" Vereina: Instraße, Statt n. M. d. R. Hattingen en Auswels 10 P. partel Nr. 164 38. Donnerstag, den 16. Juli 1931 Täglich außer Samstag 10Pf. Samstags mit illustr. Beilage 20 Pf. „„„ Bezugspreis einschl. Botenlohn.40 Mk. monatlich, oder 1 20 Mk. halbmonatlich: Selbstabholer.10 Mk. bezw..05 Mk. Unsere Beilage„Die Bochumer Illustrierte“ kostet monatl. 20 Pfg., die Funkbeilage„Hör mit mir“ kostet monatl. 30 Pig. Allgem. Anzeigenpreis: Für 1 Millimeter Höhe in 25 Millimeter Breite 10 Pfaim Reklameteil 50 Pfg.(Besondere Anzeigenpreise nach aufliegendem Tarik.) Angebote von anderen Zeitungen und Vermittlern werden nicht befördert. Bei zwangsweiser Beitreibung der Anzeigengebühren durch Klage, bei Konkursverfahren usw. wird der bewilligte Nachlaß hinfällig. Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmten Tagen und Plätzen, auch für durch Fernsprecher aufgegebene und abbestellte, sowie undeutlich geschriebene Aufträge wird keine Gewähr übernommen.— Schluß der Anzeigenannahme 4 Uhr nachmittags. Me. 250.= Unfall=Unterstützung bei ködlichem Unsall laut besonderen Bedingungen General## Anzeiger für Bochum und umliegende Industriebezirke Redaktionsleitung: Dr. Paul Dierichs. Verantwortlich für Politik: Rudol! Foest; für Kommunalpolitik und Nachbargebiet: Adolf Peddinghaus: für Lokales: Hans Schulte, für Handel: Fris Schmidi: für Sport: Hans Schulte und Paul Wegener: für Kunst und Unterhaltung: Dr. Christian Gebring: für Briefkasten, Beilagen und den übrigen Textteil: Max Flegek für den Anzeigenteil: F. W. Vempe. Sprechstunden der Redaktion: 16-17 Uhr außer Samstags)— Druck u. Verlag Bochumer Anzeiger und General Anzeiger, Laupenmüblen& Dierichs. sämtlich in Bochum. Berliner Redaktion: Nichael Haupt, Berlin S W 68. Zimmerstraße 28. Fernsprecher: Dönhoff 553 und Karlshorst 0340.— Für unverlangte Einsendungen übernimmt die Redaktion keine Hastpflicht. Zurücksendung erfolgt nur, wenn Rückvorto beiliegt. Redaktion und Geschäftsstelle: Rathausplasz&8. Fernsprech=Anschlüsse Sammelnummer 675 51— Postscheckkonto Dortmund 1760 n Kofferpreise Sommerreise stel-seichet belVerkaeuaal! ese! vestl. induutrie Gebletgerkume und en 300 sert bes soforiger Be LB13 ihlung 1onate Ziel #s Einrichtungen an nach es ggewarten stst sopie Küchen, Speise- u. Herrend Kleinmöbel, Polster Fahrivergütung! #iskret, Garantie! wird sofort beantwortet Angabe d. Gewünschten iu erbeten unter F R ftsstelle dieser Zeitung eisen leugummier#### sst Bremer’; Vulkanieten seiner Sir. 27a. Tel.452 hen Sie le 7 Leibbinden e Bandagen? in besten Ausfübrun en Preisen in der Abteilung der ie Ecke Rottstraße. iswärts vrombt un Aufschlag. SPEZIALHAUS är Fusbekleidung und-Pflegs senbahndene Wbetechib Wachtmeister a. 1 Straße 36. chtungen an Langjährige Beste Resereniz## diskrei Tel. 667=#### uen Hut wenn„Sie.„J Lamendur bei.. oder. särben lalsch Müller. Marientirche. eidond:. vi. Magenschmeriel Folgen. so Unverdauzitlofigkett, nervösen brechen. Enikräftung, en wirkt der über 60 sre bewährte ullrich'sche iterwein eigenartigen. 9½# mmensetzung auf und den GesamistofBapen in u. R M.—411Liter 0 in allen Apotbeken, paben in der Alten Martiplasz und Einotbeke, Gr. Beckstr 1 nur Cen Wittener Straße-# Tumat zul Sicherung=der=Kuhtung und Aonischaft Die neuen Notverordnungen— Die Abwicklung der Bankfeiertage— Neues Devisengesetz Reichsbaaldisiom auf 10 Prozein erhoht Berlin, 15. (Von unserer Berliner Schriftleitung.) Soeben sind die neuen, in das Wirtschafts= und Finanzleben sehr einschneidenden Notverordnungen der Reichsregierung veröffentlicht worden. Bis gegen 9 Uhr tagte das Kabinett. Die neuen Verordnungen treten mit dem 16. Juli in Kraft. Sie enthalten: eine Verordnung über die Wiederaufnahme des Zahlungsverkehrs nach den Bankfeiertagen, den Verkehr mit Devisen und die Veröffentlichung von Kursen, weiter eine Ergänzung über die Abwicklung der Geschäfte der Danatbank sowie Bestimmungen über die Regelung des Ueberweisungsverkehrs. Nach den gleichzeitig herausgegebenen Ausführungsbestimmungen wird der Zahlungsverkehr nach Ablauf der für den 14. und 15. Juli festgesetzten Bankfeiertage nur in beschränktem Umfange nach Maßgabe der neuen Bestimmungen aufgenommen. Die von den Bankfeiertagen betroffenen Institute, mit Ausnahme der Privatnotenbanken und der Golddiskontdürfen Barauszahlungen in der Zeit vom 16. bis 18. Juli nur leisten, soweit der Empfänger die Zahlungen benötigt zu Löhnen, Gehältern, Ruhegehältern, Versorgungsgebührnissen und ähnlichen Bezügen, zur Arbeitslosenunterstützung, der öffentlichen und Krisenwohlfahrtspflege, für Leistungen an Versicherte der Sozialversicherung, wiederkehrende Leistungen an Versicherte aus einer öffentlichen und privaten Versicherung, ferner zu Steuern und sonstigen öffentlichen Abgaben, soweit eine bargeldlose Ueberweisung nicht möglich ist. Ueberweisungen sind unbeschränkt zulässig, soweit sie die vorher genannten Barauszahlungen ermöglichen sollen, und zu Zahlungen auf Grund des Gesetzes zur Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung. Nach einer weiteren Bestimmung unterliegen Reichsbank und Privatnotenhanken, sowie die Golddiskontbank hinsichtlich des Zahlungs= und Ueberweisungsverkehrs keinen Beschränkungen. Ferner sind Ueberweisungen zulässig zwischen den von den Bankfeiertagen betroffenen Instituten, jedoch nur insgesamt bis zur Höhe der Hälfte des Guthabens des Auftraggebers und höchstens bis insgesamt 10000 Reichsmark und nur auf ein bereits bestehendes Konto eines Dritten bei einem von den Bankfeiertagen betroffenen Institut. Die Notverordnung bestimmt, daß die Annahme von Einzahlungen keinen Beschränkungen unterliegt und daß über Bareinzahlungen die nach dem 15. Juli 1931 entstanden sind, frei verfügt werden kann. Auch die für den 16., 17. und 18. Juli vorgesehenen Bankfeiertage gelten ebenfalls als Feiertage im Sinne der letzten Verordnung und des Scheckgesetzes. Wird ein Schuldner durch die Erklärung von Bankfeiertagen oder die zur Regelung der Wiederaufnahme des Zahlungsverkehrs getroffenen Maßnahmen ohne sein Verschulden an der Erfüllung seiner Zahlungsverbindlichkeiten.gehindert, so bestimmt die Verordnung, daß dann eventuelle Rechtsfolgen nicht als eingetreten gelten. Die auf Gesetz oder Vertrag beruhende Pflicht zur Zahlung von Verzugszinsen wird hierdurch nicht berührt. Ebenso scharf einschneidend sind die Bestimmungen über den Verkehr mit ausländischen Zahlungsmitteln. Diese Bestimmungen lehnen sich eng an das Devisenhandelsgesetz vom Jahre 1924 an. Hier wird bestimmt, daß ausländische Zahlungsmittel und Forderungen in ausländischer Währung gegen inländische Zahlungsmitteln#########de; durch Vermittlung der Reichsbank erworben und nur an die Reichsbank oder durch ihre Vermittlung abgegeben werden dürfen. Hingegen kann die Reichsbank diese Befugnis auch anderen Kreditinstituten verleihen. Damit wird der gesamte Handel mit ausländischen Zahlungsmitteln unter die stärkste Kontrolle der Reichsbank gestellt Weiter sind Termingeschäfte in ausländischen Zahlungsmitteln oder Forderungen in ausländischer Währung oder in Edelmetall gegen inländische Zahlungsmittel verboten. Derartige Zahlungsmittel sind Münzgeld, Papiergeld. Banknoten. Ferner fallen unter diese Bestimmungen Auszahlungen, Anweisungen, Schecks und Wechsel. Als Forderungen in ausländischer Währung gelten hingegen nicht ausländische Wertpapiere. Als Edelmetall gelten Gold, Silber, Platin und Platinmetall. Endlich wird bestimmt, daß ausländische Zahlungsmittel, für die eine amtliche Notierung in Berlinerfolgt, gegeninländische Zahlungsmittel zukeinem höheren als dem letztbekannten amtlich in Berlin notierten Kurs erworben oder abgegeben werden dürfen. ##oensolche Bestimmungen sind für ausländische Zahlungsmittel getroffen, für die eine amtliche Notierung in Berlin nicht vorliegt. Alle Geschäfte, die gegen die Vorschrift verstoßen, sind nichtig. Wichtig für die Presse bleibt die Bestimmung, daß inländische Kurse ausländischer Zahlungsmittel nur die Notierungen der amtlichen Berliner Börse veröffentlicht werden dürfen. Ueber in ausländischer Währung abgeschlossene Geschäfte kann der ReichswirtschaftsFinister Bücher und sonstige Belege verLugen, ebenso eine eidesstattliche Versicherung. Für Zuwiderhandlungen sind streuge Strafen handesgesest, hichg,pi diese bereits im alten Devisenbestanden. Danach wird der gesetzwidrige gcmperh oder Verkauf von ausländischen Zahlungsmittel Kers. isländische Zahlungsmittel sowie der Erwerb oder sowie d. per einem höheren als zugelassenen Preise schen Ferg1bschluß von Termingeschäften in ausländiGeldsreten 5is mitein usw. mit Gefängnis und mit Uändischen bis, zum Zehnsachen des Wertes der ausDer Verkehr mit Devisen Notverordnung hat der ZenAnschließend an die tralrat der Reichsbank die gesetzliche Rotendeckungsgrenze laut Reichsbankgesetz von 40 auf 30 Prozent herabgesetzt Hand in Hand mit dieser Maßnahme ging die Heraufsetzung des Reichsbankdiskonts von 7 auf 10 Prozent und die Heraufsetzung des Lombardzinsfußes von 8 auf 15 Prozent. Eine Erklärung der Danat-Bank Berlin, 15. Juli. Die Darmstädter und Nationalbank teilt zur Vermeidung unnötiger Scheckproteste und der dadurch entstehenden Kosten mit, sie habe bei allen ihren Stellen angeordnet, daß den Vorlegern von Schecks auf Wunsch der Vermerk„vorgelegt und nicht bezahlt“ erteilt werden soll. Die Bank weist ferner daraufhin, daß in einer für diese Nacht voraussichtlich zu erwartenden weiteren Durchführungsverordnung die Vorlegungsfrist für Schecks auf die Danat=Bank bis zum 6. August verlängert werden soll, so daß dann zur Erhaltung der Scheckregreßrechte die Vorlegung vor diesem Tage nicht erforderlich sein würde. Berlin, 15. Juli. Die Reichsregierung hat den Reichsbankdirektor Schippel in Hamburg zum zweiten Treuhänder für die Darmstädter und Nationalbank bestellt. [Industrie= und Handelskammern als richtig bezeichnet worden sind. Die Mitglieder der Stempelvereinigung haben weiterhin beschlossen, folgende Zinsänderungen mit Wirkung vom 16. Juli 1931 eiatreten zu lassen: Sollzinsen 13 Prozent, zuzüglich der üblichen Kreditprovision; Habenzinsen für fällige Gelder in provisionsfreier Rechnung 8 Prozent, in provisionspflichtiger Rechnung 9 Prozent: für neu eingezahlte Gelder, die keinerlei gesetzlichen Auszahlungsbeschränkungen unterliegen, werden in provisionsfreier Rechnung 4 Prozent und in provisionspflichtiger Rechnung 4½ Prozent vergütet. Die Banken erhöhen die Zinsen Auszahlung von Lohngeldern nur bei Vorlegung Keine Devisen zur Einfuhr von Obft und Gemüse von beglaubigten Lohnlisten Berlin, 15. Juli. Die Mitglieder der Stempelvereinigung einschließlich ihrer sämtlichen Filialen haben beschlossen, Gelder für Lohnzwecke nur an denjenigen Stellen abheben zu lassen, an denen bereits früher die Mittel zu Lohnzwecken abgehoben worden sind. Außerdem werden die Banken die Zahlung zu Lohnzwecken davon abhängig machen, daß ihnen Lohnlisten vorgelegt werden, die von den örtlich zuständigen Berlin, 15. Juli. Der Reichsverband des deutschen Gartenbaues hat ein Telegramm an die zuständigen Stellen gerichtet, in dem es heißt, daß das Ausland nach Pressemeldungen Lieferung von Gartenbauerzeugnissen nur noch gegen Devisenzahlung vornehmen wolle. Der Reichsverband bitte jede Devisenzuteilung für Gemüse, Obst, Südfrüchte, Blumen und Zierpflanzen zu sperren, da die deutsche Ernte jeden Bedarf decken könne. Ab heute: Reichsoums 1 Prozen Tomourofag 15 Prozent Berlin, 15. Juli. Mit dem heutigen Tage ist die Gold= und Devisendeckung der Reichsbank unter 40 Prozent gesunken. Die gesetzlich erforderliche Ermächtigung des Generalrats ist hierfür eingeholt worden. Die Reichsbank hält es nicht für richtig, mit ihrer Erhöhung des Diskontsatzes zu warten, bis die in Paragraph 29 des Bankgesetzes angegebenen Voraussetzungen vorliegen(der Paragraph 29 sieht gewisse Mindesthöhen des Diskontsatzes vor bei einer Unterschreitung der gesetzlich vorgeschriebenen Deckungsgrenze. Schriftleitung.), sondern hat in Vorausnahme dieser Verpflichtung bereits heute mit Wirkung vom 16. Juli dieses Jahres ab den Diskontsatz auf 10 Prozenterhöht. Gleichzeitig ist der Lombardsatz auf 15 Prozent festgesetzt worden. die rechtlichen Kautelen vorhanden sind. Die KreditminDie Heraufsetzung des Diskonts in diesem Ausmaß stellt eine bedeutende Kreditverringerung dar und ist in der Finanzgeschichte Deutschlands ein einzigartiges Ereignis. Diktiert wurde diese Maßnahme durch die Verhältnisse. Wie aus dem amtlichen Bericht der Reichsbank hervorgeht, hat man die Maßnahme vorher getroffen, da mit der heute durch Notverordnung noch zu dekreditierenden Herabsetzung der Deckungsgrenze gesetzlich eine derartige Heraufsetzung des Diskonts verbunden ist. Das Reichsbankdirektorium hat also den Beschluß gefaßt, damit morgen bei Wiedereröffnung der Bankschalter Neue Beoisenzustasse zul Reichboun h Berlin, 15 Juli.(Eig. Drahtber.) Die morgige Wiedereröffnung der Bankschalter wird mit Spannung erwartet. Die Vorbereitungen der Reichsbank und des gesamten Bank= und Bankiergewerbes sind soweit vorgeschritten, daß man, gemessen an den schwierigen Verhältnissen, den Anforderungen des Publikums im Rahmen der durch die Notverordnung gezogenen Grenze nachkommen zu können glaubt. Besonders beruhigend hat es gewirkt, des sowohl die Reichsbahn aus eigenen Geldern heute bereits die Gehaltszahlung für die Angestellten und die Lohnzahlung für Freitag sichergestellt hat und daß auch die Stadt Berlin sowie Preußen den heute fälligen Gehaltszahlungen glatt nachgekommen sind. Auch die Arbeitsämter im Reich sind mit Barmitteln versorgt, so daß hier keine Stockung eintreten wird. Auch die abgelegensten Arbeitsämter sind durch die Reichsbankgirostellen versorgt. Berlin zeigt ein durchaus ruhiges Bild. Die innere Spannung, die angesichts der Verhältnisse unbedingt vorhanden ist, tritt nicht offen zu Tage. Das Geschästsleben wickelt sich normal ab. Die Angstkäufe von Lebensmitteln haben nachgelassen. Allgemein ist sogar ein Rückgang der Geschäftstätigkeit zu verzeichnen. Besonders trifft dieser Rückgang auf die Gaststätten und Vergnügungslokale zu, wo der Rückgang des Besuches auf 50 Prozent geschätzt wird. Man glaubt jedoch, daß nach Oeffnung der Bankschalter das Leben wieder in die alten Gleise zurückehren wird. Lediglich der Börsenverkehr bleibt weiterhin aus wirtschaftlichen Gründen behindert. Wertpapier=, Devisen= und Metallverkehr bleiben bis zum 18. Juli geschlossen. Hingegen bleibt der Produktenhandel in dem gestern beschlossenen Rahmen bestehen. entßsl Zahlungsmittel bestraft. Die Verordnung gungen ierüber genaue Bestimmungen. Alle dungen treten mit dem 16. Juli in Kraft. BestimDie Reichsbank hat mit Hilfe der Krediteinschnürungen abermals einen beträchtlichen Rückstrom von Devisen zu verzeichnen, de die Beschaffu fast ausschließlich beständen möglich da die ch durch sch ist. Beschaffung von Reichsmark die Veräußerung von DevisenMan spricht davon, daß der Rückstrom von Devisen seit Wochenbeginn zwischen 60 und 80 Millionen Mark beträgt, so daß die Reichsbank in der Lage war, ihre notwendigen Devisenabgaben aus den zurückgelaufenen Beständen zu erfüllen. Man nimmt an, daß bis zur Wiedereröffnung der Devisennotierungen die Reichsbank noch einen wesentlichen Rückstrom von Devisen zu verzeichnen haben wird, so daß sich dann das Devisenportefeuille der Reichsbank bis zum Beginn der kommenden Woche erheblich aufgebessert haben wird. Welche Wirkungen die Geldverknappung auf die flüchtigen Kapitalien haben wird, ist einstweilen noch unklar. Aber die Möglichkeit des Rückstroms besteht auch hier. Aus diesem Grunde bedeutet es eine geradezu unverständliche Erschwerung der Sanierung, wenn, wie der„Berliner Börsen=Courier“ mitteilt, einige schweizer Banken heute die Rückzahlung deutscher Auslandsguthaben ablehnen mit der Begründung, daß sie selbst auf ihre eigenen Kapitalien in Deutschland nicht zurückgreifen können. Sehr richtig schreibt das genannte Blatt, daß sich das Ausland dabei bewußt sein müsse, daß eine Rückleitung des deutschen Fluchtkapitals gerade die beste Voraussetzung für eine schnelle Valutaliquidität der deutschen Banken sei. In Bankkreisen rechnet man damit, daß die heutige Diskontsatzes ebenfals aso. Die. Erhöhung des den Rückstrom Diskontsaßes evenfauls einen Anreiz für von Kapital sein wird. Gerüchtweise verlautet, daß man im Kabinett auch den Plan zur Debatte gestellt habe, die Beamtengehälter künftighin nicht monatlich, sondern halbmonatlich zur Auszahlung zu bringen. Damit würde der Geldbedarf der öffentlichen Körperschaften zum Ultimo Juli auf die Hälfte gesenkt werden. Beschlüsse über diese Maßnahme sind bisher nicht erfolgt. derung ist als eine der Kreditrestriktion parallel laufende Maßnahme in Kraft gesetzt worden, um die Nachfrage nach Bargeld einzuschränken und damit einen geregelten Umlauf des Geldverkehrs zu sichern. Schon heute fragt man sich in Fachkreisen, ob diese Erhöhung auf zehn Prozent ausreichen wird. Die starke Heraufsetzung des Lombardzinsfußes ist erfolgt, weil man bei der Reichsbank eine starke Inanspruchnahme der Lombardkredite seitens der Banken für morgen erwartet. Senkung der Rotendeckungsgrenze von 40 auf 30 Prozent Berlin, 15. Juli. (Von unserer Berliner Schriftleitung.) Das Kabinett, das gestern bis Mitternacht tagte, trat heute in seinem Wirtschaftsausschuß wieder zusammen und berjet bis in die späten Nachtstunden, um die Verordnungen vor der morgigen Eröffnung der Bankschalter in Kraft zu setzen. Am Vormittag hat der Kanzler dem Reichspräsidenten, der programmgemäß von Schloß Neudeck heute morgen in Berlin eintraf, Bericht über die Gesamtlage und die zu ergreifenden Maßnahmen erstattet. An den Kabinettsberatungen nimmt auch heute der ehemalige Reichsbankpräsident Dr. Schacht als vorzüglicher Kenner des Finanzwesens teil. An diese Tatsache sind in politischen Kreisen verschiedene Vermutungen geknüpft worden, die davon wissen wollen, daß der Rücktritt des jetzigen Reichsbankpräsidenten Dr. Luther unmittelbar bevorstehe. Hierzu wird von amtlicher Seite mitgeteilt, daß von solchen Rücktrittsabsichten Dr. Luthers nichts bekannt ist. Man nimmt an, daß Dr. Schacht wahrscheinlich mit dem Posten eines Devisenkommissars, der auf Grund der Devisennotverordnung eingesetzt wird, betraut werden wird. Besonders bemerkenswert ist das Echo, das die Mitarbeit Schachts an den jetzigen Sanierungsarbeiten sowohl in England wie in Amerika gefunden hat. Schacht wird hier allgemein als einer der befähigtsten Sachkenner der Finanzwelt angesehen, der in den schwersten Finanzkrisen des Reiches das Steuer sicher geführt hat. Der Generalrat der Reichsbank hat die von verschiedenen Seiten längst vorgeschlagene Herabsetzung der Notendeckungsgrenze von 40 auf 30 Prozent beschlossen. Den stark kritisierten Plan der Neueinschaltung von Rentenbankscheinen hat man endgültig fallen gelassen, um im Publikum nicht die Auffassung eines zusätzlichen Umlauses neuer Geldmittel hervorzurufen. Wir hatten bereits gestern an diesem Plane starke Kritik geübt. Da es sich für die Reichsbank und Reichsregierung darum handelt, die zur Sicherstellung 5 e M4 der Lohnzahlungen und zur Ueberwindung des Ultimo notwendigen Barmittel zu schaffen, so hat man zu dem Mittel der Herabsetzung der Deckungsgrenze gegriffen, was eine Vermehrung der umlaufenden Reichsmarknoten um fast eine Milliarde Mark bedeutet. Dieser Weg bleibt für die Währung durchaus ungefährlich. Er ist im Reichsbankgesetz vorgesehen. Wenn man in Erwägung zieht, daß die Notendeckung der Reichsbank vor dem Kriege nur 33½ Prozent betrug und daß die Bank von England nur eine Deckungsgrenze von 30 Prozent besitzt, so wird die Ungefährlichkeit dieser Maßnahme einleuchten. Hand in Hand damit muß laut Reichsbankgesetz eine Heraufsetzung des Diskonts erfolgen. Der Reichsbankdiskont wurde bereits in den Nachmittagsstunden von 7 auf 10 Prozent und der Lombardzinsfuß von 8 auf 15 Prozent erhöht. Das bedeutet natürlich eine schwere Belastung der Wirtschaft. Zusammen mit den übrigen Maßnahmen dürfte die Diskonterhöhung jedoch ein Zurückfluten der Devisenbestände zur Reichsbank und einen schnelleren Umlauf des Bargeldes nach sich ziehen. Dem Antrag auf Herabsetzung der Deckungsgrenze muß dann später der Generalrat der Reichsbank, der übrigens noch nicht zusammengetreten ist, die Zustimmung geben. Verbunden mit dieser Maßnahme ist eine Notensteuer, die die Reichsbank nach Senkung der Deckungsgrenze an das Reich abführt. Hendersen-Peritein Lohnverhandlungen in Nordwest Verlagt Essen, 15. Juli. Die heute vormittag unter dem Vorsitz des Schlichters Professor Dr. Brahn wieder aufgenommenen Verhandlungen über die Lohnfrage in der Gruppe Nordwest der Eisen= und Stahlindustrie wurden auf Freitag, den 24. Juli, vertagt, um dem Schlichter Gelegenheit zu geben, das ihm von beiden Parteien vorgelegte umfangreiche Material im einzelnen durchzuprufen. 1,5 Millionen für preußische Kleinbahnen Berlin, 15. Juli. Die preußische Staatsregierung hat einen Gesetzentwurf vorgelegt, der zur weiteren Förderung des Baues und der Erhaltung von Kleinbahnen.5 Millionen RM. bereitstellt. An sich wird der Bedarf für diese Zwecke auf über 16 Millionen angegeben. Bei der gespannten Finanzlage ist es aber nur möglich gewesen, 1,5 Millionen für den Kleinbahnfonds anzufordern. Mit diesem Betrage soll im wesentlichen eine Erneuerung von Kleinbahnstrecken durchgeführt werden, wobei man in erster Linie auf den Osten und auf die Verhütung der Stillegung unbedingt verkehrsnotwendiger Kleinbahnen Bedacht nehmen will. zwischen Deutschland und Frankreich? die französische Regierung von ihrer sturen, einseitigen Vormachtspolitik zu einer Politik der europäischen Solidarität zu bringen, wird Deutschland dem englischen Zauzen steigesprochen h Berlin, 15. Juli.(Eig. Drahtber.) Mit dem heutigen Tage hat die große europäische Fühlungnahme begonnen. Der englische Außenminister Henderson ist in Paris eingetroffen, um dort mit Laval und Briand Fühlung zu nehmen. Daß Henderson vor seinem Berliner Besuch, der am Freitag erfolgt, bereits mit den französischen Staatsmännern in einen Meinungsaustausch eintritt, erhöht die Bedeutung der Reise des englischen Außenministers. In England selbst wird die Parisreise Hendersons als eine Möglichkeit angesehen, um Deutschland und Frankreich, zwischen denen ja unleugbar eine starke Abkühlung eingetreten ist, einander näher zu bringen. Die englische Presse jedenfalls setzt auf Hendersons Vermittlertätigkeit große Hoffnungen. Besonders die„Times“ spricht diesen Gedanken aus. Das Blatt, das noch vor kurzem als erste Zeitung, ehe Frankreich noch selbst sich rührte, von Deutschland politische Zugeständnisse hinsichtlich einer großen internationalen Anleihe verlangte, schlägt heute erfreulicherweise einen ganz anderen Ton an, der anscheinend von oben diktiert ist. Das Blatt sagt zwar, daß England eine Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Frankreich sehnlichst wünsche, aber es spricht auch gleichzeitig den in letzter Zeit von der französischen Presse gestellten Forderungen nach Einstellung des Panzerkreuzerbaues und Aufgabe der deutsch=österreichischen Zollunion die Berechtigung ab. Das Blatt schreibt:„Wenn sich Deutschland und Frankreich ein für alle Male entschließen könnten, die Verlegenheit des anderen als eine Gelegenheit zur Hilfeleistung und nicht als Gelegenheit zur Uebervorteilung zu betrachten, dann würde der Gewinn für beide Seiten und für alle Außenstehenden ungeheuerlich sein.“ Diese Worte des englischen Blattes erfreuen; denn von einer Uebervorteilung Frankreichs durch Deutschland kann überhaupt keine Rede sein. Man darf also die Mahnung als an Frankreich gerichtet auffassen. Wenn es dem englischen Außenminister gelingen sollte, Außenminister dankbar sein. Deutschland erwartet die beiden britischen Staatsleute mit besonderem Vergnügen, weil Volk und Regierung davon überzeugt sind, daß die britische Regierung als erste die unhaltbare finanzielle Lage Deutschlands erkannt und mit allen Kräften der Verzögerung des Hoover=Planes durch Frankreich entgegengearbeitet hat. Wenn dann die Engländer erkennen, daß nicht Deutschland die Schuld an seiner jetzigen schwierigen Lage trägt, sondern daß letzten Endes die französische Verschleppungspolitik gegen den HooverPlan den Hauptanreiz zur Vertrauenskrise gegeben hat, so ist mit dieser Erkenntnis schon viel gewonnen. Inzwischen ist auch der amerikanische Außenminister Stimson in Paris eingetroffen und hat bereits Fühlung mit Briand genommen. Der bevorstehende Ministerbesuch in Berlin Berlin, 15. Juli. Das Programm für den Berliner Aufenthalt des englischen Ministerpräsidenten Macdonald und des Außenministers Henderson steht nunmehr fest. Am Freitag um.37 Uhr trifft Henderson auf dem Bahnhof Friedrichstraße ein. Von 11 bis 12.30 Uhr finden Besprechungen im Auswärtigen Amt statt. Um 13.30 Uhr folgt ein Frühstück beim Außenminister. Nachmittags werden die Besprechungen fortgesetzt. Um 18.30 Uhr trifft Macdonald mit dem Flugzeug in Tempelhof ein. Beide Herren steigen im Hotel„Kaiserhof“ ab. Um 20 Uhr findet ein Essen beim Reichskanzler statt. Am Samstag vormittag folgt der Empfangderenglischen Ministerbeim Reichspräsidenten. Anschließend erfolgt die Fahrr nach Hubertusstock. Nach der Rückkehr nach Berlin am Sonntag findet u. a. ein Frühstück beim Ministerpräsidenten Braun statt. Die Rückreise erfolgt am Montag vormittag. Berlin, 15. Juli. In dem Prozeß gegen den braunschweigischen Staatsminister Dr. Franzen verkündete das Schöffengericht Berlin=Mitte unter Vorsitz des Amtsgerichtsrats Dr. Herzfeld folgendes Urteil:„Der Angeklagte wird auf Kosten der Staatskasse freigesprochen. Der Freispruch des Angeklagten erfolgt mangels Beweisez. 6 In der urteilsbegründung fuyrte der Vorsitzende u. a. aus, daß die unerfreuliche Rolle in dem Prozeß der nationalsozialistische Landtagsabzeordnete Lohse gespielt habe, der sich auf der Polizeiwache im Hintergrunde gehalten habe, um nicht erkannt zu werden. Er habe im Anfangsstadium des Ermittlungsverfehrens bei der Polizei bewußt gelogen. Man müsse Dr. Franzen glauben, wenn er sage, daß auf dem Wege zur Polizeiwache zwischen ihm und Lohse kein Wort darüber gesprochen worden sei, daß Lohse dem Guth seinen Landtagsausweis gegeben habe. Als festgestellt müsse angesehen werden, daß Dr. Franzen auf der Polizeiwache mitgewirkt habe, den wahren Sachverhalt zu verschleiern und an dem Befreiungsversuch des Guth teilgenommen habe. Die Antworten, die Franzen den Polizeibeamten gegeben habe, stellten Schäfst Annwelt un den Pürst Faschistische Partei gegen Papst=Enzyklia Durchführungsbestimmungen zum Vonsentschels Berlin, 15. Juli. Aus einem Runderlaß des preußischen Innenministers über die Einzelheiten des Volksentscheids„Landtagsauflösung“ geben wir folgende für die Oeffentlichkeit wichtigen Bestimmungen wieder: Stimmberechtigt ist, wer am Abstimmungstage Reichsangehöriger und 20 Jahre alt ist und in Preußen wohnt. Auch Angehörige anderer deutscher Länder, die 20 Jahre alt sind und in Preußen wohnen, sind stimmberechtigt. Das Erfordernis des Wohnortes in Preußen gilt auch bei denjenigen preußischen Staatsbeamten, Arbeitern und Angestellten in preußischen Staatsbetrieben und Angehörigen ihrer Hausstände als erfüllt, die nahe der preußischen Landesgrenze ihren Wohnort haben....7, and in F. 9. Die Stimmverzeichnisse sino in der Zeit vom 24. Juli bis 3. August 1931 einschließlich zur allgemeinen Einsicht öffentlich auszulegen. Die Gemeindebehörden haben vor der Auslegung der Stimmlisten oder Stimmkarteien bekanntzugeben, wo, wie lange und zu welchen Tagesstunden die Stimmlisten ausgelegt werden, sowie in welcher Zeit und in welcher Weise Einsprüche gegen sie erhoben werden können. Die amtliche Herstellung der Stimmzettel und ihre Ueberweisung an die Gemeinden zur Weitergabe an die Abstimmungsvorsteher wird den Kreisabstimmungsleitern übertragen. Die Stimmzettel dürfen erst im Abstimmungsraum an die Stimmberechtigten ausgegeben werden und keinenfalls früher in deren Hände gelangen.„„„Nn## 3r475 Die Stimmvezirre souen nach den orrlichen Verhältnissen und so abgegrenzt werden, daß unter Einhaltung der Verwaltungsbezirksgrenzen allen Stimmberechtigten die Teilnahme an der Abstimmung möglichst erleichtert wird. Auf der anderen Seite dürfen die Stimmbezirke nicht zu klein abgegrenzt werden; im beRom, 15. Juli. Gestern nachmittag trat unter Vorsitz Mussolinis das Direktorium der Faschistischen Partei zusammen. Das Parteidirektorium hat in bezug auf die kürzlich erschienene päpstliche Enzyklika drei Erklärungen angenommen, in denen es heißt: 1. Das Direktorium der Faschistischen Partei protestiert auf das bestimmteste gegen die Behauptungen der Enzyklika, wonach der Eid der Schwarzhemden mit Rücksicht auf das Brot, die Karriere und das Leben abgegeben werde. Die Schwarzhemden haben bewiesen, daß sie auf Brot, Karriere und auch auf das Leben verzichten können, wenn es für das Vaterland oder für die faschistische Revolution notwendig ist. Die schwere Beleidigung wird deshalb zurückgewiesen, mit der man versucht, hat, ihre durch Opfer schon bewiesene Treue zu erniedrigen.,„ iztischen Bartei I. 2. Das Direktorium der Faschisrischen Partei leynt mit Entrüstung und mit genauer Kenntnis der Tatsachen die Behauptung des Vatikans ab, wonach die Freimaurer wieder zu Ansehen in den Reihen der Partei gelangt seien. Das Direktorium der Faschistischen Partei wacht, um zu vermeiden, daß die alten Ueberbleibsel der demokratisch=freimaurerisch=liberalen Kreise irgendwelche Tätigkeit wiederaufnehmen können. Nach dieser Klarlegung stellt das Direktorium der Faschistischen Partei das unerhörte Bündnis fest, das sich zwangsläufig zwischen dem Vatikan und der Freimaurerei gebildet hat, die heute durch die gemeinsame Feindschaft gegen den faschistischen Staat verbunden sind. 3. Das Direktorium der Faschistischen Partei protestiert gegen die Lügen und wendet sich gegen die Behauptungen, die in einer aus vatikanischer Quelle stammenden ausländischen Note gegen die faschistischen Knabenverbände Balilla enthalten sind, und erklärt, daß es niemandem erlaubt sein darf, eine große Organisation zu verleumden, für die Tausende von streng ausgewählten Faschisten, Tausende von Lehrkräften der öffentlichen Schulen und 2000 Kapläne arbeiten, eine Organisation, die diejenigen vorbereiten soll, die die faschistische Revolution fortsetzen werden.“ einer Irreführung der Beamten abgegeben wurden. Prüfung der Frage, ob auf der Polizeiwache Dr. Franzen mitgeteilt worden sei, daß Guth eines Vergehens beschuldigt würde, sei das Gericht zu einer Verneinung dieser Frage gekommen, schon allein infolge der Unstimmigkeiten bei den Aussagen der Beamten. Es sei gerade die Tragik in diesem Falle, daß ein bisher makelfreier und für sein Land zweifellos das Beste wollender Mann als Mensch und als Richter in einen Konflikt geraten sei und trotz der bei ihm vorhandenen Hemmungen eine Handlung begangen habe, die zwar nicht strafrechtlich zu ahnden, aber eine nicht legale zu nennen sei. Keine Reparationszahlungen Washington, 15. Juli. Die Regierung erhielt heute die offizielle Nachricht, daß die BöZ. von England, Frankreich und Italien auf Grund des Hoover=Planes die Mitteilung erhalten hat, daß diese Länder die am 15. Juli fälligen Reparationszahlungen nicht erwarten. Deutschland hat bei der BJZ. in Basel die Zahlung für die ungeschützte Annuität des Young=Planes geleistet. Der Betrag wurde gemäß dem französisch=amerikanischen Abkommen über die Durchführung des Hoover=Moratoriums vom 6. Juli sofort zur Verfügung der Reichsbahngesellschaft gestellt. Zug zermalmt Auto Vier Tote sonderen darf die Abgrenzung nicht dergestalt erfolgen, daß aus dem Abstimmungsergebnis auf die Stimmabgabe bestimmter Kreise oder Klassen der Bevölkerung geschlossen werden kann. Jedem Stimmberechtigten muß die Sicherheit gegeben sein, frei von jeder Beeinflussung und jeder Besorgnis, daß die Art seiner Stimmabgabe bekannt wird, sein Staatsbürgerrecht auszuüben. Besonders sollen Gutsbezirke nicht für sich einen Stimmbezirk bilden, sondern mit benachbarten Gemeinden zusammengelegt werden. Lippe verliert den Fürstenprozeß Detmold, 15. Juli. Am Dienstag ist in Detmold das Urteil eingegangen, das das Oberlandesgericht Celle auf die Berufung des Fürsten hin gefällt hat. Das Oberlandesgericht hat um das gesamteehemalige Fürstliche Domanium. Nach der Celler Entscheidung steht nunmehr fest, daß dieses Eigentum des Fürstlichen Hauses ist. Das im Jahre 1919 geschaffene Enteignungsgesetz, das das Eigentum am Domanium dem Lande zuführte, ist unwirksam, weil das Gesetz dem Reichsrecht widerspricht. Wetzlar, 15. Juli. Ein furchtbares Autounglück hat sich heute abend in dem benachbarten Ort Burgsolms ereignet. Das Auto des Bauunternehmers Demmer aus Philippstein, das mit fünf Personen besetzt war, wurde an einem ungeschützten Bahnübergang von einem nach Wetzlar fahrenden Güterzug erfaßt, 150 Meter weit bis an eine über den Solmsbach führende Eisenbahnbrücke mitgeschleift und vollkommen zertrümmert. Der Bauunternehmer, seine Frau und zwei erwachsene Töchter wurden zu Tode gequetscht und eine weitere Tochter so schwer verletzt, daß an ihrem Aufkommen gezweifelt wird. Landleute, die auf dem Felde arbeiteten, versuchten, durch Zeichengeben das Zugpersonal zu verständigen, doch war es nicht mehr möglich, den Zug zum Stehen zu bringen. Reichslagseinberufung umbahescheinlich jetzt entschieden, daß als Eigentümer dreier im Bezirk der Oberförsterei Horn gelegenen Parzellen an Stelle des Landes Lippe das Fürstliche Haus Lippe einzutragen ist. Das Land Lippe ist verurteilt, dieser Berichtigung zuzustimmen. In Wirklichkeit handelt es sich nicht allein um diese drei Parzellen, sondern h Berlin, 15. Juli.(Eig. Drahtber.) Der am Freitag zusammentretende Aeltestenrat des Reichstages wird, wie die Dinge liegen, einer Einberufung des Plenums nicht zustimmen. In der augenblicklichen Situation macht sich lediglich bei der Opposition Neigung zur Einberufung des Parlaments bemerkbar. Volkspartei wie Sozialdemokraten, die sich bei den letzten Verhandlungen nicht von vornherein schlüssig waren, lehnen, soweit wir hören, die Einberufung ab. Neues in Rarze Reichspräsident v. Hindenburg hat dem König von Schweden telegraphisch sein Beileid zum Ableben des Erzbischofs Soederblom übermittelt. ** Reichskanzler Dr. Brüning hat der Gattin des verstorbenen früheren Vizekanzlers v. Payer sein Beileid ausgesprochen. Zwischen Deutschland und der Schweiz wurde gestern ein Abkommen zur Vermeidung von Doppelbesteuerung auf dem Gebiete der direkten Steuern und der Erwerbssteuer unterzeichnet. Eine von den Kommunisten gestern abend im Zirkus Busch in Berlin einberufene Massenversammlung der Arbeitslosen wurde von der Polizei aufgelöst. Auf französische Pfundverkäufe notierte gestern der englische Sterlingskurs an den internationalen Börsen abeeschwächt. tin troberer unserer Jage Bel Sven Hedin in Stockholm Wenn man dem nun 66jährigen gegenübersitzt, der kartographischen Aufnahmen seiner berühmten Reisen die Vitalität eines Jünglings und das Aussehen eines frischen Fünfzigers hat, so hat man den Eindruck, dieser Mensch kann nie altern, er wird immer da sein, solange es für ihn noch Eroberungen zu machen gibt, er ist zeitlos wie sein Werk. Für viele unter uns ist Sven Hedin schon eine legendäre Persönlichkeit; es ist ein Menschenalter her, seit wir sein berühmtes Reisewerk„Von Pol zu Pol“ gelesen haben; er ist ein Begriff geworden, Geschichte, eine historische Persönlichkeit wie Marco Polo, als dessen einziger Nachfolger er gelten könnte. Sven Hedin begann sein Leben mit„wilden Reisen“, wie er es selber nennt. Als Eroberer durchforschte er Gebiete, in die bis dahin kein Europäer seinen Fuß zu setzen wagte. Mit kleiner Eskorte, oft monatelang ganz allein, zog er durch Tibet, durch Ostturkestan fand er den Transhimalaja.— Heute verwaltet er die damals eroberten Gehiete, seine neue Expedition ist eine kleine Universität, verteilt auf ein Gebiet von Millionen Quadratkilometern, von seinem Hauptquartier aus irgendwo in Mittelasien lenkt er alle Fäden. Archäologen, Paläontologen, Geologen, Biologen gehören zu seinem Stab. Sein Mitarbeiter Dr. Haude, ein deutscher Meteorologe, von dem er mit höchster Bewunderung spricht, hat bereits vier feste Wetterbeobachtungsstationen eingerichtet, die ersten in Zentralasien, die nun zum Teil schon von chinesischen Gelehrten bedient werden, welche Haude angelernt hat, die kartographischen Aufnahmen der Expedition haben bereits weitgehende Verbesserungen der Karten Chinas und der Mongolei ermöglicht. Kartographie ist Sven Hedins besondere Stärke. Er zeigte mir in seiner wunderbaren Bibliothek mehrere dicke Bände in Lerikonformat, die ausschließlich mit Karten— von ihm selbst gezeichnet— gefüllt sind. Die ältesten stammen noch aus seiner Schülerzeit.— Schon damals dieselbe minutiöse Exaktheit, die auch die auszeichnet. Der Zeichner Hedin ist fast noch fruchtbarer als der Kartograph. Seine Schwester Alma, liebenswürdige Wirtin und fürsorgliche Betreuerin von ihres großen Bruders Lebenswerk, läßt den Gast eine einzigartige Sammlung von 4000 Skizzen und Bildern sehen, die Sven angefertigt hat, Landschaften, archäologische Funde und vor allem ethnographische Skizzen. Der Kopf eines jungen Mongolen bleibt im Gedächtnis, er gibt in sehr zarten Pastellfarben die Melancholie der unendlichen Steppen und Wüsten seiner Heimat mit einer Eindringlichkeit wieder, wie sie dem Photographen nur selten gelingt.— In einer Monographie über Hedin als Zeichner, die sich seine Biographen sicher nicht entgehen lassen werden, wird dann auch eine Zeichnung des kleinen 7jährigen Syen Platz finden des kleinen 7ährigen Sven Play finden müssen, die ein Schiff bei der Ausfahrt zeiat, Menschenmassen am Hafen winken den Seefahrern, Symbol seiner späteren ewigen Sehnsucht in die ferne Weite. Die Wohnung dieses seltsamen Mannes sieht etwas anders aus, als man sich wohl das Heim eines ewigen Entdeckungsreisenden vorstellt. Nur wenige aber auserlesene Sammelstücke— der größte Teil dessen, was er von seinen Reisen mitgebracht hat,— ist längst in Museen untergebracht.— Aber zahllose Bücher, viele Zimmer sind völlig damit angefüllt! Kein geographisches Werk der Welt fehlt wohl in dieser Bibliothek, und die Reisebeschreibung aller seiner Vorgänger hat er gesammelt. Dazwischen aber thront ein fast lebensgroßer Buddha aus der Zeit der Ming=Kaiser und lächelt aus siebenhundertjährigem Antlitz. Er sitzt auf einer alten, mit schweren Silberverzierungen beschlaTruhe aus Korea. Ein großer tief tönender einer genen Tempelgong steht neben einer Samurai=Rüstung aus dem Japan des 17. Jahrhunderts. Viele kostbare Teppiche sieht man, Geschenke von chinesischen Würdenträgern und von indischen oder turkestanischen Fürsten. Ich habe davon gehört, daß Fräulein Alma Hedin ein Museum für ihren Bruder plant. Nun erfahre ich, daß diese Nachricht auf einem Mißverständnis beruht. Die Familie Hedin hat an einem der herrlichen Wasserarme Stockholms ein Wohnhaus, einen kleinen Wolkenkratzer von acht oder neun Stockwerk— der Baugrund in Stockholm ist teuer und man muß in die Höhe bauen.— In diesem Hause werden die vier Schwestern Hedins eine Etage bekommen und der Forscher selbst wird sich eine andere so einrichten, daß sie später einmal als Museum der Oefsentlichkeit zugänglich gemacht werden kann. Im Vestibül dieses Hauses erinnert schon jetzt eine riesige Karte der östlichen Welthälfte an den Erbauer. Einige Fresken, die Szenen seiner Reisen darstellen, werden gerade begonnen. Ich unter##lte mich mit Dr. Hedin über seine Zukunftspläne. Mindestens zwei Jahre rechnet er für die Fortsetzung seiner jetzt noch laufenden Arbeiten. Nachdem ihm der schwedische Staat eine Unterstützung von 500 000 Kronen bewilligt hat, ist seine Expedition finanziell gesichert. Aber trotzdem gibt es natürlich immer wieder Schwierigkeiten. Es ist ein ungeheures Gebiet, über das er seine Mitarbeiter verteilt hat, und während vielleicht in Turkestan gerade eine großartige Entdeckung gemacht wird, fallen Räuber über eine andere Abteilung in der Wüste Gobi her. Gerade hat Sven Hedin ein Telegramm seines Mitarbeiters Dr. Berell bekommen, in dem dieser von einem räuberischen Ueberfall berichtet, der ihn Habe und Ausrüstung gekostet hat. Es wird Jahre dauern, bis auch nur die bisherigen Ergebnisse der Expedition ausgewertet und veröffentlicht sind. Einige Photos, die mir der Forscher vorlegt, zeigen ein paar Teile der wunderbaren Holzstäbchenbibliothek, welche Dr. Folke Bergmann gefunden hat. Sven Hedin erhofft von der Entzifferung des großartigen Fundes ein ganz neues Kapitel der ostasiatischen Geschichte, insbesondere der Eroberungszüge der Hunnen. In zwei Monaten hofft Sven Hedin wieder in sein asiatisches Hauptquartier aufbrechen zu können. Vorher aber will er noch ein Buch über die Tempel zu Jehol schreiben, die berühmtesten Heiligtümer des nördlichen Chinas, von deren Schönheiten er erzählt. Ueber jeden einzelnen Tempel weiß er eine Fülle von Geschichte und Geschichten.— Schätze hat dieser Mann schon aufgestapelt, Reichtümer des Wissens, und noch immer nicht ermüdet sammelt er weiter, begeistert wie auf seiner ersten Reise. Dr. Ludwig Kühle. = Bochumer Künstler in Königsberg. Kapellmeister Hugo Leyendecker(Bochum), der in den letzten vier Jahren als erster Kapellmeister an der Königsberger Oper amtierte, wurde von der Leitung der Königsberger Tiergartengesellschaft eingeladen, die noch ausstehenden acht Sinfoniekonzerte des Königsberger Opernorchesters zu leiten. Die ersten Konzerte, die anläßlich des Ostseejahres neu eingerichtet wurden, hatten trotz des sommerlichen Wetters ungeahnt großen Zuspruch und wurden von Generalmusikdirektor Leschetizky (Lübeck) dirigiert. In diesem Zusammenhang mag es interessieren, daß während der letzten Jahre zugleich mehrere Bochumer an den Königsberger Bühnen verpflichtet waren. Kurt Hoffmann, der Sohn des verstorbenen Stadtschulrats Hoffmann, war am dortigen Schauspielhause die erste Kraft. Es gab keine Veranstaltung von Bedeutung, an der Kurt Hoffmann— noch besonders als ausgezeichneter Ansager und witziger Plauderer begabt— nicht mitgewirkt hätte. Die dortige Presse nannte ihn des öfteren„einen unserer besten deutschen Schauspieler". Hoffmann geht jetzt unter glänzenden Bedingungen nach Zürich. Friedel Beckmann, die ja bereits seit einem Jahre wieder die Unsere ist(Ver. Stadttheater Bochum=Duisburg), ließ die Königsberger Intendanz im vorigen Jahre nur ungern gehen. Sie hatte sich dort eine begeisterte Gemeinde erworben. Schließlich errang sich auch der allen Bochumern bekannte Hans Bosenius im ersten Jahre seiner dortigen Tätigkeit als vielseitiger Künstler und vor allem als erster Komiker große Erfolge. = Die neue Münchener Kunstausstellung 1931 er“ öffnet. Am Mittwoch vormittag wurde im Bibliotheksgebäude des Deutschen Museums die neue Münchenet Kunstausstellung 1981 feierlich eröffnet, in der rund 2500 Bilder und Plastiken ausgestellt sind. Der Präsident der Münchener Künstlergenossenschaft, Professot Hönig, bezeichnete es als die Pflicht Bayerns, die Glaspalast=Katastrophe nicht zu einem Verzicht werden zu lassen, sondern durch die Schaffung eines zeitgemäßer Ausstellungsgebäudes den Willen zu bekunden, Deutsch lands Kunstzentrale zu bleiben. Auch Kultusminister Goldenberger betonte die Pflicht, sobald als möglich an die Schaffung eines neuen Ausstellungsgebäudes herau zutreten. 1. Bellage Anzeiger u Die Zahl Be Der engere riet in An Wirth, des P Giroverbandes Reichs= und E Wirtschaftslag Man war sich Schritte ergri fähigkeit der als möglich: und Wirtschaf aber den völ bungen be die zum größt zu erklären si stimmung, da in die Lage ve lich zustehend Reichsbank G erster Linie dafür gesorgt auch bei den Alsdann wür in der Lage der Gesamthei Hollau Ungeschm Wie wir fahren, liefert Industriebezir Außenseiter 2 Die seriösen, schen Großhär Bezahlung in Währung sind nach Bochun gegangen ist Holland, aber heit die Erträ leine Nack gelten, daß ge 10 000 Gulde da die Hollän sionsgeschäft. Auch im den Erfahrung Stockung im toffelhandel ei gel zu befüre auch ganz im Hausfrauen d kreisen versiche können sie hal deutsche Mark Auf diesen St die Krise am Da der Arbeit Nach dem nis zur Arbe Stimmen und Von der A liste eingereich stattgefunden. gruppe hat in Grund der P der Wahlordn tende Mitglied baren berufen. 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Jahrgang Donnerstag, 16. Juli 1931 0 15. Juli. heute abend in et. Das Auto s Philippstein, urde an einem nach Wetzlar seit bis an eine hnbrücke mitgeBauuntererwachsene tscht und eine an ihrem Aufauf dem Felde n das Zugpert mehr möglich, dem König von m Ableben des Gattin des verser sein Beileid iz wurde gestern oppelbesteuerung id der Erwerbsabend im Zirssenversammlung aufgelöst. ierte gestern der tionalen Börsen Mann schon aufnoch immer nicht wie auf seiner Jwig Kühle. ., Kapellmeister den letzten vier er Königsberger der Königsber= e noch ausstehenzsberger Operntte, die anläßlich den, hatten trotz großen Zuspruch ktor Leschetizky genhang mag es Jahre zugleich ser Bühnen verder Sohn des war am dortigen sab keine Veranet Hoffmann— iger und witziger hätte. 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Man war sich darüber vollkommen einig, daß sofort Schritte ergriffen werden müssen, um die Zahlungsfähigkeit der öffentlichen Kassen zu sichern und sobald als möglich wenigstens einen beschränkten Zahlungsund Wirtschaftsverkehr wieder aufzunehmen, zugleich aber den völlig ungerechtfertigten Abhebungen bei den Sparkassen entgegenzuwirken, die zum größten Teil nur aus übertriebener Nervosität zu erklären sind. Es bestand ferner darüber Uebereinstimmung, daß die Sparkassen ebenso wie die Banken in die Lage versetzt werden müssen, von den ihnen gesetzlich zustehenden Lombardierungsmöglichkeiten bei der Reichsbank Gebrauch zu machen; das bezieht sich in erster Linie auf die Kommunalanleihen. Ferner muß dafür gesorgt werden, daß ausreichende Zahlungsmittel auch bei den öffentlichen Kreditinstituten bereit stehen. Alsdann würden die Städte und Sparkassen durchaus in der Lage sein, ihren Verpflichtungen im Interesse der Gesamtheit vollkommen zu genügen. Holland und Belgien vertrauen Ungeschmälerte Zufuhren gegen deutsche Mark. Wie wir aus Kreisen des Gemüse=Großhandels erfahren, liefern die Holländer nach wie vor nach dem Industriebezirk. Vereinzelt ist es vorgekommen, daß Außenseiter Bezahlung in Gulden gefordert haben. Die seriösen, seit langem nach hier liefernden holländischen Großhändler nehmen wie bisher Abrechnung und Bezahlung in deutscher Reichsmark vor; in deutscher Währung sind auch ihre Angebote gehalten, die gestern nach Bochumer Firmen gemacht wurden. Zurückgegangen ist in diesem Jahre die Kartoffeleinfuhr aus Holland, aber nur deswegen, weil eine Kartoffelkrankheit die Erträge minderte. Als Beweis dafür, daß gar leine Nachfrage nach Gulden herrscht, darf gelten, daß gestern eine hiesige Firma von dem Angebot, 10 000 Gulden zu kaufen, gar keinen Gebrauch machte, da die Holländer Mark annehmen, auch beim KommisAuch im Handel mit Belgien macht man dieselden Erfahrungen. Selbst aber wenn eine vorübergehende Stockung im ausländischen Obst=, Gemüse= und Kartoffelhandel eintreten sollte, ist nicht der geringste Mangel zu befürchten, da der deutsche Bedarf zur Zeit auch ganz im Inlande gedeckt werden darf. Unsere Hausfrauen dürfen, so wird uns aus Großhandelskreisen versichert, unbesorgt sein; für die deutsche Mark können sie haben, was sie brauchen. Wer uns für deutsche Mark nichts verkaufen will, mag es behalten. Auf diesen Standpunkt sollten sich alle stellen, dann ist die Krise am ehesten überwunden. Das amtliche Ergebnis der Arbeitskammerwahl für den Ruhrbergbau Nach dem jetzt vorliegenden amtlichen Wahlergebnis zur Arbeitskammer verteilen sich die abgegebenen Stimmen und Sitze auf folgende Gruppen wie folgt: 1. Gruppe der Arbeitgeber: Von der Arbeitgebergruppe war nur eine Vorschlagsliste eingereicht worden. Eine Wahl hat daher nicht stattgefunden. Der Wahlausschuß der Arbeitgebergruppe hat in seiner Sitzung am 15. Juli 1931 auf Grund der Paragraphen 11, Abs. 1, Satz 2 und 33 der Wahlordnung, 20 Mitglieder und 20 stellvertretende Mitglieder der Arbeitgebergruppe aus den Wählbaren berufen. 2. Gruppe der Arbeiter: Es sind insgesamt 166059(im Jahre 1927 239 140) Stimmen abgegeben worden. 1718(1517) Stimmen wurden für ungültig erklärt. Von den 164 341 gültigen Stimmen entfallen auf Liste 1(Verband der Bergbauindustriearbeiter Deutschlands) 58 103 (1927 zusammen mit KPD. 163 745) Stimmen, Liste 2 (Gewerkverein christlicher Bergarbeiter Deutschlands) 43 605(62 762), Liste 3(Der deutsche Arbeiter, Verband nationaler Arbeitnehmer Deutschlands) 12.067 —), Liste 5(KPD. Einheitsverband der Bergarbeiter Deutschlands) 50 566(—) Stimmen. Hiernach sind gewählt: Liste 1: 7 Mitglieder und 7 Stellvertreter (15 Mitglieder, 13 Stellvertreter), Liste 2: 6 Mitglieder und 5 Stellvertreter(5 Mitglieder, 6 Stellvertreter), Liste 3: 1 Mitglied und 2 Stellvertreter(—), Liste 5: 6 Mitglieder und 6 Stellvertreter(—). Die Wahlbeteiligung betrug 68,34(63,96) Prozent. Die Liste 4 unter dem Kennwort„Nationale Sozialisten“ war vom Wahlkommissar als ungültig erklärt und für die Neuwahl nicht zugelassen, weil sie nicht den gesetzlichen Bestimmungen entsprach. 3. Gruppe der Angestellten: Es sind insgesamt 17040 Stimmen(18 839) Stimmen abgegeben worden. 166(128) Stimmen wurden für ungültig erklärt. Von den 16874 gültigen Stimmen sind entfallen auf Liste 1(Allgemeiner freier Angestelltenbund Afa) 3893(6868) Stimmen, Liste 2 (Reichsverband deutscher Bergbauangestellter, Fachgruppe Bergbau im Gedag) 2525(2692) Stimmen, Liste 3(Gewerkschaftsbund der Angestellten GdA. und Verband kaufmännischer Grubenbeamten VkG.) 4621 (5697), Liste 4(Arbeitsgemeinschaft der Bergbauangestellten) 5835(3454). Danach sind gewählt: Liste 1: 3 Mitglieder und 3 Stellvertreter(1927: 5 Mitglieder, .„ Stellvextreter), Liste 2: 2 Mitglieder und 1 Stellverirerer(1 Mitglied, 1 Stellvertreter), Liste 3: 3 Mitglieder und 4 Stellvertreter(4 Mitglieder, 4 Stellvertreter), Liste 4: 4 Mitglieder und 4 Stellvertreter(2 Mitglle857582„Stellvertreter). Die Wahlbeteiligung betrug .22 Prozent. Lebend geborgen schwerer Unglücksfall auf Zeche„Engelsburg“. schwerer Arbeitsunfall ereignete sich bei den Aufräumungsarbeiten auf Zeche„Engelsburg". Bei Zimmerarbeiten in der Kohlenstrecke auf der sechsten ihle wurden die Bergleute Gantenberg und gul verschüttet. Während K. schnell mit weniger Apexen Verletzungen geborgen werden konnte, dauerten nach pargu"Parbeiten für den Hauer G. bis Mitternoch sehen#“ konnte entgegen den ersten Befürchtungen #i,##vend geborgen werden. Er befindet sich ebenso Bergmanngheif annsheil in Bochum. Wie wir vom befand sich der lebensgefährlich Hofinie. auer G. am Mittwoch abend am Leben, so daß rungen auf seine Wiederherstellung bestehen. Die Teolungnis der Gemennden Die Entlastungs= und Sanierungsmöglichkeiten der Gemeinden Der Fehlbetrag der Gemeinden und Gemeindeverbände beläuft sich nach neueren Berechnungen in diesem Jahre auf mindestens 770 Millionen RM. Die Mehreinnahmen aus der Notverordnung werden diesen Fehlbetrag um rund 250 Millionen vermindern, so daß gegenwärtig bei einem Fehlbetrag im Rechnungsjahr 1931/32 in Höhe von 520 Millionen RM. zu rechnen ist. Dieser Fehlbetrag läßt sich durch Ausgabenabstrich nicht decken, denn die zwangsläufige Belastung durch die Wohlfahrtserwerbslosen, die die Finanzen der Städte auf die Dauer vernichten müssen, bleibt und vergrößert sich noch. Die Krise der kommunalen Finanzen wird durch die Notverordnung nicht beseitigt. Ob den Gemeinden aus der Verwirklichung des HooverPlanes eine Entlastung kommen wird, muß die Zukunft bringen. Wie ist nun eine schnelle Hilfe möglich? In einem Artikel:„Hoover=Plan und Gemeinden“ in der„Vossischen Zeitung“ macht der Berliner Stadtkämmerer Asch den Vorschlag, daß das Reich zunächst den Anteil der Gemeinden an der Krisenfürsorge für die Zeit vom 1. Juli 1931 bis zum 30. Juni 1932 übernimmt. Dies würde eine Entlastung der Gemeinden um einen Betrag von rund 160 Millionen bedeuten. Es muß ferner seitens des Reiches ein Betrag von mehreren 100 Millionen RM. zur Verfügung gestellt werden, der für die Deckung der Lasten aus der Wohlfahrtserwerbslosigkeit Verwendung finden muß. Seine Verteilung dürfte am zweckmäßigsten in einer Form erfolgen, die sich der preußischen Regelung für den 60=Millionen=Fonds Preußen für die Gemeindehilfe anschließt, der vor kurzem vom Staatrat gebilligt worden ist. Wird auf diese Weise mit einem Betrage, der etwa 40 Prozent der durch den Hoover=Plan eintretenden Entlastung des Reiches für gemeindliche Zwecke in Anspruch nimmt, erreicht, daß das Defizit 1931 aus den Gemeindehaushalten verschwindet und sie nicht mehr genötigt sind, für ihre laufenden Ausgaben an den Kreditmarkt zu appellieren, dann wird endlich auch das Anwachsen der schwebenden Schuld der Gemeinden vermieden und damit eine wirksame Entlastung des Marktes eintreten können. Diese Entlastung des Marktes, die zusammenfallen würde mit dem Wegfall der finanziellen Anforderungen des Reiches, müßte auch eine erhebliche Verbesserung am Markte der langfristigen Kapitalanlagen verhältnismäßig rasch herbeiführen, so daß sich nach und nach die Möglichkeit bieten würde, auch die noch schwebenden Schulden wenigstens zu einem erheblichen Teile in langfristige Anleihen umzuwandeln und damit den endgültigen Weg der Gesundung zu eröffnen. Selbstverständlich wissen die Gemeinden, daß sie mit dieser Entlastungsaktion des Reiches von ihrer eigenen Verantwortung für eine sparsame Haushaltsführung nicht befreit werden. Sie werden für den Haushalt 1932, der unter ganz besonders schwierigen Verhältnissen stehen wird, keine Anstrengung unversucht lassen dürfen um durch Verbesserung ihrer Verwaltungsorganisation und Aufgabe aller nicht unbedingt notwendigen Bedürfnisse Einnahmen und Ausgaben in eine tragbare Relation zu bringen und damit auch von der Seite des Gemeindehaushalts dazu beizutragen, die wirtschaftlichen Krisenerscheinungen zu überwinden und zu einer neuen Periode des wirtschaftlichen Aufstiegs mitzuwirken. * Arbeitsbeschaffung für Wohlfahrtserwerbslose Aus dem Ruhrgebiet, 15. Juli. Bekanntlich hatte der Ruhrsiedlungsverband auf Anregung des Beigeordneten Dr. Wendenburg(Gelsenkirchen=Buer), der für die Wohlfahrtserwerbslosen der Stadt Gelsenkirchen=Buer systematisch Arbeitsgelegenheiten geschaffen hat, sich ebenfalls mit der Frage der Arbeitsbeschaffung für die Wohlfahrtserwerbslosen befaßt. Es wurden an die Großindustrie Schreiben gerichtet mit dem Ersuchen, zur Beschaffung solcher Arbeiten mit behilflich zu sein. In Betracht kommen Trockenlegung von gesunkenem Gelände, Abräumarbeiten, kleinere Wegebauten auf Industriegrundstücken usw. Die Anregung des Ruhrsiedlungsverbandes hatte den Erfolg, daß bereits der Langnamverein seinen Mitgliedern empfohlen hat, diesen Wünschen der Kommunalverwaltungen nach Möglichkeit entgegenzukommen. Auch der bergbauliche Verein beabsichtigt, wie man hört, seinen Mitgliedern nahezulegen, die Bestrebungen der Kommunalverwaltungen zu unterstützen. Vor einiger Zeit konnte bereits darauf hingewiesen werden, daß der Klöcknerkonzern in großzügiger Weise Mittel zur Verfügung gestellt hat, um ein Ueberschwemmungsgebiet an der Lippe, das sich in der Nähe seiner Zechen befindet, durch Wohlfahrtsarbeiter regulieren zu lassen. 30 Jahlt Mos.„Wesisang Anlendochun. Das goldene Jubelfest vom 18. bis 20. Juli Nun rüstet auch die„Westfalia" zur goldenen Jubelfeier. In den Tagen vom 18. bis 20. Juli will sie in schlichter Weise die Wiederkehr des 50. Gründungstages festlich begehen. Im Sommer des Jahres 1881 fatzten sangesfreudige Manner des jetzigen Stadtteils Altenbochum den Gedanken, einen Männerchor ins Leben zu rufen, der durch die Pflege des Gesanges auch der Gemeinde dienen wollte. Schon bald wurde der Gedanke in die Tat umgesetzt und in der Wirtschaft A. Jäger, an der damals noch recht schlammigen und pfützenreichen Wasserstraße, der Verein unter dem Namen „Westfalia“ gegründet, waren doch seine Väter alle echte Westfalensohne. Zunächst war die Vereinigung noch recht lose, da der zielweisende musikalische Führer noch fehlte. Als sich aber im Herbst 1881 die Gesangabteilung des Kriegervereins auflöste, traten die Mitglieder derselben fast geschlossen der„Wefalia" bei, und nun begann eine vorwärtstreibende Entwicklung. Lehrer Maurer aus Querenburg begann mit fester Hand die Schulung der jungen Singgemeinschaft und wußte die Freude am Gesang erfolgreich zu wecken. Aber schon bald traten Krisenjahre ein: Chormeisterund Dirigentenwechsel erschwerten die Entwicklung sehr. Nur der aufopfernden Treue der Gründer ist es zu danken, daß der Chor lebensfähig blieb. Bei zahlreichen patriotischen Festen der Gemeinde und der Umgebung bewies der Verein seine Leistungsfähigkeit. Die Zeiten besserten sich. Allmählich ging es wieder aufwärts: die Mitgliederzahl stieg, so daß der Verein es wagte, an einem Gesangwettstreit, der von dem Nachbarverein„Wachtel" Laer veranstaltet wurde, teilzunehmen. War auch der Erfolg im Jahre 1896 ein negativer, so regte er doch zu energischer Weiterbildung an und die Teilnahme an weiteren Wettstreiten zeigte, daß der Verein fleißig gearbeitet hatte. Von den Wettstreiten Crengeldanz, Westhofen, Laer, Annen, Schwerte, Wattenscheid, Blankenstein kehrte er mit hohen Siegesehren ausgezeichnet, zurück. Die Chormeister Regelmann, Heesen, Rummeld und Kranzhoff haben sich um den Verein durch ihre Tätigkeit sehr verdient gemacht. Im Jahre 1906 siedelte der Verein aus der Wirtschaft Jager in die Wirtschaft Strätling über. Mit einem Gesangwettstreit beging er die Feier seines silbernen Bestehens. Das Ansehen des Vereins in der Gemeinde war nun fest begründet, das zeigt sich besonders bei der Feier seines 30jährigen Bestehens, bei welcher unter großer Anteilnahme der Gemeindemitglieder von dem damaligen Amtmann Booß das neue Vereinsbanner geweiht wurde. Der Chor stand auf einem Höhepunkt seiner Entwicklung, da kam der unglückliche Krieg 1914. Der größte Teil der Sänger wurde zu den Fahnen einberufen, nur ein kleines Häuflein blieb zurück. Aber Musikdirektor Kranzhoff hielt auch in dieser schweren Zeit mit seinen Getreuen durch, auf eine bessere Zukunft hoffend. Zwölf treue Sangesbrüder starben ehrenvollen Soldatentod zum Heile und Ruhme des Vaterlandes. Eine eherne Gedenktafel hält das Andenken der gefallenen Helden wach. Durch die Berufung des Chormeisters Kranzhoff nach Dortmund wurde die Chormeisterkrise wieder akut. Es trat zum Schaden des Vereins wieder ein mehrmaliger Wechsel ein, doch konnte der Verein sein 40jähriges Bestehen unter großer Teilnahme der Gemeinde im Jahre 1921 würdig begehen. Dann aber kamen wieder böse Zeiten für den Verein. Die Ruhrbesetzung durch die Franzosen und die Inflation zermürbten die Kräfte des Vereins. Erst als diese traurige Zeiterscheinungen glücklich verschwunden waren, ging es wieder langsam aufwärts, dank der westfälischen Zähigkeit aller Sänger. Unter der Leitung seines jetzigen Dirigenten, des Lehrers Maßmann, der den verdienstvollen Musikdirektor Hafeneger aus Herdecke ablöste, strebt der Verein seiner alten Blüte wieder kräftig zu. Unermüdlich setzt sich der noch lebende Gründer des Vereins, August Scharloh für die „Westfalia“ ein, und er kann mit besonderem Stolze am goldenen Jubelfeste auf sein Werk zurückschauen. Johann Stegerhoff und Frau August Jäger, die erste Vereinsmutter der„Westfalia", sind ebenfalls 50 Jahre dem Verein in Treue verbunden. Dazu kommen noch eine Reihe jüngerer Jubilare, die auf dem Jubelfest in rechter Weise geehrt werden sollen. Die Vorbereitungen für das seltene Fest stehen vor ihrem Abschluß. Möge das Fest des goldenen Kranzes ein Markstein werden für eine weitere kraftvolle Aufwärtsentwicklung der„Westfalia". Ein Appell der Kinderreichen Die Ortsgruppe Bochum des Bundes der Kinderreichen hielt im Lokal Balkenhol eine von Mitgliedern und Vertrauensleuten gut besuchte Generalversammlung ab. Der Vorsitzende Gappa wies in seiner Begrüßung auf die Schwere der Zeit hin, unter der insbesondere die kinderreichen Familien zu leiden hätten. Der Geschäftsführer erstattete den Geschäftsbericht, aus dem zu entnehmen war, daß die Mitgliederzahl stabil geblieben ist und auch die finanziellen Verhältnisse der Ortsgruppe geregelt seien. Im Mittelpunkt stand der Bericht des Vorsitzenden der Baugenossenschaft„Kinderreich". Die Verhältnisse innerhalb der Baugenossenschaft seien geordnet, wie es eine Revision seitens des Verbandes ergeben habe. Die bisher durchgeführten Bauten seien ordnungsgemäß finanziert. Die pünktlichen Mietezahlungen ermöglichten die prompte Erledigung aller laufenden Verpflichtungen. Das diesjährige Bauprogramm werde infolge der schwierigen Kapitalbeschaffung nur zum Teil durchführbar sein. Großes Befremden erweckte die Mitteilung des Vorsitzenden, daß durch das Wohlfahrtsministerium 500 000 Mk. an Baugeldern nach Bochum geflossen seien, ohne aber daß die Kinderreichen bei der Verteilung berücksichtigt worden seien. Nachdrücklichst forderte der Vorsitzende die Gewährung von Mietszuschüssen aus Hauszinssteuermitteln für die in großer Not befindlichen kinderreichen Familien. In diesem Sinne wurde folgende Entschließung angenommen: „Die Generalversammlung der Ortsgruppe Bochum des Bundes der Kinderreichen erwartet von den Führern der Stadt, daß sie den Anträgen kinderreicher Familien auf Mietzuschüsse mit allergrößtem Ernst nachgehen.“ In der Aussprache kam die außerordentliche Notlage der kinderreichen Familien zum Ausdruck. Mit dem Bericht über die Tagung in Siegen fand die Generalversammlung ihren Abschluß. Straßenbahn-Angelegenheiten In einem auswärtigen Blatt steht zu lesen, daß die beteiligten Gesellschaftsstädte nunmehr zu einer Einigung über die Sanierung der Westfälischen Straßenbahn geführt hätten. Im neuen Aufsichtsrat seien Stadtverordnete ausgeschaltet. Der Aussichtsrat sei in Zukunft eine Geheimkammer der Oberbürgermeister.— Wie wir auf Anfrage an zuständiger Stelle dazu erfahren, ist dort von einer Einigung über das Sanierungsprogramm nichts bekannt, die Verhandlungen darüber gingen zwischen den beteiligten Gesellschaftsgemeinden noch weiter. Ebenso sind die Verhandlungen mit den Bochum=Gelsenkirchener Straßenbahnen noch in der Schwebe. Noch anderen Blättermeldungen sollen die Auseinandetsetzungen zwischen Bochum=Gelsenkirchener und Hattinger Straßenbahn jetzt zugunsten der Bochum=Gelsenkirchener entschieden worden sein. Die Folge davon werde sein, daß die Linien 3 und III von Bochum über Stiepel nach Hattingen demnächst von der Bochum=Gelsenkirchener Straßenbahngesellschaft betrieben wird ähnlich wie es auf der Linie 8 über LindenDahlhausen nach Hattingen schon der Fall ist. Auch hierzu wird uns mitgeteilt, daß an den zuständigen Stellen in Münster und in Bochum über eine rechtskräftige Entscheidung nichts bekannt sei. Ane Velerunen in Bocham Sder Eine besondere Ehrung wurde bei der sechzigjährigen Jubelfeier des Krieger= und Landwehrvereins Bochum=Laer den ältesten Vereinsmitgliedern zuteil. Sie fuhren in Ehrenwagen im Festzuge mit. Auf dem Bilde erblickt man im Fond des Wagens gleich hinter dem Kutscher den einzigen noch lebenden Mitbegründer Schmiedemeister und Wirt i. R. Ludwig Romberg, ferner die Veteranen Robert Kuschmann, Wilhelm Röser und Friedr. Schmidt. Nur Expreßgutverkehr befriedigend Der Reichsbahnverkehr im Juni im Direktionsbezirk Essen. Auch der Monat Juni brachte dem Personenverkehr nicht die gewünschte Zunahme. Im Reiseverkehr war die Zurückhaltung des Publikums infolge der allgemeinen Notlage sehr fühlbar. Infolgedessen konnten die Reisezuge in der Wagenzahl geschwächt werden. Dabei ist zu bedenken, daß zum Sommerfahrplanwechsel die durchschnittliche Wagenzahl der Züge des Personenverkehrs unter Berücksichtigung der schlechten Wirtschaftslage von vornherein niedriger angesetzt war, als in den Vorjahren. Der Ausflugsverkehr an den Sonntagen war bei meist gutem Wetter stark. Im Sonderzugverkehr hat sich die Verbilligung des Tarifs noch nicht ausgewirkt. Wahrend im Juni 1930 bei teurerem Tarif 67 Gesellschaftssonderzüge bestellt worden sind, waren es in diesem Jahre nur 56. Im Juni 1931 sind im ganzen 261 Personensonderzüge gefahren gegen 152 im Mai 1931 und 316 im Juni 1930. Die Zunahme gegen Mai 1931 ist auf die größere Zahl von Sonderzügen für den Pilgerverkehr nach Neviges und Kevelaer zurückzuführen. Da die allgemeine Wirtschaftslage eine günstigere Entwicklung noch nicht erfahren hat, fehlte es auch im abgelaufenen Monat an der wichtigsten Voraussetzung für eine stärkere Inanspruchnahme der Eisenbahn. Belebungen in einzelnen Verkehrszweiten beruhten auf jahreszeitlichen Einflüssen und können als Anzeichen für eine allgemeine Besserung nicht gewertet werden. Der Expreßgüterverkehr war im allgemeinen als befriedigend anzusehen. Infolge günstiger Ernte war beim Eilstückgut eine erhebliche Zunahme des Eingangs von Obst und Gemüse festzustellen: allerdings zeigt ein Vergleich mit dem Monat Juni vorigen Jahres einen starken Rückgang. Der Frachtstückgutverkehr wies, wie alljährlich, im Juni einen leichten Rückgang gegenüber dem Vormonat auf. Den Wagenladungsverkehr beeinträchtigt nach wie vor die allgemein unbefriedigende Bautätigkeit. An Baustoffen waren fast nur solche für den Wegebau zu befördern. Obst und Gemüse gingen auch in Wagenladungen reichlich ein. Die Zufuhren an Frühkartoffeln aus Belgien und auch aus deutschen Versandgebieten haben eingesetzt. Die Anzahl der im Monat Juni nach Bezirk Essen abgefertigten Wagen betrug 286062(gegen 293 386). Für den Versand von Kohlen, Koks und Briketts wurden insgesamt— Sonn= und Feiertage eingeschlossen— 460 393(453043) oder arbeitstäglich im Durchschnitt bei 24 Arbeitstagen 17 854(18 322) Wagen zu 10 Tonnen gestellt. Wie aus diesen Zahlen erkennbar, hat sich die Absatzlage des Ruhrbergbaues, trotz des Anreizes durch Sommerrabatte, nicht gebessert. Die nach der letzten Notverordnung in Aussicht gestellte weitere Kohlenpreisermäßigung hat viele Verbraucher veranlaßt, mit ihren Abrufen zurückzuhalten. Neben den hohen Brennstofflagermengen des Ruhrberabaues waren am 30. Juni noch rund 7650(am 81. Mai= 6900) Reichsbahnwagen mit unabsetzbaren Brennstoffen auf den Zechenbahnhöfen abgestellt. Für andere Güter als Brennstoffe sind im Juni 92512(93.090) oder arbeitstäglich 3611(3879)) Kohlenwagen zu 10 Tonnen gestellt worden. Der Rückgang ist eine Folge der Ungunst der wirtschaftlichen Lage. An bedeckten Wagen und Wagen besonderer Bauart wurden 100 954(88 653) oder arbeitstäglich 3883(3694) gestellt. Die weitere Zunahme ist auf stärkeren Düngemittelbezug zurückzuführen. Die Brennstoffanfuhr in den Duisburg=Ruhr= orter Häfen belief sich auf 961 698 Tonnen(989 834) oder im arbeitstäglichen Durchschnitt 87479 Tonnen(39 139). Der Kokszugverkehr nach Frankreich, Lothringen und Luxemburg war geringer als im Vormonat: auch der Erzverkehr in Gegenrichtung gegen den Vormonat vermindert. Der Eilgüterzugverkehr war wesentlich verstärkt wegen günstiger Obst= und Gemüseernte. Der Gesamtverkehr wickelte sich glatt ab. Es wurden gefahren im Direktionsbezirk Essen 2069 918 (2 057 769), Zugkilometer und 86 713.305(86 465 315) Wagenachskilometer. Am 2. Juni wurde im Bahnhof Kupferdreh durch Flankenfahrt einer Rangierlokomotive in den einfahrenden Personenzug 822 die Seitenwand eines Personenwagens eingedrückt. Hierbei wurden 8 Reisende schwer und 6 leicht verletzt. Sonstige nennenswerte Unfälle sind nicht vorgekommen. Ertappter Fahrradmarder. In der letzten Zeit ist es daß Fahrrader, Religionsunterricht an Berufsschulen Der preußische Handelsminister legte jetzt dem preußischen Landtage eine Denkschrift vor über den Religionsunterricht an Berufsschulen. In Preußen haben von 1871 Gemeinden 394 den wahlfreien Religionsunterricht in den Berufsschulen eingeführt, also noch nicht 25 Prozent. Diese Schulen wurden besucht von 239012 Schülern und Schülerinnen. Davon nahmen am Religionsunterrichte teil: 138 271, das sind 57,8 Prozent der Gesamtzahl; unter diesen 138271 waren 120 520 Katholiken, 16 526 Protestanten, 438 Angehörige anderer Bekenntnisse und 787 Religionslose (Ungetaufte und mit den Eltern aus der Kirche Ausgetretene). In den meisten Schulen steht für den Religionsunterricht wöchentlich ½ Stunde zur Verfügung; die unterste Grenze sind zehn Minuten, die oberste 2 Stunden. Der wahlfreie Religionsunterricht wurde bisher in überwiegend katholischen Gegenden eingeführt. Die Regierungsbezirke(Gumbinnen,„Marienwerder, Frankfurt a.., Stettin, Köslin, Stratsund, Liegnitz, Magdeburg, Merseburg, Schleswig, Hannover, Hildesheim, Lüneburg, Stade, Aurich und Berlin lehnen bisher die Einführung ab. häufig vorgekommen, dalg Fahrruder, die bei der Hauptpost aufgestellt worden waren, gestohlen worden sind. Eine Jagd hinter einem Fahrraddieb spielte sich in den Abendstunden am Dienstag vor der Hauptpost ab. Dort war ein Mann beobachtet worden, als er damit beschäftigt war, das Fahrradschloß zu zerschlagen. Schnell schwang sich der Dieb aufs Rad und wollte davonjagen. Doch unerwartet packte ihn eine kraftige Faust am Kragen. Der Dieb wehrte sich, und im Handgemenge riß er sich los, warf die Beute davon und jagte die Viktoriastraße hinauf. In einem Eingang der Hauser verschwand er dann spurlos. x Einbruchsdiebstahl. In der Nacht zum 14. Juli wurde die an der Straßenecke Am Stadtgarten=Beisenkamp befindliche Lebensmittelhalle erbrochen. Gestohlen wurden einige Schachteln Zigaretten, ferner Tomaten, ein Korb mit 80 Eiern, mehrere Flaschen Bier, Käse und Pfefferminz. Der Gröholle, gegen die Reußendahn Bilder aus Bochumer Gerichtssälen Von der Stadtkasse Bochum werden in der heutigen Ausgabe die im Juli fällig gewordenen rückstandigen Steuern, Abgaben usw. öffentlich angemahnt. Die nach 21. Juli noch vorhandenen Nuckstande werden einEin junger Mann aus Wattenscheid hatte aus einer verzweifelten Stimmung heraus einen erpresserischen Drohbrief an die Bochum=Gelsenkirchener Straßenbahn gerichtet. Er stellte darin in Aussicht, daß er einen Anschlag gegen das Unternehmen ausführen werde, wenn ihm nicht bald sein Recht werde. Er wünsche zwar nicht, daß Fahrgäste usw. dabei zu Schaden kämen; falls das aber doch geschähe, so sei das nicht seine Schuld. Wegen dieses Briefes hatte der erste Richter neun Monate Gesängnis gegen den jungen Mann verhängt. Der Verurteilte focht das Strafmaß mit Berufungsverlangen an. Vor der Strafkammer entwickelte sich erneut das Bild eines um sein vermeintliches Recht seit Jahren erfolglos kämpfenden unglücklichen Menschen. ern, Abgaben usw, öffentlich,u ng; manden... dem 2r. Jul. noch borhankenen#stände werden eingezogen. Städtische Lesehalle. In der städtischen Lesehalle auf der Bismarckstraße hat man eine praktische Neuerung eingeführt Für die Besucher werden Ausweiskarten verausgabt, die beim Betreten der Aufsichtsperson abzugeben sind und beim Verlassen von dieser wieder abgeholt werden können. Damit wird Diebstählen vorgebeugt. Gleichzeitig dient die Neuerung statistischen Ernte beginnt. Auf den Feldern regen sich bereits fleißige Hände, die erste Halmfrucht, die Gerste schon zu mähen und in Bausten aufzustellen. Auch in einigen Fluren hat man mit dem Schnitt des Roggens begonnen, dem übrigens der letzte Sturm weniger Schaden verursacht hat, als allgemein angenommen wurde. Größtenteils haben sich die schweren Aehren wieder aufgerichtet. Nicht lange wird es mehr dauern und der Wind fegt über die Stoppeln.„Mbeinland=Westfalen Neuer, dänischer Konsul für Rhemund=Wbentalen. Als Nachfolger des im vergangenen Herbst verstorbenen Generalkonsuls Oehme hat die dänische Regierung Herrn Wilhelm R. Mann, Vorstandsmitglied der IG. Farbenindustrie AG., wohnhaft in Köln=Marienburg, zum Koniglich danischen Konsul für die Rheinprovinz und Westfalen ernannt,„.. Ergautn aurint der Unfälle. Auf dem Bahnhof„Prasidenr“ gerier der Eisenbahnbeamte August W. beim Transportieren eines schweren Maschinenteiles mit der Hand in das Gestänge und erlitt einen Knöchelbruch.— Am Schwanenmarkt geriet gestern morgen um 10 Uhr ein Motorradfahrer infolge der Glätte des Asphalts auf den Bürgersteig und prallte gegen einen Baum. Obwohl der Radfahrer stürzte, kam er mit geringen Verletzungen glimpflich davon.— Dienstag abend, kurz nach 8 Uhr, wurde auf der Königsallee beim Stadttheater ein junger Mann, der eiligst die Straße überqueren wollte, von einem Personenkraftwagen angefahren. Der Mann trug eine schwere blutende Wunde am Hinterkopf sowie eine Armwunde davon. langens mitgeteilt wurde, so konnte er die Ueberzeugung nicht haben, daß sein Anspruch gerechtfertigt sei. „Ja, ich habe aber den Brief doch gar nicht ernst gemeint!“ wandte der Angeklagte ein. „Wenn Sie mir den Brief geschrieben hätten“ erwiderte der Vorsitzende,„hätte ich Sie ausgelacht und den Wisch beiseite geworfen. Die Straßenbahn befördert aber fremde Menschen, und sie ist für deren Sicherheit verantwortlich. Sie kann nicht wissen, ob Sie nicht vielleicht doch eine Dummheit machen. Diese Drohung war doch gemeingefährlich. Also entweder sind Sie ein Narr oder ein Bösewicht! Daher muß das Gericht über die Sache befinden.“ In der Jugend erlitt er einen Unfall durch die Straßenbahn, der ihm ein Bein schwer beschädigte. Die Mutter einigte sich mit der Straßenbahn auf Sicherstellung von 3000 Mark als Schadenersatz für das Kind. Ehe aber der Junge in den Genuß des Geldes kam, fraß die teuflische Inflation die Summe fort. Der Erwachsene hat dann alle Behörden in fortgesetzter Bewegung gehalten mit Prozessen und Eingaben, weil er meinte, an die Straßenbahn noch Forderungen zu haben; aber sein Bemühen drang nicht durch. Schließlich bekam er für einen neuen Prozeß das Armenrecht nicht mehr. Er wurde ganz und gar verbittert und in seinen Empfindungen durcheinandergeworfen. Auch in der erneuten Gerichtsverhandlung vertritt er den Standpunkt, daß er mit seinen Rechtsansprüchen doch noch Erfolg haben werde. Er fechte jetzt mit Hilfe zweier Rechtsanwälte den Fall in Hamm durch. Das Abkommen mit der Mutter habe der Bestätigung durch den Vormund bedurft und sei daher rechtsunwirksam. Jetzt geht der Streit darum, ob auf diesen Einwand der Fall erneut aufgerollt werden könne. Bis jetzt war der junge Mann stets dahin beschieden worden, daß eine solche Bestätigung gar nicht nötig war, da der Knabe erst später einen Vormund erhalten habe. Zu dem Briefe selbst äußerte sich der junge Mann mit der Entschuldigung, daß er ja doch niemals an die Ausführung einer solchen Drohung gedacht habe. Er habe sie niemals ernsthaft gemeint und„könne keiner toten Fliege ein Leid antun". Das Gericht kam aber trotzdem dem Angeklagten, der sich schriftlich und mündlich gewandt zu verteidigen wußte, entgegen. Es rechnete ihm zu gute, daß er stark verärgert war und dadurch zum Querulanten wurde. Solche Briefe aber dürfe man selbst dann nicht schreiben, wenn man sich im Rechte glaube. Die Straßenbahn habe ihre Verpflichtung voll erfüllt und die Summe ausgezahlt, auf die man sich geeinigt hatte. Man setzte aber die Freiheitsstrafe auf fünf Monate Gefängnis herab. Die erste Instanz möge entscheiden, ob teilweise Strafaussetzung bewilligt werden könne, da der junge Mann einen Teil der Strafe bereits verbüßt hat. Die Gemüsezeit Der Mittwoch=Wochenmarkt am Wilhelmsplatz nahm einen ruhigen Verlauf. Die Auswahl an Gemuse und Frischobst war sehr reichhaltig. Die Preise zeigten gegenüber der Vorwoche keine wesentlichen Veränderungen. Es notierten die Preise am 15. Juli: Rotkobl Psd. 20 Pf. Weißkohl..... Psd. 15 Pf. Wirsing Psd. 10—20 Pf. Grüne Schneidebohnen Psd. 20—30 Pf. Wachsbohnen........ Pid. 25—35 Pf. Prinzeßbobnen......... Bz.— Ff. Stangenbohnen 70— Blumenkohl Pid. 30—45 Pf. Kopisalat#........ Stück 15—20 Pf. Tchwggrs.......:. Bund 30-.50#. Kodlraßzt. Stück 10-15 Pl. Schlangenaurken..... Stück 30—50 Pf. Einmachgurken...... Bip, 20—45 Pf. Stielmus......... Bund—40 P. Radieschen Neue Kartoffeln Rhabarber Erbsen Große Bohnen... Melde Pilze Erdbeeren...* Kirschen:...?*: Stachelbeeren.. Johannesheeren::. Waldbeeren..**. Anrikosen Pfirsiche Birnen Nevfel Bananen Zitronen Tomaten...... Eier Holl. Süßrahmbutter Oldenburger Pfd.—10 Pf. ..... Pfd. 8 Pf. . P f d. 2 0— 2 5 P f .... Pid. 10 Pf. .... Pid. 10 Pf. .... Pfd. 65 Pf. .. Pfv. 45-50 Pf. .. Pfd. 25—35 Pf. .. Pfd. 25-30 Pf. .... Pfd. 25 Pf. .. Pfd. 25 Pf. .... Pid. 50 Pf. ... Psd. 40 Pf. *.. Pid. 30 Pf. gfd. 30—70 Pf. Hfd. 40—45 Pf. * Stuck 10 Pf. Pfd. 30-40 Pf. Stück 8,10. pld..70 Mt. mid..60 Mk. Pid..40 Mr. Das Gericht schien geneigt, die Frage zu prüfen, ob der Angeklagte sich bewußt war, einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu erstreben;„denn auch die Zivilkammer kann sich in der Auslegung gewisser Bestimmungen einmal irren". Fehlte das Bewußtsein des rechtswidrigen Vermögensvorteils, so lag nur versuchte Nötigung vor, nicht aber Erpressung. Da jedoch schon vier Gerichtsbeschlüsse ergangen sind, in denen dem Angeklagten die völlige Aussichtslosigkeit seines VerTeure Zigaretten Auf längere Zeit wird einer Anzahl Angeklagter die Rauchlust wohl vertrieben worden sein. Einige Leutchen, Arbeitslose, standen unter Anklage der Tabakhehlerei durch An= bzw. Verkauf nichtversteuerter Zigaretten. Es handelte sich um geschmuggelte Ware. Die Leutchen die ganze 20 Stück gekauft hatten, mußten 14,80 Mark zahlen, ein Angeklagter, der 200 Stück zum Vertrieb unter der Hand erworben hatte, muß sogar 148 Mark blechen. Das ist wahrlich kein Geschäft, das zur Fortsetzung reizen kann. Mit recht langen Gesichtern zogen die Leute ab. Sie gaben zwar zu ihrer Entschuldigung an, daß sie die Herkunft der Ware nicht kannten, aber das Gericht glaubte ihnen nicht. Als„Zigarettenraucher“, hätten sie wohl wissen müssen, daß sie versteuerte Waren für so billig nicht kaufen können! Landbutter gfo, 80 Suppenbühner.......... Pfd 85 Pf. Waitbühzeng#n...... gfd. 95 Pf. Junge Häonchen. Psd. 75—85 Pf. Rindfleisch Hid. 80—90 Pf. Ochsenfleisch...: Pid. 70—95 Pf. Schweinefleisch..... gied,.10—.25 Mt. salbfleisch% 110—1,20 Mk. Hammelfleisch...... Pl“.rd. 25 Pf. Schellfisch kl.. Piß, 30 Pf. Schellfisch gr. Hrd. 40 Pf. Kabellau........... Pid. 45##. Seaal.:........... Kiß. 35 Pf. Rotbarsch.......... Pid. 80 Pf. Tischhect......... Hid. 40—60 Pf. **: Rd 40-80 Pf. Fischiler Schollen Seelachs P16 b. T0 X Pld. 40 Plf. am 8. Juli: *— Pf. ..— Pf. 10—20 Pf. 20—35 Pf. 25-35 Pf. .. 40 Pf. 20—25 Pf. 30—45 Pf. 10—25 Pf. 20—40 Pf. .. 45 Pf. .. 10 Pf. 20—40 Pf. ".— Pf. —10 Pf. 10—15 Pf. —12 Pf. .. 8 Pf. 20—25 Pf. 12-15 Pf. . 1 0 P f. — Pf. 30- 45 Pf. 25-45 Pf. 25—35 Pf. 25—30 Pf. 35—40 Pf. 50—60 Pf. .. 50 Pf. ..- Pf. 40—60 Pf. 40—45 Pf. 10 Pf. 30- 40 Pf. —10 Pf. " 1. 6 0 M k. ".50 Mk. .40 Mk. .. 90 Pf. .. 95 Pf. ".10 Mt. 70—85 Pf. 80—95 Pf. 75-90 Pf. 10—.25 Mf. 10—.30 Mr. .. 25 Pf. .. 30 Pf .. 40 Pf .. 40 Bf .. 40 Pf .. 40 Pf• .. 80 Pf 40—60 Pf. 35—60 Pf. .. 50 Pf. (Weitere Lokalnachrichten auf Seite 11.) Opfer der Straße Von der Anklage fahrlässiger Tötung des Knaben Eduard Kopebsch wurde der Ingenieur Felix M. in der Berufungsinstanz freigesprochen. Der erste Richter hatte 500 Mark Geldbuße verhängt. Es stellte sich heraus, daß das Kind durch einen Baum völlig verdeckt war. Die Beschuldigung, daß die Fahrgeschwindigkeit zu groß gewesen sei, konnte nicht nachgewiesen werden. Die Hauptschuld trug der Knabe selbst, der direkt vor den Wagen lief. Der Unfall ereignete sich Ende April am Höntroper Hellweg. Deutschnationale Volkspartei. Heute, Donnerstag, abends.30 Uhr, öffentliche Versammlung im Evangelischen Vereinshaus.(2P14 Wohin gehen wir heute Stala=Varietés: 2015 Uhr: Eine Sprizour nach HanSkala=Lichtspiele 17 und 20 Uhr: Artistenliebe. Ufatheater: 16, 18, 20 Uhr: Die Million. Apollotheater: 16, 18.45, 21.30 Uhr: Lindenwirtin. Capitol: 16, 18.15, 20.10 Uhr: Dämon des Meeres.— 22 Uhr: Nachtvorstellung.,„s g. Lichtburg: 15.40, 18.10, 20 Uhr: 2 mal Hochzeit. Odeon: 16 Uhr: Tango der Liebe. 16) Sternenvogel wurde gerufen. Es war ein großer, Indianer mit schönen, ebenmäßigen Zügen, stättlicher Inbianer mit schonen, Wvenmäßigen Hügen, die nur durch den finsteren Ausdruck entstellt wurden. Sternenvogel kniete vor den Gästen nieder. Er sprach nicht nur spanisch, sondern beherrschte auch das Englische ausgezeichnet. Das war für einen Wilden allerhand.„„„„ „Höre, Sternenvogel“, begann der Professor eindringlich in englischer Sprache,„du wirst mit der Donna und den Caballeros reisen. Du wirst sie nach dem Yukatan bringen. Du wirst der Donna und den Caballeros gehorchen und über sie wachen. Sie werden dir künden, was du tun sollst. Du wirst es tun.“ Sternenvogel hob das unbewegliche Antlitz empor und sein dunkles Auge traf das blonde, schöne Mädchen. „Sternenvogel wird ihnen gehorchen. Er ist der Diener, und sie mögen ihm sagen, was er tun soll.“ „Gut!“ nickte der Professor befriedigt.„Gehe jetzt, Sternenvogel. Ich werde dir sagen, wenn du dich Der Indianer erhob sich, noch einen Blick warf er auf Eva, dann verließ er aufrecht das Zimmer. „Ein hübscher Bursche! Man findet nicht allzuviel solche Gestalten unter den Roten in Mexiko. So stelle ich mir die alten Maya vor, die einst gelebt haben. Groß, stolz und kühn“, sagte der Forscher. sg. „Wie sind Sie zu dem Indianer gerommen: flagte Der Professor überlegte.„Ich lernte ihn auf einer meiner Reisen nach dem Yukatan kennen. In der Nähe von Mervida, er hat mich, dreimal glaube ich, geführt. Prachtvoll geführt, bis wir eben nicht weiter konnten. Zwei Tage nach der Ankunft Don Martinos, der mir den Tod meines geliebten Freundes meldete, erschien Sternenvogel plötzlich in Verakruz. Ich sprach mit und er sagte mir, daß er in ganz Mexiko herumgewansei d durch Zufall nach der großen Stadt am und er sagte mir, daß er in ganz Mexikg herumgen dert sei und dulch Zchug nach der greg, Slabl am Meer gekommen sei. Ich behielt ihn als Diener, und er war bescheiden, genügsam und von hoher Intelligenz. Nur sehr verschlossen ist er. Würde es mir gelingen, ihn zum Sprechen zu bringen, ich glaube, mein Werk über Mexiko, an dem ich jetzt arbeite, das sähe anders aus. Er kennt das Land. Mexiko ist heute noch voll von Geheimnissen.“... an.— hatt, man dem Nus. Mit dem großten Interesse hatte man den Ausführungen zugehört, als plötzlich der alte Diener Paolo mit allen Zeichen des Entsetzens hereinstürzte. „Don Gomez“, rief er empathisch aus,„die Polizei ist da! Don Manuel de Sanquilla wünscht Sie zu sprechen.“ Da erschien auch schon hinter dem Diener der Polizeikapitän Manuel de Sanquilla mit vier Polizisten. Er grüßte devot. 1 Der Professor hatte sich erhoven und sagte, den Gruß erwidernd:„„ g5 gr in „Don Manuel de Sanquiug, Sie storen uns. Ich habe Gäste! Was wünschen Sie?!“ Marschall hatte einen Blick mit der entsetzten Eva gewechselt und flüsterte ihr zu:„Ohne Sorge. Machen Sie sich keine Gedanken." „Don Gomez!“ sagte der Polizeikapitän.„Ich bin untröstlich, daß ich Ihren Abend stören muß. Aber die Pflicht, die bittere Pflicht. Und die Höflichkeit gegen das Ausland. Sie wissen! Ich— muß eine Verhaftung vornehmen, denn Sie bergen in Ihrem Hause einen— Mörder. Erschrecken Sie nicht, edler Don, aber es ist so. Ich habe die telegraphische Anweisung aus Deutschland vom Polizeipräsidium in— schwerer Name die Stadt— ich soll Don Marschall, der Gast in Ihrem Hause ist, verhaften. Man sucht ihn wegen Nordes.. aF-hig ein Wart uu fürsch, Der Professor war unfahig, ein Wort zu sprechen. Marschall hatte sich erhoben und trat vor. In seinem männlich kühnen Gesicht zuckte nicht eine Muskel. Ganz verbindlich sagte er:„Ich bin Werner Marschall! Die Order, die Sie erhalten haben, ist ja Wahnsinn. Ich verlange, daß zurückgefragt wird. Ich werde mich solange zu Ihrer Verfügung halten. Ich verpflichte mich dazu.“ „Ich bedaure lebhaft, Don Marschall!“ sagte der Polizeikapitän.„Ich muß Sie bitten, mir zu folgen. Wir werden Sie unterbringen, so wie es einem Cabal= lero gebührt, und werden zurückfragen. Aber— ich muß Sie verhaften.“ „Aber, Don Manuel!“ rief der Professor entrüstet aus. „Dienst, Don Gomez! Ich bitte um Verzeihung. Dienst! Und es ist noch eine Sache. Donna Eva Buc— Bucener, wir haben die Order erhalten, sie sofort per Schiff nach Deutschland zurückzuschicken. Donna Eva Bucener ist noch nicht mündig. Sie hat sich ohne die Erlaubnis des Vaters entfernt.“ Immer entsetzter wurde der Professor. „So wollen Sie wohl auch noch Dona Eva verhaften und in eine Zelle stecken?" „Aber ich bitte Sie, Don Gomez! Ich habe mit dem Präsidenten gesprochen, Exzellenz wouen davon absehen und gestatten, daß Donna Eva Bucener Ihr Gast ist, bis der deutsche Dampfer anlegt.“ Eva atmete erleichtert auf.„ 48 674 Marschall verabschiedete sich von. ihnen und foigte Eva war lange keines Wortes mächtig. John Hiller redete ihr gut zu. Zärtlich wie ein Bruder sprach er und sagte, daß er sich um Marschall kümmern werde. Dem Mädchen taten die Worte wohl. Dann aber ließ sie sich entschuldigen und zog sich auf ihr Zimmer zurück. So fand die Tafel ein unerfreuliches Ende.— Don Gomez ging aufgeregt in seinem Arbeitszimmer auf und ab. Elvira bat den Vater:„Aber so beruhige dich nun doch, Papa. Es wird sich doch alles aufklären. Don Marschall ist niemals ein Mörder. Daß muß dir dein gesunder Menschenverstand sagen.“ Der Professor nickte.,„ M. „Ja, aber die Schandel Die Polizei in meinem Hause. Führt einen von meinen Gästen als Mörder fort. Es ist furchtbar.“ Verakruz hat drei Tage etwas zu reden! Zweifellos, das hat es. Aber nach drei Tagen wird etwas anderes geschehen, und alles ist vorüber. Du darfst dich nicht so um andere Leute kümmern, „Ja, ja, ein Glück, daß deine Mamita nicht da ist, ein Glück! Sie läge drei Tage krank. Sie regt sich so leicht auf... Wags mirst Hu uum 4. Elvira nickte.„Was wirst ou nun tun?“ Erstaunt sah der Professor seine Tochter an. Was sollich fun'“„ axhenten der Ball. „Aber, Papa! Du mußt zum Präsiventen der Polizei gehen und dich beschweren. Don Marschall ist unser Gast. Es war eine unfreundliche Handlung. Man hätte Don Marschall für morgen vorladen können. Du mußt es ihm begreiflich machen.“ Der Professor nickte. Ganz schien es ihm nicht passen. Aber er fuhr am Abend noch zu dem Präsidenten. Noch um die neunte Stunde suchte er ihn, mit dem er befreundet war, auf. Die Unterhaltung währte etwa eine Stunde. Der Präsident war eitel Liebenswürdigkeit und entschuldigte sich tausendmal, aber er sagte, daß er als getreuer Beamter nicht anders handeln könne. Dann erzählte er ihm von Marschall alles, was ihm per Funktelegramm mitgeteilt worden war. Gomez Arragone war entsetzt. Die Schuld Werner Marschalls gewann Gestalt. Man hatte Marschall in die Zelle gesperrt. Aber es war wenigstens eine saubere, gute Zelle, die sogar etwas möbliert war.„ 8 Marschall sprach das Spanische sehr gut. Das kam ihm hier zu Hilfe.„„ Stund, In 62 8,u Er war kaum eine halbe Siunde in der Zelle, da rief er nach dem Gefängnisbeamten. Der Polizeisergeant kam mit zwei Mann— anscheinend hielt man Don Marschall für sehr gefährlich— und fragte Marschall, was er wolle.„„„ „Ich habe Hungerl ertlärte Marschall.„Man war so unfreundlich, mich von der Tafel wegzureißen. Hier sind zwanzig mexikanische Dollar. Zehn für ein gutes Essen und die anderen zehn als Dank für die Gefäl9vet.... i Zeiner nanczlanten sleichaült Er sagte oas in seiner nonchatanten, gleichgültigen Art, und die wirkte. Zwanzig Dollar warf der Don für eine Mahlzeit aus! Davon waren zehn für ste...., gre mn, Einen Augenblick lang sahen sich die brei an. Marschall fragte lächelnd:„Ist es wider das Dienstreglement, wenn Sie mir meinen Wunsch erfüllen? Doch nicht, Senjores““„ ig den Gauf Der Sergeant schulkelte eiftig den Kopf. „Nein, Don Marschall! Das ist nicht verboten! Wir werden für eine Mahlzeit sorgen, die Ihnen schmecken wird.“ „Wenn es geht, auch ein Fläschchen Wein mit, aber guten. Wenn die zehn Dollar nicht langen, dann sagen Sie es mir.„.„ 12s Echimt. Man besorgte Essen und Wein und beoiente den Gefangenen wie den feinsten Caballero. Marschall ließ es sich schmecken. Als er fertig war, räumten sie wieder ab, und der Sergeant fragte geschäftig:„Hat es Euer Hochwohlgeboren geschmeckt?“ „Ich denke, Sie haben wirklich ein gutes Mahl besorgt. Das werden Sie jetzt freilich öfter tun müssen; denn ich werde wohl eine ganze Weile hier Ihr Gast sein, bis sich der Irrtum aufgeklärt hat. Ich ein Mörder!“ 146 1 Der Polizeisergeant nickte eifrig. „Don Marschall dürfen glauben, daß wir alle annehmen, daß es ein grober und schlechter Irrtum ist.“ „Sie sind ein Mann, Senjor, der den richtigen Blick hat. Ich meine man erkennt doch den Verbrecher schon mit einem Blick. Ist's nicht so, Senjor? Sie mit Ihrer langen Praxis wissen es doch genau.“ Geschmeichelt nickte der Polizeisergeant. sind S“ hier schon in „Wie lange sins Sie hier schen im Dienst?“ „Acht Jahre, Don Marschall.“ „Acht Jahre! Sind Sie verheiratet?“ Ja, „Haven Sie Kinder?" Der Mann strahlte über das ganze Gesicht. „Sieben, Don Marschall. Alles liebe, schöne, gute Kinderchen. Marschall nickte erfreut.„Sieben Kinder! Die machen Freude und schaffen Glück. Aber sie kosten viel Geld und ich glaube kaum, daß der Staat es Ihnen recht lohnt. Sie haben gewiß zu kämpfen, Senjor, um durchzukommen.“ Der Sergeant nickte seufzend. „Es ist immer knapp, Don Marschall! Aber die Kinderchen werden groß, und dann vergessen sie ihren Vater nicht. Oh, es sind gute Kinder!" „Ihre Worte freuen mich, Senjor! Ich liebe Kinder über alles! Schade, daß ich Ihre Kinder nicht einmal sehen kann. Auf alle Fälle möchte ich, da Sie und Ihre Kameraden so vorbildlich anständig mir gegenüber sind, Ihren Kinderchen eine Freude machen. Hier, Sergeant, greifen Sie zu. Hier sind hundert Dollar. Für jedes Kind zehn. Für Sie und Ihre Donna je fünfzehn. Nehmen Sie nur!" Der Mann starrte Marschall entgeistert an. Mit beiden Händen wollte er nach dem Geld greifen, aber er hielt inne und sagte bedauernd:„Don Marschall, Euer Hochwohlgeboren, ich darf es nicht anbchmen. g.# 8. hürfin i fangr W im m. „Nehmen Sie! Sie durfen es sogar Iyrem Vorgesetzten melden. Ich will dafür keine Gegenleistung. Es liegt mir völlig fern, Sie deswegen etwa um einen Dienst zu bitten, den Sie nicht verantworten können. Ich will Sie nicht um Ihre Stellung bringen. Die hundert Dollar bedeuten für mich nichts. Bedenken Sie, ich habe im Jahr hunderttausend Dollar Rente.“ Die Augen des Sergeanten wurden immer größer. „Hun—derttausend Dollar!“ stammelte er. „Die Summe wundert Sie? Da will ich Ihnen noch eine ganz andere Summe nennen. Donna Eva ist die Erbin des verstorbenen Millionärs Booth. Sie hat jedes Jahr aus dem Vermögen eine Rente von über zehn Millionen Dollar. Was bin ich dagegen?“ Dem Mann schwindelte.#. „Stecken Sie das Geld ein! Ich geve Ihnen mein Ehrenwort, daß ich kein Wort jemand sage und daß ich keinen unbilligen Dienst von Ihnen verlange. Ich bitte Sie nur, jetzt zu dem Polizeipräsidenten zu gehen und ihn zu bitten, daß er mir vierundzwanzig Stunden Urlaub gibt. Ich hinterlege eine Kaution von dreißigtausend Dollar und verpflichte mich, in diesen vierundzwanzig Stunden Verakruz nicht zu verlassen.“ Das Geld stegte.„.. 4. Wasislug Der Sergeant meidete es dem Polizeiprasiventen. Der blieb auch von der Wirkung des Geldes nicht unbeinsust.... wa, Iur: nach Bendiaung der Er machte sich— es war turz nuch Beenbigung der Unterredung mit Don Gomez— auf und ließ sich im Polizeigebäude Marschall vorführen. Er war dem Gefangenen gegenüber sehr höflich. Bedauerte, daß es nicht ginge., 6 Aber Marschall, frech, dreist und gottesfurchtig, gab nicht nach Er hatte nämlich bald herausgefunden, daß der Präsident von seinen eigenen Dienstvorschriften und den Gesetzen des Landes herzlich wenig wußte, und zitierte er Paragraphen aus den Gesetzbüchern, aus den Polizeivorschriften, daß dem Polizeipräsidentes angst und bange wurde. Daß diese Paragraphen alle meyr oder weniger e funden waren, das wußte der Brave nicht, denn die ganze Arbeit leistete der Oberkommissar Vela. Und der war gerade in Urlaub.„ 644 Igortjetzung sulgt) 2. Beilage Anzeiger u. 0 Mein Freu stens behauptet nichts, als da Speisekarte m schon seit Mon endlich ausglei mich soweit. aller Frühe lo an den mein H Wir fuhren an lasten, weil jed hatte, damit w Als wir ausge es war nicht in jedem Wal Laubwald sein nen oder Kiefe kommt. Darai Wir wande Fritz behaupte derung. Es: geradezu aus knüpfte sich me die seine näml ist, mußte ich sagen der Füh Wald gelangte Kiefern dazwi des Unterholze Gesicht, und 1 nicht eingerich den Sohlen z mit, und wir fand ich auch. Tupfen darau „Die Russene es eine Menge nicht gut, und richtigen Platz und Fülle geb „Der Ste Pilze. Er he braune Kappe und die Kapp dem. Der St an, was man dem Pilz mit Der Kyffhäu Denkmal eine elmsplatz nahm in Gemüse und eise zeigten geVeränderungen. am 8. Juli: **— Pf. ...— Pf. " 1 0— 2 0 P f. 20—35 Pf. 25-35 Pf. ... 40 Pf. 20—25 Pf. 30—45 Pf. 10—25 Pf. 20—40 Pf. ... 45 Pf. ... 10 Pf. 20—40 Pf. ...— Pf. .—10 Pf. 10-—15 Pf. —12 Pf. ..„§ D. 20—25 Pf. 12-15 Pf. .. 10 Bf. ***- Pf. 81-.45 Pf. " 25-45 Pf. " 25—35 Pf. " 25—30 Pf. 35—40 Pf. 50—60 Pf. ... 50 Pf. .. 4— Pf. 40—60 Pf. 40-45 Pf. . 10 Bf. " 30 40 Pf. . 8— 1 0 P f. ...60 Mk. ...50 Mk. ...40 Mf. ... 90 Mf. 95 Pf. ...10 Mt. 70—85 Bf. 80—95 Pf. „ 75- 90 Wf. .10—.25 Mf. .10-.30 Mf. ... 25 Pf. ... 30 Pi. ... 40 Bf ... 40 Mr ... 40 Pf ... 40 Pf“ ... 80 Bf 40—60 Pf. 35—60 Pf. ... 50 Pf. eite 11.) 2. Beilage zum Bochumer Anzeiger u. Gen. Anzeiger Unterhaltung, Wissen, Leben Nr. 164 38. Jahrgang Donnerstag, 16. Juli 1931 er e, Donnerstag, rlammlung gn (LP14 heute tour nach Hamistenliebe. ion. Lindenwirtin. des Meeres.— Hochzeit. e Gesicht. ebe, schöne, gute 1 Kinder! Die er sie kosten viel Staat es Ihnen fen, Senjor, um schall! Aber die ergessen sie ihren l. Ich liebe Kinder der nicht einmal da Sie und Ihre r gegenüber sind, Hier, Sergeant, ollar. Für jedes ma je fünfzehn. istert an. dem Geld greibedauernd:„Don darf es nicht anir Ihrem Vorgebegenleistung. Es etwa um einen ntworten können. ig bringen. Die s. Bedenken Sie, dllar Rente.“ en immer größer. nelte er. ill ich Ihnen noch nna Eva Buchner närs Booth. Sie eine Rente von in ich dagegen?“ gebe Ihnen mein nd sage und deß ten verlange. Ich sidenten zu gehen ndzwanzig Stuneine Kaution von mich, in diesen cht zu verlassen.“ Mein Freund, der Diezkenner kumorebke von Franz Grahn Mein Freund Fritz ist ein großer Pilzkenner; wenigstens behauptet er es. Ich verstehe von Pilzen weiter nichts, als daß sie gut schmecken, und daß sie auf der Speisekarte meistens gestrichen sind. Fritz behauptet schon seit Monaten, ich müßte diesen Bildungsmangel endlich ausgleichen, und am letzten Samstag bekam er mich soweit. Am Sonntag fuhren wir also in aller Frühe los. Die Eisenbahnfahrt war ein Genuß, an den mein Hühnerauge noch Wochen lang denken wird. Wir fuhren anderhalb Stunden als Reisende mit Traglasten, weil jeder von uns einen Rucksack mitgenommen hatte, damit wir die Pilze ordentlich verstauen konnten. Als wir ausgestiegen, waren, wir bereits im Wald, aber es war nicht der richtige, wie Fritz behauptete. Nicht in jedem Wald nämlich wachsen Pilze; es muß ein Laubwald sein. Eichen mit Buchen, und ein paar Tannen oder Kiefern, damit die richtige Mischung zustande kommt. Darauf kommt es nämlich an. Wir wanderten also zwei Stunden, und es war, wie Fritz behauptete, das richtige Wetter für eine Pilzwanderung. Es regnete nämlich—„da schießen die Pilze geradezu aus dem Erdboden heraus“, sagte er, und knüpfte sich meine Lederjacke um den Magen. Er hatte die seine nämlich vergessen, und da er etwas empfindlich ist, mußte ich ihm aushelfen. Außerdem war er sozusagen der Führer. Als wir endlich in den richtigen Wald gelangten— Eichen und Buchen mit ein paar Kiefern dazwischen— war es sehr naß. Die Zweige des Unterholzes wischten einem eine ganze Sintflut ins Gesicht, und meine Schuhe, die für solche Verhältnisse nicht eingerichtet waren, zeigten eine Neigung, sich von den Sohlen zu trennen. Fritz hatte aber Bindfaden mit, und wir stellten die Vereinigung wieder her. Pilze fand ich auch. Wunderschöne rote Pilze, mit weißen Tupfen darauf.„Das sind Fliegenpilze“, sagte Fritz. „Die Russen essen sie. Ich bin kein Russe.“ Dann gab es eine Menge gelber Pilze, aber Fritz erklärte, die seien nicht gut, und ich sollte nur warten, bis wir an den richtigen Platz kämen; da müßte es Steinpilze in Hülle und Fülle geben. „Der Steinpilz“, erklärte er,„ist die Krone der Pilze. Er hat einen dicken, fleischigen Stiel und eine braune Kappe. Der Stiel kann aber auch schlank sein und die Kappe hellgelb. Oder ganz dunkel. Je nachdem. Der Steinpilz paßt sich nämlich seiner Umgebung an, was man Mimikry heißt.“ Wir suchten also nach dem Pilz mit dem dicken fleischigen Stiel, der auch lizeipräsidenten. beldes nicht unBeendigung der und ließ sich im sehr höflich. schlank sein kann und mit der braunen Kappe, die auch gelb oder dunkel sein kann. Ich fand keinen. Fritz übrigens auch nicht. Einmal glaubte ich schon, einen gefunden zu haben, aber der hatte einen ganz roten Stiel, und als ich ihn auseinanderbrach, wurde er grün und blau. Das sei ein Teufelspilz, sagte Fritz, und hinreichend, meine ganze Familie zu vergiften. Ich hatte mir das Pilzsuchen nicht so anstrengend vorgestellt. Man ging und ging, man suchte und suchte, und wenn man schon etwas gefunden hatte, dann war es Gift. Ich bewunderte Fritz, der den Humor nicht verlor Er vertröstete sich und mich immer auf neue Fundstellen, und dann fanden wir auch wirklich etwas. Schöne, weiße Pilze, in ganzen Mengen. „Champignons“, sagte Fritz, und begann seinen Rucksack zu füllen.„Bist du aber auch sicher“, fragte ich ihn. „Was denkst du von mir eigentlich? Natürlich bin ich sicher. Aufgewachsen bin ich bei Champignons.“ Wir heimsten also ein, was wir fanden, und Fritz war sehr aufgekratzt. Er konnte es auch sein, denn er war wenigstens trocken, was ich von mir nicht behaupten konnte. Als ich zudem noch bis zu den Knien in eine Sumpflandschaft sank, glaubte auch Fritz, daß es genug sei. „Ich hätte zwar bestimmt noch Steinpilze gefunden", sagte er,„aber wenn du nicht mehr kannst, muß ich mich eben opfern.“ Er opferte sich, indem wir einem Forsthaus zustrebten, wo es nach Fritzens Behauptung einen guten Tropfen zu trinken gab. In diesem Falle hatte er recht. Wir trafen dort eine größere Gesellschaft an, die gleichfalls auf der Pilzwanderung begriffen war, es aber vorgezogen hatte, im Trockenen zu bleiben und mehr den inneren Menschen anzufeuchten. Wie es unter Kollegen geht, kamen wir natürlich bald ins Gespräch, und Fritz zeigte unsere Schätze. Da war nun ein alter Mann, der selber aussah, wie ein Pilz, und der behauptete, unsere Champignons seien Knollenblätterpilze. „Champignons“, sagte er,„haben bläuliche Lamel= len, die sich mit dem Alter immer dunkler färben. Außerdem riechen sie nach Anis. Dieses Giftzeug hier hat weiße Lamellen und außerdem stinkt es nach faulen Kartoffeln.“ Es gab einen scharfen Zusammenstoß zwischen dem alten Mann und Fritz, der sich seine Sachverständigkeit nicht ohne weiteres absprechen lassen wollte. Der alte Mann ging schließlich wütend fort und erklärte, ihm könne es ja gleich sein, wenn wir ein paar Dutzend Menschen vergiften wollten— wenn sie alle so wären wie wir, dann wäre es ja auch gar nicht schade. Wir blieben in der angenehmen Wärme bis gegen Abend, und Fritz war sehr bedeutend. Er ging mit der Gesellschaft alle Pilzsorten durch, die es gibt, und noch einige dazu. Es war sehr interessant. Aber auf dem Wege zur Bahn kamen Fritz doch einige Bedenken. Für den deutscken Osten Der Kyffhäuser=Bund veranstaltete anläßlich seiner Ostmarkenfahrt am westpreußischen VolksabstimmungsDenkmal eine Kundgebung. Unser Bild zeigt eine Aufnahme dieser Feier an der Dreiländer=Ecke(Westpreußen, Freistaat Danzig, Polen) bei Weißenberg an der Weichsel. „Weißt du“, sagte er,„es ist zwar ein Unsinn, das mit den Knollenblätterpilzen, aber vielleicht sind die Chamvignons doch nicht mehr frisch genug, und das ist bekannt: wenn der Pilz nicht frisch ist, dann ist er schädlich. Und ich will nicht..“ Er sagte nicht, was er nicht wollte, sondern schüttete seine Champignons aus. Ich hatte es schon früher getan. Wir kamen etwas gepreßt nach Hause. Heute macht mir meine Frau kalte Umschläge. Fritz geschieht von seiner Frau das Gleiche. Wir leiden nämlich an Pilzvergiftung. Ich werde nächsten Sonntag lieber nicht mitgehen. Die mibverstandene Zeitlupe In einem Torgauer Kinotheater ereignete sich dieser Tage ein lustiger Zwischenfall. Ein Besucher stand plötzlich unter lauten Protestkundgebungen von seinem Platze auf und hielt eine kleine Ansprache an das Publikum aus der zu entnehmen war, der Film werde vom Vorführer„viel zu langsam“ abgedreht. Man konnte sich den Fall nicht erklären und expedierte den Ruhestörer an die frische Luft. Wie sich später herausstellte, hatte der Störenfried—.o naive Seele!— einige— Zeitlupenaufnahmen beanstandet. stände weg vom Jaaigeliet! Unter dem Protektorat des bayrischen Ministerpräsidenten Dr. Held fand in Neustadt a. d. Haardt die große Kundgebung der Saarvereine für das abgetrennte Saar= und Pfalzgebiet statt. Auf unserem Bilde sieht man Ministerpräsident Dr. Held bei seiner Rede an die zahlreich besuchte Kundgebung. Das Lachende Cuto Neue Polizei=Vorschrift! Mit einem schrecklichen Hupenlärm fuhr das Auto durch den Ort. Ein Gendarm hielt es an: „Sie scheinen nicht zu wissen, wo Sie sind, daß Sie solch einen Krach machen!" „Nein, offen gestanden, weiß ich es nicht.“ „Na, Sie sind hier in Ruhleben! Richten Sie sich danach.“ Grund zum Kaufrücktritt. „Wie? Du willst ein Auto von Hasenbein kaufen? Ja, weißt du denn nicht, daß er schon viermal wegen Autodiebstahls verurteilt worden ist?“ „Na, so ein Gauner, mir hat er gesagt, bloß dreimal.“ Mreerschamt Unverschämt. „Angeklagter, Ihre Angaben widersprechen sich in haarsträubender Weise. Es erscheint mir durchaus unklar, ob Sie das Motorrad nun gestohlen haben oder W mache sch wir gar keina Sorgen Si: sind „Daruber mache ich mir gar keine Sorgen. Sie sino doch schließlich dazu da, das herauszufinden.“ Gedanken sind zollfrei. Hans hat mit Steinen geworfen und die Windschutzscheibe am Auto seines Vaters getroffen. Es tat Päng, und die Scheibe weilte nicht mehr unter den Lebenden. Hans kam nach Hause und heulte. Berichtete seiner Mutti, was er angerichtet hatte. „Na, und was hat Papa gesagt?“ fragt sie. „Soll ich die Schimpfworte auch mit sagen, die er gesagt hat?“ fragt Hans. Lein.“ „Dann hat er nichts gesagt.“ Das ewig Weibliche. „Worin besteht der Unterschied, wenn ein Mann und wenn eine Frau sich eine Auto=Ausrüstung kaufen?" „In ungefähr zwei bis drei Stunden.“ Doppelsinnig. „Ihr Mann hat doch auch ein Auto, einen sehr hübschen Wagen, nicht?“ „Ja, er wird jetzt repariert.“ Der Magen?. „Nein, mein Mann.“ Neue Rangliste. „Mein Bräutigam gehört zu den oberen Zehntausend Deutschlands.“ „Na na, was ist er denn?“ „Verkehrsflieger.“ Herr der Situation. Ein Auto überschlug sich. Umgekehrt lag es auf der Straße. Darunter lag der Fahrer. Ein Schutzmann nahte sich: „Hat gar keinen Zweck, daß Sie sich darunter verstecken! Kommen Sie man raus und machen Sie keine Mätzchen, sondern zeigen Sie mal Ihren Führerschein!“ Die Zeiten ändern sich. „Früher bist du immer mit Luzie ausgefahren, du auf dem Sattel, sie im Beiwagen. Jetzt fährst du immer ohne Luzie und ohne Beiwagen aus. Wie kommt das?“ „Ich habe sie geheiratet.“ Er kennt seine Fahrkunst. „Sie haben doch ein Motorrad gekauft? Darf ich Sie da in die Unfallversicherung aufnehmen?" „Nein, haben Sie keine Versicherung gegen Gendarmerie und Verkehrspolizisten?" Das sagt man dann. Der Chauffeur sagt zu seinem Chef:„Ich habe neulich den Zehnmarkschein im Auto gefunden, den werden Sie wohl verloren haben.“ „O danke, sagt der Chef,„ich habe ihn absichtlich liegen gelassen, um Ihre Ehrlichkeit zu prüfen.“ „Das habe ich mir gleich gedacht", erwidert der Chauffeur. Neurpllesg und doch sparent: 1 9 j Geides durch Sct K zu haben, bei. Uhlem Kautmann! Fabrikant: A. 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Die Elite der deutschen Hochfinanz, der führenden Männer der deutschen Wirtschaft ist in Köln zum„Allgemeinen Deutschen Bankiertag" versammelt. Diese Tagung soll eine sation bringen: Jakob Goldschmidt, der„Kopf“ de Danatbank, der Mann, dessen unfehlbares spitzengefühl selbst in diesem erlauchten Kreise schon fast das Mythos der Legende umweht, will zum ersten Male in der Oeffentlichkeit sprechen! Etwas primadonnenhaft ist sein Auftreten, so daß manche Aelteren etwas erstaunt den Kopf schütteln über diese Kunst der Mise=en=szene“, der wohlberechneten Pose. Aber nur kurze Zeit! Bald hat dieser kleine Mann mit dem bartlosen Gesicht und den scharfblickenden Augen auf dem Rednerpult die ganze Versammlung in seinem Bann, ebenso wie er wenige Jahre vorher aus den stürmenden Wogen der Inflation große Teile der Wirtschaft in seinen Bann zog. Nie bleibt er an der Oberfläche: Tief dringt er in die Probleme der Zeit ein, ohne Scheu untersucht er die Daseinsberechtigung des Kapitalismus! Und wenn auch seinen fortschrittlichen Theorien ein großer Teil der nersten ablehnend gegenübersteht— keiner kann sich der suggestiven Gabe dieses Mannes ganz entziehen! 1928 in Köln— das war der Höhepunkt seiner Macht! Aber ehe er diesen Gipfel erreichte, hatte er einen schweren Weg hinter sich, am besten net durch die beiden Worte: Arbeit und Ehrgeis! Ein ehrgeiziger junger Mann! Silvester 1882. Während die Glocken das Neue Jahr einläuten, wird dem dreißigjährigen Kaufmann Marcus Goldschmidt in dem kleinen hannöverschen Städtchen Eldagsen der zweite Sohn geboren. Noch fünf Kinder schenkt Frau Lina ihrem Mann. Bei so zahlreichem Nachwuchs ging es nicht üppig zu. Das kleine Manufakturwarengeschäft wirft so viel ab, daß man sich gerade einigermaßen anständig ernähren kann. Aber studieren kann der Vater Jakob nicht lassen, obwohl der so brennend gern Jurist geworden wäre. Es reicht knapp genug dazu, daß der Junge. das Gymnasium in Kassel bis zur„Untersekunda besuchen kann. Und dann muß die Schulbank mit dem Kontorschemel getauscht werden. Als Stift tritt er bei dem Bankhaus H. Oppenheim in Hannover ein. Er ist bereits Kommis, als die Firma— seltsames Omen des Schicksals— von der Darmstädter Bank übernommen wird. Doch der junge Bankangestellte kann sich nicht in den neuen Betrieb hineinfinden. Er verkracht sich gewaltig mit der Darmstädter Bank und geht kurz entschlossen nach Berlin, um in das Bankgeschäft seines Freundes Wechsler einzutreten. Aber sein Tatendrang und fein fressender Ehrgeiz drängen voran! Er weiß es: er braucht den ganz großen Rahmen kleine Erfolge sind ihm nichts! Er macht sich selbständig leben anzukränkeln drohte. Bei dieser Aufgabe zeigte sich, daß Goldschmidt aus den Fehlern der anderen in der Inflationsscheinblüte gelernt hatte: er scheidet die nicht zusammengehörigen, innerlich wesensfremden Teile des Konzerns und faßt zusammen, was nach rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten zusammengehört. So entstehen die Vereinigten Stahlwerke, die Mitteldeutschen Stahlwerke und die Oberschlesischen Hüttenwerke. Immer hatte er die Fehler Stinnes' vor Augen, der sich mit seiner wahllosen und wirtschaftlich unberechtigten Zusammenraffung von„Sachwerten" aller Art selbst das Grab gegraben hat. „Wenden Sie sich an mich im Jahre 1958!“ 1927. Die Universität Heidelberg ernennt Goldschmidt zum Ehrendoktor der Staatswissenschaften,— „wegen seiner Verdienste um den Wiederaufbau der deutschen Wirtschaft", wie es in dem Ehrendiplom heißt. Jetzt überstürzen sich von allen Seiten die äußerlichen Ehrungen— er ist zum Inbegriff des großen deutschen„Bankers“ geworden. Man beruft ihn in die Aufsichtsräte der größten und angesehensten Unternehmungen. Mehr als hundert Aufsichtsratsmandate vereinigt er in seiner Hand! wie ihn selten ein Wirtschaftsführer erlebt hat. Dabei bleibt er selbst zurückhaltend und schätzt es nicht, an die Oeffentlichkeit hervorzutreten. Wenn er es tut, doch nur höchst ungern! Nach seiner Rede auf dem Kölner Bankiertag hat er erklärt, nun sei es ganz zwecklos, sich wieder an ihn mit Aufforderungen zu Reden zu wenden:„Ich spreche höchstens alle dreißig Jahre einmal, also erst wieder 1958!“ Ein stolzes Wort! Ob es sich bewahrheitet? Vorerst scheint seine Rolle in der deutschen Wirtschaft ausgespielt zu sein, wenn man wohl auch bei der ungeheuren Tatkraft dieses Mannes nichts Endgültiges voraussagen kann. Zunächst ist er gefallen! Woran? Ironie des Schicksals: An einem„Zuviel“, wie sein großer Gegner Hugo Stinnes. Gewiß, an einem anderen „Zuviel“, niemand kann ihm vorwerfen, daß er ebenfalls in die Fehler jenes Mannes verfallen sei. Aber auch er hat wohl wie jener die Zeichen seiner Zeit nicht ganz richtig erkannt und vorausgesehen! Tragik des Führers!„„„„ Dr. Hans Konig. Dei Rams, um Sirale Der dänisch=norwegische Grönlandkonflikt Goldschmidt& Co. ins Leben gerufen. Der erste Schritt ist getan, das Sprungbrett ist da! Jahre angestrengtester Arbeit folgen. Und— der Erfolg bleibt nicht aus. Es dauert nicht lange, da ist es dem jungen Bankier gelungen, sich in der Bankwelt einen guten Namen zu machen und seiner Firma Ansehen zu schaffen. Bald folgen die wertvollen Beziehungen zur Industrie. Kurz— man kennt bereits den Namen Jakob Goldschmidt! Die Danat-Bank— sein Werk! Kriegsjahr 1918. Vier Jahre Krieg und die Abschnürung Deutschlands haben ihre Wirkung auf die deutsche Wirtschaft nicht verfehlt. Kein Wunder, daß ein großes Unternehmen sich nach einer jungen, ideenreichen, unverbrauchten Kraft umsieht, die dem Wiederaufbau die Wege ebnen soll: es ist die„Nationalbank für Deutschland“, die Jakob Goldschmidt in ihren Vorstand beruft mit der Aufgabe, das nur mäßig florierende Institut an Haupt und Gliedern zu reorganisieren. Mit Riesenkräften und glücklicher Hand stürzt sich Goldschmidt jetzt in das neue Arbeitsgebiet. Es dauert nicht lange und er holt zu seinem ersten großen Schlage aus: Er streckt seine Fühler aus nach der Darmstadter Bank“, einem Institut, das unter den Wirren der Inflation besonders gelitten hat. 1922 kommt die Interessengemeinschaft beider Firmen zustande, ein Jahr später schmiedet er den völligen Zusammenschluß. Aus der Fusion entsteht die Danatbank als Kommanditgesellschaft auf Aktien,— sein Werr, er selbst wird personlich haftender Gesellschafter. Praktisch ist er der Führer der neuen frischen Großbank, der er bald die überragende Rolle unter den großen Geldinstituten zu verschaffen weiß. Man mag heute sagen was man will: diese Fusion in der damarigen Zeit war eine große Tat, eine Tat, die in der Geschichte der Banken stets an besonderer Stelle zu verzeichnen sein wird! Die Liquidierung des Stinneskonzerns— der große Coup! Inflationsjahr 1923. Nach Schaffung der Danatbank geht Goldschmidt daran, seine Bank und die ihm nahestehenden Unternehmen aus den Wirren der Inflation in geordnetes Wirtschaftsleben zurückzuführen. Er ruft die Internationale Bank te Amsterdam ins Leben, die der deutschen Industrie ausländisches Kapital verschafft. Er bringt das Glühlampenkartell zusammen. Und dann kam sein großer Coup: die Liquidierung des Stinnes=Konzerns, der durch seinen Zusammenbruch das ganze deutsche WirtschaftsDie Auseinandersetzungen zwischen Dänemark und Norwegen über Besitzfragen an der Ostgrönländischen Küste haben durch das rasche Vorgehen Norwegens mit der Besetzung der wichtigsten Punkte des umstrittenen Küstengebietes eine unerwartete Zuspitzung erfahren, aus der nun zwar erfreulicherweise keine resultiert, die aber doch zu einer grundsätzlich sehr bedeutsamen Inanspruchnahme des Haager Schiedsgerichts führen dürfte.. ,.„aßnahmen eime hall. Norwegen hat durch seine waßnaymen eine vollendete Tatsache zu schaffen versucht, von der sich aber das Haager Gericht kaum beeinflussen lassen dürfte. Tatsächlich scheint die völkerrechtliche Lage für Dänemark zu sprechen, denn wenn auch Norwegen in dem im Jahre 1924 geschlossenen Abkommen mit Dänemark über seine Jagd= und Fischerreirechte an der ostgrönländischen Küste Dänemarks Hoheitsrecht nicht grundsätzlich anerkannte, so war doch zwei Jahre vorher schon die offizielle Anerkennung der Souveränität Dänemarks über ganz Grönland durch die USA. erfolgt, ja schon vor mehr als 50 Jahren war durch dänische Verordnung festgestellt, daß die Hoheit Dänemarks über ganz Grönland nunmehr effektiv geworden sei, ohne daß formeller Einspruch gegen diese Feststellung erhoben wurde.„,„Kargehend Lamit Norwegen hatte sich damals vorübergeyeno damit abgefunden, daß durch die Veränderungen in der skandinavischen Staatengliederung ihm der politische Effekt der unbestreitbaren Ruhmestaten seiner Naturforscher und Seefahrer verloren gegangen sei. Das starke Anwachsen einer politisch=aktivistischen Bewegung hat jetzt jene alten Traditionen wieder lebendig werden lassen, den Rückgriff auf sie, ihre Erfüllung mit politischen Inhalten zu einer höchst wirksamen Parole gemacht. Unter dem Drängen der norwegischen Aktivisten ist denn auch wahrscheinlich jener überraschende und anfechtbare Schritt der norwegischen Regierung unternommen Es bleibt die Frage, ob dieses politische Abenteuer sich lohnt. Blickt man auf die wichtigsten Ergebnisse der zahlreichen Grönlandexpeditionen der letzten Jahre zurück, so scheint es in der Tat so. Zunächst einmal sind an dem umstrittenen Küstenstreifen sehr erhebliche Steinkohlenlager entdeckt worden; ferner wurde überraschenderweise das Vorkommen von wertvollsten Pelztieren in erheblicher Zahl festgestellt und endlich führten umfangreiche Versuche zu der Erkenntnis, daß durch eine Modernisierung der Fischereimethoden in den grönländischen Küstengewässern der dabei zu erzielende Reingewinn verhältnismäßig leicht vervielfacht werden könnte, was bei einem gegenwärtigen Ertrag der norwegischen Grönlandfischerei von ungefähr drei Millionen Mark von erheblicher Bedeutung für Norwegens Wirtschaft wäre. Ueberdies ist immerhin noch die Möglichkeit ins Auge zu fassen, daß— falls die Luftfahrttechnik die Widerstände der Arktis überwindet— der nördliche Teil Ostgrönlands eine wichtige Rolle im Luftverkehr der Zukunft spielen könnte. Wird die Polüberfliegung Wirklichkeit, so würde eben jenes äußerste Thule, etwa des Scoresby=Sund, der in dem von Norwegen reklamierten Gebiete liegt, der gegebene letzte Zwischenlandeplatz für den Flug von Europa nach dem Fernen Osten und zur Westküste Amerikas sein. Der Streit könnte sich lohnen, es fragt sich nur, ob Norwegen den richtigen Weg beschritten hat, um ihn in dem gewünschten Sinne zu entscheiden. Der Vater hielt das Mädchen 13 Jahre in einem bersperrten Zimmer, in der Hoffnung, nach ihrem Tode das Vermögen zu erlangen. Vor einigen Tagen, aus die Tür des Zimmers offen stand, lief das Kind auf die Straße. Es erschrak vor den Menschen und lief, vom Tageslicht geblendet, wie wahnsinnig die Dorfstraße entlang. Es mußte von der Gendarmerie eingefangen werden. Das Mädchen kann außer einigen Wörtern, die es von ihrem Vater gehört hatte, wenn er ihr das Essen brachte, nicht sprechen. Der Bauer wurde verhaftet. Chaplin heiratet wieder? Paris, 15. Juli. Wie die Pariser Presse voll Stolz zu melden weiß, beabsichtigt Charlie Chaplin, das amerikanische Filmparadies Hollywood zu verlassen, um sich endgültig an der französischen Riviera seßhaft zu machen. Er stehe in Verhandlungen über den Ankauf eines Schlosses bei Juan=de=Pins, das einst Rudolf Valentino gehört hatte und das jetzt zum Preis von sieben Millionen Franken zu verkaufen sei. Charlie Chaplin wolle in dem Schloß seine Studios einrichten. Auch beabsichtige er, dort einen neuen Honigmond zu verbringen, da er sich mit der Schauspielerin Maria Müller verheiraten wolle, die sich unter dem Namen Marid Reeves im Film bekanntgemacht habe. Die musikalischen Schmuggler In einem kleinen Wald bei Aachen begegnete dieset Tage ein lustiger Zug von anscheinend recht angeheiterten Leutchen wachhabenden Zollbeamten. Vorneweg marscherte eine Musikkapelle. Der ganze Aufzug erregte jedoch bald den Verdacht der Beamten und sie alarmierten ein Polizeikommando. Der Erfolg war verblüffend. Die lustigen Musikanten stoben nach allen Windrichtungen auseinander und ließen beträchtliche Bestände aller möglichen Schmuggelwaren am Platze. U. a. wurden fast 10000 Zigaretten beschlagnahmt. Stop auf dem Nonstop-Flug Die beiden französischen Piloten Doret und Le Brix haben ihren beabsichtigten Nonstop=Flug von Paris nach Tokio nicht durchführen können. In der Nähe von Irkutsk in Sibirien versagte ihre Maschine, und sie mußten mit Fallschirmen ihr Flugzeug verDie beiden bekannten Flieger stiegen am Sonntag morgen auf dem Pariser Flugplatz Le Bourget in Begleitung des Bordmonteurs Mesmin auf. Sie hatten die Absicht, die 9800 Kilometer lange Strecke von Paris nach Tokio in ungefähr 62 Stunden zurückzulegen. Glückte ihr Flug, dann hätten sie den Langstrecken=Flugrekord gebrochen, den ihre Landsleute Costes und Belonte am 29. September 1929 aufgestellt hatten. Der Apparat der Nonstop=Flieger wog bei dem Start 10 000 Kilo. Man führte 8000 Liter Brennstoff, 250 Liter Oel und 78 Liter Wasser mit. Für drei Tage hatten sich Doret und Le Brix verproviantiert. Da sie mit der Möglichkeit rechneten, in unwirtlichen Gegenden zu landen, nahmen sie zwei Revolver und einen Karabiner mit. In Frankreich hat man den PordstopFlug der kühnen Piloten mit angespannter Aufmerksamkeit verfolgt. Umso größer wird jetzt die Enttäuschung sein, daß die Rekoroflieger garnicht mehr weit von ihrem Ziel entfernt, den Flug abbrechen mußten. Gler durch die Went Blide in die Wen bei Der Scheuen=Prozeß Strafanträge gegen die Revoltegruppe Lüneburg, 15. Juli. Am 20. Verhandlungstage im Scheuen=Prozeß nahm Staatsanwaltschaftsrat Kastendieck das Wort zu seinem Plädoyer. Der Prozeß habe erschütternde Bilder über die Jugendfürsorge entrollt. Das Gericht habe sich jedoch nur mit den Straftaten der Angeklagten zu befassen. Eine Reihe von Erziehern aus Scheuen sei durch den Prozeß so belastet worden, daß sie eigentlich zu den Angeklagten gezählt werden müßten. Unmöglich sei es, die Glaubwurdigkeit der Zöglinge nur deshalb anzuzweifeln, weil sie eben Fürsorgezöglinge gewesen seien. Straube habe nicht den Mut zur Wahrheit gehabt und einen kläglichen Eindruck gemacht. Seit 1922 habe er die Taktik der Verschleierung über die Vorgänge in Scheuen dem Berliner Landesjugendamt gegenüber eingeschlagen. Der Staatsanwalt beantragte sodann zunächst für die Angeklagten der Revoltegruppe Gefängnisstrafen von sechs Wochen bis vier Monaten. Geldstrafen und Bewährungsfrist kommen nicht in Betracht. Die Untersuchungshaft wird voll angerechnet. Strafmildernde Umstände wurden nur bei Hoffmann in Anrechnung gebracht, der selbst schwer mißhandelt worUnd Straube? Der Staatsanwalt kam dann auf Straube zu sprechen. Alle Milderungsgründe, die den Jugendlichen zugebilligt würden, müßten bei Straube fortfallen. Das, was Straube aus den Burschen gemacht habe bilde eine große Gefahr für die Allgemeinheit. Im Falle Straube musse auch das Abschreckungsprinzip der Strafe Anwendung finden. Der Staatsanwalt beantragte gegen Straube eine Gefängnisstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten. Geheimrat Schütte verunglückt Berlin, 15. Juli. Nach einer Blättermeldung aus Graz ist der Berliner Großindustrielle Geheimrat Werner Schütte, Inhaber der Maschinenfabrik Schuchardt& Schütte der mit seiner Gattin im Bad Veldes weilte, auf der Rückreise nach Berlin im Kraftwagen schwer verunglückt. In der Nähe von Krain in Jugoslawien geriet das Auto ins Schleudern und stürzte von einer steilen Böschung herunter, wobei er und seine Gattin unter das Auto gerieten. Schütte erlitt einen Schädelbruch und schwere innere Verletzungen. Auch seine Gattin ist schwer verletzt,g Es soll nur geringe Haffnung, begehen,, Schütte Sschsehlce slecsce ie eschäice * Flugzeugunglück bei Paris. Ein französisches Verkehrsflugzeug, das am Mittwoch morgen in Cannes nach Paris aufgestiegen war, ist südlich von Grenoble wegen ungünstiger Sicht gegen eine Bergspitze geflogen und abgestürzt. Der Pilot und zwei Passagiere wurden getötet, zwei Passagiere schwer verletzt. Die Passagiere waren Mannequins eines großen Modehauses. Einbrechernest im Kirchturm. Bei Ausbesserungsarbeiten in der Kirche von Niurunda(Schweden) wurde ein Einbrecher entdeckt, der sich im Kirchturm häuslich niedergelassen, dort eine Zeitlang gelebt und ein Lager von gestohlenen Gegenständen angelegt hatte. K.IIWTtg letzt. Es soll nur geringe Hoffnung am Leben zu erhalten. Er steht im 48. Eckener sagt den Englandsug; enegrg des„Graf Zeppenln“ ab London, 15. Juli. Der„Graf Zeppelin“ wird nicht, wie vorgesehen, am 16. Juli nach England fliegen. Dr. Eckener hat an den Master of Semphill, der für die Mitglieder des Fliegerklubs von Henworth einen Rundflug um England veranstalten wollte, folgendes Telegramm gerichtet: „In Anbetracht der außergewöhnlich ernsten Lage in Deutschland sehe ich mich zu meinem größten Bedauern gezwungen, den Flug des„Graf Zeppelin" nach London am nächsten Donnerstag abzusagen. Ich hoffe jedoch, den Flug zu einem späteren und gunstigeren Zeitpunkte ausführen zu können.“ Tod in den Alpen Paris, 15. Juli. In den französischen Alpen haben sich dieser Tage schwere Abstürze ereignet, von denen einer tödlich verlief. Bei der Besteigung des Montblanc stürzte ein Tourist in einer Höhe von 800 Meter ab und blieb mit zerschmetterten Gliedern tot liegen. Drei andere Touristen verunglückten in 300 Meter Höhe und wurden mit schweren Verletzungen ärztlicher Hilfe zugeführt. Weiblicher Kaspar Hauser Bukarest, 15. Juli. In dem Dorfe Buzdugan ereignete sich vor einigen Tagen ein ungewöhnlicher Vorfall. Ein 13jähriges Mädchen, dessen Mutter ein paar Monate nach seiner Geburt starb, erbte von dieser ein schönes Vermögen. 4. Klasse 37. Preußisch-Südd. Staats-Lotterie 2. Ziehungstag. 14. Juli. 69285 226971 4 Gewinne zu 5000 aN. 195814 373685 4 Gewinne zu 3000 M. 171348 349663 8 Gewinne zu 2000 a. 17714 88481 379327 24 Hewinne zu 1000 Nk. 49896 108134 130762 187151 205638 268777 311834 330 644 30 Gewinne zu 800 G. 61375 62568 93136 183356 164854 166292 200715 219855 299758 313389 355819 360979 390859 56 Gewinne zu 500 a. 83161 38824 52261 53667 77418 136943 142727 151156 210194 211795 212006 229991 234058 239949 246914 263098 316245 317910 333804 341795 364972 372446 874343 329113 73890 230290 106270 284681 60660 184574 238043 320072 383020 Nachmittagsziehung. 2 Gewinne zu 50000 E. 133280 4 Gewinne zu 10000 a. 69925 196860 2 Gewinne zu 5000 M. 376174 4 Gewinne zu 3000(. 122815 250641 6 Gewinne zu 2000 M. 186257 189007 46787 144 168800 170272 202760 fce e. pinse 600 d. 14706 35179 39636. 1/49900 156762 31266 216 336239 356734 361020 362136 371302 36 Gewinne zu 500 M. 20926 73668 82520 106046 113437 120087 126284 130029 148435 158911 267404 307081 353382 870271 392284 213452 136999 287109 49663 129044 241677 371885 88193 139241 357291 Briiteee Bochumer Anzeiger u. Gen Anz. Handel- Gewerbe-Indultrie Donnerstag, 16. Juli 1931 S Kiärtiell und Walmkeh Von Favag bis Nordwolle— Lehren aus den Zulammenbrüchen „Weh dem, der zu der Wahrheit geht durch Schuld! Sie wird ihm nimmermehr erfreulich sein.“ Der Schleier ist gefallen, der kranke Körper der deutschen Wirtschaft liegt mit allen seinen Wunden und Gebrechen vor den Augen der Welt. Es handelt sich darum, die richtige Diagnose zu stellen, um die richtigen Möglichkeiten für die Behandlung zu finden. Es ist also weniger die Schuldfrage, die detzt erörtert werden soll, sondern eine Untersuchung der Entwicklung, die zu diesem Resultat führte und der Gründe, warum sie dazu führen mußte. Die katastrophale Zuspitzung, die bis zum Fall Danatbank geführt hat, kündigte sich in Unglücksfällen an, die unverstanden geblieben sind, deren wahre Ursachen man nicht einmal eindringlich genug zu erkennen strebte, auf alle Fälle zu verschleiern sich bemühte. Noch heute kann man in sehr ernsthaften deutschen Blättern eine ausgesprochene Abneigung dagegen finden, etwa den berüchtigten Komplex Nordwolle„breitzutreten“. Auch hier fürchtet man, oder hat man wenigstens bisher gefürchtet, daß aus der allzu eingehenden Untersuchung der Zusammenhänge weitergehende Schädigungen der deutschen Wirtschaft entstehen könnten.. P4## Mm Tng. J. Nun, man hat nicht allzu lange darauf warten müssen. Sie haben sich eingestellt, nicht etwa, weil man diese Dinge zu unvorsichtig, sondern weil man sie mit zuviel Rücksicht behandelt hat. Nur zu einem Teil liegt der Grund dafür in einer ausgesprochenen Scheu davor, die Wahrheit sehen zu wollen. Zum wichtigeren Tell verhindert die gegenwärtig geltende deutsche Handels- und Aktiengesetzgebung ganz einfach die Erforschung der Wahrheit. Vom Fall Favag bis zum Fall Nordwolle zieht sich die lange Reihe der mehr oder minder peinlichen, der mehr oder minder offenkundig kriminellen Vorgänge, die das Vertrauen im In- und Auslande soweit erschüttert haben, daß jetzt, anstatt eines neuen Aufschwunges, die Gefahr des Chaos der verheiBungsvollen Hoover-Botschaft folgt. Niemals in den Jahren des Wiederaufbaues der deutschen Wirtschaft nach der Inflation haben sich berufene Kreise veranlaßt gefühlt, die Gefahren, die das geltende deutsche Aktienrecht nicht nur für den Aktionär, sondern ebensogut für den Bestand der Gesellschaften birgt, richtig und rückhaltlos zu kennzeichnen. Niemals hat ein autoritatives Gremium es für nötig gehalten, sich außerhalb der Buchstaben des Gesetzes über die Pflichten der Vorstände und Aufsichtsräte der Aktiengesellschaften bindend zu äußern. Man entwarf Wirtschaftsprogramme, man garnierte die Geschäftsberichte je nach Geschmack mit politischen oder wirtschaftsphilosophischen Abhandlungen, aber man merkte nicht, daß der Boden, auf dem das ganze Gebäude stand, brüchig wurde. Man gefiel sich in Konstruktionen, die bis zur völligen Unübersichtlichkeit tollster Verschachtelungen führten, man wurde infolgedessen 50—100faches Aufsichtsratsmitglied und dachte keinen Augenblick daran, wie man den Pflichten gerecht werden sollte, die das Aktienrecht theoretisch immerhin noch dem Aufsichtsrat auferlegt. Bei der mächtigen Aufblähung der verschiedenen Unternehmungen und der Teilhaberschaft der Banken daran entstand der Zwang zur Aufnahme fremder Mittel, die verzinst, auf die— wenn sie als Kapitalerhöhungen eingebracht, wurden— Dividendiese Kapazität die bis jetzt investiert gewesenen Kapitalien bei weitem nicht oder jedenfalls nicht mehr rechtfertigt, ist keine Erkenntnis dieser letzten Tage. Man war sich dieser Tatsache längst dumpf bewußt, aber man widmete sich mit zäher Verbissenheit der hoffnungslosen Aufgabe, unter selbstbetrügerischem Hinweis auf einen kommenden Konjunkturumschwung das aufgeblähte Gebilde der deutschen Wirtschaft noch notdürftig mit Blut, mit fremdem Blut wohlgemerkt, zu versorgen. Es ist die bitterste Erkenntnis dieser Tage, daß Deutschlands Wirtschaft aus eigener Kraft nicht mehr imstande ist, ihren Organismus in seinem gegenwärtigen Umfang ausreichend mit Blut, das heißt mit Geld, zu versorgen, daß wir vor dem Zwang durchgreifender Einschränkungen stehen, seitdem das Ausland das Vertrauen verloren hat, seine Mittel in Deutschland einzusetzen. Dies ist die eine Seite der grundsätzlichen Fragen, die durch den Fall Danatbank aufgeworfen werden. die brecht Als Gewinnantelle wurden den Versicherten 3 002) KM. der Vergen olfen zutage liegt,„das Verfahren gegen die pracht. Ale Gewinnpreen#e Schuldigen mit einer stilde und Großzügigkeit Se. Lugerzagster Futgescgen ge#######n#####. Pbrsieisch dc.Klndesets einer Rechtehspahabung nach eicherten aus der Jaufenden Jahresrechnung 305666 Geberschuct der sich oile die aue der lautenden das geschüftliche beben Jahrggrechnung erfolgte Zinszuschreibung von if 3785 772 RM. die Gewinn089 886) RM. Ueberschusses wie man gibt, daß Schwindel- oder Scheingründur gen mit einer Strafe bis zu zehn oder vierzehn Jahren Zuchthaus, wie in dem Falle Hatry geahndet werden, so wird jeder noch so smarte Unternehmer sich hüten, an den Grundlagen des öffentlichen Vertrauens in der Wirtschaft gewissenlos herumzufingern. Vertrauen durch Wahrheit Die andere Seite ist juristischer Art. Seit vergangenem Jahr liegt ein Referentenentwurf des zuständigen Ministeriums für eine Aktienrechtsreform vor, ein— wie man nach den Erfahrungen der letzten Monate sagen muß— sehr zahmer, in entscheidenden Dingen sehr zurückhaltender Entwurf. Schon der Favagfall hätte zur Durchführung dieser unumgänglich notwendigen Reform führen müssen. Weil sie unterblieb, wurde der Nordwolle-Fall möglich, wurden wenigstens seine beispiellosen Ausmaße möglich. Dazwischen liegen Dutzende von Affären, in denen die privaten Geschäfte von Direktoren, offenkundige Vergewaltigungen der Aktionärsrechte, Brutalisierung unbestreitbarer Minderheiten in den Generalversammlungen das Vertrauen der Oeffentlichkeit bis in die Grundfesten erschütterten. Dazu kommt, daß in Deutschland selbst dann, wenn der kriminelle Charakter derartiger Handlun##m 1 Daß es in Deutschland in einem Ausmaß gePice schehen konnte, wie es die Brüder Lahusen im Falle Nordwolle taten, liegt aber nicht nur in der Unzulänglichkeit der Gesetzgebung, in der Milde der in solchen Fällen angewandten strafgesetzlichen Methoden, sondern auch in der grundsätzlich falschen Anschauung, daß geschäftliche Vorgänge der Kenntnis der Oeffentlichkeit und ihrer Kritik am besten nach Möglichkeit entzogen werden. Das zwingt dann zu immer weiterer Verschleierung neu auftauchender bitterer Wahrheiten, das führt zu den berühmten beruhigenden Erklärungen, wie sie die Danat-Bank auch im Fall Nordwolle mehrfach herausgegeben hat. In diesem Ausschnitt des Falles Danat-Bank— Nordwolle spiegelt sich der verhängnisvolle Irrtum besonders deutlich. Gewiß ist die Wahrheit selten erfreulich, aber sie bleibt immer erträglich, wenn gikanische man auf sie vorbereitet ist; wenn jetzt noch nicht Trockengasbehälter erhalten. alle Schleier gefallen sind, möge man auch die letzten noch herabreißen und dem Volk Mündigkeit genug zutrauen, die ganze Wahrheit mit Fassung zu sehen. Vor allen Dingen aber möge man sich hüten, nach dieser Katastrophe aus der neu aufzubauenden deutschen Wirtschaft wieder ein verschleiertes Bild zu Sais zu machen. Das Vertrauen des Volkes wird nur durch das Licht der unverhüllten Wahrheit, nicht aber durch noch so glänzende Schleier wieder zu gewinnen sein. Hans Jürgen Dreyer. Aktionärdividende gelangen wie im Vorjahre 35000 RM.= 7 Prozent des eingezahlten Aktienkapitals zur Verteilung. Dividendenvorschläge Malmedie& Co., Maschinenfabrik AG. In Düsseldorf. Wieder dividendenlos. Verlust von 135000 Reichsmark soll zusammen mit dem Verlustvortrag von 44000 Reichsmark vorgetragen werden.— Hermann Schött AG. In Rheydt. Gewinn von 12000 Reichsmark soll vorgetragen werden. Der Generalversammlung wird vorgeschlagen. das Kapital von.8 auf 2 Millionen Reichsmark herabzusetzen und den aus eigenen Aktien bestehenden freiwerdenden Betrag zu Abschreibungen zu verwenden.— Universum-Film-AG.(Ufa) in Berlin. Wiederaufnahme der Dividendenzahlung angekündigt. In den vorausgegangenen fünf Geschäftsjahren von 1925/26 bis 1929/30 war das Aktienkapital dividendenlos geblieben. Das am 30. Juni abgelaufene Geschäftsjahr 1930/31 ist bei der Vereinigte Ultramarin-Fabriken AG. vormals Zeltner, Leverkus& Konsorten In Köln nicht ungünstig verlaufen, so daß man wieder mit einem befriedigenden Abschlus rechnet(im Vorjahre 12 Prozent). Die Umlage des Kilnrkoinenlyndikafs Keine Entscheidung des Schiedsgerichts Das beim Rheinisch-Westfälischen Kohlensyndikat eingesetzte Schiedsgericht, das aus je zwei Vertretern der Hüttenzechen und der reinen Zechen und dem Obmann Berghauptmann Bennhold besteht und bis zum 15. Juli die noch offenstehende Umlagefrage regeln sollte, ist zu einer Entscheidung nicht gekommen. Für einen der zur Erörterung stehenden Vorschläge konnte eine Mehrheit offenbar nicht gefunden werden. Nunmehr wird der Schiedsrichter Berghauptmann Bennhold. bis zum 31. Juli eine Entscheidung zu fällen haben, die bindend sein wird. Schutzmaßnahmen für die deutsche Sicktotindulirie Die Reichsregierung hat sich veranlaßt gesehen, in Verfolg der ihr in der zweiten Notverordnung erteilten Ermächtigung Schutzmaßnahmen für die deutsche Stickstoffindustrie zu ergreifen. Hierbei kam nach Lage der Sache nur die Einführung von Zöllen für die stickstoffhaltigen Düngemittel und deren Vorerzeugnisse in Frage. Die entspreQuer durch die Wirtschaft Die Firma August Klönne In Dortmund hat zwei amerikanische und einen russischen Auftrag auf große Die Halbjahresbilanz der Vereinigten Deutschen Nickelwerke AG. In Schwerte bleibt in ihrem Ergebnis gegenüber den früheren Bilanzen entsprechend den der: zeitigen wirtschaftlichen Verhältnissen erheblich zurück. De Liquidität hat dagegen keine Verschlechterung erfahren. mark ab. Für den Zeitraum Januar bis Juni 1931 ergibt sich bei 3700 Millionen Reichsmark tatsächlicher Einfuhr und 4518 Millionen Reichsmark Ausfuhr ein Aktivsaldo von 818 Millionen Reichsmark; unter Einrechnung der Reparationssachlieferungen von 250 Millionen Reichsmark beträgt der Ausfuhrüberschuß 1068 Millionen Reichsmark Die neue Norditern-Bilanz Die Nordstern und Vaterländische Allgemeine Versicherungs.-G. in Berlin-Schöneberg legt nunmehr ihre abgeänderte Bilanz für das Geschäftsjahr 1930 vor, die sich nur in einem einzigen Punkte von der früheren unterscheidet. Man hat über die neu Feschaftenen etfenen Reserven binaus noch eine der internationalen Stickstoff.-Konvention sind gescheltert Die Zahl der Konkurse betrug Im Monat Juni 1084 ausschließlich der wegen Mangels an Masse abgelehnten Anträge auf Konkurseröffnung. Die Zahl der Vergleichsverfahren stellte sich auf 647. Danach ist die Anzahl der Konkurse gegenüber dem Vormonat um.2 Prozent gestiegen, die der Vergleichsverfahren um.2 Prozent gesunken. Die Hauptzahl der Konkurse erstreckt sich, wie auch im Vormonat, auf das Rheingebiet und Westfalen, Mitteldeutschland und das ostelbische Deutschland. Im Juni war in der deutschen Maschinen-Industrie bei der Anfragetätigkeit der In- und Auslandskundschaft eine geringe Belebung festzustellen. Der Auftragseingang aus dem Inland blieb weiter unbefriedigend, dagegen zeigten die Auslandsbestellungen gegenüber dem Vormonat auf einige große Abschlüsse hin eine geringe Besserung. Kapitalerhöhungen eingebracht wurden„L½714gf, chende Verordnung der Reichsregierung ist im den gezahlt werden mußten. Folgendermaßen ist die Reichsanzeiger veröffentlicht und tritt mit dem 15. Juli in Kraft. Es ist Vorsorge getroffen, daß die deutsche Stickstoffindustrie ihre schon eingeleitete, auf Verbilligung der Düngemittel gerichtete Preispolitik fortsetzt. Entwicklung des Verhältnisses zwischen fremden und eigenen Mitteln in den Jahren 1925—29 bei den sechs deutschen Großbanken gegangen: bei der Deutschen Bank vom 6,4fachen der eigenen Mittel bis zum 11,7fachen, bei der Danatbank vom.9fachen bis zum 18.8fachen, bei der Discontogesellschaft vom.7fachen bis zum.0fachen, bei der Dresdner Bank vom 10,4fachen bis 16,7fachen, bei der Commerzbank vom .8fachen bis zum 15,8fachen, bei der Berliner Handelsgesellschaft vom 8fachen zum.7fachen. Es ist kein Zufall, daß diejenige Bank, die das ungünstigste Verhältnis der fremden zu den eigenen Mitteln zeigt. die Danatbank, den Stürmen dieser Tage erlag. Die Frage, wie es kommen konnte, ist nicht damit beantwortet, daß man sagt, es sei selbstverständlich unerträglich, wenn im Laufe von fünf oder sechs Wochen die Mittel abberufen werden, die im Laufe von fünf oder sechs Jahren auf fremde Rechnung in die Geschäfte der Bank investiert wurden: Beantwortet wird jene Frage nur werden können, wenn man jetzt endlich einmal ernsthaft und genau untersucht, in welchem Verhältnis die investierten Kapitalien zu der wirtschaftlichen Kapazität stehen, die Deutschland bei der gegenwärtigen wirtschaftlichen Lage Europas und der Welt noch zu entfalten in der Lage ist. Daß Aktive Außenhandelsbilanz Im ersten Halbjahr 1931 Ausfuhrüberschuß von 818 Millionen Die Einfuhr im Juni beträgt 607(im Mai 585) Millionen Reichsmark. Die Zunahme entfällt überwiegend auf die Einfuhr von Rohstoffen und zu einem geringen Teil auf die Einfuhr von Fertigwaren. Die Ausfuhr stellt sich im Juni auf 713 (Mai 747) Millionen Reichsmark, wozu noch Reparationssachlieferungen im Werte von 33(37) Millionen Reichsmark konnnen. Der Rückgang der Ausfuhr um 37 Millionen Reichsmark, darunter 26 Millionen Reichsmark bei den Fertigwaren, beruht überwiegend auf dem weiteren Absinken des durchschnittlichen Preisniveaus, das gegenüber dem Vormonat um 3 Prozent gefallen ist. Die Handelsbilanz für Juni schließt also mit einem Ausfuhrüberschuß von 106 Millionen Reichsmark und einschließlich der Reparationssachlieferungen mit einem solchen von 139 Millionen ReichsWertberichtungsrücklage in Höhe von .8 Millionen RM. gebildet. Durch diese neue Sonderrückstellung ergibt sich ein Verlust, zu dessen Deckung einmal die Kapitalreserve von 800000 RM., sodann der Ueberschuß aus dem laufenden Geschäft in Höhe von 50000 RM. herangezogen wird. Der verbleibende Verlust von.94 Millionen RM. wird durch die Kapitalreduktion von 8 auf 4 Millionen Reichsmark getilgt. Ferner werden der Gesellschaft von ihren Großaktionären rund.1 Millionen RM. zusammengelegte Aktien gratis überlassen, die von der rheinischen Gruppe zum Nennwert übernommen werden. Außerdem hat sich die rheinische Interessengemeinschaft verpflichtet, als zusätzliche Sicherheit noch einen Betrag von.3 Millionen RM. zur Deckung von Verlusten bereitzustellen, die sich bis zum 31. Dezember 1936 aus der Abwicklung bestimmter Positionen ergeben könnten. Generalverlammlungsbeschlüffe Ad. vormals Seidel& Naumann In Dresden. Abschluß für 1930 genehmigt, die Vorzugsaktien erhalten wieder 6 Prozent, während die Stammaktien wie im Vorjahre, dividendenlos bleiben.— Emil Busch AG., optische Industrie In Rathenow. Die Hauptversammlung mußte auf Antrag der Opposition, die fast alle Bilanzposten bemängelte und über weit mehr als 10 Prozent der Stimmen verfügte, auf Grund des§ 264 Abs. 1 HGB, vertagt werden.(Nach diesem Paragraphen muß die Vertagung bei Bilanzbemängelung erfolgen, wenn mindestens 10 Prozent der Stimmen es verlangt.) * Deutscher Herold, Volks- und Lebensversicherungs-.-G. Nach dem in der Generalversammlung erstatteten Berichte des Vorstandes ergab sich am Schlusse des Berichtsjahres ein Versicherungsbestand von 1 506 889 Versicherungen mit 580 868 751 (1. V. 536 062 531) RM. Versicherungssumme. Außerdem liefen noch Invaliditätszusatzversicherungen mit einer versicherten Jahresrente von 131 060 RM. Die Prämieneinnahme stieg von 29 429696 RM. im Jahre 1929 auf 35 301 890 im Jahre 1930. die Kapitalerträge von 1778119 auf 2823 783 RM. An die Hinterbliebenen der verstorbenen Versicherten wurden 7199 592(1. V. 6799 215) RM. zur Auszahlung geDas Drahtstiftgeschäft hat angesichts der völlig unzulänglichen Bautätigkeit und der Notlage des Handwerks in diesem Jahre einen bisher noch nicht gekannten Tiefstand erreicht. Werke und Händler berichten übereinstimmend über größte Geschäftsstockung. Die Luzerner Verhandlungen über eine Verlängerung an der Unmöglichkeit, die Absatzwünsche mit der Absatzmöglichkeit in Uebereinstimmung zu bringen. Die Laurahütte hat das Grobblechwalzwerk infolge Auftragsmangels stillgelegt und die Arbeiterschaft beurlaubt. Die Börsenruhe, die sich in Preußen, wie wir bereits gestern berichteten, auf die ganze Woche erstreckt, wird auch in den außerpreußischen Ländern des Reiches für denselben Zeitraum wirksam werden. Jedenfalls sind derartige Beschlüsse in Sachsen, Hamburg und München getroffen worden. Auch die Danziger Börse bleibt am Donnerstag noch geschlossen. Ausländische Börlen Newyork: schwacher Anfang. Amsterdam: schwach und sehr nervös. Brüssel: weitere Kursrückgänge. London: schwächer und nervös. Paris: starke Kursrückgänge. Mailand: uneinheitlich. Zürich: schwach...einuen.ina. Wien: zurückhaltend bei geringen Veränderungen Berliner Produktenbericht Berlin, 15. Juli 1931 Knich ustgesche keage, Kchesite ut schenin er utchienen sonst per 100 Klogranm heute I. vorios Weizen märk. 250—251/250- 251 Roggen märk. 185—190s185—190 Neue Wintergerste 152—160 152—160 Hater merk., 160—166 160—166 Weizenmehl 30.-36.7130.-36.7 Roggenmehl 70%...— 60% 26.-29.|26.-29.5 Weizenkleie 12.-127112.-12.7 Roggenkleie. 11.-11.|11.-11.5 Viktoriaerbsen 26.-31.026.-38.0 Kleine Erbsen—.—.—.—. Futtererbsen Peluschken Ackerbohnen Wicken Blaue Lupinen Gelbe Luoinen Seradella neu Raoskuchen Leinkuchen Trocken-Schnitzel Kartoffelflocken heute.„vorige — 19.-21.0s19.-21.0 24.-28.0—— 16.-17 5/16.-17.5 22.072 9 3..8 9. 3-.8 13.-13.8 13.-13.8 .-.7.•.7 Aun Geln Stadttreis Wattenscheid Verein selbständiger Gewerbetreibender. Am Dienstag abend fand im Zentralhof eine Sitzung statt, an der auch Berufsschuldirektor Kuropka teilnahm. Der 1. Vorsitzende, Buchdruckereibesitzer Kordt, gab einen Bericht über den Verlauf der Pfingstwerbung. Seitens der Industrie= und Handelskammer Bochum lag ein Schreiben vor, nach dem der Verein für bestimmte Kommissionen Mitglieder ernennen soll. Bezüglich der Einführung der Fahrschule durch die Stadtverwaltung wurde eine Kommission gebildet, die aus Prengenberg, Engelbert, Linka, Floren besteht. re Aus dem Höntroper Exerzitienhause. Der in weiten Kreisen bekannte Pater Caprasius Kaiser, der lange im Vinzenshause zu Höntrop als Exerzitienmeister tätig war, ist von seinen Ordensobern nach dem Missionshause Venlo in Holland berufen worden. Als Nachfolger ist Pater Friedrich Huintjes in gleicher Eigenschaft an das St.=Vinzenz=Haus berufen.— In der nächsten Zeit werden dortselbst folgende religiöse Uebunpen abgehalten: vom 20. bis 24. Juli für Frauen; vom bis 81. Juli für Jungfrauen, die im Ledigenstande verbleiben wollen; vom 8. bis 7. August für Frauen und Jungfrauen des Dritten Ordens vom heiligen Franziskus: vom 10. bis 14. August für sonstige Jungfrauen. 7o#.ds„Teilnehmerinnen sind im Exerzitienhause 90 Einzelgimmer vorhanden. b. " Koloniale Jugendgruppe. In der halbjährlichen zaupthersammtung gab Diekämper in seinem Bericht einen Ueberblick über das verflossene Halbjahr. OrtsSzellwis gab einen Ueberblick über die koloniale Propaganda der hiesigen Ortsgruppen. Anschließend Efran wurde der Kassenbericht erstattet, der zufriedenKorstandgan:. sierer Kienappel und den übrigen Vorstandswaßh Eine grupge zeerabt wurde nicht vorgenommen, da der Ortseine Führung vorsteht. Die Ortsgruppe bezu erröchen chie““ Stadtteilen koloniale Jungscharen langiärigg Thrapen sieitung derselben wird der frühere —rige Gruppenfuhrer Riegel übernehmen.“ Kaninchen=Zuchtverein„Blüh auf“. In der am Sonntag im Vereinslokal Wilhelm Knippenberg, Bochumer Straße 96, stattgefundenen Generalversammlung konnten wieder fünf Mitglieder aufgenommen werden. Die Neuwahl des Vorstandes hatte folgendes Ergebnis: 1. Vorsitzender„Heinrich Halstenberg, 2. Gustav Konietzko, 1. Schriftführer Heinrich Langenfeld, 2. Josef Schlüter, 1. Kassierer Otto Zielke, 2. Heinrich Schäfer, Beisitzer Ferdinand Wichers, Stallkontrolleur Fritz Lach. Der erste Vorsitzende Heinrich Halstenberg gab einen Bericht ab über die am 29. Juni in Günnigfeld abgehaltene Sitzung des Kleintierzuchtverbandes Wattenscheid. Der Vorsitzende des Stadtverbandes der Kaninchenzüchter Wattenscheids hielt einen Vortrag über Organisationszwecke. Einstimmig wurde beschlossen, sich dem Stadtverband und somit dem Reichsbund deutscher Kaninchenzüchter anzuschließen. e1= Bundestagung des Freien deutschen Turnerbundes. Im Lokale Dorenrecht in Günnigfeld fand eine Tagung statt, die zehn Stunden dauerte. Nach lebhafter Debatte wurde beschlossen, das Bundesfest dem Turnverein Günnigfeld am 5. und 6. September zu übertragen, an dem 85 Vereine teilnehmen. Vorgesehen ist am Samstag, 5. September, Leichtathletik, am 6. September Turnen an den Geräten und der Festzug.* Stadttreis Wanne=Eickel Personalnachrichten. Die Witwe Therese Grabner aus der Friedhofstraße feierte gestern ihren 81. Geburtstag.— Seinen 74. Geburtstag feierte der Invalide Freriks, Rottbruchstraße 34, im Stadtteil Holthausen. ur Stadt bekämpft Doppelverdienertum. Der Oberbürgermeister hat an sämtliche Dienststellen eine Verfügung erlassen, nach der Doppelverdiener bei der Stadt unter keinen Umständen mehr geduldet werden. Eine der Beschäftigung müsse dann fallen gelassen werden.(Man erwartet, daß andere Städte diesem Beispiel folgen werden, auch hinsichtlich verheirateter Beamtinnen und Lehrerinnen, da zahllose Familienväter außer Stellung sind.) Stadtverordnetensitzung. Die nächste Stadtverorde netensitzung findet am Donnerstag, 23. Juli, statt. ur Gemeindefeier. Der Zweigverein Röhlinghausen des Evangelischen Elternbundes veranstaltet am letzten Juli=Sonntag eine große Gemeindefeier im Volkshause. Es wirken mit der Posaunenchor, der Guitarrenchor und Kinder sämtlicher evangelischer Schulsysteme. Beginn 16 Uhr. ur Aus der Friseurinnung. Unter Vorsitz des Obermeisters Jopp fand am Dienstag abend eine Versammlung der Friseurinnung statt. Nach Erledigung einer Reihe geschäftlicher Angelegenheiten befaßte man sich mit der gerade im Friseurgewerbe überhand nehmenden Schwarzarbeit. Der Obermeister wies in diesem Zusammenhang auf die neue Verordnung hin, nach der gegen Schwarzarbeiter mit aller Strenge vorgegangen werden soll. Es schloß sich eine rege Aussprache an. Theaterabend. Ein Theaterabend des katholischen Jungmännervereins von Wanne=Nord bot am Sonntag vor zahlreichen Gästen bei geschmackvoller Bühnenausstattung in lebendigem, mitreißendem Spiel das fünfaktige gemütvolle Heimatschauspiel„Durch Treue zum Glück" oder„Als er wiederkam". Der Erfolg war unbestritten.„ Jahreshauptversammlung der Wanner„Preußen“. Wanne=Eickels stärkster Sportverein tagte Samstag abend im Hotel zum Fürsten Vismarck bei starkem Besuch. Die Jahresberichte zeugten von der Emsigkeit der einzelnen Abteilungen. Wieder= bzw. neugewählt wurden: Böttcher, Vorsitzender: Köhlhoff, Geschäftsführer; Derks. Kassierer, Gentek, 2. Kassierer: Isenberg, Jugendobmann: Tettenborn, Fußballobmann; Sobota, Handballobmann: Lange, Leichtathletikobmann: Hüppe und Wulf Beisitzer. Dann wurde eine Reihe Mitglieder vom Verein ausgeschlossen, die mit den Beiträgen im Rückstand waren. Stadttreis Witten Einbruch in eine Wirtschaft. Nach Entfernung einer Fensterscheibe stiegen bisher noch unbekannte Täter in der Nacht zum 14. Juli in die Küche einer Wirtschaft in Stockum=Düren ein und entwendeten folgende Sachen: zwei goldene Damenarmbanduhren, auf einer ist das Monogramm H. B. auf dem Rückdeckel eingraviert, einen goldenen Siegelring mit dem Monogramm H.., zwei Paar Herrenhalbschuhe gu Lackleder, ein Paar Damenhalbschuhe(Lackleder), 300 Zigaretten, zehn Pakete Zigarettentabak, mehrere Flaschen Likör und eine Flasche Rotwein. Ennepe=Ruhrtreis Wieder Einmannwagen bei der Hattinger Kreisbahn. Sämtliche ab Blankenstein fahrenden Straßenbahnwagen verkehren bis zur Ausweiche Henrichshütte als Einmannwagen. An der Henrichsbütte erhält der Wagen bis Bahnhof Hattingen einen Schaffner. Auf der Bochumer Strecke, also Hattingen—Stiepel—Bochum, fährt bis Stiepel auch nur noch der Einmannwagen. In Stiepel steigt dann ein Schaffner bei. Eine bessere Reklame konnte für die neu errichtete Autobuslinie Blankenstein— Bochum wirklich nicht gemacht werden. Der Hattinger Wochenmarkt erlebte Dienstag einen Kartoffelkrieg. Für gewöhnlich versteht man unter diesem Worte den Erntebeginn, den Angriff mit Gabel, Hacke und Pflug auf die Knollen in der Erde. Auf dem Wochenmarkte lagen die Knollen aber blank zutage, zum Zugreifen fertig. Anfänglich kosteten 14 Pfund 1 Mark. Dann aber stieg das Pfundangebot bei sinkendem Preise 15, 16, 17, 18, 19, 20, 25 Pfd. zu 1 Mark!r Und je ärger die Händler sich unterboten, desto lauter jubelte die Käuferschaft und kaufte, bis das Geld alle war und die Ware zur Neige ging. Stadttreis Herne Mit einem Schraubenschlüssel lebensgefährlich verletzt. In den Nachmittagsstunden des 18. Juli entstand in der Schmiede der Gewerkschaft Friedrich der Große III/IV zwischen einem Schmiedemeister und einem Schmied ein Wortwechsel, in dessen Verlauf der Schmied den Schmiedemeister mit einem etwa 60 Zentimeter langen Schraubenschlüssel zweimal über den Kopf schlug, wodurch die Schädeldecke verletzt wurde. Der Ange.griffene mußte dem Krankenhause zugeführt werden. BARP. Ldetleie, Ogir! Donnerstag, 16. Juli 1931 Sochumer Anzeiger u. Gen. Anz. Die Deulichenfallen zürdch 25. Tour de France— Geftri(Italien) Etappenlieger Schmeling wieder daheim Max Schmeling traf mit einem Sonderflugzeug der Deutschen Lufthansa aus Bremen kommend, am Montag abend auf dem Berliner Zentralflughafen ein, wo ihm ein enthusiastischer Empfang bereitet wurde. Das Bild zeigt Max Schmeling mit seiner Mutter kurz nach der Landung auf dem Flugplatz Berlin=Tempelhof. Rund um den Stadtpark Der große Staffellauf der DIK. am 19. Juli. Aus kleinen Anfängen heraus ist der Staffellauf „Rund um den Bochumer Stadtpark“ der Deutschen Jugendkraft Bochums, der in jedem Jahre zum Austrag gebracht wird, zu einem großen sportlichen Ereignis geworden. Rund 800 Läufer waren im Vorjahre zur Stelle. Sie machten auf die zahlreichen, den Kampf verfolgenden Zuschauer einen gewaltigen Eindruck. Straßenstaffeln, in so großzügiger und umfassender Weise vorbereitet, wie der Staffellauf in Bochum, können ihre Werbewirkung nicht verfehlen. In diesem Jahre gelangt dieser Lauf zum achten Male am 19. Juli zur Abwicklung. Der Wettstreit in der ersten Leichtathletikklasse ist bisher wohl dem stärksten Interesse begegnet. Für alle Klassen steht insgesamt bis heute die Teilnahme von über 70 Staffeln fest. Auch liegen bereits zahlreiche Anmeldungen für die Nachmittagsveranstaltung im Stadion an der Castroper Straße vor. Nizza, 15. Juli. Nur über 132 Kilometer führte am Mittwoch die 14. aber dieser diemlich zush= Fegim ae ging es unvermittelt, bei bergab, und in diesem schweren Terrain waren die Bergfahrer wieder in ihrem Element. Das Feld war gar bald in kleine Gruppen zerrissen und zog sich sehr lang Das Rennen stand ganz im Zeichen der Italiener, die auf dieser Strecke zu einem großen Schlage ausholten, der ihnen auch restlos gelang; die ersten drei Plätze wurden von ihnen belegt. Es siegte Gest 4,47,01 vor seinen Landsleuten Pesenti und C mo. Als Vierter plazierte sich der Franzose Magne, der damit noch immer die Führung im Gesamtklassement behauptet. Die deutschen Fahrer fielen in dieser Etappe ziemlich zurück. Von den 52 in Cannes gestarteten Fahrern hatten bis zum Kontrollschluß nur 47 Nizza erreicht. Es sind also fünf weitere Teilnehmer ausgeschieden, unter ihnen blieb auch der deutsche„Tourist" Nitzschke auf der Strecke. Das Ergebni# 1. Gestri(Italien) 2. Pesenti(Italien) 3. Cremo(Italien) 4. A. Magne(Frankreich) 5. Peglion(Frankreich) 6. B. Faure(Frankreich) 7. Di Pacco(Italien)„:55, 8. Fayolle(Frankreich, Tourist) 9. Orrecchia(Italien) gleiche Zeit 10. Oppermann(Australien) 4,57,11 0240, 29. Petri 50601, 30. Meve 5,07 3% 34, Thierbach 5,11,47, 37. Ussat 5,12,21, 39. Sh 5,13,55, 46. Siegel 5,14,24. Erwartungsgemäß sind die deutschen Teilnehmer bei der Frankreich=Rundfahrt nach der 14. Etappe am Mittwoch sehr weit zurückgefallen, und in der Länderwertung nimmt Deutschland jetzt sogar den letzten##### ein. Die Einzelwertung hat nunmehr folgende Gestalt: 1. A. Magne 97,43,04, 9. Faure 98,23,54 2. Pesenti 97,48,35 10. Le Calvez 98,24.28 3. Demuysere 97,59,10 11. Leducg 98,31,20 22. Buse 98,52,58 26. Geyer 99,04,45 23. Bulla 98,58.06 50. Ussat,„ 101,51,14 Das Länderklassement: 1. Frankreich 294,14,10, 2. Belgien 294,25,27, 3. Italien 295,31,34, 4. Australien—Schweiz 295,42,11, 5. Deutschland 295,45,47, Revanchekampf auf der Bochumer Radrennbahn Das Ergebnis: 4,47,01 4,47,18 4,51,10 4,51,49 4,52,24 4,53,44 :55,50 Der von dem ungarischen Meisterfahrer Janos Istenes geforderte Revanchekampf wird Freitag abend um 7 Uhr ausgetragen werden. Der Schweizer Walter und der Oesterreicher Cap können leider nicht mit von der Partie sein, weil sie anderweitige Startverpflichtungen zu erfüllen haben. Nichtsdestoweniger wird der Kampf äußerst spannend werden, zumal der Bochumer Bremer und der Essener Hodey beachtenswerte Gegner sind. Besonders Bremer, der am Sonntag eine auffallende Formverbesserung und ein großes Kämpferherz zeigte, wird alles daran setzen, um diesen Revanchekampf in Ehren zu bestehen. Die drei Steher treffen sich in zwei Läufen über 20 und 40 Kilometer. Zwischen beiden Läufen werden die Amateure von Bochum und Umgebung in einem Hauptfahren mit Vor= und Zwischenläufen und in einem 20=Runden=Punktefahren ihre Kräfte messen.— Kleine Eintrittspreise werden jedem den Besuch der interessanten Kämpfe ermöglichen. Deutsche Turnerschaft Das 50. Harkortbergfeit Ellen Braumüller stellte bei den leichtathletischen Meisterschaften von Brandenburg mit 371 Punkten einen neuen deutschen Rekord im Fünfkampf für Frauen auf. 4. Dewaele 5. Peglion 6. Oppermann 7. Rebry 8. Verwaecke 98,05,48 98,07,12 98,15,58 98,20,29 98,21,14 12. Thierbach 13. Metze 18. Sieronski 19. Stöpel 21. Siegel 98,32,35 98,33,38 98,39,34 98,41,31 98,51,58 In der letzten Harkortbergfest=Ausschußsitzung wurde, um eine reibungslose Abwicklung der Wettkämpfe zu ermöglichen, beschlossen, daß alle teilnehmenden Vereine verpflichtet sind, dem Harkortbergfest=Ausschuß baldmöglichst mitzuteilen, wieviel Wettkämpfer(nur die Anzahl, ohne namentliche Aufführung der einzelnen Teilnehmer) sich an den Kämpfen der einzelnen ausgeschriebenen Wettkampfgruppen beteiligen. Es wird besonders darauf hingewiesen, daß die Anzahl für jede Gruppe getrennt gemeldet werden muß. Der frühere Beschluß, wonach jeder Wettkämpfer unangemeldet auf dem Harkort zum Wettkampf antreten darf, ist dadurch hinfällig geworden. Man rechnet mit 2000 Wettkämpfern. Verbildlicher-Cias wechher Turnerinnenfreffen im Allgemeinen Deutschen Turnerbund. Nur noch wenige Tage trennen uns von dem Verbands=Turnerinnentreffen am 18. und 19. Juli in Ohligs. Samstag, 18. Juli, nachmittags, finden in dem herrlich gelegenen Freibad Heide die Schwimmwettkämpfe statt. Abends ist in der städtischen Schützenburg ein Kommers vorgesehen, wobei die besten Turnerinnen des Verbandes mitwirken werden.— Sonntag, 19. Juli, morgens beginnen im Stadion sowie auf dem Sportplatz an der Schützenburg die Wettkämpfe an den Geräten, Staffeln, Einzelläufe, Leichtathletik usw. Nachmittags ist der Festzug durch die Stadt, anschließend sind im Stadion allgemeine Freiübungen, wobei der Verbandsvorsitzende Turnfreund Franz Klein scheid) die Festansprache halten wird. Nach den Freiübungen folgt die Fortsetzung der Einzelkämpfe, Staffelläufe, Sondervorführungen der Vereine usw. Der Allgemeine Turnerbund Ohligs hat keine Mühe und Kosten gescheut, um dem Fest einen würdigen Anstrich zu geben. Da die Meldungen zahlreich eingehen, kann damit gerechnet werden, daß das zweite Turnerinnentreffen sich würdig dem ersten anschließen wird. Vom Turf Le Tremblay, 15. Juli 1. Rennen: 1. Centella(Sibbritt), 2. Premislas, 3. Volante 2. Toto: S. 78, Pl. 27, 29. 31. ? R e n n e n: 1. P a m p h l e t( T i l l e m e n t), 2. M e daille, 3. Marvejois. Toto: S. 99, Pl. 44, 49. 3. Rennen: 1. Nagasaki(Duforez), 2. Dark Girl, 3. Movie Star. Toto: S. 52, Pl. 18, 20, 25. 4. Rennen: 1. Deiri(Sibbritt), 2. Ski, 3. Fizy Pop. Toto: S. 14. Polizei SV. Bochum in Lüdenscheid Die Boxabteilung des PSV. Bochum ist für Samstag zu einem Kampf nach Lüdenscheid verpflichtet. Der dortige Boxklub tritt mit einer großen Verhevgxanstaltung hervor, zu der u. a. auch die gesamn Ka pelle der Bochumer Schutzpolizei verpflichtet ist. Der LC. Lüdenscheid hat sich nach seinem Uebertritt aus dem WASV. zum Reichsverband als stärkste Mannschaft des Sauerlandes erwiesen. Die Bochumer treten mit ihrer gesamten Mannschaft an und bestreiten insgesamt 13 Kämpfe. Bei dem guten Können der Bochumer ist mit ihrem Sieg zu rechnen. 5. Rennen: 1. Dark Bubble(Duforez), 2. Serre * F zwischen Potentate und Chaude, 3. Totes Kennen zwischen Laeken. Toto: S. 153, Pl. 22, 13, 13, 11. 6. Rennen: 1. Faidherbe(Wildmann), 2. Montreal, 3. Sillon. Toto: S. 50, Pl. 17, 17, 28. So muß in der 4X100=Meter=Staffel der Wechsel klap zeigt den Staffelkampf beim spen, wenn gute Zeiten erzielt werden sollen. Das Bild legten Amsteridamer Merking. Ohne die Bochumer Keine Beteiligung der Bochumer Vereine an der diesjährigen Mannschaftsmeisterschaft des WHBV. Die Bochumer Boxsportvereine BSK. 19, PolizeiSV. Bochum und BC.„Astoria“ haben sich ent.. in diesem Jahre nicht an der Mannschaftsmeisterschaft des WHBV. teilzunehmen. Da die Bochumer Mannschaften zu den stärksten Vereinen des Verbandes zählen, so verlieren die Ausscheidungskämpfe stark an Reiz. Die Bochumer sind gesuchte Gegner und haben derart viele Verpflichtungen zu Klubkämpfen, daß sie auf die Mannschaftsmeisterschaft verzichten können. NachllamrtmPreibähen Von Erich Schnitzler Den Startplatz säumt ein Kranz bunter Fahnen. Sie flattern an den hohen Masten lustig im Winde. Die prallen Ballone sind zur Nachtfahrt gerüstet. Noch sind sie nicht frei, diese Wanderer im Ungewissen, die die hohen Bahnen der eilenden Wolken segeln wollen. In der untergehenden Sonne hat der Himmel feierlich sein goldenes Abendkleid angelegt. Majestätisch treiben bunte Wolken über die dicken ungetümen Köpfe der an ihren Tauen schaukelnden Kugeln. Bald wird die Stunde der Ballone geschlagen haben, wenn auch sie im Aether dahinschweben, groß und erhaben und fern von den Kümmernissen der Erde. Dann sind sie frei und segeln mit den Wolken über die Lande. Der Start. Der Ballon hebt sich vom Boden, leicht und schön, wie es seiner inneren Kraft entspricht. Da weitet sich der Blick und weitet sich unser Auge, das freudig die ungewohnte Schönheit der von oben erschauten Welt in sich aufnimmt. Die Heimat, das Land der Berge zwischen Wupper und Ruhr, liegt unter uns ausgebreitet. Ein Teppich, in den hineingewebt sind grüne, bewaldete Höhen, geruhsame Täler, betriebreiche, hastende Städte mit vielen grauen Häuserzeilen, kleine Ortschaften, in die Wälder hineingestreut, und die zahlreichen Gehöfte mit dem Blitzblank ihrer schwarz=weiß=grünen Farben. Der Wind hat uns in seine Arme genommen und entführt den Ballon nach Norden. ihren Weg suchen schicken ihre schrillen Pfifse zu uns In das feststehende Bild herauf. Hn vux gesgtegenr;, Gild von Lich, Rufzeichen elektrische Rekla Ueber dem abendlichen Ruhrgebiet. Es ist eine einzige große Stadt. Ihre Fabriken schicken den Qualm und das Geräusch in den Himmel, vor denen die Sterne erblassen. Die ersten Lichtern werden in den Häusern angezündet, und bald entflammt das Land des Eisens und der Kohle in ein Meer von Licht. Aus den Hochöfen schießen steil gewaltige Feuer, branden in lodernder Glut über dunklen Hallen. Flackernd huscht der Rhythmus rollender Räder in den Fördertürmen darüber. Unansehnliche Raupen, Eisenbahnen, die durch das Gewirr von hell und dunkel maten elekkrische###tlamen ihre flammenden,nchen. Kinos und Geschäftsfassaden leuchten mit aufdringlichem Blau und Grün herauf. Nachtbild. Die Nacht senkt ihre Flügel über müdes Land.“ Von Osten ziehen dunkle Schatten herauf. Verhängen Himmel und Erde. Im Westen ist die Sonne hinter diesigem Horizont zur Ruhe versunken. Die große, gelbe Kugel des Ballons wird dunkel und steht bald rußigschwarz gegen das blau=graue Firmament, an dem nach und nach die schüchtern in den sinkenden Tag leuchtenden Sterne angezündet werden. Die Auslaufleinen des Ballons, an denen der Korb hängt, verlieren sich im Dunkel des schwarzen massigen Schattens, der über uns in der feierlich stillen Unendlichkeit des Himmels steht. Aus den Städten schrillt noch heller Lärm, noch flutet der Verkehr auf den Straßen. Noch dringen seine unbekümmerten Laute zu uns. Aber im Norden, eingebettet in samtweiches Dunkel, liegt ein stilles Land. Lautlos entgleitet der Ballon der Unruhe der Städte an Ruhr und Emscher und versinkt in das unendliche Schweigen der Heiden und Moore, die im Nordwesten unser Vaterland gegen Meer und Holland abgrenzen. Vereinzelt leuchtet Licht aus einsamen Häusern. Aus der Nacht dringen nur verwischte Eindrücke zu uns: weiße Sandflächen zwischen braunem Moor, stille, einsame Teiche und schmale, unregelmäßig verlaufende Wasserwege. Die Orientierung ist schwer. GeograPunkte fehlen. Die Erde nun mehr ein stillen Minuten bringt der Rundfunk uns Nachtmusik in die einsamen Höhen über dem bangen Lande. Nach Mitternacht ist sie beendet. Wetterleuchten über der See erfüllt uns mit Erwartung des kommenden Morgens. Der Morgen. Er kommt unmerklich und, da sich das Land langsam erhellt, liegen unter uns statt der Moore und Heiden bebaute Felder, in grünen Auen freundliche Dörfer. Wir segeln über Oldenburger Land. Der Wind frischt auf und zu der Zeit, da wir hinter der Küste niedergehen zu müssen glauben, dreht er nach Osten. Das ist uns eine liebe Ueberraschung. Sie führt uns am Südzipfel des Jadebusens entlang. Am Horizont torkelt ein silberner Streifen durch das Land. Es ist die Weser, der wir uns um 4 Uhr morgens mit 30 Stundenkilometer Fahrtgeschwindigkeit nähern. Südlich Bremerhaven überqueren wir den Strom. Langsam hebt sich die Sonne über eine dunkle Wand heraus, und der Ballon beginnt zu steigen. phische Punkte fehlen. Die Erde ist nun med. Schatten von Schwarz und unbegreiftichem Grau. Das ist das Land um Meppen und Lingen, das durch die naturgewollte Armseligkeit seiner schluchzenden Weiten erschüttert. Der Wind geht Nord. Da droht das Meer. Wir müssen aufmerksam sein. Noch liegt die Nacht vor uns. Wir errechnen, daß, wenn eben der Morgen graut, die Küste erreicht sein muß. Radio, Karte und Kompaß sind allein unsere Wegweiser. In Ueber Geest und Marsch. Wir folgen der Bahnlinie nach Bremervörde und sind in 800 Meter Höhe über dem dürftigen Lande der Geest. Die Sonne brennt und belebt. Die Müdigkeit der Nacht weicht von uns. Der Ballon wechselt den Kurs wieder auf Nord. Noch träumen die Dörfer an der Schwinge und Oste in den jungen Tag. Ueber roten Dächern flattert vereinzelt erster blauer Rauch aus den Kaminen. Die abgeschlossene Eigenart der niedersächsischen Siedlung, nirgendwo besser zu bemerken als in unserer Höhe, vermittelt symbolisch die Unbeugsamkeit des hier lebenden Menschen in Wille und Tat. Das Volk in der Geest, das dem sandigen Boden schweißend das tägliche Brot abringt; das Volk in der Marsch, oas beglückt in dem auf satten, grünen Weiden stehenden breitgestirnten Vieh die Zierde, den Stolz und den Reichtum des Landes sieht. Bunt ornamentierte Giebel mit den charakteristischen Pferdeköpfen an langgestreckten Häusern, die von hohen rauschenden Bäumen beschattet sind, singen ein farbiges Lied von der herben Schönheit dieses Landes, das sich trutzig gegen das Meer behauptet und das auch ein Stückchen Heimat im deutschen Vaterlande ist. Dahinter liegt blitzend die Elbe. Um sie zu überqueren, steigen wir auf 1500 Meter Höhe. Da werden die gerade ausfahrenden Seeschiffe zu Spielzeugfiguren. Sie mögen verwundert sein, daß der Ballon zu dieser Stunde über dem weiten Wasser steht. Von St. Michel in Hamburg, dem trauten Freund aller heimkehrenden Seeleute, läuten feierlich die Glocken durch den Rundfunk auch uns den Sonntag ein. Das Ende. Bei Glückstadt erreichen wir das nördliche Bald müssen wir wieder zur Erde zurück. Wir gehen in geringe Höhe und suchen uns ein Landegelände. In fünfzig Meter Höhe fahren wir über das Land, das in unendlich viele schmale Streifen aufgeteilt ist. Entwässerungsgräben vereinigen sich zu Kanälen, auf denen Bote in den frühen Morgen fahren. Die weißen Sege straffen sich im Winde und schauen zierlich über die Deiche. Menschen laufen herbei. Sie sehen, wie wir in steilem Winkel zur Erde stoßen. Der Korb setzt auf. Der Ballon macht einen Knicks, graziös wie ein kleines Fräulein. Die ausgeklinkte Reißleine wird gezogen. Die goldene Kugel klappt zusammen, als wenn eine Riesenfaust sie zerdrückt hätte. Um uns ist bald eine staunende Menge, aus deren Mitte die verwunderte Frage kommt, warum wir gerade hier heruntergekommen sind und wann wir weiterfahren wollen. Der Ballon aber liegt entsee am Boden. Unser Führer ist ein weltgewandter Mann. Er sagt den Leuten freundliche Worte über die schönen Wiesen, die frischen Häuser und das prächtige Vieh, das das Gold des Landes ist. Und ehe sich die Staunenden versehen, sind sie eingeteilt in Kolonnen, die die Bauonhülle aufrouen, die Sandsäcke entleeren, das Netz verstauen und den Abtransport des Ganzen vorbereiten. Ein Bauer kommt mit einem Wagen. Hundert Hände hebei das, was vor einer Stunde noch riesengroß unter der Wolken am Himmel hing, zu einem Bündel verpackt, auf den Wagen, der mit Hott! und Harl zum nächsten Bahnhof strebt. Der Kutscher auf dem Bock aber hebt genießerisch und mit sichtlichem Behagen die Flasche an ven Mund, die fröhlich die Runde eigentlich zur Frischhaltung unserer Lebensgeister während der Nacht bestimmt war. Noch tausend Fragen haben wir zu beantworten ehe wir van den hiederen haben wir zu beuntwörten, ehe toir von den biederen Marschbauern mit den wettergebräunten Gesichtern Abhied nehmen. Wir sind gelandet in der Wilster Marsch an der holsteinischen Küste, unweit der Stadt Itzeyo#, nach zwölfstündiger Fahrt durch Nacht und Wolken und die Farbensinfonie des deutschen Frühlings. rw Dortmu tag kam es in Kranz“, in Di Schmua und Verlauf der Lhper verleßte sen mußten, n Gästen handel Breitenfeld a Schmuck nach bezahlen sollte mit einem Tot Hund auf die fühlte Schmuck herbeiholte un brach sofort z den Wirt eind ab. Hornig w wurden dem T wo Breitenfel die Hand am Komn rru Mün suchten die Ki verkehrs Erre versammelten haus. Der überbrachte da polizeilich ver sie sich zu ein palmarkt wur war, von der mischten sich d der sich an der haftet. 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Da der Hund nicht angriff, fühlte Schmuck sich so bedroht, daß er sein Jagdgewehr herbeiholte und auf die Angreifer schoß. Breitenfeld brach sofort zusammen, und als Hornig nochmals auf den Wirt eindrang, feuerte dieser einen weiteren Schuß ab. Hornig wurde an der Hand schwer verletzt. Beide wurden dem Brüderkrankenhaus in Dortmund zugeführt, wo Breitenfeld bald darauf starb. Dem Hornig mußte die Hand amputiert werden. Kommunistische Unruhen in Münster rru Münster, 15. Juli. Mittwoch vormittag versuchten die Kommunisten unter Ausnutzung des Marktverkehrs Erregung in die Massen zu bringen. Sie versammelten sich kurz nach 10 Uhr vor dem Landeshaus. Der kommunistische Stadtverordnete Steiner überbrachte dann die Mitteilung, daß die Versammlung polizeilich verboten worden sei. Gleichwohl formierten sie sich zu einem Zug in die Stadt. Auf dem Prinzipalmarkt wurde der Zug, der etwa 200 Mann stark war, von der Polizei abgedrängt. Die Demonstranten mischten sich dann unter die Straßenpassanten. Steiner, der sich an der Demonstration beteiligt hatte, wurde verhaftet. Am Servatiiplatz hatten sich die Kommunisten jedoch wieder zu einem Zug zusammengefunden, wurden aber von dem starken Ueberfallkommando auseinandergetrieben und auf die Bahnhofstraße abgedrängt. Nach dem Eintreffen von Verstärkung wurde das gesamte Bahnhofsviertel gesäubert und etwa eine halbe Stunde lang vollkommen abgeriegelt, so daß die Kommunisten sich allmählich verloren. Immerhin mußte das Ueberfallkommando verschiedentlich noch bis 1 Uhr mittags eingreifen. Erneute Ausschreitungen im Segeroth rw Essen, 15. Juli. Dienstag abend nach Auflösung eines Demonstrationszuges im Segerothviertel hatte sich ein Trupp von etwa 30 Mann vor der Drogerie Gatzweiler am Viehoferplatz angesammelt. Die Demonstranten riefen:„Nieder mit der Brüning=Regierung!" usw. Ein einschreitender Schutzpolizeibeamter wurde von zehn Personen umringt und tätlich angegriffen. Als ein weiterer Beamter erschien und eingriff, wurden vier beteiligte Personen festgenommen. Um 23 Uhr wurde durch Schutzpolizeibeamte die Veltenstraße im Segeroth von radaulustigen Elementen gesäubert. Als die Beamten zur Festnahme von drei beteiligten Personen schreiten wollten, wurden sie von den oberen Fenstern der anliegenden Häuser aus mit Blumentöpfen und Flaschen beworfen. Gleichzeitig ging die Menge gegen die Beamten vor. Daraufhin feuerten die Beamten sieben Schuß ab. Ob jemand dabei verletzt worden ist, konnte noch nicht festgestellt werden. Dr. Jarres über die Lage der Sparkassen * D u i s b u r g, 1 5. J u l i. W i e a u c h i n d e n a n d e r e n deutschen Städten hatte die städtische Sparkasse gestern einen kritischen Tag. Die Abhebungen waren so stark, daß sie an dem einen Tage 900000 Mark auszahlen mußte.(In Essen waren es über 1 Million RM., in Dortmund fast ebensoviel. Wieviel es in Bochum waren, entzieht sich der Kenntnis, da sich die Städtische Sparkasse in Bochum im Gegensatz zu fast allen anderen Sparkassen in Schweigen hüllt und der Oeffentlichkeit keinerlei Aufklärung gibt, obwohl eine solche doch nur zur Beruhigung dienen kann) Oberbürgermeister Dr. Jarres äußerte sich in einer Pressebesprechung darüber etwa wie folgt: Als Auswirkung der Kündigung kurzfristiger Kredite seien große Summen aus dem deutschen Kapitalmarkt in das Ausland abgeflossen, dadurch seien große Geldinstitute in Verlegenheit geraten. So sei auch die Rheinische Landesbank durch den Abzug großer Kapitalien in schwere Sorgen gebracht worden. Das wirke auf die Duisburger Sparkasse zurück, deren Geldinstitut neben der Giro=Zentrale die Landesbank sei. Der Oberbürgermeister äußerte sich noch kurz über die Liquidität der Stadt. Vor Ende Juli seien Schwierigkeiten nicht zu erwarten. Allerdings zeigten alle Steuereingänge ein erhebliches Absinken. Sorge mache auch die Frage der Erwerbslosen. Daß die Löhne und Unterstützungen gezahlt werden können, sei das Wichtigste. der Mieterbewegung db Oberhausen, 15. Juli. In einer am Sonntag in Oberhausen stattgefundenen Versammlung des Verbandes Ruhrkohlenbezirk des Reichsbundes deutscher Mieter wurde hauptsächlich die Lage besprochen, wie sie sich im Industriebezirk durch die vielerorts neugegründeten Interessengemeinschaften der Mieter in letzter Zeit entwickelt hat. Die Auseinandersetzung war nötig geworden, weil die neue Bewegung angeblich von dem Essener Verein unterstützt wurde. Es handelt sich um eine kommunistische Gründung, die von der kommunistischen Dachorganisation Arso unterstützt wird, wie aus einem geheimen Rundschreiben, das dem Reichsbund deutscher Mieter in die Hände gefallen ist, hervorgeht. Der Verbandsgeschäftsführer Maaß(Hamborn) zog sehr scharf gegen diese kommunistische Neugründung vom Leder. Von den kommunistischen Interessengemeinschaften wird den Mietern empfohlen, sofort die Kündigung ihrer Wohnungsmieten vorzunehmen und bei der nächsten Zahlung 45 Prozent der Miete einzubehalten. Wenn dann der Hausbesitzer die Exmittierung vornehmen will, soll diese mit Gewalt verhindert werden. Würde dieser Widerstand erfolglos auslaufen, dann soll die gesamte Bergarbeiterschaft in den Streik treten! Infolge dieser unüberlegten Forderung sahen sich die Mietervereine veranlaßt, die Mieter vor solchen Sirenenklängen zu bewahren. Die Folge war, daß von der Leitung der Interessengemeinschaft der Kampf gegen die Mietervereine ausgenommen wurde. Die Mehrheit der Versammlung brachte zum Ausdruck, daß sie sich gegen die Interessengemeinschaft wenden müsse. In einem zweistündigen Vortrag schilderte sodann der Bundesschatzmeister Grothaus(Berlin) die augenblickliche mieterpolitische Lage. Der Reichsbund habe in Anträgen an die Regierung die Absetzung der Grundsteuer von der Miete und den Wegfall der Verzinsung der Hauszinssteuerhypotheken verlangt; ferner sollen durch einen Reichskredit oder durch eine Reichsbürgschaft die in den vergangenen Jahren zu hohen Sätzen aufgenommenen Hypotheken eine Ablösung durch Hypotheken erfahren, die zu einem niedrigen Zinssatz aufgenommen werden. Weiter hat der Bund die Regierung aufgefordert, zur Senkung der Altmieten auf 100 Prozent der Friedensmiete einen Gesetzentwurf vorzulegen. In einer einstimmig angenommenen Entschließung wird erklärt, daß wir kurz vor einer Katastrophe auf dem Gebiete des Miet= und Wohnungswesens stehen, wenn nicht rechtzeitig die öffentliche Hand eingreife. Es wurden entsprechende Vorschläge gemacht. „Wuppertaler haus der Freunde“ Ein Hotel für Erwerbslose und frühere Strafgefangene. ur Wuppertal, 15. Juli. Im Wuppertaler Stadtteil Heckinghausen wurde gestern vormittag ein Hotel eröffnet, das in seiner Art bis heute in Deutschland noch nicht anzutreffen ist. Es ist ein Haus für frühere Strafgefangene und für Erwerbslose, denen hier eine Heimat geschaffen worden ist. Träger dieses Hauses, das ursprünglich ein Fabrikgebäude war und im letzten Jahre in das nun vollendete Heim umgewandelt wurde, ist die„Vereinigung der Freunde“, deren Zweck die praktische Selbsthilfe für entlassene Gefangene und Erwerbslose ist. Der Vater dieses Gedankens und Leiter der Bewegung ist Hilmar von Hinüber, der als Pfarrer der deutschen Christengemeinschaft und durch seine seelsorgerische Tätigkeit im Gefängnis Lüttringhausen aus seiner Erfahrung die Schwierigkeiten kennen lernte, die den entlassenen Gefangenen begegnen, wenn sie versuchen, wieder auf eine geordnete Bahn zu kommen. Die Vertreter der städtischen und staatlichen Behörden sprachen ihre unverhohlene Anerkennung für das Geschaffene aus. Die Gesamtverpflegung und Unterkunft im„Hotel der Proletarier“ kostet pro Woche 11,95 RM. wofür ein Einzelzimmer zur Verfügung gestellt wird. Wer mit vier Mann ein Zimmer teilen will, zahlt 10,15 RM., bei Zimmern mit sieben bis neun Betten zahlt der Gast für die volle Pension.95 RM., der nur ein Zimmer mit Verpflegung wünscht, zahlt(in derselben Reihenfolge) 6, 4,20 oder 3 RM. die Woche. Die Zimmer sind in freundlichen Farben ausgemalt, alles, was an den Kasernenstil erinnert, ist mit Glück vermieden. Es sind Zimmer für alle geselligen Veranstaltungen vorhanden. Das Haus erhält nicht die geringste öffentliche Unterstützung, es ist ein Werk freier sozialer Hilfstätigkeit. Kampf mit Schmugglern = Köln, 15. Juli. Im Severinsviertel nimmt seit einigen Wochen der Schmuggel mit ausländischen Zigaretten wieder sehr stark überhand. Eine Streife wollte am Dienstag abend gegen 8 Uhr einige der Schmuggler, die sie gerade beim Zigarettenverkauf ertappt hatten, festnehmen. Die Festgenommenen leisteten heftigen Widerstand. Es bildete sich sofort eine große Ansammlung von Arbeitslosen, die gegen die Polizei Stellung nahm. Die Menge machte in der Nähe des Polizeireviers verschiedentlich Anstalten, die Beamten Schwer bestraft Jur Wanne=Eickel, 15. Juli. Zu je neun Monaten Gefängnis verurteilt wurden die beiden Kommunisten Anton Krampe aus Holsterhausen und Max Fischer aus Röhlinghausen. Beide sitzen seit dem 31. Mai in Untersuchungshaft. Der Anklage liegt die Spazierstockschlacht zugrunde, die sich im Mai im benachbarten Herne abspielte. Im Besitze der beiden Angeklagten fand man damals Armeepistolen mit Munition, eine Stahlrute und Dum=Dum=Geschosse. Wiederaufnahmeverfahren und Gnadenerweis für einen Mörder abgewiesen § Neuwied, 15. Juli. Wegen Ermordung der Händler Protzer und Pirandelle aus Duisburg auf dem Rahmserberg bei Waldbreitbach im Wiedtal, die 1919 an der dort laufenden Grenze des besetzten Gebietes dem Schmugglerhandwerk nachgingen, wurde in Tateinheit mit schwerem Raub der Händler Jakob Hoopen aus Breitscheid im Jahre 1926 vom Neuwieder Schwurgericht zweimal zum Tode verurteilt. Später änderte man die Strafe in lebenslängliches Zuchthaus um. Seitdem betreibt Hoopen das Wiederaufnahmeverfahren. Vom Justizministerium ist jetzt der Bescheid gekommen, daß der Minister nicht in der Lage ist, von Amts wegen die Wiederaufnahme des Verfahrens anzuordnen und mit Rücksicht auf die Schwere der Tat es ablehnen müsse, die Herbeiführung eines Gnadenerweises einzuleiten. Ungetreuer Beamter s Düsseldorf, 15. Juli. Zu dreizehn Jahren Zuchthaus verurteilte das Erweiterte Schöffengericht den Obergerichtsvollzieher Friedrich Papendick, der seit dem 17. März in Untersuchungshaft sitzt. Vier Monate der Untersuchungshaft wurden angerechnet und ebenfalls eine Geldstrafe von 100 Mark als durch die Untersuchungshaft verbüßt erklärt. Außerdem wurden 1000 Mark Bestechungsgelder als dem Staat verfallen erklärt. P. hatte in den Jahren 1925 bis 1930 fortgesetzt handelnd, im ganzen an Gebühren, Parteigeldern, Pfandgegenstände nach Feststellung eines Sachverständigen 11 400 Mark veruntreut. Potlzelteviers, Verschserentlich Anstalten, die Beamten zu überrumpeln und niederzuschlagen, so daß diese schließlich zu ihrem persönlichen Schutz gezwungen waren, eine Reihe von Schüssen abzugeben, von denen zwei junge Leute erheblich verletzt wurden. Die Getroffenen wurden von ihren Freunden jedoch sofort beiseite gebracht. Kleine Provinz=Rundschau □ 100. Geburtstag. Der preußische Ministerpräsident hat dem Berginvaliden Wilhem Züll in Hostel, Kreis Schleiden(Eifel), anläßlich seines 100. Geburtstages am 15. Juli ein Glückwunschschreiben und eine in der Staatlichen Porzellanmanufaktur hergestellte Ehrentasse sowie ein Galdgeschenk überreichen lassen □ Verlängerung des Arbeitszeit=Abkommens HagenSchwelm. Bei den Verhandlungen, die zwischen den Tarifparteien am Montag stattfanden, wurde folgendes vereinbart: Das Arbeitszeitabkommen, Rahmentarif und Urlaubsabkommen werden bis zum 30. September verlängert. 9 450„ an 9. □ Internationale Ausstellung„Das Lichtbild“ Essen 1931. Am Dienstag weilte der Direktor des BrocklynMuseums in der Lichtbildausstellung, nachdem er zuvor dem Folkwangmuseum einen Besuch abgestattet hatte. Er sprach sich höchst bewundernd über die Ausstellung aus. □ Schwerer Autounfall bei Remscheid. Am Dienstag nachmittag prallte der Acht=Zylinder=MannesmannWagen der Familie Reinhard Mannesmann mit einem Motorradfahrer zusammen. Das Automobil wurde gegen einen Baum geschleudert, wobei es völlig in Trümmer ging. Die Insassen des Wagens, Fräulein Siaida Mannesmann, die den Wagen steuerte, und eine ältere Hausdame, kamen mit leichteren Verletzungen davon, während der Chauffeur und zwei junge Hausangestellte schwere Verletzungen an Kopf und Gliedern davontrugen und in bedenklichem Zustande in die Remscheider Krankenanstalt überführt werden mußten. Der Motorradfahrer und seine auf dem Sozius sitzende Gattin kamen mit einigen Hautabschürfungen davon. Statt Karten Die Geburt eines Töchterchens zeigen an Bochum, 14. Juli 1931 Königsallee 21 Direktor Karl M. Bauer und Frau Anita, geb. Jörger Statt Karten Adolf Kirchhoff Hanny Kirchhoff geb. Ruhnau Vermählte Bochum, Roonstraße 76, 16. Juli 1931 91666 — I Heirats-Gesuche Jungges., 30., evg., sucht die Bek. ein 1g. Mädch. od. Witwe ohne Anbg., zwecks, Helral Zuschrift. u. W H. 32070 an die Geschst. Weiller Hund entlaufen. Wiederbring, erhält gute Belohnung. Königsallee 131. Heute früh 2 Uhr verschied plötzlich, infolge Unglücksfalles, mein innigstgeliebter Gatte, unser treusorgender Vater, Schwiegersohn, Bruder, Schwager, Onkel und Vetter Albrecht Märker Im blühenden Alter von 34 Jahren. Viel zu früh schied er von uns. Um stille Teilnahme bitten: Die tiefbetrübten Hinterbliebenen Bochum, den 14. Juli 1931 Die Beerdigung findet statt am Freitag, dem 17. Juli, nachmittage.80 Uhr, vom Geburtshause. Wiemelhausen, Brenscheder Straße 63, aus nach dem Friedhof Querenburg, Stiepeler Straße. Trauerfeier ½ Stunde vorher. Allen, denen aus Versehen keine besondere Nachricht suging, diene diese als solche(31999 Statt besonderer Anzeige Gestern morgen 8½ Uhr entschlief nach langem, schwerem Leiden meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegertochter, Schwiegermutter, Schwester, Schwägerin, Tante, Nichte und Kusine Prad Läuwig-Hanneleia Helene geb. Roskothen versehen mit den Heilsmitteln der römisch-katholischen Kirche, im Alter von 52 Jahren. In tiefer Trauer: Ludwig Hahnefeld beeid. Bücherrevisor Else Hahneteld Ludwig Hahnefeld Paul Hahneteld Fritz Ninnemann Dipl.-Ingenieur Bochum, Berlin, Steele und Kaiserswerth, 15. Juli 1931 Das feierliche Seelenamt ist am Samstag, dem 18. Juli, morgens 8 Uhr, in der St. Meinolphuskirche. Die Beerdigung findet im Anschluß daran um 9 Uhr vom Trauerhause, Hugo-Schultz-Straße 15, aus zum Friedhof Blumenstr. statt R und(LB327 Fraumrunne Grün, Silber u. Gold Bochumer Blomephalle Grobe Bechstrabe 22 Autobesitzer gesucht, der in der nächsten Woche eine Pferdekarre Fracht uch Koblenz beförd. Bed. ist äuß. Pr. b. Barz, Ang. u. P. A. 31967 an die Geschst. werden Rasiermesser, Scheren, Haarmaschinen in d Schleifer von Walter Grah, Kortumstraße, gegenüb. Döhmann. I Waldhotel Franzosenhohl b. Iserlohn# Tel. 1122— Sämil Zimmer mit Zenttalheisung u flich. warm. u. kalt. Waseer, Garagen Beliebtester Ausflugsort des Sauerlandes. 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Bessenliiche Mühnung Die am., 10. und 15 Juli 1931 im gesamten Stadtbezirk fällig gewordenen rückständigen Steuern und Abaaben. und zwar das Schulgeld für den Besuch der staatlichen höheren Lehranstalten für Juli 1931, die Getränkestener, die Biersteuer und die Gewerbesteuer von der Lohnsumme für Juni 1931, die Abgaben vom Grundbesitz(Staatliche Steuer vom Grundvermögen, Hauszins= und Gemeindegrundsteuer nebst Gebübren), die Vergnügungssteuer für ständige Veranstaltungen, das Schulgeld für den Besuch der städtischen höheren Lehranstalten, der Singschule und der Haushaltungs= und Gewerbeschule für Mädchen für den Monat Juli 1931, ferner die Viehseuchenabgaben werden hierdurch angemahnt. Schriftliche Einzelmahnungen werden nicht mehr zugestell..en vam anDie nach den Bestimmungen vom Ablauf des Fälligkeitstages an zu berechnenden Verzugszinsen nach dem Jahressatz von 10 vom Hundert sind mit zu entrichten. Nach dem 21. Juli 1931 werden die noch vorbandenen Rückstände im Verwaltungszmangsverfahren eingezogen. Es wird darauf hingewiesen, daß gültige Zahlungen nur an empfangsberechtigte Beamte geleistet werden können. Bochum, den 16. Juli 931.„# Die Stadtkasse(2M6 als Vollstreckungsbehörde. Freitag, den 17. Juli, morgens von 10 bis 1 Uhr, nachmittags von 3 bis 7 Uhr, werde ich in meiner Auktionsballe Ehrenfeldstraße 10 I. 1 sehr gutes, schwarzes Klarier, 1 sein. Eichen=Herrenzimmer, 1 schwer. EichenSpeisezimmer, 1 weiße Küche, 1 kompl. Schlafzimmer, 2 Flurgarderoben, zwei Bettstellen mit Matratzen, 1 Waschkommode mit Spiegelaussatz, 2 Eisschränke, 2 Herde, Stühle, Vertikos, Trumeaux=Spiegel, 2 Grammophone und 1 Partie Grammophon=Platten, Oefen. Gemälde, Uhren. Vasen, Nippes, Regale, Thelen, Fenstervorsätze, Beleuchtungskörper u. a.., II. alb Gertesreng P host Hauen. uhren, 2 sllb. 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Redemptoristenstr.53 — Ruf 63387. Unterricht Zwangsversteigerung Am Freitag, dem 17. Juli 1931, vormittags 10.30 Uhr, werde ich im Pfandlokal in Laer Wirtschaft Küpper, Wittener Straße, folgende Gegenstände: 1. 1 Ruhebett mit Decke, 1 Küchenkredenz, 2. 1 Bücherschrank, 1 runden Tisch. 4 Stühle mit Ledersitzen, 2 Klubsessel, 1 Plüschsofa, 1 Büsett, 1 große Standuhr, 1 Anrichte, 4 Oelgemälde, 1 Anzahl silb. Messer, Gabeln und Lössel u. a.., 3. 1 Klavier (Marke Philipps), 4. 1 Schnellwaage (Espera), 1 Bücherschrank. 1 Kamin, 1 Standuhr öffentlich meistbietend gegen bar versteigern. Bochum, den 15. Juli 1931. Schappmeler, Obergerichtsvollzieber in Bochum, Dorstener Straße 38. Ull-Helte son. 285-4 Pleidung unt. Ch 3175 3 Zwangsversteigerung Am Freitag, dem 17. Juli 1931, vormittags 11 Uhr, werde ich in BochumGertbe folgende, Gegenstände: 1 1 National=Registrierkasse, 2 Schnestwaagen (Espera),— 2. 2 Schränke. 1 Sofa.— 3. 1 Büfett,— 4. 1 Ladentheke öffentlich meistbietend gegen bar versteigern. Sammelpunkt für Käufer: Wirtschaft Lücke in Bochum Gerthe. Bochum, den 15. Juli 1931. Woll. Obergerichtsvollzieber in Bochum, Alleestraße 26a. Fernruf 68318. Zwangsversteigerung Am Freitag, dem 17. Juli 1931 vormittaas 11 Uhr, werde ich in Gerthe 1 1 Radio=Gerät(Schneider=Opel), 2. 1 National=Registrierkasse, 3. 1 Standuhr, 4. 1 Dürkopp=Schuhmachermaschine, 5. 1 Schwein, 6. 1 Büfett, 1 Kredenz, 1 Ausziehtisch, 1 Chaiselongue, 4 Stühle, 2 Sessel, 1 Teppich, 1 Oelgemälde öffentlich meistbietend gegen bar versteigern. Sammelpunkt für Käufer: Wirtschaft Lücke. Bochum, den 15. Juli 1931. Milte, Obergerichtsvollzieher in Bochum, Brückstraße 51. Zwangsversteigerung Am Freitag, dem 17. Juli 1931, vormittags 10 Uhr, werde sch in Bochum folgende Gegenstände: 1. 1 Teppich, 2. 1 Schnellwagge, 3. 1 Kredenz, 4. 1 Schreibmaschine(Torpedo), 1 Schreibtisch, 5. 1 Eisschrank, 6. 1 Schnellwaage, 7. 1 Posten Autoreisen(Altmaterial), 8, 1 Bohrmaschine(elektr. Antrieb), 9. 5 Klubsessel, 3 Sofas, 10. 1 Bild(Steppenlandschaft), 11. 1 Wäschemangel, 12. 1 Bücherschrank, 1 Stehlampe, 13. 1 Sofa(Klubform), 14. 1 Klubsofa, 2 Sessel, 1 Vertiko, 1 Sofa. 1 Tisch, 1 Spiegel, 1 Teppich, 15. 1 Schreibtisch, 16. 1 Vitrine, 17. 1 Radio, 18. 1 Flurgarderobe, 19. 1 Klavier, 20. 1 Standuhr, 1 Büsett, 1 Sofa, 21. 1 Klavier, 1 Billard, 22. 1 Büfett, 1 Kredenz, 1 Ausziehtisch, 4 Lederstühle, 1 Schreibtisch, 1 Eisschrank, 1 Chaiselongue, 1 Ladeniheke mit Marmor. 23. 1 Klarier, 24. 1 Warenglasschrank, 25. 1 dunkeleichenen Bücherschrank, 1 dunkeleichenen Diplomaten=Schreibtisch m. Stuhlsessel, 1 runden Ausziehtisch, 4 Stühle mit Stofspolster (grüngestreift), 1. A. Rauchtischchen mit Messingplatte, 26. 1 Standuhr, 1 Büfett. 1 Kredenz, 6 Stühle, 1 Ausziehtisch, 1 Teppich, 1 Klavier, 1 Stehlampe 1 Radio mit Lautsprecher, 1 Grammophon, 27. 1 Klavier mit Stuhl und Notenständer, 1 Büfett, 1 Kredenz, 2 Klubsessel(Stoft). 1 Auszlehtisch, 1 Kaminosen, 1 kI. Seffel öffentlich meistbietend gegen bar versteigern. Sammelpunkt für Käufer: Wirtschaft Morjan, Bochum, Alleestraße 54. Pannerich, Obergerichtsvollzieher in Bochum, Hugo=Schult=Straße 29. Bochumer Anzeiger u. Gen. Anz. Dom Leben- Fürs Leben Brot aus Baumwolle In der Schule der Verkehrstlieger **.efllener merden fünf Wonale Watralen Von 1000 Bewerbern nur 52 zugelallen— Jeeilleger werden funt Monate Niatroten Immer schuwverere Anforderungen Was hat der Mann hier falich gemachtt Dieses Unfalsperhütungshild, des Verbandes der Caspar Schmitt, ein Heidelberger Chemiker. hat, wie wir bereits ausführlich berichteten, ein neues Verfahren entdeckt, wonach die Baumwollsamenkörner, die bisher ein Abfallprodukt bei der Baumwollernte bildeten, zur Gewinnung hochwertiger Nahrungsmittel verwendet werden können. Durch Analysen ist bestätigt worden, daß über die Hälfte der Trockensubstanz der Baumwollsaat aus reinem Eiweiß besteht und daß sie außerdem reich an Phosphorsäure und Aluminiumsalzen ist, die für den menschlichen Körper überaus günstig und anregend sind. Besonders als Zusatz von Kakao und Schokolade soll das neue Nahrungsmittel äußerst wohlschmeckend und bekömmlich sein. In dem Baumwollland Aegypten wird das Schmittsche Verfahren bereits ustriell ausgewertet Die Ausbildung der deutschen Verkehrsflieger geschieht auf der Deutschen Verkehrsfliegerschule, die ihren Hauptsitz in Braunschweig hat. Eine Zweigstation befindet sich in Schleißheim bei München und die beiden Seefliegerschulen liegen in Warnemünde an der Ostsee und in List auf der Insel 88.„ 70 Die Ausbildung dauert volle drei Jahre und ist infolgedessen ziemlich kostspielig, obwohl monatlich für volle Kost und Ausbildung nur 165 Mark zu zahlen sind, wovon der Schüler noch 25 Mark als Taschengeld erhält. Trotzdem melden sich eine so große Anzahl von Bewerbern, daß selbst zur engeren Auswahl nur 10%6 zugelassen werden. Diese zur engeren Auswahl zugelassenen Schüler werden nun einer genauen Prüfung unterzogen in Bezug auf ihre Gesundheit, ihre sonstige Eignung, die durch„psychotechnische Versuche festgestellt wird. Bei diesen Prüfungen scheiden wieder 50% der Bewerber aus. Dann beginnt eine vierwöchentliche Probezeit, nach der wiederum etwa 50%6 der Schüler zurückgewiesen werden, sodaß schließlich, von 1000 Bewerbern nur 25 zur wirklichen Ausbildung zugelassen werden. Auf diese Weise erzielt man naturgemäß ein ganz vorzügliches Material. Die Ausbildung selber beginnt mit einem kurzen Aufenthalt in Braunschweig. Die Schüler wohnen in den Fliegerschulen und dürfen diese nur dreimal wöchentlich abends verlassen. Auch sonst wird während des Dienstes auf strenge Disziplin gehalten. Alkohol ist strengstens verboten und die körperliche Kräftigung und Abhärtung geschieht durch Sport =Verordnungen, Radio und Telegraphie, das sind die Unterrichtsgegenstände neben der praktischen Arbeit in der Werkstatt. Am Ende des ersten Jahres wird der =Flugschein erworben. Zu diesem Zwecke muß der angehende Pilot einen Aufstieg von 2000 Meter Höhe unternehmen und in dieser eine Stunde verbleiben, muß drei Platzlandungen in einem bestimmten Raum vornehmen, drei Ueberlandflüge mit Zwischenlandungen durchführen, eine Notlandung aus 1000 Meter Höhe machen. Dies alles geschieht auf Kleinflugzeugen vom Typ des„Flamingo“. Im dreizehnten Monat beginnt der große Ueberlandflug durch ganz Deutschland, der die angehenden Piloten mit allen deutschen Flughäfen bekannt macht und etwa zwei Monate dauert. Dann siedelt alles nach Warnemünde über, wo sich der einzige deutsche Flugplatz mit einem kombinierten Land= und -Flugzeughaft Dieses Unfalverhätungshild, des Verband Deutschen Berufsgenossenschaften zeigt, wie trotz unfallsicherer Einrichtungen durch Leichtsinn und durch lichtbefolgen der Unfallverhütungsvorschriften Unfälle verursacht werden. Leider ein alltäglicher Fall! verursacht werden. Leider ein alltäglicher Fa Vorschriftsmäßig sind auf diesem Bilde Transmissionen und Wellen durch Schutzgitter an beiden Seiten gesichert. Wenn der Verunglückte etwa diese Absperrung nur übersteigt und unter den glatten Wellen hindie Wasser=Flugzeughafen befindet. Hier absolvieren Schüler zwanzig Flüge mit Land= und Seeflugzeugen mit Instruktoren und dreißig Soloflüge, darunter drei Landungen auf offener See bei Windstärke 2. Nun kehder ren die Piloten für Landflugzeuge nach Braunschweig zurück, während die Seeflieger in Warnemünde bleiben. Immer neue Flüge unter immer schwereren Bedingungen bereiten für den Erwerb der=Lizenz vor. Ueberland= und Uebersee=Flüge, auch Nachtflüge, vervollkommnen die Sicherheit des Piloten. Die Seeflieger müssen einen sechsmonatlichen Dienst auf dem deutschen Handelsschulschiff„Deutschland“ mitmachen, wobei die Reise meist nach Südamerika geht. Allmählich werden nun liche Kräftigung und Abhärtung, geschieht und größte Einfachheit beim Wohnen und Schlafen. Die härteste der Disziplinstrafen ist der Ausschluß vom Fliegen für die Dauer bis zu dreißig Tagen. In den ersten achtzehn Monaten ist die Ausbildung für industrien ausgewerkel. Die ersten Degetarter wurden verbrannt Fast allgemein gilt der Engländer J. Newton, der im Jahre 1811 ein Buch über den Nutzen der Pflanzenkost herausgab, als der erste Apostel des Vegetarismus. Die Anfänge der vegetarischen Lebensweise reichen jedoch noch weiter zurück. Im Jahre 1682 bildete sich nämlich in Moskau eine Sekte, deren Anhänger sich Philippiner nannten, und bei denen alles Fleisch wie überhaupt alle von Tieren stammenden Nahrungsmittel ebenso streng verpönt waren wie geistige Getränke. Die Leute lebten also nur von Grünkost und befanden sich zunächst auch wohl dabei. Bald aber erfuhr die hohe Obrigkeit von ihrer Vorliebe für die Pflanzenkost, und die Folge davon war der Befehl die vegetarische Lebensweise sofort aufzugeben. Wer sich dem Befehl widersetzte, wurde, wie ein zeitgenössischer Bericht meldet,„verbrannt, geviertheilet und gespissen". See= und Landflieger gleich. Nach einem kurzen vierwöchentlichen Kursus in Braunschweig geht es Mitte April auf die Yachtschule in Neustadt bei Lübeck, wo die jungen Leute in fünf Monaten ihre praktische Ausbildung als Seemann erhalten. Reisen nach Skandinavien und Finnland bilden den Abschluß. In dieser Zeit müssen die Schüler das Leben der Matrosen mit allen seinen Härten auf sich nehmen. Am 1. Oktober kehrt alles nach Braunschweig oder Schleißheim zurück und dort beginnt die praktische Arbeit in der Werkstatt und das Fliegen. Landkartenlesen, Flugzeug= und Motorentheorie, Navigation und Meteorologie, Luftgesetze und größere Flugzeuge zur Ausbildung benutzt, denn die Piloten müssen ja später Verkehrsflugzeuge fliegen. Im dritten Jahre fliegen die Schüler dann einige Zeit Piloten müssen ja später Verkehrsflugzeuge fliegen, Im dritten Jahre fliegen die Schuler bann einige Zeir als zweite Piloten und Begleiter auf den Flugzeugen der Deutschen Lufthansa. Dann geht es wieder zurück in die Fliegerschule, theoretische und praktische Kenntnisse werden vervollkommnet. Es muß noch viel gelernt werden, bis endlich die=Lizenz erteilt wird. Wer schließlich noch die=Lizenz erwerben will, muß noch einmal zurück in die Fliegerschule und Flüge mit den Großflugzeugen über lange Strecken absolvieren und dabei die RadioApparate allein bedienen und die nautischen Beobachtungen selber durchführen. Diese Gründlichkeit der Ausbildung ist es, die den deutschen Piloten in der ganzen Welt den Ruf der besten Verkehrsflieger gebracht hat und die der Deutschen Lufthansa das Ansehen des zuverlässigsten Flugverkehrsunternehmens geschaffen hat. Franz Lommatsch. durchkriecht, um seinen Weg abzukürzen, so hat er schon sträflich leichtsinnig gehandelt. Wenn er aber gar, worauf die zu Boden gefallene Oelkanne hindeutet, an der im Betrieb befindlichen Riemenscheibe oder dem dazugehörigen Lager hantiert hat, so ist das ein grober Verstoß gegen die bestehenden Unfallverhütungsvorschriften, da während des Ganges der Maschine keinerlei Arbeiten an den Transmissionsanlagen vorgenommen werden dürfen. Die Maschine muß vielmehr vorher abgestellt werden. Schließlich wäre vielleicht auch dieser leichtsinnige an Schlieptirg, wore vrenerch, un wenn er vorschriftsPerr-titerneueite:.rr. sMen c, S, fh hrienden meilSie Wetc. undeneunde ulgz, H6 aif der Sch, reiesten, Bele Croupier, das Ideal eines ganzen Volkes Fürst Louis von Monaco findet bei seinen Untertanen wenig Dank für seine landesväterliche Fürsorge. „Wenn alle meine 1574 Untertanen, Männer, Frauen, Kinder und Säuglinge. nur Croupiers sein könnten", seufzt Fürst Louis resigniert, als er kürzlich wieder einmal von Paris aus seine Residenz besuchte.„Wie glücklich könnte dann dieses Land sein und ich dazu!“ Am guten Willen der Monegassen, sich dem Beruf des Croupiers, des Gehilfen des Bankhalters in den Spielsälen, zu widmen, fehlt es trotz den hohen nicht, die dieser Beruf an seine Anwärter stellt. Muß doch der Bewerber monatelang eine besondere Schule besuchen, deren Unterrichtsräume im Keller des Kasinos liegen. Dort wird er in alle Feinheiten der Spieltechnik eingeweiht und belehrt, was er im Fall von Unstimmigkeiten zu tun hat. Der Croupier muß vor allem ein Diplomat bis in die Fingerspitzen sein, mindestens drei oder vier Sprachen fließend sprechen und sich Geistesgegenwart und Dispositionsfähigkeit auch in verwickelten Fällen aneignen. Es ist immerhin peinlich, wenn sich ein ruinierter Spieler am Tisch eine Kugel vor den Kopf schießt, oder eine Frau in gleicher Lage Gift nimmt. Der Croupier muß in diesen Fällen wissen, was er zu tun hat, bevor er nach dem Geheimpolizisten des Kasinos klingelt. Er muß im Augenblick seine Entschlüsse fassen, fest bleiben und dabei den Takt wahren. Gewinnende persönliche Liebenswürdigkeit ist selbstverständliche Voraussetzung. Der Croupier muß die Spieler in guter Stimmung erhalten, selbst wenn sie verlieren, vor allem aber muß er sich hüten, seinen Einfluß irgendwie störend zur Geltung zu bringen. mit lang flatternden Schößen getragen hä kundenschnelle, rollen sich auf der sich, drehenden Welle derartige Kleidungsstücke auf und reißen unbarmherzig die Körper der Betroffenen nach sich, die Welle schleudert sie herum und zerschmettert sie in furchtbarer Weise Opfer der Maschine Unter den Großstädten mit den meisten Verkehrsunfällen stehen in der Welt interessanterweise die Hafenstädte den anderen weit voran. Nach der letzten Statistik hatte Newyork im Jahre 1929 auf rund 6 Millionen Einwohner 54 770 Tote und Verwundete, d. h. 903 auf 100000 der Bevölkerung. In London kamen auf rund 7·850 000 Einwohner rund 57·000 Tote und Verwundete, d. h. 726 auf 100 000 Bürger. Liverpool hatte 4490 Verkehrsunfälle bei 873.000 Einwohnern, d. h. etwa 500 bei 100 000 und Hamburg 5413 Unfälle bei 1 137 000 Einwohnern, d. h. 476 auf 100 000. Im Gegensatz dazu verunglückten in Paris nur 5000 von 4,6 Millionen Einwohnern, d. h. 105 unter 100 000. Diese„Verlustlisten“ können sich zwar mit denen des Krieges nicht vergleichen, für den Frieden sind sie aber bedenklich hoch. Opfer der Maschine... Die J. G. Farben=Industrie beschäftigt sich mit sehr interessanten Versuchen, nämlich trockenes Eis, d. h. außerordentlich kalten Schnee ohne Wasserverwendung, herzustellen. Dieses trockene Eis wird aus Kohlensäure, also einem Gas, hergestellt. Der Unterschied zwischen dem natürlichen und dem Trockeneis besteht darin, daß, während Schnee zu Wasser schmilzt, Trockeneis verfliegt, ohne einen sichtbaren Rückstand zu hinterlassen, daher 5060 der Name„Trogeneis“ Kilogramm schweren Blöcken zusammengepreßt und kommt so zum Versand. Dieses Eis dürfte große Bedeutung für die Speiseeisbereitung erlangen, und wird, trotzdem der Herstellungspreis teuer ist, auf dem Lande viel gebraucht werden, da man es nämlich als Postpaket versenden kann. Aus diesem Grunde werden Weekendler ebenfalls von dem Trockeneis erfreut sein. Unser Bild zeigt die Verpackung des Trockeneises. Lernt schwimmen! Im Jahre 1926 sind in Deutschland 2995 männliche und 557 weibliche Personen ertrunken; 1350 Männer und 1164 Frauen haben durch Ertrinken freiwillig den Tod gesucht. Wer schwimmen kann, wird nicht Selbstmord durch Ertrinken begehen! Man kann also diese Fälle zu den Verunglückungen durch Ertrinken hinzuzählen und kommt dadurch zu dem erschütternden Ergebnis, daß 1926 in Deutschland 6066 Personen durch Ertrinken den Tod gefunden haben. Auch die unter den Ertrunkenen aufgezählten rund 600 Kleinkinder bis zu fünf Jahren hätten gewiß zum weitaus größten Teil dem Leben erhalten bleiben können, wenn ihre Angehörigen Schwimmer gewesen wären. Was ist„Couaf! F Pas EIDSAE Jeizi die richilde Zeit! diebeste Kapitalanlage Mreigenor Volten Die größte Auswahl! Die besten Qualildten! Die billigsten Preise! Ihren Bedart in meiner heute beginnenden SonderSparkassenbücher werden in Zahlung genommen Das führende Haus für Küde u. Schlafzimmer Franko Lieferung, freie Lagerung 1834 4872 1890 Der G Lüderi Der ni sen in Der T (geb. 1 Aus der er menden Sonn der evangelise an der Amtsst Geschäftsführe haben der Pr ai der Vonvon Lehrer Overlek über: Bühnenau.Ffüh Ue der Freiw Wenn aud eine der ältest städtischen Be mit herangezo Wert auf Erl eine wertvolle digen Berufs Die Abtei. abend am Ste Uebung unter sie an Schlag derungen gere Schul- als dider Sachkund Wehrmänner gen Beisamm Vereinshauses des Musikme Märsche und Märker beder Stadt, B der Abteilung Freude Ausd habe. Wie bi wehr der Gei mengehörigkei dann die Weh der Mannsche körperlich geg von guter S schwingen... Stunden, bis tadellos von reiche Werbea Guthab schaft der schreibt un haben aunach amtli Vereinigu: e. V. im und durch jedermann Zuspätkom teressante arbe desarbeitsgeri wieder ho als beharrlich die fristlose 6 des Landesar des Gerichts Bedeutung, al des Betrie Kündigungssc stand. Das schieden daß zur fristlosen Erwerbslo Uhr fand auf gebung statt, Nach einem Kleine Schluß der 9 einige Schül Uebermütigen die Luft. P voller Wucht das in Trün polizei befin von der Küh der Wiemelh Fahrraddiebs 14. Juli wur 14. Juli wu Fahrräder chlossenen chlossenen Langendreer Stadtteil R fest, de jetzt garten Eitern gen ge boten: Ließ laune Stadtteil H S geräten. Für die Grotzen brachte das Preisschießen schöne Abwechslung. Die Verlosung hielt die Gemüler in Spannung. Den Kindern voten sich noch manche Ueberraschungen. Mit Lampions und Musit zog man abends wieder friedlich den heimatlichen Gefilden zu. (=) Prießnitzjugend. Herrliches Sommerwetter begleitete die junge Sonnenschar der Prießnitzjugend über die Königsallee zum Licht=Luftbad. Mit Fidel= und Klampfenmusik gehts in die buntgeschmückte Anlage, in der ein rühriges Treiben anhebt. Den Worten des Festprologes folgt die Begrüßung der in ansehnlicher Zahl erschienenen Festteilnehmer durch den Vorsitzenden des Vereins, Herrn Kirberg, und durch die Vertreterin der Jugendgruppe, Frau Cl. Krause. Mit einem gemeinsam gesungenen Lied der gesamten Prießnitzjugend nehmen die einzelnen Darbietungen ihren Anfang. Schöne, alte Volkstänze, einige lustige, kurzweilige Unterhaltungsstückchen finden allgemeinen Beifall. Die Kindergruppe des Vereins zeigt unter Frau Krauses Leitung zusammengestellte gymnastische Uebungen. Das von der Burschengruppe gezeigte Laienspiel „Die Naturheilmethode im Märchenreich“ war eine lehrreiche und wirklich märchenhaft lustige Sache. Dem von einem Burschen gesprochenen Vorspruch zum weiteren Teil des Programms folgt unter Mitwirtung der gesamten Jugendgruppe der Sprechchor: Stimme der Jugend. Die anschließend zur Aufführung gelangenden weiteren Volkstanze wurden mit Begeisterung ausgenommen. Kampfbahn=Ehrenmal. Die neue, noch nicht in Benutzung genommene Kampfbahn in der Nähe des früheren Amtshauses ist täglich das Ziel vieler Spazierganger. Diese Kampfbahn soll die größte stadteigene Svortanlage sein. Neben einer gewaltigen Kampfbahn mit einem Umfange von 450 Meter, die auch auf den angelegten Terrassen 15000 Zuschauer fassen kann, befinden sich dort zwei Tennisplätze, mehrere Spielwiesen, eine geräumige Turnhalle usw. Insgesamt umfaßt die neue Anlage 40 000 Quadvatmeter Svielfläche. Es ist selbstverständlich der Wunsch der sportliebenden Jugend, daß die Anlage bald ihrer Bestimmung übergeben wird. h. Sterbekasse Selbsthilfe. Die Sterbekasse Selbsthilfe hält am kommenden Sonntag ihre diesjährige Jahreshauptversammmlung ab. Die Sterbekasse Selbsthilfe, die in wenigen Monaten auf ein zehnjähriges Bestehen zurückblichken kann, ist in steter Aufwartsentwicklung begriffen. Die Mitgliederzahl ist auf etwa 2300 Versicherte gestiegen. In den vergangenen Jahren von 1922 bis 1930 hat die Kasse ihre Mitglieder vor Not und Elend geschützt. h. 16. Juli. 1834 Der Großkaufmann und Kolonisator F. A. E. Lüderitz geb.(gest. 1886). 4872 Der norwegische Polarforscher Roald Amundsen in Borje geb.(gest. 1928). 1890 Der Dichter Gottfried Keller in Zürich gest. (geb. 1819). Aus der evangelischen Gemeinde Hamme. Am kommenden Sonntag veranstaltet die Arbeitsgemeinschaft der evangelischen Schulgemeinden im Gemeindehause an der Amtsstraße ihr Jahresfest. Die Festrede hält der Geschäftsführer Windel des Reichsverbandes der evangelischen Schulgemeinden. Die Ausgestaltung der Feier haben der Posaunenchor, der Schulerchor der Schule ai der Von=der=Recke=Straße unter der Stabführung von Lehrer Schöning und Kinder aus der Anstalt Overlek übernommen, die durch Reigen= und sonstige Bühnenaufführungen erfreuen werden. b rbandes der vie trotz unn und durch riften Unfälle Fall! de Transmisbeiden Seiten diese Abspern Wellen hinseither stillgelegen. Jetzt soll auch das Dach aufgesetzt werden. Ursprünglich hieß es, daß Flachdacher geplant seien, diesen Plan hat das Provinzial=Bauamt in Münster jedoch verworfen. Die Hauptgebäude der Anstalt bekommen halbspitze Dächer, so daß der gesamte Pau wieder einen dem früheren Zustande ähnlichen Anblick bieten, ein Bild, das entschieden schöner ist als Gebäude mit Flachdächern.„ br. Große Kundgebung. Am Dienstag abend fand eine große Kundgebung der SPD. auf dem Gewerkschaftsplatz statt. Vor etwa 1000 Menschen, sprachen der Reichstagsabgeordnete Brandes(Berlin) und der Landtagsabgeordnete Klupsch(Dortmund). Ungefähr 200 Andersdenkende versuchten durch vereinzelte Zwischenrufe, Störungen hervorzurufen. Da, dem Vernehmen nach, auch anderweitige Störungen vorgesehen waren, konnte die Polizei durch vorbildliche Sicherungsmaßnahmen die Ausführungen vereiteln. Später formierten sich die Versammlungsteilnehmer zu einem Zuge durch die Straßen Langendreers. Auch hier wurden durch die begleitenden und absperrenden Polizeibeamten Störungen vermieden, so daß der Zug um 10 Uhr auf dem Gewerkschaftsplatze sich reibungslos auflösen konnte. Stadtteil Weitmar Kartoffeldieb auf frischer Tat ertappt. Landwirte und Kleingärtner im Stadtteil Weitmar=Mitte mußten in letzter Zeit immer häufiger die Feststellung machen, daß ihre Kartoffeläcker zur Nachtzeit systematisch beraubt wurden. Die Betroffenen griffen zur Selbsthilfe und richteten einen nächtlichen Wachtdienst ein. Es gelang den Wachthabenden, Mittwoch morgen, auf einem Kleingartengrundstück an der Hattinger Straße einen Mann zu stellen, der bereits eine beträchtliche Menge Kartoffeln ausgebuddelt hatte und sich schon anschickte, dieselben abzutransportieren. Man nahm den ungebetenen Erntehelfer fest und führte ihn der Polizei zu, wo sich herausstellte, daß der Betreffende, aus der Höntroper Straße, bereits zahlreiche, ebenfalls in WeitmarMitte verübte Geflügeldiebstähle auf dem Kerbholz hatte. Gegen den Mann ist Strafanzeige erstattet worden 1 Böse Folgen eines Unfugs. Der 19jährige Wilhelm R. aus Weitmar=Nord, der am Mittwochmorgen mit seinem Rade die untere Kohlenstraße befuhr, hängte sich des bequemeren Fortkommens wegen an ein Lastauto. Dabei verlor er die Gewalt über sein Fahrzeug und kam zu Fall. Der Sturz erfolgte derart heftig, daß R. erhebliche Verletzungen an Kopf und Armen davontrug und nur mit fremder Hilfe seine Wohnung aufsuchen konnte. 1 Stadtteil Linden-Dahlhausen Ausflüge. Der katholische Knappenverein machte am Sonntag einen Ausflug zum Horkenstein, woselbst die Teilnehmer mit ihren Angehörigen einige recht frohe Stunden verlebten.— Die Deutsche Jugendkraft hatte sich Kupferdreh als Wanderziel erkoren; auch diese Veranstaltung nahm den besten Verlauf. Kinderfest auf dem Wienkopp. Wohl 4000 Kinder und Erwachsene waren zum Kinderfest auf dem Wienkopp erschienen. In großer Spannung harrten alle auf das, was es geben sollte. Doch als man mit den Darbietungen beginnen wollte, setzte ein starker Gewitterregen ein, und alles flüchtete ins Haus. Leider hielt der Regen so lange an, daß mit den Darbietungen nicht begonnen werden konnte. Damit diejenigen, die schon fortgegangen waren, nicht zu kurz kommen, wird in einiger Zeit ein neues Kinderfest veranstaltet, zu dem sie freien Zutritt haben. Das Parsifalspiel wird jeden Sonntag und im Monat Juli auch jeden Mittwoch um 15.30 Uhr gegeben. Der ostpreußisch=evangelische Arbeiter= und Unterstützungsverein Harpen hielt im Vereinslokal Schulze eine außerordentliche Versammlung ab, die auch von den Ehefrauen der Mitglieder gut besucht war, zumal es galt, den wichtigsten Tag der Abstimmung(11. Juli 1920) nach einer elfjährigen Wiederkehr zu begehen. Der Vorsitzende Meitza gab Bericht über die am 28. Juni in Bochum getagte Bezirkskonferenz. Dann machte er bekannt, daß vom 1. Juli ab die Ortsgruppe Harpen dem Bezirk 8 des Rheinisch=Westfälischen Hauptverbandes zugeteilt ist. Nach Erledigung der Tagesordnung und einiger Anfragen trat man in die Abstimmungsfeier ein. Der Vorsitzende forderte zur Werbetätigkeit auf, um die Heimarbeit zu vervollstandigen. Mitglied Haupt forderte die Ehefrauen zu eifriger Mitarbeit auf. Uebungs- und Werbeabend der Freiwilligen Feuerwehr, Abteilung Altstadt. Wenn auch die Bochumer Freiwillige Feuerwehr, eine der ältesten Westdeutschlands, seit Einrichtung der städtischen Berufswehr nur noch bei Großbränden mit herangezogen zu werden braucht, so legt sie doch Wert auf Erhaltung ihrer Schlagfertigkeit. Sie bildet eine wertvolle Hilfstruppe, die im Notfalle der ständigen Berufswehr opferfreudig zur Seite steht. Die Abteilung Altstadt bewies durch die gestern abend am Steigerturm auf Gummerts Hof abgehaltene Uebung unter Leitung des Steigerführers Wilde, daß sie an Schlagfertigkeit und Disziplin höchsten Anforderungen gerecht zu werden vermag. Sowohl die Schul- als die Steigübungen fanden die Anerkennung der Sachkundigen. Nach der Uebung vereinten sich die Wehrmänner mit ihren Angehörigen zu einem geselligen Beisammensein im großen Saale des Evangelischen Vereinshauses. Die Feuerwehrkapelle unter Leitung des Musikmeisters Herbst erfreute durch flotte Märsche und gediegene Konzertstücke. Branddirektor Märker begrüßte die Gäste, vor allem die Vertreter der Stadt, Branddirektor Krüger und die Kameraden der Abteilungen der Außenbezirke und gab seiner Freude Ausdruck über das, was die Wehr geleistet habe. Wie bisher, so solle auch ferner in der Feuerwehr der Geist der Kameradschaftlichkeit und Zusammengehörigkeit wurzeln. Im Laufe des Abends zeigten dann die Wehrleute, wie erfolgreich an der Ausbildung der Mannschaften nicht nur technisch, sondern auch körperlich gearbeitet wird. Die Freiübungen zeugten von guter Schulung, besonders gefiel das Keulenschwingen. In echter Gemütlichkeit verliefen die Stunden, bis mit dem großen Zapfenstreich mit Gebet, tadellos von der Feuerwehrkapelle gespielt, der erfolgreiche Werbeabend seinen Abschluß fand. ap Aus der Liebfrauenpfarrei Altenbochum. Die Mitglieder des Mütter= und Elisabethvereins der Liebfrauenpfarrei Altenbochum hatten sich am Dienstag und Mittwoch in großer Zahl im Drewermannschen Saale eingefunden. Nach Erledigung interner Vereinsangelegenheiten zeigte ein Lichtbildervortrag die Romantik des Rhein= und Ahrtales, die Anmut der Mosel= und Nahelandschaft und die Schönheiten der Eifel. Die beifällige Aufnahme der Lichtbildervorträge dürfte Veranlassung geben, sie einem größeren Kreise zugänglich zu machen. Stadtteil Werne Fertigstellung der Siedlungsstraße auf Kreta. Verhältnismäßig schnell wurde der Ausbau der neuen Siedlungsstraße auf der Kreta durchgeführt, der erst vor einiger Zeit in Angriff genommen wurde. Man hat diese Straße asphaltiert und somit für die Bewohner des neuen Kretaviertels eine bestandige und haltbare Straßendecke geschaffen. Dieser vorbildliche Straßenzug ist die einzig richtige Lösung für den Ausbau samtlicher Siedlungsstraßen und würde auch für die übrigen Straßen des Ortsteils Kreta sehr angebracht sein. er Verein heimattreuer Ost= und Westpreußen. Einen schönen Verlauf nahm am Sonntag das elfte Jahresfest des hiesigen Vereins heimattreuer Ost= und Westpreußen. Nach einer Begrüßungsansprache des ersten Vorsitzenden Lesching und einem von Fräulein Woelke gut vorgetragenem Vorspruch hielt Lehrer Feistner(Witten) die eindrucksvolle, die Liebe der Masuren zu ihrer schönen Heimat und zum deutschen Vaterlande betonende Festrede. Der volnische Korridor dürfe nicht immer Ostpreußen vom Reiche abschnüren. Mit lebhafter Anteilnahme folgten die zahlreichen Festgäste der Aufführung des Bühnenspiels„Von der Knute befreit". Stadtteil Langendreer Zu Grabe getragen. Gestern nachmittag wurde unter größter Anteilnahme der hiesigen Bevölkerung der über die Grenze unseres Stadtteils hinaus bekannte Bürger Konrad Gotzian, aus der Mansfelder Str. 9, so hat er schon aber gar, worndeutet, an der der dem dazudas ein grober verhütungsvoraschine keinerlei I vorgenommen nehr vorher abKriegerverein der ehemaligen Kameraden des 16. Armeckorps, Bochum=Riemke. In der gut besuchten Generalversammlung beschloß man, vorläufig der Einladung fremder Vereine nicht Folge zu leisten. Die Stiftung eines Ehrenpreises für das Wanderpreisschießen der Jugendgruppe des Kreis=Kriegerverbandes Bochum=Land wurde gutgeheißen. Von großer Wichtigkeit war ein dahinlautender Beschluß, daß jedes Mitglied, das langer als drei Monate mit seinen Beiträgen rückständig ist, bei etwaigen Sterbefällen nur das halbe Sterbegeld fur die Hinterbliebenen, also 100 Mark ausbezahlt bekommt, bei sechsmonatlichem Rückstande jedoch nichts. Wer die Beitrage nicht zahlen kann, moge sich an den Vorstand melden. u 1. Bezirk des Bochumer Krieger= und Landwehrvereins. An dem Uebungsschießen am 12. Juli nahmen 33 Kameraden teil. Es wurde eine Durchschnittsringzahl von 9,5 erreicht. Die Durchschnittsringzahl der zehn besten Schützen betrug 11,1. Die besten Schützen waren die Kameraden Hutmacher, Möller und Sauerbier mit je 34 Ringen. Sieben Kameraden erzielten 33 Ringe. Den Preis für die beste Tagesleistung erhielt Kamerad Hutmacher. Das nächste Uebungsschießen findet im August statt. Sein Preisschießen veranstaltet der Bezirk am 6. September. Die nachste Bezirksversammlung ist ebenfalls im August. er leichtsinnige er vorschriftshenden Kittels hätte. In Serehenden Welle n unbarmherzig ie Welle schleurchtbarer Weise Guthaben aus Gefangenschaft. Die Arbeitsgemeinschaft der Vereinigung ehemaliger Kriegsgefangener schreibt uns: Die bisher unanbringlich gebliebenen Guthaben aus französischer Kriegsgefangenschaft werden nach amtlichen Listen durch die Arbeitsgeneinschaft der Vereinigung ehemaliger Kriegsgefangener Deutschlands e. V. im„Ehemaligen Kriegsgefangenen" veröffentlicht und durch die Geschaftsstelle in Bremen. Pr fach 479, jedermann zugänglich gemacht. Zuspätkommen ist Arbeitsverweigerung. Eine interessante arbeitsgerichtliche Entscheidung hat das Landesarbeitsgericht Berlin gefällt. Es hat entschieden, daß wiederholtes Zuspätkommen eines Arbeitnehmers als beharrliche Arbeitsverweigerung anzusehen ist und die fristlose Entlassung rechtfertigt. Die Entscheidung des Landesarbeitsgerichts, die sich mit der Auffassung des Gerichts erster Instanz deckt, gewinnt umso größere Bedeutung, als es sich bei dem Klager um ein Mitglied des Betriebsrates handelt, dem der besondere Kündigungsschutz des Betriebsrätegesetzes zur Seite stand. Das Landesarbeitsgericht hat rechtskräftig entschieden daß das wiederholte Zuspätkommen ein Grund zur fristlosen Entlassung ist. Erwerbslosenkundgebung. Gestern nachmittag 6¼ Uhr fand auf dem Moltkeplatz eine Erwerbslosenkundn gebung statt, an der etwa 350 Personen teilnahmen. eisten Verkehrsveise die Hafender letzten Stauf rund 6 Milrwundete, d. h. London kamen 7000 Tote und rger. Liverpool 10 Einwohnern, rg 5413 Unfälle uf 100000. Im nur 5000 von unter 100 000. swar mit denen Frieden sind sie ine Wetterbericht der Essener Wetterwarte vom 15. Juli. Der Kern des westeuropäischen Tiefdruckgebietes liegt heute früh über dem englischen Kanal. Er wandert weiter ostwärts auf Norddeutschland zu. Der Wirbel wird von kalten Luftmassen umströmt, die auf weitem Umweg über den Ozean von Grönland her kommen. Beim Auftreffen auf die über dem Kontinent lagernde wärmere Luft entwickeln sich Böenfronten mit stärkeren Regenschauern, teils in Gewitterbegleitung. Eine derartige Störung hat im Laufe des gestrigen Abends unser Gebiet überquert. Weitere Fronten folgen noch. Vorhersage für Donnerstag: Unbeständig, Regenschauern, teils mit Gewittern. Auf Nordwest drehende Winde. Teperaturrückgang. Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Beruhigung der Wetterlage und wieder wärmer. Barometer Mittwoch, 15 Juli Thermometer 7 Uhr 745.0 13Uh+180 24. 7479r K 24„+130 Hinweise (=) Skala=Operettentheater. Wie uns von der Leitung mitgeteilt wird, bleibt das Operettentheater für einige Tage geschlossen. (=) Morgen, Freitag, Konzert im Stadtpark. Unter Leitung von Konzertmeister Curt Hofmann findet morgen, Freitag, 17. Juli, nachmittags, auf der Stadtparkterrasse ein Konzert des Städtischen Orchesters statt. (=) Deutschnationale Volkspartei. Heute abend 8½ Uhr findet im Vereinshaussaale eine öffentliche Versammlung statt. Als Redner treten auf Reichstagsabgeordneter Dr. Kleiner(Berlin) und Regierungsrat Dr. Kruft(Hattingen). (=) Volksbühne Bochum. Ab heute beginnt in den durch Anzeige gekennzeichneten Vorverkaufsstellen die Kartenausgabe für den ab morgen in der Lichtburg, Königsallee, zur Vorführung kommenden Film„Im Westen nichts Neues". Die Ausgabe der Karten in der Geschäftsstelle Hattinger Straße 19, Zimmer 69, ist von 10 bis 12.30 Uhr und von 16 bis 19 Uhr. Sonntags nur von 10 bis 13 Uhr. (=) Tischlertag. In den Tagen vom 8. bis 10. August 1931 findet in Münster i. W. der 20. Rheinisch=Westfälisch=Lippische Tischlertag statt. Der Leitgedanke für die Verhandlungen soll aus der Frage abgeleitet werden: „Was kann der Berufsstand zur Stärkung und Erhaltung seiner Betriebe unternehmen?" Für die öffentliche Kundgebung am Samstag, 8. August, sind drei Referate vorgesehen. Berichte D. N. V.., Bezirksgruppe Wittener Straße. Von schönstem Sonnenwetter begünstigt machte die Partei unter Leitung des 1. Vorsitzenden Wolf einen Ausflug nach Platzmann(Steinkuhl). Eine stattliche Anzahl Mitglieder und Freunde hatten sich mit ihren Kindern eingefunden. Nach gemeinsamem Kaffeetrinken begann das Vergnügen. Während die Kinder sich draußen mit Spielen betätigten, konnten die Damen im Kegeln und die Herren im Schießen ihre Künste zeigen. Für die Kinder wurde ein Kinderschützenfest veranstaltet. Nach dem gemeinsamen Gesang des Deutschlandliedes begann der Abmarsch mit brennenden Fackeln. (=) Jugendgruppe der Deutschen Volkspartei Marmelshagen. Die Jugendaruppe Marmelshagen hatte am 9. Juli zu einer Stein=Feier eingeladen. Der schlicht und sinnig geschmückte Festraum sah eine ansehnliche Zahl junger Menschen. Herr Seidler leitet mit Beethovens Sonate op. 27 fein und würdig die Feststunde ein. Vorsitzender Büscher begrüßte die Erschienenen, Weise vom„Reichsfreiherrn vom Stein als Reformator Preußens und seine Bedeutung für uns". Theodor Korners„Aufruf", vorgetragen von Herrn Büscher, rief die flammende Zeit des Freiheitskrieges wach. 0 Aus der Tischler=Innung Bochum. Anläßlich der diesjährigen Zwischenprüfung der Lehrlinge hatte die Tischler=Innung zu einer Veranstaltung im Evangelischen Vereinshause eingeladen. Bei Eröffnung der Veranstaltung begrüßte Obermeister Dickerhoff neben den erschienenen Meistern und ihren Lehrlingen, die Eltern der Lehrlinge, den Vertreter des TischlerInnungs=Verbandes und der Berufsschule und Obermeister Klügge von der Innung Dortmund. Am Vormittag hatte die Abnahme der zur Zwischenprüfung anzufertigenden Stücke seitens eines Ausschusses, der neben einem Innungsmitglied aus dem Vertreter des Tischler=Innungsverbandes und Obermeister Klügge zusammengesetzt war, stattgefunden. Einleitend ging der Obermeister in einer Ansprache auf Zweck und Wesen der Zwischenprüfung ein und betonte, daß sie als Hauptziel die Förderung und Pflege eines leistungsfähigen Nachwuchses habe. Bezirksverwalter Posten vom TischlerInnungs=Verbande sprach namens der Prüfungsmeister und betonte, daß man mit größter Unparteilichkeit die Beurteilung vorgenommen hätte. Weiter sprach der Vertreter der Berufsschule, der betonte, daß die geleisteten Arbeiten durchweg alle Anerkennung verdienten und die Förderung der Qualitätsarbeit im Handwerk augenNach einem kleinen Umzug zerstreute sich die Menge. Kleine Tageschronik. Am Mittwoch mittag nach Schluß der Berufsschule an der Wittener Straße spielten einige Schüler auf der Straße berum. Ein besonders Uebermutiger schleuderte mit seiner Aktentasche durch die Luft. Plötzlich riß der Griff der Tasche, und mit voller Wucht sauste die Tasche in ein großes Schaufenster, das in Trümmer ging.— In Verwahr der Kriminalpolizei befindet sich eine vernickelte Windhundfigur, die von der Kühlerverschraubung eines parkenden Autos auf der Wiemelhauser Straße abgerissen worden ist.— Die Fahrraddiebstähle nehmen immer mehr zu. Allein am 14. Juli wurden nach den polizeilichen Meldungen vier Fahrräder gestohlen, darunter eins aus dem unverschlossenen Fahrradraum der Zeche„Bruchstraße" in Langendreer. men kann, wird hen! Man kann en durch Ertrindem erschütternland 6066 Peren haben. Auch rund 600 Kleinsiß zum weitaus sen können, wenn wären. Gartenfest in den Schrebergärten. Für das Gartenfest, das gestern nachmittag in den Anlagen des großen, letzt im herrlichsten Schmucke prangenden Schrebergartens die weltliche Schule Riemke für Kinder und Eltern veranstaltete, waren umfangreiche Vorbereitunben getroffen. So wurde allerlei Unterhaltsames geboten: hübsche Bühnenstücke, anmutige Kindertänze wechselten mit heiteren Spielen und frohen Gesängen. #es auch das Wetter zu wünschen, so tat das der Frohlaune keinen Abbruch. Wetterhäuschen im Stadtpark 117 m über dem Meeresspiegel C Aufg..31, Unterg. 20.40; OAufg..02; Unterg. 21.52 Eingabe an die Oberpostdirektion. Der OberpostdirekDortmund wurde gestern eine Eingabe unterbreinochmals um Aufstellung eines Münzfernspream Bahnhof Hordel=Eickel ersucht. Zahlreiche HorWanne=Eickeler haben dieser Eingabe durch szenhändige Unterschrift besonderen Nachdruck verliehen. öffentliche Fernsprecher befindet sich am Fickeler Markt, in dessen Nähe mehrere öffentliche Fernwa##er vorhanden sind. Notfalls könnte eine Platzauserfalgen un Berücksichtigung der Hordeler Wunsche Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten gerung ene ee, ge#. oagg Offene Stellen sucht Stellg. i. Hsh. Angeb. unter H. A. 31959 an die Geschst. birbTeumer-Hert sof. gesucht zur Uebernahme einer selbständigen Geschäftsstelle mit lauf. gut. Einkommen, der üb. 400 M. in bar verfügt. Fachkenntnisse nicht erforderl. Bewerb. erb. nach 10 Tag. Antw. Ausf. Angeb. u. B. 6120 an d. Geschst. d. Zig. Talchaus flahrter Fleißige, saubere Frau sucht Arb. Angeb. unter F. S. 32003 an die Geschst. Mädchen 18., gute Zeugn., sucht Stellung. Angeb. unter H K. 32065 an die Geschst. Durchaus sicherer Kaltwagentühter für Ferntransporte• gel. Autoschlosser, für sofort gesucht. Derselbe muß bereits im Ferntransportverkehr tätig gewesen sein. Angebote mit Zeugnisabschr. und Lohnforderung. unter G. 547 Annoncenexped. Genieser, Bochum. Das Farnstraße 21 ist zum 1. August zu verm., evtl. zu verkaufen. Anfragen R. 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