Nr. 222 4 38. Jahrgang Olenstag den 11. Sestenber 4684 Täglich außer Samstag 10 Samstags mit illustr. Beilage 20 Pf. * C Bezugspreis einschl. Botenlohn.40 Mk. monatlich, oder.20 Mk. halbmonatlich: Selbstabboler.10 Mk. bzw..05 Mk. Unsere Beilage„Die Bochumer Illustrierte: kostet monatl. 20 Pf., die Funkbeilage„Hör mit mir“ kostet monatlich 30 Pfl. Allgem. Anzeigenpreis: Für 1 Millinieter Höbe in 25 Millimeter Breite 10 Pf., im Reklameteil 50 Pf.(Besondere Anzeigenpreise nach aufliegendem Tarif.) Angebote von anderen Zeitungen und Vermitlern werden nicht befördert. Bei zwangsweiser Beitreibung der Anzeigengebühren durch Klage, bei Konkursverfabren usw. wird der bewilligte Nachlaß binfällig. Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmten Tagen und Plätzen, auch für durch Fernsprecher aufgegebene und abbestellte, sowie undeutlich geschriebene Austräge wird keine Gewähr übernommen.— Schluß der Anzeigenannahme 4 Uhr nachmittags. Mr. 250, Unsall=Unterstützung bei tödlichem Unfall laut besonderen Bedingungen. General **•* Redaktionsleitung: Dr. Paul Dierichs, Verantwortlich für Politik: Rudolf Loes: für Kommunalpolitik u. Nachbargebiet: Adolf Bedding= baus: für Lokales: Hans Schulte: für Handel: Fris Schmidt: für Sport: Hans Schulie und Paul Wegener: für Kunst u. Unterbaltung: 1. V. Mar Flegel: für Briefkasten, Beilagen und den übrigen Tertteil: Max Flegel; für den Anzeigenteil: F. W. Pempe. Sprechstunden der Red.: 16—17 Uhr(auß, Samst.).— Druck u. Verlag: Bochumer Anzeiger, und General Anzeiger, Laupenmühlen 8 Dierichs. sämtlich in Bochum. Berliner Redaktion: Michael Haupt, Berlin SW 68. Zimmerstraße. 28, Fernspreger: Redaktion keinte, Hasirslcht, Zuragsendusg, erg g, Bg, S. 5 8. Dönhoff 553 und Karlshorst 9340.— Für unverlangte für Bochum und umliegende Industriebezirke Gitgiul..„... He dei Regierung Die Regierungsvorlage in beiden Häusern verabschiedet— Das englische Volk bewahrt Vertrauen und Ruhe London, 21. September. Im Unterhaus und im Oberhaus wurde am Montag abend das Gesetz zur Abänderung des Goldstandardgesetzes von 1925 in allen drei Lesungen angenommen. In der Schlußabstimmung stimmte das Unterhaus mit 275 gegen 112 Stimmen des linken Flügels der Opposition für den Gesetzentwurf. Der Gesetzentwurf enthält u. a. die nachträgliche Genehmigung der Handlung der Bank von England, zu der sie gestern durch die Regierung ermächtigt wurde, und ermächtigt das Schatzamt, Verfügungen zu erlassen, um Maßnahmen zur Ueberwindung der durch die Suspendierung des Goldstandards entstehenden Schwierigkeiten in Kraft zu setzen. Snowden betonte u. a. der Gesetzentwurf würde den freien Goldmarkt in London nicht einschränken. Alles Gold, das nach London zum Verkauf gesandt würde, würde seinen jeweiligen Marktpreis erzielen. Auf die Bewegungsfreiheit des Goldes, das von ausländischen Regierungen und Banken der Bank von England zur Aufbewahrung übergeben worden sei, würden keine Beschränkungen gelegt werden. Ihren Verpflichtungen werde die Regierung weiter nachkommen. Snowden brachte dann den Wunsch der englischen Rezierung zum Ausdruck, die gegenwärtige Krise durch eine internationale Aktion zu bekämpfen und erklärte, es bestehe kein Grund für eine erhebliche Entwertung des Pfundes für längere Zeit, vorausgesetzt, daß die englischen Finanzen mit entsprechender Sorgfalt verwaltet würden. Er schloß seine Rede mit einem Appell zur Einigkeit. Henderson sagte, er stimme zwar mit der Regierung dahin überein, daß kein Grund für eine Panik vorliege. So weit die Opposition in Frage käme, wolle er alles tun, um zu vermeiden, daß eine Panik im In= oder Auslande erzeugt würde. Gute Disziplin des englischen Volkes London, 21. September. Vor der Londoner Börse haben sich große Menschenmengen angesammelt, so daß der Verkehr in den umliegenden Straßen fast völlig stockt. Obwohl der Engländer den Ernst der Lage empfindet und sich auch die Bankwelt keineswegs darüber täuscht, klingt doch aus allen Unterredungen das feste Vertrauen heraus, daß England auch diese Krise überwinden werde. Das Publikum ist ruhig. Von keiner Stelle wird ein Ansturm auf die Kassen oder auch nur ein außergewöhnlicher Bedarf von Bargeld gemeldet. Die Stimmung richtet sich gegen Amerika und besonders gegen Frankreich. Beiden Ländern wird vorgeworfen, daß sie das innere Wesen des Goldstandards nicht verstanden hätten, sich ihrer Verpflichtungen als Besitzer von 30 Milliarden nicht bewußt seien und damit die in langjährigen Erfahrungen erworbene und veredelte Finanzpraxis Londons durchkreuzt und vereitelt hätten. Es fehlt auch nicht an Worten der Kritik über die eigene Politik, die nur zu gern bereit war, den französischen Wünschen nachzugeben. Noch sind keine Entscheidungen getrofsen, wieweit man das englische Pfund sinken lassen will und es ist auch noch nicht abzusehen, ob die Regierung die Absicht hat, innerhalb von sechs Monaten das Pfund wieder auf den Goldstandard zurückzuführen oder es auf einen niedrigeren Stand zu stabilisieren. Londoner Pressestimmen London, 21. September. In den Kommentaren zu der neuen finanziellen Lage Englands betont die Londoner Presse durchweg, daß für das englische Volk kein Grund zur Panik bestehe. Die von der Regierung angeordneten Maßnahmen hätten einen vorbeugenden Charakter. Die Regierung lasse auch keinen Zweifel darüber, daß sie gegen unpatriotische Spekulanten entsprechend vorgehen werde. Von einer Inflation sei keine Rede. Es handele sich vielmehr um eine streng kontrollierte Maßnahme. Die„Times“ bemerkt, daß durch den Fall der Preise die allgemeinen Schuldenverpflichtungen viel schwerer tragbar geworden seien. Wenn Frankreich und Amerika den Goldstandard nicht so gehandhabt hätten, daß sie etwa Dreiviertel des Goldvorrats der Welt ansammeln konnten, so wäre es England sicher gelungen, den Goldstandard zu halten. Die „Morningpost“, hält die Ausbalanzierung der Handelsbilanz für die schwerste Aufgabe und hofft, daß die Parteien noch im letzten Augenblick einmütig zusammenkommen werden, um die Einführung von Zolltarifen zu ermöglichen. Der„Daily Erpreß“ begrüßt das Abgehen vom Goldstandard. Die englische Industrie werde es jetzt leichter haben, die Konkurrenz im Ausland zu bekämpfen. England stebe am Vorabend der wirklichen Wiederbelebung seines Wirtschaftslebens. Dieser Ansicht schließt sich zuch die„Daily Mail“ an. Es sei gefährlich, die Einführung von Zolltarifen noch weiter hinauszuschieben. Die freihändlerische„News Chroniele“ sagt, daß eine geringe Inflation schon genau so wirken werde wie ein Schutzzoll. Der„Daily Telegraph“ führt die Krise ebenso wie andere Blätter auf die Nervosität zurück, die durch die übertriebenen Berichte über die Flottenmeuterei in Frankreich und Amerika entstanden sei. Dadurch sei England gezwungen worden, die stolze Flagge des Goldstandards für die nächste Zeit auf Halbmast zu setzen. Man müsse hoffen, daß die Regierung bald die anderen Mächte einladen werde, um Schritte zur Wiederherstellung des internationalen Handels einzuleiten. Das Blatt der Opposition, der„Daily Herald“ nennt die Maßnahmen der Regierung fair und stimmt ihnen hinsichtlich des Goldstandards und hinsichtlich der Beschränkung des Handels in ausländischer Währung uneingeschränkt zu. In Uebereinstimmung mit anderen Zeitungen erhebt das Blatt heftige Vorwürfe gegen Frankreich und Amerika wegen der Politik der Goldanhäufung und fordert ebenfalls die Einberufung einer internationalen Konferenz. Auswirkungen der englischen Krise Bestürzung in Washingtoa und Paris Berlin, 21. September. Die Außerkraftsetzung der englischen Goldwährung hat überall in der Welt einen starken Eindruck gemacht, was sich allein schon dadurch äußert, daß mit Ausnahme in Paris und Newyork alle wichtigen Börsenplätze am Montag ihre Börsen geschlossen hatten.(Siehe darüber auch den Handelsteil). In Washing“on hat die Enthüllung der englischen Schwierigkeiten nach Erklärung von Regierungsseite starke Bestürzung hervorgerufen. Weniger wegen der amerikanischen Anlagen in England, die auf insgesamt eine Milliarde Reichsmark beziffert werden, als vielmehr wegen der dadurch hervorgerufenen internationalen Krise, da fast die Hälfte des Außenhandels in Pfund Sterling kalkuliert werde und starke Kursstürze schwere Beunruhigung im Gefolge haben müßten. Wenn auch erklärt wird, daß in Amerika das Vertrauen zu England nicht geschwunden sei, und man vor törichter Kopflosigkeit warnt, so kommt doch in der amerikanischen Presse zum Ausdruck, daß sich ohne Streichung der Reparations= und Kriegsschulden und ohne drastische Herabsetzung der Rüstungsausgaben sowie der Niederreißung der Zollmauern der Sturz der Welt in den Abgrund des allgemeinen Bankrotts fortseten werde.,„., ina: in Krssens uo In Paris haben die Vorgänge in England ebenfalls Bestürzung ausgelöst, aber man weist darauf hin, daß Frankreich keinerlei Grund habe, beunruhigt zu sein. Der Gouverneur der Bank von Frankreich erklärte, die französische Währung sei sehr fest und der Goldbestand von Frankreich sowie der Dollarkredit, über den die Bank von Frankreich in Newyork verfüge, machten den Franken unantastbar. In der französischen Presse wird allgemein betont, daß Frankreich seinen Verbündeten im Weltkriege weitestgehende Hilfe angedeihen lasse müsse. Aber nur„Paris Soir“ stellt fest, daß man nicht mehr lange umhin könne, die Frage der Reparationen und der interalliierten Schulden neu aufzurolen.„„ Kmt.andrciume 8 In der Berliner Presse kommt übereinstimmend zum Ausdruck, daß die englische Tragödie eine Folge der Zerstörung der Weltwirtschaft sei, die durch den unsinnigen Versailler Vertrag und die Goldanhäufung in Amerika und Frankreich verursacht worden sei. Beutschland han un der Goldwaheung sest Berlin, 21. September. Von unserer Berliner Schriftleitung. Zu der Außerkraftsetzung der Goldwährung in England erklärt man von Seiten der Reichsbank, daß die Abkehr der deutschen Währungspolitik vom Goldstandard nach dem Vorbilde Englands nicht zur Debatte stehe. Eine besondere Auswirkung der englischen Krise auf den deutschen Markt halte man nicht für wahrscheinlich, da Deutschland durch die Devisenverordnung und durch das StillhalteAbkommen gesichert sei. Deutscherseits müsse man sowohl aus innerpolitischen Gründen wie mit Rücksicht auf die zukünftige Finanzgebarung an einer Goldwährung festhalten, zumal auch eine Abkehr vom Goldstandard Deutschland keine wesentlichen Erleichterungen bringen würde. Obendrein sieht man die englische Maßnahme als vorübergehend an, da auch die englische Regierung gegenüber den in anderer Richtung laufenden Ansichten ihrer Finanzpolitiker Keynes und Mac Kenna an der Golddeckung des englischen Pfundes festhalte. Wenn man auch diese ruhige Auffassung der amtlichen Kreise gutheißen kann, so klingt sie dennoch etwas reichlich optimistisch. Zum Beispiel nehmen industrielle Kreise einen anderen Standpunkt ein und sehen in der englischen Devisengesetzgebung und in der Verschärfung des englischen Schutzolls eine besondere Gefahr für die deutsche Ausfuhr nach England, da Hand in Hand mit den jetzigen Währungsmaßnahmen eine Einfuhrdrosselung in England folgen werde. Weiter zieht man in Erwägung, daß die englische Bankwelt für die Finanzierung eines großen Teiles der deutschen Ausfuhr, wie dies bisher der Fall war, in Zukunft ausfällt. Man glaubt, daß die deutsche Regierung, falls scharfe englische Maßnahmen gegen die deutsche Einfuhr ergriffen werden, vor das neue Problem der schnellen Ankurbelung des deutschen Binnenmarktes gestellt wird. Aber man warnt in Wirtschaftskreisen vor allen Methoden, die irgend einen staatskapitalistischen Charakter tragen würden. Allgemein herrscht die Ansicht vor, und sie zieht sich durch die Aeußerungen sämtlicher Parteilager, daß der mit dem Falle England immer mehr verschärften Krise nur eine sofort einzuberufende allgemeine Finanz= und Wirtschaftskonferenz abhelfen kann, mit der Hand in Hand eine internationale politische Konferenz gehen müsse, die das Problem der Annuitäten, der Schulden= und Tributverträge, von der politischen Seite her löst, von der diese Krise auch ihren Ausgang genommen hat. Soldbeben Berlin, 21. September. Innerhalb einer Woche ist ein zweiter Schlag auf Großbritannien niedergesaust. Zuerst die Meuterei in der Flotte, heute die Erschütterung des bisher als unerschütterlich sicher geltenden Fundaments der Bank von England. Eine Säule der Weltwirtschaft ist ins Wanken geraten. Die Außerkraftsetzung der Goldwährung für Großbritannien hat bereits ihre Kreise über die Börsenplätze der gesamten Welt gezogen. In der englischen Geschichte wurde nur zweimal die Goldwährung außer Kraft gesetzt. Im Jahre 1797 im Anschluß an die Auswirkungen des amerikanischen Freiheitskrieges und dann im Jahre 1915 während des Weltkrieges. Mit den englischen Vorgängen ist die Weltkrise in eine neue Phase getreten. Was Mitteleuropa in den ersten Julitagen durchlebte, durchlebt und empfindet heute England. Goldbeben könnte man dieses Kapitel der Nachkriegszeit überschreiben. Den Anstoß nahm es von der Oesterreichischen Kreditanstalt her und setzte sich fort mit der deutschen Finanzund Bankenkrise. Da England sowohl für DeutschOesterreich wie für Deutschland als Finanzier im großen Ausmaße engagiert war, mußte sich die mitteleuropäische Krise in logischer Folge auch auf die Bank von England auswirken. Dazu kam, daß Großbritannien, das in großzügiger Form Kapitalien im Auslande investiert hatte, selbst gezwungen wurde, zu einer kurzfristigen Verschuldung Zuflucht zu nehmen. Diese kurzfristigen Kredite haben sich dann seit den deutschen Sturmtagen im Juli auf die englischen Verhältnisse verhängnisvoll ausgewirkt. Wenn man heute hört, daß allein seit dem Juli vier Milliarden Mark in Gold vom Londoner Markt abgezogen wurden, so könnte bei einem weiteren Anhalten der Kapitalabzüge vom Londoner Markt die Gefahr einer gänzlichen Goldentblößung eintreten. Dem hat der schnelle Entschluß des englischen Kabinetts unter Zustimmung der Bank von England Einhalt geboten. In dieser Schnelligkeit und im besonnenen Handeln zeigt sich der große Unterschied zwischen der englischen und der deutschen Führung. Zwar hat England aus dem Beispiel Deutschlands gelernt, aber während man in den Juli= tagen deutscherseits die Krise durch die Beschaffung neuer Kredite beheben wollte— Herr Luther trat damals seine fast historische Flugzeugreise nach allen Geldplätzen Europas an,— ergriff die englische Regierung ein einfaches, aber einschneidendes Mittel und kündigte die Goldwährung auf. Die deutschen Ozeanflieger gerettet Fast sieben Tage auf dem Ozean umhergetrieben Newyork, 21. September. Der Associated Preß wird aus Toronto gemeldet, daß das norwegische Motorschiff„Belmoira“ die vermißten deutschen Ozeanflieger Rody und Johannsen sowie den Portugiesen Veiga 150 Kilometer vor der neufundländischen Küste aufgenommen hat, nachdem sie 158 Stunden schwimmend auf dem Wasser zugebracht hatten. Ueber die wunderbare Rettung der deutschen Ozeanflieger wird aus Halifar ergänzend gemeldet, daß der norwegische Dampfer„Belmoira" das Flugzeugwrack gegen 7 Uhr morgens 150 Kilometer von der Küste Neufundlands entfernt, bei 25 Grad 26 Minuten nördlicher Breite und 54 Grad 31 Minuten westlicher Länge sichtete. Der Dampfer steuerte sofort auf das Wrack zu, auf dem drei Menschen dauernd Signale gaben. Sie wurden auf den Dampfer übernommen, wo es sich herausstellte, daß es die deutschen Ozeanflieger waren, die am 13. September von Portugal aus zum Ozeanflug nach Newyork gestartet waren. Die Flieger waren völlig erschöpft. Während Rody und Johannsen unversehr geblieben sind, hat der Portugiese Veiga. beim Niedergehen auf den Ozean eine leichte Beinverletzung davongetragen. Vermutlich sind die Ozeanflieger eine Stunde nach der Begegnung mit dem amerikanischen Dampfer„Pennland“ in der Nähe von Halifax, von dem auch die letzte Sichtmeldung stammte. wegen Motorschadens niedergegangen und sind fast sieben Tage auf dem Ozean umhergetrieben. Daß die Flieger sich solange mit ihrem Landflugzeug über Wasser haben halten können, ist dem Umstand zuzuschreiben, daß die Junkermaschine hohle Tragflächen besaß, die das Flugzeug nicht untergehen ließen. Laval nach Washingkon eingeladen Paris, 21. September. Wie Havas meldet, erhielt Ministerpräsident Laval heute vormittag eine Einladung des Präsidenten Hoover, sich zu einer Aussprache nach Washington zu begeben. Laval dankte und erwiderte, daß eine offizielle Entscheidung über die Annahme der Einladung noch im Lause dieser Woche erfolgen werde. Einführung der Goldwährung I. Sanzg Danzig, 21. September In Danziger Finanzkreisen finden die Londoner Maßnahmen stärkstes Interesse, zumal die Danziger Währung zum größten Teil auf der englischen Pfundwährung basiert worden ist. Im Zusammenhang mit den Londoner Ereignissen trat nun heute der Danziger Senat zu einer Sitzung zusammen, in der die EinfühIdw 4hrugg in Danzig berung der Goldwährung in schlossen wurde. Der Danziger Gulden ist ab heute ein Goldgulden vom englischen Pfund gelöst, und zu 100 Prozent gedeckt. Dieser wirtschaftspolitische Schritt Großbritanniens ist eine Warnung an jene Finanz= mächte die während und nach dem Kriege die Goldbestände der Welt horteten und sie von ihrer vornehmsten Aufgabe, den internationalen Güteraustausch zu finanzieren, abgehalten haben. Die Anhäufung der Goldvorräte sowohl in Frankreich wie in Amerika hat die englische Regierung zu der einfachen Feststellung gezwungen: Entweder die Goldvorräte werden für die Finanzierung dieses Güteraustausches bereitgestellt, das heißt, man will den Güteraustausch auf Goldbasis, oder das Gold wird entthront und an seine Stelle muß ein anderes Austauschinstrument treten. Diese Drohung scheint schon am ersten Tage gezogen zu haben. Sowohl in Paris wie in Newyork zeigt sich neben der Bestürzung heute schon eine gewisse Bereitschaft, Großbritannien mit der Bereitstellung größerer Kredite die Stabilisierung seiner Währung zu erleichtern. Diese Hilfe, falls sie auch schnellstens von Frankreich und Amerika geleistet würde, könnte aber nur eine Hilfe für den Augenblick sein. Eine Lösung des Problems von Grund auf ist von dieser Seite her nicht mehr zu erhoffen. Denn, was gestern eintrat, kann bei Auftreten einer abermaligen Vertrauenskrise nach Monaten oder Jahren zu der gleichen Katastrophe führen. Eine solche Finanzhilfe würde vielleicht die englischen Verhältnisse jetzt in Ordnung bringen, würde aber den Hauptgefahrenherd, und das ist die Kapitalarmut der mitteleuropäischen Länder, weiter schwelen lassen. Das dürfte auch England heute einsehen, das als erstes Siegerland in die mitteleuropäische Krise hineingezogen wurde. Viele Jahre hindurch hat das deutsche Volk auch von englischer Seite her die Bestätigung erhalten, daß diese Wirtschaftskrise eine politische Seite habe. Man hat uns immer wieder bedeutet, daß nur die Wiederherstellung normaler Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland eine Wiederherstellung des Weltvertrauens bringen könnte. Man hat über ein Jahrzehnt die von Deutschland erhobenen Warnungen überhört, daß auf dem Wege der Tributverträge und der damit erfolgten Goldstromregulierung nach politischen Gesichtspunkten mit dem Ziele Frankreich weder Deutschland, noch die übrige Welt genesen könne. Selbst noch während der Londoner Konferenz über den Hoover=Plan hat man weder auf englischer, noch auf amerikanischer Seite das Problem politisch erörtern lassen. Hier liegt die Unterlassungssünde der englischen Regierung, die anscheinend von der Festigkeit der Bank von England so überzeugt war, daß man eine 4 1 politische Lösung auf die lange Bank schieben zu können glaubte. Die Ereignisse haben sich in einem schnelleren Tempo gehetzt, als die Politiker angenommen haben. Heute sieht sich das siegreiche Großbritannien denselben Erschütterungen ausgesetzt wie die mitteleuropäischen Unterliegerstaaten. Heute erst erkennt man an der eigenen Goldkalamität die Widersinnigkeit aller jener Tributverträge, die die mitteleuropäischen Währungen dadurch erschütterten, daß sie die Kaufkraft und den Konsum der Völker schwächten. Während man früher auf der Gegenseite argumentierte, alle jene Pläne Deutschlands und Oesterreichs seien nur politisch gegen die Friedensverträge gerichtet, die man zerbrechen wolle, und hätten keine wirtschaftlich nachweisbare Berechtigung, so vergißt man heute plötzlich alle diese Beweisführungen, weil heute nicht mehr Deutschland und Mitteleuropa, sonder das bisher unerschütterliche Großbritannien der Leidtragende ist. Ein schlagenderer Beweis von der Richtigkeit der deutschen These: Weg vom Versailler Vertrag! konnte uns nicht werden. Ein besseres Argument, daß die Goldbestände der Welt nicht für den internationalen Warenaustausch, sondern nur zur Erreichung machtpolitischer Ziele eingesetzt worden sind, konnte nicht gegeben werden als diese Entthronung der Bank von England. Ein tragisches Etwas zieht durch diese Geschichte seit Beendigung des Weltkrieges, daß ein Weltreich, das sich als Sieger vermeinte, heute, 13 Jahre später, vor dem einzigen Nutznießer dieses Völkerringens, vor Frankreich, neben den finanziellen nun auch die politischen Waffen strecken muß. Wir glauben nicht, daß durch die englischen Vorgänge die internationale Politik durchsichtiger geworden des Versailler Vertrages ScichlungsVeihunelungrn nn Rähi vergrau Attentats ist noch nichts bekannt. Inchinesischen Kreise verlautet, daß ein Einbruch von Sowjettrup pen in die Nordmandschurei vorbereitet werd und daß die Explosion des Zuges hiermit im menhang stehe. Essen, 21. September. Ueber die Neuregelung der Lohn= und Arbeitszeitfrage im Ruhrbergbau begannen heute vormittag.30 Uhr die Schlichtungsverhandlungen unter dem Vorsitz des Schlichters Professor Brahn. wäre oder daß die Revision der Betsailer Vellrages nunmehr in nächste Nähe gerückt ist. Wir glauben vielmehr annehmen zu dürfen, daß die heutige Abhängigkeit Großbritanniens von französischen Kreditmöglichkeiten die politische Stellung Frankreichs weiter gestärkt hat. Aus dieser Auslegung darf man das heute laut gewordene Verlangen nach einer Verschiebung des französischen Ministerbesuches in Berlin als logisch richtig ansehen. Denn an diesen Verhandlungen würden an Macht so grundverschieden starke Partner beteiligt sein, daß ein Erfolg dieser Aussprache mehr noch als vor einigen Woche in unabsehbare Ferne gerückt ist. Das deutsch=französische Verhältnis kann nur auf einer internationalen politischen Konferenz bereinigt werden, wo die Gesamtheit der unter der Finanz= und Wirtschaftskrise leidenden Mächte dem französischen Gewicht die Waage halten. Wenn die englische Kriese zu der politischen Lösung der Weltwirtschaftskrise beiträgt, so hat sie ihr Gutes gehabt. Michael Haupt. Zu Beginn der Verhandlungen erklärte Generaldirektor Dr. Wiskott für den Zechenverband, die von den Verbänden geforderte Herabsetzung von Schicht= und Arbeitszeit müßte selbst bei entsprechender Lohnkürzung infolge der in der Eigenart des Bergbaues liegenden Verhältnisse eine Steigerung der Selbstkosten und damit weitere Betriebsstillegungen und Arbeiterentlassungen herbeiführen. Die Lage des Ruhrbergbaues, die in dem Bericht des Reichswirtschaftsministeriums über die im März dieses Jahres erneut vorgenommenen Buchprüfungen der sogenannten Schmalenbach=Zechen als„denkbar ungünstig", bezeichnet werde, lasse nichts weiter übrig als eine Senkung der Löhne und Gehälter. Aus den Zahlen des Reichswirtschaftsministeriums ergebe sich unter Berücksichtigung der seitdem eingetretenen Minderung des Erlöses ein Verlust von mehr als 2 RM. je Tonne absatzfähiger Kohle. Wenn der Zechenverband sich in dieser außerordentlich ernsten Lage auf die Forderung eines Lohnabbaues um 12 Prozent beschränke, so trage er damit der Tatsache Rechnung, daß das Einkommen der Arbeiterschaft durch die unvermeidlichen Feierschichten bereits herabgedrückt sei. Es dürfe dabei im übrigen nicht außer acht gelassen werden, daß die Lebenshaltungskosten einen so niedrigen Stand erreicht hätten, wie er seit Herbst 1924 nicht mehr zu verzeichnen gewesen sei. Die Gewerkschaftsvertreter wiesen auf die katastrophale Beschäftigungslage im Ruhrbergbau hin, die in Massenentlassungen und Feierschichten ihren Ausdruck finde. Das sei nicht nur eine Folge des wirtschaftlichen Niederganges, sondern auch der Entwicklung des Schichtförderanteils, denn die Förderleistung je Mann und Schicht sei seit 1927 um 30 v. H. gestiegen. Daher sei eine weitere Beibehaltung der Mehrarbeit nicht mehr zu vertreten. Die Arbeitszeit müsse vielmehr verkürzt werden, um stabile Beschäftigungsverhältnisse und eine sozial gerechte Verteilung der Arbeitsmenge zu erreichen. Seit Anfang vorigen Jahres sei der Anteil der Lohnkosten am Förderergebnis um etwa 20 Prozent zurückgegangen. Dagegen sei der Gehaltskostenanteil von 0,51 Prozent im Jahre 1913 auf 1,51 Prozent im April dieses Jahres je Tonne Förderung Reichskabinett und Hauszinssteuer gestiegen. Die Gewerkschaftsvertreter lehnten jeglichen weiteren Lohnabbau ab, der nach ihrer Ansicht keine Aenderung, sondern eine Verschärfung der Wirtschaftskrise bringen werde. Da eine Annäherung der gegensätzlichen Auffassungen nicht zu erzielen war, wurden die Verhandlungen nach einer Mittagspause in einer Schlichterkammer fortgesetzt und gegen 19 Uhr auf morgen mittag 12 Uhr vertagt. Beenn und die hagendergerer Die Reichsregierung gegen die Apostrophierung des Reichspräsidenten Schärfer Wiverspruch im Zentrum Der französische Ministerbesuch h Berlin, 21. September.(Eig. Drahtber.) Wenn nicht alle Anzeichen trügen, werden die französischen Minister Laval und Briand, wie festgesetzt, am 27. und 28. September der Reichsregierung ihren Gegenbesuch abstatten. Die Möglichkeit einer Verschiebung des Besuches bestände hingegen nur, falls die Ereignisse in England die Anwesenheit der Minister in der französischen Hauptstadt erheischten. Im Auswärtigen Amt rechnet man hingegen nicht mit einer Verschiebung. Wie wir hören, werden die französischen Minister vielleicht bereits am Samstag, dem 26. September, spätabends in Berlin eintreffen. Am Sonntag mittag sollen die Minister Gäste des Reichsaußenministers Dr. Curtius und abends Gäste des Reichskanzlers sein. Am Montag wird der heute in Berlin eingetroffene französische Botschafter Francois=Poncet zu einem Essen einladen. Poncet hat heute bereits dem Staatssekretär im Auswärtigen Amt, v. Bülow, seine Aufwartung gemacht und wird morgen vormittag vom Reichspräsidenten in Audienz empfangen. Ob ein Empfang der französischen Minister beim Reichspräsidenten erfolgt, steht noch nicht fest. Denn auch bei dem Besuch der deutschen Minister in Paris fand ein Empfang durch den Präsidenten der französischen Republik nicht statt. In unterrichteten Kreisen rechnet man übrigens nicht mehr mit einem Besuch Mussolinis in Berlin. Der Besuch wird von dem italienischen Außenminister Grandi Anfang Oktober abgestattet werden. h Berlin, 21. September(Eig. Drahtber.) An zuständiger Stelle der Reichsregierung wird heute erklärt, daß man zu der Rede des deutschnationalen Parteiführers Dr. Hugenberg insgesamt keine Stellung zu nehmen gedenke, daß man sich aber mit aller Entschiedenheit und Schärfe dagegen verwahre, daß Dr. Hugenberg in seiner Rede den Reichspräsidenten v. Hindenburg an seinen Verfassungsschwur erinnert hat. Herr v. Hindenburg sei dafür bekannt und habe das zu so und so vielen Malen bewiesen, daß er mit absoluter Korrektheit der Verfassung Rechnung trage. Die Worte Hugenbergs gegen die hier die Regierung Stellung nimmt, lauteten: „Um die sichere Niederlage bei der preußischen Landtagswahl zu vermeiden, erörtert man von Preußen aus Verfassungsänderungen, die ein Weiterregieren auch in Preußen ermöglichen sollen. Der Sinn der Reform der jetzigen preußischen Machthaber ist die Aufrechterhaltung der Herrschaft der Linken. Zu diesem Zwecke soll Preußen zerstört werden. Und das alles soll verfassungswidrig durch Notverordnungen mit der Unterschrift Hindenburgs gemacht werden. Aber wir, die wir die Mehrheit des deutschen Volkes bilden, wir berufen uns heute auf Verfassung und Parlament und halten den Herrn Reichspräsidenten an dem Schwur fest, den er geleistet hat!“ Beim Zentrum stößt die Rede des deutschnationalen Parteiführers auf leidenschaftlichen Widerspruch. Das Organ des Kanzlers, die„Germania“ schreibt:„Wir können uns heute auf die Bemerkung beschränken, daß unsere Abneigung, Herrn Hugenberg auf seinem Wege irgendwie entgegenzukommen, durch seine Stettiner Rede nur noch größer und schärfer geworden ist. Der große Angriff des Herrn Hugenberg ist im Grunde genommen eine Spekulation darauf, daß die Nerven unserer Führer zerrüttet die Köpfe unserer Wähler von den Schlagworten kutct und der nationalen Opposition vernebelt werden könnten. Diese Spekulation, Herr Geheimrat Hugenberg, wird mit Sicherheit fehlschlagen. en Angriffe Die scharfen ng##e Hugenbergs auf die Politik des Kanzlers und die ebenso scharfe Erwiderung aus der Umgebung des Kanzlers sind das Ergebnis des von Hugenberg vor einigen Wochen unternommenen Versuches, mit Hilfe des Reichspräsidenten einen Druck auf Dr. Brüning im Sinne eines Anschlusses des Kanzlers an die Rechte auszuüben. Sowohl der Reichspräsident wie der Reichskanzler haben sich diesem Versuch des deutschnationalen Parteiführers versagt, woraus sich auch die im politischen Leben sonst nicht übliche Apostrophierung des Reichspräsidenten durch den deutschnationalen Parteiführer erklärt. Chind kaßst den Vönlerdand un Neue Kämpfe. Der transsibirische Expreßin die Luft gesprengt h Berlin, 21. Sept.(Eig. Drahtber.) In politischen Kreisen verlautet, daß das Kabinett die Frage der Hauszinssteuer bereits entschieden hat. Man soll sich damit begnügt haben, die bisherige Hauszinssteuer um 25 Prozent zu er mäßigen. Die Hauszinssteuer beträgt gegenwärtig 46 Prozent der Miete, so daß die in Aussicht genommene Ermäßigung ungefähr 11½ Prozent der Miete ausmacht. Die Hauszinssteuer soll in Zukunft rund 35 Prozent der Miete ausmachen. Wie wir weiter hören, soll diese Herabsetzung der Hauszinssteuer an keinerlei Bedingungen geknüpft werden, so daß also eine Ermäßigung der Mieten nicht in Frage kommen soll. Man beabsichtigt, mit dieser Verordnung dem Hausbesitz eine weitere Atempause zu gewähren. Weiter soll verfügt werden, daß die Rückzahlung der Aufwertungshypotheken, die vom 1. Januar 1932 an hätte vor sich gehen sollen, auf eine Anzahl von Jahren hinausgeschoben wird. Eine Bestätigung dieser Gespräche war bisher nicht zu erreichen. Die Reparationen sind schuld Der Eindruck der englischen Finanzkrise in Genf Genf, 21. September. Die Ereignisse in England haben hier alle anderen Fragen völlig in den Hintergrund treten lassen. Vertreter der englischen Regierung, Sir Artur Sal ter gab im Wirtschaftsausschuß die Beschlüsse der englischen Regierung bekannt, worauf Präsident Jansson (Belgien) den englischen Bemühungen zum Schutze der Währung Erfolg wünschte. Der durch seine offenherzige und rückhaltlose Kriti bekannte holländische Vertreter Colijn erklärte darauf, im Mittelpunkt der heutigen Finanzkrise stehe das internationale Schulden= und Reparationsproblem, und ohne eine Lösung dieses Problems gebe es keine Lösung der Finanzkrise. An langfristige Kredite, die die Baseler Sachverständigen verlangt hätten, wage heute niemand mehr zu denken. Die heutige Regelung des Reparations= und Schuldenproblems sei unsinnig. Ministerialdirektor Ritter(Deutschland) unterstrich die Ausführungen Colijns. Die bisherige These über die Möglichkeit des Transfers sei durch die Tatsachen in allen Punkten widerlegt worden. Wie verhängnisvoll die Auswirkungen der politischen Schulden auf dem Gebiete des Güteraustausches seien, zeige besonders die Entwicklung der deutsch=schweizer Handelsbeziehungen. Die Ausfuhrsteigerung Deutschlands sei der harte Zwang der Tatsachen. Deutschland werde, wenn die Schweiz die angekündigte neue Wirtschaftspolitik einschlage, gezwungen sein, auf dem gleichen Wege zu folgen und neue Einfuhrverbote zu erlassen. Die Frist des Stillhalte=Abkommens sei zu kurz. Neues in Kürze Der Führer der Zentrumsfraktion des preußischen Landtages, Dr. Heß, unterzog sich in einem Berliner Krankenhaus, in dem er sich seit längerer Zeit befindet, einer Operation. Die Aerzte sahen sich genötigt, die Amputation eines Beines vorzunehmen. Kein Verbot der„Wära“ in Sudwesisaten Bochum, 21. September. Entgegen unserer am vergangenen Mittwoch veröffentlichten und aus sonst gut unterrichteter Quelle stammenden Meldung von einem Verbot des Währungsgeldes„Wära“ für den Regierungsbezirk Arnsberg haben unsere in der Zwischenzeit angestellten Genf, 21. September. Der Vertreter Chinas im Völkerbundsrat hat heute vormittag im Auftrage seiner Regierung dem General= sekretär des Völkerbundes eine längere Note übergeben, in der China den Völkerbund anruft und ersucht, unmittelbar den Konflikt zwischen China und Japan zu regeln. In der Note wird eingehend der gegenwärtige Stand des Konfliktes zwischen Japan und China dargelegt. Der Rat wird morgen darüber beraten. Am Montag übermittelte die chinesische Gesandtschaft der Regierung in Tokio eine neue Note in der Japan aufgefordert wird, das chinesische Gebiet zu räumen, die Waffen zurückzugeben und die verhafteten Mannschaften und Offiziere freizulassen. Die chinesische Regierung hat den kommenden Mittwoch zum Nationaltrauertag erklärt. Inzwischen haben die Kämpfe wieder beunen. Starke chinesische Streitkräfte sollen PeiErmittlungen ergeben, daß ein solches Verbot noch nicht erfolgt ist. gon taijing angegriffen haben. Weiter ist der japanische General Hayashi mit seinen Truppen in die chinesische Provinz Kirin einmarschiert. Nach einer unbestätigten Meldung sollen japanische Truppen auch in Tiensin gelandet sein. Im amerikanischen Außenamt betrachtet man die Lage sehr ernst. Man neigt dort der Ansicht zu, daß in erster Linie der Neunmachtevertrag vom 2. Februar 1922 berührt werde, der Chinas Souveränität garantiert und in Artikel 7 im Falle der Bedrohung dieser Souveränität eine Konferenz der Signatare des Vertrages vorsieht. Der japanische Außenminister Yoshisawa gab eine Erklärung heraus, daß das japanische Vorgehen keine Verletzung des Kelloggpaktes sei, da dieses in Selbstverteidigung und zum Schutze der Verkehrsverbindungen und der Vertragsrechte erfolgt sei. Wie der amerikanische Konsul in Charbin meldet, ist der traussibirische Expreß(nach einer Meldung aus anderer Quelle handelt es sich um einen gewöhnlichen Personenzug) zwischen Charbin und der russischen Grenzstation Mandschuria auf geheimnisvolle Weise in die Luft gesprengt worden. Ueber die Zahl der Opfer sowie den Hergang und die Urheber des Die deutschnationale Landtagsfraktion hat im preußischen Landtage eine Anfrage eingebracht über die angeblichen Pläne eines Rhein=Ruhrstaates. Die preußische Regierung wird gefragt, wie sie zu diesen Plänen stehe und ob sie solchen separatistischen Plänen mit allem Nachdruck entgegentreten wolle. Auf einer Nebenstrecke bei Magdeburg stieß ein Personenzug mit einem Auto zusammen. Zwei Frauen und zwei Kinder wurden getötet und drei Frauen schwer verletzt. In Mainz erstach in einer Wirtschaft ein Kommunist einen Nationalsozialisten im Verlaufe eines Streites. Fürst Starhemberg hat gestern die Bundesführung der österreichischen Heimwehren übernommen. 4. Bellage zur Anzeiger u. G Die englische Regierung beschloß, die Gehalts= und Lohnsätze für die englische Polizei, die Lehrer, die Armee, Marine und Luftstreitkräfte nur um 10 Prozent statt um 15 Prozent zu kürzen. Wiede Die Zugvögel al Die spanische Kammer hat einen Verfassungsartikel angenommen, durch den Spanien auf den Krieg verzichtet. Es scheint, al. langer Herbst al Sommer beschert land ist überaus sogleich mit eine reichen Wetter. D Verhältnisse mehr daß auch in diese zeitig Einzug hal lagen gibt es alle her noch nicht. von promiente L die der Ansicht si verlässige Wetter heute die Ansicht mit einem frühz basiert sie nicht Beobachtungen, s tischer Beobachtr zehnte vor allem macht hat. Die Kapitel auch in gen. Die Natu sicht ausgesproch Witterung für da man aus der Ze auf die kommend Das sind allerd wissenschaftlich b Ansicht zutrifft. die Vermutung weisen ist. 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Wodn muß die nähe trug durch der Serhard Kaupfmahns, Weber Xur heutigen Erstaufführung im Stadttheater Gerhart Hauptmanns„Weber“ geben die Darstellung des Weber=Aufstandes, der sich in den 40er Jahren des vorigen Jahrhunderts„in Kaschbach im Eulengebirge sowie in Peterswaldau und in Langenbielau am Fuße des Eulengebirges“ in Schlesien abspielte. Die erste subjektivistische Periode, wie der Geschichtsschreiber Lamprecht es bezeichnet, die sich in der romantischen Einstellung zur Welt und ihren Einrichtungen geäußert hatte, wird abgelöst durch die zweite subjektivistische Periode, die den Realismus, das Unternehmertum, die Vorherrschaft von Wirtschaft und Industrie heraufführt. Vor allem wird sie bestimmt durch die aufkommende Vorherrschaft der Maschine, die die alte Form des Lebenserwerbs durch die Hand zerstört. Die ersten Folgen dieses Umwandlungsprozesses zeigten sich in der Textil=Industrie und drängten am stärksten in den schlesischen Herstellungsländern zur Entscheidung. Die dort ansässigen Heimwerber konnten den neuen Wirtschaftsgrundsätzen nicht standhalten, konnten gegen die Maschine und die Fabriken nicht konkurrieren. Was daraus entstand, zeigt Hauptmann in seinem Schauspiel, dessen Vorgänge ihn persönlich bewegten, weil seine eigenen Vorfahren an ihnen beteiligt waren. Dieser Stoff war damals, als er erschien— das Schauspiel kam im Jahre 1892 zum ersten Male durch die„Freie Bühne“ in Berlin zur Aufführung— neu und erregend, weil er in jenen Jahren nicht anders als mißverstanden werden konnte. Das muß umso mehr notiert werden, als das Werk den Deutschen heute so geläufig ist, daß es sogar in den Schulen gelesen wird. Nicht minder sensationell wirkte die neue Form des Stückes, die in allem von dem bisher Ueblichen abwich. Das Drama hat nicht, wie man es bisher von einem solchen Kunstwerk verlangte, einen Helden, vielmehr vertritt seine Stelle eine Gesamtheit: der Weberstand. Daß dieser Held nicht positiv wirkend eintrat, sondern passiven Charakter trug, hatte allerdings auch damals schon Tradition. Wichtiger aber noch als dies ist die Art, in der Hauptmann den Verlauf der dramatischen Handlung anlegt. Nicht die Handlungsvorgänge als solche, die ineinanderhängen und einer aus dem anderen weitertreiben, bilden, wie bisher gewohnt, die Grundlage der Arbeit,— es ist der Stimmungsgehalt der Ereignisse, der die dramatische Funktion ausmacht. Hauptmann will den revolutionären Gedanken in seiner Stimmungskurve vorführen. Aus zahlreichen Einzelteilen und Einzelschicksalen baut er sie auf. Und jedes davon trägt nur das zum Endzweck bei, was nötig ist um sie klar und deutlich Bild werden zu lassen. Das ist, auf das Gebiet des Dramas übertragen, die Erfüllung der Forderung des Impressionismus und des Naturalismus; es soll ein Eindruck der Wirklichkeit entstehen. Mit den Gesetzen dieser Kunstauffassung suchte denn auch früher das Theater dieses Werk zu bringen. Man vertiefte sich mit Liebe und Sorgfalt in die genaue Wiedergabe aller Einzelheiten, aus deren Vielfalt man dann die Gesamtimpression hervorzubringen bestrebt war. Der Naturalismus in seiner damals praktisch durchgeführten Form ist heute ein Stück Literaturgeschichte, und alle seine Anhänger, die nur von seinen Gnaden lebten, teilen das gleiche Schicksal. Wenn Gerhart Hauptmann nicht zu ihnen gehört, so liegt es daran, daß er über die Zeit, deren Mittel er allerdings benutzte, hinauswies; daß er ein Dichter ist. So lebt er trotz seines Naturalismus noch heute— lebt vielleicht gerade erst heute, nachdem das Zufällige abfiel, recht auf. Und ihn in dieser über der Zeitgebundenheit stehenden Eigenschaft zu zeigen, wird heute die Aufgabe der Bühne sein, wie das Stadttheater sie in seiner Inszenierung der„Weber" durchzuführen bemüht ist. Die Inszenierung unserer Bühne strebt also weg vom naturalistischen Detail und seiner malerischen Ausgestaltung. Es kommt ihr nicht auf eine Hervorhebung jedes der vielfältigen Einzelschicksale an— sie stellt das Gesamtschicksat, das Schicksal des„Kollektivums“ Weber in den Vordergrund. Das bis ins kleinste ausgeführte„Milieu" des Naturalismus wird ersetzt durch eine allgemeine, allen gleiche trostlose und graue Gesamtumgebung des vielfältigen Helden. Seine Wirkung greift dementsprechend auch über die Begrenzung der Dekoration hinaus, schwillt durch die jeweiligen vier Wände, in denen sich ein Teilschicksal abspielt, hindurch und hält so auch bühnentechnisch die Verbindung mit sich selbst, also auch mit den Dingen, die jeweils außerhalb des Bühnenraumes spielen, aufrecht. Die trennenden Mauern verschwinden— ein technischer Vorgang, der erst der heutigen Bühne möglich ist— die ideelle Nachbarschaft aller Einzelheiten dieses Dramenorganismus wird auch dem Auge deutlich— unterstützt im weiteren durch die Unterbringung aller Schauplätze in einem Drehbühnenaufbau, dessen Rotation sich seinerseits in den Dienst des leitenden Gedankens stellt. Jenes leitenden Gedankens, aus einer Reihung und Häufung naturalistischer Einzelheiten das über ihnen stehende und sie beherrschende Sinnbild zu geben; eine Wirklichkeit in ihre höhere Form, in eine Ballade zu überführen. So möchte diese Aufführung den Sinn und das Wesen des Dichters Gerhart Hauptmann, in dessen Jubiläumsjahr die deutschen Theater eintreten, zu ihrem Teile in seiner überzeitlichen Bedeutung vor den Blicken derer ausbreiten, für die sie gestaltet wurden. Und das sind wir. Dr. Heinz Wildhagen. Werbeabend in der Literarischen Gesellschaft Wer möchte es der Literarischen Gesellschaft verdenken, daß sie zu ihrem Werbeabend sich um Kräfte bemühte, die einen reichen Besuch sicherten? Ihr ist es nicht so leicht gemacht, die noch außerhalb ihrer Interessen stehenden Kreise zu einem Besuch zu bewegen. Man müßte denn schon eine große dichterische Persönlichkeit bekannten Namens oder einen berühmten Vortragskünstler verpflichten können. Und dazu werden diesem Verein, der auf eigene Mittel angewiesen ist, in dieser Notzeit sicherlich wohl die finanziellen Voraussetzungen fehlen. Sich an beliebte Kräfte unseres Schauspiels zu wenden, war ein kluger Ausweg. Man weiß ja, wieviel Anziehungskraft Bühnenkünstler ausüben, wenn sie außerhalb ihres üblichen Wirkungsbereiches sich zeigen, wenn sie einmal in„Civil“ zu schauen sind. Die Hoffnung trog nicht: ein fast gänzlich besetztes Haus, wie es die Literarische Gesellschaft nur bei ganz großen Abenden erlebt, wohnten dem Werbeabend bei. So hatte der Vorsitzende Justizrat Mummenhoff, Gelegenheit seine kernig eindringliche Werbung einer zahlreichen Zuhörerschaft unterbreiten zu können. Hoffentlich erfüllt sich die Erwartung der Gesellschaft, daß wie im vorigen Winter, auch die jetzige nochmalige Senkung des Jahresbeitrages eine Steigerung der Mitgliederzahl werde zur Folge haben. Auch die Literarische Gesellschaft ist ein Kulturträger unserer Stadt und hat sich durch ihre langjährigen Verdienste ein Anrecht darauf erworben, über die Zeiten der Not hinüber gerettet zu werden. Von unseren Schauspielkräften hatten sich Adele Schönfeld, Deli Maria Teichen, Gerhard Meinecke, Ernst Vollrath von Klippstein und Willy Mayenknecht zur Verfügung gestellt. Ganz zwanglos, nach eigener Auswahl wickelte sich der bunte Rezitationsabend ab. Heiteres mischte sich mit Ernstem, Tragisches mit versteckter Ironie. Vielleicht war gerade diese zufällige Auslese die rechte Form für den Abend und seinen Zweck. Was tat's, daß die heitere Art überwog, nach ihr verlangte möglicher Weise der größte Teil des Publikums. Und auch in der lachenden Kunst, sei es nun Thoma oder Storm, Ringelnatz oder Kästner, spiegeln sich die Schätze unserer Literatur, wie auch diese Dichter des Humors den Ernst des Lebens gestaltet haben, so gedankentief gestaltet haben wie der früh gefallene Heyen, wie Rainer Maria Rilke und Conrad Ferdinand Meyer. Blühende Töne der Lyrik, am schönsten immer noch des großen Goethe herrliche Sprache, band versöhnend die Gegensätze von Stimmungen. So wurde es dennoch ein harmonisches Bild, hinter das lachende Bosheiten einen herzhaften Punkt setzten. Dem Abend war reicher Beifall beschieden, und sein Erfolg wird nicht ausbleiben. Dr. Sch. Ddas von de Basid —stdirektt vesischen Kreig. 8e 6 sowiettrung 4. Bellage zum Bochumer mit im Zusan=1 Anzeiger u. Gen. Anzeiger ., Drahtber. Wieder ein früher Winter Bothumer Nachrichten Nr. 222 38. Jahrgang Dienstag, 22. Sept. 1931 ig. Drahtber.) iß das Kabinen entschieden hat. e bisherige szent zu erigt gegenwärtig Aussicht genomzent der Miete zukunft rund 35 ir weiter hören, ner an keinerlei also eine Ern Frage komVerordnung dem ewähren. Weiter na der Aufwer32 an hätte vor Jahren hinausr Gespräche war schuld krise in Genf September. vier alle anderen ten lassen." Der ir Artur Sale Beschlüsse der räsident Jansson zum Schutze der ückhaltlose Kritik erklärte darauf, stehe das interoblem, und ohne keine Lösung der die die Baseler e heute niemand rations- und inig. land) unterstrich erige These über ch die Tatsachen Wie verhängnisschulden auf dem ge besonders die idelsbeziehungen. der harte Zwang enn die Schweiz k einschlage, gefolgen und neue st des Stillr Z. rze des preußischen einem Berliner erer Zeit befinsen sich genötigt, ehmen. aktion hat im gebracht über die uhrstaates. Die die sie zu diesen tistischen Plänen volle. eburg stieß ein en. 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Fast überall in Deutschland ist überaus früh der Herbst eingezogen, und zwar sogleich mit einem überaus kühlen und niederschlagreichen Wetter. Die Meteorologen, denen die klimatischen Verhältnisse mehr Rätsel aufgeben denn je, vermuten, daß auch in diesem Jahre der Winter wieder sehr frühzeitig Einzug halten wird. Rein wissenschaftliche Grundlagen gibt es allerdings für solche Prophezelungen. biß; her noch nicht. Nun gibt es heute eine ganze unzahl von promiente Leuten, darunter übrigens Dr. Eckener, die der Ansicht sind, daß es niemgri, gheripgegzenine„Iie, verlässige Wettervoraussagen zu muchen. Wenn also heute die Ansicht auftaucht, daß wir auch jetzt wieder mit einem frühzeitigen Winter zu rechnen haben. basiert sie nicht auf wissenschaftlichen meteorologischen Beobachtungen, sondern gehr auf hur Zauterhere, Zagt tischer Beobachtungen, vie man im Laufe der Jahrzehnte vor allem auf naturwissenschaftlichen Gebiet gemacht hat. Die Zugvögel sind eins der interessantesten Kapitel auch in bezug auf die bevorstehenden Witterungen. Die Naturwisseschaftler haben mehrfach die Ansicht ausgesprochen, daß diese Zugvögel eine so fe Witterung für das Herannahen des Winters besitzen, daß man aus der Zeit ihrer Wanderung gewisse Rückschlüsse auf die kommenden Witterungsverhältnisse ziehen kann. Das sind allerdings zunächst nur Vermgtzungen zun wissenschaftlich bewiesen ist es durchaus nicht, vaß diese tsicht zutrifft. Aber man wird zugeben müssen, daß die Vermutung nicht ohne weiteres von der Hand zu weisen ist. Auf der andern Seite gibt es natürlich für das frühzeitige Fortziehen der Zugvögel auch eine ganze Anzahl anderer Grüde, die sicherlich mit der Witterung nicht unmittelbar in Zusammenhgng, äten. ez zum Beispiel durch irgendwelche Umstande ein frühzeitiger Futtermangel eintreten, der keineswegs durch Witterungsverhältnisse hervorgerufen zu sein brau aber die Zugvögel zu einer frühzeitigen ubwanderung zwingt. Tatsache ist jedenfalls, daß in diesem Jahre die Zugvögel außerordentlich früh ihre Reise nach dem Aber auch andere Anzeichen wollen die Meteorologen beobachtet haben. Man hat zum Beispiel festestellt, oder wenigstens behauptet ein schwedischer Gelehrter, festgestellt zu haben, daß in diesem Jahre die Tempera tunr des Golfstroms sehr viel niedriger ist, als sie sonst zu sein pflegt. Daraus will man sich nun nicht nur den ungünstige Sommer erklären, der uns in diesem Jahre beschertzwurde, sondern auch folgern, daß uns ein sonders frühzeitiger Witer bevorsteht. Aber auch hierbei handelt es sich wohl in der Hauptsache um Vermutungen, eine wirklich zuverlässige Voraussage ist nicht möglich und selbst Anfang Oktober werden unsere Meteorologen uns nur sehr unsichere Prophezeihungen über den bevorstehenden Winter geben können. Ein Schwindler reist durchs Land Seit Anfang dieses Jahres sucht der erheblich bestrafte Kaufmann Hermann Seeligmann, der sich auch Max Heß und Wilhelm Riedel nennt, durch Zeitungsinserate Generalvertreter für seine Firma„Dewag"(Deutsche Warengesellschaft für Handel und Industriebedarf) Berlin. Er schließt mit den sich Meldenden Verträge ab und läßt sich Anzahlungen für zu liefernde Waren und auch Kautionen bis zu 1500 RM. geben. Die Waren liefert er nur zum Teil, aber nicht zur festgesetzten Zeit und auch dann nicht die bestellte Menge. Wenn die Vertreter von ihren Verträgen zurücktreten, erhalten sie ihr eingezahltes Geld nicht wieder. Abgesehen davon, daß sie die gelieferten Waren nur zum Einkaufspreis verkaufen können, müssen sie die Erfahrung machen, daß entgegen den mit ihnen abgeschlossenen Verträgen mehrere Generalvertreter für den gleichen Bezirk ernannt worden sind. In der letzten Zeit reist der Schwindler in gemieteten Kraftwagen und sucht seine Opfer in kleinen Orten auf. Seine Ausgaben in Hotels usw. bezahlt er nur mit auf die„Dewag“ ausgestellten ungedeckten Postschecks. Gegen Seeligmann liegt Haftbefehl vor. neue Zeit und der alte Glaube Reichsvertretertag der evangelischen Gesellenvereine Der Verband evangelischer Gesellenvereine Deutschlands veranstaltete am Samstag und Sonntag in Essen seinen diesjährigen Reichsvertretertag. Am Samstag nachmittag hielten die Delegierten eine Tagung ab. abends versammelten sich die heimischen und auswärtigen Teilnehmer im evangelischen Gesellenheim zu geselliger Zwiesprache, während gleichzeitig im weißen Saale des Städtischen Saalbaues die Essener Stadtverwaltung dem erweiterten Vorstand einen Empfang gab. bei dem Beigeordneter Dr. Fischer als Vertreter des Oberbürgermeisters die Gäste willkommen hieß. Am Sonntag hielt Generalsuperintendent D. Stoltenhoff(Koblenz) die Festpredigt. Nachmittags 4 Uhr fand im Kruppsaal eine öffentliche Kundgebung statt. Der erste Vorsitzende des Verbandes, Pfarrer Goldberg, begrüßte die Versammlung. Als Vertreter der war Beigeordneter Kunz erschienen, von Behördenvertretern waren u. a. Landgerichtspräsident, Dr. Volmer und Polizeipräsident Dr. Melcher anwesend. Sozialpfarrer Liz. Menn(Düsseldorf) sprach über das Thema„Der evangelische Berufsgedanke im modernen Wirtschaftsleben". Er führte u. a. aus: Die Berufsfrage wird heute weithin in rudimentischem Sin behandelt. Erneuerung des Berufsbewußtseius und ähnliche Wendungen kennzeichnen die Tendenz dieser Erörterungen. Sicherlich ist mit dieser ehemals handwerkerlichen und bäuerlichen Berufsverbundenheit, ihrem festen Ruhen in ehrwürdigen Traditionen, Wertvolles verloren gegangen. Aber materieller„Fortschritt" und zivilisatorische Gewinne sind nur um diesen Preis zu haben gewesen, und es gibt kein einfaches Zurück. Der evangelische Mensch weiß schließlich, daß Gott ihn berufen hat, wo immer er stehe und arbeite, daß also Beruf haben heißt, vor Gott und eben damit vor den Brüdern verantwortlich zu sein.. Jugendpfarrer Liz. Przybylski(Dortmund) sprach über„Die Gegenwartslage von Gesellenverein und Kirche". Er führte u. a. aus: Die Geschichte der evangelischen Handwerksgesellen, vornehmlich im 19. Jahrhundert, läuft in die Frage hinein, wie weit der evangelische Gesellenstand nach seinem Wandern durch die junge deutsche Industrie und den parallel laufenden geistigen Ideen des Idealismus, Humanismus, Liberalismus, Materialismus noch selbständig bleibt oder geistig aufgerieben wird. Auch das 20. Jahrhundert führt diese Frage über den Weltkrieg hinaus und stellt den Berufsgesanken unter die Wertung des Standesgedankens. Es geht also um die Wertdeutung und Wertgestaltung in einem Zeitraum der modernen Technik, des Kampfes zwischen Kapital und Arbeitsertrag und der bürgerlichen Gedankenwelt im Kampf mit sozialistischen und kommunistischen Theorien. Die Kirche kann nur mit dem Wort Kraft und Stärke zur Gemeinschaftsbildung der Christen bringen, muß aber von jeder Stellungnahme im politischen Sinne bei den schwebenden Fragen schweigen. Aus der geistigen Besinnung und der religiösen Verkündigung an die Gegenwart hat der evangelische Gesellenverein seinen festen Standpunkt im bürgerlichen Leben zu suchen, um Brücke zu bilden für alle die Gruppen der Standeslosigkeit der Gegenwart. werden. Worauf wir unter keinen Umständen verzichten können, ist der Bauanteil an der Hauszinssteuer. Wir müssen die Pflege der bestehenden Wohnungen und die Schaffung neuer, gesunder Wohnungen zu tragbaren Mieten auch in Zukunft beibehalten. Der Staat kann diese Aufgaben nicht allein der privaten Initiative überlassen. Staat und öffentliche Hand haben das größte Interesse daran, zu überwachen, wie unsere Menschen aufwachsen und daß sie aus der ungesunden Zusammenpferchung eines Segeroth= und ähnlicher Großstadtviertel herauskommen.“ Der Mensch der durch die Mechanisierung der Arbeit einem verstärkten Abnutzungsprozeß unterworfen sei. bedürfe um so mehr eines wohnlichen Heimes, der Siedlung vor den Toren der City, um mit seiner Familie wieder bodenständig und urwüchsig zu werden. Forderungen der Mieterschaft Ein soziales Mietsrecht— Einkommen und Preisgestaltung Zwei Kinder von Verkehrsunfällen betroffen. Ein 8 Jahre altes Mädchen wurde am 20. September auf der Feldsieperstraße von einem Personenkraftwagen angefahren und leicht verletzt. Das Kind befindet sich in der elterlichen Wohnung.— Auf der Clemensstraße beim Westfalenplatz wurde am Sonntag abend ein etwa 12 Jahre alter Schüler von einem Motorrad mit Beiwagen angefahren und auf den Fahrdamm geschleudert. Der Motorradfahrer bemühte sich sofort um den Verletzten, legte ihn sofort in seinen Beiwagen und brachte Ein Haustürschloß unter elektrischem Strom. In den Morgenstunden des Montags ereignete sich Hause an der Danziger Straße ein nicht alltäglicher Vorfall. Beim Schließen einer Haustür sanr plötzlich eine Einwohnerin zusammen. Die Frau kam aber schnell wieder zu sich. Das Türschloß stand unter elektrischem Strom. Beim Aufschließen erhielt die Frau einen Schlag. Wodurch das Schloß unter Strom gesetzt war, muß die nähere Untersuchung noch ergeben. Die Frau trug durch den Fall eine Wunde davon. Der Verband Rheinisch=Westfälischer Mietervereine veranstaltete am Sonntag nachmittag im großen Saale des Hans=Sachs=Hauses in Gelsenkirchen eine Mieterkundgebung, zu der etwa 2000 Vertreter aus Mieterund Gewerkschaftskreisen aus Rheinland und Westfalen erschienen waren. Nach Begrüßung durch den Vorsitzenden des Gelsenkirchener Mietervereins, König, sprach zunächst Rechtsanwalt Dr. Schulz(Köln) über „Mieterschutzgesetzgebung". Er schilderte zunächst die Verhältnisse wie sie auf Seiten der Haus= und Grundbesitzervereine vor dem Kriege bestanden, wo die Mieter noch nicht zusammengeschlossen waren. Er führte dann weiter aus, wie die Mieter zu Anfang des Krieges sich einem Zusammenschluß fanden, wie dann weiter im Laufe der Jahre die verschiedenen Gesetze und Verordnungen für die Mieter zustandekamen. Die Mieter Westdeutschlands hätten sich entschlossen, einen Gesetzentwurf einzureichen, in dem die sozialen Verhältnisse der Mieter besser gestaltet werden sollte.— Das Referat hielt Lehrer Brachmann(Witten), der über die„Westhilfeaktion“ Ausführungen machte. Die Ausführungen der beiden Redner fanden ihren Niederschlag in einer Entschließung, in der es heißt... 160.. Gtem. Die Mieter Westdeutschlands fordern im Rahmen einer ernst zu nehmenden Preissenkungsaktion eine Westhilfeaktion, durch die der eherne Hauptbelastungsfaktor jeder Haushaltung, die Miete, dem jetzigen Lebensstandard angepaßt wird. Wir fordern Senkung der Mieten von etwa 140 auf 100 Prozent. Der Vorschlag des Zentralverbandes Deutscher Hausund Grundbesitzer, den alten Hausbesitz auf zehn Jahre mit einer Rente von jährlich 300 Millionen zu belasten, kann angesichts eines gesamten Entschuldungsbetrages von 60 Milliarden Mark und der gegenwärtigen Lage von Wirtschaft und Finanzen nicht gebilligt werden. Es ist eine Illusion, zu glauben, daß die vom Hausbesitz geplante Beseitigung und Umformung der Hauszinssteuer zu einer allgemeinen Wirtschaftsbelebung führt. Die Frage der Wohnungszwangswirtschaft ist eine Frage des Wohnungsmarktes. Die Mieter stellen fest, daß Anfang 1931 nach vorläufigen Berechnungen des Wohlfahrtsministeriums die Zahl der fehlenden Wohnungen allein in Preußen auf 327.000 ermittelt wurde, daß ferner nach Feststellungen durch dasselbe Ministerium ein Wohnungsbauprogramm, für zehn Jahre mit einer jährlichen Wohnraumherstellung von 180000 Wohnungen den gesamten Wohnbedarf in Preußen deckt. Wir Mieter fordern von der heutigen Staatsform entsprechendes sozigg,„Pietracht, das einen gerechten und sozialen Ausgleich von Hausbesis und Mieter gewährleistet,„ms., Iunahue Back Die Entschließung fand einstimmige Annahme. Nach Erledigung eintger nebensächlicher Angelegenheiten fand die Kundgebung ihren Abschluß. dem 6. Rheinisch=Westfälischen Technikertag, dem er als Ehrengast beiwohnte, ergriff Dr. Hirtsiefer nach dem Hauptredner Professor Brauer(Köln), das Wort, wobei er u. a. ausführte: Wenn man es z. B. bei Jahresfeiern von Handelskammern für angezeigt halte, für die Aufhebung der Hauszinssteuer zu plädieren, so sei es ihm wohl gestattet, auch einmal dagegen zu reden. Auf der einen Seite erhofften zwar die radikalen Mieter von der Aufhebung eine Herabsetzung der Mieten. Auf der anderen Seite aber hielten sich die Unternehmer bereit, eine Verbilligung der Mieten durch erneuten Abbau von Lohn und Gehalt wieder wettzumachen. An dritter Stelle endlich hofften die Hausbesitzer aus einer Senkung der Hauszinssteuer für sich Kapital herausschlagen zu können.„Auch uns“, so fuhr der Minister fort,„gefällt die heutige Form der Hauszinssteuer durchaus nicht. Wir sind uns klar darüber, daß manches an ihr reformiert werden muß, wir wehren uns aber gegen eine planlose und unüberlegte Beseitigung der Hauszinssteuer, weil wir genau wissen, daß, soweit der steuerliche Anteil in Frage kommt, dieser Ausfall einfach durch andere Steuern ersetzt werden müßte. Angesichts dieser Zusammenhänge wäre es wirklich sehr zweifelhaft, ob nicht doch die bisherige Form der Besteuerung einer Neuregelung vorzuziehen wäre. Ich habe die große Der Rathausneubau Ein Nachwort zur letzten Stadtverordnetensitzung. Wir erhalten folgende Zuschrift: Nach§ 11 des Pressegesetzes bitte ich um nachstehende Veröffentlichung in Ihrer Zeitung: In Ihrer Ausgabe vom Samstag, dem 19. September 1931, berichten Sie. daß, wie der Oberbürgermeister Dr. Ruer in der Sitzung ausgeführt hat, ich im Oktober 1926 für den Rathausneubau als Mitglied des Magistrats gestimmt habe. Ich stelle dazu fest, daß es sich bei dem vom Herrn Oberbürgermeister Dr. Ruer angezogenen Beschluß lediglich um einen Beschluß für die Bereitstellung von Mitteln für die ersten Ausschachtungsarbeiten handelt, wie ich das in der Stadtverordnetensitzung bereits ausgeführt habe. Zum Beweis dafür gebe ich Ihnen nachstehend den ersten grundlegenden Beschluß zum Rathausneubau zur Kenntnis: Abschrift: Magistratsbeschluß vom 7. Januar 1926. Der Magistrat erachtet es als dringlich, daß die Vorbereitungen für einen Rathausneubau sofort in die Hand genommen werden. Er billigt es, daß seitens Oberbürgermeisters und des Stadtbaurats Bauten, die von ersten Preisträgern ausgeführt sind, besichtigt werden und mit ersten Preisträgern wegen Ausarbeitung von Projekten Fühlung genommen wird. Ueber das Ergebnis der Fühlungnahme ist der Magistrat zu unterrichten. gez. Ruer. gez. Diefenbach. Vorstehende Abschrift Bochum, den 19. 9. 31 Herrn Stadtverordneten Knoop zur gefl. Kenntnisnahme. Der Oberbürgermeister gez. Ruer. Am Zustandekommen dieses ersten grundlegenden Beschlusses vom 7. 1. 1926 bin ich nicht beteiligt gewesen, da ich zu dieser Zeit kein Magistratsmitglied war. Knoop, Stadtverordneter. Wir geben dieser Zuschrift wunschgemäß Raum. Es anzunehmen, daß sich der Magistratsdirigent auch Befürchtung, daß dann den Letzten die Hunde beißen noch dazu äußern wird. Bei unger eiene Arenerrsach Bilder aus Bochumer Gerichtssälen die bereits wegen Eigentumsvergehens band verlangte jetzt 306 Reichsmark. Bevor eine Ver* eine Sack=“ ständigung über die genannte Summe zustande kam, beWohlfahrtsminister Hirisiefer verzichtel unter keinen Umständen auf den Bauanteil der hauszinssteuer In auffallend scharfer Form wandte sich der preußische Wohlfahrtsminister gegen einen weiteren Abbau, bzw. Beseitigung der Hauszinssteuer. Auf Zwei Leute, die vereins wezen Eigenlumkergrgen bestraft wurden, beredeten wieder einmal eine„Sache, nämlich einen Diebsbesuch in einem Hause an der Kaiser=Wilhelmstraße. Man hatte sich mit Diebeswerkzeugen gut vorgesehen: Dietriche, Brecheisen, vierkantige Schlüssel, Diebeslampe usw. Man drang mit Nachschlüssel in die Räume ein, suchte nach Geld, fand aber nichts. Mancherlei Sachen, die da lagen, schienen den Dieben nicht mitnehmenswert. Als sie gerade noch überlegten, was sie tun sollten, gingen die Türen auf und die Bewohner der Wohnung traten ein. Während es dem einen Spitzbuben gelang, den Ueberraschungsmoment geistesgegenwärtig für sich auszunutzen und zu flüchten, packte man den anderen und übergab ihn der Polizei. Es war der Fuhrmann., ein mehrfach erheblich vorbestrafter Mensch. Den zweiten Dieb hat man noch nicht fassen können. W. bat inständig um Milde, er sei nur einer Verführung erlegen. Es solle nie wieder etwas vorkommen. Er kam noch einmal trotz seiner Vorstrafen mit sechs Monaten Gefängnis davon, das Gericht rechnete ihm sein reumütiges Geständnis zugute. Musik in der Wirtschaft Ein Gastwirt aus dem Griesenbruch stand unter Anklage des Vergehens gegen das Urheberrecht an Erzeugnissen der Tonkunst. Mit dem Schutzverband hatte er bisher ein Jahresabkommen zur Zahlung von 116 Reichsmark, das aber gekündigt worden war. Der VerDie Weihe des Kriegerehtenmalr in Bochun=ceinhe nutzte jedoch der Wirt die geschützten Kompositionen weiter, trotz mehrfacher Verwarnung seitens des Schutzverbandes, der durch mehrfache Kontrollen feststellen ließ, daß der Wirt weiterspielen ließ, als ob ein neuer Vertrag bestände. Da Zahlung nicht zu erreichen war, erhob der Verband Anklage. Der Wirt erklärte, die große wirtschaftliche Not sei Schuld an dem Versehen. In einer Zeit des Preisabbaues und des allgemeinen Darniederliegens, besonders des Wirtsgewerbes, bezeichnete er die erhebliche Erhöhung der Vertragssumme als untragbar und unberechtigt. Der Vertreter des Verbandes der Tonkünstler ließ geltend machen, daß der Vertrag mit dem Wirte gänzlich veraltet war und den Verhältnissen gar nicht mehr entsprach. Mit dem Einwand der wirtschaftlichen Notlage allein könne der Angeklagte nicht kommen, denn die Künstler, Komponisten und Tonsetzer befänden sich in ganz der gleichen bösen Lage, ihnen ergehe es heute vielleicht noch schlimmer als den Wirten. Mehrfach sei er innerhalb drei Monaten gewarnt worden. Dem Verband bliebe zum Schluß nichts anderes übrig, als die Anzeige. Das Gericht erkannte nach dem Antrage des Staatsanwalts auf 60 Reichsmark Geldstrafe. Der Nebenkläger hatte eine Bußzahlung an den Verband für entgangenen Gewinn in Höhe von 100 Reichsmark beantragt. Der Tod des Radfahrers Auf dem Wattenscheider Hellweg war der Radler Reinhold H. von einem Automobil erfaßt worden. Er kam zu Fall, erlitt einen Schädelbruch und starb infolge des Unfalls. Das Auto führte ein Kaufmann V. aus Düsseldorf=Oberkassel. Die Beweisaufnahme ergab jedoch, daß der Radfahrer, ohne seine Absicht kenntlich zu machen, vor dem Auto her, mit dem er in gleicher Höhe fuhr, in einen Seitenweg einbiegen wollte, in einen schmalen Feldweg, der dem Verkehr überhaupt nicht diente. Der Kaufmann versuchte zwar heftig zu bremsen, als er das Vorhaben des Radfahrers bemerkte, riß auch den Wagen noch auf die Seite, aber das Auto saßte den Radler noch an der Lenkstange und der Unglückliche wurde im Bogen auf die Straße geschleudert. Das Auto rannte gegen einen Chausseestein. Nach Lage der Sache kam jedoch eine Schuld des Automobilfahrers nicht in Frage; es erfolgte kostenloser Freispruch. Politik, Gewerkschaft und Polizei Vor einigen, Monaten fand bei Sonnenschein Ddas von dem Kunstbildhauer Lohf in Düsse Fober Anteilnahme der Pevölkerung eingelwei Kusitdirektor Klein(Lütgendortmund) ** Güsseldorf geschaffene Ehrenmal für die gefallenen Heldensöhre des früheren Amtes Gerthe, wurde am Sonntag unter eingeweiht. Dem Bericht, den der„B..“ darüber am Montag brachte, sei noch nachgetragen, daß der Massenchor, den nund dirigierte, aus den Gesangvereinen„Harmonie",„Einigkeit" und Beamtengesangverein„Lothringen“ gebildet war. Links das Ehrenmal, rechts der Weiheakt. einigen, Monaten fand bei Sonnenschein in Wattenscheid eine Arbeiterversammlung statt die von der Revolutionären Gewerkschaftssopposition(RGO.) besonders stark beschickt war und in der auch„oppositionelle“ Redner auftraten. Nach der Versammlung verließen die Revolutionären geschlossen die Versammlung und bildeten auf der Straße und auf dem Bürgersteige einen geschlossenen Haufen, so daß die Polizei annahm, es sei hier ein zung ormiert, zu den jedoch die volzeiliche Genehniung fehlte. Ein Mann tat sich durch Zurufe in die kenge besonders als Führer hervor. Er schimpfte auf die Regierung Brüining auf die Minister auf die die Regierung Bruning, auf die Minister, auf die Polizei und betätigte sich nach Ansicht der Schupobeamten als Führer sowohl wie als Redner. Ihn die Schupoleute aus der schreien verkschaftler socht das Urteil an.„Den ganz eindentigen Aussagen dreier Polizeibeamter setzte das Zeugnis von einem Dutzend Parteigenossen den Menge. Vor dem Schöffengerichte erhielt er wegen Vergehens gegen die Notverordnung zur Bekämpfung politischer Ausschreitungen die Mindeststrafe von drei Monaten Gefängnis. Der revolutionäre Gewerkschaftler socht das Urteil an. Den ganz festen und er dus Geng. entgegen, um zu beweisen, daß weder ein„Zug" beabsichtigt gewesen sei, noch daß er dessen Führer war oder Reden gehalten hätte. Dieser Gegenbeweis schlug aber trotzdem nicht durch, denn das Gericht konnte die eidliche Aussage der drei Beamten, die ganz klar und ruhig war, nicht beiseite schieben. Da die Beamten beruflich verpflichtet sind, auf alle Vorfälle genau zu achten und auf Grund der vorhandenen Umstände einzuschreiten, so dürften sie auch nach Ansicht des Gerichts ein sachlicheres, vollständigeres, und zusammenhängenderes Bild geben, während die vielleicht nicht ganz unbeteiligten Zeugen doch eben nur teilweise und lückenhafte oder gar keine Beobachtungen machen konnten. Aus diesen Erwägungen heraus verwarf die Strafkammer die eingelegte Berufung. Da sich der AnFreiwillig aus dem Leben. In seiner Wohnung in der Wientelhauser Straße wurde am 16, Seviember ein Bere Kasse wurde Wechselgeld entwendet. Die Täter haben Stadtteil Stiepel WViemelhauser Straße wurde am 19. September ein die Saaltür mit einem Nachschlüssel geöffnet und kamen eginvalide erhängt aufgefunden.— Das gleiche Los so in die Räume.— Auf einer Bochumer Zeche wurde iter in der Nacht zum 20. September ein Treibriemen geAus der verschlossenen Wohnung eines an wählte ein in der Marstraße wohnender 67 Jahre alter Invalide. Er wurde am 20. September in dem Keller seines Hauses erhängt aufgefunden. In beiden Fällen konnte einwandfrei Selbstmord festgestellt werden. Einbrüche und Diebstähle. Noch unbekannte Täter sind in der Nacht zum 17. September in eine Wirtschaft an der Verkehrsstraße eingedrungen. Aus der stohlen.— Aus der Verschlosse der Goldhammer Straße wohnenden Arbeiters wurde am 20. September ein Anzug entwendet.— Aus einem vor einer Wirtschaft in der Wittener Straße stehenden Autobus wurde in der Nacht zum 18. September ein Sommermantel entwendet. Stadtteil hordel geklagte noch immer nicht beruhigen wollte, wurde er auf die Revisionsinstanz verwiesen. Neuregelung im Erlaß von Polizeiverordnungen Am 1. Oktober tritt das Polizeiverwaltungsgesetz vom 1. Juni 1931 in Kraft. Durch den§ 76 dieses Gesetzes werden die am 1. Oktober d. J. in Kraft befindlichen Polizeiverordnungen der Oberpräsidenten, Regierungspräsidenten, des Polizeipräsidenten in Berlin, des Verbandspräsidenten des Siedlungsverbandes Ruhrkohlenbezirk, der Landräte und Ortspolizeibehörden, soweit es sich nicht um Körordnungen oder um Polizeiverordnungen handelt, deren Uebertretung in Gesetzen mit Strafe bedroht ist, dahin geändert, daß anstelle der Strafandrohung die Androhung von Zwangsgeld und Zwangs= haft tritt. Der preußische Innenminister ersucht in einem Runderlaß die Polizeibehörden, dafür zu sorgen, daß die erlassenen Polizeiverordnungen bei etwaigen Neudrucken oder amtlichen Bezugnahmen vom 1. Oktober 1931 ab in der durch den§ 76 des Polizeiverwaltungsgesetzes vorgeschriebenen Fassung angeführt werden. Polizeiverordnungen, deren Uebertretung in Gesetzen mit Strafe angedroht ist, die infolgedessen auch in Zukunft die Androhung der Uebertretungsstrafe, nicht des Zwangsgeldes, beibehalten, sind beispielsweise die Polizeiverordnungen über die Heilighaltung der Sonnund Feiertage, die Straßen= und Straßenverkehrspolizeiverordnungen, die Polizeiverordnungen über die bei Beerdigungen innezuhaltenden Fristen, über die Schließung der Weinberge, über die vorgeschriebenen Feuerlösch= gerätschaften u. a. m. Der Minister des Innern erwartet, daß die erforderlichen Aenderungen bis zum 29. September 1931 durchgeführt werden. Weiter ist Vorsorge dafür zu treffen, daß nach Inkrafttreten des Polizeiverwaltungsgesetzes unverzüglich diejenigen Stellen, die die Festsetzung von Strasverfügungen bearbeiten, die erforderlichen Unterlagen hinsichtlich der geänderten Polizeiverordnungen erhalten. Der Minister des Innern betont in seinem Runderlaß, daß es unbedingt zu vermeiden ist, daß auf Grund von Polizeiverordnungen, die gemäß§ 76 des Polizeiverwaltungsgesetzes geändert sind, nach dem 1. Oktober 1931 noch Strafverfügungen festgesetzt werden. Die Regierungspräsidenten und Landräte werden ersucht, der Durchführung der vorstehenden Bestimmungen ihre besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Obdachlos durch Brand. Auf bisher ungeklärte Weise geriet am Sonntag abend gegen 9 Uhr das Hintergebäude der Warnerschen Besitzung auf der Hordeler Straße in Brand. Die dort in einer Zwei=Zimmerwohnung wohnende Familie H.— Mann, Frau und zwei Kinder— war gerade zu Bett gegangen als das Feuer ausbrach. Die sofort anrückende Eickeler und Bochumer Wehr konnten zwei Pferde und vier Schweine retten, während sämtliche Hühner ein Raub der Flammen wurden. Auch die Wohnungseinrichtung und die Lagerbestände wurden arg in Mitleidenschaft gezogen. In den Stroh= und Hausvorräten fand das Feuer reichlich Nahrung. Die Löscharbeiten dauerten bis 10.30 Uhr an. ur Stadlteil Gerthe gestifteter Imbiß eingenommen wurde. Die Schlußübung der drei Löschzüge zusammen findet am Samstag, 3. Oktober, in Weitmar=Mitte statt. k Schlägerei. Am Sonntag nachmittag, gegen 4 Uhr, entstanden zwischen mehreren Kleingartenpächtern an der Hattinger Straße unweit des Zechenplatzes„Gerda Maria“, Meinungsverschiedenheiten, die schließlich in Tätlichkeiten ausarteten. Im Verlauf der Schlägerei, die zeitweise einen ungemein wüsten Charakter annahm, wurden mehrere Personen durch Messerstiche und Schläge erheblich verletzt. Die herbeigerufene Polizei griff energisch in die Auseinandersetzungen ein und stellte die Ruhe wieder her. 1 Dreister Diebstahl. In der vorletzten Nacht wurde aus dem Maschinenraum der Zeche„Flora" im Weitmarer Nebel ein etwa 12 Meter langer Treibriemen im ungefähren Werte von 600 Reichsmark gestohlen. rs Schwerer Verkehrsunfall. In der Nähe des Gehöfts des Landwirts Heiermann wurde ein noch nicht schulpflichtiger Junge von einem die Straße passierenden Lastkraftwagen derart heftig angefahren, daß das Kind so schwere Verletzungen davontrug, das seine sofortige Ueberführung in das hiesige katholische Krankenhaus erfolgte. ko Stadtteil Weitmar Missionsfest. Das Missionshaus in Barmen teilt mit, daß auf dem Missionsfest am 11. Oktober Missionar Hochstrate reden wird. Missionar Hochstrate war in den Jahren 1905 bis 1929 in Groß=Namaland in Südwest=Afrika tätig und ist deswegen ein guter Kenner der dortigen Verhältnisse. Aus dem evangelischen Vereinsleben. Am Donnerstag fanden in Mulheim=Ruhr die ersten Gläubigerversammlungen der in Konkurs geratenen Baugenossenschaft des deutsch=evangelischen Volksbundes statt, an denen auch ein Vertreter der Baugruppe BochumWeitmar teilnahm. In den Berichten der Konkursverwalter kam klar zum Ausdruck, daß mit erheblichen Verlusten gerechnet werden muß. Zur genauen Information der Mitglieder der Ortsgruppe Bochum=Weitmar sowie der Devaheim= und Deuzag=Angehörigen, findet am Montag, 28. September, abends 8 Uhr, im Gemeindesaal an der Melauchthonstraße eine wichtige Versammlung statt, zu der dringend eingeladen wird. — Im Rahmen des am Sonntag, 27. September, im Gemeindesaal abzuhaltenden Jugendtages geLion Stadttell Querenburg Elternbeiratswahl Querenburg=Steinkuhl. Am letzten Sonntag fand in der Schule an der Buscheystraße eine evangelische Elternversammlung statt, die von Vätern und Müttern aus Querenburg, Laerheide und Steinkuhl außergewöhnlich stark besucht war. Der Einberufer, Rektor Kleinschnittger, teilte mit, daß die veränderten Verhältnisse der Schule eine außerplanmäßige Elternbeiratswahl erforderlich machen. Der bisherige Im Silberkranz. Das Fest der silbernen Hochzeit können begehen die Eheleute Wirt Ewald Hasen; kamp und Hedwig geb. Krüpe, Gräfin=Imma=Straße. Fortschritte bei der Straßenbahn. Die Einführung des Gemeinschaftsbetriebes zwischen der Bochum=Gelsenkirchener=, der Westfälischen Straßenbahr und der Hattinger Kreisbahn auf der neu eingerichteten Strecke B Lütgendortmund—Harpen—Bochum—Stiepel —Hattingen wird hier begrüßt. Die Fahrzeit ist nicht unwesentlich verkürzt. Auch der lästige Umsteigebetrieb hat nun ein Ende gefunden. Die Wagen treffen aus allen drei Richtungen hier gleichzeitig ein und die umsteigenden Fahrgäste können ihre Fahrt sogleich fortsetzen. Der Fahrplan ist dadurch auch wesentlich übersichtlicher geworden. Als die Stiepeler Bahn vor einigen Jahren gebaut wurde, wollte die Gemeinde Stiepel den engen Platz an diesem Gleisdreieck nach der Seite des Wasserwerkes hin verbreitern. Leider wurde damals die Genehmigung hierzu versagt. Mittlerweile hat man sich nun genügend von der Unzulänglichkeit dieser schmalen Stelle überzeugt und die Erbreiterungsarbeiten in Angriff genommen. Hätte man das beim Bau der Bahn sofort tun können, so hätte man die Schienenführung auch gleich vorteilhafter wählen können. Einige Wünsche bleiben noch offen, sie beziehen sich, auf die Höhe des bleiben noch offen, sie beziehen sich auf Fahrpreises und auf die Gebühr für den Uebergang. Wer von Stiepel nach Lütgendortmund fährt, zahlt zweimal die Erhöhung für den„Uebergang“ und damit im ganzen 25 Pfennig und erhält dafür drei Fahrscheine. Hier möchte man eine Erleichterung erstreben. Stadtteil Linden-Dahlhausen langen Schargesänge,„ Volkstänze und das Luienspiel „Der verlorene Sohn zur Darbietung. 1 Schlußübung. Am Samstag fand die Schlußübung des dritten Loschzuges der Freiwilligen Feuerwehr Weitmar=Nord unter Leitung ihres Brandmeisters Gischler statt. Unvorgesehen wurde alarmiert. Brandobjekt war die Marienschule. In einer Zeit von zehn Minuten war die Wachg zur Stelle und bekämpfte das Feuer. Kurz darauf wurde der Brand der Melanchthonschule gemeldet. Mit einer Reserveleitung wurde auch dieser Brandherd angegriffen. Man sah eine gut ausgebildete Mannschaft bei der Arbeit. Die Bevölkerung folgte mit großem Interesse dieser Uebung. Für die treffliche Leistung hat der Brandmeister der Mannschaft seine besondere Anerkennung ausgesprochen. Den Schluß der Uebung bildete ein gemütliches Beisammensein im Kameradenkreise, wobei ein vom Brandmeister Vorsitzende des Elternbeirats, Stratmann, gab die Orklärung ab, daß Querenburg den Steinkuhlern ohne weiteres zwei Sitze abtreten wolle, die Steinkuhler waren davon befriedigt. Es kam darauf auch gleich ein Wahlvorschlag zustande; da weitere Kandidatenlisten nicht vorliegen, gilt dieser rechtzeitig eingebrachte Wahlvorschlag als gewählt. Die Mitglieder des Elternbeirats sind demnach nunmehr folgende Personen: Oberinspektor Emil Stratmann, Maurer Robert Nickel, Ehefrau Ella Hollricher, alle drei aus Querenburg: Maurer August Rottveter und Ehefrau Wilhelmine Schlegel, beide aus Steinkuhl. Die Stellvertreter sind: Inspektor Fritz Hahnefeld, Invalide Heinrich Körner, Ehefrau Emma Viethoff, alle drei aus Querenburg; Invalide August Heinz und Ehefrau Alma Pollmeier, beide aus Steinkuhl. Die zunächst auf Sonntag, 4. Oktober, angesetzte Elternbeiratswahl findet jetzt nicht mehr statt. m Nachbarliche Verkehrserschwerungen. Die Stadt Witten als zuständige Wegepolizeibehörde hat die in der Nähe von Herbede über die Ruhr führende alte Holzbrücke, die wiederholt von sich reden machte, wegen ihrer Baufälligkeit erneut für Lasten mit 5,5 Tonnen gesperrt. Von dieser Maßnahme wird vor allen Dingen der Transport von Grubenholzlieferungen betroffen. Eine derartige Auswirkung der Sperre dürfte bei der augenblicklichen Wirtschaftskrise wohl nicht im Sinne der Anordnungsbehörde gelegen haben. Die Landespolizeibehörde wurde telegraphisch auf den bestehenden Zustand hingewiesen. Hoffendlich haben die Einwendungen Erfolg. k Sie säen nicht und ernten doch. Diebe können alles gebrauchen. In der Nacht zum 18. September fanden sie sogar den Weg bis nach Querenburg. Sie begaben sich hier zu einem an der Lennestraße stehenden Hause, öffneten die Haus= und die Kellertür und erbrachen dann das Vorhängeschloß zu einem Kohlenkeller. Das hier stehende, in 50 Gläsern eingemachte Obst, wurde mitgenommen. Die Beute ist anscheinend mit einem Kinderwagen fortgeschafft worden. Sportfest des Hattinger Kyffhäuserverbandes in Dahlhausen. Bei dem diesjährigen Sportfest des Hattinger Kyffhäuserkreisverbandes, das mit dem fünfjährigen Stiftungsfest der Kyffhäuserjugendgruppe des Krieger= und Landwehrvereins Dahlhausen verbunden war, hatte die Gesamtleitung des Sportfestes sowie die Siegerverkündigung Kreisjugendleiter Gilly, Wattenscheid. An den sportlichen Kreiswettkämpfen, die von dem Hattinger Kreisverband, immer in großzugiger Weise durchgeführt werden, nahmen viele auswärtige Kyffhäusergruppen teil. Die Eppendorfer Jugendgruppe, die in diesem Jahre die Korpsfahne trägt, vertrat die Wattenscheider Farben in allen Ehren. Im Festzug konnte die Gruppe Eppendorfer Heide den ersten Siegerpreis mit Diplom erringen. Die Festrede hielt der Wattenscheider Kreisjugendleiter Gilly. Ihm wurde von dem Vorsitzenden des Krieger=Landwehrvereins Dahlhausen, Oberleutnant a. D. Kulle, ein Divlom als Anerkennung überreicht. Der Führer der Kyffhäuserjugendgruppe Eppendorfer Heide ist W. Schmidt. Weitere Lokalnachrichten auf Seite 13. Kampfbund für deutsche Kultur. Mittwoch abend, 8 Uhr, Vortrag im Schlegelhaus:„Dichter der Gegenwart". Gäste willkommen. Eintritt frei! Wohin gehen wir siche auch Anzeigentell Stadttheater: 20 Uhr: Die Weber. Schützenhof: 20 Uhr: Volks=Symphonie=Konzert. Operettentheater: 20 Uhr: Der Zarewitsch. Lichtburg: ab 15.10 Uhr: Die Blumenfrau von LinVeset. Lichtspielhaus: Flotentonzert von Sanssouci. Odcon: Schenk mir das Leben. Skala=Lichtspiele: ab 17 Uhr: Der weiße Harem. Ufatheater: ab 15.30 Uhr: Das geheimnisvolle„“. Apollotheater: ab 15.40 Uhr: Zweimal Hochzeit. Capitol: ab 15 Uhr: Ihre Majestät, die Liebe. 3) KII Bis Weihnachten hatte sie, die kleine FürstinWitwe, den Winter ihres in Europas Wetterwinkel auf des Teufels Rinne gelegenen Landes ledidlich vertragen. Im Januar war auf Wintergewittern von unwahrscheinlicher Heftigkeit und auf groben Schneestürmen eine scharfe Grippe dahergefahren gekommen, hatte sie, die ehedem so gesunde kleine Mary, für Wochen aufs Krankenlager geworfen: da hatten die Aerzte zuerst Madeira und dann, im Hinblick auf die ernstlich affizierten Lungen, sogar ein längeres Ueberseereise verordnet. Da aber der Verwalter der etwas mageren fürstlichen Schatulle(irgend so ein fetter armenischer Anwalt) ein Veto eingelegt hatte, so hatte die kleine resolute Patientin sich wieder mit Aegypten begnügt und hatte ausgerechnet, daß erhebliche Kosten sich ersparen ließen, wenn man zur Ueberfahrt einen der gerade im Mittelmeer liegenden alten Kasten von der fürstlich=labradorischen Kriegsmarine beordere. Die alte Gräfin Hensbarrow(noch aus London importiert und einzige„Palastdame“ Ihrer Hoheit und über die alten Flirtgeschichten mit Cradock noch gut unterrichtet) hatte zwar protestiert, hatte, als der gerade in Genua liegende alte Kreuzer„Persimon“ in Betracht gezogen war, unverblümt Ihre Hoheit auf das wenig Schickliche dieses Projektes aufmerksam gemacht... hatte sogar zu verstehen gegeben, daß sie in dem diesbezüglichen Plan nur einen Vorwand Ihrer Hoheit sähe, diesem Cradock(der doch nicht einmal Brite von Geburt war!) wieder zu begegnen. Geholfen hatte dieser Protest nicht im mindesten. Gegen die Energie der kleinen Hoheit hatte man eben wieder einmal nicht ankommen können, und so war dem in Genua ankernden Kreuzer„Persimon“(Kapitän Cradock) der Befehl gegeben, am siebenundzwanzigsten Februar neunzehnhundertzweiundzwanzig Monte Carlo anzulaufen und dort weitere Befehle zu erwarten. Zweck und Ziel dieser Fahrt waren in dieser Order mit keinem Worte angegeben: Ihre Hoheit hatte streng befohlen, die Aegyptenreise und ihre beabsichtigte Anwesenheit an Bord geheimzuhalten, und hatte sich auch jede besondere Vorbereitung des Schiffes verbeten. Am fünfundzwanzigsten Februar schon waren als Avantgarde in Monte Carlo im Hotel de Paris fünf große Koffer angekommen... Ledergebirge von einer altmodischen, uneuropäischen und beinahe schon barbarischen Solidität, und der Portier Chazel hatte auf „russische Aristokratie mit mäßigem, in die Schweiz geretteten Vermögen“ geraten. Dann war am Morgen des sechsundzwanzigsten die Zose Susan, gekommen, hatte für zwei Damen Quartier gemacht, hatte die Zimmer der einen Dame in der dritten Etage und die der jüngeren seltsamerweise in der ersten gewählt; hatte die Preise des Hotel de Paris als ungebührlich hoch bezeichnet und den Portier Chazel in der Annahme „cmigrierte russische Aristokratie mit mäßigem, in die Schweiz geretteten Vermögen" nur bestärkt. Zum Schluß freilich, als mit dem Mittagszuge von Mailand die beiden Damen eingetroffen waren, hatte der alte Chazel diese seine Diagnose wieder verworfen. Engländerinnen waren die beiden, da die jüngere die Zimmerpreise sofort um zwanzig Prozent heruntergehandelt hatte, sicherlich. Die etwas phantastisch klingenden gräflichen Titel waren sicherlich Decknamen, und nur das eine war dem alten Routinier unklar, in welcher illustrierten Zeitschrift er schon das Gesicht der jüngeren, der kleineren mit dem Helm aus kupferrotem Haar und dem etwas knabenhaften Gesicht gesehen haben mochte: der alte Chazel beschloß, sich bei dem Barmixer zu erkundigen, der als ehemaliger österreichischer Dragoneroffizier als Autorität für berühmte Schönheiten der internationalen Aristokratie gelten konnte. So war also der Einzug gewesen im Hotel de Paris. Vor dem etwas verspätet servierten Luncheon lag man wohlverpackt in den Liegestühlen des Balkons, sah ein wenig sehnsüchtig hinunter in den tobenden Mittagskorso dieses nun doch etwas heruntergekommenen Monte Carlo. Unter dem Balkon klapperten eifrig gelb=rote Sonnendächer im Seewind, und unnatürlich nahe stand in den dunklen Katarakten von Lorbeer und Feigen und Myrten der braune Granit des Gebirgsstockes. Und ziegelrote und kobaltblaue und gurkhafarbene Limousinen zogen vorüber auf der großen Autostraße nach Cannes und Antibes mit ihrer Last von Chikagoer Schweinemetzgern und Berliner Großverdienern und mimosenhaft zarten und müden Luxusweibern, und in das vielstimmige Geschrei ihrer Sirenen mischten sich wieder die langgezogenen Rufe der kleinen Listboys bei dem Elevator unten an der See. Monegasser Fischer, braun und statuenhaft wie antike Hirten, ließen sich begaffen von lodengepanzerten sächsischen Provinzialen, und aus den großen Hotels die kleinen dienstfreien Zimmermädel zwitscherten und kicherten unter primitiven Masken und wiegten sich in schwarzbespannten Hüften, Arm in Arm mit den Urlaubsmatrosen der Flottenstation von Cap'Antibes. Seehauch kam, beladen mit dem Parfüm der nahen Exotik. Sehnsucht kam ihr, der doch noch so jungen kleinen Hoheit, etwas noch zu erhaschen von der allzu früh und allzu jäh beendeten Jugend.. Sehnsucht, mitzutun mit den jungen, fröhlichen Menschenkindern, als unerkannte Maske mitzuschwimmen in dem Strom, von dem man ja nicht unbedingt zu wissen brauchte, wohin er trieb. So beschaffen also waren zur Stunde die Wünsche der kleinen Mary — ich glaube, daß in dieser Stunde schon der Plan entworfen wurde zu dem, was dann im Laufe des nächsten Tages einiges Leben brachte in dieses etwas schläfrig, etwas verstaubt, etwas provinzial gewordene Monte Carlo. Sie jammerte über die Uneleganz von Monte Carlo. Sie jammerte, daß man nicht in Cannes oder wenigstens in Nizza abgestiegen war, und sie jammerte vor allem, daß man nun auf ein primitives Kriegsschiff müsse, und daß das Ganze ja doch nur ein Vorwand Ihrer Hoheit sei, die ihren alten Flirt Cradock wiedersehen wolle... Sie, die kleine Mary, hörte nicht weiter darauf und beäugte mit dem Glase lieber die kleine Rauchwolke, die im Südosten zu sehen war. Serviert wurde schon, als aus der Rauchwolke zuerst ein kleines silbergraues Schiffchen und dann ein wirklicher Kreuzer geworden war mit zierlichen Miniaturkanonen und zwei pathetisch qualmenden Schornsteinen und der fürstlich=labradorischen Flagge am Stock. Der Nachtisch wurde schon aufgetragen, als dieses kleine Spielzeug unten zu Anker ging. Da hatte die kleine Mary sehr resolut erklärt, daß „Eio=Mammy“,(so nannte sie, seit Babytagen schon, ihre alte einstige Erzieherin)... daß„Eio=Mammy“ jetzt müde sei von der Nachtfahrt und unbedingt schlafen müsse. Und als die alte Violet dann wirklich und übrigens nicht ohne boshafte Stichelei auf diese übertriebene Sorge um ihren Mittagsschlaf das Feld endlich geräumt hatte, da war die kleine Mary aufgesprungen 2. Beflage zun Anzeiger u. Ge gegangen, hatte dort sein Geld zur Wiederauffüllung der leeren Kohlenbunker und der leeren Schiffskasse erhoben. hatte in der verräucherten Office das Bild seiner Herrin gesehen, hatte nichts... aber auch gar nichts über den mysteriösen Grund dieser mysteriösen Order erfahren und war wieder gegangen. Im Kastno, wohin er ganz automatisch sich begeben hatte, war es offensichtlich noch zu früh: müßige Saaldiener rekelten sich herum in ihren olivgrünen Uniformen... ein schlanker älterer Herr in etwas abgeschabtem Dreß überzählte in einem Winkel mit sorgenvollem Gesicht seine Barschaft... in einem der Säle handhabten gähnende Croupiers vor dicken Pfahlbürgern aus dem Limousin zum Einsatz von drei Gulden die Roulette. Das Ganze machte den gespenstischen und übernächtigen Eindruck eines Nachtcafés, das man zu früh betritt— der Kapitän Cradock ging wieder. Er ging die Rue de la Paix entlang. Nun, nach dem Verebben des offiziellen Faschingszuges und in der hereinbrechenden Dämmerung war es ganz und gar der Karneval der kleinen Leute geworden: Arbeiter aus den Marmorbrüchen und den Oelpressen waren erschienen Fischer und ältliche Kokotten, Marseiller Spießer und italienische Schiffsjungen mit wiegenden Hüften und war hinuntergelaufen zu dem großen Fernrohr auf und unheiligen Lastern in den übergroßen Samtaugen der Frühstücksterrasse. Die dunklen Massen auf den... wieder angetrunkene Matrosen, und vor allem in Ankerwinden bei der Back, das waren fürstlich=labrado= ihren zerlumpten Uniformen die entlassenen Negersol*.... z daten des französischen Heeres; hellhäutige Marokkaner rische Matrosen und mithin(was sie mit einem etwas vuten ironischen Lächeln vermerkte) ihre Landeskinder. Dann hatte unten das Schiffchen diese dunklen Massen wieder eingesogen in seinen Silberleib, und dann hatte es ein Boot heruntergelassen, das vorläufig wie ein kleines gelbes Entenjunges neben dem Leibe der Mutter schwamm. Endlich aber, nach langem und hastigem Suchen, war da ganz oben auf dem Kompaßdeck in schneeweißer Sommeruniform ein schlankes, elegantes Figürchen zu entdecken gewesen. Das Figürchen aber lehnte mit untergeschlagenen Armen in einer lässigen, der kleinen Mary gut bekannten Haltung an der Reling, verschwand und tauchte wieder auf und verschwand dann difinitiv in dem Menschengetümmel der Decks. Als dann nach zehn Minuten das Boot sich trennte von dem Leibe der Mutter und über die Bucht auf die Landungsbrücke zugeschwommen kam: da war die kleine Mary atemlos in ihr Zimmer gestürmt und hatte die Zofe Susan in die obere Etage geschickt und erkunden lassen, ob die alte Dame schon schlafe. Dann, als es sich ergeben hatte, daß„Ihre Exzellenz“ wie ein Sägewerk schnarche, da hatte man sich für zehn Minuten eingeschlossen mit der Zose. Und wieder zehn Minuten später hatte der Portier Chazel, der sich als welterfahrener Mann über nichts mehr wunderte, einen schwarzmaskierten Domino blitzschnell die Halle passieren und in dem Menschengewühl beim Café drüben verschwinden sehen. Dominos gab es heute am Faschingsdienstag an sich in genügender Anzahl in Monte Carlo. Bei diesem hier, den der alte Chazel in Figur und Bewegung mit der jüngeren der beiden gestern angekommenen mysteriösen Damen in Verbindung bringen mußte... bei diesem hier versprachen weitere Recherchen immerhin interessante Resultate. Die beiden Pagen nämlich, die der Alte hinter dem seidenen Phantom hergeschickt hatte, berichteten einstimmig, daß sie den Domino hinter der Rue de la Constitution aus dem Auge verloren hätten. An der Grenze der gänzlich indiskutablen Altstadt also, wo, nebenbeigesagt, das ziemlich ärmliche Konsulat des Fükstentums Labrador lag. Sie, die alte Violet, tat das, was sie eigentlich immer tat: sie jammerte... Uus d. Die Sprache Jahren um ein n Racketeer! Racke Lärm und dergle von einem noch Racketeer im heu zeichnet, der als einer sogenannten Erpressungen mit von Gewaltmitte Was aber den Kapitän Cradock angeht, so war er, wie schon berichtet, sofort auf dieses ärmliche Konsulat! und Madagassen und massige Senegalesen mit blinkendem Raubtiergebiß im Fleischtrichter der Wulstlippen und den tieftraurigen Augen gefangener Affen. Dieser johlende, kichernde, singende Zug also trieb durch die Rue de la Paix, wo rechts und links in blinkenden Vitrinen Kleider von Poiret und Handschuhe von Roguin& ses fils und Geschmeide und Seidensetzen und Schminkbüchsen und verliebte Niedlichkeiten für den Gebrauch von Newyorker Shopkeeper=Töchtern ausgestellt waren. Dort aber, wo die Firma Lebas die schwarze Samtfläche ihrer Auslagen mit nichts als einem einzigen, ganz erlesenen Perlenkollier bedacht hatte: dort begans dann das, was in den nächsten vierundzwanzig Stunden die Menschen dieser Geschichte in einem ziemlich tollen Wirbel durcheinanderhetzen sollte... Was dort lag, war wirklich nichts anderes als ein einziger Schmuck. Müde Farben spielten über das livide Weiß der Perlen, küßten und umwarben einander, bis es, schmächtiger werdend, wie Frauentränen sich verlor in den schwarzen Samtfalten. Ein Preis war wohlweislich nicht angegeben, ein Zettel verkündete, daß das Kollier aus dem Besitz der kaiserlich russischen Familie stamme, daß es von den Bolschewiken ausgeboten und in Paris von Lebas ersteigert sei: der Kapitän Cradock aber wurde, als er diesen Zettel las, aufgeschreckt von einem heftigen trockenen Frauenhusten. Als er dann aufsah, stand neben ihm in schwarzem Domino und schwarzer Maske ein weibliches Wesen, das, ohne weitere Notiz von ihm zu nehmen, gleich ihm den Schmuck besah. Bei jedem Manne aber gibt es Erinnerungen an allererste Liebesabenteuer, die oft nach Jahrzehnten erst an unsere Tür pochen und dann meist um so gröberen Unfug anrichten in unserem Leben. Als Midshipman hatte vor siebzehn Jahren der lange Cradock in Port Said sich in ein kleines Arabermädchen namens Kaina verliebt. Geschichten, die in Port Said spielen, sind immer mehr oder minder unpassend, und ich will von dieser nicht mehr erzählen, als daß sie begonnen und geendet hatte, wie solch exotische Liebschaften immer enden. Daß das Schiff eines Tages weitergefahren und daß eines Tages alles zu Ende gewesen war. (Fortsetzung folgt.) Der bekannte Erster für eine Arbeitslosen im! Plan, den der G eben in einer gre hat—, verlangt den behandeln al liche Invasionsa greßmitglied, hat abgegeben: „Gangste schmuggler) amerikanische größte Gesch Staaten gew Polizeibeamt selbst die Gbrechen und gemacht und Wohlfahrt d sind meist n Land gekom Vorteil zu haben Milli sie Beamte Armee von Frevel aus; fehlen!" So ein Mi öffentlicher Red nisse sind hier Europa schon a immer noch t Racketeerunwese genommen, der starke Unruhe von der Prohi Faktor der Der geworden ist. Gewissensprohi zwar unmäßig liches Zubehör reichlich Alkohr geber. In de gesehen habe, geworden. Au sich jetzt. Am unter der Ju chen. Es gibt und es ist gar chen, auf einen dem Sofa zu mehr als bew Mit der B einem immer Gangsters und bei sind fabelh tigten Chicag Brauereien be Viermillionen Dollars jährli wenig. Das der„Flüsterk davon es in Geheimlokalen Strömen, un derswo als hat er die K 1. August fü Seit dem ernen Hochzeit pald Hasen, Imma=Straße. ie Einführung vischen der BoStraßenbahn u eingerichteten ochum—Stiepel ihrzeit ist nicht Umsteigebetrieb en treffen aus in und die umt sogleich fortvesentlich überahn vor einigen ide Stiepel den der Seite des irde damals die le hat man sich dieser schmalen arbeiten in AnBau der Bahn schienenzöhrung Einige Wünsche f die Höhe des den Uebergang. nd fährt, zahlt ing“ und damit ir drei Fahrrung erstreben. rverbandes in ortfest des Hatnit dem fünfgendgruppe des usen verbunden festes sowie die Gilly, Watimpfen, die von in großzügiger iele auswärtige irfer Jugendahne trägt, verEhren. Im Festseide den ersten Festrede hielt ly. Ihm wurde andwehrvereins e. ein Diplom ihrer der„Kyffist W. Schmidt. eite 13. er ch abend, 8 Uhr, er Gegenwart". vir =Konzert. itsch. enfrau von Linsouci. iße Harem. nisvolle„“. 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Dieser trieb durch die ks in blinkenden Handschuhe, vor Seidensetzen und iten für den Gechtern ausgestellt bas die schwarze als einem eindacht hatte: dort 1 vierundzwanzig in einem ziemollte anderes als ein n ü b e r d a s l i v i d e sen einander, bis ränen sich verlor Preis war wohlckündete, daß das ussischen Familie ausgeboten und Kapitän Cradock aufgeschreckt von Als er dann aufnino und schwars, ohne weitere im den Schmuck Erinnerungen an Jahrzehnten erst um so gröberen Als Midshipman Cradock in Port n namens Kaina aid spielen, sind und ich will von sie begonnen und ebschaften; immer seitergefahren und In war. setzung folgt.) 2. Beflage zum Bochumer Anzeiger u. Gen. Anzeiger Ainerhaltungeeessech, Nr. 222 38. Jahrgang Dienstag, 22. Sept. 1931 Rackereeis. Uus dem Weltreise-Tagebuck von Dr. Dauk Rohrsack Was England noch nickt er#elte San Francisco, August 1931. Die Sprache des Amerikaners ist in den letzten Jahren um ein merkwürdiges Wort bereichert worden: Racketeer! Racket ist ein Ballschläger, es kann auch Lärm und dergleichen heißen, aber man würde weder von einem noch vom andern darauf kommen, daß ein Racketeer im heutigen Amerikanisch einen Menschen bezeichnet, der als Häuptling oder Mitglied einer Bande, einer sogenannten„gang“, illegale Kontributionen und Erpressungen mit Androhung, oft auch mit Anwendung von Gewaltmitteln eintreibt. Der bekannte Zeitungsbesitzer Hearst, der auch als Erster für eine Milliardenanleihe zur Ernährung der Arbeitslosen im kommenden Winter eingetreten ist— ein Plan, den der Gouverneur von Pennsylvanien, Pinchot, eben in einer großen Rede in Detroit weiter propagiert hat—, verlangt in seinen Blättern, man solle die Banden behandeln als das, was sie seien: eine fremde feindliche Invasionsarmee. J. Crail, ein angesehenes Kongreßmitglied, hat dazu öffentlich die folgende Erklärung abgegeben: „Gangster, Racketeers, Bootlegger(Alkoholschmuggler) und organisierte Plünderer rauben das amerikanische Volk aus. Ihre Operationen sind das größte Geschäftsunternehmen in den Vereinigten Staaten geworden. Sie beherrschen und kontrollieren Polizeibeamte, Parteiorganisationen und mitunter selbst die Gerichte und ganze Städte. Laster, VerGewehrfeuer aus einem Auto verwundet worden, das durch die Straße sauste, um ein Strafgericht an einem Verfehmten zu besorgen. Ein Kind ist gestorben, die Verbrecher sind nicht gefaßt worden. Kürzlich sollte Al Capone vor Gericht gestellt werden, und die Komödie, die daraus wurde, ist die beste Illustration zu den scharfen Worten des Deputierten Crail. Die Justizverwaltung in Washington— es berichteten die Zeitungen— hielt es für notwendig, etwas für die Beruhigung der öffentlichen Meinung zu tun und ließ Al Capone unter der Hand wissen, wenn er sich des Prohibitionsvergehens und der Einkommensteuerhinterziehung schuldig bekenne, so werde er gelinde abkommen, wahrscheinlich mit einer Geldstrafe, die er lächelnd bezahlt hätte, und höchstens noch etwas vergnügtem Gefängnis. Zur peinlichen Ueberraschung Al Capones und des Justizdepartementes wollte aber der amtierende Richter von diesem Pakt nichts wissen und präparierte eine scharfe Sentenz. Nun zog Capones Anwalt das Geständnis zurück und der Fall wurde— natürlich— vertagt. Die Racketeers haben nicht nur den Alkohol monopolisiert, um den Schlachten unter ihnen selbst geschlagen, Morde und andere blutige Strafen verhängt werden, sondern ihr Unwesen dehnt sich auf jedes Gebiet aus, auf dem die organisierte Erpressung möglich ist: den Gemüse= und Milchhandel, das Beladen und Entladen von Eisenbahnzügen, ja selbst die Einschmuggelung von Einwanderern hinter dem Rücken der Behörde. Auch dazu finden sie bestechliche Beamte, die mitmachen. Wenn die Milch um einen Cent in einem Beselbst die Gerichte und gande Sto.d gum Geschäft zirk steigt, weiß der Newyorker Bescheid!„Wenn eine brechen und angemaßte Privilegien sino zum Erschuf; feindliche Armee im Lande den Schaden anrichtete, wie Profit gegen di. die Racketeers“, sagt Crail,„so würden alle Kräfte des Staates mobilisiert werden— warum nicht gegen das organisierte und„kommerzialisierte" Verbrechen?“ gemacht und haben sich für ihren###### gegen die Wohlfahrt der Nation verbündet. Ihre Befehlshaber sind meist nichtnaturalisierte Ausländer, die in dies Land gekommen sind, um durch Verbrechen ihren Vorteil zu suchen. Diese Meister des Verbrechens haben Millionen von Dollars aufgehäuft, mit denen sie Beamte bestechen, Gerichte beeinflussen und eine Armee von Banditen unterhalten zu dem Zweck, die Frevel auszuführen, die ihnen ihre Generale befehlen!“ So ein Mitglied des amerikanischen Kongresses in öffentlicher Rede. Amerika ist groß, und alle Verhältnisse sind hier mit Energie geladen; was man in AltEuropa schon als Anarchie bezeichnen würde, wird hier immer noch verhältnismäßig leicht ertragen. Das Racketeerunwesen hat aber tatsächlich einen Umfang angenommen, der in der amerikanischen Oeffentlichkeit eine starke Unruhe erregt. Die Sache nahm ihren Anfang von der Prohibition(Alkoholverbot), die geradezu ein Faktor der Demoralisierung für das amerikanische Leben geworden ist. Wenn man von den wenig zahlreichen Gewissensprohibitionisten absieht, so ist Trinken, und zwar unmäßiges Trinken, geradezu ein selbstverständliches Zubehör der Geselligkeit geworden. Wer nicht reichlich Alkohol auffahren läßt, ich ein lumpiger Gastgeber. In den sieben Jahren, da ich Amerika nicht gesehen habe, sind die Zustände direkt skandalös geworden. Auch die Frauen trinken und betrinken sich jetzt. Am bedenklichsten ist der wüste Alkoholismus unter der Jugend, bis hinunter zu den Schulmädchen. Es gibt keine Tanzerei ohne Whisky und Gin, und es ist gar keine Schande mehr für ein junges Mädchen, auf einem Studentenball zum Schluß betrunken auf dem Sofa zu liegen. Ich habe Zeugnisse dafür, die mehr als beweisend sind. Mit der Befriedigung dieses Alkoholbedarfs und mit einem immer verstärkteren Angebot hat das Treiben der Gangsters und Racketeers angefangen. Die Gewinne dabei sind fabelhaft. Man hat das Einkommen des berüchtigten Chicagoer Häuptlings Al Capone, der zehn Brauereien besitzen soll und den Schnapskonsum einer Viermillionenstadt kontrolliert, auf zehn Millionen Dollars jährlich geschätzt. Andere sagen, das sei noch zu wenig. Das meiste Geld kommt aus der Belieferung der„Flüsterkneipen"(Speakeasies) und Nachtklubs, davon es in jeder Großstadt unzählige gibt. In diesen Geheimlokalen fließen Whisky und Champagner in Strömen, und wollte es ein Inhaber wagen, sich anderswo als an der befohlenen Stelle zu versorgen, so hat er die Kugel im Leibe. In Newyork sind am 1. August fünf auf der Straße spielende Kinder durch Der Frein des Ernsresdes Groteske des Celtags von M. Sckeppe ... mit der Krawatte... er sollte eigentlich eine Krawatte haben, aber, aber er hatte keine. Ich saß mit einem Herrn in einem Restaurant, und mir gegenüber saß mit einer Dame ein vornehmer Kavalier im schicksten Frack der Welt. Die Dame war ebenso fein und ihre Kleidung stilvoll und elegant. Man hatte das Empfinden, als wollten die beiden zu einer aristokratischen Hochzeit gehen, aber der Sicherheit halber vorher noch eine Kleinigkeit essen, schon damit sie nicht hungrig bei Beschluß des Tages den Festsaal verließen. Ich betrachte den Gent, da fiel mir plötzlich auf, daß der junge Mann wohl zwei Brillantknöpfe in einem feinen Hemd aufzuweisen hatte, daß aber am Kragen die Krawatte fehlte. Der Messingkragenknopf schimmerte mir entgegen, sonst aber war es um den Kragenknopf herum öd und leer. Mein Freund sah mich zu gleicher Zeit an, als wollte er sagen; „Hot der Mensch Worte?“ Als Antwort meinerseits: g 845 „Sie haben recht, Herr Lüschow... ein Gluck, oaß der Mann seinen Kragenknopf nicht vergessen hat.“ Ganz empört äußerte sich Herr Lüschow: „An dem Manne liegt es nicht, wohl aber an der Frau... ein solches Weib gehörte gezwiebelt.“ Gleichgültig entgegnete ich:„Wissen Sie denn, wie weit die Kurzsichtigkeit dieser Dame geht? Wissen Sie denn, ob die Dame vielleicht ein Vergnügen daran hat, einem Manne gegenüber zu sitzen, der in seiner Krawattenlosigkeit geradezu komisch auf seine Zeitgenossen wirt“ W 4 Herr Luschow war anderer Ansicht. „Impertinent, so etwas, eine solche Frau gehört zum Tode verurteilt.“„.„Fenbar zse.s Li. Und er setzte noch hinzu:„offenoul in das die Frau dieses Mannes und will sich an ihrem Manne durch diese Bosheit rächen.“......6 g5t uns gi. „Aber lieber Freund“, sagte ich,„was gegr uns die Psyche dieser Frau an?“ Herr Lüschow trommelte nervös auf seinem Teller, und als der Ober Nudel und Kalbfleisch brachte, flüsterte er ihm zu: „Lellner, fällt Ihnen etwas auf?“.... Der Herr Ober beugte sich vor und erwiderte im selben Flüsterton:. „Der Herr gegenuver hat keine Krawatte.“ Die Matrosen der atlantischen Flotte veranlaßten Abbruch der Manöver als Demonstration gegen die Ordnung zurückgekehrt.(Siehe auch den Aussatz auf der folgenden Seite.) (südlich von Charkow) im Jahre 1888 nicht verhindern können. 22 Tote und 36 Verwundete fielen damals dem Attentat zum Opfer, und nur wie durch ein Wunder blieb die kaiserliche Familie damals unversehrt. Allerdings erwies sich diese offizielle Nachricht später als falsch; allmählich sickerte doch durch, daß der Zar hierbei eine gefährliche Nierenquetschung erlitt, die ein langwieriges Leiden zur Folge hatte, an dem Alexander III. einige Jahre später verstarb. In Mexiko wurde im Februar 1929 ein Dynamitattentat auf den Sonderzug des Präsidenten Portez Dil verübt, bei dem der Heizer getötet und vier Passagiere verletzt wurden, während der Präsident ohne Schaden davon kam. Hier handelte es sich offensichtlich um einen Racheakt, denn das Attentat fand genau 24 Stunden nach der standrechtlichen Erschießung des Obregon=Mör= ders Toral staff,...23 ästeren Vuschlägg auf EisenDaß im Weltkriege des ofteren Anschlage auf Eisenbahnzüge verübt wurden, gehört nur bedingt hierher— waren sie doch schließlich als Kriegshandlungen anzusehen mit dem Ziele, Truppentranspörte zu stören. Man denkt hierbei wohl vor allem an die Eisenbahnkatastrophe im Mont=Cenis=Tunnel, deren Ursachen bis heute noch nicht geklärt werden konnten. Etwas anderes sind Ueberfälle auf Eisenbahnzüge mit dem ausgesprochenen Zwecke, Reisende zu berauben. Solche Ueberfälle sind in weniger zivilisierten Gegenden gar nicht so selten, so waren auf dem Balkan, besonders in Griechenland, in Amerika und in China zeitUeber das Gesicht des Herrn Lüschow ging ein Schmundem:„ gag Lanze Gokaf shrscht schan dayan „Herr Kolege, das ganze Loral spricht schon oavon. Und der Herr Ober bekräftigte:„Wir haben uns alle schon schief und bucklig gelacht. Ein feiner Herr ohne Herr Lüschow lachte hell auf, und seine Blicke hatten etwas Perfides, unverschämt Herausforderndes. Nun wurde der Herr ohne Krawatte auf Herrn Lüschow aufmerksam. Er sagte etwas zu seiner Frau, und auch diese drehte sich nach Herrn Lüschow um. Da bekam Herr Lüschow einen solchen Lachkrampf, daß er nicht mehr zu sich kommen konnte. Er lachte und lachte, daß alle Leute an den Tischen mitlachten und der Ernst auf allen Gesichtern verschwunden war. Nur der Herr ohne Krawatte lachte nicht: sein Gesicht verfinsterte sich von Sekunde zu Sekunde. Da stand er auf, und mit drei Schritten war er an Herrn Lüschows Seite. Man sah sofort: Der Mann war ein Preisboxer. Das Lachen verstummte, und plötzlich war die Atmosphäre elektrisch geladen. „Was unterstehen Sie sich, Herr, mich an— oder auszulachen?“ donnerte der Herr im Frack Herrn Lü ders in Griechenland, in Amerika schow an. Herr Luschow wollte erwidern, da versagte die weise an der Tagesordnung. Oft genug ging es hierStimme. Ich sprang ein und gab die feierliche Erklä= bei unblutig ab. Grausig allerdings war jener Ueberetig u: Ihnen nicht zu nahe treten der fall mexikanischer Banditen auf einen Eisenbahnzug im „ Der Herr wollte Ihnen nicht zu naye treren, der Jahre 1927. In dunkler Nacht wurde bei der StaHerr vermißt nur die Krawatte an Ihrem Kragen.". tian GugdalgjarDer Herr im Frack kreuzte die Arme über die Brust. Er sah starr in die Augen des Herrn Lüschow, der dasaß, wie ein Häuflein Unglück. Dann aber sagte der andere: „Ich habe mir erlaubt, ohne Krawatte vor einer Hochzeit hier in das Lokal zu treten. Wie Sie sehen, sind Sie, mein Herr, ein grenzenloser Idiot, genau wie Datade der 800 Fluczeuge die anderen hier.“ Er beschrieb mit der Hand einen Halbkreis und sein Urteil traf somit alle Insassen im Lokal. Dann fuhr er fort:„Der Geisteszustand der gesamten Menschheit, aus dem Lachen kann ich es ja schlieben, teht unter jedem Niveau.“. Ihm derburschen Schlesinger und Willi We Da fand plößlich Herr Lüschow wieder Worte, Vvn. durch Lockerung von Schienenlaschen zur Entgleisung war in diesem Augenblick sein eigener Lgleschgültig: brachten und hierdurch neunzehn Menschenleben verund derjenige seiner Zeitgenossen abselut sreigghzlzg; nichteten. Die jungen Attentäter verstanden es, durch =Aber, mein Herr, dann sagen Sie mir vonz., phantastische„Erklärungen; ihrer Tat ein romantisches des Himmelswillen, wo haben Sie denn Ihre Kro= Mäntelchen umzuhängen, so daß es nicht wenige Menwatte“ tion Guabarchara der Zug von 500 Räubern durch Gewehrsalven zum Halten gebracht, das Zugpersonal und die militärische Schutzwache getötet. In aller Ruhe wurden dann die Passagiere ausgeraubt. Alsdann schloß man die Reisenden in ihre Abteile ein, der Zug wurde mit Petroleum übergossen und angezündet. Nicht weniger als 160 Passagiere fanden auf diese Weise einen gräßlichen Flammentod!.47, Mutmntst.6 Soll man noch an das furchtbare Attentat auf den =Zug Berlin—Köln bei Leiferde erinnern? Es war am 19. August 1926, als die beiden jugendlichen Wanveroulscheg Schleftnger und Willi Weber den=Zug Der Herr im Frack drehte sich um:„Else, gib mir die weiße Krawatte her." Seine Frau reichte sie ihm, und Herr Lüschow elte: S' hahen uend Sie haben nicht. schen gab, die die Verbrecher— solche waren es eben doch— aufrichtig bedauerten. Ja, selbst einen Dichter, Willy Schäferdieck, begeisterte dies„Problem" zu kammene:„Sie gaven.. und Sie haben nicht, he tat“,psächglogisch und menschlich zu zergliedern und zu Seit dem Kriege hat sich die italienische Luftflotte zu einer der besten der Welt entwickelt. be manöver waren die ersten in größerem Stil in Italien abgehaltenen. Die letzten Luft„Else, gib ihm die Antwort.“.6enamg, Und Else erwiderte mit einem lievbenswuroigen Lächeln:„Mein Herr, die Spritzer der Krebssuppe würden sich nicht gut auf einer weißen Krawatte ausnehmen.“ Und zu ihrem Mann gewandt, meinte sie: „Adalbert, binde nun deine Krawatte um.“ Einer plötzlichen Eingebung folgend, stand Herr Lüschow auf, nahm die Hand der unbekannten Frau und küßte sie. Dann stammelte er entschuldigend:„Verzeihen Sie, gnädige Frau, daß ich vorhin einen Augenblick mich auf falscher Fährte befand und von Ihnen gedacht habe... nein, Sie sind eine Dame, die ich von ganzem Herzen schätze.“ Eisenbahnansckläge am kansenden Gand? Von Max Peschmann. Noch hallt das Entsetzen über das verbrecherische Eisenbahn=Attentat von Jüterbog in unserer Seele nach und schon wieder melden die Zeitungen ein neues furchtbares Verbrechen, das in vielen Punkten große Aehnlichkeit mit dem— leider immer noch nicht aufgeklärten — Anschlag hat. Diesmal ist der Schauplatz des Attentates Ungarn gewesen, sein Opfer wurde der internationale=Zug Budapest—Paris—Ostende. Der Ort des Anschlages war mit besonderem Raffinement ausgewählt. Auf einem 44 Meter hohen Viadukt bei BiaTorbagy, nur 30 Kilometer von Budapest entfernt, wurde die Sprengladung in dem Moment zur Explosion gebracht, als der=Zug die Stelle passierte: 22 Todesopfer sind zu beklagen....44, 2 In früheren Zeiten sind Eisenbahnattentate politischer Natur natürlich ebenfalls vorgekommen. Es ist ja bekannt, welche Vorsichtsmaßnahmen z. B. die russischen Zaren bei ihren Reisen anwenden ließen. Aber selbst die peinlichste Bewachung der Bahnlinien hatte doch den Bombenanschlag des Zaren Alerander III. bei Borki aber solche falschen Sentimentalitäten die Attentäter nicht zu retten.(4 Wir sollten uns auch bei den jetzigen Attentaten vor falschen„Erklärungsversuchen“ hüten. Die Urheber, wenn sie gefaßt werden, und hoffentlich ist dies bald der Fall, wird die ganze Strenge des Gesetzes treffen müssen. Hier darf es keine Weichheit geben— hier geht es hart auf hart! Deutschkand— Zurgenkand Dräuende Wolken Werden vergeh'n, Schäumende Bäche Klären sich schön. Blühende Rosen, Vom Sturme umtost, Werden bald wieder Von Bienen gekost. Trotzige Felsen Zittern vor nichts, Grüßen den Himmel Voll goldigen Licht's. Hoch ragen sie über Den wolkigen Höhn. Und Gott läßt sie ewig— Wie Deutschland bestehn! Josef Reichl(Bochum). Worum es bei der Lohnbewegung ging Gigiunee Miunnnstene nachi Wleder Wienst Die Lebensverhältnisse der englischen Mariner und ihrer Familien— Die übereilte Fertigsteilung der Sparsamkeitsvill London, 21. Drei Tage lang war die Aufregung brilischen. Aanisistolle September. über die Vorgänge in der britischen Atlantikflotte in ganz England enorm. Doch nun ist die Angelegenheit bis auf weiteres friedlich beigelegt worden und es ist möglich, den Ursachen und Auswirkungen des bedauerlichen Ereignisses etwas genauer nachzugehen. Entstehung und Verlauf des Zwischenfalls von Invergordon erklärt sich zu einem großen Teil durch den besonderen Charakter der Mannschaft der englischen Flotte. Der englische Matrose ist. trotz der Macht und Stärke der britischen Flotte, viel weniger„blind gehorchender Soldat“, als die Mannschaften anderer Flotten der Welt. Er ist im Grunde seines Wesens„Zivilist“. Er ist und fühlt sich als der freie Bürger eines demokratischen Staates, vielleicht eines„Staates von Krämern", wie die Engländer sich gerne selbst nennen. Als solcher ist er in erster Linie an seinem Einkommen, an der Entlöhnung seiner Arbeit interessiert. Matrose in der Flotte Seiner Majestät zu sein, ist für einen freien Bürger kein„Dienst", sondern ein„Job“, ein Beruf wie jeder andere auch und hat ebenso prompt und fair bezahlt zu werden. Der„Job“ in der Marine gilt als einer der besseren Berufe: die Löhnung ist höher, als diejenige eines Fabrikarbeiters, der Dienst ist bei den vielen Reisen nach den Ueberseeländern interessant, die Behandlung seitens der Offiziere eine gute und kameradschaftliche, die Verpflegung ausgezeichnet und die Zuteilung von Rum und anderen stärkenden Getränken erfolgt freigiebig und gratis. Interesse für Politik und soziale Probleme hat der englische Matrose so gut wie gar keine. Sold und Urlaub sind sein eigentlicher Lebensinhalt. Der Sold eines verheirateten Angehörigen niederen Grades beträgt etwa 40 bis 50 Mark in der Woche. Die meisten Angehörigen der Flotte sind verheiratet und haben Frau und Kinder. Vom Lohn müssen. während der Matrose auf hoher See ist, daheim Frau und Kinder leben. Die Wohnungsverhältnisse in den englischen Hafenstädten sind elend. Für eine dumpfe, feuchte, ungesunde Kellerwohnung hat die MatrosenFamilie oft 15 Mark und mehr pro Woche zu zahlen. Bleiben zum Leben oft für 3 bis 4 Personen, 20 bis 25 Mark. Und von diesen 20 bis 25 Mark pro Woche sollten den Seeleuten und deren Familien nun, auf Grund der Sparsamkeits=Bill, noch weitere 7,50 Mark genommen werden! In Anbetracht all dieser Umstände läßt sich die Erregung der Matrosen über die geplanten Soldkürzungen leicht vorstellen. Die Frauen der Matrosen erklärten unter den neuen Löhnen nicht leben zu können. Sie bestürmten ihre Männer mit Briefen, voller Klagen und Jammer. Es war ein menschliches Drama, fast vergleichbar mit den Weber=Aufständen, das sich in der zweiten Septemberwoche in Invergordon und auf den Schiffen der atlantischen Flotte abspielte. Die Matrosen kämpften, wie sie sagten und wie man keine Ursache hat, es ihnen nicht zu glauben, für das ergehen ihrer Frauen und Kinder. Die geplante Soldherabsetzung hätte für Tausende von Seemannsfamilien unsägliches Elend bedeutet. Das sahen selbst die Offiziere, bis zu den Admiralen einschließlich, ein. Und auf manchen Schiffen sympathisierten sie offen mit den Mannschaften. So kam es in Invergordon zu Vorfällen, wie sie die britische Flotte während der ganzen Geschichte ihres Bestehens kaum je gekannt hat. Auf all den etwa vierzig im Hafen von Invergordon ankernden Schiffen der atlantischen Flotte wurde jede Arbeit eingestellt. Auf jedem der Schiffe hatte sich ein StreikAusschuß gebildet. Die Matrosen hielten auf Deck lärmende Kundgebungen ab. Von der Höhe der Geschütze hielten Rädelsführer flammende Ansprachen. Die: Offiziere standen tatenlos dabei oder blieben in ihren Kajüten. An die Admiralität gerichtete Protestschreiben wurden verfaßt, die ein sonderbares Gemisch von treuer Ergebenheit und rebellischem Geiste darstellten.„Wir, loyale Untertanen Seiner Majestät des Königs, flehen hiermit Ihre Lordschaften, die Mitglieder der Admiralität an...“, beginnt eine der Resolutionen. Doch in der Mitte enthält sie die kategorische Forderung“, die geplanten Soldkürzungen nicht einzuführen,„widrigenfalls mit weiterer Fortdauer des passiven Widerstandes“ gedroht wird. Und zum Schluß kommt der für die gesamte Bewegung kennzeichnende Zusatz, daß„die Mannschaften mit vernünftigen und mäßigeren Kürzungen ihres Soldes gerne einverstanden waren.“ Die Beschlußfassungen wurden von Schiff zu Schiff signalipeltem Eifer vollführten die Matrosen jeden Morgen die Zeremonie des Flaggen=Salut, um dadurch den unpolitischen und„loyalen" Charakter ihres Hervortretens zu betonen. Der gesamte Vorfall ist also, zum Glück für England, kein Aufruhr im gewöhnlichen Sinne des Wortes gewesen. Die dahingehenden Darstellungen eines Teils der ausländischen Presse haben als übertrieben zurückgewiesen zu werden. Die Bewegung hatte vor allem keinen kommunistischen Charakter. Kommunistische Agitatoren, die sich hier und da in den Matrosenkantinen zeigten und Brandreden zu halten begannen, sind von den Matrosen verprügelt und herausgeworfen worden. Dennoch waren die Unruhen, das muß unumwunden zugegeben werden, ernst genug: Wenn mehrere tausend Matrosen der Kriegsflotte im Laufe von drei Tagen den Dienst verweigern, wenn sie auf den Kriegsschiffen Massen=Kundgebungen abhalten, wenn sie unter Singen und Johlen Gewalttaten begehen, wenn sie ihren Offizieren den Gehorsam verweigern und wenn sie gar so weit gehen, einzelne Offiziere mit Gewalt an der Ausübung ihrer Pflicht zu verhindern, so ist alles nicht sehr weit von einer offenen Revolte entfernt und kann in der Tat nur als„einer der ernstesten Vorfälle in der gesamten Geschichte der britischen Flotte" bezeichnet werden. Der Vorfall wird denn auch in ganz England als eine heilsame Lehre aufgefaßt. Die Sparsamkeits=Bill ist, das erkennt man nun, zweifellos in allzu großer Hast und ohne der nötigen Ueberlegung abgefaßt worden. Solche Lohnkürzungen, wie diejenigen der Armee und Flotte, der Polizei und Postangestellten, der Beamten und Lehrer und anderer Leute mit bescheidenen Einkommen, auf deren Unterstützung und Loyalität der Staat unter allen Umständen angewiesen ist, können nur als offensichtlich leichtfertig bezeichnet werden. Wenn ein Kabinettsminister von seinem Jahresgehalt von 100000 Reichsmark, auf Grund der Sparsamkeits=Bill, 25 000 opfert, so ist das durchaus nicht dasselbe, als wenn ein kleiner Mann mit einem Wochenlohn von 40 Reichsmark nun ganze 10 Reichsmark herzugeben hat. Der kleine Mann bringt bei weitem das größere Opfer. Und daß solche, sonst um das Volkswohl so besorgte Staatsmänner, wie MacDonald und Snowden, diese elementare Weisheit nicht sofort erkannt und so ungerechten „Sparmaßnahmen“ zugestimmt haben, hat sich nun bitter gerächt. Die Matrosen der atlantischen Flotte haben, bevor sie schließlich den Dienst wieder aufnahmen, nochmals klar hervorgehoben, daß sie sich den geplanten Kürzungen„bis zum äußersten“ widersetzen werden. Daß innerhalb der britischen Armee und des gesamten Polizeikorps über die Soldkürzungen ebenfalls eine sehr erregte Stimmung herrscht, ist ein offenes Geheimnis. Sollte daher die Regierung in dieser Sache nicht nachgeben und die geplanten Kürzungen nicht revidieren, so drohen sicher neue Unruhen, nicht nur in der Flotte allein, und die bisher unpolitische Bewegung könnte in Zukunft nur allzu leicht einen ganz anderen, wesentlich gefährlicheren Charakter erhalten. 10 Tote bei einer Schiffsexplosion Schwedens Schmugglerkönig unter den Toten. Reval, 21. September. Das estnische Motorboot„Karu“(61 Registertonnen) explodierte gestern aus bisher unbekanntem Grunde in der Nähe von Baltisch=Port. Dabei sanden fünf Mann der Besatzung den Tod sowie ein Passagier, der schwedische Schmugglerkönig Malenberg, der Kapitän wurde von einem schwedischen Dampfer aufgefischt und nach Reval gebracht. Von dort fuhr der Kapitän mit dem Motorboot„Colon“ zur Hilseleistung an die Unglücksstelle. Kaum war das Boot dort angelangt, als es ebenfalls explodierte. Bei diesem Unfall kamen vier Mann, darunter der Kapitän der„Karu", ums Leben. Wieder ein Flugzeugabsturz George Popoff. Stobeden in Baran und Amnerita In Japan bisher neun Tote und mehrere hundert Verletzte Tokio, 21. September. Um 11.10 Uhr früh japanischer Zeit wurde hier ein schwerer Erdstoß verspürt. Nach weiteren Meldungen ereignete sich das Erdbeben im Bezirke Saitama(Zentral=Hondo). Nach den bisherigen Feststellungen wurden neun Personen getötet und mehrere hundert Personen verletzt. In den Städten Konosu und Kumagaya stürz= ten viele Häuser ein. Newyork, 21. September. Aus Indianapolis, Cineinnati und anderen Städten Indianas und Ohios werden ausgedehnte Erdbeben gemeldet. Nennenswerter Schaden scheint jedoch nicht angerichtet zu sein. In vielen Städten flüchtete die Bevölkerung auf die Straßen, da sie eine Explosion als Ursache der Erschütterungen mutmaßte. Immer neue Spuren Die Suche nach den Aktentätern von Bia Torbagy Budapest, 21. September. Am Tatort des Eisenbahnanschlages bei Bia Torbagy wurden neue aufsehenerregende Funde gemacht. Die Funde ergaben eine überraschende Aehnlichkeit auch der Nebenumstände mit dem Eisenbahnanschlag von Jüterbog. Es wurde festgestellt, daß das Ekrasit nicht wie zuerst angenommen wurde, in einem Fiberkoffer verpackt war, denn man fand jetzt eine große Anzahl von Resten eines durch die Explosion zersplitterten Gasrohres. Dieses Rohr, von dem ein etwa 15 Zentimeter langes Stück unversehrt auf dem Boden lag, hat eine Weite von 3,5 Zentimeter. In diesem Rohr war die Ekrasitkerze untergebracht, die eine Dicke von 3,7 Zentimeter hatte. Die Ekrasitkerze mußte also, lum in das Rohr hineingezogen werden zu können, um 0,2 Zentimeter dünner gemacht werden. Am Ende dieses Rohres war ein Zünder befestigt, der durch Drähte mit der Batterie verbunden war. Auf Grund dieser Feststellungen hat die Budapester Polizei einen eingehenden Bericht an das Berliner Polizeipräsidium gesandt, weil die Aehnlichkeit zwischen den Anschlägen von Jüterbog und Bia Torbagy ganz klar erscheint. Im Zusammenhang mit der Aussage einer Bäuerin wurde festgestellt, daß die Frau bereits einmal in einer Heilanstalt untergebracht war. Immerhin wurde sie nach Bia Torbagy hinausgebracht. Im Laufe der Untersuchung wurden zwei Reichsdeutsche festgenommen, die der Bäuerin gegenübergestellt werden sollen. Eine weitere Meldung besagt: Bei der Polizei glaubt. Die Wendung ist dadurch eingetreten, daß sich die erst phantastisch erscheinenden Aussagen der Bäuerin als zuverlässig erwiesen haben. Auf Grund der Aussagen dieser Bäuerin, deren Name nun mit Julia Habli angegeben wird, wurde im Laufe der Nacht ein arbeitsloser Kellner namens Geza Toth verhaftet, der seit mehreren Wochen in Torbagy wohnt. Die Polizei ist der Meinung, daß Toth lediglich ein Werkzeug ausländischer kommunistischer Organisationen war, mit der Aufgabe, den richtigen Platz für das Attentat auszusuchen. Das eigentliche Attentat dürfte von zugereisten Reichsdeutschen oder Oesterreichern verübt worden sein. Wien, 21. September. Auf Grund einer privaten Anzeige verhaftete die österreichische Polizei in Leoben(Steiermark) den 31jährigen Maschinenschlosser Walter v. Riesen aus Württemberg unter dem Verdacht der Teilnahme an dem Eisenbahnattentat von Bia Torbagy. Riesen, der leugnet, hatte sich durch Aeußerungen über das Attentat verdächtig gemacht. Es wurden bei ihm zahlreiche Zeitungsausschnitte über die Katastrophe von Bia Torbagy vorgefunden. Er hielt sich auch kurz vor dem Attentat in Budapest und Steinamanger auf, will aber Ungarn bereits am 11. September verlassen haben. Das Kreisgericht in Leoben setzte sich sofort mit den ungarischen Behörden in Verbindung. Breslau, 21. September. Zwischen Banau und Hennersdorf im Kreis Frankenstein stürzte der Breslauer Eindecker D 2022, ein Sportübungsflugzeug, mit zwei Insassen ab. Die Maschine geriet in der Luft in Brand und der Führer versuchte eine Notlandung vorzunehmen. Bevor das Flugzeug aufsetzte, sprang der eine Insasse ab und stürzte tot zu Boden. Das Flugzeug zerschellte bei der Landung. Der Führer blieb unverletzt. Das Flugzeug war auf dem Wege von Breslau nach Mittelwalde. Mutter und Geschwister ermordet steule lein Görlitz, 21. September. Hier stellte sich der 18jährige Mühlenbesitzerssohn Georg Klein aus Troitschendorf, Kreis Görlitz, der Görlitzer Kriminalpolizei mit der Selbstbezichtigung, seine Mutter und seine beiden Geschwister, einen neun Jahre alten Knaben und ein neunjähriges Mädchen, ein Zwillingspaar, mit der Axt serschlagen zu haben. Die polizeilichen Nachforschungen ergaben die Richtigkeit der Selbstbezichtigung. Die Mutter des Täters wurde in der Stube, der Knabe im Keller und das Mädchen auf dem Hausboden erschlagen aufgefunden. Bei einem Lokaltermin gab der Mörder eine Schilderung seiner entsetzlichen Bluttat, aus der hervorgeht, daß Klein die Tat nicht im Affekt begangen hat. Klein hat seiner im Bett liegenden Mutter mehrere Schläge mit dem Hammer versetzt und die sich Wehrende mit einer Axt erschlagen. Mit einem Brotmesser hat er im Keller seinen neunjährigen Bruder erstochen. Seine Schwester, die sich vor dem Mörder auf den Boden geflüchtete hatte, hat er gewürgt und das schwächliche Kind, als es noch Lebenszeichen von sich gab, ebenfalls mit der Axt erschlagen. Am Morgen nach der Tat hat der Mörder in aller Ruhe die Kundschaft bedient, ist dann mit Ware nach Görlitz gefahren und hat hier eine Zeche von 60 Reichsmark gemacht. Er fuhr dann nach Dresden und will auf der Rückfahrt einen Selbstmordversuch unternommen haben. Helbstmord einer Nichte Hitlers München, 21. September. In einer Wohnung am Prinzregenten=Platz hat sich eine 23jährige Musikstudierende, Geli Raubal, eine Nichte Adolf Hitlers, erschossen * Oustrie aus der Haft entlassen. Der Pariser Bankier Oustric wurde provisorisch auf freien Fuß gesetzt. Ein langwieriger Prozeß um Trinkwasser Bergoau ioater eine Beischaft aus Beschlußfassungen wurden von Schiff zu Schiff sign schaften beantwortet. Das Gebrüll war meilenweit sherrscht fieberhafte Tätigkeit, da man auf, der siche: längs der schottischen Küste zu hören. Doch mit dop=iren Spur der Attentäter von Bia Torvagy zu se Mitilonat nicht Gafsti Katseihaftes Verschwinden eines Afghanen aus Berlin Berlin, 21. September. Die Berliner Zivilgerichte und auch die Staatsanwaltschaft befassen sich seit einiger Zeit mit einem eigenartigen Rechtsstreit, der um die Person eines Afghanen. Eigentümers mehrerer wertvoller Grundstücke im Berliner Westen entstanden ist. Man weiß nämlich nicht, ob der Besitzer dieser Werte noch am Leben ist. Während ein Teil der an diesem Fall Interessierten behauptet, daß der Afghane sich in Rußland aufhalte und von dort aus eine Reihe von Vollmachten ausgestellt habe, wird von der anderen Partei erklärt, daß er längst gestorben sei und daß die angeblich von ihm ausgestellten Dokumente Fälschungen darstellen. Im Jahre 1922 kam der Kaufmann Aminjan Souleymanoff aus Buchara nach Berlin und kaufte verschiedene Häuser, u. a. die Grundstücke Kurfürstendamm 26, Fasanenstraße 76/77 und Elsässer Straße 14. Anfang November des gleichen Jahres, nachdem S. die Verwaltung eines Teiles seiner Häuser einem in der Urbanstraße wohnhaften Hausverwalter übertragen hatte, reiste der Afghane nach Rußland und ließ nichts mehr von sich hören. Seine Interessen wurden von dem Hausverwalter und von dem Angestellten einer von S. ins Leben gerusenen Aktiengesellschaft vertreten. Fast fünf Jahre nach der Abreise des S. im Mai 1927, erschien bei der Gesellschaft der russische „Souleymanoff vor und übernahm den Posten eines Direktors der Aktiengesellschaft. Es kam dann zu Auseinandersetzungen mit dem von Souleymanoff selbst bestellten Hausverwalter, der den neuen Direktor nicht anerkennen wollte. Lurie erklärte schließlich, daß der Afghane bald nach Berlin kommen und die Angelegenheit regeln werde. Das war im Juli 1927. Souleymanoff ist aber seitdem nicht erschienen. Es kam zum Prozeß. Lurie zeigte vor Gericht eine Photographie jenes Souleymanoffs, der ihm die Vollmachten erteilt hatte. Berliner Zeugen behaupteten, daß das Bild Souleymanoffs nicht darstelle. Das Kammergericht ließ nun an den Afghanen die Aufforderung ergehen, sich bei der deutschen Botschaft in Moskau zu melden. Souleymanoff blieb unauffindbar. In Berlin erschien aber ein neuer Bevollmächtigter Souleymanoffs, angeblich ein Moskauer Professor. Jetzt griff die Afghanische Gesandtschaft ein und strengte einen Prozeß an um die Vermögensobjekte des verschollenen afghanischen Staatsbürgers für ihn oder seine Erben in Verwahrung zu nehmen. Die Gerichte stehen aber auf dem Standpunkt, daß sie nicht die Möglichkeit haben, zu entscheiden, ob die Vollmachten Luries echt oder falsch sind. Auch der ursprüngliche Hausverwalter wurde mit seinen Ansprüchen zunächst abgewiesen. Die Nachforschungen der Gerichte und auch der Staatsanwaltschaft nach Souseymanoff, der in Berlin ein auf mehrere Millionen belausenes VerRechtsanwalt Arkadie Lurie, wies Vollmachten von mögen hat und sich nicht meldet, werden fortgesetzt. Berlin, 21. September. gebnislos. Eine Braunkohlengewerkschaft, die an der preußischbayerischen Grenze eine Braunkohlenzeche betreibt, hat jetzt einen Prozeß durchzufechten, der nicht nur von bergbaulichem Interesse ist. Es handelt sich darum, daß durch den immer fortschreitenden Ausbau der Grube Gewerkschaft Gustav in Dettingen in der Nähe der Ortschaft Groß=Krotzenburg in der ganze Umgebung der Grundwasserspiegel so stark gesenkt wurde, daß in einem benachbarten Dorf sämtliche Brunnen austrockneten und mehrfach vertieft werden mußten. Dieser Vorgang ist kein Einzelfall weder im Hinblick auf die Erscheinung selbst noch ihre Ursachen. Bedenkliche Grundwasserspiegelsenkungen sind in ganz Deutschland in stark fortschreitendem Maße zu beobachten. Sie werden verursacht nicht nur durch bergbauliche Betriebe, sondern auch durch Kanalbauten, Flußregulierungen, durch die Kanalisation der Großstädte, überhuapt durch alle in großem Maßstab betriebenen Vorkehrungen, den Abfluß des Wassers zu beschleunigen. Die Wirkungen sind hier und da schon so deutlich, daß man in Fachkreisen von einer drohenden Versteppung Deutschlands zu sprechen beginnt. Vor zwei Jahren eröffnete die Gewerkschaft Gustav in der Nähe der Ortschaft Groß=Krotzenburg einen Grubenbetrieb. Selten hat ein Bergwerksunternehmen einen derart überraschenden Erfolg erzielt. Erdschätze fand man zunächst keine, dafür aber trockneten im Verlauf von wenigen Tagen sämtliche Brunnen der Gemeinde Groß=Krotzenburg aus. Der ganze Ort befand sich tatsächlich monatelang ohne Wasser. Die Gemeinde, die plötzlich des Trinkwassers beraubt wurde, trat natürlich sofort mit Beschwerden an die Gewerkschaft heran, wurde aber mit„trockenen“ Worten abschlägig beschieden. Als die Eingaben der Gemeinde aber immer dringlicher wurden, ließ sich die Gewerkschaft wenigstens herbei= mehrere Baukolonnen in Tätigkeit treten zu lassen, durch die sämtliche Brunnen um 3 bis 4 Meter vertieft werden sollten. In der Zwischenzeit durften sich die Einwohner von Krotzenburg ihr Wasser kilometerweit herbeitragen. Die Bautätigkeit an den Brunnen hatte zunächst keinen oder nur einen sehr schwachen Effekt, und so kam es, daß es innerhalb der Gemeinde unliebsame Auftritte und schließlich sogar Revolteszenen im Gemeindeparlament gab. Es kam zu politischen Sturmläufen gegen den Bürgermeister, dem Unfähigkeit in der Behandlung dieser lebenswichtigen Angelegenheit vorgeworfen wurde, und schließlich mußte sich der preußische Landtag mit dem Fall beschäftigen. Aus Berlin, Frankfurt und München zitierte man Sachverständige herbei, die der Gemeinde die nötigen Unterlagen für einen umfangreichen Prozeß gegen die Gewerkschaft liefern sollten. Zwei Jahre lang schwebte die Klage. Die Gemeinde verlangte 50.000 Rentenmark Entschädigung als Zuschuß zu den Kosten der Wasserleitung. Es kam zu Vergleichsterminen, aber einer wie der andere verlief erWieder rückten Sachverständige an, und es wurde einwandfrei festgestellt, daß durch das Vertiefen der Brunnen das Wasser stark eisenhaltig geworden ist, da man in Eisenschichten geraten war. Ehe noch die Gemeinde den geforderten Beweis erbracht hatte, daß das Wasser früher diese Eigenschaften nicht hatte, in der wurde vom Landgericht ein Teilurteil gefällt. Der Anganzen spruch der Gemeinde sei berechtigt, doch müßten die For###nt derungen der mitklagenden Einwohner einzeln begründet werden. Auf diesem Status steht augenblicklich dieser einzigartige Prozeß, dessen Ausgang allerdings nicht mehr zweiselhaft erscheint, da die Gemeinde Krotzenburg aus einem früheren Prozeß den Beweis erbringen will, daß ihr Wasser früher nicht eisenhaltig war. Bis zum Bau der neuen Leitung allerdings wird noch manche Zeit vergehen und so lange hat Deutschland eine„Stadt ohne Wasser“. Eisenbahnkalastrophe in Rumänien Benzintransport zug verbrannt.— Bisher fünf Tote. Bukarest, 21. September. Auf der Strecke Ploesti Slobozia ereignete sich ein furchtbares Eisenbahnunglück. Ein Transportzug mit fünfzig Zisternenwagen, die 12 00C Tonnen Benzin enthielten, stieß in voller Fahrt mit einem Leerzug zusammen. Die Maschine und die ersten Wagen entgleisten und wurden zertrümmert. Das auslaufende Benzin ergoß sich über die Strecke und stand im nächsten Augenblick in hellen Flammen. Innerhall weniger Minuten bildeten die beiden Züge ein einziges Flammenmeer. Bishei sind fünf Leichen geborgen worden. Wasser Könchen Pastillen Quellsalz: gegen Schutmarke Kafarrhe, Grippe, Sodprennen un 3. Bellage zi Anzeiger u. 6 Nur Pa Starke Die jetzt of nanzkrise, die Englands von Monate, sowie haben, wie wir teilen konnten, nicht verfehlt. natürlich an d Börfer * Geheimer Hofrat Littmann Der Geheime Hofrat Littmann von der Baufirma Heilmann& Littmann.=G.(München=Berlin), starb im 70. Lebensjahre in München. Littmann hat u. a. in München das Prinz=Regenten=Theater, die Schack=Galerie, das Hofbräuhaus, das Verlagsgebäude der„Neuesten Nachrichten“, das Künstlertheater und das Schauspielhaus, ferner das Deutsche National=Theater in Weimar und das Schiller=Theater in Charlottenburg gebaut. Neben der 1 Montag auch sen ihre Sche sowie an eini blieben zwar auch an diese Auch der freis ten, lediglich Der Berliner Pressevertrete mitteilen, daß die Berliner B sicht auf die. worden sei. 1 werde sowohl rechterhalten. solle in einer Börsenvorstan Ob am Dienst. hänge ganz ve sen ab. 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Am Morgen Ruhe die KundGörlitz gefahren smark gemacht. if der Rückfahrt haben. hitlers September. en=Platz hat sich rende, Geli erschossen. Der Pariser auf freien Fuß 16 * Schusmarks Frennenus s. Beslage zum Bochumer Anzeiger u. Gen. Anzeiger Handel- Gewerbe-Induftrie Nr. 222 38. Jahrgang Dienstag, 22. Sept. 1931 Nur Paris und Newyork waren geöffnet Barer Wtemane Starke Unterbewertung des Pfundes— Gewaltiges Anziehen der Preisc an den englischen Warenmärkten Bochum, 21. September. Die jetzt offen zu Tage getretene englische Finanzkrise, die in ihrem Gefolge verkündete Abkehr Englands von der Goldwührung für zunächst sechs Monate, sowie die Schließung der Londoner Börse haben, wie wir gestern schon an anderer Stelle mitteilen konnten, ihren Eindruck in der gesamten Welt nicht verfehlt. Am stärksten ist das Echo vorerst natürlich an den internationalen Börsen. Börfenruhctag in Deutschland Neben der Berliner Börse haben am heutigen Montag auch alle deutschen Provinzbörsen ihre Schalter geschlossen gehalten. In Berlin sowie an einigen anderen deutschen Börsenplätzen blieben zwar die Börsenräume geöffnet, doch auch an diesen Plätzen eine Noticrung nicht Auch der freie Handel in Wertpapieren ten, lediglich Produkten wurden in dige an, und es h das Vertiefen ig geworden ist, ten war. Ehe Is erbracht hatte, ften nicht hatte, gefällt. Der Anmüßten die Forinzeln begründet ich dieser einzigings nicht mehr Krotzenburg aus ringen will, daß Bis zum Bau och manche Zeit eine„Stadt ohne Rumänien rbrannt.— te. September. ia ereignete sich Ein Transn, die 12 000 stieß in voller zusammen. igen entgleisten islaufende Benstand im nächen. Innerhalt eiden Züge teer. Bishei 1 Der Geheime Heilmann& Littim 70. Lebens. a. in München hack=Galerie, das :„ Neuesten NachSchauspielhaus, # in Weimar und urg gebaut. fand statt. war verboBerlin notiert. Der Berliner Börsenvorstand empfing heute die Pressevertreter und ließ durch Bankier Bergmann mitteilen, daß der Beschluß des Gesamtvorstandes, die Berliner Börse geschlossen zu halten, mit Rücksicht auf die anderen europäischen Börsen gefaßt worden sei. Der Zahlungs- und Lieferungsverkehr werde sowohl für heute als auch für Dienstag aufrechterhalten. Hinsichtlich der Differenzzahlungen solle in einer am Dienstag vormittag stattfindenden Börsenvorstandssitzung Stellung genommen werden. Ob am Dienstag die Effektenbörse wieder stattfinde, hänge ganz von der Haltung der ausländischen Börsen ab. Die Börfenruhe im Auslande Als einzige der europäischen Börsen hielt heute lediglich die in Paris ihre Schalter geöffnet, jedoch wurden gewisse Einschränkungen gegenüber den internationalen Wertpapieren im Terminhandel gehandhabt. Der Gouverneur der Bank von Frankreich ließ in Paris erklären, daß Frankreich keinen Anlaß habe, sich zu erregen. Seine Währung sei fest. Das Gold der Bank von Frankreich, die Dollarkredite, über die sie in Newyork verfüge, machten den Franken durchaus unangreifbar. Die schweizer Börsen(Basel, Zürich und Genf) nahmen heute nur einen Handel in eidgenössischen und Bundesbahn-Obligationen sowie in kantonalen und Stadtanleihen vor. Der ganze übrige Verkehr ruhte. Auch die indischen Börsen hielten am Montag geschlossen. So läßt sich feststellen, daß am heutigen Montag mit Ausnahme von Paris alle europäischen Börsen ihre Schalter geschlossen hielten. Es ist dies ein Vorgang. der bisher in der Geschichte der Börse seinesgleichen sucht und ein schlagender Beweis dafür ist, welche Formen die internationale Finanzkrise, hervorgerufen durch Versailler Vertrag und Reparationen, bereits angenommen hat. Die Wirkungen auf der Burgltraße In Anbetracht des hohen jüdischen Feiertages wiesen die Räume der Berliner Börse in der Burgstraße ohnehin keinen starken Besuch auf. Tendenzmäßig stellte man im allgemeinen fest, daß an eine Besserung des Kursniveaus für deutsche Werte kaum zu denken sei, solange die Situation an den Weltbörsen nicht eine gründliche Bereinigung erfahren habe. Vor allem verwies man auf die gegenwärtige Bewertung der deutschen Anleihen im Auslande und stellte die niedrigen Zinssätze, die für Warenkredite] verlangt werden, miteinander in Vergleich. Die wirtschaftspolitische Lage wurde dagegen entschieden optimistischer beurteilt. Man stellte fest, daß die Entwicklung für Deutschland keineswegs ungünstig genannt werden könne, da sämtliche Fragen, die für Deutschlands Schicksal von ausschlaggebender Bedeutung seien, sicher schneller sur Entscheidung gebracht werden dürften, nachdem auch das stolze England so empfindlich mit in die Krise hineingezogen worden sei. Der Produktenverkehr blieb heute von den Einschränkungsmaßnahmen für den Börsenverkehr unberührt. Die Allgemeinstimmung war aber infolge der überraschenden Ereignisse des Sonntags äußerst unsicher. Starke Unterbewertung des Pfundes Die Vorgänge in London haben auch zu einer außerordentlich starken Unterbewertung des englischen Pfundes im Ausland geführt. So wurde heute aus Newyork ein Kurs von.30 Dollar für ein englisches Pfund gegen 4,84 Dollar am Sonnabend gemeldet. Der Goldpunkt, dessen Unterschreitung die Bank von England zu Goldabgaben zwingen würde, liegt bei etwa 4,85. London gegen Paris war mit 105 Franken gegen 123.95 Franken am Sonnabend zu hören. Gegen Amsterdam schwächte sich der Kurs auf 11 Gulden gegen 12.03 Gulden am Ende der Vorwoche ab. In Berlin wurde heute der Kurs für das englische Pfund mit 19.25 Reichsmark gegen 20.47½ Reichsmark am Freitag festgesetzt. Die englischen Warenmärkte standen nach einer Londoner Meldung ebenfalls unter dem ersten Eindruck der Pfundkrise. Gein treide zog um etwa vier Reichsmark an. Baumwolle zog um etwa 50 Punkte an. Kupfer erhöhte sich um etwa 110 Reichsmark je Tonne und Zinn sogar um 160 Reichsmark pro Tonne. Panikstimmung in den Niederlanden In Amsterdam hat die Außerkraftsetzung des Goldstandards in England und die Schließung der Londoner Börse Bestürzung und Panikstimmung hervorgerufen. Die niederländischen Banken bieten alles auf, um das durch die Alarmgerüchte und Kursstürze der letzten Tage außerordentlich nervös gewordene Publikum zu beruhigen. In den Vormittagsstunden des Montag hörte man von Bank zu Bank wahre Katastrophenkurse selbst für die jahrelang favorisierten Papiere. Bereits seit Mitte der vergangenen Woche verursachten Gerüchte über die Gefährdung der niederländischen Salden in der City in hiesigen Finanz- und Börsenkreisen stärkste Beunruhigung, die wiederum zu forcierten Abhebungen und Kündigungen niederländischer Gelder England führten. Im ein, wenn auch vorläufig sich nur in Grenzen haltender Rückfluß von Auslandskapitalien aus Holland, vornehmlich nach Deutschland, festzustellen, der. falls es nicht gelingt, wirksame Maßnahmen für seine Unterbindung zu treffen, schon in den allernächsten Tagen in spontaner Weise einen unabsehbaren Umfang annehmen könnte, der auch auf den Wechselkurs nicht ohne Einfluß bleiben könnte. Wie verlautet, prüft die Nederlandsche Bank die Frage der Erhöhung des Diskontsatzes. Im übrigen beurteilt man zur Zeit in führenden Finanzkreisen die Wirtschaftsposition der Niederlande durchaus pessimistisch. Bei der Erörterung des Krisenproblems wird die Reparationsfrage immer mehr in den Vordergrund geschoben. Ironie des Schickfals Ironie des Schicksals: Dawes- und Youngplan Schutz der deutschen Währung ausihren Aufgabenkreis auf. In dieser Beziehung sollte der Schuldner— aus guten Gründen— geschont werden. Jetzt haben die Franzosen den Bundesgenossen von einst in den gleichen Zustand versinken lassen. Wahrlich eine Schicksals. Es heißt jetzt, entweder schnell handeln, dem oft genug betonten Willen zur Verständigung die Tat folgen zu lassen oder das Verhängnis nimmt seinen Gang. Es wird nicht Halt machen vor dem französischen und amerikanischen Gold. Es kann nicht aufgehalten werden mit den üblichen kleinen Mitteln. Der Blitzschlag aus England ging mitten in den goldenen Reichtum und droht das darauf stehende Schuldengebäude zum Einsturz zu bringen. Den großen Gläubigerländern wird es endlich ganz klar; so kann es nicht mehr weitergehen. Das Mißtrauen frißt wie die Schwindsucht die Weltwirtschaft auf. Es geht nicht mehr so weiter, daß die Gläubigerländer ihr Geld wie einen Spielball Im übrigen ist seit kurzer Zeit die Welt rollen lassen, und es gen# Mientm— beschränkten weiter, daß die einseitige Schuldenwirtschaft nahmen den drücklich in durch geht nicht mehr so das Gold und die Kaufkraft der Welt zwei Ländern, Frankreich und Amerika, überantwortet. Von den rund 51 Milliarden gemünzten Goldbeständen der Welt liegen zurzeit rund 10 Milliarden in Paris und 21 Milliarden in Newyork, aber nur.5 Milliarde (davon ein Teil gepumpte) in Deutschland und Milliarden in London. Die Aufhebung der Goldeinlösung in England bedeutet also nicht: Los vom Gold. Die Parole wird im eigenen englischen Interesse und mit Rücksicht auf die politischen Machtverhältnisse heißen: Zurück zum Gold. Soweit die Währungsfrage detzt erörtert wird, wird es sich um die Goldverteilung handeln. Aber das wird nur der Vordergrund zur internationalen Auseinandersetzung und zu Maßnahmen sein, die durch England ausgelöst wurden. Unmittelbar dahinter steht die Neuordnung der internationalen Verschuldung, die hoffentlich endlich und klar die Erkenntnis bringen wird, daß nur Frankreich heute der internationale Störenfried ist. Reichsmark getätigt haben, aufgefordert, diese Geschäfte durch Zurückhandeln bis zum 3. Oktober dieses Jahres abzuwickeln. Soweit dem Auslande gegenüber Devisen als Termingeschäfte geliefert werden müssen, erklärt sich die Reichsbank bereit, die benötigten Devisen bis zum 1. Oktober dieses Jahres gegen entsprechende Unterlagen abzugeben. Dyckerhoff-Wicking verltändigung über die Fulion Ueber das Sanierungs- und Fusionsprogramm von Wicking-Zement-Dyckerhoff wird jetzt Tronie des offiziell mitgeteilt: Nach monatelangen Verhandlungen ist nunmehr zwischen den Gruppen DyckerhoffWicking eine Verständigung dahin erzielt worden, daß der für den 12. Oktober einberufenen Generalversammlung der Wickingschen Portland-Zementund Wasserkalkwerke AG.(Münster). die Verschmelzung beider Unternehmen vorgeschlagen werden soll. Zu diesem Zweck wird das Kapital der WickingWerke nach Einziehung von 11 Millionen Reichsmark Vorratsaktien(10 Millionen Reichsmark Stammaktien 1 Million Reichsmark Vorzugsaktien) im Verhältnis•1 auf 4 Millionen Reichsmark zusammengelegt, alsdann findet eine Wiedererhöhung auf 27 Millionen Reichsmark statt. Hiervon übernehmen die beteiligten Banken in Anrechnung auf ihre Forderungen 6 Millionen Reichsmark Aktien, während der Dyckerhoff-Gruppe für die Einbringung ihrer Werte 17 Millionen Reichsmark überlassen werden. Darüber hinaus soll über eine weitere Kapitalerhöhung um 8 Millionen Reichsmark Beschluß gefaßt werden, deren Begebung vorbehalten bleibt.— Die finunzielle Basis des neu geschaffenen Unternehmens ist durch langfristige Festlegung der bisherigen Kredite und Gewährung eines zusätzlichen Betriebskredits sichergestellt. Quer durch die Wirtschaft Die schwedische Reichsbank hat Prozent auf 5 Prozent erhöht. den Diskont um Die einzigen Börlen Paris und Newyork stark abgeichwächt Die Pariser Börse, die am Montag als einzige Weltbörse geöffnet war begann angesichts der englischen Krise außergewöhnlich nervös. Die Festsetzung der ersten Kurse bereitete wegen des groBen Angebots und der geringen Nachfrage starke Schwierigkeiten. Die Börse schloß zu niedrigsten Kursen mit etwa 10 bis 15 v. H. Verlust vom Wert fast sämtlicher Papiere. Das englische Pfund wurde amtlich nicht notiert und wird auch nach einer Erklärung des französischen Finanzministers nicht notiert werden. Im Freihandel wurden von Bank zu Bank zunächst Kurse von 110 bis 115 und schließlich nur 102 Franks gezahlt. Die Reichsmark wurde mit 5 Franks gehandelt. Die Newyorker Börse, die trotz anfänglicher Bedenken unbeschränkt eröffnete, verzeichnete unter dem Eindruck der englischen Krise erThebliche Kursabschwächungen auf der ganzen Linie. Das englische Pfund notierte.02 gegenüber.85 am Samstag. Der Newyorker Börsenvorstand wendet sich in einem Aufruf an sämtliche Mitglieder, indem er angesichts der„überaus erhöhten Notlage“ vor Leerverkäufen dringend warnt und den Baissespekulanten mit Ausschließung von der Börse droht, als sie ihre Leerverkäufe fortsetzten. Der Schluß der Börse war dann etwas erholt. Londoner Börfe auch heute geschloffen Nach einer offiziellen Bekanntmachung wird die Londoner Effektenbörse auch am Dienstag geschlossen bleiben. Der Verkauf von Goldbarren nach dem Auslande wurde von der Bank von England am Montag unterbunden. Auflichtsratsmandate in einer Hand werden verringert Die Reform des Aktienrechts, die zum Teil durch Notverordnung— wir berichteten darüber— durchgeführt wird, bringt weitgehende Maßnahmen zur Reformierung der Aufsichtsratsorgane der Aktiengesellschaften. Durch eine zahlenmäßige Beschränkung dieser Gremien schafft die Notverordnung einmal die Mammutaufsichtsräte ab, alsdann die übermäßige Anhäufung von Aufsichtsratsmandaten in einer Hand. Ein Aktienunternehmen darf künftig nur einen Aufsichtsrat haben von höchstens dreißig Mitgliedern; ferner darf eine Person höchstens zwanzig Aufsichtsratsmandate besitzen. Einen Ueberblick über die Gesellschaften mit einem Aufsichtsrat von mehr als dreiBig Mitgliedern gewinnt man aus der nachstehenden Zusammenstellung. Außerdem zeigt die zweite Zusammenstellung die Großaufsichtsräte, d. h. diejenigen Persönlichkeiten, die allein 40 und mehr Mandate ausüben. Diejenigen Aufsichtsräte, die 20 bis 40 Mandate in sich vereinigen, sind wegen der großen Anzahl nicht berücksichtigt worden. Gesellschaften mit mehr als 30 Aufsichtsräten Gelsenk Bergw. AG. 53 Gerlingkonzern 33 I. G. Farbenindustrie AG. 51 Kali-Industrie AG. 34 Märk. Elektr. Werke AG. 44 Phönix“ Bergbau 33 Rhein-Main-Donau-AG. 89 Rhein, Verk.-(ies. AG. 42 Rh.-Westf. El. Werke AG. 88 Rütgerswerke AG. 41 A. Schauffhaus. Bankv. Südd. Disconto-Ges. AG. 31 Südd. Zucker AG. 34 Ueberlandzentrale Pommern AG. Uia„„ 32 Allg. Elektr. Werke AG. 59 Linke-Hoffmann-Busch AG. f. Kohlenverwig. AG. A. E. G. Allianz- u. Stuttg. Lehensvers.-Bank 4G. Allianz- u. Stuttg. Verein Versichgs.-AG. Bayrische Vereinsbank Commerz- u. Privatb. AG. Darmst. u. Nat.-Bank Deutsche Atlant. Telegr.Gesellschaft Deutsche Bank Deutsche Lufthansa AG. Deutsche Rentenbank Disconto-Ges. Kdt.-..A. Dresdner Bank Elektr. Werke Westf. AG. Elektrow. AG. 51 Die vom Statistischen Reichsamt für den 16. September 1931 berechnete Indexziffer der Großhandelspreise ist mit 108.8 gegenüber der Vorwoche um.2 v. H. gesunken. * Der reine Syndikats-Kohlenabsatz(auf die Verkaufsbeteiligung in Anrechnung kommend) ging im August auf 4 989 972 Tonnen zurück gegenüber 5 145 105 Tonnen Im Juli 1931(Kohlen. Koks und Briketts durcheinander gerechnet). Von diesem Absatz entfallen 2 381 690(2 649 215) Tonnen auf das unbestrittene und 2 608 282(2 495 890) Tonnen auf das bestrittene Gehiet. * Am 29. September, dem Tage der 50. Wiederkehr der Gründung des ersten Sparkassenverbandes in Deutschland, findet nachmittags 3½ Uhr eine Festsitzung des Vorstandes, des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes und der Vorstäude seiner Mitgliedsverbände im großen Sitzungssaal des ehemaligen Herrenhauses(Berlin), statt, an der auch Vertreter der Behörden und der Wirtschaftsorganisationen teilnehmen. Für den gesamten deutschen Kohlenhandel von höchstem Interesse ist der Kampf, den die Stuttgarter Kohlengroßhandlung Walz gegen die vom süddeutschen Kohlenkartell verhängte Lieferungssperre führt. Dieser Kampf ist jetzt in ein entscheidendes Stadium getreten, da das Kartellgericht zwei wichtige Urteile gegen die Lieferungssperre gefällt haf. Diese Urteile gewinnen noch besondere Bedeutung dadurch, daß das Reichswirtschaftsministerium die Bestrafung des süddentschen Kohlenkartells beim Kartellgericht beantragt hat. * Von der Direktion der Dutsburger Gewerbebank wurde jetzt die Einleitung des gerichtlichen Vergleichsverfahrens beantragt. * Bei der Mechanischen Weberel Linden AG. In Hannover-Linden betrügt der Verlust für 1930,.58 Millionen Reichsmark. Es soll eine Sanierung durch Zusammenlegung und Wiedererhöhung des Aktienkapitals vorgenommen werden.— Die Deutschen Piano-Werke AG. in Braunschweig sind, wie sich jetzt herausstellte, mit 4 Millionen Reichsmark überschuldet. Werke AG. 35 Ueber 100 Jakob Goldschmidt 60 bis 70 Sitze H. v. Stein Louis Hagen Millington-Herrmann 50 bis 60 Sitze Curt Sobernheim Friedr. Schweder Frh. v. Oppenheim Hermann Fischer Oskar Schlitter Die Großauflichtsräto Sitze 40 bis 50 Sitze Herbert M. Gutmann G. Solmssen Henry Nathan Otto Jeidels Bruno Heck Schön v. Wildenegg Viktor v. Klemperer Paul Mamroth Paul Silverberg Ludwig Fulda Friedrich Reinhart Heinrich Arnhold Die Abwickelung der Devilentermingelchäfte Nach einer von der Reichsbank auf Grund des Stillhalteabkommens veröffentlichten Bekanntmachung werden die Banken, die vor dem 31. Juli 1931 untereinander Devisentermingeschäfte gegen Ueber das Vermögen der Maschinenfabrik Kappel Chemnitz-Kappel wurde der Konkurs verhängt. In Die Erdölgewinnung Preußens betrug im August 1931 nach den vorläufigen Ergebnissen der amflichen Statistik 15 388 Tonnen gegen 13 991 Tonnen im Vormonat und 14 125 im Monatsdurchschnitt 1930. Die Bank von Pittsburg and Pennsylvania Schalter geschlossen. hat ihre Berliner Produktenbericht Berlin, 21. September 1931 Poton Pethehrce. sonst ger 100 Kliogramm heute vorioe Weizen märk. 209—212s210—213 Roggen märk. 183-186 183- 186 NeueWintergerste 149—156 149—156 Hater mirk., 132.-140132—-140 Weizenmehl[26.-32.2s26.-32.2 Roggenmehl 60%—. u. I.— 70% 25.2 28.0 25.-26.0 Weizenkleie. 10.-11.0 10.11.5 Roggenkleie.-.5.-.5 Kiktoriaerosen 20.-27.0 20.-27.0 Futtererbsen Peluschten Ackerbohnen Wicken.... Blaue Luoinen Gelbe Lupigen Seradella neu Raoskuchen.. Leinkuchen.. Trocken-Schnitzel Karroffelflocken heute Norge 13.=13 613.-13.6 .-.8.7.8 Weine Erbsen Die westdeutschen Schlachtviehmärkte fielen gestern wegen des jüdischen Feiertages aus. Westsaten und Ein Ehrenmal für die Eiserne Division wp Münster, 21. September. Sonntag morgen wurde im Treppenaufgang des Stadtverwaltungsgebäudes das Erinnerungsmal für die Gefallenen der 47. ReserveDivision eingeweiht. Ein Glasfenster, das St. Georg mit der Lanze darstellen soll und Verfechtern der modernen Kunst vielleicht gefallen kann(es wurde von dem Glasmaler Th. Junglas geschaffen), ist in den Grundfarben weiß und rot gehalten. In die Fensterbank ist eine geschmackvolle Plakette von Albert Mazotti eingelassen, die die Erinnerung an die„Eiserne Division" festhält. Zu der Enthüllungsfeier waren die Spitzen der städtischen Verwaltung vertreten. Generaldirektor Pforte verhaftet * Hagen, 21. September. Der ehemalige Generaldirektor der Hagener Straßenbahn, Pforte, ist in seiner Wohnung in Düsseldorf durch Kriminalbeamte verhaftet worden. Die Verhaftung ist auf Anordnung des Untersuchungsrichters in Hagen erfolgt, da Fluchtverdacht und Verdunkelungsgefahr vorliegt. Von unserem=Mitarbeiter wird uns geschrieben: Pforte hat in Düsseldorf bei der Firma Büssing, von der er während seiner Amtszeit sämtliche Autobusse bezog. eine Stellung angetreten. Die Behauptungen Pf., Arnsberger und Berliner Regierungsbeamten seien große Zuwendungen gemacht worden, werden in unterrichteten Kreisen durchaus ernst genommen. Zweifellos bestehen Zusammenhänge des Falles mit den damaligen Eingemeindungsplänen der Stadt Hagen, die von dem damaligen Oberbürgermeister, Finke recht großzügig verfolgt wurden. Die Expansionspolitik der Hagener Straßenbahn AG., die mehrere Millionen Reichsmark! Fehlinvestitionen kostete, war hauptsächlich im Hinblick auf die Eingemeindung angelegt. Zum Zweck der Eingemeindung, die der früheren Stadt Hagen nur Schulden und unausgeglichene Etats der eingemeindeten Orte einbrachte, bewilligten die Stadtverordneten die Summe von einer viertel Million. Wie mit der ViertelMillion umgesprungen wurde, beweisen folgende Zahlen. Für den Generalbebauungsplan erhielt Professor Jansen 75000 Reichsmark neben rund 4000 Reichsmark Reisekosten, der Gartenarchitekt Wiepking forderte 16 000 Reichsmark und für Reisekosten 7752 Reichsmark. Oberbürgermeister Finke liquidierte für eine sechstägige Fahrt nach Berlin 1700 Reichsmark. An Bewirtungen wurden 11000 Reichsmark ausgegeben usw. Wenn nicht alles täuscht, steht Hagen vor einem großen Eingemeindungsskandal, der seine Kreise bis in hohe Regierungsstellen zieht. Munition im Teich O Kettwig, 21. September. Beim Ablassen eines Teiches der Bleibergquelle in Velbert wurden, wie die Polizei mitteilt, 240 Infanterie=Gewehrpatronen, 25 ausländische Gewehrpatronen, vier Patronen für Pistolen, zwei Schachteln 28er Sprengkapseln gefunden. Möglicherweise stammen sie noch von Angehörigen der „Roten Armee“, die sie auf der Flucht ins Bergische fortwarfen. Ein Kind von einem Hunde getötel O Wuppertal, 21. Sept. Einen tragischen Abschluß nahm am Samstag in Langerfeld eine Spielerei, die mehrere Kinder mit dem Hunde eines Gastwirtes vornahmen. Das Tier, das sonst sehr gutartig war, wurde von den Kindern geneckt. Der Hund stürzte sich auf einmal auf einen vierjährigen Jungen und biß ihm in den Hals. Der Knabe wurde auf der Stelle getötet. Karlofseldieb erschossen :: Solingen=Ohligs, 21. September. Am Freitag abend gegen 23 Uhr wurde auf einem Kartoffelacker in der Posthofstraße in Solingen=Ohligs ein Mann erschossen aufgefunden. Die Kriminalpolizei stellte fest, daß es sich um einen 35 Jahre alten Landarbeiter handelte, der eine volle Schrotladung aus einem Gewehr in den Rücken erhalten hatte. Der Täter war der Besitzer des Grundstücks, ein Landwirt aus der Posthofstraße. 69A.-Mitarbeiterkonferenz des Gaues Rheinland=Westfalen. * D ü s s e l d o r f, 2 0. S e p t. M i t R ü c k s i c h t a u f d i e W i r t schaftskrise und die kommenden schweren Wintermonate hatte der Gewerkschaftsbund der Angestellten seine führenden Mitarbeiter im Gau Rheinland=Westfalen zu einer Mitarbeiterkonferenz eingeladen. Weit über 300 Führer der einzelnen Ortsgruppen und sonstige Mitarbeiter fanden sich in Düsseldorf ein. Gauvorsteher Stadtverordneter Axer(Düsseldorf) begrüßte die Anwesenden. Als Gäste der Mitarbeiterkonferenz sprachen noch der stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrats im GDA., Mook(Weimar), und der Gauleiter des GDA. des Nachbargaues(Rheingau), Rausch(Köln). Bezirksgeschäftsführer Krause(Düsseldorf) entbot den Erschienenen die Grüße der Ortsgruppe und des Bezirks. Dann hielt der stellvertretende Bundesvorsteher Max Rössiger(Berlin), Mitglied des Reichswirtschaftsrats, sein Referat unter dem Leitgedanken:„Wo stehen wir?" Er führte aus, daß unmittelbar nach der Bankkrise am 18. Juli die Spitzenorganisationen der deutschen Wirtschaft in einem Aufruf das gemeinsame Zusammenstehen aller für alle gefordert hätten. Es komme heute darauf an, eine objektive Diagnose für unsere Wirtschaft aufzustellen. Von der freien Wirtschaft sei man zu einer monopolistischen Gruppenwirtschaft übergegangen. Selbst der kleinste Handelsbetrieb. an dessen Spitze noch der persönliche Besitzer stehe, sei heute stärkstens gebunden, sich an die Vorschriften kartellierter Lieferanten zu halten. Das gleiche gälte für den Großhandel. Diese Abhängigkeit ziehe sich durch die wirtschaftlichen Unternehmungen aller Größen. Bei der Schwerindustrie höre die individuelle Wirtschaftsform ganz auf. Heute höre man immer nur den Ruf nach Einsparung. Die heutige Not entspringe nicht einer Absatz und Produktionskrise, sondern sei eine Organisations= und Verteilungskrise. Nicht der in den modernen Wirtschaftsgebilden, Kartellen und Syndikaten, liegende Wirtschaftsgedanke sei verwerflich, sondern der Mißbrauch und die damit betriebene Interessentenpolitik. Entscheidend für den wirtschaftlichen Wiederaufstieg eines Volkes sei, den arbeitnehmenden Menschen einen neuen Glauben an eine bessere Zukunft zu geben.— Gauleiter Franz Mittel(Essen) sprach danach über: „Die Aufgaben der Gewerkschaften im kommenden Winter". Unredlichkeiten eines Kölner Justizbeamten rw Köln, 21. Sept. Ein seit vielen Jahren am Landgericht beschäftigter Justizkalkulator hat sich in der letzten Zeit an Hinterlegungsgeldern vergriffen und es verstanden, durch falsche Eintragungen etwa 17000 Mark zu unterschlagen. Der Beamte wurde sofort seines Amtes enthoben. Weiter erstattete man Anzeige bei der Staatsanwaltschaft. □ Das Baroper Walzwerk arbeitet wieder. Das Baroper Walzwerk nimmt den Betrieb Anfang dieser Woche wieder auf. □ Stillegung der Wolf=Netter& Jakobi=Werke. Der Stillegungsantrag der Wolf=Netter& Jakobi=Werke in Finnentrop ist bereits zum 1. Oktober genehmigt worden. □ Westfälische Drahtindustrie ensläßt 700 Arbeiter. Bis zum 16. Oktober werden 700 Arbeiter der Westfälischen Drahtindustrie, die in normalen Zeiten 3000 Mann stark war, entlassen. □ Oberbürgermeister Dr. Rosenthal in Koblenz eingeführt. Am Montag vormittag wurde in einer besonders einberufenen Stadtverordnetensitzung der frühere Hamborner Oberbürgermeister Dr. Rosenthal durch den Regierungspräsidenten von Sybel in sein neues Amt als Oberbürgermeister der Stadt Koblenz eingeführt. Verein Bezirksklasse Gruppe 2 Spiele gew. un. verl. Tore Punkte LFC. Laer „Arminia" Marten SV. Dorstfeld BIB., Gerthe Lütgendortmund Langendreer 04 SeSp. Gerthe SV. Sodingen „Rasensport“ Herne „Fortuna" Dortmund „Holthausen“ Herne 4 8 5 1 2 1 1 2 1 2 1 1 0 0 0 1 8 3 0 2 0 2 1 2 2 0 0 1 1 0 0 1 1 2 1 3 14•7 •8 •8 •4 •2 :5 :5 :1 :5 :5 •0 •2 :2 •4 :13:5 :7•4 :16 :3 Jungfernfahrt •8 :2 Steele 09 Hattinger SV. „Preußen“ Steele Witten 07 SV. Sprockhövel SV. Byfang Kupferdreh Witten 92 SC. Dahlhausen SpVg. Welper Henrichshütte Gruppe 3 8 2 3 3 3 4 3 2 2 2 0 0 1 0 0 0 0 0 0 0 1 0 0 1 1 2 2 •2 10:5 :6 :6 :6 •4 :7 •4 :1 :1 :1 •2 :3 :3 :3 :4 :12:6 :6:5 :7 :5 Gruppe 4 Der neue Rennballon„Deutsch= land“, der für die Gordon=BenettFahrten bestimmt ist, wurde am Sonntag in Gelsenkirchen getauft. Der riesige Ballon zeichnet sich von den gewöhnlichen dadurch aus, daß er nahezu netzlos ist. Mit diesem Ballon hofft der Deutsche Luftfahrer=Verband, bei den kommenden Gordon=Benett=Rennen den Amerikanern ein ebenbürtiger Gegner zu sein. Bei der Taufe startete' auch der Ballon Bochum II(siehe Bild), der, wie der„B..“ berichtete, Sonntag bei Wiesbaden landete. An der Fahrt nahmen teil: Professor Magnus und Frau, Landgerichtsrat Dorfmüller, Fritz Bürger und Dr. Scholl(Führer). Sperl der Deutsche Jugendkraft Ranchel.-Beztkasflale Grope Schun Witten 92 MBV. Linden Polizei SV Bochum Hattingen SV. STV. Werne TuS. Bochum SV. Herbede Henrichshütte 5 3 3 5 5 5 5 3 3 3 2 2 0 0 0 1 0 0 2 0 2 2 0 0 1 3 3 8 2 12:17 22:2 17•4 10:9 19:22•6 :18:8 :22:8 :9:5 :1 :0 :0 :4 Die Deutsche Jugendkraft brachte am Sonntag eine große Anzahl Meisterschaftsspiele zur Abwicklung, bei denen es auch nicht an überraschenden Ergebnissen mangelte.„Rasensport“ Weitmar empfing„Antonen“ Bochum und hielt sich gegen den alten Gauklassenverein mit:3 sehr gut.„Teutonia“ Ehrenfeld hatte gegen die Deutsche Jugendkraft Wiemel= hausen, die ein ganz vorzügliches Spiel lieferten, einen schweren Stand und unterlag mit:4. Auch Langendreer mußte gegen„Adler“ Dahlhausen eine:=Niederlage in Kauf nehmen.„Arminia“ Wegescheid hatte gegen„Arminia“ Wanne gute Tormöglichkeiten, ließ sie aber ungenutzt und unterlag am Ende mit:3. Die AfB. Bochum hingegen konnte einen:=Sieg über die Deutsche Jugendkraft Grumme, die viel Können zeigte, am Orte behalten.„Preußen 11“ Bochum entledigte sich seiner Verpflichtung auf dem Platze der Deutschen Jugendkraft Hamme gegen Tub. Hamme, und zwar mit einem knappen :=Ergebnis.„Germania“ Bochum=West und „Wacker“ Werne trennten sich bei einem==Resultat. Der katholische Gesellenverein und die Jugendkraft Altenbochum brachten ein gefälliges Feldspiel zustande, das aber bei dem Gesellenverein vor dem Tore mangelndes Schußvermögen verriet. Sieger blieb Altenbochum mit:0.„Adler“ Riemke unterlag auf eigenem Grundbesitz gegen„Armina“ Witten mit:1. Am Sonntag begannen auch im Rheindie Meisterschaftsspiele der Spitzenklasse. Die Der Handball. Weser=Kreis üblichen Ueberraschungen blieben hier nicht aus. Rhein=Weser=Meister Mülheim=Styrum behauptete sich gegen„Westfalia“ Welper ganz hervorragend und gewann 10:1. Im Markgau und im Bezirksbereich der Deutschen Jugendkraft Bochum kamen alle angesetzten Spiele zur Durchführung. Einen knappen:=Sieg errang„Markania“. Bochum über„Sportfreunde“ Hordel.„Antonen“ Bochum hatte gegen AfB. Bochum nichts zu bestellen und mußte eine verdiente:=Niederlage einstecken. Der katholische Gesellenverein traf auf die nach der angenehmen Seite überraschende Deutsche Jugendkraft Hamme, die einen:=Sieg erzielte. Dem Rasensport“ Weitmar, der in letzter Zeit eine beträchtliche Formverbesserung verriet, gelang am Sonntag ein überraschender 10:1= Sieg über„Teutonia“ Ehrenfeld. Jonath startet in Querenburg Es ist recht erfreulich, daß der TuS. mit seiner ersten Rennmannschaft der Leichtathleten auch bei den ländlichen, kleineren Vereinen an den Start geht. Dadurch werden der Leichtathletik sicher viel neue Freunde zugeführt. Nachdem erst am Sonntag durch die Teilnahme von Jonath und Borchmeyer die Wittener Turngemeinde einen großen Erfolg bei ihrem Werbefest hatte, werden die Leichtathleten des TuS. am kommenden Sonntag mit ihren besten Leuten bei„Germania“ Querenburg an den Start gehen. Fußball in der Hceimat Steele 09— SC. Dahlhausen:4 Die Leute aus Dahlhausen können scheinbar in diesem Jahre nicht zu den Spielleistungen des Vorjahres kommen. Die Mannschaft hat jeglichen Zusammenhang verloren. Von einem Spielaufbau kann keine Rede sein. Die planlosen Angriffe können zu keinem Erfolg führen. Diese Lehre mußten die Dahlhauser in dem Punktespiel gegen Steele machen. Nur in kurzen Zeitabschnitten, wenn der alte Kampfgeist aufflackerte, wurde ein annehmbares Spiel gezeigt. Aber zu Gegentoren langte es nicht. Die Mannschaft des Gastgebers hatte das Spiel jederzeit in der Hand und buchte in jeder Halbzeit zwei Tore. Der Sieg in dieser Höhe war durchaus verdient. VIB.-Gerthe— Arminia Marten 5: 2 Die Gerther Mannschaft konnte in ihrem gestrigen Spiel wieder einen hohen Sieg erzielen. Trotz alledem zeigte die Elf nicht die Leistungen des Vorsonntages. Der Sturm drängte wohl zum gegnerischen Tor, war indessen im Strafraum der Gäste zu unentschlossen. Der übrige Mannschaftsteil konnte gefallen. Besonders ist die gute Leistung des Torwarts zu erwähnen. Die Gäste rechtfertigten ihren guten Ruf. Hervorzuheben ist von ihnen die Verteidigung, der Mittelläufer und der Linksaußen. Nach verteiltem Feldspiel konnten die Gerther in Führung gehen.„Arminia“ gelang es aber bald darauf, geichenzieben. Die Feldüberlegenheit des Gastgebers cte sich in zwei weiteren Toren aus. Nach der Pause versuchte Marten mit aller Gewalt aufzuholen. Während Gerthe bis zum Schlußpfiff zwei weitere Tore vorlegte, konnten die Gäste aber nur zu einem zweiten Gegentor kommen. Wanne-Eickeler Rundblick Auf den Wanne=Eickeler Sportfeldern wurde am nfangreiches Fußballprogramm abgeEickel bekam. Die verjüngte Turnermannschaft zeigte wieder recht ansprechende Leistungen und führte bis zur Halbzeit mit:1. Die Eickeler blieben auch weiter leicht überlegen, aber Dortmund kämpfte erheblich glücklicher und siegte schließlich noch mit:2 Toren. In den unteren Klassen wurden die Meisterschaftsspiele ohne überraschende Ergebnisse fortgesetzt. Eine Ausnahme bildet das Treffen, Herne=Süd—„Rasensport“ Wanne, das die Gäste mit zehn Mann bestreiten mußten und überraschend mit:2 geschlagen wurden. Der SC. Holsterhausen holte als Gast der Herner „Fortuna“ mit seiner neuen, recht spielstarken Vertretung einen glatten:=Erfolg heraus. Wesentlich unglücklicher kämpfte„Fortuna“ Wanne gegen die Herner„Preußen“, die sich mit:1 wenigstens einen Punkt sicherter. 8.— In der Handballgruppe Herne—Wanne ist die Führungsfrage nach wie vor ungeklärt. Die beiden punktgleichen Spitzenführer„Westfalia“ Herne und 2B. Eickel kamen wieder zu klaren Siegen und zwar über Castrop 11 mit:4 bzw. über VfL. Herne mit:2 Toren. Die Eickeler DIK.=Elf„Arminia“, die sich zu einer Mannschaft von ganz großer Klasse entbezwang„Hansa“ Münster mit der ReDeutsche Turnerschaft Bochumer Faustballsiege in Herne. Der Tv. Bochum 48 weilte als Gast bei dem Turnerbund Herne=Vöde, um gegen diesen im Rahmen seiner Vereinsmeisterschaften einen Vereinskampf im Faustball auszutragen. Es kamen drei Spiele Austrag, die die 48er sämtlich gewinnen konnten. Vorichah und Abweil Die Ergehnisse waren: Turner: Turnerbund HerneBöde— Tv. Bochum 48 41:52; Altersturner(30 bis 40 Jahre): Turnerbund Herne=Vöde— Bochum 48 44:46; Altersturner über 40 Jahre: Turnerbund Herne=Vöde— Bochum 48 36:38. Handball: Tv. Bochum 48— Tschft. Werne:2. Die beiden=Klassen=Vereine trafen sich zum Aufstiegspiel auf dem Sportplatz an der Castroper Straße. Infolge besseren Zusammenspiels konnten die Werner das Spiel knapp für sich entscheiden und damit den Aufstieg in die=Klasse erkämfen. TuS. Hagen=Eilpe mit:14 geschlagen. Der DT.= Handballmeister Krefeld=Oppum, traf anläßlich der Platzweihe des Tus. Hagen=Eilve auf die Vertretung des westfälischen Turnermeisters. 4000 Zuschauer sahen ein glänzendes Spiel der Oppumer, die bei Seitenwechsel mit:2 führten und schließlich mit 14:5 siegreich blieben. Vom Turf 1. Box. 2. Ralton-Latite, 21. Sepienber Rennen: 1. Silly Swan(Hara), 2. Hunting 3. San Pedro. Toto: S. 60, Pl. 25, 65, 80. Rennen: 1. Jago(Elliott), 2. Vieil Hiver, 3. Valdampierre. Toto: S. 24, Pl. 13, 25, 19. 3. Rennen: 1. Mlle'Argagnon(Vagnat), 2. Babil, 3. Gala. Toto: S. 364, Pl. 134, 57, 104. 4. Rennen: 1 Cap Polonia(Imenez), 2. Autruche, 3. La Furka. Toto: S. 195, Pl. 73, 83, 258. 5. Rennen: 1. Theodora(Semblat), 2. Flic, 3. Erain. Toto: S. 92, Pl. 31, 16. 6. Rennen: 1. Dickens(Bouillon). 2. Benvenuto Cellini, 3. Rose Rouge. Toto: S. 22, Pl. 11, 14, 14. Ve K Augenblicke aus dem Meisterschaftsspiel TuS. Bochum—„Alemannia“ Dortmund Links: Der Halblinke vom Tus. schießt das vierte Tor. Rechts: Erfolgreiche Abwehr eines durch den Dortmunder Torhüter. :1. hohen Balles wickelt, hat, bezwang,„Hansa“ Münster mit der Rekordaiffer von 16:3 Treffern. : F ü n f K. o.- S i e g e BSV. Werne 30—„Boxschule“ Barmen 15:3 Es ist überraschend, welche Form die Werner Boxer der jungen 30er Mannschaft aufbringen. Von Sonntag zu Sonntag eilt die Staffel von Sieg zu Sieg, schlägt selbst große Gegner, wie den Rheingaumeister Bocholt und wie gestern die Kämpfer der Barmer„Boxschule" haushoch. Durch eifriges Training haben die Leute der Werner eine Form erreicht, die sich auch in dieser Begegnung abermals vor ausverkauftem Hause vollauf bestätigten, da sie wiederum allein fünf..=Siege davontrugen. einzelnen nahmen die Paarungen gegen die komplett antretenden Barmer folgenden Ausgang: Fliegengewicht: Galewski(.) siegte gegen Meier (.) nach Punkten. Ladniak(.) schlug Schwabeland 1 (.) nach Punkten. Bantamgewicht: Bondzio(.) boxte gegen Voß I(.) unentschieden. Bantamgewicht: Wilke (.), Deutscher Meister 1931, siegte schon in der ersten Runde durch k. o. über Höffler(.). Leichtgewicht: Dierks(.) schlug Schultheiß(.) auch in der erster Runde bis 10 zu Boden. Weltergewicht: Langohr(.) errang in der dritten Runde einen technischen..=Sieg über von Zidowitz. Jaschke(.) wurde in der ersten Runde technischer..=Sieger über Karrenberg II(.). Mittelgewicht: Korzillius(.) unterlag durch Disqualisikation gegen Karrenberg I(.). Halbschwergewicht: Schlicht(.) siegte gegen Finkensieper in der dritten Runde wegen zu starker Ueberlegenheit. Schluß in den Borkenbergen Der dritte westdeutsche Segelflugwettbewerb in der Borkenbergen wurde am Sonntag abgeschlossen und endete mit folgenden Ergebnissen: Gesamtergebnis des Leistungswettbewerbes: 1. Essen 355 Punkte(gewinnt eine Motormaschine); 2. Hamborn 172 Punkte; 3. Mülheim 148 Punkte: 4. Gelsenkirchen 40 Punkte; 5. Köln 20 Punkte. Uebungswettbewerb: 1. Hamborn; 2. Gelsenkirchen: 3. Mülheim; 4. Dülmen: 5. Herten. Schulungswettbewerb: 1. Luftfahrt=Verein Recklinghausen; 2. Dinslaken; 3. Herten; 4. Gelsenkirchen. Mit Kugel und Kegel Lücking verteidigt erfolgreich die Figurenmeister schaft. Auch in diesem Jahre zeigte sich der Bochumer Spitzenkegler Lücking überzeugend als Figurenmeister #e auVHigte di. 90 schweren Bilder mit der Rekord Aber diesesmal wurde ihm der cht, denn Busch mit 36 und MoBurf waren dem Meister dicht auf und erledigte die 20 zahl von 30 Wurf. Sieg nicht leicht gemacht gendorf mit 38 Wi den Fersen. Rafakanlpilpfele des Ke. Eilidch-Dallladtehaufderkuhr Am vergangenen Sonntag veranstaltete der KC. Linden=Dahlhausen dicht bei seinem Bootshaus an der Ruhr eine Klubregatta, zu der zeigen einige Ausschnitte aus dem umfangreichen Programm. Links: Endkampf im Einer=Stehendpaddeln. Mitte: Das schwierig Zweier=Faltbootrennen. der auch die befreundeten Nachbarvereine eingeladen waren. Unsere BilWas wir von schränkte sich bis Dinge materieller vergönnt gewesen, nen Zeit Einblick die Auffindung d von Südfrankreic an die Entdeckun Kunst im Osten denen wir es zu kompliziertesten alten Fragen nack sophie aufrollen u ten können. Wie Köln) in der Zei Ig. VII, Nr. 25 gische Haltung,i zeitlichen Mensche dieser„Behauptu, .: Die Einzeick die Tiere darstell Trois Frères, ostspanischen Kun Menge vor..: licher Kunst. 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Septbr. 1931 Das Benken der Kensdlei in der eisteit Was wir von den Menschen der Eiszeit wissen, beschränkte sich bis etwa zur Jahrhundertwende meist auf Dinge materieller Natur. Mittlerweile ist es uns aber vergönnt gewesen, auch in die geistige Kultur jener fernen Zeit Einblicke zu gewinnen. Man denke= nur an die Auffindung der farbigen Malereien in den von Südfrankreich und Nordspanien(seit 1903) oder an die Entdeckung eines zweiten Kreises eiszeitlicher Kunst im Osten Spaniens(seit 1908), an Ereignisse, denen wir es zu verdanken haben, wenn wir heute die kompliziertesten Fragen der Menschheitsgeschichte, die alten Fragen nach dem Beginn von Religion und Philosophie aufrollen und mit einiger Treffsicherheit beantworGefangene zu sorgen. Selbstverständlich gibt es hier auch ein eigenes Krankenhaus. Da sich im Untersuchungsgefängnis Menschen befinden, die durch ein rechtskräftiges Urteil noch nicht zum Verbrecher gestempelt sind, findet man hier auch allerlei kulturelle keiten. In einer eigenen Schule erhalten die jährigen Gefangenen regelmäßigen Unterricht. Eine Anstaltsbibliothek weist heute schon mehr als 23.000 Bände auf. Moabit hat die Wirren der Kriegsjahre verhältnismäßig gut überstanden. Selbstverständlich erschweren die politischen Wirren der Zeit auch heute noch stark die Aufrechterhaltung des Betriebes. Im allgemeinen gelten aber die Anstalten in Moabit immer noch mäßigtelten der Dängenirkung und arbeitete ein, Ver= blanz günsig fahren aus, das den Nährstoffbedarf der Böden erlennen läßt. Diese Forschungsarbeiten wirkten sich in einem zunehmenden Verbrauch an künstlichen Düngemitteln aus. Der Verbrauch der Landwirtschaft an Reinkali stieg von 28000 Tonnen im Jahre 1890 auf 535 000 Tonnen im Jahre 1913. Eine weitere Steigerung des Verbrauches an Düngemitteln wird natürlich immer schwieriger, je intensiver die Düngung bereits angewendet wird; um festzustellen, ob auf einem Boden eine Kalizufuhr noch lohnend ist, wurde die wissenschaftliche Forder Verbrauch ten können Wie Prof. Dr. Herbert Kuhn(Universität als vorbildlich. An einem Jubiläumstage kann man Köln) in der Zeitschrift„Forschungen und Fortschritte ja solche Einzelheiten aus Moabits Vergangenheit ruhig Ig. VII. Nr. 25/26, S. 334 ff. darlegt, ist es die magische Haltung, in der sich das geistige Leben des eiszeitlichen Menschen äußert. Und zwar läßt Prof. Kühn dieser Behauptung eine fünffache Begründung folgen. .: Die Einzeichnung von Pfeilen in die Bildwerke, die Tiere darstellen(Niaux, Tuc'Audoubert, Castillo, Trois Frères, Mas'Azil usw.) Auch im Kreis der ostspanischen Kunst kommen Bilder dieser Art in großer Menge vor..: Die Lagerung der Fundstätten eiszeitlicher Kunst. Einzelne Höhlen und einzelne Felsen— offenbar abgetrennte heilige Stätten— sind, immer wieder mit Malereien versehen worden, während danebenliegende, nach unseren Begriffen geeignetere Höhlen nicht benutzt wurden, folglich einer anderen Periode zuzurechnen sind..: Die häufige Darstellung von Menschen mit Tiermasken..: Das Auffinden von Tanzspuren bei den Bildern, z. B. in der Höhle Tuc'Au; doubert, Spuren von Knaben und Mädchen, die wohl einen kultischen Tanz vor den Bildern aufgeführt haben müssen. Es hat sich offenbar um Fruchtbarkeitszeremonien, wie sie bei den heutigen Primitiven als Intiationsfeierlichkeiten bekannt sind, gehandelt. Damit ist also auch die Art der Magie bestimmt..: Die Zeit und die Art der Zerstörung der Bildwerke. Ohne Zweifel sind die Bilder zu Zauberzwecken gemalt worden, wobei ein zwiefacher Zauber in Frage kommt, nämlich der Tötungs und der Fruchtbarkeitszauber. Außer den hier angeführten Gedankengängen läßt Professor Kühn noch einige Erläuterungen folgen und glaubt schließlich, zu dem Resultat gelangen zu dürfen, daß das Denken des Menschen der Eiszeit, wie vorhin erwähnt, das magische Denken ist, daß das magische Denken unter dem Gesetz der Koinzidenz steht, daß es in jeder Beziehung wesensverschieden sowohl von dem animistischen(Tylor, Spencer, Wundt) als auch von dem logisch=theoretischen Denken ist, als urtümliche Form unseres Erlebens aber in tausend Arten des Aberglaubens und des Volksglaubens auch noch in unsere Zeit hineinragt. Er fährt auf— Zucker Die Schweizer können sich das Leben billiger versüßen als wir Deutschen, weil dort der Zucker nicht durch die Steuer verteuert worden ist. Aus diesem Grunde blüht natürlich der Schmuggel mit Zucker über die Grenze nach Deutschland. Wozu habe ich mein Motortad? sagte sich auch ein Besitzer eines solchen Vehikels und wußte auf diese Frage ebenfalls nur die eine Antwort: Zum Schmuggeln. Er fand sehr bald ein ausgezeichnetes Versteck für das süße Schmuggelgut, nämlich den Mantel seines Vorderrades. Dieser war anstelle des üblichen mit Luft gefüllten Schlauches prall mit Zucker „ausgelegt“. Wegen dieser eigenartigen Füllung konnte der Motorradfahrer aber nur sehr langsam fahren. Dadurch fiel er allmählich den Zollbeamten auf. Sie hielten ihn eines Tages an, untersuchten wie immer seinen Rucksack und diesmal auch die Maschine aufs genaueste, klopften die Mäntel ab, und da konnte ihnen die ungewohnte Härte des vorderen Radmantels nicht verborgen bleiben. Sie nahmen den Mantel herunter und erhielten so von der süßen Füllung Kenntnis. Der phantasievolle Zuckerschmuggler mußte zahlen, und die Beamten hatten wieder einen neuen Trick kennen gelernt. Ein Neger wird weiß! Vor der medizinischen Zummene### Anrinert Rom führte ein Arzt einen 70jährigen Mann namens Luigi Baldacchio vor, der vor 30 Jahren ein Neger am Senegal war, jedoch später durch die Operation eines englischen Arztes in einen Weißen verwandelt worden sein soll. Eine gelbliche Flussigkeit, so erzählt er, sei ihm in den Oberschenkel eingespritzt worden, darauf zeigten sich bald helle Flecken auf dem Haupt, die sich immer mehr vergrößerten, bis überhaupt kein Fleckchen am ganzen Körper mehr die schwarze Farbe aufwies. Man sieht dem weißgewordenen Schwarzen seine negroide Herkunft noch sehr gut an. Leider konnten nähere Nachforschungen über das rätselhafte medizinische Phänomen nicht angestellt werden, da der Neger über die Person des Arztes keine bestimmten Angaben mehr zu machen weiß. Fünfzig Jahre Moabit Es sind jetzt fünfzig Jahre her, seit die vielen kleinen Berliner Gefängnisse zusammengezogen und im Stadtteil Moabit in Verbindung mit einem zentralen Kriminalgericht ein riesiges Untersuchungsgefängnis errichtet wurde. Der Name Moabit ist seitdem überall bekannt geworden, nicht nur in der Reichshauptstadt. Das fünfzigjährige Bestehen der Anstalt feiert eine Festschrift, die einen guten Ueberblick über die fünfzigjährige Geschichte von Moabit gibt. Das Untersuchungsgefängnis, das seinerzeit mit einem Kostenaufwand von 3 Millionen Reichsmark gebaut wurde, bildet beinahe einen Stadtteil für sich. Es gibt hier ein eigenes Elektrizitäts=, ein Wasser= und ein Fernheizwerk. Der Wirtschaftsbetrieb des Gefängnisses hat für 1500 det heute Kali als Düngemittel, das es größtenteils aus Deutschland bezieht; denn nach Abtretung der elsässischen Gruben werden in Deutschland immerhin noch 75 v. H. der Welterzeugung an Kali gefördert. 25·000 Arbeiter und Angestellte verdienen hierbei ihren Lebensunterhalt. 1925 führten wir für 92 Millionen RM. an Kalisalzen aus, 1929 sogar für 129 Millionen RM. Aber besonders für unsere landwirtschaftliche Eigenerzeugung hat die Kalidüngung große Bedeutung. Den Anteil der Kalidüngung an der Steigerung der deutschen Ernteerträge hat man auf Grund zahlreicher wissenschaftlicher DünVersahren sftieg 0ooe der inländischen Land= gungsversuche von Geheimrat Remy und anderen Forwirtschaft noch weiter auf rund 870 000 Tonnen Rein=]schern auf jährlich wenigstens 800 Millionen RM. bekali im Jahre 1929. Die Forschungen über die künst=rechnet. ausplaudern. Das Trinkglas der Reiligen Unter den Sammlungen der Coburger Herzöge, die nach der Renovierung der Veste Coburg neu zur Aufstellung gekommen sind, ist eine besondere Kostbarkeit hervorzuheben. Es handelt sich dabei um ein Trinkglas der Heiligen Elisabeth, die im Jahre 1231 als Landgräfin von Thüringen verstarb. Das Glas ist mit einem ornamentalen Schmuck versehen und ähnelt fast einem dickwandigen Wasserglase. Das kostbare Kleinod ist ägyptischer Herkunft und wurde höchstwahrscheinlich durch den Landgrafen von einem Kreuzzuge mitgebracht. In späterer Zeit wurde es durch den Kurfürst Friedrich den Weisen Martin Luther überlassen, der das Glas bei seiner Abreise von der Veste Coburg, wo er im Jahre 1529 weilte, aus Dankbarkeit der Burg schenkte. Die größte Schildkröte der Welt Die größte Schildkröte der Welt(wenn man dabei Otktelts tateidtert natürlich die der heutigen Schildkröte sehr, ähnlichen Helene zog von ihm fort und zeigte ihn gicht nur wegen Tierarten der Urwelt außer acht täßt) wurde dieser Tage Körperverletzung, sonvern auch wegen Rotpererransta. if der internationaler Kalonialausstellung in Paris tung an. Er wurde verhaftet und hatte sich wegen Tierarten der Urwelt außer gcht.„. ung in Baris auf ver internutonalen Kolonialausstellung in Paris gezeigt. Das Tier wiegt 240 Kilogramm und weist eine Länge von 2,30 Meter auf. Zum Transport dieser Rekord=Schildkröte in das Aquarium der Ausstellung wurden 12 Männer benötigt. Was die Forschung aus dem Kali machte Bei der Reinigung von Steinsalz erhält man Kalisalze als Abfallprodukte, für die man jahrelang keine Verwendung hatte. Die Halden füllten sich mit Kalisalzen, die niemand haben wollte. Da setzten die Forschungen Liebigs ein; er erkannte, daß die Kalisalze für die Pflanze die gleiche Bedeutung haben, wie etwa das Steinsalz für den Menschen. Zögernd und langsam begann man mit Kali zu düngen. Die ersten Versuche mit Kalidüngung hatten teilweise gute Erfolge; vielfach blieben die Erfolge aber aus; ja, es zeigten sich sogar Schädigungen. Um diese Zeit setzte die wissenschaftliche Aufklärung der Düngewirkung, besonders durch Wagner, Unter einer merkwürdigen Anklage stand vor kurzem solchen Umfang angenommen, daß der vorhandene Vordes Heilserums erschöpft war, ehe man für Ersatz Schelsheicke“ Hhaelcte der Fra uid dlaik lic. lebt von diesen getrennt. Er hat eine Geliebte, Helene Godet, mit der er zusammen wohnt und die er, ein zweiter Othello, eifersüchtig bewacht und beobachtet. Eines Tages glaubte er, seine Freundin bei einer Untreue ertappt zu haben. Nun kam er auf einen teuflischen Gedanken, um jeden Nebenbuhler von ihr fernzuhalten. Als Helene im Bett lag, zwang er sie mit dem geöffneten Rasiermesser in der Hand, still zu halten und sich von ihm tätowieren zu lassen. In Form einer Halskette ätzte er ihr mit einer Nadel und chinesischer Tusche seinen eigenen Vor= und Zunamen auf die Haut, sie damit gleichsam für sich allein zeichnend. Er hoffte dadurch, jeden andern Nebenbuhler von seiner Geliebten fernzuhalten, hat jedoch mit dieser schmerzhaften Prozedur bei seiner Freundin gerade den gegenteiligen Erfolg erzielt. Veleuerpersetzung, sondern Bzxperverupesr lung an. Er wurde verhaftet und hatte sich wegen dieser beiden Delikte vor Gericht zu verantworten. Seine frühere Freundin schwächte zwar ihre Aussage sehr ab, indem sie angab, Mercier hätte das alles nur aus übergroßer Liebe zu ihr getan, um sie ganz allein für sich zu haben. Das Gericht war aber anderer Ansicht. Es ließ für diese Barbarei keinerlei Milderungsgründe gelten und verurteilte ihn zu anderthalb Jahren Gefängnis. Bürokratius gegen einen Retter In dem österreichischen Alpengebiet wütete in den letzten Wochen unter dem Vieh wie auch unter dem Wild eine verheerende Seuche, die nur durch die Einimpfung eines bestimmten Heilserums bekämpft werden konnte. Eine ganze Anzahl von Tierärzten war Tag und Nacht mit der Behandlung des erkrankten Viehs beschäftigt. Die Seuche hatte aber auch einen Fakultät der Universität Verkgeiennr. Nast. Pender Ulopisches Scherzgedicht über Bürorationalisierung . Unsere Bilzilnehmer am Herr Harry Schmidt von Schmidt& Co., Sie wissen doch, Details engros) Verwaltet Lager und Büro Modern. Er leitet den Betrieb um 8, Dieweil er Toilette macht— Dank Apparaten, fein erdacht— Von fern. Er disponiert, moniert, diktiert, Wobei er sich zugleich rasiert, Und der Geschäftsgang funktioniert Im Takt. „E. 3.—„Die Ware ist bestellt“ „A. 4“—„Faktura beigesellt“ „C. 9“— ein Musterpäckchen fällt, Verpackt! Heut' Groß=Kampftag, da Monats=End, 8“— die Lageristin rennt; „F. 2“— es flitzt der Disponent: Zahlt Kranz?.. „H. 12“— Addiermaschine pocht; „G. 9“— es heftet, blättert, locht; „Z“(Zoff)— die ganze Firma kocht: Bilanz? Schmidt knipst— man saust— Es spielt der Draht; Laut stampft der Umsatz=Apparat. Licht flammt: jetzt kommt das Resultat! Schmidt friert.(O, Soll und Haben, harte Nuß!) Büro:„Wir melden Monatsschluß: Mark 50 Ueberschuß.“— „Saniert!“ rat des Heilserums erschopft war, ehe man für Ersatz gesorgt hatte. Rasch wandte man sich an das Institut in Mailand, das allein das erwähnte Serum herstellt. Die Bestellung erfolgte funkentelegraphisch, um die Lieferung zu beschleunigen. Als die Sendung dann an der österreichischen Grenze anlangte, hielt die österreichische Zollbehörde, die versehentlich nicht benachrichtigt worden war, die Sendung an. Vor der Weiterleitung mußten gewisse Formalitäten zeitraubender Natur erfüllt werden. Ein Zollbeamter fand sich indessen bereit, gegen die Vorschrift zu handeln. Er schmuggelte die Sendung durch und kürzte auf diese Weise die Wartezeit um mindestens 48 kostbare Stunden ab, in denen viel Vieh gerettet werden konnte. Wie die Wiener Blätter melden, ist nunmehr gegen den„ungehorsamen“ Zollbeamten und den Chauffeur, der ihm bei der Beförderung des Serums behilflich war, ein Strafverfahren eingeleitet worden. Man kann den Blättern nur beipflichten, wenn sie der Hoffnung Ausdruck geben, daß das Strafverfahren niedergeschlagen wird. Die Grabschrift Der Geistliche der englischen Gemeinde Horsley(in Derbyshire) hat seine eigene Grabschrift verfaßt und veröffentlicht. In der Gemeindeschrift, die er regelmäßig zur Erbauung seiner Gemeindemitglieder erscheie nen läßt, findet sich von seiner Hand folgende Mitteilung: „Ich gebe mich der Hoffnung hin, daß man mir nach meinem Tode keinen unzutreffenden Nachruf widmen wird. Was meinen persönlichen Wunsch anlangt, so kann ich einen Grabstein wohl entbehren. Laßt wieder Erde werden, was Erde war. Aber wenn es irgend jemand Trost bereitet, mir einen Grabstein zu setzen, so möge es ruhig geschehen. Nur soll man dann bei der Wahrheit bleiben und dem Grabstein etwa folgende Inschrift geben:„Zum Andenken an William George Roberts, den 42. Geistlichen von Horsley(1928 19—). Ein Mann von nicht mehr als Durchschnittswissen und ein Prediger von mittlerer Kraft, wußte er sich doch dadurch Gehör zu verschaffen, daß er die Wahrheit sagte. Wenn auch ebenso selbstsüchtig wie die meisten Menschen, so war er doch auch ebenso wie seine Mitmenschen einer gütigen Handlung fähig, wenn sich ihm die Gelegenheit bot. Im großen und ganzen gut und gleichmäßig veranlagt, wenn auch zuweilen etwas reizbar, erfreute er sich eines glücklichen Familienlebens und liebte angenehme Geselligkeit.“ Ob sich die Gemeinde später einmal bei der Errichtung des Grabsteins nach diesem Text richten wird, muß die Zukunft lehren. Um die Ehre Im Berliner Romanischen Café sind sich zwei Poeten in die Haare geraten. „Sie Kuli“, schreit der eine,„Sie schreiben ja für fünf Pfennig die Zeile, ich schreibe nur für die Ehre!“ „Na ja“, erwidert gemütlich der Angeschriene, „jeder schreibt eben, um das zu erwerben, was er leider nicht besitzt!“ die haben Jorgen Außer der Sanierung der Wiener Kreditanstalt beschäftigt die Wiener zur Zeit auch ein anderes höchst wichtiges Problem. Unter dem Vorsitz eines bekannten Wiener Finanzmannes wurde ein„Wettbewerb für den elegantesten Chauffeur“ der Donaustadt ausgeschrieben. Als Termin für den Austrag der Konkurrenz wurde der 28. Mai bestimmt. Es sind Preise im Werte von insgesamt 6000 Schilling ausgesetzt worden, von denen 300 Schilling als erster Preis dem elegantesten Berufsund Privatchauffeur zugesprochen werden sollen.— Sorgen haben die Leute! Loif und Frömmigkeit Wie die Zeitung„Progreß Caldwey“, New=Jersey, unter großer Aufmachung bekannt gibt, hat dieser Tage die Gesellschaft für Indirekte Christliche Bestrebungen ein neuartiges Golfmatch auf dem Golfplatz von Mr. R. Pettit, Fairfield Avenue, abgehalten. Jeder Spieler, der den Ball in ein Loch trieb, mußte dabei einen Bibelspruch zitieren oder einen Choral anstimmen. Beim neunten Loch wurde eine Erfrischungspause eingelegt. Mr. I. Garland Hamner hat diesen neuen Sport erfunden. Die echte GARBATV chne Mundduck!“ EUDCRICHMAPOTTSS Konserven Neue Ernte Erbsen ¼/. Dose o7s. oes.55 Brechspargel. D. 188.831. 20 Slangenspargel.88. 133.30 Jv. Schnitbohnen“ 688-.45 Jv. Brechbohnen:,. Dose.55 Sauerkraut... 1 Plund.07 Seelachsschelben 1a 8 /a. 0. 36 Bratheringe-Liter-Dose.12 Bücklinge...: Plund.26 Holländer Käse.s erza.70 1ana vollfett.. 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November 1931, vorm. 10½ Uhr, an der Gerichtsstelle, Viktoriastraße 14, Zimmer 45(2A12 Bochum, den 11. September 1931 Das Amtsgericht Versteigerung. Am Mittwoch, dem 23. September 1931, vormittags 11 Uhr, werde ich in Bochum folgende Gegenstände öffentlich meistbietend gegen bar versteigern: a) zwangsweise: 1. 1 Brennabor=Lieserwagen, 1 Schreibtisch, 2. 1 Anrichte, 1 Sofa, 3. 1 Schreibtisch, 1 Ausziehtisch, 4. 1 Küchenschrank, 1 Sofa, 5. 1 Bülfett, 1 Ausziehtisch. Stühle, 6. 1 Wallach, 1 Ausziehtisch, 1 Büfett, 1 Kippwagen u. a.., 7. 1 Flurgarderobe, 8. 1 Nähmaschine, 9. 1 Theke, 1 Radioapparat, 10. 1 Flügel, 11. 1 Nähmaschine, 12. 1 Grammophon, 13. 1 Teppich: b) ferner im Auftrage des Konkursverwalters verschiedene Kolonial= waren und Lebensmittel. Versteigerung zu b bestimmt. Sammelpunkt für Käufer: Wirtschaft Morjan, Alleestraße 54. Bochum, den 21. September 1931. C. Clausen, Obergerichtsvollzieher in Bochum, Freiligrathstraße 54. Verloren Sonntag nachm. zw. 5 u. 6 Uhr a. d. W. v Karl=Friedrichstr., Markstr., bis Wirt Seier, golden. Medaillon mit Kette (Andenk.) verloren. Gel. Belohn. abzug. .=Weitmar, KarlFriedrichstr. 54. Hlein. br. Velz verloren. Wiederbr. Belohng. tbestr. 6, part. Mnhe Kaner 3 Gramm„EDUSCHO“ für die Tasse tusche Prenes Belebt den Körper, schont die Kasse Zwangsversteigerung K—31|3 Gemarkung Langendreer Grundbuch Langendreer, Kr. Bochum, Band 7, Blatt Nr. 325 Flur 1, Parzelle Nr. 2309/72, a) Wohnhaus m. Hofraum, d) Stall, c) Werkstatt, Kaiserstraße 17, groß 3,68 Ar Grundsteuermutterrolle 495 Gebäudesteuerrolle 125 Gebäudesteuernutzungswert 1179,— Eigentümer: Wirt Wilhelm Busen in Bochum=Langendreer, Kaiserstraße 17 Versteigerungstermin: am 6. Oktober 1931, vorm. 10 Uhr, an der Gerichtsstelle, Kaiser=Platz, Zimmer Nr. 22 Der Versteigerungsvermerk ist am 14. Juli 1931 in das Grundbuch eingetragen. Bochum=Langendreer, 27. Juli 1931 Das Amtsgericht Zwangsversteigerung Am Mittwoch, dem 23. d.., vormittags 10 Uhr, werde ich in Bochum einen größeren Posten Lebensmittel wie Mehl, Kaffee, Zucker, Konserven, Seise usw., öffentlich meistbietend gegen bar versteigern. Der Verkauf findet bestimmt statt.— Sammelpunkt für Käufer: Wiemelhauser Straße 46.„Zum Südpol“. Bochum, den 21. September 1931. Pannerich, Obergerichtsvollzieder in Bochum, Hugo=Schultz=Straße 29. Zwangsversteigerung Am Mittwoch, dem 23. September 1931, vormittags 11 Uhr, werde ich in Bochum folgende Gegenstände: 1, 1 Klavier(Geisler),— 2. 1 Ladentheke, 1 Ladenschrank u. a..,— 3. 1 Waschkommode, 1 Küchenschrank,— 4. 1 Schreibmaschine,— 5. u. 6. 1 Flügel(Spannagel), 1 Klubsessel, 1 Schrankgrammophon(Lenzen& Co.) u. a..,— 7. 1 Posten Radivartikel,— 8. u. 9. 1 Eßzimmerbüfett, 1 Kredenz, 1 Thg...1 Standuhr u. a..,— 10. 1 Käseschneidemaschine u. a..,— 11. 1 Posten Damen. Herren= und Kinderschuhe öffentlich meistbietend gegen bar versteigern. 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In die Liste der Rechtsanwälte sind eingetragen: die Gerichtsassessoren Krückelmann beim Amtsgericht in Bochum=Langendreer und beim Landgericht Bochum, Nora Block beim Amts= und Landgericht Bochum. Zum Gerichtsassessor wurde ernannt der Referendar Der Invalide Nikolaus Dörr, Bochum, Wiemelhauser Straße 115, feiert heute in aller Frische seinen 70. Geburtstag. chen hatten Hervorragendes geleistet. Die Versammelten gingen hochbefriedigt auseinander. nr Sastel wene Hohes Alter. Der im Ortsteil Kreta, Harpener Hellweg 468, wohnende Mitbürger Simon Hans, begeht heute seinen 75. Geburtstag. Er ist am 22. September 1857 zu Pottum im Kreise Westerburg, Im Nassauischen geboren. Schweinemarkt. Die Preise auf dem Schweinemarkt am Freitag bewegten sich den heutigen Geldverhältnissen entsprechend. Schöne 40pfündige Tiere waren zu Marktschluß zu 15 Mark zu haben, während die kleinsten mit 4,50 Mark verkauft wurden." er □ 83 röcke Stelgerg. 15. öcke. tselden. telgerg. 15. öcke. Wdeche Zurückgesetztes 3türig, komplett, 450.— Mt. Rath, Brückstr. 51. Letzte Spielmannsfahrt. Am letzten Donnerstag wurde der 1. Vorsitzende des Spielleute=Vereins Bochum und 2. Vorsitzende des Westfälischen Spielleute=Verbandes, Wilhelm Müser, zur letzten Ruhe getragen. Wiele Tambourkorps aus Westfalen und der SpiellenteVerein Essen=West 08, unter Leitung seines Führers Ph. Leichmann, gaben ihm das letzte Geleit. Der Verstorbene war einer der beliebtesten Spielmannsführer We salens, das hat die große Teilnahme bewiesen. Evangelisch=kirchliche Hilfsaktion für die losen. Der evangelische Kirchenkreis Groß=Bochum versanstaltete am Sonntag eine größere llung, deren Ertrag der hiesigen evangelischz gggc# Erwerbslosenhilfe zugeführt werden soll. Es ist Vrtetz. tigt, in engster Zusammenarbeit mit dem„Evangelischen Hilfsdienst für jugendliche Erwerbslose im Rahmen der inneren Mission“ nach dem Vorbild der Betheler Hilfsaktion einen Arbeitsdienst zu organisieren, der geeignet sein soll, den Erwerbslosen das Dasein wieder freudvoller zu gestalten. Diese nachahmenswerten Bestrebunlgen des evangelischen Kirchenkreises verdienen höchste Anerkennung und es ist zu wünschen, daß ihrer Durchführung ein voller Erfolg beschieden sein wird. 1 Aus der Antoniuspfarrei. Am Sonntag mittag fand im Antoniussaale eine Versammlung der Gemeindemitglieder der Antoniuspfarrei statt, um zu den bevorlstehenden Kirchenvorstandswahlen Stellung zu nehmen. Pfarrer Simon begrüßte die Erschienenen und gab dann einige aufklärende Mifteilungen über die Wahl. Dann schritt man zur Aufnellung der Kandidaten. Da die Antoniuspfarrei etwa 8300 Gemeindeglieder zählt, so besteht nach den gesetzlichen Bestimmungen der Kirchenvorstand aus 24 Personen, von denen zwölf Witglieder ausscheiden. Der Kirchenvorstand schlug der Versammllung die Wiederwahl der ausscheidenden Mitglieder vor. Nach einer Aussprache, an der sich besonders die Herren Heupts und Wollscheid beteiligten, wurde diesem Vorlschlage zugestimmt. Auch die Aufstellung der Kandidaten für die durch Fortzug ausgeschiedenen Mitglieder sowie die Aufstellung der Ersatzleute wurden glatt erledigt. Die Kirchenvorstandswahl für die Antoniuspfarrei findet am Sonntag, 18. Oktober, im Antoniussaale statt. e Stadttell Langendreer Konzert des Christuskirchenchores. In Langendreer bildete der Liederabend des evangelischen Männer= und Christuskirchenchores die Eröffnung der Herbst= und Winterveranstaltungen. Wie in den Vorjahren, man auch bei dieser Darbietung die Freude am deutschen Liede feststellen. Die Mitwirkung des PosaunenchorQuartetts trug besonders zur Verschönerung der sehr reichhaltigen Vortragsfolge bei. Es muß zur größten Anerkennung gelobt werden, daß der Posaunenchor gute Fortschritte gemacht hat. Die Veranstalter können mit diesem erfolgreichen Abend zufrieden sein, da das Publikum mit dem verdienten Beifall nicht targte. Die Liederspenden erfreuten ungemein. er Männergesangverein„Cäcilia“. Aus Anlaß des stattgefundenen Jubelfestes und Sängerwettstreites hatte der Männergesangverein„Cäcilia“ seine Mitglieder mit Freunden und Gönnern zu einem Familienabend eingeladen. Der Vorsitzende konnte bei seinen Begrüßungsworten der Freude über den guten Besuch Ausdruck geben. Unter der Leitung des Dirigenten Schlotjunker wurden Proben deutscher Männerchöre tadellos zu Gehör gebracht. Der Dramatische Verein erfreute die Gäste durch die Tarbietungen„Püppken als Hypnotiseur" und TTante Lotte". er Katholischer Bürgerverein. In der Versammlung am Sonntag im Lotale Merkel wurde nach Erledigung der geschäftlichen Angelegenheiten ein Rückblick auf das 50jährige Jubelfest gehalten. Anschließend wurde über die Beiträge zur freien Wohlfahrts= und katholischen Jugendpflege verhandelt. Beide Punkte sollen solange zurückgestellt werden, bis das Eintreten der Verhältnisse den Beitritt, zu den Organisationen erfordere. Unter Verschiedenes sprach man über kleinere Fragen. er. Gesellenprüfung. Die entscheidende Prüfung für die Lehrlinge der Handwerker der beiden Stadtteile Langendreer und Werne steht bevor. Gegenwärtig werden in den einzelnen Innungen die letzten Vorbereitungen zur einwandfreien Abwicklung der Gesellenprüfung getroffen. Alle Innungsmitglieder der Maler=Glaser=Anstreicher=Zwangsinnung, die Lehrlinge haben, die sich zur Prüfung melden wollen, müssen die nötigen Unterlagen dem Obermeister Schmidt bis zum 23. September zusenden. er Wohnungseinbruch. Am 20. September drangen durch Nachschließen unbekannte Täter in die Wohnung eines Postschaffners an der Kaiserstraße im Stadtteil Langendreer ein. Die Diebe entwendeten einen schwarzen Paletot, eine goldene Herrenuhr, mit Kette, zwei Garnituren Bettwäsche, fünf weiße Bettücher und 60 RM. Bargeld. Ro Kaus Ungeiff auf Genlschiatte Mooimachung gegen die Gomosendewegung Planos neu und gebraucht. Verlangen Sie vor Kauf unverbindliches Angebot direkt von Plano-Fabrik Stadtteil Altenbochum Silbexiuhiläum des St.=Josephs=Nännerverein Bochum=Altenbochum. Nachdem der St.=Josephe Pech, nerverein vorvergangenen Sonntag das Gedemn seines 25jährigen Bestebens in einer kirchlichen Feier festlich begangen hatte, fand am Sonntag im Saale Drewermann die weltliche Zubelfeier frezt, Ere, Pershcher Fraeße zen Zügen sprach sodann Path 2. lpnigel 1906 wurde der Stz Josephs=Männexverein von Pfarrer Ui amp; Ipnion Vogel gegründet. Aus kleigen Kantgagen.— das. KrünNRd-ebb-. uuunt urnhent i. Ageen. ehe. Hagen 11s bungsbrotckol verseipet„„Shrgsceifrtger#ntere der In einer Reihe von vier Vorträgen, die sich mit der Stellung„Deutschlands im Gottesreiche" befassen, sprach gestern Abend als erster Redner Pfarrer Professor Dr. Ehrenberg über„Moskaus Angriff auf Deutschland", wie er sich geistig gesehen durch die Gottlosenbewegung vor unsern Augen abspielt oder besser erst beginnt. Angesichts der beklagenswerten Not, in der sich das durch den Weltkrieg verarmte und entnervte deutsche Volk befindet, wird die Widerstandskraft gegenüber einer sich von Osten her nach Westen und über die ganze Wett bewegenden Welle außerordentlich stark gelähmt und es wird der Aufbietung aller letzten Fähigkeiten bis zum Willen zum Martyrium bedürfen, wenn wir in diesem Kampfe bestehen wollen. Das ist das letzte Gefühl, das sich allen Hörern dieses ersten Vortrags ins Bewußtsein hämmerte. Und dieser Kampf kann auch nur dann gewonnen werden, wenn man ihn führt von Seiten der Kirchen mit jener Selbsterkenntnis, die die erste Vorbedingung für den Erfolg ist und die wieder hinführt zur Liebe, die von Gott ist und nur im Geiste der Liebe kann der Kampf siegreich für das Christentum enden. Der Redner zeigte, wie schon Hiob und seine Frau in ihrem Elend mit Gott gehadert haben. Hiob wurde nur durch Gottes persönliches Eingreifen vom gänzlichen Abfall bewahrt. Ein anderes biblisches Bild bietet eine Predigt, in der der Bolschewismus verglichen wird mit dem armen Lazarus, der nicht mehr bittend, sondern fordernd an die Türen des reichen Europa pocht und drohend sein Recht verlangt als der wild gewordene, in die Verzweiflung getriebene rus, der mit tausend Wunden bedeckte, vom Geschick mißhandelte, erbarmungswürdige Mensch. Den geistigen Wurzeln des heutigen Bolschewismus versuchte der Redner nachzuspüren und fand sie nicht etwa im russischen Geiste selbst, sondern er sah sie als letztes Produkt der großen französischen Revolution und dem Aufklärungszeitalter, das in Frankreich, Deutschland und England gefolgt ist. Jetzt kommt es in einer gefahrdrohenden Welle nach dem Westen zurück und bedroht die ganze christliche Kultur nicht nur, sondern jeden Gottesglauben. Er richtet sich ebensowohl gegen TageilTIo Teilzahlung. Lieferung trei Haus von denen Poxr ve une„esite sich der Verein zu einer Poshag, neue Muster, billige Preise. Verlangen Sie unsere Muster. Gndees#n Pittener Straße 7, gegüb. Café Rüsberg. henvon ungeAusmaß. lut unsere Während Tag neue Spreise! e Groschen viel bei OUn Lebenden wein— entwickeire sich der Verein zu einer beachtenswerten Größe der neben der kulturellen und religiösen Schulung und Bildung seiner Mitglieder großen Wert legte auf die Pflege der Geselligkeit. Durch die Gründung einer Sterbekasse am 1. Januar 1908 wurde der Verein um eine wertvolle soziale Einrichtung bereichert, die der Inflation zwar zum Opfer fiel, aber später wieder neu ins Leben gerufen wurde. Nach einem kurzen Gedenken des verstorbenen Pfarrers Vogel hielt Vikar Wiemann die Festansprache. Im Mittelpunkt der Festfeier stand die Ehrung der Jubilare, die von Vikar Wiemann vorgenommen wurde. den Mitgliedern Schramm, Strätling, Großeüning und Klüner wurde für 25jährige treue Vereinsarbeit eine Silbermedaille mit blauweißer Schleife unter dem großen Beifall, der Festversammlung überreicht. Der Vorstand brachte seinen Dank und seine Anerkennung durch die feierliche Ueberreichung eines Sondergeschenkes zum Ausdruck. Der inoffizielle Teil vereinte die Mitglieder zu einem zwangslosen, gemütlichen Beisammensein; für gute Unterhaltung war Pfandsammlung. Der in der voriden Prechighen Friash Geiezh sg. Die. Vexzgalseigd dom ptand de konnren nach iorem ggrsten„rghesom###nd Lebensmittel und 110 Mark Bargeid sowie einen großen Posten Kleider und Wäsche der Sammelstelle überweisen. m das Judentum, wie gegen den Islam, gegen den Buddhismus und alle Religionen überhaupt. So fordere der Bolschewismus die ganze Welt heraus, einschließlich Amerikas, wenn auch amerikanisches Geld heute in Rußland die neuen Industriestädte erbauen helfe. Es ist ein ganz riesiger, bisher in der ganzen Welt noch nie gesehener Religionskrieg, der jetzt von Moskau aus hereinbricht an Stelle des Krieges mit Waffen in einer Zeit, da das System des Kapitalismus am Ende seiner Macht angekommen zu sein scheint. War das vorige Jahrhundert ein Jahrhundert des deutschen Geistes, so wird das zwanzigste Jahrhundert ein anderes Gesicht tragen, aber der deutsche Geist wird in ihm eine besonders schwere geistige Aufgabe zu erfüllen haben, von deren Große und Verantwortlichkeit wir uns heute erst nur einen schwachen Begriff machen können, deren unendliche Bedeutung für das ganze Europa wir aber bereits ahnen können. ] In diesem Kampfe geht es um nichts anderes als um die göttliche Ordnung, die mit der Familie beginnt, um eine heilige unantastbare Ordnung. die der Bolschewismus durch den namenlosen, den Kollektivmenschen, den Maschinenmenschen ersetzen will, Dem in Europa geprägten Begriff des Individualismus, der sich bis zur Selosterlösung ebenso gottlos gebärdete, setzt der Bolschewismus den gottlosen Massenmenschen auf und will so ganz neue Ordnungen schaffen, wie sie bisher noch nirgends erdacht wurden. Gegen diese Ordnungen gilt es, sich zur Wehr zu setzen mit dem Willen zu Gott, mit dem Vertrauen zu seiner Gnade, mit der Hoffnung auf seine Hiltag,.,st Ikaptofsz im Spalg des FrustAm Sonntag hielt, ebenfalls im Saale des ErnstMoritz=Arndt=Hauses, Pfarrer Kienecker aus Hamm einen gut besuchten, vom Bürger= und Arbeiterverein Rechen veranstalteten Lichtbildervortrag, der in die Werkstatt der Gottlosenbewegung hineinführte und die ungeheuerliche Hohn= und Haßpropaganda vor Augen führte, mit der in Rußland zur Zeit der Krieg gegen jede Religion geführt wird. Eine Mobilmachung des Kirchenvolkes hat auf der ganzen Linie begonnen. Die evangelischen Vereine werden in Bild und Wort der Gottlosenbewegung jetzt ihre Aufklärungsarbeit gegenüberstellen. (=) Stadttheater Bochum. Mit der Erstaufführung des Schauspiels„Die Weber“, die heute, Dienstag, abend von 20 Uhr bis gegen 22.45 Uhr stattfindet, tritt das Bochumer Stadttheater gleich zu Beginn seiner neuen Spielzeit in das Gerhart=Hauptmann=Jahr ein, dessen zu gedenken, mit zu dem diesjährigen Programm der deutschen Theater gehört. Der Regisseur der„Weber"=Inszenierung des Stadttheaters, Dr. Hans baum, wird aus diesem Anlaß der Erstaufführung des Werkes eine Einführung und Würdigung voranstellen. — Die Oper beginnt morgen ihre Bochumer Spielzeit mit einer Aufführung von Richard Strauß„Rosenkavalier". Das Werk, das ein einziges Mal vor abschluß der letzten Spielzeit erschien, kann also in seiner neuen Inszenierung eigentlich erst jetzt für das Publikum eingesetzt werden. In den Hauptpartien wirken mit die Damen: Fortner=Halbaerth, Beckmann, Kamphausen, Krauß und Kindling; die Herren: von der Linde, Hesse, Kistemann, Löffler und Tulmann. Für die in Aussicht stehende Erstaufführung eines neuen Werkes heiterer Gattung: des Lustspiel„Das große Objekt“ von Conried, die am Donnerstag vor sich gehen soll, begann gestern der Vorverkauf. In diesem Stück, dessen Einrichtung in den Händen von Viktor Ahlers liegt, sind beschäftigt: Harry Bucknitz(Vermaeren), Viktor Ahlers(Felix), beide Inhaber der Firma Vermaeren& Co.; Johanna Koch=Bauer(Frau Vermaeren), Deli=Maria Teichen (ihre Tochter), Adele Schönfeld(Tony). Curt Bartz(Julius), Willi Mayenknecht(Robbi), Harst Veilke(Nr. Edwards), Inge Tiesfeld(Tutti), Willi Schröder(Ten Brinken). (=) Operettentheater. Franz Lehars Operette„Der Zarewitsch“ geht allabendlich vor ausverkauftem Haus in Szene. Die Intendanz hat bereits mit den Verlegern andere Werke abgeschlossen; deshalb kann„Der Zarewitsch“ nur noch bis einschließlich Freitag(in erster Besetzung) auf dem Spielplan bleiben. (=) Heute, Volks=Symphonie=Konzert des Städtischen Orchesters. Für die plötzlich erkrankte Solistin Johanna Maria Uhl wird Fräulein Elfriede Kellner aus Münster in dem heutigen 1. Volks=Symphonie=Konzert als Solistin mitwirken. Die Veranstaltung findet abends im Schützenhof statt. (=) Freilichtspielbühne„Wiencopp“. Seit Monaten haben sich regelmäßig bei den„Parsifal" auf dem„Wienkopp“ große Scharen von Besuchern eingefunden, die sich an dem Inhalt des herrlichen Stückes begeisterten. Am kommenden Mittwoch soll noch einmal die Gelegenheit geboten werden, sich ebenfalls das Parsifalspiel anzusehen. Von den Erwerbslosen und Wohlfahrtsempfängern, die ihren Ausweis vorzeigen, wird nur ein Eintrittspreis von 10 Pfennig erhoben. Die Aufführung beginnt um 3 Uhr nachmittags. Aus dem Gerichtssaal Rechtsanwalt Dornieden freigesprochen § Essen, 21. September. Die Große Essener Strafkammer sprach am Samstag den Rechtsanwalt Karl Dornieden und dessen Bruder Alois Dornieden, die bekanntlich vom Essener Schöffengericht am 25. Juni wegen Untreue bzw. Beihilfe zur Untreue zu Geldstrafen von 500 Mark bzw. 200 Mark verurteilt worden waren, frei. In der Urteilsbegründung wurde ausgeführt, daß der von dem Zeugen N. übergebene Betrag von 1400 Mark auf das Konto von Rechtsanwalt Dornieden mit Wissen des Zeugen überwiesen worden sei. Der Zeuge habe anfangs sich stillschweigend mit der Verwendung des Geldes zu anderweitigen Zwecken einverstanden erklärt, so daß man den Angeklagten zugute halten müsse, daß sie im guten Glauben gehandelt hätten. Vor allen Dingen sei Rechtsanwalt Dornieden der festen Ueberzeugung gewesen, für den fraglichen Betrag ersatzfähig zu sein. Er konnte zu der Zeit noch nicht übersehen, daß er später in finanzielle Schwierigkeiten geraten würde. Aus Veln Teilauflösung der städtischen Schuhmacherei. Nach einem Plan des Wohlfahrtsdezernenten soll jetzt eine Teilauf ösung dieses Regiebetriebes vorgenommen werdan nachdem sich schan vorschiedene Schuhmacher zur Stadttreis Wattenscheid Vaterländischer Frauenverein. Unter Vorsitz der Stadtteil Laer Evangelische Kirchengemeinde Uemmingen. In der evangelischen Kirche hat sich das neue Gesangbuch bereits so eingebürgert, daß bei den Gottesdiensten nur noch Lieder daraus gesungen werden. Das alte ist ganz außer Gebrauch gesetzt.— Der Jungmädchenverein des zweiten Pfarrbezirks veranstaltete am Sonntag im vollbesetzten Saale des Wirts Hahne in Querenburg sein erstes Jahresfest. Lieder vom Jungmädchenchor gesungen, Lieder zur Laute, Aufführungen, Volkstänze, plattdeutsche Gespräche und gemeinsam gesungene Choräle lösten einander ab. Pfarrer Kuhlmann hielt die Festansprache. Die Festleitung hatte Schwester Emilie, unter deren umsichtigen Leitung als Vorsitzende des Vereins trotz seines kurzen Bestehens eine stattliche Zahl von Mitgliedern zu verzeichnen hat. Das Schlußwort hielt ebenfalls Pfarrer Kuhlmann. Die Jungmäd Frau Oberbürgermeister Dr. Ueberhorst tagte der Vaterländische Frauenverein. Die Damen Frau Göring und Wegener wurden als Vorstandsdamen eingeführt. Das Jahresfest wird am 21. Oktober gefeiert. Gleichzeitig soll die Auszeichnung der Hausangestellten stattfinden, die anstatt ein Ehrendiplom und Brosche ein Sparkassenbuch von 20 Mark erhalten sollen. Beschlossen wurde, sich an der Winterhilfe zu beteiligen. Am 1. November soll die Alte=Leute=Küche wieder eingerichtet werden. Die Vorsitzende teilte dann mit, daß die Speisung der Kinder in den Ferien und die Badekuren folgende Ausgaben erforderten: Ferienspeisung 343 RM., Badekuren im Volksbad 338 RM., Kuren im Sonnenheim 300 RM., Badekuren in Sassendorf und Werl 889 RM., Speisung der alten Leute 1240 RM., insgesamt 4110 RM. Freiwillig in den Tod. Ein 19 Jahre alter landwirtschaftlicher Arbeiter wurde am Samstag an eisem Gartenzaun hängend tot aufgefunden. Es liegt mord vor. Was den Lebensmüden in den Tod getrieben hat, konnte noch nicht festgestellt werden. Gräßlicher Tod. Ein schwerer Verkehrsunfall, dem ein junges Menschenleben zum Opfer fiel,gv.greiguicte sich Samstag mittag 1½ Uhr auf der Glück=Auf=gi##### in Günnigfeld. Der achtjährige Schüler Stefan B. aus Wattenscheid geriet beim Herabspringen von der Verbindungsstange eines Lastkraftwagens und seinem Anhänger mit dem Kopf unter die Räder des Anhängers. Der Kopf wurde vollständig plattgedrückt. Der Tod trat auf der Stelle ein. Straßenpassanten bemerkten den Unfall zuerst. Dem Führer des Lastkraftwagens muß dieser grausige Vorfall gar nicht aufgefallen sei ösung dieses Regiebetriebes vorge den, nachdem sich schon verschiedene Schuhmacher zur Schließung ihrer Betriebe gezwungen sahen. ur Mit heißem Wasser begossen. Am Samstag, gegen 9 Uhr, goß eine Bewohnerin eines Hauses in der Deutsche Straße im Verlaufe von Hausstreitigkeiten einer im gleichen Hause wohnhaften Ehefrau einen Topf mit heißem Wasser über den Kopf. Die Betroffene mußte sich wegen der erlittenen Verletzungen in ärztliche Behandlung begeben. Es soll wärmer werden Wetterbericht der Essener Wetterwarte. Die von Grönland über Island und Großbritannien in das Festland einströmende Kaltluft hat das Hochdruckgebiet über Westeuropa und dem östlichen Czean weiter gekräftigt. Sie veranlaßt über dem mittleren Europa allgemein wechselnde, meist stärkere Bewölkung und strichweise Regenschauer. Ueber Island strömt maritime Warmluft nordostwärts vor und bringt die ersten Störungen der neuen Zyklonenfamilie mit sich. Der in unserem Dienstbezirk bestehende unfreundliche Witterungscharakter bleibt damit weiter erhalten. Vorhersage für Dienstag: Nachts meist wolkenlos und dabei Tieftemperaturen nahe an dem Gefrierpunkt. Tagsüber Bewölkungszunahme und langsamer Temperaturanstieg. Noch einzelne leichte Regenschauern. Abflauende nördliche bis nordöstliche Winde. Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Fortschreitende Beruhigung, wolkig bis heiter, etwas wärmer. Barometer Montag,21.Septbr. Thermometer Stadtkreis Witten Schwerer Unfall. Auf der Hörder Straße fuhr ein Lastkraftwagenführer von hinten auf einen Motorradfahrer, wobei letzterer schwere innere Verletzungen, einen Arm= und Schlüsselbeinbruch erlitt. Ennepe=Ruhrkreis Herbstgautag der katholischen kaufmännischen Vereine von Westfalen=Süd. In Hattingen fand am Sonnerhäuschen im Stadtpark 117 m über d. Wetternotizen gemessen um 8 Uhr vormittags tag.der gutbesuchte Hautag statt. feierliches Hochamt in der Pfarrki tatt. Er wurde durch ein feierliches Hochamt in der Pfarrkirche eingeleitet. Um 11 Uhr begannen die Beratungen im Saale Schulte in der Heggerstraße. Gauvorsitzender Anton Kaup(Bochum) eröffnete die Versammlung. Kassenwart Barenberg(Bochum) gab den Kassenbericht. Der Gautag nahm zu den wirtschaftlichen und sozialen Fragen der Gegenwart Stellung. Man beschäftigte sich eingebend mit der Enzuklika„Quadragesimo anno“. Zwei Redin über die Aufaahen dos H C Gr Lusidruck Windricht. Temperack Windrlct. Temper in mm u. Stärke! tur C Weder sein, denn dieser grausige Vorfall gar nicht aufg er ist ohne anzuhalten weitergefahren. Stadttreis Wanne-Eicke! Persönliches. Ihren 77. Geburtstag feiert heute die Witwe Maria Friedrichsdorf geb. Pawsguski in Röhlinghausen, Tiefenbruchstraße 88.— Frau eygrlotte Sander geb. Stopka, Röhlinghausen, Rolandstraße 24 feierte am Sonntag ihren 70. Geburtstag. Die goldene Hochzeit feierte sie mit ihren Gatten am 18. Jebruar 1930. mit der Enzullika„Quadragesimo, apBg Swei##e ner sprachen über die Aufgaben des K. K..:„Was der Liberalismus und das päpstliche Rundschreiben über Staats= und Staatsgewalt?" und„Der Berufs#d#' gndnerdes Prinzin dar monschlichon Gesollüber Staats= und Staatsgewatt!" und„Der. Berufsstand als ordnendes Prinzip der menschlichen Gesellschaft unter Berücksichtigung der Wirtschaftslage des selbständigen Kaufmannstandes und des kaufmännischen Angestelltenberufes". Den Höhepunkt der Herbsttagung bildete das Referat von Dr. Wages von der Verbandsleitung. Der Gautag beschäftigte sich im zweiten Teil mit Fragen der inneren Organisation des Gaues und des Verbandes. Prokurist Rissing, Gaujugendführer, gab ein klares Bild über die Jugend im K. K. V. Die Neuwahl brachte keine wesentliche Aenderungen. as Essen..... Nachen... Frankfurt Kabler Asten Brocken Borkum Hamburg Rügenwalde Berlin Königsberg München Zugspitze Zürich Geni... Lugano Tbd. 764.4 675.5 671.2 768,9 613 759.3 585 758.9 765.1 M RW 4 WNW 3 WRW 6 RRW 3 NNO 7 N 23 3 ESO 2 N 2 still WSW 6 N 1 RNO 2 N 1 765.7 65.7 759.0 für Sonne und Mond am 22. S. (Aufg..14, Unterg. 18.31: J Aufg. 17.31, bedeckt bewölkt bewölkt Reg. u. NelNebel Regen bedeckt bedeckt Regen zieml. heiten bewölkt Ne bedeckt beiter klar September: Unterg..55 We Die heutige Nummer umfaßt 14 Seiten MAGGI Würze HiAöerkuche Spe Schon wenige Tropfen geben schwachen Suppen, Soßen, Gemüsen und Salaten kräftigen Wohlgeschmack.— Vorteilhaftester Bezug in großer Originalflasche Verlangen Sie ausdrücklich MAGGIS Wurze Bezugsprei Selbstabhol kostet mona Allgem. An im Reklam Angebote 1 Bei zwang verfahren 1 Anzeigen a gegebene u Gewähr ul Mk. 250. 11 h B Die Ress bleme der kom daß heute di haben. Die 9 1. Einrich sorakte, Stei 2. Maßr Hier haben gestellt. Es i Ländern auf verden. 3. Zus lorge un Die Verhan schlossen. 4. Klei Plan ist noch arbeitsminist Ergänzungst 5. Bea um die Fra verordnung usw. 6. Hau sichten noch stern bereits Hauszinssteu sich die Mei daraus hervo Schreiber die aus wirtsche preußische A lung der St wirtschaft w streit ist aber die humoristische Perle in dem köstlichen Tonfilm Lustspiel Die Biumenlrau VomEindenau SLITTDSy der sinkenden Kaufkraft bringen wir vom heutigen Tage ab unter dem Namen„Nimbus“ einen eleganten Damenschuh heraus, wie er bisher im regulären Verkauf noch niemals so billig geboten nach Bruno Franks ertolgreicher Theater-Komödie Mitwirkende: Renate Müller, Harald Pauisen, Oscar Sabo und der zottelige Pudel„Toni“ Aufführungszeiten: Nachmittags.30,.00,.00 Uhr Wochentags bis 5 Uhr nachmittags kleine Preise0 wurde. Marke„Nimbus“, 12 verschiedene Modelle, einheitlicher Preis Mk..75. „Nimbus“ ist kein einmaliges Angebot, sondern eine umwälzende Tat, welche unserer Kundschaft bisher nie dagewesene Vorteile schafft. Heute beginnt der Verkauf der Marke„Nimbus“. Be-— achten Sie die Verschie. denartigkeit der 12Modelle. Beachten Sie unser Schaufenster in der Kor- Ec#t tumstraße und die neue Spezial-Abteilung in unserem Hause!## wird infolge der täglich ausverkautten Vorstellungen verlängert Nur nodt 3 Tage! Sie sehen und hören den prachtvollen Tonfilm: Ihre Majestät, die Liebe (Von un Zwischen Reichstagspr eine Ausspre tages statt. tag am Reichsre große Er Lage geben. oder erst an noch festgese. wird sich de anschließen, Anträge ber Da der Vorlagen be der Herbstta würde sich! tagen, währ dann das P den Bespreck dem Kanzlei wird sich der halt befass Krisenlage b Der Plan, 1 ist erst vom Das Kabine Die Möglic Aufstellung Entwicklung rationsfrage Kreisen neic gänge in T Großbritann Als ganz besondere Ueberraschung anläßlich des 1 jährigen Bestehens erhält jeder Besucher ein Geschenk im Werte von Mik..70 bis Mk..00. Jeder 500. Besucher erhält eine Dauer-Freikarte für 15 Vorstellungen. Jeder 1000. Besucher eine Damen- oder HerrenArmbanduhr mit 1jähriger Garantie(von der Firma 16s Brinkmann. Bochum. Bongardstraße) Wir haben den Alleinverkaut für Bochum! Stadt! Heuter Bochum Städtisches Orchester Bochum Leitung: Generalmusikdirektor Leopold Reichwein. Heute. Dienstag, 22. September 1931. abends 8 Uhr, im Schützenhof: Dienstag, 22. Gept., 20 bis 22.45 Uhr. Zum ersten Male B. 1: Symphonie-dur(mit dem Paukenschlag) J. Haydn: Arie„Nun beut die Flur“, aus dem Oratorium „Die Schöpfung“ G. Rossinl: Ouverture zur komischen Oper„Der Barbier von Sevilla“ R. Wagner: Arie der Elisabeth aus der Oper„Tannhäuser“ Joh. Strauß: Künstlerleben“. Walzer. Solistin: Elfriede Kellner(Sopran) BOCHUM Prüfen Sie die„Nimbus“-Auswahl— eh' Sie neue Schuhe kaufen Schauspiel in 5 Akten von Gerhart Hauptmann. Mittwoch, 23. Sept., 19.30 bis 23.15 Uhr. 1: Eintrittspreis einschl. Kleiderablegegebühr 69 Rpf. Karten sind noch an der Konzertkasse im Stadttheater, vormittags von 10 bis 2 Uhr. sowie in den Vorverkaufsstellen Wicharz. Kortumstraße 105. Verkehrsverein, Rathausplatz 8. Kaufhaus Gebr. Alsberg, Kortumstraße, und in den Geschäftsstellen der Bühnenverbände zu haben.— Die Abendkasse Im Schützenhof ist von 7 Uhr ab geöffnet(LSt2 Oper in 3 Akten von Richard werden. Zu zum Ablauf Frage ins Daß zu Oppositions werden, steh men, daß! gefährdet w Reichsaußen Aber der K sich der Ar eine Niederl Nach wie vo außenministe arlame quenzen nerstag in tag dem Ka vor dem C sprache hän( an(255 Corse Vo#### Die Macht des gedruckten Wortes kommt nirgends stärker zur Wirkung, wie in einer vielgelesenen weitverbreiteten Tageszeitung. Dienstag— Donnerstag Drei Schlager! s. Schenk mir das Leben (Das Recht der Ungeborenen.) 2. Die fidele Herrenpartie Ein Großlustspiel mit Maria Pandler, Walter Rilla. s. Die Geisterlarm D Ein Wildwesttilm mit Hen Meynard. Lusteplel, Tönende Wechenschau, Lehrfilm 1 Waggon Hellweg 1 und Kortumstraße 45 (auch transportab.) 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