Nr. 96 2 38. Jahrgang Samstag den 2f. Sprfi 1est Täglich außer Samstag 10 Pf. Samstags mit illustr. Beilage 20 Pf. und Bezugspreis einschl. Botenkohn.40 Mk. monatlich, oder.20 Mk. halbmonatlich: Seibstabboler.10 Mk. bez w..05 Mk., Unsere Beilage„Die Bochumer Illustrierte“ kostei monatl. 20 Pfg., die Funkbeilage„Hör mit mir“ kostet monatl. 31) Pfg. Augem. Anzeigenpreis: Für 1 Millimeter Höhe in 25 Millimeter Breite 10 Pfg., im Reklameteil 50 Pfg.(Besondere Anzeigenpreise nach aufliegendem Taris.) Angebote von anderen Zeitungen und Vermittlern werden nicht befördert. Bei zwangsweiser Beitreibung der Anzeigengebühren durch Klage, bei Konkursverfahren usw. wird der bewilligte Nachlaß hinfällig. Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmten Tagen und Plätzen, auch für durch Fernsprecher aufdegebenes und abbesselle. sowoie undentlilch geschriebene Autitäge wird keine Gewähr übernommen.— Schluß der Anzeigenannahme 4 Uhr nachmittags. Mi. 250. Unfall=Unterstützung bei tödlichem Unfall laut besonderen Bedingungen General### Anzeiger für Bochum und umliegende Industriebezirke Redaktionsleitung: Dr. Pau, Foest: für Kommunglp= Lokales: Hans SaSchulte und Pau Gebring: für Bria für den Anzeigenteil: laußer Samstags)— Laubenmüdten a Nichael Haupi. Be. und Karlsborst 0340. Redaktion keine Hafipfli. Redaktion 11 buttr: Rudolf Unghaus: für EPort: Haus 1: Christten MNax Fieget Tenon 16- 17 Uhr und Genera Anzeiger, Tcoum. Berliner Redaktion: ige 28, Fernsprecher: Tondoff 355 ine Einsendungen übernimmt die Loung erfolgt nur, wenn Rückvorto beiliegt. ee e Redaktion.—eschäftstelles Ratbausplas a. Fernsprech=Anschlüsse Sammelnummer 675 51— Postscheckkonto Dortmund 1760 Die wichtigste Frage Wie Ganten uil die Abendiosigken! Die Arbeitgeberverbände zu den Vorschlägen des Brauns=Ausschusses Berlin, 24. April. Der Hauptausschuß der Vereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände beschäftigte sich in einer Sitzung am 24. April zunächst mit den Vorschlägen des BraunsAusschusses zur Arbeitslosenfrage. Nach Ansicht des Hauptausschusses läßt das Gutachten„jede tiefgehende Untersuchung der eigentlichen Gründe der Arbeitslosigkeit und demzufolge auch die Beantwortung der entscheidenden Frage, inwieweit bei ihrer Fortführung eine Verschlimmerung dieser Lage und damit eine Vergrößerung der Arbeitslosigkeit eintreten muß, vermissen.“ Diese Behandlung lebenswichtiger innerdeutscher Probleme habe in allen Kreisen des Unternehmertums enttäuscht und Besorgnisse ausgelöst. Die Vereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände habe in einer Eingabe an die Reichsregierung nachgewiesen, daß die vorgeschlagenen gesetzlichen Zwangseingriffe in die Gestaltung der Arbeitszeit zur Verteuerung der Produktionskosten, Verlängerung der Lieferfristen, Erschwerung des Exports, Gefährdung des Rationalisierungserfolges, Verminderung der Anpassungsfähigkeit an die Schwankungen des Auftragseinganges und der Wirtschaftslage, also zu einer Verminberung der Wirtschaftlichkeit und Konkurrenzfähigkeit der Betriebe führen und dadurch eine Erhöhung der Arbeitskosigkeit zur Folge haben müßten. Der ungewöhnliche Ernst der Lage mache ferner einschneidende Reformmaßnahmen der Sozialversicherung und der Arbeitslosenversicherung unentbehrlich, wenn nicht binnen kurzem der völlige Zusammenbruch einzelner Versicherungsträger unvermeidlich werden solle. Die in den einzelnen Versicherungszweigen, besonders in der Arbeitslosenversicherung, der Invalidenversicherung, der Unfallversicherung und der Knappschaftsversicherung bereits bestehenden und bestimmt zu erwartenden weiteren Fehlbeträge könnten angesichts der Finanzlage von Reich, Ländern und Gemeinden und bei den schon jetzt nach Ansicht des Hauptausschusses weit überhöhten Beiträgen zur Sozialversicherung sowie bei der Kapital= und Selbstkostenkrise der Wirtschaft von der Einnahmeseite unter keinen Umständen mehr gedeckt werden. Daher zwinge diese Finanzlage dazu, daß endlich auch hier die Ausgaben den Einnahmen durch entsprechend beschleunigte Reformen angepaßt würden. Zusammenfassend forderte der Hauptausschuß erneut die als allein zur Belebung der Wirtschaft und Behebung der Arbeitslosigkeit geeigneten Mittel: Befreiung der Wirtschaft von wirtschaftswidrigen Zwangseingriffen, entschiedene weitere Senkung aller Selbstkosten, im besonderen auch der öffentlichen und sozialen Abgaben, und Belebung der Kreditlage durch eine Politik, die wieder im In= und Auslande das Vertrauen zu Wirtschaft und Staat und damit die Aussicht auf Rentabilität herstelle. Neuer Gulachter für die Arbeitslosenfrage Berlin, 24. April. Amtlich wird mitgeteilt: Die Gutachterkommission zur Arbeitslosenfrage hält gegenwärtig wieder allwöchentlich an je drei Tagen ihre Sitzungen ab. Sie beschäftigte sich am Freitag, dem 24. April, mit einem zweiten Referat zu den Fragen der unterstützenden Arbeitslosenhilfe, die für die nächste Zeit den Hauptgegenstand der Beratungen bilden wird. Inzwischen wird die letzte Redaktion des Gutachtens zur Frage der Arbeitsbeschaffung vorgenommen werden. Mit Rücksicht auf die kommenden Beratungen über die Frage der unterstützenden Arbeitslosenhilfe hat die Kommission ein weiteres Mitglied hinzugewählt, nämlich Geh. Rat Dr. Aurin(Freiburg, Breisgau). Geh. Rat Aurin hat die Wahl angenommen. Er ist ebenso wie Professor Dr. Berg, der bereits der Kommission zngehört, auf Grund seiner Lebensarbeit genauer Sachkenner der nunmehr zur Beratung stehenden Fragen. Mit dem Abschluß des Gutachtens zur Frage der Arbeitsbeschaffung ist Professor Dr. Heimann, der diese Gutachten noch mitzeichnet, aus der Gutachter=Kommission ausgeschieden. haushaltssehlbetrag und Jolerhöhungen Zwischenverhandlungen der Regierung Berlin, 24. April. (Von unserer Berliner Schriftleitung.) " Ueber die gestrige Kabinettssitzung wurde, wie verkändlich, nur ein kurzer Bericht herausgegeben. Dr. Brüning hat das Regierungsprogramm für die parlamentsfreien Sommermonate entwickelt. Der Reichsfinanzminister hat zu der Finanzlage des Reiches gesprochen. 500 Millionen Mark Fehlbetrag sind im letzten Haushaltsjahre zu verzeichnen. Der Fehlbetrag wurde von einigen Parteien vorausgesehen und bildet darum keine Ueberraschung. Er ist aus Mindereingänsen von Steuern infolge der schlechten Wirtschaftslage erklärbar. Wie man sich die Deckung dieses Fehlbetrages denkt, ist vorläufig noch unbekannt. Man spricht davon, daß die Regierung über eine Anleihe in Höhe von rund 1 50 Millionen Mark verhandele ban ab die Restsumme mit Hilfe der dem Kabinett Abtt, Reichstage zugestandenen Sparermächtigung durch Kostriche am Haushalt eingespart werden wird. Am heutigen Freitag fand keine Kabinettssitzung statt. Erst am Samstag werden die Minister wieder zusammentreten. Der Kanzler hat den Freitag=zu persönlichen Besprechungen ausgenutzt. Am Vormittag empfing er den Führer der Deutschen Volkspartei, Dingeldey, um mit ihm die politische Lage zu besprechen. Auch der Reichsernährungsminister Schiele sprach abermals beim Reichskanzler vor. um mit ihm die Forderungen der Landwirtschaft und die Möglichkeit der Heraufsetzung gewisser Zölle für tierische Produkte und Hülsenfrüchte zu besprechen. Innerhalb des Kabinetts haben sich gewisse Gegensätze herausgestellt, da der stellvertretende Reichswirtschaftsminister und der Reichsarbeitsminister einer Reihe von Zollforderungen des Reichsernährungsministers ablehnend gegenüberstehen. Der Reichsarbeitsminister, weil nach seiner Ansicht Zollerhöhungen mit der Preis= und Lohnpolitik nicht in Einklang gebracht werden können, der Reichswirtschaftsminister, weil er sich von solchen Zollerhöhungen keine günstige Entwicklung der deutschen Handelsbeziehungen zu anderen Ländern verspricht. Das Problem der Sozialversicherung wird vom Kabinett erst zu einem späteren Termin verhandelt werden. In eingeweihten Kreisen nimmt man an, daß dann auch die Sanierung der Knappschaftsversicherung endgültig geregelt wird. Für den Ultimo April, dem die Knappschaft mit gewissen Besorgnissen entgegensieht, ist, wie früher schon gemeldet, eine Kreditüberbrückung geplant, so daß die Versicherung zum mindesten für diesen Monat über die Finanzschwierigkeiten hinweggehracht wird. Die endgültige Regelung dürfte nach wie vor den zu erwartenden Notverordnungen vorbehalten bleiben, die aber keinesfalls vor der Völkerbundratstagung und der Besprechung in Chequers herauskommen dürften. Im Zusammenhang mit den Besprechungen über die Zollfrage sind von der oppositionellen Rechten heute Gerüchte über Rücktrittsabsichten des Ernährungsministers Schiele verbreitet worden. Solche Meldungen, die immer wieder bei der Behandlung irgendeiner Agrarfrage auftauchen, haben heute ihre Zugkraft verloren. Schiele hat sich in der letzten Reichstagssitzung offen für sein Programm und die Regierung erklärt. Man kann kaum annehmen, daß er mit dem Rücktritt leichtfertig spielt. Das Geheimnis des Panzerglases Der neue Fall von Industriespionage Aachen, 24. April. Zu der Angelegenheit der Industriespionage des Diplom=Ingenjeurs Pesch wird noch bekannt, daß die Haupttätigkeit des Pesch darin bestand, die Ergebnisse wissenschaftlicher Forschungen durch Versuche in die Praxis umzusetzen. Daneben machte er noch regelmäßig die photographischen Aufnahmen von den Versuchsplatten. Die ganzen Negative hatte er in seiner Privatwohnung, wo man sie noch vorfand. Es wird ihm auch vorgeworfen, versucht zu haben, einen Facharbeiter mit der Bemerkung an sich zu ziehen, daß er mit seinen Kenntnissen im Auslande viel Geld verdienen könne. Es handelt sich hierbei um einen sogenannten Behandler, der nicht nur über umfangreiche Kenntnisse verfügt, sondern darüber hinaus auch ein ausgeprägtes sogenanntes Fingerspitzengefühl haben muß. Pesch ist 28 Jahre alt und soll nicht nur Fabrikationsgeheimnisse des sogenannten Panzerglases an Räterußland verraten, sondern auch Panzerglas selbst nach Rußland geschafft haben. Bei diesem Panzerglas handelt es sich um eine Besonderheit der Firma Neuter, die hierfür alleiniger Hersteller ist. Es ist ein außerordentlich wertvolles Glas von verschiedener Stärke, das Schußsicherheit von der leichten Pistole bis zumstärksten Infanteriegeschoß gewährt. Wieder einmal wird durch die Aufdeckung dieses bisher geheim gehaltenen Falles von Werkspäherei in die Vorgänge hineingeleuchtet, die sich an der Wirtschaftsfront im trüben Halbdunkel von Verrat, Untreue und Bestechung abspielen. Wieder ist es anscheinend Rußland, das sehr bemüht ist, selbst hinter das Geheimnis des Panzerglases, durch das keine Kugel dringt, zu kommen. Die Entlarvung von Industriespähern ist meistens dem Zufall zu verdanken. Daher ist auch die Zahl solcher Fälle, die in der Oeffentlichkeit bekannt werden, zu gering, als daß man sich ein Bild von dem wahren Umfang dieses Treibens machen könnte. Doch die jetzt zu beobachtende Häufung der Aufdeckung von Späherzellen in deutschen Betrieben, die im Judaslohn die Seele der Fabrik, das peinlich gehütete Fabrikationsgeheimnis verkaufen zeigt, wie gerade Deutschland mit einem gewaltigen Netz eines ausländischen Späherdienstes überzogen zu sein scheint, dessen Fäden so fein gesponnen sind, daß die Abwehr nicht immer leicht ist. Betriebsspionage bei einer norwegischen Sechieches-eichch Oslo, 24. April. Nach Blättermeldungen aus Paris hat die Pariser Polizei auf Grund eines Ansuchens der Norwegischen Stickstoffgesellschaft eine Haussuchung bei dem bekannten norwegischen Chemiker Dr. Collett vorgenommen, der für die Gesellschaft in Paris arbeitete. Collett der früher Angestellter der Norwegischen Stickstoffgesellschaft gewesen, ist, wird beschuldigt, ihr Verfahren für die Stickstoff=Fabrikation zugunsten der polnischer Stickstoffgesellschaft in Tarnow benutzt zu haben, bei der er tätig war. Collett stellt das in Abrede. Gleichzeitig damit hat die Norwegische Stickstoffgesellschaft ihren leitenden Angestellten Dr. Blich entlassen, der beschuldigt worden ist, Collett weitere Betriebsgeheimnisse verraten zu haben. Dr. Blich will wegen seiner Entlassung vor dem Arbeitsgericht klagen. Dr. Baades Einkünfte h Berlin, 24. April.(Eig. Drahtber.) Im Roggenuntersuchungsausschuß des Reichstages waren am Freitag auch die Minister Schiele und Dietrich erschienen. Der Abgeordnete Freybe(WP.) benutzte diese Gelegenheit, um nach den Gründen für die Ernennung von Dr. Baade zum Vorsitzenden der deutschpolnischen Roggenkommission zu fragen. Der damalige Ernährungs= und jetzige Finanzminister Dr. Dietrich erwiderte, Dr. Baade sei Fachmann gewesen und habe der Landwirtschaft viel genutzt. Denn mit seiner Hilfe und durch seinen Einfluß auf die Sozialdemokratische Partei sei die Umstellung in der Agrarpolitik möglich gewesen. Deshalb sei es auch ganz belanglos, ob sich der verstorbene Reichskanzler Müller und andere Leute für oder gegen Dr. Baade eingesetzt hätten. Auf die weitere Frage nach den angeblich hohen Bezügen von Dr. Baade erklärte der Minister, man hahe Dr. Baade nicht als Ministerialdirektor, sondern nur auf Privatdienstvertrag einstellen können. Da Dr. Baade auf seine Tantiemen bei der Getreide=Industrie= und Kommissions=AG. verzichten mußte, habe er Ersatz durch die Aufwandsentschädigung für seine Tätigkeit in der deutsch=polnischen Roggenkommission erhalten. Dr. Schiele fügte hinzu, als er das Amt des Ernährungsministers übernommen habe, habe er zunächst nicht gewußt, daß sich die Mitglieder der deutsch=polnischen Kommission schließlich 2500 Mark für den Monat bewilligt hätten. Als das bekannt geworden sei, hätten Verhandlungen mit Dr. Baade stattgefunden. Baade habe das Ergehnis dieser Verhandlungen garnicht abgewartet, sondern freiwillig auf diese Einkünfte verzichtet. Ueber die Roggenausfuhr sagte Dr Schiele, bei der katastrophalen Weltmarktlage— der Roggen=Weltmarktpreis. sei von 170 RM. auf 70, teilweise sogar auf 58 RM. je Tonne gesunken— sei es unmöglich gewesen, das Einfuhrscheinsystem in der alten Form nur aufrecht zu erhalten, um einen Inlandpreis von 200 RM. je Tonne Roggen herbeizuführen. Der Rückgang der deutschen Roggenausfuhr beruhe auf dem politischen Entschluß der Reichsregierung, angesichts des Sinkens der Weltmarktpreise ins Bodenlose neue Wege zur Lösung des Roggenproblems zu beschreiten. Es sei der Regierung gelungen, den Roggenüberschuß auch ohne Ausfuhr zu bändigen und der Landwirtschaft heute einen Roggenpreis von etwa 10 RM. für den Zentner zu verschaffen. Die Angestelltenverbände lehnen ab Düsseldorf, 24. April. Sämtliche Angestelltenverbände haben den für die Nordwestgruppe ergangenen Schiedsspruch abgelehnt. Die Arbeitgeber haben den Schiedsspruch angenommen. Der Schlichter hat die Parteien im Manteltarifstreit im Ruhrbergbau zu Verhandlungen auf Montag, den 4. Mai, geladen. Wenn die Verhandlungen an diesem Tage nicht zu Ende geführt werden können, sollen sie am Mittwoch, dem 6. Mai, fortgesetzt werden. Galle und Herz Berlin, 25. April. Da spricht jede deutsche Partei von der Erneuerung unseres Staates Jede will das Rechte. Mauche macht das Falsche. Aber jede will die erste sein. Wiedergeburt nennt man dieses Streben ortsüblich. Parteien aber sind von je schlechte Geburtshelfer gewesen. Weil sie einen Teil der Nation hegen und pflegen, die anderen Teile aber bekämpfen. In einem Körper kann das Herz nicht gegen die Lunge, die Galle nicht gegen den Magen Sturm laufen, ohne daß der Körper Schaden nimmt. Mit Galle und Herz haben wir Deutschen uun schon seit einem Jahrzehnt Politik zu treiben versucht, mit Liebe oder Haß, je nach Einstellung der Partei. Wir sind die Ewigunbelehrbaren, weil wir glauben, in jedem inner= oder außenpolitischen Falle Kämpfer oder Märtyrer sein zu müssen. Wären diese Gemütsregungen im Streite nach außen zur Wallung gebracht worden: wer wollte da noch kritteln?... So aber hetzt sich Deutschland im inneren Kampf um Partei= und Aktionsprograume ab, von denen jedes einzelne vom Beginn unseres Umsturzes ab bis auf den heutigen Tag noch nicht einmal fünfundzwanzigprozentig erfüllt wurde. Noch niemals lag Deutschlands innere Erneuerung. in Programmen. Programme sind Worte von Herz und Galle, oder Verwachsungen beider. In Programmen legen wir unseren Volkskräften Maulkörbe oder Ketten auf. Programm ist auch dieses ganze Zeitaller der Worte. Jede Partei glaubt neue kategorische Imperative aufrichten zu müssen. Jede träumt von der Allseligmachung ihres Programms und meint im stillen wie der Pharisäer beim Anblick des Zöllners: Ich danke dir Herr, daß ich nicht bin wie jener. Herz und Galle sind in der Politik nur die Begriffe von Diktaturen. Aber auch dort wird die Galle weniger vermögen als das Herz. Wir Deutschen, die mit beiden, mit Galle und Herz, von der Natur mehr als notwendig bedacht sind, haben darum vor uns und unserer Geschichte die heilige Pflicht der Selbstzucht. Nach außen, weil uns die Hände gebunden sind. Nach innen, weil nur jenseits von Herz und Galle auf rein nüchternen Erwägungen eine Zusammenfassung aller Kräfte möglich ist, die unsere Arme nach außen hin frei zu machen vermögen. Sollen wir uns selbst die Hände binden, indem wir uns mit Galle innen verbittern? Mit Worten verbieten wir uns gegenseitig das Wort, mit Programmen schlagen wir Programme tot, mit Worten, die aber im Grunde genommen nur mehr oder weniger leicht genommen werden Mit Stolz blicken wir auf programmatische Reden und wissen dabei, daß sich vom gesprochenen Wort und von Programmen mehr als ein Jota rauben läßt. Programme sind Blätter, die im Winde säuseln und verwehen. Wieyiele hat Deutschland über sich seit dem Umsturz hinweg rauschen lassen? Sie sprießen auf wie Frühlingsveilchen. Nur haben sie meist nicht die Bescheidenheit dieser Blume, die im Verborgenen blüht. In engster Enge und tiefster Seelenstille nur bereitet sich die Wiedergeburt der Nation vor. Wer sein Herz laut auf den Lippen trägt oder marktschreierisch zum parteipolitischen Kauf anbietet, war in der Weltgeschichte noch nie berufen, ein Volk innerlich zu befreien. Wer sein Herz in der Hand und die Galle auf dem Munde trägt, mag ein guter Agitator sein. Nie aber wird er, Apostel einer neuen Zeit, der Menge voranschreiten. Alles Große keimt im Kleinen. und Propheten schritten nur aus kärglicher Wüste daher. Erst dieser Kampf mit der Wüste, geistig oder gegenständlich genommen, kann einen wirklich Großen den Mut zur Rede geben. Die Helden der Geisteswelt, auch der politischen Gemeinschaften, habe mehr geschwiegen als geredet, haben mehr auf eigene Schultern geladen als anderen Achseln aufgebürdet. Die Führer der Völker waren nach außen Machtgestalten. nach innen aber die Ewigmitleidenden, die aus dem Verständnis und Gefühl für andere Menschen, andere Klassen und andere Nationen die Einsicht der Lehre und hieraus die Kraft zur Selbsterhaltung und zur Durchsetzung ihrer eigenen Ideen nahmen. In Verständnis für die Schwächen der anderen und in der Erkenntnis der eigenen Hilfsmöglichkeiten beruht auch in der inneren Politik eines Volkes die große Kraft. Zu dieser Erkenntnis aber tangt kein Programm, kein Wort. Galle hindert sie. Herz nur kann den nüchternen Verstand zu dieser Erkenntnis führen, und erst so wird ein Volk seine Parteien zu jener werktätigen sozialen Volksgemeinschaft führen, die heute Anfang und Ende jeder modernen Staatspolitik ist. Galle die den Menschen überheblich macht und geistig herabsetzt, ist innerpolitisches Scheidewasser, das Klafsen und Stände trennt, Völker zersetzt. Aber auch dort, wo in diesem Kampf um die Sozialpolitik das Herz vor dem Hirn vorauseilt und soziale und wirtschaftspolitische Utopien herbeisehnt, wird, wie in einem alten Körper, der erhöhte Blutdruck nur ein Zeichen eines krankhaften Zustandes sein. Wir Deutsche, das Volk mit dem jüngsten Parlamentarismus, bisher gewohnt, am politischen Gängelband geführt zu werden, haben es bitter notwendig, uns politisch selbst zu erziehen. Da wird kein Wort uns helfen. Das kann keine einzelne Partei und kein Programm bewerkstelligen. Dieser Kampf um unsere politische Selbsterziehung wird eine Arbeit von Generationen sein. Aber im Augenblick schon wäre uns und unserem Volke viel geholfen, wenn wir in unserer Politik jene Harmonie zu finden vermögen. die Herz, Galle und Hirn gegeneinander abwägt und zum mindesten in der Innenpolitik dem Herzen und Hirn den Vorrang vor Galle gibt. Gehen wir uns die Hand! Schauen wir uns in die Augen! Versprechen wir uns gegenseitig: wir wollen nicht mehr schimpfen! Es gilt! Ja? Es muß gelten! Michsel Haupt: Süiftung für das Reichsehrenmal Berlin, 24. April. In Durchführung des Beschlusses der Reichsregiegung über die Errichtung des Reichsehrenmals bei Berka fand heute im Reichsministerium des Innern unter Vorsitz des Reichsministers Dr. Wirth eine Besprechung mit den beteiligten Frontkämpferverbänden statt. Der Minister teilte mit, daß der Reichspräsident, dem der Landkreis Weimar das für die Errichtung des Reichsehrenmals bestimmte Gelände und das Land Thüringen einen im Laufe der Jahre gesammelten Geldbetrag zur Verfügung gestellt haben, die Errichtung einer Stiftung beabsichtige, die mit der Schaffung und Erhaltung des Reichsehrenmals in Form des Ehrenhaines bei Berka betraut wird. Den Vorsitz Neues in Kufze wbinz im Vorstande der Stiftung wird Staatssekretär Zweigert vom Reichsministerium des Innern führen. Die Vertreter der Frontkämpferverbände nahmen mit Dank und Befriedigung von der Absicht des Reichspräsidenten Kenntnis und erklärten ihre Zustimmung zu der vorgesehenen Regelung. Gesamtergebnis des Volksbegehrens wird heute mitgeteilt Berlin, 24. April. Wie vom Stahlhelm mitgeteilt wird, wird die Zusammenstellung der Abstimmungsergebnisse des Volksbegehrens erst voraussichtlich am morgigen Samstagvormittag bekannt gegeben werden können. In Schlesien wurden insgesamt 765 000 Stimmen abgegeben bei 2627 239 Stimmberechtigten; das sind etwa 28,5 v. H. Im Wahlkreis 12(Regierungsbezirk Erfurt) zeichneten sich in die Listen zum Volksbegehren insgesamt 116 060 von 421 045 Wahlberechtigten ein das entspricht einer Beteiligung von 27,5 v. H. In Ostpreußen trugen sich 530 231 Personen ein; das sind fast 39 v. H. der Stimmberechtigten. Polizei im Berliner Parteihaus der u..9. U. P. Berlin, 24. April. Der Polizeiprädent teilt mit: Die Anwohner des Parteihauses der NSDAP. in der Hedemannstraße haben wiederholt über Angriffe und Anpöbelungen durch die sogenannte Wache im vorgenannten Parteihause Beschwerde geführt. Auf Grund dessen wurde heute 17.15 Uhr eine überraschende polizeiliche Kontrolle im Parteihause der NSDAP. durchgeführt. Es wurden fünf Personen, die durch ihre Kleidung gegen das Uniformverbot verstoßen haben, festgenommen und zur Abteilung la gebracht. Gegen einen der Festgenommenen wurde weiterhin wegen Widerstandes ein Strafverfahren eingeleitet. Im März 1931 sind an Kapitalverkehrssteuern insgesamt 4,08(im Februar 4,09) Millionen Reichsmark eingegangen. Für die Zeit vom April 1930 bis März 1931 betrug die Einnahme an Kapitalverkehrssteuern insgesamt 59,68 gegen 89.77 Millionen Reichsmark im gleichen Zeitraum des vorhergegangenen Rechnungsjahres. Auch der Reichsbund der höheren Beamten hat sich in einem Telegramm an die Reichsregierung gegen eine weitere Kürzung der Beamtenbezüge ausgesprochen. * Am 31. März sind in Preußen 687678 vom Arbeitsamt anerkannte Wohlfahrtserwerbslose bei den Bezirksfürsorgeverbänden gezählt worden gegenüber 665 108 am Ende des Vormonats. Für den im Bombenlegerprozeß zu einer längeren Zuchthausstrafe verurteilten Bauernführer Klaus Heim und die andern Mitverurteilten hat der Präsident des Reichslandbundes, Graf Kalckreuth, an den Reichspräsidenten ein Gnadengesuch gerichtet. Die Bremer Bürgerschaft wählte den bisherigen Vizepräsidenten Osterloh(SPD.) in der Stichwahl mit 47 gegen 43 Stimmen, die auf den bisherigen Präsidenten Konsul Bernhard(NSDAP.) entfielen, zum Präsidenten der bremischen Bürgerschaft. 23 Stimmen waren ungültig. In Wetzlar streiken die Pflichtarbeiter der Wohlfahrtserwerbslosen=Fürsorge, weil die Stadt die Forderung auf eine Arbeitszulage von 2 RM. je Kopf und Arbeitstag abgelehnt hat. Die Stadtverwaltung sperrte daraufhin die Unterstützungsbeiträge. Der österreichische Bundespräsident Miklas verlieh dem Heeresminister Vaugoin anläßlich des zehnten Jahrestages seiner Berufung zum Heeresminister das Große goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik und sprach ihm in einem Handschreiben Anerkennung für seine Tätigkeit aus. Das höchste Berufungsgericht in Warschau hat als letzte Instanz die Berufung des im Zusammenhang mit dem Neuhöfener Grenzzwischenfall wegen Spionage zugunsten Deutschlands zu elf Jahren schweren Kerkers und 50000 Zloty Geldstrafe verurteilten deutschen Grundbesitzers Fude verworfen, wodurch das Urteil in Kraft gesetzt wurde. Parteitag der Wirtschaftspartel Alfons XIII. von Spanien wurde gestern vom englischen König im Schloß Windsor empfangen. Die englisch=französischen Handelsversprechungen sind ergebnislos verlaufen. Die Besprechungen bezogen sich nur auf den englischen Vorschlag, die Zölle auf gewisse englische Waren um 25 Prozent herabzusetzen. Zwischen dem englischen Oberhaus und dem Unterhaus ist ein ernster Konflikt entstanden, weil das Oberhaus die Agrarvorlage in vielen Punkten weitgehend abgeändert hat. Die Wahlen zur verfassunggebenden spanischen Nationalversammlung sollen am 21. oder 28. Juni stattfinden. Das Wahlalter wird von 25 auf 23 Jahre herabgesetzt. In Lissabon soll es zu Unruhen gegen die Diktatur gekommen sein. Die Polizei soll in die Menge gefeuert haben mehrere Personen seien getötet worden. Die Rehaben, niehrere Personen seren geidtel worden. Die Regierung soll die Reservistenjahrgänge 1926 bis 1929 unter die Fahnen gerufen haben. Der Führer der bulgarischen demokratischen Partei, Malinoff, gab seinen Auftrag zur Neubildung des bulgarischen Kabinetts zurück wegen unüberwindlicher parteipolitischer Schwierigkeiten. Gegen die Erhöhung der Brospreise Berlin, 24. April. Im preußischen Landtag hat die Fraktion der Staatspartei einen Urantrag eingebracht, in dem ausgeführt wird, daß infolge der Erhöhung der Mehlpreise die Gefahr einer allgemeinen Steigerung der Brotpreise bestehe. Dadurch würde nicht nur die Preissenkungsaktion in das Gegenteil verwandelt, sondern bei der geschwächten Kaufkraft weiter Schichten der Bevölkerung infolge Arbeitslosigkeit, Kurzarbeit, Lohn= und Gehaltskürzungen, Verdienstrückgang usw. sei eine Erhöhung der Brotpreise völlig untragbar. Das Staatsministerium wird ersucht, sofort Schritte bei der Reichsregierung zu unternehmen, um jede Brotpreiserhöhung zu unterbinden. Der Vorstand des Gewerkschaftsringes hat in einem Schreiben an den Reichskanzler Protest gegen die Erhöhung des Brotpreises eingelegt, ebenso der Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund, der sich in seinem Schreiben weiter für die 40=Stunden=Woche, die Arbeitslosenversicherungsreform, die Knappschaftssanierung und gegen weitere Lohnsenkungen ausspricht. Di. Deneschs Angeiff auf die Honanton Frreführungen des tschechischen Außenministers Unerlaubte Waffenverkäufe ins Ausland! Berlin, 24. April. Wie von Berliner zuständiger Stelle mitgeteilt wird haben die Polizeibehörden ein Ermittlungsverfahren gegen die Berlin=Karlsruher Industriewerke wegen unbefugter Waffenverkäufe ins Ausland durchgeführt. Die Akten seien nunmehr der Oberreichsanwaltschaft in Leipzig zugeleitet worden. Ob und inwieweit der aus dem Bullerjahn=Prozeß bekannte Generaldirektor von Gontard durch das Verfahren berührt werde, könne vorläufig nicht gesagt werden, da es sich um ein noch schwebendes Verfahren handele. Berlin, 24. April. (Von unserer Berliner Schriftleitung.) Die Rede Dr. Beneschs über die deutsch=österreichische Zollunion ist in ihren Hauptpunkten bereits gestern von uns gestreift worden. Sie findet in den politischen Kreisen Berlins Beachtung; denn sie ist ein Symptom für die kommende Aussprache im Völkerbundsrat. Man verschließt sich hier nicht der Anerkennung, daß Dr. Benesch Worte ruhig und sachlich gesetzt waren. Aber man wendet sich mit aller Entschiedenheit dagegen, daß der tschechische Außenminister die Zollunionsfrage zwischen Deutschland und Oesterreich vom rein juristischen auf das politische Gebiet hinüberzuschieben versucht. Wenn man auch in dem Angriff von Dr. Benesch gegen das Projekt keine Ueberraschung sieht, so stellt man dennoch fest, daß sich die tschechische Anschauung in strikten Gegensatz zu der englischen setzt, nachdem der britische Außenminister Henderson ausdrücklich durch seinen Antrag im Völkerbund erklärt hatte, daß nur eine Erörterung in Frage komme, inwieweit die Zollunion dem vom Oesterreich unterzeichneten Genfer Protokoll widerspreche. Dem ausgesprochen französisch orientierten Herrn Benesch wird man die strikte Ablehnung der Zollunion nicht übelnehmen können, aber die Kritik der Pariser Blätter an Beneschs Ausführungen, die ausnahmsweise eine Uebertreibung oder Ueberspitzung der politischen Dinge herauslesen, dürften auch dem tschechischen Außenminister maßgeblich sein. Es ist nach Ansicht der deutschen Reichsstellen fast eine Irreführung, wenn Benesch behauptet, die Zollunion strebe eine Blockbildung innerhalb Europas an. Deutschland und Oesterreich haben gleich bei der Veröffentlichung des Zollprojektes erklärt, daß sich dieses Abkommen nicht auf die beiden Länder allein beziehen solle, sondern daß jede andere Macht zur Mitarbeit und zum Beitritt eingeladen ist. Wenn Dr. Benesch diese Einladung von sich weist, so dürfte der Grund hierfür gerade in der Tatsache zu suchen sein, daß er seinerzeit mit der vollzogenen Bildung der kleinen Enkente und mit dem Gedanken einer Donauföderation unter Ausschluß von Deutschland seinerseits die Blockbildung innerhalb Europas längst vollzogen hat, garnicht zu reden, von dem französisch=tschechisch=polnischen Block in der Mitte des Kontinents. Damit dürfte die Ausgleichspolitik der Prager Regierung hinlänglich gekennzeichnet sein, und es kommt diplomatischer Spiegelfechterei gleich, wenn Dr. Benesch behauptet, die Tschechei habe jederzeit der wirtschaftlichen Notlage Oesterreichs jede Unterstützung und aktive Hilfe zukommen lassen. Bisher hat die Tschechei jede österreichische Bestrebung auf Verbesserung der handelspolitischen Beziehungen durchkreuzt. Bereits im Jahre 1921 wurden die Verhandlungen zwischen Oesterreich und Italien zwecks Angleichs der bestimmungen durch die Tschechei zerschlagen. Ebenso wurden im Jahre 1926 Verhandlungen zwischen der Tschechei und Italien über die Oesterreich zu bewilligenden Vorzugszölle durch die Tschechei zunichte gemacht, auch im Jahre 1928 neue Verhandlungen von der Tschechei abgelehnt. Immer war es Dr. Benesch, der in den handelspolitischen Vereinbarungen eine Bedrohung der tschechischen Nationalwirtschaft befürchtete. Wenn Dr. Benesch die gesamten Wirtschaftsfragen nur als politisches Instrument betrachtet, das jeweilig auf die internationale Wagschale gelegt werden soll, so beweist er damit nur auf der einen Seite seine Rückständigkeit, auf der anderen, wie wenig er sich die paneuropäischen Gedankengänge seines großen politischen Freundes Briand zu eigen macht. Oder sollte auch Briand heute schon die Vaterschaft für sein Paneuropakind abgeschworen haben?: Hannover, 24. April. Der Parteitag der Reichspartei des deutschen Mittelstandes(Wirtschaftspartei), dem auch der bekannte Antrag auf Amtsniederlegung des ersten Vorsitzenden Drewitz für die Dauer des im Falle Drewitz—Colosser noch schwebenden Verfahrens vorliegt, begann heute mit einer Sitzung des Parteivorstandes. Die Vorstandssitzung beschäftigte sich u. a. mit der Vorbereitung der für den 25. April angesetzten Reichsausschußsitzung sowie der übrigen Veranstaltungen im Rahmen des Parteitages und billigte die dem Reichskanzler in den nächsten Tagen zu unterbreitenden Forderungen zum Gesamtprogramm der Reichsregierung. Die Forderungen sollen dem Reichsausschuß zur Kenntnisnahme und Zustimmung vorgelegt werden. Zur besseren Durchführung der sachlichen Arbeiten des Parteitages wurden sodann verschiedene Ausschüsse eingesetzt. Entgegen Pressemeldungen stellte der Parteivorstand fest, daß irgendwelche Anträge auf Ausschluß führender Persönlichkeiten nicht vorliegen. Der Königsberger Zwischenfall h Berlin, 24. April.(Eig. Drahtber.) Zu der Spionageangelegenheit französischer Offiziere in Königsberg erfahren wir, daß die deutsche Botschaft in Paris nunmehr nach Abschluß der Ermittlungen in einen Gedankenaustausch mit der französischen Regierung über diesen Fall eingetreten ist. Irgendwelche Ergebnisse hat die Aussprache jedoch noch nicht gezeitigt. Man darf annehmen, daß das Auswärtige Amt an der einmal gegebenen Versicherung festhalten wird, energisch in der Angelegenheit vorzugehen. Deutsche Rote an Litauen Kowno, 24. April. Der litauischen Regierung wurde heute seitens der deutschen Gesandtschaft im Ausweisungsfalle des Studienrats Dr. Hartung aus Memel eine Note überreicht, in der zum Ausdruck gebracht wird, daß, da die litauische Regierung es abgelehnt habe, die Ausweisung von Hartung zurückzunehmen, und damit eine Beilegung auf diplomatischem Wege unmöglich gemacht habe, sich die deutsche Regierung gezwungen sehe, diesen Fall gemäß Artikel 33 des deutsch=litauischen Handels= und Schiffahrtsvertrages vom 30. Oktober 1928 dem darin vorgesehenen Schiedsgericht zu unterbreiten. Polens Machtgelüste auf Danzig Benesch hat sich bei seiner Rede auf die deutschösterreichische Industrie berufen. Diese Ausführungen sind eine beabsichtigte Irreführung; denn die industrielle Organisation Böhmens hat sich gleich nach Bekanntwerden des Zollunionplanes strikte für das Projekt erklärt. Selbst der Industriellen=Verband in Brünn hat die Zollunion als wünschenswert bezeichnet und sie nur aus politischen Gründen abgelehnt. Sm... Danzig, 24. April. Im Senat berichtete Senatspräsident Dr. Ziehm über die Verschärfung der Beziehungen Danzigs zu Polen, weil angeblich Danzig den Polen nicht den notwendigen Schutz gewähre und Polen an dem ihm gewährten freien Zugang zum Meere behindere. Dr. Ziehm wies die polnischen Behauptungen als unbegründet zurück und erklärte, Danzig könne der Erörterung dieser Behauptungen vor dem Völkerbundsrate mit Ruhe entgegensehen. Er habe das Empfinden, daß Polen mit dieser Aktion vor dem Völkerbunde die Hoheitüber Danzig erstrebe und vor allem Einfluß auf die innere Verwaltung Danzigs auf dem Gebiete der Polizei und des Gerichtswesens erzielen wolle. Jede Regierung Danzigs müsse diesem polnischen Machtstreben in bestimmtester Weise entgegentreten. Wenn die Abrüstungskonferenz sehischlagt... In Berliner Regierungskreisen sieht man auch der Gegnerschaft Dr. Beneschs auf der kommenden Völkerbundsratstagung mit Gelassenheit entgegen. Denn nicht politische Dinge stehen hier zur Verhandlung, sondern wirtschaftliche Fragen, über die sich mit nationalistischen Gedankengängen nicht streiten läßt. Das Urteil über die deutsch=österreichische Zollunion werden Juristen und nationalistische Diplomaten vom Schlage des tschechischen Außenministers fällen. London, 24. April. Außenminister Henderson sprach am Freitag vor der Vereinigung der ausländischen Presse in London. Er wies dabei u. a. auf die Wichtigkeit der kommenden Abrüstungskonferenz hin. Heute bestehe unter den Staaten immer noch großes Mißtrauen, das nur durch eine erfolgreiche Abrüstungskonferenz wirksam bekämpft werden könne. Ein Scheitern der italienisch=französischen Flottenbesprechungen müßte große Nachteile für die Abrüstungskonferenz haben. Die englische Regierung habe sich immer für eine Verständigung und die Festigung des Weltfriedens eingesetzt. Lord Cecil sprach am Freitag abend auf einer Versammlung einer Gruppe der britischen Völkerbundsvereinigung über die Abrüstungsfrage. Bemerkenswert war seine Aeußerung, daß man es Deutschland nicht verübeln könne, wenn es im Falle eines Fehlschlagens der Abrüstungskonferenz, die einzig mögFehlschlagens der Abrüstungskonferenz die einzig mögliche Folgerung zoge und aus dem Völkerbund austräte. Die Einsprüche der jetzigen gemäßigten deutschen Regierung und selbst die Forderungen der Nationalsozialisten und des Stahlhelms würden dann ein Nichts gegenüber dem Aufwallen des normalen patriotischen Gefühls in Deutschland zugunsten der Wiederherstellung seiner militärischen Stellung werden. Wa kaben am Keraper ein neues Land entdeckt Von Georgis Ulchakow Augenblicklich weilt eine russische Forschungs0• expedition im nordlichen Eismeer, wo sie zwischen dem 79. und 81. Breitengrad ein neues Land endeckt hat, das den Namen„Sewernaja Semlja“ —„Nordisches Land“— erhalten soll. Die nachfolgende lebendige Schilderung ist ein Funkbericht des Leiters der Expedition. D. Red. Aka. Im Frühjahr werden wir die nördlichen Teile des von uns entdeckten„Nordischen Landes“ erforschen. Unsere Arbeiten beschränken sich zunächst auf geologische Untersuchungen und kartographische Landesaufnahmen. Die Strecke, die wir in der Weise durchwandern müssen, dürfte sich etwa 1000 Kilometer hinziehen. Dafür benötigen wir 60 Tage. Unsere beschränkten Mittel, die Unzulänglichkeit der Hunde und das Gewicht der wissenschaftlichen Instrumente und Lebensmittel erlauben uns leider nicht, die Vorräte für 60 Tage mitzuschleppen, sondern nur für 30 Tage. Wir sind deshalb augenblicklich damit beschäftigt, unterwegs Hilfsdepots zu errichten und somit die Bewältigung unserer nächsten Aufgabe zuwege zu bringen. Unsere Arbeit wird. durch den Umstand, daß unser Hauptdepot etwa 60 Kilometer vom„Nordischen Land“ entfernt liegt, erheblich erschwert. Um alle Vorräte auf das„Nordische Land" zu schaffen, müssen wir mindestens 6 bis 7 Fahrten unternehmen. Die Proviantdepots errichten wir dann am Kap„Sichel und Hammer“, von dort gehen wir weiter nach dem Norden und Westen. Um den Westrand des Landes zu erreichen, müssen wir 700 Kilometer durch Eis und Schnee wandern. Die ersten Fahrten zum„Nordischen Land“ trugen mehr einen Erkundungscharakter. Weitere Fahrten unternahmen wir mit zwei Hundegespannen, jedes Gespann konnte 30 Kilogramm Last mitführen. An eine Regelmäßigkeit solcher Fahrten ist nicht zu denken. Die Polarnacht und heftige Winde sind unsere Hauptgegner. Als im Februar die ersten Lichtstrahlen uns erreichten, begannen wieder heftige Stürme, die unsere Ausfahrten vereitelten. Die Stürme waren mit starken Schneefällen begleitet. Eine längere Fahrt unternahmen wir am 4. Dezember bei 25 Grad Kälte. Wir hofften, den Mondschein ausnutzen zu können. Die erste Strecke von 30 Kilometer legten wir über blitzende Schneefelder zurück. Bald verschwand aber der Mond hinter dichten Wolken, und den weiteren Weg mußten wir in einer absoluten Finsternis fortsetzen. Die Dunkelheit war manchmal so undurchdringlich, daß es nicht möglich war, ein Hundegespann von dem anderen zu unterscheiden. Am dritten Tag unserer Wanderung sank die Temperatur auf 36 Grad. Es erhob sich ein starker durchdringender Wind. Auf dem Rückweg, nicht weit von unserem Hauptquartier, wurden wir von einem Orkan buchstäblich umgelegt. Einige Hunde waren nicht mehr imstande, die Schlitten zu schleppen. Sie wurden auf die Schlitten aufgeladen und dadurch die Last vergrößert. Schließlich gelangten wir doch glücklich zu unserem Ziel. Die dritte Expedition zum„Nordischen Land" unternahm ich am 28. Januar bei einer Kälte von 40 Grad. Infolge guter Tragfähigkeit der Schneeoberfläche konnten wir den ganzen Weg— 165 Kilometer — binnen 48 Stunden zurücklegen. Dabei haben wir uns in der Dunkelheit oft aus den Augen verloren und nur mit großen Anstrengungen wieder gefunden. Da wir ständig unterwegs waren und infolge des absoluten Mangels an Heizmaterial, konnten wir unsere Expeditionsöfen garnicht verwenden. In unserem Zelt war die Temperatur daher auch nur einige Grad wärmer, als wir etwas kochten. Sobald wir aber das Feuer löschten, glich sich der Temperaturunterschied sofort aus. Bei solch einer Kälte sah ich, wie unsere Stearinkerze nur in der Mitte ausbrannte. Die Außenwand blieb wie ein Zylinder stehen, während das Feuer sich im Herzen tiefer fraß. Die Butter war hart wie Eis und ließ sich kaum durchbeißen. Die Schlafsäcke aus weichen Renntierfellen hörten auf, Wärme zu speng! „Die Fellkleidung wird hart und steif, so daß es unmoglich ist, sie anzuziehen. Infolge der Kälte ist es oft unmöglich, Nachtruhe zu halten. Die Furcht, die Hände zu verlieren, zwingt uns oft nur kurze Raststunden einzuschalten, und weiter geht die Reise über das unbekannte Land, das wir erforschen sollen. Wegen der ungünstigen Wetterverhältnisse konnten wir im Februar keine Depots auf dem„Nordischen Land“ errichten. Daher konnten wir unsere fünfte Erkundungsfahrt zum„Nordischen Land“ erst am 2. März antreten. In der ganzen Zeit der Fahrt wütete ein heftiger Schneesturm, der noch jetzt nicht aufgehört hat, als ich diese Zeilen schreibe. Wir kehrten zurück zu unserem Hauptquartier. Ich werde im nächsten Monat die Frage der Proviantdepots klären und dann Mitte eine neue Reise zum„Nordischen Land“ unternehmen. Ich hoffe, recht weite Gebiete erforschen zu können. = 24000 Mark Wochengage für Tauber. Bei der Erstgufführuzng von Lehärs Operette„Das Land des Läam Drury=Lane=Theater in London Anfang Mai stattfinden wird, wird Richard Tauber die Hauptrolle singen. Ein englisches Blatt verrät die Höhe seiner Gage, die mit mehr als 24000 Mark in der Woche angeLehär wird die erste Aufführung selbst dirigieren; es ist sein erster Besuch in London seit der Uraufführung der„Lustigen Witwe“, bei der er vor dem Kriege in der englischen Hauptstadt weilte. = Die Notlage der deutschen Theater in der Tschechoslowakei. Die Bürgermeister und die Vertreter der Städte Aussig, Brür, Eger, Franzensbad, Gablonz, Teplitz=Schönau, Karlsbad und Marienbad fordern jetzt für ihre Theater eine ausgiebige Erhöhung der derzeit bestehenden Bezirks=, Landes= und Staatssubventionen, und vor allem eine Herabsetzung der weit über die Verhältnisse gehenden Steuern und Gebühren, um noch in der Lage zu sein, einer zwangsläufigen Schließung der Theater zu begegnen. Ateutel und Kunn in den Rautsaritädten Die Spielpläne der kommenden Woche Dortmund: Stadttheater: Samstag 15.00: Emil und die Detektive: 19.30: Das Land des Lächelns; Sonntag 15.30: Der Hauptmann von Köpenick: 20.00: Der Freischütz: Montag 19.30: Im weißen Röß'l; Dienstag 20.00: La Traviata; Mittwoch 20.00: Aspern: Donnerstag 20.00; Erstaufführung: Das öffentliche Aergernis: Freitag 20.00: Angelina; Samstag 15.30: Emil und die Detektive: 19.30: Im weißen Röß'l. Essen: Opernhaus Sonntag, 19,30: Adieu, Mimil: Montag.19.30: Die Hochzeit des Figaro; Dienstag 19.30: Die lustige Witwe; Mittwoch 19.80: Der Troubadour; Donnerstag 19.30: Die Zirkusprinzessin: Freitag 19.30: Die Hochzeit des Figaro; Samstag 19.30: Der Freischütz. Schauspielhaus: Samstag 20.00: Der Hauptmann von Köpenick: Sonntag 19.30: Voruntersuchung; Montag bis Mittwoch 20.00: Der Hauptmann von Köpenick: Donnerstag 20.00; Hamlet; Freitag 20.00: Der Hauptmann von Köpenick; Samstag 20.00: Voruntersuchung. Samstag 1900: Tannhäuser: ien. Mimi!: Montag 19.30: Die Duisburg: Stadttheater: Sonntag 19.30: Undine; Montag 19.30: Die Fledermaus; Dienstag 19.30: Die Zauberflöte: Mittwoch 20.00: Der Mustergatte; Donnerstag 20.00: Tosca; Freitag 20.00: Der lebende Leichnam Samstag 20.00: Turandot. Düsseldorf: Opernhaus: Montag 20.00: Der fliegende Holländer; Dienstag 19.30: Der Vogelhändler; Mittwoch 20.00: Die Macht des Schicksals; Donnerstag 20.00: Die Csardasfürstin; Freitag 20.00: Der Vogelhändler: Samstag 19.00: Lohengrin; Sonntag 16.00: Das Land des Lächelns: 20.00: Viktoria und ihr Husar. Kleines Haus: Dienstag 20.00: Mignon: Sonn“ tag 16.00: Mignon. Schauspielhaus: Montag 20.00: Wilhslg. Tell; Dienstag 16.00: Wilhelm Tell: 20.00: Ver##g. Mittwoch 20.00: Wilhelm Tell; Donnerstag 16.00: Wilhelm Tell: 20.00; Etienne; Freitag 20.15: Die Quadte tur des Kreises: Samstag 20.00: Wilhelm Tell: Sonnta# 16.00: Voruntersuchung: 20.00: Versailles. 1. Bellage Anzeiger D Der Stadtv — Abgeleh Maikäls. April, Dä wä Un ouk Met dä De Aei De Ani Wat sö Do holl De Ma Dat dre De Wä Wat söl Wat so Et küen Sou gä Et es v Vandag Brengt Ja, sie ha Stadtmütter! Paranuß knad nen=Defizits. bereits der Ha gar drei Sitzu Die erste Ber aber das wai das ist leicht das ist kein K tragen, die Bü teien? Wer w Loch, das gew muß auch etw über das„Wi Der Magistrat ein Bild enthi strickte und sch will. Sie ford zur„Unpopul Oder werden lassen, dieses O die Schlußberg Entscheidung b Faden. „Fürchtet d gen“, sagten di Nitbürger hal noch nicht über deerer Stadtve msammlung d niche in Lange des Einspruchs ist der Meinun vohl allein dä Feuermel lich bei hauses i städtische stelle gew Schaden spät bena kelt da so ungern h ein Teil, ihre Einr bedeuten. M — verbinde Wirtsch iftspartet er, 24. April. deutschen Mittelder bekannte AnVorsitzenden Dreitz—Colosser noch in heute mit einer erstandssitzung beung der für den sitzung sowie der des Parteitages in nächsten Tagen Gesamtprogramm gen sollen dem und Zustimmung führung der sachi s o d a n n v e r s c h i e r Parteivorstand sschluß führender ischenfall g. Drahtber.) zösischer Offiziere deutsche Botschaft Ermittlungen in der franzöFall eingetreten Aussprache jedoch ehmen, daß das nen Versicherung elegenheit vorzutauen o, 24. April. heute seitens der gsfalle des Stune Note überdird, daß, da die die Ausweisung it eine Beilegung emacht habe, sich , diesen Fall gen Handels= und 1928 dem darin unterbreiten. Danzig g, 24. April. nt Dr. Ziehm gen Danzigs zu en nicht den notan dem ihm geidere. Dr. Ziehm nbegründet Frörterung dieser e mit Ruhe entdaß Polen mit Hoheitüber Einfluß auf die Gebiete der Povolle. Jede Resen Machtstreben onferenz 24. 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April, April, Dä wäit nich, wat hä will. Un ouk im hougen Börgerrot Met däm Etat me nich wät prot. De Aeine denkt:„Küemt Tied, küemt Rot“, De Annere:„Futt met däm Zilot. Wat söllt wi lange noch beschluten, Do hollt wi leiwer uese Schnuten. De Magistrot, de well ues maken müer, Dat dreimol wi betahlt de Börgerstüer. De Wähler wellt davon nix wietten, Wat söllt wi ues dann drüm terrieten? Wat soll ouk all de Küerie, Et küemt doch nix herut dorbie.“ Sou gäiht et hen, son gäiht et hier, Et es verraftig kein Pläsier. Vandage Stadtverordneter to sien, Brengt wenig Anseihn, manke Pien. Ja, sie haben es nicht leicht, unsere Stadtväter und Stadtmütter! Ich will lieber mit meinen Zähnen eine Paranuß knacken, als die harte Nuß eines Neunmillionen=Defizits. Eine Sitzung hat unser Stadtparlament bereits der Haushaltsberatung gewidmet, zwei, vielleicht gar drei Sitzungen wird es noch daran wenden müssen. die erste Beratung ging ziemlich manierlich vor sich, aber das war das Vorspiel. Ausgaben beantragen, das ist leicht getan, aber für die Deckung sorgen, ujeh, das ist kein Kinderspiel. Der Magistrat hat gut beantragen, die Bürgersteuer zu verdreifachen, aber die Parteien? Wer will damit vor seine Wähler treten? Das Loch, das gewaltige Loch im Gemeindesäckel ist da. Es muß auch etwas getan werden, es zu stopfen. Aber über das„Wie?“ gehen die Meinungen auseinander. Der Magistratsdirigent und der Finanzdezernent haben ein Bild enthüllt, das nicht gerade durch Liebreiz bestrickte und schlecht zu dem„Deutschen Parnaß“ passen will. Sie fordern von den Stadtverordneten den Mut zur„Unpopularität". Werden sie ihn aufbringen? Oder werden sie es lieber dem Staatskommissar überlassen, dieses Odium auf sich zu laden? Darüber werden die Schlußberatungen des Etats in dieser Woche die Entscheidung bringen. Es hängt alles noch am seidenen Faden. * „Fürchtet die Danaer, auch wenn sie Geschenke bringen“, sagten die alten Griechen. Unsere Langendreerer Nitbürger haben das Mißtrauen gegen Alt=Bochum noch nicht überwunden. Auf Anregung eines Langenheerer Stadtverordneten beschloß die Stadtverordnetenmsammlung die Errichtung einer städtischen Brandwiche in Langendreer. Aber schon erheben sich Stimmen des Einspruchs dagegen. Die Langendreerer Feuerwehr ist der Meinung, daß sie die paar Brände im Jahre vohl allein dämpfen könne, man solle nur für gute ständigen Gemeinden weit härter mitgenommen hätte als heute im Verband der Großstadt, innerhalb der doch schon ein gewisser Lastenausgleich stattfindet. * Haben Sie schon einmal eine Hausnummer gesucht und nicht gefunden? Sicherlich ist Ihnen das schon passiert. Nicht nur dort, wo wie in Kreta, Somborn, Hordel=Günnigfeld die Grenzen kurios durcheinander laufen, sondern auch in der Innenstadt, da gibt es manche Straßen, wo man eine Hausnummer überhaupt nicht entdecken kann; sei es, daß sie überhaupt fehlt oder so angebracht und so unleserlich ist, daß man sie nicht erkennen kann. Bei den vielen Straßenumbenennungen ist das eine ärgerliche Sache. Jeder Hausbesitzer sollte doch dafür sorgen, daß man sehen kann, daß er auch „eine Nummer“ hat. Das Auffinden ist besonders erschwert in den Abendstunden, da wir ja mächtig an Beleuchtung sparen und einzelne Straßen ganz ohne „Latüchte" sind. Das ist ganz gewiß ein Rückschritt. Aber dafür haben wir auf anderen Gebieten Fortschritte zu verzeichnen. So zum Exempel die Polizeirufanlage. Das ist eine famose Sache, um den durch die zunehmende „Dusternis" dreist gewordenen Herren Spitzbuben das Handwerk zu legen. Natürlich kostet eine solche Anlage Geld und der Besitzer von Hühnern und Kaninchen, dem nachts zweibeinige Marder den Stall ausräubern, wird sie sich nicht zulegen können anstelle des wegen der hohen Hundesteuer abgeschafften vierbeinigen Schützers. Fein ausgeklügelte Einrichtung, mit der man aber auch vertraut sein muß. Das war der Angestellte einer größeren Kasse an der Viktoriastraße, die auch eine solche Anlage besaß, nicht. An einem Morgen setzte er unbewußt die Alarmeinrichtung in Gang. Nach ein paar Minuten erschien das Ueberfallkommando der Schupo, mit dem Gummiknüppel in der Hand stürmten die Mannen in das Gebäude, atemlos kam auch die Krim" an. Die in dieser unruhigen Zeit arg gehetzte Polizei war erstaunt, daß den Beamten von einem Sturm auf das Haus oder von Einbrechern und Räubern nichts bekannt war. Man forschte nach und fand die Ursache in der Tücke des Objekts. Beruhigt zog die Polizei ab, sie war unabsichtlich in den April geschickt worden. Wenn doch alle Alarmierungen immer so harmlosen Ursprungs wären! Mein Freund Bäh21 K lamm erzählte mir diese Geschichte, die ich meinen Lesern nicht vorenthalten möchte. Man erlebt ja heute so wenig Erheiterndes. Noch ein anderes Geschichtchen, aber weniger belustigend. Schrieb da ein Mann aus Traupel, Kreis Rosenberg in Westpreußen, an eine Behörde in Bochum um Uebermittlung einer Bescheinigung. Das betr. Amt schrieb ihm zurück, er solle sechs internationale und abgestempelte Portoscheine dem zu wiederholenden Antrage beifügen, da Traupel ja im Auslande liege! Erst als sie über ihren Irrtum aufgeklärt wurde, schickte die Behörde die Urkunde auch ohne internationale Scheine. Seit dem Friedensvertrag, der uns einen Teil unserer Ostmark raubte, sind zuverlässige neue Landkarten gedruckt worden. Trotz der Finanznot sollte man der inbetracht kommenden Behörde eine zur Verfügung stellen. Sou gäiht et tau in de Welt! Wir wollen uns aber die Freude am Sonntagsspaziergang nicht verderben lassen, auch wenn der launische April uns nicht eitel Sonnenschein bescheren sollte. Es muß doch Mai werden! Gottlieb vom Tippelsberg. abenden an ihrer kundenwerblichen Entwicklung mite arbeiten will. Der nächste Arbeitsabend findet statt am Montag, 11. Mai, abends 20.30 Uhr im Juristenzimmer der Schlegelbrauerei=Gaststätte(Rathausplatz). ven b des Abends:„Absatzförderung im Einzelhanber, Referent Dipl.=Ing. Barth. Nach dem Vortrag freie Aussprache. Da die Arbeitsabende, die an im Monat stattfinden sollen, hauptsächlich im Dienste der Bochumer Geschäftswelt ehnsmmi....“ duß diese daran recht zahlreich Der älteste Junggesellen-Hauptmann In jedem Jahre, wenn das Maiabendfest herannaht, erwachen in allen Bochumern, die dieses Heimatfest jemals mitgemacht haben, wieder Erinnerungen an frühere Zeiten und sehr viele gibt es, die seit Jahrzehnten ständige Teilnehmer dieses Festes sind. Einer ver eistigsten Anhänger ist der älteste noch lebende Der Mopse.., aber iin Maßen? chling, hat verschiedene reizende Begleit= Gesetzen und Verfügungen benachteiligt aule A. 1 Feuermelder sorgen. Mit dem Meldedienst hat es nämlich bei dem großen Brande des Knappschafts=Krankenin Langendreer sehr gehapert, sonst wäre die sädtische Brandwache in Bochum eher an der Brandnrue gewesen und das Feuer hätte nicht den riesigen Schaden angerichtet. Warum die Berufsfeuerwehr so spät benachrichtigt wurde, weiß kein Mensch. Man munkelt da so allerlei. Jedenfalls wird der Magistrat nicht Ungern hören, daß die Langendreerer oder doch ihrer ein Teil, nichts von der Brandwache hören wollen, denn #„Einrichtung würde eine Mehrbelastung des Etats * haben die Harpener doch mehr Vertrauen zu Al;Bochum! Sie fürchten die„Maikäls“ nicht und wouen ihnen einen herzlichen Empfang bereiten, wenn wieder ins„Bockholt“ einziehen. Das macht sich Volkspark recht gut für ein echtes, rechtes Volksfest, wie es das Maiabendfest sein soll. Uralte Bande verupfen Harpen mit Bochum; sie sind seit der Eingeseindung noch enger geworden. Die Neu=Bochumer in anderen eingemeindeten Stadtteilen fühlen sich auch nehr und mehr als Groß=Bochumer; ein gemeinsames Frühling hat verschiedene reizende Begleiterscheinungen: Blumen, Vogelgezwitscher, erwachende Liebe nebst Schnupfen, Gartenpartien und Landausflüge, Beschafsungssorgen für neue Garderobe, Sonne und ähnliche Kleinigkeiten. Eine der nettesten ist das Reinigungsbedürfnis der Hausfrauen gegenüber ihren Haushaltungen im allgemeinen, Gardinen, Teppichen und sonstigen Dingen, die nicht in der Lage sind, sich zu wehren. Die Weisheit unserer Weltordnung hat es mit sich gebracht, daß Ostern und Pfingsten mit anschließenden Festtagen willkommenen Anlaß zur Behauptung dieses Reinlichkeitswillens bieten. Photograph, der dieses Bild erschuf, ist in eine hineingibt Gesetzen und Verfügungen benachteiligt ist. Glücklicherweise besteht bei dem Vordringen der Frau auf allen Gebieten auch hier berechtigte Aussicht auf Besserung. Die ich allerdings hoffentlich nicht mehr erleben werde. Flax. * P S. Uebrigens fällt mir gerade noch ein, wie ich überhaupt auf die Sache mit der Frühlingsreinlichkeit gekommen bin: ein Leser— offenbar ein Opfer richtig eingeteilter Klopfzeiten— hat mich gebeten, die geschätzten Hausfrauen darauf aufmerksam zu machen, daß Bestimmungen über das Klopfen schon seit langem getroffen worden sind. Und zwar darf in Bochum gemäß den Vorschriften der allgemei4 4 K c träum, uns ja alle. Daß nicht alle Blütendrochen##eiten konnten liegt an der über uns hereinge—eiten Wirtschaftskrise, die manche der früher selbHausfrauen, die am liebsten noch den Goldfisch mit Putzpomade behandeln und den Kanarienvogel mit Safran neu einfärben würden. Das wichtigste ist bei diesen Reinigungen nicht etwa das Aufwirbeln von Staub und Verteilen von Wassermengen auf die gutgestrichenen Fußböden. Obwohl zugegeben werden muß, daß unbefangene Gemüter diese Auffassung gewinnen könnten. Wesentlich ist dagegen das Entfernen von Staub und Schmutz und Schund aus dem trauten Heim, das uns allein Glück bietet. Und wenn der ganze Schreibtisch dabei in den Papierkorb fliegt. Wohin dieser Dreck kommt, ist dabei eine Frage von untergeordneter Bedeutung. Beim Teppichklopfen wird zumeist Abladen des Schmutzes auf den Balkonen und Veranden der in unteren Stockwerken wohnenden Mietsparteien bevorzugt. Besonders zu empfehlen bei inbedachten Balkonen wenn die lieben Hausgenossen gerade mit offener Butterdose und Honigglas beim Frühkaffee sitzen. Ueberhaupt ist die Wahl des Zeitpunktes zum Schrubben, Putzen, Fegen und Klopfen von nicht zu unterschätzender Bedeutung. Wozu brauchen beispielsweise andere Leute im Hause Mittagsschlaf zu halten, wenn man selbst arbeiten muß? Oder warum brauchen andere Leute gerade Familienfeste zu feiern, wenn man am Klopfen ist. Man lasse sich nie von unzeitgemäßer Rücksichtnahme auf Mitbewohner leiten. Man kommt dabei zu kurz und zum Schluß hat man noch den Mottenfraß, gegen den es— meines Wissens— noch keine Versicherung gibt. Wie gesagt, die Sache mit der Wohnungsreinigung hat ihre verschiedenen Seiten. Und obwohl alles so glatt gehen könnte ist es doch notwendig gewesen, gewisse polizeiliche Verfügungen auch dafur zu treffen. Beispielsweise für das Klopfen. Natürlich kommt auch das nur daher, daß die verständnislosen Männer seit jeher verfügt und regiert haben. Frauen hätten das anders gemacht. Aber man weiß ja, wie die Frau in nen Polizeiverordnung vom 1. Oktober 1927(die besonderen Aktenzeichen und Merkmale der Verordnung fehlen mir leider) Teppiche, Läufer, Decken, Betten, Polstermöbel und dergleichen nur Montag, Freitag und Samstag von 8 bis 12 Uhr vormittags geklopft werden. Welcher Bitte ich hiermit nachgekommen bin. — Der Obigte. Bochumer Arbeitsgemeinschaft für Werbefragen Ueber die Ankurbelung der Bochumer Wirtschaft von der kundenwerblichen Seite her fand in der Schlegelbrauerei=Gaststätte unter den Werbeleitern und für Werbungsfragen maßgebenden Persönlichkeiten der Bochumer Handels= und Industriefirmen eine gut besuchte Aussprache statt. Alle Anzeichen sprechen dafür, hieß es dabei, daß die Wirtschaftskrise nunmehr ihrem Ende entgegengehe. Es gelte deshalb, jetzt auch in Bochum für einen gesunden Optimismus zu werben und durch lebhafte Propaganda zu einer Ankurbelung der Wirtschaft beizutragen. Was vor allem Not tue, sei die restlose und sachgemäße Ausnutzung aller vorhandenen Werbemöglichkeiten zur Betonung des Bochumer Einkaufs. Mit allen Mitteln müsse darauf hingearbeitet werden, daß der Bedarf der Bochumer Bevölkerung auch in Bochum gedeckt wird. Bliebe dieser Umsatz restlos am Platze, so würde er nicht unwesentlich zur Besserung der hiesigen Verhältnisse beitragen. In dieser Beziehung könne noch viel geschehen und es wäre zu begrüßen, wenn alle erfahrenen Kräfte sich unter diesen Gedanken zu einer Ankurbelungsarbeit zusammenfänden. Ein guter Erfolg für Bochum würde bestimmt nicht ausbleiben. Dieser Gedanke fand allgemeine Zustimmung und führte zur Gründung einer Bochumer Arbeitsgemeinschaft für Werbefragen, die sich in den Dienst der Bochumer Wirtschaft stellen, und in monatlichen ArbeitsCarl Straetling. Carl den 1875 sein erstes Maiabendfest als Schütze mitfeierte, 1878 Fähnrich und Mitglied des Schützenvereins wurde, und dann von 1885 bis 1888 Junggesellenhauptmann war. 1889 wurde er zum Mitglied des Vorstandes gewählt und 1927 zum Ehrenmitglied des Sopagesessensn e.. Jocums altester lebender ebliehen inan der bis deute noch Hagestol##niepen ist, hat noch jedes Johr#s I. mitgefeiert. , der bis heute noch Hagestolz jedes Juhr das Deaiabendfest Am Freitag abend war der erste diesjährige Exerzierabend der Junggesellen. Rund 120 Schützen und Unteroffiziere, fünf Fähnriche, 23 Leutnants und zwei Oberleutnants beteiligten sich als traditionsbewußte Bochumer Jungens. Der Hauptmann Prinzenberg war mit seiner Garde, die sich noch bedeutend verstärken dürfte, mehr als zufrieden. Trotz der schweren Zeit hat die Treue der Schützen zur blau=weißen Farbe nicht nachgelassen. Das kam deutlich zum Ausdruck, als der Hauptmann von Oberleutnant Meyer die Meldung entgegennahm und seine Schützen begrüßte. Ein rauschendes„Blau=Weiß" scholl ihm entgegen. Mit dem Erscheinen des Schützenkönigs Dr. Willi Hünnebeck II erreichte der Abend, der nach den gruppenweise vorgenommenen Uebungen die Schützen noch in Kameradschaft zusammensah, seinen Höhepunkt. Ein Kind in Lebensgefahr Schwerer Verkehrsunfall auf der Alleestraße. Am Freitag nachmittag gegen 3 Uhr wurde auf der Alleestraße, in der Nähe vom Portal 3 des Bochumer Vereins, der 9jährige Schüler Karl K. von der Alleestraße von einem in der Richtung Essen fahrenden Personenauto angefahren und schwer verletzt. Der bedauernswerte Junge wurde, nachdem ein dort wohnender Arzt einen Notverband angelegt hatte, mit einem schweren Schädelbruch zum Elisabeth=Krankenhaus überführt. Wie uns auf Anfrage von dort mitgeteilt wurde, schwebt der Verletzte in schwerster Lebensgefahr. Die Schuldfrage ist noch ungeklärt. * Auf der Wittener Straße wurde am 22. April eine Ehefrau von einem Personenkraftwagen angefahren und verletzt.— Ein junges Mädchen wurde am 23. April auf dem Bahnhofsvorplatz in Bochum von einem Motorradfahrer angefahren und erheblich verletzt. Das Mädchen erlitt einen Schlüsselbeinbruch und mußte dem Krankenhause zugeführt werden. Lebensgefahr besteht nicht. Die Schuldfrage ist in beiden Fällen noch nicht geklärt. Am Donnerstag abend scheute unter der Unterführung an der Hattinger Straße das Pferd eines Gemüsehändlers. Der Fuhrmann wurde vom Wagen geschleudert und das Pferd jagte in voller Fahrt die Hattinger Straße hinunter. Hier fuhr es gegen einen Lastkraftwagen. Der Wagen wurde stark beschädigt. junge Fuhrmann hatte beim Herunterfallen zum Glück keine ernstliche Verletzungen davongetragen. Eine arme Witwe betrogen Der Betrüger schon festgenommen. ] Festgenommen wurde ein 41 Jahre alter Reisender, der sich einer armen Witwe gegenüber als Rechtskonsulent ausgab und es unter Vorspiegelung falscher Tatsachen verstand, ihr im Laufe von kurzer Zeit nach und nach 645 Mark abzuschwindeln. Das Geld hatte die Witwe durch den Tod ihres Mannes aus einer Begräbniskasse erhalten. Der Täter hatte ihr vorgeschwindelt, daß er ihr noch weitere Beträge auf dem Rechtswege verschaffen könne, wozu er das Geld benötige. Als er im Besitze des Geldes war, hat er sich um die Witwe nicht mehr gekümmert. * I m s c h ö n s t e n L i c h t e r g l a n z e e r s t r a h l t e d a s R a t haus. Zum ersten Male bot sich am Freitag abend der Anblick des voll beleuchteten neuen Rathauses, aus dessen sämtlichen Stockwerken, Flügeln und Räumen der Schein der elektrischen Birnen in das Dunkel drang. Im Glanz des künstlichen Lichtes erschien der Bau fast noch größer als am Tage. Der Einbruch ins Schaufenster Bilder aus Bochumer Gerichtssälen Eine Winternacht. 4 Uhr Morgens. Die Stadt liegt dunkel. Man spart jetzt viele Nachtlaternen. Selbst in Hauptstraßen. Keine Menschenseele mehr unterwegs. Noch hat der Frühverkehr nicht begonnen. Plötzlich werden die Bewohner eines Hauses an der Rottstraße von einem gewaltigen Getöse aus tiefem Schlafe gerissen. Scheiben klirren. Dumpfe Schläge fallen, dann verhallen die Schritte eines einsamen Fußgangers, ehe sich die Erschreckten den Schlaf aus den augen reiben. In dem Hause, in dem der Schneidermeister Dreher sein Maßgeschäft betreibt, öffnen sich jetzt die Fenster. Man sieht gerade noch, wie ein Fluchtling mit einer Bürde zum Neumarkt hin im Dunkel der Nacht verschwindet. Der Inhaber des Geschäfts geht hinab und sieht die Bescherung. Die große Spiegelscheibe ist mit einem schweren Pflasterstein zertrümmert. Die Auslage ist beraubt. Mäntel und Stoffe sind in aller Eile aus dem Fenster gerissen. Der Dieb ist jedoch entkommen. Kaum, daß ein Bewohner des Hauses oder von Gegenüber seine Umrisse genau gesehen hatte. Es ging alles viel zu schnell. Durchs Telephon wird die Polizei benachrichtigt. Auf der Castroper Straße wird in derselben Nacht 's geselle festgenommen. Er schle ein Schneiberge#######mmen. Er schleppt großes Paket und fallt desyalb dem Polizeiwachtmeister auf. Der Festgehaltene erklärt auf Befragen dem Beamten, daß er von dem Schneidermeister Dreher komme und nach dem Zentralgefängnis gehe, um Ware an einen Beamten abzuliefern. Die Sache kommt dem Beamten, der allzufrühen Morgenstunde wegen, aber doch zu unwahrscheinlich vor und er veranlaßt sofort Nachforschungen beim Gefängnis. Es ergibt sich die völlige Unwahrheit der Angabe und bald wird auch der Einbruch bei Dreher bekannt. Es ist klar, man hat den Dieb gefaßt. Ein Zufall spielte der Polizei den Verbrecher in die Hände. Der Mann bestreitet aber ganz entschieden, die Tat verübt zu haben. Er will die Sachen auf dem Neumarkt gefunden haben. Er meint: Der Dieb sei wahrscheinlich verfolgt worden und habe auf der Flucht die Sachen weggeworfen. So unglaubhaft diese Angabe war, so mußte man ihr nachgehen. Es ergab sich, daß eine Verfolgung des Diebes noch nicht einmal durch die Bestohlenen selbst möglich war. Sie lagen zu Bett und sprangen im Hemd ans Fenster: Keine Menschenseele ringsumher. Der Täter war schon ins Leere untergetaucht. Niemand hat ihn verfolgt... Jetzt steht der Dieb vor den Schöffen. Ein untersetzter Bursche, mit ungewöhnlich großem Kopfe, hoher Stirn und nicht unintelligentem Aussehen. Aber er leugnet. Seine Strafliste wird verlesen. Fünfzehn Fälle! Die letzten neun Jahre hat der Bursche fast ausschließlich im Gefängnis zugebracht. Diebstähle und Einbrüche sind vielfach darunter. Jetzt befindet er sich im strafschärfenden Rückfall. Das Zuchthaus ist ihm schon mehrfach angedroht worden. Aber die „Strafen haben nichts geholfen. Große Lust zu dauernder ehrlicher Arbeit besteht augenscheinlich nicht. Wird er jetzt noch einmal dem Zuchthaus entwischen? Der Staatsanwalt beantragt Versagung aller mildernden Umstände. Niemand könne diesem Burschen ein solches Märchen glauben. Er habe alle Ursache zu leugnen; denn er wisse, daß ihn nunmehr die strengste Strafe treffen werde, wenn man ihn überführe. Diese Ueberführung aber sei vollständig. Zweieinhalb Jahre Zuchthaus und Ehrverlust müßten jetzt verhangt werden. Solche Menschen seien nicht mehr durch Nachsicht zu bessern. Das Gericht hält die Ueberführung des Diebes für gelungen. Die Ausreden tragen zu sehr den Stempel des Schwindels an der Stirn. Es ist töricht, bei solcher Belastung zu leugnen. Das Urteil lautet auf zwei Jahre Zuchthaus, die niedrigste Strafe, die das Gericht bei ruckfälligem Einbruch verhängen konnte. Der Angeklagte wird weinend und um Gnade flehend abgefuhrt. Immerfort ruft er:„Ich bin unschuldig!“ Es werden ihm nicht viele diese Beteuerung glauben. Der Kampf um die Edelmilch Vor der Strafkammer erzielte die Milchhändlerin R. aus Bochum=Langendreer auf ihre Berufung gegen ein Schöffenurteil insofern Erfolg, als die Nebenstrafe das Verbot, noch weiter mit Flaschenmilch zu handeln) fallen gelassen wurde. Diese Nebenstrafe war empfindlicher als die Geldbuße. Die Frau betreibt schon ein Vierteljahrhundert ihren Milchhandel, ohne daß Beein schwerden gegen sie hätten vorgebracht werden konnen. Nun war sie in Verdacht geraten, Vollmilch, die sie von einem Landwirt bezog, in den Flaschen des Bochumer Milchhofes mit dem Verschluß Edelmilch verkauft zu haben. Die Frau und ihr Geschäftskollege kämpften mit aller Kraft gegen jeden Anschein irgend einer Unlauterkeit oder irgend welcher Uebervorteilung ihrer Kunden. Der Leiter des Nahrungsmitteluntersuchungsamtes hatte gegen den Verteidiger(der sein Gutachten anfocht, da Dr. W. nicht neutraler Sachverständiger und parteiisches Polizeiorgan zugleich sein könne) heftige Angriffe abzuwehren. Es wurde mit scharfen juristischen und fachmännischen Waffen gestritten. Trotz des Teilerfolges, den die Angeklagte erfochten hat, war aus dem ganzen Verlauf des sehr hitzigen Streites zu ersehen, daß der Fall grundsätzlich bis zur Revisionsinstanz werden wird. durchgeführ: Ausgerechnek Tantiemen! Der Musiksonntag in einer kleinen Wirtschaft. Eine für Gastwirte, die Samstags oder Sonntags in ihrer Wirtschaft Musizieren lassen, möge folgender Fall eine ernste Mahnung sein, das Gesetz zum Schutze von Werken der Literatur, Kunst und Musik zu beachten, da der sehr rührige Schutzverband der Tonsetzer und Tondichter eine scharfe Kontrolle führt. Bei widerrechtlicher Aufführung und ergebnisloser vorheriger Verwarnung nimmt der Verband die Hilfe der Gerichte mit Erfolg in Anspruch. Es gibt dann empfindliche Geldstrafen und besondere Bußen an die Nebenkläger, die stets mit ihrem Rechtsbeistand aus Köln auftreten und dann keine Milde mehr kennen. Diese Dinge mußte eine Gastwirtswitwe aus der Altstadt zu ihrem Schmerze erfahren, als sie am Donnerstag vom Erweiterten Schöffengerichte mit 200 Mark Geldstrafe, 200 Mark Entschädigung an den Schutzverband und in die nicht unerheblichen Kosten des Prozesses verurteilt wurde. Der Schutzverband hatte schon den unterdessen verstorbenen Ehegatten ernsthaft verwarnen lassen, dann auch die Witwe mehrfach erfolglos aufgefordert, einen Pauschvertrag mit ihm abzuschließen. Der Verband verlangte eine Jahresgebühr von 248 Mark. Dieser Betrag schien der Frau jedoch zu hoch und sie ließ es törichterweise auf die Strafverfolgung ankommen. Der Staatsanwalt machte geltend, daß der Einwand einer zu hohen Belastung des schwer um sein Bestehen ringenden Wirtegewerbes durch diese Ausgabe rechtlich nicht durchschlagen könne. Der Einwand sei aber im vorliegenden Falle praktisch nicht berechtigt; denn die Ausgabe spiele im Vergleich zu den übrigen Unkosten gar keine Rolle. Die Wirtin beschäftigte drei Musiker. Die Gebühr betrug jedoch auf den ganzen Sonntag nur 5 Mark, das seien zwei Pfennige bei einem Besuch von 250 Personen, eine Zahl, die ganz niedrig bemessen sei. Die unerlaubte Benutzung von Werken der Kunst sei geistiger Diebstahl, gegen den sich die Künstler gar nicht anders wehren könnten als durch die Strafanzeige, denn im Privatklageverfahren sei in den allermeisten Fällen nichts zu holen, da die Wirtschaften meist Brauereieigentum sind. Obgleich der Perein auf Erhebung des letzten Viertei. jahrsbeitrags 1030 verzichtere, konnte der Vermögene. jahrsheitrags 1930 verzichtette konnte der bestand als befriedigend bezeichnet werden. Nachdem Kaufmann Julius Schubert eine Wie. derwahl unbedingt ablehnte, fiel die Wahl zum ersten Vorsitzenden auf H. Kröger. Zu Stellvertretern wur, den gewählt: Willi Rüger und Ernst Nitsche. Zum Schriftführer wurde Knappschaftsabteilungsvorsteher Schmidt gewählt. Zum ersten Kassierer wurde wählt Kaufmann Brükl, bal wählt Kaufmann Brüll, nachdem der bisherige Geld, wart, der das Amt schon seit vielen Jahren führte, unbedingt eine Wiederwahl ablehnte. Als Beisitzer wurden neu bestimmt Koch, Hobinder und Frl. Grete Graß(Ehemalige höhere Handelsschüler). Der Jahresbeitrag wurde auf 8 Mark herabgesetzt um der wirtschaftlichen Not gebührend Rechnung zu tragen und um neue Werbung treiben zu können. Der an sich gute Vermögensbestand ermöglicht einen solchen Ausgleich für das Krisenjahr 1931/32. Zu Rechnungsprüfern wurden Walger und Brune wiedergewählt. * Verbandstagung der Haus= und Grundbesitzer des rheinisch=westfälischen Kohlenreviers in Witten. Der Verband der Haus= und Grundbesitzervereine für vas rheinisch=westfälische Kohlenrevier e. V. veranstaltet seinen diesjährigen Verbandstag am Sonntag, 3. Mai in Witten. Das Hauptreferat erstattet Baurat a. D. H. L. Sierks(Dresden) über das Thema:„Senkung der Anliegerleistungen.“ Als zweiter Redner spricht der Verbandsgeschäftsführer Dr. Düppe(Essen) über das Thema:„Umschwung in der Wohnungspolitik. Vor neuen Gefahren.“ (Weitere Lokalnachrichten auf den Seiten 9 und 15.) Nach einem schlechten Jahre Hauptversammlung des Kaufmännischen Vereins— Ein neuer erster Vorsitzender Im Hotel Monopol hielt am Donnerstag abend der Kaufmännische Verein seine Jahresversammlung ab. Den Vorsitz führte Prokurist H. Kröger. Der Verein ehemaliger Handelsschüler ließ sich durch eine Dame vertreten. Der Jahresbericht wurde vom Schriftführer Ernst Nitsche vorgelegt. Er beklagt zunächst den Verlust treuer Mitglieder, so des früheren ersten Vorsitzenden Otto Dierichs dem der Verein noch in der letzten Hauptversammlung das Ehrendiplom überreichen konnte, ferner der bewährten Mitstreiter Hellenbroich, Hildebrand, Homborg und Söffge. Das Andenken der Entschlafenen wurde auch von der Hauptversammlung durch Erheben von den Sitzen geehrt. Der Bericht verzeichnet mit Bedauern das weitere Absinken der Wirtschaftslage, die dauernde Krisis im Geschäftsleben und die Verschärfung des allgemeinen Existenzkampfes und die Vereinsmüdigkeit angesichts des Abbaues, der Gehaltskürzungen und der wachsenden steuerlichen und sozialen Abgaben. Immerhin betrug die Mitgliederzahl am Ende des Geschäftsjahres noch 329. Hierzu kämen noch die Mitglieder des Vereins ehemaliger Handelsschüler. Der Verein steht mit seinem treuen Stamme fest. Das ist umso erfreulicher, als der Verein 1935 sein goldenes Jubelfest begehen wird. Der Verein hat bisher 100 Jubilare, die ihm länger als 25 Jahre die Treüe hielten. Der Bericht gedenkt der mancherlei schönen, geselligen, unterhaltenden und belehrenden Veranstaltungen des abgelaufenen Vereinsjahres, über die sämtlich im„B..“ berichtet wurde. Das Kostümfest ließ der Verein wegen der Ungunst der Zeitverhältnisse fallen; die Vortragstätigkeit fand wie immer eine aufmerksame Hörerschaft. Der Verein will in alter Weise seine Arbeit fortsetzen und hofft auf die Wiederkehr besserer Zeiten für die Gesamtheit. Den Kassenbericht gab Kaufmann Karl Koch. Vereinskalender Evangelischer Arbeiter= und Bürgerverein, Bochum. Am Sonntag, dem 26. April findet im Evangelischen Vereinshaus, nachm. 5 Uhr, eine Mitgliederversammlung statt. Herr Sozialsekr. Jacobi(Gelsenkirchen) wird einen Vortrag halten. Es sollen auch Vereinshausfragen besprochen werden.(a4341 Wohin gehen wir? Stadttheater. Samstag 19 Uhr:„Siegfried“. sttheater. Samstag 19 Uhr:„Siegfr Sonntag 16 Uhr: Im weißen Röß'l. 20 Uhr: Das Dreimäderlhaus. Parkhaus. Sonntag 20 Uhr: Städtisches Orchester. Skala=Varieté: 20 Uhr: Musketier Horn. Weltlichtspiele: 16 Uhr: Kapitän der Garde. Apollotheater: 16, 18.20, 20.10 Uhr: Der falsche Feldmarschall. Capitol: 16, 18.15, 20 Uhr. Sonntag 11.15 Uhr: Frühvorstellung: Der Schrecken der Garnison. Ehrenfelder Lichtspiele: 20 Uhr: Sein bester Freund. Lichtburg: 15.40, 18.10, 20 Uhr: Der König der Vagabunden. Odeon: 16.30 Uhr: Anna Christie. Skala=Lichtspiele: 17 und 20 Uhr: Hai Tang, der Weg zur Schande. Ufa=Theater: 15.40, 17.45, 20 Uhr, Sonntag 11.15 Uhr: Frühvorstellung: Die Drei von der Tankstelle. Vergnügungs=, Gaststätten= und Ausflugslokale. Burg Volmarstein, A. Deh, Evgl. Gemeindehaus Hattingen, Gottschalk Wattenscheid, Industrie=Café, Hordeler Saalbau, Zur Insel, Neuhaus, Parkhaus, Parkhotel Haus Rechen, Südpol, St. Hubertus Weinstuben, Schlüter, Schloß Berge, Stasius, Weitkämper Waldring, Westfalenhaus, Zum Wiesental. 2. Bellag Anzeiger Der lust Jahren und Uhr und fi Tanzkaffee sie sich, leise gegenüber u befriedigt di und hinter Fritz, Al noch etwas, schenskind, n Sie ja garni daß ich mir soll doch.. Der Heri „Na, hören doch ganz e und der Die den, und da meinem Bier und sie setzte eine Gemein! habe...“ Es ist ni derung verste an seinem 9 überlegen.„! geht gar nich flüsternd zu irgend ein Li Telephon— Mann— un haufen. Verst leicht erwarte über fragen Aber der hatte den e schwenkte ihn laterne. Fritz Kar Dummheit vo drüben in der um mal Men zu hören, ein auch sonst mi „Wollen und da herut lauernd. Der angel der auf. Seit drängte er sichk heiser und dri soll denn das was vom Po dir Die Ve in einen br dieses über Kamecke ni war eine wir wo an 5) (Amerikan. Copyright by Egon Fleischel, Berlin) „Die Sache ist nicht allzu schwer. Da ist Morrison, der Notar und Testamentsvollstrecker; er weiß von nichts und hat mit der Sache nur insofern zu tun, als er die Formalität erfüllt. Da ist Gladys Scott selbst, ein junges Mädel wie eben alle sind, das keine Ahnung hak. Und schließlich noch Lord Farnborough, der Vormund; er hat in Major Scotts Regiment gedient und war sein Freund. Er weiß von der Sache und würde ernste Schwierigkeiten machen, wenn—“ „Ich glaube nicht", unterbrach ihn Turpin.„Man wird mindestens einige Wochen von Lord Farnborough nichts hören. Er ist wegen Falschspiels in Brüssel verhaftet worden und sitzt im Gefängnis. In Belgien werden Falschspieler nicht mit Glacshandschuhen angefaßt!“ „Sie sind schon wieder im Irrtum, Turpin. Ich kenne den Streich, den Sie glauben, dem Lord Farnborough in Brüssel gespielt zu haben; aber Sie haben sich doppelt geirrt. Erstens ist Ihr Lord Farnborough schon am nächsten Tage wieder freigelassen worden; und zweitens war es gar nicht Lord Farnborough, sondern irgend ein harmloser Abenteurer, der ihm verzweifelt ähnlich sieht...“ Turpin war sprachlos vor Ueberraschung. „Lord Farnborough hat bis heute nachmittag im Hotel Fleury gewohnt. Um 18 Uhr 48 Minuten ist er nach Genf abgereist, und zwar auf meine Veranlassung.— Wenn ich Ihnen sage“— der Mann im Sessel betonte das„ich" nachdrücklich—,„daß Lord Farnborough uns nicht behindern wird, können Sie sich darauf verlassen, Turpin. Uebrigens ist Ihr Lord Farnborough, den aus Brüssel meine ich, auch meinen Leuten in die Quere gelaufen. Ich fürchte, es ist ihm schlecht bekommen.“ „Wo ist der Unglücksmensch hier aufgetaucht?“ „Er stieg aus dem Rom=Expreß; kurz vor der Abfahrt. Scheint ein Eisenbahndieb gewesen zu sein. Meine Leute fielen prompt auf seine Aehnlichkeit mit Farnborough herein.“ Turpin dachte nach.„Die Angelegenheit ist mehr als seltsam“, meinte er. Vor einem halben Jahre, ich anfing, in der Sache Scott vorzuarbeiten, traf ich Lord Farnborough zum erstenmal und habe ihn sehr genau angesehen. Im Casino International in Brüssel glaubte ich ihn vor mir zu haben. Er gewann hoch. Ich klebte ihm ein As mit Bienenwachs an die„Stiefelsohle— fünf Minutetz später war der %. 1 Skandal fertig; er wurde „Sie hoben sich umsonst Sessel lachte.„Glauben fünf Minuten später sofort vezhaftet. inst bemühtt Der M Sie mir, Turpin, Si Mann im Sie hätten die Sache allein gar nicht oder nur mit größten Schwierigkeiten durchführen können. Keinesfalls aber wäre sie Ihnen geglückt, wenn ich gegen Sie gearbeitet hätte. Sie wissen, daß ich meine Pläne mit allen Mitteln durchsetze." Der Mann im Sessel schwieg einige Sekunden; dann fügte er hinzu:„Ich gehe über Leichen, Turpin. Das ist bei mir keine Redensart!“ Eine beklemmende Stille war zwischen den beiden. Turpin strich nervös mit der Linken sein MenjouBärtchen. „Ich denke, Sie sehen, wo Ihr Vorteil liegt, Turpin. Sie werden sich meiner Erfahrung fügen. An dem Tage, an welchem die stählerne Kassette mit dem Rosy Diamond in meinem Besitz ist, zahle ich an Sie fünfzigtausend Pfund. Sind Sie einverstanden?" Turpin sagte mit heiserer Stimme:„Ja!“ Er mußte die Kwailapur=Dokumente an sich bringen, ehe der andere ihre Existenz ahnte. „Es ist gut, Turpin, daß Sie Vernunft angenommen haben. Es hätte mir leid getan, den Sohn meines alten Freundes vernichten zu müssen. Unsere Abmachuig gilt. Vergessen Sie aber nicht, daß Leute, die unredlich gegen mich handeln, nicht lange leben! Turpin erschauerte bei der unheimlichen Drohung; er nickte mechanisch. „Sie sehen abgespannt aus, Turpin! Hören wir zur Anregung Tanzmusik aus dem Hotel Ritz!“ Ein Kontakt knackte, und aus einem unsichtbaren Lautsprecher klang ein schwärmerischer Blues in die Stille. Turpin lehnte sich mit geschlossenen Augen in den Stuhl zurück. Ein Tenor flüsterte: Wenn Rosen träumen des Nachts im Mondenschein wenn Rosen träumen kanns nur von Liebe sein Komm in den Garten wenns dunkel ist] die Rosen warten daß du, mein Lieb, mich küßt.... Das Akkordeon verhauchte die zärtliche Melodie. Der Song war zu Ende. Und da kam die Stimme des Ansagers: „Hallo, hallo! Hier ist Paris!“ In Ergänzung der dritten Bekanntgabe der Tagesnachrichten wird mitgeteilt: Soeben trifft aus Andschy=sur Glaine ein Funkspruch ein, der eine furchtbare Eisenbahnkatastrophe meldet. Aus unbekannten Gründen ist der Rom=Expreß 21, der Paris heute abend 18.48 Uhr verlassen hat, zirka zwanzig Kilometer von Andschy=fur Glaine verunglückt. Der ganze Zug ist in die Glaine gestürzt. Die Zahl der Opfer ist noch nicht bekannt, da alle näheren Nachrichten fehlen. Doch muß mit dem Tode sämtlicher Insassen des Zuges gerechnet werden. Die Tanzmusik wird abgebrochen. Weitere Berichte folgen nach Eingang.“ . Der Lautsprecher schwieg; das Pausenzeichen des Senders tropfte in die Stille. „Lord Farnboroughs Ende!“ sagte der Mann im Sessel. Turpin war erschüttert; ihn graute vor dem Massenmörder, mit dem er eben einen Pakt geschlossen hatte.... „Kommen wir zur Sache! Morgen abend trifft Gladys Scott in Paris ein. Ich habe es arrangiert, daß ein Telegramm Farnboroughs von heute nachmittag, in dem er ihr seine Ankunft in Genf für morgen früh ankündigt, verschwindet. Statt dessen erhält sie die telegraphische Einladung, hierher zu kommen. Sie werden Gladys Scott empfangen, Turpin, werden ihr die Nachricht von Farnboroughs Tod beibringen und dann mit ihr nach London fahren!" Turpin fuhr auf.„Ich kann nicht ohne weiteres nach London fahren. Ich kann mich auch in London nicht in aller Oeffentlichkeit bewegen—“ „Sie können, Turpin! Ich weiß, daß London für Sie ein heißer Boden ist. Ich weiß, daß ein paar Bonzen von Scotland Yard darauf brennen, Sie nach Old Bailey zu bringen, nur weil manche Ihrer Schecks nicht in Ordnung waren und einige Unterschriften Bhrer Muechfer wicht werergund einige Unterschriften Ihrer Wechsel nicht recht stimmten. Das alles schadet nichts. Wenn ich Sie decke, können Sie nach England fahren!“ Turpin biß sich auf die Lippen; eine kalte Wut gegen den anderen stieg in ihm auf:„Mein Vater starb im Gefängnis. Er glaubte bis zu seinem Tode, Sie. sein Freund Mac Lee, hätten ihn verpfiffen! Ich will vorsichtig sein!" „Wenn Ihr Vater das von mir geglaubt hat, war er ein Narr!" Der Mann im Sessel war gereizt.„Außerdem ist es unsinnig, vergangene Dinge aufzurühren. Sie sind mir auf Gedeih und Verderb verbunden, Turpin. Es gibt für Sie nur eine Gefahr, nämlich mich zu Ihrem Feinde zu machen. Denken Sie daran! Und nun gehen Sie schlafen! Sie hören morgen von mir. Ich werde mich, wie Sie mir vorhin rieten,„des Telephons bedienen!" Turpin nahm seinen Zylinder vom Boden und stand auf.„Wie komme ich aus dem Hause?“ fragte er. „Auf die allerbequemste Art! Nehmen Sie noch eine Zigarre für den Heimweg— dort, hinter der Glasplatte!" Turpin fand Zigarren und Zigaretten in Schachteln und Kisten, auch ein Feuerzeug. Er öffnete eine Packung„Nephrete“ und zündete sich eine Zigarette an. Er hatte kaum einen tiefen Zug getan, da lähmte eine bleierne Müdigkeit seine Glieder. Keines Gedankens fähig wankte er und stürzte besinnungslos zu Boden. Gespenstisch malte sich ins Riesengroße verzerrt, ein Schatten an der Wand. Der Mann im Sessel war aufgestanden. Er trat an den Bewußtlosen heran und beugte sich über ihn.„Rotblondes Haar und Schnurrbart 4 la Menjou“, murmelte er.„Eine gute Chance...“ Als Reginald Grayton erwachte, brauchte er Sekunden, um sich zu erinnern, auf welche seltsame Weise er in das komfortable Appartement des Luxushotels gekommen war. Dann rief er die Office an. „Geben Sie mir die Zeit!" „10.10 Uhr! Hier spricht Albert. Darf ich mich nach Mylords Befinden erkundigen?“ Grayton erkannte die Stimme des gewandten Portiers. „Danke, Albert! Schicken Sie mir ein Frühstück und kommen Sie in einer halben Stunde zu mir herauf!" Grayton sprang aus dem Bette und öffnete ein Fenster. Das Unwetter der Nacht war einem jener ersten schönen Frühlingstage gewichen, die mit ihren zarten Pastellfarben diese wunderbare Stadt wie ein Festkleid schmücken. Grayton atmete in vollen Zügen die kühle Morgenluft; aus dem Jardin des Tuileries wehte ein Hauch des jungen Frühlings herüber. Seine leichte Benommenheit nach dem bleiernen Schlaf machte einem Gefühl von Frische und Behagen Platz, das alle Kräfte belebte. Bevor Grayton in das Bad ging, gab er telephonisch eine chiffrierte Depesche nach London auf; ihr wesentlicher Inhalt war: Wer ist Lord Farnborough? Grayton wußte, daß ihn seine Freunde gründlich informieren würden. Nach dem Bode frühstückte er mit gutem Appetit: als er bei der Zigarette angelangt war, klopfte es. Monsieur Albert trat ein; er brachte die Morgenzeitungen mit. „Ich habe die Ehre, Mylord, zu dem Unfall von gestern zu gratulieren!“ „Warum?“ fragte Grayton verblüfft. „Mylord wollte gestern 18.48 Uhr nach Genf reisen—“ Grayton nickte. „Mylord sind vermutlich zuerst daran verhindert und später überfallen worden. Mylord können von Glück sagen! Der Rom=Expreß ist heute nacht bei Andechysur=Glaine verunglückt; vorläufig ist keiner der giere gerettet. Es ist die größte Katastrophe seit vielen Jahren! Alle Morgenzeitungen sind voll davon.“ Grayton überflog die Titelseiten der Blätter; dann sprang er auf. „Ich möchte nicht, Albert, daß irgend jemand etwas von meiner in der Tat wunderbaren Rettung erfährt. Ich verlasse mich auf Ihre Diskretion, die nicht undelohnt bleiben wird.“ Monsieur Albert legte die Hand aufs Herz:„M lord“, beteuerte er,„ich schweige wie das Grab!" „Es ist gut, Albert! Rufen Sie sofort irgendeine gute Firma für Herrenausstattungen an. Lassen Sie mit eine Auswahlsendung kommen. Ich muß in spätestens einer Stunde das Haus verlassen.“ „Ich werde alles zu Mylords Zufriedenheit erledigen! Hier sind noch zwei Depeschen. Monsieur Albert zog sich zurück. Grayton öffnete die Depeschen. Die erste trug der amtlichen Vermerk: Bereits telephonisch zugesprochen! Si lautete: 12 Uhr 32 Genf.„ 23. 4. 29 Lord Farnborough, Hotel Fleury, Paris. Miß Gladys Scott schwer erkrankt stop Verlangt dringlichst nach Ihnen stop Louise Cluny. Und die zweite: Genf 24. 4. 29 7 Uhr 50 Lord Farnborough, Hotel Fleury, Paris. Schönen Dank für Einladung stop Freue mig rasend auf Paris stop Eintreffe heute aben 5 Uhr 40 stop Bin 6 Uhr Hotel Fleury Gladys Scott. Grayton war sich darüber sofort klar daß die ern der beiden Depeschen gefälscht war. Gefälscht= um Lon Farnborough zur Fahrt nach Genf zu veranlassen Der schief geset Aber das Minuten derlich gen Plakat:„ zahlen! setzen.“ U1 gen Nagel 8 Jeder von Glases. A Blick zu d Ja, es sti so typischer der Latern „Wie fragte Kar Der ar sie sich in bus ne — Geheim und ab— besten Jahl und der Rom=Expreß war verunglückt... (Fortsetzung folgt. Eegersehr inter Scheidoote, Ren 2. Bellage zum Bochumer Anzeiger u. Gen. Anzeiger Unterhaltung, Wissen, Leben Nr. 96 38. Jahrgang Samstag, 25. April 1931 Unter KolLegen 7 Stigze von sterkart Steinmann Der lustige, etwas angeheiterte Herr in den besten Jahren und Fritz Kamecke flogen fast gleichzeitig um elf Uhr und fünfzehn Minuten nachts aus dem kleinen Tanzkaffee im Berliner Norden hinaus. Nun standen sie sich, leise schwankend, unter der trüben Gaslaierne gegenüber und sahen noch, wie der breitschultrige Wirt befriedigt die starken Hände in die Hosentasche schob und hinter der Glastür verschwand. Fritz, Amateurboxer, ehemaliger Schlosser und sonst noch etwas, starrte dem anderen ins Gesicht:„Menschenskind, wie ist das eigentlich gekommen? Ich kenne Sie ja garnicht, und nun setzen sie uns beide raus, kaum daß ich mir das erste Glas einverleibt habe? Nanu, da soll doch...“ Der Herr in den besten Jahren kicherte vor sich hin: „Na, hören Sie mal. Ver— Ver— ehrtester, das war soch ganz einfach. Sie wollten mein Bier austrinken, und der Dicke da, der Wirt, der wollte das nicht dulden, und da habe ich gesagt:„Lassen Sie ihn doch von meinem Bier trinken, soviel er will!" Da gab's Krach, und sie setzten uns alle beide auf die Straße. Das ist eine Gemeinheit, wo ich noch so einen furchtbaren Durst habe.. Es ist nicht ganz klar, ob Fritz Kamecke diese Schilderung verstand. Denn er zählte in diesem Augenblick an seinem Rock die Knöpfe ab und schien etwas zu überlegen.„Nee“, knurrte er schließlich,„es geht nicht. geht gar nicht. Wenn's anders wäre“— er beugte sich flüsternd zu dem lustigen, angeheiterten Herrn vor, der irgend ein Liedchen summte—, wenn's anders wäre— Telephon— zehn Autodroschken— jede mit vier Mann— und die Bude da drüben wäre ein Trümmerhaufen. Verstehen Sie? Aber es ist anders...“ Vielleicht erwartete Fritz Kamecke, daß der Mann ihm gegenüber fragen würde, was anders sei. Aber der Angeheiterte tat nichts dergleichen. Er hatte den eleganten steifen Hut abgenommen und schwenkte ihn mehrmals grüßend gegen die Straßenlaterne. Fritz Kamecke überlegte. War es nicht schon eine Dummheit von ihm gewesen sich aus dem Verschlag da drüben in dem leeren Lagerhause heraus zu trauen, nur um mal Menschen, Licht und Straßen zu sehen, Musik zu hören, ein Glas Bier zu trinken? Was fing man auch sonst mit dem vielen, vielen Geld an? „Wollen wir nicht nach dem Alexanderplatz fahren und da herum einen nehmen?“ fragte Fritz Kamecke lauernd. Der angeheiterte Herr setzte langsam seinen Zylinder auf. Seine Gestalt schien zu wachsen. Ganz dicht drängte er sich an Kamecke heran. Seine Stimme klang heiser und drohend:„Du, hör mal, mein Junge! Wat soll denn das heißen? Alexanderplatz? Willst du mir was vom Polizeipräsidium erzählen, du? Ich könnte dir .„Die Verwandlung des netten angeheiterten Herrn in einen brutalen Kerl mit gefährlich glitzernden Augen, dieses überraschende Wegfallen jeder Maske ließ Fritz Kamecke nicht unberührt.„Ach so“, knurrte er. Ihm war eine große Last vom Herzen genommen.„Gehen wir wo anders hin!“ schlug er leise lachend vor. Fritz Kamecke nickte. Ja, er kannte sowas nur zu genau und wußte, wie es in den Zellen des Polizeipräsidiums zuging, vor den Schranken im Moabiter Kriminalgericht und draußen in Tegel im roten Gefängnisbau; auch die„Plötze“, das große Zuchthaus in Plötzensee, war ihm nicht unbekannt. Augenblick vergaß er alle Vorsicht, alle Schlauheit. Nur einmal sprechen dürfen, nur ein einziges Mal alles erzählen, was einem auf der Seele lag wie eine Riesenlast. Die ganzen Wochen lang, die er nun versteckt da oben in dem Verschlag in dem leeren Lagerhause zugebracht hatte wie ein wildes Tier allein, ganz allein mit dem vielen Geld da hatte er diese brennende Sehnsucht gehabt zu erzählen. Und nun sprach er hastig, fast sich überstürzend. Er erzählte von dem großen Einbruch, den er allein erdacht und ausgeführt hatte.„Er. sprach davon, wie er das Versteck einrichtete, Lebensmittel aufstapelte, Rückzugswege anlegte und wie er geschwiegen hatte, immer geschwiegen. Sein Kollege hatte aufmerksam zugehört. Ab und zu spielte ein mitleidiges Lächeln um seine schmalen Lipals Fritz Kamecke jetzt schwieg, berauscht und erschöpft von der Schilderung seiner Erlebnisse, da hob der andere das Glas und leerte es mit einem Zuge. Dann sprang er auf und begann laut zu singen, wie es nur ein Betrunkener kann. Zischeln ringsum.„Ruhe! Ruhe!" den besten Jahren sang weiter. Der schritt auf ihn zu. Der große Nagel hinter dem Schanktische war leer. Und dann flog der Herr in den besten Jahren in dieser Nacht zum zweiten Male hinaus. die Tür hinter ihm zu als sich vom Schanktisch her ein kleiner, dürrer Kerl eilfertig zu Fritz Kamecke hindrängte und heiser flüsterte:„Mensch, weißte denn nicht wer das war? Wenn du etwas auf dem Kerbholz hast, dann mach' bloß, daß du wegkommst!" Verständnislos starrte Kamecke den Warner an. Der drängte:„Mensch, verschwinde! Das war Paul Hartwig, ein ehemaliger Greifer. Wenn se schwierige Fälle auf dem Präsidium haben, holen sie ihn'ran, weil er der Deubel selber ist...“ Mit einem Fluch fuhr Paul Kamecke hoch. Die Tür wurde aufgerissen. Ein Ruf erklang: Hier Kriminalpolizei“9 Da wankte Fritz Kamecke mit einem bitteren Lächeln nach der Tür und streckte den Eintretenden die Hände entgegen.=4enden die Ha Jeelenwanderung Der Fremde hatte schon wieder seinen Zylinder schief gesetzt und lachte nun auch:„Na, denn man los! Aber das Lokal bestimme ich, mein Lieber.“ Zwanzig Minuten später saßen sie in einem Kellerlokal mit wunderlich gemischtem Publikum, mit Holztischen und einem Plakat:„Man bittet beim Empfang der Waren sofort zu zahlen!— Zerbrochenes Geschirr ist sofort zu ersetzen.“ Und hinter dem Schanktisch hing an einem langen Nagel ein Gummiknüppel. Fritz Kamecke und der Andere saßen sich gegenüber. Jeder von ihnen starrte versonnen in den Inhalt seines Glases. Ab und zu warf Kamecke einen verstohlenen Blick zu dem nun nicht mehr angeheiterten Herrn hin. Ja, es stimmte schon! Diese fahle Gesichtsfarbe diese so typischen Bewegungen und vorhin dieser Vorfall an der Laterne... „Wie lange warst du denn das letzte Mal drinnen?“ fragte Kamecke unvermittelt. „. Der andere zuckte zusammen. Sekundenlang sahen ne sich in die Augen.„Zwo Jährchen— auf'm Autobus’ne Padde, wollte sagen,’ne Brieftasche gezogen — Geheimer sieht es— ich Esel— Rückfall— na, und ab du kennst ja sowas“, sagte der Herr in den besten Jahren ruhig. Beim letzten Sechstagerennen im Sportpalast stürzte der bekannte Berliner Fahrer Kroll und erlitt sehr schmerzhafte, wenn auch nicht gerade gefährliche Verletzungen. Als der Bahnarzt ihn in der Kabine untersuchte, stöhnte der Fahrer unter den Griffen des Arztes:„Warum mußte ich gerade stürzen? Was habe ich nur begangen?“ „Der Arzt massierte ihn ruhig weiter, ging aber auf Krolls Klagen ein und sagte:„Wer weiß, was Sie in Ihrem früheren Leben einmal waren.“ Prompt antwortete darauf Kroll, der sich, vor chmerzen windend trotzdem se': Schlaafe gkest Seppelin über der keiligen Stackt „Graf Zeppelin", das glückhafte deutsche Luftschiff, das vor kurzem seine erste große Fahrt nach Aegypten ausführte, hat nach seiner Landung in Kairo einen Abstecher nach Palästina gemacht. Dieser Besuch des heiligen Landes hat ebenso wie der erste vor Jahresfrist großes Aufsehen erregt und viel Begeisterung hervorgerufen. Die Rundfahrt, die den deutschen Luftriesen über Palästina führte, dauerte ungefähr acht Stunden. In dieser Zeit berührte das Luftschiff die berühmtesten heiligen Stätten dieses Landes. Um die Mittagszeit erschien „Graf Zeppelin", wie unser Bild zeigt, über Jerusalem, wo er von der Bevölkerung lebhaft begrüßt wurde. Das Luftschiff kreuzte mehrere Male sehr niedrig über der Stadt, in der sich die Straßen mit begeisterten Zuschauern füllten. Unser Bild zeigt eine eindrucksvolle Aufnahme von der Fahrt„Graf Zeppelins" über der heiligen Stadt. Im Vordergrund sieht man die Kirche„vom heiligen Grabe“ und die Kirche„vom Berg des Oelzweiges". Das alenteuerlicke Leben Danieé Desoes Zum 200. Todestag des Verfassers von„Robinson Crusoe“ am 26. April Schmerzen windeno, rropoem seine Schlagfertigreit nicht eingebüßt hatte.„Wahrscheinlich Sechstage=Arzt!“ Treu bis zum Tod „Geliebte,“ vibrierte der junge. Mann, und auf seiner Nase klebte wie eine Warze eine ernste, männliche Träne,„Geliebte— du weißt, daß niemand dich mir enteignen kann. Ich lasse dich nicht! Du bist mein Glück. Und mögen Himmel und Erde oder sonstige Schikanen uns auseinanderreißen— ich kann, ich will und ich werde nicht ohne dich leben!" „Nein— oh nein!“ schluchzte sie. „Und wenn uns kein anderer Ausweg bleiben sollte,“ sprach der junge Mann blaß und sinnend,„dann gehen wir gemeinschaftlich ins Wasser!" „Stundenlang,“ hauchte sie,„in Heringsdorf—?“ Der Mann Sie:„Die Köchin hat heute morgen gekündigt“.— Er:„Nanu, warum denn?“— Sie:„Sie sagte, du wärest heute morgen grob und unverschämt am Telephon zu ihr gewesen.“— Er:„Ach, das war die Köchin? Ich dachte, ich hätte mit dir gesprochen.“ Kuttei-Regatta in Jhdnen Zweihundert Mark hat Daniel Defoe als Honorar für sein berühmtes Werk erhalten.„Das Leben und die fremdartigen, wunderbaren Schicksale Robinson Crusoes, eines Matrosen aus York.“ Das Buch war beim Tode des Autors in England allein in einer Auflage von eineinhalb Millionen verkauft, dem Autor hat das wenig Nutzen gebracht. Aber wer kennt eigentlich den Autor? Im Ernst, wer weiß etwas Näheres über den Autor eines der berühmtesten und erfolgreichsten Bücher der Weltliteratur? Und doch liest sich das Leben Daniel Defoes fast so interessant wie ein Roman. Er war der Sohn eines biederen Londoner Fleischermeisters und das de vor seinem Namen hat er sich später selbst zugelegt. Urer einfach Foe und wurde im Jahre 1661 geboren. Schon längst bevor die Wende des glorreichen Jahrhunderts anbrach, hatte er mehrfach die Bekanntschaft mit englischen Gefängnissen gemacht und ein geradezu tragikomisches Schicksal hieß ihn diese Bekanntschaft immer wieder erneuern. Man muß außerdem so gerecht sein und sagen, daß Defoe wahrscheinlich auch ohne den Robinson geschrieben zu haben, unvergeßlich geworden wäre. Er war nämlich einer der ersten und größten Journalisten Europas, vor allem der eigentliche Gründer der„Reviews“, der wöchentlich erscheinenden Zeitschriften, die binnen kurzer Zeit nicht nur England, sondern den ganzen Kontinent eroberten. Auch der Plan zur Gründung der ersten„Review“ wurde in einem Gefängnis gefaßt und kaum waren die ersten erfolgreichen Nummern erschienen, als Defoe wegen einer allzu frechen Satire auf die englische Hochkirche schon wieder im Gefängnis saß. Vorher hatte er einige Jahre im Ausland verbringen müssen, weil ihn die englische Polizei wegen Teilnahme an dem Aufstand des Herzogs von Mommouth suchte. achtzehnten Jahrhundert mehr als zwei Dutzend deutsche Robinsons. Die beste dieser Nachahmungen war die „Insel Falkenburg“ von J. G. Schnabel, die 1742 in vier Bänden erschien. Einen zweiten Lauf um die Welt machte Robinson in der Bearbeitung von Campe. schrieb nach dem Robinson noch viele, vergessene Romane. Er schrieb sogar, um— wie man heute, sagt— die Konjunktur auszunützen, mehrere Fortsetzungen zu seinem berühmtesten Buch. Er schickte Robinson und Freitag nach China und Sibirien läßt sie noch einmal in ihr Inselreich zurückkehren und dort zat auf christlicher Grundlage gründen. Aber die Kinder, für die Robinson vom ersten Tage an geschrieben war, wollten von diesen Fortsetzungen mit ihren langatmigen Reflexionen nichts wissen. Defoe erreichte das schöne Alter von siebzig Jahren. In seinen letzten Lebensjahren hatte er die Torheit begangen, sein Vermögen seinem Sohne zu überantworten. Er mußte sie damit bezahlen, daß er in seinen letzten Jahren Hunger und Not litt, ohne daß ihm sein Sohn auch nur einen Pfennig gab. In seiner besten englischen Biographie heißt es am Schluß, daß er,„der Tausenden und Abertausenden von Kindern selige Stunden bereitet hat, aus Gram über sein eigenes Kind gestorben Dr. Hugo Brühl. Sege#hr, interessante Segelregatta fand kürzlich im Hasen von Sydney in Australien statt. Nicht schlanke oote, Rennboote durchflitzen die Gewässer, sondern plumpe Kutter wollten es ihnen gleich tun. Unser Bild zeigt einen Moment aus dem originellen Kutter=Regatta im Sydneyer Hafen. Fast alle Berufe hat Defoe in seinem Leben versucht und fast alles ist schief gegangen. Ein einziges Mal versuchte er es auch als anständiger Kaufmann mit dem Erfolg, daß er mehrere Monate im brüchigen Londoner Schuldturm verbrachte und sein halbes Leben lang Schulden abzuzahlen hatte. zahlreichen Gefängnisstrafen war die ellung Defoes im öffentlichen Leben seiner Zeit außerordentlich. Er beriet alle großen Bankinstitute, er half Sparkassen gründen und auf sein Drängen hin gingen zahlreiche Reformen besonders im Justizwesen vor sich. Das London seiner Tage liebte ihn, und als er eines Tages wegen Verhöhnung der Kirche öffentlich an den Pranger gestellt wurde, strömten Tausende herbei und ließen ihn hochleben. Defoe liebt es, in den Vorstädten und besonders den Hafengegenden umherzustreifen. In den meisten seiner leider nicht auf die Nachwelt gekommenen Romane läßt er Matrosen, Dirnen und Verbrecher ihr Leben im Ichton erzählen. . 58 Jahre war Defoe alt, als er sein berühmtes Buch, den Robinson Crusoe. schrieb. Wie man weiß, sind es die abenteuerlichen Schicksale eines nach Juan Fernandez verschlagenen Matrosen, der dort vier Jahre in völliger Einsamkeit verbrachte, bis ihn ein Schiff erlöste. Man weiß, daß Alexander Selkirk durchaus nicht der honette und wohlanständige Mann gewesen ist, als den ihn die Bücher darstellen. Er war ein Pirat und desertierte von seinem Schiff. Defoe hat eigentlich nur die im Jahre 1712 erschienenen Berichte des englischen Kapitäns Roger, der Selkirk aufgefunden hatte, geschickt und anschaulich umgearbeitet. Sein eigentümliches Werk beginnt erst mit der Erfindung Freitags. Der Erfolg dieses Werkes war schon zu Defoes Lebzeiten von der Art, daß er die Buchhändler und Verleger noch heute vor Neid erblassen lassen könnte. Im Jahre des Erscheinens, 1719, waren schon vier Auflagen vergriffen und der Verleger konnte den Bestellungen beim besten Willen nicht mehr nachkommen. Im nächsten Jahre erschienen auch schon die ersten Uebersetzungen in fremden Sprachen. Sogar ins Arabische wurde das Werk übersetzt und erhielt dort den Titel „Die Perle des Ozeans“. Es begannen auch die— Plagiate. Kein Werk der Welt ist so oft und so dreist plagiiert worden, wie der Robinson. Allein in deutscher Sprache erschienen im Weon Arger und Verdeus Sie plagen. Wenn Ihnen nichts so recht gelingt. Wenn Sie sich abgespannt und müde fühlen— Dann müssen Sie hinaus in die Natur, Dahin, wo sie groß und hehr und einsam iet: In die Wanderwelt des Nordens. führen zu den wundervollen norwegischen Fjorden, dem sagenum wobenen Island, in die Einsamkeit Spitzbergena# an die Grenze des ewigen Eises, ins Land der Mitternachtsonne. Die erhabenen Eindrücke einer solchen Reise, die beitere Geselligkeit und die behagliche Muße an Bord eines Hapag-Dampfers geben neue Lebensfreude und Arbeitskraft. 20. JUNI BIS 1. DOLI · I. RLISE: Hapag=Fjordfahrt nach den landschaftlich schönsten Plitzen Westnerwegens mit dem Vargnägungereisen-Dampfer-Ocennes von Rll. 310.- aufwärt. .2011 BIS 20. JULI · 2. REISE- Hapeg-Nordkapfahrt mit dem Vergnügungereisen-Dampfer- Orsanes von RM. 470.aufwärte. 10. DOLI BIS NI. AUGUST: 8. REISE- Hapag-Schottland. Lelend, Spitzbergen- und Norwegenfahrt mit dem 20000 Tom großen Luxusdampfer eResolutre von Rll. 800.- aufwärte. 22.3011 bi3 7. AUGUST · 4. REISE- Hapag-Nordkapfahe al dellempigngrass=Dempter obrnur ma btl. 416. anfwärke. 1I. Ab0UST BIS 24. AUGUST: 8. REISE · Hapeg-Schoft lund:, Nerwegen- und Ostssefahrt mit dem bekannten Vereeigmgreiess-Oungtes sobrrene von Btd. 550. wtwies. 26. AUGUsT BIS 12. BEPTEMRER· G. REISE-Hapag-Ostsse, Skandinavien- und Rußlandfahrt mit dem behannten Vergnägungereisen-Dampfer-Ocsanes von RM. 620.- aufwärts. Nähleres in der NORDLAND. JHIustrierten. mit dem Preissusschreiben gretis erhaltlich bei den Vertretungen der HAMBURG-AMERIKA LINIE Widerlegte Kriegsgreuelmärchen Verschollene französische Kinder wiedergefunden Paris, 24. April. Vor einiger Zeit wurde ein während des Krieges verschwundener französischer Knabe, der angeblich von den Deutschen ermordet worden sein sollte, inzwischen als aktiver Unteroffizier der französischen Armee bei voller Gesundheit wieder aufgefunden. Diese Angelegenheit hat in Frankreich ungeheures Aufsehen erregt, so daß zahlreiche Eltern der ehemaligen besetzten französischen Gebiete wie der Kampfzone überhaupt, die ebenfalls aus der Kriegszeit her Kinder vermissen, sich mit verstärktem Eifer um ihre Wiederauffindung bemüht haben Das hat schon in zahlreichen Fällen zu einem Erfolg geführt. Ohne befondere Anstrengung gelang es, sozusagen auf Anhieb. nicht weniger als zehn Elternpaaren, ihre Kinder wieder zuzuführen. Diese sind in der Zwischenzeit natürlich alle erwachsen, zum Teil verheiratet. Besonders kraß ist der Fall in einer Familie Clin. Hier hatten die Behörden erst vor wenigen Wochen Totenscheine für zwei vermißte Kinder der Familie ausgestellt. Es handelte sich um eine Erbschaftsangelegenheit. Mit einem Mal, und nicht zuletzt dank der Bemühungen des Pariser Blattes„Matin“ fand man die Vermißten. Es handelt sich um den Sohn Paul Elin und die Tochter Yvonne Clin, die an dem Tag, da sie nach 16 Jahren ihre Eltern zum ersten Male wieder besuchte, einem Kinde das Leben schenkte. Der Pariser Presse sind diese Dinge nicht ganz angenehm, weil sie, wenn sie ausführlich darüber berichten würde, auch die Kriegsgreuelmärchen zurücknehmen müßten. Die Feuerprobe der Rakete Ein Rückblick, ein Ueberblick und ein Ausblick in die Zukunft Das Hochwasser in Estland Reval, 24. April. Durch die schnelle Schneeschmelze ist besonders der nördliche Teil Estlands überschwemmt. In der Nähe des Peipus=Sees wurde eine Eisenbahnbrücke vom Hochwasser zerstört. Zahlreiche Bauerngehöfte stehen unter Wasser. Die Zahl der durch das Hochwasser im ganzen Land zerstörten Ueberführungen ist sehr groß. Auch in der Gegend von Dorpat hat das Hochwasser großen Schaden angerichtet. Der Stadt Dorpat droht Ueberschwemmungsgefahr. Sehr gefährlich ist die Lage in Pernau, wo ein niedrig gelegener Stadtteil bereits unter Wasser steht. Dort wurden auch größere Vorräte und selbst mehrere kleinere Schiffe durch das Eis in das Meer fortgeschwemmt. Ein Bauer fand mit seinem Pferd den Tod in den Fluten. Die Stadt Narwa steht zum großen Teil unter Wasser. Auch an der lettländisch=estländischen Grenze in Walk ist Hochwasser, so daß die Bahnstrecke Reval— Riga bedroht ist. Einige Nebenbahnen Estlands haben zum Teil ihren Betrieb einstellen müssen. Studenten am Finsteraarhorn verunglückt Jungfraujoch, 24. April. Am 21. April verunglückten an der Nordflanke des Finsteraarhorn drei Münchener Studenten. Sie müssen sich in Unkenntnis der Route verstiegen haben, und stürzten über die 200 Meter hohe Eiswand ab. Glücklicherweise fielen sie in etwa eineinhalb Meter tiefen Neuschnee, was sie vor dem sicheren Tode bewahrte. Ein vierter Student, der in Ermangelung der nötigen Bergausrüstung zurückgeblieben war, eilte seinen Kameraden zu Hilfe und brachte einen nach dem anderen in mühseliger und langer Arbeit in die Finsteraarhornhütte. Nachher machte er sich sofort nach dem Jungfraujoch auf, wo er nachmittags 3 Uhr nach einem Marsch von übermenschlicher Anstrengung durch den tiefen Neuschnee eintraf. Zur Bergung der Verunglückten ist eine aus 15 Bergführern gebildete Rettungskolonne abgegangen. Nach einer letzten Meldung konnten die am Finsteraarhorn verunglückten Münchener Studenten von der Rettungskolonne nach dem Jungfrau=Joch gebracht werden. Von hier aus fuhren sie mit der Bahn nach Lauterbrunnen. Die Verletzungen scheinen nicht so gefährlich zu sein, wie zuerst angenommen wurde. In der Nähe von Osnabrück, am Dümmersee, hat der Ingenieur Reinhold Tiling vor zweihundert geladenen Gästen einige seiner neuen Raketenmodelle steigen lassen. Die Vorführungen waren mit einem vollen Erfolge gekrönt und zeigten, wie die Berichte melden,„eine derart verblüffende Sicherheit in der Beherrschung des neuen Triebmittels, daß man ihnen eine große technische Tragweite bemessen muß.“ Einer der seltenen Fälle, wo die Berichterstatter einstimmig ein günstiges, ja begeistertes Urteil abgeben. Vor Tisch, da las man es allerdings anders. Nach kurzer Gunst war die Rakete vor einem Jahre ungefähr endgültig in Mißkredit gefallen. Sie galt nicht mehr als seriöser Gesprächsstoff. Wer trotz aller Mißerfolge nach wie vor der Rakete die größte Zukunft prophezeite. wurde nicht ganz ernst genommen. Man las diese Sachen lieber in den Witzblättern nach. Die Geschichte der modernen Rakete ist nicht alt. Kaum ein Jahrzehnt. Die ersten fruchtbaren Gedanken auf diesem Gebiete hat, was man nicht immer vergessen sollte, der Weltkrieg ausgelöst. Man verwendete da zum ersten Male Leuchtraketen, die beim Niedergehen einen kleinen Fallschirm entfalten. Dieses Prinzip ist bis heute dasselbe geblieben. Es setzte dann jene Etappe ein, in der man sich bamit begnügte, die Rakete in schon bekannte Fortbewegungsmittel als neuen Triebstoff einzubauen, also in das Aulo und das Flugzeug. Max Valier und Fritz von Opel sind die Pioniere dieser Epoche. Diese Versuche mußten aus einem doppelten Grunde scheitern. Erstens einmal haben sich die Fortbewegungsmittel dem neuen Triebstoff anzupassen und nicht umgekehrt. Man machte denselben Fehler, wie zu den Anfängerzeiten des Automobils, als man die Motore einfach in Pferdedroschken einbaute. Zweitens ergab sich, daß die Feuerwerksraketen unzuverlässig und untauglich für ernsthafte Versuche seien. Den praktischen Versuchen folgte also recht bald stille Laboratoriums= und Forschungstätigkeit. Mar Valier fand dabei den Tod, weil er einer Sauerstoff=Flasche mit der brennenden Zigarre zu nahe kam. Willy Oberth wollte alles besser wissen, hielt nichts von der Theorie und alles von der Praxis, mit dem Erfolge, daß das Publikum noch kopfscheuer wurde als bisher. In Berlin wurde ein Raketenflugplatz auf der Jungfernheide gegründet. Auch hier wird vornehmlich Laboratoriumsarbeit geleistet, und zwar geht es hier um die Schaffung einer brauchbaren Flüssigkeitsrakete. Von allen diesen Forschern war Reinhold Tiling der stillste. Man wußte von ihm bisher eigentlich gar nichts. Die Rakete, die er schließlich konstruierte, ist eine geschickte Verschmelzung von Rakete und Flugzeug. In ein Flugzeug verwandelt sich die Rakete im Moment des Abstieges. Die bisher anliegenden Tragflächen lösen sich und ermöglichen einen sanften, gefahrlosen Gleitflug zur Erde. Fünf Raketenstarts verliefen so bei Osnabrück zur Zufriedenheit. Es ist keine Frage, daß damit die Würfel endgültig zugunsten des Raketenflugs gefallen sind. Was sich im Anschluß an diese gelungenen Versuche sofort wieder erheben wird, ist die noch lange nicht zum Abschluß gebrachte Debatte über die praktische Verwendungsmöglichkeit der Rakete. Von der Mondrakete wollen wir noch vorderhand schweigen. Die Erde ist ja noch so groß! Und wenn nicht alle Zeichen trügen, dann wird es zunächst der Verkehr auf dieser alten Erde sein, den die Rakete von Grund auf revolutionieren wird. Wenngleich bis zur reinen Personenxakete noch ein weiter Weg ist,— die Postrakete ist durch die Tilingschen Versuche in den Bereich einer sicheren Wahrscheinlichkeit gerückt. Eine einwandfrei konstruierte und ausprobierte Rakete könnte den Weg von Berlin nach Wien in sechs Minuten zurücklegen! Die Postrakete wäre zudem die einzige Möglichkeit, den immer altmodischer werdenden Brief für eine weitere Zukunft zu retten. Wer wird denn noch telegraphieren oder telephonieren, wenn die Rakete die Angelegenheit fast in derselben Zeit besorgt. Die Postverwaltungen aller Herren Länder hätten allen Grund, die Rakete ernsthaft in den Kreis ihrer Erwägungen zu ziehen. Die zweite verkehrswichtige Wandlungsmöglichkeit der Rakete besteht in der schon erwähnten Verbindung von Flugzeug und Rakete. Was mit dem Modell gelang, muß selbstverständlich auch in größeren Ausmaßen möglich sein. Ein Flugzeugrumpf mit enganliegenden Tragflächen wird in die Luft geschleudert und ist Rakete, so lang der Triebstoff vorhält. Wenn die Maximalgeschwindigkeit erreicht und der Triebstoff verbraucht ist, breiten sich die Tragflächen automatisch aus. und aus der Rakete wird ein Flugzeug, das gelenkt und gesteuert werden kann. Von der ungeheuren Bedeutung einer steuerbaren Rakete für die gesamte Naturwissenschaft kann hier nicht die Rede sein. Erwähnenswert ist nur, daß die Rakete die einzige denkbare Möglichkeit ist, etwas Genaueres über den Raum jenseits der irdischen=Atmosphäre zu erfahren. Vor Tisch las man es jedenfalls anders. Nun, da die Rakete ihre Feuerprobe bestanden zu haben scheint, gilt die Losung: Bahn frei für die Rakete! lettet hat, verfügte die Verhaftung des Autobusführerg. der bei dem Zusammenstoß wie durch ein Wunder völlig underiezt blieh. ic ein Bonder 91. Ludwig Mohr. Selbstmord der früheren Frau v. Schöndorf Berlin, 24. April. Nach Berliner Abendblättern wurde vor einigen Tagen in der Nähe von Rapallo die Gattin des Bankiers Weber bewußtlos aufgefunden. Die ärztliche Untersuchung ergab Selbstmord durch Vergiftung mit Veronal. Frau Weber war in den Jahren 1906/07 der Mittelpunkt eines Sensationsprozesses.„Ihr, damaliger Gatte der Major v. Schöndorf in Allenstein, wurde am Weihnachtstage 1906 von fremder Hand erschossen aufgefunden. Die Tat war von einem Hauptmann v. Göben begangen worden, der, obwohl ein außerordentlich intelligenter und befähigter Offizier, doch völlig in ein Hörigkeitsverhältnis zu dieser ausgesprochen hysterischen Frau getreten war. Er erfüllte schließlich ihren dringenden Wunsch, sie von ihrem Gatten zu befreien. Während der Untersuchungshaft hat Hauptmann v. Göben Selbstmord verübt und während der Verhandlung hat auch Frau v. Schöndorf versucht, ihrem Leben ein Ende zu machen. Da nach ärztlichem Gutachten Geistesschwäche bei ihr vorlag, mußte das gerichtliche Verfahren gegen sie eingestellt werden. Frau v. Schöndorf heiratete später den Berliner Schriftsteller A. C. Weber, ließ sich jedoch nach einigen Jahren von ihm scheiden und heiratete ihren Schwager, den Bankier Weber, mit dem sie nach der Schweiz zog. Das Ehepaar lebte in guten wirtschaftlichen Verhältnissen. Verbrecherverein„Harry Piel“. Ueberraschende Entlarvung in Meran-Siatt Schularbeiten: Hoteleinbrüche! Bluttat in einem Badapester Hotel Budapest, 24. April. Im Hotel Imperial in der Rakoczistraße mieteten gestern ein Mann und eine Frau ein Zimmer. Nach einigen Stunden entfernte sich der Mann mit der An. gabe, er werde bald zurückkehren. Seitdem wurde er nicht mehr gesehen. Heute früh wurde die verschlossene Tür des Zimmers, in dem das Paar Wohnung genommen hatte, aufgebrochen. Die Frau lag mit durchschnittenem Halse gefesselt im Bett. Sie war bereitz, tot. Es handelt sich um eine Unbekannte. Wie hierzu weiter berichtet wird, handelt es sich bei der ermordeten Frau um eine Bonbonverkäuferin aus einem hiesigen Lichtspieltheater. Sie wurde von ihrer Mutter, die bei der Polizei das Verschwinden ihrer Tochter angezeigt hatte, wiedererkannt. Nach ärztlicher Feststellung hat der Mörder sie zunächst erwürgt und dann der bereits Toten den Hals durchschnitten. Neben der Toten fand man einen Zettel, auf dem die Worte standen:„Dieses Weib verdiente sein Schicksal.“ Die Polizei setzt alle Hebel in Bewegung, um des Mörders habhaft zu werden. Wilkins hat einen deutschen Vortäser Berlin, 24. April. In diesen Monaten, wo alle Welt mit Spannung die Vorbereitungen von Wilkins transarktischer=BootExpedition zum Nordpol verfolgt, ist es, wie die Magdeburgische Zeitung mitteilt, nicht mehr als recht und billig, darauf hinzuweisen, daß ein Deutscher als erster sich mit diesem Projekt befaßte. Dr.=Ing. h. c. Techel. ein Fachmann im Unterseebootbau, erinnert daran, daß Dr. Anschütz=Kämpfe, der bekannte Erfinder des KreiselKompasses, schon im Jahre 1902 ein Buch über„Das Unterseeboot im Dienst der Polarforschung" veröffentlichte und in wichtigen technischen Konstruktionen die Ideen von Wilkins vorweg nahm. Es handelte sich schon damals nicht um die Ausgeburt eines phantastischen Gehirns, sondern um einen bis in kleine Einzelheiten durchdachten Plan, der hätte ausgeführt werden können, wenn die interessierten Kreise mehr Initiative gehabt hätten. Dr. Anschütz=Kämpfe wandte sich an die Germaniawerft in Kiel, die das Projekt durchaus ernst nahm und es einer eingehenden Prüfung unterzog. Weiter gedieh die Sache jedoch nicht. Es blieb der Entschlossenheit der Amerikaner vorbehalten, nach 30 Jahrer die Theorie durch die Tat zu ersetzen. Amerikas Riesen-Goldreichtum Newyork, 24. April, Gegenwärtig befindet sich in den Vereinigten Staaten mehr münzbares Gold als zu irgendeiner Zeit ihrer Geschichte. In den Gewölben der Bundesreservebank liegen 42 Prozent allen münzbaren Goldes, d. h. mehr als die doppelte Menge des in Frankreich und die siebenfache Menge des in Großbritannien bewahrten Goldes. Meran, 24. April. Seit länger als einem Jahre trieben in Meran Einbrecher ihr Unwesen, die mit so erstaunlichem Geschick vorgingen, daß die Polizei ihnen gegenüber völlig machtlos war. Aus den Fremdenzimmern vornehmer Hotels und Pensionen wurden Gepäckstücke und Wertgegenstände geraubt. Einer Amerikanerin wurde ein Perlenkollier gestohlen, aber auch bei Geschäftsleuten wurde eingebrochen. Durch einen Zufall glückte einem Kriminalkommissar die Festnahme der Einbrecherbande. Zur allgemeinen Ueberraschung mußte man feststellen, daß sie aus den Söhnen der angesehensten Familien der Stadt bestand. Es waren fast durchweg Gymnasiasten, Handelsschüler und Studenten. Die Entlarvung der jungen Leute vollzog sich überraschend einfach. Bei einem Gesellschaftsabend in einer Villa war auch ein Polizeiinspektor eingeladen. Mit den übrigen Gästen amüsierte er sich über den 18jährigen Sohn des Hauses, der auf einem neuen Grammophon moderne Schlager spielen ließ und dazu scherzte. Als er selbst einmal das Grammophon aufzog, fiel sein Blick zufällig auf die Nummer des Apparates. Zu seiner Ueberraschung mußte er feststellen, daß die Nummer mit der eines Apparates identisch war der einen. Tag zuvor gestohlen worden war. Ein Verhör, das er' sofort mit dem Sohn seiner Gastgeber anstellte, förderte bald weitere Einzelheiten zutage. Der 18jährige erklärte, daß er den Apparat von seinen Freunden, einem Handelsschüler und einem Studenten, erhalten hatte. Die beiden Freunde wurden noch in in der Nacht verhaftet. Sie leugneten zunächst sehr energisch. Es war sensationell genug. Die beiden 18jährigen erklärten, daß sie Mitglieder des Vereins„Harry Piel“ seien, dem elf junge Leute aus den besten Meraner Familien angehörten. Man habe sich zunächst zu harmlosen Abenteuern zusammengefunden und dabei einen Treuschwur abgelegt, alles zu tun, was der jeweilige Führer verlangte. Bald sei man aber zu aufregenderen Unternehmungen übergegangen. Die jungen Leute benahmen sich wie Gentleman=Einbrecher. Sie bereiteten planmäßig die verwegensten Einbrüche vor, kundschafteten oft tagelang den künftigen Schauplatz ihrer Unternehmungen aus und entsandten dann 3 oder 4 der Mitverschworenen zur Ausführung der Tat. In der Regel entschied das Los. Die Verbrecherliste wirkt erschütternd. Zu den „Helden“, des Vereins„Harry Piel“ zählten der 19jährige Hans H. der 17jährige Gymnasiast Karl., der 19jährige Hans., ein Hörer der Technischen Hochschule von Toskana Kurt H.(Er versorgte seine Freunde mit den modernsten Einbrecherwerkzeugen), ferner ein Gymnasiast Otto., der 18jährige Friedrich Graf., der 20jährige Student Otto., zwei Handelsschüler und eine Kaufmannsgattin, die als Hehlerin diente und die gestohlenen Sachen abkaufte. Die Eltern der jungen Verbrecher hatten natürlich von dem Treiben ihrer Söhne keine Ahnung. Sie waren völlig verzweifelt, als man bei Haussuchungen eine große Anzahl Beutestücke aus den Schränken ihrer Kinder zutage förderte. Die jungen Einbrecher sehen schwerer gerichtlicher Bestrafung entgegen. 44 geheimnisvolle Todesfälle in Cuba Newyork, 24. April. Wie Associated Preß aus Santiago de Cuba meldet, ist gegen Major Senio Ortez, den bisherigen Militärkommandanten der Provinz Santiago. und gegen 15 andere Personen ein Haftbefehl erlassen worden, der, wie verlautet im Zusammenhang mit 44 geheimnisvollen Todesfällen steht, die in der letzten Zeit in der Provinz festgestellt wurden. Der Adjutant von Ortez, Leutnant Filipe Valles, hat sich in der vergangenen Nacht erschossen. Hiidke in die Quer durch die Welt Verzweiflungsschrikt aus geschäftlicher Rot Kassel, 24. April. Der 50 Jahre alte Inhaber eines hiesigen Trikotagengeschäftes, Eichler, seine 70jährige Mutter und seine 48jährige Schwester wurden heute früh in ihrer Wohnung durch Gas vergiftet bewußtlos aufaefunden. Wiederbelebungsversuche waren bei allen drei Personen ohne Erfolg. Eichler, dessen Geschäft über 50 Jahre besteht, hatte in der letzten Zeit mit großen wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen, die zu dem Verzweiflungsschritt Anlaß gegeben haben dürften. Der Schatz in den Schuhen Berlin, 24. April. Hier gab am Donnerstag vormittag eine mildtätige Frau in Tempelhof einem Bettler ein Paar Schuhe. ohne zu ahnen, daß in diesen 1500 Reichsmark von ihrem Mann aufbewahrt wurden. Der Bettler, dem wahrscheinlich Bargeld lieber war, verkaufte im Laufe des Tages die Schuhe an den Schuhmachermeister Kerpel, Winzstraße 41, ohne zu wissen, was für einen Schatz er aus den Händen gab. Der Meister las dann in den Tageszeitungen über die Geschichte, sah in den alten Schuhen nach und fand dann auch die 1500 Reichsmark, die er als ehrlicher Mensch sofort seinem zuständigen Polizeirevier übergab, von wo aus das Geldm dem Eigentümer wieder zugestellt wurde. Das Verkehrsunglück bei Lille Paris, 24. April. Das schwere Unglück, das sich in den Nachmittagsstunden des Donnerstags an einem unbewachten Eisenbahnübergang in der Nähe von Lille ereignete, hat nach den letzten Nachrichten glücklicherweise nicht so viel Todesopfer gefordert, wie zunächst angenommen wurde. Verschiedene Frauen, die man bereits tot wähnte, waren nur lebensgefährlich verletzt worden. Die Zahl der Toten beläuft sich auf insgesamt neun Frauen, allerdings steht zu befrüchten, daß noch mehrere Schwerverletzte nicht mit dem Leben davonkommen. Die Gerichtsbehörde, die noch am Donnerstag abend die Untersuchungen an der Unglücksstelle eingei Ein Jahr Zuchthaus für— Klatsch! Ein Berliner Schwurgericht verurteilte am Donnerstag die Hausangestellte Th. zur Mindeststrafe von einem Jahr Zuchthaus, zwei Jahren Ehrverlust und dauernder Unfähigkeit, als Zeuge aufzutreten. Die Verurteilte hatte in einem Ehescheidungsprozeß beschworen, sie hätte gesehen, daß es zwischen der Ehefrau und ihrem Schwager zu ehewidrigen Worten und Taten gekommen sei. Später ergab sich, daß sie die betreffenden Vorgänge nicht gesehen haben konnte. * Schwere Unfälle auf einer ostoberschlesischen Grube. Auf der Paris=Grube im Dombrowaer Revier bei Kattowitz ereigneten sich am Freitag zwei schwere Unglücksfälle. Durch Zubruchgehen einer Strecke wurden drei Bergarbeiter verschüttet. Zwei konnten nur als Leichen geborgen werden, der dritte erlitt lebensgefährliche Verletzungen. Auf derselben Grube wurde an einer Stelle ein Bergarbeiter von einer Grubenlokomotive überfahren. Er war sofort tot. * Insektenplage im Mississippi=Delta. Das Mississippi=Delta wird gegenwärtig von einer Insektenplage heimgesucht. An den Stichen der giftigen Blutsauger, sogenannter Büffelmücken, sind u. a. schon mehr als 1000 Maultiere eingegangen. Der Schaden an dem Viehbestand im Delta beträgt bereits 100.000 Dollar. * Heuschreckenplage in Transjordanien. Transjordanien wird von einer großen Heuschreckenplage heimgesucht. Ein riesiger Schwarm ist in ein Gebiet, das etwa 900 Quadratkilometer umfaßt, eingefallen. Vereinzelte Schwärme verursachen auch in Südpalästina großen Schaden. * Zwei Dampfer von chinesischen Piraten in die Luft gesprengt. In der Nähe von Kanton überfielen chinesische Piraten zwei Dampfer und forderten von den Besatzungen und den Passagieren die Herausgabe aller Wertsachen und eine hohe Summe Geldes, was von diesen verweigert wurde. Die Piraten legten daraufhin Zeitbomben, die die Dampfer in die Lust sprengten. Nach den bisherigen Meldungen sollen 60 Personen getötet worden sein. * Eine Stadt auf Borneo durch Feuer zerstört. Die Eingeborenenstadt Samarinda an der Ostküste von Vorneo ist durch ein Großfeuer zerstört worden. Der Schaden wird auf etwa fünf Millionen Reichsmark geschätzt. — In der Nähe von Samarinda strandete ein= chinesischer Dampfer. 31 Personen kamen dabei ums Leben. Stuhlverstopfung. Nach den an den Kliniken für innere Krankheiten gesammelten Erfahrungen ist das natürliche„Franz=Josef"=Bitterwasser ein äußerst wohl tuendes Abführmittel.: Erh. in Apoth. u. Drog.(A35 Behaglicher Ausenthalt- gute Kuche- gepflegte Ritterblere im 93 „westfalenhaus“ Brückstr. 44 WILLV PIELKEN g. Belage Anzeiger u Begriffe, die zu einander Wirtschaft, und Weise zu ten zu verm Selbsterhaltu von Fall zu um verschied zu beleben. Wie umf werk“ in Bez modische Ges müter der F hat. Solch geht nicht al heit an, denn Einzelpersönl Berufs= und Gern wir Mode, die 2 und Spitzen Auch hat ma handwerk ver heit würden Vorwürfe sin legenden Ver und überall biete. der Hierbei ist n schaft“ in wei Anzeichen un zusagen in der handwerks, a beschritten we wechsels hat falsch, einzeln za machen, del der Ze Versassung. 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Weder mit Mundwasser noch mit sogenannten Lösungsmitteln; in dieser Beziehung ähnelt der Zahnstein auch dem Kesselstein, gegen den allerlei Lösungsmittel sich als wirkungslos erwiesen haben und die rein mechanische Beseitigung sich am besten bewährt. Millionen, die heute Chlorodont täglich im Gebrauch haben und ihre schönen weißen Zähne dieser Zahnpflege verdanken, haben gs selbst ausprobiert, daß Mundwasser die mechanische Reinigungskraft der mikrostopisch feinen reinen Kreide im Chlorodont nicht ersetzen kann. ist ein Absatz des Speichels ähnlich wie der Kesselstein des Wassers. Er hat eine graugrüne braune bis schwarze Färbung und ist zunächst ein Schönheitsfehler, der den Jähnen ein häßliches ungepflegtes Aussehen gibt und einen üblen, sauligen Grruch aus dem Munde verursacht. Er ist aber auch ein höchst gefährlicher Feind des Gebisses, weil er Zahnfleisch= und Kieferschwund sowie ZahnRkeischentzündungen und=eiterungen verursacht. Er ist dutßzerst festsitzend und bart; oft umlleidet er in harter Kruste den ganzen Jahnhals, entblößt die Wurzel und verursacht emn Lockerwerden der Zähne. Chlorodont=Zahnpasse Tube 54 Pf. und 90 Pf. Chlorodont=Jahnbürsten 1 Mark, für Kinder 60 Pf. Chlorodont=Mundwasser Flasche 1 Mark und 2 Mark. als 3. Obler Mundgeruch Folge mangelhafter Jahnpflege macht sich weniger dem davon Betroffenen als seiner näheren Umgebung bemerkbar. Neutrale Salze im Chlorodont, die eine vermehrte Speichelbildung und dadurch eine natürliche Mundreinigung bewirken, in Verbindung mit dem herrlich erfrischenden Pfefferminzgeschmack beseitigen diesen markanten Schönheitsfehler unmittelbar. Jeder Tube Chlorodont ist eine genaue Gebrauchsanweisung beigefügt. Chlorodont=Zahnpaste und die dafür geeignete Chlorodont=Zahn= bürste mit gezahntem Borstenschnitt, sind die besten Hilfsmittel gegen den gefürchteten Zahnstein, mißfarbenen Zahnbelag und den oft damit verbundenen üblen Mundgeruch Autobusführers, ein Wunder völler hotel est, 24. April. zistraße mieteten Zimmer. Nach ann mit der AnZeitdem wurde er e die verschlossene ar Wohnung gezu lag mit durchSie war bereits. innte. , h a n d e l t e s s i c h onbonverkäuferin Sie wurde von as Verschwinden ererkannt. Nach r sie zunächst erden Hals durchan einen Zettel, Weib verdiente le Hebel in Bewerden. uischen in, 24. April. t mit Spannung irktischer=Bootwie die Magder als recht und eutscher als erster ng. h. c. Techel, nnert daran, daß inder des KreiselBuch über„Das chung" veröffentonstruktionen die Es handelte sich rt eines phantain kleine Einzelusgeführt werden mehr Initiative sandte sich an die ekt durchaus ernst rüfung unterzog. Es blieb der Entnach 30 Jahrer reichtum ork, 24. 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Anzeiger Der Prud Samssag, 25. April 1931 Jatkerderinnen Franalberk und Belknlouhataft Schneiderinnenhandwerk und Volkswirtschaft sind Begriffe, die in nahen und mannigfaltigen Beziehungen zu einander stehen. Es liegt im Wesen der modernen Wirtschaft, die Bekleidungsgegenstände in ihrer Art und Weise zu ändern, zu verbessern und durch Neuheiten zu vermehren. Die Wirtschaftsführung muß aus Selbsterhaltungsgründen ihr Augenmerk darauf richten, von Fall zu Fall Bedarfsverschiebungen vorzunehmen, um verschiedene Industrie= und Handwerkszweige neu zu beleben. Wie umfassend der Begriff„Schneiderinnenhandwerk“ in Bezug auf die Frauenkleidung ist, zeigt das modische Geschehen, das in den letzten Jahren die Gemüter der Frauen und der Männer besonders erregt hat. Solch eine starke, modische Bedarfsverschiebung geht nicht allein das Handwerk, sondern die Gesamtheit an, denn der Modenwechsel wirkt sich aus bei der Einzelpersönlichkeit, in Familie und Gesellschaft, im Berufs= und Wirtschaftsleben. Gern wird als Hauptursache der so phantasiereichen Mode die Textilindustrie, die recht viel Kleiderstoffe und Spitzen fabrizieren und verkaufen will, genannt. Auch hat man nicht selten das Damenschneiderinnenhandwerk verantwortlich gemacht. Durch Kompliziertheit würden die Kleider teurer. Diese und ähnliche Vorwürfe sind keineswegs berechtigt. Anstoß zu grundlegenden Veränderungen in der Kleidung geben immer und überall Persönlichkeiten auf dem Gebiete, der Kunst und der Gesellschaft. Hierbei ist natürlich der Begriff„Kunst und Gesellschaft“ in weitestem Sinne zu verstehen. Erst wenn die Anzeichen und Möglichkeiten zu einer neuen Mode sozusagen in der Luft liegen, wird es Aufgabe des Modehandwerks, aufzuspüren, welche Wege der Entwicklung beschritten werden. Das scheinbare Chaos des Modewechsels hat also eine ganze Reihe Ursachen, und es ist falsch, einzelne Wirtschaftszweige dafür verantwortlich zu machen. Die jeweilige Mode stellt eben den Spiegel. der Zeit dar in ihrer geistigen und materiellen Verlassung. Nicht selten bezeichnet man das moderne Kleid mit kunstvoller Schneidertechnik als ein handwerkliches Lurusobjekt. Es bleibt, volkswirtschaftlich gesehen, immer die große Frage, ob alles, irgendwie im Dasein Ueberflüssige, überhaupt schon Luxus ist. Wenn ja, dann müßten viele Geschäfte, nicht zuletzt Konditoreien, Delikatessengeschäfte, Juweliere u. a.., einstweilen verschwinden. Auf der anderen Seite ist es zu begrüßen, daß die Erkenntnis über den Wert handwerklicher Qualitätsarbeit im Wachsen begriffen ist, gegenüber der Massenherstellung der Konfektion, die eine gewisse Normung des Geschmacks sowohl wie der Geschmacklosigkeit bewirkt. Die Massensuggestion der Konfektion läßt immer das Allerneueste schön finden, was gewöhnlich schnell vieder verschwindet. Daraus entsteht auch jenes Zagen in der Wirtschaft, die Konkurrenz durch Neuheiten zu überflügeln. Das Geschmackvolle und in Qualität Hochstehende bleibt viel länger modern. Eine Frau braucht sich nicht zur Modesklavin zu machen. Die Freiheit in der Wahl unserer Kleidung geht soweit, daß man jeder Mode einen persönlichen Geschmackssstempel aufdrücken kann. Für die Geschmacksentkleidung ist nicht die einzelne Modeidee verantwortlich zu machen, sondern die Art und Weise, wie sie persönlich und wirtschaftlich ausgewertet wird. In der Gesellschaft und im Berufsleben erringt die flott und kleidsam angezogene Frau die verschiedensten Vorteile. Der äußere Eindruck bedeutet viel, wenn man sich irgendwo vorstellt. Nicht selten ist die Kleidung der Schlüssel zu einer Berufsstellung, ihrer Bewertung und Bezahlung. Gerade hier hat die Aufklärungsarbeit ein großes Feld zu beackern, um weiten Frauenkreisen klar zu machen, daß gute Handwerksarbeit die billigste darstellt, weil sie die beste ist. Unter den wechselseitigen Beziehungen des Damenschneiderinnenhandwerks zur Volkswirtschaft sei eines nicht vergessen. Mehr als hunderttausend selbständige Damenschneiderinnen sind für die Bedarfsdeckung der weiblichen Bevölkerung tätig. Ihr Dasein ist Kampf. Sorge um die Erhaltung ihrer Existenz füllt die Tage in Gemeinschaft mit der anstrengenden und verantwortungsbewußten Berufstätigkeit. Dem Frauen ist es gegeben, die Physiognomie eines Kleides zu wechseln. Der Ausdruck ein und derselben Toilette variiert je nach der Laune seiner Trägerin. So kann es geschehen, daß der eigene Mann einmal überrascht feststellt:„Aber Schatz, was hast du heute für ein hübsches Kleid an! Das ist wohl neu? Ich habe es noch nicht gesehen!" Heimlich muß die Frau lachen— sie hat es schon öfters getragen. Irgend etwas ist aber gerade heute in ihrem Wesen, das diesem Kleide eine ganz neue Note gibt. Man bewundert Frau von B. allgemein.„Sie weiß läßt. Sehr beliebte Farbverbindungen sind blausich so entzückend zu Gesellschaften anzuziehen!“ erklärt einer ihrer Verehrer. „Sie meinen wohl: entzückend auszuziehen!“ lächelt ein anderer. Beide haben recht. Verstände übrigens Frau von B. sich nicht so vortrefflich anzuziehen, so wüßte sie sich sicher auch nicht in so reizender Weise— gesellschaftlich zu kleiden! Sicher weiß jede kluge Frau, daß nicht der Inhalt ihres Kleiderschrankes für ihr Gutgekleidetsein allein bürgt. Sie wird in jedes Kleid schlüpfen, wie in ihre eigene Haut. Und wenn man sich erkundigt, worin das Geheimnis ihrer Erscheinung beruht, so wird sie(falls sie überhaupt derartige Geheimnisse preisgibt) lächelnd erklären:„Weil ich immer genau weiß, was ich wo und wie zu tragen habe!" Leider wissen das viele Frauen aber nicht! Ich Ikizziere im Tark Neue Kasak-Effekte ∆ 05 ∆ 0 Frau und Kleidung Die Mode versteht nicht nur die Frauen anzuziehen, sie versteht auch die weit größere Kunst: sie richtig anzuziehen. Eine kluge Frau hat immer etwas anzuziehen. Es liegt Phantasiearmut in der ständigen Frauenklage:„Ich habe nichts anzuziehen!“ 4 Es gibt nichts Netteres, als an schönen Frühlingstagen mit Skizzenblock und Zeichenstift durch den Park zu schlendern, Eingeweihte haben natürlich dies und das in den führenden Salons schon zu sehen bekommen und betrachten daher die Neuheiten der Promenade lediglich als Bestätigung ihrer letzten modischen Erfahrungen. Vor allen Dingen sei vorweggenommen, daß die verschiedenen Salons an der Kasak=Linie nach wie vor festzuhalten gewillt sind, so daß diese Idee in den eigenartigsten Möglichkeiten variiert wird und man mitunter über den großen Phantasiereichtum geradezu verblüfft ist. Die Kasak ist aber nicht mehr so kurz wie sie es früher war, sondern erhält im Grunde genommen einen tunik=artigen Charakter, so zwar, daß der Grundrock oft um kaum mehr als Handbreite unter der Kasak hervorsieht. Ich habe versucht, die drei hervorstechenden neuen Typen im Bilde festzuhalten. Vor allen Dingen haben wir uns mit jener Aufmachung zu befassen, die man einerseits für Vormittagsbesorgungen in der Stadt, andererseits für Wochenendpartien und ähnliche heranziehen kann. Sicherlich ist in diesem Falle die Strickmode am aussichtsreichsten, umsomehr als hier in letzter Zeit ganz vortreffliche Modelle entstehen, die ein„geschlossenes“ modisches Bild ergeben. Die Röcke sind entweder faltig oder leichtglockig, die Umhüllen aber in der Regel ganz gerade; sie haben entweder die Länge des Rockes oder sind etwas kürzer, so daß eine schicke Paletotwirkung entsteht, die immer jugendlich und darum sehr beliebt ist. Für diesen Zweck gelangen ganz entzückende Jerseys zur Verarbeitung, die vortreffliche„Mischfarben" bringen, worunter man jene unausgesprochenen Töne zu verstehen hat, die gerade für Strapazstücke die richtigen sind. Ein kleiner Filzhut, der an die„SüdwesterTypen“ gemahnt und heuer„Fliegender Holländer“ genannt wird, ist die einzig richtige Vervollständigung dieser Aufmachung, die wir im Mittelbilde zeigen. Viele Modesalons beabsichtigen, heuer wieder das Complet in den Vordergrund zu rücken und tun dies mit viel Geschick, da sie nicht nur in der Zusammenstellung des Materials, sondern auch in der Farbwirkung viel Geschmackvolles zeigen. Als Beispiel führen wir in der ersten Skizze ein in seinen Farben kontrastreiches und schon darum beachtenswertes Stück vor Augen; die Umhülle, ein gerader Paletot, mit Zackenkante und aufgestelltem, zackengerandetem Kragen sowie damit übereinstimmenden„UeberAermeln“ ist innen mit heller Seide gefüttert, aus der auch die lange, leicht=glockige Kasak gearbeitet ist, die den blauen(Marineblau ist die Modeschattierung der Frühjahrssaison) Stoff=Grundrock in Handbreite sehen beige, blau=altroß und blau=aquamarin. Als„Standard=Stück“ jeder Garderobe ist natürlich ein gutes„Seidenkleid kleinen Stils“ sehr wichtig; auch diese Modelle variieren den KasakGedanken in sehr geschickter Art und verbinden ihn mit einem guten Bolero=Effekt, der sich gerade in dieser Zusammenstellung vorzüglich präsentiert; unsere letzte Skizze macht mit einem solchen Kleide vertraut, das aus marineblauem Marrocain hergestellt ist. Der Oberteil bringt die beliebte„doppelte Rückenpartie“, die ein Bolero vortäuscht, während unterhalb der Hüfte eine Legfaltenbahn ansetzt, die etwas kürzer ist als der Grundrock, so daß neuerlich eine kasak=ähnliche Wirkung entsteht. Zu einem solchen Kleide ist ein halbbreiter blauer Filzhut sehr schick, dessen Effekt hauptsächlich in den aparten Quetschfalten liegt. Ich reinige meinen Schmuck Fast jede Frau besitzt Schmuck und wenn es auch ein bescheidenes Goldkettchen, ein Ring oder sonst eine Kleinigkeit ist. Zwar nimmt ja die Mode künstlicher, gänzlich wertloser Schmuckgegenstände immer noch zu, aber die Frau von Geschmack wird es dennoch vermeiden, sich mit Talmi zu behängen. Eine Ausnahme machen die zwar aus einfachem Stoff, aber nach künstlerischen Entwürfen sorgsam hergestellten Kunstgewerbeartikel. Soll Schmuck uns lange durch seine Schönheit erfreuen, so bedarf er der Pflege. Wir können ihn selbst reinigen, nur etwa alle paar Jahre einmal müßte ihn der Goldschmied durchsehen, um festzustellen, ob nicht die Fassung der Steine sich gelockert hat. Manch kostbarer Stein ist so schon aus Unachtsamkeit verloren gegangen. Alle Gold= und Silbersachen wäscht man mit einer weichen Bürste in warmem Seifenwasser, wobei man am besten Silberseife verwendet. Bei sehr verschmutzten Sachen kann man ohne Schaden einen Schuß Salmiak dazu tun. Man spült in kaltem reinen Wasser und kann die Sachen dann in reinen Spiritus legen. Dann kommen sie in ein Kästchen mit sehr trockenen Sägespänen oder mit Kleie, wo sie bleiben, bis sie ganz trocken sind. Ringe und Edelsteine werden in gleiher Weise behandelt, wobei jedoch besonders darauf zu achten ist, daß auf die Steine keine Kratzer kommen. Perlen legt man in Salzwasser. Besondere Vorsicht muß Türkissen zuteil werden, sie dürfen auch nicht mit Seife behandelt werden, da sie durch Berührung mit Fett grün werden. Im übrigen wird behauptet, daß klare Edelsteine, vor allem Diamanten (Brillanten) durch lange trockene Lagerung an Schönheit verlieren. Es wird empfohlen, sie in eine etwas ausgehöhlte rohe Kartoffel zu tun, die von Zeit zu Zeit ersetzt wird. Manchmal wundert sich eine Frau darüber, daß ihr Goldschmuck nachdunkelt, orydiert, während doch allgemein angenommen wird, Gold würde von der Luft gar nicht angegriffen. Dies ist dadurch zu erklären, daß reines Gold fast gar nicht zu Schmuck verarbeitet wird, da es zu weich ist. Alle unsere. Schmuckgegenstände aus Gold werden mit Silber oder sonst einem Metall legiert. Zaby wird gebadet Es gibt immer noch Mütter, die dem Wasser, soweit es dazu da sein soll, ihr Baby zu umspülen, ziemlich feindlich gegenüberstehen. Sie fürchten— besonders an kühleren Tagen— eine Erkältung. Dabei ist das genaue Gegenteil der Fall. Die abgehärtete, gesunde Haut des Kindes reagiert auf alle Reize der Temperaturschwankungen und verhindert so eine Erkältung. Und eines ist noch zu beachten: nicht nur das gesunde Kind kann ein warmes Reinigungsbad mit tüchtiger Seisenabreibung und kühler Nachspülung gebrauchen, auch das kranke Kind bedarf des Bades, wenn der Arzt nicht ausdrücklich davor warnt. Das Bad fördert den Stoffwechsel, wirkt erwärmend oder abkühlend und bewirkt auf jeden Fall einen günstigen Einfluß auf den Gesundheitszustand des Kindes. Natürlich muß das Baby nach dem Bad recht vorsichtig behandelt, warm eingepackt und vor Schweiß und Zugluft geschützt werden. #8 740 8e u mhgure dnd In frischer Persillauge kalt angesetzt30 Ras die Waschhekdeltt werdent. paist L Persil ist im höchsten Crade ergiebig: Ein Normalpaket reicht für 3 Eimer Wasser. Faßt der Waschkesse!(halb gefüllt) mehr Wasser, so nimmt man entsprechend mehr Persil Für jeden Kessel frische Persillauge kalt ansetzen, das ist nötig, um blendendfrische Wäsche zuerhalten. Die abgckochte Lauge verwendet man zum Waschen grober Buntwäsche und für Reinigungszwecke. Richtig kochen heißt richtig waschen: Erst im Kessel muß die kalte Persillauge hergestellt werden. Dann kommt die über Nacht in Henko Bleichsods vorgeweichte Wäsche hinein. Wer so wäscht, dem beweist eine wunderbar zarte, frischduftende Wäsche: K K W Zum Einweichen der Wäsche, zum Weichmachen des Wassers: HENKO, Henkels Wasch- und Bleich-Soda. Bochumer Anzeiger u. Gen. Anz. Handel- Gewerbe-Indultrie Samstag, 25. Aprll 1931 WaHcians-Slreinenler Die Ferngas-Krife- B. I. Z. lombardiert Rullenwechse!— Noch ein internationales Kreditinstitut— Diskontfenkungshoffnungen wieder verfrüht Bochum, 24. April. Wie bekannt wird, soll das abgelaufene GeschäftsJahr 1930 bei der Ruhrgas.-G. und bei der Westfälischen Ferngas.-G. wieder mit einem Verlust abschließen(1. V..58 bzw..34 Millionen Verlust). Beide Gesellschaften sind bekanntlich die Gasgroßhändler im Industrierevier und es verlautet, daß bei beiden Unternehmungen auch für die nächsten Jahre keine Aussicht auf Rentabilität besteht. Nun ist bekannt, daß die ursprünglichen weitgreifenden Pläne der Ruhrgas.-., die eine Ferngasbelieferung des ganzen Westens, sogar des Ostens bis nach Berlin und Sachsen hin vorsahen, aus Gründen, die in erster Linie in der Preisbildung zu suchen sind, vorläufig nicht verwirklicht werden können. So ist die Aktivität der Ruhrgas.-G. schwächer geworden, teilweise auch zu einem Stillstand gelangt, und die Frage bleibt, ob der Grund dafür in der Erkenntnis der Unrentabilität des ganzen Projektes oder wenigstens seiner Ueberexpansion zu suchen ist, oder ob nur zeitliche vorübergehende Hindernisse eingetreten sind. Es erscheint schwer, diese Fragen zu beantworten, ebenso wie es kaum möglich ist, festzustellen, ob die politische Gegenaktion der Kommunen und ihrer Gaswerksleiter den vorläufigen Stillstand der Ferngasidee ausschlaggebend verursacht hat. Es erscheint aber durchaus möglich, daß sich die Ruhrgas.-G. in ihrer Kalkulation verrechnet hat. Zinsfußentwicklung und Leitungskosten mußten einen schwankenden Faktor bilden. Hinzugekommen ist dann weiter die Kapitalnot der Kommunen. Auf Seiten des Ruhrbergbaues gibt man sich allem Anschein nach keiner Täuschung über den gegenwärtigen Stand der Ruhrgas-Frage hin und es überrascht nicht, wenn man erklärt, es wäre besser gewesen, die öffentliche Hand von vornherein an dem ganzen Projekt zu beteiligen. Sicherlich trägt die allgemeine Wirtschaftskrise mit Schuld an dem zu beobachtenden Abstoppen der Ferngas-Versorgung. Vielleicht wird man daher nach Eintreten besserer Geldverhältnisse und nach Loslösung des ganzen Problems von politischer Bevormundung zu einer wirtschaftlich tragbareren Lösung des Ruhrgas-Problems gelangen. Als die Bank für internationale Zahlungen in Basel ins Leben gerufen wurde, versprach man sich von ihr sehr viel. Man sah in ihr das Weltbankhaus, das den großen internationalen Kredit- und Kapitalstrom regulieren sollte. Aber Dank dem französischen Einfluß haben sich die frommen Wünsche bisher nach fast keiner Richtung erfüllt. Dennoch ist jetzt ein Fall zu verzeichnen, der einige Hoffnung auf eine Richtungänderung bei der Bank aufkommen läßt. Eine Verwaltungsratssitzung des Instituts beschloß, einen von der Deutschen Golddiskontbank ausgehenden Antrag, die Russenwechsel zu diskontieren, abzulehnen, jedoch derartige Akzepte zu lombardieren. Zur näheren Erläuterung sei vermerkt, daß die Deutsche Golddiskontbank den Großbanken zugesagt hat, Russenwechsel im Ausmaß von 100 Millionen Reichsmark zu rediskontieren. Diese Wechsel, die mit der 70prozentigen Ausfallbürgschaft des Reiches und der Länder versehen sind, dürften nunmehr wenigstens teilweise im Auslande verwertbar sein, womit der deutschen Wirtschaft sicherlich sehr gedient sein wird. Man kann diese Sinnesänderung der B. I. Z. als ein erfreuliches Zeichen dafür ansehen, daß sie sich allmählich auf ihre Aufgaben besinnt. Nichtsdestoweniger darf nicht vergessen werden, daß die politischen Widerstände weiter recht groß sind. Sollte die Bank für Internationale Zahlungen wirklich dazu übergehen, das deutsche Rußlandgeschäft in größerem Maße zu finanzieren, dann werden sicherlich sowohl die Engländer als auch die Franzosen bald dagegen Einspruch erheben. Man gönnte uns an sich schon nicht das Russengeschäft, und wenn es noch dazu mit den Amlliche Derösenkurge Berlin, den 24. April 1931 Geldern der B. I. Z. finanziert wird, dürfte bald der Entrüstungssturm einsetzen. Deutschland aber wird immer wieder darauf hinweisen müssen, daß die Basler Bank dazu da ist, die deutsche Wirtschaft im Interesse der Reparationsgläubiger zu fördern. Wir erleben gegenwärtig eine Flut internationaler Bankgründungspläne. Internationale Institute gelten augenblicklich als das Allheilmittel der Kreditnot. Nach den ungenügenden Ergebnissen der kürzlich abgeschlossenen internationalen Agrarkonferenz in Rom blicken die agrarkreditbedürftigen Länder Europas mit einiger Hoffnung nach Genf, wo von dem Europaausschuß die Entwürfe für eine Internationale Agrarbank fertiggestellt worden sind. Das zu gründende Institut soll den nationalen Hypothekenbanken lang- und mittelfristige Darlehen gegen erste Hypotheken auf landwirtschaftliche Immobilien gewähren. Gesellschafter sollen die verschiedenen Völkerbundsstaaten Europas werden, die gleichzeitig Kreditnehmer und Kreditgeber sein können. Natürlich ist es Frankreich, daß bei der Ausführung dieses Projekts hauptsächlich als Kreditgeber in Frage kommt, gleichzeitig damit die politische Einflußnahme auf die kreditsuchenden Staaten bezweckend. Der Südosten Europas dürfte in erster Linie zu den Kunden der Bank zählen, während für Deutschland die Gründung der Bank keine besondere Bedeutung erlangen kann, da bei uns landwirtschaftliche Kreditbelastungen schon reichlich genug sind. Es überrascht daher nicht, wenn der deutsche Vertreter im Ausschuß von dem deutschen Desinteressement an dem geplanten Institut Mitteilung machte. Man wird dieser Haltung Deutschlands hoffentlich Verständnis entgegenzubringen wissen. Deutschland als kapitalarmes Land, kann kein Interesse aufbringen an einer Neugründung, durch die ihm selbst kaum geholfen werden nen. kann. Unklar bleibt vorläufig, in welcher Weise sich das Institut in die neuen Südosteuropa-Pläne Briands eingliedern soll. Nach wie vor scheinen die Franzosen zu vergessen, daß man Agrarhilfsmaßnahmen nur im Zusammenhang mit einer umfassenden Produktions- und Absatzregelung zu einem positiven Ergebnis wird führen können. Produktionsförderung der Landwirtschaft allein wird niemals zu einer wirklichen Hilfe werden. Die Frage einer Diskontsenkung schien in den letzten Tagen wieder akut werden zu wollen. Man hatte gehofft, daß der Anstoß hierzu diesmal von Newyork ausgehen würde und zwar stützte man sich darauf, daß die Federal Reserve Banken von Newyork überraschend die Akzeptraten für Sichten bis 45 Tage von 1½ auf 1¾8 Prozent herabsetzten. Dieser Satz ist der niedrigste in der Geschichte des amerikanischen Geldmarktes und man erwartete für Donnerstag eine Herabsetzung des bisherigen amerikanischen Diskontsatzes(2 Prozent). Die Senkung ist ausgeblieben, denn die Federal Reserve Bank nahm in ihrer Sitzung am Donnerstag keine Veränderung ihres Diskonts vor. Damit ist auch für die Reichsbank keine neue Situation geschaffen worden, die ihr den Beschluß einer Diskontermäßigung etwa erleichtern könnte. Andererseits ist auch die deutsche Geldlage nicht dazu angetan, Hoffnungen auf eine Diskontsenkung der Reichsbank aufkommen zu lassen. Die Situation, auf eine einfache Formel gebracht, ist so: eine Diskontsenkung der Reichsbank könnte die schleichende Transferkrise plötzlich aktualisieren. Hierauf kann es aber die Reichsbank nicht ohne weiteres ankommen lassen. Nicht weniger schwelt unter der Oberfläche die Reichskassenkrise. Die Anleihepläne des Reiches sind bekannt, und man wird vermutlich eher an den langfristigen Geldmarkt als an den kurzfristigen Kapitalmarkt appellieren. Daraus ergibt sich jedoch für die Reichsbank wieder der Zwang, den langfristigen Geldmarkt nicht durch eine Diskontermäßigung zu verstopfen. So wird man auch weiterhin mit einer deutschen Diskontsenkung nicht rechnen könF. S. Die Boriehwoche Berlin, 24. April. Die Abschwächung, die schon der vorigen Börsenwoche ihren Stempel aufgedrückt hatte, setzte sich in dem diesmaligen Berichtsabschnitt weiter fort, führte aber unbedingt zu einer Bereinigung der positionstechnischen Situation. Der Hauptgrund für die Bewegung war die anhaltende Schwäche der Auslandsbörsen(speziell Newyorks), die Rückflüsse deutscher Aktien zu Geldbeschaffungszwecken befürchten ließ. Hinzu kam sehr geringe Unternehmungslust seitens des Publikums, das vor dem Ultimo wenig Neigung zu Neuengagements hatte, so daß an den meisten Tagen die Kulisse fast ganz auf sich angewiesen war. Hieraus erklären sich die Schwankungen an den einzelnen Tagen, denn je nach Eintreffen der Meldungen wurde das Kursniveau mit kleinsten Umsätzen nach oben oder unten beeinflußt. Trotzdem war zu erkennen, daß die Spekulation sehr vorsichtig operierte und sich auf langfristige Engagements nicht einließ. Auf den Hauptspekulationsgebieten waren die Ausschläge naturgemäß entsprechend größer, die vorher eingetretenen Abschwächungen wurden aber auch entsprechend schneller wieder eingeholt. So entstanden die wenig beliebten„Schaukelbörsen“, an denen aber immer als ein beachtenswertes Moment festzustellen war, daß die Kassakurse der Terminpapiere bei ihrer Festsetzung über den Terminkursen des freien Marktes lagen, ein Zeichen dafür, daß das Publikumsinteresse in gewissem Umfange anhielt und die Kundschaft sich nicht durch momentane Störungen beeinflussen ließ. Sonderbewegungen hatten in der abgelaufenen Berichtswoche vornehmlich solche Papiere, für die Generalversammlungsberichte oder sonstige Informationen vorlagen. So fanden Kunstseideaktien weiter starke Beachtung und schlossen fast wieder zu den höchsten Kursen. Im Gegensatz hierzu gingen Karstadt auf Dividendenbefürchtungen mehrprozentig zurück, Chadeaktien verloren auf schwaches Spanien und Argentinien zirka 10 Reichsmark, während sich Svenska nach starker Abschwächung auf einen günstigen Jahresbericht wieder gut erholen konnten. Am Kassamarkt trat, ohne daß von einer Orderzunahme die Rede sein konnte, gegen Schluß der Weche eine leichte Erholung ein. Anleihen und Ausländer lagen sehr ruhig. jedoch keinen größeren Umfang an und am Ende der Berichtswoche war die Stimmung bereits wieder freundlicher. Rheinisch-weltfälischer Wertpapiermarkt Der rheinisch-westfälische Wertpapiermarkt verkehrte in der abgelaufenen Woche in recht ruhiger Haltung. Da Anregungen besonderer Art nicht vorlagen, konnte sich keine größere Geschäftstätigkeit entwickeln, zudem wirkte die schwache Verfassung der großen Börsen ungünstig auf die Kurse des heimischen Marktes ein. Die Kursrückgänge nahmen Krupp über die induftrielle Ofthilfe Die Bedeutung der mittleren und kleinen Industriebetriebe. Die Hauptversammlung der Bank für Deutsche Industrieobligationen in Berlin genehmigte die Abschlüsse für 1930 und für das nur drei Monate umfassende Geschäftsjahr vom 1. Februar bis 31. März 1931, sowie die Kapitalerhöhung um 10 auf 50 Millionen Reichsmark. Der Vorsitzende, Dr. Krupp v. Bohlen und Halbach, machte einige bemerkenswerte Ausführungen über die Osthilfe. Danach werden auf Grund des Gesetzes über die Osthilfe etwa 12000 Betriebe mit einem Betriebsvermögen von mehr als 500000 Reichsmark im Laufe von fünf Jahren 600 Millionen zu dem vorhandenen Vermögen der Bank beisteuern, um sie in die Lage zu setzen. Kredite an die notleidende Landwirtschaft in den östlichen Gebieten sowie an kleinere und mittlere Betriebe zu gewähren. Andererseits müsse alles aufgeboten werden, was zur Wiederherstellung der Rentabilität der Landwirtschaft erforderlich sein könne, da sonst auch die großen Mittel der Bank nutzlos vertan würden. Schließlich wies Krupp auch auf die Bedeutung der mittleren und kleineren Betriebe für die deutsche Wirtschaft hin. Krupp schloß mit der Feststellung, daß die Wiederbelebung der Wirtschaft im Osten der Ausgangspunkt zu einer Erstarkung des gesamten inneren Marktes werden könne. NeueVerlicherungs-Dachgesellschaft Die Iduna Transport- und Rückversicherungs-AG. hielt eine außerordentliche Hauptversammlung ab, in der die Namensänderung auf Iduna-Holding AG. beschlossen wurde. Gleichzeitig wurde die Iduna-Germania-Transportversicherungs-AG. gegründet. Das Aktienkapital der Iduna-Holding ist inzwischen um 20 auf 30 Millionen Reichsmark erhöht worden. Die neue Gesellschaft hat erhebliche Beteiligungen, Effekten und Hypotheken erworben. Die Gesellschaft besitzt die absolute Mehrheit der Iduna-Germania-Versicherungs- Gesellschaften und damit ist auch die Kontrolle über die Gesamtgruppe wiedernach Deutschland gekommen. Die diesjährige Hauptversammlung des Vereins für die bergbaulichen Interessen in Essen ist auf den 9. Mai nach Essen berufen worden. Neben den üblichen Punkten steht auf der Tagesordnung ein Vortrag von Professor Dr.-Ing. Andrae, Direktor der vorderasiatischen Abteilung der Staatsmuseen über Technik und Künste des frühesten Mesopotamien. Die Bürgerliche Brauhaus G. m. b. H. In Bielefeld wurde in eine AG. mit einem Kapital von 600 000 Reichsmark umgewandelt. Kapitalismus und Sozialismus In der Aula der Verwaltungsakademi. an der Wittener Straße sprach gestern abend Uni. versitätsprofessor Dr. Heimann(Hamburg) über „Kapitalismus und Soziallsmus“. Hei. mann erklärte u.., der Kapitalismus glaube an die natürliche, daher ewig gleichförmige Vernunft und Freiheit des Menschen und fühle sich als deren Ver. wirklichung. Mit diesen von ihm neu entdeckten Kräften habe er Ungeahntes und Unvergängliches geschaffen: die Freiheit des Denkens und des persön. lichen Lebens, die Entfaltung der Produktivkräfte. Aber das Leben sei nicht ewig gleichförmig, son. dern historischem Wandel unterworfen: in der alten Form wachsen neue Kräfte und verlangen eine ihnen Befriedigung gewährende Umbildung. Die tech. nische Entwicklung führe zum Aufstieg des Groß. betriebs, daher zur Zusammenballung der kapitalisti. schen Verfügungsgewalt, zur Gipfelung in den Mo. nopolen auf der einen Seite, zur Zusammenballung der abhängig arbeitenden Massen auf der anderen Seite. Sozialismus wolle das Gemeineigentum an den Mitteln der gemeinsamen Arbeit im Großbetrieb. wie der individuell arbeitende Handwerker oder Bauer Individualeigentümer seiner Arbeitsmittel sel. Er sei nicht theoretisch konstruiertes Programm. sondern systematisierter Ausdruck für die elementaren Erfahrungen und Bedürfnisse der Arbeiter im Kapitalismus. Aber er stehe nicht einfack im Gegensatz zum Kapitalismus, sondern fuße zugleich auf ihn. Es sei für ihn Lebensbedingung, die organisatorischen Errungenschaften des Kapitalismus zu bewahren und zu entfalten und darauf eine gemeinschaftliche Arbeitsordnung zu begründen. Darum ständen die Erhaltung der kapitalistischen Rechnungsweise und der persönlichen Initiative im Vordergrund der sozialistischen Problematik. Und darum sei das allmähliche, zäh erkämpfte Hineinwachsen in die neue Ordnung, die allmähliche Uebernahme und Umbildung der wirtschaftlichen Funktionen der vorgezeichnete Weg des Sozialismus. Darum habe auch auf der anderen Seite der diktatorische Sozialismus Rußlands besondere unübertragbare Bedingungen, Aussichten und Grenzen, weil er nicht aus dem elementaren Drängen der Menschen im Kapitalismus erwachse, sondern aus der Feudalordnung in die sozialistische Ordnung unmittelbar hinübergreife und demgemäß nur obrigkeitlich durchgeführt werden könne. Börlen vom 24. April Newyork, Anfang: Uneinheitlich, aber meist fester Amsterdam: Auf Deckungen erholt. Brüssel: Nach fester Eröffnung schwankend. London: Freundlicher. Paris: Im Verlaufe wieder schwächer. Mailand: Unregelmäßig. Wien: Schwankend bei kleinem Geschäft. Zürich: Erholt. Berlin: durchaus freundlich Die Börse eröffnete in ausgesprochen freundlicher Stimmung. Die Spekulation nahm teils aus stimmungsmäßigen Gründen, teils im Hinblick auf den Ultimo Deckungen vor, die bei dem fast völlig fehlenden Angebot zu mehrprozentigen Kursbesserungen führten. Das Anfangsniveau lag vielfach noch über den vorbörslichen Schätzungen. Im Verlaufe blieb die Stimmung bei allerdings sehr ruhigem Geschäft freundlich, die Schwankungen betrugen nur Bruchteile eines Prozentes. Ganz allgemein war am Montanmarkt, der anfangs ziemlich vernachlässigt gelegen hatte, zeitweilig etwas Deckungsbegehr, angeblich für ausländische Rechnung, festzustellen. Anleihen gut gehalten. Am Geldmarkt hörte man Tagesgeld vereinzelt mit 3¾ Prozent, der Satz blieb —6 Prozent, Monatsgeld stellte sich heute auf 5¼ bis 6¾ Prozent. Warenwechsel zirka 5 Prozent. Reportgeld ermäßigte sich um ¼ Prozent auf 6 Prozent in der Mitte. Der Kassamarkt zeigte bei zunehmendem Interesse etwas freundlichere Haltung. Dulleidorf: freundiich Die Terminbörse verkehrte in freundlicher Haltung. Besonders fest lagen Montane und Kaliwerte. Umsätze hatten Mannesmann zu im Verlauf weiter steigenden Preisen.(80½ gegen 78 Anfangskurs.) Wintershall setzten ½ Prozent über gestrigem Schluß ein. Sie zogen im Verlauf weitere ½ Prozent an, konnten jedoch den Kursstand nicht ganz behaupten; außerdem bezahlte RWE. plus 1½ Prozent. Terminwerte 24. 4. 23..I 124. 4. 23. 4. Aschersieben...„„ 184.— Klöcknerverke..1 71.50 68.75 Barmer Bankverein 101.25 101.— Köln-Neuessen. 73 50 72.Darmst.-.Nat.-Bk. 138.— 133.75 1 Mannesmann 79.75 76.— De-.-Bank... 107.25 107 50 1 Phönix..... 61.75 61.25 Essen. Steinkohlen—.——.-1 R. W. E 135.— 131.— Feldmöhle Papier.—.— 128.25 Rheinstahl... 84.— 82.Geisenberg... 81.50 80.50 Rhein. Braunk. 181.— 176.-— Goldschmidt... 49.—]—.— Salzdetfurtn 244.50 252.— Harpener Bergbau. 71 50 70.— Ver. Stahlwerke 58.— 57.— Hoesch..... 67.25—.— Westeregeln Alkäll 162.— 165.— Karstadt.... 59.— 59.— 1 Wintershall... 129.— 129Von Kohlenaktien hatten Lothringen wieder größeres Geschäft auf etwa gestriger Basis. Dahlbusch wurden 1 Prozent höher bezahlt. Am KohlenBerliner Börsenkurse Reichsbankdiskont 5%— Lombardzinzfuß 6% Berlin, den 24. April 1931 Industriewerte Div. heutelvorig. nkkumulatoren 8/135.5134.0, Aku Alexanderwerk A. E. 6. Alsen Portland 0 91.0 88.8 16.0 20.0 9111.5109.7 14 101.5105.5 CPai. Passer Chem. Heyden " Gelsenk. " Albert Concord. Spinn. Conti-Gummi Gröllwitz Papier 74 87 5 5 53.5 5 56.5 0 37. 0 45.5 9121.0 8/109.0 Ammend. Papier 10 94.0 94.7 Anhalter Kohlen 6 57.7 57.2 Aschaftb. Zeilst. 12 84.0 81.0 Augsb.-R. Masch. 6 68.0 67.7 gechm. a Ladew. 10 78.0 75.0 Baer& Stein Baicke Maschin. Bamberger Malz Baroper Walzw. Basalt Bast& Co. Bagr. Motoren J. P. Bemberg Jul. Berger Bergmann El. Berl. Gub. Hutt. " Carisb. ind. " Maschinen Bston u. Monier Bösperd. Walzw. Braunk. u. Brik. Braunschw. Kohl. 10 211.0211.0 " Jute 4 73.5 73.0 Preitenb. Zement 6 75.0 75.0 Bromen-Besigh. 7 96.0 96.0 10—.—. 9 87 0 31.7 31.7 25.0 25.5 12171.0171.0 7 80.4 80.7 0104.2 99.5 20—. 274.7 9 90.4 90.4 16180.0180.0 0 48.7 47.0 49.0 48.2 8 36.0 85.2 0 49.0 50.0 10129.7129.7 Wollk. Brown-Boven Buderus #k Gulden 0 51.0 50.0 10132.01305 5 68.0 70.0 52.5 55 0 6 47.0 47.0 5 87.2 .5 53.5 .5 56.5 0 37.0 5 45.7 .0120.0 .0109.5 32.5 8102.5 9136. 8 77.0 7 84. 7 76.2 0 51. 0 50.0 15 94.0 7 83. 15 112.0 0 77. 19 70 Naimler Motor Otsch. Atlant. Otsch. Conti Gas Asphalt Babcor Er4ö Jute Kabel Linoleum Schachtb. Steinzeug el. u. K. Ton u. Stein 11 70. Eisenh. 7 40.2 Oitim. Neuhaus 1 0 29.0 0. Dörtfler 10—. Otrad. Akt.-Brau. 17161.5 Ritt.-Brau. 20 181 0 Union-Brau. 18179. Dresd. Gardinen Schnellgr. Dürener Metall Dürkoppwerke Düsseld. Diet. Br. Höf. 8r. begno 0 65. Oynamit.bei /6 75. 5 32.2 5102.7 .7134.6 .0 76.2 .0 85.5 2 75.1 .0—. 0 49.0 .0 95.0 .5 83.0 .0110.2 0 75.0 .0 71.0 2 40.5 .0 29.0 5161.0 0181.2 .0179.0 .0 49.0 0 43.0 .0113.0 .5 54.5 .0— .7 74.0 ggestorfi Saizw. 8 72. L Eisend. Verkm. 15149.2 Eiektra Drosden 112157. .0 72.0 2149.0 .0157.5 Zur Nusführung aller börsenmäßigen Geschäfte empfichlt sich Bankhaus Mahnert& Düppe Bochum, Allesstraße 18 Elektr. Lieferg. " Licht u. Kr. Engelh. Brauerei Enzinger Erdmannsd. Sp. Erlang. Baumw. Eschw. Bergw. Excelsior Fahrr. gahlb. List& Co. Farbenind. I. 6. Feldm. Papier Felten& Guill. Frankf. Masch. Friedrichshütte Frister A. 6. Froebein Zucker 10135.7 10 126.7 13/149.0 8 71.5 0 25.0 6 84.0 14/203.0 0 10.1 0 Seigeot Geisenk. Berg. Germania Portl. Gerresh. 6las Ges. f. el. Untern. Gildemeist.& Co. Girmes& Co. Gladb. Wollind. Glasm. Schalke Glauz. Zucker Glückauf Gelek. Gebr. Goedh. Dös. Th. Goldschmidt Guano-Werke Gritzner Masch. Grün& Bilfinge: Gruschw. Textll E. Grundlach 7 31.7 12/151.5 10/130.0 65 88.7 0 17.0 6/113.5 101.5 8 71.0 7 75.0 8 80.7 14 80.0 5 74.2 129.2 0—. 10 86.0 111125.7 10120.0 3½ 66.0 10/137.0 15 134.0 0 49.6 5 45.5 0 38.5 15 179.7 0 47.2 74.0 ) J. A. Jonn Akt. Mar Jüdel& Co. Junghans Gebr. urharn. 4 Giuock Hackethal Dr a. Hageda Hallesche Masch. Hamb. El. Werke Hammersen Hann. M. Egest. Harb. Eis. u. Jr. ".-Gummi HarpenerBergbau Hein, Lehm.&am; Co. Hemmoer Portl. Hu pert Masch. Hindriche-Auft. 12 85.2 57.0 8 84.5 4 76.0 10/117.5 7 90.7 0 31.0 55.0 4 50 5 70.5 6 41.0 101112.0 7 81.5 9 99.0 „Hirsch-Kupfer Hoch-Tiefbau Hoasch Hoffmanns Stärk. Hohenlohe-Werk Ph. Holzmann A. Horch& Co. Hotelbetr.-Ges. Hubertus Braunk. Huta Breslau Ise Bergbau IIse Genuß Isenbeck Brau geserich Asphalt aiserKalser-Keller Kallwerke Asch Karstadt Kirchner& Co. 2Klauser Spinn. 2 Klöcknerwerke 9 C. H. Knorr Koch. Adlernäh. Körn-Neuessen Gas u. E. 5IKöisch Walzeng. 5. 5/Königs-Brauerei Söaig, Wilhelm Kontinental Asph. Körting, Gebr. Kôtitzer Leder W. Kreitt Kromschröder Kronprinz Metäll Gebr. Krüger Kuppersb.& Co. .0 ahmeyer& Co. .OIl Laurahotte .0Leonherd Braun „Leopoldgrube 71150.— 7 80.5 80.0 6 66.2 65.6 58.0 59.0 9.44.0 43.5 8 103.7103.0 0.5 10.0 10109.5 108.5 8 120.0120.0 6 60.5 63.0 10185.7/182.0 10 108.5103.6 84.0 41.0 36.7 109.0 30.0 86.0 41.0 36.7 108.5 30.0 31.0 31.0 49.0 49.0 157.0164.5 59.5 59.0 34.2/ 34.5 27.0 27.0 71.0 69.7 161.5/161.5 48.5 48.5 73.2 71.5 49.5 49.7 25.0 26.0 110.0110 233.01233.0 29.5 29.2 78.2 63.0 90.5 35.2 48.0 83.2 78.5 60.0 90.0 36.0 48.0 85.5 130.5130.7 39.5 38.2 128.0 128.0 35.1 34.2 voguge Lindes Eismasch. 15 160.0 163.7 Geri Lindström 20 381.0/381.0 C. Lorenzl 91—. 5lLödenscheid Met. 0 40.0 40.2 .OLöneburg. Wachel S 84.7 58.01 M Nageb. Berz Magdeb. Mühlen Mannesm. Werke Mansteld. Beigb. Marie, kons. Bw. Martini&Hönecke Wasch.-B. Untern. Maximil. Hötte Mech. Web. Lind. " Web. Sorau " Web. Zittau Merkur Wollweb. Miag Mimose.-G. Minimar Mix& Genest Motoren Deutz Mölheim Bergu. Möser Bräu 9 watronzellstoft s Neckarwerke Niederl. Kohlen Morod. Kabel " Steingut " Wolle Nörnb. Herk.-W. Orgschl. e. 9. Oberschl. Koks Orenst.& Koppel prsstr Berpbeu Phönix Braunk. Julius Pintsch Plauen. Gardin. Boiyphonwerke Poppe& Wirth Riapu F. Fat. Rauchw. Walter Rheinfeld Kraft Rhein. Braunk. " Elektr. Vorz. Spieg 0 47.0 31 128.5 0 59.1 101— 0 35.0 12 101.0 0 72.0 18 209.4 5 41.0 6/112.0 5 37.5 8 91.0 40.7 8 51.5 50.0 7 1101.01027 10118.01 10134.5136.0 12/138.0138.0 0 61.5 60.0 01 24.0 24.0 6 43.8 42.2 8 99.0 79.7 6 50.7 51.0 45 62.5 62.0 6 62.0 61.0 12/144.0141.0 6 50.5 49.2 20 166.7/167. 6 0 46.0 46.5 0 133.0 01178.5 " Stahlwerke 75 Rb.-Westf.-El.-W. 10 " Heik 1 71 " Sprengst..# Richter David 112 Riebeck.2 Rodderer. Br.-K.#0 136.5 177.5 69.0 89.0 914 82.2 135.0133.0 39.1 Ke Rosenthal Porz. Rütgerswerke D Sächs. Web55.0, 57.0 56.6 55.5 Sächs. Webst. Salzdetfurth Sarotti Schering chem. Schlegel Brauerei Schles. Bo. u. Z. " B. Beuth. " Cellulose " E. u. 6as A. 10 " Portland Schneider, Hugo Schött, Hermann Schub.& Salzer Schuckert& Co. Schultheis-Patz. Schwaben-Bräu Schwelm, Eisen Fr. Seiffert& Co. Siegen Solingen Siegersdorf Wk. Siemens Glasind. Siemens&Halske Sinner Aktien Sonderm.& Stier Sonderm.& St. 6. Stadtberg. Hütte Stett. Chamotte Stöhr Kammg. Stolberg, Zink Gebr. Stollwerk Straisund. Spielk. Swenska 14 87.4 88.5 44.0 44.2 245.0s254.0 96..98.0 299.0/299.0 126.5125.5 . 31.6 83.0 83.7 38.7 38.7 138.0138.0 90.0 90.0 54.0 58.0 33.0 35.7 159.2/158.0 144.2s143.2 175.21171.5 132.0131.5 102..102.0 119 0119.0 12.2/12.2 46.5 47.0 93.2 94.2 179.0177.8 87.0 950 165.0165.0 fack& Co. Tafelglas Thöris V. Oelfb. Thör. Gas Leipz. Tietz Leonhard Fransradio Triptis Akt.-Ges. Tuchfabr. Aach. 53.0 44.7 92.1 46.5 52.2 169.0 252.0 97.5 97.5 54.5 warzin, Papierf. 10 WVer. Böhlstahlw. 10 " Chem. Charl. 8 " Otsch. Wiek. 10 " Glanzst. Eib. 01 " Gethenlam.### 149.5149 5 118.5115.2 124.5/123.2 35.7 35 126.0s126.0 35.2 55.2 34.7 54. 107 5 107.0 116.0 116. 98.7 99. Ver. Märk, luch Met. Haller Portland Smyrna Tepp. Stahlwerke St. Zypen.W. Thür. Metall Ultramarin Viktoriawerke Vogel Telegr. IVogt Wolf Vogtl. Maschinen Voigt& Haeffner Vorwohl. Portl. 35.51 34.0 31.0 30.5 98.51100.0 „„ 109.0 57.8 57.0 4 6 39.5 39.5 12/133.0s131.0 42.5 6 44.5 6 66.2 0 35.5 6—. 12—. wodsggrgerte 0 40. Warst. Gruben 6/103.0 Wasserw. Gelsk. 9/125. A. Wegelin Rus 6 39.2 Negelin& Hübner 4 44. Westf. Draht Westf. Kupfer Nicking Portl. 2. Wicküler Brau H1. Wißner Met. Wittener Gußst. 44.0 44.0 66.2 5 68.: 0 34. 10 42. 14 161 0 65. 0 35.0 Wittkopp Tietbau 10 71. .7 59.0 .0 101.0 71125.6 .2/39.2 .0 44.2 5 68.5 .5 34.0 .2 42.5 .5161.5 .0 65.2 .0 34.2 S5 71.5 Reichsbank 121167.5/166.0 Rh.-W. Bodenkr,[12—.— Westd..-Kr.-S. 121153.0 152.7 Kolonialwarte Otsch. Ostafrika 1 4 62.0 62.0 Neu Guines 6/275.0275.0 Otavi 165 32.0 31.5 Pestverzinsl. % Anleihen —Ablösung-3 —" Neubesitz 6 0 Wertbest. 23 10-1000 B bis 5 6 Reichsanl. 27 8 Reichssch.K 10 Berl. Pfandbr. 9„ R. 3 und 6 6 Farbenbonds BBoch. Stadtanl..1929 Werte 58.5 .3 93.0 93.0 84.7 87.2 84.7 87.2 99.0 99.0 102.7101 92.|92.5 Anleihen der Westtdlischen Landssbank Fg. K. Sch. 25 R. 98.2 98.2 I." 26.1 93.7 93.7 28/29 R½ 98.2 98.2 "" 30.4 98.2 98.2 6 Goldpfdbr. R. 1/100.0 100.0 1 Pfandbr. A..1 95.5 95.5 s" A. Rl. 1/100.0100.0 % Handbriele Is Berl. Hyp. B. 10 10 Pr. Ctr. B. Gold 27 10 Rh. W. 800. 2 Pr. Ldptbr. R. 19 „ R. 2 1 "„-0 R. 20 Rh. W. 60d. 15 Goldrogg.-3 Pr. C. 6. Pf. R. 22 Pr. C. G. Pf. R. 23 Pr. C..Pf..24 Pr. dto. 25/27 Pr. C. 6. Pf..28 o lndustrisobig. Concord. Bgb. Cont. Coutch. Daimler Benz Hann. Masch. HoeschE. u. St. 99.4 99.4 100.5 100 99.5 99.5 100.0100 96.0 96. 82.5 99.1 74.0 73.1 96.5 96.8 82.5 .0 74. 73.2 96.5 97.0 91 9 91.9 91.5 91. 75.7 75. 87.0— 96 0 98.5 905 —. 99.0 zellstoff-Verein 6 41.0 42.0 L" Waldhof[12/102.5/101.8 Verkehrswerte A. 6. f. Verkehr Baltimore Ohio Boch. Gelsenk. Otsch. Reichsbahn Hambg. Amerk. P. " Südam Hanse 10 Nordd. Lioye## Bankaktien Barm. Bankverein„ 8 101. 21101.2 Berl. Handelsges. 8 123.5123.0 Hypothekd. 12/213.04213.0 Commerz- u. Pr. Oarmst. u..-B. Oe-Di-Bank Oresdener Bank Preuß. Bodenkr. Pfdr.-8. 7/118.5118.7 8/138.0137.5 6/107.0 107.0 6 106.5 106.8 10 141.01100 12/166.5/168.5 Berliner Zeit- und Berliner Handels-Ges. Commerz& Privatbank Darmstädter National Oe-Oi Bank Dresdner Bank Deutsche Reichsbahn Abg. Amerika-Paket Norddeutscher Lioye Aku Allgemeine Elektrizität Bavrische Motoren J. P. Semberg Bergmann Elektrizität Berliner Maschinen Conti-Caoutschuk Daimier Deutsche Conti-Ges. " Er0b " Linoleum Elektr. Licht u. Kraft Essener Steinkohlen Farbenindustrie Feldmünle Papier Felten& Gulesume Geisenkirch. Berawert Schwankungswerte heute gest; 129.1 49.2 71.7 67.0 108.0 186.4 159.0 71.2 73.5 78.7 38.2 46.2 62.8 167.6 130.7 84.2 134 2 57.0 160.0 144.0 179.5 58.0 163.0 103.7 128.8 127.6 50.2 70.5 70.6 67.5 67.0 102.0 103.: 188.4 183.0 157.7 164. 70.71 70.5 73.5 79.4 37.7 46.5 62.5 166.2167.0 100 9955 134.0 133 56.2 55.5 242.0253.6 159.0 159.0 44 1111 73.2 76.5 37.2 45 62.1 177 1 51.5 57. 161.5 1635 ond r 4. Beilage zum Boc Anzeiger u. Gen. An Auf W von Hohennme Sind wir auf dem kommen, gehen wir gleiüber die Gleise, dann em Schlosse, das die Stad (230 Meter). Würden w Durchschreitung eines lan dort nicht den„schönen 2 terwerk, eine nicht minder und die Aussicht von hier uns einer Unterlassungss dem Schlosse sehen wird Hauptwanderstrecke 1 des eins. Wir folgen ihm link ins Nahmertal, müssen de briken her, zum guten En wir den„Lahmen Hasen Std.). Durch den W 50 Minuten zum 390 2 Wörden und auf einem bi zu der auf 460 Meter§ * bung Flohmer Wibline werde Wiblingwerde. Uns wieder stark abwärts, öft während. Nach 20 Minute senscheid, unten vor dem 2 ling, dann biegen wir schi Landstraße über„Am Hal1 Std. Marsch die eng Altena(160 Meter). E zu besuchen. Unterhalb de Hauptwanderstrecke 5 unser Stück verläuft der Lenne mit ihr einen gewaltigen B wald über. Zugleich dami gung bis zum Wirberg, de zu erklimmen man nicht 1 Std.). Durch Wald, übentlang hält sich unser Wi gleicher Höhe; erst vor de fällt er stärker. Nach 1 Std tal erreicht. Dem Bächlein nuten bis Dannenhöfer(22 gepflegten Pfaden durch d wald über den 392 Mete mit sehenswerter Fernsie Sauerland in 70 Minuten stadt Iserlohn zu gelangen. Rundreise auch Jeder, der einmal in de die außerordentliche Anneh reisebilletts auf der Eisenbe zahlt einen bestimmten Be ganzen Schweiz eine Woche umfahren, soviel man wil Schweizer Eidgenossenschaft nur die besten Erfahrungen auch die Deutsche Reichsba „Knipskarten“ einführen. Deutschland in verschiedene von denen jeder ein Strecke metern beherbergt. Für 10 Reisende dann in der Ho stimmten Bezirks so oft hin Spaß macht. Die Anregung hierzu ist sowie von den Firmen aus viel auf der Bahn liegen mi nur in diesen Kreisen dank Reichsbahn verhältnismäßig ist. Sollte sich die Einfü rich sohnen, dann hat es der Hand, sie wieder aufzul Schweiz sehr gute Erfahr wüßte man nicht, weshalb lohnen sollte. In der Schu gnügungsreisende als in D uns geschäftlich mehr g Europas. Westfälise Bad D Dank der günstigen Wit bereits in ebeachtenswerter Anfragen lassen hoffen, da die das Bad in den letzten weiterhin auswirken wird. Ladcorten, die Pauschalkt Mittelstand eingeführt habe War " Haus Widey, Kaffee inmitten des Sauerlande, inmitten des stoßen Stadtwaldes Warste 10g, nem 26. April, eröffnet APE.C 4. Beilage zum Bochumer Anzeiger u. Gen. Anzeiger Nr. 96 38. Jahrgang Samstag, 25. April 1931 Auf Waldwegen von Höhenlitaburg nach Iserlohn Sind wir auf dem Bahnhof Hohenlimburg angekommen, gehen wir gleich links und nochmals links über die Gleise, dann empor in gut 20 Minuten zum Schlosse, das die Stadt um 100 Meter überragt (230 Meter). Würden wir den engen Schloßhof nach Durchschreitung eines langen Torganges nicht besuchen, dort nicht den„schönen Brunnen“ mit prächtigem Gitterwerk, eine nicht minder herrliche Erkerecke am Schlosse und die Aussicht von hier oben bewundern, machten wir uns einer Unterlassungssünde schuldig. Gleich hinter dem Schlosse sehen wir das weiße liegende Kreuz der Hauptwanderstrecke 1 des Sauerländischen Gebirgs=Vereins. Wir folgen ihm linker Hand abwärts durch Wald ins Nahmertal, müssen dann eine Zeitlang hinter Fabriken her, zum guten Ende über einen Wiesenpfad. bis wir den„Lahmen Hasen“ erreicht haben(160 Meter; ¾ Std.). Durch den Wördengrund kommen wir nach 50 Minuten zum 390 Meter hoch gelegenen Gehöft Wörden und auf einem breiten Höhenweg nach ¼ Std. zu der auf 460 Meter Höhe liegenden Sommerfrische Die Beigstraße in Billlenpracht Die malerische Stadt Weinheim mit der Wachenburg Wiblingwerde. Unser Höhenweg senkt sich nun wieder stark abwärts. öfter entzückende Fernblicke gewährend. Nach 20 Minuten berühren wir Gehöft Sassenscheid, unten vor dem Lennetal die Siedlung Kneerling, dann biegen wir schnell wieder von der staubigen Landstraße über„Am Hals“ ab und durchwandern nach 1¾ Std. Marsch die engen Straßen der Kreisstadt Altena(160 Meter). Es lohnt sich, die Burg Altena zu besuchen. Unterhalb der Burg setzen wir dann auf Hauptwanderstrecke 5 unsere Wanderung fort. Das erste Stück verläuft der Lenne entlang, macht bei Linscheid mit ihr einen gewaltigen Bogen und geht dann in Hochwald über. Zugleich damit beginnt eine tüchtige Steigung bis zum Wirberg, dessen etwas abseitigen Gipfel zu erklimmen man nicht versäume(445 Meter; gut 1 Std.). Durch Wald, über Wiesen und am Waldrand entlang hält sich unser Weg längere Zeit auf ziemlich gleicher„Höhe; erst vor den Gehöften von Hilkenhohl fällt er stärker. Nach 1 Std. ist das schöne obere Grünetal erreicht. Dem Bächlein nach wandern wir 20 Minuten bis Dannenhöfer(223 Meter), um hier auf wohlgepflegten Pfaden durch den weiten Iserlohner Stadtwald über den 392 Meter hoch gelegenen Danzturm mit sehenswerter Fernsicht auf das nordwestliche Sauerland in 70 Minuten zum Endpunkt, der Kreisstadt Iserlohn zu gelangen. Rundreise auch in Deutschland Jeder, der einmal in der Schweiz gewesen ist, wird die außerordentliche Annehmlichkeit der dortigen Rundreisebilletts auf der Eisenbahn empfunden haben. Man zahlt einen bestimmten Betrag und kann nun in der ganzen Schweiz eine Woche oder einen Monat lang herumfahren, soviel man will. Da die Staatsbahn der Schweizer Eidgenossenschaft mit diesen Rundreisekarten nur die besten Erfahrungen gemacht hat, will ab 1. Mai auch die Deutsche Reichsbahn versuchsweise sogenannte „Knipskarten" einführen. Zu diesem Zweck soll ganz Deutschland in verschiedene Bezirke eingeteilt werden, von denen jeder ein Streckennetz von 5000 bis 7000 Kilometern beherbergt. Für 100 Mark im Monat kann der Reisende dann in der Holzklasse innerhalb eines bestimmten Bezirks so oft hin= und herfahren, wie es ihm Spaß macht. Die Anregung hierzu ist von den Geschäftsreisenden sowie von den Firmen ausgegangen, deren Mitglieder viel auf der Bahn liegen müssen, und es wird sicher nicht nur in diesen Kreisen dankbar begrüßt werden, daß die Reichsbahn verhältnismäßig rasch der Anregung gefolgt Sollte sich die Einführung der Rundreisebilletts nicht lohnen, dann hat es die Reichsbahn ja immer in der Hand, sie wieder aufzuheben. Da man aber in der Schweiz sehr gute Erfahrungen damit gemacht hat, nüßte man nicht, weshalb sich die Sache bei uns nicht lohnen sollte. In der Schweiz aibt es zwar mehr Vergnügungsreisende als in Deutschland, dagegen wird bei zus geschäftlich mehr gereist als in allen Ländern eurovas. U. E. Westfälische Bäder Bad Driburg. Dank der günstigen Witterung hat der Badebetrieb hereits in zbeachtenswerter Weise eingesetzt. Die vielen nfragen lassen hoffen, daß die günstige Entwicklung, #. das Bad in den letzten Jahren genommen hat, sich seiterhin auswirken wird. Bad Driburg gehört zu den Edeorten, die Pauschalkuren für den bedürftigen Mittelstand eingeführt haben. * Warstein. #hans Widey, Kaffee und Sommerfrische im grau lande, inmitten des prachtigen 13.000 Morgen Eoben Stadtwaldes Warstein gelegen, wird am Sonnag, dem 26. April, eröffnet.(Siehe Anzeige.) Die Bergstraße ist der Obstgarten Gottes genannt. Viele Bewunderer der Riviera sagen übereinstimmend, daß eine Reise nach dem ausländischen Süden völlig ersetzt wird, ja, in ihrer Wirkung übertroffen werde durch die Schönheit der Natur an der wilden Bergstraße, die sich den Rhein entlang zieht, von Darmstadt nach dem der ungebärdige herrlichen Heidelberg. Dazwischen liegen als Perlen Jugenheim, Bensheim, Auerbach. Weinheim. Dahinter der an Schönheit reiche Odenwald mit Plätzen wie Lindenfels und Michelstadt, die jedem unvergeßlich bleiben, der sie kennen lernte. * Nirgends wie in„ deutschen Wald=Gebirgen treiben Sage und Märchen in hundertfach wechselnder Gestalt ihr Spiel. Im rauhen Geschröff der schlesischen Gebirgswelt haust Geist Rübezahl. In geheimnisvollen Höhlentiefen des Harzes wimmelt es von Gnomen= Volk. Verblassende Räuberromantik weht noch heute um die eichendunklen Jagdgründe des Spessart— und wem tauchte nicht beim Klang des Wortes„Odenwald" der auf: der„Nibelungen Not“? [Jugenheims, trennt. Schon am Feldsaum grüßt uns der„klingende Berg“ mit Hämmern und Pochen, Rufen und Scharren? die Industrie von heute ist fleißig am Werk und bearbeitet in dreizehn Steinbrüchen das kostbare Granitmaterial des Berges. Dies ist sozusagen der moderne Auftakt zum Wunder dieser gemütlichen, Waldgrünen höhe zum„Felsenmeer" unterhalb des Gipfels. Wer in den Alpen wandert, kennt die Moränen breite Geröllströme, die von den Bergen brechen. Hier schuf die Natur ganz anderes, um eine ähnliche Wirkung zu erzielen. Ein ungeheurer, zusammenhängender Panzer von sog. Hornblende=Granit deckte vor Jahrtausenden die Süd= und Ostflanken des Berges und wurde allmählich, ganz allmählich, durch die Zerstörungskräfte von Wasser, Luft und Pflanze zersetzt, durch Abschwemmen, sandiger Massen freigelegt, zur heutigen, oft grotesken„Form geschliffen. So bäumen sich uns chaotisch getürmte, einzeln eine. ganze,„Kerte farvenglühender Bil= phantastisch zusammenhockende Granitblöcke entgegen— „ein Spielplatz der Giganten“— wie die Volksphantasie dichtet.„Trümmerstätte einer urzeitlichen Fabelstadt“— auf alle Fälle aber der heißumstrittene Tummelplatz vieler gelehrter Federn, vom Griffel des römischen Chronisten bis zur Schreibmaschine im modernen Gelehrtenzimmer. Wobei man die Beobachtung macht, daß es der antike Forscher erheblich leichter hatte als der moderne; denn jener hatte nur die geologische Merkwürdigkeit des Felsberges staunender Mitwelt zu zeigen, während allen späteren die Aufgabe wurde, die hier in Waldeinsamkeit ruhenden Denkmale antiker Steintechnik neu zu entdecken und zu durchforschen. Es ist nicht nur für den Fachmann von Interesse, sich an den besonders gut bearbeiteten Blöcken über die kunstvolle Steintechnik der Römer zu unterrichten. Im Brunnenhäuschen am Felsenmeer ruht der „Clou“ dieses natürlichen Museums, die prachtvolle „Riesensäule", ein Monstrum von 9,39 Meter Länge und 4,12 Meter Umfang, um die sich bereits ein Kranz von Sagen schlingt. In früher Zeit heidnisches Grenzmal, später in einer(jetzt nicht sichtbaren, da am Boden aufliegenden) Nische den hl. Bonifaz schützend und so eine altchristliche Kultstätte des Berges bezeichnend, ist sie heute Schaustück für Felsbergwanderer, ebenso wie der kolossale„Altarstein“, das„Kriegsschiff“, der„Riesensarg“ und andere unvollendete Arbeiten antiker SteinDieses anmutig grüne Reich des Odenwaldes, der den blühenden Garten Deutschlands, die Bergstraße, säumt, hat die deutsche Heldensage vom lichten Siegfried und dem finsteren Hagen geboren. Schwarze Keile von Tannenwald stoßen scharf hinein in den von Sonne überspielten hellen Buchenwald— die Natur hat hier der menschlichen PPhantasie den Stoff von Siegfrieds tragischem Tod geliefert. An einer einzigen, vom lauten Verkehrsstrom kaum berührten Stelle findet man in der Idylle des Waldes das zyklopische Granitmeer des Felsberges. Wo liegt der Felsberg des Odendem alten Römerstädtchen Bensheim an der Bergstraße zieht ein schmales, üppig umgrüntes Tälchen bergwärts, das Schönbergertal, eins der lieblichsten im Walde— Dorf reiht sich an Dorf, Garten an Garten. Der helle Talbach, die Lauter, plätschert im blumenbunten Grund; rechts und links winken Buchenwälder mit lichtgrünen Fahnen. Schloß Schönberg reckt hohe Staffelgiebel und einen mittelalterlichen Rundturm stattlich empor; es ist eine kleine, eng umfriedete, entzückende Sommerwelt. Beim Dorfe Reichenbach, das auch die Kraftpost von Bensheim aus in einer guten halben Stunde erreicht, schwenkt der Weg von der Talstraße querfeldein und hebt sich langsam dem waldigen Rücken des Felsberges sensarg“ und andere unvollendete Arbeiten antiker Steinentgegen, der die Schönberger Talschaft vom Balk= metzen, die sicher nicht ahnten, daß ihr mühseliges Werk häuser= und Stettbachertal, der Umgebung einstmals Kuriosum werden würde. Eine Erholungsreise s billger dis leinel Unter dieser Ueberschrift veröffentlichen die„Deutschen Verkehrsblätter“ eine Artikelreihe, die die große Wichtigkeit und Notwendigkeit einer Erholungsreise für die Gesundheit zeigen soll. In dem Einleitungsaufsatz erklärt Dr. Josef Löbel, es sei unbedingt notwendig, wenigstens von Zeit zu Zeit den Körper durch Erholung in Ordnung zu bringen. Das beste Mittel dazu sei die Reise. Denn die Veränderung der Luft, ihrer Temperatur. ihres Feuchtigkeitsgrades usw. sind von größter Bedeutung für Appetit und Schlaf und damit für das Wohlbefinden des Körpers; der Wechsel des Ortes mit seinen Eindrücken ist von ebenso großem Einfluß auf den geistigen Appetit und auf das seelische Ruhebedürfnis und hat denselben wohltätigen Effekt auf unser Nervensystem. Darum bedeutet jede Vergnügungsreise Entspannung und Auffrischung zugleich. Vergnügen jedoch ist teuer. Soll man in wirtschaftlich so bedrängten Zeiten, wie es die jetzigen sind, nicht sparsam sein, nicht sorgsam jede Geldausgabe für Ueberflüssigkeit meiden? Gewiß. Aber die Erholungsreise ist nichts überflüssiges und scheint das Reisen teuer, so ist das Nichtreisen noch teurer. Für jenes zahlt man nur mit Geld, für dieses mit unersetzlichen Werten an Gesundheit und Arbeitskraft. Die Summe, die der Organismus an Kraft und Leistungsfähigkeit unwiederbringlich verliert, wenn man ihm keine Erholung läßt, ist groß; die Summe, welche man für eine Reise ausgibt, braucht durchaus nicht groß zu sein. Wenn man nicht ausnahmslos alle Sehenswürdigkeiten eines Ortes besichtigen will, wenn man unterwegs nicht jeden Abend Theater und Vergnügungsstätten besucht, spart man nicht nur Geld, man spart vielmehr, was für die Erholung noch mehr in Betracht kommt, auch Nervenkraft. Das bezieht sich auch auf das Essen. Der Ausnahmezustand, der durch die Reise eintritt, beseitigt sonderbarerweise bei den meisten Menschen die Hemmungen, die der natürliche Instinkt einer zu reichlichen Nahrungszufuhr entgegensetzen sollte. Auf jeder Eisenbahnfahrt kann man die Beobachtung machen, daß Vergnügungsreisende Mengen an Nahrungsmitteln zu sich nehmen, die ausreichen würden, einen Schwerarbeiter mehr als genügend zu sättigen. Und wie in der Quantität so sündigen Erholungssuchende meist auch in der Qualität ihres Menüs: darauf eingestellt, sich unterwegs möglichst intensiv ihrem Vergnügen hinzugeben, tun sie sich an Speisen und Getränken gütlich, die sie sich in der Heimat niemals oder nur selten leisten würden. Gerade das Ungewohnte gereicht ihnen dann oft zum Verderben und macht aus der Vergnügungsreise einen Leidensweg. Auch hier gehen die Anforderungen der Sparsamkeit Hand in Hand mit denen der Hygiene, und je sparsamer, einfacher und mäßiger man sich auf der Reise nährt, umso wohltätiger ist das nicht nur für den Geldbeutel, sondern auch für den Magen. Wenn man sich seine Erholungsreise billig einrichtet, so wird man sich nach alledem nicht weniger sondern mehr erholen, und es wäre höchst kurzsichtig, wollte man gerade in Zeiten erschwerten wirtschaftlichen Kampfes, da man alle seine Kräfte braucht, auf Kosten seiner körperlichen und geistigen Stärkung an der nötigen Auffrischungsreise sparen. Es würde sich im Verlaufe der Zeit unweigerlich herausstellen, daß die Rechnung falsch war und daß eine Erholungsfahrt in der Tat billiger gewesen wäre als keine. K Reisequerschnitt Bei Schloß Moneuse, das im Besitz der Stadt Trier ist, wurde ein englisches Jugendlager eröffnet, das auch in diesem Jahre wieder starken Auslandsbesuch aufnehmen wird. Im Tannenberg=Denkmal bei Hohenstein ist im dritten Turm eine Bismarckhalle eingerichtet. Die darüber liegenden Räume werden als Jugendherberge eingerichtet. Die beiden anderen befinden sich im Eingangsturm und dem diesem gegenüberliegenden Turme. idt, Dresden hat auf Anregung der Kurverwaltung Weißer Hirsch in diesem Stadtteil jede. politische Ansammlung oder Umzug verboten. älteste Gebäude auf der Schneekoppe im Riesengebirge ist die Koppenkapelle, die jetzt 250 Jahre alt wird. Der Bau wurde 1665 begonnen, wegen der Schwierigkeit, die Baustoffe nach oben zu tragen, ist die Kapelle erst 16 Jahre später vollendet worden. Auf dem Brocken findet in der Nacht zum 1 Mai wieder die Walburgisfeier statt. Sie erreicht um Mitternacht mit der Ansprache auf der Teufelskanzel ihren Höhepunkt. St. Blasien Schwimm= und „ Im August eröffnet der Kurort (Schwarzwald) ein neues großes Luftbad. Der französische Ministerrat hat auf Vorschlag der Kolonialausstellung in Paris den Beschluß gefaßt, daß ab 1. Mai für die Einreise nach Frankreich kein Paß gefordert wird. Nachdem sich diese Vergünstigung nur auf solche Reisende bezieht, welche die Kolonialausstellung zu besuchen wünschen und sich in Frankreich nicht über zwei Monate aufhalten wollen, ist die Fremdenkontrolle einfach darauf beschränkt, daß die nach Frankreich reisenden Personen einen Personalausweis(Heimatschein, Steuerdokument oder dergleichen) durch das zuständige französische Konsulat visieren lassen. Ostseebad Grömitz i. Holftein rüstet Auch in diesem Jahre will Grömitz, getreu seiner Tradition, als preiswertes und doch schönes und bequemes Familienbad seinen Gästen alle Annehmlichkeiten modernen Badelebens bieten. Die Pensionspreise sind der Zeit entsprechend ermäßigt worden und auch die Kurtaxe sieht für Familien bedeutende Vergünstigungen vor. Man findet moderne, bequeme Unterbringung, gute und reichliche„holsteinische“ Ver=pflegung und vor allen Dingen Erholung und Spannkraft. Jahrpreisermäßigung für Karlsbad Jeder Kurgast, der sich mindestens zehn Tage in Karlsbad aufhält, hat Anspruch auf eine, bei der Rückreise in Wirksamkeit tretende Fahrpreisermäßigung von 50 Prozent auf den, von Karlsbad bis zur tschechoslowakischen Grenzstation geltenden Fahrpreis. Es ist für den Gast am vorteilhaftesten, wenn er das Formular zur Ausstellung der Fahrpreisermäßigung gleich in dem Reisebüro sich aushändigen läßt, wo er die Fahrkarte nach Karlzbad löst! Sollte das Reisebüro keine Formulare vorrätig haben, können solche von der Kurverwaltung Karlsbad zugesandt werden. Im Rückvergütungswege„werden keine Fahrpreisermäßigungen gewährt. ** .99 41 Auskünfte durch alle Reisebüros und durch die Kurverwaltung Karlsbad Natürliches Mineralwasser und natürliches Sprudelsalz. 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Es war nun fast ein halbes Jahr nach dem Tode seiner Frau vergangen— seit jenem dunklen und schmerzlichen Tage, da sie ihn verlassen und das kaum geborene Kind mit sich genommen hatte in das große, unbekannte Dunkel, das mit sieben Pforten gegen das Reich des Lebens abgeschlossen ist. Aber diese sechs langen Monate hatten nicht vermocht, den Schmerz, die Trauer um das unwiderruflich Verlorene im Herzen des Mannes zu ertöten, ihn vergessen zu lassen, was er einst besaß, was einmal so ganz sein war. Der Beruf? Wetzel lachte im Gehen böse vor sich hin. Konnte dieser Beruf ihm einen Ersatz, einen noch so kümmerlichen Ersatz bieten für das Glück, das ein hartes, unerbittliches Geschick ihm so gnadenlos geraubt hatte? Dieses ewige Einerlei, dieses tagaus= tagein, in dem er sein Leben abspulte, sinnlos, zwecklos, hoffnungslos? Das kleine Lokal, in dem Wetzel jetzt landete— eigentlich ganz ohne Absicht, weil es ja auch völlig gleichgültig war, wo er die nächsten Stunden verbrachte, diese Stunden der Flucht vor der Leere und Einsamkeit seiner Wohnung— ja, diese kleine, altertümliche, gemütliche Kneipe war jetzt fast leer. Er drückte sich in eine Ecke, bestellte sich einen Korn und einen Grog. Stürzte den Schnaps mit einem Ruck herunter, rührte dann nachdenklich und vergrämt in seinem Grogglas. Er tröstete sich mit einigen Kognaks. Er, der eigentlich gar nicht trank, ließ sich plötzlich gehen.„Mein Gott— ich ertrage es nicht mehr," dachte er. Und die Trauer, die Verzweiflung stießen ihm die Hand nach dem Glas. Einmal, nach einer guten Stunde oder gar nach zweien, sah er aufblickend an seinem Tisch einen Fremden sitzen. Einen unauffällig, aber sehr anständig gekleideten Herrn. Der mußte ihn schon die ganze Zeit beobachtet haben— auch jetzt sah er sich nicht veranlaßt, die Augen von seinem Gegenüber abzuwenden. „Aber— zwei Kognaks— französische" bestellte er, und da das Gewünschte auf dem Tisch stand, hob er Wetzel sein Glas entgegen.„Also Prost— warum denn so traurig?“ „Ich kann nicht unhöflich sein," dachte Wetzel, Bescheid gebend. Aber dann knurrte er doch.„Was wollen Sie von mir? Ich kenne Sie doch garnicht.“ „Vielleicht aber kenne ich Sie,“ lächelte der andere vieldeutig.„Ich glaube Sie einigemale im Hafen gesehen zu haben, auch am Weichselbahnhof, wenn ich mich recht entsinne. Und wenn Sie auch heute keine Uniform trageg „Ach so,“ brummte Wetzel,„und jetzt lassen Sie sich herab, am Tisch der Zöllner Platz zu nehmen?" „Sie sind bissig,“ lachte der Fremde laut.„Solche Leute mag ich— die Duckmäuser kann ich nicht leiden. Uebrigens.“ und schon stand ein neues Glas vor Wetzels bereits etwas zitternder Hand,„Sie sind wirklich auffallend traurig. Haben Sie dienstlichen Aerger gehabt? Pfeifen Sie drauf, wenn ich Ihnen raten darf. Es hat schon ärger gebrauset, wie ein Freund von mir immer sagte. Und vierundzwanzig Stunden später sieht die Welt wieder schöner aus.“ „Falsch geraten,“ wehrte Wetzel ab.„Kein dienstlicher Aerger— ich habe mir bisher in meinem Beruf noch nichts zu schulden kommen lassen.“ „Aber...?“ bohrte der Andere. „Ach nichts,“ sagte Wetzel leise. „Zu Hause?“ tastete der Fremde. Wetzel nickte nur. Er dachte wieder an Emmily, an seine Frau, die nun tot war. Daß er nun nie wieder ihr Lächeln sehen, ihre Lippen küssen würde. „Trinken Sie eine Flasche Wein mit mir,“ lud der Fremde ihn ein.„Das wird Sie über Ihre trübe Stimmung hinwegbringen.“ Wetzel zögerte. Irgend etwas in ihm widerstrebte. Es war da eine warnende Stimme, in seinem Innern, die ihn mißtrauisch machte. Aber mit einer jähen Handbewegung schob er dieses gefühlsmäßige Hindernis von sich fort. „Schließlich— warum soll ich nicht ein Glas Wein trinken, mit dem da? Er sieht doch ganz manierlich dachte er.„Und ich vergebe mir ja nichts dabei. Das wäre ja noch schöner wenn man nicht mal mit jemandem zusammen eine Flasche Wein trinken dürfte.“ Sie tranken fleißig und der Fremde würzte die Unterhaltung, indem er eine Menge abenteuerlicher und paßiger Geschichten erzählte. Es kam viel von Schmuggel, von lustigen Gaunerstreichen darin vor, worüber der Zollbeamte Wetzel nachsichtig lächelte. Auf alle Fälle schien er ein buntes, bewegtes Leben hinter sich zu haben, der andere. Immer wieder aber kam er auf den Grund von Wetzels Trauer zurück. Endlich, bei der zweiten Flasche — oder war es schon die dritte?— ging dieser ein bißchen aus sich heraus. Erzählte von dem Tod seiner Frau. „Ach so,“ sagte der Unbekannte bedauernd Ein Schatten von Enttäuschung flog über sein Gesicht; er schien etwas anderes erwartet zu haben. Aber Wetzel war nicht mehr hinreichend nüchtern, um das beobachten zu können. Der Fremde rückte langsam näher.„Ein verlockenLeben, das Sie zu führen scheinen,“ sagte Wetzel, sich nun auch ein wenig freundlich erweisen wollte, 6 Dank für die so offensichtlich bezeugte Teilnahme an einem Geschick, am Geschick eines Menschen, der dem undern doch vollkommen fremd war. steht Zassen, Sie doch Ihr Amt fahren,“ meinte der.„Es ähnliche a entgegen, daß Sie Ihr Leben auf eine ähnliche Grundlage stellen.“ „Heute— ganz unmöglich,“ brummte Wetzel. Dazu müßte man Geld haben— ich bin nun einmal dazu 5anxteilt, mein Dasein weiter abzuhaspeln, wie ich es getan habe.“ um z5s=sollten sich lieber den Wind fremder Zonen iin dir Ohren wehen lassen,“ beharrte der Fremde.„Ein##l dies alles hier an den Nagel hängen, alles hinter sich perfen. Sie können mir glauben— dann vergißt ####Schmerz leichter, der Sie eben in seinen Krallen im an muß ja melancholisch werden, wenn man mer am selben Flecke hockt, in einem öden Beruf und ohne einen Menschen, der uns liebt, der uns über die müden und traurigen Stunden hinweghilft.“ „Aber das Geld,“ knurrte Wetzel hartnäckig und hilflos.„Worauf soll das bloß hinaus," grübelte er zugleich. „Geld," flüsterte der andere heiser, überredend,„das ist doch das Schlimmste nicht. Wenn's blos daran liegt...“ Und dann, sich vorsichtig umblickend, erzählte er: „Ich habe da... also ich will gern aus dem Freihafen ein kleines Quantum— oh, durchaus nicht so sehr viel, ein paar Kilo schlimmsten Falles, bequem unterm Mantel zu bergen, unter so einer Pelerine, wie sie die Zollbeamten haben— es sind Rauschgifte, Morphium, Kokain, Heroin, nach denen in Warschau und Lodz immer große Nachfrage herrscht. Man könnte.. Wetzel reckte sich steil auf,„ich bin bisher mit sauberen Fingern durch mein Leben gegangen,“ herrschte er den Fremden an,„und ich beabsichtige nicht, von dieser Gewohnheit abzuweichen. Sie sind da doch wohl an die falsche Adresse geraten.“ Aber der andere ließ sich nicht einschüchtern.„Um Gottes willen— Sie sollen doch keinen Zollunterschleif begehen,“ meinte er beschwörend.„Ich würde Ihnen so etwas nie zumuten.: Im Gegenteil— wir können, wenn Sie wollen, vorher den Zoll genau feststellen und Sie werden diesen Betrag zur Abführung an die Zollkasse zur Verfügung gestellt bekommen. Es handelt sich doch bloß darum, daß der Handel mit diesen Stoffen überhaupt verboten ist. Dummerweise, denn warum soll nicht jeder auf seine Fasson selig werden?" auf seine Fasson selig werden; und was„„Sagen Sie mal, Herr,“ sagte Wetzel tut's uns, wenn ein paar Hundert in Warschau ihre mit immer noch etwas schwerer Zunge, Gesundheit ruinieren wollen? Sie könnten einige tau=seigentlich geboren?" „Ich darf Sie wohl nach Hause begleiten,“ lächelte der Andere und schob seinen Arm unter den Wetzels. Wetzel hatte den Hut vom Kopfe genommen; der frische Luftzug, mit dem sich der erwachende Morgen bereits ankündigte, kühlte wohltuend seine heiße Stirn. Die beiden Männer wanderten, nicht ganz sicher auf den Füßen, wenigstens soweit Wetzel in Frage kam, langsam durch die Gassen. Der Andere redete ununterbrochen und bemühte sich, das einmal erzielte Einverständnis des Zöllners durch lebhafte Hinweise auf die völlige Gefahrlosigkeit des Unternehmens und den lockenden Lohn zu verstärken. Aber Wetzel, dessen Trunkenheit sich mit jedem neuen Schritte immer mehr verflüchtigte, blieb stumm.„Das alles soll ich nun verlassen,“ dachte es in ihm. Diese Stadt, in der ich geboren bin, in der ich meine unschuldige Kindheit verlebte? Diese alte, schöne, trauernde Stadt? Auf Nimmerwiedersehen? Ja— wohl, auf Nimmerwiedersehen. Denn wie könnte ich, mit solcher Schuld beladen, hierher zurück! Würden nicht alle mit Fingern auf mich weisen?" „Und Emmilys Grab," dachte er,„darf ich es auch nie mehr sehen? Muß ich mich wirklich von ihm trennen? Und so trennen?" Er setzte sich plötzlich, fast ruckhaft, auf das Geländer eines der Beischläge, die weit in die Straße hineinsprangen Von hier aus konnte er den stumpfen Turm der Marientirche sehen, der schwarz und massig sich vom fahlen, grauenden Licht im Osten abhob, der wie eine drohende, warnende Hand Gottes sich gen Himmel reckte. sagen Sie mal, Herr, sagte Wetzel übergangslos, „wo sind Sie send Dollars dabei verdienen, genug, um jenseits des großen Teiches ein neues, besseres Leben zu beginnen..“ Nein— er gab nicht nach. Er schilderte die Aussichten, die Wetzel haben würde, in glühenden Farben. Frei von der Kandare eines tödlichen, ermüdenden, glanzlosen Daseins, wie er es jetzt führen mußte. Frei von den quälenden Erinnerungen an eine glücklichere Vergangenheit. Vielleicht war es das Letzte vor allem, was seinen Eindruck auf Wetzel nicht verfehlte. Er war auch schon in einer Verfassung, die die feineren Unterschiede zwischen Recht und Unrecht verwischte. „Ich denke, ich tue es,“ dachte er und nickte einige Male vor sich hin. Es war spät in der Nacht, als sich die beiden Männer endlich erhoben. Wetzel schwankte ein wenig, und er hatte Mühe, in die Aermel seines Mantels zu kommen. „Ich,“ entgegnete der Andere überrascht,„nach der Geburtsurkunde in Amsterdam. Aber ich kenne die Stadt kaum, weil ich von früher Jugend an in der Welt herumgestoßen wurde. Uebrigens— warum fragen Sie? Ich könnte Ihnen da einen Witz erzählen...“ „Ich bin nicht dazu aufgelegt, Witze zu hören," brüllte Wetzel.„Aber so ungefähr habe ich es mir gedacht. Also— wann soll die Sache vor sich gehen? Und welches Schiff birgt die Ware?" „Ich hab's doch schon zehnmal gesagt, die„Hamonia II“. Und morgen um 1 Uhr mittags, dachte ich.“ Wetzel erhob sich langsam.„Das Schiff wird abrevidiert werden,“ sagte er sehr langsam.„Und ich fürchte," setzte er mit tiefem Ernst hinzu,„daß vielleicht eine Leibesvisitation aller der Personen angeordnet wird, die das Schiff, solange es im Hafen liegt, verlassen. Guten Morgen, mein Herr. Ich finde meinen Weg jetzt ganz allein...“ In Klosters Hallen Bedemptoristenklosten, Bocham Phot. Alfred Reinecke, Bochum Der lasterhafte Vogel Fiühoeng Von H. Strathearn Die Papageien sind Hochstapler, wenn sie behaupten, sprechende Vögel zu sein. Dieses armselige Gekrächze und Gepfeif! Ich habe gehört, daß ein Papagei, der in einer chinesischen Seemannskneipe in Singapore groß geworden war, für den Rest seines verworfenen Lebens schamhaft und erschüttert verstummte, nachdem er einen Tjühoeng gehört hatte. Tjühoeng nennen ihn die Malayen, sonst heißt der taubengroße schwarze Gelbschnabel Beo“. Er hat einen schönen gelben Kragen, weiße Manschetten an den Flügeln und ist der durchtriebenste Tier= und Menschenstimmen=Imitator von Indonesien bis ans Ende der Er wird sehr zahm, frißt mit Vorliebe was er nicht soll und gebraucht Ausdrücke, die gute Menschen nur denken. Ein Freund in Delhi hatte mir seinen Bungalow in den Bergen abgetreten, als er in Europa=Urlaub ging. Ich brachte ihn aufs Schiff und fuhr tags darauf in die Berge. Wen aber hörte ich in seinem Bungalow randalieren? Meinen Freund, der schon seit vierundzwanzig Stunden auf der„Sibajak“ mit 13 Seemeilen Geschwindigkeit westwärts fuhr! Glücklicherweise war heller Tag, ich hätte sonst noch an Gespenster geglaubt, die indischen Nächte haben es nämlich in sich. So dachte ich nur an einen schlechten Scherz und trat ein. Es war aber keine Menschenseele im ganzen Bungalow, und das war mir doch nicht ganz geheuer. „Halts Maul!“ sagte in diesem Augenblick wieder mein Freund auf Malayisch und ein Boy antwortete ganz klein und häßlich:„Saja Toewan!" :„Ich sprang zurück auf die Veranda, da erscholl ein johlendes Gelächter. Auf dem Türbalken saß eine Art Dohle und sah mich mit listigen Augen ab- und geringschätzend an. „Na, du häßlicher Vogel!“ sagte das Tier zu mir und lachte höhnisch. „Ja, da soll doch..“ sagte ich. „Wo bleibt nur der Ali wieder!“ knurrte die Dohle. „Er ist der faulste und verlogenste Djongos der Welt. Makan di mana, Ali?“(Wo bleibt das Essen?) So machte ich mit dem Vogel Tjühoeng Bekanntschaft. Kurz darauf kam Ali, der im Küchenanbau gewesen war, mit dem Makan. „Ali, du Fehlzündung Allahs!“ schnarrte der Beo. Ali warf einen halb verzweifelten, halb lachenden Blick auf das schwarze Vieh und wandte sich zu mir.„Du mußt ihm nicht alles glauben, Herr. Dieser Tjühoeng hat eine lasterhafte Seele.“ „Hahahaha!“ machte der Tjühoeng. „Du wirst schon sehen, Herr,“ sagte Ali. Das erste, was ich sah, oder vielmehr hörte, war am nächsten Morgen natürlich der Beo. Er rief nach Kaffee, Rasierwasser und Bad, Ton für Ton die Stimme seines Herrn. Dann hörte ich, wie jemand ungeniert gähnte, aus dem Bett sprang, sich ein paar Töne pfiff und dann andächtig gurgelte. Ich wollte es erst nicht glauben, aber es war die Morgenübung des Beo. Als ich zum Frühstück kam, begrüßte er mich aufs herzlichste und antwortete sich gleich selbst. Ich versuchte, mich bei ihm anzubiedern und lockte ihn in den schönsten Tönen, erzielte aber nur, daß er mich für einen chinesischen Trödler hielt und mich mit erstaunlicher Energie in Pidginenglisch anpfiff.„Halts Maul jetzt. Ich kaufe nichts. Garnichts. Verstanden!" Ali war nicht faul. Am ersten Tag kam er sofort, wenn ich nur einmal rief. Aber schon am Nachmittag hatte der Tjühoeng meinen Tonfall besser heraus als ich selber. Er rief zwischen Mittag und Sonnenuntergang zweiundvierzig Mal mit meiner Stimme nach Ali. Als ich dann auch einmal rief, gehorchte der schon längst nicht mehr und wunderte sich vermutlich, warum Allah ausgerechnet unter so vielen Vögeln auch den Beo erschaffen mußte.“ Später kam Ali aus eigenem Antrieb und wurde prompt von mir in blumenreichem Malayisch beschimpft. Er zuckte aber nur mit der Schulter. „Itoe boeroeng jahat tipoe’nja,“ sagte Ali.„Dieser Vogel ist ein niederträchtiger Betrüger. Wenn du mich rufst, Herr, mußt du singen. Das kann er nicht nachmachen, aber sonst wiederholt er alles, was er einmal gehört hat.“ Bei Mohammed, er tat's, und stets zur passenden Zeit. Ich hatte ein Batakpferdchen gemietet. Das sind kurzbeinige Bergponies voll Verschlagenheit und List. Sie sind boshaft wie die Teufel und zu jedem Unfug bereit. Glücklicherweise kann man mit den Beinen am Boden bremsen, sonst reagieren sie auf garnichts als das Kismet. Um sie in Bewegung zu setzen, gibt es nur ein Mittel, man schnalzt heftig mit der Zunge; dann hoppeln sie in einem bockenden Kaninchenzickzack und unter unklarer Verwendung der Beine in die ihnen zusagende Richtung. ". Als ich zum ersten Male den gemieteten Pony steigen wollte,— ein Bein im Bügel und das andere mitten in der Luft,— schnalzte der Beo, daß es eine Liebhaberei war. Wie eine abgeschossene Rakete zischten vier wirbelnde Pferdebeine von dannen und ich lag, nach Luft schnappend, auf einem recht dornigen Stückchen Indien. Der Tjühoeng kicherte wie eine ganze Mädchenschule. Von da ab stieg ich von der Erde aus in den Sattel. Besonders hatten die beiden Hunde unter dem Gelbschnabel zu leiden. Er pfiff ihnen,— mit Herrchens Pfiff natürlich, so oft er sie aus den Augen verlor. Gehorsamer als Ali rannten die Armen jeden Tag viele Meilen auf der Suche nach ihrem Gebieter. Und der schmutzig weiße Hahn wurde oft halb närrisch über das Triumphgeschrei eines unsichtbaren Nebenbuhlers. Stundenlang saß der Beo auf seinem Lieblingsplatz in einer niedrigen Tallipotpalme, übte neue Wendungen und wiederholte sein mehr als abendfüllendes Programm. Ich erhielt dabei tiefe Einblicke in das Seelenleben meines Freundes, aber es wäre nicht nett, wenn ich das hier ausplaudern wollte. Ueberhaupt, was alles ein indischer Pflanzer sagt, wenn bei 36 Grad die Füllfeder spritzt, und die roten Ameisen ihm schon wieder über Nacht den Hosenträger zerfressen haben— das kann nur so ein schamloser und lasterhafter Vogel wie der Tjühoeng wiedergeben. Rucoff Thiel: Manner=gegen dod und Secher, Kasdem Leden größfer kerzie Der Mann, der die Chirurgie ersand—„Das ist der Doktor Diessenback, der Doktor der Doktoren.. Unter diesem Titel bringt der Verlag Paul Neff, Berlin, ein Buch heraus, in dem sich die großen Pfadfinder der Medizin ein Stelldicheia geben. Von Paracelsus bis Pettenkofer marschieren sie alle an, die gegen- Tod und Pestilenz, gegen Finiternis und Aberglauben, gegen Meuschen und Dämonen immer mit dem Einsatz ihrer gangen Eristenz, ihrer prächtigen, entschlossenen Persönlichkeit kämpften. Man begreift heute die Widerstände kaum mehr, die sich ihnen entgegensetzten. Unter Qualen, wie sie wenige Entdecker und Eroberer durchmachen mußten, errangen sie ihre Siege, die ihnen nur möglich waren, weil sie von der Sucht des Forschens, Schneidens, Erkennens besessen, kalt blieben, ja, ihren Vorteil. ihre Karriere, ihre Ehre preisgaben, wenn es galt, ein gequältes Menschenkind au retten. Im folgenden Kapitel, das wir Thiels Buch„Männer gegen Tod und Teufel“ entnehmen, wird einer dieser großen Mediziner geschildert. „Muhr bei Rendsburg, den 10. Januar 1814. Schreckliche Strapazen. Gott weiß es am besten, was wir von Natur und Eltern Verzärtelten ausgestanden haben, im regnerischen Herbst alle vier Stunden zwei Stunden lang im freien Felde Posten zu halten, in stockfinsteren stürmischen Nächten auf einem spitzen Hügel den tückischen Franzosen gegenüber, wo man nichts sehen, nichts hören konnte, sondern bloß aus der Bewegung der Ohren seines treuen Pferdes die Annäherung der Feinde erwarten. Fast täglich Gefechte. General Walmoden griff mit 3000 Engländern 16 000 Franzosen an. Von der Masse zurückgedrängt. Da griffen wir 500 Jäger ein, die Feinde flohen und unser war das Schlachtfeld. Der vierte Teil gefallen. Ich hasse den Feind, ich verfolge ihn mit blutiger Rache, doch sinkt er flehend in den Staub, dann kenne ich Erbarmen, fort ist die Rache, ich strecke das Schwert über ihn und schütze ihn mit Gefahr des Lebens vor der blutigen Wut der Kameraden. Ich bin alles gewöhnt, kann Tage und Nächte wachen, hungern und dursten, schwitzen und doch nicht heiß sein, in strenger Kälte nackend gehen und doch nicht frieren, mich mit Männern, zu Fuß und zu Roß, fessors, der schnackt von Dingen in der Welt und kam nie hinter den Büchern heraus. Wenn ich heil nach Hause komme, wie will ich predigen! Vom grünen Rock in den schwarzen Rock, vom Säbel zur Bibel, vom Roß auf die Kanzel! Alles muß einer können und alle eins!“ „Ich witl Alledizin studieren“ So erlebt er den Befreiungskrieg, der junge Johann Friedrich Dieffenbach aus Königsberg, so will er Priester sein. Aber noch im selben Jahr erklärt er seinem Onkel, als der ihn ermahnt, der hohen Geistlichkeit die Cour zu machen:„Ich kann nicht Theologe bleiben, ich will Medizin studieren! Sie ist auf den Grund der Religion gebaut und eine herrliche Wissenschaft!“ „Das tue!“ sagt der Onkel,„und melde dich gleich!“ „Also, treibt Johann Friedrich die Medizin, doch beschäftigt er sich noch mit anderen Dingen. Er macht eine Schwimmschule für junge Burschen auf und fragt keinen, was er zahlen will. Er interessiert sich für die jungen Damen noch viel mehr, obwohl er findet, daß die blauen Augen lügen wie die braunen, obwohl er das ersehnte stille Veilchen nicht entdeckt. " vnsiaken., Pach, vier Jahren wird er Der verliebte Leichenschneider an der UniverLeichensckweider sität mit stattlichem Gehalt und Leichensalneider verliebt sich über Hals und Ohren in die Frau eines anderen Mannes. Die Folge davon sind verrückte Entführungspläne, höllische Qualen der Eifersucht, Selbstmordgedanken und vermehrte Arbeitswut. Er wirft sich auf das Studium der Chirurgie und übt an den Kadavern, die er brav sezieren sollte, die phantastischsten Operationen. Aber sein Zorn auf Gott und Welt verlangt danach, lebendige Menschen unters Messer zu bekommen. Da hat sein Vorschwimmer, Vorturner und Fechter drei große Drüsen am Hals, hart wie Walnüsse: kein Doktor will sie schneiden; denn die Halsadern ziehen dicht daran vorbei. Dieffenback sagt:„Junge, ich werde dich operieren!“ Er nimmt sich drei Studenten zu Gehilfen, legt den vertrauensvollen Burschen hin und macht einen langen Schnitt vom Kinn zum Hals, holt die Dinger warm heraus— die dritte ist von Pulsadern umschlungen, er hilft mit dem Messer nach, da spritzt das rote Blut ihm ins Gesicht! Die anderen Schreien, greifen zu, er sucht mit der Zange nach dem blutenden Gefäß, kriegt es zu fassen; jetzt schnell genäht und eingepackt! Es reicht gerade noch, bevor der Bursch in Ohnmacht fällt. „Das sieht ihm ähnlich!“ schreit die ganze Stadt. Die Geliebte aber fleht ihn an, sich ihrer Not des Herzens zu erbarmen, den Frieden ihres Hauses zu verschonen— und vierzehn Tage später fährt er, von den Studenten eine Meile Wegs begleitet. bis in den fernsten Winkel Deutschlands, an den Rhein, nach Bonn. " 4„„„ Heinrich Heine ist so Dort wirder nun von ihm beeindruckt, daß wirkliek ein Lhirurg er später seiner Krankheit wirklien ein entrurg droht:„Nimm dich, in acht, mich gar zu sehr zu molestieren: denn der heilende Gott ist mein Freund.“ Bevor sich Dieffenbach jedoch zu diesem heilenden Gott entwickelt, greifen Frauenhände noch ein paarmal in sein, Schicksal ein. Zuerst nimmt ihn eine uralte Russenfürstin als Leibarzt auf die Reise mit und schikaniert ihn derart, daß er beschließt, als Kämpfer für die Freiheit und Schönheit nach Griechenland zu ziehen. Er ist schon in Marseille, da fährt ihm seine Diotima von Königsberg nach und hölt ihn am Schiffssteg zurück. So kommt es, daß er brav in Preußens Hauptstadt zu doktoren anfängt, mit dreißig Jahren seine Freundin heiratet, nach kurzer Zeit aber enttäuscht, geschieden ist. Universität, und Dieffenbach wird Professor. Er macht Berlin zum Mittelpunkt der deutschen, ja, der europäischen Chirurgie. Aber nur sieben Jahre lang freut er sich daran, jungen Menschen seine Kunst beizubringen und alte, ausgekochte Aerzteknaben mit seinen unaufhörlichen Erfindungen zu überraschen. Im besten Mannesalter, holt ihn der Sensemann ganz plötzlich mitten aus der Tätigkeit, die er wie kein anderer liebt und meistert. „An einem sonnigen Novembertag Kasch tritt hat Dieffenbach drei schwierige Opeden Had... rationen hinter sich gebracht und beder bon... zinnt um zwei Uhr nachmittags die Vorlesung. Zuerst wird ein junger Mann besichtigt, dem tags zuvor eine Blutadergeschwulst berausgeschnitten worden ist. Dieffenbach erklärt die Krankheit, ihre Ursache, Verbreitung, Heilung und beglückwünscht den Patienten unter großem Beifall zur Genesung. Man trägt das Bett hinaus:„Wir machen die Umschläge weiter!“ ruft er den Wärtern nach. Er setzt sich, ein alter Geistlicher fritt ein, um operiert zu werden. Alles wartet auf die einleitenden Worte Dieffenbachs. Er aber schweigt. Kalt, ernst sind seine Züge, das frohe Lächeln ist verschwunden, jetzt neigt sein Kopf sich auf die Seite und fällt schwer nieder auf die Schulter eines Arztes, der danebensitzt. Die nächsten springen auf, reißen ihm den Rock vom Leibe, rütteln ihn— er wacht nicht auf. Zwei Lanzetten dringen in die Adern— es fließt kein Blut. Man bürstet, reibt, träufelt heißes Siegellack auf seine Brust spritzt kaltes Wasser auf die Herzgrube, steckt eine Feder in die Kehle, hält ihm Aether vor die Nase — es ist umsonst. Man trägt ihn in ein heißes Bad, man müht sich eine halbe Stunde mit ihm ab— vergebens. Die Männer treten zurück, der Assistenzarzt sagt mit matter Stimme zu dem entsetzten Publikum: „Dieffenbach ist tot!“ Einen Spaeren hat jeder! Was Leben heißt, wer wüßte es zu sagen! Dem Armen Hoffnung, Arbeit. Wärme, Brot. Dem Reichen Aktien, Villa, Luxuswagen, dem Träumer Firnenglanz und Abendrot. Dem Forscher weltenfernes Vorwärtsschauen, dem Toren Lärmen, Lachen und Gekreisch; dem Kongoneger ein paar fette Frauen Stück und ein ungekochtes Nashornfleisch. Der eine lebt von Aepfeln und von Nüssen; der andre sammelt Straßenbahnbillets. Ein dritter hat Bazillenfurcht beim Küssen und fordert gegen Liebe ein Gesetz. Ob es nun Weise treiben, oder Narren: Ein jeder Mensch ist von sich selbst entzückt, und hat wohl irgend einen kleinen Sparren und ist wohl irgendwie auch leicht verrückt. Puck. Im Wahserzeichen sen aus D Die verräterischen Hestklammeen Der keckste Messerheld des ärztlichen Berlins Dafür wird er als der keckste Messerheld des ärztlichen Berlins bekannt und verehrt. Die Schusterjungen singen, wenn er mit seinem Kabriolett durch die Straßen fegt:„Das ist der Doktor Dieffenbach, der Doktor der Doktoren, er schneidet Arm und Beine ab, macht neue Nas' und Ohren!“ Ja, er ist wirklich etwas ganz Besonderes, der Doktor Dieffenbach. Er hat die Chirurgie erfunden, die verschönert statt zu entstellen, die schenkt statt zu rauben. Nicht so. als ob vor ihm niemand einen Fetzen Armhaut über eine verstümmelte Nase genäht hätte; das haben die Inder schon im Mittelalter zustande gebracht. Mza#—#acc. Dieffenbach macht, heilt Aber Diessenbaeh den schiefen Hals durch einen macht neue Livven, winzigep, Stich in einer einmacht neue Lippen, zigen Sekunde, Dieffenbach Rugenlicker, schneidet die Muskeln durch, ganze Besichtax die die Augäpfel in verkehrte ganze Besichler, Richtung drehen und schielen machen. Dieffenbach operiert die Hasenscharte, Dieffenbach bringt es fertig, mit ein paar Messerschnitten den Stotternden die deutliche Sprache zu schenken. Dieffenbach ist ein Erfindergenie, ein Künstler des Messers, er ist aber auch ein prachtvoller Gesell. Wenn er zu einem reichen Patienten kommt, dann unterbricht er dessen Klagen:„Bitte zeigen Sie mir doch erst Ihre Pferde, dann wollen wir von Krankheit reden.“ Wenn er die Kollegen ihre neuen Instrumente rühmen hört, dann murmelt er etwas von„geharnischten Chirurgen“ und weist ein Federmesser nebst ein paar Stecknadeln vor:„Das ist alles, was ich brauche!“. Seine Kinder müssen schwimmen, turnen, schlittschuhlaufen, reiten, fechten, vor einem Festessen zu seinen Ehren reißt er aus und lacht den ganzen Tag über die Gesichter der wohlvorbereiteten Schmeichelredner, die vergebens auf ihr Opfer warten. Aan ecm. Er weiß dagegen seine eignen „Nur keene Opfer sehr geschickt, auf den SchlachtBang=!“ altar zu bringen, so sehr sie sich am Dange! Anfang sträuben. Einmal, werfen ihn die Kinder einer sechzigjährigen Frau zur Tür hinaus, als er ihren Bruch operieren will.„Hier wird nicht georferiert!“ schreit der Sohn ein über das andere Mal. Dieffenbach kehrt zurück mit zwei Patientinnen aus derselben Gegend. Die Alte hat das Abendmahl genommen und will sterben, da zeigen die beiden anderen ihre Narben:„Der Doktor will Euch retten, es tut gar nicht wehl“. Einer Französin macht er vor, er wolle sie zur Ader lassen. Am Arm sind die Adern zu klein, am Fuß, da ist es ebenso—„aber hier auf dem Bauch, da hülfe es am besten!“. Und mit einem raschen Schnitte hat er schon den eingeklemmten Bruch an dieser Stelle freigemacht, bevor das Weib begreift, was ihm geschieht. Dieffenbachs Operationen werden nicht nur in der Klinik ausgeführt, mit hilfsbereiten Assistenten, sondern häufig in den kleinen schmutzigen Stuben armer Leute, von ihm ganz allein. Ein Madchen liegt in einem Verschlag neben der Küche, unter der Treppe: er muß Kisten aufeinanderstellen, um heranzukommen, er zieht die Patientin gegen die Oeffnung in der Bretterwand, die einen halben Meter breit ist, und läßt sich die Lampe von einer alten Hexe halten. In dem Augenblick, wo er den Schnitt macht und die Kranke aufstöhnt, stürzt das alte Weib mit einem gellendem Schrei zu Boden, das Licht geht aus. Er tappt im Dunkeln nach einem Feuerzeug, zündet die Lampe wieder an. erweckt die Ohnmächtige mit kaltem Wasser und mit Donnerworten zum Leben, klettert wieder auf den Kistenstoß und operiert. Der Trophet gilt nichts in heinem Vaterlande Fünfzehn Jahre lang macht Dieffenbach in Berlin Wunderkuren über Wunderkuren, erhält in Paris und Wien Ovationen, aber das nicht, was er sich ersehnt: eine Klinik, um zu lehren, was er kann. Vielmehr wird er in seinem Vaterland als ein geschickter Handwerker bespöttelt, als ein schlechter Gelehrter verdächtigt, ja, als er seine große Chirurgie herausbringt. will niemand glauben, daß er sie selbst geschrieben hat. Da läßt er das Manuskript in einer Buchhandlung öffentlich ausstellen und erklärt, daß er in kurzer Zeit Berlin verläßt. Kurz darauf stirbt der Chirurg der Bei einer großen Bank in Pittsburg wurde vor einiger Zeit ein Scheck über eine recht namhafte Summe eingereicht und bezahlt, von dem sich leider erst zu spät herausstellte, daß er gefälscht war, zwar meisterhaft, aber doch gefälscht. Alle Bemühungen der Polizei, den Einreicher des Papiers zu ermitteln, führten zu nichts, zumal der betreffende Bankbeamte, der an dem Tage Hunderte von Kunden abgefertigt und Dutzende von hohen Schecks entgegengenommen hatte, sich seiner naturgemäß nicht mehr erinnerte. Schließlich wandte man sich an einen im Schatzamt in Washington arbeitenden Graphologen, Bert C. Farrar, dem die Aufdeckung von Fälschungen aller Art als Sonderaufgabe obliegt. Der Sachverständige prüfte die Handschrift auf dem Scheck sorgfältig, dann sagte er mit einem Tone, der keinen Widerspruch duldete:„Der Schreiber ist ein Mann von etwa 35 Jahren, gebildet und spricht Englisch mit deutschem Akzent. Fragen Sie den Bankbeamten, ob er sich einer solchen Persönlichkeit erinnert.“ Dies war in der Tat der Fall, und da die Polizei nunmehr bestimmte Anhaltspunkte hatte, vermochte sie den Verbrecher zu ermitteln. Der Bericht liest sich wie einem Sherlock=Holmes= Roman entnommen, entspricht aber durchaus den Tatsachen und läßt sich zudem auf höchst einfache Weise erklären. Farrax besitzt nämlich ein kleines Büchlein, das er sich in Jahren mühsamer Arbeit selbst zusammengestellt hat. Es enthält zahlreiche englische, aber von Ausländern geschriebene Worte und Sätze und bildet so eine ungewöhnlich vollständige Zusammenstellung der charakteristischen Merkmale, die die Angehörigen der einzelnen Nationen beim Schreiben eines englischen Textes an den Tag legen. „Zwei sonderbar geformte Buchstaben auf dem gefälschten Scheck hatten Farrar nun verraten, daß der Schreiber in einer deutschen Privatschule Englisch gelernt haben mußte. Daraus schloß er auf seine Nationalität, seinen Bildungsgrad und— in der Annahme, daß jener vor dem Kriege nach Amerika gekommen sein werde— auf sein ungefähres Alter. Seine Angaben erwiesen sich als in jeder Beziehung zutreffend. Dieser Fall ist nur ein vereinzeltes Beispiel aus dem erbitterten Kampfe der zwischen Fälschern von Schecks und anderen Urkunden einerseits und den Vertretern des Rechts. die Graphologen und Chemiker zu ihren wichtigsten Bundesgenossen zählen, auf der anderen Seite geführt wird. Was die Scheckfälschungen Deuusch Russiech Fanzesisch Sblieniech 6en#* nun angeht so ist es interessant, daß entgegen der allgemeinen Meinung nur zu fünf Prozent in der Weise ausgeführt werden, daß der Fälscher den auf dem Papier angegebenen Betrag erhöht. Derartige Manipulationen sind heute mit Leichtigkeit festzustellen. Viel gefährlicher und schwieriger als Fälschung nachzuweisen sind die Fälle, wo der Verbrecher sich ein Schriftstück aus der Feder des wahren Kontoinhabers zu verschaffen gewußt und an Hand dessen in geduldiger, langwieriger Arbeit sich dessen Handschrift und Namenszug derart vollkommen angeeignet hat, daß es selbst dem erfahrenen Schriftsachverständigen schwer wird, die Fälschung als solche zu erkennen. Aber auch der tüchtigste Handschriftennachmacher behält eigentlich stets einige ihm eigentümliche Züge bei, die zu seiner Entdeckung führen können. Der Sachverständige erkennt mit einem Blick durchs Mikroskop an der Art der Druckgebung einer Schrift sofort, ob der Schreiber rechts= oder linkshändig ist. Er vermag zu sagen, zwischen welchen Fingern die Feder gehalten wurde; aus der allgemeinen Schriftführung stellt er Alter und Herkunft fest, da die Art des Schreibunterrichts in den einzelnen Schulen sich mit den Jahren geändert hat. Alles das sind Anhaltspunkte, die leicht zur Ueberführung eines Urkundenfälschers führen können. Neben Schecks sind es häufig Testamente oder andere wichtige Urkunden, durch deren Fälschung erhebliche Vermögensvorteile erstrebt werden. Auch der geschickteste Fälscher stolpert dabei zuweilen über eine geringfügige Nachlässigkeit, die ihm dann verhängnisvoll wird. So reichte vor einigen Jahren jemand beim Nachlaßgericht ein Testament, laut Datum aus dem Jahre 1902, ein, das er in einer alten Kommode gefunden haben wollte. Da im Falle einer Anerkennung des Dokuments dem angeblichen Erben ein höchst wertvolles Grundstück, auf dem inzwischen ein großes Kaufhaus errichtet worden war, zugefallen wäre, bezweifelten die übrigen Hinterbliebenen die Echtheit des angeblichen letzten Willens. Der auf ihre Veranlassung hinzugezogene Sachverständige fand nun bei der Prüfung des Papiers, daß es das Wasserzeichen einer sehr bekannten Papierfabrik trug. Seltsamerweise fehlte aber darin der erste Buchstabe des Firmennamens, ein B. Man setzte sich mit der Fabrik in Verbindung und erfuhr, im Dezember 1907 sei von der bei der Anbringung des Wasserzeichens verwandten Siebrolle der betreffende Buchstabe abgefallen, eine bestimmte Menge Papier, bevor man den Schaden bemerkt, jedoch mit dem mangelhaften Zeichen hergestellt und in den Handel gekommen. Da ein Testament aus dem Jahre 1902 nicht gut auf Papier geschrieben sein konnte, das erst fünf Jahre später die Fabrik verlassen hatte, lag die Fälschung offen zu Tage. Sehr oberflächliche Arbeit leistete ein Urkundenfälscher, der 1929 ein vergilbtes, dem darauf angegebenen Datum zufolge aus dem Jahre 1888 stammendes Dokument vorwies, einen Kaufvertrag über mehrere hundert Hektar wertvollen Bodens. An nicht weniger als vier verschiedenen Punkten vermochte der hinzugezogene Sachverständige die Fälschung darzutun. Zunächst ergab die chemische, Untersuchung in den zahlreichen braunen Stockflecken, die dem Dokument ein besonders„echtes“ Aussehen verliehen, Spuren von Koffeln, ein Beweis, daß sie mit Kaffee hergestellt waren. Das Wasserzeichen zeigte, daß dieses Papier erst im Jahre 1916 in den Handel gekommen war. Auch der Umschlag enthielt ein Wasserzeichen, das nach Auskunft der Fabrik erst sett 1920 verwandt wurde. Und endlich war das Dokument mit einer Sorte Hestklammern zusammengehalten. die erst 1921 erfunden wurde. Jeder einzelne Punkt hätte zur Ueberführung des Fälschers genügt. Auf sehr originelle Weise wurde einmal eine Schreiberin anonymer Briefe überführt. Man hatte eine bestimmte Frau in Verdacht, ohne indes einen wirklich schlüssigen Beweis gegen sie zu besitzen. Da verschaffte 16 65 ein graphologischer Sachverständiger etwa zwanzig Briefe der Verdächtigen, studierte sie eingehend unter dem Mikroskop und legte dann, nachdem inzwischen Anklage erhoben war, in der Verhandlung ein genaues Doppel des anonymen Schreibens vor. Er hatte aus den zwanzig Briefen in mühevoller Kleinarbeit einzelne Buchstaben herausgeschnitten und zusammengesetzt und so ein in jeder Einzelheit mit dem Original übereinstimmendes Duplikat erhalten. Angesichts dieses Beweisstückes versuchte die Briefschreiberin nicht mehr zu leugnen; sie wurde zu einer empfindlichen Straft verurteilt. Wilhelm Ackermann. T..Jess Westyuttfenecsethal Bochum vor hundert Jahren Aus dem Bochumer WDochenblatt 1831 gar ein Mieter, wie aus der folgenden Anzeige ersichtlich ist: Vor hundert Jahren war Bochum noch ein bescheidenes Ackerstädtchen, rings umgeben von Weide und Wald. Davon zeugen die drei folgenden Bekanntmachungen: Die den Erben Homborg zubehörigen in der kleinen Poede belegenen Ländereien, so belläufig 24 Scheffelse enthalten, sollen am künftigen Dinstage, als den 11ten Januar Nachmittags 2 Uhr, an der Behausung des Herrn Moritz Homborg meistbietend verpachtet werden, wozu Lusttragende eingeladen werden. Bochum, den 7. Januar 1831. Aus Auftrag A. Osterman. Vermöge Auftrags werde ich am 18. und 19ten dieses Monats, als am künftigen Dinstag und Mittwoch über 8 Tage, Vormittags 9 Uhr anfangend, in dem ohnweit Dahlhausen in der Gemeinde Hordel belegenen sogenannten Königs Busche circa 150 Nummern hochstämmiges, schweres Eichen=Nutzholz meistbietend zum Verkauf aussetzen. Indem ich dieses hiermit zur öffentlichen Kunde bringe, lade ich zahlungsfähige Kauflustige ein, sich an den bemeldeten Tagen an Ort und Stelle einzufinden. Zochum, den 7. Januar 1831. A. Osterman. Der Herr Kaufmann Brinkmann in Elberfeld beabsichtigt die Verpachtung: 1) von einem Stück Vöde=Land an der Widume belegen, 2) von einem Stück Vöde=Land am Ziegelofen belegen, 3) des Gartens vorm Brückthore, so 159 Ruthen preußisch oder 106 Ruthen kölnisch groß ist, in 2 Hälften. Hierzu ist Termin auf den 2sten Januar Nachmittags 4 Uhr, als künftigen Dinstag, an der Behausung des Herrn Besthoff anberaumt, worin Dachtlustige zu erscheinen ersucht werden. Bochum, den 20. Januar 1831. A. Osterman. Damals muß auch die Jagd noch ergiebig gewesen sein, gab es doch sogar eine„königliche Koppel=Jagd", deren Gebiet sich von Eickel bis Witten, von Strünkede bis Castrop und von dort bis zur Ruhr erstreckte, denn so groß war der Umfang des Amtes Bochum. Wir lesen folgendes Ausschreiben: Montag den 31ten Januar, Morgens 11 Uhr, wird im Westhof'schen Hause hierselbst die bisher an den Masor Rost in Castrop verpachtet gewesene königliche Koppel=Jagd im ehemaligen Rentei=Bezirk Bochum, bestehend in der niedern Jagd a) im ehemaligen Ober=, Mittel=und Nieder=Amte Bochum, b) im ehemaligen Gerichts=Bezirk Alt= und Neu=Castrop, Strünckede, Eickel und Langendreer, meistbietend zum Verkauf ausgesetzt werden. Die Bedingungen sind von heute an bei dem Unterzeichneten einzusehen. Lütgendortmund, den 8. Januar 1831. v. d. Wall, königl. Oder=Förster. Daß die Herren von Schell an ihre Wohnbedürfnisse bescheidene Ansprüche stellten, weiß man. Haus Rechen, heute das Heim des städtischen Museums, war ein befestigtes Ritterhaus. In dem Nebengebäude wohnte soBekanntmachung. Mit dem 1ten Mai d. J. ist in dem Nebengebäude eine Wohnung zu vermiethen. Das Nähere ist hierselbst zu erfahren. Haus Rechen, den 21. Januar 1831. Der Hauptmann von Schell. Die bebaute Stadtgrenze nach Osten bildete das Butenbergs Tor, von da bis Altenbochum gab es an der Wittener Straße nur vereinzelte Häuser, alles andere war Gärten und Ackerland. Folgende Bekanntmachung erhärtet das: Die Erben des Justiz=Commissionsraths Jacobi sind Willens verschiedene, ihnen eigenthümlich zuständige, nahe bei der Stadt Bochum, vor dem Butenbergs Thore, gelegene Gärten, so wie auch Ackerland, welche Realitäten seither verpachtet worden sind, entweder zu verkaufen oder wieder zu verpachten. Dazu ist ein Termin auf den 9ten Februar, Nachm. 2 Uhr an der Behausung des Herrn Gastwirths Wulff zu Bochum, bestimmt, in welchem Kauf= oder Dachtlustige sich einzufinden eingeladen werden. Essen, den 22. Januar 1831. Der Land= und Stadtgerichts=Direktor Jacobi für sich und seine Miterben. Vom Maibaum Aus Lindens verklungenen bagen Die alten Sitten und Gebräuche der Vorzeit, die noch in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts im Schwange waren, sind außer Uebung gekommen. Zu diesen verschwundenen Gebräuchen gehört auch das Pflanzen eines Maibaumes in der Walpurgisnacht vom 30. April zum 1. Mai vor Liebchens Tür. In der Mitte des vorigen Jahrhunderts und auch noch einige Jahrzehnte später, waren Lindens Hügelhänge waldreich, so daß die Waldbesitzer vom Verschwinden einiger kleinen „Maibäume“, kaum etwas im Waldbestand merkten. Einige Tage vor Maiabend wanderte der junge Mann, der eine Schöne im Dörflein durch das Setzen eines Maibaumes auszeichnen und beglücken wollte, unauffällig durch das nahe Waldrevier, um sich eine schön gewachsene Birke oder Buche als„Maibaum“ auszusuchen. In der Walpurgisnacht vom 30. April zum 1. Mai wurde das Waldbäumchen vorsichtig gefällt und als Maibaum“— das Sinnbild des Lebens und der Fruchtbarkeit— behutsam vor die Tür der heimlich verehrten Schönen gepflanzt und manchmal sogar mit allerlei bunten Bändern geschmückt. Wenn aber ein Mägdelein als„Maibaum“ einen kleinen Vogelkirschbaum erhielt, dann war der Aerger zum Gaudium der jungen Burschen groß; denn die Vogelkirsche galt als das Gegenteil von Hochschätzung. Bal und Bal in Baunumsnen-Zialt Jup Hagestolt Wänn en Mann in de Joahren küemet, wo hä van rächtswiägen friggen möchte un hä geiht dann de Fraulü utm Wiäge, at wörn et Krüzottern, dann stimmet et met jähm nich ganz. Un wänn hä dann in de vöttiger küemet, un ewige Junggeselle bliewen well, dann blitt et nich ut, dat hä en ganz assonnerlichen Mensch wät. So'n ollen Hagestolt hätt siene Eigenheiten un hiät metunner Ansichten un Ideen, wu selbes en Schimpanse dröwer lachen möchte. Mien Frönd Jup hört auk to düese Ort Menschen. Ik wäit nich, wo et dran lagde, off hä as junge Käl mol anloupen waß odder en Küöwken kriegen harre, wat ne ganz verdreiget mok— kuort un guet, hä waß en Hagestolt, at hä im Bauke steiht. Jup waß süst kein unüweln Käl, waß gefällig un fröndlich— blous drofte sik kein Fraumensch in seine Nöchte seihn loten. Dann räit hä ut, as Schopslier. As Junggeselle husere Jup op'm Dakstüöwken, in äinen Huse, dat am höggesten lagde. Siene Kostfrau mogde jähm det Jätten dohenstellen, äh hai do waß, dänn hä woll se nich seihen. Et Kostgeld schickere hä jähr düörch de Post tau. Am letzden Sunndag geräiht Jup tüschen dä richdigest Kumpels. Van äine gong et in de annere Wäiert(Nich nohdrücken.) schaft un hä soup sik stänenvull. Met grötste Nout kam hä bitt no Hus un klätere siene veier Stiegen rop. De Stuowendür waß nich tauschlouten, blous anlehnt un Jup baselere rin, üm sik int Berre te schmieten. Owwer dat gong nich— do stond in de Ecke so'n swatten Käl. Soll dat de Düwel sin, dä ne halen woll? De Swatte drüggere un Jup, in hellske Angest: Du maust dän Düwel rutersmieten, süst dreiget hä di vannacht en Kragen rüm. Hä niemmet also en Anloup, giett diäm Swatten en Stout un— kabumstig, en fürchterliken Radau, dann was alles still... Am Muorgen, as de Kostfrau op de Balkenkammer geiht, üm se in Ordnung te brengen, fällt se vör Schreck bolle in Ohnmacht, as se dän Anblick beliäwet. Dat sohg fürchterlik ut in de Stouwe. Alles lag dorüm. Im Berre lag so wat Schwattet un as se langsam nöhger kam, do mainer se, et Hiätte möch fähr biästen! Dat schöine Berre sau verwüstet, sau swatt. Wo obber was Jup? Ut de Ecke hor se en Söchten, dat gong äinem düörch de Markspiepen. „Jup, Jup!“ Met Angest reip se et. Do röihret sik dat Hümpelken Elend un well sik oprichten. Et geiht owwer nich. Matt sinket Jup wier opm Klumpen. .„Jup. Jup! Was ist denn los? Leben Sie noch? Sagen Sie mir doch, was ist denn eigentlich hier passiert?" Jup käik sik üm, langsam kam hä wier tau Verstand „Frau Stielmus, ich weiß nicht, wie es kam. Da stand heute Nacht ein schwarzer Kerl, ich glaubte, es sei der Teufel. Er drohte mir, und da habe ich ihn gepackt. Ich habe ihn fortgeschleudert, dann fiel ich erschöpft um. Was weiter geschah, weiß ich nicht. Eine Ohnmacht umnebelte meine Sinne." Frau Stielmus holp jähm op un laiere ne ant Berre. Do lagg hä drin, dä swatte Käl: et was de Uowen! Wat Jup nu füörn Gesichde mok, lätt sik nich beschriewen. Hä luowere owwer, sik nich wier et nachts metm Uowen rümtekäbbeln. Hagestolt owwer wolle hä doch bliewen. A. Peddinghaus. hannes weet et En Scholrot präuwen ens de Blagen, He nahm ei ganz gewöltig strenge Un drew de Jungens in de Enge. Am Enne frögt he:„Wer kann sagen, Weich' Tier ein Klettervogel heißt? Der Erste da, sag' was du weißt!“ Un Willem Brohmkamps säd:„Ein Specht!" De Här säd:„Schön, das war ganz recht, Doch werdet Ihr noch andere kennen, Wer kann mir einen Zweiten nennen?“ De Blagen kikt un bliwet stumm. Do mellt sick öwer Hannes Krumm. De noch sin Lewen nicks gewetten Un ümmer unnen hadd gesätten. „Wie“, säd de Rot,„an letzter Stelle Sitzt dieser Knab, der scheint ja helle? Seht mal, Ihr andern Buben, hier Das brave Kind beschämt euch recht! Mein Söhnchen, nenn den Vogel mir!" Un Hannes röpt:„Noch eenen Specht!“ De Bessem „Segg es, Wilm, es di dat auk all opgefallen, dat de Landstroten hütigesdages ümmer so rein sind, as wänn sä gesiäget wörn?" „Jau, Kal, dat es et.“ „Wäißt du dänn auk, wu dat sienen Taugang hiätt?“ „Näi, Mensche, do frögest du mi te vüell, wu soll er dat wietten? Wu kömmt dat dann? Do bin ek owwer wahn niggelik.“ „Dat kömmt dovan, dat de mäisten Motorradfahrers vandage'n Bessem ächen op jähre Benzinkaar hewwet!“ H. Eigenbrod. Ne sure biet Et es doch jetz ne sure Tiet, Wat söllt wie do blous maken? Et es doch stets datselwe Lied, Mä höet nix mä wie klagen. Op Arbäit könnt wie lange luren, Wie wet dobie antleßd noch olt. Se maket alle Hunger=Kuren, Bie Erappeln met en bietken Solt. Dat Rindfläisch könnt wie nich mä kaupen, De Priese sind noch en bietken stark, Se daut jetz all no'n Hering laupen, Fiefunddiärtig Stück vör äine Mark. Walter Dönhoff. Der Gagenafreut 99 Zu allen Zeiten hat es schon Kinder gegeben, die in frühester Jugend Zeugnis ablegten von Mut, Ausdauer, Umsicht und dem Drang, einmal etwas im Leben zu leisten. Von dem amerikanischen Erfinder Edison wissen wir, daß er schon als kleiner Junge Geld verdiente, sehr sparsam war und unermüdlich lernte. Ein anderer, der später so berühmte Komponist und Virtuose Anton RuAnstein, gab als Zehnjähriger sein erstes Konzert. Franz Schubert, der unvergeßliche Meister des deutschen Liedes, erhielt mit elf Jahren seine musikalische Ausbildung. Bereits ein Jahr später schrieb er die ersten eigenen Kompositionen nieder. Was soll man aber sagen, wenn man erfährt, daß er, kaum 18 Jahre alt. zwei Sinfonien, vier Werke für die Bühne, über 140 Lieder, zwei Klaviersonaten und sein Liederwerk„Gretchen am Spinnrad“ geschaffen hat! Wie, so muß man sich fragen, hat Schubert diese gewaltige Arbeit bewältigen können? Nun, wir wissen es: unermüdlicher Fleiß führte ihn auf den Weg zum Erfolg! Auch als Schauspieler haben Kinder viel geleistet. Am bekanntesten ist auf diesem Gebiet wohl Jackie Coogan geworden, der bereits im Alter von vier Jahren zustrat und später weltberühmt wurde. Als tüchtige Sportler treffen wir Kinder überall an, aber eine Ausnahme besonderer Art bildet doch wohl der achtjährige ein erfahrener Pilot. Hört man außerdem noch, daß Robert Copsey der beste Schüler seiner Klasse ist und schon vier Prämien für hervorragende Leistungen empfing, muß man diesen Knaben, der so zielbewußt für die spätere Zukunft arbeitet, unbedingt bewundern. Fraglos wird er einmal etwas ganz Großes im Leben leisten. Ja, ja, es ist schon so:„Jeder ist seines Glückes Schmied!“ Wer schon als Kind zielbewußt sein Ziel verfolgt, wird später einmal die Früchte seines Tuns ernten. Schwanz Grau, ein armer Mausevater, Hat große Angst vorm Miesekater, Der hätt' ihn bald geschnappt am Bein, Drum schnell ins Mauseloch hinein! Der Kater oben sitzt und wittert, Der Mausevater unten zittert. Die Mausekinder schrein:„Ein Glück! Der Vater kehrt doch noch zurück!“ Als er heute früh ging los, Da war die Angst schon furchtbar groß, Daß ihn der arge Kater fing, Wenn Vater wieder hamstern ging. Die armen Kinder müssen warten, Sie haben nur noch dünne Schwarten Und etwas Krümeln noch dabei. Sie jammern, wie das traurig sei. Der Vater weiß ein Stückchen Speck, Ganz oben in dem Kücheneck. Nur kann er nicht an jenen Ort, Nicht eh' der schlimme Kater fort. Ach, wüßten nur die Mäuse doch, Ob Kater Polizist vorm Loch! Ja, wenn der böse Feind entweicht, Der Vater sich nach oben schleicht, Und so für seine Kinder sorgt. Der Nachbar ihm schon nichts mehr borgt, So! Endlich ist nun rein die Luft. Den Speck merkt Vater schon am Duft. Und schmuggelt ihn nach unten hin, Die Mäuse haben frohen Sinn. Sie machen einen Freudentanz Und schlagen hoch den Ringelschwanz. Und alles jubelt, alles lacht: „Der Vater hat was mitgebracht!“ Der Vater sagt:„Das war nicht leicht, Wenn man sich so nach oben schleicht, Die Vorratskammern sind meist leer, In teurer Zeit sucht man oft sehr. Doch essen wollt Ihr immer alle Ich ängste mich auch vor der Falle, Den Speck daraus holt ich mir gerne— Doch bleib ich diesem Dinge ferne.“ Ein Mausevater hat es schwer. Wo kriegt er alles immer her. Oft wird er hin und her gejagt, Und seine Frau ihm öfter klagt: „Was soll ich kochen, sag mir das, Wer gönnt noch heut den Mäusen Wer hat für uns wohl noch was Das möcht ich wissen gern, mein Dann muß der Vater wieder los. Der Hunger und die Sorg ist groß! Hedwig Müller. gon machte Versuche mit Voluta=Muscheln aus Cochin= china, die für das bloße Ohr nicht wahrnehmbare Schwingungen einsammelten und das Rollen eines Wagens schon Sekunden vor seinem Erscheinen wiedergaben. Wieviel Bienen zählt ein Bienenvolk? „Am stärksten ist das Bienenvolk im Sommer. Bis dahin hat die Königin täglich 1500 bis 2000 Eier gelegt und so ein Heer von 50.000 bis 60000 Arbeitsbienen erzeugt. Natürlich gibt es auch viele Völker, die erheblich schwächer sind. Welches ist die höchste Straße in Europa? — In den Pyrenden wird auf der französischen Seite jetzt an einer Straße über den Pic du Midi bei Bigorre gearbeitet, die bis zum Gipfel eine Höhe von 2877 Meter erreichen und damit die höchste Straße in Europa sein wird. Gegenwärtig sind die Arbeiten bis zum Col du Tourmalet(2375 Meter) vollendet. was?“ über? Lieber!“ Allerlei Fragen und Antworten Woher rührt das Meerrauschen in den Muscheln? Das dem Meerrauschen ähnliche Geräusch, das man wahrnimmt, wenn man eine größere Muschel von gewundener Form ans Ohr hält, wird durch die äußere Luft verursacht, welche die im Innern der Muschel befindliche in Schwingungen setzt. Deshalb verstärkt. nach den Beobachtungen Dr. Bougons, ein vorrüberrasselnder Wagen, dessen Bewegungen die äußere Luft schwingen lassen, jenes Geräusch, das sich auch unter dem Einfluß des Windes verstärkt, der den elastischen Muschelrand vibrieren macht. Haben diese Wellen mehr als 60 Schwingungen in der Sekunde, so vernehmen wir einen Ton, haben sie weniger, nur ein Geräusch. Die Muschel dient den in ihr sich sammelnden Schwingungen als Verstärkung; sie stellt gewissermaßen eine Trommel dar, gegen welche die äußere schwingende Luft verdoppelt anschlägt. BouZum Zeitvertreib Weißen und roten Wein zu verwandeln. Zu diesen Verwandlungsüberraschungen müssen wir uns Fernambukpulver und Zitronensäure verschaffen. Mit ersterem färben wir den Weißwein, bevor er präsentiert wird, zum schönsten Bordeaux um. Dann erinnern wir uns, daß einige Herren doch lieber Weißwein gewünscht hätten, bitten einen Augenblick um ihre Gläser, tröpfeln unter höflichen Entschuldigungen etwas Zitronensäure hinein und ernten Lobsprüche über die rasche Richtigstellung unseres Versehens. Das erste Blümelein Der Winter ist vergangen, die grünen Blätter prangen. Und über Nacht die Welt erwacht. Schneeglöckchen auf den Wiesen als erste Blumen sprießen. Sie läuten den Frühling ein, und die Natur schaut munter drein. Die Vögel in der Luft, ihre frische Kehle ruft: „Der Frühling ist da, hurra, hurra!“ Drum schnell hinaus, mit frohem Braus, ihr Mädchen und Buben verlaßt die Stuben! Hildegard., 14 Jahra. Wie wir wissen, lebt Jumbo, der kleine Niggerboy, in Afrika— dort, wo die wilden Tiere wohnen. Hier berichten wir sein letztes darf er, so verlangt es das Gesetz, bis zur Voll- Abenteuer: seines vierjehnten Lebensjahres nur in Beglei% seines Vaters fliegen, doch startet und landet er * Maschine schon heute durchaus sicher, gerade so wie Jobert Copsey, den wir im Bilde wiedergeben. Dieser Knabe, Sohn eines amerikanischen Masors, erhielt beFic im Alter von 7 Jahren seinen ersten Flugunterhast: Heute ist er in der Lage, ein großes Flugzeug 5ukommen selbständig und allein zu bedienen. Allererla Jumbo hat Tech Ket M Schnaubend kommt ein Löwe an, Jumdo rennt, so schnell er kann. Um dem Raubtier zu entkommen, hat er einen Stamm erklommen. Doch was als Geier hier zu seh'n, hat er als Blätter angeseh'n. Plitschplatsch!— Es stürzt der Jumbo tief: Das schwarze Volk lacht sich halb schief! 0 D Ae Aus der Wernxtat der Spahlmdene Diagnose Professor:„Beachten Sie vor allen Dingen den starren Blick, die aufgeworfenen Lippen und die abstehenden Ohren des Patienten... Kranker:„Na, lassen Se man, Herr Sanitätsrat, Sie leiden ooch nicht gerade unter zu großer Schönheit!“ Konkurs Remscheid steht vor der Pleite. Uebermorgen will er Konkurs ansagen. Zuvor aber geht er noch schnell zu seinem Schneider, um sich vier Anzüge bauen zu lassen. „Aber es eilt,“ drängt er,„übermorgen früh muß ich sie haben: Der Schneider bedauert: „Ich habe jetzt so viel Arbeit liegen. Gestern erst hat sich Jacobiwitz drei Anzüge dringend bestellt.“ „Jacobiwitz? Will denn der auch in Konkurs gehen?“ Der Wohltäter .:„Du. der Spärlich behauptet, wenn es sich um schnelle, tatkräftige Hilfe handelt, sei er immer der erste, der mit der Hand in die Tasche griffe.“ .:„Jawohl, und da läßt er sie drin, bis alle Gefahr vorüber ist.“ Die Rechnung „Karlchen, wenn sich dein Vater etablieren will, und er hat 20000 Mark, braucht aber 50000, was fehlt ihm dann?“ „Nichts, Herr Lehrer, für den Rest gibt er— Wechsel.“ Erinnerungen „Erinnerst du dich noch an den starken Sturm, als du mir deinen Antrag machtest?“ fragte sie. „Oh. ig“, seufzte er.„Es war ein furchtbaret Abend!“ „Schnell fertig ist die Jugend mit dem Wort“ „Nenne mir ein Wort, das von„Lebensgefahr“ abgeleitet ist!“ „Lebensgefährtin!"(„Nebelspalter“.) Sparsam „Wieso haben Sie nur ein Bild von Ihren Zwillingen?“ fragte die Besucherin. „Das genügt völlig“, entschied Frau Knickrig.„Sie sehen sich ja beide so ähnlich, daß die eine Aufnahme vollkommen genügt.“ Beim Heiratsvermittler „Gewiß, gewiß, die Dame hat wirklich einen reizenden kleinen Fuß.“ „Und der Mund?“ „Der ist auch nicht größer, mein Herr.“ Heschehichch „Du scheinst mir ja ein Künstler in Schwarz=Weiß zu sein“, sagte der Lehrer, als er den Schüler dabei ertäppte, wie er eine böse Karikatur von ihm zeichnete. „Oh ja“, erwiderte der Junge mit bescheidenem Stolz „Nun“, erwiderte der Lehrer und hob den Stock, „du wirst spüren, daß ich ein Künstler in Grün=Blau bin.“ Frauen „Ellen ist eine ideale Frau: Mit ihr wird man ein gutes Auskommen haben.“ „Gewiß. Aber nur, wenn man ein gutes Auskommen hat.“ Zeitbestimmung „Wenn meine Magenschmerzen auftreten, trinke ich 'n Bittern, dann lassen sie nach!“ „Wie lange haben Sie schon damit zu tun?“ „Zwölf Flaschen!"(Fl. Bl.) Künstler „Eugen, was für ein Qualm! Kannst du denn nicht mal Feuer anmachen! Erst zu unterst ein paar Holzschnitte, darauf kommen dann die Kohlezeichnungen...“ Höhere Gewalt „Für dich, Geliebte, würde ich durchs Wasser und durchs Feuer gehen!“ „Warum bist du denn eigentlich gestern nicht gekommen?“ „Gestern?— Da regnete es ja so!“ Das macht fast gar nichts! A „Hast du gelesen, wie der Kritiker Lampe mein Bild heruntergemacht hat?“ „Ach, der Lampe, da sei nur beruhigt, der redet ja doch bloß nach, was die anderen sagen...“ Schlechtes Gewissen „Ihr Fritz ist ein guter Schüler— aber er lügt so viel!“ Vater:„Von wem mag er das bloß haben? Seine Mutter lügk niemals und ich bin doch so selten zu Hause.“ Lange Leitung „Mein Herr, ich empfinde Ihren Antrag als eine Beleidigung. Verlassen Sie mich sofort, sonst lasse ich Sie hinauswerfen.“ „Muß ich das als einen Korb auffassen?“ Ein edles Motiv Richter:„Sie bereuen also Ihre Tat! Warum ha# den Sie aber nicht den guten Willen gezeigt und dem Bestohlenen das Kleidungsstück zurückgegeben?“ Angeklagter:„Dett jing leider nich, Herr Richter, ich hätte heute sonst ohne Hose hierherkommen müssen!“ Auch nicht recht „Meine Frau hat wirklich das schlechteste Gedächtnis von der Welt!“ „Vergißt sie alles?“ „Nein, sie erinnert sich an alles!“ Sein Rat Musiker:„Herr, würden Sie nicht fünf Mark geben für das Begräbnis unseres Saxophonspielers?# Gast:„Hier haben Sie dreißig Mark— begraben Sie die ganze Kapelle!“ Ueberlistet „Und wie hast du herausbekommen, daß Pia schon 35 ist?“ „Ich habe ihr einfach erzählt ich würde ihr zum Geburtstag eine Perlenkette schenken, für jedes Lebensjahr eine Perle. Voils.“ Auch eine Frau! Katja:„Ach geh, ich bin dir doch ganz egal!“ Heinrich:„Im Gegenteil! Ich möchte dich sogar fragen, ob du mich nicht heiraten willst!“ Katja:„Soll das ein Heiratsantrag sein?“ Heinrich:„Nein, eine Umfrage für das Statistische' Landesamt.“ In der Straßenbahn Magere Dame(zwischen zwei Dicken eingeklemmt): „Die Straßenbahn müßte den Fahrpreis nach dem Gewicht berechnen!“ Eine von den beiden Dicken:„Dann würden Sie garnicht mitgenommen, weil die Straßenbahn an Ihnen nichts verdient!“ Die Macht der Gewohnheit Sein Dank „Deine Silberhochzeit ist heute? Gratuliere, alter Junge.“ „Ja, ich danke: die ersten 25 Jahre sind nunglücklich vorüber!“ Flugwesen Der Funker eines Verkehrsflugzeuges bittet per Radio den nächsten Flughafen um Auskunft über die Sichtverhältnisse. Er erhält sie wie folgt:„Sicht gleich Null. Selbst die Vögel gehen zu Fuß.“ Die rechte Zeit „Nun, Fritz“, fragte der Lehrer bei der Besprechung der Jahreszeiten,„wann ist die richtige Zeit, um das Obst zu pflücken?“ „Wenn der Hund eingesperrt ist“, lautete die Antwort. Der Schiffsreeder tauft seinen Sohn. Wer Für unsere Verdienst), gesuchte Bedinhabers ist, erforderlich der Betrag ve We (pat aus zu vergeben. sönlichkeiten Fachkenntnis an Hotel Lis Faisg auere Ge selbst. Leitung nung erbitten versierten u. 9 die mögl. über einige tausend 6 sich um eine ersten Ranges kasso verbund. gangenbeit Bei wird durch bei gewiesen.,„Kein keine Reklame. an die Geschäft ohne Barkapite Sicherbeiten din srebsamen, Lei Automobilbrang als Vertreter“ staggg, unter schäftsstelle des Bl Reten wir orga nahme des Alleit uns, neuen pat den jede Frau k entbebrl. u. ni. üümlicher Preis, zu verk. Keine, zwas, was wirk Monatseink. Nur Bewerb. d. betrag von R M u. dies nachweis Ssehege die Geschäfts Luects Gri an verschiede wir geeignei Porson ohne Rücksitk Wobnort. Fe sorderlich. bis 800 Mi Ang. unt. Rndoll Mos Leistungsf ucht für ihre Ar pfhaar. Futterst #.eingeführten Der Sehdch-seie Problem Nr. 17 von„Anonymus“(Tägl. Rundschau— Turnier 1909, 1. Preis) Schwarz: Kas, Las. es. Bas. a4. ab, b6. es. er, 17(10) + Weiß: Kes, Das(2) Matt in 2 Zügen. * Nr. 22. Caro—Kann Weiß: S. R. Wolf— Schwarz: H. Müller. Schwarz hätte sich vorher mit a5—a4 auf dem Damenflügel das Einbruchsfeld et verschaffen können. Um durch b3—b4 den stark bedrängten Punkt d4 zu entlasten. 87—45 18—67 —0 718—68 10. 82—63 11. L11—h3 12 Tal-22 13. Kel—fl Die Rochade ist wegen des Bauernverlustes durch SXes nicht angängig 13.. 807—18 14. K11—92 17—16 15. Th1—e1 16. e5 X16 17..14—56 18. Ta2—02 19. LesX 20 Se2-G3 21. Lh6—63 22. Kg2-hi Te8—c8 23. L53—11 S17—06 24. T42-—92 1e7— 25. 83—94 S18—66 # 6 Les-47 c5X44 16—15 Sc6—08 Sds- 17 25. 26. Sc3—e2 27. Se2—14 28. S14—h5 29. LesXes 30. h2—h4 Tc8—c7 S06—17 116—65 Te8-c8 S17X95 Se5-17 Tc8—66 816—90 S86—18 Db6—d8! 31. Sh5-16- K98—hs 32. St6X07„Te)X47 33. Sb1—a3 T47-c7 34. Sa3—b5 Tc7-c6 35. 111—03 Tc8-88 36. Kh1—h2 S66—18 37. U41—42 Tch—c8 38. Te1—c1 39. Tel—e 40. h4—h5 41. D62—14 42. Kh2-hs Das-95 43. D14—h4 e6—e5l Der verfehlte Vorstoß hs macht sich bemerbar Es droht Tc6-h6 und Weiß wird durch 63—84 zu weiterer Schwächung seines Königsflügels gezwungen. 44. 04Xes Tch—ho 45 83—94 Des—14 46. T92—12 S17—9547. Kh3—92 SeSX131 46. Tr2XSS T88X9449. K62—12 50. K12X82 51. Tel-hi 52. K82—12 53. L43—62 54. Sb5—06 T44—82-+ Di4Xht Dh4—85+ De5—02+ S18—66 Nach TI3Xt5 gewinn Se6—14. Th1—ei. 8t4 —03+ 54. Se6—4 Weiß gab auf. T13—63. 15—14 Aus der Schachwelt Kongreß des Weltschachbundes. Die diesjährige Tagung des Weltschachbundes, die vom 11. bis 26. Juli 1931 in Prag stattfindet, bringt wieder einige bedeutende Turniere mit sich, und zwar die Kämpfe der einzelnen Ländermannschaften und die Damenweltmeister: schaft. Zu den Länderwettkämpfen melden die teilnehmenden Nationen vier Spieler und eventuell einen Ersatzmann. Wie auch schon im vorigen Jahre wird bei diesen Spielen kein Unterschied zwischen Amateuren und Berufsspielern gemacht.— An dem Turnier um die Damenweltmeisterschaft kann von jedem Staate nur eine Dame teilnehmen. Nr. 18. Endspiel von Hans Cohn(„64“, 1929) Schwarz: Kcb, Lg3, Bhs(3) I Weiß: Kas. Lc1, Bb7(), Weiß zieht und gewinnt! Lösungen der Probleme Nr. 13. Dreizüger von N. de Terestchenko: Weiß: Kb6. 117. Bb2. c2. 62. Schwarz: Kds. Bes 1. 82—831 K05—06. 2. C2—C4 e6—eö, 3. 64—cös..., 2. Kd6—es, 3. Dt7-f4-+ 1. Kds—d4(e4. es) 2. Di7-14--, Kds, 3. C2—64Eine gute Miniatur mit überaus hübschen Mattbildern. Nr. 16. Dreizüger von Shinkman: Weiß: Kh2. D13. T57. Lc7, Sg1, Baz. bö. C2. cb. 92. Schwarz: Kas. Tas, Tes, Bhs. 1. Kh2-h1l h5—h4, 2. Di3-h51 1.. Ta5-a6 2. O13—e2... Ta5-a4, 2. Di3—e4,.. Ta5-93, 2. D13—e3, 1. TasXaz, 2. D13—17. 1. Te8—c8. 2. D13—15 usw. Bei dem geringen Material eine Unmenge schöner Abspiele. Ein Meisterwerk Shinkmans! Bearbeitet von Fritz Oborsky, Bochum. — DUUT APUTT Merkspruch — 4. a— cel— che— de—•— er— ge— ge— 70— hei— 1— in— in— laub— le— lo— mat— me me— na— no— 10— po— 8a—scha—se— tri— tri— trie— ur— walt— wie— win— zenz. Aus den vorstehenden 34 .— Silben sind 13 Wörter zu bilden, deren dritte und erste Buchstaben, letztere von unten nach oben gelesen, einen Merkspruch wiedergeben.— Bedeutung der einzelnen Wörter: 1. geht(leider) vor Recht, 2. Zeitabschnitt von Bedeutung, 3. der grüne Plan, 4. türkisch. Frauenvorname, 5. Papstname, 6. männlicher Rufname, 7. das Land, aus dem wir stammen, 8. Kniegeige, 9. Arbeitsfreizeit, 10. weiblicher Rufname. 11. Teilgebiet der Mathematik, 12. russische Kurzform für „Alerander", 13. Ränkespiel(Fremdwort). 12. 13. Defizit=Aufgabe bach, bär. bein, berg. berg, burg. du, dung. dru. eierb. es, haß, heim, heim, 11, kind, klas, kopt, na. nanach, och, rie, ro, strauch, se. zen Aus vorstehenden 28 Silben bilde man 14 dreisilbige Wörter unter Zuhilfenahme einer allen Wörtern gemeinsamen Mittelsilbe. Die Anfangsbuchstaben der gesundenen Wörter nennen ein Schauspiel von Maxim Gorki. Zlllauthgabe Dem deutschen Manne(dreisilbig) Die ersten Beiden sind ein deutsches Land; Die Letzte suchst du, wenn du abgespannt: Das Ganze liegt verträumt bei Friedrichsruh', Wo er so gern geweilt.— Nun rate du! Schleuräße 4 8 11 2 6 Vogel 2 6 9 10 4 Blume 5 2 6 9 1 15 Fisch 3 11 6 9 102 Mädchenname 1 4 14 4 11 9 2, Mädchenname 12 36782 Stadt in Schlesien 2 11 12 2 6 13 2 11 8 Stadt in der Rheinprovinz 6 9 2811 9 1 15 2 1. Stadt in Wüttemberg Die Zahlen sollen durch Buchstaben ersetzt werden. Die Anfangsbuchstaben der dann entstehenden Wörter nennen, richtig geordnet, einen Badeort. Nach Streichung von drei Buchstaben und Umstellung der übrigbleibenden findet man eine Stadt u der Provinz Brandenburg. Bilderrätsel K 7 W Aace ddd 0 Die Felder der nebenstehenden Figur sind so mit den Buchstaben 3a, 1b, 30, 4e, 1k, 1x, 3h, 1i, 21, 1m, 2n, 3r, 18, 14, Iu auszufüllen, daß die beiden senkrechten Reihen eine sächsische Stadt und einen Klaviervirtuosen, die beiden waagerechten Reihen einen Knabennamen und eine Stadt am Harz bezeichnen. Verwandlung Wie kann man durch sechs Zwischenstufen Donner in Berlin verwandeln und durch sechs Zwischenstufen aus Berlin Denner machen? Jedes nachfolgende Wort soll die Endsilbe des vorhergehenden Wortes zur Anfangssilbe erhalten. Auflösungen aus voriger Nummer Kreuzworträtsel„Windmühle“. Waagerecht: 2. Rogen. 6. Lsiris, 7. Segel, 9. Meile, 12. Martin, 13. Neun. 14. Jsar, 16. Elios Senkrecht: 1. Hose, 2. Rose, 3. Gig, 4. Eremit, 5. Nil 8. Ben, 9. Maus, 10. Ernani, 11. Lid, 12. Meise, 15. es. Ordnungs=Aufgabe: Siebenschläser. Soldaten, Lendenbraten, Ihnkehurs Nichtsein, Hafermehl, Bendemann, Dennewitz, Fre stätte, Entenpfuhl, Deutlichkeit, Schenkel, Rheinprovint Sie sollen ihn nicht haben, den freien deutsche Rhein. Magisches Dreieck: Figaro, Islam, Glas, Aas, Rm, o. Ergänzungsaufgabe:„ Geng Iburg, Tanne, Asien, Leine, Jonas, Eboli, = Italien. Magisches Bilderrätsel: 4 Man überspringe, vom„Stern“ ausgehend, links immer vier Figuren und erhält dann:„Selbst“ der Mann!“ für direkten Ber kundschaft. Anfr „Ala“ Haas Ber Aier dche. Haringen, Blan Verne Geribe. Lusbausen, Dist Horst(Emscher). beid, Dahtbau Bezirk einen gen sielbewußzten Prot Ver Berück d. Verbranche. wiensiv Bir ver kungen delt. Au über W das bis Autgabe dines 21 Suche sofe Volle,„Erik Raturstlelichh ager Bae 605 n 16—19 Roters. 1! Warum haezeigt und dem sochen?“ Herr Richter, mmen müssen!“ este Gedächtnis lles!“ icht fünf Mark ophonspielers?“ Mark— be* daß Pia schon vürde ihr zum r jedes Lebensnz egal!“ cht ahte dich sogar sein?“ das Statistische i eingeklemmt: s nach dem Gein würden Sie bahn an Ihnen 2 ela eisilbig) Land; pannt; jedrichsruh', e du! Rheinprovinz temberg ersetzt werden. ehenden Wörter rt. en und Umstel. eine Stadt in kummer hle“ ris, 7. Segel Isar, 16. Eremit, 5. Nil. Lid, 12. aten, Ihnketzurg, dennewitz,#el el, Rheinprovinz freien deutscher 9, Edoli, Repos ausgehend, nog dann:„Selbst Dilene Stellen.-Kännlich Polsterarbeit. wer saun einen-Verkaufssuhager! v. uen Aleinvertrieb. Zur Uebernahme 230-300 RM. Für unseren Fensterreini Verdienst), welcher ein gesuchte Bedarfsartikel inhabers ist, vergeben wir den Allei arforderlich und werden nur Offerten beantwortet, in denen angegeben, daß der Betrag vorhanden ist. Block Ges. Berlin SW. 48, Friedrichstraße 248. 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Brauner Ring 11 und Wahlvorstellung für alle Ringe: Der Revisor Komödie in 5 Akten von Nitolaus Gogol. Mittwoch, 29. April. 20 bis gegen 22.30 Uhr. D. 25: Tosca Oper in 3 Atten von G. Puccini. Donnerst., 30. April. 20 bis gegen 22.15 Uhr. Roter Ring 6: Der Schtulterogte zügen von Avery Hopwood. Freitag, 1. Mai, 19.30 bis 23 Uhr. C. 26: Carmen Oper mit Ballett ir 4 Akten von G. Bizet. Samstag, 2. Mai, 20 bis geg. 23 Uhr. Zum ersten Male! Restaur.„Zur Waldesruh“ Nwe. C. weitkämper Tel 61629 7 Bochum. Waldring 23 7 Nähe Ehren-Denkmal Angen. Familienaufenthalt.— Guter Kaffee und Bauernstuten Gepflegte Biere und Weine. Berliner Weißbier. Der Hauptmann von Köbenidh Ein deutsches Märchen in 3 Atten (18 Bildern) von Carl Zuckmaver. Sonntag, 3. Mai, 20 bis geg. 23 Uhr. Außer Vormiete: Der Hauptmann von Köckenick K WESER Th. Lemm-Telephon 63307 Amt Bochum Sonntag, den 26. April 1931: grensKrolhungelelel Mitwirkende: Aug. 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Jugendvorstellung Jonntag. 16 Uhr Konzerthaus Aue Gubstahlstrabe 38 Heute Konzert und Tanz 80 Katfte Hellweg 1 und Kortumstraße R. Schmigt Drusenbergstr. 103, Ruf 686 86. ag und Na Autofahrten Kilometer 20 Ruf 68082 xenmarkt hörte man behauptete Kurse, ohne daß von Deutschland-Kuxen und Diergardt, die erschiedentlich gehandelt wurden, abgesehen, m Umsätzen kam. Von Braunkohlenwerten vurden Bruckdorf-Nietleben fünfzig Reichsmark öher gehandelt; sie blieben auf erhöhter Basis gebucht. Der Kalikuxenmarkt hatte kleines Geschäft In Beienrode(minus 28 Reichsmark), ferner in Habighorst, Heimboldhausen, Mariaglück, unter Berücksichtigung des Ausbeuteabganges, zu guten Preisen. Am Kaliaktienmarkt notierten alte Burbach bei mehrfachen Umsätzen 7 Prozent höher. Hallesche Kall unverändert, neue Burbach bei größerem Geschäft per Saldo plus zirka 4 Prozent. Von Industrieaktien wurden Kabel Rheydt plus 1 Prozent gehandelt, ferner Vereinigte Rumpus und Dinnendahl, letztere ebenfalls plus 1 Prozent. Lohleonene Industrieaktien(in Reichsmark für je 100 Mark Nennwert) Köln: anziehend Die ersten Kurse lagen allgemein etwas höher. Das Geschäft nahm keinen größeren Umfang an. Am Hontanmarkte gewannen Rheinische Braunkohlen ¾/ Prozent, Mannesmann 1½ Prozent, Rheinstahl, Harpener ¼ Prozent, Ver. Stahlwerke und Deutsche Erdöl ½ Prozent. Im Verlaufe konnten die Notiesungen bei einigen Umsätzen weiter leicht anziehen. Später wurde es auf Abgaben jedoch wieder leichter. Der Einheitsmarkt hatte feste Tendenz. Die Gewinne gingen hier bis zu 4 Prozent. Versicherungen sehr ruhig. Die Börse schloß knapp gehalten. 23. 4. 270.— Frenkfurt: behauptet An der Abendbörse herrschte größte Geschäftsstille und die Umsätze hielten sich infolge des anhaltenden Auftragsmangels in allerengsten Grenzen, zumal auch die Spekulation nach den Abschwächungen des heutigen Mittagsverkehrs keine Unternehmungslust zeigte. Die wenigen Kurse, die zunächst zustande kamen, blieben gegen den Berliner Schluß behauptet. Lediglich I. G. Farben konnten sich um Bruchteile eines Prozentes erholen. Im Verlaufe hörte fast jede Geschäftstätigkeit auf. Die Anleihemärkte lagen ebenfalls umsatzlos. Berliner Produktenbericht Berlin, 24 April 1931 und Tlefbau AG. In Breslau. 6(10) Prosent.— Aela, Rheinische Maschinenleder- und Riemenfabrik in Köln-Mülheim. Nach Abschreibung von 50 000(43 402) Reichsmark ein Verlust von 70 636 Reichsmark(im Vorjahre 13 574 Reichsmark Reingewinn). — Portland-Zement- und Kalkwerke Elsa AG. In Nenbeckum. Nach 245 640(260 011) Reichsmark Abschreibungen ein Reingewinn von 240 700(345 986) Reichsmark einschließlich 15 705 Reichsmark Vortrag. Daraus 7(10) Prozent. * Generalversammlungsbeschlüsse. Einigkeit-Konzern. Bergwerksgesellschaft Einigkeit und Gewerkschaft Einigkeit I. II und III. Ausbeute von je 400 Reichsmark pro Kux. Siegfried Vogelbeck. Bergwerks G. m. b. H. und Gewerkschaften Siegfried I und II, ebenfalls je 400 Reichsmark Ausbeute pro Kux. Sailon-Einfluß am Arbeitsmarkt Der jüngste Wochenbericht des Instituts für Konjunkturforschung betont, daß die Belebung des Arbeitsmarktes(Senkung der Arbeitslosenziffer um rund 250000 auf.5 Millionen(1. V. .89)„ausschließlich salsonmäßig bedingt“ sei. Die konjunkturelle Lage habe sich nur Insofern geändert, als die Arbeitslosigkeit nur noch stagniere, aber nicht mehr zunehme. Das sei eine„gewisse Besserung“. Die Beschäftigungsmöglichkeiten in den wichtigen Konjunkturgewerben haben sich nicht mehr vermindert. Eine leichte Hebung der Beschäftigung sei bei einigen Verbrauchsgüterindustrien festzustellen. Dagegen sei der Beschäftigungsrückgang in den wichtigsten Produktionsgüter-Industrien (Metalle, Chemie, Leder) noch nicht zum Stillstand gekommen. Wenn voraussichtlich von seiten der Konjunkturgewerbe für die kommenden Monate keine wesentliche Verschlechterung der Arbeitsmarktlage mehr zu erwarten stehe, so dürfe man auch die Aussicht auf eine baldige und kräftige konJunkturelle Entlastung des Arbeitsmarkts nicht zu hoch veranschlagen. Denn es lägen noch keine Anzeichen dafür vor, daß sich die industrielle Produktion in den nächsten Monaten wesentlich ausdehnen werde. Eine gewisse Entlastung des Arbeitsmarkts, die nicht überschätzt werden dürfe, wäre durch eine planmäßige Verkürzung der Arbeitszeit zu erreichen. Bisher seien auf diesem Gebiet nur geringe Erfolge erzielt worden. Crchamtel=WArunstnntungei (=) Stadttheater Bochum. Morgen, Sonntag, zwei volkstümliche Autzer=Vormiete=Veranstaltungen! Nachmittags von 16 bis gegen 18.45 Uhr das Lustspiel„Im weißen Röß'l, abends von 20 bis gegen 23 Uhr das Singspiel„Das Dreimäderlhaus“(dafür wurden der Volksbühne Serie 1 Nr. 401 bis 700 Plätze reserviert). Besonders aufmerksam gemacht sei auf die letzte Gelegenheit Alsbergs=Hesses„Voruntersuchung“ am Montag sehen zu können(Vormiete A und freier Besuch). Heute Vorverkaufsbeginn zu der Wiederholung von Gogols„Revisor" am Dienstag(Brauner Ring und Wahlvorstellung für alle Ringe). Heute über acht Tage zum ersten Male Zuckmayers„Hauptmann von Köpenick". (=) Skala=Varieté im Operettentheater. Nur noch wenige Tage dauert das Gastspiel der Rolf=Skora=Bühne. (=) Städtische Gemäldegalerie. Die April=Ausstellung wird Sonntag, 26. April, zum letzten Male gezeigt. Ab Montag bleibt die Gemäldegalerie für einige Tage geschlossen. Wiedereröffnung 3. Mai. (=) Morgen(Sonntag) Parkhaus=Konzert. Das städtische Orchester veranstaltet morgen(Sonntag), 26. April nachmittags, ein Konzert im Parkhaus. (=) Vereinigung für Heimatkunde, Bochum. Heute Samstag 19 Uhr, Hauptversammlung im bunten Saale des Parkhauses.(Siehe Anzeige in der Freitagausgabe). (=) Bühnenvolksbund. Als Wahlvorstellung für alle Serien, geht am 29. April(Mittwoch) die Oper„Tosca" und am 1. Mai(Freitag) die Oper„Carmen" in Szene. Der Vorverkauf beginnt am Montag, dem 27. April. (=) Städtische Singschule. Nach den Bestimmungen der Städtischen Singschule ist eine Aufnahme in den 3. Abendkursus zwar noch zwei Monate nach Beginn des neuen Schuljahres möglich, jedoch bietet nur eine besonders gute Veranlagung eine sichere Gewähr dafür, daß bei der Aufnahme am oder kurz vor dem Schlußtermin (31..) das Versäumte nachgeholt wird. Es mogen also diejenigen gehör= und stimmbegabten Erwachsenen, die auf eine musikalische Erziehung Wert legen, nicht mehr saumen, ihre Anmeldung zu besorgen. Gelegenheit dazu wird gegeben an den beiden nächsten Sonntagen, mittags zwischen 11 und 13 Uhr, im Musiksaal der Singschule(ABC=Straße). Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Das monatliche Schulgeld beträgt 2 RM. Unbemittelten kann auf schriftlichen Antrag hin eine Freistelle gewährt werden. (=) Stotter=Vortrag. Der bekannte Psychologe Ramon Winas hält Sonntag, 26. April, vormittags 11 Uhr, und Montag, 27. April, abends 8 Uhr, im Evangelischen Vereinshaus, Mühlenstraße, einen kostenlosen Vortrag über Ursachen und Heilung des Stotterübels. (Siehe Anzeige.) Drchäiner=Tulnschaut „Der König der Vagabunden“. Farbentonfilm in der Lichtburg. Der Farbentonfilm ist erst auf dem Wege. Bei allem Erreichten stehen wir noch am Anfang einer vielleicht aussichtsreichen Entwicklung. Im Publikum ist man einstwellen reichlich skeptisch, nicht zu Unrecht, denn bislang war die Wirkung der Kolorierung nicht immer die beste. So ging man auch mit ziemlichem Mißtrauen zu dem Farbentonfilm, den die Lichtburg augenblicklich zeigt. Wenn man zunachst von dem Erfolge der Farbenphotographie ehrlich überrascht war, so beweist das, daß man in der angestrebten Verbesserung bemerkenswerte Fortschritte erzielt hat. Die Farbtone sind reichlicher, auch natürlicher, wenn man auch immer noch erst sich an das eigenartige Bild gewöhnen muß. Daneben aber hat der Film inhaltlich und technisch sehr starke Werte. Es imponiert einmal die ganz prachtvolle Regie, die ein ausgezeichnet durchdachtes Spiel bewirkt, und in den Massenszenen, die ja das Eigentliche und Beste dieses gewaltigen Stoffes sind, bringt die ungeAmtlich festgesetzte Preise. Getreide und Oelsaaten per 1000 Kilogramm, sonst per 100 Kilogramm Weizen märk. Roggen märk. Futtergerste Hater m rk., Weizenmehl Roggenmehl 700 „ 60% Weizenkleie Roggenkleie Viktoriserbsen Heine Erbsen houte 287—289 196—198 230 244 186-190 34.-40 5 127.-29.2 97— 12.-14 2 14.-14.7 24.•29.0 23.•27.0 vorige 288—290 195—137 230—244 185—189 34.-40.5 27.-29.1 14.-14.2 14.•14.5 24.-29.0 23.•27.0 Futtererbsen Peluschken Ackerbohnen Wicken.. Blaue Lupinen Gelbe Lupinen Seradella neu Rapskuchen Leinkuchen Trocken-Schnitzel Kartoftelflocken haute 19.-21.0 25.-30.0 19.•21.0 23.-26.0 13.5 15 5 22.026.0 66.0 70.0 .-10.2 14-12.3 808.2 15.-16.0 worge 19.-21.0 25.-30.0 19.-21.0 23.-26.0 13.•15 5 22.0 26 C 66.•70.0 .-10.2 14.-14.3 .-.2 15 5 16.0 Berliner Metallnotierungen Berlig, den 24 Aori 1931 K. dor0 93.30 170.00 174.00 (Die Preise verstenen sich ab Lager in Deutschland für prompte Lieferung und Bezahlung für je 100 Klogramm) Gestrolytkupter(wirebars) prompt, eif Hamburg. 24. 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Unter Passiven erscheinen u. a. 4,1 illionen Reichsmark ungesicherte Bankforderungen. „„Zie deutsch-russischen Bestellungsverhandlungen in wahin haben bisher nur zur Auftragsvergebung von obiat; ugmaschinen geführt, während über die großen Russe, noch keine Einigung erzielt werden konnte. Die ### verlangen für das zusätzliche Auftragsprogramm Fr kurze Lieferungsfristen. 8 2 „„Dividendenvorschläge. Bank für Montan gerle AG. In Berlin. Wieder dividenden ndungewiar—— Wieger arvmengenios. Aus dem mart### von 60 811 Reichsmark werden 40000 Reichsdem Reservefonds überwiesen.— Huta, Hochnein Jeanette Mac Donald im Farben=Tonfilm„Der König der Vagabunden". mein lebendige, packend große Gestaltung der mit groß. zügigsten Mitteln inszenierten Bilder eine Wirkung ganz ungewöhnlichen Formats. Anfangs stört die unvermittelte Stilmischung von historischem Gemälde und einer mehr opern= als operettenhaften Aufmachung. Aber der hinreißende Stoff von der Befreiungstat des Vagabunden=Königs Francois Villon versöhnt mit allem, und die hervorragende Verkörperung der Titelrolle durch den kraftvollen Dennis King und der Heldin durch Jeanette Mac Donald läßt auch mancherlei Süßliches übersehen, das nach amerikanischem Geschmack nicht fehlen darf und sich namentlich im Bildmäßigen ausdrückt. Ein Film, noch nicht vollkommen, aber so ungeheuer interessant und gewaltig eindrucksvoll, daß man ihn sich ansehen sollte. „Der Kapitän der Garde“ in den Weltlichtspielen. Die Weltlichtspiele haben sich diesesmal einen historischen Film verschrieben, der um die Zeit Ludwigs XI. an dem prunkvollen französischen Hofe spielt. Aus dem Volke steigt um diese Zeit ein Mann empor, „Der Kapitän der Garde". Seine Geliebte wirkt als Aufrührerin in den empörten Volksmassen. Nachdem sie verhaftet wird und hingerichtet werden soll, bricht sich die Volkswut Bahn und rettet sie vom Tode, und die beiden Liebenden werden fürs Leben vereint. Mitreißend und ungewöhnlich packend werden die Massenszenen vorgeführt. In Laura La Plante und John Boles fand man eine ausgezeichnete Hauptrollenbesetzung. Im Beiprogramm steht man noch das entzückende Groß= Lustspiel mit Clara Bav in„Bin ich Ihr Typ?“, bei dem stark gelacht wird. „Die Drei von der Tankstelle“ im Ufa=Theater Tonhalle, Bochum. Die Ufa=Tonfilm=Operette„Die Drei von der Tankstelle" erlebt täglich einen ganz außergewöhnlichen Zulauf. Kein Wunder: Diese Darsteller, die weder auf den Kopf noch auf den Mund gefallen sind,— diese einschmeichelnden Schlager, deren Schmiß und Schmelz Entzücken hervorrufen—, diese Handlung, deren oberstes Gesetz Tempo ist: Tempo in Liebe Humor und Uebermut.—, das ist die entzückendste Tonfilm=Operette der elt. Morgen Sonntag findet um 11¼ Uhr eine Frühvorstellung zu kleinen Preisen statt. Sonntag nachmittag Beginn 2 Uhr. „Der falsche Feldmarschall“ im Apollotheater, Alleestraße. Ein militärischer Tonfilmschwank beherrscht das Programm dieser Spielwoche.„Der falsche Feldmarschall" hat sich als Vorbild den Hauptmann von Köpenick erwählt, dessen toller Streich zurzeit die ganze Welt belustigt hat. Auch„Der falsche Feldmarschall", hervorragend verkörpert von Blasta Burian, bringt das Publikum in heiterste Stimmung, zumal die Verwechslung mit dem„echten“ Feldmarschall(hier ist Roda Roda in seinem Element!) schließlich noch zur Entlarvung eines Spions führt und das Kommandeurstöchterlein mit seinem geliebten Leutnant vereint.—„Achtung! Zug in Gefahr!" der zweite Großfilm, ist ein Sensationsfilm.„Im wunderschonen Monat Mai“ passieren der beliebten Micky=Maus allerhand tolle Dinge. Vorführungszeiten: 4 Uhr,.20 Uhr,.10 Uhr, Sonntags ab 3 Uhr. „Sein bester Freund“ in den Ehrenfelder Lichtspielen. „Sein bester Freund". Ein echter Harry=Piel=Film! Doch ist die ursprüngliche Heldenpose Harry Piels hier ausgeglichen, sympathischer und humorvoller als sonst. Dieser Film gilt als einer der besten Hunde=Filme. Die prächtige Meute der klugen, folgsamen, sprung= und kampfbereiten 15 Polizeihunde, deren Zucht eingehend vor Augen geführt wird, erobert sich das Herz jedes Publikums.—„Die Braut vom Daalenhof". Ein feiner, stiller Schwedenfilm! Ein schöner landschaftlicher Hintergrund, Huldigung an die herben und süßen Reize der schwedischen Erde.— Ein Lustspiel„Seitensprünge" und ein Lehrfilm„Bei den Herrgottsschnitzern“ schließen das ausgesuchte Programm ab. Aufführungen sind von Sonnabend bis einschließlich Montag 20 Uhr im Jugendheim, Meinolphusstraße. Sonntag ist um 16 Uhr eine Jugendvorstellung. „hai-Tang“ in den Skala=Lichtspielen. Der Hauptfilm des Programms, der Tonfilm„HaiTang", hat eine starke, dramatische Handlung. Die kleine chinesische Tanzerin Hai=Tang von der Chinesin Anna May=Wong dargestellt, opfert sich selbst auf, um den geliebten Bruder vom Tode zu retten. Das entzückende Lied„Einmal kommt die Stunde der Liebe" bleibt jedem Besucher im Ohr. Franz Lederer, der die mannliche Hauptrolle verkörpert, spielt und spricht ausgezeichnet. Im zweiten Film„Das Mädel mit der Peitsche" sorgen Anny Ondra und Siegfried Arno mit bestem Erfolge dafür, daß die Lachmuskeln der Zuschauer nicht zur Ruhe kommen.„Micky=Maus" leistet sich als„Feuerwehrmann" wieder die unglaublichsten lustigen Streiche. Lustspiel und Lehrfilm erganzen das reichhaltige Programm. „Anna Christie" im„Odeon“, Bochum 5. „Die göttliche Greta Garbo“ in einem deutschsprachigen Tonfilm ist ein Ereignis für jeden Filmfreund. Dieser roßd Bochumer Parteien und Vereine Deutsche Volkspartei, Bezirksverein Hamme III. In einer außerordentlichen Jahreshauptversammlung des Bezirksvereins Hamme III wurden einstimmig Herr Wilhelm Hüsken, kaufmännischer Grubenbeamter, zum ersten Vorsitzenden, und Herr Wilhelm Ruwe zum zweiten Vorsitzenden gewählt. Schriftfuhrer wurden die Herren Schröder und Schmidtek. Kassierer: Szesny und Richter, Beisitzer: Naskrent und Falarzik. Der Vorsitzende erstattete Bericht über die Sitzung der Vertreter= Versammlung des Kreisvereins Bochum, in der Reichstagsabgeordneter Dr. Hugo einen Vortrag gehalten hat. Geschäftsführer Weber sprach über politische und wirtschaftliche Tagesfragen. * D e r M ä n n e r c h o r d e r L u t h e r k i r c h e, B o c h u m, h a t t e seine Mitglieder zu einer Versammlung ins evangelische Vereinshaus eingeladen. Zweck der Versammlung war die Namensänderung des Chores in„Evangelischer Männerchor", Bochum. Durch diese Maßnahme soll dem Chor noch fernstehenden evangelischen Sängern die Möglichkeit gegeben werden, Mitglied des Chores zu werden. Das ferner aufgestellte Arbeitsprogramm sieht unter anderem ein Konzert Anfang Juli vor. Die Proben finden, wie bisher, jeden Dienstag um 20 Uhr im evangelischen Vereinshaus statt. * D e r e v a n g e l i s c h e F r a u e n v e r e i n v o m 9. P f a r r b e z i r k (unter der Leitung von Pfarrer Schneider) bereitete am Donnerstag den evangelischen Erwerbslosen einen gemütlichen Abend. Höhepunkt des gemütlichen Abends waren die zwei Theaterstücke, ausgeführt von den Mitgliedern des Frauenvereins. * Katholischer Gesellenverein. Als Abschluß seiner Winterarbeit veranstaltet der katholische Gesellenverein am Samstag und Sonntag in seinem Heim an der Marienstraße eine Ausstellung der von den Mitgliedern in diesem Halbjahre in den einzelnen Fachkursen hergestellten handwerklichen Arbeiten. Am Sonntag abend begeht der Verein im großen Saale das St.=JosephsSchutzfest als Patronatsfest in Form eines Familienabends, bei welcher Gelegenheit die Ausstellungsarbeiten einer eingehenden Würdigung unterzogen werden. Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht die Festrede des Reichstagsabgeordneten Bielefeld über Handwerkerfragen.— Im nächsten Jahre kann der Gesellenverein auf ein 80jähriges Bestehen zurückblicken. * Verband der weiblichen Handels= und Büroangestellten e. V. Erfolgreiche Jahresarbeit 1930 leistete der Verband der weiblichen Handels= und Büroangestellten nach dem in einer Sitzung seiner leitenden Körperschaften in Berlin durch seine Vorsitzende, Katharina Müller (Berlin) vorgelegten Arbeitsbericht. Mit 92031 Mitgliedern Ende 1930 setzte sich die Aufwärtsbewegung der Mitgliederzahl weiter fort. Die Selbsthilfe=Einrichtungen des Verbandes sind seine Berufskrankenkasse mit über 40000 Mitgliedern und einem Kostenaufwand von mehr als 4 Millionen Mark für die Versicherten sowie die Renten=Versicherungs= und Aussteuerkasse mit 20613 Versicherungsanteilen. In seinem Facharbeitsnachweis konnte der Verband über 13325 Stellen im Jahre 1930 vermitteln. Die Unterstützungs= und Wohlfahrtsleistungen des Verbandes betrugen rund 400000 Mark. In der Rechtsschutzarbeit wurde durch Bearbeitung von rund 25000 Rechtsstreitigkeiten ein Betrag von 500000 Mark den Mitgliedern eingebracht. Mit 189 Arbeitsrichterinnen stellt der V. W. A. die überwiegende Zahl der weiblichen Arbeitsrichter. Mehr als 4000 Mitglieder nahmen an den beruflichen Kursen der Ortsgruppen teil, wobei die stellenlosen Mitglieder vielfach zur fortlaufenden Schulung in besonderen Tageskursen zusammengefaßt wurden. 30000 seiner jugendlichen Mitglieder hat der Verband in besonderen Jugendgruppen zusammengeschlossen. An seiner Forderung nach Einführung eines neunten Schuljahres hält der Verband auch weiterhin fest. In der Tarifarbeit des Jahres 1930 war der Verband an insgesamt 868 Tarifverträgen beteiligt bei einem Neuabschluß von zusammen 324 Gehalts= und Mantelabkommen, davon nur 13 auf dem Wege der Verbindlichkeitserklärung. Die Tagung beschäftigte sich alsdann noch mit den Vorschlägen, die eine zeitgemäße Verbesserung der Stellenlosenunterstützung wie auch eine Neufassung des sozialen Proarammes des Verbandes zum Ziel haben, während die Verbands=Vorsitzende Katharina Müller mit ihrem Schlußwort es nochmals als die größte Aufgabe der Gegenwart und Zukunft herausstellte, mit allen Kräften dafür zu sorgen, daß der Begriff des Angestellten und die Wertung seiner Leistung berufs= und kulturpolitisch neugeformt und befestigt wird. * Gartenbauverein„Bergmannsheil.“ Die letzte Versammlung wurde vom Vorsitzenden Homburg geleitet Es wurden vier neue Mitglieder ausgenommen. Das Sommerfest soll am 12. Juli stattfinden, die Vorarbeiten dazu wurden dem Vorstand überlassen. Nachdem die Spielwiese mit Bäumen bepflanzt und die Svielgeräte versetzt sind, soll jetzt die Besäung mit Gras stattfinden. Ein Vortrag über die Nützlichkeit der Bienen wird in einer der nächsten Versammlungen gehalten. Traditionsecke Dieser glöße Tonfilm behden oas tragische Ehrung und gel sal der„Anna Christie". Schon in frühen Jahren Bund. Jetzt er Schicksal der„aum Eting: Schon in fri wurde sie vom Vater verlassen und sich selbst uberlassen, sie kämpfte mit sich und um das tagliche Brot, bis sie eines Tages ihren Vater in einer Hafenstadt wiederfindet.— Eine neue Garbo ist durch den Tonfilm entstanden. Die Besetzung der übrigen Rollen durch Theo Shall, Hans Junkermann und Salka Steuermann ist glücklich. Im Beiprogramm wird ein sensationeller Abenturerfilm mit Harrey Carrey gezeigt. Eine amerikanische Groteske und ein Kulturfilm runden das sehenswerte bis einschließlich Montag laufende Programm ab. ∆. Verein ehemaliger 39er Bochum und Umgegend. Vor kurzem fand die übliche Monatsversammlung statt, die einen überaus guten Besuch aufwies. Die Vorarbeiten für das im Mai stattfindende Jubelfest, verbunden mit Fahnenweihe und Heldenehrung, sind abgeschlossen, so daß mit einem würdigen Verlauf der Feier gerechnet werden kann. Die neue Fahne ist von Frl. Hilde Waschko in Bochum=Hamme, Prinzenstraße 18, handgestickt und zurzeit beim Kameraden Ludwig Heinz, Kronenstraße 1, ausgestellt; die Firma Ludwig Clemens, Kortumstraße, wird Anfang Mai die Ausstellung der neuen Vereinsfahne übernehmen. * K r i e g e r= V e r e i n e h e m a l i g e r 5 3 e r B o c h u m. Z u r Versammlung mit anschließender Düppelfeier am 18. April hatten sich die Kameraden mit Angehörigen beim Kameraden Schäfer zahlreich eingefunden. Nach Verlesung der Niederschrift und Aufnahme eines Kameraden hielt Kamerad Falkenroth einen Vortrag über Schleswig=Holstein und den Sturm auf Düppel am 18. 4. 1864. In ausführlicher Weise schilderte Kamerad Falkenroth die Geschichte Schleswig=Holsteins und den Kampf der Schleswig=Holsteiner um ihr Deutschtum gegen die Dänen. An dem Kampfe vor Düppel und Alsen nahm das Infanterie=Regiment 53 ruhmreich Anteil und bekam hier seine erste Feuertaufe.'s Auszeichnung für die Tapferkeit ernannte König Wilhelm den Kronprinzen Friedrich=Wilhelm zum Chef des Regiments. Der zweite Vorsitzende des Bundes ehemaliger 53er, Strawe=Mülheim, überbrachte die Grüße des Bundes eund nahm die Auszeichnung der Kameraden Falkenroth und Grünendick vor, denen er in anerkennenden Worten für die Bundesarbeit das Friedrich=Wilhelm=Kreuz nebst Diplom überreichte. Kamerad Falkenroth dankte im Namen der Ausgezeichneten für die gelobte auch fernerhin treue Arbeit für den den Kameraden der Vergnügungskommission für die bisherige Arbeit in anerkennenden, mit Humor gewürzten Worten. Eine Glanz=Nummer waren die ernsten und heiteren Vorträge des Herrn W. Overkamp, welcher durch seine plattdeutschen Vorträge die Zuhörer mit sich riß und ungeteilten Beifall erntete. Kamerad Strawe dankte am Schluß für die Gastfreundschaft in Bochum und wünschte, daß der kameradschaftliche Geist im Bochumer Verein der 53er bleibe und ferner wachse. Alle Teilnehmer waren darin einig, einige frohe Stunden in treuer Kameradschaft verlebt zu haben. Kein Rauch. kein Raß). keine Jchlocken Billigster und bequemster Brennstoff Bochumer Anzeiger u. Gen. Anz. Zdckteatf Spler und Syrel Samstag, 25. April 1931! Und-Hun BedlichlandsRioland Unsere Mannschaft gcht einen schweren Gang Fußball: Der SV.„Teutonig“ Stievel spielt Wieder einmal steht ein Kampf der deutschen Fußball=Nationalmannschaft im Brennpunkt aller sportlichen Interessen. Am Sonntag stellen sich unsere Spieler im Amsterdamer Stadion der holländischen Ländermannschaft zum friedlichen Wettstreit. Ueber 40 000 Menschen, darunter 5000 Deutsche, können Zeugen eines packenden Ringens um die Siegespalme werden. Oft genug wurde schon dargelegt, daß ein Sieg in solchem Länderkampf keine Prestigefrage sei. Aber erfreulich bleibt er immer, je mehr Siege, desto mehr Freude. Das ist eine Binsenwahrheit. Viel Grund zur Freude hatten wir in der gegenwärtigen Länderspielzeit nicht. Die nackten Zahlen beweisen es: am 7. September Deutschland— Dänemark:6, am 28. September Deutschland=Ungarn:3, am 2. November Deutschland—Norwegen:1, am 15. März Deutschland=Frankreich:1. Das sind keine besonders erhebenden Ergebnisse, vom Ungarnspiel abgesehen, und die Aufgabe des nächsten Sonntags kann nur von eingefleischten Optimisten bereits jetzt als für uns in günstigem Sinne gelöst betrachtet werden. Zum 12. Male stehen wir Holland gegenüber. Von den elf bisherigen Begegnungen gewannen die Holländer vier, wir nur drei, während vier Spiele unentschieden ausgingen. Das Torverhältnis stellt sich auf 25:26. Die deutsche Ausbeute ist also nur gering, zumal wenn man bedenkt, daß der Deutsche FußballBund rund zwölfmal soviel Mitglieder zählt als der kleine Verband der Niederlande. Als wir vor einigen Wochen die:=Niederlage in Paris einstecken mußten, hatte der Spielausschuß des DFB. freie Hand, er hatte Dutzende von Spielern zur Verfügung, konnte die Auswahl nach Belieben treffen— und beging zwei schwere Fehler. Diesmal ist seine Aufgabe wesentlich schwieriger gewesen. In Süddeutschland steht man vor den letzten, wegen sonst eintretender Terminschwierigkeiten nicht verschiebbarer Endspiele. Viele der großen „Kanonen“ des Südens waren daher nicht verfügbar, folglich mußte man zu einer Manschaft greifen, die sich gegen unsere sonstige Nationalmannschaft stark unterscheidet. Mitteldeutschland ist Trumpf— mit sehr viel Berechtigung übrigens— Westdeutschland stellt drei Spieler, hätte ohne Münzenbergs Absage sogar vier gestellt, der Süden ist nur dreimal, Berlin einmal vertreten. Bevor über die Mannschaften einiges gesagt sei, sollen die Aufstellungen hier noch einmal wiedergegeben werden: Kreß Deutschland:(Frankfurt) Schröder Weber (Köln)(Kassel) Stössel Kauer Knöpfle (Dresden)(Berlin)(Frankfurt) Albrecht Lachner Schlösser R. Hofmann Müller (Düsseldorf)(München)(sämtlich Dresden) SP.„Teutonig“ Stievel spiel Sonntag gegen SV. Ehrenfeld. Das Hinspiel Adam (Haag) van Nellen v. d. Heyden Lagendaal Tap (Dortrecht)(Wageningen)(Rotterdam)(Dortrecht) van Hool Anderiessen I. Pauwe (Feijenoord)(Amsterdam)(Feisenoord) van Kool van Run (Amsterdam)(Eindhoven) van der Meulen Holland:(Haag) Man kann unter den gegebenen Umständen mit der deutschen Elf zufrieden sein. Vom Sturm darf man Gutes erhoffen(es ist zu wünschen, daß R. Hofmann wieder auf dem Posten ist), nur hinter Albrecht ist vielleicht ein kleines Fragezeichen zu setzen. Aber gerade der Düsseldorfer kann angenehm überraschen. Die Läuferreihe müßte eigentlich jedem Geschmack entsprechen. Kauer hat endlich einmal Gelegenheit, in der Nationalmannschaft auf seinem ureigentlichen Posten zu spielen und sollte sich auch bewähren. Stössel ist ganz groß in Form, ebenso der routinierte Knöpfle. Von den Verteidigern hat Weber noch nie enttäuscht, dagegen gelangt Schröder erstmalig zu internationalen Ehren, in nicht mehr jungen Jahren übrigens. Die Nominierung Schröders ist wohl der einzige Punkt in der Aufstellung, die man dem Spielausschuß späterhin zum Vorwurf machen könnte. Vielleicht schenkt der Bund vielen Stimmen, auch solchen aus Westdeutschland, Gehör, die für Schröder lieber einen anderen gesehen hätten. In Hochform ist zweifellos Emmerich, der ja die Reise sowieso antritt. Ueber Kreß ist natürlich kein Wort zu verlieren. Der holländische Verband stützt sich mit einer Ausnahme auf die gleiche Mannschaft, die unlängst gegen Belgien mit:2 erfolgreich war. Es sind alles ausgesucht schnelle und kräftige Leute, die uns einen Kampf auf Biegen und Brechen liefern werden. Haben wir gute holländische Vereinsmannschaften auch noch nicht zu Gesicht bekommen, was die Nationalmannschaft zu leisten vermag, das hat der deutsche Fußballsport schon des öfteren verspüren müssen. Zweckmäßigkeit, Energie und Ausdauer geben dem Spiel der Holländer das Gepräge. Sind die beiden letzteren Waffen auch nicht zu bekämpfen, das System ihres Spiels wird nie unangreifbar sein. Allerdings wie in Paris dürfen sich unsere Leute nicht verhalten. Passivität kommt gerade gegen Holland schon einer Niederlage gleich. Der deutsche Sturm, das Spiel der deutschen Läuferreihe, sollten diesen Kampf entscheiden. Als Unparteiischer amtiert ein Schwede, der bekannte Axel Bergquist. Deutsche Turnerschaft Handball=Auswahlspiel. Die vom Spielausschuß Bochumer Turnvereine aufgestellten zwei Handballmannschaften tragen am kommenden Sonntag ein Werbe= bzw. Auswahlspiel aus. Das Spiel findet in Weitmar vormittags 11 Uhr statt. In folgender Aufstellung werden sich die Mannschaften Horst stellen: konnte„Teutonia":1 gewinnen. Ob's diesmal wieder glückt? Der Diplomsieger TuS. Kornharpen hat den Bochumer Verein zu Gast. BV. stellt eine starke Mannschaft ins Feld. Dennoch müßte Kornharpen als knapper Sieger aus dem Treffen hervorgehen. Reitturnier in Effen =Mannschaft: Luley(Gesellenverein): Weiß(Weitmar 82), Böttner(Gesellenverein): Muck II(Eintracht), Thomas(Weitmar 82), Grabowski(Turngemeinde): Berg(Ehrenfeld), Sablottny(Eintracht), Sott, Weise, Hentschel(Gesellenverein). =Mannschaft: Pokorny(Weitmar 82), Dölling (Eintracht), Schnittger(Weitmar 82), Täger(Ehrenfeld), Kraft(Eintracht): Romba(Gesellenverein), Muck!(Eintracht), Grimm(Weitmar 82); Heiner, Danielmeyer (Ehrenfeld): Karpowski(Ehrenfeld). Die neue Reitbahn des Vereins für Reitsport e. V. Essen bildet Samstag und Sonntag den Mittelpunkt reiterlicher Kämpfe: denn der Reit= und Fahrverein veranstaltet sein diesjähriges Turnier und eröffnet damit die Turniersaison in Westdeutschland.— Das Programm ist rein sportlich gehalten und weist 15 Konkurrenzen auf. Für diese sind 265 Unterschriften erfolgt, die aus Hagen, Barmen, Dortmund, Bochum, Essen, Mühlheim, Duisburg, Krefeld, Düsseldorf und Köln eingegangen sind. Von Bochum wird sich die Schutzpolizei beteiligen. Jugendpropagandaspiel Die Hockey=Abteilung des„Tus" beabsichtigt in Kürze eine Jugendmannschaft aufzustellen. Aus diesem Grunde veranstaltet sie am kommenden Sonntag im Einverständnis und mit Unterstützung des Deutschen Hockey=Bundes ein Jugendpropagandaspiel. Als Gegner sind die ersten Jugendmannschaften von Preußen Duisburg und Hockey=Klub Oberhausen verpflichtet. Die beiden Mannschaften gehören zu den stärksten Westdeutschlands. Die Besucher bekommen kostenlos eine Werbeschrift, die Aufschluß über das Hockeyspiel gibt. Deutsche Jugendkraft Umfangreiches Tagesprogramm. Es ist selbstverständlich, daß morgen das Hauptaugenmerk aller westdeutschen Fußballfreunde innerhalb der Deutschen Jugendkraft auf das in Cleve stattfindende Spiel Rhein=Weser=Kreis gegen den Niederrheinkreis gerichtet ist. Die Mannschaft von Rhein=Weser wird in der vorgesehenen Aufstellung antreten. In ihr befindet sich auch ein Bochumer, es ist der Hüter der„Antonen“ Bochum. Daneben interessiert noch besonders das Gastspiel der Wanner Vertretung gegen Bochums HandballAuswahlmannschaft. Die Bochumer werden sich trotz der guten Zusammenstellung bestens wappnen müssen, wenn sie das Spiel erfolgreich gestalten wollen. Vorher steigt ein Spiel der beiden Meister im Handball. Gegner sind „Antonen“, Bochum und„Märkisch“ Hattingen. Die Aussichten, das Spiel zu gewinnen, sind für Bochum etwas besser. Mit Rücksicht auf den morgigen Großkampftag wurden weitere Handballspiele nicht bekannt. Wieder stehen einige interessante FußballFreundschaftsspiele auf dem Programm. „Saxonia“ Grumme ist Gast bei„Teutonia" Ehrenfeld. Die DIK. Hamme mißt ihre Kräfte mit DIK. Rotthausen.„Arminia" Wegescheid hat sich den Bochumer„Antonen" verschrieben. Die Wegescheider in ihrer augenblicklich sehr guten Form zu schlagen, wird den Platzbesitzern wohl kaum gelingen. „Fortuna" Weitmar(D..) sucht heute die DIK. Bochum=West auf. Die DIK. ist auf eigenem Gelände nur schwer zu bezwingen. Radlport Gauwanderfahrt. Morgen findet die erste diesjährige Bezirks= und Gauwanderfahrt des B. D. R. zum Horkenstein in Bochum= Dahlhausen statt. Der Radfahrerverein„Westfalia 1895“ sammelt seine Wanderfahrer um.30 Uhr am Bülowplatz. Preußen brauchf noch zwei Punkte Die letzten Punktckämpfe der Sailon Freundschaftsspiele Wenn auch zu erwarten steht, daß die Großveranstaltungen in den anderen sportlichen Disziplinen des kommenden Sonntags, wie die Deutschen Meisterschaften der Geräteturner und das Reit= und Fahrturnier in Essen ein reges Interesse bei den sportlich interessierten Kreisen auslösen werden, so ist die Unternehmungslust der Gefolgschaft des runden Leders doch immerhin noch eine beachtliche. In der ersten Bezirksklasse spielen: Samstag: Westfalia Herne— Tus Bochum Sonntag: Rot=Weiß Essen Schwarz=Weiß Essen Sportfreunde Dortmund— Borussia Rheine Germania Bochum— Hagen 72 Union Gelsenkirchen— Union Krefeld Hessler 06— Schalke 04 MBV. Linden— Alemannia Dortmund „Westfalia Herne— Tus Bochum. Wenn auch die Elf des Platzvereins am zurückliegenden Sonntag gegen Hamborn 07 ein überaus schwaches Spiel lieferte, so ist doch zu erwarten, daß sie den Besucher aus Bochum knapp distanzieren wird. Germania Bochum— Hagen 72. Hagen 72, der Gast aus Südwestfalen, wird hier wohl vergeblich um die Abwendung einer Niederlage bemüht sein, denn einmal erscheint uns Germania Bochum spieltechnisch tüchtiger zu sein, und zum anderen besitzt der Gastgeber noch den Vorzug, in vertrauter Umgebung wirken zu können. Die letzten eindrucksvollen Siege der Germanen sprechen deutlich. I. Bezirksklaffe Morgen beschließt die Gruppe Bochum ihre Meisterschaftsspiele. Von den beiden noch auszutragenden Spielen ist das Treffen in Witten noch von Bedeutung, da es über den zweiten Tabellenplatz entscheiden wird. Es spielen: Witten 92— Preußen 07 S. V. Höntrop— Henrichshütte Die Vereinigten Preußen haben sich Sonntag in Witten die letzten beiden Punkte für den Aufstieg zur Bezirksliga zu holen. Die Bochumer haben gerade in den letzten Spielen gutes Können gezeigt und sollten auch auf fremden Gelände einen klaren Sieg verbuchen umsomehr, als die alten Wittener in diesem Jahr durchweg schwache Leistungen boten. Das zweite Spiel sollte eine klare Angelegenheit für den Gastgeber sein. Gruppe Gelsenkirchen: T. V. Eickel— BfB. Gelsenkirchen Kray 04— Erle 08 Schwarz=Gelb Gladbeck— Preußen Wanne Gesellschaftsspiel; VfB. Gerthe=Holthausen— Sp.=Cl. Bövinghausen II. Bezirksklaffe Die Spiele der zweiten Klasse gehen ebenfalls zu Ende. Sie konzentrieren sich ebenfalls nur auf den zweiten Tabellenplatz. Es finden am Sonntag folgende Spiele statt: Gruppe 1 Polizei S. V. Bochum— V. f. B. Werne Langendreer 07— Sp. Sp. Gerthe „Teutonia“ Riemke— L. F. C. Laer Dahlhausen 16— Sportfreunde„Borussia“. Gruppe 2 „Concordia— Weitmar 09 Gesellschaftsspiel: S. C. Altenbochum— Sp. Bg. Welper In der ersten Gruppe interessiert das Spiel in Riemke. Laer das gute Aussichten auf den zweiten Platz hat, muß den Gastgeber schlagen, was knapp gelingen sollte. In den anderen Spielen erwarten wir Werne und Langendreer in Front. Das Lokaltreffen der zweiten Gruppe verspricht interessant zu werden. Die stark verbesserten Concorden versuchen mit aller Macht vom letzten Platz fortzukommen. Ein knapper Sieg des Gastgebers ist nicht ausgeschlossen. Der Sportklub Altenbochum hat sich den Tabellenzweiten der Gruppe II verpflichtet. Die Gästemannschaft verfügt über ein sehr beachtliches Können. Gauklaffe Reichsbahn Tus— Sp. Vg. Harpen Freundschaftsspiel: Bochum=West— Witten 92(Samstag) Reichsbahn Tus empfängt die Harpener zum Rückspiel um die Gaumeisterschaft. Harpen konnte auf eigenem Gelände einen knappen Sieg erzielen, den diesmal die Gastgeber erkämpfen sollten. Bei einem Unentschieden ist Harpen bereits Gaumeister. Handball im W. S. V. Meisterschaftsspiele: In der Gauklasse sind für Sonntag folgende Treffen angesetzt: Spl. Cl. Dahlhausen— T. u. S. Bochum Herbede— Langendreer 04 Sprockhövek— Hattingen S. V. Der Tabellenführer Tus muß nach Dahlhausen und sollte einen klaren Sieg erzielen. Langendreer wird in Herbede kaum zum Erfolg kommen. Hattingen, der Favorit, hat stark enttäuscht und muß schon mit besseren Leistungen in Sprockhövel aufwarten, um nicht ganz von der Spitze gedrängt zu werden. Die Wenllalenm Aachen Endrundenkampf Alemannia— V. f. B. Bielefeld am Das vierte Spiel der westdeutschen Endrunde führt Sonntag in Aachen die dortige„Alemannia“ mit Zielefeld zusammen. Wenn dem Westfalenmeister BfB. Bielejeld zusammen. dieses Spiel erledigt ist, hat jeder der vier Finalisten zwei Treffen absolviert, so daß nur noch die Begegnungen„Alemannia“—„Fortuna" und Bielefeld— Meiderich ausstehen. Das Spiel in Aachen ist insofern wichtig, als der VfB. Bielefeld bei dem schweren Stand, den er zweifellos hat, einen oder gar zwei Punkte einbüßen kann und dadurch„Fortunas“ Meisterschaft kaum noch gefährdet ist. Zum Spiel des Sonntags im Aachener Waldstadion ist nicht viel zu sagen. Die„Alemannen“ haben nicht das gehalten, was man sich von ihnen versprach, nachdem sie Kassel zweimal schlugen und auch den zweiten Kampf gegen Neuendorf sicher gewannen. Die Leistung gegen den Meidericher Spielverein am vergangenen Sonntag in Köln war sehr schwach. Der Sturm ist das Schmerzenskind der Elf, denn nachdem man von der linken Seite bisher nie viel gesehen hat, läßt nun auch die rechte Flanke nach. Unter solchen Umständen reicht natürlich auch das große Können von Münzenberg nicht mehr aus, der übrigens am Sonntag in dem Bielefelder Mittelläufer Hofmann einen starken Gegner erhält. Nach ihm verdient aus der westfälischen Mannschaft der rechte Läufer Geisendörfer erwähnt zu werden, wie überhaupt die Läuferreihe der stärkste Mannschaftsteil ist. Stabil und zuverlässig— aber auch nicht mehr!— ist die Abwehr, während dem Sturm die erforderliche Durchschlagskraft fehlt. Wenn diese Fünferreihe nicht in bester Form antritt, dann wird sie bei Zolper und seinen beiden Vorderleuten nicht viel erreichen können. Es sollte aber immerhin für die technisch bessere Elf aus Westfalen zu einem knappen Siege langen. Jugendtag im D. F. B. Wie alljährlich, so hält auch dieses Jahr der Deutsche Fußball=Bund gemeinschaftlich mit der Deutschen Sportbehörde seinen Jugendtag ab. In vielen Teilen des Reiches, so auch im Gau Bochum, findet der Tag am 3. Mai statt. Der Sport der Aktiven ruht zum größten Teil; die Jugend-hat die Plätze allein. An diesem Tage sollen die Jugendlichen beider Verbände einmal vor der Oeffentlichkeit Kunde geben von ihrem Leben und Treiben. Sie sollen in großer Zahl den Tag ausfüllen mit Spiel, Sport und Kampf. Sie wollen vor allem Volke zeigen, wie die Leibesübungen stark und groß und lebendig machen und erhalten: Sie wollen unter alt und jung werben für eine vernünftige Leibeskultur, die Voraussetzung und erstes Erfordernis der deutschen Volkskraft ist. Der Sport ist der beste Apotheker; er spart Deutschland viele Millionen, bewahrt Gesundheit und Kraft und macht die Krankenhäuser leer. So geht schon heute der Ruf an alle, an alte und junge: Haltet den Tag frei für die Jugend. Freut euch mit ihr und laßt euch alle begeistern. Gaumeister Jeromin(.) auf Reitzkowski(.). Das größte Interesse wird wohl der Herausforderungskampf Jaschke(Werne 22) gegen den Landesmeister Jorewitz(„Germania") finden. Für die„Germanen“ ist dieser Kampftag gewissermaßen eine letzte Generalprobe für den am 1. Mai in Groß=Bochum stattfindenden Revanchelokalkampf mit dem Boxrin Bochum. ng 29 Der erste Kampf auswärts. Boxklub Mülheim BSV. Werne 30. Zum ersten Kampf im fremden Ring starten am Sonnabend die Boxer des BSV. Werne 30 in Mülheim, wo sie auf einen sehr starken Gegner stoßen werden. Die Werner gehen mit guten Aussichten in den Kampf, da die Mannschaft bisher ungeschlagen im DASV., dasteht und auch in diesem Treffen wiederum mit seiner stärksten Staffel antritt. Klar überlegen V. S. K. 19 Bochum— B. S. K. Bottrop 11:5. Zu seiner 12. Kleinringveranstaltung hatte sich der 2. K. 19,Gäste aus Bottrop verpflichtet, die sich durch Leute aus Dorsten verstärkt hatten. Der Kampfabend brachte harte, spannende Kämpfe. Im Gesamtergebnis blieben die Bochumer verdiente Sieger. Die Kämpfe nahmen folgenden Verlauf: Im Fliegengewicht blieb Distelrath(19) über Buger(Bottr.) Punktsieger. Der zweite Kampf dieser Gewichtsklasse sah den BochuMenne siegreich, da Kutik(Bottr.) den Kamps mer nach der ersten Runde aufgab. Den Leichtgewichtskampf bestritten Stange(19) und Blechinger(Dorsten), den Stange durch k. o. in der zweiten Runde gewann. Eine wüste Keilerei gab es im Halbschwergewicht zwischen Vienhoven(19) und Graupner(Dorsten). Unentschieden lautete das Urteil. Koch(19) traf im Bantamgewicht auf Panek(Bottr.) und konnte nur ein Unentschieden erzielen. Im Weltergewicht schlug Fischer(19) seinen Gegner Groznie(Bottr.) in der zweiten Runde k. o. Schwarz(19) konnte im Mettelgewicht gegen Sowata(Bottr.) ein schmeichelhaftes Unentschieden erzielen. Den Hauptkampf im Weltergewicht bestritt Erbsner(19) gegen den Landesmeister Adamczik(Bottr.). Erbsner(19) hatte gegen den Meister nichts zu bestellen und mußte dem Gegner den hohen Punktsieg überlassen. Schönrath—Wagener. Der Krefelder Exmeister Hans Schönrath hat für den nächsten Monat zwei gute Kampfabschlüsse getätigt, bei denen er Gelegenheit hat, den letzten schwachen Eindruck zu verwischen. Er wird zuerst am 3 Mai im Oberhausener Stadion anstelle des Franzosen Griselle gegen den Duisburger Rudi Wagener kämpfen. Wie wir gleichzeitig erfahren, soll außerdem für den 30. Mai nach dem Brüsseler Sportpalast ein Kampf des Krefelders mit dem belgischen Europameister Pierre Charles vereinbart worden sein. Die Deutschlandrundfahrt Die Liste der Teilnehmer. Zu der am 3. Mai in Rüsselsheim beginnenden Deutschland=Rundfahrt stehen jetzt alle Teilnehmer namentlich fest, nachdem Italien als seine letzten noch ausstehenden Vertreter die Fahrer Frascarelli und Piccin genannt hat. Die Liste der Bewerber hat folgende Gestalt: Deutschland: Stöpel, Siegel, Buse, Thierbach, Metze, Geyer. Belgien: Degraeve, van Brugene, Dewaele, Wauters, Martin, Decorte. Frankreich: Barthelemy, P. Magne, Neuhard, I. Bidot, Maaclair. Moineau. Italien: Dinale, Moretti, Giuntelli, Pancera. Frascarelli, Picein. Schweiz: Rufener, Antennen, W. Blattmann, Bula, Bücki, Hofer. Luxemburg: F. Frantz, P. Müller, Krier. Oesterreich: Max Bulla. Holland: I. Franssen und Valentyn. Eine schwere Aufgabe „Siegfried“ Gerthe— Horst=Emscher. Nach längerer Pause treten die Gerther wieder im heimischen Ring an die Oeffentlichkeit. Mit der Verpflichtung der Horst=Emscher haben sich die Gerther eine schwere Aufgabe gestellt, die zu lösen für sie sehr schwer sein sollte, da die Gäste über eine starke Kampfstaffel verfügen. Aber auch die Gerther verfügen über gutes Material, so daß mit harten und spannenden Kämpfen zu rechnen ist. Im Hauptkampf trifft der deutsche Meister Balschuml auf den hoffnungsvollen Gerther Schapons, der ihm den Sieg sehr schwer machen wird. Ringen .=V. Linden—. Polizei=.=V. Bochum. Die Ringermannschaft des Polizei=.=V. Bochum trägt in Linden einen Rückkampf gegen die Mannschaft des .=V. Linden aus. Bei der Gleichwertigkeit der Mannschaften wird der Ausgang des Kampfes recht knapp sein. Billardspiel Der Klubkampf zwischen.=C.„Elfenbein" und .=C.„Vorwärts“ endete mit 221 Points Vorsprung für„Vorwärts". Scheiber spielte eine sehr starke Partie gegen Schröder mit einem Durchschnitt von 9,61. Das Meisterschaftsspiel gegen.=C.„Elfenbein" und.=C. 25 konnte.=C. 25 mit 975:786 Points zu seinen Gunsten entscheiden. Den besten Durchschnitt erreichte Stadtmeister Jaworsky vom .=C. 25 mit 5. Mit Kugel und Kegel „Blau=Weiß gegen„Einigkeit“ 1674:1674 Holz. Im Kampf um den Silberpokal des Bochumer Keglerverbandes lieferten sich die alten Rivalen „Blau=Weiß" und„Einigkeit“ einen recht spannenden Kampf. Bald war die eine, bald die andere Partei um einige Holz im Vorsprung und nach der Schlußkugel lautete das seltene Ergebnis 1674:1674, also unentschieden. In diesem Falle ist die Wiederholung des Kampfes vorgesehen. In der zweiten werbung schlug„Säule" den Klub„Also doch“ mit 1674:1635. Gegen„Vereinigte" trat der Klub„Unter Uns“ nicht an. Kampflos holte„Vereinigte“ wieder die überragende Zahl von 1732 Holz. Klsitk mite W5e und Rigenesder mit 30 Hol. 9 jächsten Sonntag treffen zuso nachsen##nug, tsen zusammen„Böse, Buben, gegen„Säule“,„Unter Uns“ gegen„Blau=Weiß und „Also doch“ gegen„Einigkeit“. Der Mann, der eine Menge Geld für unnütze Kuren ausgege. ben hatte, weil er Vitamin-Kraftborn noch nicht kannte. Germanie boxt in Lütgendortmund Heute weilt die erste Boxmannschaft des KSV.„Germania“ 1910 in Lütgendortmund und trifft dort auf die Mannschaft des neugegründeten Boxclubs Dortmund=Bövinghausen. Im Hauptkampf trifft Amunder Ritterbrat born Stadttreis 1 d. Golder Geers und am Samstag zeit; ebenso Frau Maria das Fest der ph. Fünf nerchores. Männerchor Die Gründu Eisenbahnassi Vorsitzender Nach dem Te Eugen zum Klein ,wuchs bare Arbeit. ph. Tagn verein tagte mit der Still L und G. daß man ni Außenbezirker sprachen sich haltung der Dr. Ueberh aber Zweifel Er sprach da Es wurde ei tung und der schen den ei die Existenz scheid sei. ph Tagun denen Tagun Funktionäre tung des 1 Paul hielt und ihre Aus Referat setzte graphen des Stadttreis A ur Hohes Peters, Emsch 87. Geburtsta vereins bracht ur Persön! Maria Claas ur Bestand Eickel III, Boheim=Selbeck, kammer seine Prädikat„Gu #t Statistif in Wanne=Eick fälle 85(2 Ort sonen fort. 2 Die Einwohne auf 94 166, dei rungsverlust a nahme von ins Einwohnerzahl 1000 der Bevö 1000 der Bevo trug die Zahl der Sterbefäll auf das Jahr in Wanne=Eick Der im Frühj rungsverlust is zeichnen. Im sonen(47), ar Kehlkopftuberk eine erhebliche den Krankheit Vorjahres zu gebäuden betru nungen umgere mit 1 bis 3 Wo räumen 4, ins räumen. Von gemeinnützigen öffentlichen Mi Der Die sech 77. Westfäl nung noch den Präside Es wur chenen DebDortmunder Fiserbggberel.291. Vert: Kilan Schreiber, Bochum, Bdlowetr. 24. T. 69060 A. Wrede, Bochum-Weitmar, Kart Priedrichstr. 22, f. 66804 april 1931! kowski(.). tusforderungsLandesmeister die„Germam eine letzte =Bochum stattBorring 29 Zum ersten Sonnabend die m, wo sie auf Die Werner da die Mannsteht und auch ärksten Staffel ottrop 11:5. hatte sich der t, die sich durch r Kampfabend GesamtergebDie Kämpfe engewicht blieb ) P u n k t s i e g e r. ab den Bochu.) den Kampf Leichtgewichtsechinger(Dorten Runde geHalbschwergeraupner(DorKoch(19) traf ind konnte nur jewicht schlug Bottr.) in der nte im Mettel. ichelhaftes UnWeltergewicht Landesmeister itte gegen den m Gegner den nrath hat pfabschlüsse geletzten schwaerst am 3 Mai Franzosen Grigener kämpaußerdem für last ein Kampf Europameister sein. hrt am 3. Mai in undfahrt stehen ichdem Italien eter die Fahrer e Liste der Beand: Stöpel, Belgien: uters, Martin, P. Magne, Italien: eascarelli, PicV. Blattmann, F. Frantz, P. Holland: Se. nscher. ther wieder im Mit der Verie Gerther eine sie sehr schwer ampfstaffel veriber gutes Main Kämpfen zu seutsche Meister Herther Schaichen wird. um. Die Rini trägt in Linannschaft des keit der Mannecht knapp sein. fenbein" und nts Vorsprung hr starke Partie von 9,61. C.„Elfenmit 975:786 1. Den besten worsky vom 674 Holz. s Bochumer lten Rivalen einen recht bald die aning und nach bis 1674:1674, die Wiederzweiten Bel s o d o c h trat der s holte„Vern 1732 Holz. dieses Klubs n Siegesausdorf mit 354, Holz.— Böse Buben“ au=Weiß und lann, ine Menge für unnütze ausgegeitte, weil er -Kraftborn licht kannte. 9l.-O. 24, f. 69060 22, f. 66804 Aus dem Nachbargebiet stadttreis Wattenscheid d. Goldene Hochzeiten. „Schreinermeister Heinrich Geers und Frau Elisabeth, geborene Tüchter, feiern am Samstag, 25. April, das Fest der goldenen Hochzeit; ebenso begehen die Eheleute Burmann und Frau Maria, geborene Voß, am Sonntag, 26. April, das Fest der goldenen Hochzeit. ph. Fünfjähriges Bestehen des evangelischen Männerchores. Am Donnerstag konnte der evangelische Männerchor auf sein fünfjähriges Bestehen zurückblicken. Die Gründung nahm Steiger Konrad Klein vor. Eisenbahnassistent Hermann Müller wurde erster Vorsitzender und Konrad Klein musikalischer Leiter. Nach dem Tode des Letzteren gewann man dessen Sohn Eugen zum Dirigenten. Unter der Leitung von Kurt Klein wuchs der Chor auf 50 Sänger und leistete achtbare Arbeit. ph. Tagung des Verkehrsvereins. Der Verkehrsverein tagte im Zentralhof und befaßte sich eingehend mit der Stillegung der kommunalen Straßenbahnlinien L und G. Es ergab sich die einstimmige Auffassung, daß man nicht auf die Verkehrsverbindung mit den Außenbezirken verzichten will. In der Aussprache sprachen sich alle für die unbedingt notwendige Beibehaltung der Verkehrsmittel aus. Oberbürgermeister Dr. Ueberhorst nahm die Wünsche entgegen, hegte aber Zweifel an der Beibehaltung der beiden Linien. Er sprach dann über einen eventuellen Autobusverkehr. Es wurde eine Entschließung gefaßt, daß die Erhaltung und der Ausbau der Verkehrsverbindungen zwischen den einzelnen Stadtteilen Grundbedingung für die Existenz und die Entwicklung der Stadt Wattenscheid sei. ph Tagung des Mietervereins. Zu der stattgefundenen Tagung hatten sich die Mieter wie auch sämtliche Funktionäre der Ortsgruppe eingefunden unter Leitung des Vorsitzenden Henschel. Geschäftsführer Paul hielt einen Vortrag über„Die Notverordnung und ihre Auswirkung für die Mieterschaft". Nach dem Referat setzte eine Debatte ein über verschiedene Paragraphen des Mieterschutzgesetzes. Stadttreis Wanne-Eicke! ur Hohes Alter. Gestern feierte der Invalide Karl Peters, Emscherstraße 165, in großer Rüstigkeit seinen 87. Geburtstag. Die Sanger des Evangelischen Arbeitervereins brachten dem Jubilar ein Ständchen. ur Persönliches. Die Lehrerinnen Maria König und Maria Claas feierten ihr 25jähriges Dienstjubiläum. ur Bestandene Prüfung. Heinrich Bree, WanneEickel III, Bochumer Straße 186, zuletzt tätig in Mülheim=Selbeck, bestand vor der Düsseldorfer Handwerkskammer seine Meisterprüfung im Bäckergewerbe mit dem Prädikat„Gut“. tt Statistisches aus Wanne=Eickel. Im März betrug in Wanne=Eickel die Zahl der Geburten 155, der Sterbefälle 85(2 Ortsfremde). Es zogen 576 zu und 677 Personen fort. Die Zahl der Eheschließungen betrug 48. Die Einwohnerzahl belief sich zu Anfang des Monats auf 94 166, der Geburtenüberschuß auf 72, der Wanderungsverlust auf 101, so daß sich eine Bevölkerungsabnahme von insgesamt 29 ergab und dementsprechend die Einwohnerzahl am Ende des Monats 94 137 betrug. Auf 1000 der Bevölkerung und auf das Jahr berechnet betrug die Zahl der Lebendgeburten 19.75 und die Zahl der Sterbefälle 10,83. Auf 1000 der Bevölkerung und auf das Jahr berechnet beträgt der Geburtenüberschuß in Wanne=Eickel 9,18 und der Wanderungsverlust 12,87. Der im Frühjahr jeden Jahres festzustellende Wanderungsverlust ist auch bereits in diesem Monat zu verzeichnen. Im März erkrankten an Diphtherie 27 Personen(47), an Scharlach 10(13), an Lungen= bezw. Kehlkopftuberkulose 14(). Auch in diesem Monat ist eine erhebliche Besserung an meldepflichtigen ansteckenden Krankheiten gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres zu verzeichnen.— Der Zugang an Wohngebäuden betrug im März 7. Auf die Zahl der Wohnungen umgerechnet beträgt der Zugang bei Wohnungen mit 1 bis 8 Wohnräumen 33 und bei 4 und mehr Wohnräumen 4, insgesamt 37 Wohnungen mit 104 Wohnräumen. Von diesen Neubauten wurden 6 Gebäude von gemeinnützigen Bauvereinigungen mit Unterstützung aus öffentlichen Mitteln gebaut. Ein Wohnhaus wurde von einem privaten Bauherrn ohne öffentliche Mittel errichtet. ur Kommt ein Boykott des Wanner Schlachthofes? Seit geraumer Zeit führen die Wanner Metzger einen energischen Kampf um die Herabsetzung der Schlachthofgebühren. Die Metzger hielten eine Versammlung ab, in der eingehend zu dieser Frage Stellung genommen wurde. Beschlossen wurde, noch einmal bei der Stadtverwaltung wegen Herabsetzung der Gebühren vorstellig zu werden. Sollte die Stadtverwaltung weiterhin auf ihrem ablehnenden Standpunkt verharren, so will man dem Schlachthof den Boykott erklären und auswärts schlachten. n.„Verkehrserziehung und=Disziplin“. Um die Gründung einer Verkehrswacht vorzubereiten, veranstaltete die Arbeitsgemeinschaft für Verkehrserziehung in der Eickeler Marienschule eine Werbetagung. Lehrer Schwittmann begrüßte die Gäste. Als Redner war Dr. Berthold(Berlin) erschienen. Er brachte in einem eingehenden Referat die vielen Anlässe, die die Notwendigkeit einer Verkehrswachtgründung erhärteten, zum Ausdruck. Dann wurden zwei Filme gezeigt, die beide die vielen Gefahren der Straße illustrierten und Wege wiesen, wie durch gemeinsame Arbeit auf diesem Gebiete die Unfallverminderung erreicht werden kann. ur Evangelische Frauenhilfe Röhlinghausen. Unter dem Vorsitz und Leitung von Pfarrer Tigges hielt der Nordbezirk der nunmehr aufgeteilten evangelischen Frauenhilfe Röhlinghausen im Gemeindehause eine Versammtung ab. Jeder Bezirksverein erhält einen eigenen Chor. Die Monatsversammlungen finden alle 14 Tage Mittwochs im Gemeindehause statt und zwar die nächste am 6. Mai. n. Ostpreußens Frauen gegen den Bolschewismus. Die drei Eickeler Frauenhilfen hatten Donnerstag im Gemeindehaus eine stark besuchte Veranstaltung, die von Pfarrer Beckmann mit Begrüßungsworten eingeleitet wurde. Frl. Luise Kalweit aus Berlin hielt einen Vortrag über„Die evangelische Frauenhilfe in Ostpreußen als Bollwerk gegen den Bolschewismus". Dann folgte eine Bilderreihe die sich mit der Frauenhilfsarbeit in Ostpreußen befaßte. ur Geisteskranker wütet in der Kirche. Zu einem aufregenden Zwischenfall kam es in der katholischen Josephskirche in Wanne=Süd. Ein kürzlich aus einer Nervenheilanstalt entlassener Mann erlitt plötzlich in einem Anfall geistiger Umnachtung einen Tobsuchtsanfall und stürzte sich auf den Altar. Ehe er die Kerzenständer und andere Gegenstände erfassen konnte, wurde er vom Küster überwältigt. Die Polizei nahm den Mann in Schutzhaft. * Auf der Straße angegriffen. Am 23. April, gegen 1 Uhr, hatte ein Verwaltungsanwärter mit einem ihm unbekannten Manne in einer Wirtschaft einen Wortwechsel. Als er darauf das Lokal verließ, wurde er von mehreren ihm unbekannten Personen in der Nähe der Wirtschaft angegriffen und mit Fäusten geschlagen, wobei er zu Boden fiel und verletzt wurde. * Mit einer Autokurbel verletzt. Am 23. April, gegen 23.35 Uhr, wurde ein Arbeiter im Verlaufe eines Streites vor der Wirtschaft Feldmann von einem Holzhändler mit einer Autokurbel auf den Kopf geschlagen. Er trug Verletzungen davon und mußte einen Arzt aufsuchen. Der Täter wurde zur Feststellung seiner Personalien vorläufig festgenommen. Siadttreis Castrop-Rauxe! .. s# Anklage wegen versuchten Mordes. Gegen den 24jährigen Arbeiter Herbert Schiemann, der am Abend des 23. Februar unter der Unterführung der Emschertalbahn auf der Bladenhorster Straße die Familie des Bergmanns Max Herndörfer, Mann, Frau und Kind, überfiel und mit einem Schrothammer niederschlug, ist Anklage wegen versuchten Mordes erhoben worden. Sch. leugnet übrigens immer noch die Tat, obwohl er einwandfrei überfuhrt worden ist. Aus dem Gerichtssaut Reichstagsabgeordneter Wagner(Bochum) verurteilt § Mülheim(Ruhr), 24. April. Das Erweiterte Schöffengericht verurteilte heute den nationalsozialistischen Reichstagsabgeordneten und Lehrer Josef Wagner aus Bochum wegen verleumderischer Beleidigung zu einer Geldstrafe von 350 Reichsmarrk. Im November und Dezember waren in der von ihm verantwortlich gezeichneten Zeitung„Die neue Front“ in Essen zwwei Artikel erschienen, die die allerschwersten Beleidigungen gegen einen Staatsanwaltschaftsrat, einen Direktor des Barmer Bankvereins und einen Rechtsanwalt in Mülheim enthielten, die sich im Verlauf des Konkursverfahrens gegen den Lederfabrikanten Monning aus Mülheim strafrechtlich vergangen haben sollten. Monning hatte selbst diese unwahren Informationen gegeben, hielt sich dann aber lange Zeit verborgen und wurde nach seiner Verhaftung im März zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt, nachdem er die Erklärung abgegeben hatte, daß alle Anschuldigungen grundlos seien. Eine verhänguisvolle Motorfahrt Jur. Wanne=Eickel, 24. April. Zum zweiten Male i hat bereits zwei Menschen das Leben gekostet. Der jetzt zur Beurteilung stehende Fall ereignete sich am 22. Mai vorigen Jahres. Der Angeklagte befand sich nach reichlichem Alkoholgenuß auf einer Vergnugungsfahrt nach Erle. Auf der RückFahrt nahm er den Bergmann Polnowski und den Metzger Neumann mit. In einer Wegeskurve überschlug sich das Fahrzeug. Das Benzin entströmte dem Behälter und ergoß sich brennend über die beiden Mitfahrer. Der Bergmann P. wurde als Leiche unter dem Fahrzeug hervorgezogen. Wahrend der Angeklagte in der ersten Verhandlung einen Freispruch erzielte, wurde er in der Berufungsverhandlung zu einer Gefangnisstrafe von sechs Monaten verurteilt. Das Urteil im Gladbacher Versicherungsbetrugsprozeß § Gladbach=Rheydt, 24. April. Nach mehr als viereinhalbstündiger Beratung fällte das Landgericht im Versicherungsbetrugsprozeß folgendes Urteil: August Robertz wird wegen Meineides, Betruges und Betrugsversuchs zu fünf Jahren Gefängnis und drei Jahren Ehrverlust, Bernhard Robertz wegen Betruges und Betrugsversuches zu zwei Jahren Gefängnis, Frau Növer zu acht Monaten Gefängnis und die Angeklagten Heinrich Feller. Otto Kuppers und Josef Pötter zu je drei Monaten Gefängnis verurteilt. Die übrigen Angeklagten werden mangels Beweise freigesprochen. August Robertz wird ein Jahr der erlittenen Untersuchungshaft angerechnet, bei Feller und Pötter gilt die Strafe als durch die Unterverbußt. Die Bestrafung der Angeklagten Növer, Feller und Kuppers erfolgt wegen Betruges bzw. Betrugsversuches. Tn etelnn Ausranft: Mündliche Auskunft nur nachmittags (außer Samstags) von 4 bis 5 Uhr in unserer Redaktion. Stadttreis Witten * Verausgabung von Falschgeld. In einem Metzgerladen auf der Hauptstraße versuchte am 22. April ein Mann ein falches=Mark=Stück in Zahlung zu geben. Die Frau des Metzgermeisters erkannte die Fälschung und wies die Annahme zurück. Der Verausgeber des Geldstückes erklärte, das=Mark=Stück soeben von einem Straßenbahnschaffner beim Wechseln eines 10=MarkScheines erhalten zu haben. Trotzdem er nun wußte, daß das Geld falsch war, versuchte er es in zwei anderen Geschäften ebenfalls an den Mann zu bringen, was ihm aber nicht glückte. Die Metzgersfrau hatte ihn im Auge behalten und ließ ihn durch einen Beamten festnehmen und der Kriminalpolizei zuführen. Weitere Falschstücke trug er nicht bei sich, und es sind auch bei der in seiner Wohnung in Bochum vorgenommenen Durchsuchung keine gefunden worden. Dei Gesamthaushanspian ungeneinnnen Die Schlußsitzung des 77. Westfälischen Provinziallandtages Die Inanspruchnahme des Provinzialverbandes aus der Bürgschaft für die Saatgutkredite 1924 /25 erläuterte Münster, 24. April. Die sechste Vollsitzung und zugleich Schlußsitzung des 77. Westfälischen Provinziallandtages, deren Tagesordnung noch 18 Punkte vorsah, wurde um 10.20 Uhr durch den Präsidenten Hamm eröffnet. Es wurde zunächst zu der am Donnerstag abgebrochenen Debatte, betr. Kürzung der Diäten um 20 Prozent, ebgestimmt. Diese sollen ab 1. Mai um 20 Prozent veravgesetzt werden. Der Aeltestenausschuß hatte beschlossen, für jede Redezeit fünf Minuten festzusetzen, die sich auf die einzelnen Punkte der Tagesordnung beziehen. ..4 Haushaltsplan„der algemeinen Wohfahrts. ge ergreift die Abg. Frau Hoffmann=Bochum Nc. V..) das Wort. Sie hebt die Bedeutung der Lätigkeit der katholischen und evangelischen Schwestern hervor. Der Haushaltsplan der allgemeinen Wohlfahrtspflege wird daraufhin angenommen. Bei dem folgenden Punkt, der das Arbeitshaus Benninghausen und die Trinkerheilstätte Westhof betrifft, ergeht sich der kommunistische Abgeordnete Zahneisen (Narl) in beleidigende Aeußerungen über das Pflegekersonal. Er wird daraufhin dreimal zur Ordnung gekufen. Als er trotzdem das Rednerpult nicht verläßt wird er für die Sitzung ausgeschlossen. Die Sitzung muß zehn Minuten unterbrochen werden, da Zahneisen weigert, den Saal zu verlassen. Der nächste Punkt über die Frauenklinik in Padervorn und Bochum wird ohne Aussprache erledigt. Der Haushaltsplan der Landeskultur wird zusammen beraten mit einem Antrag auf Genehmigung außerZemtrtichgsenn it“ in Höhe von 345000 Mark und ein Lüdinabauss Ausban der Stever durch die Stadt genamme#: Der Haushaltsplan wird schließlich anzrugmmen, ebenso die Vorlage über den Ausbau der Kreisen Paderborn, Wiedenbrück, Warendorf und Münster. bezernenfen Zuhorn weist auf die vom Kulturder Provinz zusammengestellte Rundfunknächsf“srräh:„Der Raum Westfalen" hin. In der dembiggrapbiz misguge.#heinisch=westfälischen Wirtschaftsaud##e wurden neven den großen Wirtschaftsführern Band se großen Arbeiterführer, so z. B. in dem ersten hande1. Lebensbild des Bergarbeiterführers Hue, bemindelt werden. Abg. Raestrup= Oelde(Zentrum) als Berichterstatter dahin, daß es sich um einen zwischen der Provinz und der landwirtschaftlichen Zentralkasse abgeschlossenen Vergleich handelt, um einen kostspieligen und langwierigen Prozeß zu verhindern. Es sei bei dem Uebergang auf die Verbraucher ein Verlust von 1 Million entstanden. Die landwirtschaftliche Zentralkasse treffe keine Schuld an diesem Verlust. Der Vergleichsvorschlag geht dahin, daß der Staat 430 000, der Oberpräsident aus besonderen Mitteln 100 000, die Provinz 165 000 und die landwirtschaftliche Zentralkasse den Rest von 262000 Mark übernehmen. Der Vergleich wird beschlossen. Zum Gesamthaushaltsplan verweist der Berichterstatter, Abg. Raestrup, darauf, daß die Provinzialumlage 6,6 Millionen Mark betrage und um 0,6 niedriger ist als im Vorjahre. Sie betrage 6,36 Prozent. Bei der Beratung wurde auf einen Beschluß des Haushaltsausschusses hingewiesen, in den nächsten drei Jahren bei freiwerdenden Stellen zu prüfen, ob eine Wiederbesetzung notwendig ist. Der Gesamthaushaltsplan wird angenommen. Der Abgeordnete Adler=Ahlen(Komm.) protestiert noch einmal gegen die Geschäftsordnung und erklärt, daß er zur Bekräftigung des Protestes gegen die Geschäftsordnung mit seiner Fraktion den Saal verlassen würde. Hierauf verlassen die Kommunisten geschlossen den Saal. Eine Entschließung der soziäldemokratischen Fraktion zur Behebung der Arbeitslosigkeit wird angenommen. Nach Erledigung kleinerer Vorlagen ist die Tagesordnung erledigt. Der Präsident gibt noch einen Ueberblick über die Arbeit der Provinz in den letzten Jahren unter Führung des Landeshauptmanns Dieckmann. In der Wiederwahl des Landeshauptmanns könne man ein Vertrauensvotum erblicken, wie es in so starker Weise wenigen Beamten zuteil werde. Oberpräsident Gronowski betonte in seinem Schlußwort, wie der Geist Steins die Abgeordneten im Anfang der Tagung begleitete, so möchten sie auch im Sinne Steins Dienst am Volke tun. Die Wiederwahl des Landeshauptmanns begrüße er nicht nur persönlich, sondern auch amtlich, weil dadurch eine reibungslose Zusammenarbeit zwischen Staatsregierung und Provinzialverwaltung gesichert sei. Damit war der 77. Westfalische Provinziallandtag gegen 8 Uhr beendet. F. 100. Ob der Frau eine Badekur bewilligt wird, ist sehr fraglich. Die Frau ist doch gar nicht versichert, sondern Versicherter sind doch Sie selbst. Ihnen kann bewilligt werden. Bei der Ortskrankenkasse sind allwöchentlich Sprechstunden der Angestelltenversicherung, diese wollen Sie bitte besuchen, Sie erhalten dort durch die Vertrauensmänner der AV. jede gewünschte Auskunft. Feuerversicherung. Anfragen ohne Unterschrift und Adressenangabe können im Briefkasten nicht beantwortet werden. „ Frl. M. P. Es wird empfohlen, bei Pickeln dreimal taglich Gesichtsbäder mit heißem Wasser, noch besser mit aufgebrühten Kamillen und einem Schwamm oder feuchtem Tuch zu machen. Danach kalt waschen. Vielleicht trinken Sie auch ein bis zwei Monate einen Blutreinigungstee. R. Bl. Die männliche Hauptrolle in dem„Film „Frau im Mond“ spielt Gustav Fröhlich. K. Infolge der Entwertung ist gegen die Gesellschaft im Prozeßwege u. E. nichts anzufangen. würden wir raten, die Police durch einen Rechtsanwalt dahin prüfen zu lassen, ob nicht eine Auszahlung im Jahre 1982 zu erreichen wäre. Viel Aussicht besteht jedoch kaum. jungen Leute können als Untermieter Ihres Mieters angesprochen werden. Die Untervermietung haben Sie stillschweigend geduldet und waren somit einverstanden. Einen Anspruch auf Herausgabe der Räume hätten Sie nur im ersten halben Jahre nach Einzug des Mannes geltend machen können und auch nur dann mit sicherem Erfolge, wenn nicht der junge Mann ein Verwandter Ihres Mieters gewesen wärc. Nach herrschender Rechtsprechung ist nämlich in der Aufnahme von Schwiegerkindern eine unerlaubte Raumbelassung an dritte nicht zu erblicken. Sie hätten sich im Herbst 1928 für die ausdrückliche Erlaubniserteilung Untervermietung eine monatliche Vergütung für Mehrabnutzung der Wohnung versprechen lassen sollen. Erhöhte Miete können Sie nicht verlangen. Das Gesetz kennt keine Verpflichtung zu erhohter Mietzahlung im Falle der Untervermietung. H. Bochum. Nach Ihrer Angabe ist die in kinderloser Ehe lebende Frau nach dem Tode ihres Ehemannes als Eigentümerin des Grundbesitzes im Grundbuche eingetragen worden. Wenn das stimmt, dann sind Ihre Fragen hinfällig, denn nach dem Gesetze ist derjenige Eigentümer eines Grundstücks, der als solcher im Grundbuche eingetragen steht, ihm steht die Verwaltung und Nutznießung zu. Unverstandlich sind dann die angeblichen Ansprüche und Wünsche der Eltern des Verstorbenen. Die Frau hätte im Grundbuch nicht eintragen werden können, wenn sie ihr Eigentumsrecht nicht durch Erbschein oder Uebertragsvertrag hätte nachweisen können. Wir empfehlen Einsichtnahme in die Grundakten. Liegt ein Testament des Verstorbenen vor, in dem die Eltern übergangen sind, dann können diese einen Pflichtteilsanspruch in Geld gegen die Witwe geltend machen, und zwar in Höhe von einem Viertel des Nachlasses des Verstorbenen; Hausrat, Schmucksachen, Hochzeitsgeschenke gehören der Witwe vorweg. " Fr. L. Sch. Nach§ 13531 BGB. sind die Ehegatten einander zur ehelichen Lebensgemeinschaft verpflichtet. Nur wenn a) das Verlangen eines Ehegattee nach Herstellung der Gemeinschaft sich als Mißbrauch seines Rechts darstellt, oder d) wenn der andere Ehegatte berechtigt ist, auf Scheidung zu klagen, kann die Lebensgemeinschaft verweigert werden, und ist der Ehegatte verpflichtet den anderen Ehegatten auch außerhalb der ehelichen Gemeinschaft zu unterhalten. Liegen diese Fälle nicht vor, dann ist ein Ehegatte u. E. nicht verpflichtet, den anderen ohne Grund außerhalb der ehelichen Lebensgemeinschaft lebenden Ehegatten zu unterhalten. Er kann Herstellung der Gemeinschaft verlangen. Da in Ihrem Falle die Scheidungsklage abgewiesen ist — entfällt damit, unter den genannten Umständen, die Unterhaltspflicht ganz— bis die Lebensgemeinschaft wieder hergestellt ist. K. W. Diebstahl kann gar nicht in Betracht kommen, weil die Sachen übergeben sind— der Empfänger sie also nicht rechtswidrig genommen hat. U. E. steht Ihnen zunächst nur die Zivilprozeßklage auf Herausgabe der Sachen zur Verfügung. Sollte sich nachher herausstellen, daß der Empfänger die noch fehlenden Stücke für sich verbraucht oder sie veräußert hat— dann läge eine Unterschlagung vor—§ 246.St..., die von der Staatsanwaltschaft von amtswegen, auf Anzeige verfolgt wird. wäre und Sie ihn zur Hauptsache unterstützen müßten. Im ührigen, ist eine Ermäßigung für Ihre Geschwister die Eintragung auf der Steuerkarte Ihres Vaters 3½ Frreichen, Kinder, die über 18 Jahre. aber unsie sich nach znen dort berücksichtigt werden, wenn och in per Berufsausbildung befinden und ohne Einkommen sind. Eine dahingehende Berichtigung der Steuerkarte müßte beim hiesigen Magistrat(Gummertshof. Zimmer Nr. 12) erfolgen. fraglichen zehn Reichsmark sind nicht sePn. 6. Frinkgeld, sondern als Einkommen anzu#n, gu sie dauernd für bestimmte Arbeit gezahlt werIst durch die Zurechnung dieses Betrages eine höhere Klasse erreicht, so sind auch die Leistungen für viese höhere Klasse zu entrichten. ##., Werne. Da Pachtvertrag vorliegt, besteht kein Wohnungsschutz ohne weiteres. Sie tun gut, Ihre Veridikat in Bochum prüfen zu lassen. Ds, nsr5, Heses über Schankerlaubnisse und Pachtverrratt„ 1000 mit zu berücksichtigen. K. T. 100v. In Ihrem Falle wird wohl nichts zu machen sein. Einsprüche gegen untertarifliche Entlohnung sind bei tariflich festgelegten Lohneinspruchsfristen nach einer neuen Entscheidung des Reichsarbeitsgerichts R a. 6. 864)gieser Fristen zulässig und wirksam. Th. K. Nichtkleben von Angestellten=Versicherungsmarren macht den Arbeitgeber dem Angestellten gegendann haftbar, wenn er durch ausdrückliche oder stillschweigende Abrede die Klebepflicht übernommen hat. Eine solche vertragliche Verpflichtung wird stillschweigend dann begründet, wenn der Arbeitgeber die Anorddaß sämtliche Versicherungskarten seiner Angestellten einer Bürokraft ausgehändigt werven, weiche die Marken zu kleben und die vollen Karten umzutauschen hat.(III 267/30.) K. Eulenb. 1. Bei freiwilliger Arbeitsaufgabe haben Sie Sause verrfrist, vog, sechs, Bochen Falls die Lage des Faues eine milde Heurtentung rechtfertigt, kann die Sperrfrist auf drei Wochen abgekürzt werden. 2. Krankheitstage können auf die Sperrfrist nicht angerechnet werden. 3. Die Feierschichten werden bei der Berechnung der Unterstützung berücksichtigt. Es wird der ezug zugrundegelegt, den Sie bei normaler Arbeitszeit erreichen würden. H. T. Die blaue Farbe läßt sich gar nicht wieder beseitigen. Sie müssen sich wegen der blauen Stücke am besten an den Verkäufer wenden, der sie an die Fabrik zurückreichen wird. Wegen der Wildlederjacke raten wir zu keiner Selbstbehandlung, ein solches Stück geben Sie am besten in eine Anstalt, die fachgemäß vorgehen kann. Ob mit Erfolg, bleibt ebenfalls fraglich. J. Str. Ausgaben von Steuerpflichtigen, welche die Ausbildungskosten von Geschwistern tragen, können zu außerordentlichen Belastungen im Sinne Paragraph 56 des Einkommensteuergesetzes führen. Da Sie gesetzlich nicht verpflichtet sind, derartige Kosten für Ihre Geschwister zu übernehmen, würde in Ihrem Falle eine Ermäßigung der Einkommensteuer erst dann in Frage kommen, wenn Ihr Vater ohne ausreichenden Verdienst Vom Büchertisch Brockhaus. Band 8 . Der neue Band umfaßt alle Stichwörter, die mit dem Buchstaben H beginnen, und wir finden eine große Anzahl von Artikeln, die unsere besondere Aufmerksamkeit beanspruchen dürfen. Auf eine andere wichtige Eigenschaft des„Großen Brockhaus“ sollte immer von neuen, hingewiesen werden: die unbestechliche Sachkeit, mit der er über alle Dinge berichtet, die für den wenschen von heute von Wichtigkeit sind. Dies trifft ger allem in politischer und konfessioneller Hinsicht zu. verlag schrieb dazu einmal:„Der Große Brockhaus will keiner Partei dienen, er will nicht richten, sondern berichten. Strittige Ansichten, deren ja zur Genuge vorhanden sind, werden nicht so oder so entschieden. sondern unbefangen nebeneinander gebucht.“ In welch hohem Maße dieses Ziel erreicht wurde, das zeigen die vorliegenden acht Bände, und der selbständig denkende Mensch, der gewöhnt ist, Anschauungen und Meinungen zicht unbesehen zu übernehmen, sondern sich selbst sein a zu hilden, kann mit Genugtuung feststellen, daß eine Sieut, giht, die ihm in vorurteilsfreier und objertiver Weise die Unterlagen hierzu vermittelt. * deutschen Gesellschaft, das Handbuch der Persönlichkeiten in Wort und Bild. Der deutsche Wirtschaftsveriag, Aktiengesellschaft, Berlin §. 8, bringt soeben dieses groß angelegte Nachschlageveraus. Das Reichshandbuch der deutschen Gesellschaft soll ein Spiegelbild des gesamten deutschen öffentlichen Lebens sein, eine Sammlung von Portraits und zugleich, ein Führer durch die deutsche Gesellschaft. In art als Nachschlagewerk bringt diese Sammlung etwas ganz Neues. Ihm geht es nicht darum, zu spezialisieren, sondern die Persönlichkeiten aus der Politik, der Wirtschaft, der Wissenschaft, der Kunst, dem Heerwesen, dem öffentlichen Leben in jeder Form gleichermaßen zu erfassen und diese Auswahl so zu gestalten, daß ein möglichst vollkommenes Gesamtbild der in Jeutschlgns, wirksam aufbauenden oder sonst schöpfeumafte entstehen konnte. In seiner Vielseitigreit uvertrifft dieses Werk alle Nachschlagebücher ähn: licher Art, weil es sich bewußt vom Adreßbuchstil fernhält und die einzelnen Geographien in flüssiger Darstellung bringt. Dabei wird nicht allein Familien= geschichte sehr gewissenhaft betrieben, sondern auch das Werden und Wachsen wirtschaftlicher und anderer Unternehmen findet weitgebende Berücksichtigung, so daß die einzelnen Persönlichkeiten vielfach unmittelbar aus ihrem Lebenswerk heraus geschildert sind und das Lexikon zugleich auch als eine, wenn auch zerstreut dargebotene deutsche Wirtschaftsgeschichte angesprochen werden kann. Eine ausgezeichnete Illustrierung gibt dem Ganzen einen hervorragend repräsentativen Charakter. A heilt Magen-, Darm-, Leber-, Gallenleiden, Gicht. Rheuma, Frauenkrankheiten. AUSKUNET KOSTEMOS-WASSERPERSAN DA STAIN. B40E-U. BRUNNRE WERWALNNG VERBILLIGTE PAUSCHALKUREN: C * Zeppelin- heioen im Weirkrieg e „„, dn Sedel Die Marineluftschiffer, erzählt Korvettenkapitän Dietrich, hatten den schönen Satz geprägt:„Die Dummen fahren zur See, die ganz Dummen im Winter, und die Verrückten im Winter in der Luft.“ Es war natürlich ein Ulkwort, entstanden in einer jener TrallStimmungen, die man ab und zu nach den Anstrengungen der Fahrten brauchte. Wenn man 20 Stunden lung in 3000 oder in 6000 Meter Höhe dem Tode ins Auge gesehen hatte, dann verlangten die Lebensgeister ihr Recht. Dann mußten sich die Nerven einmal in gutmütigem oder grimmigem Humor erlösen. Winker im Juni Die Luftfahrt im Winter—, ganz gewiß, das war kein Vergnügen. Da konkten einem die Arme am Leib festfrieren. Aber letzten Endes war in großen Höhen auch im Sommer für uns— Winter. Sobald man über 5000 Meter kam, zeigte das Thermometer selbst im Hochsommer 25 oder 30 Grad unter Null. Im Gegenteil: Angriffsfahrten waren im Sommer vielleicht noch unangenehmer als im Winter. Man machte da phantastische Temperaturunterschiede durch. Und es kam noch hinzu: die Nächte sind verdammt kurz. Wir konnten erst spät die englische Küste überfliegen und mußten bei Tagesanbruch nach Möglichkeit schon wieder über der Nordsee sein, auf dem Heimweg. Die englische Abwehr, namentlich das Fliegerkorps, war höllisch auf dem Posten. Ich entsinne mich noch deutlich des berühmten Angriffs in der Nacht vom 16. Juni 1917. Das war eine böse Sache. Vorsicht! Der Befehl des Führers der Luftschiffe lautete: „Angriff England=Süd“. Um drei Uhr nachmittags stiegen wir in Nordholz auf. Schon nach dem Ueberfliegen der deutschen Küste wurden unsere Bomben durch Einschrauben der Zünder scharf gemacht. Wir mußten über der Nordsee mit Ueberraschungen rechnen. Erst kürzlich waren zwei Luftschiffe bei der Aufklärung abgeschossen. Die englische Fliegersperre lag bei Terschelling. Langsam entschwanden auf westlichem Kurs die Nordfriesischen Inseln. Jetzt stehen wir ungefähr in der Gegend, in der die Tätigkeit der englischen Flieger beginnt. Angestrengt sucht das Ange die unendliche Weite des Meeres ab. Es flimmert uns vor den Augen—, aber das hilft nichts. Wir müssen mächtig aufpassen. Auf weite Entfernungen sehen die Flugzeuge wie Möwen aus. Da hat schon mancher sich verhängnisvoll geirrt. Es gilt für uns, rechtzeitig die einzige Abwehr, die wir gegen Fliegerangriffe haben, auszunutzen: die Höhe. Querab Terschelling sind wir schon auf 5000 Meter. Der Sommer liegt tief unter uns. Wir fahren durch dünne Luft und eisige Kälte. Bei der Abfahrt hatten wir 30 Grad Wärme, jetzt, nach sechs Stunden, haben wir 30 Grad Kälte. Im Abenddämmer kommt die englische Küste in Sicht. Aber es ist immer noch zu hell, um landeinwärts zu fahren. Wir müssen noch einmal von der Küste ablaufen und völlige Dunkelheit abwarten. Schwarz ist die Farbe der Nacht, schwarz ist die Farbe unseres Schiffes. Jedermann an Bord des L 42 weiß, daß es um ein großes Abenteuer geht, wieder einmal. Jedermann weiß, daß die nächsten paar Stunden uns einen kleinen, winzigen Brandschuß bringen können, der aus dem Schiff eine fallende Fackel macht... Schluß, wir haben keine Zeit, daran zu denken. Wir stehen jetzt allein am Himmel, die anderen Schiffe haben wir aus Sicht verloren. Die Themseufer als Wegweiser Es ist Nacht geworden. Wir steuern die Themse an. Ueber England stehen starke Gewitter. Wir müssen hindurch. Die Wolken gießen Blitze aus wie einen Feuerregen. Heftige Hagelböen erschüttern das Schiff, aber wir haben Glück: wir durchstoßen das Gewitter, ohne daß uns etwas passiert. Plötzlich hat sich die Windrichtung geändert. Wir kämpfen uns langsam gegen den Wind vorwärts. Trotz der Dunkelheit hebt sich die Küste deutlich als silberweißer Streifen ab. Die Brandung schimmert wie eine helle Phosphorschlange. Sonst ist alles Finsternis da unten. Nur die Brandung und der Lauf der Themse lassen sich nicht abblenden. Die Themse ist unser Wegweiser nach London. Der heulende Sturm läßt uns fast auf der Stelle treten. Wir kommen kaum vorwärts. Die Motoren entwickeln in der dünnen Höhenluft kaum die Hälfte ihrer Kraft. Reicht unsere Zeit noch bis London? Sie reicht nicht mehr. Wir sind nahe an der kürzesten Nacht des Jahres, wir müssen uns beeilen. „Klar Schiff zum Gesechl“. Dicht vor uns liegt der gewaltige Marinehafen Dover mit seinen Docks, Werften und Befestigungen. Wir werden nach Dover fahren. Vereinzelt senden Scheinwerfer einen Lichtschuß in den Himmel. Der Sturm in der Höhe hat unser Aufdrehen zum Angriff verzögert. Es wird bald 3 Uhr früh sein. Für uns die höchste Zeit. Schrill klingeln die Maschinentelegraphen durch das ganze Schiff den Befehl zum Angriff:„Alle Maschinen äußerste Kraft voraus, klar Schiff zum Gefecht!"„Bombenklappen auf!" Jetzt ist die Hölle zwischen Himmel und Erde los. Mit glühenden Auspufftöpfen kämpft das Schiff seinen Weg zum Ziel durch Scheinwerferblitze, durch das Toben der Schrappnells und Brandgeschosse. Einige Leute an Bord waren vorübergehend, unter dem Einfluß der dünnen Luft und der beißenden Kälte ausgefallen—, jetzt sind sie wieder auf dem Posten. Jetzt leistet jeder doppelte Arbeit. Die Nerven fiebern. Wenn uns die Motoren im Stich lassen, dann—— Es ist sehr still in der Führergondel. Nur ab und zu ein paar Anweisungen an den Höhen= oder Seitensteurer. Das Licht im Kartenhaus ist gelöscht. Gespensterhaft leuchten die radiumbestrichenen Instrumente. Nur die Kompaßbeleuchtung ist angestellt, damit unser wichtigstes Instrument nicht einfriert. Die Scheinwerfer lassen uns nicht mehr los. Trotzdem: weiter geht der Kurs auf unser Ziel. Wir nutzen jetzt die Leegeschwindigkeit aus und brausen über die Befestigungen, über die Hafenanlagen von Dover. Zwanzig Scheinwerfer haben uns gefaßt und scheinen uns mit ihren bleichen Strahlen hinabziehen zu wollen. Das Schiff ist taghell erleuchtet, die Scheinwerfer dringen durch Hülle und Zellenwände. Diese Helle ist mit das Unheimlichste. Aber es hilft nichts, wir müssen durch. Die Brandgeschosse zischen uns bläulich=weiß entgegen. Wir können ihre Bahn genau verfolgen. Unsere Fahrt ist jetzt Lotterie mit dem Leben. Wir können nicht ausweichen, wir können uns mit unseren armseligen Maschinengewehren kaum gegen die Flieger verteidigen. Erde und Himmel sind lebendig, um uns zu erledigen. Die englischen Flugzeuge sind deutlich an den grünen und roten Seitenlichtern zu erkennen, spukhafte Glühwürmer. Ein Munitionsdepot fliegt in die Lust Der Wachoffizier peilt durch das Pendelfernrohr, die rechte Hand am elektrischen Bombenabwurf. Langsam rückt das Ziel ins Okular, bis es den entscheidenden Strich erreicht hat. Jetzt drückt er auf den Hebel: Eine Bombe fällt, die zweite Bombe fällt, die dritte. Endlos lange dauert es, bis die Bomben aufschlagen. Dann die Detonationen—, ein Brüllen durch die Nacht. Jetzt ein Krachen im Schiff. Wir sehen uns an. Sind wir getroffen? Nein, diesmal noch nicht. Es ist nur die Rückwirkung der Bomben=Explosion. Unten, aus den Befestigungswerken und Batterieständen schlagen die Flammen blutrot empor. Mit rasender Schnelligkeit züngeln sie über die dunkle Erde. Jetzt ein grauenhafter Krach—, eine phantastische Explosion. In jagendem Tempo zucken unten immer wieder neue Blitze auf: wir haben ein Marine=Munitionsdepot in die Luft gesprengt. Eine unserer 300Kilo=Bomben hat ganze Arbeit gemacht. Es brennen Dock= und Hafenanlagen. janze Kampf, der ganze Angriff, dauerte Minuten. Aber in diesen entscheidenden werden auf der Erde und hei uns im####: Der.10 ein paar Minuten Aher in diesen entse Minuten werden, auf der Erbe und dei uns im Schift. alle Energien zusammengerissen. Man fühlt förmlich wie Körper und Hirn über die gewöhnliche Kraft hinauswachsen; wie alle Gedanken an das Leben oder die Heimkehr plötzlich von uns abfallen und sich der ganze Mensch nur auf die Forderung der Minuten einstellt; dieser paar Minuten, um dessentwillen ein ganzes Geschwader von Luftschiffen mobil gemacht worden ist Wir sind längst wieder über See. In der Höhdämmert es schon. Da werden wir plötzlich von schnellfahrenden Kriegsschiffen verfolgt. Sie halten mit uns Schritt und decken unseren Kurs mit Brandgeschossen zu. Wir müssen uns diesem Scheibenschießen entziehen. Wir müssen in die Dunstschicht eintauchen. Langsam kommen wir den Engländern aus Sicht. 1 48 in Rot! Da sehen wir seitlich von uns ein deutsches Luftschiff. Es steht anscheinend noch über Land. Die houette des Schiffes klebt am hellen Morgenhimmel. Plötzlich taucht über dem Luftschiff ein englisches Flugzeug auf. Wir können es haarscharf erkennen, ohne Doppelglas. Uns bleibt der Atem stehen—— Wir können nicht hinüberschreien, wir können nicht warnen, nicht retten, gar nichts. Wir können nur zusehen. Und das sind Kameraden da drüben! Mit denen wir vor 15, vor 18 Stunden noch zusammen im Kasino gesessen haben... Wir wissen alle, was jetzt kommen muß. Wenn wir selbst im Kampf mit einem Flugzeug wären, das würde an unseren Nerven nicht so rutteln wie dieser Anblick. Das Flugzeug scheint über den Zeppelin zu schleichen. Ist seiner Sache so sicher wie eine lauernde Spinne. Da, wir glauben das langgezogene Rrrrrr des Maschinengewehres zu hören—— Es ist unmöglich, es kann kein Wunder mehr geschehen. Die da drüben müssen ihr Testament machen. In Flammen Jetzt!, Jetzt! Das Luftschiff glüht plötzlich in heller, gelblicher Röte auf. Dann schlägt eine Stichflamme aus dem Schiffsleib. Dann kräusel: erster dünner Rauch, dann neigt sich das Heck, dann stürzt das Schiff senkrecht in die Tiefe. Eine Feuersäule. Wie ein Meteor, der vom Himmel zischt. Es ist aus da drüben. (Fortsetzung folgt.) Biologisch=kosmetischer Fragekasten. Bearbeitet von Dr. P. Born. Anfrage P..: Gibt es wirklich wirksame Mittel zur Beseitigung von Runzeln, Falten oder schlaffer Haut? Antwort: Für den genannten Zweck werden Hautpflegemittel empfohlen, die das sogenannte Verjungungshormon aus den Keimdrüsen enthalten. Hormone sind Anregungsstoffe, die von verschiedenen Drüsen im Organismus produziert werden. In einer dermatologischen Universitätsklinik wurde ermittelt, daß auch bei äußerlicher Anwendung dieses Keimdrüsenhormon zu gesteigerter Zellneubildung führt, wodurch schlaff gewordene, geschrumpfte Gesichtshaut wieder prall, elastisch und straff wurde. Die Patienten machten einen um mehrere Jahre verjüngten Eindruck. Eine solche hormonhaltige Hautcreme ist das Eukutol 3, das ich Ihnen empfehle, weil es von einem durchaus zuverlässigen und vertrauenswürdigen Werk hergestellt wird. Wenden Sie sich an eine Apotheke oder Drogerie.(AA19 Impfungen im Stadtkreise Bochum Die diesjährigen öffentlichen Impfungen der Erst= und Wiederimpflinge im Stadtkreise Bochum beginnen am 30. April 1931. Die Erziehungsberechtigten, die besondere Vorladungen für die Impfung und Nachschau erhalten, haben dafür zu sorgen, daß die Impflinge mit reinem Körper und sauberer Kleidung in den in den Vorladungen vermerkten Lokalen und Zeiten zur Stelle sind. Soll ein Impfling von der öffentlichen Impfung zurückgehalten und durch einen Privatarzt geimpft werden, so ist neses vor dem öffentlichen Impftermin unter Angabe der Nummer der Impfliste mündlich oder schriftlich dem Stadtgesundheitsamt. Impfabteilung, Trankgasse Nr. 7. Eingang F. Zimmer 111, mitzuteilen. Bis zum Ablauf des Jahres 1931 muß die Impfung erfolgt sein, oder es ist der vorgeschriebene Nachweis zu führen daß die Impfung aus einem gesetzlichen Grunde unterbleiben darf. Die Impfvorladungen sind bei der Impfung und Nachschau vorzulegen.#g, Linmn vn. S. Erziebungsbereoticte, denen keine Impfvorladung zugestellt worden ist, haben sich dieselbe beim Stadtgesundheitsamt, Impfabteilung. Trankgasse Nr. 7. Eingang F. Zimmer 111. ausstellen zu lassen. Bochum, den 20. April 1931. Der Oberbürgermeister. Hochseine NaturTalelbutter täglich frisch, in Paketen zu 9 Pfd. je Pfd. Mk..05 geg. Nachnahme und zu Tagespreis.(a4322 R. Wiese, Heydekrug, Memelgebiet. Man kann es der Kundschaft nie genug sagen, wie gut sie bei Ihnen bedient wird. Inserieren Sie im Bochumer Anzeiger. Nicht einmal sondern öfter. Zwangsversteigerung Am Montag, dem 27. April 1931, vormittags 10 Uhr, werde ich in Bochum folgende Gegenstände öffentlich meistbietend gegen bar versteigern: 1. 1 Ladentheke, 1 Ladenregal, 2 Waagen u. a.., 2. 1 Küchenschrank, 3. 1 Protos=Bohnerbesen, 1 elektrisch. Badeosen, komplett, 4. 1 Ledersofa, 5. 1 Reigungswaage (Espera) u. a.., 6. 1 Tisch, 1 Salonspiegel, 1 Vertiko, 1 Leinenschrank, 7. einen Küchenschrank, 8. 1 Büfett, 9 11 rersch. Schränke. 1 Schreibtisch, 86 Pack versch. Papiere, 10 4 Tannensärge, 1 Harmonium, 11. 1 Flurgarderobe, 12. 1 Schreibtisch, 1 Lautsprecher, 1 Radio, 1 Sofa, 1 Chaiselonque, 1 Bücherregal, 1 Sessel, 1 Gitarre, 1 Laute, 2 Stühle, 13. 1 Küchenbüfett, 1 Chaiselongue, 1 Sofa, 14. 1 gr. Posten Zigarren und Tabake, 15. 1 Posten Dachsenster, 16. Hängelampen. Ampeln, 2 Radio=Apparate, 17. 1 Tisch, 1 Schaukasten, 1 Ladenregal, 1 Glasschrank. 1 Lederwalze, 18. Roßhaar, Futterstoffe, 1 Posten Socken, 19. i Grammophon, 1 Sofa u. a.., 20. 1 Küchenbüfett, 21. 1 Schreibtisch, 22. ferner im Auftrage des Konkursverwolters 1 Ladeneinrichtung. 1 Waschtisch. Einige. Gegenstände werden bestimmt rersteigert. Sammelpunkt für Käufer:“ Wirtschaft Morian, Alleestraße 54. Bochum, den 24, April 1931. Bierkämper. Obergerichtsvollzieher in Rechum, Wittener Str. 36, Fernr. 69898. Bekanntmachn Ueber das Vermögen des Kaufmanns Hermann Baron in Bochum, Sedanstraße 12, Inhaber eines Versandgeschäftes in Manufaktur=, Wäsche und Schuhwaren in Bochum, Sedanstraße 12, ist heute 11 Uhr der Konkurs eröffnet. Konkursverwalter ist der Rechtsanwalt Dr. Bartels in Bochum, Kortumstraße. Offener Arrest mit Anzeigepflicht bis zum 8. Mai 1931. Anmeldefrist bis zum 8. Mai 1931. Erste Gläubigerversammlung und Prüfungstermin am 16. Mai 1931, vormittags 10 Uhr, im hiesigen Amtsgericht, Viktoriastraße Nr. 14, Zim mer Nr. 45. Bochum, den 22. April 1931. Das Amtsgericht Gottesdienstordnung der evangel. Gemeinden Sonntag, den 26. April 1931. Sammlung für die innerkirchliche Arbeit auf dem Gebiet der Wortverkündigung und Liebestätigkeit. Christuskirche:.45: Klose; KGD. 11.15: Edelhoff: 3: Tauffeier, Edelhoff. Friedenskirche:.30: Schmidt 2; 11.15: Winnacker: 12.15: Tauffeier, Winnacker. Lutherkirche:.45: Bockamp; KGD. 11: Schmidt 2; 12: Tauffeier, Schmidt 2. Pauluskirche: 8: Klose,.30: Matthien; .15: Schmidt 2. Johanneskirche: KGD. 11.15: Bockamp. Krankenhauskapelle:.30: Winnacker. Herberge zur Heimat:.30: Jugendpfleger Müller. 6. Pfarrbezirk(Dibergstr. 46): KGD. 11.15: Dr. Ehrenberg: 7: Jungmädchenverein: Mittwoch 8: Gemeindebibelstunde. Donnerstag 8: Helferstunde. 7. Pfarrbezirk(Jugendheim): Sonntag.45: Jungmädchenverein: 10 Pfarrbezirk: Montag 6: Frauenhilfschor, Lutherkirche: Donnerstag 8: Bibelstunde, Castroper Straße 282. Bibelstunden: Mittwoch 8: Rottstraße 85: Mittwoch 8: Gemeindebaus Moltkemarkt. Donnerstag 8: Lehrsaal Friedenskirche: Donnerstag 8: Vereinshaus; Donnerstag 8: Kleinkinderschule, Fahrendellerstraße 14. Evangelische Gemeinschaft„Auferstehungskirche", Bochum, Alleestraße 48: Sonntag.30; Gottesdienst, Prediger Goebel: 11: Sonntagsschule; nachm. 6: Gottesdienst, Prediger Goebel:.30 Jugendverein: Mittwoch 8: Bibelstunde: Freitag 8: Gebetsstunde. „Evang. Jugend“. Bochum=Altstadt. Freitag 20: Jugendheim, Bibelstunde, Moltkemarkt, Bibelstunde. Christlicher Verein junger Mädchen, Fahrendellerstr. 14. Sonntag 4: Missionsvortrag. Missionsdirektor Trittelvitz, Bethel: Dienstag 8: Gruppenabend für die Vereinsmitglieder und Neukonfirmierten des 9. Pfarrbezirks: Freitag 8: Bibelbesprechung für die ältere Abteil. Gemeinschaft für entsch. Christentum, Friedenskirche. Sonntag 3: Gemein= schaftsstunde: Dienstag 8: Gebetsstunde. Erang. Verein des Blauen Kreuzes evang. Vereinshaus, Mühlenstraße 25. Sonntag:, Bibelstunde: Montag 8: Gebeisstunde: Dienstag 8: Jugendbundstunde: Donnerstag 8: Bibelbesprech= und Gebetsstunde. Evang. ostpr. Gebetsverein Bochum, Weilenbrink 12. Sonntag 2: Versammu Bochum Aliennachue SaiPan Pup, Riederstein. 1: en: 4: Jugendverein: 5: Gemeinscaftsstunde. Mittwoch 8: Bibelstunde im Lutherhause. Donnerstag.30: Frauenhilfe. Freitag 8: Jugendvereine. Bochum=Engelsburg. Sonntag.30: Gottesdienst, Dieckhoff: 10.45: Taufen; 11: KGD.; 2: Jungmännerverein: 4: Jungmädchenverein: 6: Blaukreuzstunde: 8: Stadtmission(Evangelisation: Dienstag 8: Stadtmission(Gebetsstunde): Donnerstag 6: Blaukreuzstunde:.30: Vorbereitung für den KGD. Gerthe. Gottesdienst: Sonntag.30: Ruwwe: 10.30: KGD.: 11.30: Taufen. Mittwoch.30: Gemeinschaftsstunde. Freitag.30: Vorbereitung für den Kindergottesdienst. Samstag.30: Bibelstunde in der Gemeinschaft. Bochum=Hamme. Frühgottesdienst im Gemeindehaus 8: Simon: Maarbrücke: 8: Falkenroth: Hauptaottesdienst in der Kirche.45: Falkenroth: in der Wegescheid.45: Simon: KGD. in der Kirche 11: Kraemer. im Gemeindehaus 11: Falkenroth: Tausstunde in der Kirche 2: Kraemer. in der Wegescheid 12: Falkenroth: Bibelstund.: Dienstag 8: Männer= bibelkreis: Donnerstag 8: Gemeindebibelstunde: Mittwoch 8: in der Maar= brücke.— Christlicher Verein junger Männer: Sonntag 3: Bibelstunde.— Jungmädchenverein Bethanien: Sonntag .30: Jüngere Abteilung..30: Mittlere Abteilung: Dienstag 8: Jüngere Abteilung: Mittwoch 8: Vereinsstunde der Konfirmandenabteilung: Donnerstag 8: Bibelstunde der mittleren Abteilung; Donnerstag 8: Vereinsstunde der älteren Abteilung. Hofstede=Riemke. Sonntag 8; Mühae: 10: Mühge: 11: KGD., Mühge: 12: Taufstunde: Freitag 8: Vorbereitung für den K62.— Jungschar: Samstag 5: Vereinsstunde— Jungfrauenverein I: Montag 8: Missionsstunde.— Blaukreuzverein: Sonntaa 4. Mittwoch 8. Hordel. Sonntag.30: Gottesdienst, Höfker: 10.45: KGD: 11.45; Taufen. Donnerstaa 8: Gemeindebibelstunde im Kindergarten, Höfker. Uemmingen. Sonntag.30: Hauptgottesdienst, Kublmann: 10.45: Kirchentanfen: 11: KGD.; 15: Jungmädchenverein II. Montag 20: Bibelstunde: Dienstag 20: Jungmädchenverein I: Donnerstag 18: Bibelstunde, Querenburg. Wiemelhausen=Melanchthon. Sonntag 8: Engelbert:.45: Ehrenberg: 11.30: Kirchentaufen: 11.30: KGD., Engelbert. — Im Melanchthonsaal: Freitag.15: Helferkreis. Althüser. Jugendbund für entsch. Christentum, Melanchthonkirche. Mittwoch 20: Bibelbesprechung für Männer und Frauen. Donnerstag 20: Jugendbundstunde für junge Männer und Frauen. Wiemelhausen=Petrikirche. Sonntag 10: Reckert: 11.30: KGD.; 12.15: Taufen. Mittwoch 5: Bibelstunde in Querenburg, Niedermeier.— Sonntag 3: Jungmädchenverein. Dienstag 4: Frauenverein, .30: Jungmädchenverein Mittwoch und Freitag 8: Junamännerbund. Bergmannsheil: Dienstag.30: Niedermeier. Evangelische Kurrende: Dienstag 8: (Königsallee— Aula)., Landeskirchl. Gemeinschaft„Melanchthon“. Königsallee 163. Sonntag.30: Gebetsstunde. 2: Kinderstunde. Von Freitag 24 April. bis Montag, 4. Mai, jeden Abend 8: Bibelkurs, gehalten von Herrn Inspektor Seitz und Evangelist Bender Im Jugendheim, Königsallee 163. Jugendbund für entsch. Christenum, Königsallee 163. Die Stunden fallen in der Zeit des Bibelkursus aus.— Zweigstelle Weilenbrink 12: Sonntag.45; Jugendbundstunde: Mittwoch 8: Bibelstunde für jung und alt. Stadtmission Bochum, Joachimstr. 8. Sonntag 2: Sonntagsschule: Mittwoch .15: Jugendbund für Mädchen: Donnerstag.15: Bibelbesprechstunde: Freitag 8: Junge Männner.— BochumEngelsburg Betsaal: Jeden Sonntag, abends 8: Bibelstunde: Dienstag 8: Bihelstunde.— Bochum=Hamme,##ckaufFreitag 4: Bibelstunde für jedermann. Christl. Verein junger Männer, e.., Jugendheim, Oskar=Hoffmann=Straße 14. Mittwoch 20.15: Bibelstunde für Männer und Frauen: Donnerstag 20.15: Bibelstunde für junge Männer und Jugendliche. Hiltrop. Sonntag 9: Gottesdienst, 10.45: Kindergottesdienst. 12: Taufen. — Vereine: Sonntag: Die Vereinsstunde des Jungmännervereins fällt aus. Teilnahme am Vortrag:„Eichenkranz und Hakenkreuz“ in Holsterbausen. 16 Uhr: Jungmädchenverein. Montag 20: Posaunenchor. Dienstag 20: Jungmännerverein(Gemeindehaus), 20 Uhr: Jungmädchenverein(Kindergarten). Mittwoch 20: Kirchenchor(Hubbert). Donnerstag 15 bis 17: Frauenbilfe, 18: Cborsingen. Sonnabend 17—19: Jungscharstunde des Jungmännervereins. Weitmar. Sonntag 8: Frühgottesdienst, P. Görtz,.45: Hauptgottesdienst, P. Kraemer, 11: Kindergottesdienst. 12: Kirchentaufen: Donnerstag 8: Gemein= schaftsstunde.— Bibel=, Gemeinschaftsu. Vereinsstunden. 1. in Weitmar. Mittwoch 8: Bibelstunde im Kindergarten Schützenstraße.— Blaukreuzverein, Weitmar. Sonntag 8 Uhr abends: Vereinsstunde.— Ev. Jungmädchenverein Weitmar. Sonntag 3; Unterhaltung und Bibelbesprechung: Dienstag.30: Vereinsstunde.— Vereinsstunden des Jugendvereins in Weitmar. Sonntag 2: Vereinsstunde: in Eppendorf: Samstag.30: Bibelstunde.— Ev. Männer= und Junglingsverein Weitmar: Sonntag 6: Vereinsstunde.— Jungmänner=Abteilung, Weitmar=Mark: Sonntag 6: Vereinsstunde: Mittwoch 8: Teilnahme an der Bibelstunde.— Ev. Männer= und Jünglingsverein, Bärendorf=Süd: Sonntag .30: Jugendabteilung, 5: Männerabteilung: Dienstag 8: Bibelbesprechung. Jugendabteilung.— 2. in Weitmar=Mark: Sonntag.30: Blaukreuz= und Gemeinschaftsstunde: Mittwoch 8: Bibelstunde: 3. in Eppendorf: Sonntag.30: Bibelstunde im Kindergarten, 3: Junamädchenverein: Dienstag 8: Gemeinschaftsstunde: Donnerstag 8: Jungmädchenverein. Linden: Sonntag.30: P. Bäumer; 11: Kindergottesdienst: 12: Taufen: Mittwoch 5: Tausen. P. Bäumer: Donnerstag 5: Singstunde in der Kirche.— Dahlhausen: Sonntag 8: P. Weber:.30: Superintendent Neuhaus: 11: Kindergottesdienst: 12: Tausen. Bochum=Langendreer: Sonntag.30: Morgenandacht:.30: Gottesdienst: 11: Kindergottesdienst: 11: Kirchentaufen.— Bochum=Werne: Sonntag: 9: Beichte und Feier des dl. Abendmahls:.45; Hauptaottesdienst: 11.15: Kindergottesdienst: 12.15: Kirchentaufen: nachm. 5: Bibel= und Gemeinschaftsstunde: 7: Blaukreuzstunde.— Gemeindeteil Kreta: Sonntag 10: Gottesdienst; 11.15: Kindergottesdienst. Wattenscheid. Friedenskirche: Vorm. 8: Frühgottesdienst. P. Bechthold. 10: Hauptgottesdienst. P. Müller, nachm. 2: Kindergottesdienst, P. Müller, 3: Tansen P. Bonne.— Alte Kirche: Vorm 9: masurischer Gottesdienst, V. Mückelen. — Krankenhaus: Vorm. 10: Hauptgot= tesdienst. P. Bechtbold.— Höntrop: Vorm. 10: Hauptgottesdienst. P. Sirtus — Leithe: Vorm. 10: Hauptgottesdienst. P. Bonne. nachm. 2: Kindergottesdienst, P. Sirtus. Amtswoche: P. Müller. Gottesdienstiordnung der katholtsch. Gemeinden Sonntag, den 26. April 1931. Propsteikirche. 6,.45: Messe, 8: Singmesse, 9: Gymnastalmesse, 10: liturgisch. Hochamt: 11.15: Messe mit Prediat:.50: Andacht. Marienkirche: 6: Messe: 715,.30: Messe mit Predigt:.30: Hochamt: 11: Messe mit Predigt. Klosterkirche: 5 6: Messe: 7: Singmesse: 8: Singmeise mit Previgt;.10: Schülerinnenmesse: 10.30: Hochamt: 5 Predigt. Andacht. Josephskirche:.30: Messe:.30,.45; Messe mit Prediat: 10: Hochamt mit Predigt: 11.15: Messe mit Prediat: .30; Andacht. Antoniuskirche:.30: Messe: 8: Messe mit Predigt:.30: Hochamt mit Predigt: 11: Messe mit Prediat:.30: Andacht Meinolphuskirche:.30: Messe:.30: Messe mit Predigt:.30: Schulmesse: .30: Hochamt mit Prediat: 10.45: Kindermesse: 11.30: Messe mit Predigt: 30, Andacht. Livoriuskirche: Ab.30 Beichtgelegenheit: 7: Messe:.30: Messe mit Predigt: 10: Hochamt mit Prediat:.30: Andacht. Hl Kreuzkirche: Ab.30: Beichtgelegenheit: 7 und.30: Messe mit Prediat: 10.30: Hochamt mit Predigt:.30: Andacht. Herz=Jesu=Kirche, Hamme. 7: Messe, .15: Messe m. Predigt: 10: Hochamt m. Prediat: 11.15: Messe mit Prediat:.30: Andacht. Dreifaltigkeitskirche: 7: Messe: 8: Messe mit Predigt: 10: Hochamt mit Prediat:.30; Andacht. St.=Anna=Kirche, Bochum West: Ab .45: Beichtgelegenheit: 7: Messe mit Predigt:.30: Schulmesse: 10: Hochamt mit Predigt:.30: Andacht. Franziskus=Kirche Bochum Riemke: .15: Messe:.15..30: Messe mit Predigt.30: Hochamt mit Predigt: 11: Messe mit Predigt:.30: Andacht. Liebfrauen=Kirche, Boch.=Altenbochum: .30,.45: Messe; 9: Kindermesse: 10: Hochamt mit Predigt:.30: Andacht. Bochum=Laer: Ab.30 Beichtgelegenheit:.30: Messe mit Predigt: 10: Hochamt mit Predigt:.30: Andacht. Herz=Jesu=Kirche, Boch.=Hordel:.30: Messe: 8: Messe mit Predigt: 10: Hochamt mit Predigt:.30; Andacht. Franziskus=Kirche,.=Weitmar:.30: Messe:.45: Messe mit Predigt: 9: Hochamt: 10.15: Schulmesse: 11.15: Messe mit Predigt:.30: Andacht. Bochum=Gerthe St. Elisabeth: 7, .30: Messe: 10: Hochamt mit Predigt: .30: Andacht. Bochum=Harpen. Zum hl. Geist:.30: Messe: 10: Hochamt mit Predigt:.30: Andacht. Bochum,Werne:.45: Messe:.15: Messe mit Predigt: 10.45: Hochamt mit Predigt:.30: Andacht. Wattenscheid..30: hl. Messe..30: hl. Messe mit Prediat. Hl. Osterkommunion der Mütter und Frauen..30: hl. Messe mit Predigt. Hl. Osterkommunion der Johannesschule..30: hl. Messe mit Predigt für die höheren Schulen..30: Hochamt mit Prozession und Predigt. 11: hl. Messe mit Predigt..30: Andacht. .15: Taufe. 4: Andacht- und Vortrag für die Mütter. Donnerstag. nachm. von —7 Uhr: Beichtgelegenheit. Herz=JesuFreitag: Anbetung des Allerheiligsten morgens während der hl. Messen Freitag, 1. Mai, beginnt die Maiandacht. Sie findet jeden Abend um 8 Uhr statt. Die Verehrer der hehren Gottesmutter werden freundlichst gebeten, milde Gaben, Kerzen oder lebende Blumen zur Ausschmückung des Maialtars zu spenden und sie in der Sakristei abzugeben. übung: Freitag 8: Vorbereitung zum Kindergottesdienst. I. Baptisten=Gemeinde: Immanuelskirche Hermannshöhe 21: Sonntag.30: Bibelstunde: 11: Sonntagsschule; nachm. 4: Predigt. Prediger Janssen; 6: Jugendstunde: Mittwoch 8: Gebets. stunde.— Gemeinvesaal Hamme, Hofsteder Straße 131: Sonntag.30: Bibelstunde Prediger Janssen: 11: Sonntagsschule: Donnerstag 8: Bibelstunde. Gemeindesaal Bärendorf, Goldham. merstraße 17: Sonntag.30: Bibelstunde: 11: Sonntagsschule: Donnerstag 8: Bibelstunde Prediger Janssen, — Gemeindesaal Werne. Am Born 4: Sonntag.30: Bibelstunde; 11: Sonntagsschule: nachm. 4: Predigt: Dienstag.15: Bibelstunde. Evangel.=luth. Kreuzgemeinde Bochum. Krenzkirche Hamme. Sonntag vormittag.30: Frühgottesdienst. Pfarrer Stallmann, 10: Hauptgottesdienst. Pfarrer Kerle, 11: Taufen, 11.30; Kinderaottesdienst: Mittwoch abend 8: Gottesdienst. Pfarrer Stallmann.— Gemeindeheim. Lutherhof. Sonntag vorm 9; Posaunenchor, nachm. 3: Jungmännerverein, 4: Jungfrauenverein 5: Gemeindeabend: Montag abend 8: Kirchenchor: Dienstag abend 8: Junamännerverein: Mittwoch abend 9: Vorbereitung zum KG.: Donnerstag abend 8: Jungfrauenverein. Freie evang. Gemeinde, Rottstr. 34a. Sonntag.30: Bibelbesprechstunde: 11: Sonntagsschule: 6: Evangelisationsversammlung: 7: Vortrag von Lehrer Schumacher: Montag 8: Gem. Chor: Mittwoch 3: Kinderunterricht: 8: Bibelstunde: Donnerstag 8: Jungmädchenverein. Neuapostolische Gemeinde. Gottesdienst: Bochum, Rheinische Straße 7: Sonntag vorm. 9. nachm. 4 Uhr, Mittwoch abends 8 Uhr. Langendreer, Wallbaumweg 58: Sonntag vorm. 9. nachm. 4 Uhr. Mittwoch abends 7 Uhr. Laer. Werner Hellweg 13a: Sonntag vorm. 9, nachm. 5 Uhr, Mittwoch abends 8 Uhr. Weitmar, Kellermannsweg 51: Sonntag vormittag 9. nachm. 4 Uhr, Mittwoch abends 8 Uhr Weitmar, Hattinger Str. 312. Saal: Sonntag vorm. 9, nachm. 4 Uhr. Mittwoch abends 8 Uhr. Linden, Kestenkamp 49a: Sonntag vorm. 9 nochmittags 4 Uhr, Mittwoch abends.30. Riemke, Auf dem Dahlacker 42: Sonntag nachm. 4 Uhr, Mittwoch abend7 Uhr. Wanne=Eickel, Königstraße 21: Sonntag vorm. 10. nachm 6 Uhr. Mittwoch abends 6 Uhr Wanne=Röblinghausen. Königstraße 21: Sonntag vorm 8: nachm. 4 Uhr, Donnerstag abend 6 Uhr. Sonstige Gemeinden Sönntag, den 26. April 1931. Ev.=luth.(altluth.) Kirchengemeinden. 1. Gemeinde Bochum, Kirche Dibergstraße 52. Sonntag vorm..45: Predigt, Superintendent Ziemer; Dienstag.35: Unterricht: Dienstag.45: Frauenverein. — 2. Gemeinde Hamme, Kirche am Hindenburgplatz. Sonntag vorm..30: Predigtgottesdienst. Past. O. Ziemer(Radevormwald), 11: Kindergottesdienst, nachmittags 3: Jahresfest des Jungmänner= vereins im Gemeindesaal: Dienstag 8: Jungmännerverein: Mittwoch.30: Bibelstunde: Mittwoch.15: KirchenchorEin schlt nach unserer Ueberzeußung in diesef Stadt. Ertahrungsgemäß bietet ein solches die sicherste Kapitalanlage bei hochster Rentabilitat Wir haben in Deutschland eine sehr grobt Anzahl Automaten-Restaurants einge richtet, davon in Berlin allein 7. und hat sich unser, mit allen technischen Neuerungen ausbestattetes Fabrikat in jece Beziehung bewährt. Interessenten erhalten jede gewünschte Auskunft. U Vertreter sicht zu einer persönlichen be sprechung am 28. d M. in Bochum. PartHotel, von 10—6 Ubr zur Vertügung. Restaurant-Automaten O. m. b. F. Serlin N 65, Lindowerstraße 200 Ihre vollzogene Vermühlung beehren sich anzuzeigen Dr. chem. Georg Ruppert Helene Ruppert geb. Schmellenhung Osnabrück, Schloßwall 46 Warne jeden Verleumdung. über mich u. m. Tocht zu verbr., da ich sonst gerichtl. vorg. Fam. Grundmann, Altenvoch., Stoodtstr. 10. Dame, 30., leb.= froh, großzüg., mod. denkend, hier fremd, wünscht, da einsam lebend, an geb. Dame oder klein. gesell. Kreis. Zuschrift. u. V. M. 21270 21270 an die Geschst. Am 24. April verschied nach kurzer, schwerer Krankheit unser Buchhalter Herr Heinrich Wellié Fast zehn Jahre war er in unseren Diensten tätig und hat sich in dieser Zeit durch seinen Fleiß und seine Gewissenhaftigkeit unser volles Vertrauen und durch sein freundliches Wesen die Hochschätzung seiner Vorgesetzten und Mitarbeiter erworben. Wir verlieren in ihm einen treuen und zuverlässigen Beamten, dem wir über das Grab hinaus ein ehrendes Gedenken bewahren werden. Bochum, den 25. April 1931. Die Direktion der Westfalenbank Aktiengesellschaft Nachruf In aufrichtiger Trauer geben wir Kenntnis von dem nach kurzer, schwerer Krankheit erfolgten Ableben unseres langjährigen lieben Kollegen Herrn Heinrich Wellié Wegen seines aufrichtigen Charakters haben wir ihn als treuen Freund und Mitarbeiter schätzen gelernt und werden ihm stets ein treues Gedenken bewahren. Bochum, den 25. April 1931. Die Prokuristen und Angestellten der Westfalenbank Aktiengesellschaft Tretet her zu meinem Grabe. Stört mich nicht in meiner Ruh', Denkt, was ich gelitten habe, Eh' ich schloß die Augen zu. Heute morgen 4¼ Uhr starb nach langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden mein innigstgeliebter Gatte, unser treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager, Onkel und Vetter Andreus Scidtumpf Im Alter von 62 Jahren. In tiefer Trauer: Anna Schütrumpf geb. Klebold nebst Kindern Bochum, Berlin, Duisburg, Braunschweig, BuenosAlres, den 23. April 1931 Die Beerdigung findet Montag, den 27. April. nachmittags 3½ Uhr, vom Trauerhause. Wagnerplats 3. aus statt. Trauerfeier ½ Stunde vorher. Allen, denen aus Versehen keine besondere Nachricht zuging, diene diese als solche(21317 Das ist meine Freude. das ich mich au Gott halte! Paalm 73. 28. Dem Herrn über Leben und Tod hat es gefallen, gestern abend unsern herzensguten und braven Sohn, Bruder, Enkel, Großenkel, Neffen und Vetter, den Obertertianer Prieder Jdcon Im 15. Lebensjahre, nach kurzem und schwerem Leiden, zu sich in die Ewigkeit aufzunehmen. In tiefer Trauer: Familie Friedrich Jacob Bochum-Harpen, den 24. April 1931. Kornharpenerstr. 248 findet Montag, den 27. April. nachmittags 4½ Uhr, vom Trauerhause aus zum evangelischen Friedhof Harpen statt. Trauerfeier eine halbe Stunde vorher. aust, warne ich jeb., Einheiraten! irg. etw. m. Frau Aus Tausenden eine auf mein. Namen zu kleine Ausw. Frl., vorgen.(21244s22., Waise, VerWilhelm Hirseland, mög. 25000 M. bar, Bochum 7. Wiemel= Frl., 24., Mitinhauser Str. 284. hab. e. groß. Kino, Frl., 26., 1000 M. bar u. lebensl. mo05 4 r, 5000 D. Heirats-Gesuche# natl. 100 M. a. ein. Stift., Frl., Gutseuselt. eer Ehevermittlung Fortung biei. Einh. i. Metzg., gegr. 1913, Bochum, lowy. gr. Vermög., Moltkemarkt Nr. 41, Frl., 34., Einh. in Inh. Frau.Wysocki Restaur. u. 15 000 vermittelt vornehme, M. bar, Frl., 39., sowie Ehen jeden Ausst. u. 20 000 M. 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Domke(Dr. med. Anni Domke), Gelsenkirchen. Verlobte: Lonie Roehle mit Kurt Löckenhoff, Duisburg u. Tüsseldorf. Erna Lührmann mit Robert Füting,.= Eickel. Vermählte: Dr. med. Wilh. Hahn mit Helene Hoffmann, Meiderich u. Wiedenbrück. Josef Buse mit Alma Lübmann, Wanne=Eickel. Gestorben: Wilhelm Sutor, 33., Dortmund. Frau Jose= fine Lensing, 59., Gelsenkirchen. Anton Skerbut. 44., Heßler. Paul Frormann, 36., Hagen. Obersörster Theodor Schneidersmann, 80 Jahre, Altendorf. Carl Röpling, 73 Jahre, Duisburg. Carl Rirfähren, 64 Jahre. Ruhrort. pens., Badeort. Frl., Suche f. m Freun=]19., lebt v. Zins., din, alleinst. Frau, sehr groß. Vermög., Mitte 30 hübsche, Dame, 40erin m. sch. jugendl. Ersch., har=Lands., Wert 120.000 monisch, freundsch.., Frl., 55 J. 5000 Verkehr mit edel=Mk Ersparn. und gesonnenem, gebild. 20000 M in Länd., Herrn Witwe, 37., bes. zueches spät. Heiral ap äidb Rr.igp. Buch Ang. u. A. B. 21461 b. 65 J. m. Eige a. d. Gesch. d. Z1g. u. Vermög, bis 3 kathol. Mitlion. 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Verschlossene, mit entsprechender Aufschrift versehene Angebote sind bis Sonnabend, den 2. Mai 1931, vormittags 11 Uhr, an die Straßenbau= Abteilung einzureichen. Bochum, den 24. April 1931. Der Magistrat. Vom 1. Mai d. J. ab verkehren auf der Linie Eppendorf—Bochum—Witten Sonntagsnachmittags die Wagen von Bochum. Rathaus von 13.08—21.08 Uhr bis Bommern Endstelle. Vom 20. Mai d. J. ab verkehren an den Mittwochnachmittagen, zur besseren Erreichung der Freilichtspiele, die Wagen von Bochum Rathaus von 13.08 bis 17.08 Uhr bis zur Wetterstraße. Bochum=Gelsenkirchener Straßenbahnen. Am 20. April 1981 verschied infolge eines schweren Unfalles unser Kollege, der Elektriker FrRZ POtkunp Uns allen ist mit ihm ein lieber Mitarbeiter und treuer Freund dahingegangen. Wir werden das Andenken an den Entschlafenen in hohen Ehren halten. Die Kollegen und Mitarbeiter der Zeche„Ver. Engelsburg“ Bochum, 24. April 1931 (21335 Wir verlegten unsere Büros von Kortumstraße 68 nach Viktoriastraße 6 (Hauptpostgebäude) Rechtsanwälte und Notare Dr. Schoenewald und Hermann Rötigen Wegen des Monatsschlusses bleiben die Num.. erlunge Abienangen. unserer Hauptstelle u. sämtlicher Zweigstellen in der Zeit vom 27. April bis einschlleßlich Schnabend, den Z. Mal a. J. für den Verkehr mit dem Publikum geschlossen Für den laufenden Spar- und Hypothekenverkehr sind unsere sämtlichen Stellen in der genannten Zeit nach wie vor v.—12½ Uhr u. 15—17 Uhr, Sonnabends v.—12½ Uhr geöffnet. Städtlsche Sparkasse Bochum Gott der Herr erlöste gestern abend um ½10 Uhr unseren geliebten Vater, Schwiegervater, Großvater, Schwager und Onkel Herrn Thöcder Brunswien im Alter von naheau 71 Jahren, von langem Leiden. Um stilles Gedenken bitten im Namen der Hinterbliebenen: Geschwister Brunswick Bochum, den 24. April 1931 Die Beerdigung findet statt Montag, 27. April, nachmittage 4½ Uhr. vom Trauerhause, Wielandstraße 113, sum Friedhof in Riemke, Herner Straße(21438 Habe meine PRAXIS nach KORTUMSTRASSE 95 (Buchhandlung Hengstenberg) verlegt. Dr. Berger, Augenarzt Sprechatunden: 10—12, 15—18, Dienstag bie 19½ Uhr. Klinische Behandlung im St. Joselshospital Habe meine Praxis von Viktoriastr. 61 nach Humboldtstr. 12 (neben der Reichsadler-Apotheke) verlegt Dr. med. F. Cohn praht. Arzt und Geburtsheller Bochumer Krieger-und Landwehr-Verein 1. Bezirk Montag, den 27. April 1931: Beerdigung des Kameraden Th. Brunswpick Antreten 4 Uhr nachm. im Vereinslokale Velten, Brückstraße.(2B19 Bochum, den 24. April 1931. Der Vorsttzende. arabdomnmater in allen Gesteinsarten. hauft man am besten und billiesten in der Steinblidhauerei Joh. Polla .-Hamme, Dorsteneru. Amtsstraben- Eche M O geeg wlsche eee Mege K bis*, Seduguung aber besonders Rn-u. Aehähche ethe uet. die Sehientr —— 5 10 4 M 0 94.8 93 Diese Erfahrung hat doch sicher schon jede Haustrau gemacht. 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Die Feier findet statt im Festsaal Bergen (Feierabend). Personal=Nachrichten Zu den zahlreichen Jubilaren im Betriebe des „Bochumer Anzeiger“ kam nach 25jähriger ununtersrochener Tätigkeit der Obermaschinenmeister Ernst Hottschlich, beglückwünscht und geehrt vom Verlag und Kollegenschaft. Der Jubilar trat im Alter von 14 Jahren in die Dienste des„B..“, um sich von der Pike auf zu seiner heutigen Stellung emporzuarbeiten. Der vereidete Landmesser und Straßenbahnbetriebsleiter a. D. Carl zur Nieden, Bochum, Friedhofstraße 2, ist für die Gerichte des Landgerichtsbezirkes Bochum als Sachverständiger für Straßenbahn=, Verkehrs=, Unfall=, Bau= und Betriebsangelegenheiten beeidet worden. An der staatlich anerkannten Massageschule des Krankenhauses Bergmannsheil zu Bochum, unter Leitung des Oberarztes Dr. Seele, bestand sein Staatsexamen vor der Prüfungskommission Herr Sporys, Bochum. Die Eheleute Heinrich Hohmann, Bochum, Kortenpfad 5a, feiern am Sonntag das Fest der silbernen Hochzeit. Der Privatier Jakob Breckens, Rottstraße 42, wird am 27. April 78 Jahre alt. Heute begeht der Invalide Josef Stuhldreier bei der Familie Ahlmann, Hultschinerstraße 5 wohnhaft, in erstaunlicher Frische seinen 75. Geburtstag. * Aus der katholischen Gemeinde. Heute, am Feste des Evangelisten Markus, werden in manchen Gemeinden die altüberlieferten Bittprozessionen abgehalten.— Am Sonntag ist die äußere kirchliche Feier des Schutzfestes des heiligen Joseph.— Sonntag vormittag findet in der Bürgergesellschaft eine öffentliche Versammlung statt, in der Jesuitenpater Muckermann über das Thema„Katholizismus und Nation" sprechen wird.— Im Laufe des Sommers wird Erzbischof Dr. Caspar Klein aus Paderborn im Dekanate Bochum das Sakrament der Firmung spenden. Der genaue Zeitpunkt ist noch nicht bestimmt. Der Erzbischof wird bei dieser Gelegenheit auch die Konsekrierung der in den letzten Jahren neu errichteten Kirchen, der St. Annakirche in Bochum=West und der St. Johanneskirche in Wiemelhausen, vornehmen.— Am Sonntag, 10. Mai, findet in Blankenstein der Frühjahrs=Delegiertentag der katholischen Arbeiter= und Knappenvereine des Bezirks Bocum statt.— Nach der Versetzung des Vikars Rölle an die Propsteikirche übernimmt Vikar Kahmen in BochumVeilmar die Leitung des Krenzbundes, der Jungfrauenkongregation und des Volksvereins in der Franziskuspfarrei.— In der Kapelle des Elisabeth=Krankenhauses findet von Sonntag abend 6 Uhr bis Montag morgen 6 Uhr die Feier der Ewigen Anbetung statt. a Staatlich=Pädagogisches Bezirksseminar Bochum. zur das Studienjahr 1931/32 sind dem Bezirksseminar Bochum 27 Studienreferendare und 14 Studienreferendarinnen zur Ausbildung überwiesen worden. a. Die dritte heurige Schwurgerichtsperiode am Landgerichte Bochum beginnt am Montag, 11. Mai. Len Vorsitz wird Landgerichtsdirektor Dr. Vieler führen. * Tot aufgefunden. In der Antoniusstraße in Bochum wurde am 22. Apxil eine Ehefrau auf dem Fußboden ihrer Küche von einer Flurnachbarin tot aufgefunden. Der sofort hinzugerufene Arzt konnte nur den Tod feststellen. Ein Verschulden dritter Personen hat sich bisher nicht ergeben. Stadttell Harpen „ er. Silberne Hochzeit. Die Eheleute Friedrich Salzmann, Harpen, Kornharpener Straße, feierten in aller Rüstigkeit das Fest der silbernen Hochzeit. a Evangelische Frauenhilfe Harpen. Der Säuglingspflegekursus durch Schwester Erna Spalteholz beginnt am Donnerstag, 30. April und dauert bis Donnerstag, 7. Mai, nachm.—6 Uhr. Unkosten wie beim Samariterkursus für jeden Teilnehmer nur.— Mk. Frauen und Töchter von Arbeitslosen sind frei. er. Jungmännerverein. Die Begrüßungsfeier der Neukonfirmierten im Jungmännerverein wurde durch Vortragen von Gedichten und Musikstücken des Posaunenchores, sowie durch Vereins= und Wanderlieder verschönt. In der Vorstandssitzung wurde beschlossen, einen Wimpel für den Verein zu beschaffen und eine Pfingstwanderung von zweieinhalb Tagen nach Hilchenbach— Jagdhaus— Altenhunden zu unternehmen. Pfarrer Paulmann begrüßte die Neukonfirmierten namens des Vereins und gab dem Wunsche Ausdruck, daß sie sich an dem Leben des Vereins erfreuen und treue Mitglieder werden möchten. Auch die Begrüßungsfeier der Neukonfirmierten im Jungmadchenverein wurde von Liedern, Gedichten und Lautenspiel umrahmt. Pfarrer Leich begrüßte die Erschienenen und sprach dann über die Ziele des Vereins. Zu Beginn der Stunde wurde Pfarrer Leich anläßlich seines 60. Geburtstages begrüßt und beglückwünscht. a Der alte Bürgerschützenverein Kornharpen(Grünweiß) veranstaltete auf dem Schießstande Wiesmann, Bochum, Castroper Straße ein Uebungsschießen. Bei trüber Witterung und schlechter Sicht wurde von den Schützen H. Peter, O. Bahl, A. Stein, W. Kröger, H. Czerstran, G. Bürhans, H. Lotz, W. Römling und G. Korte ein Ringdurchschnitt von 8,4 erzielt. Den höchsten Durchschnitt errang H. Peter mit 9,5 Ringen. Um endgültig die 6 besten Schützen für die Pokalgruppe festzusteuen, findet heute nochmals ein Schießen auf demselben Schießstande statt, dem dann am Sonntag das Preisschießen um den Wanderpokal des Rheinisch=Westfälischen Schützenbundes folgt. Stadttell Hordel ur Evangelisch=Kirchliches. Die Eltern der schulpflichtigen Kinder werden herzlich gebeten, diese in den Kindergottesdienst zu schicken, der sonntäglich 10.45 Uhr in der Kirche stattfindet.— Es sind jetzt wieder Nummerverzeichnisse für die alten Gesangbücher zu haben, die zum Preise von 5 Pfennig in der Kirche käuflich erworben werden können. ur. Die Oberpostdirektion hat jetzt das Wort. In einer Unterredung mit dem Sachbearbeiter der Oberpostdirektion in Dortmund und einem Bürgerschaftsvertreter kamen die hiesigen Postverhältnisse zur Sprache. Die Oberpostdirektion steht auf dem Standpunkt, daß nur die kuriose Grenzteilung Schuld hieran sei, versprach aber baldige Abhilfe. Bei diesem Versprechen ist es geblieben. Neuerdings wendet man sich in einem Schreiben aus Hordeler Kreisen erneut an die Oberpostdirektion um Wahrnehmung der Hordeler Intereserund“ Zustellung: ueb=Panneseichek, Postggg: Weiterer Priestkästen. 2 Man lann die Vor rungen der Hordeler Bürger nur warm unterstützen. ur. Wünsche vom Aschenbruch. Seit Jahr und Tag führen die Anwohner des sogenannten„Aschenbruchs" einen erbitterten Kampf um die Anerkennung ihrer Rechte und die Wahrnehmung ihrer Interessen. Bekanntlich ist dieser Gebietsteil unter vier Städten aufgeteilt worden, und daß unter solchen Verhältnisse leicht eine Benachteiligung eintritt, ist verständlich. In einer am Mittwoch abend stattgefundenen Versammlung der Aschenbrüchler wurde betont, daß die gegenwärtigen Verhältnisse keine Minute länger andauern könnten. Geradezu katastrophal seien die wegebaulichen Verhältnisse. Bei Regenwetter seien die Straßen unpassierbar. Hinzu kämen die weiten Schulwege der Kinder und seien so Krankheiten die unausbleibliche Folge. Verbessert werden müßten auch die Beleuchtungsverhältnisse. Zum Schluß wurde man sich dahin einig, das Augenmerk der fraglichen Städte durch eine Eingabe auf den Aschenbruch zu lenken. ur 20jähriges Vereinsjubiläum. In diesen Tagen feiert die Deutsche Jugendkraft„Sportfreunde 1911“, Bochum=Hordel, ihr 20jahriges Bestehen. Vem Siadten=Enepel n Kirchliches. Die Vertretung der evangelischen Kirche wählte für den verstorbenen Landwirt Wilhelm Utermann den Hauptlehrer Jakob Simann in Buchholz in die engere Vertretung. Für den verstorbenen Landwirt Georg Brüggeney tritt der Bergmann Fritz Brinkmann, Haarholzer Straße, in die größere Kirchenvertretung ein. Man beschloß, die Kirchensteuern zunächst noch nach den Satzen des Vorjahres zu erheben. Zuviel erhobene Beträge werden im zweiten Quartal zurückerstattet. Die Vertretung nahm zur Kenntnis, daß das Amt Blankenstein im nächsten Jahre wegen Arbeitsüberlastung nicht mehr in der Lage ist, die Kirchensteuern für Stiepel zu erheben. Die Kirchenvertretung muß eine andere Regelung herbeiführen. „n Fuchsplage. Seit einigen Jahren halten sich auf Stiepeler Gebiet mehrere Fuchsfamilien auf, die häufig die Geflügelställe aufsuchten. Auch viele Junghasen und Erdbrüter sielen ihnen zum Opfer. Die Verfolgung der Räuber gestaltete sich sehr schwierig. Vor kurzem wurde ein älterer Fuchs von einem Stiepeler Jager erlegt. Vorgestern konnten drei junge Füchse im Galgenfeld geschossen werden, die sich in der Nähe eines Baues im Sonnenschein vergnügten. n Mehr Schutz dem Wild! Die Stiepeler Jäger geben sich seit Jahren große Mühe, den geringen Wildbestand unseres Gebietes zu vermehren und zu veredeln. Leider sind diese Bemühungen nur von geringem Erfolg gewesen. Ein großer Teil der ausgesetzten Tiere fiel zwar dem Raubwild zum Opfer; aber auch die Menschen haben durch ihr Verhalten viel zur Verringerung des Wildes beigetragen. Manche Tiere sind durch die Hetzen, die die Jugend jedesmal veranstaltet, wenn sich ein Hase zeigt, aus dem Gebiet vertrieben worden. Vor kurzem wurde ein Knabe beobachtet, der einen Junghasen erschlug und diese wertlose Beute heimtrug. Auch das Wild ist ein Stück unserer Natur und verdient, so lange es nicht in Ueberzahl auftritt, Schonung wie die übrige Tierwelt. Stadtteil Linden-Dahlhausen * Bleibt es bei der Umschulung? Zur Umschulung Dablhauser Kinder hat die Stadt=Schuldeputation auf das Protestschreiben des Elternbeirates wie folgt geantwortet:„Mit Rücksicht darauf, daß an der Schule an der Amtmann=Falke=Straße nicht zwei VII. Klassen mit je 32 Kindern und an der Schule an der Lewackerstraße eine Klasse mit 27 Kindern eingerichtet werden konnte, sind aus diesen drei Klassen zwei von 42 und 41 Kindern gebildet worden. Wollte man sämtliche Kinder Amtmann=Falke=Straße belassen und sie in eine Klasse des 1. Jahrganges eingliedern, so würde dieses erste Grundschuljahr 64 Kinder haben; das 1. Grundschuljahr an der Schule der Lewackerstraße dagegen nur 27. Eine Aenderung der Anordnung kann deshalb nicht erfolgen. Die Elternschaft will weitere Schritte unternehmen. den Sstllchen=Siadilenen Stadtteil Altenbochum Stadtteil Gerthe ur Erneuerungsarbeiten in der evangelischen Kirche. Die größere Gemeindevertretung hat die Erneuerung e Altargemäldes und die Bemalung des Chorraumes für die nächste Zeit beschlossen. Die Arbeit ist dem Düsedorfer Kunstmaler Ruter übertragen worden, der vor woanzig Jahren auch das Altarbild gemalt hat. Evangelische Frauenhilfe Gerthe. Die Evangelische siggeshife Gerthe hat den früheren Frauenchor wieder Frauenhilsege uen: Er soll bei den Veranstaltungen der Angalg## te bei den Jahresfesten und anderen kirchlichen Mitgiegenheiten mitwirken und an den Gräbern der Bachener singen. Als Dirigent ist Musikdirektor Peters #) gewonnen worden. Die Uebungsstunden finden ##### ienstag um 5 Uhr im Karolinensaal des Wohlschlishauses„Bethanien" statt. Volkspartei Gerthe= Hiltrop. Der Frazenausschuß der D. V. P. Gerthe= Hiltrop feierte Die aPirtschaft Punge sein dreijähriges Bestehen. zablraich#ende, Frau Commandeur, begrüßte die ver, Geschsfschienenerg Mitglieder, besonders den Redgieder der führer Butver, Vortmund, und die Mithelt Geschäftzau wärtigen Frauenausschüsse. Sodann uber das Phtsführer Bardet einen langeren Vortrag in Thiringgehren, den Landtag, die Ereignisse heiterg# und die Bildung von Jugendgruppen. ##n und ernste Darbietungen umrahmten die Gehäude des Palchwpirse Libingbausen.=Forkeiste ude in dem benachbarten aus, das sich#####neider Straße 53, brach ein Feuer strobes fahs wegen des dort lagernden Getreides und von„Zall# zchnell ausbreitete. Die Zechenfeuerwehr #e das Haus“ war rasch zur Stelle. Leider konnten hre Hilfg 8. bst nicht mehr retten, jedoch wurde durch Lohnhaus var sofort, an das Brandhaus grenzende nnchaus vor vem Feuer bewahrte. Sadtleil Hiltrop * F r ü h l i n g s= C h o r k o n z e r t. D e r G e m i s c h t e C h o r des evangelischen Arbeitervereins Altenbochum veranstaltet am Sonntag, 26. April, abends 8 Uhr, im Lutherhaus in Altenbochum ein Frühlings=Chorkonzert unter Mitwirkung von Mitgliedern der Orchesterabteilung des Männergesangvereins„Schlägel und Eisen" Bochum. Es wird als Strauß= Walzerabend ein schones, vielseitiges Konzert geboten. Der Chor zählt zurzeit 80 aktive Sänger und Sängerinnen. n Endlich! Der Glockengarten in Altenbochum wird zurzeit ausgebaut, mit Teckeln schafft man Material zum Planieren heran. Stadttell Werne er. Umfangreiche Bürgersteigausbauten. Ein lang ersehnter Wunsch ist den Benutzern und Anwohnern des Werner Hellweg auf dem Abschnitt von dem Bahnübergang an der Zeche„Robert Müser" bis zum Pflegeheim erfüllt worden, da man auf der langen Strecke den Bürgersteig mit einem Plattenbelag versieht. Diese Tatsache ist um so mehr zu begrüßen, als bei der augenblicklich unbeständigen Witterung der Fahrdamm wie früher die Bürgersteiganlagen nicht in einwandfreier Verfassung waren. Stadtteil Langendreer er. Weitere Verschönerung des Ortsbildes. Der abgetragene Eisenbahndamm der ehemaligen Strecke Langendreer— Witten sollte nach seiner Beseitigung bekanntlich zu einem Promenadenweg ausgebaut werden. Dieses Projekt scheiterte jedoch an den Verhandlungen zum Eintausch der gewünschten Ländereien zwischen der früheren Gemeindeverwaltung bzw. der Stadtverwaltung und der Eisenbahndirektion Essen. Jahrelang lag das abgetragene Gelände unbenutzt, wurde als Spielplatz und teilweise sogar als Schuttabladestelle verwandt. Seit dem vorigen Jahre hat die Reichsbahnverwaltung das Gelände zum größten Teil verpachtet, so daß auf dem Abschnitt Güterbahnhof bis zur Unterstraße ein ansehnliches, eingefriedigtes Ackerland entstand. Der Teil zwischen der Unter= und Kaiserstraße lag bis vor einigen Tagen noch vollständig verwüstet da. Es ist nunmehr sehr zu begrüßen, daß der jetzige Pächter dieses Geländes, der Fuhrunternehmer., dieses Gelände hat einfriedigen und planieren lassen, um hier eine ansehnliche Grünfläche herzurichten. X Nachträglich gestellt. Der Polizei gestellt hat sich der Kraftwagenführer, der am Sonntag abend den Bäcker Wilhelm Freudenau aus Langendreer in Stockum auf der Hörder Straße überfahren hatte und, ohne sich um den Verletzten zu kümmern, eiligst davonfuhr. Westhaten und Eröffnung der 7. Westfälischen Gastwirksmesse Dortmund, 24. April. Mit einem Festakt in der Westfalenhalle wurde Freitag vormittag durch Oberbürgermeister Dr. Eichhoff die 7. Westfälische Gastwirtsmesse in Anwesenheit von Vertretern des Oberpräsidenten, des Regierungspräsidenten König(Arnsberg) und der Vertreter der beteiligten Organisationen, eröffnet. Als Vertreter des Messeamtes Dortmund betonte der Direktor des Verkehrs= und Messeamtes Dortmund, daß die gegenwärtige Messe besonders im Hinblick auf die Lage der führenden Firmen eine Kundgebung des Lebenswillens der ausstellenden Kreise sei. Im Laufe der Veranstaltung kam Regierungspräsident König auf die Wünsche des Zusammengehens zwischen der RheinischWestfälischen Gastwirtsmesse und der Westfälischen Gastwirtsmesse in Dortmund zu sprechen. Er gab dem Wunsche Ausdruck, daß eine baldige Einigung herbeigeführt werde. Daraufhin teilte das anwesende Vorstandsmitglied des Rheinisch=Westfälischen Gastwirtsverbandes, Runge(Köln) mit, daß zu diesem Zweck am 5. Mai in Bochum Verhandlungen bei der Handelskammer angesetzt seien, die eine Regelung der Messefrage zwischen Köln und Dortmund zum Ziele hätten. Tagung des kommunalpolitischen Ausschusses der d. B. P. Hagen, 24. April. Unter der Leitung seines Vorsitzenden Dr. Hanholz(Bochum=Gerthe) trat der Kommzunalpolitische Ausschuß der Deutschen Volkspartei von Westfalen=Süd in Hagen zu einer Sitzung zusammen. Die Versammlung war sehr gut aus dem ganzen Industriegebiet besucht. Oberstudiendirektor Dr. Wenderoth(Dortmund) sprach über das höhere Schulwesen und die Kommunen. Rektor Dr. Koeper(Derne) sprach über die Volksschule. Baumeister Meier(Herne) sprach über Sparpolitik im Schulwesen der Stadt Hernealle drei Vorträge fanden großes Interesse. letzung erlitt und starb.— In der Wichlinghauserstraße sturzte ein Motorradfahrer beim Ueberholen eines Autos und geriet unter das Auto, das über ihn fuhr. Der Mann war sofort tot. Schüsse auf dem heuboden Ueberfall auf ein landwirtschaftliches Anwesen. —.(!) Duisburg=Hamborn, 24. April. Der Landwirt Simon, der in Neuenkamp allein ein Anwesen bewohnt, hörte in der Nacht ein verdächtiges Geräusch, Als er sich mit einer Petroleumlampe auf den Heuvoden begab, sah er sich plötzlich zwei Einbrechern esgezüher, Lie,. Igfort auf ihn schossen. Dem Bauern wulbe die Perrvleumlampe aus der Hand geschossen. Er ergriff eine Heugabel und stieß um sich. Sgxesch, erhielt der Mann noch einen Schuß in den Operschentel, so daß er kampfunfähig wurde. Die Einbrecher ergriffen darauf die Flucht und konnten in der Dunkelheit entkommen. Der angeschossene Landwirt wurde ins Krankenhaus gebracht. Eine Polizeistreife, die bald darauf eintraf und das Gelände absuchte, mußte unverrichteter Sache wieder abziehen. Kölner haushaltsplan genehmigt batle Xöln, 24. April. Das Kölner Stadtparlament #e uch am Mittwoch abend mit der Verabschiedung des Koiner Haushaltsplanes für 1931 zu beschäftigen, der nach mehrstündiger Debatte in der Schlußabstimmung mit den Stimmen des Zentrums, der Sozialdemokraten, der Deutschen Volkspartei und der Staatspartei gegen Kommunisten, Deutschnationale, bei Stimmenthallung der Nationalsozialisten angenommen wurde. Mit dem neuen Haushaltsplan wurde gleichzeitig die Erfolgender Steuern beschlossen: Zuschläge zur staatlichen Grundvermögenssteuer von 325 v. H. bei den bebauten und den unbebauten Grundstücken mit Ausnahme der landwirtschaftlich, forstwirtschaftlich und gärtnerisch benutzten Grundstücke, für die ein Prozentsatz von 282,3 festgesetzt wurde; Zuschläge zu den Gewerbesteuergrundbeträgen von 540 v. H. vom Gewerbeertrag und von 1600 v. H. vom Gewerbekapital; die Bürgersteuer mit dem Landessatz und einen Zuschlag von 100 v..g Güterschuppen in Brand gesetzt und beraubt Jülich, 24. April. Gestern morgen zwischen 2 und 4 Uhr wurde im Bahnhof Titz bei Jülich im Bahnhofsdienstraum und im Güterschuppen eingebrochen. Die Täter haben zahlreiche Gegenstände mit Petroleum begossen und angezündet. Glücklicherweise nahm das Feuer keinen größeren Umfang an und wurde beim Dienstantritt eines Beamten gegen 5 Uhr entdeckt und mit Handfeuerlöschern gelöscht. Der Brandschaden ist gering. Es wurde nur eine Korbflasche Beerenwein und 8 Mark Bargeld gestohlen. Kleine Provinz-Kundschau lionen Goldmark zahlte die Stadt Essen an In diesen Tagen ist dem Finanzausiß die Abschlußrechnung über die Besatzungskosten in Essen vorgelegt worden. Sie betragen rund 22 Millionen Mark. □ Vorgeschichtlicher Fund auf einem Waldfriedhof. Einen wertvollen vorgeschichtlichen Fund machten Erdarbeiter bei Arbeiten auf dem Gerresheimer Waldfriedhof. Sie fanden einen über 1 Meter langen Mammutzahn an einer Stelle, an der etwa vor Jahresfrist evenfaus ein Mammutzahn von 1½ Meter Länge gewar. Wenn sich auch das Alter des Mammutzahnes nicht bestimmen läßt, so kann man doch annehmen, daß er 20 000 bis 50000 Jahre alt ist. □ Schwere Gasvergiftung eines Wuppertaler Beigeordneten. Der Beigeordnete Dröner wäre beinabe zu Tode gekommen dadurch, daß er beim Baden infolge Ausstromens von Gas aus einem undichten Leitungsschlauch die Besinnung verlor. In betäubtem Zustande wurde er aufgefunden und dem Krankenhaus zugeführt. Die angestellten Wiederbelebungsversuche hatten Erfolg. Meist bewöltt, aber kaum Regen Wetterbericht der Essener Wetterwarte vom 24. April. Das nordatlantische Depressionssystem, noch immer gespeist von warmen südlichen Luftmassen, verstärkt sich noch weiter und hat einen Tiefdruckwirbel an der Westküste von Irland entstehen lassen. Unter seinem Einfluß meldet ganz England bei frischen bis mäßigen Südwinden starte Bewölkung und vielfach auch Regen, noch eine strichweise Temperaturzunahme von fünf Grad. Da jedoch über Skandinavien der Druck noch immer ansteigt, wird sich dieser Wirbel nur langsam in nordöstlicher Richtung fortbewegen und nur im nordwestlichen Teil unseres Bezirks starke Bewölkung und strichweise Regen bringen. Die warme südliche Strömung hält weiter an, so daß die Temperaturen recht milde bleiben werden. Vorhersage für Samstag: Südliche, später auf Südwest drehende Winde. Meist hohe Aufzugsbewölkung. Strichweise, besonders im Nordwesten etwas Regen. Temperaturen sehr milde. Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Meist wolkig, bei südwestlichen bis Wisttichen Winden noch einzelne Regenschauern möglich. Barometer Freitag, 24. April Thermometer 7 Uhr 754.0 13Uh+ 80 24. 749 24„ 1110 Wetterhäuschen im Stadtpark 117 m über dem Meeresspiegel (S Aufg..26, Unterg. 19.41,; J Aufg. 10.24, Unterg..52 Nüc den Bruchsleit 6ne 77e 7 —— betragen die täglichen „Muskator“e Futterkosten für ein Küken—— nicht einmal 40 Pig in den ersten 6 Wochen——— in den Wochen, dle für die Entwicklung und damit für die späte. se Leistungsfählgkeit bestim. mend eind. Denken Sie hierüber nache. und füttern Sie gutes Fütter..— Muskator Vergecher Leitonrert if Obsseless Sämtliche Muskator-Erzeugnisse zu haben bei: Hinter'm Bahnhof ist die Welt noch lange nicht zu Ende! Gehen Sie die KortumHattinger Straße hiunnter durch die Unterführung— rechterhand die erste Seitenstraße— da ist Hein de Groot. Gerade neden dem„Wests. Hof“. Sie wissen doch! 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Erregu es Mowe klarn der Mann war einem fürchter Erstickungsgefa schließlich in Und nun sa Beste in ihr, Widerwillen geIhre Selbstkrit unbesonnen aus merte die Erk Eltern mateviel vernichtete alle vilde Möwe, z im Käfig, der Als sie an Gedanken angel stand Iwar Wi „Ist Helmar „Er schläft.“ „Dann will am besten so. bin hier im A daß der heutige nun ein würdige Kurhaus können „Warum nic sordernd in die Ramon H. war. heut 26. April. Im E KOS ILLLNEO W W n Abfuhr Nen Sie si0 Prragendet Stuhlgang einfachen Gebrauch. nd DarnStunden haltlich teuen Hut Eine Frau zwischen ARreld undEIObe Frau Selma blieb am Fuß der Treppe zur Oberpohnung stehen, in schöner, ruhiger Haltung, scheinbar ohne jede Erregtheit. Und dann war der kurze, peinvolle Auftritt ein Gewesenes. Das Auto rollte die Kurhausstraße hinab. Muschi ging lautlos, zusammengesunkener als Zimmer. Frau Selma trat ans Tel kan keinen Aufschub! Bitte, unverzüglich!“ Möwe saß auf einem kleinen Balkon und blickte hinab über die Kurterrasse zum Meer, das hellblau im Mittagsonnenschein flimmerte.„So hätt' ich mir ntlich denken können...“ Diese Worte und das eigentlich denken können...“ Diese Worte und das freche Tachen waren ihre einzige Taffe gewesen; aber jetzt verließ sie der trotzige Spott, und es kam he eine Verzweiflung an wie sie sosche nie gofaber jetzt, verließ, sie der trotzige Spott, und es kam ja eine Verzweiftung un, wie sie sdiche nie gerannt, auch in ihres Lebens bösesten Stunden nicht. Helmar hatte anfänglich keinen Ton geredet, dann beim Mittagessen unten auf der Terrasse eine übertriebene Lustigkeit zur Schau gestellt, die ihn schlecht kleidete. Möwe war froh gewesen, lauter fremde Gesichter an den Nachbartischen zu sehen, Kurgäste, keine Winkelauer. Nur des Kellners mühsam verhehlte Neugier hatte sie gepeitscht. Der kannte Möwe Grona und kannte Helmar Wendebeck. Was mochte er sich gedacht haben? Oben in den zwei Zimmern mit Balkon war dann bei Helmar nach den überstandenen Strapazen und letzten Erregungen ein Zusammenbruch erfolgt, der es Möwe klarmachte, wie krank an Körper und Seele der Mann war, an den sie ihr Leben gekettet. Nach einem fürchterlichen Hustenanfall mit scheinbarer Erstickungsgefahr und haltlosem Schluchzen war er schließlich in Schlaf gefallen. Und nun saß Möwe auf dem kleinen Balkon. Das Beste in ihr, das Mitleid, wurde verdrängt von Widerwillen gegen das Schwächliche in Helmars Natur. Ihre Selbstkritik klagte sie an, sich der Demütigung unbesonnen ausgesetzt zu haben, und zugleich dämnerte die Erkenntnis, daß sie doch von Helmars Eltern mateviell abhängig sein werde. Dieser Gedanke vernichtete alle erhoffte Selbständigkeit, machte sie, die zu einem kläglichen, gefangenen Vogel im Käfig, der sein Futter hingestreut bekommt. Als sie an diesem Punkt ihrer unruhvoll jagenden Gedanken angelangt war, klopfte es, und in der Tür stand Iwar Wendebeck. „Ist Helmar ausgegangen?“ „Er schläft.“ „Dann will ich mit Ihnen reden. Vielleicht ist das am besten so. Wir mussen ins reine kommen. Ich bin hier im Auftrag meines Vaters. Er bedauert, daß der heutige Morgen sich so gestaltet hat Es muß nun ein würdiger Ausweg geschaffen werden. Hier im Kurhaus können Sie natürlich nicht bleiben.“ „Warum nicht?“ Möwes Augen blickten heraussordernd in die seinen.„Ich fühle mich hier sehr wohl. Ich habe Ihren kranken Bruder geheiratet, um auch einmal kennenzulernen, wie Luxus und Reichtum schmecken, und ich versichere Ihnen, daß ich diese Annehmlichkeiten jetzt gründlich auskosten will.“ „Wenn mein Bruder Ihnen gesagt hat, daß er reich sei, dann hat er Sie unwissentlich betrogen.“ Möwe lachte.„Er hat gar nichts davon gesagt. Aber ich bin doch ein Winkelauer Kind und weiß Bescheid.“ Iwars Gesicht war so ernst, daß ihr Lachen verstummte.„Sie reden tatsächlich wie ein Kind. Hören Sie jetzt vernünftig zu! Wir sind keineswegs reich. Wir haben einen sehr großen Betrieb, aber wir kämpfen zur Zeit, wie alle Firmen, mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten, und unsere Familienverhältnisse erschweren die Krisis erheblich. Mein Vater ist gehetzt von Sorgen und Ansprüchen, die seine Einkünfte übersteigen. Ich spreche offen mit Ihnen; denn Sie gehören von nun ab zur Familie Wendebeck und sollen klar sehen. Sie wissen, daß mein Bruder Helmar nichts verdient. Er gibt sehr viel Geld aus. Im Sommer weilt er seit Jahren zu Hause, kostet also in diesen Monaten fast nichts. Es ist uns, meinem Vater und mir, unmöglich, ihm in diesem Jahre auch für die Sommermonate Geld zu geben, um sein Hotelleben weiterzuführen, das ja von nun ab durch Sie das Doppelte kosten wird. Bitte, fahren Sie nicht hoch! Ich begreife, daß Ihnen meine Auseinandersetzungen eine große Enttäuschung bereiten. Ich spreche als Geschäftsmann ganz nüchtern. Sie sehen sich betrogen in Ihren Erwartungen. Bitte, nicht zu unterbrechen! Sie sagten ja eben selbst, daß Sie meinen kranken Bruder nicht aus Neigung, sondern um seines vermeintlichen Reichtums willen zum Mann nahmen.“ Möwes Trotz brach entzwei. Sie fiel in den Korbstuhl, warf den Kopf in die Arme auf das Tischchen und brach in ein leises, leidenschaftdurchzittertes Weinen aus. „Natürlich!“ hörte sie Iwan ungeduldig sagen. „Wenn Frauen nichts Gescheites erwidern können, weinen sie. Das hilft nun jetzt nichts. Sie müssen die Suppe ausessen, die sie sich selbst und uns eingebrockt haben. Hier im Kurhaus können Sie also nicht bleiben; erstens weil wir Helmar nicht die Mittel dazu bewilligen, und zweitens, weil es unnützes Gerede gäbe, bei fremden Leuten, die es nichts angeht, wie die Famalie Vendebeck sich zum neuen Familienmitglied steut. Mein Vater bietet Ihnen beiden Silberweiden an, als Wohnort für die Sommermonate. Sie wissen, ist ein altes Schlößchen, vier Kilometer von der Stadt. Mein Vater hat es vor einigen Jahren vom früheren Besitzer übernehmen müssen, da der schwer verschuldet war und seinen Verpflichtungen gegen unsere Firma nicht nachkommen konnte. Sie können dort ungestört leben. Helmar wird gute Landluft haben. Die Autobusverbindung ist bequem. Es wäre mir lieb, wenn Sie Ihre monatlichen Ausgaben anschreiben wollten. Helmar tut das nicht. Es hätte auch gar keinen Zweck; denn er nimmt keine Rücksicht darauf, ob wir imstande sind, seine verschwenderischen Kunstlaunen zu befriedigen oder nicht. Er schickt uns einfach die Rechnungen.“ Mowe hob den scopf.„Seine letzte Laune soll Sie nicht viel kosten! Ich werde sparsam wirtschaften.“ Jetzt hatte sie sich wieder fest in der Gewalt.„Sagen Sie Ihrem Vater, daß wir sein Anerbieten natürlich annehmen. Wann können wir nach Silberweiden hinaus?“ „Jederzeit! Es sind einige eingerichtete Zimmer da. Und was fehlt, würde meine Tante Gisela Wendebeck Ihnen aus ihrer Wirtschaft borgen. Bestimmen Sie, wann ich Ihnen den Wagen schicken soll!“ „Ich erbitte das Auto zu morgen um zehn Uhr!“ sie an jeder Silbe einer Bitte schlucken mußte und wie sehr sie sich überwand, so daß er es gar nicht merkte, was jedes Wort sie kostete! „Der Wagen wird um zehn vorm Kurhaus warten,“ erwiderte er höflich.„Ich muß mich jetzt empfehlen. Grüßen Sie Helmar!“ Er verbeugte sich, und jetzt streckte ihm Möwe hastig die Hand hin.„Ich danke Ihnen, daß Sie mir reinen Wein eingeschenkt haben. Es war hart für mich, das alles zu hören aber es war notwendig. Jetzt weiß ich, wie alles steht, und Sie können mir glauben“— nun wieder ganz die stolze, selbstbewußte Möwe—, sschgerde das Budget der Firma Wendebeck nicht Sie sahen sich an und schon in dieser Stunde ahnten beide, daß das Schicksal sie zu Bundesgenossen bestimmt hatte. Der feste Druck ihrer Hände schuf Vertrauen. Dann ging Iwar mit seinem energischen Schritt durch den kleinen Salon davon. Möwe blieb auf dem Balkon und starrte hinter ihm her mit finster gefurchter Stirn und Augen, denen sich ein Neues, Unerwartetes aufgetan, das sie, nach kurzer, wilder Aufehnung, auf ihre gesunden Schultern nehmen wollte. Ueber allem brannte in ihr der Wunsch: Er soll mich achten lernen! Soll später einmal verstehen, wie ich dazu kam, um des Wendebeckschen Geldes willen seinen Bruder zu heiraten! Plötzlich erhellte die Düsternis um ihre Augen herum:„Ich will arbeiten und verdienen wie bisher. Ich will mich nicht von ihnen unterhalten lassen. Von Helmar hätte ich es angenommen; das wäre ein ehrlicher Tauschhandel gewesen. Aber jetzt weiß ich, daß der andere Helmars Passionen mit seiner Arbeit bezahlt.„Von ihm kann ich es nicht annehmen.“ In ihre Raßgelden Wangen schlug eine glühende Blutwelle. „Er soll mich achten lernen! An der Meinung der Frau Konsul liegt mir nichts— aber er soll mich achten lernen!“—— Silberweiden, alt und knorrig, hüteten die Einfahrt zum gleichnamigen Barockschlößchen, das von einem großen, verwilderten Park umgeben war. Zwei Sandsteinlöwen ruhten vor der Rampe; der rechte hatte ein freundliches, der linke ein grimmiges Katergesicht: beide waren verwittert und an der zottigen Mähne von graugrünen Moosflechten überwuchert. Wilder Wein, noch blattlos in der Rauheit des nordischen Frühlings, klomm am Schnörkelwerk um Tür und Fenster und um ein bröckliges Wappen. Alles dies drang stark in Möwes Bewußtsein, als sie mit Helmar die Stufen emporstieg und ihr neues Hein, betrat. Im halbrunden Erkerzimmer war ein Fruhstauslisch gedeckt. Eine Frau von etwa vierzig Jahren trug eben aus dem Erdgeschoß, wo die Küche lag, ein Tablett herauf. Samstag, 25. Aprll 1931 „Ich bin die Gärtnerfrau", stellte sie sich vor.„Wir wohnen drüben im Gartenhaus. Herr Wendebeck iunior war gestern abend hier und hat gefragt, ob ich für die junge gnädige Frau Aufwartedienste übernehmen würde. Das hab ich ihm zugesagt— und nun hab' ich den Herrschaften gleich was Warmes gemacht.“ Sie schien Möwe nicht zu kennen, zeigte keine Neugier und schuf somit die Vorstellung, weit von Winkelau in irgendeiner Sommerfrische zu sein. Am kleinen Tischchen vor dem Fenster saßen Möwe und Helmar sich gegenüber. Ein weißer Fliederstrauch wiegte vor den Scheiben seine blütenschwere Krone. Voll lag die Sonne in dem achteckigen Raum, dessen Wände zwischen barocken Schnörkeln verblaßte Malereien zeigten: eine Mühle, einen Waldgrund mit Rehen, Gevirge, eine Landschaft zu Füßen eines rauchenden Berggipfels; es sollte wohl der Vesuv sein. Zimmerchen erinnert an das sogenannte En###izimmer im Rüschhaus bei Münster, sagte er. Und als er Möwes Unwissenheit merkte, war es ihm unangenehm, und er wollte auf ein anderes Thema übergehen. Doch sie erwiderte ruhig:„Du sollst mich bilden, Helmar! Ich weiß von all solchen Sachen nichts.“ nie von der Annette Droste gehört, die im Rüschhaus lebte?“ „Nein, nie!“. Sie fühlte, daß dies offene Geständnis ihn entsetzte und ihm doch imponierte. „Ich werde dir heute abend von der großen Westfälin erzählen“, versprach er. Sie nahm über den Tisch hinweg seine Hand.„Tu das! Ich werde mir Mühe geben, besser aufzupassen als in der Schule. Da war ich ein faules Gör und hab’ meinem Lehrer manchen Schabernack gespielt.“ „Wird es mir auch so ergeh’n mit dir?“ Er erhob sich, kam um den Tisch herum und nahm ihr Gesicht in seine feuchten Hände.„Was frage ich so dumm? Du sollst sein, wie du bist! Darfst mich armen Narren hänseln, wenn dir die Laune danach steht! Du kannst toll und grausam sein mit mir wild und spottend— ich werde alles hinnehmen. Du bist von anderem Stoff als die Marionetten unserer Tage, du hättest zu Leonardos Zeiten in Florenz leben mussen, um ungestraft zu herrschen und mit Herzen zu spielen.“ Sie sah an ihm vorbei— verständnislos, herb, ein wenig verächtlich. Solche Worte kamen ihr komisch, zum mindesten theatermäßig vor. Er bückte sich und küßte ihren Nacken Sie empfand das Brennen seiner Sinne; es schauderte sie. In diesem Augenblick rief eine Stimme von der Eintrittshalle:„Ist's erlaubt oder gar zu störend?" Ottokar Wendebeck kam herein, reichte seiner neuen Schwägerin einen Strauß glühroter Rosen, ergriff ihre beiden Hände und küßte sie langsam. Der Widerwille, den Helmars Lippen am Nacken ihr verursacht, wandelte sich in Unruhe. Achtung, Möwe! rief es in ihr. Von dort droht Gefahr! Helmar war trotz der Störung erfreut. Er begrüßte den Bruder warmer, als seine spöttelnde Kühle sonst zuließ. Das gestrige Erleben im Elternhause machte ihn dankbar für jede Annäherung seitens der Familie. Ottokar setzte sich an den Tisch, aß eine Käsestange, sprach unaufhörlich, gab keiner kleinsten Verlegenheitspause Raum, glitt spielend um alle peinlichen Ecken, versicherte, wie gräßlich öde es in Winkelau sei wie erbarmungslos Iwar ihn zur Einhaltung der Bürostunden anhalte und daß es für ihn eine Oase in der üste seines Lebens wäre, falls er die Erlaubnis be2 Bekaopl, reell u. billig! Neue Gänseiedern von der Gans gerupft, mit Daunen*. dopp.— Fesche aus modernem Geflecht CUurUFUT Ramon H. WINGS, der selbst früher ein starker Stotterer ein glänzender Redner ist, hält Sonntag, April. 11 Uhr vormittags. und Montag. 27. Aprll. 29 Uhr, Im Evangellschen Vereinshaus. Mühlenatraße, einen KOSTENLOSEN VORTRAG 1 Erwachsene und Eltern stotternder Kinder. In sse nTertrage werden die wirklichen Ursachen des Leidie einzige Möglichkeit der Heilung erklärt. R. 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Wo trinkt man gute und preiswerte: Hokal- und Klaschenweine? St. Hubertus-Weinstuben Bochum, Diekampftr. 1(früd. Schillerstr.) käme, öfters einen Abend in der idyllischen Dornröschen=Abgeschiedenheit von Silberweiden zu verbringen. Möwe hatte kaum ein Wort erwidert— dann erachtete Ottokar die Dauer seiner Antrittsvisite für genügend lang. Wieder ein langsamer Handkuß. Helmar begleitete ihn zu den Löwen hinunter. Möwe hielt die roten Rosen in heißen Fingern. Ihr Duft nahm dem lange unbewohnten und selten gelüfteten Zimmer die leise Kellerdumpfheit. den Kopf noch tiefer zwischen die Lollen seh'n, ob du was leisten wirst. Ottokar Wendebeck malte Schlangenlinien statt Zahlen auf einen großen Bogen, neckte zur Abwechslung Fräulein Timmchen und stellte im stillen fest, daß sein Bruder Helmar zum erstenmal in seinem langweiligen Aesthetendasein etwas Vernünftiges getan hatte. Denn das Hereinplatzen der Schwägerin=Kapitänstochter bedeutete eine ulkige Sensation und die Aussicht, schneller den Verlust seiner Lia zu verschmerzen. Sie hatte für die Sommermonate ein Engagement nach Zoppot und war gestern abend abgezogen. Der Prokurist hatte schon zweimal gefragt, ob er die fertige Abrechnung haben könne, und Ottokar hatte jedesmal liebenswürdig geantwortet:„Gleich, Herr Müller!“ Fräulein Timmchen senkte beständig ihre niedliche Stupsnase zu den Maiglöckchenstengeln an ihrer Brust, um dann bei jedem neuen Bogen, den sie in ihre Maschen einspannte, einen Blick zu Ottokar hinaufzuexpedieren. Iwar kam aus dem Privatkontor und sagte im Vorübergehen:„Soeben Nachricht von unserem neuen Dampfer. Er trifft morgen ein.“ Da öffnete sich die Haupttür, und mit einer breiten Sonnenbahn zugleich erschien Möwe Wendebeck.„Kann ich den Herrn Konsul sprechen?" Die Frage war an den zunächststehenden Laufjungen Konrad gerichtet. Aber ehe er antworten konnte, war Ottokar vom Drehsessel gerutscht, riß das Pförtchen im abtrennenden Geländer auf und verbeugte sich so tief, als habe er die Ehre, einer Fürstlichkeit die Büroräume der Firma Wendebeck zu zeigen. Eine Minute später stand Möwe ihrem Schwiegervater gegenüber. Er blieb in seiner geduckten Haltung sitzen, sah fast mißtrauisch von unten herauf und überließ ihr die Eröffnung der Beziehungen. „Ich bin gekommen, um Ihnen für die Zimmer zu danken, die sie uns angewiesen haben. Und dann will ich auch gleich um etwas bitten——“ Ein hohnisches Kichern drang aus dem rotblonden Bart zu ihr empor.„Das kenne ich! Ihr wollt natürlich Geld—?“ „Nein— ich will Arbeit!“ Er stutzte, hob den Blick. Jetzt erfaßte er erst, wie ssah. sie au.„. Gar nicht wie eine Bittende. „Es mag wohl sein, Herr Konsul, daß Sie bisher nur mit solchen Verwandten zu tun hatten, die immer Geld von Ihnen verlangten. Ich wiederhole; ich verlange Arbeit! Hier im Büro der Firma Wendebeck will ich arbeiten. Ich habe ein Recht darauf. Mein Mann ist krank und kann den Platz nicht ausfüllen, der ihm hier zukäme. Ich will versuchen, ihn zu ersetzen. Anfangs werde ich natürlich nicht viel leisten — ich werde erst alles lernen müssen— aber dümmer als all die hundert Büromädchen in Winkelau bin ich schließlich nicht. Sie können mir glauben, Herr Konsul, daß ich nach ein paar Monaten eine gute Hilfe sein werde. Selbstverständlich verlange ich kein Gehalt. Ich will meinen Unterhalt mit meiner Arbeit bezahlen, damit Sie nicht sagen können, ich läge der Familie Wendebeck auf der Tasche. Sie sah auf ihn hinunter, mehr fordernd als bittend; mit kalten Augen. „Diese Tonart ist mir allerdings neu! Ich habe das nicht erwartet.“ Möwe lachte hart. Der Schultern.„Neu.n“ Ich sage gleich du zu dir; denn Helmars Frau bist du nun einmal— daran läßt sich nichts ändern. Du sollst auch du zu mir sagen— das gehört sich so, schon des Büropersonals halber.“ Es entstand eine kleine Pause. Der Konsul blickte vor sich hin auf die Stöße von Frachtscheinen auf der Tischplatte. Fast schien es, als habe er Möwes Anwesenheit vergessen. Aber plötzlich sagte er ungeschickt: „Es ist mir angenehm, daß ich was fur dich tun kann. Ich meine... wegen damals— wegen deines Vaters.“ Bei den letzten Worten verkroch er sich ganz in sich. „Herr Konsul——“ „So sollst du nicht mehr sagen!“ „Wie ist das damals gewesen? Die Steuerleute im Rettungsboot haben schlimmer geflucht, als Seeleute sonst fluchen. Ich weiß wohl, daß mein Vater ein wüster Mensch war— aber seine Ehre als Seemann hat keiner angetastet bis zu jenem Tage. Altes Entsetzen weitete ihre Augen. Es ward still. Aus dem Nebenraum klapperte Fräulein Timmchens Maschine. Vom Hafen heulte ein Dampfer. Der Konsul hatte den mächtigen Kopf in die Hände gestützt.„Wie soll ich wissen, was mit der„Möwe“. passierte? Futsch ist futsch! Was fragst du noch— und warum fragst du mich? War ich dabei?“ Ein hartes Funkeln entstand in den Augen der Frau. Sie wuchs steiler auf, je koboldartiger der Reeder sich zusammenzog. Jetzt sprach Möwe noch einmal, und ihre Stimme war leise, aber felsenhart: Ich kenne die Menschen. Es bleibt alles auf meinem Vater sitzen. Ein Lump und ein Säufer! Er hat es verschuldet—! Denn wer erdreistet sich, gegen den großen Winkelauer Reeder einen Verdacht auszusprechen? Geld und Macht und Ansehen decken alles zu. Und als jetzt seine Hand mit dem großen Siegelring sich schwerfällig hob, nicht ganz so entrüstet, wie ihre Worte es verlangten, da tat auch Möwes Hand eine verächtliche Bewegung.„Sie schlafen beide auf dem Meeresgrund, der nichts zurückgibt: mein Alter und die„Möwe“. Und ich, die andere Möwe, werde stillschweigen von dem, was da gewesen sein muß zwischen meinem Vater und meinem Schwiegervater. Grona und Wendebeck haben wegen der hohen Versicherung die alte„Möwe“ gemordet—— aber ich werde es keinem sagen. Es geschah etwas Beängstigendes. Der Konsul griff nach seinem Kragen, der ihm stets den kurzen Hals beengte, wurde blaurot und ächzte. Möwe sprang lautlos zu, riß Kragen und Krawatte auf, holte vom Nebentisch ein Glas Wasser, kühlte die blau angeschwollenen Adern an Gerhard Wendehecks Schläfen, schioonenen Aern un Gerhats Wendedeus Schiafen, hielt seinen wankelnden Kopf im Arm, benetzte die offenstehenden trockenen Lippen, prüfte den Puls— alles geschickt, wortlos, schnell. Nach etlichen Minuten taltte er:„Schon besser! Laß mich! Gleich vorüber.“ Keines von beiden erwähnte mehr mit einer Silbe das vorangegangene. Nach einer Viertelstunde verließ Möwe das Privatkontor. Sie war so blaß, daß Fräulein Timmchen die runden Augen hinter ihr herkullern ließ vor Neugier. Draußen am Treppenaufgang stand Ottokar.„Darf ich heut' abend zu euch herauskommen?“ „Bitte sehr! Wenn du mit einem sehr einfachen Essen vorliebnimmst. Bei uns wird es keine Delikatessen geben, die bei euren van Teerenschen Verwandten des Lebens Inhalt bilden, wie ich gehört habe.“ „Dafür aber eine Frau, aus deren Hand alle van Teerenschen Feinschmecker, die nicht nur Kenner in Austern und Aal sind, ein Stück Schwarzbrot mit Andacht empfangen würden!“ Ihre Brauen krauften sich spöttisch,„Für Leure vom Theater mag so ein poetischer Schnack passen. Vergiß nicht, daß ich nur die Volksschule besucht habe und ein Schifferkind bin! Komm heut abend— aber laß die Phrasen zu Hause! Die imponieren mir nicht. Auf Wiedersehen. Sie nickte ihm zu, knapp, ein wenig von oben herab, und ging schnell davon.——— Vier Räume standen in Silberweiden dem jungen Ehepaar zur Verfügung. Alle übrigen Zimmer lagen unmöbliert, ein wenig spukhaft, mit meist geschlossenen Läden da und wurden nur zweimal wöchentlich gelüftet. Jene vier Räume hätten in der Disharmonie zwischen ihrem ursprünglichen Stil und der primitiven Zufallseinrichtung für Helmar eine Qual sein müssen, aber in seiner jetzigen Gemütsverfassung hatte er dafür nur ein gleichgültiges Achselzucken. Der Aesther in ihm war verstummt. Er sah ja doch nur Möwe, ob es im Entresolzimmerchen mit den verblaßten Wandmalereien war, in der Diele mit dem Rauchfang, im kleinen, dunkelgetäfelten Speiseraum oder in der großen, luftigen Schlafstube. Es gab im Schlößchen keine elektrische Beleuchtung, da es vom letzten Besitzer seit Jahrzehnten nicht bewohnt worden war. In alten schwedischen Holzleuchtern, die Helmar auf seinen Reisen mit sich schleppte, brannten im Speisezimmer drei hellflammige Kerzen, Ottokars Rosen sanft beleuchtend. Möwe lief zwischen diesem Zimmer und der Küche eifrig treppauf und treppab. Sie hatte es Helmar noch nicht gesagt, weshalb sie vormittags in der Stadt gewesen. Sie wußte, daß ihr Entschluß ihm unangenehm sein werde, wollte es ihm zur rechten Stunde schonend beibringen. Möwe war von Natur nicht sehr ordentlich; die trostlosen Jugendverhältnisse hatten sie in dieser Untugend bestärkt. Aber jetzt reizte es sie, mit geringen Mitteln eine hübsche, kleine Abendtafel herzurichten. Es fiel ihr ein, wie ein Lehrer einmal zu ihr gesagt: „Wenn du ernstlich willst, kannst du alles.“— Ja, jetzt wollte sie, und sie würde viel können! Rote Radieschen und zarten, frischen Salat hatte sie sich aus der Gärtnerei geholt und baute nun zierliche Kompositionen von weißgelben Eischnitten über silbergrauem Hering zwischen Radi und Salat. Oben in der Diele klangen fremde Stimmen, Möwe horchte. Nein, Ottokar, der erwartete Gast, war das nicht. Sie ertappte sich dabei daß sie mit Spannung seines Kommens harrte. Schritte auf der Treppe... Tante Gisela kam angestiegen und hielt etwas auf den Armen, das fast wie ein Wickelkind aussah und sich als ein Blätterteigkringel auf einem großen Backblech erwies. „Salz und Brot ins eigene Heim, Möwe!“ Tante Giselas Augen lachten trotz der Rührung. Und Möwe tat, was sie noch keinem Menschen zuliebe getan in ihrer mutterlosen, vagabundenhaften Jugend: sie küßte die harte Altjungfernhand.„Du bist die einzige, die mir die Arme auftut!“ sagte sie leise; das Du lief ihr ungewollt über die Lippen. „Es ist noch jemand oben“, meldete Tante Gisela, die aufwallende Bewegung in Wendebeckscher Herbheit unterdrückend.„Mein alter Bruder Lothar, der gleich dir von den van Teerens nicht recht anerkannt wird. In Gerhards Haus will er nie mehr mitkommen. Aber heute sagte er:„Was meinst du, Gisa— ich fahre mit, und die Möwe wird's schon richtig aufnehmen, wenn ich ihr eine Flasche Wein zum Willkommentrunk mitbringe!“ Möwe eilte die gewundene, halbdunkle Treppe hinauf, nahm ohne Ziererei den Kopf des Alten in ihre festen Hände und küßte ihn auf den verwitterten Mund im grauen Haargestrüpp. Helmar staunte; er fand sie hinreißend in dieser ihm fremden impulsiven Wärme. Ottokar stand in der Tür, eine Schachtel Konfitüren unterm Arm. Es flackerte in seinen übernachtigen Augen.„Bekomme ich keinen Kuß?“ Sie wollte unbefangen sein, brachte es nicht fertig. Jener Abend vor dem Gronaschen Häuschen stand zwischen ihnen.„Ich nehme an, du hast schon so viele Küsse einkassiert, daß du sie als geringe Münze bewertest!“ scherzte sie.„Ober Onkel Lothar ist vom alten Schlag— hat noch die rechte Freude an einem Kuß. Nicht, Onkelchen. Der Alte schmunzelte. Ottokar neigte sich über ihre Hand. Seine Lippen sagten ihr in der Berührung: du fürchtest dich davor, deinen Schwager zu küssen: Ich durchschaue dich, wilde Möwe— schlage nur um Nr. 97/ 38. Ja Tages dich mit deinen schönen Silberflügeln! Eines wirst du zahm sein in meiner Hand.—— Es wurde eine fröhliche kleine Tafelrunde im Kerzenglanz und Rosenduft. Der Wein goldete in den Gläsern; Ottokar hielt eine schwungvolle Rede, sehr taktvoll mit Umschiffung aller gefährlichen Familienecken, hieß Möwe willkommen. Und dann sprach mar, sprach von seinem jahrelangen Suchen nach der Schönheit in hundert Werken der bildenden Kunst, die sein einsames Leben hatten füllen sollen, sprach davon, wie zwecklos dennoch alles geblieben, und wie Pem Blalntt-.: In Grasse., 5xe Mowein nun seit dem Maimorgen in Brüssel, der Möwe in seinen Weg geführt, aues Inhalt und Sinn habe. Tante Gisela faltete heimlich im Schoß die Hände. War das der Spötter Helmar, der nie etwas ernst genommen, der an allem herumgewitzelt hatte? Der alte Lothar bekam stille Feierabendaugen, und Möwe hatte einen schwer faßbaren Blick, in dem sich die Kerzenflammen spiegelten. Ottokar guckte auf seine Serviette herab. Die Wangenmuskein zuckten, als habe er Zahnschmerzen. Helmar hob nun sein Glas Möwe entgegen.„Ich habe uns nachträglich so was wie eine halbe Trauredegehalten.“ Mit dieser Wendung glitt er ins Leichtere zurück. „Du hast mir die Traurede gehalten,“ sagte Möwe leise, mit rauher Stimme.„Ich werde sie nicht vergessen. Nach dem Essen ging man in den Park hinunter. Es war eine milde Nacht, Regenwolken zogen vom Meer herauf. Frösche quarrten ihre wohligen Kantaten. In einer großen Ulme raschelten die Krähen, die sich hier zum Nachtschlaf niedergelassen hatten. Unter den Bäumen war es sehr warm. Ottokar ging neben Möwe; Helmar folgte mit den beiden Alten. Eine Kröte kroch schwerfällig über den Weg.„Findest du das Verheiratetsein schön?“ fragte Ottokar gedämpft. „Ich finde es schön, daß ich nicht seelenallein in der Fremde bin— vogelfrei für jeden Lumpen, der seine Pfoten nach mir ausstrecken will.“ „Fühlst dich also ganz geborgen in Helmars Schutz?“ „Ja!“ Trotzig, böse das eine kleine Wort. „Vorsicht— die Brücke ist schadhaft!“ Er hatte nach ihrer Hand gegriffen und sie davor bewahrt, die morschen Bretter in der Mitte zu betreten. Es war etwas Brutales, Gewalttätiges in dem Ruck, mit dem er sie zu sich herübergerissen, und Möwe entsetzte sich vor der dumpfen Erregung, die diese Sekunden ihr schufen. „Seht— ein verfrühtes Johanniskäferchen! Da glüht es im Rasen!“ rief der alte Lothar, und Möwe wandte sich schnell ihm und dem Glühwürmchen zu. Um elf Uhr mit dem letzten Autobus fuhren die Gäste in die Stadt zurück. Möwe hatte sie bis zum Parkeingang geleitet. Bei ihrer Rückkehr fand sie Helmar schon zu Bett. Die Besucher und der Gang nach Sonnenuntergang hatten ihn ermüdet. Er hustete und sah jammervoll aus. Fortsetzung folgt.) Wenn Sie sich nicht fürchten, Die Wahrheit zu hören. dann lassen Sie mich sie Ihnen sagen. Gewisse Tatsachen aus ihrer Vergangenheit und Zukunft, finanzielle Mög. lichkeiten und andere vertrauliche Angelegenheiten werden Ihnen durch die Astrologie, der ältesten Wissenschaft der Geschichte, enthüllt. Ihre Aussichten im Leben über Glück in der Ehe. Ihre Freunde und Feinde. Erfolg in Ihren Unternehmungen und Spekulationen. Erbschaften und viel andere wichtige Fragen können durch die große wissen schaft der strologie aufgeklärt werden. Lassen Sie mich Ihnen frei aufsehenerregende Tatsachen voraussagen, welche Ihren ganzen Lebenslauf ändern und Erfolg. Glück und Vorwärtskommen bringen statt Verzweiflung und Mißgeschick, welche Ihnen entgegenstarren. 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Zu ire es jedoch nicht gekommen, d ernährungsministerium un dem Reichswirtschaftsminist sätze noch nicht bei Aus diesem Grunde ist die Besprechungen zwischen de behalten, die bereits am daß das Kabinett am D fortführen kann. Es handelt sich bei den um die Erhöhung der Flei Landwirtschaft hält sie im H Milchproduktion, die ange Zollschutz erfordere, für Beweis hierfür wird der für Butter herbeigezogen, d Zentner auf der Vorkriegs jedoch nur 172 Mark betri gleiten der Butterpreise z Schiele die Heraussetzung d 100 Mark, was eine Erhöhr auf 150 Mark bedeuten wü Das Arbeitsministerium Zoll aus Gründen der Lo ministerium befürchtet wi lungen mit den Butterliefe land, Dänemark und Schwe Industrie und ferner bei de starke Widerstände gegen die Neben der sozialdemok nistischen Reichstagsfraktion verband deutscher Konsumv preiserhöhung prote Herabsetzung der Zölle für langt. Der Kanzler wird die Führer der Sozial und mit ihnen die Zollfrage sozial= und wirtschaftspolit nachdem sowohl die Kriegsbe Beamtenbund sich mit Protgewandt haben. Meldungen der Lage sprechen, eilen, 1 müßig sind den Dingen vor die Möglichkeit, daß sich die Einberufung des Reichstage in der Sozialpolitik von d Notverordnung nicht der An würde. Einstweilen hat nu tion die Einberufung des 9 Aeltestenrat dürfte sich erst Antrage beschäftigen, dann die dem Reichsernährungsm trittsabsichten zuschieben, si Es kommt zum 5,83 millionen Eintrag Voltsbe Das Bundesamt de Eit, daß die Zählung der Un ezehren bis auf einige klein ner ländlicher Bezirke volle über 5,83 Millionen #A,während etwa 5,27 M Autchoringung des Volksbeg wären. Danach ist ein Ueberschu lion Stimmen vorhanden. 9 die Ausschreibung eines Vi angesehen werden. Selbst wi len wegen irgend welcher Fi klärt werden sollten, ist doc 9. das Ergebnis nicht meh zunn. Beim Volksentscheid Wahlberechtigte zustimmen, erzielt werden soll. Bein Lktober 1929 hatten sich in Millionen eingetragen Latschließung 0 #. Der Bundesvorstand d zug eine Entschließung gef „Das Stahlhelmvolks kegen das derzeitige Syste gossen engster Zusammena aslen erfolgreich durchge seinen Dank, die vaterländische Pflicht erkan weiter in echter deutscher