Nr. 145 38. Jahrgang Mittwoch, den 24. Juni 1931 Täglich außer Samstag 10 Pf. Samstags mit illustr. Beilage 20 Pf. 19 aschen Glas ein sche sche sche sche muth 1 10 asche 1 I0 Rache Rlusche n 0 Fasche PhZonnenOpelsieferwagen steuert und fabrreit, bill. zu, verk. 934) Ruf 65561. Janomag „Zvl.,„Sport“, verk. Zu besichtig. uichaus Lueg Kreuzstraße. Mlsden uer lig zu verkaufen W. Preißler, „Querenburg, us d. Kalwes 1534 Glucke 715 R e Küchen, Trduhnfarb. Zwerge) ilig zu verkaufen,. ortumstr. 130, Lad. Für Liedhaber: ine reinrass., sienreine, schneeweiße usgewachs. Angorg. atze zu verkauf. od. eg. einen II. Rosseund zu vert.„Frau lmtenbrink,„Herge, Bahnbosstr.133,1. Ct. ie(auch bei Wasserüblichen Heilmittel 15,cm durchgedrück in jeder Beziebung Institut“„bin 16 worden. Gebe, ohne 10 Holzschuh., Sisen ., Weißenfels, den chmann=Str. 24. Hung vollständig zu andage.(Anm.: kriu nbrüche). Hermann Kummersdorf, den gegen doppeltes Chefarztes; Juni, nachm.—6 humer Hof, rrites:— ch. 24.„Juni. vorm. m.—6 Uhr, Hotel „Juni,„vorm.-,1 —6 Uhr, Hotel ich vorheriger schrifts Institut für orthodlung G. m. o. bis..55. Kragen 143 Slschen EALI str. 26, Tel. 69087 83, Beckstraße 23 Inalen Suaciellen— 4c 0 — u Bezugspreis einschl. Botenlohn.40 Mk. monatlich, oder.20 Mk. halbmonatlich; Selbstabboler.10 Mk. bezw..05 Mk. Unsere Beilage„Die Bochumer Illustrierte“ kostet monatl. 20 Pfg., die Funkbeilage„Hör mit mir“ kostet monatl. 30 Pfg. Allgem. Anzeigenpreis: Für 1 Millimeter Höhe in 25 Millimeter Breite 10 Pfg. im Reklameteil 50 Pig.(Besondere Anzeigenpreise nach aufliegendem Tarif.) Angebote von anderen Zeitungen und Vermitlern werden nicht befördert. Bei zwangsweiser Bettreibung der Anzeigengebühren durch Klage, bei Konkursversahren usw. wird der bewilliate Nachlaß binfällig. 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Eine neue Hoffnung für Europa und Deutschland sehen wir diesem Schritt erwachsen. Er bringt Deutschland, Hilfe in einem entscheidenden Augenblick seiner Geschichte. Der erste wirksame Anfang für eine bessere Zukunft ist erfolgt. Aber warnen muß die Reichsregierung vor dem Glauben, als ob durch diesen Vorschlag des amerikanischen Präsidenten, wenn er von allen in Frage kommenden Nationen angenommen wird, wir über die Gesamtheit der uns bedrängenden Röte hinweg seien. Wenn die Reichsregierung sich in den wiederholten harten Maßnahmen der Notverordnung vom Dezember und der letzten Notverordnung versucht hat, die hereinbrechende Gefahr zu meistern, und gezwungen war, dem deutschen Volke ein Aeußerstes an Lasten und Einschränkungen zuzumuten, um über die kommenden Monate und vor allem über den nächsten Winter hinwegzukommen, so war sie sich dessen bewußt, daß das Jahr 1932 aller Voraussicht nach den Höhepunkt der finanziellen Schwierigkeiten erst bringen würde. Wenn auch die Reichsregierung den Haushalt des Reiches für den Fall, daß nicht eine weitere Verschlechterung der Wirtschaftslage eintritt, für das laufende Etatsjahr ausgeglichen hat, wenn sie sogar ein erhebliches Maß von Beträgen für die Gemeinden flüssig machte, um ihnen die wachsende Last für diejenigen Arbeitslosen zu erleichtern, die weder von der Versicherung, noch vom Reiche unterstützt werden, so bleibt doch im Jahre 1931 die Lage der Länder und Gemeinden noch völlig ungeklärt. Die vom Reiche zu überweisenden Steuern werden nach Schätzung der Reichsregierung mit Hunderten von Millionen zurückgehen. Dazu treten große Ausfälle, die bei Ländern und Gemeinden infolge der schlechten Wirtschaftslage bei Gewerbesteuern, Hauszinssteuer und Grundvermögenssteuer zu erwarten sind. Das Sinken der Einkommen und Löhne im Jahre 1931 wird dazu führen, daß im Jahre 1932 erst die volle Wucht der Steuerausfälle die Haushalte von Reich, Ländern und Gemeinden belasten wird. Dazu kommt die akute Gefahr, die wir in den vergangenen zwei Jahren wiederholt durchlebt haben, daß sich in Verfolg einer Reihe von wirtschaftlichen Vorgängen eine ungeheure Unruhe bemerkbar machte, und aus dieser Unruhe heraus vom Auslande her gewaltige Mengen kurzfristiger Kredite plötzlich abgezogen wurden. Mit einem Schlage zeigte sich dann immer wieder in ihrer ganzen Größe die allen Fachleuten bekannte bedenkliche Tatsache, daß die deutsche„Wirtschaft in den Jahren der Scheinblüte zu einem erheblichen Teil mit inländischen und ausländischen Mitteln ausgestattet wurde, die nur auf kurze Zeit gegeben oder in Unternehmungen investiert sind, aus denen sie nicht von heute auf morgen herausgezogen werden können. Der Versuch, der nunmehr zum dritten Male gemacht wurde. um große Teile dieser kurzfristigen Kredite aus Deutschland abzurufen, hat den Sturm, der heute als beschworen angesehen werden kann, herbeigeführt. Dieser Sturm hat aber gleichzeitig allen Einsichtigen mit drastischer Schärfe die Verbundenheit der Weltwirtschaft in positiver und negativer Form vor Augen geführt. Der Glaube, daß nach Annahme des Vorschlages des Präsidenten Hoover alle Nöte in Deutschland beseitigt wären, wäre die gefährlichste Illusion, in die sich das deutsche Volk hineinwiegen könnte. Die Reichsregierung hat die harten Maßnahmen zur Rettung der Finanzen ergreifen müssen und wird an ihnen festhalten, weil das Durchhalten auch ohne Reparationszahlungen in den nächsten eineinhalb Jahren außeroxdent, liche Anforderungen stellen wird. Sie hat erklärt und hält daran fest, daß sie bereit sei, Härten und besonders drückende Maßnahmen der Notverordnung abzuändern, und um jedes Vertrauen bringen, wenn es nicht festhalten würde an dem Grundsatz einer absoluten, auch unter Opfern durchzuführenden Sanierung unserer öffentlichen Finanzen. Die Sanierung der Finanzen ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Schaffung des Vertrauens. Der Vertrauensbeweis, der in dem weltgeschichtlichen Schritt des Präsidenten Hoover liegt, kann nur Früchte tragen, wenn das deutsche Volk fest entschlossen ist. aus eigener Kraft den Weg der größten Sparsamkeit auf allen Gebieten weiter zu geben, Das vorgeschlagene Feierjahr soll nach der Proklamation des Präsidenten der Vereinigten Staaten nicht nur der Wiederherstellung des internationalen Vertrauens auf wirtschaftlichem Gebiet und damit dem wirtschaftlichen Wiederaufbau der Welt dienen; es verfolgt gleichzeitig den Zweck, die politischen Beziehungen zwischen den Ländern von störenden Spannungen zu befreien und eine auf überzeugter Zusammenarbeit der Staaten beruhende friedliche Weiterentwicklung zu fördern und zu festigen. Beides steht in einem notwendigen Wechselverhältnis. Ohne Gesundung der Wirtschafts= und Finanzbeziehungen ist keine Beruhigung der politischen Lage, ohne diese politische Beruhigung keine Beseitigung der Wirtschaftsnot denkbar. Das Gedeihen Europas und der Welt hängt davon ab, daß diejenigen, die ein tragisches Geschick im Weltkrieg zu Feinden werden ließ, nunmehr entschlossen und weitsichtig auf beiden Seiten sich zu den Entschlüssen aufraffen, welche die beklemmende Not der Stunde von allen Regierungen und Völkern fordert. Für dieses große Ziel wird der amerikanische Vorschlag Raum schaffen, wenn er von den in Frage kommenden Ländern in demselben hochherzigen Geiste angenommen wird, in dem er von seinem Urheber gemacht worden ist. Die deutsche Regierung ist bereit, mit allen, Kräften an der Erreichung dieses Zieles der amerikanischen Initiative mitzuarbeiten. Sie hat den aufrichtigen Willen, auch von der politischen Seite her zusammen mit allen Regierungen an die Lösung der Fragen heranzugehen, die für die Beruhigung Europas von Bedeutung sind. Je mehr sich die schwere wirtschaftliche und soziale Not mildert, unter der das deutsche Volk leidet, umso stärker und einmütiger wird seine Bereitschaft und seine Fähigkeit hervortreten, ein Bollwerk der Ruhe und Ordnung in Europa zu sein. Die Größe der Stunde und die aus ihr sich ergebende Verantwortlichkeit lassen mich die Hoffnung und die Erwartung aussprechen, daß sich alle diejenigen, die für die Formung der öffentlichen Meinung von maßgebendem Einfluß sind, bewußt bleiben, von welch entscheidender Bedeutung in diesem Augenblick Maßhalten und Selbstdisziplin bei allen unseren Volksgenossen in allen Aeußerungen und Kundgebungen sind für Deutschland und Europa. Die deutsche Regierung ist sich bewußt, daß bei all dem der zukünftigen Gestaltung der Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich eine besonders wichtige Rolle zufällt. Wenn in der Entwicklung dieser Beziehungen manche Schwierigkeiten und Hemmungen hervorgetreten sind, wenn es in der Oeffentlichkeit auf beiden Seiten der Grenze vielfach zu bewegten Auseinandersetzungen gekommen ist, so halte ich trotzdem an der Ueberzeugung fest, daß all dasnichtunüberwindbarist, daß sich vielmehr bei beiderseitigem guten Willen Mittel und Wege finden lassen werden, um das Uebereinstimmende und Gemeinsame in den Interessen der beiden Länder in den Vordergrund zu bringen und im Bewußtsein der beiden Völker so zu verankern, daß es die Gewähr der Dauer in sich trägt. Weil ich davon überzeugt bin, daß eine wirklich ausgeg'ichene und fruchtbare Zusammenarben unter den Völkern Europas und die für den lebendigen, Virtschaftsaustausch mit der neuen Welt notwendige Stabilisierung des europäischen Friedens erst an dem Tage gesichert erscheint, wo zwischen den beiden großen Nachbarvölkern das Vergangene seelisch überwunden ist und der Blick sich gemeinsam der Zukunft und ihrer geistigen, wirtschaftlichen und politischen Gestaltung zuwendet, gerade deshalb ist es das Bestreben der von mir geführten Regierung, über Verstimmungen des Augenblicks hinaus vorwärts zu denken und alles sachlich Verantwortbare zu tun, um die großmütige Aktion des Präsidenten Hoover ihrem verdienten und im Interesse Europas und der Welt notwendigen Erfolge zuzuführen. Die deutsche Regierung wird es ihrerseits an gutem Willen nicht fehlen lassen. Ist die Einigung über das Feierjahr zustande gekommen, so wird es umso leichter sein, in offener Aussprache den Weg frei zu machen für eine großzügige praktische Zusammenarbeit der beiden Länder. Ich würde es begrüßen, wenn sich für eine solche einleitende Aussprache eine Gelegenheit fände, wie sie neulich die Zusammenkunft in Chequers für eine Erörterung zwischen Deutschland und England geschaffen hat. Die Aufgaben, vor denen Frankreich und Deutschland stehen, sind für beide Länder so groß und zu dringend, als daß es nicht möglich sein sollte, in vertrauensvollem und rücksichtslosem Meinungsaustausch einen geeigneten Boden zu finden, von dem aus die Lösung dieser Aufgabe aussichtsvoll in Angriff genommen werden kann.“ Kuntr dich Win kamhantein Altimative Forderung Amerikas— Ruhige Auffassung in Berlin Warlin an######gegen#'e 003-lichkeit einerI! Berlin, 23. Juni. sie ist aber nicht in der Lage, irgendwie am tinanziellen Gesamtergebnis der Notverordnung rütteln zu lassen. Nur unter Sicherung dieses finanziellen Gesamtergebnisses wird bei Annahme der Initlative des Präsidenten Hoover es möglich sein, ohne erhebliche weitere Einnahmeausfälle das Jahr 1932 auszugleichen. Das deutsche Volk würde sich um jeden Kredit in der Welt Von unserer Berliner Schriftleitung. Wie zu erwarten, hat die von uns vorausgesagte französische Gegenströmung gegen den Hooverschen Stundungsvorschlag prompt eingesetzt. Der französische Ministerrat hat nach den vorliegenden Meldungen die Entscheidung auf Mittwoch vertagt. Aber die in der Pariser Presse durchsickernden Meldungen über die Einstellung der französischen Regierung verraten, daß man Hoovers Vorschlag zum Gegenstand einer Aussprache machen will, um auf diese Weise politische und finanzielle Zugeständnisse von Deutschland herauszuholen. Mit Genugtuung hat man in Berlin die nicht mißzuverstehende Sprache der amerikanischen Regierung aufgenommen, die sowohl klar zum Ausdruck bringt, daß in dem Stundungsplan auch die ungeschützten deutschen Tributbelastungen mit einbegriffen sind und darüber hinaus deutlich erklärt, daß es für den Hooverschen Vorschlag entweder nur ein glattes Ja oder ein glattes Nein gebe. Die amerikanische Regierung hat ferner dem französischen Botschafter in Washington eine Denkschrift zu Händen der Pariser Regierung übergeben, die zahlenmäßig darstellt, inwieweit Frankreich finanziell von dem Moratorium betroffen würde, und die auf der anderen Seite die finanziellen Folgen für Frankreich bei Ablehnung des Hooverschen Planes darlegt. Ferner wird auseinandergesetzt, daß es im eigensten Interesse Frankreichs liege, die Vorschläge anzunehmen. Wenn Frankreich auf die Zahlung des ungeschützten Jahresanteils durch Deutschland bestehen sollte, so werde es auch seine Schulden an Amerika und England zahlen müssen. Es sei denn, daß die französische Regierung ein besonderes Schuldenmoratorium fordere. was nach der Ansicht führender amerikanischer Persönlichkeiten dem französischen Kredit nur schaden könnte. In Washingtoner politischen Kreisen verlautet ergänzend, daß Präsident Hoover auf französische Gegenvorschläge gefaßt sei, die er jedoch ebenso höflich wie entschieden zurückweisen werde. Man füge hinzu, daß der Vorschlag bis zum 1. Juli angenommen werden müsse. Man faßt dieses Material sozusagen als ultimative Forderung Amerikas auf. Die Berliner Regierung hat den französischen Vorstoß bereits vorausgesehen und darum gleich bei Bekanntwerden der Botschaft darauf hingewiesen, daß Frankreichs Vorbehalte nur Gegenstand einer amerikanisch=französischen Aussprache sein können. Nach wie vor sieht man hier der Entwicklung mit Ruhe entgegen, und ebensowenig wie in Washington nimmt man in Berlin an, daß der morgige französische Ministerrat eine glatte ablehnende Haltung einnehmen wird. Wenn jetzt bereits offiziöse Pariser Blätter, inspiriert von ihrer Regierung, die Gelegenheit ausnutzen, um gewisse Zugeständnisse zu erreichen, so kann man getrost sagen, daß solche Vorschläge Frankreichs einstweilen in Berlin an die falsche Adresse gerichtet sind.! Der französische Plan läuft im Prinzip darauf hinaus, wenigstens den ungeschützten Teil der deutschen Zahlungen aus der Stundung herauszubekommen. Deutschland soll nach französischer Aufassung im Jahre 1931 32 die Summe von 500 Millionen Goldmark auf das Konto der Bank für Internationale Zahlungen einzahlen, wogegen sich Frankreich verpflichten will, diese Summe stehen zu lassen oder als Kredit nach Deutschland zurückfließen zu lassen. Ein derartiger Vorschlag erscheint unannehmbar; denn damit würde Frankreich nichts anderes erreichen, als daß Deutschland mit dieser 500=MillionenZahlung den Garantiefonds bei der B3Z. aufbringt, der bei Erklärung des normalen Youngplan=Moratoriums von Frankreich hätte aufgebracht werden müssen. Daß zugleich Stimmen laut werden, die an dem YoungPlan als eine endgültige Lösung des Reparationsproblems festhalten wollen, darf nicht überraschen. Nach Auffassung der Berliner Stellen handelt es sich jetzt um Annahme der Hoover=Botschaft und um weiter nichts. Die Frage der Youngplan=Revision ist auch nach Ansicht des amerikanischen Präsidenten vom Zahlungsmoratorium einstweilen unabhängig, da Hoover ausdrücklich betonte, daß die Reparationsfrage eine europäische Angelegenheit sei. Deutlich ist von Kanzler und Außenminister immer wieder zum Ausdruck gebracht worden— zuletzt in der Notverordnung—, daß die Tributrevision aufgerollt wird, ja schon aufgerollt ist. Französische Gegenminen werden den Weg des Kabinetts nicht behindern können, zumal sich Deutschland hierbei mit anderen Vertragspartnern eins weiß. Aus diesem Grunde würde auch deutscherseits die in London bereits erwogene Sachverständigenkonferenz aller an der HooverAttion berenuigten Mächte begrüßt werden. Die heute vom amerikanischen Staatssekretär Stimson hierüber abgegebene Erklärung, daß eine internationale Konferenz nicht in Frage komme, da der Hoover=Vorschlag nur Wirkung haben könne, wenn er von den Gläubigern Deutschlands unverzüglich anerde, kann nur die Deutung finden, daß eine Goge.-, genommen werde, kann nur die Deutung finden, daß Konferenz über den Hoover=Plan aogeleyur wird, dagegen die Möglichkeit einer allgemeinen Tributkonferenz hier weiterbesteht. Weit größeres Erstaunen als die französischen Absichten hat die Rede des belgischen Ministers Segers vor dem Senat hervorgerufen, in der Segers heute von einem Erpressersystem sprach und Bürgschaften für die Einhaltung der Verträge verDie Behauptung des Belgiers, daß Deutschland sich selbst systematisch zu Grunde richte, ist so hirnverbrannt. daß sie nur von völlig weltfremden Politikern oder auf wissentliche Irreführung erpichten angeblichen Staatsmännern aufgestellt werden kann. Im übrigen verrät die Rede Segers einen anmaßenden Ton, der einem Staat fünften Ranges gegenüber der Weltmacht Amerika nicht zukommt. Aber auch diese belgische Erklärung kann man getrost als ersten Temperamentsausbruch, hinnehmen. Deutschland wartet ab. Es befindet sich hierbei in der ausgezeichneten Gesellschaft der beiden großen angelsächsischen Nationen. Mit Ablehnung oder Annahme der Hoover=Botschaft wird sich zeigen, wo die wirklichen Störer des europäischen Friedens und des wirtschaftlichen Gleichgewichts in der Welt zu suchen sind. Das Reichskabinett führte heute seine Besprechungen über den Hoover-Vorschlag weiter. Zu Beschlüssen konnte man nicht gelangen, da die Entscheidung Frankreichs abgewartet wird. Dr. Brüning empfing den sozialdemokratischen Parteiführer Wels. Parteiführerbesprechungen über die außenpolitische Lage haben noch nicht stattgefunden. Lediglich am Montag besprach der Kanzler die finanzielle Wirkung des HooverPlanes mit dem Reichsbankpräsidenten Dr. Luther. Aus der heutigen Kabinettssitzung wird bekannt, daß die Reichsregierung keine der Kürzungen und Steuererhöhungen rückgängig machen wird, die die Notverordnung gebracht hat. Abgesehen von dem Ausgleich einzelner Härten, der ohnehin auf Grund der Verhandlungen des Kanzlers mit den Fraktionsführern zugesagt worden ist. Vor allem wird es möglich sein, wie der„B..“ bereits in seiner Montags=Ausgabé ausführte, mit Hilfe der erwarteten Ersparnisse die Verringerung der Schuldenzahlungen planmäßig durchzuführen, damit die Reichskasse von neuer Beengung verschont bleibt und die Regierung für die Neuordnung unserer Finanzpolitik die freie Hand behält. Eine Exklärung Stimsous Washington, 23. Juni. Im Staatsdepartement wurde heute betont, daß Hoopers Vorschlag eines einjährigen Feiegtags, Für, ale Regierungsschulden auch die im Youngplan als nicht sachlungen umfasse 2— te Zese. jahlunge.. un uctuge Fe. Nur umer zulg., Bezingung, ie wurde ausgeführt, könne der Plan oas erstrebte Ziel einer Erleichterung der deutschen kritischen Lage erreichen. Landrat Hausmann z. D. Berlin, 23. Juni. Am Dienstag vormittag stand in einer Kabinettssitzung der preußischen Regierung u. a. der Fall des Landrats Hausmann(Ennepe=Ruhrkreis) zur Entscheidung, dem bekanntlich in der Zeit der Propaganda für und gegen das Preußen=Volksbegehren schwer beleidigende Aeußerungen gegen die deutschen Soldaten des Weltkrieges zur Last gelegt worden waren. Hansmann wurde zur Disposition gestellt, wie verlautet jedoch nicht wegen der genannten Aeußerung, sondern aus Gründen, die weiter zurücklägen. Feantreich eine standige Reiegserrhung Schärfste Kritn hearsts an Frantreich Zum Ozeauflug nach Berlin gestartet Harbour Grace(Neufundland), 23. Juni. darold Gatty Verhandlungen über die Arbeitszeit in Gruppe Aordwest Essen, 23. Juni. Anfang nächster Woche finden, wie wir hören, im Reichsarbeitsministerium mit den Vertretern des Arbeitgeberverbandes und der Metallarbeitergewerkschaften der nordwestlichen Gruppe Besprechungen über die Arbeitszeitfrage statt. Bekanntlich hatten die Metallarbeiterverbände in einem Schreiben an den Reichsarbeitsminister die völlige Beseitigung der Sonntagsarbeit und die allgemeine Einführung der 48stündigen Arbeitswoche im Bereich der nordwestlichen Gruppe beantragt und um eine baldige Aussprache über diesen Gegenstand ersucht, da in den für Mitte Juli angesetzten Verhandlungen über den Lohntarif in ArbeitNordwest auch über die Erneuerung des Arbeitszeitabkommens verhandelt werden soll. London, 23. Juni. In großer Ueberschrift sagt der der Regierungspartei nahestehende„Daily Herald“, daß der Hoover=Plan in Gefahr sei, weil Frankreich im Wege stehe. In den zuständigen Kreisen Londons habe man wissen lassen, daß die Einstellung der ungeschützten Zahlungen ein unerläßlicher Teil des Hoover=Planes sei und daß der Plan völlig bedeutungslos würde, wenn man auf diesen Punkt verzichte. Die ganze Welt blicke deshalb auf Paris. „Daily Herald“ fordert von Frankreich eine schnelle Zusage und hofft, daß sich die französische Regierung von ihren Gegnern nicht beeinflussen lassen werde. Wenn sich Frankreich einverstanden erkläre, so würde die ganze politische Lage in Europa erleichtert werden. Dadurch würde Frankreich tatsächlich erhöhte Friedensbürgschaften erhalten. Frankreich stehe vor einer großen Entscheidung. Bemerkenswerterweise richtet auch die sonst so franzosenfreundliche„Morningpost“ einen Appell an Frankreich, seine internationalen Verpflichtungen nicht aus dem Auge zu lassen. Das Blatt erinnert Frankreich daran, daß der Hoover=Plan Deutschland vor dem Bolschewismus rette. „Financial News“ weist auf die französische Politik hin, die stets von ihren Druckmitteln Gebrauch mache. Das Blatt verlangt, daß England und Amerika dieser Methode gegenüber eine feste Haltung einnehmen. Newyork, 23. Juni. In einem Leitartikel der„Herald Tribune“ heißt es zu dem Verhalten Frankreichs u..: Der Versuch der Pariser Regierung, den auf Frankreich entDie beiden Flieger Willy Post und sind um.57 Uhr neufundländischer Zeit Ozeaufluge mit dem Ziel Berlin gestartet. Halenen:.„ Zeit zu ihrem Schienenzeppelin fahei nuch Basselder fallenden Anteil der ungeschutzten Jahreszahlungen von dem Zahlungsaufschub auszuschließen, würde voraussichtlich den ganzen Hoover=Plan zum Scheitern bringen, da die öffentliche Meinung Amerikas es selbstverständlich ablehne, die ganze Bürde des Opfers allein zu tragen. Die Zerschlagung des Moratoriumsgedankens würde den Zusammenbruch Deutschlands in doppelt bedrohliche Nähe bringen, und Frankreich hätte die Verantwortung für die völlige Zerstörung des Reparationsund Friedenssystems zu übernehmen. Noch schärfer äußert sich Hearst in einem groß aufgemachten Leitartikel in den 18 Zeitungen seines Konzerns. Frankreichsei eine ständige Kriegsdrohung. Es benutze gestohlene Gelder, um eine gigantische Kriegsmaschine aufzubauen und Europa zu untersochen; Frankreichs großsprecherische Piratennation sollte vor ein Welt gericht gestellt und gezwungen werden, Frieden zu halten oder die vernichtenden Folgen seiner Politik zu tragen. Berlin, 23. Juni. Der Propellertriebwagen des Diplom=Ingenieurs Krukenberg wird voraussichtlich bis Donnerstag, den 25. Juni, in Berlin bleiben. Es ist vorgesehen, danach den Wagen innerhalb des Fahrplans mit gewöhnlicher =Zug=Geschwindigkeit über Magdeburg, Halberstadt, Goslar, Paderborn, Elberfeld nach Düsseldorf zu fahren. Die Reichsbahn wird für diese Fahrt Lokomotivlotsen stellen. Von Düsseldorf wird der Wagen dann über Essen nach Hannover fahren, wo er voraussichtlich am Sonntag eintreffen wird. Programm für Berioullungsund Finanzreform arbeitet die Wirtschaftspartei aus Der deutsch=eamanische han!kr? Lerr.9 Nachverhandlungen über den Lohnschiedsspruch für den Ruhrbergbau Essen, 23. Juni. Wie wir erfahren, finden die Nachverhandlungen über die Frage der Verbindlichkeitserklärung des Lohnschiedsspruches im Ruhrbergbau am 25. Juni im Reichsarbeitsministerium„statt. Der Zechenverband hatte bekanntlich den Schiedsspruch, der das geltende Lohnabkommen um drei Monate, also bis zum 30. September unverändert verlängert, abgelehnt, während die Bergarbeiterverbände ihn annahmen und seine Verdlichteit bindlugkeitserklärung beantragten. Kund 4 Millionen Arbeitslose Berlin, 23. Juni. Zu dem Abschluß der deutsch=rumänischen Handelsvertragsverhandlungen, die in den letzten vierzehn Tagen in Berlin geführt worden sind, erfahren wir von gut unterrichteter Seite, daß sich die beiden Abordnungen in der Frage der Vorzugszölle streng an die Richtlinien gehalten haben, die über die Bevorzugung der östlichen Agrarstaaten verabredet worden sind. Der Vertrag sieht nicht vor, daß Deutschland eine bestimmte Menge Getreide zu Vorzugszöllen abzunehmen hat und enthält auch keine Lieferungsverpflichtung. Es bleibt dem freien Handel überlassen, den Nutzen aus den Vorzugszöllen zu ziehen. In diesem Punkte unterscheidet sich der Vertrag von dem zwischen Frankreich und Südslawien vereinbarten Vorzugszollsystem. In dem französisch=südslawischen Vertrage werden die Vorzugszölle direkt von Staatskasse zu Staatskasse verrechnet. Der deutsch=rumänische Vertrag sieht für die Einfuhr von Futtergerste nach Deutschland einen Abschlag von 50 Prozent des jeweils geltenden autonomen Zolles und für Mais einen solchen von 60 Prozent vor. Entgegen der Behauptung des Pariser„Matin“ hat die rumänische Regierung Deutschland k nerlei Kontrollrechte über die rumänische Ausfuhr zugestanden. Auch in der Frage der Industriezölle ist Deutschland keine Vorzugsbehandlung zugesagt worden. Auf Grund der begünstigungsklausel der anderen Handelsverträge Rumäniens genießen alle Vertragsstaaten die gleichen zugszölle. Man hofft in hiesigen unterrichteten Kreisen, daß die Stärkung der Kaufkraft Rumäniens die Absatzbedingungen für Industrieartikel in Rumänien günstiger gestalten wird und daß unsere Industrie in der Lage ist, in freier Konkurrenz gegen die anderen Industriestaaten zu bestehen. Berlin, 23. Juni. Die Reichstagsfraktion der Wirtschaftspartei hielt am Dienstag unter dem Vorsitz des Abgeordneten Mollath eine längere Sitzung ab, in der zunächst die Notverordnung und die Aenderungen besprochen wurden, die die Wirtschaftspartei an ihr für erforderlich hält. Ferner stellt die Fraktion ein schleunigst durchzuführendes Programm für eine Verwaltungsreform und für eine vollkommen veränderte Finanzreform auf, von den sie sich weittragende wirtschaftliche Folgen für eine Ankurbelung der Wirtschaft und die Wiedereinreihung Erwerbsloser in den Arbeitsprozeß verspricht. Ein Unterausschuß wurde mit der Ausarbeitung der Einzelheiten des umfassenden Wiederaufbauprogramms beauftragt. Die Fraktion wird in etwa acht Tagen von neuem zusammentreten, um die von dem Unterausschuß formulierten Gesetzentwürfe endgültig festzulegen. Die Wirtschaftspartei beabsichtigt nicht, die Reichsregierung während der schwebenden schwierigen Reparationsverhandlungen durch die Vorlegung dieses Wiederaufbauplanes zu stören. Sobald die Antwort Frankreichs auf den Vorschlag Hoovers vorliege, also, wie man hofft, in spätestens 14 Tagen, soll das Programm der Wirtschaftsportei dem Reichskanzler überreicht und unmittelbar darauf der Presse in einer Konferenz bekanntgegeben werden. Berlin, 23. Juni. Die Entlastung des Arbeitsmarktes hat nach dem Bericht der Reichsanstalt in der ersten Hälfte Monats Juni weiter Fortschritte gemacht. Die Bewegung hat sich zwar gegenüber den früheren Stichtagen verlangsamt, sie war aber günstiger, als in dem gleichen Zeitraum des Vorjahres, wo die konjunkturelle schlechterung die saisonmäßige Belebung überdeckte. Die Zahl der bei den Arbeitsämtern gemeldeten Arbeitslosen, die am 31. Mai noch rund.053000 betrug, ist zum 15. Juni auf rund 4 Millionen zurückgegangen. In der Arbeitslosenversicherung hat die Zahl der Hauptunterstützungsempfänger um mehr als 100000 abgenommen und lag am 15. Juni bei rund 1476000. Die Zahl der Krisenunterstützten hat noch zugenommen. und zwar um rund 40 000 auf rund 933000. Die Csterreichische AVgleen.ge. Pflege der deutsch-österreichischen Freundschaft— Dank an Hoover Keine Gehaltskürzungen bei Reichswehr und Schupo h Berlin, 23. Juni.(Eig. Drahtber.) lbsicht, die Ar Wie wir hören, besteht die Austu#.,#ie Angehörigen der Reichswehr vom einfachen Soldaten bis zum Hauptmann einschließlich von der in der letzten Notverordnung vorgesehenen Gehaltskürzung auszunehmen. Dieselbe Regelung soll auch von den Ländern hinsichtlich der Besoldung der Polizeibeamten erfolgen. Zu diesem Entschluß ist man bei den Ressortbesprechungen über die Ausführungsbestimmungen zur Notverordnung gekommen. Die jeweilige Durchführung unterliegt den einzelnen Ressorts. Es bestehen verschiedene Möglichkeiten hierfür, entweder die Gehaltskürzung überhaupt nicht eintreten zu lassen, oder sie durch neue Zulagen wettzumachen. Für Preußen hatte der Innenminister bereits zum Ausdruck gebracht, daß der Innenminister bereits zum Ausdruck gebracht, daß die Schutzpolizeibeamten Preußens durch besondere Maßnahmen vor der Gehaltskürzung geschützt werden sollen. Man ist nunmehr auch im Reich zu dieser Auffassung gekommen, da bei den außergewöhnlich hohen Dienstanforderungen der Polizei und der durch die Friedensvertragsbestimmungen dienstlich stark herangezogenen Reichswehr eine weitere Herabsetzung der geringen Bezüge eine besondere Härte darstellen würde. Wien, 23. Juni. Die neue österreichische Regierung hat sich heute mit einer programmatischen Erklärung des Bundeskanzlers Dr. Buresch dem Nationalrat vorgestellt. Dringendstes Gebot der Stunde, so sagt der Kanzler, sei die Erhaltung des Gleichgewichts im Staatshaushalt. Eine angemessene Steigerung der Besoldungssteuer anstelle des früher gepianten Gehaltskürzungsproblems und eine rechtzeitige Reform der sozialen Verwaltung müßten durchgeführt werden. Der Bundeskanzler kündigte auch eine energische Verfolgung der Verwaltungsreformen an und bemerkte dann zur Frage der Kreditanstalt, daß die Konsolidierung eines so bedeutenden Kreditinstituts mit dem festen Willen geschehen müsse, daß die gebotene Unterstützung des Staates kein nutzloses Opfer bedeute, sondern der Zukunft eines an Haupt und Gliedern reorganisierten Finanzinstituts gelten dürfe. Aufgabe der sorgfältig und wachsam planenden Regierung werde es sein, die Verantwortung auch für die verflossene Gebarung restlos festzustellen und etwaige Verfehlungen gesetzlich zu ahnden. Die finanzielle Unruhe habe einer weitgehenden Besserung Platz gemacht und das Vertrauen der Bevölkerung sei wiedergekehrt. Die auswärtige Politik werde auf den Grundlinien beruhen, die Oesterreich durch die internationalen Verträge und durch die geographischen, wirtschafts= und machtpolitischen Gegebenheiten vorgezeichnet seien. Die Regierung werde sich die Pflege des guten Verhältnisses zu allen Staaten der Welt, die zu Oesterreich in geordneten Beziehungen stehen, ernstlich angelegen sein lassen. Im besonderen werde die alte brüderliche Freundschaft, die Oesterreich mitedem Deutschen Reich verbinde, mit aller Sorgfalt gepflegt werden. Zum Projekt einer Zollunion zwischen Oesterreich und Deutschland hier und jetzt Stellung zu nehmen, könnte, da der Haager Gerichtshof sein Gutachten vor der Prügeleien in der Wiener Universität Septembertagung des Völkerbundes an diesen erstatten wolle, vor dieser Entscheidung als vorgreifende Stellungnahme mißdeutet werden. Was die Wirtschaftsbeziehungen anbelange, so werde die Regierung die laufenden Verhandlungen mit tunlichster Beschleunigung zum Abschluß bringen. Zum Schluß erklärte der Bundeskanzler:„In den schweren Tagen, die wir und mit uns ein großer Teil der Staaten Europas durchleben, hat die hehre Kunde von der von tief menschlichem Fühlen und Verstehen zeugenden Botschaft des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika einen Lichtstrahl der Hoffnung in unser aller Herzen gesandt.(Lebhafter Beifall.) Ihm, der schon einmal unserem Volke in Zeiten größter Not die rettende Hand gereicht hat, danke ich für die neuerliche Großtat humanen Geistes im Namen des österreichischen Volkes von ganzem Herzen.“ Wien, 23. Juni. Der österreichische Verfassungsgerichtshof hat am Dienstag die seinerzeit unter dem Rektorat von Leipach erlassene Verordnung über das Studentenrecht der Wiener Universität als gesetzwidrig aufgehoben. Unmittelbar nach der Verkündung des Urteils stürmte ein Trupp nationalsozialistischer Studenten in die Aula der Universität, wo es zu argen Prügeleien kam, bei denen eine Anzahl Studenten verletzt wurden. Vor der Universität kam es zu Ansammlungen, denen die Polizei bald ein Ende bereitete. Sämtliche Wiener Hochschulen wurden bis auf weiteres geschlossen. England rückt von Frankreich ab wegen dessen Erpressungsversuch an Oesterreich Köln, 23. Juni. Wie der Londoner Vertreter der„Kölnischen Volkszeitung“ aus zuverlässiger Quelle erfährt, hat das englische Auswärtige Amt die französische Regierung aus Anlaß der schwebenden Anleiheverhandlungen mit Oesterreich davon unterrichtet, daß die britische Regierung nicht wünsche, an irgendwelchen Maßnahmen beteiligt zu sein, die, solange das Verfahren des Haager Gerichtshofes wegen des österreichisch=deutschen Zollangleichs in der Schwebe sei, auf Oesterreich einen Druck im Sinne eines Verzichts auf seine Zollvereinbarungen mit Deutschland ausüben könnten. Nedes in Kurze Wegen fortgesetzter Beleidigungen gegenwärtiger id fröherer Mitglieder der Reichs= und dar preußischen und früheter Bilglüeder der Reichs= und der preußischrit Regierung wurde der nationalsozialistische Reichstagsabgordnete Studienrat Löpelmann durch Disziplinarurteil mit Dienstentlassung bestraft. Der nationalsozialistische Landtagsabgeordnete Lohse wurde vom Amtsgericht Minden zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Er soll in einer Versammlung in Vlotho(Weser) behauptet haben, Reichsminister Schiele habe vom Kalisyndikat fünf Millionen RM. für persönliche Zwecke erhalten. Lohse hat gegen das Urteil Berufung eingelegt. In Magdeburg kam es bei der Auflösung eines unerlaubten kommunistischen Demonstrationszuges zu Zusammenstößen zwischen Kommunisten und Polizei. Der Arbeiter Kurt Große wurde getötet, ein Mädchen wurde verletzt. Italien hat dem Haager Gerichtshof mitgeteilt, daß es an dem schriftlichen Verfahren in dem Rechtsstreit über die deutsch=österreichische Zollunion teilnehme. Die Universität Cambridge verlieh dem amerikanischen Staatssekretär Mellon den Titel eines Ehrendoktors der Rechte. 5. 33. 3 hal.„Tilsen Erstaufführung im Stadttheater Dieser„Zinsgroschen“ war der Erstling, den G. B. Shaw seiner Muse opferte, jener Shawschen Muse, die auf dem Sockel des Willens zum Neuen und Positiven thront, und mit dem Dreizack der Reform dem Weltgewissen Winke— Winke macht. Diese drei Akte sind die Zinsen, die das Anfangskapital der volkswirtschaftlichen Studien dem jungen, soziologisch besessenen Reporter Shaw abwarf. Schier vierzig Jahre sind sie alt, diese„Zinsen“ und in ihrem Vorwurf— nicht in der dramatischen Leistung— noch jung wie am ersten Tag. Eine Idee, die damals wie heute in der Zeit lag, ist hier plastisch geformt. Ein Gedanke wurde von einem jungen begeisterten Willen durchgedacht. Ein Heimweh nach Glücklicher=machen und Glücklicher=werden tastete nach Erfüllung.— Der Journalist Shaw hatte mit offenem Auge das Wohnungselend seiner Zeit durchschaut, hatte mit spürigen Fingern eine Wunde berührt, die die Abgründe einer großen Krankheit aufschlug. Man möchte sagen— und heute hat man die Bestätigung dieser Annahme deutlicher denn je vor Augen— Shaw schrieb dieses Stück gleichsam zur Selbstprüfung, zur Kontrolle seiner Theorien, die ihm sein Drang nach volkswirtschaftlicher Klarheit, Offenheit und Ehrlichkeit nahelegte. Aber: Shaw hielt und hält Shaw, die Welt weiß es, für einen ungewöhnlich amüsanten Diskutierer. Man merkt Verschiedenes. Man merkt im jungen G. B. S. bereits den Alten, den Shaw, der sich fühlt, der sich gefällt. Zum Teil mit Recht! Ihm gab ein Kobold zu sagen, was er wollte und was mit ihm Tausende fühlten. Er durfte auf dem Tablett des Witzes das servieren, was alle andern aus der Schüssel ihres Ernstes nicht verteilen durften. Das war Shaw und das blieb er. In der Abkehr vom romantischen Drama strebte er nach der Wirklichkeitsseite des Lebens, griff mitten hinein in das kochende, gärende Dasein. Die Hefe quirlte er zu Punsch. Und an die Rippen pocht sein Männerherz: Wahrlich, ich sage euch, Ihr seid Heuchler, Ihr treibt mit euch selbst Schindluder, die Selbstlüge ist euer Wachen und Schlafen! Seid gütig gegen die Armen, berauscht euch nicht an eurem eigenen Weihrauch, fingert etwas an der Pegelschiebung! Ihr könnt es und Ihr müßt es können! In diesem Ton behandelt er— als Zeittheater— die Wohnungsfrage in England um die Jahrhundertwende. Vnlasz Die Handlung ist wie immer, rürr und nur Anlaß für Shaws Geist. Aber dieses Debattieren ist glänzend und zeigt all den scharfen, logischen Verstand und den funkelnden Witz. Man konnte damals kaum schärfer treffen. Der erste Akt, der die„Krise“ exponieren soll, ist allerdings ebenso überflüssig wie breit ausgewalzt. Aber der Theater=Debütant mußte dort erst warm werden. Gelöster wird die Laune des lachenden Predigers Shaw im zweiten Akt, wo er mitten in die Sache geht und mit der Narrenpritsche seine„Opfer“ anOb aber der dünne Lustspielschaum, den der kluge Ire hier schlägt, die Auszeichnung„Komödie“ verdient, muß dahin gestellt bleiben. Eher gewinnt man den Eindruck, Shaw wolle seine Zuhörer prüfen, ob ste ihm die„Komödie“ glauben. Immerhin das lustige Hin und Her wirkt. Geist zündet eben immer, auch wenn eine bewegte Handlung und jedes sentimentale Element fehlt. Die dialogische Spritzigkeit tut das Ihre, zumal in solch auskristallisierter Frische. F Rotigen. Wur dus Slad Versagte,„trug die Burbaum hatte mit sicherem Blick der Shawschen Luft Raum geschaffen und dem Stück jenes Plus gereicht, durch das es da und dort der eigenen Zähigkeit entrissen werden mußte. Den bekannten Wustensand Shaws, den die Darsteller zum Beispiel im ersten Akt mit dem Munde zu schaufeln hatten, verspritzten sie in launiger Lust. Gerhard Meinecke erfreute durch seine menschlich gehaltvolle Darstellung, ein Mann kluger Sicherheit, scharfer Logik, immer Beherrscher der Lage. Sein Gegenüber Willy Mayenknecht zappelte tapfer durch die Peinlichkeiten bis zum glücklichen Ende, zur Heißgeliebten, die Maria Teichen mit furienhafter Grazie gab. Horst Beilke personifizierte eine leibhaftige und ach so taktvoll- taktische und— o, moralische Schwiegermutter in Männerhosen, während Hermann Heuser seine Raffke=Rolle intensiv erfüllte. Die sprudelnde Spielfreude in den sauberen Bühnenbildern I. Schröders ließ das sehr gut besuchte Haus bald warm werden. Reicher Beifall rief Schauspieler und Spielleiter vor die Vorhänge. Noch eine Frage: Wäre dieses so selten gespielte Stück auch gespielt worden, wenn statt Shaws Name der irgend eines unbekannten deutschen Autors darunter stünde? Gehring. Wo ist Wegeners Begleiter? Worldcopyright 1931 by„Akademia“ Berlin. Copyright 1931 für USA. by„New York Times“. Nachdruck, auch auszugsweise, verboten. Wegener Weststation Godhavn radio 17. Juni.„Die von der Weststation am 31. Mai unter Führung von Dr. Weiken gestartete Hundeschlittengruppe bewältigte in 6 Tagen 200 Kilometer und erreichte das dort angelegte Depot. Dr. Weiken und Jülg begannen sofort trigonometrische Höhenmessungen nach der Küste zu. Dr. Sorge und Grönländer durchsuchten in zehntägiger Arbeit einen 12 Kilometer breiten Streifen von 100 bis 170 Kilometer Randabstand(bei 155 Kilometer wurden die letzten Spuren von Rasmus gefunden). Trotz hervorragender Sicht von Rasmus und Wegeners Tagebüchern keine Spur. Dr. Sorge mit Hundegespann übernahm die Weitersuche nach der Küste zu. Die Grönländer leaten ohne Aufenthalt die letzten 100 Kilometer zurück und trafen am 15. wieder in Kamarujuk ein. Eine hervorragende Rekordleistung der Hundeschlitten. Wegener hat zu derselben Strecke im vorigen Oktober bei tiefem Neuschnee zwei Wochen gebraucht.“ Ein weiteres Telegramm meldet, daß endlich nach mehrwöchiger Absperrung das Meereis aufgebrochen und die Kamarujukbucht wieder passierbar geworden ist. „Anhaltend herrliches Sommerwetter um Null Grad; am Fjord sogar 10 Grad Wärme. Die Krabbe ist zu Wasser gebracht, sie unternimmt jetzt die ersten Erkundungsfahrten nach den grönländischen Siedlungen. Mit Kajaks erreichten die ersten Grönländer die Kamarujukbucht. Die Propellerschlitten sind überholt worden und nach Probefahrten zu wissenschaftlichen Arbeiten wieder berei“ Dr. Wölcken, Dr. Brokar berelt. Dr. wolcken, Namp und Herdemerten Im übrigen: Was das Stück versagte, trug Spekulation auf die rettenden Schauspieler. ungeachtet der dünnen Handlung war Leben auf der Bühne. Dr. Der letzte Begleiter Prof. Alfred Wegeners, der Grönländer Rasmus Willemsen, der bekanntlich Wegeners Leiche pietätvoll bestattete, allein mit einem Hundegespann unter Mitnahme von Wegeners letzten Aufzeichnungen den Marsch durch Grönlands Eiswüste fortsetzte und dann verschollen ist, scheint spurlos verschwunden zu sein. Auch die neuerliche mehrwöchentliche Suche einer Hundeschlittenkolonne von der Weststation aus brachte keinen Erfolg. Ein soeben eingetroffenes Telegramm der Weststation berichtet: haben eine Schlittenreise für Eisdegenmessungen der Nord=Südprofile des Inlandeises in 62 Kilometer Randabstand um 1750 Meter Meereshöhe vorbereitet.“ Vor wenigen Tagen hat sich übrigene der noue Führer der Vor wenigen Tagen hat, sich übrigens Prof. Kurt Wegener, der neue Führer der Expeoitivn, auf einem dänischen Frachtdampfer in Kopenhagen eingeschifft. Kurt Wegener hat zahlreiche Ersatzmaterialien, Proviant und frische Islandponys mitgenommen. Er wird Anfang Juli die Expedition erreicht haben. Bei Wegeners Abfahrt war übrigens der dänische Ministexpräsi#end 1. Bellage Anzeiger u. Nichts freut Menschen so wie das, wa umsonst bekor Die Frauen fir dieser Bezie zumeist noch st veranlagt alt Männer. Eine kann 75 oder Mark„ Hau tungsgeld im not haben( es überhaupt welche mit 500 neigt, sein, allsen. Sei es in scheinen, in F alles nicht zie kleines Gratis achtjährige Ki angibt und für scheine verlang Männern trete alter in Forr Pflaumenanlei schwinden aller Aber diese gemeint. Grat alle Sonne, L unserem präch Königsallee un besonders schö Terrasse musiz kein Geld für die Zeiten so zufrieden im der Kinder, zuschauen und fitieren. Grat Heute am hannes des# Tag hatte vo über die christ dentum reicht Tage das St auf den Berg nenden Holzst Glut. 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Juni 1931 Gratis bevorzugt! Nichts freut den Menschen so sehr, wie das, was er umionst bekommt.##.)|#. Die Frauen sind in dieser Beziehung zumeist noch stärker(## veranlagt als die„ Männer. Eine Frau kann 75 oder 500 Mark Haushaltungsgeld im Monot haben(sofern welche mit 500 Mark gibt), sie wird zweifelsohne geneigt sein, alle möglichen kleinen Vorteile einzuheimsen. Sei es in Form von Rabattmarken oder Wextgut: scheinen, in Form eines zubekommenen Apfels, Wenn alles nicht zieht, schafft sie sich unter Umständen ein kleines Gratisgeschenk, indem sie auf der Straßenbahn achtjährige Kinder prinzipiell als unter vier Jahren angibt und für 12jährige ebenso prinzipiell Ki scheine verlangt. Und wenn sie Strafe zahlen muß. Bei Männern treten solche Gelüste zumeist schon im Kindesalter in Form von Kirschen=, Aepfel=, Birnen= und Pflaumenanleihen in Nachbarsgärten ein. Sie verschpinden,allerdings spätgr. Hoßsenfinz natärlich Aber diese„Gratis=Bezuge, zu—clich nicht gemeint. Gratis oder auf Deutsch umsgezen Tag in Sonne, Luft und Spazierengehen. Jeden Tag in unserem prächtigen Stadtpark, im Wiesental, an der Königsallee und nach den äußeren Stadtteilen zu. Und besonders schön ist es im Stadtpark, wenn auf der Terrasse musiziert wird. Wenn viele, die grad mal eben kein Geld für Eintritt Kaffee und Kuchen haben, weil die Zeiten so schlecht sind und der Monat so lang ist, zufrieden im Freien in der Sonne sitzen, dem Spiel = der Kinder, dem Blühen und Wachsen in der Natur zuschauen und dabei von den Klängen der Musik profitieren. Gratis natürlich bevorzugt! St. Johannistag Heute am Mittwoch ist das Fest des heiligen Johannes des Täufers, des„Vorläufers Jesu". Dieser Tag hatte von jeher eine gewisse Volkstümlichkeit, die über die christliche Zeit zurück bis ins germanische Heidentum reichte. Unsere Vorfahren feierten an diesem Tage das Sonnwendfest des Sommers. Sie zündeten auf den Bergen Freudenfeuer an, umtanzten die brennenden Holzstöße und sprangen über die niedergebrannte Glut. Auch heute noch werden Johannisfeuer angezündet, wobei uralte Sprüche hergesagt und Lieder gesungen werden. Große Städte hielten vor einigen hundert Jahren ihr Johannisfeuer auf den großen Marktplätzen ab. In den frühchristlichen Zeiten wurden die sogenannten Johannisprozessionen eingeführt, um den heidnischen Gebräuchen entgegenzuwirken. Man zog zu den Kirchen und Kapellen, die dem heiligen Johannes geweiht waren. In der Umgebung der Kirchen waren dann Zelte aufgeschlagen, wo es bei Spiel und Tanz hoch herging. Der Johannistag wurde früher im Volke vielfach auch als ein Tag gefürchtet, an dem leicht ein Unglück eintreten könnte, bis die Angst vor den bösen Geistern überwunden war. Auch viele altgermanische Sitten und Gebräuche knüpfen sich an diesen Tag. In der katholischen Kirche wird der Johannistag, obwohl er schon lange kein gebotener kirchlicher Feiertag mehr ist, mit Vigil und Oktav begangen. Auch für die Buchdrucker hat der Tag symbolische Bedeutung, ist doch dieser Tag der Namenstag ihres Altmeisters Gutenberg. Das Johannisfest feiert diese Gilde der schwarzen Kunst als das höchste ihrer Feste. Die täglichen Verkehrsunfälle. Am 22. Juni gegen 14.30 Uhr, wurde auf der Hauptstraße gegenüber der Zeche„Bruchstraße" in Bochum=Langendreer ein Radfahrer von einem Personenkraftwagen angefahren und leicht verletzt. Das Fahrrad wurde stark beschädigt.— In den Abendstunden am Montag fuhr ein Motorradfahrer durch die Rottstraße. Kurz vor der Roonstraße lief plötzlich ein großer Hund vom Bürgersteig auf den Fahrdamm direkt vor das Motorrad. Der Führer und seine auf dem Sozius sitzende Braut wurden auf die Straße geschleudert. Der Motorradfahrer erlitt einen Bruch des rechten Oberarmes und mußte zum Arzt geschafft werden, während die Dame eine leichte Gehirnerschütterung davontrug. Das Motorrad wies erhebliche Beschädigungen auf. * D,„ ech Bebum wit am Whrston betroste westfälische Arbeitsmärkt nach wie dor schlecht— Bochumn ant um stalristen Vekkoffen Das Landesarbeitsamt Westfalen berichtet über die Konsumgüterindustrien in stärkerem Maße als das InLage auf dem westfälisch=lippischen Arbeitsmarkt für die Zeit vom 1. bis 15. Juni:.. Sunz gand 84. In der ersten Hälfte des Monats Juni janr die Zahl der Hauptunterstützungsempfänger im Landesarbeitsamtsbezirk Westfalen um 9457 auf 232 360, von denen 134 124 auf die Arbeitslosenversicherung(Abgang 8480) und 98 236(Abgang 977) auf die Krisenunterstützung entfallen. Entgegen der bisherigen Zunahme der Krisenunterstützungsempfänger ist erstmalig ein leichter Rückgang eingetreten, der aber auf die Neuordnung des Personenkreises dieser Unterstützungseinrichtung zurückzuführen ist. Der weiterhin verhältnismäßig günstigen Entwicklung der Hauptunterstützungsempfänger zu Beginn dieses Monats steht jedoch kein entsprechender Rückgang der Zahl der Arbeitsuchenden gegenüber. Der Rückgang beträgt hier nur 3391 oder 0,9 Prozent, so daß nunmehr ein Bestand von 364 827 Arbeitsuchenden erreicht ist.„fängern in Mest. Von den Hauptunterstützungsempfangeen in Westfalen entfallen 57 Prozent auf das Kern= und Randgebiet des Industriereviers. Dieser Bezirk weist auch die stärkste Verschlechterung gegenüber dem Vorjahre auf. Die Ueberlagerung beträgt rund 94 Prozent. Die andauernde Rückläufigkeit der Konjunktur im Bergbau, in der Hütten= und Metallindustrie beherrscht nach wie vor die Gesamtlage. Allein im Bergbau sind Anfang des Jahres wieder rund 33000 Mann abgebaut, so daß Ende Mai noch etwa 257000 Bergarbeiter beschäftigt waren gegenüber 346 000 zur gleichen Zeit des Vorjahres. Neue große Entlassungen stehen bevor. Die Schwere der Depression kommt auch in der hohen Zahl der Aussteuerungen zum Ausdruck. Rund 68 Prozent aller als arbeitsfähig anerkannten Wohlfahrtserwerbslosen befinden sich im Ruhrgebiet. Dortmund steht mit rund 17000 an der Spitze, dann folg. Dochum mit rund 10 000, Gelsenkirchen und Herne mit je rund 7000. Den nächstgrößten Anteil an der Zahl der Hauptunterstützungsempfänger hat der märkische Kleineisen= und Metallwarenindustriebezirk und das Siegerländer Erzbergbaugebiet mit 18 Prozent der Gesamtzahl in Westfalen. Da auch hier die Depression mit außerordentlicher Schärfe zum Ausdruck kommt, ist die Zahl der Aussteuerungen seor hoc. Von den rund 14.000 Wohlfahrtserwerbslosen entfällt prozentual der größte Anteil auf den Arbeitsamtsbezirk Schwelm, innerhalb dessen die Stadt Gevelsberg eine der am höchsten belasteten Gemeinden Westfalens ist....... 6 Die übrigen westfälischen Teitarbeitsmärkte, der münsterländische Textilbezirk, der gemischtwirtschaftliche Bezirk des Minden=Ravensberger Landes und der Landwirtschaftsbezirk sind, im ganzen gesehen, durch den Rückhalt, den alle diese Bezirke in der Landwirtschaft haben, besser gestellt als die industriellen Teilarbeitsmärkte. Sie nehmen außerdem als Standorte der Konsumgaterindustrien in starkerem Mage, als das Ondustriegebiet mit seinen überwiegend tonjunkturabhängigen Wirtschaftszweigen an jahreszeitlich bedingten Entlastungen teil. Aber auch innerhalb dieser Bezirke, die zusammen 25 Prozent der westfälischen Hauptunterstützungsempfänger umfassen, sind einzelne Gemeinden weit über den westfälischen Durchschnitt hinaus belastet. Es sind diejenigen, die von einem bestimmten Wirtschaftszweig abhängig sind und keine Ausgleichsmöglichkeit haben. Eine Gemeinde, die aus diesem Grunde an der Spitze der Höchstbelastung in Westfalen steht, ist Brackwede, dessen Einwohner fast ausschließlich in der Bielefelder Metallindustrie beschäftigt waren und jetzt zum großen Teil arbeitslos sind; ferner Beckum und Neubeckum, die Zentren der Zementindustrie und der Kreis Höxter als Hauptsitz der Wanderbauarbeiter des Paderborner Landes. Am geringsten belastet sind die Bezirke mit überwiegend landwirtschaftlichem Charakter, wie zum Beispiel Paderborn, Gütersloh, Münster und Soest. Steigende Ziffern in dem Vierleljahres-Ausweis über die Einnahmen und Ausgaben Groß=Bochums Bierteljahr Januar—März des Rechnungsjahres 1931 A. Ordentlicher Haushalt Jehibetag(—) des Vorsahrs 1334 NmM. is aus Räckloge (In 1000 R. 4) *E 898.5 = S 8 2 5 B 355 Der Siedlungsverband Ruhrkohlenbezirk will sparen Der Haushalt des Siedlungsverbandes Ruhrkohlenbezirk wurde bereits im Januar beschlossen, das heißt in einer Zeit, in der die finanzielle Lage der Gemeinden noch verhältnismäßig günstig war. Der inzwischen eingetretenen Verschlechterung der kommunalen Finanzen muß auch bei der Durchführung dieses Haushaltes Rechnung getragen werden. Die Verbandsleitung hat daher der Finanzkommission und dem Verbandsausschuß Vorschläge in dieser Richtung unterbreitet. Die Vorlage betrifft sowohl die Personal= als auch die Sachkosten. Insgesamt belaufen sich die Vorschläge bezüglich des ordentlichen Haushaltes auf rund 550 000 RM. Wesentlich hierbei ist unter anderem auch die Einbehaltung von 280 000 RM. des ordentlichen Haushalts, die für den Straßenbau bestimmt sind. Starke Einschränkungen sind auch bei dem Titel Walderhaltung und Grünschutz vorgesehen, auf dem ohnehin durch die Zurückstellung der Pachtung der Haard 20000 Schärfe zum Ausdruck kommt, ist die Zahl deg Beträge sind an den schon durch„die. Haushaltssest; gp.. hach Rau den vund 14tufsepung gegenuper dem Vorjahxe teitweise nan zuruugesetzten Beträgen gekürzt. Die rechtsverbindlichen Haushaltsposten, insbesondere der Zinsen= und Schuldendienst, der den wesentlichsten Teil der gesamten Verbandskosten beträgt, werden durch diese Maßnahme selbstverständlich nicht berührt. Auch bei den Maßnahmen auf Grund des außerordentlichen Haushalts muß eine einstweilige Zurückstellung im Betrage von etwa 620000 RM. eintreten, selbst wenn hierdurch an einigen, an sich notwendigen Stellen, die Ausführung fester Decken auf den Verbandsstraßen und dergleichen unterbleiben muß. 1 28721 4164 55895 I. Einnahmen 1. Steuern") 2. Von den Unternehmungen und Betrieben und der Vermögensverwaltung abgelief. Ueberschüsse Davon ab: An Unternehmungen u. Betriede und die Vermögensverwaltung geleisteie Zuschüsse..... Verbleiden 3. Sonstige Einnahmen: Allgemeine Verwaltung Schulwesen Bauwesen Wohlfahrtspfl. u. Gefundheitswesen(ausschließl. Arbeitslosenfürsorge und Wohnungswesen) Arbeitslosenfürsorge(Krisenfürsorge) Mohnungemeien Besondere gemeinnunige Anstalten und Einrichtungen Uebrige Kämmereiverwaltung Einnahmen insgesamt“*) (abzüglich der Zuschüsse an Unternehmungen, Betriebe und Vermögensverwaltungen) II. Ausgaben 1. Allgemeine Verwaltung.. 2. Schulwesen a) Volksschulen b) Sonstige Schulen. 3. Bauwesen(Wege=, Straßenund Brückenunterhaltung) 4. Wohlfahrtspfl. u. Gesundheitswesen(ausschließl. Arbeitslosenfürsorge und Wohnungswesen) S. Arbeiislosenfürsorge(Krisenfürsorge) 6. Wohnungswesen zi.;.: 7. Besondere gemeinnutzige Anstalten und Einrichtungen 8. Uebrige Kämmereiverwaltungen(soweit nicht unter 1 bis 2 angeführt) 9. Amlagen an den übergeordneten Gemeindeverband Ausgaben insgesamt.. Mithin: Mehrausgabe.. bzw. Mehreinnahme.. *) Die Einnahme an Hauszinssteuer für die Förderung der Neubautätigkeit ist bei Wohnungswesen aufgeführt. **) Einschl. 786600 RM. ungedeckter Fehlbetrag k. Haushaltsplan 1930. B. Außerordentlicher Haushalt Aus dem Vorjahr nichts In 1100 B. t 83 8280G 2736 3164 1282 2241 1855 2857 8965 50006 4875 3859 11689 5997 15511 ansennsa,? Broinlessel Bernhard Shaw: Zinsen Erstaufführung im Bochumer Stadttheater Starken Beifall fand am Dienstag die Erstaufführung von Shaws„Zinsen", im Bochumer Stadttheater. Unser Bild zeigt W. Mayenknecht als (sitzend) und Horst Beilke als William Cokane. Dr. Trenk de Burgh Ein einfaches Taschenmesser— Marke Soundso — wie man es in billigen Läden für 50 Pfennig erhält, zum Zuklappen, ziemlich groß und handfest, zum„Buttern“ für die Bergknappen aber ganz geeignet, lag als Beweismittel auf dem Richtertisch und tat sich wer weiß wie wichtig. Man hatte ihm eine große bunte Karte an den Hals gehängt.„Asservat Nr. X 1000“. Nun sah es ordentlich vornehm aus und hatte Ferien. Eo varf in der Amtsstube ungebraucht verrosten. Vielleicht wird es jetzt sogar vom Staatsanwalt für würdig gehalten, mit den Akten eine Reise nach Leipzig zu machen, vors Reichsgericht, statt in der Hosentasche eines Rumpers ein vernünftiges und nützliches Dasein zu führen, und bald Brot, bald Speck zu schneiden. Mit dem Messer hatte es folgende Bewandtnis: Ein Trupp junger Leute fuhr eines Sonntags zu einer antifaschistischen Kundgebung nach Essen. Am Schlachthofe in Wattenscheid vertrat die Polizei dem Planwagen den Weg, befahl:„Absteigen" und nahm den Insassen politische Abzeichen, Waffen und Messer ab, so sie solche bei sich hatten. Bei einem achtzehnjährigen, angehenden Bergmann zog man das obige Brotmesser aus der Tasche; laut politischer Notverordnung des Reichspräsidenten, ist das Waffentragen bei politischen Versammlungen verboten. Mindeststrafe 3 Monate Gefängnis. Und der erste Richter sah das Ding wirklich als eine Waffe im Sinne des Gesetzes an. Der Junge kriegte seine Strafe. Denn Paragraph ist Paragraph. Da ist nun nichts zu machen. Der Vater sandte zum zweiten Termin an den Vorsitzenden der Strafkammer einen sehr höflichen Schreibebrief: Es sei Berufung eingelegt worden. Das Messer sei wirklich ein Brotmesser. Er selbst habe es dem Jungen am fraglichen Morgen gegeben, da der Bursche einen Ausflug machen wollte. Und Mutter hatte ihm zum gleichen Zwecke einen kräftigen Stuten in die Jacke gesteckt. Von Bewaffnung und so weiter sei allen keine Spur bewußt. Und der etwas maulfaule oder sehr schüchterne Junge erklärte auf Befragen, er sei gar kein Kommunist. Daß es sich um Politik handele bei der Fahrt, habe er garnicht gewußt. Sein Freund Fritze oder Karle— es ist ja gleich— habe ihn eingeladen, mit nach Essen zu fahren. Da sei er mit aufgestiegen. Vors.: Also reizte Sie bloß die Autofahrt? Angekl.: Nun, weiter nichts. Vors.: Aber als die Leute dann unterwegs die Lieder sangen, haben Sie sich doch sagen müssen, um was es sich handelte?„ 64. Angekl.: Die Leute haben die Lieder gesungen, die sie alle Tage singen. Ich habe garnicht mitgesungen und mich auch nicht dran gestört. Um Politik habe ich mich noch niemals gekümmert. Sie waren halt fröhlich, weiter nichts.....f Lom Gakrhillett was Jad Vors.: Stand nicht auf dem Fahrviuen, was los park Angekl.: Es stand nur drauf:„Autofahrt nach Essen 80 Pfennig“. Hier schien die polizeiliche Zufallshand wirklich mal den Harmlosesten erwischt zu haben. Nun wurde das Messer beaugenscheinigt; an dem Messer konnte der Angeklagte auch nicht sehen, daß der Fabrikant es etwa schon mit der Absicht verfertigt und in Handel brachte, als Waffe dienen zu sollen. Gewiß konnte es im Ernstfalle dazu benutzt werden und ein Bilder aus Bochumer Gerichtssälen kräftiger Stich damit in die Rippen könnte tödlich sein. Aber der Junge hatte weder Wunsch noch Willen und Absicht, gegen die Notverordnung zu verstoßen und sich etwa zu bewaffnen. Bei ihm war das Ding wirklich nur Brotmesser.,„ 9at uu5 4— umhaft. Das Gericht glauvte dem Vater und dem unpolitischen Jüngling und sprach den Angeklagten aus subjektiven Gründen frei. Aber sein Messer kriegte der Vater noch nicht wieder. Es scheint, als ob sich die Staatsanwaltschaft bei diesem an sich sehr vernünftigen Urteil noch nicht beruhigt. Wozu haben wir denn die sogenannten„Prinzipienfälle!“ Und das Reichsgericht soll doch auch seine Freude an ihnen haben.... Hoffnung auf ein neues Leben Glück mit seiner Berufung hatte ein junger Kaufmann, der in Weitmar ein Geschäft einrichten wollte, wobei aber die Lieferanten und Handwerker um ihr Geld kamen, weil der trotz seiner Jugend vielfach, vorbestrafte Mann nachher nicht zahlen konnte. Wegen Rückfallbetruges hatte er anderthalb Jahre Zuchthaus und Ehrverlust erhalten und war sozusagen„fertig“, wenn dieses Urteil bestehen blieb. Der Berufungsrichter prüfte noch einmal die Akten und besah sich den an sich nicht üblen Menschen, der allen Schaden wieder gutmachen will. Die Verwandten treten für ihn ein und haben auch schon zu zahlen angefangen. Es kommen ja jetzt manche auf schiefe Bahn in diesen Elendszeiten, die sonst niemals zu Schwindlern und Betrügern geworden wären. Und ist erst einmal jemand vorbestraft— so gehts mit Riesenschritten bergab. Der junge Mann aber wollte nicht versacken, sondern wieder bergauf zu kriechen anfangen. Seine Angehörigen wollten ihm dabei helfen und selbst Opfer bringen. Schließlich kommen die geschädigten Lieferanten so eher zu ihrem Gelde, als wenn der Bursche ins Zuchthaus wandert und niemals wieder Boden unter die Füße bekommt. All das berücksichtigte noch einmal die Strafkammer, hob das entehrende Zuchthausurteil auf und ließ es bei Gefängnis bewenden. So kann der Bursche der übrigens jung verheiratet ist, sich doch noch wieder einmal in die Höhe arbeiten. S S 5 2 S 2 5 5 # S 8 85Es 5 S 8 Tstellanchme od. S 88 5 T SEE ∆ S U5 E S 28 3000 263 1613 10268 □51LS 7262 15614 470 214 2757 7600 776 2881 3903 932 3090 263 1827 13025 SO1LS 10124 19517 1402 Dumme Streiche Drei„Stifte“ aus Wanne=Eickel hatten in der Fernsprechzelle auf dem Markte nächtlich argen Unfug verübt, hatten Hinz und Kunz angerufen, das Telephonbuch zerrissen und die Nummernscheibe beschädigt. Sie waren vom Schöffengericht zu 60 RM. Geldbuße verurteilt worden. Sie legten Berufung ein. Zwei Burschen erzielten Freispruch. Die Sache blieb auf dem einen allein hängen, dessen Einspruch verworfen wurde. Die Beschädigung der Scheibe konnte nicht nachgewiesen werden. Die Polizei ist angewiesen, gegen jeden Mißbrauch und gegen jede Beschädigung öffentlicher Anlagen rücksichtslos vorzugehen. Die Revision der Quittungskarten beginnt am 25. Juni im Stadtbezirk Ehrenfeld=Wiemelhausen, und zwar in folgender Reihenfolge: Ehrenfeld=, Diberg=, Stern=, Grotten= und Hattinger Straße Nr. 1 bis 130. Festgenommen wurde eine Person, die wegen Logisbetruges in mehreren Fällen von der Kriminalpolizei gesucht wurde, weiter eine Person, die wegen Urkundenfälschung und Einbruchsdiebstahls von einer auswärtigen Behörde gesucht wird, und eine Person, die aus der Ladenkasse einer Färberei an der Humboldtstraße einen Geldbetrag von 170 RM. entwendet hat. I. Einnahmen 1. Schuldenaufnahme 2. Fondsentnahme..... 3. Sonstige Einnahmen. 4. Durchlaufend Einnahmen insgesamt.. II. Ausgaben 1. Bauwesen 2. Arbeitslosenfursorge 3. Wohnungswesen 4. Sonstige Ausgaben der Kämmereiverwaltungen 5. Außergewöhnliche Zuschüsse und Neuinvestierungen für Unternehmungen u. Betriebe und Vermögensverwaltung 6. Durchlaufend Ausgaben insgesamt.. Mithin: Mehrausgabe.. bzw. Mehreinnahme.. *) Ein außerordentlicher Haushaltsplan ist nicht aufgestellt. Abschlus (In 1000.4) A. Ordentlicher Haushalt Aus dem Vorsahr........... Mehrausgabe(—) aus den Monaten April bis März 1931. 423#. Ergibi Vorschuß am Schlusse des Berichtsvierteljahrs.. 423.# B. Außeror dentlicher Haushalt Aus dem Vorjahr Pegn zgz(—) aus den Monaten Aprl 5# Ergibt Vorschuß am Schlusse des Berichtsvierteljahrs 1402.2 C. Kassenkredite Ende März 1931........... 3017.# Erläuterungen: A. Jum ordentlichen Haushalt. Ein Vergleich der Isteinnahmen und Istausgaben mit dem Jahressoll ist nur bei den Steuern moglich, nicht dagegen bei den übrigen Einnahmen und ausgaben, da die zahlreichen Verrechnungen für Mieten, bauliche Unterhaltung, Heizung und Beleuchtung, Verwaltungskosten, Zinsen, Tilgungen uswa zwischen den einzelnen. Verwaltungszweigen und Betrieben erst am Schlusse des Rechnungsjahres vorgenommen werden. Bestimmungsgemäß muß die Rechnung bis Ende Juni offen gehalten werden. B. Jum außerordentlichen Haushalt. Bei II 1 handelt es sich um Ausgaben für den Ausbau von Straßen, für die Anlage von Kanalisationen sowie für den Bau von Kleinwohnungen, ferner für den Rathausneubau, für den Schlachthof, für das Lyzeum II und für den Zentralfriedhof. Die unermüdliche Einbrecherzunft Am 21. Juni, in der Zeit zwischen 12 und 14 Uhr, wurde aus einer in einem Hause der Zechenstraße befindlichen Wohnung ein Herrenanzug und eine Herrentaschenuhr gestohlen. Die Wohnung hatte der Täter mit einem Nachschlüssel geöffnet.— Aus dem Hre Stensstraße 4 wurden in der Zeit vom 12. Juni## 18. Juni durch Wohnungseinbruch Kieidungsstucke und Wäsche gestohlen. Was im einzelnen entwendet worden ist, steht noch nicht fest, da der Wohnungsinhaber verreist ist.— Noch unbekannte Täter drangen am 21. Juni zwischen 16.30 Uhr und 20 Uhr in die Wohnung eines Schreiners in Bochum=Langendreer ein. Nachdem sie sämtliche Behältnisse durchwühlt hatten, entwendeten sie einen dunkelgrau=karierten Herrengnzug im Werte von 140 Mark. Der Anzug ist mit rötlichen Streifen durchzogen, Ven=Siadnenen Stadttell Altenbochum Goldene Hochzeit. In Frische und Rüstigkeit begingen gestern die Eheleute Stratmann in Steinkuhl das Fest der goldenen Hochzeit. Am Vorabend brachte der Krieger= und Landwehrverein Bochum=Steinkuhl, zu dessen Mitbegründer der Jubelbräutigam zählt, unter starker Beteiligung der Mitglieder einen Fackelzug. Der Vorsitzende, Obersteiger i. R. Berke, feierte das Jubelpaar und überreichte neben einem schönen Angebinde seinem 58 Jahre lang dem Verein angehörenden Kameraden das Verdienstkreuz 1. und 2. Klasse des preußischen Landeskriegerverbandes. Hohes Alter. Frau Witwe Laskewitz, Altenbochum, Wasserstraße 27, feierte in körperlicher und geistiger Frische ihren 80. Geburtstag. Stadttell Laer Haus= und Grundbesitzerverein. Der Vorstand des Haus= und Grundbesitzervereins teilt uns mit: Das Finanzamt Bochum versendet zurzeit an die Hausbesitzer Fragebogen, in denen Angaben verlangt werden, die bei Feststellung der Einheitswerte als Grundlage dienen sollen. Die Ausfertigung an Hand der beigefügten Anleitung ist den meisten Mitgliedern unmöglich und die bis 30. Juni angesetzte Frist unzulänglich. da vo. Ausfüllung des Fragebogens Aufklärung ourch den Vereinsvorstand erfolgen muß. Hierfür ist die nächste Woche in Aussicht genommen. Beim Finanzamt ist grundsätzliche Fristverlängerung bis zum 15. Juli beantragt. Stadtteil Werne Schwimmverein„Wasserfreunde“. Bochum=Werne. er Schwimmverein„Wasserfreunde“. Bochum=Weri Uebernahme der Ehrenpatenschaft durch den Reichspräsidenten v. Hindenburg erbeten. Verein niederschlesischer Landsleute„Hochwald", Bochum=Gerthe. Am 6. August fährt der letzte Sonderzug nach Schlesien. Anmeldungen sind bis zum 25. Juli zu richten an Reinhold Patsch, Bochum=Gerthe, Castroper Hellweg 462. Auskunft wird kostenlos erteilt. Auch Nichtmitglieder können die Züge benutzen. Rückfahrten finden am 25. August und 4. September statt. Stadtteil Hiltrop Evangelischer Arbeiter= und Bürgerverein. Am Sonntag, 28. Juni, nachmittags.30 Uhr, wird Generalsekretär Martin, Witten, im Evangelischen Gemeindesaal zu Hiltrop, Wiescherstraße, einen Vortrag über das Thema „Unser Dienst an der Gemeinde“ in der Monatsversammlung des Evangelischen Arbeiter= und Bürgervereins Gerthe=Hiltrop=Bergen halten. Stadtteil Bergen Vermißt. Seit einigen Tagen wird der im Stadtteil Bergen, Bergener Straße, wohl nin vermißt. Der Genannte in Langendreer ein Pferd zu kaufen und ist auf dem hat dunkelblondes, sleiche Gesich boynhafte Bergmann E. Boe vegab sich von Hause, um dalbschuhe. Er ist 1,70 Meter gr glattgekämmtes Haar, glattrasiert, farbe, blaue Augen. B. soll nach dem Auslande sein. Angaben Polizeirevier 28 Gerthe. Stadtteil Hordel Hohes Alter. Der lange Jahre in Hordel ansässig gewesene Invalide Niederbäumer feierte gestern in Duisburg, wo er jetzt wohnt, in großer Rüstigkeit seinen 85. Geburtstag.„„ ur Der schwarze Weg. Wohl wegen seiner Kohlenschichtauflage trägt der von Hordel nach Röhlinghausen an der Bahn vorbeiführende Weg die Bezeichnung„Der schwarze Weg". Er wird namentlich von den auf Zeche „Hannover“ beschäftigten Bergleuten viel begangen. In den Abendstunden kommt es hier oft zu unliebsamen Zwischenfällen, da der Weg trotz der angebrachten Verbotstafel immer wieder als Radfahrweg benutzt wird. Ebenso ist es auch auf dem vom Bahnhof Hordel=Eickel an der Bahn vorbeiführenden Weg, dessen Befahren ebenfalls verboten ist. Da diese Verbote kaum beachtet werden, sollte sich die Polizei einmal darum kümmern. Die vorbezeichneten Wege befinden sich auch in denkbar schlechtestem Zustand. Zahlreiche Schlaglöcher sammeln bei Regenwetter schnell Wasser an. ux Der machte am vergangenen Sonntag mit einem größeren Teil seiner Mitglieder einen vom Wettergott begünstigten wohlgelungenen Ausflug nach Haltern. fahrt bot Gelegenheit, das Schiffshebewerk bei Henrichenburg zu besichtigen. Der Halterner „Werbende Anlagen und Dienst am Kunden“ Die Städtischen Beleuchtungs= und Wasserwerke antworten Die Städtischen Beleuchtungs= und Wasserwerke schicken uns auf das Eingesandt„Werbende Anlagen und großzügigen Strandanlagen war für manchen„Wasserfreund“ etwas Neues und konnte den Eindruck eines Ostseebades kleineren Maßstabes vermitteln. Sandbuddler und Streckenschwimmer kamen auf ihre Rechnung, und sonnengebraunte, zufriedene Gesichter gaben davon Zeugnis, daß der Zweck des Ausfluges erreicht war. Nach der Heimfahrt blieben die Teilnehmer noch einige Stunden im Vereinslokal Höhn gemütlich beisammen. Stadttell Langendreer Jugendmissionsfest. Der Jugendring„Langendreer hatte seine Mitglieder und die benachvarten Jugendvereine zu einem großen Jugendmissionsfest zum Papenholz eingeladen. Pünktlich fanden sich ungefähr 400 Jugendliche am evangelischen Gemeindehause zum Abmarsch nach Hellmann ein. Gemeinsam gesungene Lieder wechselten mit Vorträgen des Posaunenchores ab und führten zu der Ansprache des Missionsinspektors Pfarrer Lic. Delius(Barmen). Der Redner schilderte das Erwachen der Jugend in aller Welt und hob anschaulich die christliche Bewegung in der deutschen Jugend hervor. Ebenso schilderte er das Jugendleben in den Missionsbezirken Japan, China und Niederländisch=Indien. Die Sammlung für das Missionswerk orachte einen guten Erfolg. er Stadttell Gerthe Reicher Kindersegen. Den in der Sodinger Straße wohnenden Eheleuten Johann S. wurde am 19. Juni das 16. Kind beschert. Sieben Mädels und neun Buben, von denen das jetzt geborene Kind ein Mädchen ist, sind während der 20jährigen Ehe geboren worden. Von den 16 Kindern leben noch 12. Das älteste Kind ist 19 Jahre Dienst am Kunden", das wir am Samstag, 20. Juni, veröffentlichten, folgende Erwiderung: „Der Briefschreiber hatte am 9. Juni folgende Mitteilung gemacht:.. Mit daß ich mein: Moh. „Hierdurch teile ich mir, oaß ich meine Woynung, Verbindungsweg 2, am 16. d. M. aufgebe. Das in diesen Fällen Erforderliche wollen Sie gegebenfalls veranlassen.(Es folgt die Angabe des die Wohnung beziehenden neuen Mieters. gez. Unterschriftz Diesem Brief war zwar eine Installationsanmeldung für Gas beigefügt, die unbedingt erforderlich ist, um die Größe der Meßapparate zu bestimmen. Jedoch fehlte die Bestellung des Abnehmers auf Gas= und Stromlieferung für seine neue Wohnung. Dem Inhalt des Briefes folgend, hatten wir lediglich wegen Abmeldung der alten Wohnung das Weitere zu veranlassen. Gasund Stromzähler sind auch ordnungsmäßig am 16. d. N. Die Hausbesitzer brauchen eine Fristverlängerung angebracht. Die Aufstellung des Gasmessers konnte erst am 20. erfolgen, da, wie ausgefuhrt, die Gaszuführungsleitung erst hergestellt werden mußte. Aus vorstehenden Ausführungen dürfte zu ersehen sein, daß die Verzögerung in der Anbringung der Messer nur auf nicht ausreichenden Angaben und Unterlassungen des Antragstellers zurückzuführen ist. Als langjähriger Bezieher von Gas und Strom hätte er wissen müssen, daß eine ausdrückliche Anmeldung des Gas= und Stromverbrauchs für die neue Wohnung unter gleichzeitiger Anerkennung unserer Lieferungsbedingungen erforderlich war. Sofern uns die Abnehmer ihre Wünsche in ausreichender und verständlicher Weise übermitteln, kommen diese so schnell wie möglich zur Erledigung. Städtische Beleuchtungs= und Wasserwerke. lagefähige Steuerbeträge" und„reine Rohmiete" zur Zeit den Beteiligten noch fremd sind. Streng genommen soll die Erklärung schon am 30. Juni abgegeben werden, doch ist zu hoffen, daß auch im hiesigen Finanzbezirk, wie es bereits in anderen geschehen ist, die Frist bis zum 15. Juli verlängert wird. Wer sich vergleicht, entbehrt den Schutz des Mieten-Gesetzes Das Landgericht 1 Berlin und vor ihm das Amtsgericht Berlin=Mitte haben anhand eines Einzelfalles entschieden(63 T 1178/31), daß ein Vergleich, durch den sich der Mieter im Falle nicht rechtzeitiger Zahlung des Mietrückstandes und der laufenden Miete zur Räumung verpflichtet, nicht gegen den§ 49 des Mieterschutz=Gesetzes verstößt. Es handelte sich hier um ein Ehepaar, gegen das der Vermieter wegen Mietrückstandes Räumungsklage erhoben hatte. Im Termin hatten die Parteien einen Vergleich geschlossen, wonach die rückständige Miete in bestimmten Raten und daneben die wahrend der Tilgung des Mietrückstandes fällig werdende laufende Miete, bei Vermeidung der Herausgabe des Mietraums, pünktlich zu zahlen waren. Die Raten und die laufenden Mieten wurden dann aber nicht pünktlich bezahlt. Als der Vermieter nunmehr Zwangsvollstreckungs=Auftrag zur Räumung der Wohnung erteilte, erhoben die Mieter Gegenklage mit dem Hinweis darauf, daß sie den Vergleich wegen Arbeitslosigkeit nicht innehalten konnten und daß der Vergleich auch im Hinblick auf§ 49 des MieterschutzGesetzes nichtig sei, weil die Verpflichtung zur pünktlichen Zahlung der während der Tilgung des Mietrückstandes fällig werdenden Miete einen unzulässigen Verzicht auf den Mieterschutz darstelle. In Zurückweisung dieser Auffassung des Mieters sagt das Landgericht 1 Berlin, daß das Kammergericht die Unzulässigkeit solcher Vergleiche abgewiesen habe. (Weitere Lokalnachrichten auf Seite 10 und 11.) abgelesen und gesperrt worden. Die Anmeldung für die neue Wohnung erfolgte erst am 16. d. M. mündlich gegen 13 Uhr auf unserem Büro nach vorheriger telephonischer Rücksprache mit unserer Verwaltungsstelle, wobei dem Antragsteller persönliche Vorsprache empfohlen wurde. Hätte die Abmeldung gleichzeitig die Anmeldung für eine neue Wohnung enthalten, so wäre bestimmt die Angelegenheit bis zum Tage des Einzugs erledigt gewesen. Hierbei ist noch zu bemerken, daß die neue Wohnung des Abnehmers sich in einem Neubau befindet und daß die Gaszuführungsleitung vom Hauptrohr bis zu dem Gasmesser bei Anmeldung noch fehlte, vom Hausbesitzer noch nicht bestellt war und erst hergestellt werden mußte. Bei der gleichzeitigen mündlichen Anmeldung des Stromzählers am 16. d. M. fehlte noch die Installationskarte für Strom, die erst nach Aufforderung bei unserem Betriebsburo persönlich abgegeben worden ist. Da unsere Werke aus sicherheitspolizeilichen Gründen verpflichtet sind, vor Anbringung von Zählern die Leitungsanlagen abzunehmen, wurde mit der privaten Installationsfirma für den nächsten Tag ein Termin vereinbart, der jedoch auf Veranlassung dieser Firma auf den übernächsten Tag, den 18. d.., verschoben werden mußte. Nach Abfür die Vermögenserklärung Der Haus= und Grundbesitzerverein für Bochum schreibt uns: Zu den gewöhnlichen Arbeiten betreffend die Einkommensteuer- und Vermögenssteuerveranlagung kommt in diesem Jahre noch die neue Einheitsbewertung der bebauten und unbebauten Grundstücke. Diejenigen Steuerpflichtigen, die ein Vermögen über 20000 RM. haben und deshalb die Reichsvermögenssteuer zahlen müssen haben bereits eine Aufforderung zur Abgabe einer Vermögenserklärung erhalten. Noch im Laufe dieser Woche sollen die Einkommensteuerbescheide für die veranlagten Steuerpflichtigen„herausgehen. Alle Haus= und Grundbesitzer mit einem Vermögen von weniger als 20000 RM. erhalten ebenfalls in kürzester Frist einen Fragebogen zur Beantwortung. Die Vereinskalender — Der Bochumer Frauen=Klub(Vorsitzende Frau Agnes Mummenhoff) hält am Mittwoch, dem 24. Juni, nachmittags.30 Uhr, im Parkhaus, eine Sitzung ab. Neben der Besprechung des Winterprogramms und dem Bericht über die Gelsenkirchener Tagung steht ein Referat von Frau Schoenewald über„Gefangenen=Fürsorge und soziale Gerichtshilfe" auf der Tagesordnung. Gäste sind willkommen.(a5855 Wohin gehen wir heute Stadttheater: 20.15 Uhr: Die lustige Witwe. Skala=Varieté: 20.15 Uhr:„Stöpsel“ mit Heinz Kleint. Stadtpark: 16 Uhr: Parkhauskonzert. Stadtpark: 20 Uhr: Volkskonzert. Odeon: 20 Uhr: Kriminalpolizei. Skala=Lichtspiele: 17 und 20 Uhr: Der Liebeswelzer. Ufatheater: 16, 18, 20 Uhr: Der Liebes=Expreß; Apollotheater: 16, 18.45, 21.25 Uhr: Der unsterbliche Lump. Capitol: Anfang 16, letzte 20.15 Uhr: Ende der Welt. Hausbesitzerorganisation wird aus dieser Veranlassung Lichtburg: 15.40, 18.10, 20 Uhr: Kameraden. heraus, am kommenden Sonntag eine Versammlung Parkhotel Haus Rechen: Konzert und Tanz. einberufen, um Erläuterungen zur Ausfüllung des Kurhaus Berglust: Konzert. Fragebogens zu geben. Das ist sehr wichtig, da manche Groß=Bochum: Stimmungsabend. Begriffe wie z. B.„Gesamt=Jahresrohmiete",„um= Wittelsbacher Hof: Stimmungskonzert. ch bin schon da! B Roman von 28) Alfred Carle Nachdruck verboten „Ein ganz seltener Fi Filou riskiert das eben! Aber Dann nehmen wir meinen! Also gut— bitte, habem gnädiges Fräulein.“ Vera setzte sich draußen neven Lilo in das rote Kabriolett; Axel stieg auf den Notsitz. Er hatte Lilo angeboten, zu fahren, aber sie lehnte natürlich ab: Er dürfe sich ihrer Führung ruhig anvertrauen. Während der Fahrt erkannte er allerdings, daß dies immerhin ein Risiko war, das temperamentvolle Mädel legte ein höllisches Tempo vor. Das Wägelchen flitzte bösartig durch die Kurven— sie konnte Spangenberg die Freudennachricht offenbar nicht früh genug entfände ein ganz seltener Filou eine Frau von hoyem Wert, die ihn wandeln kann,— würde eine solche Frau zu einem Filou Vertrauen fassen— oder würde sie nicht... nun, zum Beispiel befürchten, daß er vielleicht nicht respektiert, was anderen gehört? Und nun bitte, fragen Sie Fräulein Vitale, ob sie das etwa befürchtet— oder vielleicht andere Eigenschaften eines ganz seltenen Filous! Bitte, gnädiges Fräulein, fragen Sie ruhig, ich fürchte die Auskunft nicht!" Lilo von Ellm nickte nur einmal kurz, wie bestätigend, mit dem blonden Kopf, zu einer Antwort war es zu spät, sie traten schon an den Tisch heran. Axel machte bekannt, und Lilo von Ellm sagte sofort— nach einem unwillkürlichen, anerkennenden Blick auf Vera— sie war viel zu anständig, um anderen Frauen, deren Wirkung zu neiden, brauchte es ja auch nicht:„Also Sie, gnädiges Fräulein, haben den Mut, diesen Draufgänger hier zu heiraten? Mein aufrichtiges Kompliment— ich traute mir das bestimmt 95 ich glaube nicht, daß Sie sich vor schweren fürchten müßten“, gab Vera ebenso aufgeräumt zurück. Sie erkannte an Axels hellem Gesicht, daß er die Situation wieder einmal für sich entschieden hatte. Auch sie hatte— wie Axel beobachtete— Lilo von Ellm im ersten Augenblick bewundernd und neidlos betrachtet, in ihren Augen aber stand zutiefst, nur Axel bemerkbar, ein kleines, überlegenes Lächeln. „Sie sind gewiß ein reizender Kerl und ein gescheites, temperamentvolles Mädel, mein liebes Fräulein von Ellm, sollte das heißen— aber damit allein kämen Sie bei einem Mann wie diesen nicht aus. Temperament und Ihre Leichtigkeit hat er ja selbst— und für ein ganzes Leben sucht er noch etwas anderes, ein Mehr. Das soll Sie nicht verletzen, freuen Sie sich ruhig über Ihre lachende, vollkräftige Natur— aber die Frau, der ein Axel Tholland so rasch und spontan bekannt hätte, was er mir offenbarte, die Frau sind Sie wohl nicht... Ei Rehenaehlichen. Lilo war vor dem Tisch stenengeplieven und fragte nun lebhaft:„Ich soll Ihnen also helfen. Wozu brauchen Sie mich'“..., Mi, Germ Spansenh. „Es ist schwer für mich, mit Herrn Spangenverg in Kontakt zu kommen“, gab Axel knapp und ehrlich zu.„Ich konnte ihn telephonisch nicht fassen— und ich möchte, daß er heute vormittag noch weiß, daß er die Patente bekommen soll, und daß mein Vater Marten Tholland sich mit einigen Millionen an der Auswertung beteiligen wird. Wir wollen nämlich nachher um zwölf Uhr nach Hamburg fliegen. Haben Sie jetzt zu spielen, gnädiges Fräulein?" „In einer Stunde, Herr Tholland!" „Dann könnten wir ja schnell nach Haselhorst fahren! Sie gehen erst hinauf zu Herrn Spangenberg und orientieren ihn— alles weitere mache dann ich!“ „Gut!“ sagte Lilo von Ellm nur.„Einen Augenblick bitte...“ Sie sah flüchtig an ihrem hellen Flauschmantel hinunter.„Ach was, ich fahre so! Haben Sie einen Wagen draußen?“ „Nein, leider nicht.“ gegenrufen...„„„„.755 Vor ihm wurde kaum eine Unterhattung gefuyrt; Lilo war durch die Steuerung voll in Anspruch gevomwen.„ Nur einmal fragte sie auf geraber Strecke über den Volant hinweg nachdenklich und mit einer gewissen Hochachtung:„Mit ein paar Millionen will sich der alte Herr Tholland beteiligen, gnädiges Fräulein? Ist Ihr Patent eine so große Sache? Herr Spangenberg hat mir erzählt, daß Sie jahrelang an dieser Erfindung mitgearbeitet haben— da kann ich ja mit meinem bißchen Herumhüpfen auf dem Tennisplatz und Autolenken nicht konkurrieren.“ Vera schüttelte nur zur Antwort liebenswürdig abwehrend den Kopf— Lilo war auch schon wieder durch ein entgegenkommendes Fuhrwerk abgelenkt. Unter dem Glasdach vor dem Haselhorster Verwaltungsgebäude sprang Lilo von Ellm elastisch aus dem Wagen.„Fünf Minuten Geduld“, rief sie schon in der Tür, winkte noch einmal flatternd zurück und stürmte 8 Hou;,. I2 im Sitz iuräg und 6. Vera lehnte sich im Sitz zurua und suchte den Blick des hinter ihr sitzenden Axel.„Dies also ist die Frau,“ sagte sie absichtlich so neutral, daß er sich nicht gleich auf Scherz oder Ernst festlegen konnte,„die Sie mit Spangenberg auseinander gebracht hat... Er suchte über die Rücklehne des Sitzes hinweg ihre Hand und sagte drängend, beschwörend fast— er hatte sich für Ernst entschieden:„Nein, Vera, nein, bitte nicht, das war ein unbekümmerter Streich ohne jeden Gedanken an ein Morgen, nicht mehr...“ Damals war ich noch der andere Tholland, wenn auch erst wenige Tage vergangen sind! Sehen Sie, Vera: In der Gegenwart dieser Frau glaubt man unwillkürlich nicht gern an Schwere und Ernst, deshalb dachte der gemessene Spangenberg damals bei Ihnen in Wien auch nur an sie. Er braucht diese Befreiung aus der Anspannung seines Alltages, diese Ergänzung zu seinem Ernst— so hab' ich seinen hervorstechenden Wesenszug damals charakterisiert. Nun, Sie werden das ja gleich selbst noch einmal sehen.". „Das ist mir auch damals in Wien nicht entgangen, Axel, es störte mich sogar ein wenig an ihm— und deshalb glaubte ich auch sofort einen anderen zu sehen, als ich Sie vor dem Bild entdeckte und noch gar nichts wußte...“ „Also, Vera, sehen Sie: Diese beiden ergänzen einander so glücklich wie möglich... und wir— könnten Sie antwortete nur mit einer ernsten, hingebenden Verneinung des Kopfes— sie offenbarte, im Gegensatz zu vielen Frauen, ihre Empfindungen nicht gern mit umständlichen Worten. Axel beugte sich auf seinem Notsitz so weit vor, wie es ihm nur irgend möglich war— es drängte ihn ihrem großen, so anziehenden Blick entgegen, der für ihn jetzt kein Rätsel mehr barg... „Bitte,“ sagte er leise,„der große Hut..“ Bereitwillig nahm sie ihn ab und legte ihn neben sich auf den Sitz. Dann wandte sie sich ihm voll zu, und er hielt von nun ab ihre beiden Hände fest... „Wissen Sie, Vera, mit wem ich Sie damals— nach dem kleinen Bilde schon— unwillkürlich vergleichen mußte. Mit der Mona Lisa, Vera— ich weiß, das ist ein großer und hoher und anspruchsvoller Vergleich—, aber er kommt mir wie von ungefähr jedesmal, wenn ich Sie so vor mir sehe....... Seine Augen standen jetzt dicht vor den ihren— sie vergaßen, warum sie hier in dem kleinen roten Wagen in der Haselhorster Fabrikeinfahrt warteten, selbstvergessen einem jener Augenblicke hingegeben, wie sie die Sicherheit, man sei füreinander bestimmt, unvermutet und alles Fremde ringsum nicht beachtend, aufblühen läßt— und sie erwachten beide erst wieder aus ihrer Versunkenheit, als Lilo von Ellm sich plötzlich in den Wagen hineinbeugte und mit ihrer hellen Stimme rief: „Bitte, kommen Sie herauf!“ * Lilo war inzwischen in den ersten Stock des Bürohauses hinaufgestürmt; den Weg brauchte sie ja nicht mehr zu erfragen.. 7244 a5 M. Sie hätte sich naturich glaut üver alle Anmeldungsformalitäten hinweggesetzt; aber die Anordnung der Räume war so getroffen, daß Besucher zuerst von Fräulein Maaß aufgehalten wurden. „Melden Sie mich bitte Herrn Spangenberg!“ Die Sekretärin griff zögernd nach dem Hörer und fragte selbstverständlich, worum es sich handelte. „Eine dringende, eine sehr dringende und äußerst geschäftliche Angelegenheit, mein liebes Fräulein,“ sagte Lilo— und als die Sekretärin gerade:„Herr Spangenberg“ in den Apparat gerufen hatte, nahm sie ihr resolut den Hörer aus der Hand:„Ich bin's, Alfred, Lilo— eine unglaubliche Neuigkeit: Sie bekommen die Patente!“ Schon hatte sie den Hörer einfach auf den Tisch geworfen und sich Spangenbergs Zimmer zugewandt. Sie drängte sich an dem dienernden Herrn Vorbrodt, der gerade verabschiedet wurde, vorbei, zog Spangenberg ins Zimmer zurück, drückte ihn energisch in einen der blauen Klubsessel, blieb dicht vor ihm stehen und sprudelte, Worte und halbe Sätze unterschlagend, gleich alles, was sie zu berichten hatte, auf einmal heraus: „Unten in meinem Wagen sitzt Herr Tholland— ach so, also Herr Tholland alias Tholl! Sie sollen die Patente kriegen— seine Braut gleich mitgebracht... Ach so, ja, also seine Braut, das ist Fräulein Vitale aus Wien, der die Patente gehören... und der alte Tholland in Hamburg will sich mit ein paar Millionen beteiligen. hören Sie, Alfred... paar Millionen, soll ich Ihnen sagen... scheint bei den Leuten nicht so darauf anzukommen...“ „Erlauben Sie, liebe Lilo—“ unterbrach sie Spangenberg endlich und schob sie ein wenig beiseite, so daß er an den Tischkasten mit den Zigaretten gelangen konnte. Er nahm einen Karton heraus und sagte:„Bitte, nehmen Sie auch eine, Lilo— ich glaube, wir müssen uns beide ein wenig beruhigen.— So, bitte...“ er gab ihr nöglich... und wir— könnten Feuer,„und nun erzählen Sie mir das alles noch einSie sich vorstellen, daß ich mich Fräulein von Ellm so mar, ein wenig ausfuhrlicher, wenn's geht! Also ich aufgeschlossen hätte, wie Ihnen?":. soll die Patente bekommen?“ platzte er nun doch, seine Gemessenheit vergessend, lebhaft und eindringlich forschend heraus und griff nach ihren Händen. Sie überließ sie ihm ruhig und meinte lächelnd: „Ja doch, das sollen Sie— aber mich müssen Sie deshalb nicht so erleichtert und dankbar ansehen, ich bin bloß Botin. Die richtige Adresse ist Herr Tholland, er wartet unten auf Sie...“ Unwillkürlich faßte sich Spangenberg an den Kopf. „Also sagen Sie nun, Lilo,— Tholland heißt er—? Ja, er rief heute morgen bei mir an und nannte sich „Und Sie haben abgehängt!“ rief sie vorwurfsvoll dazwischen. „Selbstverständlich," bestätigte er mit energischer Kopfbewegung,„das mußte ich! Dann kann er doch nur der Sohn von Marten Tholland, in Hamburg sein... da ist doch sonst keine Verwandtschaft... Donnerwetter noch einmal!" Er sprang plötzlich auf, ließ Lilos Hände los und stürmte im Zimmer auf und ab,„und ich habe ihn glattweg rausgeworfen!" „Aha...“ Lilo lächelte plötzlich sehr angriffslustig.„Also wenn Sie es gewußt hätten——“ „Nein, Lilo, nein!“ unterbrach er sie sehr energisch. „Sie sind auf dem Holzwege, ich hätte wohl nur eine etwas andere Form gewählt, aber ich hätte ihm natürlich den ganzen Vorschlag nicht gemacht.— Du lieber Gott noch mal, also da hat er mich der Patente wegen vorhin angerufen... und Fräulein Vitale ist seine Braut—,“ behalten hatte er also doch jede Einzelheit von Lilos temperamentvollem Redeschwall,„... dann muß er sie doch vorher schon gekannt haben. Aber nein, das ist doch nicht möglich...! Als ich ihn kennenlernte, wußte er nichts von der ganzen Sache.—— Was ist da vorgegangen, Lilo, wissen Sie es, dann spannen Sie mich nicht länger auf die Folter— ja, sagen Sie, wie kommt er denn überhaupt zu Ihnen?" „Sehr einfach, weil er zu Ihnen nicht kommen konnte, Alfred. Also, hören Sie, was ich weiß— viel ist es nicht, Tholland hat mich sa eben erst unterrichtet — aber es wird Ihnen ein klares Bild geben: Also erstens mal hat Eichwoldt, dieser Kerl. Sie einfach geblufft, als er behauptete, er hätte den Abschluß schon in der Tasche. Wissen Sie noch, wie bedrückt Sie mir das damals in Schlachtensee erzählten? Da hatte er noch gar nichts, er ist ja erst am nächsten Tag hingefahren. Ihre Stellvertretungsgeschichte muß er irgendwie herausbekommen haben. Als er ohne Resultat von Wien zurückkam hat er sich hinter Tholland gesteckt und den in seinem Interesse hingeschickt...!“ „Ja, aber sagen Sie nur, Lilo,— welchen Zweck sollte denn das haben...?“ Sie standen sich jetzt ganz dicht gegenüber und Lilo legte mit einem höchst belustigten und ebenso zufriedenen Lächeln ihren Arm um seine Schulter und lehnte sich dicht an ihn.„Sie wollten doch damals gleich nach Wien zurückfahren. Eichwoldt, dieser unverschämte Mensch hat Sie mit seinem frechen Bluff daran gehindert und dann den Tholland für Sie hingeschickt — nun kommt's lieber Alfred: Weil Sie die Patente ganz persönlich bekommen sollten und Eichwoldt Ihretwegen in Wien abgeblitzt ist. Sie haben nämlich gar nicht gewußt, welchen Eindruck Sie in Wien hinterlassen haben...“ So verblüfft Spangenberg in dieser Sekunde auch war, so vergaß er doch nicht, im Bann von Lilos Nähe ihr den Gefallen zu tun, den sie jetzt erwartete. „Ich war eben nur mit der Hälfte meiner Gedanken in Wien, nur mit den geschäftlichen, Lilo—— Aba, also deswegen hat Eichwoldt den Tholland eingespannt! Ja, woher hat denn aber Eichwoldt gewußt, daß ich, wie Sie sagen, Eindruck in Wien gemacht habe, wenn ich selbst keine Ahnung davon hatte—“ (Fortsetzung folgt.) 2. Beilage zum Bochumer Anzeiger u. Gen. Anzeiger Nr. 145 38. Jahrgang Mittwoch, 24. Juni 1931 Lokomotivkührer Wiedegang Skigze von Utfrea ftein Der=Zug Berlin=Bremen raste durch die Lüneburger Heide. Die letzten Häuser von Uelzen zerflogen in dem dichten, hohen Walde. Dann näherte sich die menschenverlassene Weltverlorenheit der großen Moore. Schnurgerade durchschnitten die Schienenstränge die wie ein ausgetrocknetes Meer in finsterer Stille erstarrte Ebene. Graue Wolkenungeheuer krochen herauf, in deren Rachen der Zug hinein zu gleiten schien. Er schaukelte.„Sie haben immer noch nicht die Schienen hier am Musterlager ausgebessert“, sagte Lokomotivführer Wiedegang zum Heizer.„Ich werde es nochmals in Bremen melden. Was meinst du, Krauskopf?“ Wiedegang wendete sich nicht um, während er sprach. Dann nach einer Pause:„Warum antwortest du nicht, oller Dussel? He?“ „Wer hier zuletzt der Dussel ist. werden wir noch sehen“, schrillte eine fremde, scharfe Stimme Wiedegang Da sah er zur Seite— aus dem kohlenbeschmierten Angesicht blickten ihn nicht Krauskopfs treue, immer rotgeränderte und etwas vertränte Augen an— nein, zwei wilde, graue funkelten aus halb gesenkten Lidern hervor, und statt Krauskopfs Stumpfnase hatte Wiedegang einen Mann mit der energischen, fast an der Nasenwurzel geknickten Adlernase vor sich. Er wußte sofort: Ein Verbrechen war geplant. Es wird in den nächsten fünf Minuten geschehen. Denn in zehn Minuten passierte der Zug schon wieder mehrere kleine Stationen. „Dein Krauskopf sitzt wohlbehalten, ein wenig unter Druck natürlich, in Uelzen. Morgen werdet Ihr Euch wiedersehen, und wenn Ihr die Schnauze haltet, soll es nicht Euer Schaden sein“, grinste der Unheimliche. Euer In Uelzen sind Sie auf den Zug gestiegen anstelle des ollen Dussel von Krauskopf?“ „Ja— in seiner Kluft. Aber wir haben keine Zeit zu verlieren. In drei Minuten durchfahren wir Block 275. Da sind die Schienen ein bißchen gelockert, daß der Zug unmöglich mit dieser Geschwindigkeit die Stelle passieren kann. Sie werden also mit 15 Kilometer Tempo fahren müssen, wenn Sie den Zug heil nach Soltau bringen wollen.“ und der Grund““„u. eshent dur, Kaella „Vor zehn Minuten ist der Präsident der HollandBank in diesem Zuge ermordet worden. D. h. er schläft — nach Ansicht derer, die an seinem Abteil erster Klasse vorbeigehen.... „Ich halte den Zug an.“—„„„ „Dann packe ich Sie und schleppe Sie mit in den Wald. Auch der Mörder steigt mit dem Raub aus. Es wird schwer für Sie sein, glaubhaft zu machen, daß Sie nicht im Komplott steckten. Sie haben doch pflichtgemäß Ihren mitfahrenden Heizer anzusehen— das tun Sie natürlich mit Krauskopf jahrelang nicht mehr, daß Sie seine Meldung entgegennehmen; knurren kaum einen Gruß und steigen in die Räucherkiste. Noch anderthalb Minuten...“ „Mord— Raub— Eisenbahnattentat „Kostenpunkt: dreiviertel Millionen Gulden in totsicheren Schatzscheinen. Zehn Prozent für Sie! Gehen sofort nach geglückter Flucht an Ihre Anschrift ab. Keine Angst: durch zuverlässigen Boten. Sehen Sie da das Flugzeug? Wir klettern in zwei Minuten hinein. Und außerdem bekommen Sie noch die Prämie, weil Sie so langsam fuhren und die Schienenlockerung an Block 275 rechtzeitig entdeckten. Fein eingefädelt, was?“ „Ich rase durch bei Block 275—“ „Dann morden Sie unzählige Mitmenschen, die in diesem Zuge sitzen. Und wir sagen, Sie haben im Komplott mit uns das Attentat vorgetäuscht, um den Mord Isch rase mit 110 Klometer Geschwindigkeit. Vielleicht schaffe ich es gerade—“ „Eine Minute— Block 274—— Wiedegang!! Zwanzig Prozent für Sie! Seien Sie nicht wahnsinnig!“. Wiedegang griff nach dem Hebel, steigerte: 100— 105— „Fahren Sie 15 Kilometer!“ schrie der Verbrecher dann flehte er:„Wenigstens 40 Kilometer— sonst—“ „Hundertzehn!“ lachte Wiedegang grimmig. Er schaltete alle Gedanken aus und gehorchte nur einer inneren Stimme. Der Zug zerschnitt mit pfeifendem Vorwärtsflug die Luft. Eine Waldlichtung tat sich auf. Das Flugzeug kreiste nur 150 Meter hoch darüber, eine Strickleiter hina heraus; sie sollte die Raubmörder ohne Landung im Niedergleiten und Wiederemporschießen auf der Lichtung ins Flugzeug bringen.— „Block 275!“ Wiedegang schlug die größte Schlacht in seinem Beruf. Das kohlengeschwärzte Gesicht des Verbrechers sah aus weit aufgerissenen Augen angstverzerrt drein. Jetzt hob er voller Wut die Schaufel. Der Zug schlingerte hin und her. ächzte, polterte— aber schon war er über den gelockerten Schienenabschnitt dahingeritt. a.,.ächwipälases: W##. Mit 110 Kilometer Geschwindigkeit— Wiedegang lächelte. Da traf ihn die Schaufel. Doch im Niedersinken drehte er den Hebel zurück. Der Zug hielt. Der Verbrecher wollte herausspringen. Aber er sah nicht mehr Heideeinsamkeit um sich, sondern den belebten Bahnhof des Städtchens Soltau— und fiel dem Stationsvorsteher. der Wiedegang wegen des Hineinrasens in den Bahnhof und des jähen Haltens anpfeifen wollte, im nächsten Augenblick jedoch die Situation übersah, in die Arme. Der Kumpan wurde einige Minuten später gefaßt, als er querfeldein dem verdächtigen Flugzeug entgegenlief und gerade die Strickleiter ergreifen wollte. Inzwischen hatte man auch den Direktor der Holland=Bank tatsächlich tot und beraubt aufgefunden.—— Wiedegang konnte sich am gleichen Abend noch Krauskopf vorknöpfen und ihm seinen Arbeitsanzug wiederbringen. Aber der Heizer meinte, er sei schon gestraft genug. „Wie haben die Halunken bloß deiner Klamotten habhaft werden können?“ „Daran ist mein Rheumatismus schuld.“ „Hä— oller Dussel?“ „Ja, zuerst gingen wir gestern abend’n bißchen Kohlenstaub wegspülen.“ „Natürlich!" „Und davon meldete sich mein Rheuma gerade.“ „Kein Wunder." „Wir spielten dann eine ganze Kleinigkeit Karten. Ich gewann. Da spielten wir noch eine Kleinigkeit, bis.“ „Bis?" Die Cléte vom fteidedert 7# Von 9. Gauet „Bis— ich au! schrie und meinen rechten Arm nicht mehr heben konnte. Vor Schmerzen. So ein verflixtes Reißen hatte ich.“ „Und dabei hast du ihnen alles brühwarm erzählt, von Deinem Dienst— wann der morgen losgeht und aufhört...“ „Kann schon sein. Der eine sagte, er habe ein famoses Mittel gegen Reißen, und gab mir ein Pulver. Da vergingen wirklich die Schmerzen, und dann plötzlich — ja, da war Schluß: ich schlief und schlief und bin erst eben aufgewacht. Ich fand meine Sachen nicht, aber viel Geld— hier— hundertfünfzig Mark. Wie kommst du zu meinen Sachen? Was waren das für Kerle?“ „Das hättest du dich lieber vorber fragen sollen, oller Dussel. Morgen früh bei der Direktion melden! Mahlzeit— Hallo! Das Geld wirst du auf der Direktion abgeben, verstanden?" „Warum?“ sah Krauskopf Wiedegang mit seinen treuen blauen Glotzaugen verständnislos an.„Ist was passiert?“ heraustrat, feurige Glut über die Heide goß und allabendlich in ihrem purpurnen Feuermeer ertrank... Einsam wurde es in der Heide und in Johannas Seele Und dann wieder nach Jahr und Tag gingen der Vater und kurz darauf auch die Mutter hinüber in das große unbekannte Land, das hoch oben über ihr, dort wo die Sterne blinkten, sein sollte... Und die nicht sterben wollende Sehnsucht verbrannte Johannas Seele... Ihr Geist entfloh in eine andere Welt... Die stillen, ernsten Heidemenschen nahmen Johanna in ihr Dorf und gaben ihr das Gemeindehäuschen zum M... Scham Ersaapeten B. GrhMit heiliger Scheu begegneten sie Johanna, der wunderlichen Alten, und meinten untereinander daß Johanna wohl nie, solange es ein Menschengeschlecht gab auf Erden, sterben werde... Guck ein Rettungsgürtee Steinalt war sie, die alte Johanna, die da am äußersten Ende des Heidedorfes im Gemeindehäuschen seit vielen, vielen Jahren allein hauste... Im Dorfe wußte fast niemand zu sagen, daß Johanna einstmals jung und schön gewesen... Man wußte nur, daß sie seit Jahrzehnten schon in einer nur ihr eigenen Welt lebte... Oft tagelang vor ihrem Häuschen saß, den Kopf wiegte und sonderbare Zwiesprache mit sich hielt.....—g Jung und schön war sie einst gewesen... Ein kurzer Lebensmai ehedem über sie gekommen... Aber dann war Rauhreif und Frost in ihren kurzen Frühling gefallen... Und der Frost war ein Lebensfrost geworden... Jung und schön war sie einstmals gewesen, aber es wohl nie inne geworden... Sie war das einzige Kind von Katnersleuten, die draußen im Heidemoor weit ab vom Dorfe wohnten und der kargen Erde kärgliches Brot abrangen im Schweiße ihres Angesichts. Jahrein, jahraus, war um sie nichts als die Einsamkeit der Heide gewesen. Die Jahre waren gekommen und gegangen... Johanna war zur Jungfrau erblüht und wußte es kaum. Wenn der feurige Ball der aufgehenden Sonne über die Heide heraufzog, begann sie mit Vater und Mutter das gewohnte Tagewerk, um es erst zu enden, wenn das scheidende Tagesgestirn im fernen Moore da hinten am Horizonte verlosch und die Abendschatten wie eine schwermütig schreitende Frauengestalt über die Heide gingen... Die Jahre kamen und gingen... Selten nur kam ein Mensch in die Heide und selten kam Johanna ins Dorf Aber eines Tages war ein Fremder in die Heide gekommen... aus einer fernen, großen Stadt. Mit war er gekommen und hatte bei ihnen in der Kate einige Sommerwochen gewohnt... Der Fremdling hatte tagelang in der Heide vor seiner Staffelei gesessen und auf einer über das Gestell gespannten Leinwand mit vielen bunten Farben geschrieben...“ Und nach Wochen hatte er den vom Tagewerk Heimkehrenden sein Geheimnis enthüllt... Auf der Leinwand war die Heide gezaubert gewesen, so schön, wie sie sie täglich sah... Sie hatte bisher nicht gewußt, daß Menschen so etwas vollbringen konnten...„„„„„ Kal am. Und eines Tages hatte der Fremde Vater, Mutter und sie auf die Steinbank vor der Kate gesetzt und mit leuchtenden Farben eine neue Leinwand beschrieben. Ein herrliches Bild war daraus geworden... Der Herr aus der großen, fernen Stadt hatte klingende Münze dem sich sträubenden Vater für ihr „Nichtstun" gegeben. Als dann das Bild vollendet gewesen, hatte der Fremde ihm einen Namen gegeben. „Katnersleute" hatte er sein Werk getauft. Er war sehr froh gewesen und hatte gemeint, daß das Bild ihm Kuhm bringen werde... Johanna aber wußte nicht einmal, was Ruhm war... Johanna, die schlummernde Rosenknospe, aber war aufgebrochen... Wie ein großes Jauchzen war es in ihre Seele gekommen... Dann war der Fremde wieder in die große, ferne Stadt gegangen... Beim Abschied hatte er versprochen, im nächsten Jahr wiederzukehren... Johanna war sehr traurig geworden... Vater und Mutter hatten von dem Sommergast mit großer Achtung gesprochen, wenn auch nur selten. Das Jahr aber war vergangen. Der Herr aus der fernen, großen Stadt war nicht in die Heide gekommen... Und Jahr um Jahr war über die Heide gegangen... Es war mit den Jahren gewesen, wie gekommen... aus einer fernen, großen Stadt. Mit gegangen... Es war mit den Jahr einem sonderbaren Gestell, das er Staffelei nannte, mit der Sonne, die allmorgendlich zur Himmelstür Deutsckkand kungert— Ulmerika erstickt in Gold □ B Trotzdem Havana(Cuba) eine gute Anzahl von Bars aufzuweisen hat, scheinen sie doch dem durstigen Havaner nicht zu genügen. Eine junge Bardame hat den fabelhaften Einfall, sich einen Gürtel umzubinden, der aus den verschiedensten Flaschen besteht. Wie vielen Menschen dieser originelle Rettungsgürtel schon das Leben gerettet hat, ist nicht aufzuzählen. Unser Bild zeigt die rettende Bardame mit dem Flaschen=Rettungsgürtel. Urme Stars Die Deutsche Reichsbank:schickte jüngster Tage 40 Millionen RM. in Gold nach Amerika. Das Gold wurde unter stärkster Polizeibewachung in Lastautos von der Reichsbank=Filiale Hamburg nach dem Hafen transportiert. Infolge der großen Goldzuflüsse vor allem aus Deutschland, zeigt der Ausweis der Bank von England eine außerordentlich befestigte Stellung. Die Reserve hat sich um 7,7 Millionen Pfund(154 Millionen RM.) auf 69,7 Millionen Pfund(1394 Mill. RM.) erhöht und ist die höchste, die jemals da war. Der frühere Rekord wurde am 14. Mai 1930 mit 66,9 Millionen Pfund(1338 Millionen RM.) verzeichnet. Auch die Goldvorräte haben mit einer Höhe von 160,9 Millionen Pfund(3218 Mill. RM) den höchsten Stand seit diesem Termin erreicht. Die Goldvorräte in den Vereinigten Staaten erhöhten sich nach den Mitteilungen der Federal Reserve Board allein in der letzten Woche um 90 Millionen Dollar(378 Mill. RM.) und hatten am Mittwoch einen Höchststand von 4 893 Millionen Dollar (20,55 Milliarden RM.) erreicht. Unser Bild zeigt das Verladen der Goldkisten nach dem Dollarland. Daß es in dieser Zeit außerordentlicher Wirtschaftsnot noch immer einzelne Glückliche auch unter den„Arbeitnehmern gibt, deren Minimalverdienst da anfängt, wo die kühnsten Träume anderer Arbeitnehmer ihr Ende finden, zeigt eine offizielle Verlautbarung des Direktors der Budapester Oper, Radnai. Der Direktor erklärte nämlich, in der kommenden Saison ausländischen Künstlern nur eine Maximalgage von 1000 Dollar pro Abend bewilligen zu können. Die Künstler, die dieses Angebot ablehnten, würden in Zukunft nicht mehr zu einem Budapester Gastspiel aufgefordert werden. Einen gleichen Beschluß haben die Inhaber der Konzertbüros gefaßt. Die Rkademie Tristan Bernard trifft einen Freund und Kollegen aus der Academie Francaise. „Parbleu“, sagt Bernard,„du siehst aber schlecht aus“ „Ach“, klagt der Freund,„ich leide an chronischer Schlaflosigkeit, ich habe schon alles versucht, vergebens...“ „Geschieht dir recht", sagt Bernard„warum schwänzt du immer die Sitzungen unserer Academie!" Jachverlländnis „Wo ist denn hier das nächste Wirtshaus, mein Junge?“ „Gleich da um die Ecke; da gibt es auch das beste Bier „Nanu, woher weißt du denn das?“ „Da werden immer die meisten Männer rausgeworfen.“ Wenn stets das Haar in weichen Wellen liegt, Gältn wars Der Juni soll unser Rekordmonat sein! Bei bester Qualität- tielster Stand der Preise! Unsere Schaufenster beweisen es Ihnen! Gebrüder Ichürmann, Essen, Köln, Dortmund, Bieleleld Gröptes Spezialhlaus Deutschlands für Wohnungseinrichtungen, leppiche, Lekorationen 44 Dr. Karl Weiken: IR VETSN•*****"R•P VSRRTsT Erster ausführlicher Bericht über die Erlebnisse der deutschen Grönlandexpedition im letzten Winter Der nachfolgende erste Bericht über die Ereig= gefunden haben. Dadurch wäre dann jede Möglichkeit vor Wegeners nisse vor Wegeners Auffindung wurde in Grönland Mitte März aufgegeben und unter großen Schwierigkeiten mittels Schlitten über das zugefrorene Meereis zur nächsten dänischen Kolonie mit Schiffsverbindung geschafft. Der Bericht enthält also noch nicht eine Schilderung von Wegeners Schicksal, wie sie inzwischen durch die Telegramme bekannt geworden ist, ergibt jedoch eine weitgehende Aufklärung über die Vorgeschichte dieser erschütternden Tragödie der Arktis.(D Schriftl.) Worldcopyright 1931 by„Akademia“ Berlin Copyright 1931 für USA. by„New York Times“. Nachdruck, auch auszugsweise verboten. Den am 28. September von 62 Kilometer zurückkehrenden Grönländern gab Wegener folgenden Brief „Lieber Weiken! Nicht nur sind die Propellerschlitten nicht weiter gekommen als bis 200 Kilometer,(Abstand von der Westküste Grönlands, d. Red.), auch unsere Schlittenreise ist durch die Ungunst des Wetters zusammengebrochen. Von den 12 Grönländern, die nach Oles Fortgang noch blieben, fahren heute acht nach Haus. Ob es gelingt, bis 400 Kilometer(Station„Eismitte“ in der sich Dr. Georgi und Dr. Sorge befanden, d. Red.) zu kommen, muß sich noch zeigen. Wir haben heute früh 28.2, Schnesegen und Gegenwind; ginz, Leslichre, senst terung. Wir versuchen, jetzt das senlenoe zeu: Menn nach 400 hineinzubringen, sonst nur Kleinigkeiten. es geht, möchte ich ja die Station den Winter über halten, aber auch nur dann! Das Haus, können wir nicht hineinbringen. Es geht jetzt um's Leben. Ich will Sinicht bitten, etwas für die Sicherung unserer Rückreise zu tun. An Depots ist ja kein Mangel. Die einzige Hilfe, die Sie bieten könnten, wäre psychologischer Art, wir einer ausfahrenden Abteilung begegneten. Aber das wäre im Oktober wieder mit beträchtlichem Risiko für diese Entsatzabteilung verbunden. Mit den guten Reisebedingungen dürfte es jetzt endgütig vorbei sein. Schon die Reise hierher war sehr hart, und was uns vevorsreht, ist jedenfalls keine Vergnügungsfahrt. weggefallen, der Rückkehrgruppe zu helfen. Für uns selbst Weiterreise mit keiner Gefahr verbunden gewewäre die Weiterreise mit keiner Gefahr verbunden gewesen, wir hätten immer, wenn unser Proviant ausgegangen wäre, umkehren können. Wir rechneten trotz aller Te teriakeitep znnächst ziemlich sicher mit Wegeners Mit den besten Grüßen an alle und auf gesundes und mit den Erfolgen zufriedenes Wiedersehen!„ Ihr(gez.) Alfred Wegener.“ Ein zweiter Brief lag bei: e..62 km, den 28. September. Lieber Weiken! Wir hinterlassen hier:(hier folgen Austellungen der Depote).„u.„., Eizmitte“ und Wir gedenken am 14. Oktober in„Eisgth####nd am 25. Oktober wieder bei„Scheideck"(Wesistation, Mit den besten Wünschen an alle und der Bitte, bis zu meiner Rückkehr alle Expeditionsarbeiten in Ruhe eveev. Ihr(gez.) Alfred Wegener.“ Die am 6. Oktober auf 151 Kilometer von Wegener zurückgeschickten drei Grönländer brachten folgenden Seies vui:.151 km, den 6. Okober 1930. Lieber Weiken! Der weiche, tiefe Neuschnee hat unsere Marschgeschwindigkeit sehr herabgesetzt. 1. Oktober 15 Kilometer, 2. Oktober 0. 3. Oktober 6 Kilometer, 4. Oktober 14 Kilometer, 5. Oktober 11 Kilometer. Hierdurch ist unser Programm wieder über den Haufen geworfen Wir schicken nun drei Grönländer nach Haus. Wir reisen von hier mit drei Schlitten weiter, die später auf zwei reduziert werden sollen und hoffen, so, wenn auch praktisch ohne Nutzlast, Georgi und Sorge zu erreichen, sei es bei Station„Eismitte" oder schon auf dem RückIch bitte Sie, noch eine kleine Holzschlittengruppe als Entsatz auszusenden, vielleicht zwei Gespanne, Expeditionsteilnehmer. Die Entsatzabteilung soll bei 62 Kilometer ihre Basis haben und hier unsere bzw. unserer Kameraden Rückmarsch abwarten, doch wäre es sehr erwünscht, wenn Lebensmittel noch weiter vorgeschoben würden. Denn die ganze Strecke jenseits 62 Kilometer ist knapp versehen. Die Entsatzabteilung bitte ich, etwa am 10. November von Scheidek in Gang zu setzen. Sie muß auf eine Wartezeit bei 62 Kilometer bis 1. Dezember gefaßt sein. Wir sind mit Vorräten versehen für eine Marschgeschwindigkeit von 12 Kilometer pro Tag, was wir wegen der Kürze der Tage auch für den Rückmarsch ansetzen. Das ergäbe ein Eintreffen bei 62 am 21. November. Wir hoffen aber, früher zu kommen. Beifolgende Liste der Depots—— Es geht uns gut bisher, keine Erfrierungen, wir hoffen auf guten Ausgang. Lassen Sie und Ihre Kameraden sich nicht in der Verfolgung der wissenschaftlichen Aufgaben beirren. Viele Grüße an alle (gez.) A. Wegener. P. S. Wegzeichen verbessern! bzw. neue Fahnen! durch die Entsatzabteilung. Die Schwierigkeiten und Gefahren der vierten Schlittenreise sind hier genügend geschildert. Das üble Wetter des plötzlich auch auf der Weststation hereinbrechenden Winters gab uns allen eine deutliche Vorstellung davon. „Alle Kameraden auf der Weststation waren durch die großen Strapazen der letzten Zeit arg mitgenommen. Wölcken litt noch an kleinen Erfrierungen von der dritten Schlittenreise her. Kraus und ich entschlossen uns, die Entsatzreise zu machen, hielten es aber für gut, nicht ohne Grönländer zu reisen. Ein Bruder von Rasmus(dem Begleiter Wegeners auf seiner letzten Fahrt, d. Red.) erklärte sich bereit mitzureisen, aber nicht gern allein. Also fuhren wir mit vier Schlitten. Die Reise war sehr hart bei Temperaturen zwischen—20 und —45 Grad und meistens starkem Schneefegen. An vielen Tagen waren die Hunde nicht gegen das Schneefegen anzutreiben. Von der Wegmarkierung war wenig zu sehen. Es war mehr ein glücklicher Zufall, daß wir am 21. November das Depot bei 62 Kilometer fanden. In den nächsten Tagen steckte ich dichte Flaggenreihen nach Südost und Nordost, um der Rückkehrabteilung, wenn sie von der Route abkommen sollte, das Auffinden des Depots zu erleichtern. Erst am 30. November gelang Kraus ein Vorstoß bis 80 Kilometer zur Auslegung eines Zwischendepots und zur Verbesserung der Wegmarkierung auf der Route. Bei Eintritt der Polarnacht brannten wir jeden Tag zwei bis drei Stunden ein Petroleumfeuer als Wegzeichen. Wir erwogen sehr den Plan, auf der Route weiter zu reisen und der Rückkehrgruppe möglichst weit entgegenzukommen. Aber dabei würden wir mit ziemlicher Sicherheit die Route verloren und vielleicht nie wieder Schwierigtenen zunächst ziemlich sicher mit Wegeners Rückkehr. Aber es kam niemand zurück Wir erwogen alle Möglichkeiten: Erfrierungen, abgesehen von kleineren, waren nur mit aller Vorsicht zu vermeiden. Das Festhalten der Route war schwierig, aber weiter drinnen bei geringerem Wind und Schneefegen und geringeren Niederschlägen(Flaggen und Schneemänner stehen dort noch höher als hier draußen) wahrscheinlich leichter, zumal nach Westen mit dem Wind.— Nach unseren eigenen Erfahrungen auf dieser Entsatzreise konnten wir uns nicht vorstellen, daß der erfahrene und vorsichtige Wegener mit seinen Kameraden auf der Reise umgekommen sein könnte. Da niemand zurückkam, waren wir überzeugt, daß alle fünf Kameraden auf„Eismitte“ überwintern. Eine Ungewißheit blieb natürlich. Unsere erste Reise zum Entsatz der Station„Eismitte“ mußte mit möglichster Sicherheit durchgeführt werden. Wir, setzten den Start deshalb auf den 1. April fest. Unser gesamtes Hundefutter war im Herbst verbraucht. In Wegeners Auftrag hatte ich Ende September im Umanak=Distrikt 12000 Kilogramm trockene Hellefische als Hundefutter bestellt. Die Menge wurde mir zugesagt, aber kein fester Lieferungstermin. Vorräte waren nicht vorhanden. Für die erste Schlittenreise brauchten wir 3000 Kilo besonders gut getrockneter Hellefische. Deren Transport bis Scheideck dauert etwa 4 Wochen. Wir hoffen, bei sehr gut getrocknetem Hellefisch, wie man ihn bei Grönländern nur im Sommer findet, mit dreiviertel Kilo pro Hund und Tag auszukommen. Das bleibt natürlich abhängig von Wetter und Schlittenbahn. Da unsere Nutzlast für Station„Eismitte“(Proviant und Petroleum) zum großen Teil schon unterwegs liegt, können wir pro Hund bis 25 Kilogramm Hundefutter laden. Depotfahrten zum Vorschieben von Hundefutter kosten viel Zeit und ruinieren die Hunde vor der Hauptreise. Wegen des großen Futtermangels im Winter sind nicht sehr viel Hunde zu haben. Wir erhofften festes Eis um die Jahreswende. Aber das milde stürmische Wetter der zweiten Dezemberhälfte hielt den ganzen Januar über an. Wir mußten eine starke Verspätung für die Beschaffung des Hundefutters befürchten. Ein Festwerden des Eises im Februar und März blieb wahrscheinlich, aber unsicher, außerdem war es dann vielleicht zu spät. Da unsere einzige Verbindung mit den Kolonien der Funkverkehr mit Godhavn war, fragten wir beim Landvogt von Nordgrönland an, ob er ein Mittel sähe, Hundefutter rechtzeitig heranzuschaffen. Auch der Landvogt wußte kein vorrätiges Hundefutter, wollte aber versuchen, die Verbindung zwischen uns und den Kolonien mit einem Kolonieschoner herzustellen. Ende Februar wurde bei ruhigem Frostwetter das Eis in der Umanakbucht fest. Wir bekamen Verbindung mit den Kolonien, am 1. März auch mit Umanak. Wir stellten fest, daß wir das für die erste Schlittenreise notwendige Hundefutter voraussichtlich in der zweiten Märzhälfte erhalten können. Der Landvogt von Nordgrönland, Herr Rosendahl in Godhavn, hat sich sehr bemüht, uns zu helfen und uns die notwendige Ergänzung zu unserer nicht mehr ausreichenden Ausrüstung herstellen lassen. Die erste Schlittenreise zum Entsatz der Station „Eismitte" steht für uns natürlich im Vordergrunde. Darüber hinaus hielten wir es für notwendig, alle Vorbereitungen zu treffen, um auch unabhängig von dem Schicksal unserer Kameraden in„Eismitte“ möglichst alle geplanten Arbeiten der Expedition durchführen zu Pvrch. Scht derch Einen Ueberblick über die in den Depots liegenden Lebensmittel bekamen wir erst Anfang Februar. Durch die vielen Grönländer, die nur zu einem ganz geringen Teil aus dem Lande verpflegt werden konnten, war sehr viel von unserem Proviant mit verbraucht worden. Die größten Schwierigkeiten liegen jetzt in den nun wieder notwendig gewordenen Transporten von Kamarujuk nach Scheideck. Es handelt sich um 17 500 Kilogramm. Die Grönländer sind dazu schlecht geeignet. Die Grönländer kommen sicher und fangen mit viel Begeisterung an. Aber sobald sie diese neuartige Beschäftigung als Arbeit empfinden— sie ist sogar anstrengend— gehen sie wieder nach Hause. Wölcken und Herdemerten beginnen möglichst bald mit den Eisdickenmessungen. Lissey und Gudmundur haben Transport und Nachschub, dazu die Krabbefahrten. Wenn Jon mit Pferden kommt, sind weniger Krabbefahrten notwendig. Gudmundur und Lissey werden dann frei für Propellerschlitten und Hundeschlittenreisen. Wie weit dieser Plan mit so wenig Menschen durchführbar ist, ist noch nicht zu übersehen.— Die Frühlingssonne besonders auch frisches Seehundsfleisch und frischer Fisch wirken jetzt Wunder. Wegen der ausschließlichen Ernährung durch Konserven haben wir auch um unsere Kameraden auf„Eismitte“ einige Sorgen. Es ist mir nicht möglich, schon über die Aussichten für „Eismitte", unsere Pläne und Vorbereitungen für die erste Schlittenreise irgend etwas Sicheres mitzuteilen; das kann erst geschehen, wenn wir selbst Klarheit haben. Die Mipstande in dei Berniel Siaolbelwältung vor dem preußischen Landtags=Ausschuß Berlin, 23. Juni. Der Untersuchungsausschuß des preußischen Landtages für die Mißstände in der Berliner Stadtverwaltung begann am Dienstag die Aussprache über den abschließenden Bericht des Abg. Könnecke(D..) und die von ihm vorgeschlagenen Feststellungen. Abg. Riedel (Staatspartei) begründete eine Reihe von Aenderungsanträgen. Entschieden wandte sich der Redner gegen die Feststellungen des Berichterstatters gegen den früheren Oberbürgermeister Dr. Böß. Der Antrag schieße in der Form über das Ziel hinaus und versetze dem ohnehin schwer betroffenen früheren Oberbürgermeister noch einen Fußtritt. Der Ausschuß sollte in diesem Falle nur erklären, daß sich der Ausschuß hinsichtlich des vormaligen Oberbürgermeisters Böß der sachlichen Begründung des Oberverwaltungsgerichts für sein„Disziplinarurteil“ anschließe. Im Interesse des Ansehens der Reichshauptstadt sollte der Ausschuß seine Feststellungen so treffen, daß nicht allzu viele Stacheln zurückbleiben. Abg. Metzentin(D. V..) erklärte, daß das nicht hindern dürfe, die notwendigen Feststellungen mit voller Klarheit zu treffen, um damit auch ein Warnungszeichen für die Gesamtheit der Kommunen aufzurichten. Böß sei vom Berichterstatter nicht schlecht behandelt worden. Es bestehe kein Zweifel, daß der Oberbürgermeister eine Hauptursache für die Mißstände gewesen sei. Wozu habe man denn 55 Ausschußsitzungen abgehalten, wenn man ein Urteil über Dinge nicht fällen wolle, die in Patagonien und Feuerland schon bekannt seien. Der deutschnationale Abgeordnete Hilger=Spiegelberg betonte, daß alles anders in Berlin gewesen wäre, wenn der Oberbürgermeister nur seine Pflicht getan hätte. Das Unglück von Berlin sei doch nun einmal Böß gewesen. Für die Sozialdemokraten erklärte Abg. Drügemüller, Böß sei zu vertrauensselig gegenüber seiner Umgebung gewesen. Der Ausschuß könne in dieser Frage jedenfalls kein anderes Urteil fällen als das Oberverwaltungs= gericht. Der kommunistische Abg. Schwenk betonte, daß das Urteil der werktätigen Bevölkerung Berlins über Böß viel härter sei. Die Ausschußuntersuchungen hätten deutliche Anhaltspunkte dafür gegeben, daß auch noch auf anderen Gebieten der städtischen Verwaltung erhebliche Mißstände vorhanden sind, die dringend der Aufklärung bedürften. Das müsse der Ausschuß noch ergänzend feststellen. Abg. Bischoff(Wirtschaftspartei) wünschte gegen Böß eine schärfere Formulierung, da er der Hauptschuldige sei. Auch Abg. Christian(Deutsche Fraktion) lehnte eine etwaige Milderung der Feststellungen gegen Böß ab. * Ein Vertreter des Innenministeriums trat dem Vorwurf entgegen, daß die Aufsichtsbehörde nicht rechtzeitig und tatkräftig eingegriffen habe. Abg. Riedel zog schließlich im Verlaufe der Aussprache seine Formulierung zum Falle Böß zugunsten eines sozialdemokratischen Antrages zurück, der feststellt, daß Böß für die Organisationsmängel in der Berliner Verwaltung verantwortlich sei. Sämtliche Anträge wurden darauf einem Unterausschuß überwiesen. Am Mittwoch nachmittag wird der Sklarekausschuß zu seiner letzten Sitzung zusammentreten, um seine endgültigen Feststellungen durch Abstimmung zu treffen. Die Berliner Grundstückskauf-Skandale Berlin, 23. Juni. In dem Meineids= und Bestechungsprozeß gegen den Grundstückshändler und Architekten Karl Hiller wurde heute früh die eigentliche Verhandlung be9oppen..,: Legntragte„. 5i: Nahrna des Der Verteidiger beantragte u. a. die Ladung des Prinzen Friedrich Leopold von Preußen, des früheren Oberbürgermeisters Böß und des früheren Stadtkämmerers Karding, sowie von Günther Busch, dem Sohne des verstorbenen Stadtrates. Das Gericht begann mit der Vernehmung des Angeklagten. Hiller erklärte, was Beamtenbestechung sei, wisse er. Er bestreite aber, sich schuldig gemacht zu haben. Es sei ein Märchen, daß er von Busch zwischengeschoben worden sei. Die Idee mit dem DüppelGeschäft sei vom Bezirksamt Zehlendorf ausgegangen. Eine Kulturschande Der letzte deutsche Kriegsteilnehmer in Cayenne. Essen, 23. Juni. Zum Fall Paul Schwartz, des letzten deutschen Kriegsteilnehmers, der sich noch immer in der französischen Strafkolonie Cayenne befindet, erfahren wir, daß sich nunmehr auch ein französischer Rechtsanwalt, der Abgeordnete Eugene Frot, der Sache von Paul Schwartz angenommen hat. Es handelt sich bekanntlich um eine grundsätzliche Frage, die Frage der streitigen Staatsangehörigkeit. Um die formellen Schwierigkeiten, die bisher bestanden, zu beheben, hat nunmehr auch Rechtsanwalt Frot, wie kürzlich der deutsche Verteidiger Schwartz', Rechtsanwalt Dr. Grimm, an das französische Justizministerium einen Antrag auf Entlassung des Paul Schwartz aus dem französischen Staatsverband gerichtet. Es wäre zu wünschen, daß dieser Antrag endlich Erfolg hätte und so ein deutscher Kriegsteilnehmer, nach über 12 Jahren der Gefangenschaft, als letztes Opfer des Krieges endlich freigelassen würde. Mörder festgenommen Nürnberg, 23. Juni. In der Nacht zum Dienstag, kurz nach 12 Uhr, wurde durch die Gendarmerie der Kriegsbeschädigte Schlegel aus Ludwigslust, der bekanntlich in der Nacht zum Sonntag den Gendarmeriewachtmeister Zenk schossen hatte, aus dem Personenzug Probstzella— Kronach herausgeholt. Der Mörder war infolge des ergangenen Steckbriefes von Bahnbeamten während der Fahrt erkannt worden. Die sofort verständigte Gendarmerie konnte ihn überraschen und ohne Widerstand festnehmen. Er wurde in das Amtsgerichtsgefängnis Kronach eingeliefert. st Explosion in einer polnischen Pulverfabrik. In der staatlichen Pulverfabrik in Zagoschdzonie bei Kielce erfolgte am Montag während der Arbeitszeit eine Explosion. Zwei Arbeiter wurden auf der Stelle getötet Eine Person trug schwere Verletzungen davon. Als Ursache der Explosion wird Unachtsamkeit eines der Arbeiter angenommen. Das Meer gibt frei... Keine Leichen mehr im Wrack der„St. Philbert“ Paris, 28. Juni. Das Wrack des an der Loiremündung untergegangenen Dampfers„St. Philbert“ ist am Samstag von mehreren Tauchern untersucht worden, die die Bergung der in den Schiffsräumen vermuteten Leichen in Angriff nehmen und die Vorbereitungen für die Hebung des Wracks treffen sollten. Zum größten Erstaunen der Taucher waren in den Schiffsräumen keine Leichen mehr zu finden. Die Türen und Fenster des Schiffes sind wahrscheinlich infolge des hohen Seeganges, in den letzten Tagen herausgerissen worden, so daß man annehmen muß, daß die in den Kabinen liegenden Leichen durch die Oeffnung von der Strömung fortgetragen sind. Am Samstag nachmittag entdeckte ein Taucher schließlich zwei Frauen= und eine Männerleiche auf dem Schiffsdeck, die in den Ankerketten bzw. in der über Deck gespannten Zeltleinwand festgeklemmt waren. Die beiden Frauenleichen konnten an die Oberfläche befördert werden, während es nicht gelang, die Männerleich aus den Ankerketten zu befreien. Außerdem wurden am Samstag von verschiedenen Dampfern und Fischerbooten 37 Leichen aufgefischt und 30 andere Leichen an die Küste gespült. Sie befanden sich zum größten Teil in einem Zustand fortgeschrittener Verwesung und waren stark verstümmelt. Trotzdem gelang es, zwanzig zu identifizieren. Aus hygienischen Gründen wurden sie eingesargt und sofort beigesetzt. Verfrühl! Die Schwierigkeiten einer praktischen Verwendung des Schienenzeppelins. Berlin, 23. Juni. Verschiedentlich sind in der Presse Vermutungen aufgetaucht über die weitere Verwendung des Propellertriebwagens des Diplomingenieurs Krugenberg, die weit den Tatsachen vorauseilen. Einfacher läge die Verwendung des Propellertriebwagens, wenn ein besonderer Schienenstrang zur Verfügung stände. An den Bau einer besonderen Strecke ist bei der augenblicklichen Finanzlage in Deutschland nicht zu denken, würde doch allein ein Kilometer einer neuen zweigleisigen Hauptbahn bei gerader Linienführung ohne Wegeübergänge 750000 Mark an Baukosten erfordern. Aber auch auf einen besonderen Schienenstrang müßte die Begegnung mit Propellertriebwagen erprobt werden. Tatsächlich beabsichtigt Diplomingenieur Kruckenberg eine weitere Konstruktion des Wagens. Die Reichsbahn fördert und unterstützt selbstverständlich die neuen Versuche und Konstruktionen des Triebwagens. Die Zeppelin=Nordpolfahrt abgesagt Friedrichshafen, 23. Juni. Die geplante Nordpolfahrt, bei der ein Stelldichein mit dem Polarforscher Wilkins geplant war, wurde nun endgültig abgesagt. Wilkins hat bekanntlich mit seiner „Nautilus" bereits Schiffbruch erlitten. Der Luftschiffbau plant eine Art Arktisfahrt über Sibirien und das Carybische Meer, die Ende Juli angetreten werden soll. Wilkins gibt nicht auf London, 23. Juni. Bei seiner Ankunft in Cork(Irland) erklärte Sir Herbert Wilkins, er werde nach den erforderlichen Ausbesserungen seine Fahrt fortsetzen und er hoffe, noch im August den Nordpol zu erreichen. Lokaltermin in Scheuen Lüneburg, 23. Juni. Das Lüneburger Landgericht begab sich am Montag zu der ehemaligen Fürsorgeanstalt Scheuen, die heute als Kindererholungsheim dient, um dort einen Lokaltermin abzuhalten. In anmutiger Umgebung liegen Baracken und Häuser lang hingestreckt. In einem der Zimmer wurde in Gegenwart der Prozeßbeteiligten die Szene noch einmal aufgeführt, wie der Anführer der Straubegarde, der Zögling Schulz, mit einem schweren eisernen Stuhl auf den Zögling Rettich einschlägt. Die Zöglinge erzählten, wie Straube während dessen an der Tür stand und zusah. Straube selbst erklärte jedoch, er könne sich daran garnicht erinnern. Besondere Aufmerksamkeit wurde dem Fall Ledebur zugewandt. Es steht nunmehr einwandfrei fest, daß Ledebur vor der anrückenden Straube=Gruppe fliehen wollte, vom Zögling Schulz aber mit einer Hacke niedergeschlagen wurde. Bei dieser Darstellung im Lokaltermin kam es zu scharfen Auseinandersetzungen zwischen den Verteidigern Straubes und Dr. Löwenthal, weil die Fragen Löwenthals abwegig seien. Diese Zusammenstöße wurden heftiger, als Straube zugeben mußte, daß und wie er Puls geschlagen hat. Nach dreistündigem Aufenthalt wurde der Prozeß vom Landgerichtsrat Echter auf Mittwoch vormittag vertagt. Thielecke legt Revision ein Der zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilte Muttermörder Thielecke hat Revision beim Reichsgericht eingelegt. Sein Verteidiger begründet diesen Schritt damit, daß nach dem Gutachten der Sachverständigen die Zurechnungsfähigkeit Thieleckes nicht feststehe, und daß das Gericht auch nicht Notwehr oder wenigstens vermeindliche Notwehr hätte ausschließen dürfen. Auch sei der Vorsatz zur Tötung nicht nachgewiesen. Znnächst nach Berlin! Amerikanische Flieger zum Weltrundflug gestartet. Newyork, 23. Juni. Auf dem Flugplatz Roosevelt Field sind die ameriPost und Gatty in den frühen Mordienstag zum Flug nach Harbour beabsi absichtigten Weltkanischen Flieger genstunden des Dienstag. zu Grace als der ersten Etappe des beabsichtigte rundfluges gestartet. Sie planen einen Ohnehaltflug von Harbur Grace nach Berlin. Elf Tote bei einer Explosion in einer englischen Marinepulverfabrik London, 23. Juni. Am Dienstag ereignete sich in der NitroglyzerinAbteilung der Marinepulverfabrik Holton=Heath bei Poole, 70 Kilomter westlich von Portsmouth, eine schwere Explosion. Bisher wurden 11 Tote und mindestens 10 Verwundete festgestellt. Untergang eines Segelbootes in der Ostsee. An ###: Seelends ging am Montag infonge schweder Norvauste Sexianog gung am Montag infolge rer See der Segler„Manu“ aus Hamburg unter. Die Besatzung, die aus drei Mann bestand, konnte durch einen dänischen Kutter gerettet werden. * Erdbeben auf Neuseeland. In ganz Neuseeland wurden am Dienstag starke Erdstöße verspürt. In verschiedenen Ortschaften wurden die Straßen und Wasserleitungen zerstört und beträchtlicher Schaden in den Häusern angerichtz.,.. D4..hns scanste) * Der Brand im Hafen von St. Johns(Kanada) gelöscht. Wie die Telegraphen=Union von der Hamburger burger Agentur der Kanada Pacific=Linie exfährt, konnte nach einem Londoner Telegramm der Brand im Hafen von St. Johns inzwischen gelöscht werden. Phllberl“ 8. Juni. untergeganamstag von e die BerLeichen in für die Hevaren in u finden. wahrlesein etzten Tagen ehmen muß, n durch die sind. Am r schließlich dem Schiffsber Deck ge1. Die beiche befördert Nännerleiche erschiedeLeichen die Küste tem Zustand ark verstümdentifizieren. gesargt und vendung des 23. Juni. Vermutungen g. des ProEerrgsngege. cher lage die venn ein bestände. An der augenst zu denken, uen zweigleig ohne Wegefordern. Aber g müßte die srobt werden. r Kruckenberg e Reichsbahn e neuen Ver3. gelgot 23. Juni. n Stelldichein ir, wurde nun ich mit seiner Der Luftschiffirien und das en werden soll. 23. Juni. erklärte. Sir erforderlichen und er hoffe, en. 23. Juni. ch am Montag uen, die heute t einen Lokalung liegen Bainem der Zimzbeteiligten die Anführer der einem schweren einschlägt. Die d dessen an der lärte jedoch, er Fall Ledebur dfrei fest, daß Gruppe fliehen it einer Hacke tellung im Lonandersetzungen id Dr. Löwengig seien. Diese traube zugeben gen hat. Nach Prozeß vom emittag vertagt. ein urteilte Mutterchsgericht eingeSchritt damit, indigen die Zuse, und daß das ns vermeindliche sei der Vorsatz lug gekartet. k, 23. Juni. sind die amerien frühen Mornach Harbour sichtigten Weltm Ohnehaltflug xplosion verfabrik " 23. Juni. r Nitroglyzerinsolton=Heath bei sortsmouth, eine Tote und minder Ostsee. An ag infolge schweiburg unter. Die id, konnte durch n. ganz Neuseeland se verspürt. In ie Straßen und icher Schaden in Johns(Kanada) von der Ham=Linie erfährt, amm der Brand gelöscht werden. Bochumer Anzeiger u. Gen. Anz. Handel- Gewerbe- Indultrie 24. Juni 1931 Der Akticnindex Der vom Statistischen Reichsamt errechnete Aktieninder(1924 bis 26 gleich 100) stellt sich für die Woche vom 15. bis 20. Juni auf 73,1 gegenüber 73.2 in der Vorwoche, und zwar in der Gruppe Bergbau und Schwerindustrie auf 66.2(65.), Gruppe verarbeitende Industrie auf 63.5(63.7) und Gruppe Handel und Verkehr auf 96.1(96.). Durch die Kurssteigerungen an der Montagsbörse hat sich der Aktienindex stark erhöht. Er stellt sich für den 22. Juni 1931 auf 78.3, und zwar in der Gruppe Bergbau und Schwerindustrie auf 73.7, Gruppe verarbeitende Industrie auf 68,1 und Gruppe Handel und Verkehr auf 100.0. Wieder Devisenangebotc Die Rückwirkungen des Hooverschen Moratoriumsplanes traten an der gestrigen Berliner Börse noch stärker als am Montag in Erscheinung. Während sich am Montag Angebot und Nachfrage am Devisenetwa ausglichen, überwog am Dienstag schon Der Dollar wurde auf 4,2090 erBeunene Bal-Ramm Auf dem Wege zur Wirtschaftlichkeit— Ausbau des Streckennetzes der wurde). ermarkt wieder das Angebot. mäßigt. Deutscher Induftrie- und Handelstag Sommertagung in Düsseldorf. Der Deutsche Industrie- und Handelstag hielt am 23. Juni seine sehr zahlreich besuchte Hauptausschußsitzung in Düsseldorf ab. Den größten Raum der Beratungen nahm naturgemäß die Besprechung der gegenwärtigen wirtschaftspolitischen Lage ein. Aus allen Teilen des Reiches und aus allen Gewerbezweigen wurde dem überaus großen Ernst der Lage Ausdruck gegeben. Um so mehr wurde der große und starke Schritt des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika begrüßt und der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß die europäischen Gläubigerländer nicht hinter Amerika zurückstehen möchten. Im übrigen wurde betont, daß es jetzt auf entschlossene Arbeit staats- und finanzpolitischer Art zur Rettung des Staates und der Wirtschaft ankomme. Endgültig Beschluß gefaßt wurde über die nach der Vereinbarung zwischen dem Reiche und den Ländern neu zutreffenden Einrichtungen für Prüfung und Zulassung von Wirtschaftsprüfern. Die in dieser Vereinbarung vorgesehene Hauptstelle beim Deutschen Industrie- und Handelstag wird demnächst errichtet werden. Es ist anzunehmen, daß alsbald auch die einzelnen Zulassungsstellen ins Leben treten werden. Kleiner Optimismus bei Glanzitoff Justizrat Gottschalk verlangt Auflösung der Gesellschaft. Die ordentliche Hauptversammlung der Ver. Glanzstoff-Fabriken AG. in.-Elberfeld genehmigt gegen die eine Stimme von Justizrat Gottschalk, der Widerspruch zu Protokoll gab, den bekannten Verlustabschluß. Der sich nach.59 mark Abschreibungen ergebende Verlust von.73 Millionen Reichsmark wird auf neue Rechnung vorgetragen(im Vorjahre 58.62 Millionen Verlust, zum größten Teil aus der Reserve gedeckt Der Aufsichtsratsvorsitzende, Dr. Blüthgen, klärte u.., daß zwar der Preisrückgang für Kun seide weiter anhalte, daß aber die tig genug dastehe, um auch einer längeren Krisenzeit standzuhalten. Die Erwartungen über die Bedeutung der Kunstseide und ihre mengenmäßige Entwicklung seien nicht enttäuscht worden. Ein Teil der Abschreibungen sei für den Zwggo,gedecht, etwaigen Preissenkungen auf, Grund des Kon#urrenzkampfes folgen zu können. Die Syndikatsverhandlungen begegneten ziemlichen Schwierigkeiten, die man jedoch zu überwinden hoffe. Zusammenfassend könne gesagt werden, daß man zwar noch einer unbefriedigenden Gegenwart gegeni stehe, daß aber auch bescheidene Ansätze zueiner Besserung zu verzeichnen seien. Justizrat Gottschalk stellte sich auf den Standpunkt, daß Glanzstoff heute nur noch eine Zweigniederlaslung von Aku sei. Aus diesem Grunde dürfte keine Ertragsbilanz mehr, sondern eine Liquidationsbilanz vorgelegt werden. Es müsse eine wirtschaftliche und rechtliche Auflösung der Gesellschaft erfolgen. Die Verwaltung ging auf diese aktienrechtlichen Ausführungen Gottschalks nicht ein. Mitgeteilt wurde von der Verwaltung noch, daß auch die amerikanische Tochtergesellschaft eine Produktionssteigerung aufzuweisen habe, jedoch lägen die Preise ir Amerika außerordentlich niedrig. Die deutsche Milchwirtschaft Jahreserzeugung rund 220 Milllarden Liter Mlich. Der Unterausschuß für Landwirtschaft des Enquete-Ausschusses übergibt jetzt seine Untersuchungen über die deutsche Milchwirtschaft der Oerfentlichkeit. Danach stellt die Milchwirtschaft mit rund 220 Milliarden Liter Milch jährlich im Werte von 8 bis 4 Milliarden Reichsmark eine der größten und wichtigsten Zweige der deutschen Landwirtschaft dar. Durch Ausbau des Kontrollvereinswesens, des Molkereiwesens, der Frischmilchversorgung, der Milchverarbeitung, des Notierungswesens und der Preisverhältnisse sei die Möglichkeit einer weiteren Steigerung in der Mileherzeugung gegeben. Nach den getroffenen Feststellungen fließt von der in Deutschland überhaupt erzeugten Kuhmilch reichDie Deutsche Lufthansa AG.(Berlin) hat 1930 eine Entwicklung genommen, die unter den gegebenen Verhältnissen als recht befriedigend zu bezeichnen ist. Den Bemühungen der Gesellschaft ist es gelungen, die Eigenwirtschaftlichkeit erneut wesentlich zu verbessern. Die Ausgaben konnten um .5 Millionen Reichsmark ermäßigt werden. Dieser Betrag kam in seiner vollen Höhe der öffentlichen Hand zugute, die ihre Beihilfen entsprechend senken konnte. Die Passageeinnahmen sind um fast 10% zurückgegangen, während die Kilometerleistung nur um 5% niedriger war. Die Frachteinnahmen entsprachen etwa denen des Vorjahres, während die Einnahmen aus der Postbeförderung stiegen. Dieser Zunahme ist es in erster Linie zu verdanken, wenn die eigenen Einnahmen um.4 Millionen Reichsmark höher als im Vorjahre waren. Vorläufig wird der Luftverkehr nicht ohne die Unterstützung der Regierungen auskommen; die durch die Erhöhung der Wirtschaftlichkeit jeweils freiwerdenden öffentlichen Mitteln dürfen noch auf längere Zeit hinaus zum Ausbau neuer technischer und verkehrspolitischer Aufgaben benötigt werden. Im Berichtsjahre wurden die europäischen Linien weiter ausgebaut. Weiterhin traf man Vorbereitungen für den Luftpostverkehr nach Süd- und Nordamerika sowie nach dem fernen Osten. Mit dem Zeppelin-Konzern fand auf der Strecke nach Südamerika die erste praktische Gemeinschaftsarbeit statt, die im laufenden Jahre ihre Fortsetzung finden soll. Im Europadienst betrug die Flugleistung insgesamt.45(.28) Millionen Kilometer. Besonders stark gestiegen sind der Postund Frachtsonderverkehr(um 65,4 Prozent) und die sonstigen Erwerbsflüge einschl. Zeitungstransport (um 31,2 Prozent). Die Alpenstrecke München—Mailand wurde in den Planverkehr eingereiht, neu in Betrieb genommen wurde ferner die Reichspostlinie nach Istambul, deren spätere Verlängerung nach Bagdad den Anschluß an das persische, indische und australische Luftverkehrsnetz erbringen soll; ein Versuchsflug nach Bagdad wurde bereits durchgeführt. Das innerdeutsche Streckennetz wurde durch Fortfall mehrerer kleinerer Linien weiter verbessert, die Kurzstrecken machten Ende 1930 nur noch 40 Prozent (1928 55,3 Prozent des Streckennetzes aus. Im außereuropäischen Dienst konnte die Flugleistung erheblich verstärkt werden, im Südatlantikverkehr um 43,5 Prozent auf.88 Millionen Kilometer und im Nordatlantikverkehr um rund 75 Prozent auf rund.067 Millionen Kilometer. Im Südatlantikdlenst konnte die Beförderungsdauer nach dem Süden von Brasilien(die Beförderung erfolgt z. T. durch Dampfer) auf zehn Tage herabgedrückt werden. Der Flugzeugverkehr der Gesellschaft bestand Ende 1930 aus 131(148) Flugzeugen neuzeitlicher Bauart, unter denen sich 43(42) Großflugzeuge befanden. 15 Flugzeuge und 30 Motoren wurden neu in den Dienst gestellt. Die der deutschen Luftfahrtindustrie erteilten Aufträge erhöhten sich auf.6(.5) Millionen Reichsmark. Die Regelmäßigkeit des Dienstes hat sich mit Rücksicht auf das besonders schlechte Wetter etwa auf 90(91.2) Prozent verschlechtert. Bemerkenswert und sehr erfreulich ist, daß die Sicherheit erneut zugenommen hat. Es entfiel im Berichtsjahr je ein Flugzeug mit Personenschäden auf 1510 445(1929: 1 497779) Kilometer. Die Zahl der Flugzeugbeschädigungen hat sich um über ein Drittel verringert. Die Ertragsrechnung weist nach 19.82(21.04) Millionen Reichsmark Betriebskosten.62(.03) Handlungsunkosten,.22(.54) Abschreibungen(im Vorjahre noch.69 Millionen Reichsmark Zinsen) einen kleinen Reingewinn von rund 8400(14000) Reichsmark aus, der wieder vorgetragen werden soll. Die Liquidität der Bilanz ist befriedigend. Dülfeldorf: behauptet Tellweise höher. Nach der gestrigen Steigerung eröffnete die heuBörse in behaupteter Haltung. Wintershall setzniedriger ein, eine vorübergehende 915 zunächst 8 Prozent niedriger ein eine Kurserhöhung ging im weiteren Verlauf wieder verloren. Des ferneren gingen Rheinstahl, Mannesmann und Westeregeln um. Terminwerte Aschersieben Barmer Bankverein Darmst.-.Nat.-Bk. Oe--Bank... Essen. Steinkohlen Feldmöhle Papier Geisenberg Goldschmidt... Harpener Bergbau Hoesch..... arstadt 74.— 159.50 192.— 46.25 134.— 108.— 22.3 57.— 58.50 68.— 73.— 151.50 189.— 47.25 134.— 112.50 Von Kohlenwerten kam es auf ungefähr gestriger Basis zu Umsätzen in Lothringen, Dahlbusch, Carolus Magnus, Graf Schwerin und Ewald. Heinrich wurden 400 Reichsmark höher umgesetzt. Recht lebhaftes Geschäft entwickelte sich in Beienrode zu gestrigen Kursen. Die übrigen Kalipapiere notierten durchweg höher; so in erster Linie Hansa-Sil berberg im Zusämmenhang mit dem bekanntgewordenen Umtauschangebot in Westeregeln-Aktien. Braunschweig-Lüneburg, Einigkeit, Habighorst, sollstedt und Ransbach wechselten zu steigenden Preisen ihre Besitzer. Burbach-Aktien gingen verschiedentlich zu letzten Kursen um. Köln: am Schluß feiter Die Börse eröffnete bei behaupteter Tendenz mit nicht einheitlicher Kursgestaltung. Die Veränderungen nach beiden Seiten betrugen etwa 2 Prozent. Im Verlaufe wurde das Geschäft lebhafter. Die Kurse konnten unter Schwankungen bis 1½ Prozent anziehen. Der Einheitsmarkt verlief überwiegend schwächer. Versicherungen ruhig. Die Börse schloß eher etwas fester. lich ein Drittel durch die Molkereien, die etwa Zweidrittel der molkereimäßig erfaßten Milchproduktion und nahezu vier Fünftel der Buttererzeugung in Händen haben. Quer durch die Wirtschaft Der Wicking-Konzern, der bereits im Jahre 1930 einen Teil des insgesamt 800 000 RM. betragenden Aktienkapitals der Portlandzement- und Kalkwerke Wilhelm Schlenkhoff .-G.(Herne) erwarb, hat nun in diesen Tagen auch den restlichen Teil des Grundkapitals in Höhe von etwa 50% übernommen, so daß sich die Gesellschaft nunmehr ganz im Besitze des Wicking-Konzerns befindet. Zu gleicher Zeit sind die Wicking-Werke nach einem besonderen Uebereinkommen als Mitinhaber der Holz- und Baustoffgroßhandlung Schlenkhoff.-G.(Dortmund-Herne), ausgeschieden. Die Kunstseldenspinnerei Herminghaus& Co., G. m. b. H. ist zur Zeit damit beschäftigt, ihre Abteilung Kunstseidespinnerei in Vohwinkel wegen Unrentabilität stillzulegen. Die Bemühungen der Liquidatoren der Kali-Gewerkschaft Hansa-Silberberg haben den Erfolg gehabt, daß die Consolidirten Alkaliwerke Westeregeln für die Uebernahme des Werkes eine Entschädigung von nominal 6200 Reichsmark jungen Westeregeln-Stammaktien für jeden Kux Hansa-Silberberg leisteten. Versicherungstheorie und-Praxis im Lebensversicherungsgeschäft zeigen eine Differenz von 81 Prozent, d. h. die tatsächliche Sterblichkeit beträgt nur 69 Prozent derjenigen, die von den Theoretikern der Lebensversicherungsgesellschaften in Rechnung gestellt wird. Der Vorstand des Verbandes Deutscher Waren- und Kaufhäuser e. V. hat die Einrichtung einer Vertrauensstelle zur Bekämpfung illovalen oder unfairen Verhaltens von Lieferanten, Lieferantenvertretern und Einkäufern beschlossen. Dividendenvorschläge Portlandzement und Kallwerke Anna AG. In Neubeckum. 26 321 Reichsmark Verlust(im Vorjahre 4 Prozent).— Lübecker Maschinenbau AG. In Lübeck.(Orenstein& Koppel)..45 Millionen Reichsmark Reingewinn (im Vorjahre.40 Millionen). Daraus wieder 10 Prozent. — Accumulatorenfabrik AG. In Berlin-Hagen. Wie gemeldet, 12 Prozent(im Vorjahre 8 Prozent zuzüglich 10 Prozent Bonus). Nach 1,18(.29) Millionen Reichsmark Abschreibungen einschließlich 39 276 Reichsmark Vortrag ein Reingewinn von.303(im Vorjahre.319) Millionen Reichsmark.— Maschinenfabrik vormals Beck& Henschel A0. In Kassel. 66 609 Reichsmark sollen zur Deckung des Verlustvortrages von 63 416 Reichsmark Verwendung finden. — Dynamit AG. vormals Nobel& Co. In Hamburg. Nach Abschreibungen von.64(.46) Millionen Reichsmark bleibt ein Reingewinn von.684(.040) Millionen Reichsmark. Daraus, wie schon gemeldet, 6 Prozent(im Vorjahre 6 Prozent) und 1 Prozent auf Grund des.-.-Vertrages mit der I. G. Farben). In der Generalversammlung am 29. Juni soll bekanntlich durch Fusion die große deutsche .-.-Sprengstoff zustande kommen. Generalversammlungsbeschlüffe F. W. de Fries A6. für Schrauben- und Nietenfabrikation In Hemer. 101 854 Reichsmark Verlust, dessen Vortragung genehmigt wurde(im Vorjahre 6 Prozent aus 73 906 Reichsmark Reingewinn).— Anthrazitgrube Carl Friedrich AG. für Bergbau und verwandte Industrien in Aachen-Kohlscheid. Der Gewinn von 31 488 Reichsmark wird zur Verminderung des Vorjahresverlustes von Reichsmark verwandt.— Gewerkschaft Carl Friedrich. Anthrazitgrube Im Wurmrevier. 226 375 Reichsmark Verlust werden vorgetragen. Der Gesamtverlust erhöht sich dadurch auf.7 Millionen Reichsmark bei einem Aktienkapital von.5 Millionen Reichsmark.— Kunstseiden AG. vormals Benrath In Barmen. Der Reingewinn von 14 483 Reichsmark wird vorgetragen.— Gewerkschaft des Steinkohlenbergwerks Langenbrahm in Essen. Der bekannte Abschluß wurde von der Gewerkenversammlung genehmigt. Für das zweite Vierteljahr gelangt eine Ausbeute von 100 Reichsmark pro Kux zur Ausschüttung.— Gewerkschaft des Steinkohlenbergwerks Carolus Magnus In Essen. Die Gewerkenversammlung genehmigte ohne Erörterung den bekannten Abschluß. Börlen vom 23. Juni Newyork, Anfang: Schwach. Amsterdam: Leichter Rückschlag. Brüssel: Sehr unregelmäßig. London: Zuversichtlich und gut behauptet. Paris: Unsicher und schwächer. Mailand: Fest. Wien: Weiter befestigt. Zürich: Uneinheitlich. Berlin: Terminmärkte uneinheitlich, : Kaffamarkt felt Auf die Hausse an der gestrigen Mittagspause zeigte der Frankfurter Abendverkehr bereits eine gewisse Reaktion, doch nannte man heute vormittag schon wieder etwas festere Kurse, da man glaubte, daß sich die Deckungen heute fortsetzen würden. Die Festigkeit der Reichsmark, die Hausse an den internationalen Börsenplätzen, vor allem aber die Nachfrage nach deutschen Werten, so in Newyork nach Young- und Dawes-Anleihe, regten ebenfalls stärker an. An der Vorbörse und dann auch zu Beginn des offiziellen Verkehrs wurde es jedoch kursmäßig wieder etwas schwächer, während die Grundtendenz weiter zuversichtlich blieb. Die Bankenkundschaft hatte die stark erhöhten Kurse zu Gewinnmitnahmen benutzt, auch aus dem Auslande (Holland, Schweiz und Tschechoslowakei) lagen einzelne limitierte Verkaufsorders vor. Die ersten Kurse zeigten Rückgänge von 3 bis 5 Prozent, doch waren auch Besserungen in demselben Umfang festzustellen. Die Spekulation hielt sich heute ziemlich zurück. Neben verschiedenen Minus-Minus-Zeichen waren auch einzelne Plus- Plus-Zeichen an den Makler-Tafeln festzustellen. Das Geschäft war wesentlich ruhiger als gestern. Im Verlaufe wurde es nach zunächst weiterer Abschwächung wieder auf höhere Auslandsmeldungen fester, doch konnten sich die im Verlaufe erzielten Gewinne nicht immer voll behaupten, so daß die Kursgestaltung später ziemlich uneinheitlich war. Neubesitz-Anleihe lag ebenfalls schwächer, während sich Reichsschuldbuchforderungen behaupteten und Pfandbriefe eher etwas gefragt waren. Bis zum Schluß blieb die Tendenz an den Terminmärkten außerordentlich widerstandsfähig. Die Schlußnotierungen lagen nicht ganz einheitlich, die Verminderungen gegenüber der Eröffnung betrugen bis zu 2½ Prozent nach beiden Seiten. Am Kassamarkt war die Tendenz bei lebhafterer Teilnahme des Publikums fest, besonders Versicherungsaktien und einige Brauereien. Asch.-Mönch. F. dachen Röck. Agripp. See Fl. Allianz Leben.. Allianz u. Stuttgart. Vers. Colonia Feuer kleine Col. Rückvers. Gladb. Feuer Kölner Hage! Kölner Lioyd Kölner Rückv. große Kölner Rückv. Kleine Rh.-W. Lloyd..—. Union Hagel...—. Viktoris Allgemeine[2030. 23. 6. 500.— 67.— 250.— 390.— 269.— 22. 6. 567.— 250.— 490.— 265.— Frankfurt: abgeschwächt An der Abendbörse neigte die Tendenz unter Schwankungen überwiegend etwas zur Schwäche, da weiter kleine Realisationen vorgenommen wurden, denen keine nennenswerten Kauforders gegenüberstanden. Nach anfangs uneinheitlicher Kursentwicklung überwogen im Verlaufe Rückgänge von 1 bis 2 Prozent. Gegen den Berliner Schluß waren nur Kaliwerte bis zu 4 Prozent abgeschwächt. Ein verstimmendes Moment bildete die Abschwächung der Reichsmark, der Dollar wurde im Freiverkehr mit 4,21 genannt, nachdem er mittags noch 4,2075 gehandelt wurde. Man führt dieses auf weitere französische Kreditabzüge zurück. Verstimmend wirkte ferner der schwächere Beginn der heutigen Newyorker Börse. Berliner Produktenbericht Berlin, 23. Juni 1931 Kunid euisgenstcn bengt Stnich unt benin unr iuntüienen sonst per 100 Klogramm heute 9rge 272-274271-273 211—213210—212 188—203 190 266 171—175 171—175 32.-37.5/32.-37.2 Weizen märk. Roggen märk. Futtergerste Hafer mark., Weizenmehl Roogenmehl 70% as—.—.— „ 60% 25.7 31.2128.-30.7 Weizenkleie. 13.-14.0 15.-14.2 Roggenkleie 112.-12.71127-13.0 Viktoriaerbsen 26.-31.0s26.-31.0 Kleine Erbsen—.—.—.—. Futtererbsen Peluschken Ackerbohnen Wicken Blaue Lupinen Gelbe Lupinen Seradella neu Rapskuchen Leinkuchen Trocken-Schnitzel Kartotfelflocken heute vorige 19.-21.0s19.-21.0 26.-30 026.-30.0 19.-21.0s19.-21.0 24.-26.024.-26.0 16.0 17.5/16.-175 22.0 27.0/22.0 27. .3..9 9. 3..5 13.-13.2s13.-13.2 .67.7.-.8 * Altenessener Schweinemarkt vom 23. Juni 1931. Auftrieb: 1322 Stück. Es kosteten im Großhandel: Ferkel(Durchschnittspreise) 6 bis 8 Wochen alte 7 bis 10 Reichsmark, 8 bis 12 Wochen alte 10 bis 15 Reichsmark; Läuferschweine: 3 bis 4 Monate alte 15 bis 20 Reichsmark, 4 bis 6 Monate alte 20 bis 35 Reichsmark; größere entsprechend höher. Marktverlauf: sehr langsam. Berliner Metallnotierungen Berlin, den 23. Juni 1931 Wo rmur vuriodon neh ad loggr n donuenant ür oromnte iotuung und Bezahlung für je 100 Klogramm) Elektrolstkupter(wirebars) prompt, eit Hamburg. Bremen oder Rotterdam.......... Standard-Slesper Originalhüttenaluminium 98—9% in Blöcken desgl. in Walz oder Drahtbaren.. Banka-, Straits, Australzinn in Verkäuferswahl Höttenzinn, mindestens 99%. Reinnickel. 98-99% Antimon-Regulus... 180####..... Sliber, 1 Kilogramm, ca. 1000 Feinheit.. Gold. 10 Gramm Altplatin per Gramm(Abfälle) Circapreis Techn. reines Platin per Gramm, detailoreis Berliner Börsenkurse Reichsbankdiskont 7%— Lombardzinztuß 5% Berlin, den 23. Juni 1931 Industriewerte Div. lheute, vorlg. Ekumulatoren 8142.2/133.0 Ga. Peser Chem. Heyden 0 70.5 76.0 0 18.0 12.2 95.1 97.0 14 79.0 77.5 10 80.0 5 57.5 12 * Aku Alexanderwerk 4f. g. Alsen Portland Ammend. Papier Anhalter Kohlen Aschaftb. Zeilst. Augsb.-N. Masch. 6 59.0 eeg 4luten. baer& Stein Balcke Maschin Bamberger Maiz Baroper Walzw. Basalt Bast& Co. Begr., Motoren J. P. Bemberg Jul. Berger Bergmann El. Deri. Gub. Hutt. " Carisr. Ind. " Maschinen öston u. Monier Bösperd. Walzw. Braunk. u. Brik. 76.0 51.2 550 30.0 19.5 12157.0157.0 0 46.7 44.5 0 83.8 91.0 20203.(206.5 0 69.0 71.0 191979 161167.0 o 41.7 81.0 36.5 400 8 52.5 50.0 0 42.0 42.0 Braunk. u. vnv. 10 1S 0 2 0 Braunschw. Kohl. 10210.0210.0 " Jute 4 63.0 Breitenb. Zemont# 48.2 Bremen-Besigh. 0 46.7 46. Wollk. 10119.5122. Brown-Boven Buderus #k Gulden S 53.0 52. 41.7145. 4 38.0 38.0 74 79.5 80.0 S 44.7 39.5 5 43.0 44.0 31.0 23.2 0 39.0 37.5 8 105.2107.0 Giektr. Lietzewv. 119 1115 " Licht u. Kr 10 110.7/110.0 Engelh. Brauerei 13 122.|125.0 Enzinger Erdmannsd. Sp. Erlang. Baumw. Eschw. Bergw. Excelsior Fährr. Gelsenk. Albert Concord. Spinn. Conti-Gumm Cröllwitz Papler Naimler Motor 0 26.7 27.5 Otsch. Atlant. 8 78.7 79.0 Otsch. Conti Gas 9120.4125.0 Asphalt S 55.0—. Babcon 7 70.0 62.5 Er651 S 67.7 70.5 Jute 0 41.5 40.0 Kabel 9 39.8 40.0 Linoleum S1 65.0 64 0 Schachtb. 71 69.2 67.0 Steinzeug 15/101.0 96.0 Tel. u. K..9 89.7 58.7 ens Saichtl 3. 855 Eisenh. 0. Dörffler 0 46.0 46.0 Otmd. Akt.-Brau. 17/137.0135 0 Ritt.-Brau. 20 164.0157.0 Union-Brau. 18 1 66. 0/158.0 101111.51107.7 Mirech-Kupfer 71115.01110.0. Hoch-Tiefbau 7 63.5 62.5 Hoesch 6 55.1 58.5 Hoffmann Stärke 4 50.0 46.2 Hcheniche-Werk 5 31.0 34.0 Ph. Holzmann 8 79.5 80.5 Hotelbetr.-Ges. 10 93.0 90.0 Hubertus Braunk. 81119.0 119.0 Huta Breslau 6 46.0 47.5 7 0—.„ 71.0 71.0 14 201.0201.0 0.9.0 gahlb. List&am; Co. 0 24.4 23.5 I Farbenind. I. 6. 12/135.2 1138.7 Dresd. Gardinen Schneilgr. Dürener Metall Dürkoppwerke Düsseld. Diet. Br. Höf. Br. kammg. Oynamit Nobel ggestorf Seirw. 9 89.2 I Eisenb. Verkm. 10 120.0114.0 Elektra Dresden 12140.0131.0 37.7 29.5/28.0 10—. 32.0 17230.02300 * 0— 9 11.0 99 2 Zur Ausführung aller börsenmäbigen Geschäfte empfichlt sich Bankhaus Mahnert& Düppe Bochum, Alleestraße 19 10/103.7 102.0 65 72.71 72.7 0 11.0 10.0 6/109.0 109.0 7 31.2 Feldm. Papier Feiten& Guill. Frankt. Masch Friedrichshütte Enster A. 6. Froebein Zucker gebhard& König Gelsenk. Berg. Germania Portl. Gerresh. Glas Ges. f. ei. Untern. Gildemeist.& Co. Girmes& Co. Gladb. Wollind. Glasm. Schalke Glauz. Zucker Gluckauf Geisk. Gebr. Goedh. Düs. 12—. Th. Goldschmidt 0 41.0 duano-Werke Gritzner Masch. Grün& Biltinge: Gruschw. Textil E. Gundlach 60.7 11.0 58.0 103. 0 10— 11 108.0 10/1105 35 60.0 101132.0 53.5 43.5 32.0 15/159 0 48.0 4 65.5 73.0 58.0 106.0 106.0 107.0 54.0 131.0 39.5 41.0 27.0 146.0 45.0 69.0 HPhrrm.4 Soch u##.0 Hackstnal Dra. 0l 87.0 Hagede„ 8 76.0 Hallesche Masch. 4 80.0 Hamb. El. Werke 10/106. 4 Hammersen 9 Hann, M. Egest. 0 23.2 Harb. Eisen# Gummi 4 0 HerpenerBergbau Heia, Lehm. a Co. Hemmoor Portl. Hüpert Masch. Hindriche-Auft. -ase- Ai. wagdeb. Ber 60.0 37.5 88.0 55.9 Ise Bergbau IIse Genuß Isenbeck Brau Jeserich Asphalt I J. A. Jonn Akt. Mar Jödel& Co. Junghans Gebr. ahla Porz. Kaiser-Keller Kaliwerke Asch. Karstadt Kirchner& Co. Klauser Spinn. cöckvernache H. Knorr Koch, Adlernäh. Koin-Neuessen -Gas u. E. Kdisch Walzeng. Konigs-Brauerei König Wilhelm Kontinental Asph. Körting. Godr. Kötitzer Leder W. Krettt Kromschröder Kronprinz Metall Gebr. Krüger Küppersb.& Co. rahmeyer& Co. E Laurahdtte Leonhard Braun Leopoldgrube 59.0Uindes Eismasch. Cari Lindström1 C. Loronz Lüdenscheid Met. Lüneburg. Wache 10143.0 10 93.0 78.0 148.0 95.0 75.0 29.5 95.0 30.1 25.0 49.0 123.0 29.1 22.0 54.0 143.0 41.0 59 5 47.7 29.0 110.0 138.0 26.7 94.0 30.0 24.0 49.0 130.0 33.5 27.2 16.0 56.4 143.0 41.0 63.0 47.1 21.0 110.0 188.0 97.5 52.5 20.0 69 5 46.0 73.0 28.0 76.7 110.7 31.0 123.0123.0 26.5 25.2 134.0 129.0 240.0231 0—.— 6 49.7 47. 6. Berg Magdeb. Mühlen Mannesm. Werke Mansteld. Bergd. Marie, kons. Bw. Martini&Hünecke Masch.-B. Untern. Marimil. Hütte Mech. Web. Lind. Web. Sorau Wed. Zittau Merkur Wollwed. Mlag Mimose.-8. Minimar Wix& Genest Mülheim Bergw. Müser Bräu atronzellstoft Neckarverke Niederl. Kohlen Nordd. Kabel Steingut Wolle Nürnb. Hert.-W. %ggobl.-9. Oberschi. Koks Orenst.≈ Koppel ghsalr Bergdau Phönix Braunk. Julius Pintsch Plauen. Gardin. Polyphonwerke Poppe ap; Wirth Dasquin F. Fard. I Rauchw. Waiter 31.5 30.0 40.0 66.5 32.0 56.0 35.8 31/121.5 0 43.0 6 57.0 0 28.0 26.0 —. 81.5 0 59.5 51.5 18 192.|185.0 Rheinfeld Kraft Rhein, Braunk. " Elektr.Vorz. " Spiegelg!. " Stahlwerke Rb.-Wostf.-El.-W. "" Kalk " Sprengst..8 Richter David“## Riebeck...2 Roddergr. Br.-K. 130 31.5 Rosenthel Porz. Rötgerswerke 39.0 7350 29.5 33.5 36.7 120.0 40.0 57.0 31.5 76.0 30.0 34.0 31.0 75.0 30.0 31.0 104.21101.0 10112.|112.0 136.0 0 15.0 16.7 0 21.7 22.0 6 30.7 31.2 8 85.5 66.7 0 42.0 43.0 45 48.0 30.0 6 53.2 51.5 12/139.0133.0 42.0 12/119.6/120.5 0 44.0 43.5 9—. 10.0— 10120.0120 10157.51153.5 80.7 80.7 83.0 83.0 74.0 76.0 113.0s120.0 58.0—. 41.9 40 82.5— 590.0 390 55.5 45.2 53.21 44.6 Pachsenwerk Sächs. Webst. Saizdetfurth Sarotti Schsas shem. Schlegel Brauere! Schles. Bg. u. Z. B. Beuth. Cellulose E. u. 6as A. Portland Schneider, Hugo Schôtt, Hermann Schub.& Salzer Schucker& Co. Schultheis-Patz. Schwaben-Brau Schwelm, Eisen Fr. Seiffert& Co. Siegen Solingen Slegersdorf Wk. Siem ens Glasind. Siemens 4 Halske Sinner Aktien Sonderm. amp; Stier Sonderm. ap St. B. Stadtberg. Hütte Stett. Chamotte Stöhr Kammg. Stolberg, Zink Sebr. Stollwerk Stra sund. Spielk. Svenska 75 77.0 76.2 6 33.0 30.51 15 190.5189.7 7 8 8. 5 12/275.0 275.0 14/105 0 0 25.7 8 59.0 0 34.0 10 1050 8 76.5 4 11.7 0 12141.7 11 123.5 13131.8 12/119.0 8 94.5 10 90. 0 10.0 S 41.0 63.2 14133 9 86.5 0—. 8 30.0 3 40.0 83.8 34.5 5 35.5 13— 103.0 24.5 60.0 77.5 40.0 140.0 126.0 134.7 117.0 Negelin& Höbner 13/221.0s219.0 fack& Co. Tafeiglas Thörts V. Oelfe. Ihür. Ges Leipz. Tietz Leonhard fransradie (nptis Akt.-Ges. .0lfuchfabr. Aach. Marzin. Papierf. IVer.Märk, ueh 1 0 Met. Haller 4 Portland 15 Smyrna Tepp. 8 Stahlwerke 4 St. Zypen u. W. Thür. Metall Ultramarin viktorawerke Vogel Telegr. Vogt& Wolt Vogtl. Maschinen Voigt& Haeffner Vorwohl. Portl. ujandererwerke W Warst. Gruben Wesserw. Geisk. A. Wegelin Rus 94.5 90.0 .0 31.0Nicküler Brau 62.5 135.0 63.0 31.0 38.0 87.0 29.5 32.0 149 5 81.0 90. 9 94.5 9—. 10151.0 1092.0 8/123.0 125.0 33.0 31 121111.5/110 41 0 89.3 37.0 ver. Böhl Stahlw. 10—.—. Chem. Chafl. 3 S1.7 51. " Otsch. Nick. 10 95.0 90. " Glanzst. Eld. 0#—. 85. " Gethaniem. 8 96.0 96. 22.|19.2 83.0 82.5 88.0 88.0 46.7 43.0 6/114.|110.0 34.7 36.0 12/117.0115.2 Rh.-W. Bodenkr. Westd..-Kr.-B. 33.0 34.0 Westf. Draht Mestf. Kupfer Nicking Portl. 2. H. wisner Met. Wittener Gubst. Wittkopp Tietbau vellstoff-Vereig L." Waichef 55.0 .89.5 117.5 6 26.5 30 5 62.0 0 29.0 10 200 14/160.0 0l 61.0 0 31.2 34.7 31.5 50.0 89.5 113.0 22.0 29.5 62.0 27.0 18.0 160.0 59.2 12—. 12|123.2/121.0 Kolonlalwerte Otsch. Ostatrike 4 50.5 48.5 Neu Guines 6/230.0 205.0 Otav 163 22.—. Pestverzinal. Worte % Anleihes —Ablösung-3 —" Neubesitz s 0 Wertbest. 23 10-1000 s. bis5 Reichsanl. 27 3 Reichssch. K 10 Berl. Pfandbr. s R. 3 und Farbenbonds 8Boch. Stadtanl. v. 1929 52.2 52.0 .5.8 95.1 95.1 91.0 91.0 120.0120 79.21 79.7 87.21 87.2 —.— 94.4 91.4 93.5 83 0 85.5 82.2 8 Fg. K. Sch. 25 R. 28 R. 28/29 R ½ " 30 R. 4 Goldofdbr. R. 1 7 Pfandbr. A. R. 1 LR.1 Anleihen der Westfälischen Landesbank 98.21 98.2 93.7 93.7 98.2 98.2 98.2 98.2 100.0 1000 95.5 95.5 100.01000 % Handbrisie s Berl. Hyp. 8. 10 83.0 82.2 10 Pr. Ctr. B. G0ld—.— s 37 96.5 96.5 10 Rh. W. 800. 2—.—. 8 Pr. Ldptbr..19/100.0 100.0 .21 96.0 96.0 s"„-0.20 96.0 96.0 3 Rh. W. 800.15)—. s Goldrogg.-3 94.0 93.5 Pr. Z. 6. Pf. R. 22) 96.5 96.0 Pr. Z..Pf..23 98.0 98.0 Pr. T..Pf. R. 24 96.5 96.0 Pr. dto. 25/27 95.5 95.0 Pr. z. 6. Pf..28 95.0 95.0 „ lndustrieobig. 7 Concord. Bgd. Cont. Coutch. Daimier Benz Hann. Masch. HosschE. u. St. s Köckner 6 Fr. Krupp A. B. 8„ R. A. Mont Cenis 5½ Siem. Halske 7 V. Stahl m. O. 1½ Rhein. Stahlw. 5 A. E. 6. 1890 5 Bergmann B1. 76.1 75.0 95.0 93.2 63.7 63.0 62.5 61.2 93.0 92.5 90.0 89.1 83.0 832 67.9 65.5 84.9—. 37.9 753 91.0— 96.0 96.7 97.7 97.5 33.5 63.5 30.5 73.5 Verkehrswerte A. 6. f. Verkehr Baltimore Ohio Soch. Geisenk. Otsch. Reichsbahn Hambg. Amerk. P. " SOdam Hanse Norod. Liepe Bankaktien Berm. Bankverein 8 98.2 USerl. Handelsges. Hypothekb. .0 Commerz- u. Pr. Darmst. u..-A. O9-Oi-Bank Dresdener Bank .Zentrbodkr.-Bk. Reichebenk .903 90. . S 106.0 104.2 12 210.0 210 0 103.0 103.0 81113.0 112.0 6/101.1/100 101 7/100. 12/136.0— 12/138.2/120.0 Berliner Terminnotierungen heute lgestr. Anfang Schlus Schlus Seriiner Handels-Ges. Commerz& Privatbank Darmstadter National De-Oi-Bank Dresdher Bank Deutsche Reichsbahn Hog. Amerika-Paket Norddeutscher Lioye Aku Allgemeine Elektrizität Bavrische Motoren J. P. Bemberg Bergmann Elektrizität Beriner Maschinen Conti-Caoutschut Daimter Deutsche Conti-Ges. " Er06 " Linoleum Elektr. Licht u. Kraft Farbenindustrie Feldmönle Papier Felten& Guilleaume Geisenkirch. Bergwerk des. für elektr. Untern. 106.2 103.5 112.5 102.2 102.5 84.5 48.8 49.2 72.0 95.0 83.0 38.7 106.0 27.0 121.0 68.5 62.5 114.0 135.0 102.5 71.0 71.5 106.2 106.0 103.5 103.5 113.|113.0 102.2 102.5 85.0 49.2 50.7 73.0 94.5 47.5 81.5 68.0 36.0 102.2 102.2 84.5 50.0 51.0 76.0 97.2 46.0 73.0 40.5 105.5 109.5 26.6 27.7 120.5 124.5 69.0 65.0 111.5 136.0 103.7 71.5 70.7 70.7 139.0 105.5 72.7 74.0 104.0 103.2 105.8 Th. Goldschmidt Harpener Hoesch Stal Ph. Holzmann IIse Bergbau Kali Aschersieben Klöckner Köln-Neuessen Mannesmann Manstelder Bergbau Masch.-Bau-Untern. Phönix Bergbau Polyohon-Werke Rhein. Braunkohlen Rheinstahl Rn.-Westf.-Eicktr.-M. Rütgerswerke Salzdetfurth Schubert& Salau Schuckert Siemens-Halste Vereinigte Stanlwerke Westeregein Zellst.-Weich. heute gest Anfang Schlus Schlus 44.2 38.0 60.5 61.0 55.2 59.0 80.0 79.7 81.5 147.0146.7 1415 124.0 124.5 126.5 52.7 53.5 80.7 63.5 30.0 35.5 47.4 119.0 158.7 74.0 115.0 44.0 193.0 143.0 123.5 132.2 46.1 139.0 69.4 5 62.5 66.5 32.7 33.7 47.6 117.0 161.0 116.0 44.7 192.0 142.0 123.0 152.6 45.7 132.0 11.5 56.7 65.5 70.0 32.0 36.7 50.2 122.5 164.5 77.0 117.5 44.0 195.0 147.0 126.0 1367 68.7 136.0 74.5 Bochumer Anzeiger u. Gen. Anz. Zactten, Exter uud Sptel Mittwoch, 24. Juni 1931 Sonnenwendfeier der Bochumer Turnerjugend auf der Schulenburg. Fern und nah aus den Gauen von Emscher und Ruhr der Deutschen Turnerschaft, wo der Ruf ein freudiges Echo gefunden, war deutsche Turnerjugend herbeigeströmt, auf lichter Bergeshöhe am flammenden Holzstoß gemeinsam nach uraltem germanischem Brauche das Sonnenwendfest zu feiern. Unter klingenden Weisen einer Kapelle zog die wanderfrohe Schar aus dem historischen Hattneggen zur Schulenburg, wo der Turn= und Rasensportverein auf einem Vorplatz der Burg die Vorbereitungen für die Festfeier getroffen. Mit einem stimmungsvollen Einklang wurde dann bei anbrechender Dunkelheit die Feier durch musikalische Darbietungen eröffnet. Schweigen in Ehrfurcht und Andacht, als die Schatten der Nacht drunten im Tal die Heimat in tiefes Dunkel gebettet, standen alle unter dem Sternengefunkel des himmlischen Domes getreu der Väter Sitte um den Holzstoß geschart. Hoch und gewaltig, geheimnisvoll schweigend wölbt' sich zu Häupten das nächtliche Zelt. Lodernde Flamme, sprühend und steigend, wies uns die Pfade zur inneren Welt. Heilige Glut! rufe die Jugend zusammen, daß bei lodernden Flammen wachse der Mut! Flamme empor! Wie ein lebendiges Bekenntnis erscholl aus vielhundert Kehlen das„Flamme empor!“ durch die dunkle Nacht. Wuchtig und packend klang der von einer Turnerin gesprochene Prolog aus: Auf zu den Himmeln dröhnt betender Schreit Rette, o Herr, die Heimat, die teuer! Herr, mach uns frei! Die Feuerrede hielt der 2. Vorsitzende des Vereins für Turn= und Rasensport, Herr Geerds. Er schilderte die Bedeutung der Sonnenwendfeiern und ging kurz ein auf die Aufgaben der Deutschen Turnerschaft im Dienste der Volksgesamtheit. Die Kapelle intonierte passende Musikvorträge, die Jugend sang Lieder zur Laute oder wartete mit fröhlichen Reigen und Tänzen auf, bis der Holzstoß niedergebrannt war und die frohgestimmte Menge zur Heimkehr rüstete. Mit „Deutschland, Deutschland über alles, über alles in der Welt“ klang die erhebende Feier aus. Drüben von den Höhen in Niederholthausen grüßte das Sonnenwendfeuer der Evangelischen Jugendgruppe BochumAltstadt, von den Brenscheder Höhen, wo der Evangelische Bibelkreis Bochum seine Sonnenwendfeier hielt, leuchtete es und auf dem fernen Henkenberg verglühte das Sonnenwendfeuer des SGV.— Sonnenwende, des Jahres Höhepunkt, Sommersonnenseligkeit! Kommt die Einheitsklaffe? Um die Neugruppierung im Ruhrbezirks=Handball. Die Terminnot bei der Ermittlung der Gruppenund des Bezirks=Handballmeisters wird den maßgebenden Instanzen Veranlassung geben, rechtzeitig die Neugruppierung der Handballgruppen vorzunehmen. Im Handballager ist die Anhängerschaft für die Einheitsklasse überwiegend. Für die Einführung eines mehrklassigen Spielsystems besteht wenig Interesse. Das Prinzip der Einheitsklasse wird z. B. im Niederrheinbezirk mit Erfolg durchgeführt. In dieser Einheitsklasse spielen alle Handballmannschaften, während die Gauklasse die Neulinge für ein Jahr aufnimmt. Auch der Ruhrbezirk ist grundsätzlich für die Einheitsklasse gewesen, ohne diese strikte zur Durchführung zu bringen. Das Aufrücken aus der Gauklasse erfolgte erst durch den Nachweis guter spieleher Fähigkeit. Durch die starke Zunahme der Handballmannschaften steht der Ruhrbezirk nunmehr vor der Entscheidung. Einheitsklasse oder Klassensystem? Die Einführung der Einheitsklasse kann nur innerhalb der Gaue geregelt werden. Diese hätten bis zu einem bestimmten Termin den Gaumeister zu ermitteln, die um den Bezirksmeister zu kämpfen hätten. Der Vorteil dieses Systems würde sein, daß gute Nachwuchsmannschaften schnell voran kämen. Aber auch ein großer Nachteil liegt darin, daß die Spitzenmannschaften wenig starke Gegner finden und dadurch die Gefahr besteht, daß die spielerischen Leistungen nachlassen. Bei der Durchführung des Klassensystems müßte als Vorbedingung, Klarheit in der Aufstiegsbzw. Abstiegsfrage geschaffen werden. Der Ruhrbezirk stellte im vergangenen Jahr sechs Gruppen mit 38 Vereine. Diese Zahl wird sich voraussichtlich auf 42 bis 45 Mannschaften erhöhen und somit sieben Gruppen gebildet werden müssen. Mit Rücksicht auf die wirtschaftliche Lage werden die Gruppen nach rein örtlichen Gesichtspunkten zusammengestellt werden müssen. Für die Bochumer Gruppe würden folgende Mannschaften feststehen: MLV. Linden, Polizei SV. Bochum, STV. Werne, Henrichshütte und FC. Witten 92. Diese Gruppe würde aus der Gauklasse ergänzt werden. Durch verschiedene Einsprüche besteht zur Zeit noch Unklarheit über den Tabellenstand. Voraussichtlich werden der Hattinger SV. und SV. Herbede bzw. Langendreer 04 aufsteigen. Der Aufstieg der Tus=Mannschaft, die spielerisch sehr stark ist, steht noch nicht fest. Die Instanzen greifen ein Kurz vor der Spielsperre gab es in der Bochumer Fußballgemeinde einiges Kopfschütteln, als bekannte Spieler innerhalb weniger Tage in zwei Vereinen spielten. Der Gauvorstand sah sich gezwungen, einzugreifen. Da die betr. Spieler in den Vereinen bereits gespielt hatten, ohne daß die erforderliche Austrittsbescheinigung vorlag, verhängte der Gauvorstand über die Vereine und Spieler Strafen. Möller in Hochform Die bereits einmal verregneten Krefelder Radrennen kamen am Dienstag vor ausverkauftem Haus zum Austrag. Im Mittelpunkt des Programms stand das„Große Steherderby“. Weltmeister Möller zeigte sich hier seinen Gegnern weit überlegen. Er fiegte im Gesamtergebnis mit 79.680 Kilometern vor Großimmlinghaus, 77,750 Kilometer, Sawall, 77,560 Kilometer und Bréau, 76,990 Kilometer. Werks- und Firmenlport Die Fußballspiele des vergangenen Sonntags nahmen folgenden Ausgang: „Constantin“—. Krebber“ Oberhausen:2. „Glück Auf“— VEW. Bochum:0. „Gabo“— BfB. 08 Gelsenkirchen:2. VEW. Recklinghausen—„Schwarz=Weiß“ 141. Vom 19. bis 21. Juni wurden in Hannover im Hindenburg=Stadion die leichtathletischen Meisterschaften des Reichsheeres zur Durchführung gebracht. Unter den zahlreichen Zuschauern befand sich auch General von Hammerstein der Chef der Heeresleitung. Hauptkonkurrenz des Tages war der 25 Kilometer Gepäckmarsch, der als Mannschaftswettbewerb in feldmarschmäßiger Ausrüstung erledigt werden mußte. Unser Bild rechts zeigt die Siegerpatrouille.-R. 11(2. Komp.) am Ziel. Links: der bekannte Mehrkämpfer Unteroffizier Huber(Wünstdorf) gewann den Stabhochsprung mit der guten Leistung von 3,70 Meter. Neue deutsche Siege beim Tennisturnier in Wimbledon London, 23. Juni. Das herrliche Sommerwetter förderte am zweiten Spieltag das Wimbledoner Tennis=Turnier stark. Bei sehr gutem Besuch herrschte auf allen Plätzen reger Betrieb. Unsere Damen führten sich bei ihrem ersten Auftreten gut ein. So konnte zur allgemeinen Ueberraschung Frl. Peitz(Düsseldorf) die bestens bekannte Engländerin Miß Satterthwaite klar:2,:4 ausschalten und Frl. Sander(Hannover) behauptete sich über Miß Eastley(England):4,:6,:4. Die spanische Meisterin, Lilly'Alvarez, gab den ersten Satz gegen die Engländerin Lycett mit:6 ab, hatte dann aber wenig Mühe, ihren Sieg durch:1,:2 sicherzustellen.— Bei den Herren wurde bereits die zweite Runde gespielt. Gottfried von Cramm(Hannover) behauptete sich hier über den irischen Davispokalspieler Scroope :1,:6,:5,:4. Neben von Cramm konnte auch der Kölner Nourney erfolgreich bleiben, der es allerdings in seinem Kampf zegen den Holländer Plougman wesentlich leichter hatte als der Hannoveraner gegen von Kehrling. Nourney siegte glatt:1,:0,:3. Der englische Meister, Austin, brachte sich ebenfalls bereits in die dritte Runde. Er schlug den Japaner H. Sato:1,:2, :0. Ebenso glatt fertigte der Amerikaner van Ryn den jungen Franzosen Merlin:2,:4,:1 ab und der Oesterreicher Matejka behielt über den Engländer Williams:2, 10:8,:2 die Oberhand. J. Nuthall, der Bruder Betty Nuthalls, hatte in dem Südafrikaner Uhaetley seinen Bezwinger, der mit:7, :5,:2,:2 siegreich blieb. Mit:3,:1,:3 setzte sich Boussus(Frankreich) über den Engländer Barchay hinweg und sein Landsmann Gentien triumphierte über Avory(England):6,:3,:2,:1. Der junge Tscheche Hecht blieb ebenfalls auf der Strecke und unterlag gegen den Argentinier del Castillo :7,:6,:5,:2,:6 nach hartem Kampfe. In den Abendstunden trat auch die deutsche Ranglisten=Erste, Frl. Cilly Außem(Köln), in Aktion, die erwartungsgemäß die Französin Mlle. Goldschmidt:4,:1 hinter sich ließ. Ein Achtungserfolg des Tus Die Damen=Tennismeisterschaften im Bezirk 6. Am letzten Sonntag wurden zum ersten Male in diesem Jahre auf der Platzanlage des Dortmunder Tennisklubs 98 die Damenmeisterschaften des Bezirks 6 ausgetragen, woran sich erfreulicherweise auch die Tennisabteilung des„TuS“ Bochum mit gutem Erfolge beteiligte, trotzdem gegen sehr spielstarke Konkurrenz anzukämpfen war. Den Bochumer Verein vertraten: Frl. Middelmenne, Frl. Schön, Frl. Strauch, Frau Günedler, Frau Adrian und Frau Hoerder. Es gelang den Bochumer Damen gegen Preußen 08 Münster sich allein schon durch die Einzelspiele siegreich zu behaupten und eine Runde weiterzukommen. Auch in der zweiten Runde gaben sie dem Tennisklub Rot=Weiß, Dortmund mit:4 das Nachsehen. In der Schlußrunde trafen sie dann auf die Damen des Osnabrücker Tennisklub 08, die mit:1 Gesamtsieger blieben. Immerhin haben die Bochumerinnen bewiesen, daß mit ihnen im hiesigen Bezirk als ernsthafter Gegner unbedingt zu rechnen ist, wenn ihnen auch in der Schlußrunde die Osnabrücker Damen die Meisterschaft erfolgreich streitig gemacht haben. Kurze Sportschau Weltrekord im Gewichtheben. Bei einer Veranstaltung in Augsburg erzielte der dortige Schwerathlet Deutsch eine großartige Leistung im Gewichtheben. Der Halbschwergewichtler schaffte im rechtsarmigen Reißen nicht weniger als 185 Kilogramm, womit der seit Jahren bestehende Weltrekord des Franzosen Cadine eine Verbesserung um nicht weniger als fünf Pfund erfuhr. Keine Meisterschaft Eder—Besselmann. Zwischen dem deutschen Weltergewichtsboxmeister Gustav Eder(Dortmund) und dem Kölner Josef Besselmann war ein Titelkampf für Anfang Juli nach Berlin vereinbart worden. Besselmanns Handverletzung macht es ihm jedoch unmöglich, den Termin innezuhalten. Die Veranstalter sind daraufhin von dem Vertrag zurückgetreten, so daß vorläufig an ein derartiges Treffen nicht zu denken ist. Jonath und Borchmeyer in Amsterdam. Zum internationalen Leichtahtletikfest, das am kommenden Sonntag in Amsterdam stattfindet, haben nun auch der Charlottenburger Danz und der Kölner Nöller ihre Meldungen abgegeben. Weiterhin stehen von deutschen Leichtathleten bekanntlich die SC. Charlottenburgs 4X100=Meter=Staffel(Körnig, Liersch, Cresser, Schlößke), sowie Jonath, Borchmeyer, Krämer, Frl. Dollinger. Frl. Lorenz und Frl. Schumann auf der Teilnehmerliste. Rausch=Hürtgen in Algier siegreich. Auf der neuen Bahn in Algier erfochten die bekannten Kölner Sechstagefahrer Rausch=Hürtgen einen schönen Sieg, da sie das 60=Kilometer=Mannschaftsrennen vor den Franzosen Faudet=Boucheron sicher gewannen. Diese revanchierten sich aber im Omnium, in dem die Deutschen nur den zweiten Platz belegten. Kampf im nassen Element Eine Szene aus dem Wasserspiel SV. Blau=Weiß Bochum— Aegir Uerdingen, das am vergangenen Sonntag in der Kaiseraue zum Austrag kam und unentschieden:3 endete Ein Spieler Uerdingens hat aufs Bochumer Tor geworfen. Soldaten im Sportkampf Vom Turf Saint Cloud, 23. Juni I. Rennen: 1. Montreal(I. Rosso), 2. Gratte Ciel, 8. Qui Madame. Toto: S. 141, Pl. 60, 77, 68. 2. Rennen: 1. Sisterari„(., H. Semblat), 2. Charancon, 8. Adulation. Toto: S. 36, Pl. 17, 38, 34. 3. Rennen: 1. Igny(P. Sentier), 2. Calvados, 3. Bounleß. Toto: S. 151, Pl. 49, 39, 57. 4. Rennen: 1 Prytanee(C. H. Semblat), 2. Rock Fleet, 3. Montbazon. Toto: S. 187, Pl. 39, 27, 27. 5. Rennen: 1. Child of the Mist(C. Bouillon), 2. Port Said, 3. Oiseleur. Toto: S. 196, Pl. 58, 121, 37. 6. Rennen: 1. Talon Rouge[A. Rabbe), 2. Pro Patria, 3. Starry. Toto: S. 97, Pl. 31, 32, 32. D..-Säbelmannschaftskampf Hannover vertritt die 5. Kreisgruppe in Kassel Die 5. Kreisgruppe ermittelte am Sonntag in Hannover ihre Bestmannschaft. Die aus den Reihen ihrer ersten Sonderklassenfechter zusammengestellten Kreismannschaften traten im Rundenkampf Jeder mit Jedem wie folgt an: Hamburg— Hannover— Westfalen— Kassel. Bremen fehlte entschuldigt. Die Zusammensetzung der Westfalenmannschaft brachten wir bereits in der Samstagausgabe. Jeder Treffer und Sieg war hart umstritten, die Gefechte standen auf beachtenswerter Stufe und wurden ritterlich durchgeführt. Die Obleute Bethmann(Hannover), Rosenthal(Hamburg) und Keidel(Bochum) wechselten nach jeder Runde, so daß sie jedesmal den Kampf von 2 ihnen fremden Mannschaften leiteten. Die Kämpfe nahmen folgenden Ausgang: Hannover führt und besiegt Hamburg mit 10:6, Kassel 11:5 und Westfalen:7, letztere jedoch nur mit Trefferverhältnis 54:60. Hamburg folgt und besiegt Kassel 11:5, Westfalen 10:6. Westfalen besiegt Kassel:7. Bester Einzelfechter war Ittner(Hamburg) knapp vor Hoffmeister(Hannover). Höhle(Bochum) errang im 1. Treffen gegen Kassel 1 Sieg, im 2. Treffen gegen Hannover 2 Siege, im 3. Treffen gegen Hamburg 3 Siege. Eine Steigerung, die Beachtung verdient. Die 5 Siegermannschaften aus 5 Kreisgruppen kämpfen am 2. August in Kassel um die D..=Meisterschaft, die wohl den bewährten Frankfurtern vorbehalten bleiben dürfte. Wieder ein Sicg KrSpV.„Germania“ schlug Sodingen 12:4 Am Sonntag abend weilte„Germania 1910“ in Sodingen und konnte auch diesen Meisterschaftskampf hoch mit 12:4 für Bochum gewinnen. Die Germanen traten ohne Linow und Matthai an, außerdem gingen die Punkte im Federgewicht durch Uebergewicht Manczicks(Bochum) verloren. Im Fliegengewicht siegte Burgath(.) nach Punkten gegen Golombiewski(.) Im Bantamgewicht schlug Stanek(.) Lauterbach(.) nach Punkten. Dasselbe Resultat erzielte Manczick(.) gegen Schürmann und im Leichtgewicht Jorewitz gegen Wielewski(.). Im Weltergewicht konnte Jeromin(.) einen eindrucksvollen Sieg gegen den Lokalmatadoren Wollert (.) erzielen, nach mehreren Niederschlägen gab Wollert in der 2. Runde auf. Im Mittelgewicht schlug Weiland(.) den Sodinger Edert Halbschwer hoch nach Punkten. Im Halbschwergewicht fielen die Punkte kampflos an Reichard(.). Im Freundschaftskampf gegen den früheren Berufler Wallbraun brach der Ringrichter wegen Augenverletzung Reichards in der 2. Runde den Kampf ab. Im Schwergewicht hatte der Sodinger Weiher Untergewicht, die Punkte fielen daher an Bochum. Weiher siegte in der 1. Runde über Staufenberg(.) durch Aufgabe. Bisher ist„Germania“ Bochum noch von allen teilnehmenden Vereinen in der Gaumeisterschaft ungeschlagen und hat die besten Aussichten, den Titel des Gaumeisters zu erkämpfen. Schiedsrichter-Städtelpiel Bochum— Essen:1. Einen ganz überlegenen Sieg feierten am Sonntag die Bochumer Schiedsrichter über ihre Essener Kollegen. Während des ganzen Spiels waren sie die weitaus bessere Mannschaft und siegten auch in dieser Höhe verdient. Der beste Mannschaftsteil war die Angriffsreihe und hier wieder der Mittelstürmer der erfolgreichste Spieler, der allein fünf Tore auf sein Konto brachte. Aber auch die übrigen Mannschaftsteile taten vollauf ihre Pflicht. Die Essener spielten zwar recht eifrig. mußten aber doch die bessere Spielweise ihres Gegners anerkennen. Gute Leiftungen Die Gaukämpfe im Gau Herne=Wanne. Die leichtathletischen Meisterschaften des Gaues Herne=Wanne=Castrop kamen unter zahlenmäßig ungewöhnlich starker Beteiligung im Stadium am Kanal zum Austrag. In der Leichtathletikklasse war„Westfalia“ Herne mit einem ganz vorzüglichen Team vertreten, das sich den Löwenanteil an den Erfolgen sicherte. Die Kämpfe der Fußballklasse waren eine klare Angelegenheit der Wanne=Eickeler Vereine„Preußen" und Turnerbund während Reichsbahn=TuS. Wanne in allen Einzelwettbewerben der dritten Klasse vorn blieb. Bei den Damen siegte ausschließlich„Preußen“ Wanne. Nachstehend einige bemerkenswerte Ergebnisse der Leichtathletik=Senioren: 100 Meter: 1. Pietrus(„Westfalia“) 11,22 Sekunden; 400 Meter: 1. Birk („Westfalia") 56,1 Sekunden, 2. Schrage(„Westfalia") 56,2 Sekunden; 800 Meter: 1. Mempel(„Westfalia") 2,14,5 Minuten; 3000 Meter: 1. Arndt(„Germania") .45 Minuten; Weitsprung: 1. Pietrus(„Westfalia") 6,15 Meter. Der Wanne=Eickeler SC.„Poseidon" beteiligte sich mit einem starken Aufgebot an dem Werbeschwimmen der benachbarten SV. Buer„Durch den Berger See“. Auf der 640 Meter langen Strecke gab es spannende Kämpfe, die bis ins Ziel andauerten. Borchert (Bottrop) siegte in 9,10 Minuten knapp vor SchulteNover(„Poseidon"), während sich bei den Damen Herta Endrikat(„Poseidon“) überlegen behauptete. Im Wasserball mußte sich„Poseidon“ gegen den SV. Buer mit einem:=Unentschieden begnügen. Durch den Vorsitzenden des Wanne=Eickeler Stadtverbandes für Leibesübungen wurde die neue Sportplatzanlage der DIK.„Siegfried 09“ eingeweiht. Studienrat Wigge unterstrich in seiner markigen Ansprache den Wert des Sports, insbesondere auf dem Boden industrieller Konzentration und würdigte die Opferwilligkeit der Erbauer der neuen Anlage. Mit einem Handballspiel zwischen den beiden Ortsgegnern „Arminia“ und„Siegfried“(:1) wurde der Platz erstmalig bespielt. In einem kaum mittelmäßigen Fußballspiel trennte sich Wattenscheid gegen die Elf des Veranstalters, der einige frühere TB.=Spieler Festigkeit gaben, mit:1 Toren. FamilienNacheichten Gevoren: Mädchen Getragene HANNS BRAUN MARTA BKAUN geb. Siebrecht zeigen ihre VERMAHLUNG an Boehum, den 24. Juni 1931 Orboren: Mädchen: Dr. med. A. Kuchemann(Elsbeth Cremer), Buer. Friedrich Heese(Thea Bruysten), Hamborn. Verlovte: Trude Schultze mit Wilh. Steuernthal, Barmen und Elverfeld. Martha Vonessen, mit ustorcg A. Essen. Der auf Grund der Verordnung über Finanzstatistik vom 23. Juni 1928(R. G. Bl. I S. 205) zu veröffentlichende Vierteljahrsausweis über die Einnahmen und Ausgaben in den Monaten Januar. Februar und März 1931 liegt in der Zeit vom 25. Juni bis zum 9. Juli 1931 während der Dienststunden im Rathaus. Zimmer Nr. 221, zur Einsicht aus. Bochum. den 18. Juni 1931. Der Magistrat. Zwangsversteigerung 14 K 158/29 Gemarkung Bochum Grundbuch von Bochum, Band 33, Blatt Nr. 1651 Flur 31, Parzelle 264/34 usw., a) beC. Schaaf, Bochum, Kortumstraße 35. Waffen— Munition. auch für diche Herten sowie neue Anzüge durch Ersparnis der teuren Ladenmiete, etzt Fahrräder neue u. gebr., spottbillig zu verkaufen. GGummi„Sonderpreise). Röder, Weilenbrink 21. in mit waros, Vermählte: Werner Wilms mit Ilse Steffen, Trier und Oberhausen. Hans Wisbrun mit Anneliese Weinberg, Brackwede u. Rheda. Arnold Groote mit Josefine Hansmann, Mülbeim und Winz. Gestorben: Franz Kleinewachter, 57., Oberhausen. Heinr. Wilhelm Brügmann, 85., Dortmund. Adolf Funk, 72., Elberfeld. Otto Gronemeyer, 78 Jahre, Barmen.Heinr. Wilh. Brügmann, 85., Dortmund. Emil Weber, 81., Bielefeld. Frau Laura Bahre, 63., Lübbecke. Dr.=Ing. D. Kuckelmann, 58., Wesel, Franz Kinder. 40 Jahre, Essen. Gogese 0 e! werd billig verlichen Wolf& Co. Bochum. Kortumstr. UR nur I. Eig. 60 geg. Café Döhmann Nach Gottes unerforschlichem Ratschluß entschlief heute nachmittag, infolge Schlaganfalles, unser lieber, treusorgender Vater, Bruder, Schwager und Onkel, der bauter Hofraum, Parkstraße 15, groß 3,20 ar Grundsteuermutterrolle 3327 Gebäudesteuerrolle 4350 Gebäudesteuernutzungswert 1600 Eigentümer: Ehefrau Kaufmann Friedrich Brombach Maria geb. Cordes in Bochum, Parkstraße 15. Versteigerungstermin: 2. September 1931, vormittags 10½ Uhr, an der Gerichtsstelle, Viktoriastr. 14, Zimmer 45. Bochum, den 19. Juni 1931. Das Amtsgericht. Zwangsversteigerung 14 K 161/29 Gemarkung Bochum Grundbuch von Bochum, Band 34, Blatt Nr. 1673 Flur 24, Parzelle Nr. 381/3, a) bebauter Hofraum, Freiligrathstr. 9, groß 4,09 ar Werkmeister Pienmiarrieinie verdanken ihren gesunden, tlefen Schlaf und ihre gekrättigten Nerven unserem im Alter von 53 Jahren. Die tieftrauernden Kinder: Emma, Lissi und Heinrich Henne ½ Fl. RM1.50. ½/1 FL RM..50. Lar.-Fl. RM. 7,50 Zu haben: Einhorn-Apotheke, Große Beckstraßel. Stadt-Drogerte Altmikue, Bongardstraße 10 und Drogerie Mar Reinhardt, Moltkemarkt 39 Bochum u. Kirchhain, den 22. Juni 1931 8157 Umzüge jeder Art mit=To.= und 1,5To.=Auto führt billigst aus.(Lu1 Anhänger zur Verf. Joh. uhe, Ruf 66613, OskarHoffmann= Str. 46. Zwangsversteigerung Am Donnerstag, dem 25. Juni 1931, vormittags 11 Uhr, werde ich in Bochum folgende Gegenstände: 1. 1 Eisschrank, 2. 1 Büfett, 1 Kredenz, 1 Tisch, 4 Lederstühle, 3. 1 Piano, 4. 1 Bucherschrank, 5. 1 Schreibtisch, 6. 1 4flamm. 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Grundbuch von Harpen, Band 1, Artikel 20 Flur 1, Parzelle 397/143, Rosenberg, a) bebauter Hofraum mit Hausgarten, b) Stallanbau, c) Stall, groß 22,23 ar Flur 1, Parzelle 398/95, Lerchenzwang, Acker, groß 19,98 ar Gebäudesteuerrolle 129 Gebäudesteuernutzungswert 1597 Eigentümer: Verkaufsstellen in vielen Städten Am gestrigen Tage verschied während seines Urlaubsaufenthaltes Wilh. Peltzer, Bochum Büro Neustraße 9 Telephon 688 30 General-Agentur für den größten Versicherungskonzern Hilianz u. Stuttgarter Verein Versich. H. G. Hlianz u. Stuttgart. Jebensversich.Bank „Kratr- Automohl-Versicherun gs-.-4. Herr Heinrich Henne Meister unserer Reparaturwerkstatt. Der Entschlafene stand seit 38 Jahren in den Diensten des Bochumer Vereins. Mit regem Fleiß, unermüdlicher Arbeitsfreudigkeit und großer Gewissenhaftigkeit hat er seine dienstlichen Obliegenheiten stets erfüllt. Wir verlieren in ihm einen beliebten Mitarbeiter, dem wir ein ehrendes Gedenken bewahrén werden. Bochum, den 23. Juni 1931.(A A2 Der Vorstand und die Beamten der Vereinigte Stahlwerke.-G. Bochumer Verein Versicherungen jeder Art. Beratung und Angebote kostentrei Einen neuen Hut Miet-Pianos Günst. Bedingungen. Marks beim au Versenkbare Adler= — Nähmaschine— sehr preisw. zu vrr. .—7 Uhr. J. Meinert, Hattingerstr.59, Toreinfahrt rechts. Wegen Platzmangel 5 versenkb. Nähmaschinen, wie neu, jed. annehmb. Preis zu verkauf. Langohr, kaufen Sie nirgendwo besser und billiger als im Spezialgeschäft brauchen Sie nicht, wenn Sie Ihren alten Herren= oder Damenbut bei mir aufbügeln, reinigen oder färben lassen Hutfabrik H. Müller.(2M37 Biktoriastraße 51. Marienkirche. reine Hände und reine haushall=Gegenstande durch Dr. Jonson zu haben in allen einschl. Geschäften Wirt Ernst Stang in Harpen. Versteigerungstermin: am 8. Juli 1931, vormittags 10 Uhr, an der Gerichtsstelle, Viktoriastraße 14, Zimmer 45. Bochum, den 25. April 1931. Das Amtsgericht. 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Der Dekorateur Arnold Kallmerten in Bochum, 2. unverehelichte Maria Kallmerten daselbst, je zur Hälfte Versteigerungstermin: am 8. Juli 1931, vormittags 10¾ Uhr, an der Gerichtsstelle, Viktoriastr. 14, Zimmer 45.(L412 Bochum, den 8. Mai 1931. Das umtsgeric Zwangsversteigerung 14 K 3/31 Gemarkung Hofstede Grundbuch von Hofstede, Band 1, Blatt Nr. 18 Flur 11, Parzelle 95/30 pp., Garten, Blankensteinshof, groß 8,30 ar Flur 11, Parzelle 274/30,),),), d) beb. Hofraum mit Hausgarten, Dorstener Straße 347, groß 11,82 ar Gebäudesteuerrolle 387 Gebäudesteuernutzungswert 2022 Grundsteuermutterrolle 301 Eigentümer: Der Kaufmann Edmund Finkler in Hofstede Versteigerungstermin: Am 8. Juli 1931, vorm. 10½ Uhr, an der Gerichtsstelle Viktoriastraße 14, Zimmer 45 Bochum, den 9. Mai 1931 eine gute Stütze deren Andenken Selbige ist mir Pflegerin gewesen, bewahren werde. für getrag. Kleider, Schuhe und Möbel zahlt Fruchter, Marienstr. 31. Tel.63762. Ernst Ebeling geworden durch ein einf. 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DUSSELDORE Perwochs Figaro Spezial=Dauerwellen=Institut Rottstraße 37 Dauerwellen mit Wasserwellen ganzer Kopf 5 Mark. Wasserwellen mit Wäsche.25 Mark. DIE IDEALE „Das Ende der Welt“ Tonfilm=Schauspiel im Capitol. Warum soll es nur die Filmregisseure einer vergangenen Zeit gereizt haben, die großartigen Vorwürfe #er Weltgeschichre im Bilde darzustellen? Gibt nicht ver Weltgeschichte im Bilde darzt der Tonfilm solchem riesenhaften Unternehmen noch ganz andere Möglichkeiten und vor allem wesentlich erhöhte Eindrücke? Abel Gance unternahm es, den Weltuntergang mit neuen Mitteln, in einem gänzlich zeitgemäßen Rahmen filmisch zu veranschaulichen. Eine ungeheure, dankbare, aber auch schwere Aufgabe. Der grandiose Stoff wollte mit ganz neuen Mitteln bewältigt sein. Man benötigt nur wenig noch die gewaltigen Bauten und Szenerien, die einst, oft reiflich kitschig, den großen Filmschauspielen das Geprage gaben. Der heutige Film arbeitet auf ganz anderen Wegen. Die Filmmontage, ungemein vervollkommnet, konnte hier ihre Möglichkeiten zeigen. Und da sind nun wirklich Bildkompositionen geschaffen und neuartige Eindrücke gewonnen, die an Macht der Wirkung den früheren kostspieligen Mitteln um nichts nachstehen, vor allem, weil natürlicher in ihrer Grausigkeit, auch weit phantastischer in der Seltsamkeit der Zusammenstellung anmuten. Daneben gibt es auch reale Bilder, ausgezeichnet gesehen und prachtvoll photographiert. Namentlich sind die vielfachen Massenszenen in ihrer unheimlichen Wucht von einer beklemmenden Wirklichkeit. Ueberhaupt ein Film, ine abse der den Atem nimmt, erschüttert und packt. Eir hsolut modern gesehene, technisch hervorragend gelost Aufgabe, an der vor allem zu loben ist, daß sie in ihrem grandiosen Ausmaß vom Regisseur trotz ihrer ungeheuren Vielfalt straff zusammengehalten wird und gemeistert ist. Ein sehenswertes, im Eindruck durch Ton und Sprache gewaltig verstärktes Filmwerk.— Im Beiprogramm spielten Reinhold Schünzel und andere beliebte Humoristen einen sehr lustigen Militärfilm. „Die Perle des Regiments“. Bochumer Veranstattungen Vereine Vergnagungen Hinweise (=) Stadttheater Bochum. Morgen, Donnerstag, von 17.30 Uhr bis gegen 20.15 Uhr, wird die dritte Veranstaltung des Schulerzyklus gegeben:„Im weißen ößl“. Es steht noch ein Rest von Einzelkarten zum Roo: Verkauf bereit. Am Freitag findet keine Vorstellung statt. Als volkstümliche Veranstaltung wird am Samstag außer Vormiete Müller=Schlössers Komödie„Schneider Wibbel“ gegeben, zu der der Vorverkauf heute beginnt. Zu der neuen Inszenierung, die der Spielplan verzeichnet: zu Sardous Lustspiel„Madame sans Géne“, die am Sonntag erstmalig kommt, schafft Ernst Presber die dekorative Einrichtung. Skala=Operettentheater Rottstraße.„Stöpsel", der lustigste und stärkste Lachschlager der Spielzeit, von den bekannten Schwankautoren Franz Arnold und Ernst Bach, erzielt allabendlich wahre Heiterkeitsstürme und Appiaus auf offener Szene. Heinz Kleint, der beliebte rheinische Komiker, spielt die Titelrolle und wird von einem glänzend eingespielten Ensemble wirkungsvoll unterstützt. (=) Heute, Mittwoch, Konzert im Stadtpark. Unter Leitung von Konzertmeister Curt Hofmann findet heute, Mittwoch, 24. Juni, nachmittags, auf der Terrasse im Stadtpark ein Konzert des städtischen Orchesters statt. Berichte Aus dem Tonfilm„Ende der Welt“ Der Gelehrte Novalis(Abel Gance) vor dem Welt=Friedenskongreß. (=) Die genealogische Abteilung der Bochumer heimatkundlichen Vereinigung unternahm am vergangenen Samstag nachmittag einen Ausflug nach dem alten Harpen um die dortige Kirche und die Ausgrabungen zu besichtigen. Zu dieser Veranstaltung hatte sich die Genealogische Abteilung mit ihren Damen fast vollzählig eingefunden. Die Besichtigung der Ausgrabunfand im Gemeindesaale an der Kirche statt, wo gen Pfarrer Leich in Begleitung des Kirchmeisters Humburg die Erschienenen begrüßte. Zunächst erläuterte Pfarrer Leich die Geschichte und die Erstehung Harpens und wies an Hand zahlreicher Beispiele nach, daß Harpen uralt und historischer Boden sei. Dies bewiesen am besten die Ausgrabungen, bei denen man vor einigen Jahren recht interessantes und wertvolles Material gefunden habe. In den einzelnen Abteilungen, wie Landwirtschaft, Jagd, Weberei, Töpferei Kultur, bewiesen gefundene zum Teil noch recht gut erhaltene Stücke die von Pfarrer Leich behaupteten Tatsachen. Sehr interessant waren auch die in Händen der Kirchengemeinde Harpen befindlichen alten Urkunden, wie die des Herrn von Lütkendorpp aus dem Jahre 1453, das erste Kirchenbuch aus dem Jahre 1688 und verschiedene andere Urkunden. An die Besichtigung dieser Altertümer schloß sich ein Rundgang durch das alte schöne Gotteshaus an, bei der Pfarrer Leich einen Vortrag über die Entstehung und weitere Entwicklung der Kirche hielt. Vorsitzender, Standesbeamter Heimann, dankte namenz der Vereinigung für den wertvollen Vortrag und die Mühe, die sich Pfarrer Leich unterzogen habe. Redner gab der Hoffnung Ausdruck daß der Besuch der genealogischen Abteilung, seine Wirkung in weitere Kreise nicht verfehlen werde.— Anschließend an die Besichtigung fand im Restaurant Fleitmann eine kurze Aussprache statt, in der der Vorsitzende allen Erschienenen, besonders den Damen, für ihr Erscheinen dankte. Es wurde dann das für das kommende Winterhalbjahr aufgestellte Programm der Vereinigung durchberaten und in der von Diplom=Volkswirt Helmkampf niedergelegten Weise grundsätzlich gutgeheißen. Vorsitzender bat sodann noch, für die Ende September oder Anfang Oktober in Bochum stattfindende genealogische Ausstellung das vorhandene Material zur Verfügung stellen zu wollen. Wählen Sie Für Ihr Kind Hufeke u. Frische Miich! S dann Mühe, Sorge. Geld. Stadttheater Bochum Mittwoch, 24. Juni, *: big 93 Uhr. 20 uis 23 D. 32: Die lustige Witwe Operette in 3 Akten von Franz Lehar. Donnerst., 25. Juni, 17.30 bis 20.15 Uhr. 2. Schülerzyklus, 3. Veranstaltung: Im weißen 90 Sasterd) Hellweg 1 und Kortumstraße 45 Städtisches Orchester Bochum Heute(Mittwoch), 24. Juni 1931, nachmittags 4 Uhr, bei günstiger Witterung: Konzert im Stautpark Leitung: Konzertmeister Curt Hofmann. Eintrittspreise 50 Pf., Zehnerheft 3 Mark, Kinder 20 CRANEN IM STADTPARKMittwoch, den 24. Juni, abends 8 Uhr grabe USEASAUNZERT ausgeführt von der MusikKapelie des Pollzeipräsidiums Bochum. Leitung: Herr Rungenhagen Volkstümlicher Einfriftspreis.50 M. 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Da schwererer Erwerbsrampf als ihm beschieden sein tann, muß ihrer Schulung fur die Meisterung der wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Lebens gleiche Aufmerksamkeit geschenkt werden. Die Erkenntnis bricht sich Bahn, daß der hauswirtschaftlichen Schulung der Frau mehr Bedeutung beigelegt werven muß, als es bisher der Fall gewesen ist. Der tiefere Grund dafür dürfte darin liegen, daß gutes hauswirtschaftliches Können der Frau mit zunehmender Armut unseres Volkes eine steigende privatwirtschaftliche Wertung erfährt. Rationelle Wirtschaftsführung ist auch hier der echten Wirtschaftlichkeit der Frau. Von unserm Nationaleinkommen, das auf etwa 40 Milliarden RM. jährlich zu schätzen ist, dürfen acht Zehntel Arbeitseinkommen sein, das fast restlos durch die Frau verausgabt wird. Wenn von diesen rund 30 Milliarden infolge guter wirtschaftlicher Schulung der Frau ein Zehntel gespart werden könnte, welche Werte ließen sich hiermit für die Allgemeinheit schaffen! Es ist daher verständlich, wenn der Minister für Handel und Gewerbe der hauswirtschaftlichen Durchbildung der Frau besondere Beachtung schenkt neuerdings durch Ausbildung von Haushaltspflegerinnen mit staatlicher Abschlußprüfung. Die städtische Haushaltspflegerin, früher Hausbeamtin genannt, ist die gebildete, beruflich geschulte und staatlich anerkannte Helferin oder Leiterin in größeren städtischen Haushalten und Anstaltsbetrieben. Ihre umfassende Ausbildung macht vor allem geeignet zur Bekleidung leitender wirtschaftlichen Stellen hauptsächlich in Anstaltsbetrieben, wie Krankenhäusern, Kinderheimen, Sanatorien, Pensionen usw. Stellungen in Familien kommen auch in Frage. Stadtteil Weitmar Hohes Alter. Der Invalide David Waschke, Bochum=Weitmar, Kohlenstraße 93, feiert in körperlicher und geistiger Frische seinen 75. Geburtstag. Christlicher Verein junger Männer. Die Wander gruppe des Vereins unternahm am tag eine zweitägige Wanderfahrt in die Schloß=Kemnader Gegend, wo ein Zeltlager aufgeschlagen und zahlreiche gemeinsame Spiele ausgeführt wurden. Einige Teilnehmergruppen nahmen noch Gelegenheit nerksamkeit auf den großen volkswirtschaftlichen Wert zum Besuch der Burgruine Hardenstein. Venn Nachburheriel Stadttreis Wattenscheid Der Eppendorfer Kirchbau macht wesentliche Fortjritte. Das Mauerwerk ist schon bis zum ersten falls die Befreiung der Neubaubesitzer von der Grundvermögenssteuer. Oberbürgermeister Kiwit bat das Kollegium, den Ernst der Lage zu bedenken und den von der Verwaltung gemachten Vorschlägen zuzustimmen. Ueber die von den Fraktionen eingereichten Anträge zum Etat werde man einzeln abstimmen. Eiserne Sparsamkeit sei oberster Grundsatz der Verwaltung. Im vergangenen Jahre seien am Wohlfahrtsetat keine Einsparungen vorgenommen worden. Auf die erwarteten Zuschüsse seitens der Regierung könne man nicht rechnen, wenn man die gesetzlichen Vorschriften nicht befolge. Jeder Stadtverordnete habe die Pflicht, für die Unterstutzungsbedürftigen mit der Annahme des Etats zu Der Zentrumsantrag, die sechsprozentige Kürzung der Wohlfahrtsunterstützungsempfänger zurückzunehmen, wurde angenommen, ebenfalls der Antrag, die Unterstützungsempfänger mit Kohlen zu beliefern. Sämtliche Anträge der K. P.., etwa 40, mit Ausnahme der Bewilligung von 5000 Mk. Prothesenzulage für Kriegsbeschadigte, wurden abgelehnt, ebenso die Anträge der S. P. D. Der Oberbürgermeister legte in die Beratung eine halbstündige Pause ein, in der sich die Fraktionen über Annahme oder Ablehnung des Etats berieten. Der Nettohaushalt beläuft sich auf 13 318532 Mark. Nach Abzug der zu erwartenden Aufkommen verbleibt ein durch Realsteuern und durch Zuschläge zur Bürgersteuer zu deckende Fehlbetrag von 6223 193 Mark. Grundvermögens=, Gewerbe= und dreifache Bürgersteuer sollen nach dem Vorschlage der Verwaltung 30 160000 Mk. erbringen. Hinzu kommen auf Grund des Antrages Breitscheidt bezw. des Städtetages 1 991 250 Mt. für die Stadt, so daß ein ungedeckter Fehlbetrag von 1 215 945 Mk. nach der Ausrechnung der Verwaltung verbleibt. Nach der Pause kam man zur Abstimmung über den Etat und die Deckungsvorschläge. Der Gesamt=Haushaltsplan gelangte mit den Stimmen des Zentrums, der S. P.., der Wirtschaftspartei und eines Teiles des Stadtblocks(rechts) mit 16 996 647 Mk. auf der Einnahmen= und Ausgabenseite zur Annahme. Anstatt des vorgeschlagenen 200prozentigen Zuschlages zur Bürgersteuer wird ein solcher von 150 Prozent erhoben. Bei der Grundvermögenssteuer bleibt es bei dem vorgesehenen Vorschlag von 400 Prozent. Der Zuschlag zur Gewerbesteuer wurde auf 640 anstatt 800 Prozent festgesetzt. Die Lohnsummensteuer beträgt 2960 anstatt 8700 Prozent. Stocke gediehen und verrät schon die Formenschönheit des neuen Gotteshauses und der anderen Geväube. Bekanntlich soll in Eppendorf eine Klosterniederlassung Aus den katholischen Vereinen. Am Donnerstag findet im Kolpinghaus eine Versammlung aller katholischen Vereine mit wichtiger Tagesordnung statt. kn Guter Erfolg der Erwerbslosenkurse. Die von der Stadtverwaltung in Verbindung mit dem Bochumer Arbeitsamt, eingerichteten. Erwerbslosenkurse, die sonders fur die jugendlichen Erwerbslosen bis zu 22 Jahren bestimmt waren, haben großen Anklang bei den jungen Leuten gefunden. Die Teilnahme verschiedenen Kursen war teilweise so stark, daß man die Teilnehmer nicht alle unterbringen konnte. Die Kurse gehen in dieser Woche zu Ende. Es ist aber geplant, weitere Kurse sofort anschließen zu lassen. Verkehrsunfälle. In der Nacht zum 22. Juni befuhr ein in Wattenscheid wohnender Arbeitggamtt seinem Motorrad die Bochumer Straße. stürzte er mit seinem Rade und zog sich schwere Verletzungen zu. Er wurde dem Krankenhause in Steele zugeführt.— Am 22. Juni, gegen 12.15 Uhr, wurde auf der Ecke Hoch= und Johannesstraße in Wattenscheid ein Arbeiter beim Ueberqueren der Straße von einem Motorrad angefahren. Eine auf dem Soziussitz sitzende Person erlitt leichte Verletzungen.— Am gleichen Tage, gegen 15.30 Uhr, erfolgte auf dem Hellweg in Wattenscheid ein Zusammezzseßg ewäschen einem Personenkraftwagen, und einem Lastkraftwagen. Beide Fahrzeuge wurden stark beschädigt und mußten abgeschleppt werden. Stadttreis Wanne-Eickel Hohes Alter. Im evangelischen Altersbeim in Eickel begeht Witwe Maria Schweng, gev. Stollberg, in seltener Frische heute ihren 80. Geburtstag. Dechant Funke wird aus Wanne=Eickel scheiden. Der Dechant des Dekanats Wanne=Eickel und Pfarrer der St. Laurentius=Pfarrgemeinde, Dechant Funke, ist vom Erzbischof zu Paderborn zum Pfarrer in Menden ernannt worden. Dechant Funke wurde im Jahre 1904 im Dome zu Paderborn zum Priester geweiht, war dann zwei Jahre in Altena als Pfarrvikar tatig und wirkte bis zu seiner vor 9 Jahren erfolgten Ernennung zum Pfarrer von St. Barbara=Röhlinghausen in Schüren, im damaligen Landkreise Hörde bei Dortmund. Als nach der Stadtwerdung in Wanne=Eickel ein Dekanat errichtet wurde, erhielt Pfarrer Funke die Ernennung zum Dechanten. Wann Dechant Funke Wanne=Eickel verläßt, steht noch nicht fest. 86. Provinzialverbandstag des Gustav=Adolf=Vereins. Anläßlich des Jahresfestes fand im Saale der Stadtmission auf der Moltkestraße die Jahreshauptversammlung des westfälischen Hauptvereins der Gustav=AdolfStiftung statt, die von Vertretern fast aller Zweigvereine besucht war. Der Vorsitzende Superintendent Niemann(Veltheim) erstattete nach der Eroffnung den Jahresbericht. Er sprach über die in Hilchenbach abgehaltene Gustav=Adolf=Schulungstagung. Den Gustav= Adolf=Predigten soll ein weiteres Augenmerk zugewandt werden. Der besonderen Liebe der Zweigvereine empfahl der Vorsitzende die Stanislauer Anstalten. Die dann einsetzende Aussprache ergab die Zustimmung zu nicht, mehr, zum Vorschein. Trotz eifrigen Absuche der Ungluckssteue konnte die Leiche noch nicht gesunden werden. Eine lebende Fackel Der verhängnisvolle Arbeitskittel. □ Mülheim(Ruhr), 23. Juni. Auf dem Hofe des Hauses Falkstraße 11 war der Polsterer Gustav Lohscheid mit dem Verbrennen von Abfallstoffen beschäftigt. Der Arbeitskittel des Polsterers wurde plötzlich von den Flammen erfaßt, und der Mann glich im Nu den Ausführungen des Vorsitzenden. Den Rechnungsbericht erstattete der Schatzmeister Oberregierungsrat Siegert(Munster). Die Schwierigkeiten in der Wirtschaftslage haben einen Rückgang der Einnahmen bedingt. An Liebesgaben wurden von den Zweigvereinen und den Gustav=Adolf=Frauenvereinen 4020 RM. angemeldet, die durch Stimmenmehrheit der Gemeinde Westerholt im Kirchenkreis Recklinghausen zugesprochen worden sind. Die Jubiläumssammlung für 1932 wurde besonders empfohlen. Zu Abgeordneten an der Generalversammlung, die vom 18. bis, 16. September in Osnabrück stattfindet, wurden gewählt: Vorsitzender Niemann(Veltheim), stellvertretender Vorsitzender Oberregierungsrat Krahnold(Münster) und Pfarrer Lizentiat Naunin(Wanne=Eickel). In der abschließenden Vorstandssitzung im Vereinshaus wurde ein besonderes Dankeswort dem Zweigverein Gelsenkirchen und besonders den Kirchengemeinden Wanne=Eickel verfaßt. ur Vor der Wirtschaft angegriffen und verletzt. Am 23. Juni wurde ein Kaufmann, als er die schaft B in der Friesenstraße verlassen hatte, plötzlich von 8 Personen angegriffen und zu Boden geschlagen. Er erlitt dabei erhebliche Verletzungen und wurde dem St.=Anna=Hospital zugeführt. Die Untersuchung ist eingeleitet. Verkehrsunfälle. Am 22. Juni, gegen 18.15 Uhr, wurde auf der Wörthstraße ein dreijähriges Kind von einem Motorrad angefahren und leicht verletzt.— Am 21. Juni, gegen 22 Uhr, wurde eine Haustochter auf der Dorstener Straße von einem Personenkraftwagen angefahren und erheblich verletzt. Sie wurde von dem Autofahrer in ihre Wohnung gebracht. Die Schuldfrage muß durch die Untersuchung geklärt werden. Sphaoutenstereincheschat B der VoFochumer Straße der Vergischen, Industrig, und Hazdelskamn wurden aus, dem. Geschaft„n, der gchume, Hrgks Oberbürgermeister Dr. Lehr,.usselporf, zu einer schlichWesnaten und Tchenzereing #le- vorschmund„ seiner brennenden Fackel. Die zu Hilfe herbeigeeilte Ein Kind spurios verschwunden Frau Lohscheid versuchte längere Zeit vergeblich, die •] Münster, 23. Juni. Das kleine, nicht schul Flammen zu ersticken. Als es ihr endlich gelang, hatte Flichtige, Töchterchen Katharina der Eheleute E. aus der Mang, Bipe jgx, Bzgandwund eugrumn eznzeg er Trensteinfurt entfernte sich vom elterlichen Hause und erlitten, die dir fofbrlige Ueberführung ins Krauter ist bisher noch nicht zurückgekehrt. Man vermutet ein Verbrechen. Die Landeskriminalpolizeistelle in Recklinghausen hat im Verein mit der zuständigen Landjägerei sofort die Ermittlungen aufgenommen. Tragischer Ausgang einer Paddelpartie □ Höxter, 23. Juni. Zwei Schwestern aus Paderborn hatten eine Paddelpartie auf der Weser unternommen. In den Nachmittagsstunden nahm man oberhalb der Mündung des Bollerbaches ein Bad. Dabei versank die ältere, die 24jährige Käthe Otto, und kam nicht mehr zum Vorschein. Trotz eifrigen Absuchens erlitten, die die sofortige Ueberführung haus notwendig machten. Auch die Frau hat bei den Rettungsarbeiten Brandwunden an-Händen und Armen davongetragen. Kleine Provinz-Rundschau Ein letzter Versuch. Die wegen kommunistischer Demonstrationen unter polizeilichem Schutz stehende Dortmunder Stadtverordneten=Versammlung beschlaß, den Magistrat zu ersuchen, mit der preußischen Regierung in Verbindung zu treten, um die Stillegung der Zeche„Kurl“ rückgängig zu machen. □ Für 450 Arbeiter Entlassungsantrag gestellt. Die Fried. Krupp AG. Essen hat für die Betriebe Stahlformerei, Federwerkstatt, Reparaturwerkstätten und Eisenbahnwerkstatt Stillegungsantrag gestellt. Es handelt sich bei diesem Antrag um eine vorsorgliche Maßnahme. Sollte die Stillegung zur Durchführung kommen, so werden davon 450 Mann betroffen. □ Vom Blitz getötet. Ueber dem Paderborner Land aing ein schweres Gewitter nieder. Im benachbarten Wrexen wurde ein Mann, der vor dem strömenden Regen unter einem Scheunendache Schutz gesucht hatte, von einem Blitz getroffen und auf der Stelle getötet. durch Schaufenstereinbruch 9 Flaschen Malaga, 2 Parete Tee und 2 Pakete Kandis entwendet. Kohlendiebe festgenommen. Am 28. Juni, gegen .20 Uhr, wurde das Ueberfallkommando zur Zeche „Pluto". Schacht Wilhelm, gerufen, da dort Kohlendiebe an der Arbeit waren. Vier Personen konnten auf frischer Tat abgefaßt und vorläufig festgenommen werden. Die Festgenommenen sind aus Gelsenkirchen. Sie sind zur Anzeige gelangt. Stadttreis Gelsenkirchen Nach einer Schlägerei gestorben. Der Kellner Notthoff aus Essen war am Sonntag bei seinen in Horst wohnenden Eltern zu Besuch. Abends ging er aus und besuchte mehrere Wirtschaften. In der Nacht entstand zwischen ihm und dem Chauffeur Paul Steffens aus Horst, dem er vor kurzem fünf Mark geliehen hatte, eine Auseinandersetzung, in deren Verlauf sie Notthoff seines Schlüsselbundes und Steffens einer Kombinationszange bediente. Beide kamen zu Fall: Steffens erhob sich rascher, sprang in sein Auto und fuhr davon. Der nicht so behende Notthoff ging in die Wohnung eines Bekannten reinigte sich hier vom Blut und begab sich dann nach Hause. Montag mittag wurde er dann besinnungslos in seinem Bett liegend vorgefunden. Im Krankenhaus, wohin er transportiert worden war, starb er gegen abend, wahrscheinlich an den erlittenen Kopfverletzungen. Der so plötzlich Verstorbene stand im 29. Lebensjahr: Steffens wurde verhaftet. Oberbürgermeister Dr. Lehr(Düsseldorf) überbrachte im Namen der Stadtverwaltung und Stadtvertretung die herzlichsten Wunsche. Die Geschichte der Industriestadt Dusseldorf sei der stärkste Beweis dafür, daß der wahrhaft königliche Kaufmann, der schöpferische Industrielle, Rückgrat und Aufschwung der Wirtschaft lei. Nach der Ansprache von Oberbürgermeister Dr. Lehr ergriff Kommerzienrat Poensgen nochmals das Wort und sprach dem Handelsminister für die Unterstützung, die die Selbstverwaltung durch ihn gefunden habe, seinen Dank aus. Nach einer Serenade von Johannes Brahms, Komvonist in Düsseldorf 1854 und 1856 bis 1857, hielt der Geschäftsführer der Industrie= und Handelskammer, Dr. Wilden, einen Vortrag über Heimat und Wirtschaft. Die Ouverture zum„Sommernachtstraum" von Felix Mendelssohn=Bartboldy, Theaterkapellmeister von Düsseldorf 1838 bis 1835, beschloß die stimmungsvolle Gedenkfeier. Namens der Industrie= und Handelskammer Düsseldorf und anläßlich der Feier deren hundertjährigen Bestehens legte das Vorstandsmitglied der Kammer, Dr. A. Fr. Flender, an dem Ehrenmal für die Gefallenen in Benrath einen Kranz nieder. Wanne=Eidkeis Eialberatschieee. 150 Prozent Zuschlag zur Bürgersteuer— Verbesserungen für die Unterstützungsempfänger Wanne=Eickel, 28. Juni. Die am 3. Juni aufgeflogene Sitzung des WanneEickeler Stadtparlaments fand am Dienstag ihre Fortsetzung. Der Zuhörerraum war diesmal nicht vollständig besetzt. Auf den Tischen der Stadtverordneten hatte man in dieser Sitzung an Stelle der schweren Aschenbecher, die beim letzten Male als Wurfgeschosse Verwendung gefunden hatten, leichte aufgestellt. Oberbürgermeister Kiwit eröffnete die Sitzung und führte für den Stadtverordneten August Rosteck(S. P..), der ausgeschieden ist, das Mitglied Nikolaus Burschinger in das Kollegium ein. Seitens der K. P..=Fraktion lag ein Dringlichkeitsantrag wegen der Belieferung von Unterstützungsbedürftigen mit Kohlen vor. Das Zentrum hatte einen ähnlichen Antrag zum Etat eingereicht. Der Antrag der K. P. D. wurde in die Etatberatung eingereiht. Die Fraktion der Krieas= und Arbeitsopfer brachte einen Protest gegen die Notverordnung zur Verlesung. Stadtveroxdneter Rimbach machte längere Ausführungen dazu. Wanach bat der Oberbürgermeister um Stellungnahme zu seinen in der vorigen Sitzung gemachten Darlegungen zum Haushaltsplan. lastung der Bürgerschaft ihren höchsten Punkt erreicht habe. Die Bier= und Schankverzehrsteuer habe nicht den Erwartungen entsprochen. Die Bürgersteuer, die man jetzt erheben wolle, bringe nur einen Ausgleich auf dem Papier. Jede neue Steuererhöhung wirke sich negativ aus. Eine Senkung der Unterstützungssätze sei nicht möglich. So schnell wie möglich müsse ein gerechter Finanzausgleich zwischen Reich und Gemeinden erfoleai, Zu den enzeinen Gatriteln habe biz Lenteunt. frartion mehrere Antrage eingereicht. Den Unterstützungsbedürftigen möge man für den Sommer 1981 ie zehn Zentner Kohlen zuweisen. Die Streichung der Unterstützungssätze für kinderreiche Familien müßte zurückgenommen werden. Besitzer von Neubauten seien auf die Dauer von fünf Jahren von der Grundvermögenssteuer zu befreien. Für die kommunistische Fraktion machte Stadtverordneter Schulz längere Ausführungen zum Haushaltsplan. Die durchgeführte sechsprozentige Kürzung der Sätze der Wohlfahrtsunterstutzung müsse umgehend rückgängig gemacht werden. Die Bürgersteuer lehne die kommunistische Fraktion ab. Stadtverordneter Kapalla(S. P..) schilderte eingehend die Notlage der Gemeinde. Das Reich stehe der großen Not der Kommunen verständnislos gegenüber. Es sei nicht zu bestreiten, daß alle Etatposten vom Gesichtspunkte der Sparsamkeit aus aufgestellt seien. Weiteren Streichungen bei einzelnen Posten stünden gesetzliche Hindernisse im Wege. Der Redner begründete die von gersteuer lehne man ab. Einem 50prozentigen würde man zustimmen. Einen Zwangsetat möchte man vermeiden. Rektor Scharze erklärte, der von ihm vertretene Teil des Stadtblocks sei bereit, den Etat anzunehmen. Von dem Redner wurden noch einige Vorschlage zur Einsparung bei einzelnen Posten gemacht. Bedauerlich seien die Einschränkungen bei der Schulverwaltung. Die Abstriche bei der Wohlfahrtsverwaltung heiße man prozentige Grundvermögenssteuer ab. Der Wohlfahrtsetat müsse auf den alten Stand gebracht werden. Die Besitzer von Neubauten seien für fünf Jahre von der Grundvermögenssteuer zu befreien. Der Redner setzte sich eindringlich für die Kriegsbeschädigten ein. Stadtverordneter Behrens sprach für den Teil der Stadtverordneten des Stadtblocks, der den Etat ablehnte. Alle Mittel müsse man anwenden, um die Wirtschaft anzukurbeln. Für die Fraktion der Reichspartei des Mittelstandes redete Stadtverordneter Wolf. Die Gewerbesteuer in der vorgeschlagenen Form lehne man ab, eben4 93-1 100 Jahre Industrie= und Handelskammer+#0 189 L zu Düsseldorf 1931 Handelsminister Dr. Schreiber und westdeutsche Wirtschaftsführer zu Hoovers Zahlungs=Stillstanospian Düfseldorf, 28. Juni. Im Schloß zu Benrath versammelten sich am Dienstag zirka 400 Gäste, darunter eine große Anzahl prominenter Persönlichkeiten staatlicher und kommunaler Behörden, des Handels, der Industrie, Wissenschaft, Kunst, unter ihnen der preußische Handelsminister Dr. Schreiber, der Präsident des Deutschen Industrie= und Handelstages, Franz von Mendelssohn, Minister Dr. Hamm vom Deutschen Industrie= und Handelstag, Gecheimrat Professor Dr. Duisberg, Präsident des Reichsverbandes der Deutschen Industrie und des Verbandes der Bergischen Industrie= und Handelskammern, sowie Oberbürgermeister Dr. Lehr, Tusselpor, zu einer schlichten Feierstunde anlaßlich der Jahrhundertfeier der Industrie= und Handelskammer zu Düsseldorf. Eingeleitet wurde der Festakt durch die von dem städtischen Orchester unter Leitung von Generalmusikdirektor Weisbach zu Gehör gebrachte Ouvertüre zu „Genoveva“ von Robert Schumann, Musikdirektor in Düsseldorf von 1850 bis 1854. Der Präsident der Industrie= und Handelskammer, Kommerzienrat C. R. Poensgen, begrüßte die Erschienenen; er gab dann einen Ueberblick vom Werden und Aufstreben der Düsseldorfer Handelskammer. Die Kammer habe wechselvolle Zeiten überstanden und werde auch die Anforderungen einer sicher nicht leichten Zukunft erfüllen. Der preußische Minister für Handel und Gewerbe, Dr. Schreiber, sprach namens der preußischen Staatsregierung Glückwünsche aus. Lange habe es zu Beginn des vorigen Jahrhunderts gedauert, bis Handel und Wandel blühten. Befreiung der Wirtschaft von unnötigen Fesseln, Gewerbefreiheit und Schaffung größerer Räume durch den Zollverein seien die Marksteine der wirtschaftlichen Entwicklung. Die volle Blute kam nach dem Wiedererstehen des Deutschen Reiches. So weise die Betrachtung der Vergangenheit den Weg in die Zukunft. Stärkste Zusammenfassung der nationalen Kraft unseres Volkes, Ueberwindung der Hemmnisse, die unselige Friedensverträge durch die wirtschaftliche Atomisierung Europas geschaffen haben und Befreiung der Wirtschaft von dem Uebermaß an Gebundenheit. Er fuhr dann fort:„Wir alle empfinden dankbar die Initiative, die der Präsident der Vereinigten Staaten von Nordamerika zur Erleichterung der Wirtschaftsnöte der Welt und zur Festigung der finanziellen und wirtschaftlichen Lage unseres Landes ergriffen hat. Wir legen uns mit voller Klarheit Rechenschaft davon ab, daß dieser mutige und großzügige Schritt der nordamerikanischen Regierung der Ausgangspunkt sein kann für eine allmähliche Gesundung der weltwirtschaftlichen Verhältnisse und für eine allgemeine Regelung, die endlich im Interesse aller jene ernsten und vielfachen Störungen beseitigt, die als unheilvolle Erbschaft aus der Kriegszeit die Wirtschaft der Welt und insbesondere unseres Vaterlandes so schwer geschädigt haben. Aber freilich, unser Volk darf auch in dieser Stunde des Aufatmens nicht vergessen, daß niemals die Hilfe von außen allein kommen kann, und daß das Entscheidende für die Gesundung unserer Verhältnisse immer abhängt von seiner Leistung, von Verantwortungsgefühl und von seiner moralischen und politischen Haltung auch in schwierigster Zeit.“ Dann sprach Der Präsident des Deutschen Industrie= und Handelstages. Franz v. Mendelssohn, der u. a. ausführte, daß ein hohes Maß von Einsicht und Selbstbezwingung die jetzige schwere Zeit erfordere. Er begrüßte ebenfalls den Schritt des Prandenten der Vereinigten Staaten von Amerika. Der Schritt komme aus der Exkenntnis der wirtschaftlichen Verpflechtung aller Ländek. Außenpolitisch dürfe die Erleichterung, die bevorsteht, nicht mit dauernden Verzichten erkauft, sie müsse vielmehr zu weitschauenden, der Wirtschaft, der Wohlfahrt und der Versöhnung der Völker gerecht werdenden Fortschritten und Wandlungen benützt werden. Geheimrat Duisberg führte aus, daß für uns Deutsche eine Rettung aus dieser schwierigen Situation ebenso wie aus der allgemeinen Depression, unter der wir leiden, nur möglich sei, wenn wir mit aller Energie Front machen gegen jede Kapitalflucht, die gerade im heutigen Zeitpunkt als Fahnenflucht zu bezeichnen sei. Man müsse Vertrauen zum Kanzler des Deutschen Reiches Dr. Brüning, haben. Erste Voraussetzung für erfolgreiche Verhandlungen in der Reparationsfrage sei die Ordnung unserer finanzund wirtschaftspolitischen Verhältnisse. Der neueste Vorschlag Hoovers sei ein eindrucksvoller Beweis für die wiederkehrende Wirtschaftsvernunft. Gleichbleibende Wetterlage Wetterbericht der Essener Wetterwarte vom 23. Juni Das skandinavische Tief liegt als Sturmwirbel über dem nördlichen Schweden. Seine Energie wird noch immer durch Zufuhr warmer Luftmassen über Rußland meist in der Höhe gespeist, so daß rings um das Tief verbreitet Regen fällt. Auf seiner Rückseite dringen kühlere Luftmassen arktischen Ursprungs nach Süden vor. Sie sinken jedoch über dem mitteleuropäischen Festlande in dem verfallenden Hochdruckrücken rasch zusammen, so daß hier wolkiges bis heiteres Wetter entsteht, bei mäßig bis warmen Temparaturen. Ein neues Tiefdrucksystem dringt über dem nördlichen Ozean gegen Island vor. Es entsendet seinen Wirkungsbereich bis nach England. Es wird jedoch bei seinem Weiterwandern nach Osten unseren Bezirk nur wenig berühren, so daß der vorherrschende Witterungscharakter unverändert bleibt. Wetteraussichten bis Mittwoch: Schwachwindig, aus wechselnder Richtung wechselnd bewölkt, teilweise auch heiter, dabei lokale Gewitter, warm. Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Winddrehung auf West bis Südwest, stärker wolkig und zunehmende Regenneigung, nur wenig ansteigende Temperaturen. Barometer Dienstag, 23. 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