Nr. 26 4 96. Tienstag, den 3. Februar 1931 Täglich außer Samstag 10 pf. Samstags mit illustr. Beilage 20 Df. Tonatlich 20 Big, die Aügem Anzeigenpreis: mi Reklametell 50, Ptg. Angebote von anderen Bei ai Gür i Millimeter Höbe in S2etuigden und essemte Datzungen, und Verwittlern m der Anzeigengebühren du: illiate Nachlaß binkällig. en und Blätzen. auch für? * Ver Mng„Wenente, sowie Ehruliah geschriebene aufiiger, gns kine Deo e,= ewüider Abernomnels.— Lchluz der Aaseilgelsinnadne se Klir. Nr. 250. Unfall=Unterstützung bei tödlichem Unsall laut besonderen Bedingungen ametell öh, Big, 1Besondere,„Mgueigenrizite noch, seslegendem Fgeit) ngebote von anderen Zeitungen und Vermittlern werden nicht befördert. verjähren uim. lr. ie Bis cc bei Konturs= Anzeigen an de 177 22, sc P. Burg Fernsprecher ausSnzeigen an bestimmten Tagen und Bläten, guch, für durch„Hernsprecher aufgegebene und abbestellte. sowie undeutlich geschriebene Aufträge wird keine General## Anzeiger für Bochum und umliegende Industriebezirke Redaktionsleitung: Dr. Paul Dierichs. Verantwortlich für Politik: Rudel“ Hoest: für Kommunalvoltik und Nachbargebiet: Adolf Peddingbaus: für Lokales: Hans Schulte, für Handel: Fris Schmidt: für Spore Hans Schulte und Paul Wegener: für Kunst und Unierhaltung De Christian Gebring: für Brieskasten, Beilagen und den übrigen Terneil: Max Flegel; für den Anzeigenteil: F. W. Vempe. Sprechsunden der Redaltion: 16—17 Uhr(außer Samstags)— Druck u. Verlag Bochumer Anzeiger und General Anzeiger Laupenmüblen& Dierichs, sämtlich in Bochum. Berliner Redaktion: Michael Haupt, Berlin S W 68. Zimmerstraße 28. Fernsprecher: Dönhoff 553.— Für unverlangte Einsendungen übernimmt die Redaktion keine Hasivflicht. Zurücksendung erfolgt nur, wenn Rückvorto beiliegt. Sr— Redaktion und Geschältsstelle: Raibausblas K. Fernsprech=Anschlüsse Sammelnummer 675 51— Postscheckkonio Dorimund 1760 144 8 4 Auswärtiger Ausschuß des Reichstages Gurnus Der Austritt Deutschlands aus dem Völkerbund abgelehnt Berlin, 2. Februar. (Von unserer Berliner Schrifkleitung.) Das Orakeln über das, was wird, geht weiter. Die Rechtsopposition des Reichstages befürchtet, daß auch die diesmaligen Reichstagsverhandlungen nur von kurzer Dauer sein und mit der Inkraftsetzung des Reichshaushaltes durch Notverordnung endigen werden. Links verhält sich auffallend still. Die Mitte tagt bereits in Fraktionssitzungen. Aber in gut unterrichteten Kreisen rechnet man damit, daß auch der bekannte Vorstoß der Deutschen Volkspartei in der Abstrichfrage nicht die letzten parlamentarischen Konsequenzen nach sich ziehen wird. Jedenfalls findet der am Dienstag nachmittag um 3 Uhr zusammentretende Reichstag genügend Stoff vor, um in den Parteizimmern und Wandelgängen ausgedehnte Besprechungen führen zu können. Die Volkspartei bleibt nach wie vor bei ihrer Forderung. Dr. Dingeldey wirdam Dienstag nachmittag nochmals mit dem Kanzler verhandeln. Aber der Gegenstand der Hauptauseinandersetzungen der nächsten Tage dürfte die Außenpolitik des Ministers Dr. Curtius sein. Der Auftakt zu dieser Aussprache wurde bereits heute durch die Sitzung des Auswärtigen Ausschusses gegeben, dem der Reichsaußenminister über die letzte Genfer Ratstagung Rede stand. Da die Sitzungen des Ausschusses geheim sind. prang nur wenig in die Oeffentlichkeit. Aber es wird bekannt, daß Dr. Curtius die Mehrheit des Ausschusses hinter sich hatte. Die Rechtsopposition enthielt sich sichtlich in der Aussprache, weil sie sich ihre Hauptargumente gegen den Kurs der Außenpolitik für die Pleuarsitzung aufsparen will. Die Sitzung verlief ruhig, selbst als ein kommunistischer Antrag auf Austritt Deutschlands aus dem Völkerbund abgelehnt wurde und ein Antrag der Nationalsozialisten, der die Reichsregierung ersucht, angesichts des völligen Versagens des Völkerbundes in der Frage des Schutzes der nationalen Minderheiten und in der Abrüstungsfrage den Austritt Deutschlands aus dem Völkerbunde durch Kündigung vorzubereiten, dem gleichen Schicksal verfiel. Die außenpolitische Aussprache im Reichstagsplenum dürfte noch in dieser Woche beginnen. Viel besprochen werden die Gründe, die zum Verbot des„Völkischen Beobachters“ geführt haben. Ein Artikel des genannten Blattes hatte persönliche Beschimpfungen des deutschen Botschafters in Rom, von Schubert, und seiner Familie enthalten. Der Artikelschreiber behauptete, daß Mussolini es bereits im vergangenen Herbst abgelehnt habe, den deutschen Botschafter zu empfangen. Demgegenüber wird festgestellt, daß der Botschafter zuerst dem italienischen König, der aber nicht in Rom weilte, seine Aufwartung machen mußte und darum seinen Antrittsbesuch beim Duce verschieben mußte. Man nimmt allgemein an, daß dieser Vorstoß des genannten Blattes den deutschen Außenminister treffen sollte. Ebenso lebhaft wird die Besprechung des Kanzlers mit den Parteiführern erörtert, die heute vormittag im Beisein des Reichsinnenministers, des Reichsfinanzdie Verschärfung des R der Geschäftsordnung Reichstages geführt wurde. An der Sitzung nahmen Vertreter der Kommunisten, der Nationalsozialisten und der Deutschnationalen nicht teil. Es handelt sich hierbei um die bekannten Abänderungen der Geschäftsordnung über Mißtrauensanträge und die Verschärfung der Tisziplinargewalt des Reichstagspräsidenten. Diese Abänderungen haben sich als notwendig herausgestellt, nachdem in letzter Zeit Agitationsanträge und Störungen der Sitzungen den ordentlichen Gang der Plenarverhandlungen immer wieder erschwerten, ja teilweise unmöglich gemacht haben. Die heutigen Besprechungen waren beratender Natur. Erst der morgen zusammentretende Aeltestenrat und der Geschäftsordnungsausschuß werden endaültige Beschlüsse fassen. Auch diese Maßnahmen der Reichsregierung und des Reichstagsdräsidiums werden in Kreisen der Opposition scharf kritisiert und als Knebelung der Redefreiheit bezeichnet. Da dann im Laufe des Tages noch ein Antrag der Nationalsozialisten im Reichstag eingegangen ist, der den Reichspräsidenten ersucht, gemäß Artikel 25 der Reichsverfassung den Reichstag auszulösen, darf man auf den morgigen Beginn des Reichsparlaments gespannt sein. Deutscher Wahlerfolg in einer Gemelade Osoberschesene Kattowitz, 2. Februar. Gestern fand in Rosdin=Schoppinit nach #er. Eingemeindung die Wahl zu der neuen Gemeinde#vertretung statt, die für die Deutschen einen nennenswerten Erfolg brachte. Von den zwölf aufgestellten Parilsten hat, die Deutsche WahlgemeinJait die größte Stimmenzahl zu verFrchnen., Es erhielt die Deutsche Wahlgemeinschaft □ 5220 Stimmen, und acht Mandate, die Korfanty=Partei erhielt sieben Mandate, während sich die Regierungspartei Sanacja mit drei Mandaten begnügen mußte. * Dieser Wahlausfall ist die beste Stütze für die deutschen Beschwerden in Genf. Bei der Wahl in Rosdin=Schoppinitz haben die Wähler ihre Stimmen frei und unbeeinflußt abgeben können, und siebe da, die Deutsche Wahlgemeinschaft marschiert an der Spitze, während die polnische Regierungspartei eine geradezu vernichtende Niederlage erlitten hat. Ein neuer schlagender Beweis dafür, daß der Sieg der Regierungspartei bei den allgemeinen polnischen Wahlen nur eine Folge der brutalen Knebelung der Opposition und der Minderheiten war. Zehnte Jahrestagung des Reichslandbundes Der Icheei nach dem Schaldigen Entschließung des Bundes gegen die Reichsregierung Berlin, 2. Februar. (Von unserer Berliner Schriftleitung.) Obwohl die Vertreter der„Grünen Front“ in der vergangenen Woche mit dem Kanzler eine Einigung über die durchzuführenden landwirtschaftlichen Hilfsmaßnahmen herbeigeführt hatten, erhebt nunmehr der Reichslandhund, der heute im Zirkus Busch seine zehnte Jahrestagung abhielt, gegen die Reichsregierung die schärfsten Vorwürfe, die in der Forderung nach dem Rücktritt der Reichsregierung gipfeln. Bereits am Sonntag hatte der Vorstand des Bundes, wie der „B..“ in seiner Montagsnummer schon kurz meldete, eine Erklärung formuliert, die dann heute in der Hauptversammlung zur Annahme gelangte. Die Tagung im Berlin, 2. Februar. Der preußische Landtag setzte am Montag die allgemeine Aussprache zur zweiten Lesung des Wohlfahrtshaushalts fort. Die Sprecher der Fraktionen behandelten dabei vor allem die Kapitel Jugendpflege und Wohnungswesen. Frau Wachenheim(Soz.) forderte u. a. Modernisierung der Fürsorge=Erziehung auch durch Ausbildung der Erzieher und besondere Heime für Schwererziehbare und Psychopathen. Abg. Hein(Dul.) meinte, daß nur durch Beseitigung der Ursachen der Arbeitslosigkeit, nämlich des Tributplans. des Raubes deutschen Gebietes im Osten, sowie der Kolonien und der Zerstückelung der deutschen Wehrmacht die Arbeitslosigkeit behoben werden könne. Frau Dr. Lauer(.) bezeichnete die Betreuung der jugendlichen Erwerbslosen als das Herzstück der Wohlfahrtspflege und lehnte eine Kürzung der Unterstützung der privaten Wohlfahrtspflege ab. Abg. Schulz(Neukölln, Komm.], zog sich einen Ordnungsruf zu, als er von der Koalitionsbande sprach, die den erbärmlichen Wohlfahrtsetat des Vorjahres von 38.5 noch weiter auf 36.3 Millionen herabgesetzt hätte. Abg. Wurm(D. V..) trat für die Interessen des Hausbesitzes ein und hielt eine wirkliche Gesundung der Wohnungsverhältnisse erst nach Beseitigung der Zwangswirtschaft für möglich. Dr. Ponfick (Deutsche Fraktion) verlangte, daß die Hauszinssteuermittel vor allem zur Förderung des ländlichen Bauwesens verwendet werden und zu Wohnbauten für Kinderheime. K de Fontenatz. Nach französischen Pressemeldungen sol, hei dem bevorstehenden großen Schub in der französischen DiploGatschofter in französische Botschafter kargerie, in den Ruhestand versetzt sichtsreichsten Kandidaten füe matie der Persin, de. Marg werven. Als einer der aussichtereichsten Kanbidaten fül Berlin Post gilt de de Margerie. Kontenay, der esch sten des französischen Botschafters Unsere Bilder zeigen links de Fo gerie augenblicklich den in Rom bekleidet. Fontenay, rechts de MarJugendpflege= und Wohnungsdebatte nn Tandlag Abg. Mentz(W..) behauptete in einer scharfen Polemik gegen die öffentliche Wohnungspolitik, daß es keinen Artikel der Weimarer Verfassung über das Privateigentum gebe, der nicht durch die heutigen Regierungsmethoden verletzt worden sei. Abg. Hoff (Staatsp.] entgegnete dem Vorredner, daß Preußen seit 1924 über eine Million neuer Wohnungen erstellt habe, wodurch gerade dem Mittelstand dankenswerterweise Verdienstmöglichkeiten geschaffen worden seien. Unter Ablehnung jeder Mieterhöhung wünschte er Entlastung des Hausbesitzes durch Senkung der Hauszinssteuer. Abg. Drügemüller(Soz.) erklärte, die Ziele der preußischen Wohnungspolitik, nämlich Behebung des Wohnungsmangels, Steigerung des Wohnwerts in hygienischer Beziehung und Vermeidung der Mietskasernen seien erfreulich nähergerückt. Nur ein wirklicher„Tausend=Künstler“ aber könne die Forderung der Opposition verwirklichen, zugleich die Steuern zu senken und doch den Neubau verstärkt zu fördern. Abg. Howe(Dnl.) verlangte, daß nur noch solche Gesellschaften als gemeinnützig anerkannt würden, die allein Kleinwohnungen für Minderbemittelte zu billigen Preisen bauen. Abg. Kloft(.) forderte Hilfe für die unter den Lasten der Arbeitslosigkeit zusammenbrechenden Gemeinden und Erörterung des Gedankens einer Verkürzung der Arbeitszeit gegen die Erwerbslosigkeit. Damit war die allgemeine Aussprache beendet. Die Einzelaussprache wurde auf Dienstag vertagt. Außerdem zweite Lesung der Haushalte der Handels= und Bergverwaltung sowie der Porzellanmanufaktur. Franzosischee Volschafterwechserin Bernn! Zirkus Busch selbst gab ein deutliches Bild von der Kampfstellung, die der Reichslandbund gegen das Kabinett einnimmt. Der Bundespräsident, Graf Kalckreuth, kritisierte scharf die gegenwärtige Wirtschaftsund Handelsvertragspolitik. Als die vier Hauptaufgaben bezeichnete der Landbundpräsident die Befreiung von den Fesseln der Young=Knechtschaft, die Rettung der Landwirtschaft vor dem völligen Erliegen, Abbau der Ausgaben der öffentlichen Hand, die heute fast 50 Prozent des Arbeitsverdienstes verzehren, und Umwandlung der gesamten sozialen Fürsorge in der Weise, daß sie nicht mehr einen Anreiz zur Arbeitsenthaltung bietet. Eine Regierung, die nicht die Grundlagen für den Wiederaufbau schaffen könne, müsse anderen Männern Platz machen. Auch die übrigen Redner übten an der Regierungspolitik scharfe Kritik. Zurufe aus der Versammlung wurden laut, die den Reichsernührungsminister Dr„Schiele als Versager bezeichneten. Die Versammlung nahm einen recht lebhaften Verlauf. Seltsamerweise hatte der Bund Einladungen an die Vertreter der öffentlichen Körperschaften nicht ergehen lassen, und so fehlte selbst Dr. Schiele, obwohl er bis vor einiger Zeit Präsident des Reichslandbundes gewesen ist. Die von der Versammlung angenommene Entschließung deckt sich mit der Entschließung des Vorstandes vom Sonntag. Es wird hierin darauf hingewiesen, daß die vom Reichspräsidenten am 18. März 1930 herausgegebene Botschaft, die Agrarhilfsmaßnahmen mit aller Beschleunigung durchzuführen, nicht vom Reichskabinett befolgt worden sei. Vielmehr habe sich die Lage der Landwirtschaft von Monat zu Monat weiter verschlechtert. Man vermisse Verständnis und rasche Hilfe für die Not der Landwirtschaft und des gefährdeten Ostens. Die Schuld an der katastrophalen Zuspitzung der Lage trage die einseitig händlerisch und exportindustriell eingestellte Industrie. Auch die Reichsregierung sei diesen Einflüssen Schritt für Schritt erlegen. Durch ihr Versagen habe sie das deutsche Landvolk aufs schwerste enttäuscht. Die Verhandlungen der letzten Tage könnten an diesem Urteile nichts ändern. Der Landbund kämpfe um eine Reichsleitung, die sich frei mache von den bisherigen schädlichen Einflüssen und fordere daher den Rücktritt der Reichsregierung. Ohne die gefährdete Lage der Landwirtschaft zu verkennen, muß diese Entschließung schon im Zusammenhang mit den jüngst gepflogenen Verhandlungen des Reichskanzlers mit der Landwirtschaft als etwas reichlich voreilig bezeichnet werden. Kein Mensch in Deutschland bezweifelt die Unterstützungsberechtigung der Landwirtschaft. Aber schließlich besteht ja das deutsche Volk nicht nur aus Landwirten. Gerade die letzten Tage haben doch gezeigt, wie selbst in den Kreisen der Industrie alle Kräfte am Werke sind, um geeignete Hilfsmaßnahmen auszuarbeiten. Niemals. auch nicht im alten Deutschland, konnten wirtschaftliche Forderungen eines einzelnen Wirtschaftszweiges hundertprozentig durchgesetzt werden. Sache der Staatspolitik ist es, die Forderungen und gegensätzlichen Meinungen gegeneinander abzuwägen und aus ihnen einen gangbaren Weg zu schaffen. Wenn der Reichslandbund gleichzeitig mit der Entschließung eine Huldigungsadresse an den Reichspräsidenten v. Hindenburg richtet und diesem das Vertrauen ausspricht, daß er sein gegebenes Versprechen einlösen werde, so steht diese an sich achtbare Ehrenbezeugung vor dem greisen Reichsoberhaupt zu dem Mißtrauen in Widerspruch, das sich gegen den Kanzler richtet. Reichskanzler Dr. Brüning hat nach wie vor das Vertrauen des Reichspräsidenten und hat in nunmehr fast einjähriger Amtsführung bewiesen, daß er unter Mithilfe aller arbeitsbereiten Wirtschaftszweige einen gangbaren Weg für die Landwirtschaft sucht und finden wird. Bezeichnend für die unparteiische Haltung des Herrn v. Hindenburg auch in diesem Interessenkampf ist der Ausspruch des Feldmarschalls, den er heute beim Besuch der Grünen Zoche gegenüber dem Reichsernährungsminister Dr. Schiele tat. Nachdem der Minister den Reichspräsidenten in den Ausstellungshallen begrüßt hatte, bat er ihn, schnellstens Sorge dafür zu tragen, daß der notleidenden Landwirtschaft geholfen werde. Herr v. Hindenburg antwortete ihm darauf:„Das verspreche ich Ihnen.“ Stahlhelm und Preußischer Dihsolachef Eine deutschnationale Aufrage Berlin. 2. Februar. Die deutschnationale Reichstagsfraktion hat eine Anfrage eingebracht, in der es heißt:„Am 24. November 1930 hat der preußische Disziplinarhof für die nicht richterlichen Beamten einen Polizeihauptwachtmeister mit Strafversetzung und Kürzung des Dienstgehalts um eine Gehaltsstufe bestraft, weil er an einer Stahlhelmgeranstaltung als Tambourmajor teilgenommen hat. Die Begründung des Urteils kommt zu der Forderung, daß Polizeibeamte auch außerhalb des Dienstes nicht an Veranstaltungen von Verbänden teilnehmen dürften, die „nicht einwandfrei auf dem Boden der Verfassung" stünden, und gipfelt darin, daß es nicht einmal auf den vo905 ∆ 25 90 5 litischen Charakter der betreffenden Veranstaltung, sondern„nur auf die Gesamteinstellung des Verbandes gegenüber der bestehenden Staatsform“ im allgemeinen unkomme. Das Urteil betrifft das Mitglied Be ankomme. Das Arten veilisst dus wilglieb eines Verbandes, zu dessen Ehrenmitgliedern der Herr Reichspräsident gehört und dessen einwandfrei legales Verhalten bekannt ist. Es verletzt die Grundrechte der Artikel 118, 123, 124 und 130 Absatz 2 der Weimarer Verfassung. Was gedenkt die Reichsregierung zu kun, um der Weimarer Verfassung auch in Preußen Geltung zu verschaffen und um zu verhindern, daß einseitig zusammengesetzte Disziplinarstellen die Grundrechte der Beamten beseitigen und die gewährleistete Freiheit politischer Betätigung und der Vereinigung überhaupt entziehen““ Was wird mit der Hütte Ruhrort-Meiderich? Duisburg, 2. Februar. Die Metallarbeitergewerkschaften haben in ihrer gestrigen Mitgliederversammlung beschlossen, die zwannigprozentige Lohnherabsetzung für die Belegschaft der Hütte Ruhrort=Meiderich abzulehnen. Sie stehen auf dem Standpunkt, daß der Vorschlag, wonach die Erwerbslosenfürsorge die 20 Progent übernehmen soll, der einzige ist, der zum Erfolge juhren kann. Aufgedeckter Spritschwindel Düsseldorf, 2. Februar. Der hiesigen Kriminalpolizei ist es gelungen, umfangreiche Betrügereien mit unverzolltem Sprit aufzudecken. Der Schriftsteller Ernst Leuchtmar von Reichenau gründete im Jahre 1930 unter dem Namen „Ernst Reichenau, Likörfabrik“ einen Sprithandel. Er erhielt vom Hauptzollamt in Düsseldorf die Genehmigung zur Haltung eines sogenannten Eigenlagers, d. h. eines unter Zollverschluß stehenden Lagers. Es wurde jedoch niemals„Reichenau=Likör“ hergestellt und auch niemals kam Sprit auf das Lager, obwohl Geschäfte mit Sprit getätigt wurden. Mitte Dezember 1930 gelang es nun dem Hauptzollamt, einige gefälschte Zollpapiere von Reichenau festzustellen. Als dann Beamte des Hauptzollamtes in der Likörfabrik erschienen, fanden sie alles leer, und Reichenau hatte das Weite gesucht. Die zuständigen Zollstellen leiteten nunmehr in Verbindung mit der Kriminalpolizei umfangreiche Ermittlungen ein. Dabei wurde festgestellt, daß Reichenau mehrere tausend Liter unversteuerten Branntwein bezogen hat. Man vermutet nun, daß die Ware im rheinisch= westfälischen Industriegebiet mittels Kraftwagen abgesetzt wurde. Das Geschäft dürfte sehr erträglich gewesen sein, da jedes Liter Branntwein mit 4 Reichsmark hätte versteuert werden müssen. Einige weitere schon vorbereitete Geschäfte wurden durch die eingeleitete Kontrolle verhindert. Gegen Reichenau ist Haftbefehl erlassen worden. Man vermutet, daß er sich im Auslande aufhält. Die Ermittlungen, ob nicht weitere Personen an diesen Schwindeleien beteiligt sind, sind noch nicht abgeschlossen. Polnische Beschwerde in Berlin Berlin, 2. Februar. Die polnische Regierung hat in Berlin eine Beschwerdenote wegen der Ueberfliegung polnischen Gebiets durch den deutschen Zivilflieger Gruse überreichen lassen. Zu der Verhaftung Gruses in Polen erfahren wir von unterrichteter Seite, daß sich die deutsche Gesandtschaft in Warschau bemüht, Erleichterungen für den Festgenommenen zu erreichen. Weitere Schritte konnten noch nicht unternommen werden, da der Tatbestand noch nicht restlos geklärt werden konnte. Richtig ist, daß im Fall Gruse tatsächlich eine Verletzung der polnischen Grenze vorliegt. Es ist aber nicht angängig, den Flug Gruses den Verletzungen der deutschen Grenze durch polnische Militärflieger gleichzustellen, da es sich im vorliegenden Falle, wie immer erneut betont werden muß, um einen Sport= und nicht um einen Militärflieger handelt. Ferner ist zu berücksichtigen, daß es sich in der Angelegenheit Gruse um einen völlig vereinzelt dastehenZivilfliegers handelt, während polnische Militärflieger schon seit Jahr und Tag systematisch die deutsche Grenze verletzen. Nedes in Bei der Feier des 50jährigen Bestehens des Westfälisch=Lippischen Handwerkerbundes am 8. Februar in der Halle Munsterland in Münster werden neben anderen Rednern Reichskanzler Brüning, der preußische Finanzminister Höpker=Aschoff und Reichswirtschaftsminister a. D. von Raumer sprechen. In der Hedwigskirche in Berlin vollzog sich gestern als abschließendes Ereignis der Einrichtung der neuen Diözese Berlin die Einführung des ersten Berliner Domkapitels. Zum Bischof der Diözese wurde bekanntlich Dr. Schreiber ernannt. Erster Generalvikar wurde der bisherige Stettiner Propst Dr. Steinmann. geleien, denen die Polizei mit dem Gummiknüppel ein Ende machte * Im englischen Unterhause begann gestern die Aussprache über die englische Wahlreform. Eine Gefahr für die Regierung besteht nicht, da die Mehrheit der Liberalen sie unterstätzt. * Der König von Spanien setzte die Wahlen zum Abgeordnetenhaus auf den 1. März und die Senatswahlen auf den 15. März fest. * Bei Almeria an der Südküste Spaniens kenterte infolge einer hohen Welle ein Motorboot des englischen Dampfers„Lorca". Drei Personen ertranken. Der funktelegraphische Dienst für„Flugpassagiere## rnn geren Furde gestern auf der Fugstrecke verin—Dresden—) Dampfers„Lorea“ Prag—Wien eröffnet. *] Die türkische Kammer bestätigte die Todesurteile des Der Nationalliberale Landesverband Bayern ist Kriegsgerichts gegen 28 Angeklagte des Verschwörergeschlossen zur Deutschnationalen Volkspartei über= prozesses. Nur in vier Fällen wurden die Todesstrafen getreten.„ in Gefängnis umgewandelt. Zwischen dem Zentrum und den Deutschnationalen Württembergs, die zusammen in der württembergischen Regierung sitzen, ist ein Konflikt entstanden, weil sich das Zentrum durch einen Aufruf des evangelischen Ausschusses der Deutschnationalen Volkspartei beleidigt fühlt. Das Zentrum erwägt den Austritt aus der Regierung. Bei den Parlamentswahlen in Kolumbien kam es zu blutigen Zusammenstößen, acht Personen wurden getötet, 14 verletzt. * Infolge des Gerüchts, daß ein mohammedanischer Lehrer in einem Gasthaus Rindfleisch gekocht habe, kam es in einem Dorfe bei Rawalpindi(Indien) zu Zusammenstößen zwischen Mohammedanern einerseits und HinB und i..r uu#i min..##.##enstößen zwischen Mohammedanern einerseits und Vor und in der Untversirat Wien, wo vom 5. bis dus und Siths andererseits. Viele Personen sollen getötet 9. Februar die Kammerwahlen der Deutschen Studen= und verletzt worden sein. Ein Sikh=Offizier soll lebendig tenschaft stattfinden, kam es zwischen sozialdemokratischen verbrannt worden sein.(Das Rind ist den Hindus und und nationalsozialistischen Studenten zu schweren Prü Sikhs heilig.) Veiragsprozeßgegen einen Bargeemeister Veramttenlugen zum Nächteil der Stadt Pillau 9. S mm Königsberg, 2. Februar. Vor dem erweiterten Schöffengericht begann heute bei großem Andrang des Publikums ein Strafverfahren gegen den Bürgermeister von Pillau, Alfred Stamer, gegen Stadtbaumeister Schulz, Elektromeister Drunk und die Buchhalterin Käthe Bartsch, die sich wegen Betruges und Untreue zum Nachteil der Stadt Pillau zu verantworten haben. Die strafbaren Handlungen sollen bei dem Bau und der Verwaltung des auf Anregung Stamers errichteten Elektrizitätswerkes begangen worden sein, dessen technische Leitung in den Händen des Elektromeisters Drunk und dessen kaufmännische Leitung in den Händen des Stadtbaumeisters Schulz lag; Bürgermeister Stamer bestritt bei seiner Vernehmung, von Unkorrektheiten in der Buchhaltung gewußt zu haben. Der angeklagte Stadtbaumeister Schulz gab jedoch zu, in den Jahren 1929 und 1930 doppelte Lohnlisten für die städtischen Arbeiter in Pillau ausgestellt und einen Betrag.von etwa 5500 RM. unterschlagen zu haben. Die Lohnlisten seien von dem Bürgermeister unterschrieben worden und hätten ihm auffallen müssen. In langer Reihe wurden den Angeklagten weitere Betrügereien vorgehalten. Dem Angeklagten Stadtbaumeister Schulz wird zur Last gelegt, größere Beträge, wie Baupolizeigebühren und Ackerpachten der Stadt Pillau veruntreut zu haben. Neben der Hauptkasse bestanden Kassen, die von Schulz verwaltet wurden und über deren ordnungsmäßige Führung er nicht kontrolliert wurde. Dem angeklagten Bürgermeister Stamer war nach seiner Aussage von diesen Unterschlagungen nichts bekannt. In den Wohnungen der Angeklagten waren von städtischen Aemtern Arbeiten ausgeführt worden, ohne daß die Rechnungen dafür von den Angeklagten bezahlt wurden. Ebenso wurden elektrotechnische Apparate aus den städtischen Werken an die Angeklagten geliefert, aber nicht bezahlt. Bürgermeister Stamer erklärte hierzu, daß solche Apparate den Beamten und Angestellten zu Propaganda= und Vorführungszwecken geliefert worden seien. Bürgermeister Stamer und dem Angeklagten Elektromeister Drunk wird weiter vorgeworfen, elektrischen Strom frei bezogen zu haben. Drunk, der dafür als Leiter des Elektrizitätswerkes verantwortlich war, entgegnete, daß ihm als Betriebsleiter freier Strom zustände. Für Stamer als Bürgermeister der Stadt habe Drunk freie Stromlieferung gleichfalls für angebracht gehalten. Der Buchhalterin Bartsch wird vorgeworfen, daß sie elektrische Apparate, die aus den städtischen Werken verkauft wurden, nicht richtig verbucht habe. Die Verhandlung wird morgen fortgesetzt. Politische Zusammenstöße Berlin, 2. Februar. Es vergeht kaum ein Tag, an dem es nicht zu Zusammenstößen zwischen politisch Andersdenkenden kommt. Heute liegen aus vier Orten in Süddeutschland Meldungen über Zusammenstöße vor. Bei einer Schlägerei in Reutlingen(Württemberg) zwischen Kommunisten und Nationalsozialisten wurden vier Personen verletzt. In Backnang(Württemberg) wurde auf etwa 40 Stuttgarter Nationalsozialisten von Kommunisten geschossen. Zwei Nationalsozialisten wurden schwer, ein dritter Nationalsozialist und vier Kommunisten leicht verletzt. In Feucht bei Nürnberg kam es vor Beginn einer sozialdemokratischen Versammlung zu einer Schlägerei mit Nationalsozialisten, denen der Zutritt zu der Versammlung verwehrt wurde. Sieben Sozialdemokraten und drei Nationalsozialisten trugen Schußwunden davon. Vier Verletzte wurden ins Nürnberger Krankenhaus eingeliefert. In In Murnau(Bayern) kam es in einer sozialdemokratischen Versammlung zu einer heftigen Schlägerei mit Nationalsozialisten, bei der dreißig Personen verletzt wurden. Aus diesen und vielen anderen Zusammenstößen in der letzten Zeit ergibt sich, daß durch das Hieb- und Stoßwaffenverbot allein diese Ausschreitungen nicht verhindert werden. Der Berliner Polizeipräsident Grzesinski hat bereits seiner Meinung dahin Ausdruck gegeben, daß es so nicht weitergehen könne und erklärt, die Reichsregierung und die preußische Staatsregierung würden zweifellos bereit sein, neue Mittel und Wege zu finden, um den unhaltbaren Zuständen des Straßenkrieges in Berlin und anderswo entgegenzutreten. Die Getreidehändler klagen gegen das Reich Berlin, 2. Februar. Der Schutzverband der Getreidehändler in Hamburg, in dem die Maishändler an der Hamburger Börse organisiert sind, hat beim Landgericht I in Berlin. gegen den Reichsfiskus, und zwar gegen das Reichsernährungsministerium eine Klage angestrengt, die sich gegen das Maismonopolgesetz richtet. Die Maishändler stellen sich in dieser Klage auf den Standpunkt, daß das Maismonopol eine Vernichtung ihrer Existenz bedeute und daß der Reichsfiskus für den dem Gewerbe erwachsenden Schaden in voller Höhe haftbar sei, da in dem Gesetz keine entschädigungslose Enteignung für Getreidehändler vorgesehen sei. Die Klageforderung des Verbandes beziffert sich zunächst auf 6100 Reichsmark. Man hat diesen Betrag aber lediglich gewählt um eine grundsätzliche Entscheidung beim Reichsgericht zu erwirken, während der eigentliche Schaden weitaus höher sein wird. Die Zwischensinanzierung der Reichsbahndorzagsuttken Berlin, 2. Februar. Zu den Verhandlungen über die Zwischenfinanzierung für die vom Reich an die Reichsversicherungsanstalt für Angestellte verkauften Reichsbahnvorzugsaktien meldet die„Frankfurter Zeitung": Es kommen 130 Millionen RM. in Betracht. Daß sich auch französische Banken an dem Geschäft beteiligen, dürfte jetzt einigermaßen sicher sein. Auch von Seiten der französischen Regierung werden keine Schwierigkeiten in den Weg gelegt werden. Außerdem werden englische, holländische und eine schweizer Bank in Europa beteiligt sein. Der amerikanische Anteil dürfte diesmal nicht allzu groß sein, da die Unterbringung der Quote aus dem bekannten Ueberbrückungskredit für das Reich vom Oktober vergangenen Jahres dem von Lee Higginson geführten Konsortium nicht ohne Schwierigkeiten gegluckt ist. Mit deutschen Banken ist bisher nicht verhandelt worden, und es erscheint auch noch nicht sicher, ob sie an dem Geschäft beteiligt sein werden. Der Betrag soll in Raten ab 1. Juli dieses Jahres zurückgezahlt werden. Kommunistische Ausschreilungen in der Tschechostowalet Die Axheitzloseng: osch:. Prag, 2. Februar. Die urbeitslosenausschreitungen in der Tschechoslowakei, besonders im sudetendeutschen Gebiet nehmen immer größeren Umfang an. In Trautenau, Reichenberg, Aussig, Brüx und Teplitz, ist es zu Zusammenstößen zwischen der Gendarmerie und einer aufgeregten Menge gekommen, die in Teplitz sogar das Rathaus zu stürmen versuchte und dort alle Fenster einwarf. Zu schweren Ausschreitungen kam es in Mährisch=Schönberg. Die Arbeitslosen, von Kommunisten geführt, versuchten, eine verbotene öffentliche Versammlung abzuhalten, zu der sie mit Latten, Stöcken, Eisenstangen und Steinen erschienen. Bei einem Versuch, ins Rathaus einzudringen, trat der Menge Polizei und Gendarmerie entgegen. Hinter einem umgestürzten Milchwagen als Barrikade verteidigten sich die Kommunisten hartnäckig. Die Polizei ging mit blanker Waffe vor. Bei dem Kampf wurden durch Schläge mit Eisenstangen acht Wachtleute verletzt. Bei einer Haussuchung wurden im kommunistischen Parteisekretariat Aufrufe und Schriftstücke gefunden, die beweisen, daß es sich weniger um Arbeitslosenkundgebungen, als um sorgfältig vorbereitete politische Kundgebungen der Kommunisten handelt. Brasilien kauft die ikalienischen Teansdzeunstagzeuge Ramben go.. Rom, 2. Februar. Die Bomven=Wasserflugzeuge, die unter dem Kommando, des italienischen Luftfahrtministers Balbo an den Brasilienflug teilnahmen, sind von der brasilianischen Regierung erworben worden. Balbo tritt mit seinen Begleitern am kommenden Mittwoch auf einem italienischen Passagier= dampfer die Rückreise an. E. O. Kolbenheuer: „Jagt ihn— ein Mensch!“ Mraufführung im Schauspielhaus zu Düsseldorf Generation gegen Generation und Generation gegen sich selbst! Das war das Hauptthema der„Brücke“, des ersten Zeitstückes Kolbenheyers. Neben diesem Thema klang aber bereits das andere große Motiv: Mensch und Technik. In dem neuesten Stück„Jagt ihn— ein Mensch!“ ist dieses Thema das tragende Problem geworden. u## ist keine überflüssige Feststellung, zu sagen daß sich Kolvenheyers Epik von vornherein mit den Lebensgesetzen des Dramas berührt hat. Wenn sich diese Berührungspunkte auch bei jedem Dramatiker, sofern er auch Romane und Novellen geschaffen hat, finden, finden müssen, so fällt doch die Deutlichkeit der starken und direkten Beziehung zwischen Roman und Drama bei Kolbenheyer besonders auf. In den historischen Romanen Kolbenheyers ist stets ein starker Drang zum Drama zu spüren. Ihn interessierte immer der geschichtliche Mensch als Träger einer bestimmten Idee im Gedankengang des deutschen Geistes. Von der Sprache der Zeit seines Helden dringt er in die Ideenwelt, die Möglichkeiten seines Geistes vor, um sie begreifen und darstellen zu können. Idee und Zeitbild werden bei Kolbenheyer bei großer Spannkraft des äußeren Geschehens in das gesprochene Wort hineingedrängt. Die Lebensbedingungen des Dramas, in Wenigem Vieles zu sagen, ist also gut erfüllt. So kommt es, daß durch die Fähigkeit und Kraft der Gestaltung, die Kolbenheyer in ganz hohem Maße besitzt, seine Szenen einer inneren Spannkraft ohnegleichen geladen sind. Die Stärke dieser inneren Energie steigert sich noch durch das Aufeinanderprallen gegensätzlicher Gewalten, die sich in scharfen Konturen voneinander abheben. Das beste Beispiel für diese Fähigkeiten Kollensein neuestes Schauspiel„Jagt ihn— ein Mensch!" Dieses Drama spielt in einem großen chemischen Industriewerk und hat den Kampf um eine epochemachende Erfindung zum Gegenstand, die zum Streitobjekt zwischen Kapital und Arbeiterschaft wird. Während der Erfinder seine Entdeckung, weil er sie als Geschenk der Natur ansieht, zum Heil der Gesamtheit unbefugten Zugriffen und Monopolbeanstandungen entziehen will, entbrennt der Kampf um die Erfindung. Das Kapital will sich die Vorteile der Neuheit sichern und die Arbeiterschaft erblickt in dem neuen außergewöhnlich sparsamen Betriebsstoff, den Dr. Wengert erfunden hat, ihren Untergang. So ergibt sich aus dem Stoff eine Darstellung des wirtschaftlichen Führerproblems. Wer wird in diesem Kampf siegen? Niemand! Die denkbar hachgespannte Idee beherrscht die ersten drei Akte. Danach zerfällt die theatralische Phantasie in Gespräche. Ein Berg aufgeworfener Fragen liegt da. Der Gesamteindruck bleibt aber ein ungelöstes Chaos. Der Zweck, eine Klärung herbeizuführen, eine Stunde Besinnlichkeit zu geben, muß anerkannt werden, aber der große Gedanke, der bewiesen werden soll, verblaßt und kann, zumal bei der eigenartigen Sehweise der einzelnen Typen, nicht überzeugen, geschweige denn bereichern. Kolbenheyer hat sich mit dieser gewiß sehr zeitnahen Fragestellung zu viel zugemutet. Er konnte keine befriedigende Lösung finden, aber er hat aufmerksam gemacht. Die Aufführung selbst hielt sich in den Grenzen des Stückes, konnte aber schwache Stellen in überzeugenden lebendigem Rhythmus bringen. Die Hauptgestalt Dr. Wengerts, die Franz Everth spielte, war klar umrissen, selbstverständlich und überzeugend. Die übrigen Schauspieler gaben ebenfalls vorzügliche Leistungen und haben großen Anteil an dem starken Erfolg dieser Uraufführung, der Kolbenheyer selbst beiwohnte. C. Gehring. Julius Gab in der Titerarischen Gesellschaft Heute ein Fünfzigjähriger hat Julius Bab wohl 25 Jahre seines Lebens in der Oeffentlichkeit gestanden. Kämpferisch, kritisch setzte er sich mit allen Dingen unseres kulturellen Lebens auseinander. Ein gegenwartserfüllter Beobachter unserer Tage, ihrer Last und Fracht, ihres Heimwehs und ihrer Früchte. Bab fällt groß und vorbildlich aus der üblichen Reihe jener Literaturwissenschaftler heraus, die Literaturwerke nur literaturkritisch sehen und behandeln. Sein Blick haftet nicht an den Zufälligkeiten der dichtenden Generation, seine Schau ragt in die Weite, in die Tiefen der Welt, in die großen Zusammenhänge. Man spürt deutlich, wie dieser kluge, künstlerisch empfindende und dabei durchaus kosmische Pragmatiker bemüht ist, die Dichtung in ihrem lebens=sinnbildlichen Wesen und Wert zu erfassen. Der Wille zu klarer Sicht nach Wesen, Ziel und Wert bestimmt die Sehweise, mit der Bab die Welt des Dichters einfängt, das geistige Schauspiel der Gegenwart zusammenfaßt und vorträgt. Sein erster Abend, den er am Montag in der Literarischen Gesellschaft gab, bewies diesen seinen Willen. Mit kräftigen Farben entwarf er in großen Linien zunächst ein Bild von der Landschaft, in der die Dichtung der Gegenwart wurzelt. Nach dem Wüstenstrich, der sich mit dem politischen Aufschwung von 1870 bis 1885 in die Entwicklung der deutschen Dichtung drängte, sei Ende der 80er Jahre ein neuer Morgen in dem Garten der deutschen Poesie erwacht. Und jenes Zeitalter, das damals für die deutschen Dichter angebrochen sei, dauere auch heute noch an. Denn nicht nur Deutschland habe in der Zone jenes geistigen Erdbebens gelegen, das damals durch die Welt zitterte, sondern die gesamte Kulturwelt. Die Frage nach dem Sozialen, Tatsächlichen habe den Erneuerungsprozeß heraufbeschworen, der heute noch als Naturalismus herrsche. Der Einbruch neuer Naturkräfte habe einen neuen Ausdruckswillen, ein neues Grunderlebnis des Lebens mit sich gebracht. Die erste Frucht dieser neuen Ansehung der Erscheinung des Lebens sei Gerhart Hauptmann gewesen, der inhaltlich und technisch nun eine neue Richtung schuf. Außer ihm sah der Vortragende besondere Höhepunkte der Dichtung der Gegenwart in Dehmel, Liliencron, Hoffmannsthal, George und Heim. An Hand sehr gut gewählter Auszüge aus den Werken der einzelnen Dichter bewies Julius Bab in treffenden Ausführungen Bedeutung und Stellung dieser Meister deutscher Gestaltung. Der Vortrag, dem am 23. Februar ein zweiter folgen wird, wurde mit großem Beifall aufgenommen.—6. X mal Rembrandt = Das Essener Schauspielhaus wird weitergeführt. Auf Grund des von der Verwaltung vorgelegten Materials kam der Essener Kunstausschuß zu der Entscheidung, bei einem jährlichen Zuschuß von: 1 260000 Mark, der vom 1. September dieses Jahres ab voll in Wirksamkeit tritt, auch das Schauspielhaus weiterzuführen. Diesem Beschluß stimmten auch die Vertreter der Fraktionen geschlossen zu, die sich früher für eine Schließung des Schauspiels ausgesprochen hatten. Es kann damit gerechnet werden, daß dieser Beschluß endgültig wird. Vor einer kleinen Zuhörerschaft(am Abend vorher hatte Moissi mit seinem Ensemble ein ausverkauftes Haus gehabt) sprach Dr. Oscar Götz über Probleme des modernen Theaters, leise, unpointiert, aber offen über Dinge, die in der Epoche der Theaterkrisen so oft erörtert worden sind. Die Provinztheater sind seit der Zeit, seit dem sie in städtische„Regie übergegangen sind, durchweg gut, schwierige Siruationen haben sich in dem Zusammenarbeiten des Intendanten mit den Theaterausschüssen ergeben, die rein parteipolitisch eingestellt sind. Es hängt von seinem künstlerischen Willen ab, ob er über die„Kreuzworträtsel“ mit den Ausschüssen hinauskommt, es erfordert Mut, sich für das Schaffen der Lebenden einzusetzen. Ausführlicher sprach Dr. Götz über das politische Theater,das weder sentimental noch pathetisch, sondern sozial sein soll. Die Presse, die häufig feindlich gegen das wichtigste der Kunstinstitute eingestellt ist, sollte Brücken zum Publikum schlagen, dessen guter Genschmack die erste Zensurbehörde ist. Trotz der Zuschüsse sollten die Städte ihre Regie nicht aus der Hand geben— das Mittel, wie die Finanzen zu sanieren sind, hat Dr. Götz allerdings nicht verraten. Die Opernburleske„X mal Rembrandt“ deren leichtgezimmertes Libretto einen Bilderschwindel amüsant darstellt, der von einer internationalen Liga für Bilderschutz ausgeführt wird— Spekulationsobjekt ein Rembrandtbild in dem Museumssaal einer kleinen Stadt, die durch den Verkauf des vermutlich echten Gemäldes aus ihren Schulden herauskommen will. Opernhafte Belebung erhält die Geschichte durch die Chöre der Porträts, die zu erregten Ensembles führen. Eugen Zedor hat das Burleske geistvoll durch ein farbiges Orchester mit fesselnden Klangmalereien illustriert. Er parodiert wie Hindemith eine Liebesszene, läßt den schuftigen Museumsdirektor hochdramatisch seine Seelenqualen verkünden und bringt um ganz zeitgemäß zu sein, Jazz an, so endet die Schlußweisheit, daß die Kunst nur ein elender Bluff ist, mit einem Foxtrott. Diesen musikalisch unproblematischen Kurzopern ist wohl kaum ein längeres Leben beschieden, man möchte von Zador ein größeres Werk haben, weil er Begabung für das Groteske hat. Eine gute Aufführung unter Oskar Wallecks flotter Regie und Kapellmeister Friederichs beschwingter Leitung führte einen Erfolg herbei, der durch gute gesangliche und darstellerische Leistungen der Herren Jäger, Schanzaxg, Treffner, Bodmer, der Damen Wolffreim, Riedinger, Ziegler gehoben wurde. Dr. Zeiler. 1. Bellage zum Bochumer Anzeiger u. Gen. Anzeiger Nr. 28 38. Jahrgang Dienstag, 3. Februar 1931 Mi. 3,19+ 0, 32+.24—.75 m. Jetzt denken Sie natürlich, ich wollte die zukünftigen Sextaner auf die demnächstige verschärfte Aufnahmeprüfung vorbereiten. Oder den„B..“ zum Rechenbuch verschandeln. Oder Ihnen vielleicht vorrechnen, was ich in der„Weißen Woche“ gekauft habe. Aber ich dente garnicht baran. Ich will Ihnen bloß helfen, sich in diesem steuerfluchbeladenen Dasein überhaupt noch zurechtzufinden. Damit es Ihnen nicht so geht wie mir und Sie so dumm dastehen, wie ich gesessen habe. Natürlich haben Sie inzwischen doch schon gemerkt, worauf ich hinaus will.„Kluge Leser lesen den Bochumer Anzeiger"; also ist es klar, daß Sie schon wissen, was ich meine: die Getränke= oder Schankverzehrsteuer nämlich. Also, das ist eine ganz knuffige Steuer. Sie ist in erster Linie dazu geeignet, Scharssinn und Rechenkunst in der breiten Bevölkerung zu mehren. Denn es wird nicht so einfach sein, sich daraus zurecht zu finden. Ich hatte mir beispielsweise zwei Mokka und einen Heringssalat bestellt. Obwohl ich offen gestanden die Zusammenstellung dieser beiden Genüsse nicht sehr passend finde. Aber auch das werden Sie schon durchschaut haben. Was kann ich schließlich auch machen, wenn meine Frau statt Kuchen eben Heringssalat zum Kaffee verzehren will? Aber bleiben wir bei der Steuer. Also letzten Endes mußte ich ja auch bezahlen.„Herr Oberr, ich möchte gern bezahlen.(Natürlich zahle ich in Wirklichkeit ebenso widerwillig wie Sie.)„Schön, mein Herr! Zwei Mokka 2,44, ein Heringssalat 75 Pfennige. Bitte sehr, mein Herr, hier ist die Abrechnung!“ Meine erstaunten Augen erblicken: 2 Mokka.44 Heringssalat.. 0,75 .19 .32 .24 .75 „Wie, bitte?“ Ich war gerade vorher beim Boxkampf Schönrath— Müller gewesen, hatte deutlich gesehen, wie man seinem Nächsten blaue Augen haut und ihn so sachte fertig macht, und war nicht gewillt, mir etwas bieten zu lassen. Absolut nicht. Es war, nebenbei gesagt, am 1. Februar, und zwar in Dortmund.„Getränkesteuer“ war das einzige, was ich aus dem gekränkten Ober herausholen konnte: Worauf ich mich tief entschuldigte und berappte. Und, bitte, ist das nicht eine fabelhafte Steuer? Direkt scharssinnerweckend ist sie. Stellen Sie sich vor: Sie verzehren ein Bier, zehn Zigaretten, einen Hering, zwei Schnäpse und lassen sich dazu noch eine Schachtel Streichhölzer geben. Dann zahlen Sie beim Bier und bei den Streichhölzern die Steuer indirekt gleich mit im Preis, kriegen statt zehn Zigaretten nur neun, legen auf den Preis der Schnäpse 10 Prozent Schankverzehrsteuer drauf und essen beinahe fast ganz ohne Steuern eigentlich nur den Hering. Ich persönlich werde überhaupt nur noch den Hering essen. Sozusagen aus Gemeinheit. Und außerdem schlage ich vor, diese neue Steuer lieber Schankverzehrverminderungssteuer zu nennen. Flax. Gas, Wasser und Sirompreise bleiden Keine Sentung der hohen Preise Bochum gehört zu den Städten, die mit die höchsten Strom= und Gaspreise haben, obschon wir hier auf der Kohle sitzen. Die Wasserpreise in Bochum entsprechen einem Mittelpreise. Die meisten umliegenden Städte und Gemeinden haben niedrigere Strom= und Gaspreise als Bochum. Die Hoffnung, die Ermäßigung der Kohlenpreise führe auch eine Herabsetzung der Strom= und Gaspreise nach sich, müssen wir fahren lassen. Darüber belehrt uns eine amtliche Zuschrift. Die Stadiverordnetenversammlung hat in ihrer Zuschrift vom 12. Dezember 1930 beschlossen, die Frage einer etwaigen Ermäßigung der Gas=, Wasser= und Strompreise, die aus Anlaß der Kohlenpreissenkung von den verschiedensten Seiten gewünscht wurde, der zuständigen Verwaltungsdeputation der städtischen Beleuchtungs= und Wasserwerke zu überweisen. Diese hat in zwei Sitzungen hierzu eingehend Stellung genommen, ist jedoch auf Grund der seitens der Verwaltung gegebenen Unterlagen über die Gas=, Wasser= und Strompreise in anderen Städten sowie über die Auswirkung der Kohlenpreisermäßigung und einer etwaigen Tarifsenkung zu dem Entschluß gekommen, von einer Aenderung der Preise für Gas, Wasser und Strom zurzeit abzusehen. Die Gründe dann wie folgt an* Neue Stadtverordnete. Für den Dreher Walter Frank, Bochum(KPD.) und den Invaliden Wilhelm Lüke, Bochum=Werne(KPD.), die ihr Amt als Stadtverordnete niedergelegt haben, treten gemäß § 8 des Gesetzes über die vorläufige Regelung der Gemeindewahlen vom 12. Februar 1924 der Akquisiteur Josef Wiesmann, Bochum und der Arbeiter Max Scheidereit, Bochum, als Ersatzmänner in die Stadtverordnetenversammlung ein. für dieses Verhalten werden gegeben:...... gp. emipt unh 8. „So sehr die städtischen Werte gewilli sino, den berechtigten Forderungen nach Preissenkung Rechnung zu tragen, muß man sich doch hierbei hüten, schematisch vorzugehen, da sonst den Interessen der Stadt und damit der Allgemeinheit unberechenbarer Schaden zugefügt werden kann. Bei dem Laien entsteht allzu leicht die Vorstellung, daß ihm nur umgewandelte Kohle in Gestalt von Gas und elektrischer Energie zugeführt werde und daß also der Kohlenpreis im engsten Verhältnis zu diesen Tarifen stehe und demnach die Preise hierfür im ähnlichen Verhältnis wie der Kohlenpreis gesenkt werden müßten. Die Kohlenkosten spielen jedoch bei den Gas=, Wasserund Strompreisen eine ausschlaggebende Rolle nur bei denjenigen Großabnehmern, bei denen durch intensive. Ausnutzung ihrer Anlagen der Einfluß der übrigen Erzeugungskosten gegenüber den Brennstoffkosten zurücktritt. Derartige Großabnehmer, industrielle und Verkehrsunternehmungen, werden mit Gas, Wasser und Strom auf Grund besonderer Abkommen versorgt, bei denen meist durch eine sogenannte Kohlenklausel den Aenderungen der Kohlenpreise automatische Rechnung getragen wird. Dagegen betragen nach zuverlässiger Berechnung bei den Kleinabnehmern die Kohlenkosten nur 5 bis 10 Prozent des Aufwandes für die an diese gelieferten Energiemengen, während die sogenannten festen Kosten, z. B. Unterhaltung, ein Teil der Abgaben, Kapitaldienst usw. weit stärker an den Kosten beteiligt sind; der Kapitaldienst z. B. wird allein mit etwa 45 Prozent geschätzt. Sofern die Senkung dieser ausschlaggebenden Faktoren durch eine bessere Ausnutzung der dem einzelnen Abnehmer zur Verfügung zu haltenden Anlageteile geschehen kann, bieten die Werke dem Abnehmer hierzu durch geeignete Tarife bereits die Möglichkeit. Der weitere Ausbau dieses Tarifsystems ist das Ziel der Werke. Indessen können wegen der heutigen finanziellen Notlage der Stadt die durch einschneidende Ermäßigungen, z. B. auch durch die Einführung des Haushaltstarifs für Elektrizitätsabnehmer, namentlich in den ersten Jahren entstehenden unvermeidlichen Einnahmeausfälle zurzeit nicht getraWalische dei Beschweiden dei Bergieaie Funktionärkonferenz des Gewerkvereins christlicher Bergarbeiter— Reichskanzler Brüning zur Notlage der Knappschaft— Eine Klage wegen des Schiedsspruches? Für Arbeitszeitverkürzung Für den Bezirk Groß=Bochum, Hattingen und Witten fand im Saale des christlichen Gewerkschaftshauses zu Bochum eine äußerst starkbesuchte Funktionärkonferenz des Gewerkvereins christlicher Bergarbeiter statt, auf der der Geschäftsführer des Gewerkvereins und dessen ständiger Unterhändler bei den Lohnverhandlungen im Ruhrbergbau, Rotthäuser(Essen), bemerkenswerte Ausführungen über die Lage der Bergarbeiter nach dem Lohnschiedsspruch und über die kommenden Aufgaben der Bergarbeiterbewegung im Ruhrrevier machte. Bezirksleiter Närdemann gab einen eingehenden Bericht über den Stand des Gewerkvereins im Bezirke. In diesem Bezirke sind bisher nicht weniger als 13 892 Bergleute abgebaut worden, eine Zahl, die in anderen Bezirken nicht erreicht wurde. Trotz dieses Tatbestandes hat der Gewerkverein im Bezirke Fortschritte gemacht, desgleichen auch die Jugendbewegung s Gewerkvereins. Sie soll in den Zahlstellenapparat eingegliedert werden. Rotthäuser führte aus, daß die Arbeit der kommenden Wochen und Monate der Frage der Erhaltung der Kampffähigkeit und Schlagfertigkeit des Gewerkvereins wie der Organisationsbewegung der Bergarbeiter überhaupt gelte. Das Jahr 1930 habe der Bergarbeiterbewegung manche Enttäuschungen gebracht. Das Jahr 1931 gelte besonders dem Kampfe der Erhaltung der Sozialversicherung, insbesondere der Rettung der Knappschaft. Rotthäuser bemängelte scharf die Rationalisierung im Bergbau, die sich überstürzt und überspitzt erwiesen habe. Die 9 700000 Feierschichten des Vorjahres brachten für jeden Ruhrbergarbeiter deren 33 und einen Lohnausfall von 12 Prozent. Eine Feierschicht bedeute für den Bergmann 4 Prozent Verlust seines monatlichen Lohnes. Dazu noch der im letzten Schlichtungsspruch enthaltene 6prozentige Lohnabbau. Eine der wichtigsten Aufgaben der Zukunft der Bergarbeiterbewegung sei, durch eine gemessene Arbeitszeitverkürzung kausende von Bergleuten wieder in den Arbeitsprozeß einzuschalten sowie die Abwehr eines weiteren Lohnabbaues. Er unterstreiche daß die Bergarbeiterschaft mitarbeiten wolle an dem Werke der Rettung der deutschen Wirtschaft. Durch die rückwirkende Lohnkürzung sei der Ruhrbergarbeiterschaft ein Lohnausfall von 1¼ Millionen Reichsmark unrechtmäßig aufgebürdet worden. Man überlege noch eine dahingehende Klage gegen diese Maßnahme beim Arbeitsgericht einzreichen und bis zum Reichsarbeitsgericht durchzufuhren. In diesem Prozesse handele es sich um die äußerst wichtige Frage, ob in Zukunft Schiedssprüche Bergarbeiter einzutreten. mit rückwirkender Kraft noch gefällt werden dürfen. Sodann forderte Rotthäuser eine Revision der =Reparationsleistungen. Dringend gestalte sich für die Bergarbeiterschaft die kommende Aufgabe der„„„„ 4 Auaguschaft Rettung und Erhaltung der Ienappschaft. Eine Deputation des Gewerkvereins christlicher Bergarbeiter habe bei der letzten Anwesenheit des Reichskanzlers Dr. Brüning in Köln eine längere Unterredung mit diesem über die Lage der Knappschaft gepflogen. In dieser habe der Reichskanzler bemerkt, durch die Lex Brüning sei er mit der Knappschaft eng verbunden, es schmerze ihn daher die gegenwärtige Lage des deutschen Knappschaftswesens. Er bedauere lebhaft, daß nach drei Jahren die von ihm als Abgeordneter erkämpfte Erhaltungsquelle der Knappschaft für diese nunmehr versiegt sei. Das Reichskabinett sei sich der dringenden Aufgabe der Rettung des Knappschaftswesens bewußt. Rotthäuser erklärte, es müsse bis zum 1. April 1931 hier eine Neuregelung betr. der Finanzlage der Knappschaft gefunden werden, wenn sonst noch die Renten gezahlt werden könnten. Die Knappschaftsfrage brenne der Bergarbeiterschaft jetzt am meisten auf der Seele. 20 bis 25 Millionen Reichsmark Ersparnisse habe man jüngst in der Reichsknappschaft vorgenommen, jetzt habe die Reichsregierung das Wort, um ihr gegebenes Versprechen einzuhalten. Man lasse sich alt erworbene und verbriefte Knappschaftsrechte nicht nehmen. Bei der Lage der Knappschaft dürfe nicht außer acht gelassen werden, daß durch die Wirtschaftskrise im Vorjahre 150000 Beitragszahler abgebaut seien, wogegen die Zahl der Knappschaftsrentner um 100000 gestiegen sei. An die Ausführungen Rotthäusers schloß sich eine lebhafte Aussprache. Der Bezirksleiter machte dann noch Mitteilungen über die Einführung der Sparkasse des Gewerkvereins christlicher Bergarbeiter im Bochumer Bezirke sowie über die Vorbereitung zu den im März stattfindenden Betriebsrätewahlen im Bergbau. Der Schluß der Versammlung gestaltete sich zu einer ehrenvollen Kundgebung für den Geschäftsführer Rotthäuser. Der Veteran des Gewerkvereins Karl Kühme (Bochum) überbrachte Rotthäuser in schlichter Ansprache die Glückwünsche des Bochumer Bezirks des Gewerkvereins zu seinem am 1. Januar begangenen silbernen Jubiläum als Angestellter in der Zentralleitung des Gewerkvereins. Dem Jubilar wurde als Angebinde des Bochumer Bezirkes ein wertvolles Bild überreicht. Rotthäuser dankte bewegt für diese Ehrung, die ihm Ansporn sein werde, weiter für die Sache der gen werden. Die im Dezember 1930 eingetretene Kohlenpreisermäßigung bringt entsprechend den eingangs Ausführungen unseren städtischen Wasser= und Elektrizitätswerken nur die verhältnismäßig geringe Entlastung von rund 50000 Reichsmark. Die inzwischen stellenweise eingetretene Senkung der Materialpreise fällt bei den Gas=, Wasserund Strompreisen nicht ins Gewicht, da größere Arbeiten und Erweiterungen, bei denen die Verwendung neuer Materialien in Frage käme, zurzeit nicht zur Ausführung kommen. Die milchgebende Kuh. Nun darf nicht außer acht gelassen werden, daß die städtischen Werke einen außerordentlich bedeutsamen Faktor in der Finanzwirtschaft unserer Stadt bilden, da sie durch Abführung bedeutsamer Summen an die Stadtkasse in nicht geringem Umfange mit zu dem Ausgleich des städtischen Haushalts herangezogen werden müssen. Die derzeitige Finanzlage der Stadt verlangt sogar eine Inanspruchnahme der Werke in einer Höhe, die nur durch Kürzung der nach kaufmännischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten erforderlichen Abschreimungen in Höhe von 1 500000 Reichsmark um ein Drittel= 500000 Reichsmark erzielt werden kann. Da die durch Abnutzung und Veralterung der Anlagen sowie durch, unvorhergesehene Störungen zwecks Erneuerung benötigten Geldmittel nur aus den Abschreibungen gedeckt werden können, darf eine solche Maßnahme nur vorübergehend erfolgen. Hierbei ist noch zu beachten, daß das Wasserwerk infolge Erhöhung der Beiträge zu den wasserwirtschaftlichen Verbänden noch eine wesentlich höhere Belastung erfahren wird. Eine Ermäßigung der allgemeinen Tarise um je einen halben Pfennig würde das finanzielle Ergebnis der Werke noch um weitere 220000 Reichsmark verschlechtern. Berücksichtigt man all diese Tatsachen, so muß man feststellen, daß zurzeit eine Senkung der Gas=, Wasserund Strompreise nicht vertretbar ist. Auch würde eine aufweist als der Durchschnitt der vorerwähnten Städte, die Strompreise dem Durchschnitt der anderen vorerwähnten Städte fast genau entsprechen und der Bochumer Wasserpreis sogar fünf Pfennig unter dem Durchschnitt liegt. Bei einigen Städten ist ferner zu berücksichtigen, daß einem geringeren Strom= und Gaspreis höhere Grundgebühren oder Messermieten gegenüberstehen. und Strompreise unserer städttschen Werke können daher einem Vergleich mit den Preisen in den meisten zum Vergleich herangezogenen Städten durchaus standhalten.“ * Wir haben von vornherein nicht die Hoffnung gehabt, daß der von volksparteilicher Seite im Stadtverordnetenkollegium gegebenen Anregung auf Preisermaßigung Folge geleistet werde. Bei der angespannten Finanzlage der Stadt sollen die städtischen Beleuchtungs= und Wasserwerke noch mehr als bisher als milchgebende Kuh angesehen werden. Sie sollen höhere Summen an die Stadthauptkasse abführen. In der vorstehenden Begründung der Ablehnung einer allgemein gewünschten Preissenkung wird der Vorteil durch die Kohlenpreissenkung als sehr gering hingestellt. Wir beziehen den Strom von den Vereinigten Elektrizitätswerken Westfalen, das Gas von der Zeche„Hannover“, erzeugen also nicht selbst. Die Kohlenpreisermäßigung wird sich aber in den Lieserpreisen auswirken. Eine Preisermäßigung ist auch bei den Materialpreisen eingetreten, sie wird ganz gewiß auch in Erscheinung treten bei den Kosten für das große Material= lager, das man zurzeit in Bochum=Hamme anlegt. Nicht erwähnt wird in der amtlichen Zuschrift der Abbau der Gehälter und der Löhne, der doch auch zur Verbesserung der Bilanz beiträgt. Bedauerlich ist, daß man in Bochum von einem Haushaltstarif, wie ihn andere Städte(z. B. die vom R. W. E. versorgten) besitzen, noch nichts wissen will. Aus der amtlichen Zuschrift geht eines klar hervor: Man braucht hohe Abgaben für Wasser, Gas und Strom, weil diese indirekte, die Masse der Verbraucher belastende Steuer helfen muß, den Ausgleich im Etat herzustellen. Irgendwie muß das Loch gestopft werden. In Berücksichtigung der Steuerlasten, die die einzelnen Kommuim vorerwähnten geringen Umfange vorzunehmende nen zu tragen haben, darf man daher auch nicht außer Tarifsenkung dem einzelnen Abnehmer keine irgendwies acht lassen, wie hoch die Bevölkerung durch diese inFinblis direkte Steuer belastet wird. Denn diese hohen Preise sind eine andere Art Realsteuer. Zieht man daher beispielsweise die niedrigeren Steuersätze in Berlin mit unseren höheren Steuersätzen in Vergleich, so darf man auch nicht übersehen, daß in Berlin die Gas= und Strompreise niedriger sind als in Bochum. Bei der Neuregelung des Finanzausgleichs in Preußen darf auch das nicht übersehen werden. Einige unserer Nachbarstädte würden niedrigere Realsteuerzuschläge haben, wenn sie so hohe Strompreise wie Bochum erheben würden. fühlbare Erleichterungen, den Werken aber im Hinblick auf die große Zahl ihrer Abnehmer und die vorstehend erwähnten Ausfälle empfindliche Rückschläge bringen. Im übrigen darf darauf verwiesen werden, daß, abgesehen von dem in einigen Städten eingeführten Haushaltstarif, die Bochumer Gas=, Wasser= und Strompreise keineswegs aus dem Rahmen der Durchschnittssätze von etwa 20 zum Vergleich herangezogenen großen Städten der näheren und weiteren Umgebung herausfallen, besonders, wenn man berücksichtigt, daß das Bochumer Gas einen um 14 Prozent höheren Heizwert Bäderpreise in Bochum 1894 und 1931 Ein Brief an den„Bochumer Anzeiger“ Im Jahre 1894 wurde unsere jetzige Badeanstalt bei einer Einwohnerzahl von 56000 Seelen errichtet. Die Badepreise für Kinder(Schwimmbad) betrugen 10 Pfg., für Erwachsene 20 Pfg., ein Jahresabonnement 16 bis 20 Mark. Bei diesen Preisen und dieser Einwohnerzahl hat sich die Badeanstalt rentiert, das heißt der jährliche Zuschuß von 20000 Mark, der für die Badeanstalt zur Verfügung stand, konnte zurückgelegt werden für den Bau einer neuen Badeanstalt. Heute, bei einer Ei wohnerzahl von fast 350000 sind die Preise wie folgt: Kinder zahlen 25 Pfg., Erwachsene 50 Pfg. Zehnerkarten und Jahresabonnements wie früher gibt es überhaupt nicht mehr. Wie ich heute gelesen habe, sind die Löhne der Städtischen Arbeiter abgebaut, so daß die Angestellten der Badeanstalt heute vielleicht höchstens 25 bis 30 Mark mehr bekommen, als vor dem Kriege. Das Bassin wurde vor dem Kriege dreimal wöchentlich gefüllt. Heute, bei der glorreichen Erfindung der Chlorreinigung wird es alle 14 Tage gefüllt. Ich mochte nur einmal wissen mit welcher Berechtigung die Städtische Badeanstalt heute derartige Preise für ein Schwimmbad nehmen kann. Das heutige Personal ist nicht mehr, als vor dem Kriege. Der Dezernent der Städtischen Badeanstalt, der hinzugekommen ist, wird doch nicht lediglich aus den Einkünften der Badeanstalt bezahlt werden. Allerwegen heißt es abbauen, abbauen! Ausgerechnet ein Betrieb, wie die Badeanstalt, die zum Wohle und zur Gesundheit der Bevölkerung erbaut ist, hat es in den Jahren nach dem Kriege nicht verstanden, ihre Preise zeit= und zweckentsprechend festzusetzen. Der Erfolg ist natürlich der, daß die Badeanstalt bei der siebenfachen Einwohnerzahl keine zahlenden Gäste mehr hat sondern hauptsächlich noch einige Schüler, die in der Lage sind, 25 Pfennig zu zahlen. Es kommt vor, daß die höheren Schulen Schwimmunterricht ansetzen. Der Lehrer geht mit 25 Schülern zur Schwimmanstalt, fünf davon nehmen ein Bad, die übrigen 20 stehen auf der Galerie und müssen zusehen, wie ihre Mitschüler sich im kühlen Wasser tummeln. Und fragt man einen dieser Schüler, warum er nicht mitmacht, dann macht er eine bezeichnende Geste mit dem Daumen und Zeigefinger und schüttelt den Kopf(habe kein Geld). Und dabei soll die Städtische Badeanstalt dazu beitragen, Körper und Geist gesund zu erhalten. Ein Arbeiter kann sich kaum ein Bad für 50 Pfennig mehr erlauben. Der etwas besser gestellte Beamten geht bis zum 15. vielleicht 4 bis 5 mal zum Baden, dann macht er dieselbe Geste wie der Schüler auf der Galerie. Hier muß unbedingt einmal eingegriffen werden. Wie manche Krankheit und Erkältung mit ihren Folgen könnte vermieden werden, wenn jeder ständig vielleicht täglich ein kühles Bad nehmen könnte, um den Körper abzuhärten. Ein Japaner, in Bochum auf Besuch, wurde von Kindern gefragt, ob er auch lesen und schreiben könne. Als er dieses bejahte und den Kindern im Laufe des Gespräches erklärte, daß man in Japan aus Gesundheitsrücksichten morgens wie abends badet, waren die Kinder derartig überrascht, daß sie drei Tage lang von dem Japaner erzählten und dauernd fragten, ob das Baden in Javan denn auch so teuer sei, wie hier. Man mußte ihnen schließlich sagen, daß der von ihnen schief angesehene Asiate es in 50 Jahren in der Reinlichkeitskultur weiter gebracht hätte, als wir in Hunderten von Jahren. Den Stadtverordneten möchte ich vorschlagen, eine Kommission zu bilden, die sich die Badeangelegenheiten unter die Lupe nimmt. S. Ein Schwindler, der es auf Kinder abgesehen hat In den Mittagsstunden des 27. Januar trat auf der Wiemelhauser Straße ein junger Mann an ein fünfjähriges Mädchen heran, das gerade mit einem Viertelpfund Fleisch und einigem Kleingeld in der Hand aus dem Metzgerladen kam. Er lockte das Kind unter Versprechung eines Puppenwagens und eines Ringes in einen Hausflur und schwindelte ihm hier Fleisch und Geld ab. Der Mann sagte zu dem Kinde, es solle nach oben zu einer angeblichen Familie Kleinschmidt gehen und das Geld indessen in die Fensterbant des Treppenfenster legen. Er verschwand, als das Kind die Treppe heraufging, mit Fleisch und Geld. Eine Beschreibung des Täters kann nur dürftig gegeben werden. Er war 18 bis 20 Jahre alt, trug dunklen Mantel, dunklen Hut und braune Schuhe. Die Untersuchung beim V. E. W. Die Staatsanwaltschaft prüft die strafrechtliche Seite der Fehlmaßnahmen der Generaldirektoren direktoren vorliegen, die die Eröffnung eines strafrechtlichen Verfahrens gegen sie erforderlich machen. Die täglichen Verkehrsunfälle Am 31. Januar, gegen 17 Uhr 20, wurde ein Ingenieur aus Bochum an der Bongard=. Ecke Grabenstraße, von einem Lieferwagen angefahren. Er erlitt leichte Verletzungen.— Am gleichen Tage gegen 8 Uhr 45 wurde ein sechsjähriges Mädchen aus Bochum=Werne von einem Personenkraftwagen auf der Heinrich=Gustavstraße angefahren und leicht verletzt. Es wurde von dem Personenkraftwagen in die elterliche Wohnung gebracht. — Am 1. Februar gegen 12 Uhr 40 wurde auf der Alleestraße ein vierjähriges Mädchen von einem unbekannten Radfahrer angefahren und leicht verletzt. Der Radfahrer fuhr nach dem Unfall schleunigst davon.— In den Nachmittagsstunden des Samstags ereignete sich auf der Ecke Rathausplatz, Viktoriastraße, ein bedauerlicher Unglücksfall. Als ein von Essen kommendes Personenauto die Viktoriastraße passierte, ging plötzlich die Tür auf und ein Knabe im Alter von sechs Jahren fiel kopfüber auf die Straße. Der Kleine erlitt erhebliche Verletzungen und wurde sofort zum Arzt gebracht.— Der 30jährige Bauarbeiter Willy H. von der Bessemerstraße fuhr am Sonntag morgen aus Herne kommend die Herner Straße herauf. Bei Kortländer lief dem Motorradfahrer eine ältere Dame vor das Rad. Der Fahrer verlor die Gewalt über das Steuer und fuhr mit voller Wucht gegen die Hauswand; er stürzte und blieb mit selbstverstandlich den Justizsteuen zur zlicht machen, schweren Verletzungen, liegen. Durch ein Auto wurde festzusteuen, ob Verfehlungen der ehemaligen General der Schwerverletzte sofort zum Krantenhause geschafft. Zu den Verlautbarungen, nach denen die Staatsaywaltschaft in Dortmund in eine Prüfung der strafrechtlichen Seite der gegen die ehemaligen Generaldirekkören der Vereinigten Elektrizitätswerke Westfalen Dr. e. h. Krone und Dr. Fischer erhobenen Beschuldigungen eingetreten ist, erfahren wir von wohlinformierter Seite, daß bisher kein Strafantrag gegen die ehemaligen Generaldirektoren bei den gerichtlichen Instanzen vorliegt. Der mit der Untersuchung des allgemeinen Status der V. E. W. beauftragte Treuhänder=Ausschuß, dessen Aufgabe es jedoch nicht etwa ist, etwaige strafbare Verfehlungen der Generaldirektoren Krone und Dr. Fischer nachzuweisen, hat seine Arbeiten abgeschlossen und ist zurzeit mit der Zusammenstellung eines sehr ausführlichen und umfangreichen Berichtes beschäftigt. Der Zeitpunkt der endgültigen Redaktion dieses Berichtes steht noch nicht fest. Man nimmt an, daß der früheste Termin Ende Februar ist. Erst nach sorgfältigster Durcharbeitung des Treuhänder=Berichtes werden die aufsichtführenden Instanzen der V. E. W. eingehend die Frage einer strafrechtlichen Verantwortlichkeit der Generaldirektoren Krone und Dr. Fischer prüfen und an Hand des vorliegenden Materials ihre Schlußfolgerungen ziehen. Die von der Staatsanwaltchaft, eingeleiteten Schritte erfolgten auf Grund der rzeit in der Presse erschienenen Berichte, die es selbstverstandlich den Justizstellen zur##licht machen, Bilder aus Bochumer Gerichtssälen mii dem Beil auf den Kopf geschiagen Wundervolle Verhältnisse sind es, die einen Einwohner von der Castroper Straße wegen schwerer Körperverletzung und seinen Hausherrn, einen Gastwirt, wegen Beleidigung vor das Gericht führten. Beide Leute sind schwer kranke Männer. Der Wirt ist herzleidend und zuckerkrank, sein Mitbewohner und Mitangeklagter, ein Berginvalide, will auf einer Seite, halb gelähmt sein. Beide machen einen ganz frieolichen und schiedlichen Eindruck. Umso weniger verständlich ist ein Vorfall, der sich am Abend des zu gehen, wartete er draußen, bis die Luft rein war und räuberte dann die.sche Wohnung und das Zimmer der Mitbewohner aus. Frech wie Oskar verließ er, mit einem Koffer Diebesgut bewaffnet, hocherhobenen Hauptes die Stätte seines Raubes. Er hatte jedoch die Rechnung ohne den Schüler Wilhelm Wg. gemacht, der den Fremden beobachtet hatte und als freiwilliger Sherlock Holmes den Spitzbuben verfolgte. Der Knabe sah, daß der Dieb den Koffer einem Manne gab, der mit der Straßenbahnlinie I abfuhr. Der Schüler machte einem benachbarten der sich am Abend des Polizeiposten Mitteilung von seinen Wahrnehmunz 15. Oktober im Hofe der Wirtschaft ereignete. Der und es gelang, den gewerbsmäßigen Einbrecher zu verhaften. Bei ihm fand man den in der Sickingschen Wohnung entwendeten Schlüsselbund. Vor Gericht verlegte sich der Angeklagte auf freches Leugnen. Die Beweisaufnahme und die am Tatort vorgefundenen Fußspuren, die mit seinen vollständig übereinstimmten, überführten ihn vollends. Mit Rücksicht auf seine vielen Vorstrafen, die die Unverbesserlichkeit dieses Burschen dartun, erkannte das Gericht wegen rückfälligen Einbruchsdiebstahls auf drei Jahre Zuchthaus. Der tägliche Unfall Obwohl die Bremse seines Wagens nicht in Ordnung war, fuhr der Chauffeur S. in Bochum=Werne an einer sehr unübersichtlichen Stelle zu schnell und brachte so ein auf dem Bürgersteig gehendes Kind in schwere Gefahr. Das Mädchen wurde leicht verletzt. Jetzt stand der Vorfall vor Gericht. 40 Mark Geldbuße erkannt. Girt war aus der Stadt gekommen, hatte vielleicht einige Gläser Bier getrunken, die ihm nicht bekommen waren und war kurz vor seiner Wirtschaft aus der Elektrischen„gekugelt". Dieser ärgerliche Umstand und weiter der hausliche Zwist, der schon lange an dem Manne fraß, bewirkten offenbar eine plötzliche Störung seiner Nerven; denn ohne ersichtlichen Grund dazu zu haben, belegte er seinen Einwohner, den Mitangeklagten, mit einer Anzahl schöner Redensarten, wie Lump, Zuchthäusler, Eckensteher, und brachte somit den vor Jahren wegen eines Sittlichkeitsverbrechens vorbestraften Einwohner in eine große Wut, so daß auch er die Antwort nicht schuldig blieb. Er ging später hinab auf den Hof und schlug den Haus= und Gastwirt mit einem Beil vor den Kopf und auf den Arm. Die acht Zentimeter lange stark blutende Kopfwunde heilte zwar glatt, sie war aber insofern bedrohinfolge der hochgradigen Zuckerkrankheit leicht hätten die schlimmsten Folgen eintreten können. Der Einwohner will in den Hof gegangen sein, um Holz zu spalten, was aber nicht gerade sehr glaubhaft erscheint. Weiter behauptet der friedliche Mitbewohner, daß er gegenüber dem Hauswirt in Notwehr gehandelt hätte. Die vernommenen Augenzeugen schildern jedoch den Vorfall als einen ganz gemeinen, feigen und hinterlistigen Ueberfall des Einwohners auf den Hauswirt. Sie hätten alle geglaubt, daß der Wirt beinahe totgeschlagen worden sei. die beiderseitigen Beleidigungen heben einander auf. Auf Vorhalt des Vorsitzenden nahm der Einwohitrag wegen Beleidigung gegen den Hauswirt zurück, da sonst unnützerweise beide bestraft worden waren. Die Körperverletzung wurde mit einer Gefängnisstrafe von fünf Monaten geahndet, wobei man die große Rohheit des Täters in Rechnung zog, der den Hauswirt glatt hätte töten können. An disem Amstande gemessen, erscheint das Urteil wahrWie die Wohnungsmarder arbeiten Der Mechaniker Franz W. ist ein böser Tunichtgut, Sein Fach sind Wohnungseinbrüche. Er hat eine breihe Vorstrafen in seinem langen Register, darunter auch vier Jahre Zuchthaus. Im Juli vorigen Jahres kam er aus der Strashaft. Es dauerte aber nicht lange, da ging er wieder auf Diebsfahrt und wurde am 1. November erwischt. Der gerissene Bursche schellte an der Tür des Vollziehungsbeamten Sicking in der Kronenstraße, ein Mitbewohner öffnete ihm. W. log dem Manne vor, er wolle ein möbliertes Zimmer mieten, erkundigte sich nach allerlei Umständen, verließ dann die Wohnung wieder und trollte anscheinend von dannen. Da W. nun aber wußte, daß die Sickingschen Eheleute nicht anwesend waren, und die Mitbewohner bald die Wohnung verlassen würden, um zum Dienst Es wurde auf X Aus dem Bochumer Parteileben. Zum Nachfolger des in eine Ordensgesellschaft eingetretenen Parteivorsitzenden Prokurist Schäfer wählte die Kreisvertretung der Zentrumspartei von Großbochum den Stadtverordnetenvorsteher Dr. med. Laarmann. In herzlichen Worten wurde der unbestrittenen Verdienste des Herrn Schäfer gedacht, dessen Scheiden aus dem öffentlichen Leben unserer Stadt allseitig als ein Verlust angesehen wird.— Anstelle des bisherigen Leiters Wiegemann wurde Ernst Riemenschneider Bochum, zum Leiter der Ortsgruppe GroßBochum der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiter= partei ernannt. * S t e u e r f ä l l i g k e i t i m F e b r u a r. D i e S t a d t h a u p t kasse Bochum macht darauf aufmerksam, daß die erste Rate der mit Lohnsteuerkarte angeforderten Bürgersteuer für 1930 fällig geworden ist und daß bis zum 4. Februar das Schulgeld für die staatlichen höheren Lehranstalten für Februar, bis zum 15. Februar die Gewerbesteuer von der Lohnsumme für Januar, die Abgaben vom Grundbesitz(Staatliche Steuer vom Grundvermögen, Hauszins= und Gemeindesteuer nebst Gebühren), die Vergnügungssteuer für ständige Veranstaltungen, die städtischen Schulgelder für Februar, die Gewerbesteuer vom Ertrage, die Hundesteuer für Januar=März und die Kirchensteuer in den Stadtteilen Gerthe=Harpen und Lind.=Dahlhausen für Januar=März, die zweite Rate der Handwerkskammerbeiträge und die Berufsschulbeiträge für das Rechnungsjahr 1930 an die städtische Steuerkasse, Trankgasse 5, Eingang C, zu zahlen sind. In den eingemeindeten Stadtteilen kann die Zahlung an die örtliche Zahlstelle und an den bekanntgegebenen Kassentagen erfolgen. Staats- und Kommunalbeamte Im preußischen Landtag hatte die Wirtschaftspartei in einer Anfrage das Staatsministerium um Auskunft ersucht, ob es bereit sei, unverzüglich gesetzliche Maßnahmen zur Angleichung der Gehälter der leitenden Personen der Gemeinden, Gemeindeverbände und sonstigen Körperschaften des öffentlichen Rechts an die der Reichs= und Staatsbeamten zu treffen. Der preußische Minister des Innern verweist in seiner Antwort auf den Entwurf eines Gesetzes zur Verlängerung und Aenderung des preußischen Ausführungsgesetzes zum Finanzausgleichsgesetz usw., der dem preußischen Staatsrat zugeleitet worden sei. In Artikel 4 dieses Gesetzenwurfes heißt es: Paragraph 43 des preußischen Besoldungsgesetzes vom 17. Dezember 1927 findet auch Anwendung auf solche Beamte, deren Aufgabenkreis mit dem eines unmittelbaren Staatsbeamten nicht unmittelbar vergleichbar ist, wenn ihre Bezüge im Hinblick auf die Bezüge der unmittelbaren Staatsbeamten offensichtlich unangemessen hoch sind. Für die Festsetzung solcher Bezüge können die obersten Landesbehörden Richtlinien aufstellen. Uebersicht über die Jahl der Wohlfahrtserwerbslosen im Stadtbezirk Bochum Weitere Lokalnachrichten auf Seite 8, 9 und 13. Vaterländischer Frauen=Verein vom Roten Kreuz, Bochum=Gerthe. Auf die heute(Dienstag), 3. Februar, nachm. 3½ Uhr, im Kolonnenheim Gerthe, Heinrichstraße 83, stattfindende Zusammenkunft sei besonders hingewiesen.(a2324 Orchestervereinigung Groß=Bochum. Freitag, den 6. 2. 81, ab 22 Uhr, Jahreshauptversammlung im Vereinsheim, Hotel Märkischer Hof, Kortumstraße 6.(a2338 Wohin gehen wir heute? Das neue Programm im Skala=Varieté über das wir bereits in der Montagausgabe berichteten, bringt eine Fülle bester artistischer Darbietungen. Unser Bild zeigt die Hauptnummern. Links Dora Wittenberg bei ihrem Sprung von der Decke, in der Mitte die drei Erics, die fliegenden Menschen, in der Mitte unten Baldwin, oben den Kunstpfeifer und Schlangenmenschen Banyks mit seiner Part nerin. Rechts Recha, den Zauberkünstler. Stadttheater: 19,30 Uhr: Das Reich Gottes in Bohmen. Skala=Varieté: 17 und 20 Uhr: Varieté. Capitol: 16 Uhr: Unter den Dächern von Paris. Skala: 17 und 20 Uhr: Gehetzte Mädchen. Lichtburg: 15.40 Uhr: Stürme über dem Montblanc. Odeon: 16 Uhr: Die Geheimagentin von Newyork. Weltlichtspiele: 16. Uhr: Das Recht des Stärkeren. Ufatheater: 16 Uhr: Eine Freundin so goldig wie Du. Apollotheater: 15.30 Uhr: Drei Tage Mittelarrest. Parkhotel Haus Rechen: Nachmittags u. abends Tanz Corso Café: Etté. Café Industrie: Karnev. Gala=Sitzung. Konzerthaus Strauch: 1. Kostümfest. Was sagen Sie zu Roman von Warwick Deeping Copuright bu Carl Schünemann, Bremen 1929. 31) Kittys Ideale ruhten auf gesunder, materieller Grundlage, aber von dieser Grundlage schwang sie sich manchmal mit erstaunlich zarten Flügeln empor. Für eine Frau bedeutet Materie zugleich Symbol, und Kitty, auf deren gebräunten Wangen die Sonne brannte, und die sah, wie die Würste versckwanden, fühlte sich als Königin in ihrem Reich. Dieser Augenblick bot ihr Gelegenheit zu einer edlen Geste. Fünf Minuten vorher hatte sich dieser Gedanke noch nicht in ihrem Kopf geregt. aber jetzt sah sie die Tatsachen, die Befestigungsvur lie für die Hauptstützen ihres Nestes. Sie sagte fest:„Alex, wir sollten deine Mutter alles mitteilen.“ Verblüfft legte er Gabel und Messer hin und starrte sie über den Tisch an. Vor einer Sekunde war er noch ein einfacher mit Behagen schmausender Mensch gewesen. „Ihr alles mitteilen?“ Kitty nickte. Ihre Miene war glatt und unbewegt. glühte im Sonnenschein. „Weshalb nicht?“ Alex' Gesicht verlor den Ausdruck körperlichen Wohlbehagens. Er war sich plötzlich wieder seiner Schwäche bewußt. Zögernd und ängstlich blickte er zu Kitty auf. :„Ist das nötig?“ „Mir scheint es unvermeidlich. Außerdem— wir haben ja nichts zu befürchten. Deine Mutter muß versuchen, uns zu verstehen. Für uns ist die Lage dann doch viel würdiger—“ ##. Ex., schien in seinem Stuhle zusammenzusinken. Aremioses Schweigen. Seine Augen verdüsterten sich, als entdeckte er plötzlich Kitty in ganz neuem Licht. „Du willst sie auffordern, mich hier zu besuchen?“ „Selbstverständlich.“ „Nach allem, was sie—?“ bin das mir— und dir schuldig.“ „Mir wäre es niel#viel lieher. käme.“ ware es viel, viel lieber, wenn sie nicht „Mir auch. Aber schließlich—“ Er hielt den Löffel über seinem Teller, so daß der Shrsh, in seltsamen Mustern auf den Budding „Ich kann ihr Verhalten nicht vergessen. Sie— sie wollte einen hilflosen Trottel aus mir machen. Ich durchschaue jetzt alles klar Kitty— es ist ekelhaft, so etwas von seiner Mutter denken zu müssen— ich wäre froh, wenn ich vergessen könnte—“ Sie beobachtete ihn mit einem geheimen, tröstenden Lächeln. „Es wird uns schon gelingen. Heute hat das alles ha nichts mehr zu sagen. Alten Kehricht verbrennt oder vergräbt man, Liebster. Denken wir nicht mehr daran.“ Sein Gesicht drückte plötzlich Erleichterung aus. Aus dem Englischen übertragen von Curt Thesing Ja, denken wir nicht mehr daran. Aber weißt du, Kitty— das ist wieder ein prachtvoller Zug von dir. Soll ich ihr schreiben oder willst du es tun?" „Ich werde schreiben. Ich werde sie bitten, uns zu besuchen.“ „Beim heiligen George!“ rief er und hieb auf seinen Pudding ein.„Du hättest alle Berechtigung gehabt, Mutters Verhalten mit gleicher Münze zu vergelten.“ „Manchmal tut man das— auch ohne es zu wollen —. Wie schmeckt der Pudding? Ich habe schon lange keinen gekocht.“ * Kittys Brief blieb unbeantwortet. Mrs. St. George war nicht in der Stimung, eine Antwort zu erteilen. Nachdem sich der eisige Sturm ihrer Wut ausgetobt hatte, fühlte sie sich erschöpft. Sollte sie die beiden in ihrem Hause in Shelford besuchen—? Ein solcher Besuch mußte sorgfältig erwogen werden. Sie befand sich in einem lächerlichen, abscheulichen: Zwiespalt. Sie hatte ihrem Sohne erklärt, seine Frau wäre eine Dirne. Und jetzt war ihr Sohn zu dieser Dirne zurückgekehrt. Würde, vor allen Dingen Würde! Ihr Glassturz durfte nicht in Trümmer gehen. Sie blickte in den Spiegel, um sich zu überzeugen, daß sie immer noch eine Frau von Welt sei. Sie entschied sich für die Maske der hingebenden Mutter, und trat in dieser Pose der Welt entgegen. Sie schritt mit dem gleichen kerzengraden Rücken und dem gleichen blauen Schimmer in den Augen einher. Sie erschien wieder bei Komiteesitzungen; sie ließ sich in den Theatern sehen und den neuengagierten Chauffeur am Steuern luto spazieren. Sie zwang sich, gerade jene Bekanneen aufzusuchen, die am schadenfrohesten waren, und verscheuchte jedes spöttische Lächeln schon im Entstehen. Sie schrieb an die verschiedenen Symths und St. Georges und tat, als wolle sie der Jugend ihren Willen lassen und sich selber, abwartend im Hintergrunde halten. Alex' Zimmer blieb unangetastet. Ja, es galt ihr als Ehrensache selber das Zimmer zu benutzen und ihre Besuche dort zu empfangen. Mit gläserner Kühle saß sie in ihrem Sessel und zeigte denen, die kamen, um sich an ihrem Schmerze zu weiden, einen kühlen, hochmütigen Gleichmut! „Mein Sohn lebt bei seiner Frau. Sie haben ein kleines Haus an der Themse. Trotzdem lasse ich dieses Zimmer unverändert.“ Unbeirrt glaubte sie weiter alles, was sie zu glauben wünschte. Ihre Ansicht über Kitty und über Vernor Street Nr. 7 hatte sich auch nicht um ein Jota geändert. Trotz ihrer Niederlage verfügte sie immer noch über Hilfsquellen. Nach einer Woche Spießrutenlaufens vor einer Welt die nur zu geneigt war spöttisch von der„armen Clara St. George“ zu sprechen, suchte sie ihren Anwalt auf. Der alte Test spitzte seine Lippen und sog sie wieder ein, und erklärte:„Sie haben keine rechtliche Handhabe, ganz und gar keine rechtliche Handhabe, das liegt auf der Hand.“ Doch dann verzog sich Mr. Tests breiter, schlauer Mund ausdrucksvoll. „Wovon leben die beiden übrigens?“ fragte er verschmitzt. „Nicht von meinem Gelde. Alex hat wahrscheinlich noch eine kleine Summe auf der Bank. Sie wird nicht lange reichen.“ „Die Frau hat Ihnen geschrieben?“ Mrs. St. George reichte ihm Kittys Brief. Nachdem er ihn gelesen hatte, sog er an seinen wulstigen Lippen. Der Brief klänge durchaus anständig. Ob er ehrlich gemeint sei, stände freilich dahin. Man suche nach dem eigentlichen Beweggrund: „Die Frau bietet Ihnen die Hand. Ein versöhnlicher Brief! Das bedeutet— oder könnte wenigstens bedeuten— daß ihre Stellung nicht ganz so stark ist, wie sie sich den Anschein gibt.“ Wieder sah er Mrs. St. George spitzbübisch an. „Geld— hm— Geld! Darum dreht sich die Sache wahrscheinlich!“ Der April hatte frühzeitig sein Antlitz gewaschen und, an dem Tage, als Mrs. St. George ihr Auto bestellte, um nach Shelford zu fahren und das Land zu erkunden, ein strahlendes Lächeln aufgesetzt. Mrs. St. George schwankte noch, ob sie das Rebenhaus besuchen sollte oder nicht. Sie wollte erst Eindrücke sammeln. Beim Anblick des Wirtshauses zum„Schiff“ und der Kirche schwenkte der Chauffeur in den Abteihof ein und hielt neben den gekappten Linden. Er sprang vom Sitz und öffnete den Schlag. „Shelford, gnädige Frau.“ Mrs. St. George stieg aus. Sie war schwarz gekleidet. Ein gefühlvoller Mensch hätte sie für eine Frau halten können, die in Grab besuchen will. „Warten Sie hier, Barter.“ Ein Mann in weißem Kittel strich die Pforte des Pfarrhauses neu an. Mrs. St. George schritt quer über die Straße und erkundigte sich nach der Lage des Rebenhauses.„Links die erste Straßenbiegung", erhielt sie als Auskunft. Jetzt stand Mrs. St. George vor dem Rebenhaus. Der Name stand in weißen Letern auf der grünen Tür in der Gartenmauer. Ein ärmliches, schäbiges kleines Haus, abgelegen in einer Gasse, dachte Mrs. St. George. Ja, seine Dürftigkeit war offensichtlich aufdringlich und gleichzeitig rührend. Mrs. St. George mußte beim Anblick des Rebenhauses, an das landläufige Stubenmädchen denken, das mit einer weißen Schürze prunkt und sich den Anschein schmucker Ehrbarkeit zu geben versucht. Ein jämmerliches Unternehmen, ein armseliger, leicht zu durchschauender Bluff. Clara St. George frohlockte innerlich— hier bot sich ihr eine neue Hoffnung. Ein Kartenhaus, das zusammenstürzen mußte. Das also waren die Verteidigungswerke der anderen? Kümmerlich! Man brauchte nur kühl und stumm abzuwarten, bis der Wind die Schürze über der Dienstmagd Kopf schlug. Gleichgültig erwähnte man dann einen Monatslohn. Mrs. St. George strahlte. Sie betrat die Vorhalle und rückte mit einem behandschuhten Finger auf den schwarzen Knopf. Irgendwo im Innern jenes unverschämten, kleinen Hauses hörte sie das Schnarren der Klingel. Sie lächelte. Sie empfand eine kalte, köstliche Neugier. Zufällig war es ein Montag vormittag, Kitty stand an der Waschwanne und drehte beim Ertönen der Klingel gerade die Wäsche durch die Wringmaschine. „Der Teufel hol'“, rief sie. Sie öffnete die Tür und erkannte Mrs. St. George. Eigentlich wäre zu erwarten gewesen daß Kittys Antlitz eine Veränderung zeigen würde. Sie hatte, die Tür mit der Miene einer vielbeschäftigten jungen Frau geöffnet, die sich über die Störung ärgert, wenn die Wäscheleine auf das Linnen wartet, doch der Wechsel auf ihrem Gesicht vollzog sich rasch und so natürlich, daß Mrs. St. George noch immer mit widerstreitenden Eindrücken kämpfte, als Kitty schon sagte: „Bitte, treten Sie näher. Sie müssen schon entschuldigen, aber heute ist Waschtag. Alex sitzt im Garten.“ Lächelnd die Tür offenhaltend, trat sie zur Seite. Ihre Augen ruhten fest auf Mrs. St. George. Ihr Benehmen zeigte eine sichere und überlegene Würde. „Ich habe mich schon immer gefragt, wann Sie uns wohl besuchen würden.“ Kitty strahlte, und der Widerschein spielte auf Mrs. St. Georges Glassturz. Für beide Frauen war es ein denkwürdiger Augenblick. Mrs. St. George glitt in den Korridor:„Aus irgendeinem Grunde bin ich ihr willkommen!“ fuhr es ihr durch den Kopf.„Wie lange werden wir wohl Masken aufbehalten?“ Kitty schloß die Haustür. „Mrs. St. George?— Ich irre mich doch nicht—?“ „Ah. Vermutlich meine Schwiegertochter.“ Die beiden Frauen standen sich gegenüber, zwei Gestalten aus Glas, durch die Erinnerung an frühere Zusammenstöße gegen einen neuen Anprall gewappnet. Eine Kampfpause war eingetreten. „Sie müssen mich einen Augenblick entschuldigen.“ Ohne ein Zeichen von Haß schlüpfte Kitty an Alex' Mutter vorbei und öffnete die Tür des Wohnzimmers. Es war das einfachste und am schlechtesten eingerichtete Zimmer der Wohnung. Kitty hatte bei dessen Möblierung gespart, um Alex' Zimmer so schön wie möglich auszustatten. Alles stammte aus zweiter Hand, nur die Vorhänge waren neu und leuchteten. „Bitte treten Sie ein.“ „Nur keine Blöße geben“, dachte Kitty.„Die Formen müssen gewahrt werden.“ Sie ließ Mrs. St. George den Vortritt, schloß die Tür und schob einen Lehnstuhl— einen Gelegenheitskauf Frau Sarahs— dem Licht zu. Bedachtsam, als wollte sie dem Stuhle Zeit lassen, zu Atem zu kommen und sich an die ihm zugedachte Ehre zu gewöhnen, nahm Mrs. St. George Platz. Kitty spürte deutlich, wie Alex' Mutter nach Art zewisser Frauen jede Klenigkeit beobachtete, sich aber den Anschein gab, als hielte sie es nicht der Mühe für wert, überhaupt etwas zu beachten. Schamlos enthüllte der Teppich, ein Axminster und aus zweiter Hand erstanden, unmittelbar vor Mrs. St. Georges Fußspitzen eine kahle Stelle. „Wir sind eben erst fertig geworden. Die Möblierung war eine schwierige Aufgabe. Aber wir haben unser Ziel erreicht.“ Mit diesen Worten setzte sich Kitty in die Mitte des mit einem Ueberzug versehenen Sofas zwischen zwei große rosa Rosen, als nähme sie im Mittelpunkt einer Bühne Platz. „Eine hübsche, freundliche Aussicht und ein ganz netter Garten.“ Mrs. St. Georges Augen schienen, durch Kitty hindurch und über sie hinauszublicken. „Das sehe ich—“ „Und über dem Flutniveau gelegen. Es war ein guter Kauf. Soll ich Alex rufen—?“ „Noch einen Augenblick.— Sie haben also das Grundstück gekauft—!“ „Ja. Meine Mutter streckte mir das Geld vor.“ „So.“ „Sie besitzt ein kleines Vermögen.“ (Fortsetzung folgt.) 2. Beilage zum Bochumer Anzeiger u. Gen. Anzeiger Wisselt, Zebelt Nr. 28 38. Jahrgang Dienstag, 3. Februar 1931 Da Flieger von Teinztau „Noch keinen sah ich glücklich enden....“ Die alte Klage findet nirgends so häufig und fast ausnahmslos ihre traurige Bestätigung, wie bei der Fliegerei. Aber soll man klagen? Klagen kann wohl nur der, der niemals den Rausch des Fliegerlebens genossen hat. Wer, wie er, tagaus, tagein mit dem Tod auf Du und Du gestanden hat, weiß nichts mehr von dem Grauen des Todes und lebt sein Leben schicksalsergeben freudig und mit neuen Hoffnungen für jeden neuen Tag zu Ende, ohne zu fragen, wo und wie es enden wird. Wenn dieser Inbegriff des Fliegerlebens sich jemals rein und unverfälscht verkörpert und entfaltet hat, so geschah es in dem Leben Günther Plüschows, das nun in jähem Sturz aus sieghafter Entdeckerfreude in Sekundenschnelle zu den Füßen der schimmernden Schneeberge der südamerikanischen Cordilleren endete. Wer ihn Abenteurer, nur Abenteurer nennt, verkennt ihn. Gewiß war er vielleicht der größte Abenteurer, den (Britisch=Kolumbien) nach Fort Liard in Yukon geflogen war. Das Unternehmen über die nur 300 Kilometer lange Strecke bietet unter gewöhnlichen Umständen nicht die geringste Schwierigkeit, zumal Fort Liard unter dem 60. Breitengrad, also keineswegs hoch im Norden, liegt. Man kam denn auch glücklich ans Ziel; auf dem Rückfluge mußte die Maschine indessen wegen eines plötzlich einsetzenden Schneesturmes auf einem kleinen Flußlaufe niedergehen. Dabei wurde ein Schwimmer beschädigt; man konnte nicht wieder aufsteigen. Tagelang warteten die Drei auf Entsatz, dann, als die Lebensmittel knapp wurden, entschloß man sich, den Heimweg zu Fuß zu versuchen. Es war ein aussichtsloses Unterfangen. Wild war knapp, 23 Tage hindurch lebten die drei Verunglückten von vier Eichhörnchen und einer Wildente. Sie kamen so von Kräften, daß sie am Tage nur noch fünf Kilometer zurücklegten. Schließlich vermochte der Führer Burke überhaupt nicht mehr zu gehen; man schlug ein Lager auf und wartete, allerdings ohne allzu große Hoffnung, daß man dort entdeckt werden würde. Die in der Wildnis Verlorenen hätten hier wohl schnell ein trauriges Ende gefunden— denn auch Burkes Begleiter waren zu sehr geschwächt, als daß sie noch hätten auf Jagd gehen können—, wäre nicht eines Tages ein Karibu dem Lager so nahe gekommen, daß man es mit einem glücklichen Schuß erlegen konnte. Für Burke war es indessen schon zu spät; er starb zwei Tage später infolge Erschöpfung und Kälte.. G Inzwischen war die Suche nach den Verschollenen längst eingeleitet. Wochenlang suchten Flieger die Gegend ab, zwei von ihnen kehrten selbst nicht wieder. Ein anderes Flugzeug wurde von den beiden Ueberlebenden im Lager zwar mehrfach gesichtet, ohne daß sie sich jedoch hätten bemerkbar machen können. Endlich sah ein Flieger eine aus der verschneiten Landschaft aufsteigende dünne Rauchsäule. Er landete auf einem 20 Kilometer davon entfernten See— in dem waldreichen oder außerordentlich unebenen Lande bieten diese die einzige Landungsmöglichkeit— und marschierte mit seinem Begleiter auf den Punkt zu. Sie würden die Verschollenen gleichwohl nicht gefunden haben, hätte nicht endlich ein Schuß— es war die letzte Patrone— ihnen den Weg gewiesen. Im letzten Winter war eine Goldsucher=Expedition, geführt von einem gewissen McAlpine, bei Dean Point, nahe dem Polarkreise, zur Notlandung gezwununsere abenteuerliche Zeit überhaupt hervorgebracht hat. Heute triumphierend über die japanische Blockade um Tsingtau, morgen Gefangener zwar, aber als solcher doch hochgeehrter Gast des chinesischen Mandarin, der sich glücklich schätzte, den Mann bei sich zu haben, der so über die gelben Rassenfeinde triumphiert hatte. Dann wieder mühseliger Pilger durch die mongolische Steppe, hungernd und von Gefahren umdroht auf Schleichwegen zur Heimat, fast schon in Sicherheit, gefangen von den Engländern, tollkühner Ausbruch aus dem Internierungslager, scheinbar verkommener Stromer in den finstersten Winkeln Londons, aber mit den strahlenden Blauaugen jeden Augenblick ausspähend nach einer Gelegenheit, von der britischen Insel zu entkommen— ein kühner Satz ins Hafenbecken, stundenlanger, verzweifelter Kampf mit Schlick und Schlamm und endlich an Bord des neutralen Dampfers. Nach dem Zusambruch kein Zusammenbrechen, kein verbittertes, enttäuschtes Rückwärtsblicken, mannhafter Entschluß, am Aufbau der Zukunft teilzuhaben. Ohne zu zögern, stellt sich der Mann, der eben noch ein beinahe schon von Legenden umwitterter Held war, an die Drehbank, wird Motorschlosser, verkauft Motorräder— im Blut und in jeder Faser immer, die Sehnsucht in die blaue Ferne. Endlich ergibt sich die Möglichkeit und er kann mit seiner„Holzpantine“, einem lächerlichen kleinen Segelschiff, das Meer der Stürme erobern, mit seinem„Silberkondor“, die Berge von Feuerland bezwingen. Der große Erfolg gibt die Mittel— nicht zum Leben in Ruhe und Behaglichkeit, sondern zu neuer Betätigung seiner Entdeckersehnsucht. Das ist nicht nur Abenteuertum gewesen, das war der elementare und reine Drang, ein Leben der Erfüllung zu leben und man möchte meinen, daß ihm keine Erfüllung versagt geblieben ist, bevor er nun die letzte große Fahrt antreten mußte, von der es keine Ruckehr gibt. gen. Die Teilnehmer hatten das Glück, bald auf Eskimos zu stoßen, und waren klug genug, deren Rat, welcher Weg zu nehmen und wie am besten Proviant— fast ausschließlich Fische— zu beschaffen sei, genau zu befolgen. Sie kamen so nach einigen Wochen gesund und munter in Cambridge Bay an. Inzwischen hatte bereits eine umfassende Suche mit Flugzeugen nach den Vermißten eingesetzt. Die Flugbedingungen waren denkbar ungünstig. Die Seen trugen zwar eine Eisdecke weshalb man die Schwimmer nicht gebrauchen konnte—, aber sie war nicht stark genug, die Last der mit Kufen versehenen Maschinen auszuhalten. Nebel und Dunst bedeckten häufig die Gegend. Man kam schließlich bis nach dem Bakersee, wo ein Standlager aufgeschlagen und von wo aus die weitere Suche betrieben wurde. Ständig befanden sich die Flieger in Gefahr. An den Schwimmern gefror das Wasser, und das dadurch übermäßig belastete Flugzeug ging zu Boden. Bei anderen mit Kufen ausgerüsteten zerbrächen diese, wenn sie auf dem höckerigen Ufereis oder gar auf dem unter einer trügerischen Schneedecke liegenden, alles andere als ebenen Lande niedergingen. Eine Maschine wasserte glücklich auf einem kleinen, von Wald umstandenen Teich, dessen geringe Ausdehnung ein Wiederaufsteigen fast unmöglich machte. Man mußte mehrere hundert Meter weit die Bäume niederlegen und eine breite Bahn schaffen. Dann glitt die Maschine über das Wasser, erhob sich und flog durch die ausgehauene Bahn und an deren Ende so dicht über den Wald hinweg, daß die Flieger„die Zweige der Bäume zählen konnten“. Zweimal überflogen drei Maschinen die— inzwischen längst verlassenen— beiden Flugzeuge McAlpines in geringer Höhe, ohne sie indessen ungeachtet des sichtigen Wetters, zu bemerken. Aus der schneebedeckten Landschaft hoben sich so viele dunkle Punkte ab, daß es trotz angespannter Aufmerksamkeit nahezu unmöglich war, zu erkennen, was man im Einzelfalle vor sich hatte. Die Suche sollte schon als aussichtslos eingestellt werden, als durch Rundfunk die Nachricht kam, die Vermißten seien unter Führung von Eskimos glücklich in Cambridge Bay eingetroffen. Es blieb nur noch übrig, dorthin zu fliegen und die Gesuchten an Bord der Flugzeuge wieder in zivilisiertere Gegenden zu bringen. Trotz aller Ungunst der Verhältnisse hatte McAlpines Unternehmen doch noch einen glücklichen Ausgang genommen. Eberhard Göschen. Die Jöhne des ttenkers Zkizze von Srick Lause Liegersckicksar im koken Norden Für die Erschließung keines anderen Landes der Welt ist das modernste Verkehrsmittel, das Flugzeug, von solch entscheidender Bedeutung geworden, wie für die des nördlichen Kanada. Die ungeheuren Entfernungen, die früher in wochenlanger, beschwerlicher Bootfahrt oder im nicht weniger unbequemen Hundeschlitten zurückgelegt werden mußten, bewältigt der Flieger heute in wenigen Stunden. Vor allem seit sich herausgestellt hat, daß die Suche nach Gold, Silber und Kupfer durch Lichtbildaufnahmen aus dem Flugzeug ganz ungemein erleichtert wird, hat die Zahl der hierfür eingesetzten Maschinen einen geradezu stürmischen Aufschwung genommen. Es ist erstaunlich, daß trotz des regen Luftverkehrs und der meistens mehr als schwierigen Flugbedingungen sich eigentlich wenig Unfälle mit tragischem Ausgange ereignen. Und doch kann es in Nordkanada leicht geschehen daß ein mutiger Flieger sein Ziel nicht erreicht oder nicht wieder heimkehrt! Zwar im Sommer geht es noch an; da bilden die ungezählten Seen und Flüsse des Landes sichere Gelegenheit zum Niedergehen, und die Orientierung ist bei heiterem Himmel leicht. Aber im Winter, wenn Nebel das Land bedeckt, eisige Stürme vom hohen Norden wehen, die weiße Schneedecke den Boden verhüllt, im Winter verhält sich die Sache ganz anders. Und doch ruht der Flugverkehr auch dann nicht. Dieser Wagemut fordert natürlich seine Opfer. In aller Erinnerung dürfte noch das Schicksal Ben Eielsons sein, der mit Wilkins über den Pol geflogen war und als einer der erfahrensten Flieger in der Arktis galt. Als er einem im Eise festsitzenden Schiffe Hilfe bringen wollte, sauste seine Maschine in unsichtigem Wetter gegen den Boden, und Elelson fand mit seinem Begleiter den Tod. Erst nach Wochen eifriger Suche wurden ihre Leichen gesunden. „So tragisch Eielsons Los uns scheint, es ist noch beneidenswert gegen das anderer Flieger, die aus irgend einem Grunde zu einer Notlandung in der Schneewüste sern jeder menschlichen Siedlung gezwungen werden. Hierher gehört der Fall des Hauptmanns Burke, eines küchtigen Fliegers, der mit zwei Begleitern von Atlin Herr de Lavallier, Präfekt der Stadt Coulomnier, verschaffte den zwei jüngeren Söhnen von Henri Samson, dem Henker von Paris, Plätze in der Schule St. Sulvice. Sie kamen unter dem Namen Feraut dorthin, und niemand wußte ihre wirkliche Abstammung. Charlemagne und Louis Martin, 15 und 13 Jahre alt, erwiesen sich als intelligente und lebhafte Burschen, denen das Wissen um ihre grause Herkunft eine besondere Energie verlieh, sich unter ihren Gefährten hervorzutun. Charlemagne war von großer Gestalt, hager, mit etwas erhöhten Schultern, ein stiller Streber, hart und wortarm; Louis Martin dagegen ausfallend und heftig, ein Raufbold und Feuerkopf. Erzogen von ihrer Großmutter, Marte Duput, einer klugen Frau von guter Bildung hatten sie das Handwerk ihrer Väter als eine zwar grausige, aber hohe Staatsmission ansehen gelernt. Während ihr ältester Bruder Henri Charles schon der Gehilfe seines Vaters war, genossen die beiden Knaben ihre Jugendjahre. Sie hatten wenig Freunde, denn beide waren im Bewußtsein ihres Geheimnisses reifer und verschlossener als Knaben sonst sind, sie strahlten das Wissen um etwas Unheimliches aus, und das fühlten die meisten Jungen. Da war Matthieu de Cordillac, Sohn eines Landedelmannes, ein schöner, spöttischer Bursche, der die beiden oft hänselte.„Euer Vater ist Beamter in Paris? Vielleicht Küchenmeister am Hofe, heh?“ so schrie er sie an. „Ein hoher Beamter, ein sehr hoher“, sagte Charlemagne eisig.— Herr Baptiste de Cordillac, ein lebensgewaltiger Herr, erlaubte seinem Sohn, fünf Kameraden auf das Jundgut einzuladen. Der alte Cordillac war zweimal Witwer geworden, und bei ihm lebte jetzt seine schöne Nichte, die hochblonde Frau von Fontanges. Charlemagne brachte der schönen Dame einen Strauß roter Rosen. Er war über und über rot und blickte ihr mit seinen glänzenden Augen ins gepuderte Gesicht. Louis Martin hatte im Park zwischen den Pfirsichbäumen ein reizendes Wesen von sieben Jahren entdeckt, Céline, das Kind aus zweiter Ehe des Herrn de Cordillac. „Spiel mit mir!" befahl das blasse Mädchen, das einsam und halb vergessen im Schlosse aufwuchs. Louis Martin blickte die Kleine mit Entzücken an. Sie war blond, fein und leicht, ihre Mund hatte die Form einer Herzkirsche, ihre grauen Augen blickten klug und ernst. Die Wärterin, eine braune Bäuerin im blauen Wollkleide, streckte die Füße in derben Schuhen von sich und schlummerte,.„ g#., g.2 Der Sohn des Henkers spiene. Er lachte mit Céline, wiegte ihre Puppen und wischte ihre Schüsselchen mit Gras aus. Schließlich packte er die leichte Gestalt unter den Achseln und ließ sie fliegen. Céline jauchzte. „Du bist gut“, sagte sie in ihrer ernsthaften Art. Ich will dir was singen. Sie imitierte eine Harfenspielerin und sang mit dünner Stimme: „O, Céline Miramare, peng, peng, Voyez Céline Miramare— o, o, hélas.“ Das sinnlose Lied wurde reizend durch seine Melodie und die hübsche, kleine Sängerin. Sie wiederholte es so oft, bis Louis Martin mitbrummte, und auch er tat, als zupfe er eine Harfe:„O, Céline Miramare— 9 9, helas—. 4 Schlaffe h. Während seines Aufenthaltes aus dem Schlosse beschäftigte er sich fast ausschließlich mit der Kleinen, und als sie alle wieder in die Anstalt zurück kehrten, da umschlang Céline seinen Hals, küßte ihn mit geöffneten Kinderlippen und weinte.—— Im Jahre 1792 stand Louis Martin mit seinem Bruder Charlemagne auf dem Platz der Revolution zu Füßen der Guillotine. Gleichgültig blickten die jungen Männer auf die Soldaten der Nationalgarde, die das Gerüst absperrten, und verächtlich auf das dahinter stehende Volk, das von den grausigen Schauspielen nicht genug bekommen konnte. „Vier Adelige, darunter eine Frau, die Marquise St. Clair“, sagte Charlemagne heiser. „Entsetzlich, diese Frauen, entsetzlich!“ murmelte Louis Martin. Der Karren mit seiner traurigen Last erschien, von einem einzigen Pferde gezogen. Neben Dei Felssturz am Niagarasale R Reinrich Mann— Träsident der Dichterakademte In der soeben stattgefundenen Hauptversammlung der preußischen Akademie der Künste wurde Heinrich Mann als Nachfolger Walter von Molos zum ersten Vorsitzenden und Ricarda Huch zur stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Vorsitenden gewahl einem alten Aristokraten mit weißem Haar saß ein dünnes junges Wesen, weiß gekleidet, die Haar unter einer Haube verborgen, die Marquise St. Clair. Mühsam stieg sie hinter den Männern vom Karren, ihr folgte Charles Henri Sanson, der Henker, der einen traurigen Blick auf ihre kindlichen Schultern warf. Ungeschickt stolpernd schritt sie vorwärts, so klein und jung, scheinbar fast sinnlos vor Furcht, aber mit einer Geste demütigen Gehorsams hinter den Verurteilten her. Charlemagne betrachtete sie unruhig klopfenden Herzens. Da hörte er hinter sich einen gräßlichen Schrei, sah seinen Bruder Martin wanken und mit dem Kopf schwer auf die Stufen des Gerüstes aufschlagen. Die Trommeln wirbelten, die Furien der Guillotine heulten. Längst waren die kleine Marquise und ihre drei Begleiter enthauptet. Da beugte sich Charlemagne über seinen Bruder Louis Martin, der mit geffnetem Munde erstickt heulend dasaß und jammerte: O— Céline— Miramare— o, o, hélas— Céline———“ „Ja“, murmelte Charlemagne,„ja, mein Bruder—“ Gekanntes Unbekanntes Wir arbeiten im täglichen Lehen mit einer Unzahl von technischen und wissenschaftlichen Begriffen, deren Kenntnis wir als selbstverständlich voraussetzen. Und doch geben wir uns selbst über diese Ausdrücke niemals Rechenschaft. Volt und Watt sind bekanntlich...“, ja was sind denn Volt und Watt eigentlich? Mit der Worte„bekanntlich“ helfen wir uns sehr bequem über die Notwendigkeit einer klaren Vorstellung hinweg. PS. Als Maß für die Stärke von Motoren verwendet man die Pferdestärke(abgekürzt PS). 1 PS ist die Arbeitsleistung, die 75 Kilogramm in 1 Sekunde 1 Meter hoch hebt. Ampère. Man liest bei elektrischen Apparaten, Stromrech= nungen usw. öfters die Namen bekannter Physiker, die in diesem Falle aber Meßeinheiten bedeuten. Aehnlich wie bei der Beurteilung der Leistung eines Wasserlaufes sind in der Elektrizität verschiedene Angaben nötig: zunächst ist die Menge des Wassers ausschlaggebend, die in einer bestimmten Zeit an einer Stelle vorbeifließt. Die Menge oder Stärke des elektrischen Stroms wird in Ampère gemessen. Volt. Ein Fluß leistet bekanntlich desto mehr, je stärker sein Gefälle ist. Beim elektrischen Strom entspricht dem Gefälle die Spannung— man mißt sie in Volt. Ohm. Die äußere Beschaffenheit, die Länge und Breite eines Flußbettes müssen natürlich die Leistung des Flusses beeinflussen. Beim elektrischen Strom setzt in ganz entsprechender Weise der Draht dem Strom einen gewissen Widerstand entgegen— diesen mißt man in Ohm. Watt. Man kann die Leistung eines elektrischen Stromes aus der Stromstärke(in Ampère) und der Spannung (in Volt) berechnen, indem man beide miteinander multipliziert. Das Produkt bezeichnet man mit VoltAmpère oder Watt. Kilowatt. Unter einem Kilowatt versteht man 1000 Watt. Kilowattstunde. Die stündliche Leistung eines Stromes von ein Kilowatt nennt man eine Kilowattstunde. Eine Steinscholle von 60 000 Tonnen Gewicht, bei 100 Meter Länge und 40 bis 70 Meter Tiefe wurde am 18. Januar 1931 durch Eis auf der amerikanischen Seite der Niagarafälle abgesprengt und in die Tiefe der Fälle geschleudert. Es ist dies seit Menschengedenken die größte Veränderung, die die Niagarafälle erfahren haben. Unser Bild, die erste in Deutschland eingetroffene Aufnahme nach dem gewaltigen Absturz, zeigt die neueste Aufnahme der amerikanischen Seite der Niagarafälle nach dem Absturz der Felsmassen. Die schraffierte Linie deutet die herausgerissene Steinscholle an. Früher gingen die Fälle bis an die eingezeichnete Linie. Di Aucheferungelager: Frans Bender jun., Bechum, Roonetr.% 4% Stratosphären=Ratele expiovlert Wi. 5 memitamisch Bogr Wien, 2. Febrnar. Wie der ameritanische Pyysiker Dr. Darwin O. Lyon einer hiesigen Korrespondenz aus Mailand telegraphiert, ist die von ihm konstruierte Rakete, mit der er durch besondere Registrierinstrumente die Stratosphäre erforschen wollte, bei Versuchen explodiert. Bei der Explosion wurden drei Personen verletzt, darunter eine schwer. Die Rakete war einem Geschoß ähnlich gebaut, beinahe drei Meter lang und wog mit kompletter Apparatur 56 Kilogramm. Ihr Rumpf bestuno aus Stahl und Aluminium, die Spitze, an der die Registrierapparate angebracht waren, aus Beryllium. Wenn die Rakete den höchsten Punkt erreicht härte, sollre sich eine Fallschirmvorrichtung auslösen, die die im Innern der Rakete gelagerte Hülse mit den automatischen Registrierapparaten aus dem Raketenrumpf herausheben und zur Erde herabgleiten lassen sollte. 40 Jahre unschuldig im Zuchthaus Ein neuer erschütternder Justizirrium Schneestürme über Schollland und England London, 2. Februar. Schottland und der Norden von England hatten während des Wochenendes unter schweren Schneestürmen zu leiden, die erhebliche Störungen im Verkehr hervorriefen. Der Expreßzug von Inverneß nach London hatte eine Verspätung von dreizehn Stunden. Die Strecke zwischen Inverneß und Perth war vollständig verschneit, so daß der Zug zunächst stecken blieb und später einen Umweg von 250 Kilometern Dessan, 2. Februar. Vor 40 Jahren wurde in Drosa(Kreis Köthen) eine Frau ermordet. Der Verdacht der Täterschaft lenkte sich auf einen jungen Mann namens Theer= mann, der der Erbe der Frau war. Er bestritt aber die Tat und lenkte den Verdacht auf seinen Pflegevater, den Gastwirt Theermann in Reupzig, der daraufhin verhaftet wurde. Der alte Theermann beteuerte ebenfalls seine Unschuld und nannte drei Zeugen, die bekunden sollten, daß er zur Zeit der Tat in seiner Wirtschaft gewesen ist. Zwei der Zeugen bekundeten, daß sie gar nicht in der Wirtschaft gewesen seien, der dritte Zeuge jedoch beschwor, Theermann sei in der Tat in seiner Gastwirtschaft gewesen. Er bekundete weiter, daß auch die beiden anderen Zeugen sich in der Gastwirtschaft aufgehalten hätten. Sie wollten das aber nicht zugeben, da den Angestellten der Domäne der Besuch dieser Gastwirtschaft verboten war. Der Gastwirt wurde darauf freigesprochen. Die Ermittlungen wurden wieder ausgenommen und der junge Theermann wiederum unter Mordanklage gestellt. In der Verhandlung wurde Theermann auf Grund eines Indizienbeweises zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt. Nachdem er über 40 Jahre im Zuchthaus gesessen hatte gestand nun ein Einwohner von Schönebeck, den Mord bei Drosa verübt zu haben. Theermann wurde sofort aus dem Zuchthaus entlassen. Er ist ein körperlich und geistig gebrochener Mann, der sich mit der Jetztzeit nicht mehr abfinden kann. Jolgenschwere Schießerei in Hamburg In der Bacht uum ap. Hamburz, 2. Februar. In der Nachr zum Sonntag schoß vor einer Gastwirtschaft in Rotenburgsort in Hamburg im Streit ein Mann seinen Gegner nieder und verletzte den anderen schwer. Bei dem Erschossenen handelt es sich um den 35jährigen Arbeiter Walter Waselewski, bei dem Verletzten um den 35jährigen Arbeiter Rosse. Der sich der Polizei selbst gestellt. Er behauptet, in Notwehr gehandelt zu haben, da er von Rosse und Waselewski angefallen worden sei. Fritz führte noch einen geladenen Revolver bei sic Der Ball der Presse Wie alljährlich war der Ball des Vereins Berliner Presse auch in diesem Jahre der Höhepunkt der Winterm Verein lange Bedenke saison. Man hatte im Verein kunge Deventen geltend gemacht, ob ein Presseball der allgemeinen Wirtschaftslage nicht widerspräche. Da man aber den Ball zu Gunsten der Witwen und Waisen veranstaltete, hatte er Zugkraft. Die festlich geschmückten Räume, der Marmor= und Kaisersaal am Zoo, boten ein imposantes Bild eleganter und schöner Frauen, befrackter Prominenter aus Politik, Wirtschaft, Kunst, Film und Presse. Reichskanzler Dr. Brüning, der schweigende Junggeselle, wurde in seiner Loge viel bestaunt. Dem Sechs Hinrichtungen in einer Nacht Berlin, 2. Februar. Die amerikanischen Scharfrichter hatten, wie aus Newyork gemeldet wird, in der vergangenen Nacht sechs Todesurteile zu vollstrecken. Im Staate Ohio und in Colorado wurden je drei Verurteilte hingerichtet. Nach Meldungen aus Buenos Aires ist der zum Tode verurteilte Bandenführer Giovanni, bei dessen Verhaftung es zu blutigen Kämpfen zwischen Polizei und Verbrechern kam, am Sonntag früh standrechtlich erschossen worden. sten Unterkunft durch den Schnee und Nebel mar ren mußten. Die Insel Man litt unter schweren Ueberschwemmungen. In anderen Gegenden wurden durch den starken Sturm Erdrutsche hervorgerufen. Dei Amernastag don„BO. K Der Mordprozeß Ulbrich * Berlin, 2. Februar. Montag vormittag gaben im Mordprozeß Ulbrich die sachverständigen Gerichtsärzte ihre Gutachten ab. Als erster Sachverständiger sagt Sanitätsrat Dr. Leppmann über Benziger, daß er ein Mensch sei, der in seiner Jugend viel krank gewesen und auch geistig zurückgeblieben sei. Seine Geistesschwäche sei aber nicht so groß, daß man sagen könne, er wäre unzurechnungsfähig. Keinesfalls könne er jedoch als geistiges Haupt der drei Täter angesprochen werden. Von der Neumann sagte er, daß es unmöglich sei, von ihr ein Persönlichkeitsbild zu entwerfen, da Ansätze einer Charakterbildung überhaupt nicht vorhanden seien. Die einen bezeichneten sie als Gans, die anderen als raffiniert und dirnenhaft. sie auch eine gewisse Schlagfe Das Riesenflugboot „Do X“ steht unmittelbar vor dem Flug über den Ozean. Der für Sonntag geplante Aufstieg zum eigentlichen Ozeanflug konnte wegen Motorschadens nicht erfolgen. Man hofft die Ausbesserungen bis Montag oder Dienstag beendet zu haben. Wie unsere Skizze zeigt, steht dem Flugboot „Do X“ noch ein sehr weiter Weg bevor.— Admiral Coutinho, der den Flug von Lissabon nach Las Palmas als Fahrgast mitmachte, erNieu Tort klärte gegenüber dem Versei zwar eigensinnig, aber nicht energisch. T könne er sich nicht erklären. Sie sei kindlich im Sinne ihrer Unreife zu nennen. Der § 51 könne ihr nicht zugebilligt werden, auch der§ 3 des Jugendgesetzes könne nicht in Anwendung kommen. Er stehe auf dem Standpunkt, daß sich die Neumann und Stolpe gegenseitig beeinflußt hätten. Dr. Leppmann schildert sodann Stolpe in seinem Gutachten als einen Menschen, der zwar nicht schwachsinnig sei und bei dem auch keine Geistesstörung festgestellt werden könne, dessen ganzes Wesen letzten her das Verhalt eines Mensch Aequator S 0 Endes aber dus Verhalten eines Wienschen darstelle, der von starken Affekten beherrscht sei. Wie es wirklich in ihm aussah, vermag der Gutachter nicht zu erklären. Ueber den Angeklagten Benziger äußert sich dann noch Dr. med. Abraham, der in seinem Gutachten über ihn zu dem gleichen Schluß wie Sanitätsrat Dr. Leppmann kommt. Am Dienstag früh werden die Plädoyers beginnen. as Urteil ist frühestens Ognnerst= ern treter der United Preß, daß„Do X“ ein bemerkenswert stabiles Flugzeug sei. Er hätte die ganze Zeit über das Gefühl gehabt, mit der Eisenbahn zu reisen. Das Wetter während der Fahrt sei nicht gerade schlecht gewesen, immerhin hätte man viel Nebel angetroffen und daher auf das Anfliegen von Madeira verzichten müssen. Admiral Coutinho deutete in ziemlich geheimnisvoller Weise an, daß„Do X“ von dem Amerikaflug nicht issabon ee Vermuckas RchaffATLANTISCHER### Ins 6 4e O ZEAN Hap berdisch! Jna #. Paul Ins. Natald -Noronha A MERIK“ Ro Jonein sorgenvollen Reichsfinanzminister Dr. Dietrich glätteten die vergnügten Stunden die Falten auf der Stirn. Tauber, der große Sänger, Singer der Intendant, Willi Fritsch, der Unverwustliche, Henny Porten, die Blonde(sogar in der gleichen Loge wie im Vorjahr), Marlene Dietrich, die sich heute ganz auf Presse eingestellt hatte, und alles, was einen Namen beansprucht im Berliner Leben, was namen= und damenlos in den Festsälen durcheinanderquirlte, gab einen deutlichen Beweis, wie fest der Ball des Vereins Berliner Presse in dem Gesellschaftsleben der Reichshauptstadt traditionell verwurzelt ist. Kilometerrekorde im Tanzen wurden aufgestellt und geschlagen. Conferenciers hoben die Stimmung, an der Tombola verselbst bekannte Finanzmänner vergeblich ihr # Berühmte Musiker spielten auf, ihnen und ihrer nung ist es zu banten, daß sich hier die grundverschiedensten Parteien so taktvoll zusammenfanden. Man hätte in diesem Festtrubel die Gedanken des schweigsamen Kanzlers erraten mögen. Vielleicht hätte er in diesem Augenblick nach Faust's Worten„weder Kaiser noch Kanzler seien mögen“. Wieder ein Anwaltsskandal in Berlin mehr zurückkehren würde, da ein gewisser Staat zum Ankauf des Flugschiffes entschlossen sei. Er weigerte sich jedoch, nähere Angaben darüber zu machen. Berlin, 2. Februar. Der Präsident des Landgerichts 1 in Berlin, Sölling, hat, wie die Montagspost berichtet, gegen eine Kreihe Berliner unwälte eine Untersuchung eingeleitet, da der dringende Verdacht besteht, daß auch beim Landgericht 1 Unregelmäßigkeiten von Anwälten und Beamten in der Erlangung von Armenmandaten vorgekommen sind; ähnlich den Verfehlungen, die sich beim Landgericht 3 ereignet haben. Es hat sich herausgestellt, daß eine Anzahl von Berliner Anwälten in Armensachen außerordentlich bevorzugt worden sind und es wurde sofort vermutet, daß diese Anwälte einen umfangreichen Schlepperdienst organisiert haben. Im Einvernehmen mit dem Vorstand der Anwaltkammer hat daher Präsident Sölling eingehende Untersuchungen anstellen lassen, die sich noch im Anfangsstadium befinden. Wie das Blatt wissen will, soll Anlaß bestehen, gegen einige Anwälte disziplinarisch vorzugehen. Fälschungen, wie sie beim Landgericht 3 vorgekommen sind, dürften jedoch in dem hier zur Untersuchung stehenden Fall nicht zutage getreten sein. Vanderbilk in Kiel Lislam Gander Berlin, 2. Februar. William Kissam Cunoerdilt, der Chef der amerikanischen Milliadarsfamilie, ist auf seiner Dacht„Ara“, in Kiel eingetroffen und hat dort im Hotel Continental Wohnung genommen. Vanderbilt läßt sich auf der Germania=Werft eine neue Dampf=Dacht bauen, die den Ncamen„Alpha“ trägt und die das luxuriöseste Boot sein wird, das je die Meere befahren hat. Während seines Aufenthaltes in Kiel soll die Dacht in Dienst gestellt werden, und nach erfolgten Probefahrten will Vanderbilt sie abnehmen, um auf ihr die Reise nach dem Mittelmeer anzutreten. Raubüberfall auf eine Frau Das Urten F. fühesens Vonnerslug zu erwarten. Ein Bärte-Feind vor Gericht Paris, 29. Januar. Rechtsanwalt„König Milzoch von Bosnien“, der Ansprüche auf den serbischen Thron erhebt, präsentierte sich wieder vor dem Pariser Strafgericht, diesesmal aber als Verteidiger eines kuriosen Kunden. Herr Morlec, Rentner von Beruf, kann den Anblick eines Männerbartes nicht ertragen. Er selbst geht natürlich glatt rasiert. So geriet er eines Tages in einem Pariser Theater mit dem Kassierer in Streit.„Wie können Sie nur einen Bart tragen!“ schrie er den Kassierer an, der dazu nur eine bescheidene„Fliege“ am Kinn trug.„Ein Bart ist ein Anachronismus, und wenn ich einen sehe, muß ich immer daran ziehen“ — sprach's und setzte seine Worte in die Tat um. Dabei mußte der Bärtefeind etwas heftig vorgegangen sein, denn einige Haare blieben ihm in seiner Faust. hatte er dazu noch das Unglück, an einen Präsidenten zu geraten, der mit einem majestätischen teihiger für Graße von der Leuseisnsei Nummer 50321 schreibt— Ein neues Gnadengesuch für Joseph Klems (Was weiß man auf der Teufelsinsel von Tonfilm, von einem Dreyfus=Tonfilm!!) Und weiter schreibt Kloms: In Augenhlicken der Verzweifelung*c isidenten zu geraten, der mit einem majestätischer Voulbart geschmückt war. Trotzdem der Verteiviger fü seinen Klienten erklärte, gewisse Bärte nötigten aller Welt höchste Achtung ab, erhielt Herr Marlec wegen Ungebühr acht Tage Gefängnis mit Strafaufschub. .* Unter Mordverdacht verhaftet. Die Lübecker Polizei hat hier einen 27jährigen aus Budapest gebürtigen Schlosser Kraemer ermittelt und verhaftet, der in dem dringenden Verdacht steht, im August vorigen Jahres in Szolnok in Ungarn zwei Frauen ermordet zu haben. Düsseldorf, 1. Februar. Nummer 50321... das ist kein anderer als der in Düsseldorf geborene Joseph Klems; jener Klems, der noch vor wenigen Jahren in Nordafrika eine sehr große Rolle spielte, der Stabsoffizier Abd el Krims war, den Ehrentitel„Caid ben Hady“— Fürst aus dem Stamme der Deutschen— erhielt und wenig später von den Franzosen gefangen genommen und zum Tode verurteilt wurde. Durch Vermittlung der Deutschen' Botschaft in Paris wurde Klems schließlich begnadigt. Begnadigt... zur lebenslänglichen Zwangsarbeit auf der Teufelsinsel, auf Cayenne... Am 21. Februar 1930 kam Klems auf der Teufelsinsel an. Gleich zwei Tage später setzt sich Klems hin und schreibt einen Brief nach Hause, nach seinen in Düsseldorf lebenden Eltern.„Ich bin in das Innere der Insel geführt worden. Das Klima ist übermäßig warm... man sagt von der Insel, daß sie aussehe wie eine Paradiesecke, verloren in den Wellen. Ergötzlich ist sie dem Auge, aber finster und traurig für den Verbannten. Hier hat sich Hauptmann Dreyfus, dessen Angelegenheit Ihr Euch noch entsinnen werdet, lange Jahre aufhalten müssen Frankfurt, a.., 2. Februar. Am Montag morgen wurde auf die Metzgersfrau Luise Eggert im Treppenhaus der Trierischen Straße 13 ein Raubüberfall verübt. Als die Frau auf der Treppe war, kam ihr ein unbekannter Mann entgegen, der ihr einen Schlag auf den Kopf versetzte, so daß sie, aus einer Kopfwunde blutend, bewußtlos zusammnbrach. Der Tätr entriß der Bewußtlosen eine Aktentasche mit 9000 Reichsmark und entkam. „Eln Aindtschel Zahtenspielel Tausend im Arteil der Sachverständigen Dm Brr.# München, 2. Februar. Im prozeß Tauseno gab am Montag zunächst Landgerichtsrat Dr. Flamm sein Gutachten ab, das mit dem Dr. Boströms=dahin übereinstimmt, daß Tausend nichtgeisteskrank ist. Tausend besitze die Fähigkeit, Anhänger zu gewinnen. Er sei Psychopath mit hysterischem Charakter. Soweit er sich in materielle Angelegenheiten verstrickt habe, lüge er bewußt. Der erste technische Sachverständige, Professor Röntgen, schilderte sodann die Entwicklung seiner Beziehungen zu Tausend. Da eine Umwandlung von Metall nicht in Frage komme, habe er mit der Möglichkeit gerechnet, daß das Tausendsche Verfahren vielleicht das Ausscheiden an Edelmetallen verbessert habe. Nach längeren wissenschaftlichen Ausführungen kam der Sachverständige, Professor Röntgen, zu dem Ergebnis, es bleibe die einzige Möglichkeit bestehen, daß das Gold von Tausend in betrügerischer Absicht in den Arbeitsprozeß eingeführt worden sei. Sachverständige für Chemie, Professor Hönigschmidt kam in seinem Gutachten zu einem entschieden ablehnenden Standpunkt gegenüber dem Tausendschen Verfahren. Das„Tausendsche harmonische System“ sei nichts anderes, als eine kindische Zahlenspielerei. Die Broschüre Tausend„180 Elemente“ ist das Werk eines größenwahnsinnig naturwissenschaftlich vollkommenen Ignoranten. Anschluß an die Erklärungen des SachverstänIm Anschluß an die Erklärungen des Sachverständigen verrundete Tausend mit erhobener Stimme „Jeder Laie weiß, daß eine Elementsumbildung geschieht, nur die Wissenchaft weiß es nicht“. Auf die Frage des Vorsitzenden:„Das Einfachste wäre es, Sie würden uns Gold vormachen", antwortete Tausend:„Nein, daß mache ich auf keinen Fall.“ Nach der Ablehnung neuer Beweisanträge der Verteidigung und des Staatsanwaltes werden die Weiterverhandlungen auf Mittwoch vertagt. Kiems.„In augenblicken der Verzweiselung denre ich an zu Hause. Was in der Tiefe meines Herzens lebt ist oft niedergeschlagen und traurig.“ Und in einem späteren Briefe, datiert vom 6. November 1930:„Ich kann nicht sagen, wie ich mich oft untröstlich fühle, ich suche der Schwermut zu entrinnen... nur am Abend, bei Ruhe und Einsamkeit, kann ich der Heimat gedenken, aber meine Kräfte sind oft zu aufgebraucht...“ zu aufDrei— viermal, hat Klems jetzt seinen Düsseldorfer Verwandten von der Teufelsinsel geschrieben. Und es liest sich poradox, wenn man die Buchstaben und Wörter verfolgt und schließlich liest:„Herzliche Grüße von der Teufelsinsel...“ Viel Einzelheiten enthalten die Briefe nicht. Deportierte können und dürfen nicht alles schreiben, was sie gern schreiben möchten. Was soll auch ein Deportierter der Ile du Diable schreiben?! Soll er berichten von den unaufhörlichen Martern der Zwangsarbeit, der Fieberträume, des elenden Lagers, von den Sümpfen durch die er waten muß? Von den Dransalen der Haft und der Bewachung? Damit sein Leben noch trostloser wird, noch menschenunwürdiger? Damit er noch knappere Brot= und Reisportionen erhält? So begnügt er sich mit einfachen Sätzen, die kaum etwas enthalten, und aus denen doch der Ruf nach Hilfe schreit; der Schrei nach Erlösung aus dieser Hölle der Schrecken. Und damit die Angehörigen wissen wo er sich befindet, nimmt er etwas Farbe einen Pinsel und malt als Briefkopf die Teufelsinsel, umrahmt mit einer kleinen grünen Laubranke. Da sieht man Kokospalmen und kleine elende Hütten am Strande, eine kleine Hügelkette und winzige Blättergipfel. Eingeschlossen vom Horizont, vom Meer... Oder malt auf dünnem Leder Sümpfe und Urwaldniederungen, Negerhütten und kleine Flußläufchen, das Innere der Teufelsinsel. Aber das ist auch alles, was die Zensur erlaubt. Belanglose Sätzchen, kleine Malereien... herzliche Prinz Lennart von Schweden verlobt sich dennoch Grüße von der Teuselsinsel In diesen Tagen hat die Liga für Menschenrechte ein Gnadengesuch für Joseph Klems dem Auswärtigen Amt in Berlin eingereicht. Durch die deutsche Botschaft in Paris soll es dem Präsidenten Doumergue überreicht werden. Vielleicht, daß es Erfolg hat, vielleicht, daß Klems einen Teil der Strafe erlassen erhält... vielleicht, daß man ihn eines Tages nach Deutschland entläßt. Vielleicht.. Bis dahin sitzt Joseph Klems auf der Ile du Diable, auf der Teufels#99, auf der Insel der Schrecken als Nummer In Düsseldorf aber bangt sich eine gramzermürbte Mutter um den Sohn.... * Stockholm, 2. Februar. Der schwedische Reichsmarschall veröffentlicht am Montag folgende Verlautbarung:„Bekanntlich dürfen sich Prinzen des Königlichen Hauses nicht ohne Erlaubnis des Königs vermählen. Prinz Lennart hat, ohne die Erlaubnis des Königs einzuholen, seine Absicht erklärt, sich zu verloben. Obwohl schmerzlich berührt, . der König seine Genehmigung hierzu nicht er# Prinz Lennart, der Enkel des Königs, veröffentlicht gleichfalls am Montag seine Verlobung mit Fräulein Nissvandt und erklärt sich bereit, alle Folgerungen hieraus zu ziehen. eine Das trockene Amerika... Prohibitiansboamt, Newyork, 2. Februar. Prohionionsbeamte unternahmen gestern ei Razzi auf eine alte Brauerei in Elmira(Staat Newyork), wo sie Apparate zur Herstellung alkohotischer Getränke im Werte von etwa einer Million Dollar mit Beschlag belegten. Die Brauerei war dem Polizeibericht zufolge, in vollem Betrieb. 15 Verhaftungen wurden vorgenommen. Ueber Stuhlverstopfung und Abfuhrmittel Eine Veröffentlichung in der ärztlichen Fachpresse (Dezember 1930) von Dr. med. S. Haase, Berlin. ist es bei der Behandlung der Stuhlversieverrcsten uunn zuerst die Grundtrantheil Jei es, daß zind das urlächliche Moment zu beseitigen, Diätetik, organischen Gessd Lebensweise, mangelhafter seits ist es vor gslam:.... besteht. Andererwähltes und ye gu wichtig, durch ein richtig ausgemätzige, weiche Stühie angewandtes Abführmittel rege mal(möglicht guenue zu erzielen und den Darm optiausgiebig) zu entleeren. Und da kam es mir darauf an, unter der Legion der Abführmittel eines Surchaus tißer erstens völlig unschädlich, zweitens nassig war und drittens so wirkte, daß es #mongarg Zutand nach Aussetzen nicht noch verschlimmerte. So bin ich im Laufe der jahrelangen Verjse der Apashese uxöchitt“ zu den altbewährApotbefers Richard u.. Schweiserpillen des w#####lgro brandt zurückgekommen. Sie haben „## auem den Vorzug, daß sie frei von allen Chemisa; lien sind und nur rein pflanzliche Stoffe enthalten. In den meisten Fällen kommt man mit 1 bis 2 Pillen, die werden. ugen genommen Die Nachtruhe wird hierbei keineswegs t, und am nächsten Morgen erfolgt ein ausgiebiger hmergöf-Schte u Scm und ohne irgendeine „elhhurschte Nebenerscheinung wie: plötzlicher Drang, Bauatneisen, wässerige Entleerung usw. Eine GeAus der (*) Deutsche Vol Bezirkst Bezertsverein H neralversammtung i Die Versammlungn Bachmann, eroff nung gedachte er der Mitglieder. Anschließ gegangenen„Schreibe reiche Tagesordnung Vorstand wurde gro ledigung der Tageeinen Vortrag über ging dann zum gen aufnahmen, wurden (=). Staotverband Der Provinzialpfarr herer Gemeindepfar Mitglieder, der evar Missionsleyrgang fü lischen Arbeiter= un haus Barmen, RudLehrgang beginnt S und endet Sonntag, „Unser Ringen um Nontag, 9. Februar, lung des Stadtver Schatzmeister hat sei muß also getätigt wi ().Aus den kath einslokal Wiedelme Josephs=Arbei seine Generalversat Präses Bergmann flossene Vereinsjahr lungen hatte des ö trag übernommen. Lizepräses Bergm Schurad, Kassier Schreckenberg, abordnung und de Wittrock, Gath Kowalski und M 120 Mitglieder. Bes bruar, einen Famili#tholische Beram tagte zu seiner Ge gesellschaft. Für de Lenz, der wegen Wiederwahl ab ehnt Nanna gewählt, Stadt Heater Bochum Dienstag, 3. Febr., 19.30 bis gegen 23.15 Uhr. B 16: Das Gottes in Böhmen Tragödie eines Führers von Franz Werfel. Rittwoch, 4. Fedr., 19.30 bis gegen 23.15 Uhr. Bühnenvolksbund, Serie A: Das Reich Gottes in Böhmen Varle Operetten-Theater Täglich 5 und.15 Uhr: Das sensationelle U. a. Recha 3 krics 2 Baldwins Der„Bochumer Anseiger“ schreibt: „Das überfüllte Haus dröhnte vor Lachen.“ Morgen Mittwoch Kindertag! im Gafe eont Hellweg 1 mitre Kortumstra 7 Wochen alte und ältere Schweine hat abzugeben W Wiesmann, Havtenscheid. wöhnung tritt (194 Kor Inh.: I Gemt Mittas Februar. ns Berliner der Winteriken geltend Wirtschaftsin Ball zu iltete, hatte , der MarImposantes ackter ProFilm und schweigende launt. Dem rich glätauf der Singer der iche, Henny Loge wie heute ganz nen Namen imen= und uirlte, gab es Vereins er Reichsneterrekorde gen. Conmbola verjeblich ihr und ihrer indverschieden. 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In len, die lommen leswegs giebiger endeine Drang, ie Ge(194 Aus den Bochumer Parteien und Vereinen (*) Deutsche Volkspartei, er Be Bezirksverein Hamme hielt seine diesjährige Gefal Bickern(zoeber) Hamme 1 bi im Vereinslo##### Villern(7 Der Bezirksverein neralversammtung die Versammlung wurde vom 1. Vorsitzenden, Steiger Bachmann, eröffnet. Vor Eintritt in die Tagesordnung gedachte er der im verflossenen Jahre verstorbenen Mitglieder. Anschließend verlas der Vorsitzende die eingegangenen Schreiben der Geschäftsstelle. Die umfangreiche Tagesordnung wurde reibungslos erledigt. Der Vorstand wurde größtenteils wiedergewählt. Nach Erledigung der Tagesordnung hielt der 1. Vorsitzende einen Vortrag über die Bedeutung des 18. Januar lütlichen Teil über. Teil Mehrere und Neuging dann zum gemüllichen aufnahmen wurden getätigt. (=) Stadtverband der evangelischen Männervereine. Der Provinzialpfarrer des Mannerdienstes, unser früherer Gemeindepfarrer Schirrmacher, macht die Nitglieder der evangelischen Männervereine auf den Nissionslehrgang für nichtgeistliche Führer der evangelischen Arbeiter= und Männerbewegung im Missionshaus Barmen, Rudolfstraße 187/9, aufmerksam. Der Lehrgang beginnt Samstag, 7. Februar, abends 7 Uhr, und endet Sonntag, 8. Februar, abends 7 Uhr. Thema: „Unser Ringen um die Heiden draußen und hier". Für Nontag. 9. Februar, ist eine Vertreterversamme lung des Stadtverbandes in Aussicht genommen. Der Schatzmeister hat sein Amt niedergelegt. Eine Neuwahl muß also getätigt werden. (:) Aus den katholischen Arbeitervereinen. Im Vereinslokal Wiedelmann, Essener Straße, hiet der Josephs=Arbeiterverein der St.=Anna=Pfarrei seine Generalversammlung ab. Der stellvertretende Präses Bergmann gab einen Ueberblick über das verflossene Vereinsjahr. In den monatlichen Versammlungen hatte des öfteren Studienrat Frenz den Vortrag übernommen. Die Vorstandswahl ergab folgendes: Lizepräses Bergmann, Schriftfuhrer Sieber und Schurad, Kassierer Herms und Reif, Beisitzer Schreckenberg und Maschenhofer, Fahnenabordnung und deren Vertretung Niggemann, Wittrock, Gathmann, Gräwe, Kucklinski, Kowalski und Mehlert. Der Verein zählt rund 120 Mitglieder. Beschlossen wurde, am Sonntag, 15. Februar, einen Familienabend zu veranstalten.— Der katholische Bergmannsverein Bochum=Zentral tagte zu seiner Genralversammlung in der Bürgergesellschaft. Für den langjährigen Vizepräses Heinrich Lenz, der wegen seines Gesundheitszustandes, eine Wiederwahl ab ehnte, wurde einstimmig das Mitglied Nanna gewählt, zum ersten Schriftführer wurde Freitag und zum 1. Kassierer Busse gewählt. Der Präses, Vikar Joch von der Josephskirche, entbot den bisherigen Vorstandsmitgliedern herzliche Dankesworte für geleistete Arbeit und machte auf das 60jährige Jubiläum des Vereins in diesem Jahre aufmerksam. Der Verein wurde am 6. August 1871 im Lokale Traß am Withelmsplatz gegründet. Erzbischof Dr. Klein(Padervorn) ist Ehrenpräses des Vereins. In Anbetracht der Zeitverhältnisse soll das Jubelfest in einfacher, schlichter Weise begangen werden. * Reichsgewerkschaft Deutscher Kommunalbeamten, Ortsgruppe Bochum. Am Sonnabend fand im Gewerkschaftshaus in Bochum die Generalversammlung der Reichsgewerkschaft Deutscher Kommunalbeamten, Ortsgruppe Bochum, statt. Aus dem vom Vorsitzenden Born erstatteten Geschäftsbericht wird erwähnt: Im Brennpunkt des öffentlichen Interesses steht zurzeit das Beamtentum. Die Hetze, insbesonder: gegen die Kommunalbeamtenschaft, hat Formen angenommen, die das übliche Maß überschreiten. Gewisse Kreise glauben sogar, daß durch einen Beamten=Gehaltsabbau die Wirtschaftskrise beseitigt werden kann. Rein örtlich betrachtet, hat sich die R. D. K. gut entwickelt. Das Zusammenarbeiten mit dem Ortsausschuß des Allgemeinen Deutschen Beamtenbundes war gut. Werbearbeit wurde eifrig betrieben. Die Finanzverhältnisse sind wohlgeordnet. Auch die Bildungsarbeit hat gute Fortschritte gemacht und soll noch weiter ausgebaut werden. Die Mitgliederzunahme ist zufriedenstellend. Bewährt hat sich auch die Wohlfahrtseinrichtung. Rechtsschutz wurde in mehreren Fällen gewährt. Nach dem vom Kassierer erstatteten Kassenbericht ist die Kasse in bester Ordnung. Auf Antrag der Kassendrüfer wurde dem Kassierer und dem Vorstand einstimmig Entlastung erteilt. Die einstimmige Vorstandswahl brachte folgendes Ergebnis: 1. Vorsitzender: W. Born, 2. Vorsitzender G. Range, Schriftführer H Dietz, Kassierer E. Wiesehahn. Beisitzer: A. Knebel, H. Rebbe und E. Schrey. Als Vertreter im Crtsausschuß des A. D. B. wurden A. Burmann und A. Knebel gewählt, Kassenprüfer sind E. Nöthe und A. Szesny. Nach Bekanntgabe einiger geschäftlicher Angelegenheiten entwickelte sich eine lebhafte Aussprache über die derzeitigen Dienstverhältnisse. * Gemeinnützige Baugenossenschaft„Kyffhäuser“ e. G. m. b. H. Bochum. Wie bereits mitgeteilt wurde, mußte die Generalversammlung der Gemeinnützigen Baugenossenschaft„Kyffhäuser", e. G. m. b.., zu Bochum", am 21. Januar 1930 wegen Verstoßes gegen die Genossenschaftsvorschriften für ungultig erklärt werdenAm Samstag, 31. Januar, wurde erneut eine außerordentliche Generaiversammlung der Mitglieder der Baugenossenschaft„Kyffbäuser“ in die Bürgergesellschaft“, einberufen. Aufsichtsratsvorsitzender Direktor Baare eröffnete um 5 Uhr die Versammlung. Da wichtige Beschlüsse nur von zwei hintereinander folgenden Generalversammlungen gefaßt werden können, war eine zweite Generalversammlung für 6 Uhr geplant. Der Vorsitzende gab jedoch bekannt, daß die zweite Generalversammlung noch nicht stattfinden könne, da nach den in den Statuten festgelegten Vorschriften zwischen beschlußfassenden Generalversammlungen eine Frist von sieben Tagen liegen muß. Der Aufsichtsratvorsitzende gab nochmals die Bedingungen bekannt. die zu einer Vereinigung der Baugenossenschaft„Kyffhäuser“ mit der „Ruhr.=Lippe= Siedlungsgesellschaft“, führen sollen. Die Beziehungen des„Kyffhäuser" zu der„Deutschen Heimbau= Gesellschaft“ hätten zu keinem greifbaren Ergebnis geführt. Man sei deshalb gezwungen, die Verschmelzung mit der„Ruhr=Lippe durchzuführen. Da auf das Schreiben an den Wohlfahrisminnster noch keine Antwort erfolgt sei, müsse der Vorstand des„Kyffhauser" nochmals mit der Liquidation beauftragt werden. (Wie bekannt sein dürfte, hatte sich der Wohlfahrtsminister vor wenigen Wochen bereit erklärt, Gelder aus öffentlichen Mitteln zur Sanierung der Baugenossenschaft„Kyffhäuser“ zur Verfügung zu stellen.) Weil die Gläubiger mit einem Konkurs drohten, sei man gezwungen, unter den alten Bedingungen, nach denen die Mitglieder 75 Prozent ihrer Anteile verlieren, zur „Ruhr=Lippe“ überzutreten. Die vorgenommene Abstimmung ergab, daß sich die Mitglieder einstimmig für die Beauftragung des Vorstandes mit der Durchführung der Liquidation aussprachen. (:) Plattdeutsche Heimatfreunde. Die Abteilung „Plattdeutsche Heimatfreunde" der Vereinigung für Heimatkunde, welche sich die Wahrung und Pflege der plattdeutschen Sprache zum Ziel gesetzt hat, hielt ihre Jahresversammlung ab. Der Vorsitzende, Buchhändler Regelmann, gab einen Ueberblick über die vorjährige Tätigkeit, welche als recht fruchtbar bezeichnet werden konnte. Die Veranstaltung eines öffentlichen plattdeutschen Vortragsabends wurde beschlossen, ebenso die Beschaffung einer Bibliothek für plattdeutsche Literatur. Die Zusammenkünfte sollen wie bisher erfolgen. Die Mitgliedschaft berechtigt für alle Veranstaltungen der Vereinigung. Der Vorsitzende bat, auch in Zukunft treu zur Sache zu halten, um damit einer kulturellen Aufgabe, der Erhaltung und Pfiege der ursprünglichen Muttersprache, des guten alten Plattdeutschen, zum Erfolg zu verhelfen. Traditionsecke * Verein ehemaliger 114er„Kaiser Friedrich III.“. Der Verein hielt bei Velten seine gut besuchte Jahreshauptversammlung ab. Der Vorsitzende Rohden hielt eine Begrüßungsansprache. Der vom Schriftführer verlesene Jahresbericht bewies, daß der Verein im letzten Jahre eine besonders rege Tätigkeit entwickelt hat. Die Kassenverhältnisse sind trotz der ungünstigen Zeit und der vielen Auslagen, die u. a. durch die Beschaffung der Fahne gemacht waren, in bester Ordnung. Die Entlastung des Vorstandes geschah deshalb auch unter besonderer Anerkennung der guten Geschäftsführung. Es wurde die Wahl von zwei Kassenprüfern und drei Festausschußzmitgliedern getätigt. Zur Beteiligung an einem in diesem Jahre in Aussicht genommenen Reaimentstage in Konstanz a. B. meldeten sich von den Anwesenden sechs Kameraden. Der Versammlung folgte ein gemütliches Beisammensein mit Damen. 4 Krieger= und Landwehrverein Bochum=Hamme. In der Generalversammlung am vorletzten Sonntag gedachte der erste Vorsitzende, Kamerad Sacher, der im vergangenen Jahre verstorbenen Mitglieder Justus Schmidt, Heinrich Ramforth, Franz Rogawski und Jakob Uhlig. Ferner würdigte er die Bedeutung des 18. Januar als 60jährige Wiederkehr der Reichsgründung. Aus dem vom Kameraden Degenhard gegebenen Jahresbericht geht hervor, daß der Verein 1930 einen Zugang von 18 Mitgliedern hatte. Der Verein hat in diesen Zeiten der Not manchen notleidenden Kameraden unterstützt, oft aus eigenen Mitteln. An Sterbegeld, Unterstützungen usw. sind 1500 Mark zur Auszahlung gelangt. Der Provinzialsterbekasse gehören 248 Mitglieder an. Den Kassenbericht erstattete Schatzmeister Adami. Die turnusgemäß ausscheidenden Vorstandsmitglieder wurden sämtlich wiedergewählt, ebenso bleiben die Kreisverbandsvertreter, das Fahnenkommando, die Korporalschaftsführer, die Gewehrgruppe, der Vereinsbote, Fechtmeister, Kriegsbeschädigtenvertreter, die Schießkommission. Auch das Vereinslokal bleibt Die monatlichen Beiträge werden von 0,75 Mark auf 0,70 Mark herabgesetzt. Für die Februarversammlung ist ein Vortrag geplant, im März soll ein Preisschießen stattfinden. 88 Gardeverein Bochum. Bei dem Gardefest am Sonntag wirkte, wie in unserem gestrigen Bericht erwähnt wurde, auch das Doppelquartet Blau=Weiß mit. Es stand unter der Stabführung des Chorleiters Wilhelm Hense. Die Darbietungen fanden so starken Beifall, daß einzelne Chorlieder wiederholt werden mußten. Stadt cheater Bochum Dienstag, 3. Febr., 19.30 bis gegen 23.15 Uhr. B. 16: Das Reich Gottes in Tragödie eines Führers von Franz Werfel. Rittwoch, 4. Fedr., V 19.30 bis gegen 23.15 Uhr. Bühnenvolksbund, Serie A: Das Reich bottes in Bohmen Varleté Operetten-Theater Corso Café Mittwoch, den 4. Februar und Donnerstag, den 5. Februar nachmittags und abends Die Welthontspiele zeigen den packenden Großfilm: nachmittags und abends"* Bernard[DasRechtdes Fre Cale Mausnie S Niedierrolkane Nur noch bis einschl. Donnerstag Der große Ladt-Sclager Heute abend Große Täglich 5 und.15 Uhr: Das sensationelle neuna 3 krics 2 Baldwins Der„Bochumer Anzeiger“ schreibt: „Das überfüllte Haus dröhnte vor Lachen.“ Morgen Mittwoch Kindertag! berchen o Pouskar Helweg 1 und Kortumstraße 45. 7 Wochen alte und ältere hat abzugeben Wiesmann, Havkenscheid. Kurnsvul auld Sitlung Es dastiert der bekannte Kölner Rundfunk-Humorist Heinz Walden = Schönheits-Konkurrenz = Restaurant Löwenhof. Hortumstr. 10 Mittwoch, Donnerstag und Freitag ab S 6 Uhr abends Beteiligung sämtl. Damen= Bochums betreffs Prämiierung der Schönheitskönigin S Gediegene Preise sind gestittet! Schiedsgericht das Publikum! Prämiierung Freitag abend! Die Geschäftsleitung= SKALA Dienstag bis Donnerstag S und 8 Uhr: Gehetzte Mädchen Ein Film, der die Geheimnisse des internationalen Mädchenhandels enthüllt. Hauptrolle! Lien Deyers Lux, der König der Hochstapler, in: Pariser Unterwelt Gärneren mit Francesca Bertini und GIl Roland Ein fesselndes Lebensbild von ungewöhnlichem Format Dazu: John Gilbert in: 9 an n* Sande Der Liebes- und Leidensweg eines jungen Journalisten Bis einschl. Donnerstag Weltlichtspiele (∆0 4e: Kleine Preise: Wochentags ab 40 Pf. Sonntags ab 60·Pf. Lusteplel: Wochenschau: Kulturtiim: Programm ist für lugendliche strengstens verboten Lapte Dieses Prot Sorgen? Schlechie Launer Dafür albl’s nur Ines: Sreude für jeden Kaushalt durch kleine Monatszahlungen Schreiben Sie noch Tafel- und Kaffeegeschirre heute an nur Markenfabrikate— moderne Robert Scholz, Eriuri---Sipergosteckepaka: Franko Lieferung f. Rate nach Lieferung Konzerfhaus Strauch Inh.: Richard Mande. Herner Straße 53 Heute I. Hosfümfest unter Leifung des bekannten Humoristen Arry Leese Damen- und Hertenpreise Gemütlicher Familienaufenfhalt Mittadtiech von 12—2 Uhr- Zizile Preise Der große Tomfll Erfolg! Vollendete Tonwiedergabe. Preise von 40 Pl. an Darum: Sprung- anf- marsch- marsch Ar Unho Alleestraße! 45 Wahre Lachstürme entfesseln ferner Felkx Bressarf u. Siegiried Arno Diese Tonfilm-Groteske ist eine Wohltat! Man lacht, lacht, lacht sich im Handumdrehen in die heiterste Gemütsvertassung hinein. Hierzu: Ein ausgezeichnetes Beiprogramm! Tüglidt 4 Uhr. 6 Uhr und 8. Uhr Die größte und stärkste Abenteuer- Episode Die Gcheimagentin von NEWyOTK Forner 1 Der stern von Brochwe) Die erohe Revue Lustsplel# Lehrtilm Teppichereinigt wie neu, Resinoleum Alleinverkauf:(9223 GSeifenhaus A. Brückstr. 11, Schützenbahn(Kommunald.) 1 in den Schokoladen-Geschäften „Zur süben Quelle“ Kortumstr. 63, Bongardstr. 4, Beckstr. kaufen Sie Süßigkeiten am preiswertesten z. B. schon 4 Tatein Mlich-Schokolade M DE . à 1 0 0 6— 4 0 0 g 0. 3 0 3 Tatein Schmelz-Schokol. P 5n ...... à 100—300 g.00 Vollmlich-Schokolade 1 00 mit ganzen Nüssen. 3 Tafeln 1,00 Waftel, verschiedene Arten. n 15 schon ½, Pfd. 0,40 Weinbrandbohnen, mit 60% 9. Weinbrand gearbeitet, ½ Pid. U, 00 und die andern preiswerten Sachen Ein Schlader! 92334 Marzipanbrocken rein Mandel u. Zucker, m. Schokolade........ ¼ Pid nur 05 iche ##4 5 — Bochumer Anzeiger u. Gen. Anz. Lackteuts Spter uud Syees Dienstag, 3. Februar 1931 Das L..-Parlament des W. S. V. „Tus“-Internationale am S. 7.— Ruhrbezirksmeisterschaften am 28. 6. in Werne— Quer durch Bochum am 7. 6. Am letzten Wochenende tagten im Verbandsheim des W. S. V. die Vertreter der Gaue bzw. Bezirke mit dem interessierten Vereinsführer unter Anwesenheit zahlreicher Pressevertreter, um wie alljährlich die Belange der westdeutschen Leichtathleten durchzuberaten. Den Vorsitz führte Schloßmacher(Dortmund), der den gesamten Komplex der zu beratenden Tagesordnung in knapp 6 Stunden„mit viel Tempo“ erledigte. Einen breiten Raum nahmen die Beratungen über die Arbeit in den Gauen und Bezirken ein, wie Uebungsleiterwesen, Kampfrichter= wesen, Uebungsstunden für Aktive, Zusammenarbeit der Bezirke und Gaue, Kurstätigkeit, Leistungsklassen, Leitfaden für Uebungsleiter. Nachdem Oberstudiendirektor Dr. Erbach als Vertreter des Verbandsvorstandes kurz die Gründe, die zum Ausscheiden Ralph Hokes aus dem Dienste des W. S. V. zwangen, zur Kenntnis gebracht hatte, wurde diese Debatte geschlossen. Erwähnenswert war noch die Tatsache, daß nur Teilnehmer zu den Kursen ins Verbandsheim geschickt werden dürfen in Zukunft, die die Eignung vor den Bundessachbearbeitern nachweisen können. Die Terminliste 1931 brachte Meinungsverschiedenheiten bezüglich der Austragung der westdeutschen Meisterschaften, die für Kassel vorgesehen waren, da Kassel mit Recht die Abhaltung der Meisterschaften für sich beansprucht. Demgegenüber stand die Tatsache, daß die meisten durch die trübe Zeit keine Lust verspürten aus finanziellen Rücksichten heraus trotz Zusage durch den Verband nach Kassel zu kommen. Dieser Punkt wurde von der Tagesordnung abgesetzt und versucht nun in Güte, mit Kassel eine Einigung zu erzielen. Einem Tausch mit einer anderen Veranstaltung, die in Kassel stattfinden soll(Holland— Westdeutschland) stehen dieselben Bedenken entgegen, da die Holländer die Kosten der weiten Reise ihrerseits ebenfalls scheuen werden. Uebrigens hatte auch Tus Bochum einen Antrag zu diesem Termin eingereicht. Für unseren Bezirk interessiert, daß das 8. Internationale von Tus Bochum auf den 5. Juli, der Staffellauf„Quer durch Bochum“ auf den 7. Juni und die Bezirksmeisterschaften für Männer nach Werne auf den 28. Juni gelegt wurden. Die wichtigsten Termine sind: 22.— 29. März: Gaugeländeläufe, 12. April: Verbands=Waldlaufmeisterschaft, 3. Mai: Jugendtag, 17. Mai: Internationale Bahnwettkämpfe von Schalke 96, 24. Mai: Nationale Wettkämpfe von Preußen Krefeld(Jugend), 31. Mai: Rheinstaffel, 7. Juni: Großstaffelläufe(Quer durch Bochum), 21. Juni: Vierverbändekampf in Mitteldeutschland, 21. Juni: Gauwettkämpfe Männer und Frauen, 28. Juni: Bezirksmeisterschaften der Männer(Werne), 5. Juli: Internationales von Tus Bochum, 11. und 12. Juli: Westdeutsche Meisterschaften Männer und Frauen 1. Teil, 18. Juli: Westdeutsche Meisterschaften 2. Teil, 19. Juli: Nationales des SV. Dinslaken, 26. Juli: Nationales von Hagen 05, 16. August: Internationales von Preußen 95 Krefeld, 23. August: Westdeutschland— Holland. „Derby“ kann springen Barrierenspringen beim Berliner Reitturnier Vor wieder ausgezeichnet besuchtem Hause nahm am Montag das Internationale Berliner Reitturnier seinen Fortgang. Ein Barrierenspringen über sechs hintereinander aufgebaute Koppelricks, deren Höhe sich bis zu 1,50 Meter steigerte, bildte den Hauptteil des Programms. Mit 58 Bewerbern zog sich die Konkurrenz über zwei Stunden hin und erst nach zweimaligem Stechen, als die Hindernisse bis auf 1,90 Meter erhöht worden waren, konnte der Sieger in dem Hannoveraner Derby unter Oberleutnant Hasse, der als einziger noch fehlerlos sprang, ermittelt werden. Unter den Klängen des Deutschlandliedes wurde unser erfolgreichster Amerikareiter lebhaft gefeiert.— Der große Preis der Republik wurde zu einem Zweikampf zwischen dem Deutschen Graf Goertz auf Harras und dem Holländer de Kruyff auf Preten, aus dem der Holländer als Sieger hervorging. Wie erwartet Walter Glaß Die österreichische Skimeisterschaft. Der die österreichischen Skimeisterschaften abin Schwaz eine große glänzende Sprungigen zu sehen bekamen. Der Thüringer Walter Glaß(Klingenthal) erzielte drei ausgezeichnete Sprünge von 50.5, 53.5 und 53 Meter und holte sich durch seine gute Plazierung im Langlauf auch den Meistertitel von Oesterreich mit Note 1004.2 vor dem Wiener Harald Bosio(978.88). bayrische Meister Gustl Müllet hatte Pech, bührische Meister zweimal stürzte. Der da er Schönrath proteltiert Exmeister Schönrath kann seine Niederlage gegen Hein Müller anscheinend schlecht verwinden. Er hat gegen das Urteil des Dortmunder Kampfgerichts Einspruch erhoben.„Fachleute" wollen für den Krefelder mindestens ein Unentschieden errechnet haben. Wieder Bezirksmeister Mittelgewicht B: Höner(B) schlug beide Male Kolwitz II: im ersten Gang nach 4 Minuten durch Aufgabe, im zweiten über Kolwitz l in einer Minute.— Oppermann(B) besiegt Bublat(H) im ersten Gang nach 4 Minuten, muß sich aber im zweiten nach 4 Minuten als Besiegter erklären. Das( Das Gesamtresultat lautete 18:10 für Bochum Campbell raft Weltrekord Florida, 2. Februar. Der englische Rennfahrer Malcolm Campbell machte in Daytona Beach ohne offizieller Zeitkontrolle einen neuen Versuch, den von dem verunglückten Major Segraeve mit 371 Kilometer gehaltenen Automobil=Weltrekord zu überbieten. Der Versuch gelang. Campbell fuhr mit seinem„Blauen Vogel“ ein Stundenmittel von 386 Kilometer(240 Meilen). Der Rekord, der natürlich keine Anerkennung findet, wurde gegen den Wind erzielt. Bei der offiziellen Rekordfahrt in den nächsten Tagen dürfte also aller Voraussicht nach Segraeves Weltrekord das Lebenslicht ausgeblasen werden. Rausch-Hürtgen kommen Die Rheinländer in beiter Form Frankfurt a.., 2. Februar. Am Montag nachmittag bekamen die etwa 6000 BeFrankfurter Festhalle wieder große Jagden esentliche Veränderungen sucher, der Frankfurtar Festhe zu sehen, die aber nur unwesentliche Veränderung brachten. In den beiden Nachmittagswertungen zeichneten sich besonders Pijnenburg und Göbel aus, von denen jeder drei Spurts an sich brachte. Nach 67 Deutsche Jugendkraft Auch die Bochumer Gesellen holten sich am Sonntag in Langendreer, wie vor einigen Sonntagen die„Germanen“, eine empfindliche Niederlage von:0. Gegen die Langendreerer ist auf eigenem Platze schlecht anzukommen.—„Germania" Bochum=West fertigte Altenbochum mit:0 glatt ab.— Die Hammer Turner waren bei„Teutonia“ Ehrenfeld zu Gaste, mußten sich aber mit:3 geschlagen bekennen. Stunden waren 1488,600 Kilometer zurückgelegt. Das Paar Rieger— van Kempen verlor im Verlaufe der Jagden eine Runde und die aussichtslos zurückliegende Mannschaft Koch—Dorn wurde aus dem Rennen genommen. Im Verlauf des Abends kam es zu größeren Jagden nicht mehr. Lediglich das rheinische Paar Rausch= Hürtgen, das zurzeit in großer Form ist, konnte endlich nach vielen vergeblichen Versuchen eine Runde aufholen. Im Verlaufe der Nacht wird von den Rheinländern noch mehr erwartet. Um 10 Uhr waren 1598 Kilometer zurückgelegt. Der Stand des Rennens um 12 Uhr Mitternacht war folgender: 1. Schön=Piinenburg, 165 Punkte eine Runde zurück: 2. Göbel=Dinale 131 Punkte drei Runden zurück: 3. Rausch=Hürtgen 113 Punkte vier Runden zurück: Rieger=van Kempen 113 Punkte fünf Runden zurück: Kroll=Miethe 23 Punkte acht Runden zurück: Tonani-Negrini 30 Punkte. 4. Alle übrigen Mannschaften bis zu 22 Runden zurück. Von Siegen und Niederlagen Bochumer Sportler im Fußball, Handball und Boxen Ein harter Strauß Spielverein Höntrop— Witten 1892:1. Schwer mußte der Spitzenführer Höntrop in Witten um die Punkte kämpfen. Es war ein Punktekampf wie er nicht sein soll. Von Witten wurde gleich vom Spielbeginn an unnötige Härten ins Spiel getragen, die besser unterblieben wären. Mit solchen unfairen Mätzchen, die mit Sport nichts mehr gemein haben, verjagt man sich die Zuschauer. Die Wittener stellten im Gegensatz zu der ersten Serie, eine spielerisch gut veranlagte Elf ins Feld. Der beste Mannschaftsteil war der Linksaußen, wie überhaupt der Sturm der Wittener der fairste Mannschaftsteil war. Anders dagegen die Hintermannschaft. Hier wurde recht unsauber und unfair gespielt. Daß dann auf der Gegenseite dasselbe geschieht, bleibt nicht aus. Der Schiedsrichter mußte viel früher eingreifen. Als es dann in der zweiten Halbzeit geschah, war es leider schon zu spät. Von jeder Partei muß. ein Spieler das Feld verlassen. B. Cl. Hordel— BV. Gerthe=Hiltrop.:2. Eine weitere Niederlage mußten sich die Hiltroper in Hordel gefallen lassen; dadurch ist der Aufstieg in weite Ferne gerückt. Trotzdem die Mannschaft gut in Form war, wurde sie durch die Entscheidungen des Schiedsrichters offensichtlich benachteiligt. Mit dem Spielbeginn gab es zunächst ein aufregendes Spiel. Aus einem Gedränge heraus erzielen die Hordeler den ersten Treffer. Eine schöne Angriffsaktion brachte den Gästen den Ausgleich. Ein weiteres Tor wurde vom Schiedsrichter nicht gegeben. Dagegen waren die Hordeler glücklicher. Zwei Selbsttore der Hiltroper brachten sie bis zur Halbzeit mit:1 in Führung. In der zweiten Hälfte Die Saga Nach dem Lederban Oder M. B. V. Linden— Germania Bochum:2. Germanias Torhüter war schneller als Lindens Stürmer. Tus Bochum— Germania Herne:4. So fiel das erste und einzige Tor für Tus. Freie Sport=Vereinigung Bochum schlug im Ringkampf Horst=Emscher. Der Ringkampf zwischen Horst=Emscher und der Freien Sport=Vereinigung(Abt. Kraftsport) Bochum endete mit einem Sieg der Bochumer, die somit abermals Bezirksmeister wurden. Die Veranstaltung, die vor ausverkauftem Hause vonstatten ging, zeigte spannende und erbitterte Kämpfe. Die Begegnungen brachten folgende Entscheidungen: .iegengewicht: Hauß(B) besiegt Litke(Horst=.) im ersten Gang in einer halben Minute, unterliegt aber im zweiten Gang nach 8½ Minuten. Bantamgewicht: Krödel I(B) besiegte Kaminski(H) nach einer halben Minute, wird aber im zweiten Gang von Kaminsli ebenfalls nach einer halben Minute besiegt. Federgewicht: Der Kampf zwischen Krödel II(B) und Breko(H) endete im ersten Gang unentschieden, während Breko im zweiten Gang nach 2½ Minuten siegreich war. Leichtgewicht: Dorka(B) und Flohr(H) trennen sich im ersten Gang unentschieden, im zweiten besiegt Dorka Flohr nach 3½ Minuten. Mitte gewicht A: Beker(B) unterliegt Kolwitz! durch Selbstwurf. Im zweiten Gang tritt Kollwitz nicht an. 4 Westfalia Bochum— Teutonia Riemke:3. Eine Kampfszene vor dem Riemker Tor. Hein Müller, der Schönrath den deutschen Meistertitel im Schwergewichtsboxen am vergangenen Sonntag in der Westfalenhalle durch einen Punktsieg entriß, in Gesellschaft seiner Sekundanten nach dem Kampf. gelingt dem Gastgeber der vierte Erfolg. Die Bemühungen der Hiltroper, die Torspanne zu verringern, sind kurz vor Schluß von Erfolg gekrönt. „Teutonia“ Stiepel— Tus. Steinkuhl:0. Beide Mannschaften fanden sich trotz des aufgeweichten Bodens schnell zurecht. Doch war die Ueberlegenheit Stiepels klar zu erkennen. Bereits in der 15. Minute konnte Stiepel durch den Halbrechten in Führung gehen. Einige Minuten später war es derselbe Spieler. der das Resultat auf:0 erhöhte. Bis zur Halbzeit gelang es dem Halblinken von Stiepel noch das dritte Tor für seine Farben zu buchen. Nach dem Seitenwechsel wurde von beiden Seiten ein sehr harter Kampf gezeigt. Stiepel war in der 65. Minute wiederum glücklicher. Ein Elfmeter gegen den Gastverein wurde zum 4. Tore verwandelt. Kurz vor Schluß stellte der Halblinke das Ergebnis auf:0. Harpen 1911— Winz=Baak:0 Gleich nach dem Anstoß entwickelt sich ein flottes Spiel, das bald diese, bald jene Partie im Angriff sieht. Aber die Hintermannschaften lassen es zu keinem Erfolg kommen, sodaß es torlos in die Halbzeit geht. Nach dem Wechsel kommt Harpen mächtig auf und geht in Füdrung. Winz=Baak versucht aufzuholen, aber der Harpener Sturm ist entschlossener und bald heißt es:0. Nun wirft Baak die ganze Mannschaft nach vorn, so daß die Harpener Hintermannschaft schwere Arbeit verrichten muß. Als dann Harpen noch das dritte Tor tritt, ebbt der Kampf ab. B. V. Weltfalia— Teutonia Riemke:3 Eichenkreuz bringen und steut somit das Ergeonis auf:1. Handball der D. T. Die am Sonntag im Emscher=Ruhrgau durchgeführten Spiele brachten folgende Ergebnisse:=Klasse (1. Gruppe): Ev. Gesellenverein Bochum— EhrenfeldRechen:0. Tura Hattingen— Tv. Horst:0. Turnerschaft Werne— Tv. Bochum 48:1. 2. Gruppe: To. Börnig— T. u. S. Holsterhausen:0. Tkb. Herne gegen Eintracht Bochum:3. Gesellschafts“ spiel: Tkb. Bochum 87— Tbd. Herne=Vöde:0. D. .=Fußball: Tv. Brenschede— Borussia Bochum :3(:). Der fieggewohnte Boxring 29 Bald nach Beginn konnte„Westfalia" nach schönem Flankenspiel durch ihren Mittelstürmer in Führung gehen. Riemke erzielte sodann durch Strafstoß den Ausgleich, wenig später das Führungstor. Nach weiterem interessantem Spiel erzielte Westfalias Halbrechter den Ausgleich. In der zweiten Spielhälfte stellte Riemke das Ergebnis auf:2. Dieser Stand wurde auch bis zum Ende des Spiels gehalten. Einen Elfmeter gegen Riemke verfehlte sein Ziel. Um die zweite Stelle halten zu können, muß sich Westfalia alle Mühe geben. Grumme— C...M.:1(Handball). Grumme mußte ohne den bewährten Stürmer Weber spielen, konnte aber trotzdem den Siegeszug weiter fortsetzen. — Grumme hatte Anwurf. Vorerst verteiltes Feldspiel. Nach 10 Minuten Spielzeit wirft der Grummer Linksaußen das erste Tor. Derselbe Spieler erhöht fünf Minuten später auf:0. C...M. gibt sich nicht geschlagen und drängt stark. Da zeigt sich die Grummer Hintermannschaft von der besten Seite und läßt keine Erfolge zu. Halbzeit:0 für Grumme. In der 35. Minute erzielt...M. den verdienten Ehrentreffer. Bis Schluß kann Grumme noch zwei Tore anstallt*: huis schlug„Diener“ Gelsenkirchen 10:6. Am vergangenen Samstag war der Bochumer Borring 29 Gast bei den Gelsenkirchener Boxsportfreunden. Das Gelsenkirchener Publikum kam voll und gans auf seine Kosten. Es wurden gute und harte Kämpfe gezeiat. Trotzdem die Bochumer mit zwei Ersatzleuten in den Ring traten, wurden die Gelsenkirchener mi 10:6 geschlagen. Den Jugendkampf gewannen die Bechumer. Die übrigen Begegnungen nahmen folgenden Ausgang:„„„„„„ 9 Skibinski(B)— Kazorowsti(G) hieß die Padrung im Fliegengewicht. Der Gelsenkirchener wurden der zweiten Runde wegen Tiefschlag disqualifiziert Im Bantamgewicht trafen sich Lindner(B) und Küppers(). Der Bochumer, der seinen ersten Kamp bestritt, hielt sich tapfer. Der Ringrichter brach aber den Kampf wegen zu großer Ueberlegenheit des Gelsenkircheners ab. Die Federgewichtler Kirstein().“ Matuscheck(G) zeigten beide gutes Können. Kirstein beendete seinen 25. Kampf als Sieger. Im Weltergewich gingen Gölzenleuchter(B) und Lehmann(## durch die Seile. Unentschieden war der Ausgang. Ebenfalls im Weltergewicht trafen sich Krüger(B) und Biernat II(). Krüger, ein neuer Kämpfer, kon gegen den besseren Gegner nicht viel bestellen. Die z, kundanten warfen das Handtuch. Die, Mittelgewicht'et Heidenreich(B) und Kliemaschewyri(G) zeigten ebenbürtig. Auch hier gab es ein Unentschähfß, Marienfeld(B) und Jansen(G) kämpften im schwergewicht. Jansen griff in der ersten Runde bede an, mußte aber einsehen, daß er gegen den Bochu# nicht viel zu bestellen hatte, und gab in der drit Runde den Kampf auf. Ich habe ich habe ich habe Sanft und Sonntag mort schwerem, mi nem Leiden, n herzensgute 1 ter, unsere u Schwester, Sc sine Fraus Im 69. Lebens: In tiefer 7 Karl Emi Karl und Bochum, B. und Wetzlar, Die Beerdig woch, dem 4. 4 Uhr, vom Tr. aus.— Trauert Statt be Gestern na verschied nach heit, meine li Schwester, Sel im Alter von In tiefer T. Bochum, de Die Beerdigr dem 5. Februar Trauerhause, aus statt. Es wird gel Abstand zu ne Ein treu zu schle Sonntag fri Alter von 69 J Schwiegermutt Wilwe Um stille 7 Bochum, Bu hausen, den 2. Die Beerdigu Februar, n Trauerhause, K Für die un lieben Mannes ters erwiesen unseren berrilt Bochum-Que und u. pocole: 82 Fruar 1931 im Schwerin der Westin Gesellschaft ampf. s. Die Bemüsu verringern, uhl:0. es aufgeweichUeberlegenheit r 15. Minute ührung gehen. pieler. der das zeit gelang es ritte Tor für iwechsel wurde gezeigt. Stielücklicher. Ein n 4. Tore verblinke das Erein flottes :0 5 ern Angriff sieht keinem Erfolg eht. 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Sanft und gottergeben entschlief Sonntag morgen 6 Uhr, nach langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden, meine geliebte Frau, meine herzensgute Mutter und Schwiegermutter, unsere unvergeßliche Großmutter, Schwester, Schwägerin, Tante und Cousine Fraullarie llerchel Im 69. Lebensjahre. (99530 In tiefer Trauer: Karl Merchel Emilie Platzek geb. Merchel Karl Platzek und 4 Enkelkinder Bochum,.-Werne, Dortmund, Hörde und Wetzlar, den 1. Februar 1931 Die Beerdigung findet statt am Mittwoch, dem 4. Februar 1931, nachmittags 4 Uhr, vom Trauerhause. Hofsteder Str. 145. aus.— Trauerfeier ¼ Stunde vorher. Statt besonderer Anzeige Gestern nachmittag gegen 6¼ Uhr verschied nach langer, schwerer Krankheit, meine liebe Frau, unsere liebe Schwester, Schwägerin und Tante geb. Lange im Alter von 67 Jahren. In tiefer Trauer: August Zimmermann Verwaltungs-Inspektor.R. Bochum, den 2. Februar 1931 Die Beerdigung findet am Donnerstag. dem 5. Februar. nachmittags 2¾ Uhr. vom Trauerhause, Oekar-Hoffmannstraße 174. aus statt.(90568 Es wird gebeten, von Beileidsbesuchen Abstand zu nehmen. Ein treues Mutterherz hat aufgehört zu schlagen. Sonntag früh.45 Uhr verschied im Alter von 69 Jahren unsere liebe Mutter, Schwiegermutter und Großmutter, Wilwe Auguste Bogun geb. Selluga. Um stille Teilnahme bitten: Die Grauernden Hivterbliebenen Bochum, Buer, Trauburg, Essen, Dahlhausen, den 2. Februar 1931(90555 Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 1. Februar, nachmittags 2¾ Uhr, vom Trauerhause, Kohlenstraße 227, aus statt Für die uns beim Heimgang meines lieben Mannes und unseres guten Vaters erwiesene Teilnahme sagen wir usren 60 herzlichsten Dank Frau Clara Schneider Kinder und Angehörige Bochum-Querenburg, 2. Februar 1931 Heute mittag 12 Uhr entschlief sanft und gottergeben nach kurzem Krankenlager unser lieber Vater, Großvater, Urgroßvater, Bruder, Schwager und Onkel, der Berginvalide Heinrich Beckmann Veteran von 1870/71 im gesegneten Alter von nahezu 85 Jahren. Um stille Teilnahme bitten: Die trauernden Hinterbliebenen Essen-Katernberg, Langendreer, Essen-Stoppenberg, Elberfeld, Wanne, Spangenberg, Heven und Witten, den 31. Januar 1931 Die Leiche wird überführt nach Bochum-Laer. Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 5. Februar. nachmittags 4½ Uhr, von der Wirtschaft Kuhweide, vorm. Ludwig Romberg. am Kriegerdenkmal, Wittener Straße, aus nach dem neuen Friedhof statt. Allen, denen aus Versehen keine Nachricht zuging, diene diese als solche. 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Seydlitz in Kalkar geboren(gestorben 1773]. Der Komponist Felix Mendelssohn=Bartholdy in Hamburg geboren(gestorben 1847). d Aus der katholischen Gemeinde. In der überfüllten Propsteikirche sprach am Sonntag abend der Jesuttenpater Bönner in einem Vortrag über das Thema:„Was hal die Kirche in die Ehe hinelnzureden?“ In tiefgründigen Ausführungen wußte der Redner dieses Thema erschöpfend zu behandeln. Dem Kampf gegen die Entchristlichung der Ehe werde die Kirche siegreich zu begegnen wissen.— Aus Anlaß des Beginns des Kommunionunterrichts für die diesjährige Erstkommunikanten wurden am Sonntag nachmittag in den Pfarrkirchen besondere Bittandachten absehalten.###ur Gr: Pheis. 9. hum Seit * Gasfernleitung Alma—Rheinelbe—Bochum. Seit einigen Wochen ist man mit der Legung der neuen Gasfernleitung beschäftigt, die in wenigen Tagen fertiggestellt sein wird. Seit Fertigstellung der neuen Großkokerei„Alma“ wird das Gas zu den großen Gasometern auf der Zeche„Rheinelbe“ gedrückt. Von dort aus wird in der nächsten Zeit das Ferngas zu den einzelnen großen Werken befördert. Augenblicklich wird die Gasfernleitung von Rheinelbe über GelsenkirchenUeckendorf, Günnigfeld und Wattenscheider Heide nach dem Röhrenwalzwerk zu dem Gasometer in Bochum=Höntrop gelegt. Die Gasrohre sind 50 Zentimeter im Durchmesser stark. Die Gasfernleitung wird durchschnittlich 1,50 bis 2 Meter tief gelegt, stellenweise auch 5 bis 6 Meter. * Einbruch in eine Wirtschaft. Diebe verschafften sich Eingang in eine Wirtschaft an der Metzstraße. Von hier aus gelangten sie in die Räume eines katholischen Jungmännervereins und durchwühlten dort sämtliche Behältnisse. Entwendet wurden 5,75 RM., eine größere Menge Bibliothekbücher, eine halbe Kiste Zigarren, 1 Liter Doppelkorn und ein lederner Handkoffer. Der Gesamtsaaden bs'äuft sich auf etwa 150 RM. Bochumer Veranstaltungen (•) Stadttheater Bochum. Die beiden nächsten Abende, der Dienstag und Mittwoch, sind für Wiederholungen von Franz Werfels Tragödie„Das Reich Gottes in Böhmen" angesetzt, und zwar Dienstag für Vormiete B und Käufer von Karten im freien Verkauf und Mittwoch als geschlossene Veranstaltung für die Serie A des Bühnenvolksbundes. Zwei Overn bringt der Donnerstag: nachmittags als vierte Veranstaltung des Schüler=Zyklus Verdis„Troubadour“ und abends v. Webers„Freischütz" für den Gelben Ring.„„ Wu2 Wes 6. (=) Vortrag. Der Bochumer GCc.(Englisn Conversation Club) erinnert an seinen heute abend stattfindenden Vortrag über Leonardo da Vinci, zu dem Gäste und an der englischen Sprache Interessierte besonders eingeladen sind. (=) Restaurant Löwenhof. Wie aus dem Anzeigenteil ersichtlich ist, veranstaltet das Restaurant Löwenhof vom 4. bis 6. Januar eine Schönheitskonkurrenz. Znlschau ::: Skala=Lichtspiele:„Gehetzte Mädchen“. Der Hauptfilm des Programms„Gehetzte Mädchen“ hat ein interisantes Thema zum Gegenstand. Er versucht, die Geheimnisse des Mädchenhandels zu enthüllen. Im zweiten Film,„Pariser Unterwelt", zeigt Lux, der„König der hochstapler“, wie er sich auf witzige Weise aus den schwierigsten Lagen zieht. ::: Odeon, Bochum 5:„Die Geheimagentin von Newyork". Dieser Sensationsfilm mit der Darstellerin Ellen Sedwigk in der Titelrolle, läuft gegenwärtig in Odeon=Theater. Der erste Teil:„Die Geheimagentin“ schildert einen verwegenen Dokumentendiebstahl und führt von Newyork nach der Wüste Sahara und nach Asien. Der im gleichen Programm laufende zweite Teil bringt die Entlarvung eines ränkesüchtigen asiatischen Herrschers. Im Beiprogramm laufen wieder eine amerikanische Groteske und ein Lehrfilm. Stadtteil Weilmar Beginn der Ausbauarbeiten an der Friederikastraße. An der Einmüdung der Friederikastraße in die Hattinger Straße, nahe der Radrennbahn, wurde vor einigen Tagen mit den längst notwendigen Ausbauarbeiten begonnen. An dieser Stelle wird demnächst auch der Haupteingang zur neuen Radrennbahn errichtet. Das Licht versagt. An der durch das große Weitmarer Holz führenden Blankensteiner Straße versagen in letzter Zeit häufig die elektrischen Straßenlampen, so daß lichtscheue Elemente wieder ungestört ihr Unwesen treiben können. Abhilfe tut darum dringend not. 1 Beim Antennenbau abgestürzt. Auf einem an der kattinger Straße gelegenen Gartengrundstück, war am Montag vormittag ein junger Mann mit dem Bau einer Antenne beschäftigt. Als er zu diesem Zweck einen Baum bestiegen hatte, brach plötzlich ein Ast. Der junge Mann sturzte ab und trug schwere Prellungen am ganzen Korver davon. Außerdem erlitt er eine Stichverletzung am Oberschenkel, die von einem Messer, das er beim Sturz offen in der Tasche trug, verursacht wurde. Teurer Spaß. In der Nacht zum Montag leistete sich ein junger Bursche, der anscheinend über den Durst getrunken hatte, das Vergnügen, an einem Hause an der Kohlenstraße einige Fensterscheiben einzuwetfen. Labei wurde er vom Hauseigentümer erwischt und erkannt, so daß ihm der Spaß noch teuer zu stehen kommen wird. Stadtteil Querenburg m Hannah Spohr=Tanzabend. Die allgemeine Volksolldungsvereinigung„Feierabend" Querenburg datte am Samstag die bekannte Ballettmeisterin Zannah Spohr mit ihrer Tanzgruppe verpflichtet. #r Vorsitzende Stratmann konnte ein völlig ausverkauftes Haus begrüßen. Der große Hahnesche Saal dat wohl selten so viel zufriedene Besucher gesehen. Man gan,'s schon der rührigen Leitung der Feierabendtung) J. Lassen: Sie versteht sich auf Programmgestal####. Nach dem Ohrenschmaus der letzten Veranstaltung rm Konzert des städtischen Orchesters Bochum) folgte #est eine wahre Augenweide. Hannah Spohr ist eine begnadete Tänzerin und hat ihre Gruppe wirklich in der Heupt. Die feinsinnige Begleitung der Tänze durch Lenhy Hülshoff am Klavier erhöhte noch den ungrgvte Lenuß. Henny Hülshoff spielte außerdem die Shopin=Erude=moll und As=dur in jeder Hinsicht ausEezeichnet. Den Tanzreigen eröffnete Maria Geusen 8. dem„Sterbenden Harlekin". Und dann flog Frtaf Spohr als Bajagzo auf die Bühne. Und der hehen)r da! Man muß diesen Bajazzo gesehen voll gesmer Walzer“, von Hilje Hall wunderder 9, gab eine schöne Abwechslung. Und dann reigende„Lostillon'amour“ von der kleinen Gretl Publikum zch.] und entzuckend getanzt, daß das schen.„Zwgi genug tun konnte im BeifallklatSpohr un5; duette in Schwarz“ wurden von Hannah daß sie"elmuth Ahlmeyer so vollendet gegeben, Hilie Haffach mitrissen. Und dann die Clownerie von rie“:####“ und Gruppe— das war wirklich„Clowneund Helmguih anzosische Walzer“, von Hannah Spohr Ahlmeyer meisterhaft getanzt, war ein kleing, pe Genuß. Die Kindergruppe„Ich hab' eine war der#7s# landoline“ war einfach entgückend. Fein feld und Maria“Rssische Pagentang“ von Lilo Liernah tu Geusen. Und dann der Bauerntanz! innug Spah Hiele* Und dann der auerntung##r: Fufe Hall und Gustl Lach gaben ewpen, so köstuich=bäuerlich, daß Lachen und Beifall kein Ende nehmen wollten. Der„Tanz nach Scharwerka“ farbenprächtig=exotisch von Hannah Spohr und Helmuth Ahlmeyer feurig=rassig getanzt, wirkte wunderbar. Einfach köstlich die„Amerikanische Groteske“ von Hannah Spohr und der kleinen Gretl Pape. Man schüttelte sich nur so! Einen großartigen Abschluß bildeten„Altes Menuett und neuer englischer Walzer", ausgeführt von Hannah Spohr und Gruppe. Die Feierabendgemeinde hat durch diesen Abend viel neue Freunde gewonnen. Stadttell Stiepel examen bestand Dr. med. Fritz Haarmann, Sohn des Gastwirts Wilhelm Haarmann, Kemnader Straße. Er wurde beim städtischen Krankenhause in Dinslaken angestellt. Stadtteil Linder=Dahlhausen &a. Alter Veterau gestorben. Von den wenigen noch unter uns weilenden Veteranen aus dem deutsch=französischen Kriege 1870/71 ist wieder einer zur großen Armee abberufen. Rentner Wilhelm Herzbruch, Hattinger Straße 767, starb im Alter von 85 Jahren. Vor dem Weltkriege war er Mitglied des Gemeinderats. Der Krieger= und Landwehrverein Linden wie die Freiwillige Feuerwehr Linden haben in ihm ein eifriges Mitglied verloren. ** Kirchiches. Einen recht guten Besuch wies der Gesang= und Theaterabend des Kirchbauvereins Eppendorf auf. so daß der Scheidtmannsche Saal am Sonntag abend dicht besetzt war. Die Darbietungen der Sänger wie der Darsteller fanden wohlverdienten Anklang. ** Noch immer Kündigungen. Die Zeche„Tahlhauser Tiefbau“ kündigte 49 Bergleuten zum 15. Februar. Aus dem Stadilen Hoide. n Georg Kruse 1. Der älteste geborene Hordeler und gleichzeitig der älteste Bürger des Stadtteiles Hordel, der Landwirt Georg Kruse, ist im hohen Alter von 92 Jahren gestorben. Kruse wurde am 14. November 1838 in Hordel geboren und hat so die ganze Entwicklung der ehemals selbständigen Gemeinde miterlebt. Das Vertrauen und die Wertschatzung seiner Mitbürger berief ihn schon fruh in das Amt des Kirchmeisters der evangelischen Gemeinde, welchen Posten er bis zu seinem Tode bekleidete. Seit dem Jahre 1902 war er außerdem auch Mitglied der Gemeindevertretung der evangelischen Gemeinde. Ungezählte Vereine beriefen den Verstorbenen zu ihrem Ehrenvorsitzenden. Der Krusesche Hof ist einer der ältesten Hordels. Zweimal brannte er in früheren Jahren nieder. Geora Kruse war bis zu seinem Tode Junggeselle. Ein Bruder des Verstorbenen wohnt noch auswärts. Mit Georg Kruse ist ein Mann dahingegangen von kerndeutschem Wesen und schlichter Frömmigkeit. (Ir) Kameradenverein Hordel. Der Kameradenverein „Westwacht"(ehemalige 16er) hielt am Sonntag unter Leitung seines 1. Vorsitzenden Bernhard im Vereinsheim Stuckmann seinen Jahresappell. 21 Kameraden wurden neu aufgenommen. Den Jahresbericht erstattete der 1. Vorsitzende. Der Mitgliederzugang beträgt 27. Der vom Kassierer Chmierlaz erstattete Kassenbericht ergab befriedigende Kassenverhältnisse. Sodann wurde eine 13 Mann starke Musikkapelle, zum Teil aus ehemaligen Militärmusikern, unter Leitung des Kapellmeisters Geisel, gebildet. Die Vorstandswahl ergab: 1. Vorsitzender Bernhard, 2. Vorsitzender Preskowitz, 1. Schriftführer Klöpfel, 2. Stuckmann, 1. Kassierer Chmierlaz, 2. Perteck, Unterkassierer Witzoreck, Beisitzer Metz und Haunz. Das Vereinsheim Stuckmann wurde wiedergewählt. An die Versammlung schloß sich ein Preisschießen mit nachfolgender gemütlicher Unterhaltung: die neue Kavelle spielte fleißig auf.... 6975## Di im G. (Ir) Turn= und Spieiverein worvel. Die im Vereinsheim außerordentlich gut besuchte Jahresversammlung wurde vom 1. Vorsitzenden, Maschinensteiger Kortmann, geleitet. Die Jahresberichte der einzelnen Fachwarte lauteten befriedigend. Auch die Turnerinnenabteilung hat sich gut entwickelt. Der Kassenbericht wies einen schönen Bestand nach. Nach erfolgter Vorstandswahl setzt sich der Vorstand wie folgt zusammen: 1. Vorsitzender Maschinensteiger Kortmann, 2. Pickel, 1. Schriftwart Brandmann, 2. H. Meier, 1. Kassenwart Erdmann, 2. Chr. Meier, Oberturnwart Lehrer Kusenberg, Männerturnwart(vertretungsweise) Gustav Stuckmann, 2. Männerturnwart Heinrich Willecke, Jugendturnwart Karl Kurzhalz. Turnwart der Turnerinnen=Abteilung Thea Sudhoff, Fechtwart Becke, Schwimmwart Hany Reinhardt, Beisitzerin Frau Schlichting. Das Vereinsheim Tönshoff wurde wieder gewahlt. Das Winterfest im Kruppschen Saalbau stand unter dem Zeichen„Frohe Menschen". *- Wander= und Mandolinen=Verein„Frisch auf“. Hordel. Nach dem Beschluß der letzten Generalversammlung setzt sich der Vorstand aus folgenden Mitgliedern zusammen: 1. Vorsitzender Heinrich Zier, 2. Heinrich Schulz, 1. Schriftführer Anton Möller, 2. Bernhard Becker: 1. Kassierer Walter Haake: 2. Adolf Hollstein: Vertrauensmann Heinrich Blumenstein; 1. Wanderführer Willi Heikhaus, 2. Heinrich Schulz. Wimpel= und Standartenträger Otto Engelke, Standarten=Offiziere Bernhard Becker und Christian Zier, Sanitäter Bernhard Becker, Otto Engelke und Heinrich Schulz, Gerätewart Willi Heikhaus; 1. Dirigent Otto Kornemann: 1. Spielleiter Fritz Meister, 2. Willi Umbach; zu Kassenprüfern wählte man die Wanderfreunde Adam Döring, Christian Zier und Willi Umbach. Als Vereinslokal ist der Kruppsche Saalbau beibehalten. Das zehnjährige Bestehen des Vereins soll als Vereinskommers mit Theateraufführung, Ehrung der Sieger und Jubilare stattfinden. An den neunzehn Wandertouren nahmen 241 Mitglieder teil. Es wurden im vergangenen Jahre 16 Wanderfreunde ausgenommen. Den Sstiichen=Eiae neilen Stadttell Altenbochum (*) Kirchenchor der evangelischen Kirche zu Altenbochum. Im Lutherhaus Altenbochum fand die Generalversammlung des Kirchenchores statt. Nach der Begrüßung durch den ersten Vorsitzenden Werthwein erstatteten der 1. Schriftführer und der Kassierer ihre Berichte. Dem Kassierer wurde Entlastung erteilt. Dem Chor gehören zurzeit 86 aktive und 84 passive Mitglieder an. Im vergangenen Jahr wirkte der Chor 22 mal in Gottesdiensten mit. Nach der Wahl setzt sich der Vorstand wie folgt zusammen: 1. Vorsitzender Werthwein, 2. Vorsitzender Ost, 1. Schriftführer Waschke. 1. Kassierer Oepping. Beisitzer: Büsing, Frau Schaffrinna, Frau Loch, Frl. Trotier. Notenwarte: Frau Holland, Frl. Krikhahn, Meischein, Mathay. Der Posten des 2. Schriftführers ist noch unbesetzt. Die langjährigen Mitglieder Frau und Herr Trotier wurden an ihrem silbernen Hochzeitstage zu Ehrenmitgliedern ernannt. Ihnen wurde auch die Ehrenurkunde überreicht. Stadtteil Laer (*) Haus= und Grundbesitzerverein Laer. Der Vorstand schreibt uns:„Den Anliegern sind die Steuerzettel der Abgaben für Straßenreinigung nunmehr zugegangen. Viele Fälle zeigen, daß selbst bei größeren Straßenfronten die vollen Abgaben für die ganze Front verlangt werden. Unsere Feststellungen haben ergeben, daß eine solch' scharfe Auslegung des Ortsgesetzes bei früheren Eingemeindungen nicht gehandhabt worden ist. Den betroffenen Vereinsmitgliedern wird daher angeraten, umgehend einen Einspruch an den Magistrat der Stadt Bochum zu richten, wenn über die Hausfront einschließlich Hofraum hinausgehende Frontmeter der Besitzung zum vollen Abgabensatze herangezogen werden sollen, da hierfür nur ein Viertel des Satzes in Frage kommt. Ferner wird darauf hingewiesen, daß die diesjährigen Einkommensteuer=Erklärungen in der Zeit vom 1. bis 16. Februar abzugeben sind. Mit dem Landesfinanzamt Münster sind Richtsätze zur Abgeltung der Werbungskosten vereinbart worden. Es können abgezogen werden: a) für Abnutzung: 1½ Prozent des Friedensfeuerkassenwertes, b) für Reparaturen: 20 Prozent der Bruttomieteinnahme einschließlich Eigenwohnung, c) für Betriebskosten 10 Prozent. Außerdem können Verwaltungskosten, Hauszinssteuer, Grundvermögenssteuer einschließlich Gemeindezuschläge und Schuldenzinsen abgezogen werden." Stadttell Werne ** Bergarbeiterkündigungen. Auf der Schachtanlage „Robert Müser" wurden 45, auf der Schachtanlage „Amalie“ 34 Knappen zum 15. Februar gekündigt. a Lauten=Vortragsabend. Der Verband für Jugendpflege veranstaltet am 10. Februar, abends, im Saale der„Deutschen Flotte" in Werne, Werner Hellweg, einen Lauten=Vortragsabend. er Boxsportverein 30. Die am Sonntag vormittag im Vereinsheim Ewald stattgefundene Versammlung des aufblühenden Boxsportvereins Werne 80 wurde nach der Eröffnung durch den 2. Vorsitzenden Link auf Antrag in eine außerordentliche Generalversammlung umgesetzt. Die Tagesordnung brachte lebhafte Debatten über die verschiedensten Angelegenheiten, so daß man u. a. eine gesamte Neuwahl des Vorstandes vornahm. Nach dem neuen Ergebnis setzt sich der Vorstand aus den Mitgliedern zusammen: Link., Schäfer jun. 2. Vorsitzender; Hans Dierks 1. Schriftführer, Menne.: Schäfer sen. 1. Kassierer, Wieborni.; technischer Ausschuß: Trainer: Heinrich Dierks und Bondzio; technische Leiter: Busch, Engels I und Willi Dierks. Zum Beisitzer wurde Frome bestimmt, zu Kassenrevisoren: Segardz und Thumeyer. Stadtteil Langendreer er Hohes Alter. Am gestrigen Tage konnte in seltener geistiger und körperlicher Frische der Rentner Koschorek von Langendreer, Auf dem Schöttchen, sein 90. Wiegenfest begehen. ** Kündigungen. Auf der Zeche„Bruchstraße" wurden 49 Mann zum 15. Februar gekündigt. u Vom Bahnhof Bochum=Langendreer. Die Arbeiten an den Bahnsteigen des Bahnhofs Langendreer sind jetzt zum Abschluß gekommen. Die Arbeiten für die Erweiterung der Gleisanlagen wurden vorläufig eingestellt. Die Bahnsteige haben jetzt einen ordnungsmäßigen Plattenbelag erhalten. Die Risse sind restlos ausgebessert. en Unbedingte Abhilfe erforderlich. Die Stockumer Straße ist auf dem Abschnitt Grabeloh= bis Hörder Straße in einem sehr mangelhaften Zustand. Die Schlaglöcher haben ein derartiges Ausmaß angenommen, daß die Straße für den großen Durchgangsverkehr von der Hörder Straße zur Mitte des Ortsteils kaum noch in Frage kommen kann. er Krieger= und Landwehrverein. Die Kompagnie Dorf versammelte sich am vergangenen Sonntag im Lokale Lindemann, um einige wichtige Besprechungen vorzunehmen. Nachdem einige Neuaufnahmen vorgenommen waren, stand der Termin für die Schießübungen zur Aussprache. Es wurde der Beschluß gefaßt, die ersten Uebungen am 22. Februar und 8. März zusammen mit dem Kriegerverein Stockum=Düren auf dem Schießstand Hiby abzuhalten. Die weiteren Festsetzungen sind von den Versammlungen der übrigen Kompagnien abhängig, die am kommenden Sonntag stattfinden. Aud Bem=Greichsaal 15 Jahre Zuchthaus im Paim-Prozeß □ Essen, 2. Febr. Nach Eröffnung der letzten Verhandlung im Paim=Prozeß nahm Staatsanwaltschaftsrat Brenner das Wort zu seiner Anklagerede. Er hielt den Nachweis eines überlegten Mordes für erbracht und beantragte die höchst zulässige Strafe und zwar die Todesstrase. Der Verteidiger des Angeklagten plädierte seinerseits auf Totschlag, auf Tötung im Affekt. Kurz nach 12 Uhr zog sich das Gericht zur Beratung zurück und verkündete nach zweistündiger Beratung folgendes Urteil: Der Angeklagte wird wegen Totschlags zu einer Zuchthausstrafe von 15 Jahren verurteilt. Die bürgerlichen Ehrenrechte werden ihm auf zehn Jahre aberkannt, sechs Monate der Untersuchungshaft kommen in Anrechnung. Bei der ruchlosen und rohen Tat mußte auf die gesetzlich zulässige Höchststrafe von 15 Jahren erkannt werden. Angeklagter und Staatsanwalt verzichteten auf Einlegung von Rechtsmitteln, so daß das Urteil sofort rechtskräftig wurde. Autobanditen und Straßenräuber vor Gericht s Düsseldorf, 2. Februar. Das Erweiterte Schöffengericht beschäftigte sich mit dem Ueberfall einiger Burschen auf einen Taxichauffeur. Am 21. November ließen sich die Burschen bis zur Peripherie der Stadt fahren, wo sie den Chauffeur unter Vorhaltung eines Revolvers zwangen, den Wagen zu verlassen. Dann fuhren die Burschen mit dem Wagen in ein entferntes Ackerfeld, wo sie den Wagen mit grauer Farbe überstrichen und so unkenntlich machten. Tags darauf verübten sie dann im Stadtteil Oberkassel einen Raubüberfall auf zwei Mädchen, die für eine Lebensmittelfirma 7000 RM. bei sich trugen. Es gelang den Räubern auch, den Mädchen die Aktentasche mit dem Geld zu entreißen und in dem Auto zu flüchten. Auf der Neußer Landstraße rannte das Auto gegen einen Baum, überschlug sich und blieb im Chausseegraben liegen. Einer der Banditen machte sich feldeinwärts aus dem Staube, während der andere einem Knaben das Fahrrad stahl und ebenfalls flüchtete. Einer der Banditen, der Maurer Hein, konnte jedoch festgenommen werden. Er legte ein Geständnis ab. Bei ihm konnten 1000 RM. der geraubten Summe sichergestellt werden. Später gelang es der Kriminalpolizei, auch den zweiten Täter namens Becker zu fassen. Bei den weiteren Ermittlungen ergab sich, daß der Plan von zwei bei der Lebensmittelfirma angestellten Metzgern ausgeheckt worden war, die zur Ausführung der Tat einen Händler zu überreden versuchten, der sich wiederum an einen Chauffeur um Mithilfe wandte. In der heutigen Verhandlung waren Hein und Becker in vollem Umfange geständig, während die übrigen Angeklagten versuchten, sich aus der Schlinge zu ziehen. Das Gericht erachtete aber die Angeklagten für überführt und fällte folgendes Urteil. Maurer Friedrich Hein 8 Jahre 6 Monate Gefängnis, 8 Jahre Ehrverlust, Handlungsgehilfe Heinrich Becker 8 Jahre, 8 Monate Gefängnis, 3 Jahre Ehrverlust, Händler Gerhard Arntz 18 Monate Gefängnis, 8 Jahré Ehrverlust, Metzger Werner Wieschhus, Metzger Robert Heck und und Kraftwagenführer Lambert Welbertz je 6 Monat# Gefängnis. Vom Arbeitsgericht Eine Sache, die eigentlich vor den Staatsanwalt gehörte. Helle muß man sein— dachte sich ein Kläger, der seinen Arbeitgeber vor dem Bochumer Arbeitsgericht auf Zahlung einer Entschädigung für die gegen ihn ausgesprochene fristlose Entlassung verklagt hatte. Durch seine außerordentliche Beredsamkeit hatte sich der Kläger das Vertrauen eines Händlers erworben, der ihn als Reisenden anstellte. Es wurde ein Firum von 50 Mark monatlich und außerdem eine Provision für die verkauften Waren vereinbart. Einen Monat lang reiste der Kläger für seine Firma. Er verkaufte auch gut, weil er, wie er dem Arbeitsrichter gegenüber betonte, gute Beziehungen hatte. Der Kläger besaß auch eine Inkassovollmacht. Der Arbeitgeber bekam jedoch niemals die einkassierten Beträge zu sehen. Eines Tages kam es wegen der einkassierten und nicht abgelieferten Beträge zu einer Auseinandersetzung zwischen dem Beklagten und dem Kläger. Die Folge war die fristlose Entlassung. Vor dem Arbeitsgericht wurde jedoch der Kläger eines Besseren belehrt. Der Kläger darf sich von den einkassierten Beträgen das ausgemachte Fixum und die Provision abziehen, das restliche Geld muß er jedoch unverzüglich an seinen Arbeitgeber abliefern, wenn er nicht Gefahr laufen will, daß sich der Staatsanwalt mit der Sache befaßt. Der traurige Komiker. „Hier ist es zu traurig, laßt uns ein humorvolleres Lokal aufsuchen!“ so sagte eine Anzahl Gäste, die in einer kleinen Bochumer Wirtschaft Silvester feiern wollten. Der Wirt hatte schon einige Tage vorher angekündigt, daß in der Silvesternacht bei ihm besonders„viel los“ sei. Ein Komiker war für die Feier engagiert worden, der nach den Versprechungen eine „Stimmungskanone“ darstellte. Die Gäste und auch der Wirt wurden jedoch von dem Komiker sehr enttäuscht. Nach dem ersten Auftreten des Komikers machte man die Feststellung, daß der Stimmungsmacher derart alkoholisiert war, daß er nur noch lallen konnte. Das Engagement war für zwei Tage vereinbart worden, doch legte der Wirt keinen Wert darauf, daß der Komiker auch am Neujahrstage in seinem Lokal auftrat. Der Komiker fühlte sich benachteiligt und strengte eine Entschädigungsklage vor dem Arbeitsgericht an. Der Kläger führte an, daß es in dem Silvestertrubel drunter und drüber gegangen sei. Wenn ein Komiker dabei auch einmal ein Glas Bier trinke, so könne ihm das niemand verübeln. Er sei aber trotzdem seiner Pflicht nachgekommen. Der Wirt hatte jedoch mehrere Zeugen gestellt, die sich während der ganzen Silvesterfeier in seinem Lokale aufgehalten hatten.„Die Zeugen bekundeten, daß eine ganze Anzahl Gaste das Lokal wegen des betrunkenen Komikers verlassen hätten. Der Kläger konnte sich an nichts mehr erinnern. Er gab zu, daß er„mächtig einen gehoben“ habe. Das Gericht kam zur kostenpflichtigen Abweisung der Klage. Der Kläger werde dafür bezahlt, die Gäste zu unterhalten. Wenn der Kläger sich derartig betrinke, daß er seinen Vervflichtungen nicht nachkommen könne, brauche ihn der Wirt nicht weiter zu beschäftigen. Zunehmende Bewölkung Wetterbericht der Essener Wetterwarte vom 2. Februar. Mehrere kleine Wirbel liegen über dem westlichen Europa. Der südlich von Irland liegende wird durch warme maritime Luft weiterhin gesteigert. Sie veranlaßt durch Ausgleiten über Südirland leichten Niederschlag. Eine Störung erstreckt sich von der Nordsee durch Frankreich nach dem Mittelmeer. Warme Luft in der Höhe bringt Südskandinavien und Dänemark meist Schneefälle, Deutschland und Frankreich nur tiefere bis mittlere Bewölkung. Voraussage für Dienstag: Nach heiterer, kühler Nacht(Temperaturen um null Grad) zunehmende Bewölkung. Später stellenweise leichter Regen. Temperatur tagsüber über null Grad. Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Keine wesentliche Aenderung. Barometer Montag, 2. Februar Thermometer Wetterhäuschen im Stadtpark 117 m über dem Meeresspiegel (DAufg..07, Unterg. 17.22; G Aufg. 17.59, Unterg 851 Schneebericht Die heutige Nummer umsaßt 14 Seiten Der groye urleig. Unter den Bächern von Paris Bel Schmerzen solort nur HERBIN-STODIN Tabletten oder Kapseln Best.: Dimeth ac. phenyl. phen. Lith. das führende, bestens bewährte. wissenschaftl. begutachtete, unschädl. Spezialpräparat gegen: Koptschmerzen und Migräne : schwerster Art : Rhenma. 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Die Goldbeweg 1. die Goldabgal Verteidigung ihr Reichsmark), 2. 6 Bank von Frank die Goldabgaben .25 Milliarde Re Die Goldabgat gen ursächlich n dem damit zusar flusses von Ausla lichen Goldversel haben eine Versc Staaten nicht ve von Argentinien. seit Anfang 1930 loren. Auch die über Anfang 1930 fahren. Die chi Prozent zurückge spanische Währ ient. während di intakt blieben. Zunahme d Nach Mitteili wurden im Jani 1085 neue Ko mangels abgele nung— und 51 fahren bekan len für Dezembe Die Zu der Ve verbandes w seiterwerke, tell beigetre Naturzementt Bere Bedeutu für Portland ist auch der gegangen. Zi Schweiz ist der Zementir schaftlichen dahingehend außerhalb de gebiete einzi tingentabkom seines Neuwi halten. Das soll nicht ge auf die frai für jeden Kopf, einschl. Kopfwäsche und Wasserwellen Rottstraße 44 Rut 63086 Berliner Reichsbankdlskont Indusiriemer! Div.lheute hagn ete Mexanderwe A. f. 6. Alsen Portlat Anmend.Pa Anhalter Kor Aschaftb. Ze Augsb.-K. A4 Zur Ausführung al Bankhaus Bocha: z. Beilage zum Bock umer Anzeiger u. Gen. Anzeiger Handel- Gewerbe- Industrie Nr. 28 38. Jahrgang Dienstag, 3. Februar 1931 Soll und Haben 80 27. 110 Berschuldung Guthaben in Milliordon Mark Wellere ErdciBohals Mrannsver Geldverschiebungen und Geldentwertungen Die Störungen, die in den internationalen Kreditbeziehungen im vergangenen Jahre zu beobachten waren und die zu einem erheblichen Teile auf die Young-Zahlungen zurückzuführen sind, haben zu außerordentlich umfangreichen Goldbewegungen zwischen den einzelnen Ländern geführt. Die Umsätze an den Goldmärkten der Welt werden vom Institut für Konjunkturforschung im letzten Wochenbericht auf über ein Drittel größer geschätzt als 1929. Die Goldbewegungen hatten drei Ausgangspunkte: 1. die Goldabgaben der überseeischen Länder zur Verteidigung ihrer Währungen(rund.25 Milliarden Reichsmark), 2. die anhaltend großen Goldkäufe der Bank von Frankreich(2 Milliarden Reichsmark), 3. die Goldabgaben Deutschlands im Herbst 1930(rund 025 Milliarde Reichsmark). Die Goldabgaben der überseeischen Staaten hängen ursächlich mit dem Sturz der Agrarpreise und dem damit zusammenhängenden Versiegen des Zuflusses von Auslandskrediten zusammen. Die erheblichen Goldverschiffungen der überseeischen Staaten haben eine Verschlechterung der Währungen dieser Staaten nicht verhindern können. Die Währungen von Argentinien. Brasilien. Peru und Uruguay haben seit Anfang 1930 20—30 Prozent ihres Wertes verloren. Auch die australische Währung hat gegenüber Anfang 1930 eine Entwertung um 15 Prozent erfahren. Die chinesische Währung ist sogar um 40 Prozent zurückgegangen. In Europa zeigte nur die spanische Währung einen Rückgang um 27 Proient. während die Währungen der übrigen Staaten intakt blieben. Zunahme der Konkurfe und Vergleichsverfahren Nach Mitteilung des Statistischen Reichsamst wurden im Januar 1931 durch den Reichsanzeiger 1085 neue Konkurse— ohne die wegen Massemangels abgelehnten Anträge auf Konkurseröffnung— und 518 eröffnete Vergleichsverfahren bekanntgegeben. Die entsprechenden Zahlen für Dezember 1930 stellten sich auf 850 und 477. Die Zementeinigung Zu der Verlängerung des Westdeutschen Zementverbandes wird noch bekannt, daß fünf Außenseiterwerke, die Portlandzement herstellen, dem Kartell beigetreten sind. Auf die Einbeziehung von Naturzementwerken hat man verzichtet, da sie gröBere Bedeutung nicht haben. Nachdem die Preise für Portlandzement erheblich nachgelassen haben, ist auch der Absatz von Naturzement stark zurückgegangen. Zu den Kontingentabmachungen mit der Schweiz ist bemerkenswert, daß man jetzt auch in der Zementindustrie die Lehren aus dem unwirtschaftlichen Wettrüsten der vergangenen Jahre dahingehend gezogen hat, ein Neubauverbot für die außerhalb der nationalen Zonen liegenden Absatzgebiete einzuführen. Außer dem generellen Kontingentabkommen hat Wicking für den Trasszement seines Neuwieder Werkes ein Sonderkontingent erhalten. Das Hausener Werk des Wickingkonzerns soll nicht gegen Bezahlung, sondern im Tauschweg auf die französisch-schweizerische Gruppe übergeDie Aktienmehrheit der North European Oil Corporation, die bekanntlich in OldenburgBraunschweig und Mecklenburg rund.5 Millionen Morgen Land zum Zwecke von Oelbohrungen gepachtet hat, ist, wie jetzt bekannt wird, gemeinsam vom amerikanischen Oelindustriellen Sidney H. Keoughan und der Hope Engineering& Supply Co., Newyork, übernommen worden. Die Hope Engineering befaßt sich mit dem Bau von Raffinerien und Oelleitungen. Die neuen Mehrheitsbesitzer sollen die Verpflichtung eingegangen sein, sofort einige Millionen Dollar zu invistieren. Offenbar ist zunächst die Errichtung einer Raffinerie geplant, weiter dürfte nun auch die Bohrtätigkeit der North-European, die bisher noch sehr gering war, eine Intensivierung erfahren. Keoughan ist zum Vorsitzenden der Gesellschaft gewählt worden, während der bisherige Präsident der Connt Dru, der u. a. auch Aufsichtsratsmitglied der Consolidatel Goldfiels Ltd. ist, den Vorsitz im Aufsichtsrat übernommen hat. Diese neue Transaktion ist um so bemerkenswerter, als bekanntlich erst kürzlich die Aktienmehrheit eines bisher deutschen Oelunternehmens der Norddeutschen Mineralöl.-., Hannover, in amerikanische Hände übergegangen ist. Es waren übrigens vor einigen Tagen Gerüchte verbreitet, daß die Gruppe Burbach-Kali gemeinsam mit amerikanischen Geschäftsfreunden sich um die Mehrheit der North European bemühe. Aus der Meldung geht nicht hervor, daß deutsche Kreise bei dem Erwerb der Gesellschaft beteiligt sind, doch wäre das denkbar. Die Kaliwerke könnten aus geologischen Gründen und aus der Konkurrenz zu Wintershall, die auch Erdölbeteiligungen besitzt, ein Interesse an ihrer Einschaltung haben. gangen sein. Die schweizerische Zement- und Handels-.-G.(Tochtergesellschaft Wicking) in Zürich bleibt von dieser Transaktion unberührt. Ihre nächste Hauptversammlung wird die Abstoßung des Hausener Werkes noch zu genehmigen haben. Quer durch die Wirtschaft In seinem Bericht über die Wirtschaftslage der Großeisenindustrie Im Monat Januar 1931 stellt der Zweckverband der Industrie- und Handelskammern zu Bochum, Dortmund, Essen und Münster zusammenfassend folgendes fest: Die ungünstige Lage der Eisenindustrie hat sich nicht gebessert. Der zwischen dem Verband Rheinisch-Westfällscher Elsengroßhändler in Düsseldorf und der Vereinigung der freien Eisenhändler In Essen abgeschlossene Kartellvertrag ist am 1. Februar in Kraft getreten, da die überwiegende Mehrheit der Eisenhändler dem Vertrag zugestimmt hat. * Wie bekannt wird, sind Verhandlungen im Gange, die eine Fusion der Westfalla-Brauerei Gebr. Hagedorn& Co. In Münster I. W. mit der Dortmunder Ritterbrauerei .-G. in Dortmund zum Ziele haben. * Eine Gläubigerversammlung der in Zahlungsschwierigkeiten geratenen Maschinenfabrik Stille In Münster gab ihre Zustimmung zur Einleitung des Vergleichsverfahrens. * Wie die Verwaltung der Gebr. Jäger.-G. In Lüdenscheld mitteilt, ist eine Fusion mit der Lüdenscheider Metallwerke.-G. nicht beabsichtigt. * Bei der in Zahlungsschwierigkeiten geratenen Firma Hollandia-Partiewarenhaus, Inhaber Leo Prins In Köln, belaufen sich die Passiven auf 426 700 Reichsmark gegenüber Aktiven von 160 000 Reichsmark. Die Vergleichsverhandlungen bewegen sich auf der Basis einer Quote von 33½ Prozent. * In einer Favag-Gläubigerausschußsitzung wurde mitgeteilt, daß sich wahrscheinlich eine höhere Quote als 20 Prozent ergeben werde. Zwischen der I. G. Farbenindustrie und dem ItalgasKonzern sind Verhandlungen über eine Angliederung der zum letztgenannten Konzern gehörenden„Acna“ an die I. G. geführt worden. Die„Acna“ ist neben ihren Sprengstoff- und pharmazeutischen sowie Farbeninteressen auch an der italienischen Kunstseidenindustrie beteiligt. * Die Schokoladen-Preissenkungsverhandlungen zwischen den Verbänden der Schokoladen-Industrie und des Handels sind ergehnislos verlaufen: der Industriellenverband hat seinen Mitgliedern Handlungsfreiheit gegeben, von sich aus Neuregelungen zu treffen, wie das übrigens einige Firmen schon getan haben. * Nach dem Uebergang der Organisation der ReichardtSchokolade-Werke in Hamburg an den Stollwerck-Konzern haben sich, wie gemeldet wird, die alten Besitzer der Reichardtwerke entschlossen, nach der Stillegung des Betriebs und der Entlassung der Arbeiter und Angestellten das gesamte Inventar der großen Fabrikanlagen in Wandsbeck in einer öffentlichen Versteigerung unter dem Hammer auszubieten. * Mitte Februar findet die Verlegung der Verwaltung der Erdöl-Abtellung der Preussag nach Hannover statt: an die Spitze der Verwaltung tritt Bergrat Franke, der krühere Leiter der nach dem Erdeinbruch bei den staatlichen Kaliwerken Vienenburg stillgelegten Betriebe. * Die endgültigen Ziffern der preußischen Petroleumproduktion Im Jahre 1939 lassen eine Steigerung der Produktion von 103 000 Tonnen auf 170000 Tonnen erkennen: davon entfallen 83 772 auf das Nienhagener Gebiet. 61 000 Tonnen auf das Gebiet Wietze-Steinförde und 24 700 Tonnen auf das Gebiet Oelheim-Oberg. * Das Hildesheimer Elektrizitätswerk hat sich entschlossen, das Werk stillzulegen, da durch den steigenden Stromverbrauch eine Erweiterung des Werkes mit einem Aufwand von 2 Millionen Reichsmark notwendig wäre. Der Fernstrom soll nunmehr von der Preußischen Elektrizitäts-AG. bezogen werden, die bereits Wechselstrom für Industrie und Großabnehmer liefert. * Die Ostseewerft Schiffsbau und Maschinenfabrik AG. in Frauendorf bei Stettin hat sich infolge der Entwicklung im Schiffahrtsgewerbe sowie infolge der bekannten Ereignisse bei der Firma E. R. Retzlaff, veranlaßt gesehen, ihre Gläubiger um Gewährung eines Zahlungsaufschubes bis zum 1. April 1932 zu bitten. * Das Bankhaus A. Rees& Söhne In Augsburg-München hat sich wegen der Ungunst der allgemeinen Wirtschaftsverhältnisse entschlossen, die Zahlungen einzustellen und reger Umsatztätigkeit erfreute. Von den übrigen Werten waren nur noch Mannesmann und Gelsenberg vereinzelt im Verkehr. Terminwerte die Geschäfte zu liquidieren. Unmittelbare Veranlassung hierzu sollen die durch die letzten Kursrückgänge erlittenen Verluste am eigenen Effektenbestand und gröBere Debitorenausfälle bei den Filialen in Ochsenfurt a. M. und Marktbreit a. M. gewesen sein. * Trotz der Zustimmung des Vertreters der Eidgenössischen Bank in Zürich zu dem Vergleich Gebr. Gutbrod— Südwestdeutsche Bank, der auch eine Beilegung der Ansprüche der Chemle-Trust AG. In Schaffhausen, bringen sollte, hat die Eidgenössische Bank auf Grund ihrer Restforderung von 800000 Reichsmark das Konkursverfahren über die Chemie-Trust AG. betrieben, dem nun auch stattgegeben wurde. Hierdurch will die Eidgenössische Bank auf das Vermögen der Gebrüder Gutbrod G. m. b. H. Rückgriff nehmen. Im Zusammenhang mit den gegenwärtigen Verhandlungen über eine Verlängerung der gesamtpolnischen Kohlenkonvention wird der Plan erwogen, im engen Anschluß an die Konvention ein polnisches Kohlensyndikat ins Leben zu rufen, das die Ausfuhr und im Inlande die Lieferungen an Großabnehmer, wie die Eisenbahn und dergleichen zu übernehmen hätte. * Der Vorstand des Internationalen Waggonkartells hat beschlossen, das Kartell in eine Aktiengesellschaft umzuwandeln, an deren Errichtung die Gründer des Kartells teilnehmen sollen. Um die Tätigkeit des Kartells auszubauen, hat der Vorstand weiterhin beschlossen, sich einem Finanzausschuß anzugliedern, der sich mit der Prüfung der Kreditgeschäfte für die Lieferungen der Kartellmitglieder beschäftigen soll. * Nach den Quartalsfeststellungen des Germanischen Lloyds sind im Jahre 1930 insgesamt an Totalverlusten der Handelsflotte der Welt zu verzeichnen: 392 Fahrzeuge mit 425 413 Bruttoregistertonnen im Vergleich zu 499 Fahrzeugen mit 604 703 Bruttoregistertonnen im Jahre 1929. Die deutsche Flotte bezeichnet im Jahre 1930 einen Totalverlust von 19 Schiffen mit 36 744 Bruttoregistertonnen im Vergleich zu 27 Schiffen mit 29 695 Tonnen im Jahre 1929. Börlen v. 2. Februar Newyork, Anfang: Mäßig schwächer. Amsterdam: Ueberwiegend fester. Brüssel: Terminwerte schwächer, sonst gut gehalten. London: Schwach. Paris: Uneinheitlich und schwankend. Mailand: Weiter fest. Wien: Nicht einheitlich. Zürich: Meist höher. Berlin: nach widerstandsfähigem Beginn iebhafter und felter Schon zu Beginn der offiziellen Börse machte sich eine auffallende Widerstandsfähigkeit bemerkbar. Die Kulisse bekundete zwar noch eher Abgabeneigung, das Ausland war aber wieder als Käufer im Markte, so daß die Kursentwicklung zwar noch keine einheitliche war, das Geschäft aber besonders in Spezialwerten einen lebhafteren Charakter annahm. Stärkere Beachtung fanden Montan-Papiere, da sich die Gerüchte von einer unveränderten Stahlvereins-Dividende erhielten. Vereinigte Stahlwerke selbst eröffneten nach anfänglicher Plus-Notiz 3¼ Prozent höher. Die Montanwerte waren gleichfalls verschiedentlich bis zu 3 Prozent gebessert. Nach den ersten Kursen nahm das Geschäft an Lebhaftigkeit allgemein zu. Einerseits kamen weitere Deckungen und Auslandskäufe zur Ausführung. andererseits wurde aber auch die Stimmung der Spekulation hinsichtlich der inneren Politik zuversichtlicher. Anleihen ruhig. Geld unverändert, Tagesgeld 6 bis 8, Monatsgeld 6¼ bis 7½, Warenwechsel zirka 5¼ Prozent. Der Kassamarkt zeigte feste Haltung. Die Festigkeit des Kassamarktes und Gerüchte von einem deutsch-französischen Anleiheprojekt lösten bis zum Börsenschluß weitere Deckungen aus, die höchsten Tageskurse wurden allerdings dann nicht immer ganz behauptet. Kaliwerte, Schiffahrtsaktien und Julius Berger schlossen mehrprozentig über Anfang. Effen: feiter Der Terminmarkt eröffnete auf der ganzen Linie zu erhöhten Kursen, wobei sich besonders Wintershall bei einem um zirka 5 Prozent höheren Kurse Auf dem Kuxenmarkt machte sich auch größere Nachfrage in den hauptsächlich gehandelten Werten bemerkbar. Der Handel beschränkte sich auf Graf Schwerin, Langenbram, Diergardt, Beienrode, Erichssegen und Habighorst. Aktien lagen ebenfalls nur einige Prozent fester, es wechselten Lothringen, Dahlbusch, Adler Kali, Burbach und Hannoversche Kali ihren Besitzer. Die Börse schloß behauptet. Kohlenwerte Name Alen Geaioned Kume Sode Kethus Kohlen-Kuxe Alte Haase Carolus Magnus Constantin d. Gr. Deutschland... Diergardt-Mev. Ewald Graf Schwerin Heinrich.... König Ludwig Langenbrahm Westtalen... 315 2900 3300 95 1975 8900 1350 4900 15250 3750 1100 3100 3500 105 2150 9400 1450 9230 Kohlen-Aktien Dahlbusch...I 48 00 f 50.00 Lothringen... 26.50 28.50 Niederrn. Bergw.—.— 35.— Brau kohlen-Werte 1575 1650 Sellerhammer Bruckdorf-Ni. Jieben Gute Hoffnung Leonhardt Michel..... Vesta Kallwerte 1500 2000— 6000—— 6800— 4100— Köln: ebenfalls befeltigt Die Börse eröffnete mit festeren Kursen. Die Spekulation neigte aber eher zu Abgaben. I. G. Farben gingen nach 125 Geld zu 125¾ um. Besonders feste Veranlagung zeigte der Montanmarkt, an dem Gelsenkirchen, Rheinstahl 1¾ Prozent, Mannesmann und Rheinische Braunkohle 2½ Prozent höher notiert wurden. Phönix notierten 2½ Prozent, Ver. Stahlwerke 1¼ Prozent, Köln-Neuessen 1 Prozent und Deutsche Erdöl 1¾ Prozent fester. Von Elektrowerten zogen Siemens 1¾ Prozent, Felten um 1 Prozent und Schuckert um ¾ Prozent an. Bankaktien konnten sich gut behaupten. Im Verlaufe zogen die Kurse bei ziemlich lebhaftem Geschäft erneut bis zu 1½ Prozent an. Der Einheitsmarkt hatte feste Tendenz. Montanwerte lagen bis 5 Prozent über den Sonnabendkursen. Versicherungen gehalten. Die Börse schloß fest. 31. 1. 506.— 70.— 250.— 410.— 270.— Asch.-Münch. F. Aachen Rück. Agripp. See Fl. Allianz Leben Allian u. Stuttgart. Vers. Colonia Feuer klei Cl. Rückvers. 1900.— Frankfurt: im Verlauf abgeschwächt An der Abendbörse machte sich im Zusammenhang mit den schwächeren Kursen des Auslandes kleine Realisationsneigung bemerkbar, zumal auch verschiedentlich Verkauforders vorgelegen haben sollen. Das Geschäft war aber sehr klein. Einen stärkeren Kursverlust hatten Salzdetfurth, die gegen den Berliner Schluß 2¾ Prozent einbüßten. I. G. Farben gaben 1 Prozent nach. Bankaktien waren behauptet. Von Montanpapieren konnten Rheinstahl weitere 1¾ Prozent gewinnen. Im Verlaufe stockte das Geschäft fast vollkommen, doch Berliner Börsenkurse Reichsbankdlskont 5%— Lombardzinstuß 6% Berlin, den 2. Februar 1931 Industriewerte Div. lheutervorig. 8108.0110.0 0 51.049.5 0 15.0 14.0 9 92.7 90.8 14 101.01000 10 Preg--teren Mezanderwerk K6. 6. Alsen Portland Ammend. Papier Anhalter Konlen 6 Gaafg, Zelst. 12 Augsb.-N. Masch. 6 Psan: S 4acen. Baer& Stein Baicke Maschin. Sanberger Malz Baroper Walzw. Basalt Bast& Co. Bayr. Motoren 4 P. Semberg Ju. Berger Bergmann El. Berf. Gub. Hutt. " Karisb. ind. " Maschinen Sston u. Mohier Bösperd. Walzw. Seauge... Braunschw. Kohl. Cac Paser Chem. Heyden " Gelsenk. " Albert Concord. Spinn. Sonti-Gumm Cröllwitz Papier 112.0 86.0 46.0 65.0 50.0 96.0 112.0 0 27.5 27.5 0 22.021.5 12/167.0167.0 7 57.5 55.0 0 47.7 46.5 20199.21910 9 95.0 93.5 16/136.0135.0 0 43.2/43.0 32.5 30 2 63.0 61.0 33.0 33.0 104 01035 v. Kohl. 10 220.0 220.0 piepb. Lenagil2—. 608 Esmen-Bes gn. 4 49.71 46.2 „. Wollk 110110.0110 Broun-Bover Soderus Ent Gulden 10110.0110.0 74.8 73. 7V 81.4 80.0 5 39.0 39.5 42.6 42.5 0 25.5 25.0 0—. 23.7 9104.0 99.0 0Pgnie Meter Otsch. Atlant. Otsch Conti Gas Asphalt Babcor Erdol Jute Kabel Linoleum Schachtb. Steinzeug Tel. u. K. Ton u. St. " Eisenh. Oittm. Neunaus 10. Dörtler Otmd. Akt.-Brau. Ritt.-Brau. " Union-Brau. Dresd. Gardinen " Schnallpr. 9776ner Metall Dürkoppwerke Düsseld. Diet. Br. Höf. Br. " Kammg. oyn-git, Nodel ggestortft Salzw. L Eisend. Verkm. Elektra Oresden 0 20.0 19.5 8 84.0 83.7 9 103.71020 10 68.2 68.2 82.2 80.0 58.5 57.0 34.5 34.5 46.0 46.2 15 95.5 92.5 7 73.0 73.0 15109.21090 74.0 74.0 63.0 36.0 11 66.0 1 38.2 0 24.0 10—.— 17168.0164.0 20164.0162.0 18/171.3168.0 6 36.5 36.0 0 27.5 27.0 19 9—. 17246·0251.2 54.0 52.5 —. 43.2 62.2/59 0 68.5 68.0 15 124.0125.0 12160.0162.6 6 43.0 42.0 K 44 * Ausführung aller börsenmäßigen Geschäfte ..„empfichlt sien Sankhaus Mahnert& Düppe Bochum, Alleestraße 18 Elektr. Lieferg " Licht u. Kr. Engelh. Brauerei Enzinger Erdmannsd. Sp. Erlang. Baumw. Eschw. Bergw. Excelsior Fahrr. gahlb. List& Co. Farbenind. I. 6. Feldm. Papier Felten& Guill. Frankf. Masch. Friedrichsnütte Frister A. 6. Froebein Zucker Gepbard&a Könlg beisenk. Bergw. Germania Portl. Gerresh. Glas Ges. f. el. Untern. Gildemeist.& Co. Girmes& Co. Gladb. Wollind. Glasm. Schalke Glauz. Zucker Glückauf Gelsk. Gebr. Goedh. Dös. Th. Goldschmidt Guano-Werke Gritzuner Masch. Grön& Bilfinger Gruschw. Textil E. Grundlach netsrn. 4 Gluckl. Hackethal Ora. Hageda Hallesche Masch. Hamb. El. Werke Hammersen Hann. M. Egest. Hard. Eis. u. 6r. ".-Gummi Harpener Bergbau Hein, Lenm.& Co. Hemmoor Portl. Hilpert Masch. Hindrichs-Auft. 10103.71025 10 98.0 97.6 13 129.0128.5 50.5 0 6 70.0 14190.0 0 50.5 190.0 30.1 32.0 12/126.2s121.8 12 98.0 90.2 79 74.7 72.51 0 12.5 113.0 12 12.2 115.0 71.0 145 79.5 97.2 74.0 95.5 123.0 31.0 135.7 91.0 33.0 41.2 30.5 145.0 50.0 72.0 76.0 53.5 84.0 74.0 103.5 19.7 42.2 46.7 72.7 45.5 111.0 77.0 47.0 720 72.5 66.0 79.2 93.5 75.0 95.2 123.0 50.0 136.0 91.01 33.0 40.0 31.5 144.5 50.5 72.0 74.5 52.0 86.0 74.5 103.8 69.0 19.7 41.2 „Hirsch-Kupfer Hoch-Tiefbau Hoesch Hoffmanns Stärk. Hoheniohe-Werk Ph. Holzmann A. Horch& Co. Hotelbstr.-Ges. I Hubertus Braunk. Huta Breslau 1se Serobau Ise Genuß industriebau Isenbeck Brau Jeserich Asphalt 1 J. A. John Akt. Max Jüdel& Co. Junghans Gebr. ahla Porz. Kaiser-Keller Kallwerke Asch. Karstadt Kirchner& Co. dlauser Spinn. Klöcknerwerke H. Knorr Koch, Adlernäh. Köln-Neuessen -Gas u. E. Koisch Walzeng. Königs-Brauerei Cogig, Wilhelm Kontinent Asph. dorting. Gebr. Körting Elektr. Hotitzer Leder W. Kreitt Kromschröder Kronprinz Metall Gebr. Kruger duppersb.& Co. 7/114.0 7— 60.5 49.0 39.0 71.0 12.0 90.0 10 70.0 45.5 109.0 76.0 47.0 112.01 60.0 58.5 50 C 70.0 12.0 87.0 125.2125.2 60.0 59.5 154.0151.5 1005 90 82.5 82.5 23.5 28.9 97.5 30.5 20.0 51.0 23.5 29.0 98.0 30.0 20.0 51.0 129.51123.5 51.5 56.0 23.2 24.2 .7.7 56.1 51.0 144.5/144.5 64.2 61.5 46.2 46.5 22.0 22.5 117.0117.0 196.0 Iahmeyer& Co. E Laurahütte Leonhard Braun Loopoldgrube Lindes Eismasch. Cart Lindström IC. Lorna: 23.5 6650 48.5 84.0 21.7 5010 79.0 108.0 134.0 26.0 139.0 20 365.0365.0 6 24.2 76.0 67.0 48.5 89.0 22.0 50.0 76.5 Lüdenscheid Met. Lüneburg. Wachs M3oder, 4 6, 6. In Magdeb. Berg Magdeb. Mühlen Mannesm. Werke Mansfeld Bergb. Marie, kons. Bw. Martin i& Hönecke Masch.-B. Untern. Maximil. Hötte Mech. Web. Lind. Web. Sorau Web. Zittau Merkur Wollweb. Alag Mimosa.-G. Minimar Mix& Genest Hotoren Deutz Mülheim Bergw. Müser Bräu ende Aute Natronzellstoft Neckarwerke Niedert. Kohlen Nordd. Kabel " Steingut " Wolle Nürnd. Herk.-W. Aberschl..-B. U Oberschl. Koks Drenst.& Koppel Ostwerke 104.5 25.5 134.0 24.7 138. gatlon Bergten Phönix Braunk. Julius Pintsch Plauen. Gardin. Polypnonwerke Peppe 4 Wirth Fard. Aasquin F. 0 Rauchw. Rneinfeld Kraft Rnein. Braunk. " Elektr.Vorz. " Spiegelgl. Darmst. u..-B. De-Di-Bank Dresdener Bank Preuß. Bodenkr. „ Pfdr.=B. Reichsbank kh.-W. Bodenkr. Nestd..-Kr.-B. 133.5 193.2 103.1 133.2 161.5 234.8 137.0 137.0 Kolonialwarts Dtsch. Ostafrika 6 49.2 47. Neu Guinen 10/170.0s178.0 Itavi 164 30.2 Postverzinal. Werte 2ie lichen —Ablösung-3 —" Neubesitz 3 OWertbest. 23 10-1000 3 1 bis 5 51.7 51.5 .8.9 91.7 91. 13 Reichsanl. 27 3 Reichssch. K 12 Berl. Pfanddr. 3" R. 3 und 6 3 Farbenbonds 84.9 85.0 87.2/ 87.2 97.3 97.5 91.4/83.5 Inleihen der Nestfälischen Konse 3 Fg. K. Sch. 25 R. „ 26 R. 3" 28/293½ „„ 30.4 3 Goldpfdbr..1 93.3 93.2 93.793.7 93.293.2 93.2 93.2 101.0100 7 Pfandbr. A..] 95.5 95.5 3" A. R. 11103.0s100.0 % Flanfbriale s Berl. Hyp. 8. 10 84.0 84.0 19 Pr. Ctr. B. Gold 100. 6100. 6 3"„„ 27 93.5 93.5 12 Kh. W. 800. 2 101.4101. 4 18 Pr. Ldpfbr. R. 19 „ R. 2 1 8„„-0.20 3 Rh. W. 8o0. 15 3 Goldrogg.-3 % In tustrissblig. 7 Consord. Bgd. 8 Cont. Coutch. 6 Daimler Banz 6 Hann. Masch. 8 HosschE. u. St. 8 Möckner 6 Fr. Krupp A. 8. 5„ R. A. 5 Mont Cenis 65 Siem. Halske 7 V. Stahl m. O. T5 Rhein. Stahlw. 5 A. E. 6. 1839 5 Bergmann 81. 100.2 97.0 97.0 97.0 97.0 98.7 99.0 72.7 93.6 62. 63.7 92.9 83.7 93.0 91.4 68.6 83.8 77.1 93.0 93.5 72.5 93.6 66.1 63.7 92.9 89.7 91.5 89.7 66.5 88.8 76.6 95.7 96.7 Berliner Zeit- und Schwankungswerte Berliner Handels-Ges. Commerz& Privatbank Darmstädter National Oe-Ol-Bank Dres iner Bank Deutsche Reichsbahn Abg. Amerika-Pakst Norddeutscher Lioyd Ako Allgemeine Elektrizität Zayrische Motoren J. P. Bsmberg Bergmann Elektrizität derliner Maschinen Conti-Caoutschuk Daimier Deutsche Conti-Ces. Er00 „ Lisoleum Elektr. Licht u. Kraft Essener Steinkohlen Farbenindustne Feldmöhle Papier Felten& Guilleaume Gelsentirch. Berggert ergaben sich keine nennenswerten Veränderungen mehr. Am Anleihemarkt lagen deutsche Renten vernachlässigt. Gegen Schluß büßten Rheinstahl ihren Anfangsgewinn wieder ein, auch sonst zeigten die Kurse eher Rückgangsneigung. Rheinisch-Weitfälische Vichmärkte vom 2. Februar 1931 * 2 S 8 5 Aus dem 1 3 58n 8E-SEES 35 SS 55•53 658 * Tressor 1— Kälber Schafe Schweine 135 Schweine 813 Zegen* 3 Grobvieh 45 de von Bullen 8 Köhe 87 Färzen.— Preise für 50 kg Lebendgewicht in Reichsmark Ochsen dn 0. 0 a. 0. Bullen 6a. 0 0. Köhe d0. 0 do. Färsen 40. 0 Bochum: Martverauf, nicht zustandegekommen. u##me Dortmund: Marktverlauf: Großvien schlecht, Kälbem mitel, Schweine mittel Getreide- und Warenbörse in Essen Essen, den 2. Februar 1931 (Großhandel-Börsenpreise) Die Preis versichen sich für 100 hg waggonfre Esen bei Abnchme von Waggoniadungen Inländ Weizen.. " Roggen Pomm. Weid-Hater Ausländ. Weizen " Roggen " Hafer " Gerste Plata-Mais... Plata-CimtuantinoMals.... haute 18.0 18. 34.-36 5 22.-23. 20.-21. 20.-21.4 uonge .518.-18.5 .5 33.-35.5 .0/21-22.5 .0/20.-21.0 .020.-21.0 Jode L89e: WeizenmehlGrundgr. 41.-42.041.-41. 5 40% ig. Roggenmehl[29.-30.0s29.-30.0 Ostc. Roggenmeti Weizenkleie Weizenbollmehl Roggenkleie Trockenschnitzei Steffenszuckerschnitzel Tendenz: ruhig 11.-12.511.-12.5 12.-13.0 12.-13.0 .5-.5.-.5 .7-.3.5.0 .-.2.-.0 Duisburger Getreidemarkt Notierungen für 100 Kilo in Reichsmark, frei Waggon Duisburg Quisburg, 2. Februar 1931 Int. Weizen lnl Roogen Ostes-Hafer Pomm. Hafer Rh. u. Hater In. Geste Ausl. Weizen Ausl. Roggen Aus„Hafer Ausl Gerste 1a Plats-M-is Gebühren ab 10. d. M. 297 as 413—415/403—405 29—294/292—295 102—125105—125 12—124/112—125 92—95 95— 9u —9 8— für die Benutzung der 20-Liter-Schale: Die Gebühren betragen 6 Pl. pro Tonge bei einem Mindestsatz von Rlül..— je Partis Berliner Produktenbericht Berin, 2 Februar 1931 Aesiun Verchtecherscht. scnetper oflogang. Weizen märk. Roggen märk. Furtergerste.. Hater.rk., alt " 90 Weizenmehl.. Roggenmehl.. Weizenkleie. Roggenkleie Vktoriserbsen Weine Erbsen heute 267—269 156-156 190 204 139-146 30.-375 23.26.5 11.0 112 .-10.0 vorige 266—268 156-158 190—204 140—147 33.-37.5 23.-26.5 11.-11.2 .-10.0 22.0 24.0s22.0 24.0 Futtererbsen Peluschken.. Aeckerbohnen.. Wicken.... Blaue Lupinen Gelbe Lupinen Seradella neu Rapskuchen. Leinkuchen.. Frocken-Schnitzel Kartoffelfliocken heute„.vorige 19.-21.|19.-21.0 22.-25.0s22.-24.0 17.-18.517.-18.0 18.-21.0/18.-21.0 13.-15 0/13.0 15 0 29.0 23 C20 230 52.-58 052.-58.0 .-.75.0- 9 5 15.-16.0 15.-16.0 .-.8.-.8 Berliner Metallnotierungen Berlin, den 2. Februar 1931 (Oie Preise verstenen sich ab Lager in Deutschland fürprompte Lieferung und Bezahlung för je 100 Kilogramm) Elektrolrtkuprer wrebars) prompt, eit Hamburg. Bremen oder Rotterdam......... Standaro-Blei por.....5....... Onginalhüttenaluminium 98—99%, in Blöcken Gesgl. in Walz oder Drahtbarren....... Banka- Straits, Australzinn in Verkäuferswahl Höttenzing, mindestens 99%........ Reinnickel. 98-99%............. Aatimon=Regulus............. Gold, 10 Gramm............. Sülber, 1 Kilogramm, ca. 1000 Feinheit.... Platig. 1 Gramm............ 2. Februar 94.00 170.00 174.00 350.00 31. Januar 94.25 170.00 174.00 350.00 56.00—57.0056 00—57.00 28.00—28.20s28.00—28.20 40.00—42.0041.00—43.00 .00—.00.00—.00 Stadttreis Wattenscheid hs Goldene Hochzeit in Westenfeld. Am kommenden Sonntag können die Eheleute Anton Kupitz und Frau Maria geborene Pickert,.=Westenfeld, Stefanstraße 24, das seltene Fest der goldenen Hochzeit feiern.„Der Jubelbräutigam wurde am 23. 11. 1854 in Thülen, Kreis Brilon, geboren, die Jubilarin am 26. 5. 1856 in Mardfeld, Kreis Brilon, woselbst auch die Vermählung am 8. Februar 1881 stattfand. Der allzeit glücklich verlaufenen Ehe entsprossen sechs Söhne, wovon einer im Krieg gefallen ist. Der Jubilar erlitt vor 43 Jahren auf der Zeche Centrum in Wattenscheid einen Unfall, bei dem er das Augenlicht verlor, so daß er bald ein halbes Jahrhundert blind ist. Der Sohn Franz des Jubelpaares kann demnächst seine Silberhochzeit feiern. ah Aus den christlichen Gewerkschaften. Die beiden Wattenscheider Zahlstellen hielten ihre Jahrestagungen ab. In der Zahlstelle I leitete Hehnen. Der zweite Vorsitzende wie der zweite Kassierer Bömelburg und der zweite Schriftführer Hülder wurden wiedergewählt. Verding hielt dann ein Referat über das Thema: „Die augenblickliche Lage, besonders im Bergbau". st Wieder ein Großfeuer. Gestern brach wieder ein größeres Feuer aus. Gegen zwölf Uhr schlugen plötzlich hohe Flammen aus dem Anwesen Repping in Höntrop. Die Feuerwehr, die gleich zur Stelle war, konnte nur mit Mühe das Mobiliar teilweise retten, während ein Teil ein Raub der Flammen wurde. Die Löscharbeiten der Wehr wurden durch Wasser: mangel stark behindert. Sie mußten auf die Rettung eines gefährdeten Nebengebäudes beschränkt werden. Das Hauptgebäude wurde fast restlos ein Raub der Flammen. Der angerichtete Schaden ist nur teilweise durch Versicherung gedeckt. Die Entstehungsursache des Brandes dürfte wohl kaum ermittelt werden können. Stadttreis Wanne-Eicke! ur Personalnachrichten. Das Fest der Silberhochzeit feierten die Eheleute Diederichs aus der Emscherstraße und Dannenberg aus der Dorstener Straße. Der Maschinenfahrsteiger Darwin wurde zum verantwortlichen Tagesbetriebsführer der Schachtanlagen Pluto=Thies und Wilhelm berufen.### ur 50=Jahr=Feier der Feuerwehr. Das goldene biläum soll erst in den nächsten Monaten zusammen mit dem Feuerwehrverbandstag gefeiert werden. Am Samstag abend fand bei Franke eine Vorberatung statt. Den Mitgliedern Schade und Bomm wurde vom Anstreichermeister Jordan das„Feuerwehrheil" als besondere Ehrung überreicht. 16725.#. * W a n n e= E i c k e l s N o t u n d d i e D r i n g l i c h k e i t d e r Finanzreform. Oberbürgermeister Kiwit hat in einem Artikel auf Grund eines Vergleiches der Steuerverhältnisse in Wanne=Eickel mit denen in Siegen darauf hingewiesen, in welch erheblichem Maße unsere Stadt im Hinblick auf die Stadt Siegen durch die derzeitige Handhabung bei der Ueberweisung der Reichseinkommen= und Körperschaftssteueranteile geschädigt wird. Er hat dabei errechnet, daß wir im letzten Jahre um eine Million Mark schlechter weggekommen sind als die Stadt Siegen. Dieses Ergebnis zeigt einmal den Grund, auf den es nicht zuletzt zurückzuführen ist, daß die Not in einer Stadt wie Wanne=Eickel soviel größer ist als in manchen anderen Städten, zeigt aber auch, daß sobald wie möglich die bisherige Uebung in der Ueberweisung der Reichseinkommensteueranteile usw. an die einzelnen Städte einer Aenderung bedarf. Auch in der vom„B..“(Nr. 25) mitgeteilten Denkschrift des Westfälischen Städtetages wird ein gerechterer Lastenausgleich gefordert. h Die Hausbesitzer gegen die Grundvermögenssteuer. Der Haus= und Grundbesitzerverein Wanne=Eickel hatte zu einer Versammlung eingeladen, wo die Frage der Grundvermögenssteuer der Neuhausbesitzer verhandelt werden sollte. Der Vorsitzende des Haus= und Grundbesitzervereins. Bauunternehmer Cordt, brachte eine Eingabe des Vereins an die Regierung zur Verlesung, in der sich der Verein für seine Mitglieder gegen die erhöhte Festsetzung der Grundvermögenssteuer für die in den letzten Jahren erbauten Neubauten wendet. Wenn die in der Stadtverordnetensitzung vom 10. Juli 1930 in Wanne=Eickel abgelehnten erhöhten Steuersätze nunmehr zwangsweise zur Einführung kommen und die Erhöhung sich auch auswirkt auf die vor einigen Jahren erbauten Neubauten, so sei die Tatsache gegeben, daß die Mieten in den letzthin erstellten Neubauten erheblich billiger sind, als in den anderen Neubauten die vor Jahren erbaut sind. Das bedeute eine Flucht der Mieter, und der Hausbesitzer sei nicht in der Lage, die Belastung zu tragen. Die Einkommensverhältnisse der Neubaumieter seien zum größten Teil auch so weit beschnitten, daß sie auf die Dauer eine weitere Erhöhung der Mieten nicht tragen könnten. Jede weitere vorgesehene neue Belastung des Neubaubesitzers könne katastrophale Folgen bringen. Auf eine solche Eingabe des hiesigen Haus= und Grundbesitzervereins vom 11. Dezember 1930 hat die Regierung geantwortet, daß eine Aenderung nicht eintreten könne. In Einzelfällen sollten Härten vermieden werden In anderen Städten und Gemeinden würde die Erhöhung der Grundvermögenssteuer auch auf die Neubauten ohne Ausnahme angewendet. Die versammelten Hausbesitzer konnten sich mit dem Entscheid der Regierung nicht zufrieden geben und wollen nunmehr weitere Schritte unternehmen, da eine weitere Belastung des Hausbesitzes und namentlich des Neuhausbesitzes nicht möglich ist. * Reichstagspräsident Paul Löbe in Wanne=Eickel. Im großen Saale der„Flora“, Marzina, fand am Sonntag nachmittag eine starkbesuchte Kundgebung des Reichsbanners statt, zu der Reichstagspräsident Paul Löbe als Redner angesagt war. Löbe hatte bereits morgens in Bochum gesprochen. Zwei Lautsprecher sorgten für eine deutliche Uebertragung der Rede, die großer Beifall fand. Die Kundgebung verlief ohne Zwischenfall. Ennepe=Ruhrkreis s Unterschlagungen bei der Reichsbahnkasse Herbede. Der flüchtige Eisenbahnsekretär Friedrich Schröder hat bei der Stationskasse Unterschlagungen begangen, deren Höhe noch nicht feststeht. Schröder, dessen Familie auf großem Fuße lebte, hat sich auf der Flucht in Duisburg auf einen Barscheck von der dortigen Eisenbahnkasse noch einen kleineren Betrag auszahlen lassen, er hat sich dann nach Köln gewandt. Man glaubt, daß er Selbstmord verübt hat. Er soll kürzlich einen Nervenzusammenbruch erlitten haben. Stadttreis Herne" ak Reform des Herner Schulwesens. Die praktischen Vorschläge, die der Herner Oberbürgermeister in einer eingehenden Denkschrift über die Sparmaßnahmen durch Schulreform über die neue Organisation des Herner Schulwesens machte, haben den Magistrat zu schwerwiegenden Beschlüssen veranlaßt. Ab Ostern 1931 soll als einzige höhere Knabenschule ein ReformRealgymnasium älteren Stils mit Latein von Unterteria ab eingerichtet und die Zahl der Sexten auf zwei beschränkt werden. Die zurzeit noch bestehenden Jahrgänge des Gymnasiums und der Ober: realschule werden noch bis zum Abitur fortgeführt, dagegen wird der gymnasiale Teile schon von Ostern 1931 ab eingehen. Von Ostern 1931 ab wird also die jetzige Unterstufe des Gymnasiums nur noch in Form eines humanistischen Gymnasiallehrganges durch. geführt. Auswärtige Schüler sollen auf die höhere Knabenschule nur insoweit aufgenommen werden, als dadurch Mehrkosten nicht entstehen. Zur Neugestaltung des höheren Mädchenschulwesens beschloß der Magistrat, die Verwaltung zu beauftragen, einen Antrag auf Uebernahme des Lyzeums und Oberlyzeums an den preußischen Staat zu stellen, ferner sollen mit den Nachbarstädten schon jetzt Verhandlungen durchgeführt werden, um Herner Schülerinnen auf den Oberlyzeen der Nachbarstädte unterbringen zu können. Sofern diese Erfolg haben, soll das Oberlyzeum abgebaut werden. Die Frauenschule wird Ostern 1931 abgebaut, ebenso werden neue Kurse für Kindergärtnerinnen nicht mehr eingerichtet. Im Jahre 1931/32 soll lediglich noch ein sozialpädagogischer Kursus durchgeführt werden. Die durchschnittliche Klassenfrequenzzahl der Volksschulen soll von 45 auf 50 erhöht, ferner von Ostern 1931 ab, beginnend mit dem achten Schuljahr, gehobene Klassen für Knaben in simultaner Form eingerichtet werden. f Getränkesteuer=Pauschalisierung. Die Stadtverwaltung hat sich nunmehr bereiterklärt, mit den Herner Gastwirten ein Abkommen über eine Pauschalisierung der Getränkesteuer auf der Grundlage eines prozentualen Zuschlages zur Biersteuer abzuschließen.(In Bochum denkt man nicht an ein solches Abkommen.) Westaten und Auch in Dortmund verdoppelte Biersteuer X Dortmund, 2. Februar. Der Magistrat hatte bekanntlich die den Stadtverordneten zur Genehmigung unterbreitete Vorlage, die die nochmalige Verdoppelung der Gemeindebiersteuer, also die Erhöhung auf 10 Mark je Hektoliter Vollbier, im letzten Augenblick wieder zurückgezogen, weil diese Vorlage keine Aussicht auf Annahme im Stadtverordnetenkollegium hatte. Noch ehe der Monat Januar zu Ende ging, kam von Arnsberg ein Ukas des Staatskommissars, der ab 1 Februar die Verdoppelung der durch die Notverordnung schon einmal verdoppelten Biersteuer für Dortmund anordnete. Politische Demonstration * Essen, 2. Febr. Der„Antifaschistische Kampfbund“ (Nachfolger des„Roten Frontkämpferbundes“) veranstaltete gestern in Essen ein Ruhrgebietstreffen. Vormittags fand im dichtgefüllten großen Saal des städtischen Saalbaues eine Versammlung statt, in der die Redner vom kommunistischen Standpunkt aus zum Kampfe gegen den Faschismus, den sie vor allem im Nationalsozialismus sehen, aufriefen. Dabei wurden jedoch auch nicht die Sozialdemokraten geschont. Nachmittags versammelten sich die Teilnehmer auf dem Republik=Platz, von wo sich ab 5 Uhr ein starker Zug in Bewegung setzte, der durch die Stadt marschierte. Zu Zwischenfällen ist es nicht gekommen. Jahrlässige Tötungen im Werdener Krankenhaus Essen, 2. Februar. Zu den Vorgängen im Werdener Katholischen Krankenhause, wo zwei männliche Personen infolge falscher Betäubung kurz vor der Operation starben, wird nunmehr mitgeteilt, daß die Essener Staatsanwaltschaft das Verfahren wegen fahrlässiger Tötung gegen den Arzt und die Krankenschwester eingeleitet hat. Die Untersuchung hat ergeben, daß die vorgeschriebene Dosis Perkain wahrscheinlich doppelt so hoch vorgenommen wurde. Perkain ist ein in letzter Zeit häufig angewandtes lokales Betäubungsmittel bei Operationen. Die auf so tragische Weise ums Leben gekommenen Patienten stammen vom Niederrhein bzw. aus Hattingen. Schwere Bluttat in Bottrop rwp Bottrop, 2. Februar. Der 49jährige Milchhändhändler Heinrich Denne, ein dem Trunke ergebener Mensch, kam im leicht angetrunkenen Zustande nach Hause und fing hier, wie gewöhnlich, mit seiner Frau und dem im gleichen Hause Amelgstraße 103 wohnenden Untervermieter, dem Milchhändler Franz Horstmann, Streit an. Sowohl die Frau als auch Horstmann entfernten sich, um dem Streit aus dem Wege zu gehen. Horstmann ging die Treppe hinauf, um in sein Zimmer zu gelangen. Denne folgte Horstmann nach und versuchte, in das Zimmer einzudringen. Beide standen sich auf der obersten Treppe gegenüber und H. erklärte seinem Gegenüber.„er habe oben nichts zu suchen". Als Antwort zog Denne aus der Hosentasche ein Schlächtermesser und versetzte Horstmann einen wuchtigen Stich, der hinter dem linken Ohr in den Kopf drang. Horstmann sank blutüberströmt zusammen und war innerhalb zwei Minuten eine Leiche. Die Polizei nahm den Messerheld fest. Der Tote ist 31 Jahre alt und wird als ein betriebsamer und verträglicher Mann geschildert. Denne war entmündigt und war bereits vor zwei Jahren acht Monate lang in einer Trinker=Heilanstalt untergebracht. Nach den Untersuchungen der Kriminalpolizei trifft den Toten keine Schuld. Kleine Provinz-Rundschau □ Besetzung des Bistums Aachen. Die Apostolische Nuntiatur teilt mit, daß der Papst den Dompropst von Köln, Dr. Joseph Vogt, zum Bischof von Aachen ernannt hat. Die Ernennung erfolgte gemäß dem Konkordat, d h. nach der Wahl von Seiten dem Domkapitels von Aachen von drei vom Heiligen Stuhl vorgeschlagenen Kandidaten. X Gattenmord. In Remscheid wurde wegen der Erschießung ihres Gatten Frau Dora Stamm wegen Mordes verhaftet. □ Bei Abbrucharbeiten tödlich verunglückt. Beim Abbruch einer alten Schmiede auf dem Gelände der Zeche Neumühl in Hamborn fiel am Samstag mittag dem 37jährigen Schachtmeister Paul Luther aus Essen ein schweres Mauerstück auf den Kopf. Der Bedauernswerte erlitt so schwere Verletzungen, daß er am Sonntag vormittag im Krankenhaus verstarb. WeibeWrgu Bongardohr! 10130 bringt die niedrigsten Preise für wirklich gute, Damen-Hemoen„ H0 Damen-Schulterschluß-Hemd. 70 aus sol Hemdentuch...10, 98 1U. Biber-Nachtjacken vollgroß, gute Köperware..25,.95 Prinzeßröcke mit schöner Spitze, sehr billig Frauen-Kemd. Schverschlat Köperware, vollgroß.70,.40 Dam.-Nachthemd. Wäscheruch u Batist. Reklamepreis Biber-Nach hem.scArm; welt unter Preis. 425. 395 .JU .95 .90 55.50 .00 Hessel-Hemden tragbare Qualität....95,.70 Chiffon-Hemden vollgroß, haltbare Qual..25 Nessel-Einsatz-Hemd. 1 05 mit schön. 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