Nr. 167 7 38. Jahrgang Montag, den 20. Juli 1931 GBaAmeee Täglich außer Samstag 10Pf. Samstags mit illustr. Beilage 20 Pf. Bezugspreis.40 Mk monatlich, oder.20 Mk. dalbmonatlich: Selbstabdoler 210 Mk. bezw..05 Mt. Unsere Beilage„Die Bochumer Illustrierte“ kostet monatlich 20 Pfg., die Funkbeilage„Hör mit mir“ kostet monatl. 30 Pig. Allgem. Anzeigenpreis: Für 1 Millimeter Höhe in 25 Millimeter Breite 10 Pig., im Reklameteil 50 Pfg.(Besondere Anzeigenpreise nach aufliegendem Taris.) Angebote von anderen Zeitungen und Vermittlern werden nicht befördert. Bei zwangsweiser Beitreibung der Anzeigengebühren durch Klage, bei Konkursverfahren usw. wird der bewilligte Nachlaß hinfällig. Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmten Tagen und Plätzen, auch für durch Fernsprecher aufgegebene und abbestellte, sowie undeutlich geschriebene Aufträge wird keine Gewähr übernommen.: Schluß der Anzeigenannahme 4 Uhr nachmittags. Mi. 250. Unsall=Unterstützung bei tödlichem Unsall laut besonderen Bedingungen General## Anzeiger für Bochum und umliegende Industriebezirke Redaktionsleitut Foest: für Ko für Bochum: H Ha ns Schul .e Cchr östien Max Flege!: fu tion:—J übr nch und General Anze Berliner Redaktio) Letung: Nichael Redaktion keine Hafid Redaktion Kernsprech=Anschlüsse Sam Dom Sonntag, ür Vollttik: Rudolf Peddingpaus: A1bt: für Sport: nd Unterhalung: n übrigen Terteil: stunden der RedatBochumer Anzeiger .sämtlich in Bochum. sthsbr.: Döndost 55h. ungen übernimmt die denn Rückdorto beillege. Vepes icheckonio Vorimund 1760 Ktite(ül****•*** 5 Das Ergebnis der deutsch-französischen Besprechungen in Paris— Entscheidung über die Kredithilfe in London Berlin, 19. Juli. (Von unserer Berliner Schriftleitung) Nach den hier eingelaufenen Pariser Meldungen sind die deutsch=französischen Verhandlungen, die am Samstag einsetzten und am Sonntag fortgesetzt wurden, abends.20 Uhr unterbrochen worden. Sie wurden wieder aufgenommen im Anschluß an ein Essen, das Außenminister Briand heute abend den deutschen Gästen zu Ehren gab, und um 11 Uhr nachts abgeschlossen. Es wurde folgender amtlicher Bericht ausgegeben: „In einer kürzlichen Botschaft hatte der deutsche Reichskanzler den Wunsch zum Ausdruck gebracht, in direkte Berührung mit der französischen Regierung zu treten, um die Mittel zu finden, gemeinsam an der Besserung der Beziehungen der beiden Länder arbeiten zu können. Der Chef der französischen Regierung hat darauf spontan geantwortet, daß er mit Befriedigung einer Zusammenkunft entgegensehe, deren Durchführung sich im Hinblick auf die Ereignisse, die die wirtschaftliche und finanzielle Lage Deutschlands berühren, sowie im Hinblick auf die Rückwirkung auf andere Staaten zweckmäßig geworden war. Infolgedessen sind Vertreter der beiden Regierungen am 18. und 19. Juli 1931 in Paris zusammengetreten. Sie waren sich darin einig, die Bedeutung dieser Zusammenkunft anzuerkennen und zu bestätigen, daß sie den Anfang einer vertrauensvollen Zusammenarbeit bedeuten soll. Der Reichslanzler hat hierbei die verschiedenen Seiten der Krise, unter der sein Land leidet, beleuchtet. Die Vertreter der französischen Regierung erklärten in Anerkennung der Schwere dieser Krise, daß sie unter Vorbehalt gewisser finanzieller Garantien und Maßnahmen für die politische Beruhigung bereit seien, zu einem späteren Zeitpunkt die Grundsätze einer finanziellen Zusammenarbeit im internationalen Rahmen zu erörtern. Die Vertreter der beiden Regierungen haben jedoch jetzt bereits Wert darauf gelegt, ihren Willen zu betonen, unter sich im Rahmen des Möglichen die künftigen Bedingungen für eine wirksame Zusammenarbeit auf politischem und wirtschaftlichem Gebiete zu schaffen. Sie sind sich darüber einig geworden, ihre Bemühungen zu vereinen, um das Vertrauen in eine Atmosphäre der Ruhe und Sicherheit wiederherzustellen.“ Dieser amtliche Bericht ist reichlich nichtssagend. Außer dem betonten Willen zur Zusammenarbeit ist aus ihm nur zu entnehmen, daß die Beratung aller Einzelheiten für eine deutsch=französische Zusammenarbeit— und auf diese kommt es an— auf einen späteren Zeitpunkt verschoben worden sind. Das heißt mit anderen Worten, man ist den Schwierigkeiten nach Art des Völkerbundes durch eine Verschiebung auf später aus dem Wege gegangen. Daß Schwierigkeiten, und zwar augenscheinlich sehr erhebliche, vorhanden sind, beweist schon der französische Vorbehalt hinsichtlich gewisser finanzieller Garantien und Maßnahmen für die politische Beruhigung. Man kann jedoch feststellen, daß die französische Presse, die noch gestern geradezu phantastische politische Forderungen aufstellte, heute bereits zu einem sachlichen Ton zurückgekehrt ist und von direkten Forderungen überhaupt nicht mehr spricht. Alles in allem kann man feststellen, daß die französische Politik bisher sowohl bei den Verhandlungen mit den übrigen Mächten wie in den besonderen Besprechungen mit den deutschen Staatsmännern durchaus geschickt operiert hat. In der Konferenz der Außenminister ist es Frankreich gelungen, die Zusicherung zu erhalten, daß man sich auf der Londoner Konferenz mit der deutschen Krise beschäftigen wird, aber nicht die Abrüstungsfragen, das Reparationsproblem und die Frage der Wiederinkraftsetzung des Young=Planes nach Ablauf des Hoover=Jahres zur Debatte stellen wird. Das ist ein unbedingter Erfolg der Franzosen. Demgegenüber tritt die englische Presse, inspiriert von ihrer Regierung, für die Aufrollung aller jener Probleme ein und fordert sogar die Revision aller sinanziellen Bestimmungen des Versailler Vertrages Kor in. Paris gefundene Basiz für die Londoner Verhanklungen scheint nach den vorliegenden Meldungen darauf abzuzielen, daß sich auch Frankreich an dem Feutschland zu gebenden Rediskont in Höhe von zwei Milliarden Reichsmark bereit erklärt. Jedenfalls hat man den Gedanken einer Anleihe einstweilen Aber auch die schließliche Höhe wird erst in London bestimmt werden, vohin sich die deutschen Minister Montag vormittag begeben werden. Der Kanzler hat mit den Vertretern, Amerikas und Englands ganz offen gesprochen und auch de Goicte chen eascen Auslandsmoratoriums mit allen seinen auch für das Ausland schweren Folgen als die notwendige Maßnahme hingestellt, falls sich die Mächte nicht schnellstens zu einer durchgreisenden Kredithilfe bereitfinden würden. England selbst vertritt die Auffassung, daß dieser zu begebende Rediskont und auch die spätere Reichsanleihe, falls sie verwirklicht werden sollte, unter der Führung der Bank von England begeben werden soll, um die gesamten Kreditfragen von einem politischen Druck Frankreichs frei zu halten. Die Frage der Bedingungen, unter denen sich Frankreich zur Kreditbeteiligung bereit erklärt, ist nach wie vor dunkel. Auch die deutschen Kreise erklären, daß irgendwelche direkten formulierten Forderungen seitens Frankreichs überhaupt nicht gestellt sind. Dagegen veröffentlicht die französische Presse die Verpfändung der deutschen Zölle und direkten Einnahmen sowie eine Kontrolle der deutschen Kredit= und Finanzgebarung als unerläßliche Forderungen. Der äußerliche Verlauf des Parser Besaches stellt sich nach den vorliegenden Meldungen ungefähr so dar: Die deutschen Minister die am Samstag nachmittag 5 Minuten nach 2 Uhr auf dem Nordbahnhof in Paris ankamen, wurden vom französischen Ministerpräsidenten Laval und dem Außenminister Briand empfangen. Auch alle Mitglieder der deutschen Botschaft waren erschienen. Nach kurzer Begrüßung fuhren die deutschen Minister zunächst zur deutschen Botschaft, um dort den Tee einzunehmen. Um 3 Uhr 30 besuchte Reichskanzler Dr. Brüning Laval, während sich Reichsaußenminister Dr. Curtius zu gleicher Zeit zu Briand begab. Die Staatsmänner hatten zunächst eine private Unterredung, an der außer ihnen niemand teilnahm. Um 4 Uhr 30 fand dann beim französischen Ministerpräsidenten eine allallgemeine Besprechung statt, an der die Abordnungen beider Länder teilnahmen. Ueber die Besprechung wurde ein amtlicher Bericht ausgegeben, in dem es heißt: „Im Verlauf der Besprechung hat Reichskanzler Dr. Brüning, den französischen Ministern eine eingehende Darlegung über die Finanz= und Wirtschaftslage Deutschlands sowie über die verwickelten Aspekte der durch sie aufgeworfenen Probleme gegeben. Finanzminister Flandin hat darauf über die Heilmittel, die ins Auge gefaßt werden könnten, um die gegenwärtige Krise zu mildern, wenn nicht zu lösen, entwickelt. Ein weitgehender Meinungsaustausch schloß sich an. Er trug den Charakter größter Offenheit und Herzlichkeit und bezog sich nicht nur auf die Maßnahmen, die geeignet sind, die Finanzkrise zu überwinden sondern auch auf den Gesamtkomplex der deutsch=französischen Beziehungen und zwar auf den gegenseitigen Wunsch, eine dauerhafte Zusammenarbeit zwischen beiden Völkern herzustellen.“ Die deutschen Minister bei Stimson und Mellon In der Nacht vom Samstag zum Sonntag bis ein Uhr waren die deutschen Mninister. Gäste der amerikanischen Botschaft und hatten in einer dreistündigen Aussprache Gelegenheit, dem Staatssekretär Stimson und dem Schatzsekretär Mellon eine unmittelbare und eindringliche Schilderung der Lage Deutschlands zu geben. Nach dem, was man aus amerikanischen Kreisen hört, hat die Persönlichkeit des Reichskanzlers auf die Amerikaner einen starken Eindruck gemacht. Heute früh haben die deutschen Minister einer Friedensmesse beigewohnt, die einmal monatlich in der Notre=Dame=Kathedrale stattfindet. Um ½10 Uhr besuchte Dr. Curtius den englischen Außenminister Henderson, mit dem er eine lange Aussprache hatte. Beide Staatsmänner begaben sich gegen 10 Uhr zu der großen Konserenz, die unter Teilnahme der Vertreter Amerikas, Englands. Frankreichs, Belgiens, Deutschlands, Italiens und Japans stattfand. Aus einem längeren amtlichen Bericht, den der französische Ministerpräsident Laval nach der Konferenz ausgab, geht hervor, daß man eine Verständigung für die Londoner Konferenz gefunden hat und daß damit nunmehr die Teilnahme der Franzosen an der Londoner Konferenz gesichert ist, obwohl ein Teil der Pariser Presse noch heute früh eher einen verstärkten Widerstand gegen London erkennen ließ. Stimson, Mellon und Henderson sind nachmittags 4 Uhr nach London abgereist. Die deutsch=französischen Besprechungen wurden am Sonntag nachmittag um 4 Uhr fortgesetzt und nach kurzer Unterbrechung um 11 Uhr nachts mit der Formulierung des eingans mitgeteilten amtlichen Berichts abgeschlossen. Morgen fahren die Staatsmänner nach London. Dort muß sich zeigen, ob man Deutschland unter annehmbaren Bedingungen zu helfen bereit ist oder nicht. Kolberdronung gegen=Rapnal= und Siederstacht bei Reichsbank und Finanzamt für ausländische Zahlungsmittel und Forderungen Steueramnestte bis 31. Juli— Geld=, Gefängnis= und Zuchthausstrafen Berlin, 19. Juli. Die angekündigte Verordnung des Reichspräsidenten gegen die Kapital= und Steuerflucht ist heute abend veröffentlicht worden. Auf Grund des Artikels 48, Absatz 2 der Reichsverfassung wird darin u. a. verordnet: I. Aoschultt. Anzeigepfiicht Anzeigepflicht gegenüber der Reichsbank S 1: 1. Unbeschränkt Steuerpflichtige, denen ausländische Zahlungsmittel gehören oder Forderungen in ausländischer Währung zustehen, sind verpflichtet, innerhalb einer von der Reichsregierung zu bestimmenden Frist die Zahlungsmittel und die Forderungen der Reichsbank zu den allgemeinen Geschäftsbedingungen anzubieten und ihr auf Verlangen zu verkausen und zu übertragen. 2. Von dieser Verpflichtung ist befreit, wer innerhalb der Frist der Reichsbank die ausländischen Zahlungsmittel oder die Forderungen anzeigt oder darlegt, daß er die angezeigten Werte zu Zwecken bedarf, die dolkswirtschaftlich gerechtfertigt sind. 3. In diesen Fällen prüft die Reichsbank, ob die angegebenen Zwecke volkswirtschaftlich gerechtfertigt sind. Ist dies nicht der Fall, so kann die Reichsbank verlangen, daß die ausländischen Werte verkauft und übertragen werden. 4. Für Personen, die unter die Vorschriften der Absätze 1 bis 3 fallen und sich bei Beginn der in Absatz 1 erwähnten Frist im Auslande befinden, läuft die Frist frühestens eine Woche nach der Rückkehr in das Inland ab. Inign 5. Diese Verpflichtungen erstrecken sich auf solche ausländischen Wertpapiere, die nach dem 12. Juli 1931 gegen ausländische Zahlungsmittel oder Forderungen in ausländischer Währung erworben worden sind. S 2 1. In gleicher Weise wie ein Eigentümer hat die in Paragraph 1 bezeichneten Verpflichtungen zu erfüllen, wer einen anzeigepflichtigen Gegenstand als ihm gehörig besitzt und wer durch einen Treuhänder, durch eine Erwerbsgesellschaft oder in sonstiger Weise die Verfügungsmacht über einen anzeigepflichtigen Gegenstand ausübt. 2. Wer nach den Vorschriften der Reichsabgabenordnung die Pflichten eines Steuerpflichtigen zu erfüllen hat, ist verpflichtet, auch der Reichshank gegenüber die in Paragraph 1 bezeichneten Verpflichtungen des Steuerpflichtigen zu erfüllen. S 3 1. Zahlungsmittel sind Geldsorten(Münzgeld, Papiergeld, Banknoten und dergleichen), Auszahlungen, Anweisungen, Schecks und Wechsel, mit Ausnahme von Scheidemünzen. 2. Forderungen in ausländischer Währung sind Forderungen, bei denen der Gläubiger Anspruch auf Zahlung in effektiver ausländischer Währung hat. Als Forderungen in ausländischer Währung gelten nicht ausländische Wertpapiere und Forderungen, die mit einer längeren Frist als drei Monate kündbar sind. S 4 Die Verpflichtungen der Steuerpflichtigen nach den Paragraphen 1 bis 3 können auch erfüllt weren gegenüber Kreditinstituten, denen die Reichsbank gemäß Paragraph 1 der Verordnung über den Verkehr mit ausländischen Zahlungsmitteln vom 15. Juli 1931 die Befugnis zum An= und Verkauf von ausländischen Zahlungsmitteln verliehen hat. Strafen 1. Wer den Vorschriften der Paragraphen 1 bis 4 vorsätzlich oder fahrlässig zuwiderhandelt, wird mit Gefängnis bestraft. Bei vorsätzlicher Zuwiderhandlung kann in besonders schweren Fällen auf Zuchthaus bis zu zehn Jahren erkannt werden. 2. Neben der Freiheitsstrafe kann auf Geldstrafe erkannt werden. Der Höchstbetrag der Geldstrafe ist unbeschränkt. 3. Neben der Strafe ist auf Einziehung der Werte zu erkennen, hinsichtlich derer den Vorschriften der Paragraphen 1 bis 4 vorsätzlich oder fahrlässig zuwidergehandelt worden ist. 4. Neben der Strafe kann angeordnet werden, daß die Bestrafung auf Kosten des Verurteilten öffentlich bekannt zu machen ist. Anzeigepflicht gegenüiber den Reuerbehörben S 1 1. Unbeschränkt Steuerpflichtige(§ 2 des Vermögenssteuergesetzes) haben über Beteiligungen der im Absatz 3 bezeichneten Art dem Finanzamt bis zum 31. Juli 1931 Anzeige zuerstatten 2. Wird eine Gesellschaft nach dem 24. Juli 1931 gegründet oder wird nach dem 24. Juli 1931 eine Beteiligung an einer Gesellschaft erworben, so ist die Anzeige binnen einer Woche von der Gründung einer Gesellschaft oder von dem Erwerb der Beteiligung an zu erstatten. 3. Die Anzeigepflicht besteht für Beteiligungen, auch mittelbare, an einer Gesellschaft, an denen nicht mehr als fünf Personen oder deren Angehörige zusammen zu mehr als der Hälfte beteiligt sind. 4. Wer den Vorschriften der Absätze 1 bis 3 vorsätzlich zuwiderhandelt, wird bestraft, wie wenn er eine Steuerhinterziehung begangen hätte. In besonders schweren Fällen kann auf Zuchthaus bis zu zehn Jahren erkannt werden. Wer den Vorschriften der Absätze 1 bis 3 fahrlässig zuwiderhandelt, wird bestraft, wie wenn er eine Steuergefährdung begangen hätte. Die Vorschriften über das Steuerstrafverfahren gelten entsprechend. S 7 1. Durch die Verpflichtungen, die nach den Paragraphen 1 bis 4 der Reichsbank gegenüber zu erfüllen sind, wird für Personen, die eine Vermögenserklärung abzugeben haben, die Verpflichtung nicht berührt, die ausländischen Zahlungsmittel und die Forderungen in ausländischer Währung dem Finanzamt anzuzeigen. 2. Zu diesem Zwecke sowie für die Vorschriften über Steueramnestie wird die Frist für die Abgabe der Vermögenssteuerklärung bis zum 31. Juli 1931 verlängert. Wer seine Vermögenssteuererklärung bereits abgegeben, jedoch anzeigepflichtige Werte darin nicht angegeben hat, hat nachträglich bis zum 31. Juli 1931 diese Werte dem Finanzamt anzuzeigen. 3. Wer bis zum 31. Juli 1931 steuerpflichtige Vermögen einer bestehenden Rechtspflicht zuwider dem Finanzamt nicht anzeigt, wird wegen dieser Steuerzuwiderhandlung nach den Vorschriften der Reichsabgabenordnung bestraft; bei vorsätzlicher Zuwiderhandlung kann in besonders schweren Fällen auf Zuchthaus bis zu sehn Jahren erkannt werden U. Abschnikt: Steueramnestie S 8 1. Wer steuerpflichtige Vermögen oder steuerpflichtiges Einkommen oder steuerpflichtigen Gewerbeertrag einer bestehenden Rechtspflicht zuwider der Steuerbegörde nicht angegeben hat, wird von der Strafe wegen dieser Steuerzuwiderhandlung und von der Verpflichtung, die im Absatz 2 bezeichneten Nachzahlungen zu leisten, frei, wenn er in der Zeit, seitdem diese Vorschrift im Reichsgesetzblatt verkündet ist, bis zum Ablauf des 31. Juli 1931 nicht angegebene P AR Werte dem zuständigen Finanzamt oder einer anderen Behörde, der Reichsfinanzverwaltung oder der zustänAweg, K. osg; Ablatz.2 regelt die Befreiung von der NachzahAbsatz 3 bestimmt die Ausnahmen von der in AbCrleichterungtes Hultunge. d: Dei wam 00 hig big 93 Juli— Auszahlungen bei den Ban! satz 1 und 2 vorgesehenen Straffreiheit und Befreiung von der Nachzahlungspflicht. von der Nachzahlungspfl III. Abschnitt: Steueraussicht Dieser Abschnitt besagt in 8 Palv,eichiega k euns wenden st. Er bestimnmt hobei u. a: Wer, ach.der bei der letzten Veranlagung getroffenen Feststellungen Reineinkünfte gehabt hat, die eine gewisse, vom Reichsminister der Finanzen zu bestimmende Grenze überschritten, ist verpflichtet, seine Einnahmen und Ausgaben fortlaufend aufzuzeichnen und alljährlich eine Zusammenstellung über sein Vermögen anzufertigen. Von dieser Verpflichtung kann das Finanzamt Erleichterungen auf Widerruf bewilligen. Neue Notverordnung für die Zen vom 10. bid bis 19. Iun“ Bunguntunget.#r. den Banken bis 5 v. H. des Guthabens, höchstens 100 Mark; aus Sparkonten 20 Mark Ueberweisungen bis 2000 Mark Berlin, 18. Juli. Auf Grund der Verordnung des Reichspräsidenten vom 15. Juli 1931(Reichsgesetzblatt 1, Seite 365) wird verordnet: 15. Juli 1931(Reichsgesetzblatt 1, Seite 359, 365) bleiben unberührt. Artikel II zur Einlösung verpflichtet; für die Einlösung haftet sie auch dem Aussteller und dem Indossanten. Die Einlösung kann nur durch Gutschrift auf dem Konto eines Inhabers, der nicht Kreditinstitut ist, bei Artikel S 1. IV. Abschnitt: Schlußvorschriften S 10 Wer von dem Vorhaben oder der Ausführung einer in dieser Verordnung mit Strafe bedrohten Handlung glaubhafte Kenntnis erhält, ist pflichtet, der Behörde hiervon Anzeige znerstatten. § 11 ermächtigt die Reichsregierung, zur Durchführung dieser Verordnung Rechtsverordnungen und Verwaltungsverordnungen zu erlassen." § 12. Diese Verordnung tritt mit ihrer Verkündung in Kraft. Den Zeitpunkt, wann die Vorschriften des 1. und 2. Abschnittes sowie die Vorschrift des§ 10 außer Kraft treten, bestimmt die Reichsregierung. In der Zeit vom 20. bis 23. Juli 1931 gelten für den Zahlungsverkehr der von den Bankfeiertagen betroffenen Institute folgende Bestimmungen: Barauszahlungen S 1. Banken-Rotgemeinschaft Erweiterung des Banküberweisungsverkehrs Berlin, 19. Juli. (Von unserer Berliner Schriftleitung) Die unter dem Vorsitz des Reichsbankpräsidenten Dr. Luther in den letzten Tagen geführten Verhandlungen der 43 dem Preußen=Konsortium angehörenden Banken haben am Samstag zur Bildung eines Garantie=Verbandes unter Führung der Golddiskont=Bank geführt. Es wurde ein Ueberweisungsverband e. V. gegründet mit dem Zweck, den Ueberweisungsverkehr aus Guthaben der von Ueberweisungs= und Auszahlungssperre betroffenen Konten bei den angeschlossenen. Instituten auf eine breitere Basis zu stellen. Den Vorsitz in dem gegründeten Verein führt der Direktor der Golddiskont=Bank. ““ ste Geschäftsjahr beginnt am 18. Juli und endet Pird burch einen einstimnmigen Beschlus aller anwesenden Mitglieder bestimmt. Zugelassen werden grundsätzlich alle Banken und Kreditinstitute. Von den Mitgliedern wurde sofort ein Garantiefonds von fünf Millionen Reichsmark gezeichnet. Die Quotenverteilung auf die einzelnen Mitglieder wird ein Arbeitsausschuß festsetzen. Der Garantiefonds dient zur Deckung der Verpflichtungen aller Mitglieder dem Verein gegenüber, die indessen zu keinen Zeitpunkt 100 Millionen Reichsmark übersteigen dürfen. Mit diesem Verein ist das sogenannte kleine Stillhaltungs=Konsortium geschaffen worden Man geht davon aus, bei der bevorstehenden Auflockerung des Bankverkehrs durch die Notverordnung dem Ueberweisungsverkehr der Banken unter sich stärker in Gang zu bringen. Da aber die Gefahr besteht, daß durch die kommende Aufhebung vielleicht einzelne Kreditinstitute stärker in Anspruch genommen werden, als flüssige Mittel vorhanden so wird in solchen Fällen der Ueberweisungsverband einspringen. Vor allem verspricht man sich von dieser Selbsthilfe des Bankgewerbes einen günstigen Einfluß auf die ausländischen Geldmärkte. 1. Die Kreditinstitute dürfen an Kontoinhaber Barauszahlungen ohne besondere Zweckbestimmung nicht über 5 v. H. des am 1 9. Juli vorhandenen Guthabens, insgesamt aber höchstens 100 Reichsmark leisten. Bei Guthaben aus Sparkonten oder Sparbüchern(bei Banken, Sparkassen aller Art und Genossenschaften) beschränkt sich der Betrag auf höchstens 20 Reichsmark; die Auszahlung kann vom Nachweis eines Bedürfnisses abhängig gemacht werden. 2. Auf jeden Kreditbrief, der vor dem 14. Juli 1931 ausgestellt ist, dürfen bis zu 100 Reichsmark ausgezahlt werden, wenn der Berechtigte sich außerhalb seines Wohnortes aufhält. 3. Unbeschränkt dürfen Barauszahlungen geleistet werden, soweit der Empfänger die Zahlungsmittel nachweislich benötigt zu Zahlung von galtern Persora) Löhnen, Gehältern, Ruhegeyaltern, Versorgungsgebührnissen und ähnlichen Bezügen; b) Arbeitslosen= und Krisenunterstützungen und Leistungen der öffentlichen und se) Lestungen für Verscherte der. 4) Steuern, Gebühren und sonstigen öffentlichen Ahgaben, soweit nicht bargeldlose Entrichtung mögfrachten, wenn der Empfänger die Benachrichtigung einer Verkehrsunternehmung über den Eingang von Gütern vorlegt; k) Geldbeträge an die Reichsmonopolverwaltung für Branntwein, soweit nicht bargeldlose Entrichtung möglch st. 2 1. Die Annahme von Einzahlungen unterliegt keinen Beschränkunge g. Haben Bi. u. H.u 1 2. Ueber Guthaven, die nach dem 15. Juli 1931 aus Bareinzahlungen in Reichsmark, durch den Verkauf von ausländischen Zahlungsmitteln und Forderungen in ausländische Währung oder aus Ueberweisungen von Konten, die einer Beschränkung nicht unterliegen, entstanden sind, kann frei verfügt werden. Das gleiche gilt für die nach dem 25. Juni 1931 an die Kreditinstitute überwiesenen Löhne, Gehälter, Ruhegehälter, Versorgungsgebährnisse und ähnliche Bezüge. Wird ein Schuldner durch die Erklärung von Bankfeiertagen oder die zur Regelung der Wiederaufnahme des Zahlungsverkehrs nach den Bankfeiertagen getroffenen Maßnahmen ohne sein Verschulden gehindert, eine Zahlungsverbindlichkeit zu erfüllen, so gelten unbeschadet der Verpflichtung zur Erfüllung der Verbindlichkeit die besonderen Rechtsfolgen, die wegen der Nichtzahlung oder der nicht rechtzeitigen Zahlung nach Gesetz oder Vertrag eingetreten sind oder eintreten alsnicht eingetreten. Die auf Gesetz oder Vertrag beruhende Pflicht zur Zahlung von Verzugszinsen wird hierdurch nicht berührt. Der Schuldner kann sich auf die Vorschrift des Satzes 1 nicht berufen, wenn er es unterläßt, die Verbindlichkeit unverzüglich nach Beseitigung des Hindernisses zu erfüllen. S 2. Ist bei der Versteigerung eines Grundstückes oder eines Schiffes ein Gebot mangels Sicherheitsleistung nach§ 70, Absatz 2 des Gesetzes über die Zwangsversteigerung und Zwangsverwaltung(Reichsgesetzblatt 1889, Seite 713) zurückgewiesen, so kann die Beschwerde gegen den Zuschlag auch darauf gestützt werden, daß der zurückgewiesene Bieter infolge der Bankfeiertage oder infolge der Schließung der deutschen Börsen nicht in der Lage gewesen sei, sich die für die Sicherheitsleistung erforderlichen Mittel„zu beschaffen. Als Bankfeiertage im Sinne dieser Vorschrift gelten auch die in dem Zeitraum vom 16. bis 23. Juli liegenden Werktage. Konto eines Inhabers, der nicht Kreditinstitut den Bezogenen erfolgen. 2. Die Verpflichtung aus der Bestätigung erlischt. wenn der Scheck nicht innerhalb der Vorlegungsfrist (§ 11 des Scheckgesetzes) zur Einlösung vorgelegt wird. Hinsichtlich des Nachweises der Vorlegung finden die Vorschriften des§ 16 des Scheckgesetzes Anwendung. 3. Für einen bestätigten Scheck, auf dem eine Unterschrift gefälscht ist, gelten die Vorschriften des§ 23 des Scheckgesetzes, für die gerichtliche Geltendmachung von Ansprüchen auf Grund der Bestätigung die Vorschriften des§ 28 des Scheckgesetzes entsprechend. 4. Der Bezogene ist nur nach vorheriger Deckung befugt, Schecks mit einem Bestätigungsvermerk zu versehen. Als Deckung gilt nur ein Guthaben im Kontokorrent= und Sparverkehr oder einer sonstigen laufenden Rechnung. Nicht in Anspruch genommene Kredite sowie nicht fällige Forderungen aller Art bleiben bei der Berechnung des Guthabens unberücksichtigt. S 2. Die Bestätigung begründet nicht die Verpflichtung zur Entrichtung des Wechselstempels oder einer landesgesetzlichen Abgabe. S 3. Artikel IV Die Deutsche Reichspost, die Reichsbank und die Deutsche Golddiskontbank unterliegen hinsichtlich des Zahlungs= und Ueberweisungsverkehrs keinen Beschränlungen. Artikel 1. Ein Bezogener, der vorsätzlich einen nach dem 31. Juli 1931 ausgestellten Scheck mit einem Bestätigungsvermerk versieht, oder der entgegen der Vorschrift des§ 1, Absatz 4, einen Scheck mit einem Bestätigungsvermerk versieht, wird, sofern die Tat nicht nach anderen Vorschriften mit höherer Strafe bedroht ist, mit Gefängnis bis zu drei Jahren und mit Geldstrafen oder mit einer dieser Strafen be2. Wer eine der in Absatz 1 bezeichneten Handlungen fahrlässig begeht, wird mit Geldstrafe bestraft. S 4. S 1. 1. Versieht eine nach§ 2 des Scheckgesetzes scheck=, fähige Person einen auf sie gezogenen vor dem 1. August 1931 ausgestellten Verrechnungsscheck(§ 14 des Scheckgesetzes) mit einem Bestätigungsvermerk, so wird sie hierdurch dem Inhaber gegenüber 1. Wer vorsätzlich, ohne die passive Scheckfähigkeit zu besitzen, einen Scheck mit einem Bestätigungsvermerk versieht, wird, sofern die Tat nicht nach anderen Vorschriften mit höherer Strafe bedroht ist, mit Gefängnis und mit Geldstrafe oder mit einer dieser Strafe be2. Wer die in Absatz 1 bezeichnete Hanklung fahrlässia begeht, wird mit Geldstrafe bestraft. Die Verordnung tritt am 19. Juli in Kraft. 100 Malt ful zerr Kuriandrreise * 40 S.* ab 12. Juli Ueberweisungen S 3. I. Ueberweisungen sind zulässig: 1. unbeschränkt, a) soweit sie erforderlich sind, um die in§ 1 Abs. III zugelassenen Barauszahlungen zu ermöglichen; b) soweit sie sich innerhalb des selben Instituts vollziehen; soweit dadurch Zahlungen zur Durchführung des AnentDie Vorläufig keine neue Zioiprozeß=Ordnung h Berlin. 19 Juli.(Eig. Drahtber.) die Nachricht durch die Hertin,, Bresse daß Vor kurzem ging die Nachricht durch die Presse, vaß ein von der Reichsregierung fertiggestellter Entwurf für eine neue Zivilprozeßordnung kurz vor der Veröffentlichung stehe. Auf eine Eingabe, die der Gewerkschaftsring deutscher Arbeiter=, Angestellten= und Beamtenverbände an den Reichsjustizminister richtete, hat das Ministerium erwidert, es handle sich noch nicht um die Veröffentlichung einer Regierungsvorlage. Was bis jetzt bestehe, sei erst ein Vorentwurf als Grundlage der weiteren Ausarbeitung der Prozeßreform, der allen interessierten Kreisen Gelegenheit zu eingehender Prüfung geben solle. Neues in Kürze Gesetzes über Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung bewirkt werden; d) soweit Leistungen an einen Versicherungsträger zur Erfüllung einer Beitragspflicht bewirkt werden; e) aus Guthaben, über die gemäß§ 2 Abs. II frei verfügt werden kann; 2. zwischen allen von den Bankfeiertagen betroffenen Kreditinstituten, insgesamt bis zur Höhe der Hälfte des jeweiligen Guthabens des Auftraggebers und höchstens bis insgesamt 2000 Reichsmark und nur auf ein bereits bestehendes Konto eines Dritten bei einem von den Bankfeiertagen betroffenen Junkitut.. 965.113 8 65. II. Von den Beschränkungen des Absatzes 2 bleiben diejenigen Ueberweisungen unberührt, die auf den Vereinbarungen des Ueberweisungsverbandes beruhen, der unter Mitwirkung der Reichsbank zwischen einzelnen Kreditinstituten begründet worden ist. III. Die in Absatz I Nr. 2 und Absatz II bezeichneten Ueberweisungen dürfen nur mit der Maßgabe ausgeführt werden, daß das neu entstehende Guthaben des Empfängers denselben Beschränkungen unterliegt wie das bisherige Guthaben des Auftraggebers. IV. Im Falle des Absatzes 1 Nr. 2 und Absatzes II dürfen Ueberweisungen auf Postscheck= und Reichsbankgirokonten nicht vorgenommen werden. S 4. den Berlin, 19. Juli. Die Verordnung des Reichspräsidenten über die Erhebung einer Gebühr für Auslandsreisen hat folgenden Wortlaut: Auf Grund des Artikels 48, Absatz 2 der Reichsverfassung wird verordnet: S 1 1. Für jede Reise eines Reichsangehörigen, der im Inlande seinen Wohnsitz oder gewöhntichen Aufenthalt hat, in das Ausland wird eine Gebühr von 100 Reichsmark erhoben. Die Gebühr ist vor tritt der Reise beider zuständigen Paßbehörde zu richten, die die Entrichtung in dem Paß vermerkt. Gebühr fließt in die Landeskasse. 2. Die Vorschriften des Absatz 1 finden auf kleinen Grenzverkehr keine Anwendung. Ein Reichsangehöriger(§), der ohne den Vermerk I§ 1) aus dem Reichsgebiet ausreist, wird mit Geldstrafe nicht unter 1000 Reichsmark oder mit Gefängnis bestraft. Die Reichsregierung ist ermächtigt, Bestimmungen zur Durchführung dieser Verordnung zu erlassen. Hierbei kann sie die Erhebung der im§ 1 bezeichneten Gebühr anderen als den zuständigen Paßbehörden übertragen und in diesen Fällen Zuschläge zu der vorgeschriebenen Gebühr bis zu 100 vom Hundert vorschreiben. S 4 Diese Verordnung tritt am 22. Juli 1931 in Kraft; sie tritt am 1. Oktober 1931 außer Der englische Dichter und Schriftsteller Bernard Shaw traf Sonntag vormittag in Berlin ein und fuhr nachmittags gegen 6 Uhr nach Warschau weiter. Von der Etatabteilung des Reichsfinanzministeriums sind in der letzten Zeit die wiederholt besprochenen Briefe an die Großpensionäre herausgegangen. Bisher liegen auf diese Briefe nur drei zustimmende Antworten vor. In den Antworten erklären sich diese Großpensionäre mit einer Kürzung ihrer Pension einverstanden. sordnung zu einem früheren Zeitpunkt außer Kraft zu Kraft. Die Reichsregierung ist ermächtigt, die VerPraecste Die vorstehende Notverordnung hat schon zu entschiedenen Protesten beim Reichsfinanzministerium geführt. Als einer der ersten hat der Norddeursche Lloyd Beschwerde eingelegt bzw. darum ersucht, daß den Teilnehmern der von ihm veranstalteten billigeren Nordlandreisen diese Gebühr erlassen werde. Die Proteste anderer Reedereien und Reisebüros sowie von Verkehrsverbänden usw. sind bereits angekündigt. Der österreichische Gesandte in Berlin hat in seinen Vorstellungen betont, daß die österreichische Saison durch die Notverordnung einfach erschlagen würde, da der deutsche Anteil am österreichischen Fremdenverkehr fast 60 v. H. beträgt. Aber die zuständigen Stellen in Deutschland wollen auch mit Oesterreich keine Ausnahme machen, weil keinerlei Kontrolle darüber bestehen wird, daß deutsche Reisende von Oesterreich nach der Schweiz und nach Italien weiterfahren. Auch für Danzig würde die angekündigte Maßnahme insofern von besonderer Bedeutung sein, als das Ostseebad Zoppot ebenfalls in seiner Saiv In Holland hat tiese Noterordnung stärste Kritt hervorgerufen. Holländische Verkehrsorganisationen haben sich bereits mit den zuständigen Stellen in der Schweiz, in Belgien, in Dänemark und in der Tschea slowakei wegen einer etwaigen gemeinschaftlichen Aktion in Verbindung gesetzt. Die Regeluug des Beoisendenichir Reichshank die Befugnis zum An= und Verkauf vo Insoweit die Kreditinstitute nach den Vorschriften der§§ 1 bis 3 Barauszahlungen und Ueberweisungen nicht vornehmen dürfen, gelten vorbehaltlich der Vorschrift des Artikels II die Vorschriften des§ 1 Absatz 2 der Durchführungsverordnung vom 13. Juli 1931 (Reichsgesetzblatt 1, Seite 361) und des Artikels II der zweiten Durchführungsverordnung vom 14. Juli 1931(Reichsgesetzblatt 1, Seite 363) auch für die Zeit vom 20. bis 23. Juli 1931. Diese Tage gelten als staatlich anerkannte allgemeine Feiertage im Sinne des Scheckgesetzes. Die deutsch=ungarischen Handelsvertragsverhandlungen sind in Genf durch Unterzeichnung des Handelsvertrages zum Abschluß gekommen. Artikel I Wechsel Die Berliner Zeitung„Der Montag= Morgen“ stellt, wie er in einem gestern verbreiteten Flugblatt mitteilte, sein Erscheinen ein. In dem Dorfe Uenze bei Perleburg(Provinz Brandenburg) kam es zwischen Kommunisten und Nationalsozialisten zu einem heftigen Wortwechsel. Der Landarbeiter Karl Lent rannte nach dem Hof seines Arbeitgebers, verfolgt von dem SA.=Mann Kersten. Als Kersten den Hof betrat, wurde er von Lent mit einer Wagenrunge niedergeschlagen. Kersten ist seinen Verletzungen im Perleberger Krankenhause erlegen. Lente wurde verhaftet. Der bei einem politischen Streit am 26. Juni schwer verletzte Reichsbannermann Pamler in Hannover ist jetzt seinen Verletzungen erlegen 1. Bei Wechseln, deren Fälligkeitstag in der Zeit von Samstag, den 11., bis Samstag, den 18. 1931, einschließlich liegt, kann die Erhebung des Protestes nicht am Montag, dem 20., und Dienstag, dem 21. Juli 1931, darf jedoch noch in bezg, Bf1067 Mittwoch, den 22. Juli, bis Freitag, den 24. Juu: 1331, einschließlich geschehen. Bei Wechseln, deren Fälligkeitstag in der Zeit von Sonntag, den 19., bis Donnerstag, den 23. Juli 1931, einschließlich liegt, kann die Erhebung des Protestes nicht vor dem dritten Werktage und darf noch am vierten und fünften Werktage nach dem Zahlungstag geschehen, für die Kreditinstitute gelten hinsichtlich der Erfüllung ihrer eigenen Verbindlichkeiten aus der Annahme von Wechseln von Montag, den 20. Juli 1931, ab keine Beschränkungen des Zahlungsverkehrs. 2. Die besonderen Vorschriften der Durchführungsverordnungen zur Verordnung des Reichspräsidenten über die Darmstädter und Nationalbank vom 13. und Berlin, 18. Juli. Wie das Reichsbankdirektorium bekannt gibt, wird auf Grund des Paragraphen 1, Absatz 1, Satz 2 der Verordnung über den Verkehr mit ausländischen Zahlungsmitteln vom 15. Juli 1931 gelgerndes, hesftigant; Allen Kreditinstituten, die ein Reichsvanrgiroronio besitzen, wird die Befugnis verliehen, ausländische Zahlungsmittel nud Forderungen in ausländischer Währung gegen inländische Zahlungsmittel kommissionweise zu kaufen und zu verkaufen. Die Kreditinstitute haben die eingehenden Zahlungsmittel unverzüglich zu den allgemeinen schäftsbedingungen der Reichsbank an die für sie zuständige Reichsbankanstalt abzuführen. Bei allen Personen und Firmen, die gewerbsmäßig Geldwechselgeschäfte betreiben und im Panchffzugen Genossenschaftsxegister, eingetragen sind(Wechselstuben) sowie bei sämtlichen Bahnhofswechselstuben der deutschen., Verkehrs=Kredit=Bank= AG. in Berlin dürfen inPolnischer Generalstäbler zum Tobe verurkeil 1. Bellage Anzeiger u. Ungelegen i# die Ern Reichsbant die Brjugnen zum An= und Verkauf von ausländischen Zahlungsmitteln verliehen hat, gegen Zahlung in Reichsmark binnen drei Tagen abzuliefern. gbsge Ihlungsmige, geger, erage sce tek, Papiergeld, Banknoten und, dergi. sowie Reiseschecks, ferner ausländische Geldsorten, Papiergeld, Banknoten und dergleichen sowie Reiseschecks gegen inländische Zahlungsmittel Zug um Zug umgetauscht werden. Der Gesamtbetrag der für Rechnung ein und derselben Person oder Firma bei einer oder mehreren Wechselstuben erworbenen ausländischen Zahlungsmittel darf innerhalb einer Kalenderwoche 100 Mark nicht überschreiten. Reisebüros und Hotels dürfen etwaige Spitzenbeträge von ausländischen Zahlungsmitteln, die sie als Bezahlung von Rechgungen entgegengenommen haben, gegen. zinländische Zahlungsmittel umtauschen. Die Wechselstuben, Reisebüros und Hotels sind verpflichtet, den täglichen Ueberschuß an ausländischen Zahlungsmitteln, soweit er nicht in Scheidemünzen besteht, an die Reichsbaul oder ein Kreditinstitut, dem die weil die Erntez Anfang. Sie In teiner an Bauer so star in der Ernteze geht darum,e Glocken läuten Bitte Segen zu und Gebräuche, leiten in deutsch ein.„In Meck Schulzen eingel Sinn vermutli der im Korn h nen galt. Vert besonders bei d läuten“„zum Neumark erfol meindebeschluß, alt mit dem Kirche ein, un mittelbar vom Dörfern am tag vor dem der Kirche selb der Kirche ni# Gegenden finde Hannoverschen bunten Bänder tragen die zu schürze., Zur die Mädchen vi gefertigte Schu Haar, teils n kleidsam ist. Nach der H In der Soeste „Riepen“ neber nigen Volkswe lustigste Fest, Inzwischen Zeit, da die treide schreitet, grauköpfige Al Kornblumen## verschleppt, so d Roggenmuhme lassen müssen; die segenspend Wodans Gema in hoheitsvoller den Blondhaar um es vor Un den Bauern ein Hoffentlich ein, damit der chumer Fluren kann und der und Regen ha Sommerurlaub in der Nach lange gemeinde in Altare führen. dem Orden der strigen Sonnta onfer seerte. 9 wrächtigen, Pech. der Umgebung Straße war vor schmückung Sor der junge Prie von eingr. Scha # der kirchlichen feierlichem Gle haus geleitet. „Veni creator Assistenz eines Pater Gröbe unter der Eh erstes Meßopfe wußte Pater R heit des selter Gemeinde sow Primizianten priester eine christlichen See erteilte der P zum ersten M feierlichen Ted der Pfarrcäcil Anlauf wir dem der junge erteilt hatte, haus zurückge ##lichen Körvers lichen Dankand Ausklang. Warschan, 18.„Tjay, Der am vergangenen Mittwoch wegen Spionageverdachts verhaftete polnische Generalstabsmaser Dem; kowsk wurde am Freitag vor das militärische Standgericht gestellt und, da er sich als überzeugter Kommunist zur Spionage bekannt hat, zum Tode durch Erschießen verurteilt. Das Urteit wurde sofort vollstreckt. Auffallend ist, daß offenbar im Zusammenhang mit dieser Spionageangelegenheit der sowjet=russische Militärattachs an der hiesigen Sowjet=Gesandtschaft, General Bogowoj, plötzlich nach Mo kau abberufen wurde und bereits Warschau ver" Der Kaiser von Aethiopien(Abessinien) hat seinen Volke aus eigenem Entschluß eine Verfassung gewährt. Es wird eine gesetzgebende Korperschaft gebildet. Damit rückt Abesßinien in die Reihe der konstitutionellen Monarchien. 225 Bericht über englischen Regierung nahestehende „Datly Herald' glaubt ankändigen zu könggn,-#i# Die der engl nächsten Monat auf Einladung der britist#ge:### ralität deutsche Kreuzer nach Portsmout! kommen werden. Das türkische Parlament hat beschlossen, das metrische System ab 1. Janutr 1933 obligaterisch in den Türlei einzuführen. Das Lande schreitende Be den Angestellte arbeitsamtes fortgesetzt. Im ändert geblieb vergangenen treten, die alle auf die künfti Anlaß de woche wieder zerseichnen wi 8. Abteilung Bochum,# führte die all gangreichen Al har zu später stand des Bes ginierenden Ruhrkohlenber gen Wirtschaf flußt werden, waggiederlieg Die Gesar 1067 3, arbei 1c 22588, 833, gegenübe 9290 weiblich ken bis#— 4. Bellage zum Bochumer Anzeiger u. Gen. Anzeiger Nr. 167 38. Jahrgang Montag, 20. Juli 1931 Vor der Ernte na haftet sie 1. Die Eint auf dem stitut ist, bei jung erlischt, rlegungsfrist rgelegt wird. g finden die nwendung. n eine Untern des§ 23 Itendmachung ing die Vorrechend. iger Deckung merk zu verin im Kontojen laufenden Kredite sowie bei der BeVerpflichtung einer landessen nach dem einem Bestäzen der Vornit einem Bedie Tat nicht strafe bedroht Jahren r S t r a f e n b e eten Handlunse bestraft. Scheckfähigkeit igungsvermert anderen Vormit Gefängnis er Strafe beandlung fahr1 Kraft. ußer Kraft zu htigt, die Verschon zu entiinisterium gerddeutsche m ersucht, daß teten billigeren rlassen werde. isebüros sowie s angekündigt. in seinen VorSaison durch vürde, da der denverkehr fast gen Stellen in keine Ausle darüber beOesterreich alien weidie angekünrer Bedeutung in seiner SaiKritik sationen in der schechgsen Atnd Verkauf von hen hat, gegen Tagen absler zum „Vor Johanni bitt’ um Regen, Nachher kommt er ungelegen.“ Ungelegen ist jetzt der Regen. Ungelegen deshalb, weil die Erntezeit beginnt. Die Heuernte machte den Anfang. Sie konnte leidlich gut eingebracht werden. keiner anderen Zeit und Arbeit fühlt der Bauer so stark seine Abhängigkeit vom Wetter wie in der Erntezeit. All sein Wünschen und Trachten geht darum, eine gute Ernte zu bekommen. Die Glocken läuten von den Kirchtürmen der Dörfer als Bitte Segen zur Ernte zu geben. Mannigfache Sitten und Gebräuche, je nach Landschaft und Stammesart, leiten in deutschen Dörfern den Beginn der Erntezeit ein. In Mecklenburg wurde früher die Ernte vom Schulzen eingeläutet, ein Brauch, dessen ursprünglicher Sinn vermutlich der Fernhaltung oder Vertreibung der im Korn hausenden feindlichen Wesen und Dämonen galt. Verwandt ist das in vielen deutschen Gauen besonders bei drohendem Gewitter erfolgende„Wetterläuten" zum Schutz gegen Wetterschaden. In der Neumark erfolgt das Einläuten der Ernte auf Gemeindebeschluß— auf das Geläut findet sich jung und alt mit dem Prediger bei Tagesanbruch vor der Kirche ein, und nach Gesang und Gebet geht es unmittelbar vom Kirchplatz an die Feldarbeit. In den Dörfern am Kyffhäuser veranstaltet man am Montag vor dem Ernteanfang einen Frühgottesdienst in der Kirche selbst, nachdem die Sensen und Rechen vor der Kirche niedergelegt worden sind. In manchen Gegenden findet man eine besondere Erntetracht. Im Hannoverschen schmücken die Burschen ihren Hut mit bunten Bändern und Blumensträußen, die Mädchen tragen die zur Erntetracht gehörige weiße Leinenschürze. Zur Heuernte tragen im Osten Deutschlands die Mädchen vielfach die praktische, aus weißem Leinen gefertigte Schute— teils als Schutz für Augen und Haar, teils weil sie für Evastöchter niedlich und kleidsam ist. Nach der Heuernte kommt der Flachs an die Reihe. In der Soester Börde sangen die Mädchen beim „Riepen“ neben ausgelassenen Liedern die alten sinnigen Volksweisen. Das„Flachsriffeln" war das lustigste Fest, das„ging noch übers Schützenfest". Inzwischen reift der Roggen heran. Jetzt ist die Zeit, da die Roggenmuhme durch das reifende Getreide schreitet. Sie wird den Kindern als gespenstige grauköpfige Alte mit roten Hexenaugen geschildert, die Kornblumen pflückende Kinder tief ins Roggenfeld verschleppt, so daß sie sich nicht wieder hinausfinden. Die Roggenmuhme hat sich eine böse Entstellung gefallen lassen müssen; denn in heidnischer Vorzeit galt sie als die segenspendende Erntegöttin, als Frau Gode. Wodans Gemahlin, auch als Frau Holle bekannt, die in hoheitsvoller Gestalt, im Schmuck ihres langwallenden Blondhaares, durch das reife Aehrenfeld schreitet, um es vor Unwetter und Hagelschlag zu schützen und den Bauern eine gedeihliche Ernte zu verheißen. Hoffentlich tritt bald schönes, beständiges Wetter ein, damit der Roggen, mit dessen Schnitt in den Bochumer Fluren begonnen wurde, gut eingebracht werden kann und der Weizen die Vollreife bekommt. Sturm und Regen haben wir nun genug gehabt. Auch die Sommerurlauber harren besserer Witterung. undBesonnenhrn Mahnung des organisierten Hausbesitzes Am Mittwoch voriger Woche tagte in Essen der Gesamtausschuß des Verbandes der Haus= und Grundbesitzervereine im Ruhrkohlenbezirk. Der Vorsitzende, Bauunternehmer Karl Uhlendahl(Essen) begrüßte die aus allen Orten zahlreich erschienenen Vertreter und wies in seinen einleitenden Worten auf die Zuspitzung hin, die die krisenhafte Wirtschaftslage in den letzten Tagen erfahren habe. Mehr als je gelte es jetzt, Ruhe und Besonnenheit zu bewahren. Vor allem müsse das Wirtschaftsleben in den gewohnten Bahnen weiterlaufen. Die Hauswirtschaft könne nur in Gang gebracht werden, wenn die Mieterschaft ihrer Verpflichtung zur Mietzahlung pünktlich nachkomme. Nur dann könne auch der Hausbesitz seine steuerlichen Verpflichtungen erfüllen. In diesem Augenblick höchster Gefahr aber müsse der Gedanke der Schicksalsverbundenheit von Staat und Wirtschaft in den Vordergrund gestellt werden. Kapitalflucht und Devisenhamsterei seien unter allen Umständen zu verwerfen. Der Vorsitzende gab der Hoffnung Ausdruck, daß es für den Haus= und Grundbesitz solcher Ermahnungen nicht bedürfe. Für den Haus= und Grundbesitz gebe es keine Kapitalflucht. Sein Besitz sei fest verknupft mit der heimischen Scholle. Er teile daher ganz naturgemäß Wohl und Wehe der Gesamtheit. Der Vorsitzende betonte schließlich die Notwendigkeit eines normalen Geldumlaufs.— Verbandsgeschäftsführer Dr. Düppe berichtete sodann eingehend über die Neuveranlagung der Grundstückseinheitswerte. Die Verbandsleitung habe in dieser Sache im letzten Vierteljahr fortgesetzt mit den Landesfinanzämtern Düsseldorf und Münster verhandelt. Auch hätten wiederholt Besprechungen im Reichsfinanzministerium gemeinsam mit dem Zentralverband Deutscher Haus= und Grundbesitzervereine stattgefunden. Der Referent legte den Verlauf der Verhandlungen näher dar und gab insbesondere die Bewertungssätze bekannt, die in aller Kurze wohl amtlich veröffentlicht werden dürften. Dieses endgültige Ergebnis entspreche zwar nicht den vom Hausbesitz erhobenen Forderungen. Immerhin habe doch eine beträchtliche Senkung der ursprünglich in Aussicht genommenen Bewertungssätze erreicht werden können.— Eine lebhafte Aussprache entwickelte sich über die Neuwahl der Steuerausschüsse.— Ueber die Abgeltung des Aufwertungszinszuschlages durch Hauszinssteuersenkung nach der Notverordnung vom 5. Juni 1981 berichtete Syndikus Dr. Stoßberg(Gelsenkirchen), der die ganze Entwicklung dieser Frage eingehend darlegte. Der Vorsitzende verwies in diesem Zusammenhange auf die letzthin in Berlin stattgefundene Kundgebung des Zentralverbandes, in der nicht nur der organisierte Hausbesitz, sondern Vertreter aller führenden Wirtschaftsverbände gegen diese Regelung Einspruch eingelegt und ihre Abänderung gefordert hätten. In der Aussprache wurde nachdrücklichst betont, daß nur noch durch einen beschleunigten Abbau der Hauszinssteuer die Gesundung der Hauswirtschaft und damit auch die Belebung der allgemeinen Wirtschaft herbeigeführt werden könne.— Dr. Bern(Essen) berichtete über das Enteignungsrecht auf dem Gebiete des Städtebaues nach der Notverordnung vom 5. Juni 1931 und legte hierbei insbesondere dar, inwieweit diese Regelung die für den Hausbesitz günstigen Auswirkungen des bekannten Freiflächenurteils des Reichsgerichts vom 28. Februar 1930 beseitigt.— Einen breiten Raum in den Verhandlungen nahmen schließlich die Erörterungen über die sich mehrenden Grundstückszwangsversteigerungen ein. Vielfach sei festzustellen, daß diejenigen Grundstückseigentümer in Not gerieten, die in den Nachinflationsjahren ihre Grundstücke mit Goldmarkhypotheken belastet hätten. Aus den Einnahmen des Hauses seien die Zinsen für derartige Hypotheken niemals aufzubringen. Da nun in vielen Fällen infolge der Wirtschaftskrise die sonstigen Einkommensbezüge eine erhebliche Schmälerung erfahren hätten, entständen notgedrungen Zinsrückstände, die dann zur Einleitung eines Zwangsverfahrens führten. Lebhafte Klage wurde namentlich darüber geführt, daß vielfach die Gemeindeverwaltungen wegen oft nur geringfügiger Steuerrückstände, wenn nicht eine Zwangsversteigerung, so doch eine Mietbeschlagnahme vornähmen. In solchen Fällen liege eine besondere Gefahr darin, daß die Gemeindebehörden den Hauseigentümer nicht verständigten, wenn die Mieter mit der Zahlung der Miete im Rückstande blieben und so die Steuerschulden nur noch mehr anwüchsen. Auf diesem Gebiete müsse unbedingt etwas geschehen, wie es überhaupt als wichtigste Aufgabe der Hausbesitzerorganisation bezeichnet wurde, solchen Mitgliedern beizustehen, denen Gefahr drohe, ihr Eigentum zu verlieren. In der Aussprache wurden interessante Wege angezeigt, wie dies möglich sei. Stöpfi fabriziert Gelee Die Einmachzeit bringt der Mutter viel Arbeit und Sorge. In Stöpsi, ihrem jüngsten Töchterchen, ersteht ihr eine unerwartete Hilfe. Das kleine Ding gibt sich dieser Tätigkeit mit Wonne hin, umsomehr, als es hin und wieder von der süßen Frucht naschen darf. Vorsicht Rarzung dei Knuppschastsreinten Zwangssatzung der Reichsknappschaft Juli. pionageDemStandugter hat, zum Urteil nbar im der sowwiet=Geh Meos= hau verst seinem gewährt. Damit en Mon0 aß 4 n Admimout! n, das obligatePrimizfeier in der Herz=Jesu=Pfarrei Bochum=Hamme Nach langer Zeit konnte die Herz=Jesu=Pfarrgemeinde in Hamme wieder einen ihrer Söhne zum Altare führen. Es ist der Pater Wilhelm Bange aus dem Orden der Pallottiner(Limburg, Lahn), der am gestrigen Sonntag in seiner Heimatkirche das erste Meßopfer feierte. Das Gotteshaus und der Kirchplatz wiesen prächtigen Fahnen= und Girlandenschmuck auf. Auch in der Umgebung seines Elternhauses an der Wanner Straße war von lieben Nachbarn für eine würdige Ausschmuckung Sorge getragen worden. Um 9¼ Uhr wurde der junge Priester durch die Pfarrgeistlichkeit, begleitet von einer Schar Engelchen und den Fahnendeputationen der kirchlichen Vereine sowie dem Kirchenvorstand unter feierlichem Glockengeläute vom Pfarrhause ins Gotteshaus geleitet. Am Altar stimmte der Primiziant das „Veni creator spiritus“ an. Hierauf zelebrierte er unter Assistenz eines Mitbruders aus dem Pallottiner=Orden, Pater Gröber und des Vikars ten Hompel sowie * unter der Ehrenassistenz von Pfarrer Arens sein erstes Meßopfer. In seiner tiefdurchdachten Festpredigt s wußte Pater Röttchen die Gedanken auf die Erhaben# heit des seltenen Festes hinzulenken. Er sprach der Gemeinde sowie den Angehörigen und vor allem dem Primizianten seine Glückwünsche aus, für den Neu## briester eine gedeihliche Wirksamkeit im Dienste der Achristlichen Seelsorge erhoffend. Während des Hochamtes erteilte der Primiziant seinen nächsten Anverwandten * zum ersten Male die heilige Kommunion. Mit einem * feierlichen Tedeum fand das feierliche Levitenamt, das der Pfarrcäcilienchor unter Leitung seines Dirigenten Anlauf wirksam verschönerte, seinen Abschluß. Nach# dem der junge Pater der Gemeinde seinen Primizsegen # erteilt hatte, wurde er in feierlichem Zuge ins Pfarrhaus zurückgeleitet, wo er die Glückwünsche der kirchlichen Körperschaften entgegennahm. In einer feierlichen Dankandacht fand der festliche Tag seinen kirchlichen Ausklang. 22588 Angestellte brotlos Bericht über die Arbeitsmarktlage der Angestellten im Monat Juni 1931. Das Landesarbeitsamt Westfalen teilt mit: Die fortschreitende Verschlechterung der Arbeitsmarktlage in den Angestelltenberufen hat sich im Bezirk des Landesarbeitsamtes Westfalen im Monat Juni 1931 nicht fortgesetzt. Im großen und ganzen ist die Lage unverandert geblieben. Damit ist erstmalig seit Anfang des vergangenen Jahres eine gewisse Entspannung eingekreten, die allerdings irgendwelche günstigen Rückschlüsse auf die künftige Entwicklung keineswegs zuläßt, zumal Anlaß des Vierteljahrsschlusses in der ersten Juli= woche wieder zahlreiche Neuzugänge an Bewerbern zu Eereeichnen waren. Nach übereinstimmenden Berichten Abteilungen für Angestellte bei den Arbeitsämtern dochum, Hagen, Dortmund, Münster und Bielefeld führte die allgemeine Wirtschaftsdepression neben umsangreichen Angestelltenentlassungen auch zu KündigunKer, ¾¼ späteren Terminen in großer Zahl. Der Tiefsund des Beschäftigungsgrades der im Ruhrgebiet dominierenden Eisenhütten= und Metallindustrie sowie des „„Prohlenbergbaues, von deren Geschäftsgang die übriden Wirtschaftszweige mehr oder weniger stark beeinslußt werden, bildet die wesentlichste Ursache für das Daxniederliegen des Angestelltenmarktes. Die Gesamtzahl der von den Arbeitsämtern regiscrierten arbeitsuchenden Angestellten betrug Ende Juni 131 22588, davon 14 367 männlich und 8221 weib8290 Pegsnütber 22.507, davon 14 217 männlich und weidlich, Ende des Vormonats. Wir teilten mit, daß nunmehr der Reichsknapp= schaft die in Aussicht gestellten 70 Millionen Mk. vom Reich überwiesen worden sind, nachdem der Reichsarbeitsminister die erforderlichen Aenderungen der Satzungen vorgenommen hat. Letztere lehnen sich an die einstimmigen Beschlüsse der Reichsknappschaft an. Der Entwurf der Satzungsänderung sah folgende Leistungssenkung vor: 12% Kürzung der Steigerungsbeträge vor 1924. Unter Berücksichtigung der Senkung der Lohnklassen bei der Siegerländer Knappschaft würde diese Maßnahme eine Ersparnis gebracht haben von monatlich 1,21 Millionen Mk.; 50% Kürzung des Kindergeldes 0,35 Millionen Mk. monatlich; 50% Kürzung des Waisengeldes 0,06 Millionen Mk. monatlich; 50% Kürzung der neu errechneten Renten der ausgeschiedenen Werke, die keine Entschädigung geleistet haben 0,15 Millionen Mk.; Senkung des Krankenkassenbeitrages um 1% zur Erhöhung des Pensionskassenbeitrages 1,14 Millionen Mk. monatlich.— Die Notverordnung des 1. Kapitels, 5. Teil, sah einen Zuschuß von 70 Millionen Mk. vor, die nun auf 67 Millionen Mk. bemessen sind. Die Summe des danach fehlenden Betrages für die Zeit vom 1. Juli 1931 bis 31. März 1932 stellte sich auf 31 Millionen Mk., die nun eingespart werden. Nach der vom Reichsarbeitsminister erlassenen Verfügung wird mit Wirkung vom 1. Juli d. J. die bestehende Satzung mit der Maßnahme abgeändert, daß 1. laufende Leistungen der Pensionsversicherung auf volle 10 Reichspfennige nach unten abgerundet werden. 2. Daß die Steigerungsbeträge für die Beitragszahlung vor dem 1. Januar 1924 um 14 v. H. gekürzt werden. 3. Daß für die Beitragszeiten bei der Siegerländer Knappschaft, die vor 1926 zurückgelegt sind, nur die Steigerungsbeträge nach Lohnklasse 4 gewährt werden. (Bisher galt für die Siegerländer Knappschaft Lohnklasse.) 4. Solange Empfänger von Pensionen nach§ 36 des Reichsknappschaftsgesetzes noch Lohnarbeit verrichten, eine gewinnbringende Beschäftigung ausüben, oder ein sonstiges Einkommen beziehen, ruhen 25 v. H. der Invalidenpensionen, einschließlich Kindergeld, wenn die Erträge aus Lohnarbeit, gewinnbringender Beschäftigung, oder das sonstige Einkommen 80 v. H. oder mehr der Invalidenpensionen betragen. Es ruhen 50 v. H. der Invalidenpensionen, wenn der vorher bezeichnete Betrag 70 v. H. der Invalidenpensionen ausmacht. Es ruhen 75 v. H. der Invalidenpensionen, wenn der vorstehend bezeichnete Betrag die Höhe der Invalidenpension erreicht. 5. Wer nach dem Artikel 18 des Einführungsgesetzes zum Reichsknappschaftsgesetz, oder nach dem§ 240 des Reichsknappschaftsgesetzes die Mitgliedschaft bei der Reichsknappschaft aufgegeben hat, dessen Invalidenpension wird, wenn sie mit einer Rente aus der Invalidenoder Angestelltenversicherung zusammentrifft, bei dem Knappschaftssteigerungsbetrag soweit gekürzt, als dieser Steigerungsbetrag den Steigerungsbetrag aus der anderen Versicherung nicht übersteigt. Davon werden Beitragszeiten nicht betroffen, die nach dem 31. Dezember 1923, oder die bei einem nicht nach Artikel 17 des Einführungsgesetzes zum Reichsknappschaftsgesetz ausgeschiedenen Betriebe zurückgelegt wurden. Das gleiche gilt für Berechtigte, die solchen Betrieben angehört haben, die nach dem§ 2— 4, oder nach§ 239 des Reichsknappschaftsgesetzes aus der Versicherung ausgeschieden sind, ohne für die laufenden Pensionen, oder für die Anwartschaft eine Entschädigung zu leisten. Wer auf Grund der Beschäftigung in einem auf Grund des Artikels 17 des Einführungsgesetzes ausgeschiedenen Betriebe versichert war, dessen Invalidenpension wird, wenn sie vor dem 1. Januar 1924 festgesetzt ist, um den vorher genannten Betrag gekürzt. 6. Das Kindergeld, das bisher monatlich 10 RM. betrug, wird auf die Hälfte herabgesetzt. 7. Die Witwenpension richtet sich ab 1. Juli d. J. nach der neu zu errechnenden Invalidenpension. Ebenso wird das Waisengeld nach den gekürzten Pensionen berechnet. 8. Trifft ein Waisengeld der knappschaftlichen Versicherung mit einer Waisenrente aus der Invaliden= oder Angestelltenversicherung zusammen, so ruht der knappschaftliche Steigerungsbetrag, soweit er den Steigerungsbetrag aus der anderen Versicherung nicht übersteigt. 9. Die Vorschriften im§ 81 des Reichsknappschaftsgesetzes, wonach die Witwen mit dem dreifachen Betrag ihrer Jahrespension abgefunden wurden, finden bis auf weiteres keine Anwendung. 10. Das Sterbegeld, das bisher stets den dreifachen Betrag der Monatspensionen bei Witwen, Invaliden und Waisen ausmachte, ist auf das 1½fache des Monatsbetrages der neu errechneten Pensionen herabgesetzt worden. 11. Knappschaftsinvaliden erhalten jetzt nur noch freiärztliche Behandlung und Arznei, wenn sie in Bezirken wohnen, wo die Knappschaft mit den Aerzten Verträge hat. Invaliden, die in Ostpreußen, Westpreußen, Schleswig=Holstein wohnen, wo kein Bergbau betrieben wird, erhalten die Vergünstigung nicht mehr. 12. Nach§ 89 des Reichs=Knappschaftsgesetzes mußte bei einer ärztlichen Untersuchung oder Krankenhausbeobachtung der Lohnausfall voll ersetzt werden. Nach dem Erlaß werden nur noch ½ des Lohnes ersetzt. Neben diesen Ersparnismaßnahmen, die hier eingeführt worden sind, erhält die Reichsknappschaft 12 Millionen RM. aus der Invalidenversicherung und 55 Millionen RM. aus Reichsmitteln. Rentenkürzung und Beitragserhöhung bei der Angestellten=Pensionskasse Die außerordentliche Hauptversammlung der Angestelltenabteilung der Reichsknappschaft, die sich mit der Finanzlage der Pensionskasse und der Durchführung der Notverordnung beschäftigte, hat durch Aenderung der Satzung eine Reihe von Kürzungsmaßnahmen beschlossen. Die schwerwiegendste davon ist die Verminderung der Ruhegelder, Witwen= und Waisenrenten der Angestelltenpensionskasse um 10 Prozent mit Wirkung ab 1. Juli 1931. Im gleichen Ausmaße sind diese Leistungen bereits ab 1. März d. J. gekürzt worden, so daß innerhalb vier Monaten ein Rentenabbau um insgesamt 20 Prozent erfolgt ist. Trotz der einschneidenden Rentenkürzung wurde noch der Beitrag mit sofortiger Wirkung um 0,6 Prozent heraufgesetzt; der gesamte Pensionskassenbeitrag beträgt demnach jetzt 11 Prozent in jeder Gehaltsklasse. Der anwesende Regierungsvertreter erklärte, daß der Reichsarbeitsminister diese Beschlüsse genehmigen würde. Voltsentscheid bei ausländischen Stellenangeboten. Die amtlich anerkannte gemeinnützige Auswandererberatungsstelle für Westfalen und Lippe, Münster i.., Breul 22, die mit dem Deutschen Institut für Auslandskunde organisch verbunden ist, bittet uns um folgende Veroffentlichung: In letzter Zeit sind wiederholt in westdeutschen Zeitungen ausländische Stellenangebote, insbesondere von Holland her veröffentlicht worden. Diesen Stellenangeboten gegenüber ist größte Vorsicht geboren. Wir tonnten in mehreren Fällen feststellen, daß es sich bei den Urhebern dieser Inserate um gewissenlose Schwindler handelt, die unter Ausnutzung der großen Arbeitslosigkeit in Deutschland lediglich das Ziel verfolgen, sich ungerechtfertigterweise in den Besitz einer hohen Vermittlungsgebühr zu setzen, um dann nichts mehr von sich hören zu lassen. So wurde vor einigen Wochen in Amsterdam ein groß angelegter Arbeitsvermittlungsschwindel aufgedeckt. Eine Firma, die sich Nederlandsche Hoch=, Tief=, Hafen= und Kanalbau A.., nannte, suchte in einem Zeitungsinserat bei hohem Lohn eine Anzahl Arbeiter und Handwerker. Den Anfragen sollten 0,50 RM. an Rückporto beigefügt werden. Die Ermittlungen ergaben, daß die genannte Firma überhaupt nicht bestand, sondern hier ein Schwindler am Werke war, der die an ihn gerichteten Briefe unbeantwortet ließ, die beigefügten Portobeträge für sich behielt und auf diese Weise ein einträgliches Geschäft machte, bis ihm die Polizei das unsaubere Handwerk legen konnte. Besonders stark ist der Stellenvermittlungsschwindel auf dem ausländischen weiblichen Stellenmarkt verbreitet. Wiederholt mußte in Einzelauskünften und in der Oeffentlichkeit vor Stellenvermittlungen, besonders auch in Westeuropa, als nicht vertrauenswurdig gewarnt werden. In Almelo, Holland, wurde noch vor einigen Tagen ein Ehepaar Lichtenberg verhaftet, das im Verdacht des Mädchenhandels steht. Auch viele deutsche Mädchen sind in die Netze dieses„Stellenvermittlungsbüros“ geraten. Sie hatten sich auf Grund von Stelleninseraten der Frau Lichtenberg(übrigens eine geborene Deutsche) mit ihr in Verbindung gesetzt. Manche sind in Ungluck und Not geraten. Das Schicksal einzelner ist noch unbekannt. Die Stelleninserate sind immer so harmlos und glaubwürdig gehalten, daß beim Publikum und auch bei den Zeitungsredaktionen der Verdacht eines Stellenvermittlungsschwindels nicht aufkommen kann. Die Auswandererberatungsstelle in Münster ist gern bereit, die Prüfung von Angeboten unentgeltlich vorzunehmen. Auch in sonstigen Auswanderungsangelegenheiten erteilt die Auswandererberatungsstelle bereitwilligst unentgeltliche Auskunft. In der Zeit vom 24. Juli bis 3. August liegt die Stimmkartei der Stadt zum Volksentscheid über die zur allgemeinen Einsich afen Eine Bef ung ken Kritik. Die Erfüllungsvolitik sei jetzt am Schluß. augemeinen Eingcyt pssen., Eine Beranntmachung In der NSDAP. hätten sich die nationalen Kräfte zuNationalsozialistische Demonstration gegen den Film „Im Westen nichts Neues“. Von einem Ausmarsch heimkehrende Mitglieder der nationalsozialistischen SA. protestierten beim Vorbeimarsch am Sonntag nachmittag gegen 6 Uhr vor dem Lichtspieltheater burg“ an der Königsallee gegen den dort aufgeführten Film„Im Westen nichts Neues“. Ihnen schlossen sich andere Personen an. Das sofort eingreifende Ueberfallkommando trieb die Demonstranten mit dem Gummiknüppel auseinander und sperrte zeitweise die zum Kino führenden Zugangsstraßen ab. Bei dieser Aktion wurden einige Festnahmen wegen Widerstandes vorgenommen. Nationalsozialistische Kundgebung. Am Samstag abend hielt die NSDAP. Bochum im evangelischen Vereinshaus eine sehr besuchte Kundgebung ab. An diesem Abend war eine jüngere Rednergarde tätig. Es sprachen Julius Merz, Carl Feldmüller jun. und Georg Hüsing über das Thema„Durch Verrat in Not und Schande, durch Treue zur deutschen Wiedergeburt". Die Redner unterzogen besonders die SPD. einer schardes Magistrats(im unzeigenteil dieser Ausgabe) gibt Auskunft über die Verwaltungsstellen und die Tageszeiten der Offenlegung und über die Ausstellung von Stimmscheinen. Wechselsteuer Unvollständige Wechsel. Von Steuersyndikus Dr. Fritz Johs. Vogt. Immer wieder kommt der Fall in der Praxis vor, daß bei Uebersendung eines Wechsels, bei dem der Aussteller noch seinen Namen einsetzen soll, keine Wechselsteuer entrichtet wird. Das ist falsch. Zwar enthält die Uebersendung des Blanko=Akzeptes nur ein Angebot. Der Empfänger dieses Angebotes kann selbstverständlich die Annahme des Wechsels ablehnen und ihn zurückschicken. Der RFH. hat aber entschieden, daß die Steuerpflicht trotzdem entsteht. Die Entscheidungen sind in der amtlichen Sammlung veröffentlicht. Band 15 Seite 316 und Band 25 Seite 178. Die Finanzbehörden gehen heute davon aus, daß der Kaufmann diese Bestimmung kennen muß. Der Pflichtige muß damit rechnen, daß er bestraft wird, wenn das Finanzamt von dem Vorgang erfährt. Die Wechselsteuer hat eine ähnliche Bedeutung wie die Zölle. Durch die Einrichtung der Wechselsteuer erfolgt erst die Freigabe des Wechsels für den Verkehr. Schon die Bereitwilligkeit, bei einer sich bietenden Gelegenheit einen Wechsel zu verwerten, genügt nach der Rechtsprechung für die Steuerpflicht. Was geschieht aber, wenn der Wechsel nicht angenommen wird! Dann muß der Pflichtige den zurückgesandten Wechsel dem Finanzamt vorlegen und Ersammengefunden, um Deutschland zu erretten. Die Nationalsozialisten seien bereit, die Regierungsgewalt zu übernehmen. Der heutige Kampf der Regierung sei ein letzter vergeblicher Versuch, das heutige System vor dem Zusammenbruch zu retten. Das kommende Volksbegehren müsse das nationale Volk zu einem Ganzen zusammenschweißen. Die SA.=Kapelle umrahmte die Kundgebung mit musikalischen Darbietungen.“ Zusammenstoß auf der Straße. Am Sonntag mittag ereignete sich auf der Kortumstraße ein schwerer Unfall. Ein Lastauto, das für den Ausflugsverkehr eine Gruppe junger Leute„an Bord“ hatte, fuhr vom Bahnhof her die Kortumstraße hinab, als ein Kraftrad aus der Rottstraße kommend die Kreuzung nahm. Leider aber wurde das Motorrad durch das Lastauto noch am hinteren Teile gefaßt und bei Seite geschleudert. Die Dame auf dem Soziussitz flog mit dem Sattel in den Eingang der Wirtschaft, der Kraftfahrer blieb unverletzt und lag neben seinem Rade. Die Beifahrerin, die scheinbar schwere innere Verletzungen erlitten hatte, wurde sofort ärztlicher Behandlung zugeführt.— Ein Unglück, das leicht schlimmere Folgen hätte haben können, ereignete sich Samstag morgen kurz vor 10 Uhr in der Humboldtstraße in der Nähe des christlichen Hospizes. Dort hielt ein Milchwagen, an dem die Verkäuferin beschäftigt war. Ein vom Bahnhof kommendes Taxiauto wollte ein auf der anderen Seite fahrendes Lastfuhrwerk überholen. Auf dem schlüpfrigen Plaster geriet das Auto ins Rutschen. Die Verkäuferin des Milchwagens wurde vom Kotflügel des Autos erfaßt und unter ihren Wagen geschleudert, wobei sie schwere stattung.beantragen. Aber er darf nicht verluche: fleßerzihgrungen der erun, Die Bosigz gramzenkante weise den wechsel ohne Steuermarke aus den Handen Kebtischlung der Velunglückten ins Kimmenguule geden.: durch das Auto, 50 Jahre MGp.„Westfalia“ Altenbochum Goldene Jubelfeier in der Bürgergesellschaft Dieser Sommer ist reich an Jubelfesten und Gründungsfeiern der Männergesangvereine. Und für viele ist es Rückblick auf eine beträchtliche Reihe von Jahren im Dienste des deutschen Liedes. Zahlreiche Chöre schmückt das silberne Reis, mancher trägt mit Stolz bereits den goldenen Kranz. Nun trat auch der Männergesangverein„Westfalia“ Altenbochum unter die goldenen Jubilare. Fünfzig Jahre gingen seit dem Gründungstage dahin, Jahre voller Hoffnung, Begeisterung und Erfolge, Jahre auch reich an Rückschlägen und Enttäuschungen. Eine fünfzigjährige Vereinsgeschichte bietet ein lebendig bewegtes Bild und kaum war sie so ereignisreich wie in den beiden letzten Jahrzehnten. Schweres und Schwerstes brachten sie jedem Verein, die Nöte überdauert zu haben, macht die Herzen bei der Gründungsfeier besonders stolz. zeigt habe. Die Glückwünsche des Deutschen und Westfälischen Sängerbundes überbrachte der Redner mit herzlich gehaltenen Dankurkunden. Dem ältesten Mitgliede wurde für treue Dienste eine persönliche Dankadresse des Deutschen Sängerbundes überreicht, ihm heftete auch der Vereinsvorsitzende mit besonderem Stolz die goldene Nadel an. Auch die stattliche Reihe weiterer aktiver und passiver Jubilare wurde mit Diplomen ausgezeichnet. Für den Oberbürgermeister und den Magistrat war Magistratsrat Bahlmann erschienen. Er beglückwünschte im Auftrage seiner Behörde und in eigenem Namen als Altenbochumer Bürger den Verein und überreichte die vom Minister für Kunst und Wissenschaft durch den Oberpräsidenten gestiftete höchste staatliche Auszeichnung, Das Jubelfest der Westfalia“ fiel in eine ernste Zeit. Hatte man anfangs geplant, die Feier in einem großen Festzelt zu begehen, nahm man einsichtsvollerweise davon Abstand und verlegte die zweitägige Feier in die Räume der Bürgergesellschaft. So war man freilich nicht mehr inmitten der Gemeinde, in der ein halbes Jahrhundert der Verein gewirkt hatte, aber der überraschend starke Besuch des Festes zeigte, daß die Bürger der früheren Gemeinde Altenbochum ihren Jubelchor an seinem Ehrentage nicht vergaßen und durch freudige Teilnahme ihre Wertschätzung kundtaten. Von trefflich gesungenen Liedern des Jubelvereins unter seinem Dirigenten Maßmann und des Philharmonischen Orchesters unter Franz Merkerts Leitung umrahmt, vollzog sich am Samstag in Gegenwart zahlreicher Ehrengäste der würdige und eindrucksvolle Festakt, der allen Mitgliedern, Angehörigen und Freunden des Vereins lange noch im Gedächtnis bleiben wird. Zwei besonders befreundete Brudervereine,„Schubertbund“ Bochum und„Concordia“ Hamm waren durch eine größere Abordnung vertreten. Nach dem Vereinsspruch begrüßte im Namen des festgebenden Vereins der Vorsitzende Bakenecker im Anschluß an den von Fräulein Knappmann ausdrucksvoll vorgetragenen Vorspruch alle Erschienenen, namentlich die Ehrengäsie, Vertreter der Behörden und die Abordnungen. Einen Rückblick auf die Vereinsgeschichte gab der Ehrenvorsitzende, Willy Sevenich. Er gedachte der freudigen und schweren Jahre, widmete den Gefallenen des Vereins ein ehrendes Gedenken und dankte vor allem den noch lebenden Gründern, August Scharloh und Johann Stegerhoff, davon der erste ein halbes Jahrhundert als einer der eifrigsten Sänger im Verein tätig ist und mit seltenem Idealismus noch heute das Amt des Schriftführers in Treue versieht. Die Festrede hatte der Vorsitzende des Ruhrgaues des Westfälischen Sängerbundes, Prokurist Kröger, übernommen. Seine Worte galten dem Nationalgut des deutschen Liedes, sein Dank den ideal gesinnten Männern, die den deutschen Gesang als schönsten Besitz pflegen. In hoher Anerkennung gedachte er der Verdienste, die der Jubelverein in langer Arbeit sich um das schöne Kulturgut erworben habe und pries mit ehrendem Glückwunsch die seltene Hingabe, wie sie der greise, aber immer noch rüstige Grunder Scharloh zeitlebens gedie Zelter=Plakette. Die passiven Mitglieder ließen durch Eduard Wickenburg einen Fahnenkranz überreichen, eine gleiche Stiftung machten die Damen des Vereins.„Schlägel und Eisen“ übergab eine Schubertplakette,„Wachtel", Laer, einen Fahnennagel,„Concordia“, Hamm, einen Notensatz. Auch der kürzlich ins goldene Jubeljahr getretene„Liederfreund“, Brenschede, übermittelte herzliche Wünsche. Mit begeistertem Beifau wurden all die Glückwünsche. Ehrungen und Auszeichnungen entgegengenommen. Es war ein eindrucksvoller, harmonisch verlaufener Abend. Ausklang. Noch stärker fast war der Besuch am zweiten Tag. Ein interessantes musikalisches Programm, Orchesterdarbietungen und Chorvorträge einer großen Reihe befreundeter Vereine wurde abgewickelt und erntete reichen Beifall. Es waren Tage schlichter, echter Festesstimmung. Aus allem sprach die anerkennende Teilnahme weiter Kreise. Mochte vorher auch die Zeit recht ungünstig für eine große Feier erscheinen, es entwickelte sich alles viel festlicher und würdiger als man erwartet hatte. Solch ein schönes Jubelfest in kritischer Zeit bleibt viel länger in der Erinnerung haften. Und die„Westfalia“ darf ihres goldenen Tages mit besonderem Stolz gedenken und Ansporn für weitere ideale Arbeit aus ihnen schöpfen. Bochumer Veranstaltungen und Vereine 2. Bella Anzeiger (=) Dienstag Abendkonzert im Stadtpark. Unter Leitung von Konzertmeister Hans Treichler veranstaltet das städtische Orchester Dienstag abend 8 Uhr auf der Terrasse im Stadtpark einen Opernabend. Berichte (=) Malerinnung. Im Westfalenhaus hielt die Maler. innung unter dem Vorsitz des Obermeisters Köllermann eine gut besuchte Versammlung ab. Es wurde darüber berichtet, daß der Geschäftsstelle eine große Anzahl von [Schwarzarbeiten gemeldet sind. Die Fälle sind an die zuständigen Behörden weitergeleitet worden und hatten zum größten Teil den Erfolg, daß die betreffenden Schwarzarbeiter das Gewerbe anmeldeten. Auch die Berufsgenossenschaft geht mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln gegen das Schwarzarbeitertum bezw. deren Auftraggeber vor. Ueber die schlechten wirt. schaftlichen Verhältnisse, unter welchen auch das MalerDie Taude diingles an den Tag... Sensationelle Verhaftung in Bochum=Taer— Flugzeuge umkreisen den Ortsteil Laer Gegen ½12 Uhr am Sonntag vormittag kreuzten, zwei Flugzeuge(Doppeldecker) über dem ruhigen Laer, und zwar so niedrig, daß man unwillkürlich einen Zusammenstoß mit dem Turm der katholischen Kirche befürchten mußte. Und als nun gar etwas abgeworfen wurde, ging das Rätselraten los. Aber bald war das Rätsel gelöst und wir erfahren darüber folgendes: Am Donnerstag, dem 16. d. M. entdeckte die Hofbesitzerin Marie Laue in Bochum=Altenbochum, Eulenbaumstraße, an ihrer Haustüre einen Kasten, welcher eine Brieftaube mit einem Zettel enthielt, worauf folgendes geschrieben stand:„Wenn Sie innerhalb von zwei Tagen dieser Taube nicht 200 Mark mitgeben, geht ihre Besitzung in Flammen auf.“ Der Taube hatte man eine Streichholzschachtel umgebunden, wahrscheinlich für die 200 Mark. Die Geschichte war ja nun sehr einfach gedacht, und sahen die Erpresser im Geist die Taube schon mit dem Gelde ankommen. Die Hofbesitzerin Laue war aber für so einen Scherz nicht zu haben und übergab den Fund der Kriminalpolizei, welche denn auch gleich mit den modernsten Hilfsmitteln vorging. Sonntag früh gegen 11 Uhr beobachteten Beamte der Kriminalpolizei von der Wittener Straße bei Stodt und vom Werner Hellweg in der Nähe der Römerhalle aus eifrig die Gegend nach„Prinz von Preußen“ rüber. Gegen 11.15 Uhr erschienen am Himmel in der Richtung Schupokaserne an der Castroper Straße zwei Flugzeuge. Sie flogen nach Werne zu, machten aber an der Eisenbahnbrücke am Werner Hellweg kehrt und überflogen dann mehrere Male im Ortsteil Laer die Wittener, Suntumer=, Klaus=Groth= und FritzReuter=Straße. Es waren die Verfolger einer Brieftaube! Dann sah man, daß etwas abgeworfen wurde, es war ein Sandsäckchen. Die Kriminalbeamten, welche eifrig beobachtet hatten, sprangen herbei und im Nu waren zwei Taubenschläge an der Klaus=Groth=Straße untersucht. Vergebens! Als aber nun in der FritzReuter=Straße bei R. der Schlag untersucht wird. entdeckte man die verfolgte Taube. Selbstverständlich leugneten auf Vorhaltungen der Kriminalpolizei die ., die Taube überhaupt zu kennen, den Brief hatte auch keiner geschrieben. Nun wurde das Experiment mit der Taube bis gegen 14 Uhr noch zweimal versucht und jedesmal landete das Tier prompt im Taubenschlag der R. Die Gebrüder Wilhelm und Alfred R. wurden verhaftet und im Auto nach Bochum transportiert. Die weitere Verfolgung der Angelegenheit durch die Polizei, wird wohl bald Licht in diese mysteriöse Erpressergeschichte bringen. Interessante und wertvolle Aufklärungsarbeit. leistete bei dieser Gelegenheit der Luftfahrtverein Bochum, der von der Kriminalpolizei um Mitarbeit gebeten worden war. Von Gelsenkirchen aus stiegen zwei Flugzeuge, das eine mit Altemeier als Führer und Dr. Scholl als Beobachter, das andere mit als Führer und Lorenzen als Beobachter auf. Sie flogen zum Bismarcksturm im Bochumer Stadtpark. Dort wurde bei ihrem Erscheinen die Brieftaube aufgelassen, die die beiden Flugzeuge verfolgten. Nachdem die Brieftaube in den Schlag in Laer gefallen war, warf Dr. Scholl eine im Flugzeug angefertigte Skizze von der Lage des Schlages ab, der von der Kriminalpolizei auf der Erde entgegengenommen wurde. Inzwischen wurde das in Frage kommende Haus auch noch von dem Beobachter Lorenzen photographiert. Dieser Mitwirkung des Bochumer Luftfahrtvereins ist die bisher geleistete Aufklärung überhaupt zu danken. Die Kriminalpolizei hatte anfangs die Absicht, nur von der Erde aus in Altenbochum und Laer den Ausflug der Taube zu beobachten. Es stellte sich aber heraus, daß die Taube, obwohl sie von den ja doch deutlich sichtbaren Flugzeugen verfolgt wurde, von der Erde aus nicht zu erkennen war. Ein schöner Nebenerfolg privater Luftfahrt. gestiegen beiträge usw.) Der Obermeister berichtete über die am 1. Juli eingeführte Krisensteuer und über die mit dem Stadtbauamt vereinbarten Lohnstundensätze. Als Vertreter der Westdeutschen Versicherungsanstalt sprach Herr Lohrmann über Berufsversicherungsfragen. Der Syndikus des Innungsausschusses, Dr. Grünwald, äußerte sich in längeren Ausführungen über die Wirtschaftslage, die erlassenen Notverordnungen und deren Handhabungen. Eine zu gründende Sterbekasse für die Frauen der Mitglieder mußte auf unbestimmte Zeit zurückgestellt werden. Der Verbandstag des rheinisch=west. fälischen Maler=Innungsverbandes findet am 24. und 25. Juli in Detmold statt. Herr Volle gab den Vertretern für die Tagung verschiedene Anregungen. Ueber die Vereinigte Maler= und Tischlerkrankenkasse sprach deren Vorsitzender Kahler. Herr Hilbert berichtete über die kommende Beitragszahlung zur Berufsgenossenschaft und über die Verwaltungskosten der Anstalt. Traditionsecke ∆ Semper talis=Bund, Ortsgruppe Bochum. Die für den 6. Juli vorgesehene Gruppensitzung fiel wegen der Bismarckfeier auf der Hohensyburg aus. An dieser Feier beteiligte sich eine große Anzahl Kameraden. Die vaterländische Rede hielt der letzte Kommandeur des 1 GardeRegiments zu Fuß, Major a. D. Graf zu Eulenburg. Der diesjährige Familienausflug wird am 26. Juli nach der Gartenwirtschaft Hasenkamp, Stiepel=Dorf, unternommen. Der Kinderferienaufenthalt erfolgt in diesem Jahre vom 7. August bis 7. September fach Schloß Bredeneck bei Preetz(Holsteinische Schweiz.) (Weitere Lokalnachrichten auf Seite 15.) Wohin gehen wir heute Lichtburg: 11, 15,30, 18, 20.30 Uhr: Im Westen nichts Neues. Odeon: 16 Uhr: Rosen blühen auf dem Heidegrab. Skala=Lichtspiele: 17, 20 Uhr: Kohlhiesels Töchter. Ufatheater: 16, 18, 20 Uhr: Schatten der Manege. Apollotheater: 16, 18,15, 21,15 Uhr: Atlantic=City. Capitol: Anfang 16 Uhr: Susanne macht Ordnung. „Dann verwirrt sich wieder alles. Dann müßten wir hier in dieser Gegend nach ihm suchen.“ „Vielleicht. Wer weiß es? Es kann aber auch irgendein anderer Fremder gewesen sein. Wir kommen zunächst nicht drum herum, hinter Mervida zu suchen. Gomez Arragone, der Professor hat uns den Punkt ziemlich sicher bezeichnet. Wenn die Angabe der Ueber1#m#penden nchig, par, dann werden wie den Ort in füuf Einabenteuerlicher Roman non deorg nestralen Tagereisen zu Pferde erreichen. Sternenvogel kennt den Ort. Er hat es mir gesagt.“ Eva nickte. SHSTE schall 19) „Vor Ihnen muß man sich bald fürchten“, sagte Eva lächelnd, und ihr Blick umfing den Mann beinahe Marschall lächelte. Warum? Bin ich schlimm?“ „Schlimm? Das Gegenteil! Aber man kommt sich so klein vor. Sie überrumpeln uns immer wieder mit einer neuen Leistung.“nag.sicht Jfit 28 ui. a. Ueber Marschalls offenes Gesicht glitt es wie Be„Ich muß mich zusammennehmen, daß mein Schatten nicht noch einmal auf Sie fällt, Fräulein Eva. Aber Sie sollen so etwas nicht denken. Sie sind Eva Buchner, die unerschrockene Tochter des großen Chemikers und Forschers Hans Buchner, das ist genug. Es ist schon eine Leistung, eine Eva Buchner zu sein.“ Eva lächelte schalthaft„Meinen, Sie, Herr Marschall— oder Walter muß ich, wehl###### „Bleiben wir bei Marschall. Ich glaube, die Gefahr ist augenblicklich vorüber.“ John Hiller mischte sich ins Gespräch. Seine hellen Augen waren zärtlich auf Eva geEva, Marschall hat recht. Es ist eine Leistung, Eva Buchner zu sein. Ihre Schönheit, Miß Eva, die dürfen Sie nicht vergessen.“ Ei ei, Mr. Hiller! Komplimente! Das paßt eigentlich nicht zur Situation. Anderes Thema, meine Herren.“„„ Gemütlich fiel der Farmer ein: „Jawohl! Wenden wir uns dem Thema zu, das auf dem Tisch steht.“ Das taten alle und langten kräftig zu. „Also nach Mervida wollen Sie? Und dann weiter in die Urwälder des Yukatan? Alle Achtung vor Ihrem Unternehmungsgeist. Ist mancher schon ausgezogen und kam nicht wieder. Die Urwälder sind tückisch. Moräste gibt's genug, die schon manchen aufgenommen haben. „Es hilft nichts Senjor Wieland“, sagte Marschall. „Wir suchen einen Menschen, wir suchen Hans Buchner, der vor zwei Jahren hier auf Yukatan von Indianern erschlagen wurde. So sagt man. Wir wollen Gewißheit haben. Darum ziehen wir aus. Es handelt sich um den Vater von Fräulein Buchner.“ Wieland nickte und sah aufmerksam auf Eva. „Um Ihren Vater, Senjorita? Ah, dann begreife ich's. Werd' kein Wort mehr sagen, das Sie abschrekken könnte. Um den Vater, da kann man nicht anders handeln. Vor zwei Jahren. sagten Sie, Senjor Marschall. Hm, entsinne mich. Wurde damals erzählt, daß ein Forscher durch die Roten umgekommen sein sollte. Die Ueberlebenden der Expedition sind auch durch Campeche gekommen. War ein großer, schöner Mann dabei. Alle Weibsleute von Campeche haben sich nach ihm den Kopf verdreht. Und ein langer, dürrer Mensch. Weißblond das Haar. Ich entsinne mich. Sah abscheulich aus. Wie nannte ihn die Bevölkerung? Ach so, ja, jetzt fällt mir's ein— Totenknochen. Netter Name, was? Sah auch gefährlich aus und sprach kein Wort Spanisch, kaum ein leidliches Englisch. Und dann brachten sie noch einen Kranken mit, einen alten Herrn. Ich entsinne mich. Hatte Fieber, war sehr krank. Ganz verfallen. Dachten alle in Campeche, daß er draufgeht. Und alles war empört, daß sie mit dem Kranken, als er noch im Fieber lag, weiterzogen.“ Alle hatten aufmerksam zugehört. Ein Dritter? Und Don Gomez Arragone hatte ihnen doch gesagt, daß nur n und Martin Buchner zurückgekomnen waren* Wer war der Drittes„. ngg „Drei Mann sagen Sie, Senjor Wieland?“ fragte Marschall.„Irren Sie sich nicht? Don Gomez Arragone in Verakruz sagte uns, daß damals nur zwei Mann schen Führern. War. u. den begietegpizg giuheimthen Fuhrern. War der Dritte etwa ein Mischblu. oder ein roter Mann?“ Der Farmer zuckte die Achseln. „Kann ich nicht sagen! War ganz gelb und verfallen im Gesicht. Glaub' aber, daß es ein Weißer gewesen ist. Doch— vielleicht war es ein Mischblut. Denn sonst wären sie nicht so rasch weiter gezogen. Sicher doch! Das Leben eines Weisen steht höher im Kurse.“ Marschall nickte. aber die Mitteilung hatte ihn doch nachdenklich gemacht. Don Arragona hatte ihm zwar gesagt, daß Hans Buchner in den Urwäldern, ein paar Tagesreisen von Mervida, seinen Tod gefunden hatte. Vielleicht war das eine Lüge, man hatte den Gelehrten fieberkrank bis nach Campeche gebracht. Vielleicht war er dann unterwegs gestorben, und man beerdigte den Körper, der infolge der südlichen Sonne rasch der Verwesung ausgesetzt war, kurzerhand unterwegs. Warum sagte man dann, daß ihn die Indianer erschlagen hätten? I8. Gamissen nicht fa fanbJa, vielleicht war ihr Gewissen nicht„so sauber. Vielleicht hatten sie es an der nötigen Fürsorge für den Kranken fehlen lassen. Jedenfalls hier stimmte etwas nicht! „Ja, Aber ich weiß nicht, Herr Marschall, seit heute fühle ich einen unerklärlichen Druck auf der Brust, als Am Abend auf der Veranda des Hauses am Rande des Urwaldes... 4. Sramn 4. Drinnen im Hause war die Frau des Farmers mit dem Herrichten der Tafel beschäftigt. Der Farmer Wieland war durch Farmarbeit abgehalten. John Hiller hatte sich beurlauben lassen. Ihn lockte das bunte Leben in Campeche, und er wollte, wie er sagte, einmal ausausfliegen, um Studien zu sammeln. So saßen Eva und Marschall allein auf der Veranda. „Nur noch ein paar Tage Eisenbahnfahrt, Marter schlimmster Art, dann geht es in den Urwald. Ich glaube, daß wir in dem Indianer des Professors einen zuverlässigen Führer haben.“ „Ja!“ „Senjor Wieland hat schon recht, verlockend sind die Urwälder Yukatans mit ihren Sümpfen, ihrem oft fast undurchdringlichen Dickicht nicht. Aber Sternenvogel — als stünde Schlimmes bevor.“ „Ein Warnungszeichen!“ entgegnete der Mann ernst. „Es geht mir nicht anders. Wir müssen die Augen offen halten. Daß man mich dauernd hier in Mexiko so verfolgt, verstehe ich nicht. Es ist ein Rätsel. Wir müssen einen unbekannten Feind haben. Wenigstens ich! Aber wo sitzt der heimtückische Bursche, und aus welchem Grunde will er mich der Polizei überliefern? Ich muß gestehen, daß mich die letzten Ereignisse beunruhigten. Aber wir werden die Augen offen halten.“ Sie schwiegen eine lange Weite. Die Stille umfing sie. Aus dem nahen Urwald, der wohl nur zweihundert Meter vom Hause begann, erklangen Tierlaute, die ihnen fremd waren. Selbst Marschall, der viel in der Welt herumgekommen war, wußte sie nicht zu deuten. Der Farmer gesellte sich ihnen dann bei und erzählte. Da wurde die Landschaft um sie lebendig, als der Mann von seinem mühevollen Schaffen in dreißig Jahren erzählte. Er war als junger Mensch nach Mexiko verschlagen worden und hatte hier auf Yukatan angefangen. Es war ein blutiges Schinden gewesen, ein immerwährender Kampf mit der Wildnis. In nimmermüder zäher Arbeit wurde Stück um Stück Urwald gerodet, und die Zahl der Felder wuchs. Unendlich fruchtbar war das Land, aber die Produkte hatten geringen Wert, denn man mußte sie auf dem langen Wege nach Verakruz transportieren, und die Frachtkosten verteuerten ungeheuer. Immerhin hatte sich der kluge Farmer so eingestellt, daß er sich besonders mit Produkten befaßte, die gut im Preis waren und bei denen die Fracht nicht gar so sehr in Erscheinung trat. Er schilderte ihnen den Urwald mit seinen Schönheiten und Tücken. Erzählte von dem gefährlichen Sumpffieber, das schon soviel Opfer gefordert hatte. Gab gute Ratschläge. Sie waren ihm dankbar und lauschten ihm, ohne ihn zu unterbrechen. 4576t Lam Jahm Gifgr auräg. Kurz vor dem Abendbrot kam John Hiller zurück. Sein gutmütiges Jungengesicht mit den schönen Augen Er erzählte, was er alles Interessantes gesehen hatte. Eva betrachtete ihn beim Erzählen mehrmals verZum ersten Male fiel ihr auf, wie bildschön der Mann war. wird die Wege kennen, die durch die Wälder führen. Und dann werden wir, will's Gott, bald Gewißheit haben. Was sagen Sie zu der Mitteilung des Farmers über den dritten Mann?“ Ihre Augen trafen sich. „Herr Marschall“, entgegnete Eva leise, Sie haben dasselbe gedacht wie ich. Sie glauben, daß es mein Vater gewesen sein könnte.“ „Ra: Die Nacht kom.„.,,.s Eptsakeng uns 8. Plötzlich scholl ein Schrei des Entsetzens aus dem Gemach, in dem Marschall allein schlief. Die Farm hatte genügend Fremdenzimmer, die alle gut eingerichtet waren. 4 Die Schläfer fuhren entsetzt in die Höhe. Wieland der Farmer, sprang auf und stürzte nach Marschals Zimmez.„ mi. Warschan. u2 Im Dunkeln sah er, wie Marschall taumekte. Fühlte, wie Marschall zitterte. „Was ist, Senjork“ fragte Wieland angstvoll. Drei volle Tage kämpfte Marschall mit dem Tode, aber sein kräftiger Körper bezwang ihn. Freilich sah er nach drei Tagen nur noch wie ein Schatten aus. Eva Buchner und John Hiller hatten sich in liebevoller Pflege Tag und Nacht um ihn bemüht und so genas er.„.— Wenaenhris allerdins An einer Weiterreise war im mugenotin aueroun nicht zu denken.„ I. W cher okemanf fein Erst mußte der Kranke wieder ovenauf sein.. Am dritten Tage aß er zum ersten Male wiedet Zwei Hühner mußten für den Kranken ihr Letg lassen. Gierig trank Werner die Hühnerbrühe und hal von Stunde an einen guten Appetit. Eva war übet glücklich, und wenn sie an seinem Lager saß, leuchteten ihre Augen voll Freude. 16 „Lieber, lieber Freund!“ sagte sie bewegt zu ihn „Es bekommt Ihnen recht schlecht, daß Sie meine Sacht zu der Ihren machten.“„ 466 53s, buiu Dankbar hörte er ihre Worte und ergriff die sein Mädchenhand.„ D.„.haen mich Ihren Freund ur „Fräulein Eva, Sie haben mich Ihren Freune nannt. Ich danke Ihnen. Sie glauben nicht, wie mich mit dem Wort erfreut haben.“.. g mucbe Ganz leise streichelte er ihre Hano, gaß sie rot wuth John Hiller, der nicht weit vom Bett stand, sg### und ein Ausdruck des Aergers trat auf sein Gesicht. Aber er verbannte den Ausdruck wieder### sagte herzlich zu Marschall:„Lieber Marschal, waren entsetzt. Aber nun ist es gut! Sie sind sostutt unverwüstlich! Nehmen wir es als ein gutes daß die Gefahren schon vorher kommen. Vielleicht erst## es uns dann in den Urwäldern besser(.1291 Fortsetzung folgtt (Von unser Wenn d Nürburgrin Deutschland einen passi Motorsport bleiben übe schaftlichen an solchen ler tausende Große Pre Ring bishe Schatten st Bereits den Nü In den fr bereits die der Verkehr Von Minut wagen, Mo schlange de vorwärts ke bessert und der Auffahr Fahrern s# Mit sträflic rer, so schne alle Gesetze schließlich, Ordnungsle ordentliche standen mai Lücken füll größte Teil Fahrzeuge dulds= und burgringes. nete in Stri Eiselbergen, Kilometerja richtig eing Sonnenschei Hängen der lassen), 22,8 dachlosen T Das Re 8„„* Wieland griff es eiskalt ans Herz. Er zog den halb Bewußtlosen aus dem Zimmer. „Wo?“ stieß er hervor. Doch da sah er es schon. An Arm. Das Blut lief in Strömen den Arm herunter. Das war aber nicht vom Schlangenbiß. Marschall hatte nach dem Biß sofort mit seinem Messer sich selbst einen tiefen Schnitt beigebracht, die Wunde ausgesaugt und das Gift ausgespuckt. Die Schwarzen kamen mit Licht. Ma grag Zuckend lag Marschall auf dem Lager. Man bracht Pulque, den mexikanischen Schnaps, und flöste ihn Marschall ein.„ Er trank, was er trinken konnte, was der Magen Gufnohm., mstanhen ihn das Garmer feiZitterno umstanden ihn der Farmer, seine Frau, John Hiller und Eva Buchner. „O Gott!“ stöhnte Eva.„Er stirbt uns!“ Wieland schüttelte den Kopf. Hastig sagte er:„Nein, nein! Er wird leben. Das ist ein Bursche. Die Geistesgegenwart. Hat sich die Wunde gleich aufgeschnitten und ausgesaugt. Ich er wird davon kommen.“.. Man hatte dem Bewußtlosen inzwischen die Wunde verbunden.„, I4, gu. Jund uf umen mit aus Währendessen suchte Wielano zusammen mit zwei Schwarzen das Zimmer ab. Sie leuchteten hinein und standen entsetzt...45„Ktetm SemsNicht weniger als sechs der gefürchteten Sumpfvipern ringelten sich in der Nähe des Bettes. Vorsichtig trat man heran und erschlug die Nattern. Dann durchsuchte man vorsichtig den Raum in jedem Winkel und schloß das Fenster. 8466 „Tod und Teufel!“ fluchte der Farmer. Sumpfpipern! Wie geht das zu? Haben seit, Jahrg nicht eine einzige in der Nähe gehabt. Jetzt sechs Stüg auf einmal! Caramba! Das geht mit dem Teufel zu Mercedes=B feierten eine lange Renn Anforderung die die Zu hinriß. Schon i1 Mercedes=B eines Aufer Hinterreifen Runde vero Werner as etwa einein schärfster R Sieger. Hir eignen. S dem Italiel Platz, abe (Alfa=Rome an ihm vor In der und die Ohne, daß enthalt die das Rennen ten Platz, ebenfalls di um Brennst gioli am hatte. Nu zweiten Plo des große 14. Runde mühungen, geblich. W eutmachen, Lehauptete Tribünenein, als Ca den Tribün ron heran. lungen dtpark. Unter Leier vexanstaltet das 8 Uhr auf der bend. us hielt die Maler. eisters Köllermann Es wurde darüber große Anzahl von d. Die Fälle sind eleitet worden und daß die betreffenanmeldeten., Auch len ihr zur VerfüSchwarzarheitertum die schlechten wirtn auch das Maler. ie Aussprache statt. itzten Zeit erheblich rufsgenossenschaftsichtete über die am über die mit dem densätze„Als Ver. sanstalt sprach Herr gsfragen. Der Synr. Grünwald, gen über die Wirtnungen und deren Sterbekasse für die nbestimmte Zeit zudes rheinisch=west. rhandes kindet t. Herr Volle gab schiedene, Anregunind Tischlerkrankenhlex. Herr Hilde, Beitragszahlung die Verwaltungs. 2. Beilage zum Bochumer Anzeiger u. Gen. Anzeiger Acreltoutf Spter ults Nr. 167 38. Jahrgang Montag, 20. Juli 19 31 le pe Bochum. Die für ung fiel, wegen der aus. An dieser Feier neraden. Die, vaterindeur des 1. GardeGraf zu, Eulenburg, rd am 26. Juli nach stiepel=Dorf, unteralt erfolgt in diesem der nach Schloß Breeiz.) I Seite 15.) ir heute : Im Westen nichts dem Heidegrab. lhiesels Töchter. ten der Manege. r: Atlantic=City. macht Ordnung. issen!“ stöhnte Mar Herz. Er zog den sah er es schon. An den Arm herunter shiß. Marschall hate Kesser sich selbst einen unde ausgesaugt un K Lager. Man brachte aps, und flöste ihn nte, was der Magen Farmer, seine Frau, stirbt uns!“ Er wird leben. Das enwart. Hat sich de ausgesaugt. Ich denke, inzwischen die Wunde zusammen mit zwei leuchteten hinein und gefürchteten Sumpfdes Bettes. erschlug die Nattern. den Raum in jeden der Farmer. * Hahen seit Jahr) habt. Jetzt sechs Slüc mit dem Teufel zu rschall mit dem Tode, ng ihn. gen nur noch wie John Hiller hatten sich Nacht um ihn bemühl. Augenblick allerding r obenauf sein. m ersten Male wieder en Kranken ihr Hühnerbrühe und halt ppetit. Eva war über nem Lager saß, danl dde. gie sie bewegt zu ig. , daß Sie meine e und ergriff die fein Die Rollnung Eriuhie Heir ——— Carraciola Erster im Großen Preis von Deutschland auf dem Nürburgring Rennen im Regen Adenau, 19. Juli.(Eig. Drahtber.) (Von unserem zum Nürburgring entsandten Redaktionsmitglied.) Wenn der Große Preis von Deutschland auf dem Nürburgring zum Austrag kommt, dann gibt es in Deutschland und dem benachbarten Ausland kaum einen passionierten Autosportler, der diesem großen Motorsportereigaip, der Welt größten vielleicht, fernzubleiben über sich bringt. Die Eifel, die trotz ihrer landschaftlichen Schönheit früher wenig besucht wurde, ist an solchen Tagen das Ziel Hunderttausender und vieler tausender Kraftfahrzeuge aller Art. Der diesjährige Große Preis dürfte den gewaltigen Verkehr, den der Ring bisher erlebte, mit neuen Rekordziffern in den Schatten stellen. Bereits am Samstag waren die Quartiere der den Nürburgring umgebenden Ortschaften überfüllt. In den frühen Morgenstunden des Sonntag begann bereits die Auffahrt zu dem Rennen. Um 7 Uhr stockte der Verkehr in den Straßen, die nach Adenau führen. Von Minute zu Minute wuchs der Andrang der Kraftwagen, Motorräder und Radler, bis dann die Riesenschlange der Fahrzeuge nur noch im Schneckentempo vorwärts kam. Obwohl die alten Zufahrtsstraßen verbessert und neue hinzugekommen waren, klappte es mit der Auffahrt nicht. Das lag zum großen Teil an den Fahrern selbst, die wenig Straßendisziplin hielten. Mit sträflicher Rücksichtslosigkeit versuchte jeder Fahrer, so schnell wie möglich nach vorne zu kommen, dabei alle Gesetze der Ordnung außer acht lassend. So kam schließlich, daß die Straßen verstopft waren und den Ordnungsleuten die Regelung des Verkehrs außerordentlich erschwert wurde. Drei und mehr Fahrzeuge standen manchmal auf der Straße nebeneinander. Die Lücken füllten Motorräder und Radfahrer aus. Der größte Teil der verspätet vom Quartier gestarteten Fahrzeuge erreichte nach Stunden dieser großen Gedulds= und Nervenprobe glücklich die Nähe des Nürburgringes. Aber dann kam ein neues Uebel. Es regnete in Strömen. Regenschwere Wolken hingen über den Eiselbergen, und als um 10 Uhr die Fahrer auf die Kilometerjagd geschickt wurden, hatte es sich gerade richtig eingeregnet. In der Hoffnung auf lachenden Sonnenschein verharrten die Hunderttausende an den Hängen der verkürzten(die Südschleife wurde ausgelassen) 22,8 Kilometer langen Rundstrecke und auf den dachlosen Terrassenplätzen. Das Rennen nahm einen für die deutsche Automobilindustrie erfreulichen Ausgang. Mercedes=Benz und sein Meisterfahrer Carraciola feierten einen neuen großen Sieg. Das 501,8 Kilometer lange Rennen, das an Fahrer und Mannschaften höchste Anforderungen stellte, wurde in einer Art gewonnen, die die Zuschauer zu stürmischen Beifallskundgebungen Pnzz t.# a.#r ai. Schon in den ersten Runden hatte Carraciola Mercedes=Benz die Führung übernommen, um sie trotz eines Aufenthaltes durch Tanken und Wechsel der Hinterreifen nicht mehr abzugeben. Von Runde zu Runde vergrößerte er, dem der frühere Meisterfahrer Werner assistierte, seinen Vorsprung, um das Ziel ewa eineinhalb Minute früher zu erreichen als sein schärfster Rivale Chiron(Bugatti). der vorjährige Sieger. Hinter Carraciola wechselten ständig die Positionen. Sehr lange hielt sich der Maserati=Wagen, mit dem Italiener Fagioli am Steuer, auf dem zweiten Platz, aber in der zwölften Runde ging Nuvolari (Alfa=Romeo), der ganz dicht hinter ihm gelegen hatte, an ihm vorbet. In der elften Runde mußte Carraciola tanken und die Hinterreifen wechseln. In genau einer Minute war die Arbeit erledigt. Ohne, daß einer seiner Gegner ihm durch diesen Auf# enthalt die Führung genommen hätte, setzte Carraciola das Rennen fort. Auch Chrion, der inzwischen den drit# ten Platz hinter Nuvolari einnahm, und Varci, der chenfalls dicht ausfgekommen war, muchsen Hat machen. um Brennstoff aufzufüllen. Sehr lange hielt sich Fagioli am Ersatzteillager auf, da er Maschinenschaden hatte. Nuvolari hatte nach der zwölften Runde den zweiten Platz vor Chiron inne. Der vorjährige Sieger des großen Rennens fuhr jetzt sehr schnell. In der 14 Runde ging er an Nuvolari vorbei. Seine Benühungen. Earrackola einzzüholen, waren sedoch ver) geblich. Wohl konnte er in zwei Runden 21 Sekunden □ gutmachen, aber der gleichmäßig schnell fahrende Deutsche # behauptete seinen Vorsprung bis zum Ziele. Auf den Tribünen= und Terrassenplätzen setzte lebhafter Beifall ein, als Carraciola als Sieger in der letzten Runde an den Tribünen vorbeiraste. Wenig später kam auch Chikon heran. Seine Landsleute hielten ihn fest, umarmten ihn, aber dann lief Chiron zur Box Carraciolas. um seinen großen Gegner zu beglückwünschen. Und wieder jubelte die Menge dem Deutschen zu. Carraciola stellte bei seiner Siegesfahrt einen neuen Streckenrekord auf. Mit einem Stundenmittel von 108,3 Kilometer fuhr er eine wesentlich bessere Zeit als Chiron im Vorjahre. In der zweiten Klasse hatte der Franzose Scaron großes Pech. Er hatte das ganze Rennen geführt und ging in die letzte Runde mit sechs Minuten Vorsprung. 200 Meter vor dem Ziele hatte er Maschinenschaden, wodurch er den Sieg einbüßte, der'an den Engländer Dudley Froy fiel. Die Ergebnisse: Wertungsgruppe I über 1100 ccm, 22 Runden zu je 22,810 Kilometer= 501,820 Kilometer: 1. R. Carraciola=Berlin(Mercedes=Benz).38.10 Stunden(Stundenmittel 108,3 Kilometer), 2. L. Chiron=Frankreich (Bugatti) 4,39,28 Stunden(107,7). 3. Varzi=Frankreich(Bugatti) 4,42,10 Stunden(106,6), 4. NuvolariItalien(Alfa Romeo) 4,43,16 Stunden, 5. O. MerzDeutschland(Mercedes) 4,43.34,8 Stunden, 6. Hans Stuck=Deutschland(Mercedes) 4,47,34 Stunden, 7. Bouriat=Frankreich(Bugatti) 4,50.04 Stunden, 8. J. P. Wimille=Frankreich(Bugatti) 4,52,08 Stunden. 9. O. Spandel=Deutschland(Mercedes).54,45 Stunden, 10. Sir Henry Birkin=England(Maserati).01.13 Stunden, 11. Earl Howe=England(Bugatti) 5,08,19,6 Stunden.— 19 gestartet, 11 am Ziel. Wertungsgruppe II über 500 bis 1100 ccm, 18 Runden zu je 22.810 Kilometer= 410.580 Kilometer: 1. Dudley Froy=England(Riley).23,56,6 Stunden (93.4 Stunden=Kilometer), 2. E. Graf Orco ZinnebergOesterreich(Amilcar).32,18 Stunden(90.), 3. J. Scaron=Frankreich(Amilcar).34,52,2 Stunden(89,7), 4. M. Rouleau=Belgien(Amilcar).07,22, Stunden, 5 Capt. F. H. B. Samuelsen(M. G. Midget) 5,09.52.2 Stunden, 6. G. Macher=Deutschland(DKW.) 5,13,.50 Stunden, 7 Theissen=Deutschland(DKW.=Frontantrieb) 5,24,18,6 Stunden.— 13 gestartet, 7 am Ziel. Woods Sieger im Großen Motorradpreis von Belgien. Im Großen Motorradpreis von Belgien, der am Sonntag auf einer 417,2 Kilometer langen Rundstrecke bei Francorchamps zur Durchführung gelangte, bewiesen die Engländer wieder ihre Ueberlegenheit. Die schnelle Zeit des Tages und damit den Sieg fuhr der Gewinner des Großen Preises von Deutschland. Stanley Woods. auf Norton heraus, der die 417,2 Kilometer in 3,38,32 Stunden(114,3 Stundenkilometer) zurücklegte und seine Landsleute Dodson und Meageen auf die Plätze verwies. Schrittmacher Krüger in Lebensgefahr. Der Zustand des am vergangenen Montag bei den Kölner Radrennen schwer gestürzten Schrittmachers Werner Krüger hat sich im Laufe des Sonntags derart verschlechtert, daß man das Schlimmste befürchten muß. Nach einer Auskunft des Chefarztes des Kölner Bürger=Hospitals kann nur noch eine baldige Wendung zum Besseren Rettung bringen. Todeslturz bei„Rund um Schotten“ Der Meisterschaftslauf der Motorräder in Hessen. Schotten(Oberhessen), 19 Juli Mit dem am Sonntag zum siebenten Male durchgeführten Motorradrennen Rund um Schotten“ war gleichzeitig der dritte Lauf zur Deutschen Meisterschaft verbunden. Nachdem es die ganze Nacht in Strömen gegossen hatte, klärte sich kurz vor Beginn des Rennens das Wetter wieder auf, so daß die Strecke von Tausenden von Zuschauern umlagert war. Da die Fahrbahn nur in leidlich gutem Zustande war, gab es einige Stürze, die besonders für den Breslauer Huth und Claes(Bonn) schwere Folgen hatten. Huth mußte mit erheblichen Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht werden, und Claes(Bonn) trug einen Schädelbruch davon, dem er später erlag. Leider nahm der Wettbewerb einen irregulären Verlauf, da man durch einen Fehler des Rundenzählers die 1000ccm=Klasse eine Runde zu früh abstoppte. Der Sieg fiel in der neuen Rekordzeit von.06,26 Stunden für die 212 Kilometer an den Godesberger Schminke auf einer 3502ccm=Imperia. In der Halbliterklasse kam der Bonner Frentzen zum Erfolge, und das Rennen der schweren Maschinen entschied Weyers=Aachen zu seinen Gunsten. nachdem der in Front liegende Rüttgen=Erkelenz auf NSU. in der 9. Runde durch Maschinendefekt ausgeschieden war. Zweimal:0 gegen England Ueberlegene deutsche Erfolge im Schwimmländerkampf :0 am eriten Tage Harburg, 19. Juli. Der erste am Wochenende in Norddeutschland ausgetragene Schwimm=Länderkampf zwischen Deutschland und England, der wie üblich aus zwei Konkurrenzen bestand, hatte in Harburg trotz der unsicheren Witterung einen ausgezeichneten Besuch aufzuweisen. Die deutschen Schwimmer waren überaus erfolgreich, denn sie vermochten sowohl in der 4X200=Meter=Kraulstaffel mit .49.4 Minuten gegen:56,2 Minuten, als auch im Wasserballspiel mit einer Tordifferenz von nicht weniger als:2(:1) einen klaren Sieg herauszuholen, so daß sie im Gesamtergebnis mit:0 Siegen erfolgreich blieben. In der Schwimmkonkurrenz war Deutschland ebenso wie im Wasserball von Beginn an führend. In der Kraulstaffel schwamm als erster Deutscher der Kölner Deiters gegen den Engländer Whites so überlegen, daß er beim Wechsel schon einige Meter Vorsprung hatte. Ahrend(Hellas Magdeburg) konnte als Zweiter den Vorsprung gegen Brooks(England) halten und auch Schrader(Hildesheim) zeigte sich dem Engländer Taylor überlegen, so daß er die Führung noch vergrößerte. Der Schlußmann Herbert Heinrich(Poseidon Leipzig) brauchte sich so nicht einmal voll auszugeben, um den englischen Schlußschwimmer Sutton klar zu halten. Und ebenlo am zweiten Pale Der zweite Teil und zugleich auch der Rückkampf des Schwimmländertreffens Deutschland—England wurde am Sonntag in Lübeck ausgetragen, wo sich etwa 1500 Interessenten eingefunden hatten. Wie am Vortage in Harburg so gewannen auch diesmal die deutschen Repräsentativen beide Wettbewerbe und siegten damit im Gesamtergebnis überlegen mit:0. Die Kraulstaffel gewann die deutsche Mannschaft in.46,5 Minuten, einer besseren Zeit als am Samstag, während die Engländer in 10.01 Minuten unter ihrer Vortagsleistung blieben. Im Wasserballspiel zeigte sich die deutsche Sieben der englischen Mannschaft wieder glatt überlegen und siegte mit:2(.0) Toren. Die deutsche Mannschaft spielte in der Aufstellung: Ede Rademacher(Tor): Gunz und Cordes(Verteidigung): Beneke(Verbindung): Schumburg, Schirrmeister und Schulze(Sturm). In der 4X200Meter=Crawlstaffel lag die deutsche Staffel vom ersten Mann an in Front. Die beste, Zeit schwamm diesmal Altmeister Heinrich(„Poseidon“ Leipzig) mit.24 Minuten. Erlte deutsche Klaffe beim Jubiläumsschwimmen in Münfter Hervorragende Besetzung war das Kennzeichen der am Wochenende in Münster abgewickelten JubiläumsSchwimmwettkämpfe, die teilweise ausgezeichnete Leistungen brachten. Die wichtigsten Ergebnisse waren: 4X50= Meter=Kraulstaffel: 1. Hellas Magdeburg 1,59,6; 2. Westfalen Dortmund.02 Min. 200[Meter=Brustschwimmen(1a): 1. Heins(Hellas Magdeburg) 3,00,4: 2. Krones(Rote Erde Hamm) .05,8 Min. Klasse 1b: 1. Beckmann(Westfalen Dortmund) 3,09 Min.; 2. Seidscheck(Wasserfreunde Soest).10,1 Min. 100 Meter Rücken(1a): 1. Lehnig(Sparta Köln) 1,17,8 Min.; 2. Siemon(Gladbeck 13) 1,19 Min. Klasse lb: 1. Sasse(Münster 91) .23 Min.; 2. Symann(Essen 06) 1,24,6 Min. 100 Meter Kraulschwimmen(1a): 1. Haas(Poseidon Köln) 1,03.3 Min.; 2. Gebert(Hellas Magdeburg) 1,10,2 Min. Klasse 1b: 1. Wolfsholz(Münster 91) .08,2; 2. Schwarze(Niedersachsen Münster), 1,08,3 Min. Kunstspringen: 1. Graumann(Westfalen Dortmund) 122,18 Punkte: 2. Haas(Rheunus Köln) 110.48 Punkte. 4X100=Meter=Kraulstaffel: 1. Hellas Magdeburg 3,36 Min.; 2. Westfalen Dortmund.42 Min. Lagenstaffel, 100. 200, 100 Meter: 1 Westfalen(Dortmund).45 Min.: 2. Niedersachsen Münster 5,51 Min. 200 Meter Kraul= schwimmen(1a): 1. Haas(Poseidon Köln) 2,34,6 Min.: 2. Herrmann(Poseidon Köln) 2,.37„Min. Klasse 1b: 1. Lambertz(Poseidon Köln).37,8 Min.: 2. Allier(Remscheid) 2,44,4 Min. 100 Meter Brustschwimmen(1a): 1. Heins(Hellas Magdeburg) 1,23,6 Min.: 2. Krones(Rote Erde Hamm) .24.4 Min. Klasse 1b: 1. Naß(Neptun Osnabrück) 1·24,9 Min: 2. Beckmann(Westfalen Dortmund).26,8 Min. Wasserball: Technische Hochschule Darmstadt— Münster 91:2(:). Italienischer Sieg beim Wettschwimmen„Quer durch Berlin“ Das traditionsreiche Wettschwimmen„Quer durch Berlin" konnte sich auch bei seiner diesjährigen Wiederholung am Samstag=Nachmittag wieder der ungeteilten Anteilnahme des Publikums erfreuen. Tausende hatten sich auf den beiden Spreeufern der.5 Kilometer langen Strecke postiert. Der Wettkampf nahm einen reibungslosen Verlauf. In der Hauptklasse über 5500 Meter konnte der Italiener Gambi seine Siege aus den beiden letzten Jahren wiederholen. Bei den Damen trug Frl. Stegmann(Magdeburg) in 1,27.18 Std. den Sieg vor der deutschen Strom= und Meisterschwimmerin Frl. Runzler(Berlin) davon. Eine wesentlich bessere Zeit als Frl. Stegmann konnte allerdings die Magdeburgerin Rockmann in der Ober=Klasse herausholen. Die Ergebnisse: Männer: Meisterklasse: 1. Gambi(Italien) 1,13,37 Stunden: 2. Pahok(Ungarn) 1,14,37 Stunden: 3. Boone(Belgien) 1,17,23 Stunden; 4. Steinhauf(Berlin),.18.30 Stunden. Große Freistilstaffel: 1. Poseidon(Berlin) 1,11,30 Stunden: 2. Polizei Berlin 1,17,42 Stunden; 3. SC. Berlin 1,18,00 Stunden. Frauen: Sonderklasse: 1. Stegemann(Magdeburg) .27.18 Stunden; 2. Runzler(Friesen=Berlin) 1,29,35 Stunden. Oberklasse: 1. Rockmann(Magdeburg) 1,32,05 Stunden. „Bochumer Polizeischwimmer behaupten sich. Am ersten Tage der in Duisburg ausgetragenen westdeutschen Polizeischwimmeisterschaften gewann Kain (Bochum) das 100=Meter=Beliebigschwimmen in.15 Minuten und Wendt(Bochum) belegte im 100=MeterRückenschwimmen den zweiten Platz hinter Broukmann (Recklinghausen). Italien 12:4 abgefertigt Prachtleiftungen der deutschen Amateurboxer— Jakubowfki(Bochum) unter den Siegern Dortmund, 19. Juli. (Von unserem nach Dortmund entsandten Redaktionsmitglied.) Ein hoher und verdienter Sieg und zudem fast 12 000 Zuschauer. Das war der Erfolg des 25. Länderkampfes, den der Deutsche Reichsverband für Amateurboxen am Sonntag abwickelte. Die Kampfbahn„Rote Erde“ in Dortmund, in der schon alles gerichtet war, blieb leer stehen, denn es sah allzu sehr nach Regen aus. Dafür wanderten die Menschenmassen in die Westfalenhalle, die einen fast vollständig gefüllten Eindruck zu diesem Jubiläumsereignis machte. Die Zweifel an der Aufstellung der deutschen„Ländermannschaft wurden glänzend widerlegt. Deutschlands Boxer kämpften prachtvoll und nicht zuletzt der Bochumer Jakubowski bot eine ausgezeichnete Leistung. Das Drum und Dran war das übliche: Musik, Flaggen in den Landesfarben der beteiligten Nationen, Prominenz der Boxsportbewegung von Amateur= und Berufsseite um den Ring. Begrüßungsreden, Austausch von Blumen und Andenken, Pfuirufe und Klatschen und Spannung. Spannung vom ersten bis zum letzten Kampf, obwohl die in blau und schwarz antretenden Italiener im Ganzen genommen ein wenig enttäuschten. Deutschlands Vertreter erschienen in einem Dreß. in dem die Reichsfarben in wenig geschmackvoller Weise (gelbe Hose, rote Bauchschleife, schwarzes Hemd) vereinigt waren. Rodriguez(.) und Puttkammer(.) im Fliegengewicht eröffneten den Reigen. Der wesentlich schnellere, sehr beherzte Italiener hatte alle drei Runden für sich und siegte glatt nach Punkten. Der Kampf Jakubowskis im Federgewicht gegen Marfurt(.) folgte als nächstes CAISMMN 21•8" Vel Sap 2# Mle.. in un K 50 50 150 BSchunf, BongarustaseI Barengenlend geeinher Treffen. Der Bochumer überrumpelte, besonders durch gute Rechtsarbeit, den Gegner, war in der ersten Runde vorn holte sich unter riesigem Beifall auch die zweite Runde und gab durch einen Linken auf das Kinn dem Kampf eine Wendung, die für den Italiener das Schlimmste befürchten ließ. Er siegte hoch nach Punkten. Das Weltergewichtstreffen Desio(.) gegen Kurth(.) war eine ziemlich einseitige Angelegenheit. In der ersten Runde ging es noch an, aber in der zweiten Runde brachte die größere Erfahrung und das bessere Nahkampfkönnen des Deutschen den Italiener schon erheblich in Bedrängnis. In der dritten Runde landete Kurth wie er wollte und holte sich einen hohen Punktsieg. Im Schwergewichtskampf holte sich der körperlich unterlegene, aber weit schnellere und mutigere Deutsche Polter einen sehr knappen Sieg über den übervorsichtigen Italiener Rovati, der trotz physisch größerer Mittel häufig zum Halten griff. Nach der Pause gab es sofort einen weiteren deutschen Sieg durch Riethdorf, der den körperlich stärkeren Dell Orto(.) durch forsches Angreifen in der ersten und dritten Runde ins Hintertreffen brachte. Bochum i Zeichen der Bonl. Der alljährliche Groß-Staffellauf„Rund um den Stadtpark“ Sieg und Niederlage der Bochumer Stadtmannschaften Vor allem der Sturm wartete mi Beim Gaft war die Hintermann. chumer war verdient. gutem Können auf. schaft der bessere Teil. Der Fußballkampf. Stadtmannschaft Bochum— Stadtmannschaft Gelsenlauf Der schönste Kampf des Abends war der im Leichtgewicht zwischen Europameister Bianchini(.) und dem Dortmunder Schmedes. Fortgesetzter Schlagabtausch mit gleichwertigen Treffern kennzeichnete die erste Runde, die aber immerhin leicht für den Italiener war. In der zweiten Runde mußte Binanchini sehr viel einstecken und war am Schluß der Runde, die an Schmedes ging, sogar stark erschüttert. Die Schlußrunde brachte noch einmal großen Kampf mit wechselnder Führung, so daß das Urteil Unentschieden so ziemlich das richtige traf. Unentschieden endete auch der Mittelgewichtskampf zwischen Longinotti(.) und Bernlöhr (.), in dem der Italiener am Schluß sehr in Nöten war. Der Schlußkampf fand dann ein vorzeitiges Ende. Centobelli(.) versuchte im Halbschwergewicht seine 12 Pfund Uebergewicht gegen Rennen(.) rücksichtslos in die Wagschale zu werfen, zeigte dabei aber wenig boxerisches Können. Rennen stoppte schnell die bullenartigen Angriffe des untersetzten Südländers und hatte die erste Runde für sich. In der zweiten Runde zog sich der Italiener bei einem Schlagwechsel eine so erhebliche Wunde am linken Auge zu, daß der durchweg gut leitende Ringrichter Bergström(Holland) den Kampf stoppte und Rennen zum Sieger erklärte. Damit war das Gesamtergebnis 12:4 für Deutschland. Bochum, 19. Juli. Aus kleinen Anfängen heraus hat sich der Staffellauf„Rund um den Stadtpark" der Deutschen Jugendkraft, der in einer selten schönen Gegend zum Austrac gebracht wird, zu großer Höhe emvorgeschwungen. Rund 1000 Läufer waren am Sonntag zur Stelle. Sie hinterließen bei den zahlreichen, die Strecke umsäumenden Zuschauern einen gewaltigen Eindruck. Straßenstaffeln, in so großzügiger Weise vorbereitet, wie der Staffellauf „Rund um den Stadtpark“ werden immer ihre Werbewirkung auf große Massen haben... I. satz, Gegen 11.30 Uhr wurde am Kaiser=Frieorich=Lug, dem Start und Zielplatz, durch den Leiter der DIK. Bochum der Kampf für eröffnet erklärt. Der Leiter fand herzliche Worte der Begrußung für die Massen, die sich eingefunden hatten. Er dankte besonders für die treue Gefolgschaft, die die Leichtathleten bisher dieser großen Staffel gezeigt haben. Das Hauptinteresse wandte sich naturgemaß der Hauptklasse zu, für die 12 Meldungen vorlagen. Diese Staffel mußte mit 10 Läufern eine Strecke von 4,9 Kilometer zurücklegen. Die beiden Staffeln von DBZ. Essen=Borbeck und„Arminia“ Menden, die die meisten Aussichten hatten, enttäuschten, da Seifried in Wien fiegreich Wien, 19. Juli. Der frühere deutsche Weltergewichts=Boxmeister Hans Seifried hatte bei seinem Auftreten in Wien einen schönen Erfolg zu verzeichnen. Der Bochumer traf bei der von 10000 Zuschauern besuchten Wiener Freiluftveranstaltung mit dem österreichischen Meister Peter Hana zusammen, den er über zehn Runden klar nach Punkten abfertigte. „Adler“ Bottrov Sieger derglück; Bocum. Auch übrigen Grupven gab 2.„Wanderglück", Bochum, 8.„Arminia“, Menden, 2. Klasse: I.„Saronia“ Dortmund. 12454, Minuten, 2.„Saxonia“ Marl, 8.„Falke“ Gelsentircen, 4. Reck3. Klasse: 1. Essen=Altendorf 18.08,2 Minuten, 2. JuKlasse: 1. DöK. Werden 18.138 Minuten, 2. AfB. s sechease 1. E6b. a0 Nochom. 2. Basthurige urz 06 3.„Westfalia“ Welver, 4.„Teutonia Lochun, 5. AfB. 06 Nachdem der Staffellauf sein Ende gefunden hatte, auf dem Kaiser=Friedrich=Platz unter Anwesenheit des Ehrenausschussez und nach estalte=Pazt gesanglsichen Leichtathleten eine brundgebung, statz. bag Saten Darbietungen wartete die Gesangabteiluggr### gfarrer lischen Gesellenvereins auf: die Festworte sprac#rer Heimhardt von der Marienkirche. Er hob in seinen Ausführungen die Bedeutung der katholischen Sportziele in der Jetztzeit hervor. Seine Rede fand ihren Abschluß mit dem Deutschllandlied. 3X1000=Meter=Staffel: 1. DIK. Brackeln 8,88,4 Minuten, 2. Tus. Dortmund=Körne.01,2 Minuten, 8. TuS. 1911 Bochum=Hordel 9,05 Minuten. DIK.=Staffel: 1. Frohnhausen 12 3,48,9 Minuten, 2. KGV.„Wanderglück" Bochum 8,45 Minuten. Junioren: 100=Meter=Lauf: 1. Vortmann(DJK. Horst=Emscher) 400„Meter=Lauf: 1. Uhlenbruch(AfB. 06 Bochum) 800=Meter=Lauf: 1. Stendebachl(„Falke“ Gelsenkirchen) 2 11,3 Minuten. 8 1500=Meter=Lauf: 1„Servatius(„Falte“, Gelsenkirchen) 4,32,6 Minuten. 4X100=Meter=Staffel; 1.„Arminia“, Menden 47,8 Sekunden, 2.„Wanderglück" Bochum 48 Sekunden. DIK.=Staffel: 1.„Wanderglück“. Bochum 8,49,5 Minuten, 2. Jugend Haltern 3,51,5 Minuten. Das Handballspiel. Stadtmannschaft Bochum— Stadtmannschaft Dortmund :2(:). Bevor das Spiel seinen Anfang nahm, wurde den Gästen aus Dortmund durch den Bezirk Bochum ein Blumenstrauß übergeben. Kurz nach Beginn gelang es der Dortmunder Elf, den ersten Treffer anzubringen. Bochum fand sich dann und erzielte den ersten Gegentreffer. Schon zwei Minuten später führte Bochum:1. — Nach dem Seitenwechsel hatte Bocklum weiter mehr vom Spiel, und der dritte Erfolg ließ nicht auf sich warten. Erst kurz vor Schluß sandte der Linksaußen Dortmunds noch einmal unhaltbar ein.— Der Sieg der Bokirchen:3(:). Die Gelsenkirchener, die die stärkere Mannschaft stellten, siegten erwartungsgegäß. Beim Seitenwechsel stand die Partie schon:0. Nach der Halbzeit konnten die Bochumer einen Gegentreffer erzielen und mußten sich mit:1 geschllagen bekennen. Bochumer Erfolge bei den Kanukampflpielen in Werden Essen, 19. Juli. Am Sonntag hielt der Ruhrgau im Niederrheinkreis des Deutschen Kanuverbandes auf der Ruhr bei EssenWerden seine zweiten Ruhrgau=Kampfspiele ab. Wenn schon im Vorjahre die Beteiligung der Vereine auch aus war, so konnte man am Sonntag nicht weniger Vereine, die insgesamt 118 Boote und 224 Fahrer gemeldet hatten, um die Siegerehren streiten sehen. Abgesehen von dem Verein für Kanusport Barmen waren alle auswärtigen Vereine wenigstens einmal, der Mülheimer Kanusportverein, der Bochumer Kannklub und der Linden=Dahlhausener Kannklub sogar zweimal siegreich. Als einziger Essener Verein vermochte der Steeler Kanuklub zwei Siege an sich bringen. Das Vorrundenspiel um die Deutsche Kanupolomeisterschaft zwischen den Kreismeistern des OberrheinMainkreises(Saarbrücken) und des Niederrheinkreises („Wanderfalke“ Essen) war ein hartes Treffen, das die Essener mit:2(:2) Toren gewannen. Aherstürner und Furihfagend beim Jugend- und Altersturnen des Emscher-Ruhrgaues in Hollterhaufen 10 Jusi s Jugend=Turnerinnen(Jahrgang 13/14) 4X75 MeWerne boxte unentschieden BSK. Steele 30— BSV. Werne 30:8 Der BSV. Werne trat am Samstag abend zum Freundschaftskampf in Steele an und mußte sich hier mit ersatzgeschwächter Staffel mit einem Unentschieden begnügen. Die einzelnen Paarungen brachten folgende Ergebnisse: Fliegengewicht: Wiplinghoff(St.) schlug Weißnicht(.) nach Punkten. Bantamgewicht: Gerhards(St.) unterlag gegen Wilke(.) in der ersten Runde durch Aufgabe. Federgewicht: Mettendorf(St.) siegte über Bondzio(.) in der zweiten Runde durch k. o. Leichtgewicht: Dukré(St.) gewann in der ersten Runde gegen Schütz(.) durch technischen k. o. Leichtgewicht: Wagner(St.) schlug Nachtweih(.) in der ersten Runde k. o. Weltergewicht: Pilgrim(St.) mußte wegen Genickschlags gegen Zeh(.) disqualifiziert werden. Mittelgewicht: Heimann(St.) verlor gegen Preuß nach Punkten. Halbschwergewicht: Scheele(St.) gab in der ersten Runde gegen Breuger(.) auf. Am Nachmittag fanden im TuS.=Stadion an der Castroper Straße leichtathletische Kämpfe statt die für den Rhein=Weserkreis ausgeschrieben waren. Die Teilnahme der Sportler der Deutschen Jugendkraft war sehr groß. Es wurden nennenswerte Ergebnisse erzielt. Die Ergebnisse: Sentioren: Selunden, 2. Jorch(Jugend Haltern) B64 Sekunden, 800=Meter=Lauf: 1. Spellerberg KGV.„Wanderglück“ Bochum) 2,08,7 Minuten, 2. Rum(„Teutonia Bochum) 150=Meter=Lauf: 1. Bruns(.„Gersggig, Pernder: West) 4,32,7 Minuten, 2. Hermens glück" Bochum) 4,38,2 Minuten, 8. Waymann(AfB. 06 3000=Meter=Lauf: 1. Wille(SpV. Hillen) 9,33 Minuten, 2. Bergander(TuS. Dortmund=Körne) 9,37,4 Hochsprung: 1. Lackmann(„Wacker“ Rüttenscheid) 165 Meter, 2. Hengst(„Rasenfyger gPlens 46gg Speerwerfen: 1. Rumpeltin 4X100=Meter=Staffel chum 3,49,1 Minuten, 2.„Saxonia“ Dortmund 3,54,5 Minuten. Herne, 19. Juli. Bei günstigem Wetter und guter Beteiligung fand am Sonntag im prachtvollen Horst=Stadion in Holsterhausen das diesjährige Jugend= und Altersturnen des Emscher=Ruhrgaues statt. Nach feier, bei der Gaujugendwart Schmidt(Bochum) eine Ansprache hielt, begannen die Wettkämpfe, die für alle Altersklassen aus einem volkstümlichen Dreikampf bestanden. Insgesamt traten über 700 Wettkämpfer(innen) an. Die große Teilnehmerzahl bürgte dafür, daß zum Teil ausgezeichnete Leistungen erzielt wurden. Wunderlich(Jahrgang 1913/14) von der Tad. Bochum stieß die Kugel 14,90 Meter weit. Bei den Turnerinnen(Jahrgang 1913/14) schaffte Damerow(Tv. Bochum 48) im Ballweitwurf 58 und Frl. Scheidemantel(Tgm. Bochum) sprang 4,30 Meter weit. Bei den Altersturnern(Jahrgang 1896/92) zeigte Losch(Herne) mit 1,55 Meter den besten Weithochsprung, während Hinsberg(Ehrenfeld=Rechen) mit 7,1 Sek. die beste Zeit im 50=Meter=Lauf erzielte. Nach den Mehrkämpfen wurden die Vorkämpfe in den zahlreichen Staffelläufen ausgetragen, die gegen mittag beDer Nachmittag wurde mit dem Mannschaftskugelstoßen der Altersturner eingeleitet, das der Herrgr. Xll. schlosen sch zwischen Tus. Holsterhausen und Turklughstogggem., Sapte-Tnriggtugn W/14), 4X75 Meter: 1. Hamme 83 43,7 Ser.; 7. Herne 45,3 Sek.; 3. Bochum 48 47 Sek. 15116)„unz Met Jugendturnerinnen(Jahrgang 13/10) 4X75 Meter: 1. Tkl. Baukau 44,1 Sek.; 2. Bochum 48 44,4 Sek.; 3. Tgm. Eickel 47,1 Sek.. 4 76265 Jugendturnerinnen(Jahrgang 16/17) Penbelstaffel 4X75 Meter: 1. Tv. Wanne 85 47,3 Sek.; 2. Tkl. Baukau 48,1 Sek.; 3. Horst=Ruhr 48,5 Kek. Waldegedächtnisstaffel: 1. Werner Turnklub 5,03,9 Min.; 2. Herner Tkb.(2..) 5,15,6 Min.; 3. Tgm. Eickel 5,17,3 Min.; 4. Tv. Bochum 48 5,17,8 Min. Ueberraschung von Paris Eugland schlägt Amcrika im Davispokal-Interzonenfinal mit:2 Paris, 19. Juli. Trübes und regendrohendes Wetter beeinträchtigte am Samstag nachmittag den Besuch des Interzonenden Davispokal zwischen Ameriko finals um ven Davispokal zwischen Amerika und Ungarn im Pariser Roland=Garros=Sraoion. Nur etwa 4000 Interessenten wohnten dem Doppelspiel zwischen Lott van Ryn und Hughes(Perry bei. Das Doppelspiel brachte wenig Kampf, denn die Amerikaner siegten überraschend glatt mit:1,:3,:6,:3. In kürzester Zeit kamen die beiden Amerikaner zum zweiten Punkt, nachdem der erste Tag:1 unentschieden geendet hatte. Der Schlußtag des Interzonen=Schlußspiels brachte eine gewaltige Ueberraschung, da die Engländer vor mehr als 6000 Zuschauern die beiden letzten Einzelspiele gewinnen und sich damit für die Herausforderungsrunde gegen Frankreich qualifizieren konnten. Perry fand bei dem Amerikaner Wood, der vollkommen außer Form war, nur wenig Widerstand; der Engländer siegte in vier Sätzen :8,:10,:3,:3. Austin wir wiederum in hervorragender Form, er bezwang den zweiten amerikanischen Wimbledon=Finalisten Shields leicht mit:6,:3,:5. Deutschen Tennis=Bundes am Samstag zusammen und fällte nach eingehenden Beratungen ein Urteil gegen den deutschen Spitzenspieler, das Spielsperre auf sechs Monate, beginnend am 18. Juli 1931, gegen Prenn festsetzt. g..., fand das schöne und in u en Freiübungen sand das schöne und in auen Teilen Sechs Monate Spiellperre für Prenn Nach dem freisprechenden Urteil des Kammergerichts Berlin in der Berufungsinstanz in Sachen Hammer= werke gegen Prenn trat der Disziplinarausschuß des Freiballonfahrt Bochum II Für seine letzte Fahrt bei herrlichem Wetter startete der Ballon Bochum II wieder vom Aufstiegsplatz Wattenscheider Straße unter Führung von Richard Herz, Bochum. Als Mitfahrer an dieser achtstündigen Biedermeierfahrt nahmen teil Dr. med. R. Röchling, Direktor Rich. Huth, und Ballonführeraspirant A. Mansch. Der Ballon nahm zuerst nördliche Richtung, er kam dann aber über Erkenschwick—Drensteinfurt in westliche Winde und fuhr über Warendorf, Versmold, Melle, das Wiehengebirge usw. und landete zwischen Dümmer=See und Steinhuder=Meer in der Nähe der Ortschaft Steinbrück Kreis Stolzenau, Provinz Hannover ganz glatt auf freiem Felde. Die höchste Höhe, die der Ballon während der schönen und eindrucksvollen Fahrt hatte, betrug 3400 Meter Abends und nachts gingen in dortiger Gegend heftige Gewitter nieder, als Führer und Mitfahrer der Heimat wohlbehalten wieder zustrebten. Wanne überlegen mit:1(:0) ge gut verlaufene Fest sein Ende. Die Hauptergebnisse Altersturner(Jahrgang 1881 und (Tkb. Bochum) 85.; 2. Peppeler(Tkb. Bochum) 75 .: 3. Hinsberg(Ehrenfeld=Rechen) 75 P. Altersturner(Jahrgang 86/82): 1. chum 48) 69.; 2. Gilewski(Tv. Horst) 54.; 3. Schulte=Derne(Ehrenfeld=Rechen) 51 P. Altersturner(Jahrgang 91/87): 1. Baukau) 59.; 2. Herbes(Herne) 58.; 3. Nippe Altersturner(Jahrgang 96/92): 1. Losch(Herne) 56.; 2. Vogelsang(Tv. Gerthe) 51.; 3. SpieckerZugendturner(Jahrgang 1913/14): 1. (Herne) 83.; 2. Wunderlich(Tamde. Bochum) 82.; wew er zturner(Jahrgang 1915/16): 1. Wiele(Her(Jahrgang 1917/18): 1. Wilms Zugendturnerinnen(Jahrgang 1913/14): 1. Kozik Jugendturnerinnen(Jahrgang 1913/14): 1. Rogack (Holsterhausen) 74 Punkte. Staffeln: Altersturner(40 Jahre und älter): 1. Turnklub Bochum 44,6 Sek.; 2. Tv. Ehrenfeld=Rechen 44,8 Sek. Altersturner(35 und älter): 1. Turnkl. Herne 39,6 Jugendturner(Jahrgang 1913/14): 4X100 Meter: 1. Turnklub Herne 47,2 Sek.; 2. Bochumer Verein Jugendturner(Jahrgang 15/16) 4X100 Meter: 1. Bochum 48 49,6 Sek.; 2. Turnkl. Herne 49,7 Sek. Jugendturner(Jahrgang“/ 6pe, gg Pefer: 1. Horst=Ruhr 55,8 Sek.; 2. Te Zwei Bochumer Gaupruppenmeister bei den DT.=Sommerspielmeisterschaften der 2. Gaugruppe im Kreise Westfalen. Dortmund, 19. Juli. Die 2. Gaugruppe(Emscher=Ruhr, Münsterland und Hellweg=Mark) brachte in Dortmund die Vorspiele um die Westfalenmeisterschaft zur Durchführung. Von den Vereinen des Emschler=Ruhrgaues schied der Polizeisportverein in der Männerklasse aus ebenso der Tv. Bochum 48 in der Altersklasse(über 40 Jahre). Ehrenfeld=Rechen hingegen kam zu einem Doppelerfolg und gewann in der Altersklasse(30—40 Jahre) und auch bei den Turnerinnen die Gaugruppenmeisterschaft. Die Ergebnisse Turnerklasse: Polizeisportverein Bochum— Allgem. Tv. Unna 19:40, Tv. Munster 62— Polizeisportv. Bochum 15:19: Gaugruppenmeister: Allgem. Tv. Turnerklasse(30—40 Jahre): Polizeisportv. Münster — Ehrenfeld=Rechen 25:41, Ehrenfeld=Rechen— Turngemeinde Dortmund 31:30: Gaugruppenmeister: Ehrenfeld=Rechen. Turnerklasse(über 40 Jahre): Tv. Recklingbausen 63— Tv. Bochum 48 34:33, Tv. Boczum 48— Turngemeinde Dortmund 33:39: Gaugruppenmeister: Turngemeinde Dortmund. Turnerinnen: Turngemeinde Dortmund— Ehrenfeld=Rechen 31:41, Ehrenfeld=Rechen— Tv. Gladbeck 81:27: Gaugruppenmeister: Ehrenfeld=Rechen. Lingnau verläßt Dortmund. Der sechsfache Meister und Rekordmann der DT. übersiedelt demnächst nach Berlin. Berufliche Gründe sind der Anlaß dazu. Das Tus.-Tennisturnier um den Wanderpreis der Stadt Bochum Ihr alljährliches Mannschafts=Tennisturnier um den Wanderpreis der Stadt Bochum wird die Tennisabteilung vom Tus. Bochum am kommenden Wochenende vom 24. bis 26. Juli auf der TuS.=Tennisanlage zur Durchführung bringen. Auch in diesem Jahre wird das Turnier, dessen besonderer Werr varin liegt, daß es gerade dem Nachwuchs Gelegenheit zum Turnierspiel und zur Erwerbung von Erfahrungen im Kampfe gibt, wieder ausgezeichnet besetzt sein. Feste Meldungen liegen bereits vom Hagener Tennisklub, Gelsenkirchener Tennisklub,„Grün=Weiß“ Herneg„Igg=ih. Hglgg, „Schwarz=Weiß" Essen und vom Tenn####luo am Reche ner Wald Bochum vor. Dazu kommt natürlich die Mannschaft des Veranstalters und wahrscheinlich nuch „Etuf“ Essen und Dortmund 98. Da das edenfaus für das kommende Wochenende angesetzte Turnier Weiß“ Köln inzwischen aus wirtschaftlichen Gründen abgesagt wurde, wird das TuS.=Turnier in den Tagen vom 24. bis 26. Juli die größte Veranstaltung des 167 Die Juge gab sich am Blankenstein gendliche traf lich geschmück die Jugendli Anschließend heiten des R sammelten sic staffel„Quer schaften bestri ter langen spannende Ki Der Gar belegte vor 2 den von der Ergebnisse di Jahrgang 8. Dortmund 3. Dortmund Jahrgang kirchen; 3. C Gesamtwi 10.: 3. D kirchen 6 P. Nach der der Schulenb die Tausende ten Wimpeln Keller ent den Willkom Gau den St mitglied des In seiner An der Wanderu# sollten die schöpfen. In Jugend ihr send ertonte Vaterland ül das Deutschl gen trug dan gebet vor. Die Mitt ausgenutzt, Höhen zu be der Zug zun Bewegung. schule wurde Die Jug unter de die starken B hoff=Gedächtn der Gau Esse imn wartete ui Hintermann. 3. Beilage zum Bochumer Anzeiger und General Anzeiger Nr. 167 38. Jahrgang nschaft GelsenMarktplatz vor dem Rathaus trug ein festliches Gepräge. Auf der Freitreppe zum Rathaus hatten sich die Mitglieder des Vorstandes des WSV. und des Ruhrbezirks, ferner Bürgermeister Thiele und Oberst Heym(Bochum) eingefunden. Bürgermeister Thiele wies in seiner Begrüßungsansprache auf die hohen Ziele der deutschen Jugend hin. Zu ihr habe das Volk das Vertrauen, daß sie das Erbe der Väter, den echten deutschen Geist und deutsche Sitte hoch halten und in Ehren halten werden. Seine Rede klang aus in dem Sportgruß auf die deutsche Sportsjugend und die deutsche Heimat. Nachdem das Deutschlandlied verklungen war, ergriff Jugend=BeWSV.-Jugend an der Ruhr ee Mannschaft Seitenwechsel albzeit konnten n und mußten 5000 Jugendliche beim Jugendtreffen des Ruhrbezirkes in Hattingen und Blankenitein Die Jugend des Ruhrbezirks im WSV. Ruhrbezirk senkirchen gewinnen. Mäßiger Wechsel der Are er gab sich am Samstag und Sonntag in Hattingen und Blamenstein ein großes Stelldichein. Etwa 5000 Jugendliche trafen in den frühen Morgenstunden im festlich geschmückten Hattingen ein Geschlossen zogen dann die#esdienst. Anschließend hatten sie hinreichend Zeit, um die Schönheiten des Ruhrstädtchens zu bewundern. Um 11 Uhr sammelten sich die Teilnehmer, um der großen Straßenstaffel„Quer durch Hattingen“, die von den Gaumannschaften bestritten wurde, zuzusehen. Auf der 3100 Meter langen Strecke gab es in den einzelnen Klassen spannende Kämpfe. Der Gau Essen schnitt in der Gesamtwertung am besten ab, belegte vor Bochum den ersten Platz und errang damit den von der Stadt Hattingen gestifteten Wimpel. Die Ergebnisse dieser Staffel waren: Jahrgang 17/18: 1. Essen 8,35 Min.z 2. Herne; Z. Dortmund; 4. Gelsenkirchen; 5. Bochum. Jahrgang 15/16: 1. Essen 7,43 Min.; 2. Bochum; 3. Dortmund; 4. Herne; 5. Gelsenkirchen. Jahrgang 13/14: 1. Bochum 7,31 Min.; 2. Gelsenkirchen; 3. Essen; 4. Dortmund; 5. Herne. Gesamtwertung: 1. Essen 13 Punkte; 2. Bochum 10.; 3. Dortmund 8.; 4. Herne 7.; 5. Gelsenkirchen 6 P. Nach der Staffel sammelten sich die Teilnehmer vor der Schulenburg. Ein eindrucksvolles Bild bot sich, als die Tausende von Jugendlichen mit ihren hunderten bunten Wimpeln den weiten Platz füllten. Bürgermeister Keller entbot namens der Stadt den Jugendlichen den Willkommensgruß und überreichte dem siegenden Gau den Stadtwimpel. Dann ergriff das Vorstandsmitglied des WSV. Becker(Gelsenkirchen) das Wort. In seiner Ansprache wußte er den Jugendlichen den Wert der Wanderung klar zu machen. In dem schönen Ruhrtal sollten die Teilnehmer Heimatliebe und Heimatsinn schöpfen. In die Liebe zur engeren Heimat sollte die Jugend ihr Bekenntnis zum Vaterland legen. Brausend ertönte dann der Sportsgruß der Jugend für das Vaterland über den weiten Platz und begeistert erklang das Deutschlandlied. Der Männergesangverein Hattingen trug dann als Abschluß das Niederländische Dankgebet vor. Die Mittagspause wurde nach einer Stärkung dazu ausgenutzt, die Schönheiten des Ruhrtales von den Höhen zu bewundern. Pünktlich um 2 Uhr setzte sich der Zug zum Marsch durch Hattingen nach Welper in Werden n, 19. Juli. diederrheinkreis kuhr bei Essensiele ab. Wenn ereine auch aus cecht ansehnlich weniger als 14 224 Fahrer geiten sehen. AbBarmen waren imal, der MülB“ Syechen. 9= ein. Geschteie., go-hen, dunn Jugendlichen zum gemeinschaftlichen Gottesdienst. Der Sport=Verein„Glück Auf".(Ruhrknappschaft) veranstaltete erstmalig ein Fußball=Blitzturnier, an dem sechs Vereine der Arbeitsgemeinschaft der Werks= und Firmensportvereine teilnahmen. Beim Publikum fand diese Veranstaltung lebhaften Anklang. Nahezu hundert Zuschauer umsäumten den Platz am Bergmannsheil. „Gabo“ hatte das Glück, trotz Verlustspiels eine Runde weiterzukommen, traf hier nochmals auf den Vorrundengegner„Glück Auf" und gewann nach Einstellung zweier neuer Leute. Da diese aber für den Firmensport nicht spielberechtigt waren, ging die Elf ihres Sieges wieder verlustig. Die einzelnen Spiele nahmen folgenden Verlauf: Vorrunde:„Constantin" war wohl besser als„Bergmannsheil“, konnte aber nur durch Handelfer, der unhaltbar verwandelt wurde, gewinnen. In den letzten Minuten drangte der Verlierer stark, erzielte aber nur zwei Ecken. „Gabo“ fand sich schlecht im Spiel gegen„Glück Auf". Diese Elf spielte eifriger. Besonders der Sturm hatte einen energischen Zug zum Tor. In der ersten Halbzeit wurde in der Mitte eine Flanke von rechts mit dem Kopf genommen und zum ersten Tor verwandelt. Zwei Minuten vor Schluß stellte der Linksaußen im Alleingang durch ein zweites Tor den Sieg sicher. „Schwarz=Weiß" gewann gegen die Sektion durch ein Selbsttor in der ersten Minute. Der Torwart hatte im Knien den Ball wieder fallen gelassen. Ein Verteidiger wollte den Ball noch wegbefördern, traf dabei aber die Innenkante vom Pfosten. Sonst war das Spiel verteilt. Zwischenrunde: „Constantin“ lieferte„Schwarz=Weiß“ einen schönen Kampf und war in der zweiten Halbzeit zeitweise stark überlegen. Bis zum Schluß der Spielzeit war es keiner Partei gelungen, ein Tor zu erzielen. In der Spielverlängerung schossen die„Schwarz=Weißen" im Anschluß an einen Strafstoß das Siegtor. Im Spiel„Gabo“ gegen„Glück Auf" lieferte„Gabo“, da die Elf neue Leute in der Mannschaft hatten, ein Spiel ohne Wertung. Der neueingestellte Torwart zeigte einige glänzende Paraden. Zwei Minuten vor Schluß nahm der Mittelstürmer von„Gabo“ eine Flanke von rechts mit dem Kopf. Der Torwart hielt den Ball, ließ ihn aber wieder fallen. Der nachstürmende Mittelstürmer drückte den Ball ein. Zum Endspiel hatten sich„Schwarz=Weiß" und„Glück Auf“ qualifiziert. Wuchtig waren die Angriffe der„Grün=Weißen". Aber die schwarzweiße Verteidigung war sehr auf dem Posten. Bei einem Gedränge vor dem Tor von„Glück Auf“ hatte der Hüter sein Tor verlassen. Ein Verteidiger trat zudem noch über den Ball. So kamen die„SchwarzWeißen" billig zu ihrem Tor. Wenig später wurde der rechte Läufer von„Glück Auf" bei einem Zusammenprall derart schwer verletzt(Schienenbeinbruch), daß er „Neicmannchei!“ Der Bezirksverein Bochum des Allgemeinen Deutschen Jagdschutzvereins veranstaltete am 16. Juli auf dem schön gelegenen Schießstande„Weidmannsheil" in Herne ein Kugelschießen um eine Anzahl von Mitgliedern gestiftete Preise nebst zwei Ehrenpreisen in Gestalt einer bronzenen Medaille vom Landesverein Westfalen und des vom Mitgliede O. Fischer gemalten humoristischen Jagdbildes, das unsere Abbildung zeigt. Dieses außerordentlich nett verlaufene Schießen fand allgemeinen Beifall und eine baldige Wiederholung wurde dringend gewünscht. Zum Schluß fanden noch zwei Wettschießen mit den Weidgenossen von Herne statt, bei denen jeder Bezirksverein einmal die Siegespalme zu erringen vermochte. Die von der unterlegenen Partei gezahlten Geldbußen wurden zugunsten der Hinterbliebenen von verunglückten Jagdschutzbeamten dem Verein„Waldheil" zugeführt. VFISchE inden=Dahlsiegreich. der Steeler Kasche Kanupolodes Oberrhein= ederrheinkreises kreffen, das die Iterhaufen 14) 4X75 Mee 45,3 Sek.; 3 3) 4X75 Meter: 48 44,4 Sek.; 7) Pendelstaffel Sek.; 2. Tu. Kek. Turnklub 5,03,9 Min.; 3. Tom. 5,17,8 Min. penmeister n der 2. Gauen. ind. 19. Juli. Münsterland und die Vorspiele um hrung. Von den der Polizeisportder Tv. Bochum Ehrenfeld=Rechen und gewann in h bei den TurneDie Ergebnisse chum— Allgem. Lolizeisportv. Boer: Allgem. To. eisportv. Münster Rechen— Turnppenmeister: v. Recklinghausen um 48— Turnenmeister: Turnder Zug zum Marsch durch Hattingen nach Wetp Bewegung. Auf der schönen Kampfbayn an der Horstschule wurde Rast gemacht. Die Jugendlichen von TuS. Bochum zeigten unter der Leitung ihres Sportlehrers Hengst Freiübungen, die starken Beifall fanden. Dann wurde die Emil=Zwiehoff=Gedächtnisstaffel gelaufen. Auch diese Staffel konnte der Gau Essen vor Bochum, Dortmund, Herne und Gelmund— Ehren— Tv. Gladbeck Ehrenfeld=Rechen. er sechsfache Meielt demnächst nach nlaß dazu. turnier tadt Bochum tisturnier um den die Tennisabteienden Wochenende uS.=Tennisanlage iesem Jahre wird darin liegt, daß eit zum Turnierungen im Kampfe Feste„Meldungen 1b, Gelsenkirchener kot=Weiß" nisklub am Rechent natürlich die vahrscheinlich noc das ebenfalls für Turnier von„Rotaftlichen Grunden irnier in den TaVeranstaltung des Moderner brauner Herr.-Schnürschuh dto. I. Schwarz 545 dto. in Lack 645 SAISON-AUSVERKAUF VOM 20..- 1. 8. — Weter ZUgreiten! Rest- u. Einzelpaare auf Sonder-Tischen zu ganz besonders günstigen Preisen! raktischer schwarzer Damenschuh; dto. in Auch die guten Liwera-Strümpfe zu enorm billigen Ausverkautspreisen oridhe! Goodvear Well lechte Rahmenarbeit) braun od. schwarz echt Borkalt: sowie Loch Eleganker FrotteurSchuh in moderner Farb- Kombination. Sabelbett billig Verkaufsstelle Conrad Tack& Oie., S. m. b. M. Bochum, Kortumstr. 69, Fernspr. 62509 vom Platz getragen werden mußte. Alle Bemühungen der„Grün=Weißen“ gleichzuziehen, scheiterten an der sehr fleißig arbeitenden Verteidigung der„Schwarz= Weißen". Endlich, zwei Minuten vor Schluß, wurden die Lemühungen von„Glück Auf“ belobnt. Pp. der nezergdigen Verlängerung. war es, derselhe Sviezer. Halorechts, der in der fünften Minute seiner Mannschaft Sieg und Pokal durch ein zweites Tor erkämpfte. Die Ergebnisse: Vorrunde:„Constantin"—„Bergmannsheil“:0, „Gabo“—„Glück Auf“:2,„Schwarz=Weiß—„SekZwischenrunde:„Constantin“—. Schwarz=Weiß“:1 (Verlängerung),„Gabo"—„Glück Auf“:0(ohne Endspiel:„Schwarz=Weiß"—„Glück Auf“:2(nach Verlängerung). Schalke 04 beim STV. Werne Dem STV. Werne ist es nunmehr gelungen, die Meisterelf des westdeutschen Ermeister3, F Ga, Sochigtog nach Werne zu einem Freundschaftstgreg. bgaerne, wird 12. August, zu verpflichten. Der STV. Wezzegr mit diesem Spiel seine neu ausgebaute Kamp, an der Zeche„Amalia“ ihrer Bestimmung übergeben. Der KBC. fehlte Die letzten WeB.=Staffelmeiste gächgttg##en Duisburg 99 und Düsseldorf vo gewonnen. Zu dem nationalezitespinift Hiet fwesihentsche Staffekoten ve im giber 4 toh Meter und 4X1500 Meter sand hatten sich 2000 ,Altsüigeeteistweise sehr gute Leisch ie eice ehescäsc eltehe ie s Samm und zigenbepi, von feld. Diese drei Vereine waren die einzigen,### Kibod.=Meter=Staffel war Düsseldorf 90 nicht zu schlagen. Von den umrahmenden ief wit hn Sehrrghet, Zeite Die Ergebnisse: schlechte Baon sehr gute Zeit. Die Ergebnisse: 4X400=Meter: 1. Duisburg 99(Otto, Gerull. Kropp, Veramgrn„Tanigeni. Ar ed 8 36 Minuten. Pelilfier und Bulla erfolgreich Schwierige Etappenfahrten auf der Tour de France 18 Mgan. 17 Wengt 1n WD.b. 10 ∆ inuten, 2. Sv. Vg. Ham nuten, 3.„Preußen“ Krefeld 3,88 Weinnten. 4X1500=Meter: 1 SC. 99 Düsseldorf(Möhrich, Koch, Budapelt—Berlin 59:38 Berlins Leichtathleten ohne Kürnig geschlagen. Budapest, 18. Prag, Zum 6. Male kam am Sonntag auf dem Vz,4#5t=: in der ungarischen Hauptstadt das Leichtathletik.# treffen zwischen Zudapest und Bertin zum Austrat. Gesamtergebuie, Keziherbudav erjageschwäcste Perliner asch sese Hochbrung mit der guten Leistung von.88 Tetekgaug Budapester stellten fast durchweg ihre Ländermannschaft. Es gab sogar zwei neue Landesrekorde, und zwar über 800 Meter von Barsi Bud in 1,53,4 Minuten und im 110=Meter=Hürden durch Gavor in 15.5 Sekunden. In den kurzen Strecken machte sick das Fehlen des deutschen Reisters Körnig für die Berliner nachteisg, herzerähger Aus diesem Grunde ging auch die 4X100=Meter=Staffel an Budapest ganz knapp in 42,1 Sekunden verloren. Corts bei den Deutschen Meisterschaften. Wie aus Helsingfors gemeldet wird, beabsichtigt der Finnland anfässige ehemalige deutsche Corts(Remscheid), an den deutschen Meisterschaften Anfang August in Berlin teilzunehmen. Corts dürfte in den Kurzstreckenläufen ein ernstes Wort mitsprechen, denn er ist auch in Finnland weiterhin aktiv tätig gewesen und absolvierte noch kürzlich die 100 Yards in 9,8 Sekunden, was für eine gute Form spricht. Billardsport Stadtmeisterschaft der=Klasse. In der Endrunde um die Stadtmeisterschaft der=Klasse im Bochumer Amateur=Billard=Verband standen sich der BC.„Bochum 1925“ und der BC.„Ehrenfeld" gegenüber. BC. 25 konnte mit 920:673 Points gewinnen. Die besten Durchschnitte, greissteg„Bütz(BC.25) mit.25 und Welter Bochumer Spitzenspieler im Kamps. Am Freitag abend standen sich in der Wirtschaft Floer der Bochumer Stadtmeister E. Hackenberg und der Spitzenspieler des Ruhrbezirks im Deutschen Amateur=Billard= Bund Stirnberg gegenüber. Stirnberg gewann mit 300:183 Points, einem Durchschnitt von 16,27(10,16) und einer Höchstserie von 61(41). Der Billardklub„Freundschaft“, Vereinsheim Peter Müller, veranstaltete in der vergangenen Woche einen Spielabend, an dem die Klubmeisterschaft ausgetragen wurde. Im Endsyiel standen sich die heiden Syielführer Grenoble, 19. Juli. Die Jubiläums=Tour=de=France wurde am Samstag mit der 102 Kilometer langen Tagesetappe von Gap nach Grenoble fortgesetzt. Auf halbem deten sich zwei große Gruppen, die getrennt dem Ziele zustrebten und mit etwa einer halben Minute Abstand am dichtumlagerten Etappenziel in Grenoble anlangten. Nach einer Fahrzeit von 3,31,43 Stunden eine 23köpfige Spitzengruppe an. Spurtsieger wurde wieder der hervorragende Franzose Charles Pelissier, dem knapp geschlagen Stöpel und der Italiener Di Pacco auf den beiden nächsten Plätzen folgten. In der Spitzengruppe befand sich außerdem noch Thierbach, der auf den 6. Platz vor Bulla(Wien) und weiteren 16 Fahrern kam. In der zweiten Gruppe, die in 3,32,15 Stunden der Australier Oppermann über das Zielband führte, befanden sich auch die übrigen Deutschen Metze, Geyer, Siegel, Buse und Sieron###. Der letzte deutsche Tourist Ussat mußte ausscheihen, da er infolge von mehreren, Reifenschädeg das Ste###erst nach Schluß der Kontrolle erreichte. Im Einzelklassement führt: A. Magne 110,00 10 Stunden vor Pesenti 110,05,38„Stunden, 3. Demuysere 110,13,54 Stunden, 12. Metze 110,58,23 Stunden, 15. Thierbach 111,01,25 Stunden, 17. Sieronski 111,08,56 Stunden, 21. Buse 111,22,20 Stunden, 24. Stöpel 111,30,32 Stunden, 25 Siegel 111,30,36 Stunden, 28. Geyer 111,34,00 Stunden. Im Länderklassement ist die Reihenfolge unverändert. * Die Fahrt wurde am Sonntag mit der 17. Stappe fortgesetzt, die von Grenoble nach Aix=Les=Bains über rund 280 Kilometer führte. Die noch beteiligten 46 Fahrer hatten auf der ganzen Strecke schönes Wetter, aber einen sehr schwierigen Weg zurückzulegen. Ganz hervorragend fuhr der Wiener Bulla. Aber acht weitere Teilnehmer hielten zu ihm, so daß am Ziel eine neun Mann starke Spitzengruppe eintraf, aus der sich Max Bulla im Endspurt behauptete. Das Ergebnis: 1. Max Bulla(Wien) 8,87,02 Stunden, 2. Rebry, 8. Magne, 4. Orrecchia, 5. Verwaecke, 6. Demuysere, 7. Gremo, 8. Pesenti, 9. Büchi(alle gleiche Zeit), 10. Benoit=Faure 8,88,29 Stunden, 11. Battesini.42.25, 12. Pancera, 18. Thierbach, 14. Guiramand, 15. Reglion, 16. Fayolle, 17. Venot, 18. Metze, 19. Dewaele, 20. di Pacco(alle di dauf), 21. Gestri.46,06 Stunden, 22. Buse .49.47 Stunden, 25. Stöpel, 26. Geuer(dichtauf), 85. Sieronski 9,00,15 Stunden, 48. Siegel.11,12 Std. Einzelwertung: 1. A. Magne 118,37,12 Stunden, 2. Pesenti 118.42,40 Stunden, 8. Demuysere 118,50.56 Stunden, 10. Metze 119,40,48, 12. Thierbach 119,43,50, 19. Sieronski 120,09,11, 21. Buse 120.41,48. Länderwertung: 1. Frankreich 857,17,07, 2. Belgien 357.24,17, 8. Italien 358,82,05, 4. Deutschland 859,88,49, 5. Australien=Schweiz 859.48.48. Bochumer Radrennen wieder verregnet Die bereits am Freitag verregneten und auf Samstag verschobenen Bochumer Radrennen mit dem Steherwettbewerb Istenes—Bremer—Hodey und Amateurkonkurrenzen mußten wegen des regnerischen Wetters auch am Samstag wieder abgesagt werden. Sie sollen nun am Mittwoch stattfinden. Verunglückte Radrennen in Lippstadt. In Lippstadt wurden am Sonntag Berufsfahrerradrennen ausgetragen, die bei den Stehern einen irregulären Verlauf nahmen. Nachdem Nolte(Bocholt) den ersten Lauf knapp vor Walter(Schweiz) und Bremer(Bochum) gewonnen hatte, stürzten im zweiten Lauf über 20 Kilometer Nolte und Walter 50 Meter vor dem Ziel. Die beiden Gestürzten wurden daraufhin auf den ersten Platz gese: da Bremer zurücklag und der dritte Lauf wurde überhaupt abgesagt. In einem Berufsfahrer=Omnium siegten die Dortmunder Kilian=Pützfeld vor ihren Landsleuten Göbel=Benninghoff und den Krefeldern SchamrEngel und Oszmella in Kopenhagen geschlagen. Auf der Kopenhagener Ordrupbahn wurde am Sonntag der Große Fliegerpreis von Kopenhagen ausgefahren, an dem deutscherseits auch die beiden Kölner Berufsfahrer Paul Oszmella und Mathias Engel teilnahmen. Die Kölner konnten nicht in die Entscheidung dieser großen Fliegerprüfung eingreifen, sie wurden bereits in den Zwischenläufen von den Franzosen Gerardin und dem Belgier Scheerens ausgeschaltet. In den Entscheidungsläufen erwies sich der Däne Willy Falck=Hansen als der Beste. Durch zwei erste Plätze kam er mit 7 Punkten zum Siege vor dem Belgier Scheerens und Gerardin (Frankreich). Wieder Haupfgelfüf Graditz Böhlke gewinnt mit Sichel den„Großen Preis von Berlin“ 7. Rennen; 1. Helmbusch(Czaxnetzk!), 3. Theseus, 4. Golden Bees. Toto: 148, Platz: 35, 22, 37, 29. Rennvereine in Not Die schlechte wirtschaftliche Lage aller Anhänger des Enospiel ständen sich die beiven Spielführer Franz Michels von der 1. und Pohlmann von der 2. Mannschaft gegenüber. Michels gewann die Partie und wurde Klubmeister für das Jahr 1931. Er spielte einen Durchschnitt von 8,5. Berlin, 19. Juli. Die vor einer Woche in Hoppegarten in versprechender Weise begonnene 4. Berliner internationale Rennwoche wurde am Sonntag in Grunewald fortgesetzt. Unter den zahlreichen Zuschauern befand sich auch der Boxweltmeister Max Schmeling. Schmeling wurde durch das nach ihm benannte Zweijährigen=Rennen besonders geehrt und bei seiner Ankunft mit einer kurzen Ansprache von Graf Westphalen begrüßt. Die beiden Hauptprüfungen des Programms, der mit 55000 Mark ausgestattete Große Preis von Berlin über 2600 Meter und das anschließende nicht weniger bedeutende internationale Hürdenrennen, gab der deutschen Zucht Gelegenheit, zu neuen Triumphen. Die Ausländer, die diesmal sowohl auf der flachen als auch über Hürden erste Klasse vertraten, wurden auf der ganzen Linie geschlagen. Im Großen Preis mußten sich Leonidas und der in Scheuklappen laufende Guernanville der Graditzerin Sichel beugen, die nach einem hervorragenden Ritt Böhlkes ganz leicht gewann. Ebensowenig hatten die Vertreter des Stalles OrlyRoederer, Dietateur 8 und Aiglion, im Hürdenrennen etwas zu bestellen, das der Oppenheimsche Amaufi überlegen mit sechs Längen gegen Dictateur für Deutschland gewann. Die Ergebnisse: 1. Rennen: 1. Edelknappe(Pretzner), 2. Onega, 3. Immerfort. Toto: 38, Platz: 20, 22. 2. Rennen: 1. Terra(Printen), 2. Instanz, 3. Courtisane. Toto: 35, Platz: 13, 21, 14. 3. Rennen: 1. Virulin(Ludwig), 2. Masanieuo, 3. Silberstreif. Toto: 232, Platz: 42, 31, 40, 38. 4. Rennen: Großer Preis von Berlin: 1. Sichel Amalfi(Müschen), 2. Dictateur VIII, 3. Prellstein, ferner Aiglon, Araber, Aquillon III, Mannestreue, Teneriffe, Honeska, Mißgriff. Toto: 32, Platz 14, 6. Rennen. 1. Lord Relson,(Böhlke), 2. Orlese, 3. Obstblüte. Toto: 17, Platz: 12, 13, 18. nur sämkliche deutschen Rennvereine zu rabikalem asbau der bisher gegebenen Rennpreise gezwungen, sondern viele Vereine im Reiche auch zur Aufgabe eines Teils ihres Jahresprogramms veranlaßt. Breslau, München=Riem und Mannheim haben u. a. bisher schon auf einen großen Teil ihrer Renntage Verzicht geleistet. In Hannover findet die traditionelle Große Woche in diesem Jahre nicht statt. Damit entfallen auch der Große Preis von Haunover, der Hoffnungs=Preis für Zweijährige und auch das Große Nationale Jagdrennen. Die Hannoverschen Renntage an den beiden ersten Sonntagen im August wenden sich nur an geringeres Material. Frankfurt a. M. bringt in diesem Jahre nur einen Renntag(16. August) vor dem Badener Meeting zur Durchführung. Hauptereignis ist das Landgrafen=Rennen für Zweijährige, dagegen fallen Alexander=Rennen und Wäldchens=Rennen fort. Wie man hört, werden in Halle a. S. im Herbst überhaupt keine Rennen mehr stattfinden. und auch die Derbybahn in Hamburg=Horn will auf die Renntage im Herbst verzichten. Möglicherweise werden sich die beiden Hamburger Vereine zusammentun, um in Horn oder Großborstel einige Renntage durchzuführen. Rennen zu Krefeld Sonntag, 19. Juli. 1. Rennen: 1. Menelik(Friedrich), 2. Birgit, 3. Ontario. Toto: S. 24, Pl. 14, 31, 21. 2. Rennen: 1. Stilicho(Neumann), 2. Liebeszauber und Rabensteiner totes Rennen, 4. Original. Toto: S. 46, Pl. 13, 11 für Liebeszauber, 12 für Rabensteiner. 18.( b1 6(Zimwermann). 3. Rennen: 1. Hohensyburg(Zimmermann), 2. Hagestolz, 3. Asta. Toto: S. 49, Pl. 19, 41, 30. 4. Rennen: 1. Sintflut(Schmidt), 2. Gemse, 3. Champagner. Toto: S. 17, Pl. 12, 13, 17. 5. Rennen: 1. Sankt Anton(Henscheid), 2. Larodosta, 3. Roswihita. Toto: S. 118, Pl. 31, 54, 129. 6. Rennen: 1. Orion(H. Schmidt), 2. Gaukelei, 3. Curator, 4. Fantasia. Toto: S. 117, Pl. 24, 18, 7. Rennen: Abteilung A: 1. Schwarzwaldfürst(H. Schmidt), 2. Harpunier, 3. Schutzherr. Toto: S. 19, Pl. 13, 34, 10.— Abteilung B: 1. Negro (Zimmermann), 2. Postillon, 3. Saufeder. Toto: S. 32, Pl. 17, 22, 20. Rennen zu Mailons-Lafitte Sonntag, 19. Juli 1. Rennen: 1. Logarithme(Vagnat), 2. Grigny, 3. Polly. Toto: S. 111, Pl. 33, 47, 19. 2. Rennen: 1. Tartemption.(Semblat), 2. Haratch, 3. Tayau. Toto: S. 34, Pl. 21, 73. 3. Rennen: 1. Badalona(Brethes), 2. Begobera, 3. Gusrande. Toto: S. 64, Pl. 20, 17, 16. 4. Rennen: 1. Ilex(Boullon), 2. Parsee, 3. Folio. Toto: S. 80, Pl. 15, 11. = dyWinkie(Margot), 2. Astor, S. 181, Pl. 41, 28, 58. 5. Rennep: 1. Lah Die Glechtgz vigzschghüche Log= pi, möglsch auf 8. Nennen: 1. Stahlaee(Segblatz), 2, GratDer zweikamstBedlehland-hahen beim Internationalen Reit-, Spring- und Fahrturnier in Aachen Das 7. Internationale Pet:, Em Samstag Harde 4: der ofszsele Leil in Ardeif Griader Sernach bor der Sonisi-—Ptenes=Kape(Hot. B: 1. Kgl. ungar. Pferdezucht=Anstalten Ungarns Cerz versano Vll—Favory XVII—NeapolitanoXl—BlutoXVII (Masor Tibor Petlo=Szandter), gapitän Olivieri(It St.=Georg=Prezernsz, worenj1g(Eprüngen bic zu..40 Me A. B. Glahn:. F Halste KLapl“ 1! Sekunden, 2. Frau Länge 16 Hinderggse mit I8. Spr###en vis zu.40 MeTeil begann am Samstag vormittag mit einigen Vorprüfungen und am Nachmittag mit dem Hauptereignis des ersten Tages, dem Jagd)preiner Hahr por g50 Peter ter Höhen und 1,80 Meter Weiten zu überwinden. Dabei setzte gleich der erwartete deutsch=italienische Zweikampf ein. Das in nicht weniger als fünf Abteilungen durchgeführte Springen stellte an Reiter und Pferde hohe Anforderungen; wenn trotzdem eine ganze Reihe fehlerloser Sprünge erzielt werden konnten, so spricht das am deutlichsten für die Qualität der Bewerber. Die zahlreich beteiligten Italiener, die teilweise mit mehreren Pferden zu der Konkurrenz antraten, schnitten überaus erfolgreich ab. Durch Capt. Oliveri auf Eglantine kamen die Italiener mit der besten Zeit von 112 Sekunden zum ersten Rang. Die beiden näs fielen an Deutschland, und zwar durch A. Holst auf Landsknecht und Oblt. Hasse auf Bosko. Veise acs Klacen in bfecde eliehäcer haste ter wurden die von der Marathonfahrt ankommenden Viererzüge begrüßt. Die Ergebnisse des ersten Tages Dressurprüfung für Reitpferde(Klasse): Abteilung A: 1. Frau J. v. Opels Hobel(Bes.), 2. Frau Trude Blanks Pelargoni(Bes.).— Abteilung B: 1. Prinzessin Friedrich Sigismund v. Preußen und Freifrau v. Langens Matador(Frhr. v. Langen), 2. Frau H. Raus Maientag(Bes.). sien) auf, Ealatine(Bes.)9 Popdgr#2 Seiu,ofiz## K.;, Hiaon u. u. Voizs Lazwernecht(A. Holst)%Feyler 118.4 Sekunden, 8. Frhr. v. Oppenheims Bosko (Oblt. Hasse) 0 Fehler 114,4 Sekunden, 4. Kapitän Lombardos(Italen) Bufalino(Bes.) 117,1 Sekunden, 5. Kapitän Pinnas(Italien) Gagliardo(Bes.) 0 Fehler 119.2 Sekunden, 6. Kapitän Lequios(Italien) Ardrath(Bes.) 0 Fehler 121,4 Sekunden, 7. Frau Franke auf Hartherz, (weitere sieben Teilnehmer ebenfalls fehlerlos). Eignungsprüfung für Wagenpferde: Abteilung A: 1. Adal Classens Lord(Bes.).— Abteilung B: 1. P. Bischoff=Sonsfelds Waldgauber(Bes.)..s rierg war Der erste Sonntag des Aachener Reitturniers war für Veranstalter, Teilnehmer und Publikum ein Fest. Zwar störten einige Regenschauer, aber das konnte nicht verhindern, daß ein vieltausendköpfiges Publikum den schönen Platz in der Soerf umsäumte. Wie immer war auch diesmal der Aufmarsch der Nationen der feierlichde Augenblick des Tages. Das Springen des Tages ging über eine gegen Samstag erschwerte Bahn. Die Hindernisse waren erhöht und erweitert. In den beiden Abteilungen, ide bisher erledigt waren, hat sich der Kampf Italien—Deutschland noch nicht wiederholt. Auf beiden Seiten sind die großen Leistungen erst in den letzten Abteilungen zu erwarten. Lange Zeit lagen die Höchstleistungen sogar bei drei deutschen Damen, und zwar bei Frau Hasselbach auf Torpille mit 130 Sekunden, Frau Irmgard v. Ovel auf Nanuk mit 181,2 Sekunden und Frau Franke auf Hartherz mit 140 Sekunden. Erst später setob sich der Italiener Kapitän Filivoni auf Nasello mit 131,4 Sekunden in die Reihe ein. 8 Onisere Suisei-Kur!. GUrrErehPr stehen Geradezu unfaßbare Preisumwälzungen bis In die tiefsten Abgründe Ungeheure Mengen„„ Schunwarel! e wesche früher bie 1830. 1630. 12.30 uuw. gekostet haben, dind bis auf G. BO. S. 90. 4. B0,.900 und Auch furnschuhe, Sandalen Hausschube, dpanken, Arbelisschuhe, Kinderschuhe usw. ExE grenzenlos billig! Man beachte mit Interesse und Aufmerksamkeit unsere Schaufenster-Auslagen Schühragg Bochum, Rongardstr. 35 SPANUE 4. Beflage zum Bochumer Anzeiger u. Gen. Anzeiger Aontlechautuutg, Wissen, Lsbert Nr. 167 38. Jahrgang Montag, 20. Juli 1931 Das Feständnis des alten Grießträgers Erzählung von Gerkard Flief Im dritten Stock unseres Mietshauses, wo unter. Aber einmal, da habe ich's doch nicht übers Herz dem Dach für Herrschaftswohnungen kein Raum mehr ist, gebracht, den Hiobspostillon zu spielen. Es war damals wohnen kleine Leute. Der alte Briefträger Bertele hat Minna Schünemanns ihrer, den hatte es nun auch ge„Fax scte, It heschätgt morn er margens schnaupt. Dn Miung Schönemann, müssen Sie wissen. meine Gedanken schon oft beschäftigt, wenn er morgens um sechs mit schweren Stiefeln die Treppe herunterstampfte und mich vorzeitig aus süßem Schlummer riß. Zetzt höre ich diesen Schritt nimmermehr und schlafe bis in den hellen Morgen. Vor kurzem hat man Bertele nach vierzig mühseligen Briefträgerjahren in den Ruhestand versetzt. Es war eine schöne Feier: sogar der Postdirektor ist dagewesen, und man soll nicht glauben, was die einfachen Leute für Blumen und Geschenke bekommen haben. Da fühlte ich mich denn auch verpflichtet. Mehr aus Dankbarkeit für geschenkte Morgenruhe denn aus nachbarlicher Freundschaft vielleicht— aber ich schnitt ein paar Rosen ab und steckte ein Päckchen Tabak ein, und wahrlich, den Besuch habe ich nicht bereut. Bertele, der vielgeehrte, ein mildes, zerfurchtes Greisenantlitz inmitten großer Blumenkörbe, und umwogt von gewaltigen Tabakschwaden, zeigte sich aufs höchste erfreut und dankte mir einmal über das andere, so daß es mir angesichts der bescheidenen Gabe schon fast peinlich war Ich sollte aber noch mehr ins Staunen kommen. Natürlich mußte ich Platz nehmen und an einem Gläschen nippen. Bertele zeigte sich, als seine geschäftige Gattin wieder in der Küche verschwunden war, als ein gesprächiger, ja als ein gebildeter Mann. Alle Hochachtung, welche schönen Worte er für seinen schlichten Botenberuf fand, der ihn doch in vierzig rastlosen Jahren wahrlich nicht reich gemacht hatte! Er schten mir geradezu ein Philosoph unter den Briefträgern— was Briefträgern, unter den Schicksalsboten von deren rastloser Pflichterfüllung es abhängt, daß sich so tausendfältige kleine und große Geschehnisse, die tief in jedes Menschenleben greifen, vollenden. Und bei mir wurde seine Zunge wohl besonders beredt, weil sie eines dankbaren Widerholls gewärtig war. Wissen Sie, sagte Bertele, man ist ja bloß in kleiner Beamter gewesen, aber das macht einen doch stolz, daß all die tausend anstrengenden Botengänge bei Wind und Wetter, treppauf, treppab ein ganzes Leben lang, nicht vergeblich waren. Sie hätten den Postdirektor hören müssen, wie schön er das gesagt hat. Daß Diensteifer und Pflichterfüllung auch auf einem kleinen Posten die Achtung der Mitmenschen erzwingen, und so. Mein Lebtag habe ich gedacht, ob die Menschen auch unsere Arbeit so recht zu würdigen wissen oder ob wir für sie bloß Handlanger sind. Es ist doch nicht so, daß wir für unsere Bezahlung pflichtschuldigst die Briefe in den Kasten stecken. Man kennt doch jeden in der kleinen Stadt und nimmt Anteil an seinen Leuten. Wir Briefträger bekommen schließlich ein Gefühl dafür, ob wir diesmal Unglücksboten oder Freudenbringer sind, auch ohne daß wir in den Briefen lesen. Sie glauben nicht, wie schwer manche Briefe in meiner Hand gewogen haben, wenn ich wußte, was in ihnen stand. Und wie froh bin ich manchmal die Treppen hinaufgesprungen. Endlich wieder ein Brief von der Minna ihrem Schatz! Und die Göhren hat man alle aufwachsen sehen. Jetzt sind die Dinger längst groß geworden und schreiben protzige Karten aus der Stadt.— Na, man guckt ja auch mal in eine Karte, das ist doch kein Verbrechen. Und dann schaut man in ein verhärmtes Mutterantlitz und weiß gleich, wie's steht und kann's nicht ändern... Wenn ich's noch nicht gewußt hätte: der alte Bertele hatte ein Herz! Ein weites, gütiges Herz, das auch der blaue Amtskittel, schimmernd und speckig geworden in der grauen Alltagspflicht, nicht hatte ersticken können. Und nun, da die beengende Pflicht verschwunden war, da schlug dieses gütige Briefträgerherz sich aus in überlauten Schlägen.„Verantwortung. hat der Direktor gesagt“— so fuhr Bertele fort—. Verantwortung haben Sie Ihr Leben lang gefühlt!“ Ach, wenn der wüßte, wie schwer mir manchmal meine Pflicht geworden ist. Wenn er ahnte, daß auch ich einmal einen schweren Kampf mit meiner Pflicht getan und dann dennoch einen wichtigen Brief unterschla... Der alte Bertele schlug sich wie ein ertappter Schuljunge auf den Mund. Ach was, sagte er, nun ist es doch heraus, und Sie werden mich nicht verraten. Ja. es ist wahr, auch der alte Bertele, dem man erst kürzlich den sauberen Kittel bescheinigt hat, hat sich einmal schwer im Amte vergangen. Deswegen braucht mich niemand schief anzusehen, vor dem lieben Gott da oben fühlt sich der Alte rein. Und verjährt ist die Geschichte ia auch. Sehen Sie, meine schwerste Zeit habe ich im Kriege gehabt. Die jungen Kollegen alle im Feld. und ich mußte meine alten Knochen doppelt strapazieren. Und jeden Tag den Packen Briefe alleene. Aber das war noch nicht das Schlimmste. Da kamen manchmal solche verflirten Dinger aus dem Felde zurück, die hatte Mutter selbst geschrieben, und nun stand so ein roter Stempel darauf: Gefallen! oder Vermißt! Ach, da wurden dem alten Bertele die Knochen doppelt schwer. Man hat die Männer so zuversichtlich hinausziehen sehen. Die Frauen härmen sich ab zu Hause und hungern; aber trotzdem die Freude bei jedem Brief, der aus dem Schützengraben kommt! Und nun ist alles aus, und Bertele muß es mitansehen. Wissen Sie, da bin ich königlich preußischer Postbriefträger manchmal erbärmlich feige gewesen und habe den verdammten Brief ganz leise in den Kasten gesteckt und mich davongemacht. schnappt. In Minna Schünemann, müssen Sie wissen, bin ich mal'n bißchen verliebt gewesen. Aber wie sie mit dem Kerl so bannig glücklich wurde und vor lauter Glück in ganzen Halbzug strampelnder Bengels in die Welt gesetzt hat, da habe ich mir die Flausen aus dem Kopf geschlagen. Die Minna hat sich auch weidlich plagen müssen, um die hungrigen Mäuler alle satt zu kriegen. nd nun ihr die schreckliche Nachricht bringen!„Was Und nun ihr die schreckliche Nachricht bringe sollte der alte Bertele dabei wohl für Gesichter schneiden* Dreimal bin ich rauf und runter geklettert in der ollen Mietskaserne und habe den Brief hin= und hergedreht. Beim dritten Mal hat die Frau von selbst den Kopf zur Tür hinausgesteckt und sich die Hände an der Schürze abgewischt. Nee, Mutter Schünemann, habe ich schnell gesagt, nir für Sie! Und dabei habe ich den Brief schnell in die Tasche gleiten lassen, und da ist er heute noch. Vater Bertele paffte mächtig aus seiner Pfeise klopfte gewichtig auf den speckigen Alltagsrock. Eigentlich war es ja Unsinn, fuhr er fort, ich konnte das Schicksal nicht aufhalten und aus der Verlustliste mußte sie's ja doch bald erfahren. Ich habe denn auch wochenlang keine Ruhe gehabt, bis der Schünemann in der Liste stand. Aber meinen Sie, Mutter Schünemann hätte das geglaubt? Sie ist ganz starr geworden und hat wieder die Schürze glatt gestrichen. Er kommt wieder, hat sie ganz fest gesagt. Er kommt wieder, hat sie ihre Jungens getröstet. Die sind dabei trotz der Kriegskost groß und stramm geworden und gehen längst selbst in die Fabrik. Der Krieg ist ausgegangen, und Karl Schünemann war nicht dabei. Vater Bertele hat seine Briefe weiter ausgetragen, und niemand hat ihn wegen der Unterschlagung angezeigt. Aber das schönste bei der Geschichte: Er ist doch wiedergekommen, der Karl Schünemann! Nach acht Jahren aus Sibirien, mit so'nem langen Bart! Vorgestern war er auch da zum Gratulieren. Wissen Sie, da hat der alte Bertele verstohlen nach dem unterschlagenen Feldpostbrief gefaßt und sich einmal so recht als Vorsehung gefühlt. Und mit dem Amtsverbrechen... Na, Sie verraten mich nicht...! Liebe, treue Briefträgerseele, das habe ich dir gern versprochen! Einte aus der Eide Heiße Quellen sind für ein Land ein unschätzbarer Reichtum. Das erfährt man jetzt auf Island, wo die Naturkräfte dazu ausgenutzt werden sollen, die Hauptstadt Reykjavik zu beheizen. Aber auch Kalifornien hat sein Geysirtal, das die Indianer„Warme Erde“ nannten und wo die Medizinmänner die warmen Quellen benutzten, die Kranken zu heilen. Es soll sogar zwischen den verschiedenen Indianerstämmen blutige Kämpfe um den Besitz dieses wertvollen Tales gegeben haben. Dann kamen die Europäer, aber es dauerte geraume Zeit, bis sle so weit nach Westen und so tief in die Berge vordrangen, daß sie dieses Tal entdeckten. Der erste Ansiedler, der das Tal besucht haben soll, war ein gewisser William B. Elliot, und auch dieser kam erst vor vierzig Jahren, als er einer Bärenspur folgte und sich von seinen Begleitern getrennt hatte, in das enge Felsental, 150 Kilometer nördlich von San Franzisko. Voller Entsetzen flüchtete er zu seinen Kameraden zurück und schilderte seinen Eindruck in den abschreckendsten Farben. Das ganze Tal war ihm wie ein ungeheurer Hexenkessel vorgekommen, in dem siedend heiße Dampfsäulen aus der Erde emporDas Jal der warmen Quellen bei san Franzisko Die Landschaft im Wallerdampt befinden sich große Mengen siedendheißen Dampfes und durch die Risse und Löcher in dem vulkanischen Felsboden werden siedend heiße Dampfsäulen emporgeschleudert. Bisweilen ist die Dampfentwicklung so ungeheuer, daß ganze Teile des Tales in Nebel gehüllt werden. Der Boden ist so mit Dampf gesättigt, daß man nur mit dem Stock ein Loch in die Erde zu bohren braucht, um gleich dem Dampf neuen Abfluß zu schaffen. Die heißen Quellen sollen jetzt ausgenutzt werden, indem sie für elektrische Anlagen die erforderliche Dampfkraft liefern. Schon jetzt versorgen sie ein in der Nähe errichtetes großes Kurhaus mit Kraft und Licht. Da die Quellen unablässig ohne Unterbrechung sprudeln, ist hier eine ungeheure Kraftmenge zu gewinnen. Ein ganz eigenartiges Naturschauspiel bieten in dem Geysirtal neben den schneeweißen Dampfsäulen die merkwürdigen Tinten=Springbrunnen, die nicht nur diesen Namen haben, sondern die tatsächlich Tinte enthalten. Es ist wirklich Tinte, die in riesigen Kaskaden aus der Erde emporspringt. Wer in das Geysirtal kommt, kann seine Feder hineintauchen und seine Briefe mit dieser aus stiegen und Springbrunnen, die Tinte enthielten, hoch der Erde strömenden Tinte schreiben. In dem Fremdenemporspritzten. Auch war der Boden voller Löcher und buch des henachbarten Hotels findet man Namen die no Oeffnungen, in denen es brodelte und kochte und unheimlich lärmte. Man glaubte zunächst nicht an die Wahrheit Schilderung, später bei genauerer Untersuchung seiner zeigte sich aber, daß er nicht übertrieben hatte. Es wurden ganz merkwürdige Naturerscheinungen in diesem Geysirtal beobachtet. Unter der Oberfläche der Erde 16 CCC Meilen im Kutter über den Ozean — Uus wicktigem Oesten buch des benachbarten Hotels findet man Namen, die vor dreißig Jahren mit Tinte aus diesen Quellen geschrieben wurden. Die Schrift ist noch heute gut leserlich, so daß man auch diese Möglichkeit eines Tages industriell ausnutzen wird, wenn das Tal überhaupt erst in den Dienst der modernen Industrie gestellt ist. Hermann Lauterbach. Auf Grund der Notverordnung des Reichspräsidenten vom 15. Juli über den Verkehr mit ausländischen Zahlungsmitteln und der Notverordnung über die Veröffentlichung von Kursen ist beim Berliner Polizeipräsidium ein Sonderdezernat gebildet worden, dessen Leitung Kriminalrat Vorwerk übernommen hat. Vorwerk steht schon seit 30 Jahren im Dienst der Polizei und leitete von 1920 bis 1925 das Dezernat zur Bekämpfung des Wuchers. Wufsten Sie schen? Eine Pflanze, die ohne Erde und Wasser blüht. ist das Sauromatum guttatum, das vom Himalaya stammt. Legt man eine Knolle auf ein Fensterbrett, so schießt im März und April eine lange, purpurrot und gelb gefleckte Blumentüte daraus hervor. Hat die Knolle ausgeblüht, so muß sie in die Erde gelegt werden. Dann treibt sie Blätter und sammelt im Laufe des Sommers so viel Nahrung, daß diese für die nächste Blüte ausreicht. * Die Spatzen brüten nicht weniger als viermal jährlich, daher vermehren sie sich mit so rasender Geschwindigkeit. *„ 6 Eine der berühmtesten Oasen ist die Oase Fayum westlich des Nils, die überaus fruchtbar und reich an Rosen, Feigen und Oliven ist. k. Im Koran, der Bibel der Mohammedaner, sind die Frauen so wenig geachtet, daß sie nicht einmal mit Namen genannt werden. Sie sind einfach die„Tochter“ oder„Schwester" des betreffenden Mannes. * In Indien versetzen arme Leute nicht nur ihre Habseligkeiten, sondern auch ihre Kinder und Enkel. * Zu Begräbnissen kleiden sich die Chinesen immer in Weiß, während sie, wenn sie Hochzeit feiern, Schwarz tragen. * Die durchschnittliche Lebensdauer einer Lokomotive beträgt 37 Jahre, während ein Eisenbahnwagen 25 Jahre alt wird. * Eine Biene wiegt wenig über ein elftel Gramm. Auf ein Kilogramm gehen folglich 11 400 Bienen. * Im Nil leben nach den neuesten Feststellungen weit mehr Fischarten als in irgend einem anderen Fluß der Welt. Man hat nicht weniger als achttausend verschiedene Fischarten in ihm gezählt. * Bei menschlichen Wesen sind vier verschiedene Bluttypen festgestellt worden, und es hat sich als verhängnisvoll erwiesen, Bluttransfusionen etwa bei verschiedenen Typen vorzunehmen. Nur bei Menschen des gleichen Bluttyps kann eine Transfusion erfolgreich verlaufen. George Benson, ein aus Sydney stammender Schlächter, hat mit dem Norweger Cpt. Anders Johannson mit dem 25 Fuß langen Kutter„Gullmann“ eine gefährliche Reise von 16000 Meileu von Gotenberg (Schweden) nach Sydnen(Australien) über den Atlantik durch den Panama=Kanal und den Pacific vollbracht. Die Fahrt dauerte 10 Monate. Die kühnen Schiffer trieben ohne Nahrung 200 Meilen von der Küste von Neu=Süd=Wales, wo sie von einem Dampfer gesichtet und mit Lebensmitteln versorgt wurden.— Unser Bild zeigt den Kutter„Gullmann“. Im Kreis die kühnen Meerfahrer George Benson(links) und Cpt. Anders Johannson. BADENS Katarrhe. Asthma. Emphysem. Grippetolgen, Rückstände von Lungen- und Rippentellentzündung. Herz- u. Kreislautstörungen 18 Ttink-, Bade- Inhalations-, Terrainkuren, Unte: Nur scht mit haltungen u. SportjederArt Zeutgemäße PreiSchutzmarke EMISER WASSER(Lrinchen) PASTILLEN OUELLSAL CUIETSeWro Unsere große Möbel-Ausstellung ist wieder mit einer Fülle ganz besonders schöner Zimmereinrichtungen aufgefüllt worden. 0 Die Preise sind überraschend niedrig. 0 Eine zwanglose Besichtigung liegt auch in Ihrem Interesse 5 Wir lagern kostenlos. 9 Möbelhaus W. Borgmann Ständige Ausstellung von 300 wohnfertig eingerichteten Zimmern Bochum, Brückstraße 59—63, Haltestelle Kortländer A Amerikanische Räuberbande im Loperland * Bückeburg, 19. Juli. Wie wir vor einiger Zeit berichteten wurde auf das Stationsgebäude Hagenburg am Steinhuder Meer ein groß angelegter Einbruchsdiebstahl von einer Bande verübt, der Werte von fast 100 000 Reichsmark in die Hände fielen. Die von der Polizei zunächst vertretene Ansicht, daß es sich dabei um einen großangelegten Versicherungsbetrug handle, um den für einen gestohlenen Koffer vereinbarten Versicherungsbetrag von 50 000 Reichsmark zu erhalten, hat sich als unhaltbar erwiesen. Der Staatsanwalt in Bückeburg, dem dieser geheimnisvolle Diebstahl zusammen mit verschiedenen letzthin in Ostwestfalen verübten schweren Einbrüchen überwiesen wurde, glaubt nunmehr nach langwierigen Untersuchungen zu der Annahme berechtigt, daß es sich bei den Einbrechern um eine organisierte amerikanische Räuberbande handelt, die jüngst, mit ihrem Führer Jack Riger nach Deutschland gekommen ist. Jack Riger wurde bekanntlich während seines dreisten Bankraubs in Steinhagen nach aufregender Verbrecherjagd verhaftet. Die mit und um den amerikanischen Bandenhäuptling aus Chikago angestellten Nachforschungen haben Anlaß zu dieser Annahme gegeben. Die Polizeibehörden sind von den Ermittlungen des Bückeburger Staatsanwalts benachrichtigt worden, um an der Verfolgung und Festnahme dieser amerikanischen Verbrecherbande mitzuhelfen. Ob es aber bei der in den letzten Fällen bewiesenen Tollkühnheit und Verwegenheit der Amerikaner möglich sein wird ist leider zu bezweifeln. Die Bevölkerung von SchaumburgLippe ist durch die Erklärung des Staatsanwalts und durch die Annahme, daß eine gesuchte amerikanische Verbrecherbande in ihrem Gebiet ihr Unwesen treibe, erheblich beunruhigt. Die Arktisfahrt des„Graf Zeppelin“ findet stalt Friedrichshafen, 19. Juli. Auf die Frage an den Luftschiffbau Zeppelin, ob angesichts der gegenwärtigen schwierigen Lage, die zur Absetzung der Englandfahrt des Luftschiffes geführt hat, auch die geplante Arktisfahrt aufgegeben würde, teilt dieser mit, daß eine solche Maßnahme nicht beabsichtigt ist und im gegenwärtigen Stadium der Vorbereitungen auch nicht mehr möglich erscheint. Die Polarausrüstung, so wird von ihm berichtet, ist bereits vollständig beschafft, und die nötigen Um= und Einbauten am Luftschiff sind durchgeführt worden. In Leningrad sind von der russischen Regierung mit erheblichem Kostenaufwand die Vorbereitungen bereits getroffen worden. Zwei Amerikaner und ein schwedischer Gelehrter sind seit einigen Tagen schon in Friedrichshafen neben drei russischen Gelehrten, die ganz besonders für die Durchführung der Fahrt in Betracht kommen. Im besonderen ist aber darauf hinzuweisen, daß die Expedition zum weitaus größten Teil vom Auslande finanziert wird, und der von einem deutschen Verlag zur Verfügung gestellte Betrag nur einen unbedeutenden Teil der großen Kosten ausmacht. Den noch fehlenden geringen Restbetrag wird man nach Ansicht des Luftschiffbaues bestimmt durch die Postbeförderung hereinbringen. Reichsmittel werden überhaupt nicht für die Fahrt in Anspruch genommen werden, das ist auch, wie hiermit festgestellt wird. in keinem Stadium der Vorbereitungen je ins Auge gefaßt worden. Anläßlich des Zeppelinfluges nach der Arktis hat das Arktische Institut in Leningrad eine neue Karte des Polarkreises mit dem Nordpol als Mittelpunkt herausgegeben. Dieses ist die erste Karte, die die neuesten Entdeckungen in den amerikanischen und russischen Arktisgebieten berücksichtigt, u. a. sind auch die Inseln Kameneff, Wiese, Schmidt, Samoilowitsch und Ander darauf verzeichnet. Die Karte berichtigt auch sämtliche auf anderen Polarkarten enthaltenen Ungenauigkeiten. Das Wetterbüro in Leningrad hat Vorkehrungen für die regelmäßige Weitergabe von Meldungen nach Friedrichshafen über die in den von dem Luftschiff berührten Gegenden herrschenden Wetterverhältnisse getroffen. Ferner ist auf dem Dampfer Malyguin eine unter Leitung von Professor Wiese stehende meteorologische Station eingerichtet worden, die das Luftschiff während seiner Fahrt mit den notwendigen Mitteilungen versehen wird. Der Eisbrecher„Malyguine“ hat gestern abend seine Fahrt in die Arktis angetretene An Bord befinden sich ausländische Reisende und Vertreter der ausländischen und der Sowjetpresse. Der Eisbrecher trägt 12000 Briefe mit sich, die„Graf Zeppelin“ in der Polarzone übergeben werden sollen. Genau um Mitternacht verließ der„Malyguine“ das Weiße Meer. Das Stargarder Gericht in Flammen Stargard(Pommern), 19. Juli. Während eines heftigen Gewitters schlug ein Blitz in das am Gerichtsplatz liegende Landgerichtsgebäude ein, das gleich darauf in hellen Flammen stand. Der Dachstuhl sowie der linke Flügel des dritten und des zweiten Stockwerks sind völlig ausgebrannt. Der Schwurgerichtssaal und mehrere Räume der Staatsanwaltschaft, in denen sich wichtiges Aktenmaterial befand, wurden vernichtet. Weitere Akten sind durch das Wasser bei den Löscharbeiten zerstört worden. Die Mannschaften der freiwilligen Feuerwehr und der Eisenbahner=Feuerwehr reichten zur wirksamen Bekämpfung des Feuers nicht aus, so daß Mannschaften des Infanterie=Regiments Nr. 9 zur Hilfe herangezogen werden mußten. * Die Ortschaft Vazee(Tschechoslowakei) ist durch eine Feuersbrunst zerstört worden. Das Feuer brach vormittags aus und wütete etwa zwei Stunden. Mehr als 100 Wohngebäude und fast 500 Nebengebäude brannten bis auf die Grundmauern nieder. Mehr als 2000 Personen sind obdachlos und ohne Lebensmittel. Opfer an Menschenleben konnten bis jetzt nicht festgestellt werden, doch werden zahlreiche Kinder vermißt. Mehrere Personen wurden verletzt. Die Velsehung des Erzoischöfs Jordervion Upfala, 19. Juli. Nathan Soederblom, Erzbischof von Schweden der große„Vorkämpfer für die Einheit der christlichen chen und für den Weltfrieden, wurde am Samstag hier zur letzten Ruhe bestattet. Dem Wunsche des ganzen schwedischen Volkes entsprechend, wurde auf Anordnung der Regierung die sterbliche Hülle des Entschlafenen im Dome zu Upsala beigesetzt. Der König und sämtliche Mitglieder der königlichen Familie waren in Kraftwagen nach Upsala gekommen, um den Beisetzungsfeierlichkeiten beizuwohnen, an denen auch die Mitglieder des Kabinetts, die Gouverneure, die Vertreter des Kirchenkörpers mit den Bischöfen an der Spitze sowie eine große Zahl von Vertretern der Universitäten, Hochschulen usw. teilnahmen. Vertreter der christlichen Kirchen aus beinahe allen Kulturländern waren zugegen, aus Deutschluad u. a. Bischof Ihmels. Der Sarg wurde von Studenten aus den Landsmannschaften, deren Inspektor der Verstorbene gewesen ist, aus der erzbischöflichen Residenz in den Dom getragen. Auf dem Wege bildeten große Menschenmengen Spalier. Domprobst Professor Brilioth, der Schwiegersohn des Erzbischofs, verrichtete das Begräbnis. * Zur gleichen Stunde in der der schwedische Erzbischof Soederbloem im Dom zu Upsala beigesetzt wurde, veranstaltete die schwedische Gemeinde in Berlin in der schwedischen Kirche in der Landhausstraße in Wilmersdorf einen Gedächtnisgottesdienst, an dem auch der Generalsuperintendent von Berlin. D. Haendler, und der russische Bischof in Berlin, Tychon, teilnahmen. Die Gedächtnisreden hielten der schwedische Legationspfarrer Forell und Oberkonsistorialrat D. Scholz, ebenso hielt der Rektor der Berliner Universität, Professor Deißmann, ein persönlicher Freund des Verstorbenen, eine kurze Ansprache. Gebersan auf ein Konnentiöster Die Pforte erbrochen— Schwesternzimmer und Sakristei geplündert Breslau, 19. Juli. Das Kloster der Konvention Mägde Marien in Poremba bei Groß=Strehlitz in Oberschlesien wurde nachts durch einen Banditenüberfall in Aufregung und Schrecken versetzt. Die Schwestern erwachten mitten in der Nacht durch gewaltigen Lärm. Vor der Klosterpforte standen zwei Männer mit geschwärzten Gesichtern, die mit einem Stemmeisen gegen die Pforte donnerten, bis sie aufbrach. Als man im Kloster versuchte, sich telephonisch mit der Polizei in Verbindung zu setzen, mußte man feststellen, daß die Banditen die Telephondrähte durchschnitten hatten. Die beiden Männer drangen zunächst in den Flur ein und begaben sich in die Küchenräume. Hier wusch sich der eine zunächst eine Wunde aus, die er sich beim Aufbrechen der Pforte zugezogen hatte. Die Nonnen hatten inzwischen ihre Zimmertüren abgeschlossen. Die Banditen schlugen gegen die Türen und drohten, sie mit der Art einzuschlagen. Draußen ständen, so riefen sie den Erschrockenen zu, noch weitere acht Mann. Als die Schwestern nichts unternahmen, öffneten die Banditen mehrere Türen mit Gewalt und warfen den Schwestern Tücher über die Köpfe. Dann gingen sie von Zimmer zu Zimmer, um nach Bargeld und Wertgegenstände zu suchen, und gelangten auch in den Schlafraum des Klostergeistlichen. Hier nahmen sie u. a. eine Uhr und ein Gewehr mit. Die Schränke in der Sakristei wurden von den Banditen ebenfalls durchwühlt, aber hier haben sie anscheinend auch nicht viel gefunden. Sie versuchten noch, in den Keller einzudringen. Schließlich fürchteten sie, daß die Schwestern doch noch Hilfe herbeiholen könnten und ergriffen die Flucht. Berniei Kupenmeistel Termp! Acht Rettungsexpeditionen unterwegs Innsbruck, 19. Juli. Arthur Feinsinger, der Korrepetitor und Kapellmeister an der Berliner Staatsoper, wird seit vergangenem Dienstag im Karwendelgebiet vermißt. Er war am Montag von Scharnitz aus, wo er bei Verwandten seinen Urlaub verbrachte, zum Solsteinhaus aufgestiegen und hatte geäußert, er wolle von dort aus eine Gratwanderung über die Solsteine zum Brandjoch unternehmen und von dort nach Scharnitz zurückkehren. In Scharnitz ist Feinsinger bis jetzt nicht eingetroffen. Man hat mehrere Rettungspatrouillen auf die Suche nach dem Vermißten geschickt. Die einzigen Anhaltspunkte fand man bisher im Gipfelbuch am kleinen Solstein, wo Feinsinger sich eingetragen hatte. Im Buche am folgenden Gipfel fehlt seine Eintragung. Feinsinger wurde am Solstein noch von zwei Scharnitzer Damen gesehen. Die weiteren Nachforschungen sind durch die inzwischen eingetretenen Regenfälle— am Mittwoch war ein Wettersturz erfolgt, der in den Bergen bis zur Waldgrenze hinunter Schnee brachte — und die damit verbundene Unsichtigkeit im Gelände ohne Erfolg geblieben. Der im Alter von 36 Jahren stehende Feinsinger gehörte zu den Mitgliedern der Staatstheater, die jetzt nach Auflösung der Krolloper abgebaut werden sollen. * Ehepaar im Faltboot vermißt Auf den Inseln und Halligen an der Westküste von Schleswig=Holstein wird gegenwärtig eifrig nach einem jungen Schriftsteller=Ehepaar Schilling aus Dresden geforscht, das sich mit seinem Faltoot ausgemacht hatte, um an einer Schriftstellertagung auf der Insel Sylt teilzunehmen. * Das Ende einer Ferienfahrt Einen traurigen Ausgang nahm eine Ferienfahrt, die eine 30 Mann starke Gruppe des Pfadfinderbundes aus Gleiwitz(Oberschlesien) an die Ostsee unternommen hatte. Von ihrem Zeltlager vom Strande von Swinemünde aus fuhren zwei junge Leute in einem Paddelboot auf die Ostsee. Durch eine Bö kenterte das Boot. Nachdem die Verunglückten mehrere Stunden mit einem Rettungsring auf den Wellen umhergetrieben waren, konnte der eine, Elektrotechniker Brinkmann, in bewußtlosem Zustande von einem Schiffer gerettet werden. Der zweite Verunglückte, der 17 Jahre alte Dreher Wawroczik aus Gleiwitz, war schon in den Wellen versunken. Tödlicher Absturz an der Zugspitze München, 19. Juli. Die Landesstelle Bayern für das Alpine=Rettungs= wesen des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins(Deutsche Bergwacht) teilt mit: Am Donnerstag ist bei der Besteigung der Zugspitze durch das Höllental der Mechaniker Hans Bonefeld aus Düsseldorf tödlich verunglückt. Die Leiche wurde durch eine Expedition der Rettungsstelle Garmisch des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins geborgen und zu Tal gebracht. Biidke in die Wenl In Philippopel brannte die katholische Kirche des Heiligen Ludwig, in der die Königin Mutter von Bulgarien, Maria Luisa, begraben liegt, fast bis auf die Grundmauern nieder. Die Löscharbeiten waren durch den herrschenden Wassermangel erschwert. Nur mit Mühe konnte die Grabstätte selbst vor den Flammen bewahrt werden. Die Kirche gehört zu den ältesten katholischen Kirchen in Bulgarien. Die betrogene Reichschalbenerwalung Berlin, 19. Juli., Nach mehr als fünfwöchiger Verhandlung ist jetzt der große Strafprozeß in Berlin beendet worden bei dem wegen eines Millionenbetruges an der Reichsschuldenverwaltung sich eine Reihe von Kaufleuten zu verantworten hatten. Der Hauptangeklagte konnte allerdings seinen Richtern nicht mehr vorgeführt werden, weil er sehr bald nach Bekanntwerden des Betruges Selbstmord verübt hatte. Dieser Hauptangeklagte, der frühere Rechtsanwalt und Notar Dr. Haver, hatte sich dazu hergegeben, für mehrere Kaufleute, die angebliche oder nur kleine Forderungen an die Reichsschuldenverwaltung geltend machen wollten, durch betrügerische Manöver höhere Forderungen durchzusetzen. Das Gericht verurteilte die an dem Betrug beteiligten Kaufleute bis zu einem Jahr neun Monaten Gefängnis und zu Nebenstrafen. Der Mensch als Objekt der Wissenschaft Richtlinien zur neuartigen Heilbehandlung. Berlin, 19. Juli. Im Amtsblatt des Preußischen Wohlfahrtsministers werden neue Richtlinien für neuartige Heilbehandlung und für die Vornahme wissenschaftlicher Versuche am Menschen veröffentlicht. Einleitend wird erklärt, die ärztliche Wissenschaft könne, wenn sie nicht zum Stillstand kommen soll, nicht darauf verzichten, in geeigneten Fällen eine Heilbehandlung mit neuen, noch nicht ausreichend ausprobierten Mitteln einzuleiten. Ebensowenig könne sie die wissenschaftlichen Versuche am Menschen völlig entbehren. Den hiernach dem Arzt einzuräumenden Rechten so heißt es in den Richtlinien, steht die besondere Pflicht gegenüber, sich der großen Verantwortung für Leben und Gesundheit jedes einzelnen, den er neuartig behandelt oder an dem er einen Versuch vornimmt, stets bewußt zu bleiben. Jede neuartige Heilbehandlung muß in ihrer Begründung und ihrer Durchführung mit den Grundsätzen der ärztlichen Ethik und den Regeln der ärztlichen Kunst und Wissenschaft im Einklang stehen. Stets ist sorgfältig zu prüfen, ob die Schäden, die etwa entstehen können, zu dem erwartenden Nutzen im richtigen Verhältnis stehen. Eine neuartige Heilbehandlung darf nur vorgenommen werden, wenn sie vorher, soweit möglich, im Tierversuch geprüft worden ist. Sie darf auch nur vorgenommen werden, nachdem die betreffende Person oder ihr gesetzlicher Vertreter sich in unzweideutiger Weise mit der Vornahme einverstanden erklärt hat. Fehlt die Einwilligung, so darf die Heilbehandlung nur dann eingeleitet werden, wenn es sich um eine unaufschiebbare Maßnahme zur Erhaltung des Lebens oder zur Verhütung einer schweren Gesundheitsschädigung handelt und eine vorherige Einholung der Einwilligung nicht möglich war. Bei neuartiger Heilbehandlung mit lebenden Mikroorganismen, insbesondere mit lebenden Krankheitserregern, ist erhöhte Vorsicht geboten, in Kliniken oder sonstigen Anstalten darf eine neuartige Heilbehandlung nur vom leitenden Arzt selbst oder in seinem ausdrücklichen Auftrag unter seiner vollen Verantwortung von einem anderen Arzt ausgeführt werden. Für die wissenschaftlichen Versuche gelten die entsprechenden Richtlinien, außerdem gilt für solche Versuche folgendes: Die Vornahme eines Versuches ist bei fehlender Einwilligung unter allen Umständen unzulässig, Versuche an Sterbenden sind mit den Grundsätzen der ärztlichen Ethik unvereinbar und daher ebenfalls unzulässig. Zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt Schneidemühl, 19. Juli. Durch Urteil des Schwurgerichts Schneidemühl vom 22. November 1930 war der Viehhändler Ludwig Baginski aus Hohenstein in Ostpreußen wegen Ermordung des Kaufmanns Friedrich Lasch aus Chemnitz zum Tode und der Händler Paul Libuda, ebenfalls aus Ostpreußen, wegen Beihilfe zum Morde, der im April 1929 in der Nähe von Plietnitz begangen worden war, zu 14 Jahren Zuchthaus verurteilt worden. Die Todesstrafe für Baginski ist jetzt im Gnadenwege in eine lebenslängliche Zuchthausstraße umgewandelt worden. Der Tod im Auto dr Bagen dunt eaen enschesian anleien Neustadt(Haardt), 19. Juli. Auf der Schönthaler Straße stieß das Automobil des Kommerzienrats Engelmann(Mitbesitzer der Pavierfabrik Hofmann und Engelmann, Neustadt a. d..) auf ein Langholzfuhrwerk, das entgegen der Vorschrift nur vorn beleuchtet war, von hinten mit solcher Wucht auf, daß ein Langholzstamm das Auto vollständig durchbohrte und noch zwei Meter hinter dem Auto wieder herauskam. Die im Wagen sitzende Frau des Kommerzienrats wurde an Hals und Brust durch den Holzstamm derart gequetscht, daß sie kurz darauf starb. Das Automobil mußte kurz vorher einem anderen Auto ausweichen und hatte deshalb obgeblendet, was ebenfalls dazu beigetragen hat, daß der Chauffeur das Langholzfuhrwerk nicht wahrnehmen konnte. Der gleichfalls im Auto sitzende Kommerzienrat Engelmann wurde durch Glassplitter leicht verletzt, während der Chauffeur vollständig unverletzt blieb. Der Scheuenprozeß vor dem Ende Lüneburg, 19. Juli. Am Samstag beendete zunächst der Hauptverteidiger Straubes, Rechtsanwalt Müller II. sein Plädoyer. Das Gutachten des Professors Bondy, eines ausgezeichneten Erziehers, sei scharf abgerückt von der Tendenz und Stimmungsmache, die oft in diesem Prozeß betrieben worden sei. Der Sachverständige sei Straube gerecht geworden. Im Kampf gegen ein Fürsorgeerziehungssystem sei ein einzelner Mann das Ziel der Rache und dunkler politischer Umtriebe geworden. Der Scheuen=Prozeß in seinem großen Ausmaß sei nur möglich gewesen, weil von gewisser Seite mit allen Mitteln eine Sensation geschaffen werden sollte. Der Verteidiger bat sodann Richter und Geschworene, sich von dieser Sensationsmache nicht beeinflussen zu lassen und ein gerechtes Urteil für Straube zu fällen.— Es bestätigt sich übrigens, daß Straube sich in Hannover aufhält, um, wie er angibt, einem Nervenzusammenbruch vorzubeugen.— Sodann erhielten die übrigen Lüneburger Rechtsanwälte das Wort zu ihren Ausführungen. Aus diesen war zu entnehmen, daß die„Topfkratzergarde“ meist aus arbeitswilligen und ordnungsliebenden Jungen bestanden habe. Der unglückliche, tödliche Schlag gegen Ledebur sei in Notwehr geführt worden. Die Revolte sei eine Auflehnung gewesen gegen Zucht und Ordnung. Die Verteidiger plädierten in erster Linie für Freispruch aus Notwehr und setzten sich im übrigen für milde Strafe ein. Die des Staatsanwaltes und Nebenklägers wird am Montag erfolgen. Quer durch die Welt * Das zweite Todesopfer. Die blutigen Vorgänge in dem Arbeitsamt von Großgerau, die, wie gemeldet, bereits zu dem Tode eines Erwerbslosen geführt haben, erforderten noch ein zweites Todesopfer, der Erwerbslose Hans Wehnhöfer, der von dem Nationalsozialisten Otto Stier angeschossen wurde, ist seinen Verletzungen ebenfalls erlegen. * Haftbefehl gegen Heckendorff bleibt aufrechterhalten. In Sachen Heckendorff fand in Potsdam ein Haftprüfungstermin statt. Der Haftbefehl gegen den Kunstmaler Franz Heckendorff— sein Bruder hatte keine Einsprache eingelegt— bleibt wegen Verdunkelungsgefahr aufrechterhalten. * Professor Hermann Hendrich tödlich verunglückt. Der Ehrenbürger der Gemeinde Schreiberhau (Riesengebirge), der bekannte 77jährige Maler Professor Hermann Hendrich, wurde beim Ueberschreiten eines Bahnüberganges vom Zuge erfaßt und erlitt so schwere Verletzungen, daß der Tod auf der Stelle eintrat. * Der Direktor des Kadwe verunglückt. Der Direktor des Kaufhaus des Westens in Berlin, Emil Weile, ist bei einem Automobilzusammenstoß an der Kreuzung der Motz= und Bamberger Str. ums Leben gekommen. Zwei Abstürze beim Italien=Rundflug. Bei dem Italien=Rundflug stürzte der kanadische Pilot Carera in der Nähe des Caß Santalessio ins Meer. Ein Fischerboot barg die Leichen Carberrys und seines Mechanikers. Der italienische Flieger Pallavicini stürzte mit seiner Maschine ebenfall? ab, verletzte sich schwer und mußte ins Krankenhaus gebracht werden. Sein Monteur war tot. * Englische Fliegerin und ihr Begleiter tödlich abgestürzt. Am Samstagnachmittag stürzte die bekannte Fliegerin Miß Violet Baring, eine Nichte des Marquis von Zetland in der Nähe von Aborfield(Berkshire) mit ihrem Begleiter, einem Direktor der LloydBank, ab. Beide Insassen waren sofort tot. *t Gronaus Vorbereitungen zum neuen Amerikaflug. Der deutsche Atlantikflieger v. Gronau wird spätestens am 25. Juli in Godthaab auf Westgrönland erwartet. Von Gronau will am 20. Juli von Sylt abfliegen, in Reykjavik eine Zwischenlandung vornehmen und dort Wettermeldungen abwarten, um dann den Weiterflug nach Grönland und von dort aus nach Amerika anzutreten. Der dänische Seeminenmeister Petersen und der deutsche Meteorologe Gaumann sind bereits in Godthaab eingetroffen um Gronau zu erwarten. + Morgan auf dem Wege nach England. I. P. Morgan fuhr auf seiner Privatjacht„Corsair“ von seinem Landsitz in Long Island nach England ab mit der Absicht einen neuen Rekord für die„Corsair“ aufzustellen. Besondere Gründe für die Fahrt Morgans werden nicht angegeben, lediglich wird erklärt, daß er den Sommer auf seinem englischen Landsitz zu verbringen gedenke. Snn F Wei 1 Oülene Stellen Eine sorgenfreie Existenz haben unsere Berikele! weil sie bei leichtester Arbeit(kein Warenkoffer, keine Versicherung) ein auskömmliches Gehalt und hohe Provision erhalten. Jeder unbescholtene Herr. der etwas redegewandt ist, kann bei uns anAusführliche Angebote unt. Z. S. 32485 an die Geschäftsstelle dieser Zeitung. Eristenz ourch Uebern. ein. glänz. begutachteten Bierleitungs=Reinigungs-Apparat, D. R.., bietet(AB1 Franz Funke, Düsseldorf, Rochusstraße 50. Warenverteiler trustfr., Holsteiner Qualitätsmargarine zuverl. Verbraucher Ang..D. O. 7 48 a. Ala, Essen=R. weiblich Suche sof. e. ans. Fecaliein ev., i. Alt. v. 18—22 „ a. Büfett, mögl. a. 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Gege Rechtsanwal hoben und ge ten als recht in Arnsberg Klage Wag Kosten des 0 Dattel schäftsvorfäll Darlehns keiten aufger erreich begangen vor sen wurden. wurde auch lust findet se Darlehnskass alle Schuldig Der Vorstat unternahm indem er ei ausmacht, naue Durch die Mitglied senvereins, i zur Beunrul s wo Sieg den bereits dern usw. b brüche anali in die Ste Eisern=Siege nen Geldkas Hauptkasse nur 60 Reic die Täter n Kund Essen die Essener im Ausland folgende Fr an denen in der Volksse nahmen. P bruck hielt * Esser netensi des Oberbi lage. Ex durch die Grund zur insbesonde Bährung kredite für den, vora barung de müsse sich schränken, rechterhalt Ordnung leben ung sammlung denden B auf zwölf daß die Danach so 1. April nungsabse gen des I betrag aus den deckt werd De Seind hofs vo Gebüh Aus Westsalen und Rheinvrovinz .4 Millionen Rm. ungedeckter Jehlbetrag Hagen, 19. Juli. Wie Oberbürgermeister Raabe in einer Pressebesprechung über den diesjährigen Haushalt mitteilte, habe man von der Aufstellung eines außerordentlichen Haushaltes abgesehen, da dessen Aufstellung infolge der fehlenden Mittel keinen Zweck habe. Die durch die Wohlfahrtserwerbslosen hervorgerufenen Belastungen seien in einem Sonderhaushalte niedergelegt worden. Der ordentliche Haushaltsplan schließe in Einnahme mit 20,9 Millionen RM., in Ausgabe mit 19,7 Millionen RM., so daß ein Ueberschuß von .2 Millionen RM. verbleibe. Der Sonderhaushalt erfordere 12 Millionen RM. hier bleibe ein ungedeckter Fehlbetrag von 4,4 Millionen RM. übrig, der nur durch Staatszuschuß zu decken sei, da alle verfügbaren Steuerquellen bereits erschöpft seien. Zu den einzelnen Etatspositionen übergehend, erklärte Dr. Raabe, daß der Zuschuß von eine Million RM. für Schulzwecke auf die Dauer nicht getragen werden könne, so daß nichts übrig bleibe, als noch in diesem Winter eine Schule zu schließen Redeverbot gegen Wagner bestätigt * Dortmund, 19. Juli. Am 19. März hatte der Dortmunder Polizeipräsident an den früheren Lehrer Wagner, M. d. R. aus Bochum, ein Schreiben gerichtet, in dem er Wagner mitteilte, daß er sein Auftreten in öffentlichen Versammlungen nicht mehr dulden werde. Gegen das Redeverbot hatte Wagner durch einen Rechtsanwalt beim Bezirksausschuß Einspruch erhoben und gefordert, die Anordnung des Polizeipräsidenten als rechtswidrig aufzuheben. Der Bezirksausschuß in Arnsberg hat jetzt durch Beschluß vom 10. Juli die Klage Wagners abgewiesen und ihm gleichzeitig die Kosten des Verfahrens auferlegt. 60 000 mark unterschlagen 0 Datteln, 19. Juli. Bei der Nachprüfung der Geschäftsvorfälle bei dem Dattelner Spar= und Darlehnskassenverein wurden Unregelmäßigkeiten aufgedeckt, welche wohl die Summe von 60000 RM. erreichen dürften. Die Unregelmäßigkeiten wurden begangen von drei Angestellten, die sofort fristlos entlassen wurden. Um eine völlige Klärung herbeizuführen, wurde auch die Geschäftsführung beurlaubt. Der Verlust findet seine Deckung in den Reserven des Spar= und Darlehnskassenvereins. Darüber hinaus aber werden alle Schuldigen zur Deckung des Verlustes herangezogen. Der Vorstand des Spar= und Darlehnskassenvereins unternahm auch in dieser Hinsicht alles Erforderliche, indem er einen weit höheren Betrag als der Verlust ausmacht, dinglich sicherstellen ließ. Eine genaue Durchsuchung wird eingeleitet. Somit dürfte für die Mitglieder des Dattelner Spar= und Darlehnskassenvereins, insbesondere für die Sparer, keinerlei Grund zur Beunruhigung gegeben sei. Stationskassen werden beraubt wp Siegen, 19. Juli. In den letzten Wochen wurden bereits die Stationskassen in Eisern, Niederscheldern usw. beraubt, denen sich jetzt wiederum zwei Einbrüche angliedern. Diebe drangen zum zweiten Male in die Stationsräume Kaan und Marienborn der Eisern=Siegener Eisenbahn ein und erbrachen die eisernen Geldkassetten. Da die Hauptgelder abends an die Hauptkasse abgeführt waren, fielen ihnen insgesamt nur 60 Reichsmark Bargeld in die Hände. Bisher sind die Täter noch unbekannt. Kundgebung für die Auslandsdeutschen Essen, 19. Juli. Gestern vormittag veranstaltete die Essener Gruppe des Vereins für das Deutschtum im Ausland in den Ausstellungshallen drei aufeinanderfolgende Feierstunden für die verlorenen Grenzlande, an denen insgesamt 10 000 Schüler= und Schülerinnen der Volksschulen. Mittel= und höheren Schulen teilnahmen. Prior Dietrich vom Stift Wilten bei Innsbruck hielt vor allen drei Gruppen die Festansprachen. Essener Stadtparlament * Essen, 19. Juli. Die Essener Stadtverordnetensitzung wurde eingeleitet mit einer Erklärung des Oberbürgermeisters Bracht über die Wirtschaftslage. Er wies auf die schwierigen Verhältnisse hin, die durch die Zahlungsstockungen entstanden sind. Ein Grund zur Beunruhigung sei nicht gegeben, insbesondere nicht für die Sparkasseneinlagen. Eine neue Inflation sei völlig ausgeschlossen. Bei Erhaltung der Währung könnten zweifellos die notwendigen Auslandskredite für die deutsche Wirtschaft flüssig gemacht werden, vorausgesetzt, daß es gelinge, in die Finanzgebarung der öffentlichen Hand endlich die schon längst fällige Ordnung hineinzubringen. Die Stadt Essen müsse sich zurzeit auf die dringendsten Leistungen beschränken, mit dem Ziele, daß insbesondere durch Aufrechterhaltung der Unterstützungszahlungen Ruhe und Ordnung gewährleistet werde und daß das Geschäftsleben ungestört seinen Gang gehen könne. Die Versammlung wählte die mit Ende dieses Jahres ausscheidenden Beigeordneten Kunz, Kloft und Krolik auf zwölf Jahre wieder, allerdings mit der Maßgabe, daß die Wahlzeit nur bis zum 65. Lebensjahr dauert. Danach scheidet Kunz am 1. April 1935 aus, Kloft am 1. April 1933 und Krolik am 1. April 1940. Der Rechnungsabschluß für 1930 und die Haushaltsübersc reitungen des Jahres 1980/81 wurden genehmigt, Der Fehlbetrag aus 1930 im Betrage von 2910000 Mark soll aus den ordentlichen Mitteln des Haushalts 1932 gedeckt werden. Die Haushaltsüberschreitungen aus dem Haushaltsjahr 1980 betragen 8 492074,54 Mark. Die Verwaltung legte dem Hause eine Gebührenordnung für die Benutzung des städtischen Schlacht= und Viehbofs vor: ihre Einführung bedeutet einen jährlichen Gebührenausfall von nahezu 190000 Mark. Die neue Satzung, die von dem Hause angenommen wurde, bedeutet den Endstrich unter den Streit, der vor einem halben Jahr zwischen der Essener Metzgerschaft und der Verwaltung ausgebroc du ist, weil diese den Großschlachtern Krupp und Konsumverein Eintracht Vorzugstarife eingeräumt hatte. Die Konsumräuber gefaßt * Essen, 19. Juli. Der Raubüberfall, der am 16. dieses Monats um 17.30 Uhr in der Konsumanstalt Eintracht an der Ecke Hammer= und Meißelstraße ausgeführt wurde, ist restlos aufgeklärt. Die unermüdlichen Fahndungsmaßnahmen der Beamten des Raubdezernats haben zu vollem Erfolg geführt. Die Täter wurden in den späten Abendstunden des 17. dieses Monats festgenommen. Es handelt sich um den 22 Jahre alten erwerbslosen Bergmann Ewald Barschat, Niederfeldstraße 62, und den 18 Jahre alten erwerbslosen Arbeiter Hermann Ringat, Niederfeldstraße 57. Barschat ist derjenige, der über den Ladentisch gesprungen ist, der Verkäuferin den Pfeffer ins Gesicht geworfen und das Geld geraubt hat. Erhöhung der Strom- und Gaspreise rw Düsseldorf, 19. Juli. In der Stadtverordnetenversammlung kam es zu längeren Erörterungen über die geplanten Maßnahmen zur Sicherung der Zahlung der Wohlfahrtsunterstützungen, der Löhne und Gehälter. Es wurde beschlossen, von der Erhöhung des Wassergeldes abzusehen, dagegen soll der Preis für elektrischen Strom und Gas um je 1 Pfennig erhöht werden. Diese Erhöhung soll für drei Monate durchgeführt werden. Die Mehreinnahme wird auf 390000 Reichsmark veranschlagt. Von der Preiserhöhung sollen die Erwerbslosen und Wohlfahrtsempfänger nicht betroffen werden. Schießerei in Krefeld O Krefeld, 19. Juli. In der vergangenen Nacht hörte ein Polizeibeamter in der Stephanstraße einen Schuß fallen. Der Beamte ging der Schußrichtung nach und bemerkte an der Ecke Ostwall= und Schwertstraße drei Männer, die nach einer ihm gegebenen Beschreibung als Täter für den Ueberfall in Frage kamen. Auf den Anruf des Polizeibeamten hin gab einer der Männer sofort mehrere Schüsse auf den Beamten ab. Der Beamte, der einen Steckschuß im Knie erhielt, machte in der Notwehr ebenfalls von seiner Schußwaffe Gebrauch. Zwei Personen trugen Bauchschüsse davon und wurden dem Krankenhause zugeführt. Die dritte Person flüchtete. Am Tatort wurden acht Hülsen gefunden. Von den Beteiligten gehört einer der KPD. an. Defraudank versucht Selbstmord Düren, 19. Juli. In der Sitzung der Spar= und Darlehnskasse in Niederau wurde gestern der nebenamtliche Rendant Peter Knipprath auf Grund von Veruntreuungen von der Leitung der Kasse entbunden. Knipprath hat mehrfach Gelder der Kasse entnommen und als Hypothek auf sein Haus eingetragen. Seit den Tode seiner Frau ist er dem Trunke ergeben. Der Defraudant ist 66 Jahre alt und verwaltete schon lange Jahre das Amt eines Rendanten. Durch die Veruntreuungen ist die Kasse nicht geschädigt worden, da der Schaden durch das Haus Knippraths gedeckt ist. Freitag mittag versuchte Knipprath, in Köln sich das Leben zu nehmen. Er sprang in den Rhein, konnte aber gerettet werden. Schwere Zusammenstöße in Wesel esel, 19. Juli. Gestern mittag gegen 12 Uhr der Esplanade eine große Kundgevung der sozialisten statt, an der ca.—6000 Personen w Wesel, fand auf, deNationalsozialisten statt, teilnahmen. Nach einer Auseinandersetzung über die Zulassung eines kommunistischen Diskussionsredners, der früher in der S. A. tätig gewesen war, erfolgte eine Schlägerei. Die Polizei griff sofort ein. Sie mußte, nachdem der Gummiknüppel allein nichts nützte, auch zum Revolver greifen und Schreckschüsse abgeben. Es gab mehrere Verletzte. Verschiedene Personen wurden festgenommen. Kleine Provinz-Kundschau □ Eine Kistenfabrik abgebrannt. Großfeuer vernichtete in Obernbeck bei Herford die Bökersche Kistenfabrik. Nur eine kleine Zahl von Klebemaschinen konnte gerettet werden. □1 Die Gattin eines Amsterdamer Großkaufmanns im=Zug bestohlen. Im=Zug Basel—Amsterdam wurde der Gattin eines bekannten Amsterdamer Großkaufmannz auf der Strecke Düsseldorf—Wesel aus einem Handkoffer Brillantschmuck im Werte von 25.000 hf! gestohlen, während sich die Dame in Begleitung ihres Gatten und ihrer Tochter im Speisewagen befand. Als Täter kommt ein Mitreisender in Frage, der den Zug wahrscheinlich in Wesel verlassen hat. □ Für 16000 Mark Uhren gestohlen. In Köln wurden vor einigen Tagen aus einem Personenkraftwagen zwei Koffer mit goldenen Herren= und Damenarmbanduhren im Werte von 16000 Mark gestohlen. Das Diebesgut konnte dem Geschädigten bis auf 18 Armbanduhren und neun Tischstanduhren wieder ausgehändigt werden. Zwei Personen wurden verhaftet. □ Bruder erschießt beim Spiel die Schwester. In St. Agatha bei Cuyk(Kreis Cleve) spielten die Kinder des Landwirts Bruisten in der Küche. Der 11 Jahre alte Sohn holte aus einer Bettstelle ein altes Gewehr, lud es und richtete die Waffe auf seine beiden Schwestern Odilia und Maria. Als der Schuß sich löste, stürzte die 9jährige Schwester Odilia tödlich getroffen vor den Augen der Mutter zu Boden, während die dabei stehende 6 Jahre alte Schwester Maria an Schulter und Kopf verwundet wurde. □ Aushebung von Falschmünzernestern. Nachdem es am Dienstag bereits gelungen war, in Eschweiler eine Falschmünzerwerkstatt auszuheben und vier Personen festzunehmen, konnten Beamte der Landeskriminalstelle in der Nacht zum Mittwoch auch in Düren eine Falschmünzerwerkstatt ausheben. Aus dem Nachbargebiet Stadttreis Gelsenkirchen Die Plünderungen in Gelsenkirchen Die Polizei berichtet weiter:„Der bei den Ausschreitungen in der Nacht zum Freitag entstandene Sachschaden durch Zertrümmerung der Schaufenster, Vernichtung von Dekorationen usw. wird von den betroffenen Geschäftsinhabern auf insgesamt 21000 Mark beziffert. Blindwütige Zerstörung hat diesen Schaden angerichtet, der in keinem Verhältnis zu dem Wert des Warenraubes steht, der nur 2400 Mk. ausmacht.“ Von dieser letzteren Summe entfällt überdies nur ein geringer Bruchteil auf Lebensmittel, was sehr bezeichnend ist. Auch kleine Läden, die leer standen, wurden nicht verschont. Z. B. hat man bei einem Anstreicher die vorhandenen Lackvorräte vernichtet. Samstag früh gegen 1 Uhr hatte die Polizei die Namen der Verletzten festgestellt. Es handelt sich um 1. Hellmut Donz, Luthenburg 9a, Armschuß schwerer Art. 2. Georg Bandorek, Wilhelminenstraße 179a, Beinschuß leichter Art, 3. Karl Läufer, Luitpoldstraße 8, Knieschuß, 4. Hermann Engels, Wanne=Eickel, Ellenbogenschuß, 5. Eduard Grysak, Waterloostraße 80, Bauchschuß schwerster Art. Die zu 1. und 2. Genannten liegen im evangelischen, die anderen im katholischen Krankenhaus zu Gelsenkirchen. Bei welcher Gelegenheit die Personen verletzt worden sind, konnte nicht überall festgestellt werden. Ebenso ist damit zu rechnen, daß sich weitere Verletzte bei Privaten befinden. Es wurden weitere sechs Personen festgenommen, so daß gegen 1 Uhr früh die Zahl der insgesamt Verhafteten auf 33 gestiegen war. Um diese Zeit war dank dem energischen Vorgehen der Schutzpolizei, die durch zahlreiche Kriminalbeamte wirksam unterstützt wurde, überall vollständige Ruhe eingetreten. Am Samstag vormittag schritt man zur Festnahme von drei weiteren Kommunisten, unter denen sich die Person befindet, die am Donnerstag abend gemeinsam mit anderen Tätern einen hilflos am Boden liegenden Schutzpolizeibeamten in der robesten Weise mißhandelten. Auch ein Funktionär der RGO. befindet sich unter den Festgenommenen. Obwohl die Ruhe vellständig wieder hergestellt ist, ist ein ständiger Streifdienst der Polizei in dem Unruheviertel eingerichtet. Stadttreis Wattenscheid Stadtverordnetensitzung. Dienstag nachmittag 5 Uhr findet im großen Rathaussaale wieder eine Stadtverordnetensitzung statt. Die Tagesordnung lautet: Einführung und Verpflichtung des Stadtverordneten Joswig. — Erhöhung der Kanal= und StraßenreinigungsgebühErweiterung der Rinderhalle des Schlachthofes. ren.— Erweiterung — Abnahme der Sparkassenrechnung für 1930 und Erteilung der Entlastung.— Erlaß einer neuen Schankerlaubnissteuerordnung.— Festsetzung der Berufsschulbeiträge für 1981/32.— Ersatzwahl für ein ausgelostes Mitglied des Kuratoriums des Oberlyzeums.— Ersatzwahl für zwei ausgeschiedene stellvertretende Mitglieder des Grundsteuer=Ausschusses.— Wahl eines Schiedsmannes.— Wahl der Vertrauensmänner zur Auswahl der Schöffen und Geschworenen.— Verschiedenes. Weiterverhandlung in geheimer Sitzung. Bestandene Prüfung. Fräulein Leny Lontzek gent. Hullmann, Gertrudisplatz 6, die in der französischen Schweiz studiert, erwarb durch, Ergmen das französische Sprachendiplom mit dem Prädikat„sehr gut".— Vor der Prüfungskommission unter dem Vorsitz des Oberschulrats Hellwig bestanden folgende Wattenscheider Lehrer ihr Mittelschullehrerexamen: In den Fächern Biologie und Erdkunde Lehrer E. Plate von der Südfeldmarkschule und Lehrer H. Reichert von der Neustadtschule; in evangelischer Religion Lehrer H. Wollenweber und Lehrer W. Reinke von der Altstadtschule; in Erdkunde Lehrer Westermann von der Melanchthonschule...4. Samnuue#.“ Verunglückt. Auf der Zeche„Hannoyer==6“ ereignete sich am Freitag auf der 7. Sohle in der Mittagschicht ein schwerer Grubenunfall. Gleich nach der Anfahrt wollte der Fahrsteiger Marquardt mit einem Kohlenzug fahren. Unterwegs muß wohl ein Kohlenwagen umgekippt sein und ihn sehr schwer verletzt haben. Er wurde sofort zutage und mit dem Krankenauto ins Krankenhaus gebracht. Marquardt ist verheiratet und wohnt in Günnigfeld, Alleestraße. Evangelischer Volksdienst. Im Parkhause in Günnigfeld tagte der Evangelische Volksdienst. Pfarrer Fortmann aus Bochum=Hiltrop sprach in seinem Referat über die Ziele des Evangelischen Volksdienstes. Im Anschluß an die Rede und eine Diskussion wurden Organisationsfragen erledigt. In der Ortsgruppe Günnigfeld soll eine rege Werbearbeit einsetzen. Die Mitgliedssaft soll wegen der Not der Zeit beitragsfrei bleiben. re. Stadttreis Wanne-Eicke! Das Arbeitsprogramm der kommenden Stadtverordnetensitzung. Nach zwei lebhaften und spannungsreichen Etatssitzungen dürfte die am 23. Juli angesetzte Stadtverordnetensitzung im allgemeinen einen programmäßigen Verlauf nehmen. Von den 39 der öffentlichen Sitzung befassen sich allein 16 Punkte mit Ersatzwahlen zu städtischen Ausschüssen. Die Aufnahme eines Darlehens von 690000 Mark zur Rückzahlung einer Schuld an die Westdeutsche Wegebaugesellschaft und die Umwandlung eines kurzfristigen Darlehns von 300000 Mark in ein langfristiges Darkehn, sowie einige Grundstücksübereignungen und sonstige Grundstücksangelegenheiten, darunter ein Grundstücksaustausch mit der katholischen Kirchengemeinde St. Josef, welche der Stadt den Pfarrgarten vor dem Pfarrhause übereignet und dafür südlich des Pfarrhauses auf städtischem Gelände einen neuen Garten anlegen will, bestreiten weitere 15 Punkte. Persönliches. Seinen 80. Geburtstag feierte am Sonntag der Invalide Wilhelm Hense, Alte Kolonie Nr. 15, der bereits 48 Jahre dem Krieger= und Landwehrverein Hordel angehört. Neben 8 Töchtern befinden sich 21 Enkel und 6 Urenkel unter den Gratulanten.— Seine Prüfung als Studienreferendar bestand cand. phil. Heinrich Dallmeier, Katzbachstraße 91, mit„gut".— Ihre Silberhochzeit konnten am Samstag die Eheleute Hermann Klages, Hindenburgstraße, festlich begehen. k. Kaufmann Karl Ullmann a. Als der auf der Lutherstraße Röhlinghausen wohnhafte Kaufmann Karl Ullmann am Samstag zum Geschäft fahren wollte, brach er plötzlice tot zusammen. Ein Gehirnschlag hatte seinem Wirken ein Ziel gesetzt. Der Verstorbene war ein eifriger Kämpfer in der Deutschnationalen Volkspartei und erfreute sich allseitig großer Beliebtheit und WertStahlhelm Röhlinghausen. Bei Thielepave in Röhlinghausen fand gestern morgen eine Versammlung des kürzlich hier neugegründeten Stahlhelm statt. Ortsgruppenführer Mönninghoff verpflichtete 34 neue Mitglieder. Eingehend wurde der Plan des neuen Sportplatzes auf dem Pluto=Thisgelände besprochen. Am Dienstag nimmt der Stahlhelm an der Beerdigung des Kameraden Ullmann teil." ur. Reibereien. Bei einem Propagandamarsch der RSDAP. kam es am Samstag an verschiedenen Stellen der Stadt zu kommunistischen Störungsversuchen. Die Polizei stellte die Ruhe schnell wieder her.„„ur. Den Verletzungen erlegen. Der bei einem Verkehrsunfall auf der Wanner Straße schwer zu Schaden gekommene Motorradfahrer Siewerk ist an den erlittenen Verletzungen gestorben. Seine ebenfalls mit verunglückte Braut befindet sich noch im Krankenhaus.„ ur. Tötlicher Unfall. Am 19. Juli, gegen.45 Uhr, wurde der Kokereiarbeiter Johann Koch, 80 Jahre alt, wohnhaft Gelsenkirchen, Ewaldstraße 12, auf der Wilhelmstpaße in Wanne=Eickel in Höhe der Berufsschule von einem bisher noch unbekannten Auto überfahren, wodurch er sich einen Sc ädelbruch zuzog und etwa zwei Stunden danach im St.=Anna=Hospital verstarb. Nach Lage der Sache trägt der Führer des unbekannten Personenkraftwagens die Schuld.„ p. Kam ein Vöglein geflogen. Ein Kanarienzüchter aus der Kaiser=Wilhelmstraße kam durch eine kleine Unterlassungssünde um einen wertvollen Teil seiner Kanarienvogelzucht. Beim Füttern muß irgendwie die Vogelbauertür offen geblieben sein. Die Kanarienvögel, vom Licht der Freiheit angezogen, nutzten die Gelegenheit aus. In ganz kurzer Zeit war eine Revolution in dem Raum, wo eine verhältnismäßig große Anzahl Vögel untergebracht war. 30 Kanarienvögel suchten das Weite. Die Tierchen werden im Freien elend umkommen.*“ Kind vom Auto überfahren. Samstag nachmittag gegen 2 Uhr ereignete sich auf der Hindenburgstraße im Stadtteil Eickel ein schwerer Verkehrsunfall. dem ein etwa zehn= bis zwölfjähriger Knabe zum Opfer fiel. Ein Personenkraftwagen passierte in mäßiger Geschwindigkeit die Hindenburgstraße, als plötzlich drei Schulknaben die Straße überqueren wollten. Der Autoführer versuchte sofort, sein Auto zum Halten zu bringen, was jedoch nicht mehr rechtzeitig gelang. Herbeieilende Passanten konnten nur noch den blutüberströmten Knaben unter dem Wagen hervorziehen und sorgten für dessen Ueberführung ins Krankenhaus, wo man jedoch nur noch den Tod des Knaben feststellen konnte. Nach Angaben der Augenzeugen scheint den Führer des Wagens keine Schuld zu treffen. Stadttreis Herne Selbstmordversuch durch Kleesalz. Ein Arbeiter aus Dortmund befand sich am 16. Juli, gegen 20.45 Uhr, in einer Wirtschaft in der Bahnhofstraße. Dort bestellte er sich ein Glas Bier, schüttete Kleesalz in das Glas und trank es leer. Er mußte sofort dem katholischen Krankenhaus zugeführt werden. Lebensgefahr besteht nicht. Das Motiv zur Tat ist unbekannt.*“ dem Gerichtssaal Parteifanatiker s Hagen, 19. Juli. Im vorigen Jahre überfiel bekanntlich der noch junge Kommunist Zentarra mit fünf Spießgesellen den jugendlichen Nationalsozialisten Sander und richtete ihn durch Messerstiche derart zu, daß er andern Tages starb. Jetzt stand sein Bruder Josef Zentarra vor Gericht, um sich wegen einer ähnlichen Tat zu verantworten. Unter Anführung Zentarras hatte eine kommunistische Bande den Führer der Hagener Hittlerjugend, Becker, am hellen Mittag vor dem Postamt in der Gartenstraße meuchlings überfallen und verletzt. Das Gericht verurteilte den Josef Zentarra im Hinblick auf die Feigheit und Roheit des Ueberfalles zu 6 Monaten Gefängnis, und zwar ohne Bewährungsfrist.— Gegen den Hagener Geschäftsführer der Nationalsozialisten Faust und gegen den Sturmführer Schulte=Nimberg ist eine Anzeige wegen Anstiftung zum Mord erstattet worden. Sie sollen an einer Besprechung teilgenommen haben, in der die Schießerei gegen die Kommunisten am 28. Mai d. J. besprochen und angeordnet worden sei. milde Strafe s Düsseldorf, 17. Juli. Das Schwurgericht verurteilte heute den Wohlfahrtsarbeiter Palm wegen Körperverletzung mit Todeserfolg zu drei Jahren Gefängnis. Palm hatte am 5. Mai eine gewisse Pickelmann, die er auf einem Rummelplatz kennen gelernt hatte, an einer Eisenbahnböschung erwürgt und in einen Sumpf geworfen, weil sie seinen Wünschen nicht entgegenkam. Hüte bIs zu 508 herabgesetzt. Modelle tells billiger Bamolnats Salson-Ausverkauf Strickwaren StTOR“ waren radikal herabgesetzt nur gute Qualltäten 100 Strickklelder 9* 10°0 Pullover, Jacken, Westen von 3 9 — Usw. 50 an WIAN SADAEN Kortumstraße 76 Zu kaufen gesucht: Vomotette tloriehtung Konsitüren=-Geschäft, teste Tische und Stühle, 3 die 4 m stablle Glaswand, Real mit Rollade. Ausstellungsschränke Anzeb. unter I. Pl. 6292 an die Oeschäftest, dies. Zeitung mit genauer Preisangebe. Cröbe und Beschaffenheit. Eine gute Kapitalanlage ist der Kauf eines Plavos, Flügels oder Harmoniume. Ein Plano ist nicht allein ein wertvolles Möbelstück, sondern er schafft auch Freude durch Selbstmusisleren und bietet Ihren Kindern Bildungsmöglichkeiten. 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Der Geschäftsführer des Vereins der Deutschen Eisen= und Stahlindustriellen, Dr. Reichert, wendet sich in einem offenen Brief an den Reichskanzler. Er müpft an die Worte des Reichskanzlers auf den Bankiertag an, daß das Gesamtmaß an kurz= und langfristigen Krediten nicht über den Betrag anschwellen dürfe, der nach den gegebenen Verhältnissen aus eigener Wirtschaft heraus alimentiert werden könne und sagt, dieses Gesamtmaß sei seit langer Zeit weit überschritten. Dr. Reichert stellt fest, daß der Schuldendienst für die langfristigen Anleihen 875 bis 900 Millionen, die Verzinsung der kurzfristigen Auslandskredite 480 Millionen, zusammen also 1355 bis 1380 Millionen Reichsmark erforderten. Dazu kommen die Renten des überfremdeten Besitzes an deutschen Grundstücken und der ausländischen Beteiligungen, die Reichert auf 420 bis 480 Millionen schätzt. Die gesamte Auslandsverschuldung und Ueberfremdung der deutschen Wirtschaft belaste also unser Volkseinkommen jährlich mit 1¾ Milliarden Reichsmark und mehr. Rechne man den Schuldendienst und die Tributleistungen zusammen, dann ergebe sich eine jährliche Verpflichtung Deutschlands von 3,5 bis 3,6 Milliar= den Reichsmark. Deutschland habe mit den zahlreichen und großen Leistungen nach dem Versailler Diktat bereits mehr als 25 v. H. seines Volksvermögens geopfert, also bereits zehnmal so viel wie 1871 Frankreich. Deutschland könne überhaupt keine Verpflichtungen mehr zur Leistung weiterer Tribute anerkennen. Die Annahme der neuen Vorschläge, durch die, abgesehen von den drohenden neuen politischen Fesseln, der jährliche Schuldendienst Deutschlands an zwei Milliarden herankommen würde, wäre keine Lösung aus der Schuldverstrickung, sondern nur eine sinnlose weitere Vermehrung der deutschen Schuldenlast. Kein irgendwie geartetes Wirtschaftssystem, auch kein System des Staatssozialismus oder Kommunismus sei in der Lage, diesen Druck zu überwinden. Den Kapitalentzug innerhalb des letzten Jahres errechnet Reichert auf 6,5 bis 7,5 Milliarden. Den dadurch verursachten Erschütterungen ließe sich in der Zukunft nicht vorbeugen, wenn nicht neben einer völligen Beseitigung der Tributlasten eine erhebliche Herabsetzung unserer Auslandsverschuldung herbeigeführt würde. Angesichts der Katastrophe müsse man feierlich vor aller Welt betonen: Damit allein, daß man kurzfristige Auslandskredite beschränke, aber langfristige Auslandsanleihen weiterhin zulasse, werde die deutsche Schicksalsfrage nicht gelöst. Es nutze nichts, nur an den Symptomen unserer Krankheit, d. h. nur an den Auslandskrediten herumzukurieren, wenn man nicht im Gegenteil die Hauptursache der Auslandsverschuldung, nämlich das Tributsystem, ein für alle Mal begrabe. Es gehe darum, den ganzen ungeheuren Krankheitsherd samt allen Krankheitsstoffen aus dem deutschen Wirtschaftskörper zu entfernen. Das erfordere eine möglichst weite Herabsetzung unserer Auslandsverschuldung, und es verlange vor allem eine alsbaldige vollständige Beseitigung des ganzen Tributsystems. Forderungen des Gewerkvereins cheistiicher Vergarbeiter Bochum, 19. Juli. In Bergarbeiterversammlungen des Ruhrreviers nahm der Gewerkverein christlicher Bergarbeiter Stellung zur wirtschafts= und finanzpolitischen Lage Deutschlands. Es wurde wiederholt mit Nachdruck die Erwartung ausgesprochen, daß die scharfen Bestimmungen der Notverordnung, die besonders die Lebenslage der arbeitnehmenden Schichten erheblich bedrücken, baldigst gemildert würden. Weiter wurde verlangt, daß das Sanierungswerk an der Reichsknappschaft von der Reichsregierung eine Erweiterung erfahre. Bezüglich des Aufrufes der Arbeitgeberorganisationen des Ruhrbergbaues und der westdeutschen Eisen= und Metallindustrie wurde betont, es unterliege keinem Zweifel, daß weite Unternehmerkreise ein Interesse daran haben, die in den letzten Jahren betriebene Mißwirtschaft, die im Ruhrbezirk sich besonders schwer auf die Lebenslage der weiten arbeitnehmenden Schichten ausgewirkt habe, zu bemänteln. Daran könne aber weder der Staat noch auch die Arbeiterschaft ein Interesse haben, im Gegenteil, müsse diese adarauf bestehen, daß eine staatliche Untersuchung nach Ueberwindung der Geld- und Kreditkrise erfolge, die über die wahren Ursachen der Finanzkrise restlose Aufklärung bringe. Im übrigen solle die schreckliche Notzeit den Gemeinschaftswillen des deutschen Volkes stärker hervortreten dassen. Deutschland müsse befreit werden von untragbaren Reparationslasten und seiner Bedeutung entsprechend Lebensraum und Lebensmöglichkeit erhalten. Naturkatastrophe in Süd-Mexiko London, 19. Juli. Der südliche Teil Mexikos ist in London eingetroffenen Meldungen zufolge in den letzten 24 Stunden von schweren Erdstößen, verbunden mit außergewöhnlichen Regenfällen heimgesucht worden. Mehrere Städte sind von den angeschwollenen Flüssen überflutet worden, zahlreiche Menschen sind ertrunken. Einzelheiten liegen noch nicht vor. Barchsanrunger., gat Rirssearr. 5 Berlin, 19. Juli. Der Reichsminister des Innern Dr. Wirth hat zu Ausführungen der zweiten Verordnung des Reichspräsidenten zur Abwehr politischer Ausschreitungen vom 17. Juli 1931 in einem Schreiben an die obersten Reichs= und Landesbehörden Richtlinien herausgegeben, in denen es u. a. heißt: „Die Verordnung soll eine verantwortungsbewußte sachliche Kritik in anständiger Form an den Maßnahmen und Kundgebungen der Reichsund Landesbehörden weder unterbinden, noch erschweren. Sie hat den Zweck, der Brunnenvergiftung entgegenzutreten, wie sie im politischen Kampf durch Verschweigung und Entstellung. wahrer und Behauptung falscher Tatsachen in letzter Zeit in bedauerlichem Umfange geübt worden ist. Zu diesem Zwecke wird den obersten Reichs= und Landesbehörden innerhalb ihres Zuständigkeitsbereiches sowohl das Recht eingeräumt, die Aufnahme von Entgegnungen zu den von der Zeitung aufgestellten Behauptungen zu verlangen, wie auch die Möglichkeit gewährt, ihrerseits die Aufnahme von Kundgebungen zu verlangen, an deren Bekanntwerden ein öffentliches Interesse besteht, die die Zeitung aber trotzdem nicht veröffentlicht. Eine Stellungnahme zu solchen Kundgebungen steht den Zeitungen nach wie vor frei. Nur zu einer amtlichen Entgegnung ist eine Erwiderung in der gleichen Nummer ausgeschlossen. Das Recht, die Aufnahme von Kundgebungen zu verlangen, soll beschränkt bleiben auf Veröffentlichungen öffentlichen Charakters, an deren Bekanntwerden ein erhebliches öffentliches Interesse besteht. Eine kleinliche Handhabung der Verordnung ist unbedingt zu vermeiden. Auch ist darauf Bedacht zu nehmen, daß zu einer Mitteilung der Zeitung stets nur eine amtliche Entgegnung eingesandt wird. Die Reichsregierung wird zum Zwecke der Herstellung der in dieser Beziehung erforderlichen Einheitlichkeit die Presseabteilung der Reichsregierung mit der Aufgabe betrauen, sämtliche von den verschiedenen Reichsressorts gewünschten Kundgebungen und Entgegnungen entgegenzunehmen. Es dürfte sich empfehlen, daß die Länder in gleicher Weise eine einheitliche Stelle für diesen Zweck bestimmen. Es ist aber auch erforderlich, daß bei der Handhabung des§ 1 der Verordnung die nötige Einheitlichkeit zwischen Reich und Ländern hergestellt wird. Es muß vermieden werden, daß von Reich und Land ohne gegenseitiges Einverständnis in derselben Sache Entgegnungen veröffentlicht werden. Anordnungen In seinen Durchführungsbestimmungen ordnet der preußische Innenminister Severing an, daß die Oberpräsidenten, der Regierungspräsident in Sigmaringen und der Berliner Polizeipräsident die Aufnahme einer Kundgebung oder Entgegnung nach der neuen Verordnung aus eigener Entschließung nur verlangen dürfen, soweit ihr eigener sachlicher oder örtlicher Amtsbereich betroffen wird. Inhalt und Fassung solcher Kundgebungen oder Entgegnungen müssen den Richtlinien der Reichs= und Landespolitik Rechnung tragen. Soweit Kundgebungen oder Entgegnungen für notwendig erachtet werden, zu denen die nachgeordneten Behörden aus eigener Entscheidung nicht zuständig sind, verlangt der Innenminister sofortigen telegraphischen oder telephonischen Bericht. Er ersucht in dem Runderlaß noch im Interesse der Befriedigung der Bevölkerung und zur Verhinderung der Erzeugung von Katastrophenstimmungen", von den Befugnissen der Notverordnung zwar nachdrücklich, aber unter Vermeidung kleinlicher oder gar schikanöser Handhabung Gebrauch zu machen. Riesenbrand in der Tschechei Sechs Tote, 20 Schwerverletzte Prag, 19. Juli. Ein Brand zerstörte fast die ganze Ortschaft Vaszefz. Er hat sechs Menschenleben gefordert. Vier Kinder, die allein zu Hause waren, verbrannten, ebenso zwei Männer, die bei den Rettungsarbeiten ohnmächtig wurden und in die Flammen fielen. 18 Schwerverletzte wurden ins Krankenhaus gebracht. Die gesamte Habe der Bevölkerung, 130 Rinder, 120 Pferde und und 160 Schweine, außerdem viele landwirtschaftliche Geräte und Maschinen fielen den Flammen zum Opfer. Insgesamt sind 3400 Menschen obdachlos geworden. Lebensmittel und 20 Eisenbahnwagen mit Holz für Wohnbaracken sind bereits an der Unglücksstelle eingetroffen. Ueber die Ursache des Brandes ist noch nichts bekannt, doch wird Brandstiftung angenommen, da an drei verschiedenen Ortsteilen zu gleicher Zeit Feuer ausbrach. Ein Feuerwehrauto stürzte auf der Fahrt zur Brandstelle in einen Graben, wobei fünf Feuerwehrleute leicht und zwei schwer verletzt wurden. PianderFuewere Piladmfie Vorerlt keine Börfe Der Berliner Börsenvorstand hat beschlossen, mit Rücksicht auf die Beschränkungen des Zahlungsverkehrs die Eröffnung der Wertpapier- und Metallbörse vorläufig auszusetzen. Sobald der Zahlungsverkehr es gestattet, wird über die Wiedereröffnung Beschluß gefaßt werden. Die Produktenbörse soll in dem bisherigen beschränkten Umfange tätig bleiben. Auch die Kuxenbörse in Essen und Düsseldorf bleibt bis auf weiteres geschlossen. Die gleichen Beschlüsse faßten die Börsenvorstände anderer Börsen, z. B. Köln und Hamburg. Gründung der AutofransportKonfor G. m. b. H. In Berlin ist die Autotransport-Kontor G. m. b. H. gegründet worden. Ihre Aufgabe ist, durch Errichtung von Lagerraumausgleichs- und Vermittlungsstellen für den gewerblichen Kraftverkehr eine rationelle Ausnutzung des Frachtraumes zu erzielen und bei einer gesetzlichen Tarifbindung die Kontrolle über deren Einhaltung zu übernehmen. Träger dieser Autotransport-Kontor G. m. b. H. sollen die örtlichen Organisationen der Lastkraftwagenbesitzer selbst werden. Zur Durchführung dieser Pläne sollen zunüchst in Rheinland und Westfalen, wo sich etwa 1000 von den 4000 in Deutschland fahrenden gewerblichen Lastzügen konzentrieren, eine Anzahl von Bezirkskontoren als Zweigstellen der G. m. b. H. errichtet werden. Zum Zwecke der Mitwirkung an der Durchführung der Autotransport-Kontore beabsichtigen die Frachtführer, sich in der Interessengemeinschaft Rheinisch-Westfälischer Transportunternehmer mit dem Sitz in Düsseldorf zusammenzuschließen. Die einzelnen Bezirksgruppen des Verbandes sind Jeweils einem Bezirkskontor der G. m. b. H. zugetellt. Die Organisation wird mit den anderen Zusammenschlüssen des Autotransportgewerbes, wie z. B. der DeuKraft, zusammenarbeiten und so eine gemeinsame Arbeitseinteilung der Kraftverkehrswirtschaft anstreben. Heute Entscheidung über Nordwolle Die Entscheidung über die Weiterführung der Norddeutschen Wollkämmerei.-G. in Bremen wie auch die Frage, ob ein Konkurs- oder Vergleichsverfahren beantragt werden soll, ist bis zum Montag vertagt worden. Der Hauptgrund dafür ist, daß man sich vor allem bemüht, Geldmittel zu beschafken, was bisher noch nicht gelungen war. Man bekindet sich zu diesem Zweck auch in Verhandlungen mit den bisherigen ausländischen Kreditgebern. Inzwischen ist seitens eines ausländischen Gläubigers ein Antrag auf Konkurseröffnung bei dem zuständigen Gericht in Bremen vestellt worden. Dieser Antrag wird zur Zeit geprütt.„ Erhaltung der Danatbank Der Treuhänder der Danatbank, Staatssekretär D. Bergmann, erklärte, daß die Danatbank Bich seiner Ansicht nicht untergehen dürfe. Die Aufgabe des Staatskommissars sei es nicht, das gustitut zu zerschlagen. Man hoffe vielmehr, daß die Bemühungen um seine Erhaltung von Erfolg begleitet sein würden. Spitzenverbände gegen Goldklaufel Wie wir erfahren, haben sich die Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft, Industrie. Großhandel #nd Einzelhandel einhellig gegenüber ihren Mitgliedsverbänden und allen angeschlossenen Firmen scharf dagegen ausgesprochen, daß Goldklauseln oder ähnliche Bestimmungen bei den Abrechnungen eingeführt werden. Zu solchen Klauseln, die hier und da in unbegründeter und übereiliger Angst geplant und vereinzelt vielleicht schon angewandt wurden, bestehe absolut kein Anlaß, die Abnehmer der Waren sollten sich scharf gegen solche Kautelen wenden. Deutsche Guthaben bei dänischen Banken Die Kopenhagener Hauptbanken beschlossen, daß sie in gleichem Umfange, wie die deutsche Notverordnung das Guthaben dieser Banken in Deutschland sperrt, auch das deutsche Guthaben bei den betreffenden Kopenhagener Banken sperren. Hat also eine deutsche Bank ein Guthaben bei einer der Kopenhagener Banken, diese Kopenhagener Bank aber kein Guthaben bei einer deutschen Bank, so steht das Guthaben der deutschen Bank zur freien und vollen Disposition. Nichfannahme der Reichsmark in Rußland wird bestraft Verschiedene staatliche Organisationen in der Sowjetunion, darunter auch in Moskau, haben die Annahme von deutscher Reichsmark verweigert. Die Valuta-Verwaltung des Finanzkommissariats der Sowjetunion teilt zu diesen Vorgängen mit, daß sämtliche russischen privaten und staatlichen Unternehmungen verpflichtet seien, die Reichsmark als Valuta zum amtlichen Kurs, wie ihn die Reichsbank festsetze, anzunehmen. Personen oder staatliche Organisationen, die sich weigerten, Reichsmark als normales Zahlungsmittel anzunehmen, würden sehr streng bestraft. Im Zusammenhang mit dieser Erklärung hat die OGPU. sechs Leiter der staatlichen Organisationen in Moskau verhaftet, weil sie sich geweigert haben, Reichsmark anzunehmen. „Ablolutes Vertrauen zu Deutschland“ Von der englischen Firma H. J. Lee erhielten wir folgendes Schreiben: Ich bin ein englischer Kaufmann, der Geschäfte in Deutschland tätigt und eine Zweigstelle in Düsseldorf unterhält, wo ich 14 Angestellte beschäftige. Da ich bestrebt bin, meinen deutschen Freunden gegenüber meine Sympathie in ihrer detzigen schwierigen Lage zu beweisen, habe ich meinen dortigen Geschäftsführer beauftragt, alles daran zu setzen, unser laufendes Bankguthaben zuerhöhen und keine Beträge abzuheben mit Ausnahme der nötigen Personalgehälter und eiligen Zahlungen, die sich aus innerdeutschen Geschäften ergeben. Ich habe hinsichtlich der Zukunft Deutschlands absolutes Vertrauen, und wenn jeder Deutsche sein Vertrauen in dem Maße zeigt, wie dies meinerseits als Ausländer geschieht und so handelt wie ich, muß die Krise überwunden werden.“— Zur Nachahmung empfohlen. Reichsmittel für Borsig Die A. Borsig G. m. b. H. in Berlin hatte vor einiger Zeit an die Reichsregierung das Ersuchen gerichtet, zur Aufrechterhaltung ihrer Betriebe im Rahmen des Notprogramms zur Arbeitsbeschaffung eine Reichsunterstütsung zu gewähren. Die Reichsregierung hat sich nunmehr entschlossen, einen Vorschuß auf Aufträge zu gewähren, die nach und nach zur Ausführung gelangen werden. Wie verlautet, ist vom Reich den Borsigwerken ein Betrag von über eine Million Reichsmark im voraus gegeben worden. Franzöfische Kohleneinfuhrbelchrankung Die französische Regierung hat eine Verordnung in Kraft gesetzt, wonach die Einfuhr von Koks, Steinkohlen- und Braunkohlenbriketts mit Wirkung ab 20. Juli und die Einfuhr auf dem Wasserwege mit Wirkung ab 27. Juli nur unter Vorlegung eines Einfuhrscheines möglich ist. Ein Ausschuß soll die Anträge auf Ausstellung dieser Einfuhrscheine prüfen. Hüttenkoks und Koks für Kokereien kann bis 1. Septembr ohne Einfuhrerlaubnis eingeführt werden. Wie verlautet, wird sich dieser Ausschuß von dem Gedanken leiten lassen, die Kohlenausfuhr derjenigen Länder, die in der letzten Zeit ihre Einfuhr nach Frankreich besonders stark ausgedehnt haben, in erster Linie zu beschränken. Dagegen soll bei denjenigen Ländern, die, wie Deutschland, bereits ihre Einfuhr nach Frankreich von sich aus ermäßigten, eine geringe Einschränkung eintreten. Treffen diese Gerüchte zu, würden von der Verminderung am stärksten Polen und Holland betroffen. Starke Goldabgänge bei der Bank von England Beträchtliches Aufsehen erregt die Mitteilung der Bank von England, daß am Samstag Goldbarren im Werte von 1 155 836 Pfund Sterling(23.1 Millionen Reichsmark) nach dem Kontinent verschifft worden sind. Dies erhöht den Gesamtverkauf der Bank von England an Goldbarren in der abgelaufenen Woche auf 8096 345 Pfund Sterling(rund 162 Millionen Reichsmark)." Quer durch die Wirtschaft Unter der Firma Ruhr-Lackwerke.-G. in Nehelm ist eine neue Aktiengesellschaft mit 125000 Reichsmark .-K. gegründet worden. Justizrat Gottschalk hat gegen die Generalversammlungsbeschlüsse der Glanzstoff-Fabriken.-G. vom 23. Juni 1931 Anfechtungsklage erhoben. Der erste Verhandlungstermin steht am 1. Oktober 1931 vor dem Landgericht Wuppertal-Elberfeld an. Die alte Schrauben- und Mutternfabrik Cleff-Werke .-G. in Wuppertal-Cronenberg, die 1923 in eine.-G. umgewandelt wurde, hat ihre Zahlungen eingestellt und beabsichtigt, Im Rahmen eines Vergleichsverfahrens zu liquidieren. Der Betrieb ist wegen der ungünstigen Absatzverhältnisse in dieser Industrie schon vor einiger Zeit stillgelegt worden. Die vom Statistischen Reichsamt für den 13. Juli berechnete Richtzahl der Großhandelspreise stellt sich auf 112.3, d. h. um.2 v. H. höher als in der Vorwoche. * Die seit 84 Jahren bestehende Damenmäntelfabrik Paul Hlelscher in Berlin hat laut„Textilwoche“ mit etwa 150 000 Reichsmark Paselven die Zahlungen eingestellt. * Die Ver. Bandweberei.-G. in Elberfeld hat mit den Gläubigern im gerichtlichen Vergleichsverfahren einen Vergleich auf der Grundlage vereinbart, daß 50 Prozent derjenigen Forderungen ratenweise gezahlt werden sollen, die am 1. Januar 1930 bei Einleitung des Moratoriums geltend gemacht worden sind. * Altenessener Schweinemarkt vom 18. Juli. Auftrieb: 1669. Es kosten im Großhandel: Ferkel(Durchschnittspreise): 6 bis 8 Wochen alte 5 bis 10 Reichsmark, 8 bis 3 Wochen alte 10 bis 16 Reichsmark, Läuferschweine: 3 bis 4 Monate alte: 16 bis 22 Reichsmark, 4 bis 6 Mo. nate alte 22 bis 40 Reichsmark(größere entsprechend häher). Marktverlauf: langsam.— Aus dem Gerichtssaut Fünfzehnjähriger Vater! Ein krasser Fall Sdp Dortmund, 19. Juli. Die seltsamsten Lebensschicksale, die selbst die Phantasie eines Romanschriftstellers nicht ersinnt, dichtet manchmal das Leben. Ein besonders krasser Fall wurde am 25. Juni durch ein Urteil des Dortmunder Landgerichts abgeschlossen. Es handelte sich um einen Alimenten=Prozeß. Die Mutter des unehelichen Kindes war 85 Jahre alt und bei den Eltern des 15jährigen Vaters dieses Kindes als Verkäuferin beschäftigt. Bei Geschäftsaufgabe wurde sie entlassen. Ihre Angehörigen wohnten in Bochum. Da sie aber ihre Erwerbslosenunterstützung in Dortmund bezog, gestattete man der Verkäuferin, bei ihren früheren Arbeitgebern wohnen zu bleiben, wofür sie die Beaufsichtigung der beiden kleinen Kinder, der Geschwister des 15jährigen übernahm. Es fiel auf, daß die Verkäuferin dem 15jährigen Jungen sehr zugetan war und ihm öfters Geld für Zigaretten und Schleckereien zusteckte. Eines Tages überraschte die Mutter ihren 15jährigen Sohn in einer eindeutigen Situation bei der 35jährigen Verkäuferin. Sofort wurde der Sohn aus dem Hause geschafft und aufs Land geschickt. Auch das Mädchen mußte sofort das Haus verlassen. Dann maß man dem Vorfall keine Bedeutung mehr bei. Im Jahre 1927 kam der jetzige Ehemann der damaligen Verkäuferin zu der Mutter des Jungen, der inzwischen Lehrling geworden war und forderte von ihr Möbelstücke, wie z. B. Bett. Kleiderschrank und dergl. mit dem Bemerken, daß er das Mädchen geheiratet habe und sie ihm gestanden hätte, daß der Vater ihres unehelichen Kindes eben jener Lehrling sei. Die Mutter ließ sich zu keinen Zugeständnissen herbei. Nun strengte das Jugendamt für das Kind die Alimentationsklage an, die sich gegen den Lehrling richtete. In erster Instanz wurde die Klage abgewiesen. Die Klägerpartei legte Berufung beim Landgericht ein. Hier wurde der Lehrling für schuldig befunden und verurteilt, monatlich 30 Mk. Unterhaltskosten zu zahlen.— Rein rechtlich ist gegen dieses Urteil nichts einzuwenden. Und doch muß die Frage aufgeworfen werden: Wer ist hier der wahrhaft Schuldige? Die 35jährige Verkäuferin ließ sich mit einem 15jährigen Knaben ein. Sie mußte sich der Tragweite ihres Handelns bewußt sein, was bei dem 15jährigen nicht unbedingt der Fall zu sein brauchte. Es ist ein grober Fehler in unserer Zivilprozeßordnung, daß in Alimentenprozessen das Kind als Kläger gegen den mutmaßlichen Vater auftritt. das Kind, vertreten durch das Jugendamt oder einen sonstigen gesetzlichen Vertreter. Die Mutter des Kindes dagegen, deren Interessen sich mit denen der Klägerpartei vollkommen decken, gilt prozessual nicht als Klägerin, sondern tritt als Zeugin im Verfahren auf und kann vereidigt werden. Hier liegt die Quelle für zahllose Urteile, die, obwohl sie rechtlich durchaus haltbar und unanfechtbar sind, trotzdem oft genug als krasse Ungerechtigkeit empfunden werden müssen. Schnapsfabrikation in der Waschanstalt 11 Monate Gefängnis und 156 666,40 RM. Geldstrafe. § Essen, 19. Juli. Im März 1930 gründeten die aus Süddeutschland stammenden Gebrüder Georg, Hyronimus und Alfons Scheerer im Stadtteil Borbeck in den Räumen der ehemaligen Borbecker Maschinenfabrik einen Wäschereibetrieb. Die Kessel, Dienstag bis Freitag mit schmutziger Wäsche gefüllt, dienten in den übrigen Tagen der Woche zur Herstellung von Branntwein. Hyronimus, der Fachmann, besorgte den technischen Teil, Georg, von Hause aus Kaufmann, organisierte den Absatz der Produktion, die nach Schätzungen der Zollfahndungsstelle monatlich ca. 4800 Liter betragen haben soll. Zwei Monate lang herrschte bei der durch die Waschanstalt geschickt getarnten Schwarzbrenner Hochkonjunktur, bis die Zollfahndungsstelle den langgesuchten Konkurrenten des Branntweinmonopols entdeckte und auf dem Hofe ein Lieferauto mit Inhalt (386 Liter Schnaps) sicherstellte. Diese Sendung sollte gerade unter der Obhut von Alfons zu einem Kunden abrollen. Das Schöffengericht, das sich am 22. April 1931 mit dieser Angelegenheit beschäftigte, verurteilte Georg Scheerer wegen Vergehens gegen das Branntweinmonopolgesetz zu sechs Monaten Gefängnis und 142 284 RM. Geldstrafe, Hyronimus Scheerer zu fünf Monaten Gefängnis und 142 284 RM. Geldstrafe und Alfons Scheerer zu einem Monat Gefängnis. Gegen dieses Urteil legten sowohl der Staatsanwalt als auch die Gebrüder Scheerer Berufung ein, letztere hauptsächlich wegen der zu zahlreichen Schätzung der Produktion ihrer Schwarzbrennerei. Die Strafkammer ermäßigte die Geldstrafen ganz erheblich und zwar aus dem Grunde, weil es nach der Beweisaufnahme und dem Sachverständigengutachten zugunsten der Angeklagten eine geringere Kapazität der geheimnisvollen Brennerei annahm(insgesamt„nur“ 2650 Liter). Die Strafe lautete gegen: Hyronimus Scheerer auf fünf Mongte Gefängnis und 57 129,60 RM. Geldstrafe, sowie 15 900 RM. Wertersatz, Georg Scheerer auf sechs Mongte Gefängnis, 57 129,60 RM. Geldstrafe sowie 15900 RM. Wertersatz, Alfons Scheerer wegen Monopolhehlerei auf 8 291,20 RM. Geldstrafe und 2816 RM. Wertersatz. Für die Wertersatzstrafe haften die Angeklagten der Zollbehörde als Gesamtschuldner. Sind die Geldstrafen nicht beizutreiben, so tritt für je 2000 RM. ein Tag Gefängnis. Die Untersuchungshaft wird voll angerechnet. Waren-Posten nie dagewesen billig, nur einzelne von Hunderten von Angeboten! Ein Posten! Crèpe-GeorgettesDruck und einfarbig. ca. 100 cm breit, Ia neue Muster Kunstseide. " Meter Nur solange Vorrart! Crèpe-Maroc ca. 100 cm breit, srobes Farb. □ □ sortiment, einfarbig u. bedruckt#### Aeter 4 Zugreifen! Waschsamt-Druck nur solide Köperware, in schönen Nlustern Meter Spitzen-Leistung! Elg. Tweed-Stoffe moderne kleine Muster, besonders gute Ware, mod. Farben, Meter Fabelhafte Gelegenheit! Kinder-Kleider 1. 40 cm aus kunstseiden Beiderwand oder aus feinem Rips, alle Farben und Größen jede weitere Größe 15 Pf. mehr Woll-Mousseline Restposten, reine Wolle, jeder Meter Wasch-Kunstseide enorm billig. im Ausverkauf jeder Meter 588 Wollousseline reine Wolle, schöne Muster, jeder Meter Mantel-Stoffe engl. Art. 140 cm breit, enorm billig. 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Juli 1931 Die Beerdigung findet statt am Dienstag, dem 21. Juli. nachmittags 4 Uhr. vom Trauerhause, Lennestraße 36, aus nach dem Friedhof Blumenstraße. Trauerfeier ½ Stunde vorher. Allen, denen aus Versehen keine besondere Nachricht zuging, diene diese als solche(32440 Familien= Nachrichten Geboren: Knaben: Friedrich„Schüler (Berta Schmidt), Essen. Karl Schmitz (Anna Fischer), Gelsentirchen. Vermählte: Georg Stamm mit Else Sasse, Hagen. Friedrich Struwe mit Martha Bullert, Breckerfeld. Wilhelm Aldenhoff mit Maria Schweisfurth, Gelsenkirchen. Kurt Kuhnhenn mit Hilde Thiele, Barmen. Gestorben: Franz Altenhoff. 66., Rüttenscheid. Heinrich Reinig, 61 Berge=Borbeck. Friedrich Moritz, 73., Dortmund. Heinrich Biermann, 67., Brackel. Frau Maria Budde, 65., Hagen. Karl Quirrenbach, 52., Wattenscheid. Friedrich Lühl, 77 I. Wickrath. Heinrich Wittmann, 29„., Oberhausen. Heinrich Walther, 75., Günnigfeld. Aufruf! Am 25. August 1921 bin ich auf dem Gußstahlbahnhof vom fahrend. Zug beruntergeschmettert word. Die zwei Frauen, die in Begleitung eines Mannes waren und mich aufgehoben haben bitte ich, sich als Zeugen zu melden.(Belohnung.) J. Lange, Westhofstr. 6 Gesellschaftsfahrten mit modernem Omnibus für 16 und 24 Personen. Aute Libhöfer Roonstraße 58, Tel. 63309. Sc Plötzlich und unerwartei slarb am Frellag abend 8 Uhr unser lieber Schriflführer Herr Franz Huhn Tieferschütlert siehen wir an der Bahre unseres jungen Schachfreundes. Durch sein raslloses Schaffen für unseren Verein, durch sein großes Schadtwissen und-können, verbunden mit seinen liebenswerten menschlichen Elgenschaften, war er nicht nur unser bester Spieler, sondern uns allen ein hochgeschätzter Freund, dessen Andenken uns unvergessen seln wird. Schachfreunde Bochum Antreten aller Schachfreunde zur Beerdigung Dienstag, den 21. Juli 1931, nachmittage 3¼ Uhr. im Vereinsheim Lotz, Könlgstraße Heirats-Gesuche Sol. Handw., led., 35., sucht d Bek. ein. Dame o. Witwe zwecks Heirat Zuschrift, mit Bild, w. sof. zurückgesandt wird, u. Sch. 32423 an die Geschäftsst. Verloren 22karät. Goldkronen von Mk. 15,- an pro Brückenglied.... Mk. 15,Zahn am Gebiß..... Mk. 2,komplettes Ober- oder Unterstück(14zahnig) Mk. 35,Kautschuk-Reparatur (Bruch am Gebiß).. Mk..50 Erledigung bei rechtzeitiger Einlieferung innerhalb 4 Stunden# Gewissenhafte Ausführung v. Zahnersatt bei Verwendung nur guter Matertalten zu konkurrenzlos niedrig. Preisen. Sentist-Max hest Kortumstraße Langhaar. brauner Hund abhanden gek. Geg. Belohn. abzug. Hesse, Kronenstr. Nr. 11.(32443 Dien wetteste Foc sohnt sich nnzug chem. reinigen u. bugeln 5 Mark Kleid ab.50 M. Mantel ab.— M. Ann. für chem. Reinigung und Färberei Blücherstraße 60. Eigene Kunststopferei. Plissee, Hohlsaum und Anweben von Spitzen Gebr. Transp.= Seirad mit geschloss. Kasten preisw. abzugeben. Luisenstraße 12. Danksagung Für die liebevolle Teilnahme und die zahlreichen Kranzspenden beim Tode unseres lieben Sohnes, Bruders, Enkels und Neffen sprechen wir allen Teilnehmern und Vereinen unseren herzlichen Dank aus. Bernh. v. der Schoor nebst Angehörigen Bochum 5. im Juli 1931 Win Toters im(255 Hellweg 1 und Kortumstraße 45 Kauf-Gesuche Wohn= oder nur rentabl. Objekt, sofort zu kaufen ges. Angeb. unter A. Z. 32448 an die Geschst. ase Meie erhalt. Sie f. getragene Herrenkleider, Schuhe. Karte gen. Schmerler, 6. Gr. Beckstr. 6. 1½=To.=Opel. Lieserwagen (Spriegel u. Plan) f. 750., 500=ccmArdie=Motorr. für 320 M. zu verk. Vereinsstraße 30. 4/10=PS.= fahrberett, billig zu verkaufen.(a6311 Wittener Str. 164. 1000 ccm, AIS., zu verkaufen oder geg. Auto zu tauschen. M. Petersmann, Dortm.=Somborn, Langendreer. Str.61. W Danksagung Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgang meines lieben Mannes spreche ich hiermit allen Beteiligten, ganz besonders Herrn Pastor Niedermeier für die tröstenden Worte am Grabe. dem Krieger- und Männerverein Wiemelhausen meinen herzlichsten Dank aus.„„(32453 Frau Paula Kothe Bochum, den 17. Juli 1931 Hohe Preise für getrag. Kleider, Schuhe und Möbel zahlt Fruchter, Marienstr. 31. Tel.63762. Kautionsrückzahlungen Hinterlegungsscheine von Aufwertungskautionen werden weiter angenommen, Montag, den 20. 7. 31: Nr. 13500 bis 15000(ausgestellt bis Sept. 1916). Dienstag, den 21. 7. 31: Nr. 15 001 bis 16 000(ausgestellt bis März 1917). Mittwoch, den 22. 7. 31: Nr. 16 001 bis 17000(ausgestellt bis Okt. 1917). Donnerslag, den 23. 7. 31: Nr. 17001 bis 18000(ausgestellt bis Juli 1918). Freitag, den 24. 7. 31: Nr. 18001 bis 19000(ausgestellt bis Febr. 1919). Sonnabend, den 25. 7. 31: Nr. 19001 bis 20000(ausgestellt bis Mai 1919). Rückzahlungen können wegen der Aufwertungsarbeiten vorläufig weder für Aufwertungskautionen noch für Reichsmarkkautionen erfolgen. Weitere Bekanntmachungen erfolgen Ende nächster Woche.(LM6 Bochum, den 18. Juli 1931. Städt. Beleuchtungs= und Wisserwerke. Durchführung des Volksentscheids „Landtagsauflösung“ Auf die durch Aushang im Rathaus und in den städtischen Verwaltungsstellen in ortsüblicher Weise bekanntgegebene Verordnung des Preußischen Staatsministeriums zur Durchführung des Volksentscheides„Landtagsauflösung" v. 9. Juli 1931 wird hierdurch hingewiesen. Als Abstimmungstag für den Volksentscheid ist Sonntag. der 9. August 1931, bestimmt. Die Stimmkartei der Stadt Bochum liegt vom 24. Juli bis 3. August 1931 einschl. während der Zeit von 8½ bis 12½ Uhr und von 15 bis 18 Uhr— Sonntags nur von 8½ bis 12½ Uhr— für die Altstadt und die bis einschließlich 1. 4. 1926 eingemeindeten Stadtbezirke im Rathaus, 4. Obergeschoß, Ostflügel, Zimmer 445/447, und für die Stadtbezirke Bochum=Gerthe in der Verwaltungsstelle Heinrichstraße 42, Bochum=Harpen in der Verwaltungsstelle Harpener Hellweg 77, Bochum=Werne in der Verwaltungsstelle Krevenfeldstraße 31,..— Vermal, Bochum=Langendreer in der Verwaltungsstelle Kaiserstraße 70, Bochum=Laer in der Verwaltungsstelle Hemkestraße 5, Bochum=Querenburg in der Verwaltungsstelle Overbergstraße 16, Bochum=Stiepel in der Verwaltungsstelle Kemnader Straße 199, Bochum=Linden=Dahlhausen in der Verwaltungsstelle Dr.=.=Otto=Straße 75, Bochum=Sundern in der Verwaltungsstelle Boch.=Weitmar. Hattinger Str. 389. zur allgemeinen Einsicht offen. Einsprüche gegen die Richtigkeit und Vollständigkeit der Stimmkartei können bis zum Ablauf der Auslegungsfrist bei uns schriftlich angezeigt oder in den betreffenden Auslegungsstellen zur Niederschrift gegeben werden. Bis zum 1. August 1931 werden die Stimmberechtigten von der erfolgten Eintragung in die Stimmkartei durch die Zustellung besonderer Ausweise benachrichtigt. Einen Stimmschein erhält auf Antrag: I. ein Stimmberechtigter, der in eine Stimmkartei eingetragen ist. 1. wenn er sich am Abstimmungstage während der Abstimmungszeit aus zwingenden Gründen außerhalb seines Stimmbezirks aufhält; 2. wenn er nach Ablauf der Einspruchsfrist seine Wohnung in einen anderen Stimmbezirk verlegt: 3. wenn er infolge eines körperlichen Leidens oder Gebrechens in seiner Bewegungsfreiheit bebindert ist und durch den Stimmschein die Möglichkeit erhält, einen für ihn günstiger gelegenen Abstimmungs= raum aufzusuchen: II. ein Stimmberechtigter der in ein Stimmverzeichnis nicht eingetragen oder darin gestrichen ist, 1. wenn er nachweist daß er ohne sein Verschulden die Einspruchsfrist versäumt hat: 2. wenn er wegen Rubens des Stimmrechts nicht eingetragen oder gestrichen war. der Grund hierfür aber nach Ablauf der Einspruchsfrist weggefallen ist: 3. wenn er Auslandsdeutscher war und seinen Wohnort nach Ablauf der Einspruchsfrist nach Preußen verlegt hat. Stimmscheine werden bis zum zweitletzten Tage vor e Kteits settelt — nicht glauben. es wariorArnden. „Unser Verlust, Ihr Gewinn Um GottesLwillen, habe ich gedacht, wenn wir das öfter .machen, muß ich am Ende noch Geld mitKbringen; und da ist mir das Wasser in die FAugen gestiegen, ich hielt es nicht mehr aus, gich habe den Chef gefragt. „Glücklich“, hat er gesagt,„Jetzt habe nur Ekeine Angst, das kann Speier auch nur zweiEmal im Jahre machen, dreimal wäre schon Ezu viel. Das rücksichtslose unter GestehungsSund Herstellungspreis Verkaufen während Fder kurzen Ausverkaufszeit vermeidet alle FLagerunkosten und Lagersorgen, sorgt für Praschesten Absatz und macht unsere Lager aufnahmefähig für die tausenderlei Neu— heiten, die da kommen.“ A: So der Chef persönlich. Mir hat es gleich eingeleuchtet. Wir schlucken also die bittere Af: Pille„Verlust“ während der Ausverkaufszeit, #/ und wenn diese vorbei ist, sind unsere Lager U verjüngt, als wären wir bei Steinach gewesen. Tscha, es gibt halt viel Dinge zwischen Himmel und Erde von der meine Schulweisheit keine Ahnung hat. Aber das weiß ich jetzt: VJeder, der sich einmal so recht in das„Unser Verlust, Ihr Gewinn“ hineindenkt, der weit, daß er seinen Vorteil bei Speier findet, der bleibt nicht zu hause, der kommt vorbei, der wird stumm, starr und sprachlos sein, wenn er sieht, was es alles gibt für RM 390 690 Verkaufsstellen in vielen Städten Lochum, Kortum straße 71 I. S. 18 Für die Volksschule Feldsieverstraße Roten Tuse, voi der Abstimmung„im sollen 2 Niederdruck=Dampfheizkessel mit Wahlamt, Rathaus, 4 Obergeschoß, Ost= den dazu erforderlichen Rohrleitungen auf flügel, Zimmer 445/447 ausgestellt. Wäb= dem Wege der öffentlichen Ausschreibung rend der Dauer der Auslegung der vergeben werden. Die VerdingungsunterStimmkartet werden Stimmscheine auch in den oben angegebenen Verwaltungsstellen ausgefertigt. Bochum, den 16. Juli 1931. Der Magistrat. Für jeden, der kraftlos, matt oder krank Ist Köstritzer Schwarzbier der richtige Trank lagen sind im Hochbauamt, Heizungsabteilung, Rathaus, Eingang., Zimmer 6, aufgelegt und können, solange der Vorrat reicht, von dort bezogen werden. Zusendung erfolgt nicht. Verschlossene, mit entsprechender Aufschrift versehene Angebote sind bis Freitag, den 24. Juli 1931, 10 Uhr. an die oben genannte Dienststelle einzureichen, wo zu gleicher Zeit im Beisein etwa erschienener Bieter die Oeffnung der Angebote erfolgt.(LM6 Bochum, den 20. Juli 1931. Der Magistrat. Zwangsversteigerung Heute, am 20. Juli 1931. vormittags 11 Uhr, werde ich in Bochum folgende Gegenstände meistbietend gegen bar versteigern: 1 Rundstabhobelmaschine mit Vorgelege, 1 kl. Rundstabhobelmaschine für Handzuführung mit Vorgelege, 1 Pendelsäge mit Motor. 5 Stanzmaschinen, 1 Bandsäge, 2 Rekordmaschinen, 2 Steinböcke, 3 Bohrmaschinen, 1 Amboß. Sammelpunkt für Käufer: Ecke Robert= straße und Löbkerring. Bochum, den 20. Juli 1931. Dörmann, Obergerichtsvollz. in Bochum, Freigrafendamm 19 .307 Waschmaschinen s Wringer : Mangein Wassermotoren Waschöfen und Ersatztelle kaufen Sie nirgendwo besser und billiger als Im Spezialgeschäft Marienstr. 4 Tel. 69564 Zahlungserleichterung ihren reguliert schnellstens Rechtsbeistand G. Bulle. Diekampstr. 7, — Ruf 69070.— Zagdpachtverteilungsplan Bochum=Somborn. Der Jagdpachtverteilungsplan des früheren Gemeindeteils Somborn, soweit letzterer zum Stadtgebiet Bochum gehört, für die Jahre 1919—1930 liegt vom 27. Juli 1931 ab 14 Tage lang in der städtischen Verwaltungsstelle Langendreer, Zimmer 3. zur Einsichtnahme der Jagdgenossen auf„(LM6 Gegen den Verteilungspian kann innerhalb der Auslegungsfrist Einspruch bei dem unterzeichneten Jagdvorsteher erhoben werden. Bochum, den 15. Juli 1931. Der Oberbürgermeister als Jagdvorsteher. Möbel=Versteigerung Dienstag, den 21. Juli, morgens von 10 bis 1 Uhr und nachmittags von 3 bis 7 Uhr, werde ich in meiner Auktionshalle Ehrenfeldstraße 10 I. 1 schw. vol. Klavier, 2 schwere eich. Herrenzimmer, 1 kompl. Schlafzimmer, 1 nußb. Büfett, 1 nußb. Vitrine, 1 weiße Küche, Bettstellen mit Matr., Waschkommoden, Herde, Vertikos, Teppiche, Spiegel, Stühle, Tische, Grammophone, Photoapparat. Uhren, Gemälde, Bilder, Beleuchtungskörper, Einzelmöbel, Theken, Regale u. a.., II. Pfand=Verkauf 1 gold. Herren=Saronnett=Uhr, 2 gold. Damen=Armband=Uhren, 2 Damenringe, Nur wer Jonson-Seife hat Hält die Hände rein u. glatt Zu haben in allen einschlägig. Geschäften ommer meistbietend gegen bar freiwillig verMmmm raücht zu II. neu. Besichtigung 1 Sid. F. u. H. 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Leider ist diese rückläufige Bewegung in den Landgemeinden des Verbandsbereichs des Preußischen Landgemeindetages West, in Rheinland und Westtalen, nicht in Erscheinung getreten, vielmehr zeigen sich bei einer getrennten Betrachtung städtischer und ländlicher Bezirksfürsorgeverbände bei den ländlichen Verhänden in der Rheinprovinz und in der Provinz Westfalen im Gegensatz zu den anderen Provinzen noch durchweg erhöhte Ziffern. Vor allem aber ergibt die Gegenüberstellung der Zahlen für den 31. Mai 1931 und den 30. September 1930 noch immer, daß die Steigerung der Wohlfahrtserwerbslosen gerade in den kleinen einden besonders groß ist. Ganz besonders verhängnisvoll aber ist die Steigerung in den kleinsten Gemeinden; hier beträgt sie in dem genannten Zeitraum in Gemeinden mit 1000 bis 2000 Einwohnern 80,4 v.., in Gemeinden mit 500 bis 1000 Einwohnern schon 91,2 v.., in Gemeinden mit 200 bis 500 Einwohnern sogar 101,9 v. H. und in„Gemeinden endlich bis 300 Einwohnern 94,9 v. H. Vandalismus. Ein Bild der Verwüstung boten Samstag morgen die am Baareplatz vor dem Kosthause Stahlhausen seitens des Bochumer Vereins unterhaltenen, gut gepflegten Gartenanlagen. Nachdem erst am Freitag nachmittag der dort beschäftigte Gärtner die Blumenbeete in Ordnung gebracht hatte, haben in der Nacht vom Freitag auf Samstag ruchlose Täter zahllose Geranien niedergetreten und teilweise ausgerissen. Es ist tief bedauerlich, daß diese Gartenanlagen, die mit großen Kosten zum Nutzen des Allgemeinheit unterhalten werden, nicht vor solchen Vandalen sicher sind. Hoffentlich gelingt es den oder die Täter zu fassen und selbige einer empfindlichen Strafe zuzuführen. Kommunistische Kundgebung. Die Revolutionäre Gewerkschaftsopposttion veranstaltete gestern nachmittag eine öffentliche Kundgebung auf dem Moltkeplatz. Unter Polizeibegleitung marschierte dann der Zug zum Kepperschen Lokal. Zu Zwischenfällen ist es nicht gekommen. ** Kleine Tageschronik. Nachdem jetzt die Erdarbeiten an der Christstraße, direkt beim Parkhotel Haus Rechen beendet sind, ist man seit einigen Tagen mit der Erneuerung der Straßendecke beschäftigt. Auch werden die Bürgersteige in Ordnung gebracht. Einige andere Straßen, die der Instandsetzung bedürfen, sollen bald folgen.— Mit dem Ausbau der Friederikastraße wird gleichzeitig eine Grünanlage geschaffen. Das tiefe Wiesengelände wird jetzt angeschüttet. Man will hier auch eine Spielanlage errichten. Der Promenadenweg zum Wiesental soll eine Breite von etwa 20 Metern erhalten. Ven=Sidoneien Stadttell Weitmar Pfarrerordination in Bochum=Weitmar. Die evangelische Kirchengemeinde Bochum=Weitmar feierte am Sonntag die Ordination des neuen Hilfspredigers Philipps. Der Festakt fand im Hauptgottesdienst statt und wurde vorgenommen von Superintendent Niederstein(Altenbochum), dem die Pfarrer Kraemer(Weitmar) und Görtz(Weitmar=Eppendorf) assistierten. Nach, einer Ansprache an die Gemeinde nahm Superintendent Niederstein das Glaubensbekenntnis des neuen Seelsorgers entgegen und verpflichtete ihn alsdann auf sein neues Amt. In seiner Predigt legte Pastor Philipps das Versprechen ab, seine ganze Kraft in den Dienst der von ihm zu betreuenden Gemeinde zu stellen und alles zu tun, was ihr förderlich sein könne. Mit der Segenserteilung und einem gemeinschaftlichen Liede nahm die Ordinationsfeier ihr Ende. 1. Ehrung einer 90jährigen. Am Samstag wurde Frau Wwe. Knoop=Köster, Brantroper Straße 21, 90 Jahre alt. Aus diesem Anlaß wurden der alten Dame verschiedene Ehrungen zuteil. Bereits am Vorabend des Geburtstages brachte die Gesangabteilung des evangelischen Frauenvereins ein Ständchen dar. Am Festtage selbst wollte die Zahl der persönlichen Gratulanten schier kein Ende nehmen. Es erschienen Abordnungen mehrerer evangelischer Vereine, die dem Geburtstagskinde ihre Glückwünsche überbrachten. Die Gratulation der evangelischen Kirchengemeinde übermittelte Pfarrer Kraemer, während für die Stadtverwaltung Oberbürgermeister Dr. Ruer ein Glückwunschhandschreiben überreichen ließ. 8n. Kinderfest der evangelischen Schulgemeinde BochumWeitmar=Bärendorf. Das alljährliche Kinderfest der evangelischen Schulgemeinde Weitmar=Bärendorf fand am Sonntag im Gemeindesaal neben der Kirche statt. Neben den Kindern waren auch die Eltern recht zahlreich der Einladung zu der Veranstaltung gefolgt. Zu Beginn begrüßte der 2. Vorsitzende Niggemann die Erschienenen. Nach einer Kaffeepause begannen die unter# haltenden Programmpunkte. Es wurde gesungen, gespielt und konzertiert, welch' letzteres das Guitarrenorchester des Blau=Krenz=Verein Bocitm am Werk sah. # Eine darauf folgende Verlosung brachte manchem Fest### teilnehmer eine angenehme Ueberraschung. Am Ende ##der Veranstaltung hielt der 1. Vorsitzende Kämper eine Ansprache, in der er die Schulgemeindearbeit he # a u s s t e l l t e u n d z u r U n t e r s t ü t z u n g d i e s e r v e r a n t w o r t u n g s ##vollen Tätigkeit aufrief. Daneben wies er darauf hin, #daß vom 5. August ab vier Ferienwanderungen für die## jenigen Kinder, welche nicht verreisen könnten, ausgeAführt werden sollen. Da Rucksackverpflegung mitge* nommen wird, entstehen den beteiligten Kindern aus den Wanderungen keine besonderen Unkosten. Falls ## erwerbslose Väter bereit sein sollten, als Betreuer der A u s f l ü g l e r m i t z u g e h e n, m ö g e n s i c h d i e s e l b e n b e i d e n Vorstandsmitgliedern melden. Nach Seiluß der Ansprache formierten sich die Festteilnehmer, Kinder wie #Eltern, zu einem prächtigen Fackelzug durch das Blumen#feld, der seinen Abschluß mit dem Aufflug eines großen Papierluftballons fand. 1. Stadttell Linden-Dahlhausen Schon wieder ein Rohrbruch. Gegen 20 Uhr platzte am #Freitag in der Nöckerstraße(früher Altstraße) die Haupt#rohrleitung. Kaum sind die Spuren des letzten RohrAbruches in diesem Straßenteil verwischt und schon wieder ##wurde die Straßendecke von den Wassermassen zerwühlt und die anliegenden Gärten unter Wasser gesetzt. Je#denfalls sind die so häufig sich wiederholenden RohrAbrüche auf Erdsenkungen zurückzuführen, die #turch den Verghau entsteben. Hörte man dach in lehter Zeit ein unterirdisches Rumoren, so daß Türen und Afenster nicht mehr schließen und Fensterscheiben zer##springen. Die Reparaturen an der Rohrbruchstelle wur##den sofo Staldteil Stiepel Im Silberkranz. In Familien= und Bekanntenkreisen feierten am Samstag die Eheleute Landwirt Emil Schulte=Umberg ihr fünfundzwanzigjähriges Ehejubiläum. Stadttell Querenburg Weltkindertag und Jubilarehrung der Sozialdemokratischen Partei in Querenburg. Anläßlich der Arbeiter=Olympiade in Wien wurde am Sonntag auf dem großen Sportplatz in Bochum=Querenburg von den Kindergruppen des Arbeiter=Sportkartells Groß=Bochum in Gemeinschaft mit der Sozialistischen Arbeiterjugend und den weltlichen Schulen Groß=Boc ums, wie in allen Städten Deutschlands, ein Welt=Kindertag begangen. In den Vormittagsstunden wanderten die Kindergruppen aus den verschiedensten Stadtteilen Bochums nach Querenburgs Waldungen hinaus. Ein großer Werbeumzug durch Querenburg fand statt. Am Nachmittag wurde auf dem Sportplatz sportliches Allerlei der Kinder für die Kinder geboten. Massen=Freiübungen der Kinder sowie Aufführungen der„Kinderfreunde" und weltlichen ####en bildeten den Auftakt zu der sportlichen Veranstaltung. Es folgten verschiedene sportliche Läufe der Knaben und Mädchen. Ferner wurden Hand= und Fußballspiele der Knaben geboten. Gutes Wetter begünstigte die Durchführung der sportlichen Veranstaltung bis zum Schluß. Im Lokale Hahne in Querenburg wurde gegen abend die Jubilarehrung der Sozialdemokratischen Partei Alt=Bochums in festlicher Weise begangen. Der große Saal vermochte die Zahl der Gäste kaum zu fassen. Musikalische Darbietungen, ausgeführt von den„Naturfreunden", leiteten die Feier ein. Mit gut eingeübten Chorgesängen wartete der„Volkschor Bochum“ auf. Der erste Vorsitzende des Distrikts AltBochum der Sozialdemokratischen Partei, Schüttrig= keit richtete die Begrüßungsworte an die Festversammrung. Der Sprechchor der„Sozialistischen Arbeiter= jugend Groß=Bochum" bracte in wirkungsvoller Weise einen„Gruß an die Alten“ zu Gehör. 71 Jubilare, die auf eine 25jährige und noch längere Parteizugehörigkeit zurückblicken können, wurden mit besonderen Ehrungen bedacht. Die Festansprache wurde von Landesrat Haverkamp gehalten, Mit Musik= und Gesangsdarbietungen fand die Jubilarehrung ihren Abschluß. Stadttell Laer Gartendiebe an der Arbeit. Die Gärten werden von lichtscheuem Gesindel heimgesucht. Gestohlen werden Kartoffeln und sonstige Früchte. Sogar vor den Gärten der armen Invaliden wird nicht haltgemacht. Einen Flurhüter hat der Ortsteil, dieser wird jedoch als Gemeindebote beschäftigt. nr Stadttell Langendreer Silberne Hochzeit. Am Sonntag konnte das Ehepaar Landwirt August Middendorf und Alwine, geb. Voeste, von hier, Oberstraße 31, das schöne Fest der silbernen Hochzeit feiern.„„„„„ ex. Einschränkungen bei der Post. Wegen anhaltenden starken Verkehrsrückganges bei der Post tritt ab heute eine“ Einschränkung des Schalterdienstes ein. Es sind die Schalter oeöffnet beim Hauptpostamt von 8 bis 1 Uhr und von 3 bis 7 Uhr, für den Geld= und Paketverkehr nur bis 6 Uhr, beim Postamt im Dorf und beim Postamt in Werne von 8 bis 12 und 8 bis 6 Uhr. Die Postschalter werden allgemein auch in den größten 3. KreiblliegelVerdandsschießen des Kreiskriegerverbandes Bochum=Land in Langendreer. Das Verbandsschießen 1931 des Kreiskriegerverbandes Bochum=Land auf dem Battaillonsstand Langendreer war mit einem großen Jugendtreffen des Kyffhäuser- und Marinejugendverbandes verbunden. Bei gutem Wetter fanden sich gegen 7 Uhr morgens die Mitglieder der Kyffhäuserjugendgruppen Langendreer=Werne, Hordel, Laer und WeitmarmarkNeuling sowie die Marinejugendgruppen Langendreer und Werne mit ungefähr 200 Teilnehmern zum angesetzten Feldgottesdienst ein. Unter der Führung des Kreisjugendwarts Kortmann und in Gegenwart des zweiten Vorsitzenden des Kreiskriegerverbandes, Major a. D. Donisch, sowie einer Reihe älterer Mitglieder des Kreiskriegerverbandes formierte sich die Jugend um den Feldaltar, an dem Pfarrer Busch aus Witten den Feldgottesdienst hielt. Zu den gemeinsam gesungenen Liedern stellte die Kyffhäuserjugendgruppe Hordel die Musik. Im Anschluß an die Feierstunde richtete der Kreisjugendwart Kortmann einige kernige Worte an die Jugend. Dann setzte auf dem Stande bei Stracke sowie auf dem Scheibenstand Hiby das angesetzte Wanderpreisschießen ein. Ein selten reges Treiben herrschte von dieser Stunher= de an auf sämtlichen Straßen und Wegen der Kaltenhardt und im Papenholz. Während die Jugend im Schießen, leichtathletischen Wettkämpfen und Tauziehen um die Wanderplakette ihre Kräfte maß, trafen sich auf dem Bataillonsstand die Vereine aus Laer, Werne, Weitmar, Riemke. Altenbochum, Somborn, Stockum=Düren, Harpen, Querenburg, Hordel, Pöppinghausen und Langendreer zum großen Wettbewerb, um die vom ersten Vorsitzenden des Kreiskriegerverbandes, Bergassessor a. D. Schulze=Vellinghausen, gestiftete Wanderplakette zu streiten, die der Kriegerverein„Hohenzollern“ Langendreer zum letzten zu verteidigen hatte. Das Schießen begann pünktlich bei bester, klarer Schützensicht Uhr. Bis zur Pause um.40 Uhr war der Kriegerverein Langendreer, Kompagnie Kaltehardt, als erster Anwärter mit 65 Ringen ermittelt. Aber die Nachmittagsstunden brachten eine Ueberraschung nach der anderen. Denn was keiner erwartet hatte, wurde Tatsache. Der Kriegerverein Somborn sicherte sich in diesem Jahre mit der Durchschnittszahl von 67,3 Ringen die Wanderplakette. Dem Sieger folgen die nachstehenden Vereine: Kriegerverein Langendreer, Kompagnie Langendreerholz, mit 65,8 Ringen; Kriegerverein Langendreer, Kompagnie Kaltehardt, 65 Ringe; Kriegerverein„Hohenzollern“ Langendreer 64,9 kale um 8 Ringe: Kriegerverein Langendreer, Kompagnie Krone, 64,6 Ringe; Kriegerverein Langendreer, Kompagnie Dorf, 64,5 Ringe; Kriegerverein Harpen, 1. Kompagnie, 64,5 Ringe; Kriegerverein Hordel 64,3 Ringe; Kameradschaftlicher Kriegerverein Altenbochum 64,2 Ringe; Kriegerverein„Prinz von Preußen" Altenbochum 64 Ringe; Kriegerverein Laer 63,9 Ringe; Kriegerverein Werne, 1. Kompagnie, 63,8 Ringe. Die gleiche Ringzahl von 63,2 erzielten: Kavallerieverein Langendreer; Kriegerverein Werne, 3. Kompagnie; Militärische Vereinigung Weitmarmark und Neuling; Kriegerverein Harpen, 2. Kompagnie; und Kriegerverein Querenburg schoß 62,8 Ringe. Die übrigen 18 Vereine mußten sich mit geringeren Punktzahlen zufrieden geben, während zwei Vereine nicht am Schießen teilnahmen. Für die Verteilung der über 100 gestifteten Ehrenpreise mußten die Vereine mit gleicher Ringzahl den Stechschuß abgeben. Die große Siegerehrung wurde durch den Kreis=Kriegerverbandsvorsitzenden, Bergassessor a. D. Schulze=Vellinghausen, vorgenmmen. Für seine besonderen Verdienste um das Kriegervereinswesen wurde der langjährige Vorsitzende des Verbandes Bochum=Land, der auch gleichzeitig Mitglied des Bataillons Langendreer und Werne sowie des Kavallerievereins Langendreer ist, mit dem Ehrenkreuz 2. Klasse des preußischen Landeskriegerverbandes ausgezeichnet. Die Wettkämpfe der Jugendgruppen setzten ebenfalls unter den günstigsten Voraussetzungen ein. Während der Vormittagsstunden entspannen sich erbitterte Kämpfe in den einzelnen Konkurrenzen. Gegen 12 Uhr wurden diese Wettkämpfe unterbrochen, um aus der Feldküche das gemeinsame Mittagsmahl zu empfangen. Nach der leiblichen Stärkung ging es erneut in den Kampf und gegen 5 Uhr konnten sich die nachfolgenden Vereine für die Preisverteilung qualifizieren. Im Schießen behauptete sich die Kyffhäuserjugendgruppe Hordel mit 36,1 Ringen und sicherte sich somit die ausgeschriebene Wanderplakette. Für das Tauziehen stand ebenfalls eine Wanderplakette zur Verfügung, die die Kyffhäuserjugend Langendreer nach erbittertem Kampfe erhielt. Die leichtathletischen Wettbewerbe umfaßten drei Klassen im Dreikampf. Die Kyffhäuserjugendgruppe Weitmar siegte in der zweiten Klasse, während in der 3. Klasse die Kyffhäuserjugend Langendreer mit Jos. Morzik siegreich war. Ebenfalls fiel in der vierten Klasse durch Walter Frank der erste Preis der Kyffhäuserjugend Langendreer zu. Zur gemeinsamen Siegerehrung fanden sich die Kriegervereine und Jugendgruppen im Lokale des Altkameraden Hiby ein. In feierlicher Weise wurde in verschiedenen Ansprachen der Bedeutung des Tages gedacht, womit die Veranstaltung ihren Ausklang fand. Orten für den Geld= und Paketverkehr schon um 6 Uhr geschlossen. Im Interesse einer beschleunigten Abwicklung wird dringend empfohlen, die Schalter möglichst in den Vormittagsstunden zu benutzen. Versammlung der Nationalsozialisten. Die Sektion Langendreer=Werne der NSDAP. hielt im überfüllten Grollmannschen Saale eine Versammlung ab. Die SA.= Kapelle vom Sturm I Bochum brachte verst iedene Musikstücke zu Gehör und fand großen Beifall. Als Redner des Abends war der Landtagsabgeordnete Cuno Meier aus Dresden verpflichtet. Er sprach über das Thema„Alle Macht geht vom Volke aus". Die Ausführungen lösten große Zustimmung aus. Die überaus stark besuchte Versammlung verlief störungslos. er. Einbruchsdiebstahl. Aus dem verschlossenen Stall des Bergmanns N. aus der Oberstraße wurden in der Nacht zum Sonntag zwei rebhuhnfarbige Hühner entwendet und auf der Stelle abgeschlachtet. er. Stadttell Werne Maler=, Glaser= und Anstreicher=Zwangsinnung. Im Gasthof Berg fand am Samstag eine außerordentliche Innungsversammmlung unter dem Vorsitz des Obermeisters Schmidt statt. Als Hauptpunkt stand eine Aenderung der Statuten auf der Tagesordnung. Der Vertreter der Werke Leverkusen, Schreiner, hielt einen Lichtbildervortrag über die Gewinnung der Erze in Norwegen, ihre Verarbeitung in Leverkusen und die Gewinnung des„Titanweiß". Die Versammlung führte einen vorläufigen Beschluß herbei, der bei Anwesenheit eines Vertreters der Behörde Rechtsgültigkeit erlangen soll. Der Obermeister teilte mit, daß sich der Direktor der Berufsschule und die Lehrerschaft bereit erklärt haben, mit den Innungen Hand in Hand zu arbeiten. Ein Mitglied brachte zur Sprache, daß die Stadtverwaltung Bochum Berufsschulwerkstätten für Erwerbslose einrichten wolle. Die Versammlung beschloß, gegebenenfalls gegen diese Maßnahme zu protestieren. Als Delegierte zum Verbandstag in Lippe=Detmold wurde Obermeister Schmidt gewählt, während sich ein Mitglied zur freiwilligen Teilnahme meldete.., er. Schweinemarkt. Am Freitag, 24. Juli, findet auf dem Marktplatz in Bochum=Werne ein Schweinemarkt statt. Der Markt beginnt um 7 Uhr vormittags. Der Auftrieb hat bis spätestens 10 Uhr vormittags zu erfolgen..„.. A5arPu6#.— Can Wieder zwei Schmuggler überführt. Von Zollbeamten der Zollfahndungsstelle Dortmund wurden in Verbindung mit der hiesigen Kriminalpolizei die Gebrüder., Beisenkamp und Rüsingstraße wohnhaft, des vollführten Schmuggelns und der Hinterziehung der Zollsteuer überführt und verhaftet. Beide wurden dem Amtsgericht zugeführt. er. Stadtteil Harpen Ostpreußisch=evangelischer Arbeiterverein. Die Ortsgruppe Harpen ist vom 1. Juli an dem Bezirk 8 des rheinisch=westfälischen Hauptvorstandes zugeteilt. Im Verein herrscht reges Leben. Unfall beim Sport. Am Freitag abend prallte der 27 Jahre alte Adolf Reichmann, in.=Harpen wohnhaft, beim Fußballspiel auf dem Sportplatz mit einem seiner Gegner derart zusammen, daß er einen Beinbruch erlitt, so daß seine Ueberführung in das hiesige Maria=Hilf=Hospital erfolgte. ko Stadttell Gerihe Verlegung des Wochenmarktes? Wie verlautet, trägt man sich mit dem Gedanken, den Gerther Wochenmarkt auf dem großen Platz an der Heinrich=Straßenbahnhaltestelle zu verlegen. Die Hausfrauen wünschen die Beibehaltung des Marktes im Zentrum. ko Ueberfahren. Auf dem Castroper Hellweg wurde am 17. Juli ein sechsjähriger Knabe aus Bochum=Gerthe von einem Personenkraftwagen angefahren und verletzt. Das Kind wurde von dem Führer des Kraftwagens sofort dem Maria=Hilfshospital zugeführt. Nach Angaben von Zeugen soll den Führer keine Schuld treffen. Stadttell Hiltrop Gefährliche Bodensenkungen. Am Samstag, ist die Feststellung gemacht worden, daß der Ueberweg des Hiltroper Baches in dem Wiesengelände des Volksparks vier große Einstürze aufweist, so daß Lebensgefahr für Passanten besteht. ko Stadtteil Riemke Wallfahrt. Die beiden Riemker katholischen Prfarrgemeinden unternahmen gestern wie in früheren Jahren ihre gemeinsame Wallfahrt nach Hardenberg=Neviges. Nach der Rückkehr fand in der Franziskuskirche ein Tedeum und eine kurze Segensandacht statt. Die Beteiligung an der Wallfahrt war stark. ur. Stadtteil hordel Eine 95jährige Hordelerin. Heute feiert Frau Witwe Sophie Markus in verhältnismäßig großer Rüstigkeit ihren 95. Geburtstag. Die alte Dame, die heute bei ihrem Schwiegersohn in der Nähe von Betzdorf wohnt, wurde am 20. Juli 1836 in Bocklum geboren und war bis ins Alter hinein hier ansässig. Ihr einziger Wunsch ist, noch einmal in Bochum=Hordel zu weilen. Dieser Wunsch kann ihr aber leider nicht erfüllt werden, da sie die lange Reise nicht mehr aushalten würde. Noch heute verfolgt sie täglich die Zeitung. hb. Stadtkreis Witten Durstige Diebe. In der Nacht zum 18. Juli wurde in den Keller einer Wirtschaft in der Gerdesstraße eingebrochen. Den Dieben fielen zwei Flaschen Cremer Likör, zwei Flaschen Weinbrand, zwei Flaschen Rotwein, vier Flaschen Tarragona, zwei Flaschen Samos, 2 Flaschen Fleischhauer, 16 Flaschen Rheinwein verschiedener Marken, zwei Flaschen Liköre und zwei Eimer mit Preißelbeeren in die Hände.— In einem in der Herbeder Straße gelegenen Vereinshaus wurde in der Nacht zum 18. Juli ein Einbruch verübt. Gestohlen wurde eine Klavierlampe. Auch wurden zwei im Vereinszimmer befindliche Schränke, in denen sich Musikinstrumente befanden, erbrochen. Ob Instrumente geoch stohlen worden sind, steht noch nicht fest. Die heutige Nummer umfaßt 20 Seiten BAFAP AUSVEAAMAUT *„* Wir kennen unsere Verpflichtungen der Mode gegenüber: immer neue Modelle! 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