aas mr Anzeigen füe die Grasschafe 2. 1p 1911 ale. Oesene Reciteun-cer echeliche Techeser e ehage, Weit dr Fear“,„Aus dem Reiche der Hu un e Se. anbnierschet und Gaorene Miedernszug, genz“, Geschäftostels und Redaktion: Niederng#uße Nr. 27. Jernsprecher: 61, 62, 63. 64. Nr 69 Gegr. 1811 BIELEFELDERTAGEBLATT Bielekeld, Mittwoch, 22. März 1933 Bezugopreis monatlich 2.00 UIk. Im Falle höherer Gewalt, bei Streik oder Betriebostörung hat der Bezieher keinen Anspruch auf Rückzahlung des Bezugspreiseo. Anzeigenpreie 15 Dfg. die einspaltige PRillimeterzeile; Beilagen 15 tnk. das Tausend, bei Teilauflagen 20 Mark.— Platzvorschriften mit erhöhtem Zeilenpreis.— Rabatt nach Tarif.— Bei späterer Jahlung und in Klauefällen kommt etwa gewährter Rabatt in Wenfall. 123. Jahrgang potsdam als Symbol. Geist von Weimar sich dem nationalen Geist von Potsdam zugesellen, auf daß das große Ziel erreicht werde, zu dem der erhebende Tag von Potsdam führen soll. Freiheit und Ehre als Fundament des Bielefeld, 21. März. . Am Jrabe Friedrich des Großen hat das deutsche Volk den Tag des nationalen Erwachens esenser gadat sich zurückgefunden zu den echten gratzeln seiner Vergangenheit, um aus ihnen die I1# Dron Ronparlewant Neichspräsbhent hat auf den Geist des alen W—uus). Teunelspartätnent Preußen hingewiesen, das in Gottesfurcht, pflichttreuer Arbeit, nieverzagendem Mut und hingebender Vaterlandsliebe groß geworden ist und hat diesen alten Potsdamer Geist unserm heutigen Geschlecht gewünscht, um frei von Eigenuchangen Zirt uer Vaterland neu aufkar tst o.d fn P erson des alten Feldmarschalls war für die Anwesenden und all die Vielen, die die Feierstunden von fern miterlebten, die ehrfurchtgebietende Verkörperung dieses altpreußischdeutschen Geistes, war der lebendige Beweis dafür, daß das wahrhaft Echte und Treue alle die Zutaunft legt.au und sesten Grund für Mit Freude und Dank hat das deutsche Volk Reichskansse. Phört, die der neue dem ehrwürdigen Marschall gewidmet hat und sieht darin den Beweis, daß die nationale Einigung überall das Verständnis für die geschichtliche Größe des Reichspräsidenten hat Durchbruch kommen lassen. Der Kanzler hat Vorte gefunden g u einer großen Ansprache Worte gefunden, die im ganzen deutschen Volk finden werden. Selbst die politischen Gegner des Reichskanzlers werden die neuen Deutschlands verpflichten Regierung und Volk nach außen und innen. Der Reichstag wird über die außerordentlichen Vollmachten für die Regierung zu befinden haben; er möge der Regierung jede Vollmacht geben, die für die Ueberwindung deutscher Not und zum Wiederaufbau nötig ist. Aber er möge auch dafür Sorge tragen, daß der deutsche Staatsbürger allzeit in Freiheit und Ehre im neuen Deutschland leben und wirken kann.—4h Orglaß Heute oder morgen Wahl des neuen preußischen Ministerpräsidenten. Ausführlicher Bericht mit Bildern über die Reichstagseröffnung in Potsdam und Berlin in der 1. Beilage. heiße Ziebe zum deutschen Volk und Vaterland, das antwortungsgefühl und den selbstlosen Willen anerkennen müssen, mit dem der Kanzler und seine Mitarbeiter an ihre große und schwere Selbst aus dem Volke herausgewachsen, hat er die Sehnsucht des deutschen Volkes nach neuer Erhebung, nach einem neuen Reich und neuem Leben gespürt, hat dieser Sehnsucht Worte verleihen und das nie erloschene Voartgemzonsie Begeisterung und nationalen Adolf Hitler hat die großen Ziele seiner ReBeitens Ssigus sesitelt, er hat das Voll. das in wirtschafischiodennte ellem Kleinkram des wirtschaftlichen und politischen Lebens zu versinken es wieder die BedeuHroben nationalen Ziele und Erforzüur bas gröste unr dus Verfänbnis vorbereitet für das größte unter den von ihm genannten Zielen: für den Wunsch, aus Bauern, Bürgern und Arbeitern wieder ein deutsches Volk zu schaffen. Der Glaube an die eigene Kraft, das Bekenntnis zur Vergangenheit und der Wille, die ratiorgis Ihre wiecher in den Mittelpunkt dentscher Politik zu stellen, werden die Grundlagen für das einige deutsche Volk schaffen. Wie der greise Reichspräsident bereits bei der Weihe des Tannenbergdenkmals, so hat jetzt auch der Kanzler des Reiches erneut die Behauptung deutschen Kriegsschuld zurückgewiesen und noch de Resterung, noch das denische 347 Volk den Ehrenschild wieder reingewaschen; die alten, ruhmvollen Fahnen haben sich, wie der wiedergewählte Reichstagspräsident Göring vor dem neuen Parlament ausführte, vereint mit dem Siegeszeichen, das der nationalsozialistischen Bepegung vorangeflattert ist Unter diesen Emlemen wird die nationale Revolution fortgeführt hoffentlich ihr großes Ziel erreichen: das deutsche Volk im Geist einer neuen Zeit zu 2s natzi nischt go=suhrie Göring mit Recht aus, nicht allein, daß das Reich einig dasteht, auch die Einheit und Geschlossenheit des Volkes im Fühlen und Denken der deutschen Nation muß hergestellt werden". Daß hier keine öde Schablonisierung des Geistes gemeint sein darf, haben wir schon in unserm Begrüßungsartikel für den neuen Reichstag zum Ausdruck gebracht. Wir danken dem Reichstagspräsidenten auch dafür, daß er die schwarz=rot=goldenen Farben nicht als solche abgetan hat, denn an sie knüpft sich bestes deutsches Nationalgefühl, sondern nur als das traurige Kennzeichen einer Zeit deutscher Unterwerfung und Unterdrückung. Das falschverstandene Weimar ist überwunden, möge der wahre Berlin, 21. März. Für die Eröffnung des Preußischen Landtages, die am Mittwoch um 15 Uhr beginnt, hat der Alterspräsident Abgeordneter Litzmann(Nat.= Soz.) eine Tagesordnung herausgegeben. Nach der Konstituierung des Landtages soll zunächst die Wahl des Präsidiums erfolgen, wobei die Wiederwahl des bisherigen Präsidenten Kerrl feststeht. Ferner steht auf der Tagesordnung ein nationalsozialistischer Antrag auf Annahme einer einstGeschäftsordnung für den Landtag. Schließlich wird der Landtag in seiner Eröffnungssitzung noch den Aeltestenrat, den ständigen Ausschuß und die Fachausschüsse bestellen, sowie die Wahl der Mitglieder für das Wahlprüfungsgericht und den Staatsschuldenausschuß vornehmen. Es kann auch zur Stunde noch nicht gesagt werden, ob nicht die Landtagsmehrheit bereits in der ersten Sitzung die Wahl des Ministerpräsidenten durchführt. Jedenfalls ist damit zu rechnen, daß diese Wahl in der zweiten Landtagssitzung am Donnerstag erfolgt und daß der Landtag seiner neuen Staatsregierung auch bald ein Ermächtigungsgesetz erteilt. Inzwischen ist ein neues Verzeichnis der Mitglieder des Landtags herausgekommen, in dem die Kommunisten nicht mehr aufgeführt werden und das im übrigen die vom Landeswahlausschuß endgültig festgestellten Mandatsziffern enthält, wonach das Haus insgesamt aus 413 Abgeordneten besteht. g#H#xvorzuheben ist noch, daß die Deutsche Volkspartei, der Christlich=soziale Volksdienst und die Deutsch=Hannoveraner auf ihren Wunsch wieder so im Sitzungssaal placiert wurden, daß sie zwischen Zentrum und Deutschnationalen sitzen. Nach den Beschlüssen der Fraktionsgeschäftsführer sollten sie gemeinsam mit der Staatspartei zwischen Zentrum und Sozialdemokraten, also weiter links, ihre Plätze erhalten. Die neue Geschäftsordnung. Jeder Abgeordnete, der ohne Beurlaubung durch den Präsidenten einer Landtagssitzung fernbleibt oder an einer namentlichen Abstimmung nicht teilnimmt, schließt sich nach der neuen Geschäftsordnung für 90 Sitzungstage von der Teilnahme an den Arbeiten des Landtages aus. Er die gesamte Zeit bis zum Ablauf des letzten Ausschlußtages das Recht zur freien Fahrt, den Anspruch auf Erstattung von Fahrkosten und den Anspruch auf Aufwandsentschädigung. Kandtag fiür e auch im Preußischen die Zukunft die Einrichtung des Alterspräsidenten abgeschafft werden. „Die für eine Fraktion erforderliche Mitgliederzahl soll von bisher 15 auf 30 erhöht verden ader H auf 30 erhöht Hinsichtlich der i Ministerpräsidentenwahl sollen wieder die alten Vorschriften in Geltung gesetzt werden, wie sie vor der bekannten Aenderung durch die Weimarer Koalitionsparteien bestand„Gewählt soll also derjenige sein, der bei einer Stichwahl die meisten Stimmen auf sich vereinigt. Die absolute Stimmenmehrheit soll nicht erforderlich sein. Die Stellung von Anfragen soll in Zukunft von der Unterstützung durch mindestens 30 Abgeordnete abhängig sein. Auch die Ordnungsbestimmungen des Landtages sollen in der Weise verschärft werden, daß der Präsident ermächtigt wird, grobe Verstöße gegen die Ordnung des Hauses mit der Ausschließung des betreffenden Abgeordneten bis zu 15 Sitzungstagen zu ahnden. Bisher war das Recht der Ausschließung von Abgeordneten über einen Sitzungstag hinaus dem Aeltestenrat vorbehalten. Hinsichtlich der Beschlußfähigkeit soll bestimmt werden, daß der Landtag bei Wahlen beschlußfähig ist, wenn mindestens 40 v. H. seiner Mitglieder anwesend sind. Bisher war für die Beschlußfähigkeit die Anwesenheit der Hälfte der Mitglieder erforderlich. Die neue Geschäftsordnung soll mit Wirkung vom 22. März in Kraft treten. Ihre Annahme steht außer Zweifel, da hierfür nur die einfache Mehrheit ersorderlich ist Neue Verordnungen Amnestie für nationale Revolutionäre.— Neue Strafandrohungen und Einsetzung von Sondergerichten. Berlin, 21. März. Wie wir erfahren, hat die Reichsregierung zwei Verordnungen beschlossen, die dem Reichspräsidenten zur Unterschrift vorgelegt werden. Es handelt sich dabei um eine Amnestie und um Bestimmungen zur Abwehr heimtückischer Angriffe gegen die nationale Regierung. Amnestieverordnung. Die Reichsregierung ist bei dieser Verordnung von dem Gesichtspunkt ausgegangen, daß der Kampf um die nationale Erhebung jetzt zu einem sichtbaren Abschluß gelangt ist. Für Verstöße der vergangenen Zeit, die aus bestem Wollen für das Wohl des Reiches begangen worden sind, kann auf strafrechtliche Sühne verzichtet werden, in dem festen Vertrauen, daß der Geist der Disziplin, an den der Reichskanzler appelliert hat, die sicherste Grundlage für die Achtung vor dem Gesetz bildet. Für Straftaten, die im Kampfe für die nationale Erhebung des deutschen Volkes zu ihrer Vorbereitung oder im Kampfe für die deutsche Scholle begangen sind, wird Straffreiheit gewährt. Dazu werden folgende Bestimmungen zugrunde gelegt: Strafen, die beim Inkrafttreten dieser Verordnung rechtskräftig erkannt und noch nicht verbüßt sind, werden erlassen. Der Straferlaß erstreckt sich auf Nebenstrafen und Sicherungsmaßnahmen, soweit sie noch nicht vollstreckt sind, auf gesetzliche Nebenfolgen, auf rückständige Geldbußen, die an die Kasse des Reiches oder Länder fließen und auf rückständige Kosten. Wenn auf Einziehung oder Unbrauchbarmachung erkannt ist, so behält es dabei sein Bewenden. Anhängige Verfahren werden eingestellt, wenn die Tat vor dem 21. März d. J. begangen ist. Neue Verfahren werden nicht eingeleitet. Fällt nur ein Teil einer Gesamtstrafe unter diese Amnestie, so wird nur dieser Teil erlassen. Die letzten Paragraphen des Amnestiegesetzes enthalten eine Reihe von Einzelvorschriften. Abwehr heimtückischer Angriffe gegen die Regierung der nationalen Erhebung. Diese Verordnug trifft auf Grund des Artikels 48 Absatz II folgende Bestimmungen: § 1. Wer eine Uniform eines Verbandes, der hinter der Regierung der nationalen Erhebung steht, im Besitz hat, ohne Mitglied des Verbandes oder sonstwie befugt zu sein, wird mit Gefängnis bis zu zwei Jahren bestraft. Wer die Uniform oder ein die Mitgliedschaft kennzeichnendes Abzeichen eines Verbandes der im vorigen Absatz gekennzeichneten Art trägt ohne Mitglied des Verbandes zu sein, wird mit Gefängnis nicht unter einem Monat bestraft. § 2. Wer eine strafbare Handlung gegen Personen oder Sachen begeht, oder androht und dabei ohne Mitglied des Verbandes zu sein, die Uniform oder ein die Mitgliedschaft kennzeichnendes Abzeichen eines Verbandes der im S 1 bezeichneten Art trägt oder mit sich führt, wird mit Zuchthaus, bei mildernden Umständen mit Gefängnis nicht unter sechs Monaten bestraft. Ist die Tat in der Absicht begangen, einen Aufruhr oder in der Bevölkerung Angst oder Schrecken zu erregen, oder dem Deutschen Reiche außenpolitische Schwierigkeiten zu bereiten, so ist die Strafe Zuchthaus nicht unter drei Jahren oder lebenslängliches Zuchthaus. In besonders schweren Fällen kann auf Todesstrafe erkannt werden. Nach diesen Vorschriften kann ein Deutscher auch dann verfolgt werden, wenn er die Tat im Ausland begangen hat. § 3. Wer vorsätzlich eine unwahre oder gröblich entstellte Behauptung tatsächlicher Art aufstellt oder verbreitet, die geeignet ist das Wohl des Reiches oder eines Landes oder das Ansehen der Reichsregierung oder einer Landesregierung oder der hinter diesen Regierungen stehenden Parteien oder Verbände schwer zu schädigen, wird soweit nicht eine schwerere Strafe angedroht ist, mit Gefängnis bis zu zwei Jahren und wenn er die Behauptung öffentlich aufstellt oder verbreitet, mit Gefängnis nicht unter drei Monaten bestraft. Ist durch die Tat ein schwerer Schaden fstr das Reich oder ein Land entstanden, so kann auf Zuchthaus erkannt werden. Wer die Tat grob fahrlässig begeht, wird mit Gefängnis bis zu drei Monaten oder mit Geldstrafe bestraft. Wer die Mitgliedschaft eines Verbandes erschlichen hat, gilt nicht als Mitglied des Verbandes im Sinne dieser Verordnung. Bildung von Sondergerichten. Die Reichsregierung wird ferner eine Vererenens über die Bildung von Sondergerichten . Im. Paragrapben 1 wird bestimmt, daß für den Bezirk jedes Oberlandesgerichtes ein Sondergericht gebildet wird, daß diese Sondergerichte Gerichte des Landes sind und daß die 9 Landesjustizverwaltung den Sitz der Sondergerichte bestimmt. Paragraph 2 grenzt die Zuständigkeit der Sondergerichte ab, die sich auf die in der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz von Volk und Staat vom 28. Februar 1933 und die in der Notverordnung zur Abwehr heimtückischer Angriffe gegen die Regierung der nationalen Erhebung bezeichneten Verbrechen und Vergehen bezieht, soweit nicht die Zuständigkeit des Reichsgerichts oder der Oberlandesgerichte begründet ist. Die weiteren Paragrapben befassen sich mit der Zusammensetzung der Sondergerichte, die aus ständig bestellten Richtern des Bezirks bestehen sollen und enthalten weiter eine Reibe von Verfahrensvorschriften. V Aunge gesey eingerruch! Anträge auf Aenderung der Geschäftsordnung. Berlin, 21. März. Der angekündigte Initiativgesetzentwurf der Nationalsozialisten und der Deutschnationalen zur „Behebung der Not von Volk und Reich“— das Ermächtigungsgesetz— ist nunmehr den Mitgliedern des Reichstages gedruckt zugestellt worden. Bezüglich der Reichsminister a. D. Hermes verhaftet. Aenderung der Geschäftsordnung Berlin, 21. März. Auf Grund Antrag des Generalstaatsanwalts beim Landgericht l ist gegen den früheren Reichsernährungsminister Dr. Andreas Hermes die Voruntersuchung wegen des Verdachts der Untreue eröffnet worden. Der Untersuchungsrichter des Reichstages liegen ebenfalls Anträge der beiden Regierungsparteien vor. Der eine Antrag bezieht sich auf die Eröffnung des Reichstages nach einer Neuwahl durch den Präsidenten, statt durch den Alterspräsidenten. Ein zweiter Antrag sieht die Ergänzung der Geschäftsordnung dahin vor, daß verjenige Abgeordnete, der ohne Urlaub oder infolge einer Erkrantung, die dem Abgeordneten die Teilnahme nicht tatsächlich unmöglich macht, an Voll= und Ausschußsitzungen oder Abstimmungen nicht teilnimmt, vom Präsidenten bis zu 60 Sitzungstagen von den weiteren Verhandlungen ausgeschlossen werden kann. Eine dritte Bestimmung sieht vor, daß Abgeordnete, die auf Grund dieser Ergänzung der Geschäftsordnung ausgeschlossen weiden können, dennoch als anwesend gelten. In politischen Kreisen rechnet man damit, daß das Ermächtigungsgesetz bereits in der Donnerstagssitzung des Reichstages verabschiedet wird. Eine Verschleppung der Schlußabstimmung wäre nur dann zu erwarten, wenn die Sozialdemokraten gegen die sofortige Vornahme der dritten Lesung Einspruch erheben würden. Dann müßte ein Zeitraum von 24 Stunden zwischengeschaltet werden. An diese Möglichkeit aber glaubt man angesichts der ganzen Stimmung in parlamentarischen Kreisen so gut wie überhaupt nicht. Unentschieden ist freilich noch die Haltung des Zentrums. Vergangenheit in einer Reihe von Erklärungen, nach denen in der Praxis seitens der katholischen Geistlichkeit gehandelt wurde, Führer und Mitglieder der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei als Abtrünnige der Kirche bezeichnet, die nicht in den Genuß der Sakramente kommen dürften. Diese Erklärungen sind bis heute noch nicht widerrufen und es wird auch seitens der katholischen Geistlichkeit weiterhin danach gehandelt. Infolgedessen sah sich der Kanzler zu seinem Leidwesen nicht in der Lage, am katholischen Gottesdienst teilzunehmen. Der Kanzler hat während der Zeit des offiziellen Gottesdienstes, zusammen mit dem Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda, Dr. Goebbels, auf den dasselbe zutrifft, die Gräber seiner ermordeten SA=Kameraden auf dem Luisenstädtischen Friedhof in Berlin besucht. Er legte dort einen Kranz nieder mit der Inschrift:„Meinen toten Komeraden! Die Zentrumsfraktion wird erst am Mittwochvormittag ihre Entscheidung treisen. Es heißt, daß auch ein neuer Besuch des Prälaten Kaas beim Reichskanzler stattfinden wird. In parlamentarischen Kreisen ist man sich durchaus klar darüber, daß die Entscheidung für das Zentrum überaus schwer ist. Man zweifelt aber nicht daran, daß die Fraktion ihren Mitgliedern die Abstimmung freigeben wird und daß damit die Zweidrittelmehrehit gesichert ist, an der den Regierungsparteien und den ihnen befreundeten Gruppen ohnehin nur etwa 15 Stimmen fehlen. Wenn das Ermächtigungsgesetz angenommen ist, wird sich der Reichstag auf längere Sicht vertagen. hat gegen Hermes Haftbefehl wegen Verdunkelungsgefahr und Fluchtverdacht erlassen Hermes ist am Dienstag dem Untersuchungsgefängnis Moabit eingeliefert worden. Dr. Hermes wird vorgeworfen, daß er in seiner Eigenschaft als Präsident der Deutschen christlichen Bauernvereine einen Betrag von nahezu einer Million Mark von 3½ Millionen Mark, die zur Rationalisierung der den deutschen christlichen Bauernvereinen angegliederten landwirtschaftlichen Genossenschaften bestimmt waren, in Verfolgung wirtschaftspolitischer Ziele zum Ankauf von Grundstücken verwandt habe. In dieser Verwendung der Gelder erblickt die Staatsanwaltschaft eine untreue Handlung. Da es sich bei dem Betrag um überschüssige Gelder handelte, hätte nach Ansicht der Staatsanwaltschaft dieser Betrag an die Preußenkasse zurückgeleitet werden müssen. Das Auslands-Scho Breslau, 21. März. Zu der amtlichen Erklärung über das Fernbleiben des Reichskanzlers Hitler vom katholischen Gottesdienst bringt die„Schlesische Volkszeitung“ eine ihr von maßgebender kirchlicher Stelle zugegangene Aeußerung, die folgenden Wortlaut hat:„Die Behauptung, Anhänger der NSDAP. würden als Abtrünnlinge der Kirche betrachtet, die nicht in den Genuß der Sakramente kommen dürften, ist in dieser Allgemeinheit unrichtig. In zahllosen Fällen sind dieselben wie alle anderen Katholiken zu den heiligen Sakramenten zugelassen worden. Die Frage der Zulassung oder Abweisung wird bei diesem wie bei allen anderen Katholiken nicht nach politischen Gründen, sondern in jedem Falle gewissenhaft nach der Würdigkeit des einzelnen beurteilt. Die Bezeichnung als Abtrünnlinge der Kirche ist durchaus unzutreffend.“ Der Eindruck der Dotsdamer Feier. Paris, 21. März. Sämtliche Pariser Blätter räumen den Vorgängen in Potsdam einen hervorragenden Platz Neues Kolonialland für Italien? Paris, 22. März. Der Sonderberichterstatter des„Echo de Paris“ meldet auf Grund einer Information aus guter Quelle aus London, Mussolini und Macdonald hätten sich geeinigt, daß England an Italien gewisse Gebiete in Ostafrika und zwar von Kenya und Tanganyika abtreten werde. Diese Maßnahme sei eine Ergänzung der Gebietsabtretung, die die englische Arbeiterregierung vor einigen Jahren der faschistischen Regierung zugestanden hatte.(Es handelte sich damals um die Abtretung eines Teils des Juba=Landes, das zu der italienischen Kolonie Somali geschlagen wurde. Die Abtretung erfolgte auf Grund des Londoner Vertrages, der Italiens Eintritt in den Weltkrieg zur Folge hatte. Die Red. ein. Die meisten Zeitungen überlassen ihren Sonderberichterstattern die Wiedergabe eines ausführlichen Stimmungsbildes und nehmen unabhängig von den telephonischen Berichten Stellung. Zusammenfassend ist hervorzuheben, daß die Sonderberichterstatter sich der Begeisterung, die in Potsdam herrschte, nicht haben entziehen können. Die eigentliche Stellungnahme der Blätter beschränkt sich aber nicht auf den Tag, sondern auf die Gesamtlage Deutschlands, wie sie sich den französischen Blättern darstellt. Dabei tritt die Feststellung in den Vordergrund, daß Deutschland von neuer innerer Kraft beseelt, geschlossen hinter seinem Führer steht und daher für die Nachbarn ein beunruhigender Machtfaktor geworden ist. Gleichzeitig werden die Beziehungen zum Vorkriegsdeutschland und zum monarchischen Gedanken mit unverkennbarem Mißtrauen untersucht. Im„Matin“ fragt Philipp Barres, ob der Geist von Potsdam, der in Deutschland noch ganz lebendig sei, den Geist der Restauration bedeute. Die„Libert““ und der„Temps“ schildern die „Gefahren des nationalistischen Deutschland in den schwärzesten Farben. England. Kriegsblinder spricht im Rundfunk. London, 21. März. Die großen Feierlichkeiten bei der Eröffnung des Reichstages werden von der englischen Presse in größter Aufmachung und spaltenlangen Berichten wiedergegeben. In den Ueberschriften liest man„Hitlers Siegesrede",„Deutschlands Wiedergeburt“ usw. Fettgedruckt sind die Aeußerungen des Reichskanzlers über die Kriegsschuldlüge und die Tribute. Die im Versailler Vertrag enthaltene Anerkennung Deutschlands, das es am Kriege schuldig sei, ist, so schreibt„Evening News“, damit feierlich und formell rückgängig gemacht worden. Hindenburg und Hitler seien wie Siegeshelden in Potsdam eingefahren.„Evening Standard“ erinnert im Zusammenhang mit der Kranzniederlegung am Grabe Friedrichs des Großen an die Worte Napoleons:„Meine Herren, wenn dieser Mann leben würde, wären wir nicht hier". In Anlehnung hieran könne man sagen: wenn Hitler nicht wäre, dann wäre kein neues Deutschland. Huller und die Kirche. Eine amtliche Mitteilung. Berlin, 21. März. Amtlich wird mitgeteilt:„Die katholischen Bischöse von Deutschland haben in der jüngsten Man kauft zur in der Veelnsleup Straße der guten Spezialgeschäfte In dem Augenblick, als der Reichspräsident an den Särgen Friedrich Wilhelm l. und Friedrichs des Großen einen Kranz niederlegte, hielt im Rundfunk ein Kriegsblinder eine kurze Ansprache, in der er ausführte:„Im Herbst 1917 verlor ich durch eine Granate das Licht beider Augen. 16 Jahre saß ich in Finsternis und litt das große Leid Deutschlands mit. Heute aber ist mir, als ob die Finsternis einem neuen Licht weicht. Das Vaterland ist wieder schön und ehrlich und hell geworden. Haltet fest an Eurem Gelübde! Seid berit zu jedem Opfer! Schließt die Reihen. damit der ersehnte Tag der Freiheit herankommt! Alles für Deutschland, unser Vaterland!“ Amerika und Deutschland. Die amerikanische Regierung lehnt ein Eingreisen zu Gunsten der deutschen Juden ab. Washington, LI. März. Der linksradikale amerikanische Judenführer Rabbi Stevens Weiß hatte beim Einwanderungsausschuß des Repräsentantenhauses ein Einschreiten des amerikanischen Staatsdepartements gegen die„Unterdrückung der Juden in Deutschland“ beantragt. Das Staatsdepartement hat nunmehr bekanntgegeben, daß die amerikanische Regierung keineswegs gewillt sei, amtliche Schritte in Sachen der internen deutschen Judenfrage zu unternehmen. Amerika werde nur einschreiten, falls amerikanische Bürger irgendwie betroffen werden. Im übrigen stellt das Staatsdepartement fest, daß laut Bericht des amerikanischen Botschafters in Berlin Angriffe auf amerikaErnst Wichert Heimat und Welt. Wenn ich mit meinem Vater abends aus dem Walde ging, nach Hause, blieb ich bei den letzten Pilzen stehen und fragte, wann sie nach Hause gingen. Sie könnten nicht gehen, sagte mein Vater. Sie seien zu Hause, wo sie ständen. Ich verstand das nicht. Die Vögel flogen in ihre Nester, die Rehe zogen in ihr Bett, der kleinste Käfer barg sich in seinem dunklen, warmen Haus. Sie aber hatten kein Dach über dem Kopf, als den großen Waldesraum und das Gewölbe der Sterne, und manchmal deckte ich heimlich ein Tuch über sie, damit sie zu Hause wären in der dunklen Nacht. Täglich ging ich zu ihnen. Ich sah, daß ihre Kinder um sie wuchsen, klein, still, mit Hüten, die viel zu groß für sie waren. Auch sie hatten kein Zuhause, der Regen schlug auf sie nieder, Schnecken fraßen an ihrer Wehrlosigkeit, und vor dem ersten Schnee waren sie verfallen, und ihre kleinen Leichen lagen überall auf dem braunen Moos. Ich bin geneigt, zu lächeln über den Kinderschmerz und es würde doch nicht richtig sein, denn das erste, große, ganz umfassende Gefühl des Kindes war das Heimatgefühl, und ihm schien verloren und ausgestoßen, was ohne Heimat war. Und das Kind selbst? Wir alle, als wir klein waren, mit zu großen Hüten, hatten wir mehr über uns als einen dunklen Waldessaum und ein Gewölbe hoher Sterne? Da war das Antlitz der Mutter, das uns Sonne, Mond und Sterne war, da war das Wunder der Lampe am stillen Abend, der Winkel am Osen und ein paar Wände, die ihn begrenzten. Und weiter war nichts. Und zur Nacht deckte man vielleicht ein Tuch über unser Gesicht, damit wir„zu Hause“ wären. Das im kleinen Kreise Kriechende waren wir, das nicht Wandernde, das Hilflose, das vor einem Käfer schrie. So klein war unsere Welt, so eng wie die eines jungen Tieres, wie jener kleinen Gesellen mit den großen Hüten, die immer verzaubert ausfahen, gebannt, nicht zu erlösen.„„ Und heute sind wir die Herren der Der Raum ist unser, und die Zeit ist unser. Wir stehen in den Museen, die Zeit bricht auf, und unsere Hand kann rückwärts tasten bis zu den Zeiten der Aegypter und Babylonier. Wir stehen in den Sternwarten, der Raum bricht auf, und unser Auge kann hinaustasten bis an die Ewigkeit des Orion=Nebels.„Amerika“, sagt jemand, und vor unserem Bewußtsein steigt gehorsam die Welt empor, die ehemals eine„neue Welt" war. Steigt empor, zusammengesetzt aus tausend Vorstellungen und Begriffen, gelernt, gelesen, erfahren, Landschaften, Menschen, Sprache, Geschichte, Vergangenheit und Zukunft. Die Erde gehört uns, das Meer, die Luft, der Aether, die Unendlichkeit. Wir haben die Welt erobert, jeder einzelne von uns.„Heim“ bedeutet im Sanskrit die Wohnung, im Litauischen der Bauernhof, im Gotischen das Dorf. Und die„Welt“ bedeutet das Mannesalter, das Menschenalter, das All. Ungeheure Spannung, die zwischen den beiden Begriffen sich dehnt. Summe aller Menschheitswege, vom dämmernden Wandel des Kinderlebens bis zum unendlichen All. Summe alles Suchens und Sehnens, aller Mühe und Wagnis, aller Opfer und Hingabe, alles Blutes, aller Tränen, aller Triumphe. Im Mutterleibe begonnen wie die Frucht aller dumpf, nicht wissend, ahnungslos, „selbstlos“, und nun lächelnd über die Schmerzen und Träume der Kindheit, der Natur sich entreißend, der Zeit und ihren Gesetzen, dem Raum und seinen Bindungen, hinausgeschleudert über die kleinen Brüder in Pflanze und Tier, ausgezogen wie Saul, um seine Eselin zu suchen, und heimkehrend mit einer Königskrone. Vom Pfahlbürger zum Weltbürger, vom Höhlenbewohner zum Herrn des Aethers, von der Stummheit des Tierblickes, zum Lächeln, zur Träne, zur Anbetung. Heimkehrend? ja, wohin? Wo ist das Schloß, in dem man uns den Mantel von den Schultern löst, wo das Kissen, auf das wir unsere Krone zur Nacht legen können, wo die Hand, die ein Tuch über unser Gesicht deckt, damtt wir zu Hause“ sind? Ein König ohne Krone ist ein schmerzliches Bild. aber ein König, der seine Krone nicht von der Stirne nehmen kann ist ein verzweifeltes Bild Gibt es nicht ein Kirchenlied: „Wo findet die Seele die Heimat. die Ruh?“ Ist auch dies ein Kinderlied, des milden Lächelns wert, der spielerischen Erinnerung? Oder pocht es leise, wie der Ruf eines Schicksals? Mahnt es, daß wir bezahlen müssen für das, was wir gewannen, in Treuen und gerecht, wie im Gotteshaushalt bezahlt werden muß? Das Glück mit den Tränen, das Leben mit dem Tode, die Welt mit der Heimat? Nein, wir wollen nicht zurückweichen, auch nicht vor diesem Preise. Und wenn wir es auch wollten, wir können es nicht. So wenig wie eine Speiche im donnernden Rade anhalten kann, weil ihr vor dem Kommenden graut. Aber wir können bedenken. Auch an der Schwelle der „Welt“, des Alls, konnen wir ein wenig die Schuhe ausziehen, wie wir als Kinder vor der Schwelle der Heimat taten. Gedanken. Volk und Buch. Das Lese=Bedürfnis ist das Erwachen von Seele und Geist. Das innerste Bewußtsein von der Unaustilgbarkeit unserer deutschen Art bedeutet keine Vertröstung auf eine bessere Zeit" Vertrösten würde heißen: dem deutschen Volke sei eine Zukunft zu je dem goldflirrenden, machtklirrenden Kaiserstaat gliche. Dieses Deutschland ist überwunden: äußerlich durch den Feind, der es nur von außen kennen gelernt hat, innerlich war es schon von den Besten des deutschen die sich gegen die Großhanserei vollbewußt Gesens durch die Setige Eigenwert deutschen ich die Treibhauspracht nur geschädigt abgelehnt. Wer da trauert oder verzweifelt, klagt einem ungesunden Zustande nach, den wir Deutsche durch die Opfer und Leiden dieses Krieges geläutert haben. Heinrich Lhotzky. ist oberster Satz jeder Betraachtung von „Volk und Buch“, daß die Beziehung zwischen beiden nicht in theoretischen Erörterungen hängen bleiben darf, sondern fröhlich=herzliche Praxis, sehen, schöpferische Verbindung sein mußi müssen wenn wiSchen,.gopferische Verbindung sein muß ##en, wenn wir wirtlich wieder auf den Berg rommen wollen, zu der Erkenntnis gelangen, daß die Beziehung zwischen Volk und Buch eine unserer großen Lebensfragen ist. Höllenfahrt oder Himmelfahrt einer Nation liegen auch zu einem nicht geringen Teile schicksalhaft in seinem Buchwesen begründet. Zeit des allzuleichten Glaubens ist vorbei. unsere Glaubenswilligkeit bitter erprobt und hart überwunden. Aus dem Schoße dieser Not müssen für das deutsche Wesen Werte brechen, vergleichbar den Lebenswerten des deutschen Reformationszeitalters. Erwin Guldo Kolbenheyer. hafs in feinen Bachwesen begrunder. dem Volke, wenn in seinen entlegenen Daseinswinrein lebendige Beziehung zu seinen Bichern. vorhanden ist. Wer vor der Radiozeit beispielsweise in einem ganz weltfernen norwegischen Bauernhofe einkehrte, konnte dort Feierstunden seltenster Art erleben, wenn er abends Sagen. Buche: a., H; wie er aus einem alten den Seinigen und dem ganzen Hofgesinde vorlas. Ich glaube kaum, daß sich an dieser Sitte— trotz des Radios— allzu viel geändert haben wird. Schon damals wünschte ich mir das gleiche Erlebnis im eigenen Volke. „.. bis 24. Juni) snd an ür. und ErsaufübrinBraunsels, Symphonie in Cis=Moll von Pfitzner,„Der dem enthält das Programm noch Orchester hahen bei uns immer zuviel vom eesprochen und zu wenig von Buchwelt! Das wort„Büchermarkt“ ist zu sehr Eiement des„Konsunktur“ bekastet, mit dem Zett#teerischen und des Nurdort zu mächtiseng vintagsfliegenhafte schwilt lachtigen Stapeln. Büchermarkt in seinen Auswüchsen genommen, kann Verschüttung der Quellen bedeuten. Das Konsunktur=Buch aus der Jeder und nur aus der Feder jener Literaten, die Einbruch ga nicht verstehen konnten, der #ch, ausländischer, teilweise recht zweifelhafter Literatur haben verheerend gewirkt. wir das Erlebnis„Aufbruch der Nation“ ins Rein=Geist=Seelische, so bedeutet es nicht an letzter Stelle Aufbruch ins deutsche, adlige Duch Buch=Ehre bedeutet auch Volks=Ehre! Reichets nische Bürger in aufgehört haben. Das Staatst Botschaft in Be den von gewissen Meldungen über Deutschland ausf das Staatsdepar dungen in Wash Die preußisch licht eine vom 17. Regelung einige fassungs=, Verwal zur Aenderung u ordnung zur Vere Verwaltung. Dei Aufhebung der das Gesetz über d rungsgenossenschaf präsidenten zugen die Regierungspré gen werden die de zugewiesenen Auf heiten) auf die O Zuständigkeit der kulturamt geht au übrigen geht die (Landeskultur=Spri rat, im Regierun Provinzialrat der entscheidet der Brandenburg. Sollmann nac Nach einer Me burg soll der sozie ordnete Sollmann Keut Generaldirektor Deutscher Kranken! früh in Schutzhaft Lehmann ist Mitgli ein sozialdemokrati ment verhaftet, in d zug einsteigen wollt Eine Gruppe better, die vor 1½ ausgewandert sind: nicht wieder nach haben nun angesicht zu siedeln, beschlosse land zurückzukehren Wie aus Mosk sichts der allgemein Lebensmittelrationer Dauer von drei Me Volk Die evangelischen Um zu der dur eignisse für die kir keits=Arbeit geschaf men, waren die L verbände in Berlit Aussprache brachte und Vaterland un Mitarbeit an der Volkes— als der lichen und völkisch Ausdruck. Die Ve sich an alle ihre Gl betont, in diesen eine Aufgabe von haben die Unabhär zu sichern. Damit und dem Werden wesentliche Dienste. auch im öffentlichen Die Be In einer Kun chen Seamtenb Aufsbeamtentum Deutschlands Größe hat, so will es aud stieg der Nat haben. Der Deutsche partetliche Berufsorg amten, wird bei den lichen Neubau des 3 arbeiten getreu das Allgemeinwohl zugehen hat. Der Deutsche Beo regierung dafür, da eigenmächtigen und u Gang der öffentlichen um damit Recht und deutschen Berufsbeam geben, als daß er sich gabe zur Verfügung st treue Pflichterfüllung FIN Bürger in Deutschland seit dem 11. Märt aufgehört haben.— Aur Batschaft in Verrin eauische den von gewissen Kreisen in Amerika verbreiteten Meldungen über angebliche Judenverfolgungen in führlich Stellung zu nehmen. Wie Staatsdepartement mitteilt, haben diese Meldungen in Washington große Unruhe verursacht. Aufhebung der Landestulturamter. Berlin, 21. März. .#. Die preußische Gesetzessammlung veröffentlicht eine vom 17. März datierte Verordnung zur Regelung einiger Punkte des Gemeindeverfassungs=, Venwaltungs= und Abgabenrechts sowie zur Aenderung und Ergänzung der ersten Verordnung zur Vereinfachung und Verbilligung der Verwaltung. Der wichtigste Punkt ist dabei die Aufhebung der Landeskulturämter. Die durch das Gesetz über die Bildung von Bodenverbesserungsgenossenschaften dem Landeskulturamtspräsidenten zugewiesenen Aufgaben werden auf die Regierungspräsidenten übertragen. Im übrigen werden die dem Landeskulturamtspräsidenten zugewiesenen Aufgaben(Landeskultur=AngelegenS guf die Oberpräsidenten übertragen. Die Zustanoigkeit der Spruchkammer bei dem Landeskulturamt geht auf den Bezirksausschuß über. Im übrigen geht die Zuständigkeit der Spruchkammer (Lanveskultur=Spruchsachen) auf den Provinzialrat, im Regierungsbezirk Sigmaringen auf den Provinzialrat der Rheinprovinz über. In Berlin entscheidet der Provinzialrat der Provinz Brandenburg. Handball D. H.=Sprel=Henlung. Sollmann nach Luxemburg geflüchtet? Paris, 21. März. Nach einer Meldung des Matin aus Luxemburg soll der sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Sollmann nach Luxemburg geflüchtet sein. Neues in Kürze. Generaldirektor Lehmann vom Hauptverband Deutscher Krankenkassen e. V. wurde Dienstag früh in Schutzhaft genommen. Generaldirektor Lehmann ist Mitglied der SPD. Ebenfalls wurde ein sozialdemokratischer Funktionär in dem Moment verhaftet, in dem er in den Pariser Schnellzug einsteigen wollte. * Eine Gruppe deutscher kommunistischer Arbetter, die vor 1½ Jahren nach Sowjetrußland ausgewandert sind und dort feierlich erklärt haben, nicht wieder nach Deutschland zurückzukehren, haben nun angesichts der Unmöglichkeit, in Rußland zu siedeln, beschlossen, doch wieder nach Deutschland zurückzukehren. Wie aus Moskau gemeldet wird, sind angesichts der allgemeinen Lebensmittelknappheit die Lebensmittelrationen der Roten Armee für die Dauer von drei Monaten gekürzt worden. Volk und Kirche. Die evangelischen Presseverbände zur Lage. Um zu der durch die jüngsten politischen Ereignisse für die kirchliche Presse und Oeffentlichkeits=Arbeit geschaffenen Lage Stellung zu nehmen, waren die Leiter der evangelischen Presseverbände in Berlin versammelt. Die eingehende Aussprache brachte die Verbundenheit mit Volk und Vaterland und den Willen zu kraftvoller Mitarbeit an der inneren Erneuerung unseres Volkes— als deren Voraussetzung des staatlichen und völkischen Wiederaufbaues— zum Ausdruck. Die Verkündigungen der Kirche, die sich an alle ihre Glieder wenden, haben, so wurde betont, in diesen entscheidungsvollen Stunden eine Aufgabe von einzigartiger Bedeutung. Sie haben die Unabhängigkeit der religiösen Arbeit zu sichern. Damit erweisen sie auch dem Staate und dem Werden einer neuen Volksgemeinschaft wesentliche Dienste. Für die Werte der Kirche auch im öffentlichen Leben und in der politischen dieser Tage Gehör und freie Bahn zu Wenn Arminia in Hagen flegt. Verbandsprobespiel in Minden am 30. April. . Der„westfälische Handballreferent hat gegen vdie Ansetzung des k.=o.=Endspiels Arminia Bielefeld gegen VfB. Aachen in Hagen Einspruch beim Verbandshandballausschuß eingelegt. Dieser teilt daraufhin der westfälischen Bezirksinstanz mit, daß die Verbandsgeschäftsstelle das Fußballspiel der Arminen gegen Hüsten 09 nach Bielefeld geund es zweckmäßig sei, wenn das Handballspiel nicht an dem gleichen Tage in Bielefeld steige. Fest steht jedenfalls, daß bei einem Sieg der Arminen in Hagen das Endspiel gegen den Dritten der engeren WSV.=Runde in Bielefeld steigt. Hoffentlich schaffen es also am Sonntag die Arminen in Hagen. Das schon seit einiger Zeit geplante Probespiel der westdeutschen Verbandsmannschaft in Minden gegen Hindenburg ist vom BHA. für den 30. April angesetzt worden. Man wird in diesem Spiel die Hindenburgmannschaft nicht auseinanderreißen, sondern geschlossen antreten lassen. Drei Torhüter sollen in der westdeutschen Mannschaft ausprobiert werden, zwei davon aus Westfalen. Es kämen Oberwahrenbrock(Recklinghausen) und Kley(Arminia Bielefeld) in Frage. * Nach der neuesten Statistik der DSV. hat der Westdeutsche Spielverband nach wie vor die meisten Handballmannschaften von allen deutschen Landesverbänden. In einem Abstande von etwa 1000 Mannschaften folgt der Verband Mitteldeutscher Ballspielvereine. Fußball Der Bezirkstag rückt näher. Neue Männer in Front. Auf dem kommenden Bezirkstag wird den Westfalen die Profifrage weniger am Herzen liegen, nachdem der Jerschplan allgemein auf freundliches Wohlwollen gestoßen ist. Wieder einmal ist es die Besetzung der Vorstandsämter, die den Vereinen das Wichtigste erscheint. Der B. V. dürfte in seiner alten Besetzung wiedergewählt werden. Dagegen herrscht ebenso weitreichende Einmütigkeit gegen eine Neubesetzung der Posten des Fußball=Obmanns und des Schiedsrichter=Referenten die übrigens, wie wir hören, von den seitherigen Inhabern, Detering=Osnabrück und BanzeAnger aus freien Stücken geräumt werden. Weniger einheitlich ist man in der Auffassung über den würdigsten Nachfolger. Hamm, Recklinghausen und Bielefeld warten jeder für sich 5.5“es Wampie ersammlung der Den U. Bielefelder Kampfspielwoche im Der Deutsche Reichsausschuß für Leibesübungen, Ortsgruppe Bielefeld, hatte am Montag abend die Vertreter der ihm angeschlossenen Vereine im„Deutschen Haus“ eingeladen. Studienrat Heldmann(Bethel) betonte einleitend, daß der D. R. A. nach Kräften die Ziele der nationalen Regierung unterstützen und an der Wiederaufrichtung eines starken und wehrhaften Deutschlands mitarbeiten wolle. Dem Aufnahmegesuch des Firmen=Sportvereins Gebrüder Lefsers wurde zugestimmt. Erster Geschäftsführer Netz gab u. a. bekannt, daß der Reichsausschuß mit dem Städt. Betriebsamt in Verhandlungen stehe, um für die hiesigen Turner und Sportler eine Fahrpreisermäßigung für Fahrten mit der Straßenbahn oder dem Autobus nach den von diesen benutzten Sportanlagen zu erreichen. Herr Netz richtete an die Turn= und Sportvereine die Bitte, sich an den Lehrgängen der freiwilligen Sanitätskolonnen zu beteiligen, um in der Lage zu sein, bei Unglücksfällen Hilfe letsten zu können. Weiter gab Herr Netz bekannt, daß sich die Banken bereit erklärten, Olympia=Sonderkonten einzurichten, die mit 1 Prozent über den gewöhnlichen Satz verzinst werden. Verfügbar ist das Guthaben auf diesem Konto unmittelbar vor der Olympiade 1936. Sportwart Zimmermann berichtete über die Veranstaltungen des vergangenen Jahres. Für den diesjährigen Großstaffellauf müßte ein neuer Preis geschaffen werden. Ob es dazu kommt, steht noch dahin. Die Entlastung des Vorstandes erfolgte einstimmig, ebenso die Wiederwahl der laut Satzungen ausscheidenden Vorstandsmitglieder wie der zweite Vorsitzende, der erste Geschäftsführer, Schatzmeister usw. Neben dem engeren Vorstand, der aus sieben Mitgliedern besteht, wird in Zukunft ein Arbeitsausschuß bestehen, der Vertreter der sämtlichen Sporwisziplinen umfaßt, Dem ersten Geschäftsführer Netz, der mit Arbeit überlastet sei, soll ein Schriftführer beigegeben werden. Dem Vorstand wurde die Besetzung des Postens überlassen. Einen wesentlichen Raum der Sitzung nahm der Punkt Veranstaltungen im Jahre 1933 ein. Es ist eine großangelegte Bielefelder Kampfspielwoche vom 21.—28. Mai geplant. Am ersten Sonntag wird nach dem vorläufig, aber nicht endgültig aufgestellten Programm der Großstaffellauf„Quer durch Bielefeld“ steigen, an dem sich wieder Turner und Sportler gemeinsam beteiligen. Am Montag sollen Radrennen usw. zum Austrag kommen, am Dienstag turnsportliche Vorführungen auf den verschiedenen Plätzen der Stadt. Am Mittwoch finden leichtathletische Jugend-Wettkämpfe statt, der Donnerstag(Himmelfahrt) soll mit Wanderungen der Vereine ausgefüllt werden. Für den Freitag sind SchwimmWettkämpfe vorgesehen. Der Sonnabend soll als Spieltag freigehalten werden, an dem Schlagund Faustballspiele und dergleichen noch zum Austrag kommen. Am zweiten Sonntag, dem Endtag, will man einen großen Handballkampf aufziehen. Als Abschluß der Kampfspielwoche findet dann Sonntags abends auf dem Johannisberge eine Siegerfeier statt. Bieleselber W. S. V.=Ver lich einmal der Bieleselder Auf der letzten Tagung Verein= beschloß Vereine Die Berufsbeamten. In einer Kundgebung des Deutschen Beamtenbundes heißt es: Wie das erufsbeamtentum in der Vergangenheit an Deutschlands Größe uneigennützig mitgearbeitet hat, so will es auch an dem Wiederaufstieg der Nation tätigen Anteil haben. Der Deutsche Beamtenbund, als die überparteiliche Berufsorganisation der deutschen Beamten, wird bei dem staatlichen und wirtschaftlichen Neubau des Reiches tatkräftig mitarbeiten getreu seinem Programmsatz, daß das Allgemeinwohl den Einzelinteressen voranzugehen hat. Der Deutsche Beamtenbund dankt der Reichsregierung dafür, daß sie unmißverständlich alle schloß man, endGebiet der Verwaltung ihr gutes Recht der Mitarbeit zu erkämpfen, nachdem man hier jahrelang völlig ausgeschaltet war. Die Vereine einigten sich auf Ermshaus(V. f. B.) als FußballObmann und Obermöller(Armtnia) als Schiedsrichter=Referent. Diese Paarung wäre zweifellos glücklich. Aber nach dem kläglichen Scheitern der diplomatischen Front auf dem „kleinen“ Gautag bestehen für das einmütige Vorgehen der Bielefelder in den wichtigeren Belangen des Bezirkes nur geringe Aussichten, zumal die Bielefelder Schiedsrichter=Vereinigung mit einem Sondervorschlag herauskommt. Den Vorteil aus dieser unseligen Zersplitterung werden wieder einmal die Vereine des Südkreises genießen, und Bielefeld wird wieder für ein Jahr ohne jede Vertretung innerhalb der Bezirksinstanzen bleiben. Tendenz: fallend! Die Einnahmen beim Fußball=Länderspiel. Die Kasseneinnahmen beim Fußball=Länder= spiel Deutschland— Frankreich in Berlin sind im Vergleich zu den voraufgegangenen Spielen gegen England und Oesterreich sehr gering geworden. Bei 47600 zahlenden Zuschauern wurden etwa 55000 Mark eingenommen, während das England=Spiel 1930 bei der gleichen Besucherzahl noch 80000 Mark einbrachte. Der Länderkampf gegen Oesterreich mit nur 28000 Zuschauern wurde mit etwa 60000 Mark abgeschlossen. Die Ursache liegt in der Senkung der Preise. So wurden nicht weniger als 8000 Erwerbslosenkarten ausgegeben und zudem kostete der am meisten frequentierte Stehplatz nur 70 Pfg. 3500 Mark wurden durch den erhobenen Olympiagroschen an den DRA. überwiesen. Deutsche Turnerschaft vier besten Fechtern eine Rangfolge festgestellt werden.„Franz Wilhelm(B. T. G.) wurde Erster, Wächter(Paderborn) Zweiter und Werner Wilhelms(B. T. G.) Dritter. .Zum Florettfechten, hatten sich 28 Fechter gestellt. Viele fühlten sich berufen, aber wenige konnten sich in diesem außerordentlich scharfem Kampf behaupten. Vom ersten bis zum letzten Gefecht wurde erbittert aber durchaus sauber gesochten. Nach fünfstündigem Kampf waren schließlich nur noch drei alte Kämpen im Gefecht, jeder mit nur zwei Niederlagen. Die stärksten Nerven und Fortung mußten im Stichkampf den Rang festlegen. So wurde der sehr glücklich sechtende Franz Wilhelm(B. T. G.) auch hier Bester: Xaver Ostermann(Paberborn) wurde Zweiter und Werner Wilhelms(B. T. G.) Dritter. Tennis Bielefelder Meisterschaften im Tischtennis. Am Sonntag, 26. März, finden in der Turnhalle der Helmholtz=Oberrealschule die diesjährigen Bielefelder Meisterschaften im Tischtennis statt. Es wird gespielt: A-Klasse: Herren Einzel, Herren Doppel, Damen Einzel und Mixed. B-Klasse: Herren Einzel. Als Preise werden Plaketten und Urkunden ausgesetzt. Das Turnier beginnt um 2 Uhr. Meldungen bis Sonnabend 12 Uhr bei den Mitgliedern der Tischtennisgemeinschaft der HelmholtzOberrealschule. deutschen Berussbeamten kann es nichts anderes geben, als daß er sich willig und mit voller Hingabe zur Verfügung stellt und die Regierung durch treue Pflichterfüllung unterstützt.“ Siegreiche Fechter. Drei Siege für die Bielefelder Turngemeinde auf dem Altmannfechten. Die mengenmäßig stärkste Fechtabteilung des Turnkreises VIIIa(Westfalen und Lippe) der Bielefelder Turngemeinde konnte, wie im Vorjahre, gleich zu Beginn dieses Wettkampfjahres auch ihre leistungsmäßige Stärke auf dem GaugruppenAltmannfechten für Fechterinnen und Fechter unter Beweis stellen. Bereits der Morgen brachte für die B. T. G. zwei erste und einen dritten Sieg. Bei den Fechterinnen errang Grete Dreie: (B. T. G.) sicher und verdient den 1. Platz. Bei den Säbelfechtern war das Können stark ausgensichen terit imn Stichtampi konnte iwschen zen Radsport „All=Heil=Sportjahr 1933“ auf der Radrennbahn. So nennt sich das einleitende Hauptfahren am Sonntag auf der Zugvogel=Bahn. 16 ausgewählte Fahrer nehmen daran teil: Schröder, Tertilte, Alberty, Barkenstein, Imkamp, Wenning, Diekmann, Winkelvoß, Möllers, Neudörfer, Figay, Grotegut Niermann, Otto, Stüwe, Schneider. Imkamp, der sich im vorigen Jahre von seinem Landsmann Siekmann trennte und mit den verschiedensten Partnern erfolgreich weiterstritt wird sich wieder mit Siekmann im 100 RundenMannschaftsfahren einstellen. Training auf der Zugvogelbahn. " Der Zugvogel=Verein legt letzte Hand an die Bahn. Am Sonntag wird die große Première steigen. Der Vorverkauf ist rege und der Abschluß auf Dauerkarten läßt auf einen großen Besuch schließen. Der Eintrittspreis für Erwerbslose ist auf 40 Pfennig ermäßigt. Die blaue Armbinde bestreiten diesmal Hainichen, Kluge, Rabeneick, erstmalig drei Fahrer in diesem traditionellen Verfolgungsrennen. Bielefeld und Herford stehen mit je drei gewonnenen Wettkämpfen an der Spitze, jedoch hat der Bielefelder Verein an gewonnenen Partien ½ Punkt mehr und ist damit Meister der B=Klasse. Ein schöner Erfolg. " Der Schlußstand: Bielefelder Schachklub Wettkämpfe 3--, 1—, Partienpunkte 14½(aus 24). Herforder Schachverein Wettkämpfe 3+ 1—, P. 14. Rhedaer Schachverein Wettkämpfe 2--, 2— P. 14. Gütersloher Schachklub Wettkämpfe 1+-, 3—. P. 9. Brackweder Schachklub Wettkämpfe 1+ 3— P. 8½. Das Turnier um die Einzelkreismeisterschatt beginnt am 26. März in Bielefeld. Brackweder Schachklub 1924. Brackweder Schachklub 1924 hielt am letzten Mittwoch eine gut besuchte Generalversammlung ab. Dem Vorstand wurde Entlastung erteilt. Er wurde auch einstimmig wiedergewählt. Bei der nachfolgenden Preisverteilung wurden Quackernack als diesjähriger Turniersieger der Wanderpokal mit Urkunde überreicht. Dunker, Erdmann und Weimann erhielten als nächste Preisträger Plaketten. Jeder Turnierteilnehmer erhielt einen Trostpreis. Die Ausscheidungsspiele um die Plätze für das nächste Turnier sollen an den nächsten Spielabenden beginnen. Nächster Spielabend am Mittwoch, 22. März, abends Uhr im Vereinslokal Hotel„Großer Kurfürst“ Brackwede. Der Verein Schach Schlußkämpfe des Kreisturniers Bielefeld Meister der B=Klasse. In der B=Klasse wurde der Schlußkampf zwischen Reheda und Herford in Bielefeld ausgetragen. Herford gewann dnapp mit 3½:2½ Punkten. Gütersloh gab seinen Kampf gegen Herford ohne zu spielen auf, ebenso Brack wede gegen Aheht. 55. Stiftungsfest der Turnerschaft Bielefeld von 1878 # Das diesjährige Stiftungsfest der Turnerschaft Bielefeld von 1878 in der„Eintracht" verzeichnete als besonderes Ereignis die große Ehrung des 1. Vorsitzenden Eduard Essen für seine treue 50 jährige Mitgliedschaft. Der 2. Vorsitzende Strohmeier, würdigte in seinen Ausführungen die großen Verdienste, die sich der Jubilar im Laufe der Jahre in selbstloser, stiller und stetiger Arbeit an der deutschen Turnerei erworben hat. Mit dem Wunsche, noch recht lange einen treuen Freund, Helfer und Berater in Ed. Essen zu sehen, verbanden die Mitglieder ein aufrichtiges Gelöbnis zu treuer Gefolgschaft und Treue. Außer der Ehrennadel des Vereins wurde Jubilar durch den Kreisspielwart Hahn als höchste Auszeichnung der D. T. der Ehrenbrief der Deutschen Turnerschaft und die dazugehörige Ehrennadel übergeben. Ein ausgezeichnetes Programm sorgte für einen würdigen und schönen Verlauf des Festes. Flottgespielte Musikstücke, Vorspruch und gemeinsam gesungene Turnerlieder umrahmten und ergänzten die turnerischen und tänzerischen Darbietungen. Die erste Männerriege unter Leitung des Turnwarts Schnath zeigte am Reck und beim Ta cskins eratte Leistungen, die einen erfreu5# Grad. tugnerischer Durchbildung verrieten. Der rührige Damenturnwart Schröder nenseitche der„Körperschule der Turnerinnen“ Freiubungen. Begeisterten Anklang ben Sashimen in reizender von drei Turnerinnen vorgeführte„Frühlingsstimmenwalzer“ von Strauß. Auch von einigen jugendlichen Turnern wurde in origineller Aufmachung ein schneidiger, sauber getanzter Fox-step„aufs Parkett gelegt“. Zur Er„Festesfreude trugen die vom VereinsToppelquarterr gut gesungenen alten deutschen Volkslieder und nicht zuletzt die durch freiwillige Spenden reich beschickte Tombola bei. ShW Noute nn. S. bb 18. Pr. u 20.22¼ Der blaueHeinrich Schwank v. Schwarts und — boxhach Do. 23. S. Ab. C 2 Pr. u 20. 22½ Neueinstudierung: Pr. 24. 8. Ab. D 18 Nr. In 28—29½ Dlutpiel von Shakesposre Mozihal SchauspiMusik von Ziicher. voo Kienzel, T-THEATER Ratskeller Heute: Die große nationale Nachfeier. Besantes Toompeterborne der Stahlboimkanelle Eintritt frei! Leitung: Prof. H. Kaminski. Donnerstag, 23. März 1933. 20.15 Uhr außer Abonnement) Altstädter Alkolalkirehe Geistliche Musik Lechner(1550-1606) Deutsche Sprüche von Leben und Tod. Kaminski: Kanons, Motelten:„Der Mensch“(mit Altsoo;„Die Erde“. Orgelwerke von Bach und Kaminskl. Ausführende: Johanne Eall. München (Alt). Prof. Boell, Köln(Orgel). der a cappella-Chor d.Musikvereins Vorverkauf in der Buchhandlung Fischer, Obernstr. 47. Karten zu RM. 2.— Altar, num.). 1.50(Empore, unnum.), 1.—. 050(Schiff, unnum.) Schülerkartend Ldif'e. Ermäßigung für Mitglieder und Abonnenten. Freitag, 8 Uhr im Saal Haus der Technik Lichtbildervertrag Handlesekunst eine Wissenschaft Von Schöpfer und Begründer der medizin. Hand- und Nageldiagnostik Ernst Itzberner Haldaue. Berlin.— Cbarakter, Krankbeitszeichen, Berufseignung, Ereignisse sind vorbestimmt u. auf das Jahr genau aus. meßbar, Lebensrhythmus, Lebensdauer. Karten: RM. 1.—,1.50(num.) Pfessersche Buchhandlung. Herr E. Ißberner=Haldane ist am 25. u. 26. März. täglich von 13—19 Uhr zu sprechen, Hotel„Drei Kronen“. Verufs=kafteer national gesinnt, organisiert euch in der Stablbelm-Kapelle Meldungen an die Geschäftsstelle: Sielefeld, Martrsraße 16. 1. Sehunnisdeig. Jeden Mittwoch nachmittag 4 Uhr: Krei=Konzert bei Bückeburg Schlamm- u. Schwefelbad beilt Iheume, Sicht, Oschles, Frauenleiden Verbilligte Zus sekönten Aussielet Frühjoles Pausschablausen Jeden Mittwoch und Sonntag Im Badehotel. ab 4 Uhr: Familien-Honzeit Für das wenige Geld, welches Sie noch haben, kaufen Sie nur gute Ware. Es gibt diese Woche: Kalbtleisch von jungen Kälbern Pritafee Bsd. 50 Pig Blat... Pfd. 55 Pfg. Haxen... Psd. 25 Pfg. Neulen Psd. es Pig Rindtleisch auch die billigen Preise. Dickes Eisbein, ohne Pfote. 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Beschlußfassung über die Vertellung des Reingewinne 5. Enbastung des Vorstanden 6. Wahlen zum Autsichtsrat 7. Genehmigung der Geschäftsanweisung für den Aufsichtsrat 8. Verschiedenes. Blelefeld, den 22. März 1933. Der Autsichtsrat. Spieker. Die Bilanz und die Verlust- und Gewinnrechnung liegen vom 22. März 1933 ab beim Kassenlührer. Herrn Lünstroth Bossestraße 11. und beim Sehriftführer. Herrn Schmieke. Uhlandstr. 11. aus. Große Zuchlvieh=Auktion und landwirtschaftl. Inventar=Verkau auf Ritteraut Lübrassen 5 Klm. vom Haupibahnho Bieleseld(Autobus verbindungen vom Hauptpostamt) und 3 Klm von Bahnstation Hillegossen(Strecke LagBielefeld). Donnerstag. 30. 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Brandung. Entstehung der Dünen. Meer, Wald und Dünen. Retlung Schiftbrüchiger Reitung Schiffbrüchiger und der Einwohner von Duhnen und 8t. Peier.— Obervormann Brütt, der bereits 150 Menschenieben reitete. Die nordtriesischen insein röhr— Syit Der aisenbahndamm durehs Meer nach Sylt Eie msten in gae.. Ooriataße. Die siedt.— Reitun. Die Halligen Oland, Langeneß, Hooge, Oröde, Norderoog, die Vogelinsel. Helgoland Die Soraspiire mie Mönch und schutzmaans“ westhuste mit lang. S- mauer. Oberlang. Untor. land. Bune. Die Schiffe„Kalser“,„Cabra“ #e gngland“ ver Helgoland. Ausbooten der Fassagiere. Landungsbrücke. Treppe zum Oberland. Helgoländerinnen in Ihrer Das Wahnbaus ebe“. Sehlee Homaon v. Falleresuch. iller dientese er die verse des DeutschDas Leuchtteuer von Helgoland. Sturmflut. Bsapdgänse, Küsten- und Zwergseeschwalben, mowen und andere Seevögel. Austerntischer, 30100 Vogelpaare, Silbermöwen. Preise der Plätzef Lose: Uk., Ba kon 1.90 Uk. 1. Parkeit 1.30 Mk., 2. Parkeit 90 Pig. Schüler halbe Preise. b Kartenvorverkauf an der Kasse. Erste Beilage Nr. 69— 123. Jahr gang Westfaltsche Feilung Bielefeld, Mittwoch, 22. Kärz 1933 sNdische Glundeningeisr un und==Vern Das Wiederaufbauprogramm der Regierung.— Die Parade vor Hindenburg. Göring eröffnet den Reichstag in Berlin. Der Staatsakt Potsdam, 21. März. Um die zehnte Stunde zeigt die ganze Umgebung der Garnisonkirche ein farbenprächtiges feierliches Bild. Vor den Häusern in der Breitestraße, die an der Kirche vorbeiführt und deren Fenster bis zum letzten Platz mit Schaulustigen besetzt sind, steht bis zur Bordschwelle dicht gesin.—escpele uich ger Inzwischen haben sich vor der Nikolaikirche immer größere Menschenmassen angesammeli, die in fiebernder Erwartung dem Eintreffen des Reichspräsidenten harren. Mit programmäßiger Pünktlichkeit nähern sich die Wagen mit dem ihm begleitenden Staatssekretär Dr. Meißner. Im ersten Wagen sitzt neben dem Reichspräsidenten sein Sohn und erster Adjutant Oberst von Hindenburg. Im zweiten Wagen folgt Staatssckretär Meißner mit dem Adjutanten des Reichspräsidenten von der Schulenburg. Ungeheurer Jubel schwillt an der zum brausenden Orkan wird, als der Reichspräsident seinen Wagen verläßt und die Stufen zur Kirche langsamen Schrittes emporteigt,„Unter Orgelklängen, die aus dem Tor der Nikolaikirche feierlich über den Platz hallen, betritt der Reichspräsident die Kirche, in der gleich um 1030 Uhr der Gottesdienst beginnt. Dichtes Gedränge herrscht auch vor der katholischen Pfarxkirche, in der für die katholischen Mitglieder des Reichstages ein feierliches Hochamt zelebriert wird. Nach 11,20 Uhr verließ der Reichspräsident v. Hindenburg die Nikolaikirche, um die Rundfahrt durch Potsdam, Sanssouci am Neuen Palais vorbei anzutreten. Dann verließen die Mitglieder der Reichsregierung und die Abgeordneten die Kirche. Unter dem Glockengeläut sämtlicher Kirchen begaben sie sich durch die jubelnden Menschenspaliere zur Garnisonkirche. Voran schritten die Vertreter der Reichsregierung, denen die Mitglieder des diplomatischen Korps folgten. Ihnen schlossen sich die präsidierenden Mitglieder der Landesregierungen, Kommissare und Beauftragte des Reiches und Mitglieder des Reichstags an., voran die Nationalsozialisten in Uniform. Der Zug bewegte sich durch ein Spalier von Reichswehr, SA und SS=Leuten, Stahlhelm und anderen Verbänden. Als der Reichspräsident von seiner Rundfahrt vor der Garnisonkirche anlangte, hatten dort die Ehrenkompagnie sowie die Ehrenabteilungen der Schupo und der Verbände vor der Garnisonkirche Aufstellung genommen. Etwa 100 Meter vor der Garnisonkirche verließ der Reichspräsident den Wagen und schritt unter Begleitung des Reichswehrministers und der unmittelbaren Vorgesetzten unter dem Präsentiermarsch die Fronten ab. Die Menge brachte dem Reichspräsidenten nicht endenwollende Ovationen dar. Vor dem Portal der Garnisonkirche begrüßte der Reichspräsident die Beteranen von 1866 und 1870/71. Anschließend begab sich der Reichspräsident unter m begeisterten Gesang des Deutschlandliedes die Garnisonkirche, in deren Sakristei der dern I.,2ie, Garnisonkirche, in deren Sakristei der Reichskanzler und die übrigen Mitglieder der Reichsregierung auf den Reichspräsidenten warteten. Stehend in feierlicher Stille und durchdrungen von der Größe und Einmaligkeit des Augenblicks empfängt der versammelte Reichstag, empfangen das diplomatische Korps und die übrigen geladenen Gäste den greisen Reichspräsidenten und die Mitglieder der Regierung. Gefolgt von seiner näheren Umgebung und geleitet von den beiden Hindenburgs Ansprache. Potsdam, 21. März. Bei der Eröffnung des Reichstages in der Garnisonkirche in Potsdam hielt Reichspräsident von Hindenburg folgende Ansprache: „Durch meine Verordnung vom 1. Februar d. I. löste ich den Reichstag auf, damit das deutsche Volk selbst zu der von mir gebildeten Rückblick auf das alte Preußen, do: in Gottesfurcht, der pflichttreuen Arbeit, nie verzagendem Mut und hingebender Vaterlandsliebe groß geworden ist und auf dieser Grundlage die deutschen Stämme geeinigt hat. Möge der alte Geist dieses ruhmreichen Staates auch das heutige Geschlecht beseelen, möge er uns freimachen von Eigensucht und Parteizank und uns in nationaler Selbstbesinnung. in sozialer Erneuerung zusammenführen zum Segen eines in sich geeinten freien stolzen Deutschland. Mit diesem Wunsche begrüße ich den Reichskanzler Hitler während seiner Ansprache, die er vom goldenen Pult aus hält. Vor ihm sitzend: Reichspräsident von Hindenburg, dazwischen die Mitglieder des Reichskabinetts. In der ersten Reihe von links nach rechts: Seldte, Hugenberg, SchwerinKrosigk, Frick, Neurath Blomberg, ganz rechts: Reichstagspräsident Göring (X). Oben rechts in der Loge: Generalfeldmarschal! v. Mackensen(XX). Geistlichen begrüßt der Reichspräsident Reichskanzler und Reichstagspräsidenten und nimmt in dem Altarraum auf dem für ihn bereitgestellten Sessel Platz. Ganz Deutschland ist Zeuge dieser seierlichen Stunde. Das Orgenspiel braust auf und ergießt sich über alle Sender ins deutsche Land in die Herzen der Millionen und Abermillionen. „Nun lob mein Seel den Herren“ singt der Kirchenchor, einen Choral feierlicher jubelnder Erhebung. Nun erhebt sich der Reichspräsident, der, der Staatssekretär das Mannskript der Rede überreicht und wendet sich an die Versammelten. Klar, kräftig, kurz, dennoch durchzittert von dem Wissen dreier Generationen und Deutschlands Schicksal. um Deutschlands Ruhm und Aufgang, seinen Niedergang und um die endliche Wiedererhebung spricht der Präsident zu seinem Volk, ja zur Welt. Regierung des nationalen Zusammenschlusses Stellung nehmen könne. In der Reichstagswahl vom 5. März hat unser Volk sich mit einer klaren Mehrheit hinter diese durch mein Vertrauen berufene Regierung gestellt und ihr hierdurch die verfassungsmäßige Grundlage für ihre Arbeit gegeben. Schwer und mannigfaltig sind die Aufgaben, die Sie, Herr Reichskanzler, und Sie, meine Herren Vor der Nikolaikirche Ankunft des Reichspräsidenten v. Hindenburg(1) vor der Nikolaikirche in Potsdam. Auf dem Bilde sieht man ferner Generalsuperintendent Dibelius(2), Staatssekretär Meißner(3) und Oberst von Hindenburg(4 Reichsminister vor sich sehen. Auf innen= und außenpolitischem Gebiet, in der eigenen Volkswirtschaft und in der Welt sind schwere Fragen zu lösen und bedeutsame Entschließungen zu fassen. Ich weiß, daß Kanzler und Regierung mit festem Willen an die Lösung dieser Aufgabe herangehen und ich hoffe von den Mitgliedern des neugewählten Reichstages, daß sie in der klaren Erkenntnis der Lage und ihrer Notwendigkeit sich hinter die Regierung stellen, daß sie auch ihrerseits alles tun werden, um diese in ihrem schweren Werke zu unterstützen. Der Ort, an dem wir uns heute versammelt haben, mahnt uns zu einem Reichstag zu Beginn seiner neuen Arbeitsperiode und erteile nunmehr dem Herrn Reichskanzler das (Wort: Die Rede des Reichskanzlers Herr Reichspräsident! Abgeordnete, Männer und Frauen des Deutschen Reichstages! Schwere Sorgen lasten seit Jahren auf unserem Volk. Nach einer Zeit stolzer Erhebung, reichen Blühens und Gedeihens auf allen Gebieten unseres Lebens sind— wie so oft in der Vergangenheit— wieder einmal Rot und Armut bei uns eingekehrt. Trotz Fleiß und Arbeitswillen, trotz Tatkraft, einem reichen Wissen und bestem Wollen suchen Millionen Deutsche heute vergebens das tägliche Brot. Die Wirtschaft verödet. Die Finanzen sind zerrüttet. Millionen ohne Arbeit! Die Welt kennt nur das äußere Scheinbilb unserer Städte, den Jammer und das Elend sieht sie nicht. Seit zwei Jahrtausenden wird unser Volk von diesem wechselvollen Geschick begleitet. Immer wieder folgt dem Emporstieg der Verfall. Die Ursachen waren immer die gleichen. Der Deutsche in sich selbst zerfallen, uneinig im Geist zersplittert in seinem Wollen und damit ohnmächtig in der Tat, wird kraftlos in der Behauptung des eigenen Lebens. Er träumt vom Recht in den Sternen und verliert den Boden auf der Erde. Je mehr aber Volk und Reich zerbrechen und damit der Schutz und Schirm des nationalen Leschwächer wird, um so mehr versuchte man zu allen Zeiten die Not zur Tugend zu erheben. Die Theorie der individuellen Werte unserer Stämme unterdrückt die Erkenntnis von der Notwendigkeit eines gemeinsamen Willens. Am Ende liegt dem deutschen Menschen dann immer nur der Weg nach Innen offen. Als Volk der Sänger, Dichter und Denker träumte es dann von einer Welt, in der die anderen lebten. Und erst wenn die Not und das Elend es unmenschlich schlugen, erwuchs die Sehnsucht nach einer neuen Erhebung. nach einem neuen Reich und damit nach neuem Leben. Als Bismarck dem kulturellen Streben der deutschen Nation die staatspolitische Einigung folgen ließ, schien damit für immer eine lange Zeit des Haders und des Krieges der deutschen Stämme untereinander beendet zu sein. Getreu der Kaiserproklamation nahm unser Volk teil an der Mehrung der Güter des Friedens, der Kultur und der menschlichen Gesittung Es dat das Gefühl seiner Kraft nie gelöst von der tief empfundenen Verantwortung für das Gemeinschaftsleben der europäischen Nationen. In diese Zeit der staats= und machtpolitischen Einigung der deutschen Stämme fiel der Beginn jener weltauschaulichen Auflösung der deutschen Volksgemeinschaft, unter den wir noch immer leiden. Und dieser innere Zerfall der Nation wurde wieder einmal, wie so oft, zum Verbündeten der Umwelt. Die Revolution des November 1918 beWir wollen wieder herstellen die Einheit des Geistes und des Willens der deutschen Nation! Wir wollen wahren die ewigen Fundamente unseres Lebens, unser Volkstum und die ihm gegebenen Kräfte und Werte. Wir wollen die Organisation und die Führung unseres Staates wieder jenen Grundsätzen unterwersen, die zu allen Zeiten die Vorbedingung der Größe der Völker und Reiche waren. Wir wollen die großen Traditionen unseres Volkes, seiner Geschichte und seiner Kultur in demütiger Ehrfurcht pflegen, als unversiegDer Aufmarsch der nationaren Verbände SA und Schutzpolizei mit Stahlhelmen marschieren zu der großen Parade auf. Der Austakt Vorbeimarsch der Reichswehr vor der Garnison kirche. endete einen Kampf, in dem die deutsche Nation in der heiligsten Ueberzeugung nur ihre Freiheit und damit ihr Lebensrecht zu schützen gezogen war. Denn weder der Kaiser, noch die Reglerung, noch das Volk haben diesen Krieg gewollt. Nur der Verfall der Nation, der allgemeine Zusammenbruch zwangen ein schwaches Geschlecht wider das eigene bessere Wissen und gegen die heiligste innere Ueberzeugung die Behauptung unserer Kriegsschuld hinzunehmen. Diesen Zusammenbruch aber folgte der Verfall auf allen Gebieten. Machtpolitisch, moralisch, kulturell und wirtschatflich sank unser Volk tiefer und tiefer. Das schlimmste war die bewußte Zerstörung des Glaubens an die eigene Kraft, die Entwürdigung unserer Traditionen und damit die Vernichtung der Grundlagen eines festen Vertrauens! Krisen ohne Ende haben unser Volk seitdem zerrüttet. Aber auch die übrige Welt ist durch das politische und wirtschaftliche Herausbrechen eines wesentlichen Gliedes ihrer Staatengemeinschaft nicht glücklicher und nicht reicher geworden. Auf dem Aberwitz der Theorie von ewigen Siegern und Besiegten kam der Wahnsinn der Reparationen und in der Folge die Katastrophe unserer Weltwirtschaft. Während so das deutsche Volk und Deutsche Reich im Inneren politischen Zwiespalt und Hader versanken, die Wirtschaft dem Elend entgegentrieb, begann die neue Sammlung der deutschen Menschen, die in gläubigem Vertrauen auf das eigene Volk dieses zu einer neuen Gemeinschaft formen wollen. Diesem jungen Deutschland haben Sie, Herr Generalfeldmarschall, am 30. Januar 1933 in großherzigem Entschluß die Führung des Reiches anvertraut. In der Ueberzeugung, daß aber auch das Von selbst seine Zustimmung zur neuen Ordnung des deutschen Lebens erteilen muß, richteten wir Männer dieser nationalen Regierung einen letzten Appell an die deutsche Nation. Am 5. März hat sich das Volk entschieden, und in seiner Mehrheit zu uns bekannt. In einer einzigartigen Erhebung hat es in wenigen Wochen die nationale Ehre wieder hergestellt und Dank Ihrem Verstehen, Herr Reichspräsident, die Vermählung vollzogen, zwischen den Symbolen der alten Größe und der jungen Kraft. dem nun aber die nationale Regierung in dieser feierlichen Stunde zum ersten Mal vor den neuen Reichstag hintritt, bekundet sie zugleich ihren unerschütterlichen Willen, das große Resormwerk der Reorganisation des deutschen Volkes und des Reiches in Angriff zu nehmen und entschlossen durchzuführen. Im Bewußtsein im Sinne des Willens der Nation zu handeln, erwartet die nationale Regierung von den Parteien der Volksvertretung, daß sie nach 15jähriger deutscher Not sich emporheben mögen über die Beengtheit eines doktrinären parteimäßigen Denkens, um sich dem eisernen Zwang unterzuordnen, den die Not und ihre drohenden Folgen uns allen auferlegen. Denn die Arbeit, die das Schicksal von uns fordert, muß sich turmhoch erheben über den Rahmen und das Wesen kleiner tagespolitischer Auswüchse. bare Quelle einer wirklichen inneren Stärke und einer möglichen Erneuerung in Friedenszeiten. Wir wollen das Vertrauen in die gesunden, weil natürlichen und richtigen Grundsätze der Lebensführung verbinden mit einer Stetigkeit der politischen Entwicklung im Inneren und Aeußeren. Wir wollen an die Stelle des ewigen Schwankens die Festigkeit einer Regierung setzen, die unserem Volke damit wieder eine unerschütterliche Autorität geben soll. Wir wollen alle Erfahrungen berücksichtigen, sowohl in Einzel= und im Gemeinschaftsleben, wie aber auch in unserer Wirtschaft, die sich in Jahrtausenden als nützlich für die Wohlfahrt der Menschen erwiesen haben. Wir wollen wiederherstellen das Primat der Politik, die berufen ist, den Lebenskampf der Nation zu organisieren und zu leiten. Wir wollen aber auch alle wirklich lebendigen Kräfte des Volkes als die tragenden Faktoren der deutschen Zukunft erfassen, wollen uns redlich bemühen, diejenigen zusammenzufügen, die eines guten Willens sind und diejenigen unschädlich machen, die dem Volke zu schaden versuchen. Aufbauen wollen wir eine wahre Gemeinschaft aus den deutschen Stämmen, aus den Ständen, den Berufen und den bisherigen Klassen. Sie soll zu jenem gerechten Ausgleich der Lebensinteressen befähigt sein, den des gesamten Volkes Zukunft erfordert. Aus Bauern, Bürgern und Arbeitern muß wieder werden ein deutsches Volk. Es soll dann für ewige Zeiten in seine treue Verwahrung nehmen unseren Glauben und unsere Kultur, unsere Ehre und unsere Freiheit. Der Welt gegenüber aber wollen wir die Opfer des Krieges von einst ermessen, aufrichtige Freunde sein eines Friedens, der endlich die Wunden heilen soll, unter denen alle leiden. Die Regierung der nationalen Erhebung ist entschlossen, ihre vor dem deutschen Volke übernommene Aufgabe zu erfüllen. Sie tritt daher heute hin vor den Deutschen Reichstag mit dem heißen Wunsch, in ihm eine Stütze zu finden für die Durchführung ihrer Mission. Mögen Sie, meine Männer und Frauen, als gewählte Vertreter des Volkes, den Sinn der Zeit erkennen, um mitzuhelfen am großen Werk der nationalen Wiedererhebung. In unserer Mitte befindet sich heute ein greises Haupt. Wir erheben uns vor Ihnen, Herr Generalfeldmarschall. Dreimal kämpften Sie auf dem Felde der Ehre für das Dasein und die Zukunft unseres Volkes. Als Leutnant in den Armeen des Königs, für die deutsche Einheit in den Heeren des alten deutschen Kaisers, für des Reiches glanzvolle Aufrichtung im größten Kriege aller Zeiten, aber als unser Generalfeldmarschall fur den Bestand des Reiches und für die Freiheit unseres Volkes. Sie erlebten einst des Reiches Werden, sahen vor sich noch des großen Kanzlers Werk, den wunderbaren Aufstieg unseres Volkes und haben uns endlich geführt in der großen Zeit, die das Schicksal unserer Welt miterleben und mit durchkämpfen ließ. Heute, Herr Generalfeldmarschall, läßt Sie die Vorsehung Schirmherr sein über die neue Erhebung unseres Volkes. Dieses Ihr wundersames Erleben ist für uns alle ein Symbol der unzerstörbaren Lebenskraft de deutschen Natioi. So dankt Ihnen heute des deutschen Volkes Jugend und wir alle mit, die wir hre Zustim ing zum Werk der deutschen Erhebung als Segnung empfinden. Möge sich diese Kraft auch mitteilen der nunmehr eröffneten neuen Vertretung unseres Volkes. Möge uns dann aber auch die Vorsehung verleihen, den Mut und jene Beharrlichkeit, die wir in diesem für jeden Deutschen geheiligten Raume um uns spüren, als für unseres Volkes Freiheit und Größe ringende Menschen zu Füßen der Bahre seines größten Königs. In der Königsgruft Andächtig ergriffen lauscht die Versammlung den beiden Ansprachen. Unvergeßlich der Augenblick am Schluß der Rede des Reichskanzlers. Hatte sich die Versammlung zur Entgegennahme der Botschaft Hindenburgs erhoben, so erhob sich auch nun auf einen Wink des Reichskanzlers alles von den Sitzen: Reichskanzler Hitler trat auf den Reichspräsidenten zu und richtete die letzten Worte seiner Rede persönlich an ihn. Ein inniger, kräftiger Händedruck zwischen dem greisen Feldmarschall und dem jungen Kanzler der nationalen Erhebung besiegelte den Bund, während Orgelspiel und Chor die Motette von Brahms wiedergaben bis zum machtvollen Amen. Einige Sekunden lang tiefste Stille, dann erhoben sich die beiden Geistlichen und der Reichspräsident und schritten zu der hinter dem Altar gelegenen königlichen Gruft. Die Geistlichen blieben an der Eingangstür stehen. Dem Reichspräsidenten schlossen sich seine beiden persönlichen Adjutanten an, die die beiden Kränze trugen. Der Sohn des Reichspräsidenten folgte mit dem Helm des Generafleldmarschalls in der Hand. Hier in der Gruft des großen Königs Friedrich und seines Vaters, Friedrich Wilhelm I. legte Hindenburg die Kränze nieder, während sich die Versammlung erhob, die Orgel das Niederländische Dankgebet spielte und außen die 21 Schuß der Salutbatterie dröhnten. Nach Rückkehr aus der Gruft grüßte Hindenburg die Teilnehmer mit erhobenem Marschallstab und verließ, gefolgt von der Reichsregierung, die Garnisonkirche. Langsam leerte sich das Gotteshaus. Die Parade. Bei strahlendem Sonnenschein, unter den Klängen des Yorkschen Marsches begann die Parade, die weit über eine halbe Stunde in Anspruch nahm. Hinter der Reichswehr folgte die Ehrenkompagnie der Schutzpolizei im Stahlhelm. Nach Begrüßung der Veteranen wechselte Reichspräsident von Hindenburg einen herzlichen Händedruck mit dem Kronprinzen. Brausender Beifall erklang, als der Vorbeimarsch der Ehrenabordnungen der Verbände erfolgte, der sich an den Parademarsch der Reichswehr anschloß. Der Zug der Verbände wurde eingeleitet durch lange in Zwölferreihen marschierenden SA=Abordnungen aus Brandenburg und Berlin. Hinter der SA=Formation folgten Abteilungen der SS, dahinter marschierte die Hitler=Jugend. Weiter nahmen an dem Vorbeimarsch teil: der Stahlhelm, die deutschnationalen Kampfbünde, Abordnungen der Kriegervereine und noch viele andere Abordnungen nationaler Verbände. Der Vorbeimarsch schloß unter den Klängen des Deutschlandsliedes, das die große Menge mitsang. Nach Abnahme dieser denkwürdigen Parade verließ der Reichspräsident Potsdam. Hindenburg im Mausoleum. Berlin, 21. März. Der Reichspräsident Generalfeldmarschall von Hindenburg begab sich nach der Potsdamer Feier zum Mausoleum im Charlottenburger Schloß= park, wo er am Sarkophag Kaiser Wilhelm I. ein Lorbeergewinde mit schwarz=weiß=roter Schleife niederlegte. Feier der Berliner Schutzpolizei. Berlin, 21. März. Um 8,30 Uhr marschierte die Berliner Schutzpolizei im Lustgarten auf der Seite der Schloßterrasse zu einem feierlichen Festgottesdienst auf. Teilnehmer waren mehrere 1000 Mann Schupo und Hilfspolizei der SA, SS und des Stahlhelm, sowie die Kriminalpolizei. Die Schupo=Kapelle spielte„Großer Gott, wir loben Dich“, darauf sprachen die Geistlichen beider Konsessionen. Es folgte das niederländische Dankgebet. In Vertretung des in Potsdam weilenden Polizeipräsidenten hielt Regierungsdirektor Mosle eine kurze Ansprache. Mit dem gemeinsamen Gesang des Deutschlandliedes und des Horst=Wessel=Liedes und einem Vorbeimarsch endete die Feier. Erinnerung an potsdam. Neues Pausenzeichen des Deutschlandsenders. Berlin, 21. März. Von Mittwoch, den 22. März, ab, wird der Deutschlandsender ein neues Pausenzeichen führen, nämlich die ersten Klänge des Glockenspiels der Potsdamer Garnisonkirche, um den Hörer an die denkwürdigen, vom deutschen Rundfunk aus Potsdam übertragenen Feierlichkeiten des 21. März zu erinnern. Der Reichsprasiaent vor der Reichswenrzront Sie Tlrichkiaguschig Wiederwahl Görings zum Reichstagspräsidenten. Berlin, 21. März. Nach dem Abschluß des feierlichen Staatsaktes in Potsdam sperrte die Berliner Polizei bereits in den Mittagsstunden den bisherigen Platz der Republik, der jetzt wieder seinen alten Namen „Königsplatz“ erhalten hat, im weiten Umkreis ab. Gegen 15.45 Uhr trafen die gelben Postomnibusse mit den Abgeordneten vor der Krolloper ein. Publikum und Pressevertreter müssen sich einer Waffenkontrolle unterziehen. In den Wandelgängen herrschte lebhaftes Treiben. Die Sozialdemokraten, die an dem Potsdamer Staatsakt nicht teilnahmen, waren schon vor dem Eintreffen der übrigen Abgeordneten ziemlich vollzählig erschienen. Kurz vor 5 Uhr haben sich die meisten Abgeordneten im Sitzungssaal versammelt. Die Nationalsozialisten sind fast ausnahmslos in Uniform erschienen. Die Vertreter der deutschen Länder sind zahlreich anwesend. Die Tribünen sind bereits überfüllt. In der Diplomatenloge wohnten die Botschafter und Gesandten und auch der Kronprinz der Eröffnungssitzung bei. Der Schmuck des Sitzungssaales ist ganz einfach gehalten. Hinter dem Präsidentenstuhl ist an Stelle des Reichsadlers ein großes schwarzes Hakenkreuz im weißen Kreis auf rotem Grunde angebracht. Rechts und links von schwarz=weiß=roten Fahnen umrahmt. 10 Minuten nach 5 Uhr ertönen die Glocken zum Zeichen des Beginns der Sitzung. Die Reichs minister— Reichsarbeitsminister Seldte in Stahlhelmuniform werden von ihren politischen Freunden lebhaft begrüßt. Sie nehmen zunächst ihre Abgeordnetenplätze ein. Der Präsident des letzten Reichstags Reichsminister Göring betritt in der braunen Uniform den Saal. Er nimmt sofort den Präsidentenplatz ein. Reichskanzler Hitler erscheint mit dem Reichsinnenminister Dr. Frick und dem Reichsminister Goebbels, alle drei in Uniform. Die Nationalsozialisten erheben sich von ihren Plätzen und strecken die Arme zum Hitlergruß. Der Reichskanzler Platz unter den Abgeordneten. nimmt zunächst präsident Göring macht Mitteilung von dem Beschluß des Fraktionsführers, daß der geschäftsführende Präsident statt wie bisher üblich, der Alterspräsident die Sitzung zu eröffnen habe. Er beruft als vorläufige Schriftführer den Abg. Dr. Decker=Potsdam(Nat.=Soz.), Laverrenz(Deutschnat.) und Linder=Neiße(Nationalsoz.). Weiter teilt der Präsident mit, daß die Fraktionsvorstandssitzung beschlossen habe, von dem namentlichen Aufruf der Abgeordneten abzusehen, da die Einzeichnungslisten die Beschlußfähigkeit des Hauses ergebe. Abg. Vogel beantragte die Haftentlassung seiner in Haft befindlichen Fraktionskollegen. Der Antrag wird entsprechend einem Vorschlag des Abg. Frick(Nat.=Soz.) durch einstimmigen Beschluß dem Geschäftsordnungsausschuß ibennichen. Hierauf wird die Wahl des Präsidiums vorgenommen. Auf Antrag Dr. Fricks(Nat. Soz.) wird die Wiederwahl Görings zum Präsidenten mit allen bis auf die Stimmen der Sozialdemokraten beschlossen. Die nationalsozialistische Fraktion erhebt sich und grüßt den wiedergewählten Präsidenten mit einem dreifachen Heil. Zum ersten Vizepräsidenten wird der bisherige 1. Vizepräsident Esser(Zentrum) einstimmig durch Zuruf wiedergewählt. Gleichfalls Sozialdemokraten zum 2. Vizepräsidenten Abg. Graef=Thuringen(Deutschnat.), zum 3. Vizepräsidenten Abg. Zörner(Nat. Soz.) gewählt. Zu Schriftführern werden acht Nationalsozialisten, zwei Zentrumsabgeordnete, zwei Deutschnationale und ein Mitglied der Bayerischen Volkspartei gewählt. Die Sozialdemokraten enthalten sich dabei der Stimme, ohne aber Widerspruch zu erheben. Reichstagspräsident Göring nimmt dann das Wort zu einer längeren Ansprache, in der er ausführt: Durch ein fluchwürdiges Verbrechen sind wir gezwungen worden, aus dem Hause, das einst dem deutschen Volk erbaut war, auszuziehen. Wir alle wissen, welche Beweggründe eine staatsfeindliche Partei zu diesen Attentat veranlaßt haben, daß dieses Attentat nur eine Folgeerscheinung jener Jahrzehnte währenden Hetze gegen Reich, Volk und Staat gewesen ist. Dieses Attentat sollte ein Signal sein, in Deutschland Anarchie und Chaos eintreten zu lassen. In einem Augenblick, da die ersten Ansätze zu einer neuen Ordnung, zu einem Wiederaufbau des Reiches da waren. In wenigen Wochen hat die heilige Flamme der nationalen Revolution das deutsche Volk ergriffen. Eine überwältigende Mehrheit hat sich hinter den Beschluß des Reichspräsidenten und hinter die Männer der nationalen Erhebung gestellt. Eine Mehrheit wie sie bisher die deutsche Parlamentsgeschichite noch nicht gekannt hat. Eine neue Volksvertretung ist entstanden. Zum ersten Male ohne parlamentarischen Kuhhandel, ohne Parteiinteressen, ohne das, was bisher die deutsche Volksvertretung in den Augen des eigenen Volkes herabgesetzt hat. Es ist vielleicht ein einzigartiges Zeichen, daß am 21. März der Reichstag eröffnet wird. Es ist nicht allen bekannt, daß schon einmal am 21. März ein Deutscher Reichstag eröffnet wurde, der erste Deutsche Reichstag 1871 durch den Fürsten Bismarck, der an diesem Tage zum ersten Male die deutschen Stämme im Deutschen Reichstag vereint soh. Damals wurde dem deutschen Volke der Rahmen gssegemz; die Klammer, die alle Stämme zumitenfassen sollten Es nützt nicht allein, daß das Reich einig der-Paag“ die Einheit und Geschlossenheit Fühlen und Denken, in allen Schicksalsfragen der deutschen Nation muß wieder hergestellt werden. Wir danken deshalb an dieser Stelle, daß es vor 15 Jahren ein Mann unternommen hat, mitten im Chaos, in schwärzester Nacht den Glauben neu aufzurichten an ein kommendes Reich. In mühevoller schwerer Arbeit, im gewaltigen Ringen gegen Terror und Unterdrückung hat sich diese Bewegung durchgesetzt. Millionen sind ergriffen von diesem Feuer und der Hoffnung, und dem Glauben. daß Deutschland noch einmal auferstehen könne. 15 Jahre der Not und Schande liegen hinter uns. Zertreten und zertrümmert wurde alles, was einst in Deutschland Geltung hatte. Heute sehen wir den Anbruch einer neuen Zeit. Als man 1919 glaubte, Deutschland auf der Basis der Demokratie, des Parlamentarismus und des Pazifismus neu ordnen zu müssen, glaubte man, dies auch symbolisch tun zu müssen. Man hat damals das Wort„Potsdam“ versemt und hat geglaubt, aus dem Geist von Potsdam herausgehen zu müssen nach Weimar, hat aber auch nicht verstanden, den wahren Geist von Weimar zu übernehmen. Nun ist Weimar überwunden. Auch heute war es symbolisch, daß der neue Reichstag, der wieder das Reich aufbauen will, in alter Größe, alter Würde, Ehre und Freiheit zurückgefunden hat zu der Stätte, von der einst Preußen, und von Preußen Deutschland ausgegangen ist.(Lebhafter Beifall bei den Regierungsparteien) Der Geist von Potsdam war es, der einst auch ein zerrissenes Land geeint und die Basis geschaffen hat, um das größerDeutschland aufzubauen. Der Geist von Potsdam war es, der es uns möglich machte, viele Jahre einer Welt von Feinden stand zu halten. Wir sind deshalb in Dankbarkeit und Ergriffenheit nach Potsdam gegangen. Die nationale Revolution ist noch nicht beendet. Sie schreitet weiter fort, um zu vollenden, was vollendet werden muß zum Segen unseres Volkes. Sie sehen im Deutschen Reichstage neue Embleme. Jede Zeit, jedes Volk wählt sich die Embleme, unter denen es kämpfen, arbeiten und aufbauen will. Ich stehe nicht an, zu erklären, daß wir einem gütigen Schicksal danken, daß in einem Augenblick, da über Deutschland nicht mehr Ehre und Freiheit regierten, sondern Schmach und Schande, daß es damals die ruhmreiche schwarzweiß=rote Fahne eingeholt hat, um ein eigenes Embleme zu schaffen. Nicht wir haben das vergangene Emblem schwarz=rot=gold beschmußt, nicht wir haben diese Fahne zerstört, sondern diejenigen selbst, die sie geschaffen haben.(Erneuter Beifall bei den Regierungsparteien). Hätte man 1918 uns die schwarz=rot gelbe ine gebracht als Zeichen des Widerstandes, des absoluten Festhaltens an deutscher Größe und Ehre, wir hätten dieses Zeichen dankbar geehrt und getragen. Man hat uns dieses Zeichen aber aufgezwungen als Zeichen der Unterwerfung und Unterdrückung, der Schande und Ehrlosigkeit. Wir haben es darum in dem Augenblick ablegen müssen, als ein neues Deutschland antvat. In diesem haben wir die alte ruhmreiche Fahne, unter der zwei Millionen Deutsche ihr Leben für Deutschlands Größe hingegeben haben, vereint mit jenem Siegeszeichen, das uns 14 Jahre in Not und Kampf vorangeflattert hat, das uns land legten. Wir danken aber auch aus innerstem Herzen unserem Volkskanzler, daß er an dieser Stätte Worte gefunden hat, wie sie sonst vieleicht kein Deutscher zu finden vermag, Worte, die uns überhaupt erst klar machten, in welch gewaltiger Zeit wir leben und welche gewaltigen Aufgaben wir vor uns haben. Ich danke Ihnen, daß Sie heute das Wort zu uns gesprochen haben: Deutschland wird seine Ehre zurückgegeben. Der Reichstag wird sich in seiner Mehrheit bemühen, die Würde ihres schweren Amtes mittragen zu helfen. Freiheit und Ehre sollen von dieser Stunde ab das Fundament des kommenden Deutschland sein. Wir sind damit am Ende der ersten Sitzung. Ich schlage vor, die nächste Sitzung am Donnerstag, den 23. März, nachmittags 2 Uhr, abzuhalten mit folgender Tagesordnung: 1. Aenderung der Geschäftsordnung, 2. Entgegennahme einer Ertarung der Reichsregierung, 3. Ermächtigungsgesetz. Die Festsetzung dieser Tagesordnung wird einstimmig beschlossen. Gegen ¾6 Uhr schließt Präsident Göring die Sitzung. Die Nationalsozialisten erheben sich und begrüßen den Präsidenten mit stürmischen Heilrufen. Reichskanzler Hitler geht auf General Litzmann zu und begrüßt ihn in herzlicher Weise. Allmählich leert sich dann der Saal. stimmig durch Zuruf wiedergewählt. Gleichfalls Lot und Kampf vorangeflattert hat, durch Zuruf wird mit allen bis auf die Stimmen siets Kraft, Glaube und Hoffnung gab. der Sozialdemokraten zum 2. Vizeprasioenten]. In das Rot und das leuchtende Weiß haben wir das uralte Zeichen unserer Urväter, das ewig neue Sonnenzeichen als Zeichen des Aufstieges, der Reinheit und Ehre gestellt. Ich bin glücklich, als Präsident diesen Reichstag eröffnen zu dürsen unter diesen siegreichen Zeichen, die jetzt über Deutschland wehen sollen(Erneuter Beifall.) Noch zittert in uns das nach, was wir heute in Potsdam erlebten. Niemals konnte man ergriffener sein als heute, wo wir die Worte hörten, die aus Schmach und Not heraus wieder zur Größe und zur Ehre führen sollen. Es war wohl das erschütterndste, als der greise Feldmarschall in die Gruft jener Könige hineintrat, die einst Preußen zur Weltmacht gestalteten und durch ihr Vorbild die Grundlagen zu dem heutigen DeutschFestaufführung der „Meistersinger“. Berlin, 21. März. Am Dienstag abend fand auf Anordnung der Reichsregierung in der Staatsoper Unter den Linden die Aufführung der„Meistersinger von Nürnberg" statt, bei einer glänzenden Besetzung unter der Leitung von Furtwängler. Die Festvorstellung endete nicht nur mit einem begeisterten Applaus für die hervorragenden Darsteller, sondern auch mit spontanen Kundgebungen und Heilrufen für den anwesenden Reichskanzler und die Mitglieder der Reichsregierung. Berliner Fackelzug. In der Reichshauptstadt wurde als Abschluß der Reichstagseröffnung am Dienstag abend ein großer Fackelzug veranstaltet, an dem sich die Vertreter der nationalen Verbände und der Studenten, der SA. und des Stahlhelms beteiligten. In der achten Abendstunde marschierte der Zug von der Lindenstraße ab, die im Südwesten der Stadt liegt, zu dem im mittleren Westen gelegenen Wittenberg=Platz. Der Fackelzug erstreckte sich auch über die Straße Unter den Linden, durch das Brandenburger Tor hindurch und über den Potsdamer Platz hinweg. Es erfolgte ein Vorbeimarsch am Grafen Helldorf, ferner am Präsidenten des Kyffhäuser=Bundes, General von Horn, außerdem vor General Möller und vor dem Landesführer des Stahlhelms Berlin=Brandenburg, Major von Stephani. Reichswehrfeier in Berlin. Im Schlüter=Hof des Berliner Schlosses sand am Dienstag vormittag ein jeierlicher Feldgottesdienst der Reichswehr statt. Nach dem Gesang des Liedes„Ich bete an die Macht der Liebe“ marschierten die Berliner Reichswehrsormationen in den von vielen tausend Menschen umsäumten Lustgarten. Der Kommandant von Berlin, Oberst Schaumburg, richtete dort an die Soldaten, an SA., SS., Stahlhelm, Vaterländische Verbände und Publikum eine Ansprache, in der er daran erinnerte, daß gerade in diesem Augenblick unser ehrwürdiger Reichspräsident in der Potsdamer Fürstengruft Kränze niederlege.„Wir alle und vor allem wir Soldaten als die vordersten Vertreter des wehrhaften Deutschlands bekennen in dieser großen Stunde erneut unsere Hingabe für Volk und Vaterland.“ Der Redner schloß mit einem dreifachen Hurra auf die gewaltige nationalgeeinte deutsche Heimat und den Reichspräsidenten. Brausend erscholl dann das Deutschlandlied, das durch 21 Salutschüsse begleitet wurde. Der Kommandant nahm die Parade der Truppen ab. Feiern im Reich. Im ganzen Reich fanden anläßlich des Tages von Potsoam Feiern und Festaufmärsche statt. In München nahm auf dem Oberwiesenfeld der Landeskommandant Generalleutnant Ritter von Leeb, in Begleitung des Innenminister Wagner und weiterer Behördenvertreter die Parade der Truppenteile des Standortes, der Schutzpolizei und der nationalen Verbände ab. Bei einer großen Kundgebung auf dem Marktplatz in Nürnberg gab der erste Bürgermeister Liebel bekannt, daß der Rathenau=Platz in„Feldmarschall von=Hindenburg=Platz“ und der Alte Hauptmarkt in„Adols=Hitler=Platz" umgetauft werde. In Karlsruhe fanden die Feierlichkeiten am 21. März nach Festgottesdiensten und einer großen Jugendkundgebung ihren Abschluß mit einer riesigen Veranstaltung auf dem Marktplatz, bei der der kommissarische Kultusminister eine Ansprache hielt. Im Rheinland leuchteten am Abend von allen Bergen und von den Höhen des Rheins die Freiheitsfeuer, nachdem der Tag, ähnlich wie in anderenen Gegenden des Reiches, festlich begangen worden war. In Dresden fand ein Feldgottesdienst der Garnison statt, an dem sich ein Vorbeimarsch der Truppen und der Verbände vor dem Wehrkreiskommandeur anschloß. Am Abend fand ein großer Fackelzug statt. In Thüringen wurde der nationale Feiertag überall mit eindrucksvollen Kundgebungen begangen, an denen die Bevölkerung regen Anteil nahm. In Greiz holten die Nationalsozialisten aus dem Rathaus alle bei den Haussuchungen beschlagnahmten Gegenstände der Linksorganisationen heraus, trugen sie durch die Stadt und verbrannten sie dann auf einem großen Scheiterhaufen. * Im Rahmen der nationalen Feier vom 21. März hielt am Dienstag abend der Reichskommissar und kommissarische Ministerpräsident General von Epp eine Rundfunkansprache über alle deutschen Sender. aus aller Kreuger=Nachspiel in Stoaholm. Schwere Vorwürfe gegen Ekman. „Die Kreugerkatastrophe hat ein sensationelles Nachspiel gefunden. Ein besonderer Ausschuß hat das Verhalten des früheren Ministerpräsidenten Ekman untersucht und ist dabei zu einem moralisch vollkommen vernichtenden Urteil gekommen. Ekman hat daraufhin die Führung der Freisinnigen Partei in Schweden niedergelegt; Reichstagsabgeordneter Jeppon wurde an seiner Stelle zum Vorsitzenden der Freisinnigen Partei gewählt. Der Untersuchungsausschuß war von Ekmans eigener Partei eingesetzt worden und bestand aus einer Reihe sehr hochstehender Persönlichkeiten. In dem umfangreichen Ergebnis der Untersuchung wird festgestellt, daß die Angaben des früheren Ministerpräsidenten über die vom Zündholzkönig Ivar Kreuger empfangenen Geldbeträge ein unglaubliches Lügengewebe darstellten. MinisterDie Reichsregierung schreitet das Spalier der Reichswehr und der SA ab. Man sieht u. a. Reichskanzler Hitler(1), Vizekanzler v. Papen(2), Reichsinnenminister Dr. Frick(3), Reichsminister Dr. Goebbels(4). präsident Ekmann habe von Kreuger insgesamt 150000 Kronei. bekommen, über die er der Parteikasse gegenüber nicht ordentlich Buch geführt habe. Die Initiative zu dem Kreuger=Geschenk sei nicht, wie bisher behauptet, von Kreuger ausgegangen, sondern von Ekman. Steigerungder Lebensmittelpreise in Rußland. Wie aus Moskau gemeldet wird, führt die Knappheit der Lebensmittel zu einer weiteren Steigerung der Preise auf dem Lebensmittelmarkt. Im Monat Februar sind die Preise um etwa 150 v. H. gestiegen. Die Preissteigerung ist zurückzuführen auf die starke Senkung der Kaufkraft des Tscherwonetz. Verschiedene Lebensmittel sind überhaupt in Moskau auf dem freien Mark nicht aufzutreiben. Der hartnäckige Winter. Im Oberharz hat der scheidende Winter noch einmal die Macht zu ergreifen versucht und einen Tag vor seinem kalendermäßigen Scheiden eine Schneedecke ausgebreitet. Am Dienstag morgen lagen in großer Ausdehnung etwa 20 Zentimeter Neuschnee. Sturm in der Nordsee. ### TDer. Sturm, der bereits seit Ende voriger Woche im ganzen Küstengebiet der Nordsee tobt, nahm Montag abend zeitweise orkanartigen Charakter an. Cuxhaven meldete Nordweststurm in Stärke 9—10. In der Elbmündung zwischen Cuxhaven und den Feuerschiffen wütete der Sturm am stärksten. Die durch das Unwetter verursachte hohe Dünung bereitete selbst größeren Schiffen Schwierigkeiten, während die kleineren Fahrzeuge überall Nothäfen und geschützte Stellen aufsuchen, um das Nachlassen des stürmischen Wetters abzuwarten. Von einer Lawine verschüttet. In einem 2000 Meter hoch gelegenen Dorfe des Departements Savoyen wurden zwei Baracken, in denen sich 14 Arbeiter befanden, von einer Lawine verschüttet. Bisher sind vier Arbeiter verletzt geborgen worden. Beruf und Familie. Ferroneinechrichten Seber. NerbeeitungGrockhagen. Frau Wwe. Anna Lange geb. Uhlemeier seierte gestern ihren 77. Geburtstag. Barnhausen. 80 Jahre alt wird am 26. März die Witwe Maria Gildehaus. Brockhagen. Die älteste Einwohnerin der Gemeinde, Witwe Wilhelmine Godt, wurde 89 Jahre alt. Peckeloy. Frau Wilhelmine GroßeDingwerth vollendet am 25. März ihr 80. Lebensjahr. Werste. Frau Friederike Halstenberg geb. Paschenkamp konnte ihren 80. Geburtstag begehen. Rehme. Der Tischlermeister Ernst Althoff (Rehme Nr. 247) wurde 80 Jahre alt. Hücker=Aschen. Lehrer Wilhelm Haselhorst der seit mehreren Jahren an der hiesigen vierklassigen Volksschule tätig ist, wird auf seinen Wunsch zum 1. April nach Wersche bei Wissingen, Reg.=Bez. Osnabrück, versetzt. Kreis Minden Anglerglück. Bad Oeynhausen. Kürzlich wurde in der Werre ein Hecht gefangen, der über ein Meter lang und über ¼ Zentner schwer war. Jetzt wurde aus der Werre ein zweiter Hecht gefangen, der 17 Pfund Gewicht hatte. Beide Fische sind lebend in einer hiesigen Fischhandlung ausgestellt. Kreis Lübbecke Wiedereröffnung des Kreisheimatmuseume Lübbecke. Infolge Platzmangels im Lübbecker Rathaus war der Vorstand des Kreisheimatmuseums gezwungen, für eine andere Unterkunft Sorge zu tragen. Es sind nunmehr passende Räume im Burgmannshof, die sich durch die günstige Lage im Mittelpunkt der Stadt gut für diesen Zweck eignen, gemietet worden. In Anwesenheit der Mitglieder des bisherigen und des neuen Kreistages, der Bürgermeister des Kreises und der Leiter der hiesigen Lehranstalten eröffnete Regierungsassessor Dr. Wegner in Vertretung des erkrankten Landrats von Borries das Museum. Dank der Mühe und Arbeit der Lehrer Lindemann(Stockhausen), Stohlmann(Hüllhorst), Rektor Rasche(Gehlenbeck) und Kaufmann Rud. Hunke(Lübbecke) wurde das Kreisheimatmuseum vor sieben Jahren gegründet. Seitens des Kreises wurde eine jährliche Unterstützung von 500 Mark bewilligt. Anschließend erfolgte eine Besichtigung der einzelnen Abteilungen. Das Museum ist jeden Sonntag von 11½ bis 1 Uhr und von 3 bis 5 Uhr für jedermann geöffnet. Arn Wessd=eis=eibellt Einte Matie in Ziannten Großfeuer in Gütersloh.— Anerklärliches Versagen der Automobilspritze und der Tafettenspritze. Sütersloh. Am Montag abend 10.23 Uhr wurde die Feuerwehr alarmiert. Es brannte Thesings Mühle. Das Dachgeschoß und die im Dachgeschoß liegenden Mühleuräume standen beim Eintreffen der Wehr bereits in hellen Flammen, so daß eine Rettung des Gebäudes von vornherein so gut wie ausgeschlossen war. Mit dem Einsetzen der Automobilspritze wurden gleichzeitig mit zwei Schlauchleitungen noch dichte Rauchschwaden. Irgend eine Gefahr besteht jedoch nicht mehr. Ueber die Entstehung des Brandes konnten noch keine Einzelheiten festgestellt werden. Der Inhaber der Mühle, Meier=Merklinghaus, kehrte am späten Abend aus der Stadt zurück. Er bemerkte Feuerschein hinter den Fenstern der Mühle. Beim Näherkommen sah er auch Rauch hervordringen. Daraufhin wurde von ihm die Polizei und die Feuerwehr alarmiert, die in kurzer Zeit Kreis Herford Aenderung der Schulbezirke. „ Dünne. In der Schule Dünne beschäftigte sich der Schulvorstand mit der endgültigen Aenderung der Schulbezirke Dünne=Dorf und DünnerDer Vorsitzende, Bürgermeister Schäfer, Ennigloh, führte aus, daß früher schon grundsätzlich der Umschulungsfrage von Dünne=Dorf nach Dünnerholz vom Schulvorstande zugestimmt worden sei. Durch diese Aenderung der Schulbezirke werde für die Gemeinde eine finanzielle Mehrbelastung durch Anstellung einer fünften Lehrkraft in Dünne=Dorf vermieden. Von der Umschulung von Dünne=Dorf nach Dünnerholz werden beBesitzungen: Nr. 1, 402, 432, 270, 410, 333 273, 2½5 164, 315, 352, 142, 132, 254, 51, 122, 202, 142, 158, 68, 285 und 120. Insgesamt fallen zurzeit 18 Schüler, die an der Kreisstraße wohnen, Umschulung. Zu Beginn des neuen Schuljahres werden demnach in Dünne=Dorf 240 Schüler von vier Lehrkräften und in Dünnerholz 154 Schüler von drei Lehrkräften unterrichtet. Amtskriegerverbandsfest. Holsen. Die vereinigten Kriegervereine des Amtes Ennigloh beschlossen, das diesjährige Amtskriegerverbandsfest am 24. und 25. Juni auf Holtkamps Hof in Holsen zu feiern. Lenzinghausen. Die hiesige Sterbekasse „Hilfe am Grabe“, die jetzt 10 Jahre besteht, hielt ihre diesjährige Generalversammlung ab. Nach dem Jahresbericht betrugen die Einnahmen 1856,31 RM. und die Ausgaben für 17 Sterbefälle insgesamt 1527,84 RM. Mit einem Kassenbestand von 328,47 RM. tritt die Kasse in das neue Geschäftsjahr. Etwa 250 Haushaltungen mit rund 1000 Personen gehören jetzt der Kasse an. Im Laufe der zehn Jahre konnte die Kasse für 118 Sterbefälle 8725,66 RM. als Beihilfen auszahlen. Die Versammlung wählte den Vorstand einstimmig wieder. Notgemeinschaft der Neuhausbesitzer. Löhne. Der Gau Minden=Ravensberg der Neuhausbesitzer hatte zu einer Delegiertentagung aufgerufen, die von 22 Ortsgruppen(mit 2000 Mitgliedern) beschickt war. Nach längerer Aussprache wurde mit 21 gegen 1 Stimme beschlossen, den bisherigen Geschäftsführer Schäfer seines Amtes zu entheben. Die Errichtung eines Gaubüros und die Bestellung eines besoldeten Geschäftsführers wurde weiter beschlossen. Angehörige staatsfeindlicher Verbände dürfen nicht mehr Mitglieder der Organisation werden. Bünde. Die Jagdhegervereinigung für den Bezirk des Landkreises Herford=West hielt im Hotel Lindenhof ihre Jahreshauptversammlung ab. Bürgermeister Schäfer=Ennigloh erstattete den Jahresbericht. Durch die systematische Durchder Jagdhegeschutzbestimmungen sei der Wildbestand gehoben worden. Die Mitgliederzahl vom Hydranten der Wasserleitung aus Wasser gegeben, da die eingesetzte Automobilspritze aus bisher nicht erklärlichen Gründen das Wasser nicht ansog, wurde sofort die Lafettenspritze eingesetzt, doch auch diese versagte, so daß die dritte Motorspritze herangeholt wurde, aus der dann das Feuer mit zwei Schlauchleitungen mit Erfolg bekämpft werden konnte. Das nicht ordnungsmäßige Arbeiten der Spritzen ist um so unerklärlicher, als die Löschgeräte nach Angabe der Wehr täglich auf ihre Betriebsfähigkeit geprüft werden. Ueber die Ursache des Versagens sind sofort Ermittlungen eingeleitet worden, da ein Sabotageakt nicht ausgeschlossen erscheint. Die Mühle ist völlig ausgebrannt. An eine Wiederinstandsetzung ist nicht zu denken, da das ganze Gebäude ein Raub der Flammen wurde. Den Trümmern entstiegen heute morgen immer zur Stelle waren. Leider war die Feuerwehr durch Versagen der Spritzen an der Löscharbeit stark behindert. Die Bewohner lagen noch in tiefem Schlaf und wurden von dem Feuer buchstäblich im Bett überrascht, so daß sie teilweise durch die Fenster ins Freie flüchten mußten, da das Feuer schnell um sich griff. Auf Wunsch des Wohnungsinhabers wurde das Feuer in erster Linie von den rechtsseitigen Wohnungsräumen ferngehalten. Es gelang, die dort aufbewahrten wertvollen Gegenstände und Papiere zu retten. Der Innenraum hat nur durch Wasserschaden gelitten. Leider ist durch das Feuer ein Jahrhunderte altes Gebäude und ein Stück Heimatgeschichte vernichtet. Nachweislich war die Mühle schon im 13. Jahrhundert vorhanden. Seit 350 Jahren befand sie sich im Besitz der Familie Meier=Merklinghaus. der Vereinigung ist auf 72 angewachsen. Für die Ergreifung von Wilddieben seien 80 Mark Prämien ausgezahlt worden. Die Kasse schließt mit einem Bestande von erwa 150 Mark ab. Der Vorstand, der wiedergewählt wurde, setzt sich wie folgt zusammen: 1. Vorsitzender Bürgermeister Schäfer, 2. Vorsitzender Rechtsanwalt Nalop, 1. Schriftführer Willi Landwehrmann, 2. Schriftführer Friedrich Ziegemeyer, Kassierer Heinrich Günther. Der Ausschuß setzt sich wie folgt zusammen: Fröhlke=Bünde, BöckstiegelEnnigloh, Liese=Bielefeld, Werringloer=Röding= hausen, Frentrup=Spenge, Meyer zu Spradow, Schulze=Quernheim, Holzmeier=Kirchlengern. Dem Ausschuß der Arbeitsgemeinschaft gehören die Herren Böckstiegel=Ennigloh und GrönegreßSpenge an. Es ist in Aussicht genommen, künftig Tages jagdscheine zum Preise von 2.50 bis 3.— RM. einzuführen. Zur Bekämpfung der Krähen und Elstern sollen wieder Phosphoreier ausgelegt werden. Im Anschluß an den geschäftlichen Teil hielt Bürgermeister Werringloer=Röding= hausen einen Vortrag über:„Die Voraussetzungen für berechtigte Ausübung der Jagd.“ Einen zweiten Vortrag hielt Herr Weiß über das Thema „Züchtung und Führung des Gebrauchshundes." Die Herbstversammlung der Vereinigung soll in Ahle stattfinden. „ bmmt aunf des Stimm ans Söhne. Nur allzu oft hört man in Wahrversammlungen, daß es bei der Wahl auf jede Stimme ankomme. Wie zutrefsend dieses für die Gemeindewahl sein kann, bewies die letzte Wahl, bei der der Einheitsliste eine Stimme am achten Mandat fehlte. kreisaat Lippe Wassen abliefern! Waffenverbot für Anhänger sozialistischer Parteien. Detmold. Die Lippische Landesregierung hat eine Verordnung erlassen, in der die Mitglieder der Kommunistischen Partei, der Sozialdemokratischen Partei und aller Nebenorganisationen aufgefordert werden, in ihrem Besitz befindlichen Waffen nebst Munition umgehend an die zuständige Ortspolizeibehörde abzulieser. Die Abliejerungspflicht besteht auch dann, wenn die betreffenden Personen im Besitz eines Wassenscheines, Jagdscheines oder sonstigen Ermächtigungsscheines sind oder die Waffen auf Grund eines Waffenerwerbsscheines erworben haben. Die Ablieferungspflicht erstreckt sich nicht nur auf Schußwafsen und fertige oder vorgearbeitete wesentliche Teile von Schußwassen, sondern auch auf Stoß=, Hieb=, Stich= und Schlagwassen. Aufgeklärter Diebstahl. Pivitsheide. Wie wir meldeten, wurde dem Frl. D. vor einiger Zeit ein Geldbetrag in Höhe von 500 Reichsmark gestohlen. Nach langwierigen Ermittlungen haben die Nachsorschungen fänglichem Leugnen hat der Täter eingestanden, daß er das Geld gestohlen und auf leichtsinnige Weise verbracht habe. Durch diese Aufklärung ist der dringende Verdacht, der sich gegen einen Verwandten der bestohlenen D. richtete, glücklicherweise aus der Welt geschafft worden. Münsterland Vertrauen für die Zukunft. Der Westf. Bauernverein stellt sich hinter dor Reichsregierung. Münster. Der Hauptvorstand des Westfäl. Bauernvereins trat zu einer Sitzung zusammen und legte in einer Entschließung fest, daß er sich vertrauensvoll hinter die Reichsregierung stellt und erwartet, daß die sittlichen Grundsätze des Schorlemerschen Programms bei Neuaufbau von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft die notwendige Berücksichtigung finden. Weiterhin hebt der Hauptvorstand mit Betonung hervor, daß von der nationalen Regierung schon in den ersten Wochen ihrer Tätigkeit agrarpolitische Maßnahmen, namentlich zur Rettung der bäuerlichen Veredelungswirtschaft, verwirklicht worden sind, um die das Bauerntum seit Jahren vergeblich gekämpft hat. Der Westf. Bauernverein hoffe zuversichtlich, daß in Kürze die noch fehlenden Maßnahmen, ohne die insbesondere die Milchwirtschaft nicht vor dem Zusammenbruche gerettet werden kann, erlassen werden. Gleichzeitig erklärt der Hauptvorstand des Westsäl. Bauernvereins, daß er sich voll und ganz hinter die bereits in der Presse bekanntgegebenen Entschlüsse der Vereinigung des Rheinischen Bauernvereins und des Rheinischen Landbundes stellt, die das Ziel verfolgen, ungesäumt den Zusammenschluß der landwirtschaftlichen Organisationen zu einer deutschen Einheitsorganisation herbeizuführen. Industriegeblet Noch ein Todesopfer des Brandunglücks. Bochum. Nunmehr hat das entsetzliche Brand= und Explosionsunglück an der Dr.=C=OttoStraße, dem bereits die Eheleute Tönges und ihre beiden Kinder Willi und Ruth zum Opfer gefallen sind, in dem 67jährigen, im gleichen Hause wohnenden Invaliden Arnscheidt ein fünftes Menschenleben gefordert. A. war von dem brennenden Hause vom Dach abgesprungen und hatte sich dadurch schwere Verletzungen zugezogen. MARDEEPIRDGTTRE Die Münzumprägung. Voraussichtlich ohne Gewinn und Verlust für das Reich. Die unlängst angekündigte Münzreform wird jetzt durch die Notverordnung vom 18. März durchgeführt. Durch Aenderung des Münzgesetzes wird es ermöglicht, die Einmarkstücke aus Silber in Nickel umzuprägen. Dadurch werden ungefähr 2 Mill. kg Feinsilber frei, die beim Verkauf bei einem Preis von 32 RM. rund 65 Mill. RM. für das Reich ergeben würden. Der tatsächliche Erlös aus dem Silberverkauf hängt natürlich von der Entwicklung des Silberpreises ab und der Zeitspanne, innerhalb der die Umprägung vorgenommen wird. Man rechnet laut K. Z. für die Durchführung der gesamten Münzreform mit einer Zeitdauer von etwa drei Jahren. Das Nickel für die Einmarkstücke würde nach dem heutigen Preis etwa 10—11 Mill. RM. kosten. Das Reich würde aber trotzdem keinen Gewinn aus der Umprägung haben, weil die Kosten der Scheidung den Erlöe aus dem Silberverkauf aufzehren dürften. Aus früheren Mitteilungen und aus dem von uns gestern mitgeteilten Auszug über die Notverordnung geht hervor, daß die Fünfmarkstücke kleiner werden, der Silbergehalt bleibt aber derselbe dadurch, daß die Legierung von 500:1000 auf 900:1000 erhöht wird. Auch die Zweimarkstücke werden umgeprägt, und zwar wird bei ihnen die Legierung von 500:1000 auf 625:1000 erhöht, so daß auch bei künftigen kleinern Zweimarkstücken der Silbergehalt derselbe bleibt wie bei den alten. Die Dreimarkstücke werden, wie bekannt iet, eingezogen. Rheiniech westtällecher Lebenamittel-Groihande! zur Lage. Nans er.ei des Kolonialvaren Großhandels V., Essen, hat am 16. März seine stark besuchte 26. Jahreshauptversammlung abmittelGroshandef. wurden gr 1. de beben:. Verbandes, P. Peit. m Vorditzenden des herrn Fritz Laar, Iserlohn, vom geschäftsführenden Vorstandsmitglied, Herrn Dr. Erich Enke, Essen, und vom Vorsitzenden des Reichsverbandes des Deutschen NahrungsmittelGroßhandels, Berlin, Herrn Wilhelm Hermann, Bezlig, größere Referate erstattet. Die nationale Einevung wurde freudig begrüßt und die Unterstützung der Arbeiten der nationalen Regierung allseitig ausgesprochen. Besonders freudig wurde Sonre ae gatiensch. Per 1 Prosramm. Punkr ernovene Schutz des mitteistanges aufgenommen. In langer Aussprache nahmen die Mitglieder zu den den Lebensmittel-Großhandel besondere berührenden Fragen Stellung. Der Verpand har seine Anregungen dem Herrn Reichskanzlst, und den zuständigen Fachministerien überTextilien Liverpooler Baumwollkurse. Sakellaridis und Upper F. G. F. ## Hivergool, 21. Nir. Sakellaridis: Nüir: .. G. F. 612). Mai 688(610), Juli 697 (609), Oktober 703(607), November 709(606), Januar 717(611), März 1935 723(615). Tendenz: kaum stetig. (Americ. Universaal Stand Middl.) u. Ki r860 ½. 21 Mim. Tendenz: ruhig. Arz 4.4, Ap.n 493. Mai 494. Juni 494. Juli 495, August 496, September 498, Oktober 500, November 5%, Dezember 508. Januar 504. Februar 505, märz a92. März 1934 507, Mai 510, Juli 516, Okteber 515. Januar 1935 520. New Vorker Baumwollkurse. bie 8.38“ Pork, Al. Nir. Loko 625, Nirs 614 695(pri 616. Mai 6.18—19. Juni 626. Juli August 6.42, September 6.48, Oktober 6.55—56, November 6.63, Dezember 6.72—76, Januar 6.77, Februar 6.82. Tendenz willig. Die Mark im Ausland. 68953, Tarieh..(14.4438) Amstersam 926136 123.27 5(123.07¼4) Nem Vork Bieleseld und Potsdam VVertraden Zun Naen=Ddschiult! Bielefeld, 22. März. Es mußte wohl erst der 21. März kommen, der Beginn eines neuen Frühlings, um das Eis der Skepsis und des geistigen Vorbehaltes zum Schmelzen zu bringen und die national empfindende Bürgerschaft zusammenzuführen im Bekenntnis zum neuen Staat und in dem Willen gemeinsamen Aufbaus. Die Zahl der Fahnen und Flaggen, der Wimpel und Banner he#te sich gegenüber der letzten Woche in Bieleseld um ein Vielfaches vermehrt. Jedwedes Haus in Bielefeld fühlte sich gestern fast mit Potsdam und dem feierlichen Staatsakt in der dortigen Garnisonkirche verbunden. Selbst auf der Straße waren die Glocken der Potsdamer Garnisonkirche durch den Großlautsprecher der Westfälischen Zeitung und den der NSDAP. zu vernehmen. In allen Bieleselder Schulen wurde das historische Ereignis des 21. März durch Radio übertragen. Und wenn die jüngste Generation in Bielefeld Sinn und Bedeutung auch nicht verstandesmäßig begriff, so regte sich doch auch in Kinderherzen ein unbestimmtes und irgendwie entscheidendes, richtunggebendes Gefühl. Ob auch der Winter mit dräuender Gebärde körnigen Schnee in dies Frühlingserwachen streute, so tat das den Kräften, die sich bildend und strebend regten, keinen Abbruch... Der Kirchgang. Als Auftakt zu dem Tag der nationalen Erhebung traten auf dem Hof der Polizeikaserne zwei Bereitschaften der Schutzpollzei und die Mannschaften der Hilfspolizei(SS., SA. und Stahlhelm, etwa 300 Mann) zusammen, um an den Gottesdiensten teilzunehmen, die anläßlich des Tages für den katholischen Teil der Bevölkerung in der Jodokuskirche, für den evangelischen Teil in der Garnisonkirche abgehalten wurden. Den Gottesdienst in der Garnisonkirche einleitend, durchbrauste der mächtige Choral„Großer Gott, wir loben dich“ das Gotteshaus. Die große Ueberlieferung, sagte Pastor Vonhof in seiner Predicht, an die heute in Potsdam das Neue, das man den Aufbruch der Nation nenne, anknüpfe, lasse sich am besten auf diese knappe Formel bringen: Zrei, Lebensstühen drechen nie, vet und Arbeit, keisheißen sie! Pastor Vonhof entwarf dann ein Bild der beiden Herrscher, an deren Gruft in der Potsdamer Garnisonkirche heute der greise Reichspräsident einen Kranz der ehrenden Erinnerung niedergelegt hat. Spartanische Einfachheit und Konzentration auf den heiligen Willen Gottes, sei Hand in Hand gegangen mit klarem Wirklichkeitsblick und nüchterne Erfassung der Dinge. Möge die Zeit kommen, wo das deutsche Volk jubeln könne:„Du, Herr, Du hast alles neu gemacht. Dafür danken wir Dir.“ Mit einem Gebet, das die Zukunft des Vaterlandes und des Volkes in Gottes Hände legte, schloß der Gottesdienst. Schupoparade auf dem Schillerplatz. Nach den Gottesdiensten marschierte die Schutzpollzei mit den Formationen des Stahlhelms und der Hilfspolizei unter klingendem Spiel auf den Schillerplatz auf, wo sich neben einer nach tausenden zählenden Menschenmenge Oberbürgermeister Dr. Prieß, Landrat Dr. Beckhaus, Polizeipräsident von Werder, General Thümmel und die Führer der SA eingefunden hatten. Nachdem die Herren die Front abgeschritten hatten, kennzeichnete dere kommissarische Polizeipräsident Regierungsrat Dr. v. Werder in militärisch kurzen Worten die Bedeutung des großen Tages. Machtvoll brauste dann der erste Vers des Deutschlandliedes über den Platz... Eine erhebende Kundgebung auf dem Johannisberg. Dann kam die Parade. Im strammen Schritt desilierten die Formationen vor ihren Führern, schmissig erklang die Marschmusik durch den März= tag und dann ging es durch die Straßen der Stadt, wo eine große Menscheumenge trotz Regen und Schnee geduldig ausharrte. Se * S Oben: Schupo und Hilfspolizei in Paradeaufstellung. Unten: Der Polizeipräsident Dr. v. Werder schreitet die Frout ab. In seiner Begleitung: Oberstleutnant Berth, Oberbürgermeister Dr. Prieß, Landrat Dr. Beckheus upd Volizeio Dr. v. Nieber. eckhaus und Volizetarzt Wir wollen auch was sehen. Der Packelzug. Am Kesselbrink und in den Anmarschstraßen stauen sich schon frühzeitig Tausende von Menschen. die sich auch den Anmarsch der einzelnen Vormationen nicht entgehen lassen wollen. Kurz vor 8 Uhr erschallen auf dem Kesselbrink Kommandorufe; der Fackelzug setzt sich in wegung; Fahnen flattern im Wino, Fackeln leuchten auf; schmissige Marschweisen erklingen. Der Zug der Viertausend marschiert. Und die Menschen, die die Straßen umsäumen, jubeln ihn begeistert zu. Einen solchen Fackelzug hat Bielefeld wohl selten erlebt! Vom Kesselbrink aus geht es durch die Wilhelmstraße, über den Jahnplatz, Niedern=, Obern=, von der=Reckestraße zum Johannisberg. Ueberall in den Straßen, durch die der imposante Zug marschiert, dasselbe Bild: Menschen. Menschen, begeisterte Bielefelder! Gewandte Jungen sind auf Lichtmasten geklettert. um die Situation optisch zu beherrschen. Geöffnete Fenster, grüßende Hände. Buntfeuer... An der Zugspitze marschiert ein SA=Spielmannszug, die SA=Kapelle; die politischen Führer der NSDAP. Bielefelds folgen; Fahnenträger im Stahlhelm; SA, sogar Hitlerjugend, dann Schupo mit Hakenkreuzfahne, zwei Reichswehroffiziere schließen sich ihnen an, die Bielefelder SS marschiert; es folgt der Deutschnationale Kampfring, evangelische Jugend; viel beachtet folgen die Behördenverteter im Zylinder, an ihrer Spitze Oberbürgermeister Dr. Prieß, Oberbürgermeister a. D. Dr. Stapenhorst, Landrat Dr. Beckhaus, der kommissarische Polizeipräsident, Rathausbeamte, kurz: das offizielle Bielefeld! Dann in schmucken Uniformen das Bataillon der Schützengesellschaft. an schließend die Fleischerinnung in weißen Schürzen mit Fahne; unter dem Vorantritt des StablhelmSpielmanszuges und der Stahlhelmkapelle. die Führer und Formationen des Stahlhelm, Jung Stahlhelm, eine Abordnung der höheren Schulen, Rotes Kreuz mit Fahne, Feuerwehr, Eisenbahner mit Hakenkreuzfahne, Kriegervereine, darunter Kolonial=Kriegerbund. Scharnhorst=Jugend, Marinejugend: z. T. in Matrosenuniform, die Bielefelder Lampenputzer bringen eine besondere Note in den Zug. Zwanzig Minuten dauert der Vorbeimarsch bereits, und immer neue Formationen, Fahnen, Musikkapellen brennende Fackeln! Nun folgen die Sportverbände: darunter die Bielefelder Turngemeinde mit ihrer Fechtergruppe in weißem Dreß: die Deutsche Turnerschaft, viele andere Sportverbände in kleinen Abordnungen, dann der Christliche Verein junger Männer, Jungdo mit Kapelle und Spielmannszug. Schul jugend und Mädchengruppen beschließen den Zug. In Bielefeld waren keine Fackeln mehr aufzutreiben: ein Zeichen der Zeit....“ Während das Zugende noch in der Stadt marschierte. leuchtete auf dem Wege zum Johannisberg die endlose Kette der Fackeln: ein wunderbares Bild! Bald darauf dröhnen drei Böllerschüsse emvor zum gestirnten Himmel.... In der Stadt flaut langsam, sehr langsam, der Verkehr ab... Die Feier auf dem Johannisberg beginnt Auf dem Johannisberg. Des Tages festlicher und mit neuer Hoffnung erfüllender Abschluß war die nationale Kund gebung auf dem Johannisberg, die gestimmt war auf den reinen starken Klang vorhehaltloser Vaterlandsliebe und die manches zusammenschloß und einander näher brachte, was noch auseinander zu streben schien. Nach dem in mustergiltiger Oronung voll zogenen Aufmarsch der SA und S3 der Schupo und der Schützen, der Turner und Sänger und mancher anderen Korporationen marschierten— ein farbenfrohes schönes Bild— die Fahnen ein. Die sturmerprobten Fahnen, Sinnbiloer großer Vergangenheit und bürgerlicher Tradition, Hakenkreuzfahnen, Symbole nationalen Aufbruchs und Ringens nach neuen Formen. Ueber die eigentliche Begrüßung hinaus sagte Oberbürgermeister Dr. Prieß Grundsätzliches und Beherzigenswertes zu der nationalen Wiedergeburt, indem er u. a. folgendes ausführte: Unser aller Gedanken waren heute in Pots dam. Wir haben im Geiste die neuerwählten Abgesandten des deutschen Volkes gesehen, die sich in der alten Garnisonkirche in einem feierlichen und unvergeßlichen Staatsakte zusammenfanden. Wir waren im Geiste bei den beiden Männern, die die ganze Hoffnung und der ganze Stolz des deutschen Volkes sind. Wir sahen ihn, den greisen Präsidenten des Reiches, Generalfeldmarschall von Hindenburg, der uns im Weltkriege führte und ihn, den jungen und starken Kanzler des Reiches Adolf Hitler, der den unerschütterlichen starken Glauben hat an seine Kraft und seine nationale Sendung und der uns hinausführen möge aus der Not unserer Tage. Bei der Kranzniederlegung wurde in uns das Andenken an jenen einzigartigen Mann lebendig, der Trübsal und Verzweiflung erlebte wie keiner und der sich doch immer wieder durchkämpfte und durchschlug, bis der Sieg sein war. Der große Friedrich wurde uns lebendig. Nachdem Oberbürgermeister Dr. Prieß dann die einzelnen Korporationen, die an dem Fackelzug teilgenommen hatten, begrüßt hatte, fuhr er fort: Der verhöhnte und verspottete Geist von Potsdam, der gestorben schien, ist wieder ausgewacht und weist den Weg in eine neue Zeit Er konnte nicht sterben, weil er aus deutscher Erde und deutschem Blute heraus ewig leben wird. Zurück nach Potsdam! Das ist der Weg zur Pflichterfüllung, zur Einfachheit, zur Schlichtheit, zur Lauterkeit und Wahrhaftigkeit, zur Ordnung und Disziplin. Möge uns der große Alliierte da oben dabei helfen, das zurückzugewinnen, was verloren schien. Wir sind arm geworden im deutschen Vaterland; aber es ist uns wiedergeschenkt worden die nationale Würde, die nationale Ehre und der nationale Stolz. Die große nationale Bewegung, die von Herz zu Herz flammte, hat die Menschen erfaßt und bezwungen. Hoffen wir, daß das ganze deutsche Volk sich finden möge in diesem Aufbruch der Nation über alle Stände und Schichten hinweg. Mögen sich alle Deutschen zusammenfinden in dem Worte des Reichskanzlers:„Ich will zusammenfügen alles, was guten Willens ist“ Wir aber wollen den Männern folgen, glaubend und vertrauend, die uns den Weg führen wollen in eine neue deutsche Zukunft, leere Formenwelt des Klassenstaates erkannt. Es wurde uns die Offenbarung der Nation zuteil und viele von uns ahnten voraus, daß wir an der Schwelle einer neuen Zeit und neuer Staatsbegriffe standen, ganz gleichgiltig wie der Ausgang des Krieges sein möchte. Der Zusammenbruch, hervorgerufen durch marxistische Volksverführer, ließ diese Situation nicht reifen. Was jetzt im nationalen Sturm dahingefegt wurde, war der letzte Ausklang einer versinkenden Epoche. Das gilt nicht nur in bezug auf die Weltanschauung des Marxismus, sondern auch die des Liberalismus, der im Einzeln gewiß Großes geleistet hat, der aber niemals neue Staatsformen und Normen sand. Mit der restlosen Ueberwindung der Novemberrevolte ist Platz geworden für die Nach 11 Uhr traten die an dem teiligten Formationen und die Festteilnehmer auf dem Plateau zum großen Zapfenstreich an, sich in Aus begeistertem Herzen wurde dann „O, Deutschland hoch in Ehren, du heiliges Land der Treu'“ gesungen. Als Festredner trat dann Chefarzt Dr. Löhr in brauner Uniform ans Mikrophon. In temperamentvoller und hinreißender Rhetorik führte der Redner u. a. folgendes aus: Deutsche Frauen und deutsche Männer! Das Volk steht auf. Deutschland feiert heute den Tag der nationalen Erhebung. Besonders erschütternd und ergreifend war es, als die neue Vertretung des Volkes unter Führung von Adolf Hitler dem greisen Feldmarschall huldigte. Ganz Bielefeld hat sich ausgemacht, um dieser Feierstunde beizuwohnen. Aber nicht der bunte Fahnenwald und die Fackeln machen den heutigen Tag aus. Wir dürfen und wollen keinen Hurrapatriotismus. Damit ist dem Vaterlande nicht gedient. Der Sinn des heutigen Tages liegt viel tiefer. Am 21. März des Jahres 1918 begann die größte Durchbruchsschlacht des Weltkrieges an der Marne und mit dem 21. März des Jahres 1933 ist die Revolte von 1918 endgiltig erschlagen und begraben worden. Wir hassen den 9. November 1918. Es war eine Revolte der Unfähigkeit, Feigheit und des Verrats. Eine Revolte ohne Ehre und ohne Waffen und eben deshalb ist sie bedeutungslos für die deutsche Geschichte. Wir denken heute daran zurück wie an einen grauenhaften Spuk, dem Jahre der Entrechtung und Knechtung folgten. Es waren Jahre der unbedeutenden Mittelmäßigkeit, die inhaltlos geworden sind mit dem Tage der deutschen Wiedergeburt. Wie hat man uns, das junge Deutschland verlacht, wenn wir uns gegen Tus untawuttlt Erfüllung unseres deutschen Schicksals. Es kommt darauf an, wirklich das Endziel dieser nationalen Revolution zu erreichen. Es hat viele nationale Revolutionen gegeben. Darunter ist in erster Linie der Bauernkrieg, die Reformation und die Erhebung in den Freiheitskriegen 1813 zu verstehen, und dennoch hat Deutschland nie seine durch Blut und Volkstum bedingte Eigenform gefunden. Um sie zu finden, bedarf es solcher Kräfte, die von unten kommen, nicht der großen und klugen Köpfe, sondern unbekannter Männer aus dem Volke. Wir haben zu Adolf Hitler das Vertrauen, daß er den Weg erfolgreich zu Ende gehe, so wie er aus dem Nichts einer Gruppe von wenigen Männern eine Millionenbewegung machte. Die Vollendung der deutschen Revolution wird einen Staat schaffen, der sich wieder einen Platz an der Sonne erobert und unbesiegbar ist. Nur Unbelehrbare vermeinen, daß diese Volksbewegung gleichsam ein Protest gegen die Wirtschaftsnot sei, und daß sie in sich zusammensinke, wenn sich die wirtschaftlichen Voraussetzungen geändert hätten. Von der Gesinnung her haben alle nationalen Verbände an dieser Revolution mitgewirkt. Zum entscheidenden Erfolg wurde sie jedoch unter dem Hakenkreuz geführt. Deshalb ist die Hakenkreuzfahne ebenso wenig wie schwarz=weiß=rot eine Parteifahne. Es ist nicht zu leugnen, daß in diesen Wochen Gefahr für die Einheit des Reiches bestand, und wenn Süddeutschland jetzt aufs neue aus Reich gekettet wurde, so ist das ein Verdienst Adolf Hitlers, das historisch der Reichseinigung Bismarcks gleichzusetzen ist. Es sei charakteristisch, daß ein Grenzdeutscher das deutsche Volk den Weg zurück nach Potsdam führen müsse und daß die Volkserhebung nicht getragen worden sei von wissenschatflichen Köpfen, mit deren Fähigkeiten sich allzu oft Charakterschwäche und Dekadenz verbindet. Der Redner ließ seine Worte ausklingen in dreisachem „Sieg Heil“ auf den Führer des deutschen Volkes Hindenburg, auf den Führer des erwachenden Deutschlands und das heißgeliebte Deutschland. Die Reden, die oft durch Beifall unterbrochen, wurden durch Lautsprecher auf das Plateau des Johannisberges übertragen, wo all die bis zum letzten Wort aushielten, die in den Sälen keinen Platz mehr gefunden hatten. In einmütiger Begeisterung wurde das Deutschlandlied gesungen und anschließend das Horst=WesselLied angestimmt. * geformt aus Fahnenfülle und buntem Tuch aller Schattierungen, Braunhemden, schwarzen SS.=Uniformen, Grünhemden. Schützen= und Friedensuniformen hat der Johannisberg wohl noch nicht gesehen... bei dem su., in den Herzen noch einmal au religiöser Innbrunst und an heißen Wünschen für das Vaterland aufflammte, was man in diesen Tagen empfunden hatte... Die Stahlhelmkapelle erwies sich dabei wieder als ein Klangkörper von höchster musikalischer Disziplin.. In geschlossenen Zügen marschierten dann die Formationen unter klingendem Spiele zurück zur Stadt, die in Zukunft mehr denn je eine Stadt der Arbeit sein wird. Feierstunde im„Haus der Technik“ Zu einer besonders eindrucksvollen Feierstunde anläßlich des„Tages von Potsdam“ versammelten sich gestern vormittag die Schüler und Schülerinnen der gewerblichen Berufsschule im„Haus der Technik“. In seinen Begrüßungsworten wies Direktor Friedrich auf die Bedeutung des Tages hin. Die Festrede hielt Herr Lappenbusch, der die Schüler aufforderte, an dem Aufbau des neuen Deutschland zu ihrem Teil mitzuarbeiten, deutsch zu denken, zu fühlen und zu handeln! Dann übertrug ein Lautsprecher den feierlichen Staatsakt aus der Potsdamer Garnisonkirche, dem die Schüler mit weihevoller Aufmerksamkeit lauschten.— Die Feier der gewerblichen Berufsschule schloß mit einem dreifachen Hoch auf unser deutsches Volk und Vaterland und auf eine glückliche Zukunft! Dann wurde noch gemeinsam das Deutschlandlied gettangen. * In Bielefeld gibt es achtunddreißig Schulhäuser. Für sie alle sind zu gestern Radioanlagen beschafft worden, soweit sie nicht vorhanden waren. Sie wurden gelieben und bereitwillig von Privatleuten zur Verfügung gestellt. Der technischen Durchführung der Uebertragung nahmen sich meist die Lehrer mit großem Bastlergeschick an. Im Stadttheater führte man gestern die Operette„Traum einer Nacht" auf. War es wirklich nicht möglich, sich auf den Tag von Potsdam im Geist einer neuen Zeit einzustellen? Bethel seiert die deutsche Erhebung An der Feier der Reichstagseröffnung in der Potsdamer Garnisonkirche nahmen die Bewohner der Anstalt Bethel regen Anteil. Schon in der Frühe wurden schwarzweißrote und Hakenkreuzfahnen gehißt. Die festliche Stimmung wuchs, als kurz nach 11 Uhr die Arbeit ruhte; die Insassen der Häuser versammelten sich im Festgewand, um am Rundfunk den Verlauf des Staatsaktes anzuwohnen. Im Assapheum, wo ein großer Lautsprecher aufgestellt war, hörte ein großer Teil der Kranken mit Spannung die markige Ansprache des Reichspräsidenten und die packende Rede des Reichskanzlers. Auf allen Gesichtern leuchtete Freude, als die Sonne durch die dunklen Wolken brach und der Sprecher des Rundfunks über den Zug zur Garnisonkirche und die dort herrschende Feststimmung berichtete. Die herrlichen Vorträge des Berliner Domchors und die feierliche Orgelmusik hörten alle mit tiefer Bewegung. Ebenso löste die Schilberung der Kranzniederlegung Hindenburgs am Grabe Friedrichs des Großen. sowie die Marschweise der SA= und Stahlkelnkavessen eine feierliche Stimmung aus. Auch diese Gemeinde fühlte sich als lebendiges Mitglied der großen Volksfamilie, die an diesem Tag das Fest ihrer Zusammengehörigkeit feierte.... schule und des Lehrgangs für Kindergärtertunen und Hortnerinnen eröffnet.(Siehe Ich scheide schwer... Am 1. April scheide ich infolge Erreichung der Altersgrenze aus dem Regierungsbezirk, an dessen Spitze ich fast 13 Jahre gestanden habe. Ich habe in diesen langen Jahren den Bezirk, der land schaftlich, geschichtlich, kulturell und durch die Treue und Zuverlässigkeit seiner Bevotterung gleich ausgezeichnet ist, von Herzen lieb gewonnen und das Scheiden fällt mir schwer. Aber mir sind in den letzten Wochen meiner Amtstätigkeit so überwältigende Zeichen des Vertrauens und der Anhänglichkeit dargebracht worden, daß ich nur tief bewegt danken kann. Ich scheide mit dem Wunsche, daß Gott diesen schönen urdeutschen Bezirk segnen und mit ihm unser deutsches Land einer lichten Zukunft entgegenführen möge. Regierungepräsident Dr. Hagemeister. Frühling in den Herbergen. Abnehmende Belegungsziffern. Ein echter Tippelbruder hat seinen eigenen Kalender, der ihm den Frühlingsbeginn anzeigt. Von einem datumsmäßig festgelegten Frühlingsanfang ist darin nichts zu finden. Und wenn er, der Tippelbruder, wieder loszieht aus den beengenden Mauern der Stadt über die Landstraße, die seine Heimat ist, dann ist Frühling. Daran ändern selbst regenschwere Tage nichts, an denen kalte Stürme über das Land segen. Und der Frühling ist schon seit 14 Tagen in unsere Herbergen eingezogen. Zwar erst stückweise, denn nicht alle, die dort nächtigen, sind echte Ritter der Walze. Aber langsam beginnt die hohe Frequenz nachzulassen. Und zwar ist die tägliche Belegung der„Schwarzen Rose“ in den letzten 14 Tagen um 20 bis 25 Mann zurückgegangen. In dem Pertheshaus kehren jetzt nur noch 90 bis 100 Wanderer täglich ein. Wir anderen Bürger dieser Welt aber, die trotz des Frühlingsanfangs von Kalenders Gnaden nicht so recht an ihn glauben wollen, wollen unseren Skeptizismus abtun und denen glauben, die das Frühlingsahnen„von Berufswegen“ in den Beinen haben. Graues Haar macht alt (9 Ausstellung. In den Räumen der Frauenschule(Cecilien= schule), Brüderstraße 8, wird morgen eine Ausstellung von Schülerinnenarbeiten der FrauenMeisterkamp Schillerplatz 26 Roman von Carola von Crailsheim. 21) (Nachdruck verboten.) Im steten Gang der Tage rückte Weihnachten immer näher. Dennstedt war klug. Er lud Bekannte ein zum Fest. Herr von Werda kam, ein ehemaliger Offizier, der durch die rheinische Besatzung sein schönes Landhaus verloren hatte und nun mit seiner viel älteren Frau in einer bescheidenen Berliner Mietswohnung lebte. Die Damen von Bonnenburg und von Mildberg, ältliche Kusinen der verstorbenen Alix, reisten freudig aus Darmstadt herbei, gespannt auf die junge Frau und voll Vorfreude, was die kulinarischen Genüsse aubetraf. Sie brachten Landrat Overbeck mit, einen Herrn, der deshalb eine große Rolle in ihrem Leben spielte, weil er einst pathetisch verheißen, sich für eine von ihnen zu entscheiden, was aber bis heute noch nicht geschehen war. Endlich sauste auf einem bäuerlichen Schlitten noch Major von Ipenplitz durch die Allee. Er hauste, ein knorriger Junggeselle, aussehend wie ein derber Waldast, mit rauher Schale und leicht bemooster Joppe auf einem Jagdhaus an der Fulda, wo er vieles Getier besaß, das er allein mit einem Knecht betreute. Itzenplitz war so gegen sechzig, hatte aber vor, mindestens hundert Jahre alt zu werden. Er rief mit allem, was er sagte, Lachen und Zustimmung hervor. Und fast augenblicklich war er mit seinem übersprudelnden Witz, seiner guten Laune, der Unbeirrbarkeit seiner Ansichten der Zement, der die kleine Gesellschaft zusammenkittete. All diesen Menschen, so wünschte Dennstedt, die ein so viel schöneres und sorgenfreieres Einst gekannt, sollte sein Haus frohe Weihnachtstage schenken. Außerdem aber sollten sie Andri Abwechslung bringen ihr die Tage kürzen. Andri sah oft so müde aus. Hatte sie sich in Frankfurt überangestrengt? Oder war es Weihnachten und all die vielen Vorbereitungen, die sie so mitnahmen? Sie trug den Schlüssel zur Weihnachtsstube immer bei sich, verschwand hinter verschlossenen Türen, machte geheimnisvolle Andeutungen und schien ganz in ihrem Element. Der Haushalt lief wie auf Samtbändern. Es roch wundervoll nach Weihnachtsgebäck und nach Tannen im ganzen Haus. Und als endlich der heilige Abend kam und die Flügeltüren der Weihnachtsstube aufsprangen, meinte Wilhelm Ernst, nie in seinem Leben eine solche Bescherstube gesehen zu haben. Von der tannenüberzogenen Decke hingen goldene Sterne herab, strahlend von duftenden Wachslichtern, die unsichtbar in ihnen brannten. Und unter ihnen erhob sich, von Andri selbst im Walde ausgesucht, eine stolze, mächtige breitverzweigte Tanne mit natürlichem Schmuck: fast gegen hundert Tannenzapfen trug die steile Spitze. Andri hatte sie nur mit silbernen Fäden und Kerzen geschmückt und ihr so das eigentliche Gepräge so gut wie gelassen. Und wie hatte Andri beschert. Seht all die bunten glitzernden Tische, auf denen jeder bedacht ist. Wünsche sind erraten, Hoffnungen erfüllt. Ueber Gesinde und Gäste erstreckt sich einer warmherzigen Frau Schenken. Und Wilhelm Ernst findet Bücher, die ihm gefehlt, die er lange auf Auktionen suchen ließ, Dinge des täglichen Gebrauches, die ersetzt werden mußten, Ueberraschung um Ueberraschung. Hätte Andri nicht schon vorher die Herzen der Ihren besessen, an diesem Abend wären sie ihr zugefallen. „Wilhelm Ernst!“. Er wandte den Kopf. Es war über Festtafel, Bescherung und langem gemütlichem Zusammensitzen spät geworden. „Wilhelm Ernst,“ hob Andri wieder an. Sie standen dicht nebeneinander am offenen Fenster von Andris Schlafzimmer,„siehst du den Weihnachtsstern?“ „Ja, dort leuchtet er, gerade über uns, über Garten und Park, als gehörte er uns allein.“ Einen Augenblick sahen sie schweigend durch die feierlich stille Nacht. Dann schloß Dennstedt das Fenster, zog Andri an sich, ihr zu danken für den Abend. Was lächelte sie so sonderbar? Warum war sie ihm plötzlich so ferngerückt, die doch neben ihm stand? Was ging Unbegreifliches in ihr vor? „Wilhelm Ernst!“ Es klang nur wie ein Hauch. Und dann fühlte er ihre warmen Lippen an seinem Ohr, vernahm eine Botschaft, die ihn bis ins Innerste erschütterte, ihn, den festgefügten, in sich ruhenden Mann. Ungläubig vor Glück starrte er sie an. Dann beugte er sich, suchte mit seinem Mund ihr Herz, unter dem bald ein zweites Herz schlagen sollte. Noch nie war Weihnachten so wunderbar gewesen, noch nie so voller Wunder... Belebteste Tage auf der sonst so stillen Fasanerie. Eine kleine Liebhabertruppe kam aus Gotha, brachte mit ihrem Spiel, ihrem Kommen und Gehen dem bizarren Wechsel ihrer Verkleidung, ihres Zivils viel Heiterkeit. Itzenplitz lachte dröhnend, die Damen aus Darmstadt bissen in ihre Taschentücher wenn ein Scherz nur ein wenig über das Schickliche hinausging. Ein andermal ließ Dennstedt ausgezeichnete Musiker aus Leipzig kommen, ein Trio, das Schubert vortrug, auch etwas von neuer Musik. Andri stete dies alles sehr aus. Nie hatte sie eine Häuslichkeit gehabt. Nun machte es sie so froh. für so viele Menschen zu sorgen, die Wirtin zu spielen und alles hübsch zu machen. Manchmal stieß sie auf Herrn von Werda, wenn sie durch das Haus oder den verschneiten Garten ging. im Treibhaus selbst die Blumen für den Tisch zu holen. Er schien nicht sehr glücklich in seiner Ehe zu sein, die Frau war fast zwanzig Jahre älter als er, und doch, so erzählte Wilhelm Ernst, war dies einst eine reine Liebesheirat gewesen. Werda hatte merkwürdig helle dichte Augenist Immer wieder suchte sein kurzsichtiger in ähnlicher Lage in fragen: Eind wir nicht unserer Ehe? Sind Sie glücklicher als ich? Andri wich ihm aus. Was ging ihn ihre Ehe an? Daß sie ihm gefiel, war ihr leid Nirgends war das ganze, am Abend, als man im weiten Halbkreis um den Kamin des sogenannten Saales zusammensgs, wünschten die Darmstädter Damen in üppiger Laune von dem alten Itzenplitz zu erfahSemorgeu.. Der Landrat rieb sich die Hände bei der Frage. nicht gebunden hatte. eten, daß auch er sch gingen zu dem weißschopfigen deise wahrheitegetren scht. Der aber antwormarum.se“ und ganz schlicht: „Warum meine gnädigen Damen? Weil ich die eine, an der mein Herz hing nicht bekommen Lnnte. Eine andere gibt's in solchem Falle nicht. Kein Gebot bei der Zwangsversteigerung. Das Grundstück der Witwe Lina Hecht geb. Mannel in Bielefeld, Herforder Straße 26. sollte gestern zwangsversteigert werden. Da im Termin aber kein Gebot abgegeben wurde, wurde das Verfahren einstweilen eingestellt. Aus dem gleichen Grunde wurde auch die Zwangsversteigerung des Grundstücks Brackwede, Teichstraße 19, Eigentümerin Ehefrau Klara Finke geb. Nasse, vorläufig eingestellt. Einführung neuer Frachtbriefe. Um den auf Verkehrswerbung gerichteten Bestrebungen der Eisenbahn und den Wünschen aus Handels= und Wirtschaftskreisen nach Vereinfachungen und Verbesserungen des deutschen Frachtbriefmusters zu entsprechen, beabsichtigt die Deutsche Reichsbahngesellschaft in etwa Jahresfrist ein den neuzeitlichen Ansprüchen der Schreibtechnik angepaßtes, außerdem übersichtlicheres Frachtbriefmuster für den deutschen Verkehr einzuführen. Es ist deshalb ratsam, daß die Firmen, die einen regelmäßigen Güterversand haben, keine allzu große Bestände an Frachtbriefen des jetzigen Musters vorrätig halten. Rundfunk=Probeschreiben! Von der Kurzschrift=Schule„Stolze Schrey“ wird mitgeteilt, daß das diesjährige Rundfunkprobeschreiben am Dienstag, 4. April, voraussichtlich in der Zeit zwischen 19 und 20 Uhr Das wußte ich schon damals, als ich noch ein herzlich junger Dachs war, und heute möchte ich alles Unglück der Ehe darauf zurückführen, daß die Menschen zum Ersatz greisen, wo es doch keinen Ersatz gibt.“ „Wie wenige Ehen gäbe es dann,“ sagte Andri und senkte die Augen, als habe sie sich verraten. Sie fühlte Dennstedts Blick, auch den des alten Itzenplitz. „Warum muß in solchem Falle überhaupt geheiratet werden?“ fragte der zurück. Für ihn gab es keine Kompromisse. Noch einmal rührte er das Gespräch auf, als er sich früher als alle anderen allein mit Andri am Frühstückstisch traf. „Wissen Sie, liebe gnädige Frau, bei dem Problem des Mannes in der Ehe denke ich so oft an Brahms. Sie kennen sein wunderbares Lied an den Tod? Ein wunderliches Morgengespräch, aber immerhin, nicht wahr— ich bin den Gesprächen mit schönen jungen Frauen reichlich entwöhnt, dies müssen Sie mir zugute halten, tun es auch sehe ich an allem. Besagter Brahms also konnte in der Zeit, da er liebte und jugendbeschwingt an sich reißen wollte, was sein Herz entzückte, aus geldlichen Gründen nicht handeln. Später jedoch, als seine Eimahmen genügt hätten, einen Haushalt zu gründen, wagte er es nicht mehr, sich einer Frau anzuldeten...“ uum sag brach ab und sah sie lange und seltsam an, Warum— erzählt— er— mir das? dachte Andri. Und oft, lange nachdem die Gäste wieder abgereist waren, kam ihr Itzenplitz in den Sinn. ihr war, als sei sie nie einem treueren, ehrlicheren Herzen begegnet. Wilhelm Ernst war immer die Güte selbst gegen Andri gewesen. Aber nun überbot er sich #erost. Er wollte sich ihr ganz unterordnen, jeden leisesten Wunsch erraten. Sie trug sein Kind. .. Ein und wieder streifte es ihn wie Lächerlichähug Kind wird jünger sein als seine EnkelEr ging umher und dachte an die Zukunft. Wenn es ein Sohn würde— so sollte ihm die Fasanerie gehören. Alix Sohn hing ja nicht mehr daran, hatte sich ihm und dem Haus entfremdet. unersiche Junge, paß auf,“ sagte Andri stlich, seinen Wunsch erratend. Sie war glücklich, froh, aufgeräumt, sah einen neuen Sinn in ihrer Verbindung mit Wilhelm Ernst. Gattfindet. Es werden wieder zwei Diktate von ie 5 Minuten gegeben, das erste zu 150 Silben, das zweite zu 200 Silben je Minute. Wenn das Rundfunkprobeschreiben in den letzten Jahren auch immer größere Beteiligung gefunden hat, so sollte doch diesesmal kein Stenograph verfehlen, an dieser Prüfung seine Fähigkeiten zu beweisen, hierdurch dem stenographischen Sceun zu dienen Besonders enwähnt sei nn buß ein jeder Stenograph teilnahmeberechtigt ist, er braucht nicht irgend einem Verein angeschlossen Kundituns nach hahtr Bedingungen werden im Randsünt noch beranntgegeben, werden aber schon jetzt von den örtlichen Stenographenvereinen mitgeteilt.(In Bielefeld PJ.gung har kreiten=Haussrad Luisen=Schülerinnen stellen aus Es ist bereits eine wertvolle Tradition der (Mädchen=Mittelschule) in der Paulusstraße geworden, mit Abschluß eines jeden Schuljahres eine Ausstellung zu veranstalten, in der sie die während eines Jahres angefertigten Arbeiten der Hausfrauenklasse und der Wirtschaftsklafse zur Besichtigung auslegt. Die Ausstellung erfreut sich seit ihrer Einvor zehn Jahren eines großen Interesses der Bielefelder. So war es kein Wunder, sich Sonntag morgen nach der Eröffnung bald zahlreiche Besucher durch die Räume drängten. Der erste Raum zeigt Buntnähereien; alle auf diesem Gebiet in Frage kommenden Techniken sind vertreten. In diesem und dem nächsten Raum, der Weißnähiten zeigt, sieht sich der Besucher einer verwirrenden Fülle von Kleidern und Wäsche gesenücher. Manche Braut könnte hier ihre AusAltung von Kopf bis zu Fuß finden. Alles ist praktisch und schlicht. Hier zeigt es sich, daß selbst der unscheinbarste Lappen seinen Wert hat. Nach einer entsprechenden Metamorphose kann noch ein Kinderkleidchen oder sonst etwas Brauchbares daraus werden. Das nächste Zimmer zeigt, daß die Schülerinnen der beiden Klassen auch ein Baby nach allen Regeln der Kunst zu betreuen wissen. Die gesamte ausgestellte Babyausstattung ist ihr Werk. Appetitlich und begehrenswert. Und dann ein anderes Zimmer, da naturgemäß den stärksten Zuspruch hatte. In Pasteten, Kuchen, Küchelchen, Pralinen und Leckerbissen aller Art— selbst ein gebratener Schwelnskopf fehlt nicht— zeigt die zukünftige Hausfrau, daß sie etwas weiß von der Liebe, die durch den Magen geht. Bei all diesen nahrhaften Herrlichkeiten erinnerte man sich plötzlich lebhaft, daß es Zeit zum Mittagessen sei. Hier nicht zulangen zu dürfen, war Tantalusqual. Obergeschoß des Hauses vermittelte einen lebendigen Eindruck in den Zeichenunterricht aller Klassen. Eigentlich müßte man alles aufzählen, was es da. gab an Originialität des Einfalls, von anerkennenswertem Stilgefühl und von überraschendem, formalem zeichnerischen Talent. Aber aus Gründen des Raummangels ist das leider nicht möglich, und man kann nur sagen:„Geht hin, Bielefelder und seht euch an, was eure Schulen und eure Schüler leisten. Die Ausstellung ist bis heute einschließlich geöffnet. Vielseitigkeit tut not Man beabsichtigt, ab Ostern in der Luisenschule einen Kursus neu einzurichten, der junge Mädchen als Kinderpflegerin und als Hausgehilsin in einer Person ausbilden soll. Der Bielefelder Hausfrauenverein, der die Anregung zu dem Kursus gab, geht von der Ansicht aus, daß in Zukunft unsere Industrie kaum in der Lage sein wird, allem weiblichen Nachwuchs Beschäftigung zu geben. Die Notwendigkeit liegt daher auf der Hand, als Ausgleich den Mädchen eine andere Verdienstmöglichkeit zu geben. Bisher kaum Kindergärtnerinnen, die Kursus in der Luisenschule abgehalten werden soll, ist ein glücklicher Gedanke. Denn hier befinden sich ja schon die Wirtschaftsklasse und die Haushaltungsklasse, deren Lehrpersonal zugleich auch die Betreuung des neuen Kursus übernehmen könnte. Als Schülerinnen kämen Mädchen in Frage, die die Volksschule hinter sich haben und Lust zu einem solchen Beruf haben. Darüber hinaus aber auch Schülerinnen der mittleren und höheren Schoden. Fünfundsiebzigster Geburtstag. Die Witwe Frau Luise Ronsiek Wiesenstraße 14, feiert heute, Mittwoch, in körperlicher und geistiger Frische ihren 75. Geburtstag. Vereine und Veranstaltungen. Stadttheater. heute für das B=Abonnement der Schwank von Schwartz und Lengbach:„Der blaue Heinrich“. Täglich abends die große Revue Welle 1001 mit den berühmten 10 Escamillos. Heute nachmittag 4 Uhr die beliebte Hausfrauen=Motkastunde mit vollem Programm. Gncseonierg. Jeden Mittwoch nachmittag 4 Uhr Zur schönen Aussicht. Jeden Mittwoch und Sonntag ab 4 Uhr Familien=Konzert. Ratskeller. Heute nationale Nachfeier. Trompeterkorps der Stahlhelmkapelle. Bielefelder Musikverein. Die vielen gut besuchten Kirchenkonzerte in Bielefeld zeigen immer wieder, daß ein großer Kreis von Freunden geistlicher Musik vorhanden ist. Um nun wirklich so vielen wie eben möglich den Besuch seines Konzertes am morgigen Donnerstag zu erleichtern, hat sich der Mustkverein entschlossen, zu 0.50 RM. zu schaffen.— Auf die Veranstaltung, die ein wunderschdnes und wertvolles Programm bringt, sei noch einmal empfehlend hingewiesen.(Näheres im Anzeigenteil.) ##erein für naturgemäße Lebens= und Heilweise e. V. Zieleseld. Auf den heute abend 8 Uhr im großen Saal Handwerkerhauses(Erholung), am Papenmarkt, w#ar#indenden Vortrag über Erkrankungen der Leber, der Nieren und der Blase durch Herrn Heinrich Gülhenke aus Gütersloh sei nochmals hingewiesen. dem Landereis Bielefeld. Der Fackelzug in Brackwede. Brackwede. Unabsehbare Menschenmengen umsäumten gegen 8 Uhr abends den großen Marktplatz, wo die nationalen Verbände und Vereine vollzählig zum Fackelzuge angetreten waren. Unter Vorantritt der Feuerwehrkapelle, mit dem Posaunenchor und mehreren Trommlerkorps im Zuge verstreut, bewegte sich der Zug durch die Marktstraße, Friedrichsdorfer, Haupt=, Lönkert=, Bielefelder, Gütersloher, Fabrik=, Nieder=, Mittelund Osningstraße wieder zurück zum Marktplatz. Festlich geflaggte, beleuchtete und illuminierte Häuser gaben der Freude ihrer Bewohner über die historische Stunde beredten Ausdruck Nachdem die etwa 2000 Teilnehmer des Fackelzuges in einem großen Viereck auf dem Marktplatz Aufstellung genommen hatten, nahm Major Siekermann das Wort zu einer begeisternden Ansprache, in der er auf die hohe geschichtliche Bedeutung der nationalen Wiedergeburt des deutschen Volkes hinwies und einen flammenden ppell an die noch abseits Stehenden richtete, sich der nationalen Bewegung anzuschließen. Seine zündende Rede klang aus in einem dreifachen Hoch auf unseren altehrwürdigen Reichspräsidenten Zineerburs auf den lunggiggezichskanzler Adolf sitler und das deutsche Vaterland, in das die unabsehbare Menge freudigbewegten Herzens einstimmte. Laut erklang anschließend das gemeinsam gesungene Deutschlandlied und das HorstWessel=Liel, deren Echo von den Hängen des Teutoburger Waldes über unseren Ort bis in die weite Ebene der stillen Senne zurückschallte. Auf das Kommando:„Mützen ab zum Gebet!“ erscholl zum Schluß das„Ich bete an die Macht der Liebe“, worauf sich der Zug auflöste und die einzelnen Verbände in ihre Quartiere marschierten. Dieser große Tag von Potsdam war für Brackwede nicht nur ein großes Ereignis, sondern auch ein historisches Erlebnis. ... und in Isselhorst — Isselhorst. Aus Anlaß der ReichstagsEröffnung und der nationalen Erhebung fand gestern abend hier ein Fackelzug statt. Gegen 8 Uhr nahmen die Vereine auf dem Schulhof Aufstellung: Kriegerverein, Stahlhelm, Bund Königin Luise Gesangverein Männerchor, Freiwillige Feuerwehr, Sanitätskolonne, Deutsche Turnerschaft, Jünglingsverein und die Schuljugend. Im Zug voran marschierte das Trommler= korps des Jünglingsvereins und der Posaunenchor. Nach einem Marsch durch das Dorf fand am Kriegerdenkmal die Kundgebung statt. Die Feier wurde eröffnet mit dem Liede„Ich hab' mich ergeben". Dann ergriff der Gemeindevorsteher Baumeister das Wort und wies in kurzen Worten auf die Bedeutung des Tages hin. Der Männerchor verschönte mit vaterländischen Liedern die Feier. Nachdem noch der Vorsitzende des Kriegervereins einige Worte an die Menge gerichtet hatte, wurde die nationale Kundgebung durch Absingen des Deutschlandliedes beendet. Vorbereitungen für das Osterseuer. Brackwede. Für das große Osterfeuer nehmen die Vorbereitungen einen erfreulichen Fortgang. Seit einigen Tagen werden in einem offenzulegenden Kiefernbestande am Togdrang die von freiwilligen Arbeitskolonnen geschlagenen Stämme geschichtet, um zum Osterfeuerplatz am Käseberge abtransportiert zu werden. Immerhin sind durch diese und andere Vorarbeiten einige Wetterdienst der meieorolog. Station Beobachter: Paul Opitz. Gartenbau. Tel 1105. Stationshöhe: 254 Mtr. über Normal=Null. H.— Barometerhöhe: 267,6 Mtr. über Normal=Null Geographische Breite 52° 0° N.— Geographische Länge 8° 36° E. Wahrer Mittag: 12.34. Zeit: 7.26 vorm. M E 2 Tag: 22. 3. 1933. Kosten entstanden, die zu bestreiten nicht vergeblich an die Opferfreudigkeit unserer Einwohnerschaft appelliert werden dürfte. Fahnendiebstahl. Brackwede. In der vergangenen Nacht wurde bei dem Prokuristen Thiele, Kupferham= mer, aus dem Garten von der Stange eine schwarz=weiß=rote Fahne gestohlen. Oldentrup. Am Sonntag veranstaltete der Turnverein„Jahn"(D. T.) in der Turnhalle einen gutbesuchten Unterhaltungsabend. Der Vorsitzende kennzeichnete in seiner Begrüßung und Ziele des Turnvereins. Das Märchenspiel„Hänsel und Grete“, aufgeführt von den Schülerinnen und Schülern, zeugte von Liebe zur Sache und erstaunlichem Fleiß. Besonders die Hauptdarsteller„Hänsel" und„Gretchen" gefielen durch ihre natürliche Art. Eine Turnriege der Schülerinnen und der Schüler erbrachte bei ihren Bodenübungen den Beweis einer musterhaften Disziplin. Das Lustspiel„Die Seefahrt tut uot! Die Zigarettenfabrik Dreßler in Dresden hat es unternommen, einer neuen 3½- Pfg.=Zigarette### Namen„Emden“ zu geben. Den Bilderfolgen. Packungen beigelegt werden, gibt sie den „Seefahrt tut not“ und will so an alle Deutschdenkenden und Deutschfühlenden herantreten, um unter Hinweis auf die starken Kräfte und Fähigkeiten, die unser Volk von seinem ersten Auftreten in der Geschichte bis zur Gegenwart über zwei Jahrtausende auf See und Ueberses bewiesen hat, zu neuer Arbeit und zu neuem Streben aufzurufen. Es tut wirklich not, über die Grenze unseres Vaterlandes hinauszusehen und nicht bloß an den Usern des Meeres stehen zu bleiben, sondern wie einst in den Zeiten unserer Größe, uns in allen Erdteilen zu betätigen, unsere Seegeltung und unsere Kolonien zurückzugewinnen und uns den alten Platz an der Sonne zu erobern. Von den Ansängen deutscher Seefahrt, vom Wikinger=Boot bis zur neuen„Deutschland“ wird in vielen hunderten von Bildern deutsches Ringen um die See und die Seegeltung dargestellt werden. Deu einzelnen Zettepochen sind wertvolle Alben gewidmet, die mit reichen geschichtlichen Erläuterungen ausgestaftet sind. Sie dienen zur Aufnahme der bunten KünstlesBilder„Seefahrt tut not“. SE Fch Hon- Jakt Lro aus reiner Wolle. mie bunt. Revers u. Knopfgarnitur mit kurzem Arm. a nF die fesche Neuheit„ A in zarten Farben L.00 a. mod. Wirkstoff. ∆ hrhübsch. Garnitur. 4• In schönen Farben C. L0 ATO aus neuartigem Wirkstoff m. dem mod. Glockenarm tähalter Rittover 1.00 mie großem Rundkragen u. langem Arm eine besond. Neu-* an 9.00 heit In Scoff und Ausführung Bemerkungen: Tags sonnig und warm, 5 Stunden. nachts leichter Froßt. ———— OPPPEPELD Grendg Arten un Hunige Pirgep Neue Belastungen des Angeklagten.—„Lebend gebe ich meine Frau nicht aus den Händen.“— Der erste Gatte als Zeuge. Berlin, 20. März. Am fünften Verhandlungstag im Prozeß gegen den Bankier Hintze wegen der Erschießzung der Opernsängerin Gertrud Bindernagel schilderte der erste Ehegatte der Verstorbenen, Kaufmann Hermann Stendel, seine Ehe mit Gertrud Bindernagel als sehr glücklich bis zu dem Augenblick, wo Hinte die Sängerin kennen lernte und sie als reicher Inslationsgewinnler durch fortwährende Einladungen und Aufmerksamkeiten an sich zog. Seine Frau habe sich durch das protzige Auftreten Hintes bluffen lassen. Nach der Ehescheidung sei Hintze in der gemeinsten Weise gegen ihn, den Zeugen vorgegangen und habe die unsinnigsten erlogenen Verdächtigungen gegen ihn in die Welt gesetzt, nur um die Kluft zwischen Gertrud Bindernagel und ihm zu vertiesen. Auf die Frage nach den 10000 Mark, die er nach der Scheidung erhalten hat, erwiderte der Zeuge, es habe sich dabei nicht etwa um eine Bezahlung für die Uebernahme der Schuld im Ehescheidungsprozeß oder für die Einwilligung in die Adoption des Kindes durch Hintze gehandelt, sondern er habe mit Gertrud Bindernagel einen Privatvertrag abgeschlossen, wonach ihm für den Fall der Ehescheidung 10.000 Mark ersetzt würden, die er zur Ausbildung der Sängerin aufgewandt habe. Der Vorsitzende bemerkte dazu: Die moralische Verurteilung dieses Vertrages wird wohl gegen beide Männer erhoben werden müssen. Uebereinstimmend sagten die als Zeugen geladenen Freundinnen Gertrud Bindernagels, diese habe vor der Trennung von Hintze es peinlich vermieden, über ihren Mann zu sprechen, obwohl jeder empfunden habe, daß sie unter dem Auftreten Hintzes litt und besonders darunter, daß Hintze alle weiblichen Bekannten des Hauses mit unsittlichen Anträgen attockierte. Frau Bindernagel habe allerdings in den letzten Jahren oft darüber geklagt, daß sie trotz ihrer hohen Gagen in wirtschaftlich bedrängter Lage war, weil sie über 70 008 Mark zur Abdeckung der Schulden ihres Mannes aufbrachte. Sie habe sich zu diesen Zahlungen gezwungen gefühlt, weil Hinpe ihr mündlich und schriftlich gedroht hatte, er würde sich erschießen. wenn sie nicht zahle. Von Stammtischfreunden des Angeklagten wurde bekundet, er habe sich in den gemeinsten Ausdrücken über die Angehörigen seiner Frau geäußert und gesagt, diese wollten seine Frau von ihm trennen, aber lebend würde er seine Frau nicht aus den Händen geben. Der Schwager des Angeklagten bekundete, am Toge der Tat sei Hintze zu ihm gekommen. Er habe behauptet, seine Pistole sei nicht geladen. Der Schwager aber habe festgestellt, daß sie doch geladen gewesen sei. Er habe sie erst entladen. Der Danziger Oberbürgermeister Lewerenz, den Hintze als Zeugen angegeben hatte, teilte dem Gericht brieflich mit, daß Professor von Schillings mit seinem abfälligen Urteil über Hintze durchaus Recht habe. Auch er habe einen denkbar ungünstigen Eindruck von Hintze gehabt. Es ist anzunehmen, daß das Schwurgericht am Freitag das Urteil gegen Hintze verkündet wird. Siadir um Standali Weipgig 40 bis 50 Millionen Verlust. Schwere Explosion. Drei Schwer= und elf Leichtverletzte. In den Vormittagsstunden des Dienstag brach in der Malchowschen Dachpappenfabrik in Staßfurt infolge Ueberkochens einer Teerpfanne ein Feuer aus, das sich mit rasender Geschwindigkeit ausbreitete. Sofort stand der ganze Pfannenraum in hellen Fflammen. Während der Löscharbeiten ereignete sich eine schwere Explosion. Eine gewaltige Stichflamme loderte empor. Drei Personen wurden schwer und elf leicht verletzt. Wie wir guverlässig erfahren, ist das Ermittelungsverfahren der Staatsanwaltschaft im Leipziger Stadtbankslandal nunmehr zu einem Abschluß gelangt. Die Anklageschrift gegen die früheren Direktoren, Singer und Dr. Stein, ist soweit fertiggestellt worden, daß sie demnächst der 1. Straskammer des Leipziger Landgerichts übergeben werden wird. Die Verluste der früheren Leipziger Stadtbank, die im März 1932 von offizieller Seite auf erva 26 Mill. RM. geschätzt wurden, dürften soweit sich bis jetzt übersehen lätzt, schätzungsweise 40—50 Mill. RM. betragen. Es ist allerdings dabei zu berücksichtigen, daß sich die Abwicklung der Engagements infolge der Verschlechterung der Wirtschaftsverhältnisse vielsach ungünstiger gestaltete, als man früher annehmen konnte. Die Verluste hatten seinerzeit ein Stützungsbedürfnis der Leipziger Stadtbank zur Folge, das im Frühjahr 1930 zu einer Fusion mit der Girokasse führte. Die Vorgänge bei der früheren Leipziger Stadtbank erinnern lebhaft an die Sklarek=Affäre. So haben beispielsweise die Beteiligten an der Groß=Garage „Holdene Laute“, einer Stadtbankgründung, innerhalb von 45 Jahren allein für 116000 RM. Benzin für größtenteils private Autofahrten verbraucht.— Ein gewisser Grimm, der nach übereinstimmenden Gutachten als Kreditschwindler anzusehen ist, hat die frühere Leipziger Stadtbank jahrelang auf die verschiedenste Weise um Hunderttausende zu schädigen gewußt. Grimm hat es fertiggebracht, innerhalb von einigen Jahren seinen Kredit von nur wenigen Tausend Mark auf mehrere Hunderttausend Durchführung einer Schadensersatzklage gegen Grimm erscheint aussichtslos, da dieser nach Argentinien ausgewandert ist. Ein im Auftrag des Rates der Stadt von der Treuhand=Gesellschaft für Kommunale Unternehmungen A.=G., Berlin, erstattetes Gutachten über die Prüfung von zehn Konten stellte hierbei allein einen Verlust von 9 Mill. RM. fest. achter die übrigen Verwaltungsorgane der Stadtbank kaum mit Erfolg haftbar gemacht werden können. Noch kein Ende des Hungerstreits Furchtbare Szenen vor dem Grubentor. Der Hungerstreik der Belegschaft der Klimontow=Grube in Sosnowitz dauert an. 400 Bergleute befinden sich noch immer unter Tage und sind von der Oberwelt abgeschnitten, da sie die Förderschale festgelegt und die Telephonleitung zerstört haben. Seit dieser Zeit sind die Bergleute ohne Lebensmittel. Vor dem Grubentor spielen sich Tag und Nacht furchtbare Szenen ab. Die Tore sind von früh bis spät von den Frauen und Kindern der streikenden Bergleute belagert, die laut weinend, um Hilfe für ihre Männer und Väter bitten. Am Montag wurde auf einer Anzahl Gruben um Sosnowitz ein 24stündiger Proteststreik durchgeführt, der die Forderungen der Bergleute auf der Klimontow=Grube unterstützen sollte. 6 Humor des Auslandes. Prüfung. „Und nun, Herr Kandidat, können Sie uns etwas über die Aufgaben des Blinddarms sagen?“ „hm... ja... ich habe es gewußt, Herr Professor, aber augenblicklich habe ich es ganz vergessen!" „Das ist ja furchtbar schade, daß der Herr Kandidat, der einzige Mensch in der Welt, der etwas darüber wußte, es wieder vergessen hat!“ (Berlingske Tidende.) Die Gutachter daß es in Bielefeld jetzt keinerlei Polstermöbel von„anno dazumal“ mehr geben wird? Schultz& Steinmetz (die 2 hinter'm Jahnplatz), die Spezialisten für zuverlässlge Polstermöbel, arbeiten Ihre altersschwachen Polstermöbel, Chalselongues und Matratzen In eine moderne Kautsch um. Lassen Sie doch auch ihre altmodische Chalselonque umarbeiten. Das ist billig, und Sie haben ihre Freude daren! 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