tadt: eater ch um ag. 28.„Sepi. bis 22.30 Uhr. A. 2: as große Dbjekt diel in 3 Akten ar., Conried. 10g, 39. Sepi., —22.30 Uhr: B. 2: same SansGene viel in 4 Akten storien Sardon. ller 9 hüle 16i hum CHWEIN 10 bis 2 Uhr Vormiete(onzert Der Städt. Elly Ney. ra, Protesnann, Mareler. s Wendlingier(Gesand) 2A.— 800. rnruf 68651 chum ahnhat habend kapelle Nr. 228 38. Jahrgang Dienstag, den 29. September 1931 Täglich außer Samstag 10 Pf. Samstags mit illustr. Beilage 20 Pf. chule nrut 89764 nographie, schreiben, axls idkurse. L916 Pra eiet hreib., Buchste Systeme) Ottstr. 37. LP 2 als Vier! # per Fl..65 M. per Fl. 0,85 M. der Berechnung. er gesucht. lich, Mosel. n siedt die Welt der Zeitung, was bast. kranke Fallen Hllte und h. Naagers Urinushädliches Natur mittel. schungen zu Flk..50 4tach Flk. 10.00. Erhorn-Apotheke, enlose Probepachung sschrift sendet Ad. Präparate Rudol41— 11199 und Bezugspreis einschl. Botenlohn.40 Mk. monatlich, oder.20 Mk. halbmonatlich: Selbstabholer.10 Mk. bzw..05 Mk. Unsere Beilage„Die Bochumer Illustrierte“ kostet monatl. 20 Pf., die Funkbeilage„Hör mit mir“, kostet monatlich 30 Pf. Allgem. Anzeigenpreis: Für 1 Millimeter Höhe in 25 Millimeter Breite 10 Pf., im Reklameteil 50 Pf.(Besondere Anzeigenpreise nach aufliegendem Tarif.) Angebote von anderen Zeitungen und Vermittlern werden nicht befördert. Bei zwangsweiser Beitreibung der Anzeigengebühren durch Klage, bei Konkursverfahren usw. wird der bewilligte Nachlaß hinfällig. Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmten Tagen und Plätzen, auch für durch Fernsprecher aufgegebene und abbestellte, sowie undeutlich geschriebene Aufträge wird keine Gewähr übernommen.— Schluß der Anzeigenannahme 4 Uhr nachmittags. Mk. 250. Unfall=Unterstützung bei tödlichem Unfall laut besonderen Bedingungen. General s für Bochum und umliegende Industriebezirke Redaktionsleitung: Dr. Paul Dierichs, Verantwortlich für Politik: Rudolf Joest: für Kommunalpolitik u. Nachbargebiet: Adolf Pedding= haus: für Lokales: Hans Schulte: für Handel: Fritz Schmidi: für Sport: Hans Schulte und Paul Wegener: für Kunst u. Unterhaltung: I. V. Max Flegel: für Briefkasten, Beilagen und den übrigen Textteil: Mar Flegel: für den Anzeigenteil: F. W. Pempe. Sprechstunden der Red.: 16—17 Uhr(auß. Samst.).— Druck u. Verlag: Bochumer Anzeiger und General Anzeiger. Laupenmühlen 3 Dierichs. sämtlich in Bochum. Berliner Redaktion: Michael Haupt, Berlin SW 68. Zimmerstraße 28. Fernsprecher: Dönhoff 553 und Karlshorst 0340.— Für unverlangte Einsendungen übernimmt die Redaktion keine Hastpflicht. Zurücksendung erfolgt nur, wenn Rückporto beiliegt.— Redaktion und Geschäftsstelle: Rathausplatz 8. Fernsprech=Anschlüsse Sammelnummer 67551—, Postscheckkonto Dortmund 1760. Conderschichtei sal den Runerige au Wiedereinführung des Dreimänner=Kollegiums durch Notverordnung— Heute noch Lohnschiedsspruch zu erwarten Berlin, 28. September. Amtlich wird mitgeteilt:„Mit dem 30. September 1931 laufen im Ruhrbergbau der Lohntarif und das Mehrheitsabkommen ab. Die bisherigen Verhandlungen über einen Abschluß neuer Tarifverträge geben keine Aussicht auf eine Einigung. Es ist sogar zu befürchten, daß sich auch im ordentlichen Schlichtungsverfahren mindestens nicht für alle Streitpunkte ein Mehrheitsschiedsspruch erzielen läßt. Da die Gefahren eines damit eintretenden tariflosen Zustandes in dieser lebenswichtigen Industrie im Interesse des wirtschaftlichen und politischen Lebens vermieden werden müssen, hat der Herr Reichspräsident am 27. September 1931 die Regelung wieder eingeführt, die die am 31. Juli 1931 außer Kraft getretene Verordnung vom 29. Januar 1931 über die Beilegung von Schlichtungsstreitigkeiten öffentlichen Interesses getroffen hatte. Der Reichsarbeitsminister kann danach auf Grund eines Beschlusses der Reichsregierung einen von ihm zur Durchführung eines zweiten Schlichtungsverfahrens in derselben Sache bestellten Sonderschlichter anweisen, zur Bildung der Schlichterkammer außer den Arbeitgeber= und Arbeitnehmerbeisitzern auch zwei unparteiische Beisitzer zu berufen. Kommt dann kein Mehrheitsschiedsspruch in der Kammer zustande, so haben der Schlichter und die beiden unparteiischen Beisitzer einen Schiedsspruch mit Stimmenmahrheit abzugehen.“ Essen, 28. September. Der Schlichter für Westfalen, Regierungsrat Professor Dr. Brahn, hat heute vormittag die Parteien gebeten, heute nachmittag 3 Uhr über das Lohn= und Arbeitsabkommen im Ruhrbergbau weiter zu verhandeln. Die Verhandlungen fanden statt. Ein Schiedsspruch in der Lohnfrage konnte aber nicht gefällt werden, da sich keine der beiden Parteien dem Vorschlag des Schlichters anschloß. Auf Grund der neuen Verordnung des Reichspräsidenten über die Beilegung von Schlichtungsstreitigkeiten öffentlichen Interesses(Inhalt vorstehend) wird nunmehr am Dienstag vormittag 10 Uhr das Schlichterkollegium, bestehend aus dem zum Sonderschlichter ernannten Professor Brahn, dem Düsseldorfer Regierungspräsidenten Bergemann und dem Beigeordneten Dr. Bragard(Wuppertal), zusammentreten und die Schlichtungsverhandlungen mit den Vertretern der beiden Tarifparteien in der Lohnfrage fortführen. Nach Lage der Dinge ist noch für Dienstag mit einem Lohnschiedsspruch zu rechnen. In der Arbeitszeitfrage, die abgetrennt wurde, wurden die Verhandlungen ebenfalls auf Dienstag vertagt. Am Vormittag tagte eine außerordentliche Hauptversammlung des Zechenverbandes, in der beschlossen wurde, für den Fall des Eintritts eines tariflosen Zustandes diejenigen Maßnahmen zu treffen, durch die eine Neuregelung der Löhne ab 16. Oktober ermöglicht wird. Dieser Beschluß, der bei einem tariflosen Zustand die Kündigung der Belegschaften bedeutet hätte, ist vor dem Bekanntwerden der neuen Verordnung des Reichspräsidenten gefaßt worden. Er ist praktisch bedeutungslos, da ein tarifloser Zustand vermieden wird. Das Dreimännerkollegium wird vielmehr heute einen Schiedsspruch fällen, der dann vom Reichsarbeitsminister sofort für verbindlich erklärt wird. Nationalsozialistische BetriebszellenUrganisation gegen Lohnabbau Zu den Lohnverhandlungen im Ruhrbergbau gibt die Nationalsozialistische Betriebszellen=Organisation, Gau Westfalen=Süd, ihre Stellungnahme bekannt, der wir folgendes entnehmerzigg.##.r kaken tu.#. „Die nationalsozialistische Arbeiter haben für den von den Wirtschaftsführern geforderten Lohnabbau im Bergbau kein Verständnis und lehnen denselben ab. Derlartige Maßnahmen unter den heutigen Verhältnisse vorzunehmen, zeugt von einer Kurzsichtigkeit, die dem Arbeitgebertum nicht zur Ehre gereicht. Um Selbstkostensenkungen vorzunehmen, gibt es andere Möglichkeiten. Zum mindestens kann man verlangen, daß die unglaublichen Gehälter der Wirtschaftsführer der Notlage des deutschen Volkes angepaßt werden. Alsdann wäre der Kampf gemeinschaftlich mit der Arbeiterschaft zu führen, gegen die direkten und indirekten Belastungen durch Reparationszahlungen, gegen die Verschwendungssucht der öffentlichen Körperschaften usw.“ Dann werden die Arbeitgeber aufgerufen, wahres Volks= und Wirtschaftsführertum zu zeigen und sich von den Profitinteressen abzukehren. mehrheit abzugeben.“ Das Ergebnis der Berliner Besprechungen Einsetzung eines deutsch=französischen Wirtschaftsausschusses b Berlin, 28. September.(Eig. Drahtber.) Von unserer Berliner Schriftleitung. Der zweite Tag des französischen Ministerbesuches nahm mit der Audienz der beiden französischen Staatsleute Laval und Briand beim Reichexxässdenten v. Hindenburg seinen Anfang. Um 1uhlnithr erschienen Ministerpräsident Laval, Außenneu##er Briand und Botschafter Francois=Poncet vor dem Reichspräsidentenpalais. Während die Wache präsentierte, kam Staatssekretär Dr. Meißner den französischen Gästen auf der Treppe entgegen und geleitete sie in das Arbeitszimmer des Reichspräsidenten, wo die kurze Aussprache stattfand. Der Besuch dauerte ungefähr 15 Minuten. Gegen ½12 Uhr besuchten die französischen Minister das Pergamon=Museum in Begleitung des Reichskanzlers Dr. Brüning, des Außenministers Dr. Curtius und verschiedener diplomatischer Beamten. Die Führung durch die Museen hatte Professor Dr. Waetzold übernommen. Vor dem Museum hatte sich, ebenso wie vor dem Reichspräsidentenpalais, eine zahlreiche Menschenmenge eingefunden. Anschließend fuhren die Staatsmänner im Kraftwagen durch Berlin, und nahmen im Schloß Brüninglinden ein Frühstück ein. Das in der Nähe von Cladow gelegene Schloß Brüninglinden ist Eigentum des Freiherrn v. Brüning, der aber in keiner Weise mit dem Reichskanzler verwandt ist. Hier fand eine eingehende Aussprache zwischen den Ministern statt, die dann zu dem abends veröffentlichten amtlichen Bericht führte. Der Besuch von Brüninglinden war geheimgehalten worden, nur ein starkes Polizeiaufgebot hatte schon am Morgen von dem Schloß Besitz genommen. Reichskanzler Dr. Brüning begab sich bereits um 2 Uhr wieder nach Berlin, um auf dem Sparkassentag zu sprechen.(Siehe Seite). Die übrigen Teilnehmer des Ausflugs kehrten über Potsdam zum Hotel Adlon zurück, von wo aus Laval und Briand sich um 5 Uhr abermals zur Konferenz in die Reichskanzlei begaben. Gegen 7 Uhr trafen die französischen Minister wieder im Hotel Adlon ein, wo Francois=Poncet vor den ausländischen und den deutschen Pressevertretern die gemeinsame Erklärung der deutschen und der französischen negierung über das Ergebnis der Berliner Besprechungen verlas. Die Erklärung hat folgenden Wortlaut: Der französische Ministerpräsident und der französische Außenminister sind nach Berlin gekommen, um den Besuch zu erwidern, den ihnen seinerzeit der Reichskanzler und der Reichsminister des Auswärtigen, in Paris abgestattet haben. Zugleich war es ihre Absicht, ihre früheren Besprechungen zu einem Ergebnis zu führen. Die Vertreter der beiden Regierungen haben erneut ihrer Ueberzeugung Ausdruck gegeben, daß ihr Ziel die Pflege vertrauensvoller Beziehungen zwischen den beiden Ländern ist. Sie sind der Ansicht, daß die Wirtschaftekrise, unter der gegenwärtig die ganze Welt leidet, es ihnen zur gebieterischen Pflicht macht, vor allem auf wirtschaftlichem Gebiet ihre Bemühungen zu vereinigen, um Lösungen zur Milderung der Not zu Den deutschon und französischen Ministern scheint es gebeten, ein besonderes Organ zu schaffen, dessen Arbeitsweise greifbare Ergebnisse zu gewährleisten verspricht. Sie sind dementsprechend übereingekommen, einen gemischten deutsch=französischen Ausschuß zu bilden, der aus Vertretern der beteiligten Zentralstellen unter Beteiligung von berufenen Vertretern der verschiedenen Zweige der Wirtschaft wie auch der Arbeitnehmer bestehen soll. Die Leitung des Ausschusses wird Mitgliedern beider Regierungen obliegen. Außerdem wird ein gemein sames ständiges Generalsekretariat eingerichtet. Der Ausschuß wird seine Sitzungen je nach Bedarf in dem einen oder anderen Lande abhalten und seine Arbeiten alsbald aufnehmen.„. gi,.5den Gas. Der Ausschuß hat die Aufgabe, aule die beiden Völker berührenden Wirtschaftsfragen zuprüfen, ohne dabei die Interessen anderer Länder und die Notwendigkeit internationaler Zusammenarbeit aus dem Auge zu verlieren. Er wird vor allem die Möglichkeiten prüfen, die bereits bestehenden Wirtschaftevereinbarungen zu verstärken und auszubauen und neue Vereinbarungen abzuschließen, und zwar gegebenenfalls in neuen nisationsformen. Er wird den gegenwärtigen Stand des Handelsverkehrs zwischen beiden Ländern untersuchen, um die seit dem Inkrafttreten des Handelsvertrages von 1927 gesammelten Erfahrungen nutzbar zu machen. Er wird weiter gemeinsam nach neuen Absatzmöglichkeiten suchen. Nach übereinstimmender Ansicht ist diese Aufzählung nicht erschöpfend. Die Vertreter der beiden Länder legen Wert darauf, klar zum Ausdruck zu bringen, daß sich ihr Vorgehen nicht gegen die Wirtschaft eines anderen Landes richtet. Sie erklären, daß sie es ablehnen, die Lösung der dem Ausschuß zugewiesenen Fragen etwa in gemeinsamem Vorgehen auf dem Gebiete von Zollerhöhungen zu suchen. Sie werden sich in Einklang mit den allgemeinen Bestrebungen zur Bekämpfung der Wirtschaftskrise halten und werden die Mitarbeit anderer Völker in jedem Falle nachsuchen, wo die Sachlage dies erfordert. So könnte u. a. die Durchführbarkeit internationaler Abmachungen über Schiffahrts= und Luftverkehr geprüft werden. Die Vertreter der deutschen und der französischen Regierung sind überzeugt, daß sie hiermit den Grundstein zu einem Werk des Aufbaues legen. Dies Werk soll der erste Schritt zu einer Gemeinschaftsarbeit sein, die ein Gebot der Stunde ist und an der mitzuarbeiten alle berufen sind.“ Am Abend fand in der französischen Botschaft ein Festessen mit anschließendem Empfang statt, an dem die in Berlin anwesenden Diplomaten, deutschen Wirtschaftsführer usw. teilnahmen. Die französischen Gäste treten am Dienstag.50 Uhr früh mittels Sonderzuges die Rückreise an. Die neue Hamrurge Cngerschaft Sentomher.I Gewinn ¾ Verlust Hamburg, 28. September. Die Verteilung der Mandate in der neuen Hamburger vurgerschaft weicht gegenüber dem von uns in der gestrigen Nummer des„B..“ mitgeteilten vorlaufigen Ergebnisses insofern ab, als die Staatspartei einen Abgeordneten mehr, die Nationalsozialisten einen weniger erhalten. Die neue Hamburger Bürgerschaft setzt sich demnach wie folgt zusammen: Sozialdemokraten Kommunisten Deutschnationale Staatspartei Deutsche Volkspartei Wirtschaftspartei Nationalsozialisten Zentrum... S9. Wahtn Christlich=sozialer Volksdienst Parteilos Ein Vergleich der Zusammensetzung der alten und der neuen Bürgerschaft zeigt, daß das Hamhurgex, Parlament ein völlig anderes Gesicht bekommen yat. Evenso interessant ist ein Vergleich der Stimmziffern, die di einzelnen Parteien am letzten Sonntag erzieiten, mit denen der Reichstagswahl vonz“ Sevhaperr Bieozile der gestrigen Nummer des„B. a. haben wll biese Ziffern gegenübergestellt. Heute bringen wir die Gewinnund Verlustziffern im Vergleich zur wahl. Die Wahlbeteiligung bei den Hamburger Bürger, Gewinn 75 Verlust% Sozialdemokraten Kommunisten Deutschnationale Staatspartei Deutsche Volkspartei Wirtschaftspartei Nationalsozialisten Zentrum Mit dem Wahlergebnis vom Sonntag ist die Große Koalition, die in der letzten Hamburger Bürgerschaft über 102 von 160 Sitzen verfügte, in die Minderheit gekommen. Theoretisch besteht zwar die Möglichkeit einer Mehrheitsbildung zwischen Sozialdemokraten und Kommunisten, die in der neuen Bürgerschaft über 81 Sitze verfügen; da diese Koalition aber praktisch kaum in Frage kommt, und keine andere Kombination praktisch durchführbar ist, wird zweifellos der jetzt regierende Senat von der verfassungsmäßig gegebenen Möglichkeit Gebrauch machen und weiter im Amte bleiben. Berlin, 28. September. Das Ergebnis der Hamburger Wahlen wird durch den Besuch der Franzosen in Berlin stark in den Hintergrund gedrängt. Die Presse nimmt daher allgemein nur kurz zu dem Ergebnis der Wahl Stellung. Der sozialdemokratische„Vorwärts“ betont: Die Verzweiflungsstimmung der Volksmassen angesichts der drohenden Wintersnot habe die Stimme der Vernunft unterdrückt. In ähnlichem Sinne äußern sich mania" schshbasen ant i. Sseishe 19350 Ansgashlel öicher etwas stärkeren Beteiligung stellen sich Gewinn und Verlust der einzelnen Parteien in Prozenten ausgedrückt wie folgt dar: Allgemeine Zeitung“ stellt übereinstimmend mit dem Deutschnationalen„Lokalanzeiger“ fest, daß die Hamburger Wahlen eine bitterernste Mahnung an das Kabinett Brüning seien. ZweiFliegerbesuche in Tokio Von Dr. Taul Kohrback Während der Ueberfahrt von San Francisco nach Japan auf dem Dampfer„President Wilson" brachte der Ozeanfunk jeden Tag einen ausführlichen Bericht über„Lindy“, den Flieger Lindbergh, der mit seiner jungen Frau von den Vereinigten Staaten über Kanada auf dem Flug nach Japan war. Lindbergh ist in Amerika eine sehr populäre Figur, eine Art amerikanischer Nationalheld, seit er den berühmten Flug von Newyork nach Paris gemacht hat. Die Amerikaner haben ein stetes Bedürfnis nach solcher Heroisierung (das moderne englische Wort hierfür ist„Lionization“, „Verlöwung"), und jede Etappe der Lindberghs wurde mit ausführlichem Kommentar gebucht. Unter den Damen des Schiffes gab es große Debatten darüber, ob Frau Lindbergh recht getan hätte, ihr eben geborenes Baby in Pflege zu geben und mit ihrem Mann davonzufliegen. Die Mehrheit war natürlich für unbedingtes „Ja“. Eines Tages tauchten im Bordfunk zwei bescheidene Zeilen auf:„Marga von Etzdorf, the German aviatrix, die deutsche Fliegerin will von Berlin nach Tokio fliegen"; einen Tag später:„Sie ist abgeflogen und hat gesagt, sie nehme ein Taschentuch mit, um den Lindberghs unterwegs damit zuzuwinken.“ Dann war sie in Moskau, dann in Irkutsk— aber nach Tokio ließ der amerikanische Funk sie merkwürdigerweise garnicht kommen, dort gab es nur Lindberghs und LindberghFeiern! Es ist bezeichnend für das Interesse, das Durchschnittsamerikaner an Europa haben, was die Redaktion der Bordzeitung an Nachrichtenmaterial aus den natürlich viel reichhaltigeren Funkberichten auswählte, d. h. wofür sie die Passagiere interessiert glaubte. Im Laufe von zwei Wochen gab es aus Berlin nur die eine einzige Nachricht über Marga von Etzdorf, aus Paris überhaupt keine, aus London einen täglichen Bericht über die englische Finanz= und Regierungskrisis und im übrigen nur amerikanisches Material, meist Personalien, Sport, Kurse. Eine wichtige Auslandsnachricht war noch die, daß in Basra ein achtzigjähriger Araber, der gegen Cholera geimpft war, gemeint hatte, es sei eine Verjüngungsimpfung und sich daraufhin eine neue Frau genommen hat. So sind die Amerikaner! Als unser„President Wilson" am 31. August bei strömendem Regen am Pier von Yokohama anlegte, war aber Marga von Etzdorf schon vor ein paar Tagen glücklich gelandet: nicht als politisch aufgemachte große Sensation wie die Lindberghs, sondern als ein lieber Gast, dessen herzliche Aufnahme durch die Japaner für den deutschen Augenzeugen eine rechte Freude ist. Auch ich habe vom ersten Augenblick meines Besuches auf japanischem Boden an die Erfahrung gemacht, daß die Japaner gute Beziehungen zu allem, was deutsch ist, aufrichtig schätzen. Der Lindbergh=Flug hat einen bestimmten politischen Hintergrund, nämlich die Frage der Zulassung japanischer Einwanderer nach den amerikanischen Staaten, die jetzt wieder einmal drüben schwebt. Die Einwanderung ist seit Jahr und Tag verboten, hauptsächlich, weil der Staat Kalifornien keine Japaner hereinlassen will. Sie sind billige Arbeiter und würden den amerikanischen Arbeitern und Obstzüchtern scharfe Konkurrenz machen. Japan verlangt nicht etwa freie Einwanderung, weil es die ja schon seit Jahren in Amerika nicht mehr gibt, aber es verlangt, daß die in dem Verbot liegende Ehrenkränkung, die Diskriminierung“ als asiatische Nation, verschwinden soll. In Washington, überhaupt im Osten der Vereinigten Staaten, wäre man gern bereit, den Wunsch der Japaner zu erfüllen und für die japanische Einwanderung eine„Quote“ festzusetzen, so gut wie für die englische, deutsche und italienische. Für das Empfinden der Japaner kommt es mehr auf die Quote als solche an, als auf ihren Betrag; daß er nicht groß sein könnte, versteht sich bei der jetzt herrschenden scharfen Zurückdrängung der Einwanderung nach Amerika von selbst. Hoover muß aber für seine Wiederwahl als Präsident mit den kalifornischen Stimmen rechnen(er ist eigentlich Kalifornier), und in San Franzisko ist man nach wie vor antijapanisch. Daher wird die Quotenfrage einstweilen durch eine Aktion wie den Besuch Lindberghs als inoffiziellen„Freundschaftsbotschafter" umgangen. Die glänzende Aufnahme der Lindberghs in Tokio wer sozusagen der japanische Gegenzug, immer mit der Quotenfrage im Hintergrund. Die Stimmung würde hier aber auf das heftigste umschlagen, sobald in Amerika ein gegen die japanische Quote gerichteter Beschluß gesaßt würde. Marga von Etzdorf ist ein liebenswürdiger Mensch. Ich sprach mit ihr über ihre Fliegerei, und sie antwortete ganz einfach:„Irgendeinen Beruf muß der Mensch doch haben, für manche ist es Beruf, zu malen oder zu singen oder zu schreiben; mein Beruf ist, daß ich fliege und daß ich mir damit meinen Unterhalt verdiene. Ich mache Kunstflüge, und wenn ich damit genug gespart habe, so unternehme ich etwas Größeres wie meinen Flug nach Afrika und wie diesmal den nach Japan!“ Die Japaner sind von dem blonden, hochgewachsenen, sich immer ganz einfach und natürlich gebenden Mädchen begeistert. Empfänge und festliche Veranstaltungen zu ihren Ehren von japanischen Gesellschaften, offiziellen Persönlichkeiten usw. wechseln mit deutschen ab. Nach japanischer Sitte gibt es jedesmal ein hübsches Andenken an das Beisammensein. Fräulein v. Etzdorf, mit der ich im selben Hause wohne, hat in ihrem Zimmer schon eine sehr niedliche Ausstellung von Schmuckkästen, Puppen, Kimonos, Fächern, Blumenvosen und dergleichen aufgebaut. Gestern gaben zwei deutsche Vereinigungen ihr zu Ehren einen Abend mit Bowle, Reden und Musik. Die Geseierte erzählte mit einer anvernehmen Mischung von Schichtheit und Humor die K Ergebnisse während ihres Fluges durch Rußland und Sibirien. Nur einmal hatte sie einen Tag unfreiwilligen Aufenthalt, und das gereichte ihr zum Glück; denn dadurch entging sie einem Taifun. Ihr größter japanischer Freund und Gönner ist der alte General Nagaoka, der— eine große Seltenheit in Japan— einen so langen Schnurrbart hat, daß er die Enden um seinen Hinterkopf zusammenbinden kann. Er ist der Präsident des Kaiserlichen Aero=Klubs von Japan und hat Fräulein von Etzdorf einen Kimono verehrt, in dessen Stoff er lauter Flugzeuge in Schwarz und Weiß hat einweben lassen. Es sind nicht nur alte Generäle, die die deutsche Fliegerin verehren, sondern japanische junge Mädchen rechnen es sich sogar zur Ehre an, die— Strümpfe des Gastes zu stopfen. Ich besah heute eine japanische Fabrik, Spinnerei und Weberei, einen sehr interessanten Betrieb, über den ich noch berichten werde. Auf einem der Korridore, die zwischen den Schlafräumen für die Fabrikarbeiterinnen laufen, war, in ganz großem Format, ein teurer photographischer Abzug der Aufnahme angeheftet, wie Marga von Etzdorf in ihrem Flugzeugkimono Arm in Arm mit dem General Nagaoka dasteht. Einige von den Fabrikmädchen hatten das Bild in der Zeitung gesehen und hatten nicht geruht, bis sie es beim Photographen aufgestöbert, gekauft und auf ihrem Korridor angebracht hatten. Die japanische Unterschrift unter dem Bilde wurde mir übersetzt als„Die deutsche Flieger=Königin". Bei den Mädchen ist es der Stolz auf die Leistung, die eine ihres Geschlechts vollbracht hat, und man wäre im Irrtum, wenn man sagen wollte, daß diese jungen Fabrikarbeiterinnen von Deutschland doch nicht viel wissen. Sie sind alle durch die Volksschule gegangen und haben schon eine, wenn auch etwas summarische Ahnung von der Welt. Arbeitszeitvereinbarung in der Eseniubustie Essen, 28. September. In den Arbeitszeitverhandlungen für den Bereich der nordwestlichen Gruppe der Eisen= und Stahlindustrie kam am Montag nachmittag zwischen den Vertretern des Arbeitgeberverbandes und den Vertretern des Christlichen Metallarbeiterverbandes und des Gewerkvereins Hirsch=Duncker eine Vereinbarung zustande, durch die das geltende Arbeitszeitabkommen mit monatlicher Kündigungsfrist verlängert wird. Der Deutsche Metallarbeiter=Verband, der auch an dem bisherigen Arbeitszeitabkommen unbeteiligt war, hat sich von der freien Vereinbarung ausgeschlossen. Dr. Ernst Reichskommissar süie das Bauigeverbe Berlin, 28. September. Der bisherige Ministerialdirektor im preußischen Ministerium für Handel und Gewerbe, Dr. Ernst, ist zum Reichskommissar für das Bankgewerbe ernannt worden. Weitere Lockerung der Bohnuagszwangswieschaft Berlin, 28. September. Dem preußischen Staatsrat, der am Dienstag zusammentritt, ist eine siebente Verordnung über die Lockerung der Wohnungszwangswirtschaft zugegangen. Auf Wohnungen mit einer Jahresfriedensmiete von 1800 Reichsmark und mehr in Berlin und den übrigen Orten der Sonderklasse sollen die Vorschriften des Wohnungsmangelgesetzes grundsätzlich keine Anwendung mehr finden. In den Orten der Ortsklassen—D wird der Mietssatz für die Befreiung auf 1400, 1000, 600 und 400 RM. herabgesetzt. Ueber Wohnungen in der genannten Mietshöhe wird zukünftig frei verfügt werden können. Ferner wird bestimmt, daß bei Wohnungen, deren Jahresmiete 1200—1800 Reichsmark in Berlin beträgt, eine Beschlagnahme nicht mehr stattfindet. In den übrigen Orten der Sonderklasse soll die entsprechende Mietshöhe 1000—1800 Reichsmark betragen, in den Orten der Ortsklasse—D 700—1400, 500—1000, 300—600 und 240—400 Reichsmark. In Gemeinden mit weniger als 20 000 Einwohnern erfolgt keine Beschlagnahme mehr. Außerdem wird für Wohnungen, deren Jahresmiete in Berlin 2400 Reichsmark und mehr beträgt, für die übrigen Orte der Sonderklasse 1900 Reichsmark und mehr, für die Orte der Ortsklasse—D 1400, 1000 600 und 400 Reichsmark und mehr, durch die Verordnung der Mieterschutz aufgehoben. Endlich wird bestimmt, daß auf Geschäftsr äume die Vorschriften des Wohnungsmangelgesetzes und des Reichsmietengesetzes keine Anwendung mehr finden. Ob die Verordnung in der vorgeschlagenen Fassung in Kraft tritt, hängt von der Fassung der Bestimmungen über Wohnungsmangel und Mieterschutz ab, die durch die Reichsnotverordnung festgelegt werden. Der Zwist in der##9. h Berlin, 28. September.(Eig. Drahtber.) Die Opposition in der sozialdemokratischen Partei wird jetzt voraussichtlich zu einer Trennung führen. Der oppositionelle Reichstagsabgeordnete Dr. Rosenfeld hat zugleich im Namen des Führers der Opposition, des Abgeordneten Seydewitz, in einem Schreiben an den Parteivorstand erklärt, sie wünschten beide keine Sonderorganisation, hielten aber an der Herausgabe der vom Parteiausschuß auf den Inder gesetzten Wochenschrift die„Fackel" fest. Der Parteivorstand, der sich am Dienstag mit der Erklärung beschäftigen wird, dürfte voraussichtlich den Ausschluß der beiden Abgeordneten aussprechen. Da der ebenfalls oppositionelle Reichstagsabgeordnete Oettinghaus bereits zu den Kommunisten übergetreten ist, so bleibt noch die Stellung der übrigen revoltierenden Abgeordneten zu erwarten. Sie haben bisher noch keine Erklärung abgegeben. Neues in Kürze Die Reichsbahngesellschaft hat im Einvernehmen mit der Reichsregierung den Lohntarif zum 31. Oktober gekündigt, um die in der Notverordnung vorgesehene Lohnsenkung auch bei der Reichsbahn durchzuführen. * Der Merseburger Regierungspräsident Ernst von Harnack wurde vom Amtsgericht Halle a. S. wegen Beleidigung des zweiten Bundesführers des Stahlhelm, Düsterberg, zu 100 Mark Geldstrafe verurteilt. * Die in Köln erscheinende nationalsozialistische Tageszeitung„Westdeutscher Beobachter“ wurde einschließlich ihrer Kopfblätter bis zum 11. Oktober verboten. * Der Befehlshaber der englischen Atlantikflotte, Admiral Hodges, trat angeblich aus Gesundheitsrücksichten zurück. Sein Nachfolger wurde Admiral John Kelly. Die Matrosen der Atlantikflotte hatten bekanntlich vor kurzem gemeutert. * Die deutschen Ozeanflieger Rody und Johannsen wurden gestern vom Newyorker Oberbürgermeister im Rathaus feierlich empsangen. „Feste Mark— solide Wirtschaft.“ „Deutschlands Währung bleibt unversehrt erhalten“.— Reden des Kanzlers, des preußischen Innenministers und des Reichsbankpräsidenten auf der Tagung des Sparkassenverbandes Berlin, 28. September. Auf der Tagung des Sparkassenverbandes(siehe auch Handelsteil) hielt Reichskanzler Dr. Brüning eine Rede, in der er nach einem Hinweis auf die englische Währungskrise und die schwerwiegenden Entscheidungen, vor denen die Regierung stehe, u. a. ausführte: „Die Währung muß in Deutschland unversehrt erhalten bleiben. Kein Volk, das, wie das deutsche, das furchtbare Erleben einer solchen Inflation über sich ergehen lassen mußte, wird es erneut ertragen können, wenn in den Zeiten größter Unsicherheit und Angst erneut dem Vertrauen auf den Bestand der Sparvermögen und Rücklagen ein Stoß versetzt würde. Die Regierung wird darum im Verein mit der Reichsbank alles tun, um die Währung in ihrem Bestande zu schützen. Gewiß mögen manche Kreise von einer Verwässerung der Währung neue Impulse für das Wirtschaftsleben erwarten. Sie mögen in ihrer Auffassung durch Beobachtungen gestärkt werden, die sich an die Entwertung des englischen Pfundes anschließen, wobei von vornherein freilich zu beachten ist, daß solche Vorgänge bald als vorübergehend erkannt werden. In Deutschland aber liegen die Verhältnisse überhaupt anders als im britischen Reich. Ein armes Land muß billig sein. Wenn es gelingt, Ansprüche und Preise in dieser Richtung zu orientieren, dann werden auf solider Basis Wirkungen erzielt, wie sie durch eine Verschlechterung des Währungswertes nur vorübergehend möglich wären. Die Ausfuhr wird erleichtert, der Inlandsabsatz wird sich heben. Der Sparsinn wird neue Anregungen finden. Einer positiven Förderung der Kapitalbildung durch die Steuerpolitik sind leider unter den gegenwärtigen Verhältnissen enge Grenzen gezogen. Die eingeleiteten Regierungsmaßnahmen lassen aber erkennen, daß eine jede dem Interesse der Sparer widersprechende Verquickung zwischen den öffentlichen Finanzen und den Sparkassen ausgeschlossen bleiben soll. Wenn von Zeit zu Zeit Gerüchte auftauchen, daß Sparguthaben beschlagnahmt würden, so sind sie völlig unbegründet.“ Nachdem der Kanzler dann auf die Bankenkrise, die Notwendigkeit und die Vorteile der Bankenaufsicht hingewiesen hatte, fuhr er fort: „Die Reichsregierung ist sich bewußt, daß gerade auf dem empfindlichen Gebiete der Kreditwirtschaft übereilte Maßnahmen Verwirrung und Schaden anrichten können. Die Grundlagen der Sparkassen haben sich im allgemeinen als gesund erwiesen. Die Prüfung weiterer Schritte wird sich vor allem darauf erstrecken, ob die Sparkassen gegenüber ihren Garantieverbänden selbständiger zu machen sind als bisher und ob ihre Liquidität verbessert werden kann. Vor drei Monaten sprach ich an dieser Stelle von der Notwendigkeit, die Idee des Kapitals großzügiger und weitherziger zu fassen als bisher. Diese Notwendigkeit hat sich aus den Ereignissen der jüngsten Vergangenheit und aus den dringenden Erfordernissen der Zukunft immer deutlicher ergeben. Der rein privatwirtschaftliche Standpunkt wird nicht mehr allein bestimmend sein dürfen für die Richtung, in die der Kapitalstrom fließen muß. Diese Richtung darf nicht allein abhängen von der Rente, sondern auch von den Erfordernissen größter volkswirtschaftlicher Ergiebigkeit. So kommt aus wirtschaftlichen und sozialen Gründen der Kreditversorgung der Mittel= und Kleinwirtschaft große Bedeutung zu. Nach wie vor werden die Sparkassen den Kleinkredit kurzfristiger und langfristiger Art besonders pflegen müssen. Der Lösung harrt auch die gewaltige Aufgabe, die unheilvoll angewachsene kurzfristige Verschuldung der deutschen Wirtschaft gegenüber dem Auslande, aber auch im Inlande selbst, so bei den Kommunen und der Landwirtschaft, auf ein normales Verhältnis zurückzuführen. Dringend und notwendig ist schließlich auch die Abkehr von den gesteigerten Zinssätzen bei allen Geldinstituten. Wenn die Zinsen in den letzten Monaten weitgehend zwangsläufig stiegen, so wird die Rückkehr auf das Niveau der Jahresmitte als eine erste Etappe anzustreben sein. Die Zusammenarbeit der Gruppe von Banken, Sparkassen und Genossenschaften auf diesem Gebiet werden die Behörden unterstützen. Die deutsche Wirtschaft steht in einem Reinigungsprozeß großen Umfanges. Es wäre falsch und unmöglich, diesen Prozeß aufzuhalten, aber alles muß geschehen, um Opfer und Kosten der Krise so gering wie möglich zu halten und um vorzusorgen, daß nach ihrer Beendigung alle Mittel für den Aufbau auf gesunder Grundlage vorhanden sind. Im Kreditgeschäft wird in Zukunft besonders auch eine enge Zusammenarbeit der privaten und öffentlichen Bankgruppen notwendig sein. Die Zeit eines ungeregelten Nebeneinanderarbeitens wird endgültig vorbei sein. Die Erkenntnis von der unlöslichen Schicksalsgemeinschaft aller„Berufsstände und aller Schaffenden, muß über die Not der Zeit hinaus Allgemeingut bleiben.“ Der preußische Innenminister Severing sprach nach dem Reichskanzler. Er sagte u.., wie alle anderen Geldinstitute, seien auch die Sparkassen durch die Wirtschafts= und Finanzkrise schwer betroffen worden. Aus den Erfahrungen dieser schweren letzten Monate müsse man die notwendigen Lehren ziehen. Die preußische Regierung sei zusammen mit der Reichsregierung, der Reichsbank und den Länderregierungen in enger Fühlungnahme mit der Organisation der Sparkassen sofort an die Arbeit gegangen und er hoffe, daß ein befriedigendes Ergebnis schon in allernächster Zeit erreicht werde. Man werde den Sparkassen da, wo dies noch nicht der Fall sei, Eigenrechtspersönlichkeit geben müssen, um damit das [Sparkassenvermögen in jeder Weise von dem sonstigen Vermögen der Gemeinden zu trennen. Weiter würden vor allem die Liquidität und die Liquiditätsreserven der Sparkassen und Girozentralen gestärkt und gesichert werden. Es könne nicht verkannt werden, daß in den letzten Jahren das Realkreditgeschäft überspannt worden sei. Auch dem Kommunalkredit würden engere Grenzen gezogen werden müssen. Das alles dürfte aber nicht zu einer Beseitigung der Selbstverwaltung, der Selbstverantwortung der Sparkassenorganisationen führen. Darum werde er allen Angriffen entschieden entgegentreten, die auf eine Entkommunalisierung der Sparkassen und auf eine Zertrümmerung der Zentralorganisationen, die sich die deutschen Sparkassen selbst geschaffen hätten, abzielten. Reichsbankpräsident Dr. Luther der zum Schluß das Wort ergriff, machte u. a. folgende Ausführungen: „Feste Währung ist die Voraussetzung für unser täglich Brot. Für Deutschland gibt es noch ein besonderes Hindernis, die Goldparität schwinden zu lassen: das sind die Valutaschulden. Wir sind ja an das Ausland ganz vorwiegend nicht in Reichsmark, sondern in Gold, Dollar oder in anderen goldbeständigen Währungen und übrigens nur zu einem geringen Teil in Pfunden verschuldet. Da nun überdies die Auslandsverschuldung in der Gesamtverschuldung unserer Wirtschaft eine entscheidende Rolle spielt, so würde, ganz gleichgültig, wie man sich die Erledigung der durch die Abwertung des Pfundes entstandenen schwierigen Fragen denkt, uns in unserer Lage eine Abwertung der Reichsmark die angeblichen oder erhofften Erleichterungen im Schuldenstand nicht bringen. Die Milliarden Auslandsschulden, die jetzt dem Stillhalteabkommen unterliegen, würden mit jeder Abschwächung des Reichsmarkkurses entsprechend höher in den Bilanzen der Valutaschuldner zu Buche stehen und diese von einem gewissen Punkt an rettungslos bankerott machen. Die Stellungnahme Deutschlands kann deshalb nicht davon abhängig gemacht werden, ob nicht andere Länder aus den besonderen Voraussetzungen ihrer Lage heraus ähnliche Schritte wie England tun. Auf keinen Fall sollte man übersehen, daß die englische Lage nun wieder die Besonderheit besitzt, daß möglicherweise infolge Auslaufens der von England gewahrten Kredite eine stärkere Pfundnachfrage einsetzt. Die Bindung an das Gold gewährleistet objektiv die Einhaltung dieser Grenze, deren Ueberschreitung Inflation bedeutet. Ich behaupte, daß diese Sicherung ein Segen ist. Wenn das Festhalten an der Goldwahrung uns zunächst neue Schwierigkeiten bereitet, so ist das schon nur scheinbar und vorübergehend, in Wirklichkeit bewahrt uns das Festhalten ander Goldwährung vor unübersehbaren Schwierigkeiten. Schließlich aber und auf die Dauer muß und wird das Festhalten am Goldstandard auch Deutschlands Kredit stärken. Ich möchte meine Ausführungen mit den Worten schließen:„Feste Mark— solide Wirtschaft!" Nur ein Anfang Die Meinung der Berliner Regierung über den franzosischen Ministerbesuch Berlin, 28. September. Von unserer Berliner Schriftleitung. Von zuständiger Seite wird uns zu dem Ergebnis der deutsch=französischen Ministeraussprache erklärt, daß die Besprechungen zwischen den Staatsmännern der beiden Nationen zu der Ueberzeugung in weiten Kreisen geführt hätten, daß eine deutsch=französische Zusammenarbeit notwendig sei, die nicht allein im Interesse der beiden Völker, sondern zur Neuorientierung der gesamten Weltpolitik gedacht sei. Die Aussprache sei durchaus vertrauensvoll geführt worden. Es wird darauf hingewiesen, daß sich die Besprechungen nicht lediglich auf die Schaffung des deutsch=französischen Wirtschaftsausschusses bezogen hätten, daß man darüber hinaus auch die allgemeine Weltpolitik, besonders aber die Währungskrise besprochen habe. Entsprechend den Beschlüssen habe man jedoch für die politischen Probleme einstweilen keine Lösung,g:sucht(!). Der Grundstein zu der Aussprache sei bereits in den verschiedenen Gesprächen des deutschen Reichsaußenministers Dr. Curtius in Genf gelegt worden. Die Gründung des deutsch=französischen Wirtschaftsausschusses sei nur ein Anfang. Der Ausschuß werde aus Regierungsvertretern der beiden beteiligten Staaten gebildet, in den dann Wirtschaftsführer und Gewerkschaftsmitglieder der beiden Nationen berufen würden. An der Spitze des Ausschusses werde jeweils ein Regierungsmitglied derjenigen Nation stehen, in deren Hauptstadt der Ausschuß jeweils tage. Es sei also ein Wechsel des Tagungsortes zwischen Berlin und Paris vorgesehen. Gleichzeitig werde ein Generalsekretariat gebildet, dem zwei Beamte der beiden Staaten angehörten. Die Arbeiten des Ausschusses beständen in der Lösung von Wirtschaftsfragen, um auf diesem Wege die Beziehungen der beiden Länder zu vertiefen. In erster Linie seien es Kartellierungsfragen sowie der Handelsverkehr, ferner das Gebiet der Schiffahrt und der Luftfahrt, um hier durch gemeinsames Vorgehen die schädigenden Schleuderpreise auszumerzen. Bestimmte Abmachungen seien bisher noch nicht getroffen worden. Aber man spricht in unterrichteten Kreisen heute schon davon, daß es sich vor allem um die Gebiete der Kohle, des Eisens, der Chemie und der Elektrizität handele. Man unterstreicht an zuständiger Stelle, daß in diesem deutsch=französischen Wirtschaftsausschuß keine einseitige Stellungnahme gegen andere Mächte genommen werden soll, sondern daß die Beratungen zu einer internationalen Zusammenarbeit führen sollen, indem man dritte und vierte Staaten von den deutsch=französischen Maßnahmen unterrichten wird. Auch weist man darauf hin— und dies wird auch in dem amtlichen Bericht zum Ausdruck gebracht—, daß an eine Zollerhöhung seitens Frankreichs und Deutschlanvo nicht gedacht wird, daß man vielmehr bestrebt ist, Wege zu finden, um den internationalen Güteraustausch nach den in Genf gefaßten Beschlüssen zu erleichtern. Ein besonderes Augenmerk wird der finanziellen Verflechtung der Wirtschaft der beiden Länder gewidmet. Aber auch hier sollen die einzuschlagenden Wege dem Wirtschaftsausschuß überlassen bleiben. Weiter wurde eine deutsch=französische Gemeinschaftsarbeit außerhalb der deutschen Grenzen besprochen. In diesem Zusammenhang wurde auch die Kolonialfrage erwähnt, dagegen ist über die Möglichkeit eines deutschen Kolonialmandats, so weit wir hören, nicht verhandelt worden. Man nimmt an, daß der deutsch=französische Wirtschaftsausschuß bereits Mitte Oktober zu seiner ersten Sitzung zusammentritt. Unsere Ansicht Von welcher politischen Weltanschauung aus man auch den Besuch der französischen Staatsmänner und die deutsch=französische Aussprache betrachtet: unvoreingenommen wird man feststellen müssen, daß zum mindesten durch die Fühlungnahme kein neues Porzellan zerschlagen worden ist, wobei jedoch die Frage offen bleibt, ob und welche praktischen und für Deutschland annehmbaren Vorschläge der kommende Wirtschaftsausschuß machen wird. Der Plan einer wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Frankreich ist nicht neu, sondern wurde von dem Industrieführer Hugo Stinnes erstmalig im StinnesLoucheur=Abkommen niedergelegt. Die Erörterung dieses Planes ist auch heute durchaus zweckmäßig; denn es gilt, für die stockende deutsche Ausfuhr neue Möglichkeiten zu schaffen. Die Erweiterung des deutschen Absatzes nach Südosten durch Abschluß der deutschösterreichischen Zollunion ist heute verbaut. Durch Aufhebung der Sachlieferungen auf Reparationskonto ist ebenfalls ein Absatzgebiet verloren gegangen. England wird für die nächste Zeit eventuell als Abnehmer gänzlich ausschalten oder zum mindesten die deutsche Einfuhr auf ein Mindestmaß drosseln. Der Export nach Rußland wird durch die Undurchführbarkeit weiterer deutscher Kreditgewährungen in den nächsten Monaten ebenfalls stark gehemmt. Wenn also in der deutsch=französischen Aussprache neue Wege des Güteraustausches gesucht werden, so erscheint dieser Versuch vom wirtschaftlichen Standpunkt aus durchaus plausibel, zumal sich auch namhafte Wirtschaftsführer mit diesem Problem ebenfalls befassen. Dagegen sehen die Dinge, vom finanzielle Standpunkt aus betrachtet, anders aus. Im Mittelpunkt der finanziellen Transaktionen, die sich an die Beratungen des Wirtschaftsausschusses anschließen müssen, wenn die Ankurbelung des deutschen Marktes und der deutschen Produktion von Erfolg begleitet sein soll, steht das Baseler Stillhalte=Abkommen. Hier aber taucht schon die Gefahr auf. Da das Stillhalte=Abkommen im Februar abläuft und infolge der englischen Währungskrise eine Reihe von stillhaltenden Ländern das Abkommen wahrscheinlich nicht mehr verlängern wird, trägt man sich französischerseits mit dem Plan, einen Teil dieser kurzfristigen Kredite vom französischen Kapitalmarkt übernehmen zu lassen. Da aber laut Stillhalte=Abkommen der letzte deutsche Kreditnehmer dem Gläubiger gegenüber haftbar ist, so würde damit ein großer Teil der deutschen Wirtschaft in unmittelbare Abhängigkeit vom französischen Kapital gelangen, was leicht eine Verstärkung des politischen Druckes durch finanzielle Abhängigkeit bringen könnte. Hierin sehen wir die entscheidende Gefahr, die noch dadurch verstärkt wird, daß die Aussprache über die grundlegenden politischen Streitpunkte zwischen den beiden Ländern vertagt ist. Man spricht davon, daß sie nach der Rückkehr Lavals aus Washington erfolgen soll. Diese Verschiebung ist eine Ausflucht. Gestärkter als heute wird die deutsche Reichsregierung in die politische Debatte nicht eintreten können. Nach wie vor bleibt das Grundproblem der deutsch=französischen Spannung, die auch kein Ministerbesuch bisher hat aus der Welt schaffen können, das Reparationsproblem und damit der Versailler Vertrag. Eine wirtschaftliche Zusammenarbeit der beiden Nationen muß so lange Gespräch gutwilliger Staatsmänner bleiben, so lange das Grundübel Europas nicht an der Wurzel ausgerottet ist. Denn neben diesen ministeriellen Gesprächen gibt es noch eine Volksstimmung. Sie aber sieht in Deutschland den französischen Besuch einstweilen nur als diplomatische Geste an. Verpflichtung auf Rüstungspause abgelehnt Genf, 28. September. Der Abrüstungsausschuß hat sich in seiner Sitzung am Spätabend des Montag nach stundenlangen vertraulichen Beratungen im Redaktionsausschuß auf eine Entschließung über den Rüstungsstillstand geeinigt. Die ursprünglich von Italien mit Unterstützung Englands, Deutschlands und der Vereinigten Staaten geforderte [Verpflichtung auf einen sofortigen Rüstungswaffenstillstand ist abgelehnt worden. In der Entschließung, die am Dienstag in der Vollsitzung angenommen werden wird, heißt es u..: „Die Völkerbundsversammlung ersucht die zur Abrüstungs= konferenz eingeladenen Regierungen, diese Konferenz durch einen Stillstand der Rüstungen vorzubereiten. Die geladenen Regierungen sollen ihren festen Willen, den Frieden zu organisieren und auf der Konferenz zu praktischen Ergebnissen zu gelangen, dadurch beweisen, daß sie sich nunmehr jeglicher Maßnahmen enthalten, die zu einer Erhöhung ihrer Rüstungen führen könnten. Der Völkerbundsrat wird daher aufgefordert, die Regierungen zu einer Erklärung bis zum 1. November 1931 zu veranlassen dahingehend, ob sie bereit sind, von dem Zeitpunkt an für die Dauer eines Jahres einen Waffenstillstand der Rüstungen anzunehmen. Rückzug der Japaner aus der Mandschurei Schanghai, 28. September. Das Gros der japanischen Truppen ist aus den Gebieten der mandschurischen Eisenbahn zurückgezogen worden. Abteilungen sind als Besatzung in den Brückenköpfen von Kirin, Tschungtschun und Tseangtschiatung der chinesischen Eisenbahn zurückgelassen worden, die von den japanischen Beamten der mandschurischen Bahn gegenwärtig verwaltet werden. Nach einer Meldung aus Nanking wurde am Sonntag der chinesische Außenminister Dr. Wang beim Betreten des Außenministeriums von chinesischen Studenten überfallen und lebensgefährlich verletzt, weil der Außenminister nicht die nötigen Schritte im Völkerbund unternommen und Genf nicht gezwungen habe, aktiv gegen Japan vorzugehen. Genf, 28. September. In stundenlangen Verhandlungen erörterte der Völkerbundsrat am Montag von neuem den japanischchinesischen Streitfall, ohne daß ein Fortschritt erzielt werden konnte. Der chinesische Vertreter stellte verschiedene Forderungen, die der japanische Regierungsvertreter aber ablehnte. Er trat für eine ausschließlich aus Chinesen und Japanern zusammengesetzte Kommission zur Behandlung der Räumungsfrage ein. Lord Robert Cecil schloß sich diesem Vorschlag an und betonte, daß der Völkerbund nur Maßnahmen ergreifen sollte, falls diese Kommission zu keinem Ergebnis komme. Da keine Klarheit über die Anträge zu erzielen war, wurden die Verhandlungen abgebrochen. 2. Beilage zum Bochumer Anzeiger u. Gen. Anzeiger Deben Nr. 228 38. Jahrgang Dienstag, 29. Sept. 1931 Gleune“] von Hattiele startenstein Es war Herbst. Ueber die Erde strich der Abendwind und hob Blatt um Blatt von den Baumkronen, die schon verfärbt waren vom Sterben. Die Axt des Holzfällers dröhnte durch den Schlag. Ohne Glut verfiel die Sonne. Der Förster saß mit seinem Nachbarn bei einer Flasche Weines in der getäfelten Stube. Sie hatten vom Tos gesprochen, die beiden, eine volle Stunde lang. Ein Ritt durch den sterbenden Wald hatte die Gedanken gebracht, und die beiden Männer, voll noch von Kraft und Lebenswillen, hielten heut abend mit einem Male den Atem an, als sei etwas Gespenstisches über ihren Weg geflattert. „Ich hätte gegen den Tod nichts einzuwenden," sagte der eine,„wenn ich ihn bestellen könnte, wann es mir eben gefiele, zu sterben.“ „Ich hasse ihn in jeder Form und in jedem Augenblick“, sagte der andere leidenschaftlich.„Lieber kein Leben, als ein Leben, das mit dem Tode endet.“ „Wir haben zum letzten Male vom Tod gesprochen. Wir wollen leben ohne den Tod. Und sie hoben die Gläser und tranken auf das Leben. Ueber das Blätterwerk der Buchen vor den Fenstern flog ein Schauer. Der Nachbar brach auf. Der Förster geleitete ihn über den Hof und schloß das schwere eichene Tor hinter ihm. Er war nicht lange in der Stube, als jemand an die Tür pochte. Wer konnte das sein, wie kam da noch jemand herein? Der Förster trat hinaus. Da stand ein Mann im Flur, in dunklem Mantel, groß und von ehrfurchtgebietender Haltung. Wo sein Auge sich verfing, dort blieb es lange haften; die Züge waren friedsam. „Was wünschen Sie?“ war die Frage des Försters. „Ich möchte hier ein wenig rasten“, sagte der fremde Mann. „Willkommen!“ erwiderte der Förster.„Man plaudert gern, die Abende sind lang. Mein Nachbar ist hier gewesen. Wir haben soeben vom Tode gesprochen.“ Der Unbekannte trat einen Schritt vor. „Ich bin der Tod!“ sagte er. Voll Grauen wich der Forstmann zurück, und seine Kuie begannen zu wanken. „Sei ohne Bangen,“ sprach der abendliche Gast, „noch ist deine Stunde nicht reif.“ Und er ließ sich am Fensterkreuz nieder und neigte das Haupt in grenzenloser Milde. Der Forstmann stand noch zagend im Hintergrund; da aber allgemach ein Gefühl des Vertrauens durch sein Inneres zu strömen begann, trat er an den späten Wandersmann heran und blickte ihm tiefer in die Züge. „Die Menschen lieben dich nicht. Warum suchst du uns auf?“ „Täusche dich nicht,“ war die Antwort des Fremden,„man fürchtet und liebt am Ende nichts so sehr wie den Tod.“ Und sein Auge, voll Schwere und Geheimnis, verlor sich in der Asche des Himmels. Der Forstmann, so nahe an das Unbegreifliche herangerückt, wollte es enthüllen um jeden Preis. „Offenhare mir dein Geheimnis, Tod, damit ich nicht schaudre, wenn du wiederkehrst. Lächelnd möchte ich die Hand die reichen.“ Langsam wandte der Tod das Haupt ihm zu. „Du lächelst schon“, war seine Antwort. Eine Helle floß durch den dunkelnden Raum jetzt, und der Förster wußte nicht, kam der Schein vom Monde her, der sachte schon die Buchen streifte, kam er aus dem Antlitz des königlichen Gastes. Jetzt ward der Forstmann wie ein Kind. „Du bist gut. Man muß dich nur gesehen haben. Dein Name ist's, vor dem die Herzen schaudern.“ „Streiche meinen Namen. Nenne mich Wandlung.“ „Wohin die Wandlung? Sterbe ich nicht?“ „Du gehst weiter.“ „So gibt es keinen Tod?“ „Es gibt nur Leben. Tod ist die größte, göttliche Verjüngung. „Was ist das Leben?“ „Ein Uebergang.“ Des Försters Augen leuchten; er hing den Worten nach, brach in alle ihre Tiefen ein. Jetzt aber glitt ein Schatten über seine Züge, und zweifelnd hob er das Haupt. I— E. „Warum schmerzt der Tod von allen Schmerzen am tiefsten?“ „Entwicklung schmerzt; Tod ist höchste Entwicklung; höchste Entwicklung ist höchster Schmerz. Der Förster lächelte wieder.„Laß mich erfüllen, was ich zu erfüllen habe, dann begrüße ich dein Kommen." „Du hast nichts zu erfüllen, wenn du dich selbst nicht erfüllst. Man versäumt nichts, wenn man sich selbst nicht versäumt.“ „O wir Toren!“ rief jetzt der Forstmann aus.„Die Menschen haben sich die Friedhöfe gebaut!“ „Ich baue die ewigen Hallen des Lichts", sprach sinnend der Tod.„Ich bin die Pforte zum Leben.“ Damit erhob sich der majestätische Pilger. Seine Stimme, sanft und tragend, hatte den Raum durchdrungen. Es war, als begönnen die Mauern leise zu klingen und als huben fern in der Abendtiefe die Glocken eines Domes zu tönen an. „Verweile!“ bat der Förster.„Laß mich vergehen an deinen Worten!" Der Tod hob den Arm und machte eine Bewegung sanfter Entscheidung. Der Förster sah ihm an, daß er mehr wußte, als er sagen mochte. Jetzt schlug er die Falten seines Mantels um die königliche Gestalt und wandte sich zum Heimgang. „Tod!“ rief der Förster dem Scheidenden nach. „Warum entschwindest du mir? Erhabener Freund!" Und wie ein Kind, das die Führung der Mutter sucht, tastete er nach der Hand des Todes und tauchte in den Schatten, den sein weiter Pilgermantel warf. Mit einer erhabenen Geste des Mitleids legte der Tod den Arm um die Schultern des Forstmannes, und so, wie er über ihn sich neigte und tief und tiefer in sein Auge sah, erkannte er nur mehr eine einzige Sehnsucht darin. Der Raum verdämmerte. Es sanken die Wände, als ob eine unsichtbare Hand sie teilte. Draußen, auf dunkelschwerem Felde stand wie mit menschlicher Haltung, ein Apfelbaum; verschüttet lag das Laub zu seinen Füßen und die fruchtbeladenen Aeste neigten sich tief zur Erde, wie in grenzenloser Sehnsucht nach ihr. Der Tod blieb stehen und hob den Arm; seine Hand streifte da und dort das Geäst: mit dumpfem Aufschlag fielen die herbstschweren Aepfel der Erde in den Schoß. Die beiden schritten weiter und sahen sich an, in lächelndem Verstehen. Der Franzosenbesuck in Gerlin Am Sonntag während der Vormittagsstunden war das Bild um den Pariser Platz herum wegern gem französischen Ministerbesuches sehr rege. Das Bild gibt eine Uebersicht über den Pariser Platz mit###ne Hotel„Adlon“, wo die Gäste wohnen. Cekerner=Jzieckei Katapultstart in der Kieler Föide Zum ersten Male fand ein Flugzeug=Katapultstart vom Festlande aus statt. Der Pilot Hagen startete mit seinem Heinckel=Wasserflugzeug auf der neuartigen, von den Deutschen Werken in Kiel erbauten Flugzeugschleuder, die sich bei diesen Versuchen ausgezeichnet bewährte. Die Besonderheit der Schleuder der Deutschen Werke besteht im wesentlichen in einer doppelten Verschiebbarkeit der Gleitbahn und des Schlittens, wodurch eine erhebliche Raumersparnis erzielt wird. Der Apparat soll nach erfolgter Abnahme in Travemünde zur Aufstellung gelangen. Unser Bild zeigt das Flugzeug startbereit auf der Schleuder. Kleinigkeiten aus der Krise Die berühmten„ältesten Einwohner“, die jede Stadt haben muß, erinnerten sich nicht, ein derartiges Unwetter, über Berlin niedergegangen, miterlebt zu haben, wie den Wolkenbruch, der sich freundlicherweise neulich gerade über unsern Dächern Luft machte. Die Straßenbahnen wirkten wie Sprengwagen, und einer meinte, bald würde es überhaupt kein Wetter mehr geben, sondern nur noch einen allgemeinen Zustand. Wir fuhren gerade über einen Platz, der metertief im Wasser stand und mußten lachen, denn irgendeiner hatte ein Schild mit der Aufschrift„Baden verboten!“ in die Fluten 9e„„„„„„„ Daß Withelm Raabe seinen hundertsten Gevurtstag feierte, haben Sie gelesen? So stand es wenigstens in einer großen Berliner Zeitung. Raabe ist zwar lange tot, doch das Haus in der Spreestraße, wo er wohnte, steht noch. Dort schrieb er„Die Chronik der Sperlingsgasse“, und die Spreestraße wird demnächst auf diesen Namen getauft werden, weil sich hier alle jene heiter=genügsamen Dinge abgespielt haben, die Raabe so unvergleichlich aufzuzeichnen verstand. Das Haus wird übrigens renoviert; ein Gerüst rankt sich daran hoch, und die Anstreicher pinseln feste drauflos. An dem Gerüst aber hängt ein Schild:„Ausführung der Malerarbeiten durch Malermeister Heinrich Heine.“ Die Zeiten sind mies. Doch wem erzähl' ich das? Hier haben sie mittags um ein Uhr auf der Friedrich= straße einen Taschendieb festgenommen. Was hatte er geklaut? Sieben zu Protest gegangene Wechsel vier Schuldscheine, drei ungedeckte Schecks, einen Zahlungsbefehl und zwei falsche Zwanzigmarkscheine! Das sind Geschäfte. Apropos— die Geschäfte, sie haben ihren Humor noch nicht verloren. Wie wenn sich herumgesprochen hätte, daß durch Jammern die Zeiten nicht besser werden, macht sich plötzlich ein Galgenhumor breit, der wohl über die bedrückendsten Momente hinweghelfen soll. Ein Laden für moderne Wintergarderobe hat einen ausgestopften Kuckuck ins Fenster gehangen und darunter geschrieben:„Was Sie nicht kaufen, holt demnächst der Kuckuck“, also der blaue Vogel des Gerichtsvollziehers. Der Ausdruck„Zehn Prozent Stempelrabatt“ ist bereits derart eingebürgert, daß sich Hunderte von Geschäftsleuten derartige Plakate drucken lassen, um sie an die Fensterscheiben zu kleben, und ein Schreibwarengeschäft empfiehlt seine Füllfederhalter„zum Grad= und Querschreiben“ und legt ins Fenster Schriftproben auf Wechselformularen. Annoncen verkünden, daß eine Geldschrankfabrik nicht nur feuer= und einbruchfeste, sondern auch„krisensichere" Tresors anfertige, und ein Institut für Sprachunterricht gibt bekannt, daß man dort„auch stotternd fließend Englischlernen kann“. Ein kleiner Schuhmacher und Poet des Nordens hat einen völlig zerrissenen Stiefel ausgehängt und danebengeschrieben: „Hält jeder seinen Beutel zu, Dann geht's mir bald wie diesem Schuh.“ Bravo, Meister Sachs II. Denn der Schuh hat— keinen Absatz mehr! Um den Arbeitslosen wenigstens eine Beschäftigung zu verschaffen, hat der Magistrat im Hohenstaufenpark Tische und Bänke aufstellen lassen, bestimmt nur für Arbeitslose, die sich ausweisen müssen und dann dort Skat spielen dürfen. Der Betrieb ist äußerst rege. Auch gibt es eine Skatordnung, deren § 1 besagt, daß Falschspiel mit lebenslänglicher Verbannung aus dem Park bestraft wird, während§ 2 befiehlt, daß jeder„zwecks Reinhaltung der Karten"(die gestellt werden!) sauber gewaschene Finger mitzubringen habe. Schildbürger und Amtsdeutich Es sei noch kurz die Rede von einem der herrlichsten Schildbürgerstreiche, den sich jemals eine Stadt geleistet hat. Ein Haus wird versteigert, zu dessen Gläubigern auch die Stadt Berlin gehört. Das erste Angebot lautet auf 60000 Mark; doch der. Vertreter der Stadt fordert Sicherheiten, da man nicht wissen könne, ob der Bietende auch über die nötigen Mittel verfüge. In Ordnung. Der Mann, der 60 000 Mark anlegen möchte, übergibt dem Auktionator Schuldverschreibungen und Schatzanweisungen der Stadt Berlin über 60000 Mark. In Ordnung. Aber nein!— der Vertreter der Stadt erhebt sich und erklärt, das sei keine genügende Sicherheit denn kein Mensch könne wissen, was die Schuldverschreibungen Berlins einmal wert seien! Also die Stadt, die als einzige Stelle auf der ganzen Welt normalerweise ihre eigenen Schuldverschreibungen zu 100 Prozent übernehmen müßte, erkennt sie als Garantie nicht an, wenn damit Schulden an sie abbezahlt werden sollen! Als Gläubiger verlangt die Stadt volle Sicherheit, als Schuldner will sie sie nicht geben. Uebrigens hat sich auch die Polizei eine Abfuhr geholt, an Hand einer Verordnung, die vom Kammergericht nicht anerkannt wurde. Die Polizei hatte nämlich angeordnet, daß„das Anreißen sowie die Beschäftigung von Anreißern“ verboten sei. Ein Mann aber, der deswegen in Strafe genommen wurde, protestierte und bekam recht. Denn, so erklärte das Kammergericht, es könne dem Angeklagten nicht zugemutet werden, den Inhalt dieser Verordnung zu verstehen, weil nicht eindeutig bekannt sei, was ein Anreißer ist.„Wenn schon,“ heißt es wörtlich,„die Behörden, die doch die Vorschriften anwenden müssen, nicht wissen, wie ein Wort zu deuten ist, so kann es erst recht nicht der Bevölkerung zugemutet werden. Behörden, die Vorschriften erlassen, müssen sich eben so ausdrücken, daß keine Mißverständnisse entstehen können.“ Das ist deutlich. Etwas viel verkangt Man hat in letzter Zeit schon ziemlich viel bei Personaleinstellungen erlebt. So suchte vor einiger Zeit eine Kölner Eisenwarenfirma einen Lehrling mit mehreren tausend Mark Einlage, eine Metzgerei einen Lehrling mit— Abitur, aber das Tollste scheint uns doch eine westfälische Firma vollbracht zu haben, die in einer Zeitungsannonce einen juristischen Berater sucht, der zugleich den Chef zum Doktor=Examen vov bereiten soll. Burgenland. Der Dialektdichter Josef Reichl wohnt nicht in Bochum, sondern in Eisenstadt im Burgenland. Von ihm stammten die beiden Gedichte über das Burgenland, die wir jüngst veröffentlichten. Sturmfluten über der Insel Aann=ErrschaineNW..... Anvollendete Schutzwälle— 2000 Quadratmeter Verlust in 30 Jahren Berlin, 28. September. Wieder einmal sind auf Helgoland zweitausend Kubikmeter Erde und Steinmassen abgestürzt und ins Meer gesunken, wodurch diesmal sogar der Höhenweg auf dem Oberland in Mitleidenschaft gezogen wurde. Helgoland, das läßt sich nicht bestreiten, wird mit der Zeit immer kleiner, und man kann fast ausrechnen, wie lange es noch dauern wird, bis der letzte Kubikmeter Erde von den Wellen verschlungen wird. Die älteste Kunde von dem kleinen Eiland in der Nordsee lautet aus dem Jahre 1072, wo der Geograph Adam von Bremen die Insel bereiste und ausmaß. Wir kennen diese Maße nicht ganz genau, dürfen aber annehmen, daß Helgoland damals ungefähr drei= bis viermal so groß gewesen ist wie heute, wo es noch 50,4 Hektar oder 0,64 Quadratkilometer mißt. Auf der im Jahre 1652 von dem Kartographen Johann Mejer entworfenen und von dem Bürgermeister von Husum, Caspar Danckwarth, herausgegebenen Karte erkennt man ganz genau, daß die heute Helgoland vorgelagerte Düne damals noch mit dem Inselfestland zusammenhing, daß sich diese also nach Osten weiter ausdehnte. Eine ungeheure Sturmflut, die im Jahre 1720 über Helgoland niederging, riß die Düne weg, begrub sieben Dörfer in den Fluten und gab der Insel ihre heutige Form. Sie ist jetzt rund 1600 Meter lang und 190 Meter breit. Beherbergt 2450 Einwohner und sieht ährend des Sommers rund 35 000 Fremde. Erst verltnismäßig spät wurde man darauf aufmerksam, daß ezzständige Abbröckeln der Sand= und Gesteinsmassen Jaßalsthafte Gefahr für die Insel bedeuten müsse. Im 1898 wurden die ersten wissenschaftlichen Unterderz ½ngen hierüber angestellt, und man kam damals zu Ergebnis, daß die Insel vielanerhalb von 800 Jahren von der Wasserfläche verschwunden sein werde. Die deutsche Regierung, die im Jahre 1890 auf Anraten Kaiser Wilhelms II. die Insel gegen den(inzwischen völlig versandeten und wertlos gewordenen) Hafen von Sansibar von den Engländern eingetauscht hatte, brauchte reiche Mittel auf, um die Insel zu stützen. Der Helgoländer Felsen besteht aus Buntsandstein und aus Kalkstein, der als Bindemittel dient. Das Meer unterspült das kalkhaltige Gestein, und das Wasser frißt sich langsam bis oben hinauf, macht die oberen Gesteinsmassen schwer, so daß sie auf die untergrabene Unterlage drücken— und der Erfolg ist das ständige Abbröckeln der Sandmassen und der Gesteine. In den Jahren vor dem Kriege wurden große Mauern aus Beton, Basalt und Granit angelegt, besonders an der stark gefährdeten Nordwestseite, während man die Strudellöcher mit Zement ausfüllte. Leider aber wurden die Arbeiten durch den Krieg unterbrochen, und in den Inflationsjahren war nicht genügend Geld vorhanden, um sie fortsetzen zu können. Neue Sturmfluten kamen und rissen immer wieder neue Teile der noch nicht fertigen Schutzmauern weg, so daß sich die Regierung 1925 noch einmal zu einer Rettungsaktion entschließen mußte. Aber auch diesmal fehlten die Mittel, um die Rettungsarbeiten zu Ende zu führen. Inzwischen sind wieder an zwei Stellen größere Landmassen abgebrochen, aber trotzdem schätzt man auf Grund der bisher durchgeführten Schutzmaßnahmen die Lebensdauer der Insel auf 2000 bis 3000 Jahre. Daß sie aber eines Tages verschwinden wird, steht fest, and wahrscheinlich wird es gar nicht mehr so lange dauern, bis so viel vom Oberland abgebröckelt ist, daß Menschen nur noch im Sommer dort wohnen können. Das wäre in verschiedener Richtung zu bedauern, nicht nur wegen der Sommergäste, für die eine Seefahrt nach Helgoland ein schöner Ausflug bedeutet, sondern auch wegen der verschiedenen wissenschaftlichen Institute, wie Biologische Anstalt, Aquarium, Nordseemuseum, Erdbebenstation, Vogelwarte und Laboratorium für Meeresforschung. Einstweilen ist es noch nicht so weit. Noch steht Helgoland, aber es wäre doch wünschenswert, wenn man im Laufe der nächsten Jahre die Schutzmauern vollenden könnte, damit das Meer einen Wall vorfindet, an dem sich seine Wellen vergebens brechen. Der Gebietverlust beträgt in den letzten dreißig Jahren rund 2000 Quadratmeter, ein Grundstück, auf dem man 20 vierstöckige Häuser bequem aufbauen könnte. Gefährdet ist in erster Linie die spitze Nordwestecke, gerade, wo Helgoland sich am höchsten, nämlich 58 Meter, über dem Meeresspiegel erhebt. Die Insel, die im 14. Jahrhundert den Gottorper Herzögen in Schleswig gehörte, 1714 an Dänemark kam, 1814 an England abgetreten wurde und 1890 zu Deutschland geriet, gehört nicht zu unserem Zollgebiet, weshalb ausländische Waren auf der Insel außergewöhnlich billig sind. Leider ist augenblicklich nicht daran zu denken, Helgoland ganz gegen den Ansturm des Meeres zu schützen. Wir müssen bessere Zeit abwarten. Auch sie werden einmal wiederkommen. Kömischer Opferaltar im Dom zu Speyer Speyer, 28. September. Bei den gegenwärtigen Domrestaurierungsarbeiten In Speyer wurde in den Grundmauern außerhalb des Kaiserdomes, die zur Bauperiode Konrad II. gehören, ein interessanter Fund gemacht. Es handelt sich um einen römischen Altar aus rotem Sandstein in einer Größe von etwa 80 auf 40 Zentimeter, der auf seinem oberen Teil eine Opferschale trägt. Der Altarfund stammt vermutlich aus der Zeit vom 2. bis 3. Jahrhundert nach Christi und besitzt noch eine ziemlich gut erhaltene Inschrift, die mit roter Farbe ausgemalt ist, aber durch eine ausgebrochene Steinader geringe Beschädigungen aufweist. Die noch völlig erhaltene Opferschale zeigt starke Brandspuren. Die Inschrift lautet in deutscher Uebersetzung:„Jupiter dem besten und größten— Julius Sextus(hat) gemäß dem Gelübde des Amandus und Amator, die Söhne des Nominator(den Altar gesetzt). Sein Gelübde hat er gern freudig und nach Gelübde erfüllt". Der Fund wurde in etwa fünf Meter Tiefe ab der Ostapsis ausgegraben und hat inzwischen im großen Steinsaal des historischen Museums in Speyer Aufstellung gefunden. In der Nähe des Altarfundes wurde außerdem ein Skelettgrab, das die Ueberreste von vier Personen, vermutlich von Mann, Frau und zwei Kindern enthielt, aufgefunden, die aber wahrscheinlich erst in späterer Zeit dort begraben worden sind. Vier Stunden Qual unter Wasser Ein Taucher von Schlamm festgehalten. London, 28. September. In Southwick bei Brighton ereignete sich ein eigenartiger Vorfall. Zu Arbeiten an einem Schleusentor war ein Taucher in den Fluß hinabgestiegen. Der Schlamm des Flußbetts hielt ihn in acht Meter Tiefe fest. Eiligst wurde ein zweiter Taucher aus Brighton herbeigeholt. Die Frau und die sieben Kinder des unten Festgehaltenen standen weinend und für das Leben ihres Ernährers betend am Schleusenrand. Not=Zeichen kamen aus der Tiefe. Der zweite Taucher fand eine Schiefertafel, auf der in Todesgefahr schwebende Kollege mühsam niedergekritzelt hatte, man solle das Schleusenwasser auspumpen und den Wasserdruck mildern, aber von seiner gefährlichen Lage Frau und Kindern nichts erzählen. Die Feuerwehr pumpte in rasender Eile das Wasser aus. Vier bange Stunden vergingen, bis der unglückliche Taucher plötzlich nach oben schoß. Man befreite ihn schnell aus seiner schweren Rüstung, Der Tapfere, der stundenlang unter Wasser mit dem Tode gerungen hatte, dankte herzlich seinen Rettern und fuhr mit den vor Glück strahlenden Seinen nach Haus. Das Veisahrin„.91. 300 Wunden als Verdienstobjekt— Einriesiger Versicherungsschwindel in Oberschiesten „rößten Binnensee Die Hauptrolle beispiellosen Schn Breslau, 28. September. trolle bei den in Oberschlesien aufgedeckten beispiellosen Schwindelmanövern spielte eine Salbe, die, in die Haut eingerieben, Bläschen erzeugte. Die „Erfinder" dieser Salbe, mit der ein schwunghafter Handel getrieben wurde, gingen gleichzeitig bei mehreren Gesellschaften Versicherungen ein und schlossen Verträge von 3 bis 20 RM. täglich im Falle einer Erkrankung oder eines Unfalles ab. Dann benutzten sie die Salbe. Wenn der Erfolg noch nicht in der gewünschten Stärke eintrat, bearbeiteten sie sich noch mit einem Reibeisen. Die„Patienten“ bekamen durch die verschiedenen Gesellschaften bis 75 RM. täglich ausgezahlt. In einem Falle erreichte der erschwindelte Gesamtbetrag 5000 RM., in einem anderen Falle 15000 RM. und in einem dritten sogar 18000 RM. Die Versicherungsgesellschaften kamen lange Zeit nicht hinter die Betrügereien, da mehrere Dorfärzte prompt Atteste ausstellten. Eine Hamburger Versicherung schickte schließlich einen Ermittelungsbeamten nach Oberschlesien, der im Einverständnis mit der Polizei die Aufklärung herbeiführte. In den Attesten wurden alle möglichen Krankheiten angegeben und vor allem Verkehrsunfälle. Annähernd 900 Fälle konnten festgestellt werden. Neues Großkraftwerk im Schwarzwald 200 000 ps aus den Wassern des Schluchsees Freiburg i.., 28. September. Im Rahmen eines großzügigen Planes der Ausnutzung der Wasserkräfte des Rheines und seiner Nebenflüsse zwischen Basel und dem Bodensee ist auch die Erfassung der Wasserkräfte des Südschwarzwaldes vorgesehen. Sie hat ihre Verwirklichung gefunden in dem südöstlich vom Feldberg errichteten Schluchseewerk, das zunächst in seinem ersten Teilausbau 200000 PS. für die Kraftversorgung Deutschlands und der Schweiz beisteuern wird. Das Schluchseewerk ist als Teil des Kraftwerknetzes am Oberrhein gedacht, dessen einzelne Stationen teilweise schon in Betrieb, teils im Bau oder projektiert sind. Während bei den anderen Kraftwerken lediglich die Wasserkraft des Rheines ausgenützt wird, wird durch das Schluchseewerk das Wasserreservoir des Feldbergmassivs für die Stromerzeugung nutzbar gemacht. Durch einen elf Kilometer langen, am Osthang des Feldbergmassivs entlangführenden sog. Hangkanal werden dem Schluchsee so große Wassermengen zugeführt, daß es möglich ist, den See auf die fünffache Oberfläche mit einem Nutzinhalt von acht Millionen Kubikmeter zu stauen. Durch eine den natürlichen Abfluß des Sees, die Schwarza, von dem See abtrennende Staumauer ist es möglich, diesen gewaltigen Aufstau durchzuführen, der aus dem Schluchsee den g Deutschlands macht. Zwei Schwarzwaldorte, Seebrugg und Aha, haben Ortsteile an den Stausee abgeben müssen. In einem sechs Kilometer langen Stollen entleert sich das Wasser des Schluchsees zu dem Kraftwerk Häusern, in dem vier Maschinensätze die steil vom Berg herunterstürzenden Wassermassen in elektrische Kraft umsetzen. Für das Land Baden und seine Industrie sowie für die Elektrifizierung der badischen Bahnen wird das Schluchseewerk von außerordentlicher Bedeutung sein, aber auch die ins Rheinland und nach Westfalen führenden Ueberlandnetze werden von ihm gespeist werden. „Graf Zeppelin“ von der zweiten Subamerkafahet zurau Friedrichshafen, 28. September. Das Luftschiff„Graf Zeppelin“ ist heute von seiner zweiten Südamerikafahrt in diesem Jahre zurückgekehrt und nach 79 Fahrstunden um 11.47 Uhr wieder auf heimatlichem Boden glatt gelandet. Kurz nach 11 Uhr erschien das Luftschiff in einer Höhe von über 1000 Metern über Friedrichshafen und überflog, bevor es zur Landung ansetzte, einige Male das Werftgelände. Obwohl die Rückkehr des Luftschiffes erst eine Stunde vorher bekannt wurde, war das Werftgelände von zahlreichen Zuschauern bevölkert. Die für den Weltverkehr bedeutungsvolle Südamerikafahrt ist immer wieder ein neues Ruhmesblatt für das Luftschiff„Graf Zeppelin", seinen Erbauer und seine Führer. Tödlicher Diebstahlsversuch Stambul, 28. September. In der Umgebung von Songuldak, dem Kohlenrevier bei der Stadt Eregli, ist ein aus Not zum Dieb gewordener Bauer auf schreckliche Weise ums Leben gekommen. Mehmed war, nachdem er vor zwei Jahren bei einer Hungersnot in der Gegend von Konia Haus und Hof hatte opfern müssen, aus der Heimat ausgewandert und hatte sich in dem Kohlenrevier als Arbeiter einstellen lassen. Aber seine Familie war zahlreich und seine Schulden aus der Unglückszeit drückten ihn sehr. Da kam er auf den verhängnisvollen Gedanken, Kupferdraht zu stehlen und zu verkaufen. Da er keine Schule besucht hatte und nicht wußte, welche Gefahren in einer Starkstromleitung verborgen sind, hielt er es für das Einfachste, an einem Mast für elektrische Leitungen hinaufzuklettern und sich den Draht auf dem billigsten Wege zu beschaffen. So ereilte ihn sein Schicksal in der ersten Nacht, in der er auf Diebsfahrt ging. Er kehrte nicht mehr zu Frau und Kindern zurück. Man fand ihn am nächsten Morgen hoch oben in den Drähten, völlig verkohlt. Viidke in die Wen * Streik, weil es zum Mittagessen„nur“ Schellfisch mit Seufbutter gab. In einem großen Oeynhausener Restaurant faßten die Spülmädchen der Küche den Entschluß, die Arbeit niederzulegen, weil es zum Mittagessen„nur“ Schellfisch mit Senfbutter gab. Die Folge war nichts anderes als ihre fristlose Entlassung. Tausendjährige Linde durch Feuer vernichtet. Durch spielende Kinder, die in dem Hohlraum einer tausendjährigen Linde in Lippedorf(Rhld.) ein Feuerchen angezündet hatten, wurde dieser Baum, die größte und älteste Linde des Rheinlandes, die einen Durchmesser von mehr als zwei Meter hatte, bis zur Krone vernichtet. i Großer Pulverdiebstahl. In der Nähe von Osterspey bei Braubach wurden in einem verlassenen Bergstollen größere Pulvervorräte unter Verschluß aufbewahrt, die beim Bau der Rheinuferstraße zu den notwendigen Sprengungen gebraucht wurden. In der letzten Nacht sind die hölzernen und eisernen Türen zu dem Stollen erbrochen und die Pulvervorräte zum größten Teil gestohlen worden. * Brandstiftung mit Voranmeldung. Ein Hofbesitzer aus Velgen bei Uelzen(Hann.) fand vor einigen Wochen an seiner Scheune einen Zettel mit der Aufschrift:„Der rote Hahn kommt". Jetzt brannte tatsächlich die betreffende Scheune, in der Erntevorräte von 60 Morgen Land aufbewahrt wurden, vollkommen nieder. Die Nachforschungen nach dem Täter waren bisher ergebnislos. 1t Die 28jährige Schriftstellerin Lina Esch aus Kassel unternahm mit Freundinnen und Mitgliedern des Kurhessischen Reitervereins eine größere Reittour Die Hochwasserkatastrophe der Oder Bruch des Oderdamms oberhalb Oppelns Beuthen, 28. September. Die Hochwasserwelle auf der Oder ist bis Cosek vorgedrungen. Der Wasserstand beträgt hier 4,90 Meter gegenüber einem normalen Wasserstand von 0,99 Meter. Auch die Nebenflüsse der Oder führen starkes Hochwasser, das besonders im Kreise Ratibor Verwüstungen angerichtet hat. Nach weiteren Meldungen ist dort der Stadtteil Plania von der übrigen Stadt abgeschnitten. Die Verbindung wird durch Kähne aufrecht erhalten. Verheerend wirkte das Hochwasser auch im nördlichen Teil des Kreises Ratibor, wo eine Anzahl von Gemeinden von großen Seen eingeschlossen sind. Die Kartoffelernte ist vollkommen vernichtet. Auch die Rüben haben schwer unter dem Wasserschaden gelitten. Der Gesamtschaden ist noch nicht zu übersehen.„aualn 98 Sestemb, Oppein, 28. Septemver. Oberhalb von Oppeln ist am Sonntag nachmittag der Damm bei dem Dorfe Krempa in einer Länge von etwa 200 Metern gebrochen. Der Damm, der schon im vorigen Jahre schadhaft war, konnte aus finanziellen Gründen bis jetzt nicht in der erforderlichen Weise ausgebessert werden. Durch die Gewalt des Wassers wurden ungeheure Mengen Erde weggeschwemmt und mehrere tiefe Löcher in die Erde gebohrt. Mehrere Ortschaften sind durch die Fluten äußerst gefährdet. Bei der Breite der Bruchstelle sind bis jetzt alle Dichtungsarbeiten der Rettungsmannschaften ohne Erfolg geblieben. Große Ueberschwemmungen in Suospalien Paris, 28. September. Aus Südspanien werden große Ueberschwemmungen gemeldet, die durch lang anhaltende Regenfälle verursacht worden sind. In Linares in der Provinz Jaen mußten die Bewohner auf die Dächer der Häuser flüchten. Etwa zehn Kraftwagen wurden von den Wassexmassen fortgeschwemmt und zertrümmert. Ein Chauffeur kam dabei ums Leben. Der Zugverkehr nach Linares ist unterbrochen. In der Provinz Almeria ist die gesamte Ernte zerstört. Die Flüsse sind über die Ufer getreten. Eine Frau und ihre drei Kinder ertranken. Todesfahrt zweier Brüder im Padbeldoel Waldenburg, 28. September. Fünf Wassersportler machten am Sonntag in vier Faltbooten eine Fahrt auf der Weistritz. Am Wehr bei Würben kam das mit zwei Mann besetzte Boot dem Strudel zu nahe, so daß die beiden Fahrer in Gefahr gerieten, über das Wehr hinabgerissen zu werden. Die Gefahr erkennend, sprangen sie aus dem Boot, wurden jedoch von der Strömung mitgerissen und gingen unter. Alle Bemühungen der Kameraden, sie zu retten, waren ergebnislos. Die Ertrunkenen sind die Brüder Herden aus Waldenburg. Verkehrsunfall mit seltsamen Folgen Chemnitz, 28. September. Auf der Staatsstraße von Lauta nach Zschoppau ereignete sich am Sonntag abend ein Verkehrsunfall mit seltsamen Folgen. Ein Personenkraftwagen stieß mit einem Pferdefuhrwerk zusammen, wobei der Kraftwagen schwer beschädigt wurde. Die Pferde des Wagens gingen durch, wodurch der Kutscher von seinem Sitz geschleudert, überfahren und schwer verletzt wurde. Der Führer des Kraftwagens, der nach dem Unfall geflüchtet war, warf sich später in Zschoppau vor einen Eisenbahnzug und wurde getötet. Garagen für Kinderwagen Prag, 28. September. Was den Kraftwagen recht ist, sollte das den nicht weniger schönen Kinderwagen nicht billig sein? Da es Autogaragen seit Jahrzehnten gibt, warum sollen dann nicht auch Kinderwagengaragen für die Bewohner hoher und höchster Stockwerke eingerichtet werden? Also dachte der Prager Stadtbaurat Foehr, der von dem Deutschen Volkswohnungsverein den Auftrag erhielt, Wohnhäuser zu errichten. In seinen Bauplänen sind, wohl erstmalig in der Baugeschichte, Kinderwagengaragen vorgesehen. Prag dürfte also somit die erste Stadt sein, die ihren Besuchern Kinderwagengaragen vorführer kann. Die Neuerung soll, wenn man den Blättermeldungen Glauben schenken soll, von den Familien der höheren Stockwerke mit freudiger Genugtuung begrüßt worden sein. Sie sind jetzt der unangenehmen Pflicht enthoben, die Kinderwagen in das dritte oder vierte Stockwerk hinaufzutransportieren. Da sich die Neuerung wie ein Lauffeuer über die ganze Welt hin verbreitet, werden wir in Deutschland wohl auch bald Kinderwagengaragen bewundern dürfen. Durch die einstürzende Zimmerdecke getötet Paris, 28. September. Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich in der Wohnung eines Landwirts in einem Dorf bei Le Mans Der Besitzer, seine Frau und seine beiden Töchter nach Wilhelmshöhe. Plötzlich scheute ihr Pferd, und die als tüchtige Reiterin bekannte Dame stürzte so unglücklich aus dem Sattel, daß sie einen Schädelbruch erlitt und alsbald starb. tt Schiffsbrand in den Stockholmer Schären. Das norwegische Motorschiff„Larviksfjord“, geriet in den Stockholmer Schären in Brand. Das ganze Schiff, das bald in hellen Flammen stand, wurde völlig zerstört. Die 33 Mann starke Besatzung, die in Rettungsboote gegangen war, wurde von einem finnischen Dampfer aufgenommen. tt Ein schlechter Scherz. Auf einem Neubau in Straßburg schlief ein 62jähriger Arbeiter während der Feierpause ein. Die Kollegen benutzten die Ten wurden, erlitten die Frau des Besitzers und die Gelegenheit um die Schuhe des Mannes der auf dem Altere Tochter lebensgefährliche VerTochter durch die herabstürzenden Balken erschla Als er sich erhob, stürzte er und erlitt einen tödlichen Boden lag, festzunageln. sofort wieder rückwärts Schädelbruch. tt Vier Todesopfer des Flugzeugunglücks in Luzern. Oberleutnant Gerber, der am Sonntag nachmittag im Verlauf des Flugtages bei Luzern das schwere Unglück verursachte, ist bereits im Laufe des Sonntag abend seinen schweren Schädelverletzungen erlegen. Dadurch erhöht sich die Zahl der Toten auf vier. tt Tragischer Ausgang eines ungarischen Winzerfestes. In der Nähe von Kecskemet(Ungarn) kam es bei einem nach der Weinlese veranstalteten Winzerfest zu ernsten Streitigkeiten, bei denen auch Schußwassen eine Rolle spielten. 27 Festteilnehmer wurden durch Schrotschüsse verletzt. Einer von ihnen ist seinen Verletzungen erlegen. letzungen. tt Ein Brieftaubenrekord. Eine Brieftaube, die am 15. August in Arras(Frankreich) losgelassen wurde, ist am 9. September von einem französischen Hauptmann in Saigon(Indochina), also 11 500 Kilometer von ihrem Aufstiegsort entfernt, eingefangen worden. Es ist dies die größte bisher bekanntgewordene Strecke, die je von einer Brieftaube zurückgelegt worden ist. tt Ein neues amerikanisches Riesenluftschiff. Das amerikanische Marinedepartement trifft augenblicklich Vorbereitungen zum Bau eines Riesenluftschiffes. Es soll bedeutend größer werden, als das Luftschiff „Akron“, das schon doppelt so groß ist wie„Graf Zeppelin". Billigster und bequemster BrennstoffRein kauch. kein Kusd. keine)chlacken 3. Bellage zum Bochumer Anzeiger u. Gen. Anzeiger Handel- Gewerbe- Indultrie Nr. 228 38. Jahrgang Diensag, 29. September 1931 Deutsche Börlen bis auf weiteres geschlolfen Reichsregierung und Reichsbankpräsident fordern vollkommene Börfenruhe Der Berliner Börsenvorstand trat Montag nachmittag zu einer neuen Beratung zusammen, um die endgültige Entscheldung für die nächste Zukunft der Berliner Börse, die zunächst bis gestern geschlossen blieb, zu treffen. Soweit man hört, ist es in der Sitzung zu einer eingehenden Erörterung über die widerstrebenden Melnungen innerhalb des Börsenvorstandes über einen Wiedereröffnungstermin gar nicht gekommen. Belm Berliner Börsenvorstand war nämlich ein Schrelben des preußischen Handelsministers Dr. Schreiber eingegangen, in dem Im Einverständnis mit der Reichsreglerung und dem Reichsbankpräsidenten die Schließung der Berliner Börse bis auf weiteres verlangt wurde. Auch die Schließung der Börsenräume, in denen bisher noch ein sogenannter Sprechverkehr gestattet war, wurde in dem Schrelben verlangt. Zur Begründung dieses Standpunktes der Regierung wird auf die Unmöglichkeit verwiesen, bei den unsicheren Zeitverhältnissen eine wahrheitsgetreue Kursfestsetzung vorzunehmen. Nach kurzer Beratung schloß sich der Börsenvorstand dem Wunsche der Reichsreglerung und des Relchsbankpräsidenten an und entschied, daß die Berllner Börse bis auf weiteres für jeden Verkehr und für jeden Besuch geschlossen bleibt. Wie wir zu diesem Berliner Beschluß noch erfahren, werden sich die deutschen Provinzbörsen dem Berliner Vorgehen anschließen. Der Essen-Düsseldorfer Börsenvorstand hat sich bereits Im gleichen Sinne entschieden. Die Auslandsbörfen Newyork, Anfang: Schwach. London: Unter Schwankungen eher schwächer. Amsterdam: Nach festerem Anfang teils abbröckelnd. Paris: Stark schwankend. Brüssel: Nicht einheitlich. Wien: Keine Börse. Mailand: Teils abgeschwächt. Zürich: Nicht einheitlich. Pfund in London etwas beteitigt An der Londoner Börse am Montag konnten sich die Wechselkurse nach vorübergehender Flaute etwas erholen. Der Dollar notierte mit.80 gegen 3,.75 bei Eröffnung, die Reichsmark 16½ nach 16. In Berlin wurde dagegen gestern ein amtlicher Mittelkurs von 16 Reichsmark für das Pfund festgesetzt. Der Satz entspricht dem des Samstags. Von irgend welchen Stützungsmaßnahmen der Bank von England Ist auch weiter nichts zu hören. Diskonterhöhungen in Holland, Italien und Griechenland. Die Niederländische Bank hat den Diskontsatz mit Wirkung von Dienstag ab von 2 auf 3 Prozent erhöht. Mit Wirkung von Montag ist der Diskontsatz der Bank von Italien um 1½ Prozent auf 7 Prozent, erhöht worden.— Die Griechische Staatsbank erhöhte den Diskontsatz um 3 auf 12 Prozent. Holland plant keine Aufhebung des Goldstandards. Die Niederländische Bank gibt auf an sie gerichtete Anfragen in einer offiziellen ErkläEin halbes Jahrhundert Sparkaffenorganisation Der Neg der Sparkahlenr aareil die Arne Am gestrigen Montag konnte die deutsche Sparkassenorganisation auf ein halbes Jahrhundert Bestehen zurückblicken. In einer Denkschrift des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes heißt es aus diesem Anlaß: Vor fünfzig Jahren, am 28. September 1881 wurde in Hagen i. W. der erste Sparkassenverband in Deutschland gegründet, der„Verband der Sparkassen in Rheinland und Westfalen“; bereits im nächsten Jahre dehnte er sich auf ganz Westdeutschland aus und 1884 wandelte er sich in einen gesamtdeutschen Verband, den„Deutschen Sparkassenverband“ um. Die Jahre 1883 /85 brachten auch in anderen Teilen des Reiches die Gründung von regionalen Sparkassenverbänden. Die folgenden Jahrzehnte dienten dem Auf- und Ausbau der Organisationen. Im Jahre 1924 schlossen sich die drei Spitzenverbände zu einem Einheitsverband zusammen unter dem Namen:„Deutscher Sparkassen- und Giroverband“. Damit war die deutsche Sparkasseneinheit in jeder Hinsicht hergestellt. Welche Bedeutung den Sparkassen und ihrer Organisation zukommt, beweist die Tatsache, daß es in Deutschland heute über 2500 öffentliche Sparkassen mit insgesamt über 18 Millionen Spar- und 2½ Millionen Girokunden gibt. Die Gesamtbilanz der deutschen Sparkassen wies am 30. April 1931 an eigenen und fremden Mitteln einen Bedarf von 14.3 Milliarden Reichsmark aus, davon waren 11 Milliarden Reichsmark Spareinlagen,.4 Milliarden Reichsmark Depositen-, Giro- und Kontokorrenteinlagen, also Wirtschaftsgelder des Mittelstandes. Die Gesamtzahl ausgesprochener Kleinkreditnehmer einschließlich der Hypothekenschuldner beträgt bei den deutschen Sparkassen über 2 Millionen Aus Anlaß des 50jährigen Bestehens der deutschen Sparkassenorganisation hielten gestern in Berlin die Vorstände des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes und seine Mitgliederverbände eine Festsitzung ab, auf der der Präsident, Geheimer Regierungsrat Dr. Kleiner, über das Thema:„Der Weg der Sparkassen durch die Wirtschaftskrise“, sprach. Zunächst behandelte er die gegenwärtige Lage der Sparkassen. Eine eingehende Untersuchung der Anlage- und Liquidationspolitik sowie der' Mobilisierungsmöglichkeiten ergebe, daß die Entwicklungslinie der Sparkassen klar und eindeutig gezeichnet sei. Sie seien die natürlichen Depositenbanken für Deutschland und gewährleisteten durch die strengen Vorschriften für das Anlegegeschäft, die staatliche Aufsicht, eine stetige ausgebaute Verbandsrevision und schließlich durch die kommunale Haftung ein Höchstmaß an Sicherheit. Sie wollten keine Beschränkungen im Einlagegeschäft, keine„Reform“ der Anlagepolitik. Die Liquidität werde durch engere Verbindung mit der Reichsbank verbessert werden. Für die nächste Zeit würden alle hereinkommenden Gelder ganz flüssig zu belegen sein, so daß eine Sperre der Gewährung neuer Kredite vorübergehend nicht zu vermelden bleibe. Die öffentlichen Sparkassen seien durchaus gesund. Sodann behandelte er die Aufgabe der Sparkassenorganisation, besonders der Girozentralen. Für mehr als die Hälfte der Einlagenabzüge bei Sparkassen seien in den kritischen Monaten die Mittel direkt durch die Girozentralen aufgebracht worden. Eine konsequente schärfere Zentralisierung sei in der Liquiditätspolitik nicht zu umgehen. Dazu sei auch die Organisierung der Girozentralen nach einheitlichem Muster notwendig.— Im letzten Teil seines Referats behandelte Präsident Dr. Kleiner die allgemeinen bankwirtschaftlichen Probleme, die die Gegenwart stelle. Er bezeichnete als einen der wesentlichsten Mängel unserer bisherigen Kreditverfassung, daß die einzelnen Banken isoliert für sich arbeiten, und daß auch die Gruppen ganz selten nur den Weg zueinander finden. Das Reich sollte seinen Einfluß mit allem Nachdruck dahin geltend machen, daß sich die verantwortlichen Leiter der privaten und öffentlichen Bankgruppen zu regelmäßigen Besprechungen zusammenfinden. Neue Wege der gegenseitigen Fühlungnahme und freiwillige Zusammenarbeit seien notwendig. Besonders große Vorsicht sei gegenüber den zahlreichen Projekten einer Zwangsumschuldung am Platze. Völlig indiskutabel und restlos abzulehnen seien auch alle Pläne einer generellen Schuldenabwertung sowie alle Projekte, die direkt oder indirekt, beabsichtigt oder unbeabsichtigt, auf eine Geldentwertungspropaganda hinauslaufen. Solche Gedankengänge müßten nicht nur die Wirtschaftsmoral aufs schwerste erschüttern, sondern sie erweckten auch unerfüllbare Vorstellungen von der Möglichkeit behördlichen Eingreifens in den Wirtschaftsablauf. Werde der Gedanke der freiwilligen Zusammenarbeit konsequent zu Ende gedacht, so führe er zur Vernichtung des Schlagwortes von dem naturnotwendigen Kampf zwischen öffentlicher und privater Wirtschaft. Anschließend sprachen Dr. Brüning. Dr. Severing und Dr. Luther, deren Reden wir im politischen Teil bringen allen Umständen vermieden werden müsse, sei eine über die organische Preis- und Kostensenkung hinausgehende Besserung der Reichsmark. Aber auch die Illusion der Ankurbelung der Wirtschaft durch kreditpolitische Kunstgriffe sollte so schnell wie möglich beiseite gestellt werden. Rheinisch-Wefffälische Vichmärkte vom 28. September 1931. — außer Schweinen— schleppend geräumt. Dortmund: Marktverlauf: Großvien sehr schlecht mit Ueberstand, Kälber langsam geräumt, Schweine sehr schlecht, Essen: Marktverlauf: schlecht Getreide- und Warenbörse in Essen (Großhandel-Börsenpreise) Die Preise verstehen sich für 100 kg waggonfrei Essen bei Abnahme von Waggonladungen Essen, 28. September Inländ. Weizen " Roggen Pomm..-Haf. a. E. „„„.E. Ausländ. Weizen " Roggen " Hafer " Gerste Plata-Mais Pl.-Cimtuant.-Mais Tendenz: ruhig Daute utiae 21.50[21.-21.5 18.-18 5 30.32 30.-32. 22.0 22.5/21.-22.0 20.-21.0 20.-21.0 19.-20.2 20.-20.5 21 0 21.0 22 22.0 ese WeizenmehlGrundpr. .Austauschweizen. 25.-36.2 33.-33.2 Weizenmeh Grundpr. 33.-33..— 29.-30.|30.-30.2 10.-11.5 11.5 12.-13.0s12.-13.0 .-.0.-.0 .0.5.-5 5 70% ig. Roggenm. OOstd. Roggenmeh! Weizenkleie Weizenbollmehl Roggenkleie [Trockenschnitzel Steffenszuckerschn..-10.0 .-10.0 Duisburger Getreidemarkt Notierungen für 100 Kilo in Reichsmark, trei Waggon Duisburg Amtliche Devisenkurse Berlin, den 28. September 1931 rung bekannt, daß Holland nicht beabsichtigt, den Goldstandard aufzuheben. Finnland behält ebenfalls die Goldwährung bei. Der Leiter der Finnischen Staatsbank, Ryti, erklärte, daß Finnland die Goldwährung beibehalten und nicht dem Beispiel Schwedens und Norwegens folgen werde. Die finnische Staatsbank sei vollkommen Herr der Lage. Auch Estland will beim Goldstandard bleiben. Der Präsident der estländischen Staatsbank erklärte, daß die Regierung und die estländische Staatsbank beschlossen haben, den Goldstandard beizubehalten. Der schwedische Finanzminister über die Suspendierung des Goldstandards. Zur zeitweiligen Suspendierung des Goldstandards in Schweden erklärte der schwedische Finanzminister Pressevertretern, daß die Maßnahmen ausschließlich durch die unnormale weltwirtschaftliche Lage und durch die äußerst stark gestiegene Nachfrage nach Gold verursacht worden seien, die bis auf weiteres die Aufrechterhaltung einer internationalen Goldparität unmöglich machten. Die schwedische Goldpolitik müßte jetzt darauf hinzielen, die einheimische Kaufkraft der schwedischen Krone zu bewahren. Die Trennung vom Goldstandard sei nicht als endgültig aufzufassen, vielmehr müsse die Goldparität sobald wie möglich wieder hergestellt werden. Durch eine zielbewußte schwedische Goldpolitik sei zu erwarten, daß der einheimische Wert der Krone in kurzer Zeit wieder die ausländischen Wechselkurse Schwedens beeinflussen werde. Von größter Bedeutung sei deshalb, daß die jetzt stark passive Handelsbilanz Schwedens eine dauerhafte Besserung erfahre.— Weiter wird bekannt, daß der Goldvorrat der schwedischen Reichsbank während der letzten Tage überaus stark in Anspruch genommen und in der vergangenen Woche allein um 100 Millionen verkürzt wurde. Die Hoffnungen auf Kredite" aus Frankreich oder Nordamerika haben sich zerschlagen. Die Ausfuhr von Goldmünzen und Goldbarren wurde verboten. Aegypten verbietet die Goldausfuhr. Die Londoner„Times“ meldet aus Kairo: Die ägyptische Regierung hat beschlossen, die Ausfuhr! von Gold zu verbieten und die Zölle für gewisse Artikel, deren Wert infolge des Sinkens des Sterlingkurses abgenommen hat, zu erhöhen. Die Dedi-Bank zu den Gegenwartstragen Die Deutsche Bank& Disconto-Gesellschaft befaßt sich in ihrem neuesten Wirtschaftsbericht auch mit den Rückwirkungen der englischen Währungskrise auf die deutsche Ausfuhr und mit den wirtschaftlichen Aufgaben, die sich hieraus für Deutschland ergeben. Die Entwicklung in England habe erneut bewiesen, daß durch kurzfristige ausländische Finanzhilfe ein Ausbruch der Krise nicht zu verhindern sei. Eine der dringlichsten Aufgaben der nächsten Zukunft bleibe für Deutschland die Aufrechterhaltung des Exports und der aktiven Handelsbilanz. Für Deutschland bleibe der starke Zwang zur Ausfuhr bestehen. Er werde zusammen mit der erzwungenen Einschränkung der Ausfuhr die deutsche Handelsbilanz auch für die kommenden Monate hoch-aktiv machen. Die große wirtschaftliche Aufgabe der nächsten Zeit bestehe darin, den richtigen Mittelkurs zwischen einer den Notwendigkeiten der Krisenüberwindung elastisch angepaßten Kreditpolitik und einer festen Währungspolitik zu steuern. Nicht nur die Entwertung der Währung sei gefahrvoll, auch die unentwegte deflationsmäßige Steigerung der Kaufkraft des Geldes führe zu schweren Stockungen und vernichte jeden Ansatz zur Konjunkturbelebung. Allerdings müsse Deutschland, solange die internationale Preiskurve abwärts gerichtet sei, diese Bewegung mitmachen, sonst gefährde es seinen Export. Was unter heise 19nge Inl. Weizen...———— In Roggen 75% 15.——— Ostd. Hafer. 174-189 172-181 Pomm. u. schles. Haf. 175- 18• 19-195 —11 11—12 81—95 heute Cinquantino-Mais„ 22 Weizenm Grdpr 97% 32%—33 Weizenm. m. Auslm. 351—36 Roggenm.Konzern 291—30 Roggenm. 70% Ostm 29—294 Weizenkleie Weizenbollmehl Roggenkleie Steffens Zuckerschnitzel... Tendenz: ruhig, Auslandsgetreide befestigt Berliner Produktenbericht Berlin, 28. September 1931 Amtlich festgesetzte Preise. Getreide und Oelsaaten per 1000 Kilogramm. sonst per 100 Klogramm Raein, Hafer Inl. Gerste Ausl. Weizen Ausl. Roggen Aus Hafer Ausl Gerste Le Plata-Meis 174-18 174—184 19—20* 199—205 31—33 30—32 22-23 21 29: 205 195 209 192—204 21" 21 vorige 22 321 33 354- 35 29.—30 275—28 92—111 112—125 85- 9 9 Weizen märk. Roggen märk. Neue Wintergerste Hater m rk., Weizenmenl.. Roggenmehl 70% 60% Weizenkleie Roggenkleie Viktoriaerbsen Kleine Erbsen Berliner Metallnotierungen Berlin, den 28. September 1931 De uen eunen eich e euste beneens ceenteteenet und Bezahlung für je 100 Kilogramm) Elektrolytkopfer(wirebars) prompt, cit Hamburg. Bremen oder Rotterdam.......... Standard-Bleiper Originalhüttenaluminium 98—99%. in Blöcken gesgl. in Walz oder Drahtbarren........ Banka-, Straits, Australzinn in Verkäuferswahl Hüttenzinn, mindestens 99% Reinnickel. 98-99% Antimon-Requlus.. 10........ Silber, 1 Kllogramm. ca. 1000 Feinheit... Gold. 10 Gramm Altplatin per Gramm(Abfälle) Circapreis Techn. reines Platin per Gramm, detailoreis Aus Gein Nachbürgedlel Stadttreis Wattenscheid Kein Abbau des Realgymnasiums. Zu dem Bericht der Stadtverwaltung über die Sitzung der Gymnasial= und Lyzealkuratorien gibt der Studiendirektor des Gymnasiums folgende Richtigstellung: Am 1. Oktober werden an beiden Anstalten nicht je zwei Lehrkräfte abgebaut (erst recht keine hauptamtlichen), sondern am Gymnasium wird die Stundenzahl von 2½ Lehrkräften, am Lyzeum von 1½ Lehrkräften eingespart. Am Gymnasium bleibt auch weiterhin Gelegenheit zur realgymnasialen Ausbildung bis zur Obersekundareife. Nur werden die gegenwärtig schwach besetzten Mittelklassen der beiden Anstaltstypen vorübergehend zusammengelegt, um weitere Ersparnisse zu erzielen. Sobald eine hinreichend starke Besuchsziffer in den Mittelklassen gewährleistet ist, soll die völlige Trennung der beiden Anstaltstypen wieder durchgeführt werden. Jansen, Klüsekamp, Schneider, Szarny, Ersatzmänner: Franzen, Büscher, Bölke. Stichwahl fand statt zwischen Anton Mickus, Swojak, Stocki, Hojnacki, von denen Swojak und Stocki gewählt wurden, so daß nunmehr der Kirchenvorstand endgültig besteht. st Jubilarehrung im„Kameradschaftlichen Kriegerbund“. Am Sonntag fand im Saalbau Marxmeier eine Festversammlung statt, die eine öffentliche Feier voll ersetzte. Sie wurde vom 1. Vorsitzenden, Lehrer König, eröffnet. Der erste Vorsitzende des Stadtkriegerverbandes, Amtsgerichtsrat Hagedorn, hielt eine zu Herzen gehende Ansprache, worin er besonders der vier Jubilare gedachte; für ihre 25jährige treue Mitgliedschaft überreichte er jedem Jubilar das Reichskyffhäuserabzeichen. Der weitere Teil der Versammlung wurde durch wissenschaftliche Vorträge des Hypnotiseurs Knieb aus Bochum ausgefüllt. Durch weitere musikalische Unterhaltungen nahm die Festversammlung einen harmonischen Verlauf. d Zehn Jahre Freiwillige Feuerwehr Höntrop=Seving= hausen. Die Freiwillige Feuerwehr hielt ihre diesjährige Schlußübung ab, verbunden mit der Feier des zehnesgseit Anschließend Jalde fertigreit. unschließend beging man im Saalbau Solde die Jubiläumsfeier, an der die Ehrengäste, zweiter Branddirektor Thiele und erster Brandmeister, Stadtingenieur Hoose teilnahmen. Nach Begrüßungsworten des zweiten Brandmeisters von der Heide fand die Ehrung der Jubilare für zehnjährige Zugehörigkeit zur Wehr statt. Es waren dies: die beiden Brandmeister Stroth und von der Heide, die Wehrleute Harbordt, Löbbert, Borgolte, Feldmann, Bungert und Germann. Das Programm füllten Theater, Tanz, Musik und Gesang aus. st Stadttreis Wanne-Eicke! Katholisch=Kirchliches. In der Marienkirche in Eickel ist am morgigen Mittwoch die Feier der Ewigen Anbetung. e Schlußübung. Die Hafenf euerwehr veranstaltete unter großer Beteiligung von Vertretern der Wehren des Stadtverbandes auf dem Hafengelände eine Schlußübung an einem dreistöckigen Wohnhause in der Hertener Straße, bei der auch die große Motorspritze in Tätigkeit trat. df Katholischer Gesellenverein Röhlinghausen. Am Sonntag wurde unter Leitung des Vorsitzenden G. Kempkes jr. das 22. Stiftungsfest mit einem abwechslungsreichen Unterhaltungsprogramm vor zahlreichen Festgästen aus allen Pfarrgemeinden unserer Stadt begangen. Die Festrede hielt der Präses Vikar Wefer. Besonderen Beifall fand das gemütvolle Volksstück:„Der Postillon von Rodendorf", das die Theaterabteilung in lebendiger, mitreißender Spielkunst darbot. Lokomotiven=Zusammenstoß. Ein Zusammenstoß von zwei Lokomotiven ereignete sich am Sonntag morgen, gegen 9 Uhr, auf dem Wanner=Eickeler Hauptbahnhof. Beide Lokomotivführer wurden leicht verletzt. d1 To erlitt das Lehrmädchen Klara Sch letzt wurde die Verunglückte dem St. Annahospital zugeführt, wo sie am Samstag ihren inneren Verletzungen erlegen ist. df Die Einbrechergilde an der Arbeit. In der Nacht zum 26. September erbrachen unbekannte Täter einen verschlossenen Hühnerstall in der Kaiser=Wilhelm=Straße und entwendeten sechs weiße Leghornhühner. Die Tiere wurden am Tatort abgeschlachtet.— In der Nacht zum 27. September wurde in die Trinkhalle an der Holsterhauser Straße(Herner Grenze) eingebrochen und Flaschenbier und Zuckerwaren gestohlen.— In der Nacht zum 28. September wurde von unbekannten Tätern in das Schuhwarengeschäft N. in der Dorstener Straße eingebrochen. Gestohlen wurden 4 große Stücke Sohlleder (etwa 3 Quadratmeter), 11 Paar braune und 11 schwarze Jagdstiefel(innen mit Leder gefüttert, Größe 40 bis 46) und etwa 10 Paar Grubenschuhe. Der Gesamtschaden beträgt etwa 500 Reichsmark. Stadttreis Herne Schwerer Verkehrsunfall. Einen schweren Autounfall erlitt in der Nacht zum Sonntag der Kaufmann Friedrich., Bochum, Wittener Straße wohnhaft. Er befand sich auf der Castroper Straße und geriet mit seinem Auto in den starken Scheinwerfer eines ankommenden Lieferautos. Der Wagen kam ins Schleudern und landete im Straßengraben, wo er umschlug. Hierbei erhielt K. einen linken Armbruch, Schnittverletzungen wie Verstauchungen. Er mußte zum Arzt geschafft werden. Stadttreis Castrop-Kauxe Die Sparverordnung und das hiesige Realgymnasium. Am hiesigen Städtischen Realgymnasium werden nach der neuen Sparverfügung insgesamt 78 Stunden wöchentlich eingespart, und zwar in der Hauptsache sogenannte technische Stunden, vor allem Turnen. Dazu kommt noch, daß die Zahl der Pflichtstunden von 25 auf 26 erhöht werden muß. Das alles bringt es mit sich, daß am hiesigen Städtischen Realgymnasium drei Lehrkräfte entbehrlich werden. Nach der Verfügung des Provinzialschulkollegiums Münster werden ab 1. Oktober aus dem Lehrkörper der hiesigen Anstalt ausscheiden Oberschullehrer Karl Karkoska, Studienassessor Dr. Johannes Schulte und Oberschullehrer Ernst Stöcker.# Eine Schmugglerzentrale an der holländischen Grenze ausgehoben O Gelsenkirchen, 28. September. Die Gelsenkirchener Kriminalpolizei hat, wie bereits gemeldet, am Samstag ein Schmugglerauto mit 10 Zentner Tabak beschlagnahmt und drei Schmuggler festgestellt. Die weiteren Ermittlungen in dieser Sache haben nun ergeben, daß man erst am Anfang einer großen Schmugglerkette mit einem weit verzweigten Absatzgebiet steht und daß man einem Schmuggel auf die Spur gekommen ist, durch den der Staat bisher um viele Hunderttausend Reichsmark geschädigt worden ist. Es stellte sich heraus, daß das Haupt der Schmugglerbande in der Nacht zum Samstag in Gelsenkirchen weilte, und zwar in einem Zimmer, in dem ein Kriminalbeamter eine Durchsuchung vornahm. Hier stand der verwegene Bursche hinter einem dichten Vorhang mit schußbereiter Waffe, entschlossen, den Beamten, falls er ihn entdeckte, niederzuschießen. Es gelang dem Schmuggler, unbemerkt zu entkommen. Samstag nachmittag beschloß die Gelsenkirchener Kriminalpolizei, die Schmugglerzentrale an der holländischen Grenze aufzusuchen. Vier Kriminalbeamte begaben sich nach Asperden am Niederrhein(holländische Grenze). In unmittelbarer Nähe des Reichswaldes entdeckten die Beamten ein Gehöft, das dem Schmugglerhaupt als Wohnsitz diente. Das Gehöft wurde von den Beamten umstellt. Ein Kriminalbeamter stürzte sich auf den Schmuggler, der auf einem Sofa seinen Mittagsschlaf hielt und nach kurzer Gegenwehr überwältigt wurde. Es wurden umfangreiche Papiere gefunden, auf denen die Schmuggler ihren Kundenkreis verzeichnet hatten. Während der Durchsuchung hörte man das Hupen eines herannahenden Schmugglerautos, dessen Führer ebenfalls. festgenommen wurde. Das Auto, das gleichfalls in die Hände der Polizei fiel. ist ein großer amerikanischer Buick=Wagen, dessen Führersitz gegen etwaige Kugeln der Grenzer durch drehbare Stahlplatten gesichert ist. Der Führer wurde auf seinen verwegenen Fahrten schon elfmal von Schutzpolizeibeamten beschossen. Obwohl der Schmuggler schon dreimal durch Armschüsse verletzt wurde, setzte er seine Schmuggelfahrten immer wieder fort. Das Absatzgebiet der Schmuggler erstreckt sich über die rheinischen Provinzen und Westfalen. Die Nachforschungen, die einen sehr weiten Personenkreis betreffen, werden it, aller Energie fortgesetzt. 11 Bochumer Anzeiger u. Gen. Anz. Zcostechp Spierunlo Speel Dienstag, 29. Sept. 1931 Junioren-Turnier TC. Dortmund Hörde— TuS. 15:17 Am vergangenen Sonntag spielten die Jugendlichen der Tennisabteilung des TuS. ihr diesjähriges Abspielturnier und siegten nach überaus hartem und spannendem Kampf über den TC. Dortmund=Hörde mit 17:15. Das Turnier war durch herrliches Herbstwetter begünstigt, so daß alle Spieler von äußeren Hemmungen frei ihr sportliches Können ganz entfalten konnten. An dem Turnier nahmen 35 Spieler teil. Es war das größte diesjährige Jugendturnier des TuS. Leider war der bekannte Bochumer Spitzenspieler der Junioren, Rau,(TuS.) indisponiert. Er konnte daher nachmittags kein Doppel= und Mixed spielen. Da die Dortmunder mit mehr Spielern erschienen waren als sie genannt hatten, mußten mehrere Bochumer öfter spielen, dadurch wurden sie naturgemäß überanstrengt. Wegen der früh eintretenden Dämmerung konnten trotz bester Turnierleitung das 3. Damen=Doppel nicht gespielt werden. Der Sieg der Bochumer ist umso höher zu bewerten, da die Dortmunder durchaus gleichwertig waren und mit größter Hartnäckigkeit kämpften. Die Ergebnisse waren: (Dortmund ist an erster Stelle genant). Herren=Einzel: Aisch— Rau:1,:8; Maurer I— Baumgarten:3,.6,:6; Bültmann— Fuchs:7, er 1— Jersch:6,:6; Maurer II— Doberer Sauer II— Adrian:7,:9; Sauer III— :3,:5; Wilhelms— Kraßberg:6,:5; — Hessel 12:14,:6; Engbert— Hessel:6, Damen=Einzel: v. Schnittfeldt— Kleine:6,:6; Fr. Willms— Dohme:6,:6; Vortmann— Cornelius I:2,:2; Frese— Cornelius II:4,:1: Flecken — Timm:6,:6; Kopfermann— Korte:6,:5,:6; Wilhelms— Waldeck:3,:5; Sauer— Gießen:0, :1. Damen=Doppel: v. Cnillfeldt=Fr. Willms— KleineDohne:3,:6,:6; Wortmann=Frese— Cornelius I= Cornelius II:2,1:6,:6. Herren=Doppel: Maurer=Aisch—. Baumgarten=Doberer:5,:0; Bültmann=Sauer I— BaumgartenFuchs:6, 116; Sauer II=Maurer II— Homborg=Jersch :6,:6; Sauer III=Hollinde—. Adrian=Kraßberg:2, :4: Wilhelms=Engbert— Kraßberg=Hessel:6,:2,:1. Gemischtes Doppel: Wortmann=Aisch— KleineBaumgarten:6,:2; Fr. Willms=Maurer I— Cornelius=Doberer:6,:6: v. Cnillfeldt=Sauer I— DohmeJersch:1,:6,:6; Frese=Bültmann— Timm=Fuchs :6,:4,:3; Flecken=Maurer II— Waldeck=Doberer :6,:6; Sommer=Hollinde— Cornelius II=Adrian :3,:0; Wilhelms=Sauer— Korte=Hessel:2,:9, 10:8. Deutsche Jugendkraft Die Sonntagsspiele in der DIK. Die Vereine der Deutschen Jugendkraft setzten am Sonntag ihre Meisterschaftsspiele fort. Die„Antonen“ Bochum trafen auf„Westfalia" Langendreer und erlitten auf eigenem Platz eine:=Niederlage. Die Deutsche Jugendkraft Wiemelhausen war in guter Schußlaune und behielt über„Rasensport“ Weitmar verdient mit:0 die Oberhand.„Teutonia" Ehrenfeld hatte nach scharfem Kampf gegen die Deutsche Jugendkraft Dahlhausen mit:3 das Nachsehen. „Preußen 11“ Bochum war gegen das gute Stürmerspiel von„Arminia“ Wegenscheid machtlos und unterlag mit:2. Die AfB. Bochum holte gegen die Deutsche Jugendkraft Hamme ein:0 Ergebnis heraus. „Saxonia“ Grumme hatte„Arminia“ WanneFickel zu Gast. Die Eickeler waren in blendender Form und schlugen die Einheimischen mit:2.„Wacker“ Werne brachte sich gegen Laer mit:1 recht achtbar zur Geltung. Das Treffen„Germania", BochumWest gegen den katholischen Gesellenverein brachte der „Germania“ ein:=Sieg. Die Deutsche Jugendkraft Altenbochum hatte Gerthe 07 zu Gast. Das Endergebnis von:1 wird dem ausgeglichenen Spielverlauf gerecht. Die in Stockum=Düren gastierenden Hiltrov=Bergener kamen zu einem schönen:0 Erfolg. Die Deutsche Jugendkraft„Adler" Riemke spielte in Hattingen:2.— Das Hauptinteresse der Handballanhänger konzentrierte sich natürlich auf die Spiele der Gauklasse.„Markania" Bochum gab gegen lmar“ Herne eine vorzügliche Vorstellung. Die AfB. Bochum verlor gegen die Deutsche Jugendkraft Hordel mit:2, nachdem die Seiten noch beim Stande von:1 gewechselt worden waren. Die„Antonen“ Bochum holten sich durch das Unentschieden von:3 gegen„Sportfreunde“ Herne den ersten Pluspunkt.„Teutonia“ Ehrenfeld unterlag in Hattingen mit nicht weniger als:6. Radlport Der Radfahr=Verein„Sturmvogel 04“. Bochum veranstaltete am Sonntag seine diesjährige Vereinsstraßenmeisterschaft, die auf der Strecke Bochum—Buer — Dorsten— Freudenberg—Haltern und zurück ausgefahren wurde. Große Anforderungen stellte das überaus ungünstige Wetter an die Fahrer, da sie infolge des dichten Nebels kaum einige Meter weit sehen konnten. Trotzdem konnte der Fahrer Guczek die Strecke in der guten Zeit von 2,52,30 Stunden durchfahren und den Meistertitel des Vereins erringen; seine übrigen Vereinskameraden weit hinter sich lassend. Das Ergebnis war: 1. Guczek 2,52,30; 2. Krause.06,20; 3. Emmel= heinz; 4. Romahn. Herbitwaldlauf Werks- und Firmenlport Schönfeld(Tus Constantin) Waldlaufmeister 1931. Zu dem Werks= und Firmensport angesetzten Pflichtildlauf stellten sich am Sonntag vormittag 73 Läufer Der Weg führte über die Hiltroper wald dem Starter. belegte den dritten Platz. Die Ergebnisse waren: 1. Schönfeld(Constantin) Zeit: 14,2 Minuten, 2. Wegener(Constantin) Zeit: 14,30 Minuten, 3. Erzfeld(Sektion 2) Zeit: 14,38 Minuten, 4. Hohaus(Sektion), 5. Reher(Rot=Weiß), 6. Weikämper(Constantin). Den Mannschaftssieg holte sich ConstanDer dritte von rechts Der Augenblick des Starts Sievers der Sieger außer Konkurrenz; ganz rechts Wegener der zweite. Der zweite von links(26) der Sieger Schönfeld. eiß Querenburg und Shamrock Straße, durch das Zillertal, an der Hiltroperschule vorbei und über den Tippelsberg zurück zum„Albert=Hoppstädter=Platz". Das Feld lag bis zur alten Mühre im Zillertal ziemlich geschlossen beieinander. Auf dem nun folgenden, teilweise sehr schlechtem Wege trennten sich die starkeren Läufer vom Feld und es bildeten sich kleinere Gruppen von 3 bis 8 Läufern. Dichter Nebel lag über dem ganzen Tal, als die ersten Gruppen den Ausgang des Zillertals erreicht hatten. Auf der großen Steigerung hinter der Hiltroperschule(Stemmberg= straße) entschied sich so ziemlich der Kampf. In der Spitzengruppe lagen Schönfeld, Wegener (Constantin), Erzfeld(Sektion 2) und der außer Konkurrenz gestartete Sievers(Herne). Am oberen Ende der Josefinenstraße zog Sievers(Herne) davon und passierte das Ziel der 4 Kilometer langen Strecke in der Zeit von 13,19 Minuten.“ Der erste Sieger der Firmsportler Schönfeld(Constantin) benötigte für die Strecke die Zeit von 14,2 Minuten. Erzfeld(Sektion 2) wurde im Endspurt von Wegener geschlagen und tin vor RotHerne. Nach dem Lauf wurde zum Abschluß der Veranstaltung eine Stillauf auf dem Albert=Hoppstädter=Platz vorgeführt. Im Anschluß daran zogen die Läufer mit ihren Klubkameraden unter den Klängen der Kapelle zum Vereinslokal wo die Preisverteilung stattfand. Im Fußball wurden keine nennenswerte Resultate erzielt. Das Spiel Rot=Weiß gegen Eisen= und Hüttenwerke ist nicht zum Austrag gekommen. Das einzigste Meisterschaftsspiel Constantin— GlückAuf endete nach wechselvollem Spiel mit einem unentschieden von:2. Dieses Spiel hatte allerdings seine Zugkraft nicht verfehlt, denn nicht weniger als 500 Zuschauer umsäumten den Platz. Das Spielergebnis entspricht wohl dem dem Stärkeverhältnis der beiden Mannschaften, nicht aber ganz dem Spielverlauf. Auf beiden Seiten wurde hart gespielt, ohne daß der Unparteiische Grund zum Eingreifen fand. Teilweise wurde sogar die Grenze des Erlaubten überschritten. gewohnten Form auflief, aber auch nicht aus dem Rahmen der Mannschaft fiel, war jeder Spieler voll und ganz auf der Höhe. Ein besonderes Lob verdient wiederum der Lauf und die linke Seite des Sturmes. Deutsche Turnerschaft Die Gaubesten im Faustball. Auf dem Platz des Bochumer Vereins wurden am Sonntag die Faustballendspiele um den Gaubesten des Emscher=Ruhrgaues durchgeführt. In der=Klasse der Turner, wo man recht ansprechende Leistungen sah, siegte Turnerbund Herne=Vöde über Spog. Laer 87 mit 41:29(24:11). In der=Klasse trat Tv. Weitmar nicht an, so daß Tus. Hordel kampflos Sieger wurde Bei den Jugendturnern konnte sich„Jahn“ Querenburg mit 52:18(29:8) gegen Tbd. Herne=Vöde siegreich durchsetzen. Schachfeltwoche in Hamm Zu dem in Hamm stattfindenden westfälischen Meisterturnier haben sich die Geladenen bis auf Rogmann, der zuerst noch ein Spiel in Günnigfeld auszutragen hatte, vollzählig eingefunden. Die Auslosung ergab folgende Reihenfolge: Kroll, Seitz, Peppmöller, Herrmann, Rogmann, Schäferhoff, Skowronnek und Alsen. In der ersten Runde mußte Peppmöller gegen Schäferhoff eine Niederlage hinnehmen, nachdem er die beste Angriffsfortsetzung verfehlt hatte. Seitz und Skowronnek lieferten trotz des unentschiedenen Ausganges eine scharfe Partie. Kroll überspielte Alsen in einem Damengambit und zwang seinen Gegner in total aussichtsloser Stellung zu Gewaltstreichen, die zwei Bauern und die Qualität kosteten. Danach stand das Endspiel natürlich glatt auf Gewinn, nur brachte Kroll es wieder einmal mehr fertig, seinen Gegner entschlüpfen zu lassen, so daß auch dieser Kampf remis endete. Da Rogmann von der zweiten Runde mitwirkt, muß er die Partie gegen Herrmann nachholen. Sport der Heimat „Arminia“ Marten— STV. Werne:1. Die Werner STVer gaben an dem für sie spielfreien Sonntag den Martener„Arminen“ für die kurz vor der Sommerpause erlittene:=Niederlage Gelegenheit zur Revanche, die den Martenern trotz Ueberlegenheit der Werner auch gelang. Im Gegensatz zu den früheren Spielen, war bei den Wernern jetzt die gesamte Hintermannschaft auf dem Posten. Die Niederlage ist einzig und allein dem Sturm zuzuschieben, in dem die linke Seite ganz ausfiel. Außerdem kombinierte man auch im Strafraum noch hin und her und so hatte es dann die Martener Hintermannschaft ziemlich leicht, auch die gefährlichsten Situationen zu meistern. Dem von Marten errungenen Führungstreffer setzte Wernes Mittelstürmer bald den Ausgleich entgegen. Mit:1 wurden die Seiten gewechselt. Nach der Pause ist Werne dauernd überlegen. aber Martens Halbrechter schafft nach gefährlichen Durchbrüchen durch zwei weitere Treffer den:=Sieg für seine Farben. SV. Höntrop— Gelsenkirchen 07:1. Die„gelbe Gefahr“, wie Gelsenkirchen 07 in früherer glanzvollen Zeit genannt wurde, mußte ebenfalls die spielerische Qualität der Höntroper Mannschaft anerkennen und eine:=Niederlage einstecken. Der Sieg der Höntroper ist, wenn auch nur knapp ausgefallen, in jeder Weise verdient. 07 kam nur mit Hilfe seines blendenden Torwarts, der ein ganz überragendes Spiel lieferte, mit dieser knappen Niederlage davon. Der Torhüter war überall und vereitelte die sichersten Torgelegenheiten. Die zwei Tore waren für den Torwart unhaltbar. Die Höntroper Mannschaft lieferte eins ihrer besten Spiele. Mit Ausnahme des Halbrechten der in dem Spiel nicht zur Eing enferte Genchier Ein gefährlicher Eckball Eine Eckballszene aus dem Länderspiel Deutschland— Dänemark(:2) in Hannover. Kreß der deutsche Torhüter erreichte den Ball zwar nicht, aber er sorgte dafür, daß der dänische Stürmer ihn über die Latte köpfte. Wanne-Eickeler Rundblick Das vortreffliche Fußballwetter wirkte sich auf die Besuchsziffern der zahlreichen Wanne=Eickeler Meisterschaftstreffen recht günstig aus. Vor etwa 800 Zuschauern lieferte der TB. Eickel gegen Wattenscheid 09 ein sehr erbittertes Punktgefecht. Die junge TB.=Mannschaft, die sich vollkommen zufriedenstellend entwickelt, leistete gute und produktive Arbeit. Im zweiten Abschnitt des Spiels besonders waren die Eickeler zeitweilig in famoser Form, mußten sich aber durch ein Selbsttor mit einem:=Unentschieden begnügen. Während die SpVg. Röhlinghausen erst am kommenden Sonntag wieder in den Gang der Ereignisse eingreifen darf, sind die übrigen Vereine ununterbrochen beschäftigt.„Preußen" Wanne benutzte eine Pause im Punkteprogramm zu einem Privatspiel gegen Hervest=Dorsten und holte mit umgestellter Mannschaft einen sicheren Sieg von:5 Toren heraus. In den unteren Klassen schnitten die Wanner Vereine nur mittelmäßig ab. Der unbeständige SV. Wanne 1911 ließ sich auf eigenem Platz von Börnig mit:2 einer Punkt abnehmen. Das Wanner Lokaltreffen zwischen „Rasensport" und„Reichsbahn" endete ebenfalls mit einer, für die Gäste recht glücklichen Punkteteilung::1.„Fortuna" Wanne schlug„Viktoria“ Herne ohne Mühe:0 und Holsterhausen bezwang HernMark mit:2. In der Handballgruppe Herne—Wannist die Führungsfrage überraschend geklärt.„Westfalia“ Herne, die bisher punktegleich mit dem TB Eickel führte, unterlag gegen BfL. Herne knapp:2 während die Turner die Spitze durch einen prächtiger :=Erfolg über Castrop 11 behaupteten. Die diesjährige Wanne=Eickeler Leichtathletiksaison fand ihren Abschluß mit der„Preußenstaffel“ die durch die Wanner Straßen gelaufen wurde und auf dem„Preußenplatz“ ihr Ziel hatte. Es gab auf der Strecke lebhafte Kämpfe, die erst durch das Uebergewicht des TV. 85 in den Sprinterstrecken entschieden wurden. Das Ergebnis: 1. TV. Wanne 85 .20 Min.(1800 Meter); 2. Turngemeinde Eickel 4,25,4 Minuten: 3.„Preußen“ Wanne 4,25,6 Minuten: 4.„Po Bnden=Eage nndenEn auf TomOzent. Die erstaunliche Rettung dreier Ozeanflieger der folgenden drahtlosen Nachricht schildert der deutsche Flieger Willy Rody seine Erlebnisse während der sieben Tage, die er und seine beiden Kameraden auf ihrer zertrümmerten Maschine, inmitten des Atlantischen Ozeans treibend, zubrachten. Rody, der Däne Christian Johannsen und der Portugiese Costa Vaiga, verließen Lissabon am 13. September, um mit ihrem Flugzeug den Atlantischen Ozean zu überqueren. Sie mußten am nächsten Tage nicht weit von Cap Race,(Neusundland), wegen Brennstoffmangel auf dem Ozean notlanden. Erst am 21. September wurden sie von dem norwegischen Frachtschiff„Belmoira“ aufgefunden. Die drei Flieger wurden dann von dem nach Newyork fahrenden norwegischen Dampfer„Stavanger Fjord“ übernommen. Ich will hier, so weit meine schriftstellerischen Talente reichen, über die Erlebnisse und Mißgeschicke berichten, die meine beiden Kameraden und ich bei dem Versuch hatten, einen non=stop=Flug von Portugal nach Newyork auszuführen. Ich will unsere Geschichte in chronologischer Reihenfolge bis zu dem verzweifelten Höhepunkt einer unendlich langen tödlich ermüdenden Woche erzählen, während der wir uns an unser langsam sinkendes Landflugzeug in einer Entfernung von 92 Meilen von Cap Race(Neufundland) anklammerten. Wir waren dem Verdursten nahe, waren ausgehungert und glaubten einem baldigen Tod entgegenzutreiben Meine Kameraden auf dem Flug waren Christian Johannsen und Fernando de Costa Vaiga. Wir starteten am Sonntag, dem 13. September, um.30 Uhr morgens in Juncal do Sol, 30 Meilen von Lissabon. Unser Brennstoff und unsere Lebensmittel reichten für 48 Stunden. Wir kamen auf ungefähr 800 Meter Höhe und nahmen bei gutem Wetter unseren Kurs auf die Azoren. Wir flogen mit einer Geschwindigkeit von 111 Meilen pro Stünde und waren um.30 Uhr nachmittags über den Azoren. Kaum lagen diese hinter uns, als das Wetterungünstig größere Höhe zu steigen versuchten. Endlich sahen wir in der Entfernung einen Punkt, der, wie sich später herausstellte, der Passagierdampfer„Pennland“ war. Wir berechneten nach dem Kurs dieses Schiffes die Entfernung vom Lande, kreisten über der„Pennland“ und nahmen dann wieder unseren eigenen Weg. Die „Pennland“ fuhr weiter dem Lande zu. Ich wußte, daß eine gewagte Aufgabe zu erfüllen war. Alles stand auf dem Spiel. Wir hatten, als sich das Schiff in unserer Nähe befand, die Möglichkeit gehabt, uns sofort in Sicherheit zu bringen, aber keiner von uns dachte an sein Leben. Wir wollten Amerika erreichen. Am Sonntag, dem 20. September, also nach fast sechs Tagen, um 12 Uhr mittags, sahen wir das erste Schiff Wir trauten kaum unseren Augen, als wir in der Entfernung einen Frachtdampfer sichteten. Wir schwenkten die Flagge aus Leibeskräften hin und her, erhielten aber keine Antwort. Wir schwenkten lange auszubalten als uns noch und schwenkten, bis unsere Kräfte uns verließen. Das lange, gaussghatten,## noch Schiff sah uns aber nicht. Es war uns so nah, daß Wir beschlossen, so lat ein Tropfen Brennstof bleibt. Aber die Götter hatten sich gegen uns verschworen. Die Gegenwinde wurden stärker, immer stärker, wir pumpten die Brennstoffreste aus allen Tanks und versuchten krampfhaft, Land zu erblicken. Zwei Stunden nachdem wir die „Pennland“ gesichtet hatten, verfügten wir nur noch über den im Reservetank befindlichen Brennstoff. Unser Vorrat hätte 48 Stunden reichen müssen er war aber infolge der schwierigen Windverhältnisse schon nach 36 Stunden verbraucht. Zwanzig Minuten später würde der Motor stehen bleiben— Wil mapien nollanden! drückte das Wrack tiefer, und wir hatten bis Samstag, den 19., morgens nicht einen Augenblick Ruhe. Die Nacht vom Freitag zum Samstag stellte uns auf die härteste Probe. Unsere Haut schälte sich durch die Einwirkung des Salzwassers, unsere Augen brannten, und wir froren vor Nässe und Kälte. Vaiga war verletzt und hatte Fieber, aber wir konnten ihm nicht Barometer fiel und starke Gegenwinde sim Meer mit einem Landflugzeug! Welch' helfen; denn wir hatten kein Verbandszeug. Wir enteinsetzten. Gegen Abend wurde es auch kälter, schwere ein furchtbares Wagnis! Das Flugzeug ging nieder schlossen uns, Notsignale zu geben, indem wir den Es blieb uns nichts weiter übrig als ungefähr 90 Seemeilen von der amerikanischen Küste entfernt auf den Ozean niederzugehen. Mit einem Gefühl bedrückendster Ungewißheit und mit zum Reißen gespannten Nerven sahen wir uns gegenseitig an und blickten dann auf den Ozean. Eine Notlandung mitten wurde, das Barometer fiel und starke Gegenwinde im Meer mit einem Landflugzeug! Welch' nsetzten Gagen Abans wund.## auch fälter schwere ein#urchtharss Waarizl Das Olngeang Wolken ballten sich am Himmel, es begann zu regnen. und ruhte auf einer großen Woge. Wir krochen Biöher baren wir in einer Höhe von durchschnitlich auf den NumPf os Lmnesteg, e hasten ber 500 Meter geflogen, nun stiegen wir bis zu 1200 Me= Gleich danach wurde das Flugzeng ein Spielball der ter. Unsere schwer belastete Maschine stieg lanosam. Wogen und innerhalb weniger Minuten waren die Das Wetter wurde immer schlechter, wir befanden Flügel voller Wasser und brachen stückweise ab. Wir Steuerknüppel am Schwanz des Flugzeuges anbrachten und eine Rauchbombenflagge daran befestigten. Diese Arbeit ermüdete uns außerordentlich und wir fühlten uns sehr schwach. wir seine Takelage sehen konnten. Unser Signal schien aber nicht bemerkt zu werden. Wir waren der Verzweiflung nahe; denn wir wußten aus eigener Erfahrung, wie selten dieser Teil des Ozeans befahren wurde. Unsere Kräfte waren vollkommen erschöpft. Wir hingen alle drei Todesgedanken nach, aber keiner von uns äußerte den Kameraden gegenüber ein Wort der Verzweiflung. Am nächsten Tage, Montag, dem 21., früh, wollten wir uns gerade Trinkwasser aus dem Kühler holen, als wir wieder ein Schiff sahen. Sofort fingen wir an. Signale zu geben. Jeder Mann kann sich unser: fieberhafte Aufregung vorstellen, als das Schiff uns bemerkte und beidrehte. Wir waren gerettet! Eine halbe Stunde später war das Schiff bei uns. Es war das Motorschiff moira“, das mit einer Ladung Lokomotiven nach Rußland fuhr. Sofort wurden wir an Bord genommen und von Kapitän Hald herzlich begrüßt. Es war allerhöchste Zeit, wir merkten jetzt erst, wie stark unsere Kräfte erschöpft waren. Wir winkten unserem Flugzeug ein dankbares Lebewohl zu. Es hatte sein: Schuldigkeit getan und wir konnten es nicht mitnehmen, da das Deck vollkommen mit Lokomotiven belegt war. Am Dienstag wurden wir von dem Passagierschiff„Stavanger Fjord“ übernommen, das uns nach Newyork brachte. Copyright by Nortb American Newspaper Alliance. Alle Rechte vorbehalten. uns inmitten eines furchtbaren Sturmes. Wirbelwinde warfen uns hin und her, so daß wir unseren Kurs nicht einhalten konnten und im Kreise herumgetrieben wurden Inzwischen war es vollkommen dunkel geworden, der Sturm nahm an Heftigkeit zu. Wir wußten, daß wir noch um mindestens 300 Meter weiter, also auf ungefähr 1500 Meter steigen, mußten, um unseren Kurs einhalten zu können. Wir gaben Gas und kämpften ans schließlich über die Wolken durch. Die Atmosphäre war so stark elektrisch geladen, daß, während wir uns unseren Weg durch die Wolken bahnten, unser Propeller und die Spitzen unserer Flügel Junken sprühten Es war ein grauenerregender Anblick, wie wir ihn noch nie gehabt hatten. Oberhalb der schweren Wolken wurde die Luft ruhig, Sterne waren sichtbar. Die Temperatur fiel jedoch rapide, und ich fürchtete, daß unser Benzol frieren würde. Zum Glück hatten wir für den Notfall ein: nicht gefrierende Brennstoffmischu#n in unserem Reservetank. Plötzlich sank unser Luftgeschwindigkeitsmesser. Was war geschehen? Die Fenster waren mit einer Eisschicht überzogen, und auch der Geschwindigkeitsmesser mußte wohl gefroren, sein. Da wir ohne ihn bei Nacht nicht weiterfliegen konnten, waren wir gezwungen, in wärmere Luft niederzugehen. Am Montag um ungefähr 3 Uhr morgens setzte der Motor aus. Der Geschwindigkeitsmesser, der die Umdrehungen des Motors pro Minute angab, sank zusehends. Da die Zündkerze nicht funktionierte und nur fünf von den sechs Zylindern der Maschine arbeiteten, war dies der gefährlichste Augenblick unseres an Gefahren reichen Fluges. Endlich arbeitete der Motor weiter, wir näherten uns dem Festland. Angstvoll lauschten wir auf den Motor, würde er durchhalten? Würden wir genug Brennstoff haben? Wir wußten, daß wir dauernd Gas geben mußten, wenn wir das Flugzeug in der notwendigen Höhe halten wollten. Es waren noch vier Stunden bis Tagesanbruch. Wir flogen jetzt nur 100 Meter über dem Meere und warfen Rauchbomben ab, um die Stärke des Gegenwindes zu messen. Wir waren aufs Höchste gespannt und berechneten immer wieder, wie wir das Land bei dieser außerordentlichen Inanspruchnahme unseres Brennstoffs erreichen konnten. Aber all unsere Berechnungen konnten uns nicht viel helfen, wir mußten unserem guten Glück vertrauen. Unser Schicksal schien jetzt von den Launen des Windes abzuhängen. Wir stellten die Triebkraft des Windes genau fest— es ging um Leben und Tod Das Flugzeug vibrierte so stark, daß wir den Kompaß nicht lesen konnten, ja, es bestand die Gefahr eines Brechens der Magnetnadeln. Viele Stunden vergingen, immer noch wehrte sich glaubten jeden Augenblick zu versinken. Der Seegang wurde immer heftiger. Wir lagen auf dem Bauch und klammerten uns verzweifelt an irgend etwas, das einigermaßen sicher schien, fest. Eine große Welle riß schließlich die Kabinentür auf und unsere gesamten Habseligkeiten, sowie die Lebensmittelvorräte wurde fortgespült. Bevor wir niedergingen, hatte niemand daran gedacht, unsere Lebensmittel und unser Trinkwasser in Sicherheit zu bringen. Wir sollten diese Unvorsichtigkeit später bitter bereuen. Sturzwellen durchnäßten uns bis auf die Haut, die Nacht brach an, und die Temperatur sank erheblich. In der Dunkelheit tasteten wir uns durch den Pilotenraum in die Kabine. Diese war halb unter Wasser, Der Kampf um einen Paß, den der Arbeiter., schon lange Zeit vor dem hiesigen Paßbüro führte, ward schließlich Anlaß zu einer Gerichtsverhandlung, da der Angeklagte der polizeilichen Forderung, seine Nationalität nachzuweisen, nicht nachkam. Unter Umständen drohte ihm sogar Ausweisung als lästiger Ausländer. Das Paßamt stellte sich kurzweg auf den Standpunkt, daß E. Pole geworden sei. Der Angeklagte wehrte sich mit Händen und Füßen Sähpikntrafe des Venzintanlis der nicht über er hobe nicht fie Hesereich opterl, de er danale stark beschädigt sein konnte, möglich war. unter den Waffen stand, und von dem polnisch=österUnfar einziger Gedank: während dar gayzen Nacht reichischen Staatsvertrage und der Abstimmungsfache nichts wußte. Er sei von Gesinnung Deutscher, von unser einziger Gedanke während der ganzen Nacht war der Wunsch, daß unser Flugzeug bis Tagesanbruch treiben würde, in leidlicher Stimmung verbrachten wir die Nacht in der kleinen Kabine, in der das Wasser immer höher stieg. Große Wogen beschädigten das Flugzeug immer mehr, die obere Steuerflosse wurde abgerissen, die Außenhaut der Tragflächen löste sich ab wie Papier. Bei Tagesanbruch am 15. September montierten wir den Motor ab und befestigten ihn über dem Pilotensitz, so daß wir etwas ruhen konnten. Welch ein Gefühl war es, durchnäßt in einem Landflugzeug, das jeden Augenblick sinken konnte, auf dem Aklantischen Ozean zu treiben, kein Trinkwasser außer dem Kühlwasser für den Motor und als einzigen Proviant ein halb Pfund Schokolade zu haben. Gegen Mittag wurde das Wetter besser, die See ruhiger und das Flugzeug wurde nicht mehr hin und her geworfen. Wir hofften infolgedessen, daß wir noch einen weiteren Tag treiben könnten. Am 16. September blieb das Wetter ziemlich unverändert. Unser Trinkwasser aus dem Motor ging zur Neige. Wir saßen den ganzen Tag zusammengekauert im Pilotenraum und blickten fieberhaft angestrengt aufs Meer hinaus. Aber weit und breit war nichts zu sehen So ging es auch am Donnerstag, dem 17. September, und am Freitag. Freitag abend frischte der Wind so stark auf, die See war so unruhig, daß unser Schicksal besiegelt schien. Wir erwarteten, daß im nächsten Augenblick beide Tragflächen vollkommen abbrechen und die Maschine sich auf die Seite legen würde. Wir bereiteten uns darauf vor, uns einen neuen Halt zu suchen, folls dies eintrat. Wir beabsichtigten auf den zu erwarten. Die Maschine zitterte und krachte in allen Fugen, der Motor tapfer und setzte nur aus, wenn wir in die Wellen gingen über die Pilotensitze, der Wind Wie seinand sein Baleriand berherentann Bilder aus Bochumer Gerichtssälen flätigen Versen, den sie einer älteren Hausgenossin zu Neujahr sandten. Durch Schriftvergleich wurde der Bergmann X als Täter ermittelt und schon vor einigen Wochen vom Schöffengericht zu 300 Mark Geldbuße verurteilt. Es war drauf und dran, so wäre Gefängnis gegen ihn verhängt worden. Er war aber nicht der Alleinschuldige. Der„Dichter“ und„Zeichner“ war ein anderer und schließlich steckte hinter dem allen wieder ein Weib, das ihrer Feindin eine„besondere Neujahrsfreude" machen wollte. Nun war also über diese beiden nachträglich noch Gericht zu halten. Sie suchten sich gegenseitig zu be= und zu entschuldigen. Es schien doch, als ob sie jetzt so etwas wie Scham wegen ihrer abscheulichen Handlungsweise empfanden. Allerdings wollte die Beleidigte von Verzeihung nichts wissen. Mit„solchen Leuten“ wolle sie grundsätzlich nichts mehr zu tun haben. Deshalb sei sie auch fortgezogen „Mansoll aber verzeihen“,— nicht siebenmal, sondern siebenundsiebzigmal.— Man hört jetzt ab und zu auch ein solches Wort vom Gerichtshof her, auf dem das Kruzifix steht. Die beiden Angeklagten wurden wegen gemeinschaftlicher Beleidigung zu je 100 Mark Geldbuße verurteilt. Gegen die junge Frau war gar als die Hauptschuldige Gefängnis beantragt worden. Aber das Gericht sah, daß hier mehr Dummheit als Schlechtigkeit obwaltete. So soll der Neujahrsspaß den drei Leuten 500 Mark kosten. Sie werden keine Ulkkarten und Scherzbriefe mehr verschicken Auch die anderen Schmutzfinken mögen sich den Fall zur Warnung dienen lassen. Mit Gerichtskosten macht die Rechnung mindestens 600 Mark. Was hätte man sich dafür in diesen teuren Zeiten Gutes antun können! Zuviel Temperament... Ein Bergmann aus Wattenscheid hatte auf Möbel bereits einige hundert Mark abbezahlt, konnte dann aber nicht mehr weiter und nun sollte gepfändet werden. Den Vollziehungsbeamten bedrohte er mit einem Beile, so daß dieser Polizei heranholte, um in der Küche den Herd und eine Bettstelle mit Matratze zu pfänden. Als die Schächer kamen, hatte der Bergmann alles kurz und klein gehauen. Die Wut über die lausige Zeit und das bedrängt: Rechtsgefühl hatten ihn zu der Tat getrieben. Jetzt konnte ihm freilich auch niemand mehr helfen; denn derartige Gewalttaten durfte der Mann auf keinen Fall folgen lassen. Er muß das allzu heftige Temperament, das nun ihn selbst ins Unrecht setzt, mit drei Monaten und drei Wochen Gefängnis büßen. Er ist seine Schuld nicht los und hat sich obendrein der Sachen beraubt. Die ganze Szene aber ist ein Bild von unseres armen Volkes bitterböser Not.——seres armen Volkes, biste Geburt Oesterreicher, niemals werde er polnisch sein. Der Vorsitzende fragte den Beamten vom Paßamt, warum er den Mann durchaus polnisch machen wolle? Der Beamte blieb bei der Ansicht, daß E Pole geworden sei und sich einen polnischen Paß beschaffen müsse Der Angeklagte erklärte, er würde niemals einen polnischen Paß bekommen, ohne im polnischen Heere gedient zu haben. Ein Polizeibeamter aus Bottrop trat als Zeuge für ihn auf. Im Auftrage des Angeklagten sei er, weil er polnisch spreche. sogar einmal mit auf dem polnischen Konsulat gewesen. Dort habe man ihm aber ganz kurz abgewiesen:„Der Mann stehe nicht in ihren Listen!" Der Angeklagte habe getan, was er könne, um Ersatzpapiere der Heimatbehörde zu bekommen Ohne Erfolg. Entweder also sei er Oesterreicher und müßte sich dort einen Paß beschaffen oder Staatenloser. Ein Pole sei er auf keinen Fall. Auch der Vorsitzende war der Ansicht, daß dieser kriegsgeübte Mann nicht einfach Pole geworden zu sein brauche. Und daß deutsche Behörden nicht die Aufgabe hätten, die Rekrutierung fremder Staaten künstlich zu fördern. Es wird infolgedessen mit Hilfe der Gerichtsbehörden jetzt festgestellt werden, welcher Nationalität E. ist. Denn so einfach bürokratisch ist die Sache doch nicht zu beantworten. Und einen Paß oder Paßersatz muß er, der seit Jahren in Deutschland lebt, doch haben. Eine kostspielige Teufelei... Der Bergmann X, sein Freund.Y und die geschiedene junge Frau Z in Wattenscheid hätten sicherlich n, galls dies eintrat. Wir hegbsichtigten auf den dene junge Frau Z in Wattenscheid hätten sicherlich letzten Teil des Flugzeuges zu klettern, der sich noch, nicht gedacht, daß sie eine Neujahrsteufelei gegen eine über dem Wasser befand und dort unsere letzte Stunde ehemalige Hausgenossin so teuer würden bezahlen müssen. Es handelt sich nämlich um einen ganz gemeinen anonymen Brief mit häßlichen Zeichnungen und un„ M. F. Betonte Eigenart. Einheitlich sind alle ½711“ Tosca-Kleinodien auf das fren Tosca-Partum abgestimmt. Schönheitspfletze mit dieser Schöpfungen bedeutet daher vollendete Harmonie. Für und Reinheit bürgt das Qualitäts-Zeichen der welt Parfum: RK..80 bis 19.50* Tosca-Eau de Cologne: Rf.— bis.90# Tosca-Creme: RK.35,.80# Tosca-Compact: RK.—; Ersatz-Füllung: RK 1 10 8 Puder, lose: RK.80* Seife: RR..80# Tosca-Geschenk-Packungen: je nach Wahl RK.— bis.50. 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September. 1758 Der englische Admiral Nelson in BurnhamThorpe geboren(gestorben 1805). 1815 Der Maler Andreas Achenbach in Kassel geboren(gestorben 1910). 1913 Der Ingenieur Rudolf Diesel gestorben(geboren 1858). Personal-Nachrichten Der Techniker Rudolf Gersdorf, früher in Bochum, jetzt in Neheim wohnend, legte vor dem Prüfungsausschuß der Handwerkskammer zu Arnsberg seine Meisterprüfung als Bau= und Kunstschlosser mit gutem Erfolge ab. Landjägerhauptmann Kösling tritt in den Ruhestand. Am 1. Oktober tritt der Kreisleiter der Landjägerei, Landjägerhauptmann Kösling, wegen Erreichung der gesetzlichen Altersgrenze in den Ruhestand. 37 Jahre lang hat Hauptmann Kösling dem Staat gedient; in dieser langen Dienstzeit war ihm manch schöner Erfolg beschieden. Als dreijähriger Freieine Beschäftigung, die der Empfänger eines Arbeitslosen=Ruhegeldes aufnimmt, stets dann als eine gelegentliche Aushilfe anzusehen, wenn die Beschäftigung wieder aufhört, bevor eine neue Anwartschaft aus der Arbeitslosenversicherung erworben ist. Das Ruhegeld wird nicht gezahlt während der Beschäftigung, falls sie nicht von vornherein auf höchstens einen Monat begrenzt oder geringfügig ist; es wird vom Ende der neuen Beschäftigung an weiter gezahlt, wenn dann keine Arbeitslosenversicherungsansprüche bestehen.* im Lokal Lindemann eine öffentliche Versammlung der Deutschnationalen Volkspartei statt. Nach kurzer Begrüßung wies der Vorsitzende auf die scheinbare Niederlage des Volksentscheids hin, die dazu geführt habe, daß die Partei nunmehr mit aller Entschiedenheit den Weg zur Oeffentlichkeit beschreiten müsse. Als Redner des Abends nahm hierauf Landrat Dr. Wolfgang von Kries, Potsdam, Vizepräsident des preußischen Landtags, das Wort zu seinem Vortrag:„Stellung der Deutschnationalen Volkspartei zur gegenwärtigen Lage". Zunächst ging der Referent auf die zur Linderung der Not beschlossenen Wege vom letzten Parteitag näher ein und wies mit aller Entschiedenheit die Behauptungen zurück, daß die gegenwärtige Not eine Folgeerscheinung des verlorenen Krieges und der Weltwirtschaftskrise sei. Er führte den jetzigen Zustand auf die seit mehr als ie gen eige u.#., Jahreuz.betriehene Erfüllungsvolitik aus den vielen lg beschieden. Als dreijähriger Frein zurück, die eine untragbare Steuerweue mit „„ bez nachfolgenden Betriebsstillegungen und die Arbeitslosigwilliger trat er am 1. Oktober 1894 bei einem reit zur Folge hatte. In längeren Ausführungen werpreußischen Feld=Artillerieregiment ein und durchlief den Dawes=, Young= und Hooverplan, die Kavikalflucht, bis zum Jahre 1904 die militärische Laufbahn. Während seiner Militärdienstzeit hat Hauptmann Kösling im Jahre 1900/01 an der China=Expedition teilgenomnen. Nach Beendigung der Militärdienstzeit trat er als Gendarmeriewachtmeister in den Dienst der Polizei. 1912 wurde er Abteilungsleiter in Ostrowo, einem der größten Kreise an der russischen Grenze. Hier war er während des ganzen Krieges in der Spionageabwehr tätig. Die schweren Kriegsjahre Ostpreußens und den Uebergang der polnischen Herrschaft auf deutschem Gebiet im Jahre 1919 hat Hauptmann Kösling ertragen müssen. Im Jahre 1920, nach seiner Ernennung zum Offizier, verließ er den Osten und kam zur Landjägerei des Kreises Meschede in Westfalen. Als Oberleutnant übernahm er im Jahre 1927 die Leitung des Landjägereibezirkes Hattingen und wurde dann am 1. August 1928 als Kreisleiter nach Hörde berufen. Gelegentlich der kommunalen Umgestaltung des Industriegebietes wurde ihm am 1. August 1929 die Kreisleiterstelle der Landjägerei beim Polizeipräsidium Bochum übertragen. Im April 1930 erfolgte seine Ernennung zum Landjägerhauptmann. Hauptmann Kösling besitzt in hohem Maße alle Eigenschaften, die das Amt eines Beamten in verantwortlicher Stellung erfordert. Seine selbstlose Hingabe für seinen Beruf, die in und außer Dienst von echtem Kameradschaftsgeist getragen wurde, sichern ihm bei seinen Vorgesetzten wie auch bei den ihm untertellten Landjägereibeamten ein gutes Andenken. Aus den katholischen Pfarreien. Die in der letzten Woche in der Propsteikirche abgehaltene Christuswoche zum Zwecke der Missionserneuerung fand am Sonntag ihren feierlichen Abschluß. Groß war die Beteiligung an diesen religiösen Uebungen, so daß die Kirche zu allen Predigten dicht gedrängt besetzt war. Exzerzitienmeister waren die beiden Missionare Richtstaedter und der frühere Prinz Georg von Sachsen. Freitag und Samstag war Generalkommunion der Frauen und Jungfrauen, am Sonntag der Männer und Jungmänner. Sonntag nachmittag und abend fanden die Schlußfeiern mit päpstlichem Segen und Tedeum statt. Montag morgen wurde in einem feierlichen Requiem der Verstorbenen der Pfarrei gedacht. Für die Kinder sind am gestrigen Montag besondere Vorträge von Pater Georg von Sachsen gehalten worden; heute findet die Schlußfeier für die Kinder statt.— Am Donnerstag beginnt der Rosenkranzmonat, wo in den Kirchen besondere Rosenkranzandachten gehalten werden, die meistens mit dem Schulgottesdienst verbunden werden. In der Klosterkirche ist diese Andacht an den Werktagen abends 6½ Uhr. Das Rosenkranzfest wird am nächsten Sonntag feierlich begangen. Am Freitag ist der allmonatliche Herz=Jesu=Sühnefreitag.— Am Donnerstag findet in der Marienkirche die Feier der Ewigen Anbetung statt, die morgens um 7 Uhr mit einem feierlichen Hochamt eröffnet wird und bis Freitag Vein Siadilen Lungendrert Deutschnationale Volkspartei. Unter der Leitung des Dekanates Witten, am 11. Oktober in Werne, gedes Vorsitzenden Rosendahl fand am Samstag abend wählt: Sauer, Marx, Gribsch, Finke, Kappe und Vullei. Der Verein besitzt 115 werktätige Mitglieder, 35 Arbeitslese und 56 Invaliden. Man einigte sich auf folgende Beitragssätze: Invaliden und Erwerbslose zahlen monatlich 4° Pfennig ohne Lieferung der Wochenschrift, die Werktätigen dagegen 60 Pfennig bei Zustellung der Zeitung. Kleinere Anfragen bildeten den Beschluß der Versammlung. er Der Gesellenverein, eine Antivode des Bolschewismus. Anläßlich des am vergangenen Sonntag im Vereinslokal Merkel vor vollbesetztem Hause abgehaltenen 24. Stiftungsfestes des katholischen Gesellenvereins sprach als Festredner Vikar Dr. Caspar Schulte (Nordheringen). Der Kampf der Jetztzeit gehe nicht um Kapitalismus und Bolschewismus, beide seien Kinder eines Geistes. Er gehe vielmehr— von Kolpings Standpunkt ausgesehen— um die Gestaltung der Welt entweder aus einem mechanischen oder einem organischen Prinzip: Ob also die Menschheit Maschine ist oder Familie. Kolping also gegen Lenin! Die Familienfeier war umrahmt durch eine reich ausgestaltete musikalische und theatralische Vortragsfolge. Sie wurde von dem Senior Kündigung der Auslandskredite und deren Folgen be sprochen. Beim Hinweis auf Wege zur Behebung der Notlage fordert der Redner die Dienstpflicht der Arbeit, die engverbunden mit der Wiedererlangung der Kolonien sei, ferner Senkung der Zinssätze der Auslandskredite, Ablehnung jeden Moratoriums, Einfuhrkontrolle und für die Innenpolitik Reichsreform in Staat, Ländern und Gemeinden sowie den Arbeitsfrieden im Volk. An der nachfolgenden Aussprache beteiligten sich mehrere Personen, worauf der Hauptreferent das Schlußwort sprach.„ er Evangelischer Jugendtag. Die dem hiesigen Jugendring angeschlossenen Vereine mit der Wittener Kreisvereinigung trafen sich Sonntag zu einem großen Jugendtreffen in unserem Stadtteil. Vor dem Gemeindehause im Dorf war Appell, wo sich die Teilnehmer nach der Verkundigung der Losung des Tages zu einem stattlichen Zuge zum Papenholz formierten. Hierselbst fand die große Kundgebung statt, die einen erhebenden Eindruck vermittelte und die Jugend einführte in den Kampf, der ihr heute von den verschiedensten Seiten bevorsteht. Ernste Worte der Mahnung von Pfarrer Busch verfehlten ihre Wirkung nicht. Abends mit der Werbeveranstaltung erreichte diese Tagung einen besonderen Höhepunkt. Musikalische Darbietungen, Deklamationen und turnerische Vorführungen füllten den ersten Teil des Programms aus. Vor allem fand aber dann das Laiensviel„Der Hero'd" arabAnklang, das in trefflicher Weise wiedergegeben wurde. Diese Darbietung leitete zu der feierlichen Wimpelweihe des Jungmännervereins Dorf über, die Pfarrer Busch aus Witten, der Führer der Kreisverbindung, vornahm. In begeisterten Worten verstand er es, Ziel und Arbeit der Bewegung zu kennzeichnen, die auch auf diesen Wimpel der Langendreerer Jungmänner wieder aufgeschrieben sind. Würdig fand diese wahre Feierstunde mit einem Musikstück und mit dem gemeinsam gesungenen Liede„Die Gottesgnad alleine..“ ihren Ausklang. er Katholischer Knavven= und Arbeiterverein. Unter der Leitung des Vorsitzenden Franke fand Sonntäg nachmittag im Vereinslokal Merkel die außerordentliche Generalversammlung des Knappen= und Arbeitervereins statt. Nach Erledigung der laufenden geschäftlichen Angelegenheiten wurden Delegierten für die Kreistagung Bauseler geleitet. Das Schlußwort sprach Vikar Lange. Haus= und Grundbesitzerverein. Im Lokale Kozicke fand am Sonntag nachmittag eine äußerst gut besuchte Versammlung des Haus= und Grundbesitzervereins statt. Der Vorsitzende Wortmann übergab nach kurzer Begrüßung dem Referenten des Tages, Verbandssyndikus Dr. Düppe, das Wort zu seinem Vortrag„Was wird aus der Hauszinssteuer". Dr. Düppe gab einen eingehenden und erläuternden Ueberblick über die Auslegbarkeit der letzten Notverordnungen bezüglich der Aufkommen, Senkung und Verteilung der Hauszinssteuer. Unter„Verschiedenes" wurden noch einige den heimischen Stadtteil besonders interessierende Fragen besprochen. er Männergesangverein„Eintracht“. Zu einer Familien= feier hatte der Männergesangverein„Eintracht" seine Mitglieder nebst Angehörigen eingeladen. Der Saal des Vereinsheims Hermann Schulte war überfüllt und eine reich ausgestaltete Vortragsfolge der Musikkapelle und des Vereins sorgten bis in die späten Abendstunden für gute Unterhaltung. er Schützenverein Papenholz. Am ersten Uebungsschießen nahmen 70 bis 80 Schützen teil. Der Wettkampf zwischen den alten Meisterschützen Wilh. Schulze, dem alten König Otto Stuckmann und dem jungen Meister Heinrich Stödter wurde in drei Gängen ausgetragen. Heinr. Stödtker konnte den Meistertitel behaupten; er blieb in allen drei Kämpfen Sieger. Nach dem Scharfschießen begann das gemütliche Zusammensein der Mitglieder. Ein kleines Kastenpreisschießen wurde abgehalten. Der Ueberschuß soll für die Kinderbescherung am 2. Weihnachtstag sein. Der erste Vorsitzende Heinrich Franke dankte den Vereinswirt Otto Stracke für das dem Verein bezeigte Entgegenkommen. Sämtliche jungen Leute von 14—20 Jahren sollen mit Genehmigung der Eltern in der Jungschützen=Abteilung aufgenommen werden.* Eine Hochbetagte Frau Witwe Maria Schinski, Bochum, Castroper Straße 238, feiert heute in körperlicher und geistiger Frische ihren 86. Geburtstag. Daran schließt sich am Freitag die morgen 7 Uhr dauert. Ewige Anbetung in der Herz=Jesukirche in silien und das erlegte Wild im Auto. Als Drees nach Hamme, die ebenfalls dieselbe Zeit dauert. Am Samstag“guneis erlegie Witdo im Auto. Als Drees nach ist die gleiche Feier dann in der Franziskuskirche in Riemke. Kirchenvorstandswahl in der Marienpfarrei. Bei der Wahl am Sonntag wurden wiedergewählt: Dr. med. Fischer, Justizrat Hans Kempmann, Rektor i. R. Franz Meyer, Th. Meyer, Anton Grewe, Heinrich Bunsmann, Friedrich Hellermann, Wilhelm Eisenkrämer, Dr. Felix Fettweis, August Teitz. Als Ersatzmänner wurden gewählt Dr. Leo Diekamp und Willi Gockeln. Kirchenvorstandswahl. Bei der am Sonntag stattgefundenen Kirchenvorstandswahl wurden gewahlt in der St. Michaelgemeinde: Morsbach, Jostmann, Andreiewski, Linvers, Schikorra, Mock, Pennekamp, Matuszek, und als Ersatzmitglieder Blomann und Westaten und Landwirt von Einbrechern angeschossen Zum Raubmord in der Lindemannstraße (!) Dortmund, 28. Sept. Die Ermittlungstätigkeit der Mordkommission wurde Samstag und Sonntag intensiv fortgesetzt. Der Personenkreis, auf den sich die Ermittlungen erstrecken, ist sehr groß. Zu einem positiven Ergebnis ist es aber bisher noch nicht gekommen. Einen Jäger niedergestochen 0 Ahlen, 28. September. Der Restaurateur Rudi Drees aus Hamm ist einem furchtbaren Roheitsakt zum Opfer gefallen. Er war mit einigen Freunden zur Jagd gefahren. Auf der Rückfahrt kehrte man im Restaurant Föge in Ahlen ein und ließ die Jagdutendem Auto sah, bemerkte er, daß sich mehrere Personen daran zu schaffen machten. Als er den Personen entgegentrat, stachen sie mit Messern auf ihn, so daß Drees blutüberströmt und bewußtlos zusammenbrach. Die durch Hilferufe aufmerksam gewordenen Freunde eilten hinaus, konnten aber die Täter nicht mehr ermitteln. Der Ueberfallene wurde nach Hamm transportiert, wo er in bedenklichem Zustand darniederliegt. Ruhrgebietstreffen der Kommunisten rw Essen, 28. September. Gestern veranstalteten die Kommunisten in Essen ein Treffen, zu dem aus allen Orten des Ruhrgebiets und der weiter entfernt liegenden Gebiete viele Tausende von Parteimitgliedern und AnKonieczag. In der Herz=Jesu=Gemeinde hängern erschienen waren. Mehrere Kolonnen und zahl(Wanne=Nord) wurden gewählt: Sudhof, Bogus, Dr. Rüsewald, Lohaus senior, Nieke, Bußmann, Bolzenkötter junior, Fröhner, Hartmann, Tomczak, Ersatzmitglieder Krieger und Nitzel. ur. Ein neues Parieté für Bochum Das Plaza=Varieté in den früheren Tonhallen. Es ist in diesen Zeiten, in den das ganze Vergnügungsgewerbe nicht gerade auf Rosen gebettet ist, nicht so einfach, sich zur Errichtung einer neuen Vergnugungsstätte zu entschließen. Trotzdem haben sich Unternehmer gefunden, die am 3. Oktober in Bochum ein neues Varieté eröffnen werden. In den Räumen des früheren Groß=Bochum in den Tonhallen eröffnet sich das Plaza=Varieté, das für seine Antrittsvorstellung an die Spitze des Programms die bekannten„Blue Jazz Ladies“ mit ihrem Dirigenten##elinski gesetzt hat. Im übrigen verspricht das neue Varieté moderne Führung mit modernen erstklassigen Programmen, um sich die Gunst des Bochumer Publikums und der Besucher der umliegenden Städte zu sichern. Gelegentliche Aushilfe Ruhegeld wegen Arbeitslosigkeit aus der Angestelltenversicherung. Das Ruhegeld wegen Arbeitslosigkeit aus der Angestelltenversicherung fällt fort, wenn der Ruhegeldempfänger eine Beschäftigung aufnimmt, die angestelltenoder invalidenversicherungspflichtig ist. Ausgenommen ist eine Beschäftigung, die nur eine gelegentliche Ausdilfe ist. Um Härten zu vermeiden, hat— wie der Nachrichtendienst der Vela berichtet— das Direktorium der Reichsversicherungsanstalt für Angestellte nach einer Mitteilung vom 17. April 1931 beschlossen, nicht mehr benutzen. reiche Einzelne rückten zu Fuß an, manche hatten einige Tagesmärsche hinter sich. Nachmittags versammelten sich die Massen auf dem Burgplatz, dem Republikplatz und anderen Plätzen. Ueberall wurden kurze Ansprachen gehalten. Die Teilnehmer marschierten gegen 17 Uhr zum Rüttenscheider Marktplatz. Den Hauptteil der Demonstranten stellten die kommunistischen Sportvereine. Zu Zwischenfällen kam es nicht. Man spart im Rathause * Essen, 28. Sept. Der Oberbürgermeister hat bezüglich der Dienstreisen erneute einschränkende Sparverfügungen erlassen. Durch die preußische Notverordnung ist nunmehr bestimmt, daß bei Entfernungen bis 100 Kilometer nur die dritte Klasse benutzt werden darf. Wird die zweite gefahren, so geschieht es bezüglich der Differenz auf eigene Kosten. Nur bei Fahrten über 100 Kilometer kann von den betreffenden Beamtenkategorien die zweite Klasse benutzt werden. Unsere Beigeordneten, Stadtrechtsräte, Bauräte usw. müssen alle in Zukunft bei Dienstreisen bis 100 Kilometer die dritte Wagenklasse benutzen. Weiter ist seitens des Oberbürgermeisters angeordnet, daß bei Dienstreisen, die bis sechs Stunden dauern, Tagegelder überhaupt nicht mehr gewährt werden, bei Dienstreisen von sechs bis acht Stunden nur drei Zehntel, dann fünf Zehntel der Tagesgelder usw. Daneben haben ganz allgemein die Tagesgelder eine weitere Kürzung erfahren. Außerdem ist angeordnet worden, daß Dienstreisen nur gemacht werden müssen, wenn &a Oberhausen, 28. September. In der Nacht zum Freitag gegen.30 Uhr versuchten Einbrecher bei einem Landwirt in der Küpperstraße im Stadtteil Sterkrade einzudringen. Als der von einem verdächtigen Geräusch aus dem Schlafe geweckte Landwirt diesem nachging, wurde er, als er die Türe, die von der Küche zu dem angrenzenden Stall führte, öffnete, mit einer Taschenlampe geblendet. Im gleichen Augenblick krachten zwei Schüsse, von denen einer den Landwirt in die rechte Seite traf. Die sofort alarmierte Schnellhilfe suchte das Gelände ab, konnte der Täter aber nicht mehr habhaft werden. Das vergessene Rolonialkriegerdenkmal der 39er = Düsseldorf, 28. September. Still und verborgen seits von den Straßen des Verkehrs steht in Düsseldorf das Kriegerdenkmal für die in den Kämpfen in den ehemaligen deutschen Kolonien und Schutzgebieten gefallenen Angehörigen des Fusilierregimets Nr. 39. Innerhalb der Umfassungsmauern der Kaserne der 39er, jetzt Polizeiunterkunft Nord an der Tannenstraße, versteckt zwischen den Wirtschaftsgebäuden und beschattet von einer riesigen Ulme, ist es wohl nur den aktiven 39ern bekannt, die die Freuden und Leiden eines früheren Soldatenlebens auf diesem Kasernenhof kennengelernt haben. Kein Faltblatt des Düsseldorfer Verkehrsvereins und kein Adreßbuch berichtet von seinem Dasein. Da es innerhalb der Schupokaserne liegt, ist es zur Zett der Oeffentlichkeit gar nicht oder nur mit besonderer Erlaubms zugänglich. Es sind Verhandlungen im Gange mit dem Ziele. dem Denkmal einen anoeren Standplatz zu verschaffen. Gleichzeitig mit der Verlegung soll eine durchgreifende Wiederberstellung erfolgen, die besonders dadurch notwendig. weil während der Besatzungszeit eine sinnlose Beschadigung erfolgt ist. Das Vajonett des Karabiners ist abgebrochen und der Kopf des dahingesunkenen sterbenden Kriegers durchschossen worden. Den Bemühungen und Verhandlungen des Vorstandes des Vereins ehemaliger 39er in Düsseldorf unter Leitung des Polizeihauptmanns a. D. von Knoblauch mit dankenswerter Unterstützung des Polizeipräsidiums und des Kolonialvereins Düsseldorf ist es gelungen, für den Besatzungsschaden einen Kostenanteil verfügbar zu machen für die Wiederherstellung. der durch freiwillige Spenden ergänzt werden soll. Es wird daher an alle ehemaligen 39er und sonstige Freunde der Sache der dringende Ruf gerichtet, für diesen Zweck Geldspenden auf das Konto des Vereins ehemaliger 39er bei der Deutschen Bank und Discontogesellschaft. Filiale Düsseldorf, einzuzahlen, auch die kleinsten Gaben bilden einen Baustein zur würdigen Wiederherstellung des schönen Ehrenmals, das die dankbare Erinnerung an unsere Kolonien und ihre Streiter wachhalten soll, der Jugend eine Mahnung, daß Deutschland wieder in den Besitz seiner Kolonien und Schutzgebiete gelangen muß. Aus der Geschichte des Denkmals sei erwähnt, daß der damalige Kommandeur des Reaiments, Oberst Dahme, selbst ein früherer Afrikakämpfer, die Errichtung des Denkmals im Jahre 1908 betrieben und durchgeführt hat. Der Einjährig=Freiwillige Bünger 8/39 hat die Figur modelliert, der Unteroffizier Runkle 2/39 ließ den Sockel erstehen. Ein Toter, drei Schwerverletzte n Aachen, 28. September. Am Sonntag abend fuhr Kleine Provinz-Rundschau □ Fünffache Bürgersteuer. Die Stadtverordnetenversammlung in Meschede beschloß, zur Deckung des aufkommenden Fehlbetrages von etwa 36000 Reichsmark und der erhöhten Wohlfahrtslasten, für die vom Kreise kein Zuschuß zu erwarten ist, einen Zuschlag von 400 Prozent Bürgersteuer zu erheben. □ Nationalsozialistische Versammlung in Dortmund aufgelöst. Samstag abend hielten die Nationalsozialisten in Dortmund eine Versammlung ab, in der mehrere Nationglsozialisten, darunter auch der Bezirksleiter der ASTup., König(Dortmund), trotz des Verbots, in Uniform erschienen. Die Polizei löste die Versammlung auf. □ Gasexplosion. Am Samstag abend, gegen 8 Uhr, erfolgte in einer Wohnung der Oststraße in Düsseldorf eine Gasexplosion, durch die ein Bewohner Verletzungen an Kopf und Händen erlitt. □ Tödlicher Unglücksfall beim Speerwerfen. Am Sonntag nachmittag vergnügte sich in Schwarzbroich bei Odenthal eine Kölner Sturmschar der katholischen Jugend mit Speerwerfen. Hierbei wurde das 13jährige Mitglied der Sturmschar, Buschhüter, so unglücklich von einem Speer in den linken Unterkiefer getroffen, daß er bald darauf starb. Vom Reichsgericht Wie weit reicht die Sorgfaltspflicht hinsichtlich elektrischer Anlagen? Das Reichsgericht hat vor kurzem(11. 7. 31— IX 138/31—) eine interessante Entscheidung gefällt. Ein Anstreicher, der das Abfallrohr einer Dachrinne streichen sollte, kam mit dem blanken Draht der sogenannten Hausanschlußleitung des Elektrizitätswerkes in Berührung und stürzte tot von der Leiter. In dem sich anschließenden Schadenersatzprozeß der Hinterbliebenen gegen das Elektrizitätswerk hatte das Oberlandesgericht zwar ein wesentliches Verschulden des Anstreichers festgestellt, das Elektrizitätswerk aber doch zum Teil verurteilt. Das Reichsgericht hat diese Entscheidung aufgehoben und die Klage in vollem Umfange abgewiesen. Das Elektrizitätswerk habe die Vorschriften des Verbandes Deutscher Elektrotechniker eingehalten, diese seien als eine überparteiliche Bearbeitung der auf dem Gebiet der Elektrizität geltenden Regeln der Technik anzusehen. Wer sie beachte, habe daher in der Regel die ihm obliegende Verkehrssorgfaltspflicht erfüllt. Daraus ist umgekehrt zu entnehmen, daß derjenige, der die VDE.=Bestimmungen außer acht läßt, dem Vorwurf der Fahrlässigkeit ausgesetzt ist. Dabei wird der Laie, dem die VDE.=Vorschriften nicht bekannt sein. können, allen Erfordernissen der Sorgfalt Genüge getan haben, wenn er die Herstellung seiner Anlage einem anerkannten Fachmann(Elektrizitätswerk oder zugelassenen Installateur) überträgt; die Beschäftigung von sogenannten Schwarzarbeitern ist dagegen nicht unbedenklich und kann als Fahrlässigkeit angerechnet werden, wenn etwas mit der Anlage passiert. Zur Sorgfaltspflicht jedes einzelnen gehört aber auch die unverzügliche Beseitigung offensichtlicher Mängel der Anlagen, wie z. B. defekter Schalterdosen, Leitungsschnüren mit defekter Isolation und ähnliches. Unbeständig, meist krübe Wetterbericht der Essener Wetterwarte vom 28. Sept. Eine über Skandinavien weit nach Süden ausgedehnte Störung des nordischen Tiefdrucksystems hat sich über Dänemark zu einem selbständigen Wirbel entwickelt, der heute über Ostdeutschland liegt. Er saugt von der Nordsee her weiter maritime Warmluft nach Mitteleuropa. Diese Warmluft veranlaßt hier meist wolkigen bis bedeckten Himmel und vielerorts leichten Regen oder Staubregen. Das Englandhoch wird weiter abgebaut und gibt damit den zunächst über Island in nordöstlicher Richtung wandernden Störungen, die sich nach Süden hin ausdehnen, mehr und mehr Raum. Der Witterungscharakter über Mitteleuropa bleibt infolgedessen sehr wechselnd. Vorhersage für Dienstag: Stark wolkig bis bedeckt. Zeitweise leichter Regen. Mäßig warm. Westliche bis nordwestliche Winde. Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Noch immer unbeständig, meistens trübe, keine Temperaturänderung. Barometer Montag.28. Septbr. Thermometer 7 Uhr 7350" 130h-120 24„ 758.0.Veri#00 24„+80 eine schriftliche oder telephonische Erledigung nicht ein Motorradfahrer in der Nähe von Linzenshäuschen möglich ist. Ferner ist bei der Stadtverwaltung eine gegen einen Straßenbahrmast. Der Jahrer wurde mit Reihe Dienstwagen außer Betrieb gesetzt worden. Die Straßenbahn soll, wo es möglich ist, in vermehrter Weise benutzt werden. Auch sollen die Beigeordneten bei Fahrten vom und zum Dienst die Autos neusen einen Straßenbahnmst, Der Fahrerhburde mit einem Schädelbruch dem Krankenhause zugeführt, wo er inzwischen gestorben ist. Der Beifahrer wurde nur leicht verletzt. Ferner stießen an einer Straßenecke ein Versonenwagen und ein Motorrad zusammen, wobei drei Personen schwer verletzt wurden und ins Krankenhaus gebracht werden mußten. Wetterhäuschen im Stadtpark 117 m über dem Meeresspiegel Wetternotizen gemessen um 8 Uhr vormittags Zeiten für Sonne und Mond am 29. September: ( Aufg..26, Unterg. 18.15;(C Aufg. 18.48, Unterg..17 Die heutige Aummer umfaßt 14 Seiten Infolge umfangreicher Vorbereitungen bleibt unser Haus Mittwoch vorm. geschlossen Mittwoch, nachm. 3 Uhr, beginnt ALSSERSS CubHaufs-Verkauf wird allen Haushaltungen heute oder morgen durch die Reichspost zugesandt werden. Wer sie nicht bekommt, wird gebeten seine Adresse schriftlich, telephonisch 60601 oder persönlich an der Sammelkasse anzugeben. Die Zusendung erfolgt dann sofort-kostenlos M Stadttheater Bochum Dienstag, 29. Sept., 20.00—22.30 Uhr: Madame SansGene Lustspiel in 4 Akten v. Victorien Sardon. Mittwoch, 30. Sept., 20.00—23.00 Uhr: Zum 1. Male! .1: Ein Walzertraum Operette von Socor Straue. Oberellen0 Theater Neute u. folgende Tage, abends 8 Uhr: Operette v. Job. Straus Benutsen Sie den Vorverkauf, Sie sparen dadurch Gesabe arste Coisu Vo###nt Hellweg 1 und Kortumstraße 45 Herren=Fahrrad (trüher Tonhalle) Bochums-Variete-Buhne Täglich.15 Uhr. Mittwoch, Sonnabend, Sonntag, 4 Uhr, Katfeeklatsch. Ruf 63871 Ab 3. Oktober Varieté-Festspiele Ein Zauberwort: Varleté! Konzentrierteste und zeitgemäßeste Form weltstädtisch. Unterhaltung. Denn es bietet: Steis neue Gipfelleistungen menschlichen Tralnings Könne Sensationen und Ueberraschungen Unübertrettbare internatonaltät 4 Musik- une Kunstgendsse, Farbenrausch, schöne Frauen Betreiendes Lachen und Flucht ver dem Alltag. Wenn von den führenden Varietés Europas gesprochen wird, dann soll die„Plaza-Bochum“ mit darunter stehen u. so wollen wir schon heute ankündigen, daß es unser vornehmstes Bestreben sein wird, die kommende„PLAZA“-Saison, die von uns am 3. Oktober eingeleitet wird. im Zeichen des Optimismus und neuer Röchstleistungen zu eröffnen u. wir geb. der Hoffnung Ausdruck, daß die Worte: .. und abends in die„PLAZA“ bald das Schlagwort Bochums sein werden. Die Direktion Kurze, Der Bochumer Anzeiger ist seit nabezu Gut erd. ws., vern. Gaskocher— Familienanzeigen aller Art, finden des= umzugsvalber hulg valv durch ion ihren sichersten Weg zu szu verkaufen.(41690 Damen=Fahrrad einem halben Jahrbundert das große— Ga## Damen=Huhrrad Heimat= und Familienblatt der Bochumer. gebr.,„billig abzug. Familienanzeigen, aller Art finden des= umzugsbaft Rottstr. 25, 1. Etage, allen Freunden und Bekannten. Mulderpatzstraße Höchlte Preile für getrag. Anzüge, Mäntel zahlt Brand, Brückstr 21, Telephon 61303. und Pils. 20 Erthenipien Freitag Oktober Wiedereröftnung als Tonfilmtheater Eintrittspreise ab 40 Pf. Stäutisches Oröhbstel bechum Leitung: Generalmusikdirektor Leopold Reichwein EIly Ney spielt im ersten Vormiete-Symphonie-Konzert am Donnerstag, 1. Oktober, abends 8 Uhr. Im Stadttheater das 5. Klavier-Konzert in Es-dur von L. van Beeihoven Weiter enthält das Programm die 1. und 7. Symphonie von L. van Beeihoven Karten von.— RM. an sind an der Kasse im Stadttheater, vormittags von 10 bis 2 Uhr, nachmittags von 5 bis 7 Uhr, und in den bekannten Vorverkaufsstellen zu haben. Telephonische Bestellungen unter Nr. 68651. Gute Vormieteplätze sind noch in allen Preislagen zu haben. Preisnachlaß gegenüber den Tagespreisen bis zu 50 Prozent. Hotel„Märkischer Hof“ Kortumstraße 6. Dienstag, den 29. September 1931, findet in meinem Lokale ein Großes Gildehof-Konzert statt, wozu ich meine Freunde und Bekannten hiermit herzlich eingeladen. Für Humor und Stimmung will ich bestens Sorge tragen. fl. Stauder hell Frinz Jurga. 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