I Nr. 113 2 38. Jahrgang Samstag, den 16. Mai 1931 Täglich außer Samstag 10 Pf. Samstags mit illustr. Beilage 20 Pf. Bezugspreis einschl. Botenlohn.40 Mk. monatlich, oder.20 Mk. halbmonatlich: Selbstavholer.10 Mk. bezw..15 Mk. Unsere Beilage„Die Bochumer Illustrierte" monatl. 20 Pfg., die Funkbeilage„Hör mit mir“ kostet monatl. 30 Pig. Augem Anzeigenpreis: Für 1 Millimeter Höhe in 25 Millimeter Breite 10 Pfg., im Reklameteil 50 Pfg.(Besondere Anzelgenpreise nach aufliegendem, Tarii.) Angebote von anderen Zeitungen und Vermittlern werden nicht befördert. Bei zwangsweiser Beitreibung der Anzeigengebühren durch Klage, bei Konkursverfabren usw. wird der bewilligte Nachlaß hinfällig. Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmten Tagen und Plätzen, auch für durch Fernsprecher aufgegebene und abbestellte, sowie undeutlich geschriebene Aufträge wird keine Gewähr übernommen.— Schluß der Anzeigenannahme 4 Uhr nachmittags. Mr. 250.= Unfall=Unterstützung bei tödlichem Unfall laut besonderen Bedingungen für Bochum und umliegende Industriebezirke Redaktionsleitung: Dr. Par Foest; für Kommunal# Lokales: Hans S. Schulte und vall Gebring: für Brie für den Anzeigenteil: (außer Samstags)— Lauvenmüblen amp; Michael Haupt. Beund Karlshorst 0340. Redaktion keine Hastpflik Redaktion Iolitik: Rudol! Auehaus: für spor: Hans 1 Coristian #Nar Flegel: Aon: 16—17 Uhr und General Anzeiger, #Amum. Berliner Redaktion; 28, Fernsprecher: Dönboff 553 Einsendungen„ ühernimmt die Abung erfolgt nur, wenn Rückporto beiliegt. #eschäftsstelle: Rathausplatz 8. Redaktion, Aeschäftsstelle“ Fernsprech=Anschlüsse Sammelnummer 675 51— Postscheckkonto Dortmund 1760 Dei Ralnp in Gen, is1 endrannt Um die Zoll=Union— Deutschland und Oesterreich werden unter Truck gesetzt Croffnung der Tagung des Curopa=Ausschaffes Genf, 15. Mai. Der Kampf in Genf um die geplante deutsch=österreichische Zollunion ist heute entbrannt. Er wird zunächst hinter den Kulissen geführt. Nachdem der österreichische Außenminister Dr. Schober gestern mit dem italienischen und dem englischen Außenminister die Fühlung aufgenommen und Reichsaußenminister Dr. Curtius heute vormittag vor Eröffnung der Tagung des Europa=Ausschusses Grandi und Henderson einen Besuch abgestattet hatte, fand heute nachmittag eine Zusammenkunft der Außenminister Deutschlands, Frankreichs, Englands und Italiens im Hotel„Beau Rivage“, dem Sitz der englischen Abordnung statt. Die Unterredung der vier Staatsmänner dauerte 2½ Stunden. Unmittelbar nach der Unterredung fand eine private Zusammenkunft zwischen Dr. Curtius und Schober statt. Ueber das Ergebnis der Aussprache zwischen den vier Außenminister wird von allen Seiten strengstes Stillschweigen bewahrt. Von deutscher Seite wird lediglich mitgeteilt, daß eine Aussprache über die taktische Behandlung der wirtschaftspolitischen Fragen und des deutsch=österreichischen Zollprotokolls in den Verhandlungen des Europa=Ausschusses und im Völkerbundsrat stattgefunden hat und das Henderson, Grandi und Briand eine Verständigung über das weitere Arbeitsprogramm mit Dr. Curtius, als dem amtierenden Ratspräsidenten versucht haben. Es ist vereinbart worden, daß am Samstag vormittag die Generalaussprache im Europa=Ausschuß über die allgemeinen wirtschaftspolitischen Fragen beginnt. Die grundsätzliche Aussprache über den deutsch=österreichischen Zollunionsplan wird dagegen erst für Montag erwartet, da offenbar die Absicht besteht, zunächst noch die offiziellen Verhandlungen hierüber hinauszuzögern, um in der Zwischenzeit die Verhandlungen hinter den Kulissen fortführen zu können. Es besteht heute in unterrichteten Kreisen übereinstimmend die Auffassung, daß sich, wie seit langem erwartet. die Gegensätze zunächst verschärft haben. Von englischer und französischer Seite wird ein ungewöhnlich starker Druck auf die deutsche und die österreichische Regierung ausgeübt, um sie zu einer Aufgabe der Zollunion zu bewegen. Auf deutscher Seite wird aber ausdrücklich geltend gemacht, daß sich an der Haltung der deutschen und österreichischen Regierung zu den Zollplänen nicht das Geringste geändert habe und diese Tatsache in den vertraulichen Verhandlungen der Außenminister auch in aller Deutlichkeit zum Ausdruck gebracht worden sei. Daneben läuft die Fühlungnahme der englischen, italienischen und französischen Abordnung einher. Besonders zwischen Grandi(Italien) und Henderson(England) scheint eine weitgehende Uebereinstimmung erzielt worden zu sein. England wird besondere Vorschläge Italiens in der Zollfrage unterstützen. Dagegen ist die italienische Abordnung bereit, im Völkerbundsrat offiziell die Wahl Hendersons zum Präsidenten der Abrüstungskonferenz vorzuschlagen, die im Februar nächsten Jahres zusammentritt. Da auf der Konferenz der Kleinen Entente in Bukarest vereinbart worden ist, daß der tschechische Außenminister Dr. Benesch nicht für die Präsidentschaft der Abrüstungskonferenz kandidiert, ist Hendersons Wahl gesichert. Ueber die italienischen Vorschläge in der Zouftüge verlautet, der italienische Plan liege zwischen der frangösischen Paneuropa=These und der deutschen These eines Mitteleuropa. Den Ausgangspunkt für die Aktion Italiens bildeten dessen Abmachungen mit Oesterreich und Ungarn, kraft deren Italien größere kontingentierte Mengen ungarischer Agrar=Erzeugnisse bzw. österreichischer Industrie=Erzeugnisse aufnehme und dafür seinerseits auf den Märkten Oesterreichs und Ungarns größere Mengen italienischer Erzeugnisse absetzen werde. Die ttalienischen Einfuhrzölle sollen dabei keinerlei Senkung erfahren, aber zum Teil zur Bildung eines Fonds dienen, der Krediterleichterungen für den ungarischen und den österreichischen Absatz in Italien ermöglichen werde. Diese Art der Handelserleichterung sei leicht auch auf die Handelsbeziehungen anderer Staaten anzuwenden. So könne man unter Berücksichtigung der jeweiligen Sonderinteressen ein Netz von wirtschaftlichen Verständigungen zu schaffen. Der deutsch=österreichische Plan könnte durch diese Vorschläge eine Unterstützung und Ergänzung erfahren. Man wird abzuwarten haben, wie die italienischen Vorschläge im einzelnen aussehen, ehe man dazu Stellung nehmen kann. Für die deutsche Abordnung besteht jedenfalls aller Grund, vor Ueberrumpelungsmanövern auf der Hut zu sein und sich nicht ins Bockshorn jagen zu lassen. Der Kontrollausschuß für die österkeichische Völkerbundsanleihe hat am Freitag unter dem Vorsitz des Vertreters der italienischen Regierung, Bianchini, die grundsätzliche Frage erörtert, inwieweit eine Zllunion der österreichischen Regierung die für die Völkerbundsanleihe verpfändeten men und das Tabakmonopol berührt. jedoch noch nicht gefaßt worden. Ein Beschluß ist Gelanos Gegeig“ stehenden Kartelle weiter entwickeln und neue Kartelle gründen namentlich für Stahl=, Elektrizitätserzeugnisse, Kohle, chemische Produkte, Automobile, Textilwaren und Wolle sowie für Holz. Ein besonderes Kapitel sei Oesterreich gewidmet. Die französische ReZuholt des gierung forderg diesenigen, eurgpäischen Stagten, die Heute erfährt man auch etwas über den Innur:— Abnehmer der Produrte Oesterreichs seien, auf, OesterPlanes, den Briand nach dem Bekanntwerden der beab= reich besondere Erleichterungen zu gewähsichtigten deutsch=österreichischen Zollunion ausgearbeitet ren, um seine Ausfuhr zu erhöhen. hat. Der Plan zerfällt nach dem„Matin“ in drei Im dritten Teil, der sich mit den Fragen finanTeile. Der erste Teil sei dem landwirtschaftlichen zieller Art beschäftigt, erklärt sich die franzöProblem, der zweite dem industriellen Problem und der sische Regierung bereit, wenn der Finanzdritte den finanziellen Fragen gewidmet. Im ersten ausschuß des Völkerbundes als Kontrollorgan für Teile spricht sich die französische Regierung für ein Staatsanleihen, für Kapitalanlagen zum Zwecke der europäisches Vorzugszollsystem zu Gun= Durchführung öffentlicher Arbeiten und für die Notiesten des Getreides von Mittel= und Osteuropa aus. Die= rung ausländischer Werte an der Pariser Börse funsolle der Charakter einer Ausnahmemaß=(giere, an der finanziellen Durchführung, dieser Prohleme mitzuarbeiten. Auf Betreiben der Bank von Frankreich hätte sich eine Anzahl französischer Banken zusammengetan, um die Bedingungen zu studieren, unter denen sie in aktiver Weise an Kreditoperationen zu Gunsten des Auslandes teilnehmen könnten. Eine weit ausgreises System spue den Churatlet einer Ausnahmemaß= nahme gegenüber der Meistbegünstigungsklausel haben. Das ins Auge gefaßte System sehe ein einheitliches Verkaufsbüro für die mittel= und osteuropäischen Länder vor. nästig machten. Wan mis. Zie geagenwärtig Jeicern zu gewährenden Garantien ausbauen norig machten. Man musse die gegenwatng bereits be= müssen. Dei Gulopandscar Genf, 15. Mai. Die dritte Tagung der Europa Komnission wurde heute durch den Präsidenten Briand eröffnet. Briand verlas eine schriftlich festgelegte Eröffnungsrede, in der er die Größe der Gefahren und den drohenden Charakter der heutigen Weltwirtschaftskrise mit ihren Auswirkungen auf die europäische Wirtschaft unterstrich und die Notwendigkeit sofortiger praktischer Maßnahmen hervorhob. Briand berichtete dann über die zahlreichen Unterausschußverhandlungen der Europa=Kommission in Paris und Genf und ging hierbei auf die Regelung der Agrarfragen und die Notwendigkeit der Absatzbeschaffung für die landwirtschaftlichen Staaten Siüdosteuropas sowie auf die Vorschläge für die Schaffung einer internationalen Hypothekenbank ein. Die Kommission werde sich nunmehr auf Grund des Antrages von Dr. Curtius mit der entscheidenen Frage der Orientierung der europäischen Zollpolitik und mit dem heutigen europäischen Wirtschaftssystem zu befassen haben. Zum Schluß hob Briand den Zusammenhang zwischen der Europa=Kommission und dem Völkerbundsrat hervor und verlangte, daß der Rat richtunggebend auf die Arbeiten der Europa=Kommission einzuwirken habe. Briands Rede, die mit dem üblichen höflichen Beifall aufgenommen wurde, brachte keine neuen Gesichtspunkte und war farblos gehalten. Der englische Außenminister Henderson gab im Namen der Ausschußmitglieder der Hoffnung Ausdruck, daß Briand auch weiterhin auf dem entscheidenden Posten des Leiters der französischen Außenpolitik bleiben möge. Briand sei nicht nur ein großer französischer, sondern Cenins Trophetie über Spanien Von Dr. Taul Kohrbach Man hörte aus Madrid, die Kommunisten zündeten Kirchen und Klöster an, und ihre Straßenpropaganda mit roten Flaggen und mit Sowjetabzeichen werde stärker. In Moskau hat Manuelski, der zum Präsidium der Komintern gehört, die spanische kommunistische Partei aufgefordert, sie solle die Regierung an sich reißen. Lenins merkwürdige Prophezeiung, Spanien werde das nächste Land nach Rußland sein, in dem proletarische Diktatur und Sowjetherrschaft sich durchsetzen würden, scheint also, wenn auch vielleicht noch nicht auf dem Wege zur Erfüllung, so doch auf dem des Fortschritts zu sein. Lenins Geist war ein eigentümliches Gemisch von fanatischer Erkenntnis für das im gegebenen Augenblick Mögliche und von theoretischer Verblendung gegenüber den ewigen Gesetzen des Lebens. Spanien lag ihm sicher ferne, aber eine Analogie mit den russischen Verhältnissen war vorhanden in der Entfremdung der liberalisierenden Oberschicht von den wurzelhaften religiösen Kräften, in dem Vorhandensein einer zu allem entschlossenen, hemmungslosen proletarischen Kampfgruppe und in der Passivität der Massen. Man denkt sich meist das alte Rußland und das heutige Spanien als schlechthin kirchliche Länder, und man pflegt diese Vorstellung auch vom„Volk“ auf die führenden gesellschaftlichen Klassen zu übertragen. In Rußland war der Druck des offiziellen Staatskirchentums so stark, daß auch in der sozialen und geistigen Oberschicht kaum jemand gewagt hätte, die Beteiligung an den äußeren kirchlichen Gebräuchen offen zu vernachlässigen. Im Herzen waren die russischen Liberalen aber kirchlich recht gleichgültig. Der spanische Liberalismus und Republikanismus ist gegen die Kirche nicht nur gleichgültig, sondern direkt feindlich. Er gleicht in seiner Kirchenfeindschaft der verwandten Richtung in Frankreich, von der er ein geistiges Produkt ist. In den romanischen Ländern heißt, anders als in den germanischen, unkirchlich gesinnt sein in der Regel auch joviel wie antireligiös denken. Der französische Liberalismus hat ja den Atheismus oft genug zu seinem ausgesprochenen, mindestens aber zu einem stillschweigend vorausgesetzten Bekenntnis gemacht:„Ecrasez Tinfäme!“(„Vernichtet die Nichtswürdige!"). Zwischen Frankreich und Spanien gibt es jedoch einen sehr bedeutsamen Unterschied. Die Franzosen sind mit allen Fasern eine„bürgerliche", d. h. eine„besitzliche" Nation. Im„Journal des Débats“ stand vor einiger Zeit ein interessanter Artikel über die„Krisis der Bourgoisie" in Deutschland zu lesen. Darin hieß es, allenfalls könne man 20 Prozent, d h. weniger als ein Viertel der Deutschen,„theoretisch“ zur Klasse der darüber hinaus ein großer internationaler Staatsmann, der sich die größten Verdienste um den Frieden und die Zusammrnarögit der Völter etworben„boye, ralizmus hat ja den Atbeismus oft genug Henderson betonte, es liege ihm fern, sich in die innenpolitischen Verhältnisse Frankreichs einzumischen, jedoch besitze Briand heute ohne Zweifel das allergrößte Vertrauen, wenn auch seine Stellung heute nicht die gleiche sei wie vor wenigen Tagen. Briand dankte für das Vertrauensvotum, das vielleicht nicht von allen Mitgliedern der Kommission in gleicher Weise geteilt werde. Er habe sein ganzes Leben lang versucht, für den Frieden zu wirken und werde, unavhängig von allen Schwankungen und Zwischenfällen des öffentlichen Lebens weiter im Sinne des Friedens wirken, ob er nun Leiter der französischen Außenpolitik bleibe oder nicht. Der Ausschuß nahm dann ohne Aussprache den Bericht des schweizer Bundesrates Motta über die Organisation und Arbeitsmethode der Europa=Kommission an. Danach wird alljährlich ein neuer Präsident der Kommission gewählt und ein engeres leitendes Büro eingesetzt. Ferner wird durch Vermittlung des Generalsekretärs des Völkerbundes, der gleichzeitig Generalsekretär der Europa=Kommission ist, ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen Völkerbund und Europa= Kommission Beschlossen wurde, die Freie Stadt Danzig in gleicher Weise wie Rußland, die Türkei und Island zu den wirtschaftspolitischen Verhandlungen der Kommission hinzuziehen. Danzig soll schon an den morgen beginnenden wirtschaftlichen Beratungen teilnehmen, in deren Mittelpunkt der Plan einer deutschösterreichischen Zollunion steht. — 11:1 für Beutschlaut Entscheidung des Haager Schiedsgerichts im deutsch=polnischen Schulstreit Amsterdam, 15. Mai. Der ständige Internationale Gerichtshof im Haag hat am Freitag in öffentlicher Sitzung das vom Völkerbundsrat angeforderte Gutachten in dem deutsch=polnischen Schulstreit in Ostoberschlesien bekanntgegeben. Bei diesem Schulstreik handelt es sich bekanntlich um die Frage, ob den Kindern, die auf Grund der in der Völkerbundsrats=Entschließung vom 12. März 1927 vorgesehenen Sprachprüfungen von den deutschen Minderheitsschulen in Ostoberschlesien ausgeschlossen worden waren, auch jetzt noch die Zulassung zu diesen Schulen verweigert werden könne. Der Gerichtshof kam mit 11:1 Stimme zu der Ansicht, daß den Kindern, die seinerzeit auf Grund der Sprachenprüfungen von den deutschen Minderheitsschulen ausgeschlossen wurden; jetzt aus diesem Grunde die Zulassung zu den Schulen nicht verweigert werden dürfe. Der Gerichtshof hat sich damit völlig auf den deutschen Standpunkt gestellt. Gegen das Gutachten gestimmt hat nur der polnische Beisitzer. In seiner Begründung betont der Ständige Internationale Gerichtshof, es müsse als unzweifelhaft gelten, daß der Völkerbundsrat durch seine Entschließung vom Jahre 1927 keine vom sonst üblichen Verfahren abweichende Sonderregelung und auch keine endgültige Maßnahme habe anordnen wollen. Die durch die Sprachprüfungen vorgenommenen Sprachkontrollen seien ausdrücklich auf diejenigen Kinder beschränkt geblieben, deren Einschulung bei den deutschen Minderheitenschulen während der Schuljahre 1926/27 und 1927 bis 1928 verlangt worden sei, und hätten nur in der Unterdenen Sprachkenntnisse den Unterricht in den deutschsprachigen Schulen erfolgreich würden folgen können, so daß also durch die Sprachprüfungen keine Entscheidung über die Zugehörigkeit bzw. Richtzugehörigkeit der betreffenden Kinder zur deutschen Minderheit getroffen worden sei. Der Völkerbundsrat habe bei der Abfassung seiner Entschließung von 1927 nicht die Absicht gehabt, den durch die Genfer deutsch=polnische Konvention angeordneten Regime der Abgabe von Erklärungen der Erziehungsberechtigten über die Zugehörigkeit der Kinder zur deutschen Minderheit ein anderes Regime gegenüberzustellen. Es sei völlig abwegig, wenn man behauptet habe daß die Sprachprüfung an die Stelle der erwähnten Erklärung der Erziehungsberechtigten getreten sei, da sich die„Sprachprüfung“ auf einen ganz anderen Fall bezogen hätte, als dies bei dieser Erklärung der Fall sei. Wollte man schließlich zulassen, daß die Ergebnisse der im Jahre 1927 abgehaltenen Sprachprüfungen auch späterhin solchen Erklärungen widersprechen dürften, so würde dies bedeuten, daß man eine Nachprüfung dieser Erklärungen gestatte, was durch die Genfer Konvention ausdrücklich untersagt werde. Rahmentarifverhandlungen in Acbeit Koropel veriagt Die Rahmentarifverhandlungen für die nordwestliche Gruppe der Eisen= und Stahl=Industrie wurden luchung ber giSeli, gheing Sv, 6e bhrein Frage kommenden grinder auf Wrund pei gei zunen vorhau= auf Montag, den 18. Mai, vertagt. Besitzenden zählen; in Frankreich dagegen gehörten zu dieser nicht weniger als zwei Drittel der Nation! Der Verfasser des Artikels im„Journal des Débats“ leitet aus der relativen Kleinheit des besitzlichen teils in Deutschland sein Urteil über den schwankenden und unsicheren Charakter der allgemeinen Lage in Deutschland ab, und wenn es erlaubt ist, diese Seitenbemerkung zu machen, so wird man vielleicht in der Tat die Stärke unseres extremen rechten und linken Radikalismus mit der weitgehenden Zerstörung unserer früheren Besitzverhältnisse durch Krieg und Inflation zusammenbringen können. Richten wir aber unseren Blick auf Spanien, so würde eine Errechnung des„besitzlichen". Teils der Bevölkerung ein noch viel ungünstigeres Ergebnis haben, als im heutigen Deutschland. Selbständigen Kleingrundbesitz gibt es beinahe nur in den sogenannten Huertas, d. h. den gartenartig bewässerten und kultivierten Landstrichen. Die größten Huertas liegen bei Valencia und bei Granada. Ungefähr die Hälfte alles spanischen Bodens besteht aus Weide= und etwas Waldland. Etwa 44 Prozent sind bebautes Kulturland, und hiervon machen die Huertas nur etwas mehr als den zwanzigsten Teil aus. Im übrigen herrscht Großgrundbesitz mit einer armseligen Pächterwirtschaft und mit wenig rationellem, extensivem Weidebetrieb. Dies sind in der Tat nicht die Verhältnisse, um, wie es in Frankreich“ bedingungslos der Fall wäre, sofort aus dem Lande heraus einer kommunistischen Revolution unüberwindlichen Widerstand entgegenzusetzen. Lenins Prophetie stützte sich nicht nur auf die Denkweise des spanischen Liberalismus, nicht nur auf die Leidenschaftlichkeit des spanischen Proletariats, sondern auch, ganz wie es am Anfang des Bolschewismus auch in Rußland geschah, auf den Landhunger des spanischen Bauern, den kein inneres Pietätsverhältnis an den von seinem Besitz fast immer abwesenden Grundmagnaten bindet. Die Frage, ob Republik oder Monarchie ist dem spanischen Landprole= tarier als solche gleichgültig. Er ist zwar der Kirche meist noch ergeben, aber auch mehr aus Gewöhnung als aus Bedürfnis, und wenn ihm eine städtische Diktatur mit eigenem Landbesitz winkt, so würden viele dieser Lockung nicht widerstehen. Man hat ja gehört, daß in Andalusien gleich nach der Ausrufung der Republik Bauernrevolten gegen die Gutsverwalter vorkamen. Selbstverständlich sind Madrid, Barcelona und Bilbao jetzt voll von Agenten Moskaus, die über die nötigen Fonds verfügen. Die Zeitungen meldeten ja, daß, als eben erst die spanische Republik ausgerufen war, ganze Züge mit solchen Herrschaften aus Moskau nach der russischen Westgrenze abgelassen wurden. In optimistischen Bolschewistenköpfen malen sich die Dinge jetzt weiter so, daß die spanische Revolution eine ähnliche Wendung nehmen soll wie die russische. Auch in Rußland fing es damit an, daß der Zar zur Abdankung gezwungen wurde. Dann kam das liberale Zwischenspiel unter dem Regime Kerenski, das weder die Einsicht noch die Kraft besaß, der sich entwickelnden bolschewistischen Hydra rechtzeitig die Köpfe abzuschlagen; dann kam die Zersetzung des Militärs, und dann kam der Novembersieg der Bolschewisten in den Straßen von Petersburg, 1917. Kaum war das geschehen, so setzte der blutige Terror gegen die Bourgeoisie ein, der die Bauern gleichgültig ließ, weil ihnen Land, Vieh, Häuser und aller sonstige Besitz der Gutsherren zur Beute hingeworfen wurde. Dies ist jetzt auch das Moskauer Programm für Spanien. Die Schwierigkeiten werden dort größer sein, abgesehen von allem andern schon darum, weil sich der französische Nachbar den Brandherd nicht gefallen lassen wird. Trotzdem wäre es doch ganz nützlich, wenn sich die Staatsmänner in Genf etwas über die spanischen Möglichkeiten unterhielten. Auf deutscher Seite könnte man sich dabei noch besonders notieren, daß Manuelski, im selben Atem mit seiner Aufforderung an die spanischen Kommunisten, seinen deutschen kommunistischen Freunden das Lob gespendet hat, bisher seien sie die„erfolgreichsten" in Europa! Lohnordnung für den Kuhrbergbau gelandigt Essen, 15. Mai. Wie wir erfahren, hat der Zechenverband die Lohnordnung für den Ruhrbergbau am 15. Mai zum 30 Juni gekündigt. Die Kündigung erfolgt zum Zwecke der von dem Zechenverband im Interesse der Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Ruhrkohle als dringend erforderlich erachteten Senkung der Gestehungsloten. Das Programm der Englandfahrt des Kanzlers und des Außenministers Berlin, 14. Mai. Das Programm für den Besuch des deutschen Reichskanzlers und des Reichsaußenministers in Chequers ist setzt so gut wie fertiggestellt, wenn auch vielleicht noch einige Einzelheiten einer Abänderung unterworfen sein werden. Die beiden deutschen Staatsmänner werden am 5. Juni in London eintreffen. Noch am Abend desselben Tages findet ihnen zu Ehren ein Bankett im Auswärtigen Amt statt, und am folgenden Tage begeben sie sich in Kraftwagen nach Chequers, wo sie zum Frühstück eintreffen werden. Der Reichskanzler und der Reichsaußenminister verlassen Chequers wieder am 7. Juni nachmittags. Am Montag gibt die englischdeutsche Vereinigung den deutschen Staatsmännern ein Frühstück. Am Nachmittag findet ein Tee und Empfang im Institut für auswärtige Angelegenheiten statt, und am Abend gibt der deutsche Botschafter ein offizielles Bankett auf der deutschen Botschaft, zu dem die Mitglieder der britischen Regierung, die Führer der Oppositionsparteien und die höchsten Beamten des tigen Amtes mit ihren Damen geladen sind. An das Bankett schließt sich ein großer Empfang an. Dienstag, den 9. Juni, fahren der Reichskanzler und der Reichsaußenminister über Southampton nach Deutschland zurück. Kirchenvertrag am Dienstag vor dem Staatsrat h Berlin, 15. Mai.(Eig. Drahtber.) Der preußische Staatsrat tritt am Dienstag, 19. Mai, zusammen, um den Staatsvertrag mit der evangelischen Kirche zu beraten. Der mit der Beratung des Vertrages betraute vereinigte Verfassungsund Hauptausschuß wird bereits am Montag zusammentreten. Bekanntlich soll das Gesetz im Landtag am 8. Juni zur Beratung gestellt und am 13. Juni verabschiedet werden. Der Brauns-Ausschuß wieder an der Arbeit Berlin, 15. Mai. Am Freitag ist der vom früheren Reichsarbeitsminister Dr. Brauns geführte Sachverständigen=Ausschuß für die Ausarbeitung von Maßnahmen gegen die Erwerbslosigkeit zu einem bis zum Dienstag kommender Woche dauernden Tagungsabschnitt zusammengetreten. Das Arbeitsprogramm unfaßt weitergzF eriggagieg nuiz dem Arbeitslosenproblem. Besonders der Zusammenlegung der Wohlfahrtserwerbslosen= und der Krisenjursorge beschäftigen, ferner die Eingliederung oderzägefschaltzug der Saisonarbeiter aus der generellen Arbeitslosenproblems und die Stellung der verheirateten erwerbstätigen Frauen in der Arbeitslosenversicherung prüfen. Nach Informationen aus unterrichteten Kreisen war es dem Ausschuß bisher unmöglich, einen Termin für den Abschluß seiner Beratungen bekanntzugeben. Dies ist deshalb von Bedeutung, weil die Reichsregierung den Wunsch hat, evtl. erforderlich werdende neue Ontpeoiriaritrei., Ner Protelatter Eine neue Enzyklika des Papstes Rom, 15. Mai. Heute jährt sich zum vierzigsten Male der Tag, an dem Papst Leo XIII. die berühmt gewordene Enzyklika verkündete, die mit den Worten„rerum novarum“ begann und die sich mit den damals brennend werdenden Fragen der Sozialpolitik und die Stellung der Arbeiterschaft innerhalb der menschlichen und christlichen Gemeinschaft beschäftigte. Es ist wohl zu perstehen, daß dieser Tag in Rom in ungewöhnlich licher Weise begangen wird; denn die Enzyklika Leos XIII. war eine päpstliche Kundgebung für den sozialen Frieden und gleichzeitig ein Programm, dem durch die hohe Stelle, die es der Welt bekannt gab, eine überragende Bedeutung verliehen wurde. Das päpstliche Rundschreiben vom 15.„Mai 1891 yar sich für den sozialen Frieden den Schutz der Schwachen und das Zusammenwirken von Arbeiterschaft und Unternehmertum eingesetzt. Ansprache des Papstes an die Pilger Zu dieser Feier sind Pilgerscharen aus 18 verschiedenen Ländern, darunter auch aus Deutschland, in Rom zusammen geströmt, die heute nachmittag im Damasius=Hof des Vatikans vom Papst in Audienz empfangen wurden. Kurz nach 5 Uhr erschien Pius in Begleitung von 21 Kardinälen und zahlreichen Erzbischöfen und Bischöfen und bestieg, von begeistertem subel begrüßt, den Thronsessel. Die Sitzung, der auch samte diplomatische Korps beiwohnte, nahm einen das sehr gesamte virgngtche g#eirnte, nahm einen sehr feierlichen Verlauf. In eineinhalbstündiger Ansprache begrüßte der Papst in italienischer, deutscher unt französischer Sprache die Pilger, deren zahlreiches Erscheinen, wie er hervorhob, für ihn ein Beweis der engen Zusammenarbeit zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern darstelle, die im Interesse aller liege. Bezugnehmend auf die neue Enzyklika quadragesimo anno, die im Auszug unter den Pilgern verteilt worden war, erkläre er, er wolle nicht nur die Bedeutung der rerum novarum seines großen Vorgängers Leo XIII. ins Gedächtnis zurückrufen, sondern die neue Enzyklika bezwecke eine Fortsetzung und Vertiefung der von Leo XIII. proklamierten sozialen Forderungen in der Anpassung an die neuen Zeitverhältnisse. Seine väterliche Ermahnung faßte er zusammen in die drei Worte: Gebet, Tat und Opfer, die nicht nur ins Leben des Einzelnen und der Familien, sondern auch ins Leben der großen Gemeinschaft Liebe, Gerechtigkeit und Frieden zwischen allen Klassen tragen sollen. Sie seien auch die Leitsterne für das soziale Apostolat. Zum Schluß erteilte der Papst den apostolischen Segen, den die tausendköpfige Menge sichtlich ergriffen kniend entgegennahm. Die neue Enzyklika entwickelt das Programm, das nach Ansicht des Papstes noch durchzuführen ist, bis der von Leo XIII gegebene Anstoß sein Ziel voll erreicht haben wird. Die Enzyklika, nach den Eingangsworten„quadragesimo anno“ betitelt, besteht aus drei Hauptteilen. Im ersten Teil greift der Papst aus der großen Zahl der Segnungen, die die Enzyklika rerum novarum gebracht hat, die wichtigsten heraus. Im zweiten Teil unterzieht der Papst die Gegenstände, die im Vordergrunde der Erörterung stehen, oder ihm einer autoritativen Klarstellung bedürftig erscheinen, einer prüfenden Betrachtung unter besonderer Berücksichtigung der veränderten Zeitverhältnisse. Ausführlich bespricht er das Verhältnis von Kapital und Arbeit. und stellt das Ziel der Entproletarisierung der Proletarier auf. Er schreibt: „Dieses Ziel ist in der bestehenden Ordnung der Dinge nur erreichbar im Wege gerechter und angeessener Löhne. Dem rechtschaffenen Arbeiter muß die Lohnhöhe nicht allein die Bestreitung seiner eigenen Lebenshaltung, sondern auch seiner Familienlasten ermöglichen und ihm überdies gestatten, seine Lage in der bezeichneten Weise mit Erfolg zu Im dritten Teil gibt der Papst einen Gesamtüberblick über die Gegenwartslage der herrschenden Wirtschaftsweise und verurteilt die maßlose Zusammenballung wirtschaftlicher Macht und wirklichgz, zur„ in den Händen ganz weniger Menschen, die zur rucksichtslosen Wilkürherrschaft entarte. Er bespri, den Sozialismus, der sich seit der Zeit Leo XIII. gen Kommunismus und in einem Sozialismus gespalten habe, der vielfach starke Abstriche an seinem Progxamm vorgenommen habe.„Gegenüber diesem Sogeueis= „Auch nach dieser weitgehenden Abschwächung und obwohl viele seiner Forderungen durchaus der Gerechtigkeit entsprechen und auch von der Kirche vertreten werden, liege dem Sozialismus, solange er wirklicher. Sosalisnus bleibe, eine=Kufagsung pon ders menschlichen Einisgung mit ihm immer und ünter alen Umnständen ausgeschlossen ist; man kann nicht gleichzeitig guter Katholik und wirklicher Sozialist sein.“ Die Enzyklika schließt mit dem Hinweis darauf, daß die Wurzel der ganzen Verkehrung der Verhältnisse auf wirtschaftlichem Gebiet darin liege, daß sowohl die Wirtschaft von heute als der Sozialismus ihren Blick ausschließlich auf das Diesseits richten und Gott und die Ewigkeit vergessen, und mit der Ermahnung, auf der Grundlage der Frohbotschaft und der christlichen Liebe für eine Erneuerung der Gesellschaft zu arbeiten. zur Verhandlung stehenden Problems einer gesunden Auswanderungspolitik für Gegenwart und Zukunft des gesamten deutschen Volkes. Dieses Problem wurde dann in einem Referat von Generalkon= sul Dr. Wanner behandelt. Anklage gegen Minister Frantzen Berlin, 15. Mai. Die Staatsanwaltschaft I Berlin hat den braunschweigischen Minister Dr. Frantzen M. d.., angeklagt, zu Berlin am 13. Oktober 1930 fortgesetzt den Landwirt Guth nach der Begehung eines Vergehens begünstigt zu haben, um ihn der Bestrafung zu entziehen. Guth war von der Polizei wegen Bannmeilenvergehens festgenommen worden und hatte zu seiner Legittmation den Fahrtausweis des preußischen Landtagsabgeordneten Lohse vorgezeigt. Minister Frantzen wird beschuldigt, daß er, von Guth zur Legitimierung herbeigerufen, diesen der Polizei gegenüber als den rechtsmäßigen Inhaber des Ausweises bezeichnet habe. Der Reichstag hat die Genehmigung zur Strafverfolgung gegen Frantzen erteilt. Briand bleibt in Genf h Berlin, 15. Mai.(Eig. Drahtber.) An amtlicher Stelle in Berlin ist man dahin unterrichtet, daß Briand als Außenminister Frankreichs die ganze Genfer Tagung mitmachen wird. Er führt den Vorsitz im Europa=Ausschuß und wird auch an der Ratstagung teilnehmen. Die deutsch=österreichische Zollunion wird am nächsten Dienstag auf der Tagesordnung des Rates stehen. Man hofft, am Samstag der nächsten Woche das Programm des Völkerbundsrates erledigt zu haben. Die bisherige Fühlungnahme zwischen den Vertretern Deutschlands und Oesterreichs hat ergeben, daß beide Staaten unter allen Umständen an der Zollunion festhalten werden. Die in einem Teil der französischen Presse aufgestellte Behauptung, daß die deutschösterreichische Zollunion die Niederlage Briands bei der Präsidentschaftswahl verschuldet habe, wird an amtlicher Berliner Stelle als eine durch nichts begründete tendenziöse Kombination bezeichnet. Russisch-deutscher Radiokrieg Moskau, 15. Mai. Der letzte durch den Deutschlandsender verbreitete Vortrag über die Lage in Rußland hat in Moskau Gegen gestaffelte Gehaltskürzung h Berlin, 15. Mai(Eig. Drahtber.) Der Reichsbund der höheren Beamten und der Preußische Richterverein wenden sich in einer Erklärung geger den Vorschlag, die Gehaltskürzung zu staffeln und anstat der jetzigen allgemeinen Gehaltskürzung um 6 Prozent eine solche von 8, 12 und 15 Prozent vorzunehmen. Sie begründen ihre Erklärung damit, daß bei den unteren und mittleren Beamtengruppen, an der Kaufkraft gemessen, die Besoldung dem Friedensgehalt gleichcomme oder es sogar schon überschritten habe, ren Beamten nur 75 Prozent des Friedensgehaltes bezögen. Notverordnungen noch vor der geplanten Englandreise des Reichskanzlers zu erlassen. Haussuchungen bei Kommunisten in hannöder Hannover, 15. Mai. Bei zahlreichen Mitgliedern der K. P. D. in Hannover wurden heute Haussuchungen durchgeführt. Die Fahndung erstreckte sich in der Hauptsache auf Zersetzungsmaterial für Reichswehr und Polizei. Auch das Parteibüro, die Redaktion und die Druckerei der kommunistischen neuen Arbeiterzeitung wurden in die Untersuchung mit einbezogen. Einheitssteuer für die Landwirtschaft h Berlin, 15. Mai(Eig. Drahtber.) Der Reichsminister der Finanzen hat die landwirtschaftliche Einheitssteuer bereits für das Rechnungsjahr 1931 in Kraft gesetzt. Infolgedessen sind Pflichtige, zuletzt mit Reineinkünften aus landwirtschaftlichem, forstwirtschaftlichem und gärtnerischem Vermögen von nicht mehr als 6000 Mark veranlagt worden sind und die Einkünfte anderer Art nicht oder im Betrage von weniger als 1000 Mark bezogen haben, von der Einkommensteuervorauszahlung erstmals am 15. Mai 1931 befreit. Steuerpflichtigen, bei denen die landwirtschaftlichen Reineinkünfte mehr als 6000 Reichsmark betragen oder bei denen die Einkünfte anderer Art 1000 Reichsmark und mehr betragen, wird der auf die ersten 6000 Mark des landwirtschaftlichen Einkommens entfallende Steuerbetrag der Vorauszahlung nach näherer Mitteilung des Finanzamtes gestundet. Pflichtige, denen eine Mitteilung bis zum 8. Juni nicht zugegangen ist, haben die Vorauszahlung in der bisherigen Höhe bis zum 15. Juni zu Flegn# Soweit erforderlich, können die Prasiventen der Landesfinanzämter für bestimmte Gruppen und Fälle in ihrem Bezirk besondere Bestimmungen treffen. Die Finanzämter bleiben ermächtigt, die Vorauszahlung zu stunden oder anderweitig festzusetzen. Jahrestagung des Deutschen Auslandsinsthuts Stuttgart, 15. Mai. Der wirtschaftliche Beirat des Deutschen Auslandsinstituts trat heute unter dem Vorsitz von Geheimrat Kastl vom Reichsverband der Deutschen Industrie zusammen. Unter den Anwesenden waren Vertreter fast aller europäischen und zahlreicher überseeischer Auslandsdeutschtums=Gebiete, sowie von Reichs=, Länderbehörden, konfessionellen, wirtschaftlichen, kulturellen und Hilfsorganisationen Deutschlands und Oesterreichs. Der Vorsitzende betonte einleitend die Wichtigkeit des große Empörung hervorgerufen. Die deutsche Sektion der Komintern hat beschlossen, den Kommunisten Wilhelm Pieck zu veranlassen, über die wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse in Deutschland in deutscher Sprache zu sprechen. Die Rede soll von sämtlichen Rundfunksendern der Sowjet=Union verbreitet werden. Ferner ist beschlossen worden, den Deutschlandsender in Königswusterhausen durch sowjet=russische Abwehrsender zu stören. Die Russen haben gar keine Veranlassung empört zu sein; denn sie haben mit ihren kommunistischen Propagandareden den Radiokrieg begonnen. Die deutschen Gegenvorträge sind lediglich Vergeltungsmaßnahmen. Die Russen sollten das Wort beherzigen:„Was du nicht willst, daß man dir tu, das füg' auch keinem andern zu!“ und der Rundfunkkrieg wäre sofort zu Ende. Neues in karze Der kommunistische Reichstagsabgeordnete Buchmann wurde von einem Münchener Gericht wegen zehn Vergehen gegen die Religion, begangen durch eine Druckschrift, zu vier Monaten Gefängnis verurteilt. * Für die deutschen Gefallenen in Flandern fand am Himmelsfahrtstage auf dem Friedhofe in Zonnebeke eine Gefallenen=Gedenkfeier statt. Der deutsche Gesandte in Brüssel, Graf Lerchenfeld, hielt eine kurze Gedächtnisrede. * Auf der Jahreshauptversammlung des französischen Bergarbeiterverbandes in St. Etienne sprach als Vertreter des deutschen Bergbau=Industrie=Arbeiterverbandes Martmöller(Bochum) über die Kohlenkrise in Deutschland. * In der Straßburger Spionage=Angelegenheit ist nun auch der zweite Verhaftete, der Zeichner Ernst Unfried, aus der Haft entlassen worden. In Elsaß=Lothringen ist die französische Polizei auf der Spionensuche. Sie fahndet nach einem Auto aus dem Saargebiet, dessen Insassen wichtige Dokumente der Landesverteidigung, besonders der Befestigungsarbeiten an der französischen Nordostgrenze, besitzen sollen. Alle Straßen in Elsaß=Lothringen werden durch Gendarmerie überwacht. SGlinker-Seist und Reldischtenmar Tur Fröffnung der umgebauten Neuen Wache am 17. Mai Am 17. Mai wird die zum Reichsehrenmal für die Gefallenen des Weltkrieges umgestaltete kleine Hauptwache Unter den Linden in Berlin nach vollendetem Umbau durch die Spitzen der Behörden feierlich öffnet. Wo einst die Lebenden Wache gehalten, als Repräsentanten preußischen Soldatentums, dort zieht jetzt die Ehrenwache für die gefallenen Helden auf, denen hier eine Kultstätte geschaffen worden ist.„Tradition ist hierin einmal auf das Sinnvollste gewahrt, ja zu neuem Leben gebracht worden.. te Schinfelschen Seit Monaten ist an dem beruymten Schielschen Bauwerk gearbeitet worden, an der Außenfront selbst ist nichts verändert; nur daß man vielleicht mit einigem Bedauern die Gewehrständer usw. von der Wache ver Wir haben lange um die würdigste Form gerungen, in der wir den künstlerischen Ausdruck für die Heldenverehrung unserer Zeit erblicken können. Das Grabmal eines unbekannten Soldaten wäre doch nun einmal eine bloße Nachahmung und auch unserem Empfinden nicht ganz gerecht. Erst zwölf Jahre nach dem Ende des großen Krieges wurde der lange schwebende Gedanke des Reichsehrenmals greifbar. wurde, die zwischen Eisen= und Stahlungetümen, mit ihnen und gegen sie vier Jahre lang Krieg geführt haben! Auch Schinkel hatte einst die Aufgabe, es war gleich seine zweite nach dem Bau der Wache— ein Ehrenmal für die Befreiungskriege zu schaffen: er entwarf ein schlichtes Eisenkreuz, das Kreuzbergmonument, ein höchst sparsames, fast armes Denkmal, in dem aber die„Not eines Volkes“ zum Ausdruck kommt. Das Bauen und Gestalten hat auch einen tiefen Zusammenhang— wie zwischen Form und Inhalt— so zwischen Wirkung und Aufwand. Napoleon wollte einst zum Ruhme seiner Armeen einen ungeheuren Tempel bauen, dessen Wände Raum bieten sollten für Tafeln mit den Namen aller seiner Soldaten. Er wurde nie gebaut. Friedrich Gilly der Jüngere, der Lehrmeister Schinkels, hat ein Friedrich=Denkmal entworfen, in dem die Phantasie eine Pharaonenpyramide türmte. Auch dieses ist nicht gebaut worden. Nicht einmal Frankreich, geschweige denn Preußen konnten diesen Aufwand für solche Wirkung herbeischaffen. Mit der Ausgestaltung der Schinkelwache zum Reichsehrenmal hat man den preußischen Bau von Berlin seiner würdigsten Bestimmung zugeführt. Wie fein M.=s den Bruck die B# Künfti= wird man selbst noch an der marmorenen Grabplatte des„Soldat inconnu“ unter dem prunkenden Are de Triomphe den kleinen spartanischen Preußenbau, im Kastanienwäldchen, mitten Unter den Linden zu Berlin vor Augen haben, Reichsehrenmal für die deutschen Soldaten des Krieges 1914/18. Dr. Hans Ostau. Kunst und Wissen =Die Landesheimatspiele in Witten. Im Naturtheater der Stadt Witten beginnen am Mittwoch, dem 20. Mai, nachmittags 15 Uhr wieder die in ganz Westdeutschland beliebten Heimatspiele. Die Veranstaltungen stehen unter der künstlerischen Leitung von Dr. K. M. Krug. Zunächst gelangen Schillers Räuber zur Aufführung. = Vom Dortmunder Stadttheater. Erna Wigger, die zur Zeit die Titelrolle der neuen Operette„Viktoria und ihr Husar" im Bochumer Operetten=Theater wurde nach erfolgreichem Gastspiel, als. Agnes in „Freischütz" und als Lisa in„Land des Lachelns", für die nachste Saison an das Dortmunder Stadttheater als Sängerin für Oper und Operette engagiert. = Intendantenwahl in Koblenz. Zum Intendanten des Theaters der Stadt Koblenz wurde Bruno Schoenfeld, der Oberregisseur des Stadttheaters in Bonn geWissenschaftlicher Funk im Vatikan=Sender. In nächster Zeit wird der neuerbaute Vatikan=Sender die Einrichtung einer wissenschaftlichen Funkstunde, ähnlich den übrigen italienischen Rundfuntstationen, überueh: men. In erster Linie werden in lateinischer Sprache geführte wissenschaftliche Referate und Mitteilungen aus den Gebieten gesendet werden, mit denen sich die päpstliche Akademie der Wissenschaften befaßt. Theater und Kunst in den Nachbarltädten Die Spielpläne der kommenden Woche Die Schinkelsche Neue Wache, heißt: die Hauptwache und Königswache ist das erste der von Schinkel in Berlin geschaffenen Bauwerke. Die ersten Zeichnungen aus dem Jahre 1816 zeigen, wie schwer es Schinkel nach einer dreizehnjährigen Tätigkeit als Maler wurde, sich nun zu einem eigenen Baustil durchzuringen. Aber er knüpfte doch nicht ohne weiteres an seine Jugendzeit, die unter dem Einfluß Gillys stand, an. Aus der Antike, den Vorstudien in ägyptisierenden Formen, in Entwürfen, die der Renaissance anzugehören scheinen, schafft er sich allmählich Klarheit, bis sich ihm die vollkommene Einheit von Zweck und Form im Bauwerk wie ein Wunder offenbart. Höchst eigenartig, daß dieser Bau der Wache heute einem Zeitakter, der Maschine, der seinentwicktelten oder wie sie auch hat Moeuer van ven... nie Verbindung beider hat Moeuer van ven Pttu.., ger.. Garisch Zwecke, des profanen, des rurthaften in der dorischen Flächenstrenge, vereinigt mit attischer Zierlichkeit erschaut:„Militär steht hier unter Waffen.. und die ewig wachsende Idee der preußischen Armee den rauhen, rauch=roten brandbraunen Wänden enthalten zu sein, die sich in einem grauen, steinernen spartiatischen Portikus öffnen, den ein Fries von Viktorien wie mit Schmetterlingen beflattert.“.. gren 6ischen deult. Nun ist sie ganz die Kultstätte der preußischen deutschen Armee, die Schinkelwache Unter den Linden. Wer jemals den Invalidendom in Paris mit dem pomphaften Grabe des großen Korsen gesehen hat, der empfand dabei auch den weiten Abstand in der Erinnerung an jene schlichte Grabkammer in der Potsdamer Garnisonkirche, einem„Zeitakter der Maschine, der seinentwictesten schlichte Grabsauy, Tar, Friedrichs des Großest vilbt. Technik, des Eisebetonbaus, zum Ehrenmal der Heiden die den schmucklosen Sait Friedricht Dortmund. Stadttheater: Samstag 19.30 Uhr: Der Freischütz; Sonntag 15 Uhr: Der' Hauptmann von Köpenick; 20 Uhr: Im weißen Rößl; Montag 20 Uhr: Im weißen Rößl; Dienstag 20 Uhr: Armer Heinrich; Mittwoch 20 Uhr: Die Ratten; Donnerstag 20 Uhr: La Traviata; Freitag 20 Uhr: Die Ratten; Samstag 20 Uhr: Der Freischütz. Opernhaus: Samstag 19.30: Mamselle Nitouche; Sonntag 19 Uhr: Tannhäuser; Dienstag 19.30 Uhr: Die Zirkusprinzessin; Mittwoch 19.30 Uhr: Ariadne auf Naxos: Donnerstag 19.30 Uhr: Tosca; Freitag 19.30 Uhr: Die Hochzeit des Figaro; Samstag 19.30 Uhr: Mamselle Nitouche; Sonntag 19.30 Uhr: Die lustige Schauspielhaus: Samstag 20 Uhr: Die Fee; Sonntag 20 Uhr: Der Hauptmann von Köpenick; Montag 20 Uhr: Der Hauptmann von Köpenick; Dienstag 20 Uhr: Helden: Mittwoch 20 Uhr: Hamlet; Donnerstag 20 Uhr: Die Fee: Freitag 20 Uhr: Der Hauptmann von Köpenick; Samstag 20 Uhr: Voruntersuchung; Sonntag 19.30 Uhr: Der Hauptmann von Köpenick. Duisburg. Stadttheater: Sonntag 19.30 Uhr: Im weißen Rößl; Montag 16 Uhr: Lohengrin; Dienstag 20 Uhr: Schuld und Sühne; Mittwoch 20 Uhr: Im weißen Rößl; Samstag 19,45 Uhr und Sonntag 19.30 Uhr: Der Hauptmann von Köpenick.#.suar Dusseldorf. Opernhaus: Montag 20 Uhr: Im weißen Rößl; Dienstag 20 Uhr: Mignon; Mittwoch 20 Uhr: Im weißen Rößl; Die Macht des Schicksals; Freitag 20 Uhr: Mignon; Samstag 19 Uhr: Gastspiel Mar Lorenz (Staatsoper Dresden): Lohengrin; Sonntag 15.30 Uhr: Das Land des Lächelns; 20 Uhr: Im weißen Rößl. Kleines Haus: Mittwoch 20 Uhr: Cosi fan tutte; Freitag 20 Uhr: Schwarzwaldmädel. Schauspielhaus: Montag 20 Uhr: Wilhelm Tell; Dienstag 19,30 Uhr: Der Hauptmann von Kopenick: Mittwoch 20 Uhr: Einmaliges Gastspiel: The english players„Arms and the man"(Helden); Donnerstag 20 Uhr: Versailles; Freitag 20 Uhr: Wilhelm Tell; Samstag 19.30 Uhr: Der Hauptmann von Köpenick: Sonntag 16 Uhr: Die Quadratur des Kreises; 19.30 Uhr: Der Hauptmann von Köpenick. O 4. Bellage zum Bochumer Anzeiger u. Gen. Anzeiger Nr. 113 38. Jahrgang Samstag, 16. Mai 1931 0 Täglich steigt die Sonne höher, Und es kommen immer näher Jene schönen Sommerzeiten, Für die wir uns so leicht bekleiden Mit Voile, Frotté und Leinen Und mit dünnbestrumpften Beinen, Wo wir gern mit ohne Mänteln Fröhlich durch die Auen tändeln, Singen, jauchzen, jubilieren Und die Braut ins Freie führen, Weil im Hause die Verwandten, Väter, Mütter, Onkels, Tanten Stets an uns zu nöckern haben, Während draußen wir in Graben, Auch im Walde und auf Bänken, Auf den Bergen und in Senken Stiller Täler uns erfreuen, Vorzugsweise, wenn zu Zweien Wir durch all die Schönheit wandern Ohne all die läst'gen andern! Sicher gibt es Philosophen, Die allein am liebsten loofen, Und man sagt wohl, daß die Masse Stets das wirklich Gute hasse, Andrerseits indessen scheint es, Und fast jeder Kluge meint es, Daß vergnügte Menschenmengen Um die Grillen zu verdrängen Sehr am Platz mitunter seien. Deshalb gehen wir zu Zweien, Auch zu Vieren oder Zehnen Durch des Lenzes Blütensehnen, Und wir fliegen aus ins Freie Jedes Jahr erfreut aufs Neue In dem sicheren Bewußtsein. Daß man müßte ja bestußt sein, Wenn man an dem Frühlingsprangen Achtlos wär' vorbeigegangen! In der Beziehung haben wir uns indessen in Bochum bis jetzt nichts vorzuwerfen! Nach dem der Mai mit der Tradition schöner Wochentage und verregneter Sonn= und Feiertage gründlich aufgeräumt hat, haben wir das große Laufen gekriegt.„Unberufen, toi, toi“ war Himmelfahrt schon der dritte schöne freie Tag hintereinander und die Bochumer sind deshalb im Freien rumgekrabbelt wie Maikäfer, auf die wir bis jetzt vergeblich gewartet haben. Himmelfahrt war wieder herrlicher Betrieb. Nach Hamme und Grumme raus, im Stadtpark und im Südpark, runter nach Weitmar, nach Stiepel, auf die Querenburg und überall dahin, wo sich unserem an Ruß und Kohlen gewöhntem Auge Grün und Blüten boten. Auch im Wiesentale,„In schönsten Wiesengrunde“, war der reinste Korso zu Fuß und zu Wagen. Allerdings nur zu Kinderwagen, denn mit Autos und Kremsern darf man nicht duchfahren und der eine Reitweg wird vorläufig von den Besitzern edler Rösser auch nicht allzuviel benutzt. Trotzdem, er nicht nutzlos angelegt, denn er gibt mit seinem hohen Sand und den Kieselsteinchen einen famosen Kinderspielplatz ab, und wer in das Wiesental kommt und nicht weiß, daß es ein Reitweg sein soll, der denkt bestimmt:„Du meine Güte, was hat die Stadt da einen langen Kinder=Sandspielplatz anlegen lassen!“ *„ Großartig ist es jetzt auch in den Bochumer Schrebergärten, die erfreulicherweise an allen Ecken und Enden der Stadt zu finden sind. Und wer nockegr, draußen gewesen ist oben in Riemke, oder im Ehrenfeld im Norden, Süden, Osten und Westen der Stadt Bochum, deren Schrebergärten mit Recht schon guten Ruf gewonnen haben, der sollte sich noch heute am Samstag nachmittag schleunigst auf die machen, um all die schmucken Gärtchen mit ihren Häusern und Beeten, den Blüten der Bäume, Sträucher und Blumen zu bewundern und um sich daran zu erfreuen. Wie die kleinen Rittergutsbesitzer sitzen die glücklichen Schrebergärtner vor ihren Häuschen, Burgen und kleinen Gartenvillen, lassen sich die Sonne auf das mit Kaffee und Kuchen gutgefüllte Innere scheinen und freuen sich selbst am meisten. Und die Poesie kommt dabei auch zu ihrem Recht. Besonders bei den Namen, die all die bunten Häuschen tragen. Da gibt es das „Dreimäderlhaus“, die Villa„Zum wurmstichigen Spalierapfel", als Gegenstück zum Dreimäderlhaus die Kaputtmachen ideeller und materieller Dinge! gerade so, als hätte sich unser Zeitalter vorgenommen, mit einem Ruck die ganze Welt umzustülpen und als hätten wir alle miteinander vergessen, daß sich die Sachen hart im Raume stoßen. Eine Erkenntnis, die aund und Sechchel Aunt uopiad erelsche.ug altung der Prahte Esen. Hort ist das Koputmachen dazu übergehen, den Saalbau zu politischen Zwecken Sharater“, denn in zlische doch bestimmt eine ganz nommen, sind wir Deutsu voch bestimm eine ganz friedliche und nette Sorten Menschen. * Allerdings muß ich selber zugeben, daß es einzelne Fälle gibt, in denen selbst der friedlichste Mensch ganz gern einmal so'n bißchen mit kaputtmachen würde. Beipielsweise in dem Fall, der sich neutich evenfalls, in Essen ereignet hat. Da hat ein armer, alter Invanide von seiner Tochter aus Amerika einen Rollschinken geschickt bekommen. Als dieser edle Teil eines amerikanischen Schweines in Essen ankam, wog er 3,9 Kilogramm. Da nun nach den Einfuhrbestimmungen für solches Fleisch die Stücke ein Mindestgewicht von vier Kilogramm haben müssen, rückte die zuständige Zollstelle den Rollschinken als unvorschriftsmäßig nicht heraus. Die Sache ging daraufhin an das Reichsernährungsministerium, das das Reichsinnenministerium für zuständig erklärte. Das wollte aber mit dieser schweinernen Geschichte auch nichts zu tun haben und verwies an das preußische Landwirtschaftsministerium, das zwar seine Zuständigkeit, gleichzeitig aber sein Unvermögen erklärte, ausnahmsweise die Einfuhr des nur 3,9 Kilogramm wiegenden Rollschinkens zu genehmigen. Die Geschichte ist teilweise zum Lachen, teilweise aber ZOLLSTEILE 7 — der Schwierigkeit der Feststellung des Leistungsoptimums. Erwünscht erscheint die Festsetzung einer elastischen Grenzzone statt einer scharfen Grenzlinie für die Versicherungspflichtgrenze, eine Beteiligung der Versicherten und ein stärkeres Zusammenarbeiten mit der freien Wohlfahrtspflege. Man sollte gerechterweise damit aufhören, den sozialen Bedarf allein und ausschließlich als Ursache einer Ueberlastung der deutschen Wirtschaft hinzustellen. Aeußerst mannigfach sei das Streben nach organisatorischer Reform der Kampf anderen bittertraurig, und wenn ich nicht prinzipiell gegen Klassenhaß wäre, würde ich es für richtig halten, den Leuten, die den armen Invaliden durch ihre verknöcherte Buchstabengesinnung um seinen Rollschinken gebracht haben, soviel Gramm vom eigenen Rollschinken abzuschneiden, wie an den vier Kilogramm fehlen. Er hätte es ihnen dann ja zurückgeben können. Eine bedeutende Tagung in Bochum Sohlalbrrsichrrung muß biriben— Resormen kun not der Beamten und Angestellten der Reichsunfallversicherung alitischerd#. Ortskartall Bachum Verwaltzengsdi In schwieriger, allgemein= und beamtenpolitischer Zeit trat in Bochum der Verband der Beamten und Angestellten der Reichsunfalversicherung e. V. zur Vertreterversammlung zusammen. Die Gäste„ een Reiche trafen schon am Himmelfahrtsggr, Han g uge pecie ten nachmittags einem Konzert im Tagung selbst begann Freitagmorgen 10 Uhr im Parkhotel„Haus Rechen". Oberinspektor Josef Ertz chum), der Vorsitzende des Verbandes, richtete herzliche Grußworte an die Ehrengäste und die Vertretg, u. her dauern sei, daß zum erstenmale das Reicho######### ministerium und das Reichsversicherungsamt aus Sparsamkeitsgründen keine Vertreter entsandt hätten. Ein besonderer Gruß galt den Breptrogte der gehrer gans in Danzig. In kurzen Zügen entroun der Reoner dann ein Bild des segensreichen Wirtens des 4000 Mi glieder zählenden Verbandes, der als eine Fachorganisation streng neutral sei. Außer ihm sei nur ein kleiner Verband mit 200 Mitgliedern vorhanden. Der Verband trete ein für die Selbstverwaltung der Versicherungsträger, fordere aber Beamtencharakter für die Beamten und Angestellten der Versicherungen. Seine Wohlfahrtsund Ausbildungseinrichtungen seien vorbildlich. Die Beamtenschaft sei bereit, in dieser Notzeit Opfer zu bringen, fordere das aber auch von allen anderen Volksschichten. Begrüßungsansprachen Stadtrat Stumpf begrüßte die Tagung namens der Stadtverwaltung und des in letzter Stunde verhinderten Oberbürgermeisters. Manche scheuten den B such des Industriebezirks mit seinen rauchenden Schloten, aber es stünde besser um uns, wenn nicht so viele Werke ihre Betriebe einschränken müßten und mehr Schornsteine rauchten. Neben der Industrie biete, chum auch landschaftliche Schönheiten uno er hoffe, daß es den Gästen in Bochum recht gefallen möge. Weitere Wünsche sprachen aus Kaufmann Karl Koch für die Ortskrankenkasse Bochum, Direktor Elleringmann für die Verwaltungsakademie Bochum, Oberinspektor Duske(Duisburg) für den Deutschen Beamtenbund und für das Bezirkskartell Industriebezirk und das Ortstarten Bochum, Verwaltungsbirektor Reininghaus(Iserlohn), namens des Gewerkschaftsbundes der Beamten und Angestellten der Sozialversicherung und der Krankenkassen; Bertrams für den Verband der deutschen Knappschaftsbeamten; Landesamtmann Wasmuth(Kassel) für die Landesversicherungsbeamten; Nippold(Berlin) für die Reichsversicherungsanstalt für Angestellte usw. Verbandsvorsitzender Ertz dankte allen Rednern und erteilte alsdann dem Universitätsprofessor Dr. Dr. H. Weber (Münster) das Wort zu seinem groß angelegten, von sittlichem Ernst getragenen Vortrag über Die Reform der Sozialversicherung. Einleitend führte er aus, daß jedes Reformstreben naturgemäß zutiefst auf eine Negation des Bestehenden zurückgeht. So hat auch bei der deutschen Sozialversicherung der wesentliche Antrieb des in der Gegenwart besonders lebhaften Reformstrebens eine mehr oder minder starke Unzufriedenheit mit der augenblicklich bestehenden Form der Sozialversicherung. Bei einem Versuch, einen Ueberblick über die schwer übersehbare Fülle von Einzelzielen zu geben, werde man unter Ausschaltung von nebensächlichen Teilvorschlägen, je nach dem überwiegenden Ziel der Reformbestrebungen, drei Gruppen unterscheiden können. Das Streben nach Leistungsreform gehe im allgemeinen von der Tatsache des Mißbrauchs der Sozialversicherungsinstitution aus, eine nicht zu dann aber in der Regel in Sozialversicherung. Es herrsche ein unentwegten inf um die größere Zweckmäßigkeit des einen oder anderen organisatorischen Prinzips. Sei das Prinzip der beruflichen oder räumlichen Gliederung, das Prinzip der Zentralisation oder Dezentralisation, das Zwangsprinzip oder das Freiheitsprinzip vorteilhafter? Organisation sei immer Mittel zum Zweck. Ein absolut vorteilhaftes oder gar bestes organisatorisches Prinzip gibt es nicht, es sei vielmehr immer eine durch die wechselnden Verhältnisse bedingte Frage der relativen Zweckmäßigkeit, welches Organisationsprinzip jeweils als am meisten angebracht angesprochen werden müsse. Ein dritter Komplex von Reformbestrebungen richtet sich gegen die Grundlage der Sozialversicherung überhaupt. Hier sei die Grundhaltung des Reformwillens letzten Endes durch die Gesellschaftsauffassung des einzelnen bestimmt. Vom Standpunkt des Kollektivismus sehe man in einer allgemeinen Staatsbürgerversorgung das Ideal. Der Anhänger einer individualistischen Auffassung werde das Selbsthilfeprinzip als einzig möglichen Ausgangspunkt ansprechen. Eine organisch=universalistische Grundeinstellung werde das Prinzip der Gegenseitigkeitshilfe für das Beste halten. Die deutsche Sozialversicherung war von Anfang an auf dem fundamentalen Gedanken der solidarischen Verbundenheit von Arbeitgeber und Arbeitnehmer aufgebaut. Ein halbes Jahrhundert hindurch habe sich dieses Fundament bereits als durchaus tragfähig und zweckmäßig erwiesen. Gerade der Meinungsstreit der letzten Jahre habe unzweideutig ergeben, daß man einstweilen noch nichts Besseres an die Stelle der heutigen Sozialversicherung zu setzen wisse. Das Sparzwangssystem sei praktisch undurchführbar. Der lebhafte Reformwille der letzten Jahre sei ein deutlicher Beweis für die Bedeutung der Sozialversicherung im deutschen Wirtschafts= und Sozialleben. Für die Sozialversicherung könne es nur von Nutzen sein, wenn sie wirklich zweckmäßige Reformvorschläge sorgfältig beachte, prüfe und nach Möglichkeit durchführe.„Prüfet alles und wählet das Beste.“ Der Vortrag begegnete größter Aufmerksamkeit und fand lebhaften Beifall.„Nachmittags besichtigten, die Teilnehmer der Tagung die Bergschule und das Bergbaumuseum. Dann folgte ein Ausflug nach Blankenstein mit Sonderzug, der allen Gästen aus dem Reiche die Schönheiten des Ruhrtals offenbarte. Die Vertreterversammlung tritt heute früh im Parkhotel zusammen zur Beratung der inneren Verbandsangelegenheiten. Außer den geschäftlichen Punkten stehen auf der Tagesordnung eine Anzahl Vorträge, die sich insbesondere auf den Ausbau der Wohlfahrtseinrichtungen beziehen. Die Damen besichtigten während der Tagung das Heimatmuseum, die Gemäldegalerie und die städtischen Parkanlagen. Mit einem Festabend im Parkhotel findet dann heute abend die Verbandsversammlung ihren Abschluß. Man hörte von den Gästen viel Lobenswertes über Bochum und seine oft bewährte Gastfreundschaft. ap. orzges Bilels 2 Vesandbel. die durch die Sosiel. versicherung bewirkt oder mindestens stark begunstigt würden. Namentlich aber sei durch das ständige Wachsen der Aufgaben und Ausgaben eine„soziale Belastung“ entstanden, die für die deutsche Wirtschaft völlig untragbar sei. Es ist unbedingt zuzugeben, daß Umfang und Inhalt der Sozialversicheruggsleistungen eine starke Wachstumtendens aufweisen. Diglegzheng findet jedag teilweise ihre Ertlärung und Begrü#bung in„den allmählich erfolgenden Ausbau der Sozialversicherung, in der Zunahme der Zahl der Erwerbstätigen und in we LIVILLAT. chcheg Bacrh Cönner!„Noz,, der Frag im Bochumer Stadttheater M EURR * Villa„Zu den vier Buben“ was darauf schließen läßt, daß der Inhaber gern Skat kloppt, und andere schöne Namen. Wenn man das alles so sieht und besonders, wenn man sich nicht evtl. über nette Leute dabei ärgern braucht, die ihren Ausflug zur Schnitzeljagd gestalten und mit abgelegten Butterbrotpapieren um sich werfen, bekommt man ordentlich die gute Laune wieder, die wir alle so ditter notwendig haben. Man hat dann wieder mehr richtige Freude an dem, was wächst und entsteht und nur an dem großen Zuge unserer Zeit: dem 8 Freundliche Aufnodwe lanserer Bitder zeigen L ipfi 3: Rorp(Lisel Aler) und Anderson(G. Mayenknecht); en Vor„### Rord und ihre Schwester Grace(Irma Dierds). Wenn schon, dann in Bochum! r, Tielelleberschrift kann sich ** natürlich auf Alles beziehen. Auf das Verbringen des geruhsamen Lebensabends, den Einkauf des nächsten notwendigen Oberhemdes oder jede denkbare Betätigung. Im vorliegenden Falle ist allerdings, wie schon das Bild andeutet, das Wetter gemeint. Noch genauer gesagt der Wetterbericht. Und ganz genau ausgedrückt, der Teil des Wetterberichtes, der etwas Schlechtes in Aussicht stellt. In letzter Zeit stellen die Wetterwarten zumeist gutes Wetter mit lokaler Gewitterneigung und lokalen Gewitterschauern in Aussicht. Danach kann sich dann jeder raussuchen, was er braucht. Gibts Regen und Gewitter dann hat man's eben lokal getroffen. Bleibt es schön, so fällt man unter die allgemeine Wetterlage. Diesmal allerdings, am Freitag nachmittag fielen wir in Bochum ab.15 Uhr unter„lokale Gewitterneigung". Nicht sehr umfangreich, aber immerhin gab es eine ganz nette Reihe von Blitzen mit zugehörigem Gedonner und dem unvermeidlichen„lokalen Gewitterschauer". Für ängstliche Gemüter immerhin kein angenehmes Ereignis, für Naturfreunde im allgemeinen ein anziehendes und erhabenes Schauspiel. Schöner allerdings in der Nacht, gesehen auf den schwarzen Kulissen des stockdunkelen Himmels, als so, wie am Freitag, noch bevor die Dämmerung richtig hereingebrochen ist. Im übrigen ist es sehr erfreulich, daß der Gewitterregen kam. Denn, wenn sich auch die nicht gefreut haben, die ausgerechnet am Freitag abend einen kleinen Spaziergang unternehmen wollten, so ist der warme, anhaltende Regen doch ein großer Segen für die Felder und die Gärten, für Getreide, Gemüse, Bäume, Sträucher und Blumen, denen zu rechter Zeit gerade in diesen vorsommerlich warmen Tagen das notwendige Naß vom Himmel fiel. Das Preisausschreiben des B. A. mit der Kamern durch unfere Heimat ist, wie wir schon mitteilten, vom 20. Mai bis zum 10. Juni verlängert worden, um allen Teilnehmern an dem Preisausschreiben die Möglichkeit zu geben, von dem hoffentlich schönen Wetter der kommenden Wochen noch Gebrauch zu machen. Lichtbilder, die an die Redaktion des„B..“ einzusenden sind, müssen mit der Angabe der aufgenommenen Landschaft(beziehungsweise des aufgenommenen Objektes) und mit dem Namen und der genauen Anschrift des Einsenders versehen sein. Durch die Teilnahme an dem Preisausschreiben erklärt jeder Einsender stillschweigend, daß die Aufnahmen seine Originalarbeiten sind. An Preisen sind ausgesetzt: 1. Preis 50 RM., 2. Preis: 30 RM., 3. Preis: 20 RM., 15 weitere Preise von je 10 RM. Für diejenigen Bilder, die bei dem Preisausschreiben mit einem Preis bedacht werden, erhält der„B..“ ohne weiteres das Recht der Veröffentlichung. — Volksnot und Sendung der Kirche Unter diesem Zeichen steht der Kreiskirchentag der großen Synode Bochum, die außer dem Stadtkreise Bochum(mit Ausnahme von Hordel) noch die Stadtkreise Witten und Castrop=Rauxel sowie Teile des Stadtkreises Dortmund umfaßt. Festgottesdienste finden in der Melanchthon= und in der Petrikirche statt. Besonders bei der geplanten großen evangelischen Kundgebung nachmittags 2½ Uhr, pünktlich auf dem Platz des Lyzeums II an der Königsallee, wird eine starke Beteiligung der evangelischen Bevölkerung erwartet. Nach der Kundgebung ziehen die Teilnehmer unter Vorantritt der Posaunenchöre zu den sich anschließenden drei Festversammlungen. Unter dem Thema:„Volksnot und Sendung der Kirche werden reden: Generalsuperintendent WeirichMünster, der Nachfolger D. Zöllners, der Präses der Westfälischen Provinzialsynode, D. Koch=Oeynhausen, und P. Niemann=Gütersloh vom Provinzialverband für Innere Mission. Den Tagesplan des Kirchentages haben wir schon in der gestrigen Nummer mitgeteilt. Die Leitung des liturgischen Gottesdienstes um 6½ Uhr nachmittags in der Petrikirche hat Pastor Meier=Marten. Die Kurrende wirkt unter Führung von Pastor Niemeier mit. Weitere Besserung des Krankenstandes. Nach der neuesten Monatsstatistik des Hauptverbandes deutscher Krankenkassen ist Ende April dieses Jahres die Zahl der arbeitsunfähig Kranken gegenüber dem Vormonat wieder gesunken, eine der regelmäßigen jahreszeitlichen Entwicklung entsprechende, aber immerhin mit Rücksicht auf die verhältnismäßig schlechte Witterung bemerkenswerte Tatsache.— Nach der amtlichen Statistik ist je Kopf des Versicherten die Beitragseinnahme im letzten Vierteljahr 1930 gegenüber dem Vorjahre um 13 v. H. gesunken. Von den Ausgaben haben sich am meisten die Kosten für Arzneien und sonstige Heilmittel vermindert(je Versicherter um 31 v..), wobei jedoch die von den Versicherten selbst gezahlten Arzneikostenanteile unberücksichtigt geblieben sind. Die Kosten der ärztlichen Behandlung sind je Mitglied um 6 v. H. gesunken, die Ausgaben für Krankengeld um 30 p. H. Auf der Sonn= und Feiertags=Omnibuslinie nach Blankenstein, die von den Bochum=Gelsenkirchener Straßenbahnen eingerichtet wurde, verkehren die Wagen nicht mehr wie bisher vom Hauptbahnhof, sondern vom Rathaus(beim Verkehrsverein) Ecke Allee= und Gußstahlstraße ab, um von da ihren Weg durch die Humboldtstraße zum Bahnhof, weiter durch die Hattinger=, OskarHoffmann=, Fürsten= und Friederikastraße zu nehmen. Die bisherige Haltestelle am Hauptbahnhof bleibt bestehen; am Stadttheater wird eine neue Haltestelle errichtet. Der Omnibus fährt dann mit der Querenburger Linie parallel bis zur Bellenkampstraße, zweigt von dort durch die Oesterendestraße ab und verfolgt im Zuge der Stiepeler Straße seinen gewohnten Weg bis Blankenstein. Die Haltestelle Lottental ist zum Friedhof verlegt und, wie alle übrigen Haltestellen der Strecke, mit Haltestellen= und Abfahrtzeit=Tafeln versehen. Die Stadtkasse mahnt. Von der Stadtkasse Bochum werden in der heutigen Ausgabe die im Monat Mai fällig gewordenen rückständigen Steuern, Abgaben usw. offentlich angemahnt. Die nach dem 22. Mai noch vorhandenen Rückstände werden eingezogen. Waisenkinder auf der„Kleintierfarm". Wie alljährlich, so hat auch in diesem Jahre der Geflugel=Zuchtverein„Kleintierfarm“ e. V. die Waisenkinder beider Konfessionen am Sonntag, 17. Mai, nachmittags 3 Uhr, zu seinen Anlagen an der Ziegelstraße eingeladen, um die Kinder dort zu bewirten und ihnen an diesem Nachmittag das verlorene Elternhaus zu ersetzen. Neben der Bewirtung mit Kaffee und Kuchen werden mit den Kindern allerlei Spiele zur Unterhaltung aufgeführt. Die Besichtigung der Farm mit ihren 50 verschiedenen Rassen Hühnern, Enten und Tauben, sowie seinen Rehen, Fasanen usw. ist für groß und klein ebenfalls sehr unterhaltend und lehrreich. Herr Lehrer Kornal von der Schule an der Hermannshöhe wird mit einigen seiner Schüler den Kindern sowie Freunden und Gönnern einige Turn= und leichtathletische Vorführungen zeigen. Ebenfalls hat ein Orchester seine Mitwirkung zugesagt. Schwere Verkehrsunfälle. Auf der Alleestraße wurde am Donnerstag ein sechsjähriger Junge von einem Personenkraftwagen überfahren und schwer verletzt. Das Kind wurde sofort dem Augusta=Krankenhause zugeführt. Es besteht Lebensgefahr. Durch das starke Bremsen geriet der Personenkraftwagen ins Schleudern und stürzte um. Die Insassen wurden nicht verletzt. Der Wagen mußte abgeschleppt werden.— Ein Lehrling wurde am Mittwoch auf der Wittener Straße von einem Lastkraftwagen überfahren und schwer verletzt. Besinnungslos wurde er dem Bergmannsheil zugeführt. Auch in diesem Falle besteht Lebensgefahr. Am Mittwoch abend wurde auf der Königsallee ein zur Schicht gehender Arbeiter von einem Personenkraftwagen erfaßt und überfahren. Er erlitt eine stark blutende Wunde am Kopfe. Glücklich abgegangen. Ein Straßenbahnwagen der Linie 8 fuhr am Freitag vormittag von Bochum nach Hattingen. Zu den Fahrgästen gehörte u. a. auch ein Schupobeamter. Er hatte seinen Platz, wie gewohnt, vor auf dem Führerstand, wo er sich sehr angeregt mit einem anderen Mitfahrenden unterhielt. Da er seine ursprüngliche Fahrtziel-Haltestelle„An der Landwehr" übersah, sprang er in voller Fahrt ab und stürzte aufs Pflaster. Zum Glück kam er aber glimpflich ab. Rabiates Volk. Am 13. Mai, gegen 17.30 Uhr, wurde der Verkehrsposten an der Ecke Brück= und Kortumstraße von einem Passanten belästigt. Durch das wilde Gebahren des betrunkenen Mannes entstand ein Menschenauflauf. Als das hinzugerufene Ueberfallkommando den Uebeltäter abführen wollte, leistete er und noch drei weitere Begleiter der Polizei heftigen Widerstand. Die Beteiligten wurden der Wache zugeführt. Diebstähle. Aus dem verschlossenen Stall eines Hauses Am Gartenkamp wurden in der Nacht zum 8. Mai drei Hühner gestohlen.— In der Nacht zum 12. Mai wurde der Stall eines Hauses an der FelixScharff=Straße erbrochen und daraus sieben Kaninchen entwendet.„ Wer kennt den Toten? Am 14. Mai wurde auf der Bahnstrecke Deisenhofen—Sauerlach Bayern ein Unbekannter mit dem Zug überfahren. Beschreibung: Etwa 35 Jahre alt, heller grauer Filzhut mit der Firmenbezeichnung Ural=Bochum[Westf. Fast neuer brauner Mantel, schwarzer Anzug mit weißen Längsstreifen, Trikotunterhosen. Am linken Ringfinger Ehering, gezeichnet K.., goldener Ring mit breitem Stein. Hatte eine silberne Uhr bei sich. Es wird angenommen, daß der Tote aus der hiesigen Gegend stammt. Zweckdienliche Angaben über die Persönlichkeit des Toten nimmt die Kriminaldirektion Bochum, Uhlandstraße 35, Zimmer 239, entgegen. dem Stadien Gertze Vaterländischer Frauenverein vom Roten Kreuz, Bochum=Gerthe. Der Vaterländische Frauenverein hielt am vergangenen Dienstag im Kalthoff'schen Saale seine diesjährige Generalversammlung ab. Der große Saal. von befreundeter Seite festlich geschmückt, war bis auf den letzten Platz besetzt. Der vom Vorstand erstattete Jahresbericht fand ungeteilte Zustimmung. Dem Bericht war zu entnehmen, daß die Tätigkeit des Vereins im vergangenen Jahre sehr unter der allgemeinen Not zu leiden hatte. Auf der anderen Seite wurden größere Ansprüche an die freie Wohlfahrtspflege gestellt, die der Verein nach bestem Können gelöst hat. Neben der laufenden Wohlfahrtsarbeit wurden zu Weihnachten etwa 200 Pakete Lebensmittel und Kleidungsstücke aller Art an bedürftige Familien verteilt. Die Sachen hierfür wurden von den Bezirksfrauen aus nahestehenden Kreisen zusammengebracht. Nach Weihnachten wurde die vom Hauptverein ins Leben gerufene Pfundsammlung auch in Gerthe eingerichtet. Auch diese hat bis jetzt neben Kleidungsstücken und Wäscheteilen etwa 1200 Pfund Lebensmittel eingebracht. Nach Erstattung des Jahresberichtes folgte der Unterhaltungsteil. In liebenswürdiger Weise hatte sich Frau Rottmann in den Dienst der Sache gestellt, deren vorgetragene Lieder bei sämtlichen Zuhorern Anklang fanden. Von der Jugendabteilung des Vaterländischen Frauenvereins wurden einige Bühnenspiele zur Aufführung gebracht, die mit Beifall ausgenommen wurden. Auch hatte die Jugendabteilung unter Leitung von Frl. Bolte einige Reigen und Tänze eingeübt, die unter Begleitung von Fräulein Kämper am Klavier zur Vorführung kamen. Mit Absingung des Deutschlandliedes nahm das harmonisch verlaufene Fest sein Ende. 2# Jugendherbergswerbetag. Wie überall im deutschen Reiche veranstaltete auch die Ortsgruppe Gerthe=HarpenHiltrop im Verband für Deutsche Jugendherbergen am Sonntag eine Haus= und Straßensammlung. Das Jugendherbergswerk, das der gesamten Jugend dient, ist durch die ungünstige wirtschaftliche Lage mehr denn je auf Selbsthilfe angewiesen und daher ergeht an alle, die ein Herz für unsere Jugend haben, die Bitte, diese Sammlung nach besten Kräften zu unterstützen. Schwere Unfälle. Am Himmelfahrtstage, gegen 12¼ Uhr, wurde auf der Provinzialstraße vor dem Hause 370 der Radfahrer Herbert N. von einem Lieferkraftwagen, welcher beim Ausweichen vor mehreren Radfahrern ins Schleudern geriet, angefahren und zu Boden geworfen. Bei diesem Sturz erlitt der 15 Jahre alte Radfahrer schwere Kopfverletzungen und einen Bruch des rechten Beines. Es erfolgte die sofortige Ueberführung ins Krankenhaus.— Am Mittwoch nachmittag stürzte der Berginvalide A. von der Castroper Straße von einem Brett. Er erlitt einen Schädelbruch sowie einen Bruch des rechten Beines und mußte dem Krankenhause zugeführt werden. Sein acht Jahre alter Sohn wurde am selben Nachmittage von einem Motorradfahrer angefahren und zu Boden geworfen. Er zog sich hierbei schwere Verletzungen zu, so daß auch er ins Krankenhaus geschafft werden mußte. ko. Abhilfe ist hier unbedingt nötig. Der anhaltende, heftige Gewitterregen, der vor einigen Tagen niederging, hat großen Schaden angerichtet. Am schlimmsten war es auf der Kornharpener Straße. Dabei wurde das Flickmaterial, mit dem immer die Straßenlöcher beseitigt werden sollen, völlig fortgespült, so daß sich hier in kurzer Zeit eine derartige Ueberschwemmung bildete, daß die Straße nicht zu begehen war. Nach dem Abfluß des Wassers erschien die Straße wieder im alten Elend mit ihren vielen ausgespülten Löchern. Am„Grünen Wege“ ist überhaupt keine Kanalisation und die Schmutzwässer aus den Häusern fließen in die Gossen. (Weitere Lokalnachrichten auf Seite 6, 9 und 15.) Vereinskalender Evangelischer Volksdienst, Ortsgruppe Bochum=Süd. Samstag, den 16. Mai 1931, abends 8 Uhr, findet im ev. Gemeindehaus, Moltkemarkt 12, eine Kundgebung statt, wozu alle evangelischen Glaubensgenossen eingeladen werden. Reichstagsabgeordneter Pfarrer Lic. Schmidt spricht über das Thema:„Evangelisches Deutschland, besinne dich!" Evangelischer Beamtenverein Bochum e. V. Wegen der Teilnahme am Kreiskirchentag versammeln sich die Mitglieder am Sonntag, dem 17. Mai, nachm. 2 Uhr, am Ernst=Moritz=Arndt=Haus an der Königsallee. Abends 8 Uhr findet im Festsaal des Evangelischen Vereinshauses eine große Protestversammlung statt, zu der ganz besonders eingeladen wird. Es geht um unsere Kinder! Es geht um unseren Stand! Kommt in Massen! Bochumer Krieger= und Landwehrverein, I. Bezirk. Sonnabend, den 16. Mai 1931, abends pünktlich 8 Uhr, Bezirksversammlung im Gasthaus Fritz Velten, Bochum, Brückstraße 31. Anschließ. Vortrag. II. Bezirk Bochum. Krieger= und Landwehr=Verein. Am Sonntag, dem 17. d.., vormittags, Uebungsschießen auf Schießstand Thiemannshoff. Bochumer Krieger= und Landwehr=Verein, 3. Bezirk. Sonntag, den 17. Mai, vorm. 11 Uhr, bei Kappert, Metzstraße, Monatsversammlung, wozu kameradschaftlich eingeladen wird.(..19 Reichsverband deutscher Kriegsbeschädigter und Kriegerhinterbliebener, Ortsgruppe Groß=Bochum, Bezirk Altstadt, Bürohaus, Hattinger Straße 19. Wir laden hiermit unsere Mitglieder zu dem morgen, nachmittags, von—7 Uhr, im Stadtpark stattfindenden großen Nachmittagskonzert unseres Jugendorchesters ein und erwarten vollzähliges Erscheinen. Der Besuch des Konzertes dürfte allen Mitgliedern möglich sein, da der Eintrittspreis auf nur 30 Pf. festgesetzt ist. Der Vorstand.(a4755 Wohin gehen wir? Stadtheater: Samstag, 20 Uhr: Der Hauptmann von Köpenick.— Sonntag, 18 Uhr: Die Meistersinger von Nürnberg. Skala=Varieté: 20 Uhr: Viktoria und ihr Husar. Stadtpark: 16—19 Uhr: Konzert des Reichsverbandes deutscher Kriegsbeschädigter und Kriegerhinterbliebener, Ortsgruppe Bochum. Odeon: 16.30 Uhr: Sehnsucht jeder Frau. Skala=Lichtspiele: 17 u. 20 Uhr: Der Greifer. Ufatheater: 15.45, 18, 20 Uhr: Die BräutigamsWitwe. Apollotheater: 16, 18.30, 20.20 Uhr: Der Tiger. Capitol: 16, 20.10 Uhr: Casfikis. Ehrenfelder Lichtspiele: 20.30, Sonntag 16 Uhr: Jugendvorstellung: Alibi. Lichtburg: 15.40, 18.10, 20 Uhr: Kaiserliebchen. Lichtspielbühne: Wiener Herzen. Vergnügungs= und Gaststätten, Ausflugslokale: Evangelisches Gemeindehaus, Hattingen.— Hotel Fürstenhof.— Gottschalk, Wattenscheid.— Hordeler Saalbau.—„Zur Insel".— Jägerhof, Dorstener Straße.— Restaurant Klüner.— Restaurant Neuhaus. — Parkhotel„Haus Rechen".— Sankt Hubertus, Weinstuben.— Restaurant Schäfer.— Restaurant Sigger.— Weinstuben Sievers.— Restaurant zum Sportsheim.— Burg Volmarstein.— Weitkämper, Waldring.—„Zum Wiesental".— Waldesruh“, Weitmar.—(Näheres siehe Anzeigenteil.) 2) Grayton ging wieder hinein. „Ich kann Ihnen keine Vorwürfe machen, Middleield, aber ich wundere mich, daß er Sie täuschen konnse, Herr Doktor.“ Der Arzt war entrüstet. „Sie selbst sind der Täuschung erlegen, Herr Inspektor. Alle Symptone einer schweren Vergiftung unmittelbar vor dem Exitus waren da; daß mit den Dingen Komödie gespielt wird, ist mir in meiner Praxis noch nicht vorgekommen. Grayton zuckte die Achseln; er war um eine Erfahrung reicher geworden. Sein Blick fiel auf den Tisch. Mac Lee hatte Toupet und Bart der Marboeuf=Maske mitgenommen. Grayton sprang auf. „Geht es wieder, Middlefield? Gut! Wir müssen sofort nach Park Lane hinüber.“ Als Grayton bei Gladys Scotts Haus vorfuhr, kam Sergeant Fussington vom Rand des Hyde=Parks herübergelaufen.„ 6.—6 „Vor dreiviertel Stunden ist er durch die Haustür eingedrungen,— er ist noch drin.“ Grayton antwortete nicht. Er schaltete seine Blendlaterne ein. Stumpton und Middlefield folgten seinem Beispiel. Grayton ging voran in die Einfahrt— er fand die Haustür offen. Sie leuchteten die Diele ab. Ein Stöhnen kam von der Treppe her. Grayton sprang die Stufen hinan. Auf halber Höhe lag ein Mann in einer Blutlache. Ein Messer steckte in seiner Brust. Grayton leuchtete ihm ins Gesicht. Es war Jack Turpin. Ein gellender Schrei kam von der Galerie. war von den tappenden Schritten im Parterre erwacht und wollte angstvoll zu Gladys hinüber. Im weißen Strahl der Blendlaterne erkannte sie Jacks bleiches Gesicht, mit wankenden Knien kam sie die Treppe herunter. Ihre Schultern zuckten unter dem hauchdünnen Nachtgewand. Grayton trat zur Seite. Sie kniete neben Jack Turpin nieder. Ein Blutstropfen stand auf seiner Oberlippe. Yvette schluchzte auf. Grayton berührte leicht ihre Schulter. „Er lebt, Madame Ferou. Das ist das Wichtigste! Ein Arzt wird gleich zur Stelle sein.“ Sergeant Stumpton telephonierte schon von der Diele aus mit der Rettungswache. „Leider muß ich von Amts wegen feststellen, wie Mister Turpin in dies Haus kommt, jetzt gegen zwei Uhr nachts. Entweder er wollte einbrechen— oder sein Besuch zu dieser ungewöhnlichen Stunde galt einer der Bewohnerinnen dieses Hauses.“ Eine tiefe Röte überschwemmte Yvettes Gesicht. Sie gauderte nur einen Augenblick; dann sagte sie leise, aber (Amerikan. Copyright by Egon Fleischel, Berlin) mit fester Stimme:„Wir sind verlobt— er wollte zu mir.“ Grayton nickte ernft.„ 2 „Das wäre also in Ordnung. Da ist aver noch eine andere Sache— ich weiß nicht, ob Sie davon wissen, Madame.“ Yvette senkte den Kopf. „Die Staatsanwaltschaft sucht Mister Turpin wegen Unterschlagung. Nun, er wird ja zunächst eine Zeit lang krank sein, und ich denke, daß dann der Prozeß in Old Bailey einen Strich unter seine unklare Vergangenheit macht. Ich werde in diesem Prozeß Zeuge sein, Madam. Ich habe keine Ahnung, ob Sie wissen, daß man in diesem Lande Leuten, die gefehlt haben, unter gewissen Umständen Bewährungsfrist zubilligt, diese Chance hat man schon Unwürdigeren gegeben, als es Mister Turpin ist. Sie, Madam, haben dann schöne Aufgabe, den Mann Ihrer Wahl auf den guten Weg zu lenken.“ Yvette rührte sich nicht. Ein Arzt kam ins Haus und lief die Treppe herauf; er öffnete Turpins Kleidung. Nach kurzer Untersuchung hob er den Kopf. „Ein Lungenflügel ist verletzt, aber offenbar leicht; er wird gut davonkommen. Lange hätte er freilich nicht mehr liegen dürfen.“ Yvette stand auf— ein heißes Glücksgefühl durchströmte ihr Herz. Jack Turpin wurde zum Auto hinuntergetragen. „Wie soll ich Ihnen danken, mein Herr! Sie sind sehr gütig. Ich weiß, daß Sie Jack Turpin und mich sehr unglücklich machen könnten.“ Grayton schüttelte den Kopf.= „Ich bekämpfe Verbrecher, Madame, nicht Irrende.“ Yvette drückte herzlich seine Hand. „Würden Sie so liebenswürdig sein, Miß Scott zu wecken? Ich habe eine wichtige Mitteilung.“ Yvette eilte die Stufen empor. Grayton folgte ihr. Yvette lief über die Galerie und klopfte an Gladys' Tür. Gladys antwortete nicht. Yvette öffnete die Tür und schaltete das Licht ein. Gladys' Bett war leer; mit einem Schrei lief Yvette aus dem Zimmer. Grayton las es in ihrem entsetzten Gesicht: Gladys Scott war verschwunden. * Gladys hatte Yvette um 10 Uhr„Gute Nacht“ gewünscht und war in ihr Schlafzimmer gegangen. Die königsblauen Vorhänge an den Fenstern waren fest zugezogen. Gedämpftes Licht flutete durch den hohen Raum, und indes es draußen stürmte und regnete, strömte der Kamin behagliche Wärme aus. Gladys schlüpfte in den Schlafanzug; sie nahm ihres Vaters Brief und kauerte sich in einen tiefen Sessel am Kamin. Lange starrte sie in die Glut der Buchenkloben und träumte mit offenen Augen— Bilder aus Kindertagen glitten an ihr vorüber. Sehr fern grüßten der Mutter zarte Züge, klar und gütig des Vaters vertrautes Bild. Da war das Haus unter Palmen an der See mit der braunen Tori, die den ganzen Tag die melancholischen Lieder ihres Volkes sang— und da der luftige Bungalow in den Bergen, wo Onkel Doug sie auf dem struppigen Tibetpony reiten lehrte. Und Doug winkte von weitem— Doug!— wann kommst du wieder?! Behutsam öffnete sie des Vaters Brief und entfaltete einen Bogen festen griffigen Tropenpapiers. Sie sah die Handschrift ihres Vaters zum ersten Male. Klare Buchstaben mit sicheren Grundstrichen, gegen Ende des Briefes schwankend und zitternd wie mit verlöschender Kraft geschrieben. Sie las: Tuchan, 20. Februar 1920. Meine liebe, kleine Gladys. Es ist mein Wunsch, daß dieser Brief in Deine Hände kommt, wen Du nach dem Gesetz anfängst, unter eigener Verantwortung Dein Leben zu gestalten. Er soll Dir sagen, daß Dein Vater alle Liebe Deiner toten Mutter für Dich und seine eigene Tochter immer im Herzen getragen hat als das beste seines Lebens; er soll Dich segnen mit Gottes reichstem Segen. Ich habe nie so zu Dir sprechen können, meine kleine Gladys, wie ich Dir jetzt schreibe; es ist das nicht meine Art. Aber nun stehe ich nicht mehr unter dem Gesetz meiner Art, sondern unter dem unerbittlichen des Todes: ich bin verwundet und werde die Nacht nicht mehr überleben. Lebewohl, Gladys, im schönsten Sinne des Wortes! Materiell ist nach menschlichem Ermessen für Deine Zukunft gesorgt. Mein inniger Wunsch für Dich ist, daß es Dir nie an jener wahren Liebe mangeln möge, die allein das Leben reich und glücklich macht.— Der gute Morrisson hat Dir, wenn Du diese Zeilen liest, eine Kasette übergeben. Sie enthält einen kostbaren Edelstein, der Dich an den Festen Deines Lebens schmücken möge, den Rosy Diamond. Der Fürst von Jashnapur schenkte ihn mir für einen selbstverständlichen Freundschaftsdienst, den ich ihm auf einer Tigerjagd leisten konnte. Dieser Fürst schenkte mir auch einen Dschungeldistrikt, über den Du in der Kassette alle nötigen Dokumente findest. In diesem Distrikt liegt, versumpft, versunken und vom Urwald überwuchert, das sagenhafte Kwailapur die Stadt von Gold. Es ist erwiesen, daß systematische Ausgrabungen in dieser Gegend ungeheure Reichtümer zutage fördern würden. Ich lege diese Dokumente in Deine Hand, meine Gladys, und wünsche, daß der Mann dem Dein Herz gehört, diese versunkenen Herrlichkeiten in lebendige Werte für unser Vaterland und die Menschheit verwandelt. Douglas Claymore wird Deine Kindheit behüten; vertraue ihm; er ist in Freud und Leid bewährt— ein tadelloser Gentleman, ein edler Mensch. Ich küsse Dich, meine Gladys,— Gottes Segen über dich! Dein Vater. Gladys ließ das Blatt sinken. Das war es also— das Gold von Kwailapur, begraben in der grünen Nacht des indischen Urwaldes, uus die Habgier eines kranken Verbrecherhirns zu mörderischer Raserei entfacht hatte! Und um dieses Goldes willen mußte sie jetzt die quälende Ungewißheit über Doug Farnboroughs Schicksal leiden. Sie stöhnte; dies Vermächtnis ihres Vaters gefährdete die Früchte seines Segens. Und Gladys Scott begriff in dieser stillen Stunde, daß alles Glück auf Erden mit Leid bezahlt werden muß. Das Feuer im Kamin verglostete. Gladys löschte das Licht und ging zu Bett. Sie lag noch eine Weile mit offenen Augen da; dann ließen Sehnsucht und Hoffnung sie in sanfte Träume gleiten. Gladys schlief... Das Knacken des Lichtschalters weckte sie; es war hell. Wie lange sie geschlafen hatte, wußte sie nicht. Ein Mann war im Zimmer und stand an der Tür. Gladys schrie auf. Der Mann legte den Finger auf den Mund: „Sssssst!" Da erkannte sie ihn: Kommissar Marboeuf. „Ziehen Sie sich schleunigst an, Miß Scott! Ihr Leben ist in Gefahr! Mac Lee mit seiner Bande muß gleich hier sein! Es wird ein Feuergefecht geben! Ich will Sie vorher in Sicherheit bringen.“ Gladys erschrak. „Wo ist Inspektor Grayton?“ „Vor dem Hause. Zu langen Erklärungen ist keine Zeit, Miß Scott! Nur soviel: Ihre Freundin Ferou ist eine Agentin des Verbrechers." „Was?!“ Gladys sprang auf; Marboeuf wandte sich ab. In fliegender Hast kleidete Gladys sich an und hüllte sich in einen Pelzmantel. „Ich bin fertig!“ „Leise, Miß Scott, wenn ich bitten darf!" Marboeuf schaltete das Licht aus und nahm Gladys bei der Hand. Er führte sie über die Galerie, an Major Scotts Arbeitszimmer vorüber, die Dienertreppe hin unter durch das Servierzimmer in den Garten. Er schaltete nirgends Licht ein und sprach kein Wort. Im Garten ließ er ihre Hand los. „Rasch hinunter zur Pforte nach Mounstreet! Hoffentlich hat sie mein Sergeant schon aufgebrochen.“ Die Pforte war offen— ein Taxi stand auf der Straße, aber der Chauffeur war nicht zu sehen. Marboeuf öffnete die Tür und ließ Gladys einsteigen; er selbst setzte sich ans Volant. Der Wagen schoß davon. In wenigen Minuten passierte er Marble Arch Station und fuhr in rasendem Tempo Edgware Road hinunter. Gladys wurde unruhig. Sie beugte sich vor. Marboeuf hockte über dem Volant und schien sie ganz vergessen zu haben. „Wohin fahren Sie mich, Herr Kommissar?“ Marboeuf antwortete nicht. Die letzten Häuser von Hampstead flogen vorüber. Der Wagen lag auf der Chaussee. „Herx Kommissar—“ Der mann am Volant lachte schallend auf; es war ein böses Lachen; er wandte seinen Kopf zur Seite, ohne die Geschwindigkeit der Fahrt herabzusetzen. „Schluß mit dem Kommissar, Mädel!“ schrie er.„Ich heiße Mac Lee, verstanden? Und wohin ich dich fahre, wirst du schon sehen.“ Gladys erschrak tödlich; an allen Gliedern zitternd sank in die Polstern zurück. Der Verbrecher hatte sie überlistet, sie war in seiner Gewalt. Nach einer Weile hatte sie sich gefaßt. Der Wagen hielt immer noch sein Höllentempo. Gladys wußte nicht mehr, wo sie waren. Hinter den klirrenden Fenstern stand schwarze Nacht. Da tauchte zweihundert Yards rechts von ihnen eine Kette von Lichtern auf; ein hellerleuchteter Eisenbahnzug kam ihnen entgegen und rollte rasch vorüber. Gladys schrie auf. Dort, zum Greifen nahe, fuhr das Leben vorbei, gute Menschen, Rettung— und sie war wehrlos dem teuflischen Willen des hemmungslosen Verbrechers hingegeben. Sie sprang an die Tür, wollte in voller Fahrt abspringen, was auch geschehen mochte. Lee wies; sie hoffte, sobald sie wieder einigermaßen dann stand er.(Fortsetzung folgt.) u 2. Beilage zum Bochumer Anzeiger u. Gen. Anzeiger Blumen im ewigen Eis Die nördlichen Länder der Erde, Grönland, Island, Spitzbergen usw. stellen wir uns meistens als in Eis und Schnee begraben vor und überlegen meist nicht, daß dort doch Pflanzenwuchs vorhanden ist, und zwar in recht ausgedehntem Maße. Bäume in unserm Sinne finden wir natürlich in diesen Ländern nicht, aber strauchartige Gewächse sind doch dort vorhanden, so vor allem die kleine, kriechende Polarweide, die wetterhart ist und in den schneefreien Tälern der nordischen Länder, besonders Spitzbergens. häufig ist. Auch Zwergbirken und Krähenbeeren kommen vor, diese allerdings blühen erst, wenn es Herbst wird. Wir finden ferner das schöne Heidekraut und eine weiße, sehr üppig auftretende Berganemone, deren Stauden ungeheuer alt werden, man spricht von sechzig Jahren und mehr. Dann sind natürlich Steinbrech und Hahnenfuß weit verbreitet, und zwar Steinbrech verschiedener Arten. Wir finden den kleinen, roten Bergsteinbrech, den wir auch aus unserm Hochgebirge kennen, daneben den weißblühenden Staudensteinbrech, sowie den leuchtend gelben Sarifraga flagellaris, der sich ungefähr ebenso wie die Erdbeere mit Hilfe von Ausläufern fortpflanzt, die am Ende eine kleine Blattrosette bilden, die dann Wurzel schlägt und selbständig weiterwächst. Hahnenfußpflanzen kommen zu Tausenden vor. seltener aber ist der gelbe arktische Mohn, der seine Blüten an lo langen Stengeln hat, daß sie sich bei dem leisesten Windhauch bewegen. Er ist gegen Kälte sehr unempfindlich, denn er unmittelbar an der Schneegrenze auf den höchsten Bergen. Der Eisenbahnenfuß, der sich in der gemäßigten Zone auf den höchsten Bergen findet, kommt in den arktischen Ländern nur an einzelnen Orten vor. Hungerblümchen, dies anspruchslose Kräutlein trifft man ziemlich häufig, und auch der Löwenzahn läßt sich durch die Unwirtlichkeit der Verhältnisse nicht abschrecken. Seine Blütenkrone ist dort fast weiß und auf der Unterseite hellrot gefärbt. Bemerkenswert ist, daß die Farben der arktischen Flora in der Hauptsache weiß und gelb sind. An roten Blumen kommt, wie schon erwähnt, der Steinbrech vor, außerdem aber das kleine blasige Leimkraut, das in dichten Büscheln wächst, die oft über und über von Blüten bedeckt sind. Eine eigenartige Polarpflanze ist das Herenkraut, das, bevor es seine rosaroten Blüten entwickelt, von dichten weißen Wollhaaren eingehüllt ist. Blaue Blumen sind in den Polarländern überaus selten. Es käme höchstens das schöne Speerkraut mit den himmelblauen, glockenähnlichen Blüten in Frage. Gräser sind natürlich am mannigfaltigsten vertreten. Rapsarten, Wiesenschwingel, Riedgräser, verschiedene Wollgräser, daneben Bärlapp, Schachtelhalme und Farne. Aber so prächtig die Blütenflora sich entfalten mag, dem Auge des Bewohners der gemäßigten Zonen fällt doch das eine auf, daß kein Schmetterling, keine Hummel die Blüten umgaukelt. Da der kurze Sommer das Reifen der Samen verhindert, kommen in den Polarländern nur Pflanzen vor, die sich durch Ausläufer weiter fortpflanzen. Außerdem sind fast alle Pflanzen mehrjährig. Selten dringen die Pflanzen weiter als 15 Zentimeter in den Boden ein. Wie kommen die Pflanzen dieser verschiedenen Art in die Polarländer? Nach der allgemeinen Ansicht müssen sie nach der Zeit eingewandert sein, in der die Länder völlig vereist waren. Es wird angenommen, daß Stürme, Meeresströmungen und Treibeis den Samen herbeigetragen haben. Auch glaubt man, daß die Zugvögel, deren Nahrung die Samen der Pflanzen bilden, die man am häufigsten dort in der Nähe der Pole findet, ihren Anteil an der Bepflanzung der Polarländer haben. M. Sch. Se Das Gialtende Weft Nr. 113 38. Jahrgang Samstag, 16. Mai 1931 We 3 8 ## Die Perle Westfalens, das ruhm=, kunst= und schönheitsreiche Landstädtchen Soest steht in herrlichstem Pfingstschmuck. Die Stadt der Wiesen und Kirchen ist ein wahres Paradies in diesen Tagen. Die alte Hansestadt, in der sich graue Vorzeit, Mittelalter und Neuzeit freundlich begegnen, strahlt im Brautschmuck der Natur. Man darf es mit seinen alten Giebeln und Gäßchen, Eckchen und Türmen, mit seinen umsponnenen Mauern und verträumten Winkeln als das westfälische Rothenburg bezeichnen und hat dabei nicht zuviel gesagt. Wievielen-Dichtern und Malern gab es schon Anregung zu schönen Werken! Nun rüstet sich die Stadt zu ihrem Heimatfeste, der Soester Fehde. Das Pankgrafenfest wird vom 11. bis 14. Juni gefeiert. Da kommt ganz Westfalen zu Gaste. Aber auch ohne diesen„Betrieb“ ist Soest mit seinen reichen Kunstschätzen ein gern besuchter Wochenend= und Sonntagsausflugsort, nachdem man verbilligte Fahrkarten in die reiche, prangende Börde benutzen kann. Das Tand der Faden Enne Känten Dolksleben in Annam— Die Frau arbeitet, der Mann faulenzt Nicht nur in Britisch=Indien, auch in dem unter französischer Herrschaft stehenden Cochinchina, dem Annamitenreiche, mit seiner uralten Geschichte, ist offener Aufruhr an der Tagesordnung. Ströme von Blut sind während der letzten Jahre dort geflossen, die„Pazifikationen“ mit Bombengeschwadern und Giftgas haben zeitweise einen solchen Umfang angenommen, daß man sogar in der französischen Kammer ungestüm die Wahrheit zu hören wünschte Tonking ist kein kleines Land. Es ist um etwas größer als das europäische Frankreich. Es ist, zwischen Indien und China gelegen, eines der bekanntesten Länes für einen selbstverständlichen Zustand hält, daß alle Arbeit von der Frau verrichtet wird. Daß man sich so selten die Mühe nimmt, diesen seltsamen Zuständen auf den Grund zu gehen, insbesondere mit annamitischen Frauen in Berührung und ins Gespräch zu kommen, liegt daran, daß das sehr schwer ist. Die annamitische Frau ist nämlich, wie man auf den ersten Blick zu urteilen geneigt, ist, verachtet. Der Frauenüberschuß ist hier so groß, daß auch dieser Umstand viel zu dieser seltsamen Kräfteverteilung beietog enn man das annamitische Volk bei der Arbeit Man trete in irgend einen Laden oder eine Krämerei, man wird stets nur eine Frau dort finden. Die verblüffendste Entdeckung wird man aber machen, wenn man eine dieser Frauen nach ihrem Namen fragt. Sie haben nämlich keinen Namen. Eine Namensgebung in unserem Sinne gibt es für annamitische Frauen überhaupt nicht. Der wohlhabende Annamite kennt nur Frau Eins, Frau Zwei. Frau Drei in der Reihenfolge, in der er sie geheiratet hat. Fünf Frauen bedeuten hohen Wohlstand und für den glücklichen Familienvater gänzliche Enthaltsamkeit von jeder Arbeit. Mit dieser absoluten Anonymität zeit ihres Lebens sind aber die Frauen einverstanden. Wenn sie nämlich einen Namen hätten, müßten sie ständig befürchten, verzaubert zu werden. Es wäre lediglich nötig, daß ein Uebelwollender ihren Namen auf ein Täfelchen schriebe und dieses dann„bespräche“. Es ist in diesem Zusammenhange dann nicht weiter verwunderlich, daß sich eine annamitische Frau auch peinlich vor den Künsten des Lesens und Schreibens hütet. Lesen und Schreiben sind ausschließlich Privilegien des Mannes. Unwillkürlich wird sich da die Frage erheben, was denn nun so ein glücklicher annamitischer Ehegatte überhaupt zu tun hat. Seine wichtigste Aufgabe ist. Vater möglichst vieler Kinder zu sein. Kinder sind in Tonking kein Problem, man freut sich, wenn man möglichst viele hat. Ueber das Fortkommen und die Ernährung der Kinder macht sich der Annamite nicht die geringsten Sorgen. Das ist Sache der Frau. Wenn er sieht, daß er selbst dabei zu kurz kommt, dann schafft er sich umgehend eine neue Frau an. Selbstverständlich ist das Zusammenleben mehrerer Frauen, die einem Manne gehören, nicht immer friedlich. Es gibt oft wilde Szenen und Eifersuchtsdramen. Trotzdem ist auf der anderen Seite der Fall nicht selten, daß sich die Frau selbst auf die Suche nach einer neuen Nebenfrau für den Ehemann macht. Es gibt Frauen darunter, die auch in unserem Sinne große Unternehmungen leiten, Frauen, die ausgedehnte Plantagen beaussichtigen oder Reedereien führen. Frauen von erstaunlichem Format. Trotzdem eine solche Frau von Buchführung natürlich keine Ahnung hat, ersetzt sie diese Kenntnisse durch ein ausgezeichnetes, nie versagendes Gedächtnis. Es sind Unternehmen mit Dutzenden von europäischen Angestellten darunter, die sich willig unter die überlegene Führung einer kleinen anonymen Annamitin beugen. Ein Gutes hat demgegenüber der Annamite: er mischt sich nicht gerne in die Angelegenheiten der Frauen, d. h. in deren Arbeit. Er läßt sie in jeder Beziehung gewähren und ist völlig wunschlos, solange ihm selbst keinerlei Entbehrungen zugemutet werden. Er vertrinkt, verraucht und verträumt seinen Tag, und wenn er stirbt, wartet seiner ein prunkvolles Begräbnis. Die kleine Annamitin dagegen stirbt genau so namenlos, wie sie gelebt hat. Keine Tafeln, nichts kündet nach ihrem Tode von ihrer Existenz, sie stieht sich wie ein Schatten aus dieser Welt. Walter Mielenz. Iuden und Ehige geßgen, eines der beigpieftezsn. Hen sechen wil, dann muß man sich an die Frauen halten. Toninger Lursbotels verbringt, begnügt sich mit den paar Momentbildern, die er auf der Straße und in den Vorstädten vor die Augen oder die Kamera bekommt, begnügt sich vor allem mit der landläufigen Versicherung, daß der Annamite der größte Faulpelz der Erde ist, der Sie besorgen Ackerbau und Viehzucht, in ihren Händen sind Handel und Wandel und schließlich noch die gesamte Hauswirtschaft und Kinderpflege. Annamitische Frauen ziehen den Pflug und die schwersten Lastwagen, vor den sie sich an Stelle des teuren Viehs zu Dutzenden spannen. Dier Xartoffelernten in einem Jahre Auf der Insel Tenerifffa, der größten der Kanarischen Inseln, hat auch seit längerer Zeit der Kartoffelanbau Eingang gefunden. Da, dort der Boden sehr gut ist, und da sich Wärme und Feuchtigkeit ziemlich gleichbleiben, kann das Land viel besser ausgenutzt werden als bei uns. So bauen die Landleute von Teneriffa in ihren Gärten jährlich viermal Kartoffeln an. Kaum, daß die erste Frucht aus dem Boden genommen ist, wird auch schon mit dem Setzen der zweiten Aussaat begonnen: der zweiten Ernte folgt sogleich die dritte Aussaat und der dritten Ernte die vierte Aussaat. E TarchroFr whro OhFEMDa Sum „ Kaufen Sie eine Packung Greiling Schwarz Weiß. Vergleichen Sie diese Zigarette sehr genau mit der bisher gerauchten Marke, prüfen Sie streng, aber denken Sie nicht daran, daß Sie nur 40 Pfg. dafür bezahlt haben. Wenn Sie sich nicht selbst einreden, sie müsse schlechter sein, weil sie billiger ist, dann werden Sie zu einem überraschend .:0" 00 Sah rarute.ng uspargenossenschaft, Bausparkasse der Kriegshinterbliebenen, Kinderreichen M Das maßgebende Fachgeschäft für Herren- und Knaben-Kleidung fertig und nach Maß.— Billigste Preise Das Ueecht del Geidemwentung Bilder aus Bochumer Gerichtssälen hatte am Montag das Schöffengericht zu behandeln. Angeklagt war ein junger Mann aus Wattenscheid, der Sohn einer Witwe, der im Jahre 1916 bei einem Unfall durch Ueberfahren mit der Straßenbahn ein Bein verloren hatte. Zwischen der Mutter des Verunglückten als dessen Rechtsvertreter und der Straßenbahn war ein Vergleich zustande gekommen, der 3000 Mark Entschädigung festsetzte. Das Geld wurde 1917 zugunsten des Knaben als Mündelgeld festgelegt und sollte dazu dienen, die Erziehung des Knaben sicherzustellen. Die Mutter hätte es aus diesem Grunde nicht auf einmal abheben können, sondern in Raten auf Antrag beim Vormundschaftsgericht. Solche Anträge stellte sie jedoch nicht. Offenbar hat sie nicht die rechten Berater gehabt. Das Unglück kam ja auch wie ein Sturmwind über das Volk. Die Geldentwertung brach über uns herein und fraß die festgelegte Summe auf, ohne daß der Junge etwas Vernunftiges dafür bekommen hätte., 6en wir„f. fast Unter dieser Geldentwertung haven wir alle fast ausnahmslos schwer leiden müssen. Sie war ein großes Unrecht am ganzen deutschen Volke, die Folge des verlorenen Krieges. Aber wir müssen uns damit abfinden. Der Groll über solche Dinge fraß sich aber in den Seelen vieler Menschen fest. Hier vererbten sich Enttäuschung, Groll und Unzufriedenheit von der Mutter auf den Sohn fort. Amtsgericht und Landgericht hatten sich mehrfach mit Anträgen zu befassen, aus denen der Sohn von der Straßenbahn weitere Entschädgungen bzw. Aufwertungen verlangte. Rechtlich war jedoch mit solchen neuen Ansprüchen nichts zu machen; sie konnten juristisch nicht durchdringen. In dem Herzen des jungen Mannes mit dem Holzbeine wuchsen, was sich begreifen läßt, wirre Rechtsbegriffe auf bis zum Querulantentum aus der dunklen Empfindung heraus, es sei ihm ein Unrecht geschehen, das die Straßenbahn zu mildern verpflichtet wäre. Er setzte sich daher trotz aller Bedenken, die ihm doch infolge des Mißerfolges seiner Anträge bei den Behörden gekommen sein mußten, an den Schmoutisch und schrieb einen giftigen Brief an die Straßenbahn, der sozusagen„ganz allein lief". Er drohte der Straßenbahn an, daß er ein Attentat auf die Gesellschaft verüben werde, wenn sie nicht endlich für ihn etwas Uebriges tun würde. Dieser törichte Brief brachte dem jungen Manne eine schwere Anklage ein. Der Richter versuchte, den etwas zu temperamentvollen Burschen davon zu überzeugen, daß er doch eine derartige Drohung nicht hätte aussprechen dürfen, selbst wenn er nicht ernstlich an den Gebrauch von Dynamit und Sprengpulver gedacht haben möge. Doch dessen durch die Inflation falsch geleitetes Rechtsempfinden blieb dabei, daß nicht die Straßenbahn, sondern er selbst Recht habe. Und von Reue über den Brief war selbst vor Gericht schon gar keine Spur zu bemerken. Das war wiederum ein neuer Umstand, den Burschen juristisch zunächst einmal schärfer anzufassen. Sa kam es zu einer Verurteilung zu neun Monaten Gefängnis bei sofortiger Verhaftung. war freilich ein schlimmer Ausgang, von der junge Mann ebenso überrascht und bestürzt war, wie seine Mutter, welch letztere den Heimweg nun allein antreten mußte.„„ 66, m 4.* Vernunft wird Unsinn, Wohltat Plage, Recht wird zum Unrecht... Glaube wird zu Wahn. Es ist eine traurige Zeit, die wir durchleben müssen; da kann so mancher geistig und geldlich Arme schuldig werden. Ein Lob den„Blauen“ Eine Pfändung auf offenem Marktplatz während der lebhaftesten Geschäftszeit darf in dieser Notperiove, die erfüllt ist mit Zündstoff aller Art, als =Straße in der Nähe der Selterswasse Weil dort öfters weibliche Personen belästigt worden waren, sollte polizeilich scharf zugegriffen werden. Es waren hin und wieder Besucher der Berufsschule, die sich unnütz benahmen. An jenem Abend packte sich ein Wachtmeister einen Jungen mit kräftigem Polizeigriff, weil er auf seinen Befehl, weiterzugehen, nicht sofort„Marsch, marsch“ lief. Es war aber kein böser Sünder, sondern ein Jüngling, der in der Nähe wohnte und gar kein böses Gewissen hatte. Als er nach der Wache geschleift wurde, hielt er sich einen Augenblick an einem Zaunpfahle fest. Das war die strafbare Handlung. Weiter soll er den Polizeibeamten mit häßlichen Worten arg beschimpft haben. Außer dem Schutzmann war aber kein einziger Zeuge in der Lage, die Schimpfworte oder ähnliche Worte zu bestätigen, so daß selbst der Staatsanwalt meinte der Zeuge habe in der Erregung wohl mehr gehört, als wirklich gesagt worden sei. Dagegen waren die vielen Zeugen übereinstimmend der Ansicht, daß der Beamte dem jungen Burschen von vornherein sehr barsch entgegentrat, ihn sofort heftig anpackte und„vor sich herschubte". Der Stiefvater des Burschen habe schon gar nichts Strafbares getan. Ein Oberwachtmeister, der mit in die Wohnung gegangen war, habe sich veranlaßt gesehen, seinen erregten Kameraden zur größeren Ruhe aufzufordern. Und die Mutter des jungen Burschen entfaltete in ihrer Aufregung vor dem Gericht ein Hemd, das am Hals= und Rückenseite ziemlich zerfetzt war.„Sehen Sie, so hat der Schutzmann den Jungen angepackt und ihm die Brocken zerrissen. Wir sind alle ganz unbescholtene Leute und haben noch nie etwas mit der Polizei und Gericht zu tun gehabt.“ Die Sache war nicht ganz aufzuklären. Der Vater wurde freigesprochen, der Widerstand des Burschen als sehr verzeihlich angesehen und mit einer Verwarnung als ausreichend gesühnt betrachtet, da der Beamte vielleicht etwas allzu schroff bei Ausubung seines Amtes vorgegangen sein mag. Allzu scharf macht schartig, sagt ein gutes Volkserziehungswort, das auch in Poli Pahmen aufgehängt n auch in Polizeistuben unter Glas und Rahmen aufgehangt werden dürfte. Autoplünderungen Vom Oktober bis Januar trieb eine weitverzweigte Autobanditengesellschaft zwischen Köln und Dortmund ihr verheerendes Unwesen. Tag für Tag wurden in den verschiedenen Städten parkende Personenkraftwagen ausgeplündert. In einigen Fällen wurden auch die Autos selbst entwendet. Selbst verschlossen gehaltene Wagen verfielen dem Schicksal. Die Polizei hatte bald ermittelt, daß Dortmund der Hauptstützpunkt der Diebe war. Die Kriminalpolizei des Industriebezirkes arbeitete gemeinsam um dieser Gesellschaft das Handwerk zu legen. Darunter befanden sich auch die der Autoschlosser B. aus Wanne=Eickel und ein gewisser E. aus Dortmund, welche beide wegen gemeinsamer Autoplündereien erheblich vorbestraft sind. Im März dieses Jahres wurde B. wegen rückfälliger Autoplünderei zu 1 Jahre Gefängnis verurteilt. Gegen dieses Urteil hatte er bei der Großen Strafkammer des Landgerichtes Bochum Berufung eingelegt. Sie blieb ohne Erfolg. Bei dem Angeklagten handelt es sich um eine Person, die einen tief eingeprägten Hang zu Autoplündereien besitzt. Nur seine Jugend— er ist eben 22 Jahre alt— habe ihn noch einmal vor dem Zuchthaus bewahrt. Bochatter=Tillnschaut „Die Bräutigams-Wilwe“ im Ufa=Theater Tonhalle. Der neue Splieplan ist ein erfrischendes Potpourri aus der modernen Werkstatt der Tonfilmkunst. Man sieht und hört prächtige Gestalten aus dem bunten Allerlei von Heute und kann außerdem im Glauben an Märchenhaftes schwelgen. Das gilt zumal für den Tonfilmschwank„Die Brautigams=Witwe“. In dieser weit ausholenden Komödie und ihren tollen Verwechslungen, Irrtümern, Ueberraschungen und Betrugsmanövern kommt man sich vor wie im Lande der unbegrenzten Tollheiten. Hier ist nichts berechenbar, aber alles möglich. Und wenn Allerweltskerle wie Georg Alexander und Fritz Kampers auf die Lachmuskeln hauen, kann man sich vorstellen, daß man auf seine Rechnung kommt. Anspruchsvoll will diese Posse durchaus nicht sein, aber sie will ansprechen, und das tut sie denn auch. Erinnert sei nur an die prächtige Geistersitzung, in der der Detektiv auf Wunder hofft, auf Wunder allerdings, an denen er und seine Beisitzer das blaue Wunder erleben sollten. Die weibliche Besetzung läßt ebenfalls nichts zu wünschen übrig, denn wenn Senta Soeneland persönlich und Martha Eggerth hilfreich in den Liebesgarten springen, muß ja alles gut gehen.— Das Beiprogramm bringt einen bunten Bilderbogen von Micky=Maus im Polareis bis zum Wiener Männergesangverein. Erfreut man sich hier an der Gediegenheit gesanglicher Kultur, so kann man sich an der Micky=Groteske an durchaus neuen Gestalten dieser Filmkunst erfreuen. Ein Naturtierfilm„Wild in Not“ ergänzt das bunte Programm. „Kaiserliebchen“ in der Lichtburg. „Kaiserliebchen“, ist eine entzückende TonfilmOperette, deren Handlungsgrundlage die Liebesgeschichte Kaiser Josef II. zu der Postmeisters Liesl bildet. In den Hauptrollen findet man die liebliche Liane Haid, ausgestattet mit einer guten Singstimme, daneben ihren Partner Walter Janssen. Wilhelm Bendow als Kammerherr Rosenberg befindet sich in veriade, die„erfilt, ist, mit Zündstoff„hnet werden seiner Glanzrolle und bringt in seiner traddigegemitein sehr gefahrtiches#pternehmen hezeichnet wetven, vollen Art die Besucher zu immer neuem Lachen.„Redessen Auswirkung im Falle eines Widerstandes selbstg#en hur ga#t hefetzten Kehaurollan vereinen allIm reichhaltigen Beiprogramm wird die tönende Ufabessen auswirlung im Faue eines Widerstandes selbst die schnell herbeigeholte Polizei nicht immer wird im voraus berechnen können. Aus kleinen Privatursachen entstehen dann leicht bitterböse öffentliche Ruhestörungen unter Umständen sogar Landfriedensbruch. Daß es bei einer Pfändung im August v.., die ein Gerichtsaktuar eines Samstags um 11 Uhr als stellvertretender Vollzugsbeamter vornahm, trotz aller Aufregung und Zusammenrottung noch glimpflich abging und daß nicht alles kurz und klein geschlagen wurde, war nach Ansicht einiger Zeugen, die gestern vor der Strafkammer standen, ein wahres Wunder. Wären die zu Hilfe gerufenen vier Polizeioberwachtmeister nicht mit so verständnisvoller Milde, mit so feinem Takt und großer Rücksicht auf berechtigte Erregungen vorgegangen, so hätten die schwersten Tumulte entstehen können. Ein solches Lob auf die „Blauen“ in kritischer Minute ist wahrlich Gold wert und soll darum auch kräftig unterstrichen sein. In erster Instanz waren die drei angeklagten Marktleute wegen Widerstandes mit einer Geldbuße von 100 bzw. 75 Mark belegt worden. Gegen dieses Urteil legten sie jedoch Beschwerde ein und verlangten Nachprüfung der Dinge vor dem Berufungsgericht. Es stellte sich heraus, daß der Vollzugsbeamte einen gültigen Schuldtitel gegen die beiden Frauen gar nicht besaß, sondern nur gegen die eine, daß er auch kein Pfändungsprotokoll gemacht hatte und daß die Angeklagten in berechtigter Erregung waren, weil sie Samstags nachmittags infolge frühzeitiger Büroruhe auch keinen Rechtseinspruch bei Gericht mehr durchführen konnten. Sie hatten also die verlustbringende Versteigerung der Früchte selbst widerrechtlich dulden müssen. Die Versteigerung war wegen der leichten Verderblichkeit der Waren mit Beschleunigung angesetzt worden und der Gatte der einen Standinhaberin hatte versucht, in Wahrung berechtigter Interessen die Verschleuderung zu hindern, war aber von dem Versteigerer aus dem Pfandlokal gewiesen worden. Die Berufungskammer war der Ansicht, daß der gesamte Vorgang nur als eine öffentliche Beleidigung zu bewerten sei. Das Einschreiten des Vollzugsbeamten sei nicht eine rechtmäßige Pfändungsmaßnahme gewesen. Die Berufung des Ehemannes Sch. wurde verworfen, bei den Frauen aber das Strafmaß auf je 50 Mark Geldstrafe herabgesetzt. Der feste Griff des Polizeimanns Stiefvater und Sohn vor dem Schöffengericht. Anklage: Beamtenbeleidigung und Widerstand. Verübt in Wanne=Eickel, abends, an der Ecke der Grafen Art die Jesucher zu imig#r un!.. an. 8 ben sehr gut besetzten Nevenrouen vereinen aue Tarsteller sich zu einem entzückenden und fröhlichen Spiel. Die ganze Operette ist von zundenden Melodien und packenden Schlagern durchzogen. „Der Tiger“ im Apollotheater, Alleestraße. Jetzt haben wir auch im Tonfilm ein richtiges Zugstück im alten Kinosinn.„Der Tiger“, der erste Kriminaltonfilm aus der Unterwelt Berlins, ist spannend wie ein Roman. Von Spannungen begleitet, zu stärksten optischen und tonlichen Effekten hochgetrieben, packt die Handlung die Schauhörerschaft und läßt sie nicht mehr los, ein Zugstück im besten Sinne des Wortes, Charlotte Susa hervorragend, Harry Frank stark und eindringlich. Wochenschau gezeigt, außerdem eine entzückende TierTongroteske„Die Meistersinger“, ein spannender tönender Kulturfilm„Donner, Blitz und Regen“, und ein großer stummer Sensationsfilm„Der Ring des Unheils", ein Film aus den Diamantenfeldern Südafrikas, der in spannenden Szenen das Schicksal eines Diamantringes aufrollt. Beginn der Vorstellungen: Wochentags 4, 6 und 8 Uhr, Sonntag ab 3 Uhr. „Wiener Herzen“ in der Lichtspielbühne. Der große Film„Wiener Herzen" läuft in der Lichtspielbühne über die Leinwand. Werner Fuetterer und Eilian Ellis haben die Hauptrollen. Es ist eine wunderschöne Liebesgeschichte aus dem alten Wien mit den lustigsten Verwechslungen. Man kommt aus dem Lachen nicht heraus, dabei diese Einfälle, das kann natürlich nur in Wien passieren, bei dem Waschermädel seiner Durchlaucht.— Dazu: Ruth Mix, die Tochter von Tom Mix in:„Der Teufel von Texas" und„Acht gegen Einen“, zusammen 8 Akte.— Nur noch heute, Sonntag und Montag, 8 Uhr, Sonntag dagegen ab 6 Uhr ununterbrochen Vorführung. Jugendvorstellung Sonntag mit Ruth Mix, 4 Akte und„Acht gegen Einen“. 4 Akte und das Beiprogramm. Linden=Tahlhausen „Allbi“ in den Ehrenfelder Lichtspielen. Von Sonnabend, 16. bis einschließlich Montag, 18. Mai, laufen ab 20.30 Uhr im Jugendheim, Meinolphusstraße, folgende Filme:„Alibi“. Ein Kriminalgroßfilm von unerhörter Spannung mit Eleanor Griffith und Chester Morris in den Hauptrollen.„Ihr schonster Tag“ mit Dolly Davis. In diesem Film erlebt man eine reizende Komödie der Irrungen und Wirrungen. Ein spleenhafter Millionär, der mit seiner Zeit und seinem Leben nichts anzufangen weiß, ein Apotheker, den eine Laune des Schicksals in den Wirbel der Spielsale an der Riviera bringt, und der französische Filmstar Dolly Davis sind die Träger einer spannenden und lustigen Handlung.„Bilder aus Spanien“ wird als Kulturfilm gezeigt. Sonntag um 16 Uhr: Jugendvorstellung. „Die Sehnsucht jeder Frau“ im Odeon, Bochum 5. Vilma Banky, der beliebte Filmstar, spricht in diesem packenden Film, der das tiefste Leid und das kostbarste Glück einer Frau, die ihr Leben an einen alternden Mann kettet, schildert, die Hauptrolle. Die Sehnsucht jeder Frau ist das Grundmotiv dieses Werkes. Wunderbare Naturaufnahmen umrahmen die ergreifende Handlung. Neben Vilma Banky sieht man den Sohn des berühmten, so früh verstorbenen Künstlers Rudolf Schildkraut. Im zweiten Film stellt Harold Lloyd in seinem „Pechvogel“ wieder alles auf den Kopf. Wie immer, laufen nebenher eine Groteske und ein Kulturfilm. Sochumtel=Veranstaltungen. ordentlich günstig beurteilte Konzert. Das Programm enthält Ouvertüren, Militärmärsche, Walzer und Volks(=) Stadttheater Bochum. Besondere Aufmerksamkeit beansprucht die für morgen, Sonntag, außer Vormiete, angesetzte Veranstaltung: Richard Wagners „Meistersinger von Nürnberg", die als Wahlvorstellung für sämtliche Vormieten gilt. Die Aufführung des„Hauptmann von Köpenick“ am Montag ist ge schlossen(Bühnenvolksbund, Serie). Heute beginnt der Vorverkauf zu der ersten Wiederholung des neuen Lustspiels des Repertoires, zu Barry Conners'„Roxy, der Fratz" am Dienstag. Ein immer wieder zum Besuch anregendes Repertoirewerk ist Carl Maria von Webers„Freischütz", der für Mittwoch angekündigt wird. Einen besonders betonten Anlaß bietet die kommende Woche mit ihrer für Freitag vorgesehenen Veranstaltung. Eine Uraufführung! An diesem Tage wird in Anwesenheit des Autors Wilhelm Hendels Schauspiel in 13 Bildern„Kampf um den Rhein“ („Georg Förster") aus„der Taufe gehoben. Das Abonnement des Abends ist die Vormiete A. (=) Skala=Varieté(Operetten=Theater). Die Bochumer Erstaufführung der Schlageroperette„Viktoria und ihr Husar“ findet heute abend im Skala=Varieté im Operetten=Theater statt. In Anbetracht der hohen Unkosten fallen für dieses Gastspiel sämtliche Sondervergünstigungen fort. Die Preise sind der Zeit entsprechend mäßig gehalten von 50 Pf. bis zu 3 Mark. Dieses Werk mit den schnell bekanntgewordenen Schlagern „Reich mir zum Abschied noch einmal die Hände" usw., ist ein großer Theatererfolg. (:) Nachmittagskonzert im Stadtpark. Morgen nachmittag von 4 bis 7 Uhr findet im Stadtpark ein Nachmittags=Kaffeekonzert statt, ausgeführt von dem Jugendorchester des Reichsverbandes deutscher Kriegsbeschädigter und Kriegerhinterbliebener, Ortsgruppe Bochum. Im Vorjahre gab und jält Ouvertüren, Militärmärsche, Walzer und Volkslieder=Poutpourri. Bei Regenwetter findet das Konzert nicht statt.(Siehe Anzeige.) (=) Städtisches Orchester Bochum. Morgen, Sonntag, 17. Mai, fällt das Parkhaus=Nachmittagskonzert aus. (:Kundgebung des Evangelischen Volksdienstes. Die Ortsgruppe Bochum=Süd hält heute abend 8 Uhr im Gemeindehause am Moltkeplatz eine Kundgebung ab, in der Reichstagsabgeordneter Pfarrer Liz. Schmidt über das Thema„Evangelisches Deutschland, besinne dich“ spricht. (=) Aufmarsch des Jungvolks der evangelischen Jungmännerbünde Deutschlands zu Pfingsten. Dieser Aufmarsch wird zum ersten Male in der Form großer Zeltlager das Gemeinschaftsleben der jüngsten Generation, wie es sich seit dem Jungvolkaufruf der Reichsleitung Anfang vorigen Jahres überraschend schnell die werktätige Jungenschaft dieses größten evangelischen Jugendwerkes erobert hat, nach außen hin hervortreten lassen. Der Umfang des Werkes, bei dem es sich bekanntlich um Hunderttausende handelt. verbietet es von selbst, die Gesamtheit des Bundes in einem einzigen Zeltlager zusammenzuziehen. So wird in der Hauptsache an drei Stellen gelagert werden: Ostdeutschland sammelt sich im Bächetal am Fuße der Schneekoppe, Westdeutschland ruft zu einem„Lager der Tausend" an den Edersee in Waldeck, und Süddeutschland schlägt seine Zelte auf der Alb Münsingen auf. Da außerdem auch noch viele kleine Zeltlager einzelner Untergliederungen geplant sind und gleichzeitig die Christliche Pfadfinderschaft Deutschlands und der Bund Deutscher Bibelkreise unter Schülern höherer Lehranstalten im Harz bzw. Ostthüringen lagern, so wird die Pfingstwoche einen für viele überraschenden Eindruck von dem Leben der Jungenschaft eines durch sein Alter und seinen Umfang besonders repräsentativen deutschen Jugendwerles geben.. (=) Bühnenvolksbund. Die Mai=Pflichtvorstellung der Serie B. Nr. 200 bis Ende,„Noxy, der Fratz“, am 19. Mai(Dienstag) wird nochmals in Erinnerung gebracht. Die Vorstellung gilt auch als Wahlvorstellung für alle Mitglieder. Auch zu der Montagvorstellung(Hauptmann von Köpenick) sind noch Karten zu haben. Die Opern„Meistersinger"(Sonntag) und „Freischütz"(Mittwoch: Vorverkauf ab Montag) bringen Wi atighe#vorsiellung. Krieg und des Mittelstandes Deutschlands, E. G. m. b.., hält am Sonntag, 17. Mai, vormittags 10 Uhr, im Bochumer Parkhaus ihre diesjährige erste ordentliche Generalversammlung ab. Westsalen und Ahempevonz Auto rast in Pfadfinder-Gruppe Ein Schwerverletzter, vier Leichtverletzte. 28 Dortmund, 15. Mai. Auf der Straße von Schwerte nach Aplerbeck ereignete sich gestern abend ein schwerer Autounfall. Ein von einem anderen Auto abgeschleppter Personenwagen sauste, da die Verbindungskette plötzlich riß, in eine Pfadfinder=Gruppe. Der Schüler Lehr aus Dortmund wurde schwer verletzt und mußte dem Krankenhaus zugeführt werden. Vier andere Pfadfinder wurden leichter verletzt. Aushebung einer Schwarzbrennerei Für über 100000 Mark Steuern hinterzogen. (!) Dortmund, 15. Mai. Am Mittwoch wurde von der Zollfahndungsstelle in Dortmund zusammen mit dem Bezirkszollkommissariats in Hamm eine äußerst raffiniert angelegte Geheimbrennerei bei dem Brennereibesitzer K. in Capelle ausgehoben. Der mit Dampf betriebene Brennapparat dieser Geheimbrennerei, die anscheinend schon mehrere Jahre betrieben wurde, füllte den untersten Teil eines großen Schornsteins aus, während die übrigen dazu gehörigen Apparate, wie Kühler, elektrische Maischpumpe usw., zwischen dem Schornstein und der Feuerung des nicht in Betrieb befindlichen Dampfkessels in einem besonderen Raume untergebracht waren. Zur Vergärung des Branntweinmaisch und zur Aufbewahrung des schwarzgebrannten Branntweins hatte der Brennererbesitzer einen großen unterirdischen, ebenfalls mit elektrischem Licht ausgestatteten Raum unter dem Viehstall gebaut und benutzt. Außer zwei gefüllten Gärbottichen mit je 1500 Liter Roggenmaisch wurden weiter etwa 1000 Liter 70prozentiger Branntwein vorgefunden und beschlagnahmt. Der Brennereibesitzer und seine beiden Gehilfen wurden festgenommen und dem Gerichtsgefängnis in Münster zugeführt. Die hinterzogene Steuer wird auf mehr als 100000 Mark geschätzt. Milchwirtschaftliche Selbsthilfe Hamm, 15. Mai. In der westfälischen Rindviehzucht stellen die allmonatlichen Abmelkversteigerungen in Hamm, veranstaltet von der Verwertungsgesellschaft westfälischer Herdbuchzüchter in Arnsberg, eine sehr begrüßenswerte Einrichtung dar, die sich in den zwei Jahren ihres Bestehens außerordentlicher Beliebtheit bei den Landwirten des Industriebezirks erfreuen. Die Versteigerungen finden in den Städtischen Zuchtviehhallen in Hamm statt. Der Auftrieb auf der nächsten Versteigerung am Dienstag, 19. Mai, beträgt 60 Tiere, so daß große Auswahlmöglichkeit vorhanden ist. Riesenunterschlagungen in Hörter = Höxter, 15. Mai. Wie jetzt bekannt wird, hat die Kriminalpolizei die beiden Direktoren Peters und Heinen der Commerz= und Privatbank in Höxter, einem Städtchen von etwa 8000 Einwohnern, verhaftet und in das Untersuchungsgefängnis in Paderborn eingeliefert. Auch der inzwischen versetzte frühere Direktor Sommer und der Beigeordnete von Höxter, Tediek, wurden in dieser Angelegenheit bereits festgenommen und dem Untersuchungsrichter vorgeführt. Tediek, der aus einer altangesehenen Familie Höxters stammt und neben seiner Tätigkeit als Beigeordneter eine Brennerei betreibt, soll seit Jahren sein Konto bei der Commerz= und Privatbank um große Summen überzogen haben. Um diese Beträge und verschiedene andre Kreditüberziehungen zu decken, haben die Direktoren falsche Kundenwechsel hereingenommen. Als unterschlagener Betrag werden bisher 160000 Mark angegeben, doch soll sich die Summe nach verschiedenen Berichten auf annähernd 300000 Mark erhöhen. Mehrere Firmen aus Höxter werden mit dieser Bankunterschlagung in Zusammenhang gebracht. Unerhörter Jagdfrevel O Wissen=Sieg, 15. Mai. Von den Jagdbesitzern laufen dauernd Klagen ein über Wilddiebereien. In den meisten Fällen findet man das Wild verendet in Schlingen. Im Jagdrevier Saalbach machte man die Feststellung, daß Wilddiebe auch mit dem Karabiner ihr Handwerk treiben. Bis jetzt wurden in kurzer Zeit allein 50 tote Rehe gefunden. Juweliergeschäft ausgeräumt Köln, 15. Mai. In der vergangenen Nacht wurde ein Einbruch in das Ecke Ehrenstraße und Hohenzollernring gelegene Juweliergeschäft ausgeführt. Die Täter hatten einige Tage vorher sich als Arbeitslose bei einer Familie in diesem Haus vorgestellt, um Kelleraufräumungsarbeiten zu übernehmen. Die Täter räumten den gesamten Juwelierladen aus, lediglich einige große Standuhren sowie sonstige größere Gegenstände ließen sie zurück. Soweit bis jetzt festgestellt werden konnte, beträgt der Schaden mindestens 25000 RM: Systematische Brandstiftung (!) Trier, 15. Mai. Im Dorfe Seffern im Kreise Bitburg brach in der Nacht der siebente Brand infolge Brandstiftung aus. Diesmal brannte das Haus einer Witwe nieder, das der Brandstifter schon einmal eingeäschert hatte und das wieder aufgebaut worden war. Inzwischen ist der Brandstifter von Saffern in der Person eines neunzehnjährigen Sohnes eines Schreinermeisters verhaftet worden. Er gestand. Der junge, als harmlos geltende Mann, hat früher ein schweres Nervenleiden gehabt. Neun Brände hat er aus Freude am Feuer angelegt. □ Fünfjähriger Junge versehentlich erschossen. In Scherpensee spielte ein fünfjähriger Junge auf der Straße. In diesem Augenblick entlud sich die Dienstpistole eines Zollbeamten, der am Fenster seine Waffe reinigte. Die Kugel entlud sich und tötete den Knaben. Der unvorsichtige Beamte wurde festgenommen. Wer von einem 90:„ ag oder Mantel spricht, denkt an s. Bellage a Bochumer Anzeiger uden. Anzeiger Gocheng Optes bssse. 8. 2. Nr. 113 38. Jahrgang Samstag, 16. Mai 1931 Anpaddeln a Bochumer Hanufahrer giddeln des Bochumer Kann=Clübs wurde am Sus#stag als Wanderfahrt ruhrabwärts von Die efst unter Beteligung von 40 Vooten erfolgte, war besem sichtlichen Interesse der zahlreichen Ausflüglerste das Ruhrtal bevölkerten, für den schöng zweifellos von esonderer Werbewirlung. Alls Ercaunte de sich banach interessert das und beigz, iederrgoh ghs hatte 55 Boot Die Dwnchenrande Wer isf der Gegner des Hamburger.-.? Der DFB. hat Glück bei aller Terminnot. Das in falls einen Spieler von überragenden Qualitäten. Wir fe O e ene Spiel der Narrunde murdes halten den Ausgang bed Kampfes für often Düpetoorf nachgetragene Spiel der Vorrunde wurde buchstäblich in letzter Sekunde entschieden und somit steht nur der achte Teilnehmer der Zwischenrunde noch aus, der am kommenden Sonntag in dem Spiele München 1860— Meidericher Sp. V. ermittelt wird. Eintracht Frankfurt hat inzwischen dem DFB. mitFür die Mirgliever des Et#os halte die Fahrt insoft eine Bedeutung, weil mit dieser Veranstaltung der sn Verein Ostern auf der Wanderfahrt Wit begonnene Film,„Die schöne Ruhr“, fortgest wurde, wobei die Mitglieder mitwirken. Der S% mit dessen Aufnahme der Bochumer Kanu=Club sichesondere Verdienste erwirbt, zeigt in Verbindung midem Sport sämtliche landschaftlichen Schönheiten de Heimatflusses, und wird deshalb als bebilderte Znatbeschreibung ein wertvoller Beitrag zur Jugendisgearbeit in Schulen und Vereinen bilden. Bochumer Hockeyheg TuS. Bochum schlägt Schwarz=Weiß Essen 3 Einen schönen Erfolg erzielte am Hockeyabteilung des Turn= und Sportvereins BoMit der ersten Herren= und DamenmannWeiß". Die Essener kamen in der ihrem Torerfolg. Die vielen Torschüsse des BoHalbzeit zum Ausgleichstor. Weitere Erfolge verDas Spiel der ersten Herrenmannschaft beun wit ene Zorwpart vont seiner besten Seite. Die BoEssens technische Ueberlegenheit durch großen Eifer aus und gewannen verdient:1. Phönix—Sp.-Vg. Rotthausen 2: 1 Das Spiel wurde auf beiden Seiten nicht mit dem lich verteiltem Spiel wurde Röhlinghausen ein Tor aufholte. Das Resultat:1 wurde bis Ende des stets fairen Spiels gehalten. Autorennen auf der Bahn zenrennen auf der Trawplatzes haben mit insesamt 65 Nennungen ein über Erwarten gutes Meldeebtheit len Dingen(Oherhausen), Ryll(Gerlin), Jenau win, Feilnahme an den Endgeteilt, daß sie auf vie weitere Teilnayme an den Endspielen verzichte, Ffalls dieser Vexzichgngteffe cze, erhgle Düsseldorf an ten wird, dürfte Fortung Tassekovlf unsteue der Eintracht die Zwischenrunde gegen den Hamburger SV. in Hamburg bestreiten. Bestimmt liegen also bisher nur zwei Spiele fest: SC. Dresden gegen Holstein Kiel und Hertha=BSC. Berlin gegen Sp. Vg. Fürth. Dazu käme als drittes Spiel Hamburger SV. gegen tracht Frankfurt oder Fortuna Düsseldorf und am ersten Pfingsttage folgt als letzte Begegnung das Spiel Tennis=Borussia gegen den Sieger aus dem Spiele München 1860— Meidericher Sp. V. .-C. Dresden—Holltein-Kiel Obwohl Holstein Kiel nach dem bisherigen Abschneiden bei der norddeutschen und auch bei der deutschen Meisterschaft von der Form des Vorjahres noch weit entfernt zu sein scheint, hat der SC. Dresden den Kampf noch keineswegs gewonnen. Die Kieler wissen zu kämpfen und sie haben in der Vorrunde den Baltenmeister aus bereits verlorener Position doch noch niedergerungen. Der SC. Dresden hat allerdings den Zweiten des Baltenverbandes in Königsberg böse mit :1 überfahren und wenn man das als Maßstab der derzeitigen Kräfte nehmen sollte, bliebe für Holstein kaum eine Chance. Hertha-BSC.—Spyg. Fürth Die beiden Kontrahenten haben ihre Vorrundenspiele leicht gewonnen. Das Angriffsquintett Ruch, Sobeck, Lehmann, Kirsey und Hahn wird keinen leichten Stand haben, um eine Läuferreihe mit Hagen und Leinberger, eine Abwehr mit Krauß und Neger zu überwinden. Schließlich haben die Fürther in Frank ebenfalls einen Spieler von üherrager halten den Ausgung des Kampfes für offen. Wer ist der Gegner des H. S..? Eintracht Frankfurt oder Fortuna Düsseldorf? Einer der beiden Vereine ist Gegner der Hamburger. Eintracht Frankfurt ist eine technisch ausgezeichnete Mannschaft, die den Fehler aller Kombinations= mannschaften, das mangelnde Schußvermögen hat. Fortuna spielt ein System ähnlich dem der Hamburger. Eintracht ist der ungleich schwerere Gegner. Wir möchten uns für den HSV. entscheiden, einerlei wer der Gegner sein wird. Noch ein Vorrundenspiel 1860 München— Meidericher Sp. V. Der Ausgang dieses Treffens sollte kaum Rätsel aufgeben. München ist technisch unzweifelhaft besser, auch wenn die Mannschaft vielleicht durch die zahllosen schweren Spiele etwas überspielt erscheint. Auch hinsichtlich der Zusammenarbeit, des ganzen Spielaufaufbaues, kann Meiderich nicht konkurrieren. Fur Meiderich spricht die Schnelligkeit und das gute Schußvermögen des Angriffs und nicht zuletzt das Stehvermögen. München 1860 sollte nach hartem Kampf knapp gewinnen. Der böse§ 124 Eintracht spielt doch gegen den HSV! Am Freitagabend hat sich die Frankfurter Eintracht nun doch auf Grund des Paragraphen 124 der Bundessatzung bereit erklärt, gegen den Hamburger Sportverein am kommenden Sonntag in Altona in der Zwischenrunde um die Deutsche Meisterschaft anzutreten. Paragraph 124 der Satzung des D. F. B. besagt nämlich, daß Eintracht im Falle eines Verzichtes für sämtliche daraus entstehenden Schäden haftbar gemacht werden kann. Unter diesem Druck blieb dem Verein natürlich nichts anderes übrig, als den bisher vertretenen Standpunkt aufzugeben und den Gang nach Altona zu tun. Herde-Bechmann Koblenz 1903— Blau=Weiß Bochum Wie wir schon mitteilten, hat der Schwimmverein „Blau=Weiß" Bochum sich für Sonntag einen Gegner aus dem Rheinland verschrieben, um durch besondere sportliche Leistungen der Hallensaison einen würdigen Abschluß zu geben. Es sind die Schwimmer des Koblenzer Schwimmvereins von 1903, die sich in der Bochumer Badeanstalt mit den Bochumern ein Stelldichein geben und im Vergleichswettkampf mit dem Gastgeber in Wettbewerb treten. Dieser Vereins-Wettkampf bringt eine 6 mal 100 Meter Bruststaffel, 6 mal 100 Meter Koppel=Lagenstaffel, 10 mal 100 Meter Kraulstaffel, ein Springen und ein Wasserballspiel. Bei der Gleichwertigkeit der beiden Kontrahenten kann die Frage nach dem Sieger nicht zuverlässig beantwortet werden. Wir halten die Bochumer in der Lagenstaffel, im Springen und wohl im Wasserballspiel für besser. Die Koblenzer scheinen in der Bruststaffel und der Kraulstaffel die größeren Gewinnchancen zu haben. Das weitere Programm sipht Damen= und Jugendwettkämpfe vor und als ganz besondere Einlage den Revanchekampf Herde— Beckmann, zu ihnen gesellt sich noch der Krefelder Rühling, der in Aachen hinter Herde und Beckmann Dritter wurde. Wie uns der Veranstalter mitteilt, steht er noch mit dem Kölner Meisterschwimmer Budig in Verhandlungen, um ihn zur Teilnahme an dieser hochinteressanten Begegnung zu gewinnen. Pehllerichäfrderi Dezhkskiahe Als“ interesante Neuerung im deutschen Erdbahnsvort vergeichnet die Prufurgläaßsege pig 7to ras 1100 cem. Da sich bei deser Darbietugg, urschitun einen beachtenswerten Vexsrch, hanzest, bleibt die Teilnehmerzahl diesmal auf aus beschrankt. Schwache Kämpfe Bei den Berufsboxkämpfen im Zirkus Busch Berlin, ab es diesmal recht schwache Leistungen, Volkga# ind Konrad Stein trennten sich unentschieden. ink und Seisner erhielten diese Entscheidung. Recht schwach war wieder der gewichtler Kölblin, der von dem Oftpreußen Hinzmann geschlagen wurde. Altoria-Recklinghaufen Süd 28 Der B S. C. Astoria veranstaltet Samstag abend an der Dorstener Straße einen Klubkampf gegen die starke Mannschaft Boxring 28 RecklinghausenSüo. Im Hauptkampf trifft Kampmann Astoria auf bekannten Kämpfer Sträter Recklinghausen. Weier starten: Andreiczach(R)— Ruhmann(), Hengelbrock(R)— Rauhut(), Steinweg(R)— Schweer(). Musial(R)— Ostkamp(), Wilms(R) ), Ludzak(R)— Droste(), Sträter(R)— Kampmann(), Smolinski(R)— Labahn(), Olias(R) Reichhardt(). Boxring 29—Effen 91 Am Samstag abend trägt der Boxring 29 wieder einen Klubkampf in Bochum aus. Als Gegner ist die gute Mannschaft von Essen 91 pflichtet. Folgende Paarungen sind vorgesehen: Fliegengewicht: Feuerstein(.)— Kreuz. Bantam: Korte(.)— Lewe gewicht: Geronzy(.)— Kudzilla(.). Welte gewicht: Damaschke(.)— Krohne(.). Gölzenlechter(.)— Stielen(.). Mittelgewicht: Heidenreich(.)— Schupp(.). Halbschwergewicht: Giesmann(.)— Bönning(.). Siegtried Gerthe—Boxring 29 Bochum Mit Boxring 29 Bochum erscheint wohl Bochum und des Kreises beste Kampfstaffel, die am Sonntag den jungen Gerthern gegenüber tritt. Namen wie Damaschke, Geronzy und Gölzenleuchter sind hinreichend bekannt. Die Gerther, die in ihrem letzten Die Spiele zur Ermittlung des Meisters der 1. Bezirksklasse beginnen am Sonntag mit folgenden Paarungen: Rotthausen— Höntrop. Essen 81— Mengede. Die Höntroper treffen auf den Gruppenmeister Rotthausen. Ueber das Können der Höntroper braucht man keine Worte zu verlieren, sie werden auch in Rotthausen ihren Mann stellen. Essen 81 hat den Meister der Dortmunder Gruppe zum Gegner. Hier ist wohl ein knapper Sieg des Gastgebers zu erwarten. Gesellschaftsipiele Die Zahl der Gesellschaftsspiele im Bochumer Bezirk ist am Sonntag wieder recht groß. Folgende Spiele sind bekannt geworden: Samstag: Germania 06— Ver. Preußen 07. S. V. Ehrenfeld— T. B. Eickel. B. V. Westfalia— Teutonia Riemke. Sonntag: „Phönix“—„Tus“ Bochum, Castrop 02—„Germania 06“, M. B. V. Linden— Hattingen S. V. Langendreer 04— Ver. Preußen 07, S. C. Dahlhausen— Stoppenberg, Witten 92—„Preußen“ Gladbeck, Witten 07— Essen 1912, L. F. C. Laer— Polizei S. V. Concordia— Borussia(D..), Gerthe=Hiltrop— Sp. u. Sp. Gerthe, Sprockhövel— Langenberg, V. f. B. Werne— Bochum=West, Winz=Baak— Steele 11, Stiepel— S. C. Altenbochum, Wilhelmshöh—„Tus“ Bochum(Res.), Harpen— Langendreerholz. Dahlhausen 16— Steele 03. Die Fußballlpiele des Sonntags Kampf, der:5 ausging. Eintracht Bochum empfängt die starke Elf des S. T. V. Werne. Werbe-Schauturnen Am Sonntag nachmittag bringt 9 ber der T. u. S. V. Hamme 88 bei Hucke ein Werbe= und Schauturnen zur Durchführung. Sämtliche A lungen werden einen Ausschnitt aus dem vielgestalti: gen Uebungsbetrieb zur Schau bringen. Besonver# sei das Geräteturnen der ersten Riege und das Turnen der Altersriege.(durchschnittlich über 50 Jahre) erwähnt. Deutsche Jugendkraft Vom Turf Die„Germanen" empfangen zu einem tagabendspiel die Ver. Preußen 07. Wenn die Mannschaften in stärkster Aufstellung spielen, sollte es ein schönes Treffen geben, dessen Ausgang offen ist. Die Ehrenfelder haben Gäste aus Eickel, die zu kämpfen verstehen. Auch das Spiel an der Westhofstraße dürfte recht interessant werden. Von den zahlreichen Treffen des Sonntags sind die Kraftproben in Marmelshagen und in Langendreer von besonderem Interesse. Die Germanen besuchen Castrop 02 und der M. B. V. empfängt den Hattinger S. V. Auch die anderen Spiele bringen zum Teil recht interessante Paarungen. Handball der D. T. Der Evang. Gesellenverein Bochum hat den W. S. V. Ruhrbezirksmeister M. B. V. Linden zum Rückspiel zu Gast. Beim ersten Spiel lieferten sich beide Mannschaften einen schönen gleichwertigen Internationaler Fußballkampf. In der Deutschen Jugendkraft wird am morgigen Sonntag ein umfangreiches Programm abgewickelt. internationale Fußballspiel zwischen den Rhein= Weserkreis und Westholland, das in Hagen zur Austragung gelangt, wird großes Interesse auslösen. Der Fußballausschuß des„Rhein=Besegkreises hat die gleiche Mannschaft gufgesteur, die ven Rieber rheinkreis mit:1 schlug. Im Tor steht so abermals der Hüter der Bochumer„Antonen“. Die Abteilung der Deutschen Jugendkraft„Antonen“ Bochum plant für morgen eine große Veranstaltung, die allgemeine Beachtung findet. Der eigene Platz in Bochum=West, der jetzt endgültig fertiggestellt ist, wird morgen nach der Weihe seine Pforten offnen. Vor der feierlichen Weihe ist ein Festzug durch die Gemeinde St. Antonius und St. Marien zum Sportplatz. Nach der Weihe und Uebergabe gelangt ein Hand= und Fußballspiel, zur Durchführung. Zum, Handhallgegner luden die„Antonen" den weeister des Rbein=Weserkreises 1929/30 und 1930/31 Mülheim= Styrum ein. Das Fußballspiel zwischen„Antonen“, Bochum und D. J. K.„Jugendsport, Altenessen beendigt die Veranstaltung. Ob der gute Angriff der Bochumer die zuverlässige Verteidigung der Essener zu schlagen vermag, ist zweifelhaft. 4t, hafamberam Intareft.#. In Bochum wird man mit besonderem Interesse der heute und morgen stattfindenden Turnertagung des Rhein=Weserkreises entgegensehen, da hier unter anderem die Entscheidung über die Turnermeisterschaften zum Reichsverbandsfest 1932 in Dortmund stattIm Bochumer Bezirk wird morgen ein kleines Programm von Freundschaftsspielen abgewickelt.„Teutonia“, Ehrenfeld spielt gegen D. J. K. Ueberruhr. Die Handballmannschaft der AfB. Bochum hat den.=Meister der Deutschen Jugendkraft vom Bezirk Bochum Märkisch Hattingen zu Gast. Werks- und Firmenlport Schwarz=Weiß schlägt Bergmannsheil:0. Der Pokalsieger konnte dieses Spiel leicht gewinnen. Glück Auf— Bergmannsheil:1 abgebrochen. Ruhrchemie Oberhausen— Constantin Bochum. Constantin ist Gast bei dem Meister des Ruhrbezirkes. Es wird zu einem harten Kampfe kommen. Die Frage nach dem Sieger lassen wir offen. Gabo— V. E. W. Dortmund(Sonntag vormittag). Der Kampf ist offen. Hoppegarten, Freitag, den 15. Mai 1. Rennen: 1. Lärche(H. Röttgen), 2. Immerzu, 3. Puppe. Toto: Sieg: 25:10, Platz: 14, 14:10. 2. Rennen: 1. Willko(H. Hiller), 2. Makrele, 3. Lysias. Toto: Sieg: 47:10, Platz: 16, 24, 31:10. 3. Rennen: 1. Garde(E. Haynes), 2. Pracht, 3. Freilos. Toto: Sieg: 168:10, Platz: 37, 16, 30:10. 4. Rennen: 1. Hegemeister(J. Rastenberger), 2. Thüringen, 3. Germanicus. Toto: Sieg: 15, Platz: 5. Rennen: 1. Totes Rennen zwischen Lapressionist(M. Schmidt) und Lanfranchi(J. Göbl), 3. Aquilon III. Toto: 6, 17:10. 6. Rennen: 1. Priska(E. Böhlke), 2. Tarquinius Superbus, 3. Anskar. Toto: Sieg: 28:10, Platz: 13 13, 18:10. 7. Rennen: 1. Ramses(E. Grabsch), 2. Wandrose, 3. Bravo, 4. Hanstein. Toto: Sieg: 67:10, Platz: 22, 29, 17, 42:10. Enghien, Freitag, den 15. Mai 1. Prix de la Durance: 1. Tric(Ollier), 2. Brusgerie, 3. Pulcinello. Toto: Sieg: 343:10, Platz: 104, 33:10 2. Prix de la Carmargue: 1. EspoirV(Warren), 2. La Comete, 3. Lampo. Toto: Sieg: 63:10, Platz: 28 19110.„.„„ g 3. Prix Niger: 1. Energic(Beveloup), 2. Selkirk, 3. Olive Noire. Toto: Sieg 15:10, Platz 11, 13:10. 4. Prix du Vaucluse: 1. Regalon(Leroy), 2. Bibron, 3. Wilfrid II Toto: Sieg 68:10, Platz: 22, 23, 26:10. 5. Prix Verdi: 1. Amenophis(Costadoat), 2. Hobby, 3. Pavot. Toto: Sieg: 55:10, Platz: 25, 6. Prig du Dauphine: 1 Clarawood(Chapman), 2. Ave Caesar, 3. Occidental. Toto: Sieg: 19:10, Platz 12, 13:10. Nationales bei Schalke 96 Auf dem leichtathletischen Meeting des F. C. Schalke 96, wo sich fast die gesamte westdeutsche Elite ein Stelldichein gibt, wird auch der Tus Bochum mit einem starken Aufgebot u. a. mit Jonath und Borchmeyer starten. Schach „Schachfreunde Bochum“ siegt in Velbert. Am Himmelfahrtstage weilte„Schachfreunde Bochum" in Velbert und trug gegen die dortige Schachgesellschaft ein Freundschaftsspiel aus. Die in guter Form befindlichen „Schachfreunde" konnten ihren spielstarken Gegner nach hartem Kampfe mit 6½— 4½ Punkten niederringen und sich für die in Bochum erlittene Niederlage revanchieren. Wichtige Sportveranstaltung „Sonntag, den 17.., vormittags 11 Uhr, auf dem idrischen Sportplatz an der Landwehr: Handballspiel alh beshe Saie. e gewicht aufwärts: Pierburg(G)— Groß(), Willems(G)— Feuerstein(), Eischer(),— Korte(), Reziora(G)— Geronzy(), Kaymurgz,(P. gx, jawski(), Szesny(G)— Damaschke(v, Krolak(G) — Heidenreich(), Köster(G)— Gilsmann.#), Echtvons 2(G— Hauptkampf Gölzenleugpeer(). Radsport Der.=V.„Bochumer Wanderfahrer 1927“ unteraimmt am Sonntag eine Fahrt nach Dortmund. Abfahrt: 7 Uhr. Treffpunkt: Westfalenplatz. Der.=V.„Westfalia 1895“ nimmt morgen an der Gau= und Bezirkswanderfahrt zum Schlosse Nomberg in Dortmund=Brüninghausen teil. Abfahrt.15 Uhr vom Westfalenplatz.,##. Aumun NackOrtsgruppe D. k. U. Die Ortegruppe spmm veranstaltet Sonntag, den 17. Mai, auf der Strecke BochumDorsten den ersten Meisterschaftslauf. Start morgens 7 Uhr Schützenstraße. Walzertraum kantert Eins der größten westdeutschen Durfereignisse kam am vergangenen Mittwoch mit dem„Großen Preis von Westfalen“ in Dortmund zum Austrag. Frhr. v. Oppenheims Walzertraum, der das ihm zusagende Geläuf vorfand, bestätigte seine vornehme Abstammung und hohe Klasse durch einen Kantersieg über den savorisierten Irländer. ein Dienst am Kunden amerikanischer Begeilt? Der Begriff ist von den Amerikanern geprägt worden. Angewandt wurde er schon Jahrzehnte zuvor von der HamburgAmerika Linie. Im Jahre 1847 begann die Hapag ihre Tätigkeit. 1914 war sie das größte Schiffahrtsunternehmen der Welt. Neue Hapagschiffe durchqueren auch heute wieder alle Meere. Dies alles war und ist wieder aufgebaut auf der Zufriedenheit ihrer Kunden. Reisen Sie mit der HAMBURG-AMERIKA LINIE Bochumer Anzeiger u. Gen. Anz. Handel- Gewerbe- Indultrie Samstag, 16.Rai 1931 Vikehans-olreihenler Hoffnungen, die lich nur teilweilc erfüllten— Phyfik auf Erdölfeldern Die englische Diskontlenkung Die Auffassung schen Wirtschaft weise gelungen Wirtschaft leider Bochum, 15. Mai. daß eine Ankurbelung der deuttrotz aller Bemühungen nur teilist, findet in den Berichten der ihre Bestätigung. Die rheinischwestfälische Montanindustrie teilt mit, daß am Eisenexportmarkt im Monat Mai ein erneuter Rückgang der Geschäftstätigkeit und auch der Preise eingetreten sei. So wies erst kürzlich der Führer des Stahlwerksverbandes. Dr. Reichert, nach, daß der deutsche Stahlverbrauch im ersten Vierteljahr 1931 um 50 Prozent niedriger war als in der entsprechenden Zeit des Jahres 1927. Der Reichspostverkehr weist gleichfalls einen starken Rückgang auf. In den beiden ersten Monaten des Jahres 1931 hat die Reichspost Einnahmen von insgesamt 350 Millionen RM. gehabt, denen aber 353 Millionen RM. Ausgaben gegenüberstanden. Selbst hier also ist das Ergebnis ein Defizit! Auch die Riesenverluste der Oesterreich ischen Creditanstalt haben in stimmungsmäßiger Hinsicht bedeutenden Einfluß auf die deutsche Wirtschaft und die deutschen Börsen ausgeübt. Denn erstens ist die österreichische Wirtschaft mit der unseren aufs engste verknüpft, und durch die geplante Zollunion soll ja sogar eine völlige Vereinheitlichung hergestellt werden. Ferner aber zeigt das Schicksal der Oesterreichischen Creditanstalt,was auch bei uns in Deutschland noch alles möglich ist, wenn sich die Abwärtsentwicklung und die innere Aushöhlung unserer Wirtschaft durch Abzug des unentbehrlichen Kapitals fortsetzt. * Ein ernstes Kapitel stellt immer noch die Frage der Arbeitslosigkeit dar. Die Tatsache, daß die Arbeitslosigkeit in diesem Frühjahr nicht in dem erwarteten und erhofften Ausmaß zurückgegangen ist. zeigt deutlich, daß die saisonmäßige Abnahme der Arbeitslosenziffern in diesem Jahr geringer war als sonst. Der Entlastung der Arbeitslosenversicherung steht eine Mehrbelastung der Krisenfürsorge und der kommunalen Wohlfahrtspflege durch die in der Versicherung nach Erschöpfung ihrer Unterstützungsansprüche Ausgesteuerten gegenüber. Es ist daher zu befürchten, daß alle Versuche, den Reichsetat von weiteren Zuschüssen für die Arbeitslosenfürsorge freizuhalten, zum Scheitern verurteilt sein werden. Man muß nämlich, wenn die Ankurbelung der Wirtschaft in diesem Sommer nicht gelingt, annehmen, daß die Arbeitslosigkeit, die im Jahre 1930 der deutschen Wirtschaft eine Unterstützungslast von 3 Milliarden Reichsmark auferlegt hat, im laufenden Jahre nicht geringere Opfer fordern wird. Das ist aber für die öffentliche Hand ebenso unerträglich wie für die Wirtschaft. Die Arbeitslosenfürsorge muß also gründlich reformiert werden, und das ist nicht ohne schwere innere Kämpfe möglich. Außerdem hat Dr. Dietrich schon auf die Wahrscheinlichkeit hingewiesen, daß unter dem Druck der Tributlasten eine Ankurbelung der deutschen Wirtschaft überhaupt nicht möglich sein werde, und dann wird der Reichsregierung nichts anderes übrig bleiben, als neben den innerpolitischen auch die außenpolitischen Probleme zu einer schnellen Entscheidung zu bringen, das heißt also, die Revision der Reparationszahlungen zu fordern. Die neue Epoche, die über Nacht auf den deutschen Erdölfeldern angebrochen ist, rückt das Interesse an den Kosten der Erschließung dieser Schätze naturgemäß in den Vordergrund, denn es ist eine Frage von schicksalhafter Bedeutung, ob Deutschland in der Lage ist, die zur Förderung dieser Werte erforderlichen Kapitalien selbst aufzubringen ob man auch hier wieder fremdes Kapital den abschöpfen lassen muß. Nutzbare Lagerstätten erschließen war bis vor zwei Jahrzehnten schließlich eine Aufgabe der praktischen und es kam oft genug vor, daß ein alter Bohrmeister mit seinen Ratschlägen seiner Gesellschaft Millionen einbrachte, ein allzu selbstüberzeugter Direktor ihr Millionen kostete. Ein Rückblick auf die praktischen Erfahrungen der amerikanischen Erdölindustrie gibt in dieser Beziehung erstaunliche Aufschlüsse. In den Jahren 1913 bis 1925 wurden in Amerika zur Aufsuchung von Erdöl insgesamt 302 541 Bohrungen ausgeführt, die nicht weniger als rund 20 Milliarden Reichsmark verschlangen; davon waren 65 564 glatte Fehlbohrungen, für die rund 3 Milliarden Reichsmark nutzlos vertan wurden. Vor derart unnützem Aufwand hat nun die mathematisch-physikalische Wissenschaft die Petroleumindustrie schützen gelernt. Dieser Schutz liegt in der außerordentlich weit gediehenen Entwicklung des sogenannten geophysikalischen Mutungsverfahrens. Es beruht ausschließlich auf der direkten oder indirekten Messung von physikalischen Eigenschaften der Gesteine. Umfassende theoretische Forschungen und andererseits auch praktische Erfahrungen waren zur Entwicklung dieser neuen Wissenschaft erforderlich. Deutsche Forschungsinstitute haben in ständiger Zusammenarbeit an dem Aufbau und an der Entwicklung der geophysikalischen Aufschlußverfahren grundlegend und für die Wissenschaft aller anderen Länder richtunggebend gewirkt. Der Gewinn, der dank dieser wissenschaftlichen Forscherarbeit der wirtschaftlichen Betätigung zufließt. ist kaum abzuschätzen und es ist unzweifelhaft, daß der Export solcher deutschen Gehirnprodukte zu den wichtigsten Faktoren der deutschen Außenhandelsbilanz zu rechnen ist, wenn diese Art von Exportartikeln auch nicht immer ziffernmäßig zu realisieren ist. * Trotz der in der Vorwoche erfolgten Newyorker Diskontsenkung ist die englische Ermäßigung einigermaßen überraschend gekommen. Der Satz von 2½ Prozent ist der niedrigste der Bank von England seit 20 Jahren. Allgemein hatte die Börse angenommen, daß die Bank von England erst einer entsprechenden Maßnahme der Bank von Frankreich folgen würde. Naturgemäß taucht auch jetzt wieder die Frage auf, wie sich die Reichsbank verhalten wird. Eine Voraussage ist außerordentlich schwer. In Berliner Bankkreisen weist man darauf hin, daß die Höhe des Privatdiskonts mit 4% Prozent und der darüberliegende Satz für Warenwechsel mit Bankgiro Beweise dafür seien, daß sich der Reichsbankdiskontsatz von 5 Prozent noch immer in vollem Kontakt mit der Marktlage befinde. Man nimmt daher an, daß der Beschluß der Bank von England für die Reichsbank unmittelbare Folgen zunächst nicht haben werde. Vielmehr dürfte es für das deutsche Zentralnoteninstitut notwendig sein, zunächst die Auswirkungen der englischen Diskontermäßigung abzuwarten, wie ja auch London erst die Entwicklung der Dinge nach der Newyorker Zinssenkung beobachtet hat. Die Boriehwoche oder Rahm zu fast ausGeologie gelernter Amtliche Derisentaurge Berlin, den 18. Mai 193 Für drahtlose Auszahlungen Suenos Alres. London... Newyork Rio de Janeiro Amsterdam Brüssel Budapest. Danzig Helsingfors Italien. Jugoslawien Kopenhagen Oe Paris Prag Schweiz Spanien Stockholm Wien.... MönzParität .78 20.43 .198 .368 168 74 58.37 73.42 81.72 10.57 22.00 81.00 112.50 112 50 16.40 85.00 81.00 81.00 12.00 153.88 Berlin, 15. Mai. Die Börse hat eine Woche starker Erschütterungen hinter sich. Das wesentlichste und am stärksten sich auswirkende Ereignis war die notwendig gewordene Sanierung der Oesterreichischen Creditanstalt. Es läßt sich im Augenblick nicht voraussehen, in wieweit sich aus den Schwierigkeiten dieses großen Bankinstitutes psychologische Nachwirkungen in der Form ergeben werden, daß Auslandsgelder zurückgezogen werden. Man darf jedoch nicht übersehen, daß die in den letzten Tagen erfolgten Zinssenkungen die ohnedies schon erhebliche Zinsspanne noch vergrößert haben und daß somit ein beträchtlicher Anreiz für das Ausland besteht, Gelder in Deutschland zu investieren. Die Niederlage Briands bei der Präsidentenwahl und die Genfer Verhandlungen beantwortete die gestrige Börse mit einer ausgesprochen schwachen Haltung. Im allgemeinen hat sich das Kursniveau im verflossenen Berichtsabschnitt bis zu 10 Prozent gesenkt. Vereinzelt ergaben sich darüber hinaus noch beträchtlich größere Abschläge. An einigen Tagen, an denen besonders stark wirkende, verstimmende Momente vorlagen, nahm die Abwärtsbewegung durch Blancoabgaben der Spekulation so exaltierte Formen an, daß sich für den nächsten Tag eine, allerdings nur positionstechnische, Erholung fast mit Gewißheit voraussagen ließ. Die Banken blieben auch weiterhin zu Interventionen prinzipiell bereit, beschränkten sich jedoch auf ihre Spezialmärkte und schienen im übrigen der Ansicht zu sein, daß sich die übertriebene Nervosität der Börse von selbst regulieren werde, da ja auch Baisseengagements nicht ewig durchgehalten werden können. Einige Sonderbewegungen waren zumeist auf Abschluß- und Dividendenbefürchtungen zurückzuführen. Der Kassamarkt lag weiter schwach und Deutsche Anleihen gaben ebenfalls nach. Industrieobligationen waren im Einklang mit den Aktienmärkten gedrückt. Rheinisch-weltfälischer Wertpapiermarkt Die innen- und außenpolitischen Belastungen, die überwiegend ungünstigen Meldungen aus der Wirtschaft, besonders die Nachrichten aus der Kohlenund Eisenindustrie, endlich die schwere österreichische Bankenkrise riefen in der Woche eine neue starke Verflauung an allen großen Börsen hervor. Wenn sich diese Rückgänge an den rheinisch-westfälischen Märkten nicht in gleichem Maße auswirkten, ist das durch die geringeren hier unterhaltenen Positionen ausreichend erklärt. Immerhin trugen auch hier die Kursabschläge in einzelnen Werten zu einer empfindlichen Verstimmung aller Marktgebiete bei. Diskontermäßigung auch in Amsterdam Die Niederländische Bank hat ihren Diskontsatz mit Wirkung ab 16. Mai von 2½ auf 2 Prozent herabgesetzt. Zulammenarbeit bleichroderArnhold Die beiden angesehenen Privatbankhäuser S. Bleichröder& Co. und Gebrüder Arnhold& Co.(DresFIden-Berlin), stehen im Begriff, eine Interessengemeinschaft abzuschließen. Es verlautet weiter, daß die Firma S. Schoenberger& Co.(Berlin-Amsterdam), H. Aufhäuser(München) und Wm. Schlutow(Stettin) in die Interessengemeinschaft einbezogen werden dürften. Ferner erinnert man daran, daß sich Gebrüder Arnhold vor einiger Zeit an der Bankkommanditgesellschaft Adler& Co., Zürich, beteiligen. Der Balcke-Abschluß Starke Steigerung des Auslandsgeschäfts.— Im neuen Jahr weitere Verschlechterung des Inlandsabsatzes Die Maschinenbau.-G. Balcke in Bochum legt jetzt ihren Abschluß für das Geschäftsjahr 1930 vor. Wie schon mitgeteilt, hat sich das Unternehmen infolge der starken Absatzminderung als Folge der allgemeinen schlechten Wirtschaftslage zu einer Dividendenherabsetzung von 10 auf 4 Prozent entschließen müssen. Der Rohüberschuß hat sich von 522 271 auf 244 550 Reichsmark verringert. Abschreibungen wurden in Höhe von 124 432(197074) Reichsmark vorgenommen. Einschließlich 92 249 Reichsmark Vortrag aus 1929 verbleibt ein Reingewinn von 212 366 Reichsmark(1. V. 412 249 Reichsmark einschließlich 87 052 Reichsmark Vortrag aus 1928). Nach Abzug der 4 Prozent Dividende werden 84 366(i. V. 92249 Reichsmark) vorgetragen In dem Geschäftsbericht sagt die Verwaltung, daß seit Ende 1929 ein ständig stärker werdender Rückgang des Bedarfs eingetreten sei. Die Errichtung von Neuanlagen im Inland sei fast gänzlich zum Stillstand gekommen, selbst länger geplante und notwendige Beschaffungen würden immer mehr zurückgestellt. Hiervon sei die Maschinenindustrie ganz besonders betroffen worden. Da sich die Wirtschaftskrise auf die ganze Welt erstrecke, habe der Ausfall an Inlandsaufträgen auch durch vermehrte Anstrengungen im Auslandsgeschäft nicht ausgeglichen werden können, trotzdem sich der Exportumsatz im Jahre 1930 um 42 Prozent gegenüber dem vorhergehenden Jahre erhöht habe. Der Gesamtumsatz sei im Berichtsjahr um 16 Prozent gegen das Vorjahr zurückgeblieben. Angesichts der Schwierigkeit, in den Sondererzeugnissen des Unternehmens genügend Beschäftigung für die Werke zu erlangen, sei ein Ausgleich durch Betätigung auf verwandten Gebieten angestrebt worden. Vor allem auf dem Gebiete der Wasserreinigung habe man den Wirkungskreis durch maßgebliche Beteiligung an der Balcke-Riwag.-G. für Wasservergütung in Duisburg erweitert. Zweck der Beteiligung sei der Austausch der gegenseitigen Erfahrungen, Ausnutzung der bestehenden Verkaufsorganisationen und Ausführung der Riwag-Anlagen in den Werkstätten der Balcke.-G. Mit Beginn des laufenden Jahres sei in Italien eine Vertriebsgesellschaft in Verbindung mit einem angesehenen italienischen Fabrikunternehmen gegründet worden, wodurch es dem Unternehmen ermöglicht worden sei, die dort verkauften Anlagen und Maschinen nach den Bochumer Plänen im Lande selbst herstellen zu lassen. Das Geschäftsergebnis im abgelaufenen Jahr sei beeinflußt worden sowohl durch den hatzrückgang, als auch durch die infolge des Iseitigen scharfen Preiskampfes eingetretene Sehlng der Verkaufspreise; ferner durch die notwellen Abschreibungen auf Lagerbestände und zWelhafte Forderungen, sowie durch die der Wirtsct auferlegten immer höher gewordenen sozia und steuerlichen Lasten. Im neuen Geschäftsjahler die Wirtschaftslage noch in keiner Weise beworden, auf manchen Gebieten habe sie sichoweit das Inland in Frage komme, noch verschchtert. Die Bewertung der Warenbeständ und sonstigen Vermögensposten sei vorsichtig pigt. der durch Rückgang der Rohstoffpreise und ihne eingetretenen Entwertung sei in entsprechtem Maße Rechnung getragen worden. Die Abschrungen auf Anlagewerte seien reichlich bemessen. In der Bilanz erscheinen Grundstücke uhr. ändert mit 873 653 Reichsmark, Gebäude mit 1 3430 (1 387 060) Reichsmark, Werkseinrichtungen it 462 008(511 961) Reichsmark. Beteiligungen unvei. dert mit einer Reichsmark: Als Kassen- und We. selbestand werden 412 959(127 299) Reichsmark a. gewiesen. Wertpapiere erscheinen mit 27 634(252 Reichsmark. Warenvorräte werden in Höhe v 1 481 159(1783 310) Reichsmark ausgewiesen. Schul ner sind in Höhe von 2649783(2728613) Reichsmar vorhanden, denen gegenüberstehen Gläubiger 1 Höhe von 1 491309(1 279 333) Reichsmark, empfangen Anzahlungen mit 112 692(472 979) Reichsmark. Löhne mit 5138(22548) Reichsmark und Akzepte in Höhe von 301 931(153 452) Reichsmark. Die nicht abgehobene Dividende wird mit 5191(4910) Reichsmark ausgewiesen. Gesetzliche Rücklage unverändert 600000 Reichsmark. Erneuerungsrücklage unverändert 300000 Reichsmark. Die ordentliche Hauptversammlung findet am 29. Mai In Bochum statt. Der Abschluß der MannesmannRöhren-Werke Die Mannesmann-Röhren-Werke.-G. in Düsseldorf, die bekanntlich nach.60(.20) Millionen Reichsmark Abschreibungen aus einem Reingewinn von 14.26(16.07) Millionen Reichsmark die Verteilung einer Dividende von 6(7) Prozent vorschlagen, konnten im Geschäftsjahr 1930 noch etwa 85 Prozent ihres vorjährigen Gesamtabsatzes erreichen. Dieses in Anbetracht der schweren Krisenzeit verhältnismäßig günstige Ergebnis ist u. a. auf die angemessenere Beteiligung des Unternehmens in den Verbänden zurückzuführen. Die technische Vervollkommnung der Anlagen ist weiter fortgesetzt worden. So hat man in Rath die Errichtung eines Aufweitewalzwerkes für große nahtlose Röhren in Angriff genommen. Das im Sommer 1930 in Betrieb genommene neue Platinen-Walzwerk arbeitet zufriedenstellend. Der Auftragsbestand am Jahresende betrug nur 59 Prozent des Bestandes am 31. Dezember 1929. Im übrigen haben die eigenen im In- und Auslande betriebenen Handelsunternehmungen und die Beteiligungen an fremden Firmen noch leidlich angemessene Erträge gebracht. Ueber Fortsetzung und Erweiterung der zwischen dem Kontinent und den Werken Englands, Kanadas und der Ver. Staaten bestehenden Teilabkommen wird zur Zeit verhandelt. Börlen vom 15. Mai Newyork, Anfang: Uneinheitlich. Amsterdam: Weiter rückläufig. Brüssel: Keine Börse. London: Lustlos und meist schwächer. Paris: Unter Schwankungen schwächer. Mailand: Teils neue Rückgänge. Wien: Zurückhaltend, aber widerstandsfähig. Zürich: Weiter schwach. Berlin: wieder ichwach Wie kaum anders zu erwarten, eröffnete die Börse in schwacher Haltung mit Kursrückgängen von 1 bis 2 Prozent. Immerhin war gegenüber den Mittwochnachmittag und heute vormittag geäußerten Befürchtungen eine kleine Beruhigung eingetreten. Immerhin wurde die etwas überraschende Senkung des Londoner Diskontes eher ungünstig ausgelegt, da man einerseits nicht recht an eine Ermäßigung des Reichsbankdiskontes glaubt und andererseits die niedrigen internationalen Zinssätze als Zeichen der noch nicht überwundenen Weltwirtschaftskrise ansieht. Newyork meldete erneut schwache Kurse und berichtete von umfangreichen Abgaben für Londoner Rechnung. Aus dem Reiche lag etwas Angebot vor, das nur zögernd und zu gedrückten Kursen Aufnahme fand. Im Verlaufe gaben die Kurse weiter bis zu 3 Prozent nach. Ganz vorübergehend kam es zu kleinen Erholungen, da in der jetzigen unsicheren Zeit die Baisseespekulation sehr vorsichtig zu Werke geht und stets kleine Gewinne mitzunehmen trachtet. Anleihen uneinheitlich, Neubesitz schwächer. Geld zum Medio leicht versteift, Tagesgeld 4 bis 6, nur vereinzelt 3¾, Monatsgeld 5½ bis 6¼. Warenwechsel etwa 5 bis 5¼ Prozent. Die Terminmärkte schlossen schwach. Die Kurse lagen noch bis zu 2 Prozent unter Anfang. Auch der Kassamarkt lag schwach Berliner Börsenkurse Reichsbankdiskont 5%— Lombardzinztuß 6% Berlin, den 15. Mai 1931 ltrieworte Div. heute vorig, ren 8127.5128.0 0 69.7 71.01. K 0 22.0 20.0 9 93.0 94.6 1d 14 87.5 94.5 pier 10 87.7 87.0 en 6 52.5 52.1 Ist. 12 72.0 78.5 usch. 6 56.2 60.0 .& Ladew. 10—. er&ap Stein 7 96.0 Maschin. 4—. erger Malz 9—. der Walzw. 0 28. 0 96.0 Co. Motoren Bemberg 0 21.5 12171.0 7 555 87.5 20 215 aan El. 9 68.0 Jud. Kutf. 16176. Carlsb. ind. 0 40.5 Maschinen 0 41. u. Monier 8 58. vrd. Walzw. 0 44.0 k. u. Brik. 10120. schw. Kohl. 10212. Jute 4 73. nb. Zement 6 60. en-Besigh. 0 471 Wollk. Boveri 10120 5 55. 42. 4 44. .0 28.0 S 21.2 0171.0 5 56.7 5 88.5 0215 7 .0 74.7 0178.0 S 40.5 4 42•0 0 61.0 .0 S 124.0 0212.0 9 73.21 .0 58.0 .2 47.2 .0122.0 0 55.0 .0 40.0 2 44.5 Ghei Peser Chem. Heyden " Gelsenk. " Albert Concord. Spinn. Cont-Gummi Gröllwitz Papier 0 aie Boter Otsch. Atlant. Otsch. Conti 6as Asphalt Babcon Erdöl Jute Kabel Linoleum Schachtb. Steinzeug Tel. u. K. Ton u. Stein " Eisenh. Olttm. Neuhaus O. Pörffler Otmd. Akt.-Brau. Ritt.-Brau. " Union-Brau. Dresd. Gardinen " Schnellpr. Dürener Metall Durkoppwerke Dusseld. Diet. Br. Höf. Br. " kammg. Oynamit Robel ggestorft Salzw. L Eisenb. Verkm.1 Elektra Dresden 74 80.0 80.5 5 39.8 40.2 5 49.0 49.0 0 29.7—. 0—. 40.0 9108.5108.2 8 98.0101.5 26.0 26.5 8 89.5 88.0 9120.0122.0 8 70.2 70.0 80.5 81.0 63.1 63.8 46.0 46.2 37.5 38.0 73.7 76.2 76.0 77.0 62.0 81.0 62.0 62.5 —. 32.0 7 7 0 0 15 7 15 0 11 7 0 10 56.5 56.5 17142 7145.0 20 170.017 18163.0162.0 6 36•0 36.0 35.7 35.0 10 93.0 93.0 0—.— 17228.6229.0 8—.— 0 63.5 63.5 6 67.2 68.0 6 65.5 65.5 15137.0139.0 12158.0158.2 Elektr Lieferg. Licht u. Kr. Engelh. Brauerei Enzinger Erdmannsd. Sp. Erlang. Baumw. Eschw. Bergw. 1 Excelsior Fährr. gahlb. List& Co. Farbenind. I. G. Feldm. Papier Felten& Guill. Frankf. Masch Friedrichshütte Frister A. 6. Froebein Zucker %aasrct König Gelsenk. Berg. Germania Portl. Gerresh. Glas Ges. f. el. Untern. Gildemeist.& Co. Girmes& Co. Gladb. Wollind. Glasm. Schalke Glauz.Zucker Glückauf Gelsk. Gebr. Goedh. Düs. Th. Goldschmidt Guano-Werke Gritzner Masch. Grün& Biltinger Gruschw. Textil E. Grundlach .2 80.2 .5204. 14 3 9 0 10 11 115.0 10116. 3½ 60.0 101137.0 12/128.0 0 40.0 45.0 0 31.0 15/139 0 45.0 6 70. 67.0 Nusführung aller börsenmäßigen Geschäfte empfichlt sich ankhaus Mahnert& Düppe Bochum, Alleestraße 19 geherm. 4 Guck 12 Hackethal Dra. 9 Hagede„ 5 Hallesche Masch. 4 Hamb. El. Werke Hammersen Hann, M. Egegt. Harb. Eis. u. Br. ".-Gummi 4 48. HarpenerBergbau 6 56. Hein, Lehm.& Co. 6 35. Hemmoor Portl. 110—. Hüpert Masch. 7 78. Hindrichs-Auft. 1 71—. 5 63.5 9 102. * 68.0 0 115.0 .0117.0 .0 600 .0138 .0127.9 .0 40. .0 44. .0 33. .0160 .0 43.1 .0 .0 .0 52. .0 77. .0 73.2 .2/111. .5. Hirsch-Kupfer .5Hoch-Tiefbau .0Hloesch .0Hoffmanns Stärk. Hoheniohe-Werk Ph. Holzmann A. Horch& Co. Hotelbetr.-Ges. Nubertus Braunk. Huta Breslau Ise Bergbau 1 IIse Genuß Isenbeck Brau 1Pesch schte! J. A. Jonn Akt. Mar Jüdel& Co. Junghans Gebr. wahla Porz. II Kaiser-Keller Kallwerke Asch. Karstadt Kirchner& Co. Klauser Spinn. Höcknerwerke Ic. H. Knorr Koch. Adlernäh. Korn-Neuessen „-Gas u. E. Koisch Walzeng. Konigs-Brauerei König Wilhelm Kontinental Asph. Körting, Gebr. Kötitzer Leder W. Kreitt Kromschröder .5 Kronprinz Metall .0ißebr. Krüger 2 Küppersb.& Co. 27.0 7 110.5 7 76.0 6 54.5 75.5 94.0 120.0 110.5. 77.0 54.0 52.5 39.0 76.0 94.5 120.0 60.5— 168.5168.2 100.01002 83.2 83.2 30.0 31.0 100.511012 23.5 23.7 ahmeyer& Co. L Laurahdtte Leonhard Braun .#Leopoldgrube 7. 7Iindes Eismasch. 36.OlCarl Lindström 98.0/C. Lorenz .21Lödenscheld Met. Löneburg. Wache 25.2 49.0 127.5 39.7 18.5 52.0 12/162.0 0 65 59.0 0 48.0 0 24.0 9 110.0 231.0 200 73.7 38.0 87.0 49.5 118.5 33.0 128.0 25.4 130.0 12/340.0 40.0 31.0 25.0 49.0 132.1 11. 29.7 19.0 54.2 163.0 59.7 59.0 48.0 24.0 110.0 230.0 72.7 40.0 86.5 49.5 49.5 121.0 31.0 128.0 25.0 130.5 340.0 40.0 52.7 MA 918 qdeb. Allg. 6. M Magdeb. Berg Magdeb. Mühlen Mannesm. Werke Mansfeld. Bergb. Marie, kons. Bw. Martini& Hönecke Masch.-B. Untern. 0 26. Maximil. Hötte 35/126. Mech. Web. Lind. 0 46. Web. Sorau 10 68.: Web. Zittau O 30.: 0 0 40. 6 68. 30 0 22. 10 58. 0 36 27.5, 27.-Rosenthal Porz. Rütgerswerke Merkur Wollweb. Miag Mimosa.-6. Minimar Mix& Genest Motoren Deutz Mülheim Bergw. Müser Bräu K eeder Neckarwerke Niederl. Kohlen Nordd. Kabel " Steingut " Wolle Nürnb. Herk.-W. %5sch. e- 8. Oberschi. Koks Orenst.& Koppel phönir Bergbau Phönix Braunk. Julius Pintsch Plauen. Gardin. Polyphonwerke Poppe& Wirth pesauig F. Farb Rauchw.Walter Rheinfeld Kraft Rhein, Braunk. " Elektr.Vorz. " Spiegelgl. " Stahlwerke Rh.-Westl.-El.-W. " Kelk " Sprengst. 4. 8 Richter Darid 112 12 93. 0 57. 18/189. 8 ·Shage Sächs. Webst. Salzdetfurth Sarotti Schering chem. Schlegel Brauerei Schles. Bg. u. Z. B. Beuth. Cellulose 7190.5 .0 40.0 7/105.5 910 30.0 Riebeck Roddergr. Br.-K. 81.0 107.0 117.0/120.0 138.0138.0 46.0 45.2 24.0 22.0 32.0 32.7 97.7 69.6 41.0 42.0 49.5 48.5 56.2 56.2 142.0s142.0 40.4 40.2 133.0s132.0 45.0 45. " Portland Schneider, Hugo Schött, Hermann Schub,& Salzer Schurkert& Co. Schultheis-Patz. Schwaben-Brau Schwelm, Eisen gr. Seitfert& Co. Siegen Solingen Siegersdorf Wk. 131.0s131 153.0158.0 81.2 84.0 68.5 1100 54.0 54.0 ## 130 620.0 7 51. 5 47. 74 84.0 6 33.2 15 193 7 88. 15/297. 14/114 0 27. 8 68. .— E. u. Gas A. 10/107. 12 70. 4 44. 32. 121134. 12/129 15/139 12 8 100 10115 0 10 Siegersdogf Wk. 81 41. Siemens Glasind. 8 78. Siemens&ap Halske 14/152. Sinner Aktien Sonderm.& Stier Sonderm.&a St. B. Stadtberg. Hötte Stett. Chamotte Stöhr Kammg. Stolberg, Zink Gebr. Stollwerk Stralsund. Spielk. Swenska .0 52.01 47.6 .0 84.0 2 34.0 .0 202.5 .2 88.0 0 297.0 .0 113.5 5 27.5 .0 66.0 0 109.5 .0 72.0 .0 44.5 .0 32.0 .01352 .0130.4 2/141.7 125 0 2 1100.7 .0 11550 .0 10.7 8 42.5 .8 79.0 .5/155.0 0 50.0 .0 42.0 2 75.2 0 35.0 .0 43.2 5 158.5 237.0 IVer. Märk, luch Met. Haller Porland Smyrna Tepp. Stahlwerke St. Zypen u. W. Thür. Metall Ultramarin viktoriawerke Vogel Telegr. Vogt Wolf Vogtl. MNaschinen Voigt& Haeffner Vorwohl. Portl. .sgandererwerke U Warst. Gruben Wasserw. Gelsk. A. Wegelin, Rus Wegelin& Hübner Westf. Draht Westt. Kupfer Nicking Portl. 2. Wicküler Brau H. Wißner Met. Wittener Guöst. Wittkopp Tiefbau gellstoff-Verein " Weldhot 13 133 455 15/233.0237.0 rack& Co. Tafelglas Thörts V. Oelfb. IThör. Gas Leipz. .OTletz Leonhard Transradio Triptis Akt.-Ges. Tuchfabr. Auch. verig. Papiert. Ver. BöhlStahlw. " Chem. Charl. " Otsch. Nick. " Glanzst. Eld. " Gothaniaw. 9—. 96.0 0 52.0 10135.7 10 98.2 124.2 31.0 12/115.0 96.0 52.01 138.0 98.2 124.2 32.0 114.5 46.0 54.5 98.0 9. 34.0 33.0 24.20 24.2 89.0 92.0 47.0 46.5 124.2124.2 38.5 127.2 36.5 40.0 30.0 57.0 106.0 123.8 35.7 35.0 64.0 65. 33.7 33.7 29.5 30.0 162..162.5 61.2 60.0 35.0 35.0 68.7 68. 122.7 35.1 Reichsbank 12/140.0s142.21 Rb.-W. Bodantr. 13 Westd..-Kr.-B. 12 144.7/143.0 Kolonialwerte Otsch. Ostafrika 4 37.5 56.2 Neu Guines 6/218·0225.0 Otav 165 26.2 27.2 Postverzinal. Werte % Anleihen —Ablösung-3 —" Neubesitz 6 0 Wertbest. 23 10-1000 93.2 8.1 bis 5 12.5 6 Reichsanl. 27 84.5 s Reichssch. K 87.2 10 Berl. Pfandbr. 8 R. 3 und 6 99.0 6 Farbenbonds 96 4 Boch. Stadtanl..1929 91.5 54.0 .8 12.5 84.6 87.2 99.0 99.2 91.0 Anleihen der Westfällschen Landesbank s Fg. K. Sch. 25.l 98.2 98.2 25 R. 93.7 93.71 s" 28/29 R½ 98.2 98.2 " 30.4 98.2 98.2 3 Goldpfdbr. R. 1/100.0100.0 I Pfandbr. A..1 95.5 95.5 ." A R. 1 84.7/100.0 % Handbriele 6 Berl. Hyp. 8. 10 10 Pr. Ctr. B. Gold „„ 27 10 Rh. W. 800. 2 8 Pr. Ldptbr. R. 19 .21 3 8„-0.20 I8 Rh. W. 800.15 Goldrogg.-3 87.0 100 5100 97.0 97.0 91.0 97.0 99.5 99.5 18 Pr...Pf..22 8 Pr. C..Pf. R. 23 8 Pr...Pf..24 8 Pr. dto. 25/27 7. Pr...Pf..28 2o lodustrisobig. 1 Concord. Bgb. Cont. Coutch. Daimler Benz Hann. Masch. HoeschE. u. St. Köckner Fr. Krupp A. B. " R. M. Mont Cenis 6½ Siem. Halske II7 V. Stahl m. O. 1½ Rhein. Stahlw. 5 A. E. 6. 1890 S Bergmann B1. 99.0 99.0 100.0 1000 99.0 99.0 100.0100 96.0 96.0 76.2 79.5 99.0 99.4 89.1 69.5 72.2 72.0 96.0 96.2 95.0 95.0 91.0 73.5 74.0 90.5 91.7 82.7 83.5 94.2 —. 99 1 99.0—. 6 38.7 38.7 12 82.0 32.5 Verkehrswerte A. 6. f. Verkehr Baltimore Ohio Boch. Gelsenk. Otsch. Reichsbahn Hambg. Amerk. P. " Südam Hanse Norod. Liope 31.7 Bankaktien Barm. Bankverein Berl. Handelsges. " Hypothekb. Commerz- u. Pr. Darmst. u..-G. Oe-Di-Bank Dresdener Bank Preus. Bodenkr. " Pfbr.-8. 212.0/212.0 103.2/104.0 126.0s127.0 102.5/102.5 102.01102.0 141.0 158.0 u 4. Beflage zum Bochumer Anzeiger u. Gen. Anzeiger Nr. 113 38. Jahrgang Sametag, 16. Mai 1931 Neites aus Jzekein Die Bau-Ausstellung Es wird doch wohl stimmen, daß wir Deutschen das Volk der meisten Vereine sind. Anderenfalles wäre es nicht leicht zu erklären, daß sich zum Besuch der neuen Deutschen Bauausstellung, der jüngsten Veranstaltung des Berliner Messeamtes, nicht weniger als 114 Vereine und Verbände bisher angemeldet haben. Allerdings handelt es sich hier auch um eine Ausstellung, die nicht nur dem Umfange die größte, räumlich gesprochen, ist, die die Reichshauptstadt in der Zeit nach dem Kriege in ihren Mauern gesehen hat, sondern die Sache geht auch uns alle an. Denn irgendwo wohnen muß ja jeder, und ein sehr erheblicher Teil, die Statistiker behaupten bis zu einem Drittel des Gesamteinkommens, von allem was wir auszugeben haben, geht auf die Wohnungsmiete oder Verzinsung des Eigenheimes drauf. Jetzt sollen wir erfahren, daß man dank der großen Fortschritte, die Architekten, Baumeister und Industrie in den letzten Jahren gemacht haben, bedeutenh billiger und viel anheimelnder wohnen kann, als es bisher die meisten von uns müssen. Drei der Hauptabteilungen der Ausstellung sind diesem Zweck gewidmet: Das Bauwerk unserer Zeit, die Wohnung unserer Zeit und das neue Bauen. Neue Jachlichkeit im Bauernhaus Ob dieser Zweck der Ausstellung erfüllt werden wird, vermag ich noch nicht zu verraten. Denn es will mir scheinen, als ob diese umfangreiche Schau etwas zu umfangreich geraten sei. Was ein Gesamtgelände von 130.000 Quadratmetern für ein Größenbegriff ist, davon kann man sich vielleicht auf einer flachen Wiesenlandschaft eine Vorstellung machen, wenn die Grenzen mit weithin sichtbaren Pyramidenpappeln abgesteckt sind. In einem Gewirr von Bauten und Baugerüsten aller Art geht aber bei solcher Ausdehnung jede Uebersicht verloren. Man hat das Gefühl, durch ein Labyrinth zu wandeln, wenn auch an dem sicheren Wegweiser eines unzerreißbaren Ariadnefadens, und überall bestürmen den Beschauer kaskadenhaft neue Eindrücke. Wer zum Besuche nur einen Tag Zeit hat, der muß es machen, wie jener alte napoleonische General, der zum ersten Male die Bildergalerie des Louvre besuchte: Er muß im strammen Stechschritt durch alle Abteilungen marschieren und kann dann sagen, er habe alles gesehen. Oder er muß sich auf eine der Sonderschauen beschränken, und selbst da wird sich beispielsweise der ländliche Siedelungsbau nicht an einem Tage bewältigen lassen. Denn hier sind allein 21 Gebäude aufgerichtet, und alle bieten Ueberaschungen in ihrer Art, begonnen mit dem mehr verblüffenden und vielleicht praktischen, aber nichts weniger als schönen Bauernhof im neuzeitlichen Zigarrenkistenstil, der so aussieht, wie wenn ein großstädtischer Wolkenkratzer ein noch unentwickeltes Junges bekommen hätte. Es wird sich also zeigen müssen, ob nicht diesmal weniger mehr gewesen wäre und ob nicht die Großmannssucht, die nach Rekorden giert und sich nicht wohl fühlt, wenn sie nicht wieder einmal sich das Prädikat „greast of the world“ ankleben kann, sich selber übergipfelt. Von dem und jenem, was der Hervorhebung wert ist, wird gelegentlich die Rede sein müssen. Bei der ersten Besichtigung wird auch ein erfahrener Ausstellungsbesucher die Waffen strecken und froh sein, wenn er durch ist. Vergebliche Diebesmüh Eine Abteilung habe ich aber doch auf der riesigen Bauausstellung vermißt, und die wäre für Berlin mit seiner zunehmenden Unsicherheit besonders wichtig gewesen. Warum verlegt sich niemand darauf, einbruchssichere Häuser zu bauen? Bei der fortgeschrittenen Kunst unserer Diebesspezialisten bilden, wie wir täglich erfahren, selbst Eisenbetongrundmauern kein Hindernis mehr. Sind die Herrschaften von der Langfingerzunft aber erst einmal in ein Haus eingedrungen, so dienen ihnen seine Mauern geradezu als deckende Kulisse gegen Beobachtung von außen, und die Zwischenstockwerke brechen sie durch als ob sie aus Zwieback wären. Da hat sich eine Geldschrankknackerbande soeben einen Beutezug geleistet, der wohl bisher in der allnächtlich neuausgefüllten Berliner Spitzbubenchronik ohne Beispiel dasteht: Sie haben in der Geschäftscity, in der Alten Jakobstraße, ein ganzes Bürohaus von unten bis oben durchgestöbert, da ihnen die Decken, nachdem sie einmal in das Erdgeschoß eingedrungen waren, keinen Widerstand mehr leisteten. In vier Stockwerken nach einander haben sie dann mit neuzeitlichem Handwerkszeug die überall in herausfordernder Würde dastehenden Panzerkassenschränke aufgeknabbert. Niemand hat sie gestört. Aber nun kommt das Schönste: Immer wenn sie einen der mächtigen Stahlkästen mühselig gesprengt hatten, erwies er sich als leer, oder der Barbetrag war so gering, daß er den Zeitverlust und Materialaufwand der Spitzbuben nicht entfernt entschädigte. Sie mögen nicht schlecht über diese schlimmen Zeiten geflucht haben, wo man in den Panzerkassen von vier großen Aktiengesellschaften zusammen nicht so viel Mammon erraffen kann, wie ihn sich früher ein polnischer Taschendieb mit einem einzigen gelungenen Griff nach der Brieftasche eines Kavaliers auf der Rennbahn ergatterte. Ob es in vielen stolzen Bürohäusern der Berliner City im geheimnisvollen Dunkel der repräsentablen Kassenschränke ähnlich öde und leer aussieht, oder ob in diesem Falle die Spitzbuben Pech hatten, weil vielleicht kurz zuvor in dieser Gegend das Finanzamt einen„erschöpfenden" Besuch abgestattet und leergebrannte Kassen zurückgelassen hatte, das bleibe dahingestellt. Die teuerste Unterschritt Den Seinen gibt es der Herr im Schlaf, sagt das Sprichwort, und es braucht durchaus nicht immer ein Lotterielos zu sein, von dessen Gewinn der gierige Staat sich obendrein gleich seinen Anteil abknöpft. Eine gut bezahlte Unterschrift ist manchmal noch mehr wert als ein Lotteriehaupttreffer. Wir bergen in unseren Mauern einen beglückten Mitbürger, dem hat man dieser Tage für eine einzige Unterschrift volle 700000 Mark bezahlt. Dafür würde ich gern jeden Tag so viele Unterschriften mit sauberster Handschrift schreiben, wie man nur von mir wollte, ich würde sogar mit mir reden lassen und die Sache im Dutzend etwas billiger machen; aber ich weiß nicht, woran es liegt, mir will niemand 700000 Mark für meine Unterschrift bezahlen. Das war nun freilich eine ganz besondere Unterschrift, nämlich die notarielle Beurkundung unter den Vertrag, der die schmerzensreiche Umwandlung der unseligen Bewag in die neue Form der Berliner Kraft= und Lichtgesellschaft.=G. besiegelte. Dabei hat der Mann, der diese kostbare Unterschrift hergegeben hat, noch mit sich reden lassen; denn da der Wert des Objektes auf 800 Millionen zu beziffern war, so hätte er von rechtswegen 1 800000 Reichsmark für seine Unterschrift fordern können. Aber man weiß ja, die schlechten Zeiten, die allgemeine Geldknappheit, da muß sich eben jeder ein bißchen einschränken! Es läßt sich indessen nicht verheimlichen, daß der Glückliche, es ist ein ehemaliger republikanischer Reichsminister, dem das Glück und die Gunst seiner demokratischen Parteifreunde schon öfter hold waren, von seinen Notariatskollegen ganz ehrlich beneidet wird. Denn auch die Notare sind derzeit wahrlich nicht auf Rosen gebettet, und es ist menschlich, daß sich jeder nur einmal in seiner Praxis einen so nahrhaften Happen wünscht, wie er hier aus den städtischen Minusgeschäften abgefallen ist. Das verkehrsgefährlichste Verkehrsmittel Es hat immer Richter in Berlin gegeben, und es gibt noch Richter in Berlin; so sehr aus dem Herzen aller Bevölkerungskreise aber hat selten ein Gericht seine Sentenz gefällt, wie die Schöffen, die dieser Tage in einem Urteil klipp und klar verkündet haben, daß die Berliner Autobusse eine schwere Gefahr für den Verkehr sind. Daß ihr bestes Verkehrsmittel als verkehrsgefährlich richterlich verfehmt wird, das hat der Berliner Verkehrs=Gesellschaft zu ihren übrigen Sorgen noch gerade gefehlt! Diese Herren mit den bekannt hohen Versorgungsgehältern für Nichtfachleute trifft die Sache persönlich nicht. Denn sie werden schwerlich einmal in die Lage kommen, den Autobus oder die Elektrische selbst benutzen zu müssen. Seit einiger Zeit hat sich ein Neugieriger das Vergnügen gemacht, (Otäsident von Frankreick: Doumer nachzuzählen, wieviel Direktorenautos täglich vor dem Verwaltungspalast der B. V. G. vorfahren. Er ist auf eine Durchschnittsziffer von 23 gekommen. Da braucht man dem ärmeren Publikum die Plätze in den städtischen Verkehrsmitteln nicht wegzunehmen, und wenn er das bescheidene Gehalt des Genossen Brolat hätte, würde mancher andere auch gern auf die Benutzung des verkehrsfeindlichen Autobus verzichten, denke ich mir. „Frak Seppelin“ in Tempeckot Das Luftschiff„Graf Zeppelin“ hat am Mittwoch erstmalig eine Zwischenlandung im Flughafen BerlinTempelhof vorgenommen. Den Berlinern war somit Gelegenheit gegeben, den interessanten Landungs= und Startmanövern aus nächster Nähe beizuwohnen. Unser Bild zeigt„Graf Zeppelin“ im Berliner Flughafen Tempelhof. Die Kiaregisale Zuntung del Beueschenim Teerateg französische Präsidentschaftswahl in Versailles endete im zweiten Wahlgang mit dem Sieg des Senatspräsidenten Paul Doumer mit der überwältigenden Mehrheit von 504 Stimmen gegen den radikalsozialistischen Kandidaten Marraud, der nur 334 Stimmen auf sich vereinigte. Briand hatte nach dem Ergebnis des ersten Wahlganges verzichtet. Unser Bild zeigt den neugewähltn Präsidenten der Republik Paul Doumer(in der Mitte) der nach seiner erfolgten Wahl den Kongreßsaal verläßt. Neben ihm links Rabier, Senats=Vizepräsident, rechts Ministerpräsident Laval. Bierbankpolitiker trifft man nicht nur in Wirtshäusern. Alltagsstrategen gibt es überall, die sich berufen glauben, ein Urteil über die Leistungen der deutschen Heere und ihrer Führer während des Weltkrieges abgeben zu können, ohne auch nur die geringsten Bedingungen für solche Urteile zu erfüllen. Da ist es erfreulich, daß jetzt ein Berufener in einer Broschüre darangegangen ist, die Voraussetzungen zu skizzieren, die jede Kritik über militärtaktische Fragen erheischt. Adalbert von Boetticher, im Kriege Hauptmann im Großen Generalstab, hat im Verlag von I. Wiesecke Brandenburg=Havel, eine lesenswerte Schrift„Das Wesen um das Feldherrntum“ erscheinen lassen, an der niemand vorübergehen sollte, der sich mit militärwissenschaftlichen Fragen als Laie oder als Fachmann beschäftigt. Wir veröffentlichen nachstehend einen kurzen Auszug, der die allgemeinen Leistungen der deutschen strategischen Führung im Weltkrieg zu würdigen versucht. Eine objektive, wissenschaftliche Kritik wird feststellen müssen, daß die deutsche strategische Heerführung trotz mancher schwerer Fehler— als Ganzes betrachtet — doch auf einer recht beachtlichen Höhe gestanden hat, und zwar nicht nur im Vergleich mit der der anderen kriegführenden Heere. Beweis hierfür ist schon allein die Tatsache, daß sie es unter den denkbar schwierigsten operativen Verhältnissen vermocht hat, durch gewaltige Schläge den Einkreisungsring bis nahe an die Grenzen seiner Sprengung zu erweitern und bis zum Kriegsende den konzentrischen Angriff des übermächtigen Feindes weit in dessen eigenem Gebiete abzuwehren. Daß sie nicht darüber hinaus eine Vernichtung der feindlichen Hauptheere, die in der gegebenen Lage die Voraussetzung für eine siegreiche Kriegsentscheidung gewesen wäre, hat erreichen können, liegt einmal in der Reihe von Fehlern, die sie begangen hat, die zu vermeiden jedoch sehr viel schwieriger war, als es der Nichtfachmann und auch der strategische Theoretiker gemeinhin annehmen. Sie ganz zu vermeiden, hätte, glaube ich, wohl überhaupt nur einem Feldherrngenie allergrößten Formats gelingen können. Und ob selbst diesem in allen Fällen, ist noch die Frage. Auch Feldherrngenies, wie Friedrich der Große und Napoleon, haben eine Anzahl schwerer Fehler begangen, und zwar auch in Lagen, die im Vergleich zu denen des Weltkrieges erheblich einfacher waren. Daraus, daß unsere obersten Heerführer nicht die letzte Größe des Feldherrngenies, wie es als Geschenk der Vorsehung nur ganz selten einem Volke erwächst, gehabt haben, darf man nicht— wie es so häufig aus dem verhängnisvollen Halbverstehen heraus geschieht— den Schluß ziehen, daß sie in dem Ausmaß unzulänglich gewesen sind, welches eine Geringschätzung ihres strategischen Könnens oder einen Vorwurf wegen persönlichen Verschuldens rechtfertigen würde. Zwischen den Taten des Feldherrngenies und den hervorragenden Leistungen ausgezeichneter Strategen liegt noch eine erhebliche Spanne. Das Genie ist niemals ein zuverlässiger Maßstab für die Wertung der Leistungen anderer, weil es über das gewöhnliche Ausmaß herausgewachsen ist und in seinem Letzten von niemandem voll verstanden wird. Der hauptsächlichste Grund dafür, daß die deutsche strategische Führung ihre Aufgabe nicht bis zum Enderfolg erfüllt hat, liegt aber in dem Kräfteverhältnis, das sich dauernd zu Ungunsten der Mittelmächte verschob. Hätte Amerika nicht eingegriffen, so wären für vorhanden gewesen, eine günstige Kriegsentscheidung herbeizuführen, wenn auch vielleicht nicht durch einen vernichtenden Sieg, so doch als Remispartie. Auch das wäre schon in seinem Endergebnis in der Lage Deutschlands eine gewaltige Leistung gewesen, nicht unebenbürtig der in der Weltgeschichte als Großtat anerkannten Leistung Friedrichs des Großen, der den Siebenjährigen Krieg auch nur in dieser Form hat siegreich beendigen können. Man darf ohne Uebertreibung sagen, daß die Mehrzahl der deutschen Operationen im Weltkriege ein sehr hohes Maß strategischen Könnens zeigt. Einige von ihnen sind in der Genialität ihres Gedankens in der Kühnheit des Entschlusses und in der Meisterschaft ihrer Durchführung geradezu vollendet und den schönsten strategischen Großtaten der gesamten Kriegsgeschichte durchaus ebenbürtig. So die Schlacht bei Tannenberg, der rumänische Feldzug, die Winterschlacht in Masuren, der italienische Feldzug im Herbst 1917 und insbesondere die m. E. großartigste Operation des ganzen Weltkrieges— der Feldzug in Polen im Oktober und November 1914, der in der Schlachtenfolge um Lodz gipfelte. Die Kriegsgeschichte kennt wenige Operationen, die dieser an künstlerischer Schönheit des strategischen Gedankens vergleichbar wären. Keine auch nur annähernd gleichwertigen Leistungen hat im Weltkriege die strategische Führung irgendeines anderen Heeres vollbracht— auch nicht die des französischen, der der Ruhm der siegreichen Kriegsentscheidung zugefallen ist. Ihre Operationen erheben sich selbst in den Fällen, in denen sie zu einem weittragenden oder sogar entscheidenden Erfolg geführt haben, nicht sehr weit über den Durchschnitt guter strategischer Technik hinaus, keine von ihnen hat die Höhe wahrer strategischer Kunst erreicht, in keiner ist ein wirklich genialer schöpferischer Feldherrngedanke lebendig geworden. Jonntagnachmittag Kinder spielen auf der Gasse, Mädchen wandern Arm in Arm, Leuchtend blühn die Apfelbäume, Und die Sonne scheint so warm. Glocken wandern durch die Luft, Und es fliegt ein holder Reim Durch der Gärten Glanz und Duft Zitternd in mein Herz: Daheim! Ludwig Bäte. Seitéild Ein leidlich fröhlicher Mann saß am Kurfürstendamm an einem Kaffeehaus=Tisch im Freien. Man freute sich, einmal ein immerhin fröhliches Gesicht zu sehen. Da kam ein Bekannter dieses Mannes, auch recht heiter, und setzte sich zu ihm. Die Unterhaltung begann so: „Nun, wie geht das Geschäft?“—„Da müssen Sie meinen Nachfolger fragen, ich hab verkauft. Und wie gehts bei Ihnen?“—„Da können Sie nicht mal meinen Nachfolger fragen; denn der ist auch schon pleite.“ Zwei leidlich fröhliche Menschen des Jahres 1931! FE Wertshee Prosesser Begeners= Heidener un eidigen Eis Wie der Polarforscher Professor Wegener unterging— Er opfert sich für seine Kameraden Kälte bis 65 Grad— Wegeners Plan wird durchgeführt Wiederum hat die große, eiskalte Hand zugepackt da oben, wo ein Kranz von bekannten und unbekannten Gräbern zugleich die Wegspur menschlichen Entdeckermuts ist. Professor Wegener, der vor einem Jahre nach Grönland ausbrach und eine der bestausgerüstetsten Expeditionen aller Zeiten führte, kann nicht mehr gefunden werden. So behutsam man mit dem zarten Gewächs der Hoffnung in solchen Fällen umgehen soll, — auch bei Amundsen erhielt sie sich jahrelang— so bitter klein sind leider die Aussichten für alle Leute vom Bau, wenn man sich so ausdrücken darf. Seitdem man im Eis und Schnee Verschollene im Flugzeug suchen kann, sind ja die Chancen hundertmal größer, als früher, daß ein Verlorener, ein Hilfsbedürftiger, wirklich gefunden wird. Nun— Wegener ist mit aller Sorgfalt gesucht worden, mindestens so sorgfältig, als man seinerzeit den unseligen Nobile und seine Gruppe, das rote Zelt, suchte. Ueber Professor Wegener selbst und seine Bedeutung als Wissenschaftler ist kein Wort zu verlieren. Die berufene Forschung vergleicht ihn ohne Zögern mit Nansen, und das ist ein Vergleich, der nur ganz selten gemacht wird und zu allerhand verpflichtet. Mindestens so bedeutend erscheint hier vor allem Wegener der Mensch, wie er sich allmählich, was sein Verhalten bei seiner letzten Expedition anbetrifft, herausschält. Wegener hatte auf seiner mühseligen Tour durch das unerforschte grönländische Gletschergebiet wie jeder seiner Vorgänger Proviantstationen angelegt. Sie sind im vorigen Sommer angelegt worden, als der Vortrupp auszog, um für die Nachfolgenden die Wege zu ebnen. Wegener, der sich im Herbst an die Küste zurückbegeben hatte, um Apparate und Gerät abzuholen, wurde unterwegs von dem plötzlich einsetzenden Winter mit seinen gewaltigen Stürmen überrascht und binnen weniger Tage von allen grönländischen Begleitern verlassen. Nur ein einziger blieb bei ihm, der Eskimo Rasmus, mit dem Wegener langjährige Freundschaft verbindet der ihm immer durch dick und dünn gefolgt ist. Es ist erwiesen, daß Wegener bis zur Proviantstation III gelangte. Von dort aus verloren sich alle Spuren. Es erscheint nun gar nicht ausgeschlossen, daß Wegener, der ja ohne weiteres in einer der Stationen hätte überwintern können, dies absichtlich nicht getan hat, um die Nachfolgenden— eine Gruppe von drei Mann folgte seinen Spuren— nicht in Gefahr zu bringen. Anders als Scott, der wenige Meilen von seinem Depot entfernt, zugrunde ging, weil er es bedeutend weiter vermutete, ist also möglicherweise Wegener umgekommen, weil er es nicht über sich brachte, den Nachfolgenden die Lebensmittel wegzuzehren und dadurch das Schicksal der ganzen Expedition aufs Spiel zu setzen. Wenn sich diese Version bewahrheitet, dann wäre die Hervenreihe der Polarforschung um eine Tat bereichert, die nicht ihresgleichen hat. Wegener— Scott! Die Parallele drängt sich immer wieder auf. War es nicht Wegener, der nach Scott zum ersten Male wieder einen Versuch mit Motorschlitten auf dem ewigen Eis machte? Diese Motorschlitten waren für Scott bekanntlich eine große Enttäuschung, weil sie fast immer versagten und nur auf ganz ebener Oberfläche gut vorwärtskamen. Wegener hatte drei Propellerschlitten bei sich, die sich bei ihren Versuchsfahrten im vorigen Jahr äußerst bewährten und zu den schönsten Hoffnungen berechtigten. Es ist noch in guter Erinnerung, welche unendliche Mühe es kostete, um diese Schlitten über die Gletscher auf das Eisplateau zu bringen. Wegener hatte außerdem auch Ponvs bei sich, wie Scott seinerzeit. Sein Plan war. diese Ponys als Proviant zu benutzen, sobald das Ziel erreicht war Gleichviel, ob ihn eine Gletscherspalte verschluckt hat oder ob er einem der furchtbaren Stürme zum Opfer siel— ein großer Deutscher ist nicht mehr. Er war einer der letzten Forscher ganz großen Formats, die dutzende Male ihr Leben aufs Spiel setzten, wenn es eine Erkenntnis so erheischte. Wegeners Schlitten und Stier sehnden Von ihm selbst keine Spur Worldcopyright 1931 by„Akademia“ Berlin Copyright 1931 für U. S. A. by„New York Times“ Nachdruck, auch auszugsweise, verboten. Ein soeben eingetroffenes, ausführliches Funktelegramm der Hilfsexpedition, die vor wenigen Tagen drei der Vermißten, Dr. Loewe, Dr. Georgi und Dr. Sorge wohlbehalten aufgefunden hat, den Führer jedoch als endgültig verschollen melden mußte, berichtet jetzt Genaueres über die Erlebnisse der Wiedergefundenen und über die näheren Umstände, unter denen Wegener seine letzte Reise antrat. Station„Eismitte“, Grönland, 13. Mai 1931. „Am 30. Oktober trafen nach 40tägiger Reise Professor Wegener. Dr. Loewe und der Grönländer Rasmus mit drei Schlitten und zwanzig Hunden ohne Proviant in Station„Eismitte“ ein. Die letzte Schlittenlast mußte 10 Kilometer vor der Station deponiert werden. Das war der letzte Rest einer am 21. September mit 15 Schlitten und 2000 Kilogramm Last von der Weststation aufgebrochenen Kolonne. Die letzten drei grönländischen Begleiter kehrten bei 151 Kilometer Abstand vom Standquartier an der Westküste wegen fortdauernden überaus tiefen Neuschnees um. Die tägliche Marschleistung sank teilweise bis auf fünf Kilometer. Wegener, Loewe und Rasmus gingen trotz aller Schwierigkeiten weiter, um jedenfalls das bei 200 Kilometer Randabstand angelegte Depot mit Notproviant auszufüllen, da Wegener damit rechnete, daß Georgi und Sorge am 20. Oktober die Station„Eismitte“ mit Handschlitten verlassen würden, um zum Westen zurückzukehren.(Wegener hielt eine solche Handschlittenreise um diese Jahreszeit für äußerst gefährlich. Die Red.) Ab 180 Kilometer wurde die Schlittenbahn besser und am 24. Oktober waren 335 Kilometer zurückgelegt. Trotzdem die Kälte bis auf 54 Grad sank, marschierte Wegener weiter, um Dr. Sorge und Dr. Georgi auf alle Fälle zu treffen. Georgi und Sorge waren jedoch nicht am 20. Oktober abmarschiert, weil die mörderische Kälte und die schlechte Schlittenbahn sie zurückhielt. Außerdem hatten sie, nachdem sie bis dahin in einem Zelt gewohnt hatten, das für den Polarwinter nicht genügend Schutz gab, eine Firnhöhle gefunden, die ihnen gutes Winterquartier bot. Wegener und der Grönländer Rasmus befanden sich bei ihrem Eintreffen in„Eismitte" bei bester Gesundheit. Dr. Loewe waren bei der furchtbaren Kälte sämtliche Zehen erfroren. Nach eineinhalbtägiger Ruhe reisten Wegener und Rasmus mit zwei Schlitten, 17 Hunden und 135 Kilogramm Proviant für Menschen und Hunde wieder ab mit Richtung zur Weststation. Dr. Loewe blieb in der Station„Eismitte“ zurück, da der dortige Proviant bei einiger Streckung für drei Menschen bis Ende Mai ausreichte. Wegener beabsichtigte, täglich bis 20 Kilometer zu reisen. Sollten unterwegs Hunde eingehen, so wollte er einen Schlitten zurücklassen und mit den übrigen Hunden ein großes Gespann bilden. Wegener und Rasmus liefen bei der Abreise auf Skiern. Die Hilfsexpedition fand 255 Kilometer von der Weststation entfernt Wegeners Schlitten und bei 189 Kilometer Wegeners Skier im Schnee aufgestellt. Das ist das Letzte, was man von dem Forscher gesehen hat. Während der Zeit, da sich Wegener unterwegs befand, hat die Besatzung von„Eismitte“ mehrfach Temperaturen unter 50 Grad gemessen. Georgi und Sorge haben die Ueberwinterung gut überstanden, Dr. Loewe mußten sämtliche Fußzehen abgenommen werden, aber sonst wurde er unverletzt und gesund vorgefunden. Die Forscher heizten ihre Eishöhlenwohnung mit einem Petroleumosen und während draußen die Temperatur bis auf 65 Grad sank, hatten sie in ihrer Eisbehausung 10 bis 15 Grad Kälte. Infolge der ungeheuren Deckenbelastung durch Winterschnee, die auf 20 Tonnen geschätzt werden muß, senkte sich die Decke ihrer Höhlung langsam, aber stetig, im Monat sieben Zentimeter. Zeitweise bestand die Gefahr, daß ihre Wohnung zusammenstürzte. Das wissenschaftliche Programm wird fortgeführt. Dr. Georgi konnte vollständige Registrierungen von Luftdruck, Feuchtigkeit, Temperatur durchführen, und Strahlungsmessungen vornehmen. Zwölf Pilotballon= aufstiege bis zu dreizehn Kilometer Meereshöhe und zehn Fesselballonaufstiege bis 4500 Kilometer Meereshöhe wurden durchgeführt. Vom Oktober bis März waren allerdings aerologische Messungen unmöglich. Die Witterung war sehr unbeständig, es wechselten Kälteperioden vom Osten mit warmen Schneesturmperioden von Süd bis Südwesten, wobei die Windstärke teilweise bis auf 20 Sekundenmeter anstieg. Sorge baute in fünf Monaten einen Schacht bis fünfzehn Meter Tiefe und maß fortlaufend die Temperaturen und Firnschichten. Die Weiterführung der wissenschaftlichen Arbeit wird nach Wegeners Plan vor sich gehen. Georgi bleibt weiter allein in Station„Eismitte“, wo er sich seit August vorigen Jahres aufhält. Dr. Sorge übernimmt die Nachsuche nach Wegener. Georgl. 50 Segelboote gekentert Schwerer Gewittersturm auf dem Berlin, 15. Mai. Das erste schwere Gewitter, dieses Jahres, das gestern nachmittag über Berlin und seine Umgebung niedergegangen ist, hat überall beträchtlichen Schaden angerichtet. Besonders empfindlich wurden die zahlreichen Wassersportler, die im Paddel=, Ruder= oder Segelboot unterwegs waren, betroffen. Allein auf dem Müggelsee und den umliegenden Gewässern kenterten etwa 50 Segelboote. Die Rettungsstationen mußten ununterbrochen mit ihren beiden Motorbooten auf den vom Sturm gepeitschten See hinausfahren, um 60 Segler(darunter 32 Rennfahrer) vom Tode des Ertrinkens zu retten. 20 andere Personen, die hilflos auf dem Wasser trieben, wurden von Sportfahrern in Sicherheit gebracht. Ausflügler=Auto verunglückt Berlin, 15. Mai. In der in der Nähe der Beelitzer Heilstätten gelegenen Kolonie Fichtenwalde kippte gestern nachmittag ein Lastkraftwagen, der mit etwa 20 Ausflüglern aus Charlottenburg besetzt war, in einer Kurve um, und die Insassen stürzten auf die Straße. Zehn Personen wurden verletzt, drei davon so schwer, daß sie nach dem Krankenhaus gebracht werden mußten. 360 Schafe verbrannt Eschwege, 15. Mai. Auf der benachbarten Domäne Niederhohne brach am Mittwoch morgen in einem großen Schafstall ein Feuer aus, das sich mit rasender Geschwindigkeit ausbreitete und den Stall, in dem sich 360 Schafe befanden, vollkommen vernichtete. Infolge der großen Hitze konnten die im Stalle stehenden Tiere nicht mehr gerettet werden. Alles deutet darauf hin, daß es sich um Brandstiftung handelt. Mit dem Balton in die Tiefe gestürzt Mannheim, 15. Oktober. Gestern abend löste sich ein im fünften Stock eines Hauses nah dem Hof befindlicher Balkon, auf dem sich vier Personen befanden und stürzte in den Hof. Die 30 Jahre alte Ehefrau Knaus blieb schwer verletzt im Hofe liegen und starb auf dem Transport ins Krankenhaus. Ihr Ehemann stürzte mit den beiden anderen Personen auf den im vierten Stock befindlichen Balkon. Alle drei wurden schwer verletzt. Brand, der ein Flügelgebäude und einen großen Teit der Requisiten des erst im vorigen Sommer durch einen Erweiterungsbau erneuerten Staatstheaters vollständig vernichtete. Die Bühne und der Zuschauerraum konnten durch das Eingreifen sämtlicher Kownoer Feuerwehren und Hinzuziehung von Militärabteilungen gerettet werden. 20 Feuerwehrleute wurden verletzt. Der Schaden soll etwa eine halbe Million Mark betragen. England baut keine Luftschiffe mehr London, 15. Mai. Wie die„Evening News“ meldet, hat die englischRegierung beschlossen, von dem Bau neuer Luftschiffe sowie von Luftschiffahrtversuchen überhaupt endgültig Abstand zu nehmen. Der Beschluß, der offensichtlich auf die Befunde des Ausschusses zurückgeht, der mit der Untersuchung des Unglücks von„R 101“ beauftragt war, wird dieser Tage im Unterhaus mitgeteilt werden. Die Flucht des Fremdenlegionärs Als Araber verkleidet durch Frankreich Köln, 15. Mai. Ein jetzt 38 Jahre alter Mann aus Ludwigshafen hatte sich im Jahre 1919 wegen seiner Arbeitslosigkeit beim französischen Proviantamt in Ludwigshafen als Arbeiter einstellen lassen. Eines Abends saß der Mann mit einem französischen Soldaten in einer Wirtschaft, wurde betrunken und über Nacht auf französisches Gebiet gebracht, wo man ihm seine Einstellung in die französische Fremdenlegion mitteilte. Anscheinend hatte der Mann in seiner Trunkenheit eine Verpflichtung zur Aufnahme in die Fremdenlegion unterschrieben. Bei seinem Aufenthalt in Algier machte der Deutsche zwei Fluchtversuche, die ihm zwei bzw. fünf Jahre Gefängnis einbrachten. Er verbüßte diese Strafen und floh dann zum dritten Male. Diesmal glückte ihm die Flucht. Auf einem spanischen Dampfer gelangte er nach Spanien, von wo er zu Fuß als Araber verkleidet durch Frankreich und Luxemburg nach Deutschland wanderte. An der deutschen Grenze kam er am Dienstag ohne Papiere und Mittel an. Nach Prüfung seiner Angaben erhielt er vom Wohlfahrtsamt in Trier das Reisegeld, um zu seinen Eltern nach Ludwigshafen zu kommen. Auf der Wanderung durch Frankreich war er wiederholt in Gefahr, entdeckt zu werden, doch gelang es ihm im letzten Moment immer wieder, zu entkommen. Blutige Streikunruhen in Schweden Stockholm, 15. Mai. Zusammenhang mit einem Streik in den Sägewerken in Solleftea in der Provinz Norrland mußte zum Schutze der Arbeitswilligen Militär aufgeboten werden. Als dieses im Industrieort Kramfors, bei. Solleftea eintraf, wurde es von der Menge mit Stelg würfen empfangen, worauf die Truppen Rauchgasbomben in die Menge warfen. Mehrere Personen erlitten Brandverletzungen leichterer Natur. Nach einer heute nachmittag abgehaltenen Versammlung in Franö in der Nähe von Kramfors, bei der u. a. die Ausdehnung des Streiks auf die Sägewerke der ganzen Gegend ausgesprochen wurde, kam es zu schweren Zusammenstößen zwischen Militär und der ungefähr 7000 Personen betragenden Volksmenge. Schließlich gab das Militär scharfe Schüsse ab, durch die vier Personen, darunter eine Frau, getötet, mehrere verletzt wurden. Bilde in die Eröffnung des„Ostseejahres 1931“ Lübeck, 15. Mai. Im hiesigen Stadttheater fand heute vormittag die feierliche Eröffnung des„Ostseejahres 1931“ statt. Als Vertreter der Staatsregierung ergriff nach der Begrüßung durch Bürgermeister Loowigi Reichsverkehrsminister Gusrard das Wort, um die Grüße der Reichsund Staatsbehörden zu überbringen. Der Minister gedachte u. a. in Worten der Trauer des abgetretenen deutschen Landes an der Ostsee in der Nord= und Ostmark, insbesondere der Stadt Memel, der ältesten deutschen Siedlung am Rande der Ostsee, die in diesem Jahre' die Feier ihrer 700jährigen Zugehörigkeit zu Preußen und zum Deutschen Reich hätte begehen können. Der Minister erinnerte dann daran, daß es vor kurzem gelungen sei, gemeinsam mit Schweden einen Weg zu finden, um Rügen durch einen festen Eisenbahn= und Straßendamm mit dem Festlande zu verbinden. Wir hoffen meinte der Minister, durch diese Verbesserung Deutschland und die skandinavischen Länder erneut einander näherzubringen. Der Minister schloß mit einem Dank an Lübeck, seinen Senat und alle beteiligten Persönlichkeiten für die Förderung der Sache der Ostsee. Im Anschluß an die Ansprache des Ministers hielt Professor Dr. Erich Obst von der Technischen Hochschule Hannover einen interessanten Vortrag über die geopolitischen Grundzüge des Ostseegebietes. Unter einer einstürzenden Mauer begraben Eschwege, 15. Mai. Am Donnerstag nachmittag ereignete sich in einer Gartenwirtschaft ein schwerer Unglücksfall. Der städtische Techniker Streckhardt hatte mit seiner Frau und dem Malermeister Maurer an einem Tisch Platz genommen, als ein Teil der in unmittelbarer Nähe stehenden Stützenmauer, die den Garten gegen den ansteigenden Abhang schützen sollte, plötzlich einstürzte. Durch das Steingeröll und die nachfolgenden Erdmassen wurden die drei Personen verschüttet. Während Streckhardt nur noch als Leiche geborgen werden konnte, erlitten seine Ehefrau und der Malermeister so schwere innere und äußere Verletzungen, daß ihr Zustand sehr besorgniserregend ist. Großfeuer im Bremer Holzhafen Bremen, 15. Mai. Am Freitag mittag, gegen 12.15 Uhr, brach aus bisher noch nicht bekannter Ursache auf dem Gelände der Firma J. H. Bachmann, Speditions=, Lager= und Speicherbetriebe im Holzhafen ein Brand aus, der sich in kurzer Zeit zu einem Großfeuer auswuchs. Die Feuerwehr rückte von drei Wachen gleichzeitig mit fünf Rohren aus. Außerdem wurde der Brand, der in einem Raum für Getreidereinigung entstanden war, von der Wasserseite aus mit einem Dampflöschboot bekämpft. Den vereinigten Bemühungen der Wehren gelang es nach angestrengter Arbeit, ein weiteres Umsichgreifen den Flammen zu verhindern, so daß die in der Nähe gelegenen Oelfabriken, die anfangs bedroht schienen, bereits außer Gefahr sind. Nach zweistündiger Arbeit konnte das Feuer gelöscht werden. Verbrannt ist der Elevatorenturm, dagegen konnten die im Speicher gelagerten großen Mengen von Hafer, Roggen und Mais gerettet werden. Sie haben allerdings durch Wasser beträchtlichen Schaden erlitten. Die Entstehung des Brandes wird auf Heißlaufen einer Maschine zurückgeführt. Der Hauptbetrieb ist nicht gestört. Spiritusexplosion auf dem Markt Staßfurt, 15. Mai. Auf dem hiesigen Frühjahrsmarkt ereignete sich ein schweres Explosionsunglück. Die Ehefrau des Reisenden Hannemann aus Berlin füllte den bereits brennenden Spirituskocher neu auf. Dabei erplodierte der Kocher. Acht Personen, die sich an dem Stand aufhielten, wurden dabei verletzt und ins Krankenhaus übergeführt. Vier Personen konnten nach Anlegung von Notverbänden wieder entlassen werden, während die übrigen in bedenklichem Zustande darniederliegen. Brand in der litauischen Staatsoper Kowuo, 15. Mai. Am Donnerstag, gegen 14 Uhr, entstand aus noch nicht geklärter Ursache in einem Requisitenraum der litauischen Staatsoper während einer Theaterprobe ein Ueberfall marokkanischer Wegelagerer Paris, 15. Mai. Zwei europäische Unternehmer, die sich am Mittwoch in Begleitung eingeborener Arbeiter in zwei Lastautomobilen von Khenitra in Marokko nach Bujad begeben wollten, wurden im Atlas=Gebirge von marokkanischen Wegelagerern überfallen. Die beiden Wagen wurden von Kugeln vollkommen durchlöchert. Ein Eingeborener war getötet worden, zwei andere hatten sich schwer verletzt in ein nahes Dickicht schleppen können. Einer der Unternehmer wurde acht Kilometer von der Ueberfallstelle tot aufgefunden. Kerker für Junggesellen-Ehebrecher Teheran, 15. Mai. Nachdem erst vor kurzem in Persien ein Gesetzentwurf verabschiedet worden war, der für Junggesellen, die für die Ehelosigkeit keinen triftigen Grund nachweisen konnten, schwere Geldstrafen vorsah, hat sich die Regierung nun zu einer Verschärfung der AntiJunggesellen=Maßnahmen veranlaßt gesehen. Ein neuer Beschluß sieht für Junggesellen, die in intime Verhältnisse zu verheirateten Frauen treten, Kerkerstrafen in der Mindesthöhe von drei Jahren vor. *„Graf Zeppelin" wieder in Friedrichshafen. „Graf Zeppelin“ ist am Freitag um 4 Uhr von seiner Ostseefahrt zurückgekehrt und um.05 Uhr glatt gelandet. * Eine Deutsche auf der Strecke Rom—Neapel verunglückt. Ein Bahnwärter fand am Freitag früh auf der Strecke Rom—Neapel den Leichnam einer 28jährigen Deutschen, deren Ausweis auf den Namen Wilma von Kaan lautete. Sie hat auf der Station Itri wahrscheinlich die Wagentür vorzeitig geöffnet und ist dabei herausgestürzt. Nach dem„Messaggero“ wohnte die Verunglückte in einer Pension in der Via Salaria in Rom. # Das Erdbeben in Persten. Auch im Bezirk Zaugazur ereignete sich ein starkes Erdbeben. Zahlreiche Häuser wurden zerstört. Die gesamte Bevölkerung lagert. von Panik ergriffen. unter freiem Himmel. Dekoratlonen und alle zu Pfingsten notwendigen Dekorationaarbeiten eriedigt die seit 60 Jahren bestehende Fa. Leuls Schmiedeknecht Nur Wittener Str. 52/54 Seaa-Gitaungeit iur kautrenomen Zur Haustrinkkur: bel Verenlelben, ernelure, Eineia, Zucker 1930: 94.000. Badegäste Teosonolhlsere Badeschriften durch die Niederlage In Bochum: Hellquellenzentrale Carl Linden. Kronenstraße 35-37, Telephon 67151/62 und durch die Kurverwaltung Bad Wildungen s. Bellage zum Bochumer Anzeiger u. Gen. Anzeiger An Teidten der Janttel Was unsere schönheitsbeflissenen Damen heute bevorzugen erfüllten Räumen aufhält und wenn man zu viel Alkohol zu sich nimmt. Norma Shearer fügt dann hinzu:„Meine kosmetischen Mittel sind einfach und zum großen Teil selbst hergestellt. Die Creme, die ich zum Reinigen der Haut benutze, besteht aus einer Mischung von Rosenwasser, Wachs, Mandelöl und Walfischtran. Hiermit reibe ich Hals und Gesicht ein und entferne das überflüssige Fett hinterher mit einem weichen Tuch. Ehe ich mich in das Filmatelier begebe, um die Arbeit des Tages zu beginnen, wasche ich mein Gesicht in warmem Wasser und gebe ihm hinterher eine Eispackung oder auch nur eine Dusche mit kaltem Wasser, um die Poren der Haut zu schließen. Etwa zehn Minuten später reibe ich die Haut mit einer ätherischen Creme ein— man soll sich vor Cremes hüten, die Zinkweiß oder denaturierten Spiritus enthalten— und pudere mich leicht mit einem Puder, der zu meinem Teint paßt. Man muß bei der Anwendung kosmetischer Mittel sehr vorsichtig sein, da man sie höchstens ahnen, nicht aber sehen darf. Kein Mann liebt es, wenn der Teint einer Frau von einer Schicht Fettschminke oder Puder verdeckt ist. Ungeheuer selten verwende ich den Lippenstift. Wenn man gesund ist, braucht man ihn nicht, will man aber auf den Lippenstift nicht verzichten, so soll man stets einen sehr fetthaltigen wählen, da die Lippen sonst austrocknen und spröde werden. Viele Menschen fragen mich, wie ich es anfange, so blendend weiße Zähne zu haben. Ich muß darauf erwidern, daß ich meine Zähne immer mit gewöhnlicher Zahnkreide putze der etwas Kampfer zugesetzt ist; das schmeckt nicht besonders gut, ist aber in Verbindung mit einer ganz schwachen Lösung von übermangansauren Kali ausgezeichnet für Zähne und Waschen meines Haares benutze ich reine Seife und Wasser, dem etwas Zitronensaft zugesetzt ist, außerdem bürste ich mein Haar morgens und abends mindestens zehn Minuten lang,— und die weiche Fülle des Haares belohnt mich für diese Mühe Bewegung in frischer Luft und gute Körperhaltung tun ein übriges. Eine Broschüre, die mir zufällig in die Hand kommt, empfiehlt— man kann das nicht oft genug wiederholen— richtiges Atmen. Man soll bei gehobenem Kopf und eingezogenem Unterleib stets tief und voll ein= und ausatmen, auch soll man den Kopf beim Gehen nicht sinken lassen, sondern ihn so tragen, als müßte man einen Apfel darauf balanzieren. Diese Körperhaltung wirkt nicht nur auf die äußere Erscheinung vorteilhaft ein, sondern gibt auch seelisch Halt und Selbstbewußtsein. Eine Frau mit schlechter Körperhaltung kann nirgends einen guten Eindruck machen. Wir können das nicht oft genug sagen und hören. Wie schön ist ein leichter, freier Gang, wie schön, aber auch wie selten! So gern unsere jungen Mädchen rhythmische Gymnastik treiben, nehmen sie die gute Haltung doch nur sehr selten als Eigenschaft mit ins Leben hinaus. Und doch liegt wirkliche Schönheit oft weit mehr eben in der Körperhaltung als in der Schönheit und Regelmäßigkeit der Gesichtszüge. Liselotte Winkler. Der Ausguß Einige Winke von Hildegard G. Fritsch. Eine alte Regel besagt, daß die Küche der Hausfrau noch so blitzsauber sein kann— wenn der Ausguß nicht sauber und in Ordnung ist, dann sei sie keine ordentliche Hausfrau. Jede Regel hat zwar ihre Ausnahmen, aber etwas Wahres ist doch daran! Bekennen wir einmal ehrlich: Es ist doch ganz schön, wenn man zum Beispiel Wasser vom Reis abgießt und Nr. 113 38. Jahrgang Samstag, 16. Mai 1931 nur die Hand vorzuhalten braucht, anstatt ein Sieb zu nehmen, wenn man das Aufwisch= und Abwaschwasser mit den Resten vom Wischtuch, von der Waschgurke, mit Speiseresten und Haaren usw. nicht bis zum WC. zu tragen braucht, sondern es in den Küchenausguß gießen kann. Die Folge ist nach einiger Zeit schlechter Abfluß und Verstopfung. Der Klempner muß geholt werden oder es gibt Aerger mit dem Hauswirt und mit den eine Treppe tiefer wohnenden Mietern, vielleicht sogar unnötige Reparaturkosten. Eine wirklich gewissenhafte Hausfrau wirft keine Abfälle in den Ausguß und vor allem keine Speisereste. Die Eßteller können nach jeder Mahlzeit flüchtig über dem Mülleimer gesäubert werden. Einen verstopften Ausguß kann man oft selbst reparieren. Zu diesem Zweck hält man die Hand auf die Sieblöcher und läßt einen oder gar zwei Eimer Wasser in das Becken schütten, so, daß es recht voll ist. Nun hebt man einmal kurz die Hand, dann wieder und so fort, bis das Wasser abfließt. Dadurch wird bei jedem Heben der Hand das abgeflossene Wasser im Rohr bis zur ersten Biegung wieder emporgehoben und dabei die darin haftende, verstopfenden Reste ebenfalls, die durch das nachfließende Wasser mit fortgerissen werden. Gegebenenfalls wiederhole man diese„Reparatur“ mehrmals hintereinander. Aber auch der unsaubere Ausguß ist kein gutes Zeichen für die Hausfrau. An der Emaille haftender Rost, auch bei Steingutbecken, wird mit Salzsäure abgescheuert. Eimer stellt man, ebenfalls auch Töpfe, nicht in das Becken, da auf diese Art dasselbe ticht ern schädigt und unansehnlich wird. Für den Ausgußrand beschafft man sich einen Schlauch aus Gummi, schneidet ihn der Länge nach auf und legt ihn auf den Rand des Beckens, damit dieser sowohl wie die Töpfe nicht beschädigt werden. Sehr empfehlenswert ist ein Spülgestell, das auf den Rand gelegt wird. Zur Vermeidung von Verstopfungen kann auch ein feinmaschiges Drahtnetz in den Ausguß gelegt werden, so daß alle Abfälle absolut sicher zurückgehalten werden. bindung mit einer ganz schn Ioie stal ale Möderne Mauftisteren föll? Die peisontiale Kote “ eroziäs ist und dem Tnuuz der madernen Frau ent= die unter dem Ohrläppchen hervorkommt; überdies Li Kakakkleid aus korinthenfarbenem Samt mit apartem Knopfbesatz und garniertem Aermel. Samtkleid in der neuen dunklen Korallenfarbe mit Blendengarnitur und eingearbeitetem Westchen. Samtkleidchen in schlichter Form mit aufgearbeitetem Crspe de Chine=Tuch am runden Ausschnitt. Leichtes Samtkleidchen, gelber Grund mit orange= und dunkelrotem Muster, Jäckchen aus goldbraunem Seidensamt. Toilettengekeimnisse eines ZUmsterns An die Stelle der Märchenprinzessinnen sind die Filmschauspielerinnen getreten. Wir sehen sie in den fabelhaftesten Gewändern, sie bewegen sich in der prachtvollsten Umgebung, sie sind von wunderbarer, unfaßlicher Schönheit,— kein Wunder, daß alle Frauen gern wissen möchten: wie fangen diese Filmsterne es an so schön zu sein? Die ebenso hübsche wie berühmte Filmschauspielerin Norma Shearer tut der Frauenwelt den Gefallen, von den„Geheimnissen“ ihres Toilettenzimmers zu erzählen. Sie stellt zunächst den richtigen Satz auf: Die Gesundheit ist grundlegend für alle Schönheitspflege. Ein kranker Mensch kann nicht schön sein. Man kann keinen vollendeten Teint haben, wenn das Blut ungesund ist, und alle kosmetischen Mittel der Welt können darauf beruhende Schönheitsfehler der Haut nicht beseitigen, ebenso wenig wie es möglich ist, Runzeln an den Augen zu entfernen, die entstehen, wenn man nachts nicht genügend schläft, wenn man sich häufig in rauchZu jeder neuen Saison wird das Kapitel„Frisuren". sehr aktuell, denn man denkt daran, mit den neuen Sommerkleidern, wenn auch vielleicht keine ganz neue, doch zum mindesten eine geänderte Frisur zu wählen, weil die Frau von Geschmack sich daran gewöhnt hat, ihre Haartracht nicht als feststehende, einmalige Angelegenheit zu betrachten, sondern sie vollkommen den verschiedenen Schwankungen und Schwebungen der Mode anzupassen, so daß auch auf diesem Gebiete immer wieder interessante Neuheiten entstehen. Es ist natürlich nicht möglich, für die kommende Modefrisur bindende Richtlinien zu geben, da sie ja so sehr dem Geschmacke und den Eigentümlichkeiten der Frau, letzten Endes auch der Besonderheit ihrer Kopfform unterworfen ist, daß jede Norm in sich zusammenbrechen müßte und durchaus widersinnig wäre. Trotzdem gibt es einen sehr bedeutsamen und wesentlichen Unterschied, der bei der Wahl einer neuen Frisur niemals aus dem Auge verloren werden dürfte. Er besteht darin, daß zwischen den Frisuren der Blonden und der Brünetten erwiesenermaßen scharfe Kontrafte bestehen, was ja auch insofern verständlich ist, als die Blondine eine weiche, sanfte Haartracht braucht, während die Frisur der brünerren Frau in der Regel durchaus auf„Rassigkeit" gestellt sein muß, wenn sie eigenartig und kleidsam sein soll. Sehr erfreulich ist die Tatsache, daß die verschiedenen„Haarkünstler“ sich untereinander darüber einig geworden sind, die moderne Frau nicht wollen, einer bestimmten engumschriebenen Moderichtung zu folgen, sondern daß sie ganz im Gegenteil die individuelle Frisur betonen, so daß es eine Unzahl von Varianten geben wird, die alle in irgendeiner Weise auffallen, weil die Zeit der„belanglosen“ Haartracht glücklicherweise vorbei ist und auch die„uniformg,Podefrisur, die zeitweise eine wahre„Versklavung varstellte, ein für allemal abgeschafft zu sein scheint, da eine durchaus persönliche Rote an ihre Stelle getreten ist. Allem Anscheine nach bleibt das kurze Haar„Favorit“ und tritt nur mit der halblangen Frisur in engere Konkurrenz, die allerdings schon jetzt unzählige Anhängerinnen hat, da es sich erwies, daß man mit halblangem Haar die besten Möglichkeiten besitze, weil es einerseits eine entzückende Frisur für den Tag, andererseits aber auch mannigfaltige Möglichkeiten für den Abend sichert, so daß man vielleicht nicht fehlgeht, wenn man behauptet, daß halblanges Haar die Mode der nächsten Zukunft sei. In diesem Falle ist die Frisur mit einem kleinen, geschickten Handgriffe ganz grundlegend zu verändern, was natürlich für die moderne Frau, die in jeder Hinsicht und natürlich besonders auch in ihrer Aufmachung wandlungsfähig zu sein wünscht, einen außerordentlich wichtigen Behelf darstellt, wie ja auch das Wiederkommen des etwas nachwachsenden(wenn auch nicht ganz langen) Haares durch die weibliche Note der Mode rechtfertigt, wenn nicht geradezu bedingt erscheint. Wir haben die verschiedenen Frisuren der Uebersichtlichkeit wegen in solche für Blondinen und solche für Brünette eingeteilt:.„ So zeigen wir links oben zum Beispiel eine der markantesten und beliebtesten Frisuren, die immer gut kleidet und sowohl für den Tag als auch für den Abend in Frage kommt und überdies den Vorteil bietet, immer tadellos und gepflegt auszusehen. Es handelt sich hier um einen schlichten Kopf mit tiefen Wellen und eine Rolle im Nacken, die jugendlich und grazios ist und dem Typus der modernen Frau entspricht, weil diese Frisur sich schon auf den ersten Blick als Mittelding zwischen sportlichem Schick und damenhafter Eleganz darstellt.„wexiteg Saa, wirh Aber auch reicher gewelltes Haar wird von schönen Blondköpfen gerne getragen, doch sieht man dann natürlich von der Nackenrolle ab und läßt nur den Kopf in seiner tadellosen Wellung Entzückend ist auch für Blondinen eine ziemlich glatte Frisur mit linksseitigem Scheitel und kleiner„Frisetten=Partie“, die sich für die kommende Saison als große Mode durchzusetzen verspricht. Das halblange Haar wird dann überdies im Nacken zu kleinen Löckchen gedreht, die sich ausnehmen und blondes Haar vorzüglich zur Geltung bringen(unterstes Bild der linken Gruppe). Rassig und dennoch durchaus feminin ist der erste Kopf der rechten Gruppe; er bringt schlicht=zurückgestrichenes dunklesHaar ohrenfrei getragen, mit einer kleinen Welle, die unter dem Ohrläppchen hervorkommt; überdies Löckchen im Nacken, die aber zu einem sogenannten„Bandeau“ aufgekämmt sind. Diese Frisur dürfte als„russischer Kopf“ binnen kurzem einen Siegeszug sonGanz im Stile der kommenden Mode, die bekanntlich auf ältere Vorbilder gerne zurückgreift und sich an die Note der Schaffungen des vorigen Jahrhunderts anlehnt, ist der nächste Kopf dieser Gruppe(links unten) mit Scheitel, Frisetten und sogenannten„Cotelettes“, die in die Wange reichen, eine Haartracht, die vielleicht nicht mit einem Schlage populär zu werden vermag, sicherlich aber außerordentlich beachtenswert und vielversprechend ist und Brünetten eine ganz besonders eigenartige Mode105 Eine Frisur mit Mittelscheitel und weichen Wellen ist für den Tag und für den Abend gleich wirkungsvoll, weil sie das Gesicht immer vortrefflich umrahmt. Wir führen diese Art der neuen Haartracht als letzte Skizze vor Augen. Wer in Rheinland und Westfalen sute Möbel und Teppiche billig kaufen will, geht zu Gebruder Selteifrahf Essen, am Rathaus, K öln, Zeppelinhaus, DOrtmund, Reinoldihaus Wr Bochumer Anzeiger u. Gen. Anz. Unser Nr. 113 Samstag, den 16. Mai 1931 1 ggla Muni Vorsicht bei Zeugenaussagen Sagendleher In mehreren Prozessen der letzten Zeit hing von der Aussage jugendlicher Zeugen die Entscheidung über Schuld oder Unschuld des Angeklagten ab. Vor allem gilt dies für den Frenzel=Prozeß. In diesem Zusammenhang ist ein Versuch von hohem Interesse, den der Berliner Oberstudiendirektor Hildebrandt mit 30 Quartanern und 16 Sekundanern ohne deren Wissen unternahm. Sein Ergebnis ist ein einziger Protest gegen eine allzu kritiklose Bewertung von Zeugenaussagen Jugendlicher. Der bekannte Pädagoge inszenierte mit Hilfe von zwei Schülern und den Lehrern, die ins Vertrauen gegepen Wurten, Inen nicht ganz alltäglichen„Vorfall“. wit#tassen je ..„ Dibehauptet, er solle auch ein Stück Kreide holen. Es kommt zu einem Wortwechsel und plötzlich holt der zweite Schüler aus seiner Tasche einen sogenannten„Spritznuckel“ und bespritzt erst seinen Gegner und dann die Klasse. Es entsteht Lärm, der Lehrer tritt in die Klasse und verlangt nach einigem Hin und Her, daß die Schüler den Vorfall zur besseren Klärung in zusammenhängender Darstellung niederschreiben sollen. Das Ergebnis war verblüffend. 46 Schüler waren SET zogen wurden, einen nicht ganz alltäglichen„Vorfa Kurz vor dem Stundenbeginn tritt in zwei Klassen ein Schüler und verlangt ein Stück Kreide für den rektor. Ein zweiter Schüler kommt hinzu und behaup Zeugen und 46 verschiedene Lulstellungen wurden gegeben. In der Quarta gaben die meisten Schüler falsche Personalbeschreibungen ihrer streitenden Kollegen. Die Worte, die gefallen waren, wurden teils verändert, teils sogar in das Gegenteil verkehrt. Viele nahmen an, daß sie mit einem Schwamm bespritzt wurden. Der Wortwechsel und die Handgreiflichkeiten werden in ihrer Aufeinanderfolge verwechselt. Noch weit phantastischere Angaben machte jedoch die Obersekunda. Zwar sind hier die Personalbeschreibungen genauer, dafür mischt sich aber eine moralische Wertung und Beurteilung des Vorgefallenen in die Niederschriften ein, die über die Fülle der angewandten Phantasie staunen läßt. Von dem Lehrer, der vollkommen eingeweiht war, wird gesagt:„Er war so erstaunt, daß er nicht einmal eingreifen konnte.“„Er trat lächelnd ein.“„Er war verblüfft und unwillig.“ Von dem Angreifer wird behauptet:„Er wäre drei Schritte zurückgesprungen.“„Er hätte sich tückisch vorgebeugt.“„Er wäre in Boxerstellung übergegangen.“ Und so von jeder einzelnen Bewegung und Handlung immer neue Variationen in der Erinnerung! Erstaunlicherweise zeigte sich, daß gerade die Aelteren weit unzuverlässigere Angaben als die Kleinen machten. Bei den Sekundanern fälschte das stark persönliche Interesse und die überschwenglich arbeitende Phantasie den Sachverhalt so, daß zuletzt kaum noch eine Tatsache in dem wirklichen Zusammenhang blieb. Wenn man sich vorstellt, daß unter Umständen dieselben Schüler vor Gericht zu wichtigen Aussagen und Bekundungen gezwungen sind, wird man den Gerichtsvorsitzenden um sein Amt nicht beneiden. Das eine wird jedenfalls auch durch dieses pädagogische Experiment wieder klar: Zeugenaussagen Jugendlicher können niemals eine Verurteilung rechtfertigen. Bekundungen von Kindern sind und bleiben problematisch. Der Sturz in den Keller Haftpflicht des Gastwirts In der Gastwirtschaft K. in Dortmund verunglückte am 3. März 1929 ein Gast dadurch, daß er bei der Rückkehr von der Toilette versehentlich die dem Gastzimmer gegenüberliegende Kellertür öffnete und die unmittelbar hinter der Tür beginnende steile Kellertreppe hinabstürzte. Der Gastwirt K. wurde vom Oberlandesgericht Hamm zu zwei Dritteln für schadenersatzpflichtig erklärt. Zu einem Drittel wurde die Klage des Verletzten wegen eigenen Verschuldens abgewiesen; denn er habe nach Oeffnen der Kellertür nicht in das völlige Dunkel treten, sondern sich sagen müssen, daß er nicht den Gang zum Gastzimmer vor sich haben könne. Andererseits— so wird in der Begründung des Oberlandesgerichts ausgeführt— übernimmt der Gastwirt mit Aufnahme des Gastes die Verpflichtung für die verkehrssichere Beschaffenheit der Gasträume und er macht sich schadenersatzpflichtig, wenn dem Gast durch Außerachtlassung der Verkehrssorgfalt ein Schaden entsteht. Der Beklagte hatte den Kläger, der bereits in anderen Gastwirtschaften sieben Tulpen Bier und mehrere Wacholderschnäpse getrunken hatte, nach der Toilette begleitet und hätte seine Rückkunft abwarten oder die Kellertür irgendwie kenntlich machen müssen; denn diese konnte mit der Tür zum Gastzimmer leicht verwechselt werden. Der Gastwirt muß auch damit rechnen, daß Gäste angetrunken sind; selbst Angetrunkenheit des Klägers könnte den Beklagten also nicht entlasten.— Die von dem beklagten Gastwirt gegen dieses Urteil beim Reichsgericht eingelegte Revision ist ohne Erfolg geblieben und vom 9. Zivilsenat des höchsten Gerichtshofes als unbegründet zurückgewiesen worden.„Reichsgerichtsbriefe"(IX 407/30) Die Kraftwagenfahrt zum Pferderennen Anspruch des Gefälligkeitsfahrgastes aus Verschulden des Wageneigentümers. Der Kaufmann W. in Mannheim hatte am 22. Mai 1927 den Zigarrenfabrikanten A. mit seiner Frau zu einer Kraftwagenfahrt von Mannheim nach Haßloch zum Pferderennen eingeladen. W. steuerte seinen Kraftwagen selbst, verfehlte aber auf pfälzischem Gebiet den richtigen Weg. Er wollte deshalb von der Straße Ellerstadt—Erpolzheim(aus südlicher Richtung kommend) an der Kreuzung dieser Straße mit der Landstraße Dürkheim—Ludwigshafen in diese Straße nach Westen einbiegen, um nach dem westlich gelegenen Dürkheim zu fahren. Als er langsam in die Kreuzung hineinfuhr, wurde sein Wagen von dem aus Richtung Dürkheim kommenden Kraftwagen des Kaufmanns L. in der Mitte der linken Seite angefahren. Der Fahrgast., der im Anblick des herannahenden Unheils aus dem Wagen springen wollte, kam auf der Straße zu Fall und erlitt an beiden Beinen Knochenbrüche. Er nimmt den W. auf Schadenersatz und Schmerzensgeld in Anspruch, weil dieser den Unfall durch fahrlässiges Fahren verursacht habe. Im Gegensatz zum Landgericht Mannheim, das auf Abweisung der Klage erkannte, haben Oberlandesgericht Karlsruhe und Reichsgericht der Klage entsprochen. Aus den reichsgerichtlichen Entscheidungsgründen geht folgendes hervor: Das Oberlandesgericht erblickt ein schuldhaftes Verhalten des Beklagten im Sinne des für seine Haftung allein in Betracht kommenden§ 823 BGB. darin, daß er aus der Ellerstadter Straße weit in die Straßenkreuzung Dürkheim—Ludwigshafen hineinfuhr und ganz zum Hindernis wurde, obwohl er bei der langsamen Annäherung an die Straßenkreuzung erkannt hatte, daß die Landstraße Dürkheim—Ludwigshafen lebhaft befahren war. Fuhr demnach der Beklagte dem vorschriftsmäßig auf der rechtsseitigen Fahrbahn herankommenden, vorfahrtsberechtigten Kraftwagen des L. in den Weg, ohne mit Sicherheit annehmen zu können, daß er vor diesem die Kreuzung überqueren werde, so ist sein Verschulden im Sinne des§ 823 BGB. einwandfrei festgestellt. Ein Mitverschulden des Klägers wird nicht für erwiesen erachtet; selbst wenn Kläger bei dem bevorstehenden Zusammenstoß versucht haben sollte, aus dem Wagen zu springen, ist dieses Verhalten weder unvernünftig, geschweige denn schuldhaft. Ein stillschweigender Haftungsausschluß komme nicht in Frage, da der Kläger nicht auf den Vorteil der Mitfahrt bedacht gewesen sei, sondern sich nur widerwillig und erst auf Zureden zu der Mitfahrt entschlossen habe. die Behauptung, daß der Kläger von dem behaupteten allmählich in der Straßenkreuzung die Wendung gegen Zurufe des Beklagten„auf eigenes Risiko und Gefahr“ Dürkheim zu vollziehen begann, so daß er für jedes aus erfahren habe, ist der Beweis nicht erbracht. I. der Richtung Dürkheim rasch heranfahrende Fahrzeug!(VI 310/30). Darf man Forderungen Steitten ausbieten! Angehörige als stille veilhaber Von Das Kölner Schöffengericht sagt ja— Der Staatsanwalt sagt nein Eine gefährliche Entscheidung für böswillige Schuldner Der Justitiar eines Inkassobüros stand vor den Schöffen unter der Anklage, einen Schuldner„widerrechtlich durch die Bedrohung mit Vergehen der Beleidigung zu einer Handlung zu nötigen“, indem er eine dem Inkassobüro zur Einziehung übertragene Schuld in den Zeitungen öffentlich auszubieten drohte. Die Anklage erblickte die Nötigung des Inkassobüros darin, daß dem Schuldner ein Brief zuging, in dem es heißt: „Aeußerstenfalls werden wir die Forderung, wenn sie, wie im vorliegenden Falle, ausgeklagt ist, öffentlich meistbietend zu ihrer bessern Verwertung in der meistgelesensten dortigen Zeitung zum Kauf anbieten wozu wir nach einer Reichsgerichtsentscheidung befugt sind.“ Um dem Schuldner gleich einen Vorgeschmack dessen zu geben was ihn, falls er nicht zahle, erwarte, hatte das Inkassobüro gleich eine bereits veröffentlichte Zeitungsanzeige, die eine ähnliche Ausbietung einer Schuld enthielt, diesem Schreiben beigefügt. Die Anzeige hat folgenden Inhalt: „Für Rechnung Dritter bieten wir hiermit nachstehend verzeichnete ausgeklagte Forderung öffentlich zum Verkauf aus: (Folgt Name des Schuldners.) Aus dem rechtskräftigen Urteil des Amtsgerichts zu =stadt vom(folgt Datum) in Höhe von soundsoviel RM. (Gez.): Inkassogesellschaft N. N. Der Schuldner hatte den Brief des Angeklagten der Staatsanwaltschaft zur weitern Veranlassung übergeden, worauf Anklage wegen Nötigung erfolgte. ** Ss inzpielle Be Der Staatsanwalt maß dem Faue prinz#elle Bedeutung bei und erachtete das Druckmittel des Angeklagten für unerlaubte Nötigung. Er beantrage hierfür eine Sühne von 30 RM. Geldstrafe. Das Schöffengericht unter Vorsitz des Landgerichtsrats Zirkel sprach den Angeklagten unter folgender Begründung frei: Der Angeklagte der Bevollmächtigter und Justiziar nk ist, wird gemäß dem Eröffnungsim 8. Dezember 1930 in Köln den der Inkassobank beschluß beschuldigt, am Entschluß, den Schuldner widerrechtlich durch die Bedrohung mit dem Vergehen der Beleidigung zu einer Handlung zu nötigen, durch Handlung betätigt zu haben, welche einen Anfang der Ausführung des beabsichtigten, aber nicht zur Vollendung gekommenen Vergehens der Nötigung enthalten, indem er den Schuldner mit Schreiben vom 8. Dezember 1930 aufforderte, seine Schuld an die benachteiligte Firma zu zahlen, andernfalls er die Forderung in der Zeitung öffentlich ausbieten werde. Die Hauptverhandlung ergab auf Grund der Einlassung des Angeklagten auch diesen Sachverhalt. Der Angeklagte wäre wegen versuchter Nötigung gemäß Paragraphen 240, 43 StGB. zu bestrafen, wenn die angekündigte Handlung sich rechtlich als das Vergehen der Beleidigung darstellte.(Paragraph 185 StGB.) Die angedrohte Handlung stellt zwar allgemein eine Beleidigung dar, da die öffentliche Ausbietung der ausgeklagten Forderung die Anprangerung des namhaft gemachten Schuldners als kreditunwürdig einschließt. Vorliegend wird aber der angedrohten Bekanntmachung der Charakter der Beleidigung genommen und muß straflos bleiben, da nicht zu widerlegen ist, daß sie in Wahrung berechtigter Interessen vorgenommen werden sollte und das Vorhandensein einer Beleidigung weder aus der Form der Aeußerung noch aus den Umständen, unter denen sie geschah, hervorgeht (Paragraph 193 StGB.). Es ist das gute Recht des Gläubigers, seine ausgeklagte Forderung durch Verkauf zu verwerten, und es ist grundsätzlich nichts dagegen einzuwenden, daß er sie zu diesem Zweck öffentlich ausbietet. Allerdings ist der Verdacht nicht von der Hand zu weisen, daß die öffentliche Bekanntmachung geschieht, um den Schuldner zu diskreditieren. Das Gericht konnte sich aber nicht überzeugen, daß der Angeklagte notwendig dieses Ziel verfolgte. Die Möglichkeit, durch die Veröffentlichung einen Käufer der Forderung zu finden, ist nicht ausgeschlossen, Die angedrohte Nennung des Namens läßt auch nicht ohne weiteres darauf schließen, daß der Angeklagte den Schuldner lediglich herabsetzen wollte, da ohne Bekanntgabe des Schuldners der Verkaufswert der Forderung nicht bestimmbar ist(siehe Goltdammer Archiv, Band 57, S. 209). Der Angeklagte war daher freizusprechen, da die Voraussetzung des Paragraphen 240 StGB.(Bedrohung mit dem Vergehen der Beleidigung) nicht vorlag. Der Staatsanwalt hat gegen dieses Urteil Berufung eingelegt. Wiinderung des Wiletzise3 Ein beachtenswertes Urteil des Kammergerichts In einem Formular=Mietvertrag ist die(häufig vereinbarte) Klausel enthalten:„Falls an den Mieträumen Fehler entstehen, die deren vertragsmäßigen Gebrauch mindern, so ist, außer wenn dem Vermieter Arglist zur Last fällt, der Mieter nicht berechtigt, den Vertrag zu kündigen oder die Miete zu mindern oder Schadensersatz zu beanspruchen.“ Das preußische Kammergericht führt hierzu in dem Urteil vom 23. November 1929, 1726 6175/29, aus: In der Vorinstanz ist der Miet=Minderungsanspruch für ausgeschlossen erachtet worden. Ein solcher steht dem Mieter kraft Gesetzes—§ 5337 BGB.— zu, wenn die Mietsache zur Zeit der Ueberlassung mit einem Fehler behaftet ist, der ihre Tauglichkeit zum vertragsmäßigen Gebrauch mindert oder wenn im Laufe der Miete ein solcher Fehler entsteht. Der Mieter ist für die Zeit, während derer die Tauglichkeit gemindert ist, nur zur Entrichtung eines entsprechend geminderten Mietzinses verpflichtet. Vorbehaltlose Zahlung des Mietzinses trotz Kenntnis des vorhandenen Fehlers ist aber regelmäßig als Verzicht auf die Geltendmachung des Minderungsanspruches anzusehen. Das Kammergericht ist im Prinzip anderer Ansicht als das Landgericht: Es kann schon zweifelhaft sein ob die Klausel nicht eine derartige völlige Rechtloestellung des Mieters wegen Fehler der Mietsache bedeutet, daß man sie unter dem Gesichtspunkte übermäßiger Ausnutzung der Lage des wirtschaftlich Schwächeren(nämlich des Mieters) als sittenwidrig und daher als nichtig anzusehen hat. Unter allen Umständen würde aber dem Vermieter„Arglist“ zur Last fallen— so daß der Minderungsanspruch ohne Rücksicht auf die Rechtswirksamkeit der Klausel besteht— wenn er, obgleich der Mieter einen Mangel der Mieträume rügt, vorsätzlich die Beseitigung dieses Mangels entweder unterläßt oder gar ausdrücklich ablehnt. Eine derartige vorsätzliche Handlung steht— wenn nicht die Vertragsklausel als„Knebelung" des Mieters überhaupt sittenwidrig ist— dem Begriffe„Arglist“ der Vertragsklausel nach Ansicht des Kammergerichtes gleich, dies schon unter Berücksichtigung des Grundsatzes, daß alle den Mieter drückenden Formularmietbestimmungen schonend auszulegen sind. Die beklagten Mieter, die Minderung der Miete vorgenommen hatten, brachten nun vor, daß sie den Kläger wiederholt zur Abstellung der Mängel aufgefordert hätten. Somit wäre an sich der Minderungseinwand des Mieters schlüssig, d. h. begründet. Im vorliegenden Falle scheitert er aber an der Bestimmung des§ 539 BGB.(Kennt der Mieter bei Vertragsabschluß den Mangel, so steht ihm das Minderungsrecht nicht zu). Die Beklagten haben nämlich trotz Ablauf der ursprünglich im Vertrag vorgesehenen Mietzeit(31. März 1926) das Vertrags= verhältnis wiederholt stillschweigend verlängert, da sie es nicht aufgekündigt haben, obwohl ihnen inzwischen der Mangel bekannt geworden war. Diese Vertrügsverlängerung steht aber dem Abschluß eines neuen Mietvertrages unter den bisherigen Vertragsbedingungen gleich, so daß sich die beklagten Mieter so behandeln lassen müssen, wie ein Mieter, der bei Abschluß des Vertrages den Mangel der Mietsache kennt(Kommentar der Reichsgerichtsräte zu s 539 BGB. Anmerkung 3, Sörgel BGB., Anmerkung 3 zu s 539). Der Einwand der Beklagten, sie hätten sich jedesmal bei der Verlängerung des Mietsvertrages ihr Minderungsrecht wegen der Mängel vorbehalten, ist als einseitiger Vorbehalt ebenso rechtsunerheblich wie es ein solcher beim Abschluß des Mietsvertrages(in Kenntnis des Mangels) gewesen wäre.— Man sieht also: Trotzdem an sich der Minderungsanspruch unbeschadet der Ausschlußklausel zu bejahen ist, kann er deswegen nicht geltend gemacht werden, weil eben das„Kennen" des Mangels(§ 539) hindernd entgegenstand und der einseitige Vorbehalt rechtlich unbeachtlich ist. Das Urteil, dessen grundsätzliche Bedeutung auf der Hand liegt, ist somit praktisch höchst bedeutsam. Dr. v. Hoffer. Steuersyndikus Dr. Fritz Johannes Vogt(Apolda). Manchmal will es jemand ganz schlau machen und es gibt einen Reinfall. Immer muß die Gesamtheit aller Steuerlasten beachtet werden! Wer also etwas gehört hat, was zur Minderung der Steuerlasten führen soll, der prüfe erst sorgfältig nach allen Richtungen, wie sich diese Maßnahme auswirkt! Beispiel: Jemand stellt seine beiden Schwiegersöhne, die im Geschäft mitarbeiten, als stille Teilhaber an. Vorschriftsmäßig führt er von den Zahlungen an die stillen Teilhaber den Steuerabzug vom Kapital= ertrag ab, also volle 10 Prozent. Von 3000 RM. führt er 300 RM. Steuer ab. Die Schwiegersöhne geben Steuererklärungen ab, weil sie ja unter Berücksichtigung der Familienermäßigungen nur 150 RM. Einkommensteuer zu zahlen haben. Sie wollten je 150 RM wieder heraus haben. Aber es kommt kein Bescheid. Was nun? Nach§ 89 des Einkommensteuergesetzes erfolgt keine Veranlagung bei Einkünften, die dem Steuerabzug vom Kapitalertrag unterlegen haben, wenn das Einkommen 8000 RM. nicht übersteigt. Es ist also richtig, wenn das Finanzamt trotz der Erklärung eine Veranlagung nicht vorgenommen hat. So bleibt noch die Erstattung. Nach§ 94 des Einkommensteuergesetzes wird der Steuerabzug vom Kapitalertrag nur erstattet, wenn das gesamte Einkommen des Pflichtigen 1300 RM. nicht überstiegen hat. Demnach kommt für diesen Fall auch eine Erstattung nicht in Frage. Es ist klar, daß sich hiernach die Schwiegersöhne schlechter stehen, als wenn sie etwa Arbeitslohn bezogen hätten. Der steuerfreie Teil ist nicht berücksichtigt und auch die Familienermäßigungen fallen unter den Tisch. Es sind also hiernach pro Kopf 150 RM. Einkommensteuer mehr bezahlt, als etwa beim Steuerabzug vom Arbeitslohn zu zahlen gewesen wäre. Was ist zu tun? Wäre außer dem Gewinnanteil noch Arbeitslohn ausgezahlt, so wären der steuerfreie Teil und die allgemeinen Ermäßigungen beim Steuerabzug vom Arbeitslohn zu berücksichtigen. Zu prüfen wäre auch noch, ob bei einer Nachprüfung des Finanzamtes der Abzug für diestillen Teilhaber überhaupt anerkannt werden wird. Zweifellos ist es ungewöhnlich, daß ein stiller Teilhaber im Geschäft mit tätig ist und keinerlei Vergütung für die Tätigkeit erhält, sondern nur Gewinnanteil. Der Pflichtige riskiert bei der jetzigen Regelung also auch noch, daß die bisher abgezogenen Gewinnanteile bei ihm nachversteuert werden, also nicht als Betriebsausgabe anerkannt werden! Max und Moritz neuester Streich Es ist klar, daß Max und Moritz inzwischen älter geworden sind und nicht mehr mit Maikäfern, Hühnern und Tabakspfeifen, sondern mit Autos ihren Allotria treiben. Sie sind heute zwanzig Jahre alt. Sonst aber haben sie sich nicht verändert. Sie sind bekanntlich am gleichen Tage, im gleichen Ort geboren, und sind kürzlich auch im gleichen Augenblick ins Gefängnis gesteckt worden. Max ist noch immer der schwarze, der schwerfälligere von beiden, Moritz der blonde und fixere. Moritz hatte diesen letzten Streich auch wieder ausgeheckt. Als sie so selbander durch die Gegend der Kohlenpütts zogen, schienen ihnen unsere Gefilde grauslich und sie wünschten sich nach Hamburg an die Waterkant. Wenn man Lust und Zeit, aber kein Geld hat eine Reise zu tun, kann man zwar nicht mit der Eisenbahn oder mit dem Flugzeug, wohl aber mit dem Auto fahren. Und so bestiegen die Beiden eines Abends in der Dämmerung einen Opelwagen, der gerade vor ihrer Nase auf der Straße stand, und sausten— Moritz am Steuer— gen Norden. Moritz ist nämlich einmal kurze Zeit in einer Autoreparaturwerkstatt gewesen. Wohlbehalten, aber müde, kamen sie in„Altona bei Hamburg an und streckten sich auf dem Lederpolster des Wagens zum Schlaf. Als sie wack wurden, fühlten sie sich am Kanthaken gepackt und auf die nächste Wache geschleppt. Und nun machten sie noch einmal die Reise Hamburg— Dortmund ganz umsonst, und zwar auf Staatskosten. Und standen so genau wie im Bilderbuch von Wilhelm Busch halbschräg nebeneinander mit den untugendhaften Händen auf dem Rücken. Max bedröppelt, Moritz wie immer ein wenig spitzbübisch. Den Wagen hat der Besitzer wieder, aber die Spritztour der Beiden hat ihn 380 Reichsmark gekostet. Der Staatsanwalt, sonst ganz humorlos, hatte ein Einsehen und verlangte für sie nur eine Strafe von zwei Monaten Gefängnis und Anrechnung der Untersuchungshaft, so daß sie in wenigen Tagen wieder heraus aus dem Loch kamen. Ob die Standpanke des vorsitzenden Richters mehr nützt, als die Kur des Bäckers und Müllers? In wenigen Tagen— das Urteil lautet so wie der Antrag des Staatsanwaltes— waren sie also wieder frei und hoffentlich kuriert von neuen Streichen! H. L. Reinhard. Die zugge Fran, diees nie versäumt, bei Ihrem Kaufmann eine Flasche Vitamin-Kraftbor mitzunehmen. in Kraftb orn Dortmunder Ritterbrauerel.-G. Vertr.: Killan Schrelber, Bochum, Bülowstr. 24. f. 69050 M. Wrede, Bochum-Weitmar, Karl Friedrichstr. 22, f. 66884 8) Ohne aufz nach der schm „Du bist wird.“ Ottok Tränen.„W machen. Und sie.. auf 2 ist an mir unstand, daß ein Felsen— ihr! Helmar dischen Liebe stöhnte laut. „Was ich „Und miß nie ein Weib die Schuld. Noch einn Buchfinks Ab tönte.„Danr „Danke!" un geknickten Ha übrig vom„ Iwar We lackierten Sti Lehne. Letzt den chinesisch Die Nach scherten die Möwe hatte sie noch in herausgebetei Der war Ihrem Gatt hatte er gesa wir bisher vor jeder se Leiden ist lischem und kulose.“ Die ganz gewichen, ho Lungenflüge schweißnasser Jetzt in Stimme zu böse 2; „Nein,5 böse zu sein „Doch, n undankbar. sprüche stell du, Möwe, „Wo den „Ja, jetz daß du mit ältest u. größ 6. Beilage zum Bochumer Anzeiger und General Anzeiger Samstag, 16. Mai 1931 Mia Munier- Wroblewska ogt(Apolda). au machen und die Gesamtheit Fer also etwas verlasten führen en Richtungen, den Schwiegerstille Teilhaber Zahlungen an vom Kapital= 3000 RM. führt egersöhne geben er Berücksichti150 RM. Einten je 150 RM kein Bescheid. zes erfolgt keine steuerabzug vom das Einkommen o richtig, wenn ie Veranlagung § 94 des Einbzug vom Kapinie Einkommen legen hat. DemErstattung nicht Schwiegersöhne Arbeitslohn becht berücksichtigt illen unter den 150 RM. Einm Steuerabzug dem Gewinnären der steuerßigungen beim sichtigen. einer Nachprür diestillen nnt werden daß ein stiller keinerlei Vernur Gewinntzigen Regelung jenen Gewinnalso nicht als Streich Reinhard. 190 Frau, eversäumt, em Kaufine Flasche Kraftbo hmen. en rei.-G. tr. 24, f. 69050 str. 22, f. 66884 Eine Frau zwischen HtIeld undEiebe Umschläge machen müssen. Aber ich habe Annettchen beurlaubt, weil ihre Schwester Geburtstag hat. Also Tause der achtgehen kann wenn 8) e in Altona bei Lederpolster des wurden, fühlten ie nächste Wache inmal die Reise , u n d z w a r a u f se im Bilderbuch nander mit den cken. Max bespitzbübisch. Den e Spritztour der et. vorlos hatte ein ine Strafe von Ohne aufzublicken, streckte Iwar seine breite Hand nach der schmalen des Bruders hin. „Du bist schon ein Kerl den man nicht vergessen wird.“ Ottokar sprach die Worte dumpf, zerpreßt von Tränen.„Wer du bist, das werde ich Mama klarmachen. Und dann noch eins: hab du ein Auge auf sie auf Möwe! Du mußt ihr helfen, Iwar: Das ist an mir verkommenem Kerl das letzte Restchen Anstand, daß ich ihr das Beste wünsche. Du bist wie ein Felsen— du kennst die Dämonen nicht. Hilf du ihr! Helmar wird sie weiterquälen mit seiner hündischen Liebe und seinen Launen.“ Er stöhnte jetzt, stöhnte laut. „Was ich kann, will ich für sie tun.“ „Und mißachte sie nicht! Sie hat sich gewehrt, wie nie ein Weib sich vor mir wehrte. Ich allein trage die Schuld. Hörst du, Iwar?“ Noch einmal ward eine kleine Stille, in der des Buchfinks Abendruf beruhigter, doch voll Lebensfreude tönte. Dann sagte Ottokar nur noch das Wort: „Danke!“ und ging. In seinem schlaffen Gesicht, der geknickten Haltung nud den leeren Augen war nichts übrig vom„schönen Ottokar"..„ 66 Iwar Wendebeck sall allein, ritttings auf dem gelolackierten Stuhl, den Kopf auf seinen Armen über der Lehne. Letzter roter Schein wich von der Wand mit den chinesischen Buchstaben. Die Nacht ging in den Morgen. Im Park. zwitnzwischen älter altafern, HühAutos ihren sig Jahre alt. ert. Sie sind 1 Ort geboren, mblick ins Geimmer der „ Moritz der letzten Streich inder durch die ihnen unsere nach Hamburg ind Zeit, aber ian zwar nicht 2ug, wohl aber en die Beiden n Opelwagen, aße stand, und orden. Moritz Autoreparaturscherten die ersten Vögel aus Traum und Schlaf. Möwe hatte kein Auge zugetan. Spät abends hatte sie noch in die Stadt geschickt und den Sanitätsrat berausgebeten....wesen Ech. Jnn:.; Der war recht besorgi gewesen.„Ich kenne bei Ihrem Gatten dies jähe Ansteigen der Temperatur“, hatte er gesagt.„Aber bis nah an vierzig Grad sind wir bisher nie gekommen. Sie müssen trachten, ihn vor jeder seelischen Erregung zu hüten. Bei keinem Leiden ist der Zusammenhang so eng zwischen seelischem und körperlichem Befinden wie bei der Tuber kulose.“ Die ganze Nacht war Möwe nicht von seinem Bett gewichen hatte die kalten Umschläge auf dem linken Lungenflügel ständig erneuert und seine schweißnassen Hände in den ihren gehalten. Jetzt in der heißen Morgenfrühe drang seine Stimme zu ihr:„Geliebte Möwe! Bist du mir noch böse?“ „Nein, Helmar, ich habe gar keine Ursache, dir „Doch, mein Liebstes! Ich war anspruchsvoll, war undankbar. Wer bin ich denn, daß ich an dich Ansprüche stellen darf? Ich bin ein Gerümpel. Und du, Möwe, bist das Leben selber. Verlasse mich nicht!“ „Wo denkst du hin, Helmar? Ich bin ja da.“ „Ja, jetzt bist du da. Aber ich habe immer Angst, daß du mich verlassen könntest.“ „Ich habe dir versprochen, immer gut zu dir zu sein und dich zu pflegen, wenn du krank bist.“ Er drückte wot, sein Gesicht.“ saß regupengen Er drückte matt ihre Hand. Sie saß regu Deutlicher hob sich sein Gestch, aus dem fließener Grauweiß der steigenden Helle, und es war erschreckend verfallen in der einen Nacht. Der Sanitätsrat wurde am Sonntag vormittag während seiner Sprechstunde von Iwar angerufen, er möchte bitte sofort in die Villa Wendebeck kommen. Frau Konsul sei erkrankt.„.., der#., Was ist denn bei Wendebecks tos? oachte der alle Herr auf der Fahrt in die Kurhausstraße. Gestern der Helmar in Silberweiden— heute die Gnädige Ein Dienstmädchen öffnete ihm.„Ach Gott“ schwatzte sie los,„das ist gekommen wie ein Blitz! Frau Konsul wollte zur Kirche gehn wie alle Sonntage, da kam Herr Ottokar aus seinem Zimmer. Ich hörte, wie sie beide in Frau Konsuls Zimmer gingen. Und dann so um halb elf ging Herr Ottokar fort in die Stadt. Ein paar Minuten später schellte Frau Konsul, und wie ich hereinlaufe, finde ich sie auf dem ganz blauweiß im Gesicht, und sie kann nur sagen: „Nach dem Sanitätsrat schicken!“ Ich rannte in Fräulein Muschis Zimmer, denn der Herr Konsul i ausgefahren, aber Fräulein Muschi war grad mit Doktor van Teeren ans Meer gegangen. Und nun ich hinauf zur jungen gnädigen Frau oben— aber die lag noch im Bett und trank ihre Schokolade.. „Na ja, das alles brauche ich nicht so genau zu wissen,“ dammte der Sanitätsrat den Redestrom. Iwar Wendebeck kam jetzt aus seiner Mutter Zimmer und führte den alten Hausarzt zu der Erkrankten. Der Sanitätsrat stellte einen schweren Herzanfall fest, machte eine Einspritzung und verordnete völlige Ruhe.„Haben Sie sich irgendwie erregt, gnädige Frau?“ fragte er beim Verabschieden vorsichtig. Frau Selma verneinte kühl und matt. Im Flur sagte der Sanitätsrat, gleichsam entschuldigend, zu Iwar:„Ich hätte die Frage nicht gestellt, wenn ich nicht gestern zu ihrem Bruder nach Silberweiden gebeten worden wäre.“ „Wie fanden Sie ihn?".„.i„.. 65, „Er gefiel mir nicht. Ich win gleich wieder hinausfahren. Matter 94 „Und der Zustand meiner Mulker“ „Das Herz hat ein wenig gestreikt. Wir wollen sie nach Nauheim schicken. Auf Wiedersehen, Herr Am Nachmittag setzte sich Jwar ins Auto und fuhr nach Silberweiden. Möwe kam ihm auf der Treppe entgegen. Ganz sachlich erstattete sie Bericht. Die Temperatur sei gefallen. Helmar schlafe nun. „Hast du die ganze Nacht gewacht? Dann solltest auch du jetzt schlafenn ist niemand im Hause, der achigeven kann, nrn Helmar ruft. Ich selbst schlafe so fest, daß ich nicht hören würde. M6ng.“ ∆m Jannst Bic „Ich bleibe bis zum abeno hier. Du kannst dich auf mich verlassen." Sie sah ihn an mit dunter umschatteten Augen. Das weiß ich.“. 46— M Ein stilles Vertrauen war in iyren Worten und machte sein Herz warm.„Morgen kommst du natürlich nicht ins Büro!“ bestimmte er.„Und ich werde Tante Gisela bitten, herauszukommen, damit du morgen am Tage ruhen kannst.„ Möwe holte eine Decke und legte sich im Speisezimmer auf den Diwan. Iwar saß im Flur, die Zeitung in der Hand, aber er vermochte nicht zu lesen. Er hatte die beiden offenen Türen vor sich die eine ins verdunkelte Schlafzimmer, wo er Helmar bisweilen in unruhigem Fieberschlaf stöhnen hörte; die andere ins helle Speisezimmer, wo Möwe in tiefer Regungslosigkeit schlief, wie nur gesunde Jugend nach schweren Erschütterungen übermüdet schläft und neue Kraft sammelt. Juchtenh hunt:& henbes, sich Iwar sah, wie die leuchtenv vunke Seidenbece sich über Möwes atmender Brust hob und senkte, sah ein wenig von ihrem roggenhellen, üppigen Haar, und zu ihm kam eine wundersame Ruhe von der schlafenden Frau. Das Gestrige zerstob wie böser Spuk; er fühlte ein dunkles Verstehen und Verzeihen für Ottokar ein zärtliches Begreifen und leises Beneiden Helmar gegenüber. Und plötzlich wußte er, daß er Ottokar nicht über den Ozean schickte um seiner selbst und der Ehre des Namens Wendebeck willen, daß er es tat wegen der Frau des Bruders. Was galt Ottokar, galt der Herzanfall der Mutter? Möwe war wichtiger— sie mußte gerettet werden! Ganz still saß er und aufrecht, den prüfenden, nachdenklichen Blick fest auf die schlummernde Frau gerichtet. Die nächsten Tage blieb Möwe bei ihrem Mann, der den Fieberanfall schneller überwand, als der Sanitätsrat befürchtete. Von Ottokar kam ein Brief mit der Mitteilung, daß er verreise und sich nicht mehr persönlich in Silberweiden verabschieden könne. Tante Gisela las diesen Brief Helmar vor und wunderte sich einigermaßen. Als Möwe hernach das kurze Schreiben überflog, wurde sie graublaß und starrte eine Weile mit leeren Augen in den Park, über dessen Baumkronen ein Windstoß lief, nahelos Gewitter kündend. Spät abends, als das alte Fräulein in ihre Wohnung zurückgekehrt war, kam Ottokar zu ihr. „Ich will mich verabschieden, Tante Gisa. Er stand im kleinen Vorzimmer zwischen den beiden alten Geschwistern Wendebeck.„Euch mache ich die Komödie nicht vor. Ich reise nicht nur, wie ich an Helmar schrieb, nach Hamburg, sondern von dort weiter nach Australien. Und ich komme nicht wieder Es ist am besten so— da hat Iwar schon recht. Dort komme ich wieder hoch, oder ich gehe unter.“ „Es gibt auch ein Drittes“ lagte Lothar Wendebeck matt.„Man wurstelt sich ein ganzes Leben so Ottokars übernächtiges Gesicht ward hochmütig. „Solch einen Mittelweg kann es für mich nicht geben: „Lieber Junge, lieber Junge!" stammelte Tante war das alles unfaßlich! Selmas schöner, stolzer Junge wurde abgeschoben nach drüben in eine andere Welt, würde in der Heimat nicht mehr mitIm strömenden Gwitterregen sah sie Ottokars elegante Gestalt an der Ecke beim Bäckerladen verschwinden. Tags darauf ging sie ins Hafenviertel, um der alten Schnorren einen Korb Stachelbeeren zu bringen, und traf unvermutet in der kleinen Gasse ihren Bruder Gerhard. In seiner Haltung war etwas Scheues. „Na, Gisa, was sagst du dazu? Heute früh ist er fort. Iwar und ich haben ihn aufs Schiff begleitet. Selma ist nicht mitgekommen— das ist ihr ans Leben gegangen. Nächste Woche soll sie nach Nauheim; sie nimmt Fea mit. Wird wieder ein Stück Geld kosten Iwar hat das bare Geld beschafft, das für Ottokars Ueberfahrt und Anfang drüben nötig war. Daran werden wir tragen müssen— aber es ging nicht anders!“ Ein grimmiges Lachen schüttelte seine hochgezogenen Schultern.„Wer mir das gesagt hätte vor zehn Jahren!“ Und in seiner inneren dumpfen Not schloß er höhnisch:„Du wolltest ja neulich für Ottokar beten. Fabelhafte Wirkung der Beterei! Jetzt haben wir das schmutzige Ende erlebt. Es wurde Ende Juli, bis Möwe ihre Arbeit im Büro wieder aufnahm. Ein windiger Regentag war es, an dem sie zum erstenmal wieder die Treppe in dem alten Haus am Hafen emporstieg. Hier an der Treppenbiegung hatte Ottokar immer wartend gestanden. Sie wandte das Gesicht ab, als stünde er auch jetzt da in seinem hellen Sommeranzug, schick, Konrad riß die Tür weit auf. Frau Weitbrecht kam ihr entgegen und erkundte sich nach des Herrn Gemahls Befinden. Herr Müller eilte gleichfaus herbei. Fräulein Timmchen und ihre Kolleginnen hielten respektvoll im Klappern inne. Möwe sah Ottokars leeren Platz und wunderte sich über ihr Empfinden: kein Bedauern, kein Vermissen— eher eine Erlösung.. Im Privatkontor nickte der Konsul ihr zu. Er war kürzlich in Silberweiden gewesen und hatte gesagt, Heimar solle sich ständig bewußt sein, daß ei das große Los gezogen in der Heiratslotterie, Iwar kam mit ihr und teilte ihr die arbeit zu. „Ich will dir einen Teil von Ottokars Arbeiten Bei Rennung dieses Namens zuckte Möwes Herz, aber nicht in Leid und Sehnen— nein, tiefer Demütigung vor Jwar. Sie vermochte nicht fort seinen Auseinandersetzungen zu folgen, mußte bitten:„Verzeih, wie war das? Die ganze Lieferung Sein Blick streifte sie kühl=mißbiligend.„Paß auf!“ sagte er kurz.„Ich habe wenig Zeit.“.. Er verließ bald das Büro, und Möwe say, da die Verbindungstür offenstand, Onkel Lothar ins Privatbüro treten. „Guten Tag, Gerhard!". Guten Tag! Was wiust du! „Es ist mir sehr schwer geworden, zu dir zu kommen— aber ich habe es gemußt. Ich bin wie ein alter Hund, Gerhard, den seine Herrschaft verstoßen hat und der doch wieder heimkehrt und winselnd an der Tür kratzt. Nimm mich zurück! So viel, wie Ottokar leistete, leiste ich doch auch!".. Hör' auf, Lothar: Das ist wirklich ein Gewinsel, und es ist mir zuwider. Ich habe Ottokar expediert er kommt nicht zurück. Aber auch du kommst nicht mehr zu mir. Man hat dich neulich nachts betrunken am Hafen gesehen. Solche Leute kann ich nicht Regen trommelte leise gegen die Fensterbleche. Möwe hielt den Atem an. Es ward ganz still im iung der Unterigen wieder herstandpanke des Is die Kur des Tagen— das gatsanwaltes— lich kuriert von Farb. Spangenschuh tlottes Modell S GERT-TEIS UBER BÖHNER Rahmenarbeit Etwas auswärts und scheinbar klein, aber mit 200 Zimmer Bestand, liegt in BochumHamme eins der ältesten u. größten Aobeigesufdit der Stadt. Es ist 45 Jahre alt und bürgt für beste Bedienung bezüglich Preis und Qualität. 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Weil das hier Wendebeckboden ist, deshalb bin ich hergekrochen! Und nun hat er mich doch wieder fortgejagt. Heut abend geh' ich saufen— ich muß es ertränken saufen, bis man nichts mehr weiß und lacht und singt.. Und zuletzt spring' ich in den Hafen!" Er stieß Möwe rauh zur Seite und stolperte treppab. An diesem Abend sagte Möwe zu Helmar, sie müsse noch einmal in die Stadt, so leid es ihr auch sei, ihn allein zu lassen. „Was hast du vor?“ fragte er. Das ist meine Sache.“ Es wäre ihr unmoglich gewesen, zu sagen:„Ich will den alten Lothar retten.“ Wie Prahlerei wäre ihr das erschienen. Möwe, die ähre Untugenden freimütig bekannte, war außerstande, ihre weichen, gütig=mütterlichen Regungen zu offenHelmar erwiderte nichts. Möwe fühlte, daß er zum erstenmal mißtrauisch wurde. 6 Habe ich ein Recht, ihm das zu verübeln? dachte sie während der Autobusfahrt. Wenn er wüßte, was Iwar weiß— er würde mich bewachen und belauern auf Schritt und Tritt. Er weiß es nicht.... aber ich weiß es— ich stehe in seiner Schuld... Iwar Wendebeck ging um zehn Uhr nach Hause. Er hatte bei seiner Großmutter van Teeren zu Abend gespeist und machte nun den Heimweg mit seinem Schwiegervater, der auch dort gewesen war. Sie kamen an der Berliner Diele" vorüber, einem Restaurant zweiter Güte, in dem viel fremdländisches Schiffsvolk verkehrte. Es hatte zu regnen aufgehört; der Abend war feuchtwarm. An der„Berliner Diele“ waren die Glastüren ausgehoben Das Publikum sah zwischen blühenden Oleanderbäumen und Efeukästen bis auf die Straße hinaus.„„ gli 695 Iwar warf im Vorubergehen einen Blia ins Lokal und sah seine Schwägerin Möwe langsam, scheinbar suchend zwischen den Tischen hinschreiten. Es gab ihm einen Stich tief ins Herz hinein. War sie so? Suchte sie hier Abenteuer? Oder hatte sie schon einen Ersatz für Ottokar gefunden? Er hörte nicht mehr, was Torsten van Teeren sprach. Er ging mit einem toten Herzen. An diese Frau hatte er glauben, hatte in ihr, trotz dem Erlebten, eine Kraft, einen Vollmenschen sehen wollen. Und nun dieses die Entgötterung in der häßlichsten Es war seine Pflicht, mit ihr darüber zu reden. Sie trug nun einmal den Namen Wendebeck und mußte Rücksichten nehmen. Auf den Namen, Wendebeck! Bitterkeit quoll auf: war es gar so ehrenvoll, diesen Namen zu tragen? Der alte Onkel Lothar betrank sich des öfteren im„Haifisch“, Ottokar schwamm über den Ozean nach einer glücklich vertuschten Wechselfälschung. Und der Chef der Firma—? Iwar wich zurück vor dieser tiefsten Wunde. Sein Schwiegervater verabschiedete sich. Iwar schritt allein die Kurhausstraße weiter im Schatten der Alleekastanien. Vor seinen Füßen ringelten sich Lichtund Schattenkugeln; bisweilen blendete ein Lichtstrahl in Bogenlat von den Bogenlampen herab, erschreckte ein Liebespaar auf einer Bank. Was gab es viel verliebte Leute! War das nun wirklich der Punkt, um den die ganze Maschinerie wirbelnd kreiste? Iwar hatte wenig Gedanken an diese Seite des Lebens verschwendet; sie war ihm bisher unwichtig gewesen. Jetzt, seit dem Abend im chinesischen Pavillon, sah er mit anderen Augen, fühlte die unterflächlichen heißen Instinkte überall verborgen An diesem Abend riß er mit harter Hand eine Geheimkammer in sich auf, schrie sich selber an:„Ich bin zum erstenmal in meinem Leben verliebt! Ich weiß jetzt, wie das tut: ich bin verliebt in meines kranken Bruders Frau, die ich in meines anderen, ehrvergessenen Bruders Armen fand. In diese Frau, die ich eben wie eine von der Straße durch das Lokal mit dem fremdländischen Seemannsvolk streichen sah! Möwe, Möwe— warum tust du mir das an? Warum bist du nicht so, daß ich mich meines Gefühls für dich nicht zu schämen brauche““„(ue, Ci..: Sie Fat Möwe verließ die„Berliner Viele“. Sie hatte Onkel Lothar nicht gefunden. Sollte er schon im„Haifisch“ gelandet sein? Sie ging ins Schifferviertel, obwohl es sie starke Ueberwindung kostete, weil hunder! böse Erinnerungen sie hier würgten. Aber der Wunsch, dem alten Trinker mit dem weichen Kinderherzen herauszuhelfen, war brennend stark. Als sie sich dem„Haifisch“ näherte, sah sie einen ihr bekannten Steuermann aus der Kneipe kommen und fragte ihn, ihre Scheu überwindend, ob der alte Wendebeck drinnen sei. „Jawohl— und schwer geladen.“ Sie wagte sich nicht hinein, stand im Schatten und wartete. Drüben in ihrem väterlichen Haus war es schon dunkel. Da schliefen junge, glückliche Eheleute, die ein Kind hatten. Möwe drückte die Hände an ihre Brust: alles, was jetzt ungelöscht in ihr brannte seit der Stunde im Pavillon, das würde zur Ruhe kommen, wenn sie ein Kind hätte. Ein Kind! Ihre Gedanken sprangen hinüber zu Fea. Ob die sehr darunter gelitten, daß man ihr Kind geopfert hatte? Möwe zitterte leise. Sie würde das nie zugeben. Lieber selbst zugrunde gehen, um das kleine Leben zu retten... Am„Haifisch“ knarrte die Tür Onkel Lothar überquerte taumelnd die Straße. Er hielt auf den Hafen zu. Bisweilen konnte er nicht weiter, lehnte an einer Hauswand, stöhnte laut; dann stolperte er wieder immer im Abstand hinterher. Nun mündete die enge Gasse am Bollwerk des Hafens. Der Alte näherte sich dem gefahrvollen Rande. Da packte ihn eine feste Hand von hinten. „Du alter Lump!“ schrie Möwe hart.„Willst du ins Wasser? Das soll dir nicht glücken! Marsch, nach Er sträubte sich, zerrte sie näher ans Ufer heran, aber sie war stärker.„Bitte, bitte!“ jammerte er kläglich.„Störe mich nicht! Laß mich ersaufen: ich bin nur ein alter, räudiger Hund, den man mit einem Fußtritt hinausgeworfen hat.“ „Schwatz nicht!“ herrschte Möwe ihn an. ist keine Zeit zum Flennen! Nach Haus und ins Bett!“ Tante Gisela hörte die Schritte unterm Fenster und bebte. Wer brachte ihn da nach Hause? Sollte sie noch tiefer gedemütigt werden, fremde Zeugen einer Schmach erdulden?„. Ei, ur Da schob Möwe den Alten vor sich yer. Sie war erhitzt von der Anstrengung dieses Heimwegs. Im Vorzimmer aber stellte sie sich vor den ein wenig Ernüchterten hin und sagte hart:„Ich werde mir nich zum zweitenmal die Nacht um die Ohren deinetwegen, um dich vorm Hupf in den Hafen zu bewahren. uug„„...41, 45 amaun Nur tuc, Tante Gisela schrie leise auf. Möwe aber fuhr fort:„Du gehörst in strengere Zucht, als dein Engel zu halten vermag! Mit Güte allein richtet man da nichts aus. Hör zu, Tante Gisela! Ich werde den Onkel Lothar jetzt alle Tage nach Büroschluß mit mir hinausnehmen— er soll mir dann bei meiner Gartenkontrolle helfen, bei mir zu Abend essen und auf dem Divan in meinem Eßzimmer schlafen. In Silberweiden gibt es keine Schankwirtschaft, und daß er mir nicht nach Sommerlust entwischt, dafür werde ich sorgen. Wenn wir dann den Alkoholteufel haben verdursten lassen, dann wird ein Tag kommen, wo er wieder auf einem Kontorstuhl im Wendebeckbüro sitzt. Und nun gute Nacht! Bitte, nicht danken! Ich hab's getan, weil ich nicht anders konnte.“ „Ich möchte dich noch ein paar Minuten aufhalten.“ Iwar stand in der Tür zum Privatkontor, während Möwe schon ihren Hut aufsetzte. Bite sehr!“. am mochen.1 „Ich muß dich darauf aufmerrsam machen, daß du in einer mittelgroßen Stadt wie Winkelau der Beobachtung deiner Mitbürger ausgesetzt bist und diesem Umstand Rechnung tragen mußt.“ Inwiefern.g#.##.##. „In einem Lorai, wie die„Berliner Diele“ es ist, darfst du nicht gesehen werden. Dein Mann lebt außerhalb der Stadt.“„ gast u Möwe unterbrach ihn:„Dayer hast du es übernommen, mich zu kontrollieren?“„ „Ja,“ antwortete er fest,„ich nehme mir dies „Was hast du dir gedacht als du mich gestern spät in der„Berliner Diele" sahst?“ „Das brauch' ich dir nicht auseinanderzusetzen. Es genügt, wenn ich dich darauf aufmerksam mache, daß auch andere Leute dich sehen— was für deinen guten Ruf nicht vorteilhaft ist.“ „Was du selbst dachtest, will ich wissen!“ Sie war mit ein paar langen Schritten dicht an ihn herangetreten, stand vor ihm in ihrer selbstherrlichen Unbeugsamkeit. Iwar mußte sich wappnen gegen sie.„Nach dem Abend in Silberweiden vor drei Wochen wirst du dir diese Frage wohl selbst beantworten. Ich nichts sagen, was dich kränken könnte.“ Sie hätte aufschreien mögen, so trafen seine Worte ihr Ehrgefühl. Und doch: was sollte er anders denken, als daß sie auf Abenteuer ausging? Trotz sprang auf in ihr. So war sie schon als kleines Kind gewesen. Einmal hatte der Vater sie zu Unrecht geschlagen, und sie hatte keine Silbe gesprochen, um das Mißverständnis aufzuklären, hatte ihr Herz verhärte: und die unverdienten Schläge stumm erduldet. „Du bist viel zu zartfühlend!“ sagte sie in einem fremden, frechen Ton.„So eine wie ich verträgt schon ein offenes Wort!" Mochte er es glauben! Sie hatte ja doch verspielt bei ihm. Als Arbeitskraft würde er sie vielleicht allmählich schätzen lernen; als Weib mißachtete er sie.„Uebrigens werde ich künftig vorsichtiger sein. Du wirst mich nicht wieder in der „Berliner Diele“ sehen.“ Ohne ihm die Hand zu reichen, ging sie an ihm vorbei.. Iwar blieb etliche Minuten allein, hörte nebenan den alten Petersen die Fenster öffnen und fegen. Fragen, Zweifel bedrängten ihn: ist sie ein hemmungsloses, minderwertiges Geschöpf.„Hat Ottokar sie nur Muschi schickte Helmar eine Einladung zum nächsten Sonntag. Möwe erklärte, sie werde die Wendebeckvilla in der Kurhausstraße nicht betreten; es sei denn, daß Frau Konsul sie persönlich darum bitte. Helmar hatte gehofft, in Abwesenheit der Mutter eine Brücke ins Elternhaus zu finden. Möwes Absage Sie war abends lange mit Onkel Lothar im Garten beschäftigt. Der Alte nahm sich voll Eiser der Gemüselieferungen an. Das füllte seine Abende vollauf. Es gab jetzt alle Hände voll zu tun in der Gärtnerei und die Gärtnersleute hatten sich in den neuen Zustand gefunden. Heute war Möwe besonders lange mit Onkel Lothar im Garten gewesen und kam Es war köstlich milde. Der Mond schwamm hoch und sanft am Abendhimmel. Möwe trug taufeuchte Rosen in den Händen. Helmar kam ihnen entgegen. Sie faßte die beiden Wendebeckmänner unter und schritt mit ihnen aufs Schlößchen zu. Helmars Hand glitt an ihrem bloßen Arm zärtlich auf und ab. „Meine alten Knochen sehnen sich nach Ruhe, meinte Onkel Lothar.„Ich hab' mich tuchtig gebückt im Laufe des Abends." Möwe sah nach, ob sein Lager im Speisezimmer gerichtet sei und ob Annettchen schlafe. Als sie zu Helmar kam, der schon im Bett war, schien der Mond in die dunkle Stube. „Möwe, weißt du noch, wie wir am Minnewater in Brügge saßen.„—4 Sie gab keine Antworr, entkleidete sich stumm. „Sag es mir einmal, sprich es aus— ich muß es hören: bereust du dein Ja im Torweg am Beginenhof?“. Helmars Hand tastete zu ihr hinüber.„Liebste, was soll ich tun, um dir ein wenig Glück zu geben „Ich bin zufrieden, Helmar. Ich habe ein Heim: ich bin satt; ich habe Arbeit, die mir täglich lieber wiro gp.. 4499 Mann ich „Aber ich, Mowe— ich bin dir nichts? Wenn ich jetzt stürbe, wärest du erlöst.“ wig Mneigt Ihre Stimme ward klein uno weich.„Weißr on, Helmar was unser Leben reich machen wurde, unser beider Leben? Wenn wir ein Kind hätten!"—— Frau Selma und Fea schrieben, daß sie zur Nachkur in die Berge wollten. Dadurch verzögerte sich die Heimkehr. Iwars Hochzeitstag jährte““ Tante Gisela kam gegen Abend in die Kurhausstraße. Sie fand Iwar allein an seinem Schreibtisch, an der Jahresbilanz arbeitend.„ 8— „Ich will dich nicht lange storen. Vu agen wollte ich dir, daß ich nicht vergessen habe, wus fur ein Tag heute ist.“ Er rückte ihr einen Sessel zurecht.„Bleib bei mir, Tante Gisa! Ich hab' einen ganz dummen Kopf vom vielen Rechnen. Es tut mir gut, ein wenig auszusetzen damit. Entschuldige nur, daß ich nicht mal ein Glas Wein für dich habe!“ „Das sieht dir ähnlich, Iwar! Wenn du allein bist, kaufst du dir bestimmt nicht das geringste.“ Nein.(s liegt mir wenig an solchen Din bist, kaufst du dir bestimmt nicht das geringste. „Nein.“ Es liegt mir wenig“ an solchen Dingen. Ich speise jetzt unten bei Vater und Muschi. Ich habe keine Ausgaben für meine Person.“ Tante Gisele nickte vor sich hin. Die einen vermit einem Rest von Ritterlichten vertewigt? Ich weiß so wenig von Frauen. Ich überblicke sie nicht — sie quält mich, sie nimmt mir alle Ruhe. Tanie Giseld niclle vor sich hin.„Die einen versagen sich alles— die andern verschwenden. So war das immer bei uns. An Onkel Lothar tut übrigens Möwe ein gutes Werk. Er ist nun schon seit drei Wochen bei ihr.„. „Onkel Lothar in Silberweiden?“ „Wußtest du das nicht? Ich hab' dich freilich lange nicht gesehn— du bist ja hin-einmal ker-gteick Gitrendle Fer Sonnenschein lacht Sie an- Sonnenschein durch Ata! 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Da Kette in einen Werkstätte und er lange an ihr treten wagte. Das war in sten Frühjahr: einer Verlobun und kaum hatt Gartenstraße d gesetzt, als Hei Hedwig, di war und sichi in einen Zusta von der vollzo suchte Jasper Verwandten zu gerne allein ar reißend, und: nicht gern aus anderes zu ver Luft, begann ßen, um Hedn zu können. das Geld im und als Hedw wesen war un Aufenthalt im wert— eig hatte, stand d leeren Geldlad armselige Sil ger aus sch lagen. Und hieß er und: sonders schön suchen. Der keine, aber— deres sein! Jasper bri nur irgend alles verächtl daß man S# Jasper stan schuldbewußt guten Tag. Gehen. Jast Baron zurü einen Augenb Kette in die betrachtete de endlicher Ku Gliedern gef „Das ist frei „was soll de Betrag, der da der Gold ken, nur mit der Baron. den verliebt und zahlte d Während einmal inne: auf, und da getragen ha Husten in Arztes, und das Paket 1 Und dan fröhlichen F Veränderun in der We Päckchen au so, daß er hatte in der erkannt. U und Hedwie sammengedr auf seine hörte er El ist doch bei Sie, da ist das bis m Kette in n möchte die Jasper Edith war rend er al brachte, fre völlig Besi Kette besitz das Glück tragen, die getrggen! Er der berithtäkte guten Tag!“ sagte Baron Seche„Bruchstraße“, Rochum. Die alte Goldkeite/ Rovelte von Chriftof Sch serenid e brondeg be der Ovden Pohe, seineg aufmnerisam berachtend, vor ihrem Gartertor, freit Arbeitstisch und starrte auf eine altertümliche Gold=sendlich ein, lieferte die Kette ab und ließ sitgz den Empfang bestätigen. Dann kehrte er nach Hause zurück, gegen zehn Uhr aber, als er Hedwig im Bett wußte, verließ er noch einmal das Haus. chmied Jasper regungslos, gax gzugg Aroenznisg uud geitir arf. eine altertünliche, Gglbkeitte, die er mit beiden Händen umtrampp., gfrt, g arg Hause wur alles silli Hedwig, hnf, seie ner ich regungslos in ihrem Zimmer und weinre leise vor sich hin. Hedwig, seine Tochter, der er vor einem halben Jahr diese Kette, den bis dahin ängstlich verborgen gehaltenen Brautschmuck ihrer toten Muter, Iu., Lhreg Verlobung, geschenkt hatte.„Es ist ein altes Fan lienstück“, hatte er gesagt,„deine Mutter hat die Kette als Braut getragen, und deine Großmutter, und auch deren Mutter, und allen hat sie Glück gebracht.“ Und nun war sein Kind vor einer Stunde in die Werkstätte getreten, und hatte stumm und totenblaß die Keite vor dem Vater auf den Frisch, Elegt,eie hete und einen Brief dazu. Einen Brief ihres Verlobten, des Bildhauers Heinz Faber. und es stand irgend etwas darin von der Enge der Kleinstadt und von einer Dame, die er hier während ihres Sommeraufenthaltes kennen gelernt, hatte, und die ihm in der Hauptstadt weitere künstertsch=„äufielezr#chr. lichen wollte. Und daß er diese Seogracheen## geben dürfte, und daß es deshalb am besten wäre, Jasper griff blößzlich nach berzchpersasish, sHsoge e Ihn bestig. Dann erbeh er begägernd verlieg er die Kette in einen Wandschrank. Zogernd verließ er die Werkstätte und schlich zu Hedwigs Zimmer, doch, stand er lange an ihrer Türe, ehe er zu klopfen und einzuDas wor im Herdfr Flasch der Rleiden eicht von sen Frübiohr wohte, be,äherz mit Editb zu erzählen, In aller Frühe kam die Nachbarin gelaufen und erzählte ihm, daß in der vergangenen Nacht Edith Faber ermordet worden wäre:„Ihr Mann hat sie erschossen, denken Sie nur! Er ist natürlich schon verhaftet worden und hat alles gestanden.“—„So, er hat alles gestanden.“ sagte Jasper.—„Er hat sich selber bei der Polizei gemeldet. Der arme Herr Faber! Er hört jemanden im Stiegenhaus gehen und läuft mit einem Revolver hinaus und sieht einen fremden Herrn aus dem Zimmer seiner Frau kommen. Na, und da hat er halt geschossen, und die Frau war gleich tot, aber der fremde Kavalier ist auf und davon Die Mizzi, das Stubenmädchen von der Frau Faber, wissen Sie, die mir das alles erzählt hat, meint, ob es nicht der Baron Troll war,— der hat der Gnädigen immer so Augen gemacht. Was, alguben Sie, wieviel wird er bekommen? Zehn Jahre?— Vielleicht hat er überhaupt gar nicht, seine,„Fraz, treffen wollen, sondern den Mann, aber schließlich: Mord ist Mord, nicht?“ Jasper ließ die Aufgeregte stehen und schloß sich in seine Werkstätte ein. Noch am selben Nachmittag verließ er mit Hedwig, die mit geschlossenen Augen halb ohnmächtig neben ihm im Wagen lehnte, die Stadt. * Der Winter ging hin. Jasper lebte mit seiner einer, Veriobung Heins Leportn v.„“ H Ja in einer Tochter, in irgend einem kleinen, biligen Städtchen und kaum hatte sie im Sommer ihre und instand des Südens. Einmal las er in der Zeitung, daß der ervenier Heinz nache ad Hachzeit gefeiert wurde, Mörder Heinz Faber zu. 8 Jahren Zachthaus vexuxteilt gersetzt, als Heinz nachtags und Hochbeifx=sZeit rani worden wäre. Er verbarg das Blatt, vor Hedvig, Hedwig, die im Winter gxhost hatte, verfiel wenn er aber sehen mußte, daß die Milde des Südens ver und dich in Izumer Teilnahmslosigkeit, als sie machtlos war gegen den Schmerz, der von innen das in einen Butund buxzpe, eit hörte. Vergebens ver= Leben seines Kindes verzehrte, zog er die Zeitung heimvon der boligener, Socho..— einer Reise zu lich aus der Tasche und igs:„Mörder Helgz, Fahg.; Pote Idtegr le, autgubeieg, be iu Larigens nichts8 Jahre, Zuchhaus.. und dacte paveiz. arz Verwangien zu, bewegen. Du er Die übrigenz, und ist Tord, har die Nachparin gesagt, jawoh: Mord gerne allein ausgehen ließ— der Bluß wer fier glsg ist Mordlreißend, und ver konnte Fieg und die Aerzte nichts Im Frühling aber, als der italienische Arzt ihm iche eern uu, en wußten als Bewegung in frischer angedeutet hatte, daß doch im Norden auch warmes seinen Loden.iFrei, Fegleiten has Geld für Pension und Hotel wäre, und als sch ev, un Freilich verliefen sich nun die Lunden, Jasper diese Worte so in richtiges Deutsch übersetzt das 9. Schrant wurde weniger und weniger, vate:„Ihr Lind wirz erigch, bez gict, eerauze g hbig das Geld im Schranf, ,Bur= guber=pieder krank““ Sie es doch zu Hause sterbenz“ kehrte er mit Hevwig und als Hedwig im nächten Wintestem;(Gesicht einen in sein Haus in der kleinen Stadt zurück. Er öffnete gesen war und der brst wit, eeziezich empsehlens= aber seinen Laden nicht, sondern ging und saß ein paar Süden als gaußerordentlich g bezeichnet Tage rupelos und grübelnd, bis er sich eines Morgens von Hedwig verabschiedete, weil er eine kleine Reise zu einem Geschäftsfreund antreten müßte. Am nächsten Tag aber legte man dem Präsidenten des Kreisgerichtes einen Brief vor, der etwa folgendes Heinz Faber, der seit einem halben Jahre vegen des Mordes an seiner Frau im Gefängnis sitzt, ist an diesem Morde unschuldig. Frau Edith Faber habe ich, der Goldschmied Jasper erschossen..““ Und dann hieß es:„.. ich mußte diese Kette wiederhaben, um jeden Preis. Ich schlich mit einem Revolver in die Villa, ich fand leicht das Zimmer, weil ich vorher die Kette dort abgeliefert hatte. Sie lag noch auf dem Tisch, ich steckte sie ein und wollte fort, da hörte ich Frau Faber und einen Mann im Nebenzimmer sprechen, auf die Tür zukommen. Ich rannte hinaus ins dunkle Stiegenhaus, da kam Herr Faber die Treppe herauf, ich war gefangen, drückte mich hinter einen Schrank und schoß in besinnungslosem Zorn auf Edith Faber, die gerade mit dem Herrn unter die Tür ihres Zimmers trat. Heinz Faber hat offenbar die beiden im selben Augenblick bemerkt und zugleich mit mir geschossen.„Aber untersuchen Sie den Tatort noch einmal, lassen Sie sich zeigen, wo die Tote gefunden worden ist, und Sie werden sehen, daß Faber von der Treppe aus seine Frau gar nicht so treffen konnte, wie sie in Wahrheit getroffen worden ist. Der Fremde wich in das Zimmer zurück und entkam offenbar durch das Fenster, und während Heinz Faber ihm nachstürzte, konnte ich entfliehen.“ Am Ende des Briefes aber stand:„... daß ich bis heute geschwiegen habe, war meine Rache an dem, der mein Kind betrogen, der sein Glück ermordet hat. Jetzt muß ich sprechen, weil meine Rache auch mein Kind töten würde..... Vier Wochen später läutete Heinz an Meister Jaspers Haus, und als die Türe sich öffnete und Hedwig schmal und blaß an der Schwelle stand, sank er weinend und keines Wortes mächtig vor ihr nieder. Jasper aber blieb trotz aller Nachforschungen der Polizei verschollen. Ein paar Leute meinten freilich, als sie im Herbst vor der Kirchentüre standen, um Heinz und Hedwig als Vermählte aus der Kirche kommen zu sehen, an einem alten Mann, der scheu von ferne zuschaute, eine Aehnlichkeit mit Jasper zu entdecken. Bevor sie aber noch überlegt hatten, ob sie das nun eigentlich der Polizei zu melden hätten, war der Alte berschwünden. grihiahr das Eia duas Flulses Erst als im nächsten Fruyjahr oas Eis des Flusses aufging,— zur selben Zeit, da Heinz und Hedwig in einem südlichen Hafen Arm in Arm die sonnige Küste entlang schritten— zog man einen schon ganz zerstörten Leichnam unter den Eisschollen hervor und erkannte den Meister Jasper an einer goldenen Kette, die noch um die Knochen der Hände geschlungen war. 5 Handvoll Dinger aus schlechten Brillanten und Halbedelsteinen lagen. Und gerade da kam ein Herr, Baron Troll hieß er und war ein reicher Gutsbesitzer, um ein besonders schönes Schmuckstück für eine Dame auszusuchen. Der Preis würde keine Rolle spielen. gar keine, aber— wie gesagt—, es müßte etwas BesonJasper breitete auf dem Ladentische aus, was er nur irgend finden konnte, aber Baron Troll schob alles verächtlich schnaubend von sich.„Ich sehe leider, daß man Sie zu Unrecht gerühmt hat“, sagte er. Ssoher bund vu seinen xich.„Ra. alg, Hann Troll und wandte sich zum Gehen. Jasper aber fuhr plötzlich auf und hielt den Baron zurück, eilte zu einem Wandschrank, zögerte einen Augenblick, öffnete ihn dann hastig und legre eine Kette in die Hände des erstaunten Käufers. Entzückt betrachtete der Baron das Schmuckstück, das mit unendlicher Kunstfertigkeit, aus feinzselierten goldenen Gliedern gefügt und mit Smaragden eingelegt war. „Das ist freilich etwas anderes“, meinte er schließlich, was soll das Ding kosten?" Jasper nannte einen Betrag, der den Baron entsetzt zurückfahren ließ, aber da der Goldschmied alle Versuche, den Preis zu drükken, nur mit stummem Kopfschütteln beantwortete, zog der Baron nachdem er lange die Kette in seinen Händen verliebt betrachtet hatte, endlich die Brieftasche und zahlte die geforderte Summe. Während Jasper die Kette verpackte, hielt er noch einmal inne: Das Bild seiner toten Frau stieg vor ihm auf, und das Bild seines Kindes, die beide die Kette getragen hatten— aber dann klang ihm Hedwigs Husten in den Ohren und die ernste Stimme des Arztes, und mit zusammengepreßten Lippen schloß er das Paket und übergab es dem Käufer. Und dann vergingen ein paar Tage mit beinahe fröhlichen Reisevorbereitungen. Hedwig schien sich der Veränderung zu freuen, und Jasper saß hoffnungsvoll in der Werkstätte, als eine Dame eintrat und ein Päckchen auf den Tisch legte. Jaspers Hände zitterten so, daß er die Schnüre kaum öffnen konnte; denn er hatte in der Dame sofort Edith, Heinz Fabers Frau, erkannt. Und als er endlich die Hüllen entfernt hatte und Hedwigs Kette in den Händen hielt, stand er zusammengeduckt wie ein wildes Tier, das zum Sprung auf seine Beute ansetzen will. Nur wie von ferne hörte er Edith in leichtem Tone sprechen:„Die Kette ist doch bei Ihnen gekauft worden, nicht wahr? Seben Sie, da ist mir die Schließe gerissen. Können Sie das bis morgen abend reparieren? Und mir die Kette in meine Villa bringen? Aber bestimmt, ich möchte die Kette morgen abend unbedingt haben!“ Jasper hatte wohl ein„Ja“ gemurmelt, denn Edith war mit leichtem Kopfnicken gegangen. Während er aber nun den kleinen Schaden in Ordnung brachte, fraß sich ein Gedauke in ihn ein und erer völlig Besitz von ihm: Diemats oursie diese Frau diese Kette besitzen,— niemals durfte sie, die seinem Kind das Glück geraubt hatte, niemals durfte sie die Kette tragen, die Hedwig in den kurzen Tagen ihres Gluckes getragen hatte. Er verbrachte den nächsten Tag sur mm in der Werkstätte, die Kette streicheind und sie mt ängstlichen Gingern uuklaurnernd, zuffte sich am snäten Bis zum Himmel brauset dampfender Sischt Die kleine Ausi Humoreske von Eva Gräfin von Draußen singt weich und schmelzend Kaffeetisch ist alles still. Man ist satt, denkt jeder darüber nach, was der Tag ihn Er ist weit unbesetzter auf dem Lande als daher sind seine UeberraschungsmöglichkeitLangsam entwickelt sich ein Programm: zur Stadt? Am liebsten alle jene, die Sie haben das Gefühl, als entginge ih Wochen etwas Wichtiges, dabei sind sie er draußen. Wer bleibt im Hause, paßt au gießt die Blumen, näht und stopft, räumt denzimmern auf, füttert Vögel und Kat chen und Anemonen von den nassen Wiesdas Telephon, die Post, die Hausierer, die türlich die kleine Kusine. Man fragt aue schäften erst herum, aber niemand zweifelt eine Stimme meldet und daß diese ohne Zuschlag erhält. „Einmal können Sie doch auch des herauskommen“, sagt der junge Jägersma bereits umgehängt. „Einmal komme ich ganz bestimmt mit sichert die kleine Kusine.„Aber sehen SiMenschen— und wenn es auch Gäste sind einer etwas tun!" „Weshalb denn gerade immer nur### Stimme ist höchst ungeduldig. „Weil es mir riesigen Spaß macht.“ „Mir auszuweichen?" Kühle Augen treffen die seinen, flehenden. Gewicht Sie sich beilegen! Was haben Si# nen Beschäftigungen zu tun, ich bitte Sie?“ und davon, ehe er noch den Mund zu einer&E aufmachen kann. „Legen Sie doch wenigstens mal das sagt die kleine Kusine ungeduldig, als sie Jägersmann wieder und wieder begegnet kommt ja Angst vor Ihrer Gewalttätigkei noch weiter reden; aber sie schließt die## Frage, ob er ihre verschiedenen Aemter d. auswendig gelernt hat: Er trägt ihr die kannen zu, er holt Schinken und Wurst aus kammer zum Frühstück und wetzt die Messer hinter ihr, wenn sie aus den Fremdenzimm sie mit rascher Hand Kleider forthängt und tische aufräumt; er hat die Schale mit dem ter in der einen, die Tüte mit dem Vogel anderen Hand; er bückt sich tausendmal nach und Veilchen, ehe ihre Füße noch naß werde er nimmt Aufträge am Telephon entgegen un sie alle durcheinander, daß sie fast weint: er stellungen bei den Hausierern, daß sie für stand fürchtet, und läßt das kalte Roastbeef für ler aufschneiden. Außer sich, setzt sie sich endlich zum Si Nähen hin, er wirft sich in den Stuhl gege Gewehr zwischen den Knien. „Warum quälen Sie mich so? Was hal eigentlich getan? Wie lange soll ich mir da mit der Mündung auf mich zu, eigentlich ni lassen. Haben Sie denn nichts Ordentlich Müssen Sie beständig in meinen Weg lauf denken die Leute davon, was vor allem Verwandten zu der entsetzlichen Unordnung angerichtet haben?“ „Himmel, haben Sie einen beneidensn Und die Schuld von allem müssen Sie nat nehmen, natürlich.“ „Das wäre! Fällt mir nicht ein. Es einzige Entschuldigung, wenn nun alles schlecht wurde, daß Sie dabei waren.. „Herrlich, das wollen Sie also gesteh Ich w werde in sollte.“ selbst wissen „Ich? Fällt mir gar nicht ein. daß ich Kopfschmerzen hatte.“ „Lügen also auch noch!“ Ich lügen? Fällt mir gar nicht ein. Ich haupten, daß alles so geworden ist, wie es sei „Pfui, wie kann man so prahlen!“ „Ich und prahlen! Ich prahle gar nie weiß, ja, wie überflüssig ich eigentlich bin „Gewiß. Und die Naht ist schief, total „Die Naht ist tadellos, ich nähe nie schi kann ich überhaupt gar nicht, absolut nich „Nein, diese Selbstüberhebung! Wo Si und zugeben, wie überflüssig Sie sind.“ „Nur hier! Es kann sein, daß ich irgendwo anders zur Geltung komme, daß man mich dort wirklich brauchen kann. nicht nur zur Handreichung und lücherl geringen Diensten.“ „Aha! Sehen Sie das endlich ein, endlich?“ „Nein, ich sehe garnichts ein. Man hat mich hier nötig.“ „Katzenfüttern kann auch der Unfähigsie, das habeich heute früh bewiesen.“ „Ja, ja, Sie sind unfähig, das kommt, kein Herz. Man kann nichts tun ohne Herz, mich für Sie.“ Sie weint, über seine Schlec Herzlosigkeit... „Darauf bin ich ja stolz.— Natürlich! hat mein Herz? Und vor wessen Augen mit diesem mit echtem Schrot geladenen schießen, wenn er es mir nich. Das hat mir gefehlt“, sagt Leim Nac Hausfrau.„Auch Sie haben ich schäme schtigkeit und Denn wer nußz ich mich den Gasten. Konnte sich dieser Held nicht eine and Wer macht mir nun die Orangenmarm mir die zweitausend Eier ein? Dabei io gar nicht richtig zu gebrauchen. Der wisind alles nur, weil ich einen Morg 11n 4 AR 915 vielen rößte Schiffsunglüch der Welt So Slteljeiten-BerhhkenMOntder Sine furchtbare Srinnerung aus dem letzten Jahre des Weltkriegs Der UUntergang eines osterreichtenen Sruppenterunsporhenttses ißtes Schiffunglück der Welt wird all= lichtdicht" keine brennende Zigarette, kein Schimmer er Untergang der„Litanie bezeichnet, barf sich zeigen. Es kauzg utzpiel, vi. gapz, monte. der eine triümliche Annahme. Die Dex Zitberstreisen negrische Küste liegk lnks von Schiffskatastrophe aller Zeiten hat sich— uns. Die eine Hälfte der Bedes Krieges ereignet. Ein österreichi= aes boces mannung ist auf den Gefechtsopentransportschiff, mit 3000 Menschen wurde bei Kap Rhodoni torpediert und der ganzen Menschenfracht in wenigen unter. Diese Katastrophe wurde datäglich Tausende vor dem Feinde starbeachtet. 1918 um 8 Uhr abends erhielt unser otzerstörer„Balaton“ der ehemaligen trine den Befehl, als Aufklärer in die is gegen das noch von den Italienern orzustoßen.„Balaton“ war eines der der Flotte, hatte eine HöchstgeschwinKnoten, das sind rund 70 Kilometer in eine Maschinen entwickelten 20,500 Pferdealso kräftiger als die eines GroßkampfGeschütze mittleren Kalibers und vier edolancierrohre waren seine Bewaffverschiedenen Gefechten erprobte Mann29 Köpfe. Ich war Steuermeister. mannspfeife schrillt über Deck.„AnkerZerstörer verläßt die Bocche di Cattaro. ssen und Alarmbarrikaden, die den zen einen plöslichen Ueberfall durch rseeboote schützen sollen. werden nach signalwechsel mit dem Sperrfort Punta Einige elegante Wendungen des lanchiffes, und die schwierige Hafenausfahrt 3. Wir fahren über die Minenzone hinlöschten Lichtern. Vorn habe ich am ies Lämpchen. Das ganze Schiff ist stationen, die andre darf in den unteren Räumen ausruhen. Alarmbereit sind aber alle. Südlich von Antivari treffen wir Torpedoboot 74“, das den großen Transportdampfer„Linz“ des Oesterreichischen Loyd nach Durazzo geleitet. Wir passieren die„Linz“ ganz knapp, sie ist schwer beladen, das Deck schwarz von Menschen. Das Torpedoboot meldet, daß sich auf beiden Schiffen alles wohl befinde, daß es aber mit dem schweren Kasten nur 24 Kilometer in der Stunde fahren könne. „So eine Gondelei“, meint unser Kommandant. „Servus!“, und wir fahren mit 20 Meilen Stundengeschwindigkeit weiter. passieren wir Kap Rhodoni an der Um Mitternacht albanischen Küste. Der Signalstation geben wir mit Lichttrichter, der den Schein nur auf die Station werfen läßt, ein kurzes Erkennungssignal. Der Mond ist im Untergehen und wirft seine letzten Strahlen über die spiegelslatte See.. u. EiIärotn E.#. Plötzlich links von uns ein Silberstreifen wie das Kielwasser eines Torpedos. Rasend schnell nähert er sich und geht unter unserm Schiff durch. War es ein heimtückischer Torpedo? Wurden wir anlanciert? Wir beschreiben einige Kreise, suchen das=Boot, finden aber nichts Verdächtiges. Kein Periskop, das Auge der=Boote, ragt aus dem Wasser. Vergebens lauern die Leute an der Abwerfvorrichtung für Bomben, den Tod absenden zu können.„Wir müssen uns doch geirrt haben. Steuermeister“, meint der Kommandant und läßt Kurs auf Durazzo nehmen. Stabsfeldwebel an Bord. Er küßt mir die Hände und dankt und dankt! Der nächste ist ein blutjunger Leutnant; der hört meinen Nebenmann mit einem Geretteten italienisch sprechen, glaubt in Gefangenschaft geraten zu sein und weint bitterlich. Ich tröste ihn, sage ihm, daß wir Oesterreicher sind, und er beruhigt sich langsam. Die Schiffbrüchigen sitzen am glühendheißen Kesselaufbau, hängen an den Geschützen, stehen überall im Weg. Man redet mit Narren, der Großteil ist sinnlos vor Todesangst, heult, schreit und wimmert weiter. Ein Waffenmaat rettet eine Offiziersfrau, Emilie L.— jung, ach, so jung ist sie—. hat nur ein Hemd an— es hängt an der schlanken Gestalt wie ein Mantel— und einen Halbschuh. Sie stirbt dem Retter unter den Händen.— Torpedobootzerstörer haben keinen Arzt an Bord. Fort über brümmer und Opfer! hört die Tanik auf vier Rilometer chts.— Ich will eben unter Deck, da kentelegraphist im Laufschritt auf die und meldet:„Radiodepesche! Dampfer Rhodoni anscheinend auf Mine geraten, götig!“ Wir wenden und laufen mit eines Eilzuges der Unfallstelle zu. uten kommt der Funker wieder:„Damplautet der letzte Hilferuf des sterbenden eschwindigkeit!— Es sind Tausende besnot.— Noch trennen uns drei, vier Unglücksort, und schon hören wir einen Sekunde lauter wird, ein Brüllen, stimmung herrscht? Man hat den Leuten beim Einschiffen gesagt, was sie zu tun hätten, wenn das Aergste eintrete— und dann taten sie in Todesangst das Verkehrteste. Mag geschehen sein was immer. Da ruft endlich einmal Für bote haben wir einer mit normaler Stimkeine Zeit me, einer, der weiß, daß Plötzlich Gefechtsalarm. Ueberlegene feindliche Einheiten kommen— heißt es. Alle an die Gefechtsstationen, wir müssen uns selbst retten! Die Boote werden in höchster Eile gehißt, mit achtundzwanzig Meilen geht es über die Trümmer und— die wenigen noch nicht verstummten Menschen. Wir speisen die Geretteten, geben ihnen heißen Tee, Kaffee, Kleider und die nervenberuhigende Zigarette, reden ihnen gut zu. Sie müssen in die unteren Räume, oben können wir die armseligen, noch immer um ihr Leben zitternden Menschen nicht brauchen. Ja wenn es Seeleute wären; die sind mit dem nassen Element vertraut, die benehmen sich doch anders. Die Matrosen von der„Linz" starben übrigens alle. Beim Morgengrauen drehen wir wieder um— zurück zur Unglücksstätte. Da und dort schwimmen noch Teile von Masten, Matratzen, Benzinfässer, totes Vieh; Bei uns auf Achterdeck aber kein einziger nächst dem Steuerstand lebender Menseh mehr blonde junge Frau, die langen Haare habe ich ihr über die Brust gelegt und die Augen zugedrückt. Neben ihr ein Russe und drei österreichische Infanteristen. Alle deckt die große Kriegsflagge. Sie bekommen ihr Grab in geweihter Erde; wir lassen sie nicht der kalten Mörderin, der lieblichen warteten uns. Weinend nehmen die Geretteten Abschied, sprechen Worte der Dankbarkeit mit bleichen Lippen. Langsam sinkt die Kriegsflagge von der Gaffel— weht halbtopp—, bietet den Toten den letzten Gruß. Hans Hense. ner Man weiß jetzt... Die Uebersicht über die Berufstätigkeit der BewohDeutschlands zeigt, daß zwei Fünftel durch Bergzu und Industrie ihr Brot finden. Ein knappes Buhlerin, der See! Rasen! So schreien nur Menschen in Ind immer lauter wird das Tosen, schon e Stimmen heraushören, verstehen, was wahnsinnig hämmern die Maschinen: a HexenJetzt ein Kommando: Beide Maschinen halt! Und wir befinden uns mitten im Hexenkessel. ne zehn Meter weit, Licht darf keines einScheinwerfer nicht benützt werden, denn: ische Radiokorrespondenz“, meldet der ister. Etwas Unvorsichtigkeit. und aus verden selbst Rettungsbedürftige! Das ein solches hat höchstwahrscheinlich die ert— meldet in Chiffren seinen Erfolg uns ein Licht als Ziel verrät, schwimmen die Verzweiflung man möglichst unbekleidet ins Wasser muß.— Zwei Schwimmstöße noch— Ruck—, und er ist in der Jolle. Erzählt: Er sei Korvoral, geborener Grazer, und danke dem Himmel, daß er schwimmen gelernt habe. Links von ihm, an einer abgebrochenen Signalraa. hängen drei Russen. Die sind am Ertinken.— Man zieht auch sie ins Boot. teilnahmslos lassen sie alles über sich ergehen und geben auf Fragen keine Antwort. Erst an Bord, als sie den fast noch kochenden Tee hinuntergießen, tauen sie auf, hängen sich an ihre Retter. schwatzen sinnloses Zeug, einige deutsche, viele russische Worte, und es hat doch niemand Zeit, sie anzuhören. Da bringen sie wieder einen, schwerverletzt— total verbrüht; sein Leben zählt nur mehr nach Stunden. Wie hat es der Mann fertig gebracht, sich mit solchen Brandwunden über Wasser zu halten? Ihn hat die Kesselexplosion erwischt. Ein Matrose steht neben ihm, gibt ihm zu trinken, aus einer Schiffsmütze, die acht Liter faßt. Er trinkt— literweise— und dazwischen brüllt er:„Hilfe! Hilfe!“, bis er bewußtlos wird. Noch immer schreien MenJinnlos schen in Todesangst, ich halte es nag bodesangst nicht länger aus, auch ich muß vor vogesumge arbeiten, retten, sonst, wird mir übel!— Mein Vertreter muß an meinen Platz. Ich binde einen Rettungsring an eine Wurfleine, werfe ihn glücklich dem nächsten Schwimmer zu und ziehe einen Nur wenige konnten wir ihr entreißen! Kaum zweihundert zermürbte Menschen. Die Küste war gut acht Kilometer entfernt. wohl niemand wird sie in der stockfinsteren, kalten Nacht schwimmend erreicht haben. Ein schlechter Namenstag für viele Pepperln, der 19. März 1918. Und die demoralisierende Wirkung! Die Infanterie erklärte später, lieber wochenlang zu Fuß marschieren zu wollen, als einige Tage mit dem Schiff zu fahren. Um 8 Uhr früh liefen wir in Durazzo ein. Boote und Pontons, viele aufgeregte Menschen am Ufer erbau und Industrie ihr Brot finden. Ein knappes Viertel nur ist in der Land= und Forstwirtschaft beschäftigt, 17 Prozent im Handels= und Verkehrswesen. Auf den Beamtenstand und die freien Berufe entfallen zusammen bloß reichlich drei Prozent. Wie sehr sich das ganze Wirtschaftsleben umgestellt hat, geht aus der Tatsache hervor, daß vor fünfzig Jahren die ländlichen Berufe noch mit 43 Prozent an der Spitze standen. Mit der Förderung von Bodenschätzen und mit industrieller Arbeit gab sich damals erst ein Drittel der Erwerbstätigen ab. Bei der Sezierung menschlicher Leichen stellt man gewöhnlich eine Darmlänge von.5 bis 6,5 Meter fest. Röntgenaufnahmen lebender Personen ließen dagegen auf eine wesentlich geringere Ausdehnung schließen. Es wurden deshalb neue Messungen vorgenommen. Durch genaue Beobachtung der Wanderung einer verschluckten Sonde, die mit einem für Röntgenaufnahmen besonders empfindlichen Stoff gefüllt ist, wurde festgestellt, daß die Darmlänge im lebenden Organismus tatsächlich nur zwei bis drei Meter beträgt. Nach dem Tode erschlaffen die angespannten ringförmigen Muskeln der Darmwände und bewirken, wie„Wissen und Fortschritt" berichtet, dadurch die bedeutende Verlängerung des Verdauungskanals. Der Dünndarm eines Hundes erreichte schon fünfzehn Stunden nach dem Tode mehr als das Doppelte seiner ursprünlichen Länge. Jortund-Maah-Bilanz Monte Carlo und die Wirtsekaftskrise— Der Verein der Spielopfer von Monte tagt Eine Firma mit einem etwas langatmigen Namen hat ihre Aktionäre zu einer Generalversammlung eingeladen. Sie heißt:„Vereinigung der Küstenbadeorte und auswärtiger Gesellschaftskreise“. Sie ist ordentlich im Firmenregister eingetragen, hat ihre Büros und ihre Büroangestellten und erfüllt den Buchstaben des Gesetzes buchstäblich, indem sie einmal jährlich Bilanz macht und ihre Einnahmen und Ausgaben der Oeffentlichkeit bekanntgibt. Es finden sich dann einige Dutzend vornehm aussehender Herren dabei, die so und so viel tausend Aktien repräsentieren und jedes Jahr von neuem mit Befriedigung zur Kenntnis nehmen, daß das Unternehmen blüht und gedeiht. Zur selben Zeit, wenn sich diese Herren zu löblichem Tun niederlassen, versammelt sich in Paris eine andere Gesellschaft, von ganz anderem Aussehen, ganz anderer Zusammensetzung und— anderen Zielen. Die Herren dieses Pariser Vereins sind es daher, denen die Herren sote werden ins Wasser gelassen, alle verfügde beteiligen sich am Rettungswerk. In der er normal drei Mann Platz finden— sitzen, ihr hängen zehn! In den größeren Booten nzig!— Minuten werden zu Stunden. Das ird schwächer, geht in Aechzen, Stöhnen und zielen in ein dumpfes Gurgeln über. Es ist Die Leute ertrinken in nächster Nähe! Und meinem Platz am Steuerrad nicht weg. Da terreichischer Italiener, der kein„H“ aus„verzweifelt sein„Ilfe“ in die Nacht Dort teirer in seinem Dialekt:„So helft mir ute, so helft mir doch!“ Die Schwimmer ziff, aber wir die Schwimmer nur, wenn ind. Sangrenooge „ dunkler Körper taucht backbord von ein Rettungsboot, ohne Riemen, übrigens z wir fanden; ein Beweis, wie schnell die len sein muß. Etwa zwanzig Personen runter der Militärkommandant des Damperstleutnant. Der meldet sich bei unserm tän. Ich höre jedes Wort. 6 ÖMRE Nuckuck r alles auf der„Linz?“ mandaut. utnant antwortete:„Infanterieregiment 00 gefangene Russen und 1000 Itaraßenbau nach Albanien bestimmt, kräfte und 40 Offiziersfrauen(die ihre roßteil von Albanien damals schon im c, besuchen wollten). Ferner 80 Laststück Schlachtvieh.“—„Und wo sind : Oberstleutnant?“ fragt unser Komh weiß es nicht“, lautet die Antwort. schen oder Mehrere tausend Menschen Furchtbare Smen gehen also hier unter. Unsre Rettungsmannschaften Renschen auf, die die Rettungsgürtel gebunden haben. Höchstwahrscheinlich rainer Gebirgsbauern, die nie das Meer uch eig Schiff betreten hatten. Sie meinten, seh n zu können. Sie sind able ertrunken; zimmgürtel trieb ihnen die Fiute hoch und den Posser. Man laßt sie fahrer, den Lebenden heltin, und packt wieder Tote an. In komsch usrüstung, nur das Gewehr fehlt Brave oldaten, den prall vackenden Rucksack mit " 12 SAURE VO OAURE 59 OAHRE 21000WRE soochl Eecht Sefant ion auf dem Rücken, da kann der beste Dauer sicht muß man erhilft die beste Instruttion, wenn Panikblg ilh 204. JE R00MARRE 200 UMAE aus Monte Carlo ihre Einkünfte und Dividenden verdanken und es ist gut, wenn man gleich seinen Namen hersetzt. Er heißt:„Verein der Spielopfer von Monte Carlo“ und um in diesem Verein Aufnahme zu finden, muß man einen Mindestverlust von 100 000 Franken nachweisen können. Die Herren dieses Vereins beschäftigen sich hauptsächlich mit Reformplänen, die auf eine Erhöhung der Gewinnchancen hinauslaufen. Nur begreiflich, daß die Tätigkeit dieses Vereins in Monte herzlich unerwünscht ist. Er hat deshalb auch seinen Sitz aus Monte Carlo nach Paris verlegen müssen. Denn die Gesellschaft mit dem vornehm klingenden, unverfänglichen und langatmigen Namen ist nichts anderes als die weltberühmte Spielbank von Monte Carlo und der Rechenschaftsbericht, den sie in diesen Tagen der Oeffentlichkeit unterbreitet hat, reizt zu zahllosen, nicht ganz unaktuellen Betrachtungen. Den vornehmen, feudalen Gästen Monte Carlos ist nämlich im letzten Jahre unter anderem auch die Wirtschaftskrise aufgefallen und hat tiefgreifende Spuren hinterlassen. Die Bilanz meldet einen Verdienstrückgang von 15 Millionen Franken gegenüber dem Jahre 1929. Da aber der Reingewinn noch immer 57 Millionen Franken beträgt, hört sich die Sache für die Aktionäre nicht ganz so schauerlich an. Die Gesellschaft verteilt also die eine Dividende von sieben und einem halben Prozent, genau so viel wie immer seit dem Jahre der Umstellung 1923. Die Gewinne der Gesellschaft sind in Wirklichkeit viel höher, denn ihr gehören heute ein Großteil der elegantesten Hotels in Monte Carlo, sie hat die schönsten Sportplätze errichtet und betreibt in eigener Regie außerdem ein Strandbad und eine kleine vielfrequentierte Dampferlinie. Interessant ist der Rückgang der Umsätze auf die verschiedenen Spielarten. Am stärksten ist er offenbar beim Trente und Quarante, hier beträgt er 78 P6! Beim Roulettespiel macht der Rückgang nur 30 F aus und beim Bakkarat, dem König der Hasardspiele gar nur 18 75. Wenn man bedenkt, daß das Trente und Quarante verhältnismäßig noch am meisten Chancen bietet, dann ergibt sich der bezeichnende Schluß, daß dem blinden Zufall mehr Vertrauen als je entgegengebracht wird. Der tägliche Spielumsatz in Monte beträgt genau elf Millionen Franken. Der durchschnittliche tägliche Gewinn 300 000 Franken. Im übrigen ist auf dieser Generalversammlung neuerlich betont worden, daß die Bank, entgegen bestimmten Gerüchten. auf die Dauer immer gewinnen muß. Es gibt keinen Spieler der Welt, der es mit der Bank in punkto Geduld aufnehmen könnte und so lange es Narren genug gibt, die das Gegenteil annehmen, wird die Bank wachsen, blühen und gedeihen. Ein kleiner Posten, der unter Spesen vermerkt ist. muß aber noch besonders erwähnt werden. Die Bank hat im letzten Jahre fast 90 000 Franken an Rückfahrtkarten bezahlt und da dies an mehr als 700 verschiedene Leute ausbezahlt wurde, läßt diese offenherzige Angabe den Schluß zu, daß sich ebensoviele Leute vollständig ruiniert haben. Da die Bank übrigens den Verdacht hegt, daß die Einrichtung der Gratisbillette zur Rückfahrt über Gebühr ausgenutzt wird, ist geplant, darin Einschränkungen Platz ergreifen zu lassen. Keinen Platz gefunden in dieser einzigartigen Bilanz der menschlichen Leidenschaft hat die diesjährige Zahl der Selbstmorde, die Anzahl der ruinierten Eristeazen, die Hrkatenbe der Verwünschungen und der nie gehaltenen Séwüre keine Karte mehr anzurühren. Warum auch! Vorläufig iz Frau Wir'schaftskrise in Monte Carlo zu Gaste und sie hat gleich im ersten Fohre ihres uverwünschten Aufenthalts bewiesen, daß sie trotz glieden stärker ist als Roul und Aber bei diesem Spiel sind Bakkarat. tenden. 0 Ackerbau und gleichartig neben meisten Bürger, a ben nebenbei auch aachstehenden BekDer Landwirth am künftigen Mittn 2 Uhr circa 20 S zellen in der städti des Unterzeichneten lassen. Lusttragende Bochum, den 11 Die im künftige mit Klee gesäet w# saamen erforderlich Diesenigen, wel erforderlichen Quc werden ersucht, da 20ten März d. J. ner gelangen zu Bochum, den Die den Herr in der Bauerscho belegene sogenant 80 preußische Mo weit zur Verpacht Hierzu ist ein Dinstag 8 Tage, des Gastwirthé H in welchem Dachtl Die Vorbedir mir eingesehen wi Bochum, den Daß es auch rer landwirtsche ging, zeigen so gungen: Si Auf den An gerechtigkeit des meisterei Blanken 1 Sgr. 10 Pf. g gezogen werden, den 30ten Mai: vor dem Deput Schaumburg Zahlungssäh dahin, vorgelaoen Gerichts=Registra Die 1 Eine Blum innige Freund einmal ihren 2 darum ihr Son und machte sich Kaum war sie dem Frühli „Warumn sah bewundern aus weißen B rosarote Pfirsic jedem Schritt, Schneeglöckchen „Ich weine der Frühling. freuen, wenn si der Stadt kann Straßen und „Da hast Blumenfrau. einverstanden! „Wie mein „Ich nehm die Stadt und über die Blum draußen vord wirst sehen, d heraus und fr „Das iste lachte und ga Veilchen als Blumen verka und hole noch warten.“ Die Frau sich vor ein gr kamen, und hi die Leute die In kurzer Ze Die Blum Geschäft, das gekauft hatten Die allerg er sah, wie se tanzte er übe lein, Fuß den Veilchen Anviel Schönes. Stadt kamen. sangen dem Sitzen fü 1. Sitzen fün Haben es SoScherl Bochum vor hundert Jahren Aus dem Bochumer WDochenblatt 1831 Ackerbau und Viehzucht standen im alten Bochum gleichartig neben dem kleinstädtischen Gewerbe; die meisten Bürger, auch Kaufleute und Handwerker, betrieben nebenbei auch Landwirtschaft. Das geht auch aus aachstehenden Bekanntmachungen hervor: Bekanntmachung. Der Landwirth Busmann zu Grumme ist Willens: am künftigen Mittwoch den 16ten dieses Monats Nachmittags 2 Uhr circa 20 Scheffelse Ackerland, in verschiedenen Parzellen in der städtischen Voede belegen, an der Behausung des Unterzeichneten öffentlich zur Verpachtung aussetzen zu lassen. Lusttragende Anpächter wollen sich zeitig einfinden. Bochum, den 11. März 1831. I. W. Kaltheuner. Bekanntmachung. Die im künftigen Jahre zu Hude kommende Böde soll mit Klee gesäet werden, wozu ungefähr 1100 Pfund Kleesaamen erforderlich sind. Diesenigen, welche die Anlieferung der zur Einsäung erforderlichen Quantität Kleesamen übernehmen wollen, werden ersucht, das Muster und den Preis desselben vor dem 20ten März d. J. verschlossen an den Sekretär Kaltheuner gelangen zu lassen. Bochum, den 27. Januar 1831.. Ps Die Deputirten der Vöde=Huoschaft. In deren Auftrage I. W. Kaltheuner. Bekanntmachung.„.655 Die den Herren Erben von Düngeiten zuvehorige, in der Bauerschaft Baak bei Hattingen am Ruhrstrome belegene sogenannte große Wiener Weide, die beiläufig 80 preußische Morgen groß ist, soll auf sechs Jahre anderweit zur Verpachtung ausgesetzt werden.—641 Hierzu ist ein Termin auf den 29. März, als künftigen Dinstag 8 Tage, Vormittags 9 Uhr, an der Behausung des Gastwirths Herrn Blächer zu Hattingen anberaumt, in welchem Dachtlustige zu erscheinen ersucht werden. Die Vorbedingungen können von heute an täglich bei mir eingesehen werden. Bochum, den 17. März 1831. Aus Auftrag Der Communal=Empfänger A. Osterman. Daß es auch damals schon den Eigentümern kleinerer landwirtschaftlicher Besitzungen nicht immer gut ging, zeigen folgende Zwangsversteigerungs=Verkündigungen: Subhastations=Datent. Auf den Antrag eines Gläubigers soll die Erbpachtsgerechtigkeit des Schreiers Kotten zu Stiepel, Bürgermeisterei Blankenstein, nach Abzug der Lasten zu 236 Thlr. 1 Sgr. 10 Pf. gewürdigt, zur nothwendigen Subhastation gezogen werden, und ist der einzige Bietungstermin auf den 30ten Mai Morgens 10 Uhr an hiesiger Gerichtsstelle vor dem Deputirten Herrn Oberlandesgerichts=Referendar Schaumburg anberaumt. Zahlungsfähige Kauflustige werden mit dem Bemerken hin vorgeladen, daß Taxe und Vorwarden vorher in gebote nur in den gesetzlich zulässigen Fällen angenommen werden. Hattingen, den 8. März 1831. Königl. preuß. Land= u. Stadtgericht. Wilmanns. Subhastations=Patent. Behufs Auseinandersetzung soll die den Erben Wölting zustehende Erbpachtsgerechtigkeit an dem Fängers Kotten zu Dahlhausen, gewürdigt zu 1094 Thlr., zur Subhastation gezogen werden, und ist dazu der einzige Bietungstermin auf den 30ten Mai Nachmittags 2 Uhr vor dem Deputirten Herrn Oberlandesgerichts-Referendar Schaumburg an Ort und Stelle auf Fängers Kotten anderaumt...„.49: warhen en Ai.sem TarmiZahlungsfähige Kauftustige werden zu biesem Termine mit dem Bemerken hierdurch vorgeladen, daß Taxe und Vorwarden in der Gerichts=Registratur eingesehen werden können, und Nachgebote nur in den gesetzlich zulässigen Fällen angenommen werden. Hattingen, den s. März 1831. Königl. preuß. Land= u. Stadtgericht. Wilmanns. Die Weitmarer dürfte folgende Anzeige interessieren: Bekanntmachung. Zum Verdinge verschiedener Reparaturen an dem Dastorathause zu Weitmar, veranschlagt zu 173 Thlr. 23 Sgr. 7 Pf., habe ich auf den 2ten künftigen Monats April einen Termin auf der hiesigen Verwaltungs=Stube angesetzt. Ich setze hiervon die Gemeindeglieder, als auch lusttragende Uebernehmer, in Kenntniß, und ersuche besonders letztere, sich am bestimmten Tage, Morgens 9 Uhr, einzufinden. Kosten=Anschlag und Bedingungen können vorher eingesehen werden. Bochum, den 24. März 1831. Der Bürgermeister Steelman. Schlechte Menschen gibt es nicht nur heute, Spitzbuben nahmen auch früher schon, was sie kriegen In der Nacht vom 2/g. März d. J. sind brei ververedelte Aepfelbäume, welche auf dem zum Hause Weitmar gehörigen, neben der Landstraße nach Hattingen gelegenen Acker gepflanzt waren, entwendet worden. Wer den Thäter in der Art anzugeben vermag, daß derselbe zur gesetzlichen Bestrafung gezogen werden kann, erhält vom Unterzeichneten, unter Verschweigung seines Namens, eine Belohnung von einem Friedrichd'or in Golde. Haus Weitmar bei Bochum, den 28ten März 1831. von Berswordt=Wallrabe. machen. Heute würde sicher, da das Papier viel billiger geworden ist, diese Arbeit kaum noch lohnen. Jolgen der Palt In früheren Jahren hat die Pest in unseren Landen größte Verheerung angerichtet. In vielen Sagen ist diese Tatsache noch festgelegt. Woeste bringt in seinen Volksüberlieferungen in der Grafschaft Mark eine Erklärung eines Ortsnamens, die uns von den furchtbaren Folgen der Pest erzählt. Es heißt dort: „Vüör vielen jaren es mall de Mark wiäst, dä hiät so'n spiel lü enoumen, dat düörper un stiä fär n (beinahe leer waren). Da es dann ok en ne frau na Hagen kuemen. Dai hiät viel lü sint in inkem duorpe noch am liät de mann esacht: Eck un sai. Diärümme Eckesey. ech waeren en mann un fraget: BuBal und Bal in Baukumsnen Zial Man soll alles zu Gelde machen, dachte eine sparsame Behörde und setzte alte Akten zum Verkauf. Zum Verkauf mehrerer alter Bagatell=Acten ist ein Termin auf den 16. März Nachmittags 3 Uhr auf dem hiesigen Gerichtsgebäude angesetzt, zu welchem wir Lusthabende mit dem Bemerken einladen, daß die Aussetzung in viertel Centner geschieht. Bochum, den 1. März 1831. 4444 Königl. preuß. Land= und Staoigericht. Das gab Einwickelpapier und man konnte auch aus if einer Seite beschriebenen Bogen Briefumschläge Jupp flüget am Henkenberg Jupp ut de„Stieplschen Alpen“ mok sik an äinem Sundag im April op de Lappen no m Henkenberg. Hä moch sik unbedingt dat nigge Segelflugzeug bekieken, un viellicht, wenn hä Glück ha, konn hä ouk seihn, wie de Baukumsche Jungs domet fluogen. Hä ha mähmlik Spaß an de Joungs ihre Fleigerigge. Sin Trautchen was woll etwas im Bart am knurren van„olle Löperigge" un sowat. Aeöwer wie Jupp Anstalt mok to gohn, gaf em Trautchen noch ne Mark, domet hä sik, wann et em dröge im Hals wor, bi Wilm Becker enen drinken konn. Jupp stak sin Mützken an un trock langsam un bedächtig sinen Wiäg. Hier un do väkürn hä sik noch 'n bietken mit de Lü. Et wo es no'n Gahn gefrogt, hässe de Melle un'n Zilot all grein? Jo, bi mi kommt de Grotebohnen all rut. So gang dat hin un hier. Als Jupp am Henkenberg ankam, wassen de Jungs all am opbouggen an dem niggen Flugzeug. Hä Junge, dat Ding moch jedem gefallen. Jupp ha sine oprichtige Freide dran. An Bekannte fählent em ouk nich, denn et wassen vüöll gekommen, üm te kieken. Un me hor, wat se te kneisten hedden.„Se fleiget den Berg runner, un nohier könntse dat Ding wier ropschlieppen“, meinere so'n Afgünstigen. Do schwoll Jupp öwer de Kamm, un hä sag:„Du Gierape, wann du dat biäter kass, dann dau't du doch! Wä hier groute Schnuten föhren well, dä sall ouk bewiesen, dat hä dat biärter kann!" Domet gong Jupp no Wilm Becker un drunk sick eenen, üm sick dän Aerger runner to speilen. Welldeß wa et Middag gewon, un alle vätrocken sick, üm to iäten. Jupp mok sick ouk wier op de Socken. „Na“, sag Trautchen,„hässe dann guot gefluogen?“ —„Nä,“ sag Jupp,„sä sint noch nich so wiet gekommen. Ueöwer dat wek di seggen, dat nigge Flugzeug es en fienet Ding, grade so, as du noch junge Deerne „Du häs woll to deipe in'in Schnapspott gekiäken, wie kas du mi denn mit'n Flugzeug vägliken? Komm, wi wellt leiwer täten, dä Zoppe wett suß ganz kolt.“ No dem Jäten mein Jupp to sin Trautchen: „Trautchen, go doch es met, dann kas du die dä Fleigerigge ouk es bekieken.“—„Nä, Jupp, vandage häw ick ken Tiet, Gusken un Emma wellt nohier tom Koffi rüöwer kummen.". 425 „No, dann kas du jo en annermol es mergoyn. Ueöwer eck mot nohier unbedingt es wier kieken.“— Jupp mok sick wier op de Lappen. To biättren Vädauung drunk hä sick mol erst'nen Schnäpsken, un in Touren in de #9 soll susen kuotte Tiet gong das Fleigen ouk loß. hätt hä sick bekiäken. Twemol floger Ruhrweien, un sä moken ganz schöne Ueöwer dat nigge stäig noch nich vand Owens kom Jupp wier no Hus un tertchen, wat hä geseihn hadde.„Am lein selwes ouk es geflougen, öwwer dat wel sien.“ As hä genaug vertallt hadde, Berre. Jupp was üöwer so versiäten dat hä dovan an te dröimen fong. Hä Henkenberg, un besog sick de Fleigerigg metfleigen.„Do sak wuoll met prout wi „Eck sin de leßten Johre op'n Pütt am wiäst, do ha ma ouk met Steuerung Hebels to daun.“ Un Jupp steg in. ouk all:„Ausziehen— laufen— los!“ dürch de Luft. Hoi, Junge! Dat was Un äh dat hä sick väsog, ha hä Bur all unner sick. Na, dach hä bi sick, nu naug, nu kasse mol ümdrahn, un im sch kam hä rüm. Op enmol merken hä, dat dahle gong. Hä sog all de Ruhr duorne för't Water ha hä höllisch Angst, will'n dat schwimmen konn. Hä gaf sick an de Hebe werken, üöwer hä war rein verbistert gen dat hä sick väsog, plumssen hä Hals üöw Water. Tom Glück foll hä noge au R hä schreien as son Lihrspecht, un hol sick ar faste, wie hä meinen. Opnmol lait Trautchen en Bölk var „Käl, büs du dull gewohn, du riß mi## ut'n Kopp!“— Owwer Jupp hol „Ek väsup, ek väsup!“ Trautchen nich ful, es däftig in’ne Siete. Do kam Jupp endlich bi.„Käl, Käl,“ „wat häw ek ne Angst utgestohn. Denk mi am Henkenberg geflougen un sin gekommen Blanksen tau. Ueöwer to guodeleßt sick doch noch Ruhr gefallen. Wann ek mi nich am Wiehe holn hädde, dann wär ek tatsächlich im Dron däsuopen.“ „Du häs guot quaten met din Wiehnstr nere Trautchen,„dat woren miene Hoor, wo di dran geholn häs. Mißnat büs du jo geschwett „Jo, jo“, mein Jupp,„dä Angs, dä A. et ouk blouß im Drom was, dä göng schlimmsten Feind nich.“ „Sou“, sag Trautchen, dä intüschen opge üm an de Komode gegohn wa.„Do treck en dröget Hiämd an!“ Jupp do dat un b kere hä widder. Hä was ganz aff van dä Der Gagr Gebt die fünf Kinder müssen was haben! 18 Alle fünf Kinder sitzen n Die Blumenfrau und der Frühling Von Friedl Hohenstatt. Eine Blumenfrau schloß mit dem Frühling einst innige Freundschaft. Das kam so. Die Frau wollte einmal ihren Bruder auf dem Land besuchen. Sie zog darum ihr Sonntagskleid an, setzte ihren besten Hut auf und machte sich auf den Weg. Kaum war sie vor der Stadt draußen, da begegnete sie dem Frühling. Der weinte sehr. „Warum weinst du?“ fragte die Blumenfrau und sah bewundernd den Frühling an. Er trug ein Kleid aus weißen Blüten, einen Helm aus Schneeglöckchen, rosarote Pfirsichblütenstrümpfe und Veilchenschuhe. Bei jedem Schritt, den der Frühling machte, läuteten die „Ich weine, weil ich nicht in die Stadt kann,“ klagte der Frühling.„Sicher würden sich viele Stadtkinder freuen, wenn sie meine Blumen sehen würden. Aber in der Stadt kann ich nicht leben, dort gibt es nur Häuser, Straßen und Gassen, aber keine einzige Wiese.“ „Da hast du ganz recht, Frühling,“ sprach die Blumenfrau.„Aber ich will dir gern helfen, wenn du einverstanden bist.". „Wie meinst du das?“ fragte der Frühling gespannt. „Ich nehme von deinen Blumen einen Korb voll in die Stadt und verkaufe sie an die Leute. Allen, die sich über die Blumen freuen, erzähle ich, daß du da bist und draußen vor der Stadt auf die Menschen wartest. Du wirst sehen, dann kommen am Sonntag viele zu dir heraus und freuen sich an deiner Pracht. „Das ist ein guter Rat, Frau,“ sagte der Frühling, lachte und gab der Blumenfrau Schneeglöckchen und Veilchen als ersten Gruß für die Stadt.„Wenn alle Blumen verkauft sind, dann komme nur wieder heraus und hole noch mehr,“ sprach er.„Ich werde dich erDie Frau ging mit den Blumen in die Stadt, setzte sich vor ein großes Haus, an dem viele Menschen vorbeikamen, und hielt die Frühlingsboten feil. Kaum hatten die Leute die Blumen erblickt, kamen sie her und kauften. In kurzer Zeit war der ganze Korb leer. Die Blumenfrau war recht zufrieden mit dem guten Geschäft, das sie gemacht, und die Leute, die Blumen gekauft hatten, freuten sich an deren feinem Duft. Die allergrößte Freude aber hatte der Frühling, weil er sah, wie sehr ihn die Menschen liebten. Voll Glück tanzte er über die Wiesen und durch den Wald. Wo sein Fuß den Boden berührte, wuchsen Schneeglöckchen, Veilchen, Anemonen, Schlüsselblümchen und sonst noch viel Schönes. Und als am Sonntag die Leute aus der Stadt kamen, staunten sie über all die Herrlichkeit und sangen dem Frühling vor Freude ein Lied zum Gruß. Sitzen fünf Rinder vor dem Haus 1. Sitzen fünf Kinder im Kreis herum, Haben es wichtig, schaun sich nicht um: Fünf kleine Kinder. 2. Sitzen fünf Kinder vor dem Haus, Köpflein beisammen, nichts bringt sie draus; Künf kleine Kinder. 0 2. Sitzen fünf Kinder im Sonnenschein. Spielen ganz eifrig denken nicht heim; " Fünf kleine Kinder, 4. Seyr, die fun Kinder mussen was haben: Was mag es nur sein?... Wer kann es erraten? 5. Ist es ein Häschen?... Ein Schmetterling? Ist es ein Kätzchen?... Ein Fingerring? 6. Könnt es nicht auch eine Glaskugei sein? Ein junger Igel?... Ein Vogel klein? Sitzen junf Kinder, vergessen sich Ruth, Lorle und Pe Fünf kleine Kinder. # vergessen sich ganz; Leter, der Fritz und der Franz; 6. aue(unf Kinder sipen noch dort, Und sitzen sie nimmer, dann sind sie halt fort; Fünf kleine Kinder. Ein Spruch von Pestalozzi. Kind! Wenn dich eine Bürde schwer drückt, so vergiß nie, daß der Mensch durch das Schwertragen stark wird! Von neugierigen Löwen und bekutsamen Elefanten Jeltsames aus dem bierreieh Von einem ganz eigenartigen Erlebnis erzählte eine Missionarin, die mit ihrem Fahrrad in Afrika eine Strecke durch den Wald fuhr. Da die Dämmerung kam und sie den Weg nicht mehr genau sehen konnte, war das Radfahren gefährlich, und sie stieg ab und schob nun ihr Rad. Plötzlich tauchte ein Löwe aus dem Dickicht auf. Sie läutete mit der Klingel ihres Fahrrades und ging weiter. Der Löwe hielt Schritt mit ihr, indem er immer neben dem Weg herging. Eine halbe Stunde lang setzte sie in dieser unheimlichen Gesellschaft ihre Wanderung fort. Dann tauchte ein Licht auf, das 5 spielenden Knaben behutsam beiseite und rannte dann erst weiter. Ebenso ging es in London als bei der feierlichen Bürgermeisterprozession einige Elefanten über den Anblick eines Löwen in Wut gerieten. Trotzdem aber haben sie keine Menschen angegriffen oder beschädigt. Im Newyorker Zoologischen Garten befindet sich ein Elefant, der von ungewöhnlicher Wildheit ist. Nicht einmal seine Wärter wagen sich ihm zu nähern. Die geringste Kleinigkeit macht ihn reizbar. Und es könnte sein, daß er einen Menschen tötete, nur wenn dieser vielleicht einen Gegenstand fallen ließe, wodurch das zarte Nervensystem des Tieres erschreckt würde. Aber obwohl dieser Elefant alle Lebewesen mit äußerstem Mißtrauen und wirklicher Feindseligkeit betrachtet, ist er gut Freund mit einem Rotkehlchenpaar, das in jedem Frühling in seinem Käfig nistet. Täglich betrachtet er das Nest und betastet es mit dem Rüssel, aber stets so behutsam, daß er weder das Nest noch die Eier beschädigt. Wenn die jungen Vögel ausgekrochen sind, sieht er wie ein guter alter Großvater dem Fütterungsgeschäft zu. Ein ganz eigenartiger Fall von Geistesgestörtheit wurde einmal an einer Hauskatze beobachtet, die Mißgeburten zur Welt gebracht hatte. Die merkwürdig mißgeformten kleinen Geschöpfe lagen im Korb, die alte Katze aber warf nur einen entsetzten und erschrockenen Blick auf sie und rannte dann, jammervoll aufschreiend, davon, verkroch sich und ließ sich nie mehr blicken. Bei anhänglichen, treuen Hunden kommt es vor, daß sie von Zeit zu Zeit ohne jeden Grund bissig werden, ja es gibt Hunde, bei denen sich diese Wutanfälle, die eine Art Hysterie sind, monatlich regelmäßig wiederholen. Besonders bei Pudeln, einer degenerierten oder überzüchteten Rasse, wird diese Erscheinung häufig beobachtet. Ist der Anfall vorbei, so ist das Tier wieder völlig normal und friedlich. Natürlich sind Tiere dieser Art als Haustiere nicht gerade besonders geeignet. K. T. Was versteht man unter Elemer Elemente sind die chemischen Grund nach den bisherigen Erfahrungen nicht m Bausteine zerlegen lassen und in Verbindingen stets in bestimmten Mengenverhältnissen nach ihrem Alomge und mit genau bestimmten Eigenschaften auftreten. alle Elemente(man kennt deren 92) hat i Zeichen(Symbole) eingeführt und verbindet jedes de selben mit der erfahrungsgemäß feststeheren Verbindungszahl, dem Atomgewicht(z. B. Al 27,1). Wer hat die Kuhpockenimpfung begründet Der englische Arzt Eduard Jenner(17 hat im Jahre 1796 die Kuhpockenimpfung Praxis eingeführt. Wo lebt die größte Krabbe? Die japanische Riesenkrabbe erre gestreckten Füßen eine Länge von 3,6 MetWo ist ranzige Butter eine Delikaresse! Das Hauptnahrungsmittel der Tibeser ist ter, deren Beliebtheit mit dem Alter wächst. Die größte Delikatesse ist vierzig Jahre alte Butter. Wie wachsen Menschen und Tiel Die Zeit, welche bis zur Verdoppelung des Körvergewichtes nach der Geburt verstreicht, ist bei den verschiedenen Lebewesen verschieden lang: Bei der Maus 4 Tage, beim Hund 8, beim Rind 47, be und beim Menschen 150 Tage. Was ist Weisheit? Erasmus von Rotterdam, r gelehrteste Holländer seiner Zeit, soll als Kind sehr Befähigung gezeigt haben. Es wird erzäl:, haß er zi Erlernung des Alphabets sieben Jahre geereucht haben soll. immer näher kam, und der Löwe verschwand. Man kann für das seltsame Verhalten des Löwen eigentlich keine andere Erklärung finden, als die Neugier. Das Fahrrad, für ihn ein sehr merkwürdiger Gegenstand, erregte seine Aufmerksamkeit, ebenso die Klingel. Deshalb blieb er in der Nähe, um diese beiden sonderbaren Dinge genau zu betrachten, da er sie bisher noch nicht gekannt hatte. Wie bei allen Katzen, ist Neugier— man kann es vielleicht auch Wißbegier nennen— ein hervorstechenAfrika fuhren, weiß man, daß, die. Lömer, sich häufig Allerlei Fragen und Untworten dem Auto näherten, um es. auso genaueste in Augenschein zu nehmen. Sie wußten anscheinend nicht, was sie mit diesem wunderlichen Gegenstand anfangen sollten. Daß Elefanten, selbst wenn sie wütend sind, meist eine Scheu vor menschlichem Leben haben und sich Mühe geben, es zu schonen, wurde erst kürzlich wieder bei dem Ausbruch zweier Elefanten aus dem Kopenhagener Zoo bewiesen. Obwohl die Tiere so zornig geworden waren, daß sie ihre Ketten sprengten, setzte der eine bei seinem Wege durch den Garten einen gerade vor seinen Füßen Kleine Mädchen Kindergedicht. Kleine Mädchen hüpfen gern auf dem weichen, grünen Gras, ob sie nah sind oder fern, denn das Hüpfen macht viel S: Mutter, Vater, Onkel, Tante haben es sehr gern, denn so kleine liebe Mädchen sieht man nah und fern. Marianne., 8 Jahre alt, Ihe Rinder, gebt icht Welches ist das beste Brennholz? Vielfach wird geglaubt, die harten Hölzer hätten auch den größten Heizwert. Das ist aber falsch, denn das beste Brennholz ist das der Linde. Wenn man seinen Heizwert mit 100 Einheiten ansetzt, so folgen die anderen Holzarten in folgender Reihe: Kiefer 99, Tanne und Ulme 98, Lärche, Roßkastanie und Weide 97, Ahorn 96, Schwarzpappel 95, Birke und Erle 94. Eiche 92, Weißduche 91, Rotbuche 90 Einheiten. Schularbeiten. ohne Aufsicht Mit Aufsicht. Schont: A. i Lunge n! As der Wernhatt der Spahmächer Tochte. bezahlt ervate der un Ma Schwe Buchst ren Entgegenkommend erster Buchhalter, hat sich in Abwesenheit seien, aber sehr geizigen Prinzipals mit dessen verlobt. Er richtete folgendes Telegramm mit Kückantwort an seinen zukünftigen Schwieen mit Betty verlobt— Mama einverstanden auch um Ihren Segen.— Segen bezahlt. und Willi.“:—.— Segen beza Mozart adio brachte Mozart. Neben mir saß ein Mäduch aus Leipzig. Ihre Kritik erschöpfte sich Feststellung: Lozart— der is immer so nuddlich. Awwr mer imn nich beese sein.“ Uebertrumpft (zu einer Spielgefährtin):„Meine große hat zwei Aerzte wegen einer Operation“. meine Schwester hat sogar drei Advokaten ihrer Scheidung.“ Nit möglich! ir fehlt im Kreuzworträtsel ein Wort mit elf „Ein glücklicher Mensch“ steht da.“ si, versuch doch mal„Junggeselle“. Das Glück konntest du nur den Zug verpassen?“ rand hinten beim Viehwagen und sah zu, chsen verladen wurden.“ da hit man dich vergessen?“ In der Eisenbahn wach endlich auf, jetzt kommt die größte zin rrigkeit.“ #e gar nichts“ ja die größte Sehenswürdigkeit, wir fahnen dreitausend Meter langen Tunnel.“ In der Großstadt Höhenlust auf Wiedersehen! Komm glücklich rüber!" „Der Arzt hat meiner Frau vier Wochen Höhenlust verordnet.“ „Und Sie haben sie ins Gebirge geschickt?“ „Nein, ich habe ihr ein Zimmer im Dachgeschoß einrichten lassen.“(„Moustique“.) Wie finden Sie? Tochter läßt ihre Stimme im Ausland ausbilden.“ „Wie rücksichtsvoll!“ Der bleibt sich treu Der Schotte, der sich beim Rasieren geschnitten hat, telephoniert:„Hallo? Ist dort das Krankenhaus? Wieviel zahlen Sie für Bluttransfusionen?“ Was Sie nicht sagen Maxl befindet sich wegen einer Diebstahlsgeschichte seit längerer Zeit in Untersuchungshaft. Eines Tages gehen ihm seine Pantoffeln verloren. Maxl revoltiert, fordert Ersatz für den Wertgegenstand, bis die Wachtmeister ihn schließlich vor den Gefängnisdirektor führen. wollen Sie?“ fragt der Direktor. „Ich habe meine Pantoffeln verloren.“ „Nun, und was soll ich da machen?“ „Ich wollte Sie, Herr Direktor, nur warnen, daß es hier im Gefängnis Diebe gibt.“ Die Erleichterung „Ich höre, daß Sie heute schon wesentlich leichter atmen. Die Pillen, die ich Ihnen verordnete, haben also schon geholfen“ Herr Doktor. aber es ist mir gelungen, meinen Wechsel um drei Monate zu verlängern.“ Das ist was anderes „Hören Sie, Kellner, so eine Portion möchte ich auch haben, wie der Herr dort am Tisch.“ „Können Sie nicht kriegen. Das ist der Wirt.“ Die Meduse „ Der Bankier Meyer hat nebst anderen Bildern im Salon ein Gemälde hängen, welches das entsetzenerregende Haupt der Meduse Gorgo darstellt. Neulich besuchte ein Bekannter den Bankier und entdeckte bei dieser Gelegenheit das Bild. „Wohl eine Verwandte von Ihnen!“ erkundigte er sich, um sofort höflich hinzuzufügen:„Uebrigens eine entzückende Person!" Das Bild Rübe will einen Rubens kaufen. Aus privater Hand. Zehntausend Reichsmark verlangt der Besitzer. Rübe:„Lachhaft! Für ein gebrauchtes Bild!“ Der Grund „Kurti, wen hast du denn lieber, den Vater oder die Mutter?“ „Den Vater, der ist meist nicht zu Hause!“ Die Antwort „Sehr geehrter Herr Redakteur“, schrieb der Einsender,„ich bitte, meine Gedichte wohlwollend zu prüfen und mich umwendend Ihr Urteil wissen zu lassen, da ich noch andere Eisen im Feuer habe.“ „Sehr geehrter Herr“ lautete die Antwort,„nehmen Sie die Eisen raus und schmeißen Sie die Gedichte rein!“ Das Anmögliche „Ich kenne einen Maler, der malt so naturgetreu, daß man glaubt, es sei alles Wirklichkeit, was er malt. Einmal hat er ein Spinngewebe an die Decke gemalt, da hat das Dienstmädchen sich stundenlang bemüht, es wegzuwischen.“—„Das glaube ich nicht, so was gibt es nicht.“—„Weshalb nicht? Meinst du, solche Maler gäbe es nicht mehr?“—„Nein, aber solche Dienstmädchen gibt's nicht mehr. Natürlich „Sieh mal den hübschen Vogel. Großmama!“ rief der kleine Hans, als er mit seiner Großmutter im Zoo war. „Ja“ nickte die alte Dame, und er schreit auch nicht wie gewisse Jungen.“ „Ach“, erhielt sie zur Antwort,„das ist nur, weil er nie gewaschen wird.“ Das war einmal Die Spinne „Ach, der arme Großvater! Sieh doch die große Spinne, die auf seinem Kopf sitzt!" „Aber Tante, das ist doch keine richtige Spinne. Die legt er nur hin, um die Fliegen zu verjagen!“ „Ich möchte gern wissen, Elise, wo die Initialen geblieben sind, die ich vor vierzig Jahren hier eingeschnitten habe!“ Kinder Max fragt den Papa: „Was ist anonym, Papa?“ „Anonym ist, wenn einer nicht genannt werden will, wenn er unbekannt bleiben will.“ Am nächsten Tage fragt Papa den Max: „Max, wer hat die chinesische Vase kaputtgeworfen?“ „Der Herr Anonym, Papa.“ * In einer Thüringer Schule fragte neulich ein Lehrer in der Deutschstunde: „Wer hat den Ausspruch getan:„Die schönen Tage von Aranjuez sind nun vorüber?“ Es feldete sich ein einziger Junge aus der ganzen Klassez „Mein Vater.“ „Waaaas?“ „Ja, als meine Mutter neulich von der Reise zurückkam.“ Seldch-eie Problem Nr. 21 J. Halumbirek(Dresdener Anz. 1930). Schwarz: Kdt, Los(2) %% „eu 2 2 ∆ 2 2% 4 Weiß: g, g G g S. S.A. 2 ThS. Las, Se7, Bbs. b4, d5 es. 14(9) Matt in 4 Zügen. Kr. 25. Damenindische Verteidigung. eratungsturnier April 1931 in Nizza. echin und Monosson Schwarz: Stoltz und Reilly, 42—44 368—16 2(-c4—66 3. S81—13 97—56 48—57 11—62 48—67 6.—0—0 —7. 52—53..... chlich wie Schwarz Nr 47—05 antworten könnte. Dd8—c8 des Läufers nie Idee, jedoch zuerst mit G7.146 für seine Entwicklung sorgen. 351—c3 er Stelle kann mit 8. S16—e4 fortfahren, was das Spiel durch den folgenden Abtausch für den henden erleichtert. 34-15 schwedische Meister fnung des tlastungsSspiels dem manöder Se 9. 24X45 0 Lei-h11 7a1—## S/5Xds —c5 d5 Kcs? Besser war 118—08Nach dem Springertausch macht sich der weiße Damenläufer auf den wichtigen Diagonalen a1—87 bald sehr bemerkbar. 12. Lb2Xcs 118—08 13. D41—421 L57-ds Die Vernachlässigung der Entwicklung muß sich für Schwarz unangenehm auswirken, 13.. Sb8—07 oder cb war unbedingt geboten. 14. Da2-141 De8-b77 15. d4Xc5 böxcs Nach 15.: Le7Xes gewinnt LcsX87, KesX87. Da2—9516. e2—64l L4s—c6 16.. LdsXes 17. S13 —.85, Le7X95. 18. Df4X85. 77—15, 19. L2Xet. Db7 Xet. 20. LesX16 und gewinnt. 17. 563—es Le6—es 18. Se5—84 S58—36 19. Le3x87 Aufgegeben. 19.. Ke8X87. 20. D14b6+, K87--98, 21. 44—e5 mit der Drohung S61 16-+-, 21.. 057-b4. 22. Tel-ce usw. Aus der Schachwelt. Panamerikanisches Schachturnier. Ein Turnier, das nur amerikanischen Spielern offen stand, wurde in diesem Jahre in Newyork ausgetragen. Von den zwölf Teilnehmern waren Capablanca und Kashdan eine Klasse für sich. Capablanca siegte mit 10 Punkten vor Kashdan(8½). Ueberraschend ist das schlechte Abschneiden Marschalls und Eduard Laskers, die beide nur 4 Punkte erreichten. Der Schlußstand des Turniers: 1. Capablanca(10), 2. Kashdan(8½) 3. Kevitz (),.—6. Horrwitz, Kupschik, Hermann Steiner(je 528), 7. Santasiere(), 8. Turover(4½),.— 11. Marschall, Eduard Lasker, Dake(je), 12. For(2½). Nr. 26. Endspiel. von J. J. Prokop(Ceskoslov. Sach 1930). Schwarz: Kes, Let.(2) Pgiei Breil Kreuzworträtsel Weiß: Keb. Sa4, Ba7(). Ein theoretisch wertvolles Endspiel, das nur durch größte Präzision gewonnen werden kann. 1. Keh—esl Le4-hi 2. Sa4—b6 Lh1—b7 3. Kes—ebl Ke8-48 4. Keo—d6 Kd8—es S. K06—c7 L57-hi 6. Sb6—c8 Um mit Sdé-- und Sdé —57 den Läufer zu verstellen. Weiß zieht und gewinnt! 6. L51—28 7. Kc7-bs Ke8-08 8. Sc8-d6l K08-47 9. Sdh-B7I.... Auf 9. KbsXas würde K47—c7 remis erzwingen, da der Springer den schwarzen König nicht von cr undes verdrängen kann. 9. K07—c6 10. Kb8Xas Kc6- c7 11. S57—06 und Weiß geminnt. 1. Keß—es Let-cé 2. Kes—45 Leb—b7 3. K06—c7 L57-h1 4. Sa4—bö kes..“ Es drohte wieder S. Scs wie in der ersten Bariante. 5. Sbo—c8-1- ke7—e0 5. Sc8—05 L51—#8 7. S46-—c4l La8—h1 8. Sei—a5 Lh1-—28 9. Kc7-bs Ke6—46 10 Sas-c4+ Wird der Läufer jetzt wyon geschlagen, so wird das Spiel durch 10. Kd6—c7 unentschieden. 10. K46—65 11. Kb8Xes K06—c7 12. Set—6é und gewinnt. Bearbeitei von Fris Odorsky, Bochum. Waagerecht: 1 Hafenanlage, 3 Nebenfluß des Rheins, 5 bedeutende Gestalt des alten Testaments, 9 Baumgang, 10 berühmter Geigenbauer. 11 Nebenfluß der Wolga, 12 französische Hafenstadt, 14 Gottgeweihte und schädliches Insekt, 17 wie sich der schlaue Odysseus nannte, 18 Verbrecher, 19 altgriechische Göttin Senkrecht: 1 Familienhaupt, 2 bekannter Vogel, 3. Land in Asien, 4 Gebirgsstock in der Schweiz, 5 Spende, 6 Aufruhr, 7 Zigarrensorte, 8 bekannte italienische Stadt, 12 Verbindung, 13 Küchengerät, 15 amerikanisches Raubtier, 16 Zahlwort. * Buchstaben=Ergänzung — 0—— n— Werden die Striche durch die — d—— a— richtigen Buchstaben ersetzt, so ent— e—— e— stehen acht Wörter, deren Anfangs— e—— e= buchstaben den Namen eines Dich— I—— n— ters nennen. In einer senkrechten u—— e—. Buchstabenreihe findet man den — r—— a— Teil eines seiner Werke. — d—— u— Die Wörter bezeichnen: eine W Stadt in Italien, eine Stadt in der Rheinprovinz, einen König von Persien, ein Land in Deutschland, eine Stadt an der Elbe, eine Gestalt der Sage, ein Gewebe und einen männlichen Vornamen. * Silbenrätsel und Akrostichon a. a. am, an, au, bern, be, ben. burg, chen, che, Ner, el, le, mer, mel, mur, ra. se Aus vorstehenden 19'hen bilde man neun mehrsilnige Wörter von folgender### Baum, Fruß sieg, Vogel, Stadt in Anhalt Fluß in Bayern. Vögel, Fluß. Knabenname, Fluß in Frankreich. Aus jeder, der Wörter läßt sich durch Vorsetzen se eines Buchstaben, ein neues Wort bilden. Werden die neuen Worter richtig geordnet, so nennen ihre Ansangsbuchstaben ein Seebad, Arithmogriph 1 2 3 4 5 6 chinesische Stadt 7 4 7 7 2 französische Festung 8 3 2 7 2 4 Pflanze 9 10 4 2 11 Lust und Liebe zu einer Sache 2 12 12 2 Schornstein 5 8 9 8 7 britischer Besitz in Südafrika. Die ersten, dritten und letzten Buchstaben nennen, alles von oben nach unten gelesen, drei bekannte Dichter. * Zwiefache Gefahr Wenn du Kopf und Hals verdreht Einem Mägdelein, Wird dem Hochtouristen es ne Gefahr stets sein! * Quadrat Gebärdenspiel Erlaß derehemal.„Hohen Pforte“ fremdländischer Frauenname Vorbild(Fremdwort) Maurergerät Die gefundenen Wörter sollen waage= und senkrecht gleichlauten. Bilderrätsel Auflösungen aus voriger Nummer Silbenrätsel: 1. Werther,, 2. Arena, 3. Sonde, 4. Bismarck, 5. Ruine. 6. Isehia. 7. Nahrung, 8. Gewalt, 9. Treue, 10. Zähre, 11. Uhrmacher, 12. Edenkoben, 13. Hundertschaft= Was bringt zu Ehren?— Sich wehren! Lösung der Verwandlung: Wiesen, Weisen, Heiden, Herder, Felder, Finder, Finten, Fasten, Garten. Quadraträtsel: Wagner, Racine. Elster, Randow, Schöpfen und Schaffen: Lenbach, Lenz, Bach. Zahlendiamatt: Kai, Galan, Venedig, Mora., Ems, O= Palermo, Venedig. Etwas bleibt doch immer noch: Lehar, Lear. Bilderrätse.: Zwischen Männern wirkt der Groll anzuziehender als die Liebe. De Ehe Bochu hiesigen Amts abgezweigte St später nach Er direktor Land Leute kannte u angebracht wa Menschenkind chelt war und er weitgehendst seiner Amtstät in die damals polnischen Ost stechereien übe ausgefochten n dem es nicht b platz, an der oder von Boch gereien kam, beigerufene Pr und manchmal Landgericht keit ein, hier kündete:„Hil Jahr Gefängn 4 4267 schle " So at für di. zeich wenn Ste d es, St sich. Dakt was weerte Soch Sonntal Billige Heeres Milltär-Bro „ P31 Trit Ko Neu Rucksäcke Zeitbahner Spitzzelf. Sanitätstia Wienciasbs: Warfuu!e. Wanderwei Knickervos Sporthoser MotorradMotorradWanderhal Sportschuf und vieles Siegmu Bechum, fche son 1 27 VIV. De här vam Gerichte Ehe Bochum ein Landgericht hatte, bestand beim hiesigen Amtsgericht eine von dem Landgericht Essen abgezweigte Strafkammer. Ihr Vorsitzender war, auch spater nach Errichtung des Landgerichtes, Landgerichtsdirektor Landschütz. Das war ein Mann, der seine Leute kannte und sie zu behandeln wußte. Wo Strenge angebracht war, kannte er keine Milde, wo aber ein Menschenkind durch des Schicksals Verhängnis gestrauchelt war und Reue über seine Tat empfand, da ließ er weitgehendst Rücksichten walten. In der ersten Zeit seiner Amtstätigkeit nahmen in der Bochumer Gegend, in die damals viele fremde Elemente, meist aus dem polnischen Osten stammend, einströmten, die Messerstechereien überhand. Wahre Schlachten sind damals ausgefochten worden und es verging kein Sonntag, an dem es nicht beim Bahnhof Präsident, auf dem Moltkeplatz, an der Grenze von Bochum und Wiemelhausen oder von Bochum und Altenbochum zu blutigen Schlägereien kam, bei denen die zur Wiederherstellung herbeigerufene Polizei oft einen sehr schweren Stand hatte und manchmal auch etwas mit abbekam. Landgerichtsdirektor Landschütz sah die Notwendigkeit ein, hier mit fester Hand durchzugreifen. Er verkündete:„Hinfort gibt es für jeden Messerstich ein Jahr Gefängnis.“ Er machte das auch wahr und der Erfolg war, daß nach ein paar Jahren die Messerstecherei fast ganz aufgehört hatte. Eines Tages stand vor der Strafkammer ein Invalide unter der Anklage, einen Polizeibeamten tätlich angegriffen zu haben. Der Angeklagte wollte beim Gericht einen guten Eindruck schinden und hatte, da er den Feldzug 1870/71 mitgemacht hatte, seine Auszeichnungen angelegt. Auf die Frage, ob er seine Tat zugebe, hob er an:„Hoher Herr Präsendent.." Kurz unterbrach ihn der Landgerichtsdirektor:„Ich bin kein Präsident." Der Angeklagte ließ sich nicht beirren, sondern sagte:„Hoher Herr Präsendent. Ich habe 1870 die Franzosen verkloppt, aber ich habe nicht den Polizeimann verhauen.“ Und dabei blieb er, obwohl die Zeugen bestätigten, daß er doch dem Polizeibeamten eines gewischt hatte mit seinem„Krückmann". Die einstudierte Verteidigungsrede half dem Invaliden nichts, er bekam einige Wochen Gefängnis aufgebrummt. Ein andermal stand eine junge Frau angeklagt wegen Diebstahls im wiederholten Rückfalle. Eine nette, blühende Gestalt, der man ihre Langfingerigkeit nicht ansah. Die Sache sah böse aus, Zuchthaus stand in Aussicht. Da frug Landgerichtsdirektor Landschütz: „Wie lange sind Sie verheiratet?“—„Vier Monate.“ —„Hat Ihr Mann gewußt, daß Sie gestohlen haben?“ —„Nein.—„Ist er hier?"—„Ja. Der Mann meldete sich. In väterlichen Worten wandte sich der Vorsitzende an ihn.„Wollen Sie sorgen, daß Ihre Frau so etwas nicht wieder tut? Wollen Sie auf sie achten und zum Guten leiten?“ Schluchzend bezahte der Mann, der seine junge Gattin offenbar sehr liebte und ganz zerschlagen war von dem, was er im Gerichtssaale gehört hatte. Der Gerichtshof zog sich zur Beratung zurück. Sie war kurz. Dann verkündete der Vorsitzende das Urteil: Die Angeklagte wird wegen Diebstahls im wiederholten Rückfalle zu soviel Monaten Gefängnis verurteilt. Nur weil ihr braver Mann versprochen hat, — X ∆ C78 sie auf den ordentlichen Weg zurückzuführen, hat der Gerichtshof von Zuchthausstrafe abgesehen.“ Zu dem Gatten gewendet, dem die hellen Tränen über die Wangen liefen, sagte der Vorsitzende dann:„Nehmen Sie Ihre Frau mit, sie braucht die Strafe noch nicht anzutreten. Dankbaren Herzens nahm der Mann dann die schluchzende Frau mit— sie hat nie wieder fremdes Eigentum angetastet. Wie kein Zweiter verstand es der„alte Landschütz", wie man später den weißbärtigen Landgerichtsdirektor nannte, auch den geriebensten Verbrechern hinter die Schliche zu kommen, mochten sie noch so raffiniert sein und alle Kniffe kennen. Hartnäckigen Burschen gegenüber gab es keine Milde. Bekannte einer aber und zeigte aufrichtige Reue, dann sagte der Vorsitzende r Glück sonst gäbe es mehr.“ aus, daß der Angeklagte mit nahm und gerne gelobte, von kurz:„Das ist, auch Ihr Elan, gens Das Urteil fiei dann so Lus, erleichtertem Herzen es annahm und gerne gelob nun an ein anderer werden zu wollen. Die Unverbesserlichen hatten Respekt vor dem„alten Landschütz", die gelegentlich Gestrauchelten brachten ihm Vertrauen entgegen; sie wußten, unter seinem Vorsitz werde das Gericht ein Urteil fällen, das ihnen die Zukunft nicht verbaute. Gottlieb vom Tippelsberg. anseruuft S.., Höntrov. Als Mitglied einer Baugenossenschaft sind Sie an die Satzungen und an die Beschlüsse der Generalversammlung der betr. Genossenschaft gebunden. Es kann möglich sein, daß eine Zinszahlung vorgesehen war, daß aber die Verschlechterung der wirtschaftlichen Verhältnisse, der Mangel an eingegangenen Geldern, die Genossenschaft gezwungen hat, von einer Ausschüttung der Dividende, d. h. also von einer Zahlung, abzusehen. Bei Ihrer Baugenossenschaft kommt es in der Hauptsache nicht auf die Zinszahlung, sondern auf die Erwerbung von Wohnrechten an. Infolgedessen ist die Frage, ob der Geschäftsführer Ihnen eine maßgebliche Erklärung abgeben konnte, ohne weiteres mit „Nein“ zu beantworten, denn auch er ist an die Beschlüsse der Generalversammlung gebunden. Sattlerlehrling.„In Betrieben ohne oder mit nicht mehr als zwei Gesellen darf ein Lehrling gehalten werden, in Betrieben mit drei bis vier Gesellen zwei Lehrlinge, in Betrieben mit fünf Gesellen und darüber drei Lehrlinge als Höchstzahl. Ein weiterer Lehrling darf dann eingestellt werden, wenn sich der erste Lehrling im letzten Halbjahre der Lehre befindet, jedoch mit der Maßgabe, daß in keinem Falle mehr als drei Lehrlinge gehalten werden dürfen.“ Jul. W. Höntrop. Die Sektion einer Leiche durch den Arzt ist nur mit Zustimmung der Angehörigen erlaubt. Ein Arzt hatte eine Sektion vorgenommen, glaubte auch, die Erlaubnis der Angehörigen zu haben, was aber tatsächlich nicht der Fall war. Er wurde wegen Sachbeschädigung unter Anklage gestellt. Das Reichsgericht mißbilligte diesen Standpunkt der Anklage. Eine Leiche sei keine Sache, das widerspräche dem religiösen und gefühlsmäßigen Empfinden weiter Volkskreise. Eine Leiche die zur Bestattung freigegeben ist, steht auch in keinem Eigentum von Personen.(2 D 414/29.) S. T. 1000 Herne. Die Frage, ob die Blutprobe als Beweismittel in einem Prozeß(meist Alimentenprozessen) angesehen werden kann, haben die Instanzgerichte nach freiem richterlichen Ermessen zu entscheiden. An den Standpunkt der Wissenschaft ist das Gericht nicht gebunden. Daraus folgt, daß die Gerichte ganz nach der Sachlage des einzelnen Falles die Blutprobe als Beweismittel zulassen oder ablehnen können. (8 D 458/80.) Gas 1esekWas halten Ste von diesen schönen Namen. kungen sie nicht wie Musik in den Ohren der Sparsamen und der Qualitätssuicher? Wenn unsere Schuhe nichtgerade„Speler“ benannt würden. dannkämenur„Vielwert“ und„Kostewenig“ in Frage. obwohl„Modem“,„Gedegen“,„Sollde“,„Formenschön“ und„BIIlig“ gerade auch nicht schlecht wäre. So aber ist der Name„Speier“ der Begrift für diese vlelsagenden, ansprechenden Bezeichnungen einer guten Sache. Wenn Sie das Wort„Speler“ hören, können Ste daran denken. Freilich, noch besser ist es. Sie tragen das Wort„Speler“ immer bei sich, so ganz unten, auf der Schuh-Sohle. Da können Ste nämlich am besten erkennen, was„Speler“ ist, ein guter wirklich preiswerter Schuh! . 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Ersparen Sie sich den Aerger, der Ihnen im vorigen Jahr die Freude an der Pfingstreise beeinträchtigte, als Sie in letzter Minute auf den Bahnhof kamen, am Fahrkartenschalter„anstehen“ mußten— und der Zug„vor der Nase weg" fuhr. Gehen Sie ins Reisebüro und kaufen Sie dort die Fahrkarte schon drei Tage vor dem Reisetage in aller Ruhe. Der Preis ist der gleiche wie am Bahnhofsschalter. Auch Sonntagsrückfahrkarten sind erhaltlich. Die Sonntagsin Reisebüros schon früher erhältlich. rückfahrkarten gelten zu Pfingsten zur Hinfahrt vom Freitag. 22. Mai, 12 Uhr mittags, bis Pfingstmontag: zur Rückfahrt vom Freitag bis zum Dienstag nach Pfingsten, 9 Uhr früh. Quartier vorher bestellen! Verschieben Sie die Zimmerbestellung auch bei einer Kurzreise nicht bis auf die letzte Minute! Wir wünschen uns alle sehr schönes Wetter, und darum wird es auch überall„sehr voll“ sein. Wenn man nicht das Reisebüro in Anspruch nimmt, genügt eine Postkarte(mit Rückantwort!) an den Verkehrsverein des Ortes, in welchem man zu übemachten gedenkt. Aufenthaltsdauer und gewünschte Preislage müssen möglichst angegeben werden. Vergessen Sie nicht, zu notieren! Es ist viel los zu Pfingsten. Aus dem reichen Programm der Veranstaltungen nennen wir Ihnen einige der wichtigsten und größten: Berlin: Große Deutsche Bau=Ausstellung, Berliner Kunstausstellung, Eröffnung des neuen Freilicht=Theaters in Friedrichshagen mit dem „Sommernachtstraum“, Pferderennen in Hoppegarten (25. Mai); Görlitz: Schlesisches Musikfest(Schluß am ersten Pfingsttag); Dresden: Internationale Hygiene=Ausstellung,„Faust“ erster und zweiter Teil an beiden Feiertagen; Bad Pyrmont: Kulturwoche: Holland; Rothenburg o. Tauber: 300jahrfeier des Meistertrunks. Festspiel, Schäfertanz und Stadtbeschießung mit Illumination; Ulm a. Donau: 400jahrfeier der Reformation in Ulm, Festspiel„Bernhard Besserer“; Schwäbisch= Hall: Freilichtspiel „Ein lustig Gesicht des frumben Knecht"; Weißenburg i..: Waldfestspiele„Der Zigeunerbaron“; Essen: Ausstellung des Deutschen Künstlerbundes; Aachen: Tagung des„Vereins für das Deutschtum im Ausland"; Lübeck: Ausstellung„Die Ostsee im Bilde": Kiel: Nordische Schiffahrts=, Hafen= und Verkehrsausstellung; Würzburg: Tilman=Riemenschneider=Ausstellung, Festbeleuchtung von Mainufer und Festung; Hamburg: Deutscher EsperantoKongreß. Das herrliche Weserland Blotho an der Weser Vlotho hat als Sommerfrische und Luftkurort in kurzer Zeit einen sehr guten Ruf bekommen. Alle nur möglichen schmeichelhaften Bezeichnungen legt ihm der Fremde bei, wie„Perle des Westfalenlandes" oder „Kleinheidelberg". Ein Blick von dem sagenumwobenen und historischen Amthausberge ist überwältigend, während der gegenüberliegende, noch höhere Winterberg liebliche Bilder erschauen läßt, mit einer wunderbaren Fernsicht auf die Porta Westfalica, auf die kleine Porta, auf die lippischen Berge, den Teutoburges Wald mit dem Hermannsdenkmal. Ein heilkräftiges Stahlbad sorgt für Heilung von allen möglichen Gebrechen. Neben diesen„Vorzügen kann Vlotho noch den Ruf der guten und billigen Sommerfrische für sich in Anspruch nehmen. Pauschalkuren sind eingeführt und freier Besuch der Konzerte. Der Halterner See als Volkserholungsstätte ganzen westdeutschen Industriegebiet. Dem großen Strandbad gegenüber liegt der moderne Gasthof schsaus „Seehof“, der mit 10 Morgen Wald gleichfalls Eigentum der Seegesellschaft ist. Rund um den Halterigentum der Seegesellschaft ist. Rund um den Halterner See sind Stätten entstanden, die zur Muße und See sind Stätten entstanden, die zum Verweilen einladen. Am Ostufer des Sees, an der Unser Bild ist die erste Aufnahme des Haltener Sees von einem Flugzeug aus. Auf der Halbinsel, die in den See hineinragt, sehen wir den Overather Hof, gegenüber liegt der große Strand. Kieferwaldungen umsäumen den See. Schon in Vorjahren wurde das Gebiet zwischen Sinsen und Haltern gern von den Bewohnern des mittleren Industriebezirks besucht. Die herrlichen Wälder des Haard diesseits der Lippe, waren immer beliebtes Ausstugsziel, ebenso auch die Wald= und Heidelandschaft der Hohen Mark und der Borkenberge. Nur schade, daß man von Bochum aus so wenig günstige Anschlüsse in Wanne=Eickel an die nach Recklinghausen und Halteren fahrenden Eisenbahnzüge hat. Nur wenige Züge ohne längeren Aufenthalt in Wanne=Eickel! Hier wie auch auf so manchen anderen Strecken sind die Essener von ihrer Eisenbahndirektion bevorzugt. Warum legt die Eisenbahn nicht einige Züge ein, die von Bochum=Langendreer ab ohne Zeitversäumnis nach Sinsen=Haltern fahren? Denn das ist gewiß. Nachdem nun der Halterner See und das große Volksstrandbad fertiggestellt ist, werden Tausende das Verlangen haben, hier ihre Freistunden zu verbringen. Frühling in Bad Seebruch Das in reizvoller Lage im stillen Seitental in den Ausläufern des Teutoburger Waldes gelegene, als Heilbad bestens bekannte Moor= und Schwefelbad Seebruch hat bereits die ersten Gäste wieder aufgenommen. Seitens der Badeverwaltung ist alle Vorsorge getroffen, den Gästen jeden Komfort zu bieten. Die günstige Lage Bades, das gegen rauhe Winde geschützt liegt, erlaubt schon jetzt erfolgreiche Kuren, die gegenüber dem geräuschvollen Treiben des Sommers mancherlei Vorkeile bieten, deren geringste nicht die jetzt zugestandenen Preiszugeständnisse sind. Der Harz lockt Osterode(Harz) umgeben von Tannenwaldungen, ist traulich ins Tal eingebettet. Schon Heine hat es in all seiner Lieblichkeit besungen und vergleicht es mit einer Moosrose. Herrliche Spaziergänge, weiche milde Luft, machen es zu einem gern und vielbesuchten Aufenthaltsort für Ruheund Erholungsuchende. Ein neues großes Freischwimmbad und neuzeitlich angelegter neuer Spiel= und Sportplatz sind vorhanden und werden eifrig benutzt. Direkt vor den Toren der Stadt liegt die Sösetalsperre, die größte Trinkwassersperre in Deutschland. Ein prachtvoller, vier Kilometer langer Bergsee, den zwei neue Kunststraßen umsäumen. Der Verkehrsverein Osterode (Harz) hat es sich zur Aufgabe gemacht, allen Wünschen der Osterode Besuchenden gerecht zu werden. Es war ein glücklicher Gedanke, den zu Wassergewinnungsanlagen bestimmten, von der Stever und vom Mühlenbach gespeisten See, der sich malerisch in das Dreieck zwischen Haard, Hohe Mark und Borkenberge einschmiegt zu einer Volkserholungsstätte zu gestalten. Die Seegesellschaft Haltern m. b. H.(gebildet aus dem Provinzialverband Westfalen, dem Ruhrsiedlungsverband, dem Landkreis Recklinghausen und dem Wasserwerk für das nördliche Kohlenrevier) hat die 55 Morgen große waldbestandene Halbinsel zwischen dem oberen und dem unteren See zu einem Volksstrandbad ausgebaut, wie es in dieser Größe und dieser Schönheit in Westdeutschland nicht seines Gleichen hat. Man erreicht es auf der in Teermakadem ausgeführten Kreisstraße Haltern=Hullern. Von der Waldhalbinsel aus hat man den schönsten Blick über den ganzen See, bis hinüber zu den blauen Borkenbergen, die durch ihren Segelflugbetrieb in ganz Westdeutschland bekannt geworden sind. Herrlicher, gelblicher Sand bedeckt hier den 800 Meter langen und 80 Meter tiefen Trockenstrand. Selbst bei voller Ausnutzung des Bades, das für 12 000 Personen vorgesehen ist, bleiben noch für jeden Besucher 4 Quadratmeter Liegefläche. Der Wald überschattet einen Teil des Strandes, sodaß jeder nach Belieben sich im Wasser tummeln, sich im Sand von der Sonne braten lassen oder im Waldesschatten ruhen kann. Kurzum: Hier ist ein wahres Badeparadies. Bei der Planung wurde in erster Linie Bedacht genommen auf restlose Abführung der Abwässer und ausreichende, mustergültige Klosettanlagen. Die Abwässer werden in einem großen Emscherbrunnen geklärt und dann durch eine besondere Pumpstation und eine eigene Kanalisation in den Unterlauf der Stever geführt. So ist die hygienisch wichtigste Frage auf das beste gelöst. Auch verkehrstechnisch entspricht das Bad allen Anforderungen. Es ist von Haltern aus auf dem kürzesten Weg zu erreichen, und ausgezeichnete Straßen gestatten es den Wegebenutzern aller Art, schnell und bequem zu dem Volksstrandbad zu gelangen. Geräumige Parkplätze können Fahrräder, Krafträder und Kraftwagen in großer Zahl so aufnehmen, daß die verschiedenen Wegebenutzer und die Badbesucher sich nicht gegenseitig behindern. In freundlichen Farben leuchten die klar und harmonisch fließenden Linien der Badehallen in schöner Harmonie mit dem helleuchtenden Blau des weiten Strandes und dem dunklen Grün der Waldkulissen Der erste Bauabschnitt am Weststrand der Halbinsel ist beendet und konnte seinen Bestimmunhen übergeben werden. Schon die bisher geschaffenen Gebäude bieten 3500 Personen Gelegenheit zum gleichzeitigen Umkleiden. Die großen Badehallen sind aus Eisenbeton und Stahl konstruiert, um die Feuergefahr zu vermeiden und bessere Reinigungsmöglichkeit zu gewährleisten. Bei der Ausstattung der Badehallen wurde von vornherein auf besondere Kleideraufbewahrungsräume für Massenabgabe verzichtet. Bisher sind eine große Frauenhalle und eine große Männerhalle mit dazwischenliegenden Räumen für die Bademeister und das sonstige Personal, für die Sanitäter, für die Wäscherei, für eine Photohandlung usw. vollendet. Für den Rettungsdienst ist bestens gesorgt. sowohl durch die Anstellung von hauptamtlichen Kräften wie auch durch die Zusammenarbeit mit der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft und den Sanitätskolonnen. Mehrere Rettungsboote stehen jederzeit zur Verfügung. Der Zugang zum Bade erfolgt auf der Südwestecke der Halbinsel, durch einen, wohl überlegt erhaltenen Kiefernbestand der kurz vor den Hallen das Kassengebäude(4 Schalter) flankiert. Ein breiter Umgang mit Steinplatten(Badepromenade) umgibt die langgestreckten Hallen, denen geräumige Planschbecken mit zahlreichen Duschen angeliedert sind. Zurzeit wird noch an d: Errichtung eines schmucken Baderestaurants gebaut, das noch in diesem Jahr vollendet werden soll. Nündung der fischreichen Stever, liegt das heimelige stadteigene„Haus Niemen“ mit seinem waldumkränzten Strandbad. Für die Jugendwanderer, die in hellen Scharen das Halterner Revier durchstreifen, ist hoch oben über dem See, unweit von Haus Niemen, die geräumige, in jeder Weise mustergültige Jugendherberge„Stausee“ erbaut worden. Auf der weit in den See hineinragenden Landzunge am Nordufer erhebt sich der imposante„Overrather Hof“ mit seinen auf das geschmackvollste eingerichteten Räumen, mit seinen senkrecht aus dem Wasser aufsteigenden Terrassen mit seinem geschützt in einer Bucht liegenden eigenen Strandbad. In Hullern bietet der Heimingshof Badegelegenheit. Die Reihe einladender Gaststätten am Rande des Sees schließt die gemütliche Halterder hier auf der Frsek Segarten und dem Rertsparr,. MaHienge###. Ipsel zwischen den beiden Armen des Mühlenbaches bei ihrem Zusammenfluß mit dem See entsteht. Das Schönste aber hat die Natur selbst beschert. Immer neue, immer ansprechendere Bilder bieten sich dem Wanderer im bunten Wechsel, wenn er von Haltern oder vom Halterner See aus marschiert. Da ist die herbe Schöne der Westruper Heide mit ihren schwermütigen Wachholderbüschen, dem lieblichen Grün der Birken, dem leuchtenden Rot der Erika. Da führen verschwiegene Wanderwege durch Walddickicht an munteren Bächen entlang. Da breiten sich die Borkenberge mit ihren Heideflächen und ihren, merkwürdig und unvermittelt aus der Ebene aufspringenden kahlen Bergkupnen, den idealen Tummelplätzen unserer Segelflieger, vom neuen Bahnhof Sythen aus leicht zu erreichen. Da laufen weite Wanderwege durch das waldreiche Hügelland der Hohen Mark und der Haard mit prächtigen Fernblicken und stillen Waldwinkeln. Da laden die Wasserläufe zu befinnlichen und erfrischenden Wasserwanderungen ein. Da findet der Naturfreund unzählige stille Plätzchen, an denen er den Geheimnissen der Natur, dem Leben des Wildes und der Vogelwelt en kann. Wir dürfen uns glücklich schätzen, eine solche Erholungsstätte, die alle Reize der Natur in sich vereint, in unserer Nähe zu besitzen. A. P. Bad Salzuflen Die hier geschaffenen mustergültigen Badeanlagen am Strande des über 800 Morgen großen Halterner Sees, umrahmt von einer überaus lieblichen, kulissenartig gestaffelten Waldlandschaft dürften vorbildlich sein für künftige Strandbäder Deutschlands. Das alte Lippestädtchen Haltern, einst Stützpunkt der in Germaniens Wälder vordringenden römischen Kohorten, Jahrhunderte hindurch Brückenkopf und Handelsplatz von Bedeutung, hat heute noch viel von seinem mittelalterlichen Charakter. Nun ist in den Kranz landschaftlicher Schönheiten des Halterner Bezirks ein neues, leuchtendes Juwel geflochten: der Halterner See. Wenn nicht das große Stauwehr wäre, möchte man meinen, das Wasser habe von jeher das weite Tal gefüllt; so natürlich fügen sich die schwungvollen Uferlinien des Sees mit den vielen Buchten und Halbinseln dem Landschaftsbilde ein. Und doch ist der See eine künstliche Anlage, ein Wasserstaubecken, das zur Trinkwasserversorgung für Millionen der Ruhrlandbevölkerung dient, ein Reinwassersee, einzigartig im Des schönen Lipperlandes Jungborn und Gesundbrunnen, Bad Salzuflen, in unmittelbarer Nähe des Teutoburger Waldes, hat auch in diesem Jahre sich wohl Besonders in den ersten schönen Maitagen hat sich der Zustrom der fremden Gäste merklich erhöht. Die Kurkapelle wird in diesem Jahre nachmittags regelmäßig im Freien spielen. Auf der Kurhausterrasse spielt eine kleinere, aber erstklassige Künstlerkapelle. Auch das KurHeater, hat, seine Pforten geöffnet. Bad Salzuflen, die ####t der Wälder und Blumen, hat einen durchaus befriedigenden Kurbeginn zu verzeichnen und findet immer wachsenden Zustrom. Kennen Sie Schwarzburg? Sicherlich haben Sie schon vom herrlichen Schwarzatal, vom Trippstein, vom Schloß Schwarzburg und den richen Ausftlugsbunkten dort gekbrf= gzug. sichen Parrassen gur gevort. 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Harpener Bergbau Hoesch Karstadt 13. 5. 52.— 59.— 69.— 67.25 155.— 46.55 Von Kohlenwerten büßten Ewald 100 Reichsmark ein. Lothringen gingen bei einigen Umsätzen etwas niedriger um. Am Braunkohlenmarkt wurden Leonhardt und Michel zu weichenden Kursen umgesetzt. Von Kaliwerten konnten Beienrode ihren letzten Kursstand bei kleinen Umsätzen nicht voll behaupten. Hallesche Salz wurden zu rückläufigen Preisen aus dem Markt genommen. Die Börse schloß still und lustlos. Kohlenwerte Name Aier Gernch Kohlen-Kuxe Alte Haase Carolus Magnus Constantin d. Gr. Deutschland Diergardt-Mev. Ewald Graf Schwerin Heinrich König Ludwig Langenbrahm Westialen Kall-Kuxe Beienrode Bergmannssegen Braunschw.-Lüneb. Burbach Einigkeit.... Erichssegen Habighorst Hanss Silberberg Heimboldshausen Kindenburg-Königsh Hohentels Hope hugo Mariaglück Marte 315 3850 105 1800 6490 4200 4300 115 1950 6800 3000 5400 14000 9000 Kune Küche eotähote Kohlen-Aktien Dahlbusch...]—.— 47.— Lothringen... 28.30 81.— Niederrn. Bergw.—.— 96.— Braunkohlen-Werte 1800 1000 2400 1475 8890 10000 1600 4700 10800 2700 7400 2700 300 1800 6500 7550 1600 1600 Bellerhammer Bruckdorf-Nietieben Gute Hoffnung Leonhardt Michel.... Vesta Kallwerte Marie Luise Max Neusollstedt Ransbach Reichsland Siegtried I u. H Wintershall Kall-Aktien Adler 100.— Bank.landw. Aktien! 41.— Hallesche Kall..—.— Hannover Kall..—.— Kaliw. Burbach alte—.— 5250 Burbach neue.. 146.— 1750 UKali chem. 6900 900 5000 — 2920 2750 3000 9900] 10700 152.— 149.50 Verschiedene Aktien(in Reichsmark für je 100 Mark Nennwert) 61.— 114.— Industrieaktien(in Reichsmark für je 100 Mark Nennwert) Aus dem Nachbargebiet Stadtkreis Wattenscheid Silberne Hochzeiten. Das Fest der silbernen Hochzeit können am Samstag die Eheleute Bergmann Wilh. Schmidt, Westenfeld, Westenfelder Straße 114, bezehen. Ferner begehen die Eheleute Bergmann Karl Weber, Wattenscheid, Watermannsweg 95, und Eheleute Bergmann Wilh. Strothmann, Wattenscheid, Bismarckstraße 31, das gleiche Fest.. Bestohlen. Einem Landwirt in Wattenscheid wurden in der Nacht zum 13. Mai durch Einbruch mehrere Zentner Hafer und Weizen gestohlen.— Weiter wurden einem Anwohner der Kirchstraße in der Nacht zum 12. Mai mehrere Wäscheteile entwendet. Stadttreis Wanne-Eicke! Im hohen Alter. Gestern feierte der Invalide Friedhof aus der Bachstraße im Stadtteil Röhling= hausen in großer Rüstigkeit seinen 78. Geburtstag. Der alte Herr wohnt seit 76 Jahren in Röhlinghausen und hat seine Jugend auf dem Hofe Kraney in BochumMarmelshagen verlebt.— Frau Witwe Witzte aus der Franzstraße 16 feierte körperlich und geistig frisch ihren 80. Geburtstag.„ ur Zimmermeister Fockes letzte Fahrt. Unter zahlreichem Geleite der Bürgerschaft, wurde Zimmermeister Focke auf dem alten evangelischen Friedhof in Wanne beigesetzt. Der Verblichene war früher Obermeister der Innung Gelsenkirchen—Wanne=Eickel. Zahlreich vertretene Vereine gaben dem beliebten Bürger das letzte Geleit. n Stadtmission Eickel. Die Stadtmission Eickel feierte Himmelfahrt in ihrem Saale' ein Gesangfest. Der Zuspruch seitens der Gemeinde war so groß, daß der Saal nicht ausreichte. Nach Posaunenchorklängen und gemeinsamem Lied sprach Stadtmissionar Heisterhagen Worte der Begrüßung. Der Männer= und Guitarrenchor verschonten durch ansprechende Weisen die Feier. Pfarrer Moeller aus Barmen hielt die Festansprache. Besondere Mahnworte widmete er den Frauen. Dann sang der Männerchor. Mit einem Schlußlied erreichte die in allen Teilen gelungene Veranstaltung ihr Ende. Jahresfest des Wanner Blaukreuzes. Das 29. Jahresfest leitete der Blaukreuzverein Wanne am HimmelGehör bringen, außerdem soll jeder Verein einen Teil einer mehrstimmigen Messe singen. kr Tödlicher Verkehrsunfall. Freitagnacht, gegen.45 Uhr, befuhr ein 25 Jahre alter Motorradfahrer mit seinem Motorrad die Kurfürstenstraße in Richtung Bochum. Plötzlich verlor er die Gewalt über sein Rav, fuhr gegen den Bordstein und kam zu Fall. Mit erheblichen Verletzungen wurde er dem evangelischen Krankenhause zugeführt. Auf dem Transport dorthin ist er bereits an den Folgen der erlittenen Verletzungen gestorben. Einbrüche und Diebstähle. In der Nacht vom 11. Mai wurden aus einem Keller der Wirtschaft Sch. in der Rottbruchstraße durch Einbruch eine Korbflasche mit weißem Schnaps(25 Liter) und aus einem Faß eine fahrtstage mit einem Festgottesdienst ein, in dem der unbekannte Menge gelber Schnaps gestohlen.— In der bekannte Schriftleiter der„Rettung", Pfarrer Dr. Goebe! Nacht zum 11. Mai wurden aus einem Keller in der Dorstener Straße durch Einbruch 4 Flaschen Korbwein Am 18 Mai wurde einem Arbeiter von (Barmen) sprach. Im Gemeindehaus fand die Nachfeier statt. Chorgesänge und Gedichte entsprechend der Blaukreuzarbeit wurden vorgetragen. Pfarrer Dr. Goebel wies in seiner Festrede auf die Notwendigkeit der Blaukreuzarbeit gerade in unseren Tagen hin. Das Fest nahm einen schönen Verlauf. ur Dekanatskonferenz der Kirchenchöre. Zahlreiche Chormitglieder hatten sich im Vereinsheim des PfarrCäcilienvereins St. Barbara, Holsterhausen, eingefunden. Nach einer Begrüßungsansprache des Paters Wienhausen beriet man über das diesjährige Fest der hl. Cäcila, das am 11. Oktober in der St. Josefspfarrkirche stattfinden soll. Die Chöre wollen in der Kirche die Choralmesse vom Christuskönigsfeste zu Die Konlage dei Gemneinden Ministerialdirektor Dr. von Leyden macht wenig Hoffnung Alg. Hochbau. Alsberg Otsch. Lastauto güsseld. Eisenhand. Zoedhart Holl. erstadt 58.0 72.0 189.0 193. Liebhold Masch.& Kranbau Rhein. Linoleum Schondortf Gebr. Westf. Dinnendahl Westf. Metall Lippst. 100.0 80.0 Köln: rückläufig Nur teilweise Erholungen. Die Börse eröffnete in stärker abgeschwächter Haltung. Von Publikumsseite waren Verkaufsorder eingetroffen, und die Spekulation bekundete eher Realisationsneigung. Umsätze kamen nur vereinzelt zustande. Am Montanmarkt betrugen die Rückgänge ½ bis 1 Prozent, darüber hinaus gingen Rheinische Braunkohlen um 3 Prozent auf 153, Harpener um 3 Prozent auf 56, Gelsenkirchen um 2 Prozent auf 70 und Mannesmann um 1¼ Prozent auf 68 zurück. Im Verlaufe gingen die Kurse zunächst erneut um—3 Prozent zurück. Das Geschäft war weiter sehr gering. Später konnte auf Deckungen der Spekulation ein Teil der Verluste wieder aufgeholt werden. Der Einheitsmarkt hatte bei Rückgängen bis zu 3 Prozent kaum Umsätze zu verzeichnen. Versicherungen still. Die Börse schloß ruhig. #sch.-Münch. F. lachen Rück. Aoripp. See Fl. L. Allianz Leben Allanz u. Stuttgart. Vers. 67.— 250.— 410.— 265.— Cl. Rückvers. Frankfurt: weiter rückläufig An der Abendbörse war das Geschäft„infolge Ordermangels wieder sehr gering und die Kurse neigten gegen den Berliner Schluß weiter zur Schwäche. Die Spekulation war eher zu Abgaben bereit, zumal auch der Newyorker Börsenverlauf recht schwache Kurse brachte. Die herauskommende Ware wurde jedoch ziemlich glatt aufgenommen, so daß sich die Rückgänge nur im Rahmen von ½ bis 1 Prozent hielten. Salzdetfurth waren mit einem Verlust von 1½ Prozent etwas stärker abgeschwächt. Bankaktien behaupteten sich. Auch Anleihen wiesen bei kleinsten Umsätzen wenig Veränderungen auf. Im Verlaufe trat keine Belebung ein. Gegen Schluß der Börse konnten sich die Kurse verschiedentlich leicht erholen. Berliner Metallnoticrungen Berig. don 1f. A141 161 (Die Preise verstehen sich ab Lager in Deutschland für prompte Lieferung und Bezahlung für je 100 Klogramm) Gektrolytkuofer(wirebars) prompt, eif Hamburg. Bremen oder Rotterdam Standerd-Slel per Originalhüttenaluminium 98—99%. in Blöcken desgl. in Walz oder Drahtbarren Banka-, Straits. 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Die dann folgenden Ausführungen des Ministerialdirektors Dr. von Leyden als Vertreter der preußischen Staatsregierung weiteten sich über den Rahmen einer Begrüßungsansprache hinaus zu einer für die Kommunen und ihre Vertreter bedeutsamen Rede aus Das Jahr 1930 hat, so führte der Redner aus, nicht so sichtbare Exfolge für die Gemeinden gezeigt wie das Jahr 1929. Dies liege teilweise begründet in früheren Geschehnissen, teilweise in neuen Gesetzgebungsmaßnahmen. Am schwersten betroffen seien die Gemeinden durch die Realsteuerbegrenzung= und Senkung, die in der Notverordnung festgelegt wurde. Mit der Bürgersteuer, wie sie durch die zweite Notverordnunig gestaltet worden ist, ist ein wenn auch bescheidener Anfang gemacht für die Wiederherstellung der Beweglichkeit der Gemeindefinanzen. Was die Frage der Beamtenbesoldung angehe, so sei, abgesehen von der Regelung im Ausführungsgesetz des diesjährigen Finanzausgleichs, die Revision der Besoldungsordnungen eine vollständige, bei der nicht mehr an den Gehältern der leitenden Beamten halt gemacht werde. Für die leitenden Beamten sei vorgesehen, daß für deren Besoldung Richtlinien aufgestellt werden, welche auch Vergleiche zulassen. Das Ministerium sei dabei, ein Recht aufzustellen, das demnächst veröffentlicht werden soll. Nach der Durchführung der geplanten Regelungen werden die Auswüchse, die hier und da festzustellen sind, beseitigt sein. Die Defizits bedeuten heute aber etwas ganz anderes als früher, sie beruhten heute nicht auf die Fehlschätzungen, sondern auf der tatsächlichen Unmöglichkeit, den Ausgaben gegenüber die erforderliche Einnahmedeckung zu schaffen. Weder im nächsten noch in den absehbaren folgenden Jahren könnten diese Defizits beseitigt werden und somit würden diese Etatsdefizits zu Kassendefizits. Eingerechnet des diesjährigen Etatsdefizits erreicht das Kassendefizit die Höhe von 1,2 Milliarden. Dem Staat sei die Möglichkeit einer Unterstützung der Gemeinden gegeben durch Ausschüttung von Mitteln aus den Fonds, die aus den Mitteln der Hauszinssteuer und denen für die Grenzhilfe zur Verfügung stehen. Wie sehe es nun mit den kommunalen Finanzen im Jahre 1931 aus? In den Zuschlägen zur Bürgersteuer hätten die Gemeinden eine gewisse stille Reserve. Demgegenüber sei mit einem Ausfall an Steuerüberweisungen von 100 Millionen RM. zu rechnen, weiter mit einem Ausfall von 125 Millionen RM., um den das Realsteueraufkommen gegenüber 1930 zurückbleibe. Der Aufwand der Gemeinden für Wohlfahrtserwerbslose und Krisenfürsorgeempfänger steige um 200 Millionen RM. Das Gesamtdefizit in diesem Jahre werde sich also auf rund 500 Millionen RM. belaufen. Auf der Ausgabenseite könnten Abstriche kaum mehr gemacht werden. Soweit solche aber notwendig sein sollten, habe der Staat nur eine Einwirkungsmöglichkeit durch die Mittelverteilung aus seinen Fonds. An Beihilfefonds seien für 1931 vorhanden 70 bis 75 Millionen RM. aus dem Realsteuersenkungsfonds. 8 Millionen aus dem Hauszinssteuerfonds und vielleicht etwas aus dem neuen im vreußischen Etat eingestellten Grenzfonds von 10 Millionen RM. Diese Mittel ständen tatsächlich zur Verfügung. Wenn von höheren Summen die Rede sei, wenn beispielsweise im Staatsrat von der Zurverfügungstellung eines Fonds von 100 bis 150 Millionen RM. gesprochen werde, so handele es sich hierbei lediglich um Zukunftshoffnungen. Wann die Fonds zu Ende seien, könne man nicht berechnen, vollkommen klar aber sei; daß mit diesen Mitteln allein das bevorstehende Jahr nicht werde überwunden werden können. Mit dem organischen Lastenausgleich bei der Arbeitslosigkeit müsse so schnell als möglich ernst gemacht werden. Die Selbstverwaltung. Ueber die Frage: Hat die Selbstverwaltung noch eine Zukunft?, hielt sodann Landeshauptmann Dr. Horion (Düsseldorf) ein umfassendes Referat. Die größte Gefahr für die Zukunft der Seibstverwaltung liege in der inneren Entwicklung, die sie genommen habe. Die Zusammensetzung, die auf Grund des demokratischen Verhältniswahlrechts die Selbstverwaltungskörper erhalten haben, begründe hier die gleichen Besorgnisse, die man im Reichstag und Landtag für den Parlamentarismus befürchtet. Dazu komme aber in der letzten Zeit auch noch vielfach ein Versagen der an sich durchaus auf das Wohl der Gemeinde und der Selbstverwaltung eingestellten Parteien. Eine andere Gefahr für die Selbstverwaltung liege darin, daß sie, ohne formell aufgehoben zu sein, von der Staatsgewalt innerlich ausgehöhlt werde. Der zweite Tagungsabschnitt am Nachmittag wurde eingeleitet durch ein Referat des Ministerialdirektors Dr. Schneider über die Aufgaben der Wohlfahrtspolitik der Gegenwart. Der Redner stellte unter der Voraussetzung, daß bei einer kommenden Reform dieses Aufgabenkomplex die Versicherung als solche beibehalten werden soll, folgende Forderungen auf: 1. muß die Möglichkeit des Mißbrauchs und der Ausnutzung beseitigt werden; 2. werden die Leistungen und die Gegenleistungen in der Arbeitslosenversicherung in ein anderes Verhältnis zu einander gebracht werden müssen, und 3. wird die schwache Stelle der organisatorischen Struktur, die sich im Laufe der Zeit gebildet hat, behoben werden müssen. Die Vereinheitlichung der Krisen= und kommunalen ürsorge werde bei der heutigen Notlage im Sparsamkeitsinteresse nicht zu umgehen sein. Als letzter Redner sprach dann noch der Vizepräsident des Preußischen Landtages, Abg. Baumhoff, über die Stellung zu den Beamtenfragen. Auf der Seite der Kommunal= beamten empfinde man die Kritik als unbegründet. Nach einer angeregten Aussprache gab Dr. Heinen, Mitglied des geschäftsführenden Vorstandes der Vereinigung, einen Geschäftsbericht, der mit Dank für die Geschäftsführung des Vorstandes und der Angestellten entgegengenommen wurde. Vorsiener gestohlen.—. um 19. Mal wurdt emen. ggucle. einem mit einem Kettenschloß versehenen Kleideraufzug in der Waschkaue der Zeche„Pluto“ eine dunkelbraune Windjacke mit blauen, schmalen Streifen und Gürtel gestohlen. 2 Ennepe=Ruhrtreis Neuer Konflikt mit Landrat Hansmann Im Ennepe=Ruhr=Kreis ist es zu einem neuen Konflikt der bürger. en Ausschußmitglieder mit Landrat Hansmann gekommen. In Gegenwart des Regierungspräsidenten erklärten die Bürgerlichen mit allem Nachdruck, daß sie unter dem Vor“ Hansmanns im Kreisausschuß nicht mehr tagen würden. Als dem Landrat heftige Vorwürfe gemacht wurden, meinte Hansmann, daß auch seine Vorgänger mit dem Kreisausschuß in Konflikt geraten seien. Es wäre wohl richtiger gewesen, wenn er den Rat von Freundesseite befolgt hätte, sich einige Kreisausschußmitglieder zu kaufen. In der darauf folgenden heftigen Auseinandersetzung sagte der Regierungspräsident zu Landrat Hansmann:„Willi, Du handelst wie ein Tor!“ Die ungeheuerliche Behauptung von der Käuflichkeit einzelner früherer Kreisausschußmitglieder hat die bürgerlichen Parteien darin bestärkt, jeden dienstlichen Verkehr mit Landrat Hansmann abzubrechen. Der Entschluß sollte auch in mündlicher Unterredung dem preußischen Innenminister unterbreitet werden, jedoch ist diese Unterredung auf Anfang nächster Woche verschoben worden. 8 * Gemeinderatssitzung in Altendorf. In der Gemeinderatssitzung gedachte Bürgermeister Wibbelt zunächst in ehrender Weise des so tragisch ums Leben gekommenen Gemeindevertreters Nophut. Dann stimmte das Parlament nach lebhafter Debatte bei einer Stimmenthaltung einer Nachforderung der Firma Nophut& Hupe für den Gemeindehausneubau zu. Das Wiedesche Angebot auf Abtritt von Gelände zum Straßenbau wurde angenommen und beschlossen, die Arbeiten teils in eigener Regie, teils durch die Firma Nophut& Hupe ausführen zu lassen. h Stadttreis Herne Eröffnung des Sommerbades Herne. Am Sonntag öffnet das Herner Sommerbad seine Tore. Nachmittags .30 Uhr eröffnet die Arbeitsgemeinschaft der gesamten Herner Schwimmvereine die diesjährige Saison mit dem althergebrachten Anschwimmen. h Stadttreis Castrop-Rauxe! Motorradfahrer verunglückt. Am 14. Mai, gegen 19.10 Uhr, fuhr ein 27 Jahre alter Motorradfahrer mit seinem Motorrad an der Henrichenburgstraße, Ecke Recklinghauser Straße, aus bisher unbekannten Gründen, plötzlich gegen einen Straßenbaum, wobei er tödlich verunglückte. Aus den Bochumter=Parieien und Bereinen * Die Bochumer Friseur=Zwangs=Innung hatte mit Damen ab. Der Vorsitzende begrüßte die Mitglieder, die sehr zahlreich mit ihren Damen erschienen waren und gab die wichtigsten Vereinsmeldungen bekannt. Bei großer Heiterkeit blieben die Mitglieder noch einige Stunden beisammen. Krieger= und Landwehrverein Marmelshagen hielt sein 1. Uebungsschießen bei reger Beteiligung ab. Die besten Schützen waren Werner mit 31 Ringen, Brüggemann 31, Büscher 31, Albrecht 31, Zander 30. Cordes 30, Brinkmeier 29, Wirsig 28, Kiekuth 28. Das nächste Uebungsschießen findet im Juli statt. In der hierauf folgenden Monatsversammlung dankte der 1. Vorsitzende für die rege Beteiligung beim Schießen. Ein neues Mitglied konnte aufgenommen werden. An dem ProvinzialKriegerverbandstag am 31. Mai nimmt der Verein mit dem Fahnenkommando teil. 2 * Verein ehem. 8. Husaren, Bochum und Umgegend. Wie auch die vorigen, so erfreute sich die letzte, im Vereinsheim„Schützenhof" abgehaltene Monatsversammlung eines regen Besuches. Es wurden 7 neue Kameraden aufgenommen, ein Beweis dafür, daß sich der Verein in ständiger Aufwärtsbewegung befindet. Die sehr reiche Tagesordnung wurde ordnungsmäßig erledigt. Mit großer Freude wurde die endgültige Fertigstellung des neuen Vereinsschrankes wahrgenommen. Hierbei gedachte man besonders des Stifters, Kameraden Hugo Alfs, der mitten aus seiner Tätigkeit durch den Tod herausgerissen wurde und selbst den Schrank nicht mehr sehen sollte. Am 6. Juni beteiligt sich der Verein an der 25jährigen Jubelfeier des Vereins ehem. 8. Husaren, Dortmund. Der diesjährige Regimentsappell des HusarenRat. 8 findet nun bestimmt am 8. und 9. August in Paderborn und Neuhaus statt. Die nächste Vorstandssitzung, zu der auch die übrigen Vereinsmitglieder, sowie die noch ausstehenden 8. Husaren eingeladen sind, findet noch im Mai, in Langendreer, statt. Eebenfalls im Mai hat der Verein sein diesjähriges erstes Schießen. * Kameradschaftsbund ehem. 136er. Am 80. und 31. Mai dieses Jahres findet ein allgemeines Wiedersehen aller ehemaligen 136er in Köln statt. Hin= und Rückfahrkarten in verbilligten Gesellschaftsfahrten. Auskunft erteilt Kamerad Gustav Kortmann, Bochum, Pieperstraße 33, vom Verein ehem. 136er, Bochum. gestern Abend ihre Mitglieder, die Besitzer von Dauerwellen=Apparaten sind, zu einer Sitzung eingeladen, mit folgender Tagesordnung: 1. Wie können wir das Dauerwellengeschäft zu einer wirklichen Einnahmequelle machen? 2. Festsetzung der Preise. Der 1. Obermeister eröffnete die Versammlung und gab nach der Begrüßung der Hoffnung Ausdruck, daß die Versammlung dazu beitragen möge, wieder zu einer gesunden Preisregelung zu gelangen. Die bestehenden Preise seien zu niedrig. Sodann ergriff der 2. Obermeister, H. Pfilipp, das Wort; er sprach in längeren Ausführungen über die Unrentabilität des Dauerwellengeschäfts bei den jetzigen Preisen. Im Anschluß daran folgte eine lebhafte Aussprache. Das Ergebnis war daß eine allgemein=verbindliche Preisregelung geschaffen werden soll. * K. K. V.„Constantia". Der katholisch=kaufmännische Verein„Constantia" veranstaltete einen plattdeutschen Abend. Nach Erledigung des geschäftlichen Teils durch den ersten Vorsitzenden Josef Calderoni übernahm die weitere Leitung des Abends Vergnügungsdirektor Konnermann. Nach einem kurzen Referat auf Plattdeutsch über die engere Heimat trug Rektor Kleff einige plattdeutsche Gedichte und Sprüche vor. Die Vorträge ernteten großen Beifall. Traditionsecke * Verein ehemaliger 67er von Bochum und Umgegend. Der Verein hielt am Sonntag seine Monatsversammlung im Vereinsheim Hasselkuß ab, die von 92 Mitgliedern besucht war. Die Tagesordnung befaßte sich zur Hauptsache mit der Wiedersehensfeier, die vom 6. bis 8. Juni in Bochum abgehalten wird. Die bisherigen Anmeldungen sind befriedigend und lassen darauf schließen, daß die Beteiligung gut werden wird. Am kommenden Sonntag hätt der Verein wieder ein Probeschießen für das Bundesschießen ab. An diesem Tage soll auch gleichzeitig der Wanderpreis des Vereins ausgeschossen werden. Als Vertreter des Vereins für den Korpsappell in Mörs wurde Kamerad Woweries gewahlt.„. 979 Priaasner: Nach * D e r B u n d e h e m. 2 5 d e r, O r k s g r u p p e B o c h u m, hielt im Vereinsheim seine monatliche Versammlung Bochum, Bongardstr. 11 Sonntag von 1½—6 Uhr geöffnet Ei BIOR gENT Gerctarersoe Gottesdienstordnung der evange! Gemeinden Sonntag, den 17. Mai 1931. Sammlung für das Märkische Säuglingsheim in Hamm. Christuskirche:.45: Schmidt II: RGL. 11.15: Edelhoff: 3: Tause, Klose. Friedenskirche:.30: Lehbrink: KGD. 11.15: Winnacker: 12.15: Tauffeier, Winnacker Lutherkirche:.45: Edelhoff: KGD. 11: Schmidt II: 12: Tause, Schmidt II. Pauluskirche: 8: Schmidt II:.30: Winnacker:.30: Lehbrink. Johanneskirche: KGD. 11.15: Bokkamp. Krankenhauskapelle:.30: Klose. Herberge zur Heimat:.30: Wohlfahrtspfleger Brock. 6. Pfarrbezirk(Gemeindeheim): Sonntag 11.15: KGD. Ehrenberg. Mittwoch 8: Gemeindebibelstunde. 10. Pfarrbezirk: Donnerstag 8: Bibelstunde, Castroper Straße 282. Ev. Jugend Bochum Altstadt. Sonntag 10: Teilnahme am Festgottesdienst in der Melanchthonkirche. Freitag 20: Jugendheim, Bibelstunde: 20: Moltkemarkt, Bivelstz A Christl. Verein jung. Mädchen, Heim: Fayrendeller Straße 14. Sonntag 10: Festgottesdienst in der Melanchthonkirche. Freitag abends 8: Bibelbesprechung für die älteren Mitglieder. Pastor Hardt, Gemeinschaft für entsch. Christentum, Friedenskirche. Mittwoch 8: Bibelstunde für jung und alt. Kirchlich=erangel. Gemeinschaftsverein, Bochum, Adolfstraße 20. Sonntag 11: Sonntagschule:.15: Evangelisation. Donnerstag 8: Bibelstunde. Evang. Verein des Blauen Kreuzes, Bochum, Ev. Vereinshaus, Mühlenstraße Nr. 25. Sonntag 3: Bibelstunde. Montag 8: Gebetsstunde Donnerstag 8: Bibelbesprech= und Gebetsstunde. Evangel. ostpr. Gebeisverein Bochum, Weilenbrink 12. Sonntag 2: Versammlung im Konfirmandenzimmer. Bochum=Altenbochum. Sonntag.45: Gottesdienst, Pastor Peithmann;.11: KGD.: 12: Taufen. Mittwoch 8: Bibelstunde im Lutherhause. Bochum=Weitmar. Sonntag vorm. 8: Frühgottesdienst. P. Bertelsmann:.45: Hauptgottesdienst.., Sassenberg: 11: Kindergottesdienst:, 12: Kirchentaufen. Mittwoch 8: Bibelstunde im Kindergart. Schützenstraße. Jungmänner=Abteilung Weitmar=Mark: Mittwoch 8: Teilnahme an der Bibelstunde. Evg. Männer= und Jünglingsverein Bärendorf=Süd. Dienstag 8: Bibelbesprechung für die Jugendabteilung: Weitmar=Mark: Mittwoch 8: Bibelstunde: Eppendorf: Sonntag.30: Bibelstunde, im Kindergaxten. Bochum=Engelsburg. Sonntag.30: Gottesdienst, Dieskhoff: 10.45: Tausen: 11: K06/2: 8: Stadtmission, Evazggligtion Dienstag 8: Stadtmission. Gevets= stunde. Freitag.30: Vorbereitung für den Kindergottesdienst. Bochum=Gerthe. Sonntag.30: Gottesdienst: 10.45: KGD.: 11.30: Tausen. Samstag.30: Bibelstunde in der Gemeinschaft. Bochum=Hamme. Frühgottesdienst in der Kirche 8: Falkenroth: Hauptgottesdienst in der Kirche.45: Kraemer: in der Wegescheid.45: Falkenroth: KGD, in der Kirche 11: Kraemer; im Gemeindehaus 11: Falkenroth: Taufstunde in der Kirche 2: Kraemer; in der Wegescheid 12: Falkenroth. Bibelstunden: Dienstag 8: Männerbibelkreis,„Donnerstag 8: Gemeindebibelstunde.„Nittwoch 8: Bibelstunde an der Maarbrücke. Christl. Verein jung. Männer: Sonntag 3: Bibelstunde. Bochum=Hofstede=Riemke. Sonntag 8: Mübge: 10: Pitsch: 11: KGD., Mühge: 12: Taufstunde. Freitag 8: Vorbereitung für den K62. Jungmännerverein: Dienstag 8: Bibelbesprechstunde. Bochum=Hordel. Sonntag, B3pzgslgz; tesdienst. P. Höfter: 10.45; Kinorzgglicg. dienst: 11.45;, Taufen.„Donnerstag 8: Gemeindebibelstunde, Höfter. Bochum=Uemmingen. Sonntag.30: Hauptgottesdienst, Kublmann: 10.45: Kirchentaufen: 11: KGD. Montag 20: Bibelstunde. Bochum=Wiemelhausen= Melanchthon: Sonntag 8: Althüser:.45: Dr. Winckler, Festgottesdienst, mit Melauchtbonchor: 11.30: Kirchentaufen: 11.30: KGD., Hebendehl. Altenbochum:.30: evangelische Kundgebung am Denkmal an der Königsallee, Generalsuperintendent Veirich, Münster: 4: Festversammlung, Präses Dr. Koch, Melanchthonkirche. Jugendbund für entsch. Christentum, Melanchthonkirche. Mittwoch 20: Bibelbesprechung für Männer und Frauen. Bochum= Wiemelhausen= Petrikirche: Sonntag(Kreis=Kirchentag). 10: Festgottesdienst unter Mitwirkung des Gem. Chors, Pastor Stein, Diakonissenhaus, Witten: 11.30: Taufen: 11.30: A6K Vastor Nelle, Castrop;.30: evangelische Kundgebung;, 4: Festversammlung im Paul=Gerpaxor=Haus. Generalsuverintendent Weirich(Münster):.30: Synodal= gottesdienst. Pastor Meier(Marten)— Freitag.30: Vorbereit, für den KGD. Bergmannsheil: Dienstag.30: P. Sassenberg. Landeskirchliche Gemeinschaft„Melanchthon“. Königsallee 163. Sonntag .30: Gebetsstunde: 2: Kinderstunde: .30: Evangelisation. Donnerstag 8: Bibelstunde. Jugendbund für entsch. Christentum, Zweigstelle Weilenbrink 12: Mittwoch 8: Bibelstunde für jung und alt. Christl. Verein jung. Männer, e.., Jugendheim. Oskar=Hoffmann=Straße 14. Sonntag: Beteilgung am Kirchentag. Mittwoch 20.15: Bibelstunde für Männer und Frauen. Hiltrop..30; Gottesdienst Pf. Fortmann 10.45: Kindergottesd. 12: Tausen. 20: Kirchen=Konzert 14: Jungmännerverein. 16: Jungmädchenverein, Montag, 17: Jungschar des Jungmädcheupereins. 20: Posaunenchor. Dienstag 17.30: Jungschar des Jungmännervereins, 30: Jungmädchenverein(Kindergarten). Don= Sonntagschilg: 18: Predigt, Prediger ingen. W5: Cdov ie Bihestnde Freiag Di. Gebele. 35-Chelaessel ce del Saäke Kesleistaiße da. Sontiag 83s=Rhbosiaeshich .30: Gottesd guße, sud onnersig stunde: 11: Sonntagschule:„6: EvangeliK hhr Tchrick Zunamädchenverein. Dors: sationsversammlung: 7: Jugendverein. 8 uhr, Schrigk., Junamädgenyerein, Dorf: Montag 8: Gem. Chor. Mittwoch 3: Dienstag 8 Uhr: Haar: Dienstag 8 Uhr: Kinderunterricht: 8: Bibelstunde. DonDonnerstag 8 Uhr Singen, Jungmänner= nerstag 8: Jungmädchenverein.— verein, Dorf: Mittwoch 8 Uhr;„Hggr: Gerthe, Gerther Straße 10. Sonntag .30: Predigt: Dienstag.45: Bibelstd.: Wattenscheid. Friedenskirche: Vorm. 8: Frühgotiesdienst. P. Bechtbold: 10: Hauptgottesdienst. P. Sixtus: nachm. 2: Kindergottesdienst, P. Müller: 3: Tausen, P. Bonne.— Alte Kirche: Vorm. 9: Masur. Gottesdienst, Gemeindebelser. Pozelnv.— Krankenhaus: Vorm. 10: Hausgottesdienst, P. Bechthold.— Höntrop: Vorm. 10: Hauptgottesdienst, P. Heuser, — Leitbe: Vorm. 10: Hauptgotiesdienst, V. Müller.— Amtswoche: P. Müller. Gottesdienstordnung der katholisch. Gemeinden Sonntag, den 17. Mai 1961. Schluß der österlichen Zeit. Propsteikirche. 6,.45: Messe, 8: Singmesse, 9: Gymnasialmesse, 10: liturgisch. Hochamt: 11.15: Messe mit Predigt;.30: Mai=Andacht. Marienkirche:.40: Messe;.15,.30; Messe mit Predigt;.30: Hochamt: 11: Messe mit Predigt: 8: Mai=Andacht. Klosterkirche: 5. 6: Messe: 7: Singmesse: 8: Singmesse mit Predigt:.15: Schülerinnenmesse: 10.30: Hochamt: 5: Prediat, Andacht. Josephskirche:.30: Messe;.30,.45; Messe mit Predigt; 10: Hochamt mit Predigt: 11.15: Messe mit Predigt: .30: Mai=Andacht. Antoniuskirche:.30: Messe: 8: Messe mit Predigt:.30: Hochamt mit Predigt: 11: Messe mit Predigt:.30: MaiAndacht. Anstrche: g6g. Make: 7 8nMeinolphuskirche:.30: Messe:.30: Messe mit Predigt:.30: Schulmesse: .30: Hochamt mit Predigt: 10.45: Kindermesse: 11.30: Messe mit Predigt; .30: Mai=Andacht. Liboriuskirche: Ab.30: Beichtgelegenheit: 7: Messe:.30: Messe mit Predigt: 10: Hochami mit Predigt:.30: Mai=Andacht. Hl. Kreuzkirche: Ab.30: Beichtgelegenheit: 7 und.30: Messe mit Predigt: 10.30: Hochamt mit Predigt:.30: Mai=Andacht. Herz=Jesu=Kirche, Hamme. 7: Messe, .15: Messe m. Predigt: 10: Hochamt in. Predigt: 11.15: Messe mit Predigt:.30: Mai=Andacht. Dreifaltigkeitskirche: 7: Messe: 8: Messe mit Predigt: 10: Hochamt mit Predigt:.30: Mai=Andacht. St.=Anna=Kirche, Bochum=West: Ab .45: Beichtgelegenheit: 7: Messe mit Predigt:.30: Schulmesse: 10: Hochamt mit Predigt:.30: Mai=Andacht. Franzislus=Kirche Bochum= Riemke: .15: Messe:.15,.30: Messe mit Predigt..30: Hochamt mit Predigt: 11: Messe mit Predigt:.30: Mai=Andacht. Liebfrauen=Kirche, Boch.=Altenbochum: .30,.45: Messe: 9: Kindermesse; 10: Hochamt mit Predigt:.30: Mai=Andacht. Bochum=Laer: Ab.30 Beichtgelegenheit:.30: Messe mit Predigt: 10: Hochamt mit Prediat;.30: Mai=Andacht Herz=Jesu=Kirche, Boch.=Hordel:.30: Messe: 8: Messe mit Predigt: 10: Hochamt mit Predigt:.30: Mai=Andacht. Franziskus=Kirche,.=Weitmar:.30: Messe:.45: Messe mit Predigt: 9: Hochamt: 10.15: Schulmesse: 11.15: Messe mit Predigt:.30: Mai=Andacht, Bochum=Gerthe St. Elisabeth: 7, .30: Messe: 10: Hochamt mit Predigt: .30: Mai=Andacht. Bochum=Harpen. Zum hl Geist:.30: Messe: 10: Hochamt mit Predigt:.30: Mai=Andacht Bochum=Werne:.45: Messe:.15: Messe mit Predigt: 10.45: Hochamt mit Predigt:.30: Mai=Andacht. Wattenscheid. Propsteigemeinde:.30: Messe:.30: Messe mit Predigt, bl. Kommunion der Jungfrauen:.30: Messe in. Prediat:.30: Messe u. bl. Kommunlon der höheren Schulen:.30: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt:.30: Andacht mit sakramental Segen:.15: Tause: 4: Andacht und Vortrag für die Jungfrauen und Aufnahme.—— Sonstige Gemeinden Sonntag, den 17. Mai 1931. Evg.=Luther. Kreuzgemeinde, Bochum, Kreuzkirche, Hamme: Sonntag vormittag .30: Frühgottesdienst, Pfarrer Stallmann: 10: Hauptgottesdienst, Pfarrer Kerle: 11: Taufen: 11.30; Kindergottesdienst. Mittwoch abend 8: Gottesdienst, Pfarrer Kerle.— Gemeindeheim, Lutherhof: Sonntag nachm 2: Posaunenchor: 4: Frühlingsfest. Montag abend 8: Kirchenchor. Dienstag abend 8: Jungmännerverein. Donnerstag abend 8: Jungfrauenverein. Er.=luth.(altluth.) Kirchengemeinden: 1. Gemeinde Bochum, Kirche Dibergstraße Nr. 52: Vorm. 10: Predigt, Pastor Fritze(Witten)— 2. Gemeinde Hamme, Kirche am Hindenburgplatz: Vorm..30: Predigtgottesdienst, Hilfsprediger Stefsen: vorm. 11: Kindergottesdienst: nachmittags 3: Jungfrauenverein: abends 6: Gebeisstunde im Gemeindesaal. Dienstag S: Jungmännerverein. Mittwoch .30: Pfingstandacht. Mittwoch.15: Kirchenchorübung. Donnerstag 3: Frauenverein. Freitag 8: Vorbereitung zum Kindergottesdienst. Neuapostolische Gemeinde. Gottesdienst: Bochum., Rheinische Straße 7: Sonntag vorm. 9. nachm. 4 Uhr, Mittwoch abends 8 Uhr. Langendreer, Wallbaumweg 58: Sonntag vorm. 9, nachm. 4 Uhr, Mittwoch abends 7 Uhr. Laer, Werner Hellweg 13a: Sonntag vorm 9, nachm. 5 Uhr. Mittwoch abends 8 Uhr. Weitmar, Kellermannsweg 51: Sonntag vormittag 9. nachm. 4 Uhr, Mittwoch abends 8 Uhr. Weitmar. Hattinger Str. 312. Saal: Sonntag vorm. 9, nachm. 4 Uhr Mittwoch abends 8 Uhr. Linden, Kestenkamp 49a; Sonntag vorm. 9. nachmitt. 4 Uhr Mittwoch abends.30 Uhr Riemke, Auf dem Dahlacker 42: Sonntag nachm. 4 Uhr. Mittwoch abends 7 Uhr. Wanne=Eickel, Königstr. 21: Sonntag vorm. 10. nachm. 6 Uhr. Mittwoch abends 6 Uhr. Wanne=Röhlinghausen, Königstr 21: Sonntag vorm. 8 nachm. 4 Uhr, Donnerstag abends 6 Uhr. Evang. Gemeinschaft, Auferstehungskirche, Bochum, Alleestraße 48. Sonntag vorm..30: Gottesdienst m. Gliederaufnahme. Prediger Goebel: vorm. 11: Sonntag von 13.30 bis 18 Uhr geöffnet! uu OHYYOTT P Hefert prompt und billigst jede Sorte und Menge Gewerkschaft Freitag 8 Uhr: Donnerstag.30 Uhr Turnen. Frauenchor Haar: Donnerstag 6 Uhr. Kirchenchor: Dienstag 8 Uhr. Bochum=Langendreer. Sonntag.30: Morgenandacht:.30: Gottesdienst: 11: Kindergottesdienst: 11: Kirchentaufen.— Bochum=Werne. Sonniag 8: Frühgottesdienst:.45: Hauptgottesdienst: 11.15: Kindergottesdienst: 12.15: Kirchentaufen. Gemeindeteil Kreia. Sonntag 10: 8: Jugendverein. 1. Baptisten=Gemeinde, Immanuelskirche. Hermannshöhe 21. Sonntag.30: Bibelstunde, Prediger Beutler: 11: Sonntagsschule: nachm. 4: Prediat. Prediger Beutler: 6: Jugendverein: Mittwoch 8: Gebetsstunde.— Gemeindesaal Hamme, Hofsteder Straße 131. Sonntag.30: Mattesniaute.#### Sius glu: Frühlingssest:, 11: Sonntagsschule: DonGottesdienst: 11.15: Kindergottesdienst. nerstag 8: Bibelstunde. Prediger Janssen Linden:.30: P. Weber. 11: Kin=— Gemeindesaal Bärendorf, Goldhamvergottesdienst. 12: Tausen. Mittwochlmerstraße 17. Sonntag.30: Bibelstun5: Tausen. P. Bäumer. Donnerstag, de: 11: Sonntagsschule: Donnerstag 8: 5:„Sinastunde in der Kirche. Bibelstunde.— Gemeindesaal Werne, Dahlhausen: 8: Superintendent Neu= Am Born 4. Sonntag.30: Bibelstunde: P. Bäumer. 11: Kinder=11: Sonntagsschule; nachm. 4: Predigt; gottesdienst. 12: Tausen. Dienstag.15: Bibelstunde. Ehrenfeldstraße und am Rathaus Ruf: 64000- 65000- 66000 Ier ae e Zu haben in Apotheken und Drogerien. 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Jahre, daß, auf der Pecrteg In diesem Jahre werden es 50 Jahre, daß auf der Strecke Berlin— Frankfurt der erste Speisewagen der deutschen Eisenbahn in Dienst gestellt wurde. Es war ein feierlicher Augenblick, als zwischen Weimar und Erfurt den Gästen dieses Restaurationswagens für .50 Reichsmark ein Diner von fünf Gängen serviert wurde. Unsere schnellebige Zeit hat von diesem kulturhistorischen Geburtstag bisher viel zu wenig Notiz Wie alle kulturellen Neuerungen, hat auch die Einführung des Speisewagens zunächst manche Anfeindung erfahren. Noch 1881 erklärte der spätere Ministerial= direktor Wiechert:„Zweifelhaft erscheint es, ob Restaurationswagen erforderlich sind, um einem wirklich empfundenen Bedürfnis der Reisenden abzuhelfen. Solche Annehmlichkeiten kommen nur einer sehr geringen Anzahl von Personen zugute, welche hierdurch verwöhnt werden und dazu beitragen, daß das Publikum seine Anforderungen noch weiter in die Höhe schraubt.“ Und noch 1893 hieß es in einem offiziösen Artikel der Zeitung des Vereins deutscher Eisenbahnverwaltungen in einer Polemik gegen den Speisewagen:„Es muß bis sechsstündiger Fahrt Gelegenheit geboten wird sich im gutgelüfteten Speisezimmer bequem an eine Tafel meint, eine wahre Wohltat sein, wenn ihm nach fünffür jeden Reisenden, der es mit seiner Gesundheit ernst zu setzen und mit Ruhe die Speisen zu genießen.“ Trotzdem setzte sich der Speisewagen verhältnismäßig rasch durch. Das amerikanische Vorbild der Pullmann=Wagen, das von dem belgischen Ingenieur Georg Nagelmackers aus Lüttich nach Europa übertragen wurde, war doch zu verführerisch. Die ersten Speisewagen wurden von der Internationalen Schlafwagengesellschaft, abgekürzt J. S.., eingerichtet. Für ihre Benutzung wurde außer einem„Diner=Billet“ von 2,50 Reichsmark ein„Bon=Billet“ von 50 Pfennigen gefordert. Die Benutzung blieb Reisenden der ersten und zweiten Klasse vorbehalten. Erst 1903 durften auch Reisende dritter Klasse an den Genüssen des Speisewagens teilnehmen, nachdem eine jahrelange Debatte darum geführt worden war. Man befürchtete, daß die Reisenden der dritten Klasse nur allzu gern von ihren harten Holzbänken auf die weichen Sessel der Speisewagen flüchten und nicht mehr weichen würden. Noch im Jahre 1908 schrieb die Verwaltung der I. S. G. an den preußischen Arbeitsminister:„Auf den deutschen Linien ist in den Speisewagen leider nicht immer dieselbe Ordnung innezuhalten, wie auf den ausländischen. Auf diesen hält sich das Publikum streng an die table’hote. Auf deutschen Linien wird auch außerhalb der festen Mahlzeiten den ganzen Tag über gegessen und getrunken, so daß keine Möglichkeit besteht, peinliche Ordnung zu halten.“ Eine Unterbrechung erfuhr der Speisewagenbetrieb durch den Krieg. Aber schon im Jahre 1916 beschlossen die Mittelmächte gegenüber der I. S. G. eine eigene Schlaf= und Speisewagengesellschaft zu begründen, die heutige„Mitropa“. Sie nahm einen so gewaltigen Aufschwung, daß sie im Jahre 1929 bereits 224 Schlafwagen zu ihrem Betrieb zählte und 5600 Personen beschäftigte. Nach dem Krieg wurden natürlich die internationalen Verbindungen sehr bald wieder hergestellt. Seine reichste Ausstattung erfuhr der Speisewagenbetrieb jetzt in den Luxuszügen, von denen besonders der Rheingoldzug die Ansprüche auch des verwöhntesten„Gurnemann“ befriedigt. Die Flucht vor dem Rutomobil Einen guten Gedanken hat man in Ostpreußen gehabt. Das schöne Land, das in den letzten Jahren immer stärker von Jugend=Wandergruppen aufgesucht wird, leidet auf seinen Landstravßen ebenso wie andere Provinzen unter der„Autoplage“— wenigstens wie der Fußgänger das empfindet. Darum wird man, zunächst im Ermland, besondere„Wanderstraßen“ anlegen, die für Autos unpassierbar sind und dem Fußwanderer einen ungestörten Genuß seiner Tour ermöglichen sollen. Man sieht: Das Automobil treibt die Pfadfinder des 20. Jahrhunderts gewissermaßen wieder in die Wildnis. Und das alte Spiel wird sich wiederholen: Die Pioniere eines neuen Naturgefühls werden dort solche Schönheiten entdecken, daß es eines Tages unbedingt notwendig sein wird, neue Autostraßen anzulegen, damit auch der bequemere Teil der Zeitgenossen an den neu entdeckten Landschaftsschönheiten sich erfreue— zum Nutzen einer künftigen Fremden=Industrie, die sich gewiß pünktlich einstellen wird. Tausend Todesopfer täglich— Aber Deutschland Ut das Land der schlimmlten Not— Studium der europätichen Erwerbslolenfürlorge— Rettung nur durch Belebung der Wirtschaft Der demokratische Senator Thaddeus H. Caraway von Arkansas erklärte im Senat der Vereinigten Staaten:„Bei uns sterben jetzt tausend Menschen täglich an den Folgen der Unterernährung.“ Ueber den von ihm vertretenen Staat im Süden des Landes, der eher überwiegend agrarisch denn industriell beschäftigte Bevölkerung aufweist, heißt es in einem Bericht des Roten Kreuzes: „Mehr als ein Viertel der Gesamtbevölkerung von Arkansas ist gegenwärtig in Speise und Kleidung abhängig von Wohltätigkeitseinrichtungen. Sie unterstützen 522000 Menschen und rechnen damit, in den nächsten beiden Wochen diese Ziffer auf 700 000 anschwellen zu sehen.“ Die Not hat also auch in den Vereinigten Staaten ihren Einzug gehalten. Gemessen an deutschen Verhältnissen empfinden wir die vier bis sechs Millionen Arbeitslose, die Amerika nach amtlichen Angaben zählen soll, nicht als sehr erheblich; denn die Bevölkerung der Vereinigten Staaten ist doppelt so groß wie unsere. Selbst wenn die Gewerkschaften, die Amerikas Arbeitslosigkeit auf neun bis zehn Millionen beziffern, der Wahrheit näher sein sollten, als die Aemter, verfügen die Vereinigten Staaten immer noch über riesenhaft größere finanzielle, wirtschaftliche und natürliche Hilfsmittel, so daß sie nach europäischer Vorstellung mit einer Krise leicht ertig werden müßten. Die noch Amerika die Hungernden nächtelang anstellen, um nach vielstündigem Warten eine Tasse heißen Kaffee und ein belegtes Brot zu bekommen, die mit einem„bitte recht schnell!“ verzehrt werden müssen. Die Regierung Hoovers läßt gegenwärtig eine Studienkommission für die Einrichtung einer staatlichen Erwerbslosenfürsorge in Europa umherreisen. Die Herren bitten dringend darum, ihre Bemühungen geheim zu halten, ohne natürlich verhindern zu können, daß sie doch allgemein bekannt werden. Sowohl das englische als auch das deutsche Unterstützungssystem wird von ihnen als zu kostspielig und dem amerikanischen Sinn für Wirklichkeit zuwiderlaufend empfunden. In der Tat ist es auch gar nicht zu begreifen, weshalb ein untervölkertes Land, noch dazu das reichste der Erde, Notbehelfe bei sich einführen sollte, die selbst in ihren Ursprungsländern auf das Lebhafteste umstritten geblieben sind und zu völlig unhaltbaren, schlechthin unverantwortlichen Zuständen geführt haben. Die stärkste Anteilnahme der Amerikaner gilt deshalb auch den Anzeichen für eine Belebung der Wirtschaft. In Wirklichkeit sind aber diese Beweise noch nicht vorhanden. Das ist entscheidend. Die Amerikaner werden sich schon zu der Einsicht bequemen müssen, daß sie nicht nur eine miserable Innenpolitik getrieben haben die uns zunächst einmal weniger angeht, sondern die Krise ihres eigenen Landes durch die engherzige, raffgierige Außenpolitik, Außenwirtschaftspolitik und Außenfinanzpolitik erst eigentlich aus dem Boden stampften. Die Zeit der Revisionen zieht herauf. Konrad F. Lehnert. Fehpiole und Sralrealt Posthypnose verübt, so werden der§ 51 oder auch 52 StGB. Beachtung verdienen. Es ergebe sich auch noch vollkommen unausSlader Catgeriches zich Pelasiter scshelentichen auch beispielsweise die Volksdichte Deutschlands noch lange nicht erreichen. Im Ganzen bleibt die Volksdichte Amerikas weit hinter der des schwach bevölkerten Rußland zurück und beträgt nur 25 Prozent der Bevölkerungsdichte unseres Erdteils. Das sind Tatsachen, die uns bei der amerikanischen Leistungsfähigkeit, die bei uns stets so kritiklos bewundert wird, doch in einige Zweifel versetzen müßte. Trotz aller seiner Milliardäre, die in Wirklichkeit doch nur auf den ungeheuren, noch kaum wesentlich berührten Kraftquellen des Landes umherschmarotzen, müssen die Vereinigten Staaten wirtschaftlich und politisch ganz außergewöhnlich ideenarm und verständnislos geleitet werden, wenn in ihnen tatsächlich tausend Menschen täglich an Hunger zugrunde gehen aus dem einzigen Grunde daß die Staats= und Wirtschaftslenker die— gemessen an den Verhältnissen des Landes— geringfügige Zahl von sechs Millionen Arbeitslosen nicht unterzubringen verstehen. Was aber soll man erst zu den primitiven Wegen sagen, auf denen Amerika der Krise Herr zu werden sucht. Die Organisierung des Aepfelverkaufs in den großen Städten, die den Arbeitslosen die Möglichkeit des Verdienstes von zehn Mark täglich erschlossen hat, brach kläglich zusammen, weil— plötzlich keine Aepfel mehr da waren, sondern von„tüchtigen“ Business=Leuten— das Fremdwort läßt sich in diesem Falle wirklich nicht vermeiden; denn Geschäft und business sind doch wesentliche Unterschiede!— zwecks Preiswucher zurückgehalten wurden. Und zehn Mark täglich! Was ist das schon in Newyork, wo ein Ehepaar achtzig Mark wöchentlich aufbringen muß, um überhaupt das Existenzminimum bestreiten zu können! Aber wenn drüben ein Mensch arbeitslos wird, dann findet er sich stets auf diesem Wege: Verbrauch des Ersparten, Verkauf seines gesamten entbehrlichen Besitzes, Leihversuche bei guten Freunden, Beanspruchung der kirchlichen und anderen privaten Wohlfahrtseinrichtungen. Die aber können nur Bruchteile von einem Prozent der Not bekämpfen. Das geschieht zumeist durch fahrbare Volksküchen. Die Mittel dafür werden unter anderem durch„Notopfer“ auch bei den städtischen Beamten und Angestellten der großen Unternehmungen aufgebracht. Ein Dollar in der Woche wird ihnen zugunsten der Lebensmittelhilfe abgenommen. Das entspricht in Kaufkraft nicht einmal der Hälfte des Satzes, den ein Hausmädchen in Deutschland für Sozialhilfe aufbringen muß. Und dann dürfen sich in Ueber dieses Thema äußert sich in der„Deutschen Juristen=Zeitung", der Reichsanwalt Dr. Feisenberger(Leipzig). Er verweist auf die jüngst von wissenschaftlichen Vereinigungen wieder häufiger durchgeführte Behandlung dieses Problems, bezeichnet aber den Glauben als irrig, als ob die stärkere Beschäftigung mit der Frage Hypnose und Strafrecht etwa veranlaßt sei durch neuerliche Häufung von Kriminalfällen, in denen Hypnose eine Rolle spiele. Die Fälle, in denen nachweisbar oder auch nur annehmbar die Hypnose zu strafbaren Handlungen an Hypnotisierten oder durch Hypnotisierte geführt hat, seien wenig zahlreich, Nach seinen Feststellungen habe sich das Reichsgericht während seines Bestehens überhaupt nur dreimal mit solchen Fällen zu befassen gehabt. Zwei dieser Fälle spielten in neuerer Zeit, darunter der Fall Erichsen.„g Wenn man behaupte, daß der Grund, weshalb sich Gerichte nur selten mit Fällen der Hypnose zu befassen haben, nicht in ihrer Seltenheit, sondern darin liege, daß den Opfern Erinnerungslosigkeit suggeriert werde und daß es sich meist um Erinnerungslosigkeit handle, die aus Scham nicht zur Anzeige gebracht würden, so sei auch das nur eine Vermutung ohne feste Grundlage. Immerhin müsse man den Einwand, die Tat sei in Hypnose begangen, mit Ernst nachgehen. Der Nachweis der Unwahrheit eines solchen Einwandes werde regelmäßig nicht schwerer sein als bei dem Einwand des großen Unbekannten. Wer sich näher mit dem Wesen der Hypnose befaßt habe, müsse die beruhigende Ueberzeugung gewinnen, daß die Strafrechtspflege nicht ernstlich durch sie bedroht werden könne. Wirkliche Gefahren biete überhaupt nur die Dressur, d. h. die dauernd wiederholte Beeinflussung einer Person durch denselben Hypnotiseur, durch die unter Umständen besonders bei Minderwertigen oder sonst stark labilen Personen eine völlige Abhängigkeit auch für posthypnotische Handlungen erzielt werden könne. Regelmäßig aber werde die Persönlichkeit des Menschen auch durch die Hypnose nicht auszuschalten sein, d. h. aus einem Sittlichen werde man auch unter Hypnose keinen Sittenlosen machen können. Ueberhaupt dürfe man sich nicht vorstellen, daß Personen, die nicht durchaus willig dem Hypnotiseur folgten, Augenblicks=Hypnosen, unterliegen könnten. Die Augenblickshypnose durch Unbekannte z. B. in Eisenbahnabteilen halte er für ein Märchen. Man dürfe sich nicht verblüffen lassen durch Experimente, die von Aerzten oder von Schaustellern vorgeführt werden. Dabei seien regelmäßig Bedingungen geschaffen, wie sie im praktischen Leben in solchem Zusammenspiel nicht vorzukommen pflegten. Stehe aber einmal ein Kriminalfall mit angeblicher Hypnose zur Untersuchung, dann werde der Strafjurist prüfen müssen, ob er ohne Sachverständige auskomme. Es seien die Persönlichkeiten des angeblich Hypnotisierten und angeblichen Hypnotiseurs nach körperlicher und geistiger Veranlagung gründlich zu erforschen. Ist eine strafbare Handlung nachweisbar in hypnotischem Zustande, insbesondere der verdienen. Es ergebe sch, auch die Frage, ob der Hypnotiseur als Täter, Mittäter oder sonstiger Teilnehmer haftet. Der Fall der zwangsweisen Veranlassung des Selbstmordes durch Hypnose als möglich unterstellt, könnte rechtlich unbedenklich Mord= oder Totschlagsklage gegen den Hypnotiseur zur Folge haben. Wo jemand wissentlich einen Anderen durch hypnotische Beeinflussung zu einer falschen eidlichen Aussage bestimme, werde der Meineids-Paragraph nur gegen den Hypnotiseur angewendet werden können. Der Scheidungsring Roda Roda hat einmal vorgeschlagen, die geschiedene Frau, die doch weder Gattin noch Fräulein noch Witwe ist und für die es doch eine Bezeichnung geben müßte, einfach Schiedwe zu nennen. Einem ähnlichen Gedankengange müssen amerikanische Juweliere gefolgt sein, als sie den Scheidungsring schufen. Geboren ist dieser neue Ringtypus in der guten Stadt Rene im Staate Nevada. Hier werden nämlich bei weitem die meisten Ehen in Amerika geschieden, weil der Staat Nevada die leichtesten Gesetze hat und von einem scheidungslustigen Paare buchstäblich nichts anderes verlangt, als daß es sich drei Monate in seinen Grenzen aufhalte. Die Stadt Rene, mitten in Nevada gelegen, lebt geradezu von dieser Scheidungsindustrie. Und alle Gewerbe verdienen schön an den Scheidungskandidaten. Bis auf die Juweliere: denn wer kauft seiner geschiedenen Frau noch ein Schmuckstück? Um diesem Mißstande abzuhelfen, hat man den Scheidungsring erfunden. Er besteht aus einem schwarzen Onyx, mit goldenem Reif, wird an der linken Hand getragen und enthält die Gravierung des Wortes„kree“— zu haben! Es gibt Scheidungsringe für Herren und Damen und die tüchtigen Juweliere haben dafür zu sorgen gewußt, daß diese Industrie dauernd blüht und gedeiht: in zahlreichen amerikanischen Magazinen und Zeitungen erschien ein Aufsatz, in dem behauptet wurde, ein Scheidungsring dürfe nicht mehr im Besitze seines Inhabers bleiben, wenn dieser sich wieder gebunden hätte, sondern sei ins Wasser zu werfen. Da die Amerikaner abergläubisch sind wie Tungusen, kann man mit Sicherheit damit rechnen, daß ein Scheidungsring nie zum zweiten Male benutzt werden wird. Die Aufschrift An der Ruine Königstein im Taunus, die der Großherzogin von Luxemburg gehört, steht eine Tafel mit folgender Inschrift:„Die Besichtigung der Ruine Ihrer Kgl. Hoheit der Frau Großherzogin von Luxemburg ist dem Publikum gestattet.“ Unsere Lager sind. Reut 0 jeder soll zu PTSSTE Tack-Schuhe kaufen können 45 Javobrauner Trotteurschuh m. beige Aufloge 90 Ein Schloger braun echt Boxkoff Original Goodyeer-Welt Unsese, PiLic. Lono in, IJudustriege bict Bochum, Kortumstraße 69 Dortmund, Brückstr. 46, Hohestr. 21 Düren(Rhdl.), Koiserplotz 19, Düsseldorf, Am Wehrhahn 28 0 Elberfeld, Wall 16, Ecke Schlössersgasse Essen a. d. R. Limbecker Straße 66 Gelsenkirchen, Bohnhofstraße 19. Hagen I.., Elberfelder Straße 14 Herne I.., Bohnhofstraße 62. Krefeld, Hochstraße 41 Köln a. Rh., Breitestraße 74/76 Breitestraße 12/14 Mülheim a. d. 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H. in Bochum: Gegenstand des Unternehmens ist jetzt die Herstellung und der Vertrieb sämtlicher vorkommenden Baumaterialien, sowie der Abschluß solcher Geschäfte, die unmittelbar oder mittelbar damit zusammenhängen und die Beteiligung an ähnlichen Unternehmungen. Durch Beschluß der Gesellschafterversammlung vom 2. April 1931 sind§ 1: Firma, Sitz;§ 2: Gegenstand;§ 3; Stammkapital;§ 5: Vertretungsbefugnis:§ 8: Reingewinn; 811: Kündigung des Gesellschaftsvertrages geandert. Vertretungsberechtigt ist ferner ein Prokurist, der die Gesellschaft nebst einem das Prokuraverhältnis anzeigenden Zusatz mit seiner Unterschrift zeichnet. Die Vertretungsbefugnis des Wilhelm Krien als Geschäftsfuhrer ist beendet: er ist zum Prokuristen bestellt. Frau Elli Kegel geb. Krien, Witten, ist Geschäftsfuhrerin. Die Firma lautet jetzt: Baustoffherstellung und Handelsgesellschaft mit beschränkter Haftung. Der Sitz ist nach Witten verlegt. H. R. B. 451. Am 1. Mai 1931: a) Bei der Firma Erich Gumpert, Spezial=Wäsche= und Aussteuergeschäft in Bochum: Die Firma ist erloschen. H. R. A. 2187. b) Bei der Firma Westdeutscher Eisenvertrieb Wilhelm Kemper in Bochum: Die Firma ist erloschen. H. R. A. 2047. c) Die Firma Edel=Joghurtwerk, Gesellschaft mit beschränkter Haftung in Bochum: Gegenstand des Unternehnens ist die Herstellung und der Vertrieb von Milchpräparaten jeder Art, insbesondere die Herstellung und der Vertrieb von Joghurt und Dauersoghurt nach dem Verfahren von Dr. Klebs in München. Das Stammkapital beträgt 20000 RM. Geschäftsführer sind die Milchhändler Johann Stickeln und Karl Altegoer, beide in Bochum. Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Der Gesellschaftsvertrag ist am 18. März 1931 festgestellt.— Nicht eingetragen, aber veroffentlicht wird: Oetfentliche Bekanntmachungen der Gescllschaft erfolgen in der Fachzeitschrift„Der Milchhandel". Essen und im Deutschen Reichsanzeiger. H. R. B. 695. d) Bei der Firma Max Lutz in Bochum: Die Firma ist erloschen. H. B. A. 856. Am 2. Mai 1931 a) Bei der Firma Mönninghoff und Herlinger G. m. b. H. in Bochum: Durch Gesellschafterbeschluß vom 1. Mai 1931 ist die Gesellschaft aufgelöst. Die bisherigen Geschäftsführer sind Liquidatoren. H. R. B. 602. ). Bei der Firma Westfalenbank .=G. in Bochum: Wilhelm Hollenberg in Bochum, ist zum stellvertretenden Vorstandsmitgliede bestellt; seine Prokura ist erloschen. H. R. B. 330. b) Die Firma Hch. Schöneborn Söhne in Bochum und als deren Gesellschafter 1. der Kaufmann Erich Schöneborn, in Bochum, 2. der Maler Rudolf Schoneborn, in Herne. Offene Handelsgesellschaft seit 7. Mai 1931. H. R. A. 2374. c) Die Firma Lucil=Gesellschaft, Wirriger& Co., in Bochum und als deren Gesellschafter 1. der Fabrikant Heinr. Wirriger, Duisburg=Meiderich, 2. der Kaufmann Andreas Schiuter, in Dortmund. Offene Handelsgesellschaft seit 1. April 1931. Zur Vertretung der Gesellschaft ist nur der Gesellschafter Heinrich Wirriger ermächtigt. H. R. A. 2373. In Erhener Saufe! Zwangsvollstreckung der Besitzung Heinrich Kneider, Bochum, Gastwirtschaft „Zum Malteserhof Meine Besitzung sollte auf Antrag der Stadthauptkasse, Bochum, wegen rückständiger Steuern zwangsversteigert werden. Nach Verhandlungen mit der Stadtverwaltung Bochum ist der Antrag auf Zwangsversteigerung zurückgenommen und das Zwangsversteigerungsverfahren durch Beschluß des Amtsgerichts Bochum vom 12. Mai 1931— 14 K 22/31— 11— eingestellt. Die nochmalige Bekanntgabe des Verin Bochum: Die Sirma ist erloschen steigerungstermins durch das Amtsge* Sp„„Die viema i erloschen, richt Bochum in den hiesigen TageszeiH. R. A. 513. tungen am 13. Mai d. J. ist daher zu Am 4. Mai 1931: Bei der Firma Bochumer Fahrzeug=Ges. m. b. H. in Bochum: Die Firma ist erloschen. H. R. B. 351. Am 5. Mai 1931: Bei der Firma Elisabeth Tenten in Bochum: Die Firma ist erloschen. H. R. A. 1475. Am 6. Mai 1931: Bei der Firma Gardinen= und Teppichhaus Becker& Co. in Bochum: Die Gesellschaft ist aufgelöst. Die Firma ist erloschen. H. R. A. 2353. Am 7. Mai 1931: a) Bei der Firma August Schwarz Die am., 10. und 15. Mai 1931 im gesamten Stadtbezirk fällig gewordenen rückständigen Steuern und Abgaben, und zwar das Schulgeld für den Besuch der staatlichen höheren Lehranstalten für Mai 1931, die Getränkesteuer, die Biersteuer und die Gewerbesteuer von der Lohnsumme für den Monat April 1931, die Abgaben rom Grundbesitz(Staatliche Steuer vom Grundvermögen, Hauszins= und Gemeindegrundsteuer nehst Gebühren), die Vergnügungssteuer für ständige Veranstaltungen, das Schulgeld für den Besuch der städtischen höheren Lehranstalten und der Haushaltungs= und Gewerbeschule für Mädchen für den Monat Mai 1931, die Gewerbesteuer vom Ertrage und die Hundesteuer für April Juni 1931, ferner die Kirchensteuern in den Stadtteilen Gerthe=Harpen und LindenDahlbausen für April Juni 1931 werden hierdurch angemahnt. schriftliche Einzelmahnungen werden nicht mehr zugestellt. Die nach den Bestimmungen vom Ablauf des Fälligkeitstages an zu berechnenden Verzugszinsen nach dem Jahressatz von 10 vom Hundert sind mit zu entrichten. Nach dem 22. Mai 1931 werden die noch vorhandenen Rückstände im Verwaltungszwangsverfahren eingezogen. Es wird darauf hingewiesen, daß gültige Zahlungen nur an empfangsberechtigte Beamte geleistet werden können. Bochum, den 16. Mai 1931. Die Stadtkasse als Vollstreckungsbehörde. b) Die Firma Johann Lueg, Sahnevertrieb, in Bochum und als deren Inhaber der Kaufmann Johann Lueg in Bochum. H. R. A. 2372. c) Bei der Firma Feuerschadenverband rheinisch=westfälischer Zechen G. m. b. H. in Bochum: Durch Beschluß der Gesellschafterversammlung vom 28. April 1931 ist§ 8— Aufsichtsrat— des Gesellschaftvertrages geandert. H. R. B. 329. Am 8. Mai 1931: Bei der Firma Hermes=Zementgesellschaft Schulze& Co. in Bochum, früher in Dortmund: Dem Kaufmann Friedrich Mische, in Bochum, ist derart Prokura erteilt, daß er mit einem persönlich haftenden Gesellschafter oder in Verbindung mit einem Prokuristen die Gesellschaft vertreten kann. H. R. A. 2335. Am 9. Mai 1931: Unrecht erfolgt. Eine Zwangsversteigerung finder nicht satt. Bochum, den 15. Mai 1931 Heinrich Kneider Gastwirt „Zum Malteserhof“, Bochum, Malteserstraße 2 OmOr Pressen Das garantiert einzig wirksame Mittel ist und bleibt Frucht's Schwanenweiß u. 350 Zu hab. in den Drogerten Altmikus, Bongardstr., Störing, Hellweg, Rein. hard, Moltkemarkt, Kneider, Gr. Beckstr., Fischer, Kortumstr., Parf. PrachtKortumstr., Drogerie Marquardt, a) Bei der Firma Ehape,.=G. für 8 Gertbe, Linden, Drogerte Feuerstein. Einheitspreise in Köln, mit einer„„ Zweigniederlassung in Bochum, unter! Für den wagen er Firma Ehape,.=., für Ein= Kurfürstlicher Kombi, heitspreise, in Bochum: Erich Eliel] schmackhaft stark kräuterhaltig, ist durch Tod aus dem Vorstande in Flaschen zu.80,.60,.40, 1,25,.65. ausgeschieden. Kaufmann Richard Brandt, in Köln, ist zum Vorstandsmitgliede bestellt. H. R. B. 620. Alb. Janzik Neben der Christuskirche. Zwangsversteigerung Am Montag, dem 18. Mai 1931, vormittags 10 Uhr werde ich in Bochum folgende Gegenstände öffentlich meistvietend gegen bar versteigern: 1. 1 Speisezimmer usw. 2. 1 Diplomatenschreibtisch, 1 Waschtisch mit Marmorplatte. 3. 1 Küchenschrank. 4. 1 Küchenanrichte. 5. 1 Waschmaschine elektr., 1 Schreibmaschine Stoewer 92885, 1 Diplomatenschreibtisch, 4 Waschmaschinen mit Motor, 3 Stühle, 2 Regale, 1 Tisch. 6. 1 Bücherschrank, 1 Schreibtisch, 1 Klavier Ibach, 2 Tische usw. 7. 1 National=Registrierkasse, 1 Neigungswaage Espera, 2 Ladentheken, 1 Glasaufsatz usw. 8 1 Eiche=Ausziebtisch, 1 Klubsofa, 1 Büfett, 1 Rauchtisch, 1 Standgrammophon, 9. 1 braune Pelzjacke 1 Ledersacke, 1 Frisiertoilette. 10. 1 Büfett. 11. 1 Garderobenständer, 1 Tisch, 3 Rohrstühle, 1 Teppich, 1 Faulen= zer. 12. 1 Flurgarderobe 1 Bank 1 Tisch, 5 Stühle, usw. 13. 1 Schreibtisch, 1 Eichentisch, 1 Chaiselongue, 1 Wandbebang, 1 Gasofen, 1 Schreibtisch, 1 Küchentisch, 1 Ziertisch, 14. 1 Spiegel, 1 Plüschsofa, 1 Bild, 1o. 1 Posten Zigarren und Tabake. 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Heute feiert in körperlicher und geistiger Frische Herr Karl Bäumer, Uhlandstraße 13, seinen 75. Geburtstag. Absatzförderung im Einzelhandel Unter diesem Thema veranstaltete die Bochumer Arbeitsgemeinschaft für Werbefragen am 11. Mai einen öffentlichen Vortragsabend, zu dem zahlreiche Geschäftsleute, Vertreter des Einzelhandels und der Vereinigten Kaufmannschaft erschienen waren. Der Referent des Abends, Dipl.=Ingenieur Barth, legte in kurzen programmatischen Ausführungen die Grundsätze dar, nach denen der Absatz im Einzelhandel gefördert werden könne. Der Kunde sei der Arbeitgeber des Einzelhandels. Seine Werbung und Erhaltung ist für diesen eine Existenzfrage. Die Pflege eines gewissen Kundendienstes lasse jedoch in Bochum noch viel zu wünschen übrig. Aufmerksame Beobachtung und Berucksichtigung der Bochumer Käuferpsyche Hand in Hand mit einer vernünftigen und systematischen Benutzung der für den Einzelhandel in Betracht kommenden Werbemittel sollten deshalb für jeden Bochumer Geschäftsmann oberstes Gesetz sein. An den Vortrag schloß sich eine bewegte Aussprache an, welche die Teilnehmer noch bis in die späten Stunden hinein mit allen denjenigen Wirtschaftsproblemen beschäftigte, die heute sowohl dem hiesigen Einzelhandel, wie auch den übrigen Bochumer Geschäfts= und Gewerbezweigen bereits ernste Sorgen bereiten. Vor allen Dingen sei die Werbung für Bochum mehr als bisher in den Vordergrund zu stellen und auf die vielen Vorteile hinzuweisen, die der Einkauf in den Bochumer Geschäften bietet. Diese stünden auswärtigen Geschäften in keiner Weise nach, sondern sind in vieler Beziehung sogar noch leistungsfähiger. Es ginge auf die Dauer nicht an, den auswärtigen Anstrengungen um den Bochumer Käufer tatenlos zuzuschauen. Hier müsse unbedingt etwas geschehen, sonst folge das Bochumer Publikum zu seinem eigenen Schaden nur noch den Lockungen der auswärtigen Geschäfte, die ihm natürlich verschweigen, daß er all das Angebotene ohne Fahrt= und Aufenthaltskosten ebenso gut am eigenen Platze bekommen könne. Die Versammlung beschloß daher, den nächsten Arbeitsabend am 1. Juni unter das Thema:„Was ist zu uun, damit das Geld am Platze bleibt?“ zu stellen, und hierzu nicht nur den Einzelhandel, sondern auch alle übrigen beteiligten Kreise, Wirtschaftsverbände und Behörden, einzuladen, um durch eine Aussprache auf möglichst breiter Basis zu einer baldigen Lösung dieses wichtigen Problems zu gelangen. Stadttell Hiltrop Hochbetagt. Am 17. Mai feiert Oma Stock, Wiescherstraße, ihren 82. Geburtstag. Sie erfreut sich noch geistiger und körperlicher Frische. Letzte Fahrt. Am Mittwoch nachmittag wurde unter großer Beteiligung der Gemeinde und Vereine der Lokomotivführer a. D. Wilhelm Marhenke zur letzten Ruhe getragen. Vor wenigen Wochen wurde der rüstige 79jährige von einem leichten Schlaganfall auf das Krankenlager geworfen, von dem er nicht mehr sollte. Viele Vereine verlieren in ihm ein treues Mitglied. Jungdeutscher Orden. Am Montag, 18., abends 8 Uhr, spricht im Saale der Witwe Hubbert Hauptmann a. D. Wehmeier(Dortmund) über„Ostsiedlung und der freiwillige Arbeitsdienst".„#r Vom Hiltroper Volkspark. Jetzt, wo aues grunt und blüht, hat auch der Hiltroper Volkspark sein neues Frühlingskleid angelegt und läßt groß und klein unter seine schattigen Baume. ko Stadtteil Harpen Friedhofsordnung. Die evangelische Friedhofskommission macht erneut darauf aufmerksam, daß die Benutzer einer Erbgruft die Verpflichtung haben, die Anlage in Pflege zu halten. Falls diese Verpflichtung von den Angehörigen nicht erfüllt wird, fällt die Grabstätte nach den Bestimmungen der Friedhofsordnung wieder an die Kirchengemeinde zurück. Wir machen daher die Nießbraucher von Erbgruften auf diese Bestimmung aufmerksam. r Vom Tage. Während der Samariterkursus der Evangelischen Frauenhilfe Harpen 30 Teilnehmer aufwies, nahmen an dem Sauglingspflegekursus nur 11 Personen teil. Am letzten Tage unternahmen die Teilnehmerinnen eine Besichtigung des vorzüglich und modern eingerichteten Provinzialsäuglingsheims bei der Frauenklinik am Stadtpark.— 60 bis 70 Arbeitslose aus Langendreer=West unter Führung des Gemeindehelfers Drechsler besuchten die Harpener Kirche, besichtigen die Kornharpener Bodenfunde und ließen sich aus der grauen Vergangenheit unserer Heimat erzahlen. se Stadtteil Hordel 10 Jahre auf Vorposten im Urwald. Der vor wenigen Wochen aus Sumatra heimgekehrte Missionar Schreiber hielt am Mittwoch abend im evangelischen Gemeindehause Bochum=Hordel seinen ersten Vortrag im deutschen Vaterland. Schreiber begrüßte die Versammlung mit dem Gruß der Batuk in deren Sprache. Zehn Jahre habe er nur die Sprache der Eingeborenen gehört, zehn Jahre als Pionier mitten im Urwald gestanden. Sein nächster Nachbar sei der Tiger gewesen. Man habe in dem Dickicht der Baumriesen und Schlinggewächse nicht zehn Meter weit sehen könStadttell shepel nen. Grausige Erlebnisse bei den Menschenfressern wußte der Redner zu erzählen. Je mehr Menschen einer vertilgt habe, desto stärker gelte er. Das Furchtbarste bei den primitiven Völkern sei die Kinderlosigkeit. Wie aber solle man unter solchen Leuten arbeiten? Den lutherischen Katechismus habe man in die Eingeborenensprache übersetzt. Beim Klang einer Trommel fielen die Eingeborenen in Ekstase, weil sie der Meinung seien, ein böser Geist ginge auf die Menschen über. Die Missionare seien nur Vorposten, während wir in der Heimat die Kämpfer sein müßten. Indien warte auf Deutschlands Erhebung. Deutschland, das Volk der Intelligenz, des Glaubens und der tätigen Liebe, liege zerschmettert am Boden. Die Ausführungen des Redners, in denen er viele persönliche Erlebnisse einflocht, fanden vollste Aufmerksamkeit. Der Blaukreuzverein bot zwei Chorgesänge. hb Die Hordeler Wochenmarktfrage. Die Hordeler Wochenmarktfrage steht schon seit Jahren im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Tatsächlich ist dieser Stadtteil wegen der schlechten Verkehrsverbindungen von den Nachbarstädten wie abgeriegelt. Hordel wird von einigen wenigen Händlern, die zu dem noch von auswärts kommen, mit Obst und Gemuse versorgt. Ein Teil der Händler tätigt seine Einkäufe auf dem benachbarten Eickeler Markt. Tatsächlich trägt unsere Stadt selbst die Schuld, wenn seine Steuerzahler in Nachbarstädten kaufen. Der Bochumer Wochenmarkt kommt für Hordel einmal wegen der schlechten Verbindung mit dem Stadtzentrum nicht in Frage und zum andern wegen der weiten Entfernung. Aus Hordeler schaftskreisen hat man der Stadtverwaltung Bochum ein Schreiben zugeleitet, dem wir folgendes entnehmen: „Der seit dem 1. April 1926 zu Bochum gehörige Hordel kämpft schon seit Jahren um einen eigenen Wochenmarkt, wie er hier fruher abgehalten wurde. Wegen der hohen Standgebühren wurde dieser Markt aber von den Handlern gemieden und so wieder eingegangen. Große Teile der Hordeler Bürgerschaft tätigen ihre Einkaufe heute im benachbarten Eickel. Das bedeutet eine Schädigung der Bochumer Geschäftswelt. Man kann andererseits den Hordeler Hausfrauen nicht zumuten— eine direkte Verkehrsverbindung zwischen Hordel und der Stadtmitte besteht nicht— zum Bochumer Wochenmarkt zu laufen. Neben dem weiten Weg würde das einen ganz erheblichen Zeitverlust bedeuten. Es wird erwartet, daß die Stadtverwaltung sich einmal ernstlich mit dieser Frage befaßt, zumal Hordel bisher von den Segnungen der Eingemeindung noch bitter wenig verspürt hat.“ Man darf gespannt sein, wie sich die Stadtverwaltung zu dieser Angelegenheit stellt.=aStadtteil Weitmar Silbernes Ehejubiläum. Am 1. Pfingsttag feiern die Eheleute Wilhelm Kühn, Kohlenstraße 199, ihre Silberhochzeit. Der Jubelbräutigam ist langjähriger Presbyter der evangelischen Martini=Kirchengemeinde. b Aus den bsillchen=Siadnenten Aus der St.=Anna=Gemeinde Bochum=West. Am Himmelfahrtstage fand in der St.=Anna=Kirche ein Missionstag statt. In den Predigten der Gottesdienste erzählte Pater Herting aus dem Missionshause Staden über die Tätigkeit der Missionare in den Heidenmissionen und wußte die Herzen seiner Zuhörer wieder für den Missionsgedanken zu erwärmen. Die Sammlungen des Tages für das Missionswerk waren recht erfreulich. Pater Herting nahm dann Abschied von der Gemeinde, aus der er als Priester hervorgegangen ist und in der er vor etwa 20 Jahren seine Primiz gefeiert hatte. Er wird in den nächsten Tagen seine Reise nach den afrikanischen Missionsgebieten antreten.— Der Hochaltar der St.=Anna=Kirche soll in nächster Zeit einen Altaraufbau erhalten, der das Tabernakel als Mittelpunkt hat und der sich in seiner Gestaltung der modern=schlichten Bauart des ganzen Gotteshauses anpassen wird. Den Mittelpunkt dieses neuen Werkes bildet die Kreuzigungsgrotte. Architekt Peter, der Erbauer der St.=Anna=Kirche, hat hierzu einen Plan entworfen, der in der Turmkapelle des Gotteshauses zur Besichtigung ausgehängt ist. Bekanntlich plant die Gemeinde auch die Beschaffung eines Glockengeläutes. Der Plan wird durch die mißlichen Wirtschaftsverhältnisse eine Verzögerung erfahren. b Stadtteil Laer Hohes Alter. Ein hochgeschätzter Bürger des Ortsteils Laer, Schmiedemeister und Wirt i.., Veteran der Kriege 64.66 und 70/71, Ludwig Romberg, feiert am Sonntag, 17. Mai, im Kreise seiner Töchter und Enkel in seltener körperlicher und geistiger Frische seinen 88. Geburtstag. Der einzige Sohn starb in Rußland im Jahre 1916 den Heldentod. Trotz des hohen Alters bearbeitet R. den großen, seiner Tochtergehörigen Garten ohne fremde Hülfe. Stadttell Werne Jubiläum der Frauenhilfen. Am 20. Mai wird, wie schon mitgeteilt, nach voraufgegangenem Gottesdienst in den verschiedenen Kirchen Tortmunds in der Westfalenhalle zu Dortmund das 25jährige Bestehen des Verbandes gefeiert. Der Ortsverband der Werner Frauenhilfe beteiligt sich mit ungefähr 600 Mitgliedern an dieser Tagung. Ein Sonderzug bringt um 12.30 Uhr die Mitglieder am Mittwoch mittag nach Dortmund. Abschluß der Missions=Gebets= und Opferwoche. Eine feierliche Abschlußstunde der Missions=Gebets= und Opferwoche sieht die hiesige evangelische Kirchengemeinde für den morgigen Sonntag vor. Die einzelnen Vereine gedachten durch eine rege Vereinstätigkeit des großen Liebeswerkes und versäumten nicht, ihr Scherflein für die Mission zu geben. Ihren Höhepunkt wird diese Woche ohne Zweifel mit dem am Sonntag nachmittag mit dem Beginn um 3 Uhr im Gemeindehaussaale an der Lütge Heide stattfindenden Schlußfeier erreichen, wo Pfarrer Schloemann über das Thema„Christus und Antichrist in der Mission der Gegenwart“ sprechen wird. Gemeinsame Liedex werden die Feierstunde umrahmen, zu der der Eintritt frei ist. Hindenburgjugend der 2BP. Zu der am Mittwoch abend im Vereinsheim Kraney abgehaltenen Versammlung der Jugendgruppe des Hindenburgbundes der Deutschen Volkspartei waren die Mitglieder sehr zahlreich erschienen. Der Leiter, W. Flores, sprach herzliche Worte der Begrüßung und erstattete dann den Vorstandsbericht, aus dem hervorging, daß am 27. Mai ein Gedächtnisvortrag für Leo Albert Schlageter stattfindet, für den 10. Juni ein politischer Vortrag vorgesehen ist, während am Sonntag, dem 20 Juni, eine große Sonnenwendfeier stattfinden wird. Eingehend besprach man dann weiter die Reichsjugendtagung am 1. und 2. August in Koblenz. Vorbildliche Friedhofsinstandhaltung. Mit Frühlingsbeginn macht sich alljährlich auf unserem weit und breit als mustergültig angesprochenen Friedhofsanlagen ein reges Leben bemerkbar. Der parkartig ausgebaute Friedhof bietet mit seinen vielen angenehmen Ruheplätzen und seinen schattigen Bäumen der hiesigen Bevölkerung die schönsten Stunden der Erholung. Eine weitere Verschönerung wird augenblicklich durchgeführt. Den Friedhofswartern stand bisher an dem unteren Teile des Friedhofs an dem nach Lütgendortmund führenden Feldweg nur ein größerer Holzschuppen zur Verfügung. Dieser wird nunmehr durch einen massiven Bau ersetzt. Das Fundament ist bereits gelegs. 87 Stadttell Langendreer Die älteste Mitbürgerin. Frau Wwe. Rosalie Pfeiffer, Hugostraße 152, wurde gestern 93 Jahre alt. In Melsungen geboren, kam sie in jungen Jahren mit ihrem inzwischen verstorbenen Manne nach Langendreer. Klagen von der Wilhelmshöh. Vor etwa drei Wochen wurde die Kolonie der Zeche„Bruchstraße", die bisher vom eigenen Kraftwerk mit Strom versorgt wurde, an das Stromnetz der VEW.(Stadt Bochum) angeschlossen. Seit dem diese Stromverbindung fertiggestellt ist, leiden sämtliche Abnehmer unter der Ueberlastung des Stromnetzes. Pünktlich.45 Uhr jeden Abend verblaßt das Licht auf halbe Brennstärke. Ein Radiogerat mit Netzanschluß fängt wegen des geringen Stromes an zu„stottern. Ein Empfang ist unmöglich. Wie stiefmütterlich die Wilhelmshöh im übrigen behandelt wird, sieht man noch darin, daß auf der großen Verkehrsstraße(Hauptstraße) genau wie im Vorjahre bisher noch kein Sprengwagen zu sehen war. Der stark besiedelte Ortsteil verdient doch sicherlich die gleiche Berücksichtigung wie die anderen Gebiete.„„ er Einbruch. Ein an der Hauptstraße gelegenes Zigarrengeschäft wurde am 14. Mai erbrochen. Entwendet wurde ein kleinerer Geldbetrag und ein kleiner Posten Zigaretten. X Totenglocke. Am Dienstag starb im Krankenhaus der Betheler Anstalten Pfarrer Heinrich Schulte=Umberg nach längerem Leiden. Er war über 30 Jahre Pfarrer der Gemeinde Ovenstedt bei Minden. Da er aus Stiepel gebürtig ist, war es sein Wunsch, auch hier die letzte Ruhestätte zu finden. Die Beisetzung auf dem evangelischen Friedhof findet am Samstag, nachmittags, vom elterlichen Hofe aus statt.„ n Vom Unglück verfolgt. Auf der Zeche„Klosterbusch“ geriet der Bergmann August Schmitz von hier in einem Bremsberg zwischen Wagen und Zimmerung und erlitt starke Quetschungen des Beckens. Er wurde ins Bergmannsheil geschafft. Vor wenigen Jahren erlitt der Bedauernswerte auf der gleichen Zeche durch Kohlenfall eine ähnliche schwere Verletzung, an deren Folgen er noch heute zu leiden hatte. n Stadtteil Linden-Dahlhausen Eröffnung der Flußbadeanstalt in.=Linden=Dahlhausen. Die Flußbadeanstalt wird Samstag nachmittag 2 Uhr eröffnet. Ortsgruppe Bochum=Linden=Dahlhausen im Reichsverband für Deutsche Jugendherbergen e. V. Der ReichsWerbetag für Deutsche Jugendherbergen steht vor der Tür. Auch die hiesige Ortsgruppe beschloß, sich an ihm zu beteiligen. Die geplante Filmvorfuhrung auf dem Horkenstein ist infolge unvorhergesehener Schwierigkeiten unmöglich geworden. Die Eintrittskarten haben jedoch Gültigkeit für die am gleichen Tage um 4 Uhr stattfindende Schülervorstellung bei Moll, die im selben Rahmen wie die gedachte Abendveranstaltung vor sic gehen wird. In der letzten Vorstandssitzung wurde fernerhin beschlossen, die Jugendherberge Blockhaus bei Eckenhagen als Patenherberge zu betreuen und ihr die Ueberschüsse der Ortsgruppe zukommen zu lassen. Immer wieder muß darauf aufmerksam gemacht werden, daß die Ausstellung von Mitgliedskarten, Ausleihe von Wandergerät und=Karten nur in der Geschäftsstelle in der Augustaschule stattfindet und zwar jeden Freitag von 18—19.30 Uhr. Haus abgebrannt. Freitag morgen brach auf dem Boden des Hauses Kassenberger Straße 60 Feuer aus, das mit großer Schnelligkeit um sich griff und den ganzen Dachstuhl und weitere Gebäudeteile vernichtete. In dem Fachwerkbau und dem mit Stroh gedeckten Dache fand das Feuer reichliche Nahrung. Die freiwillige Feuerwehr Linden=Dahlhausen war zur Stelle und löschte den Brand. Die kriminalpolizeilichen Ermittlungen über die Brandursache sind eingeleitet. Warm, aber unsicher Wetterbericht der Essener Wetterwarte vom 15. Mai. Der atlantische Sturmwirbel liegt zwischen Island und Schottland, füllt sich aber bei seinem auf Nordskandinavien hingerichteten Kurs langsam auf. Umkreis liegen noch einzelne Störungsfronten, von denen die über Irland liegenden über dem Westausgang des Kanals einen neuen Wirbel bilden werden, dessen Auswirkung sich wieder ostwärts verschieben dürfte. Auf seiner Vorderseite wird durch anhaltende Südströmung aus dem westlichen Mitteleuropa sehr warme Provitluft nordwärts transportiert, die hier die hohen Temperaturen auslösen, die stellenweise Höchstwerte von 25 bis 27 Grad in den Mittagsstunden erreichen. Stellenweise wird es zu Gewittern kommen. Vorhersage für Samstag: Wechselnd bewölkt. Sehr warm. Tagsüber lokale Gewitter oder Gewitterschauern. Schwacher Süd bis Südost. Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Unbeständig, meist wolkig, zeitweise Regenneigung. Noch immer warm. Barometer Freitag, 15. Mai Thermometer Wetterhäuschen im Stadtpark 117 m über dem Meeresspiegel (2 Aufg..39, Unterg. 20.14; C. Aufg..52, Unterg. 19.22 Die heutige Rummer umfaßt 32 Seiten COTUT Wdie Läden mit den Aausend-Röuchen Tausend Modelle, dieses Wort kennzeichnet die sprichwörtlich große Speier-Auswahl. Da macht es Ihnen Vergnügen Schuhe zu kaufen. Da finden Sie stets das Neueste und ganz bestimmt das, was Ihrem Geschmack und Ihrem Geldbeutel entspricht. 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