Nr. 21 Samstag, den 25. Januar 1930 37. Jahrgang — 0 und Bezugspreis.40 Mk monatlich, oder.20 Mk. haldmonatlich: Selbstabholer 2 10 Mk. bezw..05 Mi.:; mit Beilage„Die Bochumer Illustrierte“, 20 Pfg. per Monat mehr. Anzeigenpreis: Für 1 Millimeter Höhe in 25 Millimeter Breite 10 und 12 Pfg., im Reklameteil 50 und 60 Pfg. Angebote von anderen Zeitungen und Vermittlern werden nicht befördert. Bei zwangsweiser Beitreibung der Anzeigengebühren durch Klage, bei Konkursversahren usw. wird der bewilligte Nachlaß binfällig. Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmten Tagen und Plätzen, auch für, durch Fernsprecher aufgegehene und abbestellte, sowie undeutlich geschriebene Aufträge wird keine Gewähr übernommen. Schluß der Anzeigenannahme 4 Uhr nachmittags. „ Unfall=Unterstützung bei tödlichem Unfall laut besonderen Bedingungen— General# Anzeiger für Bochum und umliegende Industriebezirke Chefredakteur: Michael Haupt. Verantwortlich für die Politik: Rudol! Foeft: für Oertliches und Provinzielles: Adolf Peddingbaus: für den Sport: Hans Schulte: für den übrigen Teil: Max Flegel: für den Anzeigenseil: Willy Koß. Sprechstunden der Redaktion von 11—12 Uhr vormittags. Druck und Verlag Bochumer Anzeiger und General Anzeiger, Lauvenmüdlen& Dierichs, sämtlich in Bochum. Berliner Schriftlettung: Berlin 9 57, Bülowstr. 63. Tel. Kurfürst 125. Für unverlangte Einsendungen übernimmt die Redaktion keine Hastpflicht Burücsendung erfolgt nur, wenn Rückvorto beillegt. Redaktton und Geschäftsstelle: Rathausplatz 8 Fernsprech=Anichlüsse Sammelnummer 675 51— Vosischeckonio Dorrmund 1760 Kei Gesonderel=Preis sul die Sauttaugade Regierungserklärung im preußischen Landtage Bei Kohlenwirtschäft geis es bessel Berlin, 24. Januar. Der preußische Landtag begann am Freitag die Aussprache zur zweiten Lesung des Bergetats. In etwa dreißig Anträgen verlangt der Hauptausschuß u. a. handelsvertraglichen Schutz für die deutsche Kohle, besonders gegen Polen, ferner Maßnahmen für den Bergarbeiterschutz sowie Verhinderung weiterer Zechenstillegungen. Handelsminister Dr. Schreiber erklärte, es sei erfreulich, daß dank der getroffenen Maßnahmen eine absolute und relative Senkung der Unfallziffer im Bergbau vorhanden sei. Die Steinkohlenförderung sei um zwölf Millionen, die Braunkohlenförderung um 8½ Millionen Tonnen höher. An dem Mehrabsatz sei auch der Außenhandel beteiligt. Die Gesamtlage der Kohlenwirtschaft hab sich nicht unwesentlich verbessert, was die Abschlüsse einzelner Werke bestätigten. Die staatlichen Gesellschaften hätten infolgedessen auch eine Dividende geben können. Auch die Arbeiterschaft habe von der guten Entwicklung durch höhere Löhne Nutzen gehabt. Solle diese Entwicklung möglichst lange anhalten müßte man freilich zu einer internationalen Verständigung auf den europäischen Märkten kommen. Beim polnischen Handelsvertrag sei zu verhindern, daß die polnische Kohle die schlesischen Reviere zu stark belaste. Nach kurzer Betrachtung des Kali= und des Erzbergbaues schloß der Minister mit offenbar an die Adresse Frankreichs gerichteten Ausführungen über die Saargruben. Er sagte: „Der preußische Ministerpräsident hat kürzlich von dieser Stelle aus hervorgehoben, Preußen müsse erwarten, daß das Bergwerkseigentum an der Saar uneingeschränkt und unbelastet in den Staatsbesitz zurückgeführt werde. Es kann kein Zweifel daran bestehen, daß sich Preußen bei dieser Forderung in vollem Einvernehmen mit der Reichsregierung befindetAn sich haben wir alle natürlich den leidenschaftlichen Wunsch, daß das Saargebiet so schnell wie möglich der deutschen Staatshoheit und Verwaltung zurückgegeben wird, weil wir, wie jedes andere ehrliebende Volk, es als unerträglich empfinden, daß deutsches Staatsgebiet und deutsches Volk elf Jahre nach Beendigung des Krieges und nach lohalster Erfüllung aller unserer schweren Verpflichtungen unter fremder Verwaltung gehalten werden. Die Bergwerke der Saar sind Frankreich durch den Friedensvertrag übergeben worden als vorübergehender Ausgleich der Schädigungen, die Frankreichs Gruben während des Krieges erlitten haben. Diese Schädigungen sind längst ausgeglichen. Die französischen Gruben sind seit Jahren wieder in Stand gesetzt und fördern heute bedeutend mehr als vor dem Kriege. Die Aufrechterhaltung des gegenwärtigen Regimes an der Saar ist deshalb mit einer Politik nationaler Selbstbestimmung und Freiheit sowie mit den Bestrebungen auf Annäherung der Völker nicht vereinbar. Aber die ungeheuren Lasten, die das deutsche Volk durch den im Haag vereinbarten Neuen Plan auf sich nehmen soll, verbieten es ihm, zur Erreichung politischer Ziele, deren baldige Verwirklichung ohnehin außer Zweifel steht, noch einen besonderen Preis zu zahlen. Die preußische Regierung wird jeden Versuch auf das Bereitwilligste unterstützen, die berechtigten Wünsche seines Nachbarn mit den eigenen deutschen Interessen und besonders mit denen der Saarbevölkerung in Einklang zu bringen. Es ist aber notwendig, mit aller Deutlichkeit auszusprechen, daß eine jede Nichtbeachtung dieser Interessen auf den schärfsten Widerstand aller Beteiligten im Reich, in Preußen und im Saargebiet stoßen wird!(Lebhafter Beisol.)., TrHua, tutn in Nr.9. Für diese Forderung traten in der Aussprache alle Parteien, sogar die Kommunisten, ein. Im übrigen wurde die gute Lage der Kohlenwirtschaft anerkannt, die nicht nur auf den vergangenen harten Winter, sondern auch auf eine allgemeine Besserung der Wirtschaftslage zurückzuführen sei. So sei z. B. die Roheisenförderung allein um.3 Millionen Tonnen gestiegen. Ferner kam zum Ausdruck, daß für die Hebung der Grubensicherheit alles Mögliche getan werden müsse. In Beantwortung einiger Anfragen ließ die Staatsregierung erklären, sie sei der Auffassung, daß bei Mißhandlungen von Arbeitern ein Einschreiten hiergegen grundsätzlich im öffentlichen Interesse geboten sei. Die Bergrevierbeamten seien daher bereits entsprechend angewiesenz 2 8 Nachdem das Haus noch in zweiter und dritter Lesung die Novelle zum Einführungsgesetz für das rheinisch=westfälische Umgemeindungsgesetz vom 29. Juli 1929 angenommen hatte, die die Einführung des neuen Ortsrechts in den neugebildeten Gemeinden auf den 1. August 1930 hinausschiebt, vertagte sich das Haus auf Samstag. Antergung des„Mönle Ceroumtes Die Schreckensfahrt der Millionäre— Besatzung, Mannschaft und Offiziere gerettet, der Kapitän vermißt Hamburg, 24. Januar. Die Hamburg=Südamerikanische Dampfschiffahrtsgesellschaft hat von ihrer Niederlassung in Buenos Aires folgendes Telegramm erhalten:„Monte Cervantes“ ist gestern abend um 21 Uhr schnell nach Steuerbord gekentert. Es war kaum genügend Zeit, daß sich die noch an Bord befindlichen Offiziere retten konnten. Kapitän Dreyer, der beim Untergang des Schiffes auf der Kommandobrücke stand, wird vermißt. Das Schiff ragt nur noch mit dem Backbordschraubenflügel aus dem Wasser hervor. Das schöne und stolze Schiff der Hamburg=Südamerika=Linie, von dessen Unfall in der Magelhanstraße wir bereits gestern ausführlich meldeten, hat also nicht mehr gerettet werden können. Es lief auf einen Felsen und ist unter Wasser offenbar sehr schwer beschädigt worden. Da Hilfe wegen des abgelegenen Schauplatzes der Strandung nicht sofort ausreichend, wie seinerzeit bei dem Unglück desselben Dampfers in den vereisten Gewässern von Spitzbergen, zur Stelle war, verfiel es dem Untergange und wurde ein Opfer der Wellen. Die Unfallstelle liegt etwa acht Seemeilen von Ushugia entfernt. Ushuaia ist eine kleine Stadt von etwa 1500 Einwohnern im argentinischen Teil Feuerlands, in dem sich eine Gefangenenkolonie mit etwa 300 bis 500 Gefangneen befindet. Der BeagleKanal, in dem die„Monte Cervantes“ strandete, ist eng und klippenreich, so daß er nur bei besonders klarer Sicht gefahrlos befahren werden kann. Im Kanal ist stets mit starken Stromversetzungen zu rechnen worauf vielleicht die Strandung aurückgeführt nen, worauf vielleicht die werden könnte. Strandung zurückgeführt Wie aus Buenos Aires gemeldet wird, werden die schiffbrüchigen Fahrgäste der„Monte Cervantes“, unter denen sich über hundert Millionäre befinden, zwölf Tage in Ushugia verbringen müssen, da der Schiffsverkehr nach Ushuaia spärlich und unregelmäßig ist. Ueber die Ursache der Strandung liegen bei der Reederei in Hamburg bestimmte Nachrichten noch nicht vor An Bord des Schiffes befanden sich zur Zeit des Unfalls drei ortskundige Lotsen, die dem Kapitän zur Führung beigegeben waren. Die Rettung der Jahrgäste Nach einem von der Associated Preß verbreiteten Funkspruch über die Havarie der„Monte Cervantes“, den eine amerikanische Agentur aus Buenos Aires erbielt, war das Motorschiff am 15, Januar mit 1100 Touristen von Bucnos Aires nach der Südküste Argentiniens abgegangen. Es waren meist Südamerikaner, die sich auf einer Studienreise nach Feuerland befanden. Es sollte Ende Jonuar zurückkehren. Die„Monte Cervantes“ lief gestern nachmittag um 1 Uhr in Sichtweite des acht Meilen entfernten Ortes Ushuaia auf. Die Passagiere gingen in die Rettungsboote. Ihre Ausbootung hatte bei Eintreffen des zu Hilfe eilenden argentinischen Transportschiffes„Vicente Lopez“ bereits begonnen. Die Passagiere wurden in Ushugia gelandet. Es wurde nach Punta Arenas telegraphiert, damit ein Dampfer die Passagiere und die Mannschaft, deren Zahl sich zusammen auf nahezu 1500 Köpfe beläuft, nach Punta Arenas hole, wo ausreichende Unterkunft in Hotels vorhanden ist. In Ushuaia mußten die Passagiere in Kirchen und Büros untergebracht werden. Der am Samstag in Montevideo eintreffende Dampfer„Antonio Dolfino" fährt nach Punta Arenas, um die Passagiere aufzunehmen. Die Fahrt dauert viereinhalb Tage. Von den Passagieren und der Besatzung ist niemand verletzt. Die gesammten Lebensmittel konnten von Bord der„Monte Cervantes" noch rechtzeitig geborgen und nach Ushuaia geschafft werden, sodaß für die Verpflegung der Schiffbrüchigen ausreichend gesorgt ist. Auch konnte der größte Teil des Gefäcks gerettet werden. Der Rederei dürfte durch den Verlust des Schiffes ein größerer finanzieller Schaden nicht erwachsen, da die Versicherung bei ersten Hamburger und Londoner Gesellschaften gedeckt ist. Im Heimathafen Hamburg ist die Trauer über das tragische Ende des stolzen und beim Reisepublikum beliebten Schiffes allgemein. Kapitssn Dreyer, mit dessen Tod zu rechnen ist, ist gebürtiger Blankeneser und stand im 56. Lebensjahr. Er war ein bewährter, erfahrener und beliebter Kapitän und bereits seit 1899 in den Diensten der Hamburg=SüdDas Kommando der„Monte Cervantes“ hatte er seit März vorigen Jahres inne. Dank für die Hilfe Wie die Hamburg=Südamerikanische Dampfschiffahrtsgesellschaft weiter mitteilt, verdient die Hilfe und Unterstützung, die sowohl seitens der argentinischen Regierung wie auch seitens der Behörden in Feuerland anläßlich dieses Unfalles gewährleistet worden sind, höchste Anerkennung. Besonders sei die Hilfe, die der argentinische Transportdampfer sofort gewährte, anzuerkennen. Das Motorschiff„Monte Sarmiento“, das sich in Montevideo befand, ist am Donnerstag sofort nach Feuerland ausgefahren, um die Passagiere der„Monte Cervantes“ von dort abzuholen. Ainlerhandter für die Seeuerastung Unser Bild zeigt die italienische Abordnung für die Seeabrüstungskonferenz in London in einer Sonderberatung mit den englischen Vertretern. Zweiter von links: Grandi, der italienische Abordnungsführer; daneben in der Mitte: der englische Ministerpräsident Macdonald. Kochseitmachen Bochum, den 25. Jannar. „Jeder, wer heiratet, ist wie der Doge von Venedig, der sich mit dem Adriatischen Meer vermählt— er weiß nicht, was drin ist, was er heiratet: Schätze, Perlen, Ungetüme, unbekannte Stürme.“ Heine. Mildes Vorfrühlingswetter in diesen Wintertagen hat den preußischen Koalitionsparteien Mut gemacht, auf die Freite zu gehen. Man verhandelt in Preußen über die Bildung der Großen Koalition. Das ist nichts Neues, ist immer wieder versucht worden, so auch vor einem Jahre, nachdem die Deutsche Volkspartei die Regierungsehe mit Sozialdemokraten, Demokraten und Zentum vor fünf Jahren löste. Geschiedene Eheleute aber wieder zur Heirat zu bewegen, hält sehr schwer. Auch in der Innenpolitik. Denn Geschiedene fallen sich höchstens in einer Komödie zum zweiten Male tiefbewegt in die Arme, ohne nicht, gewitzt durch die Vergangenheit, einen Ehekontrakt notariell festzulegen. Es scheint so, als ob bei diesen Versöhnungsbestrebungen in Preußen die Deutsche Volkspartei die meiste Vorsicht walten läßt, gleichsam als ob sie sich des Pauluswortes in dem Korintherbrief erinnerte:„Heiraten ist gut, aber ledig bleiben ist besser“. Man weiß nicht, von wem der erste Anstoß zu den Parteischlichtungsverhandlungen ausgeht. Wie bei der Vorgeschichte einer Vernunftehe spielen sich die Dinge geheim hinter verschlossenen Türen ab. Aber man dürfte in der Annahme nicht fehlgehen, daß auf beiden Seiten bei der Preußenkoalition wie bei der umworbenen Deutschen Volkspartei, der Wunsch besteht, aus dem parteipolitischen Schmollwinkel herauszutreten und vorerst programmatische Verlobung zu feiern. Herr Dr. Braun jedenfalls wird in den nächsten Tagen zu beweisen haben, ob er die Geschicklichkeit eines begabten Ehevermittlers besitzt. Einstweilen scheinen die Forderungen der Deutschen Volkspartei und die von der Demokratischen Partei verlangten Zugeständnisse nur schwer unter die Haube zu bringen. Daß die Deutsche Volkspartei auf ihrem Verlangen nach Zubilligung zweier Ministerposten besteht, hat seine Berechtigung. Denn die Deutsche Volkspartei würde mit ihren 40 Abgeordneten gegenüber 137 Sozialdemokraten, 71 Zentrumsleuten und 21 Demokraten die drittstärkste Koalitionspartei stellen. Eine gewisse Störrigkeit der demokratischen Preußenfraktion, zwei Ressorts— den Handelsund möglicherweise auch den Kultusminister— der Neugestaltung des Kabinetts opfern zu sollen, scheint zwar verständlich, aber nicht recht begründbar, wenn man einmal die Lage der Dinge vom parlamentarischdemokratischen Prinzip der Kräfteverteilung aus betrachtet. Gewiß, der Verlust zweier Ministersessel ist bitter. Aber in der Vernunftehe geht es wie in der Innenpolitik. Dort gibt die größere Mitgift den Ausschlag, hier die Parteistärke. Wenn man Ehe und Kabinettsbildung nicht lediglich vom materiellen Standpunkt aus„Was verdiene ich dabei?“ ansieht, müßte sich zumindesten eine Koalitionshochzeit auf Kündigung nach japanischem Muster ermöglichen lassegn Man hofft auf die Einsicht der verhandelnden Parteien, damit sich nicht abermals der Oeffentlichkeit das beschämende Schauspiel des endlosen Parteischachers darbietet, wie wir es bis heute stets in der arithmetischen Reihe von Regierungsbildungen erleben mußten. Hoffentlich wird man aus der Stimmung des Volkes allmählich gelernt haben. Es steht dem „Rin in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln“ kopfschüttelnd gegenüber. An der Personenfrage darf die Neugestaltung der Dinge in Preußen nicht scheitern. Man vertraut darum einstweilen auf die Einsicht der Demokraten, die sich bisher der Notwendigkeit ihrer Staatsmitarbeit niemals entzogen haben. Aus diesem Grunde darf man die Nachrichten, die bereits ein Ausscheiden der Demokraten aus der Regierungskoalition zu prophezeien wissen, als Gerüchte hinnehmen, Gerüchte, wie sie bei jeder Verlobung umherschwirren, Gerüchte, die bebaupten, daß irgendein Familienmitglied von der in Frage kommenden Ehe nicht entzückt sei. Die Große Koalition scheint uns in Preußen eine Notwendigkeit zu sein, allein schon, um das Kabinett auf eine breitere Basis zu stellen und die Regierung in ihren bedeutsamen Entscheidungen für die Zukunft tragfähiger zu gestalten. Bei aller Anerkennung der in Preußen geleisteten Aufbauarbeit kann man sich nicht der Auffassung verschließen, daß erst der Eintritt der D. V. P. in das Kabinett den bürgerlichen Einfluß in Preußen so verstärkt, wie er der Größe des bürgerlichen Elements in Preußen entspricht. Dieser Gesichtspunkt dürfte denn auch für die Deutsche Volkspartei entscheidend sein und auch die Demokraten veranlassen, ihre Bedenken hinter den gesunden Gedanken zurückzustellen, daß nun endlich im größten deutschen Bundesstaat, in Preußen, eine Regierung von der gleichen Struktur wie im Reich sich bildet. Dann werden die Spannungen, wie sic zwischen Reich und Preußen in den letzten Jahren verschiedentlich auftraten, zum Heil des Staats= und Reichsgedankens ausgeschaltet werden. Preußen ist nun einmal der Hauptpfeiler des Reiches. Deutichland hat genug am Partikularismus der bayrischen Ordnungszelle. Die Große Koalition in Preußen wäre ebenso ein wackerer Träger des Reichsgedankens wie ein Vorbild für die Kabinettchen der Kleinstaaten, endlich das Deutsche Reich nicht auseinanderregieren, sondern festigen zu wollen. Der Tag der großen Preußenkoalition würde ein Hochzeitsfest für alle Vernunstpolitiker sein. Also, die Herren Fraktionsführer: Hinein ins Ehejoch! Hochzeit machen ist garnicht so schwer, wenn beide Teile nur wollen. Michsel Haupt. Die ungespannte Piahttinag? des Reicher Die Kreuger=Anleihe ist unbedingt nötig— Keine Steuersenkungen 1930 Berlin, 24. Januar. Im Haushaltsausschuß des Reichstages begann am Freitag vormittag die Beratung des Zündholzmonopolgesetzes. Reichsfinanzminister Dr. Moldenhauer gab einleitend eine Uebersicht über die Kassenlage des Reiches. Der Minister stellte fest, daß es mit Hilfe des Ueberbrückungskredits in Höhe von Millionen Mark gelungen sei, den Ultimo Dezember ohne weitere Schwierigkeiten zu überwinderz„Inzwischen sei durch die im Januar fälligen,#### einzahlungen eine Verbesserung, der# Tuig. lage eingetreten, so daß im Augenblick keinz,Sagjung rigkeiten bestehen. Der am 31. Januar zur Rügzar; fällige Bankkredit von 200 Millionen„„urk sei inzwischen auf etwa 6 bis 9 Monate verlangert worden. Für Januar sei mit einem Uebexschngh von 117 Millionen Mark zu rechnen. Für rechnet der Minister mit einem Fehlbetrag in gleicher Höhe, so daß sich diese beiden Monate ausgleichen würden. Für März werde ein weiterer Fehlbetrag von 140 bis 150 Millionen Mark entstehen. Zur Deckung dieses Ende März bestehenden Fehl; betrages würden rund 55 bis 60 Millionen Mart aus der Abrechnung mit dem Generalagenten bzw. mit der Reichsbahn nach Inkrafttreten des Young-Planes verfügbar werden, die jetzt infolge der nachträglichen Zah lung des Reichsbahnanteils an der Dawesannuität vom Generalagenten noch zurückbehalten würden. Millionen würden aus dem Verkauf vo flüssig gemacht werden können. Ueber die Deckung des dann noch verbleibenden Fehlbetrages seien erfolgversprechende Verhandlungen eingeleitet worden. Dr. Moldenhauer wies dann auf die Schwierigkeiten der Steuerschätzung und des Befür die Arbeitslosenversicherung hin. Wenn die schwierige Wirtschaftslage anhalte und die ungünstige Lage des Arbeitsmarktes sich weiter verschärfe, dann könnten diese beiden„Punizg eine Verschlechterung der Kasseglgge um 100 bt,, Millionen herbeiführen. Vor Mitte Februar werde sich das nicht übersehen lassen. Nach dem für das erste Halbjahr des Rechnungsjahres 1930 aufgestellten Kassenplan ergebe sich für das erste Vierteljahr 1930 ein Fehlbetrag von 273 Millionen und für das zweite Vierteljahr ein Ueberschuß von 96 Millionen. Dieser Ueberschuß werde sich durch buicd die. Kastangz de Katenz Aadter. fahrens um 14 Millionen, also auf insgesamt Millionen erhöhen. Mit diesem Betrag könne der Fehlbetrag des ersten Vierteljahres abgedeckt und Kredite in Höhe Millionen könnten zurückgezahlt werden. In den veranschlagten Ausgaben für die Monate April bis September seien monatlich 50 Millionen zur Abdeckung des Ueberbrückungskredites enthalten. Di über die Verhandlungen mit dem Schwedentrust. Der Ausschuß vertagte sich auf Samstag, da die Mitglieder des Ausschusses für die Aussprache über die Kassenlage des Reiches zunächst mit ihren Fraktionen Fühlung nehmen wollen. Minister verwies dann daroz, oaß diese„#neslegung auf der Annahme oes Young=Planes Sie beweise jedoch eindeutig, daß trotz der Annahme des Young-Planes die Kassenlage nach wie vor äußerst angespannt bleibe. Zur Ueberwindung des Ultimo Juni errech„ neten Fehlbetrages von 273 Millionen Mark sehe er keinen Weg, wenn nicht die KreugerAnleihe zustande komme. Der Vorsitzende des wirtschaftspolitischer„Ausschusses des Reichswirtschaftsrates, Dr. berichtete dann über die Verhältnisse der deutschen Zündholzindustrie, über die ganz falsche Meinungen verbreitet seien. Die Gesamterzeugung im Jahr betrage 220000 Normalkisten, in die sich 40 Fabriken ertengung Angestesseg, hesezfige Zlezlich der kaufSehsen P schel Ke Kscher ese ganz winziger Ausschnitt aus der deutschen Wirtschaft. Es könne auch keine Rede davon sein, daß durch eine Verteuerung der Zündhölzer die Aermsten getroffen würden. 75 v. H. der Zündhölzer würden von den Rauchern benutt, die heute allein 32 Miliarden Zigaretten jährlich verbrauchten. Für das Mconovol hätten sich nicht nur die Schweden, sondern auch die deutschen Zündholzfabrikanten, eingesetzt. Der Dirketor der Reichskreditgesellschaft, Dr. Ritscher, machte dann vertrauliche Ausführungen Ein Trick des Reichsfinanzministers Berlin, 24. Januar.(Eig. Drahtber.) [Von unserer Berliner Schriftleitung.) Die Erklärungen, die der Reichsfinanzminister Dr. Moldenhauer heute im Haushaltsausschuß des Reichstages über die Kassenlage des Reiches abgegeben hat, sind in politischen Kreisen heute lebhaft besprochen worden. Man hat namentlich die Erklärung des Reichsfinanzministers, daß seine Rechnungslage auf der Annahme des Young=Planes und der Kreugeranleihe beruhe und daß trotzdem die Kassenlage des Reiches äußerst angespannt ist, besonders stark beachtet. Man weist darauf hin, daß sich die schwierige Finanzlage des Reiches auch aus dem Nachtragshaushalt für das Rechnungsjahr 1929 ergibt, der nunmehr dem Reichsrat zur weiteren Beratung zugeleitet worden ist, nachdem ihn das Kabinett verabschiedet hat. Der Nachtragshaushalt für 1929 enthält lediglich diejenigen Ausgaben, die zwangsläufig oder unvermeidbar sind. Daneben stellt der Nachtragshaushalt auf Grund der bisherigen Steueraufkommen die Steuersätze richtig. Der Nachtragshaushalt für 1929 schließt mit rund 600 Millionen ab. Da die Erleichterungen des Reichshaushalts bei der Annahme des Young=Planes im laufenden Jahre rund 614 Millionen Mark betragen, so ergibt sich rein rechnerisch, daß der im lausenden Rechnungsjahr vorhandene Fehlbetrag die Erleichterungen des Young=Planes vollkommen aufzehrt. Bei dieser Lage ist es dem Reichsfinanzminister nicht einmal möglich, einen Tilgungsfonds zur Abdeckung der schwebenden Schuld nach dem Gesetz vom 24. Dezember 1929 einzustellen. Der gesetzlich vorgeschriedene Tilgungsfonds wird erst in den Haushalt für 1930 eingestellt werden. Die Anleiheermachtigung muß sogar um 278 Millionen Mark erhöht werden, wodurch sich auch der Fehlbetrag im außerordentlichen Haushalt er: höht, da bei der gegenwärtigen Lage auf dem Kapitalmarkt keine Anleihen zu erhalten sind. Die Nachprüfung der Steuerschätzungen auf Grund der Steueraufkommen für das Rechnungsjahr 1929 in den ersten neun Monaten des Rechnungsjahres hat bei den Steuern, Zöllen und Abgaben insgesamt eine Verschlechterung um 229 Millionen Mark ergeben. Im einzelnen sind für 1929 an Steueraufkommen weniger eingesetzt 40 Millionen Mark für die Körperschaftssteuer, 33 Millionen Mark für die Vermögenssteuer, 15 Millionen Mark für die Erbschaftssteuer, 90 Millionen Mark für die Umsatzsteuer, 5 Millionen für die Grunderwerbssteuer, 24 Millionen für die Gesellschaftssteuer, 4 Millionen für die Wertpapiersteuer, 40 Millionen für die Börsenumsatzsteuer, 3 Millionen Mark für die Beförderungssteuer. Ein Mehr von 3 Millionen Mark ist in Ansatz gebracht worden für die Kraftfahrzeugsteuer und der gleiche Betrag ist auch als Mehr für die Versicherungssteuer geschätzt worden. Die Zölle bringen auf Grund der neuen Berechnung 93 Millionen Mark weniger ein. Aus dem Spiritusmonopol ist eine Mindereinnahme von 45 Millionen Mark zu verzeichnen. Es treten hinzu 45 Millionen Mark als Mehrausgaben für die Tabaksteuer und 40 Millionen Mark Mehrausgaben für die Biersteuer. Schließlich bleibt bei dem Zinsendienst des Reiches noch eine Nachforderung von 28,7 Mi lionen Mark. Die Bilanz für den Nachtragshaushalt 1929 würde aber nicht möglich sein, wenn nicht der Reichsfinanzminister einen kleinen Trick angewandt hätte, der immerhin die Wirtschaft mit 150 Millionen Mark belastet. die Ausgaben für die Industriebelastung Sonderquelle für die Reparationsleistungen nunmehr entbehrlich sind, hat die Reichsregierung in Aussicht genommen, die im Februar 1930 fällige Rate in Höhe von 150 Millionen Mark noch einmal zu erheben und für Zwecke des Haushalts zu verwenden. Ein entsprechender Gesetzentwurf ist in Vorbereitung. Lediglich auf Grund dieser Maßnahme beziffert sich auch die Erleichterung aus dem Young=Plan auf 614 Millionen Mark, während die reine Annuitätenerleichterung nur 464 Millionen Mark betragen hätte. Unter diesen Umständen gestaltet sich das Problem der Reichsfinanzreform immer schwieriger. In der Fraktionssitzung der Deutschen Volkspartei am Donnerstag abend ist dem Reichsfinanzminister von seinen Parteifreunden noch einmal der eindeutige Wunsch in sehr dringender Form ausgesprochen worden, die Wirtschaft so bald wie möglich zu entlasten. Der Reichsfinanzminister steht hier vor einer sehr schwierigen Situation. An sich sieht das Finanzprogramm für die nächste Zeit keine Steuererleichterungen vor, dagegen Steuererhöhungen in mäßigem Umfange. den Steuern, die erhöht werden sollen, dürften Bier= und auch die Umsatzsteuer gehören. Sollte der Finanzminister Steuererleichterungen in sein Finanzprogramm aufnehmen, so dürften diese wohl erst später in Kraft treten, auch wenn sie schon in diesem Jahre beschlossen werden. In erster Linie dürften in diesem Falle die Steuern gesenkt werden, die einer Kapitalsneubildung besonders hinderlich sind. Jedenfalls ist man in parlamentarischen Kreisen davon überzeugt, daß sich die Frage der Reichsfinanzreform nicht auf eine Reform beschränkt, die nur für den Augenblick wirkt, sondern die eine dauernde Gesundung der Reichsfinanzen bezweckt. gegen die bisherigen Vorschläge vorhanden. Einmal fordert die Deutsche Volkspartei unbedingt zwei Stimmen im Kabinett. Der Plan eines Ministers ohne Portefeuille stößt aber bei der Deutschen Volkspartei auf wenig Gegenliebe. Weiter erklärt man in der Deutschen Volkspartei die Besetzung des Kultusministeriums mit dem Sozialdemokraten König für untragbar. Die Deutsche Volkspartei fordert das Kultusministerium vielmehr für sich selbst da das Handelsministerium ihrer Ansicht nach zu unbedeutend und ohne irgendwelchen personellen Einsluß istz.,#; Fm Die Zentrumsfraktion, die sich heute mit der Koalitionsfrage beschäftigte, begrüßt dagegen den Gedanken einer Regierungserweiterung lebhaft und spricht den eindeutigen Wunsch aus, daß die Erweiterung der Regierungsmehrheit mit größter Beschleunigung vom Ministerpräsidenten herbeigeführt wird. Der Ministerpräsident hält sich allerdings vorläufig noch im Hintergrund. Er will nur das Vollzugsorgan des sich aus den Verhandlungen ergebenden, Willens sein. Trotz dieser Schwierigkeiten ist man bei den Regierungsparteien optimistisch. Man hofft immer noch, daß in wenigen Tagen das neue Preußenkabinett der Großen Koalition, fertig sein wird. 3 Millionen aus der Hindenburgspende vertein Berlin, 24. Januar. Unter dem Vorsitz des Reichspräsidenten trat das Kuratorium der Hindenburg=Spende am Freitag zu seiner vierten Sitzung zusammen. Die Stiftung Hindenburg=Spende ist bekanntlich von dem Reichspräsidenten aus den ihm zu seinem 80. Geburtstage dargebrachten freiwilligen Beiträgen errichtet wordenDem Bericht des ehrenamtlichen Geschäftsführers der Stiftung, Ministerialrat Dr. Karstedt, ist zu entnehmen, daß sie zugunsten von Kriegsgeschädigten, Kriegshinterbliebenen usw. im Jahre 1929 rund Million„Reichsmart aufgewandt Schwietigleien in Pleupen bei den Koalitionsverhandlungen Berlin, 24. Januar.(Eig. Drahtber.) [Von unserer Berliner Schriftleitung) Die Plenarverhandlungen des preußischen Landtages finden augenblicklich wenig Beachtung. Die ganze Aufmerksamkeit richtet sich auf die Verhandlungen, die hinter den Kulissen und sogar hinter verschlossenen Türen über die Erweiterung der Regierungskoalition stattfinden. Eine Entscheidung ist heute noch nicht gefallen. Wie immer, wenn derartige Dinge erst einmal bekannt werden, haben sich die Schwierigkeiten heute eher noch verstärkt. Das Schwergewicht der Koalitionsverhandlungen liegt zweifellos bei den Demokraten, die den stärksten Machtverlust tragen sollen. Eine starke Gruppe in der demokratischen Fraktion glaubt sich infolgedessen nicht damit abfinden zu können, daß die Demokraten allein durch den Verlust zweier Vertrauensleute im Kabinett, nämlich des Handelsministers Dr. Schreiber und des Kultusministers Dr. Becker die Große Koalition ermöglichen sollen, ohne daß eine der anderen Regierungsparteien ein Opfer brächte. Infolgedessen soll es in der heutigen demokratischen Fraktionssitzung ziemlich lebhaft hergegangen sein. Es fand sich sogar eine starke Strömung für den Plan, überhaupt aus der Regierung auszutreten. Irgendwelche Beschlüsse wurden aber noch nicht gefaßt, da man die weiteren Verhandlungen abwarten Die Fraktion der Deutschen Volkspartei hat sich heute, wie erklärt wird, mit der Koalitions= frage noch nicht beschäftigt, da ein offizielles Angebot an die Partei noch nicht vorliegt und man die bisherigen unverbindlichen Besprechungen offenbar erst zu konkreten Vorschlägen ausreifen lassen will. Auch in der Deutschen Volkspartei sind starke Bedenken eine Million Reichsmark aufgewand hat. In den reichlich zwei Jahren ihres Bestehens hat die Stiftung in rund 17000 Fällen insgesamt über drei Millionen Reichsmark an Kriegsgeschädigte, Kriegshinterbliebene, Veteranen usw. ausgesahlt. Die Reibungsflächen am Zündholzmonopol noch nicht befeiigt Berlin, 24. Januar. Das Zündwarenmonopolgesetz bildete am Freitag im Reichstag den Gegenstand langwieriger interfraktioneller Verhandlungen zwischen den Sachbearbeitern der Regierungsparteien und dem Reichsfinanzministerium. Eine Einigung ist darüber erzielt worden, daß in der Frage der Güte der Zündhölzer die Regierung Bestimmungen erlassen soll und daß der in der Vorlage festgesetzte Höchstpreis als Normalpreis gelten soll. In der Frage der Vorzugsbestimmungen für die Produktion der Konsumgenossenschaften wurde festgestellt, daß eine Beseitigung dieser Ausnahmebestimmungen nicht moglich ist angesichts der Notwendigkeit, die KreugerAnleihe zu erhalten und das Gesetz bis zum 31. Januar zu verabschieden. Ueber die Einzelheiten der Vorzugsbestimmungen für die Konsumvereine ist eine vollständige Einigung am Samstag zu erwarten. Der Londoner Abrüstungskampf London, 24. Januar. Die im Mittelpunkt der gegenwärtigen Verhandlungen der Flottenkonferenz stehenden französisch=englischen Besprechungen drehen sich im wesentlichen um die in dem englisch=französischen Flottenkompromiß von 1928 vereinbarten Grundsätze. Der französische Standpunkt ist folgender: 1. Flottenbegrenzung nach dem Grundsatz der Gesamttonnage ohne Einbeziehung der-Boote bis zu 600 Tonnen, die von England bereits 1928 zugestanden war, und weitgehende Freiheit für Verschiebungen innerhalb der einzelnen Klassen. Im Falle der Ablehnung dieses .9 Vegrenzung nach Schiffsklassen, jedoch unter [Erhöhung des französischen Anteils auf drei Fünftel der Quote Englands und England wünscht nur Begrenzung nach Klassen. In Kürze Serilher Ineuterbtie, Von Kanns Martin kister Schon seit den letzten Verhandlungen über Leopold Jeßzners Vertragsverlängerung war es kein Geheimnis mehr, daß die Stellung des General= intendanten der staatlichen Schauspiele ernstlich gefährdet war. Kaum war die neue Spielzeit zur Hälfte vergangen, als auch seine heftigsten Freunde erkannten, daß Jeßner nicht mehr zu halten wäre. Durch eigene Schuld, das muß mit aller Klarheit festgestellt werden. Jeßner ist ein außerordentlich befähigter Regisseur, deswegen ist er jetzt auch vom Generalintendanten zum Oberregisseur„befördert" worden. Aber er ist nicht weniger als ein Verwaltungsdirektor, der sich Autorität beim Personal, bei den Künstlern, zu verschaffen versteht. Dies wäre eine innere Angelegenheit der Theater.„Was aber viel schlimmer ist, weil es eine öffentliche Angelegenheit vorstellt, ist, daß Jeßner ein völlig negativer Dramaturg ist. Jeßner ist baran gescheitert, daß er es in mehr als zehnjähriger Arbeit nicht verstanden hat, einen Spielplan von höherer Qualität aufzubauen! Er ist auf jede Modeströmung in heutiger Tagesdramatik hereingefallen, er hat lebende Autoren um sich versammelt, die ausschließlich zu einer gewissen Autorengruppe gehören, er ist an dem, was man„deutsche Dichtung der Gegenwart auf der Bühne“ zu nennen hat und von ihm selbst mit seinen frühen Barlach=, K. Th. Bluth=Aufführungen wohl erkannt und gekannt ist, seit acht Jahren völlig vorübergegangen. Er hat sich bemüßigt gefühlt, nach sogenannter Theatralik zu suchen und dabei nur hohlen Blechlärm ertönen lassen. Kurzum: der fähige Regisseur ist ein unfähiger Dramaturg. Er hätte dies Manko seiner Natur, um das er wohl weiß, ausfüllen können, penn er, einen fähigen Dramaturgen an eine Seite berufen hätte, aber auch hier griff er bei der auffallenden Einseitigkeit seiner Personalwahl fehl: der junge Dramaturg Lipmann, der nun hoffentlich auch von den Staatsbühnen verschwindet, ist, sondern die sondern der hat auch nur bewiesen, daß er nicht weiß, was echte dramatische Dichtung ist. ge 4; Erimiglung arfrenIm Großen gesehen, ist die Entwicklung erfreulich. Endlich ist einmal wieder öffentlich bewiesen worden, daß an einem Theater nicht die Regie das Entscheidende Stückewahl, nicht der Regisseur, Dichter! Der Regisseur ist ein Helfer, der Dichter aber der Schöpfer! Dies Naturgesetz muß an den deutschen Theatern wieder zur Geltung kommen. Dann werden auch alle Theaterkrisen verschwinden. Es ist belanglos, über Jeßners Nachfolgerschaft zu sprechen. Vorerst macht es Ernst Legal als tüchtiger Verwaltungsmann. Legal sollte die Verwaltung behalten. Und im übrigen sollte man Jeßner. dem Regiedirektor, einen Dichter, Dramatiker, Schriftsteller oder Kritiker von hohem Namen als Dramaturgiedirektor zur Seite stellen, der für die Stückewahl verantwortBei den Staatstheatern ging es wirklich nicht meyr#weiter. Zum Silpester servierte uns Jek mehr so weiter. Zum Silpester servierte uns Jeße ner im Staatlichen Schauspielhaus ein ameritanisches Borerstück„Harte Bandagen“ von F. Reyher, das als Milienstudie abstößt, als Drama talentlos ist und als Theaterstück durch Langeweile erdrückt. Die alberne Sucht, durchaus„zeitgemäß“ sein zu wollen, machte Jeßner noch blinder als bisher, er hätte doch sonst sehen müssen, daß er es hier mit einem Schmarren für ein Vorstadttheater zu tun hatte. Ein Boxer, der nach Bildung und Höherkommen sucht, nutzt dazu eine in ihn verliebte Millionärstochter, die er laufen läßt, als er seine Million selbst hat: da kehrt er zu seiner alten Liebe, dem Mädel aus dem Volke, zurück. Schön: Kitsch und nochmals Kitsch mit einem Fünkchen Lebenswahrheit und Mitieunaturalismus. Das lasse ich mir im Sportpalast gefallen. Aber nicht im Staatlichen Schauspielhaus. Auch im Schillertheater handelte mit Fritz Knöllers„So und so, so geht der Wind“. zu Silvester nicht anders. Diese vor fünf Jahren geschriebene Komödie kontrastiert die junge und die alte Generation: acht junge Menschen tanzen umeinander, bis zwei Verlobungen fertig sind, ein alter Geheimrat und eine Tragödin a. D. schwatzen sich tot und mimen ältesten Großväterchenschwank noch einmal. Wir begrüßen also Jeßners Rücktritt von der Bestimmung des Spielplans aufrichtig. Wir wünschten nur, an vielen anderen Theatern Berlins geschähe das Gleiche. So zum Beispiel auch beim Max Reinhardt. Nachdem„die Fledermaus" das zu seinen Bühnen hinzugemietete Theater am Nollendorf= platz, des seligen Piscators Wirkungsstätte, nicht mehr füllte, glaubte seine Direktion, in Gustav Gründgens guter Regie die Dramatisierung eines Kitschromans „Menschen im Hotel“, von Vicki Baum, herausbringen zu müssen. Wenn wir Deutschen schon durch die schlechten Romane der Berliner Illustrierten und ähnlicher Organe verdorben werden müssen, dann sollte man uns wenigstens damit verschonen, die elenden Romanlügen noch mal auf der Bühne zu sehenVicki Baum soll Kitschromane und Filme schreiben: sie lasse ihre Hand von der Bühne, auch wenn noch so viele mächtige Helfer, Konzerne, binter ihr stehen.. Auch in den Kammerspielen des Deutschen Theaters blieb Reinhardts Arbeit sinnlos: mit einem Schwank „Désiré“ von Sasch Guitry: ein Kammerdiener verliebe sich nach bekannter französischer Manier in die jeweilige Dame des Hauses. Wir können solche Albernheiten nicht mehr ertragen. + Abschaffung der Todesstrafe in Dänemark. Im dänischen Folkething ist das neue Strafgesetzbuch, das u. a. die Abschaffung der Todesstrafe vorScht menonten brchien. Auslande nachschielt, ganz andere Anerkennung als jetzt finden. Nach der entzückenden„Komödie um Rosa“ jetzt eine packende Bewältigung des Leidens der Südtiroler unter der italienischen Gewaltherr= schaft:„Flieg roter Adler von Tirol“, im Lessing= theater mit einer ausgezeichneten Leistung von Agnes Straub in der Hauptrolle. Es ist starke dramatische Kraft in dem Werk, das sich hoffentlich alle deutschen Bühnen erobert. Dies wird der mit glücklicher Hand von Hans J. Rehfisch und W. Herzog gemeinsam durchgeführten Dramatisierung„der Affäre Dreyfus“ in der Volksbühne ohne weiteres gelingen. Auch die andere Premiere der Volksbühne: „Apollo, Brunnenstraße“, von Stefan Großmann und Franz Hessel— eine Mischung von Revue und Zeitstück, von Volksstück und Sozialstudie— war erfolgreich, aber scharfe Striche können noch Molnar kam mit zwei Einaktsgn, in,„S Hz.; lertheater. Im ersten feiert Tiedtke als Bankdirektor sein Jubiläum, der schlechte, Srper z zie gererääge wandten, der ihn verhaften will, enttardt re aber nur vorübergehend; im zweiten verwandelt Pallenberg mit großem Erfolg einen Taxichauffeur in einen Grafen und Industriellen, um als Bantier ein Amerikageschäft zu retten. Solche Unterhaltung ist mir lieber als Franz Arnolds und Ernst schwankhafte Parodie auf Amanullahs such„Hulla die Bulla“, in der komischen Oper, die gar zu albern ist, oder Erich Ebermayers überflüssigerweise vom Deutschen Volkstheater vorgeführte dramatische Legende„Kaspar Hauser“, die gar zu langweilig und unfähig ist... Und dies umsoweniger, als wir Deutschen mit recht respektablen Autoren aufwarten können. Wäre Kurt Götz Franzose, Engländer oder Amerikaner, würde eine gewisse Presse ihn neben Shaw oder Hauptmann stellen, ihn für weltberühmt erklären. Als Deutscher muß er sich mit zweitrangigen Ruhm begnügen. Dabei schenkte er uns nach dem glänzen; den„Hokuspokus“ jetzt wieder mit„dem Lügner und der Nonne“(Komödienhaus) ein so innerlich frohes, heiteres, geistvolles, bühnensicheres Lustspiel, wie wir es ganz selten in der Weltliteratur haben. Auch Fred A. Angermayers dramatische Kraft würde in einem Lande, das nicht bloß dem = Professor Dr. Eduard Meyer 75 Jahre. Am 25. Januar wird der bekannte Geschichtsforscher Prof. Dr. Eduard Meyer 75 Jahre alt. Meyer wurde 1879 Privatdozent für alte Geschichte an zig und ging 1885 als ordentlicher Professor nach Breslau, 1902 kam er nach Berlin, 1909 wirkte er als Austauschprofessor in Amerika. Seine wissenschaftliche Arbeit genießt Weltruf. Nach dem Friedensdiktat von Versailles warf er alle Auszeichnungen des Auslandes, darunter drei Ehrendoktorhüte englischer und amerikanischer Universitäten, von sich. Er hat die Altersgrenze als Professor bereits 1923 überschritten, dennoch lehrt er weiter. Der Reichskanzler hat ihn namens der Reichsregierung telegraphisch beglückwünseh. Die heutige Uummer umfaßt 20 Seiten und des 30jährigen Bergmanns moschke aus Wattenscheid eine große Von Ihrem steuerpflichtigen Einkommen können alljährlich bis 600 M für Sie selbst und weitere je 250 M für Ihre Ehefrau und jedes minderjährige Kind steuerfrei bleiben, wenn Sie diese Summen als Beitrag für eine Lebensversicherung einzahlen. Durch diese Ersparnis an Einkommensteuer haben Sie einen wesentlichen leil Sie einen Versicherungsfachmann! Gedenktafel Der 25. Januar: Robert Burns Dichter (gest. 1796). Der Schriftsteller Joseph gewten 19rs“. 1248). in Alloway v. Görres gebenen in Koblenz geborem(geit 1848). 1855 Der Historiker Eduard Meyer in Harburg geboren. 1866 Der Dichter Herbert Eulenberg in Mülheim a. Rh. gehoren. Die Arbeitsmarktlage der Angestenten im Monat Dezember 1929. Das Landesarbeitsamt Westfalen teilt mit: allgemeine Arbeitsmarktlage der AngestelltenDie allgemeine Arbeitsmarktlage der Angestellte berufe zeigte nach den Berichten der Angesteutenabteilungen im Monat Dezember in Westfalen und Lippe eine leichte Verschlechterung. Allerdings beschränkte sich diese Verschlechterung ausschließlich auf die männlichen Angestellten. Der allgemeine Konder Metallindustrie während der zum Quartalswechsel am tesenbe eine große Zahl von männlichen Stellensuchenden auf den Markt. Der verhältnismäßig starke Zugang an technischen Angestellten deutet auf verscharfte Auswirkungen von Rationalisierungsvorgängen in den verschiedenen Industriezweigen. Ferner hat auch das Saisongewerbe(Hoch= und Tiefbau usw.) ianfolge der jahreszeitlich bedingten Beendigung bzw. vorübergehenden Stillegung von Außenarbeiten technische Angestellte in größerer Zahl abgestoßen. Für die weiblichen Angestellten bewirkte das Weihnachtsgeschäft die üblichen verstärkten Mehransorderungen an Verkaufskräften aus dem EinzelNach den Stichtagzählunzen stellte sich die Gesamtzahl der arbeitsuchenden Angestellten Ende Dezember 1929 auf 7037, davon 5071 männlich und 1966 weiblich, gegenüber 6639, davon 4657 männlich und 1982 weiblich Ende November 1929. Die Zunahme beträgt insgesamt 398 Personen= 6 v. H. Bei männlichen Angestellten stieg die Ziffer um 414= 8,8 v.., bei den weiblichen Angestellten fiel sie dagegen um 16= 08 v. H. Das Vermittlungsergebnis hat im ganzen das Ergebnis des Vormonats um 33 v. H. überschritten. 882 Vermattlungen, davon 226 männlich und 656 weiblich im Dezember stehen 662 Vermittlungen, davon 298 männlich und 364 weiblich im November gegenüber. Hauske, auf Kupfer=Gimpel. Sodann Bayenbach und Buschey auf Pfauentauben, Premitz auf englische Kropftauben, Reckert auf Enten, König auf Wyandottes und Minorka. Wlotzka und Hauske erhielten die bronzene bezw. silberne Auszeichnung des Kreisverbandes. Limgtskenh Ler vam Gir, 6 Heimatabend. Der Heimaraveno, der vom Kirchenchor veranstaltet wurde, war so gut besucht wie selten eine Veranstaltung in Harpen. Aus dem Stadtteil Stiepel Der Ertrag selten eine Veranstaltung gis., Parher durfte ermöglichen, das neue Kiavier für das Gemeindeheim nun anzuschaffen. Ausdem Stadtteil Linden-Dahlhausen 4. Hohes Alter. Der Lehrer i. R. Paul Deutelmoser, Hasenwinkeler Straße, wurde in diesen Tagen 83 Jahre Ausbau der Brockhauser Straße. Nachdem mit den Anliegern eine Einigung über die Hergabe des erforderlichen Geländes erzielt worden war, wird an dem Ausbau der Brockhauser Straße nunmehr tatkräftig gearbeitet. * Aufteilung der Gemeinde in zwei Fürsorgebezirke. Der Stadtteil Stiepel ist in zwei Fursorgebezirke aufgeteilt worden. rn Sperberplage. In letzter Zeit mehrt sich die Sperberplage. Die Besitzer von Taubenbeständen haben durch den gefiederten Räuber manchen Schaden erlitten. junkturrückgang in der letzten Monate brachte resende eine große Aus dem=Siadilen Lungene?kei I1., der hiesigen Aus denr Rduburgerter gs. Bestandene Prüfung. Nach Teilnahme an einem Sechssemester= Kursus an der Verwaltungsakademie bestand Rektor Schüngel von hier die Abschlußprüfung in den Fächern Philosophie, Psychologie und Pädago9ik..(g6.n1e Hattfrich Sinf Silberhochzeit. Die Eheleute Goufried Kinkel feierten in dieser Woche das Fest der silbernen Hochzeit. b Auszeichnungen. Für besondere Verdienste bei Sammlungen für die Reichskriegerwaisenhäuser(Fecht: schule! wurden die Mitglieder Senft, Hoffmunn und Klinge vom Kriegerverein Langendreer und Frl. Ilse Reuber besonders ausgezeichnet. Es wurde ihnen zur Anerkennung der Titel des Vverbundesfechtmeisters zugesprochen... ganz. und g. gs. Der Neubau des Haus= und Grundbesitzervereins. Die Entwicklung der Haus= und Grundbesitzervereinigung von Langendreer erforderte bei einem Mitgliederbestand von 700 Hausbesitzern einen Eigenbau, der nach vielen Bedenken die Generalversammlung 1928 beschloß und dem Architekten Wortmannin Bauauftrag gab. Der durch Anleihen gedeckte Bau wurde schnell verwirklicht und bekanntlich in der vorigen Woche bezogen. Langendreer ist damit um ein Gebäude moderner Linienführung reicher. gs. Es wirkt. Unsere zahlreichen Hinweise im „Bochumer Anzeiger“ über die traurigen Lichtverhältnisse in Langendreer haben zur Projektierung einer durchgreifenden Reorganisation der Lichtverhaltnisse geführt, die am 15. Februar im Oberdorfviertel beeinnen soll....„ Ahgrlägt Gerei. b Die Stadtverwaltung uverlaßt Vereinen den früheren Sitzungssaal des Amtshauses. Auf Antrag des Vaterländischen Frauenvereins und der freiwilligen Sanitätskolonne hat die Stadtverng diesen beiden Organisationen bis auf Widerruf den Sitzungssaal des früheren Amtshauses zur Benutzung freigegeben. gs. Ein Langendreerer als Heiratsschwindler! Vor der Duisburger Strafkammer stand der aus Langendreer “ g e b ü r t i g e R e i s e n d e F r i e d r i c h G o n e t z i k w e g e n z w ö l f fachen Heiratsschwindels. Er erhielt eine Gesamtstrafe von einem Jahr sechs Monaten Gefängnis. 0 Badeanstalt im Fürsorgehaus Bochum=Langendreer, Ottilienstraße 11/13. Die Badeeinrichtungen im Fürsorgehaus Ottilienstraße 11/13 werden dem öffentlichen Verkehr übergeben. Die Badezeiten werden im Anzeigenteil bekanntgegeben.. Hgrsteinn b Aufführung des Oratoriums„Die Jahreszeiten“. Der Musikverein Langendreer rüstet zu einer großen musikalischen Veranstaltung. Am Dienstag, 11. Februar, findet im Saale des Restaurants„Zur Post“ die Aufführung des Oratoriums„Die Jahreszeiten, von Haydn unter Leitung von Musikdirektor Näscher matt. Katholischer Bürgerverein. In der Generalversammlung des Katholischen Arbeiter= und Bürgervereins Langendreer fand nach den Begrüßungsworten des Vorsitzenden von Kölle Kassenberichten und Neuaufnahmen einstimmige Wiederwahl des Vorstandes statt. Aus dem Stadtteil Werne gs. Lob der Bochumer Stadtverwaltung! Die in hiesigen Bau- und Handwerkerkreisen mit größter Entrüstung quittierte Vergebung des Werner Turnhallenbaues an auswärtige Unternehmer und Handwerker durch die frühere Gemeindevertretung hat nach Uebernahme durch die Stadt Bochum endgültig aufgehört. Zum ersten Male sind jetzt Handwerkerarbeiten größeren Umfanges an Werner Firmen vergeben worden. gs. Silberne Hochzeit. Die Eheleute Ernst Kleiner, Rüsingstraße, feierten das Fest der silbernen Prüfung. Der Stukkateurgeselle Wilzek, Kreiastraße, bestand vor der Prüjungskammer Iserlohn seine Meisterprüfung. h Dreister Ueberfau. In der hiesigen Sedanstraße, nunmehr Adrianstraße, versuchte ein unbekannter Mann, einem Mädchen des Milchhändlers Fischer die wohlgefüllte Geldtasche zu entreißen. Das Mädchen setzte sich aber tatkräftig zur Wehr, so Rauber gezwungen sah, unverrichteter Sache die Flucht zu ergreifen. 9 h Die Friedhofskapelle ausbesserungebeourftig. Die Friedhofskapelle auf dem Kommunalfriedhof in Werne befindet sich in einem ausbesserungsbevurfnigen Zustand. Vor allem angegriffen sind die Innenwände, die sogar an verschiedenen Stellen abbröckeln. In ihrem jetzigen Zustande hinterläßt die Kapelle bei Trauerfeiern einen wenig günstigen Eindruck. Aus dem Stadtteil Riemke * Im Silberkranz. Am Sonntag begehen die Eheleute Friedrich Heinze und Frau Theresia geb. Vogel, Zillertalstraße 130, ihr silbernes Ehejubiläum. Aus dem Stadtteil Harpen Aus dem Stadttreis Wattenscheid Wattenscheid, 24. Jan. Wieder einmal war der Hellweg in Höntrop Schauplatz eines schweren Unfalls. Ein aus Essen kommender Personenkraftwagen fuhr gegenüber der Wirtschaft Potthoff die junge Frau J. an. Die Frau wurde mit großer Gewalt auf das Pflaster geschleudert und schwer verletzt. Sie wurde nach Anlegung eines Notverbandes ins evangelische Krankenhaus übergeführt. th Wattenscheid, 24. Jan. Der Zechenschmied Wilhelm Deis, Kirchstraße, war auf der 7. Sohle der Zeche„Hannover“ mit Reparaturarbeiten an einer Aufschiebevorrichtung beschäftigt. Als er nach Fertigstellung der Arbeit die Treppe herunter ging, machte er plötzlich einen Fehltritt und fiel herunter. Mit schweren inneren Verletzungen wurde der Verunglückte sofort zu Tage gefördert und von dort aus dem Krankenhause zugeführt. An seinem Aufkommen wird gezweifelt.— Die in der Stadt Wattenscheid gut bekannte Witwe Josef Spanier geb. Mai, Günnigfeld, Vorstadtstraße 8, feierte gestern ihren 80. Geburtstag. Wattenscheid, 24. Januar. Das städtische Gymnasium mit Realprogymnasium und das städtische Oberlyzeum i. E. nimmt Anmeldungen für die Aufnahme in die Sexta am Mittwoch,.. Februar, entgegen. Wir verweisen noch auf die Anzeige in dieser W. Eppendorf, 25. Jan. Die Eheleute Heinrich Stein(Elise geb. Wendland) feiern heute das Fest der silbernen Hochzeit. Sie sind seit 24 Jahschiedene Kleidungsstücke gestohlen, ohne daß man den Dieb fassen konnte. Am Montag verschwand wieder ein fast neuer Mantel. Der Hausmeister schöpfte Verdacht auf einen Jungen namens H. aus der Thiesstraße. Man fand in seiner Wohnung ein ganzes Lager schon lang vermißter Gegenstände— Am Bahnhof Hordel=Eickel hat man jetzt einen Streichholzautomaten aufgestellt, aber immer noch keinen Briefkasten. Vielleicht wäre es angebracht, wenn sich die Reichsbahndirektion einmal mit dem Postamt in Verbindung setzte. Stadttreis Witten tt Witten, 24. Jan. Auf der Crengeldanzstraße in Höhe des Hauses Nr. 24, ereignete sich gestern abend gegen 8½ Uhr, ein schwerer Verkehrsunfall. Der 21jährige Konditorgehilfe W.., der die Straße überqueren wollte, geriet unter einen Wagen der Straßenbahn, der in Richtung Crengeldanz fuhr. Durch die Freiwillige Feuerwehr, die man alarmiert hatte, wurde H. durch Hochwinden des Wagens aus seiner gefährlichen Lage befreit.., der erheblich verletzt worden ist, wurde in das Marienhospital eingeliefert. Lebensgefahr besteht nicht. ren Leser des„Bochumer Anzeiger“. Aus dem Stadttreis Wanne-Eicke! ph Wanne=Eickel, 24. Jan. Als das Milchfuhrwerk M. die Ecke Hindenburg= und##### silbernen Hochzeit Kinderheim passierte, sanken plötzlich pfero und Wagen 9i2 0o zute Schwekuisch, Heinrichstraße. ein und verschwanden. Das Wasser eines unbemerkten Geflügelschau des Vereins Wetterbericht der Essener Wetterwarte vom 24. Jannar. Während das Hochdruckgebiet über Südosteuropa sich langsam zuruckzieht, breitet sich das westliche Tiefdruckgebiet weiter über Westeuropa aus. In Deutschland dauerte heute früh das trockene, teils heitere, teils neblige Wetter fort. Im Osten und Süden hat der Frost etwas zugenommen. Dort lagen die heutigen Morgentemperaturen zwischen minus drei und minus fünf Grad, während im Westen Pionierstraße vor dem Deutschlands eins bis drei Grad Wärme herrschte. feierten die Ehelei Geflügelschau. In der Geflügelschau des Volkswohl“ waren 132 Tiere ausgesteut. Folgende Personen erhielten Ehrenpreise: Auf schwarze Italiener Nähle, G. Kleffmann, Wlotzka, Ossiek und Beyenbach. Auf gestreifte: Kreck; auf gelbe: Nähle; auf rebhuhnfarbige: Schwarz und Schulz auf silberhaltige Italiener. Auf schwarze Ryeinländer: Gustav Cremer und Zindel. Ossiek auf westfälische Totlegex, Dörsing auf amerikanische Murz auf deutsche Zwerge, schwarze Bantam: Claudi, ferner auf Brieftauben, auf westfälische Totlegex, Dö Legyorn, Cremer und Schwaj au„weiße Buschek..guf 0 Jankowski und Buschen, ser Wasserrohrbruches hatte das Pflaster in einer Länge von 5 bis 6 Metern unterspült.— Auf der Zeche „Julia“ kam der Bergmann A. H. durch Sturz in den Schacht zu Tode.„ he Wanne=Eickel, 24. Jan. Schon seit vielen Jahren benutzten die durchfahrenden Zigeuner gern Wanne=Eickel als Aufenthalt. In den letzten Tagen hielten sich wieder eine Gesellschaft an der Stadtgrenze auf.., 9, 9 19 Iu eing S##u ta Wanne=Eicker, 24. Januar. In einer Schule auf der Wilhelmstraße wurden in der letzten Zeit wiederholt von den Kleiderhaken auf dem Flur verWetteraussichten bis Sonntag: Zunehmende Bewölkung und milde bei auffrischenden sudlichen Winden, später zeitweise Regen. Thermometer 15 Uhr.0 C 24„ 50 C Barometer 7 Uhr 757.0 24„ 753,0 Freitag, 24. Jan. Dieser Tage kammer die Meinleid auf Westeil!.... Das gefälschte Alibi des Einbrecherhäuptlings Friedrich #beiden Zeugen, die, wie sich nunmehr herausgestellt fand vor der Bochumer StrafBerufungsverhandlung gegen den Einbrecher Friedrich aus Wattenscheid statt, der in der ersten Instanz wegen Einbruchs im Rückfalle zu einer Zuchthausstrafe von drei Jahren verurteilt worden war. Die erste Instanz hatte es als erwiesen angesehen, daß Friedrich das Haupt einer Einbrecherbande war, die im Jahre 1928 eine Reihe von Einbruchsdiebstählen in Wattenscheid ausgeGegen dieses Urteil hatte Friedrich Berufung eingelegt, die er damit begründete, daß er, obwohl bei seiner Ehefrau ein Teil der Diebesbeute vorgefunden worden war, nicht als Einbrecher, sondern nur als Hehler in Frage komme. Er habe zur Zeit des Einbruches(18. April 1928) in Holland geweilt. Seine Angaben suchte Friedrich damit glaubhaft zu machen, daß er mehrere aus Holland geschriebene Briefe und ein Tagebuch, das Aufzeichnungen von ihm aus den kritischen Tagen enthielt, vorlegte. Das Gericht schenkte zwar diesen Angaben keinen Glauben, gab aber der Berufung insofern statt, als es Frieorich nunmehr wegen Hehlerei zu einem Jahr Genanis verurteilte. zun FHigltu In dieser Berufungsverhandlung spielren vor allem Aussagen des 32 Jahre alten Maschinenmeisters ermann Sowitzki aus Recklinghausen hat, von Friedrich zu ihren Aussagen veranlaßt worden waren. entkräfteten vor allem die Bekundungen zweier Straßenbahnschaffner, die Friedrich an dem Morgen des Einbruchs in ihrer Straßenbahn mit einem Teil der Diebesbeute gesehen und ihn auch wiedererkannt hatten. Sowitzki beschwor trotz verschiedener Ermahnungen des Staatsanwalts, daß er den Friedrich am 18. April 1928 an der holländischen Grenze getroffen und sich dort mit ihm unterhalten habe. Noch im Gerichtssaale wurde Sowitzki wegen Verdachts des Meineides festgenommen. Die Kriminalpolizei leitete sofort die entsprechenden Ermittlungen ein. Hierbei stellte es sich heraus, daß Friedrich zusammen mit Sowitzki und Gramoschke im Gerichtsgefängnis gesessen hatte und es wohl auf irgendeine Weise verstanden haben muß, sie zu ihren falschen Aussagen zu überreden. Wie wir erfahren, ist auch gegen den zweiten Angeklagten Gramoschke, der heutemorgen von der Kriminalpolizei festgenommen wurde, inzwischen vom Richter ein Haftbefehl erlassen worden. Dem Vernehmen nach hat Gr. inzwischen auch ein Geständnis abgelegt, und auch Sowitzki soll inzwischen zugegeben haben, auf Veranlassung des Friedrich einen Meineid geschworen zu haben. Auch gegen S. hat der Richter inzwischen Haftbefehl erlassen. Sonnenaufgang 7 Uhr 49: Sonnenuntergang 16 Uhr 37. Mondaufgang 5 Uhr 4; Monduntergang 12 Uhr 20. Schneebericht Sauerland: Kahler Asten: 1 Grad, keine Schneehöhe und keine Snortmoglichtet, gen. a Grad, 6 Je Baprische Alpen. Berchtesgalen.— 2 timeter Schne höhe, vereist, Sportmoglichkeit mäßig Oberstdorf:— 6 Grad, 5 Zentimeter Schneehöhe, Pulverschnee, Sportmöglichkeit sehr gut, Riesengebirge. Hirschberg:— 3 Grad, meter Schneehöhe, Firnschnee, Sportmöglichkeit gut bis Harz. Braunlage:— 1 Grad, vereist, SportmöglichThüringen. Oberhof: 4 Grad, 15 Zentimeter Schneehöhe, verharscht, Sportmöglichkeit gut.## Schwarzwald. Ruhestein: 2 Grad, Scneedecke durchbrochen, gekörnt, Sportmöglichkeit mäßig.— Feldberg:— 1 Grad, 20 Zentimeter Samceyohe, Sportmöglichkeit gut. Wetter beiter Nebel Nevel bedeckt Nebel beiter klar heiter Nebel Nebel Regen bedeckt Gnde naib mm S.. Oiffe.SA6 BOCHUM GEBRUDER Zu verkaufen ünstiger als jedes Sonderangebot! m Einlmer 395.— 485.— 525.— 695.— bervorrag. schöne Modelle. kpl. Büsett mit Vitrinenaussatz, Kredenz, Zweizugtisch, 4 Polsterstuhle ihrenfelder Möbel: aus, Jügerstraße 2 kompl. Anlage, Marke Sachsenwerk, bill. zu verkaufen. 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Bochum, den 22. Januar 1930. Der Magistrat Hermann Hoffmann Kohlenhandlung Dorstener Str. 86/88, Telephon 611 15 liefert seit 40 Jahren alle Sorten(40304 Kols, Eiilens Tstennre wird d. die OttveMethode sicher beseitigt. Wirtung überraschend. Preis.90. Friseur A. Panitz, Rottstraße 3. Ofseriere: in ostor. Lasetouttel täglich frisch, in 9 Pfd.=Kolli, zu billigsten Tagespreisen.(0878 jetzt.55 Mark je Pfund frei Haus. Versand Nachn. Wilh. Frost, Bodszohnen, Post Billupdnen Ostpreusen. Belanmmachung Ueber das Vermögen der Bärendorfer Maschinenindustrie G. m. b. H. in Bochum=Weitmar, wird heute, den 20. Januar 1930, nachmittags 6 Uhr, zur Abwendung des Konkurses das Vergleichsverfahren eröffnet. Als Vertrauensperson wird der Diplom=Kaufmann Wilhelm Schalfe in Wattenscheid bestellt. Termin zur Verhandlung über den Vergleichsvorschlag wird auf den 15. Februar 1930, vormittags 10 Uhr, vor dem unterzeichneten Gericht, Zimmer 45, anberaumt. Der Antrag auf Eröffnung Vergleichsverfahrens nebst Anlagen und das Ergebnis der Ermittlungen liegt auf der Geschäftsstelle, Zim mer 46, zur Einsicht der Beteiligten auf. Bochum, den 20. Januar 1930. Das Amtsgericht Gänsetedern billiger! neue, reelle Ware. Schlacht— rupf mit Daunen Pld. RPI.— und.—, Halbdaunen.— leinste.—.% Daunen(4#id rum Oberdeit).75. Gerissene Federn.80, bessere .75,.60. 7. 90. Daunen .— Ab 23.- RM postoteel Rüchnahme bei Nichtgetallen Muster und Preiellste trei. W. Barownick, Gansemüsterei Neu-Trebbin 210(Oderbr.) t SahAChHAOZT Vertreter gesudi Nr. 21, 37. Jahrgang 1. Beilage zum Bochumer Anzeiger und General Anzeiger Samslag, den 25. Januar 1930 W Es war ein Sonntag hell und klar.— Dies= und jenseits der Ruhr.— Knifflige Fragen.— Freude in Laer.— Klagen aus Kreta.— Rin ins Vergnügen. Hat man es schon erlebt, daß man Mitte Januar im Freien Kaffee trinken kann? An eine solche Möglichkeit haben am vergangenen Sonntag die„Sommer= wirte“ in Querenburg, Stiepel, Linden=Tahlhausen und Eppendorf nicht gedacht; denn als die Städter in hellen Scharen hinauspilgerten, die Gartenlokale überfluteten und sich an den Tischen in die warme Vorlenzsonne setzten, da konnten sie zur Not wohl eine Tasse Kaffee bekommen, aber keinen Bauernstuten, und statt an der Milch der frommen Denkungsart sich zu laben, mußten sie mit Mineralwasser vorlieb nehmen. Mancher Wirt kratzte sich hinter den Ohren und bedauerte im Stillen, daß er einen so prachtvollen Geschäftssonntag nicht vorausgeahnt hatte. Die Spaziergänger, die sich ins Lottental begaben, freuten sich, daß dieser reizvolle Talweg noch nicht zur Autostraße ausgebaut ist— lieber über spitze Steine hüpfen, von einer Seite der Lotte zur anderen springen, als vor einem 25. Januar dahin, diese Frage in der nächsten StadtverordnetenDochum. 2r..—, sitzung durch einen Stadtvater an den wohlweisen Magistrat richten zu lassen. Denn der allein könne es genau wissen. Er werde noch härtere Nüsse zu knacken bekommen. Ja, so sind die lieben Bürger. Der Magistrat kann es ihnen nie recht machen, und wenn er noch so sehr aufs Sparen bedacht ist. Tränen über diese Undankbarkeit hat er vergossen, sie sammeln sich an der Stelle, wo das alte Rathaus gestanden hat, zu einem kleinen Tümpel. Und das soll keinem Dichter Stoff geben zu einer rührenden Ballade über den alten Mann im Armeleutehaus und den vornehmen Mann, der Gast der Stadt war und achtmal soviel für einen Tag in Rechnung stellte, als 99 alte Leute als Christfestgeschenk bekommen? Festordner, Vergnügungsdirektoren und Ausschüsse da? Da darf kein Junggesellenklub, kein Kegelklub, kein 2 4 22 4 40½ K Auf dem Eck am Hellweg in Laer, allwo die Straßenbahnen nach Werne und Witten sich kreuzen, soll eine Bank aufgestellt werden, auf die sich die wartenden Fahrgäste setzen können, derweil die Wagen rangiert werden. Mit einem Schirm darüber gegen Sonne und Regen und mit einem elektrischen Heizkissen bei Kälte. Die biederen Leute in Laer wollen Unterschriften für eine Dankadresse sammeln, wenn dieser Plan verwirklicht wird. Ihr großstädtisches Gefühl hebt sich gewaltig. Ganz andere Gefühle beseelen die „Kreter" dort unten in der Ecke bei Werne=Lütgendortmund. Halb gehören sie zu Bochum, halb zu Dortmund. im Zickzack verläuft die Grenze: bald ist die Straße beleuchtet(soweit sie zu Dortmund gehört), bald unbeleuchtet(soweit sie zu Bochum gehört). Diese Grenzziehung ist ein Meisterstück, ähnlich wie die zwischen Wattenscheid=Günnigfeld und Bochum=Hordel. Richtig wäre es, ganz Kreta zu Bochum zu schlagen: denn im Bochumer Teil steht die Schule. Ob die Oberbürgermeister von Bochum und Dortmund sich nicht schiedlich=friedlich über eine vernünftige Grenzziehung einigen könnten? Bei den freundschaftlichen Beziehungen zwischen der Kronenstadt und der Gußstahlstadt sollte das nicht schwer sein! * Bochum steht mitten in der Saison. Die tausend Vereine, die die Großstadt zählen dürfte, müssen doch alle ein Winterfest, ein Kappenfest, ein Tanzfest oder einen Maskenball veranstalten; denn wozu sind die A 7/886. W 8 1 0 9. •0 Töfftöff auf den Hang hinaufklettern müssen, zumalen dieser mit Draht abgesperrt ist. Von wegen die Geflügelfarmen, die jetzt emporwachsen wie zur Gründerzeit die Schornsteine. Zum Nutzen unserer Hausfrauen, die sich darob freuen, daß die Eier von Woche zu Woche billiger und dicker werden. So ein milder Januar hat auch sein Gutes. Die Stiepelaner sind verschnupft darüber, daß man ihnen verblümt gesagt hat, sie hätten, als sie noch eine eigene Republik bildeten, so ein bischen aus dem Vollen gewirtschaftet, ohne daran zu denken, wer später den Beutel lappen solle. Gegen diesen Vorwurf hat sie ihr früherer Amtmann in Schutz genommen, der Bochum noch immer gram zu sein scheint, daß es die Burg Blankenstein in städtischen Besitz gebracht hat. Wo doch„Blanksen“ an dem Gethmannschen Garten genug zu verdauen hat. Landrat Hansmann wird den Ennepe-Ruhrkreis kaum für diesen herrlichen Besitz interessieren, auch wenn er seinen Wohnsitz vom düsteren Schwelm nach dem Kleinstadtidyll Hatneggen verlegt. Denn dieser langgestreckte Landkreis von der Ruhrhalbinsel bis zur Wupperstadt hat eigene Geldnöte genug. Man weiß jenseits der Ruhr, welchen Wert die starken wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Bochum und dem Ruhrtal gerade fur die Orte südlich der Ruhr zwischen Herbede und Altendorf haben und drängt auf den Ausbau des Verkehrsnetzes durch Straßenbahn und Eisenbahn. Warum sollte nicht, wie zur Besatzungszeit, ein direkter Eisenbahnverkehr Bochum— Dahlhausen— Hattingen— Blankenstein wieder möglich werden? Jetzt, wo es zu spät ist, geht den„Pannhasen“ ein Licht darüber auf, daß es für sie besser gewesen wäre, mit Bochum vereinigt zu werden, anstatt an Schwelm gebunden zu sein. Aber sie können sich darauf verlassen: Bochum schmollt nicht und wird ihre Eisenbahn= und Straßenbahnwünsche kräftig unterstützen. Auch die Dahlhauser Mitbürger dürfen auf Verständnis für ihre Wünsche bei der Stadt Bochum rechnen. An Stammtischen wird oft allerlei ausgeknobelt. So warf mein Freund Bählamm am letzten Stammtischabend die Frage auf, was wohl die jährliche Reinigung der 1400 Fenster des Rathauses kosten werde und wieviel Weihnachtsspenden an alte Leute man daSkatklub zurückbleiben, garnicht zu vergessen die Gänsereiter in Höntrop und Sevinghausen. Sie alle, alle wollen seiern. Man lebt nur einmal auf der Welt. Wie käme auch sonst der Finanzdezernent dazu, seinen Haushaltsplan zum Ausgleich zu bringen, wenn nicht die Vergnügungssteuer das Loch stopfte? Also rin ins Vergnügen. Es ist doch so herrlich auf der Welt! Wenn auch bei manchen Allzufestesfrohen die Lackstiefel krachen, dieweil sie noch nicht bezahlt sind, und die Fräcke und Toiletten aus den Näten gehen, weil sie noch im Schuldbuch stehen, was verschlägts? Die Gläubiger haben Geduld, sie gehen nicht gleich mit der Zange dran, wie das städtische Gas= und Elektrizitätswerk, das nicht lange fackelt. Die Lichtrechnung, die freilich soll man gleich bezahlen, ansonsten man leicht im Dustern sitzt. Um das andere mache man sich keine Sorgen, losgesteuert ins Vergnügen! Denn ohnedem— wer vermag da noch fröhlich sein? Philosephie ist gut— es muß nur die richtige sein. Und nun, liebe Leser. schüttelt den Kopf über Euren Gottlieb vom Tippelsberg. hohes Alter Der Rangiermeister a. D. Josef Adler, BochumHamme, Dorstener Straße 215, feiert heute in körperlicher und geistiger Frische, seinen 80. Geburtstag. Während seiner 42jährigen Dienstzeit war er 36 Jahre auf Bahnhof Präsident tätig. Der Werkwohnungsbau im Kuhrbezirk Zu 24 v. H. von werkfremden Familien belegt— Bauprogramm 1930 Hand mit der Lockerung der allgemeinen Wohnungszwangswirtschaft erfolgen. Die Umsiedlung von werksfremden Werkwohnungsinhabern in Werk= oder sonstige Wohnungen solcher Gegenden, in denen Wohnungen in größerer Zahl durch Zechenstillegungen frei geworden sind, dürfte mit Rücksicht auf die allgemeine Freizügigkeit und darauf, daß dafür in der Hauptsache zahlungsunfähige Werkfremde in Betracht kämen, auf unüberwindbare Schwierigkeiten stoßen. Aus demselben Grunde erscheint es nicht angängig, derartige Werksfremde dem Hausbesitzer von Altwohnungen aufzunötigen. Es ergibt sich demnach, daß nach Lage der Sache WK. Aus dem Verbandspräsidium des Siedlungsverbandes Ruhrkohlenbezirk wird in der„Volkswohlfahrt“ ein Bericht über Entwicklung und Lage des Werkwohnungsmarktes unter besonderer Berücksichtigung von Bergwerkswohnungen im Ruhrkohlenbezirk gegeben. In der Uebersicht wird auf die Erhebung hingewiesen, die der Verbandspräsident am 1. September 1929 im Hinblick auf die bei der Umgemeindung eingetretene Vergrößerung des Verbandsgebietes hat vornehmen lassen. Diese Erhebung ist dahin ergänzt worden, festzustellen, wieviel von den werksfremden Familien in Werkswohnungen Arbeitsinvaliden und Pensionäre sind oder bei anderen Werken beschäftigt sind. Das Ergebnis, das nunmehr mitgeteilt wird, war, daß von 190 158(180 599 am 1. September 1928) Werkswohnungen 45 125(40 699) oder 23.52 v. H.(22,60 v..) von werksfremden Familien belegt sind. Von den 45 125 werksfremden Familien waren 14227= 31,53 v. H.(7,48 v. H. der Wohnungen) Arbeitsinvaliden, 5789= 12,83 v. H.(3 v. H. der Wohnungen) Pensionäre und 14435= 32 v. H. (.59 v. H. der Wohnungen) bei anderen Werken beschäftigt. Da die Herausnahme der Werkwohnungen aus den Bestimmungen der Wohnungszwangsgesetzgebung nicht sofort möglich ist, kann sie nur Hand in 930 95 für geben könne, wenn jur jeden Mann eine ganze Reichsmark aufgewendet werde oder wieviel Hortkinder bedocht werden könnten bei einer Weihnachtsgabe von 40 Piennig je Kind, wie das im Jahr des Heils 1929 zum Christfest geschehen sei. Die Meinungen darüber eingen weit anseinander: schließlich einigte man sich der Neubau von Wohnungen der einzige Weg zur Lösung auch des Werkswohnungsproblems ist. Der Bericht verweist auf die im Verbandsgebiet von einer Anzahl größerer Werke gemeinschaftlich mit den Wohnungsfürsorgegesellschaften von Westfalen und Rheinland gegründete Ruhrwohnungsbau.=., deren Bauprogramm 1928/29 einschließlich 1000 Wohnungen der Dortmunder Gemeinnützigen Siedlungsgesellschaft den Bau von 3000 Wohnungen vorsieht. Zurzeit schweben Verhandlungen wegen des weiteren Baus von 4000 Wohnungen bis Ende 1930 bezw. Anfang 1931. Sochan=Wernen•— Pläne, zu denen vorläufig das Geld fehlt Ueber den augenblicklichen Stand des Bahnvorhabens Bochum—Lünen, dessen Träger die Städte Bochum, Castrop-Rauxel und Lünen sind, erfahren wir von zuständiger Seite, daß das Projekt, dessen Bedeutung für den Gesamtverkehr des Industriegebietes nicht hoch genug eingeschätzt werden kann, in letzter Zeit außerordentlich gefördert werden konnte. Die Linienführung von Bochum über Gerthe wurde inzwischen bis zum alten Bahnhof Castrop genau ausgearbeitet und festgelegt. Der Siedlungsverband hat sich grundsätzlich bereit erklärt, dem Verbandsausschuß die Festsetzung eines Verkehrsbandes für die Bahn Bochum—Lünen zu empfehlen. Dabei hat er jedoch gleichzeitig noch einmal darauf hingewiesen, daß die nach dem Projekt von Professor Knipping anfänglich aufgestellte Linienführung der Bahn Bochum—Lünen durch die Umprojektierungen der Reichsbahn überholt worden ist. Durch die inzwischen erfolgte Inangriffnahme des großen Rhein=Ruhr=Ausbauprogramms der Reichsbahn hat sich für das Bahnprojekt Bochum—Lünen eine neue Situation ergeben, der durch eine gründliche Ueberprüfung und entsprechende Abänderung der Pläne, die, wie schon erwähnt, von Bochum bis Castrop erfolgt ist, Rechnung getragen werden muß. Es ist vorgesehen, die Bahn bei dem Bahnhof Castrop streckenweise über den leiskörper der Reichsbahn laufen zu lassen. Eine Anzahl von Bahnübergängen wird da, wo der eigene Fahrkörper der Bahn Bochum—Lünen Reichsbahngleisanlagen schneidet, durch Unter= oder Uebertunnelung vermieden werden. Durch die inzwischen erfolgte Eingemeindung von Mengede nach Groß=Dortmund ist die Gemeinde Mengede, die bis zum Zeitpunkt ihrer Eingemeindung außerordentlich stark am Bau der Bahn interessiert war. aus der Reihe der das Bahnvorhaben unterstützenden Kommunalverbände ausgeschieden. Unverständlicherweise lehnt die Stadt Dortmund es ab. dieses für die Bewohner des jetzigen GroßDortmunder Crteteils Mengede hervorragend wichtige Projekt zn unterstützen. Bei den Verhandlungen der Reichsbahnverwaltung mit dem Arbeitsausschuß hat sich diese in anerkennenswerter Weise bemüht, bei den von ihr bearbeiteten eigenen Entwürfen auch ihrerseits Vorschläge für die Anpassung der Bahn an ihre eigenen Bahnanlagen zu machen, so bezüglich des Hauptbahnhofs Bochum und der Linienführung und Einführung der Bahn Bochum=Lünen sowie die Pläne für den alten Bahnhof Castrop. Die Arbeiten für die Verlegung der Köln—Mindener Linie dauern noch an. Die Reichsbahnverwaltung selbst ist bestrebt, ihre Projekte möglichst bald zum Abschluß zu bringen. Bis das Projekt nun ausgeführt wird, kann allerdings noch eine Reihe von Jahren dahingehen. Zunächst muß der Hauptbahnhof Bochum in Angriff genommen werden. Vor allem: Die Resizsbahn muß den nötigen Zaster herbeischaffen können. ** Personalnachrichten. Für den von Herne zum Landgericht nach Bochum versetzten und beförderten Justizoberwachtmeister K. Hucketewes zum Justizkastellan ist der Justizwachtmeister H. Radau von der Staatsanwaltschaft Dortmund in gleicher Eigenschaft an das Amtsgericht Herne versetzt. *o. Die Bautätigkeit im Jahre 1929 in Bochum. Wenn auch die Ergebnisse der Bautätigkeit im vergangenen Jahre im einzelnen noch nicht genau festliegen so weiß man doch schon, daß das Baujahr 1929 für Bochum ein Rekordjahr gewesen ist. Es wurden in diesem Jahre rund 15 Prozent Wohnungen mehr gebaut als im Jahre 1928, welches in Bochum 429 Neubauten brachte, von denen 243 Wohngebäude und 186 Nichtwohngebäude waren mit 922 neuen Wohnungen. An neuen Wohnungen wurden 1928 inklusive Zugang durch Umbauten insgesamt 956 in Bochum geschaffen. * Geschäftsjubiläum. Die Gastwirtschaft Witwe Victor Schulte,„Dorstener Straße 17, konnte am 23 Januar ihr 25jähriges Bestehen feiern. Im Jahre 1924 wurde die Wirtschaft von den Franzosen drei Monate geschlossen, weil einige Gäste das Deutschlandlied gesungen hatten. Viele Gratulationen und Blumenspenden gingen am Jubeltage ein. Das Wetter der nächsten Woche Tagsüber mild, heiter oder neblig. Die vor acht Tagen hier vorausgesagte Hochdruckwetterlage hat sich ohne nennenswerte Schwankungen die ganze Woche hindurch erhalten und das Witterungsbild, so weit es nicht neblig war, für die Jahreszeit ungewöhnlich freundlich gestaltet. Zu meßbaren Niederschlägen kam es fast gar nicht; wo Regenfall eintrat, überschritt seine Menge nirgends einen Millimeter Höhe. In weiten Teilen Mitteleuropas namentlich in West= und Norddeutschland, hatte die Witterung schon völlig vorfrühlingshaften Charakter. Im Rheinland und in Westfalen sowie an der Nordelbe wurden 14 Grad Wärme erreicht: selbst in Mitteldeutschland, 3. B. in Magdeburg, wurden 13 Grad Celsius und an vielen anderen Orten, z. B. in Hannover, 12 Grad verzeichnet. Bis zu gleicher Höhe stiegen die Temperaturen auch an der westlichen Ostseeküste, so in Kiel. Skandinavien hat bis in den höchsten Norden hinein in der Ebene entweder Tauwetter oder nur gelinde Nachtfröste, und selbst im Gebirge, wo sonst im Winter 30 bis 40 Grad Kälte vorkommen, sind dort Temperaturen von 10 bis 12 Grad unter Null diesmal nur gelegentliche Ausnahmen. Die kontinentale Hochdrucklage hat sich neuerdings durch den Einbruch kalter Polarluft noch Nordrußland wieder verstärkt, obwohl bei uns der Luftdruck infolge Zusammensinkens der Luftmassen langsam abnimmt. Aber auch die atlantische Wirbeltätigkeit ist schwächer geworden, so daß das teils heitere, teils neblige Strahlungswetter mit Nachtfrösten und sehr milden Tagestemperaturen noch fortdauern wird. Ob im Laufe der Woche die atlantische Zyklonentätigkeit wieder aufleben und die Witterung, namentlich im Westen und Nordwesten wieder unbeständiger gestalten wird, bleibt abzuwarten. Kinder von der Straße! Man kann nicht oft genug in der Familie, in der Schule, durch behördliche Bekanntmachungen und die Presse darauf hinweisen, daß die Straße kein Spielplatz ist. Bei dem immer stärker werdenden Verkehr, der durch die Kraftfahrzeuge zum Schnellverkehr geworden ist, vergeht keine Woche, in der nicht Kinder auf den Straßen verunglücken. Meist sind die armen Kleinen selbst schuld an ihrem Unglück. Mitten auf der Verkehrsstraße wird gespielt, an vorheifahrende Wagen hängen sich die Buben an, Schlitten wird gefahren auf abfallenden Wegen und Hängen, die in die Verkehrsstraße einmünden, an fahrenden Autos wird im letzten Augenblick vorbeigesprungen. Da ist es gar nicht verwunderlich, wenn hie und da ein Kind durch Fahrzeuge verletzt wird oder gar zu Tode kommt. Darum: Die Kinder weg von der Straße! Die Straße ist kein Spielplatz. y Neue Besoldungsforderungen der Gemeindebeamten. Der Verbandsvorstand der Reichsgewerkschaft Deutscher Kommunalbeamten faßte eine Entschließung, die an den ADB. das dringende Ersuchen richtet, kein Mittel unversucht zu lassen, das geeignet erscheint, die Lebenslage der Beamtenschaft zu bessern und eine sofortige Angleichung aller Einkommen an die Teuerung herbeizuführen. Die Reichsgewerkschaft Deutscher Kommunalbeamten wendet sich gegen den Erlaß, durch den die Gemeinden und Gemeindeverbände gezwungen würden, eine dem§ 39 des preußischen Besoldungsgesetzes entsprechende Bestimmung in ihre Besoldungsordnungen aufzunehmen, um zu gegebener Zeit einer„Verschlechterung“ der Beamten in ihren Bezügen oder in ihrer Eingruppierung mit rückwirkender Kraft„ohne Verletzung wohlerworbener Rechte" herbeizuführen. Der neue Erlaß bedeute einen glatten Verfassungsbruch! Die Verbandsleitung der Reichsgewerkschaft Deutscher Kommunal= beamten ist wegen des Erlasses mündlich und schriftlich im preußischen Innenministerium vorstellig geworden. Der Erlaß der Minister, für die man Ministerialdirektor Dr. von Leyden trotz der Unterschrift des Staatssekretärs Abegg verantwortlich macht, könne nicht anders gedeutet werden, als ein Mittel zur Herabdrückung der ohnehin unzulänglichen Besoldung der Gemeindebeamten, die zumal bei den unteren Gruppen in keinem ausreichenden Verhältnis zur gegenwärtigen. Teuerung stehe.“ * Referandarprüfung. Vor der Prüfungskommission bei dem Oberlandesgericht in Hamm haben folgende Rechtskandidaten der Universitäten Münster die erste (juristische Referendar=) Prüfung bestanden: Heinz Elberfeld aus Hattingen. Josef Linden aus Wanne und Geora Mühleneisen aus Bocholt. Rückgang der Arbeitslosenziffer im Bereiche des Arbeitsamtes Bochum am 21. Januar 1930. Wei regtei in Böcham! Die Organisation unserer Stadtverwaltung Die Verwaltung einer Großstadt von 325000 Einwohnern erfordert eine wohldurchdachte Organisation. Der an der Spitze stebende Oberbürgermeister ist einem ldirektor gleichzuachten, die Dezernenten sind in Versche) er 8 Nachdem in der Vorwoche oas Tempo der Verschlechterung ganz erheblich nachgelassen hatte, kann in der Berichtswoche von einer Besserung Arbeitsmarktlage berichtet werden. Zum ersten Male ist bei den Hauptunterstülungsempfängern ein Abgang festzustellen, auch bei den Arbeitsuchenden, insgesamt übersteigen in der Berichtspoche die Abgänge die Zugänge um 186, sodaß mit#####t wei Abnahme der Hauptunterstützungsempfänger in der kommenden Woche gerechnet werden kann* Silberne Hochzeit. Die Eheleute Buchbinder Franz Rehlinghaus, Bochum=Hamme, Robertstraße 86, feiern Sonntag das Jest der silbernen HochIl. Ein deutscher Liedertag im Sommer 1930. Vor der großen Sängerbundtagung, die 1932 in Frankfurt a. M. stattfinden wird, plant der Deutsche Sängerbund noch eine Veranstaltung, die sich speziell die Pflege des deutschen Volts####rer zur Aufgabe setzt. Es soll eine Art Kundgebung sein, die in allen Städten und Dörfern Deutschlands und in den deutschen Vereinen des Auslandes in besonderen Vorführungen der Ortsvereine die Schö heiten des deutschen Volksliedes zeigen soll. Dieser „Tag des Volkslieds“ wird am 21. Juni stattfinden. ** Verschwindender Garten. An der Krezzstraße Liegt an der Ostheie,.h gn der anderen Seizgtten. liegt an der Ostseite der große Barenbergsche. Ihm gegenüber befand sich an der anberen Erne, hinter dem Lindenhof, ein kleinerer Garten mit altem Baumbestand. Nun ist auch er dahin. Auf dem Gelände werden Ausschachtungen vorgenommen für eine neue Tankanlage. Durch den Fortfall des Gartens erfährt das Ortsbild gerade keine Verschönerung. Evangelische Gemeinschaft. Bischof Dr. Umbreit Berlin, der Leiter des europaischen Werkes der Erangelischen, Hemevzpanfteich, Büßland Lertland und Oesterreich, Schweiz, Frankreich, Rußland, Le#### und Polen, spricht von Sonntag, 26. Januar, bis Sonntag, 2. Februar, in der Auferstehungskirche zu Bochum, Alleestraße 48. Der Bischof predigt am Sonntag vormittag um 9½ Uhr und hält abends um 6 Uhr im GesangAnsprache. Ab Montag abend redet er sodann jeden abend um 8 Uhr in den Evangelisationsversammlungen über folgende Themen: Montag über das Werk der Evangelischen Gemeinschaft in Japan, dem er selbst 20 Jahre mit vorstand; Tienstag über seine Evangelisationsreisen in China, woselbst die„Evangelische Gemeinschaft auch ein ausgedehntes Miszonswerk hat; Mittwoch:„Die Sehnsucht nach Gott". tag:„Merkmale der Rettungsmöglichteit“ „Die gefährliche Sicherheit". Sonntag: vormittag Uhr:„Eine verlorene Tugend"; nachmittags 6 Uhr: „Die ideale Gesinnung". Mit diesem Vortrag kommt die Evangelisation dann zum Abschluß. Eintritt ist frei, die Kirche ist geheizt und die Chöre der Gemeinde wirken in jeder Versammlung mit. an der Spitze stebende Oberbürgermeister ist einen Generaldirekter, g110, u#„ Ei Perrnn sind in Beziehung zu ubteilungsoiretioren zu setzen. Wohl den wenigsten Mitbürgern ist bekannt, wie sich die Verwaltung Groß=Bochums im einzelnen aufbaut und an wen sie sich zu wenden haben, um vor die rechte Schmiede zu kommen. Nachstehend soll nun ein Querschnitt durch die Stadtverwaltung gezogen werden, der aufzeigt, wie unsere Stadt regiert wird. Die Dezernate der Stadtverwaltung Oberbürgermeister Dr. Ruer Personalangelegenheiten. Hilfsdezernent: Stadtdirektor Claas. die in juristischer Beziehung Magistratsassessor Dr. Dienststellen: Hauptamt(Dienststellenvorsteher StadtPersonalamt(Dienststellenvorsteher Stadtamtmann * Hauptamt sind angegliedert die Verkehrs= und Pressestelle und die Geschäftsstelle des Haftpflichtund Schülerunfallschadenausgleichs Westdeutscher Städte und das Büro der Stadtverordnetenversammlung. Bürgermeister Dr. Geyer Finanz= und Steuerwesen einschl. Kassenverwaltung. Sesolbolgesteicgenseiten dere Leanten und stellten. Gesundheitsamt. Chemisches Untersuchungsamt. Stadtkämmerer Stottuth für das Finanz=, Steuer= und Sparkassendirektor Sudhoff für die Sparkasse und die Kommunalbank, letztere leitet er gemeinsam mit Stadtdirektor Claas für Besoldungsangelegenheiten. Stadtmedizinalrat Dr. Wendenburg für das StadtJuristische Angelegenheiten aus dem Dezernat des Bürgermeisters bearbeitet Magistratsassessor Dr. Daniels. Stadtkämmerei,(Dienststellenvorsteher Stadtamtmann Rechnungsprüfungsamt(Leiter Rechnungsdirektor Gütebier) für die Prüfung des gesamten Rechnungswesens und für die Kassenrevisionen. Steueramt(Dienststellenvorsteher Stadtamtmann Uslar). Stadthauptkasse mit Steuerkasse(Leiter Stadtrentmeister Stadtgesundheitsamt(Dienststellenvorsteher StadtoberDem Stadtgesundheitsamt sind angegliedert das Hygienisch=Bakteriologische Institut(Leiter Dr. Leonhardt) und die Schulzahnklinik(Leiter Dr. Schrickel). Chemisches Untersuchungsamt(Leiter Dr. Weinstein). Stadtrat Stumpf Angelegenheiten der höheren, der Volks= und der BerufsAngelegenheiten der Märkischen Verwaltungsschule, der Schule für Wirtschaft und Verwaltung und der Westfälischen Verwaltungsakademte, Abtl. Industrie= Geschäftsführender Direktor dieser drei Schulen ist Gerichtsassesfor a. D. Dr. Elleringmann. Stadttheater(Intendant Dr. S. Schwidt) und o Städtisches Orchester(Generalmusikdirektor Prosenor Gemäldegalerie(Leiter Dr. Reiche) Heimatmuseum(Leiter Rektor Kleff). Straßenbahnangelegenheiten. Vorsin im Stadtausschub.„Hmide) uud Verwal. Stadtbücherei(Leiterin Fräulein Symwi und tungsbücherei. Letztere ist dem Hauptamt angeJuristische Angelegenheiten des Dezernats bearbeitet Magistratsassessor Dr. Daniels. Schulamt(Dienststellenvorsteher Stadtamtmann Bock). Die einzelnen Kunst= und Bildungsinstitute besitzen besondere Geschaftsstellen. Stadtrat Krüsmann Angelegenheiten der Beleuchtungs= und Wasserwerke. Wasserwerk(Oberingenieur Schluhn), Gaswerk(Betriebsingenieur Seegers), Elektrizitätswerk(Oberingenieur Paetsch), Fernheizwerk(Stadtingenieur Mansch). Das Fernheizwerk wird gemeinsam mit der RuhrgasJuristische Angelegenheiten des Dezernats bearbeitet Magistratsassessor Dr. Arens. Stadtrat Brauns Schlachthofverwaltung. Stellvertretender Direktor des Schlacht= und Viehhofes ist Obertierarzt Dr. Rogge. Versicherungsamt und Arbeitertarifangelegenheuen (Dienststellenvorsteher Stadtamtmann Vorgolte). Schwimm= und Badeanstalt(Verwalter Rehhorn), Fuhrpark, Straßenreinigung und Müllaofuhr(Leiter Stadtoberinspektor Backenköhler). Leihamt(Leiter Stadtoberinspektor Patzmann), Juristische Angelegenheiten des Dezernats bearbeitet Justitiar Bahlmann mit Ausnahme der juristischen Angelegenheiten des Schlacht= und Viennoses, vie dem Magistratsassessor Dr. Arens zugewiesen sind. Stadtbaurat Diesenbach Gesamtes Hoch= und Tiefbauwesen sowie die sonstigen städtebaulichen Angelegenheiten. Wichtigere Abteilungen des Stadtbauamtes sind für die Verwaltungsangelegenheiten die Bauamtshauptabteilung(Dienststellenvorsteher Stadtoberinspektor Holz) die Straßenbauabteilung einschl. Vermessungsabteilung Leiter Magistratsbaurat Groth), die Kanalbauabteilung(Leiter Magistratsbaurat Röhr), die Hochbauabteilung I. II und III unter der Leitung der Stadtbaumeister Kellner, Sohm und Spannmacher, Stadtrat Gilsing = das Wohlsabrisamt(Tienststellenvorsteher amtmann Plate) und das Jugendamt(Dienststellen. vorsteher Stadtamtmann Niermann) durchgeftitzet. Juristische Angelegenheiten bearbeitet Magistratsa Dr. Daviels, der gleichzeitig der ständige Stellvertreter des Wohlfahrtsdezernenten ist. Magistratsrat Wolf Angelegenheiten der Volks= und höheren Schulen sowie der Berufsschulen unter dem Vorsitz des Stadtrats Statistisches Amt(Dienststellenvorsteher das Wahlamt, das Ermittelungsamt und die GeStankpsamt(Tienststellenvorsteher Stadtoberinspektor Die Angelegenheiten des Mieteinigungsamtes und des Kleingartenschiedsgexichts werden Bahlmann, die des Recisamts und der Rechtsauskunftsstelle durch Magistratsassessor Dr. Arens Dienststellenvorsteher für beide ist Stadtoberinspektor In allen eingemeindeten Stadtbezirken örtliche Verwaltungsstellen, bei denen die Einwahner der betreffenden Stadtteile alle die Stadtvenwaltung betreffenden Anliegen vorbringen können. so daß zu diesem Zwecke keiner die Altstadt aufzubre die Baupolizei(Leiter Stadtbaumeister Kirn), für die städtebaulichen Planungsarbeiten(Festsetzung von Fluchtlinien für Straßen und Plätze, Verkehrsbänder, Grünflächen usw.)„.112 St. 8ihaumeister die Stadterweiterungsabteilung(Leiter Stadtvaumeister Zum Dezernat des Stadtbaurats gehören ferner die Garten= und Friedhofsverwaltung(Leiter Gartendas Wohnungsamt(Leiter Wohnungsdirektor Steindie Siedlungsabteilung(Leiter Stadtarchitekt Krahl), die Brandwache und das Feuerlöschwesen(Leiter Branddirektor Krüger),... Lanigur Mansch) die Heizungsabtellung(Tienstztellenvorsteher Etad das Grundstücksamt(Dienststellenvorsteher Stadtoberdie Verkehrsabteilung, die mit der StadterweiterungsDem Stadtbauamt ist ferner das Stadtamt für Leibesübungen(Leiter Stadtinspektor Surhoff) angeJuristische Angelegenheiten des Dezernats bearbeitet Magistratsassessor Loerbroks suchen beaaucht. * Bochumer Viehmarkt am 22. Januar 1930. Auftrieb: 93 Pferde, 422 Schweine,„Verkaufspreise: Pferde I. Qualität 800 bis 1100 600 bis 800 RM., III. Qualitat 300 bis 600 RM., Schlachipferde 100 bis 300 RM.; Schweine: Ferkel bis 6 Wochen alt 28 bis 38 RM., von 6 bis 8 Wocher alt 38 bis 50 RM., von 8 bis 12 Wochen alt 50 bis 70 RM.; Läufer von 3 bis 4 Monate alt 10 bis 85 RM., von 4 bis 5 Monate alt 85 bis 110 KM. Handelsverlauf: langsam. Der nächste Viehmarkt findet am ** Verkehrsunfälle. Zu dem gestern bereits mitgeteilten Unfall eines Radfahrers auf der Wiemelhauser Straße erfahren wir noch, daß der Radfahrer vor der Schule auf dem Aschenwege fuhr, dann aber die Sicherheit verlor und gegen den Straßenbahnzug fuhr. Er geriet mit dem Rade unter den Wagen und wurde überfahren, wobei beide Beine verletzt den. Den Straßenbahnwagenführer trifft keine In der Sechs Brüderstraße ist am Donnerstag nachmittag, gegen 4 Uhr, ein Radfahrer von einem auto angefahren, verletzt und ebenfalls Bergmannsheil eingeliefert worden. 12„ ** Kleine Tageschronik. Beim Rangieren kam in einem biesigen Güterbahnhof ein Rangierdienitleiter 3 Fall, gerade als der Rangierzug nahte. Dadurch, daß er sich lang zwischen den Gleisen ausstreckte,r#n Zug über ihn hinweg, ohne, ihn zu verletzen, An der Wittener Straße schreitet die Erbreiterung des Bürgersteigs durch Beseitigung der Vorgartei bis zur Felsenburg fort.— Am 21. Januar wurde in der Zeit zwischen 12 und 13 Uhr von der in der Scheune eines Landwirtes in der Bergener Straße befindlichen Dreschmaschine der Treibriemen, Leder, 11 Meter lang, 10 Zentimeter breit, entwendet. (Weitere Lokalnachrichten auf Seite 14 und 15.) MMeresenun ebeg eoee de bebene ben nede nd un une eng nue beue um * Vereins-Kalender.:. Bürgerschützenverein Bochum=Laer. Sonntag, 26. Januar, nachm. 3 Uhr, im Vereinsheim Generalversammlung. Um zahlreiches Erschein bittet der Vorstand. Der Evangelische Arbeiter= und Bürgerverein Gerthe und Hiltrov=Bergen hält am Sonntag, 26. Januar, im Evgl. Gemeindesaal in Hiltrop um 5 Uhr nachm. eine Generalversammlung ab. Tagesordnung: Jahres= u. Kassenbericht, Vorstandswahl u. Verschiedene: ein Züm- und Krininakoman von Jedor B. Usagin; Ueberlekt von Rieotried von Degelas, I. Die Warnung. Melden Sie, bitte, dem Polizeipräsidenten, daß ich ihn in einer dringenden Angelegenheit sprechen wutz„ W. „Wen darf ich melben: Die kleine, magere Dame mit den weißen Löckchen unter einem altmodischen Hut, einer ganz unmöglichen graukarierten Jacke und einem weiten, bis zu den Knöcheln reichenden Rock öffnet ihren Lederbeutel und holt einen Brief in Visitenkartenformat hervor. „Hier ist meine Karte, der Präsident erwartet Fünf Minuten später öffnen sich ihr alle Türen. Der Polizeipräsident selbst, Graf Rosenskjöld, ein stattlicher älterer Herr von noch jugendlicher Lebhaftigkeit, eilt ihr mit elastischen Schritten entgegen, stutzt aber bei ihrem Anblick, bleibt wie angewurzelt stehen und fährt sich über die Stirn. Endlich stottert er betroffen:„Ich dachte.... Mit wem habe ich die Ehre?“ Die unscheinbare kleine Dame hat die Tür hinter sich geschlossen. Dann tritt sie mit lichen Schritten auf ihn zu und reicht ihm lächelnd die Hand:„Erkennen Sie mich nicht, Exzellenz? Verzeihen Sie mir die Maskerade, aber niemand darf wissen, daß ich bei Ihnen bin.“ Mit diesen Worten reißt sie sich plötzlich das altmodische Hütchen vom Kopf, die weißen Löckchen fliegen mit, und ein männliches, vergamentgelbes Gesicht schält sich aus der Vermummung heraus. „Mac Lean!“ ruft der Präsident überrascht und schüttelt dem Gast lebhaft die Hand.„Ich muß Sie nicht nur als großen Filmregisseur, sondern auch als genialen Schauspieler hewundern! sie im Leben hätte ich Sie wiederertannt. (Copuri####### M4. Du Mont: schauberg, Köln) :„ I c h b i t t e S i e, E x z e l l e n z, n i e m a n d h e r e i n z u lassen, so lange ich hier bin, damit ich Ihnen ungestört alles mitteilen kann.“ Graf Rosenskjöld schließt die Tür ab, nötigt den merkwürdigen Herrn in der altmodischen Damenkleidung in einen Lederfauteuil, bietet ihm eine kostbare Importe an und setzt sich selbst in seinen Schreibsessel. Mac Lean nimmt das Abschneiden und Anrauchen der Zigarre mit größter Sorgfalt vor. Dann lehnt er sich zurück, zupft ein wenig den Rock, legt ein Bein über das andere und sagt mit seiner dünnen altjungferlichen Stimme:„Als wir uns das letztemal bei dem Empfang in der amerikanischen Gesandtschoft trafen, ahnte ich nicht, daß ich so bald Ihren Beistand brauchen würde. Es handelt sich um eine außerordentlich unangenehme Angelegenheit, die nicht nur mich persönlich betrifft, sondern auch diplomatische und volitische Folgen nach sich zu ziehen droht. In jedem Fall hielt ich es für, das zweckmäßigste, mich birett an Sie zu wenden, vevor ich mich offiziell mit unferer Gesandtschaft in Verbindung setze. Privatim ist der Gesandte über alles unterrichtet.“ Der Polizeipräsident verneigt sich leicht:„Ich danke Ihnen für Ihr Vertrauen und sage Ihnen im voraus jeden erdenklichen Beistand zu. Der Regisseur rückt seinen Klubsessel etwas näher und fährt mit gedämpfter Stimme fort:„Wie Sie vielleicht wissen, bereite ich einen neuen Film vor, dessen erster Teil in Rußland und hier in Schweden spielen soll. Zu diesem Zweck bin ich vor vier Wochen aus Hollywood herübergekommen, um hier die letzten Proben und Aufnahmen zu leiten.„Ich,will Sie nicht mit Einzelheiten aufhalten, nur so viel muß ich Ihnen mitteilen, daß es sich um einen Film von allerhöchster kulturpolitischer Bedeutung handelt. Mein Film zeigt das erschütternde Schicksal der jungen Fürstin Aprarin, die sich nach vielen Aber über die finnischen Schneewüsten glücklich nach SchweRegisseur klopft die Asche seiner Zigarre ab und fährt dann fort:„Gleich bei meiner Ankunft hier in Stockholm erhielt ich im Grand Hotel einen anonymen Drohbrief in russischer Svrache, der mir unverblümt ein plötzliches Ende in Aussicht stellte, wenn ich nicht sofort das gesamte Filmmaterial vernichte. Ich maß diesem Brief, wie allen anonymen Drohungen— wir sind ja in Amerika an solche Dinge gewöhnt— nicht die geringste Bedeutung bei, ja, ich habe ihn nicht einmal aufbewahrt.“ „Wissen Sie vielleicht", unterbricht der Polizeipräsident den Regisseur. ob der Brief eine schwedische oder eine russische Freimarke trug? „Wenn ich mich nicht irre, war er mit einer schwedischen Marke frankiert", erwidert Mac Lean und fährt fort:„Dann begann ich mit den Proben. Merkwürdigerweise gab es jeden Taa eine Störung: das eine Mal versagte das elektrische Licht, dann blieben alle Komvarsen aus und behaupteten, sie hätten Weisung erhalten, erst am nächsten Tag zu kommen. Dann verschwanden plötzlich die Hauptdarsteller: einen fand man besinnungslos im Restaurant Hasselbacken, einen anderen völlig berauscht im Overa=Keller. Wir probten draußen in Diursholm. Als ich mit meiner Frau, Mand Mirabel, die ja die Hauptrolle der jungen Fürstin svielt, in unserem Wagen hinausfuhr, löste sich plötzlich ein Rad, und nur dem Umstand verdanken wir unsere Rettung, daß wir in einer Kurve langsam fuhren, so daß sich der Wagen nicht überschlug. Der Regisseur öffnet den Lederbeutel und berichtet weiter:„Offen gestanden, es begann mir ein wenig unheimlich zu werden. Daß alle diese Störungen und Mißgeschicke nur Zufall seien, erschien mir immer zweifelhafter. Dann erhielt ich einen zweiten Brief, der meine Befürchtungen bestätigte. Diesmal bewahrte ich ihn auf. Hier ist das Schreiven,“ Mac Lean zieht einen dunkelroten Briefumschlag hervor und überreicht dem Polizeivräsidenten ein weißes Blatt Papier, auf dem in blutroter Maschinenschrift folgendes zu lesen ist: „Wir haben Sie gewarnt! Falls Sie bis zum nächsten Dienstag, dem 15. Mai, 12 Uhr mittags, Ihre Filmaufnahmen nicht abbrechen, das gesamte bisher ausgenommene Material nicht vernichten und Stockholm verlassen werden in der Nacht vom 15. zum 16. Mai für Sie sehr unangenehme Dinge eintreten. Das Exekutivkomitee." Der Polizeiprasident liest aufmerksam den Brief. Dann legt er das Blatt auf den Tisch, wendet sich erstaunt zu Mac Lean und fragt vorwurfsvoll:„Und warum bringen Sie mir erst heute den Brief? Warum sind Sie nicht gleich zu mir gekommen?“ „Wenn man bei uns in Amerika wegen anonymen Drohung gleich zur Polizei laufen wollte, dann müßte man sein ganzes Leben auf der Polizei zubringen!“ entgegnet Mac Lean lächelnd.„Außerdem bin ich Sportsmann. Mich reizte die Kühnheit dieser Leute und ich glaubte, allein mit ihnen fertig zu werden. Selbstverständlich setzte ich auch die Proben am Nachmittag des 15. Mai fort. Am Abend waren wir auf einem Bankett, das die amerikanische Kolonie uns zu Ehren gab. Higgins, unserem halbschwarzen Diener, der mit seinen gewaltigen Fäusten zwölf Männer zugleich niederboxen kann, befahl ich, sich in unserer Nähe aufzuhalten. Wie immer, trug ich meinen kleinen Browning in der Tasche. Gegen zwei Uhr nachts kehrten wir im Auto ins Grand Hotel zurück Wir bewohnten dort drei Räume: zwei Schlafzimmer, die durch einen Salon miteinander verbunden waren. Nur durch den Salon führte eine Doppeltür in den Korridor. Sebald lon führte eine Doppeltür in den Koxridor. Sobald sich meine Frau zur Ruye begeben hatte, befahl ich Higgins, in dieser Nacht im Salon zu wachen und auf jedes verdächtige Geräusch zu achten. Ich las noch ein wenig im Bett, schaltete dann das elektrische Licht aus und war gerade im Begriff einzuschlafen, als plötzlich das Telephon, das neben mir auf dem Nachttisch stand, wir irrsinnig zu läuten anfing. Ich legte den Hörer ans Ohr, aber niemand meldete sich. Das wiederholte sich dreimal. Beim dritten Anruf hörte ich eine sanfte, wie mir schien, weibliche Simne 6 860 „Sie sind dreimal gewarnt worden. Fall.#nn Ihr Leben wert ist, kommen Sie sofort ins Bestibul herunter. Ich erwarte Sie in der Halle.“ „Ich war die ewigen Drohungen und Warnungen satt und beschloß daher, dem Geheimnis endlich auf den Grund zu gehen. Schnell warf ich den Schlafrock um, steckte den Revolver in die Tasche und eilte in den Korridor. Einen Augenblick dachte ich daran, Higgins mitzunehmen, dann aber ließ ich ihn doch zurück als Schutz für meine Frau. Als ich unten im Bestibül anlangte war niemand zu sehen. Ich fragte den Nachtportier, ob irgend jemand hier gewesen sei, aber er erklärte, daß seit einer halben Stunde, als die letzten Gäste heimgekehrt wären. kein Mensch die Halle betreten hätte. Nichts Gutes ahnend, stürzte ich die Treppe hinauf. Der Salon war leer, die Tür zum Schlafzimmer meiner Frau stand offen. Als ich ins Zimmer trat, sah ich Higains im Fenster stehen, den Kopf über die Brüstung gebeugt. Meine Frau schlief— so lautlos hatte sich alles abgespielt. Wie mir Higgins erzählte, war es folgendermaßen zugegangen: Kaum war ich auf den Korridor hinausgeeilt, so hatte Higgins im Schlafzimmer meiner Frau ein verdächtiges Geräusch gehört, als würden die Fensterscheiben eingedrückt. (Fortsetzung folgt.) I POOTE SSSTLUN DIE GROSSTE SPIONIN DEUTSCHLANDS VoN H. R. BERNDORFF 8) Erschienen im Verlag Dieck& Co., Stultgar Das Flugzeug bringt Annemarie Lesser ins Große Hauptquartier. Jetzt in allen Details gibt sie ihre Nachrichten noch einmal zu Papier, das Erkundungsergebnis fliegt sofort auf die Tische der Generalstabsoffiziere aller höheren Kommandostellen der deutschen Westarmee. Als Mademoiselle docteur in den vertrauten Räumen des Hauses in der Königgrätzer Straße eintrifft, vermag Matthesius seine Rührung und seine Freude nicht zu verbergen. Als sie in der Nacht beieinander sitzen und Annemarie Lesser ihm die Ergebnisse ihrer Erkundungsfahrt zeigt, da wird auch I. Matthesius dleich. Dem Manne, der durch Jahrzehnte lang Schlüsse aus Agentennachrichten zu ziehen gewohnt war, diesem Manne fuhr bei den Aufzeichnungen zeiner Kameradin der eisige Schrecken in die Glieder. Ihm wurde klar, was sich nun bald im Westen ereonen nüss. 666 In der Zeit, in der der Waffenstillstand warsen die Kartotheken, die Blaue, ache zi gie am. Tages eröffnete ihr Matthesius, den wo eine Zeitlang das Hauptgetriebe der Wrangelleute war, und wo sich die politischen Abenteurer der ganzen Welt ein Stelldichein gaben, dort hatte man auch ihm eine Tätigkeit angeboten, die auszuüben ihm Lebensnotwendigkeit geworden war. Er flehte Annemarie Lesser an, mitzukommen, aber sie wollte nicht. Sie saß jetzt stundenlang vor dem offenen Feuer des Kamins und starrte in die Flammen. Sie forschte jetzt zum erstenmal nach vielen Jahren nach, was aus ihrem Vater geworden war, sie erfuhr, er war gestorben, und das väterliche Erbe, das sie allerdings nicht mehr zu interessieren vermochte, war in alle Winde zerstoben. ,ober K 5. Eines Tages kam ein früherer goller Offiziel der deutschen Armee in das jetzt verlassene und verwahrloste Haus in der Königgrätzer Straße. Er sagte ihr, daß er der Mann gewesen sei, der seinerzeit den toten Hauptmann Karl von Wynanky mit dem Herrn I. Matthesius„zusammengebracht habe und der nun auch die moralische Verpflichtung fühle, sich um sie zu kümmern.,.ins Gänsch Annemarie Lesser oczog ein#leines Hauschen in einem Garten in Zehlendorf. Aerzte bemühten sich um die Frau, die niemand hatte, zu dem sie menschlich in engen Beziehungen stand. Es schien so, als ob man ihr helfen könnte, aber es wurde nicht zur Tatsache. Morphium und Kokain hatten die Nerven der Frau vernichtet, und so kam der Tag, an dem sie, begleitet von fremden Pflegerinnen, die Reise nach der Schweiz antrat, wo sie inmitten einer wunderschönen Landschaft die Mauern einer geschlossenen Anstalt umsingen..an nach hant. Ihr Geist ist Hier lebt diese Frau noch Aeutg umdüstert, ihr Verstand vernichtet.##d und zu, in Nächten, in denen der Bergwind an den Flächen des Hauses zerrt und boltert, Po geszeriongte Hal s Mpzihe PTobende zu halten. Name für Name schreit sie in die Nacht es hat den Anschein, als ob,gern, einen Mann, der Coudoyanis heißt, vor den französischer, Soldaten retten will, es scheine, u# ob sie mit Soldaten kampft, die sie durch einen Wald verfolgen es iit zu vermuten, daß sie in. einem Grabe weint, auf dessen Kreuz der Name Die Mauern einer Frenansalt bobrz, 6, ar immer zu einem Grab über einer Frau geschlallen, die die größte Spionin des deutschen Heeres im kriege gewesen ist. — Ende.— Diebstahlsgeschichten Von Max Bernardi. Offiziere halten ein Liebesmahl. Trinken, rauchen. Eine goldene Tabatiexe wird herumgezeigt. Allgemeine Bewunderung, die sich vom Major herunter abstuft bis zum jüngsten Leutnant. Plötzlich ist die Tabatiere verschwunden. Nicht auf dem Tische, nicht auf dem Boden. Peinliches Schweigen. „Meine Herren Alles sporingt auf..„ I 8i.. „Ein Versehen. Wir wouen aue die Taschen um Vom Major herunter stülpt alles die Taschen umBis auf den jungen Leutnant. „Herr von—“ „Zu Befehl— ich tue es nicht!“ Furchterliches Schweigen. Säbelrasseln, Sporenklingen. Man geht auseinander— verstört. Der Leutnant allein beim Oberst. „Zu Befehl— ich konnte nicht!“ Tränen beißen in seinen Augen. Er wendet die Tasche um. Eine Schmalzstulle in Fettpapier zwischen Staub und Tabakresten. Eine Ordonnanz tritt ein und bringt das goldene Etui. Es hatte sich in eine Serviette versteckt. „Es ist gut. Sie haben richtig gehandelt. Danke!" Der Oberst legt einen Finger an den Mützenschirm. Stramm grüßt der Leutnant und tritt ab. Und wenn die Ordonnanz nicht gekommen wäre? Eine andere. In Rumänien wahrscheinlich. Aehnliche Gesellschaft mit Damen. Der Gastgeber läßt eine wertvolle Zigarettenspitze herumgehen. Brillanten flimmern in Ornamenten. Entzückte Ausrufe. Erschreckte Ausrufe. Die Spitze ist fort. Der zierliche Goldbehälter steht leer. Wieder peinliches Schweigen. Der alte Tiplomat dreht seinen SchuurrbartKleinigkeit! „Ein sehr niedlicher Scherz. Ausgezeichnet! Ich werde jetzt das Licht ausdrehen. So— die leere Schachtel wollen wir weiter von Hand zu Hand geben. Ich zähle bis drei. Die Spitze wird zurückgekehrt sein. Ich wette! Ein neues Gesellschaftsspiel. Also— eins— zwei— und— drei!“ Licht strahlt über Dekolletés, Brillanten und Fracks, über beringte Aristokratenhände, die sich geöffnet dem Gastgeber zeigen. Die goldene Schatulle ist auch fort Heitere Ecke Zweidentig. Ein Metzger kaufte von der Bäuerin ein Schwein und erbat sich eine schriftliche Einverständniserklärung des Bauern, der in die Stadt gefahren war. Tags darauf erhielt der Metzger folgende Zeilen: „Der Verkauf meiner Frau ist rechtskräftig und Sie können das Schwein morgen abholen.“ Hat er nicht recht? „Wozu bloß immer und immer wieder alle die Experimente der Gelehrten, die dahin zielen, zum Mond zu gelangen?"—„Man möchte doch endlich einmal Klarheit darüber haben, ob der Mensch auf anderen Planeten existieren kann."—„Soll'n sie doch lieber erst mal rauskriegen, wie man auf unserem Planeten existieren kann.“ Stalt Karten Die Verlobung ihrer Kinder Annemarie und Hellmut zeigen an Musikdirektor J. Knettel und Frau Franziska geb. Huy Dipl.Ing. E. Maaß und Frau Bertha geb. Linden Bingen /Rhein Bochum Meine Verlobung mit Fräulein Annemarie Knettel gebe ich hiermit bekannt Dr. med. Hellmut Maaß Bingen Rhein 26. Januar 1930 dleiner lieben Mutter Frau Wwe. Wilhelmine Wachowitz zu ihrem am 26. Januar stattfindenden 70. Geburtstage die herzlichsten Glück- u. Segenswünsche Gewidmet von ihrem Sohn John Wachowitz Anchorage, Alaska(U. S..) Statt besonderer Anzeige! Dienstag morgen 3½ Uhr verschied nach kursohn, Schwager, Onkel und Vetter, Lamund Drester im blühenden Alter von 25 Jahren. Um stille Teilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen Bochum-Weitmar, den 24. Januar 1930 Die Baudtense Gete Gunuach unschealnsn 3m Uhr vn Sucthr. besondere Nachricht zuging, diene diese ale soiche Ich bin am Fernsprechnetz unter Nr. 64687 angeschlossen! (Nicht wie irrtümlich im Verreichnis mit 66 487 angegeben: diese Nr. hat Herr Pastor Greve) Dr. med. Joseph Hattinger Straße 50 Ich halte mich am 1. Februar in Bochum, Domhotel Kaiserhof, Obere Marktstraße 3. auf, um künstliche HenschenAugen nach der Natur anzutertigen u. einzupassen. Garl Müller, dena Augen-Künstler (Gmis-rsh Ihr wart der Eltern Stols und Freude, Doch Gott hatte euch lieber als wir Eltern beide Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unsere einzigen innigstgelichten Kinder. Enbelkinder und Nichten nach kurzer, schwerer Krankheit, im Alter von 6½ und 4½ Jahren, zu eich in den Himmel zu nehmen. Die schmerzgebeugten Eitern: Ernst Siebrasse und Frau nebst Angehörigen Bochum. Rottstraße 86. Essen. Volmarstein und Lage, den 24. Januar 1930 Die Beerdigung findet statt Montag, nachmittags 3¼ Uhr, vom Augusta-Krankenhaus Auswartige JamilienVerlobte: Mieze Feldbaus mit Ludwig Grote Duisburg und Kleve. Gestorben: Bernhard Hartmann, 70 ., Meiderich. Warne einen jeden, die bösen Verleumdungen, die über mich aus gebreitet werd., weiter auszusprechen, da ich sonst gegen jeden gerichtlich vor gehen werde.(39019 Frau Grau, Marstraße Nr. 5. Die größte EheVermittl. m. Beziebungen bis zu den erst. Kreisen, weltbekannt, leistungsfähig und von gutem Ruf ist die langjähr. Fortunge Mülheim=., Kettwigerstr. 35. T. 41605. Dortmund Westenhellweg 134. Inhab. A. Trippel. Filialen: Duisburg, Düsseldorf, Köln. Einheir. Gesch. all. Branch., Landwtsch., Hotels. Wirtschaft., sow. vermög. 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Der Beschauer, erbält e ne zu gehen weiß. Er hat das Kaiser= einen eingehenden Ueberblick über de: Wesen, einer mit ven modernsten Mitteln ausgerusteten„Feuerwehr, herausgegriffen. Sonntag nachmittag findet eine Jugend=Vorstellung mit ee I. besonderem Spielplan statt.(Siehe Anzeige.) nun auch nach Bochum gekommen. Nicht oft, berommt man einen solch kultivierten, in der Regie so klaren, ganz schlichten und gradlinigen Film zu sehen. Zunächt ernie Wge, aab ger schicksal nicht in der hergebrachten Weise behandelt, son=den modernsten dern das Ende dieses Lebens Heuur##ge###en. Er wollte nicht so sehr den Herrscher zeigen, als vielmehr den Beherrschten, den leidenden Menschen der viel (=) Ehrenfelder Lichtspiele. Das Jugendheim, Meinolphusstraße, bringt wieder ein Programm, das sicher jeden Besucher erfreuen wird.— Ein großer Ausstattungsfilm mit Huguette Duflos und Charle de Roche ist„Die Prinzessin und ihr Narr“, bearbeitet nach dem gleichnamigen Roman von Jean José Frappa. Eine große Verwechslungsgeschichte ist der Film„Seine stärkste Waffe“, in dem Harry Piel schwer verungluckte, gehört mit seinem reichen humoristischen Einschlag zu den besten Harry=Piel=Filmen.— In den Jugendvorstellungen wird die Geschichte von blinder Vaterliebe und vom verlorenen Sohn aus dem alten Berlin, nach dem gleichnamigen Buhnenstück von A.'Arronge in „Mein Leopold“, gezeigt. Dieser Film gehört unseren besten, ist als volksbildend anerkannt. zu ein nur noch ein gepeinigter Gefangener 1st, Fu### ner, ein Verdammter. So wurde die aufgabe größer, aber auch reizvoller. Der Schlußakt dieses großen Lebens wird hier gestaltet, jener Akt, in dem sic der Abgott Napoleon zum Menschen wandelt, in dem der große Kaiser ein Elender wird. Der Mensch, mit dem gespielt wird, wird hier gezeigt, gvsat, vie egaffe Aufführung. von punt Hrunks#. Atteur. Das letzte Hoffen, der Abstetz, tebt Faumen, te: wird für die Vousbühne, Bis zum, Verzweifeln aitert das letzte Nochaufbchein: Veranstaltung ist gescnrnne, so bis zur ungst steigert sich der Gedanke an das Auern; nicht stattfindet. Sie peginnt u. sein, an das Sterben. Und Werner Kr Napoleon. In prächtiger Einheitlichkeit erschließtger den Ahstieg dieses Großen. Sein Gesicht, seine Erbärde, sein Gang, alles ein Guß. Er ist ganz der besiegte Kaiser, der Gestürzte, der Gefangene, der AlBochumer Veranstattungen Vergnügungen? Vereine Veranstaltungen und Vergnügungen Kotnik, Rupiever und Deppe zuteil. In Anerkennung ihrer Verdienste um das Kriegervereinswesen erhielten die ersten beiden das Ehrenkreuz 2. Klasse, lotzterer die 1. Klasse vom preußischen Landeskrieger(=) Stadttheater Bochum. Die heute stattfindende Paul Franks Lustspiel„Grand HoSerie 1, gegeben. Die geschlossen, so daß ein freier Verkauf nicht stamfmoet. Sie beginnt um 8,30 Uhr. Nochmals einen besonderen Hinweis verdient die für morgen, Sonntag, nachmittag angesetzte Volksvorstellung von Hebbels deutschem Trauerspiel in fünf Aufzügen „Agnes Bernauer“, die zu besonders Preisen angesetzt ist. Die Vorstellung beginnt um 3 Uhr. Auch die Abendvorstellung des Sonntags, die stalt, die man nicht vergessen wird. Und)eingißter tper Paul Franks dreiaktiges Lustspiel„Grand Hotel“ ich wu er. Zudson;, a Kerkermeister, Bis, in bringt(Beginn 8 Uhr) wurde außer Vormiete anbeGouverneur Hudson Lowe, den Kerkermeister, Bis in die kleinsten Rollen hinein sind ausgesuchte Darsteller am Werk. Daß aus der Geschichte so viele Einzelheiten und Episoden genommen sind, könnte hin und wieder auf Kosten des Reinmenschlichen gehen, aber es ist aues so stilsicher und echt gegeben, daß man al raumt.„(5 (=) Operettentheater. Heute, Samstag, am Sonntag und am Montag, abends 8 Uhr, geht id=Hagg, die erfolgreiche dreiaktige Karnevalsoperette„Eine Nacht in aut Kosten des Remnmenschlichen geb zuch dann zu dem Venedig in prunkvoller Ausstattung in Szene. Ein Alles in allem eine gariz große Leistung.„Im Beiprogramm wird noch ein spannender Wild=Westund eine glänzende Lustspielgroteske gegeben. (=)„Geißel der Menschheit". Zur Zeit wird in Senff=Georgi bringt Programm, vetitelt„Was Euch gefällt". Gleichzeitig weisen wir darauf hin, daß es der Direktion des OperetHorm einer Nachvoricheung im Ufaerheauter Tonchese Altneister, Zef eßrgesfgrs, r Judwig Wüllner sel der. Werschbeit vorgrführt, der unter Miwirkung Hir, Ele, geiauntgegeben. 31 gewinnen. Näheres der Geder ger Menschyent, Fvrerfahr!,.z. unter der Deutschen Gesellschaft zur Betampfung schlechtskrankheiten, Berlin, hergestellt worden ist. Zur Einführung spricht Dr. med. Hanns Zielaskows#i über die Gefahren der Geschlechtskrankheiten gegenüber dem Individuum und der Allgemeinheit. Dr. med. Zie laskowski behandelt hierbei im einzelnen das seit Jahren bestehende Gesetz zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten, das in der Art der Bekämpfung wohl neue wiro noch belalinigegeven! (=) Varieté Groß=Bochum. Die zurzeit im Varieté Groß=Bochum gastierende große Wiener Revue„Das lebende Magazin“ erntet allabendlich ungeteilten Erfolg. Täglich 4½ Uhr nachmittags findet Tanz=Tee mit Künstlereinlagen unter Mitwirkung der ausgezeichneten Jackson=Melody=Band, Leitung Branca=Hett statt. (=) Parkhaus=Konzert. e ebe beien Gehege ue un ubemug uendeu Hetiesze an Goasiang, Ra. Juruezue Keishen ge. est singt deser Flm, der dem sangen Werse von Fr, Scpherz, urgr, Iäzererch,giege den des Veradarbeiters seiten Siof enmnmmt. und bei, vor(gon, Jon Srung uu Aiatutr:(SitAls Pflichtvorstellungen die Serie I am 25. das dieses ideale Freundschaftsverhältnis dreier prächtiger Anzeige.) gesunden, gar nicht übertriebe=(—) Volksbühne Bochum. Ortsgruppe Bochum mit ihren gutbesuchten Lehrgängen und Bildungsveranstaltungen in diesem Sinne arbeite und Gutes schaffe.„ 4 um Tcumt. (=) Vereinigung für Heimattunve. Am Sonntag, 26. Januar, unternehmen die Mitglieder eine Wanderung„ins Grüne". Die Wanderfahrt steht unter dem Zeichen:„Die Natur zwischen Herbst und Frühling" Führer ist Studienrat Thieme. Straßenbahnfahrt bis Hattingen. Treffpunkt vormittags neun Uhr am Verkehrshäuschen, Bahnhofsvorplatz,. Kauecma * Die evangelische Kirche und die Friedensfrage, vereins übernommen hat. Am Mittwoch, 29. Januar, wird Generalsuperintendent Professor D. Klingemann(Bonn) im Parkhaus zu Bochum über das Thema„Die eyangelische Kirche und die Friedensfrage" sprechen. Der Vortrag dürfte auf besonderes Interesse stoßen, da der Vortragende bekannt ist als der deutsche Führer auf der Weltkonferenz für praktisches Christentum in Stockholm. Aus dem Bochumer Vereinsleben (b) Aus den katholischen Vereinen. Der Bezirksverband Bochum der Borromäusvereine veranstaltet am Montag abend in der Bürgergesellschaft einen Volksbildungsabend. Der Schriftsteller und Dichter Dr. Oberkofler wird aus eigenen Werken vortragen.— Die Marianische Jungfrauenkongregation konnte das zehnhrige Jubilaum von Lehrer Mühr als Leiter ihrer Gesangabteilung begehen. In vorbildlicher Arbeit hat er den Chor zu anerkennenswerter Höhe geführt. Seiner Tätigleit wunde Hunm(Hhafter Thalig.Faust=Astoria“ Vo= Axbeitsgemeiniggug„Lunm=Pguggn 90. chum 5, Mitglied des Verbandes für Volksvuhnenspiele der Ortsgruppe Bochum, e. V. Morgen. Sonntag, veranstaltet die Vereinigung im großen Saale des Herrn A. Kepper, Bochum 5, Verkehrstraße 39, einen Mitglieder=Gruppen=Wettstreit. Zur Aufführung gelangen in 4 Gruppen nur erstklassige Lust= und Singspiele. Gruppenführer bezw. Spielleiter sind Johann Tegethoff, Willy Grollmann, Franz Tegethoff und Johann Sobzak. Am gleichen Tage, morgens um 11 Uhr, spricht Bousardt(Einsal i..) im kleinen Saal des Herrn Kepper über die Themen:„Fr. Hebbel als Mensch und Dichter", über sein Werk„Maria Magdalena“, Hermann Sudermann und sein Erstlingswerk „Die Ehre", Paul Heyse und seinen Einakter„Ehrenschulden".(Siehe Anzeige.) letzter— verband verlieben.,. grigag. gud Ganbzehr. ∆ 2. Bezirk des Bochumer Krieger= und Landwehrvereins. In der Hauptversammlung wurden Jahres=, Kassen= und Schießbericht erstattet. Die satzungsgemäß ausscheidenden. Vorstandsmitglieder Hemp, Saß und Weydtmann wurden wiedergewählt. Der erledigte erste Schriftführerposten wurde Zimmermann übertragen. Neu in den Vorstand wurde der Obmann der Vertrauensleute Neumann gewählt. Zum Leiter der Fechtschule wurde Becker bestimmt. Im Laufe des Monats Februar soll ein Winterfest abgehalten werden. Aus Westfalen und Rheinprovinz Vertrauensbeweis für Kauermann s Dortmund, 24. Jan. Der Dortmunder Lehrergesangverein wählte in seiner stark besuchten Hauptversammlung den Konrektor Kauermann, dessen Rücktritt als Geschäftsführer und 1. Schriftführer des Westfälischen Sängerbundes zu den verschiedensten Gerüchten Anlaß gegeben hat, einstimmig wieder zum 1. Vorsitzenden. In Kürze sind 25 Jahre verflossen, seitdem Kauermann die Leitung des Dortmunder Lehrergesangein junges Mädchen, droht anfänglichd lichen Grubenkatastrophe über sie d er spielt den jungen Menschen mit gewin Der Vorverkauf setzt heute ein. Fur das Lustspiel (=) Bühnenvolksbund. Mittwoch, 29. Januar, geht für die Serie A. Nr. 400 bis 700, die Oper„Hänsel und zufliegt, und er spiell den jungen Menschen mit gewinnenver Herzlichkeit. Im Rittelpunkt des Fims stehr eroggrangz##er gewattige,„wenschengernichtende Grubenbran, nu all seinen,##g Einzelheiten gestellt und wirkt gerade wegen der natürlich Aufnahmen so erschutternd. Auch als Tonfilm verdient das Werk Anerkennung, eine treffende Begleitodt bun stre, Zistzelne Gerausche, lebendigen, Die Wievergabe ist uamer gelesenen Siian ers ke“ Erscheiman sich daniz,###ne Gerausche wirkungspoll zu verlebendigen. Die Wiedergabe ist unmer voulig emwandfrei.— Man sah es hommen, daß die vier geles Kriminalromane von Edgar Wallace auch im Filn scheinen würden.„Der Frosch mit der Ma ist als einer der spannendsten bekanntt und sein Er nen auf der Leinwand wird viele Leser anlocken. Unheimlich und spannend ist die Handlung, die ganz nach der Art des Schriftstellers die Luftung des Geheimnisses bis zur letzten Sekunde hinausschiebt. Gelegentliche Unwahrscheinlichkeiten muß man hinnehmen, muß auch konzentriert folgen, wenn man die vielen handelnden Personen unterscheiden und den Gang verstehen will. „Der Boxstudent“ heißt ein heiterer Tonfilm aus dem Leben fröhlicher Studenten, und im Kulturfilm sieht man wundervolle Bilder aus den bayrischen Königsschlössern. (=) Kammer=Lichtspiele. Nachdem nunmehr auch der zweite Teil des franzosischen Films„Der Graf von Monte Christo“ seit gestern über die Leinwand geht, kann man ein Gesamturteil über den Film abgeber!. Es berührt angenehm, daß man diesmal, im Gegensatz zu der amerikanischen Verfilmung des Dumasschen Romans, auf jede überflüssige Länge verzichtet, dafür aber die einzelnen dramatischen Stellen umso schärfer herausgearbeitet hat. In diesem zweiten Teil, dem man den Untertitel„Die Rache des Grafen von Monte Christo" geben kann, gefällt neben der straffen Durchführung der Handlung vor allem das Spiel von Lil Dagover als Mercedes und von Jean zen Menschen st 9. Jag Der Lotbertuf egt heute ein. kelpunkt des Fums steh:„Grand=Hotel am Sonntag sind noch Karten zu haben. fe; menschenvernichtende(.) Vortrag im D. H. B. In der Mitgliederverfurchtbaren Einzelhetren sammlung des Deutschnationalen HandlungsgehilfenDonnerstag, 23. Januar GauvorDüsseldorf einen Vortrag edner zeichnete sie die Gefahr in sich berge, die deutsche Kultur, wie sie uns von vorhergehenden Generationen überkommen ist, zu verschütten. Neben der Wahrung der wirtschaftlichen Lebensgatwen; digkeiten für einen Berufsstand hat deshalb die Gewerkschaft auch die Verpflichtung, überkommenes Kurrurgut zu wahren und in Reinheit weiter zu entwickeln. Die Verbandsverwaltung stelle mit Genugtuung fest, daß di Traditionserke ∆. Artillerieverein Bochum=Riemke und Umgegend. Die im Vereinslokale Jaeger stattgefundene Generalversammlung war gut besucht. Nachdem Jahres=, Geschäfts= und Kassenbericht erstattet wurden, wurde der bisherige geschäftsführende Vorstand wiedergewählt: Kotnik erster Vorsitzender, Schäfer erster Kassenprüfer, König erster Schriftführer. In den weiteren Vorstand wurden gewählt bezw. wiedergewahlt Kruger, zweiter Vorsitzender, Schlimkert zweiter Kassenführer, Mohn, zweiter Schriftführer, Gerker, Lindner, Göttlich, Paffrath, Kühlborn und Brune Beisitzer. Oberlandesfechtmeister bleibt Deppe. Das Vereinslokal Jaeger wurde wiedergewählt. Eine besondere Ehrung wurde den Kameraden In dem Lustspiel„Leontikann Claire Rommer ihre Käuft Schatint! Ferkeimartie=piaur kie. zum Vorteil gereicht. nes Ehemanner“ Hin etutreegr ganzen Vorzüge zur Gettung bringen. Außerdem werden noch eine Groteske, ein Lehrfilm und die Wochenschau gezeigt. (=) Apollotheater, Alleestraße. Ein lustiger Film „Die Kaviarprinzessin“, mit der entzückenden Anny Ondra in der Hauptrolle, ist der Hauptfilm des neuen Programms. Anny macht die tollsten Sachen! Sie rückt von Hause aus, kommt aus Versehen nach Paris, tanzt dort im Claridge=Hotel, wird Kammerkätzchen, macht einen Selbstmordversuch im Kühlschrank, wird über die Grenze abgeschoben. In allen diesen Szenen fasziniert sie den Beschauer, sieht bezaubernd aus und erntet Applaus auf offener Szene. Ihre Gegenspieler sind der charmante André Roanne, sowie die bewährten Lustspielkanonen Ida Wüst, Albert Paulig und Siegfr. Arno.— Im„Club der Junggesellen zeigt sich der immer gern gesehene Richard Talmadge einer seiner besten Rollen.„So sind die Männer“, ein amerikanisches Lustspiel, sorgt gleichfalls für Fröhlichkeit. Ein gutes Beiprogramm vervollständigt den ausgezeichneten Spielplan. :: Lichtspielbühne Bochum, Marienstraße. Lil Dagover zeigt sich hier in ihrem neuesten Film:„Es flüstert die Nacht". In sechs Akten spielt sich ein Drama aus ungarischen Offizierskreisen ab. Die Hauptrollen haben Lil Dagover, Daysi'Ora, Hans Stüwe usw. Wenn sich zwei Menschen nicht verstehen, so sollen sie nicht zusammengehen. Sie machen sich für ihr Leben unglücklich. So ist es auch in diesem Film, doch gelingt es noch soeben, durch unvorhergesehene Ereignisse das Schlimmste abzuwenden und glücklich und zufrieden wird das Lebensende.— Der große Fred Thomson in seinem Film„Silberkönigs letzter Sieg“ ist voll von Tempo und Spannung. Fred Thomson und Silberkönig, das sind die beiden Namen, die für einen prachtvollen Film verbürgen.— Dazu gibt es ein gutes Beiprogramm: Lustspiel, Kulturfilm und die Wochenschau. Aufführungszeiten sind nur noch heute, Sonntag und Montag 8 Uhr, dagegen Sonntag ab 6 Uhr ununterbrochen Vorführung. Sonntag.30 Uhr große Jugendvorstellung mit Fred Thomson. (=) Bilderschau. Auf dem neuen Spielplan der Bilderschau stehen zwei große deutsche Filme, die in Erstaufführung für Bochum heute zum erstenmal über die Leinwand gehen. Zunächst das Sportlustspiel„Die Der Quell, daraus Bochums Vergnügungsmöglichkeiten fleußen, ist unergründlich. Natur- und Kunstgenuß stehen zur Verfügung. Die ersten Ansätze zum Zoologischen Garten macht das Vogelhaus im Stadtpark. Ganz zu schweigen von den kleinen Freuden, die sich trotz allem täglich neu bieten. Es ist bestimmt eine kleine Freude, wenn man in harmloser Unkenntnis von fröhlichem Gequieke auf dem Moltkemarkt empfangen wird. Es überrascht. Ferkel= und Pferdemarkt! Die Behauptung, daß das moderne Leben, die Großstadt uns der Natur entfremden, entbehrt der Begründung. Gibt es etwas Natürlicheres als ein Schwein? Man überzeuge sich selbst. Naturlaute und Geruch sind nicht von der Blässe der Kultur angekränkelt. Die Proportionen auch nicht. Und das ist es, worauf es ankommt. Warum, bitte, würde sonst der Käufer das Schweinchen an Hinter- und Vorderbein abwechselnd hochheben? Nur um Bau und Anlagen zu studieren. Das Schwein quittiert mit Grunzen oder Quietschen. Je nach Laune. Oder auch nach Charakter. Schwein ist durchaus nicht Schwein. Eine zwar weitverbreitete, aber durchaus überhebliche menschliche Ansicht. Leider wühlen mit der Schnauze im Stroh, beschnüffeln sich und alles, geben un= aber kaum mißverständliche Laute von sich. Ihnen ist alles Die Wurst ist in diesem Falle überhaupt alles. Idealismus ist auf dem Ferkelmarkt eine unbekannte Geschichte. Hier handelt's sich um Borgs, Säue und ähnliche Dinge. Der Unterschied wird bestimmt von der Absicht des Käufers. Danach, ob sie auf Zucht oder Mast gerichtet ist. Dem Schwein ist auch das gleichgültig. Es versucht mitunter, dem Gehege des Händlers zu entwetzen. Der handliche Schwanz erweist sich in diesem Falle indessen als hinverlich. Ueberhaupt. die Körvergestaltung ist am Unglück des Schweines schuld. An den erfreulich. brauchbaren Teilen wie Rumpf und Schinken sitzen zu praktische Handhaben. Die dicken Beinchen, das Kringelschwanz; chen, die Lappohren. Es gibt einfach kein Entrinnen. * Die meisten Schweine wandern nach den Außenbezirken. Wo sie übrigens Oberbürgermeister ohne Tautieme + Bottrop, 24. Jan. Die seit längerer Zeit zwischen der Stadtverordnetenversammlung und dem Oberbürgermeister schwebenden Meinungsverschiedenheiter darüber, ob und inwieweit der Oberbürgermeister zuk Empfangnahme der Tantieme aus seiner Stellung als Mitglied des Aufsichtsrates des R. W. E. berechtigt sei, hat heute durch den von Oberbürgermeister Dr. Baur in der geheimen Sitzung der Stadtverordnetenversammlung ausgesprochenen Verzicht seine Erledigung gefunden. Dr. Baur hat in einem den Stadtverordneten unterbreiteten Schreiben ausgeführt, daß er grundsätzlich zwar seine von namhaften Persönlichkeiten gestützte Rechtsauffassung aufrechterhalte. Durch seinen Verzicht wolle er aber für sein Teil alles dazu beitragen, daß ein friedliches und vertrauensvolles Zusammenarbeiten zwischen Stadtverordnetenversammlung und Stadtverwaltung möglich bleibe. Diese vertrauensvolle Zusammenarbeit sei mehr als bisher nötig, um bei verschärfter Geld- und Wirtschaftskrisis und bei daher verschlechterter allgemeiner Lage den wirtschaftlichen Aufstieg der Stadt zu fördern.(Ein einsichtsvoller Oberburgermeister.) Ehrung des Verbandsdirektors Dr. Schmidt :: Essen, 24. Jan. Verbandsdirektor Dr. Schmidt wurde am Freitag von der Technischen Hochschule in Hannover in Anerkennung seiner besonderen Verdienste um diese, das Ehrenbürgerrecht der Hochschule verliehen.— Gleichzeitig teilte der Oberbürgermeister der Stadt Essen mit, daß aus Anlaß des 60. Geburtstages Dr. Schmidts und in Anerkennung seiner Verdienste auf dem Gebiete einer großzügigen Siedlungsund Grünflächenpolitik die bisherige„Wallotstraße" künftighin, den Namen„Robert=Schmidt=Straße“ führen solle. Die Uebergabe der Urkunden erfolgte in einer schlichten Feier in Anwesenheit der Beamten und Angestellten des Siedlungsverbandes. Ueberfall auf ein mädchen :: Essen, 24. Januar. Heute früh gegen 7 Uhr wurde ein junges Mädchen, das sich zu seiner Arbeitsstelle begeben wollte, an der Ecke Ruhr= und Morsehofstraße von einem unbekannten Mann durch einen heftigen Schlag gegen das Kinn niedergeschlagen. Das Mädchen wurde in besinnungslosem und leicht bekleidetem Zustande später von Straßenpassanten aufgefunden. Die übrigen Kleidungsstücke wurden an der Mauer ordnungsmäßig zusammengelegt gefunden. An der Brust und am rechten Arm wies die Ueberfallene Kratzwunden auf. Allem Anschein nach liegt ein Sittlichkeitsverbrechen vor. Das Mädchen wurde sofort dem Elisabeth=Krankenhaus zugeführt, wo es erst eine Stunde nach seiner Einlieferung wieder die Besinnung erlangte. Der Unhold konnte bisher noch nicht ermittelt werden. Zurückziehung des Wohnungsbauprogramms :: Düsseldorf, 24. Januar. Oberbürgermeister Dr. Lehr hat, wie wir hören, das Wohnungsbauprogramm, von dem wir gestern einige Zahlen veröffentlichten, zurückgezogen. Das Bauprogramm, über das der Ausschuß bereits beraten hat, soll einer nochmaligen Ueberarbeitung und eingehenden Prüfung unterzogen werden. Mord und Selbstmord Rheine, 24. Januar. Der 26 Jahre alte Arbeiter Lehnert aus Bottrop erschoß heute früh kurz nach 8 Uhr in der Wohnung seiner Schwiegereltern seine Schwiegermutter, verletzte seine etwa 22 Jahre alte Ehefrau schwer und tötete sich dann selbst durch einen Schuß in die Schläfe. Während die Schwiegermutter sofort tot war, starb Lehnert auf dem Transport ins Krankenhaus. Seine junge Frau, die ihn vor einiger Zeit verlassen hatte und sich seit mehreren Wochen bei ihren Eltern in Rheine aufhielt, ringt mit dem Tode. Der Grund zu dieser Tat ist in einer zerrütteten Ehe zu suchen. Die jungen Leute hinterlassen ein etwa zwei Jahre altes Kind. Einbrecher erschießen einen Landwirt □ Aachen, 24. Jan. Bei Randerath wurde ein 60jähriger Landwirt, als er Einbrecher in seinen Stallungen überraschte, von diesen erschossen. Die Täter konnten entfliehen. fehlen uns einschlägige Werke. Etwa„Psychologie des Schweines“ oder„Das Schwein, seine Kultur und seine Sitten“. Sie fehlen unbegründet. Das Schwein ist durchaus nicht Schinken und Wurst im Rohzustand. Im Gegenteil. Ein durchaus lebendiges, charaktervolles Wesen voller bewußter Lebensäußerungen. * Der Ferkelmarkt ist ein Kampfplatz. Kämpfer sind Käufer und Verkäufer. Der Siegespreis das Schwein. Der Umgang mit Schweinen scheint gesund zu sein. Wenigstens wenn Temperament ein Ausdruck gesunder Körperverfassung ist. Die Lebhaftigkeit des Ferkelhandels steht hinter der der Börse nicht zurück. Beredsamkeit triumphiert auch hier. Die Borstentiere kümmern sich weniger darum. Das Getue der Menschen ist ihnen unsympathisch. Mit Grund. Es endet meistens mit Auffressen. Die Schweine vergnügen sich in Körben, Kisten, richtiggehenden kleinen Sou=Arenen, Wagen und anderen Behältnissen aus ihre Art. Sie cy Kray, 24. Januar. Heute vormittag 11 Uhr 20 erschien der 35 Jahre alte Franz Jansen in stark angetrunkenem Zustande in seiner Wohnung Karlstraße 63 und mißhandelte seine Frau, die schließlich in ein im zweiten Stock gelegenes Zimmer flüchtete. Als ch gut so. Jedem Bürger sie nach zwei Stunden wieder in die Küche kam, fand auch herkommen. Das ist auch gut sv.„Jeven. Oue#t) sie ihren Mann tot auf. Er hatte sich mit einem Schal sein Schwein“ eine Forderung, deren Verwirklichung ein Juwemn, eine Forderung, deren V. im Wohnungsvetrieb der Innenstadt neue Mietskonflikt= Zündstoffe ergeben müßte. Es ist auch nicht jedermanns Sache, Schweine großzuziehen, zu mästen. Viele würden Hungers sterben, andere windhündische Formen annehmen. Wir haben's besser. Uns nehmen andere die Arbeit ab. Mästung und Zucht sicht uns nicht an. Wir essen nur. Trotzdem: Leider ist nur einmal alle vier Wochen Ferkelmarkt. Man sagt am letzten Mittwoch im Monat. * Man sollte Schulen, Familien, ganze Vereine und Verbände, Urahne, Großmutter, Mutter und Kind zum Ferkelmarkt führen. Nicht allein wegen der Naturverbundenheit. Der Ferkelmarkt ist eine Studiengelegenheit und ein Vergnügen. Man lernt Menschen kennen. Ferkel natürlich auch, weiße, gelbe, braune, schwarze, gefleckte, rosige, kleine und große. Anschauungsunterricht am lebenden Objekt nach schwedischer Manier. Es ist einfach eine Schweinerei im Großen. qzuicks. cy Westerholt, 24. Januar. Bei der Aufstellung der Jahresbilanz der Westerholter Spar- und Darlehnskasse wurden Unterschlagungen in Höhe von 62 360 Mark festgestellt, die der Kassengehilfe Josef Lug, der schon seit zehn Jahren bei der Kasse tätig ist, durch geschickte Frisierung der täglichen Abrechnungen begangen hatte. Lug erfreute sich des besten Ansehens soiner Vorgeichten. Im Winter Eis kaufen? Jawoni. Viele Lebens- und Genußmittel verderben auch jetzt noch, z. B. durch die Heizung. Andere werden durch den billigen Eisbezug frisch und schmackhaft gehalten. Wer mag seinen Gästen ungekühltes Bier oder warmen Wein darbieten? Wir bedienen täglich das ganze Stadtgeblet und kommen auch oft in die Umgebung. Eisvertriebsgesellschaft m. b. R. Bochum, Blumenstraße 9 Fernruf 64241 459 Nr. 21. 37. Jahrgang 2. Beilage zum Bochumer Anzeiger und General Anzeiger Samstag, den 25. Jannar 1930 SRenl Seind Von Mazim Gorki Ich war damals neun oder zehn Jahre alt, und mein Feind, Waßika Kliutscharew, war gleichaltrig mit mir. Er war der Sohn eines Beamten, unwahrscheinlich tapfer und ein ausgezeichneter Faustkämpfer, schmächtig, gelenkig und von vollendeter Elastizität. Bei jeder Begegnung pflegten wir in Zank und Kampf zu geraten, prügelten uns blutig und bis zu aber wir weinten weniger vor Schmerz, als aus Verzweiflung darüber, daß der Kampf immer unentschieden endete. Wir prügelten uns erbittert und bis zur Ohnmacht; dann gingen wir weinend auseinander es war nichts zu machen, keiner hatte gesiegt, und so ging der Kampf bei der nächsten Gelegenheit weiter wieder ohne Entscheidung. Einen ganzen Winter lang hatte ich nur den einen Wunsch, Waßika zu schlagen. und selbstverständlich war er vom gleichen Wunsche erfüllt. Darum haßten wir uns, grausam und unerbittlich, wie nur Kinder hassen können. Einmal in der Karwoche begegnete ich Waßika in einer Gasse, die durch ihren Schmutz berühmt war: den ganzen Sommer über trocknete der Schlamm auf ihr nicht aus. Es ging die Sage, daß einmal darin ein Pferd ertrunken war. Um sie ein wenig wegsam zu machen, waren längs der Gartenzäune Bretter gelegt, aber auch sie waren gefährlich; man rutschte auf ihnen aus.„„.2 EI. Macij. Auf diesen Brettern also kam mir Waßjra entgegen. Kaum hatte er mich bemerkt, als er auf mich losstürzte. Dabei glitt er aus und fiel der Länge nach in den Schmutz. Seine Arme versanken fast bis zum Ellbogen im Schlamm. Ich half ihm aufzustehn, aber er stieß mich von sich und betrachtete entsetzt seine Aermel, die ganz schmutzig waren. Dann sagte er mit einem schiefen Lächeln: Da setzt Prügel. Zu Hause, sagte er und seufzte. Dann fragte er: Wer prügelt Dich? Der Großvater. Und mich der Vater. Mir fiel ein, daß sein Vater wahrscheinlich recht fühlbar prügelte. Ich empfand das Bedürfnis ihn zu e) ist Ostern, vielleicht bekommst Du darum keine Felle.,.,„Hätaste, Buzimaiteft ben Gauf Aber Waßjka schüttelte verzweifelt den Kopf. Da schlug ich ihm vor, die Aermel zu waschen. Er schwieg, endlich stimmte er zu. Am Ende der Straße war ein Tümpel. Waßika zog sein Hemd aus, ich stieg in das Wasser, das mir bis zum Knie reichte, und begann den Schmutz abzuscheuern. Der Tag war kühl und trübe, mein Feind zitterte mit seinem nacktem Oberkörper, seine Augen waren traurig auf mich gerichtet. Gespannt schaute er meiner Arbeit zu, aber je mehr ich sein Hemd bearbeitete, desto trostloser wurde sein Ausdruck. Als die Farbe des Hemdes endlich aus braun ins gelb wechselte, sagte er leise: Laß sein, man sieht doch, daß es schmutzig ist, Wir dachten nach, was zu tun ist, und beschlossen, das Hemd zu trocknen. Zu jener Zeit begann ich gerade Zigaretten zu rauchen, ich hatte immer einige „Persitschan“(zehn Stück drei Kopeken) bei mir. Wir machten am Hügelabhang Feuer, rauchten und schwiegen. Wie sollte man unter Feinden auch miteinander Vom Rauch wurde das Hemd schwarz. An zwei Stellen brannten Löcher durch, das heißt, nur der Rücken war durchgebrannt, der Aermel war nur versengt. Das sah nun schon eher komisch aus. Wir lachten auch, als wir es abnahmen, aber es war natürlich kein lustiges Lachen. Waßika hatte Mühe, in sein Hemd hineinzukommen, es war auch eingelaufen. Er schmierte sich das Gesicht mit Ruß voll. die Schatten machte sein Gesicht nur noch einen kläglicheren Eindruck. Er sagte hoffnungslos: Nun, ich geh jetzt. Schlagen können wir uns heute nicht mehr... g6 man Er ging. Mir tat er leid. Und, auf Ehrenwort, an diesem Tage hätte ich gern meinen Rücken für ihn hingehalten, damit man mich an seiner Stelle prügelte. Nach einigen Tagen traf ich meinen Feind wieder. Nun, fragte ich, hast Du Dresche bekommen? Was geht Dich das an?— schrie er mich an. Rimm Stellung. 1.— gr5cn Ei. Und wir begannen uns zu prügeln, wie immer, höchstens noch erbitterter, als früher. aber ebenso erfolglos. An den Zaun gelehnt, das Blut, das aus der Nase troff, wegwischend: sagte mein Feind: Du scheinst stärker geworden zu sein. Du auch, antwortete ich. Ich saß auf einem Stein und kühlte mir mein Auge. Auch meine Lippe var derschlagen..räc Hmntm wir uns Gr. Nach diesem Gespräch trennten wir uns. Aber in unseren Worten klang nicht nur Neid, sondern vielleicht auch schon die Achtung vor einander mit, das noch undeutliche Bewußtsein, daß wir nicht nur Feinde waren, sondern zugleich auch Lehrmeister für einander. Wir haben uns allerdings doch noch zwei= oder dreimal geprügelt, aber auch dabei gelang es keinem, einen entscheidenden Sieg zu erkämpfen. Das lag aber zum Teil daran, daß wir nicht mehr darüber stritten, wer mehr und schmerzhaftere Prügel bezogen hatte. Im August, nach einem Wolkenbruch von zwei Tagen Dauer, traf ich Waßjka draußen vor der Stadt, wo wir damals das Hemd gewaschen hatten. Er saß traurig auf einem zerfallenen Zaun, das Gesicht in die Handflächen gestützt. Als er aufblickte, merkte ich, daß die Lider seiner mutigen Augen gerötet und geschwollen waren. Ich will Dich nicht mehr prügeln, sagte er. Du hast wohl Angst? sagte ich, um ihn zu reizen. Er aber antwortete: Meine Schwester ist gestorben, aber das macht nichts, sie war noch so klein, ein Säugling. Aber schlimmer ist, daß ich nun in die Kadettenanstalt soll. Für mich war die Kadettenanstalt etwas wie ein Gefängnis, ein mächtiges Gebäude hinter den Mauern des Kreml, weiß getüncht, und die Korridore grell gelb. Alle großen Häuser waren mir unangenehm, da ich selbst klein war, war ich ihnen feindlich gesinnt, ich glaubte, daß in ihnen immer Langeweile herrschen müßte, und daß in großen Räumen sich die Augen so weiteten, daß sie endlich platzten. Ich bedauerte meinen Feind tief, daß man ihn in die großen Häuser hineinjagen wollte. Ich setzte mich zu ihm und sagte: Kannst Du nicht davonlaufen? Aber er stand auf, und zum erstenmal streckte er mir seine kleine Hand in friedlicher Absicht entgegen, diese Hand eines Kämpfers, deren Kraft mein Körper so oft gefühlt hatte., 7641, 4. Gaslant— Leb wohl, Bruder, sagte er halblaut und blickte mich nicht an. Aber ich sah, daß seine Lippen zitterten. Ich wollte so ungern ihm Lebewohl sagen. Aber natürlich mußte ich es sagen. Lange und traurig sah ich hinter ihm her, während mein geliebter Feind langsam und widerwillig den steilen Pfad über die Hügel hinaufging. Und lange danach war es traurig und einsam, langweilig und leer für mich ohne meinen Feind zu leben.(Daustsch von D. (Deutsch von Dr..) Keintat, meine Keimal Von Rudolf Herzog. Nicht, weil du mich geboren hast. Nicht, weil du mir die Kraft gegeben, O) Heimat, Glück und Erdenlast Zu tragen durch ein Menschenleben Nicht, weil ich als dein Kind mich fühl', Muß unaussprechlich ich dich lieben— Ein Sandkorn wär' ich im Gewühl, Ein Blatt, vom Winde hochgetrieben. Ich liebe dich mit tiefrer Glut, An der Jahrtausende geschüret, Ich hör' das Lied der Rheinesflut, Wie's schon der Väter Herz gerühret, Im Waldes Rauschen trinkt mein Ohr Der Ahnen Ruf aus grauen Zeiten, Ich spür' das Blut, das mir zuvor, Wie eine Flut von Seligkeiten. Nicht durch des Landes Schönheitstraum Bin ich allein dir hingegeben, Hier fühl' ich über Zeit und Raum Der Väter Atem in mir leben, Hier läuft der Kinder gold'ne Spur, Hier will dir Gott das Ew'ge weisen— Und tief im Schoß der Heimatflur Hör' ich den eignen Butstrom kreisen. Der begnadigte Cook Der zu vierzehn Jahren Gefängnis wegen Kreditschwindels verurteilte Nordpolfahrer Dr. Frederick Cook ist, wie gemeldet, begnadigt wordenCook, der behauptet hatte, den Nordvol erreicht zu haben, und des Schwindels überführt wurde, versuchte sich mit Geistesverwirrung herauszureden. Sulihgs und der Khiodien 66 Von B. Ling In dem großen deutschen Filmbetrieb in Neubabelsberg, hinter den streng bewachten Toren, gibt es einen breiten Platz, wo die eleganten Privatautos der berühmtesten deutschen Filmprominenten parken. Während die Besitzer und Besitzerinnen der schönen Luxuswagen in den Filmateliers arbeiten, stehen ihre Autos da in Reih und Glied, wie die Soldaten. Die Chauffeure der Stars sitzen meistens in der Kantine. Nicht jeder Star hat einen Chauffeur. Willi Fritsch zum Beispiel ist Selbstfahrer, auch der Oberregisseur Schward.......„ Ganninas Faured Man sieht die Chauffeure Jannings, Conrad Veidts und des Produktionsleiters Pommer bei einem Tisch sitzen. Es sind sehr lustige Kerle. Stets lachen sie. Jedermann kennt sie hier. Alle drei Chauffeure wissen sehr viel Kulissengeheimnisse von ihren Herren, aber davon dürfen sie nicht sprechen. Sie wollen überhaupt nicht sprechen, wenn der Journalist sie interviewen will..„ Gennings Nur der Chauffeur Jannings' ist endlich geneigt, eine lustige Kriminalgeschichte, die kürzlich mit Jannings' Auto passierte, zu erzählen. „Jannings arbeitet jetzt sehr viel“, beginnt der Chauffeur,„Tag und Nacht wird der Tonfilm„Der blaue Vogel“ gedreht in der größten Tonhalle. Als wir, Herr Jannings und ich, vor einigen Tagen um drei Uhr nachts Neubabelsberg verließen und nach Hause fuhren, klagte ich meinem Herrn über Kopfschmerzen, die mich schon lange quälten. „Kommen Sie mit in meine Wohnung“, sagte Herr Jannings, als wir am Hause angelangt waren, „ich werde Ihnen eine Pyramidontablette geben, davon werden Ihre Kopfschmerzen weggehen.“ Ich ging mit ihm in die Wohnung. Aber als ich wieder auf die Straße kam, sah ich zu meinem Erschrecken, daß unser Auto verschwunden war. Jetzt kommen Autodiebstähle in der Stadt sehr häufig vor, also mir wurde gleich klar, daß unser Auto gestohlen worden war. Ich wußte nicht, wie ich den furchtbaren Fall meinem Herrn melden sollte. Er war in diesen Tagen immer besonders müde und nervös, dennoch mußte ich ihm es mitteilen. Es ist interessant, daß Herr Jannings keine Miene verzog, als er davon erfuhr, vielmehr blieb er ruhig und sagte flegmatisch: „Gehen Sie auf das nächste Polizeirevier und melden Sie den Fall.“ Ich stürzte die Treppe hinunter und als ich wieder auf die Straße kam, war ich nun wieder ganz überrascht. Das Auto stand wieder vor dem Hause. Ich schaute eine Weile erstaunt umher, dann bemerkte ich einen Zettel, der auf dem Steuer hing. Der Zettel, mit verstellter Handschrift geschrieben, hatte folgenden Inhalt: „Verzeihen Sie, bitte, ich wußte nicht, daß dieser Wagen dem berühmten Jannings gehört. Alle Filmstars können beruhigt sein, daß ihre Autos nicht gestohlen werden. Wir Autodiebe sind alle Künstlerfreunde.“ Die entthrohnte Schönheitskönigin Mißz Rolland zählle schon 30 lenze Der Unfug der Schönheitskonkurrenzen entbehrt auch nicht der heiteren Seiten. So lacht heute ganz Holland über ein Vorkommnis, das sich bei der Wahl der„Miß Holland“ für 1930 ereignete. Der „hohe Rat“ hatte einem Fräulein Küster bereits den Titel der schönsten Frau der Niederlande zuerkannt, als sich plötzlich herausstellte, daß die Preisgekrönte durchaus nicht den Bedingungen des Wettbewerbs entsprach. Die Bewerberinnen müssen nämlich unter 25 Jahre und unverheiratet sein.„Fräulein" Küster aber wurde nachgewiesen, daß sie bereits 30 Lenze zähle, verheiratet und Mutter eines neunjährigen Kindes sei. Die unverdienterweise zur Schönheitskönigin Erkorene wurde wegen Irreführung der Jury vom Throne gestoßen und an ihrer Stelle eine in Paris angestellte Vorführdame, Fräulein van de Rest, zur„Miß Halland“ für 1930 proklamiert. „Intermezzo Von Iwan Mosjukin. Man lachte und weinte in einem Atemzug.— Heute war er noch mein Kamerad, mein Mitspieler, mein Freund— es tat ihm leid, daß er uns verlassen mußte. Seroff hieß er und spielte in einigen meiner Filme kleinere Rollen. Er war ehemaliger zaristischer Offizier und hing mit brüderlicher Liebe an mir.— Bei den Aufnahmen in den französischen Alpen, die die größten Strapazen verlangten, da wir große Reiterschlachten, Kosaken=, Tartaren= und Tscherkessenkämpfe ausführten, war er immer an meiner Seite. Und wenn wir dann in der Nacht, wenn die Sterne wunderbar leuchteten, am Lagerfeuer saßen, setzte er sich zu mir und erzählte vom Mütterchen Rußland und von der alten russischen Erde, da wir doch beide Emigranten waren, Bauernsöhne.— Balalaika=Töne klangen an unser Ohr, und aus vielen Kehlen erscholl das alte Lied von Rußlands Erde.— Dann weinte Seroff, um in der nächsten Minute wieder lustig zu seinAm nächsten Morgen fuhr Seroff weg ins Engagement. Lachend meinte er noch:„Ihr tut mir ja leid, daß Ihr noch weiter diese Strapazen ertragen müßt. Ich fahre nach dem pulsierenden Paris. Lebt wohl— auf Wiedersehen!“ Einige Tage nachher hatte ich die Aufnahme für den Schlußteil des Films„Der weiße Teufel": Ich, Hadschi Murat, spielte meinen Tod. Es war 1 Uhr 30, als ich vor der Kamera mein Leben aushauchte.— Am nächsten Tag bekam ich von Freunden aus Paris die Nachricht, daß zu derselben Zeit, in der ich im Spiel starb, mein Freund Seroff einem Herzschlag erlag. detel wonnr del Geikenig Jie werdei es empfinden Wennstesaltren! — Re Es ist schwer zu sagen, was es ist, aber es ist da— ein gewisses Etwas, das eine Seereise mit einem Schiff der HamburgAmerika Linie so angenehm macht. Vielleicht ist es der Eifer des Personals an Bord und zu Land, vielleicht ist es der auflergewöhnlich ruhige Gang der Hapagschiffe. vielleicht ist es einfach— Tradition Reisen Sie mit der Hapag! HAMBURG-AMERIKA LINIE Si en U SobbSUr SPT P GaU WrUMd kun erhalten. Montanwerte waren durchweg abgeschwicht,„zogen zum Schluß jedoch wieder etyras an. Salzdetfurth gut behauptet, später bis zu zent gebessert. ungen eschwi 1 ProDie Moilkar des Rulhkomnea-- D. Wie andere Staaten ihre Förderzittern vermehrten— Vorauslichtliche Verschiebungen und Erschwerungen im rkohlenbergbau hat das Förderer- Besonders wird das Kontingent für Send erreicht. im Zehre inh frait eine Föriertele rung um rund.9 Millionen Tonnen, d. s. 7,7 Prozent gegenüber dem Jahre 1928, ein. Die übrigen europäischen Kohlenländer weisen eine ungleich st Steigerung der Förderziffern auf seit dem Jahre 1913. Holland hat die Steinkohlenförderung Wiedererlangung seiner poltischen Selbständickel Prozent. Sachsen ist demgegenüber im 25 Prozent zurückgeblieben. das Jahr 1929 für den RuhrkohlenbergAbsatz und Förderung eine güncht)t dürften leider nal 400 Dollar herausbringt. Die Verzinsung soll mindestens 6 Prozent betragen, sich in ihrer Höhe jedoch nach der Dividende richten. Der Auflegungskurs wird mit 233 Prozent genannt: die Anleihe soll nach 100 Jahren zu 100 Prozent rückzahlbar sein. Quer durch die Wirtschaft 95 solche um 3 Ergebnis um Nachdem bau hinsichtlich stige Gesamtentwicklung gebracht nat, dürf in nächster Zeit weitere Verschiebun Erschwerunge in nscheter ve. nim Abeatz zu erwarten sein. Ablatz Kontingent, für polnische Kohle beim Zustandekommen des Handelsvertrages mit Polen den deutschen Kohlenmarkt stark belasten. her Auch dürfte die Wiedereingliederung des Saargebletes in das deutsche Wirtschaftsleben für den Ruhrkohlenbergbau gewisse Erschwerunge bringen. Holland hat den Ausbau und die Weiterentwickelung seines Bergbaues noch nicht abgein schlossen. Belgien wird durch den verstärkten Abbau der Kohlenvorkommen im Cambinebecken, das 1913 überhaupt noch nicht in Förderung war, erhebliche Mehrmengen auf den Markt bringen. England beginnt die Früchte einer fortschreitenden Kartellierung und Rationalisierung zu ernten, während im Ruhrgebiet die Rationalisierungemgg, lichkeiten schon weitgehend, ausgeschöpft sind. Die Förderung Englands im Jahre 1929 soll nach sachverständiger Schätzung bereits 252.5 Millionen Tonnen— also rund 11 Millionen Tonnen mehr als 1928— erreicht haben, von denen rund 90 Millionen Tonnen gegenüber 80 Millionen Tonnen im Jahre 1928 exportiert wurden. Die Ausdehnung des Braunkohlenverbrauchs wird voraussichtlich noch weitere Fortschritte machen. Die Ruhrkohle wird also sehr wahrscheinlich auch in Zukunft mit einem unverminderten Wettbewerb sowohl auf den deutschen als auch auf den ausländischen Kohlenmärkten zu rechnen haben.(h) Bei der Düsseldorfer und Essener Börse eind zum Handel und zur amtlichen Noticrung zugolassen: nominell 60 Millionen Mark neue Inhaberaktien der Rheinisch, Westfälischen Elektrizitätswerke.-., und zwar 150 00 über je 400 Mark Nr. 709 001 bis 859 000. Die jungen Aktien snd den alten gleichberechtigt. Die Notierung erfolgt für die jungen und alten Aktien, und 30. Januar. Aschersieben Barmes bankverein Essen. Steinkohlen Feldmöhle Papier Gelsenbery... Goloschmiot... Harpener Bergbau Hoesch..... Köcknerwerte.. Köln-Neuessen Mannesmann Phöniz R. W. E. Rheinstabl Saizdetfurth Ver. Stahlwerke. Wintershall Januer Endkugs 213.00 123.25 170.00 139.00 69.00 140.25 106.00 114.00 107.00 104.00 192.00 116.00 357.00 102.12 200.30 Kasset 214.00 122.00 169.00 139.00 68.50 139.75 106.00 114.75 106.00 104.50 193.50 117.00 358.00 102.00 201.75 dazwar ab Das Konkursverfahren bei der Rheinlsch-Westfällschen hachtbau.-G. in Essen, welches im April 1928 bei wurde, ist mangels Masse *) excluslve Bezugsrecht Schachtbau der Gesellschaft eingestellt eingeleitet worden. Der Wechselumlauf In Deutschland hat nach den Feststellungen des na# tur nunkturerschung n Beginn dieses Jahres etwa 10 Milliarden Mark betragen; er ist damit um rund.7 Milliarden niedriger als vor einem Jahr. Dieser Rückgang des Wechselumlaufes bedeutet eine wesentliche Konsolidierung innerhalb des kurzfristigen Kredites; der Wechselkredit wird Jetzt offenbar allmählich durch normalen Bankkredit abgelöst. denn die Kontokorrent-Kredite bei den Großbanken haben in der gleichen Zeit um rund 7 Prozent zugenommen. * De- Norddeutsche Cement-Verband hat sich entschlos. sen, die Preise für Zement um 10—20 Mark je 10 Tonnen herabzusetzen, um die Bautätigkeit anzuregen. Die Einheitsmarke Pionier ist noch stärker herabgesetzt worden. Eine Preissenkung hat auch der Süddeutsche Verband vorgenommen. Am Kuxen- und Aktienmarkt hielt die Zurückhaltung auch heute an. Von Ko kuxen fanden nur einige Umsätze in Graf Schwerin und Heinrich zu leicht gedrückten Preisen statt. Auch auf dem Kohlenaktienmarkt waren die Kurse eher etwas gedrückt, besonders Dahlbusch und Lothringen. Der Braunkohlenmarkt war geschäftslos. Michelwerte behauptet. Von Kalikuxen wurden Beienrode, Hope und Ransbach zu leicht abgeschwächten Preisen umgesetzt, während Burbach letzte Kurse erzielten. Am Kaliaktienmarkt wurden Burbach etwas niedriger notiert. Der Industrieaktionmarkt lag ohne besondere Veränderungen. Für Westfalia-Dinnendahl und holländische erhielt sich das Interesse. Kohlenwerte Nur keine Iilulionen ist Mit einem feierlichen Choral ist die Haager gelder— deutsch-Französische, Wirtschufts ZusammenMilderung der Wirtschaftskrisis: so lauten Buss in muspeher ernsthafteste Wirtschaftschronis muß demgegenüber der deutchen Wirtschaft zurufen: Man kann die Jetzige Wirtschaftslage DeutschVerschlechterung der Wirtschaftslage, aber leichtes Nachlassen der Kreditschwierigkeiten. Der Geldmarkt hat zweifellos eine Erleichterung erfahren, der Status der Reichsbank erfuhr eine wesentliche Entlastung; Zuflus ausländischen Kapitals bringenwird. Die Erleichterung am deutschen Geldmarkt, der Rückgang des Wechselbestandes der Reichsbank ist im übrigen eine Folge des weiteren Nachlassens der Konjunktur. Bei den Großbanken macht sich geradezu ein Mangel im Eingang an guten Handelswechseln be merkbar. Wohl gemerkt: an guten. Das Angebot an „Gefälligkeitswechseln“, und„Prolongationswechseln“, dehnbar wie Gummi. ist freilich noch immer nur allzu stark. Trotz der Milderung der Kreditkrise ist die Wirtschaftslage weiter recht ungünstig. Goedhardt Name Rüch esce deme Ein Zusammenschluß in der optischen Industrie vollzieht sich in Wetzlar, wo sich die Ernst Leitz Komm.-Ges. mit ihren Schwesterunternehmungen, der Hausertorwerk für Optik und Mechanik.-., und der Ernst Leitz Kinowerk G. m. b. H. in Rastatt, unter der Firma Ernst Leitz G. m. b. H. in Wetzlar zusammengeschlossen hat. In der europälschen Automobllindustrie sind, wie „Journée Industrielle“ zu berichten weiß, nach längerer Unterbrechung wieder neue Kartellverhandlungen angeknüpft worden. Der steigende Umsatz der amerikanischen Konkurrenz habe den europäischen Produktionsländern die Notwendigkeit einer gemeinsamen Abwehr immer deutlicher vor Augen geführt. Kohlen-Kuxe Aite Haase... Cerolus Magnge Constantin d. Gr. Deutschland... Diergardt-Mov. Ewald Graf Schwerin Heinrich.... König Lucwig.. Langenbrahm Westtalen.... 310 7300 8100 225 3950 2800 100 33500 1700 7800 8800 250 4300 19500 3000 7350 36500 18250 Kochen Liechochen 56 50 67.00 2500 3025 4550 12225 7500 die noch immer große Zinsspanne zwischen den deutschen und den ausländischen Geldmärkten bringt recht erhebliche Beträge kurzfristiger Auslandsgelder nach Deutschland. Insbesondere macht sich eine wesentliche Verstärkung des frapzggische angebotes bemerkbar. Frankreich stcht im Zeichen Geldüberflusses, es hat die billigsten Geldsätze unter allen Ländern der Welt, die französischen Großbanken haben den Satz für Akzeptkredite auf 3¾ Prozent herabgesetzt. Diese Geldansammlung zwingt die französischen Banken. Gelder im Auslande anzulegen. Dazu kommt, daß Frankreich augenblicklich alle Veranlassung hat, dem deutschen Geldmarkt eine Stütze zu verleihen. Soll doch wahrscheinlich schon im Mai das Newyorker Haus Morgan jene deutich-franzölische Gemeinschaftsanleihe auflegen, von der 400 Milvon 1200 Millionen Mark# lionen an die Reichsbahn und die Reichspost fließen werden. Kein Wunder, daß daraufhin von Paris aus Schalmeientöne über die deutsche Wirtschafts, und Finanzlage klingen, kein Wunder, daß die inter nationale Finanzwelt, um der Anleihe, die ja auf den deutschen Reparationen und damit auf der Leistungsfähigkeit der deutschen Wirtschaft aufgebaut ist. Erfolg zu verschaffen, augenblicklich für Deutschland„gutes Wetter“ macht. Aber von jeher waren französische Geldausleihungen nach Deutschland ein unsicheres Moment. Die französischen Geldofferten und der Zufluß von Auslandsgeldern aus dem Erlös der Anleihe für die Reichsbahn und die Reichspost werden zweifellos das Zinsniveau weiter senken, die Reichsbank wird auch zweifellos zu einer weiteren Diskontermäßigung schreiten, aber den Führern am deutschen Geldmarkt muß zugerufen werden: Auf französische GelderwarnieDie Auflegung des ersten Abschnittes der Reparationsanleihe hat starke Schattenseiten: Deutschland hat sich verpflichten müssen, zum u bis zum 1. Oktober 1930 keine langfristigen Anleihen aufzunehmen. Das gilt offiziell nur für das Reich und seine Betriebe, aber während der Auflegung der Reparationsanleihe wird, wie zu befürchten steht. auch die deutsche Privatwirtschaft in der Aufnahme stark behindert sein. Es ist überhaupt eine Illusion. anzunehmen, daß nach Ratifizierung des YoungPlans der amerikanische Geldmarkt Wirtschaft in großem Umfange zur hen wird. Deutschland hat im Jahre 1929 im ganzen nur 350 Millionen Mark Anleihen im Auslande aufnehmen können, davon den größten Teil in Amerika. Es ist nicht anzunehmen. 1930 der deutschen Wirtschaft Die öffentlichen Geldinstitute der Provinz Weittalen Die Spareinlagen bei den westfälischen Sparkassen stiegen im Monat Dezember um 21 Millionen Mark, darunter befinden sich 12.5 Millionen Mark zugeschriebene Zinsen. Der Zuwachs ohne Zinsen betrug.5 gegen 11 Millionen Mark im Dezember vorigen Jahres. Im ganzen Jahre 1929 betrug der Zuwachs an Spareinlagen ohne Zinsen 119.5 Millionen Mark gegen 155 Millionen Mark er war also um nicht weniger als 35.5 Millionen Mark geringer. Der Spareinlagenbestand., beläuft sich jetzt auf 830 Millionen Mark gegen 809 Miitionen Mark Ende November. Die Scheck- und Kontokorrenteinlagen betrugen 105 Millionen Mark. Der Gesamteinlagenbestand bei den westfälischen Sparkassen beträgt mithin 935 Millionen Mark. An Sparbüchern wurden 21000 Stück neu ausgestellt. Die gemeinsame Bilanz der Landesbank und des Pfandbriefamtes für Hausgrundstücke für 1929 wird sich auf etwa 470 Millionen Mark belaufen, gegen 443 Millionen Mark Ende 1928. Der Zugang beträgt also 27 Millionen Mark. Die Provinzial-Lebensversicherunggggstatt Westfalen hatte im Monat Dezember 1929 einen tragszugang von.6 Millionen Mark. Der GesamtzuJahre 1929 beträgt 26 Millionen Mark. von Ander deutschen Verfügung ste* Gebr. Elbers.-G. In Hagen I. W. Die Hauptversammlung genchmigte den Abschluß für 1928/29(Verlust 1 142977 Mark, wozu noch der Verlustvortrag mit 834 251 Mark kommt). Inzwischen ist der Verlust noch größer geworden, so daß Mitteilung gemäß§ 240 HGB, gemacht wurde. Es wurde beschlossen, das Aktienkapital von 4 auf 1 Million Mark herabzusetzen und wieder auf 3 Millionen Mark zu erhöhen. Das erste Vorstandsmitglied Dr. Wilh. Elbers scheidet aus dem Vorstand aus und wurde in den Aufsichtsrat gewählt. Das Unternehmen hat seine Spinnerei und Weberei stillgelegt und beschäftigt nur die Druckerei. Man hofft, daß siee. das Geschäft in nächster Zeit belebt. * Wittener Walzenmühle.-G. in Dulsburg. Der Aufsichts at beschloß, der Generalversammlung vorzuschlagen, für das abgelaufene Geschäftsjahr von der Verteilung einer Dividende abzusehen und den erzielten Reingewinn im Interesse der Kapitalbildung auf neue Rechnung vorzutragen(i. V. 8 Prozent Dividende). * H a r t u n g, K u h n& a m p; C o., M a s c h i n e n f a b r i k A.- G. i n Düsseldorf. Die Generalversammlung beschloß, den Reingewinn von 30 544 Mark auf neue Rechnung vorzutragen. Ueber die Aussichten im neuen Geschäftsjahr könne noch nichts gesagt werden. * S t a h l w e r k N i e d e r r h e i n A.- G. I n D ü s s e l d o r f. D i e s e seinerzeit auf den Röhren-Verband übergegangene Gesellschaft schließt das Geschäftsjahr 1929 mit Einnahmen aus Mieten und Zinsen von 14 306 Mark(1. V. 3734 Mark). Unkosten erforderten 2368 Mark(170 549). Es verbleibt ein Reingewinn von 11 397 Mark, um den sich der dem Vorjahr übernommene Verlust von 495 759 Mark 483 821 Mark ermüßigt. C. Großmann Eisen- und Stahlwerk.-G. In Wald 1500 1150 1450 5225 6700 3401 13750 Kall-Kuxe Asse Beienrode.... Bergmannssegen Braunschw.-Löned. Burdach.... Carishall.... Oesdemona... Einigkeit.... Erichssegen... Göntershall. Habighorst... Hansa Süberberg Heimbeldshausen Hindenburg-Königsh Hohenfels Hooe...... Hugo Mariaglück... Verschiedene Aktien(in Reichsmark für je 100 Mark Nennwert) 156.— 226.00 181.— 184.— 182.— 163.00 aus auf 119 123 gang im daß einen das Jahr starken Die Dividenden bei den Stahlvereins- Konzerngesellichaften Aufgrund des Interessengemeinschaftsvertrages werden bei den Konzerngesellschaften der Ver. Stahlwerke folgende Dividenden verteilt: Eisenwerk Kraft.-G.(Duisburg) wieder 5½ Prozent, Westfälische Eisen- und Drahtwerke.-G. (Werne) 5½ Prozent, Eisenindustrie zu Menden und Schwerte.-G.(Schwerte) wieder 5½ Prozent, Stahlwerk Brüninghaus.-G. (Werdohl) 4(4) Prozent, Friedrich Thomé.G.(Werdohl) ebenfalls wieder 4 Prozent.— Phönix.-G. für Bergbau und Hüttenbetrieb (Düsseldorf) wahrscheinlich wieder 65 Prozent. Kapitalbeschaffungspläne bei Siemens Es verlautet, daß die bereits in der letzten Generalversammlung der Siemens& Halske.-G. von Carl Friedrich v. Siemens angedeuteten amerikanischen Anleiheverhandlungen des Unternehmens abgeschlossen sind. Nach den bisherigen Mitteilungen scheint eine ganz neue Form für diese Transaktion gewählt worden zu sein. Es heißt, daß mit der Firma Dillon Read u. Co. ein Vertrag zustande gekommen sei, wonach dieses Bankhaus eine Anleihe von 25 Millionen Dollar in Stücken zu nomi(Rhld.). Die Hauptversammlung genehmigte den Abschluß für 1928/29 und setzte die Dividende auf 8(9) Prozent fest. Die Aussichten für das laufende Jahr wurden etwas günstiger beurteilt, da der Auftragseingang ten Zeit etwas gestiegen 101 132 109 in der letzist. Börlen vom 24.Jan. Berlin: auf Interventionen erholt Eine ungünstige Beurteilung des Kapitalbeschaffungsplanes der Siemens& Halske.-G. führte zu stärkeren Angriffen auf die Siemensaktie und anschließend eröffneten der Farbenmarkt sowie der Markt der Montane schwächer. Ver. Stahlwerke gaben trotz des günstig beurteilten Abschlusses 1 bis 2 Prozent nach. Auch Schiffahrtswerte verloren infolge der Aufgabe der„Monte Servantes“. Im Verlaufe wurden, von Siemens ausgehend, der gesamte Elektromarkt in Mitleidenschaft gezogen. Erst auf kräftige Interventionen der Banken trat eine allgemeine Erholung ein. Am Kassamarkt zeigte sich weiter stärkere Zurückhaltung. Auf verspätet eingetroffene Kalikaufaufträge traten in diesen Papieren zum Schluß Kursgewinne bis zu 7 Prozent ein. Der Schluß war gut erholt. Dülleldorf: etwas schwächer Der Terminverkehr eröffnete in schwacher Haltung. Wintershall minus 2 Prozent, doch konnte sich der Kurs im Verlaufe unter SchwanBalcke Maschinen Quisb. Bankverein Hochtief.-G... Houbenwerke. 39.00 Kabel Rheyot... 175.— Köln Hausbesitzer 90 Lödensch. Metall Industrieaktien(in Reichsmark für je 100 Mark Nennwert) Aachener Thermal.— Allg. Hochbau..!— Alsbery... 112 Oisch. Lastauto. 15 Dortm. Volkan.. 14 Dösseld. Eisenhand.— koechart Hol... 176 Garstadt.... 134 Liebhold....!— Frankfurt: gebellert Im Zusammenhang mit aufkommenden Hoffnungen auf eine baldige neue Diskontsenkung machte die Besserung der Stimmung an der Abendbörse allgemein Fortschritte. Auf den meisten Märkten waren neue Kurserhöhungen zu verzeichnen. Besonders gesucht waren I. G. Farben, plus 1¼ Prozent, und Siemens, gegen den Berliner Schluß 3 Prozent erholt. Licht u. Kraft und Aku plus 2½ Prozent. Im übrigen war das fangreich. Im Verlaufe traten besserungen höher. ein. Montanwerte Geschäft recht ummeist leichte Kurslagen bis 2 Prozent Berliner Produktenbörfe Berlin, 24. Januar Bulich uisgnith Kde. Sctnich ust estenian er uinr ihenen. sonst per 100 Klilogramm heute„grgg, Weizen märk. /245-248/247-.250 Roggen märk. 159—162 156—158 Futturgerste... 150 160 157—165 Hafer märk. 135-144|135-144 Mais, loco Berin 167—168)— Weizenmehl.. 30.-35.5 30.-35.5 Roggenmehl... 22.-25.2 22.-25.0 Weizenkleie.-10.2/10.-10.5 Roggeokleie....2-.7.5-.0 Viktoriaerbsen. /23.-31.0s24.-32.0 Kleine Erbsen 21.-24.0s21.-24.7 Futtererbsen.. Peluschken... Ackerbohnen... Wicken..... Blaue Lupinen. Gelbe Lupinen.. Seradella neu.. Rapskuchen... Leinkuchen... Trocken-Schnitzel Kartoffelflocken heute 1 vorige 19.-20.0s20.0 Ge 21.0 17.-19.5s18.-20.0 18.-19.018.-19.8 21.-24.021.-24.0 14.-15.014.-15.0 17.-18.0 17.-18.0 25.-30.025.-30.0 16.-17.217.-17.5 21.-22.0 22.-22.6 .2-.4.2-.4 13.-14.0s13.-14.0 Berliner Beicheborktickent Börsenkurse 6½— Lombardzinstus 7½ Berlin, den 24. Januar 1930 Industriewerte Div. heute vorig. I Teer Sar... 112.31 Adler Pordand 10 esenr a. Am 115.2 118.5 4 E. 6. 8 168.0 171.0e Lioan Pordaos 13 177.0 177.2 Ammend, Papier[12 138.0 138. 51Syk Gulden Anhalter Kohlen 6 83.5 84.51 Aschaff. Zellstoff 12 148.5 151.0 Aekeniswerte 9 48.0 86.0 Augeb.-N. Masch. 6 81.0 81.|0 Bösperde Walzw. S 57.01 59.5 Braunk. u. Brik. 10 149.51150.5 Braunschw. Kohle 10 244.0 244.0 " Jute 6: 125.0 120.5 Breitenb. Zement 12/122 0 122.0 Srcemen-Besigh. 4 84.2 64.0 Wollk. 12/148.2 148.0s7 Norhen-Vorac Buderus gesan.K ladon. 16 132.7 133.0 Baur; Steio..—. Beicke Masch. 10 117.5 118 5 Samberger Maiz 9 110.2 110.2 Berop Walzwerk 0 54.5 54.5 Baselt 0 35.0 35.0 Jast& Co.[12 198.0 198.0 Sayr. Motorenw. 14 78.6 79.2 J. v. Semberg S 153.7157.0 Jui. Berger 30 315.0 323.0 Bergmenn E. 9 203.0 208.0 Sorf. Gud. Hutt. 10 236.0 238.5 " Karisb, ind. 0 70.0 70.0 " Maschinen 0 68.2 68.0 Oston u. Monier[12/122.7 124.0 #o, mech. Web. 6 Otsch. Steinzeug 15 191.5192.215 Tel. u. K. 0 57.1 59.0: Ton v. St. 11/131.0 133.0 Eisendel. 7 79.5 70.3 Oittim. Neuhaus 01—. Dörtsser 10 122.0 122.0 Otmd. Akt.-Brau. 17 237.5 237.0 Ritt-Srau. 20 270.0 273.0 Union-Brau. Oresd. Gardinen Schnellpr Dürener Metal 4S 2 148 4 0öckogp gerte 9 128.0 128.01Dusseld. Diet.-Br. 5 6 69.5 67.0 71.0 859 nalmon Asbest Charl. Wasser dem facen Geisenk. Albert Concord. Spinn. Conti-Caoutchuc gcleutn Pager 0 19.0 19.0 8 100.0 192.5 5 58.6 61.2 5 87.0 67.0s6 0 47.5 46.5 8 58.0 58.5 7/149.2 150.2 101149.2 149. Deimler Motor Dtsch. Atlant. .0lotsch. Cont 6as Asphalt Babcor Er## bote Kabe Linoisum Schachtd. .7 10 7110.0 1 9 164.5 167.: 10 124.0 125.0 9 129.0129.0 6 103.91105. 9 92.6 81. 9 58.0 59.2 15 243.0 247.0 5 96.0 100.0 Ses. f. el. Untern. 10 163.01188.517. Gemeist.& Co. 75 112.0 112.0 Eirmes&am; Sa. 113—.—. Jadd. Wolling. 11.—.. asm. Jchelte 16 185.0185.0 Jaung. Zocher 0) 89.0 89.), Glockenstahl— 29.5 29.71 6löck Auf Gelst. T 4/135.6 133.0 Tsserich Asphalt 101 J. A. John Akt. 10 Mar Jödel& Co. Junghans Gebr. 66.0 82.0 9 131.7 65 41.2 8 S 52 2 50.01 Mannssm. Werke 7/101 5103.0 Mansteld Bergb. 7 103.7/109.2 Marie, kons. Bw. 0 49.0 51.7 Martini&Hönscke 19—. 103.7 63.7 Magdeb. Mühlen 92.2132.5 46.7 Zeisholz Papiert. Zheinfeld, Kraft Thein. Braunk. Elektr.-V. 12 10161.0162.0 10257.0232.0 8—. 16/250 5 250.|Sedr. Gooch. Oös. 15 183.7 185.6 94 517d. 96.5 Höf.-Gr. . kanng. Opnamt kahe! 10 92.5 10 97.0 10135.0135.0 0 17294.0 291.0 8 93.0 93.5 4 72.0 72.0 6 80.0 80.5 Geldschmidt Guano-Werte Satzner Masch. Grön& Bütiager Gruschw. 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Pfaxrbezirk(Fiperonraße 16). Kinvergottesdienst 11.15: Dr. Miuwgcgh 8: Gemeingebihelstunde. 7. Pfarrbezirk.„Mittwoch 8: stunde im Jugengugign:; Donnerstag 8“ stentum, Hofstede, Riemte, Miemterter# Sonntag 14: Sonntagsschule und Kinderbund: Mittwoch 20: Bibelstunde. Uemmingen. Sonntag.30: tesdienst, Kromberg; 10.45: taufen: 10.45: Kindergottesdienst; Montag 20: Bibelstunde. Melanchthon. Sonntag.30; Althüser: 10: Engelbert:„11.30: Kirchentaufen: 11.30: Kindergo#tcedienst, Jugendbund.„für entschiedenes Christentum, Melanchthonkirche. Mittwoch 8: Bibelstunde für Männer und Frauen. Petrikirche. Sonntag 10: Gottesdienst, Riedermeier: 11.30: Kinzexgczeneigg 11.30: Tauffeier: Mittwoch 5: Gemeinvevibelstunde in Steinkuhl: Donnerstaa 6: Gemeindebibelstunde in der Petrikirche. Bergmannsheil. Dienstag..30: Gottesdienst, Engelbert. Christl. Verein junger Männer e.., Jugendheim. Oskar=Hoffmannstraße 14. Mittwoch.15: öffentliche Bibelstunde für Männer und Frauen; Donnerstag .15: Bibelstunden für junge Männer und Jugendliche.#m Tauntag 9. Stadtmission Bochum. Sonntag 2: Sonntagsschule: Donnerstag.15: Bimart 12: Donnerstag 8: Vereinsbaus=(gelisarion,„enyerzieggeiz, Opelsgtzaße 8: Lehrsaal, Friedenzshrch=, erein#####(Ränner): Bis, 2.., avenos 8: EvanEv. Jugend Altsadt. Vereinsbaus, gelisationsvortrage für Frauen und Mühlenstraße. Mittwoch: Bibelstunde. junge Nädchen im Jugendheim, KöBibeltunde. eutenart. Steiog; n Ziader, Bonntag 8: Kreispitar BachHeim: Fahrendellerstraße 16. Bibelbesprechung für die ältere Abtei= Mittwoch 5: Tausen, P. Bäumer. lung. Gemeinschaft für entschiedenes Christentum(Friedenskirche). Freitag 8: Gebetsstunde. Kirchlich=evangelischer Gemeinschaftsverein Bochum, Adolfstraße 20. Sonntag: 11: Sonntagsschule:.15: Evangelisation; Donnerstag 8: Bibelstunde. Ev. Verein des Blauen Kreuzes, Bochum Ev. Vereinshaus, Mühlenstr. 25. Sonntag 3: Bibelstunde: Montag 8: Gebeisstunde: Donnerstag 8: Bibelbesprech= und Gebetsstunde. Altenbochum. Sonntag.45: Gottesdienst, Sup. Niederstein; 11: Kindergottesdienst: 12: Tausen: Dienstag 5: Bibelstunde in der Schule„Prinz von Preußen": Mittwoch 7,30: Gebetsstunde: 8: Bibelstunde im Lutherbause: Donnerstag 8: Vorbereitung zum Kindergottesdienst: Freitag 8: Bibelstunde im Jungmännerverein. Engelsburg. Sonntag.30: Gottesdienst, Henrici: 10.45: Tausen: 11: Kindergottesdienst: 8: Stadtmission, Epangelisation: Dienstag 8: Stadtmission, Dahlhausen. Sonntag.30: P. Bäumer: 11: Kindergotesdienst: 12: Taufen. Stievel. Tonntag 10: Kirche, P. Husemever: 10: Haar, P. Lohmeyer: Bibelstunden: Dienstag 8: in Haar II: Gerihe. Tonntag 10: Gottesdienst. B. Ruwwe: 11: Kindergotesdien: 12: Tausen: Freitag 7,30: Vorbereitung für den Kindergorteshrer):: Tamsiag#.30: Bibelbesprechung in der Gemeinschaft, Harpen. Sonntag 10: Gottesdienst, P. Leich: 11.15: Kindergottesdienst: 12: Taufstunde: Freitag 6: Kindergottesbienivorvergtzing., 9. FrüdaottesBochum=Weitmar. 8: Bthzgitgg dienst, Pf. Kraemer:.45: Haup ug dienst, Pf. Görtz: 11: Kindergotte### gu.= 12: Kirchentaufen. Donnerstag 8: Gemeinschaftsstunde. Mittwoch 8: Bibelstunde im Kindergarten, Schützenstraße. Ev. Jungmädchenverein Weitmar: Tonntag—5 Uhr Unterh. u. Bibelstunde. Jugendverein: Wettmar: Freitag 8 Uhr Bibelstunde: Eppendorf: Freitag 8 Uhr Bibelstunde. Ev. Männer= u. Jünglings= ssbhelfiunde: Weiimar=Mark Ritwoch Klosterkirche. 5 6: Messe, 7: messe; 8: Singmesse mit Predigt;.15: Schulerinnenmesse: 10,30: Singmesse m. polnischer Predigt; 5: Predigt, Andacht; „Antoniustirche..30: Messe: 8: Messe: mit Predigt:.30: Hochamt mit Prediat: 11: Messe mit Predigtz,.=Wegenag. Meinolphuskirche..30: Messe mit Pr.:.30: Schulmesse;.30: Hochamt mit Predigt: 10.45: messe: 11,30: Messe mit Predigt: .— Livoriustirche. Ab.30 Beichtgelegenheit: 7: Messe:.30: Messe mit Predigt: 10: Hochamt mit Predigt: Gl. Kreuztirche. Ab.30 Beichtgelegenheit: 7 und.30: Messe mit Predigt: 10.30; Hochamt, mit Predigt;.30 And. Herz=Jesu=Kirche Hamme. 7: Messe; .15: Messe mit Predigt: 10: Hochamt mit Predigt: 11.15:„Peßig mt Predigt; 2,30: Christenleyre, Andacht. Dreifaltigleitskirche.. 7: Messe: 8: kesse mit Predigt: 10: Hochamt mit Predigt;.30: Andacht. St. Annakirche Bochum=West. Ab .45: Beichtgelegenheit:(.30: Messe mit Predigt; 10: Hochamt mit Predigt; .30: Andacht. Franziskuskirche Riemke..15: Messe: .15,.30: Messe mit Predigt;.30: Hochamt mit Predigt: 11: Messe mit Predigt: 2,30: Andacht. Liebfrauenkirche, Altenbochum. 6,30, .45: Messe; 9: Kindermesse; 10: Hochamt mit Predigt;.30: Christenlehre, „ Laer. Ab 6,30: Beichtgelegenheit: .30: Messe mit Predigt: 10: Hochamt mit Predigt:.30: Andacht. Wiemelhausen, Johanneskirche,„7: Messe: 8,.15: Messe m. Predigt: 10.30: Hochamt mit Predigt:.30: Andacht. Herz=Jesu=Kirche, Hordel..30: Messe: 8: Messe mit Predigt: 10: Hochamt mit Predigt:.30: Andacht. Franziskuskirche, Weitmar. 6,30: Messe:.45: Messe mit Predigt; 9: Hochamt mit Predigt;„10.15:„Schulmesse Predigt: Wanne=Eickel. Josephkirche. 7: Messe; .30: Messe mit Predigt:.30: Andacht. — Franziskuskirghg,; Messe: 9: Hochamt m. Pred.: 10.30: Messe m. Pred.— Herz Jesu„ Kirche..30 Uhr: Messe mit Predigt: 10 Uhr: Hochamt mit Predigt: 2,30 Uhr: Andacht.— St. Michael=Kirche. 7: Messe:.30: Messe mit Predigt: 11: Hochamt;.30: Andacht.— St. Laurentius=Kirche. 6: Messe: 7,15: Messe mit Predigt:.15: Messe für die Polen:.15: Schulmesse mit Predigt: 10.15: Messe mit Gesang und Predigt: 11,30: Messe mit Predigt: 2,30: Andacht.— St. BarbaraKirche. 6,30:—Messe:„8:„Messe„mit tesdienst:„.10.15:„Generalversammlung des Gesami=Mannervereins 1. u. 2. Bezirk bei Heiermann; 3: Jungfrauenverein im neuen Pfarryaus am Hindenburgplatz; Montag 8: Jungmännerverein bei Kühn, Dorstener Straße, 312; Mittwoch 8: Kirchencorübung bei Hucke; Donnerstag 3: Frauenverein des 1. u. 2. Bezirks bei Hucke.—.=Weitmar, Goldhammerstraße 17. Mittwoch 8: Abendgottesdienst. P. Greve. Baptistengemeinde, Immanuelskirche, Hermannshöhe 21. Sonntag.30: Bibelstunde, Prediger Jaußen: 11: Sonntagsschule: 4: Predigt, Prediger Janßen: 6: Gemeind zeme gig atwoch 8: stroe z,. 49 gesebe z. polnise)“ Pre. Gebetstunde.— Gemeinoergu, Samme, Predtezz. 9: Meuse mit Hoinzsyger Pys.Hofstederstr. 131. Sonntag.30: Bibelbiat: 10: Jochamt mit Predigt:.0jstunde; 11: Sonntagsschulgzi, Tonucks, Andacht. Sonstige Gemeinden Cuurtag 26. Janugu.%% och tag 8: Bibelstunde.— Gemeindesaal Bärendorf, Goldhammerstr. 17. Sonntag.30; Bibelstunde: 11: Sonntagsschule: Donnerstag 8: Gebetsstunde.— Gemeindesaal Werne Hermannstraße 4. Sonntag.30: Bibelstunde: 11: Sonntagsschule: 4: Predigt: Dienstag.15: Bibelstunde. 2. Baptistengemeinde.=Weitmar. Am Steinknapp 56. Sonntag.30: Predigt: 11: Sonntagsschule; 4: Predigt und Abendmahl: Mittwoch 7: Andacht. —„ Walter Giescking Sein Urteil über Grotrian-SteinwegInstrumente lautet: „Grotrian-Steinweg. für mich das kullivierteste Hlavier der Well“ Allein-Vertretung. CLPI1 Planchaus MGrNS Sonntag. Ev.=Luther. Kreuzgemeinde Bochum. Kreuzkirche. Hamme: Samstag abend 6: Andacht. St. Pauli Bekehrung. Sonntag vorm..30: Gottesdienst, Pfarrer Stallmann: 10: Gottesdienst, Pfarrer Kerle; 11: Taufen, Pfarrer Kerle; 11.30: Kindergottesdienst. Mittwoch abend 8: Christenlehre, Pfarrer Stallmann.— Gemeindeheim, Lutherhof: Sonntag vorm. 11.30; Posaunenchor: 11.30: Generalversammlung der Sterbekasse: nachm. 3: Jungfrauenverein; 4: Jungmännerverein fällt aus: abends 6: Missionsvortrag, Pfarrer Stallmann. Montag abend 8: Jugendbund.„Dienstag abend 8: Kirchenchor. Mittwoch abend 9: Vorbereitung zum Kindergottesdienst. Allgemeine christliche apostol. Mission (Urkirche). Sonntag morgen.30: Feier der hl. Eucharistie: 5: Liturg. Abenddienst. Dienstag 3: Fest der sieben Geweinden. An der Landwehr 11.„ge. eue ooente Pthelalschest. 11 Sonn. C“ Et dositschon Woin 406 perw. 9 A. Tgauhrger Baslbaumweg Erner=Seaischen Wem! Bochum=Gerthe. St. Elisabeth. 7..30: Messe: 10: Hochamt mit Predigt:.30: Andacht. .=Harpen. Z. bl. Geist..30: Messe: 10: Hochamt mit Predigt:.39: Andacht. Hiltrop=Bergen. Z. hl. Joseph..30: Messe mit Predigt: 10: Hochamt mit Prediat:.30: Andacht. Werne. 6,45: Messe;.15: Messe m. Prediat: 10.15: Hochamt mit Predigt: .30: Andacht. Langendreer, St. Marjen=Kirche.,.30: Messe 8: Messe mit Predigt: 10.15: Hochamt mit Predigt:.30: Andacht. St. Bozgtat gg### Messe mit Vaterländischer Frauenverein vom Roten Kreug, Bochum empfiehlt seine staatlich geprüften und pflegerisch ausgebildeten Krankenschwestern und Hauspflegerinnen Anmeldungen: Sedanstraße,6. Tel. 60951 Nebenstelle 137 Sächsische BettiedernFabrik Paul Hoyer, Delitzsch 16 Prov. Sachsen, Angerstraße 4“ sendet Ihnen nur allerbeste, streng reeile Qualitäten# Beitiedern bedeutend billiger zu Fabrikpreisen Ferner prima Bettinlett. E Prüfen Sie selbst u. verlang. Sie Prob. und Preisliste umsonst und portofrei. u. nachm. 5: Mittwoch abt 18 Uhr.— Langendreer, Wanlvaumweg Minno. a5d. P Uhr.— Paer. 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Conntag Ossene guße, Nveuma, Porsahren(Er0: vorm..30: Predigt Bischof Dr. Um= behandelt nach eigener,,n#g gerz,#o. breit=VBerlin: 11: Saeizagzoule;„agm. folg in kurzer Lettzgserner Besaut, g. nt 18: Gelanogttge###en#entaglgen=, Peieren-, grrigg Gr. Rac# :: bis einschl. Freitag jeden Abend„van= Nervenleiden(ca. 100 Gr. Nachzurzg sveitzurg 2g. S. indergotiesdiensi=Vorbe“ etsiunde: Weimar=Mark Mittwoch— St. Bosztatigzgggnzimizesse Mit Tonntagsschule: 6: Predigt. Tienszag stunde:.30: Frinvergottesotens=vorbe: Bitbelt gihezgunde: Eppendorf: Sonntag Predigt: 10: powamt mit Predigtig. Jungsrauenverein. Mittwoch 8: BiPNG-. Gr-sagttechlenst Gamsinde, B WPjge hpgipng.#epngg.30. Andaot. 1L8:,JAug=geztlhescinze, Mtzpockt. 6ig 8; Hamme. Frübgottesdienst Gemeinve=/2,30 uhr Wortverkündigung im Kinde.-, Iugen haus:.30: Kraemer: Maarbrücke.30, garten.„„„ 8 10 9. Simon: Hauptgottesdienst in der Kirche 10: Simon= in der Wegescheid 10: Kraemer: Kindergottesdienst in der Kirche 11.15: Kraemer: in der Wegescheid 11.15: Falkenrobt: Tausstunden in der Kirche 2: Kraemer; in der Wegescheip 12.30: Falkenrotd.— Bibelstunden: Dienstag 8: Gemeindebibelstunde: Mittwoch.30: Bibelstunde in der Maabrücke: Donnerstag 8: Männerbibelkreis: Sonntag—4: Bibelstunde: Christlicher Verein junger Männer: Donnerstag 8: Bibelstunde: Jungmädchenverein Bethanten, mittlere Adteilung.,„ Hofstede=Riemte. Sonntag.30: Müdge: 11: Kindergottesdienst. Mübge: 12: Taufstunde: Freitag 8: Vorbereitung für den Kindergottesdienk: Freitag 8: Bi delstunde, Mübge. Dienstag 8: Bibelaade: Junamannervergirzuenperg#: 2gg 8: Bibelstunde: Jungrrauenperein.!: Dienstag 8: Bivelstunde: Jungfrauenverein 2. Prima Rheinpfälzer und Rotwein von Edelreben, frei dortiger Station, in Leibfässern von 30—40 Litern an(Faß franko zurück), pro Liter zu 80 Pfg. gegen Nachnahme.„...(vur(67670 Edesheim(Rheinpfalz) Neue Ganseiedern von der Gans gerupft. doppelt gerein. Psd..— beste Qual.,.50: Halbdaunen. gerein.,.—;% Daunen 6,75: Volldaunen.—. 10.50. Gerissene Federn mit Daunen, gerein..—,.25,.75. l Garantie für reelle, staubfreie Ware, ab neinde, Rottstr. 177.15 Pfund vortofrei. Vers. per Nachn. Pou nag Frau A. Wodrich, Gänsel.=Wäscherei, Mittwoch 8; Bi. Neutrebbin(Oderbruck).(2W17 Donnerstaa 8: Ein unumgänglich notwendiges Hilfsmittel für geschäftliches Vorwärtskommen und darüber hinaus ein kultureller tor ist die Zeitungsanzeige. Man denke immer daran, denn sie ist der Schlüssel zu allen geschäftlichen Erfolgen. Rinkem Mölltent k. 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Sgmigt, geisungigr, Gemeinden Szievel..30; Messe: 10: Hocham! airche gesu Christi der Heiligen der Hofsieder Straße 50, mit Predigt: 3: Andacht. gieche Jesu, Khrint, ver, Heiligen, der Hofsteder Straße vv. u. Eig. leuten Tage. Jeden Sonntag abend:Sprechstunden Dienstags und Freitags von 9½ Uhr ab Eine Höchstleistung Aud Dauer=Wellen äußerst preiswert abzugeben. Autovertriebs=Gesellschaft Hattinger Straße 174— Ruf 691 83 Danuar 1930 mit Preoigt: 3: Andaai. letzten Tage. Sonntag, 26. Junuur„Lattenscheid. 6: Messe; 7: Messe m. Predigtversammlung, im Propsteitirche. 6: Messe: 8: Messe m. Predigt: hl. Kommunion des Frauen= Hof“ Alleestraße 14, 1. Etage. Predigt: 9: Messe für die böberen Schu= und Müttervereins: 8: Messe mit Pre= Gv.=luth.(altluth.) Kirchengemeinden. len: 1o: Liturgisches Hochamt: 11.15:/5ig:; bl. Kommunion der Swidbert=/1. Gemeinde Bochum Lirche Diberauz. Messe mit Predigt;.30: Christenlebre, schule: 5. Messe mit Predigt für die 52. Tonntag 10.30: Predigigottesdienn, Unggcht.#uung. 1..n.## 9 ah; höberen Schulen: 10: Hochamt mit Pre= Zuperintendent Ziemer: Montag.30: Marientirche. 6: wten 6.15;.3; digt: 11.30: Messe mit Predigt:.30: Kirchenchorübung: Mittwoch 4,.35: UnterMesse mit Predig::=2/3.20: un Andacht:.15: Tause: 4: Andacht und richt der Kinder: 6: Frauenpexeln, ami: 11: Messe mit Bredigt:.30: un; Vortrag für den Mütterverein. s2. Gemeinde Hamme, Laal ouce, Zertsteit, von 5. Auch bei alten Gallensteinen Gallenblasenentzündung. Geibsucht, Leber-, Magen-, Nierenskrankheiten empfehlen wir den seit 30 jahren best. bewährten Stern- Engel- Tee Nur In Apotheken erhältlich. Notariell beglaubigtes Beweismaterial gratis durch Vegetsbillsche Hellmittelfabr. Bad Schandau Elbe in settigem Haar. Garantie für Haltbarkeit, von.— bis 25.— Mark.(2R39 AevUrrt. WeeT Derr, des KünDeziks Schalke 04-Schwarz-Weit Ellen— Preußen 07 und Tus haben ltarke Gegner Die Sonderklaffe des Ruhrbezirks hat morgen ihr letztes großes dendes Spiel. Schalke 04 empfängt morgen den ewien Zweiten des Ruhrbezirks, Schwarz=Weiß Essen. Seit Schalke 04 zur ersten Klasse aufgerückt ist, hat die Mannschaft um Kuzorra und Czepan den Leuten vom Uhlenkrug den Rang abgelaufen. Auch ir: diesem Jahre ist die Meisterschaft so gut wie sicher wieder zu Gunsten der Schalker entschieden und Sctwarz, Weißlagt mit erzihigpeszeßeäheizlichleitz wieder den zweiten##atz inne. Unzweiferhaft ist die Kuhrbezirksmeisterschaft bei dem westdeutschen Meister am besten aufgehoben, #####is sondern neben der Sp. Vg. Sülz auch des den Ausgang denn er stellt die stärkste Mannschaft Ruhrvezirls, sThrern neben der Sp. Vg. wesideutschen Spielverbandes. Ueber den der ung am Essener Uhlentrug sah mit:1 siegreich. Auf eigenem Platz muß man diesmal im Rückspiel der Kuzorra-Mannschaft, die besse: ren Aussichten einräumen. In technischer Hinsicht ist ihnen die Essener Elf sicher ebenburtig, aber Einzelkönner von so hervorragendem Format, wie Czepan, Kuzorra und Rothardt hat Schwarz= Weiß nicht in seinen Reihen. Und das ist eben für der: Reister mit einem Vorsprung von zwei bis drei Toren Meinter mit einem Vorsprung von zwei bis drei Torer als sicheren Sieger. Germania Bochum- Caltrop 02 gleichwertig, trotzDie Gegner sind sich unbedingt dem die Bochumer in ihrem letzten Tabellenletzten, Essener Sp. V. 99 versagten. Diese viel und morgerg weniger., ien warten die Germanen als knappe Sieger. ..V. Linden—Schalke 96 Harzum wersen mannschaft, die zwar harten Widerstand leisten wird, aber die Punkte Linden abgeben muß. Zu Hause sind die Marker immer ein gefährlicher Gegner gewesen. Alemannia Dortmund—Effen 99 Das Spiel ist von untergeordneter Bedeutung. Die Alemannen haben in diesem Jrahruch boine gepesezenge form erreicht. Das Gleiche Oyt„.Gegnern die Punkte Radrennbahnleuter::„Wer von den#egnn n Pune einheimsen wird, ist kaum vorauszusagen. Wir hatten die Alemannen für etwas besser. Die I. Bezirksklaffe sieht zwölf Vereine im Kampf. Alle vier Bochumer haben noch berechtigte und zum Teil recht gute Aussicheinen der vier ersten Plätze. Die Festsetzung der morgigen Spiele ist nicht sonderlich geschickt vorgenommen worden. Während schon in der Sonderklasse unsere beiden Vertreter Germania und M. B. E# den zu Hause spielen, empfangen auch noch Tus. und Preußen 07 ihre Gegner. Vier Spiele der Sonderklasse und 1. Bezirksklasse an einem Sonntag ist für die Verhältnisse, die in dem Fußballsport in unserer Stadt herrschen, des Guten etwas zu viel. Die Begegnungen sind wie folgt angesetzt: TusS. Bochum— Sp. V. Werne „Preußen“ 07—„Westfalia“ Herne „Germania“, Herne—„Preußen“ Wanne Henrichshütte— Hattingen Witten 07—„Rasensport“ „Sportfreunde“— Dortmund 95 Tus. hat eine schwere Aufgabe zu lösen. Der Werner Gast enttäuschte nach anfänglichen Mißerfolgen nach der angenehmen Seite. Er hat die stärksten Mannschaften der Reihe nach auf eigenem Platz recht siche mit hohem Torunterschied geschlagen. Auch die letzten Spiele, die er auswärts austrug, hat er zu seinen Gunsten entscheiden können. Die Mannschaft ist auf eigenem Platze zur Zeit wohl von keinem Verein der Gruppe zu schlagen. Aber draußen ists mit der Spielstärke der Mannschaft nicht so weit her. Der TuS. steht vor keiner unmöglichen Aufgabe. Erst in seinen letzten Spielen gegen Rasensport hat er noch bewiesen, daß mit ihm zu rechnen ist. Wir glauben: aber nicht, daß die Stadionleute in der Lage sein werden, den Siegeszug der Vorstädter aufzuhalten. Auch„Preußen“ 07 hats sehr schwer. Der Spitzenreiter der Tabelle,„Westfalia" Herne, hat sich bisher am beständigsten gezeigt. Wahrscheinlich ist, daß die Mannschaft mit viel Glück gekämpft hat. Ueberragend ist sie jedenfalls nicht. Was die Mannschaft auszeichnet, ist die Schnelligkeit und das restlose Einsetzen eines jeden Spielers für den Sieg.„Preußen" kämpft oft launenhaft. Wenn sie morgen einen guten Tag haben, liegt ein Sieg sehr wohl im Bereich der Möglichtes.„rn 4. 80 „Germania“ Herne empfangt die Wanner reußen". Die Geaner sind sich absolut gleichwertig. Man muß aber den„Germanen“ ein kleines Plus einräumen, weil sie auf eigenem Gelände kämpfen. Der Ausgang des Lokalderbys in Hattingen ist schlecht vorauszusagen.„Die Mannschaften sind sich ziemlich ebenbürtig. Das Glück, das nun einmal im Fußballsport eine große Rolle spielt, wird in diesem Kampf den Ansschlag geben. Die Bochumer„Rasensportler" machen einen Ausflug nach Witten, um sich dort Sieg und Punkte holen. Natürlich darf die Mannschaft das Spiel nicht zu leicht nehmen, sonst könnte sie ihren Anhängern eine Enttäuschung bereiten. Auch in Dortmund kommt ein Lotalderby zum Austrag, dessen Ausgang völlig ungewiß ist. Dortmund 95 hat sich stark nach vorn geschoben und ist heute sicher so stark wie„Sportfreunde". Auch hier wird „Fortuna“ dem Glücklichen erst nach hartem Kampf die 1 Puntte in den Schoß werfen. II. Bezirksklaffe GruppeI: Vovinghausen— Langendreer 07 rend in Gruppe 2„Preußen“ Steele, Steele 08 und Byfang als Sieger zu erwarten sind. Gauklaffe Gruppe 1: Hordel— Riemke Altenbochum— Harpen Laer— Hiltrov.n V. f. B. Werne—„Respa Gruppe 2: Winz=Baak— Bommern V. f. B. Bochum—„Union“ Heven Sprockhövel— Dahlhausen Ruhrtal— Stiepel Eppendorf— Querenburg Bochum=West— Polizei Der Spielbetricb in der D. T. Handball. und Tvgg.„Eintracht; Hagchzum,„Wenn auch sich hat, so stebt ihr formgemäß Pperin geptegren, ehe wird sicher mit ganzer Energie bei der Sxchrpheim, jnde Böchum— Ehrenfeld=Rechen, To. Röhlinghausen— To. Welver— Evgl. Gesellenv ,Zochy. Pamser Herbede, Engl. Geselleno. Wanne— Ttb. Wanne, Tkb., Herne— hausen. und in der 2. Gruppe„Jahn“ Günnigfeld. Der Sport in Wattenscheid Die Bezirksklasse bringt vier Punktetreffen und zwar Wanne 11—„Alemannia“ Gelsenkirchen, T. B. Eickel— Mengede, Wattenscheid 09— Sodingen, Röhlinghausen Mit Ausnahme des ersten Treffens gehören die nachfolgenden der Spitzen= bzw. der Mittelgruppe an, stark nachgelassen haben, ist es fraglich, ob sie ihren Sieg gegen Mengede wiederholen werden. Der Sieger aus dem Treffen Wattenscheid 09 und Sodingen nimmt den zweiten Tabellenplatz ein. Das letzte Treffen könnte unentschieden enden.— Die Gauklasse bringt folgende Paarungen: Rasensport Wanne— Sp. V. H sterhausen, Tus. Reichsbahn Wanne— Rasensport Holthausen, Fortuna Wanne— V. f. L. Herne. Gelichert! Deutschland—England Berlin, 24. Januar. Die Verhandlungen des Deutschen Fußball= bundes mit der englischen Football=Association für das Länderspiel im kommenden Mai stehen heute so günstig, daß mit einem festen Abschluß nun bestimmt gerechnet werden kann. Ein Geschäft wird dieses Treffen deren Vereine alles einsetzen werden, um den Anschluß Bgrsse e Brutto Einnahmen. Der D. F. nach oben nicht zu verlieren. Für Wanne 11 könnte Z. ann nur einen ganz geringen Betrag verdienen. der eigene Platz ausschlaggebend sein. Da die Eickeler verdienen. ime, so sind wie 1m8 Rechnet man 60 000 Mark Gesamteinn“ so st von den restlichen 30000 Mark samtliche Unkosten u Platzmiete, Kontrolleure, Reisen der Spieler, Reklat v: Man erwartet von den Engländern, daß sie nun auch die Deutschen nicht enttäuschen werden, damit dieses große Entgegenkommen des D. F. B, nicht u. noch mit einem matten und schlappen Spiel belohnt wird. N. Benngorgen VielbrFiehfer Boja war ein gleichwertiger Gegner— Gühring punktet Schönrath aus Berlin, 25. Januar.(Eig. Drahtber.) Die Berufsboxkämpfe im Berliner Sportpalast auch seine Sensationen. Der Einleitungskampf Tobeck(Breslau)— Dräbing(Saarbrücken) sah den Breslauer Examateur wieder in ausgezeichneter sehr erbittert wurde in dem Form. Die beiden Mittel schnellen 6 Runden=Kampf Punktsieger hervorging. Treffen Dübbers(Köln, 58 Fußball. Das Fußballvrogramm sieht im Emscher=Ruhrgau chend die Punkte. Ungewiß ist der Ausgang des Spiels „Tura“ Günnigfeld— Bochum=Steinkuhl. kg)— Harry Stein(Berlin, 54,2 kg) owos, Vaonangewsäciso Ergesigr ,Ziuhen schase in der Ueberlegenheit noch deutlicher. Dübbers mußte in der sechsten und siebenten Runde wegen Genickschlages und Haltens verwarnt werden, ging aber in der Schlußrunde mit derartigem Feuer los, daß er den Punktvorsprung des Gegners noch aufholen konnte. Das Wenn's Morgen tersport Jahr nicht schneit und friert Wilhleripert-Arrranpf Die Sportveranstaltungen im Reich Leichtathletik Urteil Unentschieden wurde mit großem Beifall aufgenommen. Eine Ueberraschung brachte der Kampf Jakob Domgörgen(Köln, 60,4 kg)— Noack(Berlin, 58.5 kg). Der in Gewicht und Größe benachteiligte Berliner zeigte sich dem deutschen Leichtgewichtsmeister glatt überlegen, so daß er in dem 8 Runden=Kampf zu einem sicheren Punktsieg kam. Domgörgen konnte nur in der dritten und vierten Runde einigermaßen gefallen. In der fünften Runde mußte er eine große Zahl rechter Haken nehmen und in den letzten Runden war er zumeist völlig groggy. Nur seine große Härte bewahrte ihn vor dem k. o. Die Endausscheidung zur deutschen Schwergewichtsmeisterschaft Gühring(Stuttgart, 91,7 kg)— Schönrath(Krefeld, 86.2 kg) ergab einen einwandfreien Sieg nach Punkten für Gühring. Das Treffen zeigte wenig interessante Augenblicke, da Gühring wie in all seinen Kämpfen wieder sehr unentschlossen war. Schönrath kämpfte verbissen und energisch, konnte sich aber nicht durchsetzen. In der dritten Runde wurde Schönrath hart getroffen und zeigte deutliche Wirkung. Eine Ueberraschung hätte es bald in der fünften Runde gegeben. Guhring sackte auf einen genauen Kinnhaken für einen Sekundenbruchteil zusammen. Er erholte sich aber verhältnismäßig schnell. In den nächsten Runden wurde der Stuttgarter mehr und mehr überlegen. Sein Gegner war deutlich angeschlagen und taumelte manchmal groggy durch den Ring. Da Gühring aber zauderte, kam Schonrath um die k..Niederlage. Unentschieden Meister Hein Domgörgen vermochte seinen Gegner Boja, der mit aller Verbissenheit kampfte, um sich in den Besitz des deutschen Mittelgewichtsmeistertitels zu setzen, nicht zu schlagen. 12 Runden wurde mit großer Erbitterung um den Sieg gekämpft. Aber weder Domgörgen noch Boja vermochten soviel Punkte zu sammeln, die zum Sieg notwendig waren. So endete der Kampf unentschieden. sollte ein Großkampftag im Winsein. Aber der Winter will sich in diesem durchsetzen. So wird man damit rechnen anstaltungen im Deutschen Schnee und Eis warten, erfreuen sich die Fußballer Keascsane ieckt surniken deie Ehdosele, Koch die Sihz. Veidenschland dürfte, gie znach eine Weise Hauern, bis alle Bezirksmeister festslehen. (Dintersport Ob die Wintersportler an diesem Wochenende ihr umfangreiches Programm restlos abwickeln können, läßt sich heute noch nicht sagen. Im Vordergrund des Interesses stehen hier die Europameisterschaftstitelkämpfe im Kunstlaufen und Schnellaufen. Bei den in Wien stattfindenden Kunstlaufwettbewerben für Damen und Paare ist u. a. auch England mit einigen guten Kräften vertreten, doch dürften die Oesterreicher in erster Linie für die Entscheidung in Frage kommen. Die Schnellauf=Europameisterschaften in Drontheim dürften einen neuen Besaften in Drantheim dür).,#n und Thunweis der nordischen Ueberlegenheit bringen und Tmm berg und Vallangrud in Kront seben. Iggsszgige mit dem Kongreß des Internaziongten, Pohi,..250 bandes werden am Samstag und Sonntag auf der 250 Meter langen Bobbahn in Caux=Montreux die Weltmeisterschaften im Bobfahren entschieden. Die deutschen Unterverbände haben fast durchweg für das Wochenende ihre Stimeisterschaften angesetzt. In Chamonix tritt vor dem am Montag erfolgenden Beginn der Eishockey=Weltmeisterschaften die Internationale Eishocken=Liga zu ihrem alljährlichen Kongreß zusammen. An der Weltmeisterschaftskonkurrenz selbst sind nicht weniger als 12 Nationen beteiligt. Die Leichtathleten treten am Samstag ebenfalls wieder auf den Plan, und zwar gelegentlich des Gale Slcht uoß aaud;, Nr Bgazent, 6 i.-=ägoösß rr Pelser startet bei den australischen Meisterschaften in Melbourne. Radtport Der Radsport bringt innerhalb der Reichsgrenzen neer Amateurwettbewerbe in der Dortmunder West falenhalle. Umsomehr interessieren die Ereignisse auf den ausländischen Bahnen. Möller trifft in Paris wie üblich auf starke Konkurrenz, und auch Rausch=Hurtgen werden in Brüssel bei einem Mannschaftsrennen keinen leichten Stand haben. In Basel starten in einem 90 Kilometer=Mannschaftsrennen nicht weniger als fünf Deutsche, nämlich bereits am bid Bleges, der nit Piähl scher.“— Ju 8. einer Sitzung zusammentreten, um sich in der Hauptsache mit der Festsetzung der diesjährigen Termine zu beschäftigen. Handball Im Handball gibt es an diesem Wochenende ein besonderes Ereignis, nämlich das im Berliner Sportpalast stattfindende Hallen=Handballturnier, an dem neben acht Berliner Mannschaften drei andere aus dem Reiche, nämlich Polizei Halle, Sport freunde Leipzig und Darmstadt 98. sowie die gute österreichische Mannschaft des Wiener A. C. teilnehmen. Die jeweils auf 20 Minuten Spieldauer angesetzten Kämpfe werden mit Siebener=Mannschaften bestritten. Frankie Genaro ist Italiener. Der bekannte amerikanische Boxweltmeister im Fliegengewicht, Frankie Genaro, der noch vor einigen Tagen seinen Titel erfolgreich gegen den jungen Franzosen Trevidic verteidigte, stammt von italienischen Eltern ab und hat jetzt die italienische Staatsangehörigkeit erworben. Ungarn blieb Sieger Berlin, 24. Januar. Die Tischländerspiele um den SwaythlingCup wurden am Donnerstag bis in die späten stunden fortgesetzt, brachten aber bereits die Entscheidung mit dem Treffen Ungarn gegen Oesterreich, das erstere glat tmit:0 gewannen und damit den Pokal erfolgreich verteidigten und in allen Treffer: nur einen Punkt einbüßten. Den zweiten Schweden belegen, das allerdings noch gegen Wales zu spielen hat, vor Tschechoslowakei und Oesterreich. Aus dem Bochumer Sportleben Hauptversammlung des Stadtverbandes für Leibesübungen. Am kommenden Dienstag findet im„Bochumer Hof" die Jahres=Hauptversammlung des Stadtverbandes für Leibesübungen statt, zu der neben sämtlichen Verbänden und Vereinen auch unsere Magistratsmitglieder und Stadtverordneten geladen sind. Die Turn= und Sportvereine der neu hinzugekommenen Stadtbezirke haben an diesem Abend Gelegenheit, sich aufnehmen zu lassen. Werks- und Firmenlport et nur ein Meisterschaftsspiel und zwar warz=Weiß M..“—„Zeko“ statt. Dieses Spiel wird auf dem Albert=Hoppstaedterplatz ausgetragen und wird wahrscheinlich, an den letzten Leistungen gemessen,„Schwarz=Weiß" als Sieger sehen.— Auf dem Sportplatz an der Freiligrathstraße treffen sich im Freundschaftsspiel der„V. E..“.—„Westfalia“ Bochum. Die V. E..er werden wohl gegen eine kombinierte Mannschaft Westfalias einen knappen Sieg erringen. B. 3. K. 19 Boxrheuie Der Gegner ist Köln-Welten Nach längerer Pause tritt mit einer Veranstaltung an Gegner hat er sich den Kölner tet, den er im ersten Kampf mannschaft der Bochumer ist Neusel und Wieser II wieder der B. S. K. 19 wieder die Oeffentlichkeit. Als Boxklub Westen verpflichbesiegt hat. Die Kampftrotz des Abgangs von recht stark. Der Schwer„Westfalia“ Castrop 11 „Preußen“. Stecle 03 Byfang Die. Spiel— Lütgendortmund — Gerthe=Helthausen Gruppe 2: Steele—„Concordia“ — Steeie 09 Herbede der Gruppe 1 dürften Bövinghausen. gewichtler Matthäi, der in seinem letzten Kampf so außerordentlich gut gefiel, ist ein würdiger Ersatz für den nach Berlin gereisten deutschen Meister Auch für Wieser II hat sich der Verein aus seinem Nachwuchs einen gut veranlagten Mann in Erbsner herangezogen, der heute beweisen soll, was er kann. Mit Koch, Jestett, Stange, Piotrowski I1 und Wieser 1 wird diese Mannschaft wieder einen beachtlichen Gegner abgeben. Die Kölner Mannschaft gehört zu den besten des Westdeutschen Boxverbandes. In ihren Reihen kämpfen so gute Leute wie Kern, Rissen und Ließner. Gespannt darf man auf den Ausgang Begegnung Piotrowst# 11— Kern sein. Fliegengew. Bantamgew. Federgem. Leichtgew. Weltergew. Mittelgew. Halbschwergew. schwergew. S. K. Koch Jestädt Piotrowski Stange Erbsner Piotrowski Wieser 1 Matthäi gegen Köln Westen Winkler Nissen Kern Ungerathen Schulze Beginn Dreher Heute findet „Schw Wanderfalrer treffen sich auf dem Bulowplatz zur Die Spiele der Gruppe 1 dürften Povinghausen Westsatia“ und Holthausen für sich entscheiden, wayder II..— Kern sein. Der Kölner ist in seiner Gewichtsklasse einer der Besten des Verbandes. Von besonderem Interesse wird der Kampf im Schwergewicht zwischen Matthäi und Ließner Die Bochumer Boxsportanhanger sind sicher gespannt darauf, was Matthäi inzwischen neben seinem großen Kämpferherz im Boxen hinzugelernt hat. Der routinierte Kölner ist ein harter Prufstein für ihn. Die Paarungen des Abends lauten: Ließner euweigen. Matthé Ruhrbezirksmeilterschaft im Handball Der Polizei Sp. B. hat seine letzte Chance. In den Endspielen um die Ruhrbezirksmeisterschaft bringen die morgigen Spiele interessante Tressen, di für die Meisterschaft von entscheidender Bedeutung sind. In der ersten Begegnung, die in Bochum auf dem Germaniasportplatz stattfindet, sind die Gegner: Polizei Bochum—„Preußen“ Wanne. Die Bochumer haben Gelegenheit, die Viezeflage aus der ersten Serie wettzumachen., Die Umnetlung hat sich bewährt und es sollte auf heimischem Gelände zu einem wenn auch nur knappen Siege langen. In dem zweiten Spiel Polizei Dortmund— Werden 08 sollte Dortmund durch einen klaren Sieg seine Spitzenstellung behaupten. Freundschaftespiel: Witten 92—„Blau=Weiß" Bochum. R. V.„Westfalia 95“. Die Sonntag vormittag.15 Uhr Fahrt nach Sprockhövel. Freier deutscher Turnerbund Bundes=Geräte=Wettkampf Kreis 1 gegen Kreis 2. Mit voller Spannung sieht man dem vom Freien deutschen Turnerbund veranstalteten Bundes=Geräte=Wettkampf, der, wie bekannt, heute in Bochum(Schützenhof) stattfindet, entgegen. Nach den letzten Ausscheidungskämpfen in Bochum und Dortmund muß man die meisten Siegesaussichten dem Kreis 1 geben. Aber noch ist keine Entscheidung gefallen, denn auch Kreis 2 hat int den letzten Wochen Zeit zum fleißigen Ueben gehabt. Der Kreis 2 hat folgende Mannschaft aufgestellt: Lindner(Hörde, Kreismeister am Reck), Krusel Hörde, Kreismeister am Barren), Schmidt, Schollden, Tellgenkämper, Rosenthal und Mülhausen sind mehrfache Sieger im Vierkampf und im Einzelturnen. Es folgen noch: Tüttemann, Domagalski, Maronart, Schulze, Blaurock, Stricker, Krause, Krummacher. Der Kreis 1 tritt mit folgender Mannschaft an: Lodwig(Bochum, Bundes= und Kreismeister Rooke(Bochum, Bundes= und Kreismeister 1927, Pianowski(Gelsenkirchen. Kreismeister am Reck), Piever(Gelsenkirchen, Bundesmeister), Grosch (Werne, Kreismeister am Reck, Schwung), Baum Günnigfeld=Hordel, Bundesmeister), Bartwig Crange, Bundesmeister 1929), Breutkreutz(Hofstede, Kreismeister 1929 am Pferd), Hoffknecht(Bochum), Kalenka(Werne), Schuff, Kreimaier, Dzewas 1, Dzewas 2. Nadrowski, Pelz, Sowatzki, Sippel, Jahn, Schwerer, Wach und Pewny. Nr. 21 37. Jahrgang 3. Beilage zum Bochumer Anzeiger und General Anzeiger Samstag, den 25. Januar 1930 Das Ungiaussa,„a. Punter Wie vos Sohey vvov, am und vom Eiebrecher„Krassr geretet wunrde iu dwere St dem Tanze hin. Hätte das Parkett nicht eine leichte Neigung nach der Steuerbordseite gezeigt, so wu# überhaupt nichts daran erinnert haben, daß das Schiff Havarie hatte. Um das Leck auf der Backbordseite zu verstopfen, waren Stahlplatten nötig. Wir mußten also den Fußboden unseres Maschinenraums opfern, einen Teil unseres Schiffes zerstören, gewissermaßen ein Stück aus unserem eigenen Körper herausreißen. Wir taten auch das: denn schließlich mußte doch Rat geschaffen werden. Die urveiten gingen nun erfolgreich vorwärts— die Stahlplatte wurde mit 70 Bolzen befestigt und von innen mit Zement ausgegossen. Als Kapitän Meyer seinen Passagieren erklärte, daß er ohne den„Krassin" weiterfahren werde, wäre es beinahe zu einer kleinen Meuterei gekommen. Er kam daher noch eimal zurück und bat, ihn bis Hammerfest zu begleiten. Auch damit erklärten wir uns schließlich einverstanden. Zur größeren Sicherheit gingen unser zweiter Steuermann Breinkopf und der Schiffszimmermann Paramoschin an Bord des„Monte Cervantes". um das Schiff auf seiner Fahrt längs der Küste Spitzbergens zu begleiten. daß das Polarschiff„City of Newhol Expeditionsbasis noch nicht erreicht habe. Den jüngsten Funkmeldungeg. Bzrds zufolge, werde, das Saif vielmehr am Nordrande des Packeises, 525 Seemeilen von Little America, festgehalten, und es habe den Anschein, als ob die ungewöhnlich schweren Eisverhältnisse in der Roßsee einen Durchbruch durch die See unmöglich machten. Kapitän Wrighley ersucht deshalb das Staatsdepartement, die norwegische und die englische Regierung um Beistand zu bitten. Fünf norwegische Walfischfänger, die als Eisbrecher gebaut sind, und die zurzeit in unmittelbarer Nähe von Little kreuzten, würden in der Lage sein, für die„City of Newyork" eine Bahn durch das Packeis zu brechen und der Expedition die Rückkehr zu ermöglichen. Eile sei geboten, da der Sommer nahe und das Zufrieren der Roßsee Mitte Februar zu erwarten sei. Admiral Byrd unternahm am Mittwoch einen Forschungsflug hundert Meilen westwärts, danach einen Flug hundert Meilen südwärts durch das Zentrum Ueber die Rettungsexpevinon des„Krassin“ für die „Italia"=Luftschiffmannschaft ist soeben bei der Deusche Verlagsgeselschaft, Verlite. gienen, heiell Professor R. Samoitgwitsch ersczienen, betitelt os in der Arktis.„8 444217611 Ein Abschnitt handelt von dem Zwischen in Belsund, wo der Kapitän der„Krassin" die dringenden Hilferufe des vom Eise beschädigteg, Damhfers„Montes Cervantes“ auffing und sofort beiorehte, um das Schiff zu retten. Es heißt dort: Die Westküste war immer noch von einem Eisgürtel eingefaßt. In dieses Eis hätte sich kein anderes Schiff außer dem„Krassin" wagen dürfen, und der „Monte Cervantes“ hat seine Unvorsichtigkeit schwer büßen müssen. Noch gut, daß wir in Wir gaben Volldampf und nach zehn Stun hatte der„Krassin" sich durch das Eis zur RechercheBucht bindurchgewunden,.., Tczifehriten 8..1. Das ganze Oberdeck, die Schiffsorucen, die Rettungsboote auf dem Vorder= und Achterdeck waren mit einer bunten Menschenmenge angefüllt, die uns mit Tüchern, Mützen und Schals zuwinkte. Als wir näher herankamen, vernahmen wir begeisterte Hurra= und Bravorufe. Beifallsklatschen ertönte, das sich augh, noch fortsetzte, als der„Krassin“ an der Seite des„Monte Iim Vergleich mit dem„Monte Cervantes“ war unser Eisbrecher ja nur klein; nur halb so lang wie dieser, reichte er mit seiner Kommandobrücke kaum bis an das Zwischendeck des Ozeandampfers heran. Sogleich erschien auf einem Motorboot der Kapitän des havarierten Schiffes, Herr Meyer, eine im Dienst ergraute kräftige Seemannsgestalt von etwa sechgig Jahren. Er war sehr verstimmt und erzählte exregt, daß er sich zum ersten Male in den Gewässern Spitzbergens befände und daß er, trotzdem er einen norwegischen Lotsen an Bord habe, Havarie erlitten hätte. Aus unserem Gespräch ergab sich, daß das Schiff durch zerstückeltes Eis gefahren war und— ohne irgendwelche Gefahr von seiten der anscheinend nur kleinen Eistrümmer zu vermuten— offenbar ein Leck im Vorderteil erhalten hatte. Als der Einbruch des Wassers in die vorderen Schotten bemerkt wurde, lief das Schiff sofort die Recherche=Bucht an und ging hier vor Anker. Der ausgezeichnete, mit den Bedingungen der Eisschiffahrt aber anscheinend nur wenig vertraute Seemann hatte nicht in Betracht gezogen, daß nur etwa ein Neuntel der Eisscholle aus dem Wasser herausragt, während acht Neuntel im Wasser verborgen liegen und meist sehr scharfe Kanten haben. Es war daher nur natürlich, daß bei einer Fahrt durch derartiges Eis, sogar mit halber Geschwindigkeit, und bei den weit auseinanderliegenden Spanten des Schiffes auch die zolldicke Eishaut des Vorderschiffes dem unprall der Eisschollen nicht standhalten konnte. Der Vorfall war um so bedauerlicher, als der für Fahrten zwischen Europa und Südamerika bestimmte Dampfer erst im Jahre 1927 von Stapel gelaufen war und jetzt gerade seine dritte Reise machte. Sowie das Leck gefunden war, wurde es mit Segeltuch überzogen. Inzwischen arbeiteten unsere Zimmerleute auf dem Eisbrecher an der Holzverkleidung, die dann mit Hilfe der Taucher an das Leck angelegt wurde, um die Löcher für die Bolzen zu bohren. Besonders schwierig war es nachher, die Holzplatte an den eingedrückten Stellen der Stahlpanzerung zu befestigen, was aber schließlich ganz ausgezeichnet gelang. Am 27. Juli ging der„Krassin“ an den Bug des „Monte Cervantes“ heran, legte sechs Pumpenschläuche in die Schotten des Vorderschiffes und begann mit dem Auspumpen des Wassers, 1000 Tonnen die Stunde. Dann wurde die Holzplatte aufgesetzt und mit Bolzen verschraubt. Schon nach drei Stunden war das Wasser um drei Zoll gefallen und der Tiefgang des Schiffes hatte sich auf 24 Fuß verringert. In dem Raum Nr. 1 war jedoch der Wasserstand trotz aller Arbeit der Pumpen unversnde#t gehlig: ben. Dieser Umstand machte uns große Sorge, da wir glaubten, daß der Hauptteil der Arbeit nun geleistet sei und vielleicht noch ein halber Tag nötig sein würde, um sie zu beenden, wonach wir gleich wieder in See gehen könnten— und vlötzlich stellt daß wir erst am Anfang Für uns bestand kein Zweifel, daß irgendwo noch ein anderes Leck vorhanden sein mußte. Unsere unermüdlichen Taucher wurden also nochmals unter Wasser geschickt, um die Backbordseite zu untersuchen. Am 29. Juli besichtigten die Taucher nochnals die Backbordseite und stellten dabei folgendes fest: Verbindungghesse, zägeier Platten wor Grh,ichatg; unter der Wasserunie eine horizontale Eindrügung von 3 mal 1,2 Meter vorhanden, über die sich fast in ihrer ganzen Länge ein Riß hinzog. An beiden Enden des Risses zeigten sich drei etwa einen Quadratfuß große Lecke— und zwar zwei nach vorn zum Bug und eins zum Heck—, die sich gerade gegenüber dem ersten beies mußie also noch ein Pflaster aufgelegt werden; als die Pumpen gleich darauf ihre Tätigkeit wieder aufnahmen, begann das Wasser lehr schnell zu sinken, und schon am nächsten Tage hatte das Schiff seine normale Lage wieder eingenommen. Das gesellschaftliche Leben auf dem Schiff hatte unterdessen keine Unterbrechung erlitten. In den beiden Restaurationssälen und im Café spielten Orchester Modetänze, und die Passagiere gaben sich unbekümmert Fährschiffunglück auf dem Viktoria-See London, 24. Januar. In der Nähe von Kigale in Ruanda ist ein Fährschiff auf dem Viktoria=See gesunken. Die Passagiere wurden ins Wasser geschleudert und sind, ohne wieder aufzutauchen, verschwunden. Wie man befürchtet, ist die Gegend von Krokodilen verseucht, die oft in ganzen Schwärmen in der Nähe der Unglücksstelle auftauchen. Die Unglücksstelle stellt die Hauptverbindungslinie der Fährboote zwischen Ruanda dar. Bei dem Unglück sind 13 Personen, darunter ein Europäer, ums Leben gekommen. Das Zechenunglück in Schlesien Die Grubenaussicht unter Anklage * Waldenburg, 24. Januar. Die schwere Schlagwetterkatastrophe vom 29. Juli 1929 im Schwesterschacht der Glückhilf=Friedenshoffnungsgrube in Nieder=Hermsdorf, bei der 33 Bergleute den Tod fanden und zwei schwer verletzt wurden, wird nunmehr ein gerichtliches Nachspiel finden. Die Untersuchung der Staatsanwaltschaft hat dazu geführt, daß gegen den Leiter der GlückhilfFriedenshoffnungsgrube, Bergwerksdirektor und Bergassessor Benninghoff und gegen den Betriebsführer Titze Anklage erhoben wird. Ferner werden sieben weitere Angestellte der Unglücksgrube, die für die Aufsicht mit verantwortlich sind, angeklagt werden. Die Anklage selbst wird auf fahrlässige Tötung lauten. Da das Sicherheitsproblem für den gesamten deutschen Bergbau von hervorragender Bedeutung sein wird, werden die bekanntesten Sachverständigen des Bergbaues als Gutachter erscheinen. Stolz vor dem Richter Tscherwonzenfälscher zum Tode verurteilt Kowno, 24. Januar. Im Tscherwonzenfälscherprozeß in Leningrad ergriff der Hauptangeklagte Rittmeister Schiller das Wort. Er betonte, daß er keine Gnade von der Sojetregierung brauche. Er sei überzeugter Monarchist und hasse die Sowjetregierung. Er habe mit Ueberlegung gehandelt und bedauere es nur, daß sein Unternehmen, das Sowietregime zu stürzen, nicht gelungen sei. Bei diesen Ausführungen wurde ihm vom Vorsitzenden das Wort entzogen. Nach längerer Beratung verurteilte der Oberste Gerichtshof die Angeklagten Schiller, Gaier, Kartaschow und Fedotow wegen des Versuches, den Sturz des Sowjetregimes herbeizuführen, zum Tode durch Erschießen. Gegen das Urteil des Obersten Gerichtshofes gibt es keine Berufung. Von einem der seit Mittwoch er mit der ganzen Bergen, 24. Januar. Fischdampfer mit elf Mann Besatzung, ick vermißt wird, nimmt man an, daß Besatzung gesunken ist. Die Iuserafe des Komiculs Ihro of Newyork“ am Rande des Dackeises den. Obwohl 15000 Quadratmeilen unerforschten Territoriums gesichtet und mit der Kamera festgehalten wurden, gelang es den Forschern nicht, mit Sicherheit Land festzustellen. Spuren, die auf das Vorhandensein von Land schließen lassen, zeigten sich nur in einer kleinen Region, in welcher typische Druckformationen der Eisoberfläche festgestellt wurden. In dem Hilfsruf des Admirals Byrd heißt es, daß die Hilfsschiffe spätestens bis zum 5. Februar in der Nähe des Expeditionslagers eintreffen müssen. Innerhalb von 14 Tagen müßten alle Expeditionsteilnehmer abgeholt sein, da sonst keine Gewähr für freie Durchfahrt mehr bestehe. : D i e V o r r ä t e s i n d b e r e i t s r e c h t k n a p p g e w o r d e n und es stehe zu befürchten, daß bei einer Ueberwinterung Nahrungsmittelmangel eintreten würde. Wegen der starken Eismanern könne das Hilfsschiff„Stadt Newyork“ nur mit Hilfe größerer Schiffe durchkommen. Die britischen und die norwegischen amtlichen Stellen haben versprochen, alles zu tun, was in ihren Kräften steht. Ein Arzt als Berufsopfer Wien, 24. Januar. Der praktische Arzt Dr. Paul Keppich von Felpecz ist in seinem Untersuchungszimmer das Opfer eines schweren Unfalles geworden. Als die Hausgehilfin den Raum betrat, sah sie Dr. Keppich über einen auf einem fahrbaren Tisch stehenden Diather= mie=Apparat gebeugt, arbeiten. Im nächsten Augenblick schlug aus dem Apparat ein mächtiger elektrischer Funke. Dr. Keppich schrie laut auf und fiel zu Boden. Ein herbeigerufener Arzt konnte nur noch den Tod Dr. Keppichs feststellen. Der Verunglückte hatte während der Arbeiten Schuhe mit Gummisohlen und Gummiabsätzen sowie Gummihandschuhe getragen. Die Ursache des Unfalles ist noch ungeklärt. 14 Jahre Gefängnis für Hatry London, 24. Januar. Der englische Finanzmann Hatry, dessen riesige Unternehmungen vor einiger Zeit unter aufsehenerregenden Umständen zusammenbrachen und dem zum Vorwurf gemacht wurde, zwei Millionen Pfund sich betrügerisch angeeignet zu haben. wurde heute zu einer Freiheitsstrafe von vierzehn Jahren verurteilt. Die übrigen Angeklagten erhielten Freiheitsstrafen von drei, fünf und sieben Jahren. Gaunereien ohne Zahl Ueberraschte Geldschrankknacker— Stille Teilhaber— Die überfallene Amtskasse wonach wir gleich wieder in ind plötzlich stellte sich veraus, noch viel größerer Arbeiten Berlin, 24. Jan. Geldschrankeinbrecher drangen nachts in die Geschäftsräume des Umspannwerks Humboldt der Bewag in der Kopenhagener Straße in Berlin ein. Die Diebe versuchten, mit einem Schweißapparat den Geldschrank, in dem sie die einkassierten Tagesgelder vermuteten, anzuknabbern. Während der Arbeiten ereignete sich ein seltsamer Zwischenfall. Plötzlich gab es eine heftige Explosion, die von einer großen Stichflamme begleitet war. Durch den weithin hörbaren Knall wurden die Wächter des Grundstücks aufmerksam. Als sie nach dem Kassenraum eilten, waren die Einbrecher aber bereits verschwunden. Anscheinend ist den Knackern bei den Schweißarbeiten eine Acetylenflasche explodiert. Die Stichflamme setzte den Raum in Brand, so daß die Angestellten erst löschen mußten. Inzwischen gelang es den Dieben, ungehindert auf die Straße zu entkommen. Passanten sahen zwei Männer mit brennenden Kleidern über die Straße laufen und bemühten sich, zu helfen. Es glückte auch, die Flammen zu ersticken; in der allgemeinen Verwirrung entkamen die Verbrecher dann. Sie müssen im Gesicht und an den Händen schwere Brandwunden davongetragen haben und werden wahrscheinlich versuchen, im Laufe des Tages in einem Krankenhaus unterzukommen. Saarbrücken, 24. Januar. Seit Mai vorigen Jahres kauft eine Saarbrücker [Eisenfirma den Ausfall des Hüttenwerkes Deutsch=Both an Staub und Schlacke aus dem Stahlwerk. Seit einigen Tagen war die Direktion benachrichtigt worden, daß zwischen dem Staub auch hochwertige Guß= und Stahlstücke verladen würden. Die Arbeiter gaben zu, auf Befehl ihrer Aufseher in 20 Tonnen=Waggons 10 bis 13 Tonnen Guß verladen und diesen Guß mit Staub zugedeckt zu haben. Wenn man bedenkt, daß die Betrügereien schon seit dem Mai vorigen Jahres betrieben wurden, gewinnt man erst ein Bild über die Höhe der Unterschlagungen. Zwei Personen wurden bereits verhaftet, darunter der Prokurist der Saarbrücker Eisenfirma. Allenstein, 24. Jan. Der Amtsvorsteher des Dorfes Stabigotten ist gestern abend gegen acht Uhr in seiner Wohnung, von einer Bande maskierter Manner uverfallen worden, die ihn mit vorgehaltenem Revolver zur Herausgabe der etwa 7000 Markenthaltenden Amtskasse zwangen. Während eine Gruppe sich des Dienstpersonals bemächtigte, und eine andere die Räume nach Waffen und Geld durchsuchte, hielten drei Maskierte den Amtsvorsteher und seine Frau in Schach. Die Telephonleitung war zerschnitten worden, um einen Hilferuf unmöglich zu machen. Verschuldete Städte Hüben und drüben das Gleiche In der Stadtverordnetenversammlung von Gräfenhainichen(Sachsen) wurde beschlossen, den Etat für 1929 abzulehnen, und das Konkursverfahren über die Stadt zu beantragen. Ein Antrag, die Selbstverwaltung der städtischen Betriebe aufzulösen, wurde gleichfalls angenommen. Außerdeo wurde beschlossen, die Besoldungsordnung aufzuheben und mit Rücksicht auf die Finanzlage der Stadt eine Neueinstufung vorzunehmen. * Nach englischen Blättermeldungen steht die amerikanische Großstadt Chieago vor dem Bankerott. Die städtischen Kassen sind vollkommen leer. Die Besoldung der Polizei und der Feuerwehr ist gefährdet. In zahlreichen Schulen sind die Lehrer seit einem Monat ohne Gehälter geblieben. Die Schulden der Stadt sollen riesenhafte Ausmaße haben. Dies ist vor allem auf die rücksichtslose Finanzpolitik der letzten Jahre zu. rückzuführen. Die Lage wird als so ernst bezeichnet, daß ohne finanzielle Hilfsmaßnahmen in der allernächsten Zeit mit einer Schließung der Krankenanstalten und Pflegeheime zu rechnen ist, wodurch Tausende von Kranken, Blinden, Lahmen, Tauben und Stummen auf die Straße geworsen würden. Tägliche Sorgen lähmen die Arbeitskraft. Frischen, Sie Körper und Geist auf durch eine hochwertige Zusatznahrung— durch Ovomaltine. 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Beilage zum genießenden, gebietenden Mund mit den gelblichen Zahnreihen eines prachtvoll heiteren Raubtieres— Alexis Orlow beugte sich dicht auf Elisabeths Schulter nieder und flusterte: „Und jetzt, gnädigste Prinzessin, jetzt, da ich das Glück hatte. Euer Antlitz zu sehen, jetzt weiß ich, daß die Krone Rußlands niemandem gebührt als Euch— der schönsten Frau— und daß der demantene Reif keine würdigere Stätte finden kann, als Eure blonden Haare. Und Euer Diener, Euer treuer Diener, wird Euch auf seinen Armen— sie sind stark, seht Ihr es? Stärkere gibt es nicht— tragen, und dann wird er den Lohn fordern, den ihm seine Herrin, die Königin der Liebe, mit königlicher Verschwendung „Der seid Ihr3“ Eilsabech fragte es mit Lanzer Stimme, wie ergeben in ein unentrinnbares „Ich kenne Euch ich muß Euch kennen. Eure Züge sie stockte, die Worte versagten ihr. Orlow stand vor ihr. Er war ganz ernst, gesammelt, würdig und stolz. Ihr habt recht, Fürstin, ich vin nicht, der ich scheine. Um Euer zartes Ohr nicht zu erschrecken, verschweige ich einen Namen, der Euch furchtbar tönen könnte. Jetzt falle die Maske, die ich nur kurz, und unwillig trug. Orlow bin ich, Alexis Orlow Faßzt Euch, Prinzessin“, fuhr er nach kurzem Schweigen fort.„„Ihr glaubt, ein Feind steyt vor Euch, ein Anhänger Katharinas, der Exchnn, gur, will? Glaubt mir— schon ehe mir die Sonn#ures holden Gesichtes leuchtete, hatte ich diesem Weibe den Tod geschworen, ihr, die mir, dem Schöpfer ihrer Macht und Größe, mit Undank lohnt und Verrat, ihr, die eine Geißel unseres armen Volkes ist, und deren eitle Ruhmsucht immer neue Berge von Opfern dert. Ihr Thron zittert, glaubt es mir, Polen ist in Aufruyr, Pujatschin hat Orenburg genommen, ein *[Windhauch noch, und das Kartenhaus faut in sich zusammen. Jetzt aber sah ich Euch, Fürstin, jetzt n mein Entschluß reif.— ich werfe es ab, dus Ivch viestand. Die erste Gesellschaft Roms war versammelt, denn in den wenigen Tagen, die vergangen waren. seit der Marquis sich mit der schönen geheimnisvollen Fremden bekannt gemacht hatte, war die Kunde von Elisabeths seltsamen Schicksalen, tausendfach entstellt, ungenau, aber immer die Neugier aufs höchste spannend, durch die ganze Stadt geeilt und hatte alles, was nicht durch das Konklave an den Vatikan gebannt war, hierhergelockt. Eine Tochter der Zarin, die Ansprüche auf den russischen Thron erhob, vom ranzhlischtr ga u Gefggfen als echt anerkannt— wenn Ein Rokoko-Roman von Herbert Stegemann Copuright: Greiner& Co., Berlin NW. 6 aber hieß das nicht zu viel des Glücks zu verlangen? War es nicht schon genug, endlich mit ihr allein zu sein, ihr Ritter, ihr Schutz, ihr Trost ihre Stütze? Aber sie für immer zu besitzen, allein, abgeschieden von der Welt— wie hätte er das wagen können? Je mehr er sie kennen lernte, je tiefere Blicke in dieses seltsame Herz sich ihm erschlossen, desto deutlicher fühlte er. sie ihm so wenig bestimmt war, Stern. u ge, führig““ sein konnte.# zu leiten, und sein Lrben fu, sie dahinzugeben, schien satz iu den, großeg, paen.. g Seele dahinströmen. , e r s t r e i c h e l t e s a n f t ihrem Schoße lagenen. Der Für, woird Euren Brief iuß er hier sein. Den Kardinal laßt nur je kann es ohnehin nicht sicht ja allgemein davon, daß die sich langst geeinigt hätten. Ein Hand— und wir sind mit einem der Weg nach Konstantinopel ist offen, und der Glanz, der Euch langst gebuyrt—“ iußern— das war eine Sensation, wie sie nicht einmal der römischen Aristokratie alle Tage geboten wurde.„Eine besondere Freude habe ich für aufgespart, Prinzessin“, lächelte der Marquis, nachdem er Elisabeth, die mit ihrer gewohnten Anmut Cercle hielt, durch das Gedränge und das Gewirr der Orsinis, Colonnas, Rospigliosis, Chogis, Sforzas und des ganzen römischen Adels hindurch glücklich in eine etwas stille Ecke geleitet hatte, wo die leicht erschöpfte Elisabeth sich in dem für sie bestimmten, an einen Thron erinnernden Lehnsessel niederließ. „Einen Landsmann, der darauf brennt, der schönsten Frau seines Landes und—“ der Marquis dämpfte die Stimme ein wenig, indem er sich zu der sitzenden Elisabeth niederbeugte—„seiner künftigen Herrscherin seine Ehrfurcht zu Fußen zu legen- Es ist der junge Fürst Trubetzkoi, ein Verwandter Eures Beschützers: auf der Durchreise in Rom hörte er von Euch und bat mich, ihn Eurer Durchlaucht vorzustellen. Aus der Schar der Gäste löste sich ein Mann und näherte sich mit langsamen Schritten dem Gesandten, der emsig und fröhlich auf ihn zueilte, um ihm die Hand zu schütteln. Elisabeth, gewohnt, die Huldigungen der Manner sitzend entgegenzunehmen, erhob sich unwillkürlich. Es war kein„junger“ Me mehr, dazu war er zu mächtig, groß und breit. bewußtsein, Würde und Hoheit ging von ihm aus, aber dugleich log eiregende männliche Urkraft der vor nichts zurückschregenbe männiiche Krttaft, über ihm. Sein Mund, wundervoul geschweift, eder und zugleich begehrlich, wissende durstige, Lippen, die dunklen Augen flammend vor Leidenschaft, Ungedul Herrschsucht. Er neigte sich vor Elisabeth,## gingen hin und her, aber in diesen Worten, oft#. hörten und wiederholten, war irgend eine seltsame Kraft. Elisabeth mußte sich setzen, eine ösliche Schwisgiga, unentrinnbar, berrlich und Zu ihren Füßen lag im Glanze der Sonne die ewige Stadt. Von dem Palatin mit den Ruinen der Kaiserpaläste ging der Blick zu der riesenhaften Masse des Colosseums, zu der einstigen Residenz der Päpste: dem Lateran, zu dem Capitol mit dem Senatorenpalast Weiter nördlich wurde das Gewirr von Zuppeln, Palästen und Türmen so dicht, daß das außMühe hatte, sich darin zurechtzufinden, und nur auf einzelnen Bauwerken, dem Quirinalpalast, der Engelsburg und der Kuppel der Peterskirche haften blieb. Durch diese unabsehbare Gebäudemasse zog sich in mannigfachen Windungen ein geblich der Faden, der Tiberstrom, ganz am nördlichen Horizont ragte der zackige Rücken des Soraesie in den blauen Aether. Nach Süden zggen sich in higlett: blauer, duftiger Färbung die Höhen des Saoiner= und Albanergebirges: zwischen ihnen vermochte man sogar die Berge der neapolitanischen Grenze#####rtennen. Näher der Stadt zu zeigten sich, vergleichbar den Bogenfenstern eines gigantischen in Ruinen zerfallenen Palastes, die Ueberreste der alten römischen Wasserleitungen, die einzigen Punkte, die die erhabene Einförmigkeit der öden Campagna hie und da unterbrachen. Dabei war die Atmosphäre infolge des Gewitters so rein, klar und durchsichtig, daß auch die entferntesten Gebäude und Berggipfel so nah erschienen, wie ein leuchtenver in am fernen Himmel einem Sterblichen bestimmt *; ihr Weg fuyrre in einsame Höhen, ihm eiten und sein Leben für sie dahinzugeben. ein.nu, oym genssudenfen. g. Auge des sen Mannes, sie fühlte seine anveiende Liebe lieblich wie eine warme Welle über ihre „Sorgt Euch nicht, Liebste“ „Wir haben schon Schlimmeres Zurchlebtz als jetzt, und den Mut nicht verloren. Der Für,, wiro Suren Brief erhalten, und bald Mug er Verzucern„en wuzrdinal aber in seinem Konklave aufzustobern, das### meine Sorge bleiven— la mehr, dauern, man spricch## Kardinale insgeheim sich lär Bankzettel von seiner Gunr Schlage frei, der Teg nack gewonnen, sie wollte diesem guten Jungen, den sie liebt wie eine Schwester, nicht zeigen, wie tief sie litt, wie müde sie war, wie wenig sie an all die glänzenden Träume der Zukunft glaubte. Warum konnte sie ihn nicht lieben, sich in seine Arme flüchten, Frieden finden im Zauber dieser reinen leuchtenden Augen, mit ihm leben irgendwo in einer Hütte, bescheiden, einsam sich der Sonne freuend, der grünen Bäume, einer rauschenden Quelle, warum nicht? Dunkle unheimliche Macht die sie vorwärts trieb, einem Schal##al Theuns- Senat O. R. F. dient zum Eiareiben bei. Rheumatismus— Hexenschuß Ischias- Gliederschmerzen Neuralgien aller Art Viel gelobt und ärztlich emplohlen. Tube 80 Pfg., Doppeltube.50 Mk. Machen Sie einen Versuch. 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Aber wo war noch Gefahr, wo war noch Zweifel und Unklarheit, wenn Er bei ihr war, dieser Geheimnisvolle, den sie in dunklen Träumen geahnt hatte, und der nun plötzlich vor ihr stand, eingehüllt in den goldenen Mantel des Ruhmes, ein Held, dem jedes Herz entgegenjubelte, gebietend, herrschend, ein Mann, ein Gott? Ach, und selbst wenn Alles ein Traum war, wenn es seiner überschäumenden Männlichkeit gefiel, mit ihr zu spielen, und sie lächelnd nach beendetem Spiel fortzuwerfen, wie er es mit so mancher anderen Frau getan haben mochte,— auch das war Schicksal, und was blieb übrig, als das Haupt zu neigen und sich von dem Winde fortreißen zu lassen, der über Nacht in ihr armes junges Leben hineingebraust war? Orlow hielt die Schwankende in den Armen. Er schloß ihr mit einem wilden Kuß den Mund.„Bist du mein?“ flüsterte er.„Dein, dein“, antworteten Elisabeths Herzic ooezumgr##ur schant:#ir Maranis be Vom Nebenzimmer aber schaute der Marquis belustigt dem Schauspiel zu. So war die Törin richtig in die Falle gegangen. Er rieb sich die Hände. Es war ein politisches Meisterstück, und Katharina pflegte treue Dienste fürstlich zu belohnen! Das sollte ich meinen, es ist Nikita Jurjewitsch selbst, Fürst Trubetzkoi, unser alter Kamerad, er hat auch etwas abzumachen mit der Dame in Petersburg, und wahrhaftig, ihm gehts genau wie uns: bekommt er Katharina in die Finger, so hängt er sie, bekommt sie ihn, so hängt sie ihn. Fragt sich nur, was wahrscheinlicher ist. Nun, das ist ein Spiel, das wir alle spielen— hängen oder gehängt werden, darauf kommts Kapitel 5. „Das ist ein Spion, Brüderchen, ein hundsföttischer Spion, brummte Jaschenka Golostschihin, der auf den feierlichen Titel Feldmarschall hörte und Pugatschews rechte Hand war, seinem Herrn und Gebieter zu,„da trink, mein Lieber, das wird dir gut tun und dein Gehirn erleuchten—“ er reichte Pugatschew, der sich lang gestreckt auf seinem Lehnstuhl räckelte, ein volles Glas Wodtka hin—„höre auf mich, laß dem Hund den Kopf abschlagen, wir brauchen keine Fürsten, wir schaffens mit unsern Fäusten“— er betrachtete wohlgefällig seine Riesentatze und strich seinen langen Bart—„ein Spion ist's, weiter nichts „Schweig Jaschka“, grollte Pugatschew und richtete sich auf.„Wir werden das gleich haben. Geht, ruft mir den Sapieta, der weiß Bescheid in solchen Sachen. Ach, da bist du schon, Bruderherz, was schaffst du Gutes, Freundchen?“ Er schüttelte dem Eintretenden die Hand und wies auf Schenk, der zwischen zwei riesigen tartarischen Wächtern gefesselt dastand und die Vorgänge mit überlegenem Lächeln verfolgt hatte„Kennst du den Mann?“ frage er mit verhaltener Stimme. Eine gebieterische Handbewegung schnitt Schenk, der sprechen wollte, das Wort ab. Mißtrauen glomm in den schwarzen stechenden Augen wie eine Flamme empor, sie gingen von dem einen zum anderen.„Keinem kann man trauen“, dachte Pugatschew, und in seiner wilden Bauernseele stieg Haß und Ungeduld auf,„keinem von diesen Hunden, die echten Fürsten wie die falschen, alle soll sie der Teufel holen, und gar erst diese Polen, falsch sind sie und tückisch wie Kettenhunde, geh vorbei, sie beißen dich ins Bein, eh dus ahnst.„Nun, Leo Borissowitsch, kennst du ihn?“ Sapieta, goldstrotzend, um die spöttischen Lippen den gestutzten Schnurrbart kühn aufgedreht, hatte den als Bauern verkleideten Schenk scharf und schärfer ins Auge gefaßt. Ein befriedigendes Nicken—„Den schickt uns die heilige Jungfrau, Freund“, wandte er sich an Pugatschew, der seinem Mienenspiel mit mißtrauischer Aufmerksamkeit gefolgt war,„ihn kennen? immer heraus im Leben. Willkommen, Bruder, sag, wie hast du dich zu uns durchgeschlagen?“ Pugatschew horchte auf. Er wußte, wenn auch die Nachrichten vom Westen spärlich flossen, daß Trubetzkoi als Freund und Genosse des Kardinals Radziwill unsichtbar= allgegenwärtig in Polen gegen Katharina wirkte und auch gemeinsam mit ihm die ausländischen Höfe bereiste, um gegen sie zu intrigieren. Aber, bei der heiligen Mutter Gottes von Kasan, was wollte er hier? Ein ansehnlicher Bursche war das ja auch, trotz seiner grauen Haare, und wenn man ihm ein Gewehr über die Schulter hängte konnte er wohl noch seinen Mann stehen, es war wenigstens kein weichliches, schlaffes Herrensöhnchen, wie er sie haßte, nun, dazu war er aber doch wohl nicht hergekommen? Nein, er traute ihm nicht, diesem Fürsten oder Grafen, schlimm genug, daß er den Sapieta da nötig hatte, diesen hochmütigen Burschen mit dem glattrasierten Kinn und dem frechen Lächeln— machte er sich insgeheim lustig über ihn, den Bauernsohn? Er runzelte die Stirn und winkte Sapieta zu schweigen. Wer hatte hier zu fragen, wer befahl, er selbst oder der polnische Stutzer? „Was bringst du mir?“ fragte er Schenk, der ungeduldig an seinen auf dem Rücken gebundenen Händen zerrte. Ein Wink Pugatschews— die Tartaren hatten, die Fesseln gelöft,—41(an m „Du hättest mich besser empfangen sollen, Pugatschew“, erwiderte er finster.„Denn ich führe bei mir, was dir fehlt, und was du doch brauchst, wenn du wirklich siegen wilsit—“... 8. „Spaßvogel. ein Närrchen bist du“, grollte Pugatschew,„möchte wissen, was mir fehlt. Starke Fäuste haben wir, Bauernfäuste.— Das Volk steht auf, wohin wir kommen, zehn Festungen haben wir genommen in einem einzigen Monat, bald wird Orenburg unser sein. Moskau fehlt mir noch, Mütterchen Moskau hast du die Schlüssel zum Kreml in deiner Hosentasche mitgebracht, du Prahlhans?“#. Schenk lächelte. Statt der Antwort griff er in das Innere des langen Schafpelzes, den er trug, und riß mit ein paar kräftigen Griffen das Futter auf. Ein leinener Beutel kam zum Vorschein, und mit einer fast verächtlichen Gebärde schüttelte er den Inhalt auf den Boden aus. Perlen funkelten, Brillanten blitzten, blinkten, farbige Strahlen leuchteten auf glühten, schimmerten. Die bärtigen Hälse streckten sich vor, begehrliche Blicke verschlangen die unschätzbaren Schätze. Pugatschew lachte auf und schlug sich mit den Händen auf die Schenkel.„Pack deine Glasperlen ein, Brüderchen", rief er lustig,„glaubst du, ich kann meine Burschen damit satt machen? Wir nehmen uns, was wir brauchen, das Land ist unser, der Gutsbesitzer hängt am höchsten Baum, der dicke Kaufmann gibt uns, was nottut—“ Jaschka hatte sich inzwischen über den glänzenden Haufen hergemacht und wühlte wohlig darin herum. Mit sicherem Griffe fischte er eine kostbare diamantene Agraffe heraus und befestigte sie an Pugatschews hoher mit goldenen Quasten verzierten Zobelmütze.„Schau, Brüderchen“, grinste er behaglich,„so ziemt sichs für großen Zaren! Fort mit dem Dreck, den wir da den paar fetten Kaufleuten abgenommen haben— da ist nichts für den Zaren und seine Marschälle! Der da hat schon gewußt was nottut, steck die bunten Steine auf den Hut, und die Leute gaffen! Schön werden wir sein, hols der Teufel, schön alle miteinander, der Zar und seine Gevattern—“ Pugatschew begann zu lachen, und seine Laune ward zusehends heiterer:„Mein Marschall ist ein lustiger Bursche“, meinte er gnädig.„Also meinethalben putzen wir uns! Ein kleiner Vorschuß auf die Schatzkammern im Kreml kann uns nicht schaden! Du bist ein braver Junge, du Fürst, oder wie nennst du dich? Aber nun sag endlich mal warum bist du hergekommen? Damit Jaschka sich die Mütze voll Perlen stecken kann? Dazu doch wohl nicht! Also— warum? Sprich offen, Winkelzüge lieben wir nicht—“ Schenk sah ihn an. Die Blicke der beiden Männer kreuzten sich wie zwei Dolche. Kalt, fest, bestimmt. Schenks Blick— der Blick eines Menschen, den eine Leidenschaft, ein einziger Gedanke erfüllte— flackernd. lodernd, leidenschaftlich, prüfend, mißtrauisch der Blick Pugatichew; 9, Laxmittef Las ich Li. Kri„Mit dem Zaubermittel, das ich dir bringe, Freund“, sagte er ruhig und ein wenig spöttisch.„wirst du dir manche Tür öffnen, an der hundert Bauernfäuste vergeblich rütteln. Dein Marschall scheint die Welt zu kennen und die Menschen, er weiß, worauf es ankommt. Gold bringe ich dir und Goldeswert in Brillanten und Perlen, mehr, als du je erträumt hast, es soll deine Wege ebnen, und du sollst wissen, daß du fern im Westen mächtige Freunde hast, die für deine Sache kämpfen und dir helfen, wenn einmal eure Bauernfäuste lahm werden. Der Aufstand in Polen breitet sich aus, das sollst du wissen, und überall hat dir der Kardinal Gönner geworben. Nimmst du Orenburg, so erklären sich die Großmächte für dich. Der große Kardinal hat mich hergesandt, dir das alles verkünden und dir zu sagen, daß Gold und Schätze dir zu Gebote stehen, soviel du bedarfst—“ „Ein ordentlicher Bursche, dieser„Kardinal“, schmunzelte Jaschka, der die Juwelen inzwischen emsig prüfte, als wäre er Juwelier von Beruf. „Aber noch eins habe ich mit dir zu besprechen, Den letzten großen Schlag, den wir gegen Katharina führen können. Eine Wendung ist eingetreten, von der Ihr hier noch nichts wißt, eine entscheidende Wendung. Pugatschew runzelte die Stirn, zerrte an seinem langen Barte und blickte mißtrauisch um sich.„Nun, was ist?“ knurrte er ungeduldig. g„#.g.###. „Ob du Peter III bist, Freund“, fuhr Schenk ruhig fort,„das— wissen wir nicht: deine Feinde bestreiten es, und selbst wenn du weiter Erfolg hast, wird es immer schwierig sein, die Welt von deiner Echtheit zu überzeugen. Wir sind hier allein, unter Männern, du bist klug, das sehe ich, und da kann ein offenes Wort nichts schaden. Peter war ein blonder, steifer Deutscher— du, Onkelchen, bist ein echter Russe und schwarz wie die Nacht. Da wird man immer reden, selbst wenn du zehnmal siegen solltest.“ „Bist vielleicht ein Zauberer“, brummte Pugatschew,„sieh zu, vielleicht kannst du mich verwandeln, daß ich auch so ein spitznasiger akkurater Deutscher werde? Aber was soll nur der Firlefanz? Ich bin, der ich bin, der echte russische Zar, der rechtsgläubige, langbärtig, wie sichs gehört, und in welchem Bett ich geboren bin, darauf spucke ich, verstehst du?“ „Was dir fehlt, Freund hat ein anderer— und nur vereint kommt man zum Ziele. Uns lebt eine rechte Tochter der guten Zarin Elisabeth, jung und Mir ist es gelungen, sie vor dem Haß der Wölfin in schön, der Mutter ähnlich wie ein Ei dem anderen. Petersburg zu retten, sie aus Rußland zu entführen ter dem Schutze der Morstes Wir Fihren sie von dort nach Konstantinopel, der Sultan will sie anerkennen, die Mächte sind ihr günstig gesinnt, das unterdrückte Polen erblickt in ihr seine Retterin! Wie wärs, ihr Beide reichtet Euch die Hand? Sie, die echte Tochter des Zaren, du, der Arm und die Kraft des Bauernvolkes auf der weiten russischen Erde?“ Pugatschew wandte sich mit breitem Lachen zu Jaschka, der grinsend hinter ihm stand und Schenk wie ein ausländisches Tier musterte.„Als Heirats, vermittler ist er gekommen, hol mich der Teufe!", rief er aus und schlug sich mit den Fäusten auf seine mächtigen Schenkel,„einen weiten Weg hast du gemacht, Onkelchen, mich unter die Haube zu bringen, aber nimm dich in Acht, wenn dich meine Akuling zu fassen bekommt, gehts dir übel, die versteht keinen Spaß! Also eine Zarin habt Ihr, sagst du? Nun darüber läßt sich reden, Kostverächter sind wir nicht, und wenn sie ein hübsches Weibchen ist, sag ich nicht nein. Hast du ein Bild bei dir, Freund?“ „Er griff begierig nach einem in Seide gewickelten Bildchen, das Schenk ihm reichte, und betrachtete es aufmerksam. Jaschka sah ihm über die eine Schulter und schmunzelte befriedigt, Sapieta, der sich bisher zurückgehalten hatte, war hinter Pugatschew getreten und verwandte kein Auge von dem Bilde.„Nun, was sagst du?“ fragte Pugatschew brüsk,„du hast ja die Zarin gut gekannt, Brüderchen, ist das Mädchen ihr „Aehnlich?“ staunte der Pole,„sie ist es selbst, wie sie leibt und lebt. Ist das Bild echt, so ist's die Tochter, kein Zweifel, die Augen, der Mund, das Haar unter dem Schutze des Papstes. Wir fuhren sie von „Du siehst Freund, der Fürst bestätigt die Kunde,“ fuhr Schenk fort.„Es ist ein großes Zeichen, das dir das Schicksal gibt. Siegst du— und wir müssen siegen— so ist die schönste Frau der Welt dein, und jeder Zweifel muß verstummen, wenn du die echte Erbin des Thrones dein eigen nennst. Glaubst du nun, daß ich dir Glück brachte, mehr Glück, als Diamanten und Gold?“ „Nun, nun, Onkelchen“ meinte Pugatschew gelassen, indem er die Arme reckte und sich langsam erhob,„ich gehe meinen Weg ohne dein Gold und ohne deine Prinzessin— wohin er führt, das wissen wir nicht, aber ich gehe ihn nun einmal, und reden wird man von mir, solange Menschen atmen auf russischer Erde. Kommt, Freunde, mich hungert. Gib Schnaps, Grischka, beim Trunk kommt Rat, Diamanten und Perlen wollen begossen sein!“ * Die eisernen Ketten hatten sich tief in das Fleisch Pugatschews eingegraben und schmerzten unerträtlich. In dem unterirdischen Verließ des Kreml, wohin man ihn nach der Niederlage und Gefangennahme bei Orenburg gemeinsam mit Schenk gebracht hatte, herrschte tiefe Finsternis, die nur notdürftig durch eine in einem Eisenleuchter an der Wand steckende Talgkerze erhellt wurde. Wochenlang hatte man beide in Einzelhaft gehalten, um Alles, was es zu erkunden gab durch unablässige Verhöre aus ihnen herauszupressen. Nun war es zu Ende der Richterspruch gefällt, morgen in der Frühe sollte er unter grausamen Martern auf dem Roten Platze vollstreckt werden: in einer Anwandlung entweder von Menschenfreundlichkeit oder besonders grausamer Laune hatte Fürst Galitzin, der Gouverneur des Kreml, beide Verbrecher die letzte Nacht zusammensperren lassen. Sie lagen sich gegenüber, jeder mit eisernen Ringen an die Wand geschlossen, es roch nach Moder und Verwesung, und es war, als hocke der Tod irgendwo unsichtbar in der Dunkelheit, ein gespenstischer Rabe, der leise mit den Flügeln schlug.(Fortsetzung folgt.) offizienlen Verkaufsstelien der DEuTSCHEN GRANGHI, ARIE TEMSCT Alle Neuerscheinungen wöräts im IVlusik-Salon sock K Granuner BFüchse Die große Mode Heine moderne Dame ohne modernen Fuchs! Edel-Füchse Natur-Füchse Modefarbige Füchse Pelz-Krawatten Würger in großer Auswahl, konkurrenzios billig Käte Beßmann Ehrenfeldstr. 4 Etg.-Oeschäft Tel. 65239 Bequeme Tellzahlung ohne Aufschlag uch uncnue Anzeigen ziehen Kunden an. Wer nicht inseriert, gleicht einem Mann, der absichtlich die Käufer von seinem Geschäft bält. Ganzene bosene erzich verorcnen von Gassen Sesdler Fußleidende Hilte ist dal Der bekannte Fuß- Hygieniker Ruge(Berlin) wird Si. am Montag, dem 27. und Dienstag, dem 28. 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