Nr. 140 Dienstag, den 18. Juni 1929 und # 0 und 60 Pie. Angebote von anderen Zeitungen und Vermittlern werden nicht befördert. Bei zwangsweiser Beitreibung der gebühren durch Klage, bei Konkursversadren usw, wird der bewilligte Anzeigen an bestimmten Tagen und Per Lahnte un10 und 12 Vfg, im Reklameitell Inzeigengepuhren guro, Klage, bei Konkurs Kachlaß Hinfälig, Für die Aufnahme von3 Blätzen, auch für durch Fernsprecher ausgee deutlich geschriebene Aufträge wird keine Gewähr übernommen. Schluß der Anzeigenannahme 4 Uhr nachmittags. — Unsall=Uunterstiüsuna bei tödlichem Unfal laut besonderen Bedtngungen General# Anzeiger und Prot el: für aufgegebene und abbestellte. un für Bochum und umliegende Industriebezirke Verantwortlich für die Politik: Rudolf Aoes; für Oertliches gielles: Adolf, Beddinghaus; für Handel,l..: Maz. Flegel; für den Sport: Fritz Clauß: für den übrigen Teil: Max Flegel; für den Anzeigenteil: Willy Koß. Sprechstunden der Redaktion von 11—12 Uhr vormittags. 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Es stehen dem Reichsaußenminister also nur wenige Stunden zur Verfügung, um am Quai'Orsay vorzusprechen und mit Briand die in Madrid begonnene Aussprache fortzusetzen und gegebenenfalls auch mit Poincaré zusammenzutreffen. Damit erledigen sich alle diejenigen Meldungen, die davon sprechen, daß der englische Außenminister Henderson und der belgische Ministerpräsident Jasper nach Paris kommen würden. Dr. Stresemann wird am Donnerstag wieder in der Reichshauptstadt eintreffen. Auf das Ersuchen des Reichsaußenministers hin wird die Aussprache über den Etat des Auswärtigen Amtes erst am Samstag beginnen. Sie wird sich übrigens nur auf das Plenum des Reichstages beschränken, und nicht, wie zuerst angenommen wurde, sich auch auf den Auswärtigen Ausschuß erstrecken. Mit dieser außenpolitischen Aussprache wird der große innerpolitische Kampf um die Neuregelung der Reparationsverpflichtungen und den neuen Young-Plan beginnen. Zweifelhaft ist noch, ob die Reichsregierung bereits in diesem Stadium eine bindende Erklärung über ihre Stellungnahme zu den Vorschlägen der Sachverständigen abgibt. Man darf nicht vergessen, daß die Entscheidung über Annahme und Ablehnung der Vorschläge der Pariser Sachverständigenkonferenz durch die beteiligten Regierungen erst auf der großen politischen Konferenz in London fallen wird und daß diese Entscheidung von einer Reihe von politischen Faktoren abhängt, die heute noch in keiner Weise feststehen. Aber das Hauptthema wird jedenfalls der Bericht der Sachverständigen bilden. In dieser außenpolitischen Aussprache wird sich auch schon die künftige Mehrheit für die Annahme des Young-Planes abzeichnen. In parkamentarischen Kreisen ist die sogenannte „Generaloffensive“ der Deutschnationalen gegen den Pariser Plan, die am Samstag von dem Parteivorstand und der Reichstagsfraktion der Deutschnationalen beschlossen worden ist, und die damit im Zusammenhang stehende Behauptung eines Hugenbergschen Montagsblattes über einen Brief der Reichsregierung an die Sachverständigen lebhaft erörtert worden. Die Behauptung, daß die Reichsregierung durch ein solches Schreiben einen Druck auf die Sachverständigen ausgeübt habe, ist von der Regierung klar und unzweideutig dementiert worden. Die Sachverständigen selbst haben bereits früher erklärt, daß sie stets nach ihrem eigenen Ermessen entschieden haben und daß in keinem Stadium der Verhandlungen irgendeine Beeinflussung durch die Reichsregierung versucht worden ist. Kann dieser Vorwurf auch als erledigt gelten, so bleibt doch immer die Aktion der Deutschnationalen gegen die Annahme der neuen Reparationen bestehen. In parlamentarischen Kreisen der Regierungsparteien beurteilt man das Vorgehen der Deutschnationalen sehr abfällig als ein parteipolitisches, demagogisches Manöver, da die Deutschnationalen selbst in ihrer Entschließung zugegeben haben, daß sie kaum das notwendige Drittel im Reichstag zusammen bekommen werden, um die Annahme der neuen Reparationsgesetze zu verhindern. Aber selbst wenn ihnen das gelingen sollte, so kann auf Grund des Artikels 72 der Reichsverfassung der Reichspräsident ungeachtet dieses Begehrens die Gesetze verkünden, wenn der Reichstag und der Reichsrat sie als dringlich bezeichnen. Die Deutschnationalen würden dadurch lediglich die Person des Reichspräsidenten in den Kampf einbeziehen, den sie offenbar in einen Gewissenskonflikt bringen wollen. Es ist wohl nicht schwer zu ersehen, welche Entscheidung der Reichspräsident bei seinem ausgeprägten Pflichtbewußtsein fällen wird, wenn der Reichstag und der Reichsrat die Gesetze als dringlich erklären. Der Volksentscheid bietet den Deutschnationalen wenig Aussicht auf Erfolg, zumal noch immer fraglich ist, ob die Dawesgesetze überaupt zu einem Volksentscheid zugelas: en werden, da auf Grund des Artikels 73 Absatz 4 über den Haushaltsplan, Ausnahmegesetze usw. nur der Reichspräsident den Volksentscheid veranlassen kann. Höchst unklug wäre auch ein Volksentscheid über den Widerruf der Kriegsschuldlüge. An sich gibt es in Deutschland, mit Ausnahme einiger Wirrköpfe auf der Linken, niemand, der sich die Lüge von Deutschlands Schuld am Kriege zu eigen machen würde. Aber ein Volksbegehren praktisch durchzuführen, erscheint aus einer Reihe von garz unpolitischen und rein menschlichen Gesichtspunkten heraus unmöglich, guch wenn die übergroße Mehrheit des Volkes dem Volksbegehren bejahend gegenüberstehet. Was würde wohl Poincaré sagen, wenn das Volksbegehren über die Kriegsschuldlüge erfolglos verlaufen würde? Durch diese Methoden sind die Deutschnationalen jedenfalls auf dem besten Wege, sich als ernst zu nehmender Faktor aus der deutschen Politik auszuschalten. Reform der Arbeitslosenversicherung erst im Spätsommer [Von unserer Berliner Schriftleitung.) Berlin, 17. Juni.(Eig. Drahtber.) Das Reichskabinett hat sich in seiner heutigen Sitzung mit der Reform der Arbeitslosenversicherung befaßt. Es hat davon abgeseben, bereits jetzt ein Sofortprogramm dem Reichstag vorzulegen, sondern beschlossen, während der Reparationstagung des Reichstages im Spätsommer die endgültige Reform der Arbeitslosenversicherung zur Beratung zu stellen. Der Sachverständigenausschuß, der Richtlinien für eine Reform der Arbeitslosenversicherung aufstellen soll, wird infolgedessen aufgefordert werden, bereits bis Ende Juli seine Arbeiten abzuschließen. Die Mitglieder dieses SachverNLIEN ständigenausschusses werden nunmehr unverzüglich ernannt werden. Der Ausschuß wird aus 28 Personen, darunter Vertretern des Reichstages und Reichsrates, der Arbeitgeber und Arbeitnehmer sowie einigen unabhängigen Sozialpolitikern bestehen. Das Reichskabinett hat ferner beschlossen, den Staatssekretär Heukamp zu Verhandlungen über den deutsch=schwedischen Handelsvertrag nach Stockholm zu entsenden. 50 Millionen Dollar Berlin, 17. Juni.(Eig. Drahtber.) (Von unserer Berliner Schriftleitung.) Die angespannte Kassenlage des Reiches und der ungenügende Erfolg der Reichsanleihe haben den Reichsfinanzminister zu neuen Anleiheverhandlungen gezwungen, die nunmehr kurz vor dem Abschluß stehen. Es handelt sich um einen mehrmonatigen Auslandskredit in Höhe von 50 Millionen Dollar, den das Reich wegen seiner angespannten Kassenlage aufnehmen will. Nähere Einzelheiten werden vom Reichsfinanzminister noch nicht mitgeteilt, sondern dürften erst nach Abschluß der Verhandlungen bekanntgegeben werden. Es soll jedoch nicht zutreffen, daß die Anleihe, wie verschiedentlich behauptet worden ist, auf dem Wege über die Reichspost aufgenommen werden Wie verlautet, ist auch die Leitung der Reichsbahn bemüht, eine langfristige und mit erträglichen Zinsen ausgestattete Anleihe aufzunehmen. Jedoch hat sich noch kein befriedigendes Angebot gefunden. Da die augenblicklichen Verhältnisse auf den in= und ausländischen Geldmärkten für die Auflegung der Anleihe nicht sehr günstig sind, muß damit gerechnet werden, daß sich die Auflegung der Reichsbahnanleihe bis zum Herbst verzögert. Flugzeugunglück Sieben Tote, London, 17. Juni. Ein am Montag vormittag fahrplanmäßig um 10 Uhr 30 mit elf Reisenden, dem Piloten und dem Mechaniker an Bord von Croyden abgeflogenes Verkehrsflugzeug der Strecke London— Paris— Zürich sah sich drei Meilen von der englischen Küste entfernt zur Notlandung gezwungen. Während alle Meldungen noch bis zum späten Nachmittag von einem glatten Verlauf der Landung und Rettung sämtlicher Insassen sprachen und auch eine entsprechende amtliche Mitteilung dieses Inhaltes herausgegeben wurde, wird nun amtlich der Verlust von sieben Menschenleben bekanntgegeben. In der Imperial Airway wird folgender Bericht herausgegeben:„Das heute vormittag um 10 Uhr 30 abgeflogene Verkehrsflugzeug der Linie London— Zürich— sandte Notsignale aus, als es sich 15 Meilen von der englischen Küste entfernt über dem Kanal befand. Der Pilot kehrte um, mußte aber drei Meilen von der Küste entfernt niedergehen. Er teilte drahtlos mit, daß er längsseits eines Fischdampfers niedergehen werde, was auch geschah. Auf Grund der ständigen Notstandsvorkehrungen wurden sofort nach Eingang des Notsignals weitere Schiffe an die Unglücksstelle entsandt. Bedauerlicherweise haben sieben Reisende ihr Leben verloren. Vier Reisende, der Pilot und der Mechaniker wurden verwundet, wie man hofft, nicht ernsthaft.“ Aus der harmlos erschienenen Notlandung, über deren günstigen Verlauf noch am Spätnachmittag Augenzeugenberichte veröffentlicht wurden, ist danach ein Verkehrsunfall ersten Ranges geworden, da neben den sieben Toten alle weiteren Insassen des Flugzeuges verletzt wurden.— Ein ähnliches schweres Unglück im englischen Luftverkehrsdienst hat sich am Heiligen Abend 1924 ereignet, als ein Flugzeug kurz nach Verlassen von Croyden notlanden wollte, sich überschlug und in Flammen aufging, wobei sieben Reisende und der Pilot ihr Leben verloren. Ueber die Ursache des Verkehrsunglücks fehlen bisher noch alle zuverlässigen Hinweise. Die Reisenden, die sich auf den Tragflächen halten konnten, sollen von einem nur 1½ Meilen entfernten französischen Fischdampfer und anderen gleichfalls in der Nähe befindlichen Fahrzeugen aufgenommen worden sein. Das Flugzeug wurde in den nächsten Hafen eingeschleppt. Von den Toten sind bisher nur drei an Land gebracht worden. Vier weitere sind, wie mon annimmt, in der von Beginn der Notlandung an völlig unter Wasser liegenden Kabine noch eingeschlossen. Bei dem verunglückten Flugzeug handelt es sich um einen Handley Page=Doppeldecker mit zwei Motoren von 1000 PS., der im Herbst 1926 in Dienst gestellt wurde, bisher 250 000 Meilen zurückgelegt und etwa 1000 Mal den Kanal überflogen hatte. Ein englisches Militärflugzeug abgestürzt Drei Tote. London, 17. Juni. Wie das Luftfahrtministerium bekanntgibt, ist in der Nähe von Netheavon ein Siskin= Flugzeug des dritten Kampfgeschwaders abgestürzt, wobei der Pilot, ein Fliegeroffizier und der Beobechter getötet wurden. un Aeeietrattal sechs Verletzte Die Ausschußberatungen des Umgemeindungsgesetzes Berlin, 17 Juni. Der Gemeindeausschuß des preußischen Landtages behandelte am Montag die Frage Neuß. Die Abstimmung über die Paragraphen 10 bis 12 ergab die Annahme der Regierungs=Vorlage mit den vom Zentrum beantragten Grenzziehungen. Dem Paragraphen 11 wurde eine Fassung gegeben, die besagt, daß die nicht in die Stadtgemeinde Neuß einzugliedernden Teile der Landgemeinden Grimlinghausen und Uedesheim der Landgemeinde Norf eingegliedert werden sollen. Dann besprach der Ausschuß die Umgemeindung Krefeld=Uerdingen. Die Regierungsvorlage wurde angenommen. Wehrdebatte im Reichstage Berlin, 17. Juni. Der Reichstag setzte am Montag die Aussprache über den Wehretat fort, der bis auf die Abstimmungen erledigt wurde. Von den Kommunisten ist ein Mißtrauensantrag gegen den Reichswehrminister eingegangen. Abg. Ersing betonte, die Reichswehr müsse ein Schutzschild nach außen sein und sich von allen dem Staat entgegengesetzten Einflüssen fernhalten. Wenn auch die Friedenspolitik fortgesetzt werden müsse, so sei es doch Pflicht aller Republikaner, etwaigen Versuchen, Gebiete von Deutschland abzureißen, mit Entschiedenheit und mit der Waffe in der Hand, entgegerzutreten. Abg. Leber(Soz.) war der Ansicht daß Deutschland die Reichswehr zur Abwehr von Angriffen nötig habe, solange die Staaten ringsum noch in Waffen starrten. Durch die klare Formulierung, daß die Reichswehr ein Instrument der Republik sein solle, habe der Minister die sozialdemokratischen Bedenken gegen seine erste Rede beseitigt. Abg. Brüninghaus(2BP.), warf dem Abgeordneten Leber vor, daß seine Ausführungen die Koalitionspolitik nicht gefördert hätten. Der Redner, der den guten Geist rühmte, der in der deutschen Marine wieder herrsche, trat für die Erhaltung der Kieler Werft ein und befürwortete den Bau eines eigenen Eisbrechers. Abg. Freidel(WP.) bedauerte den Rückgang der Heeresaufträge an den gewerblichen Mittelstand in Wilhelmshaven. Er kritisierte, daß der Panzerkreuzer in Kiel gebaut werde, obwohl die Marine in Wilhelmshaven eine leistungsfähige Werft besitze. Abg. Schneller(Komm.) erklärte die Sozialdemokratie mitverantwortlich für die illegale Politik des Reichswehrministers. Nachdem der sozialdemokratische Abgeordnete Hünlisch betont hatte, daß es im Rahmen des Versailler Vertrages überhaupt nicht möglich sei, eine leistungsfähige Flotte auszubauen. und seine Fraktion sich daher nicht entschließen könne, die zweite Rate für den Panzerkreuzer zu bewilligen wurden zunächst die zurückgestellten Abstimmungen zum Reichsverkehrsministerium vorgenommen. Der Etat wurde in der Ausschußfassung angenommen, ferner u. a. eine Entschließung, wonach die Beteiligung des Reiches an der Nürburg=Ring= Gesellschaft zum Erlöschen gebracht und weitere Mittel nicht gewährt werden sollen. In der fortgesetzten Aussprache zum Haushalt des Reichsverkehrsministeriums erklärte Abg. Treviranus(Dul.) die Abstriche am Marineetat für verhängnisvoll. Das Vanzerschiff A sei eine Meisterleistung modernen Schiffsbaues. f Abg. Tantzen(Dem.) verlangte größere Klarheit in der Werftpolitik des Ministeriums, während Aba. Sachsenberg(Wirtschaftsvartei) Vorlegung eines Marinehaushalts auf lange Sicht forderte. Hierauf vertagte sich das Haus auf Dienstag 11 Uhr. in Neuseeland London, 17. Juni. 1völkerung ist von einer Panik ergriffen. Tausende hrenden Erdbeberwarten der von Personen haben in Booten auf dem Meere Zuflucht gesucht. LonooN, P1. Juni. Die von allen führenden Erdbebenwarten der Welt in der vergangenen Nacht festgestellten mehrstündigen schweren Erdbeben haben in ganz Neuseeland, besonders im Norden der südlichen Insel, sehr schweren Schaden angerichtet. Man befürchtet, daß die Zahl an Menschenopfern sehr groß ist. Genaue Einzelheiten fehlen noch, da jede Telegramm= und Telefonverbindung unterbrochen ist, und nur eine drahtlose Verbindung mit dem Festland besteht. Mit Sicherheit stehen bisher nur fünf Todesfälle durch abstürzende Felsmassen fest. Durch das Erdbeben, das schwerste seit 1901, wurden zerstört: die Kraftstation in Takaka, der Turm des Postgebäudes in Westport, wo auch sonst in der ganzen Stadt sehr großer Schaden angerichtet wurde, die Kraftstation in Nelson, die Spitzen der Kathedrale von Christchurch, daneben sind die Wasser= und Elektrizitätsleitungen in zahlreichen Bezirken unbrauchbar geworden. Ein Teil der Knabenschule in Nelson ist ganz zerstört worden. Das Hauptgebäude weist große Risse auf und ist unbewohnbar. Bei Buller Gorge stürzten Felsmassen in den Buller=Fluß, sodaß man Ueberschwemmungen wegen der Behinderung des Flußlaufes befürchtet. Westport. ein wichtiges Zentrum für den Kohlen= und Goldbergbau, ist im ganzen schwer mitgenommen. Im Dezember vorigen Jahres war das füdliche Neuseeland bereits von einem schweren Erdbeben heimgesucht worden, durch das bedeutender Schaden angerichtet wurde. Vulkanausbruch in Japau London, 17. Juni. Wie aus Tokio berichtet wird, ist der Bulkan Komage im nördlichen Japan, etwa 500 Meilen von Tokio entfernt, wieder in Tätigkeit. Drei in der Nähe gelegene Ortschaften sind bereits von der Lawa eingeschlossen. Man befürchtet, daß der Verlust an Menschenleben groß ist. Verschiedene schwere Erschütterungen, begleitet von den Ausbrüchen des Vulkaus, haben die in der Nähe befindliche Eisenbahnlinie schwer beschädigt. Die Be= gesetzt worden. Owen Zoung lobt die deutschen Sachverständigen Berlin, 17. Juni. Der Vorsitzende des Sachverständigenausschusses Owen Young hat an den Reichskanzler nach seiner Rückkehr nach Neuyork folgendes Telegramm gerichtet: „Bevor ich mich neuen Aufgaben widme, möchte ich von meinem letzten Vorrecht als Vorsitzender des Sachverständigenausschusses Gebrauch machen und von der gründlichen und gewissenhaften Arbeit der Herren Schacht, Vögler, Kastl und Melchior in unserem Ausschuß Zeugnis ablegen. Wir bedauern den Verlust Dr. Vöglers, indessen wurde seine Arbeit unverzüglich von Herrn Kastl aufgenommen und zu Ende geführt. Niemand konnte klarer und wirkungsvoller die wirtschaftlichen, finanziellen und sozialen Verhältnisse Deutschlands darlegen als Dr. Schacht. Niemand konnte das Reparationsproblem mit größerer Hingebung und Sachkunde hinsichtlich aller seiner Seiten bebandeln als Dr. Kastl und Dr. Melchior. Ich sehe die Arbeit der deutschen Gruppe als einen überragenden Beitrag zur Regelung einer der schwie. rigsten Aufgaben unserer Zeit an. Hochachtungsvoll Owen D. Young.“ Keine Arbeitslosenversicherung der freien Beruse Berlin, 17. Juni. Seit einiger Zeit sind Bestrebungen im Gange, auch die freien Berufe in die Arbeitslosenversicherung einzubeziehen. Diesen auf eine Entschließung des preuFischen Landtages beruhenden Wünschen ist besonders seitens der Aerzteschaft lebhafter Widerspruch entgegenen. Das Reichsarbeitsministerium hat dar M M0 M A A D aufhin ein Gutachten von der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung angefordert. Der Vorstand der Reichsanstalt ist in Uebereinstimmung mit den Landesarbeitsämtern zu dem Schluß gekommen, daß die Einbeziehung freier Berufe in der Form einer Zwangsversicherung oder einer freiwilligen Versicherung weder erwünscht, noch durch führ bar ist. Das Reichsarbeitsministerium hat nunmehr dem ärztlichen Spitzenverband eine Mitteilung zugehen lassen, wonach man an zuständiger Stelle von einer Weiterverfolgung der Angelegenheit absehen werde Eine entsprechende Mitteilung ist dem preußischen Kultusministerium zugegangen. Die Prosesser I. naht geehl wurde Eugen Hirsch widerruft seine Aussagen Berlin, 17. Juni. Zu Beginn der Montagsverhandlung im StinnesProzeß gaben die Verteidiger des Angeklagten. Eugen Hirsch, Erklärungen ab, in denen es heißt, daß Eugen Hirsch seine Aussagen, soweit sie in Widerspruch mit denen der Angeklagten Nothmann, v. Waldow und Leo Hirsch, ständen, widerrufe. Die von den genannten Angeklagten in der Hauptverhandlung gemachten Bekundungen entsprächen den Tatsachen. Seine(Eugen Hirsch's) früheren abweichenden Aussagen seien darauf zurückzuführen, daß der Reichskommissar Heinzmann ihm mit dem Haftbefehl gedroht habe, wenn er seine Bekundungen nicht denen anpasse, die damals von den Angeklagten v. Waldow gemacht worden seien, die dieser bekanntlich inzwischen widerrufen habe. Es wurde dann in die Beweisaufnahme eingetreten. Zunächst bekundete Medizinalrat Dr. Fuhrmann, daß sich der Angeklagte v. Waldow während der Untersuchungshaft in einer tiefen Verstimmung befunden habe, unter der er seelisch schwer zu leiden schien. Medizinalrat Dr. Evers erklärte, während der Untersuchungshaft habe v. Waldow besonders unter Schlaflosigkeit gelitten. Er sei auf seinen Wunsch in eine Doppelzelle gebracht worden, da er sonst Geistesverwirrung befürchtet habe. Darauf gaben die Sachverständigen Oberfinanzräte Dr. Dieben und Landwehr, von der Reichsschuldenverwaltung, einen allgemeinen Ueberblick über die Methoden der Ablösung der alten Markanleihen. Dabei erklärte Rechtsanwalt Alsberg, daß die Banken in der Praxis der Anleiheablösung in einer aller Gerechtigkeit hohnsprechenden Weise vorgezogen worden seien. Der Verteidger wandte sich besonders gegen die Aufwertung in denjenigen Fällen, in denen die Anleihen bei der Bank zwar vor dem 1. Juli 1920 gekauft worden seien, aber die Banken die Stucke nicht, angescha arum die Banken in diesem würden, konnten die fft hätten. Auf die Frage, warum Faue nicht regreßpflichtig gemacht Sachverständigen keine Auskunft würden konnten die Sachverständigen keine Ai geben. Auf die weitere Frage wegen der Bevorzu gungfraus#ii##### ger erwiderten die Sachverständigen, vaß sie mir dieser Angelegenheit nichts zu tun hatten. Nachdem noch der ehemalige Reichskommissar für die Ablösung von Markanleihen, Staatssekretär z. Heinrici, und der ehemalige Referent beim Reichskommissariat Wirth, einen Ueberblick über ihre praktischen Erfahrungen bei der Ablösung von Markanleihen gegeben hätten, wurde die Vernehmung der „Sachverständigen vorläufig abgeschlossen. Die Beweisaufnahme wird am Dienstag mit der Vernehmung des Reichskommissars Heinzmann fortgesetzt. Die Ehrungen daheim Berlin, 17. Juni. Die heutige Feier des 80. Geburtstages Geheimrats Dr. Wilhelm Kahl gestaltete sich zu einem glanzvollen Festtag für den Jubilar. Bereits in den frühen Morgenstunden glich die Wohnung Dr. in der Kaiserallee einem Blumenmeer. Kostbare Spenden mit Glückwünschen von Juristen, Politikern und persönlichen Freunden aus der ganzen Welt sind eingetroffen. Vier Kinder und zahlreiche Enkelkinder waren die ersten, die ihrem Familienoberhaupt ihre Glückwünsche darbrachten. Frau Dr. Kahl, mit ihren 77 Jahren noch ebenso rüstig wie ihr Gatte, nahm mit dem Jubilar die Glückwunsche entgegen. Kurz nach 9 Uhr erschien als erster offizieller Gratulant für den Reichspräsidenten und die Reichsregierung der Reichsjustizminister v. Guérard und Reichsinnenminister Severing. Sie überreichten Dr. Kahl den Adlerschild des Reiches, der die Inschrift trägt:„Dem Hüter und Gestalter des Rechtes!“ Gleichzeitig überbrachten sie ihm ein Bilddes Reichspräsidenten mit Widmung und einem besonderen Handschreiben Hindenburgs, in dem er seine Gluckwünsche ausspricht. Der preußische Ministerpräsident Dr. Braun hatte ein Glückwunschtelegramm gesandt. Die Reichstagsausschüsse für die Strafrechtsreform und für die Rechtspflege, deren Vorsitz der Abgeordnete Dr. Kahl führt, haben dem Jubilar neben einem Korb prachtvoller Hortensien eine Adresse überreichen lassen, in der die wärmsten Glückwünsche ausgesprochen werden. Dann heißt es in der Adresse:„In aufopfernder Tätigkeit haben Sie, hochverehrter Herr Geheimrat, viele Jahre hindurch sich dem Wohle des Vaterlandes, der Wissenschaft und den Arbeiten des Reichstages gewidmet. Wir sprechen den Wunsch und die Hoffnung aus, daß Sie in gleicher Frische wie bisher, uns noch viele Jahre hindurch erhalten bleiben.“„„„ Während des ganzen Vormittags gingen die Deputationen, die die Glückwünsche kirchlicher Vereinigungen, von Universitäten, deren Ehrendoktor Professor Dr. Kahl ist, von Wohlfahrtsorganisationen und politischen Korporationen überbrachten, im Hause Geheimrat Dr. Kahls ein und aus. Im ganzen hatten sich etwa zwanzig Deputationen angesagt. Besonders herzliche Glückwunsche überbrachten die Vertreter der Deutschen Volkspartei, für deren Reichstagsfraktion Dr. Scholz und Dr. Zapf und für deren Parteivorstand Dr. Kempkes und Frau v. Kulesza bei dem ehrwürdigen Jubilar erschienen. Eine Deputation des Roten Kreuzes überreichte Dr. Kahl den Roten=Kreuzorden 1. Klasse, der Dekan der juristischen Fakultät die Ernennung zum Ehrendoktor der staatsrechtlichen Fakultät der Universität Wien. Der Ehrenausschuß der Kahlspende überreichte eine wundervolle Plakette und eine Stiftung von über 22000 Mark zur freien Verfügung. wieder auf die Höhe des Glückes zu tragen.(Beifall). Das Haus hatte sich während der Feier von den Plätzen erhoben. Am Regierungstisch hatten Reichskanzler Müller und die Minister Dr. Hilferding und v Guérard Platz genommen. Auch die Vertreter des Reichsrats waren zahlreich erschienen. Die Kommunisten hatten den Saal verlassen. Nach den Ansprachen brachten der Reichskanzler und die Minister, die Alterspräsidenten Bock(Soz.) und Herold(.] und zahlreiche Parlamentarier Dr. Kahl noch persönlich ihre Glückwunsche zum Ausdruck. Munitionsexplosion in einem Berliner Vorort Boden seines Hauses aufgestapelt hatte. Dagegen bestreiten er sowohl wie Rocks, von dem Vorhandensein der Handfeuerwaffen etwas gewußt zu haben. Das französische Maschinengewehr war übrigens beschädigt und nicht in einem gebrauchsfähigen Zustand. Die Ursache des Brandes wird in der Selbstentzündung von Kohlenvorräten erblickt, die in dem Bodenverschlag lagerten. Elfers und Rocks wurden vorläufig festgenommen. Einem Bericht der„Vossischen Zeitung" zufolge sind von Beamten der politischen Polizei Berlin in der Umgegend Hannovers größere Waffenlager beschlagnahmt worden. Allein an einer Stelle konnten zehn Maschinengewehre sichergestellt werden. Man nimmt an, daß es sich um Waffen handelt, die aus der Auflösung des sogenannten Munsterlagers im Jahre 1923 stammen. Berlin, 17. Juni. In dem Vorort Hohenneuendorf an der Oranienburger Strecke ereignete sich heute vormittag im Dachgeschoß eines Hauses der Viktoriastraße eine starke Explosion. Dachziegel und Sparren wurden nach allen Seiten geschleudert, und aus dem Dach schoß eine Feuergarbe, die das Obergeschoß in Brand setzte. Während die Bewohner des Hauses hilferufend ins Freie stürzten, ertönten aus den Flammen fortwährend kleinere Detonationen. Die freiwillige Feuerwehr von Hohenneuendorf konnte ein weiteres Umsichgreifen des Feuers verhindern. Die Dachkonstruktion und eine im Obergeschoß befindliche Küche brannten völlig aus. Bei den Aufräumungsarbeiten fand die Polizei unter den Trümmern des Daches in einem Winkel des Bodenraumes ein altes französisches Maschinengewehr, elf moderne Gewehre und Karabiner und zahlreiche Hülsen von Infanteriepatronen. Daraufhin wurde die Landeskriminalpolizei benachrichtigt, die den Besitzer des Hauses, einen früheren Flieger namens Elfers, und den im Obergeschoß wohnenden Maurer Rocks ins Verhör nahmen. Beide gehören, wie es heißt, einer rechtsgerichteten Organisation an. Elfers soll zugegeben haben, daß er die Infanteriemunition auf dem Ausschreitungen französischer Soldaten in Mainz Mainz, 17. Juni. Ein Trupp französischer Soldaten hat gestern abend auf dem Halleplatz und in den anliegenden Straßen der Altstadt, anscheinend in angetrunkenem Zustande, Straßenpassanten belästigt und mit gezogenen Seiten gewehren bedroht. In mehreren Fällen wurden Personen, die sich der Belästigung durch die Flucht entziehen wollten, sogar bis in die Häuser verfolgt, wo die Soldaten Türen und Möbel mit den Seitengewehren beschädigten. Der 43jährige Arbeiter Georg Jankert, der einem der verfolgten Passanten zu Hilfe kam, wurde durch einen Schlag mit dem Seitengewehr am Hinterkopf schwer verletzt und mußte ins Krankenhaus gebracht werden. Ein größeres Polizeiaufgebot konnte später vier Teilnehmer an den Ausschreitungen festnehmen und auf die Polizeiwache bringen, wo sie nach einiger Zeit von einer starken franzosischen Militärabteilung abgeholt wurden.(Zur Abstellung solcher Ausschreitungen gibt es nur ein wirksames Mittel: Zurückziehung der Besatzung.) Die deutsch-belgischen Verhandlungen Brüssel, 17. Juni. Dr. Ritter ist in Begleitung seines Sekretärs nach Berlin zurückgefahren. Es verlautet, daß die deutschen und die belgischen Sachverständigen ihren Regierungen über die in Brüssel stattgehabten Verhandlungen Bericht erstatten werden und daß die Besprechungen in einigen Tagen in Berlin fortgesetzt werden. Die belgischen und die deutschen Sachverständigen haben in Brüssel am Freitag nachmittag, Samstag früh und Samstag nachmittag sowie am Montag früh Sitzungen abgehalten. Aus belgischer Quelle verlautet, daß sich die Besprechungen nur auf die von Belgien und Deutschland vorgeschlagenen Entschädigungssummen für die in Belgien verbliebenen Markbestände bezogen haben und daß politische oder wirtschaftliche Fragen nicht behandelt wurden. Es scheint, daß Belgien nicht mehr auf der Forderung von 37 Jahreszahlungen von je 25 Millionen Mark besteht. Es wurde aber noch keinerlei Uebereinkommen getroffen. Fontlenardeiun= Staate Die Feier im Reichstage Der Reichstag unterbrach heute die Beratung des Haushalts des Reichswehrministeriums für eine Feier aus Anlaß des 80. Geburtstages des Abgeordneten Dr. Kahl(D. V..), der inzwischen im Saale erschienen war und dessen Platz ein großer Rosenstrauß zierte. Präsident Löbe sprach unter lebhaftem Beifall des Hauses dem Abgeordneten Dr. Kahl die Glückwünsche des Reichstages aus. Der Redner führte u. a. aus:„Der Reichstag ist stolz und erfreut, Sie in solcher Rüstigkeit und Frische an unserem Werke mitarbeiten zu sehen. Er ist einig in dem Wunsche, Sie noch lange mitschaffen zu sehen an dem rechtlichen Ausbau des neuen Deutschland. Die Spuren Ihrer Mitarbeit trägt die Verfassung von Weimar und trägt eine lange Reihe von Gesetzen und Rechtsnormen, die ein unruhiges Jahrzehnt uns abnötigte. Und jetzt 80 Jahre alt, sind Sie Tag um Tag bemüht, als Führer des Strafrechtsausschusses ihre Lebensarbeit zu krönen durch das große Werk des Strafgesetzbuches, das für immer mit Ihrem Namen verknüpft sein wird.“(Beifall). Abg. Dr. Kahl dankte dem Präsidenten und dem Hause für die Glückwünsche und erklärte:„Sprechen Sie nicht von Verdiensten meinerseits. Jeder dient hier mit den besonderen Gaben die ihm gegeben sind in aller Bescheidenheit. Was mich in die Nationalversammlung und in den Reichstag trieb, war die heiße Liebe zum Vaterland. Mein Ziel war lediglich, kleine Bausteine beizutragen zum Wiederaufbau unseres Vaterlandes. Meine Hoffnung ist, daß es dem Reichstag beschieden sein möge, das deutsche Volk Berlin, 17. Juni. Heute vormittag fand in den Krollschen Festsälen die feierliche Eröffnung des Jubiläumskongresses des Weltbundes für staatsbürgerliche Frauenarbeit statt. Frau Corbett Ashly, Vorsitzende des Weltbundes, gedachte in ihrer Eröffnungsrede derjenigen Frauen, deren Mut und Opferbereitschaft die Arbeit des Frauenweltbundes ermöglicht habe. Der Reichsinnenminister Severing überbrachte dem Kongreß in einer Begrüßungsansprache die Glückwünsche der Reichsregierung und dankte dem Weltbund, daß er seine Tagung gerade in des Deutschen Reiches Hauptstadt abgehalten hat, wo die organisatorische Grundlage gelegt worden sei. Der Minister führte dann etwa folgendes aus:„Es ist notwendig, die Erfolge der Frauenarbeit in den letzten 25 Jahren der Oeffentlichkeit deutlich zu machen. Der Weltbund hat die Fenster geöffnet, um die frische Luft der neuen Zeit hereinzulassen. Mit der Erringung der Waffe des Frauenstimmrechts ist aber das Ziel noch bei weitem nicht erreicht. Deshalb hat der Weltbund seine Weltmission noch lange nicht beendet.“ Severing forderte die Frauen auf, sich an der Ausgestaltung des heutigen unvollkommenen Staates zu beteiligen, für Freiheit und Gleichheit weiter einzutreten.„Als Deutscher sage ich Ihnen“, so schloß der Minister seine Begrüßungsansprache,„daß wir auf den Gerechtigkeitssinn der hier versammelten Frauen bauen und glauben, daß sie ihren Männern sagen werden, wie sehr Deutschland unter der Anklage der Alleinschuld leidet. Nicht auf das formale, sondern auf das tatsächliche Recht müssen die Frauen Wert legen, und zur Erringung dieses Rechts in allen Ländern wird der heutige Kongreß bestimmt beitragen.“ Die Rede des Ministers wurde mit großem Beifall aufgenommen. Die Ehrenvizepräsidentin Frau Shapman Catt beglückwünschte ihre Mitarbeiterinnen zu den vielen bereits gewonnenen Siegen. Ihre Bitte ging ferner dahin, unverzagt und kühn weiter zu schafsen, wo immer ein menschliches Problem nach Lösung dränge. Darauf ergriff die Vorsitzende des deutschen Staatsbürgerinenverbandes, Frau Dorothea v. Velsen, das Wort zur Begrüßung aller Kongreßteilnehmer und besonders der Vertreterinnen de Minderheiten. Anschließend sprachen Rachel Crowdy, Vertreterin des Völkerbundes, und Frau Mundt, Vertreterin des Internationalen Arbeitsamtes. Nach erfolgter Aufnahme neuer Verbände und Ueberreichung der gestifteten Fahnen hielt Annie Furnhjelm, Mitglied des finnischen Parlaments, einen Vortrag über„25 Jahre Frauenstimmrechtsarbeit". Den Abschluß des ersten Kongreßtages bildete ein Rückblick von Adele Schreiber=Krieger, M. d.., erster Vizepräsidentin des Weltbundes, auf den ersten Kongreß im Jahre 1914. Um ein Uhr mittags folgten die Teilnehmerinnen am Weltkongreß einer Einladung der Stadt Berlin zu einem Fruhstück im Berliner Rathaus. + Der Reichspräsident in Ostpreußen. Reichspräsident v. Hindenburg traf am Montag vormittag in Rosenberg(Ostpreußen) zu einem kurzen Privatbesuche ein. Er nahm Wohnung beim Herrn v. Oldenburg auf Januschin. + König Fuad in Hamburg. König Fuad reiste gestern von Berlin nach Hamburg ab, wo er vom Prasidenten des Senats, Dr. Petersen, willkommen geheißen wurde. Abends gab der Senat zu Ehren des Königs im Rathaus ein Festessen. Am heutigen Dienstag wird König Fuad nach Essen fahren und auf der Villa Hüger Wohnung nehmen. + Deutsch=tschechoslowakischer Odervertrag. Gestern wurden im Auswärtigen Amt in Berlin die Ratifikationsurkunden zu dem deutsch=tschechoslowakischen Vertrag über die Grenzoder vom 22. Marz 1928 ausgetauscht. Der Vertrag und das Schlußprotokoll werden am 17. Juli in Kraft treten. + Einsprüche gegen den neuen amerikanischen Zolltarif. Wegen des neuen Zolltarifs der Vereinigten Staaten haben die Schweiz, Spanien, Italien, Oesterreich, Norwegen und Persien Protestnoten nach Washington gesandt. + Was Amerika die Trockenlegung kostet. Die amerikanische Regierung hat zur Durchfuhrung der Antialkoholgesetzgebung in den letzten neun Jahren 218 178 485 Dollar aufgewandt. + Japan will an der Seeabrüstungskonferenz mitarbeiten. Nach einer Mitteilung des japanischen Premierministers ist Japan bereit, den Vereinigten Staaten und England seine Mitarbeit bei der Seeabrüstungskonferenz anzubieten. Neue Sachlichkeit im Leben und Bauen H. Von Schmidt=Ellrich. Aus Anlaß der Ausstellung„Neues Zauen“ in der Gemäldegalerie Bochum sind folgende Ausführungen von allgemeinem Interesse. Wir haben glücklicherweise einen neuen Baustil. Daß er sich noch nicht allgemein durchsetzt, sich noch nicht die Herzen Aller erobert hat, liegt daran, daß es unserer Zeit an Geld fehlt, um genug bauen zu können. So zeigen in fast allen unseren Städten noch verhältnismäßig wenig Gebäude den neuen Stil, und selbst bann sind es meist nur Umbauten. Wenn wir in der Lage wären, auch nur die dringendsten Forderungen unserer Wohnungsnot zu erfüllen, möglich, daß dann der neue Stil längst auf der ganzen Linie gesiegt hätte. Sein größter Vorzug ist die Sachlichkeit. Wir leben unter völlig anderen Bedingungen als unsere Vorfahren. Wir haben nicht nur elektrisches Licht, Wasserleitung und vieles andere, was in der Bauanlage berücksichtigt werden muß— wir sind auch durch die Maschinen zu einer Art neuem Schönheitsgefühl, zu einem neuen Geschmack erzogen worden. Als es sich in den 40er Jahren vergangenen Jahrhunderts darum handelte, im Park von Sanssouci eine Dampfpumpe einzubauen, die die verschiedenen Schlösser mit Wasser versehen und die Springbrunnen speisen sollte, da wurde das Gebäude in Form einer mohammedanischen Moschee angelegt. Es fehlte an Vorbildern; auch erschien eine technische Anlage beinahe als etwas Unwürdiges, was sich unter Schmuckformen verstecken mußte. Und das fand man schön. Nun hat sich endlich, nach langen Jahren, aus der sachlich=schlichten Schönheit einer gut durchkonstruierten Maschine ein neuer Geschmackstypus entwickelt. Es ist aber leider in allen Städten eine Reihe von se gesarenenen vorhanden, d. B. eine Fabrik en Fucmen einer Ritterburg mit Zinnen auf den Dächern, die doch vollkommen sinnlos sind, oder ein Getreidespeicher, der ein Rathaus des Mittelalters in gotischen Formen vorspiegeln soll. Sie haben noch überall die Postämter in den Formen eines romanischen Pallas oder wenigstens in denen der Renaissance. Allen solchen Bauwerken ist gemeinsam, daß sie nach Mustern gebaut sind, die einer überholten Zeit angehören. Die Folge davon war, daß ihre innere Einteilung sich oft nach den Ornamenten richten mußte. So wurden sie unbequem, aber man nahm das in Kauf, wenn man das Bewußtsein haben konnte, daß sie schön" waren. Von Amerika kam dann ein neuer Stil herüber, der eigentlich gar kein„Stil“ war im bisherigen Sinne, sondern eine Bauweise nach dem Zweck. Die Amerikaner aber kümmerten sich durchaus nicht um irgendwelchen Schmuck— und siehe da: diese Bauten waren in der Regel wirklich schöner als man dachte. Aber nicht nur von Amerika aus ging die Umschaltung unseres Bau=Empfindens vor sich. Vielmehr erwachte sie unberührt davon auch in Deutschland. Zunächst auf dem Gebiete des Wohnungsbaues. Männer wie Schultze=Naumburg verstanden es, aller Welt zu zeigen, wie das Wohnhaus der Biedermeierzeit, die glücklicherweise noch oft vorhandenen schlichten gelben Bauten mit rotem Dach, grünen Fensterläden und weißem Holzwerk, den Anforderungen entsprach, die man vor hundert Jahren an ein praktisches und bequemes Wohnhaus stellen konnte. Diese Tradition gilt es weiter auszubauey..... F K. Aiheitlich Der neue Baustil ist in sich nicht einheitlich— er kann es auch nicht sein; denn so viele Zwecke man verfolgt soviel verschiedene Formen müssen vorkommen. Er ist vor allen Dingen fern von jeder Schablone. Das Wohnhaus hat angeknüpft an die alte Ueberlieferung des schlicht, aber künstlerisch empfindenden deutschen Handwerks. Der Fabrikbau sucht seine Schönheit nicht in aufgeklebten Zieraten, sondern in der Zweckmäßigkeit, in der harmonischen Gliederung und in langgestreckten, unkomplizierten Formen. Es sind Zweckbauten: zum Wohnen oder zum Herstellen von Waren. Diese beiden Arten kommen dem Laien am ehesten zu Gesicht. Es ist auch bekannt, daß moderne Kirchen neuerdings mit einem Raumgefühl konstruiert werden, das aus dem Zweck des gottesdienstlichen Raumes als Predigt= und Anbetungsstätte intuitiv künstlerisch zum Schaffen anregt. Hoffentlich setzt sich die Manier, auch die Wohnhäuser mit flachen Dächern, würfelförmig zu bauen nicht durch. Flache Dächer passen nicht recht in unser Klima. Sie dürften hohe Reparaturkosten verursachen. Das ausgebaute Dachgeschoß, das einen Trockenboden umschließt, ist für unsere heutige Weise der Hauswirtschaft immer noch das Gegebene. Ob sich das in Zukunft grundlegend ändern wird, das können wir nicht voraussehen. Abgesehen davon, daß wir doch für unsere Bedürfnisse bauen und nicht für die einer unbestimmten Zukunft. Wir müssen uns abgewöhnen, noch im selben Sinne von einem„Baustil“ zu sprechen wir früher. Wenn ehedem ein Baumeister einen Auftrag bekam, pflegte er zu fragen: In welchem Stile soll ich bauen? Und je nach dem persönlichen Geschmacke des Auftraggebers baute er dann romanisch, gotisch oder Renaissance. Wenn er ein Künstler war, schuf er ein Werk, das den Geist der alten Bauten in sich trug. War er weniger bedeutend, dann klebte er an einen nüchternen Kasten die Schmuckformen an, die er den Schablonen entnahm, und daraus entstanden dann die unerfreulichen Gebäude, die fast überall unseren Geschmack beleidigen. Denn man merkt die Absicht und ist verstimmt über die Unsachlichkeit, daß ein Mensch unserer Tage in einem Hause wohnen und in einer Fabrik arbeiten will, die sich als Bauten aus dem Mittelalter oder als römische Schlösser oder gar als islamitische Tempel ausgeben. Sie„stellen etwas vor“— obwohl jeder weiß, daß alles nur Täuschung ist. Man kann gar nicht ermessen, wie das tägliche Leben in einer so— etwas scharf ausgedrückt— unehrlichen Umgebung auf die Menschen gewirkt hat. Wer Tag um Tag von Unechtem umgeben ist, wer gar noch das Unechte als schön, als künstlerisch preisen hört, der verliert den rechten Geschmack am Echten— auch in anderen als bautechnischen und künstlerischen Dingen. Zu begrüßen ist nur, daß wir die Unechtheit nun los geworden sind. Hoffentlich wird der neue Stil nicht zur Manier, zur Schablone, die man mechanisch auf alles anwenden kann. Dann ist zu hoffen, daß der Ehrlichkeitswille auf dem Gebiete des Bauens, die neue Sachlichkeit, nicht ohne Einfluß auf die Lebensformen unseres Volkes bleiben wird. Zeige mir, womit du dich umgibst, und ich will dir sagen, wer du bist! Wir veröffentlichten an dieser Stelle in unserem gestrigen Blatt eine Besprechung der Erstaufführung von Brand's Opernwerk an unserer Bühne. Unser Musikreferent glaubte, von seinem Standpunkt den neuen Opernversuch ablehnen zu müssen und drückte dies für das Buch und die Musik in unzweideutig scharfer Weise aus... 19 C: Jonl.— M Zugegeben, daß es sich in in 1, Faue um ein problematisches Werk handelt, höhr(gzi daß der Versuch des Komponisten anläßlich de#sburger Uraufführung von den meisten Duisburger Blättern sowie auch von einer großen Anzahl bedeutender auswärtiger Zeitungen durchaus anerkannt wurde. Um unsere Leser auch über diese Stimmen zu unterrichten, werden wir morgen eine Zusammenstellung dieser abweichenden Besprechungen an gewohnter Stelle veröffentlichen. Maschinist Hopkins = Prager Pr ###: Uraufführung einer sudetendeutschen Oper. Am Prager Deutschen Theater wurde die Oper „Kranwit“ mit der Musik des in Prag lebenden deutschböhmischen Komponisten Theodor Veidl aus der Taufe gehoben Das Tertbuch zu dem Werk. das sich auf einer Märchenhandlung aufbaut, hat der böhmische Heimatdichter Hans Watzlik geliefert. Das Overngeschehen schildert die Tragödie des verkrüppelten Königs Kranwit, der sich eine schöne Tochter aus dem Volke zur Braut nimmt. die ihm aber mit dem wohlgestalteten Hofnarren betrügt. Um diese romantische Handlung hat der Komponist eine ebenso romantische Musik voll satten Melodien gewoben. Unter der Regie Hans Heinz Wolframs fand das Werk mit Dr. Kolisko am Dirigentenpult starken Beifall. Stadttheater Bochum. Lion Feuchtwangers„Betroleuminseln" werden heute abend von 20 Uhr dis gegen 22.45 Uhr der Vormiete A geboten. Zu dieser ersten Wiederholung des Werkes stehen noch Karten für den freien Verkauf zur Verfügung. Die erste Wiederholung von Max Brands Oper„Maschinist Hopkins“, die am Sonntag ihre Erstaufführung erlebte, ist für morgen, Mittwoch, anberaumt. Auch für diesen Abend sind Karten außerhalb der Vormiete noch zu bekommen. Die Aufführung des Eomannschen Lustspiels„Vater und Sohn“ am Donnerstag geht in geschlossener Veranstaltung für den Bühnenvolksbund, Serien B und C. in Szene. Heute beginnt der Vorverhauf zu der Wiederholung von Goldonis „Lügenbeutel“ am Freitag. Aus denr Rauisargesier Aus dem Landtreis Bochum Eine Todesfahrt auf dem Motorrad. 1 Stockum, 17. Juni. Ein tödlicher Motorradunfall ereignete sich am Sonntag in der Gemeinde Stockum. Ein 23jähriges Mädchen von Barmen unternahm mit einem jungen Mann eine Motorradfahrt. In voller Fahrt platzte an der Wirtschaft Fleischhut plötzlich der Reifen des Hinterrades. Durch die Erschütterung wurde das Mädchen, Emma Efmann, vom Soziussitz gegen einen Baum geschleudert *** auf der St und hierbei.n de tellegetöter. * Querenburg, 17. Juni. Das.Dienstztmmer des Polizei=Landpostens in Querenburg ist von der Wilhelmstraße 31 nach der Karlsttaße 52 in Querenburg verlegt worden. Durch Fernsprecher ist der Beamte wie früher unter Nummer 66 662 zu erreichen. 1 Querenburg, 17. Juni. Die schon seit Jahren betriebenen Arbeiten der Oelbachregulierung gehen nun der Fertigstellung entgegen. Die ganze Gegend um den Bach hat ein neues Aussehen erhalten. Mit der Erreichung der Ruhr finden die Arbeiten ihren Abschluß.— Vom Verbandsbrückenbau Witten —Herbede ist der Bau einer neuen Straße zu melden. Der Brückenneubau schreitet gut vorwärts. Auf dem Wittener Gebiet ist die Brückenverschalung entfernt und die Geländer fertiggestellt. Die Chaussee=Vorbereitungsarbeiten an der Herbeder Chaussee liefern für den Brukkenbau die nötigen Erdmassen. Täglich werden Sprengungen vorgenommen, die eine Sperrung der Chaussee erforderlich machen. M Gerthe, 17. Juni. Vergangenen Freitag stürzte der Elektriker Aloys Heelken, Besucher der Maschinenbauschule in Dortmund, bei der Ausführung einer Reparatur nachts in den Schacht der Zeche Lothringen I/II und verunglückte tödlich. ko Gerthe, 17. Juni. Am Sonntag morgen wurde der Lehrling Herbert H. aus Holthausen, als er mit seinem Fahrrad fuhr, von einem Personenkraftwagen hinterrücks angefahren und zu Boden gegeschleudert. H. erlitt Verletzungen an der Hand und am Bein. Beide Fahrzeuge wurden beschädigt. b Langendreer, 17. Juni. Auch in der letzten Woche war auf dem Arbeitsmarkt eine kleine Besserung festzustellen. Besonders rege war die Vermittlung in die Landwirtschaft. In der Gemeinde Langendreer stehen zur Zeit 241 Hauptunterstützungsempfänger mit 264 Zuschlagsempfängern in der Arbeitslosenversicherung. In der Gemeinde Werne sind as 221 Personen mit 282 Zuschlagsempfängern. In der Krisenfürsorge stehen in Langendreer 41 Personen mit 60 Zuschlagsempfängern und in der Gemeinde Werne 12 Personen mit 14 Zuschlagsempfängern.— Die Lehrerin Elsbeth Kösling bestand an der Staatlichen Landes-Blindenanstalt die Prüfung als Lehrerin für Blindenbildungsanstalten.— Auf den Drahtwerken Langendreer=Werne wurde jetzt der älteste Kamin umgelegt. b Langendreer, 16. Juni. Der Vaterländische Frauenverein vom Roten Kreuz in Langendreer plant die Errichtung eines Rote Kreuz=Hauses, das außer Versammlungsräumen auch Unterbringungsmöglichkeit für die Gerätschaften der Sanitätskolonne bieten soll. Der Vaterländische Frauenverein begeht in diesem Jahre sein 25jähriges Bestehenb Werne, 17. Juni. Der 23jährige Schlosser Gant aus der Friedensstraße in Werne verunglückte dieser Tage auf einer Brückenbaumontage in Paderborn tödlich. G. stürzte von einem Gerüst und zog sich hierbei einen doppelten Schädelbruch zu, an dessen Folgen er schon nach einigen Stunden starb.— Nachdem inzwischen die verkehrsreiche Poststraße einen vollkommen neuen Ausbau erfahren hat, ist man jetzt dazu übergegangen, auch die Friedrichstraße instand zu setzen. Aus dem Kreis hattingen Schützenfest in Stiepel. n Stiepel, 17. Juni. Im Saale des Wirtes Wilhelm Wengeler feierte am Samstag und Sonntag der „Schützenverein Stiepel=Brockhausen“ sein 25jähriges Bestehen unter reger Beteiligung der Brudervereine. Der Vorsitzende Gustav Gernhardt nahm die Ehrung der Jubilare vor. Es gezören dem Verein 25 Jahre an: Emil Oppenhorst, August Vößgen, Fritz Gernhardt, August Weneler Heinrich Wahl, Heinrich Vette und Wilselm Wengeler. Der hiesige Quartettverein „Rheingold" verschönte die Feier durch mehrere Gesangvorträge.— Anläßlich seines 20jährigen Bestehens hatte der hiesige Arbeiterturnverein am Samstag und Sonntag eine Jubelfeier veranstaltet, an der eine Anzahl auswärtiger Vereine teilnahmen. Am Sonntag nachmittag fand auf dem Sportplatz am Gemeindehause ein Konzert der Stockschen Kapelle und ein größeres Schauturnen statt, zu dem sich viele Zuschauer eingefunden hatten. Die Aufteilung der Landkreise. :: Hattingen=Ruhr, 17. Juni. Landrat Friedrich teilte auf eine Anfrage der deutschnationalen Kreistagsfraktion mit, daß er bei der Fahrt der Eingemeindungskommission des Landtags sich gegen die Bochumer Ansprüche auf Blankenstein und im besonderen das Gebiet von Burg Blankenstein, gewehrt hätte. In Hagen kam die Aufteilung der Landkreise zur Sprache. Es kam darauf an, so sagte der Landrat, die Landkreise möglichst ungeteilt in den Westkreis hineinzuziehen und eine geschlossene Ruhrfront zu behalten, so, daß Herbede und Bommern nicht nach Witten kommen. Was dabei herauskommen wird, läßt sich nicht sagen. Im Kreise Hagen selbst herrschte eine völlige Zersplitterung der Meinungen, aus der sich keiner mehr herausfinden konnte. Das Durcheinander, die Uferlosigkeit in Wünschen und Versprechungen, war alles andere als vorbildlich und mustergültig, und ich habe mich gefreut, in Punkto Geschlossenheit bei uns etwas anderes feststellen zu können. Kreisdeputierter Dr. Laarmann(LindenDahlhausen) bestätigt die Landrats=Ausführungen mit dem Hinzufügen, daß in Hagen die Laien ermüdeten und die Abgeordneten— gähnten. Das Bild sei aber sofort ein anderes geworden, als Landrat Friedrich darauf hinwies, daß es darauf ankäme, einen leistungsfähigen Westkreis zu schaffen. Die Abgeordneten haben das so sehr beachtet, daß er(Dr. Laarmann) mit dem Bewußtsein heimgefahren sei, daß ein leistungsfähiger Landkreis West bei den Berliner Beratungen herauskommen werde. * — Winz=Baak, 17. Juni. Im 92. Lebensjahre verschied die langjährige Besitzerin des Gasthauses zum Ruhrtal, Witwe Krollmann an der Ruhrbrücke. :: Hattingen=Ruhr, 17. Juni. Der Hattinger Sportverein beging nach dem glänzenden Verlauf leiner Sportwoche gestern die Feier seines 25jährigen Bestehens. Landrat Friedrich betonte in einer Anlprache den hohen Wert eines gesunden Sports für die allgemeine körperliche Ausbildung des Volkes. Büreermeister Feller hob die Vereinsbestrebungen hervor, die alle Zeit darauf gerichtet waren, zur Gesundung der Bevölkerung beizutragen. Verbandsvertreter Schefke hielt die Festrede und überreichte alten verdienten Mitgliedern(Otto Küper und Paul Wittenius) die goldene Ehrennadel.— Der städtische Gärtner Engelhardt bestand vor der Landwirtschaftskammer die Obergärtnerprüfung.— Das 30jährige Stiftungsfest des Kutscher= und Fuhrmanns=Vereins war mit einer glänzenden Korsofahrt verbunden, zu der verschiedene Firmen Wagen und Pferde gestellt hatten. u Hattingen, 17. Juni. Die Hattinger Kreisbahn hat zwei neue Anhänger eingestellt, die mit Ventilation versehen sind.— Ein hiesiges junges statt. Superintendent Hußmann nahm den Akt der feierlichen Ordination vor. Nachmittags vereinigte sich die Gemeinde zu einer Feierstunde, bei der die Begrüßung wiederum durch Pfarrer Gottschalk erfolgte. Die Chöre wetteiferten miteinander in der Unterhaltung der freudig gestimmten Gemeindemitglieder.— Auch in den hier durchlaufenden Kanal sind— und zwar vom Fischereiverein Gelsenkirchen — 10000 Jungaale ausgesetzt worden.— Auf „Pluto“ kam der Bergmann Dragunski mit dem Körper zwischen Lokomotive und Wettertür=Rahmen und wurde gequetscht. Mit starken Rissen der inneren Organe kam D. in bedenklichem Zustand ins Bergmannsheil. b Wanne=Eickel, 14. Juni. Der Karitasverband, in dem sämtliche Zweige der katholischen Wohlfahrtspflege zusammengeschlossen sind, hat kürzlich für den hiesigen Bezirk in der Schulstraße eine KaritasEin Festlafm einden Bahchäusen Die Fahnenabordnung mit den Ehrendamen am vergangenen Sonntag. Mädchen wurde von einem unbekannten jungen Motorradfahrer zu einer Fahrt eingeladen. Sie nahm die Einladung an. Nach ihrer Heimkehr gab sie an, der Fremde sei mit ihr in einen einsamen Wald in der Nähe von Herbede gefahren und habe sie dort überfallen. ( Hattingen, 17. Juni. Im Schulenberge erlitt beim Sturz mit dem Rade die Motorradfahrerin Elfriede Hamann aus Essen einen Schädelbruch, ihr Mitfahrer kam mit leichteren Beinquetschungen davon. — Am Obermarkt wurde das Wegen'sche Geschäft von Einbrechern heimgesucht, denen etwa 1000 Mark bares Geld in die Hände fielen. Aus dem Stadttreis Wattenscheid A Wattenscheid, 17. Juni. Der Männergesangverein„Sangeslust“ der in den nächsten Tagen auf ein 50jähriges Bestehen zurückblicken kann, hatte aus diesem Anlaß seine Mitglieder am Samstag abend zu einem Sängerkommers eingeladen, der durch verschiedene gesangliche und instrumentale Darbietungen verschönert wurde. Der Ehrenvorsitzende Heinrich Möller, hieß in seiner Begrüßungsansprache alle Erschienenen herzlich willkommen. Der Festredner, Joseph Ohmann, überreichte dem Verein einen gestifteten goldenen Fahnenkranz. Der Redner schloß mit dem Wunsche, daß das Jubelfest nicht nur als Markstein in der Vereinsgeschichte gelten solle, sondern auch ein Ansporn zur inneren Erstarkung und zur weiteren Fortentwicklung geben möge. Der Vereinsvorsitzende dankte allen Spendern für die überbrachten Gaben. Durch Heinrich Weller(Vertreter des Gaues) wurde dann die Ehrung der Jubilare vorgenommen. Georg Poth ist 50 Jahre Vereinsmitglied, während 25 Jahre dem Verein funf Mitglieder angehören. Sonntags folgte eine Feier im Saale Marksmeier, die einen eindrucksvollen Verlauf nahm. Oberbürgermeister Dr. Ueberhorst hatte die Festansprache übernommen und überreichte dem Verein seitens der Regierung eine Plakette, die das Bild des Gründers der ersten Liedertafel, Zelter, trägt. Mit einem großen Festball fand die Veranstaltung ihr Ende. * Wattenscheid, 17. Juni. Der Haushaltsplan über die ordentlichen und außerordentlichen Einnahmen und Ausgaben der Stadt Wattenscheid für das Rechnungsjahr 1929 liegt gedruckt vor. Der Gemeindefehlbetrag stellt sich auf 2011 800(2211 300) Mark. Nach Maßgabe des Kommunalabgabengesetzes und der Gewerbesteuer=Verordnung soll dieser Betrag in der folgenden Weise aufgebracht werden: 1. 800 Prozent (300 Prozent) Zuschlag zur staatlichen Grundvermögenssteuer im Betrage von 174000 Mark. 522000 Mark (wie im Vorjahre), 2. 1013,46 Prozent(1039,57 Prozent Zuschlag zu den Gewerbesteuer=Grundbeträgen, und zwar: a) 650 Prozent bezw. 780 Prozent(wie i..) zum Grundbetrag nach dem Ertrage von 120000 (132.000) Mark. 787.800(865000) Mark, b) 2600 Prozent(2700 Prozent) zum Grundbetrag nach der Lohnsumme von 27000(30 500) Mark. 102000(823 500) Nark, zusammen 2011 800(2211 800) Mark. (!) Blankenstein, 17. Juni. Die Trinkwasserversorgung der Ruhrberggemeinden Holthausen, Buchholz und Vormholz ist zu einer so dringenden Notwendigkeit geworden, daß man sich ihr nicht mehr entziehen kann. Abschlüsse mit dem Verbandswasserwerk Bochum haben das Bedürfnis zum Teil befriedigt, und es gibt Wasserbezieher, die außer den Gemeindezuschüssen bis zu 1400 Mark aus eigenem Vermögen zugezahlt haben. Zur Verzinsung und Tilgung der hohen Kosten von rund 300 000 Mark will der Kreis Hattingen rund 9000 Mark beitragen. Stadttreis Wanne=Eicke! drl Wanne=Eickel, 17. Juni. Am Samstag und Sonntag fand die Einführung des neuen evangelischen Seelsorgers der Kirchengemeinde Holsterhausen statt. Durch die mit Flaggen und Blumen reich geschmückten Straßen holte man den neuen Pfarrer Steil ein. Dann ging es zur Kirche. Sonntag fand der Festgottesdienst in dem mit Blumen prächtig geschmückten Gotteshause Zentrale eingerichtet. Das Arbeitsgebiet des Karitasverbandes umfaßt im besonderen die Armenpflege, die Sozial= und Kleinrentnerfürsorge, die Wanderfursorge und die wirksame Bekämpfung des Bettlerunwesens. Auch die Arbeit des katholischen Mädchenschutzvereins, namentlich die Stellenvermittlung des Vereins, hat er als Aufgabengebiet übernommen. Eine Fürsorgerin ist hauptamtlich angestellt worden, die jeden Dienstag, Mittwoch, Freitag und Samstag, vormittags von 10 bis 12 Uhr, und jeden Montag und Donnerstag, nachmittags von 3½ bis 5 Uhr, in der Zentrale des Karitasverbandes, Schulstraße 17, besondere Sprechstundenn abhält, wo jedem nach besten Kräften geholfen und beraten wird. Aus dem Stadttreis Gessenkirchen-Buer ( Gelsenkirchen=Buer, 17. Juni. In den Abendstunden versuchte ein junger Mann im hiesigen Hauptbahnhof für eine falsche Mark Zigarren zu kaufenDer Verkäufer entdeckte die Fälschung und übergab den Betrüger der Polizei, wo man bei einer Untersuchung noch bei ihm für 2780 Mark Falsch= geld vorfand. Der junge Mann besitzt keinen Ausweis und verweigert die Angabe seiner Personalien. as Gelsenkirchen=Buer, 14. Juni. Eine sehr sonderbare Submissionsblüte mit über 400 Prozent Unterschied ergab sich vorgestern bei Oeffnung der Angebote zum Bau einer neuen Unterführung, die am Bahnhof Schalke=Nord gebaut werden soll. Die Unterführung wird 29 Meter weit und 26 Meter lang und wird durch eine mittlere Stützenreihe gekuppelt. Das Städtebaugesetz in neuer Fafsung Von Architelt Georg Hoemann, Köln. Der erste Entwurf erschien im Mai 1925. Nach verschiedener Ueberarbeitung und nachdem der Landtag sich in zwei Lesungen damit bechäftigt hatte, fiel das Gesetz durch die Auflösung des Landtags unter den Tisch. Es liegt nun im Landtag ein neuer Entwurf vor, der sich im wesentlichen an die Vorlage des letzten Entwurfes vor Auflösung anschließt. Der Gesetzentwurf gibt den Gemeinden die Möglichkeit zu einer Auswirkung auf den Privatbesitz. Die Flächenaufteilungspläne können ein Bauverbot mit einem Zeitraume von 10 Jahren festlegen. Da die Aufstellung von Flächenaufteilungsplänen mehr oder weniger dem freien Belieben der Gemeinden anbeimgestellt ist, so werden vom Grundbesitz Bedenken geltend gemacht. Ebenso kann sich die Baufperre bei der Fluchtlinienfestsetzung für die Dauer von ein bis zu drei Jahren außerordentlich nachteilig für den Privatbesitz auswirken. Bei Festsetzung der Fluchtlinien kann eine übergroße Härte vermieden werden, wenn für Neu= oder Umbauten über die Fluchtlinie hinaus ent prechende Bestimmungen ausgenommen werden, wie sie für Um= und Ausbauten hinter der Fluchtlinie festgesetzt sind. Von wesentlicher Bedeutung sind dann auch die Beweiter die Vorschriften über das Bauen an Plätzen von historischer Bedeutung die den Besitzern entweder Beschränkungen in wirtschaftlicher Beziehung auferlegen oder erhöhte Aufwendungen für die Gestaltung entsprechend den Vorschriften verlangen. Die Baulastenbücher können, falls sie klare Bestimmungen enthalten und vor allen Dingen den öffentlichen Glauben genießen, als geeignet bezeichnet werden. Sie liegt im Hauptstraßenzug von Gelsenkirchen nach Buer. Vier Gelsenkirchener Unternehmer gaben die billigsten Angebote ab. Mindestfordernde war die Firma Paul Schmidt Sohn mit 149 028,90 Reichsmark. Das nächste Angebot zeigte die Endsumme von 167 250,50 Reichsmark. Und so steigerten sich die Endsummen der anderen Angebote um 200 bis 20000 Reichsmark bis zum Angebot Otto Flügel mit 314 839,00 Reichsmark. Dann kam die große Ueberraschung des Tages mit 650 887,50 Reichsmark des Angebots Karl Reuber. Stadttreis Herue :: Herne, 13. Juni. Auf der Straßburger Straße scheute ein vor einen Milchkarren gespanntes Pferd, als es plötzlich ein Motorrad vor sich auftauchen sah. Das aufgeregte Tier sprang über den Motorradfahrer hinweg, riß diesen jedoch mit den Hinterbeinen um und stürzte, wobei der Wagen über das Motorrad und den Fahrer hinwegfuhr. Dem Führer des Wagens geschah nichts, der Motorradfahrer indessen mußte mit lebesgefährlichen Verletzungen dem evangelischen Krankenhaus zugeführt werden. *: Herne, 17. Juni. Die am 14. Juni 1929 aus dem Rhein=Herne=Kanal in Wanne=Eickel gelandete männliche Leiche ist als die des Berginvaliden A. Sz. aus Herne=Sodingen festgestellt worden. Als Motiv der Tat kommt Schwermut infolge unheilbaren Nervenleidens in Frage. Stadt Sieele p Steele, 14. Juni. Um das nervenzerrüttende Geräusch besonders der Lastautos auf der langen Bochumer Straße etwas abzudämpfen, soll die Fahrbahn der Straße in einer Breite von vier Metern mit einer Teermokadandecke überzogen werden vom Amtmansberg bis zur Grenze von Wattenscheid. — Die Heimatspiele auf Burg Horst wurden mit Friedrich von Schillers„Jungfrau von Orleans“ verheißungsvoll eingeleitet. Die zahlreichen Darsteller, die dieses klassische Trauerspiel bekanntlich erfordert, rekrutierten sich ohne Ausnahme aus Laienspielern, die sich so innig in das Wesen des heldischen Geschehens hineinfanden, daß auch die empfänglichen Herzen der zahlreichen Besucher Zeit und Raum vergaßen. Die Farbenprächtigkeit der historischen Gewänder erhöhte den Reiz der dreistündigen Aufführung unter freiem Himmel.— Bei günstiger Witterung wird die„Jungfrau“ jeden Sonntag nachmittag von 4 Uhr ab gespielt werden. Im August und September wird an der gleichen Statte Hugo von Hoffmannsthal„Jedermann inszeniert. Die Zorderungeneer=reaischen Anieleriagen oh Bielefeld, 16. Juni. Der Landesverband Preußen im Reichsbund deutscher Mieter(Sitz Berlin) hielt Samstag und Sonntag hier seinen Mietertag ab. Der vorliegende Geschäftsbericht des Verbandes stellt mit Genugtuung fest, daß der Mieterschutz in wesentlichen Punkten auch heute noch fortbesteht, wenn wir uns auch in einer Zeit des Abbaues des Mieterschutzes befinden. So unzufrieden die Mieterschaft auch mit dem Gang der Dinge ist, so darf sie doch nicht übersehen, daß wohl nur wenige Mieter vor zehn Jahren ernstlich daran geglaubt haben, daß besonders die Mietzinshöhe trotz der Verteuerungen auf allen Gebieten noch bis jetzt in einem Höchstsatz festgehalten werden könne. Noch wichtiger aber ist die Feststellung der Tatsache, daß sich durch das Bestehen der Mieterschutzgesetzgebung die Rechtsanschauungen auf dem Gebiete des Wohnungswesens erheblich gewandelt haben, so daß zu hoffen ist, daß das deutsche Volk einstmals wieder in vollem Umfange in diejenigen Zustände geraten werde, die vor dem Kriege auf dem Gebiete des Wohnungswesens geherrscht haben. Mit Befriedigung kann ferner festgestellt werden, daß das im Jahre 1927 durch den Reichsjustizminister Dr. Hergt eingefuhrte beschränkte Kündigungsrecht infolge der Opposition der mieterfreundlichen Parteien des Reichstages und der lebhaften und umfassenden Propaganda und Kundgebungen der Mietervereine durch geschickte Abänderungsanträge derart verbessert wurde, daß der Hausbesitz schon bald nach Inkrafttreten dieser Verschlechterung fast allgemein auf die Anwendung des Kündigungsverfahrens verzichtete. Bezuglich der bevorstehenden Stadtverordnetenwahlen empfiehlt der Landesverband allen Mietervertretern, nur in ganz besonderen Ausnahmefällen und dann auch nur im Einverständnis mit den mieterfreundlichen Parteien des Ortes, eigene Listen aufzustellen. Die Kassenverhältnisse sind aufriedenstellend. Der Landesverband besitzt z. Zt. ein Vermögen von fast 10000 RM Nach einem Bericht des Geschäftsführers Plank(Magdeburg) über „Das System der Mietberechtigungskarte“ verurteilt die Versamlung dieses System. In einer Resolution wird der Minister für Volkswohlfahrt aufgefordert, seinen Runderlaß hinsichtlich der weiteren Ausdehnung dieses Systems rückgängig zu machen. In einer weiteren Entschließung nimmt die preußische Mieterschaft Stellung zu den Maßnahmen zum Abbau des Mieterschugzes, die immer schneller einander folgen, obwohl die Lage auf dem Wohnungsmarkt und der Umfang des Wohnungselends diese Abbaumaßnahmen keineswegs rechtfertigen. Die erneute Heruntersetzung der Mietzinsgrenzen für die Befreiung teurer Wohnungen von der Zwangswirtschaft wird den Druck auf den Wohnungsmarkt hinsichtlich der billigeren Wohnungen verstärken. Schließlich fordert der Landesverband eine Aenderung der Reichsgesetzgebung dahin, daß nicht mehr die oberste Landesbehörde eine Lockerung des Mieterschutzes von sich aus anordnen darf, sondern daß Lockerungen nur im Wege der Landesgesetzgebung durchgeführt werden dürfen. Gefordert wird ferner: 1. Ablehnung jeder Mieterhöhung; 2. Senkung der Neubaumieten auf die Höhe der Altbaumieten durch alle hierzu geeignet erscheinenden Maßnahmen, u. a. durch ausreichende Bemessung der Hauszinssteuerhypotheken: 8. restlose Verwendung der Hauszinssteuer, solange sie in der heutigen Form erhoben wird, zu Zwecken des Wohnungsneubaues; 4. Veranlagung der Hauszinssteuer nach der Miete, um eine Bereicherung des Hausbesitzes durch Zwischengewinne an der Hauszinssteuer zu unterbinden und den Umfang der Neubautätigkeit zu vergrößern. Schließlich wurde darauf hingewiesen, daß die Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuches über die Miete bei weitem nicht mehr den Anforderungen entsprechen, die an ein neuzeitliches Mietrecht unbedingt gestellt werden mussen. Auch nach einer völligen Beseitigung der Wohnungsnot und der Elendswohnungen und nach Schaffung eines hinreichenden Vorrats an freistehenden Wohnungen dürfen nicht einfach die Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuches über die Miete wieder in Kraft treten, sondern es müsse an die Stelle dieser Bestimmungen ein den neuzeitlichen Auffassungen entsprechendes soziales Miet= und Wohnrecht gesetzt werden. Die Richtlinien für ein solches Recht niegen dem Reichstage als Antrag Breitscheid und Genossen zur Beschlußfassung vor, Als Ort des nächsten preußischen Mietertages wurde Magdeburg bestimmt. Die heutige Nummer umfaßt 14 Seilen tutheuter JahonJninburn Dienstag, 18. Juni, 20 bis 22.45 Uhr: A. 31 # Vetroleuminsein. Stück in 3 Akten von Vion Feuchtwanger. Mittwoch, 19. Juni, 39.30 bis 22.30 Uhr: Belcheh Soshlas Oper in einem Vorspiel und 8 Akten v.## Max Brand. Städtisches Orchester Bochum Neute, Dienstag, den 18. Juni 1923, abende 8 Uhr (bei günstiger Witterung) Abend-Konzert Im Stadtpark Leitung: Konzertmeister Hans Treichler Eintriitspreis: 50 R Ptg. Zehnerheit.— RM. Heilter Versaume den urkemiechen tollen Lachschwank Unter Geschäftsautsicht su besuchen Besinn der Vorstellungen allabendlich 8 Uhr im Operchen-Pheufer Gestallscher uo. Fernruf 68301 e Syphons nit frischer Füllung sämtlicher Biere sofort zu haben. 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Alle Menschen kommen gleich auf die Welt, und doch bringt es der eine vom armen Teufel zum Millionär und Beherrscher ganzer Industrien, der andere bleibt sein ganzes Leben lang ein kleiner, schlecht bezahlter Arbeiter oder Angestellter, der sich nur für andere sin4 Dinge, die jeder Mensch erreichen kann, wenn er nus die Energie hesitzt, sie sich zu erobern. Das Geld liegt nicht mehr auf der rackert und plagt. Warum? Nun, der erste verstand es, die Gaben und Kräfte, die die Natur jedem Menschen in die Wiege legt, auszubilden und zu entwickeln und entfalten, und durch diese Kräfte erreichte er sein Lebensziel. Der zweite ließ diese wertvollen Kräfte ungenützt verkümmern. Die Welt ist voller Schälze und Reichtümer, Sie verstehen es nur nicht, den Anteil, der auch Ihnen gebührt, zu erringen. Es ist nicht der Zweck des Lebens, jahraus, jahrein zu arbeiten, ohne jede Aussicht, Ihr Leben zu verbessern. Jede Arbeit ist ihres Lohnes wert, und es liegt nur an Ihnen, ob Sie weiter nur für das tägliche Brot arbeiten, oder ob Sie sich durch Ihre ehrliche Arbeit ein wirklich gutes und lebenswertes Leben verdienen wollen. Genau so wie Sie durch Sport und Turnen Ihren Körper zu Höchstleistungen stählen können, so müssen Sie auch Ihren inneren Menschen ausbilden, um mehr im Leben zu erreichen. Sie dürfen sich nicht an Althergebrachtes halten, Sie müssen mit der neuen Zeit neue Wege gehen. Die richtigen Wege zeigt Ihnen das Buch: 99 Ber Criorgecheur! 66 Es ist verfaßt von einem Amerikaner, nur wenige Bücher gelangten nach Europa, und wir haben sie übersetzen lassen. Der Verfasser ist der richtige Mensch, um Ihnen zu zeigen, wie Sie es anzufangen haben. Das Buch besteht aus drei Teilen, aus dem Inhalt des ersten Teiles kurz folgende Angaben: Die Kunst, Geld zu verdienen— Wer hat Aussicht, Geld zu verdienen, und wer nicht— Magie des Erfolges— Ratschläge aus der Praxis— Eine geheime Schule moderner Magie und Selbsterziehung— Geistige und körperliche Arbeit— Praktische Philosophie— Willensschulung des Draufgängers — Was ist Erfolg in den Angelegenheiten des täglichen Lebens, wie wird er erlangt und wie kann er genossen werden— Erfolg, das Ziel alles menschlichen Strebens— Die Gaben, die Erfolg ermöglichen— Fleiß, der schafft, aufbaut, erobert und belohnt— Die allgemeinen Gesundheitsregein— Das Geheimnis, Im Erfolg auch wahrhaft glücklich zu sein— Glauben Sie nicht an Glück, sondern an Urteilskraft, Fleiß und Gesundheit— Der Standpunkt des Mannes, der erfolgreich sein will— Kapitäne der modernen Industrie und Finanz— Mäßigkeit erhält gesund und leistungsfähig— Wenn Sie mehr Nervenkraft verbrauchen als Sie aufbauen— Geld, die Frucht von Entschlossenheit und Verstand— Die Kunst des Geldmachens, Die Anwendung des Geldes— Die ersten selbstverdienten 10000 Mark— Schulen erziehen einen Typ, die Persönlichkeit erzieht sich selbst— Der Weg zum Erfolg für Männer mit Volksschulbildung— Der Hauptgrund, warum so viel Menschen im Leben keinen Erfolg haben— Kenntnis fremder Sprachen— Der Menech als Schöpfer seines Schicksale— Anmaßung schafft Föindschaft— Ohne Mut kein Führer— Panik ein Zeichen von Schwäche— Wenn Sie in ungewöhnliche Lagen kommen— Wie man Furcht überwindet — Kur gegen Depression— Die Naturgesetze— Verzweifeln Sie nicht an anfänglichem Mißerfolg— Die Eignung für bestimmte Posten— Wenn Sie in den falschen Beruf geraten sind— Beurteilung von Menschen— Das Leben kann nie nach einer Theorie gelebt werden— Tatmenschen— Kein vorurteilsvoller Monsch kann glücklich sein— Menschen, die eine anziehende Persönlichkeit haben— Ein Angebot, aus dem Sie viel Gewinn schlagen können— Kommen Sie in der Jugend zu Erfolg und ziehen Sie sich zurück so jung Sie können— Erfolg in der Finanzwelt— Wana man sich surücktichen mun. I S Der Verfasser verstcht, als einer der das Leben kennt, Sie emporzuführen aus finsterer Erschlaffung und Müdigkeit zu böchster Entfaltung der Energie und krattvollster Außerung der Peroönlichkeit. Ja es ist, els ob Sie auf einmal Fähigkeiten und Möglichkeiten in sich entdecken, die bis dahin brach gelegen. Dieses Buch ist der Schlüssel zu Ihrem Erfolg. Männer, die es gelesen haben, sind begeistert.— Auch Sie werden es sein!— Darum bestellen Sie es noch in dieser Minute, denn wer weiß, ob Ihnen nicht irgend eine Anregung gerade in diesen Tagen schon bedeutende Vorteile bringen wird. Dies Buch ist ein ehrlicher Freund und Berater. Zögern Sie nicht und bestellen Sie es sofort, füllen Sie einfach den anhängenden Bestellschein aus, und in wenigen Tagen haben Sie das Buch dort. Das Buch in prachtvollem, elegantem Leineneinband ist mehr als 500 Seiten stark. Gute Sachen kosten Geld, dies Buch ist gut und kostet trotrdem nur Rmk..— bei Vorauszahlung, per Nachnahme 75 Pfg. mehr. 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Nach den letzten Feststellungen betrug die Zahl der Rentenempfänger im Vergleich zu den aktiven Mitgliedern bei der preußischen Kasse 49 Proz. bayerischen Kasse 28„ sächsischen Kasse„ 34„ württembergischen Kasse 29„ badischen Kasse„ 41„ mecklenburgischen Kasse 39„ oldenburgischen Kasse 30„ Am 1. Januar waren von 373944 Mitgliedern 167797 Rentenempfänggng gch. Während 1923 vor dem Abbau noch 442516 Mitglieder gezählt wurden, beträgt jetzt ihre Zahl nur noch 275 694. Die Abnahme beträgt 38 Prozent. In dieser verminderten Mitgliederzahl drückt sich der Personalabbau aus, der gerade in Preußen mit besonderer Schärfe durchgeführt wurde. Ein weiterer günstiger Zustand wirkte sich infolge der Inflation auf die Kassen aus. Der Bevollmächtigte Schulz(Bochum) berichtete über die Wohnungsfürsorge der Reichsbahndirektion Essen. Die Mietssätze seien jedoch bedenklich gestiegen. Die unliebsamen Vorgänge bei der Güterabfertigung Bochum Hbf. wurden nach der Konferenz in einer vertraulichen Sitzung verhandelt. Eine Entschließung wurde einstimmig angenommen. in der es heißt: Nachdem die Mietspreise bekannt geworden sind, steht fest, daß die Wohnungsinhaber bei ihren geringen Lohn= und Gehalts=Bezügen, ohne die Gesundung ihrer Familienangehörigen zu gefährden, diese unerschwinglichen Mieten nicht aufbringen können. Hinzu kommt, daß die Wohnungsinhaber durch den Abzug und die unbedingt notwendigen Neuanschaffungen, zu großen Ausgaben gezwungen waren. Andererseits haben sie durch die Freigabe der Altwohnungen im Interesse der Reichsbahn und ihren Bediensteten, den Beziehern der Altwohnungen erhebliche Erleichterungen geschaffen. Durch besondere Zuschüsse und Zinsnachlässe wird die Reichsbahn ersucht, eine Verminderung der unerschwinglichen Mieten herbeizuführen. Die Pensionskassenwahlen am 24. Juni 1929 bei der Deutschen Reichsbahn. Weiter: Die Ruhestandsbeamten und Rentner der Deutschen Reichsbahn=Gesellschaft beauftragen die Funktionärkonferenz zu erwirken, daß den gem.§ 15, Ziffer 2 der Freifahrordnung für die Deutsche Reichsbahn=Gesellschaft, ebenfalls im Jahr einen Freifabrschein für wird. Die Ruhestandsbeamten und Rentner weisen darauf bin, daß sie während ihrer langen Dienstzeit, des Krieges und des Ruhrkampfes außerordentliche Opfer gebracht haben. Desgleichen die Ehefrauen. Durch die demzufolge in Erscheinung getretene frühe Pensionierung und Invalidisierung und die damit verbundenen geringen Einkünfte, ist es den Ruheständlern und Rentnern nicht möglich, die Ehefrau, die so unzählig viele Opfer für die Reichsbahn als Folge der unregelmäßigen Dienstverhältnisse hat ertragen müssen, die in ihren alten Tagen erwünschte Erholung an der Seite ihres Gatten angedeihen zu lassen. Der Tod auf der Straße In dem Einlauf der Humboldtstraße in die Rottstraße erlitt am Montag abend gegen ½7 Uhr ein in Bochum zu Besuch weilender alter Herr aus Hamburg einen Schlaganfall. Er wurde in ein nahegelegenes Geschäft gebracht. Der herbeigerufene Arzt stellte den Tod des Mannes infolge Herzschlages fest. Zwei herbeigeeilte Polizeibeamte bemühten sich stundenlang am Telefon, um einen entsprechenden Wagen zur Beförderung der Leiche zu bekommen. Ein zufällig vorbeifahrender Krankenwagen verweigerte der Leiche, weil das den Fahrtbestimmungen des Krankenwagens zuwiderlaufe. Schließlich nach eineinviertel. Stunden traf der Leichentransportwagen eines Beerdigungsinstituts ein, der die Leiche aufnahm und weiter beförderte. Der Vorfall hatte viele hunderte von Menschen in die Rott= und Humboldtstraße gelockt, die eine ganze Stunde ausharrten. Der Verkehr wurde dadurch ganz erheblich behindert. Man sollte es nicht für möglich halten, daß in einer Großstadt ein derartiger Mißstand eintreten kann. Hier muß dringend Abhülfe geschaffen werden, da sich derartige bedauernswerte Zufälle im Straßenverkehr wiederholt ereignen. Was meldet der Arbeitsmark? Auch in der vergangenen Woche ist die Zahl der Hauptunterstützungsempfänger in der Arbeitslo enversicherung und Krisenfürsorge in Westsalen im gleichmäßigen Umfang der letzten Wochen weiter zurückgegungen; bei einer Abnahme um 3212 oder 5,7 Prozent gegenüber der Vorwoche wurden insgesamt noch 52 737 Hauptunterstützungsempfänger gezählt, von denen 43.078 (in der Vorwoche 46 117) aus der Arbeitslosenversicherung und 9659(in der Vorwoche 9832) aus der Krisenfürforge unterstützt wurden. 10 Arbeitsämter haben bereits eine geringere— zum Teil schon wesentlich geringere— Zahl an Hauptunterstützungsempfängern beider Unterstützungsarten als im günstigsten Zeitpunkt des Vorjahres. Die westfälische Gesamtzahl liegt noch um rund 5800 über dem am 15. Mai erreichten günstigsten Stand des Vorjahres. Die günstigen Saisoneinflüsse, von denen bisher die Aufnahmefähigkeit des Arbeitsmarktes in der Hauptsache abhängig war, treten jetzt zurück Auf einigen Teilarbeitsmärkten machen sich bereits Saisonrückgänge bemerkbar. In der Fahrrad= und Fahrvadteilindustrie geht die Saison ihrem Ende entgegen, so daß Entlassungen in dieser Branche erfolgten und die Beschäftigtenzahl in nächster Zeit weiter zurückgehen wird. Die in den letzten Jahren in den Fahrvadfabriken durchgeführte technische Rationalisierung(Umstellung auf Fließbandproduktion) dürfte zu einer Kürzung der Saisonperiode beigetragen haben, da bei der allgemeinen Absatzlige der deutschen Fahrradindustrie die verkürzte Produltionszeit nicht durch Mehrproduktion aus eit nicht guch wghrpr. den kann.— Auch größere Entlassun hen wergrößere Entlassungen bei einem chemischen Werk im Industriegebiet(Düngemittelherstellung), das bis Ende der laufenden Woche 300 Arbeiter freisetzen wird, sind saisonbedingt. Die auf Lager gearbeitete Produktion ist jetzt für den Bedarf der Landwirtschaft abgegeben, so daß die nötigen Hilfskräfte (Salzverlader) ausgeschieden werden mußten.— Die Kalk= und Zementwerke sind, nicht weiter wie in den Vorwochen aufnahmefähig; vereinzelt wurden in den Bezirken Paderborn und Lippstadt schon Arbeitskräfte entlassen.— Auf dem bergbaulichen Arbeitsmarkt des Ruhrgebietes läßt sich noch nicht erkennen, welche von den rerschiedenen wirtschaftlichen Ursachen der anhaltenden Besserung den größten Einfluß hat. Vielfach wird die Besserung als vorübergehend beurteilt, da die Absatzsteigerung in der Hauptsache auf die Wiederauffüllung der in der Winterperiode dieses Jahres völlig ieer gewordenen Läger der Kohlenhandelsgesellschaften, besonders in Süddeutschland, zurückzuführen sei. Die intensive Absatzwerbung des Ruhrkohlensyndikats und die verstärkten Abrufe der Schwerei enindustrie sind weitere Ursachen, von deren Gewicht es abhängt, wie nachhaltig die Besserung der bergbaulichen Absatzlage und damit der Arbeitsmarktlage sein wird. Ausdehnung der Genoban-Bochum Die Genossenschaftliche Bauunternehmung e. G. m. b. H. in Bochum hielt am Samstag ihre Generalversammlung im Volkshaus= in Bochum ab. Geschäftsführer Becker widmete den verstorbenen Mitgliedern einen Nachruf. Nach dem Jahresbericht hat sich das Unternehmen im abgelaufenen Jahre weiter ausgedehnt, so daß der bisherige Höchstumsatz von RM. 2 352959,— erreicht wurde. Die Höchstzahl der beschäftigten Leute betrug 468 und die Durchschnittszahl 358. Von den Auftraggebern wurden besonders erwähnt die Stadtverwaltung Bochum einschließlich der Betriebswerke, die Kommunalbank, das Preußische Hochbauamt in Dortmund, verschiedene Kirchen=Gemeinden, Siedlungsgesellschaften, Baugenossenschaften und eine größere Anzahl von Privatleuten. Zum Konkurrenzkampfe wurde betont, daß die Genobau, die sich als Erwerbsgenossenschaft vorwiegend aus technischen und praktischen Fachkreisen zusammensetzt, die gleiche Berechtigung wie jede andere Bau= oder Konzerngesellschaft habe, deren Inhaber jedoch nicht immer aus Fachkreisen kommen. Die Bilanz die auf beiden Seiten mit RM. 1 093.413,55 abschließt, wurde einstimmig genehmigt und der Verwaltung Entlastung erteilt. Der erzielte Reingewinn wurde der gesetzlichen und Hilfsrücklage zugeführt, während ein Betrag von ca. RM. 3000,— dem Wohlfahrtsfonds zugewiesen wurde. Direktor Suckau teilte mit, daß im Laufe dieses Jahres in Essen eine Zweigniederlassung der Genobau ins Leben gerusen wurde, wodurch ein bedeutendes Ausdehnungs= und Auftragsgebiet für das Unternehmen erschlossen sei, so daß bei zweckmäßiger und rationeller Wirtschaft durch weitere Ausdehnung der allgemeine Geschäftskostensatz gesenkt werden könne. Die bereits in Essen hereingenommenen Aufträge berechtigen zu den besten Hoffnungen der Entwicklung. Demgemäß wurde auch die Firmenbezeichnung abgeändert in„Genobau" e. G. m. b. H. Bochum—Essen. Weiter wurde beschlossen, die Geschäftsanteile, die bisher RM. 300,— betrugen, auf RM. 600,— zu erhöhen. Aus dem Aufsichtsrat schieden aus die Mitglieder Deppe und Figge, die wiedergewählt wurden; neu treten ein Geschäftsführer Arnold Bissels, Mitglied des Reichswirtschaftsrates und Geschäftsführer und Stadtverordueter Josef Dietrich, beide aus Essen. Ein Freubentag des Kriegervereins Böchum Chrenseld Geschlechtskrankheil kein„unverschuldetes Unglück Entscheidung des Reichsarbeitsgerichts. Eine diskrete Rechtsfrage von allgemeinstem Interesse hat am 15. Juni das Reichsarbeitsgericht beschäftigt. Bekanntlich befindet sich in fast allen Angestelltentarifen die Bestimmung, daß bei unverschuldeten Krankheitsfällen im Sinne von§ 63 HGB. der Dienstherr bis zu sechs Wochen Gehalt ohne Abzug des Krankengeldes zu zahlen hat. Diese Bestimmung enthält in§ 3 auf der Tarifvertrag für die kaufmännischen und technischen Angestellten in Frankfurt a. M. Ein kaufmännischer Angestellter der Firma A. in Frankfurt a.., der nicht verheiratet ist, zog sich im Mai 1928 eine Krankheit zu. Er war infolgedessen einen Monat lang dienstunfähig. Die Firma verweigerte die Gehaltszahlung für die Dauer der Krankheit, da keine„unverschuldete“ Krankheit vorliege. Die von dem Angestellten erhobene Klage auf Zahlung seines Gehalts während der Krankheitsdauer hat das Landesarbeitsgericht Frankfurt a. M.(im Gegensatz zum Arbeitsgericht) abgewiesen. Die Beantwortung der Frage, ob der außereheliche Geschlechtsverkehr nach der heutigen Moral als etwas Unsittliches anzusprechen ist, läßt das LAG, dahingestellt. Auf das sittliche Moment komme es überhaupt nicht an. Es gründet die Abweisung der Klage nur auf Verschulden des Klägers im Sinne von§ 63 HGB. Ohne Verschulden würde er sich nicht angesteckt haben. Die beim Reichsarbeitsgericht eingelegte Revision ist ohne Erfolg geblieben und zurückgewiesen worden. Ein Verschulden fällt dem Kläger dann zur Last, wenn er es an der nötigen Sorgfalt und Vorsicht hat fehlen lassen, wie sie§ 276 B6B, vorschreibt. Das LAG. hat das Verschulden des Klägers bejagt unter Hinweis darauf, das heute bei der großen Verbreitung der Krankheiten für den Einzelnen bei außerehelichem Verkehr die äußerste Vorsicht geboten ist. Außergewöhnliche Umstände, die dem Kläger zur Entschuldigung gereichen könnten, liegen nicht vor. Die Weihe der neuen Fahne durch Hauptmann a. D. Blomberg. konion von Schiers gbech. Ria selbst hatte schließlich nicht die geringste Veranlassung, etwas von der Existenz ihrer Schwester verlauten zu lassen. Am Telephon hatte man ihr klipp und klar gesagt, daß das Interesse des eleganten Junggesellen ihr gelte. Ihre Schwester war verreist, und die Angelegenheit, in der sie verreist war, war geheimnisvoll genug. Nein, Lia mußte einstweilen aus dem Spiel bleiben. Später konnte man ja sehen.. Der Tee fand gerade an dem Tage statt, an dem Otto vormittags von Felix mit ein paar nüchternen Vorten über dessen Reise informiert worden war. Otto hatte sich wütend über den Kompagnon geärgert und hatte erst unwillkürlich angenommen, die Reise stünde irgendwie in Zusammenhang mit Fräulein Ballentin. Da er aber gerade an diesem Tage mit Fräulein Vallentin selbst zusammenkam, mußte er diese Ehese fallen lassen. Da hatte Otto nun gleich eine Gelegenheit, sich an Felix für diese Geheimniskrämerei tüchtig zu revanchieren. Er machte Fräulein Vallentin, die für ihn die Herzensdame seines Teilhabers war, nach Strich und Faden den Hof. Das fiel ihm umso leichter, als er das Mädchen tatsächlich entzückend fand. Otto liebte blond, zumal in dieser lebhaften Nuance, er liebte große, hübsch=gewachsene Figuren, wie sie Lia— genau so wie Lia— hatte, und er fand auch Gefallen an der leichten und lustigen Art, in der es sich mit Kia plandern ließ. Nia selbst wurde umgekehrt von Anfang an durch die stattliche Erscheinung Otto Birkenbuschs eingenommen, und sie gefiel sich darin. sich von dem eleganten Mann in Gegenwart der beiden älteren Damen den Hof machen zu lassen. Zu haben war er noch, reich sollte er auch sein, hatte sie also irgend welchen Anlaß, zu bremsen? Im tiefsten Innern hatte Ria zu dem Tee wohl das unbestimmte Gefühl mitgebracht, als ob wieder einmal eine der berühmten Verwechselungen zwischen Ria und Lia vorläge, wie sie im Laufe der Jahre eine ständige Erscheinung waren. War dem so, dann machte sie sich gar nichts daraus, der jüngeren Schwester einen Freier wegzuschnappen. Erstens war Lia jünger und mußte deshalb hinter der älteren Schwester zurückstehen. Zweitens war Lia nicht in Berlin, und drittens hatte sie sich durch ihre Affäre mit dem„kleinen Angestellten“ einstweilen in der Familie mißliebig gemacht, so daß sie mithin alles über sich ergehen lassen mußte. Ria war auf der Hut, daß die etwa vorliegende Verwechselung nicht zutage trete. Otto Birkenbusch fragte sie im Laufe des Tees bei Frau Sanitätsrat Brück einmal unvermittelt: „Wußten Sie eigentlich, daß Felix Schmidt zur Zeit verreist ist?“ Da antwortete Ria kaltblütig und so ganz obenhin: „Ja, ja, ich wußte es.“ Irgend etwas schien also doch nicht ganz zu stimmen, dachte Ria, die den Namen Felix Schmidt eben zum ersten Male hörte. Was aber zu stimmen schien, das war das ausgesprochege Interesse, das Otto Birkenbusch an ihr zeigte. Und als Otto Birkenbusch sie beim Abschied, immer noch in seiner Revanchepolitik gegen Felix begriffen, um ein Wiedersehn bat, war sie durchaus damit einverstanden, sich an einem der nächsten Tage mit ihm zu treffen. Otto konnte den Gedanken an das schöne Mädchen nicht mehr los werden. Was ihn besonders daber frappierte, war die Tatsache, daß Fräulein Vallentin sein Interesse ganz offensichtlich erwiderte. Wenn sich allo Felix in der Annahme befand, Fräulein Ballentin habe etwas für ihn übrig, so mochte er in seiner Naivität etwas sehr voreilig gewesen sein. Otto beschloß, diesem Moment näher auf den Grund zu gehen. Als er wieder mit Ria zusammen war, fragte er sie ganz unvermittelt: „Bitte, sagen Sie mir einmal offen und ehrlich— lieben Sie Felix Schmidt?“ Dabei klemmte er das Monokel ins Auge, um es sofort wieder fallen zu lassen. Ria überlegte in aller Eile:„Was war nur mit diesem Felix Schmidt?“ Birkenbusch fragte nun schon zum zweiten Male nach ihm. Sie selbst kannte keinen Menschen namens Felix Schmidt. Es mußte also ein Bekannter ihrer Schwester sein. Aber von Lia hatte sie den Namen nie nennen hören. Halt— da fiel ihr ein, das mochte wohl die neueste Errungenschaft sein, dieser kleine Angestellte, der soviel Aufregung in die Familie Vallentin getragen hatte. Wenn ja, dann war sie hier als die Aeltere und Vernünftigere an Stelle ihrer Schwester geradezu verpflichtet, den fragwürdigen Mann kurzerhand abzutun. Während sie dies alles blitzschnell überlegte, fragte sie, um Zeit zu gewinnen, zuerst zurück: „Wieso meinen Sie das?" „Nun, ich frage nur so“, schaltete Otto Birkenbusch ein.„es würde mich interessieren, ob Sie für Felix Schmidt ein ernsthaftes Interesse haben.“ „Ist er ein kleiner Angestellter“, fragte Ria jetzt vorsichtig. Otto Birkenbusch stutzte. Wieder führte er das Monokel auf eine Sekunde zum Auge. Was hatte Freund Felix da für Dinge aufgebracht? Da hieß es zurückhaltend sein. „Nun, das eben nicht gerade“, sagte er und soh ausweichend zur Seite. Ria deutete das ausweichende„Das eben nicht gerade“ als ein Zeichen dafür, daß also doch etwas mit diesem Felix Schmidt nicht ganz in Ordnung war. Dann mochte wohl auch alles das stimmen, was Vater über ihn erfahren hatte, vor allem, daß er ein Hochstapler sein sollte. Daher erklärte sie nun bestimmt: „Und diesen Mann soll ich lieben?“ „Nun, aber Sie haben doch wenigstens Interesse für ihn?“ d. Schleswig=Holsteiner besuchen Bochum. Aufmerksamkeit erregte am Montag in Bochums Straßen ein großer, mit bunten Fahnen und Grün reichlich geschmückter Autobus. Es handelte sich um etwa 25 junge Leute aus Schleswig=Holstein, die, von einer Jugendtagung kommend, eine kleine Besichtigungsreise durch das Industriegebiet unternahmen. Hierbei statteten sie auch Bochum einen Besuch ab. Den Fahrtteilnehmern hat die Besichtigung Bochums außerordentlich viel Freude gemacht. Die rege Bautätigkeit fiel ihnen besonders auf und großen Eindruck machte der Rathausneubau in seiner einfachen Linienführung. h Die Verhandlungen im Ruhrbergbau werden am Dienstag fortgesetzt. Im Verwaltungsgebände des Bergbaulichen Vereins in Essen begannen Montag vormittag 10 Uhr die Verhandlungen zwischen dem Zechenverband und den Vertretern der Bergarbeiterorganisationen. Unter dem Vorsitz des Schlichters, Professor Brahn, trat die Schlichterkammer zusammen, der je sechs Arbeitgeber und Arbeitnehmer angehören. Die Verhandlungen ergaben im allgemeinen das gleiche Bild wie die beiden vorhergehenden Verhandlungstermine, die bekanntlich zunächst Parteiverhandlungen und dann freie Verhandlungen in Gegenwart des Schlichters waren. Die Gegensätze zwischen den beiden Parteien traten wieder in der schärfsten Form zutage, als die einzelnen Paragraphen des Manteltarifvertrages durchgegangen wurden. Die Verhandlungen werden am Dienstag fortgesetzt und voraussichtlich nachmittags durch einen Schiedsspruch beendet werden. „Aber ganz und garnicht.“ „Er nimmt es aber doch stark an.“ „Dann muß eben irgendwie ein Irrtum bei ihm vorliegen. Ich kenne den Mann kaum, kümmere mich nicht um ihn und will absolut nichts mit ihm zu tun haben“ Otto Birkenbusch kam über diesen Bescheid den ganzen Abend nicht aus dem Kopfschütteln heraus. Felix war doch ein merkwürdiger Mensch. Verliebte sich da Hals über Kopf in ein Mädchen, glaubte sich ganz bestimmt wieder geliebt und erzählte, er wolle es heiraten. Dabei kennt ihn dieses Mädchen kaum und lehnt es rundheraus ab, mit ihm überhaupt irgend etwas zu tun haben zu wollen. War es nicht seine Pflicht, überlegte Otto, Felin noch jetzt, während er in Eisenach festgehalten wurde und sich so mangels jeder Beschäftigung vielleicht nur noch mehr in den Gedanken an Fräulein Vallentin verrannte, darüber eindeutig aufzuklären, daß er sich in einem ganz unverantwortlichen Irrium befand? 16. Kapitel. Liebesqualen hinter Gitterstäben. Felix durchlebte in Eisenach qualvolle Tage. Ein Eisenacher Rechtsanwalt, der ihm vom Gericht beigegeben wurde, wußte sich gar nicht mit ihm zu stellen. Als Felix dem Anwalt gegenüber bei der Erklärung blieb, er könne sich über den Zweck und die näheren Umstände seiner Reise auch ihm gegenüber nicht weiter auslassen, wurde der Anwalt sehr kurz. Er bemerkte, dann müsse Felix eben allein sehen, wie er fertig werde, und ihm, dem Anwalt, bliebe nichts anderes übrig, als in der Hauptverhandlung, wenn es soweit kommen würde, für ein möglichst mildes Strafmaß zu plädieren. Er wolle sich rechtzeitig vor der Hauptverhandlung noch einmal melden. Im übrigen stehe es Felix ja frei, nach ihm zu rusen, wenn er soweit sei, daß er seinem Anwalt Vertrauen schenken wolle. Damit verließ der Anwalt das Sprechzimmer des Untersuchungsgefängnisses. Auf einen wesentlich besseren Fuß stellte sich Felix mit dem Gefängnispersonal. Für die Wärter war er kurzweg der„Dicke". Die Leute waren dabei Wie benehme ich mich im Walde? Was man soll und was man nicht darf. Die Frage, wie man sich im Wald benehmen soll, ist oft erortert worden. Alle diese Anforderungen, die man an den Waldbesucher stellen soll, hängen von ihm selbst ab, sind seinem eigenen Takt und seiner Rücksicht auf die Mitmenschen überlassen. Wie man sich jedoch im Wald benehmen muß, ist eine Frage, die der jeweilige Waldeigentümer zu bestimmen und der Walobenutzer nach rechtlichen Grundsätzen zu befolgen hat. Sehr oft kommt es vor, daß jemand als Spaziergänger oder als sonstiger Waldbenutzer eine Zurechtweisung oder eine Strafe auf sich nehmen muß, weil er die eine oder andere Bestimmung nicht kannte und infolgedessen nicht beachtete. Denn Unkenntnis schützt bekanntlich nicht vor Strafe. Wer jedoch im Wald die Augen offen hält, und sich wenige Sätze merkt, wird diese Gefahr mit Sicherheit vermeiden können. Einheitliche Bestimmungen über den Verkehr im Walde und die sonstige Waldbenutzung gibt es nicht. Aus der einschlägigen Gesetzesliteratur in läßt sich zunächst ganz allgemein sagen, daß alles, was im Rahmen der üblichen Waldbenutzung liegt, erlaubt ist, soweit es nicht an Ort und Stelle durch Schilder oder anderweitige Kennzeichnung ausdrücklich als verboten bekannt gemacht ist. Waldbestände dürfen demnach auch außerhalb der Wege betreten werden, wenn diese nicht— wie bei Schonungen— ausdrucklich gekennzeichnet sind. Jedem Waldbesitzer steht jedoch frei, seinen Wald gänzlich für die Allgemeinhei zu verbieten. Strafbar macht sich der Waldbenutzer nur, wenn er das angebrachte Verbotsschild nicht beachtet. In einem Waldbestand ist die Benutzung aller Wege— auch der Holzabfuhrwege— grundsätzlich gestattet, soweit ein Weg nicht als verboten gekennzeichnet ist. Ueber das Anbinden oder Freilaufenlassen von Hunden bestehen keine Bestimmungen. Sowohl der Jagdberechtigte wie auch der Waldeigentümer oder dessen Bevollmächtigter haben jedoch das Recht, freilaufende jagende Hunde abzuschießen. Nach einzelnen örtlichen Bestimmungen können sie sogar Schußgeld vom Hundebesitzer verlangen. Ueber das Rauchen und Anzünden von Feuer bestehen gleichfalls keine ausdrücklichen Vorschriften. An Verbotsschildern und Aufforderungen hat man sich jedoch unbedingt zu halten. Ueberhaupt gilt in allen Fällen, in denen kein örtliches Verbotsschild angebracht ist, die Verpflichtung, der Aufforderung der Jagdberechtigten oder des Försters Folge zu leisten. Wer beispielsweise vom offenen Wald auf den Weg zurückverwiesen oder wem das Anzünden von Feuer von einer berechtigten Person sich erst strafbar. leistet. Niemand kann also beim Betreten und Benutzen eines Waldes einer Strafe verfallen, wenn er sich an die angebrachten Tafeln hält und wenn er, bei Nichtbestehen von Verbotsschildern, einer berechtigten Aufforderung nachkommt. SeaischtCnusen.sthastklag Gegen eine Einschränkung der Selbstverwaltung Beteiligung von Vertretern sämtlicher verblichen Berufsgenossenschaften, der UnUnter deutschen gewerr, Eelg#ge fauversicherungsanstatten Oesterreichs und zahlreicher Behörden beider Länder fand am 7. Juni in burg der 39. ordentliche Berufsgenossenschaftstag statt. Wie schon die Verlegung nach Salzburg zeigte, bestand dabei die Absicht, die Erfahrungen der österreichischen Unfallversicherung mit denen der deutschen im Vergleich zu setzen. Der Direktor der ArbeiterUnfallversicherungsanstalt Wien, Hofrat Dr. Hendrych, kam nach seinen langjährigen Erfahrungen für seine Person zu der Ansicht, daß dem deutschen Prinzip der berufsgenossenschaftlichen, fachlichen Gliederung der Vorzug vor dem österreichischen, territorialen Aufbau zu geben sei, insbesondere aus den Zielen der Unfallverhütung. Im gleichen Sinne führte in der Diskussion der Vertreter einer anderen territorialen Anstalt, Ob.=Reg. Frank von der Unfallgenossenschaft freie Stadt Danzig aus, daß diese Anstalt nicht nur bei ihrer Entstehung, sondern auch für ihren Weiterbestand auf die berufsgenossenschaftlichen Grundlagen angewiesen sei. Primarius Dr. med. Böhler(Wien) berichtete über„Erfahrungen aus dem Unfallkrankenhaus der Arbeiter=Versicherungsanstalt Wien". Daß die fachliche Gliederung der deutschen Berufsgenossenschaften auf dem Gebiete der Unfallverhütung zu besonders fachkundig aufgebauten Unfallverhütungsvorschriften führt, die aber trotzdem unter einheitlichen Gesichtspunkten zusammengefaßt sind, zeigt die Annahme der neuen Normal=Unfallverhütungsvorschriften auf der Tagung, die den Berufsgenossenschaften nun Richtlinien fur die von ihnen zu erlassenden Spezialvorschriften bilden. Der Bericht des geschäftsführenden Vorstandsmitgliedes des Verbandes, Dr. Roewer, über den vorliegenden„Entwurf eines Gesetzes über Unfallverhütung in der Unfallversicherung“ hatte Bedenken gegen die bisherige Selbstverwaltung der Berufsgenossenschaften einschränkende Einschiebung staatlichen Einflusses und weitergehende Mitwirkung der Versicherten besonders auch bei der Betriebsüberwachung. In einem Vortrag über die Verwaltungskosten der Berufsgenossenschaften wies Dir. Quentin(Berlin) mit ausführlichem Material nach, daß die Berwaltungskosten der verschiedenen Versicherungsträger nicht vergleichbar sind, da ihr Aufgabengebiet ein ganz verschiedenes ist. In der Unfallversicherung verringern sich die Renten durch wirksame Unfallverhütung und gutes Heilverfahren, die natürlich Verwaltungskosten erfordern aber eine Ersparnis an Entschädigungsleistungen bringt. Der Bericht von Dr. Ostern darüber, ob territoriale Versicherungsträger in der Unfallversicherung erforderlich seien, wie dies von maßgebenden Stellen für den Fall einer Ausdehnung der Unfallversicherung auf alle Lohn= und Gehaltsempfänger für nötig gehalten wird, führte zu einer Entschließung, in der der Berufsgenossenschaftstag zum Ausdruck brachte, daß er gegen eine solche Ausdehnung Bedenken habe. Solle sie trotzdem erfolgen, so genügten aber zu ihrer Durchführung die vorhandenen fachlichen Träger der Unfallversicherung. Die Errichtung neuer territorialer Träger wäre nicht nur überflüssig, sondern schädlich und würde eine weitere Zersplitterung der Versicherungsträger und Vermehrung der Kosten bedeuten. Sozialversicherung ddel Zwangsspaltasst! iesen oder wem das Anzünden voy Frachf Es wird uns geschrieben: Im christlichen Gewerkertechtineen Wetlug untersagt wird, Wacht schaftshause fand eine Karteuversammtung statt. Die var, wenn er der aufforderung nicht boise Versammlung wurde von Krömmelbein geleitet. Närdemann hielt einen Vortrag über„Sozialversicherung oder Zwangssparkasse". Der Redner schilderte die verschiedenen Sparkassenarten in Deutschland und wies darauf hin, daß in den letzten Jahren auch Arbeitnehmer= und Handwerkerorganisationen eigene Sparkassen errichtet hätten. Das scheint den Arbeitgebern und auch den Kommunen nicht zu gefallen, weil sie dadurch eine Schwächung befürchtenKann denn die Sozialversicherung durch eine Zwangssparkasse ersetzt werden, Theoretisch gewiß. Es soll tatsächlich Leute geben, die der Ansicht sind, die Reichszwangssparkasse könnte besser und billiger arbeiten als die Sozialversicherung. Redner zerlegte dann im einzelnen die Schrift des Herrn Hartz„Irrwege der deutschen Sozialpolitik". Besonders schwerwiegend in dieser Schrift sei die Anschuldigung, die Sozialversicherung habe bei den Arbeitnehmern Verantwortungsbewußtsein, Fleiß und Sparsamkeit in den weitesten Kreisen zerstört oder zum mindesten gelähmt, habe Arbeiter und Angestellte zu Betrügern gemacht und Gedankenlosigkeit, Unmoral und Gewissenlosigkeit bis zum Uebermaß gesteigert. Solche Behauptungen grenzen dicht an Verleumdung und müsse entschieden zurückge* Silberhochzeit. Die Eheleute Julius Zacher und Frau Luise gev. Schröder, Bochum, Ottostraße 167, blicken am 18. Juni auf ein 25jähriges Ehezubiläum zurück. Sie sind seit fast 17 Jahren Leser des„Bochumer Anzeiger“.— Die Eheleute Johann Dey, wohnhaft Bochum=Hamme, Siegfriedstraße 18, feiern heute ebenfalls die Silberhochzeit. * Straßensperrung. Wegen Vornahme von Asphaltierungsarbeiten wird der Waldring in Bochum zwischen Wiemelhauser= und Petersstraße, auf die Dauer von 8 Wochen für den durchgehenden Automobil=, Fuhrwerks- und Radfahrverkehr gesperrt. Umfahrt: Wasserstraße, Königsallee oder Friedrikastraße, Königsallee. t Italienischer Sprachkursus in Bochum. Seitens des italienischen Vizekonsulates in Dortmund ist jetzt in Bochum ein italienischer Sprachkursus eingerichtet worden, der in einjähriger Dauer— der Kursus schließt im Juli 1930— die Teilnehmer mit der italienischen Sprache bekannt machen und möglichst bis zur Sprechfertigkeit bringen soll. Die Leitung des Sprachunterrichtes liegt in Händen der italienischen Sprachlehrerin Fräulein Nosadini(Dortmund). Die Teilnahme an dem Kursus ist völlig unentgeldlich. Anmeldung beim italienischen Vizekonfulat in Dortmund, Rathenauallee. Der Lehrgang findet im Gesellenheim des Meinolphusstiftes statt. X Beantragung von Reisepässen und Führungszeugnissen. Im Hinblick auf die beginnende Reisezeit weist das Polizeipräsidium darauf hin, daß Reisepässe bei dem zuständigen Polizei=Revier, d. h. dem und gemeldet ist, persönlich unter Aushändigung eines Lichtbildes zu beantragen sind, also in der Regel nicht unmittelbar auf der Paßstelle des Polizei=Präsidiums. Die Polizei=Reviere geben die Anträge auf dem Dienstwege weiter und können die Antragsteller die Pässe nach 3 Werktagen im Polizei=Präsidium, Bochum, Uhlandstraße, Zimmer 65, abholen. Wegen der zu leistenden Unterschrift muß die Abholung persönlich erfolgen. Nur in eiligen Fällen(Todesfällen) dürfen die PolizeiReviere den Antragstellern die Anträge persönlich zur Weiterbesorgung mitgeben. In solchen Ausnahmefällen erfolgt dann die Ausstellung der Pässe auf der Paßstelle bevorzugt, so daß der Antragsteller seinen Paß aleich mitnehmen kann. Die Reisepässe werden in der Regel mit einer Gültigkeitsdauer bis zu 5 Jahren ausgestellt. Sie kosten 3 RM., ob Einzel= oder Familienpässe. Kinder wiesen werden. Auch sei falsch, daß die Sozialversicherung— wie behauptet wird— würdige Wohnungsverhältnisse verhindert habe. Unwürdige und ungesunde Wohnungen waren längst in großem Maße vorhanden gewesen, bevor das Wort„Sozialversicherung“ in Deutschland bekannt war. In weiten Kreisen des deutschen Unternehmertums und auch der nationalökonomischen Wissenschaft sei es so, daß sie sich wohl aufs gründlichste mit der Warenökonomie, viel zu wenig aber mit der Menschenökonomie befaßt haben. Eine gesunde Wirtschaft ist jedoch ohne ein gesundes Volk nicht denkbar. Der gesunde Arbeitnehmer sei die Vorbedingung für eine emporsteigende Wirtschaft. Zusammenfassend sei zu sagen, daß zwar kein Zweifel darüber besteht, daß in dem großen Werk der deutschen Sozialversicherung im Laufe der Jahre Mißstände und Unzulänglichkeiten, auch solche organisatorischer Art, sichtbar geworden sind. Trotz allen Mängeln sei die deutsche Sozialversicherung nicht abbruchreif. Ihr Bau müsse verbessert, aber nicht zerstört werden. Dieses Werk Bismarcks solle nicht nur erhalten, sondern es müsse weiter ausgebaut werden zum Wohle der Versicherten und deren Familien. Dort, wo die Fahne des sozialen Fortschritts weht, stehen auch die christlichen Gewerkschaften! Den mit großem Beifall aufgenommenen Worten des Referenten schloß sich eine rege Aussprache an. Und wenn es in der Sommerfrische oder im Bade noch so schön ist, Sie werden ganz bestimmt das Verlangen haben, etwas aus der Heimat zu erfahren. Bestellen Sie sich daher vor Ihrer Abreise ein Abonneinlent den„Bochumer Anzeiger“ Die geringe Mehrausgabe für Porto lohnt sich. Für die tägliche Streifbandsendung berechnen wir pro Woche(einschl. Zeitung und Porto) nur M..15 Bitte wenden Sie sich an unsere Geschäftsstelle, Alleestr.8 bis zu 14 Jahren einschließlich können in die Familien= pässe ihrer Eltern unentgeltlich mit eingetragen werden. Reisen sie in diesem Alter, ohne im Familienpaß eingetragen zu sein ins Ausland, so erhalten sie einen Kinderausweis. Dieser muß vom 10. Lebensjahre ab mit einem Lichtbild versehen sein. Er kostet 0,50 RM. Für alle Reisen nach dem Auslande besteht Paßzwang. Ein sogenannter Personalausweis genugt nicht. Für Reisen in die besetzten Gebiete stellen die Polizei=Reviere die Ausweise unentgeltlich aus. Führungszeugnisse müssen in derselben Weise im zustandigen PolizeiRevier beantragt werden. Sie kosten im allgemeinen 2 RM. Die Zustellung erfolgt durch die Post auf Kosten des Antragsstellers inerhalb 3 Tagen. Nur in dringenden Ausnahmefällen dürfen die Polizei=Reviere die Anträge den Antragstellern persönlich zur Weiterbesorgung mitgeben, damit ihnen das Zeugnis auf dem PolizeiPräsidium zur sofortigen Mitnahme ausgestellt wird. Musikalische Feierstunde in der Immanuelskirche. Der unter der Leitung von G. Liebig stehende gemischte Chor der Immanuelskirche in Bochum hatte Mitglieder und Freunde der kirchlichen Gemeinschaft zu einem Liederabend eingeladen und trug eine Reihe der schönsten Lieder von Mendelssohn=Bartholdy, Liebig, Franck, Konradin Kreutzer, Nägeli und Brahms gut einstudiert vor. Das ziemlich umfangreiche Programm zählte Frühlings= und Wanderlieder, Abend= und Nachtgesänge auf, die die Schönheit und Pracht der Schöpfung und die Ehre Gottes priesen. Solchermaßen konnte die Veranstaltung sehr wohl gottesdienstlichen Charakter haben. Die Leistungen des Chores sind durchweg als sehr nett zu ihm. Bei der Menschenkenntnis, die ihnen allen eigen war, fühlten sie ohne weiteres heraus, daß hier kein Schwerverbrecher saß. Mochte der Dicke nach dem Satze„Irren ist menschlich“ auch irgend welche Dummheiten gemacht haben, er schien doch ein recht gutmütiger Mensch zu sein. Einen wahren Freund aber fand Felix an dem Gefängnisarzt. Er wurde, wie jeder neueingelieferte Gefangene, von dem Gefängnisarzt Dr. Löhlhardt„besichtigt". Zu seinem Erstaunen erhielt er dann bereits am andern Tage von dem Arzt Besuch in der Zelle, obwohl er sich durchaus gesund fühlte, wenigstens, soweit das Herz nicht in Betracht stand, und auch mit keiner Silbe nach dem Arzt verlangt hatte. Dr. Löhlhardt, ein Mann von etwa fünfzig Jahren, entschuldigte sich sehr höflich wegen seines ungebetenen Besuchs. Aber er habe sich, so erklärte er dann, neben seiner etwas eintönigen Tätigkeit als Gefängnisarzt aus reiner Liebhaberei auf Haarkrankheiten spezialisiert. In dem neu eingelieferten Untersuchungsgefangenen habe er bei der vorgeschriebenen Besichtigung einen so vorbildlichen Fall einer totalen, vorzeitigen Glatze festgestellt, daß er der Versuchung nicht habe widerstehen können, sich mit der Angelegenheit zu befassen. Er bat um die Erlaubnis, Felix in dieser Hinsicht gründlich untersuchen zu dürfen. Er nehme an, daß es Felix nicht unangenehm sei. In diesem Hause habe man ja Zeit in überreichlichem Maße. Im übrigen freue er sich, gehört zu haben, daß man Felix hier noch längere Zeit zu beherbergen beabsichtige. Er habe nämlich, wenn der Befund so ausfalle, wie er es sich denke, auf Grund seiner langjährigen ausgedehnten Studien mit Felix eine Kur vor, die schon nach einer guten Woche in Form eines leicht sprießenden Haarwuchses den ersten Erfolg zeigen müsse. Felix machte gute Miene zum bösen Spiel. Wirklich, er hatte Zeit. So stellte er es dem braven Doktor und Haarspezialisten gerne anheim, seinen kahlen Schädel einer gründlichen Untersuchung zu unterziehen. Schaden konnte es nichts. Und wenn wirklich wieder die Haare bei ihm zu wachsen anfingen — er dachte ja nur immer an Lia— so hatte sein zwangsläufiger Eisenacher Aufenthalt wenigstens diesen einen Erfolg. Sonst vergingen aber die Tage für Felix eintönig und qualvoll. Die leidenschaftliche Sehnsucht nach Lia war seine einzige Unterhaltung. Der Untersuchungsrichter hatte keine neue Vernehmung mehr angesetzt. Offensichtlich suchte man jetzt mit aller Gewalt nach Beweisen für seine Schuld. Etwa am zweiten oder dritten Tage hatte Felix energische Schritte geplant, um doch auf irgend welche Weise dieses törichte Spiel möglichst rasch zu Ende zu bringen. Immer wieder suchte er nach einem Weg, auf dem er vorwärts kommen könnte, ohne Lia und Tante Martha zu kompromittieren. Aber er versank bald wieder in seine trübselige Stimmung. Schließlich aber geriet er in völlige Verzweiflung und war fast froh, daß er hier in Eisenach in der Zelle saß und keinen Menschen zu sehen und zu sprechen brauchte... „Und das kam durch die Post, die er nach und nach erhielt. Das erste Lebenszeichen, das von außen kam, war der Brief von Frau Zeisig gewesen. Die gute Seele versicherte Felix, daß sie unverbrüchlich an seine Unschuld glaubte. Aber es war wenigstens eine gute Seele, die es treu und ehrlich mit ihm meinte, und wenn sie es alle so mit ihm meinten, so brauchte er jetzt nicht diese Höllenqualen durchzumachen. Mit ein= und derselben Post bekam er nämlich zwei Briefe, den einen von Lia und den anderen von Otto. In der gereizten Gemütsverfassung, in der er sich nun einmal befand, verkannte er den von Lia mit aller Absicht zurückhaltend und ganz offiziell abgefaßten Brief vollkommen. Woher wußte Lia in aller Welt, daß er in Eisenach in Untersuchungshaft war? Sie war also nun verabredungswidrig doch schon gleich nach Berlin zurückgekehrt. Aber warum durfte er ihr dann nicht in die Wohnung schreiben? Warum verlangte sie diesen Umweg über eine Freundin? Und dann diese Zurückhaltung in dem Brief? Die Ergänzung dazu schien Felix geradezu der Brief Ottos zu bilden. (Fortsetzung folgt.) gut anzusprechen, das Stimmaterial ist frisch und die Sänger sind offenbar mit ganzem Herzen bei der Sache. Deutliche Aussprache und seelenvouer Vortrag sind die schönsten Eigenschaften des Singkörpers. Der Organist, der einige Orgelwerke in liebenswürdiger Weise vortrug, war bescheidenerweise auf dem Programm nicht . Die erste Vortragswoche im Jugendzelt an der Königsallee. Das Deutsche Jugendzelt, das im Laufe der funf Wanderjahre in mancher Stadt mit großem Erfolg gearbeitet hat, kann auch auf die erste Etappe seiner Arbeit in Bochum, mit Genugtuung zurückblicken. Abend für Abend füllte sich das Zelt mit Jungen und Alten aus allen Lagern. Das Ziel: Jugend und Alter mit der frohen Botschaft in Verbindung zu bringen, geschah in einer Vortragstätigkeit, die leicht verständlich und faßlich war.— Von unserer Zeit, in der man bewußt eine neue Sexualmoral schaffen will, sagt Eduard Spranger:„Es geht mit unserer Volksmoral in den letzten Jahren unheimlich schnell nach unten und gerade die völlige Schweigsamkeit oder Einflußlosigkeit der gesund gebliebenen Kreise, an denen es gewiß nicht fehlt, ist das Beängstigende: Der Schlamm steigt uns aulmahlich an den Hals.“ Bebel würde sein vor 50 Jahren gesprochenes Wort:„Im sozialistischen Staat gibt es keine Unsittlichkeit mehr“, heute nicht wiederholen. Unsere Zeit mit ihren Verfallserscheinungen sagt uns, daß wir am Abgrunde taumeln.— Ein Lichtbildervortrag schloß am Samstag die erste Woche der Vortragsarbeit. Sehr feiner Bilder— von Musik und Gesang umrahmt— zeigte den Zuhörern Wesen und Wirken evangelischer Jugend.— Das Zelt wird nur seine Tätigkeit bis zum 30. d. M. fortsetzen. Jeder= mann ist eingeladen. Die Vorträge beginnen 8 Uhr abends. Heute abend 8 Uhr spricht der Zeltevangelist Jakubski(Berlin) über das Thema:„Die Frage nach Gott.. Lm Iu mei ee :) Zusteuung von Frachtgutern. In weiten Kreisen der Bevölkerung ist die Tatsache noch nicht genügend bekannt, daß die Zustellung der mit der Reichsbahn angekommenen Eil-, Fracht= und Expreßgüter durch die bahnamtlich bestellten Rollfuhrunternehmer zroße Vorteile hinsichtlich der Stetigkeit, Angemessenseit der Gebühren und vor allem der Haftpflichtfrage bietet. Die angekommenen Güter werden planmäßig dem Rollfuhrunternehmer übergeben. Dieser hat die Zuführung binnen einer bestimmten Frist zu erledigen. Diese Fristen sind bei jeder Güterabfertigung durch Aushang bekannt gemacht, können aber auch daselbst erfragt werden. Die Gebührensätze werden eisenbahnseitig festgesetzt und können jederzeit aus der Uebersicht, die der Rollkutscher bei sich führen soll, ersehen werden, so daß Ueberforderungen vorgebeugt werden kann. Es wird noch auf die besonders wichtige Tatsache hingewiesen, daß bei Zustellung durch die bahnamtlichen Rollfuhrunternehmer die Haftpflicht der Eisenbahn für Beschädigung und Lieferfristüberschreitung bis zur Uebergabe an den Empfänger besteht, also auch noch während der Zuführung vom Güterschuppen bis zur Wohnung oder Geschäftsstelle des Empfängers, während die sonst bereits mit der Aushändigung des Gutes am Güterschuppen erlischt. g Die Diphtherie=Erkrankungen in Wiemelhausen. Der Elternbeirat der Schule Wiemelhauser Straße und der Bürgerverein Mittel=Wiemelhausen hatten am Montag abend erneut die Eltern zu einer Versammlung im Lokal Knepper eingeladen. Dem Rufe waren die Eltern sehr zahlreich gefolgt. Der Leiter der Versammlung, Benewitz, begrüßte den Kreisarzt Dr. Priegge, seinen Mitarbeiter Medizinalassessor Dr. Möller und den Schularzt Dr. Bosselmann. Der Vorsitzende des Elternbeirats berichtete über die Arbeit der Kommission, die beim Oberbürgermeister diesen aber nicht angetroffen habe. Der Dezernent Stadtrat Stumpf habe erklärt, keine Macht zu haben, die Schule zu schließen; dies sei Aufgabe des Kreisarztes. Bei der letzten Untersuchung seien vierzig Kinder als Bazillenträger festgestellt und ausgesondert worden. Auch bei einer Schließung der Schule wäre die Gefahr der Uebertragung nicht beseitigt. Sodann nahm Kreisarzt Priegger das Wort. Er sprach einleitend im allgemeinen über ansteckende Krankheiten. Dann legte er dar, wie schwer es sei, den Ansteckungsherd von Krankheiten zu ermitteln. Von den 370 Kindern seien zurzeit neun Kinder erkrankt. Vierzig Bazillenträger seien festgestellt worden. Eine Schließung der Schule würde eine wirksame Bekämpfung und Auffindung des Bazillenherdes verhindern. Darum habe er nicht die Genehmigung zur Schließung gegeben. Die Krankheitsträger würden vom Schulbesuch befreit. Eine sorgfältige Weiterbeobachtung der Kinder sei angeordnet worden. Die Maßnahmen der Behörden seien sorgfältig. Erst wenn diese ohne Erfolg seien, könne ev. eine Schließung der Schule in Erwagung gezogen werden. Mit den ungenügenden Abortverhältnissen habe die Diphtherie nichts zu tun, für eine Verbesserung dieser Zustände wird gesorgt. Von Elternseite wurde angeregt, die Bazillenträger in einem Kinderheim zu isolieren. Hiergegen hatte der Kreisarzt Bedenken. Das Ergebnis war, daß man die Auswirkungen der Maßnahmen abwarten will, um dann nochmals Stellung dazu zu nehmen. * Eile mit Weile. Manche Leute rasen um Sekunden und müssen dann Tage opfern. Das zeigt der Vorfall vom Sonntag morgen am Hauptbahnhof. Ein Ehepaar wollte verreisen. Beide kommen in rasendem Galopp angeschnauft. Der Zug steht schon fahrtbereit auf dem Gleise. Die Erregung ist groß. Werden sie den Zug noch erreichen? Hochrot die Köpfe. Schweiß trieft von der Stirn, die Körper zittern. Die Füße sind vom schnellen Laufen schon wie Blei. Plötzlich, zwei Meter vor dem Bahnhof, brach die Ehefrau zusammen. und fiel in Schreikrämpfe. Die Luft war der Dame ausgegangen. Der sofort hinzugezogene Arzt ordnete Ruhe an und verband die Frau, die sich beim Aufschlagen auf den Bürgersteig eine schwere Kopfwunde zugezogen hatte. Ein Kraftwagenführer, wie er nicht sein soll! Ein Kraftwagenführer, der von einer Bochumer Autovertriebsfirma beauftragt worden war, eine Hochzeitsgesellschaft zu fahren, wollte, nachdem er das Geld, etwa 40 Mark, für diese Fahrt kassiert hatte, auf eigene Rechnung weitere Fahrten unternehmen. Die rechtzeitig benachrichtigte Polizei konnte den Kraftwagenführer fassen, bevor er eine nach seinen Angaben beabsichtigte Fahrt ins Sauerland angetreten hatte. Die unterschlagenen 40 Mark waren bereits verbraucht. Vier Personen, die das Unternehmen bereits tatkräftig unterstützt hatten und sich noch in dem Kraftwagen befanden, wurden ebenfalls vorläufig festgenommen. ** Kurze Tageschronik. Eine Sitte der Radfahrer ist es, die abschüssige Blumenstraße in vollstem Tempo hinabzufahren. So auch am Sonntag wagte es ein Radfahrer, freihändig die Blumenstraße hinabzufahren. An der Kurve der Castroper Straße blieb das Vorderrad in den Straßenbahnschienen stecken. Stahlroß und Reiter lagen auf der Straße. Mit nicht geringen Verletzungen mußte sich der Radfahrer in ärztliche Behandlung begeben. Das Fahrrad war natürlich vollständig zertrummert.— An einen nach Hamme zu fahrendes städtisches Müllauto hängten sich mehrere Schuljungen an der Dorstener Straße. Nach mehrmaliger Warnung seitens des Führers sprangen die Kleinen wieder ab. Nur ein etwa sieben Jahre alter Junge fuhr eine Strecke weiter mit. An der Ecke Richardstraße jedoch sprang er ab und kam auf der Straße zu liegen. Ein dicht neben fahrender Lieferwagen erfaßte den Kleinen und brachte dem Knaben schwere Verletzungen bei. Es besteht Lebensgefahr.— Seit etwa drei Wochen sind in Grumme die Arbeiten für den Ausbau der Hiltroper Straße in Angriff genommen. Bekanntlich wird an dieser Straße in Kürze die Straßenbahn gelegt. Die Bergstraße wird jetzt als Promenadenstraße durchgebaut. Zwischen der Marthaund Vierhausstraße sind erhebliche Arbeiten im Gange. Am westlichen Teil hat man einen gewaltigen Lehmberg abgetragen. Die früher an der Straßenseite befindlichen wuchtigen Chausseebäume stehen jetzt in der Mitte der Straße. Mit der Anlegung eines Promenadenweges ist man an dieser Stelle zur Zeit beschäftigt. Der Weiterbau der Verbandsstraße in Grumme geht gut vorwärts.— Sonntag abend stürzte am Handelshof eine ältere Dame auf den Bürgersteig unglücklich hin und verletzte sich schwer. Die Dame war auf einer Bananenschale ausgerutscht.— Auf der Provinzialstraße am Hause Weitmar ist die Straßenbahn jetzt damit beschäftigt, das Doppelgleis der Linie 8 über den erbreiterten Bruckenkörper zu legen. Gleichzeitig mit dem Ausbau der Strecke erfährt die Provinzialstraße eine Umpflasterung.— Sonntag wurde an der Ecke Kohlen= und Essener Straße in Bochum ein Motorradfahrer von einem Kraftwagen angefahren und leicht verletzt. Die Vereinsnachrichten finden unsere Teser auf Seite 9. Wetterbericht der Essener Wetterwarte vom 17. Juni 1929. (Nachdruck verboten.) Der Tiefdruckausläufer, der gestern nachmittag unserem Berzirk mehrere Regenschauer brachte, ist ostwärts abgezogen, während sich ein Ausläufer des südwestlichen Hochdruckgebietes über Deutschland ausbreitet. Hier herrscht heute noch meist wolkiges, aber vorwiegendtrockenes Pezter. Nur in Sachsen und Schlesien fällt vereinzent Regen. Der Hochdruckausläufer wird zunächst für die Witterung ausschlaggebend sein. Im allgemeinen aber wird der herrschende Witterungsfaktor, bestehend in längeren Regenpausen, die nur von kürzeren und meist nicht sehr ergiebigen Regenfällen unterbrochen werden, für die nächste Zeit noch fortdauern. Vorhersage bis Mittwoch: Vorwiegend trocken, vielfach aufheiternd und wärmer bei schwachen Luftbewegungen. gesssesenssenssseseneeseesense * Vereins-Kalender: Leososseseseenonnsennsenn enen eoenesenssssnnenge Reichsbund der Kinderreichen, Ortsgruppe Mittwoch, 19.., abends 8 Uhr, bei Balkenhol, Klosterstraße 88, Hauptversammlung. Tagesordnung: 1. Bericht über die Reichsbundestagung in Nürnberg, 2. Anträge über Wohnungsbeschaffung, 8. Aussprache, Verschiedenes.(08241 Aus und mit dem Publikum Wünsche und Anregungen der Bürgerschaft. In letzter Zeit mehren sich die Klagen über Beschmutzung der freiliegenden Plätze in den Straßen, die vielfach als Ablagerungsplätze für allerlei Abfall benutzt werden. Auch wird mit Recht Klage darüber geführt, daß unsere schönen Parkanlagen, besonders aber die neuen Parkanlagen am Gerstein=Ring und an der Dortmunder Straße in Grumme verunstaltet werden die Anlagen werfen.— Aus der Bürgerschaft zommt die Anregung, an verkehrsreichen Straßenbahnhaltesteuen wie bei Kortländer, am Bahnhof Präsident, Haus Weitmar u. a. Straßenbahnfahrpläne auszuhängen, wie das schon an anderen verkehrsreichen Punkten der Fall ist. Desgleichen kommt die Anregung, außer der Aufstellung von Papierkörben an den verkehrsreichen Straßenbahnhaltestellen, die das Umherstreuen alter Straßenbahnfahrscheine verhindern sollen, auch in den Straßenbahnwagen selbst kleine Papierkästen zu diesem Zweck anzubringen. R. E. Zum Marktplatzstreit. Man klagt über das beängstigende und gefährliche Gedränge auf dem Wilhelmsplatz an den Markttagen. Daß die Klagen berechtigt sind, darüber braucht wohl kein Wort mehr verloren zu werden, wie es wohl auch nicht besonders bewiesen zu werden braucht, daß der aus Händlerkreisen gekommene Vorschlag einer Umleitung des Verkehrs nicht annehmbar ist. Wie lange aber dieser Zustand noch fortbestehen soll, darüber wird es jetzt wirklich bald Zeit, ernstlich zu reden. Daß noch kein größeres Unglück geschehen ist, kann man wirklich als ein Wunder bezeichnen. Kleine Unbequemlichkeiten, daß mittags beim Abräumen die Passanten mal einen gelegentlichen Rippenstoß mit einem Brett oder einer Zeltstange erhalten, daß sie Gefahr laufen, ihre Kleidung an den Körben zu zerreißen und an den Heringfässern zu beschmutzen, daß der eine oder andere Gaul ein Vorbeigehen übelnimmt und schnappt, du lieber Himmel, da redet schon bald niemand mehr darüber. Dabei könnte mit einem Schlage eine Aenderung geschaffen werden, wenn ein Teil der Händler auf den geradezu ideal gelegenen Kaiser Friedrich=Platz verlegt wurde. Der Platz, der vor dem Kriege stets voll besent war mit Marktständen, ist heute knapp zur Hälfte bestellt. Er könnte eine ganze Anzahl von Marktständen noch aufnehmen und würde, selbst, wenn man den gesamten Markt vom Wilhelmsplatz auf ihn verlegte, durchaus nicht überfüllt sein. Vielleicht ziehen die maßgebenden Stellen diesen Vorschlag einmal in Erwägung. H. B. Wie kennzeichnet der Kraftwagenführer am zweckmäßigsten die beabsichtigte Fahrtrichtung? Mancherlei ist in letzter Zeit über die Autogefahr geschrieben worden, darunter auch ein Vorschlag, daß die Wagen beim Passieren von Straßenkreuzungen durch verschieden geartete Hupensianale die beabsichtigte Fahrtrichtung angeben sollten. Man würde da also mindestens drei verschiedene Signale zu unterscheiden haben für Geradeausfahrt, Rechts= und Linkseinbiegen. Ganz abgesehen davon, daß dadurch der Straßenlarm eine erhebliche Vermehrung erfahren würde, erscheint es mir auch sehr zweifelhaft, daß eine Besserung dadurch zu erzielen wäre; ein großer Teil des Publitums wird sich die Bedeutung der einzelnen Signale niemals merken. Das beste Zeichen ist m. E. der Richtungsanzeiger. Allerdings müßte dann ein einheitliches Modell eingeführt werden, das an einer ganz bestimmten Stelle des Wagens einheitlich anzubringen wäre. Heute sind die verschiedenartigsten Richtungsanzeiger in Gebrauch, die zudem an den verschiedensten Stellen des Wagens angebracht sind. Soll der Richtungsanzeiger seinen Zweck erfüllen, muß er so beschaffen sein, daß man mit einem Blick die beabsichtigte Richtung feststellen kann. Erforderlich ist aber ferner, daß die Wagenführer den Richtungsanzeiger auch regelmaßig bedienen. Heute kann man leider vielfach sehen, daß zwar dort, wo ein Verkehrsposten steht, oder wo überhaupt nur eine Polizeiuniform zu sehen ist, eifrigst der Richtungsanzeiger bedient wird, während man, wo dies nicht der Fall ist, stolz vorbeisaust. Gewiß soll durchaus nicht verkannt werden, daß es auch andersgeartete Wagenführer gibt, aber der großere Teil gehört doch anscheinend zu den vorstehend geschilderten. Es wäre daher an der Zeit, wenn die Fußgänger nun einmal den Spieß umdrehten und die rücksichtslosen Fahrer in jedem Falle glatt zur Anzeige brächten. * Der Ruf nach Sauberkeit. „In Deiner Hand liegt die Sauberkeit der Stadt", so sieht man allenthalben die Plakate prangen, um die Bürger der Stadt zur Sauberkeit zu erziehen. Aber wäre es nicht genau so gut, wenn der hochwohllöbliche Magistrat einmal die Nase in ihm gehörige Ecken stecken würde und den großen Teller grüne Erbsensuppe am Haus Rechen reinigen ließe? Als Lunge der Großstadt kann eine derartige Erholungsstätte wohl nicht mehr gelten, wenn bei diesen heißen Tagen vom Teiche aus einen solche Düfte umwehen, daß man eiligst fliehen muß. Darum schnell frisches Wasser gespender lieber Magistrat. Auch in Deiner Hand liegt die Sauberkeit der Stadt. Ein Rechener Junge. * Wochenend in Berlin und im Industriegebiet. Wenn man als Industriearbeiter oder Angestellter das Wort„Wochenend“ hört, so denkt man unwillkürlich an etwas für uns Unerreichbares. Mit Sehnsucht denkt der körperlich und geistig abgearbeitete Mensch an ein paar ruhige Stunden in einer Larube im, wenn auch kleinen, Garten. Wenn man die hier bestehende Wohnungsnot sowie den Raummangel im allgemeinen in Betracht zieht, so wäre es eine wirkliche Errungenschaft auf sozialem Gebiete, wenn seitens unserer Stadtväter etwas unternommen würde in dieser Hinsicht. Die Stadt Berlin gibt in diesem Jahre fast eine Million für Schrebergärten aus, sie braucht ja nichts für Theater zu tun, das besorgt der Staat, der für die Kunst im Ruhrgebiet gar nichts opfert. Die Vororte Berlins sind auf weite Strecken umgeben von Schrebergärten. Dem Städter wird durch besondere Fahrpreisermäßigung täglich Gelegenheit gegeben, seinen Garten zu vesuchen. Die an die Stadt zu zahlende Pachtsumme ist so gehalten, daß nur die Selbstkosten gedeckt werden. Sollte die Stadtverwaltung geeignetes Gelände für erschwingliche Preise zur Verfügung stellen können, so wäre ihr der Dank Vieler gewiß. M. G. Aus dem Gerichtssaal. Er spielt vor Gericht den wilden Mann. §a Wanne=Eickel, 16. Juni. Dem Erweiterten Schöffengericht Bochum wurde der 25jährige Bergmann Friedrich Kobus aus Wanne=Eickel wegen versuchten Verbrechens gegen ein sechzehnjähriges Mädchen aus Wanne=Eickel vorgeführt. Kobus leugnete frech die Tat. Der Angeklagte wurde jedoch überführt und zu einem Jahr sechs Monaten Gefängnis bei Anrechnung von zwei Monaten der Untersuchungshaft verurteilt. Das Gericht hatte nicht den geringsten Zweifel an der Schuld des Angeklagten, der die ruchbare Tat mit Vorbedacht ausgeführt. Sie zeuge von einer großen Gemeinheit und fast beispiellosen Roheit. Als sich das Gericht aus dem Gerichtssaale entfernt hatte und der Justizwachtmeister den Angeklagten wieder in Untersuchungshaft zurückbringen wollte, gebärdete er sich wie ein wilder Mann. Die Stühle der Verteidigerbank warf er mitten in den Saal. Er faßte die Bank seines Anklagesitzes und schleuderte auch diese in den Saal hinein. Als mehrere Justizwachtmeister herbeieilten, um dem bedrängten Justizwachtmeister zu Hilfe zu kommen, biß der Angeklagte wie ein Tiger um sich, mit Bärenkraften schleuderte er den einen oder anderen Justiwachtmeister von sich und versuchte, selbst einem der Männer die Gurgel abzubeißen. Es kam zu einem verzweifelten Ringen. Nachdem noch weitere Justizwachtmeister und andere Personen herbeigeeilt waren, kostete es noch geradezu verzweifelte Aufwendung von Kraft, den Burschen niederzuringen. Als man ihm schließlich die Kette anlegen wollte, wiederholten sich die Auftritte. Er brüllte wie ein Stier. Schließlich gelang es acht Personen unter verzweifelter Kraftanstrengung, den wütenden Mann in die Zelle des Gerichtsgebaudes zu ziehen. Aus dieser Gewaltszene vor Gericht vermag man zu ersehen, wie der Unhold sich gegen das Mädchen in dem dunklen Feldweg aufgeführt hat. § Bochum, 17. Juni. Der Mechaniker Hans Rech von Bochum=Hordel war von dem Schöffengericht wegen Mißhandlung zu 150 Mark Geldstrafe verurteilt worden. Die Staatsanwaltschaft legte gegen das Strafmaß Berufung ein. Der Angeklagte wohnte als Kostgänger bei der Witwe H. in Bochum=Hordel. Zwischen ihm und der jetzt 23jährigen Haustochter Anna H. entspann sich ein Verhältnis, welches zur Verlobung führte. Als der Angeklagte am 9. März v. J. nach zweitägigem Ausbleiben angetrunken in sein Logis zurückkehrte, erklärte ihm die Anna., daß sie nunmehr von ihm nichts wissen wolle. Es kam zwischen beiden zu einem Wortwechsel. In blinder Wutaufwallung sturzte er sich auf die Tochter Anna, die in das Schlafzimmer einer befreundeten Familie des Hauses flüchtete. Der Angeklagte folgte ihr, warf sie zu Boden und verletzte sie mit einer Schere durch vier Stiche in Rücken, Brust und Oberarm. Auf Antrag des Staatsanwaltes erhöhte das Berufungsgericht die Strafe und erkannte wegen gesuhrlicher Körperverletzung auf zwei Monate Gefägnis. 9 Moers, 15. Juni. Vor dem Moerser Schöffengericht wurde dem Homberger Schwerverbrecher Gustav Utthoff der Prozeß gemacht. Desgleichen hatten sich die Komplizen Max Bißling aus Homberg und Walter Matzack aus Moers zu verantworten. Die Anklage zitierte Raubüberfälle, Diebstähle und Hehlerei. Utthoff gab die ihm zur Last gelegten Straftaten, einundzwanzig an der Zahl, zu. Utthoff wurde zu sieben Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust, Bißling zu einem Jahr Gefängnis und Matzack zu einem Jahr einem Monat unter Anrechnung der Untersuchungshaft verurteilt. I Die gückliche Geburt eines prüchtigen Sonntagsmädels zeigen in dankbarer Freude an Hans Siepmann u. Frau Gertrud geb. Rau Bochum, Sonntag, den 16. Juni 1929 Ludwig Hoefeld Erna Hoefeld geb. Kartholt Vermählte Bochum, den 18. Juni 1929 Hotel Bochumer Hol Statt Karten Fritz Tewes Hanna Tewes geb. Wollenberg Vermählte Bochum, den 18. Juni 1929 Unter den Linden 57 Harry Wolft Steuerberatung Rechtsbüro Luisenstraße 6 1 Telefon 61464 Weinet nicht an meinem Grabe. Stört mich nicht in meiner Ruh, Denkt was ich gelitten habe Eh ich schloß die Augen zu Heute morgen 5½ Uhr entschlief sanft und gottergeben nach langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenen Leiden meine innigstgeliebte teure Gattin. unsere herzensgute, treusorgende Mutter, meine liebe Großmutter, Schwiegermutter, Schwiegertochter, Schwester, Schwägerin, Tante und Cousine, die wohlachtbare Ene. EürrAllslock Wilhelmine geb. Günther Sie starb im festen Glauben an ihrem Erlöser, nach 7 Monaten langer, schwerer Krankheit, im blühenden Alter von 46 Jahren. In tiefer Trauer: Familie Carl Anstock Bochum, den 16. Juni 1929 Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 19. Juni,.30 Uhr, vom Trauerhause Hugo-Schuls-Str. 42 aus, statt. Teauerteier ¼ Stunde vorber Ich bin beim Amts- und Landgericht in Bochum als Rechtsanwalt rngelassen. Meine Büroräume befinden sich Friedrichstraße 2 Dr. Hans Henne Rechtsanwalt Wir üben unsere Praxis gemeinschaltlich aus: Dr. Struwe, Rechisanwalt u. 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Schirme uur s Emil moler, Aeing 18 Eintragungen in das Handelsregister des gerichts zu Bochum. Am 23. Mai 1929. Bei der Firma Bochum=Riemker Eisenwerk Röhrborn& Co. i. L. in Bochum: Die Liquidation ist beendet und die Firma erloschen. HRA. 798. Am 24. Mai 1929. Die Firma Westkraft, Westfälische Kraftwagen=Handelsgesellschaft mit beschränkter Haftung in Bochum, früher in Dortmund. Gegenstand des Unternehmens ist der Vertrieb von Kraftfahrzeugen aller Art. Die Gesellschaft ist berechtigt, andere ähnliche Unternehmungen zu erwerben und sich an solchen zu beteiligen.„Das Stammkapital beträgt 20 000 Mk. Geschäftsführer sind der Kaufmann Franz Hubert in Bochum und der Diplomkaufmann, Franz Grundhoff in Essen. Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Der Gesellschaftsvertrag ist am 15. 5. 1928 festgestellt. Die beiden Geschäftsführer sind gemeinschaftlich berechtiot, die Gesellschaft zu verzggger, g68. Am 25. Mai 1929.= Bei der Firma Alfred Ufer IngenieurGesellschaft m. b. H. in Bochum: Durch Beschluß der Gesellschafterversammlung vom 29. April 1929 ist der Sitz der Gesellschaft nach Essen=Bredeney verlegt. HRB. 432. Am 24. Mai 1929. Bei der Firma Steinhaus& Kassack in Bochum: Die Firma ist erloschen. HRA. 2135. Am 28. Mai 1929. a) Die Firma August Klagges, Bauunternehmung, Hoch=, Tief= und Eisenbetonbau in Bochum und als deren Inhaber der Bauunternehmer August Klagges in Bochum, Am Gerstkamp 28. HRA. 2310. b) Bei der Firma Bekleidungshaus Fortung Gebrüder Brand in Bochum: Die Firma lautet jetzt Gebrüder Brand. HRA. 1567. Am 3. Juni 1929. Bei der Firma Bergbau=Aktiengesellschaft Lothringen Abtl. Bochum in Bochum: Durch Generalversammlungsbeschluß vom 6. Mai 1929 ist das Grundkapital von 80 000 000 RM. auf 50 000 000 RM. herabgesetzt. Die Herabsetzung ist durchgeführt. Durch Beschluß der Generalversammlung vom 6. Mai 1929 ist § 2 des Gesellschaftsvertrages(Grundkapital und Aktien) geändert. Nicht eingetragen, aber veröffentlicht wird: Das Grundkapital zerfällt, setzt in 10000 Inhaberaktien zu jie 500 RM. Am 5. Juni 1929. Bei der Firma S. Gärtner& Co. in Bochum: Infolge Todes des Gesellschafters Hermann Seidemann ist die Gesellschaft aufgelöst. Der bisherige Gesellschafter Julius Seidemann führt das Handelsgeschäft als alleiniger Inhaber unter der bisherigen Firma weiter. HRA. 1933. Am 6. Juni 1929. I Bei der Firma Direction der DiscontoGesellschaft Filiale Bochum in Bochum: Der Umtausch der bisherigen Aktien zu 40— RM. 50.— RM., 150.— RM. und 180.— RM. in Aktien zu 100.— RM. und 1000 RM., die sämtlich auf den Inhaber lauten. gemäß den Vorschriften der Durchführungsverordnungen zur Goldbilanzverordnung, ferner der freiwillige Umtausch sämtlicher Aktien zu 400.— RM. in Aktien zu 100.— RM. ist durchgeführt. Durch Beschluß der Generalversammlung vom 25. März 1929 unter Zustimmung der persönlich haftenden Gesellschafter ist der Gesellschaftsvertrag in Art. 5(Einteilung des Grundkapitals und Streichung des vierten Absatzes über Umwandlung der Namensaktien in Inhaberaktien), Art 13 (Einräumung von Rubegehältern, Witwen= und Waisengeldern), Art. 21(Höchstzahl der Aufsichtsratsmitglieder) und Art. 31(Voraussetzungen für die Ausübung des Stimmrechts in der Generalversammlung) geändert. HRB. 226. mit, das uns der AltbuchTelle, Ihnen frendt mit, des und der Altbrähorster Marksprudel, Starkquelle gute Dienste getan hat. Bier Wochen täglich eine Flasche uns zu neugeborenen Menschen gema genommen, hat ge. AnserNerven waren herunter und wir waren blutarm und sehen jetzt wieder voll und gesund aus. Gustav.“ Von zahlreichen Aerzten und berühmten Professoren geschätzt und warm empfohlen. Fragen Sie Ihren Arzt! Heute noch Kleinverkauf in allen Apotheken und Drogerien. 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Da Sie einen fremdsprachlichen Familiennamen haben, können Sie schon aus diesem Grunde einen deutschen erhalten. Stellen Sie, unter Beifügung eines Personalausweises und einer Bescheinigung der Polizeiverwaltung über Ihre Staatsangehörigkeit, einen Antrag beim zuständigen Amtsgericht. T. W. Wette. Ihre Anfrage ist zu unklar. Kommen Sie zur Sprechstunde. Frau W. M. Wenden Sie sich mit einer Anfrage an die betreffende Versicherungsgesellschaft. A. M. Jedes Lied ist geistig und hat einen Geist. Geistliche Lieder sind Religionslieder, die von der Gemeinde während des Gottesdienstes und bei anderen kirchlichen Angelegenheiten gesungen werden. E. W. 100. Wenn nichts vereinbart worden ist, haben Sie auch in Ihrem Falle keinen rechtlichen AnFruch. Die Arbeitszeit beträgt für Lehrlinge täglich acht Stunden. Doch kann der Ledrung nach Schluß der Arbeitszeit noch zu Werkstattsarbeiten(Aufräumen usw.) herangezogen werden. H. H. P. 27. Bei derartigen Streitfällen kann der Briefkasten unmöglich als Schiedsrichter gelten. Im allgemeinen ist es so, daß der Spieler bei Auflegung seiner Karten verloren hat. wenn er dann trotzdem noch einen Stich abgeben muß. Ww. E. in Wanne=Eickel. Wenden Sie sich mit einer Anfrage an die Polizeischule in Münster. S. W. 1900. 1. Wenn ein Handwerksmeister mit Zuchtbaus bestraft wird, so wird ihm die Befähigung abgesprochen, Lehrlinge auszubilden. Der Meistertitel wird ihm dagegen nicht entzogen. 2. Rotdorn werden die rotglühenden Varietäten des Weißdorns genannt. H.., Gerthe. Melden Sie sich bei der Eisenbahndirektion Essen(Personalbüro) und ebenso beim Landgerichtspräsidenten, Abteilung Strafvollzug. Sie erfahren dann das Nähere. Farm A 100. Wenn der Briefkastenonkel auch viel mit Zeitungsenten zu tun hat, werden Sie zur Anlage einer Hühnerfarm besser fachmannischen Rat einholen (Landwirtschaftskammer, Landwirtschaftliche Schule). R.., Bochum. Wenden Sie sich an die Beratungsstelle für Auswanderer, Grabenstraße 11(Evangelisches Wohlfahrtsamt). P. W. Bei 15,75 Mack Friedensmiete beträgt die ge#rpiche Miete 20,26 Mark. Für Kanalisation ohne Abortanschluß erhöht sich der Mietzins um ½ Prozent, und für Kanalisation mit Abortanschluß um 1 Prozent der Friedensmiete. Th. R. Anfragen ohne Unterschrift werden im Briefkasten nicht beantwortet. I.., Altenbochum. Der Antrag auf Aenderung des Vornamens ist beim zuständigen Amtsgericht zu K. P. Ihre Anfragen sind für den Briefkasten zu umfangreich. Vielleicht ist es moglich, daß Sie bei der Stadtbibliothek einige Nachschlagewerke bekommen. Sonst hilft Ihnen eine Nachfrage in einer Buchhandlung. A. W. 1. 1. Es empfiehlt sich eine sofortige Rücksprache mit dem Vormundschaftsrichter. 2. Da Sie gegenüber Ihrem Bruder keine Unterhaltspflicht haben, muß er Ihnen Ihre Aufwendungen für ihn erstatten. Fahrschule. Anscheinend ist ein Vertrag zwischen den Parteien geschlossen, wenn auch nicht schriftlich. Da nun Ihr Bruder den Vertrag aus Gründen, die in seiner Person liegen, nicht erfullen kann, so konnte er schadenersatzpflichtig gemacht werden. Den angezahlten kleinen Betrag kann er u. E. nicht zurückverlangen. N. N. 100. Der Hühnerhalter hat dafür zu sorgen, daß seine Hühner auf dem Nachbargrundstücke keinen Schaden anrichten Er ist eventuell zum Schadenersatz verpflichtet. Erbschaft. Am 30. Juni 1922 waren 100 Mark 1,26 Goldmark, 20000 Mark waren demnach 252,— Goldmark. Hiervon 25% Aufwertung ergibt 63 Mark. Recht. 1. und 2. U. E. muß der Vater die Kosten für sein minderjähriges Kind zahlen, da er nach§ 1603 BGB. alle seine verfügbaren Mittel zu seinem und seiner Kinder Unterhalt gleichmäßig zu verwenden hat. 8. Der Testator muß das ganze Testament selbst schreiben, Ort und Datum der Errichtung selbst schreiben und seine Unterschrift darunter setzen. F. K. B. Auf Antrag des Mieters, der sich in einer Notlage befindet, d. h. dessen Einkommen die gesetzliche Mindestgrenze nicht übersteigt, wird der auf seine Wohnung entfallende Hauszinssteueranteil gestundet und niedergeschlagen. Die Hauszinssteuer betragt rund 48% der augenblicklichen gesetzlichen Miete. Nach gewährter Stundung hat der Mieter den nach Abzug des gestundeten Betrages von der gesetzlichen Miete verbleibenden Betrag zu zahlen. Da auch der Hauseigentümer den dem Mieter gestundeten Betrag auf seinen monatlichen Abgaben vom Grundbesitz von der Hauszinssteuer in Abzug bringen kann, entsteht diesem kein Schaden. A. B. O. Bei der Anstrengung eines Bergschadenprozesses ist grundsätzlich zunächst eine Einwilligung des Hypothekenglaubigers zur Auszahlung des Streitobjektes nicht erforderlich. Falls jedoch Minderwert anerkannt wird, ist eine Einwilligung des Hypothekengläubigers beizubringen. Steuer. Ist bei Berechnung der Vermögenssteuer vom steuerbaren Grundvermögen ein Abzug in Höhe des in den letzten drei Monaten vor dem Stichtag (1. Januar 1928) bezogenen Gehalts möglich? Nein, ein solcher Abzug ist nicht statthaft. Haftpflicht. 1. Die Benutzung der nach einer Seite geöffneten Plattform eines Wagens der elektrischen Straßenbahn ist schon an sich mit Gefahren notwendig verbunden; es trifft die durch die Oeffnung hervorgerufene Gefahr zusammen mit den auf die Fahrbewegung zurückzuführenden Erschütterungen. Eine Erhöhung der insoweit stets gegebenen Betriebsgefahr liegt aber unbedenklich vor, wenn die Bewegungen des Wagens durch ungeeignetes Inbetriebsetzen des Wagens an einer Haltestelle und durch sachwidriges Fahren durch eine kurz darauf folgende Kurve verscharft werden; diese Erhöhung der Betriebsgefahr ist besonders bedeutsam, wenn sie durch Verschuldung eines Angestellten der Straßenbahn herbeigeführt wird. 3. Nach beiden Richtungen kann bei der durch Paragraph 254 BGB. gebotenen Abwägung das etwaige Mitverschulden des Verletzten so milde erscheinen, daß die Verpflichtung zum Schadenersatz entweder ganz oder zum größeren Teile der Straßenbahn aufzuerlegen ist. 4. Den genauen Ausgang der Sache kann natürlich niemand vorhersagen. H.., Tippelspfad. 1. Nach der neuen Fassung des Paragraphen 218.=St.=.=B. nach fünf Jahren. 1a. Ebenfalls nach fünf Jahren, nur bei Gewerbsmäßigkeit und gegen den Willen der Beteiligten nach zehn Jahren. L. Mit der Tat beginnt die Verjährungsfrist zu laufen. 8. Da kein„Antragsvergehen", erfolgt Verfolgung von Amtswegen. 4. Ehegatte des Täters kann Aussage verweigern. Zu 5. und 6. empfehlen wir Anfrage bei der Polizeidirektion. A.., Linden. Wenn in der zweiten Ehe gesetzliches Güterrecht bestand also keine Gütergemeinschaft — so fiel— sofern kein Testament der zweiten Frau vorlag— deren Vermogen zu einem Viertel auf den Ehemann, zu drei Viertel auf die Kinder zweiter Ueber dieses Dreiviertel kann der Ehemann nur in seiner Eigenschaft als gesetzlicher Vertreter der minderjährigen Kinder zweiter Ehe verfügen(die großjahrigen Kinder zweiter Ehe können ihren Anteil beanspruchen). 1. Ohne Kenntnis des Vertrages und der bisherigen Auseinandersetzungen können wir keinen begründeten Rat erteilen. 2. Bei Eingehung der dritten Ehe mußte der Ehemann bezüglich des Vermögens der zweiten Frau sich mit den Kindern auseinandersetzen. Das Gericht kummert sich um solche Schichtung nur, wenn die Rechte Minderjähriger zu wahren sind. Bemerkt wird, daß beim gesetzlichen Güterrecht in der Regel das„gemeinschaftlich erworbene Vermögen dem Ehemann zufällt, hiernach anscheinend das Grundvermögen wohl dem Vater gehört. 8. Falls aus der zweiten Ehe noch Minderjährige zur Zeit der Eingehung der dritten Ehe lebten, kann der Schichtung#ertrag beim Vormundschaftsgericht in Hattingen eingesehen werden. D. Kl., Harpen. Nach Paragraphen 84, 82 P. G. K. G. beträgt die Gebühr des Notars für die Errichtung eines Uebertragsvertrages bei einem Werte von 10000 Mark= 64 Mark, bei einem Werte von 12000 Mark= 72 Mark. Die Gebühren für die Eintragung des Kindes als Eigentümer in das Grundbuch betragen bei 10000 Mark 16 Mark, bei 12,000 Mark 18 Mark. Hinzu kommt ein Stempel von 3 Mark. Grunderwerbsteuerstempel kommt nicht zur Erhebung, weil der Eigentumsübergang von Eltern auf Kinder steuerfrei ist.(Zu beamten ist, daß bei Uebertragungsvertragen nicht nur der Wert des Grundstücks in Frage kommt, sondern auch der Wert der Gegenleistungen des Uebertragsnehmers— Wohnrecht, Unterhalt usw. für den Uebertragsgeber.) Margarine-Vertretung! 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Er äußerte sich eingehend über die von ihm vorgenommene Obduktion der Leiche. Er sagte u..:„Im Gesicht fanden sich mehrere Kratzwunden vor. Die Verletzungen am Halse sind typische Würgemale. Ein Krankheitsprozeß am Herzen war nicht festzustellen. Im Magen waren keine auffallenden Merkmale, sodaß eine Vergiftung von hieraus nicht festzustellen war. Im Dickdarm waren Reißwirkungen wahrzunehmen. Das Herz ist nicht eingehend untersucht worden, da man an ein auf das Herz wirkendes Gift nicht gedacht hat. Am 20. Dezember wurde dann die Leiche wieder ausgegraben und das Herz der Toten mikroskopisch untersucht. Da die Anzeichen für einen natürlichen Tod bei Aussetzen der Herztätigkeit fehlten, muß angenommen werden, daß Frau Mertens eines gewaltsamen Todes starb.“ Professor Fühner, Professor der Pharmakologie an der Universität Bonn, äußerte sich eingehend über die Eidenart des Giftes Strophantin Strophantin werde durch die Magensäure unwirksam gemacht. In die Sehne eingespritzt, sei es ein schnell wirkendes Herzmittel. Professor Fühner hält die Art der Herstellung der Strophantinlösung, wie sie Dr. Richter vorgenommen und mit der er mehrere Patienten behandelt haben will, für unmöglich. Hätte er sie auf diese Weise hergestellt, so hätte der Angeklagte wohl den Tod seines Patienten zu befürchten gehabt. Die Lösung, die der Angeklagte für Aetzungen in der Nase benötigte, habe er in Ampullenform beziehen können. Er habe keinesfalls die Lösung selbst herstellen dürfen. Professor Fühner äußerte sich weiter über die chemische Untersuchung der Leichenteile. Kokain sei nicht gefunden worden. Strophantin lasse sich an der Leiche pharmakologisch nicht einwandfrei feststellen. Man könne nur sagen, daß eine Herzvergiftung vom Charakter des Strophantin zur Anwendung gekommen sei. Der Sachverständige berichtete weiter über seine Versuche mit Strophantin an Fröschen. Es habe sich gezeigt, daß Belebungen noch durchaus möglich seien, wenn das Herz schon still stehe. Das Herz sei nachher blutleer. Nach einem hundertstel Milligramm habe das Herz fünf bis sieben Stunden stillgestanden. Auch an Mäusen seien Versuche gemacht worden. Mäuse seien empfindlicher als Frösche. Mit dem Extrakt des Herzens von Frau Mertens seien ebenfalls Versuche an Mäusen und Fröschen vorgenommen worden. Die Tiere seien gestorben. Nach der Weise des Todeseintritts bei den Tieren will der Sachverständige schließen, daß sich in dem Herzextrakt der Frau Mertens etwa ein Hundertstel Milligramm Strophantin befand. Im Dickdarm habe sich ebenfalls Strophantin befunden, dagegen nicht im Blinddarm und im Magen. Die Menge im Dickdarm kann ein Zehntel Milligramm betragen haben. Der Sachverständige sagte zusammenfassend, daß mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit ein Gift von der Art des Strophantins vom Dickdarm aus den Weg zum Herzen gefunden und den Tod herbeigeführt habe. Professor Flory(Würzburg) entgegnete, es gebe auch in der Galle Stoffe, die ähnlich wirkten wie Strophantin. Man könne also nicht mit Bestimmtheit auf Strophantin schließen. Die vorgefundenen Mengen seien wohl die möglichst kleinsten Mengen. Mit dem Urteit müsse man datter sehr vorsidutig sein Er wies darauf hin, daß er mit Herzextrakten anderer Toter gleiche Versuche angestellt habe, wie mit dem Extrakt vom Herzen der Frau Mertens. Der Sachverständige rechnet mit der Möglichkeit, daß mit dem Strophantin in den Mastdarm auch Kokain eingeführt wurde, jedoch sei die Dosis wahrscheinlich nicht so groß gewesen, daß sie den Tod hätte herbeiführen können. Alle Anzeichen sprächen für einen Tod durch Herzgift. Professor Flory schließt nach dem Verhalten von Frau Mertens auf die Verwendung von Rauschgift. Es seien die wichtigsten Symptome vom Strophantin nicht vorhanden. Auch Atemnot sei nicht vorhanden gewesen. Es liege vielleicht eine kombinierte Vergiftung vor. Professor Müller=Heß wies auf die Veränderungen im Mastdarm hin, die auf Strophantin schließen ließen. Reste von Kokain seien nicht gefunden worden. Auch habe die Erregung von Frau Mertens nicht die Symptome eines Kokainrausches gezeigt. Professor, Müller=Heß behandelte dann auch noch die Frage, ob Frau Mertens das Gift wohl selbst eingeführt haben Rönne Er hält dies für sehr schwierig, wenn nicht für unmöglich. Jedenfalls hätte sie sehr viel Zeit dafür benötigt. Er hält es aber auch für unmöglich, daß Strophantin auf Baseline gestreut mit einem Fingerling eingeführt werden könne. Professor Hübner von der Nervenklinik Bonn schilderte den Angeklagten auf Grund seiner Beobachtungen als zum mindesten durchschnittlich begabt. Dr. hter habe ein ausgezeichnetes Gedächtnis. Vielleicht sei er etwas weltunerfahren. Auffallend sei seine Heiterkeit, die jedoch nicht immer in der Voruntersuchung festzustellen gewesen sei. Leichte Spuren von Psychopathie könnten vorhanden sein. Paragraph 51 komme jedenfalls nicht in Frage. Wenn Dr. Richter schuldig sei, musse man annehmen, daß er einer gerissenen Frau in die Hände gefallen sei und keinen Ausweg mehr gesehen habe. Frau Mertens hält der Sachverständige für eine Hysterikerin. Damit ist die Vernehmung der Sachverständigen bendigt. Sodesstagse emmtraucht Nach einer Pause wurde die Verhandlung um 3 Uhr 30 nachmittags mit dem Plädoyer des Oberstaatsanwalts fortgesetzt. In der Nachmittagssitzung ergriff Oberstaatsanwalt Dr. Großmann das Wort. Er wandte sich dagegen, daß man den Indizienprozeß ablehnen wolle. Indizien müßten, wenn sie volle Beweiskraft hätten, in jeder Beziehung berücksichtigt werden. Das Motiv des Täters sei durchaus eigennützig gewesen. Er verkenne allerdings die tiefe Tragik dieses Mannes nicht, und seine Tat sei aus der notvollen Lage, in der er sich befunden habe, zu erklären. Danach dürfe man sich nicht durch Sentiments beeinflussen lassen. Man müsse dem Gesetz seine volle Geltung verschaffen, und deshalb beantrage er in der Mordanklage die Todesstrafe und überlasse es den höheren Instanzen, ob sie zur Anwendung gebracht werden solle oder nicht. In der Meineidsklage beantrage er, da der Angeklagte, wenn er die Wahrheit gesagt hätte, sich selbst einer Strafverfolgung ausgesetzt hätte, unter Zubilligung mildernder Umstände zwei Jahre GefängnIE.„„### mits barauf bir Der Verteidiger Dr. Dietrich wies darauf hin, daß die Schuld des Angeklagten durch keine konkreten Tatsachen bewiesen sei. Er bat um Freisprechung des Angeklagten. Unter atemloser Spannung wurde gegen 1134 Uhr das Arteil verkündet. Es lautet: „Der Angeklagte Dr. Richter wird wegen Mordes zum Tode verurteilt. Ihm werden die bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit aberkannt. Fünf Monate der Untersuchungshaft werden ihm angerechnet. In dem Meineidsfall wird der Angeklagte zu einem Jahre und sechs Monaten Zuchthaus verurteilt. Es werden ihm aber mildernde Umstände nach§ 157 zugebilligt, da er, wenn er die Wahrheit gesagt hätte, sich einer strafrechtlichen Verfolgung ausgesetzt hätte. Die Strafe wird deshalb auf acht Monate Zuchthaus herabgesetzt, die in ein Jahr Gefängnis verwandelt werden.“ Das Gericht wird, da die Strafe dringend, aber außerordentlich schwer ist, Schritte unternehmen, um eine Milderung herbeizuführen. In der Begründung wird wiederholt betont, daß nach dem übereinstimmenden Urteil der Sachverständigen Frau Mertens durch Herzgift getötet worden ist. Die Möglichkeit eines Selbstmordes wird verneint. Zweifel an Jakubowskis Alleinschuld Arten un Ralubbwsir=Aogens=Firzeß Todesstrafe für August Nogens.— Schwere Zuchthausstrafen für Frau Kähler und Blöcker „ Neustrelitz, 17. Juni. Im Nogens=Prozeß wurden folgende Urteile gefällt: Der Angeklagte August Nogens wird wegen Mordes zum Tode und schweren Meineides zu einem Jahr sechs Monaten Zuchthaus verurteilt; der Angeklagte Fritz Nogens erhält wegen Beihilfe zum Morde und wegen Meineid unter Berücksichtigung des Jugendgerichtsgesetzes vier Jahre und drei Monate Gefängnis. Er hat zwei Jahre Gefängnis zu verbüßen und erhält dann eine fünfjährige Bewährungsfrist. Die Angeklagte Frau Kähler wird wegen Beihilfe zum Morde und schweren Meineides zu neun Jahren Zuchthaus verurteilt. (Starke Bewegung im Zuhörerraum.) Der Angeklagte Blöcker wird wegen Meineides zu einer Zuchthausstrafe von einem Jahr sechs Monaten verurteilt. Bei den Angeklagten August Nogens, Fritz Nogens und Frau Kähler werden 8 Monate der Untersuchungshaft auf die Strafe angerechnet. Zur Begründung des Urteils führte der Vorsitzende aus, daß das Schwurgericht mit der Anklagebehörde davon ausgegangen sei, daß die Geständnisse der Angeklagten im wesentlichen glaubwürdig seien, zum mindesten soweit die Angeklagten sich selber bezichtigen. Das Schwurgericht habe deshalb dem Widerruf des Geständnisses des August Nogens keinerlei Bedeutung beimessen können. Was die Beteiligung des Jakubowski an der Ermordung des kleinen Ewald anlange, so sei es nach Ansicht des Schwurgerichts nicht seine Aufgabe, in diesem Verfahren eine Entscheidung zu treffen. Darüber Klarheit zu schaffen, soweit das überhaupt noch möglich sei, werde Angelegenheit des Wiederaufnahmeverfahrens sein müssen. Ohne einer solchen Entscheidung vorzugreifen, müsse das Schwurgericht aber für die Aburteilung der vier jetzt Angeklagten die Darstellung, die diese von dem Verlauf der Dinge angegeben hätten, zu ihren Gunsten als unwiderlegt ansehen. Das Schwurgericht sei weit entfernt davon, anzunehmen, daß Jakubowski unschuldig sei. Im Gegenteil sei durch dieses Verfahren Jakubowski schwer belastet und erneut der Tat dringend verdächtig. Das Schwurgericht glaube aber wenigstens insofern zu der Schuldfrage Stellung nehmen zu müssen, es annehme, daß, wenn Jakubowski an dem Mord beteiligt sei, er auf keinen Fall der Alleintäter sein könne, und daß sich bei dem Gericht gewisse Zweifel an der Schuld Jakubowskis geregt hätten. Einstweilen müsse das Gericht aber die Ausführungen der Angeklagten als wahr unterstellen. Der Vorsitzende ging dann auf die Einzelheiten der Tat und auf die geleisteten Meineide ein. Allen Angeklagten sei der Schutz des Paragraphen 157(Str...) zugute gekommen. Bei allen konnte die Angabe der Wahrheit zu einer Strafverfolgung wegen Verbrechens führen. Daß in der Aussage der Angeklagten Nogens, Jakubowski als Alleintäter, Mittäter oder Gehilfe bezeichnet worden sei, sei für Jakubowski kein Nachteil gewesen, da die Strafe fur ihn dieselbe geblieben wäre. Im Anschluß an die Begründung bat Rechtsanwalt Dr. Brandt namens der Liga für Menschenrechte das Gericht, für die Begnadigung des Angeklagten August Nogens einzutreten. Der Oberstaatsanwalt schloß sich dieser Bitte an. Rechtsanwalt Dr. Müller kündigte an, daß die Verteidiger zunächst hofften, im Wege der Revision eine Aufhebung des Todesurteils zu erreichen. Der Antrag auf Haftentlassung des Angeklagten Blöcker wurde vom Gericht abgelehnt. Die Schlußsitzung Unter großer Spannung und starkem Andrang des Publikums begann um 12 Uhr 20 die letzte Sitzung des Nogens=Prozesses. Die Angeklagten, die Punkt 12 Uhr aus der Haft vorgeführt werden, unterhalten sich vor Beginn der Verhandlung lebhaft und aufgeregt mit ihren Verteidigern. Der Vorsitzende erteilt nach Eröffnung der Sitzung den Angeklagten das Schlußwort. Frau Kähler(weinend):„Ich habe der Wahrheit die Ehre gegeben, und mein letztes Geständnis stimmt. Ich kann es vor Gott verantworten, daß ich nicht die Mörderin und Anstifterin bin. Ich hätte mein Leben für den kleinen Ewald eingesetzt, wenn ich im Augenblick des Mordes dagewesen wäre. Was ich von der Tat weiß, habe ich im Lokaltermin und in der Hauptverhandlung gesagt. Meine Söhne August und Fritz sowie der Angeklagte Blöcker als auch der Zeuge Paul Kreutzfeld können nach meiner Meinung die Mörder nicht gewesen sein.“ Frau Kähler erstickt schließlich im Weinen, so daß der letzte Teil ihrer Ausführungen unverständlich bleibt. Angeklagter August Nogens:„Ich muß erklären, daß, wenn ich zum Tode verurteilt werde, mein Bruder Fritz mein Mörder ist. Ich bin am Mordtage nicht in Palingen gewesen.“ Fritz Nogens:„Ich halte meine Angaben auf recht und bitte um Anrechnung der Untersuchungshaft.“ Das Gericht zieht sich dann zu einer ganz kurzen Beratung zurück. Darauf verkündet der Vorsitzende das oben wiedergegebene Urteil. Der„Gelbe Vogel“ in Le Bourget Paris, 16. Juni. Die französischen Flieger Assolant, Lefévre und Lotti, die nach ihrem Start in Mimizon noch eine Zwischenlandung in Cezeaux vorgenommen hatten, sind mit dem„Gelben Vogel“ Sonntag abend um 20¾ Uhr auf dem Flugplatz Le Bourget eingetroffen. Zum Empfang hatte sich der Luftfahrtminister Laurent=Eynac eingefunden. Von den übrigen Ministerien waren Vertreter erschienen. Die Flieger wurden auf dem Wege vom Flugplatz Le Bourget nach Paris von einer großen Menschenmenge begleitet. Sie empfingen noch am Abend Journalisten und machten weitere Einzelangaben über den Verlauf des Fluges Sie erzählten, daß sich beim Start in Amerika der Schwanz des Flugzeugs anfänglich nicht vom Boden erhoben habe. Grund dafür sei die Anwesenheit des blinden Passagiers gewesen, der sich am Ende des Flugzeugs befunden habe. Assolant berichtete dann, wie ihm Arthur Schreiber, der blinde Passagier, einige Zeit nach dem Start von hinten die Hand auf die Schulter gelegt habe, um seine Anwesenheit bekanntzugeben. Er, Assolant, sowohl wie Lefévre seien verblüfft gewesen, bei beiden sei der Gedanke durch den Kopf gegangen, diesen unerwarteten Reisebegleiter über Bord zu werfen. Er, Assolant, habe den blinden Passagier gefragt, welche Staatsangehörigkeit er besitze. Als der Betreffende geantwortet habe, er sei Amerikaner, habe sich Assolant gesagt, angesichts der Aufmerksamkeiten, die die französischen Flieger in den Vereinigten Staaten gefunden hätten, ware es unmöglich für sie, die Begleitung des amerikanischen blinden Passagiers zurückzuweisen. Während der ganzen Fahrt habe sich das Flugzeug in einer Höhe von etwa 900 Metern befunden, und die Flieger hätten infolge der starken Wolkenbildung nur zwei oder dreimal das Meer erblickt. Lefévre habe nur zweimal mit seinen Instrumenten die Richtung feststellen können. Der eindrucksvollste Teil des Fluges sei die zweistündige Durchquerung eines Sturmgebietes gewesen. Während dieses Sturmes sei die Benzinzufuhr mangelhaft geworden und die Motoren hätten beinahe stillgestanden. An der spanischen Küste hätten sie noch 300 Liter Benzin gehabt. Assolant schloß:„Daß wir nicht bis Paris gekommen sind, ist darauf zurückzuführen, daß wir den Kurs ändern mußten, um dem Sturm zu entgehen, und daß wir ein Mehrgewicht durch den blinden Passagier an Bord hatten.“ Ein Wahnsinniger kötel 10 Menschen Paris, 17. Juni. In der Kolonie Kenya wurde ein von einem europäischen Unternehmen entlassener Eingeborener wahnsinnig und tötete sein Fran und sein Kind sowie acht weitere Personen, die ihm auf seinem Wege begegneten. Als er endlich festgenommen werden konnte, erklärte er ruhig, man möge ihn zu seinem Brotgeber führen, damit er den letzten Lohn in Empfang nehmen könne. Warum Dr. Colsmann ausschied Eine Erklärung des Luftschiffbaues Zeppelin. Friedrichshafen, 17. Juni. Zu dem Ausscheiden des Kommerzienrats Cols= mann aus dem Luftschiffbau Zeppelin veröffentlicht der Luftschiffbau eine Erklärung, in der es heißt: Die Geschäfte des Luftschiffbaues Zeppelin werden seit acht Jahren von drei in ihrem Bereich relativ selbständigen Abteilungen besorgt: der Werftabteilung, der Verkehrsabteilung und der sogenannten Konzernabteilung. Die beiden erstgenannten Abteilungen, als deren Geschäftsführer Dr. Dürr und Dr. Eckener bestellt sind, haben als Aufgabe den Bau und den Betrieb von Luftschiffen, betreiben also die eigentliche Fortentwickelung des Werkes des Grafen Zeppelin. Die Konzernabteilung, deren Geschäftsführung Dr. Colsmann oblag, kontrolliert im wesentlichen die Tochtergesellschaften des Lustschiffbaues und dient nebenher noch als Ausgleichsstelle für die finanziellen Bedürfnisse der einzelnen Unternehmungen. Der Geschäftsumfang der Konzerne ist in den letzten Jahren allmählich kleiner geworden, weil der Luftschiffbau Zeppelin alle nicht lebensnotwendigen Unternehmungen abstieß, um deren Mittel seiner eigentlichen Aufgabe zuzuführen.“ In diesem Umstand liegen vornehmlich die Gründe für das übrigens seit geraumer Zeit feststehende Ausscheiden Dr. Colsmanns. Heilsarmeegeneral Booth 1. Der frühere General der Heilsarmee, William Booth, der einen heftigen Rückfall seiner Krankheit erlitt, ist gestorben. William Bramwell Booth, der Sohn des Begründers der Heilsarmee, hat ein Alter von 78 Jahren erreicht. Er hat die ganze Entwicklung der von seinem Vater im Jahre 1865 ins Leben gerufenen Heilsarmee miterlebt, seit 1874 unter persönlicher Mitwirkung und seit 1880 als sogenannter„Chef des Stabes", d. h. als erster Gehilfe seines Vaters. In dieser Eigenschaft hat er wiederholt die ganze Welt bereist, um die Organisation aufzubauen, die heute in 81 Ländern besteht, in 60 Sprachen arbeitet. Nach dem Tode seines ers wurde Bramwell Booth sein Nachfolger als „General“. In bester Erinnerung ist noch der Kampf um die Führung in der Heilsarmee, der sich an die schwere Erkrankung Booths im vorigen Jahre anschloß. Geführt von Evangeline Booth, wollten die Reformisten in der Heilsarmee den General als unfähig zur Bekleidung des höchsten Amtes absetzen. Aber Booth leistete heftigen Widerstand und rief sogar die Gerichte an, die ein für ihn günstiges Urteil fällten. Ohne Rücksicht darauf setzte jedoch der Hohe Rat am 14. Februar 1929 den General Booth, dem er seinen Titel beließ, ab und wählte den Generalstabschef Higgins mit 42 Stimmen zu seinem Nachfolger als General der Heilsarmee. Duer durch die Welt it Neue Verhaftung Arthur Keil's. In seiner Wohnung wurde auf Grund eines Haftbefehls der Staatsanwaltschaft der Kaufmann Arthur Keil von der Kriminalpolizei wiederum festgenommen. Der Haftbefehl gilt für das Unternehmen„Standard Warenkaufhaus", das von Keil im Juni 1927 gegründet wurde. Schon drei Monate später waren Anzeigen von Betrogenen eingelaufen. Keil wurde vorgeworfen, daß er Gewinnanteile nicht ausgezahlt und den Geldgebern, die ihre Kapitalien gekündigt hatten, ihre Einlagen nicht herausgab. Nach Keil's Entlassung aus der Strafhaft zu Anfang dieses Jahres wurde von ihm unter der Bezeichnung„Stadtbüro“ in der Lutzowstraße in Berlin ein neues Büro eröffnet, das jedoch unter dem Namen seines Schwagers Arthur Haak ging. Auch gegen das„Stadtbüro“, liegen bereits bei der Kriminalpolizei und der Staatsanwaltschaft Anzeigen vor. * Flugzeugabsturz in Dessan. Bei einem Schulungsfluge stürzte Sonntag nachmittag das Flugzeug D 1649, ein Hochdecker, mit zwei Personen am Rande des Junkers-Flugplatzes, ab. Es geriet beim Niedergehen mit dem Fahrgestell in die Telephonleitung der den Flugplatz abgrenzenden Chaussee, überschlug sich mehrfach und wurde zertrümmert. Der Pilot Wieler kam mit geringen Verletzungen davon, während der Passagier, der 15jährige SchlosserlehrUng Hans Peters, mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht werden mußte. * Tod einer 101jährigen. Im Stadtteil Barmbeck in Hamburg starb die 101 Jahre alte Frau Katharina Bracker. Frau Bracker stammte aus Bredenbeck im Kreise Rendsburg in Schleswig=Holstein. Sie lebte seit 42 Jahren in Hamburg. * Zwei Tote eines ungeschützten Bahnüberganges. Zwei Motorradfahrer aus Ahrensboek bei Lübeck, die sich auf dem Wege zum Gauturnfest nach Laage in Mecklenburg befanden, verunglückten bei dem ungeschützten Bahnübergang in der Nähe der Ortschaft Kronskamp bei Laage tödlich. Der Fahrer raste mit seiner Maschine unmittelbar in den aus Richtung Rostock kommenden Personenzug hinein. Er wurde zwischen Lokomotive und Kohlenwagen eingekeilt und furchtbar verstümmelt. Sein Begleiter wurde in bewußtlosem Zustande ins Rostocker Universitätskrankenhaus überführt, wo er bald darauf seinen Verletzungen erlag. Der Unfall ist auf ein Verschulden des Motorradfahrers zurückzuführen. it Schwerer Autounfall. Auf der Strecke Flensburg— Husum platzte der hintere rechte Reifen eines mit sechs Personen besetzten Wagens. Der Wagen überschlug sich. Der Lenker des Wagens war auf der Stelle tot. Seine Frau wurde schwer verletzt in eine benachbarte Gastwirtschaft getragen, wo sie eine Stunde später starb. Zwei weitere Personen wurden schwer, die beiden anderen leicht verletzt. tt Sieben Personen ertrunken. Sonntag ertranken in Wien sieben Personen beim Baden in der Donau. tt 62 Polizeibeamte schwer verletzt. Die amtlichen Nachforschungen nach den Urhebern der Unruhen in Limoges im Anschluß an das gegen die Mörder Baratauds gefällte Urteil haben ergeben, daß zwei Familien aus den Fenstern ihrer Wohnungen siedendes Wasser auf die Polizeibeamten gegossen haben. Diese Familien werden zusammen mit den übrigen 38 Verhafteten abgeurteilt werden. Nach den letzten Berichten sind im ganzen 62 Polizeibeamte teils schwer verletzt worden. * Der heißeste Tag in Neuyork. Das Thermometer erreichte hier gestern den höchsten Stand leit 87 Jahren. Fünf Personen sind infolge der Hitze gestorben. Bochumer Veranstaltungen und Vergnügungen. Veranstaltungen und Vergnügungen * Heute Abendkonzert im Stadtpark. Bei günstiger Witterung veranstaltet das Städtische Orchester heute, Dienstag, ein Abendkonzert im Stadtpark. Unter Leitung von Konzertmeister Hans Treichler kommen Orchesterwerke von Lehnhardt, Mendessohn=Bartholdy, Waldteufel, Gounod, von Suppé, R. Wagner, Joh. Strauß und Mascagni zur Aufführung. Die Veranstaltung beginnt um 8 Uhr.(Siehe Anzeige.) (=) Operettentheater. Heute und folgende Tage, allabendlich 8 Uhr, der alles übertreffende große Lachschwank„Unter Geschäftsaufsicht“ von Arnold und Bach. Plakatvorzugskarten haben Gültigkeit. ": Aus dem Vereinsleben Bühnenvolksbund. Zu dem Lustspiel„Vater und Sohn“ am Donnerstag, 20. d. M.(Pflichtvorstellung der Serien B und C) hat der Vorverkauf bereits eingesetzt. Die Mitglieder der Serie 4 können die Vorstellung wahlweise besuchen. (1) Quartettverein„Silcher“. Der Verein hat seine Proben unter Leitung von Leo Witt wieder aufgenommen. Die Proben finden jeden Samstag 8 Uhr bei Koch, Hermannshöhe, statt. b Aus der Karitasbewegung der Elisabethvereine. Der Bezirksverband Groß=Bochum der Elisabeth=Frauenvereine hielt im Saale des katholischen Waisenhauses seine Jahresversammlung ab. Bezirkspräses Pfarrer Plesser konnte in seinem Grußwort die in stattlicher Anzahl erschienenen Vertreterinnen der einzelnen Konferenzen willkommen heißen und ging dann auf das hohe Aufgabengebiet des Elisabeth= vereins besonders der heutigen Zeit ein. Die Bezirksvorsitzende Frau Ackermann erstattete den Jahresbericht, aus dem zu ersehen war, daß auch im abgelaufenen Geschäftsjahre Vieles geleistet worden ist. Der Bezirksverband besteht aus 35 Konferenzen, die sich auf die einzelnen Pfarreien verteilen. Die Mitgliederzahl der tätigen Mitglieder beträgt 350, die der unterstützenden Mitglieder annähernd 8000. Im Berichtsjahre wurden etwa 4000 Mark mehr verausgabt als im Vorjahre, dagegen aber nur rund 3000 Mark mehr eingenommen. Große Anforderungen wurden besonders in der Zeit der Metallarbeiteraussperrung im letzten Jahre an die einzelnen Konferenzen gestellt. Zahlreichen Kindern von Ausgesperrten wurde kräftiges Mittagessen verabfolgt. Ueber 30 Familien und einzelstehende weibliche Personen erhielten Zuweisungen in Geld und Naturalien, ebenfalls erhielten Kinder, hilfsbedürftige Erstkommunikanten, eine Beihilfe. In liebenswürdiger Weise wurde der Verein durch Zuwendungen von Geld, Lebensmitteln und Bekleidungsgegenständen besonders durch die Geschäftswelt unterstützt. Fräulein Senftenschneider gab dann einen Bericht über die Tätigkeit der Maria=HilfsKonferenz in der Herz=Jesupfarrei Hamme, in dem sich ebenfalls das erfolgreiche Wirken der Konferenz in besonderer Weise widerspiegelt. U. a. konnten zu Weißen Sonntag 15 Kinder hilfsbedürftiger Eltern neu gekleidet und zu Weihnachten über 30 Familien durch Gaben erfreut werden. In tiefgründiger Weise sprach dann Pfarrer Otto(Hagen) über den rechten Geist der Karitaspflege, die christliche Nächstenliebe müsse sich unterscheiden von der sogenannten „Humanität“, zu der leiblichen Fürsorge müsse auch die Linderung der geistigen und seelischen Not kommen, die heute ebenfalls sehr groß sei., Besonders müsse auch in der heranwacksenden Jugend das Interesse für die Karitasbewegung wachgerufen werden. An den Vortrag knüpfte sich eine lebhafte Aussprache, an der sich auch Stadtvikar Bödicker beteiligte. * Theatervereinigung„Bunte Bühne— Immer Lustig". Am Sonntag hielten beide Vereine unter starker Beteiligung der Mitglieder bei Schulte, Königstraße, eine Versammlung ab. War doch der Grund eine Verschmelzung. Als 1. Vorsitzender wurde gewählt Fritz Ambill, 2. Vorsitzender Ehrenmitglied Franz Josefowitz, 1. Schriftführer Fritz, Roßbach, J. Schriftführer, G. Winkler, 1. Kassierer Paul Kratel, 2. Kassierer H. Preuß, 1. Spielleiter Karl Küper, 2. Spielleiter Franz Pieper. Am 10. August findet die Verschmelzungsfeier statt. Im Herbst folgt ein Bühnenwettstreit. * Deutsche Volkspartei. Der Frauenausschuß der D. V. P. Hofste de hielt letzter Tage eine Versammlung ab. Die erste Vorsitzende begrüßte als Rednerin Fräulein Löbker, die von der Reichsfrauentagung in Bremen berichtete und viel Wissenswertes überbrachte. Fräulein Gößling sang einige Lieder zur Laute, die mit großer Freude aufgenommen wurden. Frau Schmidt dankte den vortragenden Damen im Namen der Versammlung. Mit dem Deutschlandlied wurde der schöne Nachmittag beendet. Traditionsecke Westtalen! Rheinprovinz Bochumer Krieger= und Landwehrverein, 2. Bezirk. In der letzten Monatsversammlung wurde u. a. beschlossen, am 28. und 30. Juni wiederum ein Uebungsschießen bei Wiesmann(früher Bormann), Castroper Straße, abzuhalten. Nach dem vom Kameraden Saß abgegebenen Bericht für den Familienausflug am 21. Juli wurde das Lokal von Platzmann(Laer) in Aussicht genommen.— Aus Anlaß der am Freitag, 28. Juni, im Schützenhof stattfindenden Wiederholung der Kundgebung gegen die Kriegsschuldlüge versammeln sich die Kameraden an diesem Tage abends 7¼ Uhr im Bochumer Hof. Nach der Versammlung gab Kamerad Burckhardt an Hand eigener Aufnahmen aus dem„bayerischen Allgäu“ einen sehr interessanten Vortrag. ∆ Verein ehemaliger 154er Ruhrgebiet in Bochum. Der Verein hielt am Sonntag sein Preisschießen auf dem Schießstand Düppe ab. Die Kameraden Chichon und Bendig konnten mit drei Schuß je 86 Ringe erzielen. Ein nur selten zu erzielendes Ergebnis. Schöne Preise belohnten die Schützen für ihre weuye. Am Sonntag, 30. Juni, soll der Familienausflug mit Kinderbelustigung stattfinden. 46. Verbandstag der Vereine Creditreform bi Dortmund, 17. Juni. Der Verband der Vereine Creditreform hielt hier am Samstag und Sonntag seinen 46. Verbandstag ab, der mit der Feier des 50jährigen Bestehens des Verbandes verbunden war. Aus ganz Deutschland waren zahlreiche Vertreter herbeigeeilt. Begrüßungsworte richteten an die Versammlung Dr. Gottschalk vom Creditreform Dortmund, Stadtrat Faehre als Vertreter des Oberbürgermeisters, Gustav Wiskott, Vizepräsident der Handelskammer, Präsident der Westfälischen Kaufmannsgilde und Vertreter der Dortmunder Brauindustrie und des Arbeitgeberverbandes der Eisen- und Stahlindustrie, Dr. Scherer, der Vizepräsident des Internationalen Komitees der Vereine Creditreform in Amsterdam, Dr. Scholand, der Syndikus des Einzelhandels und für den Verein selbständiger Vertreter für Handel und Industrie, Max Opfengärtner. Alle Redner betonten die enge Fühlungnahme der von ihnen betreuten Firmen mit dem Verein Creditreform. Verbandspräsident Dr. Zöphel(Leipzig) hielt sodann ein längeres Referat, in der er über den Kredit sprach, der das Lebenselement der Wirtschaft sei. Durch die Bezifferung des Höchstkredits wirke und schaffe der Verein an der Wirtschaft. Am Sonntau fanden interne Beratungen, ein Ausflug sowie ein Festabend statt. * Auf Zeche„Rheinhaben“ sollen 250 Vergarbeiter eingestellt werden :: Bottrop, 17. Juni. Auf den Rheinbabenschächten waren in der letzten Zeit 55 Prozent der Belegschaft abgebaut worden wegen Unrentabilität der Betriebe. Wie wir erfahren, hat eine jetzt angestellte Untersuchung ergeben, daß diese Zeche wieder rentabel gestaltet werden kann. Einige Anlagen werden eine Modernisierung erfahren, wodurch es möglich sein wird, wieder 250 Bergarbeitern einen Broterwerd zu schaffen. Die Einstellung von Bergarbeitern soll bereits in allernächster Zeit vor sich gehen. * Westfälische Krüppelfürsorge Rund 50000 Krüppel in der Provinz Westfalen. Nach dem Ergebnis der Reichsgebrechlichenzählung von 1925 haben wir in der Provinz Westfalen 33088 männliche und 16917 weibliche also rund 50 000 Gebrechliche. Das Prozentverhältnis, zur Bevölkerungszahl gerechnet, ist in Westfalen günstiger als in anderen Provinzen. Auch ist hier die Zahl der im Erwerbsleben Untergebrachten befriedigend. Trotzdem bleiben in Westfalen noch tausende von Erwerbsbeschränkten zu versorgen. Die Zahl der noch nicht erwerbstätigen Schwererwerbsbeschränkten einschließlich der Blinden beträgt allein über 2000. Die Kreditgemeinschaft gemeinnütziger Selbsthilfeorganisationen Deutschlands in Berlin hat deshalb in Gemeinschaft mit dem Landesfürsorgeverband der Provinz Westfalen und einigen Bezirksfürsorgeverbänden den Versuch unternommen, sogenannte Erwerbsbeschränkten=Werkstätten aufzubauen. Es gibt Erwerbsbeschränkenwerkstätten in Münster, Hagen, Gladbeck Bielefeld und in Witten. Außerdem werden Erwerbsbeschränkte beschäftigt von den Städten Dortmund Gelsenkirchen und Bochum, u. a. von der Industrie. Die Westfalenfleiß=Werkstätten sind als rein wirtschaftliche Unternehmungen gegründet und tragen den Charakter einer G. m. b. H. Des Lebens Leid kd Paderborn, 17. Juni. Sonntag vormittag hat sich die Wirtschafterin des im Hause Näuhäuserstraße 93 wohnhaften Verwaltungsinspektors Heinrich Steins, A. Nölker, mit einem Messer die Pulsadern aufgeschnitten. Steins veranlaßte die sofortige Ueberführung seiner Wirtschafterin in ein Krankenhaus und half auch bei dem Transport. er wieder in seine Wohnung zurückkehrte, jagte er bei Bielefeld, aber auch dort konnte man ihm nicht helfen. So kam er vor vierzehn Tagen nach Hause zurück, nachdem ihm die Aerzte für unheilbar erklärt hatten. In den letzten Tagen erlitt der Kranke, von dem bemerkt sei, daß er geistig sehr entwickelt und sehr religiös veranlagt ist, wiederholt Anfälle, sodaß man das schlimmste befürchtete. An einem Morgen erzählte er dann seinen Eltern, daß er einen seltsamen Traum gehabt habe. Die Gestalt des Erlösers sei ihm erschienen und habe ihm gesagt, daß er am Abend des gleichen Tages um 9 Uhr geheilt sein werde. Die Eltern glaubten, daß der Junge irre rede. Der Abend kam und um 9 Uhr verlangte der Junge seine Sachen, um aufstehen zu können. Man gab seinen Bitten nach und nun geschah das Wunderbare. Der jahrelang Gelähmte stand auf und ging frei im Zimmer umher. Die Aerzteschaft steht bei diesem seltsamen Fall von Krankenheilung, der hier das größte Aufsehen erregte, vor einem unlösbaren Rätsel. Man hat sich an Wissenschaftler von Ruf gewandt, um eine Erklärung zu finden. Die Polizeiverwaltung von Rötinghausen bestätigt die Richtigkeit der Meldung. * Wirbelsturm im Bergischen Land ?: Gummersbach, 17. Juni.-Das Oberbergische Land wurde von einem Wirbelsturm heimgesucht der mit Heftigkeit und Gewalt auftrat, wie es seit Menschengedenken hier noch keiner erlebt hat. Auf der Strecke zwischen Gummersbach und Strombach entwurzelte der Orkan Dutzende von 100jährigen Baumriesen, zum allergrößten Teil Eichen bis zu einem Durchmesser von einem Meter. Eine große Anzahl von umgestürzten und über dem Boden abgedrehten Stämmen liegen über die Straße und versperren jeden Verkehr. Die Fernsprechverbindungen sind in zahlreichen Orten gestört. * :: Castrop=Rauxel, 16. Juni. Von den Neubauten in der Moltkestraße in Castrop-Rauxel sind zum erissen gestorben. Die Wirtschafterin Nölker hofft man am Leben zu erhalten. Eine wunderbare Heilung TII Herford, 17. Juni. Aus dem benachbarten Dorf Rötinghausen wird über eine wunderbare Heilung berichtet. Der zwölfjährige Sohn des Landwirts Oesterreich war seit vier Jahren am Unterkörper völlig gelähmt. Alle Heilungsversuche scheiterten. Monatelang lag er im Krankenhaus Bethe! zweiten Male die Bleirohre herausge: und gestohlen worden. Es sind hierdurch ganz beträchtliche Schäden an Material und Arbeitsaufwand. entstanden. Iserlohn, 17. Juni. In der hier stattgefundenen Tagung des Verbandes evangelischer Volksvereine, Sitz Dortmund, nahm man u. a. mit starker Beunruhigung Kenntnis von dem jetzigen Stand der Konkordatsfrage. Zum Schluß fand eine Entschließung einstimmige Annahme, in der es heißt:„Wir stellen uns mit ganzer Entschiedenheit hinter die letzten, ernsten Erklärungen der evangelischen Kirchenregierungen und richten an die preußische Staatsregierung die Forderung, bei der Regelung der Beziehungen von Staat und Kirche nicht der römisch-katholischen Kirche einen Vorzug zu geben vor der zwei Drittel unseres Volkes umfassenden evangelischen Volkskirche. Wir fordern vom preußischen Ministerpräsidenten die Einlösung seines Versprechens, in der Behandlung der Konfessionen die Parität nicht zu verletzen und warnen in letzter Stunde davor, durch Hinausschieben dieses Versprechens auf spätere Zeiten Vereinbarungen mit der evangelischen Kirche zu erschweren oder gar unmöglich zu machen. Auch rufen wir alle Volksvertreter, die für die Zukunft unseres Staates die Verantwortung vor der Geschichte tragen, auf, gewissenhaft die Frage zu prüfen, ob nicht durch Bindungen, die auch der jetzt vorliegende Staatsvertrag einzugehen bereit ist, dem Staate und auch dem konfessionellen Frieden dauernder Schaden erwachsen kann.“ (!) Essen, 15. Juni. Die Bergschule Essen hat eine Gedenkfeier zur Erinnerung an ihre Neugründung im Jahre 1868, die zur Wiedereröffnung des Unterrichts am 2. Februar 1869 führte, begangen, nachdem der 50. Jahrestag wegen der Revolutionswirren nicht hatte gefeiert werden können. * Gladbeck, 17. Juni. In einer Wirtschaft auf dem Kirchplatz geriet der Arbeiter E. B. in der Nacht zum Sonntag in Streitigkeiten mit seinem Tischnachbarn. In dem Tumult, der bald darauf entstand, erhielt B. einen Stich unterhalbdes Herzens und einen noch gefährlicheren in die linke Bauchseite, so daß die Eingeweide heraustraten. Der Täter flüchtete. Freunde bemühten sich um den Schwerverletzten. Ein Arzt sorgte nach Anlegung eines Notverbandes für die Ueberführung ins Krankenhaus, wo der Verletzte in bedenklichem Zustande darniederliegt. s Remscheid, 17. Juni. Ein 16 Jahre altes Mädchen geriet mit einem 60jährigen Schuhmacher in einen Wortwechsel. Plötzlich zog das Mädchen ein Messer und stieß es dem alten Manne in den Unterleib. Schwer verletzt schaffte man den Getroffenen ins Krankenhaus. Die Täterin wurde verhaftet. Vom Büchertisch. Der Große Brockhaus, Band II. Mit Spannung erwartet, ist nun der zweite Band des „Großen Brockhaus“ erschienen. Alles was sich im Alphadet zwischen Afuncion in Paraguay und dem polnischen Marktflecken Blazowa bewegt, hat hier eine Heimstätte gefunden. Und welch prächtige Heimstätte! Wieder— wie auch schon beim ersten Band— können wir darauf hinweisen, daß der„Große Brockhaus vortrefflich versteht, sich mikten in unser heutiges Leben hineinzuversetzen, unvergleichlich den Anforderungen entspricht, die wir an ein modernen Nachschlagewerk stellen: nicht nur Auskunft zu geben, sondern auch Winke und Ratschläge für das tägliche Leben, für Beruf und Familie, für Arbeit und Mußestunden. Ee ist unmöglich, auch nur annähernd ein Bild von der Vielgestaltigkeit und Unerschöpflichkeit zu geben, der wir beim Durchblätter dieser 800 Seiten begegnen. Den Kaufmann werden besonders Artikel uce„Arbeitsvertrag“ oder Ausfuhrtechnik“ fesseln. Unter dem Stichwort„Bilanz“ findet er genaue Angaben zur Aufstellung und Beurteilung eines Vermögensnachweises. Dem Beamten werden die Besoldungstabelle oder die ausführlichen Darlegungen über Beamtenorganisationen und Beamtenrecht wertvoll sein. Ein Artikel„Betriebsrat“ unterrichtet über die neuesten Bestimmungen auf dem Gebet der Arbeitsgesetzgebung in Deutschland und im Ausland. Der Musikfreund findet in den Ausführungen über„Beethoven“ das Musterbeispiel einer knapp gehaltenen und doch erschöpfenden biographischen Darstellung. Das beigegebene Bildmaterial kann man sich nicht reichhaltiger denken. Wir finden Beethovens Handschrift, Scherenschnitte aus seiner Jugendzeit, zeitgenössische Bilder, ein Faksimile des Anfangs vom 3. Satz einer Klaviersonate, die Totenmaske, Bilder von Zeitgenossen, die dem Meister nahestanden, und des Geburts= und Sterbehauses. Der Artikel„Bienenzucht“ gibt klare und praktische Anweifungen für Bienenwirtschaft. Zum Artikel„Autostraßen" bringt eine Tafel besonders charakteristische Aufnahmen, bei denen weder die Avus noch der Rürburgring noch die Versuchsstraße auf dem Dach der Fiatwerke in Turin vergessen sind. Die Fülle des Stoffes ist erstaunlich. Der Praktiker, der Gelehrte, der Journalist, die Hausfrau, sie alle werden ihre helle Freude an dem Band haben. Entzückend zum Beispiel ist das Einklebebildchen zum Artikel„Biedermeier“: Die Stickerin von Friedrich Kersting, aus dem Schloßmuseum in Weimar. Zart und duftig sind die Farben herausgebeacht, wir können keine bessere Anschauung bekommen von dem, was sich für uns im Begriff„Biedermeier“ verbindet! Um eine Vorstellung von der drucktechnischen Vollkommenheit des Werkes zu erhalten, betrachte man die Tafel„Bildnismalerei“, die uns durch die Geschichte der Malerei von Jan van Eyck bis Liebermann und van Gogh führt. Daß die Verwendung von Autotypien im Text, die hier zum ersten Male in einem Letikon erfolgt, die Anschaulichkeit des Stoffes in ungewöhnlicher Weise erhöht, haben wir bereits beim ersten Band erwähnen können. Der letzte Alleswisser ist wohl Leibniz gewesen; zwischen ihm und uns liegen aber zweihundert Jahre angestrendtester menschlicher Arbeit. Selbst dem Gebildeten ist es heute unmöglich, jede Sache und jeden Ausdruck zu verstehen, der ihm in der Zeitung oder im Gespräch begegnet, und so braucht jeder heute ein modernes Nachschlagewerk. Dann aber ist schon der„Große Brockhaus“ in erster Linie zu empfehlen, um so mehr, als das bandweise Erscheinen gerade jetzt für wenige Mark monatlich fast jedem den Erwerb möglich macht. Das Kleid, nach dem man sich sehnt Jetzt, wo wir endlich hundertprozentigen Frühling haben, wo wir wissen, daß wir zum Ausflug ein Zelt, und nicht etwa Schneeschuhe mitzunehmen haben, sind die Straßen voll von weiblichen Wesen meistens jüngeren Alters, in, wie man auf den ersten Blick sieht, funkelnagelneuen Sommerjackenkleidern, schon von weitem strahlend vor Farbigkeit und Siegesbewußtsein. Die Inhaberinnen der auffallenden Bekleidungen sehen die Vorübergehenden mit einem Blick an, der Anerkennung fordert, man sieht, sie wissen, daß sie ein klein wenig Aufsehen erregen, und sie finden, daß es berechtigt ist. Und sie sehen tatsächlich alle hin, die Männer mit Freude über dieses hübsche Zeichen des Früblings, die Frauen mit Anerkennung und leisem Neid, wenn sie ihre eigenen Toilettenkünste etwas rückständig finden müssen. Es wird einem in jeder neuen Jahreszeit unendlich schwer gemacht, nicht zu kaufen, kaufen, kaufen. Denn aus den Schaufenstern der Konfektionsgeschäfte schimmert es verführerisch in allen Farben und zarten Geweben, Blumen= und Streifenmustern. Ob man will oder nicht, man bleibt stehen, um sich an diesen bunten Dingen zu freuen, aber ist manerst einmal stehen geblieben, so ist man schnell im Laden, um sich nach einem Preis zu erkundigen. Und will man nach einem Preis fragen, so steht man bald im Probierraum in einem neuen Kleid vor dem Sviegel, der immer ehrlich sein soll und nun doch lügt. Er lügt immer, wenn man sich ihm in einer neuen Hülle präsentiert. Denn das Neue sieht man nicht so, wie es ist, sondern, wie man es haben möchte.— Man kennt sich selbst immer nur im Partner. Mit diesem Kleid aber diesem Pariner, war man noch nicht verheiratet. Man kennt es doch nicht auswendig. Man hat noch Illusionen. Man hat sich selbst noch nicht darin gesehen, an einem schlechten Tag, an dem man sich und anderen nicht gefiel, es hat noch nicht beschmutzt, zerdrückt, im Schrank gehangen. Man weiß noch nicht recht, wie es zu einem passen wird. Die Ueberraschungen kommen immer erst später.— Denn ein Kleid oder Anzug ist ja mehr als eine Hülle, es ist, wenn gut gewählt, ein Ausdruck des eigenen Wesens oder wird wenigstens allmählich dazu. Deshalb kommt man sich so fremd vor, wenn man in ungewohntem Kleid vor dem Spiegel steht. Es ist eine neue Variante seiner selbst, eine Möglichkeit, an die man noch nicht gedacht hat. Es hängt ganz vom Temperament ab, wieviel Tage es dauert, bis man selbst in einem funkelnagelneuen Sommerjackenkleid über die Straße geht und sich sehr schön findet. Und sie sehen alle hin, die Männer mit Freude über dieses hübsche Zeichen des Frühlings, und die Frauen———— siehe oben. Langsames H..-Kauen beruhigt die Nerven und erfrischt Jedes Stück ein langer Kaugenues. Ein Paket für 10 Pf. enthält vier grosse Stücke. Kauen Sie ein Stück P.., wenn um Sie Lärm und Verkehr tobt, wenn es im Werkraum heise und staubig, wenn im Büro die Luft trocken ist. P..-Kaugummi mit seinem kräftigen Pfefferminzgeschmack erfrischt sofort und nachhaltig Mund und Rachen, alle Müdigkeit verschwindet. Mit dem P..-Kaugummi können Sie den Rhythmus Ihrer Nerven beeinflussen. Kauen Sie ihn langsam, so werden Sie ruhig. Bewegen Sie ihn wie spielend im Munde, so gehen die Gedanken einnendKPT WRCLET•L, Sie überwinden Eintönigkeit und Langeweile. Halten Sie ihn fest zwischen den Zähnen oder kauen Sie kräftiger, so fällt es Ihnen leichter, die erregten Nerven zu beherrschen und sich zu konzentrieren. Sind Sie Raucher und leiden Sie darunter, dase Sie während langer Arbeitsstunden, bei Vorträgen, im Kino oder im Theater auf das Rauchen verzichten müssen, so bietet Ihnen der P..-Kaugummi eine ähnlich beruhigende und zugleich anregende Wirkung wie das Rauchen. Kanen Sie P. K. nach Jeder Mahlsent. Ee macht den Atem friech und rein, regt die Speichelbildung an, erleichtert die Verdauung und erhält die Zähne gesund. aft Fabrik FRANKFUR: a. M. Lurnen undOpbele Veramund=Schutz tragischer coa An der Bahre des Segelflug-Pioniers In dem ostpreußischen Segelflieger Ferdinand Schulz, der— wie wir bereits meldeten— bei einer Denkmalseinweihung in dem ehemaligen westpreußischen Ort Stuhm bei Marienwerder mit seinem Begleiter Bruno Kaiser aus etwa 50 Meter Höhe abstürzte, wobei beide den Tod fanden verliert die deutsche Segelsportfliegerei einen seiner besten Repräsentanten. Der leider viel zu früh Dahingegangene war der erfolgreichste deutsche Segelflieger, mit einer Begeisterung und Liebe zur Sache, wie man sie nur in den seltensten Fällen trifft. Der kaum 30jährige erlernte das Friegen schon in sehr jungen Jahren mit selbstgebauten Apparaten: er rückte bald in den Mittelpunkt der Bewegung. Besonders das Gelände von Rossitten sah Schulz als eifrigen Forscher und Praktiker. Seine Rekordleistungen stehen einzig da. Die deutsche Rekordliste verzeichnet seinen Namen nicht weniger als neunmal. Die bedeutendste Leistung vollbrachte er, als er am 3. Mai 1927 in Rossitten mit 14 Stunden 7 Minuten einen neuen Dauerflugrekord aufstellte. Der von ihm aufgestellte Höhenrekord betrug 650 Meter. Ferdinand Schulz wurde am 18. Dezember 1892 in Waldensee(Ermland) als Sohn eines Lehrers geboren. Er besuchte von 1904 bis 1909 das Gymnasium in Braunsberg, ging danach auf die Präparandenanstalt in Rössel(Ostpreußen) und vollendete seine Ausbildung auf dem Seminar in Thorn. Nach bestandener Lehrerprüfung genügte er im Mai 1914 seiner Milikärpflicht und zog bei Kriegsausbruch mit dem Infanwurde zweimal ver1917 meldete er sich zur Fliegertruppe, wurde ausgebildet und im Felde der Jagdstaffel 10 zugeteilt. Im Oktober 1918 wurde er zum Leutnant der Reserve befördert. Nach Beendigung des Krieges hatte er eine Lehrerstelle in Marienburg inne. Der Bericht eines Augenzeugen Stuhm, 16. Juni. Ueber das Flugzeugunglück, dem der bekannte Weltrekordflieger Ferdinand Schulz zum Opfer fiel, gibt ein Augenzeuge folgende Schilderung:„Nach Beendigung der Denkmalseinweihung begab ich mich zum Markt in Stuhm, als ich plötzlich von Bekannten durch einen Ruf aufmerksam gemacht wurde und in die Luft sah. Es gab einen lauten Knall, und ich sah, wie sich von dem Flugzeug„Maxjenburg“ die beiden Tragflächen lösten und mit anderen Gegenständen zusammen zur Erde ose Rumpf des Flugzeuges stürzte mit großer Geschwindigkeit herunter. Im Augenblick Fra und ein Kind wurden von den Trümmern getroffen. Wie durch ein Wunder blieben sie aber unverletzt. Vorübergehende Feuerwehrleute zogen Schulz und Kaiser unter den Trümmern der Maschine hervor. Beide wurden sofort mit dem Auto in das Krankenhaus gebracht. Hier wurde festgestellt, daß Schulz sofort gestorben sein muß, während Kaisers Herz noch einige Minuten arbeitete. Schulz waren Beine und Arme gebrochen, während Kaisers Schädeldecke zertrümmert war. Die Flieger waren nach der gemachten Eintragung in das Flugbuch um 16 Uhr 25 zu einem Ueberlandflug von Marienburg gestartet. * Beileid des Oberpräßidenten Siehr zum Tode des Fliegers Schulz Der Oberpräsident der Provinz Ostpreußen Dr. Siehr richtete an die Mutter des tödlich verunglückten SegelAiegers Schulz folgendes Telegramm: Sehr verehrte Frau! Soeben erfahre ich von dem schweren Unglücksfall, dem Ihr Sohn Ferdinand zum Opfer gefallen ist, und ich beeile mich, Ihnen mein aufrichtigstes Beileid auszusprechen. Mit Ihrem Sohne ist ein Pionier des Segeliluges dahingegangen, dessen unvergleichliche Leistungen ihn über seine Heimatprovinz in der ganzen Welt berühmt gemacht haben. Mit Ihnen zusammen steht die ganze Provinz Ostpreußen trauernd an dem Grabe ihres für alle Zeiten unvergeßlichen Helden. Mit dem Wunsche, daß Gott Ihnen Ihren Schmerz erleichtern möge, bin ich mit vorzüglicher Hochachtung Ihr sehr ergebener Siehr, Oberpräsident. verein Leipzig 1867 mit:8(:1) und bei den Frauen über die Berliner Turnerschaft mit:1(:). Im Zwischenspiel trifft nunmehr am 23. Juni die Männermannschaft von Vorwärts=Breslau mit dem Turnklub Limmer=Hannover zusammen, auf der anderen Seite GEin fen am gleichen Tage DV. Krefeld=Oppum und Ludwigshafen=Friesenheim um den Eintritt in die Schlußrunde. An der Handballmeisterschaft der Frauen sind noch Barmbeck=Uhlenhorst, Vorwärts=Breslau, TV. Mainz 1817 und Turnerbund=Ulm beteiligt. Im Vorspiel zur Fußballmeisterschaft der D. T. siegte in Peine der Hamburger Turnerbund über den Jahn=Peine mit:1(:).„Die Hamburger haben am 23. Juni in der Vorschlußrunde gegen Ax G. Gera anzutreten, während zu gleicher Zeit in Essen RhenaniaEssen und TV. Mannheim 1846 um die Teilnahmeberechtigung zum Endspiel streiten. Um die WeltfalenmeisterIchaff im Schach Die Vorrunde um die Westfalenmeisterschaft im Schach brachte erwartungsgemäß im Westen einen Sieg der Favoritenmannschaften, der allerdings heiß erkämpft werden mußte. Schwer war der Gang der Hagener Schachvereinigung gegen den Meister des Kreises Herne, die„Union“=Gelsenkirchen, die über hervorragende Einzelkräfte verfügt und in vielen Turnieren erprobt hatte. Hier mußte der vorjährige Meister sein Letztes hergeben, um den starken Gegner niederzuringen.:3 für Hagen war das Ergebnis dieses erbitterten Ringens bei 4 Gewinn=, 2 Schlichten= und 2 Verlustpunkten. Der Bochumer Schachverein traf in Langendreer im Kampf gegen den Schachverein Langendreer, Meister des Kreises Castrop, auf einen sehr spielstarken Gegner, der drei alten Bochumer Kämpen heftigen Widerstand entgegensetzte. Die vielen Schlichten geben beredtes Zeugnis von dem erbitterten Kampf. Bochum konnte im ersten, zweiten und siebten Brett einen Gewinn buchen; die Partie am dritten Brett wurde verloren, die übrigen Kämpfer trennten sich unentschieden. Mit dem Ergebnis von:3 Punkten war der Sieg für Bochum erkämpft, dessen Vertreter, der Bochumer Schachverein nunmehr in der Zwischenrunde auf den Vertreter des Kreises Südwestfalen, den vorjährigen Westfalenmeister die Hagener Schachvereinigung trifft. Fallschirm-Pilotin ertrinkt im Rhein Beginn des Kölner Reitturniers Köln, 17. Juni. Im Kölner Stadion begann heute das 2. Internationale Reit= und Fahrturnier. Im Stadion bot sich ein lebhaftes, farbenfrohes Bild. Unter den Ehrengästen bemerkte man Prinz Heinrich der Niederlande, Oberbürgermeister Dr. Adenauer, Chefinspektor der Kavallerie von Kayser sowie einen Vertreter des amerikanischen Konsulats in Köln. Mit seiner ausgezeichneten Besetzung und der Teilnahme amerikanischer Offiziere gestaltet sich das Turnier zu einem Ereignis. Als Schaunummer zeigte Graf Hermann Metternich seine Shetland=Ponies in verschiedener Zusammenstellung. Der sportliche Teil wurde in erster Linie vom Internationalen Jagdspringen der Klasse M sowie einer internationalen Dressurprüfung ausgefüllt.— Die Hauptergebnisse: Jagdspringen M— I. Abt.: 1. Kapitain Pinnas Gagliardo(Italien) 0 Fehler 131 Sek., 2. Lt. Thompsons Hurengirl(Amerika) 5 Fehler 126 Sek., 8. von Knobelsdorffs Minneri 5 Fehler 131 Sek.— II. Abt.: 1. Major Chamberlains Dickwarina(Amerika) 8 Fehler 148 Sek., 2. Frau von Beckers Ninan 5 Fehler 110 Sek., 3. Dr. Körfers Baron III 9 Fehler 187 Sek.— III. Abt.: 1. Obltn. Barenkow und Goldmanns Serpolet 0 Fehler 136 Sek., 2. Dr. Körfers Hexe IX 8 Fehler 138 Sek., 3. Graf Görtz und P. Epners Harras 1ek Serr 121, F. gze., S##ewedes Darling 5 Fehle: rika) 0 5 Fehle. Dressurprüfung: 1. Baronin von Oppenheims Feldmaus(A. Günther) 0,5 Pkt., 2. Rittmeister Gerbards Emir(Bes.) 0,6 Pkt., 8. A. Schrams Loki=Tschechei (Thil) 0,8 Pkt. Sawall liegt auf der Olympiabahn Auf der Berliner Olympiabahn kamen am Sonntag vor einer stattlichen Zuschauermenge interessante Radsportwettbewerbe zur Abwicklung. Bei den Steherrennen gab es für die schwächeren Fahrer Vorgaben. In allen drei Läufen war Walter Sawall tonangebend. Die Ergebnisse: 25 Kilometer: 1. Sawall 20:46,2 Min., 2. Carpus (2 Runden Vorgabe) 205 Meter zurück, 3. Jürgens (3 Runden Vorgabe) 500 Meter zurück. 30 Kilometer: 1. Benoit 24:52 Min., 2. Lewanow 430 Meter zurück, 8. Toricelli 600 Meter zurück. Großes Handicap 70 Kilometer: 1. Sawall 58:55,4 Minuten, 2. Toricelli(1 Runde Vorgabe) 680 Meter zurück, 8. Corpus(6 Runden Vorgabe) 470 Meter zurück. Rile slieden Batiöne gelander Abschluß der nationalen Ballonwettfahrt Aus Zürich wird gemeldet, daß die Fallschirmpilotin Nelly Tußmar aus München am Sonntag in Chur tödlich verunglückt ist. Sie beteiligte sich dort an einem Flugtag. Bei einem zweiten Absprung, der um einhalb 18 Uhr, stattfand, wurde Fräulein, Tußmax,vom##n######hafing###m cr#men RöWinde abgetrieben; sie landete mitten auf dem Rhein. stow=Toitz an der Bahnlinie Demmin—GrimmenSie wurde von der Strömung fortgerissen und ertrank, Stralsund in Pommern gelandet.(Führer Vergassessor Die an der nationalen Ballonwettfahrt beteiligten sieben Freiballone, die am Samstagabend in Schalke aufgestiegen waren, haben jetzt sämtlich ihre glückliche Landung melden können. Als letzte Landungsmeldung ging die vom Ballon„Karl Bamler“(Essen) ein, dessen Führer eine sehr schwierige, aber glatt beendete BaumLandung zu bewältigen hatte. Die Landungsmeldungen: Ballon„Gelsenkirchen=Buer" in Diedrichshagen bei Greifswald(Pommern) glatt gelandet.(Führer Dipl.= Inge Raven.. Es: GutsBallon„Düsseldorf“ 13,04 Uhr bei Gützkow bei Greifswald gelandet.(Führer Bankdirektor Schroeder.) Ballon„Münster VII“ 11 Uhr 26 bei Schloß Matgendorf in Mecklenburg wegen Gewitter gelandet. Landung vollzog sich glatt.(Führer Maß.) Ballon„Münster VI“ 15 Kilometer westlich Greifswald 14 Uhr 15 gelandet.(Führer Dieckmann.) Ballon„Elberfeld“ 12 Uhr 40 8 Kilometer nördlich Anklam(Pommern) glatt gelandet. Ballon„Münster V“ bei Wolgast in Vorpommern 14 Uhr 05 gelandet, 1300 Meter vom Haff entfernt, östlich der Bahnstation Hohendorf.(Führer Eimer= macher.) Ballon„Karl Bamler““(Essen) 12 Uhr 17 bei RöUm Weltdeutschlands Futzballmeilterschat Schalke 04— Meidericher Sp. V. am 23. Juni in Essen. Der Fußballausschuß des W. S. V. hat als Termin das Entscheidungsspiel um die westdeutsche Meifür das ehe Hilfe herbeieilen konnte. Olfe.) Aus der neimattienen Spoewbewegung Fußball-Nachlese— Im Lager der Turner Sieg der größeren Schußkraft. Sp. V.„Germania“ Bochum— Duisburg 99:1. Mit der Verpflichtung der Duisburger hatten die „Germanen“ einen guten Griff getan. Leider hatte das Spiel keinen Publikationserfolg, da der vor dem Spiel niedergegangene Regen manchen von dem Besuch des Spieles abgehalten haben dürfte. Der Sieg der„Germanen“ war verdient. Zwei Tore besser waren sie aber nicht; der schußgewaltige und glücklichere Sturm entTurnermeilterichaft im Hand- und Fußball Die Spiele schen Turner so weit geför den feststehen, Im Handball siegten in Hannover bei den Männern Turnklub Limmer=Hannover gegen MXV. SchwartauLübeck mit:8(:0) und bei den Frauen Turnerschaft Baxmbeg=Uhlenhorft gegen Turnklub=Hannover mit:0 #1#. Die beiden Breslauer Spiele sahen den Schlesienmeister T. V. Vorwärts=Breslau in beiden Fällen ertolgraich, bei den Mänpern üben den Turn= und Sportteidicher arbeiteten mit großer Eicherheit. Hofmann als Mittelläufer gefiel erst in der zweiten Halbzeit. Kölling(rechts) und Imhäuser(links) waren zwei sehr schnelle Flügelstürmer. Das Spiel der Gäste ist ganz auf Flick eingestellt. Mit seinen Leistungen steht und fällt die Mannschaft. In der ersten Halbzeit lieferte er ein bestrickendes Spiel. In der zweiten Halbzeit fiel er etwas ab, wie die ganze Duisburger Mannschaft. Die Verteidiger besaßen einen reinen, befreienden Schlag. Die Außenläufer hatten gegen den Bochumer Flügel einen schweren Stand. Im Sturm wurde viel zu viel kombiniert. * Um den Aufstieg zur 2. Bezirksklasse S. V. Welper— Concordia:0. Das zweite Entscheidungsspiel um den Aufstieg zur zweiten Bezirksklasse konnte Welper durch einen Elfmeter für sich entscheiden. Die Bochumer, die für den Aufstieg nur einen Punkt benötigten, stellten sich nur auf die Abwehr ein, was ihnen zum Verhängnis wurde. In der ersten Halbzeit spielte Concordia gegen den starken Wind. Ein Tor der Rotblusen in der ersten Halbzeit wurde vom Schiedsrichter wegen Abseits nicht anerkannt. 15 Minuten vor Schluß fiel die Entscheidung. Ein vom Verteidiger verschuldeter Elfmeter wurde von Welper zum einzigen Treffer des Spieles ausgewertet. Ein drittes Spiel muß die Klärung der Aufstiegsfrage bringen.. * Pokalspiel:„Respa“=Bochum(Reichsbahn) gegen T. u. S. V. Wanne:3(:). Die Bochumer gewannen das Spiel sicher und verdient. Das Innentrio, unterstützt von der guten Läuferreihe, konnte besonders gefallen. Eine Klasse für sich war der rechte Läufer. Bei Wanne war der Torhüter etwas unsicher. Innensturm, Mittelläufer und rechter Verteidiger waren gut. Nach anfänglich nervösem Spiel sicherten sich die Bochumer bis zur Pause mit 3·1 einen klaren Vorsprung, um schließlich gegen die Gäste, die während der zweiten Spielhälfte nur 10 Mann im Felde hatten, verdient mit:3 Toren zu gewinnen. Der Sport an der Ruhr Man merkt es immer mehr, daß die Fußballruhe vor der Türe steht; denn die sportliche Ausbeute wird immer spärlicher. Als Wochenendspiel ist das Treffen Winz=Baak gegen F. C. Witten 92 zu erwähnen, das keinen allzu interessanten Verlauf nahm. Beide Angriffsreihen zeigten sich sehr schwach, so daß man sich torlos trennte. Der Sonntag stand ganz im Zeichen des Entscheidungsspieles Sp. V. Welper— Concordia Bochum, über das wir an anderer Stelle berichten. Die Mannschaft des V. f. T. u. B. Henrichshütte zeigte weiteres Nachlassen. Im Spiel gegen Essen 1916 mußte sie eine hahe:0 Niederlage binnehmen. Am kommenden Sonntag beanspruchen die Leichtathleten vom Gau Bochum=Hattingen das Hauptinteresse. An der Horstschule in Welper werden die Gaumeisterschaften für Jugendliche und Senioren in Form von Dreikämpfen ausgetragen. Sitzung des Stadtverbandes Bochumer Turnvereine Die Vertreter der dem Stadtverband Bochumer Turnvereine(D..) angeschlossenen Vereine traten im Vereinsheim der Turngemeinde Bochum zu einer Sitzung zusammen. Im Vordergrunde der Beratungen stand die Frage der Beteiligung an der Einweihung der neuen städtischen Sportplätze am 30. Juni. Zur Einweihung am Samstag treten die Vereine des Verbandes vollzählig an. Die Beteiligung am Sonntag wird den Vereinen freigestellt, doch wird starke Beteiligung an den Läufen zur Pflicht gemacht.„Eimmettsamt m. Für den 25. August ist ein Schwimmwettkampf Bochum—Hüls vorgesehen. Als Nachfolger Dr. Hessels, der sein Amt als Vertreter für den Stadtverband für Leibesübungen wegen Arbeitsüberbürdung niedergelegt hat. wurde der erste Vorsitzende Schulrat i. R. Heenes gewählt. Für das Jahr 1930 ist ein Städte=Gerätekampf Hannover—Kassel—Bochum geplant. * Der Spoit in Wanne-Eickel Abschluß des„Preußen"=Jubiläums. „Preußen"=Wanne— Spielvg. Herten:2(:). T. B. Eickel—„Viktoria“=Dortmund:2(:). Im Rahmen der Jubiläumsveranstaltung trugen die„Preußen“=Handballer ein Spiel gegen Spielvereinigung Röhlinghausen aus, das:6 endete. Die Wanner befanden sich, scheinbar noch immer in Feststimmung; denn anders läßt sich ihr Nachlassen nach anfänglich ausgezeichneten Leistungen kaum erklären. In einem Abendspiel standen sich auf dem Preußenplatz die Ortsrivalen Wanne 1911 und„Preußen“=Wanne gegenüber. Der:=Sieg der Platzherren ist zwar etwas hoch ausgefallen, aber unbedingt verdient. Bei den Gästen boten der Innensturm und später auch die Läuferreibe eine ziemlich schwache Leistung. Es mangelte nicht nur an Schnelligkeit, sondern auch vor allem an einem gesunden Torschuß. In der Siegermannschaft überragte Wanke, der sich auch als famoser Torschütze entpuppte. * Mit der Verpflichtung des Westfalenmeisters Spielvereinigung Herten hatten sich die Wanner „Preußen“ eine schwere Aufgabe gestellt. Aber sie lösten diese in einer glänzenden Weise. Dieser Sieg über den Westfalenmeister bildet einen Ausklang des Silberjubiläums, wie man ihn sich nicht schöner hätte denken können. Allerdings erfüllten die Hertener nicht in erhofftem Maße die Erwartungen. So erwies sich das Schlußtrio oft als reichlich unsicher und die Läuferreihe kam nicht über Durchschnittsleistungen hinaus. Meisterform erreichte lediglich der Sturm. Die„Preußen" hatten in ibrer Mannschaft keinen schwachen Punkt. Sie waren im Felde zumeist überlegen und verstanden es auch, diese Ueberlegenheit in zählbare Erfolge umzusetzen. * Zur Bereicherung seines Jubiläumsprogramms hatte der S. V.„Preußen“=Wanne die Durchführung der Leichtathletikmeisterschaften des Ruhrbezirks übertragen bekommen, über den wir schon berichtet haben. * Im Gesellschaftsspiel standen sich in„Viktoria“= Dortmund und T. B. Eickel zwei alte Bekannte gegenüber. Der Sieg ist für die Eickeler etwas schmeichelhaft, da die Gäste den Turnern, besonders in der ersten Hälfte ebenbürtig waren. Erst gegen Schluß kamen die Platzherren durch ein Selbsttor der Dortmunder zum Siegestreffen. E. B. Platze unter der Leitung von Müller(Koln) ausgetragen. Der W. S. V. versucht also, die westdeutsche Meisterschaft unter allen Umständen noch vor Juli unter Maske u, gehnten esendies nch beicl aherel Kaunes des Ruhrbezirksmeisters am Sonntag in Leipzig. Deutsch-Nordische Hochschulkämpfe Bei regnerischem Wetter wurden in Kiel die nordisch=deutschen Hochschulwettkämpfe mit dem leichtathletischen Uebungen abgeschlossen. Am besten schnitten die Finnen ab, die in der Länderwertung Deutschland auf den zweiten Platz verweisen konnten. Die Ergebnisse: 100 Meter: 1. Hampelmann(Kiel) 10,8 Sekunden, 2. Andersson(Schweden) 10,9 Sekunden, 3. Pitkaenen (Finnland) 11.4 Sekunden. 400 Meter: 1. Storz(Halle) 49.6 Sekunden, 2. Niini(Finnland) 51 Sekunden, 8. Topelius(Finnland) 51.7,Sekunden. 5000 Meter: 1. Jörgensen(Norwegen) 15:34 Minuten, 2. Wahlström(Schweden) 15:49 Minuten, 3. Punkko.(Finnland) 16:01 Minuten. Schwedenstaffel: 1. Deutschland(König, Salz, Gertz, Storz):02,2 Minuten, 2. Finnland:03,6„Minuten, 3. Norwegen. Hochsprung: 1. Ladewig(Berlin), 2. Bergström (Schweden), 3. Kokkonen(Finnland), alle 1,83 Meter. Weitsprung: 1. Topelius(Finnland), 7,09 Meter, 2. Tulikoura(Finnland) 7,05 Meter, 3. Storz(Halle) 6,94 Meter, 4. Ladewig(Berlin) 6,91 Meter. Stabhochsprung: 1. Stechemesser(Dortmund).50 Meter, 2. Kunze(Berlin).40 Meter, 3. Viiri(Finnland).20 Meter. Diskuswerfen: 1. Viiri(Finnland) 44,42 Meter, 2. Vellin(Finnland) 41,275 Meter, 3. Sievert(Berlin) 38.60 Meter. Speerwerfen: 1. Reinikka(Finnland) 61,45 Meter, 2. Molles(Königsberg) 60,105 Meter, 8. Schnackertz (Bonn) 58,87 Meter. Kugelstoßen: 1. Viiri(Finnland) 14,35 Meter, 2. Raune(Finnland) 13.75 Meter, 3. Sievert(Berlin) 13,22 Meter. 800 Meter offen: 1. Müller(Zehlendorf),:59,3 Minuten, 2. Johannsson(Norwegen):59,7 Minuten, 3. Jansson(Schweden):00 Minuten. Gesamtergebnis: 1. Finnland 59 Punkte, 2. Deutschland 45 Punkte, 3. Schweden 23 Punkte, 4. Norwegen 21 Punkte. Den Fußballkampf Deutschland— Dänemark gewannen die deutschen Hochschüler mit:2 Toren. Im Säbelfechten triumphierte Dänemark über Deutschland und Norwegen. Studenten=Weltspiele 1930 in Deutschland. „Ziel, 17. Juni., pfee in Kiel Etudiants eine, Tagung ab. Im Pittelpunkt der Besprechungen standen die Studenten=Weltspiele als akademische Olympische Spiele für das Jahr 1930. Diese werden 1930 in Deutschland vom 1. bis 10. August zur Durchführung gebracht. Im Unschlus an dig Jaches: Kiel, 17. Juni Im Anschluß an die Hochschulwettrampfe= in# hielt die Confédération Internationale des Etudiar eine Tagung ab. Im Mittelpunkt der Besprechung Ungarischer Wallerballlicg in Frankfurt Das Internationale Schwimmfest der Main=Metropole. Das internationale Schwimmfest des 1. Frankfurter Schwimklubs am Sonntag gewann durch die Teilnahme der bekannten holländischen Schwimmerinnen Braun und Baron besondere Bedeutung. Die beiden Holländerinnen hatten natürlich keine Gegnerschaft, ebenso wie Europameister Riebschläger im Springen nicht zu schlagen war. In den Staffelwettbewerben zeichneten sich die Berliner „Poseidonen“ aus. Sehr interessant verlief das Wasserballspiel, das der MTK. Budapest gegen eine süddeutsche Auswahlmannschaft durch seine überragende Technik glatt mit•4(:2) Toren gewann. Die wichtigsten Ergebnisse: Freistil 400 Meter: 1. Neitzel(Göppingen).57 Min. 4 mal 100=Meter=Lagenstaffel: I. Poseidon(Berlin) .04 Min. 100 Meter Damenfreistil: 1. Braun(Rotterdam) 1115 Minuten. Ermunterungsfreistil 109 Meter: 1. Wolff(Sparta Köln) .07 Min. Kunstspringen: 1. Riebschläger(Zeitz) 129.20 Punkte, Platz. 5. Turmspringen: 1. Riebschläger(Zeitz) 116,24 P. Damen=Rücken 109 Meter: 1. Braun(Holland).36.4 Minuten. Freistik 199 Meter: Dex(München):05,5 Min. Damen=Brust 200 Meter: 1. Baron(Holland).372 Minuten. 200 Meter Brust: 1. Schwartz(Göppingen).03,4 Min. Schweden schlägt Finnland:1(:). Das zweite Fußball=Länderspiel der schwedischen Nationalmannschaft ging in Stockholm vor sich. Die Schweden stellten eine Hand. Tornitur, hatten aber das Spiel jederzeit in des Nr. 140 36. Jahrgang 3. Beilage zum Bochumer Anzeiger und General Anzeiger Dienstag, den 18. Juni 1929 Kunteny Grweleer Inleusnte Die deutsche Maschinenindustrie im Mul Der Verein Deutscher Maschinenbauanstalten, der Spitzenverband der deutschen Maschinenindustrie, teilt über die Lage der deutschen Maschinenindustrie im Mai mit: Die inländische Anfragetätigkeit war weniger lebhaft als im Vormonat, während die Anfragen der Auslandskundschaft zunahmen. Der Auftragseingang aus dem Inlande hielt sich etwa auf der Höhe des April. Die Auslandsaufträge dagegen wiesen eine merkliche Steigerung auf.— Die Auftragsentwicklung der letzten Monate führte zu einer leichten Erhöhung des Beschäftigungsgrades,— Bei den Werkzeugmaschinen war eine gewisse Besserung festzustellen, während das Textilmaschinengeschäft ungenugend blieb. In Landmaschinen erreichte die Belebung noch nicht den saisonmäßig zu erwartenden Umfang. In Kraftmaschinen ist eine Verschlechterung eingetreten, besonders im Inlandsgeschäft. Bei den Pumpen und Kompressoren war das Inlandsgeschäft befriedigend, während die Auslandsbestellungen sich weniger günstig entwickelten. Die Nachfrage nach Ventilatoren war unzureichend. In Hütten=, Stahl= und Walzwerksanlagen lag das Geschäft weiter darnieder. Uneinheitlich war die Lage in Nahrungsmittel= und Genußmittelmaschinen und in mechanischen Fördermitteln und Waagen, bei denen aber doch die günstigen Meldungen überwogen. Bei den Maschinen für die Papierverarbeitung, und das graphische Gewerbe war das Inlandsgeschäft befriedigend, während das Auslandsgeschäft verschieden beurteilt wird. Für Zerkleinerungs= und Aufbereitungsmaschinen wurde überwiegend ausreichender Auftragseingang gemeldet. Im Apparatebau zeigte sich auch im Berichtsmonat keine merkliche Besserung. Ruhrgas A. G. in Essen Die Hauptversammlung unter dem Vorsitz von Generaldirektor Dr. Vögler genehmigte den bekannten Abschluß für das Geschäftsjahr 1928, der mit einem Verlust von 1 956 794 Mark abschließt. Zum Bericht und zu den schwebenden Fragen wurde ausgeführt. daß der Betrieb während des Geschäftsjahres 1928 sich im wesentlichen auf die Belieferung durch das vom R. W. E. übernommene Netz beschränkt habe. Im Jahre 1929 seien in der bisher abgelaufenen Zeit Teile des neuen Netzes in Betrieb genommen und bereits entsprechende Einnahmen erzielt worden. Der arbeitstägliche Absatz betrage einschließlich des neuen Netzes.2 Millionen Kubikmeter, wovon 400000 Kubikmeter auf das R. W..=Netz entfielen. Zu den schwebenden Fragen wurde ausgeführt, daß man die Angebote an die Stadt Köln und die Hekogg als aussichtsreich betrachte. Das Angebot der Stadt Frankfurt a. M. an die Hekoga sei jedenfalls wesentlich ungünstiger, als das der Ruhrgas.=G. Bei dem Ausbau der Netze und der Verlegung von Rohren hätten sich bei verschiedenen Gemeinden Schwierigkeiten ergeben, sodaß in vereinzelten Fällen von dem Enteignungsrecht hätte Gebrauch gemacht werden müssen. Fusion in der Gummi=Industrie In der außerordentlichen Hauptversammlung der Gummiwerke Titan B. Polack.=G. in Waltershausen(Thüringen) wurde der Verschmelzungsvertrag mit der Continental Gummiwerke.=., Hannover, einstimmig genehmigt. Der Fusion werden die Bilanzwerte vom 31. Dezember 1928 zugrunde gelegt, so daß die B. Polack=Gesellschaft für ihr letztes Geschäftsjahr 1928 keinen Abschluß mehr vorlegt. Mit dieser unter Führung Verschmelzung ist der Gummitrust der Continental Gummiwerke.=G. Wirklichkeit geworden. Dem Trust gehören ferner noch an Exzelsior und Peters=Union. Die Harburger Gummiwerke Phoenix.=G. treten dem Trust nicht bei. Weiter hat sich auch das zweitgrößte Werk der Bereifungs-Inoustrie in Deutschland, die Deutsche Dunlop Gummi Compagnie.=G. in Hanau a. M. dahin netschieden, dem Trust nicht beizutreten. Dieses Unternehmen, das seit über 36 Jahren in Deutschland etabliert ist, ist der Ansicht, daß, wenn auch durch den Zusammenschluß der obengenannten Firmen produktions= und verwaltungstechnisch zweifellos Vorteile erzielt werden können, nicht außer Acht gelassen werden darf, daß gerade in dem Welt=Unternehmen Dunlop ein sehr gewichtiger Faktor besteht, um regulierend auf eine gesunde Marktentwickelung im Interesse der Abnehmerschaft einzuwirken. Deutsch=französische Zement-Verhandlungen In französischen beteiligten Kreisen wird die Ansicht geäußert, daß jetzt nach der Einigung der Sachverständigenkonferenz, die schwebenden Besprechungen zwischen den deutschen und französischen Zementfabriken rasch zum Abschluß gelangen werden, namentlich was die kritische Frage der Einfuhr französischen Zements ins Saargebiet betrifft. Nach Abschwächungen widerstandsfähig Berliner Börse. Berlin, 17. Juni. Auch in der neuen Woche konnten einige vorliegende anregende Momente gegen die bestehende Geschäftsunlust nicht ankommen. Der anhaltende Ordermangel blieb für die Börsentendenz entscheidend. Obwohl man die politische Situation nicht ungünstig beurteilte und eine Tariferhöhung bei der Reichsbahn durch eine Senkung der Verkehrssteuern zu„vermeiden hoffte, konnte sich zu Beginn der Börse die freundliche Stimmung des Vormittagsverkehrs nicht durchsetzen. Man diskutierte zwar weiter über die Transaktion der ChemieBasel= J. G. Farben und der Enka=Glanz= stoff, auch der feste Newyorker Wochenschluß fand Beachtung, doch kam ziemlich überraschend zu den ersten Notierungen Ware heraus, die bei der geringen Aufnahmefähigkeit der Börse nur zu gedrückten Kursen untergebracht werden konnte. Im allgemeinen gingen die Abweichungen gegen Sonnabend, nicht über 1 Prozent hinaus. Auch nach den ersten Kursen dominierte die Geschäftslosigkeit. Einige Elektropapiere und Schiffahrtsaktien hatten vorübergehend etwas Bewegung. Tietz blieben weiter angeboten, während sonst später bei etwas zunehmendem Geschäft meist auf Deckungen leichte Kurserholungen eintraten. Anleihen lagen behauptet, Ausländer eher freundlicher, nur Mexikaner etwas schwächer. Pfandbriefe fast umsatzlos und teilweise etwas nachgebend. Devisen angeboten und meist schwächer, nur Paris international etwas befestigt. Am Geldmarkt zeigten sich weiter leichte Versteifungserscheinungen. Tagesgeld nannte man mit—9½ Prozent, Monatsgeld mit 9½—10½ Prozent. Gegen 1 Uhr konnte man verschiedentlich wieder ein leichtes Nachgeben der Kurse beobachten, nur Spezialwerte lagen lebhafter und über Anfang. Der Kassamarkt war lustlos und nicht ganz einheitlich, doch überwiegend etwas schwächer. Triumphwerke wurden heute zu einem Kurse von 205 Prozent bei einem Umsatz von zirka 60 Mille neu eingeführt. Der Verlauf der Börse war verhältnismäßig freundlich. Für Spezialwerte, wie Spiritusaktien und Kunstseidenwerte, Kalipapiere bestand lebhefteres Interesse bei nennenswerten Kursbesserungen. Im allgemeinen lagen die Schlußnotierungen bis 2 Prozent über Anfang. Nachbörse: Bei kleinem Geschäft widerstandsfähig. Spezialwerte gefragt und anziehend. Essener Börse Elevs. He6.. Essen, 17. Juni Im Terminverkehr entwickelte sich ein lebhaftes Geschäft in Kaliindustrie, die bei großen Umsätzen 2 Prozent höber einsetzten und im Verlaufe 4½ Prozent gegen Samstag anzogen. Im übrigen war die Tendenz lustlos. Montanwerte lagen durchweg etwas schwächer mit Ausnahme von Gelsenkirchen. Barmer Bankverein Essen, Steinkohlen Gelsenberg Goldschmiet Haroener Berpbau Hoesch Kall-Industrie Klöcknerverke Köln-Neuessen Mannesmann R. W. E. Reinstahl Salzdetturth Ver. Stahlwerte Kassak. 131.25 125 135.25 76.50 145.— 127.— 250.— 104.50 12350 116.75 257.28 127.— 99.— Am Kuxen= und Aktienmarkt war das das Geschäft in Kohlenwerten sehr still. Von Kohlenkuxen waren lediglich Diergardt=Mevissen zu kaum veränderten Kursen im Verkehr. Am Kohlenaktienmarkt wurden Dahlbusch etwas höher bezahlt. Auf dem Braunkohlenmarkt wechselten Bruckdorf=Nietleben zu leicht erhöhten Kursen ihre Besitzer. Am Kalikuxenmarkt hielt das Kaufinteresse für Beienrode(plus 100 Mark) und Burbach(plus 50 Mark) an. Etwas schwächer lagen Heimboldthausen und die elsässischen Kaliwerte. Von Kaliaktien wurden Adler und Hallesche 3 Prozent höher bezahlt. Der Markt der Industrie= aktien lag geschäftslos. Frankfurter Abendbörse ruhig Die Abendbörse verkehrte in sehr ruhiger Haltung. Eine Ausnahme machten einige Sonderwerte, die gesucht waren. Kaliwerte gewannen durchweg 47. Chemiewerte blieben unverändert, Elektrowerte leicht erholt. Montanwerte konnten sich gut behaupten, blieben aber geschäftslos. Bankaktien waren leicht befestigt, Autowerte gehalten. Sehr fest lagen Vereinigte Glanzstoffaktien. U. a. notierten: Harpener 145. Mannesmann 117, Rheinstahl 126, Vereinigte Stahlwerke 99, Rheinische Braunkohlen 294, A. E. G. 192, Elektrische Lieferungen 159, Elektrisch Licht& Kraft 219, Felten&- Guilleaume 135, J. G. Farben 255¾, Zellstoff Waldhof 256. Geldmarkt. * Die englischen Anleiheverhandlungen des KaliSyndikats. Die Verhandlungen über die Unterbringung der noch nicht ausgegebenen 3 Millionen Pfund Sterling Goldbonds des Deutschen Kali=Syndikats dürften demnächst dahingehend abgeschlossen werden, daß der größere Teil dieser noch nicht ausgegebenen Bonds auf dem Londoner Markt emittiert werde. Der autorisierte Gesamtbetrag der 7prozentigen Kali=Anleihe betrug bekanntlich 300 Millionen Mark. Hiervon sind 1925 240 Millionen Mark zum Preise von 94½ Prozent in London, Amsterdam, der Schweiz und in Schweden aufgelegt worden. Aus den Industriegesellschaften * Gewerkschaft Pfannenberger Einigkeit in Neunkirchen(Bez. Arnsberg). In der Gewerkenversammlung wurde der Abschluß für das Geschäftsjahr 1928 einstimmig genehmigt. Die zur Ausschüttung kommende Gesamtausbeute wurde auf 100000 RM. festgesetzt. * Rheinisch=Westfälisches Elektrizitätswerk.=., Essen. Gegenüber den von anderer Seite ausgehenden Mitteilungen über den voraussichtlichen Abschluß der Gesellschaft für das Geschäftsjahr 1928/29 wird mitgeteilt, daß die Ergebnisse, soweit es sich bisher übersehen lasse, recht befriedigend, daß die Frage der Dividende zurzeit, also noch vor Ablauf des Geschäftsjahres, in keiner Weise geklärt sei. Daß die Gesellschaft mit ihrer Dividende für 1928/29 den Vorjahressatz unterschreiten werde, sei wohl nicht anzunehmen. Ob der Satz von 9 Prozent, erhöht werde, sei ungewiß. * Rheinische Stahlwerke.=G. in Essen. In der Aufsichtsratssitzung der Rheinischen Stahlwerke.=G. in Essen wurde beschlossen, der auf den 6. Juli dieses Jahres einzuberufenden Hauptversammlung die Verteilung einer Dividende von 6 Prozent in Vorschlag zu bringer * Aus dem Thyssenkonzern. Durch Beschluß der Gewerkenversammlung wurde nunmehr auch die Gewerkschaft Rhein IV, die nur noch als Mantel bestand, aufgelöst.= * Ludwig Ganz.=G. in Mainz. Die Hauptversammlung genehmigte den bereits mitgeteilten Abschluß mit 10 Prozent Dividende auf die alten und 5 Prozent auf die jungen Aktien. * Frankfurter Armaturenfabrik.=G. in Frankfurt a. M. Die zur Gruppe Wolf, Nettner& Jakobi, Frankfurt=Berlin, gehörende Gesellschaft schlägt für 1928 die Wiederaufnahme der [Dividendenzahlung mit 5% vor. *.=G. für Zellstoff= und Papierfabrikation in Aschaffenburg. Der Aufsichtsrat wird der am 17. Juni stattfindenden Hauptversammlung vorschlagen, von den neu zu emittierenden Stammaktien 4,8 Millionen Mark im Verhältnis:1 den alten Aktionären zum Kurse von 130 Prozent anzubieten. Der Restbetrag aus der Kapitalerhöhung wird der Verwaltung zu Verwertungszwekken, u. a. zum Erwerb der Aktienmehrheit der.=G. für Zellstoff= und Papierfabrikation in Memel zur Verfügung, gestellt werden. * Deutsche Zündholzfabriken.=G. in Berlin. Die Hauptversammlung genehmigte die Verteilung von 5% Dividende für das Geschäftsjahr 1928, während im Vorjahre die gleiche Dividende für ein halbes Jahr verteilt wurde. * Rawack& Grünfeld.=G. in Berlin. Bei der Gesellschaft stieg das Bruttoerträgnis von.65 Millionen Mark auf 4,25 Millionen Mark, andererseits Handlungsunkosten und Steuern.82(2,42) Millionen Mark, so daß sich ein Reingewinn von 1,52 Millionen Mark(1,30), ergibt, woraus bekanntlich 15% Dividende auf das erhöhte Aktienkapital von 705 Millionen Mark(i. V. 20% auf 5 Millionen Maxkl verteilt werden sollen. Die gegenwärtige Geschäftslage für das Unternehmen ist günstig. Rütgers Werke.=G. in Berlin. Die Hauptvexammlung setzte die Dividende auf wieder 6%a fest. Ueber das laufende Geschäftsjahr führte die Verwaltung u. a. aus: Das erste Quartal des Jahres 1929 sei stark durch die abnorme Kälte beeinflußt worden, jedoch seien in den nachfolgenden Monaten die Abrufe lebhafter geworden, so daß die Produktion habe abgesetzt werden können und teilweise die Warenvorräte sich vermindert hätten. Insgesamt dürfe der Gesamtabsatz des ersten halben Jahres den des gleichen Zeitraumes des Vorjahres erreichen. Die vorhandenen Bankguthaben ermöglichen die Auszahlung der Dividende aus eigenen Mitteln. Die weitere Entwickelung des Jahres ist in starkem Maße von den Auswirkungen der Pariser Beschlüsse auf die deutsche Volrswirtschaft abhängig. * H. Büssing.=G. in Braunschweig. Die Gesellschaft wird für 1928 voraussichtlich 5# Dividende ausschütten. Decdom Aodanemen Das Geschäft leidet außerordentlich unter den verschiedenen Gerüchten bezüglich der künftigen Gestaltung der Getreidewirtschaft. Das Kennzeichen des Marktes bleibt das sehr knappe in ländische Angebot von Weizen und Roggen. Auslandsweizen findet infolgedessen stärkere Beachtung. Bei Roggen genügt das kleine Inlandsangebot zur Befriedigung des vorhandenen Bedarfes. Am Lieferungsmarkt stellte sich Weizen in beiden Sichten um 2 Mark höher. Roggen befestigte sich um ½ Mark. Mehl bei unveränderten Forderungen der Mühlen weiter in stillem Geschäft. Hafer stetig, feine Qualitäten werden weiter bevorzugt. Gerste still. Rarlin 17. Juni Amtlich festgesetzte snd Eie eshech. Roggen, märk Braugerste Wintergerste Hafer märk. Mais, Loco Berl. Weizenmehl Roggenmehl Weizenkleie Roggenkleie Viktoriaerbsen Kleine Erbsen 0) Bochumer Schlachtviehmarkt,(Amtlicher Bericht der Notierungskommission). Auftrieb 38 Stück Großvieh, 164 Kälber, 770 Schweine, 204 dänische Rinderviertel. Es kosteten 50 Kilogramm Schlachtgewicht in Mark: Bullen: vollfleischige oder ausgemästete und fleischige 96 bis 97. gering genährte 93 bis 95: Kühe: jüngere, vollfleischige höchsten Schlachtwertes und sonstige vollfleischige oder ausgemästete, 96 bis 102, ausgesuchte über Notiz, fleischige 88 bis 95, gering genährte 72 bis 82: Kälver: peste Mastund Saugkälber 130 bis 135, mittlere Mast= und Saugkälber 110 bas 125. geringe Saugkälber 90 bis 105; Schweine: vollfleischige Schweine von zirka 200 bis 300 Pfund Lebendgewicht 105, vollfleischige Schweine von zirka 120 bis 200 Pfund Lebendgewicht 103 bis 104; Sauen 90 bis 98. Marktverlauf: mittel. Kurse der Essener Börse vom 17. Juni Kohlen-Werte Gaens Nüchr ttetüche Kchlen-diten Dahlbusch.. 114.50 117.50 Lotgrngen:.. 40.55 42.50 Niederrn. Bergw. 64.00 66.00 Braunkohlen-Werte 1550 1 1650 3300 4000 W 3200 — 8900 — 10000 4425 4625 Bellerhammer Bruckdorf-Mietieben Gute Hoffnung.. Leonharst.: Hichel..... Veste..... Zukunft-Aktien.. 222 Kall-Werte 8000 710 3000 6400 7059 161.00 48 50 238.50 202.00 Aktien ohne Börsennotiz 170% Preisnotierungen für Metalle Elektrolytkupfer 100 Klogramm, peompt eit Hamburg, Bremen oder Rotterdam(Hotierung der Vereinigung f. Ot. Elektwohstkugfernotz)........... Notierungen der Kommisslon des Berliner Metallbörsenvorstandes. (Die Preiss verstehen sich ab Lager in Deutschland für prompte Lieferung und Bezahlung für je 100 Kllogramm)„ Originalhüttenaluminium 98—89% in Blöcken Walz- oder Drahtbarren................ 190.00 Fesgl. in Walz- oder Drahtbarren 38%......... 194.90 deinniekel 99—8%................. 350.00 Rotlosa-Beaes a5................ 70.00— 78.00 Aeinsilber(1 kg fein)................. 72.00—73.75 Berliner Börsenkurse Reichsbankdlskont T1,— Lombertzinstos 9½% Berlin, den 17. Juni 1829 ccumulatoren Ader Porland Adernerke Heranderverk 4 E. 8. Disen Portland Ammend, Papier iachalter Kohlen schaff. Zellet. Lstadiaperte Pon 4 Her. Baer&Stein Balcte Masch. Lanberger Hols Berop Waizwerk Saaclt Bast&am; Co. ##r. Hotorenw. I. B. Somberg Jvi. Berger Sepmang E. berl. God. Hotl. „ Karied. Ind. Maschinen Leion u. Honier Bel, mech. Wed. Bösperde Walrn. Braunk. u. Brik. Dur banchung eien Uirnunminler dmstinn empfichlt sich Bankhaus Mahnert& Düppe Bechum, Alleestraße ig 1/221.0 0 70.5 10 150. 71 74.5 b 43.7 10117 er r Tel. u. K. Von u. St. Eisenhand. oitfim. Neuhaus 0. Oörfsiser 10/117.2 Oimo. Akt.-Brau. 15 236.0 „ Ritt.-Srau. 20.302.0 : Union-Brau. 16 264.0 Ordac, Garoinen[12/1268 Schnelser 10 16.3 5 lobroner Metall 10188.0 Obtoppperte.9 287 Oösselo. Diet.-Br. 16 385 S .- be. Se 850 Hspmg. Opamt hlebel #gestorff. Salzw. IH Eisend. V 4 61 8117.8 .0223.016 .5 70.016 7/151.516 .5 75.01 8 7 45.06 .2/117.75 .0/236.016 .0/304.516 .0265.06 .5127.56 .5116.0 .0/182.06 .7 27.06 5. 5 365.56 .0 98.510 .0) G1.O .3/119.0 8 106. .Verkm. 10162.0 AElektra Oresden[121187.0 Elettr. Liefor., 10159.0 I„Lichto. Kr 10216.5 Engelh. Brauerei Enzinger Erdmannsd. 8o. Erlanger Baumw. Eschn. Bergwart 14 188 Essen. Steinkohl. 8/128.5 Exoelslor Fahrr. 8 39.5 13 232.0 6 76.0 0105.0 130.5 s e .2— .0/161.5 .0186.0 .0159.7 .5/217.5 .02329 .0 17.0 .0101.0 .5/130.5 .0198.0 .5126.5 93 380 I. 6. Fardgnind. 12/258.0 reldmöhle Papier 12 201.0 Felten&am; Soll. 78 135.2 Frankf. Masch. Friedricheh. Kall Eriedrichehötte IR. Frister.-4. Froebein Zucher .0 93.7 .0 255.2 .0/201.2 136.0 .50.7I. 177.5 .0 108.5 .0/132.0 .0 48.5 gebberd&am; Könlg 8., U Geisk. Bergw. S 136 8 Bermanie Port. 1441187.0 .5 136.2 .91186.0 .0s6 OGerresh. 61as lßes. f. el. Untern. 1 Gildemeilst.& Co. O1b. Gime amp Co. OlGlacb. Wolind. Glasm. Schalke Glauzg. Zucker Slockenstahl Glück Auf Gelek. s hedr. Goach. Od. Th. Goldschmict spang: Pres Gritzner Masch. 6rön& ülfiager, Gruschw. Torts“ E. Grundlach 9114.7 10/224.0 15 205.0 I·ham. 4Gluch. Nackethal Ora. agece bilfsallsche Masch. lhamb. El. Worke lammerzen .olfiang, M. Egest. alstard. Els. u. r. .-Gummi 5 Harpener Bergd. tlein, Lehmann Hemmoor Porti. SOltisgert Naschin. IHindrichs-Auff. irsch-Turfer loesch Hoffmanne Stäcke Alichenlohe Werk ##Ph. Holzmann 4. horch&am Co. Slsiotalbetr.-Ger. udertus Braun teie Areion gies Berabeg 1 Dise Genus industrieben Veecheet 7115.01 .0/222.0 .0/245.0 00 140.0 .6/209.7 .0 32.5 23.5 0/139.0 5.0/204.5 .0 77. .5 53.2 .2 69.0sK 9 0 188.0 .0 88.0ik .7 92.7 .5/124.0 .0 25.2 .0 104.0 .5107.0 .0142 5 .5/132.7 0 7 0 0 0 39 98.0 .0 93.5 1/128.1 44.0 93.2 87.5 145.2 83.5 127.0 70.0 97.7 111.7 95 0 164.0 126.5 126.0 215.0 120.7 123.0 .91126.0 Prseacdr J. A. Jchn Akt. 10 Idar Jödel& Co. 9 Junghans Gedr. -0 Pon. Kaiser-Heller allwerte dach. Karstadt olfirchner& Co. Alflauser Spinn. lflöcknerworte Olc. Fl. Koor 0foch. Adleräh. 7 Köln-Neuessen IKölner Gas u. E. „IKöisch Walzeng. Königs-Brauerel MKönig Wilhelm Kontinent Asph. g MWasser la 2lköriag. Gedr. alkörtiags Elektr. EIKötitzer. Leder 2/W. Krofft kromschröder ägggonaz Mestal Gedr. Krüger HOppssbusch&am Coi I. ahmeyer u Laura 112.0112.0 108.0 1.5 143.01 4 76.5.9 95.5 sver& Co. 101 4 Laurahütte #eonhard Braun. sc gerbe Lindes Eismasch. 14 Cari Lindström[20/8 #I. Loswo& Co. 102 C. Loronz— 81 Lödenscheid Mot. 6 Löneburg. Wache 8 243.22 194.1 84.0 48.5 6 105.0 188.0 80.0 1250 79.0 57.5 160.2/160.2 215.0 215.0 110.5 110.5 895 240.0 193.2 84.0 48.0 1.5 168.0 81.0 124.3 79.0 57.3 undeb. Alg. 6. ssced, berg 33.0 87.0 98.2 2 136 0 110.2 139.0 72.2 35.5 1330 170.6 72.0 132.0 62.0 168.7 835.0 205.72 185.0 98.5 88.2 35.0 67.0 148.0 1102 164.5 72.0 45 9 159.0 169.0 11.8 152.0 62.0 168.0 835.0 185. 86.7 84.0 2. Magoed.-Möhlen .5Mangesm, Werke L. OMansfeld Bergd. 7. OMare, kons. Hu. Marin&4m Hönscke Maximilian Hötte .3piech. Red. Lind.1 .0„ Wed. Sorau .0)". Red. Zitau 3 2hierkur Wollred. Ostiag .öhhlimoss A. 6. 4. 5hinimar .Ohir 4 Genest .CMHotorn Oaut: SPächiheim Berou. — D. Agationale Aute 5 OIll Natronzelstoff 1 O„Shleckanwerte 5. Ohliederl. 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Walter! 51/125.5126.0 65) 92.7 92.6 6 70.2 70.2 S18501950 12 116.0 115.3 20 443.5 446.9 9 73.0 70.3 8 4 97.0 62. Aaerud nace 10 165 2 165.28 101290.5292.0s 9—..83 3 10 145.0145.0 6 125.7 126.01 9 256 1 256 5 8 118.0 118.0 5— 93.5 13 200.02010 1 147.0148.5 27 870.0 880.0 7 103.0 102 2 6 91.2 88.0 .doschsenwerk r8 106.0105.2 10 Sachs. Wedst. 101106. 5 108.2 Salzdetforh 1S 410.0 406.51 7. aroti[40187.71650 I. 3Seheriag chem. 95 387.0337.0 1#schlegel Braver. 141192.0191.5 .0Schles. Bergd.Link S 118.0 118.0 .0. 8. Beuth. 10 128.0 127.0 .3„ Celblose 10/139.5 137.0 .9„ E. u. 633 A. 19 gr... .3„ Porland 12/190.5191.5 Hugo Schneider 10112.0111.0 Schoft, Hermann 0 40.5 48.0 S. NSchud. a Salzer 18 808. 0 308.0 .OSchucker& Co. 11/240. 8/ 240.7 .OSschultheis-Patz. 15/310.0 312.0 I. Wehwaden=Hriu 16 260.0 360.2 9. SSechwelm=Eisen 8 139.0 139.011 Fr. 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Handelsges. .# Hypothekbd. Commer- u Pr. ldarmst. u. A. B. Deutsche Bank Oiskogto-Komm. Idresdner Bank Prood. Bodenkr. Central-8. N. 4 5 Plödr.=8. Reichebank Westc. Bodenkr. Kolonialwerte: btsch. Ostafrihe1 S1128.0 133.0/3 Oleu Geines 10 430.0 426.05 otan[12 89.2 68.|5 restverzinel. Werte Seilshen: —Ablösung-3 30.9 10.7 10.3 92.0 92.0 97.5 37.5 97.5 375 87.2 87.2 101 2101.0 Neubesitz .Wertbest. 23 10d. 1000 Je„ 1 bi5 5 s Reichsanl. 27 3, Reichssch. K i9 Ber. Pfanodr. 10 Pr. Zentral R4 100.0 100.0 6„ K 3 und 8 93.5 99.5 5 Fardendongs 135.5135.5 % Handbriele: Berl. Hyp..10 82.0 82.0 Koroc. Gr Kr 3 98.8 936 Nrocd. Komm. 4 91.0 91.9 Olio Pr.Citr. 8. Gold 102.5 103.3 37 894.4 94. io Pr.Pfadr 8. 36 100.0 100.8 10 Rd. W. Bo0. 2 100.8 100.8 -4a 94.0 94.0 .3 83.0 98.0 Industriechlig. Concord. 8gd. Cot. Cauteh. Daimier Benz Hang, Nasch. Hossch E. u. 3t. Höckger Fr. Krupe A. 8. R. A. Nont Cenis 5, Siem, Haloke Ver. Stahl.0. „.001 „Nere. 8er0b. ½Rhein, Stahlw. 4. E. 6. 1990 Bergmann 81. Const. 6. 6. 32 72.5 95.6 73.0 63.7 914 339 97.7 12.5 93.1 33.0 92.5 —. 78.0 93.7 72.7 63.6 91.8 99.9 97.7 941.7 83.1 33.0 Das teurr Kuomnelt Von Guy de Téramond. (Aus dem Französischen übersetzt.) Mit ihrem Haar, das in der Sonne wie flüssiges Gold erschimmerte, mit ihren schelmischen Augen, ihrer zierlichen, eleganten Figur und den winzigen Füßchen, die so anmutig über die Pflaster trippelten, bildete sie das Feinste und Entzückendste, was ihm je in Paris begegnet war. Wie es kam, daß André Targel mit ihr bekannt wurde? Auf die banalste Weise der Welt. Im Stiegenhaus der Untergrundbahn. Galant, wie immer, war er ausgewichen und hatte ihr Platz gemacht, wobei sich ihre Blicke für einen Augenblick kreuzten. Und siehe da: als ob ein positiver und ein negativer=Pol sich für eine Sekunde berührt hätten, fanden die beiden sofort zu einander. André Targel liebte die schönen Frauen und wußte sie zu schätzen. Da er sie zu schätzen wußte, verstand er auch, mit ihnen zu sprechen; und da er zu sprechen verstand wurde er angehört. Ein kurzes Rendezvous, sentimentale Promenaden und ein leichter Flirt folgten. Vor allem hieß es ja, wie immer in solchen Fällen, gut miteinander bekannt werden. Man weiß, daß es bei derartigen Abenteuern einen verbindlichen Kodex gibt, dem sich ein Kavalier nicht entziehen darf. André gehörte zu der Kategorie der reichen Boulevardiers, die ihr Leben zwischen der Liebe, den Rennen und dem Theater verbringen. Er hatte einen Logensitz in der Oper, war Mitglied eines mondänen Klubs, ließ in Longchamps einige Pferde starten und bezog eine hinreichende Rente, um sich das alles zu erlauben. Es gibt noch vereinzelte Eremplare dieser Sorte, aber sie verschwinden allmählich immer mehr, ähnlich dem Walfisch, dem Nilpferd und dem Wisent. Sie, Pariserin durch und durch, mit allem, was es Leichtes, Reizvolles und Elegantes gibt, war ein schöner kleiner Vogel, der vom Morgen bis zum Abend sein Gefieder glättet und sein sorgloses Dasein zu genießen versteht. Kein Hirn, aber ein entzückendes Gesichterl, zehn rosige Krallen und ein verführerisches Lächeln. Ein Gatte war allerdings vorhanden, zählte aber nicht viel, denn er ging nur seinen Geschäften nach, war nicht eifersüchtig, nicht lästig und ließ ihr vollkommene Freiheit in der Einteilung ihres Tagewerks und in der Wahl ihrer Freundinnen. Was das Weitere betrifft, so konnte diese Idylle, wie die meisten dieser Art, in den sentimentalen Spaziergängen nicht hr Ende finden.„Diung Hatt. ba aans heststehbenh Aber das reizende Ding hatte da ganz feststehende Ansichten. Sie war ja nicht die Sprödeste, gewiß, ihr Partner gefiel ihr, und ein verschwiegenes Plauderstündchen schien sie nicht zu schrecken. Doch eine einzige Bedingung stellte sie: Es durfte nicht bei ihm sein. Nicht in seiner Wohnung, wo das prüfende Auge eines Kammerdieners schon soviel Frauen hatte vorbeidefilieren sehen. Es war das erstemal, daß sie auf dem Wege ihrer Tugend strauchelte, Grund also genug, es mit der äußerchen Vorsicht zu tun.„. 5u4 war 8i. Er achtete dieses Gefühl. Es komplizierte zwar die Sache, doch André verstand ihre Skrupeln. Was man jetzt brauchte, war ein kleines Absteigequartier, diskret, ruhig, mit dem nötigen Komfort. Aber wo etwas derartiges finden? Wie alle Frauen, war sie in den praktischen Anzelegenheiten erfinderisch und hatte sofort das richtige Mittel zur Hand. Es genügte, in den„Wohnungsanzeiger“ eine Annonce einzuschalten und demjenigen, der etwas Passendes wüßte, eine Prämie von zweihundert Franc auszusetzen. „Erhoffen Sie sich davon etwas?“ fragte er als Mann, dem die Situation auf dem Wohnungsmarkt genau bekannt war und der tagtäglich darüber in den „öhne Zweifel! entfahr es ihren karminroten Lipven, während ein süßes Lächeln ihre Mundwinkel Ein langer Kuß in einer finsteren Alle hinter den berabgezogenen Vorhängen des langsam fahrenden Autos war die Antwort auf dieses gute Wort. Acht Tage später hatte er schon eine Liste von achtundzwanzig Zimmern, die ihm in verschiedenen Bezirken angeboten wurden. „War meine Idee nicht glänzend?“ triumphierte sie.„Wir werden jetzt eines nach dem anderen anEr küßte ihr dankbar die Hände, und die Rundreise zu den Vermietern begann. 8# Der Wahrheit gemäß muß aber gesagt werden, daß es durchaus nicht leicht war, eine Entscheidung zu treffen. Das eine Logis erschien ihr zu finster..., das andere zu licht..., dieses zu klein, jenes wieder zu groß... Endlich stieß sie einen Freudenschrei aus: das war das erträumte Nest..., is. ganz und gar.. Es hatte alles, wie sie es wünschte, die Farbe der Möbel, das Muster der Tapeten, und sogar der Bezirk var ihr recht.......„stannt in kein: aurch Andrs schien nicht wenig erstaunt zu sein: gerade dieses Zimmer wäre das letzte gewesen, das er genommen hätte. Er fand es unfreundlich, wenig komfortabel ja nicht einmal besorders sauber. Doch er fügte sich galant ihren Wünschen. „Die Herrschaften werden gut tun, rasch zum Besitzer zu gehen,“ riet ihnen die Hausbesorgerin, der die ausgesetzte Prämie schon zuzulächeln schien.„Sie müssen sich beeilen, denn außer Ihnen sind noch zwei weitere Anwärter da.“ Eilig sprang er in ein Taxi. Der Hausbesitzer, ein dicker, aufgedunsener Mann, erklärte ohne viel Umschweife:„Sie oder ein anderer, was kümmert mich das?... Wer als erster kommt und bezahlt, soll das Zimmer haben. Es kostet tausend Franc monatlich, und der Zins ist für ein Quartal im voraus zu entrichten.“ „Tausend Franc für dieses Kabinett?" dachte André erstaunt.„Donnerwetter, der Mann versteht sein Geschäft... Auch sind drei Monate ziemlich lange...“ Wer kann denn sagen, ob unsere Liebe diese Zeit überdauern wird?“ Der Besitzer blieb aber unerschütterlich. Man mußte sich entscheiden, und zwar sofort, denn jeden Augenblick konnte einer von den Interessenten erscheinen. André sah im Geist die blauen Augen seiner reizenden Blondine, fühlte die Glut ihrer süßen Lippen und.. zahlte. „Endlich!“ atmete er auf, als er die Treppe hinabstieg.„Jetzt wird sie glücklich sein! Und ist es sie, dann bin ich es auch.“ Am nächsten Tag, als er zum Rendezvous kam, fand er niemand. Es war das erstemal, daß sich etwas derartiges ereignete.„Ist sie vielleicht verhindert?" fragte er sich beunruhigt. Er schrieb. Keine Antwort. Sollte sie krank sein? Von der Eifersucht ihres Gatten aus Paris fortgeschickt? Sollten es Gewissensbisse sein, die sie im letzten Augenblick zurückgehalten haben? Er sah sie nicht wieder. Als er nun eines Abends diese Geschichte im Klub erzählte, rief der Oberleutnant de Folarcon, ebenfalls ein großer Damenfreund, plötzlich aus: „Merkwürdig, was Sie da sagen! Auch mir ist dieselbe Sache passiert. Hieß Ihre hübsche Blonde nicht Irene?“ „Ja,“ erwiderte André verblüfft. „War's nicht ein Zimmer in der Rue Jules Janin 27, rechts im Parterre?“ „Ganz richtig. „Also, mein Lieber, dann sind wir beide auf dieselbe Art hineingefallen. Wahrscheinlich werden wir nicht die einzigen gewesen sein.“ Alles klärte sich mit wenigen Worten auf. Das bestrickende Wesen mit dem goldblonden Haar und den verführerischen Augen war eine raffinierte Betrügerin, die sich dieses originellen Tricks mit großer Geschicklichkeit zu bedienen wußte. Der unzugängliche Hausherr war kein anderer# als ihr Mann, und sobald das erste Quartal bezahlt war, verschwand die Holde auf Nimmerwiedersehen, um einen weiteren Gimpel zu suchen. Wie man sieht, ist es möglich, mit einigen Kabinetten dieser Art dem Haushalt ein recht namhaftes Sümmchen beizusteuern. In etwa zehn Jahren kann man sich auf solche Weise ein Landgut erwirtschaften. Das alles ist so klar und überzeugend, daß man es einfach nicht begreift, wie es noch Leute geben kann, die sich mit dem Erteilen von Klavierstunden abrackern oder ihr Leben hinter einem Postschalter verbringen.. Der Aufmarsch des Jungdeutschen Ordens Die Dortmunder Tagung des Jungdeutschen Ordens für Westdeutschland brachte als äußerliches Zeichen der inneren Stärke dieser Verbindung den Aufmarsch mit klingendem Spiel und wehendem Banner. Unser Bild zeigt einen Teil der Parade. Ein Beitrag zum Thema: Störungsfreier Empfang der Kunosantouroielungen Von Staatssekretär a. D. Dr. Haus Bredow, Rundfunk=Kommissar des Reichspostministers. Zahlreiche Klagen aus den Kreisen der Rundfunkhörer beweisen, daß der Rundfunkempfang leider immer noch von zahlreichen Störungen beeinträchtigt wird. So erfreulich auf der einen Seite die ständig wachsende Zahl der Rundfunkteilnehmer ist, so kann andererseits doch nicht in Abrede gestellt werden, daß die vielen in manchen Gegenden Deutschlands in der letzten Zeit besonders stark zunehmenden Störungen dazu angetan sind, dem Gedanken des Rundfunks großen Abbruch zu tun. Dagegen muß im Interesse der Erhaltung der weiteren Ausbreitung eines der größten Kulturgüter unserer Zeit von allen am Rundfunk beteiligten Kreisen angekämpft werden. Besonders der Technik erwächst hier eine neue Aufgabe. Diese Aufgabe besteht darin, alle diejenigen Geräte wie Röntgenapparate, Hochfrequenzhellgeräte, Staubsauger, Föne, Ventilatoren und wie die in zahlreichen Haushaltungen verwendeten und für die Besitzer wohl sehr angenehmen Apparate alle heißen, die, ebenfalls in stetiger Zunahme begriffen, den Rundfunkempfang immer mehr stören, störungsfrei zu bauen bezw. für bereits im Betrieb befindliche Geräte einfache und billige Schutzschaltungen herauszubringen, die an den störenden Geräten auf einfachste Weise angebracht werden können. Die Technik hat bis jetzt jede Aufgabe, die ihr gestellt wurde, gelöst; sie wird auch Mittel und Wege finden, um die Rundfunkstörungen ganz zu beseitigen. Erfreulicherweise können wir feststellen, daß es heute schon eine ganze Menge störungsfrei arbeitende Apaarate gibt, und wir können nach den bisherigen Erfolgen die Behauptung aufstellen, daß Störungen bis auf die von atmospharischer Elektrizität herrührenden, im allgemeinen behoben werden können. Das Publikum selbst kann zu der Beseitigung der Rundfunkstörungen sehr viel beitragen, wenn es sich beim Einkauf von Geräten, die in ihrer bisherigen, unvollkommenen Ausführung den Rundfunk stören, vergewissert, ob die angebotenen Apparate störungsfrei arbeiten und ausdrücklich nur solche Geräte verlangt, die den Rundfunk nicht stören können. Dadurch wird auf die Herstellerfirmen gleichsam ein gewisser Zwang ausgeübt, mit dem Erfolge, daß die störenden Geräte immer mehr und mehr vom Markte verschwinden werden. Es wäre zu wünschen, daß auf diese Weise und durch eifrige Mitarbeit der Technik auf diesem Gebiete besondere staatliche Maßnahmen durch Erlaß gesetzlicher Bestimmungen von selbst überflüssig percden= Frühe Stunde Der Morgensonne gold'ne Pfeile Verfangen sich in ernsten Wäldern. Die Lerchen schreiben Zeil' um Zeile Ins Zelt und zwischen weiten Feldern, Blumenumduftet, regt mein Dorf sich leise. Rauchblaue Fahnen wehen um die Dächer, Der Lindenbaum am Anger dehnt die Fächer, Und irgendwo schon schnäbelt eine Meise. Der Frühwind wandert durch das Schweigen Und weckt traumschwere Ufererlen. Die Gräser sind ihm kleine Geigen, Umziert von Regenbogenperlen. Franz Mahlke. Großmeister Mahraun grüßt beim Vorbeimarsch die Jungdeutschen Bruderschaften. Hinter ihm das Führerbanner. Dankbarkeit Kiel, 9. Juni. Vor einigen Monaten ist in dem Dorf L. bei Kiel die Scheune eines Bauern abgebrannt. Der Geschädigte erhielt die Versicherungssumme von 12.000 Mark ausbezahlt. Es schien alles in Ordnung zu sein. Da erhielt die Behörde den Brief eines anderen Bauern und darin wurde behauptet, daß der Geschädigte seine Scheune selbst angezündet habe. Die Folge davon war eine Klage wegen Versicherungsbetruges. In der Verhandlung steht es schlecht um ihn. Die Zeugen wollen nicht recht mit der Sprache heraus, aber das eine hört man doch, daß der Bauer viel Schulden hat. Und einmal soll er auch gesagt haben: „Mich kann nur ein Brand retten...“ Zum Schlusse wird auch der zehnjährige Junge ienes Bauern vernommen, der die Anzeige erstattet hat. Der Junge hat viel im Hause des„Brandstifter“ verkehrt, er war eigentlich immer dort.„Ich bin meinen Eltern im Wege“, erklärte er auf eine Frage des Vorsitzenden, und das stimmt auch, er ist ein voreheliches Kind seiner Mutter. Aber der Bauer., der„Brandstifter", hat ihn geliebt, war immer gut zu ihm... „Hat der Bauer gesagt, daß es gut wäre, wenn die Scheune abbrennen würde?“ fragte der Richter. Und der Junge antwortete treuherzig:„Ja, das hat er oftmals gesagt.. „Und dann hat er sie angezündet?" „Nein, das konnte er ja nicht, er war ja auf dem Feld. Das Weitere kommt dann stockend heraus. Er selbst, der Junge, war auf dem Hof niemand sonst... Da fällt ihm der Richter ins Wort:„Warum hast du die Scheune angezündet?“—„Weil er so gut zu mir ist,“ sagte weinend das Kind—— Da ist es heraus. Der Bauer wird freigesprochen. Aber das Schönste an diesem Ausgang ist die warme Menschlichkeit des Richters.„Wollen Sie das Kind nicht ganz zu sich nehmen?“ Heitere Ecke Nanu? Da hängt ja ein Zettel dran 12.50?“ „Ja— äh— das ist die Stunde, in der ich ihn geschoffen habe.„„. 2— („Berlingske Tidende“.) * Auch sein Wunsch.„Wohin wollt ihr diesmal in den Feriens„„.. B 11 mn iu. Matin Gaatt „Am liebsten nach Neapel. Meine Gattin sagr: Neapel sehen und dann sterben!“ Veriungerr Sls Steis Gusurderhen MAGGI“ Würze und achten Sie genau darauf, daß Ihr Häschchen aus MAGGI' großer Originalflasche gefüllt wird. In dieser dart nach dem Gesetz nichts anderes fellgehalten werden als MAGGIWürze