella Crummenert), Recklinghausen. Verlobte: Erna Spönemann„ mit Wilhelm Brandhorst, Wanne=Eickel. Maria Schwab mit Franz„Hakenes, Hamm. Lotte Hye von Hyeburg mit Dr. Heinrich Schult, Ruhrort und Mülheim. Anna Sauerbier mit Emil Heinz, Essen und Sterkrade. Anna Sencca mit Emil de Graat, Dortmund. Vermählte: Rich. Ueberfeldt mit Elli Husmann, Essen. Alfred Meising mit Hulda Matt, Altenessen. Gestorden: Frau Antonie Schröder, 56., Wattenscheid. Ludwig Tann, 81., Leithe. Wilhelm Hasselbeck, Bottrop.„Wilhelm Janzon, Hamborn. Frau Elise Jung, 73., Kray. Robert Biesenbaum, 83., Essen. Charlotte Hartmann, 71 ., Gelsenkirchen. Witwe Maria Lenger, 78., Herne. Kath., 251. Beamtentocht. w. Bek. m. ein. geb. Herrn in ges. Pos., zw. spät. Heirat Wäscheausst. u. 3= .=Einr vorhd.— Zuschrift, mit Bild (zurück) unt. K. A. 42876 an die Geschst. Frl., 29., tücht. u. strebs. im Hsh., w. Herrn kennen zu lernen zwecks spät. Heirat Anonym u. postlag. zweckl. Str. Diskr. Zuschrift. u. F. M. 42882 an st. u. F. M. an die Geschst. Licht.Luftbad— Naturheilverein! K. K. Ronlung! Die aus m. Lufthütte entwend. Gegenstände(Radio usw.) sind b. Wärter im Luftbad gegen Belohnung abzugeben, sonst erfolgt Anzeige. Stäbtische Gewerbeschule Böchum Das neue Schulhalbjahr der städtischen Gewerbeschule beginnt am Montag. dem 19. Oktober 1931. Der Besuch der Gewerbeschule bietet älteren Lehrlingen, Gesellen und Facharbeitern Gelegenheit zur beruflichen Weiterbildung. Anmeldungen werden bis zum 10. Oktober 1931 in der Geschäftsstelle der Berufsschule Bochum, Wittener Straße 23, täglich entgegengenommen. Freiwillige Fachkurse der Gewerbeschule (Abendkurse). 1. für Bauhandwerk: Maurer, Schreiner, Bau= und Kunstschlosser, Klempner, Installateure, praktische Uebungen für Tischler. Kunstschlosser und Treibarbeit. 2. für Vermessungswesen. 3. für Kunsthandwerk: Maler, Dekorateure, Buchbinder, Setzer u. Drucker. Kursus des Herrn Peters für Kunstmalen und angewandte Graphik 4. für das Bekleidungsgewerbe: Friseure. Schneider. 5. Meisterkurse für Gesellen zur Vorbereitung auf die Meisterprüfung. Das Schulgeld für die Halbjahreswochenstunde beträgt 4 RM., so daß z. B. für 6 Unterrichtsstunden, die in der Woche besucht werden für das Halbjahr 24 RM. Schulgeld zu entrichten sind Schüler die nicht in Groß=Bochum wohnen, zahlen einen Zuschlag von 25 Prozent. Pflichtschüler der Berufsschule Bochum erhalten 25 Prozent Ermäßigung die Mindestgebühr beträgt jedoch 12 RM. Für den erstmaligen Eintritt in die Gewerbeschule wird eine Aufnahmegebühr von 2 RM. erhoben. Der Unterricht findet statt an 2 oder 3 Abenden in der Woche von 19.40 bis 2910 Uhr.(LM6 Bochum, den 2. Oktober 1931. Der Schulvorstand der städtischen Berufsschulen. Zwangsversteigerung Am Mittwoch, dem 7. Oktober 1931, vormittags 11.30 Uhr, werde ich in Bochum folgende Gegenstände öffentlich meistbietend gegen bar versteigern: 1. 1 Schreibtisch, 1 Vertiko, 1 Büchershrank, 2. 1 Motorrad(Ardie), 3. 1 Sprechapparat 1 Tesaggerät(Philips u. Lenzola), 4. 12 Kühe. 5. 1 Siegert=Schnellwaage, 6. 1 Kredenz, 7. 1 Rollaktenschrank, 8. 1 Klavier, 1 Standgrammophon, 1 Diplomatenschreibtisch, 1 Lederklubsessel, 9 1 Klavier(Ibach) 10. 4 Fahrräder (Westfalen), 11. 3 Fässer Zinkoxyd, 1 Nitro=Lösungsmaschine, 12. 1 braunes Klavier, 13. 1 Anzug, 14. 1 Medizinschrank, 9 Kanarienvögel. 1 Nähmaschine (Dürkopp), 15 1 schwarzes Klavier. 1 Büfett, 1 Kredenz, 1 Standuhr. 16. 1 Ardie=Motorrad, 17, 1 AEG.=Schreibmaschine, 18. 1 National=Registrierkasse, 19 1 Frisiertoilette mit Spiegel, 20. 1 Klavier, 1 Büfett, 1 Kredenz. 1 Ausziehtisch 6 Lederstühle 1 Rauchtisch, 3 Lederklubsessel, 1 Standgrammophon, 1 Teppich, 1 Plüschsofa, 1 Tisch, 1 Silberschrank 4 Rohrstühle 21. 5 Holztüren, 37 Stück Kanthölzer, 28 Taseln Schalen. bretter, 1 Posten Kantholz, 16 Tonrohre, 2 Abzweige. Sammelpunrt für Käufer: Wirtschaft Morian, Bochum. Alleestr. 54. Bochum den 5 Oktober 1931. Dohnert, Gerichtsvollzieher kr. A. in Bochum, Hattinger Straße 19. Zim. mer 70. —. Anam Wagee Warum denn weinen— eine„Kleine Anzeige“ im Bochumer Anzeiger macht den Finder bestimmt aufmerksam. FT Zwanasversteigerung Am Mittwoch. dem 7. Oktober 1931, vormittags 11 Uhr werde ich folgende Gegenstände meistbietend gegen bar versteigern: 1. 1 Ladentheke, 1 Glasaussatz, 1 Waage 2. 1 Bücherschrank 1 Standuhr 1 runden Tisch. 3. 1 Klachwagen, 4. 1 Chaiselonque. 5. 1 Küchenschrank, 1 Waschkommode, 6 1 Anrichte, 1 Chaiselongue, 1 Flurgarderobe. 7. 1 Büfett. 1 Kredenz. 1 Tisch, 4 Stühle. 8. 1 Mieder=Schnellwaage 1 Eisschrank, 9 1 Waschmaschine mit Wrinamaschine. 10. 1 Klavier(schwarz), 1 Spieges mit Stufe, 1 Levertuchsofa, 1„Vertiko, 1 Säufe mit Vase 11 1 Rodingerät mit Lantsprecher und Netzanschlus 12. 1 Rauchtisch, 2 Karbsessel, 1 Chaiselonaue. 1 Büsett. 1 Glaswandschrank. 1 Spiegel mit Schränkchen 1 Schrankarammophon 2 Gemälde. 1 Büfett, 1 Kredenz 13. 1 Klavier Sammelpunkt für„Käufer: Wirtschaft Morian. Allcestraße 54. Eckenhoff. Gerichtsvollzieder kr. E. in Bochum. 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Zillertal: Ernö Gräfe-Orchester— von der Femina-Berlin###n EVELVNE RAYS 1PR und ein Flügel#n Ueberall zeitgemäße, billigste Preise(LP31 Cheri-Bar: Safe Maustiie theater Bochum Dienstag, 6 Oktod., 20 bis 22.15 Uhr. A. 3: Zum ersten Male! Rina Dreiaktige Komödie aus dem Leben eines Filmstars von Bruno Frank Mittwoch, 7. Oktov., 19.30 bis 23.15 Uhr. C und D 2: Der Rosenkavalier Oper in 3 Aufzügen von Richard Strauß. Operelten theater Bochum Rottstr. 29. Tel. 69594 Heute auf vielseitigen Wunsch zum letzten Male „Der Zareulisch“ mit Dr. F. Warden Mittwoch Erstaufführung der Schlageroperette Der letzte Walzer“ von O Straus Benutzen Sie den Vorverkauf. Sie sparen dadurch Füle 8 Hellweg 1 und Kortumstraße 45 1 Priv.=Limousine, 4= tür., 5sitz., an Herr.= Fahrer zu vermiet. Kilometer 20 Pfg. Ruf 64366. neue Muster, billige Preise. Verlangen Sie unsere Muster. Gnbeei##ne Wittener Cstraße 7, gegüb. Cafélstüsberg. 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Kleinrentner usw. werden Karten unentgeltlich beim Bühnenvolksbund und der Volksbühne ausgegeben Beeilen Sie sichl Sie sehen und hören „Die Drel von der Tolnstele mit Lilian Harvey und willy Fritsch nur noch bis Donnerstag im AE UEDOF Alleestraße 0 im weiteren Beiprogramm: Der maskierte Spion KPIRIRATTS Ufa-Tonwoche 0 Kulturtilm Ss Vorführungszeiten:.45,.30 und.15 Uhr Die Tankstelle beginnt:.55,.40 u. 9. 25 Uhr Preise von 40 Pfennig an Polmünepfele gibt ergrautem Haar Naturfarbe, Jugendfrische und Schönheit zurück. Unschädlich! Sicherer Erfolg! Erhältlich bei: Rob. Pracht, Parfümerien, Kortumstraße 3 u. Ler Parthotel, Königsallee Heute, Dienstag S PURT u. Wunschabend Hensch— Gymnastik— Arbeit Iichtbildvortraa Elisabeth Hertling- Loheland Mittwoch, den 7. Oktober, 17 Uhr und 20.30 Uhr, in der Olasveranda des Parkhauses. Ausstellung handwerkl. Erzeugnisse der Loheland-Werkstätten daselbst ab 13 Uhr. Eintritt: Erw. 0,30, Schüler O. 15 Mk. Karten an der Kasse Planos zeigen bis einschl. 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Skala-Lichtspiele #alich S und 8 Uhr9 Der Musik-Tontlim Ehe auf Unterricht Eine reisende Tonfilmhomödie mit Patey Ruth Mlller Schafel a. Schaterinhen Der Detektiv des Halsers Ich ertelle ertolgreich selt 1905 Ein interessanter Kriminal-rrobtilm mit Oebeh • Lustaptel Kulturtam Achtung! Nunmehr auch Dienstag Tontilmprogramme zu Dienstagpreisen:.30, 0, SS. 0, 75..— Privatstunden à 2 Mk. Abendkurse z. Abitur! Pf. ängel, Sahlensche Straße 198(a8165 Studentin ert, französtsche u. englische Nachhilfestunden für 1 Mk. Angeb. unter St. 42908 an d. Geschäftsst. d. Z. Auspolsterung! Matratzen.—., Chaisel. 10.—., Auflage 10,50., Sofa 12.— M. Polsterei Brandt, Redemptoristenstr. 53 — Ruf 64387.— Kmm S K ece 1966 1870 1905 Der Physik nitz geb.(g Der Kirche einverleibt. Der Geogr Berlin gest P Staatsanwalt dem 1. Oktober gerichtsbezirks B Das Fest der tag die Eheleute Amalie geb. Wei Aus der kath Festes des heilig aus dem Redem in der Klosterkire tag abend eröffn jedem Tage diese abends Andacht det eine feierlich Sonntag machen Bochum eine Nachmittags 5 U Andacht mit männervereine nimmt am näc Wallfahrt nach Die berufliche Wer in sein neben gründliche gute Fachschulbi# bener Werkzeicht inneren Zusamt zu erfassen. Di mitteln ist Aufe schule, die über in ihren gut au beachtenswerte Wie für andere Baugewerbe ei steigenden Sem schreiten vielen ren Fortkommer sich auf zwei Ab wodurch jedem wird. Im einz Semester: Deu in Stein; im z struktion in Ho mnerer Ausbau vierten Semeste hauses; im 5. zeichnung, zeichnen wird Konstruktionslel stofflehre. Sch Erfolg besuchen Vorbereitung fi Baugewerkschul klassen eingerich Dachausmittlun tallel mit diese liere eingerichte weise funfsem Folge ein sich wird, der reich Lehrplan hat Mathematir, S kunde und Pre Ausbildung gil können und be Gefahren der .kkorterkartotiei gelbfleischige Industrie a7883/4 Zentner 2,90—.20 RM. frei Haus Julinieren(für Salat) vorrätig. Hermann Lehmann, Hotsteder Straße 44, Telephon 67210 „Es ist beol hare Flüssigke usw., in einer von Bränden sind es die Bes über die Vorsc hinwegsetzen. mungen hinger In Trepper Durchfahrten brennbarer F Arbeitsräumen gelagert werde den in Vorrat find, und die jeder Lag Einrichtung de zeibehörde oder dürfen nur ir brennlichen G und sind mit d gefährlich“ zu größeren Gefä soder eines an zerfolgen. Das Anzür mit offenem L Mündwaren is gelagert, gemi In den Eir Bund feuergef reibstoffe noc #den. Ein zerk #15 Liter Fass nangebracht we ##ten aus der lüssigkeiten, folgung, die Zeiner Brande Zerwachsen. Stadtteil M Jahresfest Amark. 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Aus der katholischen Gemeinde. Aus Anlaß des Festes des heiligen Gerhard Majella, eines Heiligen aus dem Redemptoristenorden, findet in dieser Woche in der Klosterkirche eine Festoktav statt, die am Sonntag abend eröffnet wurde. Während der Oktav ist an jedem Tage dieser Woche, mit Ausnahme von Samstag, abends Andacht mit Festpredigt; morgens 8 Uhr findet eine feierliche Segensmesse statt.— Am nächsten Gonntag machen die 40 Vinzenzkonferenzen von GroßBochum eine gemeinsame Wallfahrt nach Stiepel. Nachmittags 5 Uhr ist in der Wallfahrtskirche feierliche Andacht mit Predigt. Auch der Jugend= und Jungmännervereine der St.=Anna=Pfarrgemeinde unternimmt am nächsten Sonntag eine Wanderung mit Wallfahrt nach Stiepel. ten die Eheleute Heinrich Siepermann. Auch brannte, daß er ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen ihnen gingen viele Glückwünsche zu. mußte. Erntedankfest. Die Erntedankfestfeier in der Chri= Sigdtteil Harpen inter Jugend= und Wohlfahrtsdienstes statt, an der Presbyter, sonen der Armenarzt und Vtigksesggchurm, sezfnghnen nieder, der dadurch ein festliches Gepräge erhielt. Nach ausschusses der Stadtverwaltung Bochum keilnahmen. oen Fürforge steuern und vorbeugen solle. Die chor unter Leitung des Lehrers Spangenberg um=Versammlung wählte einstimmig eine Kommission von rahmte die Feier mit passenden Chorliedern. Mit sechs Personen, die über die Verteilung der durch die Beichte und Abendmahl kam die liebliche Erntedank= eingerichtete Pfundsammlung zusammengeholten Sachen, festfeier zu einem sinnreichen, schönen Abschluß. nswie Kleidungsstucke, Lebensmittel, Bettwäsche usw. Schmelings Meistergürtel in Linden. Wie bereits verfügen soll. Ferner soll eine Zettelverteilung zwecks gükel von seinen Veltmeserschafislämpsen 19c0 und Judeiseier des Turnverens gZelali, di Teshrsein 1931 und ferner sein Gürtel. für seine beiden deutschen seinen diesjährige=Jubelfeier. Nach der BegrüßungsMeisterschaften heute im Original in der hiesigen Ge= ansprache des ersten Vorsitzenden Cremer nahm Mitschäftsstelle des„B..“, Buchhandlung Eduard Beck, glied Bredemann die Ehrung der Jubilare vor. Hattinger Straße 807, in der Zeit von.30 bis.30 Dem Mitgliede Friseur Wilhelm Kuper wurde für seine Uhr ausgestellt. Wie stark das Interesse für diese 25jährige treue Mitgliedschaft ein Jahnbild überreicht. Gürtel in Alt=Bochum am Montag war, zeigen die Die Mitglieder Otto Aufderheide und Robert Kunze, Bilder im Sportteil der heutigen Ausgabe. Harpen, Heinrich Eisenberg, Gerthe, Ungewöhnlicher Unglücksfall. Der Klempnergehilfe 30jähriger treuer Mitgliedschaft zu Ehrenmitgliedern erGallman gsegrcptt: Her nicmhinthchlte nannt. Diese Mitglieder erhielten bereits das Jahnbild Kollmann von Dahlhausen erlitt einen ungewöhnlichen für 25jährige Mitgliedschaft. Mit gut vorgetragenen Unfall, indem er mit einem mit flüssigem, heißen Musikstücken und Theateraufführungen wurde den MitAsphalt gefüllten Eimer ausglitt und sich derart ver= gliedern ein genußreicher Abend geboten. ka dem Stadtteil Gerthe Die berufliche Weiterbildung für Bauhandwerker Wer in seinem Berufe weiterkommen will, muß neben gründlicher handwerklicher Fertigkeit auch eine gute Fachschulbildung besitzen, die befähigt, nach gegebener Werkzeichnung selbständig zu arbeiten und die inneren Zusammenhänge im Arbeitsvorgang denkend zu erfassen. Diese Kenntnisse und Fertigkeiten zu vermitteln ist Aufgabe der hiesigen Städtischen Gewerbeschule, die über den Rahmen der Berufsschule hinaus i ihren gut ausgebauten freiwilligen Fachklassen eine beachtenswerte berufliche Bildungsstätte geworden ist. Wie für andere Berufsgruppen ist besonders für das Baugewerbe ein Ausbildungslehrgang in fünf aufsteigenden Semestern geschaffen, nach dessen Durchschreiten vielen Bauhandwerkern der Weg zum weiteren Fortkommen geebnet wird. Der Unterricht verreilt sich auf zwei Abende in der Woche mit je drei Stunden, wodurch jedem Handwerker die Beteiligung ermöglicht wird. Im einzelnen bietet der Lehrplan im ersten Gemester: Deutsch, Mathematik und Baukonstruktion in Stein; im zweiten Semester: Mathematik, Baukonstruktion in Holz; im dritten Semester: Mathematik, innerer Ausbau(Türen, Fenster und dergleichen); im vierten Semester: Statik, Entwurf eines Einfamilienhauses; im 5. Semester: Festigkeitslehre, Entwurfszeichnung, Preisberechnung, Baukunde. Das Bauzeichnen wird besonders gepflegt und geht mit der Konstruktionslehre Hand in Hand, ebenfalls die Baustofflehre. Schüler, die den Ausbildungslehrgang mit Erfolg besuchen, haben gutes Fachwissen und die beste Vorbereitung für den Besuch und guren abschluß der Baugewerkschule. Je nach Bedürfnis können Sonderklassen eingerichtet werden, z. B. für Eisenbeton und Dachausmittlung(Schiftungen) und Treppenbau. Patallel mit diesem Lehrgang läuft ein lediglich für Poliere eingerichteter Sonderkursus mit vier= beziehungsweise fünfsemestrigem Aufbau, in dem in rascher Folge ein sicherer theoretischer Unterbau geschaffen wird, der reiche praktische Erfahrung voraussetzt. Der Lehrplan hat zusammenfassendes Entwurfszeichen, Mathematik, Statik und Festigkeitslehre, sowie Baukunde und Preisberechnung in eingehender Weise. Die Ausbildung gibt den Polieren ein gründliches Fachkönnen und bereitet auf die Meisterprüfung vor. lärtollei Industrie a7883/4 0 RM. frei Haus alat) vorrätig. ehmann, „Telephon 67210 Gefahren der Lagerung brennbarer Flüssigkeiten Polizeipräsident in Bochum teilt mit: „Es ist beobachtet worden, daß vielfach leicht brennhare Flüssigkeiten, wie Benzin, Benzol, Benzinlacke usw., in einer Weise gelagert werden, die dem Eintritt von Bränden und Explosionen begünstigt. Namentlich sind es die Besitzer von Kraftfahrzeugen, die sich häufig über die Vorschriften der Lagerung solcher Flüssigkeiten hinwegsetzen. Deshalb soll auf die wichtigsten Bestimmungen hingewiesen werden:„ In Treppenhausern, Hausfluren, Durchgangen und Durchfahrten ist jede Aufbewahrung und Lagerung brennbarer Flüssigkeiten verboten. In gewerblichen Arbeitsräumen dürfen bis zu 30 Liter aufbewahrt oder gelagert werden. Bis zu 200 Liter dürfen gelagert werden in Vorratsräumen, die nicht jedermann zugänglich find, und die deshalb unter Verschluß zu halten sind. Zu jeder Lagerung größerer Mengen bedarf es vor Einrichtung des Lagers einer Anzeige an die Baupolizeibehorde oder einer Erlaubnis. Die zulässigen Mengen dürfen nur in bruchsicheren, dichtverschlossenen, unverbrennlichen Gefäßen aufbewahrt oder gelagert werden und sind mit der deutlichen, haltbaren Aufschrift„Feuergefährlich" zu versehen. Das Umfüllen aus Fässern und größeren Gefäßen darf nur mittels Pumpen, Schutzglas spder eines anderen gleichwertigen Entnahmeverfahrens Das Anzünden von Feuer und Licht, das Umgehen mit offenem Licht, das Rauchen und das Mitführen von ündwaren ist überall da, wo brennbare Flüssigkeiten gelagert, gemischt oder abgefüllt werden, verboten. In den Einstellräumen für Kraftfahrzeuge(Garagen) sund feuergefährdeten Nebenräumen dürfen weder TTreibstoffe noch leere Treibstoffbehälter aufbewahrt werden. Ein zerknallsicheres Ersatzgefäß(Kanister) bis zu l5 Liter Fassungsvermögen darf an jedem Fahrzeug Rangebracht werden. Im Brandfalle können den Beteilig##ten aus der unzulässigen Lagerung von brennbaren lüssigkeiten, abgesehen von der strafrechtlichen VerFfolgung, die schwerwiegendsten Nachteile wie Versagung keiner Brandentschädigung, Schadenersatzansprüche usw. erwachsen. Stadtteil Weitmar Jahresfest der evangelischen Frauenhilfe WeitmarUAmark. Am kommenden Donnerstag, nachmittags.30 Uhr beginnend, findet im Evangelischen Vereinshaus #das Jahresfest statt. Als auswärtige Gäste werden Frau Superintendent Niederstein(Altenbochum) und eine ##Missionsschwester aus Barmen anwesend sein und in der Versammlung reden. Kaffeekarten werden durch die Bezirksfrauen angeboten. Stadtiell Stiepel Hühner gefährden den Verkehr. Auf der BrockAbauser Straße flog einem Radfahrer ein Huhn ins Fahrrad. Er kam dadurch zum Sturz und erlitt so schwere Verletzungen, daß er zum Arzt geschafft werden mußte. Schon mehrfach haben Radund Kraftfahrer auf gleiche Weise Unfälle erlitten. Stadtteill Linden-Dahlhausen Persönliches. Am Sonntag vollendete Frau Witwe ## Wilhelmine Hüsken, Linden, Buschstraße 8, in verAbältnismäßiger Frische ihr 80. Lebensjahr. Sie liest soch ohne Brille.— Das Fest der Silberhochzeit feierJubelfeier des kath. Jungmänner= und Jungfrauenvereins Bochum=Gerthe. Am Sonntag feierte der katholische Jungmänner= und Jungfrauenverein St. Elisabeth Bochum=Gerthe sein silbernes Jubiläum. Eine religiöse Jugendwoche leitete die Jubelfeierlichkeiten ein. Jugendmissionar P. Heckmann aus Düsseldorf hielt die Erinnerungsvorträge. Der Jubelsonntag selbst begann frühmorgens mit einem Wecken des Trommler= korps des Jungmännervereins in den Straßen unseres Stadtteils. Um 7 Uhr fand dann in der Pfarrkirche, die gedrängt voll war, erstmalig eine Gemeinschaftsmesse, zelebriert vom Präses des Jungmännervereins, Studienrat Heer, statt. In seiner Predigt wies er zunächst auf den hohen Festtag hin und sprach dann festliche Worte an die Jungmanner und Jungfrauen. Eine Generalkommunion und ein Levitenhochamt, das von Pfarrer Dr. Mantel zelebriert und von den Präsides der beiden Jubelvereine, Studienrat Heer und Vikar Looschelders, levitiert wurde, leitete über zur Festpredigt, die der Ehrenpräses des hiesigen Jungmännervereins, Pfarrer Hunecke aus Arolsen, hielt. Nach der Festpredigt nahm sodann Studienrat Heer die Weihe des neuen Banners vor. Die ganze Gemeinde sang danach das Lied„Fest soll mein Taufbund". Verschönt wurde noch das Amt, zu dem die kirchlichen Fahnen sowie die Wimpeln und das Banner der katholischen Jugend St. Antonius Bochum vertreten waren, durch die mehrstimmige Messe von A. M. Müller, die von der Gesangabteilung des Jungfrauenvereins unter vortrefflicher Leitung von Frl. Goebel mit Orgelbegleitung klangschön zu Gehör gebracht wurde. In ebenso festlicher Weise wie das Levitenhochamt verlief die Festandacht am Nachmittag um 5 Uhr. Der Präses des Jungfrauenvereins, Vikar Looschelders, schilderte in seiner Predigt das katholische Selbstbekenntnis. Die Andacht hielt hierauf der Ehrenpräses des Jungfrauenvereins, Pfarrer Huneke. Erhebend war die Weihe an die Rosenkranzkönigin. Den Abend des Doppel=Jubiläumstages beschloß im großen Saale des Vereinshauses für die ganze Pfarrgemeinde eine Feierstunde. Eine würdige Einleitung fand dieser Abend durch den Marsch „Adlerflug". Nach einem Prolog„Was wir brauchen", gesprochen vom Präfekten Weißbrod, sprach dann der Präses des Jungfrauenvereins, Studienrat Heer, warme Worte der Begrüßung an alle Erschienenen: er verlas dann die eingelaufenen Glückwunschschreiben. Vikar Blöink hielt die Festrede, die tiefen Eindruck machte. Nach der Aufführung eines ergreifenden Weihespiels seitens des Jungfrauenvereins überbrachte Pfarrer Dr. Mantel für die katholische Pfarrgemeinde und den Kirchenvorstand Wünsche und Gruße. Anstreicher= meister Bödicker beglückwünschte den Jungfrauenverein im Namen des St.=Josephs=Bürgervereins. Unter Beifall schmückte er die Fahne mit einen Silberkranz. Weitere Glückwünsche sprachen aus: Bauunternehmer Haase für den Verband der katholischen Vereine, Herr Hermann im Namen des Arbeitervereins, der Senior des Gesellenvereins, Klempner Borgmann, Rektor Köckermann im Namen des Vinzenzvereins und Pfarrvikar Butterwegge für die katholische Pfarrgemeinde Hiltrop=Bergen. Dann ergriff Pfarrer Huneke, der Jubel=, Ehren= und Gründungspräses, das Wort und führte aus, daß es ihm vergönnt gewesen sei, vor 25 Jahren den Samen für den heute so blühenden Jungmänner= und Jungfrauenverein zu legen und 15 Jahre lang als Präses den beiden Jubelvereinen vorzustehen. Nunmehr sprach Kaufmann Johann Salomon von Stendal, der 15 Jahre dem Verein angehörte und marthe Jugenderinnerung auffrischte. Der Präses des Jungfrauenvereins, Vikar Looschelder, begründete die katholische Jugendgemeinschaft bzw. eine Arbeits= und Schicksalsgemeinschaft, die er in die Hände des Studienrats Heer gab. Pfarrvikar Butterwegge bat, auch die Jugend von Hiltrop=Bergen mit in diese Jugendgemeinschaft aufzunehmen. Diesem Wunsche kam man selbstverständlich nach. Nach einem lebenden Bild der Deutschen Jugendkraft und Auftreten eines Sprechchores bzw. zum Schluß der eindrucksvollen Feierstunde ergriff Jungmann Niggemann das Schlußwort. Am Montag morgen fand für die Verstorbenen der beiden Vereine ein Gottesdienst statt. kü. Vaterländischer Frauenverein vom Roten Kreuz, Gerthe. Die nächste Vereinsstunde ist Mittwoch, 7. Oktober, nachmittags um 4 Uhr im Kolonnenheim in der Heinrichstraße. Es findet zugleich eine besondere Vorführung statt. Heute, Dienstag, Konzert des Städtischen Orchesters, Bochum. Auf das heute, Dienstag, 6. Oktober, abends, im Saale Borgmann, Lothringer Straße, stattfindende Konzert des Städtischen Orchesters Bochum wird nochmals besonders aufmerksam gemacht. Als Solist spielt Konzertmeister Hans Treichler. Leitung: Generalmusikdirektor Leopold Reichwein. Schmelings Meistergürtel in Gerthe. Wie bereits angekündigt, werden Schmelings Weltmeisterschaftsgürtel von seinen Weltmeisterschaftskämpfen 1930 und 1931 und ferner sein Gürtel für seine beiden deutschen Meisterschaften heute im Original in der hiesigen Geschäftsstelle des„B..“, Zigarrengeschäft August Reuter, Lothringer Straße 18, in der Zeit von.30 bis 7 Uhr ausgestellt. Wie stark das Interesse für diese Gürtel in Alt=Bochum am Montag war, zeigen die Bilder im Sportteil der heutigen Ausgabe. Westsalen und kheinprodinz Neue Verhaftung in der Mordsache Moser O Dortmund, 5. Oktober. In Augsburg stellte sich Freitag abend ein Mann namens K. aus Dortmund. Er bezeichnete sich als den Mörder der Familie Moser in Dortmund. K. hatte Papiere bei sich, die auf den Namen Hortmann(Eupen) lauteten. Die Augsburger Volizei rief noch in derselben Nacht die Dortmunder Polizei telephonisch an und verständigte sie hiervon. Bei der Vernehmung des K. am Samstag hatte K. jedoch widerrufen, der Mörder der Familie Moser zu sein. Er will sich vielmehr nach einem Familienstreit am 23. September von Dortmund entfernt haben. K. hat noch eine kleine Freiheitsstrafe abzubüßen. Bei dem Antrittstag seiner Strafverbüßung hat er sich jedoch aus Dortmund entfernt. Die Vernehmung des K. dauert noch an. Sprengstoffdiebstähle aus einem Bergwerksstollen * Braubach, 5. Okt. Sprengkörper und Pulvermengen, die bei den Arbeiten an der Rheinuferstraße verwandt werden, wurden in der Nähe von Osterspai in einem verlassenen Bergwerksstollen aufbewahrt, dessen Eingang zugemauert und mit einer eisernen Tür versehen war. In einer der letzten Nächte wurde die Tür gewaltsam aufgebrochen und die gesamten Sprengstoffvorräte bis auf einen kleinen Rest gestohlen. Die gepfändete Gemeinde O Holzheim, 5. Oktober. Während die Regierung mit der Prüfung der Holzheimer Massen=Pfändungsangelegenheit beschäftigt ist, geht das Verfahren juristisch seinen Gang weiter. Fur die nächsten Tage steht Holzheim eine neue Ueberraschung bevor. Ueber 200 Beteiligten wird das Urteil, das die ehemaligen Genossenschaftsmitglieder haftpflichtig erklärt, zugestellt werden. Dieser neue Schritt des Konkursverwalters zeigt, daß es wirklich an der Zeit ist, den Prozeß möglichst rasch zum Abschluß zu bringen. Die Kosten schwellen immer höher an und sie machen das Unglück, das über Holzheim hereingebrochen ist, nur noch schlimmer. Brandstiftung in einer katholischen Kirche * Leverkusen, 5. Okt. Unbekannte Täter versuchten am verflossenen Samstag die katholische Pfarrkirche Leverkusen=Steinbüchel in Brand zu stecken. Sie drangen in den Mittagsstunden in die Kirche ein, gossen das Oel der Ewigen Lampe um den Altar herum und steckten es in Brand. Als gegen.15 Uhr der Küster das Gotteshaus betrat, war die ganze Kirche in Rauchwolken gehüllt. Es stellte sich heraus, daß die Altarschonerdecke und zwei Altartücher verbrannt waren. Außerdem war aus einem Beichtstuhl eine Stola gestohlen worden. Die Taufkerze war in drei Teile zerbrochen und in eine Ecke geworfen worden. Durch die schnelle Entdeckung des Anschlages wurde eine weitere Ausdehnung des Brandes verhindert. Offenbar liegt ein Racheakt vor. Veirag dei Keparutions Tieserungen Sachlieferungs-Strafprozesse gegen Falck und Genossen Düsseldorf, 5. Oktober. Mehrmals schon mußten die unter dem Namen „Sachlieferungs=Strafprozesse“ bekannten Hauptverhandlungen vor dem Erweiterten Schöffengericht aus irgendeinem Grunde vertagt werden. Heute nun begann vor dem Erweiterten Schöffengericht unter dem Vorsitz des Gerichtsdirektors Grau einer der ersten großen Reparationsprozesse, die gewisse Machenschaften beleuchten, die sich bei der Lieferung von Sachlieferungen an Frankreich abgespielt haben und wodurch der deutsche Fiskus um viele Millionen geschädigt worden ist. Angeklagt sind Kommerzienrat Max Falck, dessen ehemaliger Schwiegersohn Josef Noblot, sein Bruder George, der französische Gutsbesitzer Graf dé Herbemont, und der Viehhändler Levi Simon genannt Lux. Die Angeklagten werden des Betruges, der schweren Urkundenfälschung und der falschen Abgabe eidlicher Erklärungen beschuldigt. Es sind zahlreiche Zeugen geladen, darunter der frühere Präsident des Reparationskommissariats in Berlin, Geh. Oberregierungsrat Dr. Cuntze. Die Vorgeschichte des Prozesses reicht bis in das Jahr 1927 zurück. Auf Grund des Reparationsabkommens war zwischen dem Grafen dé Herbemont und der Tochtergesellschaft, der Rheinhandels=Konzern=A., dessen Leiter Kommerzienrat Falck war, vereinbart worden, daß das Unternehmen an den französischen Grafen 11 720 Tonnen Zucker und 60 000 Hammel zu liefern hatte. Die französische Regierung gewährte auf derartige Käufe Vorschüsse und einen Rabatt, um die französischen Interessenten anzuregen, Sachlieferungen von Deutschland anzunehmen. Die Angeklagten sollen nun durch singierte Dokumente Lieserungen in großem Umfange vorgetäuscht haben. Sie ließen sich die Vorschüsse der französischen Regierung auszahlen, ohne die Verpflichtungen nun innezuhalten. So wurden bei dem Vertrag auf Lieferung von 11 720 Tonnen Zucker nur 1172 Tonnen geliesert. Dieser Zucker ist überhaupt nicht nach Frankreich gegangen, sondern wurde von einem französischen Hafen direkt nach London verkauft. Die französische Regierung zahlte einen Vorschuß in Höhe von 2 344 000 Reichsmark und einen Vorschuß in ähnlicher Höhe für den Ankauf der Hammel. Die Anklage behauptet, daß die Angeklagten niemals die Absicht gehabt haben, wirklich die geforderten 11 720 Tonnen Zucker zu liefern, sondern daß es lediglich darauf ankam, den Vorschuß zu erhalten. Der Bevollmächtigte des Grafen dé Herbemont hat, wie später festgestellt wurde, den Frachtbrief dadurch gefälscht, indem er an die Zahl 1172 eine Null anhängte. Dieser gefälschte Frachtbrief wurde dem Reichskommissar für die Regierung in Berlin vorgelegt. Als später die Fälschung aufgedeckt wurde, annullierte die französische Regierung den Auftrag. Dé Herbemont strengte eine Zivilklage gegen den Kommerzienrat Falck an und erwirkte einen Arrest in der Höhe von 5 Millionen Reichsmark, der allerdings später zum Teil aufgehoben wurde. Es scheint, daß bei dem ganzen System der Reparationslieferung die notwendige staatliche Kontrolle gesehlt hat. Auch sonst beleuchtet der Prozeß den Widersinn der Reparationslieferungen, da Frankreich garnicht in der Lage war, die Sachleistungen abzunehmen. In der heutigen Verhandlung kommt es wiederholt zu Zusammenstößen zwischen dem Kommerzienrat Falck und dem Vorsitzenden. Falck bestreitet entschieden die ihm zur Last gelegten Vergehen und behauptet, daß der Graf dé Herbemont der eigentliche Schuldige sei. Auf die Frage, wohin die Millionen Vorschüsse geflossen seien, gibt Kommerzienrat Falck stets nur ausweichende Antworten und behauptet, sie seien der Rheinhandels=Konzern=AG. zugeleitet worden. Auch sonst weiß sich der Angeklagte an Einzelheiten überhaupt nicht zu erinnern und behauptet, er habe von der Fälschung des Frachtbriefes keine Ahnung gehabt. Später habe Graf dé Herbemont ihm durch einen Bevollmächtigten erklären lassen, er werde ihm den gefälschten Frachtbrief gegen Zahlung eines Betrages von 600000 Reichsmark aushändigen, was er jedoch abgelehnt habe. Auch der Angeklagte Josef Noblot behauptet, daß der Graf dé Herbemont der Urheber der ganzen Betrugsassäre gewesen sei, und seinen Bruder George veranlaßt habe, den Frachtbrief zu fälschen. Eine Behauptung, die nicht widerlegt werden kann, da weder der französische Graf noch George Noblot zur Verhandlung erschienen sind. Der Prozeß ergibt, daß der Bevollmächtigte des Grafen dé Herbemont, der als Käufer auftrat, zugleich auch der Bevollmächtigte der Rheinhandels=KonzernAG. war, die den Zucker zu liefern hatte. Das Gericht steht den Behauptungen der Angeklagten vorläufig noch sehr skeptisch gegenüber. Am Schlusse der Verhandlung wird Kommerzienrat Falck beim Verlassen des Gerichtssaales vom Gerichtsvollzieher in Empfang genommen. Es handelt sich um eine Zwangsverfügung zur Abgabe des Offenbarungs= eides, die auf Antrag eines Gläubigers erfolgt. Kleine Provinz=Kundschau I Stillegung. Am 12. Oktober wird die Hütte Vulkan ganz und die Niederrheinische Hütte in Duisburg teilweise stillgelegt. 880 Arbeiter und 96 Angestellte werden entlassen. □ Stillegung der Zeche Ver. Welheim. Der gesamten Belegschaft der Stinneszeche Vereinigte Welheim in Bottrop ist zum 15. Oktober gekündigt worden. Betroffen werden von dieser Maßnahme 1400 Arbeiter und 80 Angestellte. Begründet wird die Kündigung mit der allgemeinen wirtschaftlichen Notlage, der Finanznot und besonders mit der Unterbietung der deutschen durch die englische Kohle. I] Der Tarifkonflikt in der Hagen—Schwelmer Metallindustrie. Die drei Metallarbeiterverbände haben den Schiedsspruch vom 30. September 1931 über die Verlängerung des Arbeitszeitabkommens bis zum 31. März 1932 abgelehnt. □ Kommunistischer Ueberfall auf Nationalsozialisten. Am Volkshaus in Kray wurden Mitglieder der N. S. D. A. P. von Kommunisten überfallen. Es entwickelte sich eine schwere Schlägerei, in deren Verlauf vier Nationalsozialisten durch Messerstiche schwer verletzt wurden. Die Polizei nahm fünf Kommunisten fest. Unbeständiges Wetter Wetterbericht der Essener Wetterwarte vom 5. Oktober. Der Kern des Hochdruckgebietes hat sich nach dem südlichen Mitteleuropa verlagert. In ihm sinken die Luftmassen zusammen, so daß in Südfrankreich, den Alpenländern und Süddeutschland meist wolkenloses bis heiteres Wetter herrscht. Von ihm erstreckt sich ein Ausläufer über Dänemark nach Südskandinavien. Er wird jedoch von Westen her durch vordringende warme Ozeanluft rasch abgebaut werden. Bei ihrem Aufgleiten an den kühleren Luftmassen in diesem HochdruckAusläufer veranlaßt sie verbreitete Bewölkung und in der Kanalgegend und an der Westküste von Skandinavien bereits viefach Regen. Die Warmluft setzt sich langsam nach Osten durch, so daß auch Westdeutschland feuchtwarmes, zum Teil unbeständiges Wetter zu erwarten hat.„..... SämastlichVorhersage für Diensrag: Südwestliche bis westliche Winde, vorherrschend stark wolkig bis bedeckt und zeitweise leichter Regen. Etwas wärmer. Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Noch unbeständig und vereinzelt Regen, meist in Schauern. Keine Temperaturänderung. Montag, 5. Oktbr. Thermometer 13 Uhr+15C 24"+100 Barometer 7 Uhr 762.0 24„ 760,( vorm. Wetterhäuschen im Stadtpark 117 m über dem Meeresspiegel Wetternotizen gemessen um 8 Uhr vormittags Zeiten für Sonne und Mond am 6. Oktober: (Aufg..37, Unterg. 17.59: C Aufg..25, Unterg. 16.18 Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten Nr. 239 Unsere WANDANDETTE AUSUFEYEUNS im 1. 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