123 7 38. Jahrgang Freitag, den 29. Mai 1931 Täglich außer Samstag 10Pf. Samstags mit illustr. Beilage 20 Pf. 0 und #cmieg gleitung: P. Gau“ Aisrichs Nerantwortlich tür Nolitik: Bezugspreis einschl Botenlohn.40 Mk. monatlich, oder.20 Mk. halbmonatlich; Seibstabholer.10 Mk. bez w..05 Mt. Unsere Beilage„Die Bochumer Illustrierte“ monatl. 20 Pfg., die Funkbeilage„Hör mit nir“ kostet monatl. 30 Pig. Allgem Anzeigenpreis: Für 1 Millimeter Höhe in 25 Millimeter Breite 10 Pfg, Reklameteil 50 Pfg.(Besondere Anzeigenpreise nach aufliegendem Taris.) Angebote von anderen Zeitungen und Vermittiern werden nicht befördert Bei zwangsweiser Beitreibung der Anzeigengebühren durch Klage, bei Konkursverfahren usw. wird der bewilligte Nachlaß hinfällig. Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmten Tagen und Blätzen, auch für durch Fernsprecher aufzegebene und abbestellte, sowie undeutlich geschriebene Aufträge wird keine Gewähr übernommen.— Schluß der Anzeigenannahme 4 Uhr nachmittags. Mr. 250. 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Fernsprech=Anschlüsse Sammelnummer 675 51— Postscheckkonto Dortmund 1760 S**„„„„ 5 Am Mittwoch abend 10 Uhr auf einem Gletscher in Tirol glatt gelandet— 16000 Meter Höhe erreicht Innsbruck, 28. Mai. 10 Die ungeheure Spannung, die seit gestern abend weite Kreise ganz Europas wegen des Schicksals der kühnen Stratosphärenflieger ergriffen hatte, ist heute nachmittag gewichen: Professor Piccard und sein Begleiter Kipfer sind von ihrem Fluge, der sie bis zu einer Höhe von 16000 Metern führte, wohlbehalten auf die Erde zurückgekehrt. Sie sind bereits gestern abend um 22 Uhr auf dem Gletscher des Gurgler Ferner auf österreichischem Gebiet unweit der italienischen Grenze glatt gelandet. Sie konnten jedoch gestern abend nicht mehr eine menschliche Behausung aufsuchen, und so kam es, daß heute vormittag noch die tollsten Gerüchte und widersprechendsten Meldungen umliefen. Zwei Flugzeuge der Süddeutschen Lufthansa suchten heute früh die Gegend südlich des Brenner ab ohne indessen von den Fliegern eine Spur zu finden. Dann kam im Laufe des Vormittags die Meldung, daß der Ballon im hinteren Teile des Schnalser Tales(Südtirol) gelandet sei und daß ein italienisches Militärkommando von Meran zur Bergung des Ballons abgegangen sei. Kurz darauf hieß es, Professor Piccard sei nicht im Schnalser Tal sondern am Jaufenpaß(zwischen Sterzing und St. Leonhard in Südtirol) niedergegangen. Nach einer um 12.15 Uhr hier eingegangenen Privatmeldung sollten die beiden Insassen des Ballons im bewußtlosen Zustande geborgen worden sein. Alle diese Meldungen waren solsch. Erst um 15 Uhr konnte einwandfrei festgestellt werden, daß der Ballon auf dem Gurgler Ferner gelandet war. Die Entdeckung der Landungsstelle Gegen mittag meldete der österreichische Gendarmerieposten in Sölden, daß der Gastwirt Schaiber in Gurgl heute früh, etwa um 9 Uhr, den Ballon Piccards am Großen Gurgler Ferner in den Oetztaler Alpen liegend gesehen hat. Er habe den Ballon Piccards gestern abend etwa 20.30 Uhr in genau nördlicher Richtung in etwa 3000 bis 4000 Metern Höhe das Oetztal hinauf fliegen sehen in Richtung auf den Gurgler Ferner, der von Sölden aus durch den Nölderkogl verdeckt ist. Der Ballon sei so deutlich im Mondschein sichtbar gewesen, daß man genau die schwarze und die weiße Hälfte der Gondel bei der Drehung im Wind unterscheiden konnte. Kurz nach 21 Uhr sei der Ballon unter dem Grat Nölderkogl verschwunden, Heute morgen habe er Ausschau gehalten und den Ballon am Gurgler Ferner liegen sehen. Der Ballon befinde sich in einer mutmaßlichen Höhe von etwa 2500 Metern. Der Platz, an dem die Landung erfolgte, ist von Gurgl noch etwa drei Wegstunden entfernt. Sofort brach eine Expedition unter Führung des Gastwirtes Schaiber mit drei Zivilisten, einem Zollwachtbeamten und einem Gendarmeriebeamten auf. Von Gurgl selbst aus ist der Ballon nicht sichtbar, dagegen ist er wenige Minuten entfernt von Pirchhütte aus deutlich zu sehen. Eine Kommission der Tiroler Landesregierung ging gleichfalls von Innsbruck aus zu dem Platz ab, wo der Ballon niedergegangen sein soll. Unterwegs traf die Expedition mit Professor Piccard und seinem Begleiter zusammen, die heute morgen wohlbehalten den Marsch zu dem Ort Gurgl angetreten hatten. Der Oberlehrer Falkner, der Schullehrer Ostrain und der Besitzer Grüner, die früh 8 Uhr von Obergurgl aufgebrochen waren, erreichten um ½11 Uhr als erste die Landungsstelle des Ballons am Ferner. Professor Piccard und sein Assistent Ingenieur Kipfer befanden sich bereits außerhalb der Gondel und waren im Begriff, auf die Felsen hinaufzusteigen. Die Rettungsmannschaft machte jedoch durch Zeichen auf die Gefährlichkeit dieses Aufstieges aufmerksam und begab sich zu ihnen hinunter auf den Gletscher. Sie labten die beiden Forscher, die an starken Durst litten, mit Tee und gaben ihnen Lebensmittel. Die Forscher waren selbst noch mit einer geringen Nahrungsmittelmenge versorgt. Gegen 15 Uhr trafen die Höhenflieger in Obergurgl ein. Piccard und sein Begleiter sind zwar sehr müde, und wollen sich zunächst ausschlafen, sonst aber wohlauf. Der Ballon ist wohlbehalten. Kleine Beschädigungen an den Apparaten sind nicht der Rede wert. Die Forschungsfahrt hat reichhaltiges Forschungsergebnis gezeitigt, deren Auswertung naturgemäß längere Zeit dauern wird. Professor Piccard erzählt, daß der gestrige Tag für die Beobachtung äußerst günstig gewesen sei. Der Ballon wird abmontiert und dann zu Tal gebracht werden. Von Innsbruck aus sind hochalpine Mannschaften der Bundeswehr auf Lastkraftwagen unterwegs, um bei: der Abmontierung behilflich zu sein. Ein kleiner Piccard in Brüssel gelandet Das Interesse an dem erfolgreichen Ausgang der Piccardschen Expedition ist in Curopa ungeheuer. Die Redaktion der„Innsbrucker Nachrichten“ erhielt heute nachmittag Anrufe aus aller Welt, u. a. auch aus Brüssel, von wo aus sich die Gattin des Forschers, die, wie verlautet, heute früh einem fünften Kind das Leben geschenkt hat, nach Einzelheiten erkundigte. Amerikanische und englische Zeitungen riefen an, und es sind auch schon aus allen möglichen Staaten Europas Journalisten in Innsbruck eingetroffen. Glückwünsche an Piccard Bern, 28. Mai. Unmittelbar nach Empfang der Nachricht von der glücklichen Landung Professor Piccards und seines Begleiters Kipfer richtete Bundespräsident Häberlin an die beiden Forscher folgendes Telegramm:„Ich beglückwünsche Sie namens des Bundesrates zu der außerordentlich kühnen, erfolgreichen und bahnbrechenden Fahrt, auf welche wir Eidgenossen alle mit Ihnen stolz sov Brisel, 28. Nai. Der belgische Außenminister Hymans sandte an Professor Piccard ein Telegramm, in dem er ihn zu seinem Erfolge beglückwünschte und mitteilte, daß ihm das Großkreuz zum Leopoldsorden, seinem Assistenten Kipfer das Ritterkreuz zum Leopoldsorden verliehen worden sei. Was Professor Piccard erzählt sAugsburg Aunchen OGUTICHLAND kompfer POTEKALT 1 Sansbruck E• Ibran K War P. 4# leonhurd Schan:„ofon TAL E vozen Das Kreuz auf unserer Kartenskizze zeigt die Stelle an, wo Professor Piccard mit seinem Ballon landete. Gurgl im Oetztal, 28. Mai. In einer Unterredung mit einem Vertreter des WTB. schilderte Professor Piccard an Hand seiner niedergelegten Fahrtaufzeichnungen die Ergebnisse seines Fluges, soweit sie ihm wissenschaftlich besonders bemerkenswert erschienen. Dabei wies Professor Piccard darauf hin, daß ein Teil der Apparate gut funktioniert hatte, daß aber auf die Verwendung eines anderen Teils der Apparate, wie vorauszusehen, verzichtet werden mußte. Die Hauptmessung, auf die der Forscher den größten Wert legte, die Messung der durch die kosmischen Strahlen erzeugten Leitfähigkeit der Gase. ist, wie Professor Piccard betonte, vollkommen gelungen, jedoch nur in sehr großen Höhen, was dadurch veranlaßt wurde, daß der Ballon äußerst schnell stieg. Er hatte in 25 Minuten bereits eine Höhe von 15 000 Metern erreicht. Piccard erklärte weiter:„Die Hauptmessungen haben wir erst in 15000 Metern Höhe angefangen. Die größte Höhe von 16.000 Metern wurde bereits um.45 Uhr erreicht. Der äußere Luftdruck betrug um diese Zeit 76 Millimeter, also ungefähr ein Zehntel des atmosphärischen Drucks. Die seitliche Geschwindigkeit betrug im Durchschnitt etwa 15 Sekundenmeter. Aus der Gondel selbst konnte immer nur ein ganz kleiner Ausschnitt der überflogenen Landschaft wahrgenommen werden, was eine genaue Bestimmung des Standortes vom Ballon aus unmöglich machte. Der Mond erschien wesentlich heller als bei Beobachtung vom Erdboden aus. Das Relief der Berge gewährte einen überwältigenden Eindruck.“ Auf die Frage, weshalb Professor Piccard die ausgezeichneten Landemöglichkeiten in Oberbayern und im Inntal, besonders in Innsbruck, nicht ausgenutzt habe, erwiderte der Forscher, daß es nicht möglich war, das Ventil zu ziehen. Er hätte sonst unbedingt die Landung gegen 11 Uhr vormittags im Lechtal vorgenommen, weil er dort sehr gute Landegelegenheit feststellte.„Die Signale des Flugplatzes Innsbruck haben die Balloninsassen überhaupt nicht wahrgenommen, so daß auch dort eine Landung unterblieb. Erst in den Abendstunden war es Professor Piccard dann möglich, zur Landung zu schreiten, die nach seinen eigenen Aufzeichnungen um 20.52 Uhr erfolgte. Zu diesem Zeitpunkt war er in der Lage, nachdem der innere Druck der Gondel durch Ablassen von Sauerstoff in Uebereinstimmung mit der Außenluft gebracht war, die Mannlöcher zu öffnen. Die Temperatur in der Stratosphäre betrug außerhalb der Gondel 55 bis 60 Grad unter Null, im Innern der Gondel herrschte infolge der Sonnenbestrahlung eine ziemlich hohe Temperatur, zeitweise bis zu 41 Grad über Null. Von außerordentlicher Wichtigkeit für das Gelingen des Fluges hat sich die kluge Voraussicht des Forschers erwiesen, nicht, wie ihn angeraten war, nur eine Sauerstofflasche, sondern den doppelten Sauerstoffvorrat mitzunehmen. Professor Piccard erklärte hierzu:„Ich treffe für alle wichtigen Unternehmungen Vorsichtsmaßregeln und hatte daher zwei Sauerstoffapparate, obwohl mir die Lieferfabrik mitgeteilt hatte, daß die Sauerstofflaschen mit absoluter Sicherheit funktionieren. Daß wir zwei Apparate mitführten, hat uns zweifellos gerettet, denn wir hatten bei der Landung nur noch für eine Stunde Sauerstoff mit.“ Die Landung selbst hat sich, wie Professor Piccard zum Schluß der Unterredung mitteilte, glatt vollzogen. Die Gondel rollte einige Male, kam dann aber schnell zum Stillstand. Bei der Landung hatten wir noch 350 Kilo Ballast an Bord, also wesentlich mehr als wir beabsichtigt hatten.„Wir hätten aber nicht riskieren können“, so sagte Piccard,„Ballast in größeren Mengen abzugeben, da wir dadurch wieder in größere Höhen getrieben worden wären und unter allen Umständen beabsichtigten, wegen der Abnahme des Sauerstoffvorrats so schnell wie möglich zu landen. Erst im letzten Augenblick gaben wir stärker Ballast ab, um ein zu starkes Aufsetzen der Gondel zu vermeiden.“ Die Forscher haben die Nacht außerhalb der Gondel auf dem Gletscher verbracht und dachten, mit dem frühen Morgen über den Gletscher hinunterzukommen. Dies erwies sich aber als unmöglich, so daß sie um 9 Uhr aufbrachen, um in den Felsen seitlich des Ferner den Abstieg zu versuchen. Sie hatten sich hierzu mit einem der Seile des Ballons in doppelter Seilsicherung angeseilt und trafen dann in den Felsen auf die Hilfsexpedition. Der Ort Gurgl, der durch die Landung Piccards Weltberühmtheit erlangt hat, liegt im südlichsten Winkel des Oetztales. eine Kraftwagenfahrt von drei Stunden führt von Innsbruck nur bis Zwieselstein, dann ist ein Fußmarsch von fast drei Stunden notwendig, um das 2700 Meter hoch gelegene Gurgl zu erreichen. Heute abend war Professor Piccard und sein Assistent Ingenieur Kipfer mit den mittlerweise in Gurgl eingetroffenen Vertretern der Behörden und der Presse im engeren Kreise beisammen und gab weitere Einzelheiten über seine Fahrt bekannt. Besonders bemerkenswert ist noch, daß Professor Piecard nur ein einziges Mal Signal gegeben hat, und zwar ein Signal, das sich als außerordentlich glücklich erwiesen hat. nämlich, als er im Oetztal der Lichter des Ortes Gurgl ansichtig wurde. Dieses Signal mit einer Taschenlampe ist in Gurgl bemerkt worden. Es hat dazu geführt, daß am Vormittag die Rettungsexpedition zur Hilfeleistung für Professor Piccard aufgebrochen ist. Zur Erleichterung der Atmung auf der Fahrt wurde sowohl Kohlensäure aufgesaugt wie Sauerstoff zugegeben. Der Preß=Sauerstoff, der mitgeführt wurde, betrug 750 Liter. Mit Lebensmitteln war Professor Piccard nicht sehr gut ausgerüstet, im besonderen wurde angesichts der langen Fahrtdauer der Mangel an Getränken stark empfunden. Der Forscher erzählte hierzu in kleinem Kreise, daß er froh gewesen sei, das durch die Kondensierung der Atmung in der Innenwand der Kabine herabströmende Wasser trinken zu können. Niemals habe ihm ein Getränk besser geschmeckt, als nach der Landung das geriebene Gletschereis mit etwas Orangenschalen vermischt. 84—4 Die Bergungsarbeiten werden morgen sofort begonnen und dürften Samstag zu Ende geführt werden. Die innere Vertrauensfrage un der auswärigen Tolk. Von Dr. Taul Rohrbach Wir sind jetzt wieder, zum ersten Mal seit der Napoleonischen Zeit, an den Punkt gekommen, wo es für die breiteren Schichten sinnfällig und materiell fühlbar wird, was es heißt, ein Volk hat keine Handlungsfreiheit gegenüber Bedrückern, die ihm an Macht überlegen sind. Ist man sich aber auch an den Stellen, wo unsere verantwortliche Außenpolitik gemacht wird, über den psychologischen Zustand klar, der sich jetzt in Deutschland ausbreitet. Wir fragen: Was wird kommen, wenn wir, nach einer bloß saisonmäßigen und vorübergehenden Besserung der Arbeitslosigkeit und allgemeinen Wirtschaftslage, in einen Winter hineingehen sollen mit sechs bis sieben Millionen Erwerbslosen, mit weiter verkürzten Gehältern, mit erhöhten Steuern, mit mehr oder weniger beschnittenen Sozialleistungen— und es sind auch dann noch keine Erfolge in der auswärtigen Politik erzielt? Es geht nicht, der Nation immer neue materielle und seelische Belastungen aufzuladen, wenn man nicht gleichzeitig nachdrückliche Aktionen unternimmt, um die auswärtige Lage moralisch und materiell zu erleichtern. Natürlich war die Zollunion mit Oesterreich auch in diesem Sinne gedacht, und als die Ankündigung erfolgte, hat sie eine Zeitlang, mehr vielleicht als der Oeffentlichkeit bewußt war, zur Dämpfung der allgemeinen Unzufriedenheit beigetragen. Das Gefühl war da: einmal endlich hat unsere auswärtige Politik einen entscheidenden Schritt gewagt! Dies Gefühl hat durch die Vorgänge in Genf einen gefährlichen Schlag erlitten. Zugegeben, daß die Verweisung der juristischen Seite der Zollunion vor den Haager Gerichtshof nicht verweigert werden konnte, so mußke doch angesichts der bedenkenlosen Einheitsfront, die sich im Völkerbundsrat gegen das Lebensrecht Deutschlands gebildet hatte, und angesichts des erneuten Hohns auf die Abrüstung von deutscher Seite dem Rat in der allerernstesten und entschiedensten Tonart zu Gemüte geführt werden: Wir verlangen als eine souveräne Nation angesehen zu werden, und fällt jetzt noch ein Tropfen in den Becher, so läuft er über; dann sind wir Mitglied des Völkerbundes gewesen. Unter diesem Eindruck hätte der Rat auseinander gehen sollen. und daß es nicht geschah, hat der Regierung ein Stück von dem Boden entzogen, den sie braucht. In den Tagebuchblättern Leopold von Rankes gibt es eine Stelle von tiefer politischer Weisheit. Sie lautet: „In der Welt befindet sich immer ein idealer Schwung der Mehrzahl, der Mittelmäßigkeit, wenn man will, der sich zuweilen literarisch, zuweilen politisch äußert. Fürden Staat kommt außerordentlich viel darauf an, daß diese Macht ihm angehöre, wenigstens nicht wider ihn sei: die beschränkte Idealität der Mittelmäßigkeit. Sie hat zugleich häufig durch ihren moralischen Inhalt etwas Respektables.“ Mit dem eigentümlichen Ausdruck„Idealität der Mittelmäßigen“, meint Ranke, weit entfernt von aller Nichtachtung, das natürliche Verlangen des durchschnittlichen Volksangehörigen, daß er auf seine Regierung als auf den Träger der moralischen Kräfte in der Staatsführung vertrauen dürfe. Eben darum gehtesbei uns heute, um nicht mehr und nicht weniger. Es geht nicht mehr um Parteien, nicht mehr um die doktrinäre Einstellung von„rechts“ und„links“, sondern es geht darum, daß die Regierung in Gefahr ist, die Fühlung mit der Volksstimmung ganz und gar zu verlieren. Wenn, wie es jetzt der Fall ist, in Deutschland mit Notverordnungen über Notverordnungen regiert werden soll, so muß dafür gesorgt werden, daß im politisch gebildeten Teil des Volks die Empfindung herrscht: es wird wenigstens der energische Versuch zu einer Politik der auswärtigen Entlastung gemacht, die auch dem deutschen Selbstgefühl etwas gibt. Was wir jetzt erleben, ist nur das Sichtbarwerden eines Zustandes, den die Klügeren schon 1919 voraussahen und der latent immer bestanden hat. Die neue und große politische Realität aber ist, daß jetzt eine viel weitere Schicht diesen Zustand fühlt, ihn in seinem Zusammenhange begreift und darum von unseren Staatsmännern eine andere Politik verlangt. In Chequers wird von der Tributfrage gesprochen werden, und schon ist der Versuchsballon in die Höhe gegangen: zwei Milliarden Mark langfristige Anleihe für Deutschland, wenn wir aufhören, von Revision des Young=Plans zu sprechen. Mit Verlaub, das geht nicht. Wenn jetzt wieder nichts anderes herauskommt als neue Schulden und vielleicht ein Versprechen,„zur gegebenen Zeit“ werde man weiter mit uns verhandeln, dann ist die völlige Vertrauenskatastrophe gegenüber der Regierung nicht mehr aufzuhalten— und der Schaden davon wäre für Deutschland größer, als bloß das Ende einer Regierung. Jedermann weiß, daß durch die algemeine Preissenkung auf dem Weltmarkt— praktisch ist sie dasselbe wie eine Steigerung des Goldwertes— unsere Tributlast gänglich unvorhergesehener Weise in anderthalb Jahren um 30 Prozent gestiegen ist. Niemand aber versteht, warum nicht schon längst gegen diesen Mehrdruck etwas unternommen wurde! Es hieß, erst müsse im Innern saniert werden. Inzwischen aber ist längst klar, daß diese Sanierung garnicht in unserer Macht liegt, weil ohne Behebung der Weltwirtschaftskrise die deutsche Wirtschaft gar nicht in Ordnung kommen kann und weil, wenn zu der Krise noch die Tributlast bleibt, kein Gedanke an Ausgleichung des Etats ist. Ersparnismaßnahmen auf der Ausgabenseite bedeuten praktisch zugleich Verminderung auf der Einkommenseite; denn die Steuerschraube ist bei uns schon überdreht, und jede ins Gewicht fallende Gehaltskürzung, zumal in den mittleren und unteren Schichten, wo doch allein die Masse es bringt, schwächt die Kaufkraft. Ohne die Idealität der Mittelmäßigen“ kann keine Regierung auf die Dauer leben, und am allerwenigsten eine Regierung wie die jetzige deutsche. Wenn sie sich dies moralisch=politische Betriebskapital erhalten will, so muß sie jetzt zwei Dinge tun. Erstens muß sie das Ausland vor die Alternative stellen: entweder die im Young=Plan gegebene Zusage der positiven Mitarbeit Aller für die Ableistung der deutschen Verpflichtungen wird erfüllt, oder Deutschland verweigert weitere Mithilfe an seiner eigenen Erwürgung. Zweitens aber muß die Regierung, statt der öffentlichen Meinung im eigenen Lande Vorlesungen über Genfer politische Taktik zu halten, vielmehr eben diese öffentliche Meinung zum Bundesgenossen anrufen, um dem Ausland deutlich zu machen: Deutschland ist am Ende nicht nur der Erfüllungs=Möglichkeiten, sondern auch des Erfüllungs=Willens! Was das Ausland bisher der deutschen Regierung nicht geglaubt hat, wird es sich dann wohl bequemen müssen, der deutschen Nation zu glauben. Wiedei neue Enderpiane Das Kabinett stellt die Notverordnung fertig Berlin, 28. Mai. (Von unserer Berliner Schriftleitung.) Das Rätselraten über die kommende Steuernotverordnung geht weiter. Dennoch kristallisiert sich allmählich aus den verschiedenen in politischen Kreisen umlaufenden Plänen der Reichsregierung ein bestimmtes Bild heraus. Der„B..“ kann von sich behaupten, daß er bisher in der Voraussage für die kommenden Verordnungen nicht falsch gelegen hat. Wir haben bereits vor einer Woche behauptet, daß die Reichsregierung zur Erhöhung der Zuckerund der Salzsteuer sowie der Umsatzsteuer schreiten wird.(Siehe Ausgabe Nr. 116 vom 20. Mai.) Diese Steuererhöhung wird erfolgen. Darüber hinaus aber wird das bereits gestern von uns erwähnte Notopfer der Beamten und Angestellten in die Notverordnung hineingearbeitet werden. Auch das steht fest. Man spricht auch neuerdings von einer kommenden„Krisensteuer" aus Vermögenswerten. Aber diese Gerüchte scheinen wenig glaubwürdig zu sein. Im Höchstfalle würde eine derartige neue Abgabe aus Vermögenswerten gering bemessen sein. Die Kabinettsberatungen beginnen am Freitag und werden sich aller Wahrscheinlichkeit nach bis zum Mittwoch, also bis kurz vor die Abdes Kanzlers und des Außenministers nach letzten Jahren nicht immer eine weitsichtige Finanzpolitik getrieben haben, durch die finanzielle Notlage von Reich und Ländern zur Abänderung ihrer bischerigen Finanzpolitik durch die Härte der Tatsachen gezwungen werden und zu einer Politik der unbedingten Sparsamkeit veranlaßt werden müssen. Forderungen der S. P. D. Viel beachtet wurde heute die Fraktionssitzung der Sozialdemokratischen Partei, die dann eine Entschließung zur politischen Lage und zu der bevorstehenden Notverordnung herausbrachte. Hier heißt es u..: „Gegenüber der furchtbaren Wirtschafts= und Arbeitsnot haben sich die bisherigen Maßnahmen der Reichsregierung als unzureichend und teilweise verfehlt erwiesen. Die Drosselung der Massenkaufkraft mußte umso verhängnisvoller wirken, als die Opfer der kapitalistischen Mißwirtschaft auch durch gesteigerte hochschutzzöllnerische Maßnahmen in ihrer kargen Lebenshaltung weiter belastet wurden. Die Fraktion reise Erst Brot, dann Reparationen!“ Münster, 28. Mai. Die Landvolkpartei teilt mit:. „Parteivorstand und Reichstagsfraktion des Deutschen Landvolkes(Christlich=Nationale Bauern= und Landvolkpartei) haben auf ihrer Tagung in Münster am 28. Mai die politische Lage besprochen. Es wurde dabei der schweren Enttäuschung über den Ausgang der Genfer Beratungen und über das Ausbleiben durchgreifender Maßnahmen zugunsten der bäuerlichen Veredelungswirtschaft Ausdruck gegeben. Parteivorstand und Fraktion erwarten, daß aus dem diplomatischen Mißerfolg des Außenministers Curtius die entsprechenden Folgerungen gezogen werden und in kürzester Frist die auf Grund des Zollermächtigungsgesetzes möglichen Maßnahmen zugunsten der bäuerlichen Veredelungswirtschaft in ausreichendem Umfange getroffen werden. Sollte sich die Reichsregierung etwa unter dem Druck der Sozialdemokratie gegenüber aus nationalen und wirtschaftlichen Gründen notwendigen Forderungen ablehnend verhalten so muß das zwangsläufig Rückwirkungen auf die Haltung der Reichstagsfraktion haben. Parteivorstand und Fraktion können sich auch von der kommenden Notverordnung eine grundlegende Besserung der Verhältnisse nicht versprechen, wenn nicht beschleunigt die Reparationsfrage von der Reichsregierung aufgegriffen und mit aller Deutlichkeit ausgesprochen wird, daß das deutsche Volk die Tributlasten nicht zu tragen in der Lage ist. Das Wort muß endlich Geltung bekommen:„Erst Brot, dann Reparationen!“ Neue Reichsbahnaufträge? Berlin, 28. Mai. Wie wir erfahren, schweben Verhandlungen mit der Reichsregierung über ein zusätzliches Arbeitsbeschaffungsprogramm der Deutschen Reichsbahn=Gesellschaft, dessen Verwirklichung die Reichsbahn in ihrem eigenen Interesse und in dem der deutschen Wirtschaft lebhaft begrüßen würde. Die Verhandlungen über Art und Umfang der Aufträge werden noch längere Zeit dauern. Französisches Militärflugzeug bei Trier gelander Trier, 28. Mai. Auf dem ehemaligen Flugplatz Trier=Euren wurde ein mit zwei Sergeanten besetztes Flugzeug des 31. französischen Fliegerregiments nach erfolgter Notlandung von den deutschen Behörden beschlagnahmt, der Pilot und sein Beiflieger wurden festgenommen. Es handelt sich um ein Kriegsflugzeug, das unbewaffnet ist, jedoch Vorrichtungen zur Ausrüstung mit Maschinengewehren besitzt. Die beiden Insassen gaben bei ihrer Vernehmung an, zu einem Pokalflug bei Paris Donnerstag vormittag als Begleitflugzeug einer Staffel von 6 Flugzeugen gestartet zu sein, um bei evtl. Notlandungen Unterstützung leisten zu können. Die an Bord mitgeführten Karten hätten nur bis Diedenhofen gereicht. Infolge starken Nebels hätten sie die Orientierung verloren. Zur Zeit werden diese Angaben durch die zuständigen Instanzen nachgeprüft. Polnisches Militärflugzeug über Vberschiesten Kattowitz, 28. Mai. Am Donnerstag überflog ein polnischer Doppeldecker deutsches„Hoheitsgebiet über Dombrowa, Biskupitz und Mikultschutz in Höhe von etwa 800 Meter und entfernte sich dann in südöstlicher Richtung über die Grenze. An der Tragfläche wurden rot=weiße Caros erkannt. Danach ist mit Bestimmtheit anzunehmen, daß es sich um ein Militärflugzeug handelt. Vertreter der Kinderreichen bei Stegerwald Berlin, 28. Mai. Heute empfing Reichsarbeitsminister Dr. Stegerwald im Auftrage des Reichskanzlers eine Vertretung des Reichsbundes der Kinderreichen Deutschlands zum Schutze der Familie e.., die den Wunsch aussprach, daß bei unvermeidbaren, harten allgemeinen Maßnahmen auf die Kinderreiche Rücksicht genommen werden möge. Der Reichsarbeitsminister erklärte, daß die Reichsregierung die Kinderreichen bestimmt nicht vergessen werde, auch dann nicht wenn im Augenblick manche Wünsche nicht verwirklicht erden könnten. In Spanien wurde durch Verordnung die Arbeitslosenversicherung eingeführt. Am 1. Oktober soll eine Mutterschutzversicherung in Kraft treten. Der französische Außenminister Briand empfing gestern den polnischen Außenminister Zaleski. Ueber den Inhalt der Unterredung wird völliges Stillschweigen bewahrt. Chequers erstrecken. Erst Mitte nächster Woche dürfte man über die wirklichen Pläne der Reichsregierung voll unterrichtet sein. Meldungen, die heute bereits davon zu berichten wissen, daß man in der Frage der Arbeitslosenversicherung den Plan erwäge, alle Einkommen bis zur Höhe von 8400 Mark in die Arbeitslosenversicherung einzubeziehen, dürften einstweilen noch in das Gebiet der leeren Kombination gelegt werden müssen. Gerade die Arbeitslosen= und die Knappschaftsversicherung sind das heikelste Gebiet der Notverordnung, und es wird eingehender Beratungen bedürfen, um hier einen Weg ausfindig zu machen, der sowohl den Arbeitnehmern wie ihren Parteien, besonders der Sozialdemokratie, annehmbar erscheint. Ob das von der Braunskommission gestern in der Vorberatung abgeschlossene Gutachten über die Arbeitslosenversicherung dem Kabinett geeignete Unterlagen für die Notverordnung bieten wird, bleibt einstweilen dahingestellt; denn die sogenannte Braunskommission hat in ihren bisherigen Gutachten noch herzlich wenig gangbare Wege zur Behebung des Hauptproblems der deutschen Wirtschaftskrise, der Arbeitslosigkeit, gewiesen. Auch die Frage, inwieweit die Gemeinden für neue soziale Abgaben entschädigt werden sollen, steht nicht fest. Dieser Punkt wird jedenfalls der noch Hauptgegenstand der Kabinettsberatungen sein, weil man in Kreisen der Regierung auf der einen Seite genau weiß, daß eine neue Aufbürdung von sozialen Verpflichtungen auf die Schultern der Gemeinden auch neue Hilfsmaßnahmen des Reiches notwendig macht, auf der anderen Seite aber die Gemeinden, die in den ltung weiter belastet vermißt ferner eine strenge Handhabung und Ausgestaltung der Kartellkontrolle, um die monopolistischen Hemmnisse gegen eine Beweglichkeit der Preise zu überwinden und so die Krise verkürzen zu können. Trotz der Ankündigungen der Reichsregierung ist bisher nichts geschehen, um durch gesetzliche Arbeitszeitverkürzung die Arbeitsplätze auf mehr Arbeitshände zu verteilen. Die Fraktion verlangt an erster Stelle eine Anspannung aller finanziellen Mittel des Staates und beschleunigte Durchführung aller wirtschaftspolitischen Maßnahmen, um die Konjunktur zu beleben. Sie warnt vor allen Plänen, die darauf hinauslaufen, die Bezüge der Arbeitslosen, Sozial= und Kriegsrentner weiter zu kürzen. Die Leistungen der Invalidenversicherung und Knappschaftsversicherung bedürfen der Sicherstellung. Eine Verschlechterung der Unfallversicherung ebenso wie ein Leistungsabbau bei der Arbeitslosenversicherung würde das Elend vermehren, ohne eine wirkliche Sanierung der Finanzen zu erzielen. Die Versorgung der Ausgesteuerten macht die Umorganisation und Vereinheitlichung der Krisenfürsorge dringend erforderlich. Die Fraktion fordert vor allem die Heranziehung der leistungsfähigen Kreise der Bevölkerung. Im Kampf gegen die Not der Arbeitslosen wird sich das deutsche Volk seiner ungeheuren Verantwortung bewußt und bereit sein mussen, eine besondere Allgemeinkrisen= steuer auf sich zu nehmen. Da sich die Unwirksamkeit der bisher von der Reichsregierung gegen die Brotpreiserhöhungen durchgeführten Maßnahmen erwiesen hat, muß die unverzügliche Herabsetzung der Zölle für Brotgetreide und Futtermittel erfolgen. Diese Maßnahme ist auch notwendig, weil sonst in kurzer Zeit die bei der Landwirtschaft vorhandenen Roggenvorräte zur Viehfütterung verbraucht sind und die Teuerung des Brotes noch durch einen empfindlichen Mangel an Brotgetreide verschärft würde.“ Vecteadensbolum fur das Kadinlen=Ladat Vorstoß Franklin Bouillons gegen Briand Paris, 28. Mai. In der Kammer kam es heute(nachmittag bereits bei der Aussprache über die Festsetzung der Interpellationen über die Außenpolitik zu einer Auseinandersetzung zwischen dem Hauptinterpellanten Franklin Bouillon und Außenminister Briand. Franklin Bouillon erklärte, er habe seine Interpellation eingebracht, weil der amtliche Bericht über den letzten Ministerrat besage, die Regierung habe Briand einmütig zu den in Genf erzielten Ergebnissen beglückwünscht. Er, Franklin Bouillon, sische Abordnung beim Völkerbund habe diese Aufgabe nach besten Kräften erfüllt. Briand verlas dann zahlreiche Schriftstücke, um zu beweisen, daß sowohl vom juristischen und wirtschaftlichen, als auch vom politischen Standpunkt Frankreich den Anschluß bekämpft habe und gehört worden sei. Da Oesterreich und Deutschland nicht mit England und Frankreich in juristischer Hinsicht einig gewesen seien, habe man die Angelegenheit vor den Haager Gerichtshof gebracht. Das entspreche der Gepflogenheit, und das sei kein Verrat. Die Anschlußkönne Briand kein Vertrauen schenken. Die Kammer affäre sei gehemmt worden. Die Rechte Frankreichs seien e### Anschluß niemals aufgegehen worden und niemals sei er Briand. habe Briand einmütig den Auftrag erteilt, den unschluß zu bekämpfen. Briand sei aber Henderson gefolgt, der die Anschlußfrage auf das wirtschaftliche Gebiet geschoben habe. Briand hätte sagen müssen, die Anschlußfrage sei nur zu 20 Prozent eine wirtschaftliche und zu 80 Prozent eine politische Frage. Der Auftrag, den die französische Kammer Briand gegeben habe, sei nur unvollkommen erfüllt worden. Außenminister Briand wies die Vorwürfe zurück. Die französische Kammer habe in einer Tagesordnung ihren Willen beteuert, die französische Regierung solle die deutsch=österreichische Zollunion verhindern. Die franzöLondon, 28. Mai. Cardiff und Wales wurden am Donnerstag vormittag von einem außergewöhnlich schweren und langanhaltenden Gewittersturm heimgesucht. Der Schaden wird auf viele Millionen Mark geschätzt. Ganz besonders schwere Schäden hat das Eastern=Valley in der Grafschaft Monmouthshire erlitten, wo fast sämtliche Häuser von den Regenmassen überschwemmt wurden. An verschiedenen Stellen entstanden große Erdrutsche. Ein mit Arbeitern besetzter Zug stürzte infolgedessen einen Abhang hinunter, wobei mehrere Personen verletzt wurden und der Lokomotivführer sein Leben verlor. Auch ein Motorzug sprang aus den Gleisen und stürzte um, da unter dem Bahnkörper große Teile der Böschung fortgespült worden waren. Die Hauptstraße ist infolge vielfacher Erdrutsche für den Verkehr völlig unbrauchbar geworden. Der elektrische Strom und die Telephonverbindungen sind fast überall unterbrochen. In vielen Fällen waren die Menschen in ihren Häusern durch die Wasserfluten eingeschlossen und mußten durch Rettungsmannschaften aus ihrer gefährlichen Lage befreit werden. In Cardiff reichten die Abflußkanäle nicht aus, um die großen Wassermengen abfließen zu lassen, so daß in kürzester Zeit die Häuser unter Wasser standen. Eines der Hauptrohre explodierte mitten in der Stadt und riß das Pflaster in weitem Umkreise auf. Sämtliche Fensterscheiben in der Umgebung zerbrachen. In Texmoor raste der Gewittersturm sieben Stunden lang. Bäume wurden entwurzelt und zerknickten wie Streichhölzer. In den Straßen von Shanklin und Sandown stieg das Wasser so hoch, daß der Verkehr mit Booten aufrecht erhalten werden mußte. Das Unwetter erreichte im Laufe des Vormittags auch London und die östlichen Teile Englands. In London wurde ein Mädchen vom Blitz getroffen und verlor das Augenlicht. Eine große Anzahl von Schornsteinen stürzte ein. Das englische Postflugzeug mußte bei St. Albans notlanden. Ein franzosisches Flugzeug war bei Amersham zum Landen gezwungen. In Ramsgate schlug der Blitz in vier Häuser ein. In Plymouth wurde ein im Hafen lieGottseinde die Schwierigkeiten beweisen, den weltan, schaulichen Indifferentismus der Massen zu heben Neben der inneren Bedrohung des Bolschewismus auch die Möglichkeit seiner Vernichtung durch die Räntder immer noch starken liberal=kapitalistischen Macht nicht zu verkennen. Gegen die Kürzung der Relegsbeschadiglenderforgung Mai(Eig. Drahtber.) h Berlin, 28. Nach den Plänen der Reichsregierung soll zu den Einsparungen im Haushalt, die angeblich in Höhe von 200 Millionen beabsichtigt sind, auch eine Kürzung des Versorgungshaushalts um 70 Millionen Mark gehören Einzelheiten darüber, wieweit hiervon die Kriegsbeschädigten betroffen werden sollen, sind noch nicht bekannt. Der Vorstand des Reichsbundes der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und Kriegerhinterbliebe. nen hat jetzt die Spitzenverbände der Städte, Kreise und Gemeinden, den Deutschen Städtetag, den Reichsstädtebund und den Deutschen Landkreistag darauf aufmerksam gemacht, daß durch einen Abbau bei den Leistungen des Reiches an die Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen eine neue Steigerung der gemeindlichen Wohlfahrtsausgaben zu erwarten sei. Die kommunalen Spitzenverbände wurden deshalb gebeten. bei der Reichsregierung dahin vorstellig zu werden, daß von einem Abbau bei der Versorgung der Kriegsopfer abgesehen werde. Bei den letzten Besprechungen, die im Reichsarbeitsministerium mit den beteiligten Verbänden stattfanden. habn die Vertreter des Reichsbundes nachdrücklich gegen eine Verschlechterung der Versorgung der Kriegsopfer Einspruch erhoben und ausgesprochen, daß der Reichsbund durch Anrufung des Reichstages und der Parteien gegebenenfalls die Aufhebung einer Notverordnung verlangen würde, falls darin die Ansprüche der Kriegsopfer beeinträchtigt würden. Deutsch-österreichische Zollunion im Juli vor dem häager Gerichishof Haag, 28. Mai. Der Präsident des Ständigen Internationalen Gerichtshofes, Adatschi(Japan), gibt bekannt, daß er gestern eine Verfügung erlassen habe, durch die der Termin für die Beendigung des schriftlichen Vorverfahrens in der Angelegenheit der deutschösterreichischen Zollunion, die bekanntlich kürzlich dem Haager Gerichtshof vom Völkerbundsrat zur gutachtlichen Entscheidung überwiesen wurde, auf den 1. Juli festgesetzt habe. Die öffentlichen Plaidoyers sollen in der ersten Hälfte des Monats Juli stattfinden. Im Hinblick auf die zutage getretene Notwendigkeit einer schnellen Erledigung der obigen Angelegenheit hofft der Präsident, daß der Gerichtshof im Stande sein werde, noch vor Ende August sein Gutachten zu erstatten. Beginn der Arbeitskonferenz in Gen niemals aufgegeden worben, und niemals sei er, Briand, in Genf mit einer solchen Atmosphäre der Herzlichkeit und Sympathie umgeben gewesen wie diesmal. Briand betonte dann, daß die französische Auffassung im Genfer Rat von fast allen Ländern unterstützt worden sei, und beteuerte, daß er nicht an seinem Posten klebe, aber der Staatsmann, der nach ihm kommen würde, könnte nicht etwas unternehmen, was dem zuwiderlaufen würde, was er getan habe. Nach einer belanglosen Aussprache wurde der Regierung mit 332 gegen 256 Stimmen das Vertrauen ausgesprochen. Genf, 28. Mai. Die 15. Internationale Arbeitskonferenz begann hier heute vormittag. 46 Staaten sind vertreten. Deutscher Regierungsvertretec ist Reichsarbeitsminister a. D. Dr. Brauns, der aber erst morgen hier eintreffen wird. Die deutschen Arbeitgeber sind durch Kommerzienrat Vogel, die Arbeitnehmer durch Reichstagsabgeordneten Hermann Müller(Lichtenberg) vertreten. Im Mittelpunkt der Beratungen steht die Arbeitslosigkeit. Der polnische Regierungsvertreter Sokal wurde einstimmig zum Vorsitzenden der Konferenz gewählt. Sokal ging in der Rede, mit der er seine Amtsübernahme einleitete, auf die Weltwirtschaftskrise ein und sagte u.., die bisherigen Bemühungen des Völkerbundes hätten nicht die gewünschten Ergebnisse gehabt. Immer klarer ergebe sich aber, daß nur eine gemeinsame Anstrengung aus den Schwierigkeiten herausführen könne und daß die heutige Krise Keime einer neuen wirtschaftlichen und sozialen Ordnung in sich berge. Eine vernunftmäßige Wiederherstellung der weltwirtschaftlichen Struktur sei nur möglich durch eine Wirtschaftspolitik, die von sozialen Ideen durchdrungen sei, und eine Sozialpolitik, die den wirtschaftlichen Notwendigkeiten Rechnung trage. Er hege die Hoffnung, daß die Arbeit der Konferenz zur Lösung der Schwierigkeiten beitragen werde. Nach der Rede Sokals vertagte sich die Versammlung. Unweiter in Sabenglane gender Fischdampfer schwer beschädigt. Der Kapitän des Feuerschiffes von Deal erklärte, daß er noch niemals einen derartigen Gewittersturm erlebt habe. Die Tagung der Windhorstbunde Essen, 28. Mai. Am heutigen zweiten Beratungstag ist die Zahl der Teilnehmer noch bedeutend gestiegen. Allein das Saargebiet hat über 100 Vertreter entsandt. Zahlreiche Reichs= und Landtagsabgeordnete sind noch erschienen. Das Referat des heutigen Tages hielt Curatos Bertram Schmidt aus Kattern bei Breslau über das Thema:„Die geistige und religiöse Lage des deutschen Volkes. Der Wegdes Bolschewismus“. Er führte u. a. aus:„Bei vielen Menschen wirken sich die Zeitverhältnisse zu einer steten Bedrohung, zu einer steten Angst um ihren Glaubensbesitz und in kleinlicher Selbstabschließung von der Welt aus. Die Angst erzeugt unschöpferische Kritik und häufig Verkrampfung in Aeußerlichkeiten. Eine Komplizierung erfuhr die geistliche Lage mit dem Einbruch der Technik. Die Maschine machte den stolzen, siegesbewußten Menschen zur Masse, zur Masse Mensch. Ihn kennzeichnet vor allen das Bewußtsein der Gebundenheit an ein gemeinsames Schicksal.“ Sodann kam Redner auf den Bolschewismus zu sprechen. Er sagte u..: Der Bolschewismus bietet nicht nur eine einfache Wirtschaftstheorie, sondern er will in vollkommener Parallele zum Christentum, wenn natürlich auch auf ganz anderer Ebene— eine Umgestaltung des ganzen Menschen und der ganzen Erde. Die Sittenlehre des Bolschewismus, wenn man es so nennen will, hat nur einen Grundsatz: Alles, was der Erhaltung der Diktatur des Proletariats dient, ist erlaubt, was sie schädigt, ist Sünde. Der Kommunismus scheint aber sehr viel von seiner weltanschaulichen Kraft einzubüßen. Neuere kommunistische Zeugnisse besagen, daß die weltanschauliche Gleichgültigkeit auch in Sowjetrußland immer weitere Kreise erfaßt, daß gerade die außerordentlichen Anstrengungen der Frankreichs Sozialisten für nationale Verleidigung Paris, 28. Mai. Der französische Sozialisten=Kongreß in Tours nahm Entschließungen an, in der u. a. folgende bemerkenswerte Grundsätze aufgestellt werden: Der Sozialismus wolle die durch den Krieg bedrohte Freiheit und Unabhängigkeit der Nationen sicherstellen. Die nationale Verteidigung bedeute in diesem Sinne nichts anderes als den Wunsch, die Unabhängigkeit und Unverletzlichkeit des französischen Volkes zu gewährleisten. In den Augen des Sozialismus sei die nationale Verteidigung daher mit der Aufrechterhaltung des Friedens gleichbedeutend. Keine Partei könne von diesem Gesichtspunkt aus betrachtet enger mit der nationalen Verteidigung verknüpft, sein als die der Sozialisten. Der Sozialismus wolle den Frieden und jede Möglichkeit eines Krieges ausschalten. Die Sozialisten seien bereit, die Bemühungen des Völkerbundes zu unterstützen, die sich vor allem auf einen fortschreitenden Abbau der Rüstungen erstrecken müßten. Dabei müsse für alle Länder der Grundsatz der Gleichheit gelten. Die den besiegten Staaten auferlegten besonderen Bestimmungen müßten verallgemeinert werden. Schließlich habe sich die Partei für die Schaffung einer entmilitarisierten Zone auf der französischen Seite der Grenze entsprechend den für die deutsche Seite geltenden Bestimmungen einzusetzen. Der irische Außenminister Mac Gilligan, der, wie berichtet, in Berlin weilt, besuchte gestern den Reichskanzler. Die von der sozialdemokratischen Partei und den Kommunisten in Breslau geplanten Gegenkundgebungen gegen den Stahlhelmtag sind von der Polizei verboten worden. In Königsberg kam es gestern zwischen Nationalsozialisten und Polizei zu Zusammenstößen, bei denen vier Nationalsozialisten verletzt wurden, darunter der Reichstagsabgeordnete Krause. Der ungarische Staatsmann Graf Apponyi begeht heute seinen 85. Geburtstag. Nach dem Kriege hat er wirksamer Weise, besonders auch in den Verhandlungen des Völkerbundes, für die unterdrückte Gerechtigkeit und für die Gleichberechtigung gekämpft. 1. Bellage zu Anzeiger u. Aufander Neues Abkomme unfallverletzten zu Der Streit z ger der Kranker Knappschaftsberu versicherung weg in Bergbaubetri Es ist nämlich z beiden Versicher Für den Un währung der Le dem neuen Abk allen Betr Krankenhauspfle acht Wochen nu gezahlt, erst na Unfall wird ein bisher nur für besonderen Vert sondern für al ganz gleich, in n Das Abkomi 1931 in Kraft wie folgt verfah die einschließlich trauenskrankenhi 1. Krankenhal 2. Krankenhai 3. Brüderkrat 4. Eduard=M 5. Johanniter 6. Marien=He 7. Evangelisc 8. Katholische 9. St. Josefs Emscher eingewiesen sind auch noch in d 15. Mai 1931 1 erhalten die Z1 Woche. Die neue 9 gerechter, als n den und nicht d haus sie zufällig den die Zuschlä sondern von der die vor dem 1 häuser der Sekt die ganze Zeit Aus Das Organ Bergbauindustr Aufsatz, der sie schaftsbeamten, bundes in Berl Vorsitzenden de ausging, beans deuteten daher tikels an. 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Für den Unfallverletzten ist die Regelung der Gewährung der Leistungen bei Krankenhauspflege nach dem neuen Abkommen am wichtigsten. Danach wird allen Betriebsunfallverletzten, die in Krankenhauspflege kommen, bis zum Ablauf der ersten acht Wochen nur das Hausgeld der Ruhrknappschaft gezahlt, erst nach Ablauf der achten Woche seit dem Unfall wird ein Zuschlag gewährt, aber dann nicht wie bisher nur für die Unfallverletzten, die in die paar besonderen Vertragskrankenhäuser eingewiesen werden, sondern für alle Betriebsunfallverletzten schlechthin, ganz gleich, in welchem Krankenhause sie liegen. Das Abkommen ist rückwirkend vom 1. Januar 1931 in Kraft getreten. In der Uebergangszeit wird wie folgt verfahren: Diejenigen Betriebsunfallverletzten, die einschließlich 14. Mai 1931 in die besonderen Vertrauenskrankenhäuser der Sektion II: 1. Krankenhaus Bergmannsheil, Bochum, 2. Krankenhaus Bergmannsheil, Gelsenkirchen=Buer, 3. Brüderkrankenhaus, Dortmund, 4. Eduard=Morianstift Duisburg=Hamborn, 5. Johanniter=Krankenhaus, Oberhausen=Sterkrade, 6. Marien=Hospital, Essen=Altenessen, 7. Evangelisches Krankenhaus, Essen=Borbeck, 8. Katholisches Krankenhaus, Essen=Borbeck, 9. St. Josefs=Krankenhaus, Gelsenkirchen=HorstEmscher eingewiesen sind, erhalten das Familien= und Tagegeld auch noch in den ersten acht Wochen, die aber am 15. Mai 1931 und später in diese Krankenhäuser kamen, erhalten die Zuschläge erst nach Ablauf der achten Woche. Die neue Regelung ist insofern für die Verletzten gerechter, als nach ihr alle gleichmäßig behandelt werden und nicht danach gesehen wird, in welches Krankenhaus sie zufällig gebracht worden sind. Ausgezahlt werden die Zuschläge nicht wie bisher von der Sektion II, sondern von der Ruhrknappschaft. Nur in den Fällen, die vor dem 15. Mai 1931 in die Vertrauenskrankenhäuser der Sektion II kamen, zahlt die Sektion II für die ganze Zeit des Anspruchs die Zuschläge weiter. ustialulg adel bas D. E. K0. Wie lange soll die Geheimniskrämerei dauern? Fast ein Jahr ist verflossen, seit die Oeffentlichkeit durch Mitteilungen über seltsame Vorgänge bei den Vereinigten Elektrizitätswerken Westfalen beunruhigt wurde. Zuerst kamen, wie üblich, lahme Dementis. Dann, als von eingeweihter Seite nähere Angaben erfolgten, bequemte man sich dazu, mitzuteilen, daß eine Untersuchung eingeleitet worden sei, deren Ergebnisse unverzüglich der Oeffentlichkeit bekanntgegeben werden sollten. Die Deutsche Treuhandgesellschaft nahm dann die Untersuchung vor; ihr Bericht, der genaue Feststellungen enthielt, wurde aber bisher noch immer nicht veröffentlicht. Man erfuhr nur, daß die beiden Generaldirektoren einstweilen zur Disposition gestellt und daß sie aufgefordert seien, sich zu dem Untersuchungsergebnis der Treuhandgesellschaft zu äußern. Das ist mittlerweile geschehen. Aus der Denkschrift der Generaldirektoren wurden längere Auszüge veröffentlicht, die aber insofern kein unparteiisches Bild ergaben, als ja die Feststellungen der Treuhandgesellschaft der Oeffentlichkeit vorenthalten wurden. Inzwischen wurden von den Stadtverordnetenkollegien der beteiligten Kommunen mehrfach Anfragen nach dem Stand der Dinge gestellt, so in Dortmund, Wattenscheid, Wanne=Eickel usw. Stets verschanzten sich die dem Aufsichtsrat des V. E. W. angehörenden Oberbürgermeister hinter die Pflicht des Schweigens, die ihnen auferlegt sei. Nur eines erfuhr man gelegentlich der Etatsberatungen: Daß in diesem Jahre auf eine Dividende beim V. E. W. nicht zu rechnen sei. Für größere Städte bedeutet das einen Ausfall von hunderttausenden Mark. Nun hat in verflossener Woche eine Aufsichtsratssitzung des V. E. W. stattgefunden, von der man erwartete, daß sie Aufschluß über den Stand der Dinge bringen werde. Aber nichts dergleichen. Man hört nur, daß die Deutsche Treuhandgesellschaft sich nun zu der Gegendenkschrift der beiden Generaldirektoren äußern soll. Wenn die Dinge so weiter gehen, können noch Monate vergehen, ehe man erfährt, was denn nun eigentlich geschehen ist und wer haftpflichtig ist für etwa vorgekommene Unregelmäßigkeiten und Ueberschreitungen der Befugnisse. Da das V. E. W. ein kommunales Unternehmen ist, hat die steuerzahlende Bürgerschaft der beteiligten Kommunen ein Anrecht darauf, klaren Wein eingeschenkt zu bekommen. In Dingen von viel geringerer Bedeutung erlebt man ein viel rücksichtsloseres Durchgreifen der maßgebenden Instanzen. Man wird das peinliche Gefühl nicht los, daß ganz anders vorgegangen wäre, wenn im Aufsichtsrate nicht Personen säßen, gegen die man nicht gerne den Vorwurf erheben möchte, daß sie ihre Kontrollbefugnisse Aus der Kuhrknappschaft zu nachsichtig ausgeübt hätten. Jedenfalls glauben wir in Bochum, daß bei dem früheren Elektrizitätswerk Westfalen in Bochum, der Gründung des verstorbenen Landrats Gerstein, derartige Dinge nicht vorgekommen wären, denn vor der Verschmelzung mit dem Dortmunder Elektrizitätswerk bestand dessen Aufsichtsrat aus Vertretern aller beteiligten Gemeinden, die scharf nach dem Rechten sahen. Am 1. Juli 1930 wurde durch die neue Verfassung der Einfluß der Selbstverwaltung beim V. E. W. fast ganz ausgeschaltet. Da die Ausfälle an Dividende die Gemeinden nötigen, durch Erhöhung der Bürgersteuer den Einnahmeverlust auszugleichen, so hat die Oeffentlichkeit alles Anrecht auf restlose Aufklärung. Vielfach ist man der Meinung, es würde dem Fortgang der Untersuchung förderlich sein, wenn während ihrer Dauer auch der bisherige Aufsichtsratsvorsitzende Oberbürgermeister Dr. Eichhoff(Dortmund) sein Aufsichtsratsamt niederlegen und seinem Stellvertreter die Wahrnehmung der Interessen der Gesellschafter überlassen würde. Die bisher befolgte Taktik der Geheimkrämerei kann dem Ansehen der Leitung des V. E. W. nicht dienlich sein. Man fordert in der Oeffentlichkeit unnachsichtige Prüfung aller Geschäftsgebarung des V. E. W. in den letzten Jahren. Sollten sich dann Handlungen ergeben, die nicht zu verantworten sind, dann sollen alle, die ihre Pflicht vernachlässigt haben, haftpflichtig gemacht werden. So verlangt es die Gerechtigkeit, die kein Ansehen der Person kennt. Es handelt sich um Vermögen der Gemeinden, die heute samt und sonders die steuerzahlende Bürgerschaft bis auf das kaum noch Tragbare mit Steuern belasten müssen. Oeffentliche Gelder aber sollen ganz besonders gewissenhaft verwaltet werden! * Vor Abschluß der Verhandlungen über eine 20-Millionen-Mark-Anleihe Wie wir erfahren, wurde bei den Verhandlungen über den Abschluß einer Anleihe zur Fundierung der schwebenden Verpflichtungen der Vereinigten Elektrizitätswerke Westfalen in Höhe von 20 Millionen Mark, die zwischen der Westfälischen Elektrizitätswirtschaft G. m. b.., der kommunalen Holdinggesellschaft der Vereinigten Elektrizitätswerke Westfalen als Trägerin der Anleihe, und einem Bankenkonsortium in Berlin geführt werden, eine prinzipielle Verständigung über die Hauptfragen erzielt. Der formelle abschluß der Verhandlungen dürfte in absehbarer Zeit erfolgen. Das Organ des alten Bergarbeiterverbandes„Die Bergbauindustrie“ brachte in der neuesten Nummer einen Aufsatz, der sich gegen den Verband deutscher Knappschaftsbeamten, der Mitglied des Deutschen Beamtenbundes in Berlin ist, richtete. Da der Aufsatz von dem Vorsitzenden der Ruhrknappschaft nahestehender Seite ausging, beanspruchte er besonderes Interesse. Wir deuteten daher in Nr. 121 kurz die Tendenz des Artikels an. Zu ihm bemerkt in einer Zuschrift der Verband Deutscher Knappschaftsbeamten, e.., daß er parteipolitisch völlig neutral sei und für die Knappschaftsangestellten die eigentlich für Angestellte einer öffentlich=rechtlichen Körperschaft selbstverständliche beamtenmäßige Sicherung der Stellung erkämpfen wolle. Hieraus ergebe sich zwangsläufig die Forderung auf Besoldung nach der RBO. Da die jetzige Besoldung der Knappschaftsangestellten bereits in Anlehnung an die RBO. erfolge, könne von besonderen Gehaltsforderungen des VdK. nicht gesprochen werden. Es sei jedoch selbstverständlich, daß sich der Verband gegen die Absicht wehre, die Knappschaftsangestellten schlechter zu stellen, als andere Angestellte und Beamte mit vergleichbarer Tätigkeit. Ebenso selbstverständlich sei, daß er entsprechend seiner Grundforderung auf beamtenmäßige Sicherung der Stellung der Knappschaftsangestellten den Tarifvertrag ablehne und Anstellung auf Grund einer Dienstordnung fordere. Der Verband betont nochmals, daß er sich mit den Bergarbeitern schicksalhaft verbunden wisse und, wie alle ehrlichen Arbeitnehmer=Organisationen, mitkämpfen wolle an dem sozialen Aufstieg aller werktätigen Schichten. Durch Hinweis auf besser gestellte Kreise und Verschlechterung der Lage dieser Kreise werde aber den Arbeitern nicht geholfen, sondern im Gegenteil, auch ihre Lage verschlechtert. Die Zuschrift schließt:„Zum Schluß stellen wir fest, daß innere Schwierigkeiten zwischen dem Vorstand oder der Verwaltung der Knappschaft und unserem Verbande nicht bestehen. Im Interesse aller Knappschaftsangestellten hoffen wir, daß mit dieser Richtigstellung das Thema„Knappschaftsangestellte“ für die Oeffentlichkeit erledigt ist.“ Heftiges Gewitter Die schier unerträgliche Schwüle löste gestern nachmittag um 4 Uhr ein heftiges Gewitter aus, dem in den Außenbezirken ein starker Sturmwind vorauf ging, der dicke Staubwolken aufwirbelte. Im Stadtteil Riemke wurde an einem Geschäftshause eine große Fensterscheibe eingedrückt. In den an der Ruhr gelegenen Stadtteilen hat das Gewitter mancherlei Schaden angerichtet. Im Straßenbahnverkehr in Stiepel entstand infolge Blitzschlages eine Verkehrsstockung. Oberhalb der Koster Ruhrbrücke in der Nähe des Bochumer Bootshauses schlug der Blitz in eine mächtige Eiche. Der Baum verbrannte mit heller Flamme. In einem Hause an der Brockhauser Straße schlug der Blitz in das Wohnzimmer, das die Bewohner soeben verlassen hatten, ohne zu zünden. In sehr vielen Häusern wurde die Lichtleitung beschädigt. Der das Gewitter begleitende Regen brachte die ersehnte Abkühlung. Ankurbelung der Bautätigkeit. Endlich sollen nun die ersten Hauszinssteuerhypotheken vergeben werden; der brachliegende Baumarkt wird dadurch eine Belebung erfahren. Wie ein hiesiges Blatt zu berichten weiß, hat der Bauausschuß am Dienstag Beschluß gefaßt über die Vergebung von 520000 RM. Hauszinssteuerhypotheken zum Bau von 200 Kleinwohnungen. Der Grundbetrag für eine Wohnung beträgt 1500 RM., dazu kommen für jeden Quadratmeter Nutzfläche noch 25 RM., somit für Zweizimmerwohnungen mit 40 Quadratmeter Nutzsche. 2500 RM. Der Beschluß bedarf noch der Bestätzung des Magistrats, der sich ehestens damit befassen und dann auch wohl die Oeffentlichkeit darüber untersichen vied. Forsenaiauf."(94 une Geinlelnor Bei der augenblicklichen Aussprache um die Sanierung der öffentlichen Finanzen ist der Personalaufwand in Reich, Ländern und Gemeinden von ganz besonderer Wichtigkeit. Es ist nach dem Aprilheft der Zeitschrift„Der Städtetag“ gestiegen: im Rechnungsjahr 1913/14 1925/26 1928•29 1930/31 Diese Steigerung der Ausgaben auf mehr als das 2,6fache der Vorkriegszeit erklärt sich aus dem Zusammenwirken wiederholter Besoldungsreformen und aus der starken Ausweitung des Aufgabenkreises der Verwaltung. Die Gesamtzahl der planmäßigen und außerplanmäßigen Beamten, der Beamtenanwärter und Angestellten ohne die Militärpersonen belief sich nach der Reichsfinanzstatistik am 31. März 1927(neuere Zahlen liegen leider nicht vor) im Reich, bei den Ländern, Hansastädten sowie bei den Gemeinden auf 925 748 Personen; für die Jetztzeit wird sich diese Ziffer noch erhöht haben. Auf das Reich entfielen 212509 Beamte, auf die Länder und Hansastädte 408 709 und auf die Gemeinden 395 530 Beamte. Das Schwergewicht der Beamtenpersonalpolitik ruht also nicht so sehr bei den Reichsbehörden als vielmehr bei den Ländern und Gemeinden. In den hier wiedergegebenen Ziffern ist noch nicht berücksichtigt die sehr hohe Zahl der Beamten aus den staatlichen bzw. halbstaatlichen Betriebs= und Hoheitsverwaltungen(Post, Reichsbahn, Provinzialverwaltungen usw.) sowie die einen beamtenähnlichen Charakter tragenden, ebenfalls sehr zahlreichen Angestellten der öffentlichen Unternehmungen. Diese eingerechnet, kann man annehmen, daß einschließlich der Familienangehörigen mindestens 12 bis 13 Prozent der deutschen Gesamtbevölkerung in einem Beamten= oder in einem beamtenähnlichen Verhältnis stehen. Was Ein interessanter Vergleich die Besoldungsregelung angeht, so interessiert vor allem die Feststellung, daß beim Reich der Hauptteil der Beamten(nämlich 50,25 Prozent aller Beamten) in die früheren Gehaltsstufen 4 bis 6 eingestuft ist, während bei den Gemeinden der Hauptteil(47,39 Prozent) in den alten Besoldungsstufen 7 bis 9 sich befindet; die mit höheren Gehältern ausgestatteten Stellen sind gerade in den Gemeinden verhältnismäßig sehr stark besetzt, in den höchsten Gehaltsstufen ist die Zahl der Gemeindebeamten fast doppelt so hoch wie die im Reich und dreimal so hoch wie in Preußen. zeichnend ist, daß in Preußen vor ungefähr zwei Jahren auf Veranlassung des Ministers des Innern eine Nachprüfung der kommunalen Besoldungsordnungen erfolgt ist, bei der 95 Prozent der geprüften Besoldungsordnungen zu Beanstandungen besonders hinsichtlich der Eingruppierung Anlaß gegeben haben sollen. Nachträgliche Angleichung keine Verletzung wohlerworbener Rechte. Bekanntlich beschäftigte man sich in der letzten Zeit häufiger mit der Einstufung der Kommunalbeamten und man erörterte dabei die Frage, ob eine niedrigere, der staatlichen Besoldungsordnung ensprechende Rückstufung möglich ist. In einem Urteil des Reichsgerichts(Aktz. III 191/30) das kürzlich ergangen ist, wird diese Möglichkeit bejaht. In der Begründung führt der oberste Gerichtshof unter anderem folgendes aus: Das preußische Besoldungsgesetz von 1927 hat den Staatsbeamten eine wesentliche Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Lage gebracht, die auch den Gemeindebeamten zugute kommen sollte. Dabei sollten diese den Staatsbeamten innerhalb eines gewissen mäßigen Spielraumes gleichgestellt werden. Auf diesem Gedanken beruht Absatz 4 des Paragraphen 43 des Gesetzes, der das Recht der Aufsichtsbehärde begründet, in Fällen„erheblicher Verletzung“ der Gleichstellung von der Gemeinde eine dem Gesetz entsprechende Regelung zu verlangen. Gegebenenfalls ist also die Gemeinde auch verpflichtet, die den Beamten etwa gewährten, zu hoch bemessenen Bezüge Trudi, Mausi und Mizi im Bade Man muß sich zu helfen wissen, dachten die drei kleinen Mädel, denen es gestern mittag denn doch zu warm wurde. Ins Planschbad zu laufen war es zu weit und zu heiß. Aber hat Mutter nicht einen Waschbottich? Schnell heran damit, Wasser hineingefüllt und fertig ist das Bad! Und ungefährlich dazu. Mutter ließ lächelnd die Kinder gewähren— auch sie war ja einmal jung! herabzusetzen. Ohne Belang ist, daß das preußische Besoldungsgesetz keine Frist für die Beanstandung eingeführt hat, denn eine etwaige dadurch entstehende Rechtsunsicherheit könnte nur solche Beamten treffen, die sich einer vom Gesetz mißbilligten Bevorzugung von den Staatsbeamten erfreuten, und auch diese konnten sich rechtzeitig mit dem Inhalt des§ 43 Absatz 4 vertraut machen. Schutz dem deutschen Arbeitnehmer! Beschäftigung ausländischer Arbeitnehmer in Deutschland. Neuerdings mehren sich die Klagen, daß England seine Absperrungsmaßnahmen gegen die Zulassung deutscher Angestellter zur Arbeit in englischen Geschäften besonders rigoros handhabt und praktisch eine Sperre für deutsche Angestellte verhängt hat. Deutschland dagegen handhabt seine Zulassungsbestimmungen so loyal, daß heute wahrscheinlich die Zahl der in Deutschland Stellungen einnehmenden Angestellten englischen Nationalität größer ist als die Zahl der deutschen Angestellten in England. Auf diesen Mißstand hat der Deutschnationale Handlungsgehilfen=Verband durch seinen Reichstagsabgeordneten Lambach in einem Brief an den Reichsarbeitsminister hingewiesen und dringend Abhilfe gefordert. In dem Schreiben wird besonders darauf hingewiesen, daß im Auslande mit Arbeitsverbot alle Gesuche um Arbeitserlaubnis von einen Stelle aus(Arbeitsministerium) geprüft und meistens abgelehnt werden. In Deutschland dagegen sind die vielen Landesarbeitsamter zuständig, die naturgemäß die Dringlichkeit und Notwendigkeit einer Genehmigung von interessierten Kreisen in besonders eindringlicher Art vor Augen geführt bekommen und demgegenüber nicht die Ueberlegenheit haben wie eine oberste Behörde. Der DHV. fordert in seinem Schreiben, daß keine neuen nichtdeutschen Staatsangehörigen, deren Länder deutschen Arbeitnehmern die Arbeitserlaubnis verweigern, auch deutscherseits die Arbeitserlaubnis entzogen wird, daß beim Abschluß von neuen Handelsvertragen besonders auf die Eröffnung neuer Arbeitsmöglichkeiten für Deutsche im Auslande zu achten ist und daß schließlich sofort statistisch die Zahl und Nationalität der in Deutschland beschäftigten Ausländer festgestellt und der Oeffentlichkeit zuganglich gemacht werden. Zweifelsohne sind diese Forderungen mit Rücksicht auf die augenblickliche Arbeitsmarktlage in Deutschland mehr als vordringlich. Weilerer Abbau der Miet-Zwangswirtschaft Ein weiterer Abbau der Zwangswirtschaft für Mieträume wird im preußischen Wohlfahrtsministerium vorbereitet und soll demnächst durchgeführt werden. Es handelt sich um die Aufhebung der Kündigungsbeschränkungen der§§ 1 ff. des Gesetzes über Mieterschutz und Mieteinigungsämter. Durch die Notverordnung des Reichspräsidenten vom 1. Dezember 1930 war bereits eine allgemeine Lockerung des für die Mieter im übrigen grundsätzlich fortbestehenden Kündigungsschutzes eingeführt worden und ist seit dem 1. April d. J. in Geltung. Nunmehr wird beabsichtigt, den zugunsten der Mieter bestehenden Kündigungsschutz für Großwohnungen gänzlich zu beseitigen. Dies würde bedeuten, daß künftig auch der Hauswirt, wie bisher schon der Mieter, das Mietverhältnis ohne die besonderen im Gesetz zugelassenen Gründe mit der vertraglichen Frist kündigen und damit zur Auflösung bringen kann. Wie das zuständige Regierungsressort meint, hat die Entwicklung der für Großwohnungen bestehenden Marktverhältnisse dahin geführt, daß diese jeden Schutz für die bestehenden Mietsverträge jetzt entbehren können. Welche Größenklasse für die Aufhebung des Kündigungsschutzes vorgesehen ist, scheint noch nicht endgültig festzustehen. In Betracht kommen dürften die Wohnungen von über fünf Zimmer. Ein Jugendheim für die St.=Josefs=Pfarrei. Der Jünglings= und Jungmännerverein der Josefspfarrei besitzt jetzt ein eigenes Heim. In dem Wohnhause, direkt neben der Vikarie an der Blücherstraße sind zwei große Räume hergestellt und der Jugend zur Verfügung gestellt. Vikar Schmidt sowie der Präfekt Heinrich Hüllmann halten hier fast jeden Tag mehrere Kurse und Versammlungen ab. Dem Vernehmen nach sollen noch weitere Räumlichkeiten für die Jugend geschaffen werden. Maxmmtig. Kraftwagen verbrannt. Vermutlich infolge von Kurzschluß entstand am Donnerstag nachmittag gegen 5 Uhr 45 in der Autowerkstatt Finkenstraße 13 ein Brand. Ein Lastkraftwagen und ein Personenkraftwagen verbrannten vollständig, während die anderen Kraftwagen noch rechtzeitig geborgen werden konnten. Nach dreiviertelstündiger Tätigkeit konnte die Feuerwehr wieder abrücken. Wer kennt den Aufenthalt? Vermißt wird seit dem 25. Mai der Mechaniker Heinrich Beulmann, geb. am 25. 9 97 in Stiepel, zuletzt wohnhaft in Bochum, Herner Straße 107. Beschreibung: 1,65 Meter groß, schwarzes, linksgescheiteltes Haar. gebräuntes volles Gesicht, braune Augen, im Oberkiefer links Goldzahn. Bekleidung: mausgrauer Hut, blaugrauer Anzug, blauweiß gestreiftes Oberhemd, schwarzweiße Krawatte (Fliege), schwarze hobe Schnürschuhe.— Ferner wird seit dem 25. Mai der Bergmann Johann Markewitz, geb. am 14. 1. 92 in Krzywinskau, Kreis Lyck, zuletzt in Bochum=Gerthe. Castroper Hellweg 300 a, wohnhaft, vermißt. Beschreibung: magere Gestalt, dunkelblondes Haar, kurzgeschnittener Schnurrbart, blaue Augen, vollständige Zahne, rechtes Bein verkruppelt. Bekleidung: graumelierter Hut, blauer Anzug, grau getupfter Selbstbinder, schwarze Strümpfe, hohe schwarze Schnürschuhe. Sachdienliche Angaben über den Verbleib der Vermißten nehmen sämtliche Polizeidienststellen entgegen.## Stöcke, Körbe, Säcke, Autoreifen, Kinderwagen und alle möglichen anderen Gegenstände des täglichen Gebrauchs finden sich auf dem Fundbüro eines großen Bahnhofs in Menge; Sie machen sich keinen Begriff von der Reichhaltigkeit dieses Warenlagers!„hör mit mir“ gibt Ihnen in der neuesten Nummer einen Einblick in dies interessante Sonderkapitel menschlicher Vergeßlichkeit und Unachtsamkeit.— In Berlin findet in diesem Sommer die große Deutsche Bauausstellung statt, aus der der Westdeutsche Rundfunk den Anlaß zu einer Sonderwoche„Bauen und Wohnen“ herleitet; wir führen Ihnen aus der unlängst eröffneten Schau eindringliche Bilder vor, die Wesen und Wert der Ausstellung deutlich werden lassen. Das gleiche Berlin, das diese Ausstellung veranstaltet, ist als öde Steinwüste verschrien, darum darf sicher eine Einführung in seine landschaftlichen und gartenbaulichen Reize auf allgemeines Interesse zahlen.— Die Wolkenkratzer Newvorks, die historische Gestalt der Jungfrau von Orleans, Sauerland= und Eifelschönheit, die Laboratorien des Düsseldorfer Instituts für Eisenforschung, Geheimnisse chinesischer Tempel— das sind einige Andeutungen über den wie immer reichen Inhalt unserer illustrierten kritischen Funkwoche„hör mit mir“, die außerdem durch kritische Streiflichter, einen großen technischen Artikel über das Thema Batteriepflege, zahlreiche kurze Einführungen und unsere beliebten ständigen Rubriken vervollständigt wird. Schließlich erscheint auch wieder wie allmonatlich die Wellenlängentabelle mit den neuesten Berichtigungen. Schmahsteari. auf der Weipen=Aestt Ein junger Bochumer Kaufmann S. steht unter der bedenklichen Anklage der fortgesetzten Untreue, Urkundenfälschung und des Betrugs. Seit März d. J. befindet er sich in Untersuchungshaft, weil er sich zu einem gerichtlichen Termin nicht stellte und somit seine Rechtslage nur verschlechterte. Der Angeklagte tritt durchaus gewandt auf und macht persönlich auch durchaus keinen üblen Eindruck. Er muß es mit seinem Berufe als Provisionsreisender und nachheriger Festangestellter einer Kölner Goldwarengroßhandlung, deren umfangreiches Lager in Bochum er führte und für die er im ganzen Bezirk neue Kunden unter den Uhrmachern und Goldschmieden zu suchen hatte, jedoch auch etwas leicht genommen haben. Denn wenn dann im Laufe einer verhältnismäßig kurzen Zeit Lagerbestände von mehreren hundert Reichsmark, später sogar bis zu 3000 Reichsmark, fehlten, für die der Angeklagte keine vernünftige Erklärung geben konnte, so war das nicht mit dem Einwand abzutun, die Arbeit sei ihm über den Kopf gewachsen. Die Kölner Großfirma kam dann durch Zufall dahinter, daß eine Anzahl Rechnungen auf Bochumer Firmen, die Waren bezogen haben sollten, von dem Herrn Vertreter fingiert waren. Die Leute hatten weder Bestellungen gemacht, noch hatten sie Waren empfangen. Das war natürlich eine Sache, die zu sofortiger fristloser Entlassung führte. Der Schwiegervater, ein hiesiger angesehener Kaufmann, hat als Bürge eine große Summe für den Herrn Schwiegersohn geopfert. Die Ehe aber ist unterdessen geschieden worden und der junge Mann hat seine ganze durchaus nicht hoffnungslose Zukunst zerstchrt. g..stand has.. in Gaens auf Der Angeklagte macht geireno, daß er in Bezug auf seine Einnahmen sehr schlecht gestellt gewesen sei. Da er Inkassorechte besaß, habe er sich Provision, Gehalt und Spesen selbst abgezogen. Irgendwelche teuren Gewohnheiten— Wein, Weib und Glückspiel— habe er nicht gehabt. Der Kölner Großhändler sagte dagegen aus, Mann habe mit seinem Gehalt sehr gut auskommen können und jederzeit auf Wunsch würde er Spesenvorschüsse empfangen haben. S. hätte nicht nötig, zu solchen Schiebungen die Zuflucht zu nehmen. Die eigentliche Höhe des Schadens könne er noch gar nicht ermitteln. Jedenfalls ist durch den Schwiegervater eine erhebliche Summe gedeckt. Wo der Fehlbetrag geblieben ist, konnte der Angeklagte auch nicht angeben. Seine Aussagen in dieser Richtung waren sehr ausweichend, obgleich er im übrigen geständig war, mit den fingierten Rechnungen den Fehlbetrag zu decken versucht zu haben. Aber die sofortige Entlassung habe ihn daran gehindert. Man habe ihn entlassen, ohne ihn auch nur anzuhören. Der Chef des Hauses dagegen meinte, daß er dem Manne, zu dem er erhebliches Vertrauen hatte, entgegengekommen sei wie der Vater einem Sohne. Die Sache endigte mit der Verurteilung zu sechs Monaten Gefängnis unter Anrechnung der Untersuchungshaft. Beantragt war sogar ein Jahr Gefängnis. Aber da der Angeklagte noch unbestraft war, erhielt er im vollen Maße mildernde Umstände. Sofort ins Zuchthaus Unter den schweren Beamtenparagraphen 348/49 wurde ein Angestellter T. vom Städtischen Wohlfahrtsamt zu einem Jahre Zuchthaus und einer Geldstrafe von 135 Reichsmark verurteilt. Der schwer Bilder aus Bochumer Gerichtssälen lungenkranke Mann, der lange Zeit sich tadellos geführt hat und der auch für seine Arbeiten genügend Intelligenz und Umsicht aufbrachte, wehrte sich entschieden gegen die Auffassung, daß er Beamter sei in strafrechtlichem Sinne. Er habe nie wirklich selbständig arbeiten dürfen. Alle seine Bestrebungen, aus dem Angestelltenins Beamtenverhältnis überzugehen, hatten keinen Erfolg. Die Stadt sperrte so ziemlich alle AufstiegsmögDer Angellagte hatte die Unterbringung der Schwerkriegsbeschädigten in industrielle Betriebe in die Wege zu leiten und offenbar ließ man ihm dabei auch völlige Bewegungsfreiheit nach Maßgabe der gesetzlichen Bestimmungen. Nach der Eingemeindung wuchs die Arbeit so stark, daß eine zweite Kraft nötig war, um die Behandlung der Fälle aus dem früheren Landkreise derjenigen der Stadt anzugleichen. Dabei stellte sich überraschenderweise heraus, daß mit den Renteneinzahlungen und Auszahlungen der Kriegsbeschädigten allerhand Schiebungen mit kleineren Beträgen durch falsche Aktenvermerke und dergleichen verschleiert war. Die Stadt muß nun für die etwa geschädigten Kriegsrentner eintreten. Es wird von einem Betrage von etwa 1300 bis 1500 Reichsmark gesprochen, wovon die Hälfte bereits ersetzt ist. Der Angeklagte kam zu den Schiebungen infolge von Schulden, in die er durch einen zu teuren Hausbau geraten ist. Eine unglaubliche Torheit! Die Verteidigung macht geltend, daß die Kontrolle jahrelang sehr mangelhaft gewesen sein müsse, sonst wäre der Angeklagte gar nicht auf solch törichten Gedanken gekommen. Er sei auch nicht subjektiv als ter anzusehen, er könne nicht anders beurteilt werden, wie etwa der Bürovorsteher eines Notars. Das Gericht bejahte jedoch die volle Beamteneigenschaft des Angeklagten. Es komme nicht darauf an, ob er sich bewußt war, Handlungen öffentlichen Rechts vorzunehmen. Daß er dieses aber erkannte, darüber könne gar kein Zweifel bestehen. Aus diesen Erwägungen heraus mußte auf Zuchthaus erkannt werden. Daß die gesetzlichen Bestimmungen sehr hart sind, betonte der Vorsitzende besonders, doch sei das Gericht an sie gebunden. Ein Jahr Zuchthaus für einen schwer lungenkranken Mann kann beinahe— ein Todesurtell bedenteguam, mag man wohl noch nach einem anderen Ausweg suchen, denn der etwa angerichtete Schaden stände in gar keinem Verhältnis zu den Folgen, die durch eine, wenn auch sicherlich sehr verwerfliche und nicht entschuldbare Handlung entstanden sind. Wie erst die wirklichen großen Gauner und Gesetzesverächter bestraft werden? (=) Evangelischer Arbeiterverein Marmelshagen. Der Verein will am Sonntag, 7. Juni an der Kundgebung des Gesamtverbandes Evangelischer Arbeitervereine in Essen teilnehmen. Anmeldungen beim 1. Vorsitzenden Hch. Braumann, Bochum 5, Kruppstraße. Zinnschau (=) Lichtburg. Bochumer Veranstaltungen? Vereine Vergnügungen Hinweise (=) Städtische Gemäldegalerie. Die städtische Gemäldegalerie bleibt Freitag und Samstag wegen Ausstellungswechsel geschlossen. Wiedereröffnung am Sonntag, 31. Mai.— Dienstag, v. Juni, abends 8 Uhr, wird Vikar Reinhold in einem Lichtbildervortrag über das Thema„Der Kampf um die neue christliche Kunst" sprechen. Die städtische Gemäldegalerie kann am 7. Juli auf ein zehnjähriges Bestehen zurückblicken. Es ist beabsichtigt, zur Erinnerung daran Sonntag, den 12. Juli, eine besondere Ausstellung zu eröffnen. (=) Stadttheater Bochum. Samstag, von 20 Uhr bis gegen 22.45 Uhr, ist eine volkstümliche Aufführung des Lustspiels„Im weißen Rößl“ vorgesehen, die völlig außer Vormiete angesetzt ist. Die nach jeder Richtung hin so günstigen Bedingungen zu einer Teilnahme an dieser Aufführung lassen mit einer besonders regen Nachfrage rechnen. Noch sind Karten jeder Art vorrätig. In Franz Lehars Operette„Die lustige Witwe“, die kommenden Sonntag auf unserer Bühne erstmalig zur Darstellung gelangt, sind in den Hauptpartien beschäftigt die Damen Kluge, Siegert, Horkenbach, Schnorr von Karolsfeld, Schloßmacher, Krauß; die Herren: Siebold, Buschmann. Niessen und Bergmann. Auch dieser Abend steht außer Vormiete im Repertoire und gibt immer noch jede erdenkliche Möglichkeit einer guten Platzauswahl. Der Vorverkauf zu der Premiere der„Lustigen Witwe“ ist seit gestern im Gange. (=) Skala=Theater, Bochum, Rottstraße 29. Heinz Kleint, der beliebte und hier noch in bester Erinnerung stehende rheinische Komiker(von den Kammerspielen Köln) beginnt am Montag, 1. Juni, in der Stala(Operetten=Theater) sein Bochumer Gastspiel, und zwar mit dem tollen Lachschlager„Kräftiger [Junge angekommen“, in drei Akten von Arnold und Bach. Arnold und Bach sind in Bochum keine Unbekannten; sie sind die Verfasser von„Der wahre Jakob",„Die vertagte Nacht",„Die spanische Fliege“ usw. Ihre Stücke zählen zu den stärksten der modernen Schwankliteratur. Heinz Kleint bringt ein erstklassiges Ensembles mit, um dem Stück, mit welchem er bereits in Die diesjahrige Hauptversammlung der„##sing Bochum hatte einen sehr guren Besuch zu ten. Aus dem vom Varstgnd, erstatteten Jahressing hervor, daß im Ruavic auf die seit zehn Elberfeld, Düsseldorf, Köln, Hannover, Magdeburg, Stuttgart und zuletzt in Essen Serienaufführungen zu verzeichnen hatte, zu einem durchschlagenden Erfolg zu verhelfen. Berichte (g) Ortsvereinigung für Angestellten=Heimstätten Bochum. Die diesjährige Hauptversammlung der Ortsvereinigung verzeichner Jahren betrieben Arbeit auf dem Gebiete der Beschaffung von Eigenheimen und Wohnungen für Angestellte trotz der schwierigen Zeitlage sehr gute Leistunge vollbracht worden sind. Fur das Jahr 1931 sino weitere 22 Eigenheimbauten vorgesehen, die in dem schönen Wiesengrund am Stenshof errichtet werden sollen. Der erstattete Kassenbericht konnte befriedigen. Die Wahlen zum Vorstand ergaben einstimmige Wiederwahl der bisherigen bewährten Vorstandsmitglieder. Die Generalversammlung ehrte die ehrenamtliche zehnjährige Tätigkeit einer großen Reihe von Mitgliedern. (=) Gaukonferenz des Bundes christlicher Arbeitsinvaliden. Der Bund christlicher Arbeitsinvaliden Westfalen und Niederrhein hält am Samstag, 30., und Sonntag, 31. Mai, seine diesjährige Gaukonferenz im katholischen Gesellenhause zu Bochum, Marienstraße, ab. Die Konferenz wird Samstag nachmittag 4 Uhr durch Bezirksleiter Heupts(Bochum) eröffnet. Nach Erstattung des Geschäfts= und Kassenberichts durch Gauleiter Brücke(Hagen) hält mann(Hamm) einen Vortrag. Abends 8 Uhr Begrüßungsabend. Sonntag morgen, 9 Uhr, Vortrag des Arbeitersekretärs Ruhr(Essen)„Aus der Praxis des Rechtsschutzes". 11 Uhr große Kundgebung. Redner: Landtagsabgeordneter Scharmer(Hamm). (X) Constantia. In der am Mittwoch abgehaltenen Versammlung bei Uhlenbruch wurde beschlossen, den Familienausflug zum Waldschlößchen in Weitmar zu unternehmen. In der kommenden Woche findet im Hotel Monopol ein heiterer Abend mit den Damen statt. Die Verbandszentrale plant die Errichtung einer Gechattstete iun Rothen. Einen sehr lustigen Tonfilm=Schwank zeigt seit Dienstag die Lichtburg mit„Moritz macht sein Glück". Wahre Lachstürme durchbrausen immer wieder das Haus bei dem urkomischen Spiel des beliebten Filmkomikers Siegfried Arno, der hier die Hauptrolle verkörpert. Was man bei der jetzigen Jahreszeit in der Lichtburg als eine besondere Wohltat empfinden wird, ist der gut entlüftete und abgekühlte Theaterraum. (=) Apollotheater, Alleestraße. Ueberall, wo der Tonfilm„Der blaue Engel“ gezeigt wurde, war er ein künstlerisches Ereignis. Die Tatsache, daß an diesem Werk neben Emil Jannings und Josef von Sternberg noch so viele bedeutende Köpfe wie Heinrich Mann, Karl Zuckmayer, Karl Vollmöller u. a. mitgearbeitet haben, daß die Besetzungsliste Namen von allerbestem Klang aufweist, sichert das Interesse der breitesten Oeffentlichkeit. Für Marlene Dietrich war dieser Tonfilm das Sprungbrett der ungeheuer schnellen Karriere, die diese Künstlerin gemacht hat. Die Schlager„Ich bin die fesche Lola",„Nimm dich in acht vor blonden Frauen“ „Kinder, heut abend" und vor allem„Ich bin von Kopf bis Fuß“ werden in der ganzen Welt gesungen.— Im Beiprogramm läuft ein spannender Sensationsfilm mit Richard Talmadge„Der Unbekannte“, ein ausgezeichnetes Lustspiel und die tönende Ufa=Woche. (=) Ufa=Theater Tonhalle. Eine ereignisvolle Premiere setzt ab heute in Friedrich Zelniks Meisterwerk „Försterchristl“ ein. Ein Tonfilm mit dem großen Zauber des Wiener Rokokos unter Verwendung der gleichnamigen Operette und der Melodien von W. A. Mozart. Die Ausstattung ist eine der fabelhaftesten, die je im Tonfilm gezeigt wurde. Die Hauptrollen sind fabelhaft besetzt. Irene Einsinger als Försterchristl, Paul Richter als Kaiser Josef, Oskar Karlweis als Wolfgang Amadeus Mozart, André Pilot als Földessy. Der Film fand bisher überall große Aufnahme, denn er ist ein filmisches Meisterwerk, das 1000 Herzen Freude machen wird. Ganz besonders großen Wert ist auf das Beiprogramm gelegt. Bis 5 Uhr große Preisermäßigung. — Für angenehmen, kühlen Aufenthalt im Theater ist bestens Sorge getragen. Weitere Lokalnachrichten siehe Seite 15. Vereinskalender Krieger31. und Landwehrverein Hiltrop. Am Sonntag, Mai 1931, Vereinswanderpreis=Schießen (Schießstand Düppe). Antreten Punkt 14 Uhr. Vereinslokal Hubbert.— Ab 17 Uhr Versammlung. Wohin gehen wir heute Stadttheater: 20 Uhr: Roxy der Fratz. Skala=Varieté: 20.15 Uhr: Viktoria und ihr Husar. Ufatheater: 16, 18, 20 Uhr: Försterchristl. Apollotheater: 16, 18, 20.15 Uhr: Der blaue Engel. Capitol: 15.45, 18,20, 20.15 Uhr: Schatten der UnterLichtburg: 15,40, 18.10, 20 Uhr: Moritz macht sein Glück Lichtspielbühne: 20 Uhr: Sein letztes Edelweiß. Odeon: 16.30 Uhr: Der rote Kreis. Skala=Lichtspiele: 17 u. 20 Uhr: Wenn die Soldaten.. Parkhotel Haus Rechen: Konzert und Tanz. K ch bin schon da! Roman von Alfred Carle Nachdruck verboten 7) Ansehen müsse er sich die Sache jedenfalls, und er hätte auch das bestimmte Gefühl, daß etwas daraus zu machen sei— und darum also bäte er Tholl, für einige Tage er zu sein, da er keine Möglichkeit sähe, das bessere Ende für sich zu erwischen, wenn er Eichwoldt gegenüber mit offenen Karten spielte... * Während der beiden folgenden Tage, am 17. und 18. Juni also, hatte Axel Tholl die Aufgabe, sich nach dem den größten Teil des Tages gegenwärtigen Vorbild möglichst überzeugend und täuschend als der Industrielle Alfred Spangenberg zu bewegen. Als größte Schwierigkeit bei diesen Versuchen stellte sich aber keineswegs das Kopieren von Spangenbergs„industrieller Seriosität", wie Tholl es bezeichnet hatte, heraus; schon am Abend des 17. mußte Spangenberg überascht zugeben, daß Tholl sich seine Haltung und seinen Gesichtsausdruck fast vollendet zu eigen gemacht hatte. Er wiegte sich nicht mehr in den Hüften, sondern befleißigte sich einer geraden, beherrschten Haltung, sobald er sich seiner Rolle bewußt war. Ebenso vertauschte er sein lässiges, unbekümmertes Lächeln mit der gemessenen, straffen Miene und dem gefestigten Augenausdruck Spangenbergs, wenn er nur wollte. Eine zweifellos starke bewegliche mimische Begabung, wohl auch Ursache seiner Vorliebe fürs Kabarett, erleichterte ihm diese Aufgabe. Heikler war dagegen das Kopieren der Stimme und des Tonfalls Spangenbergs. Tholls Organ war, wenn auch nicht auffällig, so doch um eine Nuance heller; er war gezwungen, seine Stimme etwas zu dämpfen und ihr vor allen Dingen gewaltsam eine etwas tiefere Klangfärbung zu geben. Dazu kam ein leiser Unterschied in der Aussprache: Tholl sprach einen leicht ausgeprägten, aber doch in letzten Anklängen herauszuhörenden Hamburger Dialekt. Hamburg war seine Geburtsstadt, wie er Spangenberg auf eine von dessen zahlreichen interessierten Fragen nach näheren Einzelheiten aus seinem Leben berichtet hatte. Eine etwas breitere Sprechweise und vor allem der hellere Klang manches kurzen A konnten hier doch leicht verräterisch werden... Es stellte sich aber heraus, daß Tholl, wenn er sich ernstlich zusammenriß und auf jedes seiner Worte achtete, wohl imstande war, jenes reine, völlig dialektfreie Deutsch zu sprechen, das die kultivierten Kreise Berlins vor allem auszeichnet, daß sich aber in ganz Deutschland in den gleichen Kreisen mehr und mehr Eingang zu schaffen weiß. Doch war er sich darüber klar, daß er sich während der Zeit seiner Stellvertretung niemand gegenüber— den Diener Tassilo ausgenommen— auch nur eine Sekunde gehen lassen durfte und mit peinlichster Sorgfalt auf die Stimmlage des kleinsten Satzes und die Aussprache des belanglosesten Wortes achten mußte. Uebrigens stellte Spangenberg mit Genugtuung fest, daß Tholl anerkennenswerten Ernst auf sein„Rollensudium" verwandte. Natürlich ergaben sich während dieser zwei Tage mitunter Situationen, die keineswegs ganz frei von Komik waren, wenn etwa Spangenberg sich veranlaßt sah, seinen Vertragspartner auf die eine oder andere Nachlässigkeit aufmerksam zu machen: Sei es, daß Tholl zwar eine seriöse, beherrschte Haltung einnahm, dabei aber unbekümmert lächelte, statt industriellen Ernst zur Schau zu tragen— sei es, daß er in einem sonst dialektfreien und nach Berliner Art rasch gesprochenen Satze ein katastrophales helles A unterschlupfen ließ. Tholl behandelte jedoch solche Zwischenfälle keineswegs jungenhaft übermütig, sondern mit durchaus sachlichem Ernst, der der möglichen Herstellung von einer Million Fernkinoempfängers durchaus angemessen war. So glaubte Spangenberg am Abend des 18. Juni mit neunzig Prozent Wahrscheinlichkeit auf eine glatte Durchführung des abenteuerlichen Unternehmens rechnen zu können. In großen Zügen war Tholl über den Betrieb unterrichtet. Jede wichtige Einzelheit blieb ihm aller Voraussicht nach für die nächsten Tage erspart. Ein telephonischer Nachrichtendienst von der Villa an der Heerstraße und der Fabrik in Haselhorst nach dem Grand=Hotel in Wien war festgelegt. Ueber seinen näheren Bekanntenkreis hatte Spangenberg seinen Stellvertreter orientiert, nur Lilo v. Ellm, die ja ohnedies nicht in Berlin war, hatte er nicht erst erwähnt. Der Diener Tassilo war noch einmal eingehend auf das dringlichste zu jeder Unterstützung verpflichtet worden; er rechnete natürlich auf ein gutes Trinkgeld von beiden Parteien des seltsamen Vertrages und war trotz seiner begreiflichen Mißstimmung zu loyalem Verhalten in der Praxis bereit. Am Spätabend des 17.— erst nach Einbruch der Dunkelheit— waren Spangenberg und Tholl in einem geschlossenen Taxi nach der Haselhorster Fabrik gefahren. Spangenberg hatte den Nachtportier, der das Tor geöffnet hatte, in ein Gespräch verwickelt, während Tholl mit hochgeschlagenem Mantelkragen rasch durch die Einfahrt schritt. Dann hatte Spangenberg ihm in aller Ruhe die Räumlichkeiten der Fabrik und vor allem des Verwaltungsgebäudes gezeigt. Ueber die Angestellten, mit denen Tholl während der Stellvertretung hauptsächlich zu tun bekommen würde, war er so gut wie möglich unterrichtet. Insbesondere über Spangenbergs Sekretärin; äußerste Vorsicht war ihm gerade hier dringlichst empfohlen worden:„Das Wohlwollen, das sie mir entgegenbringt, hat seine Ursache wohl nicht nur ganz allein darin, daß ich mich bemühe, ein anständiger und gerechter Chef zu sein", hatte Spangenberg bemerkt. In mehrstündigen Uebungen hatte Tholl die Unterschrift und das Aktenzeichen seines Vertragspartners mit einer gewissen Vollendung nachzuziehen gelernt. Und um selbst für den unwahrscheinlichsten Fall gerüstet zu sein, daß seine Spangenberg=Maske sich noch nicht als wirksam genug herausstellen sollte, trug er eine Vollmacht in der Brusttasche, nach der ihn sein Partner zu der abenteuerlichen Stellvertretung autorisierte. Aeußerlich war diese Maske jedenfalls so vollendet wie möglich: Am Nachmittag des 18. hatte Tholl in einem geschlossenen Auto den bestellten Watteharnisch= anzug— der englische Stoff zeigte ein diskretes, seriöses Grau— vom Schneider geholt. Mit ihm und Schuhen, deren Absatzhöhe nur einen Zentimeter betrug, ähnelte er seinem Doppelgänger jetzt auch in der Figur so täuschend, daß ein unbeteiligter Dritte an der äußeren Erscheinung dieses anderen Spangenberg auch bei peinlicher Beobachtung kaum den geringsten Anstoß nehmen konnte..., 10 S mi f„ Shangenb. Am frühen Morgen des 19. Juni flog Spangenberg mit dem fahrplanmäßigen Verkehrsflugzeug nach Wien, mit neunzig Prozent Hoffnung und nur zehn Prozent Bedenken.„, Monianr Diese Bedenken aber galten weniger den Fähigkeiten seines seltsamen Partners, einige Tage Spangenberg statt Tholl zu sein, sie wurden fast ausschrießlich genährt von einem spürbaren Mangel an Bekenntnisfreudigkeit des Herrn Tholl. So bald man ihn nach seinen näheren Verhältnissen befragte, wich er aus, nicht auffällig und beflissen, nicht ängstlich und stockend, sondern lächelnd und durchaus gewandt— aber jedenfalls erzählte er nicht mehr, als er offenbar wollte... und allzu viel war das nicht gewesen. 764, Nach einigen vorsichtigen Versuchen, zu sonvieren, hatte Spangenberg ihn noch am Abend des 18.— als sie in seinem Herrenzimmer im Gespräch saßen— schließlich ziemlich frei heraus nach seinem bisherigen Lebensverlauf gefragt. Er hatte zur Antwort bekommen, daß Tholl gebürtiger Hamburger und aus guter Familie sei— das eine verriet ohnedies sein Dialekt, das andere sein Auftreten. Mit seiner Familie habe er wenig Berührung, weil sie seine Neigung zum Kabarett nicht billige. Er hoffe, daß diese Auskunft genüge, erklärte er mit seinem liebenswürdigem Lächeln, aber doch zugleich, fast schon leicht verletzt, Vertrauen fordernd. Spangenberg hatte ihn dann, seinem Anstand folgend, nicht weiter gedrängt. Wenn dieser Mann etwas verschwieg, so waren es— das verriet das unbekümmerte Lächeln seiner jungen, heiteren Augen höchstwahrscheinlich nur ein paar leichtsinnige Streiche und nichts Bedenkliches von schwerwiegender Bedeutung. Trotzdem mußte sich Spangenberg noch in der Frühe des 19. auf der Fahrt zum Flughafen und bei dem kurzen Aufenthalt auf dem morgenkühlen Rollfeld mehrmals mit aller Energie ins Gedächtnis zurückrufen, daß eine instinktive Regung ihn vom ersten Augenblick an veranlaßt hatte, in diesem so überraschend aufgetauchten und ihm so hochwillkommenen Herrn Axel Tholl einen Gentleman zu sehen, in dessen Händen er sein Haus und seine Werke doch wohl einige Tage ohne allzu lebhafte Beunruhigung lassen durfte. zusammengestellten englischen Frühstück zu widmen und dabei den Glücksumstand zu begrüßen, daß die gastronomischen Neigungen des mittlerweile im Flugzeug wahrscheinlich weniger komfortabel frühstückenden Spangenberg mit den seinen so ziemlich übereinstimmten. Der Diener Tassilo servierte schweigsam den Tee und die Eier im Glas und trug trotz aufmerksamer Bedienung auf seinen derben Zügen undurchsichtige Neutralität zur Schau. Axel hielt zwar nur für unfreundliche Absicht, was zum Teil auch Gewohnheit war, belastete sich aber nicht weiter mit Gedanken Vielmehr versuchte er, sich seinen Auftritt in der Haselhorster Fabrik bildkräftig vorzustellen, steckte aber dieses Unternehmen bald als aussichtslos wieder auf. Eine Lage, für die es an Beispielen völlig fehlte, konnte man sich nur unvollkommen ausmalen. Man würde schon sehen—— Axel Tholl verfocht in allen Lebenslagen mit liebenswürdiger Energie die Ansicht, man schneide am besten ab, wenn man die Dinge an sich herankommen lasse.,... g4..ch4 belusti, Einen Augenblick schoß ihm die recht beluftigende Vorstellung durch den Kopf, ob sich die vermutlich nur böswillige Gleichgültigkeit des Dieners Tassilo nicht in überströmende Beflissenheit verwandeln würde, wenn dieser seine Obliegenheiten übrigens tadellos erfüllende Diener wüßte, wen er hier eigentlich bediente— und noch erheblich mehr verstärkte sich Axels amüsiertes Lächeln bei dem Gedanken, ob Spangenberg sein abenteuerliches Angebot aufrecht erhalten oder überhaupt gemacht hätte, wäre er unterrichtet gewesen, an wen er mit diesem Vorschlag herantrat. „War dies Versteckspiel eigentlich nötig, Arel?“ fragte sich Tholl.„Unbedingt nötig— wohl kaum; vorteilhaft, am Platze— aber ganz zweifellos! Die Entwicklung wird zeigen, ob das Inkognito einmal gelüftet oder das ganze Abenteuer hindurch strikt durchbehalten werden soll...“ Axel klingelte dem Diener Tassilo und beauftragte ihn, frischen Toast zu bringen; der andere wäre schon zu kalt. Der gute Mann sollte sich voneAAnfang an daran gewöhnen, eine Persönlichkeit mit selostandiger Wünschen trotz der Gastrolle vor sich zu haben. Zugleich mit dem Toast brachte Tassilo den Briefträger, der einen eingeschriebenen Brief abzugeben hatte, in die Veranda..„ Axel unterschrieb zum ersten Male in steilen, am Vortage in Gegenwart des Hausherrn oft geubter Kurven.„Alfred Spangenberg“, nahm den Brief an sich, griff in die Westentasche und gab dem Mann eine leine Münze., Ia Her, Shangenberg.“ Grüßend „Danke vielmals, Hirr Spangegheig.“, Grußend entfernte sich der Briefträger, vom Diener Tassilo begleitet. Es regnete leise aus einer gleichmäßig grauen Wolkendecke, als Arel Tholl am Morgen des 19. Juni in Spangenbergs Messingbett in der Villa an der Heerstraße erwachte. Uebrigens hatte er trotz der fremden Umgebung tief und traumlos, im Unterbewußtsein von keinerlei Unruhe beeinträchtigt, geschlafen. Der Zustand seines Nervensystems hätte den heftigsten Neid jedes Neurasthenikers erregt. Als er angekleidet— mit dem einzigen Anzug, der ihm für die nächsten Tage der Spangenberg=Rolle zur Verfügung stand— mit Snobchen die glasgedeckte Veranda im Hochparterre betrat, wo der Hausherr sonst zu frühstücken pflegte, goß es bereits in Strömen. Ein Melancholiker hätte vielleicht in dieser Ungunst der Witterung ein unfreundliches Vorzeichen erblickt; ein Sanguiniker von reinstem Wasser wie Axell ver „l zog es natürlich vor sich unbeschwert dem aut Ue Der kam unmittelbar darauf zurück und machte sich in der Veranda zu schaffen. „Bitte, Tassilo, bewahren Sie den Brief für Herrn Spangenberg auf“, erklärte Axel leichthin.„Und dann telephonieren Sie dem Chauffeur.“ Befriedigt wollte Tassilo mit dem Brief abgehen. „Einen Augenblick, bitte!“ Axel erhob sich und trat auf den Diener, den er um zwei Köpfe überragte, zu. „Mein lieber Tassilo, ich muß ja jetzt notgedrungen, wenigstens für kurze Zeit, in die Fabrik. Vielleich Thon zeg es nututlich rer, sich unreschirett kem.Uebung eingesteut wal. wenigstens für kurze Zeit, Io gt wird es notwendig sein, oaß ich Sie von vort ein anrufe und Sie um eine Auskunft bitte. Sie würden mir daher einen Gefallen tun, wenn Sie sich bis z1 meiner Rückkehr im Hause aufhielten.. 8. Ein zusammengefalteter Schein glitt in die H des Dieners Tassilo: sie hatte sich bereits geöffnet, de ihr Besitzer auf das rechtzeitige Erkennen trinkgeldersprechender Bewegungen natürlich dank langjährige . zstellt war(Fortsetzung folgt.) 2. Beilage zum Bochumer Anzeiger u. Gen. Anzeiger Unterhaltung, Wissen, Leben Nr. 123 38. Jahrgang Freitag, 29. Mai 1931 Uus und as mit Diecaid Kleiner Mann mit großer Schrulle Schwebte in den Weltenraum, Mit ihm schwebt' die Schinkenstulle Mit ihm schwebt' ein Menschheitstraum. Mit dem Körbchen auf dem Köpfchen Eilte er in ferne Fernen Sah nach Sonne, Mond und Sternen, Peilte nach den Regentröpfchen. Schwankte hin und her im Aether, Maß die Wolken, fing den Wind Und— wie so die Forscher sind— Schrieb er alles auf für später. Luftikus der Stratosphäre, Halb ein Schwärmer, halb ein Held— Was bringt dein Kolumbusflug In die ferne Wolkenwelt...? 40 Zog er Leine, strich die Segel, Setzt den Bienenkorb aufs„Haar“, Sah nach seinem Wolkenpegel Und dann war ihm alles klar: „Piccard halt dich, sei jetzt munter, Fahr mit deiner Chaise runter, Denn in Strato=Himmels=Auen Ist kein gutes hütten=bauen.“ So kam er denn glücklich nieder Aber, leider nicht im Flieder, Sondern— und wer hätte das gedacht In der Alpen Gletscher=Pracht. Die Eiageais eines Beizes Eine Gegebenkeit ans Lothringen von Lisbet Diee Jedenfalls die Englein staunten, Flohen ganz verstört zur Seite, Und als sie sich zuposaunten: „Piccard, mach man keine Pleite!“ Nicht im Krieg ist es zerstört worden, noch von den Wasserfluten einer Ueberschwemmung verschlungen, keine Fliegerbombe hat es getroffen, noch haben Soldaten es in Brand gesteckt, dieses einsam gelegene Dorf Nidange im Kanton Vigg im Lothringer Land. Nicht leicht ist es, hinzukommen, keine Bahn fährt dorthin, noch eine Straßenbahn, das Auto rattert und hüpft vor Anstrengung über frischbestreute Steinstraßen, von Metz über St. Julien, Bouzonville nach Charleville=sous Bois... Im grünen Talkessel liegt Nidange oder vielmehr das, was noch davon übrig geblieben ist. In paradiesischer Sommereinsamkeit und Sonnenwärme liegen die Ruinen, alle Häuser sind leer, verlassen, zerfallen, in ihre Dächer schaut der blaue Himmel. Nur das letzte Haus steht noch, in dem der letzte Dorfbewohner trotzig gegen sein Schicksal ankämpfte, bis er mit der alten Jagdflinte seinem Leben ein Er gemacht. Der Brunnen, die Viehtränke, sprudelt frisches Wasser, als ob nichts geschehen sei. Vor dem Hause lagert ein aufgeschichteter Holzhaufen, den sich der Alte zusammengetragen hatte für den kalten Winter. Nun ist auch er tot, der letzte Bewohner eines ausgestorbenen Dorfes. Die Geschichte des Dorfes ist kurz und tragisch. Die Wildschweine haben die Bauern vertrieben. Im Jahre 1890 kam ein Pariser Monsieur de C. auf die Idee die Wälder und Landstrecken um Nidange herum zu Jagdzwecken aufzukaufen. Er ließ Dornenhecken und wilde Birnbäume um die Ländereien anpflanzen, alles was das Wild anzieht, die Bauern bekamen gute Preise für ihr Land, das sie willig hergaben. Ihr Verdienst bestand in Waldarbeit und Ackerbau. Aber als nun die Wildschweine sich um das Dorf herum ansammelten, als ihre Herden immer stärker wurden und sie Aecker und Felder zu verwüsten begannen, erkannten die Bauern, was sie sich selbst mit dem Verkauf ihrer Ländereien angetan hatten. Sie hatten sich den Boden entzogen, auf dem sie gelebt...6 Gart###.i. Einer nach dem andern verließ das Dorf, das keine Arbeitsmöglichkeit mehr bot und der Pariser begann sich unsicher zu fühlen in diesem Winkel. Bose Blicke trafen ihn, wenn er herkam, um zu jagen. Es gab häufig Waldbrände, die niemand aufklären konnte. Eines Tages gab er diese Jagd ab an einen reichen Saarländer, Herrn v. R. Dieser, ein passionierter Jäger, bot alles auf, seine Jagd zu vergrößern, und der letzte Bauer verkaufte ihm sein letztes Stück Acker und zog fort. Nur„Père Schug" blieb. Sein Haus war ihm Geld nicht feil. Es stand als letztes zwischen den zerfallenen anderen Häusern. Aber der Alte wollte nicht heraus. Mich vertreibt kein Mensch, sagte er Er lebte als Einsiedler, zog Bienen und Honig, pflanzte sein Gärtchen, hatte Kartoffeln, schoß zuweilen ein Stück Wild und rauchte abends sein Pfeischen vor der Tür. Er hatte auch zuweilen Besuch. Den Alten in seiner Mütze und Weste kannten viele Lothringer. Er hielt Geflügel und braute einen guten Kirsch, den er im Krieg verkaufte. Als der Krieg zu Ende war und Nidange französisch wurde, fiel die Jagd des deutschen Herrn v. R. an Lothringen und Père Schug saß alleine und einsam in seinem Häuschen— er war menschenscheu geworden— und eines Tages machte er Schluß. Ein Schuß fiel und verhallte. Die Förster fanden ihn tot in der Küche, neben ihm saß sein Hund. Ein verwildertes Kätzchen, der Hund und die Bienenstöcke im Garten waren das einzig Lebende im Dorf. In einem weiten Talkessel liegt das stille Dorf. Der Glockenturm von Charleville, ein einsamer Weiher, einige Bauernhöfe am Weg, Obstbäume und Gestrüpp, dazwischen steht das kleine, einfache Haus, das letzte eines Dorfes, das in der Landesgeschichte einst berühmt war durch seine„Kermes de Nidange". Der Pariser ist längst tot, der letzte Besitzer der Jagd, Herr v.., ist in Wiesbaden gestorben, nun ist auch der Père Schug tot. Seinen Hund haben sie erschossen. Die Wildschweine haben ihn vertrieben und haben das Dorf zerstört, das einst achtzig Häuser zählte, seine Schule hatte, sein Kaffee, aber keine Kirche. Am„Chemin des anglais“, wo in den letzten Kriegsjahren zwei englische Flieger abstürzten, steht ein Gedenkstein, dieser und das verwitterte Steinkreuz aus dem Jahre 1863 am Weg, werden das letzte sein, was von dem ganzen Dorf übrig ist. Seine Inschrift ist vom Regen verwaschen, unlesbar. Es ist ein Kreuz mehr in diesem Land, das von Soldatengräbern und Totentafeln besät ist, und dessen Boden schwer und fruchtbar ist, von Menschenblut getränkt und von Weizenfeldern bewachsen, die üppig und golden in der Sonne wogen. Nun werden auch die letzten Wiesen von Nidange den Wildschweinen freigegeben, nun sind sie die Herren von Ridange.... Ein Dorf, in dem jeder erblindet Von einem Indianerdorf in Mexiko wird berichtet, daß dort die gesamte erwachsene Bevölkerung blind ist. Die Kinder, die in dem Ort geboren werden, können zunächst noch sehen, verlieren aber nach ein paar Monaten ebenfalls das Augenlicht. Die Eingeborenen schreiben die Ursache dieser seltsamen Erscheinungen den Ausdünstungen einer Pflanze zu. Medizinische schungen machten das jedoch fraglich. Das furchtbare Verhängnis, das über dem Dorfe waltet, scheint eher von der Existenz eines Parasiten im menschlichen Blute abzuhängen, dessen Uebertragung auf Säuglinge auch bei diesen in kurzer Zeit die folgenschweren Augenerkrankungen bewirkt. Auch in Südamerika wurden bei Eingeborenen schwere Augenleiden festgestellt, die oft zur völligen Erblindung führen. Seltsamerweise tritt in diesem Falle die Erkrankung nur beim Aufenthalt in bestimmten Gebirgsregionen auf. Eine Fliege, die in dieser Höhenstufe lebt, scheint durch ihren Stich die Erreger der Krankheit zu übertragen. 5000mal giftiger als Strichnin Von einem Chemiker des Südafrikanischen Staatslaboratoriums in Onderstepoort ist jetzt ein neues Gift entdeckt worden, das den Namen Adenia erhalten hat. Dieses Gift ist in seinen Wirkungen 5000fach stärker als Strichnin. Ein Bruchteilchen eines Milligramms soll bereits genügen, einen Menschen zu töten. Das Gift, das in einer kleinen fleischigen Pflanze vorkommt, ist umso gefährlicher, als es in den Organen keine Spuren hinterläßt. Du und deine kunten Glumen Blumen, kleine Frühlingsblumen Hast du liebend mir geschenkt. Frohe, helle Blütenträume Kosend mir ins Herz gesenkt. Und mein stilles Zimmer schmücken Blumen als ein Gruß von dir, Daß sie mir das Herz beglücken, Deine Liebe künden mir. Blumen, Blüten, die ich liebe, Sie sind schön wie du und rein! Du und deine bunten Blumen, Ihr sollt immer bei mir sein! Werner Rudloff. ine Pleite!“ häufig Waldbrände, die niemand aufk Dielesser Diccaids Gallonsahrt in die Stratespkäre Professor Piccard, der mit seinem Assistenten, dem Physiker Kipfer am Mittwoch früh von Augsburg aus zu einer Ballonfahrt in die Stratosphäre startete, ist jetzt wohlbehalten nach einem erfolgreichen Vorstoß in bisher unerreichte Höhe gelandet.— Von seinem Start bringen wir heute einige interessante Unser Bild links zeigt einen Blick auf die kugelförmige Alluminiumgondel des Ballons. Im Vordergrund sieht man einen Teil der Wasserstofflaschen, aus denen der Ballon gefüllt wurde. Das Bild in der Mitte zeigt den Ballon nach dem Start. Auf dem letzten Bild stellen sich die beiden mutigen Forscher kurz vor dem Einstieg pez hotgraphen. Die merk. würdige Kopfbedeckung der beiden zukunftsfrohen Ballonflieger hat den Zweck, bei zu hartem Aufstoß bei der Landung die beiden vor Kopfverletzungen zu schützen. Diese Sturzhelme hat Piccard aus Kissen und Körbchen selbst konstruiert. den ersten zehn Jahren nur die milde, reine, nach ärztlicher VorWschrißt für die zarte, empfindliche Hau der Kleinen besonders hergestellte NIVEA KINDERSEIFE Schonend dringt ihr seidenweicher Schaum in die Hauporen ein und mecht sie frei für eine gesunde und kräftige Heunetmung. Und was das bedeuet, merken wir Erwechsenen an uns selbe:: Wohlbefinden und Gesundheit hängen von ihr ab. d.., reiben Sie sich vor dem Sonnenbede kräftig ini NIVEA-CREME NYVLAOLMssge.) ein Beide entbehen des hainnsegende Buern Beide verwindern dte Sbefche er se o e nd en Pe-bhmne Zu ue, uer gr#0#e#n#en Oi. 1m0. 199. vorher einreiben!— Nivea-Creme: RA.30 bis.20, Niree * Pinaur in den=Keilenaun..? Stratosphärenfahrten— vor Professor Piccard Die Geheimnisse der Erdrinde sind in jahrhundertelangen Bemühungen erforscht worden. Vieles hat die Wissenschaft ergründen können, vieles bleibt noch zu ergründen. Die Bewegungen der Körper im Weltenraum sind nach mathematischen Gesetzen berechnet worden. Eine wirkliche Kenntnis der sogenannten Stratosphäre hat der forschende menschliche Geist noch nicht erlangen können. Der Erforschung des Weltenraumes gelten auch die Bemühungen des belgischen Professors Piccard. Schon Mitte September 1930 unternahm Professor Piccard gemeinsam mit seinem Assistenten Dr. Kipfer in einem von der Augsburger Ballonfabrik Riedinger konstruier4— #iiet balion das Gndanbarens Obsorvedertum: Sratneohärs Oeston Gra# D..4 Sallonrekord ### cen—„Destae Dof. Berson 12960 ung Sutring Fabalonhöhen. I#% vetretor 17.74 Ueutland Champion##treicörd“ 11800 .inndttegreug 117 10m. Wollerftagssug 11500 ut Geest K P· Ge Ho m uubacht Stiegen Erst in der Nachkriegszeit wurden dann wissenschaftliche Höhenforschungen wieder ausgenommen, teilweise mit Hilfe des Flugzeuges, teilweise mit dem Freiballon. Im Jahre 1926 erreichte der Franzose Jean Callize mit seinem Flugzeug die phantastische Höhe von 12 442 Metern. Wenig später, im Jahre 1928, stieg der spanische Artilleriemajor Molas Garcia im Freiballon auf, um den Höhenweltrekord an sich zu reißen. Als der Ballon einen Tag später in der Nähe von Madrid niederging, fand man in der Gondel die Leiche des Majors. Der Höhenmesser gab die erreichte. Höhe mit 12000 Metern an. Bis 5000 Meter konnte der tapfere Offizier noch ohne besondere Beschwerden wissenschaftliche Aufzeichnungen machen. Den Weltrekord im Höhenflug stellte im gleichen Jahre 1928 der amerikanische Kapitän Hawthorne E. Graz auf. Von Graz wurde die größte bisher von einem Menschen bezwungene Höhe von 12 945 Metern erreicht. In einem offenen Ballonkorbe startete dieser tollkühne Amerikaner zu seinem Rekordflug. Als er die phantastische Höhe von dreizehn Kilometern über dem Erdboden erreicht hatte, gelang es ihm eben noch, die Reißleine zu ziehen. Mit unheimlicher Geschwindigkeit sauste der Ballon nach unten. In 2400 Meter Höhe entschloß sich der kühne Forscher, mit dem Fallschirm abzuspringen, um nicht selber bei dem Aufprall des Ballons auf dem Erdboden zerschmettert zu werden. Graz kam auch wirklich heil auf der Erdoberfläche an. Als er kurze Zeit darauf den Versuch unternahm, seinen eigenen Weltrekord zu schlagen, verunglückte er tödlich. Weltraumforschung im Ballon— ein kühnes Unternehmen, an das sich die kühnsten Forscher der Welt immer wieder herangewagt haben. Keiner von ihnen fürchtete den Tod, der in der dünnen Luft des Aethers lauerte. Hingebungsvoll und todesmutig dienten sie der Wissenschaft, für die sie auszogen. Professor Piccard ist nicht der erste, der bis zur Stratosphäre vorzudringen sucht. Zum ersten Male wurde von Piccard nur ein hermetisch abgeschlossener Ballonkorb für den Höhenflug angewandt. Die übrigen Forscher erlagen im offenen Ballonkorb leicht der mörderischen Höhenluft. Dei Gbangensch ErzialdAirügitp 0% Wai#rinzin ist ein Ausgleich dedurch herzustellen daß Diese Skizze zeigt die größten bisher erreichten Höhen, in die Menschen oder Pilotballons vordringen konnten. ten Ballon den Versuch, in die Stratosphäre aufzusteigen. Die Gasfüllung des riesigen Ballons nahm damals zu lange Zeit in Anspruch. Als der Start schließlich vor sich gehen sollte, hatte sich der Himmel umzogen. Ein heftiger Wind kam auf, der Aufstieg mißglückte. Die riesige Menschenmenge, die auf dem Augsburger Startplatz den Startvorbereitungen aufmerksam folgte, kam nicht auf ihre Kosten. Es ehrt Professor Piccard nur, daß er im vorigen Herbst nicht starrköpfig ein aussichtsloses Unternehmen weiterverfolgte, sondern den Aufstieg in die Stratosphäre auf das Frühjahr 1931 verschob. In der Zwischenzeit konnte er mit aller Sorgsamkeit die Vorbereitungen zu dem kühnen Unternehmen weiter betreiben. Nur so konnte ein neuer Start gelingen. Ein weiter Weg führt von den ersten Ballonversuchen der Brüder Montgolfier bis zu dem Stratosphärenflug Professor Piccards. Als die Brüder Montgolfier am 5. Juni 1783 in Annonaz in Frankreich in ihrem Papierballon von 34 Metern Umfang 300 Meter hoch aufstiegen, da ahnte niemand, welche Möglichkeiten für die wissenschaftliche Forschung sich aus dem Ballonflug ergeben würden. Seit über einem halben Jahrhundert versuchen Wissenschaftler aller Länder, die höheren Luftschichten, möglicherweise sogar die Stratosphäre, zu erforschen. Gewaltige Höhen sind durch kühne Ballonfahrer schon erreicht worden Schon im September 1862 startete der Engländer Glaisher zu einem wissenschaftlichen Höhenflug. Es gelang ihm, eine Höhe von 8500 Metern zu erreichen. Kurz nachdem er einige wissenschaftliche Beobachtungen vorgenommen hatte, fiel er in Ohnmacht. Seinem Ballonführer gelang es nur mit äußerster Mühe, die Ballonkeine-mit den Zähnen zu ergreifen und das Ballonventil zu öffnen. Glaisher wollte damals bis in 11 300 Meter Höhe gedrungen sein. Die Nachprüfungen ergaben aber, daß er sich geirrt haben müsse. Glaisher hat im Höchstfalle eine Höhe von 9000 Metern erreicht. Eine zweite wissenschaftliche Höhenfahrt unternahmen am 15. April 1875 die Ballonfahrer Tissandier, Sivel und Crocé=Spinelli. Um sich vor der mörderischen„Höhenkrankheit" zu schützen, nahmen sie Sauerstoff mit. Trotzdem büßten zwei der Teilnehmer unter Erstickungserscheinungen ihr Leben ein. Schon bei 7000 Metern Höhe sanken die Teilnehmer der Fahrt betäubt nieder. Als der Ballon, der nach den Aufzeichnungen der Meßinstrumente etwa 8000 Meter Höhe erreicht hatte, wieder auf dem Erdboden ankam, war nur noch ein Fahrtteilnehmer am Leben. Eine gewaltige Leistung vollbrachten einige Jahre später die beiden Professoren Berson und Süring. Am B1. Juli 1899 stiegen die beiden Forscher auf dem Tempelhofer Feld bei Berlin auf und erreichten in wenigen Stunden die Höhe von 9000 Metern. Bei 10 500 Metern etwa verloren die beiden kühnen Forscher das Bewußtsein, nachdem es ihnen noch eben mit äußerster Kraftanstrengung gelungen war, die Reißleine zu ziehen. Erst in 6000 Meter Höhe erwachten die beiden aus ihrer Ohnmacht. Bei der Landung wurde festgestellt, daß Berson und Süring eine Höhe von 10 800 Metern erreicht hatten. Dieser Weltrekord im Höhenballonfliegen wurde in der Vorkriegszeit nicht mehr überboten. Wenig später gelangen auch noch andere flugtechnische Rekordfahrten. Im Jahre 1907 überflogen beispielsweise zwei Italiener aus Mailand den Mont Blanc einer Höhe von 6000 Metern. Duisburg, 28. Mai. Einen erhebenden Verlauf nahm der stark besuchte öffentliche Volksabend am Mittwoch abend in der Tonhalle. Aus den Worten der Begrüßung, die Pfarrer Lic. Geibel und Oberbürgermeister Dr. Jarres (Duisburg) an den Evangelisch=Sozialen Kongreß richteten, klang die große Not, insbesondere des Ruhrgebiets und Duisburgs hindurch. Ein Drittel der Bevölkerung Duisburgs, so sagte Dr. Jarres u.., müsse aus öffentlichen Mitteln unterstützt werden. Trotzdem glauben wir, daß wir auch dieser Dinge Herr werden. Die Tributlasten aber könnten nicht bezahlt werden. Ich hoffe, so schloß Dr. Jarres, daß wir der Welt die Ueberzeugung beibringen, daß Deutschland am Ende seiner Kraft Is. g65:. SKiht.i S. Dann hielt Pfarrer Ausdorf aus Scheidt bei Saarbrücken einen Vortrag über„Volksnot und Volksgemeinschaft". Das Schlußwort sprach der Generalsekretär des Kongresses, Pfarrer D. Herz aus Leipzig. Aus den vielen Begrüßungen von Vertretern des Reiches und Staates der Kommunen, der Kirche und anderen öffentlichen Verbänden gehe hervor, eine wie große Beachtung der Kongreß in der Oeffentlichkeit gefunden habe. Generalpräses D. Wolf(Aachen) gab hierauf der Hoffnung Ausdruck, daß alle miteinander arbeiten an der Lösung der schweren Frage, vor die unser Volk gestellt .„„„„ hes EuspaelifDie zweite Hauptversammiung des Evangelisch=Sozialen Kongresses fand am Donnerstag vormittag in der Städtischen Tonhalle unter Leitung von Reichsgerichtspräsident i. R. Prof. D. Dr. Simons(Berlin) statt. Im Mittelpunkt stand ein Vortrag von Universitätsprofessor D. Piper(Münster) über„Das Problem der Demokratie in Wirtschaft, Kirche und Staat". Der Redner bezeichnete die demokratische Verfassungsform als ungeeignet für die Kirche. Dagegen sei in der Politik die Demokratie die gegebene Regierungsform. Sie entspreche auch den christlichen Forderungen an eine Staatsordnung. Der Hauptgrund für die Schwierigkeiten, in denen sich heute der demokratische Gedanke befinde, sei die naturrechtliche Gleichsetzung des jeweiligen Staatsvolkes mit Nation und Staat. Berechtigt sei aber nur eine repräsentative Demokratie. Daraus ergäben sich eine Reihe von Forderungen: 1. Zwischen dem Zahlprinzip und dem Leistungsprinzip ist ein Ausgleich daburch herzusteuen, daß die Regierung ausschließlich Sache der politischen Führer ist, während dem Staatsvolke nur die Kontrolle der Führer zukommt. Ferner Beseitigung der Listenwahl und Möglichkeit, Männer des eigenen Vertrauens zu wählen; Versagung des Wahlrechtes bei staatsfeindlichem und unsozialem Verhalten. 2. Nicht das Parlament, sondern die Regierung ist der Repräsentant der Volkssouveränität. Das Parlament ist für die Legislative, die Regierung für die Exekutive da. Beschränkung der Gesetzgebungsbefugnis des Parlaments durch die unaufhebbaren verfassungsmäßigen Grundrechte, Ergänzung des Parlamenis durch ein Führerhaus und durch Sachverständigenausschüsse. 3. Die Demokratie muß dem nationalen Gedanken politische Form verleihen. Durchsetzung einer einheitlichen Flagge als nationales Symbol, lebendige Verbundenheit mit der nationalen Tradition, Durchdringung des nationalen Gedankens mit sozialem Geiste sind dazu nötig.„uasf nur aIe uolitische Gehenz. 4. Demokratie ist sinnvou nur als politische Levensform des Staates. Sie muß daher in der ungebundenen Regierung ihre eigentliche Repräsentation sehen. Dieser Macht der Regierung muß eine reale Verantwortung der Regierenden mit Leib und Gut entsprechen. Die Beamtenschaft muß dem politischen Kampfe entzogen werden. Der Staat ist gegen das formale Recht wie gegen die Ausnutzung durch seine Bürger zu schützen. Andererseits ist der Staat gegen das Herrschaftsbedürfnis der Regierenden zu schützen durch Beschränkung auf die eigentlichen politischen Aufgaben des Schutzes nach außen und der Schaffung und Wahrung der Gerechtigkeit des Innern. Alle nichtpolitischen öffentlichen Aufgaben sind Selbstverwaltungskörpern unter staatlicher Kontrolle zu übertragen.„.g, Wafgrsg. Dem Vortrage folgte eine lebhafte aussprache, an der sich auch der Präses D. Wolff(Aachen) und der Ehrenpräsident des Kongresses, Geheimrat Prof. D. Dr. Baumgarten aus Kiel, beteiligten. Am Nachmittag folgte eine gemeinsame Hafenrundfahrt und am Abend abermals eine Studentenversammlung. Am Freitag sind Führungen durch verschiedene Industriewerke vorgesehen sowie eine Fahrt nach dem Gelsenkirchener Lehrwerk des Deutschen Instituts für Technische Arbeitsschulung. tern zu entfernen. Direktor Golde von der Beroling Grundstücksgesellschaft, einem Tochterunternehmen der BVG. scheidet am 31. Mai bereits aus seinem Amte aus. Mit anderen leitenden Persönlichkeiten städtischen Unternehmungen wird wegen eines freiwilligen Rück. tritts verhandelt. Der Prozeß Uralzeff Dresden, 28. Mai. Vor dem Schöffengericht begann heute vormittag 9 Uhr der Prozeß gegen den 1886 in Reval geborenen Michael Alexander Uralzeff, der mit seinem richtigen Namen Salomon Malchawski heißt und seine Mitangeklagten, den Kasseler Rechtsanwalt Dr. Steinmetz, den Dresdner Rechtsanwalt Dr. Türk und die Berliner Kaufleute Bedenk, Schrade und kifczes. In dem Prozeß spielen die Geldgeschäfte Uralzeffs mit der Raiffeisenbank eine große Rolle, wenn in der Dresdner Verhandlung auch nur ein Teil von ihnen, das sogenannte Ostwollegeschäft im Werte von sieben Millionen zur Erörterung steht. Die Raiffeisenbank hatte die Aktienmajorität der Ostpreußischen Dampswollwäscherei.=G. in Königsberg mit einem angeblichen Werte von 7 Millionen erworben, stieß das Aktienpaket aber wieder an Uralzeff ab, mit dem sie in Geschäftsverbindung stand. Uralzeff behauptet nun, das Aktienpaket sei nur ein Bruchteil von sieben Millionen wert und setzte eine angebliche Schadenersatzklage gegen die Raiffeisenbank in Szene, wobei ihn, wie die Anklage behauptet, Rechtsanwalt Dr. Steinmetz unterstützte. Es kam Uralzeff anscheinend nicht so sehr auf die Verwirklichung seiner Ansprüche an, deren Anerkennung insofern zweifelhaft war, als er der Raiffeisenbank 13 Millionen schuldete. Es war ihm, wie in der Anklage u. a. ausgeführt wird, mehr darum zu tun, Nachweise über angeblich gute Erfolgaussichten seiner Schadenersatzansprüche in die Hand zu bekommen. Diese Nachweise erhielt er in Gestalt einer fingierten oder gefälschten Korrespondenz durch die Mithilfe der Mitangeklagten Dr. Steinmetz, Bedenk, Schrade und Rifczes. Auf die ihm angeblich in Aussicht stehenden Gelder der Raiffeisenbank nahm Uralzeff neue Kredite bei verschiedenen Dresdner Kaufleuten auf. Dem Rechtsbeistand Uralzeffs, Dr. Türk, wird Betrug zum Nachteil Uralzeffs vorgeworfen. Steinmetz, Bedenk und Uralzeff werden unter anderem des gemeinsamen Betruges beschuldigt und der gewinnsüchtigen Urkundenfälschung, Bedenk außerdem noch der Unterschlagung, Dr. Türk des Betruges und des Betrugsversuches, Rifczes des Diebstahls und der Unterschlagung sowie der Beihilfe zu schweren gewinnsüchtigen Urkundenfälschung. Der Fall Kürten Inde in die Wenl Mordauschlag auf einen Berliner Bankier Berlin, 28. Mai. Am Donnerstag vormittag gegen ½11 Uhr erschien in dem Kassenraum des Bankgeschäftes W. & Co., Charlottenstraße 56 ein etwa 50jähriger Mann, der sich mit dem Namen Hofrichter vorstellte und eine Unterredung in Börsenangelegenheiten mit dem Inhaber des Geschäftes, dem 43 Jahre alten Bankier Willi Pohle erbat. Pohle forderte den Mann auf in sein Arbeitszimmer einzutreten. Gleich darauf hörten die Angestellten mehrere Schüsse fallen, sie drangen in das Arbeitszimmer ein und fanden den Bankier mit einem Unterarmschuß und einem Lungenschuß verletzt vor, während der angebliche Hofrichter im Begriff war, sich selbst eine Kugel in den Kopf zu schießen. Die Angestellten fielen ihm in den Arm, der Schuß löste sich aber trotzdem und streifte Hofrichter leicht am Kopf. Die inzwischen alarmierte Polizei nahm Hofrichter fest, während der Bankier Pohle dem Westend=Krankenhaus zugeführt wurde. Bei dem angeblichen Hofrichter wurde ein verschlossener, an die Staatsanwaltschaft gerichteter Brief gefunden, der der Staatsanwaltschaft zugeleitet wurde. Explosion auf einem früheren deutschen Panzerireuzer London, 28. Mai. An Bord des früheren deutschen Panzerkreuzers „Prinzregent Luitpold“, der in Scapa Flow mit den anderen Schiffen der deutschen Hochseeflotte versenkt und später wieder gehoben worden war, ereignete sich heute eine Explosion, deren Ursache und ihre Auswirkungen noch nicht bekannt sind. Drei Mann der Besatzung sind mit schweren Brandwunden ins Krankenhaus eingeliefert worden. Ein vierter Verletzter, über dessen Zustand nichts Näheres verlautet, befindet sich noch auf dem Schiff. Ein Sohn des Sauerlandes Schicksalsgefährte Posesor Begeners Brilon, 28. Mai. Einer der tatkräftigsten Mitarbeiter Professor Wegeners, der, wie die Tagespresse berichtete, bei der Deutschen Grönlandexpedition den Heldentod im ewigen Eise fand, war der Geodät Dr. Karl Weiken. Das Geburtshaus Weikens steht im Sauerland, und zwar in Assinghausen. Es ist das jetzige Gasthaus und die frühere Brauerei Anton Weiken. Dr. Weiken war als Offizier Teilnehmer am Weltkrieg und kam 1916 in französische Gefangenschaft, die etwa drei Jahre dauerte. Drei seiner Brüder erlitten den Heldentod für das Vaterland und ruhen in Frankreichs Erde. Nach Rückkehr aus der Gefangenschaft setzte Weiken seine Studien fort an der Hochschule in Berlin und promovierte 1926 zum Doktor. Später wurde er nach Potsdam versetzt und lernte hier Prof. Wegener kennen. Dr. Weiken ist der derzeitige Leiter des Westlagers der Grönlandexpedition. Im vergangenen Herbst war er der Leiter der ersten Ersatzexpedition und auch Leiter der zweiten Ersatzexpedition in diesem Frühjahr, die nach einer vierzehntägigen Hundeschlittenreise das Lager „Eismitte" erreichen konnte. Dr. Weikens betagte und um ihren Sohn besorgte Mutter lebt noch heute in Assinghausen. Schreckliches Ende eines Deutschen in Neu-Guinea London, 28. Mai. Einer Meldung aus Canberga zufolge läßt die australische Regierung Nachforschungen nach dem Schicksal eines deutschen„Prospektors“ namens Baum im Innern des Mandatsgebietes von Neu=Guinea anstellen, der mit seinen eingeborenen Begleitern von einem feindlichen Stamme überraschend angegriffen und getötet worden sein soll. Die Meldung besagt weiter, daß Baums Leiche von den Eingeborenen geschändet und zu religiösen Zwecken verstümmelt worden sei. Bei dem Ueberfall seien auch vier seiner Diener niedergemacht worden, während es fünf anderen gelungen sei, zu entkommen. Der britische Bezirkskommissar von Morobe hat sich ins Gebiet des oberen Wattut=Flusses begeben, um die Angelegenheit zu untersuchen. * Reinemachen in der Berliner städtischen Wirtschaft. Der Berliner Magistrat billigte in einer Sitzung am Mittwoch das Vorgehen des Bürgermeisters Dr. Elsaß, der das Ziel verfolgt, einige leitende Beamte städtischer Gesellschaften wegen Verquickung ihres Amtes mit privaten Nebengeschäften aus ihren AemBerlin, 28. Mai. Der Rechtsausschuß des preußischen Landtages beriet am Donnerstag den deutsch=nationalen Antrag, der das Staatsministerium ersucht, das gegen Kürten rechtskräftig gewordene Urteil vollstrecken zu lassen. Der Berichterstatter, Abgeordneter Dr. Kaufmann(Dut.) empfahl die Annahme des Antrages. Der deutschnationalen Fraktion komme es vor allem darauf an, eine Erklärung darüber herbeizuführen, inwieweit die frühere Erklärung des Justizministers, daß er kein Todesurteil vollstrecken lassen werde, eine grundsätzliche Stellungnahme bedeute. Gerade der Fall Kürten zeige, daß die Todesstrafe nicht entbehrt werden könne. Nach kurzer Aussprache wurde ein sozialdemokratischer Antrag angenommen, den deutschnationalen Antrag abzulehnen, da der Landtag nicht zuständig sei. Gegen die Stimmen der Deutschnationalen und der Deutschen Volkspartei wurde auch ein Ergänzungsantrag der Deutschnationalen abgelehnt, wonach das Staatsministerium ersucht werden sollte, die Vollstreckung der Todesstrafe künftig grundsätzlich nicht abzulehnen. Unglückliches Torpedoeinschießen Eckernförde, 28. Mai. In der Eckernförder Bucht ereignete sich heute vormittag ein schweres Unglück. Angestellte der Torpedoversuchsanstalt schossen Torpedos ein, wobei sich ein Torpedo als Kreis= und Oberflächenläufer erwies. Der Torpedo traf ein Boot, das 1000 Meter seitab lag und in dem sich drei Personen befanden. Er durchschlug das Boot und brachte es zum Sinken. Ein älterer Arbeiter aus Borby hielt sich an den Planken fest und konnte gerettet werden. Sein Sohn und seine Schwiegertochter, die aus Berlin zu Besuch weilten, wurden mit in die Tiefe gezogen. Ihre Leichen konnten sväter geborgen werden. Unwetter in der Türkei Stambul, 28. Mai. In der Umgebung von Amasia zerstörte ein schweres Unwetter mehrere Dörfer. Bis jetzt werden 13 Todesopfer gemeldet. Die Bahnlinie nach Samsun ist auf sechs Kilometer unterbrochen. Unwelterschäden in Westengland London, 28. Mai. Den zwei Tagen außergewöhnlicher Wärme ist eine Welle schwerer Gewitter, verbunden mit heftigen Hagelschauern, gefolgt.“ Besonders Westengland und Südwales hatten unter dem Witterungsumschlag zu leiden, wo verschiedene Orte durch starke Regenfälle unter Wasser gesetzt wurden und wo durch Hagelschlag großer Schaden angerichtet worden ist. Man befürchtet, daß sich am Donnerstag die Unwetterzone auf ganz England und auf das Nordseegebiet ausdehnen wird. 35 Der Riesenverbrauch beweist, daß sie gut ist LIDA KÖNIGIN SEIFE K AFFEE FRISCH GERUSTET Doppelte Gutscheine ab heute bis einschließlich Samstag, den 6. Juni Filialen Bochum: Kortumstr. 97, Hattinger Str. 14 Verlangen Sie Prospekte über unser neues Bervice„KA--RO- BIau“ s. Beflage zum Bochumer u. Gen. Anzeiger Taenenz Opiel und Opie de Nr. 123 38. Jahrgang Freitag, 29. Mai 1931 n a Die Bochumer Stadtmannichall nimmr an ucm Lauf teil Wenn unter den Sportarten durch die ungünstigen pirtschaftlichen Verhältnisse eine Beeinträchtigung zu war, dann ist das nach außen hin wenigstens bei der Leichtathletik der Fall gewesen. Die der großen internationalen Wettbewerbe ist arg zusammengeschrumpft, einfach weil die Mittel fehlen Leichtathleten von internationalem Rufe zu verpflichten. Ein solches Sportfest von wenigen Stunden Dauer erfordert henlange Vorbereitungen und verschlingt größere oc. als sich die Laien träumen lassen. Die chen Turn= und Sportvereine haben ihre Werbetätigkeit stark einschränken müssen. Dafür hat sich allerdings der interne Leichtathletikbetrieb seit der Reform im Westen, die auch von anderen Verbänden übernommen wurde, verbessert. Leider fehlt aber den Zuschauermassen das Verständnis für die schönste aller Sportarten, die Leichtathletik, die an ästhetisch schönen Bildern, an fesselnden Kampfmomenten es mit jeder anderen SportWestdeutschlands größte. Straßenstaffel, die Rheinstaffel hat allen Widrigreiten getrotzt. An ihrer Staffel halten die Leichtathleten Westdeutschlands fest, dafür opfern sie die letzten Groschen aus der Vereinskasse und so finden sich zur zehnten Wiederholung dieser Staffel über 2000 Läufer in Düsseldorf ein. Für diese Treue aber muß man den westdeutschen Vereinen, die aus allen Lagern und allen Sportarten ein gemeinsames Fest feiern, danken. In dieser Treue liegt unsere Hoffnung auf eine bessere und glücklichere Zeit, zu der die Rheinstaffel auch eine Brücke sein soll. Die deutsche Jugend am Rhein hält es mit unserem Altmeister Goethe:„Allen Gewalten, zum Trotz sich erhalten, nimmer sich beugen, tapfer sich zeigen, rufet die Arme In diesem Jahre ist die Hauptklasse geteilt worden. Die Strecke führt wie immer von Neuß über HeerdtOberkassel und die Rheinbrücke durch den Hofgarten über die rechtsseitige Rheinpromenade zum Rheinstadion. Beide Gruppen der Hauptklasse stellen je 30 Läufer, die 15,3 Kilometer zu bewältigen haben. Die Gruppen werden gemeinsam um.40 Uhr in Neuß abgelassen, aber die Stadtmannschaften werden besonders gewertet. In der Hauptklasse der Vereine fehlt der Sieger des Vorjahres, der Kölner B. C. Dagegen sind alle zehn placierten aus dem vergangenen Jahr zur Stelle. Die besten Aussichten hat auch diesmal wieder der mehrfache Rheinstaffelsieger Schwarz=Weiß Essen, dessen schärfster Rivale der Dü dorfer S. C. 99 und der Deutsche S. C. Düsseldorf sein dürften. Sehr zu beachten sind auch noch der T. S. V. 99 Duisburg, Spiel Sport Schalke und der S. S. V. Elberfeld. Bei den Stadtmannschaften verdient Krefeld den Vorrang, denn die Seidenstadt hat in der Leichtathletik immer eine ausgezeichnete Rolle gespielt. Sehr gespannt ist die Bochumer Sportgemeinde auf das Abschneiden der Staffel des Stadtverbandes für Leibesübungen. Die Läufer Bochums sind sorgfältig ausgewählt Man darf von den heimischen Athleten mit ziemlicher Sicherheit erwarten, daß sie die blau=weißen Farben ehrenvoll vertreten werden..„. g2 tern fä.g Die zweite Klasse mit 20 Laufern läuft Kilometer. Hier gilt der V. f. L. Siegburg als vorit. Völlig offen ist das Rennen für die Klass die 7,4 Kilometer mit 15 Läufern zu bewältigen Die stärkst besetzte Klasse ist die Klasse 4, die in Gruppen mit je 20 Vereinen gestartet wird. Auch hier ist eine Voraussage kaum zu geben, doch darf man sagen, daß die D. J..=Vereine mit ihren besten Mannschaften gute Siegesaussichten haben. Die Schwimmer stellen Staffeln mit 14 Läufern, die 5, Kilometer durcheilen müssen. In der Klasse 5, urten Ruderer, Paddler, Fechter und Boxer. Eine Voraus11,3 Fae 3, hat. drei sage ist hier schlecht möglich. Wie immer sind auch die Jugendklassen mit rund 50 Vereinen sehr stark besetzt. Oszmella-Engel Deutschlands Berufsfliegerelite fährt in Bochum Die Eröffnungsrennen auf der neu erstandenen Bochumer Bahn werden auch den Freunden der Fliegerrennen hochwertigen Sport bringen. Der Verein Radrennbahn Bochum hat die besten Flieger aus dem Lager der Berufsfahrer verpflichtet. Die meisten von ihnen sind in Bochum bekannt, da sie schon als Amateure auf der alten Bahn gefahren sind. Es wurden verpflichtet: Exweltmeister Mathias Engel und der Liebling der Bochumer Paul Oszmella. Hannover entsendet Alex Fricke und Hans Bernhardt; die Reichshauptstadt stellt Kuhn, Breslau Hallo Kieslich; die Seidenstadt Krefeld Gebr. Schamberg und Mertens, der mit Schenk(Hemer) das Zweisitzerfahren bestreitet. Die rheinische Metropole ist durch Karl Rauch und die Bierstadt Dortmund durch Gustav Benninghoff vertreten. Das Zweisitzerhauptfahren dürfte ein scharfes Duell zwischen Engel=Oszmella, Fricke=Bernhardt und Gebr. Schamberg werden. Das Fliegerhauptfahren für Berufsfahrer wirh Aufschluß über die Form unserer besten Flieger geben, zumal Bout Oopent“(gpestmeister Engef bezwingen Kampf um den Sieg Bilder vom leichtathicttlchen Abendmeeting in Koln finnen Starts Ein födlicher Unfall bei der 10 000=Kilometer=Fahrt des A. v. D. Nur spärlich laufen die Nachrichten von den Teilnehmern an der 10 000=Kilometer=Fahrt des A. v. D. ein. In San Sebastian sind alle 46 Teilneymer der großen Klasse rechtzeitig eingetroffen und haben schon den dritten Abschnitt über 1160 Kilometer nach Lissabon angetreten. Madrid wurde schnell erreicht, vor Eintreten der Dunkelheit waren die Fahrer in Lissabon. Die kleinen Wagen haben die Rückfahrt von Lissabon nach Barcelona angetreten. Für die 1350 Kilometer waren nur 47¾ Fahrtstunden für die 38 Teilnehmer vorgesehen. Leider ereignete sich an der spanisch=portugiesischen Grenze ein tödlicher Unfall. Der von E. Hörbe gesteuerte Brennabor verunglückte, der Führer war sofort tot und der Begleiter wurde schwer verletzt. Zum Glüch gab es wenigstens keine weiteren Unfälle. Vom Turf Longchamp, Donnerstag, 28. Mai 1. Rennen: 1. Trumps(Sibbritt), 2. My Lord, 3. Volpone. Toto: Sieg: 69:10. Platz: 22, 39, 18:10. 2. Rennen: 1. Janus(Rochetti), 2. Suburbs. Toto: Sieg: 111:10. Platz: 28, 16, 16:10. 3. Rennen: 1. Murcie(Esling), 2. Charmoise, 3. Miß Rabel. Toto: Sieg: 38:10. Platz: 18, 50, 4. Rennen: 1. Benedetto(Semblat), 2. Rolanges, 3. Trebor. Toto: Sieg: 78:10. Platz: 24, 24:10 5. Rennen: 1. Saltatore(Torterolo), 2. Feu de Joaie, 3. Potiphar. Toto: Sieg: 71:10. Platz: 19, 6. Rennen: 1. Hublot(Sibbritt), 2. Lilium, 3, Target. Toto: 34:10. Platz: 20, 45:10. 7. Rennen: 1. Pompadour(Turner), 2. La Flotte, 3. Noirmoutiers. Toto: Sieg: 82:10. Platzz 26, 39, 24:10. Grunewald, Donnerstag, 28. Mai 1. Rennen: 1. Törin(H. Hiller), 2. Feldwebel, 3. Sergeant. Toto: Sieg: 47:10. Platz: 26, 19:10. 2. Rennen: 1. Lebenskünstler(H. Kreuz), 2. Mantegna, 3. Tarnschild. Toto: Sieg: 44:10. Platzz 14, 13:10. Seanern hatte. In Bld daneden rechts seht man, wie Hobus, Guls), ewa breißig Metzenen der, Ziehzis irlealsr. SitePeis Ssoholle vorbei oyzhaften#Ppuepee ger#e der ganz ausgegeichueten Her auscheinend pieder in Rekordform ist, in der sehr guten 3. te zum 800=Meter. Lauf festo, Garfang. r." I. FFeghlber, brist;Zer(ch;(BZochaun), der Vorstzende des W. S.., beglüickwünscht, wie brsehk uer Aen Vuuoch, uu. ee,. esce zue chen Beildig dun öcberuscht bun dnen Ghrsprrs. 3. Rennen: lerist, 3. Nero. e die Asgele en Zeit von 1,54 Minuten wie das Bild unten i: 1. Marengo(H. Zehmisch), 2. Kavalo. Toto: Sieg: 15:10. Platz: 11, 13:10. 4. Rennen: 1. Lärche(H. Kreuz), 2. Orenburg, 3. Francesco. Toto: Sieg: 36:10. Platz: 18, 14:10. 5. Rennen: 1. Rosmarin(E. Grabsch), 2. Miße griff, 3. Impressionist. Toto: Sieg: 25:10. Platz: 11, 6. Rennen: 1. Groll(O. Schmidt), 2. Edelknabe, 3. Germanicus. Toto: Sieg: 24:10. Platz: 12, 20, 7. Rennen: 1. Kamerad(A. Sajdik), 2. Nomos, 3. Berenice. Toto: Sieg: 63:10. Platz: 22, 29, 20:10. ihm und Wie wird er strahlen, wenn er Sie sieht in Ihren neuen Speierschuhen. Er wird Sie bewundern sind der springende Punkt Ihres äusseren Eindrucks. Am Schuh liegt es, ob Ihre Beine und Ihre Und denken Sie stets daran: Für jeden„Speier“ bürgt ein Schuhunternehmen von Weltruf mit seinen Erfahrungen, seinen Spezialisten und der ganzen grossen Verantwortlich! 50jährigen Tradition. Kaufen Sie bei Sandaletten die Modelieblinge. Ideal schöne Modelle. Wundervoll im Schnitt; ausprobiert gute Passform; echtes feinnarbiges Chevreaux in eusgesucht schönen Modefarben, auch in lock und Weise-Schwarz, weise pospeliert, soll und ganz ledergefüftert, mit schön geschweiftem Leuis XV Absatz. 10. 12.50 14.50 16.50 Opanken Reizende Sonnenschuhe in fein abgestimmten Farbtönen, musterhaft in der Form, ganz Leder oder Flechtvorderblatt mit echt Leder angeflochten: Flechtmodelle mit unterfüttertem Blatt; kräftiges Gelenk, das die schöne Form erhält; guter Lederbrandschie und verstellbarem Verschluss. .90.90 10.90 12.50 Bochum, Kortumstraße 71 es hat seinen Gruc Wer kommt ins Endipiel? Die Vorschlußrunde der Fußball-Meilterschaft des Münchener Angriffs, wird für Erfolge sorgen. Daß ekor So wenig erfreulich die durch schlechte Organisation der Endspiele in einigen Landesverbänden hervorgerufenen höchst bedauerlichen Begleiterscheinungen bei der Durchführung der bisherigen Vor= und Zwischenrundenspiele um die Deutsche Fußball=Meisterschaft waren, heute sieht man wenigstens wieder klar und kann die Augen auf die Zukunft richten. Wenn der angerichtete bedeutende moralische Schaden auch so bald nicht repariert sein wird, diese Angelegenheiten auch noch viel Staub aufwirbeln dürften, im Augenblick ist es wichtiger, sich mit dem Fortgang der Meisterschaftskämpfe zu beschäftigen, als über den Fall Kraus oder über die Berechtigung süddeutscher Anwürfe gegen den Bund nachzudenken. Die Kämpfe um die Fußball=Meisterschaft bringen am Sonntag die Vorschlußrunde, treten damit also bereits in das entscheidende Stadium. Die beiden Teilnehmer an der vorjährigen Schlußrunde sind wieder dabei: Hertha=BSC. und Holstein=Kiel. Die Paarungen sind bekannt, in Duisburg trifft HolsteinKiel auf München 1860, während in Leipzig Hertha=BSC. und Hamburger Sportverein die Gegner sind. Es soll kurz versucht werden, die Aussichten der Mannschaften zu erläutern. Wird Hertha den H. S. V. Schlagen? So lautet die Frage wohl nicht nur in Berlin, sondern im ganzen Reiche, überall wo es Anhänger des Fußballsportes gibt. Denn rein gefühlsmäßig herrscht wohl die Meinung vor, daß der Sieger dieses Kampfes auf dem Leipziger Wacker=Platz als Favorit ins Endspiel gehen wird. Hertha=BSC. befindet sich zur Zeit in ganz ausgezeichneter Form. Es ist geradezu erstaunlich, mit welcher Präzision die Berliner immer„da“ sind, wenn es gilt, um höchsten Einsatz zu kämpfen. Der Sieg über Fürth, vielleicht etwas glücklich errungen, war dennoch eindrucksvoll. Das Schlußdreieck der Berliner ist vielleicht nicht ganz so vollwertig wie das Bollwerk Blunck=Beier=Risse der Hamburger, aber an der Läuferreihe gibt es nichts zu tadeln, und die Stürmerreihe Ruch=Sobek=Lehmann=KirseiHahn ist immer noch das Glanzstück von Hertha. Bei Hamburg sieht es gerade im Angriff nicht so gut aus. Wollers ist der Torschütze, er ist es fast ausschließlich. Die anderen Stürmer spielen gut, ausgezeichnet sogar, aber es fehlt das„gewisse Etwas“, das dem Stürmerspiel gegen Klassenmannschaften Erfolge sozusagen garantiert. Haben die Berliner wieder ihren guten Tag, ist mit ihrem Sieg stark zu rechnen, aber aus der Welt liegt der Erfolg HSV. auch gerade nicht. Das Spiel der Hamburger gegen die Frankfurter Eintracht als Wertmesser genommen, müßte Hertha=BSC. allerdings das bessere Ende für sich haben. Holltein—München gibt Kampf! Nach der tapseren Vorstellung der Kieler im letzten Jahre, wird die westdeutsche Fußballgemeinde zu Tausenden im Duisburger Stadion vertreten sein, um den Kampf Holstein gegen München 1860 zu erleben. Zwei Systeme begegnen sich hier. Das kraftvolle, schnelle und praktische Spiel der Holsteiner und die weichere, elegante und systematische Art Münchens. Die Sympathien des Publikum werden durch den Schneid der Holsteiner wahrscheinlich schnell erweckt werden, ob der zu erwartende moralische Rückhalt aber ausreicht ist schwer zu sagen. Daß die Münchener in großer Form sind, bewies ihr Kampf gegen TennisBorussia, den sie leichter gewannen, als es das Resultat vermuten läßt. Lachner, der geistige Lenker der Sturm Bälle bekommt, ist bei einem Piedl als Mittelläufer eine Gewißheit. Hinten ist bei München auch alles untadelig. Weniger vielleicht bei Holstein, wo dafür ein Kramer im Tor steht. Die Ritter, Ludwig und Widmaier im Sturm werden jedoch nicht mäßig sein. Das Glück könnte den Kampf entscheiden, während man der besseren Mannschaft den Erfolg wünscht. Auch Hiden ist Schlagbar 1. FC. Nürnberg schlägt Oesterreichs Pokalmeister:1. Daß die hohe Niederlage der deutschen Nationalelf gegen Oesterreich bei einer stärkeren Besetzung der deutschen Mannschaft vermeidbar gewesen wäre, bewies der prächtige Erfolg, den der 1. FC. Nürnberg gegen den österreichischen Pokalmeister WAC. Wien erzielte. Die Profis, die mit ihrer stärksten Mannschaft antraten, wurden in einem mitreißenden Kampf mit:1(:1) Treffern verdient geschlagen. Hiden war nicht unschlagbar, denn Friedel und Reinmann sorgten für zwei schöne Tore. Wird der Welten gewinnen? Oftholland- Welfdeutschland in Arnheim Unter den Repräsentativkämpfen des Westdeutschen Spielverbandes nimmt die traditionelle Begegnung mit Ostholland einen ganz besonderen Rang ein. Die Beziehungen datieren noch aus der Vorkriegszeit und sie sind dank der Initiative des Düsseldorfer Altoberbür= germeisters Marx zustande gekommen, der seine Sportfreundlichkeit oft genug bewiesen hat. Er stiftete für diese Begegnung einen wertvollen Pokal, der dreimal hintereinander oder fünfmal insgesamt gewonnen werden mußte und den Westdeutschland an sich bringen konnte. Auf ostholländischer Seite war es vor allem Notar Engelberts(Arnheim), der sich in den ersten Nachkriegsjahren trotz des Boykotts der deutschen Sportler für die Wiederaufnahme dieses Repräsentativspieles einsetzte. In der Tat kam die erste Nachkriagsbegegnung auch zustande, als der deutsche Fußball noch isoliert war. Erst in der Nachkriegszeit erreichte durch den ungeahnten Aufschwung des Fußballs auch Westdeutschland Sommerlpiele der D. T. Abschluß der Meisterschaftsipiele im Faufthall Obwohl im Emscher=Ruhrgau am Sonntag die Faustball=Meisterschaftsspiele zu Ende gehen, ist der Ausgang in allen Klassen mit Ausnahme der Turnerinnenklasse noch ungewiß. In der Meisterklasse der 18 bis 29 Jahre alten Männer(1. Bezirk) haben mit je 9 Punkten Jahn Querenburg und Polizeisportverein Bochum(WSV.) die Führung. Mit nur einem Punkt Abstand folgt der Evg. Gesellenverein Bochum. Im 2. Bezirk halten mit je 6 Punkten sogar vier Vereine die Spitze, wie die Tabellen zeigen. Der diesjährige Gaumeister wird wohl Turn= und Spielverein Ehrenfeld=Rechen heißen, der alles daran setzen wird, die beiden noch ausstehenden Spiele zu gewinnen. Die Tabellen Meisterklasse(18 bis 29 Jahre) 1. Bezirk: Henrichshütte Ehrenfeld=Rechen Tv. Bochum 48 Sportvg. Laer 87 Tbd. Herne=Vöde Tura Hattingen Tv. Gerthe Tv. Horst Meistertlasse(30 bis 40 Jahre) Spiele gew. un. verl. Punkte 5 5 5 5 5 5 5 5 1 — 1 — 1 — 1 — 3 — 4 — 4 — 5 :2 •2 •2 •2 :6 :8 :8 :10 Die Spiele am Sonntag Meisterschaftsklasse(18—29 Jahre). 1. Bezirk. Sportvg. Laer 87— Tura Hattingen. Turnersch. Werne—. Polizeisportv. Bochum. Polizeisportv. Bochum— Sportv. Laer 87. Tura Hattingen— Turnerschaft Werne. Evg. Gesellenv. Bochum— Ehrenfeld=Rechen. Tv. Bochum 48— Jahn Querenburg. Evg. Gesellenv. Bochum— Jahn Querenburg. Ehrenfeld=Rechen— Tv. Bochum 48.„„„„ 2. Bezirk. Tkb. Wanne— Tv. Wanne 85. TuS. Hordel— Tkb. Wanne. Tv. Wanne 85— Tus. Hordel. Jahn Querenburg 2— Jahn Günnigfeld. Tamde. Bochum— Tv. Gerthe. Jahn Günnigfeld— Tamde. Bochum. Tv. Gerthe— Jahn Querenburg 2. Meisterklasse(30—40 Jahre). Sportvg. Laer 87— Tv. Bochum 48. Tura Hattingen—. Ehrenfeld=Rechen. Ehrenfeld=Rechen— Sportvg. Laer 87. Tv. Bochum 48— Tura Hattin= gen. Thd. Herne=Vöde— Tv. Horst. Tv. Gerthe— Heurichshütte., Henrichshütte— Töd. Herne: Böde. v. Horst— Tv. Gerthe. eine Spielstärke, die unsere Verbandself erfolgreiche rivalisieren ließ. Aumählich konnten wir den Vorsprung der Holländer aufholen und da der holländische Fußba#t eine Krisenzeit durchzumachen hatte, die sich auch in den Landesverbänden auswirkte, das Siegverhält. nis zu unseren Gunsten gestalten. Spiele mit Ostholland aber gehörten immer zu den besten und schönsten Treffen, die die WSV.=Elf durchgeführt hat. In den letzten Jahren war das Siegesglück wieder abwechselnd einmal bei den Ostholländern, dann bei uns. Das Spiel am 31. Mai in Arnheim hat deshalb eine besondere Bedeutung, weil es die zwanzigste Begegnung ist. Beide Verbände haben eine sehr starke Mannschaft herausgebracht: Ostholland: Van Weezel(Tubantia); Wanders (Waageningen), Admiraal(PEC.); Bakker(ZAC.), Veldkamp sen.(Enschede), Entjes(Herakles); Meeuwsen (Vitesse Arnhem), v. d. Heiden(Waageningen), Kluin (AGOV.), Schipper sen.(Herakles), de Bruyn(PEC.), Westdeutschland: Buchloh(Speldorf); Schröder(BfR. Köln), Weber(Kurhessen Kassel); Janes(Fortung Düsseldorf), Münzenberg(Alem. Aachen), Kluck(Borussia Rheine); Straßburger(SV. Duisburg), Euler(BC. Köln), Schlösser(SW. Barmen), Köhler und Kobiersti (beide Fortuna Düsseldorf). In der Mannschaft Osthollands sind alte und jung Kräfte verwandt. Die Mehrzahl der jüngeren Spieler ist aus den Auswahlkursen des Niederländischen Verbandes hervorgegangen. Sehr stark ist die Abwehr der Mittelläufer und beide Flügel. Zu der westdeutschen Mannschaft kann man in dieser Besetzung volles Vertrauen haben. Sie müßte einen knappen Sieg herauszuholen wissen. Erfolg der Einigkeit Auch die Turner bei Repräsentativtreffen. Der Verwaltungsausschuß der Arbeitsgemeinschaft DT=DSB.=DFB. faßte auf seiner letzten Sitzung einige bemerkenswerte Beschlüsse. Die Teilnahme der Turner und Sportler wurde für größere Veranstaltun gen genau festgelegt. Danach sollen auch bei den diesjährigen Länderkämpfen der DSB. die besten Turner Verwendung finden, so gegen England, Frankreich, Holland und die Schweiz. Voraussichtlich werden auch zu den internationalen Frauenspielen in Florenz einige Turnerinnen entsandt. Frl. Krahwinkel in Form Paris, 28. Mai. Bei den französischen Tennismeisterschaften wurden am Donnerstag nur wenige Spiele ausgetragen, die in ihrem Ende ziemlich sensationell waren. Bei den Damen erkämpfte sich Betty Nuthall über die Amerikanerin Helen Jacobs mit einem glatten Zweisatzsieg von:3,:2 den Einzug in die Vorschlußrunde und auch Hilde Krahwinkel blieb über die französische Spitzenspielerin Frau Mathieu verhältnismäßig sicher in zwei Sätzen:3,:3 erfolgreich. Kurze Sportschau Fervor eingegangen. Deutschlands berühmtestes Zuchtpferd, der 1906 aus der hervorragenden Festa gezogene Fervor, ist im Gestüt Waldfried bei Frankfurt im Alter von 25 Jahren eingegangen. Fervor, der letzte Sohn der großen Festa, gehörte zu den besten Deckhengsten, die wir in Deutschland jemals gehabt haben Graf Isolani außer Gefecht. Der Stall M. I. Oppenheimer hat mit seinem Spitzenkönner Graf Isolani Pech, denn der Graf ist am Pfingstmontag aus dem Hoppegartener Jubiläumspreis nicht ganz heil zurückgekehrt. Der Hengst zeigt vorn rechts eine Lahm heit, die doch schwerer Natur zu sein scheint. In den nächsten Wochen wird man kaum mit einem Start des Grafen rechnen können. gehen Ihnen nicht mehr verloren Legen Sie einmal ein Zentimetermass um eine Schuhputzdose herum; sie hat etwa 20 cm Umfang. Daraus erschen Sie, wie gross die Menge Schuhputz ist, die in den Ecken einer gewöhnlichen Dose stecken bleiben kann. Immalin hat diese Ecken beseitigt; Sie können den reichlichen Inhalt bis zum letzten Rest bequem herausholen. In dieser vorteilhaften Dose: schwarz, weiss, ferblos, gelb, echsblut, vier Arten modebraun. nieter Cam=wemger Auben Immalin-Werke, Mettmann-Rhid. Aus dem Nachbargebiet stadttreis Wattenscheid Frauenbi g az0S Htgr.P ge. Jahresfest. Eine Schwester aus Witten wird einen Im„hge“ Hlrotg,(Rak.=Sog.) eingegangen:„Die evandes Aos.„K u # M a t t e n s c h e i lische Elternschaft der Staot Wanenscheid stellt in chreiben vom 20. Mai 1931 an den Herrn Preuven Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksfest, daß an ihren evangelischen Schulsystemen ein empfindlicher Lehrmangel herrscht. Die evangeSchulen Wattenscheids zählen„insgesamt 93 Klassen mit nur 83 angestellten Lehrkräften, wayrend tholischen Schulen Wattenscheids bei insgesamt 108 Klassen auch 108 angestellte Lehrer zur Ich frage das Staatsministerium: 1. Billigt es siese unterschiedliche Behandlung der beiden großen Konflikt aus der„Welt zu schaffen?“— Man erwartet in evangelischen Eiternkreisen eine Antwort, die sie befriedigt. Radtreis Wanne=Eice Bedeutende Vergrößerung der Röhlinghauser hausanlagen. Wir haben uns im„B..“ des öftern mit dem verwahrlosten Zustand des an der Straße gelegenen Parkes der Zeche„Königsgrube" befaßt und in diesem Zusammenhang die Anregugg gebracht, daß es praktisch sei, diesen Park mit den Vor hausanlagen zu verbinden. Diese Anregung wird jetzt in die Tat umgesetzt. Die Volkshausanlagen diesseits und der Königsgruber Part jenseits der Hofstraße. Es ist also nur die Schaffung eines weiteren Einganges nötig. Der Park wird jetzt in ordnungsmäßigen Stand versetzt und soll dann dauernd gepflegt werden. Jedenfalls ist es exfreulich, daß sich die Gartenbauverwaltung zu diesem Schritt entschlonsen hat. Be sondere Erwähnung verdienen auch die Arheiten, die gegenwärtig zur Vergrößerung des von den Volkshausanlagen eingeschlossenen Sportplatzes vorgenommen werden. Der Platz, der in Form eines Stadions(mit Aschenlaufbahn und Sitzgelegenheit) ausgebaut werden soll, erfährt eine Vergrößerung bis zu der am Volkshaus vorbeiführenden Straße. Tatsächlich sind die Verhältnisse auf dem alten Platz an der Römerstraße höchst Eröffnung des Röhlinghauser Planschbeckens. Am Mittwoch nachmittag wurde erstmalig das Planschbecken an der Barbarastraße in Röhlinghausen unter ungeheurem Jubel unserer Jugend mit Wasser angefüllt. Die Anlage im Wanner Stadtgarten wurde bekanntlich aus hygienischen Gründen auf Anordnung des StadtHafenbauten. Am Rhein=Herne=Kanal werden zur Zeit neue Häfen angelegt. Die Arbeiten am Essener Stadthafen sind soweit gediehen, daß er wahrscheinlich Ende dieses Jahres fertiggestellt sein wird. Die Harpener Bergbau=AG. baut westlich der Bahnlinie Wanne—Recklinghausen einen neuen Hafen. Dieser erhält 22500 Quadratmeter Wasserflache, bei 4 Meter“ Wasserriere, Die Länge der Haupl#####e von einem dahinjagenden Motorradfahrer aus Erle von hinten angefahren und zu Boden geworfen. Er trug schwere Verletzungen davon und ist auf dem Wege zum Krankenhause gestorben. □ Stadttreis Herne Ein Konfektioneladen ausgeraubt. In der Nacht zum 27. Mai drangen unbekannte Täter in die Räume des Konfektionsgeschäfts W. ein und entwendeten 26 blaue, braune und gestreifte Herrenanzüge, 6 Burschenanzüge, 4 Kinderanzüge, 4 Ueberzieher, 4 Kordanzüge, 66 Pullover und Westen, 10 Hosen.(gestreift), 12 Meter Herrenstoff und 20 Meter Seidenstoff.* Siadttreis Castrop-Rauxe Vom Schnellrichter verurteilt. Die bei den schweren Zusammenstößen zwischen Erwerbslosen und der Polizei im Stadtteil Ickern festgenommenen vier Personen hatten sich Mittwoch vor dem Schnellrichter zu verantworten, wegen Verstoßes gegen die Notverordnung vom 28. März(Verbot der unangemeldeten Versammlungen). Der Stadtverordnete Körbs und der Arbeiter Schulz wurden zu je drei Monaten Gefängnis verurteilt. Die beiden übrigen Angeklagten, die die Demonstranten gegen die Polizei aufhetzten, erhielten je eine Woche Gefängnis. 0 Stadtkreis Witten Einbruchsdiebstähle. In der Nacht zum 27. Mai wurde in ein in der Annenstraße gelegenes Weißwarengeschäft eingebrochen. Gestohlen wurden Damenstrümpfe, Herrenoberhemden, Herrenunterhosen und Selbstbinder im Werte von 1500 RM.— In derselben Nacht wurde in einem in der Stockumer Straße gelegenen Schuhgeschäft eine Schaufensterscheibe zertrümmert und aus der Anlage einige braune Aktentaschen, sowie Sportstiefel gestohlen. Ent'assungen beim Reichsbahnausbesserungswerk. Der Personalbestand des hiesigen Reichsbahn=Ausbesserungswerkes soll um weitere 40 Bedienstete vermindert werden, die man dem Werk Recklinghausen zuzuteilen gedenkt. Ennepe=Ruhrtreis Severing hat noch nicht entschieden In der vorigen Woche weilten die bürgerlichen Kreisausschußmitglieder bei Severing in Berlin, um ihm neue Klagen über Landrat Hansmann vorzutragen. Der Minister versprach baldige Regelung der Sache. Die Gerüchte, Hansmann sei in einen anderen Kreis versetzt worden, haben sich bis jetzt noch nicht bestätigt, Tatsache aber ist, daß die bürgerlichen Kreisausschußvertreter gestern die Kreisausschußsitzung in Schwelm verließen, als Hausmann sich anschickte, die Versammlung zu leiten. Mit der Erklärung, daß sie vor wie nach es ablehnten, unter ihm zu tagen, verließen die bürgerlichen Vertreter den Saal. Auch an der nachfolgenden Sitzung der Bürgermeister und Wohlfahrtsdezernenten nahmen die bürgerlichen Mitglieder— die Mehrheit im Kreisausschuß!— nicht teil. 2 — 70 Hühner vom Hund totgebissen. Einem Besitzer einer Hühnerfarm im Klosterholz bei Haßlinghausen wurde von einem Hunde zirka 70 Rassebühner und Hähne totgebissen. Der Wert beträgt zirka 600 Mark. Ein herber Verlust für den Farmer. Der Hundebesitzer hat für den vollen Schaden aufzukommen. ein Raubüberfall auf den alleln anwesenden Fahrdienstleiter verübt. Der Verbrecher, ein Mann im Alter von 25 bis 30 Jahren, zwang den Beamten unter Vorhaltung eines Revolvers, die Kasse herauszugeben und die Telephondrähte zu durchschneiden. Es gelang dem Täter, mit einem Betrage von 14 Mark zu flüchten. Wenstllen und Tihemperdinz 4 Meter“ Wassertiefe., Dig, Jäpeg, der Happtng, trägt 350 Meter. Auch dieser Hasen soll noch#### „Politik und Wehrmacht“. Eine starkbesuchte Versammlung verzeichnete die Nationalsozialistische deutsche Arbeiterpartei Mittwoch abend im Kurhaus. Oberleutnant a. D. Weyrauch(Essen) sprach interessante Einzelheiten über das obige Thema.„Kann ein Katholik Nationalsozialist sein?" hieß das Vortragsthema, das Donnerstag abend die Anhänger im Bröldiekschen Saale in Crange zu hören bekamen.... ge## „Arbeitslosenproblem und Arbeitsdienstpflicht“ Eine gut besuchte Versammlung verzeichnete die Deutsche Volkspartei Mittwoch abend im Kurhaus. Handelsbevollmächtigter Frie sprach Begrüßungsworte. Für den vorgesehenen Dr. Jennis hielt Dr. Günther aus Essen den Vortrag über das obige Thema. Er sprach von den Ursachen der Arbeitslosigkeit. Die Ursache unserer Wirtschaftskrise gehe zu 50% auf innenpolitische Einflüsse(also falsche Wirtschaftspolitik und Erhöhung des Lebensstandards in den letzten Jahren trotz verlorenen Krieg und Tributlasten), 25% können von der Weltwirtschaftskrise, 10% von der amerikanischen Bankkrise und der Rest als Vertrauenskrise seit dem 14. September 1930 gebucht werden. Maßnahmen zur Ankurbelung der Wirtschaft könnten nur durch Lohn= und Preissenkung erfolgen, um auf dem Auslandsmarkt wieder wettbewerbsfähig zu sein. Die Arbeitsdienstpflicht könne ebenfalls keine Besserung schaffen.— An den Vortrag knüpfte sich eine lebhafte Aussprache.„ 8 n Besichtigungsfahrt Kölner Kaufleute. Am Mittwoch weilten etwa 50 Kölner Kaufleute vom Verbande der Lebensmittel= und Delikatessen=Großeinkäufer in Wanne=Eickel zur Besichtigung. Im Anschluß wurde dann noch eine Rundfahrt durch unseue Stadt unternommen. Durch Hufschlag schwer verletzt. Im Stalle des Landwirtes R. in Röhlinghausen wurde eine jugendliche Person von dem Hufschlag eines Pferdes getroffen. Mit schweren inneren Verletzungen wurde der Knabe dem Krankenhaus zugeführt.„„ Weestaeken Pg. An den erlittenen Brandwunden verstorben. Am 26. Mai, gegen 14.30 Uhr, hatten, wie bereits mitgeteilt, einige Kinder hinter der Gasanstalt in Wanne=Eickel ein Feuer angelegt. Ein fünfjähriges Kind kam dem Feuer dabei zu nahe, so daß dessen Kleider Feuer fingen. Mit erheblichen Brandwunden wurde es sofort dem evangelischen Krankenhause zugeführt, wo es an den Folgen der Entzündungen und Verletzungen am Mittwoch gestorben ist. 6 Stadttreis Gelsenkirchen „Ueberfahren und getötet. Der achtjährige Franz Schönfeld aus Resse, Gartenstraße 29, befuhr am Mittwoch mit einer Handkarre die Oststraße in Resse ordnungsmäßig auf der rechten Seite. Plötzlich wurde er Stadtplakette für Karl Prümer s Dortmund, 28. Mai. Der Magistrat hat dem Heimatschriftsteller Karl Prümer zur Vollendung seines 85. Lebensjahres am 23. d. M. in Anerkennung seiner großen Verdienste um die Pflege und Förderung westfälischer Mundart und westfälischen Schrifttums die Stadtplakette verliehen. Seine haushälterin erschlagen * Hagen, 28. Mai. Der verwitwete August Opterwinkel, Vater von drei Kindern, tötete heute morgen seine kurz vorher aus dem Krankenhaus zurückgekehrte 25jährige Haushälterin Bernardine Heinrich durch Schläge mit einem Hammer auf den Kopf. Das Motiv zur Tat ist unbekannt. Der Täter stellte sich der Polizei. 12. Westfalentag in Recklinghausen rw. Recklinghausen, 28. Mai. 600 bis 700 Mitglieder des Westfälischen Heimatbundes weilen zum 12. Westfalentag in Recklinghausen. Die Bürgerschaft hat ihren Willkommgruß in einem prächtigen Fahnenschmuck zum Ausdruck gebracht. Der gestrige Begrüßungsabend für die schon erschienenen zahlreichen Gäste stand unter der Leitung des Vorsitzenden des Westfälischen Heimatbundes, Freiherrn von Kerckerink zur Borg, der im Namen des Bundes die Erschienenen willkommen hieß.. Oberbürgermeister Hamm hielt das Referat über das Thema:„Die Familie von Oer im Veste Recklinghausen". Zwei Mitglieder der Familie von Oer wohnten dem Vortrage bei.— Sodann gedachte Rechtsanwalt Elsing, der Vorsitzende des Vereins für Orts= und Heimatkunde Recklinghausen, des verstorbenen Professors Albert Weskamp in Dorsten, der der Vorsitzende des Verbandes der Vereine für Ortsund Heimatkunde im Veste Recklinghausen war. Mit einem geselligen Beisammensein nahm der Begrüßungsabend seinen Ausklang. Großfeuer durch Blitzschlag :: Herford, 28. Mai. Bei einem schweren Gewitter traf ein Blitzschlag das Wohnhaus des Landwirts Halemeier in Hiddenhausen. Die Feuerwehr konnte nicht in Tätigkeit treten, da kein Löschwasser vorhanden war. Das Haus brannte vollkommen nieder. Viele landwirtschaftliche Geräte und das lebende und tote Inventar wurden ein Raub der Flammen. Als man zwei Pferde aus den Stallungen führen wollte, traten sie auf eine am Boden liegende, nicht außer Strom gesetzte elektrische Leitung und wurden auf der Stelle getötet. Der rasende Tod s Neheim=Hüsten, 28. Mai. Am Samstag abend fuhr ein Lieferauto aus Barmen, auf dem sich achtzehn Personen auf einer Pfingstfahrt nach Bad Wildungen befanden, zwischen Hüsten und Bruchhausen zu nahe an einen Straßenbaum, wobei das Verdeck abgerissen und mehrere Insassen schwer verletzt wurden. Die Verletzten wurden sofort in das Karolinenhospital in Hüsten gebracht, wo noch am Abend des Pfingstsonntags der Pensionär Ewald Dehlhards aus Barmen=Wichlinghausen starb. Bei den weiteren Verletzten, Verwandten des Dehlhards, besteht Lebensgefahr. wo Halle i.., 28. Mai. Auf der infolge zahlreicher Schlaglöcher außerordentlich schlecht zu befahrenden Kunststraße Versmold—Borgholthausen fuhr der Motorradfahrer Wallmeier aus Versmold beim Ueberholen eines Personenkraftwagens in ein Schlagloch, stürzte und blieb tot neben der zertrümmerten Maschine liegen. wo Nordhorn, 28. Mai. Auf der Chaussee Gronau— Enschede—Hengelo verlor ein Kraftwagenführer infolge eines plötzlichen Schwindelanfalles die Gewalt über sein Fahrzeug und bog mit seinem Wagen nach recht bei. Hierbei überfuhr er einen Radfahrer, der auf der Stelle tot war. Die Fahrt endete an einem Baum, der mitten durchbrach. Der Lenker des Wagens und zwei weitere Insassen trugen außerdem sehr schwere Verletzungen davon und mußten dem Krankenhause zugeführt werden. Liebesdrama * Duisburg, 28. Mai. Von Passanten wurde gestern in einem Dickicht am sogenannten„Entenfang“ hinter den Wedauseen, jedoch schon auf Mülheimer Gebiet, ein Liebespaar mit durchschnittenen Pulsadern aufgefunden. Ein gleich hinzugerufener Arbeiter=Samariter leistete die erste Hilfe, legte den bereits Bewußtlosen einen Notverband an und veranlaßte die Hinzurufung eines Arztes, auf dessen Anordnung hin die Lebensmüden dem Huckinger Krankenhaus zugeführt wurden, wo sie schwer verletzt darnieder liegen. Bei dem Liebespaar handelt es sich um einen ledigen jungen Mann und eine im gleichen Alter stehende Ehefrau, beide aus Essen. Für 30 000 Mark Goldwaren gestohlen () Düsseldorf, 28. Mai. In der Nacht zum 27. Mai gegen 4 Uhr ist in einem in der Bismarckstraße befindlichen Goldwarengeschäft ein Einbruchsdiebstahl verübt worden. Die Diebe haben die Eingangstür des Geschäftes aufgebrochen und aus der Fensterauslage eine Menge goldene Herren= und Damenuhren sowie goldene Trauringe entwendet. Der Gesamtwert der gestohlenen Gegenstände wird mit 30000 Reichsmark angegeben. Der aus dem Schlafe erwachte Geschädigte gab einen Schrottschuß auf die Einbrecher ab. Das eintreffende Ueberfallkommando nahm sofort die Verfolgung der Diebe auf und gab mehrere Schüsse auf die in einem Personenwagen flüchtenden Täter ab. Trotz der energischen Bemühungen der Polizei ist es den Einbrechern gelungen, zu entkommen. Kleine Provinz-Rundschau □ Beim Baden ertrunken. Der 30 Jahre alte Montagearbeiter Martin Jochum aus Katernberg ertrank beim Baden in der alten Kläranlage in Karnap. Die Leiche konnte geborgen werden.— Der 20 Jahre alte Schreiner Theodor Weber aus Essen erlitt beim Baden im Strandbad Baldeney einen Herzschlag, der seinen sofortigen Tod zur Folge hatte.— Im Dortmunder Hafen ertrank ein 17 Jahre alter Arbeiter aus Dortmund, der dort verbotswidrig badete.— Beim Baden im Bertha=See bei Wedau ertrank der 25 Jahre alte Arbeiter Gusleitner einen Tag vor seinem 25. Geburtstage. □ Zwangsweise Einführung der Getränkesteuer in Velbert. Die Ablehnung des Haushaltsplanes durch die Stadtverordneten hat für die Stadt Velbert äußerst nachteilige Folgen gehabt. Außer der Verdoppelung der Biersteuer auf 10 RM. je Hektoliter hat der megierungpräsident unter Zustimmung des und des Oberpräsidenten nunmehr auch die zehnprozentige Getränkesteuer zwangsweise eingeführt. Die Zwangsfestsetzung des eigentlichen Haushaltsplanes steht noch aus. Aus dem Gerichtssaut Der rasende Tod § Wanne=Eickel, 28. Mai. Ein schwerer Verkehrsunfall, der sich am 13. September des Vorjahres auf der hiesigen Stöckstraße ereignete und ein Menschenieben erforderte, fand jetzt seine gerichtliche Suhne. Angeklagt war der Fliesenleger Hans Müller wegen.—.. lässiger Tötung. An dem fraglichen Tage kam er mit seinem Motorrad aus der Kirch= und Stöckstraße gefahren und streifte dabei einen dort stehenden Personenwagen. Dabei verlor er die Gewalt über sein Motorrad. Der Soziusfahrer wurde mit elementarer Gewalt gegen eine Gartenmauer geschleudert, wo er blutüberströmt liegen blieb. Auch der Angeklagte selbst erlitt schwere Verletzungen, unter denen er noch heute leidet. Das Fahrzeug wurde total zertrümmert. Der Mitfahrer Weichert starb kurz nach der Einl ins Krankenhaus. Der Angeklagte bestritt vor Gericht jede Schuld an dem Unfall, die ihm aber subjektiv nachgewiesen wurde. Das Urteil lautete auf 4 Monate fängnis bei bedingter Strafaussetzung. In der Urteilsbegründung wurde hervorgehoben, daß M. durch seine Unvorsichtigkeit das Unglück verursacht hat. ur Wiederaufnahmeverfahren im Falle Kruse abgelehnt s Detmold, 28. Mai. Das von dem jetzt über 70 Jahre alten Metzger Konrad Kruse in Horn betriebene Viederaufzgur gporßehren, it bog Sigggppgegger Kraie Celle abgelehnt worven. um 1. Juli 1885 wurde Kruse vom Detmolder Schwurgericht wecen Totschlage an seiner Mutter— ursprünglich hatte die Anklage sogar auf Giftmord gelautet— zu lebensänglicher Zuchthausstrafe verurtett. Nachdem Kruse 25 Jahre hinter Zuchthausmauern zugebracht hatte, wurde er begnadigt. Seit diesgg, Tgt,8 Kruse, der immer seine Unschuld beteuerte, aufnahme seines Prozesses betrieben. Erst vor ei Zeit hatte der Berliner Rechtsanwalt Mendel im Auftrage der Liga für Menschenrechte erneut den Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens gestellt. Das hiesige Landgericht hatte den Antrag jedoch abgelehnt, worauf der Rechtsanwalt Mendel Beschwerde vom Overlandesgericht in Celle einlegte. Auch dieses hat nunmehr die Akten mit dem Vermerk zurückgesandt, daß die Beschwerde abgelehnt werden müsse. S Die ersten Krefelder Ansiedler in Nordamerika = Krefeld, 28. Mai. Im Heimatmuseum der Stadt Krefeld erfolgte am Mittwoch nachmittag die feierliche Uebergabe eines von der nordamerikanischen SchurzGedächtnis=Stiftung, in Philadelphia übermittelten Denkmal=Abgusses zur Erinnerung an die im Jahre 1683 ausgewanderten 13 Krefelder Familien, welche die ersten deutschen Ansiedler in Nordamerika waren. Zu der Feier waren neben den Spitzen der Reichs=, Staats= und Kommunalbehörden, sowie den Stadtverordneten der Stadt Krefeld, Konsul Brandt vom amerikanischen Konsulat in Köln, der gleichzeitig die Berliner amerikanische Botschaft vertrat, Frau Illa Uth von der Berliner Karl=Schurz=Vereinigung und Regierungspräsident Castenholz(Düsseldorf) erschienen. Nach Begrüßungsworten des Oberbürgermeisters Hüpper übergab der 76 Jahre alte Deutsch=Amerikaner Rudolf Gronau das Denkmal an die Stadt Krefeld. Er gab eine historische Schilderung der Uebersiedlung der 13 Krefelder Familien im Jahre 1683, die wegen ihres Glaubensbekenntnisses als Mennoniten in Deutschland bedrückt, als erste Deutsche nach Nordamerika auswanderten und in Pennsylvanien, dem Lande des Quäkers Penn, unter ihrem Führer Pastorius eine neue Heimat fanden. Raubüberfall auf eine Bahnhofskasse Mien Pinkstutflug Dä ganze Nacht füar Pinksten heww eck wach geliägen Weil eck met Zetken Sunndag voll int Graine gohn. Weil eck mie stark Gedanken mok, öf et wuol riägen Sin'k alle halwe Stunne opgestohn. Näi, et bläi nett, un as dä Gaitlink singen In uesem Garen, im Hullunnerstruk, Do doh'k taum lesten mol ut Bedde springen Un pok schnell in, wat tau son Utflug Bruk. Um fief Uhr anne Lohbiärgbrügge drev eck Zetken, So nett, so lochtig, so blank un fien at wie noch nie. Do was eck vanne Strümpe doch en bietken, Un as eck sä ant Händken nohm, wor't anners mie.— Wie trocken drouhmväsunken dürch dä Feller, Dat was no langer Tiet wier en Genuß——— Doch mittlerwiele löcht dä Sunne heller——. Vörlöipig was do met dä Dröihmerigge Schluß! Im Stiepler Holte wassen wie no Stunnen Un saten unnerm Struk im frischen Grain. Eck was so frouh, dat eck en nettet Plätzken bar gefunnen Un dat niam'n mie ne junge Rouse blaihn. Nu wollt eck grad dat Blaimken etwas kousen, Do wort lebendig üm us, un et was mie klor„ Dat Spriakwort van dä„Döhner bu dä Rousen", Dat mok sik hier am fröihen Muargen wohr. Wie hät us trotzdäm noch guet amüseert, Schade was blous, et Geld gonk lanksam ut. Un biem betahlen här'k mie bold blameert, Doch Zetken helpen mie wier ut dä Patsche rut. Jowuall, dat kann passäiern bü dä Priese, Un bü dä Gliäser van so kleinem Mot. Jowuall, man mäkt et jietz ov raffinerte Wiese Un ock dä Wärde sind schwor oppen Droht. Schmfanider-Serfane in den gonzen WEI. die Qualftät. PUSSTeung PVeistin ar Barengehlend 3Schhet SSchumf, Bengardshabe!. Bochumer Anzeiger u. Gen. Anz. And Freitag, 29. Mai 1931 Wann ist ein Kündigungsschreiben wirksam geworden? In einer Entscheidung des Reichsarbeitsgerichts (326/30) heißt es: Die Entlassung von Angestellten ist eine empfangsbedürftige Willenserklärung, die nur dann wirksam werden kann, wenn sie dem Empfänger zugegangen ist. Eine Erklärung ist dann zugegangen, wenn der Empfänger in die Lage versetzt worden ist, von ihr Kenntnis zu nehmen. Die Entlassungserklärung muß also in den Verfügungsbereich des Arbeitnehmers gelangt sein. Der Arbeitnehmer kann nicht geltend machen, daß ihm die Kündigung nicht zugegangen ist, wenn er geflissentlich oder auch nur schuldhaft verhindert hat, daß ihm das Kündigungsschreiben ausgehändigt wurde. Sperrfrist und Entlassungsschutz. Ist von einer Fabrik die Absicht angezeigt worden, ihren Gesamtbetrieb abzubrechen, auf Antrag aber die Sperrfrist verlängert worden, so haben nach Ansicht des Reichsarbeitsgerichts Arbeiter, die während der Sperrfrist entlassen worden sind, Anspruch auf Lohnzahlung bis zum Ende der Sperrfrist. Kündigung eines„Dauerangestellten“. Nach einem Urteil des Reichsarbeitsgerichts (R. A. G. 501/1929) darf ein Dauerangestellter, der nach seinem Vertrage nur„aus wichtigem Grunde“ gekündigt werden kann, im Falle der Unmöglichkeit der Beschäftigung durch den Arbeitgeber gekündigt werden. Diese Unmöglichkeit darf aber nicht etwa bei gleichbleibend guter Geschäftslage durch Rationalisierungsmaßnahmen herbeigeführt werden, sondern nur, wenn tatsächlich das Unternehmen am Rande seiner Bestehensfähigkeit angelangt ist. Anderweitige Beschäftigung schließt früheren Lohnanspruch aus. Das Reichsarbeitsgericht lehnte in einem Urteil (R. A. G. 190/30) den Anspruch eines entlassenen Arbeitnehmers auf Weiterzahlung des Lohnes bis zum gesetzlichen Kündigungstermin ab, da er in der Zwischenzeit eine anderweitige Beschäftigung zum gleichen Lohnsatz gefunden hatte. Das Gericht begründete seine Entscheidung damit, daß der Kläger den Anspruch auf Lohnzahlung nicht habe, weil er ja keinen Lohnausfall erlitten habe. Zur Abzugsfähigkeit von Ruhegehältern. Nach einem Urteil des preußischen Oberverwaltungs= gerichts(VIII St. 552) sind Zahlungen von Ruhegehältern an frühere Betriebsangestellte, die arbeitsunfähig und daher versorgungsbedürftig sind, als Werbungskosten bei der Gewerbeertragssteuer abzugsfähig. Dabei ist es gleichgültig, ob es sich um die Erfüllung einer Rechtspflicht oder um eine freiwillige Unterstützung handelt. Nur dann werden derartige Zahlungen nicht als abzugsfähig angesehen werden können, wenn eine versteckte Gewinnbeteiligung vorliegt. Ist eine Entschädigung für verspätete Gehaltszahlung steuerpflichtig? Wenn eine Firma ihrem Angestellten dafür, daß er sein Gehalt durch ihre Schuld verspätet erhalten hat, eine Entschädigung zahlt, so unterliegt diese Entschädigungssumme nicht der Lohnsteuerpflicht. Der Reichsfinanzhof hat ausdrücklich festgestellt, daß eine Entschädigung des Arbeitnehmers für verspätete Gehaltszahlung und dadurch erlittenen Vermögensverlust kein„Arbeitslohn" sei. Wohl aber können solche Entschädigungszahlungen als„Verzugszinsen“ und also als Einnahmen aus Kapitalvermögen angesehen werden. Wem gehört die Erfindung eines Angestellten? Wenn eine ausdrückliche Vereinbarung über das Problem, wem das Eigentum an der Erfindung eines Angestellten zusteht, nicht getroffen ist, hängt die Entscheidung hierüber vor allem von der Stellung des betreffenden Angestellten im Unternehmen ab. Ist er in der Position. Eine durchgängige Rechtsprechung über diese Frage wird sich allerdings kaum anbahnen können. Was hat der Arbeitgeber zur Kontrolle der Steuerbearbeitung zu tun? In einem Urteil des Strafsenats des Oberlandesgerichts Rostock(II Jo. 107) wird ausgeführt, daß es bei großen Betrieben im allgemeinen nicht einer ständigen Kontrolle der als zuverlässig und sachkundig befundenen Angestellten bei der Steuerbearbeitung bedürfe. Wohl aber hat der Arbeitgeber die Pflicht, sich zunächst Gewißheit darüber zu verschaffen, ob die betreffenden Angestellten die Bestimmungen der Steuergesetzgebung genügend beherrschen. Auch wenn dies gewährleistet ist, darf der Arbeitgeber nicht von jeder Kontrolle absehen. Zum Beispiel muß er dafür sorgen, daß neue Steuervorschriften zur Kenntnis der bearbeitenden Angestellten gelangen. Aun##e terttscherniben Das Reichsarbeitsgericht hat sich in einer Entscheidung(449/30) mit der Frage beschäftigt, wann der Betriebs= oder Werkstattschreiber als Handlungsgehilfe anzusehen ist. Nach Ansicht des Gerichts hat der Werkstattschreiber eines Kaufmannes regelmäßig als Handlungsgehilfe zu gelten. Ein großes kaufmännisches Unternehmen zerfällt zwar in einen technischen und einen kaufmännischen Teil, über beiden Teilen steht aber die einheitliche Leitung mit ihren Hilfskräften, so daß der Handlungsgehilfe möglicherweise die Verpflichtung hat, neben den kaufmännischen Arbeiten auch Dienste nichtkaufmännischer Art zu leisten. Nur wenn der Werkstattschreiber im kaufmännischen Betrieb entweder keine Dienste zu leisten hat, oder die ihm obliegenden kaufmännischen Arbeiten ganz mechanischer und primitiver Natur sind, also weder kaufmännische Vorbildung noch Uebung erfordern, ist er nicht als Handlungsgehilfe anzusehen. Win Zuuuef ich mninnn Bunom#n Nicht nachdrücklich genug muß immer wieder darauf hingewiesen werden, was alles beim Abfassen eines Bewerbungsbriefes, der das Spiegelbild des Bewerbers sein soll, genau beachtet werden muß. An Hand einiger Beispiele, die aus der Praxis entnommen sind und Auszüge aus den Bewerbungsschreiben an eine bekannte süddeutsche Elektrizitätsfirma darstellen, soll in Nachfolgendem gezeigt werden, mit welchen unschönen und falschen Redewendungen ein Bewerbungsbrief nicht ausgestattet sein darf. Da Tausende von Kaufmannsgehilfen zurzeit ohne Stellung sind, kommen auf einen zu besetzenden Posten Hunderte von Bewerbungsschreiben. Der Arbeitgeber kann sich daher die tüchtigsten Kräfte heraussuchen. Deshalb ist ein einwandfreier und fehlerloser Bewerbungsbrief allererste Voraussetzung, um überhaupt bei der Besetzung in die engere Wahl gezogen zu werden. „Ueber meine letzten Stellungen habe ich nur Originalzeugnisse, doch sind auch diese in jeder Hinsicht zufriedenstellend.“ * „Ich bin 18 Jahre alt, von starker Figur. Da ich in der letzten Zeit nicht gearbeitet habe, werde ich mich recht schnell in Ihrem Betrieb einarbeiten.“ * „Im Englischen und Französischen besitze ich Anfangsgründe, doch wird auch im Ausland viel mehr Deutsch gesprochen, als man allgemein annimmt. stung der Dienste verhindert wird, behält seinen Anspruch auf Gehalt und Unterhalt, jedoch nicht über sechs Wochen hinaus. Als„unverschuldetes Unglück“ gilt Krankheit und nach der Entscheidung des Reichsarbeitsgerichts auch die akute Verschlimmerung eines bestehenden Leidens, die plötzlichen Sanatoriumsaufenthalt notwendig macht. Damit wird das Argument der Arbeitgeberfirma hinfällig, die erklärte, daß von einem plötzlichen Unglück keine Rede sein könne, da die betreffende Angestellte von der Tatsache ihres Sanatoriumsaufenthaltes selbstverständlich vorher gewußt hätte. 200ois 4s4 nin„Pes### Das Reichsarbeitsgericht entschied, daß es sich bei der Bezeichnung„Erster Verkäufer“ durchaus nicht immer um eine reine Bezifferung handelt, sondern daß sie vielmehr eine Qualitätsbezeichnung darstellt, die auch bei Nichtvorhandensein anderer Verkaufskräfte ihre Berechtigung haben kann. Dieser Entscheidung lag folgender Fall zu Grunde: Der Kaufmannsgehilfe H. war drei Jahre bei der Firma K. als erster Verkäufer tätig. Bei seinem Abgang hatte die Firma sich geweigert, im endgültigen Zeugnis ihn als„Ersten Verkäufer“ zu bezeichnen. Als seine persönlichen Vorstellungen bei der Firma zu keinem befriedigenden Ergebnis führten, wandte er sich an das Arbeitsgericht mit dem Antrage, die Firma zu verurteilen, ihm— neben zufriedenstelutsch gesprochen, als man allgemein annimmt. die Firma zu verurteilen, ihm— neben zuf Sprachkenntnisse, lender Führung und Leistung— im Zeugnis zu be„Ich habe zwar keine französischen Sprachtenninisse, scheinigen, daß er als erster Verkäufer tätig war und wein Bruder ist Neuphilog.“ den Geschäftsinhaber während seiner Abwesenheit veraber mein Bruder ist Krupnilog. * „Ich, N.., geboren am 15. 9. 04 zu Berlin, bin evangelischer Reformation.“ * „Ich bin als Tochter des Lokomotivführers geboren und erreiche in der Minute eine Geschwindigkeit von 100—120 Silben.“ * „Am 1. Oktober werde ich mir das Einjährigenzeugnis erwerben und muß damit vorläufig meine akademische Laufbahn abschließen.“ * „Die Ungunst der Verhältnisse verschlug mich in eine Margarine=Filiale.“ Getezich n Kin ins Kün####### scheinigen, daß er als erster Verkäufer tätig war den Geschaftbinthärer währent, seiner Gowesenheit vertreten hat. Die Firma widersprach diesem Antrag mit der Behauptung, sie beschäftige überhaupt nur einen Verkäufer und dieser könne daher unter keinen Umständen als erster Verkäufer bezeichnet werden, auch selbst dann nicht, wenn er den Inhaber alljährlich drei Wochen vertreten müßte. Diese Verteidigung wirkte umso merkwürdiger, als die Firma bei Anstellung des Gehilfen selbst gefordert hatte, er müsse als tätig sein. „Erster Verkäufer" Das Reichsarbeitsgericht hat die Frage, ob ein ärztfenden Angestellten im Unternehmen ab. Ist er in lich verordneter Kuraufenthalt in einem Sanatorium dem Büro des Betriebes, das sich an sich mit Konstruk= hinsichtlich der daraus entstehenden Gehaltsansprüche tionen zu beschäftigen hat, angestellt, so fallen seine Ver= eines Angestellten gegenüber dem Arbeitnehmer einer esserungen oder Erfindungen wohl der Firma zu. Hier= Krankheit gleichzustellen sei, bejaht. Ein Handlungsgehilfe, der durch„unverschuldetes Unglück“ an der Leibesserungen oder Erfindungen wohl der Firma zu. Hierher gehören natürlich hauptsächlich Angestellte in leitenAm 27. Februar hatte es im Geschäft Krach gegeben. Ein Kaufmannsgehilfe wurde fristlos entlassen, und sein Kollege kündigte gleichzeitig fristlos, weil der Prokurist ihn beleidigt hatte. Selbstverständlich trafen sich die Parteien vor dem Kadi wieder, und schließlich einigte man sich in der zweiten Instanz doch noch: Die Gehälter wurden bis zum 31. März gezahlt. Aber ein gutes Zeugnis hat auch seinen Wert, und da man sich hierüber nicht einigen konnte, wurde hartnäckig geklagt Das Landesarbeitsgericht Chemnitz gab der Zeugnisklage statt und verurteilte den Arbeitgeber zu drei Berichtigungen: Erstens müssen die Zeugnisse als Dienstbeendigungstag den 31. März angeben. Nicht die tatsächliche Beschäftigungsdauer, sondern die rechtliche Dauer des Dienstverhältnisses ist zu Grunde zu legen. In den Vorprozessen hat der Arbeitgeber nicht rechtswirksam dargetan, daß die fristlose Entlassung berechtigt und der fristlose Austritt unberechtigt gewesen sind. Zweitens war durch Zeugen bewiesen, daß der Kläger hochwertigere Arbeiten als bezeugt verrichtet hatte. Drittens brauchten sich die Kläger nicht damit zufrieden zu geben, daß ihnen nur„zufriedenstellende“ Führung und Leistungen bescheinigt wurden. Sie haben einen Anspruch auf den Ausdruck„einwandfrei". Beides ist im Sprachgebrauch nicht mehr dasselbe. Dem Ausdruck zufriedenstellend wird vielfach die Bedeutung von mittelmäßig unterlegt. Es ist aber nicht der Beweis erbracht worden, daß die Leistungen der Kläger nicht einwandfrei gewesen sind. Infolgedessen war auch diese Berichtigung vorzunehmen. ist vor Ablauf der Amtszeit unzulässig Nach den Bestimmungen des Betriebsrätegesetzes bedarf der Arbeitgeber zur Kündigung des Dienstverhältnisses eines Mitgliedes der Betriebsvertretung der Zustimmung der Betriebsvertretung oder des Arbeitsgerichts. Liegt diese Zustimmung nicht vor, dann ist die Kündigung rechtsunwirksam. Herr F. war seit 1910 Angestellter der Firma Sch. und von seinen Arbeitskollegen seit einigen Jahren in die Betriebsvertretung gewählt. Im Februar und März dieses Jahres fanden die Neuwahlen statt. F. ließ sich nicht wieder aufstellen. Zu einer Wahlhandlung ist es nicht gekommen, da gegen die ausgehängten Vorschlagslisten kein Einspruch erhoben wurde. Die Bekanntmachung, in der die neugewählten Mitglieder verzeichnet waren, ist am 1. April 1931 zum Aushang gelangt.„„„ F„ Die Nichtaussteuung des Herrn F. gao der Firma sofort Veranlassung, den Dienstvertrag zu lösen. Am 28. März 1931 kündigte sie das Dienstverhältnis zum 30. September 1931. Dagegen erhob F. Einspruch mit der Begründung, die Kündigung sei unwirksam, da die Zustimmung der Betriebsvertretung, der er bis zum 31. März 1931 angehöre, nicht vorgelegen habe. Die Firma war dagegen der Auffassung, daß F. am 28. März noch nominell Mitglied der Betriebsvertretung gewesen sei, er aber schon vorher gewußt habe, daß er nicht wieder gewählt würde. Ihm sei auch ausdrücklich bedeutet, daß er mit Ablauf des 31. März nicht mehr Mitglied der Betriebsvertretung sei. Wie nicht anders zu erwarten war, erkannte das Arbeitsgericht die Rechtswirksamkeit der Kündigung nicht an und verurteilte die Firma zur Weiterzahlung des Gehaltes. In den Urteilsgründen heißt es„Die am 28. März 1931 zum 30. September 1931 unbestritten ausgesprochene Kündigung ist nur dann wirksam, wenn entweder der Kläger zu diesem Zeitpunkte einer Betriebsvertretung bei der Beklagten nicht mehr angehörte, oder wenn die Voraussetzungen des Paragraphen 96 BRG. vorlagen. Nach dem eigenen Vorbringen der Beklagten war aber der Kläger zu dieser Zeit noch Mitglied einer Betriebsvertretung. Die Neuwahl einer Betriebsvertretung ist erst gültig vollzogen mit der Bekanntgabe des Wahlergebnisses nach Paragraph 18 der Wahlordnung zum BRG.(Paragraph 43 BRG.). Bis dahin bleibt die alte Betriebsvertretung im Amte. Weiterhin aber ist unbestritten, daß bis jetzt die Zustimmung zu der Kündigung des Klägers seitens der Betriebsvertretung nicht erfolgt oder die mangelnde Zustimmung durch Entscheidung des Arbeitsgerichtes ersetzt ist. Es ergibt sich hieraus, daß die erfolgte Kündigung zwar immerhin eine Kündigung bleibt, aber eine solche, die bis jetzt materiell rechtliche Wiebungen nicht hof. Whület den daus: reinigt den Atem EMIL JANNINGS Eine Delikatesse 20. Ia neue Matjesheringep. Stck. Neue Kartottein 00 1 Pfund nur&a##. Tontilm mit Mariene Dietrich Das tragische Schicksal eines von der Liebe gehetzten Menschen, der an der Leidenschaft zu einer leichttertigen Frau zugrunde geht. Eine grandiosere, aufwühlendere und dabei schlichtere Wenschengestaltung, als es Emil Jannings in diesem Film gelungen ist, hat es bisher auf der Leinwand gewiss noch niemals gegeben. Die „fesche Lola“ der Marlene Dietrich ist eine Kabinettleistung ersten Ranges. Tür Tager Jagostühle Patronentaschen Rucksäcke Jagümesser den Körper von Zikten frei! Bad. Sal „„ F 14 Naheres über Naustrindurgn duurch Brunnen Brunnen-Zentrale Karl Linden, Bochum, Kronenstr. 55/37, Tel.: 67152 K bann Der Unbekannte (Das Doppelgesicht) Sensationsfilm mit Richard talmadge DUfa-Tonwoche u. ein reichhalt. Beiprogramm Preise von 40 Pf. an Vorführungszeit.:.00,.00,.15 Uhr Pür Oiso. 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Autsetzen von Rehgehörnen G. Schaat Kortumstr. 38 Bei Reparaluren und Ein Arteil: „Es wäre mir erwünscht, wenn die Badeverwaltung besonders in ärztlichen Kreisen darauf hinweisen würde, daß ich den Salzschlirfer Bonifaziusbrunnen als das bedeutendste medizinische Heilwasser einschätze und mir kein Minera lwasser bekannt ist, dem ich eine gleiche Wirkung zutraue“. Prospekte über ermäßigte Pauschal=Badekuren v. 1. Mai bis 30. September versendet die Badeverwaltung Bad Salzschlirf B Ker tech Seon M Ab5 1 Raucherkatarrh Durch Anwendung von HERBA-SEIFE und HERBA-CREME werden diese Hautüber beseitigt und verhindert, das beweisen lausende von Gutachten. Herba-Creme 1 -ALEES für Malerei und Anstrich Farben-Fachgeschält Auftermann Luxemburgerstraße 21 Bedstraße 1 Billigste Preise 7 Beste Qualitäten Nrr.. 1106 Höbel bel Wilh. Schrudde Sochum, Roonstraße 37 D. K. W. -Rab Ersatzteile. Gerthenrich a; Freudiger Vidumestraße 19. 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Erst in Heimstättengesellschaft ihre Zahlung erklären müssen und die Zuteilung von fälligen Baukrediten eingestellt. Es ist deshalb gut, daß bereits * 1 O k t o b e r d a s v o r k u r z e m v e r a b s c h i e d e t e B a u in Kraft tritt, damit das Reichssonst sehen Lirkapffer Wenmotlenl Verlorene Fuhreritchungen in der Zementindultrie engesetz aufsichtsamt für Privatversicherungen reformierend eingreifen kann. Das wird für manche Bausparkassen allerdings das Ende bedeuten, denn zweifellos sind in den letzten Jahren auch allerhand zweifelhafte Gründungen zu verzeichnen gewesen, und das Reichsaufsichtsamt wird mühevolle Arbeit bekommen, um wirklich klare Verhältnisse zu schaffen. Die Arbeit wird dadurch erschwert, daß die Verhältnisse bei den Bausparkassen selbst vielfach recht kompliziert sind. Als vor nunmehr etwa dreißig Jahren die Reichsaufsicht über das Privatversicherungsgewerbe eingeführt wurde, lag eine fast 100jährige Praxis vor. Im Bausparwesen ist das nicht der Fall. Hier hat fast jede Bausparkasse ihr eigenes Privatsystem geschaffen, das zudem meistens im Laufe der Zeit noch ergänzt und abgeändert wurde. So ist z. B. jetzt noch umstritten, ob eine Bausparkasse Eigenkapital benötigt oder nicht. Vielfach wird erklärt, man könne sich aus den Raten der Bausparer selbst finanzieren. Dabei wird vergessen, daß diese Ratenzahlungen in Krisenzeiten oder schon in Zeiten schlechter Konjunktur stocken können. Richtig ist wohl die Forderung, daß in jedem Unternehmen ein angemessenes Eigenkapital investiert sein muß, und es wird Sache des Beirates des Aufsichtsrates sein müssen, hier nach dem Rechten zu sehen. Das gleiche gilt für das Zuteilungssystem. Auch hier sind genaue Grundlagen zu schaffen, denn besteht die Gefahr, daß der Letzte das Nachhat. Wie stark in Kreisen der Bausparkassen mit unsicheren Kantonisten gerechnet wird, ergibt sich daraus, daß Erwägungen schweben, eine Organisation zu gründen, die sanierungsreife Kassen aufsaugen soll. Jedenfalls zeigen die jüngsten Vorgänge, daß das Bausparkassengesetz nicht zu früh, sondern eher zu spät kommt. Hoffentlich nicht so spät, um nicht durch energisches Durchgreifen die an sich so erfreuliche Bausparbewegung zur Gesundung zu führen. 20 Millionen Minderertrag aus der Mincralwaffersteuer Entgegen dem Voranschlag von 35 Millionen Reichsmark hat mit Abschluß des 1930/31 die Mineralwassersteuer nur 15 037 218 erbracht. Dieses Ergebnis deckt sich mit dem seit der Geltungszeit dieser Sonderbelastung eingetretenen 60prozentigen Absatzrückgang in natürlichen und künstlichen Mineralwässern. Die Kosten für die dadurch entstandene erhöhte Arbeitslosigkeit, die Ausfälle auf anderen Steuergebieten in der Mineralwasser-Industrie und vieles andere übertreffen bei weitem das erzielte Steueraufkommen. Calsels Thcorie zur Behebung der Welrile Professor Gustav Cassel legte in einem Vortrag vor dem Institute of Bankers in London seine bekannte Theorie dar, wonach die Weltwirtschaftskrise von der Geldseite her behoben werden könnte. Es sei höchste Zeit, so führte Professor Cassel aus, daß die Zentralnotenbahken zusammentreten und der Weltkrise ein Ende machten, indem sie sich bereit erklärten, die Welt von nun an so reichlich mit Zahlungsmitteln zu versehen, daß ein weiteres Fallen der Preise unmöglich werde. Es sei nicht zu leugnen, daß die Geldpolitik der Ve: einigten Staaten in der Hauptsache fürdie gegenwärtige Krise verantwortlich sei. Eine Zusammenarbeit zwischen den Vereinigten Staaten und Frankreich zugunsten einer Stabilisierung der Preise hätte die Lage auf dem Geldmarkt zweifellos günstig beeinflussen können. Die Anhäufung übermäßiger Goldmengen in diesen beiden Ländern sei beunruhigend. Quer durch die Wirtschaft Die Frist, innerhalb welcher noch Zustimmungen zu der genlanten Neuregelung der Umlagefrage im Rhelnisch-Westfällschen Kohlen-Syndikat eingehen konnten, ist am 28. Mai abgelaufen. Es sind weitere Unterschriften nicht geleistet worden. Da zu der Neuregelung also Finstimmigkeit nicht zu erzielen war, hat nun das Reichswirtschaftsministerium das Wort. * Dividendenvorschläge. Gebrüder Goedhart .-G. in Düsseldorf. Wie gemeldet 12 Prozent(15 Prozent) aus einem Reingewinn von 499 958(573 001) Reichsmark nach 323 791(309 054) Reichsmark Abschreibungen. Die Zahlung von 12 Prozent wurde nur möglich durch das Hereinkommen noch rückständiger Ausschüttungen aus den früheren Beteiligungen. Die Aufträge im Jahre 1930 brachten nur einen bescheidenen Gewinn.— E. Gundlach.-G. in Bielefeld. 4(6) Prozent.— Allgemeine Baugesellschaft Lenz& Co. .-G. in Berlin. Wieder dividendenlos. Ein kleiner Der hier schon angekündigte Zusammenschluß der beiden größten westdeutschen Zeinentkonzerne, der Wicking-Werke und der Dyckerhoff& Söhne G. m. b. H. in Wiesbaden-Amöneburg steht nunmehr, trotz aller noch vor wenigen Wochen von den zuständigen Stellen für notwendig erachteten Dementis, doch unmittelbar bevor. Wahrscheinlich werden noch Ende dieser Woche die entsprechenden Beschlüsse gefaßt werden. Bei dem Wicking-Konzern hat sich neuerdings gezeigt, daß die Befürchtungen der Börse, die den Kurs dieses einst so stolzen Papiers bis auf unter 30 Prozent hat absinken lassen, durchaus gerechtfertigt gewesen sind. Die Gesellschaft ist, das muß jetzt nach langem Schweigen zugegeben werden, direkt sanierungsreif. Ob die Sanierung, bei der die beteiligten Banken sicherlich einige Opfer auf sich nehmen werden müssen, offen durchgeführt wird oder ob man den Zusammenschluß mit Dyckerhoff zu einer„stillen“ Bereinigung der Kapitalkonten und zu Abschreibungen auf die Anlagewerte benutzen wird, das ist schließlich eine minder wichtige Frage als die nackte Tatsache, daß Wicking überschuldet ist, sich verbaut hat und allein auf keine Weise mehr weiterkommen kann. Soviel man hört, betragen die Verpflichtungen(in der Hauptsache wohl Bankschulden) 25 bis 30 Millionen Reichsmark, übersteigen also das begebene Aktienkapital(20 von insgesamt 30 Millionen Reichsmark) ziemlich erheblich. Der Konzern ist mit seiner Expansionspolitik— Aufkauf der halben westfälischen Zementindustrie, dann aber vor allem in den Jahren 1928 30 Bau einer neuen Riesenanlage in Neuwied am Rhein— in die schlechteste Zeit hineingeraten. Bei Dyckerhoff handelt es sich dagegen um ein sehr solides und technisch und finanziell recht achtbares Unternehmen, dem es zum Vorteil gereicht hat, daß es sich nicht von der allgemeinen Investitionskonjunktur zu überstürzten Bauten hat hinreißen lassen. Wenn Dyckerhoff jetzt trotzdem, zum Teil wohl auf Zureden Berliner Bankstellen, sich etwas positiver zu dieser Angelegenheit eingestellt hat, so mögen dabei vor allem technische und regionale Ueberlegungen eine Rolle spielen. Der Zusammenschluß wird nämlich vor allem auf eine großzügige Vereinheitlichung so gut wie aller am mittleren und unteren Rhein liegenden Zementwerke hinauslaufen, und man wird dabei zweifellos große frachtliche Vorteile(die Transportkosten stellen ja gerade beim Zement einen sehr wesentlichen Teil des Preises dar) durch Auftragsverteilung, eventuell durch Stillegung des einen oder anderen Werkes oder auf ähnliche Welse erzielen können. Da der Wicking-Konzern im westdeutschen Zementverband über annähernd 50 Prozent der Quoten verfügt, andererseits Dyckerhoff im westdeutschen über 16 Prozent und im süddeutschen Verband über 38 Prozent, läßt sich hieraus schon ersehen, um welche beachtliche Zusammenballung an sich schon großer und bedeutender Unternehmungen es sich bei der Transaktion handeln wird. Darüber hinaus aber wird sie natürlich von großer Wichtigkeit für die Konzentrations- und Kartellverhältnisse in der gesamtdeutschen Zementindustrie sein. Es ist bekannt, daß der norddeutsche Zementverband detzt wieder schwer um seinen Bestand ringt, daß der westdeutsche immer gewissermaßen in seinem labilen Zustand nur bis Ende 1931 verlängert werden konnte und daß der süddeutsche wegen der besonderen Struktur der deutschen Zementkartelle ebenfalls in ständiger Bedrohung lebt. Gerade aus diesen Erwägungen heraus ist es für die Zementindustrie bzw. für die großen Konzerne besonders wichtig. Gebildezuschaffen, dieihre Macht in mehreren Verbandsgebieten ausüben können, wobei freilich erst die schwachen Stellen, die bisher nur mühsam verkleisterten Verlustquellen und wunden Finanzpunkte bereinigt werden müssen. Dies ist der Sinn der großen, kommenden Zementtransaktion. Daß dabei der einst so stolze Wicking geopfert werden muß, das ist bedauerlich, aber nach allem, was bisher geschehen ist, eben unvermeidlich. Wie anderwärts, so läßt sich eben auch in der Zementindustrie das„große Aufwachsen“ nicht mehr länger hinausschieben. Geschäft. Versicherungen ruhig. Die Börse schlon freundlicher. Verminwerte Aschersieben Barmer Bankverein Oarmst.-.Nat.-Bk. Oe-Di-Bank. Essen. Steinkohlen Feldmühle Papier Gelsenberg Goldschmidt... Harpener Bergbau Hoesch..... Karstadt 28. 5. 45.75 50.50 62.50 43.75 103.— 63.— 134.— 175.— 44.75 120.— 96.50 27. 5. 48.50 51.— 64.— 43.— 104.— 63.— 138.— 179.— 44.— 123.50 97.50 Dortmunder Produktenmarkt Dortmund, den 28. Mal 1921 Ruur ur ih bage Kachaat euserunsten boesnet in Ladungen von 10—15000 kg. Rauhfutter per Zentner Hauto tangs 14.-14.214.-14.8 13.-13.—.—. Weizenkleie Roggenkleie Mixeo Mais...—.— Trockenschnitzel.57.7 75-.7 Zuckerschnitzel 10.-10.510.-11.0 Gebdl., Rhein. Rogg.—.—. und Weizenstroh Gebdl. Westf. Rogg.—.—. und Weizenstron * Wiesenheu gut gesund, trocken * Kleeheu gut, gesund, trocken Südtranz. Eitler u. Luzernheu, gut gesund, trocken .„Ale 1 1uge Westfälisch. Weizen 29.-29.5) 295 „" Roggen 21.-22.0 21.5 Westf. Hafer...—.—.—„ Ostfr. Haf. alte Ernte—.—. 22.-22.5 „ neue„[22.-—.—.—. Inländische Gerste—.—.—.—. Ausländisch. Weizen—.—.—.—. Ro9gengg.—.—. " Hafer 22.-24.522.-23.5 Gerste 122.0 22.522.-22.5 La Plata-Mais. 25.-—. 260 Cinquantino-Mais 27.-—. 28.0 Bäckermehl...„.—.—. Weizenmehl Grundpr 40.-40.7/41.-41.5 Roggenmehl 70% 31.-31.7/31.-31.5 Ostd. Roggenmehl[29.-29.7/23.-29.7 Tendenz: ruhig * waggonfrei hiesiger Stationen *) waggonfrei ost-westf. Stationen Die nächste Börse findet wegen des katholischen Feiertags am Mittwoch. dem 3. Juni statt. * Bochumer Viehmarkt am 27. Mal. Auftrieb: 119 Pferde. 415 Schweine, 3 Schafe. 4 Ziegen. Verkaufspreise: Pferde, 1 Qualität: 700 bis 850 Reichsmark, 2. Qualität: 500 bis 700 Reichsmark, 3. Qualität: 200 bis 500 Reichsmark. Schlachtpferde: 100 bis 200 Reichsmark. Schweine: Ferkel bis 6 Wochen alt 10 bis 14 Reichsmark, von 6 bis 8 Wochen alt 14 bis 21 Reichsmark, von 8 bis 12 Wochen alt 21 bis 35 Reichsmark; Läufer von 3 bis 4 Monate alt 35 bis 49 Reichsmark, von 4 bis 5 Monate 49 bis 60 Reichsmark. Schafe: 25 bis 45 Reichsmark. Ziegen: 20 35 Reichsmark. Handelsverlauf: langsam. Der Viehmarkt findet am 24. Juni statt. Berliner Metallnotierungen Bedie. der bd un 165 Reichsmark Reingewinn vorgetragen).—.-G. für Verkehrswesen in Berlin. Dividendenlos(i. V. 5 Prozent aus einem Reingewinn von 2 339 012 Reichsmark) nach Abschreibungen von über 2 Millionen Reichsmark. Ein Betrag, der zur Ausschüttung von 6 Prozent gelangt hätte, soll vorgetragen werden.— Duisburger Brauerei.-G. vorm. Böllert in Duisburg. 76 929 Reichsmark Reingewinn, über dessen Verwendung keinerlei Angaben gemacht werden.— Westfalenhaus .-G. in Dortmund. 13 874 Reichsmark Verlust(i. V. 11 312 Reichsmark Gewinn).— Deutsche Asbestwerke .-G. in Berlin, 7(8) Prozent.— Rheinische Preßhefe- und Spritwerke.G. in Monheim. Wieder dividendenlos.— Waggonfabrik Rathgeber .-G. in München. Wieder 8 Prozent.— Bergwerks.-G. in Recklinghausen. 4(6) Prozent.— Bergwerksgesellschaft Hibernia in Recklinghausen 0 Prozent(1. V. 5 Prozent). * Generalversammlungsbeschlüsse. Aachen-Leipziger Versicherungs-.-G. Wieder 12 Prozent.— Westdeutsche Kalkwerke.-G. in Köln. Dividendenloser Abschluß genehmigt.— LosenhausenWerk.-G. in Düsseldorf. Verlustabschluß genehmigt. Gesamtverlust jetzt 402 256 Reichsmark.— HolsatiaWerke.-G, in Altona-Bahrenfeld. Dividendenloser Abschluß genehmigt. 1000 Reichsmark Reingewinn werden vorgetragen.— Veritas Gummiwerke.-G. in Berlin-Lichtenfelde. 27325 Reichsmark Reingewinn werden vorgetragen.— Harburger Gummiwaren: fabrik Phönix.-G. in Harburg-Wilhelmsburg. 4(6) Prozent genehmigt. Börlen vom 28. Mai Amsterdam: Flau. Brüssel: Schwächer. London: Unsicher. Paris: Unregelmäßig und nachgebend. Malland: Erneut schwächer. Wien: Widerstandsfähiger. Zürich: Wieder stärkere Rückgänge. Berlin: Terminmärkte zum Schluß gebelfert, Kaffamarkt noch Ichwach Zu den ersten Notierungen der heutigen Börse lag wieder ziemlich starkes Angebot vor, das von Bankseite nur zögernd aufgenommen wurde und daher nur allgemein Kursrückgänge von 1 bis 3 Prozent zur Folge hatte. Man verwies auf das schwache Newyork und besonders auf die weiteren Kursrückgänge der deutschen Werte drüben, auf schwachelten Younganleihekurse des Auslandes und auf die Schwäche der Mark. Neben der Kundschaft scheinen auch die Abgaben heute z. T. für Wiener Rechnung vorgenommen zu sein, sofern es sich nicht um willige oder unfreiwillige Exekutionen für gewordene Engagements gehandelt hat. Werte hatten zunächst nur wieder 1 Prozent ein, wobei es undurchsichtig blieb, ob die Spekulation Deckungen vornahm, oder ob die Banken etwas stützten. Die Umsatztätigkeit war jedenfalls äußerst gering. Im weiteren Verlauf beobachtete man an den Terminmärkten Interventionen einer Großbank, unter deren Eindruck die Spekulation Deckungen vornahm. Die Schlußnotierungen lagen durchweg 1 bis 3 Prozent, bei einer Anzahl führender Werte sogar bis bis nächste Die ner emichte uich ait eoggen Kostestant biegomstertising über der Eröffnung. Am Devisenmarkt war allerdings eine Besserung noch nicht erkennbar und der Dollar wurde zuletzt mit.21.10 genannt. Am Kassamarkt herrschte eine schwächere Stimmung. Besonders Brauereiaktien gaben bis zu 9 Prozent nach, während sich die Verluste im übrigen im Rahmen von 2 bis 4 Prozent hielten. Elfen: Ichwach Kleine Festigkeit am Schluß. Bei außerordentlich schleppendem Geschäft zeigte die Börse durchweg schwache Tendenz. Von Terminwerten waren Mannesmann auf gestriger Basis, Wintershall 2 Prozent niedriger im Verkehr. 27. 5. 67.— 250.— 420.— 279.— Elektrolytkupfer(wirebars) prompt, cif Hamburg. Bremen oder Rotterdam Standart-De vor.; gg-g0 f. Sia Orginalhüttenalumiglu. G.#m 89%, in Blöcken desgl. in Walz oder Drahtbarren Banka-, Straits, Australzinn in Verkäuferswahl Höttenzinn, mindestens 99% Prozent Reinnickel, 98-99% Antimon-Regulus Sliber. 1 Kilogramm, ca. 1000 Feinheit Gold, 10 Gramm....::...... Altplatin per Gramm(Abfälle) Circapreis techn. reines Platin per Gramm, detailpreis Konkursnachrichten aus dem Oberlandesgerichtsbezirk Hamm Aach.-Münch. F. dachen Röck. Agripp. See Fl. L. Alllanz Leben Alllanz u. Stuttgart. Vers.... Colonia Feuer kleine Cl. Rückvers. 2030.— Amtsgericht Firma, Wohnort Termine ***** Bochum Bochum Bochum-Langendreer Bottrop Dortmund gewinn vorgetragen werden wurden Dortmund Gladbeck Hattingen Dortmund Dortmund Dortmund Dortmund freischwach Einzelne Minus-Minus Notiz, Anleihen knapp behauptet. Pfandbriefe weiter angeboten und wieder allgemein schwach. Am Geldmarkte erfuhr der Satz für Tagesgeld eine weitere Erhöhung von 5 bis 7 Prozent, die übrigen Sätze blieben unverändert. Im Verlaufe traten nach den Anfangsverlusten kleine Erholungen bis zu Auf dem Kohlen-Kuxenmarkt, wurden nur Deutschland umgesetzt. Bruckdorf Nietleben waren billiger im Handel. Die übrigen Braunkohlenwerte ohne besonderes Interesse. Von Kaliwerten etwas Geschäft in Beienrode, Burbach und Hallesche Kali. Gegen Schluß machte sich etwas Festigkeit bemerkbar. Frankfurt: gebelfert An der Abendbörse machte die Erholung trotz des wieder schwächeren Newyorks weitere Fort-herma schritte. Die Spekulation schritt zu einigen Rück- Herne käufen auf dem ermäßigten Kursniveau, so daß Recklinghausen gegen den Berliner Schluß Besserungen bis zu 1 Prozent zu verzeichnen waren. Im Verlaufe setzsich die Deckungen fort und es traten nochmals Besserungen um Bruchteile eines Prozentes ein. Köln: im Verlauf gebelfert Die Börse eröffnete in überwiegend schwächerer Haltung, lediglich Montanwerte konnten sich zu den ersten Kursen bei kleinem Kaufinteresse etwa behaupten. Von Montanwerten waren Phönix und Rheinstahl, Ver. Stahlwerke und Mannesmann gehalten, während Rheinische Braunkohlen 2 Prozent einbüßten. Nach den ersten Kursen traten weitere Rückgänge ein, später konnte sich jedoch, da die Spekulation zu Deckungen schritt, eine Besserung durchsetzen. Der Einheitsmarkt hatte geringes Neue vterfahren Verst. Erwin Flachmeyer, Eisenwarenhandlung Fa. Mum menhoff u. Stegemann Akt.-Ges. Kfm. Oskar Bettermann Gemeinnützige Kriegersiedlung eömbtl. Kfm. Robert Aufermann, Inh. der Fa. Herd- u. Otenhaus Aufermann Kfm. Fritz Liedschulte Ktm. Rudolf Engberding Ktm. Ernst Richter, Wollwaren in Welper-Hüttenau Beendete Konkurse Wwe. des Kantinenwirts Hugo Schmidt, Elfriede geb. Schürmann Lebensmittelgroßhdl. Heinrich Lütke-Cosmann Kfm. Karl Putz Fa. Engelhardt u. Steinmeyer Fa. Noah u. Boraks Gmbtl. Kfm. Adolf Feldhoft Neue Vergleich sverfahren 8NV. u. Prfl. 6. 6. Af. 6.., 6NV. 6.., Prft. 20. 6. Af. 13.., 6IV. u. Prft. 30. 6. Af..., 6IV. 10.., Prft. 10. 6. Af. 15.., 6I. 15.., Prft. 17. 7. Af.13.., 61V. 12.., Prft. 15.7. Af. 6.., G6IV. 6.., Prft. 20. 6. 6IV. 5.., Prft. 5. 6. Bochum Bochum Dortmund Dortmund Geisenkirchen-Buer Herne VerglT. 30. 3. Kfm. Benno Noll, Inh. der Fa. Bernhard Rabe, Farbenhdl. Kürschner Waldemar Rath Ktm. Arnold Vossen, Korbwarenhaus Schmiedemstr. Wilhelm Borgschulte, Eisenwarenhdl. Wwe. Jos. Löbbert Herner Gewerbebank eömbfl. Beendete Vergleichsverfahren Wattenscheid... 1 Kfm. Max Spiegel Werne, Bez. Münster. Uhrmacher Anton Bruns Abkürzungen Af.= Anmeldefrist: Wt.= Wahltermin: Prft.= Prüfungsterminz OffA.= Offener Arrest mit Anmeldetrist: GIV= lung: VerglT.= Vergleichstermin Vero T. 8. 4. Verglf. S. 6. Vergif. 10. 6. Verglr. 8. 6. Verglf. s. 6, * GläubigerversammBerliner Börsenkurse Reichsbankdiskont 5%— Lombardzinzfuß 6% Berlin, den 28. Mai 1931 U Industriewerte Div. heute wvorig, 8120.0120.0 0 56.1 58.7 0 20.2 21.0 86.0 84.5 14 80.7 81.01. 10 81.0 81.5 6 48.7 47.0 12 66.0 65.0 6 56.0 56.0 ·henvlatoren AkU Veranderwerk 1. E. 6. Alsen Portland Ammend. Papier Anhalter Kohlen Aschaftb. Zeilst. Augsb.-N. Masch. Albert Concord. Spinn. Conti-Gummi Cröllwitz Papier #stn. P Lasen 10 61.0 65.0 7 96.0 96.0 9 0—. 0 19.0—. 12169.0169.0 39.7 42.5 68.0 68.5 20189.7194.0 9 65.0 62.0 16168.0171.0 34.4 35.6 0 45.2 45.2 8 46.0 48.0 0 43.5 43.5 nk. u. Brik. 10114.0114.0 Braunschw. Kohl. 10 212.0 212.0 " Jutel 4 73.2 73.21 Greitenb. Zement 6 50.2 54.0 Bremen-Besigh. 0 47.0 47.0 " Wollk. 10— 118.11 Brown-Boveni S 49.0 50.0 Buderus 4 38.0 38.0 Byk Gulden 4 42.2/42.2 Baer& Stein Baleke Maschin. Bamberger Maiz Beroper Walzw. Baselt Bast& Co. Bayr. Motoren P. Semberg #l. Berger Bergmann El. Berl. Gub. Hutt. " Carlsr. Ind. " Maschinen Beton u. Monier Bösperd. Walzw. Braunk. u. Beik. aimler Motor Otsch. Atlant. Otsch. Conti 6as Asphalt Babcor Erdöl Jute Kabel Linoleum Schachtb. hafl. Wasser f79 71.0 77.2 Chem. Heyden S 40.0 41.7 " Gelsenk. 5 45.5 45.5 27.0 27.0 0—.— 8 96.5100.0 9—.— Elektr. Lieferg. 10 Licht u. Kr. 10 Engelh. Brauerei Enzinger Erdmanned. Sp. Erlang. Baumw. Eschw. Bergw. Exceisior Fahrr. 0 22.5 22.5 9 78. 9107.0109.7 S 70.0 70.0 7—.—. 5 58.0 50.7 0 42.7 43.5 36.7 37.2 5 60.5 61.5 Schachtd.. Steinzeug[13 90.2 92.0 Tel. u. K. 0 55.5 55.5 Ton u. Stein 11 60.0 60.0 17 Eisenh. Oittm. Neuhaus Dörffler Otmd. Akt.-Brau. Ritt.-Brau. Union-Brau. Drusd. Gardinen Schnellpr. Dürener Metall Dürkoppwerke Düsseld. Diet. Br. 17228.2228.2 Hof. Br. 1#—. 26.5 27.1 53.0 53.0 129.0133.5 20150.0159.0 .0 5 .0 18148.5153.0 6 37.2 36.5 0 28.0 28.0 10 88.0 88.0 0—. Kammg. Oynamit Hobel gosstorff Saizw. E Eisend. Verkm. Elektra Dresden 0 63.5 83.5 6 61.2 62.2 9 65.0 81.1 15131.5131.5 12 160.0155.0 Zur Ausführung aller börsenmäßigen Geschäfte empfichlt sich Bankhaus Mahnert& Düppe Bochum, Alleestraße 19 96..100.5. 97.5 96.5 13/131.0130.0 68.0 69.7 gahlb. List& Co. Farbenind. I. 6. Feldm. Papier Feiten& Gull. Frankf. Masch Friedrichshütte Frister A. 6. Froebein Zucker gepbard 4 König Gelsenk. Berg. Germania Portl. Gerresh. 6las Ges. f. el. Untern. Gildemeist.& o. Girmes& Co. Gladb. Wollind. Glasm. Schalke Glauz. Zucker Glückauf Geisk. Gebr. Goech. Düs. Th. Goldschmidt Guano-Werke Gritzner Masch 75.5 77.5 201.02010 .21.7 22.0s23.0 121126.8128.5 10 98.51102 5 65 70.0 0 11.2 6 7 87.0 72.5 „Hirsch-Kupfer Hoch-Tiefbau Hoesch Hottmann Stärke Hohenlohe-Werk Ph. Holzmann Hotelbstr.-Ges. Hubertus Braunk. Hute Breslau Ise Bergbau IIse Genus Isenbeck Brau 67.0 62.0 asarich Asphalt A. Jonn Akt. JOdel& Co. 1 Junghans Gebr. geserie .A. Mar 0 61.0 90.4 0 10 11 10|119.0 3½ 57.0 10135.0s137.0 12—. 9 37.0 35.0 5 44.21 44.0 0 29.7 28.5 92.5 60.0 103.2 114.0 57.0 Grön& Bilfinger 15/153.0s156.5 Gruschw. Textil E. Gundiach Meberm. 4 Suck Hackethal Dra. Bagede Hallesche Masch. Hamb. El. Werke Hammersen Hann. M. Egest. Harb. Eisen " Gumm HarpenerBergbes Heia, Lehm.& Co. Hemmoor Portl. Hllpert Masch Hindriche-Auft. 44.5 70.0 90.0 30.0 76.5 78.0 10/103.0 0 15 45.5 70.0 108.0109.0 70.0 71.5 46.8 47.0 51.0 51.0 35.5 35.0 70.0 72.0 10 84.0 85.5 8 119.0119.0 52.0 53.0 10 5 99.5 67.5 63.3gahla Porz. A Kaiser-Keller 61.0Kalwerke Asch Karstadt Kirchner& Co. Klauser Spinn. Klöcknerwerke C. H. Knorr Koch, Adlernäh. Koin-Neuessen -Gas u. E. Köisch Walzeng. Königs-Brauerei Bogie Wihelm Kontinental Asph. Korting, Gebr. Kötitzer Leder W. Krefft Kromschröder 144.0s146.5 92.7 93.0 80.0 28.0 90.7 23.0 23.8 49.0 117.5 38 5 27.0 15.0 47.5 162.7 80.0 30.0 Kronprinz Metall 90. 106.0 82.7 23. 51.3 33.0 69.0 .OGebr. Krüger Köppersb.& Co. ahmeyer& Co. L Laurahütte Leonhard Braus Leopoldgrube 42.5 31.|Un 33.0 91.5 70.0 ann Lindes Eie Eiemasch. Cart Lindström C. Loronz Lödenscheid Met. Löneburg. Wachs 0 0 10 12 0 0 6 0 63 51.7 0 48.0 0 24.0 9 107.0 12 230.0 4 6 7 69.0 36.0 0 23.0 0 12102.5 0 8/128.0 22.7 15/118.7 12 6 0 41.0 6l 52.0 27.5 94.0 23.2 28.1 49.0 120.0 37.7 28.0 15.0 50.0 162.7 52.7 48.0 23.5 110.0 230.0 70.5 36.0 24.2 49. M ·3seb. Alg. Magdsb. Berg Magdeb. Mühlen Mannesm. Werke Mansfeld. Bergd. Marie, kons. Bw. Mertini& Hünecke Masch.-B. Untern. Maximil. Hütte Mech. Web. Lind. Wed. Sorau Wed. Zittau Merkur Wollweb. Miag Mlmose.-6. Minimer Mir& enest Mülheim Bergw. Müser Brau RNsshteaustor Neckarwerke Niederl. Kohlen Nordd. Kabel " Steingut " Wolle Nörnb. Herk.-W. OPssch. e- 8. Oberschl. Koks Orenst.& Koppel phönir Bergbau Phönix Braunk. Julius Pintsch Plauen. Gardin. Polyphonwerke Poppe≈ Wirth Dasquin F. Fard. I Rauchw. Walter 63.2 30.0 24.7 54.0 33.5 0 33.2 0—. 3 40.7 6 63.2 0 30.0 24.0 10—. 0 32.1 3 1/122.0122.0 0 46.7 48.7 6 68 0 68.0 28.0 28.0 86.0 87.0 0 50.0 53.2 1817417 5 37.5 38.2 6/100.0 100 5 79.0 80 5 31.023.7 30.2, Rosenthal Porz. Rütgerswerke 8 38.6 38.6 7 72.0 71.5 101022102 10115.0115.0 0—. 138.0 37.5 37.7 21.0 105.2 28.2 126.0 22.5 120 0 290.0 40.0 28.0 62.2 38.0 44.2 54.2 45 12 6 38.7 12 121.7 44.0 21.0 31.5 63.5 38.1 43.2 54.2 141.0 39.0 126.0 45.0 4 0 10 128.0s1300 achsenwerk Sächs. Webst. Salzdetfurth Sarotti Schering chem. Schlegel Brauerei Schles. Bg. u. Z. B. Beuth. Cellulose E. u. Gas A. 10 Portland 12 Schneider, Hugo Schött, Hermann Schub& Salzer Schuckert& Co. Schultheis-Patz. Schwaben-Bräu Schwelm, Eisen Fr. Seiffert& Co. Siegen Solingen Siegersdorf Wk. Siemens Glasind. 81 5 30.5 5 52.7 5 44.8 75 81.0 6 28.5 15/175.0179.2 7 83.0 80.0 15/297.0297.0 14/101.0105 0 0 25.2 25.2 8 53.0 68.0 0—. 99.01000 67.0 67.5 4 36.5 36.0 0 29.7 29.7 12/125.0125.0 11 1077109.5 15/127.7/126.0 12/124.0 8 98.5 98.5 91 5 39.1 39.7 66.0 67.0 Siemens a Halske 14/134.51138.5 Sinner Aktien 9l 63.0 Sonderm.& Stier 0—. Sonderm. ap St. B. 01—. Stadtberg. Hütte 1 0 47.0 47.0 Stett. Chamotte 5 39.0 39.0 Stohr Kammg. 5 65.5 68.0 Stolberg, Zink 0 36.0 32.0 Gebr. Stollwerk 5 36.0 37.5 Stralsund. Spielk. 15 143.0 147.0 Svenske[15/221.0 224.0 Ver. Märk. Tuch " Met. Haller Portland " Smyrna Tepp. Stahlwerke " St. Zypen u. W. " Thür. Metall " Ultramarin iktoriawerke Vogel Telegr. Vogt& Wolf Vogtl. Maschinen WVoigt& Haeffner Vorwohl. Portl. andererwerke Warst. Gruben Wasserv. Gelsk. Wegelin Rus Wegelin& Hübner Westf. Draht Westf. Kupfer Wicking Portl. 2. Wicküler Brau Wißner Met. Wittener Guöst. Wittkopp Tietdau u Rheinfeld Kraft Rhein. Braunk. 10132.|138.0 " Elektr.Vorz. 6 80.7 88.7 " Spiegelgl. 6 81.0 82.0 " Stahlwerke 6 63.7 63.0 Rh.-Westf.-El.-W. 10 105.0 107.0 " Kalk17 54.2 50.2 Sprengst..8 97.0 49.0 Richter David 1 0 42.0 400 Febeck.2—. Roodergr. Br.-K. 130 620.01620.0 rack& Co. 9—.—. Tafelgiss 7 95.5 96. Thöris V. Oeitd..9/ 45.0 Thür. Gas Leipz. 10 136.2 133.5 Tietz Leonhard[10 90.6 93. Transradio S 124.71242 Tniptis Akt.-Ges. 0 27.0 28. Tuchfabr. Aach. veraa, Popiert. Ver BöhlStahlw. Chem. Chafl. " Otsch. Nick. " Glanzst. Elb. " Oethaniaw. 12 90 10 9 10 0 * 103 38.033.3 33.0 54.2 93.5 94.0 78.0 32. 96.0 90. 0 29.0 18.0 81.0 80.21 92.0 45.5 44.0 6/124.1 124.2 36.5 36.7 12|123.2122.5 s 450 6 33.0 37.2/37.2 23.0 0 47.0 48.0 6 99.5/100.0 116.5116.8 28.0 28.0 30.0 29.5 62.0 62.0 30.0 30.0 27.1 27 4 14 161.5/161.5 9— 29.01 Reichsbank[121130.5s131.1 29.0 Rh.-W. Bodenkr. 12 Westd..-Kr.-8. 12 137.1 138.7 Kolonialwerte Otsch. Ostafrika 4 50.0 50.0 Neu Guinea 6/180.0190.0 Otavi 163 21.1 21.5 Festverzinel. Werte % Anleihen —Ablösung-3 —" Neubesitz 6 0 Wertbest. 23 10•1000 6„1 bis5 6 Reichsanl. 27 s Reichssch. K 10 Berl. Pfanddr. 8„ R. 3 und s 6 Farbenbonds 8 Boch. Stadtanl. v. 1929 53.0 .5 53.7 .5 91.7 92.0 84.7 85.0 87.2 87.2 96.0 98.0 90.0 90 0 91.0 94.4 Anleihen der Westfälischen Landesbank 8 Fg. K. Sch. 25 R. 96.2 98.2 I." 26 R. 93.7 93.7 28/29 R% 98.2 98.2 "" 30.4 98.2 98.2 s Goldpfdbr. R. 1 100.0 100.0 I7 Pfandbr. A..1 95.5 95.5 s" A R. 1/100.0100.0 % Handbriels Berl. Hyp. B. 10 89.1 10 Pr. Cir. B. Gel9„ 27 99.7 10 Rh. W. B0d. 2 8 Pr. Loptbr.R 19,100. 5 R 21 97 0 89.1 15 100.5 .21 97.0 97.0 8"„-0.20 97.0 97.0 s Rh. W. 800.15)—. 8 Goldrogg.-3 98.9 93.9 Pr.z. 8. Pf. R 22 99.0 Pr. Z..Pf. R. 23 99.5 Pr. Z..Pf. R. 24 99.0 Pr. dto. 25/27 99.0 Pr. 2. 6. Pf..28 96.5 % lndustrieobig. Concord. Bgd. Cont. Coutch. Daimler Benz Hann. Masch. Porschte. u. St. Klöckner„ Fr. Krupp A. B. " R. M. I1 Mont Cenis 6½ Siem. Halske I V. Stahl m. 0. 1½ Rhein. Stahlw. 5 A. E. G. 1890 5 Bergmann B1. 75.5 96.7 66.1 69.2 92.5 92.0 71.0 68.5 75.7 23 99 0 98.5 99.0 99.0 98.5 99.0 96.0 75.5 98.0 66.5 69.5 94.1 92.7 70.0 88.7 77.7 t. Serie " waldhof 68.7 63.7 32.0 33.5 70.0 71.5 Verkehrswerte 6. f. Verkehr Saltimore Ohio Soch. Gelsenk. Otsch. Reichsbahn Hambg. Amerk. P. " Südam. Manse Norod. Lloye Bankaktien Barm. Bankverein 8 96.0 96.5 Berl. Handelsges. 8—. 106.7 Hypothekd. 12 104.2210.0 Commerz- u. Pr. 7/100 2/101. 0 Darmst. u..-S. 8 117.0 120.5 Oe-Ol-Bank 6 101.0101.0 Dresdener Bank 6 100.0 100.2 Preus. Bodenkr. 10 139.0 140.0 " Aldr.=8.[12/156.5/138.0 Berliner Terminnotierungen heute Toestr. Anfang Schluß Schlus Berliner Handels-Ges. Commerz& Privatbank Darmstädter National De-Oi-Bank Dresdner Bank Deutsche Reichsbahn oo. Amerika-Paket Norddeutscher Lioyd Aku Allgemeine Elektrizität Bayrische Motoren J. P. Bemberg Bergmann Elektrizität Berliner Maschinen Conti-Caoutschuk Daimier Deutsche Contl-Ges. „ Er06 " Lineleum Elektr. Licht u. 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Mai. .00: Hamburger Hafenkonzert: Glocken vom Großen Michel. .00: Morgenlonzert, .30: A. Scholl: Die Farbenfotografie. .00: Geläute von St. Gereon, Köln. .05: Katholische Morgenfeier. 11.00: Hagen i..: 40jährige Jubelfeier des Sauerländischen Gebirgsvereins. 11.30: Leipzig: Bachkantate Nr. 176:„Es ist ein trotzig und verzagt Ding“: Ausf.: Das Städt.= und Gewandhausorchester, der Thomanerchor, Claire Gerhardt=Schultbeß(Sopran). Maria Fuchs (Alt) E. Lindner(Baß), G. Ramin(Orgel) F. Sammler(Cembalos, A. Gleißberg(Oboe), K. Biebl(Oboe). J. Wagnek Englisch Horn). 12.05: R. Rieht: Hirtin— Here— Heilige(Zum 500. Todestag der Verbrennung der Jungfrau von Orleans). 12.35: Reichsminister a. D. Dr. Haslinde: Leibesübungen und „Landwirtschaft. 13.00: Mittagskonzert, 14.30: Major von Plate: Die ländlichen Reitervereine, eine Notwendigkeit für die Landwirtschaft. 14.50: Schachfunk. Ein ausführliches, reich illustriertes Programm des Westdeutschen Rundfunks und vieler anderer Sender finden Sie in K der kritischen Funkwoche des„Bochumer Anzeiger“. Erscheint Freitags und kostet monatlich nur 30 Pf. Bestellungen nehmen unsere Zeitungsboten und Geschäftsstelle jederzeit entgegen. 15.25: Theodor Kramer: Gedichte. 15.45: Prof. A. Goldschmidt: New=Pork— 16 Millionen 16.05: Prof. Janson: Arbeiten am Bienenstand im Vorsommer —.50: Bielefeld: Besper=Konzert des Chors und Orchesters der Bielefelder Liedertafel von 1831: Solistin: Helene Braun(Alt). Anschl. Konzert des Orchesters des Süddeutschen Rundfunks. .00: A. Ehrenstein: Chinelische Geschichten.„ g6g. 18.35: Prof. Dr. Eitel: Franz von Fürstenberg.— A. Lüble: Indisches Theaterleben, 49.00: Die Welt auf der Schallplatte. 19.30: W. Stern: Die internationale Bauausstellung Berlin 1931. 20.00: Volkskonzert des Orchesters des Westdeutschen Rundfunks. 22.00: Letzte Meldungen, Bericht über das geistige Leben, Sportber. Anschl.: Nachtmusik. 23.00: V. d. Rheinterrasse Rodenkirchen: Tanzmusik der Kapelle Harry Head. Montag, 1. Juni. Hilde Bremus: Gymnastik für Frauen. Jugendfun g. ung u. Stempiken tu g Dr. H. H. Kritzinger, Sternschau im Juni.“ Reg.=Rat H. H. Vormann: Bersin als Landschaft. Spanisch. Landesoberbaurat Rübe: Baustoff und Bauform. Erste Abendmeldungen...#., an.euta— Wrstrs. Alte Märsche: Blasorchester des Westdeutschen Rundfunks. Einsame Musik: Werke von Brahms. Mozart.— Intermezzo: Weltgedicht.— Anschl.: Tanzmusik der Kapelle Harry Head. 10.15: 16.20: 18.00: 18.20: 18.40: 19.40: 19.55: 20.00: 21.00: Das Dienstag, 2. Juni.. 43. S. 12.15: Berlin: Feier in der Gedächtnisstätte für die Gefallenen des Weltirieggs, gpzteue## Strstuus 16.15: Dr. H. Behle; Mitteilungen aus dem Schulfunk. 16.30: Oberschulrat Dr. Huhnhäuser: Staatsbürgerliche Erziehung im Geschichtsunterricht, 18.00: Dr. Job: Reiseeindrücke aus Sardinien.# 18.20: Reg.=Rat H. H. Vormann: Die Berliner Wilhelmstraße. 16.40: Dr. F. Schwunk: Wohnungsbau und Wohnungsmarkt in 19.10: Besuch im Kaiser=Wilhelm=Institut für Eisenforschung, Dasseldorf. 19.55: Erste Abendmeldungen. 20.00: Chor=Konzert: Der Kammer= und Konzertchor und das Orchester des Westdeutschen Rundfunks: Kläre Hansen(Sopran), Dr. H. Allmeroth(Tenor), H. Wocke(Bariton). Mittwoch, 3. Juni. .05: Auguste Ebmeyer: Die Bedeutung der Normung für den Haushalt. 10.15: Hilde Bremus: Gymnastik für Frauen. 11.20: Musikalischer Schulfunk. 16.30: E. Spranger: Pädagogische Führergestalten. 18.00: Irma Fiebig: Die Frau von heute und die Geselligkeit. 18.20: Die Welt im Buch. 18.40: Oberregierungsrat Dr. A. Burchard: Wie führt man einen Prozek vor dem Arbeitsgericht. 19.30: Reg.=Baumeister Stratemann: Das Haus nach dem Katalog. 19.55: Erste Abendmeldungen. 20 00: Abendkonzert— Intermezzo; Seifenblasen; Hörschwank von H. Vollmer.— Anschl.: Nachtmusik. 25.00: Tanzmusik der Kavelle Harry Head. „Donnerstag, 4. Juni. .00: Geläute von St. Gereon, Köln. .05: Katholische Morgenfeier. 11.00: Edith Herrnstadt=Oettingen:„Die Grabschrift“ von Selma Lagerlöf. 11.30: Meiter ihres Fachs grs, Sstl 12.20: H. E. Kromer: Die Totenschreiner. Erzählung. 12.40: Dr. Werner Heinen: Eine Biene fliegt. 13.00: Mittagskonzert. 14.30: Kinderstunde: Märchen. 15.15: A. Lübke: Geheimnisse chinesischer Tempel. 15.45: Ob.=Steuersekr Küppers: Welche Bezüge sind nicht lohnsteuer16.10: M. Dey: Auf einem holländischen Dampfer rheinabwärts. 16.30: Besverkonzert.— Intermezzo. :: 2. Horst=Emscher:„Großer Preis von Horst. 18.00: A. Thurn: Das Fundbüro der Reichsbahn. 18.20: Marig Th. v. d. Wyenbergh: Aus Frauenbüchern und Frauenzeitschriften. 18.40: Spanisch.„. Krt.26, 26 im Lw..—i. 19.00: Dr. Winkler: Kortum, Landois und der tolle Bomberg, drei westfälische Käuze. 19.20: A. Sigrist:„Wirtschaftlichkeit des neuen Bauens. 19.50: Sportvorbericht. 2100: H. Pohl; Valearischer Bilderbogen, a14., Bstut. 20.4: Sinfonielonzert des Orchesters des Westdeutschen Rundfunks. Anschl. Nachtmusik. Freitag, 5. Juni. 10.15: Hilde Bremus: Gymnastik für Frauen. 11.20: Schulfunk: Französische Unterhaltung. 16.20: Jugendjunk. 18.00: W. Stern: Leben und Gestaltung. 18.20: Eugenie v. Garvens: Gedanken über häusliche Geselligkeit. 18.40;: Enalisch, u. d T4. 19.30: A. Sigxist: Neuordnung der Städte. 19.55: Erste Abendmeldungen.„„„ 20.00: Meister der Operette: Ein Zyklus mit Schallplatten: Einführende und verbindende Worte: P. H. Gehly. 20.35: London: Unterhaltungskonzert des Londoner Funk=Blasorchesters. Solistin: Dorothy Hogben(Klavier). 21.45: Margarete Schiestl=Beutlage: Hohages Töchter(Erzählung). Anschl. Nachtmusik. 23.15: Tanzmusik der Kapelle Harry Head. Samstag, 6. Juni. 10.45: Prof. Dr. Feld: Die, Grundsätze und Möglichkeiten der Stoffauswahl in der Berufsschule. 11.20: Deutschkundlicher Schulfunk. an e# 16.20: Dr. Anders: Auf schönstem Waldweg durch die Eifel. 16.40: Englisch, un 4uh:: Gzel,.— aas 17.50: Tanz zum Wochenende: Kapelle Harry Head. 15.20: Dr. H. Ossenberg: Die Kunst der Gegenwart in Westfalen 18.40: Dr. Jenny Werner: Fortbildungsmöglichkeiten für Frauen in sozialen Berusen. 1415 Lein Milaie. 19.30: Dr. 5,, Schmidt; Grüna 19.55: Erste Abendmeldungen. 20.00: Lustiger Abend: Kapelle Ensoldt. Anschl. Nachtmitit.. Behersichen: Teampsn N, Sanen. 23.30: V. d. Rheinterrasse Rodenkirchen: Tanzmusik der Kapelle Harrv Head. 19.45: Zebn Minuten Sezirsfunkhilße;„Die Hauptegdezeiten. 19.30: Dr. H. Schmidt: Grünanlagen im neuen Städtebau. beim Kauf von Radiogeräten Vorsidht. 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Aufbrühen allein tut's nicht! „Ueber's- Carlsbader“ ist der Schlüssel, der es dem Wasser ermöglicht, die Bohne zu öffnen und alle Feinheiten des Kaffees aufzunehmen. Daher ist Kaffee mit Weber's kräftiger im Geschmack, voller im Aussehen. Tretet hin zu meinem Grabe. Stört mich nicht in meiner Ruh, Denkt. was ich gelitten habe, Eh“ ich schloß die Augen zu. Der Herr nahm heute morgen 9¾ Uhr meine liebe Frau, Schwester, Schwägerin und Tante Johanna Hess geb. Hess sie mit ihren Eltern in der Ewigkeit zu Sie starb nach langem, mit großer Geduld Leiden, im Alter von fast 61 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen. Berlin und Hamburg, den Zweierlei Gewinn: Besserer Kaffee fürweniger Geld. Bochum. Ostprenßen, 28. Mai 1931 FamilienNachrichten Geboren: Knaben: Josef Kuzay,„Tortmund. Carl Ludwig Kumpers(Agnes Mülder), Rbeine. Heinrich Gisbert (Tora Bodenstein), Tuisburg. Karl Hillenkötter(Maria Svermann), Haspe, — Mädchen: Dr. pie Motten sind dal Wann dürten wir Ihr Pelzwerk zur Autbewahrung und sachgemäßen Pflege während des Sommers abholen lassen. Versicherung gegen Motten. Feuer, Einbruch- Diebstahl Geringe Kosten eigerung Am Samstag, dem 30. Mai 1931, vormittags 11 Uhr, werde ich in Bochum folgende Gegenstände meistvietend gegen bar versteigern:, 1. 1 Posten Anzug= und Mantelstofse, 1 Fenstervorsatzkasten, 1 Regel, 2, Jgdemthelen, I Fletirteltesigi. Spiegel, Zwangsversteigerung mittags 11 Uhr werde ich in Bochum folgende Gegenstände: 1. 1 Bücherschrank, 1 Schreibtisch, 1 Tisch, 4 Stühle mit Ledersitz, 1 Chaiselonque mit Dedke, 1 Sessel, 1 Rauchtisch, 1 Teppich 2. 1 Plüschsosa, 1 Ausziehtisch, 8 Stühle mit Ledersinze. 1 Büfett, 3 Jagdstücke, 1 Teppich, 2 vollst. Betten und dergl., 3. 1 SingerNähmaschine, 4. 10 Geigen öffentlich Heesing(Marig, Ofsenberg), Münster. „Verlobte: Elise Rasche mit August Ashege, Beckum und Rinkerode Vermählte: Josef Kruchen mit Gerda Kockert, Tegte und Münster. Stefan Schulte mit Gertrud Schneiders. Gelsentirchen. Otio Elbers mit Helga Schlegel, Hagen und Krefeld. Gestorben: Frau Emilie Loer, 89 J. Herbede. Eduard Balkenhol, 73., Brünninghausen. Frau Agnes„Bors, 85., Kirchlinde. Heinrich,„Weidenbagen, 79., EssenWest. kleine Pulte, 1 3 spanische Wände, 1 Korbgarnitur best. aus 1 Tisch u. 2 Sessel. 2 alte Teppiche. bzw. Läufer, 1 Bücherschrank. 1 Schreibtisch mit Sessel, 1 Ausziehtisch, 4 Stühle mit Ledersitz, 1 Chaiselongue, 1 Zimmerosen, 1 Teppich 2 mal 3, 1 Dekkenbeleuchtung. 1 Flurgardcrobe, 1 Schneiderarbeitstisch. 1 Gasosen, 1 Fruchtschale, 2, 1 Küchenschrank, 3. 1 Büfett Eiche, 1 Kredenz Eiche, 4. 1 Klavier schwarz, 5. 1 Schwein, 6, 1 weißer Kleiderschrank, 1 weiße Waschkommode. 1 runder Tisch, 1 Teppich, 1 Metallbettstelle. 7 versch, elektrische Apparate,§. 1 Büsett Eiche. 9. 1 Junkersbadeosen. 10. 1 großes Ladenregal mit Einlegefächer, 1 gr. Ladentheke, 11., 1 Schrankgrammophon, 1 Sofa, 1 Tisch, s altes Klavier, 1 alte Nähmaschine. 1 Bükett Eiche 1 Vertiko, 1 Standspiegel, 4 Stühle mit Rohrsitz. Sammelpunkt für Käufer: Wirtschaft Freitag abd. 7 Uhr Samst. morg..15, Samstag abd..10, letzt Kortumstr. 71. 1 Trepge Schuh-Speier Rut 61633 Pfund Plau Wwe. Stilanke Anna geb. Niefeldt im Alter von nahezu 77 Jahren, im Wittener Diakonissenhaus. Ger Ceiung un eiehegasen. ber buchungsfreien Grundstücke in das Grundbuch haben die Interessenten die Ausstellung von Besitzzeugnissen beantragt, und zwar: a) die Ebefrau Amtsrichter Christine Bußmann in Gelsenkirchen=Buer über die Parzelle„Gemarkung„Grumme, Flur 10. Nr. 428 111, groß.07 a. b) Firma Wilhelm Klute, offene Handelsgesellschaft in Bochum über die Parzelle Gemarkung Grumme, Flur 10, Nr. 430/111, groß.09 u. e) die Stadt Bochum über die Parzellen Gemarkung Grumme, Flur 10. Nr. 429 111, groß.50 u. 431 111, groß 037 a und 227/111, groß.44 u. Etwaige Einwendungen gegen die Einzragung sind binnen 14 Tagen bei der städtischen Auflassungsabteilung. Rathaus, Zimmer 356, schriftlich oder zu Prozokoll geliend zu machen. Bochum, den 27. Mai 1931.(LM Polizeiverwaltung., Der Oberbürgermeister. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Walter Sulanke. Lsitzig. mit 2 ausgepolsterten Notsitzen, wenig gelaufen, billig abzugeben.(a5104 Auto=Reparaturwerkstatt Schwörer. Wittener Straße 43, Telephon 66082. Gelegenheitskauf# Witten, Bochum, Dortmund, Köln, den 28. Mai 1931 1 Damenfahrrad. 1 Grammophon mit mehreren Platten, 2 Teeservice. 5 Nickeltöpfe, 1 Teckanne, 9 elektr. Wandkaffeemühlen, 6 Anzugstoffe und einige Stoffreste, sowie mehrere Bestecke und Bestecketuis zu jedem annehmbaren Preis zu „verkausen.(a5101 Gust Kowalewill, Dorstener Straße 53. Giesn eesee Sochum, Redemptoristenstrabe 28 30 (tröh. Unt. d. Lind) Wattenecheid Gertrudisstr. 58/62 am Sonnabend, dem 30. Mai. Diakonissenhaus in Witten, aus (25758 Die Beerdigung findet 4 Uhr nachmittags, vom statt. Zwangsversteigerung Am 30 Mai 1931, vormittags 10.30 Ubr werde ich in Bochum folgende Gegenstände: 1. 2 Fahrräder. 2. 1 tisch, 1 Instrumentenschrank, 3. 1 Bohrmaschine. 4. 1 Registrierkasse, 1 Kühlschrank. 1 Büfett, 1 Kamin, 1 Schrankgrammophon, 1 Kredenz, 1 Ausziehtisch, 1 Schnellwaage. Rauchtisch,„Flurgarderobe, mehrere Tische und Stühle, 5. 1 Schreibmaschine Continental, 6. 1 Klavier, 7 1 Radioanlage, 1 Sessel. 8, verschiedene Bilder öffentlich, meistbietend gegen bar versteigern. Sazmespunkt: Wirtschaft Morjan, Bochum. Alleestr. 54. Bochum, den 28. Mai 1931. C. Elausen. Obergerichtsvollzieher in Bochum, Freiligrathstraße 54. 8 Die Verisgeuig uniseres lieben Mitgliedes Tretet hin zu meinem Grabe, gönnet mir die ewge Ruh: denkt. was ich gelitten habe ek ich schloß die Augen zu. WOIINEN AUGEN Undet statt am Samstag. dem 30. d.., nachm. 3 Uhr, vom Trauerhause, Christstraße 41 11. Trauerfeier ½ Std. vorder. Wir bitten um rege Beteiligung. Der Vorstand. Suche für meine 17Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, heute abend 22 Uhr, meinen innigstgeliebten Mann, unseren treuen Vater, Bruder, Schwager und Onkel Zwangsversteigerung Am 30. Mai 1931, vormittags 11 Uhr, werde ich in Bochum folgende Gegenstände: 1. 1 Chaiselonguc, 2. 2 Korbsessel össentlich meistbietend gegen bar versteigern. Sammelpunkt für Käufer: Pfandlokal Morian, Alleestraße 54. Bochum, den 28 Mai 1931. Fischer, Gerichtskassenvollzieher in Bochum, Drusenbergstraße 138. August Scheid herausgegeben vom BOCHUNER ANZEIGER enthält außer den Fahrplänen des engeren Bezirks auch Pernverbindungen jäbrige Tochter Laltbeit aun Tennisspielen 2= bis 3mal in der Woche, Zuschr. unt. T. K. 25400 an die Geschäftsst. d. 31g. Stielglas verlor. Rechener Str bis Neumarkt. Kähler, Rechener Str. 11. auch Lohne zu Origivenden, sich 27 o. d. G. Müchslege usen.(25748 kark, Lger, mond Rr.2, Trotz seiner Reichhaltigkei kostet der FahrplanVom„Schrebergart. Zurück! für jede Figur Spottullng! Monatsgarderoben Dr Scholls Zino-Pads Dr. med. Büttner Facharzt für Ohren-, Nasenund Halsleiden Kaiser-Wilhelm-Straße 4 en! im Stabthautz, Feldweg Herr.=Belourhut dexloren. 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Der Feldh penheim ge Der Philo burg am billig Die große St. Bade=Schwimman gesehen von der§ von der Flußbade der Bochumer ein schon benachbarte licherweise kommt bahn=AG. den B# verbilligter Bäder Zur Erleichter werden die Bader anstalten in B hausen, für de das Freibad Gr Laufe dieser Woc Beckmannsho ausgegeben. Die derjahr ausgestell Rückfahrten. Die chum, Wiemelha mar, Hattinger( Gelsenkirchen=Bue Zeittartenausgabe erste Stempelung zu erfolgen: erst gültig. Nach der folgt die zweiteE die vierte Fahrt nehmen zu könne Badbenutzung kein fahrkarte ist dur 1. und 2. Teilstr 4. und 5. bei.2 Karten sind an S Ein praktische Klagen über Blu men überhand. großen Friedhofc werden blühende sen und wahrsche Blumen, mit den verschwunden, wei den abgerissen un henden Weißdorn überall sein. Un werk zu erschwere geschlagen. Ein gangstor auf und im Korbe angetri den rechtmäßigen thode eine Zeitlat Frevlern wohl ba sollte aber selbst Person dem Frinoch aus dem L dem Friedhof in Familie B. fast stohlen, auch auf der Hand Blun der Zutritt des verboten ist, kani machen, daß Kin tung den Friedh dem Hammer mal für Ordnung Verkehrsschutz das Wahrzeichen den Verkehrsschu reichlich schwere auch im Bochur Verkehrsschutzmär Dienst in der ur in der Mütze r stehenden Verkeh Stirn, und am! Dienst ganz ohne ein Verkehrsschu Und Strohhüte Hochbetrieb Pfingsttagen her betrieb. Von de viele hunderte M heißen Stadt zu Strand der Ruh unterhalb des H bad an der Koste Turbinenwerk in nigen Tagen vo das weiße Fell lässig die Paddel Bothumer Nachrichten 85 bei Gedenkkafel 1176 1500 1594 1880 29. Mai. Barbarossa wird bei Legnano von den Lombar= den erschlagen, r..sekr 8 Der portugiesische Seefahrer Bartholomen Diaz am Kap der guten Hoffnung gestorben(geboren Der Feldherr Gottfried Heinrich Graf zu Pappenheim geboren(gestorben 1632). Der Philosoph Oswald Spengler in Blankenburg am Harz geboren. Billige Bäderfahrkarten Die große Stadt Bochum hat außer einer einzigen Bade=Schwimmanstalt nur noch Schulbadeanstalten, abgesehen von der Freibadeanstalt in Bochum=Werne und von der Flußbadeanstalt in Bochum=Dahlhausen. Will der Bochumer ein erquickendes Bad nehmen, muß er schon benachbarte Badeanstalten aufsuchen. Erfreulicherweise kommt die Bochum=Gelsenkirchener Straßenbahn=AG. den Badelustigen entgegen durch Ausgabe verbilligter Bäderkarten. Zur Erleichterung des Besuches der Schwimmbäder werden die Bäderfahrkarten, die bisher für die Badeanstalten in Bochum=Werne, Bochum=Dahlhausen, für das Stadtbad Gelsenkirchen und das Freibad Grimberg ausgegeben wurden, im Laufe dieser Woche auch für das Freibad im Stadion Beckmannshof in Wattenscheid, gültig ab 31. Mai, ausgegeben. Die Bäderkarten werden für das Kalenderjahr ausgestellt und berechtigen zu sechs Hin= und Rückfahrten. Die Ausgabe der Karten erfolgt in Bochum, Wiemelhauser Straße 50=54: Bochum=Weitmar, Hattinger Straße 427; Gelsenkirchen, Hochstr. 55; Gelsenkirchen=Buer, Rathaus, in den dort eingerichteten Zeittartenausgabestellen. Nach der ersten Fahrt hat die erste Stempelung durch den Kassierer der Badeanstalt zu erfolgen; erst dann ist die Karte für die Rückfahrt gültig. Nach der dritten Fahrt(zweite Hinfahrt) erfolgt die zweite Stempelung durch die Badeanstalt, um die vierte Fahrt(zweite Rückfahrt) mit der Karte vornehmen zu können usw. Die Karten haben also ohne Badbenutzung keine Gültigkeit. Der Preis der Bäderfahrkarte ist durch den Tarif festgelegt; er liegt für 1. und 2. Teilstrecke bei.60 RM., 3. bei.40 R., 4. und 5. bei.20 RM., 6. bis 13. bei 4 RM. Die Karten sind an Sonn= und Werktagen gültig. Kleine Tageschronik. Am Mittwoch sind die Instandsetzungsarbeiten am Bahnhofshotel, dessen Dachstuhl vor kurzem durch Brand zerstört wurde, in Angriff genommen.— An der Drusenbergstraße sind verschiedene Straßenarbeiten ausgeführt worden. Die Bürgersteigfläche kurz vor der Wiesenstraße hat jetzt eine dauerhafte Decke bekommen. Der Waldring, der jetzt bis zum Wiesental führt, wird jetzt mit einer Decke feiner Asche versehen.— Mittwoch abend wurde auf der Wilhelm= und Luisenstraßen=Ecke ein älterer Herr beim Ueberschreiten der Straße von einem Motorradfahrer zu Boden geworfen. Der Mann kam zum Glück ohne ernste Verletzungen davon. Noch ehe der Mann auf dem Bürgersteig war, wurde er von einem Personentraftwagen erfaßt, stürzte schwer auf das Straßenpflaster und schlug auf den Hinterkopf. Er trug eine schwere Gesichts= und Kopfwunde davon. Nach Anlegung eines Notverbandes konnte der Mann mit Hilfe eines Passanten seinen Weg nach Hause antreten. Einbrüche und Diebstähle. In der vorletzten Nacht drangen noch unbekannte Täter in die Wohnung eines Hauses in der Von=der=Recke=Straße ein. Hier durchwühlten sie die Behältnisse und entwendeten eine silberne Herrentaschenuhr mit Goldrand und Monogramm „W..“, sowie eine Geldbörse mit neun Pfennig Inhalt. Die Täter wurden von den Einwohnern verscheucht.— Mit einem Nachschlüssel öffneten Diebe die Schankräume einer Wirtschaft an der Oskar=HoffmannStraße und entwendeten Tabatwaren im Werte von 350 Mark.— Das an der Castroper Straße gelegene Büro einer Tankstelle wurde in der Nacht zum 27. Mai erbrochen. Die Täter erbrachen einen hier aufgestellten Schreibtisch, entnahmen ihm eine Geldkassette und entwendeten aus dieser etwa 140 Mark.— Von dem Friedhof in Bochum=Hamme wurde in der Zeit vom 25. bis 26. 5. 31 von einem Grabe ein Grabstein entwendet. Der Stein ist etwa 1,20 Meter hoch, 50 Zentimeter breit und 20 Zentimeter stark. Ueber der üblichen Grabinschrift war ein Teller mit Blumen eingemeißelt. 4it Blume Ven=Slddlieiten Ein praktisches Vorgehen gegen Friedhofsdiebe. Die Klagen über Blumendiebstähle auf den Friedhöfen nehmen überhand. Besonders viel gestohlen wird auf dem großen Friedhof an der Blumenstraße. Aus den Beeten werden blühende oder grünende Gewächse herausgerissen und wahrscheinlich anderswo eingepflanzt. Frische Blumen, mit denen man die Gräber schmückt, sind bald verschwunden, wenn sie kostbar sind. Fliederbüsche werden abgerissen und ebenso Zweige des prächtigen, blühenden Weißdorns Die Friedhofswärter können nicht überall sein. Um aber den Blumendieben das Handwerk zu erschweren, hat man einen praktischen Weg eingeschlagen. Ein Friedhofswärter stellt sich am Ausgangstor auf und wer mit Blumen in der Hand oder im Korbe angetroffen wird, wird angehalten und muß den rechtmäßigen Besitz nachweisen. Wenn diese Methode eine Zeitlang mit Ernst angewandt wird, soll den Frevlern wohl bald die Lust vergehen. Das Publikum sollte aber selbst auch acht geben und jede verdächtige Person dem Friedhofspersonal anzeigen.— Wie uns noch aus dem Leserkreise mitgeteilt wird, wurden auf dem Friedhof in Hamme von der Familiengruft der Familie B. fast sämtliche neu gepflanzten Blumen gesohlen, auch auf anderen Gräbern wurden von frevelnder Hand Blumen gestohlen oder geknickt. Obwohl der Zutritt des Friedhofes den Kindern ohne Aufsicht verboten ist, kann man des öfteren die Wahrnehmung machen, daß Kinder scharenweise ohne elterliche Begleitung den Friedhof bevölkern. Dieses ist besonders auf dem Hammer Friedhof zu beobachten. Auch hier müßte mal für Ordnung gesorgt werden. Verkehrsschutzmann mit der Mütze. Der Tschako, das Wahrzeichen aller Schupoleute im Dienst, ist für den Verkehrsschutzmann an heißen Sommertagen eine reichlich schwere Kopfbedeckung. Diese Tatsache hat man auch im Bochumer Polizeipräsidium eingesehen; alle Verkehrsschutzmänner dürfen an heißen Tagen ihren Dienst in der ungleich leichteren Mütze versehen. Auch in der Mütze rinnt dem in der prallen Sonnenhitze stehenden Verkehrsschutzmann der Schweiß von der Stirn. und am liebsten möchte der Verkehrsposten seinen Dienst ganz ohne jede Kopfbedeckung verrichten— aber ein Verkehrsschutzmann ganz ohne Hut, das geht nicht. Und Strohhüte gibts ja kaum noch. 2 Hochbetrieb in den Ruhrstrandbädern. Seit den Pfingsttagen herrscht in allen Ruhrstrandbädern Hochbetrieb. Von den frühesten Morgenstunden an ziehen viele hunderte Menschen mit Kind und Kegel aus der heißen Stadt zum„Bochumer Lido“ an den kühlen Strand der Ruhr. In der städtischen Ruhrbadeanstalt, unterhalb des Horkensteins in Dahlhausen, im Strandbad an der Koster Brücke und im Insel=Strandbad beim Turbinenwerk in Stiepel, wimmelt es in diesen sonnigen Tagen von„Rothäuten“, denen die Sonnenglut das weiße Fell verfärbte. Auf der Ruhr ziehen unablässig die Paddel= und Faltboote flußauf= und abwärts. Stadttel Weitmar Die Heuernte hat begonnen. Auf allen Wiesen steht das Gras hoch und dicht und tausende Blumen schmücken die grünen Wiesenteppiche. Nur wenige Tage währte die Blütenpracht auf den Wiesen. Schon fährt die scharfe Sense zischend durch das dichte Gras. Die Heuernte hat ihren Anfang genommen. In Weitmar, in Stiepel und Querenburg und überall im ländlichen Bochum ist die Heuernte im Gange.#ume„ S. Evangelische Schulgemeinde Weitmar=Bärendorf. Der am Mittwoch im Kindergarten an der Schützenstraße veranstaltete Elternabend nahm bei zahlreichem Besuch einen erhebenden Verlauf. Nach der Begrüßung durch den 2. Vorsitzenden Niggemann, hielt Pastor Bertelsmann einen gedankenreichen, die Herzen packenden Vortrag: Kein Gebiet sei so hart umkämpft, wie die Erziehung, je nach Einstellung zur Weltanschauung ist sie verschieden und gefärbt. Es gehe durch unsere Zeit eine starke Strömung der Gottentfremdung. Erziehung aus Glauben sei Bindung an Gott und heiße dem Kinde ein Nächster sein. Alles Erziehen sei ein Hinziehen zu Gott. Als Antwort auf das Gehörte sang die Versammlung„Herr, dein Wort ist edle Gabe“. Ein werbendes Wort für die Schulgemeindearbeit sprach der 1. Vorsitzende. Zum Schluß mahnte der Kreisvorsitzende Lehrer Schuhmacher zur Sammlung und Treue. Gebet beendete die eindrucksvolle Versammlung.„i Ausgestaltung der Grünfläche an der Blumenfeldstraße. Neben dem Haupteingang zur stillgelegten Zeche General befindet sich eine größere Grünanlage, die einige Zeit hindurch arg vernachlässigt worden war. Dieser das Auge keineswegs erfreuende Zustand ist nunmehr beseitigt worden. Die Anlage wurde von gärtnerischen Fachkräften neu hergerichtet und gereicht jetzt der dortigen Gegend zur Zierde., 9 Kinderspielplätze gehören den Kindern! Der Kinderspielplatz in der Parkanlage„Im schönsten Wiesengrunde“ wird seit einiger Zeit auch von jungen Burschen benutzt, die auf demselben verbotswidrig dem Fußhallspiel obliegen. Daß dadurch die spielenden Kinder stark gefährdet sind, liegt auf der Hand. So wurde beispielsweise am Mittwoch ein kleiner Junge von einem mit großer Wucht gestoßenen Fußball derart heftig im Gesicht getroffen, daß er schwere Verletzungen davontrug, die sofortige ärztliche Behandlung notwendig machten. Die Aufsichtsorgane müßten angewiesen werden, den Unfug der Bengels unnachsichtlich zu verhindern und gegebenenfalls zur Anzeige zu bringen. 1 Stadtteil Linden-Dahlhausen Hochbetagt. Frau Witwe Karoline Fröbe, Dahlhausen. Silberbank 89, wurde gestern 82 Jahre alt. Eltern, achtet auf die Kinder! In letzter Zeit werden die Straßenpassanten auf den Straßen öfter durch die Bälle von Kindern belästigt, die auf den öffentlichen Nebenstraßen oder an den breiten Straßenkreuzungen Ballsport treiben. Daß die engen Straßen, die vielfach noch nicht einmal Bürgersteige haben, im Interesse des Verkehrs zum Ballsport treiben sehr ungeeignet, bedarf wohl keiner weiteren Ausführung. Aber auch unsere Jugend begibt sich abnungslos in große Lebensgefahr, da in der Hitze des Spielkampfes vielfach nicht an die Gefahren der Straße gedacht zu werden pflegt. Auch das Jagen der Jugend mit den Rollern und das Spielen der kleinen Mädchen mit Bällen auf den abschüssigen Bürgersteigen der Hattinger Straße im Stadtteil Linden sollte verboten werden, um Straßenunglücke zu verhüten, die sonst der beste Chauffeur nicht zu verhüten imstande ist. n Stadttell Stiepel Hochbetagt. In beneidenswerter körperlicher und geistiger Frische konnte Frau Fritz Witthüser im Sonderfeld ihren 80. Geburtstag feiern. Ihr verstorbener Gatte war lange Jahre Küster in Stiepel.: Musikleben. Schon seit längerer Zeit wurden zwischen den führenden=Männerchören des Stadtteiles Stiepel, dem„Männergesangverein„Einigkeit" und dem„Quartettverein Rheingold“, Verhandlungen geführt, die eine Vereinigung beider Vereine zum Ziele hatten. Diese Bemühungen haben Fürzlich zur Gründung einer Arbeitsgemeinschaft beider Vereine geführt. Die Freunde des Gesanges begrüßen diesen Zusammenschluß und sehen dem ersten gemeinsamen Auftreten am 7. Juni mit Spannung entgegen. Das Konzert, für das die„Einigkeit" verantwortlich zeichnet, steht unter dem Gesichtspunkt„Musik der Gegenwart“ und gibt damit eine gute Ergänzung des letzten Konzertes, das in feiner Weise eine historische Folge llutigen Schlägerei. Verlauf derselben wurde der Arbeiter D. mit ungeheurer Wucht gegen einen Bordstein geschleudert, wo er besinnungslos liegen blieb. Mit einem Schädelbasisbrachte. Als erstes enthält die neue Vortragsfolge eine Probe eigener Hauskunst, einen kleinen Chor mit Klavierbegleitung, betitelt„Schaffendes Vol!“. Die Worte schrieb das Mitglied der„Einigkeit" Gustav Kroniger und die Musik dazu Chorleiter Hans Lüttringhaus, Bochum, Eine weitere Darbietung„Der stille Hof“, Chor mit Bratsche von Otto Siegl, der für die diesjährige Sängerwoche in Nürnberg vorgesehen ist, dürfte in hiesiger Gegend seine Erstaufführung erleben. Neben einigen Weisen des geschätzten zeitgenössischen Tonkünstlers Karl Kämpf ist noch die anheimelnde Komposition„Abendweise" des aufstrebenden Julius Gatter vorgesehen. Im instrumentalen Teil bringt das bekannte„Treichler=Quartett“ (zwei Violinen, Bratsche und Cella) Werke von Richard Wetz und Alexander Borodin. Die Klavierbegleitung hat der Leiter von„Rheingold“ A. Richter, Hattingen, übernommen.(Näheres soll noch im Anzeigenteil des „B..“ mitgeteilt werden.) Neue Siedlung am Henkenberg. Als kürzlich Minister Dr. Hirtsiefer in Stiepel weilte, sicherte er zu. 600 000 Mark bereitzustellen für den Bau einer 300 Wohnungen umfassenden Siedlung am Südhange des Henkenberges. Die Summe soll auf drei Jahre verteilt werden, so daß jedes Jahr hundert Wohnungen erbaut werden. Nunmehr hat für den ersten Bauabschnitt die Stadt Bochum 160.000 Mark aus Hauszinssteuermitteln bewilligt. In Kürze wird sich also an dem malerisch gelegenen Henkenberg eine lebhafte Bautätigkeit durch die Gemeinnützige Siedlungsgesellschaft„Heimat“ entwickeln, was sehr zu begrüßen ist— sehr zu begruß Stadttell Laer Wohnhaus=Neubau. An dem im Vorjahre an der Havkenscheider Straße begonnenen und umständehalber später stillgelegten Neubau wurde die Weiterarbeit wieder aufgenommen. ur Stadtteil Werne Im Dienste der Nächstenliebe. Im Kindergarten der evangelischen Gemeinde Wanne=Süd wurde eine Krankenpflege eingerichtet. Hier sind die mannigfachen Artikel zu haben, die man zur Versorgung hauptsächlich der bettlägerigen Kranken benötigt. In Kürze soll auch ein Fahrstuhl angeschafft werden. ur Evangelische Frauenhilfe. Im Gemeindehause an der Lütge Heide findet am kommenden Dienstag, nachmittags 4½ Uhr, eine Versammlung aller Frauenhilfen Wernes statt. Die Frauenhülfsschwester Maria Orlop wird vor ihrer Ausreise nach Sumatra noch einmal Gelegenheit nehmen, über den Dienst der Frauenhilfe zu sprechen. 670 Stadttell Langendreer Kommt die Durchführung der Verbandsstraße D VIII noch nicht? Auf dem Abschnitt Laugendreerstraße und Hauptstraße wird zur Zeit die Verbandsstraße D VIII ausgebaut. Man hat das Packlager nach der Regulierung eingewalzt und die Schottermassen werden folgen. Für einige Monate hatten etliche Erwerbslose eine lohnende Beschäftigung. Wie ist es nun mit der Durchführung der Anschlüsse an die Wittener und Hörder Straße? Es geht doch nicht an, daß die Arbeiten immer wieder stückweise angefangen, liegen gelassen und dann mal wieder ein wenig daran herumgemurkst wird. Die Schnellverkehrsstraße Bochum nach Witten bezw. Dortmund, auf der es fast täglich zu Verkehrsunfällen kommt, verlangt endlich ihren Ausbau in der die Crengeldanzkurve schneidenden Verbandsstraße D VIII. Der Fußball und der Roller auf der Straße Eine üble Unsitte macht sich immer mehr in den Straßen unseres Stadtteils breit, daß die Straßenpassanten von spielenden Kindern durch das Fußballspiel und das Jagen mit dem Roller belästigt werden. Wenn es allein bei diesem Spielen bliebe, könnte man kaum etwas dagegen sagen. Aber die durch diese Unvorsichtigkeit bedingte Lebensgefahr der Kinder und die Verkehrsunsicherheit der Straße fordert unbedingte Beseitigung dieses Uebelstandes. er Stadtteil Harpen Freundschaftssingen. Der Männer=Gesang=Verein „Germania“ feiert am 14. Juni sein 55jähriges Bestehen. Zehn auswärtige Gesangvereine haben zu diesem Freundschaftssingen zugesagt. Freunden edlen deutschen Männergesanges bietet sich hiermit ein seltener Genuß. Blutige Auseinandersetzung. Nach einem heftigen Wortwechsel kam es vor der Wirtschaft R. auf dem bruch wurde er dem Krankenhaus zugeführt. Stadttell Gerthe Verwaltungsabbau. Die Auszahlung der Unterstützungen für die Wohlfahrtserwerbslosen erfolgt nicht mehr wöchentlich, sondern nur alle vierzehn Tage bei der Verwaltungsstelle in Gerthe. Nunmehr hat man auch die Bauabteilung der Verwaltungsstelle Gerthe endgültig nach Bochum übernommen. Diesbezügliche Anträge können also nur noch bei der Bauverwaltung Bochum erledigt werden. 16 Stadttell Hillrop Kläranlage. Auf die seitens der Anwohner der Voßkuhle und am Pampsberg Hiltrop geführten berechtigten Klagen über die Verunreinigung des Baches, der aus dem Hiltroper Volkspark und unter der Hiltroper Landwehr in die Giesenberger Wiesen fließt, ist nunmehr Abhilfe geschaffen worden. Es handelt sich namentlich um die Abwässer der Karl=Ernst=Straße und der Gartenstadt, sowie die Fäkalien des katholischen Krankenhauses. Im Hiltroper Volkspark wurde am Abhange des Eingangs von der Karl=Ernst=Straße eine Kläranlage angelegt 86 Stadttell Riemte Was man in Riemke vermißt. Der Stadtteil Riemke hat durch seine Schrebergärten einen über Bochums Grenzen hinausgehenden Ruf erlangt. Für den Ortsfremden ist es aber schwer, diese Anlagen aufaufinden. Ebenso ist es auch mit dem sehr versteckt liegenden Bahnhof Bochum=Riemke. Hier müßten auf der Herner Straße entsprechende Richtungsschilder angebracht werden. Am Bahnhof fehlt unbedingt ein öffentlicher Fernsprecher.— In der Eisenbahnunterführung auf der Poststraße vermißt man in den Abendstunden die Beleuchtung, die ziemlich lange Brücke ist nur spärlich beleuchtet.— In den Schrebergartenanlagen fehlen unbedingt einige Pavierkörbe. ru Aus der katholischen Gemeinde. Die Schwester=Oberin Cölestine vom hiesigen Schwesternhause wurde nach Günnigfeld versetzt. Sie war lange Jahre hier tätig. u Stadtteil Hordel „Wettbewerb der Gartenbesitzer. Auf die sommerliche Schönheit der Kolonie Dahlhausen haben wir erst vor einigen Tagen hingewiesen. In den mitten im Getriebe der Großstadt liegenden Gärten. die jedes Haus umgeben, herrscht jetzt ein eifriges Wetteifern. In diesen Nutz= und Ziergärten wechselt das bunte Farbenspiel der Blumen mit dem frischen Grün der Hecken und Sträucher ab. Hier wächst Gemüse, Salat und andere Früchte und dort Blumen und wieder Blumen. Ein Spaziergang durch diesen herrlichen Anblick der Natur ist bestimmt lohnend. Gartenzauber— Gartenromantik. Es soll kühler werden Wetterbericht der Essener Wetterwarte vom 28. Mai. Ueber dem mittleren Europa lagert noch immer subtropische Warmluft vom Mittelmeer her. Gegen sie stürmt von Westen und Südwesten her über dem Golf von Biscaya kühlere maritime Luft, die England und dem westlichen Frankreich vielfach stärkere Bewölkung und auch Regen, zum Teil in Verbindung mit Gewittern bringt. Allgemeiner Druckfall über dem nördlichen Mitteleuropa deutet auf ein langsames Fortschreiten der Kaltluft nach Nordosten hin, so daß auch unser Bezirk mit stärkerer Bewölkung und einzelnen Niederschlägen zu rechnen hat. Vorhersage für Freitag: Stärker bewölkt und zeitweise etwas Regen. Lokalgewitter möglich. Temperaturen langsam abnehmend. Später zunehmende Aufheiterung. Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Heiter bis wolkig. Trocken. Temperaturen unverändert. Barometer Donnerstag, 28 Mai Thermometer 7 Uhr 750,0 24„ 753.0 13 Uhr+31C 24„+18C Wetterhäuschen im Stadtpark 117 m über dem Meeresspiegel (S Aufg..23, Unterg. 20.32: J Aufg. 18.21, Unterg..55 Gu Essen..... Nachen.... Frankfurt Kahler Asten Borkum Hamburg. Rügenwalde Berlin... Königsberg München Zugspitze. Zürich.... Genf.... Lugano.. Tulibrick ist gr □ 7572 756.3 673.3 756.6 57.2 262.1 759 762.2 757/3 3578 757.9 761.3 Kindricht! a. Sstirte! DI S0 2 5 3 Sö 4 N39 1 852 till SSO 2 S 1 stinl R 1 SW 1 N 2 Sehcezur C 22 20 2 13 17 21 25 23 17 19 20 18 Mater Zteml.heites bewöltt klar heiter bewölkt klar klar klar heiter klar bewölkt bedeckt bedeckt Die heulige Nummer umsaht 16 Selen Lax ScheilnocheirseVVerbilnig 30 Pfg. das Paket mit einem Gutschein 50 Pfg. das Doppelpaket mit zwei Gutscheinen Für alle Ihre gute Wäsche! Seidenstrümpfe, Unterwäsche, bunte Kleidchen, Pullover, Baby-Sachen, Handschuhe, Gardinen: alles wird in Glanz und Farbe wie neu. und noch Gutscheine dazu! Nehmen Sie jetzt Lux Seifenflokken auch zur großen Wäsche. Eine Handvoll in den Waschkessel gibt Ihnen den Schaum, den Sie brauchen. Das Waschen wird leichter, die Wäscheweicher und weißer. SUNLICHT GESELLSCHAFT MAOTEEI DERL SENENPESUNE!T (Uene Seien) Weiblich Suche für m. 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