Täglich außer Samstag 10Pf. Samstags mit illustr. Beilage 20 Pf. sich nicht länger nteln, bei denen sece geformt werden mus. nziger Handsril, wellapparat„ELPA“ llen gleichzeitig. Kammstreiten formt . Preis.90 RA Kammstreifen formt ... Preis.95 RvL ammenschieben Roed„RAA“ N 30. 41 achsahme 2 ... Preis.90 ka .... Preis 295 Ba laarwell- und Frisier-äm hinten, gekämmtes Hag.Nr. 3 für Links.— reis.85 Rm.(Untorte idlung, eil werden lassen den Ertole. Gut dernen Schriften finden Sie in ergleiche werden hmücken tmit erprasseln und erkleid im Nu gerlich ist das 1; meist gibte — weil„man t Waechter mit aparte Kunst nden Bordüren urme also, die n— die gibte 1,90 und.90 nur aus Anlat erkaufs bieten s der Schirmweit entgegen. n heute ½9 Uh Nr. 133 7 38. Jahrgang Mittwoch, den 10. Juni 1931 * Bezugspreis einschl. Botenlohn.40 Mk. monatlich, oder.20 Mk. halbmonatlich: Selbstavholer.10 Mk. bezw..05 Mk. Unsere Beilage„Die Bochumer Illustrierte“ kostet monatl. 20 Pfg., die Funkbeilage„Hör mit mir“ kostet monatl. 30) Pig. Allgem. Anzeigenpreis: Für 1 Millimeter Höhe in 25 Millimeter Breite 10 Pig., im Reklameteil 50 Pig.(Besondere Anzeigenpreise nach aufliegendem Tarif.) Angebote von anderen Zeitungen und Vermittlern werden nicht befördert. Bei zwangsweiser Beitreibung der Anzeigengebühren durch Klage, bei Konkursverfahren usw. wird der bewilligte Nachlaß hinfällig. Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmten Tagen und Plätzen, auch für durch Fernsprecher aufgegebene und abbestellte, sowie undeutlich geschriebene Aufträge wird keine Gewähr übernommen.— Schluß der Anzeigenannahme 4 Uhr nachmittags. Mr. 250.- Unfall=Unterstützung bei tödlichem Unfall laut besonderen Bedingungen für Bochum und umliegende Industriebezirke General Redaktionsleitung: Dr. Paul Dierichs. Verantwortlich für Politik: Rudol! Foest; für Kommunalpolitik und Nachbargebiet Adolf Peddinghaus: für Hans Schulte, für Handel: Fritz Schmidi: für Sport: Hans Schulte und Paui Wegener: für Kunst und Unterhaltung: Dr Christic Rebelsenl esie Hosdzna. Burchseldsunigerialseistr Beist nächens siuegt und Geschäftsstelle: Ratbausplasz&a. Fernsprech=Anschlüsse Sammelnummer 675 51— Postscheckkonto Dortmund 1760 Die nächsten=Schinn=der Reichblegierung Die Einladung an Macdonald— Kommt ein Moratorium? Berlin, 9. Juni. Von unserer Berliner Schriftleitung. Allgemein registriert man mit Genugtuung, daß der englische Premierminister Macdonald und der Außenminister Henderson die Einladung nach Berlin angenommen haben. Ein bestimmter Zeitpunkt steht noch nicht fest. Aber man darf annehmen, daß dieser Besuch noch im Sommer erfolgt. Dieser erste offizielle Besuch englischer Staatsmänner in der Reichshauptstadt nach dem Kriege wird ebensowenig ein formeller Höflichkeitsakt sein, wie dies die Reise des Kanzlers nach England war. Es gilt, die zwischen Deutschland und England angeschnittenen Probleme der weltwirtschaftlichen Krise und der deutschen Zahlungsunfähigkeit sowie die Lösungsmöglichkeiten zu vertiefen. Man weiß, daß diese Dinge nicht ohne Rücksprache mit Frankreich und Amerika zu wältigen sind. Aus diesem Grunde steht auch heute noch nicht fest, welche Lösungsmöglichkeiten die Reichsregierung von sich aus zur schnellen Behebung der finanziellen Not, besonders in der Frage der deutschen Zahlungen, ins Auge faßt. Einen gewissen Aufschluß gibt die heute herausgegebene Feststellung, daß die Reichsregierung keinerlei Beschluß in der Frage des Transfermoratoriums gefaßt hat.„Sie wird sich,“ so heißt es in der amtlichen Verlautbarung,„auch durch keinerlei derartige Fehlmeldungen zu voreiligen Handlungen drängen lassen. Es kann allerdings nicht verschwiegen werden, daß Informationen solcher Art geeignet sind, die Reichsregierung in ihrer Handlungsfreiheit zu beeinträchtigen und Schaden anzurichten.“ So weit die amtliche Mitteilung. Man darf dem Kanzler in dieser Auffassung beipflichten; denn es mutet zum mindesten tragikomisch an, wenn das parteipolitische Störungsfeuer heute von der Seite unternommen wird, die bisher für eine außenpolitische Einheitsfront eintrat. Ueber den Erfolg von Chequers kann man denken, wie man will. Er wird sich erst zeigen müssen. Daß aber bereits eine Wirkung der deutschenglischen Aussprache zu spüren ist, geht am deutlichsten aus den Kommentaren der Pariser Presse hervor, deren Ton heute merklich umgeschwenkt ist. Die Reichsregierung wird sich sogleich nach Rückkehr des Kanzlers über den einzuschlagenden Weg schlüssig werden müssen. Ihre oben angezogene Mitteilung behauptet nicht, daß ein Moratoriumsantrag nicht erfolgen soll, sondern sagt nur, daß man noch keine Beschlüsse hierüber gefaßt habe. Zwei weitere Wege bleiben freigestellt. Feststellung der deutschen Zahlungsunfähigkeit durch den Ausschuß der B. J. Z. sowie Erwägung von Hilfsplänen und ferner die schnellste Einberufung einer neuen Tributlastenkonferenz. Der letzte Weg hätte mit Rücksicht auf das zeitlich ausgedehnte Verfahren der beiden anderen den Vorzug. Das Kabinett wird sich deshalb alsbald schlüssig werden müssen. Gleich nach der Rückkehr des Kanzlers wird das Kabinett beraten. Aller Wahrscheinlichkeit nach werden sich dann Kanzler und Außenminister zum Reichspräsidenten nach Schloß Neudeck begeben und im Laufe der kommenden Woche dann die Parteiführer von dem Ergebnis der deutsch=englischen Aussprache unterrichten. Erst dann dürften sich die Fraktionen des Reichstages über die Einberufung des Parlaments schlüssig werden. Von der am Mittwoch stattfindenden Tagung des Aeltestenrates verspricht man sich im allgemeinen keinen Sieg der oppositionellen Parteien. Selbst die sozialdemokratische Fraktion, die noch in den letzten Tagen für die Einberufung plädierte, hält sich heute im parteiamtlichen„Vorwärts“ stark zurück, sagt nur, daß die Sozialdemokratie die Abänderung gewisser drückender Bestimmungen der Notverordnung durchsetzen werde, verlangt aber mit keiner Silbe dazu die Einberufung des Reichstages. Der Kanzler dürfte zu irgendwelchen Zugeständnissen in der Abänderung der Notverordnung einstweilen nicht bereit sein. Selbst der Ueberweisung an den Haushaltsausschuß steht die Regierung nach wie vor ablehnend gegenüber, da sie keine Möglichkeit sieht, in welchem Sinne die Notverordnung geändert werden könnte, zumal sich in den wichtigsten Punkten die Anschauungen von rechts und links diametral gegenüberstehen so daß ein Kompromiß nicht gefunden werden kann. Dagegen spricht man davon— übrigens ein Zugeständnis an Sozialdemokratie und die Deutsche Volkspartei— die viel umkämpfte Krisensteuer nur so lange zu erheben, wie dies durch die Notlage des Haushalts unbedingt erforderlich ist, dann aber, falls von innen oder außen her Erleichterungen der Finanzlage eintreten, die Krisensteuer außer Kraft zusetzen. 9. V. P. und Reichstagseinberufung Berlin, 9. Juni. In einem deutschnationalen Berliner Abendblatt wird eine Stelle aus einer Rede des früheren Reichsfinanzministers Dr. Moldenhauer zitiert, wonach die Deutsche Volkspartei die Einberufung des Reichskages fordere und die Notverordnung ablehnen werde, wenn Dr. Brüning den Forderungen der Partei nicht bach'emmg. Hierzu erfahren wir von berufener Stelle, Einbs Dr. Moldenhauer tatsächlich persönlich für die #nerufung des Reichstages ausgesprochen hat, daß der der Schwerpunkt seiner Ausführungen in der Ankündigung von Forderungen der Deutschen Volkspartei liegt, bei deren Ablehnung die Partei die notwendigen Folgerungen ziehen wird. Natürlich ist eine Entscheidung über die Haltung der Deutschen Volkspartei bis jetzt nicht getroffen, sie kann erst in der Fraktionssitzung erfolgen, die bekanntlich für Donnerstag einberufen ist. Man kann aber wohl annehmen, daß die Stimmung in der Fraktion etwa dem entspricht, was Dr. Moldenhauer in der erwähnten Rede ausgeführt hat. Die Entschließung der Fraktion wird davon abhängen, wie sich die Reichsregierung zu den von Dr. Moldenhauer angekündigten Forderungen und Vorschlägen stellen wird. Auf der Heimfahrt von Chequers London, 9. Juni. Der deutsche Reichskanzler und der Reichsaußenminister sind um.13 Uhr nach Southampton abgereist, von wo sie auf der„Europa“ die Rückfahrt nach Deutsch##land antraten. Die Ankunft der Europa“ verzögerte sich infolge Nebels und schlechten Wetters im Kanal bis in die zweite Nachmittagsstunde. Der Bürgermeister von Southampton lud den Kanzler und den Reichsaußenminister sofort ein, die Gelegenheit wahrzunehmen, sich die Hafenanlagen und die Stadt anzusehen, sowie mit ihm zu frühstücken. Das Angebot wurde jedoch höflich abgelehnt. Die deutschen Minister blieben in ihrem Sonderwagen. Als die„Europa“ auf der Reede von Cowes vor Anker gegangen war, begaben sich Kanzler und Außenminister an Bord des Torpedobootszerstörers„Winchester“, der sie zur„Europa“ brachte, wo der Kapitän die deutschen Herren begrüßte. Von Southampton aus haben Dr. Brüning und Dr. Curtius Macdonald und Henderson telegraphisch noch einmal gedankt für die Gastfreundschaft, die sie auf englischem Boden genossen haben. Außenminister Henderson hat den französischen und den italienischen Botschafter in London über die Besprechungen in Chequers unterrichtet. Beland iehm Geungpianlevisten ab Er kritisiert scharf den Stahlhelmtag in Breslau Paris, 9. Juni. In der französischen Kammer beantwortete heute Außenminister Briand eine Anfrage des Abg. [Lorin(Fraktion Maginot) über den Breslauer Stahlhelmtag. Er nannte die Veranstaltung, an der auch zwei Hohenzollernprinzen und mehrere Generäle teilgenommen hätten, ein ebenso tadelnswertes wie beklagenswertes Ereignis. In den Breslauer Reden sei kein Appell an den Krieg laut geworden, doch hätten lebhafte Angriffe gegen die Reichsregierung stattgefunden, die man für zu schwach hielte, um eine Aenderung der Ostgrenzen zu erreichen. Es sei zu viel, daß eine derartige Kundgebung in der Nähe der polnischen Grenze nach der Verständigung von Genf stattgefunden habe. Das hätte vermieden werden müssen. Die französische Regierung habe sich keineswegs desinteressiert erklärt, sondern vielmehr der Reichsregierung ihren Standpunkt dargelegt, der, wie er glaube, von der deutschen Regierung geteilt werde. „Wir werden bestrebt sein“, so sagte Briand, „aus dem deutschen Volke, wenn auch keine befreundete, doch eine friedliebende Nation zu machen.“ Die deutschen Staatsmänner haben mir böse Stunden bereitet, doch lasse ich mich dadurch nicht entmutigen. Die Reichsregierung ist möglicherweise geschwächt. Ich möchte nicht, daß das Kabinett Brüning durch Nationalisten ersetzt wird. Jedenfalls wird die französische Regierung niemals versäumen, bei ähnlichen Zwischenfällen zu intervenieren.“ Nach dieser Erklärung ging Briand ganz unerwartet auf das Reparationsproblem und Chequers über. Der Minister führte u. a. aus:„In bezug auf die Reparationen kann Deutschland seine eigene Auffassung vertreten. Das ist sein Recht. Wir aber haben die unsrige, und man wird die feierlichen Verträge nicht in Frage stellen können, ohne daß wir unsere Zustimmung dazu erteilen. Der Youngplan kann nicht abgeändert werden, denn er hat einen endgültigen Charakter. Von einer etwaigen Absicht, den Youngplan zu revidieren, habe ich keine Kenntnis erhalten. Wenn dies jedoch der Fall gewesen zwäre, hätte ich nichts ohne das Parlament unternommen" * Der französische Außenminister hat in der vorstehenden Rede eine Sprache geführt, die nicht dazu angetan ist, die Befriedung Europas zu fördern. Im Gegenteil. Seine Aeußerungen müssen den europäischen Kontinent in die größte Unruhe versetzen. Auch Briand müßte wissen, daß er mit seiner kategorischen Erklärung:„Der Youngplan kann nicht abgeändert werden“ weder die schwierige Lage der Reichsregierung erleichtert, noch die Reparations= und Wirtschaftskrise mildert, die, wie das Zweimilliardendefizit im französischen Staatshaushalt beweist, auch ihre Wogen nach Frankreich schlägt. Diese Haltung ist auch für die französische Nation gefährlich; denn wenn infolge der hartnäckigen Weigerung Frankreichs, Deutschland die finanziellen Erleichterungen zu gewähren, die es zu seinem Leben braucht, das Deutsche Reich zusammenbrechen sollte, dann wird auch Frankreich in den Strudel des Chaos' gerissen werden. Im übrigen müssen wir Briands überhebliche Schulmeisterei, aus Deutschland eine friedliebende Nation machen zu wollen, energisch zurückweisen. Das deutsche Volk ist ein friedliebendes Volk. Und wenn es über die ungeheuerlichen Ungerechtigkeiten des Versailler Vertrages und über die unerträgliche Belastung der Reparationen aufbegehrt, so ist das nicht Mangel an Friedensliebe, sondern der Aufschrei eines gequälten und getretenen Volkes. Wir haben ein gutes Recht, unsere Vergewaltigungen und unser Elend der Welt ins Antlitz zu schreien, und werden auch künftig nicht danach fragen, ob das Herrn Briand gefällt oder nicht. Wo der Stahlhelm seine Tagungen abhält und wie er sie inszeniert, geht Briand gar nichts an. Das ist eine innerdeutsche Angelegenheit. Wir müssen deshalb seine Aeußerungen hierüber als eine unerhörte Einmischung in innerdeutsche Verhältnisse schärfstens zurückweisen. Noch nicht dei eehle Die Amsatzsteuererhöhung in Reserve Duisburg=Hamborn, 9. Juni. Bei einer Unterredung, die Reichsarbeitsminister Dr. Stegerwald dem Chefredakteur des„Echo vom Niederrhein“ gewährte, führte er u. a. aus: „Die„Kölnische Zeitung" versichert Dr. Brüning ihres weiteren Vertrauens, hält aber anstelle der jetzigen eine bessere Notverordnung, ehe es zu spät ist, für notwendig und ist der Meinung, daß in dem gegenwärtigen Kabinett einige Minister durch andere zu ersetzen seien; sie will eine Milderung der Krisensteuer gegenüber dem Mittelstand, im besonderen den Angestellten, und sofortige Durchführung durchgreifender Reformen in der Sozialversicherung, darunter im besonderen die Zusammenlegung von Krisenfürsorge und Wohlfahrtserwerbslosenfürsorge, schnellste Reichs= und Verwaltungsreform anstelle der jetzigen unsympathischen Steuern, trotz großer Bedenken die Erhöhung der Umsatzsteuer und schließlich weitere Abstriche an den Sachausgaben. Dazu möchte ich, ohne dem Reichskanzler vorzugreifen, folgendes bemerken: Der Reichskanzler hat in den letzten Wochen mehreren Stellen gegenüber mit der größten Eindeutigkeit erklärt, daß die Erhöhung der Umsatzsteuer in der gegenwärtigen Stunde seinen sofortigen Rücktritt zur Folge habe. Die Umsatzsteuer müsse reserviert werden für die beiden Fälle, dat Konplikationen in der Reparationsfrage eintreten sollten, oder aber daß die Hauptsteuer der Länder die Hauszinssteuer, weiterhin katastrophal zusammenschrumpfe. In der Zusammenlegung von Krisenfürsorge und Brainskommifsignt ale 09 die .s Lum zltichen#as au ich persönlich lange Zeit auf dem gleichen Standpunkt, den die„Kölnische Zeitung“ vertritt. Wir sind aus guten Gründen die der Oeffentlichkeit bereits unterbreitet worden sind, bei der gegenwärtigen Massenarbeitslosigkeit davon abgekommen. Bei den Sachausgaben ist beim Reich kaum mehr etwas zu streichen, da in dem mehr als ZehnMilliarden=Etat des Reiches— sieht man von der Reichswehr und der Reichsmarine ab— kaum mehr als 100 Millionen Mark Sachausgaben enthalten sind. Mit der sofortigen Inangriffnahme der Reichs= und Vexwaltungsreform bin ich für meinen Teil sehr einverstanden.“ Die„Kölnische Zeitung" die auch die Ersetzung zum mindesten des Finanzministers durch einen andern Mann gefordert hatte, schreibt hierzu: „Wir waren allerdings nicht darauf gefaßt, daß die Umsatzsteuer für eine neue Sanierung vorgesehen sei, falls das Aufkommen aus der Hauszinssteuer weiter zusammenschrumpft, wir hatten uns vielmehr auf das Wort des Regierungsaufrufs, die vorgesehenen Steuererhöhungen seien der letzte Schritt, verlassen.“ „Ein Graben ist zugeschüttel“ g„„„„ Berlin, 9. Juni. Die Urteile über Chequers sind grundverschieden. Die Einen sagen:„Europens übertünchte Höflichkeit", andere wiederum blasen Siegesposaunen, als sei eine Festung gestürmt wie weiland Jericho. Beides ist falsch. Chequers war ein Anfang. Sogar ein bescheidener. Die Kritik über diesen diplomatischen Auftakt ist größer als der Schritt selbst. Umsonst meinte nicht der britische Politiker Church noch auf dem Londoner Bahnhof zum Kanzler:„Jetzt beginnt erst der schwerste Teil der Reise" Die schnelle Kritik ist nun einmal eine deutsche Eigentümlichkeit, ist ein Recht, begründet durch unsere außenpolitische und innerpolitische Notlage. In diesem Falle ist sie übereilt. Denn man kritisiert ein mehr als lakonisches Kommuniqué, das von den beiden Partnern vereinbart wurde. In ihm aber ist, wie bei allen wichtigen diplomatischen Ereignissen, das Bestimmende verschwiegen. Die Geheimdiplomatie ist nun eben noch nicht zum überholten politischen Mittel erklärt. Wie wäre dies auch möglich, wenn selbst die Innenpolitik in Fraktionssitzungen und interfraktionellen Verhandlungen sich fast ausschließlich von der Geheimdiplomatie nährt. Ueber Chequers wissen wir so gut wie nichts. Wir vermuten nur. Die Wirkung der Aussprache können wir lediglich am Presse=Echo des Auslandes abschätzen. Da wird viel orakelt. Ein Zeichen von der bestimmenden Bedeutung des Wochenendes von Chequers. Selbst Frankreich fühlt das Neuartige der diplomatischen Methode heraus, die erstmalig ohne große internationale Konferenz zwei Reiche nach dem Weltkriege zu vernunftgemäßer Aussprache über die gemeinsamen Sorgen zusammenführte. Frankreich argwöhnt, stannt aber zugleich, daß der Geist der Kanonen und Bajonette vor dem Gefühl wachsender europäischer Solidarität langsam kapitulieren muß. Wenn das wirklich in seinen ersten Anfängen gelang, so ist Chequers für die Zukunft ein Erfolg „Seit gestern ist der Graben, den der Krieg zwischen Deutschland und England gezogen hatte, aufgefüllt worden. Eine neue Seite der Weltgeschichte hat begonnen". Zu dieser Erkenntnis ist das Pariser Blatt, die„Volanté“ erwacht. Wir selbst betrachten die Politik nicht mit platonischen Augen, so daß wir nun in Chequers den Anfang einer Zeit erblicken, wo die Nationen, ergriffen vom Weltschmerz ihrer Kriegstorheit, sich liebend ans Herz sinken. Aber ein Graben ist zugeschüttet, der vom Weltkriege seinen Ausgang nahm und selbst durch Locarno und Haag noch hindurchging. Der einseitigen außenpolitischen Orientierung Deutschlands. von jeher der Ausgangspunkt unserer Schlappen und Verwickelungen, ist endlich der Rücken gekehrt. Auch das kann vielleicht ein Erfolg sein. Man hat über die Festlichkeiten von London und Chequers sowie über das gesellschaftliche Aufgebot gespöttelt. Nun:„Höflichkeit ist ein Staatspapier des Herzens, das oft um so größere Zinsen trägt, je unsicherer das Kapital ist". So sagte einmal Börne. Die Politik des gut sitzenden Fracks war immer eine britische Tradition. Selbst der Zweck heiligt diesen Frack. Ist dieser Zweck erreicht?... Die Regierung sagt ja. Endergebnisse wurden von vornherein nicht erwartet. Nur Wege sollten ausfindig gemacht werden. Wir wollen der Reichsregierung auch hierin Glauben schenken, daß Wege gefunden worden sind. Eine Enttäuschung in dieser Frage würde das Ende des Kabinetts und darüber hinaus das Ende des deutschen Zahlungswillens bedeuten. Denn darin sind sich alle Parteien bisher einig gewesen, von Wels und Breitscheid bis zu Dr. Hugenberg, der seinen eigenen Zahlungsplan seinerzeit entworfen hatte, daß gezahlt werden muß. Wie viel und wie lange, das war die Streitfrage. Sie verschwindet aber heute hinter der allgemeinen Auffassung: Deutschlands Zahlungsfähigleitisterschöpft! Dem hat auch der Aufruf der Reichsregierung und ebenso der Kanzler selbst gegenüber seinen britischen Kollegen Ausdruck gegeben: Das Maß ist voll. Die Taschen sind leer! Diese Erklärung und die offizielle deutsche Forderung nach Tributrevision kann die Briten höchstens in ihrer Bestimmtheit überrascht haben. Der Nachweis ihrer Notwendigkeit ist zugleich mit den Lasten der neuen Notverordnung erbracht. Die deutsche Buchführung wurde auf dem Teetisch von Chequers deponiert. England und die Vertragspartner werden sie lesen müssen. Lange genug stehen Deutschlands Finanzen unter Geschäftsaufsicht. Kommt es zu keinem Vergleich zwischen Gläubiger und Schuldner, bei dem die Gegenseite die Forderungen auf ein der deutschen Leistungsfähigkeit entsprechendes Maß ganz gewaltig reduzieren muß, so ist ein Konkurs die Folge. Er aber würde an Deutschlands Grenzen nicht halt machen. England weiß das und läßt durch seine Presse ein dreijähriges Moratorium vorschlagen. Frankreich glaubt, mit großzügigen Anleihen Deutschland Hilfe leisten zu können, wobei es ebenso an die Heilighaltung der Verträge wie an die Unterbringung seines überschüssigen Anlagekapitals denkt. Deutschland seinerseits hat folgende Wege offen: den der Moratoriumserklärung, wobei aber nur herausspringen würde, daß ungefähr 300 Millionen in Reichsmark statt in Devisen gezahlt werden, ein Tropsen Oel auf das heißgelaufene Lagerwerk unserer Wirtschaftsmaschine, also lediglich eine vorübergehende Ersparnis an Devisen. Als weiterer Weg stände die Anrufung des Sonderausschusses der B. J. Z. offen, der von sich aus Vorschläge zur Abänderung des Young=Planes machen könnte. Ein ebenso langwieriger wie fast aussichtsloser Prozeß. Da Deutschland diese beiden Wege von sich aus hätte beschreiten können, so ist kaum anzunehmen, daß derartige Pläne den Hauptinhalt der Unterredung von Chequers gebildet haben. Es ist darum damit zu rechnen— aber erst die nächsten Tage oder Wochen werden hierin Klarheit schaffen—, daß Deutschland in Uebereinstimmung mit Großbritannien bei den übrigen Vertragspartnern eine allgemeine Tributlastenkonferenz zum mindesten anregt, deren Verwirklichung in den Händen der Vereinigten Staaten von Nordamerika als dem Hauptgläubiger aller ehemals kriegführenden Mächte liegt. Nur wenn der Besuch in Chequers dorthin führt, Großbritannien von der Notwendigkeit einer solchen Konferenz überzeugt zu haben, wenn Großbritannien alle Bedenken und Rücksichten auf seinen eigenen angekränkelten Haushalt hinter das große Ziel dieser Konferenz und die Lastenminderung stellt, wird Chequers ein wirklicher Erfolg in Zukunft beschieden sein. England hat das Geschick des Reichskanzlers, hat das Schicksal Europas in der Hand. Der Schützengraben zwischen den beiden Nationen ist durch Chequers zugeschüttet worden. Nunmehr gilt es, den eingeebneten Kriegsacker gemeinsam fruchtbringend zu bestellen. England hat das Wort. Michael Haupt. Die ungerecht.. Angleiche Belastung von Arbeits= und Erwerbseinkommen Volksdienst für Einstellung der Reparationszahlungen Hagen, 9. Juni. Vor den Vertrauensmännern des Evangelischen Volksdienstes, sprach heute Reichstagsabgeordneter Rippel, der stellvertretende Fraktionsvorsitzende des Christlich=Sozialen Volksdienstes, über die politische Lage und besonders über die Notverordnung, die, wie der Redner betonte, die Grenze des Möglichen weit überschreite und deshalb ein vergebliches Opfer des Volkes darstelle. Der Reichskanzler, der volles Vertrauen verdiene, müsse sich sagen, daß auch er mit dem gegenwärtigen Kabinett die Revision der Tributfrage nicht durchführen könne. Eine personelle Ergänzung des Kabinetts sei notwendig. Daß Dr. Curtius, dessen ehrliches Wollen er nicht bestreite, nicht Revisionsminister sein könne, stehe nach der Isolierung und Niederlage in Genf fest. Die Volksdienst=Fraktion lehne eine übereilte Einberufung des Reichstages ab. Eine möglichst reife und starke Revisionsfront, geführt von einer von Parteibindungen freien Regierung sei die Forderung der Volksdienstfraktion. Die Einstellung der Tributzahlungen sei keine Forderung des politischen Radikalismus, sondern eine Lebensnotwendigkeit die auch der Evangelische Volksdienst auf alle Folgen hin fordere und dafür die Verantwortung vor der Geschichte und dem Volke übernehme. Um die Kohlenpreissenkung h Berlin, 9. Juni.(Eig. Drahtber.) An der heutigen Fraktionssitzung der Deutschen Staatspartei des Reichstages nahm auch Reichsfinanzminister Dr. Dietrich teil. Er teilte mit, daß mit den Vertretern des Bergbaues über die Herabsetzung des Kohlenpreises um eine Reichsmark je Tonne verhandelt werde. Nach längerer und teilweise sehr lebhafter Aussprache faßte die Fraktion folgende Entschließung:„Die Fraktion hält wesentliche Teile der Notverordnung für verfehlt und mit ihren grundsätzlichen=Auffassungen nicht mehr vereinbar. Wegen der sozialen und wirtschaftlichen Aenderungen und Ergänzungen wird die Fraktion mit dem Reichskanzler verhandeln. Von dem Ergebnis dieser Verhandlungen macht die Fraktion ihre endgültige Entschließung abhängig.“ Rückkehr der Nationalsozialisten in den Reichstag? Berlin, 9. Juni. Wie der„Rote Adler" das nationalsozialistische Organ für die Mark Brandenburg, mitteilt, werden sich die Nationalsozialisten für den Fall des Reichstagszusammentritts sich zunächst wieder an den parlamentarischen Arbeiten beteiligen. Das Blatt will von vertrauenswürdiger Seite erfahren haben, das Kabinett Brüning beabsichtige, einen innerpolitischen nationalen Burgfrieden zu verkünden. Das Blatt fügt hinzu: Ein solcher Burgfrieden käme natürlich für die Nationalsozialisten nicht in Betracht. Brüning käme es wohl nur darauf an, wenn die Nationalsozialisten ihm einen Korb gegeben hätten, rufen zu können:„Haltet den Dieb!“ Das Volk lasse sich aber nicht mehr bluffen. 4067 000 Arbeitslose am 31. Mai Berlin, 9. Juni. Nach dem Bericht der Reichsanstalt für Arbeitslosenversicherung für die Zeit vom 16. bis 31. Mai 1931 hat die Zahl der bei den Arbeitsämtern gemeldeten Arbeitslosen um rund 144000 abgenommen; am 31. Mai belief sie sich auf rund 4 067 000. In der Arbeitslosenversicherung wurden am letzten Stichtage— nach einem Rückgang um rund 134000— rund 1 579 000 Hauptunterstützungsempfänger gezählt. Die Belastung der Krisenfürsorge hat sich weiter, und zwar um etwa 15000 auf rund 929 000 Hauptunterstützungsempfänger er höht. Ueber die Aufteilung der Gesamtzahl der Arbeitslosen nach der Art der gewährten Unterstützung liegen zur Zeit Zahlen erst für Ende April vor. Zu diesem Zeitpunkt wurden von 100 Arbeitslosen, im Reichsdurchschnitt 86,7 Prozent unterstützt, davon die Hälfte aus der Arheitslosenversicherung, knapp ein Viertel aus der Krisenfürsorge, etwas mehr als ein Viertel aus Mitteln der öffentlichen Fürsorge. Einsprüche gegen die Kotverordnung Berlin, 9. Juni. Der Vorstand des Gewerkschaftsringes lehnt die Notverordnung der Reichsregierung ab, da sie in einseitiger und unsozialer Weise von den Arbeitnehmern unerträgliche Opfer fordere, ohne daß auch nur annähernd die leistungsstarken Schichten unseres Volkes zu gleichen Lasten verpflichtet seien. Deshalb wird der Gewerkschaftsring die Revision der Notverordnung fordern. Er hat seinen Wirtschafts= und sozialpolitischen Ausschuß beauftragt, die Revisionsforderung durch eine kritische Stellungnahme im einzelnen zu begründen, die in den nächsten Tagen der Reichsregierung überreicht werden soll. Auf dem 32. Verbandstag der preußischen Justizamtmänner in Düsseldorf, der Standesvertretung der Rechtspfleger und Urkundsbeamten, betonte der Vorsitzende des Bezirksvereins Düsseldorf, Justizinspektor Zimmermann, daß die unerhörte Beschränkung der Bezüge der Beamten in dem heutigen. Ausmaß nicht nötig gewesen wäre, wenn die von den Beamten seit Jahren geforderten Reformen durchgeführt worden wären. Er erinnerte dabei besonders an die Notwendigkeit, die Justizverwaltung auf das Reich zu übertragen. Die Entlastung der Richter durch den Rechtspfleger habe sich in zehnjähriger Erprobung bewährt und als eine wirksame Verbilligungsmaßnahme erwiesen, deren Ausbau aber immer noch hinausgeschoben werde. In einer Besprechung mit dem Reichsfinanzminister trugen heute Vertreter der Organisakionen der Behörden angestellten ihre Bedenken gegen Bochum, 9. Juni. „Zur Schaffung von Arbeitsmöglichkeiten und zur Verstärkung der im Reichshaushalt für Krisenfürsorge vorgesehenen Mittel wird für die Rechnungsjahre 1931 und 1932 zugunsten des Reiches eine Krisensteuer von den Lohn= und Gehaltsempfängern als KrisenLohnsteuer und von den veranlagten Einkommensteuerpflichtigten als Krisensteuer der Veranlagten erhoben. Die Reichsregierung wird ermächtigt, die Krisensteuer für das Rechnungsjahr 1932 aufzuheben oder abzumildern, sobald die Verhältnisse auf dem Arbeitsmarkt es gestatten. Ueber die Verwendung der aus der Krisensteuer aufkommenden Mittel zu den in Absatz 1 genannten Zwecken verfügt der Reichsarbeitsminister im Einvernehmen mit dem Reichswirtschaftsminister und dem Reichsminister der Finanzen.“ Mit diesen Worten begründet die Notverordnung Sinn und Zweck der Krisensteuer. Wir sind der Meinung, daß dieser Weg der Ankurbelung der Wirtschaft falsch ist. Ganz abgesehen davon, ob damit tatsächlich eine ins Gewicht fallende Verringerung der Arbeitslosigkeit erreicht wird. Denn man entzieht doch zunächst der Wirtschaft, zu der auch der Arbeiter und Angestellte gehört, das Geld, das man ihr dann auf dem Umwege über öffentliche Aufträge wieder zuführt. Aber davon soll hier nicht weiter die Rede sein. Wir wollen vielmehr an Beispielen beweisen, wie ungerecht die Krisensteuer von der Regierung gestaltet worden ist......, Es ist unseren Lesern schon bekannt, daß die Regierung für die Bemessung der Krisensteuer eine Klasseneinteilung vornimmt, und zwar nach Lohn= und Gehaltsempfängern und nach veranlagten Steuerpflichtigen, womit Gewerbetreibende freie Berufe, überhaupt alle Selbständigen, gemeint sind. Die Lohn= und Gehaltsempfänger werden nun durch die Krisensteuer unverhältnismäßig stärker belastet als die veranlagten Steuerpflichtigen, die abhängigen Menschen also mehr als die unabhängigen. Die Staffelung der Krisenlohnsteuer beginnt mit 1 Prozent, die der Krisensteuer für Veranlagte mit 0,75 Prozent, und die Skala für die Krisenlohnsteuer schreitet sehr viel schneller fort als die Krisensteuer der Veranlagten. Dazu kommt, daß der Landwirtschaft noch eine Extrawurst gebraten wird. Der Landwirt zahlt sowieso bis zu 6000 Mark überhaupt keine Einkommensteuer, für die gleiche Summe wird er nun obendrein auch noch von der Krisensteuer befreit! Am besten macht man sich die Ungerechtigkeiten der Krisensteuer an einigen Beispielen klar. Die Krisensteuer beträgt in Reichsmark: sich einen Notpfennig zu schaffen für das Alter oder für sonstige Umstände. Mögen diese Sparbeträge im einzelnen auch klein sein: viele Wenige machen ein Viel. Die elf Milliarden Spareinlagen, die heute wieder auf Sparkonten angelegt sind, beweisen das unwiderleglich. Außerdem muß man fragen, woher die Regierung weiß, daß ausgerechnet der prozentuale Unterschied zwischen der Steuer für Gehalts= und Lohnempfänger und der für selbständige Steuerpflichtige die Steuerflucht bei den selbständigen Steuerpflichtigen fördert. Wer sein Kapital in Deutschland vor den hohen Gesamtsteuern schützen will, wird nicht auf die Kapitalflucht verzichten, weil die Krisensteuer für die großen Einkommen prozentual niedriger ist als für die kleinen. Und wer bisher sein Geld im Inlande gelassen hat, würde es wahrscheinlich auch kaum ins Ausland schaffen, wenn er ein paar Prozent Krisensteuer mehr zahlen müßte. Jedenfalls dürfte die Kapitalflucht aus diesem Anlaß gegenüber dem schon ins Ausland geschafften Kapital nicht schwer in die Waagschale fallen. Von welchem Betrag muß Krisensteuer gezahlt werden? Die Bemessungsgrundlage der Krisenlohnsteuer ist der Brutto=Arbeitslohn. Alle Einnahmen aus nicht selbständiger Arbeit, also Gehälter, Löhne, Tantiemen, Gratifikationen, Wartegelder, Ruhegehälter, Pensionen, die in der Zeit nach dem 30. Juni 1931 und vor dem 1. Januar 1933 gewährt werden, werden zur Krisenlohnsteuer herangezogen. Krisenlohnsteuerpflichtig sind alleeinmaligen Einnahmen, die in derselben Zeit gewährt werden. Das Arbeitseinkommen wird mit dem vollen Betrage zur Steuerleistung herangezogen; es sind keinerlei Abzüge möglich. Einzig und allein befreit von der Krisenlohnsteuer sind außer den Beamten die Lohn= und Gehaltsempfänger, die weniger als 1200 RM. im Jahre verdienen. Für die einmaligen Einnahmen wie Tantiemen, Gratifikationen, ist eine etwas andere, bisher noch nicht ugen die Die unterschiedliche Behandlung ist in die Aug springend. Die Regierung begründet sie damit, daß Kapitalbildung gefördert werden müsse und daß kein Anreiz zur Kapitalflucht durch allzu starke Besteuerung gegeben werden dürfe. Das heißt also, in gutes Deutsch übertragen, die Regierung nimmt die Gelder, die sie braucht, in der Hauptsache von denen, die sich dagegen nicht wehren können. Ein sehr bequemes Verfahren. Aber die Regierung vergißt, daß sie durch diese Behandlung selbst die Kapitalbildung schädigt; denn es ist eine unverrückbare Tatsache, daß in den Kreisen der Lohnund Gehaltsempfänger der Spartrieb sehr stark ist, um mitgeteilte Staffelung maßgebend. Die Krisenlohnsteuer beträgt bei einmaligen Einnahmen in der zweiten Hälfte des Kalenderjahres 1931 und im Kalenderjahr 1932 bis zu einem Betrage von 1000 Mark 1,5 v. H. für einen Betrag von 1000 bis 3000 Mk. 3,5 v. H. für einen Betrag über 3000 Mark 5 v. Eine Rückerstattung der Krisenlohnsteuer findet in keinem Falle statt. Die Krisensteuer der veranlagsen Zenerzsüchigen bemißt sich nach dem Einkommen, das für die Steuerabschnitte verlangt wird, die im Kalenderjahr 1931 und 1932 geendet haben. Der steuerfreie Einkommensteil und die Familien=Ermäßigungen dürfen bei der Errechnung der Krisensteuer der Veranlagten nicht abgezogen werden. Ein Vorteil besteht jedoch für die veranlagten Einkommensbezieher insofern, als bei der Errechnung des Prozentsatzes der steuerfreie Einkommensteil von 720 Mark jährlich in Abzug gebracht werden kann. Im übrigen ist auch hier das Brutto=Einkommen für die Berechnung maßgebend. Die Gehaltsempfänger mit großem Einkommen unterliegen einer Doppelbesteuerung. Alle Angestellten, die mehr als 16.000 Mark im Jahre verdienen, unterliegen sowohl der Krisen lohnsteuer wie der Krisensteuer der Veranlagten. Das bedeutet praktisch: Hat ein Gehaltsempfänger 12 000 Mark Gehalt und keinerlei sonstiges Einkommen, so zahlt er nur die Krisenlohnsteuer. Hat er dagegen 2000 Mark sonstiges Einkommen, so zahlt er hiervon die Krisensteuer der Veranlagten mit 1½ v. H. das sind 30 Mark zuzüglich 420 Mark im Jahre Krisenlohnsteuer. Hat ein Gehaltsempfänger 24000 Mark Gehalt, so zahlt er neben der Krisenlohnsteuer von 1080 Mark im Jahre noch die Krisensteuer der Veranlagten mit 480 Mark. Die Krisensteuer ist der wundeste Punkt in der wunden Notverordnung. Hier dürfte die Kritik am heftigsten einsetzen. Siegercairter! in Munstel Münster, 9. Juni. In der Generalversammlung des Westfälischen Bauernbundes sprach heute Reichsarbeitsminister Stegerwald über Bauerntum und Arbeiterschaft. Er bezeichnete es als den ersten fundamentalen Fehler, daß 1924 die hochwertige Währung geschaffen worden sei und nicht wie in anderen Ländern eine minderwertige. Im April 1924 sei diese Währung so stark am Wackeln gewesen, daß Schacht ihm erklärt habe, er müsse entweder die Währung schwimmen lassen, oder eine Kreditdrosselung größten Stiles vornehmen. Der letzte Weg sei gewählt worden, und die hohen Steuern mußten zunächst aus der Substanz bezahlt werden. Weil das aber auf die Dauer nicht ging, seien im August 1925 mit Recht die drakonischen Steuern um 2,5 Milliarden Reichsmark ermäßigt worden. Mit Luther sei er darin einig gewesen, daß damit auch die Zeit zur Regelung wirtschafts= und steuerlicher Fragen gekommen sei. Der Reichstag habe das aber verhindert, und wir hätten daher erleben müssen, daß 1925 und 1926 nicht etwa die Löhne den Preisen, sondern umgekehrt die Preise den Löhnenn vorausgeeilt seien. Der Befestigungszustand, sei erst 1927 erreicht worden. Der dritte Fehler sei gewesen, daß man 1927 in völliger Verkennung der Lage Deutschlands eine Beamtenbesoldungsreform durchgeführt habe. Zusammenfassend erklärte Stegerwald, die Bauern dürften nicht am Vergangenen haften bleiben und sich nicht für ein romantisches Drittes Reich gebrauchen lassen. Der Gegenwartsstaat müsse vielmehr zu einem wahren Volksstaat entwickelt werden. Das Bauerntum müsse zu ihm ein positives Verhältnis finden. Das Bauerntum müsse einen Führer aus sich herauswachsen lassen, und es müsse weiterhin ein gutes Verhältnis zur Arbeiterschaft finden. Die Arbeiterschaft sei bereit, einem Bauerntum, das mit ihm politisch denke und lebe, das zu geben, was es zu einem angemessenen Lebensraum und zu einer lohnenden Arbeit benötige. Die deutsche Landwirtschaft und das Bauerntum müßten sich klar einprägen, daß sie vor dem größten geistigen, kaufmännischen und organisatorischen Umstellungsprozeß ständen, den je eine Bauerngeneration erlebt habe. Es könne nicht mehr jeder Bauer so viel Kühe und Schweine halten und so viel Zuckerrüben anbauen, wie er wolle, es müsse vielmehr eine berufsgenossenschaftliche Maßanpassung erfolgen. Der großstädtische Konsum verlange Standardwaren, die er jetzt vom Ausland geliefert bekomme und deren Herstellung die einheimische Erzeugung folgen müsse. Der Weg vom Erzeuger zum Verbraucher müsse im Zeitalter des Verkehrs verkürzt, vereinfacht und verbilligt werden. Der deutsche Verbraucher könne nicht für alle Zeiten wesentlich höhere als die Weltmarktpreise bezahlen. Die dafür notwendigen Voraussetzungen und Veränderungen müsse die Landwirtschaft mit Unterstützung des Staates selbst schaffen. die Auswirkungen der zweiten Gehaltskürzungsordnung auf diese Angestellten vor. Sie forderten eine Abänderung der Notverordnung dahin, daß auch die Behördenangestellten statt der Gehaltssenkung der Krisenlohnsteuer unterworfen werden sollten, falls eine neue Belastung dieser Angestellten auf keine Weise vermieden werden könne. Gleichzeitig wurde von den Organisationen die alsbaldige Herabsetzung der wöchentlichen Arbeitszeit bei den Reichsverwaltungen auf 48 Stunden als unumgänglich notwendig bezeichnet. Die Bundesleitung des Deutschen Beamten= bundes, der Organisation, die mehr als eine Million deutscher Beamten umfaßt, hat sich am Dienstag unter protestierendem Hinweis gegen die neue Notverordnung für die baldige Einberufung des Reichstages ausgesprochen. Volksentscheid am 9. August? h Berlin, 9. Juni.(Eig. Drahtber.) Der Aeltestenrat des gegenwärtig tagenden preußischen Landtages hat die Beratung des Gesetzes über das Volksbegehren, das verfassungsmäßig nach dem Siege des Volksbegehrens die Auflösung des preußischen Landtages fordert, auf die Zeit vom 7. bis 10. Juli festgesetzt. Der Landtag wird sich darum nach Erledigung des Gesetzes über den Kirchenvertrag vertagen und erst im Juli wieder zusammentreten. Da das Gesetz auf Auflösung des preußischen Landtages mit den Stimmen der Koalitionsparteien abgelehnt werden dürfte, so hat der Volksentscheid zu erfolgen. Die Koalitionsparteien haben Sorge dafür getroffen, daß alle Mitglieder am Tage der entscheidenden Abstimmung im Hause anwesend sind. Die Festsetzung des Termins für den Volksentscheid liegt bei der preußischen Regierung. Man vermutet, daß das Kabinett Sonntag, den 9. August, zum Volksentscheid bestimmen wird. Gegen diesen Termin macht sich in den Kreisen der Opposition bereits eine lebhafte Kritik geltend, da dieser Abstimmungstag noch in die Reisezeit fällt, was natürlich vielen Stimmberechtigten die Abgabe ihrer Stimme erschwert, wenn nicht unmöglich macht. Es darf angenommen werden, daß sich das Preußenkabinett einen anderen Termin aussucht, zumal bereits beim Volksbegehren die Handhabung der bekannten Notverordnung zur Sicherung des inneren Friedens in ihrer einseitigen Anwendung Unruhe und böses Blut erzeugt hatte. Englisches-Boot gesunken London, 9. Juni. Wie die Admiralität mitteilt, ist das Unterseeboot „Poseidon“ in der Nähe von Weihawei(China) nach einem Zusammenstoß mit einem Handelsschiff gesunken. Drei an der Unfallstelle eingetroffene Kriegsschiffe haben fünf Offiziere und 26 Matrosen gerettet. 18 Matrosen werden noch vermißt. Das gesunkene Unterseeboot war im Jahre 1929 erbaut. Es war 85 Meter lang und mit einem 10=Zentimeter=Geschütz und mit acht Torpederohren ausgerüstet. Krach in der Wirtschaftspartei in Duisburg Duisburg, 9. Juni. In Duisburg fand eine außerordentliche Wahlkreisversammlung des Wahlkreises Düsseldorf=West der Wirtschaftspartei statt, zu der auch der Parteivorsitzende Drewitz erschienen war. Im Verlaufe der Berichterstattung über den Parteitag in Hannover und über das Verbleiben von Drewitz als Führer der Partei traten scharfe Gegensätze hervor. Der Wahlkreisvorsitzende Lammers(Duisburg), der Mitglied des seinerzeit eingesetzten Untersuchungsausschusses für den Streit Drewitz=Colosser war, blieb bei seiner stets betonten Ansicht, daß durch das Kleben von Drewitz an seinem Amte die Partei bei der Wählerschaft schweren Schaden erleide, zumal Drewitz es unterlassen hätte, rechtzeitig und mit allem Nachdruck die Privatbeleidigungsklage gegen Colosser durchzuführen. Hieraus zog der Wahlkreisvorsitzende die Folgerung und legte sein Amt nieder. Vorher hatte der Schatzmeister mit derselben Begründung sein Amt niedergelegt und seinen Austritt erklärt. Die anwesenden Vertreter der Ortsgruppe Duisburg=Hamborn, der stärksten Gruppe im Wahlkreis, erklärten sich so lange außerhalb der Partei befindlich, bis eine restlose Klärung der Angelegenheit Drewitz erfolgt ist. Darauf verließen die Vertreter den Saal. Die Spionage im Leunawerk Leipzig, 9. Juni. Vor dem 4. Strafsenat des Reichsgerichts begann heute die Verhandlung wegen der Werksspionage in den Leunawerken, die vor etwa eineinhalb Jahren aufgedeckt wurde und durch die Begleitumstände der Aufdeckung großes Aufsehen erregt hat. Zu verantworten haben sich der Oekonomieverwalter Amann, der Händler Wilhelm Becker, der Kaufmann Leonhard Stay und der Reichswehrobergefreite Albert Sarter wegen fortgesetzten Verrats militärischer Geheimnisse, begangen teils einzeln, teils gemeinschaftlich in den Jahren 1927 bis 1930 in Saarbrücken, Mainz, Ludwigshafen, Weißenfels, Wolfenbüttel, Hannover und anderen Orten. Frau Becker ist ebenfalls wegen Verrats militärischer Geheimnisse sowie wegen Diebstahls und Verrats von Geschäfts= und Betriebsgeheimnissen, der Reichswehrgefreite Paul Vollrath wegen Verrats militärischer Geheimnisse, der Bauingenieur Kühling(Weißenfels) wegen versuchten Landesverrats und schließlich der Bäckergeselle Georg Hauck und der Fleischer Franz Altmann wegen Landesverrats angeklagt. Die Angeklagten Amann und Becker werden außerdem beschuldigt, der Frau Becker Beihilfe zu ihren Straftaten geleistet und ebenfalls Verrat der Geschäfts= und Betriebsgeheimnisse, die sie durch Frau Becker erlangt hatten, begangen zu haben. Als Sachverständiger des Reichswehrministeriums wohnt Oberstleutnant Hartmann der Verhandlung bei. Auf Antrag des Reichsanwalts wurde für die ganze Dauer der Verhandlung die Oeffentlichkeit ausgeschlossen. Den Verhandlungsteilnehmern ist ebenfalls auf Antrag des Reichsanwalts Schweigepflicht auferlegt worden. Neues in Kürze Der Gesamtverband deutscher Angestelltengewerkschaften hat erneut an den Reichsarbeitsminister Stegerwald appelliert, den am 20. April gefällten Schiedsspruch für die Angestellten von Arbeit Nordwest, der Gehaltskürzungen von 10 bis 15 Prozent vorsieht, einer Revision zuzuführen. * In den Dortmunder Außenbezirken Hörde, Mengede und Marten kam es gestern zu Demonstrationen gegen die Regierung Brüning und die Notverordnung. Die Polizei, die teilweise mit Blumentöpfen und Steinen beworfen wurde, stellte die Ruhe mit dem Gummiknüppel wieder her. * Zu politischen Reibereien zwischen Nationalsozialisten und Kommunisten kam es Montag abend in Solingen. Ein S..=Mann wurde durch Rückenschuß lebensgefährlich verletzt. Die Polizei, die mit Steinen beworfen wurde, stellte die Ruhe mit dem Gummiknüppel wieder her. * Planmäßige Ueberfälle von Kommunisten auf Nationalsozialisten ereigneten sich in der Nacht zum Dienstag in Bremen. Acht Nationalsozialisten wurden verletzt. * Der Haushaltsausschuß des preußischen Landtages nahm gestern den evangelischen Kirchenvertrag bei Stimmenthaltung der Sozialdemokraten gegen die Stimmen der Kommunisten an. * Die beiden Polizeibeamtenverbände, der SchraderVerband und der Betnarek=Verband, haben sich zu einer Reichsgewerkschaft zusammengeschlossen. * Die deutsch=rumänischen Handelsvertragsperhan): lungen haben gestern in Berlin begonnen. Ausdrücklich wird betont, daß die Verhandlungen in keinem Zusammenhang zu dem unionsplan stehen. deutsch=österreichischen ZollDer bayrische Ministerpräsident warnte in einer Rede die Reichsregierung, neuerdings die Frage der Reichsreform aufzurollen. * Die beiden französischen Fliegeroffiziere, die kürzlich bei Kaiserslautern gelandet waren, wurden zu s acht Tagen Haft verurteilt. Der französische Staatshaushalt für das Rechnungsjahr 1930 weist einen Fehlbetrag von rund zwei Milliarden Franken(350 Millionen Mark) auf. Conti#tental-Reifen bestanden eine unerhörte Gewaltprobe bei dieser größten Zuverlässig. keitsfahrt, die je unter der Kontrolle eines Automobil-Klubs veranstaltet worden ist. 34 erste Preise, darunter 25 Einzel fahrer Start-Nr. Seart-Nr. 7 R. Hasse- O. Sittner auf Wanderer 49 C. v. Schubert- Briesemeister a. Mercedes-Benz 16 L. von Raffay- G. Osjord auf Hanomag 52 H. J. Bernet- E. Hofmokel auf Wanderer 18 K. Matuschovsky- J. Wolf auf Praga 59 E. Bieber- W. Harsy auf Mercedes-Benz. 20 E. Sander- H. Grunow auf Adler 68 R. Otte- F. Walz auf Mercedes-Benz 21 A. Gutknecht- E. Vogtländer auf Adler 69 Frl. M. Pix- A. Stoltz auf N. A. G. 22 M. Lippmann- F. Schuster auf Wandere: 70 Frau L R. Roehrs- Frau H. Seidel auf Adler 23 W. Bau-.K. F. Heimbold auf Wanderer 71 E. Kleyer- Haack auf Adler 24 E. Boche- Fr. O. Gehrckens auf Wanderer 75 H. Lüttgau- T. Loneskowski auf Ford 29 H. Hoffmann- E. Böttcher auf Brennabor 76 G. Hentschel- H. Scheibenzuber auf Ford 30 G. Leonhard- E. Proessl auf Brennabor 77 A. Petzoid-.Wasik auf Ford 31 F. Graf Spiegel-Diesenberg- J. Heusler a. Praga 79 Frl. A. Minartz- J. Frdr. Fahrenhokz auf Ford 32 O. Wolf- R. Wolf auf Wanderer 89 E. Hannemann- J. Reichert auf Ford 35 B. Wagener- F. Knabe auf Fiat 90 Frl. E. Mann- R. Hallgarten auf Ford 36 K. Wolf-Nieber auf Fiat 92 A. Graumüller- M. Süppel auf Audi 37 A. Klein jr.-W. Bohres auf Fiat 93 G. Schrof- R. Felten auf N. S. U. 45 P. von Guilleaume- Frau L. Bahr auf Steyr„ 94 A. Baur- H. Knoeckel auf.S. U. 46..Langen- Frau H. Pastor.Mercedes-Benz, 96 Dr. I. Löwengard- M. Bardosch auf Fiat 3 erste Team-Preise ADLER, FORD. WANDERER, mit Continental-Reifen 3 Zweite Preise und der dritte Preis Start-Nr. Start-Nr. 82. F. Backasch- W. Girrulat auf Brennabor 78 J. v. Krohn- H. Hörmann auf Ford H. Nathusius- F. Kaiser auf Wanderer E. Vallentin- A. Wruck auf Mercedes-Benz CONTINENTAL-MAUPTWERKE MANNOVER SERCELSIOR-WERK LIMMER PETERS UNION-WERK CORBACH Lieferung nur durch Händler Caracciola Mittwoch, 10. Juni 1931 Becme äheigern Ga un, Turnen, Spiel und Sport Das Wafferwandern Der Sport des Sommer: Es geht der Sommerzeit entgegen! Die Boote sind längst überholt und Pläne werden geschmiedet, wie man mit schmalem Geldbeutel das Wochenende und die Urlaubs= oder Ferienzeit nutzbringend und erholungsuchend durch das Wasserwandern mit Falt= oder Ruderboot auf den Flüssen und Strömen der engeren und weiteren Heimat verleben kann. Da glauben wir, mit ab und zu eingestreuten Arbeiten über das Wasserwandern aufklärend wirken zu müssen. Wir beginnen mit einem Beitrag über die für den Rhein und seine Nebenflüsse gültigen wichtigsten Strom- und Schiffahrispolizeivorschriften. Alle Kleinfahrzeuge von weniger als 15 Tonnen Tragfähigkeit, wozu insbesondere auch sämtliche Sportfahrzeuge gehören, müssen mit einem amtlichen Kennzeichen und einem Ausweis des zuständigen Wasserbauamtes versehen sein, soweit sie nicht die Kennzeichen eines Verbandes tragen, der vom Nummernzwang befreit ist. Für die Lippe hat die Vorschrift keine Geltung und für die Ruhr nur bei Befahrung von der alten Mülheimer Schleuse bis zur Mündung in den Rhein. Besonders zu beachten ist die Vorschrift bei Fahrten auf Rhein, Mosel, Saar, Lahn und Main. Verboten ist die Durchfahrt zwischen den Fahrzeugen eines Schleppzuges und das Anfahren und Anhängen an ein in Fahrt befindliches Fahrzeug ohne vorherige Zustimmung des Führers. Kleinfahrzeuge sind nicht berechtigt, ein Fährschiff zum Freimachen des Fahrwassers zu ihren Gunsten aufzufordern und das Oeffnen von Schiffbrücken zu verlangen. Sie haben keinen Anspruch auf eigenen Kurs und dürfen in keinem Falle die Berufsschiffahrt stören. Führt auf dem Rhein ein Schlepper mehrere Anhänger, so sind die einzelnen Anhangschiffe nicht etwa unter sich durch Trossen verbunden, sondern es geht vom Schlepper aus nach jedem Anhangschiff eine besondere Trosse, und zwar liegen die Trossen backbordseits (links). Hängen Schleppstränge infolge verminderter Fahrt des Schleppers schlaff, tauchen im Wasser unter und sind nicht zu sehen, so darf trotzdem auf keinen Fall durch die Zwischenräume von Schleppschiffen, wegen größter, Kentergefahr durch plötzliches Anziehen der Schleppstränge, hindurchgefahren werden. Beim normalen Begegnen(in entgegengesetzter Fahrtrichtung) von Schiffen weichen sie sich nach Steuerbord(rechts) aus. Will ein Schiff von der Regel abweichen(was jedoch oft vorkommt), also nach Backbord(links) ausweichen, so steckt es nach Steuerbord eine blaue Flagge heraus und gibt dabei fünf Glockenschläge. Ein Glockenzeichen in der Nähe einer Landebrücke gibt die Absicht kund, an der Landebrücke anzufahren. Der Sportler muß alsdann die Nähe der Landebrücke meiden. Haupfregeln, die zu beachten sind! Sportboote haben sich stets in genügender Entfernung von sonstigen Fahrzeugen, insbesondere von solchen mit eigener Triebkraft, zu halten. Der von Großfahrzeugen verursachte Wellengang ist dem Sportboot besonders gefährlich, wenn das Sportfahrzeug sich auf flachem Wasser, z. B. über Oertern und Gründen befindet, wo die Wellen Brecher bilden. Die Großfahrzeuge üben eine saugende Wirkung aus, so daß sie Sportboote, die sich in größerer Nähe befinden, zu sich heranziehen. Querfahrten über den Strom müssen auf das unbedingt notwendige Maß beschränkt bleiben. Hierbei ist von Fahrzeugen mit eigener Triebkraft oder von segelnden oder auf sich zu Tal treibenden Schiffen ein so genügend weiter Abstand vom Bug zu halten, daß die Großfahrzeuge nicht zu Ausweichmaßnahmen oder Mäßigung der Geschwindigkeit gezwungen werden. Als Mindestentfernung vor dem Bug gilt für die Talfahrt(stromabwärts) eine Entfernung von 300 Meter, für die Bergfahrt(stromauswärts) von 150 Meter. Wer sich unnötigerweise vor dem Bug eines fahrenden Schiffes aufhält, handelt unsportmäßig und fahrlässig, desgleichen derjenige, welcher absichtlich in den Wellengang von Fahrzeugen hineinfährt. Es ist Pflicht eines jeden Wassersporttreibenden, sich darüber klar zu sein, daß die Ausübung des Wassersports nicht nur Gefahren für ihn selbst bringt, sondern bei unsachgemäßen und leichtsinnigem Benehmen auch Störungen und Gefährdungen der Schiffahrt zur Folge haben kann. Wer den Sport nicht sachgemäß ausübt, schadet der guten Sache, indem er die für Sicherheit und Ordnung verantwortlichen Behörden zum Erlaß strengerer Verordnungen und Strafmaßnahmen zwingt. Nicht die Furcht vor Strafe, sondern das Ehrgefühl muß das Verhalten des verantwortungsbewußten Sportbootführers bestimmen. Wi. Kreuz und quer Die Stadtmeilterschaften des Stadtverbandes für Leibesübungen Gemäß Beschluß der letzten Hauptversammlung wird der Stadtverband für Leibesübungen in diesem Jahr in den einzelnen Sportarten die Stadtmeisterschaften zum Austrag bringen. Das Programm sieht folgende Termine vor: Samstag, 27. Juni: Boxen und Ringen, im Schützenhof. Sonntag, 28. Juni: Stemmen und Tauziehen. Sonntag, 28. Juni: Gerätemeisterschaften im Stadion. Die Gerätemeisterschaft, an der sich je Verband 10 bis 15 Turner beteiligen können, sieht je zwei Pflichtund eine Kürübung am Reck, Barren und Pferd sowie eine Kürfreiühung vor Mittwoch, 1. Juli: Stadtmeisterschaften im Radrennen. Samstag, 4. Juli: Mannschaftsgeräte=Meisterschaft (Reck, Barren, Pferd). Jede Mannschaft besteht aus 7 Turnern. Es ist an jedem Gerät je Turner eine Kürübung zu machen. Samstag, 4. Juli: Meisterschaften im Fechten. Sonntag, 5. Juli: Leichtathletische Wettkämpfe. Männer: Laufen: 100, 200, 400, 800, 1500, 3000, 5000, 10000 Meter. Staffeln: 4 mal 100, 4 mal 400, 3 mal 1000. 1600=Meter=Staffel(800, 200, 400, 200 Meter), zehnmal eine halbe Runde. Sprung: Hoch=, Weit=, Stabhochsprung. Stoßen: Kugelstoßen(7¼ Kilogramm), best= und beidarmig, Steinstoßen(15 Kilogramm), best= und beidarmig. Werfen: Speerwerfen, Diskuswerfen, Schleuderballweitwurf. Sechskampf: 100=Meter= und 1500=Meterlauf, Weitsprung. Hochsprung, Kugelstoßen, Schleuderballweitwurf. Frauen: 100=Meterlauf,=mal=100Meter=Staffel, Hochsprung, Weitsprung, Kugelstoßen (4 Kilogramm), Schleuderballweitwurf. Speerwerfen. Dreikampf: 100=Meterlauf, Weitsprung, Kugelstoßen(4 Kilogramm). Tv. Einfracht fiegt Stadtmeisterschaften im Handball. Am Dienstag abend konnte ebenfalls nur ein Vorrundenspiel durchgeführt werden Dieses wurde von TV. Eintracht(DT.) und Markania(DöK.) bestritten. Die Markanen spielten in der ersten Halbzeit sehr gut, doch konnten sie die schön vorgetragenen Angriffe nicht erfolgreich abschließen, da es an dem erforderlichen Schußvermögen mangelte. Nach dem Seitenwechsel kamen die Turner auf und holten einen verdienten:=Sieg heraus. Am Mittwoch abend kommen folgende Spiele zum Austrag: Zwischenrunde: Eichenkreuz— Antonen(D3K.). Vorrunde: Polizei SV.— Freie Deutsche Turnerschaft. STV. Werne— Freie Deutsche Turnerschaft. Ohne Bochumer Ein Zwischenrundenspiel um die Polizeimeisterschaft im Handball in Bochum * Am Sonntag vormittag findet im Stadion ein Handballspiel um die deutsche Polizei=Handballmeisterschaft, statt Es trifft dort die Mannschaft des Westkreises gegen die Mannschaft des Südkreises aufeinander. Die Mannschaft des Westkreises(Rheinland=Westfalen) setzt sich aus Spielern von Essen, Dortmund, Münster, Köln und Duisburg zusammen. Es ist unverständlich, daß, trotzdem die Bochumer Polizei eine der führenden Handballmannschaften hat, keiner ihrer Spieler berücksichtigt ist. Fechten in der D. T. Am Samstag und Sonntag wurden die rheinischen Senderklassen in Degen und Florett unter großer Beteiligung in Duisburg ausgetragen. Während im Degen die alten Favoriten bereits in den Vorrunden(1 Treffer entscheidet für Sieg oder Niederlage) aussielen und der stürmenden Jugend den Platz räumen mußten behaupdete bei der Florettwaffe die vorjährige Sonderklasse mit kleinen Verschiebungen ihren Vorrang. Die Ergebnisse waren: Degen: 1. Hödicke(Köln Kreismeister), 2. Wiemann(Barmen), 3. Schulze(Düsseldorf). Florett: 1. Wiemann(Barmen, Kreismeister), 2. Kronenberg(Barmen), 3. Finke(Düsseldorf). Die Ungarn liegen weiter Diesmal unterlagen die Sachsen:3. Die Auswahlelf der ungarischen Berufsspieler setzte die Reihe ihrer Lehrspiele in Mitteldeutschland am Dienstag abend in Leipzig fort. Der Gegner der Magyaren war diesmal eine Leipziger Städteelf, die nur auf zwei Posten durch Spieler aus anderen Gauen verstärkt war. 7000 Interessenten sahen auf dem Fortunaplatz im Vorort Paunsdorf einen netten Kampf, der von den ungarischen Gästen sicher mit:0 zu ihren Gunsten entschieden wurde, nachdem der Sieger schon beim Wechsel der Seiten mit:0 in Front lag. L. F. C. Laer— S. V. Ehrenfeld:0. Zu einem interessanten Kräftevergleich trafen sich der L. F. C. Laer und der S. V. Ehrenfeld. Beide Mannschaften traten mit Ersatz an, und konnten infolgedessen ihre wirkliche Stärke nicht recht zur Geltung bringen. Ehrenfeld schnitt, wie das Ergebnis besagt, sehr schlecht ab. Die Mannschaft zeigte nicht den Zusammenhang, den sie während der Meisterschaftsspiele bewiesen hatte. Der L. F. C. bestätigte, daß er auch in der ersten Bezirksklasse einen gefährlichen Gegner abgeben wird. Die Mannschaft ist auf allen Posten gut besetzt. Die Hintermannschaft ist schlagsicher und auch der Sturm mit den Stützen Riedel, Kopmann und Ratkowski ist schußfreudiger geworden. Schon in der ersten Hälfte kommt Laer zu vier Toren. Nach dem Wechsel legt sich der L. F. C. mehr Reserve auf. Eine Viertelstunde vor Schluß tritt Riedel das fünfte Tor für seine Farben, den Ehrenfeldern aber bleibt das verdiente Ehrentor versagt. Ein Meilterschaftskampf Sodingen— Werne 22:8 Die Werner mußten sich in diesem Kampfe mit einem Unentschieden begnügen, da das Kampfgericht in verschiedenen Kämpfen eine eigenartige Meinung zeigte. Die einzelnen Paarungen zeigten folgendes Ergebnis: Fliegengewicht: Burgard(.)— Mondy unentschieden. Bantamgewicht: Lauterbach(.) gegen Jeromin(W) unentschieden. Federgewicht: Schürmann(.) siegte über Meuser(.) n. P. Leichtgewicht: Spilewski(.)— Langohr(.) unentschieden. Weltergewicht: Wolters I(.) verlor gegen Jaschke(.) in der dritten Runde durch k. o. Mittelgewicht: Bramm(.)— Wach(.) unentschieden. Halbschwergewicht: Bischolo schlug Sisilski(.) k. o. Schwergewicht: Die Sodinger erhielten kampflos die Punkte. Tagung des Skiklubs Sauerland am 14. Juni in Kierspe Der Skiklub Sauerland hält seine diesjährige Sommertagung am 14. Juni in Kierspe ab. Am Tage vorher finden bereits Sitzungen der Ausschüsse statt und abends ein gemütliches Beisammensein im Kreise der Ortsgruppe Kierspe. Die Hauptversammlung am 14. Juni gewinnt dadurch besonderes Interesse, weil Neuwahl des Hauptvorstandes und des Vororts erfolgen muß. In den letzten Jahren war Bochum der Vorort. Statutengemäß muß nach einer bestimmten Amtsfrist der Hauptvorstand wechseln. So auch jetzt. Aus diesem Grunde dürfte eine große Beteiligung der westdeutschen Skiläufer an der Kiersper Tagung zu erwarten sein. Tour de France 1931 Die deutsche Mannschaft komplett. Die Radrundfahrten durch Deutschland, Italien und Belgien gehören der Vergangenheit an und nun folgt als letzte und größte vom 30. Juni bis 26. Juli die Rundfahrt durch Frankreich. Wie schon im vorigen Jahre, bilden die sogenannten„Asse“ Ländermannschaften, die sich aus je acht Fahrern zusammensetzen. Daneben gibt es noch die Kategorie der Tourenfahrer, deren Teilnehmerzahl auf 40 beschränkt ist. Elf deutsche Berufsfahrer werden in das schwerste und längste Straßenrennen der Welt gehen. Die deutsche Nationalmannschaft bilden: Metze, Thierbach Geyer, Stöpel, Buse, Siegel, die bekanntlich die Deutschland=Rundfahrt gewonnen haben, sowie Sieronski und der jetzt als achter Mann verpflichtete Altenburger. In der Klasse der Tourenfahrer starten Nitzschke, Olböter und Ussat; für den Fall, daß der Magdeburger Nitzschke von seinem auf der Belgien=Rundfahrt erlittenen Schlüsselbeinbruch bis zum Beginn der Tour de France noch nicht wiederhergestellt sein sollte, ist der Frankfurter Koch als Ersatzmann in Aussicht genommen. Vom Turf Mailons-Latfitte, 9. Juni 1. Rennen, 1. Paillette(Rabbe), 2. Santo Tricardo, 3. Polie Pretty.— Toto: Sieg 29:10; Platz 16, 8% 88510 2. Rennen. 1. Joconde(Vairelfish), 2. Mammee, 3. Malina.— Toto: Sieg 77:10; Platz 26, 30, 67:10. 3. Rennen. 1. Eremurus(Herve), 2. Cehlon Chief, 3. Prince Charmant.— Toto: Sieg 79:10; Platz 28, 31, 62•10. 4. Rennen. 1. Ammonite(Semblat), 2. Le Potomac, 8. Hiram.— Toto: Sieg 42:10; Platz 18, 17:10 5. Rennen. 1. Brasero(Tondu) 2. Present, 3. Tymgad.— Toto: Sieg 499:10; Platz 95, 45, 26:10. 6. Rennen 1. Radoterie(Duforez). 2. Piffero, 3. Lady Winkie.— Toto: Sieg 38:10; Platz 17, 26, 30:10. 7. Rennen. 1. Le Magicien(Riolfe), 2. Floridor II, 3. Merlin.— Toto: Sieg 17:10; Platz 14, 26:10. Der Bund ist konlequent Die deutsche Mannschaft gegen Amerika. Der Deutsche Tennisbund hat auf Grund der beim Rot=Weiß=Turnier gezeigten Leistungen seine Mannschaft für den Länderkampf gegen Amerika, der vom 12. bis 14. Juni auf den Plätzen des Tennisklubs Blau=Weiß nach dem Davis=Pokal=System ausgetragen wird, aufgestellt. Der Bund hielt konsequent an der Suspendierung des Spitzenspielers Daniel Prenn fest und hat diesen nicht berücksichtigt. Den Amerikanern George Lott und van Ryn treten im Einzel Nourney(Köln) und Gottfried von Cram(Hannover) entgegen. Falls von Cramm verzichtet, wird Ferdinand Henkel(Berlin) an seine Stelle treten. Für das Doppelspiel sind die Rot=Weißen Zander[Eichner oder Ferdinand Henkel[Eichner ausersehen. Sievert, ein viellcitiger Athlet BC=Meisterschaften in Blankenburg. Der VC=Verband der Turnerschaften auf deutschen Hochschulen brachte auf seiner eigenen Kampfbahn in Bad Blankenburg(Thüringer Wald) seine diesjährigen Meisterschaften zum Austrag. Die sportlichen Wettkämpfe litten leider außerordentlich unter der Ungunst der Witterung, die keine überragenden Leistungen zuließ, wie sie bei der Anwesenheit bekannter deutscher Sportler zu erwarten gewesen waren. Die verhältnismäßig besten Leistungen zeigte Sievert(Saxo=Thuringia Halle), der deutsche Meister im Kugelstoßen, der die Kugel 14,37 Meter stieß, im Speerwerfen 55,02 Meter, im Diskuswerfen 42,46 Meter und im Weitsprung .71 Meter erzielte und der außerdem den 110= Meter=Hürdenlauf in 16,1 Sekunde gewann.“ In den Kurzstrecken, wo der bekannte Berliner Läufer Malitz bereits in den Vorkämpfen ausschied, setzten sich ausnahmslos junge Kräfte durch. Hervorzuheben sind sonst noch die Stabhochsprungleistung des österreichischen Meisters Höller=Wien mit 3,50 Metern sowie die guten Leistungen in den starkbesetzten Anfängerwettbewerben. Hirschfeld wirft den Diskus 44,11 Meter. Emil Hirschfeld, der Weltrekordmann im Kugelstoßen, erzielte auf einem Sportfest in Ortelsburg im Diskuswerfen mit 44,11 Meter die beste Jahresleistung. In seiner Spezialübung, dem Kugelstoßen, scheint der Allensteiner aber nur langsam zu seiner Höchstform aufzulaufen, jedenfalls stieß er hier„nur“ 14,88 Meter. Beidarmig erreichte er 26,23 Meter. Wanne-Eickeler Rundblick Von den zahlreich angesetzten Gesellschaftstreffen sielen mehrere der ungünstigen Witterung zum Opfer. Das Hauptspiel zwischen den beiden alten Rivalen TB. Eickel und Preußen Wanne wurde auf Mittwoch abend verlegt. Die Stadtmannschaft der D. J. K. traf in einem Abendspiel auf eine Kombination der Wanner WeV.=Vereine Rasensport—SV. 1911. Es gab in der ersten Hälfte einen mitreißenden, torlosen Kampf. Dann fiel die Jugendkraft stark zurück, der von Solzak vorzüglich geführte gegnerische Sturm arbeitete einen:0Vorsprung heraus, der bis zum Abpfiff nur um ein Tor verringert wurde. Wanne 1911 lieferte gegen den klassehöheren Gast, Hüllen 07, ein ganz überlegenes Spiel und schickte den Gegner mit einer:=Schlapp= heim. Der SC. Holsterhausen hatte sich einen früheren Meisterschaftsrivalen, VfB. Börnig, verpflichtet, der knapp mit:2 abgehängt wurde. Fortuna Wanne gab der Günnigfelder Eintracht mit:2 das Nachsehen. Das Treffen um die Meisterschaft des Direktionsbezirks Essen zwischen Reichsbahn Wanne und Reichsbahn Bismarck wurde bei:=Vorteil für die Bismarcker abgebrochen. Jugend- und Schülertretfen der D. J. K. Auf dem städtischen Sportplatz an der Landwehr hatten Samstag bei nicht guter Witterung die Jugendlichen und Schüler der Deutschen Jugendkraft das Wort, doch war die Veranstaltung nur schwach besucht. Schöne Kämpfe, bei durchweg gleichwertigem Können waren in sämtlichen Sportarten zu verzeichnen. Als Sieger gingen hervor: Jugend: 1. Teine, AfB. Bochum, 71 Pkt., 2. Rode, „Markania“, Bochum, 65 Pkt., 3. Koch,„Wanderglück“, 4. Schink,„Markania" Bochum, 5. Schmidt, AfB. Bochum, 6. Petermann, AfB. Bochum. Schüler: 1. Kuhnhen,„Rasensport“ Weitmar, 99 Pkt., 2. Rickenberg, AfB. Bochum 93 Pkt., 3. Zelmansti, „Antonen“ Bochum, 84 Pkt., 4. Vogtner, AfB. Bochum, 5. Steeger, AfB. Bochum, 6. Tucholski, AfB. Bochum, 7. Hoffmann.„Antonen“ Bochum, 8 Helf.„Teutonia“ Bochum, 9. Ratanzak,„Rasensport“ Weitmar, 10. Kupfer,„Rasensport“ Weitmar. Bestleistung in der Jugend: Ballweitwurf 76 Meter Hochsprung.40 Meter, 100=Meter=Lauf. 12.9. Sek. Bestleistungen der Schüler: Ballweitwurf 77 Meter Weitsprung 6,40 Meter, 50=Meter=Lauf 7,2 Sekunden. Aus den Turn- und Sportvereinen Freier Deutscher Turnerbund. Der Turnerbund „Gut Heil“ Bochum hielt am vergangenen Sonntag im Lokale Bollens eine außerordentliche Vorstandssitzung ab. Anschließend wurde dort eine Zweigniederlassung gegründet. Zur Aufnahme meldeten sich 25 Sporttreunde. Der erweiterte Vorstand setzt sich wie folgt zusammen: 1. Kassierer Joh. Dieling sen., Turnwart Joh. Dieling jun., Gerätewart Willi Kwiatkowski. Als Vereinsheim wurde das Lokal Vollens gewählt. Die Gründungsfeier soll am Samstag, dem 27. Juni 1931, beim Vereinswirt vonstatten gehen. Achtbare Leiftungen Die weltdeutschen Keglermeisterschaften— Mogendorf(Bochum) dritter Sieger H. M. Hagen,., Deutsche Sportkegler im Kampf. Ein Wettstreit von Kraft und Nerven, von Kunst und Können, von Energie und Ehrgeiz. Vom gemütlichen Kegelspiel beleibter Herren in rauch= und bierdurchschwängerten Räumen ist ein Kampfsport geworden, eine wertvolle Uebung zur Ertüchtigung und Stählung des Körpers. Westdeutsche Meisterschaften. Wohl 800 Sportkegler aus 60 westdeutschen Verbänden bilden eine stattliche Streiterzahl, die große freitragende Sporthalle„Friedrichslust“ in Hagen mit ihren zwölf nebeneinander liegenden Bahnen eine ideale Kampfstätte— die Akteure hinter Glaswänden in ungestörter Arbeit. Dicht gedrängt in übersichtlichen Zuschauerräumen beobachten gespannte Augenpaare Wurf= und Zählbrett. Hier schlagen ungetüm die Wogen der Begeisterung und Leidenschaft, ruhende Pole nur die Leute an der Kontrolle. Vier Tage schon hört man vom frühen Morgen bis um Mitternacht das Gesurr der rollenden Kugeln, das Gepolter der stürzenden Hölzer. Aachen, der Favorit und langjährige Gauvertreter, führt im Mannschaftskampf auf allen Bahnarten, Düsseldorf ist nahe daran die Leistung zu überbieten— eine prächtige Zahl übertrifft die andere—, dann einige Fehlwürfe— Pech— die Chance ist aus. Bochum löst ab. Niggemeyer beginnt, er trifft gut, eine schöne Zahl liegt am Boden, aber dann sinken die Leistungen zusehens, beständige Leute wie Busch, Spenner, Bremer, Keil und Lücking, können sich nicht finden— versagen, es fehlt der einheitliche Schwung, die gleichmäßige Durchschnittsleistung. Was nützt es, wenn Mogendorf seinem Meistertitel alle Ehre macht und 716 Holz auf die Bretter legt, der Rückstand ist zu groß, Bochum, der Meister des vierten Bezirks, ist bezwungen. Hagen, die letzte aussichtsreiche Scherenmannschaft, wirft an. Unterstützt durch die Vertrautheit der eigenen Bahnen, angefeuert von seinen zahlreichen Anhängern gelingt der große Schlag, mit 6860 Holz die westdeutsche Meisterschaft für Hagen zu gewinnen. Aachen entschädigt sich dafür mit den ersten Plätzen auf Asphalt= und Bohlenbahnen. Die siegenden Gaumannschaften werden im nächsten Monat in Koblenz gegen Süddeutschland zur Ausscheidung für die deutsche Meisterschaft anzutreten haben. Bochum belegte in dieser Konkurrenz hinter Hagen, Aachen, Düsseldorf, Elberfeld, Dortmund, Westig, Gladbach=Rheydt mit 6763 Holz den achten Platz. Für die Enttäuschung im Mannschaftswettbewerb entschädigte der hiesige Meister Hans Mogendorf im Kampf der westdeutschen Einzelmeister durch einen großen Erfolg, der bewies, daß der Bochumer in seiner augenblicklichen Form zu den besten deutschen Scherenkeglern zu rechnen ist. Seine gesunden, von starker Hand geschleuderten Kugeln brachten in zielsicherem Lauf bei 200 Wurf die vorzügliche Leistung von 1401 Holz, mit der Mogendorf dritter westdeutscher Einzelmeister wurde. Diese glänzende Leistung des Bochumer berechtigt zu großen Hoffnungen bei den im August in Hamburg stattfindenden deutschen Meisterschaften. Auch der Bochumer Seniorenmeister, der 76jährige Beuker, konnte mit 632 Holz in 100 Wurf eine für sein Alter erstautliche Holzzahl erreichen. Im Abräumen ohne Vorderholz sah es für Bochum besser aus. Lücking erreichte als Einzelmeister die 4. Stelle und kam nur durch einen Fehlwurf im letzten Gang um den sicheren Sieg. Auch die Bochumer Klubmannschaft belegte hinter Düsseldorf und Gelsenkirchen einen guten 3. Platz, woran besonders Nolte großen Anteil hatte. Die Erfüllung der Bedingungen um das deutsche Bundes=Sportabzeichen war in Hagen sehr schwer, denn von 126 Bewerbern konnten nur 26 bestehen, darunter erhielten von Bochum das goldene Sportabzeichen: Lücking mit 1421, Bremer mit 1395, Keil mit 1370, Düppe mit 1369, in Silber Niggemeyer mit 1372 Holz. Lücking traf mit dieser enormen Holzzahl das absolut beste Ergebnis bei der ganzen Gaumeisterschaft. Am Schluß der viertägigen Kämpfe ergibt sich folgendes Bild: Mannschaftskämpfe 1000 Kugeln. Schere: Hagen 6860, Aachen 6848, Düsseldorf 6832, Elberfeld 6858, Dortmund 6772, Westig 6766, Gladbach=Rheydt 6766, Bochum 6763.— Bohle: Aachen 7257, Barmen 7198, Düsseldorf 7134.— Asphalt: Aachen 5211, Düsseldorf 5152, Solingen 5118. Einzelmeisterschaft 200 Kugeln. Schere: Gernhardt(Gelsenkirchen) und Jakobs(Düsseldorf) 1413 (gleiches Ergebnis). Mogendorf(Bochum) 1401 Holz.— Bohle: Urban(Gevelsberg) 1460, Keller (Solingen) 1444.— Asphalt: Schlachtl(Köln) 1103, Keller(Solingen) 1057 Holz. Seniorenmeisterschaft 100 Kugeln. Schere: Bünger(Remscheid) 693, Kraus(Düsseldorf) 689, Humbeck (Westig) 686. Frauenmeisterschaft 100 Kugeln. Schere: Fräulein Stehmann(Castrop) 679 Holz. Einzelabräummeisterschaft. Schere: Polzenberg (Langenberg) 152, Schilling(Gladbach=Rheydt) 148, Eberle(Herne) 148. Lücking(Bochum) 144 Holz. Klubkämpfe.(Fünfermannschaften). Schere: Duisburg 584, Gelsenkirchen 581, Bochum 574 Holz. Notver Lil Enan Die neue such den Ve Verbrauchsbe terungen vor kerung aber die Er eine sehr em satz wird vor 21 Reichsmal Steuererhöhu tritt, ist mit Verbrauchszu frauen werd umso schmer machzeit fäll Obsternte für Preiserhöhun lassen Die E von 10 Reicht ner wird sic nachteilig au kend vom 29. eind die Prei Besonders in städtische besitzer klag Rückgang ih läßt einen ne kenbesitzer e erhöhung sel strie wird ul stoffes wenig Industrie du einen empfil absatzes. Al bleiben, daß nannten Aus wachsen nat Triebstoffpro Gebiete mehr bleibt im gr ihrem Ertra für den Reic teresse der gleich der soll eine bei billigen höhung bei hinaus wird. kauf wieder wieder 10 Sti bestrebt, ein verbrauchs 1 wanderung katen nicht Zigarette fü ist, muß sie handelt werc von Zigarett kasse verhän Tabakgewert wesentliche über die E des Tabakge Tabaksteuert men mit Wi fall Eine gew bringt die Nei Die alten V das Brot ko mischungszw seitigt. Jed herstellung überwiegend v. H. 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Neben der Erhöhung der Verbrauchsbelastung sind zwar auch einige Erleichterungen vorgesehen; für die große Masse der Bevölkerung aber bedeutet die Erhöhung der Zuckersteuer eine sehr empfindliche Mehrbelastung. Der Steuersatz wird von 10.50 Reichsmark je Doppelzentner auf 21 Reichsmark erhöht, also verdoppelt. Da diese Steuererhöhung bereits am 16. Juni 1931 in Kraft tritt, ist mit der baldigen Preiserhöhung für den Verbrauchszucker zu rechnen. Die deutschen Hausfrauen werden die Verteuerung des Zuckerpreises umso schmerzlicher empfinden, als sie in die Einmachzeit fällt, in der die Kleingartenbesitzer ihre Obsternte für den Winter konservieren. Auch eine Preiserhöhung für Honig wird sich nicht vermeiden lassen Die Erhöhung der Mineralzölle von 10 Reichsmark auf 17 Reichsmark je Doppelzentner wird sich vor allem im Kraftverkehrsgewerbe nachteilig auswirken. Da diese Vorschrift rückwirkend vom 29. Mai dieses Jahres in Kraft treten soll, eind die Preise für Tankstoffe bereits erhöht worden. Besonders in Mitleidenschaft gezogen wird das großstädtische Verkehrsgewerbe. Die Kraftdroschkenbesitzer klagen bereits seit längerer Zeit über den Rückgang ihres Geschäfts. Eine Fahrpreiserhöhung läßt einen neuen Rückgang befürchten. Die Droschkenbesitzer erklären sich aber außerstande, die Preiserhöhung selbst zu tragen. Auch die Automobilindustrie wird über die neue Verteuerung des Betriebsstoffes wenig erfreut sein. Man befürchtet in der Industrie durch die Verteuerung der Triebstoffe einen empfindlichen Rückgang des Kraftfahrzeugabsatzes. Andererseits darf nicht unberücksichtigt bleiben, daß die heimische Produktion von der sogenannten Ausgleichsabgabe befreit bleibt. Damit wachsen naturgemäß die Erlöse für die heimischen Triebstoffproduzenten und der Ansporn auf diesem Gebiete mehr zu leisten als bisher. Die Tabaksteuer bleibt im großen ganzen unverändert, besonders in ihrem Ertrag, es wird lediglich die Ermächtigung für den Reichsfinanzminister ausgesprochen, im Interesse der billigeren Zigarettensorten einen Ausgleich der Abgabenbelastung vorzunehmen. Es soll eine Ermäßigung der Banderolen-Steuer bei billigen Sorten und eine entsprechende Erhöhung bei den teuren Sorten eintreten. Darüber hinaus wird, wie schon gemeldet, auch der Kleinverkauf wieder hergestellt sowie die Zehnerpackung mit wieder 10 Stück Inhalt. Die Reichsregierung ist also bestrebt, eine zu starke Belastung des Zigarettenverbrauchs möglichst zu verhindern, damit die Abwanderung von der Zigarette zu anderen Tabakfabrikaten nicht noch schärfere Formen annimmt. Da die Zigarette für den Steuerfiskus am einträglichsten ist, muß sie aus steuerlichen Gründen pfleglicher behandelt werden; denn ein Rückgang des Verbrauchs von Zigaretten wirkt sich finanziell für die Reichskasse verhängnisvoll aus. Für die Arbeitnehmer des Tabakgewerbes bringt die Notverordnung eine wesentliche Verschlechterung. Die Bestimmungen über die Entschädigung derjenigen Arbeitnehmer des Tabakgewerbes, die in Auswirkung der letzten Tabaksteuererhöhung arbeitslos geworden sind, kommen mit Wirkung ab 1. Juli dieses Jahres in Forttall. Eine gewisse Erleichterung für den Verbraucher bringt die Neufallung des Brotgeletzes Die alten Vorschriften über die Beimischung für das Brot kommen in Fortfall. Damit ist der Beimischungszwang in seiner ursprünglichen Form beseitigt. Jedoch ist es detzt erlaubt, bei der Brotherstellung einschließlich des Kleingebäcks, soweit überwiegend Weizenmehl verarbeitet wird, bis zu 10 v. H. Kartoffelstärkemehl zu verwenden. Die Gewichtsvorschriften für Roggenbrot bleiben unverändert bestehen. Das alte Brotgesetz hatte die Verarbeitung von vergälltem Roggen(Eosinroggen) in den Bäckereien unter Strafe gestellt. Dieses Verbot wird durch die neue Notverordnung auch auf vergällten Weizen und auf sonstigen Futterweizen ausgedehnt. Die Reichsregierung muß zu dieser Ausdehnung des Verbotes wohl einigen Grund haben. + Um eine wirksame Verbilligung der Lebensmittel zu erreichen, wird der Finanzminister ermächtigt, die Lebensmittel von der erhöhten Umsatzsteuer zu befreien, wenn sichergestellt ist, daß dadurch eine Senkung der Preise eintritt. Hoffentlich macht der Finanzminister von dieser Ermächtigung recht bald Gebrauch. Da es sich aber nur um die erhöhte Umsatzsteuer handelt, dürfte die Verbilligung nicht sehr weitgehend sein. Derjenige Teil der Notverordnung, der die Verwirklichung des Dietrichschen Planes enthält. Unterstützung in Beschäftigung umzuwandeln, und zwar dadurch, daß ein nicht unerheblicher Teil des Ertrages der Krisensteuer zur Entlastung einiger Wirtschaftszweige Verwendung findet, wird im allgemelnen von der Wirtschaft als verfehlt angesehen. Man begreift es nicht, daß Dietrichs Plan, der nach seiner Stuttgarter Rede in der Wirtschaft einmütig abgelehnt worden ist, nun doch durch die Notverordnung durchgeführt wird. Im Endeffekt wird eine Subventionierung einzelner Wirtschaftszweige aus öffentlichen Steuermitteln, diesmal durch die Krisensteuer einerseits und durch den Wegfall von Beiträgen zur Arbeitslosenversicherung andererseits, kaum geeignet sein, die Wirtschaft„anzukurbeln“ und neue Beschäftigung“ zu schaffen. Nachstehend einige bemerkenswerte Teile aus der Notverordnung auf dem Gebiet der„Ankurbelung“. Die Reichsbahn wird durch die Notverordnung in die Lage versetzt, Aufträge im Ausmaß von 200 Millionen(allerdings einschließlich der aufzuwendenden Löhne) zu erteilen, daß sie sich die Bezahlung für 100 Millionen Reichsmark Oberbaumaterial bei der Eisenindustrie kreditieren läßt, und zwar, was noch nicht ganz feststeht, auf die Dauer von etwa vier bis sechs Jahren. Das Reich wird die Verzinsung dieses Kredits, die ebenfalls noch nicht festgesetzt ist, tragen. Als Partner des Reiches bzw. der Reichsbahn gilt der Stahlwerksverband, der sich wiederum an ein Bankkonsortium für die Beschaffung der Mittel wenden wird, da die Mitglieder des Stahlwerksverbandes wohl kaum in der Lage sein werden, von sich aus die Bezahlung ihrer Lieferungen auf so lange Zeit zu stunden. Zweifellos haben diese Bestellungen zur Folge, daß sich die Beschäftigung derjenigen Werke, die an der Erzeugung von Oberbaumaterial beteiligt sind, hebt, denn auf ein halbes Jahr werden monatlich 60 000 Tonnen Oberbaumaterial bestellt werden, gegenüber 20000 gegenwärtig. Die Deckung der restlichen 100 Millionen Reichsmark, die für Steinschlag, Schwellen und Löhne, für den Einbau der Gleise aufzuwenden sind, ist noch nicht genau festgesetzt. Jedenfalls wird die Reichsbahn 40 Millionen Reichsmark davon aus eigenen Mitteln aufbringen, denn in dieser Höhe ergibt sich, wie wir hören, für sie eine Einsparung durch die Kürzung ihrer Beamtengehälter. Die restlichen 60 Millionen Reichsmark werden voraussichtlich durch den genannten Krisenfonds aufgebracht, der nach Deckung des Fehlbetrages bei der Krisenfürsorge von 240 Millionen Reichsmark in Höhe von 140 Millionen Reichsmark verbleiben soll, der, wie gesagt, aus dem Aufkommen der Krisensteuer von 385 Millionen Reichsmark gedeckt werden soll. Der Krisenfonds würde dadurch sich auf 80 Millionen Reichsmark vermindern. Minister Dietrich plant bekanntlich, ihn für eine Reihe von anderen Unterstützungsausgaben zu verwenden. Es handelt sich also letzten Endes bei diesen Aufträgen nur um eine zeitliche Vorverlegung, die sicherlich für die Eisenindustrie und damit für die Gesamtwirtschaft von gewissem Nutzen ist, die aber auch Lasten zur Folge hat, die durch den Zuschuß aus dem Krisenfonds und die vom Reich zu übernehmende Zinslast der Allgemeinheit auferlegt werden. Veraben Die zweite Maßnahme auf dem Gebiet ist die beabsichtigte Senkung der Kohlenpreise durch die erwähnte Beseitigung der Beitragszahlungen im Bergbau für die Untertage-Arbeiter. Schätzungsweise kann man annehmen, daß sich dadurch eine Ersparnis von rund 25 Millionen Reichsmark ergibt. Wenn gesagt wurde, daß dieser Betrag auf die Lohnsumme berechnet, 6½ Prozent ausmacht, so stimmt das nicht ganz, da ja für die Uebertage-Arbeiter die Beiträge unverändert bleiben. Unangebracht erscheint es wohl, aus dieser Maßnahme eine Verbilligungsmöglichkeit von 6 bis 7 Prozent des Kohlenpreises zu errechnen, da ja im Kohlenpreis noch eine ganze Zahl von anderen Unkostenfaktoren außer den Löhnen stecken. Im Endeffekt wird die Verbilligung der Kohlenpreise die Summe von 2 bis 3 Prozent auf keinen Fall überschritten, wahrscheinlich aber noch darunter bleiben. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird noch in dieser Woche ein Beschluß gefaßt werden. In Kreisen des Bergbaus glaubt man nicht, daß eine so geringe Preissenkung zu einer nennenswerten Belebung des Kohlenabsatzes, zu einer Verringerung der gewaltigen Haldenbestände oder gar zu einer stärkeren Beschäftigungserhöhung führen könnte. Auch die Frage, in welcher Weise eine Preissenkung der Kohle vorgenommen werden soll, wie dabei die bestrittenen und unbestrittenen Gebiete berücksichtigt werden sollen, ist ebenso wie vieles andere vollkommen ungeklärt. Schließlich wird in der Notverordnung betont, daß die Regierung die Kohlenzwangswirtschaft aufzulockern gedenke und daß eine zwangsweise Verlängerung des Ruhrsyndikats auf Grund der Kohlenwirtschaftsgesetzgebung nicht mehr erwartet werden könne. In Kreisen des Bergbaus soll man über diese Aenderung des Kohlenwirtschaftsganges nicht gerade sehr angenehm berührt sein. Das jetzige Kohlensyndikat geht bekanntlich am 31. August zu Ende. Zwecks Aufbaues des Kapitalmarktes und Ankurbelung der Börse wird die Aktienrechtsreform mit größter Beschleunigung zur Durchführung gelangen, außerdem hat man den Investmenttrusts durch Steuererleichterung den Weg geebnet. Ob durch diese Mittel die gesteckten Ziele erreicht werden, erscheint im Moment noch ungewiß, da die Flucht aus den Aktien und festverzinslichen Papieren eine internationale Krankheit ist. Freilich kann sich das Bild auf diesem für die Ankurbelung der Wirtschaft so wichtigen Gebiete schnell ändern, sobald die Revision des Young-Planes in Gang kommt. Eins steht jedenfalls heute schon fest: von den Maßnahmen der Notverordnung darf man irgendwelche übertriebenen Wirkungen nicht erhoffen. Ein Aufschwung der Produktionsmittelindustrien ist nur dann möglich, wenn der Kapitalmarkt völlig im Gleichgewicht ist und wenn die Kapitalmarktszinsen auf ein Niveau gesunken sind, das nicht nur die vorhandenen Anlagen rentabel macht, sondern auch einen Anreiz zur Ausdehnung unseres gesamten Produktionsapparates gibt. Durch die Notverordnung wird aber die Kapitalbildung in weiten Einkommensschichten herabgemindert und sozusagen durch zwangsweise Bildung eines Kapitalfonds beim Staat ersetzt. Das ist naturgemäß ein Weg. der niemals zu einer wirklichen Entlastung der Wirtschaft führen kann. ver. Conftantin der Große in Bochum Nur I..-Vertrag mit Krupp ermöglicht Ausbeutezahlung Der Gewerkschaft ver. Constantin der Große in Bochum legt jetzt ihren Abschluß für das GeschäftsJahr 1930 vor. U. a. wird nach einem Hinweis auf die schlechte Entwicklung des Bergbaues erklärt, daß der Ertrag nicht ausgereicht habe für die Aufbringung der Ausbeute und daß diese nur in Auswirkung des Interessengemeinschaftsvertrages mit der Fried. Krupp.-., von der die erforderliche Summe in Höhe von 800000 Reichsmark vorgelegt worden sei, habe erfolgen können. Nach der Gewinn- und Verlustrechnung stellt sich der Betriebsüberschuß auf 2649790 gegen 4601 434 Reichsmark im Vorjahr. Davon werden 2617670(1. V. 3 401 435) Reichsmark zu Abschreibungen verwendet und 32 118 Reichsmark vorgetragen. Die verwertbare Förderung ging um 329994 Tonnen= 11.8 Prozent zurück und die Kokserzeugung um 184 611 Tonnen= 21,1 Prozent. Der Absatz verringerte sich bei der Kohle um 17.3 Prozent und in Koks um 31,7 Prozent. Die Steuerund sozialen Aufwendungen belasteten den Absatz mit.86 Reichsmark gegen.67 Reichsmark je Tonne im Jahre 1913 und.40 Reichsmark je Tonne im Vorjahr. Die Knappschaftsbeträge belasteten außerdem die Tonne mit.27 Reichsmark. In der Bilanz erscheinen u..: Grubenfelder, Betriebsgebäude. Wohngebäude. Maschinen. Schächte. Grundbesitz usw. mit 40.50(37.74) Millionen Reichsmark, Wertpapiere und Beteiligungen.93(.39), Bestände an Erzeugnissen.04(.36), Bankguthaben .06(.69), Schuldner.47(.77) Millionen Reichsmark und anderseits Gläubiger ermäßigt auf.45(.02), Grundschulden.50(.67), befristete Darlehen erhöht auf 18.34(14.09) Millionen Reichsmark.(Gewerkenversammlung am 17. Juni in Böchum). Unterluchung über die Selbltkoften im Ruhrbergbau Wie bekannt, ist vom Reichswirtschaftsministerium eine neue Untersuchung über die SelbstkostenVerhältnisse im Ruhrkohlenbergbau eingeleitet worden. Ueber die Ergebnisse dieser Untersuchung liegt noch keinerlei amtliches Zahlenmate: rial vor. In verschiedenen Presseorganen sind jedoch bereits Zahlen erschienen, die angeblich auf den neuen Ermittlungen des Reichswirtschaftsministeriums fußen. Es wird gesagt, daß der Verlust bei der Kohlenförderung auf 0,32 RM. je Tonne gestiegen sei gegenüber.27 RM. im Jahre 1927. Die Erhöhung des Verlustes sei lediglich auf die schlechten Erlöse zurückzuführen. Die Selbstkosten hätten sich sogar verringert. Da das Reichswirtschaftsministerium indes bestritten hat, mit diesen Presseangaben etwas zu tun zu haben wird man gut daran tun, die Veröffentlichung mit Vorsicht zu betrachten und die von amtlicher Seite in Aussicht gestellten Berechnungen abzuwarten. Aku und Glanzitoff berichten Kunstselde in Deutschland steigend gefragt Die Algemeene Kunstziide Unie in Arnheim und die Glanzstoffabriken.-G. in .-Elberfeld, beide Firmen bleiben bekanntlich für 1930 dividendenlos, stellen übereinstimmend in ihren Jahresberichten fest, daß der Kunstseidenverbrauch in Deutschland im abgelaufenen Geschäftsjahr eine Steigerung aufweise, während def Weltverbrauch abgenommen habe. Bei der Aku war der Absatz etwa 3¼ Prozent höher als im Vorjahr. Die Produktion konnte sowohl bei Aku als auch bei Glanzstoff restlos abgesetzt und darüber hinaus trat auch eine Verminderung der Lagerbestände ein. Verbesserung der Qualitäten und Verbilligung der Produktion konnten sich beim Nachlassen der Preise nicht auswirken. Von den Konventionsverhandlungen in der internationalen Kunstseideindustrie wird berichtet, daß sie erfreuliche Fortschritte machten, so daß man mit Vertrauen in die Zukunft sehen könne. Slärke Geid- und Devischabffüne Der neue Reichsbankausweis— Kommt eine neue Diskonterhöhung? Der mit Spannung erwartete Reichsbankausweis für die erste Juniwoche(abgestellt auf den 6. Juni) zeigt an sich eine normale Entlastung. Die gesamte Kapitalanlage in Wechseln und Schecks. Lombards und Effekten hat sich um 149.8 Millionen auf 1936.6 Millionen Reichsmark vermindert. Anders sicht es dagegen mit den Gold- und Devisenabflüssen aus. Die Goldbestände haben um 90.4 Millionen auf 2299.9 Millionen Reichsmark und die Bestände an deckungsfähigen Devisen um 73,2 Millionen auf 1130 Millionen Reichsmark abgenommen. Die Deckung durch Gold und deckungsfähige Devisen verminderte sich von 59,9 auf 59,2 Prozent. Diese Entwicklung hat auch auf die gestrige Berliner Börse ihren Eindruck nicht verfehlt. Obendrein sind die Ziffern, da Devisenverkäufe usancemäßig erst nach zwei Tagen abgerechnet werden, bereits überholt. Hinzu kommt weiter, daß gestern wieder große Auforderungen an die Reichsbank gestellt wurden. Man schätzte die Abgaben auf 50 bis 60 Millionen Reichsmark. Es hat den Anschein, als ob sich die Großbanken bewußt eine große Reserve auferlegen und bestrebt sind, ihre Devisenbestände nach Möglichkeit zu vergrößern. An eine Diskontsenkung ist unter diesen Umständen garnicht zu denken. Dagegen mehren sich die Stimmen, die von einer möglichen Heraufsetzung des Reichsbankdiskonts wissen wollen. Auch aus Engländ kommen schon gleichlautende Meldungen.— In den letzten Tagen sind wieder große deutsche Goldsendungen in London eingetroffen. Die englische Presse, die sich mit diesen Sendungen beschäftigt, erklärt, daß diese großen deutschen Goldausfuhren die Krise nur noch beschleunigen würden. Börlen vom 9. Juni Newyork, Anfang: Stetig. Amsterdam: Gut erholt. Brüssel: Befestigt. London: Bei kleinem Geschäft etwas gebessert. Paris: Nach festem Beginn unsicher. Mailand: Freundlicher. Wien: Zurückhaltend. Zürich: Fester. Berlin: im Verlauf abgeschwächt Die außenpolitische Unsicherheit wirkte sich weiter an der Börse aus. Dagegen befriedigte zunächst der Reichsbankausweis. Bei kleinem Geschäft. das in der Hauptsache Deckungen der Spekulation darstellte, ergaben sich Besserungen von etwa 1 bis 2 Prozent. Im Verlauf nahmen die Deckungen meist ihren Fortgang, so daß sich weitere Besserungen von etwa ¼ Prozent ergaben. Dann gaben jedoch die Kurse bei nachlassendem Geschäft nach. Anleihen etwas behauptet. Geldmarkt unverändert. Wiener Abgaben und schwache Haltung des PfandBerliner Börsenkurse Reichsbankdiskont 5%— Lombardzinzfuß 6% Berlin, den 9. Juni 1931 Industriewerte Div- heutewvorig, 8 124.5124.0 0 61.7 61.2 0 18.0 18.0 7 84.7 84.7 14 78.0 80.0 10 74.7 75.7 S 47.5 49.0 12—.— 6 49.2 49.5 10 56.0 57.0 7 4 9 0 19.5 19.5 12 168.0168.0 0 40.2 39.5 0 73.2 72.5 20197.7192.0 0 67.0 64.5 16162.5164.7 0 34.5 32.5 Maschinen O 39.0 89.6 Beton u. Monier 8 80.5 51.5 Bösperd. Walzw. 0—..— Braunk. u. Brik. 10 107.0108.0 Braunschw. Kohl. 10212.0212.0 " Jute 9—. 70.0 Prettenb. Zement 6 50.0 50.0 Bromen-Besigh. 0 46.6 46.6 . Woilk. 10113.0113.0 Broun-Boven 5 44.0 45.0 8chervo 4 37.8 37.5 Bik Gulden 4 38.9— aen-asteren Aku Aexanderwerk .E. 6. Alsen Portland Anmend. Papier Anhalter Kohlen Aschaftb. Zelst. Augeb.-N. Masch. Rachm.& Lademw. Baer& Stein Backe Maschin, Bamberger Malz Baroper Walzw. Basalt Bast& Co. Bayr. Motoren #.#. Bemberg Svi. Berger Bergmann El. Berl. Gub. Hutt. " Carisr. ind. Phad- eser Chem. Heyden " Geisenk. " Albert Concord. Spinn. Conti-Gummi Cröllwitz Papier 10-aler Hoter Otsch. Atlant. Otsch. Conti 6as Asphalt Babcor Erdö Jute Kabel Linoleum Schachtb. Steinzeug Tel. u. K. Ton u. Stein " Eisenh. Oittm. Neuhaus 0. Dörtier Otmd. Akt.-Brau. " Ritt.-Brau " Union-Brau: Dresd. Gardinen Schnellpr. Durener Metall Durkoppwerke Ousseld. Diet. Br. Höf. Br. Kammg. Oynamit Hobel gpestort Salzw. L Eisend. Verkm. Elektre Dresden 7à 77.1, 77.1 37.0 37.0 5 45.5 45.0 0 25.2 25.0 0 30.0—. 8 100.0 98.0 S 92.092.5 0 20.4 20.5 8 71.5 72.0 9 110.1109.2 5 60.5 60.0 7 89.5 73.0 5 58.2 57.0 0 40•2 40.5 0 37.5 36.2 5 56.6 57.0 7 75.0 75.0 13—. 92.2 0 59.7 60.5 11 52•0 53.5 0 26.5 26.5 0—. 0 48.0 50.0 17 125.0128 0 20 147 51500 19143 51336 6 38.2 38.5 0 27.0 27.5 10 83.0 32.0 0—.— 17228.0228.0 —. 59.5 59.5 6 62.6 63.2 S 61.5 81.0 15122.0124.0 12 140.0140.7 Zur Nusführung aller börsenmäßigen Geschäfte empfichlt sich Sankhaus Mahnert& Düppe Bochum, Alleestraße 18 Elektr. Lieferg " Licht u. Kr. Engelh. Brauerei Enzinger Erdmannsd. Sp. Erlang. Baumw. Eschw. Bergw. Excelsior Fahrr. gahlb. List& Co. I Farbenind. I. 6. Feldm. Papier Feiten& Guill. Frankf. Masch. Friedrichsnutte Frister A. 6. Froebein Zucker gepbard 4 König Gelsenk. Berg. Germania Portl. Gerresh. 6las Ges. f. el. Untern. Gildemeist& Co. Girmes& Co. Gladb. Wollind. Glasm. Schalke Glauz. Zucker Glückauf Gelsk. Gebr. Goedh. Düs. Th. Goldschmidt Guano-Werke Gritzner Masch. Grün& Biltinger Gruschw. Textil E. Gundlach uehern. 4 Goet Hackethal Dra. Hagege Hallesche Masch. Hamd. El. Werke Hammersen Nann. M. Egest. Harb. Eisen " Gumm HarpenerBergba u Heln, Lehm.& Co. Hemmoor Portl. Hipert Hasch. Hindrichs-Auft. 10 100.5 100 J 10 97.0 97.0 13 125.0125.0 7 66.0 66.5 0—.— 0 76.0 78.0 14 202.02020 .5.5 120 195 117.8/117.8 92.0 90.2 60.5 61.0 — 1010 6 110.0110.0 —.— 8 57.0 58.0 „Hirsch-Kupfer Hoch-Tiefbau Hoesch Hoffmann Stärke Hoheniohe-Werk Ph. Holzmann Hotelbetr.-Ges. 10 Hubertus Braunk. Hute Breslau Ise Bergbau IIse Genus Isenbeck Brau 66.7 61.5 5 48.5 9 88.5 0 15 11 101108.0 39 55.5 10134.0 12 112.2 37.0 5 42.0 0 27.7 15 153.0 37.5 4 70.0 66.7 62.0 48.7 89.5 jeserich Asphalt 9—.— 1 J. A. John Akt. 0 28.0 28.0 Max Judel& Co. 10 92.0 92.0 unghans Gedr. 0 28.0 23.0 113.0 108.0 56.0. 135.0 112.2 37.51 42 2. 26.2 152.5 37.5 70.0 45.0 46.0 76.9 76.5 4 80.1 80.1 10 103.6/103. 0 78.0 82.0 22.0 22.0 36.0 38. 50.0 50.0 33.0 33.0 99.2 92.0 44.0 7 106.5,102.0. 72.0 72.0 6 4 5 64.6 83.5 44.5 49.0 32.0 64.7 83.5 8 119.0 119.0 6 50.5 50.0 10137.0137.5 10 91.0 90.0 7 78.0 78.0 pe ren. Kaiser-Keller Kalwecke Asch. Karstadt Kirchner& Co. MKlauser Spinn. Klöcknerwerke C. H. Koorr Koch, Adlernäh. Koin-Neuessen 6as u. E. Koisch walzeng. Konigs-Brauerei König Wilhelm Kontinental Asph. Korting. Gebr. Kotitzer Leder IW. Kreift Kromschröder Kronprinz Metall Gebr. Krüger Kuppersb.& Co. 1chmeyer& Co. I Laurahütte Leonhard Braun .0lLeopoldgrube Eindes Eismasch. Cart Lindström C. Lorenz Ludenscheid Met Luneburg. Wachs 23.7 49.0 0 23.5 0 49.0 10 112.4113.0 0 29.0 30.0 0 25.0—. 13.5 13.5 6 48.0 46.5 12 162.0 162.0 0—. 56 5 65 47.0 47. 0 47.5 47.5 23.0 23.0 110..110.0 12/211.0 216.0 80.0 14.4 56.7 37.0 66.0 79.0 15.0 57.0 38.0 68.5 21.0 20.6 Magdeb. Alg. M Magded, Be o. 6. Berg Magdeb. Mühlen Mannesm. Werke Mansfeld. Bergd. Marie, kons. Bw. Martini& Hünecke Masch.-B. Untern. Maximil. Hütte Mech. Web. Lind. " Web. Sorau " Wed. Zittau Merkur Wollwed. Miag Mimosa.-6. Minimar Mix& Genest Mülheim Bergw. Müser Bräu 1 Nchan Neckarwerke Nieder., Kohlen Norde., Kabel " Steingut " Wolle Nörnb. Herk.-W. OPsschl..-8. Oberschl. Koks Orenst.& Koppel phögin Bergbau Phönir Braunk. Julius Pintsch Plauen. Gardin. Polyphonwerke Poppe&a Wirth A Naucher Ke 40.0 54.8 29.2 25.0 49.0 32.0 121.0121.0 36.0 37.0 Red 40.2 54.8 29.2 25.0 50.0 31.0 Rosenthal Porz. Rütgerswerke 086 58.0 26.0 86.5 51.0 57.5 26.5 85.0 52.0 13 171.7172.0 5 37.0 37.08 6 100.2 100.0 73.3—. 8 30.0 30.0 7 75.0 75.0 10 99.0100.0 10 112.0 112.0 0 136.5 136.5 0 25.5 28.51 21.0 21.2 28.4 59.8 38.2 29.4 59.1 38.0 49 44.6 41.5 6 51.5 54.0 12—. 140.0 6 38.2 38.0 12/122.0s124 44.0 44.0 12 102.5 104 0 3 2. 0 8 126.0 126.0 23.0 24.0 15 115.0115.2 12 212.0/220.0 0 0 45.0 45.0 6 50.0 30.2 Rauchw. Walter Rheinfeld Kraft Rhein, Braunk. " Elektr.Vorz. " Spiegelgl Stahlwerke Rb.-Westf.-El.-W. "" Kelk " Sprongst..8—. Richter Darid#9#—. 40.8 f sbeck.2—. Roddergr. Br.-K. 130 800.0 S00.0 4—.— 0—.— 10 124.0 124.0 10 137.5138.2 6 81.0 81.0 6 81.5 81.0 6 63.5 63.7 10 104.0 104.0 7 48.5 49.0 42.0 43.2 43.0 45.4 75 S3chegeet Sächs. Webst. 6 Salzdetfurth 715 Sarotti 7 Schering chem. 12 Schlegel Brauerei 14 Schles. Sa. u. Z. 0 B. Beuth. 8 Cellulose#0 E. u. Gas A. 10 Portliand Schneider, Hugo Schott, Hermann Schub.& Salzer Schuckert& Co. Schultheis-Patz. Schwaben-Brau Schwelm, Eisen IFr. Seiffert& Co. Siegen Solingen Siegersdorf Wk. Siemans Glasind. Siemens&Haiske 14 Sinner Aktien 9 Sonderm.&am Stier Sonderm.&a St. B. Stadtberg. Hütte Stett. Chamotte Stöhr Kammg. 3acberg, Ziok Gebr. Stollwerk Straisund. Spielk. 15 Svenska 15 76.8 77.0 28.0 28.0 174.0 172.0 80.0 80.8 285.0 285.0 101.51020 21.5 23.5 55.0 56.5 95.0 97.0 70.0 72.0 36.5 36.5 Ver. Märk. Tuch Met. Haller Portond Smyma Tepp. Stahlwerke St. Zyoen.W. Thür. Metal Ultramarin viktonswerke Vogel elegr. Vogt& Wolf Vogtl. Maschinen Voigt& Haeffner Vorwohl. Portl. 125.0 105.7 123.2 97.0 91.0 .7 38.0 61.5 136.2 63.5 45.0 35.7 66.7 32.2 36.0 147.0 125.0 105.7 124.5 97. 91.0 .2 38.0 63.0 138.7 45.0 37.2 68.0 32.2 36.0 147.0 196.0s194.5 Jrack& Co. II Tafelglas Thöris V. Oelfd. Thür. Gas Leipz. Tietz Leonhard Transradio Tpiptis Akt.-Ges. 0sTuchfabr. Aach. 90.6 90.2 7 95.0 95.0 39.5 39.0 10 137.2 138.0 10 86.2 89.0 S 123.5124.0 30.S 29.0 12 108.2 108.2 Vier, Schis. chben Ssaen 19 " Thom. Cnarr. 9 " Disch. Nick. 10 " Glanzst. Eld. 0 " Gothanlsw. 33.0 34.0 32.0 52.0 82.0 83.0 86.0 99.0 96.0, 95.0 20.0 19.5/ 18.7 83.0 84.2 4 44.0 43.2 6 124.0s124.0 0—. 36.2 12/115.0114.5 9— 6 36.0 36.0 22.7 ulandererwerke U Warst. Gruben Wasserw. Geisk. A. Wegelin Ruß Wegelin& Hübner .oWwestt. Draht Westt. Kupfer Wicking Portl. 2. Wickdler Brau IM. Wiöner Met. Wittener Gubst. Wittkopp Tiefbau 45.0 45.0 6 97.5 99.01 117.0118.0 6 26.5 26.5 Th.-W. Bodenkr. Vestd..-Kr.-8. 12—.—. 12/126.0124.0 33.0 62.5 0 26.5 10 21.0 14 161.0161.5 0 58.7 59.0 32.0 62.5 28.5 21.0 Kolonialwerte Otsch. Ostafrika 4 45.2 45.21 Neu Guinen 6/175.0 180.0 Otavi 165 18.1 19.8 Festverzinal. Werte % Anleihen —Ablösung-3 51.7 52.0 —" Neubesitz.5.5 s 0 Wertbest. 23—.—. 10-1000 91.5 91.7 8„1 bis 5—.— s Reichsanl. 27 84.5 84.5 Reichssch. K 87.2 87.2 io Berl. Pfandbr. s R. 3 und s 97.5 96.0 s Farbenbonds 89.4 89: 8Boch. Stadtanl. v. 1929 91.0 91.0 Inleihen der Westfälischen Landesbank ## Fg. K. Sch. 25.1 96.2 98.2 I.. 26.1 93.7 93.5/8 8" 28/29R⅜ 98.2 98.2 8"" 30 R 4 98.2 98.21. 8 Goldofobr. R. 1/100.0 100.0 1 Pfandbr. A..1 95.5 95.5 s" A. R. 1/100.0 100.0 % Handbrieie s Berl. Hyp. 8. 10 89.2 89.2 10 Pr. Ctr. B. Gold—. s 27 99.0 99.2 10 Rh. W. 800. 2—. 8 Pr.L4ptbdr. R. 19 100. S 100. 5it 821 97.0 97.0 s"„-0.20 97.0 Is Rh. W. B00.15—. Goldrogg.-3 98.0 Pr. Z. 6. Pf. R. 22 Pr. 2..Pf..23 Pr. 2..Pf. R. 24 Pr. dto. 25 27 Pr. Z..Pf. R. 28 2/0 Optustrleobig. Concord. Bgd. Cont. Coutch. Daimler Benz Hang. Masch. HoeschE. u. St. Klöckner Fr. Krupp A. B. " R. M. Mont Cenis 97.5 99.5 98.5 98.5 96.0 75.9 95.5 63.4 67.0 92.1 90.4 66.2 5½ Siem. Halske 83.7 7 V. Stahl m. O. 74.2 97.017½ Rhein. Stahlw. 5 A. E. 6. 1890 98.2/5 Bergmann 81. 97.5 99.5 98.7 99.0 96.0 75.5 95.7 64.0 67.0 92.6 90.0 88.2 66.2 84.0 75.0 91.2 98.7 93.5 98.8 98 7 zellstoff-Verein E: Welchot 0 10 66.7 31.2 67.2 34.5 68.7 30.0 67.7 Verkehrswerte 6. f. Verkehr Saltimere Ohio Boch. Geisenk. Otsch. Reichsbahn Hambg. Amerk. P. Südem. Hanss Nordd. Lioye Bankaktien Barm. Bankverein 9 96.2 Berl. Handelsges. " Hypothekd. Commerz- u. Pr. Darmst. u..-8. Oe-Oi-Gank Dresdener Bank 98.2 8 104.0 104.5 12 210.0 2100 100.0 1000 117.0 116.5 6/100 2 100 2 6/100 0 100 0 0 Zentrdookr. 8k. 121142-2 143.0 Reichsbank 12/127.6/127.0 briefmarktes sowie ein Umschwung in der Beurteilung des Reichsbankausweises bewirkten dann eine ausgesprochen schwache Haltung der Terminmärkte, die zu den niedrigsten Tageskursen, Spezialwerte bis zu 5 Prozent unter Anfang, schlossen. Der Kassamarkt verkehrte auch heute bei sehr kleinen Umsätzen wieder schwach. Dülfeldorf: etwas freundlicher Am Terminmarkt ergaben sich Besserungen Im Ausmaß von einigen Prozent. Wintershall-Aktien setzten gegen gestrigen Schluß drei Prozent höher ein, mußten aber bei einigen Umsätzen einen Teil des Gewinnes wieder hergeben. Terminwerte Das Geschäft in Kohlenkuxen war gering bei wenig veränderten Kursen; nur Ewald waren bei ermäßigter Basis im Verkehr. Von Kohlenaktien wechselten Lothringen zu letzten Preisen ihren Besitzer, Dahlbusch wurden etwas höher gefragt. Von Kaliwerten waren Beienrode und Mariaglück gut behauptet im Verkehr. Auch Bergmannssegen und Erichsegen waren zu letzten Kursen gefragt. Von Kaliaktien war lebhaftes Geschäft in Burbach-Kali, Hallesche-Salz waren bei einigen Umsätzen leicht befestigt. Von sonstigen Werten wechselten KabelRheydt und Holländische Goedhart zu letzten Preisen ihren Besitzer. Köln: Schwach Die Börse eröffnete mit abgeschwächten Kursen. Die Rückgänge betrugen im allgemeinen bis zu 2 Prozent. Rheinische Braunkohlen verloren darüber hinaus 4½ Prozent. Im Verlauf bröckelten die Kurse weiter ab und die Börse schloß lustlos. Frankfurt: leicht gebelfert An der Abendbörse herrschte ganz außerordentliche Geschäftsstille. Im allgemeinen konnten sie sich gegen den Berliner Schluß gut behaupten. Später vermochte sich auf festere Newyorker Meldungen eine leichte Besserung durchzusetzen, ohne daß eine Geschäftsbelebung eintrat. Berliner Produktenbericht Ber ig, 9 Juni 1931 Knich keastgenuichne teuie Schaute unt bsunen uer uit-lennng sonst per 100 Klogramm „Deute 1 vonge Weizen märk. 273-275|274-276 Roggen märk.[196—198 198—200 Futtergerste. 210—226210-226 Hater mark., 183—188 181—190 Weizenmehl[32.-38.0/32.-38.0 Roggenmehl 70%—.—.—.—. 60% 26-28.|26.-28.2 Weizenkleie. 14.-14.7/14.-14.7 Roggenkleie. 13.-13.613.-13.7 Viktoriaerbsen[26.-31.0/26.-31.0 Weine Erbsen—.—.—.—. * Altenessener Schweinem 1290. Es kosten im Großhanqualltät): 6 bis 8 Wochen al 12 Wochen alte 12 bis schweine: 3 bis 4 Monate 4 bis 6 Monate alte 25 bis sprechend höher). Marktver markt vom 9. Juni. Auftrieb: ndel: Ferkel(Durchschnittsalte 7 bis 12 Reichsmark, 8 bis 18 Reichsmark: Läuferate alte 18 bis 25 Reichsmark, 42 Reichsmark(größere enterlauf: sehr langsam. Berliner Metallnotierungen Berlir, den 9. Juni 1931 aseite heteine sehee und Gezahlung für je 10 Kloggamm). Quer durch die Wirtschaft Wenngleich auch Nachrichten über eine völlige Dividendenlosigkeit von der Verwaltung des Hoesch-KölnNeuessener Bergwerksverein als verfrüht bezeichnet werden, rechnet man in interessierten Kreisen dennoch nicht mehr mit einer Diridende.(Vor der Fusion Hoesch 6, Köln-Neuessen 6½ Prozent.) * Der Aufsichtsrat der Victoria-Versicherung beschloß. als Aktionärsdividende vorzuschlagen: für die Victoria zu Berlin. Allgemeine Versicherung-.-G. wieder 90 Reichsmark auf die voll eingezahlten Aktien, für die Victoria Feuerversicherungs-.-G. wieder 25 Reichsmark für jede Aktie. Die Dividendensätze für die Versicherten wurden wie im Vorjahr festgesetzt. Auch im laufenden Jahr hat sich das Geschäft zufriedenstellend entwickelt. * Die Krise Im Internationalen Waggonkartell, hauptsächlich wegen der belgischen Verstöße, hat jetzt zu einer Drohung der deutschen Partner mit der fristlosen Kündigung geführt. * Die neue Bemberg-Fabrik In Japan wurde fertiggestellt und wird noch im Juni die Produktion aufnehmen. * Generalversammlungsbeschlüsse. Gebrüder Goedhart .-G. in Düsseldorf. 12(15) Prozeni. Es liegen für eine Reihe von Monaten noch Aufträge vor. Die Lage des Unternehmens sei vollkommen gesund.— Hirsch Kupferund Messingwerke.-G. in Berlin. Wieder 7 Prozent. Russenauftrüge haben sich noch nicht besonders bemerkbar gemacht. Dagegen liegt sonst eine gute Beschäftigung vor.— Kochs, Adler-Nähmaschinen.-G. in Bielefeld. Dividendenloser Abschluß genehmigt. Eigene Aktien sollen im Betrage bis zu 800 000 Reichsmark zurückgekauft worden.— Ravené Stahl.-G. in Berlin, Verlustabschlus genehmigt. Die Umsatztätigkeit im neuen Jahr ist noch befriedigend.— Senkingwerk.-G. in Hildesheim. 7(10) Prozent. Keine Geschäftsbesserung.— Deutsche Erdöl .-G. in Berlin. 5(7) Prozent. Die Bankguthaben betragen 10.12 Millionen Reichsmark. Zur Zeit befinden sich 19.3 Millionen Reichsmark Aktien der Deutschen Petroleum.-G. im Portefeuille der Gesellschaft. Im Gegensatz zur Kohle ist der Absatz an Braunkohlen und Briketts im neuen Jahre stark gestiegen. Im übrigen wird mit Ruhe der kommenden Zeit eutgegengeschen.— Hilgers.-G. in Rheinbrohl. Dividendenloser Abschluß genehmigt. Die Gesellschaft ist zur Zeit etwa mit einem Drittel beschäftigt und verfügt über ein nicht unerhebliches Bankguthaben.— Kammgarn-Spinnerei.-G. in Düsseldorf. Verlustabschluß genehmigt. * Dividendenvorschläge. Fichtel& Sachs.-G. in Schweinfurt. 7(8) Prozent.— Deutsche Last-AutomobilFabrik.-G. in Ratingen. Anzeige über Verlust von mehr als der Hälfte des.-K.(3 Millionen Reichsmark.) — Selve, Automobil-Werke.-G. in Hameln. 6173(47 978) Reichsmark Verlust, der vorgetragen werden soll. Der Automobilbau ruht vollständig.— Dortmunder Straßenbahnen.-G. in Dortmund. 220000 Reichsmark Verlust (1. V. 10 Prozent aus 660 100 Reichsmark Reingewinn.).— Rütgers-Werke.-G. in Berlin. Nach.368(.405) Millionen Reichsmark Abschreibungen verbleibt ein Reingewinn von.521(.789) Millionen Reichsmark, der vorgetragen wird. Die Aussichten im neuen Geschäftsjahr werden als unbefriedigend bezeichnet. Fragen der Weltnot auf dem II. internationalen Kongreß evangelischer Arbeitnehmerverbände O Essen, 9. Juni. Im Anschluß an den Vertretertag der EAV. tagte am Dienstag unter sehr starker Beteiligung auch aus Holland, Dänemark und der Schweiz der zweite internationale Kongreß evangelischer Arbeitnehmerverbände. Der Präsident, Reichsminister a. D. Dr. Koch, begrüßte die Erschienenen und sprach über deutsche Not und Weltnot worauf 0. Füllkrug(Berlin) das internationale Wesen von Not, Arbeit, Liebe und Evangelium beleuchtete. Das Thema des Kongresses war: Die Weltarbeitslosigkeit, ihre Ursachen, ihre Wirkung, ihre Bekämpfung. Das erste Referat hielt Dr. Schönfeld vom internationalen sozialwissenschaftlichen Institut der Kirchen in Genf. Der Redner führte u. a. aus, die Kirchen müßten es als ihre erste Aufgabe ansehen, in allen Volkskreisen ein wirklich eindringliches Verständnis der Not der Arbeitslosigkeit und der von ihr Betroffenen zu wecken. Das zweite Referat hielt Dr. Claussen vom Internationalen Arbeitsamt, Zweigstelle Berlin. Man müsse heute, die Familien der Arbeitslosen eingerechnet, mit 100 Millionen Arbeitslosen rechnen, das entspreche der Einwohnerschaft Deutschlands und Frankreichs zusammen. Bei vollen Scheunen verhungere die Welt. Landwirtschaftliche und Industriekrisen zeigen sich heute in Ueberproduktion. Weiter seien schuld an der Arbeitslosigkeit die Goldlager, der Sturz des Silberpreises, hohe Zollmauern, behinderte Einwanderung und in gewisser Weise auch die Rationalisierung. Bei Bekämpfung der Arbeitslosigkeit könne man zwischen sozialen und wirtschaftlichen Fragen nicht scheiden. Was notwendig sei, sei eine vernünftige Regulierung des Arbeitsmarktes, Bereitstellung öffentlicher Arbeiten auf gesamteuropäischer Basis und allgemeine Einführung des Achtstundentages. Das Internationale Arbeitsamt müsse getragen sein vom Willen der Oeffentlichkeit, der Arbeitnehmer und Arbeitgeber, sowie der Regierungen. Als nächster Redner sprach Zentralsekretär Haas (Zürich) vom schweizerischen Verband evangelischer Arbeiter und Angestellten. Seine Forderungen gipfelten in folgenden Sätzen: Sofortige Einführung der 40Stunden=Woche, sofortige Ratifizierung der Uebereinkommen über Kinderarbeit, Nachtarbeit der Frauen und Jugendlichen und weitere internationale arbeitsrechtilche Konventionen, ferner verlangte er Maßnahmen, um die Arbeitnehmer durch soziale Versicherung zu schützen, wenn aus irgendwelchen Gründen die Arbeitskraft nicht betätigt werden kann. Besonders sei dies zu tun bei unverschuldeter Arbeitslosigkeit, ferner eine Kontrolle der Industriegesellschaften und Sicherung des Rechtes bei Zusammenschluß der Arbeitnehmer zum Zwecke der Wahrung ihrer wirtschaftlichen Lebensrechte. Es folgte eine Debatte, in der die Notwendigkeit betont wurde die Theorie in die Praxis überzuführen. Nach einer Pause wurde der Geschäftsbericht, Länderberichte aus Holland, Dänemark und der Schweiz, sowie der Kassenbericht erstattet. Am Schluß der Versammlung wurde eine Resolution angenommen, in der festgestellt wurde, daß die heutige Wirtschaft sich vielfach unter der Losung der Eigengesetzlichkeit von christlichen und sittlichen Bindungen gelöst habe. Demgegenüber hätten die Kirchen und ihre einzelnen Glieder viel ernster als früher in alle Volkskreise ein wirklich eindringendes Verständnis für die Not zu wecken. Auf Antrag der holländischen Delegation wurde beschlossen, der Kongreß solle sich an die 1932 in Genf tagende Abrüstungskonferenz mit der Forderung wenden, alles zu tun, was möglich ist, um auf internationalem Wege eine tatsächliche Beschränkung der Lilitärrüstungen herbeizuführen. unter Wasser. Zum Glück befand sich niemand an der Unglücksstelle, so daß Menschen nicht zu Schaden gekommen sind. Man hofft, den Schaden in einer Woche so weit beseitigen zu können, daß die Förderung wieder aufgenommen werden kann. Die Rutschstelle liegt nur etwa 1 Kilometer von der Grube Fischbach, wo sich im November v. J. der große Erdrutsch abspielte, und zwei Menschenleben zum Opfer fielen, entfernt. Wieder Massenfestnahmen in Essen X Essen, 9. Juni. Von der Schutzpolizei wurde im Laufe des Montag abends im Stadtteil Segeroth wiederum eine Razzia unternommen. Hierbei wurden 102 Personen vorläufig festgenommen, jedoch nach Feststellung ihrer Personalien wieder entlassen. Im Stadtteil Steele bildete sich zwischen 23 und 24 Uhr ein Demonstrationszug von etwa 40 Mann. Das einschreitende Ueberfallkommando löste den Zug auf und sistierte drei Personen, die ebenfalls nach Feststellung der Personalien wieder zur Entlassung kamen. Ruhrbergbauangestelltentagung [=) Duisburg, 9. Juni. Der Reichsbund Deutscher Angestellten=Berufsverbände, Fachgruppe Bergbau, hielt im Burgackersaal zu Duisburg eine gutbesuchte Versammlung ab. Zur Beratung standen zwei Themen, zu denen der Geschäftsführer vom Verband Oberer Bergbaubeamten, Bergenthun(Bochum), und Dr. Erich Schmidt(Berlin) sprachen. Bergenthun referierte über„Die Tragödie der Angestelltenpensionskasse in der Knappschaft“. Er meinte, die Tarif= und Monopolgewerkschaften hätten die Lage der Knappschaft bis zum heutigen drohenden finanziellen Zusammenbruch getrieben. Er verlangte Aufwertung der Anwart= schaften und des Knappschaftsvermögens aus der Vorkriegszeit, der Revolutions= und der Inflationszeit. Er lehnte die neuerliche Belastung der Angestellten durch die Notverordnung der Reichsregierung energisch ab. Einhellig wurde die Beseitigung des§ 184 des Reichsknappschaftsgesetzes gefordert. Alsdann ergriff der Bundesführer Dr. Erich Schmidt(Berlin) das Wort zu seinem Vortrag„Rettet den Angestelltenstand". Der Redner ging davon aus, daß allein die Tatsache der Lehaltstaxifkündigung, durch den Zechenverband zum 30. Juni Beweis dafür ist, daß der Tiefpunkt der Wirtschaftskrise noch nicht erreicht ist. Nur ein berufsständiger Organisationsaufbau der Wirtschaft, Arbeitgeber und Arbeitnehmer Hand in Hand, könne den notwendigen Einfluß auf die Geschicke und die Führung des Reiches geben. Der Redner schilderte dann noch ausführlich die Ziele des R. D. A. In einer sich daran anschließenden Aussprache ergriff von der Oppositior nur ein Vertreter des D. H. V. das Wort, der die fruchtbringende Arbeit seiner Gewerkschaft schilderte. Nach der Aussprache schloß Dr. Schmidt die Versammlung, nachdem eine Entschließung Annahme fand, in der Ablehnung der Belastung der deutschen Wirtschaft durch die neue Notverordnung, energischer Kampf gegen die Tributbelastung und Sicherung der Möglichkeit zur Aufrechterhaltung der Betriebe verlangt wird. Neue Ausschreitungen in Duisburg Mißhandlung von Polizeibeamten.— Zahlreiche Festnahmen. 32. deutscher Kirchengesangstag in Dortmund Dortmund, 9. Juni. In Dortmund fand der 32. deutsche evangelische Kirchengesangstag statt. Er vereinigte die evangelischen Kirchenchöre Deutschlands zu ihrer regelmäßigen Jahrestagung. Dortmund stand tagelang im Zeichen der musika sacra, die von den verschiedensten Chören(Schülerchöre, Frauenchöre, Posaunenchöre, Kirchenchöre) und Solisten aller Art in hervorragender Weise dargeboten wurde. Den Hohepunkt bildete zweifellos das von Gerard Bunk in der Reinoldikirche veranstaltete Festkonzert. Besonders bemerkenswert ist noch, daß durch die festlichen Veranstaltungen weiteste Kreise„Dortmunds erfaßt wurden. So wurde der Zweck der Tagung, die große Gegenwartsbedeutung des religiösen Lieds in einer notvollen Zeit zu erweisen, voll erreicht. Von diesem Zweck handelten mehr oder weniger alle Reden. Der Vorsitzende des westf. Kirchengesangvereins, Superintendent Torhorst, gedachte der aroßen Bahnbrecher kirchlicher Musik und begrüßte die Vertreter der Behörden von Kirche, Schule, Staat und Stadt. Der Vorsitzende des deutschen Gesamtverbandes, Pfarrer Plath(Essen) griff in seinem Dankwort am Schluß vor allen Dingen das Grußwort des Direktors der Pädagogischen Akademie heraus, in dem dieser ausgesprochen hatte, daß die neue Lehrerbildung das Erbe der alten Lehrergeneration, die Pflege der musika sacra, zu wahren gedenke. Eben um diese Arbeitsgemeinschaft sei es dem Kirchengesangverein zu tun. Am Abend des 7. Juni fand eine von 3000 Menschen besuchte Festversammlung im großen Fredenbaumsaal statt. Professor Moser (Berlin), der bekannte Musikwissenschaftler, sprach über „Dienst unserer Kirchenchöre in alter und neuer Zeit“. Den Abschluß der Tagung bildete die öffentliche Hauptversammlung am 8. Juni, in der Professor D. Eger aus Halle über die„Forderungen an eine Gegenwartsagende" sprach. Das Ehrenmal für die Dortmunder Opfer der französischen Besatzungstruppen am 10. Juni 1923 s Dortmund, 9. Juni. Auf dem alten WestenFriedhof werden endlich die sechs Dortmunder, die am 10. Juni 1923 als Opfer französischer Willkürherrschaft von der brutalen Soldateska erschossen wurden, ein würdiges Ehrenmal erhalten, das im Auftrage der Stadt Dortmund bzw. des Ehrenmal=Ausschusses von dem Architekten Franz geschaffen. Auf dem Sockel des Denkmals steht zu lesen:„Sonntag, 10. Juni 1923, wurden sechs Dortmunder Bürger als schuldlose Opfer der französischen Besatzung niedergeschossen. Ihr Schicksal ist uns Mahnung als höchstes Gut zu wahren die Freiheit!“ Das Denkmal wird da errichtet, wo fünf der Franzosenopfer ihre letzte Ruhestätte gefunden haben. Man hat die Enthüllung des Ehrenmals auf den 10. Juni in Aussicht genommen. Durch spanisches Feuerwerk vergiftet wp Münster, 9. Juni. Nach einer Mitteilung der Regierung ist wiederholt beobachtet worden, daß spanisches Feuerwerk(Radauplätzchen, Teufelskracher usw.) in der Zündmasse gelben Phosphor enthält. Bei einem zehnjährigen Jungen, der zwei Radauplätzchen in den Mund zum Lutschen genommen und dann verzehrt hatte traten Erbrechen, fürchterliches Unwohlsein und schließlich der Todein. Gelber Phosphor ist bekanntlich ein sehr starkes Gift. Erdrutsch auf der Beißelsgrube O Bergheim, 9. Juni. Im Ichendorf ereignete sich auf edr Beißelgrube ein schwerer Erdrutsch. Gewaltige Erdmassen des Abraums. die als mehr als dreiviertel Million Kubikmeter geschätzt werden, rutschten, als eine kurze Arbeitspause eingetreten war, in die Grube, rissen die Kohlenstützen mit und verschütteten die Tiefbausohle. Die dort gelegenen Anlagen, die Antriebstation der Kettenbahn, die Gleisanlagen mit den mit Braunkohlen gefüllten Förderwagen und die Pumpen für die Wasserhaltung stehen = Duisburg, 9. Juni. Montag abend kam es in der Innenstadt Duisburgs abermals zu Ausschreitungen gegen Polizeibeamte. Ein von der Polizei nicht genehmigter Demonstrationszug, zu dem sich Erwerbslose formiert hatten, durchzog mehrere Straßen der inneren Stadt. Dabei stießen die Demonstranten laute Rufe gegen die neue Notverordnung aus. Als sich dem Zuge am Friedrich=Wilhelm=Platz ein Polizeikommando entgegenstellte, und zur Auflösung des Zuges schreiten wollte, wurden die Beamten von den Demonstranten beschimpft und mit Steinen und anderen Gegenständen beworfen. Zwei Polizeibeamte wurden so erheblich verletzt, daß sie sich in ärztliche Behandlung begeben mußten. U. a. wurde ein Beamter zu Boden geworfen, mit Füßen getreten und schwer mißhandelt. Insgesamt wurden sechs Personen festgenommen und dem Polizeigefängnis zugeführt. Später kam es zu neuen Zusammenrottungen, die aber immer wieder von der Polizei zerstreut werden konnten. Erschreckende Zunahme der schweren Anfälle Ein Schwerverletzter * Dortmund, 9. Juni. Zu einem schweren Verkehrsunfall kam es am Montag vormittag auf der Kreuzung Benninghoferstraße=Goymarker Verbandsstraße in Dortmund=Hörde. Der Personenkraftwagen eines Fabrikanten aus Hannover stieß mit einem Lieferwagen aus Dortmund zusammen. Der Lieferwagen, dem das Personenauto in die Flanke gefahren war, wurde umgeschleudert. Das Personenauto fuhr über die Kreuzung hinweg etwa 15 Meter weiter gegen einen Zaun. wurde der Führer des Personenwagens aus dem Wagen geschleudert, so daß er mit schweren Verletzungen liegen blieb. Er fand Aufnahme in einem Dortmunder Krankenhaus. Sein Auto mußte abgeschleppt werden; auch der angefahrene Wagen wurde beträchtlich beschädigt. konnte seine Fahrt aber fortsetzen, da der Chauffeur glücklicherweise ohne Verletzung davongekommen war. Die Schuldfrage ist noch nicht einwandfrei geklärt. Ein Toter, zwei Schwer=, zwei Leichtverletzte * Hagen, 9. Juni. Am Montag abend ereignete sich in der Unglückskurve an der Hüstener Mühle ein schweres Autounglück. Ein mit fünf Personen besetzter Kraftwagen eines Kaufmanns aus Hüsten geriet auf der nassen Straße ins Schleudern, raste gegen einen Chausseebaum und wurde vollkommen zertrümmert. Einer der Insassen wurde auf der Stelle getötet, zwei andert trugen schwere Verletzungen davon während die übrigen beiden Insassen mit leichteren Verletzungen davonkamen. Betrunkener Chauffeur tötet eine Frau * Bielefeld, 9. Juni. In der einem Engpaß gleichenden Kreuzstraße in Bielefeld ereignete sich ein schweres Verkehrsunglück. Die etwa 60 Jahre alte Frau Meine wurde, als sie auf dem Bürgersteig auf eine andere Person wartete, von einem Lieferwagen angefahren und getötet. Der Fahrer, der nach ärztlicher Feststellung betrunken war, konnte anscheinend die Kurve nicht nehmen und fuhr mit beiden Rädern seines Wagens auf den Bürgersteig. Das rechte Vorderrad ging der Frau über den Kopf und führte den sofortigen Tod herbei. Der Fahrer wurde verhaftet und der Wagen beschlagnahmt. Zwei Kinder tödlich überfahren * Essen, 9. Juni. Montag vormittag gegen 11 Uhr wurde die 4 Jahre alte Eleonore Dragon in der Bottroper Straße in Borbeck von einem Personenkraftwagen angefahren und so schwer verletzt, daß sie kurz darauf starb.— Um dieselbe Zeit wurde die sieben Jahre alte Elfriede Köffler in der Dahlhausener Straße in Steelvor der elterlichen Wohnung von einem Omnibus überfahren und auf der Stelle getötet. SU Richtig rechnen,-Wertmit Preis vergleichen! Sehen Sie sich den 1,8 Ltr. Opel 6 Zylinder an, fahren Sie ihn selbst. Er kostet weniger als mancher Vierzylinder und ist der wirtschaftlichste Sechszylinder auf dem Markt. Dieser Wagen erbringt den Beweis dafür, daß hohe Qualität und große Leistungsfähigkeit nicht mehr von hohen Preisen abhängigsind! Ein Sechszylinder für na 3175 bis 3495! Preise ab Werk Rüsselsheim a.., fünffach bereist: Der Händler erklärt Ihnen den günstigen Zahlungsplan der Allgemeinen Finanzierungs Gesellschaft. ADAM OPEL A.., RUSSELSHEIM A. 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Der französische Maler Courbet in Ornans geboren(gestorben 1877), Der Physiker André Marie Ampère in Marseille gestorben(geboren 1775). 25 Jahre Zahlstelle Wiemelhausen Gewerkvereins christlicher Bergarbeiter Wiemelhausen I des Gewertvereins des Die Zahlstelle Wiemelhausen I des Gewertvereins Bergarbeiter feierte Sonntag im Saale des es Hahnefeld ihr 25jähriges Bestehen. Zahlreich nen die Mitglieder erschienen. Der zweite Vorsitzende Ner begrüßte die Mitglieder, die zahlreich erschienem Jubilare, die Vertreter der Nachbarzahlstellen, den zsiredner Bezirksleiter Härdemann und die Vertreter k. Geistlichteit. Ferner konnte er von den Gründern hoh begrüßen Heinrich von Dieken, Carl Sommer und ranz Biermann. Nachdem die Toten in üblicher Weise hehrt waren, gab er einen kleinen Rückblick üver die rige Tätigkeit der Zahlstelle. Seit 25 Jahren hre die Zahlstelle ihre Geschäfte zwar erst selber, die Gründung sei aber schon 1894 vollzogen. Die bisherigen heiter der Zahlstelle waren: H. von Dieken, Wilhelm Eeiger, Carl Sommer, Ludwig Send, Heinrich Wiemers, Resten und seit 1925 Wilhelm Bette. Nach einem Geangvortrag hielt Bezirksleiter Härdemann die Festrede. Er gab einen Rück= und Ausblick. Der Ehrenvorsitzende Sommer nahm die Ehrung der Jubilare vor. Er hab seiner Freude darüber Ausdruck, daß zu den in stattscher Zahl vorhandenen Jubilaren neue hinzukämen. Die Silbernadel des Gewerkvereins für Jubilare erhiel##n der erste Vorsitzende Bette und die Mitglieder I. Voigt und Tahm. Bette dankte im Namen der Ju#hlare für die Ehrung und Pfarrer Spielmann dankte Namen der Geistlichkeit der Zahlstelle für die freundliche Einladung. Auch der übrige Teil der Feier, verschönt durch Gesangvorträge des M. G. V.„Grüne inde" und Theaterstücke der Theaterabteilung des kaIolischen Bergmanns= und Arbeitervereins, verlief zur Zufriedenheit aller. kassenebbe beim Ruhrsiedlungsverband Das festgelegte Verbandsstraßennetz, die sogenannten zischengemeindlichen Hauptdurchgangsstraßen, hat eine Gesamtlänge von 1570 Kilometern. Hiervon sind 910 Kilometer vorhandene Kreis=, Provinzial= und Stadtstraßen, während die restlichen 660 Kilometer als fehlende Zwischenstücke neu zu bauen sind. Die Verwirklichung dieser Neubaustrecken hat der Vesetzen. Dr. Wolters hält es für zweckmäßig, der freien Wohlfahrtspflege wieder mehr diejenigen Aufgaben zu überlassen, die vom kommunaler Seite heute zumeist nicht mehr erfüllt werden können, wie die Kinderspeisungen, die allgemeine Erholungsfürsorge usw. Auch die Mitwirkung der beteiligten Heime und die Senkung der Pflegesätze sind ins Auge zu fassen. Die Hauptsache für die Durchführung der Jugenderholungs= und Heilfürsorge trotz der Finanz= nöte und aller Einschränkungen bleibt die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit aller Stellen und Verbände. Die Revision der Quittungskarten beginnt am 11. Juni im Griesenbruch, umgrenzt von der Adolf=, Wörth=, Bessemer= und Königstraße.„ gitume Autobusfahrten nach Blankenstein. Am Mittwoch, von Bochum nach Blauzggreig, Boseagei, saheishe Rschen dlae. Kk d. a li. alich und 21.45 Uhr. Die Beförderung erfolgt zu StraßenFödlicher Betriebsunfall. Ein Elektrolehrling S uf dem Lagerplatz einer in der hatte am 8. Juni auf befindlichen Holzhandlung einen etwa n hölzernen Mast bestiegen, um daran uführen. Plötzlich brach der Mast oberhalb der Erdoberfläche ab und der Lehrling stürzte in die Tiefe. Durch den Sturz zog er sich einen komplizierten Schädelbruch zu und starb unmittelbar darauf. Vermißt wird seit dem 2. Juni schmidt, geboren am 6. der Drogift Alfred geboren am 6. November 1909 in Bochum, zuletzt in Bochum, Poststraße 105, bei den Eltern. Bechreibung: 1,80 Meter groß, dunkelblondes, linksgevolles Gesicht, blaue Augen, gelbe vollPesteltes ständige Zahne. Bekleidung: Blauer Regenmantel, rötlichbrauner Rock mit Weste, blaue Hose, braune Halbschuhe. Er hatte einen Photographenapparat und ein Entschädigung für abgelieferte Tierkadaver. Der hat die Gewährung von Entschädigungen für Tierkadaver eingeführt, die vorschriftsmäßig an Abdeckereien oder sonstige Kadaververwertungsanstalten abgeliefert werden. Für die Zukunft erhalten die Viehbesitzer für die ordnungsmäßig abgelieferten Kadaver die festgesetzten Entschädigungen. Die Voraussetzung ist, soweit die der Tierkörperverwertungsanstalt Wilyelm Hooß Bochum=Langendreer angeschlossenen Kreise kommen, erfüllt. Kreise in in Frage Ven=Sidolionen Hier tiefer liegende Gelände steht völlig unter Wasser. Etahtton Morne(veranstalten abends die Frösche ein regelrechtes„Quakeee. Die zahlreichen konzert“. Die recht umfangreiche Anlage gegenübgr dem Ausfing des Großmüttercheyzgerezug unternahnten ardeler Saalbau entbehrt noch immer einiger Banke; Großmütterchenvereins unternahmen am Hordeler ittag einen Nusflug. In dem gut verdeckschaft„Hibernia" beabsichtige, die Dorneburg zu veraußern. Die Dorneburg, die als altes Eickeler Wahr zeichen besteht, wird aber erhalten bleiben. Vor einiger Zeit haben Verhandlungen geschwebt zwischen der Evangelischen Kirchengemeinde Eickel und der Bergwertsgesellschaft„Hibernia“ mit dem Zwecke, daß die Dorneburg in den Besitz der Evangelischen Kirchengemeinde übergehen soll. Die Bergschäden an dem eben neu angebauten Kinderheim in Eickel an der Körnerstraße sind derart, daß man damit rechnen kann, daß das Kinderheim einmal unbewohnbar wird. Pfarrer Beckmann (Eickel), der sich namentlich des Kinderheimes und des Krankenhauses mit besonderer Liebe annimmt, hat der Bergwerksgesellschaft„Hibernia" vorgeschlagen, ihm die Dorneburg als Kinderheim herzurichten. Wenn dies geschehen würde, so würde die Dorneburg nicht allein den Eickelern erhalten bleiben, sondern auch einem guten Zwecke nutzbar gemacht werden. Aus dem Röhlinghauser Vereinsleben. Die Kyrfhäuserjugendaruppe hielt am Sonntag bei Böhm eine vom Obmann Scharf geleitete Versammlung ab, in der u. a. Bericht erstattet wurde über die Grundung eines Kyffhäuserjugendkorps.— Der evan gelische Jünglingsverein hielt im Gemeindehause unter Pfarer Krahns Leitung seine Pflichtversammlung ab, in der über die kommenden Vereinsveranstaltungen beraten wurde.— Im Gemeindehause an der Dietrichstraße hielt der im Februar hier weilende Evangelist Schopen einen Lichtbildervortrag. Heute abend spricht Schopen in der Kirche.#r Chorvereinigung„Mark“. Sechs Vereine stellte Chormeister Mark Sonntag nachmittag in den Anlagen der „Flora“ der Oeffentlichkeit vor. 200 Sänger unter Chormeister Mark sangen zuerst das bekannte„Nur die Hoffnung festgehalten“ von Subanki. Erfreulich war de innige Kontakt von Chormeister und Gesamtchor. Das Ruhrlied von Flaner war eine achtunggebietende Leistung. Math. Neumann, fehlte ebenfalls nicht:, An der Heimat halte fest...“ Die übrigen Darbietungen, auch die Leistungen der Kapelle Meier, konnten die große Hörerschar befriediggr. Birharschuge, Bürgerschützenverein. Der Burgerschutzenverein Montag nachmitung einent unszug. In dem gut per ten Autobus, mit dem die Aeltesten des Stadtteils ihre Fahrt nach Witten antraten, ließ es sich trotz des strömenden Regens in den Nachmittagsstunden sehr gut unterhalten, Zumgl man Fpüite Unterhaltung und auch die etwa „Lug ins Land, weiter gule Unlethällung und auch die notwendige Stärkung fand. Stadtteil Langendreer Maler=, Glaser= und Anstreicher=Zwangsinnung. Im Hotel Heckert fand unter der Leitung des Obermeisters Schmidt am Montag abend die Pflichtversammlung der Maler=, Glaser= und Anstreicher=Zwangsinnung statt. Der Vorsitzende konnte zwei neue Mitglieder begrüßen. urch den Schriftführer Müller verlesene letzte ProDie zwischen der StadtverZwangsinnung getroffenen Druck gelegt. Ueber die in die wenigen vorhandenen genügen nicht allen Ansprüchen. Ein Stück vergangener Geschichte verkörpert auch der Erbfriedhof(bekanntlich ein Ueberbleibsel des Rötschen Busches). Als im Jahre 1891 Carl Schragmüller das Gut Dahlhausen an Krupp verkaufte, behielt er den zwei Morgen umfassenden Erbbegräbnisplatz in seinem Besitz. Er ließ denselben mit einem zwei Meter hohen Eisengitter einfriedigen und für den Wärter ein Einfamilienhaus erbauen. In einem größeren Raum sind hier auch die umfangreichen Archivalien des Gutes untergebracht. Die Nachkommen der Familie hat in diesem Jahre wegen der allgemeinen schlechten Lage auf ein Schützenfest verzichtet, dafür aber ein Sommerfest geplant, das am 12. Juli im Stadtgartensaalbau Heimatfest stattfinden soll. Erhängt aufgefunden. Am 8. Juni gegen Uhr, wurde ein 35 Jahre alter Händler auf dem Stallboden seines Hausee in der Katzbachstraße 17.20 erhängt Das durch den Schriftführer tokoll wurde angenommen. waltung Bochum und der Vereinbarungen waren liung bieset Reubaustre nommen, während die Umgestaltung strecken für den Verband überder bestehenden strecken für den Durchgangsverkehr zu Lasten der jeweiligen Wegeunterhaltungspflichtigen erfolgen muß. Das erste Ausbauprogramm umfaßt die große Ost— WestStraße von Hamm über Dortmund, Bochum, Essen, Mülheim, Duisburg, Rheinübergang nördlich Nöers in Richtung Geldern, nebst Zubringerstraßen von Norden und Süden her. Im zweiten Ausbauprogramm ist eine weitere Ost—West=Straße in Richtung Duisburg—Hamborn im Zuge des Emschertals mit Zubringerlinien von allen Seiten. Allein zum ersten Ausbauprogramm kamen 58 Kilometer Einzelstraßen hinzu. Die Kosten betragen einschließlich der Bauwerke und dergleichen 40 Millionen Reichsmark für das erste und 32 Millionen Reichsmark für das zweite Ausbauprogramm. Der Verband vermochte es nicht, an der im Jahre 1925 von der Verbandsversammlung festgelegten Finanzierungsgrundlage des programmäßigen Ausbaues festzuhalten, da er im wesentlichen durch die Erhebung der fährlichen Umlage von 3 Millionen Reichsmark behinert war.„. Amgas.3. Der Ausfau an umlagebeitragen war bis Ende 1928 allein auf 4600000 Reichsmark angewachsen, und zum anderen mußte bis dahin aus der Umlage auch noch der Kostenaufwand aufgebracht werden, der für das erste Ausbauprogramm hinaus— allein zur Beschäftigung von Arbeitslosen— begonnenen Baustrecken aufgewandt worden ist und etwa elf Millionen Reichsmark ausmacht. Die Hereinnahme langfristiger Anleihen gestaltete sich dabei noch sehr schwierig. Für die beiden Straßenausbau=Programme sind bisher im außerordentlichen Haushalte 37 Millionen Reichsmark aufgewendet, und das allein vom Verbande. Die Anleiheverpflichtungen betragen 2,7 Millionen Reichsmark. Nach einem Beschluß des Verbandsausschusses soll die Umlage für 1931 um 200 000 Reichsmark, gegen das Vorjahr gemindert werden, wonach also nur 3,2 Millionen Reichsmark zur Verfügung stehen. Mithin bleiben für Bauzwecke und Aufnahme neuer Anleihen für Abteilung I und II des außerordentlichen Haushalts für 1931 nur 500000 Reichsmark verfügbar. Die im Etatsjahr 1931 für den Verbandsstraßenausbau erforderlichen Mittel sollen dazu verwendet werden, um die aus den vorigen Jahren vorhandenen Verpflichtungen für Grunderwerb und Abdeckung laufender Verträge abzugelten. An einzelnen Stellen aber ist ein Weiterbau insoweit erforderlich, als naheliegende Schäden und Zerstörungen an zum Teil fertiggestellten Teilarbeiten vermieden werden müssen, doch muß selbst ein Teil der als dringend bezeichneten Arbeiten zurückstehen. bedrohle Jugenderholungsfürsorge nen Lohnverhandlungen erstattete der Obermeister BeZum Puunkt Lehrlsingtereistreng überwacht werden den fleuberricht. das Eznstelley von Lehrli... 1. 2o durch dau stellbersoll. Die Lehrlingsstammrolle wird durch venn tretenden Obermeister Platte geführt. Der in Aussicht gestellte Ausflug wurde bis zu der im nächsten Monat stattfindenden Versammlung zur neuen Besprechung zurückgestellt. Sladtteil horde. Grünflächenpolitik in Hordel,######at Zweifellos hat der stadtteil Bochum=Hordel eine wesent.„chmückung igstens im Sommer— aule anderen Wünsche furh einen Augenblick verstummen, läßt. In Unterhordel ist zu erwähnen der Wünsche endlich hier eines seiner schönsten Gebiete. Stadtell Geribe. 6. Hohes Alter. Witwe Schumacher, Gerthe, Castrover Hellweg 494, feierte ihren 75. Geburtstag in Rüstigkeit Geld verloren. Die Kinder des Arbeiters H. verloren auf dem Wege von Hiltrgn Ziach Unterstützungsboden seines Hauses in der aufgefunden. Der hinzugerufene Arzt konnte nur noch den bereits eingetretenen Tod feststellen. Nach den bisherigen polizeilichen Ermittlungen liegt ein Verliegt Das Motiv zur erfahren, die— wenigstens im M für einen Augenblick verstummen läßt. schmuckplatz am Kriegerdenkmal, der gerne von alten Leuten als Planderecke aufgesucht wird. Auf die Anlagen am Bahnhof haben wir wiederholt hingewiesen. Sehr schön nimmt sich jetzt auch die Bertastraße aus, auf deren einer Seite zahlreiche Strauchanlagen eine schier undurchdringliche, gut gepflegte Hecke bildet. Nach der anderen, bietet sich aber leider dem Auge ein trostloses Bilo. seite das den Lohn ihres Vaters möge das Geld, da es sich um einen untern####g empfänger handelt, umgehend auf dem hiesigen Fundbüro abgeben. Stadtteil Harpen Der evangelische Jungmännerverein Harpen unternimmt am,„Sonptag, 14. Juniz, seine„Papderung rnsberg— Hillefelder Hohe— Meinkenorach.— Rohrenspring— Wildewiese— Roekhausen unter der Führung des Vorsitzenden, Pfarrers Paulmany, Die Sportvereinigung Harpen 1911 hielt ihre Mi natsversammlung im Lokale Graf ab. Es wurden getätigt. Dann erstattete Geschäftsführer Schütze über die Gautagung in Bochum und den Bezirkstag in Herne Entlastung erteilt. stattfinden. Bericht. Dem Kassierer wurde Die Aufstiegsfeier soll am 27. Juni Aus dei=Nache des Stadtkreis Wattenscheid Das Fest der silbernen Hochzeit feiern die Eheleute Franz Hestermann und Frau Milda geboren Kraus, Bochumer Straße 104. Deutsche Volkspartei, Bezirksverein West und Leithe. Sonntag nachmittag fand im Saale Christ eine sehr gut besuchte Werbeveranstaltung statt. Betriebsführer Rinschede begrüßte besonders den Reichstagsabgeordneten Winnefeld, der anschließend über die gegenwärtige politische Lage sprach. Sodann hielt Reviersteiger Hangebruch einen sehr interessanten Vortrag mit Lichtbildern über die ehemalige Kolonie Deutsch=Süd=West=Afrika, in der der Vortragende selbst drei Dienstjahre geweilt hatte.. b Der Cäcilienchor Höntrop hielt seine diesjahrige Generalversammlung im Vereinslokal ab. Der Kassenbericht gab ein sehr günstiges Bild, der Bestand ist ungefähr doppelt so hoch als im vorigen Jahre. Die Vorstandswahl ergab die einstimmige Wiederwahl des Gesamtvorstandes. Ebenso wurde der Dirigent und das Vereinslokal Theodor Springob wiedergewählt. Trotz schwerer Gewitterwolken und trotz des dauernden Refeier, verbunden mit der Weihe der neuen Fahne. Die Festrede hielt der Bundesvorsitzende H. Sch.zl, (Essen), der zugleich auch die neue Vereinsfahne weihre. Das Doppelquartett„Harmonie" verschönerte die Feier durch prächtige Liedervorträge. Mitglieder der Singspielgeselschaft, boten gut einstudierte### Als Festmusir hatte man die Kapelle ehem. auf. Militärmusiker gewonnen, fleißig aufspielte. Schutz= und Polizeihundeprüfung. Der Zweigverein Wattenscheid veranstaltete seine erste Prüfung auf dem Gelände des früheren Kampmanzzschez, Söigggiee, an der Steinstraße unter starker auswarnger nonurtenz. In der Gruppe Polizeihunde erhielten Prädikat und zwar Waldau(Besitzer und Führer Scholer, Vonn) mit 292 die auch später zum Tanz Tiere das Pisherigen„Vorizeglichen Ermzinkungr! schulden dritter Personen nicht vor. Tat ist noch unbekannt. 9.4 Zigarettenschmuggler festgenommen. In letzter Zeit wurden wiederholt unversteuerte Zigaretten in hiesigen Stadtbezirken an den Mann gebracht. Am 5. konnten von einem Beamten der Famtnasposiegeng rungsstelle und von Beamten der Kriminalz##### in einer Wohnung in der La Rochestraße auswärtige Männer überrascht und zwangsgestellt werden. Sie hatten bereits einen großen Teil der von ihnen mitgeführten unversteuerten Zigaretten verkauft und warteten noch auf den Erlös. Ein Posten von 440 Stück konnte noch beschlagnahmt werden. Ennepe=Ruhrtreis Sozialhygienische Tagung in Welper. In Welper findet am kommenden Samstag und Sonntag eine Tagung des Bundes entschiedener Schulreformer statt. Die Veranstaltung steht unter dem Gesichtspunkt:„Die hiologische Tragödie Europas“ und wird neben anderen Bildungsfragen auch die Alkoholfrage und die Rationalisierung behandeln. Als Redner sind vorgesehen Professor Dr. Strecker(Berlin), Pfarrer Ebbinghaus (Hattingen), Frau Helling(Schwelm), Dr. Adam(Düsseldor) und Professor Dr. Honigsheim(Köln). n Stadttreis Herne Mit Bierflaschen lazarettfähig geschlagen. Am Samstag, zwischen 4 und 5 Uhr, wurden zwei Bergleute auf dem Hofe des Hauses Feldkampstraße 2 im Verlaufe einer Auseinandersetzung von drei Personen durch Schläge mit Bierflaschen derart am Kopfe verletzt, daß sie dem katholischen Krankenhause zugeführt werden mußten.* Stadttreis Gelsenkirchen 40000 Zigaretten beschlagnahmt. Die hiesige Kriminalpolizei ist wiederum zwei Schmugglern größten Formats auf die Spur gekommen. Bei einer Haussuchung in einer Wohnung an der Karlstraße konnten im Keller 40000 Zigaretten und ein Sack mit unverzolltem Tabak beschlagnahmt werden. Die Nauchwaren waren von Holland eingeschmuggelt. Der betreffende Schmuggler und seine Komplice, der ebenfalls in der Karlstraße wohnt, wurden von der Kriminalpolizei vorläufig festgenommen, nach Klärung des Sachverhalts aber wieder entlassen, weil sie festen Wohnsitz haben. Ein Strafverfahren ist eingeleitet. „vorzüglich und drei das Prädikat„sehr gut", 1.„Axel von Buronia“(Besitzer und Führer a, Buer) mit 293 Punkten, 2. Donar von der (Besitzer und Führer Schölex; Zonn) mitz 402 In der neuesten Nummer der„Westfälischen Wohlfahrtspflege“, erörtert Direktor Dr. Wolters Munster) die angesichts der allgemeinen Finanzschwierigkeiten ernste Frage der zukünftigen Gestaltung der Jugenderholungs= und Heilfürsorge der Provinz Westfalen. Man wird leider grundsätzlich, so schreibt er, die Auffassung vertreten müssen, daß Einschränkungen nicht zu umgehen sind, zumal auch die Mittel der Versicherungsträger in der bisherigen Höhe nicht mehr bereitgestellt werden können. Dr. Wolters schließt sich dem Standpunkte des Arbeitsausschusses und Aerztebeirates der Ausgleichsstelle in der westfälischen Erholungsfürsorge an, daß bei den Einsparungen in der Kindergesundheitsfürsorge mit größter Vorsicht vorzugehen ist. Es müsse unter allen Umständen vermieden werden, daß an der verkehrten Stelle begonnen würde. Labei sei besonders zu berücksichtigen, daß die lange Erwerbslosigkeit breiter Volksschichten auf den Gesundheitszustand der Kinder schon jetzt verheerende Wirkung ausgeübt habe. Falls Einschränkungen nicht zu umgehen sind, müssen sie auch nach Auffassung des Arbeitsausschusses und Aerztebeiketes in erster Linie bei der allgemeinen Erholungsfursorge beginnen. Weiterhin wäre erforderlichenfalls in die Einstellung der Kinderspeisung zu denken, obwohl das nicht ganz unbedenklich erscheint. Die Geneungs- und Heilfürsorge ist aber in dem notwendigen Umfange unbedingt weiterzuführen. Mehr denn je erscheint heute die Bildung örtlicher Arbeitsgemeinschaften swischen Kommunalverbänden und Versicherungsträgern wie Krankenkassen usw. nötig. Auch muß eine stärkere Zusammenarbeit mit der freien Wohlfahrtspflege einweltsvetter zu erfreuen. Die Handlung, wesenden so gefangen, daß sie ruhig auf ihren Plätzen blieben und genau so lachten, als strahlte der schonste Sonnenschein. Die Aufführung wurde restlos zu Ende geführt und der starke Beifall zeigte, daß das Publikum auch trotz des Regens sich köstlich amüsiert hatte. Freiwillige Feuerwehr. Die beiden Löschzüge 1 und 2 hielten im Vereinsheim Koch ihre Fruhjahrstagung ab. Vor Eintritt in die Tagesordnung sprach der Vorsitzende im Namen des Stadtverbandes dem Gerätewart Lohrmann vom 2. Löschzug den Glückwunsch zum 25jährigen Feuerwehrjubiläum dar und überreichte ihm die Ehrenurkunde des westfälischen Feuerwehrverbandes und das staatliche Erinnerungszeichen für Verdienste um das Löschwesen. Endgültig wurde die Teilnahme am Feuerwehrverbandsfest in Wanne=Eickel beschlossen. Zum Gauturn= und Schwimmfest der Deutschen Turnerschaft stellt die Wehr Leute für den Ordnungsdienst. Mit dem 40jährigen Jubelfest der Wehr Eppendorf wird das Stadtverbandsfest stattfinden. Man nahm Kenntnis von der Gründung von der Wehrschule in Münster, wo jeden Monat ein Lehrgang stattfindet zur Ausbildung von Führern und Brandmeistern. ph Aus den Militärvereinen. Der Kameradschaftliche Kriegerbund Wattenscheid hielt am Sonntag seine monatliche Versammlung ab, die vom ersten Vorsitzenden, Lehrer König, geleitet wurde. Der Bericht über den Stand der Jugendgruppe befriedigte. Nach erledigter, Tagesordnung hielt der Polizeiamtsmeister g. D, rauer einen Vortrag über seine Erleonisse auf der Mörder= und Verbrecherinsel„Saint Martin de Ree“.— Die Führersitzung der Ver. Kyffhäuserjugendgruppen, Kreisverband Wattenscheid, wurde vom Kreisjugendleiter Herb. Gilly bei Kaldeweier in Eppendorf geleitet.„Vor Beginn der Sitzung wurde das Gelände des Gutshofs Spellberg für das Sommerlager„Heimat" besichtigt. Alsdann wurden die Richtlinien zu den vorgeschriebenen Schießsportveranstaltungen festgesetzt. Die Vorübung der Klasse A findet vom 15. bis 23. Juni von 17 Uhr an statt. Das Hauptschießen um die bronzene Ehrennadel wird im Monat August in der Kyffhäuserwerbewoche durchgeführt. Im Sommerlager„Heimat“ wird der Sporthochschullehrer Aurigo aus Wattenscheid, zurzeit Universität Bonn, den Sportunterricht leiten. Fahnenweihe des Sachsen= und Thüringervereins .=Günnigfeld. Der Verein beging am Sonntag im großen Saale Darenrecht seine 20jährige GründungsPunkten, 3.„Arno vom Uhlenbruch(wesitzer Th. Bottmann, Herne) mit 287 Punkten. In der GruppSchutzhunde erhielten zwei Tiere das Prädikat„sehr aut“ und fünf das Pradikat„gut“.+. Hehnentor"(Besitzer und Führer Heinr. woege), 2.„Rolf“ (Besitzer Antoniak, Führer Rudolf Lellesch, Wattenscheid). Außerdem wurden zwei Führervreise ausgegeben. Für Polizeihunde erhielt denselben Wollinna (Gelsenkirchen) und für Schutzbunde Heinr. (Wattenscheid). Der Vorsitzende Östermann überreichte die Urkunde und die Führerpreise. ph Brieftaubenzucht= und Reisevereinigung Wattenscheid und Umgegend. Am letzten Sonntag schickte die Wattenscheider Reisevereinigung, zur 6. Preistour Rathenow(879 Kilometer) 1758 Tauben. Da die Tauben unterwegs mehrere Gewitter zu überstehen hatten, wurde die Fluggeschwindigkeit erheblich vermindert. Die erste Taube erreichte den heimatlichen Schlag um 3,03 Uhr und wurde von dem Züchter Hasenauer(König der Lüfte) bei einer Fluggeschwindigkeit von 872,58 Meter der Minute konstatiert. Die letzte Preistaube erreichte den heimatlichen Schlag um 3,44,26 Uhr, sie fiel nach Westenfeld und wurde vom Züchter Naskowiak (Rakete) konstatiert. b Ein Fachwerkhaus abgebrannt. In der Sonntag nacht brannte das Fachwerkhaus des Bergmanns Landers in der Gertrudisstraße gänzlich ab, trotz Eingreifens beider Löschzüge. Wie das Feuer entstanden ist, ist noch unbekannt. b Stadttreis Wanne-Eickel Wanne=Eickels Eisenbahnverkehr. Wie wohl überall in Deutschland, hat auch in Wanne=Eickel der Personenverkehr der Reichsbahn einen empfindlichen Rückgang im letzten Jahre zu verzeichnen gehabt. Während nämlich 1929 auf dem Hauptbahnhof Wanne=Eickel 1306 288 Fahrkarten verkauft wurden, waren es 1930 nur noch 1 228010 Fahrkarten. Die Zahl der Personen, die vom Wanne=Eickeler Bahnhof abreisten, ging von 1514 289 im Jahre 1929 auf 1 429 289 im Jahre 1930 zurück. In Eickel=Horde! waren 1929 insgesamt 118 449 Fahrkarten verkauft worden, 1930 nur 99327. Die Zahl der beförderten Personen betrug dort 1929 238 330 und 1930 209 647. In Röhlinghausen belief sich der Fahrkartenverkauf 1929 auf 155 398 und 1930 auf 136319 Fahrkarten und Das Wetter wird noch schlechter Wetterbericht der Essener Wetterwarte vom 9. Juni. Die Mitteleuropäische Tiefdruckstörung ist langsam nordwärts gewandert und hat sich dabei in zwei selbständige Kerne geteilt. Der eine liegt über der südlichen Ostsee über den Kustenländern, der andere, der ehemalige Mutterkern des gesamten Schlechtwettergebietes, westlich von Schottland. Die auf der Südseite des letzteren in das Festland einströmenden leichten, warmen ozeanischen Luftmassen bringen Westeuropa weiterhin unbeständiges und vielfach regnerisches Wetter. Ueber der Nordsee und dem westlichen Deutschland hat sich zwischen den beiden oben erwähnten Zyklonenkernen ein schmaler Hochdruckrücken entwickelt, in dem die Luftmassen zeitweise zum Sinken kommen und dementsprechend vorübergehende Aufheiterung mit sich bringen. Jedoch ist diese Beruhigung der Wetterlage nur von kurzer Dauer, da sich vom Ozean her aus der Gegend der Azoren ein neuer kräftiger Sturmwirbel dem Festland nähert. hmeslix; Mind Vorhersage für Mittwoch: Sudwestliche Winde. Wechselnd bewölkt. Noch Regenschauer, zum Teil mit Lokalgewittern. Geringe Temperaturzunahme. Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Zunehmende Verschlechterung der Wetterlage. Stärkere Niederschlagsneigung. Dienstag, 9. Juni Thermometer 13Uh+11C 24"+130 Barometer 7 Uhr 754,0 24. Wetterhäuschen im Stadtpark 117 m über dem Meeresspiegel (S Aufg..15, Unterg. 20.43: C. Aufg..27; Unterg 13.28 die Zahl der beförderten Personen 1929 auf 233 268 und 1930 auf 208 836. In Unser=Fritz wurden 1929 59040 Fahrkarten ausgegeben, 1930 51611. Die Zahl der hier beförderten Personen betrug 1929 101 654 und 1930 87697. Der Güterverkehr in Wanne=Eickel zeigte ebenfalls durchweg eine rückläufige Bewegung. Die Dorneburg soll erhalten bleiben. Hin und wieder sickert eine Nachricht durch, daß die BergwerksgesellDie heutige Nummer umsaßt 14 Seiten Ollene Stellen eiannlich Viel Bard vzw. Prarisraume Clemensstr. 21.2. Etg. frdl. mödl. Frontz. z. 15. Juni zu vrm. Friederikastr. 107. Großes, sonniges Zimmer im Hochparterre, Zentralbeizung, im Eing.(Ehrenf. NeuHause Wilhelmstr. 22, zum 1. 7. 31 ha#38) 3 1. eptl später zu vermieten(65604 ban 28), 3. 22, zu vermieten. Näh. Gneisenaustr. 17, 1. Et. Rottstr. 37, 3 Etg. frdl. möbl. Mans.= Zimm. sof. zu verm. Roonstr 85 billige Schlaltelle kei. cont. spaler zu vermieten. 145004 Dr. Schreiber, Wilhelmstraße Telept Rosenstr. 3, Böhning, frdl. möbi. Zimmer an 1 od. 2 Herren zu vermieten.(27453 Telephon 61601. Terermenr Ladchohal für mein Eisenwaren= Haus= uN-Gomokal fAr mein Eisenwonten-, Haus- Une Küchengerätegeschäft gesucht. Angev. mit Angave des Preises pro Fenster unt. W. Z. 5356 an d. Gesch. d. Ztg. u. 30 R M. 70 am groß, im Hause Kreuzstraße Nr. 10 sof. zu vermiet. 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Das lähmende Entsetzen angesichts der Vernichtung Münchener Glaspalastes und seiner 3000 Kunstist langsam einer gewissen Besinnung gewichen. les erhebt sich die Frage der Verantwortung und Schadenersatzes. Darüber hinaus wird langsam ir Schaden bekannt, der unersetzlich ist. Es steht zwar noch nicht ganz genau fest, inwiefern Ausstellungsstatuten eine direkte Verantwortlichdes bayrischen Staates vorsehen. Die Tatsache, aat eine öffentliche Sammlung zugunsten der berreffenen Künstler eingeleitet werden soll, scheint darauf hinzudeuten, daß der bayrische Staat unmittelzur nicht belangt werden kann. Aber auch dann, wenn bir den bayrischen Staat keine juristische Verpflich#ung besteht, wird er aus allgemein kulturpolitischen Erwägungen heraus eingreifen müssen. Fur öffentSammlungen ist in Deutschland gegenwärtig kein gunstiger Boden. Die ungenügende Versicherung der ausgestellten Perke, insbesondere der Romantiker=Ausstellung ist ehr schmerzlich. Ein einziges der ausgestellten Bilder Runge zum Beispiel hat einen zahlenmäßigen Pert von 120000 Mark; allein die sechs Bilder von Schwind, die mit verbrannt sind, dürften wertmäßig die Versicherungssumme von 1,3 Millionen Mark ibersteigen. Trotzdem kann man der Ausstellungsleitung daraus keinen direkten Vorwurf machen. Die illermeisten Ausstellungen sind derart ungenügend verschert. Das hat seinen Grund darin daß ein sicherer Naßstab für die Schätzung von Werken lebender Neister nicht existiert. Man schließt deshalb meistens eine Pauschalversicherung ab, ohne die Gemälde ramentlich und wertmäßig gegliedert anzuführen. Was sissen, ist nämlich dieses: die Versicherung von Großer Poste extra schlossenen Ueberblick über eine Kunstepoche. Damit wird es wohl für lange Zeit aus sein. Man kann es den Museen nicht verdenken. 6 Man muß gerecht sein: am schwersten betroffen sind die lebenden Künstler. Von den 3000 verbrannten Bildern haben sie 2500 beigesteuert, die sich auf ungefähr 700 Aussteller verteilen. Sie sind nicht nur um die Gelegenheit gekommen, ihre Bilder günstig zu verkaufen, sondern bei manchen ist es eine ganze Schaffensepoche, die unwiederbringlich dahin ist. Ein Haus kann man wieder aufbauen, ein Bild kann man aber nicht noch einmal genau so malen, wie man es vor Jahren getan hat. Ein Kunstwerk ist kein totes Gebilde, es lebt und wenn es vernichtet wird, dann ist es fast so, als ob ein Mensch stirbt, denn ein Menschenleben kann man genau so wenig ersetzen wie ein Kunstwerk. Diese Trauer auszumalen, ist schlechterdings unmöglich, denn ein solches Unglück kann von allen Künstlern nur einen Maler treffen. Ein Manuskript mag verbrennen, wenn es gedruckt ist und ebenso eine Partitur, aber ein Bild ist wirklich tot, wenn es verbrannt ist. Das möge man bedenken, wenn man nun daran geht, den betroffenen Künstlern irgendwelche Genugtuung zu geben. Und das möge jeder bedenken, an den mit einer Bitte um einen kleinen Beitrag für diese Zwecke herangegangen wird. Der Stadtrat von München hielt am Dienstag eine Beileidskundgebung zur Glaspalastkatastrophe ab und beschloß, 50000 RM. bereitzustellen, die teils für die Durchführung der Ersatzausstellung, teils für die Sammlung verwendet werden sollen. Die Ersatzausstellung in der neuen Pinakothek dürfte am 15. Juli eröffnet werden, und auf drei Monate bemessen sein. Im übrigen denkt die Münchener Künstlerschaft schon daran, durch einen großen Wettbewerb, der für alle deutschen Architekten ausgeschrieben werden soll, sich in den Besitz eines neuen Ausstellungsgebäudes zu bringen. Kosen. Frankreichs neuer Blaubart Professor Dr. Waetzold äußert sich Die Untersuchung über die Brandursache München, 9. Juni. Der Brandabteilung der Polizei wurden auch gestern noch verschiedene Mitteilungen über die vermutliche Entstehungsursache der Brandkatastrophe des Glaspalastes gemacht. Die Polizei prüft diese Angaben gegenwärtig nach scheint aber bei der Ansicht zu verbleiben, daß Versicherung von höchstwahrscheinlich der Brand auf chemische Vorgänge Gemälden ist horrend teuer. Die Versicherung beruft zurückzuführen ist. Dieser Standpunkt soll auch in einem sich mit Recht darauf, daß sie bei der Versicherung von bemälden ein sehr hohes Risiko eingeht. Ein Gemälde, das öffentlich zugänglich, in einer Ausstellung tängt, ist theoretisch allen möglichen Zugriffen preislegeben. Es kann nicht nur verbrennen, es kann auch #estohlen werden, es ist, alles in allem ein ziemlich #ngeschütztes Objekt. Deshalb gehen die Versicherungsgesellschaften an solche Versicherungen sehr ungerne Ausstellungswesen hat durch die Münchener Katastrophe einen ganz schweren Schlaa erlitten. Man wird es keinem Künstler verdenken können, wenn er in Zukunft den Nachweis einer ausreichenden Verssicherung fordert, bevor er seine Bilder der Ausstel#ung überläßt. Aber auch die Sicherungsmaßnahmen nüssen von Grund auf umgestaltet werden. Es ist eine nicht hinwegzuleugnende Tatsache, daß die meisten großen deutschen, repräsentativen Ausstellungshallen vollständig veraltet und gänzlich unzureichend geschützt hab. Hur Neure Reubauten hal man nirgends Geld. Gutachten des Polizeichemikers vertreten sein. Gestern nachmittag wurde mit den Aufräumungsarbeiten begonnen. Abends stürzte ein Teil des ragenden Gebälks am Westflügel mit großem Getöse ein, wobei zwei etwa acht Meter lange Teile bis in die Sophienstraße geschleudert wurden. Berlin, 9. Juni. Im Programm der aktuellen Abteilung der Berliner Funkstunde sprach am Montag aus Anlaß der Vernichtung des Münchener Glaspalastes der Generaldirektor der staatlichen Museen, Geheimrat Prof. Dr. Waetzold. Die diesmalige Ausstellung im Glaspalast sollte einen Ueberblick über die gesamte zeitgenössische Kunst geben. Die Gruppierung um die romantischen Meister sollte erkennen geben, daß in ihnen die Ahnherren der lebenden Künstler zu sehen sind. Die Ausstellung sollte greifbar und sichtbar machen, daß es auch in Deutschland eine Tradition in der Malerei gebe. Sammler, Museen und Künstler hätten dazu ihre Schätze zusammengetragen. Wir sehen sie nie wieder. Jedes der verbrannten Bilder stelle ein Kapital in der deutschen Kunstgeschichte dar. Das deutsche Nationalvermögen, soweit es in Museen investiert war, habe einen schmerzhaften Verlust erlitten. Deshalb verdiene der Aufruf der bayerischen Regierung im ganzen Reich die größte Beachtung in allen den Kreisen, in denen noch das Gefühl vorhanden sei, daß das deutsche Künstlertum kein absterbender Zweig des gesamten Volkstums ist, sondern ein letzter Aktivposten im deutschen Geisteshaushalt. Zwei Lehren ließen sich aus diesem Unglück ziehen: die deutschen Sammler, Museen und Künstler werden sich in Zukunft sehr überlegen müssen, ob sie unersetzbare Originale zu Ausstellungen ausleihen, die nicht gegen Feuer und Diebstahl hinreichend gesichert sind. Für Berlin möge sich daraus der Schluß ergeben, die Frage der Schaffung geeigneter Ausstellungsräume für unsere Künstler erneut in Fluß zu bringen. Wenn das Münchener Feuer dazu beitrage, daß in Deutschland künftig der Kunst wieder mehr Liebe entgegengebracht würde, dann habe es auch etwas Gutes gebracht. Paris, 9. Juni. In Béziers begann vor dem Schwurgericht der Prozeß gegen den Zahnarzt Dr. Pierre Laget, der den traurigen Ruhm in Anspruch nehmen darf, der Nachfolger des noch nicht vergessenen Blaubarts Landru zu sein. Was die Anzahl der Opfer anbetrifft, kann sich Laget allerdings mit seinem Vorbild nicht messen; denn er wurde verhaftet, als er, nach Beseitigung zweier Gattinnen, im Begriffe war, auch noch seine Schwester umzubringen. Schon als junger Mensch verdankte er seiner glänzenden Erscheinung eine große zahnärztliche Praxis und die Gunst der reichen Sarah Alexandre, die seine erste Gattin wurde und ihm eine große Mitgift einbrachte. Die Ehe war unglücklich; denn Laget entpuppte sich als leidenschaftlicher Kartenspieler und Spekulant und vernachlässigte seine Frau. , infolgedessen die Scheidung was mit Diese verlangte infolgevessen die Scheidung, was mit der Rückzahlung der Mitgift gleichbedeutend gewesen wäre. Das wurde ihr zum Verhängnis. Laget erklärte ihrem vermittelnden Bruder:„Danke für deine Ande in die sind Für teure Neubauten hat mar nirgends #urch die Gebäude und Hallen ziehen sich Holzwande. garant. frisch, Ganzkochen Trinken 18 u. 16 Sick. 1. Spezialgeschif Brückstr. 41 u. Rottstr. 9 Metallbettsteig mit Matratze u. 9 dertuchsofa billig# verkaufen."(21 M. Toloziner. ABC=Straße ∆ P W— Die Fußböden sind aus Holz, ja vielfach sind die Absteilungen durch ganz dünne Tapetenwände voneinander #etrennt. Was hilft es demgegenüber, wenn, wie in München, das Ausstellungsgebäude selbst aus Eisen ##nd Glas ist? Ist es da ein Wunder, wenn so eine Miesenausstellung in knapp dreiviertel Stunden nur och Staub und Asche ist? Was die Sicherung einer seichen Ausstellung besonders schwierig macht, ist die #atsache, daß das Wasser den Gemälden kaum weniger ###adet, als das Feuer selbst. Eine automatisch auslisbare Sprinkleranlage, wie in den modernen Warenäusern hätte hier also nicht viel Sinn. Die einzige #und beste Sicherung ist die durch menschliche Wächter, die in genügender Zahl vorhanden sind und ein aufstretendes Feuer im Keime ersticken können. Das ist Freilich eine teure Sache, aber die einzige wirkliche 186 r8e5.„ 4 che 2 Verbrannte Gemalde lassen sich nicht ersetzen. Man lann den wertmäßigen Schaden, den der Besitzer er###ten hat, durch Geld ausgleichen, deswegen bleibt die Ratsache der Vernichtung doch bestehen. In diesem Zusammenhang ist die Feststellung erwähnenswert, aß 70 Prozent aller verlorenen Kunstwerke Opfer des euers geworden sind. Was nun die verbrannten Gemälde anbetrifft, so sind wir etwas besser daran, als unsere Vorfahren vor hundert und mehr Jahren. Von den verbrannten Aomantiker=Gemälden existieren nicht nur Photos, #ondern auch wunderbare farbige Nachdrucke, die zwar nicht das Originalwerk ersetzen, wohl aber eine aus##ezeichnete Vorstellung von ihm geben können. Das Original in seiner Pracht ist endgültig verloren. Umso vorsichtiger wird man wohl in Zukunft mit sogenannten Leihgaben sein. Und das ist eigentlich lschade. Denn Ausstellungen, wie die Münchener Romantiker=Reihe, kann man leider in keinem Museum #eschlossen genießen. Es ist das Schöne an solchen temporären Ausstellungen, daß sie mehr bieten, als es das reichste Museum der Welt kann: einen geFür 30000 Mark Schmucksachen gestohlen Berlin, 9. Juni. In der Reinickendorfer Straße wurde in der Nacht zum Dienstag aus einem dort haltenden Kraftwagen der Musterkoffer eines Geschäftsreisenden gestohlen. In dem Koffer befanden sich Schmucksachen aller Art, sowie goldene und silberne Uhren im Gesamtwert von etwa 30000 Mark. Der Dieb wurde in der Person eines jungen Burschen bereits 1½ Stunden später festgenommen. Er saß in den benachbarten Anlagen auf einer Bank und hatte den noch nicht geöffneten Koffer neben sich stehen. Von dem Wert der gestohlenen Gegenstände hatte er noch keine Ahnung. Vier Tote bei einem Einsturzunglück Frankfurt a. d. Oder, 9. Juni. Auf dem Rittergut Mellenthin im Kreise Soldin, das von der Siedlungsgesellschaft„Eigene Scholle" besiedelt wird, werden zurzeit umfangreiche Umbauten vorgenommen. Gestern wurden beim Abbruch eines Scheunengiebels fünf Bauhandwerker von zusammenbrechendem Mauerwerk verschüttet. Drei wurden sofort getötet, einer, der Polier, verstarb kurz nach der Einlieferung in das Krankenhaus Berlinchen. Eisenbahnzug beschossen Frankfurt a.., 9. Juni. Der Eilzug 63 wurde gestern abend etwa 500 Meter südlich des Bahnhofs Bronzell bei Fulda von unbekannten Tätern beschossen. Glücklicherweise wurde dabei nur ein Oberfenster des Packwagens zertrümmert. Eine Untersuchung ist eingeleitet. Deutsche Segelflugexpedition auf die Jungfrau Frankfurt a.., 9. Juni. Das Forschungsinstitut der Rhön=Rossitten=Gesellschaft auf der Wasserkuppe hat gestern, einer Anregung Professor Georgiis in Frankfurt a. M. folgend, eine zeug, das er auf seinen Alpenflügen benutzt und das vom Jungfraujoch, also in einer Höhe von 3500 Meter angesetzt werden soll, ist der gleiche Fafnir, den er seinerzeit auf dem aufsehenerregenden Flug nach der Tschechoslowakei benutzte. Die schweizerischen Luftfahrkreise haben dem Unternehmen ihre Unterstützung zugesagt. Georgiis in Frankfurt Segelflugexpedition nach der Schweiz entsandt, um dort im Jungfrau=Gebiet im Berner Oberland. Alpendort im Jungfrau=Gebiet im Berner Oberland, Alpenflüge zu unternehmen. Mit diesem ersten Versuch, auch das Alpenland in seinen Kreis zu ziehen, der von Professor Georgii wissenschaftlich vorbereitet worden ist, begibt sich der deutsche Segelflug auf ein neues Gebiet. Der Führer der Expedition ist Greenhoff, der auch die Segelflüge ausführen wird. Das FlugGroße Unterschlagungen Bamberg, 9. Juni. Die Elektrizitäts=Genossenschaft Südwest=Oberfranken in Bamberg ist durch ihren früheren Leiter Dr. Dittmann durch Verschleuderung von Genossenschaftsgeldern an den Rand des Ruins gebracht worden. In einer von etwa 1500 Personen besuchten, sehr erregt verlaufenen außerordentlichen.=V. wurde nun beschlossen, den Schaden anteilmäßig zu decken und nach erfolgter Sanierung die Genossenschaft aufzulösen. Gleichzeitig wurde an das bayerische Justizministerium die Bitte gerichtet, das gerichtliche Verfahren wegen Unterschlagung gegen Dr. Dittmann, der nach den bisherigen Feststellungen die Genossenschaft um mindestens 78000 Reichsmark geschädigt habe, zu beschleunigen. Dr. Dittmann war in Bamberg eine hochangesehene Persönlichkeit und war u. a. früher Direktor des christlichen oberfränkischen Bauernvereins. klärte ihrem vermittelnden Bruder:„Danke Vermittlung, die Rechnung meiner Frau ist jetzt endgültig geregelt.“..., Wan Lachinter uas Erst viele Jahre spater kam man dayinter, was diese geheimnisvollen Worte bedeuten sollten. Vorläufig erkrankte Frau Laget plötzlich, ohne daß man erkannte, was ihr eigentlich fehlte, und nach einigen Wochen schweren Siechtums verstarb sie im Jahre 1922. Der Blaubart Laget grämte sich nicht lange. Die Trauerzeit war noch nicht zu Ende, als er schon die junge und ebenfalls reiche Schwester der Verstorbenen unter seinen Einfluß brachte und trotz eltere lichem Widerstand bewog, ihn zu heiraten. Ihr Geld verwandte er für große Terrainspekulationen, bei denen er über eine Million Franken verdiente; dieses Geld brachte er aber sehr bald durch. Seine zweite Gattin ließ er sonderbarerweise eine Lebensversicherung auf 100000 Franken eingehen. Das war ihr Todesurteil: denn nach einem verhältnismäßig kurzen Zusammenleben starb auch sie plötzlich im Jahre 1929. Als ihn die Familie wegen dieses höchst verdächtigen Todes zur Rede stellte, sagte er zynisch:„Ihr könnt denken, was Ihr wollt, ich schere mich einen Teufel darum.“ Die Lebensversicherung wurde ausgezahlt. Nun richtete Laget sein Augenmerk auf seine Schwester, die ihm über 150000 Franken geliehen hatte und, beunruhigt durch den rätselvollen Tod der beiden Frauen, ihr Geld zurückverlangte. Die Folgen bekam sie sofort zu spüren; sie erkrankte an denselben sonderbaren Symptomen und wurde bettlägerig. Es fiel auf, daß Laget sofort in ihre Wohnung zog, angeblich um sie zu pflegen, und nicht einen Augenblick von ihrer wich. Man rief einen zweiten Arzt, und dieser stellte Vergiftungssymptome fest. Er ordnete die Ueberführung der Kranken in seine Klinik an, wo sie nach wenigen Tagen genas. Darauf erstattete sie die Strafanzeige. Laget verfolgt die Methode von Landru: Er gesteht nichts und bringt durch seinen Scharfsinn die Richter aus dem Konzept. Aber die Fülle der gegen ihn sprechenden Indizien ist so groß, daß an seiner Verurteilung nicht gezweifelt werden kann. Im besonderen sind die medizinischen Gutachten für ihn vernichtend. Ganz Frankreich folgt mit großem Interesse diesem neuerlichen Blaubartprozeß. Massenvergiftung in Frankreich Paris, 9. Juni. 53 bei den Bauarbeiten im Bahnhof von Trouville beschäftigte Arbeiter sind an Vergiftungserscheinungen erkrankt. Einer von ihnen, ein Italiener, ist gestorben. Die Erkrankungen sollen auf den Genuß von vergifteten Lebensmitteln zurückzuführen sein. Es heißt, es sei nicht ausgeschlossen, daß ein Arbeiter aus Rache seinen Kameraden das Essen vergiftet habe. Raupenplage in einem Dorfe im Kanton Waadt Lausanne, 9. Juni. Seit einigen Tagen werden die Häuser in Zully von Millionen kleiner grüner Raupen, die bis zu zwei Zentimeter lang sind, heimgesucht. Die Raupen bedecken Dächer und Mauern und dringen sogar in die Wohnungen ein. Der Gemeinderat hat beschlossen, mit Hilfe der Feuerwehr die Plage zu bekämpfen. Mauern und Dächer werden mit einer giftigen Flüssigkeit bespritzt und abgespült. Die Raupen sind in so großer * Die bei der Jean=Collet=Hütte Abgestürzte eine Oberhausenerin. Die in den französischen Alpen in der Nähe der Jean=Collet=Hütte abgestürzte Alpinistin ist eine junge, 21 Jahre alte Deutsche, namens Gretl Liber aus Oberhausen, die an der Universität Grenoble Literatur studierte. Sie ist 400 Meter tief abgestürzt und mit zertrümmertem Schädel liegen geblieben. Ihre Leiche wurde nach Grenoble gebracht. tt Reichstagung der Bankbeamten. Am 15. Juni wird in Dresden die diesjährige Hauptversammlung des Deutschen Bankbeamten=Vereins abgehalten. Neben der Erstattung des Geschäftsberichtes durch den Vorsitzenden Fürstenberg und der Erledigung der üblichen Tagesordnung wird Dr. Syrup, der Präsident der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung, einen Vortrag über das Thema:„Probleme des Arbeitsmarktes“ halten. + Selbstmord eines Bankdirektors. Der Direktor der Gewerbebank in Pfullingen, Schweizer, hat durch Vergiftung Selbstmord begangen. Wie der„Reutlinger General=Anzeiger“ berichtet, ist der Beschluß des Direktors, aus dem Leben zu scheiden, auf geschäftliche Schwierigkeiten zurückzuführen. Die Bank habe ihre Kassen schließen müssen, nachdem sie durch Gewährung von Krediten an ein anderes Unternehmen große Verluste erlitten hatte. gsig Sctätet Nchr. * Drei Soldaten vom Buß gerötet. Ueber Kronstadt ging ein schweres Gewitter nieder. Der Blitz schlug in die Kaserne des 41. Artillerie=Regiments ein und tötete drei Soldaten. Ein französisches Militärflugzeug abgestürzt. Nach einer Meldung aus Lyon stürzte am Montag auf dem Flugplatz Valbonne ein Militärflugzeug ab, das von einem Korporal gesteuert wurde. Der Flieger wurde auf der Stelle getötet. Micku-Maus als Goxer] Ein Koman in Giedern —— (5. Fortsetzung aus Nr. 132.) Perwachs ist äußerst ausgiebis und sparsam in Gebrauch. H. DUSSELDOP A Nr. 134 Bochumer Anzeiger u. Gen. Anz. Mittwoch, 10. Juni 193## Das draue Frasenenen Von Franz Karl Hinzken Ein geisterhaftes Häuflein armer toter Gesellen läßt mich nicht zur Ruhe kommen. Irgendwie ist meine Seele mit Mord beschwert. Im Nebel der Erinnerung zieht es phantastisch auf und nieder, sieht mich verglasten Auges an und fragt: warum? Es ist mir nicht bekannt, wie sich die Lehrer und Professoren von heute zum Käfersammeln der Jugend stellen. Die Ermunterung dazu wird hoffentlich nicht allzu rege betrieben werden. Sie scheint mir wenig Berechtigung für die Erziehung zu haben, läuft als kleine Sensation neben der Wissenschaft hin und endet, wie so manche Sammlerei, zumeist in Ueberdruß und Gleichgültigkeit. Was übrig bleibt, ist eine Schar verstaubter, toter Tiere, meist widersinnig nebeneinander hingespießt, durch nichts vereint, als durch ihr tragisches Ende. Was ist mit mir? Beginne ich auf der Dreiuhrhöhe des Lebens sentimental zu werden? Wie ist es möglich, daß nach länger als vierzig Jahren, da doch überall sonst Verjährung eintritt, eine nebelhafte Schar von mir getöteter kleiner Käfer vor mich hintritt, mit den Fühlern wackelt und ruft: Wir klagen an!? Ei, meine toten Freunde, ich weiß, ihr klagt mich an. Es ist die Geschichte mit dem blauen Fläschchen. Der Vater schenkte es mir auf meine Bitte hin. Ob gern oder ungern, ist mir nicht bekannt. Er sprach sich darüber nicht aus. Es war ein Fläschchen in Röhrenform, aus blauem Glas, klein genug, um in die Tasche gesteckt zu werden. Es war mit einem Stöpsel aus Kork zu verschließen. Auf seinem Grunde lag ein Bäuschchen Watte. In dieser Watte saß der Tod. Hielt ich das Fläschchen gegen das Licht, so gab es ein märchenhaft tiefes Leuchten, etwa wie in der blauen Grotte zu Capri, eine Symphonie, eine Orgie von Ultramarin. Es war ein blaues Jenseitsleuchten von höchster Lebendigkeit, und daß der Tod in Gestalt von einigen Aethertropfen in dem Bäuschchen Watte saß, das gab dem blauen Wunder, so schien es mir, die letzte tiefste Bedeutsamkeit. Mein Vater hatte es als Chemiker nicht schwer, mir die Watte mit dem Aether zu verschaffen. Er gab sie mir, daran ist nicht zu zweifeln, damit den Tieren, die ich fing, sofortige Erlösung zuteil werde. So war das Käfersammeln, von dem ich nicht lassen wollte, in die mildeste Form gebracht, es ging ja nur nach Bruchteilen von Sekunden, was meine Opfer zu leiden hatten. Ich sah zu allen Tageszeiten durch das Fläschchen. Morgenrot spiegelte darein, das Mittags= und das Abendlicht. Welch seltsame Offenbarungen, welch traumhaft erhellte Erkenntnisse erschlossen sich mir! tauchte unter in Ströme von Lebendigkeit und in Meere des Unterbewußtseins. Dann nahm ich meine Kappe und zog auf die Heide hinaus in mein Revier. Große und kleine Steine lagerten dort auf dem Weideboden, seit Jahrzehnten nicht gehoben, nicht berührt. Das spärliche Gras, das herum wuchs, fraßen die Schafe. Der Hirt saß meist abseits und blies auf seiner Okarina. Er blies ein dürftiges Lied, gebaut nur aus wenigen Tönen, aber voll unendlicher Melancholie der slawischen Seele. Und es war doch ein seltsam Erfülltes darin, etwas Rätsellösendes. Kaum hob ich den Stein, so sah ich mich auch schon vom Jagdglück gesegnet. Auf feuchter, im Dunkeln verquollener Erde stob es verstört auseinander, Mauerasseln, kleine Tausendfüßler, Spinnen, Würmer und Käfer. Auf letztere allein hatte ich es abgesehen. Ich langte zu und faßte den ersten. Es war ein schlanker, rehbrauner Bursche mit einem schönen samtenen Streifen auf dem Rücken. Zwei zitternde Fühler standen ihm weit vom Kopfe ab. Er sagte:„Ich heiße Lilienbock. Ich habe Familie, mein Herr! Ich nähre mich von den zarten Wurzeln hier unten und habe niemandem etwas zuleide getan!" Schön, schön, nickte ich unberührt und hob den Stöpsel vom Fläschchen. Er plumpste hinein und es war mit ihm zu Ende. Der zweite war ein dürftig kugeliges Käferchen, mir nicht näher bekannt. Es war vielleicht von Seltenheitswert, vielleicht nur eines aus der großen Masse. Es zog erstarrt die Beinchen ein und spielte tot. Ich warf es in mein Fläschchen, da wurde es mit dem Spiele Ernst, man sah keinen Uebergang. Mit dem Dritten aber ging es nicht so leichten Kaufes ab. Es war ein kräftiger, gut gepanzerter Geselle, mit graulich weißen Tupfen auf den dunklen Flügeldecken. Er stemmte die haarigen Beinchen ein und schrie:„Was soll das heißen, mein Herr? Mein Name ist pockennarbiger Pillendreher, Ateuchus sacer, auch schlechtweg Scarabäus genannt. Besinnen Sie sich, mein Herr? Aegypten hat mich jahrtausendelang in Stein gehauen, als Schmuckstück ward ich getragen, als heilig verehrt, was haben Sie mit mir vor?" Der blaue Tod umspann auch ihn und da lagen sie nun zu dreien über dem Wattebausch, vom Schicksal ausgelöscht, kein Geist mehr, nur noch Materie, wenn wir dergleichen überhaupt trennen wollen. Und so„sammelte“ ich sie weiter, Stück für Stück, der Steine gab es viele zu heben, die Schafe blökten, der Hirte blies, mein Fläschchen füllte sich mit Beute. Aber in dem Maße, als das Fläschchen voll wurde, erlosch auch der Glanz in seinem Innern, was meine Jägerfreude bedeutend verminderte. Kam ich abends müde heim, so schüttelte ich mein Wild auf den Tisch und ordnete es zur Strecke. Ich hatte in„Von Fels zu Meer“ ein Bild gesehen,„Durchlaucht beim Halali“, es schien mir der Nachahmung wert. Ich sichtete meine Beute, Stück für Stück, ich stellte sie wie Soldaten in Reih und Glied, ihrer Größe und ihrem vermeintlichen Werte nach. Dann ließ ich meine Augen wohlgefällig darüber gleiten und freute mich meines jagdlichen Glücks und des Herrenrechtes. Und ich pfiff dazu ein Horntrio aus einem eben aufgekommenen Marsch der Marinemusik. Ich war König der Jagd Dieses Bild mag es vor allem sein, was mich bis heute nicht verließ. Ich war zum Jäger nie geboren, mir fehlte das sportliche Herz dazu. Und so ist mir nichts als Reue zurückgeblieben und irgendeine Sühneforderung. Ich vermag sie nicht anders zu geben, als indem ich in Wehmut eurer gedenke, ihr vielen kleinen, unschuldigen Opfer meiner Knabendummheit. Nakende Nackt Hinter dunklen Kieferstämmen Welkt der Abendfeuer Brand— Mond möcht' schon mit Silberkämmen Hingehn über's leise Land. Wald und Feld sind traumversunken— Nur im Westen will noch sacht Eine Wolke, sonnentrunken, Fliehen vor dem Glück der Nacht. Margarete Koch. Wonn der Elekang einen Fehltritt 6egekt... it R — Ein unerwartetes Ende na## das Scherzen zweier Elefante im Tierpark Hellabrunn### München, der eine Elefan drängte nämlich seinen Kamer. den so nah an den Umgrenzunekanal, daß der andere in den### nal fiel und auf dem Rücken### gen blieb. Da er sich nicht wielaufrichten konnte, wurde## Feuerwehr geholt, die den El# fanten aus seiner unbequeme Lage befreite und ihn wieder# sein Zuhause brachte. Unser Bild zeigt den veru## glückten Elefanten im Umgren## zungskanal. Causena Seette(Pbenik Von Jo Ranns Rösler Das Volk ist ein Souverän ohne Gedächtnis. Es verzeiht ebenso schnell, wie es seinen Dank vergißt. * Die Souveränität des Volkes besteht ausschließlich in seiner immerwährenden Abdankung. * Das wäre eine wahre Demokratie, wo die vom Volk gewählte Regierung sich nicht einbildet, das Volk muß ihr blind gehorchen. Aber so gibt es keine wahre Demokratie in Europa. * Die Abgeordneten aller extremen Parteien erklären immer wieder, daß sie dem Volke die Augen öffnen würden. Wenn aber erst einmal dem Volke die Augen geöffnet sind, wird es seine extremen Abgeordneten davonjagen. Stwas vettückt.. Spleen geht es nun einmal nicht. Aber was es heute so alles gibt, davon hat sich, um ihn wieder einmal bei seinem strapazierten Namen zu nennen, Ben Akiba wirklich noch keine Vorstellung machen können. Wie soll er auch? Bei unserer Technik. Sehen Sie sich dieses Kleeblatt an! Ein Australier, ein Amerikaner und natürlich auch ein Berliner! Was ist los? Was machen diese sonderbaren Zeitgenossen? Also der Methusalem links, Harry Tipper, 64 Jahre alt, aus Sidney, hat bis jetzt 85000 Meilen auf dem kuriosesten selbstgebauten Fahrzeug zurückgelegt. Er hat auf diese Weise ganz Australien, Afrika, England und Amerika kennen gelernt. Der Herr in der Mitte, Plennie Winge aus Auilene(Tex) hat eine Reise um die Welt angetreten, die er Rückwärts laufend zurücklegen will. Er benutzt auf seiner Wanderung einen periskopischen Apparat, der ihm gestattet, die Richtung seines Weges innezuhalten und Fuhrwerken auszuweichen. Unser Bild zeigt den Rückwärts=Weltreisenden auf der Tour. Rechtsaußen produziert sich ein engagementloser Filmschauspieler, Melchert, aus Berlin. Er will auf diesem Mastbaum, der im Lunapark in Berlin errichtet ist, ununterbrochen zwei Monate zubringen und damit einen neuen Rekord aufstellen. Es gibt in jedem Lande eine Million Unzufriederer die es das ganze Jahr sind. Von ihnen droht der### Regierungen keine Gefahr. Gefährlich werden ihr lediglich die zehntausend Unzufriedenen, die es nur fr: fünfzehn Tage lang sind. * Die Politik ist keine Kunst, keine Wissenschaft. Ein gibt politisches Wissen, aber keine Weisheit der Politik. * Erfolgreiche Politik treibt man nicht mit Grun# sätzen, sondern mit Takt. * Das Volk bemerkt die Fehler seiner Regierunnicht, wenn sie begangen werden, sondern immer er#### dann, wenn es durch sie zu leiden beginnt. * Gewisse Politiker erklären, daß sie in erster Lin# Männer seien. Das ist nicht wahr. Wenn sie wir liche Männer wären, hätten sie die Politik längst an# gegeben. * Die Parlamente benützen sechs Stunden ihre: Arbeitszeit, um unter sich Frieden zu halten, und uu## zwei Stunden, um ihrem Lande den Frieden er## halten. * Die Zwischenrufer der Parlamente beabsichtige mit den Zwischenrufen nicht mehr, als sich zu unte### halten. Sogar ihre eigene Partei nimmt sie ni## ernst. Aber in der Provinz gelten sie als mutic Männer. * Auch bei politischen Reden gibt es Konfektion un Maßarbeit. Parlamentsreden sind meist von der lan gen Stange. Die Abgeordneten stimmen für und gegen ein Gesetz mit derselben Sicherheit, mit der sie nachts einen Schuß abgeben wurden. Treue zur Partei ist nicht das Dableiben, sonder das Wiederkommen. * Die Kandidaten der heutigen Zeit tragen in erster Linie Sorge, daß ihr Anzug nicht zu elegant ist. Früher wählte man seine Volksvertreter, wenn sie über dem Wähler standen. Heute bemüht man sich, auf gleichen Stufe mit seinen Wählern zu stehen. Wenn ein Kandidat nachweisen kann, daß sein Vater enn Arbeiter war, verdoppelt er seine Chancen bei all Parteien. Die Freiheit erkennt man an ihren Grenzen. * Die Revolutionen der Gegenwart kämpfen gegen di## Freiheit der Einzelnen und gegen die Individualität. * Jede Revolution wurde von Idealisten begonnen von der Straße ausgeführt und von einem Diktatei vollendet. K Sib Deinem Kinde Ou sparst donn Mühe. Sorge. Seid. BADOERANOSEN LIE STADT OHNESTUFEN. GRÜSSTER THERMALSPRUDEL DER WELT D. 2 UOSTATION, BERLIN-KÖIN, DRESDEN-AMSTERDAM. AUSKUNPT DURCN DIE SADEVERWALTUNG HERZ-NERVENGELENKLEIDEN LAHMUNGEN RHEUMA, ISCHIAS FRAUENLEIDEN PAUSCHALKUREN FOR DEN BEDORFTIGEN MAITTELSTAND Bezugspreis Selbstabboler kostet monatl. Allgem. Anze im Reklamete Angebote vo Bei zwangsn verfahren ust Anzeigen an gegebene„un Gewähr übe Mr. 250.= Uns Von uns Tagte de mitten in de Kampf in al Notverordnu# dadurch vers geben wir Stegerwald höhung d Fälle vorb Notverordnu heute seit d. Die ersten# scheinlichkeit einer Einber heute bereits zen Geschickl Hartnäckigkei netts, ohne Aeltestenrat, die Entscheid vorstand der sitzung besch fraktion am dann auch Entschei Reichsta rates am D vorliegenden nationalen 1 des Reichst schaftspartei des Landvo gelehnt. Alles ist sind sichi Einen klar Deutschnati berufung de fordern. 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