Nr. 87 Montag, den 15. April 1929 36. Jahrgang 9 Pezugspreis.40 Mk. monatlich, oder.20 Mk. balhmonatlich: Selbstabboler 410 Mk. bezw..05 Ml.; mit Beilage„Die Illustrierte“, 20 Pfg. per Monat mehr. Anzeigenpreis: Für 1 Millimeter Höhe in 25 Millimeter Breite 10 und 12 Pfg., im Reklameteil 50 und 60 Pig., Angebote von anderen Zeitungen und Vermittlern werden nicht befördert., Bei zwangsweiser Beitreibung der Anzeigengebühren durch Klage, bei Konkursversahren usw.wird der bewilligie Nachlaßz binfälig. Für die Aufnahme von Anzeigen an besimmten Tagen und Plätzen, auch für durch Fernsprecher aufgegebene und abbestellte, sowie undeutlich geschriebene Aufträge wird keine Gewähr übernommen. „Schluß der Anzeigenannahme 2 Uhr nachmittags. — Unsall=Unterstützung bei tödlichem Unsall laut besonderen Bedingungen— General# Anzeiger für Bochum und umliegende Industriebezirke Chefredakteur: Dr, fur. Fritz Kerstin g.„Verautwortlich für die Politik: Rudolf Joes: für Oertliches und Provinzielles: Adolf Peddingbaus: für den Handel: Fritz Schmidt: für den Sport: Fritz Clauß; für den übrigen Teil: Max Flegel; für den Anzeigenteil: Willv Koß. Sprechstunden der Redaktion von 11—12 Uhr vormittags. Druck und Verlag Bochumer Anzeiger und General Anzeiger, Laupenmühlen& Dierichs. sämtlich in Bochum. Für unverlangte Einsendungen übernimmt die Redaktion keine Haftpflicht. Zurücksendung erfolgt nur, wenn Rückporto beiliegt. Redaktion und Geschäftsstelle: Allesstraße 8 Fernsprech=Anschlüsse Sammelnummer 675 51— Postscheckonto Dortmund 1760 Mnnge Tienentte mseerrrugen der Sidarihel. Die Amerikaner finden die Forderungen zu hoch.— Anrufung des Schlichters im Lohnkonflikt des Ruhrbergbaues. Verschärfung der ReparationsRstungen=Sralschiandr. Montag vormittag 11 zu entscheiden haben. Textes der Denkschrift Aussprache über den Paris, 13. April. Die heutige Vollsitzung der Reparationskonferenz dauerte von 11 Uhr 30 bis 12 Uhr 40 französischer Zeit. Seitens der vier Hauptgläubigerabordnungen purde die Denkschrift dem Sachverständigenausschuß als solchem und nicht etwa der deutschen Abordnung übergeben. Das Dokument soll als Beitrag zur Erleichterung und Klärung der Diskussion über die Ziffern dienen. Die Denkschrift, die als Vorschlag zu gelten hat, nicht aber als ein Beschluß der Hauptgläubiger, wurde in der heutigen Sitzung zur Verlesung gebracht. Die nächste Vollsitzung findet am Uhr statt. Sie wird darüber ob eine Veröffentlichung des erfolgen soll oder nicht. Eine Inhalt des Dokuments fand heute nicht statt; jedoch eine Besprechung über die Zweckmäßigkeit der Veröffentlichung. Ueber die Ziffern ist amtlich nichts mitgeteilt worden. Im Laufe der Besprechung des Presseausschusses, der aus je einem Mitglied der sieben vertretenen Abordnungen besteht und der nach Schluß der Vollsitzung zusammengetreten ist, wurde wiederum, wie vor acht Tagen, Beschwerde über das Verhalten eines Teiles der französischen Presse geführt. Deutscherseits ist darauf hingewiesen worden, daß die Pressekampagne der letzten Tage den Charakter der Reparationskonferenz dadurch entwertet hat, daß man von Parteien, die einander gegenüberstehen, gesprochen habe, während in Wirklichkeit eine Konferenz tage, die ein die Allgemeinheit interessierendes Problem ohne Rücksicht auf politische Fragen zu lösen habe. Die Arbeit der Sachverständigen sei begründet auf ihrer Kenntnis von den finanziellen und den wirtschaftlichen Zusammenhängen in der Welt und ihrer Verbindung mit dem Reparationsproblem. Die Aufgabe der Sachverständigen bestehe darin, in gründlicher gemeinsamer Untersuchung zu erforschen, wieviel Deutschland im Rahmen seiner Leistungsfähigkeit bezahlen könne, ohne aus dem Rahmen der Weltwirtschaft auszuscheiden, und was die reparationsberechtigten Länder an Zahlungen und Leistungen im normalen Wirtschaftsaustausch erhalten könnten. Die Tatsache, daß der Vorsitzende Owen Young die Denkschrift der Abordnungen der vier hauptreparationsberechtigten Länder entgegengenommen hat, ist nicht in dem Sinne auszulegen, daß er sich selbst mit dieser Denkschrift identifiziert. Er hat auch in keine: Weise hierzu Stellung genommen. Der„Matin“ berichtet, daß die Denkschrift am Schluß folgende, einem Ultimatum gleichkommende Erklärung enthalte:„Wenn das vorgeschlagene System von Deutschland nicht angenommen wird, dann bleibt den Gläubigern nichts weiter übrig, als auf den Dawesplan zurückzugreifen und die Anzahl der Annuitäten festzusetzen. Die Auffassung in Berlin. Berlin, 14. April. Nachdem die Denkschrift der Alliierten über die Neuregelung des Dawesplanes am Samstag der Sachverständigenkonferenz vorgelegt und damit auch der deutschen Abordnung zur Kenntnis gebracht worden war, haben die deutschen Sachverstänbigen im Laufe des Samstags und des Sonntags in aller Ruhe die Denkschrift durchgearbeitet und ihre Ansichten in zwanglosen Besprechungen ausgetauscht. An Berliner zuständiger Stelle kann man noch keine authentische Auskunft geben. Es ist auch bis zur Stunde keine Kabinettssitzung angesetzt= um im Schoße der Regierung die Denkschrift zu prüfen. Da die Pariser Presse aber sehr intensiv vorgearbeitet hat und Sauerwein im „Matin“ heute ziemlich offen den Inhalt der Denkschrift ausplaudert, sind die Forderungen der Alliierten kein Geheimnis mehr. Die alliierten Sachverständigen sind in der Denkschrift zu einer Gesamtsumme der deutschen Reparationsschuld gekammen, die mit 37 bis 38 Milliarden beziffert wird. Davon entfallen auf die Deckung der interalliierten Schulden 25 Milliarden und auf die Zusatzforderungen für die Wiederaufbaukosten, also die eigentliche Reparation, 12 bis 13 Milliarden. Der Anteil Frankreichs an dieser letzten Summe würde sich auf etwa 7 Milliarden belaufen. Die Dauer der Zahlungen wird in der Denkschrift mit 58 Jahren gefordert. Die Anfangsannuitäten werden auf 1,8 Milliarden beziffert, die dann nach zehn Jahren auf 2,4 Milliarden steigen und nach 37 Jahren bis Ablauf des 58. Jahres wieder auf 1,8 Milliarden fallen. Die deutsche Abordnung in Paris dürfte von den Vorschlägen nicht allzu sehr überrascht worden sein. Auch in der Wilhelmstraße ist man zweifellos nicht unvorbereitet gewesen, wenn man sich auch in den letzten Tagen noch krampfhaft bemühte, einen gewissen Optimismus zur Schau zu tragen. Da man an maßgebender Stelle ebenfalls annimmt, daß die in der Pariser Presse veröffentlichten Zissern mit dem Inhalt der Denkschrift identisch sind, wird man nicht umhin können, nunmehr nach Ueberreichung der offiziellen Vorschläge diesen Optimismus aufzugeben. Von maßgebender Seite wird erklärt, daß das Angebot der Gläubigerstaaten in dieser Form vollkommen undis kutierbar sei. Nach Auffassung maßgebender Pariser Stellen würde es sogar sehr schwer fallenüberhaupt eine Debatte über diese Denkschrift zu beginnen. Die ganz geringe Ermäßigung der deutschen Jahresleistungen in den nächsten Jahren steht in keinem Verhältnis zu den Forderungen, die insgesamt an Deutschland gestellt werden. Die Verschärfung der Reparationsleistungen besteht für Deutschland 1. in der Verlängerung der Zahlungen auf 58 Jahre; 2. in der Aufgabe des Transferschutzes und 3. in der Kommerzialisierung der Industrie= und Eisenbahnobligationen. Wenn diese Obligationen auf den privaten Markt geworfen werden, würden noch erhebliche Zinsverluste für Deutschland hinzukommen, so daß sich die Leistungen praktisch noch weitererhöhen würden. Man sieht infolgedessen auch an Berliner maßgebender Stelle dem weiteren Verlauf der Pariser Tributkonferenz mit größter Skepsis entgegen. Die deutsche Abordnung dürfte, wie aus Paris verlautet, diese Denkschrift nur als eine der vielen mehr oder weniger interessanten Beiträge betrachten, die der Konserenz im Laufe der Verhandlungen unterbreitet worden sind. Die Denkschrift der Alliierten ist auch für die deutsche Abordnung weder ein Ausgangspunkt, noch etwa die Grundlage für eine Diskussion. Die deutsche Abordnung wird im Augenblick nichts weiter tun können, als sich weiter bemühen, durch praktische Anregungen und Erläuterungen an dem Versuch mitzuarbeiten, die deutsche Leistungsfähigkeit mit den Bedürfnissen der Gläubiger in Einklang zu bringen. Ausgearbeitete Vorschläge werden von der deutschen Abordnung voraussichtlich nicht unterbreitet werden. In Paris selbst scheint man an einen sofortigen Abbruch der Konferenz angesichts der von den Gläubigern als äußerste Grenze des Entgegenkommens bezeichneten Forderungen nicht zu glauben. Man nimmt an, daß die Sachverständigen der Gläubigerstaaten nicht so kurzsichtig sein werden, die Konferenz in diesem Stadium zum Scheitern zu bringen. Die öffentliche Meinung der ganzen Welt würde sich gegen die Sachverständigen der Gläubigerstaaten wenden, zumal es bekannt ist, daß Owen Young die Denkschrift der Gläubiger abgelehnt und einen eigenen Vorschlag ausgearbeitet hat, mit dem er allerdings wohl erst in dem Augenblick hervortreten wird, wenn sich eine direkte Verständigung zwischen Deutschland und den alliierten Abordnungen als vollkommen unmöglich erweisen würde. Ohne Beispiel in der Weltgeschichte. St. Louis, 12. April. Die Zeitung„Post Dispatch“ nimmt in einem Leitaussatz zu den Pariser Reparationsverhandlungen Stellung und erklärt, die ganze Welt erwarte mit Spannung das Ergebnis dieser Verhandlungen. Die Historiker hätten nachgewiesen, daß Deutschland am Weltkrieg nicht schuldiger sei, als einige der anderen Länder, die an der Pariser Konferenz beteiligt seien. Trotzdem präsentiere man dem deutschen Volke eine Rechnung, die selbst für die Sieger kaum tragbar wäre, geschweige denn für den unterlegenen Teil. Die Weltgeschichte kenne kein Beispiel der Auferlegung einer derartigen Kriegsentschädigung. Warum könne diese Frage jetzt nicht auf das politische Niveau gehoben werden, auf dem die übrigen Kriegsschulden in der Weise geregelt wurden, daß sie die wirtschaftliche Stabilität der beteiligten Völker nicht gefährden? Der frühere Reichskanzler Dr. Marx habe ausdrücklich bestritten, daß Deutschland durch die Reparationsforderungen volitisch demoralisiert werde. Niemand, der den starken deutschen Charakter kenne, zweifele daran, daß Dr. Marx recht habe. Aber es bestehe trotzdem die Gefahr, daß die internationale Wirtschaft infolge dieser übertriebenen Repressalien gegenüber Deutschland erkranken werde, und daß der Versuch, Deutschland für ein halbes Jahrhundert zu einem Bettlerstaat zu machen, Folgen haben werde, die für alle Nationen verhäugnisvoll werden könnten. Die Ziffern für die Amerikaner zu hoch. Neuvork, 13. April. In amerikanischen Pressemeldungen wird unterstrichen, daß die amerikanischen Sachverständigen den von Paris genannten Ziffern durchaus nicht zustimmen. Der„Neuyork Herald“ meldet, die Pariser Ziffern hätten in keiner Weise die Zustimmung Owen Youngs gesunden und stimmten durchaus nicht mit der amerikanischen Anschauung überein. Das deute an, daß die Höhe der Forderungen stark über den Punkt hinausgehe, wo sie die Amerikaner und ebenso auch die Japaner sehen möchten. Owen Young werde daher möglicherweise gezwungen sein, niedrigere Ziffern in die Debatte zu wersen. Man müsse mit weiteren mühseligen Verhandlungen rechnen, wenn man bedenke, daß acht Tage notwendig gewesen seien, um die Alliierten zur Herabsetzung ihrer Forderungen zu veranlassen. Obwohl die„Neuyork Times“ in einem Leitartikel klar zu machen versucht, welche Vorteile eine Unterzeichnung der Vorschläge für Deutschland mit sich bringen würde, ist es doch auffällig, daß sich auch die„Neuyork Times“ mit äußerster Mäßigung ausspricht. der Bergbau-Debatte im Landtage. Berlin, 13. April. Der preußische Landtag setzte heute die Aussprache zur zweiten Lesung des Bergetats fort. Abg. Otter(Soz.) polemisierte gegen die Ausführungen der Abgg. Dr. v. Waldthausen(Dn.) und Krämer(D V..) und behauptete, die Bergwerksbesitzer. an der Ruhr verdienten so viel, daß sie ihren Arbeitern bessere Löhne zahlen könnten. Erfreulich sei die Abnahme der Unfälle. Ihre Zahl sei aber leider immer noch hoch genug. Besonders im oberschlesischen Revier seien die Unfälle, auf 1000 berechnet, doppelt so groß wie im Ruhrgebiet. 33 Prozent der gesamten Feierschichten in Oberschlesien seien infolge von Unfällen eingelegt worden. Handelsminister Dr. Schreiber betonte, die Bergbehörde werde mit aller Sorgfalt darüber wachen, daß Zerstörungen der Landschaft durch den Tagebau durch Aufforstung usw. wieder beseitigt werden. Der deutsche Bergbau müsse konkurrenzfähig erhalten werden. Das liege sowohl im Interesse der Arbeitnehmer als auch der Arbeitgeber. Abg. Martin(Dnl.) führte aus, daß die Bergarbeiterschaft aufs schwerste unter der Ungunst der Verhältnisse leide. Man müsse den Grundsatz anwenden: Leben und leben lassen. Die Lage des Siegerländer Erzbergbaus bezeichnete der Redner als katastrophal. Die von dem Minister zugesagte Subvention sei dankenswert. Sie müsse aber zweckmäßig nach dem Ergebnislose Lohnverhandlungen nit Die Bergarbeiter fordern Lohnerhöhung um eine Mark pro Schicht. Der Zechenverband wünscht Lohnabbau. Die Verhandlungen zwischen dem Zechenverband und den Bergarbeiterverbänden zur Regelung der Lohnordnung, des Manteltarifs und der Arbeitszeit begannen heute vormittag um 9 Uhr in Essen. Nach einleitenden Bemerkungen des Vorsitzenden, Bergwerksdirektors Wiskott, unterbreiteten die Bergarbeiterverbände ihre Lohnforderungen. Sie fordern: 1. eine Lohnerhöhung um eine Mark pro Schicht für Vollarbeiter, 2. Verbesserung der Löhne für jugendliche Arbeiter unter und über Tage, Herabsetzung des Lebensalters für den Bezug des Vollarbeiterlohnes auf 20 Jahre, 3. Verbesserung der Zimmerhauerlöhne, „. 4. für Kokereiarbeiter einen besonderen Ausgleich für den Lohnabzug bei der früher ersolaten Einsahrung der achtstündigen Arbeitszeit. der früter erseigt 5. Neugruppierung der Kokereiarbeiter auf den Werken, auf denen neue Zentralkokereien erriche fld. 4 denen nene Zentralistereien erihDer Vorsitzende, Direktor Wiskott, erklärte, daß es dem Zechenverband erwünscht sei, die Lohnregelars nud der Arbeiszeütregelung gebracht iu seten, aber auch in Verbindung Die Bergarbeiterverbände lehnten das entschieden ab und bestanden darauf, daß die Lohnregel ung vorher ersolgen mässe.e dran, us de 8e). Nach eingehender Aussprache gab dann der Zechenverband seine Forderungen zur Lohnregelung bekannt: 1. Abbau der jetzigen Löhne um 5 Prozent. Wenn eine Schichtverlängerung unter Tage von einer halben Stunde, also auf 8½ Stunden eintrete, dann werde der Zechenverband von seiner Forderung Abstand nehmen. Inwieweit er sich die Verlängerung der Schichtzeit über Tage denke, könne er im Augenblick noch nicht 2. Einführung von Spannungslöhnen für Schichtlöhner. S. iu. Se hs it nn 8 des Kreises der südlichen Randzechen, auf denen ein Abzug von Tarionn, von 5 bezw. 9 Prozent erfolgen kann. ein Abzug Die Vertreter der Bergarbeiterverbände lehnten diese Forderung geschlossen ab. Sie wiesen darauf hin, daß der jetzige Reallohn den Friedenslohn noch nicht erreicht habe, daß aber der Färverschichtanteil im Januar 1929 um 32 Prozent, höher sei gle zur gleichen Zeit des Jahres 1913. Die Verhandlungen zerschlugen sich schließlich. Die Bergarbeiterverbände werden jetzt den Schlichter anrusen. Die Schlichtungsverhandlungen werden voraussichtlich am 22. April ihren Anfang nehmen. Schlüssel der sozialen Abgaben an die Betriebe verteilt werden. Abg. Langer(Oberhausen. D. V..) bedauerte, daß der von seiten des deutschvolksparteilichen Wirtschaftsministers und des sozialdemokratischen Arbeitsministers im Reich vorgeschlagene Ausschuß zur Untersuchung der wirtschaftlichen Lage des Bergbaues abgelehnt worden sei. Er vermöge nicht einzusehen, daß der Reichskohlenrat die besser geeignete Stelle sein solle. Abg. Dr. Schmidt=Hoepke(Wirtschaftspartei) meinte, die Zusammenhänge zwischen Rentabilität und Zwangswirtschaft ließen sich nicht leugnen. Auch der „Deutsche"“, das Organ der christlichen Gewerkschaften, trete für Sozialisierungen ein.(Abg. Harsch, Zentrum: „Das ist eine Lüge!“ Vizepräsident Wiemer rügt diesen Zuruf.] Im Gegensatz zu dieser Haltung verlange die Wirtschaftspartei Beseitigung jeder Art von Zwangswirtschaft. Damit schloß die allgemeine Aussprache. Nach Erledigung der Einzelaussprache war die zweite Beratung des Bergbauhaushaltes bis auf die angefochtenen Titel und die Abstimmungen, die am 16. April vorgenommen werden sollen, beendet. Das Haus vertagt sich auf Montag 12 Uhr: Kultushaushalt. Die neuen Zentrumsminister ernannt. Berlin, 13. April. Der Reichspräsident hat heute vormittag die Ernennung der neuen Reichsminister vollzogenZum Reichsjustizminister wurde ernannt der Zentrumsabgeordnete Dr. v. Guérard, zum Reichsverkehrsminister der Zentrumsabgeordnete Dr. Stegerwald und zum Reichsminister für die besetzten Gebiete Zentrumsabgeordnete Dr. Wirth. der Einführung des neuen Reichsgerichtspräsidenten Dr. Bumcke. Im Reichsgerichtsgebörk..Se 6 ic 18. April. Irialeurtchgebaude erfolgte heute vormittag die Amtseinführung des neuen Reichsgerichtspräsidenten Dr. Bumcke. Die Einführungsrede und damit seine letzte Rede im Amte, hielt Reichsjustizminister Dr. Koch=Weser. Er sagte, daß man einen unabhängigen Richter gesucht habe, der Empfinden besitze für die äußeren Nöte und für die inneren Probleme der gegenwärtigen ringenden Zeit. Dieser Mann sei Dr. Bumcke, den man mit der Führung des höchsten deutschen Richteramtes betraut habe. Es folgten Ansprachen von Senatspräsident Dr. Struckmann im Namen der Richter beim Reichsgericht, von Oberreichsanwalt Dr. Werner im Namen der Reichsanwaltschaft und vom Geheimen Justizrat Dr. Junck im Namen der beim Reichsgericht zugelassenen Rechtsanwälte. Hierauf sprach Reichsgerichtspräsident Dr. Bumcke den Vorrednern seinen Dank aus. Er dankte dem Reichspräsidenten; dem Reichsrat und der Reichsregierung für das Vertrauen, das ihm durch die Berufung an die Spitze des höchsten Gerichtshofes erzeigt worden sei. Die Entwicklung zu größerer Freiheit des Richters sei noch nicht abgeschlossen. Unsere Zeit habe erkannt, daß es einer weiten Freiheit des richterlichen Ermessens bedürfe, damit der Richter der Fülle der Lebenserscheinungen gerecht werden könne. Den Gerichten falle jetzt mehr denn je die Aufgabe zu, die tiefen seelischen Nöte des Volkes zu erkennen und ihm das Gefühl für die Notwendigkeit einer festen Rechtsordnung, den Glauben und den Willen zur Gerechtig keit wieder zu erwecken und zu befestigen. Ein einheitliches Zusammenwirken werde die gemeinsame Arbeit nicht nur zur höchsten Freude machen, sondern auch zum Wiederaufstieg unseres Vaterlandes beitragen. Der Dank des Reichspräsidenten an Ur. Koch-Weser. Berlin, 13. April. Der Reichspräsident hat an den scheidenden Reichsminister der Justiz, Dr. Koch=Weser, das nachstehende Schreiben gerichtet: „Sehr geehrter Herr Reichsminister! Ihrem Antrage um Entlassung aus dem Amte des Reichsministers der Justiz, das Sie im Juni vorigen Jahres, um eine aufgetretene Lücke auszufüllen, übernommen haben, habe ich in Würdigung Ihrer Gründe durch den beifolgenden Erlaß entsprochen. Ich möchte Sie aber nicht aus der Reichsregierung scheiden lassen, ohne Ihnen im Namen des Reiches für die wertvollen und umfassenden Dienste zu danken, die Sie als Reichsjustizminister wie als Mitglied der Reichsregierung während Ihrer Amtszeit geleistet haben. Ich gedenke hierbei besonders der großen Förderung, die die Strafrechtsreform durch Sie erfahren hat. Mit meinem Danke für Ihre Arbeit verbinde ich meine aufrichtigen Wünsche für Ihr persönliches Wohlergehen wie für Ihr weiteres Wirken. Mit freundlichen Grüßen bin ich Ihr ergebener (gez.) v. Hindenburg. Preußens Regierungsmehrheit um einen Sitz verstärkt. Berlin, 13. April. Der kommunistische Abgeordnete Rehbein (Hanau), der aus der kommunistischen Partei ausgetreten ist, wurde von der sozialdemokratischen Landtagsfraktion ausgenommen. Diese zählt jetzt 138 Mitglieder. Die Regierungsmehrheit steigt damit auf 230 gegen bisher 229 Sitze. Dietz und Goldmann freigesprochen. Berlin, 13. April. In dem Prozeß gegen den Studienrat Dr. Goldmann und den ehemaligen Studienassessor Kaufmann Dietz, die wegen versuchten Verrats militärischer Geheimnisse angeklagt waren, wurden beide Angeklagten freigesprochen. Die Kosten fallen der Staatskasse zur Last. Der Staatsanwalt hatte ein Jahr Gefängnis unter Anrechnung der erlittenen Untersuchungshaft von etwa acht Monaten beantragt. In dem Prozeß gegen Dietz und Goldmann bestritten beide Angeklagten, sich des Verrats militärischer Geheimnisse schuldig gemacht zu haben. Goldmann, der Berechnungstabellen über die Pulvermengen für die verschiedenen Geschütze aufgestellt hatte, gab an, er habe diese Tabellen nicht an das Ausland verkaufen wollen, sondern sich nur bemüht, im Auslande eine Stellung als Ballistiker zu bekommen. Der Angeklagte Dietz schilderte im einzelnen, wie er bemüht gewesen sei, Goldmann die gewünschte Stellung zu verschaffen. Wenn er auch jetzt seinen Brief an die amerikanische Botschaft bedaure, so habe er doch damit keinen Verrat begehen und kein Geheimnis ausplaudern wollen. Von dem deutschen Ferngeschütz sei bei ihren Bemühungen nicht die Rede gewesen. Den ausländischen Staaten sei im übrigen die Geschützzusammenstellung der Tabellen aus der ballistischen Literatur bekannt. Neuer Londeuer Polizeiskandal. London, 13. Aprkl. Der Leiter der Londoner Polizei, Lord Byng, hat mitteilen lassen, daß er gemeinschaftlich mit anderen höheren Offizieren mit der Untersuchung eines neuen Polizeiskandals beschäftigt sei. Diese Erklärung hat allgemein Aufsehen hervorgerufen. Soviel verlautet, sind gegen einzelne Beamte von Scotland Yard sehr schwere Anschuldigungen erhoben worden, und zwar handelt es sich dabei um Beamte des Sonderdezernats der politischen Polizei, dem die Ueberwachung ausländischer Staatsangehöriger, der Schutz der Mitglieder des Kabinetts und die sorgfältige Beobachtung der Kommunisten und ähnlicher Körperschaften obliegt. Wie weiterhin bekanntgegeben wurde, handelt es sich darum, daß wichtige Informationen durch Indiskretion von Beamten von Scotland Yard in die Oeffentlichkeit gedrungen sind. Wie angekündigt wird, wird es einige Zeit beanspruchen, ehe die im Gang befindliche Untersuchung den Sachverhalt soweit geklärt hat, daß die zu ergreifenden Maßnahmen bekanntgegeben werden. die Deche kraute. Fast hatte es zu Anfang der vergangenen Woche den Anschein, als hätten die Parteien aus der beschämenden innerpolitischen Entwicklung der letzten Monate eine nützliche Lehre gezogen, als hätte die Vernunft einen etwas größeren Platz in der Parteiseele eingenommen. Die Etatsachverständigen der Parteien der Großen Koalition hatten sich an einen Tisch gesetzt und ein Sparprogramm aufgestellt, das den Reichshaushalt ins Gleichgewicht brachte ohne neue Steuern auszuschreiben. Durch Senkung der Ausgaben in den verschiedensten Ressorts wurde ein Einspasparung von 179 Millionen Reichsmark ermöglicht, während man auf der Einnahmeseite den Beitrag der Post um 35 Millionen erhöhte und bei der Tabaksteuer ein Mehrbetrag von 35 Millionen sowie bei den Patentgebühren einen solchen von einer Million einsetzte. Gegen einzelne Streichungen sind bereits Bedenken erhoben worden, so vor allem gegen die Streichung der 20 Millionen für die Luftfahrt und die Lufthansa. Da jedoch das Sparprogramm als einheitliches Ganzes angesehen wird, ist kaum damit zu rechnen daß noch wesentliche Aenderungen an ihm vorgenommen werden. Den restlichen Fehlbetrag hat man durch die Kürzung der Ueberweisungen an die Länder, durch Erhöhung der Branntweinmonopolabgaben um 90 Millionen und durch die Nachzahlung der aus 1926 rückständigen Vermögenssteuer, die 140 Millionen erbringen soll, beseitigt. Das Reichskabinett und die Parteien stimmten dem Etatkompromiß zu, und da die Etatsachverständigen eine koalitionsmäßige Bindung als Voraussetzung angesehen hatten, schien die Bildung der Großen Koalition gesichert. Aber man hatte die Rechnung ohne den Fraktionsgeist, diesmal der Sozialdemokraten, gemacht. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion besann sich plötzlich wieder auf ihre agitatorische Einstellung gegenüber dem Panzerkreuzer, dessen zweite Baurate im Etat angefordert wird— selbstverständlich im Einverständnis mit dem sozialdemokratischen Reichskanzler und den übrigen sozialdemokratischen Ministern —, und beschloß mit 93 gegen 29 Stimmen bei zwei Stimmenthaltungen, die zweite Baurate des Panzerkreuzers A abzulehnen. Dem parlamentarischen System war wieder ein neuer schwerer Schlag zugefügt worden. Oder wird vielleicht das Ansehen dieses Systems gehoben, wenn die stärkste Partei des Reichstages ihre eigenen Minister und deren Vorlagen nicht nur verleugnet, sondern ausdrücklich bekämpft? Wenn sich die stärkste Regierungspartei gegen die Regierung wendet? Eine schlimmere Verkennung des parlamentarischen Systems läßt sich einfach nicht vorstellen, umso weniger, als der Beschluß der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion lediglich aus parteiagitatorischen Gründen diktiert worden ist. Dabei dürften doch auch die Sozialdemokraten wissen, daß die Kommunisten nicht weniger sanft mit ihnen umgehen, wenn die sozialdemokratische Reichstagsfraktion gegen, die sozialdemokratischen Minister aber für den Panzerkreuzer stimmen. Den auch vom Reichskanzler Müller=Franken verlangten Mut zu Verantwortung muß man leider bei der Mehrheit der sozialdemokratischen Reichstagsabgeordneten in dieser Frage vermissen. Zum Glück war der Mut zur Verantwortung bei den bürgerlichen Parteien der Großen Koalition vorhanden, so daß der Ausbruch einer akuten Regierungskrise vermieden wurde. Diese Parteien machten den Beschluß der sozialdemokratischen Fraktion nicht zu einer Kardinalfrage, sendern gingen eine Nottoalition mit den Sozialdemokraten ein, um zum mindesten den Reichshaushalt in der von den Sachverständigen festgelegten Form unter Dach und Fach zu bringen. Das Zentrum trat wieder in die Regierung ein und erhielt drei Ministersessel, während die Demokraten einen Minister abgeben mußten. Die Notkoalition ist freilich ein recht sonderbares Gebilde. Sie ist an sich die Große Koalition, aber ohne feste Bindungen. Man könnte sie wohl am richtigsten einen nennen. Allerdings steht auch der Zweckverband nicht ganz ohne Bindungen da. Die Reichsregierung hat in ihrer Erklärung die Fraktionen der Koalition ersucht, auf den Boden der Vorschläge der Etatsachverständigen zu treten und von eigenen Anträgen abzusehen. Da sich die Fraktionen die Regierungserklärung zu eigen gemacht haben, sind sie auch gewisse Bindungen eingegangen. Von der Innehaltung der Bindungen wird es abhängen, ob der Zweckverband ersprießlich zusammenarbeiten kann, und bei der Zusammenarbeit wird sich auch zeigen, ob Möglichkeiten vorhanden sind, die Notkoalition in eine gebundene große Koalition umzuwandeln, die unter den gegebenen Verhältnissen allein eine aktionsfähige Regierung sichern kann. Die anderen innerpolitischen Ereignisse der letzten Woche verblaßten vor den eben besprochenen Vorgangen, sie können deswegen auch nur kurz erwähnt werden. Der preußische Landtag trat nach der Osterpause wieder zusammen und beschäftigte sich mit der zweiten Beratung des Haushalts der Bergverwaltung. Handelsminister Dr. Schreiber gab dabei einen eingehenden Ueberblick über die Lage des Bergbaues, die, soweit sie den Steinkohlenbergbau betrifft, auch vom Minister als schwierig bezeichnet worden ist. Weiter waren bemerkenswert der Rücktritt des sozialdemokratischen Staatsministers von MecklenburgStrelitz, Freiherrn v. Reibnitz, anläßlich der Ablehnung des Staatshaushaltes, und Hugenbergs Reichsreformprogramm das sich der Parteivorstand der Deutschnationalen Volkspartei in seiner letzten Sitzung zu eigen gemacht hat. Das Programm hat selbst in der deutschnationalen Presse eine geteilte Aufnahme gefunden. Kein Wunder also, daß es in der übrigen Parteipresse abgelehnt worden ist. Da es zum Kernpunkt die Beseitigung des Artikels 54 der Weimarer Verfassung und des Artikels 57 der preußischen Verfassung gemacht hat, wonach die Regierungen von dem Vertrauen der Parlamente abhängig sind, ist es zur Aussichtslosigkeit verurteilt; es sei denn, daß es den Deutschnationalen gelänge, die Mehrheit im Reichstage auf sich zu vereinigen. Aber daran ist wohl in absehbarer Zeit nicht zu denken. Die Pariser Sachverständigenkonferenz bot in der letzten Woche ein eigenartiges Schauspiel: Die Vertreter der vier Hauptgläubigermächte stritten sich um die Beute. Dabei überboten sie sich gegenseitig in ihren Forderungen, so daß sie schließlich zu Zahlen gelangten, die ihnen selbst unmöglich erschienen. Sie setzten dann die Summen ein wenig herab und unterbreiteten diese Zahlen der Konferenz. Aber auch diese Vorschläge sind für uns völlig unannehmbar. sie können nicht einmal als Grundlage für Verhandlungen angesehen werden, weil sie weit über die deutsche Leistungsfähigkeit hinausgehen, die für uns allein Maßstab sein kann. Man hat immer mehr den Eindruck, daß auf der Seite der Alliierten nicht unbeeinflußte Sachverständige die Verhandlungen führen, sondern Männer, denen bestimmte Direktiven mit auf den Weg gegeben worden sind. Sie sollen die deutschen Vertreter auf Summen festlegen, die den Alliierten nicht nur den Wiederaufbau der zerstörten Gebiete gestatten, sondern auch die Rückzahlung ihrer gesamten Kriegsschulden. Das aber geht über den Versailler Vertrag ebenso weit hinaus wie der Zeitraum von 58 Jahren.„Wir sind nicht in der Lage, auf derartige Vorschläge einzugehen. Das wird sicherlich Dr. Schacht mit aller Deutlichkeit zum Ausdruck bringen. Die Vorgänge im Auslande. Vom Auslande ist nicht viel zu berichten. In Wien haben die Verhandlungen zwischen den Parteien noch nicht zu einer Lösung der Regierungskrise geführt. In Warschau ist die gespannte innerpolitische Lage durch einen Artikel des Marschalls Piljudski, in dem er den Seim mit Schimpfwörtern kübelweise überschüttet, von denen Ausdrücke wie„bezahlte Spione".„Zulukaffern",„Menschenfresser".„Banditen",„Idioten“ noch die mildesten sind, bedeutend verschärfk worden. Pilsudski erklärte in dem Artikel, daß er von einem kranken Mann geschrieben sei. Das scheint uns in der Tat so; denn ein mit fünf gesunden Sinnen begabter Minister würde sich zu solchen Schimpfereien nicht hinreißen lassen. Seine Ankündigung jedoch, daß er zu einer aktiven Funktion zurückkehren werde, kann für den Seim nichts Gutes bedeuten. Am Samstag ist bereits das Kabinett Bartel zurückgetreten und durch eine Regierung Switalski ersetzt worden. Switalski gilt als extremer PilsudskiAnhänger, sodaß man sich auf Ueberraschungen in Polen gefaßt machen muß. Zum Schluß sei noch das Bombenattentat im indischen Parlament erwähnt, das ein blitzartiges Licht auf die Bedeutung der kommunistischen Bewegung in Indien wirft. Das Attentat hat bewirkt, daß der Vizekönig über den Kopf des Parlaments hinweg ein Gesetz über die Wahrung der öffentlichen Sicherheit in Kraft gesetzt hat, was Differenzen mit dem Parlament wahrscheinlich macht. R. F. 300 Mark Geldstrafe für Prinz Friedtich Wiheim zur Lippe. Glogan, 13. April. Wegen Vergehens gegen das Republikschutzgesetz wurde heute vom erweiterten Schöffengericht in Glogau Prinz Friedrich Wilhelm zur Lippe zu 300 Mark Geldstrafe verurteilt. Der Mitangeklagte, Redakteur Bartholdy aus Guhrau, wurde freigesprochen. In dem Urteil kommt zum Ausdruck, daß das Gericht in der von dem Prinzen zur Lippe in einem Artikel gebrauchten Redewendung::„Wer Minister werden wolle, müsse im Zuchthaus gesessen haben oder mindestens reif fürs Zuchthaus sein“, eine Beschimpfung der Republik erblicke, obwohl der Verteidiger betonte, daß die sprichwörtliche Redewendung nicht falsch genommen werden dürfte, ebenso wie das Sprichwort:„Wer den Papst zum Vetter hat, wird Kardinal“ nicht den Papst, sondern das ganze System meint. Prinz zur Lippe hat gegen das Urteil Berufung eingelegt. Rücktritt der polnischen Regierung. Warschau, 13. April. Der Senatspräsident unterzeichnete heute mittag die Demissionsdekrete der Regierung Bartel. Gleichzeitig wurde der bisherige Unterrichtsminister Switalski zum Ministerpräsidenten ernannt.„„„ Warschau, 14. April. Heute nachmittag hat der Staatspräsident die Ernennungsdekrete der neuen Regierung unterzeichnet. An ihrer Spitze steht als Ministerpräsident der bisherige Unterrichtsminister Switalski. Der neuen Regierung gehören u. a. ferner als Minister. an: Pilsudski Krieg, Zaleski, Aeußeres, Skladkowdi Inneres, Kwiatkowski Handel und Industrie. Der polnische Seimmarschalt yat in einem Brief an Ministerpräsidenten Dr. Bartel den bekannten Pilsudski=Artikel scharf kritisiert. Eine chinesische Dentschrift zur Abrüstungsfrage. Genf. 14. April. Die chinesische Abordnung, die zu der am Montag beginnenden Tagung des vorbereitenden Abrüstungsausschusses hier eingetroffen ist, hat dem Generalsekretär des Völkerbundes eine Denkschrift zur Abrüstungsfrage übermittelt, in der die Abschaffung der allgemeinen Wehrpflicht gefordert und der Vorschlag gemacht wird, lediglich kleine militärische Einheiten auch in den einzelnen Staaten aufrechtzuerhalten. Die Denkschrift wird dem vorbereitenden Abrüstungsausschuß in der am Montag beginnenden Tagung vorliegen. Dontische Aebersicht. + Reichstagsabgeordneter Heimann 70 Jahre alt. Der Reichskanzler sandte an den Reichstagsabgeordneten Hugo Heimann in Berlin zur Vollendung seines 70. Lebensjahres ein Glückwunschtelegramm. + Romreise Dr. Helds. Der bayrische Ministerpräsident Dr. Held begab sich in Begleitung des Geheimrats Freiherrn v. Stengel für mehrere Tage nach Rom, um dem Papste zur Feier seines goldenen Priesterjubiläums seine Glückwünsche darzubringen. + Die Großhandelsindexziffer. Die auf den Stichtag des 10. April berechnete Großhandelsindexziffer des Statistischen Reichsamtes ist mit 137.4 gegenüber der Vorwoche(138,4) um 0,7 v. H. gesunken. + Der Kreis Naugard flaggt schwarz=weiß=rot. Der Kreisausschuß des Kreises Naugard beschloß, bei Festlichkeiten des Kreises die schwarz=weißrote Fahne zu hissen. + Massenpensionierung von südslawischen Generälen. Durch Erlaß des südslawischen Königs wurden der Chef des Generalstabes, General Pasitsch, und 25 andere südslawische Generäle sowie ein Admiral pensioniert. + Zusammenbruch der mexikanischen Revolution. Der mexikanische Rebellengeneral Francisco Manzo hat mit seinem gesamten Stabe von 15 Offizieren die amerikanische Grenze überschritten, wo ihn die Einwanderungsbeamten festnahmen. + Graf Goto f. Der japanische Staatsmann Graf Schimpei Goto der mehrfach Innenminister war, ist im Alter von 73 Jahren in Tokio gestorben. + Diktatur in Indien. Die sogenannte SimonKommission, die die Verfassungsfrage in Indien studierte, hat ihre Rückreise nach England angetreten. Der Vizekönig von Indien hat jetzt über den Kopf des Parlaments hinweg das umstrittene Gesetz gegen die ausländische Propaganda in Kraft gesetzt. „Maschinist Hoptins in Luisburg. Unsere Schwesterbühne, die Duisburger Oper, welche zurzeit mit Hochdruck die Festaufführungen für die im kommenden Sommer stattfindende Tagung des Allgemeinen Deutschen Musikvereins vorbereitet, hob am 13. April vor ausverkauftem Hause die im Industriegebiet wohl von allen Seiten mit außergewöhnlicher Spannung erwartete Neuheit„Maschinist Hopkins“ von Max Brand aus der Taufe. Die Wiedergabe des sehr anspruchsvollen Werkes, dessen lebenspendendes Element die singende Maschine ist, unter der mustergültigen Leitung des Intendanten Dr. Saladin Schmitt und Kapellmeisters Paul Drach schlug zu einem großen Erfolg für Dichtung, Autor und kunstlerische Durcharbeitung der Materie auf den Brettern aus. Die neue Stilform des mit der Romantik unserer Tage verknüpften Pathos dieser Oper muß höher angeschlagen werden, als nur ein Anlauf zur Gegenwartoper. Sie zwingt den Hörer durch die Belebung toter Gegenstände, in deren magischem Umkreis Abertausende tagaus und=ein zu schaffen haben, mit suggestivem Zauber zu den gespenstischen Aeußerungen dieser rotierenden mit peinlichster Präzision ineinandergreifenden Räder, Stangen, Strom= und Dampfwellen. Die Klänge der Industriegroßstadt sind's, welche ihren romantischen Rausch entfalten und uns ebenso gefangen nehmen, wie das ehedem mit Opernstoffen so gern verbundene Raunen der Bäume des Waldes, der Wellen oder des Felsgesteins, personifiziert in Elfen, Waldschratten, Nixen und Zwergen. Der Grundgedanke des von Max Brand in logischem Aufbau mit Konzentrationswillen verfaßten Textes ist der:„Sündige nicht an dem dir dienenden Gut, sonst heftet es sich an deine Fersen und läßt dich nicht eher zur Ruhe kommen, bis du, in seinen Bannkreis zurückgekehrt, als Frevler gerichtet wirst!“ Im Grunde also das gleiche Prinzip, was die antike Tragödie durch den Gesang der des Hörers Mark verzehrenden Erinnyen oder die kein Ermatten kennende Macht der Eumeniden zeichnet. Hier tritt das mit den Maschinenkräften aufs engste verkettete Schicksal des Maschinisten Bill in den Vordergrund, der sich durch Mord in den Besitz wichtiger Fabrikationsgeheimnisse setzte, zum Direktor avancierte, die Aussperrung verhangte, um die letzten Spuren seiner grausigen Tat zu verwischen, dann aber durch den wachsamen Maschinisten Hopkins entlarvt und kurz vor seinem letzten Gewaltstreich in das Verderben gestürzt wird. Die Handlung rollt in zwölf bunten Bildern ab, die den Hörer zu den gigantischen Stätten der Arbeit, Palästen des Genusses und Wohnvierteln des Elends führen. Ohne tendenziöse Einfärbung wird der Blick für die Wirklichkeit geschärft und des Schicksals dunkler Knäuel entwirrt. Dem Theatraliker Brand steht der Musiker Brand in nichts nach. Sein Ehrgeiz hat mit viel Glück versucht, Tempo, Takt, Technik und Seele unseres Maschinenzeitalters einzufangen. Besondere Werte ruhen in den das Schicksal des Fabrikmenschen umkreisenden mystischen Wellen, die im Chorus der singenden Maschinen in die Erscheinung treten. Die variabel verknüpften Rhythmen und Tonhöhen des in Bewegung befindlichen stählernen Materials, das ewige Einerlei der Arbeit am laufenden Band, die düstere Stimmung im Proletarierviertel, der Jazztaumel im Vergnügungspalast und die lyrischen Reflexe des Liebespaares auf der Terrassentreppe in sommerlicher Nacht sind typisch getroffen. Daß Brand als Schrekerschüler dem Klangbild zündende Eigenheit und weise Bescheidung in der Steilung dynamischer Werte sichert, desgleichen in der Wiederholung bestimmter Motive die eindringliche Sprache des szenischen Verlaufs unterstreicht und den Singstimmen im Orchester Stütze gibt, stellt seine gründliche Durchbildung in kompositorischen Dingen unter Beweis. Puccinismen, die gelegentlich unterlaufen(Duo in der Theatergarderobe und Auseinandersetzung zwischen Hopkins und Nell auf der Straße), erklären sich aus der engen Verwandtschaft dieses Stils mit dem Sprechgesang, der hier dominierend zur Geltung kommt. Die Jazzepisode im Gartenetablissement zählt zu den schmissigsten Partien der Oper, da die Erfindung Brands die Stimmungsschwüle und den Liebesrausch einzigartig getroffen hat. Nicht minder originell wird das Gegenstück in Bondys Bar aufgerollt. Die mit denkbar größter Sorgfalt vorbereitete Over spielte sich in einem grandiosen Rahmen ab, den Johannes Schröders Bühnenbilder(technisch von August Rudolph verwirklicht) schufen. Die wuchtige Maschinenhalle mit dem wie ein Dämonium im Hintergrund laufenden Schwungrad, die berauschende Pracht des Tanzpalastes und das Düster=Verhangene in der Atmosphäre des Proletarierviertels ließen keinen Wunsch offen. Dr. Schmitts Regie hatte den mystischen Gesang der Maschinen durch das gespenstische auf bewegt=lichtbildnerische Weise hervorgerufene Ineinandergreifen der verzerrten Räderzacken versinnlicht. Imposant wirkte das Arbeitsbild der Belegschaft im Banne der Uniformierung des Arbeitsvorganges. Rhythmische Bewegungen der am laufenden Band Schaffenden vertieften die musikalische Sprache. Leidenschaftlich gesteilt war die Enthüllung des Mordgeheimnisses, in trefflichen Gegensatz zur Niedergeschlagenheit bei der Verkündigung des Aussperrungsbefehls gerückt. Die grinsende Maske des Todes schien über den Nachtbildern der Maschinenhalle zu wachen, während die revueartig aufgezogene Tanzszene im Picadilli=Palast den Drang zum Lebensgenuß einzigartig verlockend profilierte. Der die Oper beschließende Hymnus an die Arbeit löste einen Beifallsjubel von unbeschreiblicher Intensität und Dauer aus, den vor allem der anwesende Komponist entgegenzunehmen hatte, dann aber auch Dr. Schmitt und Kapellmeister Drach, der die charakteristischen Merkmale der unendlich schweren Tonsprache verinnerlicht zum Klingen brachte und ihr unter Wahrung der Herrschaft der menschlichen Stimme mit allen Tinten der modernen Skala sinnvoll Profil gab. Die dramatischen Crescendi, eisern strengen Rhythmen, elastischen Uebergänge und sinfonischen Zwischenspiele sprachen mit elementarer Gewalt zum Hörer; denn das Orchester erfüllte seine Aufgabe untadelig. Der von Richard Hillenbrand einstudierte unsichtbare Sprechchor(die singende Maschine) wartete mit phantastischem Ausdruck und meisterlicher rhythmischer Präzision auf. Wilhelm Trieloffs Hopkins bestach durch überlegende Energie, Hans Bohnhofs Bill durch das ihn jagende böse Gewissen und Hildegard Bieber=Baumann mit ihrem glänzenden Sopran durch charmantes Wesen. Wir dürften darauf brennen, das höchst interessante Werk recht bald auch auf der Bochumer Bühne zu sehen. Max Voigt. = Die Marburger Festspiele. Der Beginn der Marburger Festspiele ist endgültig auf den 9. Juni festgelegt. Das Programm sieht eine ganze Reihe festspielmäßig ausgestatteter und besetzter Aufführungen vor. Außer Schillers„Tell“ wurde Shakespeares „Was ihr wollt“ in das Festspielprogramm aufgenommen bei erstklassiger Besetzung. Die Stadt Marburg hat erhebliche Opfer gebracht, die Festspiele zu einem künstlerischen Ereignis ersten Ranges zu steigers. = Stadttheater Bochum. Die Aufführung der „Emilia Galotti“, die heute abend von 20 Uhr bis gegen 20 Uhr 45 stattfindet, ist für den Roten Ring vorgesehen. Jedoch sind außer den vorgemieteten Plätzen noch 700 Karten für den freien Verkauf bereitgestellt, von denen, trotzdem der Vorverkauf bereits am Freitag eingesetzt hat, noch immer ein guter Teil zur Verfügung steht. Für morgen ist Reinachers„Pulververschwörung“ angesetzt. Für Mittwoch steht eine Wiederholung von Bizets„Carmen" in Aussicht. Für beide Abende sind noch Karten in allen Platzgruppen und Preislagen zu haben. Die für kommenden Samstag in Aussicht stehende nachste Neuheit des Revertoires, die historische Komödie in einem Prolog und fünf Akten(acht Bildern) von Berhard Shaw„Cäsar und Cleopatra“ wird in der Inszenierung von Dr. Hans Buxbaum ihre Erstaufführung erleben. Die technische Einrichtung des Werkes wird nach Johannes Schröders Bühnenbildern von Ernst Presber geleistet. = Musikalische Veranstaltungen Bochum. In der 8.— letzten— städtischen Kammermusik am kommenden Donnerstag, 18. April. werden durch das TreichlerQuartett und Arno Schütze(Klavier) folgende Werke zur Aufführung gebracht: Ludwig van Beethoven: Quartett für zwei Violinen, Viola und Violoncello,=moll, op. 182; Johannes Brahms: Quartett für Klavier, Violine, Viola und Violoncello,=moll, op. 25. Die Veranstaltung findet im Parkhaus statt und beginnt abends 8 Uhr. Karten zum Preise von 1 bis 3 RM. sind an der Konzertkasse im Stadttheater vormittags von 10 bis 2 Uhr sowie in den Vorverkaufsstellen Wicharz, Kortumstraße 6, Verkehrsverein, Markt 1, und Gebrüder Alsberg, Hochstraße, zu haben. Für Mitglieder des Städtischen Musikvereins ist der Vorverkauf nur an der Konzertkasse, für Mitglieder des Bühnenvolksbundes und der Volksbühne in ihren Geschäftsstellen. Schüler erhalten gegen Vorlegung eines entsprechenden Ausweises an der Konzertkasse eine Preisermäßigung von 50 T. Telephonische Bestellungen unter Nr. 68651. 2 Aus dem Nachbargebiet. Aus dem Landtreis Bochum. L Gerthe, 14. April. Die Anmeldung Veriehefragen des Rätigericik. der mit Beginn des Schuljahres 1929 in die gewerbliche Berufsschule Gerthe neu eintretenden Schüler hat am Dienstag, 16. April, nachmittags von 3 bis 7 Uhr in der Pestalozzischule an der Heinrichstraße zu erfolgen. Bergarbeiter genügen ihrer Schulpflicht durch den Besuch der von der Westfälischen Berggewerkschaftskasse Bochum unterhaltenen bergmännischen Berufsschule ihres Wohnortes. b Werne, 14. April. Das seltene Fest der goldenen Hochzeit begingen die Eheleute Adam Hopfeld von der Lothringerstraße 17. Ein Vertreter des Amtes überbrachte außer Geschenken des Kreisausschusses und der Regierung ein solches der Gemeinde Werne. b Langendreer, 14. April. Das Fest der silbernen Hochzeit konnten die Eheleute Lokomotivführer August Pfeffer aus der Wörthstraße 21, begehen. b Langendreer, 14. April. Eine Vorstandssitzung des Vereins„Kriegerehrenmal" fand im Lokale Wollenweber statt. Zur Beratung stand die gärtnerische Ausgestaltung des Denkmalsplatzes. Es sollen Pappeln und Trauerweiden angepflanzt werden. Man wählte eine besondere Kommission, die diese Arbeiten in Auftrag geben und überwachen soll. Dieser Kommission gehört auch Frau Ober=Westermann, die Stifterin des Platzes, an. Es wurde mitgeteilt, daß die Herrichtung des Fundamentes von Langendreerer Baufirmen kostenlos ausgeführt würde. Das Denkmal selbst ist bereits vor einiger Zeit in Auftrag gegeben worden. Die Sammlungen haben bisher rund 18.000 Mark eingebracht, wovon 5000 Mark als erste Rate an den Bildhauer überwiesen worden sind. Zu Gunsten des Ehrenmals will der Vaterländische Frauenverein demnächst einen Bazar veranstalten, von dem man sich auf Grund der bisherigen Erfahrungen einen großen Erfolg verspricht.— Am Sonntag, 21. April, findet in Langendreer eine große Versammlung der Arbeitsgemeinschaft der Mittelstädte im Industriegebiet statt.„, Iprig u hungen im Saf □ Langendreer, 14. April. Uebungen im Fassadenklettern machte in der Nacht von Donnerstag auf Freitag der Bergmann T. von hier, der bei einem hiesigen Landwirt an der Hauswand emporgeklettert war, im zweiten Stockwerk eine Scheibe zertrümmerte und dann in das Zimmer von zwei Hausangestellten eindrang. Als die beiden Mädchen erwachten ergriffen sie unter Hilferufen die Flucht. Der Eindringling entfernte sich schleunigst auf dem gekommenen Wege. Eine Strafanzeige wegen widerrechtlichen Eindringens und Sachbeschädigung wurde erstattet.— An verschiedenen Baustellen sind die Baubuden aufgebrochen und Sachen daraus entwendet worden. Aus dem Kreis Hattingen. k Linden=Dahlhausen, 14. April. Bei einer unvermuteten Revision der Gesundheitspolizei mußten in einem hiesigen Geschäft verdorbene Wurst= und Fleischwaren beschlagnahmt werden.— Bei dem Landwirt K. an der Königstraße wurde nachts ein Einbruchdiebstahl verübt. Der Täter ist durch den Kuhstall eingestiegen und von dort in Küche und Keller gelangt. Nachdem der Dieb alle Schubladen wahrscheinlich nach Geld durchsucht hatte, ließ er ein Dutzend Flaschen Wein und einige Mettwürste und Stuten mit sich gehen. Dem Täter ist man auf der Spur.— Die Amtsversammlung Kupferdreh wählte Herrn Gewerbeschullehrer Ewald Middelhauve von hier einstimmig in die zweite hauptamtliche Schulstelle an der gewerblichen Berufsschule.— Für den Ortsteil Dahlhausen sind die Eichtage am 29. und 30. April,-,.,., 6. und 7. Mai, und für den Ortsteil Linden am 10., 13., 14., 15., 16., 21, 22., 23. und 24. Mai festgesetzt. Für Dahlhausen ist die Wirtschaft Eckhardt und für Linden die Wirtschaft Klinge bestimmt.— Ihr silbernes Amtsjubiläum konnte die Lehrerin Frl. Vonderhagen an der Aloysiusschule begehen. Wohlverdiente Ehrungen wurden der getreuen Jugenderzieherin zuteil. n Stiepel, 15. April. Mit dem Wiederbeginn des Unterrichtes in den Volksschulen ist das dreiklassige Schulsystem auf der Voßkuhl auf Anordnung der Regierung aufgelöst worden. Die Lehrkräfte wuredn an andere Schulen der Gemeinde überwiesen. Die Nachbarschule Haar I, die bisher vier Klassen umfaßte, ist nun fünfklassig geworden. Die Schule auf der Voßkuhl ist im Jahre 1909 erbaut worden. Bei den vorangegangenen Wahlen zur Gemeindevertretung spielte das Versprechen der Kandidaten, für diesen Schulbau einzutreten, eine wichtige Rolle. Im letzten Jahre sind in der Gemeinde drei Lehrerstellen abgebaut worden. hd Hattingen, 14. April. Der Schlachttierversicherungsverein für den Kreis Hattingen und Umgegend wählte folgende Herren in den Vorstand: Tierarzt Dr. Vollmer(Hattingen) Vorsitzender, Landwirt Behrenbeck(Stiepel), Landwirt Schulte=Stade(Winz), Metzgermeister Ambacher(Welper), Landwirt Eickermann(Holthausen). Als Ersatzmänner: Landwirt Oberlünenschloß(Stüter), und Landwirt Schlüter(Dumberg). Der Verein zählt heute 164 Mitglieder. kr Hattingen, 14. April. Das Turnier des Reitervereins Kreis Hattingen an seinem zweitägigen Fest(1. und 2. Juni) in Hattingen wird under Leitung von Fritz Heinemann stehen. Auf Pferdepflege legt der Verein besonderen Wert, und die Söhne der Landwirte haben dabei mancherlei gelernt, das Mensch und Tier zum Nutzen sind. kr Baak, 14. April. In der Nähe des„Nordpols“ wurden Bewohnern des Wilheberschen Hauses wertvolle Kleidungsstücke und Wäsche gesrohlen. Die Verfolgung der Diebesspuren mit Polizeihunden verlief ergebnislos. Stadttreis Wanne-Eickel. = Wanne=Eickel, 14. April. Trotz seiner Höhe von 540000 Mark glaubt Oberbürgermeister Kiwit das Gelingen der Deckung des Fehlbetrages Haushaltsplan. Für die Deckung des Fehlbetrages kommen die Zinsen aus den fälligen Beträgen des Gaswerksverkaufs in erster Linie in Frage, die ab Januar 1928 rückwirkend zahlbar sind. Dazu kämen die erhohten Einnahmen aus der Elektrizitätsversorgung. Außerdem können noch unvorhergesehene Einnahmequellen in Frage kommen, doch reichen alle erwähnten Mittel nicht zur Deckung. Es wird in manchen Kreisen der Gedanke einer Erhödung der Zuschläge zur staatlichen Steuer vom Grundvermögen und zwar von 260 auf 300 Prozent erwogen.— Die Vereinigten Elektrizitätswerke Westfalen teilen mit: Die über 100000=Volt=Leitung Recklinghausen=Süd, Wanne=Eickel— Herten— Buer— Westerholt— Polsum— Marl— Dorsten— Herbest wird in den nächsten Tagen unter Spannung gesetzt. Jede Berührung mit der Leitung ist mit Lebensgefahr verbunden. * Wanne=Eickel, 14. April. Festgenommen wurden hier drei Personen aus Gelsenkirchen, die in ihrer Eigenschaft als Fuhrleute ans dem Bahnhof Gelsenkirchen=Bismarck mehrere Am Samstag hielt der Bezirks=Verkehrsverband für den Bezirk der Industrie= und Handelskammer zu Bochum unter dem Vorsitz von Dr. Hugo, M. d. ., seine Hauptversammlung ab. Der Geschäftsführer Weber erstattete den Geschäftsbericht. Das Ende des Geschäftsjahres 1927/28 ließ insofern von dem nunmehr abgelaufenen Geschäftsjahr eine günstige Entwicklung hoffen, als seinerzeit die Pläne der Deutschen Reichsbahn=Gesellschaft auf Ausbau des Streckennetzes im Ruhrgebiet genehmigt waren. Leider haben sich die Hoffnungen auf deren baldige Verwirklichung nicht erfüllt. Noch immer fehlt die Verbindung zwischen Bochum und Gelsenkirchen, von der eine zweigleisige, für den Durchgangsverkehr geeignete Abzweigung nach Wanne=Eickel notwendig ist. Noch immer besteht der fühlbare Mangel an Nord-Südverbindungen. Daß die Reichsbahn zunächst einen Ausbau der Strecke Köln=Duisburg vorsieht, der schließlich dem ganzen Ruhrgebiet zugute kommt, wird wohl als notwendig erkannt. Die Ausführung geht aber zu langsam vorwärts. Im Eisenbahnpersonenverkehr ist festzustellen, daß sich der Fahrplan mehr und mehr dem Vorkriegsstadium nähert. Zu bemerken sind die neuen Fern==Züge 25/26, die eine günstige Verbindung zwischen Paris und Berlin vermitteln und durch Uebergang auf und von den FD=Zügen 225/26 in Hamm eine neue Verbindung nach Hamburg schaffen. Es ist erfreulich, daß die FD Züge 25/26 sowie auch die in FD umgewandelten Schlafwagenzüge 15/16 in Bochum halten. Aus unbegreiflichen Gründen lehnt jedoch die Reichsbahn bisher immer noch ab, auch für die FD 21/22 einen Halt in Bochum zu genehmigen. Die ungünstigen Anschlußverhältnisse und die damit verbundenen Schwierigkeiten zwingen jedoch, unverändert den bisherigen Standpunkt beizubehalten. Als weitere Verbesserungen des Fahrplans sind die Einführung einer neuen Verbindung von und nach München in den=Zügen 365/363, eine Verlängerung der Eilzüge 107/108 Essen=Holland bis Hagen, sowie eine Erweiterung des Verkehrs auf kleineren Strecken, eine Verbesserung des Ausflugsverkehrs durch Wochenend- und Sonntagszüge festzustellen. Der Straßenbahnverkehr hat im Berichtsjahre eine lebhafte Zunahme erfahren. Der Siedlungsverband Ruhrkohlenbezirk hat eine Anzahl von Straßen bzw. Straßenteilen für den Verkehr freigegeben. Auch die Provinz ist bemüht gewesen; weitere Arbeiten auf den Provinzialstraßen auszuführen. Bezüglich des Luftverkehrs ist festzustellen, daß das Ruhrgebiet, obwohl hier die besten Vorauussetzungen für einen guten Verkehr liegen, nicht mit Fluglinien bedacht ist, die seiner wirtschaftlichen Bedeutung entsprechen. Die Deutsche Reichspost ist auch im Jahre 1928 bestrebt gewesen, als wirtschaftsförderndes Verkehrsmittel im Dienste von Handel und Industrie tätig zu sein. Auf dem Gebiete des Telephonverkehrs ist eine Erweiterung des Schnellverkehrsnetzes festzustellen. Zu wünschen bleibt die Einschaltung von Münster in das Schnellverkehrsnetz, die infolge der starken Verbindungen zur Provinzialhauptstadt immer dringender wird.„„(—2#. Der Vorstand des Verbandes wurde durch Zuruf wiedergewählt. Anstelle des Oberbürgermeisters a. D. von Wedelstaedt(Gelsenkirchen), der sein Amt niedergelegt hat, wurde Oberbürgermeister Zimmermann(Gelsenkirchen=Buer) in den Vorstand berufen, als Vertreter der Industrie wurde Bergassessor Hohendahl(Gelsenkirchen=Buer) gewählt. Kollis mit Seife aus einem plombierten Eisenbahnwagen gestohlen hatten und die Diebesbeute abzusetzen versuchten. Der Diebstahl wurde darauf entdeckt und die Polizeiverwaltungen der Nachbarorte verständigt. Durch entsandte Streifen in Wanne=Eickel wurde das Fuhrwerk mit der Diebesbeute vor einer Wirtschaft in Wanne=Eickel gefunden und die Täter in der Wirtschaft selbst festgenommen. Alle drei wurden dem Untersuchungsrichter vorgeführt. Die Täter hausieren für eine Polsterei H. in Gelsenkirchen=Buer mit billigen Chaiselongues, die sie in einem Umkreis bis 150 Kilometer von Gelsenkirchen vertreiben. Es ist deshalb nicht ausgeschlossen, daß sie auch anderwärts Eisenbahndiebstähle ausgeführt haben, ohne daß die Täter bisher ermittelt werden konnten. krl Wanne=Eickel, 14. April. Ein dreister Raub wurde Samstag in einem offenen Ladengeschäft auf der Hindenburgstraße ausgeführt. In der Mittagstunde benutzten die Einbrecher die Essenpause, drückten die Ladeneingangstür ein und erbrachen die Registrierkasse, der sie etwa 200 Mark entnahmen. — Rektor Breuing von der Schillerschule war am 13. April ein Vierteljahrhundert im Schuldienst der stadt bzw. der Rechtsvorgänger tätig; dem Jubilar wurden zahlreiche Glückwünsche übermittelt.— Entn anders lautenden Meldungen wird mitgeteilt, daß die Stadt keineswegs die Absicht der Erbauung von 60 bis 70 Wohnungen Ecke Reichs= und Hindenburgstraße hat. Sie wird genau so wenig wie früher als Bauherr auftreten. Jedoch ist bereits seit längerer Zeit eine Bebauung dieses Geländestreifens erwogen.— Ihre silberne Hochzeit begingen die Eheleute Koksmeister Ruhrmann, Ebertstraße, Bru notte Rosenstraße, und Dangel, Wilhelmstraße. — Ein Personenkraftwagen überfuhr in der Nacht zum Samstag auf der Königstraße einen Bergmann. Dieser erlitt einen doppelten Schädelbruch. Er dürfte nicht mit dem Leben davonkommen. Aus dem Stadttreis Wattenscheid. n Wattenscheid, 13. April. Der Bergmann Friedrich Kortmann aus Wattenscheid, Voedestraße 35, geriet auf der Zeche„Fröhliche Morgensonne" am Montag zwischen zwei Förderwagen, wodurch er Brustquetschungen erlitt, die leichter Natur zu sein schienen. Gestern, am dritten Tage, äußerte Kortmann seiner Frau gegenüber, daß er große schmerzen in der Brust fühle und verlangte nach dem Arzt. Nicht lange darauf trat bereits der Tod ein, den der Arzt nur noch feststellen konnte. Man vermutet, daß Kortmann bei seinem Grubenunfall schwere innere Verletzungen davongetragen hat, die seinen Tod herbeigeführt haben. Der Verunglückte war 44 Jahre alt und hinterläßt eine Witwe mit einem Kind.— Der Schießmeister Georg Planz aus dem Stadtteil Höntrop erlitt auf derselben Zeche durch Sturz den Stapel bei Ausführung seiner Berufsarbeit einen Arm- und Knöchelbruch und mußte zum Bergmannsheil in Bochum transportiert werden. □ Wattenscheid, 14. April. Zu der Mandatsniederlegung von acht Zentrumsabgeordneten wird aus Kreisen des Zentrums folgende Begründung verbreitet:„In der Stadt Wattenscheid haben von den 13 Mitgliedern der Zentrumsfraktion acht ihr Mandat niedergelegt. Dieser Schritt ist nicht geschehen, wie es in irriger Weise in einem Teil der Presse(nicht, im„Bochumer Anzeiger“), heißt, weil die Fraktion in einen rechten und linken Flügel auseinandergefallen sei. Es gibt in der Wattenscheider Zentrumsfraktion des Stadtverordnetenkollegiums weder einen rechten noch einen linken Flügel; sie steht einig auf dem Boden der Zentrumspartei als christliche Volkspartei der ausgleichenden Gerechtigkeit. Der Schritt der Mandatsniederlegung ist wohl überlegt und aus schwerwiegenden Gründen erfolgt, die nicht in der Fraktion zu suchen sind, sondern in unberechtigten Angriffen Dritter von außen her, die die Ehre und die selbstlose Arbeit der Angegriffenen zum Ziele hatten. Der Austritt aus der Fraktion ändert nichts an der zielbewußten anerkannten Treue der Ausgeschiedenen— meist um die Partei bewährter und verdienstreicher Männer— zur Zentrumspartei. An ihre Stelle treten die Ersatzkandidaten der Wahlliste in die Fraktion ein.“— Die acht Mitglieder, die ihr Mandat niedergelegt haben, haben ein mit ihrer Unterschrift versehene Erklärung erlassen, in der sie ihr Verhalten begründen:„Sie sind zur Mandatsniederlegung gedrängt worden, weil seit einiger Zeit Kräfte am Werke waren, die die Einigkeit der Partei untergraben haben. Dies ist in die Hauptsache darauf zurückzuführen, daß das Parteiorgan, die„Morgenzeitung", durch seine schroffe Tonart und eigenmachtige Haltung den Zusammenhalt der einzelnen Gruppen und Stande in der Partei zerstört hat. Drei Tatsachen seien vor aller Oeffentlichkeit festgestellt: 1. hat die„Morgenzeitung“ wiederholt Männer des öffentlichen Lebens aus dem eigenen Lager bekämpft und beleidigt, 2. hat sie den Ver such gemacht, mit Hilfe des Arbeiterbeirats der Zentrumspartei die Wattenscheider Geschäftswelt zum Inserieren zu zwingen, ein Verfahren, das in der Oeffentlichkeit die größte Entrüstung hervorgerufen und zu lebhaften Protesten der im August und das war Gegensatz und hat die den Verdacht Wattenscheider Mittelstandsvereinigung vorigen Jahres geführt hat, 3. hat sie, das Bedauerlichste, sich wiederholt in zur Fraktionspolitik gestellt Fraktion bei den übrigen Parteien in gebracht, sie treibe ein Doppelspiel. Gleichzeitig wurde durch eine hemmungslose Agitation in den Parteibezirken das Vertrauen der Wählerschaft zu ihren Vertretern im Stadtverordnetenkollegium systematisch untergraben und schließlich eine solche Atmosphäre gegenseitigen Mißtrauens geschaffen, daß den Unterzeichneten eine weitere kommunalpolitische Tätigkeit unmöglich gemacht war. Unter den ausscheidenden Stadtverordneten befinden sich zwei Arbeitervertreter, ein Pole, der sich der Fraktion als Hospitant angeschlossen hatte, hat sich mit den genannten acht solidarisch erklärt. Trotz aller dieser Vorkommnisse hat der Parteivorstand in einer Sitzung am Östermontag der Leitung der„Morgenzeitung“ das volle Vertrauen ausgesprochen, so daß den Unterzeichneten nichts anderes übrig blieb, als ihr Mandat zur Verfügung zu stellen.“ * Wattenscheid, 14. April. Am Donnerstag nachmittag fand im kleinen Rathaussaale eine Sitzung des Hauptausschusses statt. Zur Tagesordnung stand die Beratung über Haushaltsplan und Steuerumlage für das Rechnungsjahr 1929. Plan und Steuerumlage wurden in großen Umrissen besprochen; im allgemeinen hatte diese erste Beratung lediglich informatorischen Charakter, zu irgend welchen Entschließungen oder verbindlichen Erklärungen kam es noch nicht.— Nach Absolvierung der Polizeischule in Münster wurde der Beamtenanwärter Hans mann von der Josephs=Pfarrkirche zu Wattenscheid, unter Versetzung nach Düsseldorf zum Polizeiwachtmeister befördert und errang die höchste Auszeichnung der Deutschen Sportbehörde, das Deutsche Turn= und Sportabzeichen. Stadttreis Herne. Herne, 13. April. Auf einer hiesigen Baustelle war unter den Arbeitern der Namenstag eines Kollegen gefeiert und dabei dem Alkohol sehr zugesprochen worden. Als schließlich alle die Arbeit wieder aufnahmen, ging ein Schreiner, der der Feier beigewohnt hatte, in sehr angeheitertem Zustande an die Kreissäge, kam dem Sägeblatt zu nahe, von dem ihm ein Arm der Länge nach aufgesägt wurde. Der Verunglückte wurde sofort ins Krankenhaus gebracht. ko Herne, 13. April. Die fünfjährige Dora Schüßler, Herner Straße 70, wurde auf der Herner Straße von einem hiesigen Personenkraftauto überfahren und so schwer verletzt, daß der Tod nach wenigen Stunden eintrat. Das Kind hatte hinter einem haltenden Lastkraftwagen gestanden und wollte die Straße überqueren. Beamte der Meinung war, er suche seinen Lohnzettel. Plötzlich rief er jedoch:„Hände hoch!“ streute dem Kassierer Pfeffer ins Gesicht griff durch das Fenster und riß einen auf der Kassette stehenden Holzaussatz, in dem sich das Geld befand, an sich. Seine Flucht führte über den Zechenhof, von dort über die Mauer auf die Straße, und dann in das freie Gelände am Rhein=Herne=Kanal in Richtung Sterkrade. Der Weg bis zum Kanal war durch Zehnmarkscheine, die der Räuber verloren hatte, gezeichnet. Es war der Polizei in der Dunkelheit unmöglich, genauere Spuren noch weiter festzustellen. Die geraubte Summe beträgt nach den vorläufigen Feststellungen rund 20000 Mark. * Unheil durch eine Kartenlegerin. Unheil durch eine Kartenlegerin. * Köln, 14. April. Ein biederes Ehepaar bewohnt ein eigenes Haus. In Freud und Leid sind die Leutchen zusammen alt und grau geworden. Sie haben beide jahrzehntelang gedarbt und gespart, um das Haus zu kaufen. Sie wollten ihren Lebensabend in Ruhe beschließen, und nichts trübte ihr gutes Einvernehmen. Da kam das Unglück in Gestalt einer Kartenlegerin. Das alte Ehepaar lernte diese Frau bei gemeinsamen Bekannten kennen. Gleich machte die Prophetin geheimnisvolle Andeutungen, worin etwas von einem langwierigen Prozeß und einem Meineid vorkam. Nun war der Stein ins Rollen gekommen. Der 62jährige Rentner begab sich zu Beginn dieser Woche in die Wohnung der Kartenlegerin, um sich Gewißheit zu verschaffen. Nach einigem geheimnisvollen Hokuspokus deckte die Frau ihre Karten auf und sprach:„Dä, do is et, wie ich et wußt. Aermen Här, ehr seid zu bedure! Uer Frau eß untreu...!" Nicht genug damit: die Kartenlegerin fühlte sich nun im richtigen Fahrwasser und vergiftete das Gehirn ihres Besuchers weiter, und als der Ratsuchende sich endlich erhob und heimwankte, war er ein vernichteter, gebrochener Mensch.„Ihre Frau wartet nur auf Ihren Tod, um ihren Freund zu heiraten. Essen tun oder in den Kaffee“— hatte die Megäre heimtückisch und wichtigtuerisch geflüstert. Und als der Rentner nach Hause kam und der Kaffee auf dem stand, die geschmierten Butterbrote daneben, wie es sich in einem ordentlichen Haushalt gehört, da wußte er: Jetzt bin ich fertig, jetzt soll ich vergiftet werden, jetzt. Er schrie es seiner Frau entgegen, erklärte ihr. nun alles zu wissen, da er bei der Kartenlegerin gewesen sei, und rannte hinaus. Einen ganzen Tag und eine volle Nacht trieben ihn Unruhe und Verzweiflung durch straßen und Gassen. Dann fuhr er nach Aachen zu Verwandten, die ihm gut zuredeten und ihn veranlaßten, wieder nach Hause zu gehen. Nun liegt der Bedauernswerte in seinem Bett, von Fieber geschuttelt, das Gehirn voller Verfolgungswahn, verweigert jede Nahrungsaufnahme aus Angst vor Vergiftung. Dieselbe Kartenlegerin hat einem anderen Kölner erklärt: Im Jahre 1932 werden Sie sterben! Der Mann. ein ehemaliger Kriegsteilnehmer, von dem man solche Leichtgläubigkeit doch nicht erwarten dürfte, hat sich dies nun fest in den Kopf gesetzt, verweigert jede Neuanschaffung, ist mutlos und spricht nur immer: Ich habe doch nur noch drei Jahre zu leben, was geht mich das an! Soll ich für meinen Nachfolger sorgen? Ein dritter Fall: Eine Witwe, deren Sohn 1915 in Frankreich gefallen ist, wird von einer gewissenlosen Kartenlegerin bis auf den heutigen Tag ausgebeutet, da die Kartenlegerin von Jahr zu Jahr die baldige Heimkehr des„auf einer fernen Insel gefangen gehaltenen“ Sohnes verspricht. Und die leichtgläubige Mutter gibt der Ausbeuterin ein Stück ihrer Habe nach dem anderen hin! Wie kann es denkende Menschen geben, die den „Wickeweibern“ glauben?! Aus Westfalen und Rheinprovinz. Lohngeldraub auf Zeche„Concordia“ Oberhausen. Ie] Oberhausen, 14. April. Zu dem in der Samstagsnummer gemeldeten Lohngeldraub wird noch gemeldet: Um 10¼ Uhr abends, als auf der Zeche „Concordia4“ die Löhnung der eben ausgefahrenen Schicht erfolgte, trat aus der Reihe der Lohnempfänger ein etwa 20jähriger Mann, der kreuzweise über das Gesicht ein Mullbinde trug, an den Schalterraum. Er kramte in seinen Taschen herum, so daß der □ Castrop=Rauxel, 14. April. In der Nacht zum 13. April wurde einem Bäckermeister aus Datteln sein vor der Wirtschaft Heinrich Balke hierselbst stehendes Motorrad IX 96.085, Marke„James“, Fabriknummer der Antriebsmaschine 585/1218, 2,7 Pferdestärke, 172 Kubikzentimeter, 1 Zylinder mit 57 Millimeter Bohrung, 67 Millimeter Hub/2 Taktmaschine, gestohlen. Sachdienliche Mitteilungen, die auf Wunsch vertraulich behandelt werden, nehmen die Kriminaldirektion in Bochum, Hattinger Straße 59/61, Zimmer 44, das 13. Kriminal=Kommissariat, in Castrop=Rauxel, Wittener Straße 32, bzw. die örtlichen Kriminalund Polizeiwachen entgegen. ko Castrop=Rauxel, 13. April. Auf der Zeche „Ickern 1/2“ verunglückte der Bergmann Gremberger. Er erlitt einen Wirbelsäulenbruch und mehrere innere Verletzungen, die seine Ueberführung in das Bochumer Bergmannsheil notwendig machten. Hier ist er am selben Tage in den späten Abendstunden seinen Verletzungen erlegen. * Dortmund, 14. April. Die städtischen Vollziehungsbeamten Haser und Hill sind zunächst zur Disposition gestellt worden, weil sie sich der Veruntreuung von eingezogenen Steuergeldern schuldig gemacht haben.— Der bei der Hilfssparkasse in Wickede=Asseln bisher tätige Angestellte Netthövel wurde entlassen, weil er 2000 bis 3000 RM. Spargelder unterschlagen hatte. = Essen, 13. April. Samstag abend gegen 17,30 Uhr wurde der 21 Jahre alte Bankbeamte Friedrich ., der mit einem Fahrrad die Alfredstraße befuhr, dort in der Höhe der Manfredstraße von einem Kraftlieferwagen, der den Radfahrer überholen wollte, angefahren. M. kam hierbei zu Fall und geriet unter einen nachfolgenden Lastkraftwagen, dessen Räder dem M. über die Brust fuhren. M. wurde so schwer verletzt, daß der Tod in wenigen Minuten eintrat. Delegi unine. Millionenunterschlagung in der poluischen Forstverwaltung. Warschau, 14. April. In der Wilnaer polnischen Staatsforstverwaltung wurden ungeheure Unterschleife aufgedeckt. Insgesamt ist der Staat durch betrügerische Machenschaften der polnischen Beamten um 50 Millionen Zloty geschädigt worden. Der Hauptschuldige ist bereits verhaftet worden. Auf der Spur einer Mädchenhändlerbande. Prag, 14. April. Die ehemalige Zirkusartistin Therese Fischer, die vor einigen Tagen die zehnjährige Tochter eines Landwirtes entführt hatte, wurde am Samstag mit dem Kind in einem Preßburger Hotel aufgefunden. Es besteht der Verdacht, daß sie im Auftrage einer internationalen Mädchenhändlerbande, die für Freudenhäuser auf dem Balkan arbeitet, schon mehrere Kinder entführt hat. Als man ihr das Lichtbild eines im August 1928 aus Wien verschwundenen siebenjährigen Mädchens vorhielt, erschrak sie und gab nach einem Kreuzverhör zu, auch dieses Kindentführt zu haben. Sie gab an, daß sich das Mädchen zur Zeit noch in Magersdorf bei Wien bei einem gewissen Emmerich Donath aufhalte. Die Wiener Polizei ist verständigt worden. Fünf Tote bei einer Explosion. London, 14. April. Bei einer Explosion in einer chemischen Fabrik in Sao Paulo in Brasilien wurden fünf Arbeiter getötet und acht verletzt. Der Schaden wird mit 100000 Mark angegeben. Großfeuer in einer sapanischen Schule. Tokio, 14. April. Am Freitag abend brach in Tschimulpo# (Korea) in einer japanischen Schule ein Brand aus, der sich bis zum Eintreffen der Feuerwehr auf das ganze Schulgebäude ausdehnte. Elf Kinder sind verbrannt, 24 Kinder und zwei Lehrer schwer verletzt. Bruch zwischen Jeng und der Raukingregierung. Peking, 14. April. General Feng hat der Nankingregierung mitgeteilt, daß er den Befehl ablehne, den Oberbefehl der 4. Armee niederzulegen. Zu dem von der Nankingregierung eingeleiteten Verfahren gegen ihn erklärte Feng, daß er sich dem Gericht in Nanking weder stellen, noch sich dessen Beschlüssen unterwerfen werde. Damit ist der offene Bruch zwischen der Nankingregierung und General Feng vollzogen. Marschall Feng verfügt über 240 008 Soldaten. Die heutige Nummer umfaßt 14 Seiten. ASS Aus unseren gestrigen freudigen Verheißungen wird jetzt herrliche Währheit.-Die Sehsation Beginnt! S Piäher- Fage am Pomiag, Viellstag, Pillw Seh machen den Anfang. Herrliche, moderne, form- und farbenschöne Mäntel kommen hier zu bisher kaum gekannt niedrigen Preisen zum Verkauf! Diese wenigen Beispiele hier werden Sie ahnen lassen, was Ihrer harrt! Wahrlich, eine Gelegenheit, wie sie Ihnen wohl nur selten geboten wird, und darum kann es für Sie auch nur eine Losung geben: S 11 44 144 Vrg .0 14 177∆ M 10779 .. WWn W W n Wrrrn AT•RND P nrar. r4n , 44.2. r n 07 M Wetszeh Mte B Scc Fe 14 3 572 14 Psn Ar er i n eerant ra n.* Amm T nm W Wctatr mnn: t 7. 7 fI 1 NI AT. AN W WI. M Mr im Kamnn . N Ann. ge m 70 J B n. 0 1511 W 9. 4 renn K.0. M. •. 1% 1. RI m nng 417717* r. 2. P Wn n P.. 42 W m eenne W n *•..•** 7 7 197. 4 A •17.* 11.17 1 7071.17 e Sehr schicker hochmoderner Mantel für Reise u. Sport: Prima Stoffe, engl. Art, ganz sunstseide. „ In Leder- u. " lottgörtel * Obengezeichnete =hochmoderne lesche Glocke aus buntem Geflecht mit Ripsbend Nechdruck von Vort und Biid verboten! Nr. 87. 36. Jahrgang. 1. Beilage zum Bochumer Anzeiger und General Anzeiger Montag, den 15. April 1929 Bochumer=Nachrichten. Rationalsozialistisches Gautressen in Bochum. Die Polizei als Schützer der Freiheit. Nicht ohne Besorgnis hatte man dem gestrigen Sonntag entgegengesehen. Die nationalsozialistische Arbeiterpartei Deutschlands hielt am Samstag und Sonntag ein Gautreffen für Westsalen ab; die Kommunisten hatten Gegendemonstrationen angekündigt. Die Polizei hatte die öffentlichen Kundgebungen der Nationalsozialisten genehmigt; sie hatte aber gleichzeitig auch umfassende Maßnahmen getroffen, um die Ruhe und Ordnung aufrecht zu erhalten, um die verfassungsmäßig verbürgte Versammlungsfreiheit zu schützen. Mehrere hundert Polizeibeamte wurden von auswärts(Dortmund, Gelsenkirchen, Recklinghausen usw.) herangezogen. sodaß die Stadt gestern ein buntbewegtes Bild bot. Bereits am Samstagnachmittag durchzogen Truppen berittener Polizeimannschaften die Stadt. Am Sonntag sah man schon in aller Frühe alle„strategisch“ wichtigen Punkte der Stadt besetzt; um die Mittagsstunde, als der Demonstrationszug der Nationalsozialisten vor sich ging, wurden ganze Straßenzüge abgeriegelt. Dank dieser Maßnahmen kam es nirgends zu ernsten Zwischenfällen; kleine Reibereien wurden im Keime erstickt. Den Auftakt aller Kundgebungen bildeten am Samstag abend zwei Versammlungen im Schützenhofe, wo Strasser sprechen sollte, und im evangelischen Vereinshause. Dieses war schon zu Beginn überfüllt, sodaß die Polizei weiteren Zuzug sperrte. Als erster Redner sprach Heintze(Hannover), der heftige Kritik am Marxismus übte, der am 9. November 1918 das deutsche Volk durch Zerbrechen der Wehrmacht den Feinden wehrlos ausgeliefert, und an den internationalen Geldsack verkauft habe. Das deutsche Volk sei versklavt worden, die deutschen Unternehmer wie die deutschen Arbeiter frondeten nur noch für die internationale Hochfinanz. Dr. Göbbels zog gegen Parlamentarismus, Marxismus und Kapitalismus zu Felde, tadelte die Politik Dr. Stresemanns und empfahl eine Politik die Bürgertum und Arbeiterschaft zu einer wahren Volksgemeinchaft zusammenschließe, damit das einige Deutschland seine, Freiheit wiedererringe. Der Sozialismus müsse im Nationalismus, der Nationalismus im Sozialismus aufgehen.„uuf Magt.e Mm# 9 Nach den Versammlungen kam es nirgends zu Zwischenfällen; die Polizei war überall zur Stelle. Von den vier Versammlungen in den Außenbezirken wurde die bei Kepper in Bochum=Hofstede abgehaltene von Gegnern zu stören versucht, doch stellte die Polizei die Ruhe sofort wieder her. Am=Sonntag früh fand Weckruf statt; in den folgenden Stunden zogen von allen Seiten Gruppen Braunhemden in die Stadt. Um 11 Uhr tagten bei Bischoff an der Allecstraße die Jugendgruppen. Um 12 Uhr stellten sich die Nationalsozialisten auf dem Moltkeplatz zum Umzuge auf. In den Straßen sammelten sich Tausende von Zuschauern; man sah unter ihnen auch manche verwegene Gesichter, die von auswörts gekommen waren, um hier Händel anzuzetteln. Das starke Polizeigufgebot hielt die Krakehllustigen aber im Zaume. Der Zug bewegte sich, unter Vorantritt von berittenen Polizeibeamten, durch die Friedenstraße, Alleestraße, Kortum=, Brück= und Klosterstraße zum Kaiser Friedrichplatz. Etwa 1600 Nationalsozialisten marschierten im Zuge; auf je acht Mann etwa kam ein Begleitschutzmann zur Seite, dazwischen noch Mannschaften in Aukos. An den Straßenseiten hatten ebenfalls Schutzmannsketten Aufstellung genommen. Heilrufe der Zuschauer mischten sich mit Rufen der Kommunisten: einigen angriffslustigen Schreiern brachte der Gummiknüppel Raison bei. Der Kaiser=Friedrichplatz wurde von allen, nicht zu den Nationalsozalisten gehörenden Zuschauern geräumt bis tief in die angrenzenden Straßen hinein: die Gneisenaustraße glich einem Heerlager mit ihren Mannschaftswagen und berittenen Beamten. Von der Tribüne aus sprachen Wagner, Göbbels und Kube zu ihren Anhängern, sie forderten sie auf, für Adolf Hitler und die Ziele der Nationalsozialisten alles einzusetzen. Mit dem Gesang des Deutschlandliedes sand die Kundgebung ihren Abschluß, der Zug löste sich auf. Abends fanden noch Versammlungen im Schützenhof und im Vereinshause statt, in denen Führer der Partei sprachen. Da die Polizei dafür gesorgt hatte, daß auch nach Schluß dieser Versammlungen die Ordnung aufrecht erbalten wurde, so kam es, soweit bis zum Abschluß dieses Berichtes bekannt, nirgends zu ernsten Vorfällen. Einige leicht Verletzte bat es allerdings doch gegeben. Die Polizei ist in Alarmbereitschaft bis morgen früh— sie hat anstrengende Tage. Man wird ihr aber für ihre Umsicht danken. Im Grunde genommen ist es freilich tief beschämend, daß die Polizei die herfassungsmäßige Rede= und Versammlungsfreiheit mit dem Gummiknüppel garantieren muß. * Ohne größere Reibereien verlaufen. Wie uns gestern abend um 11 Uhr auf Anfrage von der Polizeiverwaltung mitgeteilt wurde, ist der Tag bis zur Stunde ohne wesentliche Zwischenfälle verlaufen. Ein Nau An Bocham Geeschloindel. Nachdem schon vor Ostern die dem Abbruch geweihten Häuser an der Grabenstraße zwischen Harmonie= und Luisenstraße von ihren Bewohnern geräumt worden waren, hat man nunmehr begonnen, diese alten, auf dem ehemaligen zugeschütteten Stadtgraben errichteten Fachwerkbauten niederzulegen. Damit verschwindet wieder ein Stück Alt=Bochum. Die Grabenstraße wird erbreitert und begradigt. Der Neubau der Kommunalbank tritt nun auch nach der Westseite voll in Erscheinung. Auf dem freiwerdenden Baugelände soll in wenigen Jahren der Neubau der Sparkasse erstehen. Horischreitende Besserung auf dein Arbensmartk. Das Landesarbeitsamt berichtet über die Lage auf dem westfälisch= lippischen Arbeitsmarkt in der Woche vom 4. bis 10. April: Seit dem diesjährigen Höchststand ist die Arbeitslosigkeit— an der Zahl der Hauptunterstützungsempfänger gemessen— nunmehr um 39 Prozent zurückgegangen. Es wurden in der vergangenen Woche insgesamt 113367 Hauptunterstützungsempfänger gezählt; in der Vorwoche waren es 124 785 Personen. Die Arbeitsämter berichten, daß bei günstigerer Witterung in größerem Umfange Außenarbeiter hätten aufgenommen werden können. — Zum erstenmal ist auch bei den Krisenunterstützungsempfängern, deren Zahl trotz der fortschreitenden Entlastung des Arbeitsmarktes während der letzten Woche noch stetig zunahm, da der Personenkreis seit dem 25. Februar auf fast sämtliche Berufsgruppen ausgedehnt worden war, ein— wenn auch geringer— Rückgang zu verzeichnen. Auf die Krisenfürsorge entfielen von der Gesamtzahl von 113 367 Hauptunterstützungsempfängern 10 909(in der Vorwoche 11 032) und auf die Arbeitslosenversicherung 102 458(i. d. V. 113 753) Personen. In der Gesamtzahl der Hauptunterstützungsempfänger sind noch 33725 Saisonarbeitslose enthalten, die bis zum 15. März entsprechend den Vorschriften der Sonderregelung für Saisonberufe unterstützt wurden und seitdem noch nicht wieder in Arbeit gekommen sind.(Seit Aufhebung der Sonderregelung am 15. März hat ihre Zahl damit um rund 56 Prozent abgenommen.) Die Frage nach der konjunkturellen Entwicklung des Arbeitsmarktes scheint in diesem Jahre für eine Reihe von Gewerbezweigen an Bedeutung zu verlieren gegenüber Fragen, die sich aus internationalen und außenvolitischen Vorgängen für den Arbeitsmarkt ergeben. Auf dem Arbeitsmarkt, des Ruhrkohlenbergbaues machte sich in der vergangenen Woche der Rückgang des Hausbrandbedarfs besonders bei einigen südlichen Zechen in der Entlassung von Bergleuten bemerkbar. Im ganzen gesehen aber ist die Arbeitsmarktlage noch insofern konstant, als weder Einstellungen noch Entlassungen in größerem Umfange erfolgten. Nach dem öffentlichen Umzug am Sonntag mittag bildeten sich nach Auflösung des Zuges der Nationalsozialisten am Kaiser=Friedrichplatz einzelne Trupps. Dabei kam es zu kleineren Zusammenstößen mit volitisch Andersgesinnten, die jedoch von der Polizei im Keime erstickt wurden. Elf Personen wurden durch die Polizei sistiert und nach Feststellung ihrer Personalien wieder entlassen. Die Kundgebung auf dem Schützenhof am Nachmittage ist völlig ruhig verlaufen. Ein Teil der Teilnehmer, der von außerhalb kam, zog nach Hause, ein Teil begab sich geschlossen zum evangelischen Vereinshause, woselbst noch eine Abendversammlung stattfand. Auch nach Schluß dieser Versammlung kam es zu keinen ernsten Zwischenfällen. In der Stadt selbst war es sehr ruhig. * Berufs=Jubiläum. Sigismund Ryske konnte in diesen Tagen auf eine 25jährige Diensttätigkeit bei der Viktoria-Brauerei.=G. Bochum, die mit der SchlegelScharpenseel=Brauerei.=G in Bochum verschmolzen worden ist, zurückblicken. In unermüdlicher Tätigkeit hat er in diesen 25 Jahren die Interessen der Firma vertreten. eh Die armen Abgeordneten! Die Entscheidung über das Eingemeindungsgesetz rückt immer näher. Noch in diesem Monat soll die erste Lesung im Landtag stattfinden. Von verschiedenen Seiten aus werden jetzt noch die allerstärksten Maßnahmen unternommen, um in Abgeordnetenkreisen für die eine oder andere Lösung Stimmung zu machen. Man macht sich teilweise keinen Begriff, in welchem Umfange diese Kulissenarbeit vor sich geht. Man hört sogar, daß einzelne einflußreiche, Männer des Industriegebietes versuchen. die Parteien, denen sie angehören, auf bestimmte Stellungnahmen festzulegen. Man braucht demgegenüber wohl nicht hervorzuheben, daß es kaum eine politische Frage gibt, die sich für eine parteimäßige Bindung der Abgeordneten weniger eignet, als diese Eingemeindungsvorlage. a Aus der katholischen Gemeinde. Der Neupriester Heinrich Hülsmann der zuerst seine Bestellung nach Gelsenkirchen=Rotthausen erhalten hatte ist nun von der bischöflichen Behörde nach Halberstadt (Sachsen) berufen worden. Hülsmann hat sein Amt bereits angetreten.— Zum Vikar nach Gelsenkirchen Gchandate=But un Schsheten. Vom Reichsausschuß für hygienische Volksbelehrung wird der Wohlfahrts=Korrespondenz geschrieben: In den nächsten Tagen werden unsere sechsjährigen Jungen und Mädel ihren ersten Einzug in die Schule halten. Der Weg dorthin ist stets mit einer Menge guter Wünsche und Erwartungen für das geistige Gedeihen des kleinen===Schützen gepflastert. Aber über allem vergesse man nicht als oberste Voraussetzung die Anwendung des alten Lehrsatzes, daß nur in einem gesunden Körper ein gesunder Geist wohnt. Die Verantwortlichen dafür sind die Eltern besonders ist es die Mutter. Sie muß mit den Vorbereitungen ihres Kindes für die Schule rechtzeitig am frühen Morgen beginnen: sie muß selber aufstehen und ihr Kind zur rechten Zeit wecken. Sie muß dafür sorgen, daß es sich sorgfältig wäscht, die Zähne putzt, und ordentlich anzieht. Vor allem muß das Kind genügend Zeit für das Morgenfrühstück haben. Das Frühstück muß so vorbereitet sein, daß es das Kind sofort und bequem einnehmen kann. Schon am Abend vorher müssen die Kleider in Ordnung gebracht und zum Anziehen zurechtgelegt sein, auch die Schulmappe muß gepackt sein, um jeden Zeitverlust am nächsten Morgen zu ersparen. Nicht nur für das körperliche, auch für das geistige und seelische Wohlbefinden des Kindes ist es notwendig, daß die Mutter beim Frühstück des Kindes dabei ist und es durch liebevolle Unterhaltung und Zureden überwacht. Für das Schulgepäck ist immer noch am zweckmäßigsten und gesündesten der an zwei Riemen befestigte und auf dem Rücken getragene Schulranzen. Nur er ermöglicht eine gleichmäßige Belastung des Körpers und vermag durch seine Lage Verkrümmungen der nachgiebigen jugendlichen Wirbelsäule wirksam vorzubeugen. In der Frühstückstasche gebe man dem Schulkind ein zweites Frühstück mit, nicht zu wenig. aber auch nicht zu viel, damit der Appetit für das Mittagbrot nicht verloren geht. Man vergesse dabei das O bst nicht! Kommt das Kind aus der Schule, so lasse man es nicht sofort die Schularbeit machen. Man gewähre ihm eine Freizeit, lasse es in aller Ruhe Mittag essen, spielen oder im Freien sich tummeln. Die Schularbeiten selber müssen in guter Beleuchtung, an einem dem Kinde angemessenen Tisch und ebensolcher Sitzgelegenheit erledigt werden. Dabei ist nötig, daß der Rücken des Kindes eine feste Stütze am Stuhle hat. Nach beendeter Schularbeit ist natürlich für ein Austoben des jugendlichen Körpers durch Sport und Spiel und Bewegung, möglichst im Freien zu sorgen. Der schädliche Einfluß, der durch das ungewohnte Stillsitzen in der Schule und bei der Hausarbeit auf die Gesundheit ausgeübt wird, soll nicht bloß durch die Turnstunde in der Schule, sondern durch ausreichende Körperbewegung zu Hause unbedingt ausgeglichen werden. Von großer Wichtigkeit ist schließlich die Innehaltung einer regelmäßigen und ausreichenden Nachtruhe. Man gewöhne die Kinder daran, täglich zu bestimmter Zeit ins Bett zu gehen und störe sie dann nicht im Schlaf durch falsche Eitelkeit, etwa wenn Besuch kommt oder wenn es gilt, irgendwelche Künste des Kindes anderen vorzuführen. Die Abendmahlzeit soll, nicht zu reichlich und wiederum möglichst von Obst begleitet sein. Ein Kind, für das die Mutter diese Grundregeln des ABC der kindlichen Gesundheit anwendet, wird in der Schule immer frisch und munter sein, seine geistige Aufnahmefähigkeit wird sich gleichbleiben und sein Körper wird unter der einschneidenden Veränderung, welche die Schule für das Kind bedeutet, nicht leiden. wurde der früher an der Propsteikirche tätige Vikar Möbius aus Holthausen bei Fredeburg ernannt. ** Keine Aufhebung des Durchgangsverkehrs Hattingen—Bochum—Recklinghausen. Durch verschiedene andere Blätter ging kürzlich die Nachricht, es werde an die Aufhebung des Durchgangsverkehrs auf der Straßenbahnlinie Hattingen—Bochum—Herne— Recklingbausen gedacht. Wie wir dazu von authentischer Seite erfahren, bleibt der Verkehr so wie er jetzt organisiert ist, bestehen, da die gemachten Erfahrungen durchaus befriedigen. x Ein moderner Reparaturwagen. Seit einigen Tagen hat die Reparaturwerkstätte der Gelsenkirchener Straßenbahn einen ganz modernen Auto-Turmwagen in Betrieb. Das neue Werkstättenauto wird mittelst Motor hochgedrückt und nur in der Innenstadt verwandt. Während die beiden übrigen Nachdruck verboten.) Roman von Agatha Christie, ins Deutsche übertragen von Irene Kafka. Copyright by: Carl Duncker Verlag, Berlin W 62. „Dann saß ich in Aegypten bis zum Waffenstillstand,“ fuhr Tommy fort,„sogar noch etwas länger, und wurde schließlich, wie ich dir schon sagte, demobilisiert. Und seit zehn endlos langen Monaten bin ich nun auf der Stellungssuche. Es gibt keine Stellungen! Und wenn welche da wären, würde man sie mir nicht geben! Wozu tauge ich? Was verstehe ich von Geschäften! Nichts!“ Tuppence nickte trübe. „Und in den Kolonien?“ schlug sie vor. Tommy schüttelte den Kopf. „Ich mag die Kolonien nicht. Und ich bin fest Aberzeugt, daß auch sie mich nicht mögen!“ „Und reiche Verwandte?“ Wieder schüttelte Tommy den Kopf. „Oh. Tommy, nicht einmal eine Großtante?“ „Ich habe zwar einen alten, gut situierten Onkel, aber den mag ich nicht.“ „Warum nicht?“ „Er wollte mich adoptieren. Ich lehnte ab.“ „Ich glaube, den Grund gehört zu haben“, sagte Tuppence langsam.„Du solltest deiner Mutter wegen nicht...“ Tommy errötete. „Ja, es wäre für die Mater ein harter Schlag Vernsien ie ucht loch ie bute uer uich dier ble haßte sie... wollte mich ihr nehmen.“ „Deine Mutter starb, nicht wahr?“ fragte Tuppence leise. Tommy nickte nur. Sie sah ihn aus verschleierten Augen an. „Du bist ein guter Kerl, Tommy. Ich habe es immer gewußt.“ „Ach“, meinte Tommp.„aber jetzt siehst du, wie ich daran bin. Knapp am Verhungern.“ „Ich nicht minder! Ich wartete, solange es ging. Ich sah mich um. Ich antwortete auf Annoncen. Ich versuchte, was nur menschenmöglich war. Doch nichts nützte. Nun werde ich wohl heimfahren müssen.“ „Gern?“ „Sehr ungern. Doch was nützt Sentimentalität? Vater ist gut, ich liebe ihn sehr, doch du ahnst nicht, welche Sorge ich ihm mache. Er hat noch die Ansicht, daß kurze Röcke und Zigarettenrauchen für ein Mädchen unmoralisch sind. Da kannst du dir beiläufig denken, welch ein Dorn im Auge ich ihm bin. Er atmete erleichtert auf, als der Krieg mich hinwegschwemmte. Denn du mußt wissen, wir sind sieben Stück im Hause. Das ist gräßlich! Ich mag nicht zurück, aber— 5 Tommy, was wird anderes zu machen sein?“ Tommy schüttelte traurig den Kopf. Ein Weilchen blieb es still, dann brach Tuppence los: „Geld, Geld, Geld! Morgens. mittags und nachts denke ich an nichts anderes. Es ist vielleicht schändlich von mir, aber es ist so!“ „Mir geht's ebenso“, sagte Tommy mitfühlend. „Ich überdachte jede Möglichkeit, zu Geld zu kommen“ fuhr Tuppence fort.„Es sind ihrer drei: es zu erben, es zu erheiraten, es zu verdienen. Das erste scheidet aus. Ich habe keinerlei anliche Beziehungen. Und wenn schon, so sitzen sie in den Versorgungshäusern. Ich bin alten Damen immer bei Straßenübergängen behilflich und hebe Päckchen auf, die alten Herren aus der Hand fallen. Stets in der leisen Hoffnung, sie möchten sich als exzentrische Millionäre entpuppen. Doch keiner von ihnen fragte je nach meinem Namen,— und viele dankten nicht einmal.“ Ein Weilchen blieb es still. „Gewiß", wiederholte Tuppence,„wäre die Ehe noch das Beste für mich. Als ich ganz jung war, beschloß ich schon, eine Geldheirat zu machen. Jedes vernünftige Mädchen denkt so. Ich bin kein Gefühlsmensch, das weißt du.“ Sie hielt inne.„Nun? Du wirst mir doch nicht sagen, ich sei Gefühlsmensch?“ setzte sie scharf hinzu. „Gewiß nicht", pflichtete Tommy eilig bei.„Kein Mensch würde jemals Gefühl mit dir in Verbindung nennen.“ „Du bist nicht eben höflich“, gab Tuppence zurück, „aber es ist trotzdem wahr. Dazu kommt, daß alle netten jungen Leute, die ich kenne, ebenso arm sind wie ich.“ „Und der General?“ erkundigte sich Tommy. „Der betreibt wahrscheinlich im Frieden einen schwunghaften Handel mit Fahrrädern. Nein, nichts für mich. Doch du,— du könntest eine reiche junge Dame heiraten.“ „Es geht mir wie dir. Ich kenne keine.“ „Das tut nichts. Du kannst immer eine kennenlernen. Wenn ich beispielsweise einen Herrn in einem Pelzmantel aus dem Ritz kommen sehe, kann ich nicht auf ihn zuspringen:„Mein Herr, Sie sind reich, ich möchte Sie kennenlernen!“ „Du rätst mir, so zu einer gut gekleideten Frau zu sprechen?“ „Rede nicht so dumm! Du trittst ihr auf den Fuß oder hebst ihr Taschentuch auf oder sonst irgendwie. Bemerkt sie, daß du sie kennenlernen willst, so ist sie, geschmeichelt und wird es sicher einzurichten wissen.“ „Du überschätzest meine männlichen Reize“, murmelte Tommy. „Andererseits", fuhr Tuppence fort.„ist Eheschließen nicht so einfach. Bleibt also: Geldverdienen!“ „Das versuchen wir doch ohne Erfolg“, rief Tommy ihr ins Gedächtnis. „Wir versuchten es auf geraden Wegen wohl! Probieren wir es einmal auf ungeraden! Tommy, werden wir Abenteuerer! „Gern“, gab Tommy fröhlich zurück.„Wie wollen wir beginnen?“ „Da sitzt die Schwierigkeit. Wenn wir uns erst durchgesetzt haben, könnten Leute uns mieten, um Verbrechen für sie zu begehen.“ „Entzückende Idee“, rief Tommy,„besonders wenn sie von einer Pastorstochter kommt.“ „Die moralische Schuld", erklärte Tuppence, „läge bei ihnen, nicht bei mir. Du mußt zugeben, daß es nicht gleich ist, ob du ein Diamanthalsband für dich stiehlst, oder ob du beauftragt wirst, es zu stebleg.“ „Wenn man dich erwischt, macht man nicht den geringsten Unterschied.“ „Vielleicht nicht. Doch ich würde nicht erwischt werden. Ich bin so geschickt!“ „Bescheidenheit war immer deine hervorstechendste Eigenschaft“, bemerkte Tommy. „Sei ruhig! Sag', Tommy, sollten wir es nicht wirklich verstehen,? Wollen wir uns nicht geschäftlich zusammentun?“—„Zu einer Gesellschaft für Diebstähle von Diamanthalsbändern?“ „Das war nur ein Beispiel. Gründen wir eine — wie nennt man das in der Buchhaltung?“ „Weiß ich nicht. Buchhaltung kann ich nicht.“ „Ich schon, doch ich verwechselte immer alles, trug Eingänge am Debetkonto ein und umgekehrt— bis man mich hinausfeuerte. Oh, aber ich weiß— eine G. m. b..!“ „Unter der Flagge—„Die Abenteurer, G. m. b..“— So meinst du doch, Tuppence?“ „Du hast leicht lachen, aber mir ist, als hätte das Ganze doch einen Sinn.“ „Und auf welche Weise hoffst du deine Arbeitgeber zu finden?" „Durch Annoncen“, gab Tuppence rasch zurück. „Host du ein Stückchen Papier und einen Bleistift bei dir? Männer führen das scheinbar immer mit sich, wie wir Haarnadeln und Puderdose.“ Tommy reichte ihr ein etwas schäbiges Notizbuch, und Tuppence begann emsig zu schreiben. „Wie beginnen wir also?— Junger Offizier, zweimal kriegsverwundet...—“ „So bestimmt nicht.“ „Wie du willst, mein Junge., Aber ich kann dir versichern, daß das die Art ist, das Herz einer dlt Schutz von Naturdenkmälern. Ueber das Verhältnis zum Baumschutzgesetz zur Befugnis der Polizei gemäß§ 30 des Feld- und Forstpolizeigesetzes, Naturdenkmäler durch Polizeiverordnung zu schützen, bestehen noch vielfach Unklarheiten. Es ist die Auffassung vertreten, daß eine Polizeiverordnung zum Schatz eines als Naturdenkmal anzusehenden Raumes deshalb nicht erforderlich sei, weil der betreffende Raum in einer Verbandsgrünfläche liege und somit den Schutz des Baumschutzgesetzes genieße. Das ist nur in gewisser Hinsicht zutreffend. Der einzelne Baum in einer Grünfläche genießt den Schutz des Gesetzes nicht unbedingt. Er darf nämlich geschlagen werden, wenn, wie das Gesetz sich ausdrückt, „es sich um Holznutzungen geringen Umfanges handelt, die in der eigenen Hauswirtschaft des Eigentümers oder Nutzungsberechtigten gebraucht werden". Wenn also der Eigentümer auf den Gedanken verfällt, gerade das Naturdenkmal zu Brennholz für den Winter in seiner eigenen Hauswirtschaft zu verwenden, so steht ihm dieses absolut frei, soweit er das Holz notwendig braucht. Es wird sich also empfehlen, zum Schutz solcher Naturdenkmäler aufgrund des§ 30 des Feld= und Forstpolizeigesetzes eine Polizeiverordnung zu erlassen. Eine weitere irrtümliche Auffassung hat sich bezüglich der Stechpalmen(Hülskrabben) breit gemacht. Die betreffenden Polizeiverordnungen verbieten das Ausroden und Feilhalten der Stechpalmen. Von diesem Verbot wird zugunsten der Eigentümer oder Nutzungsberechtigten eine Ausnahme gemacht. Hierbei muß aber berücksichtigt werden, daß Hülskrabben, die in einer Verbandsgrünfläche oder in einer eingetragenen Baumschutzfläche liegen, selbstverständlich in erster Linie dem preußischen Baumschutzgesetz unterstehen, welches durch Polizeiverordnungen nicht geändert werden kann, sodaß also der Berechtigte in diesen Flächen nur, wie bereits erwähnt, in geringem Umfang zur Verwendung in der eigenen Hauswirtschaft(also nicht zum Verkauf auf dem Markt!] Stechpalmen abschlagen darf Die weitere gesetzliche Ausnahme, daß solche Eingriffe auch gestattet sind zwecks Aufforstung zur Bekämpfung schlecht bestandener Flächen, zur Bekämpfung von Insektengefahr und Abwendung der durch Windbruch, Schneebruch oder Brand entstandenen Schäden, kommen für gewöhnlich nicht in Betracht. Zudem wird es sich in diesen Fällen immer empfehlen, die Genehmigung einzuholen, da die Entscheidung darüber, in welchem Umfange solche Eingriffe für zulässig zu erachten sind, im Zweifel der genehmigenden Behörde, nicht aber dem Einzelnen zusteht. Man wende sich in solchen Fällen an die Ortspolizeibehörden, welche hierüber bereitwilligst Auskunft erteilen werden. Turmwagen mit Handbetrieb nur seitlich einen kleinen Raum für Reparaturmaterial besitzen, ist in dem neuen Auto-Turmwagen ein Aufenthalt für vier Personen vorgesehen. Der neue Auto-Turmwagen hat ein Eigengewicht von 5904 Kilogramm und Tragfähigkeit von 2700 Kilogramm. ** Bäume an den Straßen und Plätzen der Stadt. Es ist zu begrüßen, daß die Gartenverwaltung bemüht ist, Straßen und Plätze mit Bäumen zu bepflanzen. Sie sind ja bekanntlich die Lungen einer Großstadt. Im Zuge der Straßen findet man Rüster, Ulmen, Pappeln, Birken, Kastanien, Platanen, Akazien usw. Einen Baum aber möchte man gern öfters sehen, nämlich die Linde. Welche Bedeutung dieser deutsche Baum in Lied, Sage, Märchen und in der deutschen Geschichte hat, ist ja bekannt. Sie eignet sich besonders für diese Gegend, da sie gegen Rauchschwaden geschützt ist, schnell wächst und einen herrlichen Schatten spendet. Besonders schön ist sie zur Blütezeit. Sie erfreut dann nicht nur das Auge, sondern verbreitet köstlichen Duft und gibt den Bienen reichlich Honig. Die Schulhöfe möge man bei Bepflanzung der Plätze nicht übersehen. * A u s b a u d e r G a r t e n s t r a ß e. I n d e n l e t z t e n W o chen ist der Ausbau und die Erbreiterung der Gartenstraße mit Eifer betrieben worden. Sie wurde gepflastert, mit Bäumen bepflanzt und mit elektrischem Lichte versehen. Ein Teil des Imbergschen Gartens ist der Erbreiterung zum Opfer gefallen. Die Bäume aber hat man stehen lassen, nur einige Birken wurden verpflanzt. Durch den Ausbau hat die Gartenstraße sehr gewonnen und in schönem, breiten Bogen mündet sie in die Bergstraße. Der alte Zaun bei Imberg ist verschwunden und hat einem gefalligen, modernen Zaune Platz gemacht. Nach Fertigstellung gehört die Gartenstraße zu den schönsten und verkehrreichsten Straßen der Stadt. Ist sie doch die nächste Haltestelle und die Hauptzufuhrstraße für das Polizeipräsidium, das Finanz= und Hauptzollamt, sowie für die Ortskrankenkasse des Landkreises. In der schönen Jahreszeit wird sie gern von Besuchern des Stadtparkes benutzt. ** Vom Landesarbeitsgericht. Von Mai bis August vorigen Jahres war Dr. Cr. durch den Geschäftsführer des Westfälischen Verbandes des Zentralverbandes Deutscher Bäckerinnungen„Germania(Sitz Bochum), Abgeordneten Nientimp, als wissenschaft icher Hilfsarbeiter für den Verband mit der Aussicht angestellt worden, als stellvertretender Geschäftslichen Jungfrau zu rühren, die dich möglicherweise adoptiert, und dann hast du es nicht mehr nötig, ein „Abenteurer" zu sein.“ „Ich mag nicht adoptiert werden.“ „Ich vergaß, daß du voreingenommen bist. Ich hänselte die nur. Jetzt höre— wie klingt das? „Zwei junge Abenteurer zu vermieten. Uebernehmen alles, gehen überallhin. Hoher Lohn Bedingung.“ (Das könnte man ebensogut an den Kopf setzen.) Dann fügen wir noch hinzu:„Jedes vernünftige Anerbieten angenommen.““ „Ich glaube, wir dürften daraufhin eher unvernünftige Anerbieten erhalten.“ „Tommy! Du bist ein Genie! Das klingt doch noch besser— kein unvernünftiger Antrag abgelehnt, wenn hohe Bezahlung. Wie findest du das?“ „Ich würde nicht nochmals die Bezahlung erwähnen. Das sieht aus, als wartete man darauf!“ „Es kann gar nicht so stark danach aussehen, wie es in Wirklichkeit gemeint ist. Aber vielleicht hast du recht. Nun lese ich es nochmals vor:„Zwei junge Abenteurer zu vermieten. Uebernehmen alles, gehen überall hin. Hoher Lohn Bedingung. Kein unvernünftiger Antrag wird abgelehnt.“ Wenn du das lesen würdest, was dächtest du dabei?“ „Ich hielt es für einen Scherz oder für die Idee Mondsüchtiger.“ „Ach, ich las in Zeitungen schon viel tollere Dinge.“ Sie riß das Blatt aus dem Büchlein und reichte es Tommy.„So. Zur weiteren Amtshandlung. Ich denke, in„Times“. Antwort an Postfach soundso. Unter G. m. b..“ Es dürfte etwa fünf Schilling kosten. Hier die Hälfte als mein Anteil.“ Zweifelnd hielt Tommy das Papier in der Hand. Seine Wangen brannten in tieferem Rot. „Sollen wir wirklich versuchen?“ fragte er endlich.„Sollen wir, Tuppence? Nur des Spaßes wegen?“ „Herrlich, Tommy! Ich wußte, daß du dabei bist. Wollen wir auf den Erfolg anstoßen?“ Sie goß in jede der beiden Tassen einige Tropfen vom kalten Tee.„Auf unsere geschlossene Gesellschaft! Möge sie blühen und gedeihen!" (Fortsetzung folgt.) Die Sonberrechie aner Slewanschiaßberikage. Die Reichsbahndirektion Essen teilt uns mit: In Nr. 78 des„Bochumer Anzeiger“ stellt unter der Ueberschrift„Die Sonderrechte alter Gleisanschlußverträge" ein Dr. ter. vol. Witt die Behauptung auf, daß Zuschüsse, die ein Anschließer fruher einmal zum Bau seines Anschlusses gegeben habe, in Gestalt irgendwelcher Sonderrechte unbefristet weiter berucksichtigt werden müßten. Er führt dabei aus: „Beim unkündbaren Gleisanschlußverhältnis hat sich das Gericht mit der Frage der Beseitigung dieser Sonderrechte beschäftigt und seine Ansicht dahin niedergelegt, daß diese seitens der Eisenbahn nicht beliebig kundbar(val. Urteil des Oberlandesgerichts Hamm vom 10. August 1926, 3 U 408/26). Es ergibt sich die Frage, wie die Sonderrechte in kündbaren Gleisanschlußverträgen zu behandeln sind. Die allgemeine Rechtsauffassung geht dahin, daß die Eisenbahn in kündbaren Fällen wohl von dem Vertrage zurücktreten kann; aber hierbei kann und muß von dem Anschließer die Forderung geltend gemacht werden, daß die besprochenen Sonderrechte entweder in den neu zu tätigenden Vertrag wieder ausgenommen oder unter Abwägung von Leistung und Gegenleistung abgelöst werden müssen; denn der Vertragswille, auf den es letzthin ankommt ist nur so zu verstehen, daß der Anschließer auf Grund seiner erheblichen Leistungen den Genuß der Gebührenbefreiung unbefristet haben soll, d. h. solange das Anschlußverhältnis besteht.“ Was zunächst die angebliche Unkündbarkeit der Sonderrechte angeht, so hat sich allerdings das Oberlandesgericht Hamm in seinem Urteil 8 U 304/26 auch mit den angeblichen Sonderrechten befaßt. Es läßt aber die alten Vertragsrechte, die Witt hier Sonderrechte nennt, nur deshalb bestehen, weil es den unkündbaren Vertrag, dessen Bestandteile sie sind, überhaupt bestehen läßt. Daß übrigens unter Umständen auch ein solcher unkündbarer Vertrag aufgehoben werden kann, läßt auch dies Urteil erkennen(S. 14 des Urteils). Dasselbe haben auch andere Entscheidungen höherer Gerichte mehrfach festgestellt, so z. B. das Reichsgericht im Falle„Renson" Gelsenkirchen(V. 154/1907) und„Präsident" Boch um(VI. 34/1926). Werden solche Verträge wegen etwa eingetretener Unmöglichkeit oder Unzumutbarkeit aufgelöst, so ist die Rechtslage bei ihnen genau so, wie bei gekündigten kündbaren Verträgen: Die Vertragsauflosung ist eine vollständige. Irgendwelche angeblichen Sonderrechte oder, wie Witt sagt, wohlerworbenen Rechte(die das bürgerliche Recht in seinen Bestimmungen über die Aufhebung eines Vertrages überhaupt nicht kennt) brauchen in Zukunft nicht weiter berücksichtigt zu werden. Eine„Ablösung", wie sie Dr. Witt will, wäre ein versteckter Schadenersatz. Eine Verpflichtung zum Schadenersatz setzt aber§ 232 BGB. — und nur dieser Paragraph käme in einem solchen Falle zur Anwendung— nicht fest. Eine solche Regelung widerspricht auch nicht der Billigkeit. Beim Abschluß auch des sogenannten unkündbaren Vertrages gehen die Parteien von der Voraussetzung aus, daß aus betrieblichen Gründen der Anschluß moglicherweise in Zukunft fallen muß. Das ist ein unvermeidliches Risiko des Anschließers, das er übernimmt. Tritt dieser Zeitpunkt gar nicht oder sehr spät ein, so hat der Anschließer den besonderen Vorteil der langen Ausnutzung seiner sogenannten„Sonderrechte". Dann machen sich die von ihm bei Vertragsabschluß aufgewandten Sonderleistungen gut bezahlt. Hier hat die Reichsbahn den Nachteil. Will es aber der Zufall, daß z. B. betriebliche Notwendigkeiten schon bald die Beseitigung des Anschlusses erfordern, so machen sich die Sonderleistungen des Anschließers nicht voll bezahlt. Es ergeht ihm in diesem Falle wie auch sonst im kaufmannischen Leben bei verfehlten Spekulationen. Hier hat er den Nachteil und die Reichsbahn den Vorteil aus dem Geschäft. Diese Erwägungen gelten nicht nur für die sogenannten unkündbaren, sondern noch mehr für die kündbaren Verträge, bei denen sich aus der Aufnahme der Kündigungsklausel ergibt, daß von vonherein die vollständige Vertagsauflösung ins Auge gefaßt ist. Bei den Verträgen, um deren Auflösung es sich heute handeln könnte, kommt nun ein Nachteil für die Anschließer überhaupt nicht in Frage, weil diese Vertrage im allgemeinen vor 50 oder 60 Jahren geschlossen worden sind und sich die seinerzeit bei Vertragsabschluß aufgebrachten Leistungen der Anschließer im Verlauf dieser Zeit längst gut bezahlt gemacht haben. führer gegen 700 Mark Monatsgehalt aufzurücken. Er bekam nach und nach 400 Mark, wartete vergeblich auf seine Anstellung als stellvertretender Geschäftsfuhrer und erfuhr schließlich vom Vorsitzenden des Verbandes. daß er als Volontär mit 200 Mark Monatsgehalt angestellt worden sei. Das riß den Dr. Cr. aus allen eimmeln. Er beschritt den Klageweg gegen den Innungs=Verband und verlangte 3000 Mark Entschädigung, erklärte sich jedoch bei einer außergerichtliche Einigung mit 1200 Mark zufrieden. Später jedoch erhob er Klage gegen den inzwischen aus seiner Stellung ausgeschiedenen Abgeordneten Nientimp auf Zahlung von 1500 Mark, weil dieser ihm die Anstellung als stellvertretender Geschäftsführer vorgetäuscht habe, um ihn zum Eintritt beim Verband zu bewegen. Das Arbeitsgericht in Bochum wies die Klage ab, weil es sich auf den Standpunkt stellte, daß durch den seinerzeitigen Vergleich alle Forderungen beglichen worden seien, auch die Ansprüche gegen Nientimp. Dr. Er. machte gegen diese Entscheidung von dem Rechtsmittel der Berufung Gebrauch und behauptete vor dem Landesarbeitsgericht, daß der Abgeordnete Nientimp bei Abschluß des außergerichtlichen Vergleichs mit dem Innungsverband schon aus seiner Stellung geschieden war. Das Landesarbeitsgericht gab dem Kläger Recht und verurteilte unter Aufhebung der erstinstanzlichen Entscheidung den Abgeordneten Nientimp zur Zahlung von 1500 Mark an den Kläger, da des Klägers Ansprüche an Nientimp durch den Vergleich mit dem Innungsverbande nicht berührt worden seien. Nientimp hätte, wenn er sein Versprechen, Dr. Cr. als stellvertretenden Geschaftsführer anzubringen, nicht hätte halten können, dem Kläger davon rechtzeitig Mitteilung machen müssen. Das jetzige Urteil ist endgültig, da Revision dagegen nicht zugelassen wurde. on Deutscher Abend beim Stahlhelm. Im großen Saale der Panzergrotte veranstaltete am vergangenen Samstag abend der Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten, einen Deutschen Abend, der sich eines regen Zuspruchs erfreute. Nach einem herzlichen Begrußungswort des stellvertretenden Kreisführers wurde wie gewöhnlich die Ehrung der im Weltkriege Gefallenen vorgenommen. Oberstleutnant Borcherdt(Wernigerode) sprach über das Thema:„Der Stahlhelm als Traditionskompagnie für den Geist der alten Armee“. Der Redner verstand es ausgezeichnet, durch Schilderung einzelner Episoden aus den Kriegen Friedrichs des Großen, die Verbindung mit den Zuhörern sofort herzustellen, die ihm auch bis zum Schluß seiner Ausführungen mit großer Aufmerksamkeit folgten. Er schilderte die Treue und den Gehorsam der Soldaten Friedrichs des Großen und stellte sie als Vorbild hin. Dann leitete er über zum Weltkriege, dessen einzelne Phasen er packend darzustellen wußte. Auch in diesem Völkerringen seien die deutschen Soldaten ihren Vorfahren treu geblieben. Besonderes Lob zollte der Vortragende den freiwilligen Organisationen, die sich seinerzeit gegen die Polen, die Bolschewisten und gegen die Spartakisten zur Wehr gesetzt hatten. Auf die Vorgeschichte der Revolution eingehend. betonte Oberstleutnant Borcherdt. daß die Front im November 1918, als Ganzes betrachtet, völlig festgestanden habe. An die Jugend richtete er die Aufforderung, in die vaterländischen Verbände, in den Jungstahlheim einzutreten. Der Stahlhelm sei Volk und Vaterland dafür verantwortlich, daß Deutschland moralisch nicht abgerüstet werde. Der Gedanke der Wehrhaftigkeit müsse erhalten bleiben und in die Herzen der Jugendlichen hineingepflanzt werden. Der Stahlhelm habe sich die Aufrollung der Kriegsschuldfrage und die Beseitigung der Kriegsschuldlüge zum Ziele genommen. Das Marchen von der Kriegsschuldluge müsse endlich verschwinden. Der Redner, der in die ernsten Betrachtungen da und dort auch goldigen Humor hineinzustreuen verstand, erntete lebhaften Beifall. Im Verlaufe des Abends wurde auch die Antwort des Reichspräsidenten von Hindenburg auf das Huldigungstelegramm der Bochumer vaterländischen Verbände vorgelesen, die bereits im„Bochumer Anzeiger" veröffentlicht wurde. Ein kameradschaftlicher Teil hielt die Anwesenden noch längere Zeit beisammen. X Schweißkurse. Der 5. Schweißkursus des Verbandes für autogene Metallbearbeitung e.., Ortsgruppe Bochum, auf den wir seinerzeit aufmerksam machten, hat so großen Erfolg gehabt, daß infolge außerordentlich vieler Anmeldungen zwei vollständige Paralellkurse unter Leitung des Dr.=Ing. Horst und zweier geprüfter Schweißmeister stattfinden konnten. Die beiden Kurse wurden am 15. dieses Monats mit einem gemeinsamen Abschlußabend beendet. Dank dem Entgegenkommen der Stadtverwaltung konnten wieder die Vorträge im Kinosaale der Feldsieverschule, der kaum die Teilnehmer fassen konnte, gehalten werden, während die praktischen Uebungen in der Lehrwerkstatt stattfanden. An Hand von mehreren 100 Lichtbildern führte Dr.=Ing. Horst in sechs zweistündigen Vorträgen die aufmerksamen Zuhörer in das Gebiet der gesamten Schweißtechnik ein und schilderte an besonders lehrreichen Bildern die Einrichtung und den Gebrauch vor allem von autogenen Schweißanlagen. Die mit 22 vollständigen Schweißplätzen ausgerüstete Lehr= werkstatt bot dann den Teilnehmern die Möglichkeit, unter der Leitung erfahrener Schweißmeister das theoretisch kennen Gelernte praktisch auszuprobieren, und an Hand zahlreicher Werkstücke, deren Schweißungen nach Fertigstellung genau untersucht wurden, auch die nötige Sicherheit und Fertigkeit in der Handhabung der Schweißwerkzeuge und in der Beurteilung des Werkstoffes zu erhalten. Die Räume für die Lehrwerkstatt wurden von der Firma J. H. Reineke, Apparatebauanstalt in Bochum, Castroper Straße, dem Verband für seine Lehrzwecke kostenlos zur Verfügung gestellt. Wie in den Nachbarstädten Essen, Dortmund und Duisburg hat erstmals auch das Arbeitsamt Bochum eine große Zahl Erwerbsloser an dem Schweißkursus teilnehmen lassen, um so die Ausbildung von gesuchten Facharbeitern durchzuführen. Ende Mai beginnt ein neuer Schweißkursus, * D a s S c h u l k i n d i m S t r a ß e n l e b e n. M e h r a l s bisher soll in Zukunft in den Bochumer Schulen auf den Verkehrsunterricht bei den Schulkindern Gewicht gelegt werden. Die Eltern, deren Kinder durch verkehrsreiche Straßen zur Schule gehen müssen, leben in ständiger Angst und Sorge um das Leben der Kinder. Rektor Junge(Witten) wünscht in allen Industriestätten ein einmütiges Zusammenarbeiten zwischen Volksschulen, Polizei, Stadtverwaltung, höheren Schulen Verkehrsvereinen und Kraftfahrervereinigungen. In allen Schulen sollen Kinder und Lehrpersonen durch Verkehrsoffiziere der Polizei mit den Straßenverkehrsregelungen, Polizeiverfügungen und der„Westfälischen Straßenordnung“ vertraut gemacht werden. Ferner erstrebt Rektor Junge, durch Mitwirkung des preußischen Innenministeriums die Herstellung von zur Vorführung in Schulen geeigneten Verkehrsfilmen zu veranlassen. Die Verkehrsschulung ist eine Aufgabe, der sich die Schulen nicht mehr entziehen können. (=) Fröbelscher Privatkindergarten, Ottostraße 14. Der Kindergarten ist nach Joachimstraße 8(Stadtmission) umgezogen. Hier sind schöne, helle Räume vorhanden, auch ein Gartenplatz ist da, sodaß der Umzug nur von Vorteil ist. Wir verweisen auf die heutige Anzeige. mv Unterhaltungsabend des Evangelischen Kirchenchores Altenbochum. Am Sonntag hatte der Evangelische Kirchenchor Altenbochum die zahlreichen Freunde seiner idealen Bestrebungen in das Lutherhaus geladen, um ihnen im Rahmen eines Unterhaltungsabends verschiedene Seiten außenkirchlicher Betätigung vor Augen zu führen. Die Vokalgemeinschaft trat in stattlicher Besetzung auf und hielt unter der rührigen Leitung des Lehrers Ernst Thielmann eine Reihe volkstümlicher Chöre bereit, die von Lenz, Heimat= und Vaterlandsliebe sangen. Zunächst trat der gemischte Chor in die Schranken und erfreute das Ohr durch Wilhelms„Wenn der Frühling auf die Berge steigt". Ein glücklicher Gedanke hatte den Dirigenten beraten, die Männerstimmen auf der Bühne nach vorn zu ziehen, wodurch die Klangstärke der wenigen Tenor= und Baßvertreter gegenüber den vielen Damenstimmen keineswegs ins Hintertreffen kam, wie die weiche Heraushebung der kleinen Soli bewies. Hier schon und in den nachfolgenden Sätzen von Kalliwoda, Schmiedeknecht(Ruhrlandlied), Hirsch und Kranzhoff durfte man Freude am elastischen Vortrag und Durchhalten der Textphrasen haben, die mit erfrischender Tonprägung Hand in Hand gingen. Um Abwechselung ins Programm zu bringen und die Männerstimmen besonders zu schulen, war die Zusammenstellung eines Doppelquartetts vonnöten. Auch das hatte gute Arbeit geleistet und übertraf die Darbietungen des Gesamtchores noch durch differenzierte Dynamik, die bis ins Pianissimoregister tragfähig blieb und beim Publikum mit Recht dermaßen verfing, daß eine Zugabe erbeten wurde, die einem Schlummerlied duftige verträumte Stimmung auf den Weg gab. Es wäre ratsam, auch den Frauenchor in ähnlichen Aufgaben allein zu beschäftigen, wodurch die Feinheiten seiner Deklamation zweifellos noch gewinnen würden. Die Pausen zwischen den Chören füllten etliche Violinsoli, die Karl Brauns mit sicherer Technik, männlicher Durchblutung des Tonsatzes und sicherem Blick für interessierte Aufnahme zu bieten wußte. Am Klavier begleitete Heinrich Schrumpf gewandt und überraschte gleichfalls durch einige Soli, die seine Fertigkeit im Spiel beleuchtete. Zum Schluß des gelungenen Abends gab es ein zweiaktiges Theaterstück von Renker, das unter dem Titel„Die vom Rastanhofe", bäuerlichen Starrsinn und Musikantensehnsucht zu gesunder Mischung veranlaßte, da der wackere Kantor und die Frau des Hofbesitzers mit Zähigkeit für die berufliche Zukunft des jungen Wilhelm kämpften. Eine flotte Aufführung des Stückes machte den vielen Hörern eitel Freude. Weniger angenehm war, daß im hinteren Saal halbwüchsige Jugend so oft die Vorträge durch lautes Unterhalten störte. * Behörde gegen Behörde. Der unter dieser Ueberschrift in der Samstagnummer veröffentlichte Aufsatz stammt aus der Feder des Regierungsassessors Dr. Groeger; er gibt dessen Auffassung über das strittige Thema wieder. h. Meinungsverschiedenheiten über das zentrale Mordkommissariat. Von einer polizeilichen Stelle im Ruhrgebiet erhalten wir folgende Auslassung:„Wenn in Verbindung mit der Nachricht von der Errichtung eines zentralen Mordkommissariats in einigen anderen Blättern ausgeführt wurde, daß es auch Aufgabe des Zentralkommissariats sein werde, die im Ruhrgebiet (mit Ausnahme von Essen) bisher nicht aufgeklärten Mordfälle zu bearbeiten, so liegen darim offensichtlich gewisse Vorwürfe gegen die bisher diese Mordfälle bearbeitenden Kriminalbeamten der verschiedenen Polizeipräsidien. Zu solchen Vorwürfen gegen diese Polizeibeamten besteht aber keineswegs mehr Anlaß als gegen Essen auch; denn auch in der Essener Kriminalgeschichte gibt es eine Reihe von Morden, bei denen die Nachforschungen der Essener Kriminalpolizei vollständig ergebnislos verliefen, und über die man das Gras wachsen ließ. Wenn jetzt schon mit Vorwürfen von Essen aus gegen die Polizeibehörden außerhalb der Gegen Uebersteuerung und Verschwendung. In den„Sozialistischen Monatsheften", macht Ludwig Quessel folgende Feststellungen:„Derjenige Teil des Mehrwerts oder arbeitslosen Einkommens, der der Akkumutation, der Kapitalanlage, entzogen und wirklich von den Kapitalbesitzern konsumiert werden kann, wird von bürgerlichen Nationalökonomen auf 2½ Milliarden, von sozialistischen auf 5 Milliarden Mark geschätzt. Auch wenn man diese letzte Zahl als richtig annimmt, ergibt sich die Unmöglichkeit, den ins Riesenhafte gesteigerten öffentlichen Aufwand anders als durch Kürzung des Reallohns der Arbeiter und Angestellten zu finanzieren. Was Reich, Länder und Gemeinden 1913 gegenüber heute zu viel ausgeben, kann nur zu einem Bruchteil aus dem zur Konsumtion freistehenden Teil des Mehrwerts gedeckt werden. Der überwiegende Teil des öffentlichen Aufwands muß dem Arbeiterlohn entnommen werden. Daher das dumpfe Grollen der Volksmassen, die langsam zu begreifen anfangen, daß schließlich auf sie jede Steigerung der unvroduktiven Ausgaben des Reiches, der Länder und Gemeinden zurückfällt, daß das parlomentarische System ihnen keinen Schutz mehr vor zermalmender Belastung bietet. Wer die Geschichte des Parlamentarismus kennt, weiß, daß die Parlamente groß und mächtig geworden sind, indem sie sich schützend vor den Steuerzahler gegenüber einer Bürokratie stellten, die Jahr für Jahr die Ausgaben zu steigern suchte. Wenn die deutschen Parlamente diese Aufgabe, die der Grund und der Zweck ihres Daseins ist, mißachten, wenn sie mit der Bürokratie anstatt gegen sie arbeiten, wird die letzte Stunde des Parlamentarismus bald schlagen.“ Zentrale Essen begonnen wurde, so ist damit leider kein guter und erfolgversprechender Anfang für die Tätigkeit der Essener Zentrale gemacht. Man wird wohl für: das gegenseitige Zusammenarbeiten einen fruchtbareren Boden suchen mussen.“ &* Lohn= und Tarifbewegung im rheinisch=westfälischen Holzgewerbe. Seit Februar dieses Jahres finden für das rheinisch= westfälische Holzgewerbe Tarifverhandlungen statt zwecks Abschluß eines neuen Tarifvertrages und Neuregelung der Löhne. Mit Rücksicht auf die noch ungeklärte Lage im übrigen deutschen Holzgewerbe wurde von den Parteien der Tarifvertrag sowie auch das Lohnabkommen bis zum 1. Juli dieses Jahres verlängert; jedoch sollen die Verhandlungen so rechtzeitig weitergeführt werden, daß bis zu dem genannten Termin eine Einigung in den strittigen Fragen erzielt ist. %h Das Arbeitsamt weist die Vorwürfe zurück. In einer Besprechung mit den Vertretern der Presse die Samstag in Dortmund stattfand, nahm der Präsident des Landesarbeitsamtes Westfalen, Dr. Ordes mann, Gelegenheit, auf die Vorwürfe einzugehen. die in letzter Zeit gegen die Landesarbeitsämter in der Oeffentlichkeit erhoben wurden. Die Vorwürfe seien(wie auch schon das Düsseldorfer Landesarbeitsämt im„Bochumer Anzeiger“ erklärte) unbegründet; denn das Gesetz über Arbeitsvermittelung und Arbeitslosenversicherung sei wohl am 1. Oktober 1927 bereits in Kraft getreten, aber der kommunale Arbeitsnachweis sei erst im Oktober 1928 in die Reichsanstalt übernommen worden. Er müsse jetzt erst zu besseren Leistungen entwickelt werden. Aus den früheren 63 öffentlichen Arbeitsnachweisen in Westfalen wurden 34 Arbeitsämter von verschiedener Ausdehnung und Bevölkerungszahl gebildet. Vor der Eingliederung waren in den Arbeitsnachweisen 1114 Arbeitskräfte vorhanden, während für das laufende Haushaltsjahr nur 832, Stellen, davon 800 für die Arbeitsvermittlung, vorgesehen sind. X Zwei junge Leute vermißt. Vermißt werden sett dem 10. April der Arbeiter Heinrich Rubach, geboren am 18. September 1913 in Bochum, zuletzt Hennigfelderstraße 11 wohnhaft. Beschreibung: 1,58 Meten groß, schmächtig, dunkelblondes Haar, volles Gesicht, blaue Augen, große Ohren, kleiner Mund, vollständige Zähne. Bekleidung: graue Mütze, grüner Mantel, grauer Anzug, Schal, schwarze Schuhe. Vermutlich hat R. sich einem Schausteller vom Kirmesplatz angeschlose sen. Seit demselben Tage ist auch der Drogist Erwin Bludau, geboren am 29. März 1910 in Dortmund, zuletzt Bochum, Lohberg Nr. 20 bei den Eltern wohnhaft, verschwunden. Beschreibung: 1,70 Meter groß, schmächtig, schwarzes Haar, bleiches Gesicht, hohe Stirn, braune Augen, weiße, vollständige Zähne, zurückweichendes Kinn. Bekleidung: grauer Velourhut, dunkelkarierter Ueberzieher, graubrauner Anzug, Umlegekragen, gelbgrauer Selbstbinder, grauweiße Strumpfe, braune Halbschuhe, hat eine Armbanduhr im Besitz. Personen, die über den Aufenthalt der Vermißten zweckdienliche Angaben machen können, werden gebeten, bei der Kriminaldirektion in Bochum, Hattinger Straße 59/61, Zimmer 45, bezw. bei den örtlichen Kriminalwachen vorzusprechen. x Ein Betrunkener, der Unheil anrichtet. Freitag abend durchfuhr ein Motorradfahrer die Maltheserstraße. Kurz vor der Ueberquerung der Maarbrückerstraße lief plötzlich ein Betrunkener vom Bürgersteig auf den Fahrdamm direkt vor das Motorrad. Der Motorradfahrer, sowie seine auf dem Sozius sitzende Braut, wurden auf die Straße geschleudert, ein nachfolgender Radfahrer stürzte auch zu Boden und zerbrach hierbei die Vordergabel seines Rades. Der Motorradfahrer erlitt eine so schwere Kopfverletzung, daß er sofort dem Krankenhause zugeführt werden mußte; er war längere Zeit bewußtlos. Seine Gefährtin mußte allein das Motorrad, das unbrauchbar geworden war, fortschaffen. Sie kam mit geringen Verletzungen an der Hand davon. *“ Kleine Tageschronik. Die Eheleute Friedrich Steinhage und Frau Johanna geb. Ahlers, Gotenstraße 1, feiern heute das Fest der silbernen Hochzeit. Sie sind auch 25 Jahre Bezieher des„Bochumer Anzeiger".— Der sich an das Gebäude des„Bochumer Anzeiger“ anlehnende Flügel des neuen Rathauses ist nun so weit fertiggestellt, daß die Zimmerleute den Dachstuhl aufrichten konnten. Sobald das Dach gedeckt ist, wird man auch den ein Verkehrshindernis bildenden Zaun beseitigen können.— Am 12. April sind an der Ecke Kohlen= und Weitmarer Straße in Bochum zwei Kraftwagen zusammengestoßen. Eine Person wurde leicht verletzt. Veranstaltungen und Vergnügungen. (=) Operettentheater.„Prinz Leichtsinn“, die unverwüstliche heitere Operette von Corzilius, übt nach wie vor eine äußerst starke Anziehungskraft aus, daß es ratsam ist, sich rechtzeitig mit Eintrittskarten zu versehen. Die Operette bleibt nur noch bis einschließlich kommenden Donnerstag auf dem Spielplan und beginnt allabendlich punkt 8 Uhr.— Die Sonntag nachmittag mit großem Beifall ausgenommene Kinderkomödie „Max und Moritz", sechs lustige Bubenstreiche von Wilhelm Busch, gelangt nur noch zweimal zur Aufführung, und zwar Dienstag und Mittwoch nachmittag 4 Uhr. Eintrittspreise von 50 Pfg. bis 2 Mk.— Alle im Umlauf befindlichen grüngedruckten Plakat=Vorzugskarten verlieren mit Ablauf des 27. April ihre Gultigkeit. Auch im letzten Monat haben wieder fast 2000 Aerzte in schriftlichen Gutachten Kathreiners Malzkaffee empfohlen— er ist eben doch das beste Kaffeegetränk, das wir heute haben.— Aber nicht nur Herzund Nervenkranke, Magen= und Darmleidende sollen stets Kathreiner trinken, sondern auch Gesunde— so sagen die Aerzte. Denn:„Vorbeugen ist besser als Heilen!"(332 Soeben aus einer Bochumer Krankenanstall als genesen zurückgekehrt, wer es Golles heiliger Wille, meinen lieben Gellen, unsern herzensgulen Valer, Großvaler, Bruder, Schwager und Onkel, den Kaufmann Emi Cuppe Infolge eines Herzschlages, Im Alter von 51 Jahren, zu sich In die Ewigkeil zu nehmen. Die trauernden Hinterbliebenen Gerlhe, Gelsenkirchen u. Wanne, den 11. April 1929 Die Beerdigung findet stalt am Monlag, dem 15. April. 16 Uhr, vom Trauerhause Castroper Str. 17. Trauerfeler eine halbe Stunde vorher Samstag morgen 3 Uhr verschied sanft und gottergeben, nach längerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden, mein lieber Mann, unser guter Vater. Bruder, Schwager und Onkel, der Invalide Ehriskalr Sciuz Im Alter von fast 71 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen Bochum-Hamme, Osnabrück und Gelsenkirchen, den 13. April 1929 Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 16. Aprfl. nachmittage 3 Uhr. vom Trauerhause Goldhammerstraße 45 aus, statt. Trauerteier ¼ Stunde vorher. Allen, denen aus Versehen keine besondere Nachricht zuging, diene diese als solche Heute nacht entschlief sanft nach langem, mit großer Geduld ertragenem Leiden, mein herzensguter lieber Mann, unser treusorgender Vater der frühere Rittergutsbesitzer RUUW EIGNENNNGNTEN Diplom-Landwirt im 62. Lebensjahr, tiefbetrauert von den Hinterbliebenen Margarete Ziehe geb. Dieke Lore Ziehe Rolf Ziehe Gertrude Ziehe Helmut Ziehe Bochum, Berlin, den 14. April 1929. Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 17. April 1929, nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause Wrangelstraße 38 aus, statt. 87907 Trauerfeier eine halbe Stunde vorher Statt jeder besonderen Anzeige! Heute nachmittag entschlief sanft und gottergeben nach kurzer, schwerer Krankheit meine liebe Schwester, unsere gute Tante Fräulein Vhma-Kächert versehen mit den Tröstungen der katholischen Kirche. Im Namen der Hinterbliebenen: Frau Clara Pfüller geb. Hackert Wiesbaden, Lanzstraße 14 Bürgermeister Wiedenbrüg u. Frau Maria geb. Haverkamp. Norf, Kr. Neuß Bochum, den 13. April 1929. Die Beerdigung findet statt Mittwoch, den 17. Aprll, morgens.30 Uhr, von der Leichenhalle des Elisabeth-Hospttals Kleine Beckstraße) sum alten Friedhof. Anschliebend das Seelenamt in der Propsteikirche Alles für andere, für eich nichts. Nach langem Leiden ist heute 10 Uhr morgens unsere liebe Schwester, Schwägerin und Tante PTätliein Eind Schhrnal im Alter von 66 Jahren aus einem arbeits- und segensreichen Leben in eine bessere Welt abberufen worden. So weh der Abschied von der teuren Verstorbenen. so froh das Aufatmen, als der stillen Dulderin die Erlösungsstunde schlug. Ihre selbstlose Aufopferung für andere wird ein gütiger Gott reichlich lohnen. Die trauernden Hinterbliebenen Stiepel, Querenburg, Herten, Buer-Erle. Marl. Neuß, Osterfeld, Mengede, Bochum, den 14. April 1929. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 17. April. 3 Uhr nachmittags, vom Trauerhause Stiepel, Hertastraße 47 aus, statt. Trauerfeier im Hause eine halbe Stunde vorher. Allen, denen aus Versehen keine besondere Nachricht zuging, diene dieses als solche Gott dem Allmächtigen hat es gefallen. Freitag vormittag 9½ Uhr, unsern lieben Vater, Schwiegervater und Großvater, den wohlachtbaren Herrn Junds Sesehan infolge Herzschlag, im bereits vollendeten 78. Lebensjahre, zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Um stille Teilnahme bitten: Die trauernden Hinterbliebenen Bochum, den 15. April 1929 Die Beerdigung findet am Dienstag. dem 16. April, nachmittags 3¾ Uhr. vom Trauerhause Robertstraße 101 aus. statt. Trauerfeier ¼ Stunde vorher Answärtige Geboren: Knaben: Alb. Boker(Hertha Luckhaus), Remscheid. Heinr. Kollmann(Hilde Spohr), Hamm. Otto Kelter (Friedel Wittmeyer), Bielefeld. Karl Heymanns(Minna Sternberg), Essen. — Mädchen: Hans Mersch(Gertrud Romberg), Buer. Verlobte: Lisa Hilgenstock mit Karl Bumann, Herbede und Essen. Paula Kemper mit Paul Kochslek, Mackenbach und Oerlinghausen. Verloren BrillantDie praktische Mode n Kcung für Damen Herren, Kinder Stets Eingang von Neuheiten bester Fabrikate, sehr preiswert Mertens Bochum, Obere Marktstr. 39 Erstkl. 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Sie ist drei Tonnen leichter und verbraucht etwa die Hälfte weniger Brennstoff als die bisher gebräuchlichen Lokomotiven. Berliner Tagebuch. Das Erdgeschoß der„Viktoria".— Der Keller, die große Mode.— Der Schnellzug von Wien.— Lustspieldichter in der Bar.— Königlicher Besuch.— Boris bei Hindenburg. Berlin, im April. In der City geschieht ein Wunder. In der Friedrichstraße steht ein Neubau vor der Vollendung, dicht am Rande des größten Verkehrs, viele tausende Menschen kommen vom frühen Morgen bis zum späten Abend vorüber und dennoch hat dieser Neubau keine Läden. Wenn sonst ein Haus in Berlin gebaut wird, wie kalkuliert der Baumeister?„Ins Parterre lejen wir ne Kneipe oder—'n Kaffee, nen Barbier, ine Wettannahme unne Filiale von— nem Stiefelfabrikanten— die Läden bringen die janze Amortisation.“ So haben Berliner Häuser alle kein Parterre. Wo es noch eine Wobnung im Erdgeschoß gibt. kündigt der Hauswirt zum nächsten Termin und baut Läden ein, die mehr Miete bringen. Scheinbar. Der erste Mieter für den Laden findet sich ja immer. Immer hat irgendwer ein paar tausend Mark gespart, geerbt, in der Lotterie gewonnen, um den schönen Traum der Selbständigkeit zu träumen. Das Geld wird in die Ladeneinrichtung gesteckt, Ware gibt es auf Ziel oder auf Stottern— und dann steht der junge Chef vergrämt in der Ladentür und wundert sich, wo die Käufer bleiben. Bis Weihnachten war warmes Wetter, da„gingen“ alle Geschäfte nicht, die Winterausstattung führten. Nach Weihnachten, als der erste Schnee kam, wollten die Leute auch nicht kaufen, denn„es wird ja bald Frühling“. Nun stellten sich die Ladeninhaber auf Frühjahrsutensilien um. Die kaufte auch niemand.„Mensch, in diset Jahr wird et jleich wieder Winter!“. Am ersten April sind viele Ladeninhaber die Miete schuldig geblieben, viele andere Läden sind geräumt und haben noch keinen neuen Mieter gefunden. Aber trotzdem wird kaum ein neues Haus gebaut, das nicht im Erdgeschoß auf'ne Kneipe, inen Friseursalon oder einen„Stiefelfritzen“ wartete. Die Stadt ohne Parterre. Wir Berliner haben uns an diesen Zustand so gewöhnt, daß uns sein Widersinn erst auf Reisen auffällt, in Städten, wo man vom Bürgersteig direkt in die Wohnstuben schauen kann, Mutter sitzt häkelnd am Fenster und hebt drohend den Finger zu den Jungens, die auf dem Asphalt spielen. Du siehst auf dem Klovier:„Ich küsse Ihre Hand Madam...“ aufgeschlagen, weil der neue Gassenhauer:„Warum hat denn das Dehra so viel Streifen?“ noch nicht in die Provinz gedrungen ist. Auf dem Tisch duftet die Kaffeekanne unter dem gestrickten Wärmer, Häuslichkeit, Glück am heimischen Herd wirbt verführerisch aus dem Fenster, dein Junggesellentum ist mahnend im Mark getroffen...... 4 8 Ja, vielleicht wird deshalb in der Provinz mehr geheiratet, weil der Blick von der Straße in die Wohnstube Heiratslust fördert. Wir dagegen in der Weltstadt, die wir früh aus der Bude der„möblierten Herren“ ins Büro und von da um fünf ins Kaffee, ins Kino oder aufs Tanzparkett laufen— die wir gar nicht wissen, was zu Hause ist; wir denken, das muß so sein— wie sollten wir auf den Gedanken kommen, daß man sich durch Heirat das Leben gemütlicher machen kann? Geburtenzunahme fordern die Bevölkerungspolitiker? Sie müßten die Läden aus den Berliner Parterres verbannen.... Aber unsere Baumeister brauchen die Läden im Erdgeschoß ja wegen der Kalkulation! Was ist da nun für ein reicher Besitzer, der sich auf dem teuersten Terrain der Friedrichstraße ein Haus ohne Läden bauen konnte? Der nicht die hoben Mieten des Budikers, des Buchmachers und der Stiefelfritzen braucht, um seine Hypothekenzinsen zu zahlen? Dieser reiche Hausbesitzer ist eine Lebensversicherungsanstalt. Nur an der Angst vor dem Tode wird so viel verdient, daß man sich in Berlin ein Haus ohne Läden bauen kann...(Schon vor dem Kriege hatte das größte Bürohaus in der Reichshauptstadt die Viktoriaversicherungsgeselschaft— es umschließt drei riesige Höfe in der Lindenstraße. In der Inflation wurde der Unterhalt selbst dieser reichen Gesellschaft zu teuer, da vermietete sie alle ihre Parterreräume an die Handelsvertretung der Sowjetregierung. Ach, wäre sie heute glücklich, wenn sie ein Haus ohne Parterre hätte...) Da wir uns nicht im Parterre heimisch fühlen können, zieht uns jetzt mit magischer Gewalt der Keller an. Kellerlokale sind die große Mode heute. Sie kommt aus Wien. In Wien hat man Bars, Kabaretts, ganze Theater im Keller. Ein Wiener Pianist namens Fröhlich kam engagementslos an die Spree(„Das Schönste noch am heutgen Wien— das ist der Schnellzug nach Berlin!“ singt ein Wiener Couplet) und blickte in der Fasanenstraße in ein leeres Kellerloch. Der Inhaber hatte schon alles mögliche versucht: Billardsaal, Spielklub, Speisehaus,— niemand kam. Schnell wurde der fröhliche Wiener mit ihm einig— er trug ihm an, das Geschäft auf„halbe halbe“ zu machen: er wollte den Keller„aufziehen“, der Gewinn sollte in gleiche Teile gehen. Es wurden zwei Flügel gemietet, nebeneinander gestellt, noch ein Wiener fand sich ein, die beiden Lundsleute spielten zusammen Wiener Lieder. Erst fanden sich österreichische Landsleute ein und das reichte für eine ganze Weile— denn halb Wien ist ja schon in Berlin. Weil so viele davon dem Theater, dem Film, der Presse angehören, gab ihre Stammkundschaft dem Keller ein lindes Klima von Bohème— damit war der Erfolg besiegelt. Der Duft der Boheme lockt die neugierigen Bürger wie verbotenes Land. Herr Fröhlich aus Wien machte ein Bombengeschäft. Nun kamen schnell die Copisten, die da glaubten, ihm das richtige Rezept abgeguckt zu hoben. So manches gähnend leere Lokal am Kurfürstendamm stellte sich auch zwei Flügel hin, der Erfolg Fröhlichs lockte die paar in Wien zurückgebliebenen Pianisten auch noch an die Spree, man konnte nirgends mehr einen Cobler trinken, ohne„Ich muß wieder amol in Grinzing sein!“ vierbändig zu hören. Der Professor Rakowianu, dem alle Wiener Zelebritäten die glühendsten Lobsprüche ins Stammbuch geschrieben haben, ließ sich gar eine Prunkbar in Gold und Samt einrichten — aber merkwürdig, er wie alle Nachahmer Fröhlichs hatten nicht den Erfolg auf ihrer Seite. Das Geheimnis von Fröhlichs„Sukzeß“ war: der Keller. Es ist romantisch, unter der Erde zu sitzen, es gibt ein Gefühl von Wohligkeit und Wärme, das nicht alltäglich ist. Aber nun haben wir eine Smoking=Keller=Bar. Das Eden=Hotel— das einzige große Hotel, das der Berliner Westen hat— hat im Herbst seine Kellerräume ausbauen lassen, ein Bremer Bankhaus haf das finanziert, es geht hier um manchen Grad vornehmer her als bei Fröhlich— aber der Keller, der Keller. der Keller hat wieder Wunder getan. Es gibt auch hier keine laute Jazzband, in einer Ecke plätschert ein Flügel unter Wiener Händen. Aber der Raum ist vom Nachmittag gesteckt voll. Nur gut angezogene Leute kommen her, viel Börse, viel Theater, viel Film, viel schöne nud teure Frauen. Der General von Seeckt trinkt hier seinen Mokka, wenn er von einem großen Diner kommt ler ist der meisteingeladene Mann von Berlin) und acht Tage hintereinander saß hier Abend für Abend ein Herr mit einem unsagbar klugen Gesicht und schönem weißen Haupthaar. der weiter nichts tat. als ab und zu einen Schluck Gin Fizz zu sich zu nehmen und dazwischen sich Notizen auf einem kleinen Zettel zu machen. Am sechsten Tage steckte er den letzten Zettel weg und bestellte eine Flasche Mumm Extra dry. Kennerisch schlürfte er sie mit unendlichem Behagen. Der Herr war Franz Molnar, der in diesen acht Tagen einsam inmitten der plaudernden Bar auf ganz kleinen Zettelchen sein neues Lustspiel bis zur letzten Szene konzipiert hatte... * Am Abend des Tages. an dem der hier weilende König Boris von Bulgarien den Reichspräsidenten besuchte, stattete er auch dem Casanova=Tanz= palast in der Lutherstraße einen Besuch ab. Der Anblick leicht beschwingter, schön angestrichener Tänzerinnen löste den Blick in die ehrlichen Züge des großen Marschalls ab. Die Galauniform vom Mittag hatte der königliche Besucher mit dem neutralen Smoking vertauscht. Und während in der Wilhelmstraße die Palaiswache im Stahlhelm— den die Bulgaren auch schon vor vierzehn Jahren kennen gelernt haben, ohne daß er 1918 das Unwetter von ihrem Haupte abhalten konnte— unter die Gewehre traten, begrüßte ihn in der Vorhalle des„Casanova“ der allnächtlich dort am Flügel amtierende persönliche Erzeuger von„Ich küß Ihre Hand Madame“ mit den Klängen dieser galanten Nationalhymne des Jahres 1929. Man kann es verstehen, daß es den Herrscher der Bulgaren einmal zu etwas Licht und frohem Lärm lockte. Daheim in Sofia ist um das Amüsement schlecht gesorgt. Ich war das letzte Mal 1917 dort. Mit Lackschuhen hätte man die meist nicht gepflasterten Straßen kaum passieren können. Außer ein paar Kriegsschiebern genoß niemand Sekt, die Landeskinder lebten von Joghurt, und im Hoftheater spielte man so bundesfreundlich wie schlecht das Stück eines Ungarn„Der gutsitzende Frack“, was vielleicht als Stimme der Sehnsucht aufzufassen war, weil den Bulgaren schon seit 1912 der Waffenrock schlecht genug saß. Seitdem ist es nicht freundlicher geworden in Sofia. Das Land trägt noch schwer an den Kriegswunden, es leidet auch an den vielen innenpolitischen Gräbern, die keine Blume schmücken darf, weil der Faschismus mit oder ohne Billigung des Königs, man weiß es nicht recht, ein eisernes Regiment führt. Vielleicht ist die Reise des Zaren Boris ein Urlaub, den er sich von heimischen Bitternissen gönnt, vielleicht braucht er einmal den quäkenden Klang der Saxophone, um die Sorgen oder auch die Gewissensbisse im eigenen Innern zu übertönen. Wie laut müssen die Jazzbands spielen, wenn sie das Klirren der Kerkergitter übertönen sollen, das heute die Träume aller Machthaber stört! Wenn sich früher die Könige incognito amüsieren wollten, fuhren sie nach Paris. Als Eduard VII. von England noch der Prince of Wales war, hat er die Nachtlokale des Montmartre ernährt. Jetzt langweilen sich die hohen Herrschaften auch nicht mehr, wenn sie dem Rufe:„Jeder einmal in Berlin“ folgen. So sehr sind wir Weltstadt geworden, daß wir mit allem dienen können— tags mit historischer Größe und abends mit der„Konzentration des Nachtlebens“. Tags mit Hindenburg und nachts mit Casanova. Der Berliner Bär. Amerilanisches. Unsere öffentlichen Fernsprecher werden jetzt allgemein mit Briefmarkenapparaten ausgestattet. Scheinbar hat die Postverwaltung selbst eingesehen, daß man sich schriftlich schneller verständigen kann als telephonisch. San Francisco Chronicle. * Bildschön meint ein Schriftsteller, die Kleider unserer Frauen seien ihre geformten Gefühle. In der Gegenwart ist nämlich von Gefühl wirklich selten etwas zu bemerken. New York Evening Post. * G. B. Shaw sagte jetzt, er sehe die Zeit kommen, da man kaum noch Kohle verbrauche. Vielleicht meint er damit den nächsten Sommer. Arkansas Gazette. * Am nötigsten brauchen jene Farmer staatliche Unterstützung, die in die Städte abgewandert sind. Pickerill Service. * Eltern! Wenn Ihr von Eurem hoffnungsvollen Sprößling Redensarten hört, die man eigentlich nur in Hafenkneipen aus dem Munde betrunkenen Gesindels vernehmen kann, so verhaut ihn nicht mehr. Vielleicht steckt ein großer Revuedichter in ihm. Macon Telegraph. In Canada gibt es kein Alkoholverbot. Der New Dork American“ wundert sich:„Nach unserer Statistik haben im letzten Berichtsjahr Reisende aus den Vereinigten Staaten dreißig Millionen Dollars in Canada ausgegeben. Canada muß ja geradezu fabelhafte Naturschönheiten besitzen. Militärsachverständige meinen, der nächste Krieg spiele sich funkentelegraphisch ab. Nach unseren Erfahrungen am Radio scheint der Krieg also schon im vollen Gange zu sein. Council Bluffs Nonpareil. Der erste Schulgung. Von Elisabeth Huber. Der erste Schulgang bedeutet für die meisten Kinder ein ganz besonderes Ereignis, und in Wirklichkeit beginnt ja auch damit ein neuer Lebensabschnitt. Die einen sehen mit Freude dem ersten Schultag entgegen, andere, meist nervöse Kinder, müssen die erste Zeit oft mit Zwang zur Schule gebracht werden, und eine dritte Sorte weiß noch nicht so recht, welche Gefühle sie ihm entgegenbringen soll. Kinder, die vorher gewöhnt waren, regelmäßig einen Kindergarten zu besuchen, haben ganz entschieden in vieler Hinsicht einen Vorsprung. Zunächst wird ihnen der pünktliche Schulbesuch nicht so schwer fallen, da sie dies vom Kindergarten gewöhnt sind, Dann lassen sich die kleinen Absolventen eines Kindergartens auch viel leichter einer Anzahl anderer Kinder harmonisch einreihen. Und gerade dem nervösen, meist sehr ängstlich und schüchtern veranlagten Kinde kommt der Besuch eines Kindergartens vor der Schulpflicht ganz besonders zugute, bedeutet er doch gewissermaßen ein langsames und unmerkliches(da es spielend geschieht) Ueberleiten zum Schulbesuch. Von Nutzen ist es für den kleinen Abe=Schützen, wenn es die Mutter versteht, einen gewissen Ehrgeiz in ihm zu entfalten. Welcher kleine Bürger schnappte nicht darauf ein, wenn ihn die Mutter vor den Spiegel stellt und ihm zeigt, wie er jetzt schon groß geworden ist und wie ihm der Schulranzen auf dem Rücken so sehr gut steht und ihn noch größer erscheinen läßt. Und wird er dann von der Mutter noch gefragt, ob er viel lernen und ein großer Mann werden möchte, dann fängt das Bübchen an, sich zu strecken und sieht sich heimlich meterweise wachsen. Jedenfalls nimmt sich der kleine Schelm fürs erste vor, in der Schule mindestens gleich für zwei Männer zu lernen und damit ist zunächst der eigentliche Zweck erreicht. Absolut unrichtig ist es, dem Kinde vor der Schule Angst zu machen; der Schulbesuch soll dem kleinen Anfänger so wenig wie möglich ein Gefühl des Zwanges aufnötigen. Hingegen ist der kleine Schüler von Anfang an daran zu gewöhnen, daß er selbst denken muß. Es wird ihm daher zu Hause beim Anfertigen seiner Hausarbeiten für die Schule am besten garnicht geholfen; denn an nichts gewöhnt sich das Kind schneller, als gerade daran, den Eltern oder älteren Geschwistern bei den Hausarbeiten das Nachdenken zu überlassen. Ferner hüte man sich davor, den kleinen Anfänger, dem vielleicht eben der Anfang etwas schwerer fällt als man erwartet hatte, durch Redensarten, wie:„Du wirst überhaupt nie etwas lernen usw.“ zu entmutigen. Auch in diesem Falle wird das Richtigste und Beste sein, immer wieder auf den Ehrgeiz des Kindes einzuwirken. Im übrigen vergesse man nicht, daß nicht jedes Kind die gleichen Fähigkeiten besitzt. Darum würden die lieben Mütter oft von vornheren gut tun, ihren Kindern nicht schon in der Wiege alle möglichen und unmöglichen Talente und Begabungen aufzudichten, sie müßten dann später, wenn die Schulpflicht beginnt, nicht so viele Enttäuschungen und blaue Wunder erleben. Nicht zuletzt ist der Gesundheitszustand des kleinen Abe=Schützen ständig zu überwachen und für reichlich Bewegung in frischer Luft Sorge zu tragen. Heitere Ecke. „Weiß er Dein Alter?“ „Teilweise!" scen e ce e e ht sekleidet fühlen. Ein guter Kragen hilft da viel: 525 Kochzeit Minuten Kochzeit Minuten Kochzeit S S Tjedler Jo verschieden ist die Rochzeit bei MAGGI' Suppen-Würseln Beachten Jie deshalb genau die Rochanweisung. die übrigens ganz einfach ist Neues aus altei Wen. Wilhelm Leibl-Ausstellung in Berlin. Samstag mittag wurde in der Preußischen Akademie der Künste in Berlin die erste große Gesamtausstellung von Werken Wilhelm Leibls eröffnet. Neben den Vertretern der Familie Leibl, des diplomatischen Korps, der Reichs=, Staats= und städtischen Behörden, den führenden Persönlichkeiten der Kunst und der Wissenschaft war fast das gesamte kunstbeflissene Berlin, sowie eine große Anzahl von Künstlern vertretern, u. a. die Botschafter von Amerika und Frankreich, Kultusminister Dr. Becker, ferner die Staatssekretäre Dr. Pünder und Dr. Zweigert, der Leiter der Kulturabteilung des Auswärtigen Amtes Gesandter Freytag, Oberbürgermeister Dr. Boeß, der Generaldirektor der Staatlichen Museen, Geh. Rat Wätzel, sowie zahlreiche Abgeordnete beider Parlamente. Die Ausstellung umfaßt etwa 142 Gemälde, sowie zahlreiche Zeichnungen und graphische Arbeiten Wilhelm Leibls. Neben der Nationalgalerie in Berlin, dem WallrafRicharts-Museum in Köln und der Berliner Galerie sowie fast allen städtischen Museen in Deutschland, u. a. Hamburg, München, Dresden, Leipzig, Breslau, Magdeburg, Hannover, Elberfeld, Krefeld, Karlsruhe, Stuttgart und Bremen hat auch in hervorragendem Maße der Privatbesitz mit dazu beigetragen, die Ausstellung zu ermöglichen. Der Präsident der Akademie, Professor Max Liebermann, begrüßte die Erschienenen und wies auf die Bedeutung Leibls als des größten deutschen Malers des 19. Jahrhunderts hin. Professor Liebermann erklärte schließlich die Ausstellung namens des Kultusministers für eröffnet. * Der kalte Winter in der Statistik. Größte Kälte in Rosenberg. Vom Statistischen Reichsamt werden die Zahlen über die Witterung im Februar 1929 mitgeteilt. Nach den ietzt vorliegenden Angaben war der Februar 1929 im Durchschnitt der kälteste Februar seit dem Jahre 1720, in dem mit den meteorologischen Aufzeichnungen begonnen wurde. Er gehört zu den kältesten bisher überhaupt festgestellten Monaten: lediglich der Dezember 1788 sowie der Januar der Jahre 1823 und 1838 hatten in Berlin eine noch etwas tiefere Durchschnittstemperatur aufzuweisen. Der bisher kälteste Februar, der in Berlin im Jahre 1855, in Karlsruhe 1895 beobachtet wurde, war erheblich wärmer als der diesjährige. Die im äußersten Westdeutschland gemessenen Durchschnittstemperaturen sind, wie das Preußische Meteorologische Institut bemerkt, normalerweise erst in Ostpreußen, die in Berlin aufgezeichneten erst östlich von Moskau oder in Nordfinnland und die im äußersten Osten des Reiches(Treuburg) festgestellten erst in Westsibirien anzutreffen: Die tiefste Temperatur wurde mit über—37 Grad Celsius in Oberschlesien(Rosenberg) gemessen, die damit die im Deutschen Reich bisher überhaupt aufgezeichnete tiefste Temperatur erreicht hat. Auch in zahlreichen anderen Gegenden des Reiches, besonders in Bayern, sowie in Ostdeutschland, sanken die Temperaturen unter die bis jetzt beobachteten Minima. * Teilgeständnis Hartungs. Der auf Ersuchen der Staatsanwaltschaften Köln und Honnef verhaftete 29jährige Kaufmann Erich Hartung, der als angeblicher Sohn der Gattin des früheren Kaisers in Deutschland nach dem Muster Domelas zahllose Schwindeleien und Betrügereien verübt hatte, hat jetzt vor der Berliner Polizei ein Teilgeständnis abgelegt und zugegeben, daß er in vielen Fällen mit plumpen Mitteln Unterstützungen und finanzielle Zuwendungen erschwindelt hat. Er erklärt seine Betrugereien mit seiner vollständigen Mittellosigkeit, die dadurch entstanden sei, daß seine Gönnerin infolge der Intrigen ihn plötzlich habe fallen lassen. Seitens der Polizei werden diese Angaben jetzt bis ins einzelne nachgeprüft. Man will vor allen Dingen die Akten heranziehen, die vom Hausministerium des früheren Kaisers über Hartung angelegt sind, und aus denen auch die Höhe der Zuwendungen hervorgeht, die Hartung erhalten hat. Rechtsanwalt Dr. Apfel hat jetzt beim Amtsgericht Neukölln Haftprüfungstermin zum Zwecke der Haftentlassung seines Mandanten beantragt. * Unschuldig zum Tode verurteilt? Das Wiederaufnahmeverfahren für den wegen Ermordnung der Emma Hoge zum Tode verurteilten und zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigten Hermann von Dielingen ist in ein neues entscheidendes Stadium getreten. Rechtsanwalt Dr. Mendel Berlin) hat sofortige Haftentlassung und Unterbrechung der Strafvollstreckung beantragt. Der Antrag stützt sich auf ein von dem Berliner Gerichtsarzt Medizinalrat Dr. Dyrenfurth gemeinsam mit dem Professor Dr. Walter Steinbiß(Berlin) erstattetes Gutachten. Das Gutachten kommt zu dem Ergebnis, daß das Obduktionsprotokoll zahlreiche ärztliche Feststellungen vermissen lasse, die für die Beurteilung, wie die Hoge zum Tode gekommen sei, entscheidend seien. Der Leichenfund spreche weder für Erdrosseln, noch für Ertrinken, sondern lasse mangels ausreichender Feststellungen zahlreiche Möglichkeiten auf Herz= oder Lungenschlag als Todesursache offen. Der Zuchthausarzt, Generaloberarzt Dr. Bonne, hatte ebenfalls in seinem Gutachten Erdrosselung und Ertrinken als Todesursache für ausgeschlossen und Herzschlag als vorliegend erklärt. De's Ende der„tnorken Jungs“. Vier junge Burschen, die seit langem in allen Stadtteilen Berlins ihr Unwesen trieben, wurden verhaftet. Sie gehörten dem„Klub des Westens“ an, bei dem auch die beiden Räuber aus den Kant=Lichtspielen Mitglieder waren. Die jugendlichen Verbrecher vertrieben sich den Tag mit Autostehlen, Autofahren, Berauben der Geldkästen an Telephonautomaten, Bewerfen der Passanten mit Kaugummi. Kinobesuchen und Einbrüchen. Oft machten sie mit gestohlenen Wagen auf der Straße Wettrennen. Unter den Verhafteten befindet sich auch ein gewisser Karl Wessel aus der Chausseestraße, der als der Chauffeur festgestellt wurde, der die beiden Kant=Räuber gefahren hatte. Die vier Burschen, die trotz ihrer Jugend schon wiederholt mit den Gesetzen in Konflikt geraten sind, bezeichnen sich als„knorke Jungs“. * Der Aerztestreit im Lichterfelder Kreiskrankenhaus. Am Freitag wurden zwischen dem Dezernenten der Aerztekammer und dem Vorsitzenden des Arbeitsausschusses Verhandlungen geführt über die Beilegung des Streites im Lichterfelder Kreiskrankenhaus. Die Verhandlungen wurden abgebrochen, da sich die Vertreter des Kreises nicht dazu verstehen konnten, den Beschluß über die Entlassung Professor Rautenbergs zurückzunehmen. Die Angelegenheit wird nunmehr die ordentlichen Gerichte beschäftigen. Professor Rautenberg klagt gegen den Kreis mit der Begründung, daß die fristlose Kündigung unzulässig sei. Im Gegensatz zu der Auffassung des Kreisausschusses vertritt er auch die Auffassung, daß seine Anstellung auf Lebenszeit erfolgt sei. * Selbstmordversuch im Grippe-Fieber. Eine furchtbare Tat. Ein grauenvoller Selbstmordversuch spielte sich in einem Hause in Neukölln ab. In der elterlichen Wohnung durchschnitt sich die 21 Jahre alte Klara Hardt mit einem Schlächtermesser beide Pulsadern und brachte sich daraufhin nicht weniger als fünfzehn Stiche in den Kopf und etwa zehn Schnitte in die Brust bei. Die Motive der Tat sind noch nicht geklärt, doch nimmt man an, daß sich das junge Mädchen, das schwer grippekrank war, die furchtbaren Verletzungen in einem Fieberanfall zugefügt hat. * Stinkbomben gegen Josephine Baker. Gegen den schwarzen Revuestar Josephine Baker wurde in Agram ein Stinkbombenattentat unternommen. Die Baker gastierte schon seit mehreren Wochen in Belgrad wo sie großen Erfolg hatte. Sie wurde auch nach Agram zu einem Gastspiel eingeladen. In einzelnen Kreisen der dortigen Bevölkerung machte sich eine Bewegung gegen das Gastspiel bemerkbar, das man als eine„Kulturschande“ bezeichnete.. in einer Zeit, wo in Kroatien eine schwere wirtschaftliche Krise herrschte. Dennoch fand sich ein Impresario, der die Baker nach Agram brachte. Bei ihrer Ankunft wurde ihr von einem Teil des Publikums ein begeisterter Empfang bereitet. Bei ihrem gestrigen neuen Auftreten in der Music Hall entstand aber, als die Baker auf der Bühne erschien, ein Tumult. Einige Studenten protestierten, und einer warf eine Stinkbombe auf die Bühne. Es entstand eine große Panik, doch ein Teil des Publikums wandte sich gegen die Ruhestörer. Der hierauf folgenden Prügelei machte die Polizei ein Ende. Nach der Pause, als die Baker wieder erschien, erhob sich ein Jüngling aus dem Parkett und schrie:„Runter mit ihr! Man gebe uns das Eintrittsgeld zurück. Es ist ein Skandal. In Agram hungern die Leute und sie verdient Hunderttausende.“ Auch dieser Jüngling wurde vom Publikum verprügelt und aus dem Saal gejagt. * Gefälschte Aktien an der Pariser Börse. Prozeß gegen neunzehn Vermittler. Wegen des Verkaufs von gefälschten Aktien der Lena=Goldfields, begann in Paris ein Prozeß, in dem 19 Personen angeklagt sind. Die LenaGoldfields=Gesellschaft, ein jetzt englisches, früher russisches Unternehmen, wurde im Jahre 1908 gegründet, um die Aktienmehrheit des russischen Unternehmens Lenakejd, das Goldbergwerke in Rußland betrieb, zu erwerben. Die Aktien der Gesellschaft waren in Warschau zu Tausenden gefälscht und 5100 davon an der Pariser Wertpapierbörse verkauft worden. Die 19 Vermittler, die sich nunmehr zu verantworten haben, erklären, die gefälschten Stücke in gutem Glauben übernommen und weiter vertrieben zu haben. * Frecher Raubüberfall in Paris. Auf dem Boulevard Port Royal in Paris wurde gestern ein Revolverattentat von außergewöhnlicher Kühnheit verübt. Der Hauptkassierer der französischen Postverwaltung wollte den am Neubau eines Postgebäudes beschäftigten Arbeitern die Lohngelder bringen und befand sich gerade im ersten Stockwerk des Neubaues, als sich ein Unbekannter auf ihn stürzte, und unter dem Ruf„Geld oder ich schieße!" Revolverschüsse auf ihn abgab. Auf den Knall der Schüsse hin stürzten sofort die Bauarbeiter hinzu, doch gelang es dem Attentäter, zu entkommen, ohne allerdings die Geldtasche mit sich nehmen zu können, Der schwerverletzte Kassierer wurde sofort dem Krankenhaus zugeführt. Der Schrecken von New „Fackelmörder" verhaftet. In New Jersey wurde der unter dem Namen „Fackelmörder“ bekannte geheimnisvolle Verbrecher verhaftet, der die Bevölkerung seit längerer Zeit durch unaufgeklärte Bluttaten in Aufregung versetzt hatte. Es handelt sich um einen sechzigjährigen Mann, der als Bigamist lebte und seine zweite Frau auf die grausamste Weise beseitigte. Der Verbrecher wurde durch Pinkerton=Detektive ausfindig gemacht.„Fackelmörder“ wurde er deshalb genannt, weil er seine Opfer nach der Ermordung zu verbrennen pflegte. * 52 Sturmesopfer in Arkansas. Die Zahl der durch die Tornadokatastrophe in Arkansas getöteten Personen hat sich auf 52 erhöht. Verwundet wurden mehr als 200 Personen. Noch immer ist die Miliz mit Rettungs= und Aufräumungsarbeiten beschäftigt. Dabei wurden etwa 30 Personen aufgefunden, die sich in Kellerräume geflüchtet hatten und dort abgeschnitten worden waren. Sie hatten außerordentlich unter dem Mangel an Nahrungsmitteln zu leiden gehabt. Von GatesDie Heilsarmee gegen ihre Berliner Konkurrenz. In Berlin hat ein früheres Mitglied der Heilsarmee, namens Richard Harfensteller versucht, einen„nationalen“ Konkurrenzbetrieb zu organisieren. Er suchte eine Anzahl Leute, steckte sie in ganz ähnliche Uniformen(statt rote Bänder trugen die Kappen blaue Bänder), und vertrieb ein dem „Kriegsruf“. nachgemachtes Blatt„Der Heilsbote". Die Sache fand beim Publikum zuerst auch ganz gute Aufnahme. Jetzt hat die Heilsarmee bei der Oberstaatsanwaltschaft Anzeige wegen Betrugs gegen Harfensteller gemacht. Die gesammelten Beträge blieben in den Taschen der Sammler, zu 35 Prozent gehörten sie den Boten, zu 65 Prozent Harfensteller. Da begann Harfensteller Einigungsverhandlungen mit der Heilsarmee. Er bot ihr seinen„Betrieb" in Bausch und Bogen für 4800 Mark zum Kauf an; ob mit oder ohne„Boten“ läßt sich nicht feststellen; denn die Heilsarmee ging auf die Verhandlungen nicht ein: denn die Sache scheint nicht stubenrein zu sein. Es wurden Schreibmaschinen, Einrichtungsgegenstände, Musikinstrumente, Uniformen, Mützen, Betten und Leibwäsche in großen Posten angeschafft. Die so beschafften Waren wurden, soweit sie nicht von Harfensteller und seinen Leuten direkt verwendet werden konnten, versetzt. Die Heilsarmee wunderte sich nicht wenig, als der Reihe nach an ihre Adresse Mahnungen um die Bezahlung der Lieferungen kamen. Jetzt erst erfuhr man, daß Harfensteller überall angegeben habe, sein Zentralbureau sei in der Dresdener Straße. Dort hat tatsächlich die Heilsarmee ihr Hauptquartier, während Harfensteller in einer kleinen Wohnung in der Müllerstraße ein sogenanntes Männerheim unterhält. Man muß nun abwarten, was aus dem„Fall Harfensteller" wird. Offenbar scheint er nicht der geeignete Mann zu sein, um das Unternehmen zu„nationalisieren“. Dei Schlachiho sstandatin Terpzig. Ein korrupter Betrieb.— Seine Säuberung.— Gefälschte Schlußscheine. Künstlich krankgemachte Tiere. Am Schlachthof in Leipzig ist man Schiebungen zwischen Großschlächtern und einzelnen Schlachthofangestellten auf die Spur gekommen, die weite Kreise ziehen und teilweise bis in das Jahr 1926 zurückreichen. Zwei Großschlächter, die sich durch ihre Machenschaften erhebliche Vermögensvorteile verschafft hatten, haben sich inzwischen das Leben genommen, um der Anklage wegen Betrugs und Bestechung zu entgehen. Insgesamt werden sich etwa 30 Personen, teils wegen Betrugs, teils wegen aktiver und passiver Bestechung oder Beihilfe dazu und teils wegen Vergehens gegen das Nahrungsmittelgesetz, zu verantworten haben. Leber und Därme von kranken Tieren, die unter Verschluß kommen, um nicht in unrechtmäßige Hände zu gelangen, sind durch Diebstahl wieder entwendet und zur menschlichen Ernährung verwandt worden. Das war nur möglich durch die Hilfeleistung von Sanitätsgehilfen der Sanitätsanstalt, die für die Beseitigung der kranken Stücke zu sorgen haben. Seit Beginn des Jahres 1928 haben diese Vorfälle aufgehört, da seitdem ein neuer Schlachtmeister ein strenges Regiment führt. Hauptbeteiligt sollen an diesen Vorgängen die beiden Metzger sein, von denen sich der eine in der Haft erhängt und der andere nach der Haftentlassung sich erschossen hat. Bis in die jüngste Zeit hinein sind ferner Betrügereien mit den sogenannten Schlußscheinen vorgekommen, wodurch die Anstalt für staatliche Schlachtviehversicherung um erhebliche Beträge geprellt worden ist. Die Fleischer machten sich den Umstand zunutze, daß die Versicherung, falls Tiere bei der Untersuchung als krank befunden werden, den Kaufpreis zurückerstattet, und zwar auf Grund des Schlußscheins. Man schloß daher mit den Viehhändlern, die den Schlußschein ausstellen, sozusagen Verträge, wonach man sich entweder Blankoschlußscheine geben ließ, um nachträglich höhere Preise einzufügen, oder gleich einen höhern Preis in den Schlußschein einsetzte. Außer einer Reihe Großschlächter— es handelt sich um mindestens zehn Personen— werden sich daher auch verschiedene Viehhändler wegen Beihilfe zum Betrug zu verantworten haben. Ein Stadtsekretär ließ sich Schweigegelder geben und wird sich daher wegen passiver Bestechung zu verantworten haben. Wie gerissen die Betrüger arbeiteten, geht aus folgendem weitern Vergehen hervor: Durch Uebertragung von Krankheitskeimen auf gesunde Tiere erreichte man, daß diese krank wurden. Der Schlächter bekam sein Geld von der Versicherung, konnte aber das Vieh nach Unschädlichmachung der Krankheitskeime wieder zu einem niedrigern Preis zurückkaufen. Statt es aber bestimmungsgemäß zu einem niedrigern Preis in den Verbrauch zu bringen, wurde es als hochwertiger Fleisch(was es tatsächlich auch war) verkauft. Ein Tierarzt hatte sich dazu herbeigelassen, die oberflächlich finnig gemachten Rinder als krank zu bezeichnen und wird daher wegen Beihilfe zum Betrug und passiver Bestechung unter Anklage kommen. Sowohl der Stadtsekretär als auch der Tierarzt und eine Anzahl Sanitäts= und Schlachtgehilfen befinden sich in Haft. ville ist ein Sonderzug des Roten Kreuzes mit Nahrungsmitteln, Decken und Zelten in das Katastrophen= gebiet entsandt worden. tt Wieder eine Schülertragödie in Kassel. Ein 18jähriger Unterprimaner erschoß sich im Hause der Eltern einer 17½jährigen Schülerin, zu der er ein Freundschaftsverhaltnis unterhielt. Er betrachtete das Mädchen als seine Braut. Die Eltern des Mädchens waren gegen diesen Verkehr, und als der junge Mann am Samstag bei ihnen war, nahm ihn die Mutter des Mädchens beiseite und machte ihn darauf aufmerksam, daß sein Verkehr mit der Tochter nicht gerne gesehen werde, weil Redereien daraus entstehen könnten. Der junge Mann nahm gefaßt und höflich Abschied, brachte sich jedoch im Hausflur aus einem Trommelrevolver einen Schuß in den Kopf bei, der die Schädeldecke zerriß und den Tod zur Folge hatte. tt Großer Pelzdiebstahl Peizeinbrecher stahlen in der Nacht zum Samstag aus den Geschäftsräumen der Firma J. Gottlieb& Sohn in der Jerusalemerstraße in Berlin für rund 50000 RM fertige Pelze aller Art, Persianer, Skunks und Maulwurf, und einen Posten Felle. Ttaxiafahris dn m.8. tt Brand einer Stamoifaortt. In Wiesbaden geriet die Staniol- und Kapselfabrik Flach in der Aarstaße in Brand. Das ganze Fabrikgebäude ist dem Feuer zum Opfer gefallen. Sämtliche Maschinen, sowie das Kesselhaus wurden vernichtet. * Deutsche Pilger beim Papst. Am Freitag abend erschien beim Papst in Rom ein aus 200 Teilnehmern bestehender deutscher Pilgerzug der Oblaten und der Benedektiner unter Führung des Abtes von Beuron, der dem Papst einen goldenen Kelch zum Geschenk machte. Der Papst war äußerst erfreut und tief gerührt von dieser Kundgebung. Er hielt an den Pilgerzug eine Ansprache, in der er seinen Dank für die Teilnahme der deutschen Pilger an den Festlichkeiten des Jubiläumsjahres zum Ausdruck brachte.„„..ug aberfah, 1t Sechs arbeiter vom Schneuzug überfahren. Wie aus Chambery gemeldet wird, hat sich in der Nähe von Modane ein schreckliches Eisenbahnunglück ereignet. Sechs Arbeiter zogen einen Eisenbahnwaggon, als plötzlich von einer Weiche der Schnellzug Paris=Mailand, heransauste. Die unglücklichen Arbeiter hatten keine Zeit mehr, zur Seite zu springen. Durch den Zusammenstoß wurden sie mehrere Meter weit geschleudert und blieben bewegungslos auf dem Boden liegen. Vier waren auf der Stelle tot, während die beiden anderen schwere Verletzungen erlitten haben. tt Acht Arbeiter tödlich verunglückt. Während Baues einer Brücke über den Grand=River=Five im Staate Michigan ist nach Meldungen aus Lansing ein Damm zusammengebrochen. Acht Mann wurden unter den Trümmern begraben oder ertranken, zwei weitere wurden schwer verletzt. * Das„Südkrenz“ gefunden. Nach Meldungen aus Melbourne(Australien) hat der Führer eines Flugzeuges, das sich an der Suche nach den vermißten Fliegern Kingsforth, Smith und Ulm beteiligte, mitgeteilt, daß das vermißte Flugzeug„Südkreuz“(„Southern Croß“) gefunden worden sei. Die Besatzung sei wohlauf. Sie sei vom Flugzeug aus durch Abwurf von Nahrungsmitteln versorgt worden. Nieren=, Blasenleiden sowie Biein- und Zuckerbildung, zur Harneäuresersefaung- und Ausscheidung Stern=Engel=Tee(giftfrei) Aerztlich empfohlen. Zu haben in den Apotheken. Beweismaterial gratis. Fabrik Vegetablischer Heilmittel. Bad SchandausElbe. Piliiim Geschäftse Köfungl Gö.##0 Den werten Anwohnern„An der Maarbrücke“= = und Umgegend zur Kenntnis, daß ich am 15. d. M.= =„An der Maarbrücke 42“ eine Schuhmacherei " eröfine. Meiner werten Kundschaft reelle Bedienung— zusichernd, bitte ich um gätigen Zuspruch A. 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Die Kolserzeugung stellte sich in den sieben Arbeitstagen der Berichtswoche(in den Kokereien wird auch Sonntags gearbeitet) auf 599080 Tonnen gegen 635499 Tonnen in der vorhergehenden Woche, die Preßkohlenherstellung auf 53541 Tonnen gegen 49831 Tonnen in der vorhergehenden Woche bei fünf ArbeitsDie arbeitstägliche Kohlenförderung betrug in der Zeit vom 31. März bis 6. April 388 511 Tonnen gegen 405 488 Tonnen in der vorhergehenden Woche, die tägliche Kokserzeugung stellte sich auf„85583(90 786) Tonnen. die arbeitstägliche Preßkohlenherstellung auf 10708(9966) Tonnen. 4.—5, In der Berichtswoche, ebenso in der Vorwoche, wurden keine Feierschichten eingelegt. Der Phönix=Abschluß. sese esce schie seihäc oes heste eid be direkte Besitz(letzterer durch van der Zypen=Wissen) der qualifizierten Minderheit dgt gerz Szaßlwerke legt nunmehr den Geschäftsbericht für 1928/29 vor, Der derin ausgewiesene Reingewinn von 13485 617 (i. V. 13505 348) Mark setzt sich in der Hauptsache zusammen aus der für 1928 vom Stahlverein mit 6% und von van der Zypen für 1928/29 mit 9%6(wie in den Vorjahren) ausgeschütteten Dividenden, die infolge des Schachtel=Privilegs für den Phönix kapitalertragssteuerfrei sind. Zu dem Gewinn tritt der Vortrag aus 1927/28 mit 1 661.483(1636 971 Mark), sodaß ein Gesamtüberschuß von 15147101(15142 320) Mark zur Verfügung steht. Hieraus schlägt die Verwaltung vor. auf die 205 Milionen Mark Aktienkapital der Phönix, wie im vergangenen„Jahr, 6½%5 Dividende zu verteilen, gleich 13.325 000 Mark und nach Abzug der satzungsgemäßen Tantiemen des Aufsichtsrates in Höhe von 153 750(153 750) Mark und 2086(2086) Mark als Gewinnanteil der Obligationsgenußrechte, den Rest in Höhe von 1 666 265 Mark auf neue Rechnung vorzutragen. In der Bilanz stehen Wertpapiere und Beteiligung mit 226 112 171(226 715 204), Mark zu Buche. Wie im Geschäftsbericht bemerkt wird, betxägt der direkte Besitz der Phönix an Aktienkapital der Ver. Stahlwerke unverändert 23.65%, das sind zirka 189.2 Millionen Mark, wobei die den Ver. Stahlwerken leihweise zur Verfügung gestellten Aktien— im vorigen Jahre standen noch.215 000 Mark aus— im Berichtsjahr restlos zurückgeliefert worden sind. Der zweitgrößte Beteiligungsposten ist das Interesse des Phönir bei den Ver. Stahlwerken van der Zypen und Wissener Eisenhütten.=., das im Geschäftsjahre für 1927/28 auf zirka 88% des dividendenberechtigten Zypen= Wissener Aktienkapitals von 16.2 Millionen Mark angegeben wurde, und von dem es im diesjährigen Geschäftsbericht heißt, daß es über 90 26 des dividendenberechtigten Aktienkapitals ausmacht. Demnach ist dieser Posten mit 14,6 Millionen Mark nominal zu veranschlagen. Bekanntlich besitzen die Ver. Stahlwerke van der Zyven 19 Millionen Aktien des Stahlvereins, womit der Besitz des Phönix direkt und indirekt reichlich 26% der Aktien der Ver. Stahlwerke ausmacht. Wie Generaldirektor Dr. Fahrenhorst in der letztjährigen Generalversammlung ausführte, sind ferner im Phönix= Portefeuille noch enthalten 4 Millionen Mark Phönix=Aktien. Die Bewertung für diese drei Posten wurde ebenfalls in der vorjährigen Generalversammlung mit je 100% für die Stahlvereins= und Phönix=Aktien und mit 200% für die van der Zypen=Aktien angegeben. Gemäß den Bestimmungen über die Bilanzierung dauernder Beteiligungen gemäß Paragraph 261. H. G. B. Dem Zukauf eines Postens van der Zypen=Aktien steht gegenüber die im abgelaufenen Jahr erfolgte Abstoßung der Phönix=Beteiligung beim Sachsen=Werk Licht und Kraft .=G. die nach den seinerzeitigen Verlautbarungen nominell etwa.2 Millionen Mark betrugen und, wie wir hören, mit einem Buchgewinn verkauft wurde. Bezüglich der übrigen Wertpapiere hat sich gemäß Geschaftsbericht nichts wesentliches geändert. Es handelt sich hierbei bekanntlich in erster Linie um Beteiligungen beim Norddeutschen Lloyd, beim Wasserwerk für das nördliche westfälische Kohlenrevier in Gelsenkirchen, der Firma Walther& Co..=G. Köln=Dellbrück und andere. Von den weiteren Bilanzpositionen haben sich Grundstücke und Gebäude von 110.002 auf 100002 Mark, und die Aktiphypotheken von 292 036 auf 230 377 Mark ermäßigt. Die Debitoren sind ebenfalls von 30 997 504 auf 30582 204 Mark zurückgegangen, und zwar befinden sich hierunter 526 584(i. V. 195 375) Mark Bankguthaben, 27562 663(28 705 047) verschiedenartige Forderungen an die Ver. Stahlwerke, darunter der etwa 11 bis 12 Millionen ausmachende Dividendenbetrag, der Ver. Stahlwerke und 2 492956 (2097082) Mark sonstige Schuldner. Der Kassenbestand weist 15592(16.053) Mark aus. Unter den Passiven verringerte sich die Position Anleihen infolge Rückaufs einiger Posten um 40 420 auf 533 341 Mark. wohin zu die Genußscheine treten mit 208 620 Mark. Die im Vorjahre mit 1160 775 Mark ausgewiesene Rücklage für Aufwertung zweifelhafter Forderungen und schwebende Abrechnungen ist für die Ablösung von Aufwertungsansprüchen und noch schwebenden Abrechnungen mit 506 886 Mark in Anspruch genommen worden, sodaß sie nunmehr 653888 Mark beträgt. Die fortschreitende Abwicklung der noch schwebenden Abrechnungen kommt auch in den sonstigen Kreditoren zum Ausdruck, die sich gleichfalls von 5 999 826 auf 5412 859 Mark ermäßigt haben. Börsenberichte. * Berliner Börse schwankend. Die Berliner Effektenbörse war am Samstag vor der Ueberreichung des Pariser Zahlungsplanes auf der ganzen Linie abwartend. Kaufaufträge lagen nur in bescheidenem Umfang vor, so daß die Kurse um 2 bis 3 v.., häufiger auch darüber, nachgaben. Zeitweilig, kam es zu einer Erholung. Gegen Schluß wichen die Kurse auf die Devisenlage erneut. Einzelne Spezialpapiere blieben gefragt., * D ü s s e l d o r f e r B ö r s e s c h w ä c h e r. D i e D ü s s e l d o r f e r Kuxenbörse war fast ohne Geschäft und schwäscher. Fester waren nur von Kohlenkuxen Diergardt, die 75 Mark höher bezahlt wurden, und Heinrich, deren Kurs 200 Mark anzog. Bei den Kohlenaktien wurden Niederrhein ein Prozent höher bezahlt, Lothringen waren ein Prozent niedriger im Verkehr und Dahlbusch 3 Prozent niedriger genannt. Mit Interesse wurde auf dem Braunkohlenmarkt die Kursentwicklung von BruckdorfNietleben verfolgt, die bei anfänglicher Unsicherheit 500 Mark billiger abgegeben wurden, dann aber wieder anzogen und mit einem Kursverlust von 200 Mark gegen Freitag schlossen. Der Kalikuxenmarkt war vollkommen geschäftslos und überwiegend schwächer. Von Kaliaktien hatten Hallesche und Burbach etwas Geschäft bei ebenfalls nachgebenden Kursen, je minus 2 Prozent. Verschiedene Industrieaktien ebenfalls geschäftslos. Auf dem Terminmarkt gab die Mehrzahl der Kurse im Ausmaß bis zu 1,5 Prozent nach. Etwas stärker abgeschwächt waren nur Klöckner(minus 3 Prozent), Essener Steinkohle und Rheinstahl(minus 2 Prozent). Einige Umsätze erfolgten in Kaliindustrie und Köln=Neuessen. Aus den Industriegesellschaften. * Gewerkschaft König Ludwig in Recklinghausen. Der Grubenvorstand beschloß, an die am 15. April eingetragenen Gewerken eine Ausbeute von 200 Mark je Kux zu verteilen. Für das Jahr 1928 wurden insgesamt 1200 Mark Ausbeute je Kur gezahlt. * Maschinenbau=Unternehmungen.=G. in Duisburg. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 1928 ist es der Gesellschaft gelungen, den aus dem Vorjahr mit.94 Millionen Mark vorgetragenen Verlust(der Gesamtverlust belief sich auf 3,37 Millionen) um 890 000 Mark herabzudrücken. Es verbleibt somit ein Verlust von 2049090 Mark, der anscheinend weiter vorgetragen werden soll. g„, 4ge##. * Hermann Schött.=G. in Rheydt. Der Abschluß ergibt einen Reingewinn von 108.000 Mark, der zur Stärkung der Betriebsmittel auf neue Rechnung vorgetragen werden soll. Eine Dividende kommt nicht zur Verteilung(i. V.%) * Kali=Industrie.=G. in Berlin und Kassel. Voraussichtlich wieder 12 Prozent Dividende für 1928 auf das im Vorjahr um 80 Millionen auf 200 Millionen erhöhte Aktienkapital. Die Absatzverhältnisse sind nach Mitteilungen aus Verwaltungskreisen günstig geblieben, und auch die in den Klöckner-Werken in Rauxel(Westfalen] und Sondershausen fertiggestellten Mischdüngerfabriken haben nach Ueberwindung gewisser Kinderkrankheiten ihre Erzeugung mit günstigen Erfolgen aufgenommen, so daß auch auf diese Betriebe nicht unerhebliche Gewinne verbucht werden können. Der Ausbau der Fabriken wird planmäßig fortgesetzt. * Deutsch=Amerikanische Petroleum=Gesellschaft in Hamburg. Bei einem von 18 auf 40 Millionen erhöhten Aktienkapital bleibt nach Abzug aller Unkosten ein Bruttogewinn von 13(7,6) Millionen Mark. Für Abschreibungen sollen 6,7(.2) Millionen Mark verwendet und der Spezialreserve 0,7(.), Millionen Mark zugeführt werden, so daß einschließlich des Vortrages ein Reingewinn von.3(.5) Millionen Mark verbleibt. Die Hauptversammlung beschloß, hieraus eine Dividende von 15(i. V. 9)%6 zu verteilen. Für die Arbeiter und Angestellten ist ein Pensionsfonds von 1,5 Millionen Mark gebildet worden. * Braunkohlen=Gewerkschaft Bruckdorf=Nietleben in Halle. Die Gewerkenversammlung beschloß auf Antrag der Verwaltung die Einziehung einer Zubuße von 5000 Mark auf den Kux. Davon sollen 3000 Mark noch im Laufe dieses Jahres eingezogen werden. * Roth-Büchner.=G. in Berlin=Tempelhof. Die ordentliche Generalversammlung genehmigte einstimmig die Bilanz für das Geschäftsjahr 1928 und beschloß die Verteilung einer Dividen de von 20% gegen 16# im Vorjahr. In den Aufsichtsrat wurden hinzugewählt Bankier Ernst Wallach(von Goldschmidt=Rothschild& Co.) und A. W. Dahlstrom von der Gillette Safety Razor Co. Die Verwaltung berichtete, daß die Umsätze weiter eine steigende Tendenz aufweisen, und daß die Gesellschaft zur Zeit über einen erheblich höheren Auftragsbestand verfüge als in der gleichen Zeit des Vorjahres. * Horchwerke.=G. in Zwickan. Aus einem gestiegenen Reingewinn, 570000(i. V. 322.000) Mark, nach Abschreibungen von 849.000 Mark werden wieder 8% Dividende verteilt. 98000(i. V. 16.000) Mark werden der Rücklage überwiesen, 47000(i. V. 54.000) Mark vorgetragen. Der gute Geschäftsgang ergibt sich aus den Bilanzziffern. Die Tagesproduktion beträgt heute 14 bis 16 Wagen. Damit hat Horch einen wertmäßigen Anteil von 7½ 76 an der deutschen Produktion. Der Umsatz betrug im Jahre 1927/28 28 Millionen Mark, das.6fache des Kapitals. Auch der gegenwärtige Absatz bewegt sich in aufsteigender Linie. * Gesellschaft für Lindes Eismaschinen in Wiesbaden. In der Aufsichtsratssitzung wurde beschlossen, aus dem Reingewinn von 2793144 Mark.(2 405 824 Mark) eine Dividende von 14%6(12%6) zur Verteilung vorzuschlagen. Dem Beamtenpensionsfonds sollen wieder 100.00 Mark, den Unterstützungsvereinen wieder 150.000 Mark überwiesen und 227039 Mark 169 719 Mark) auf neue Rechnung vorgetragen werden. Schiffahrt. * Norddeutscher Lloyd in Bremen. Der Norddeutsche Lloyd hat von der Deutschen Dampfschifffahrtsgesellschaft Hansa die Mehrheit des Aktienkapitals der Dampfschiffahrtsgesellschaft Neptun in Bremen übernommen. * Dampfschiffahrtsgesellschaft Neptun in Bremen. Die Hauptversammlung genehmigte wieder 10 s Dividende auf die Stammaktien. An Stelle eines verstorbenen Aufsichtsratsmitgliedes wurde Generalkonsul Dr. A. Strube(Bremen) und ferner Generaldirektor E. Glässel vom Norddeutschen Lloyd neugewählt. * Woermagn=Linie und deutsche Ost=Afrika=Linie in Hamburg. Die Hauptversammlung genehmiate die Abschlüsse für 1928(Verlust von je 541 645 Markk), der aus der Rücklage gedeckt wird. * * Abschluß der internationalen Röhrenverhandlungen. Die Verhandlungen zwischen dem europäischen Röhrenkartell und den englischen, nordamerikanischen und kanadischen Röhrenerzeugern in London sind am Samstag abgeschlossen worden. Die Verträge, über die nähere Einzelheiten noch fehlen, wurden von den an den Verhandlungen beteiligten Vertragspartnern unterzeichnet. IIET Esbestehreinte Wrchse nung 2Wischen Eudar und Hotzmalt öresparrstenlsch lange an dem Buft eines Risechenlssin Venrentnat Tasukauforwäht wäter. Dicse Eigelischafrocd Hot „roistsur die Eigareir““ ScsontdererP Uung rum hat nunmehr-nach ErVittrrang uliserre Bperiat Fabriken-Auch RAVENKLAU eine Holzpackung bekomt Reit,K Wienirue Hatnung IE SADANE PFENNIG (0% schalz ben bithalt Vorschas AchelEintstüßfensiehalt Den Sadax frisch und ich gert ihn im eigenen Bust Wit Haden duntkein Wers ieres Gilrdn die keitr aftt serer Maßnahmen gefügt Unattstee Zigateileitsehch Volk orr Fubrikitölr Huns des Kauchers zubringen. AL Sewußzer Ke HAUSNLUERDURGHG’ROEN TENMAMBURGDRLSDEN Dl Biendenwntung und die neue Frahzaht dineke. Schlichte Formen, edle Linie. Nur sehr wenige erfassen schon jetzt den eigenartigen Reiz und die ganz besondere Feinheit, die in der Schlichtheit der neuen Mode liegt. Und doch ist die neue Mode ein Produkt außerordentlicher modischer Kultur ein Höhepunkt künstlerischen Schaffens. Es ist interessant zu beobachten, mit welch' geringen Mitteln die großen Modesalons heuer arbeiten: Krawatenstoft. Krawattenstoff heißt die neueste Parole der Mode und wenn man die eigenartigen Seiden, um die es sich hier handelt, zu sehen bekommt, so zweifelt man nicht einen Augenblick daran, daß sie tatsächlich imstande sind, weite Kreise zu fesseln. Damit sei nicht gesagt, daß diese Gewebe etwa in der vordersten Reihe der Mode stehen werden; denn dazu scheinen sie einerseits zu charakteristisch(und appellieren allzusehr an einen individualisierten Geschmack), andererseits auch zu kostspielig, um Gemeingut werden zu können. Wie schon der Name der neuen Modeseide andeutet, ist dieses Gewebe ziemlich stark, nicht allzu schmiegsam und somit nur für ganz einfache Trotteur-Typen geeignet, die allerdings eben durch dieses Material eine sehr elegante Note erhalten und somit für nachmittägliche Gelegenheiten geeignet sind. Die neuen Krawattenstoffe sind sowohl kleinornamentiert als auch Ton=in=Ton kariert, vielfach auch gestreift. In unserem Bilde zeigen wir eines dieser Modelle, aus dem man erkennen kann, daß es trotz der einfachen Machart durch sein apartes Material und seinen eigenartigen Glanz und Fall eine absolute Neuheit darstellt. immer wird die Grundidee eines Kleidungsstückes in der richtigsten Weise erfaßt, ohne durch banale und unnötige Zutaten in seiner Wirkung beeinträchtigt zu werden. Kleinliche Garnierungen fehlen vollkommen. Nichts als die edle Linie und das vornehme Material, zwei Faktoren, die sich in der neuen Frühjahrsmode zu einem erlesenen Ganzen vereinigen. Dezent wie die Linien sind auch die Farben; niemals eine schreiende Schattierung, sondern gewählte Töne; meist feine Neutralfarben die nur ab und zu von einem etwas markanteren Tone unterbrochen werden. Außer dunkelblau, schwarz und den Zwischenfarben, zu denen beige, sand und ein warmes grau(das einen Stich ins Lila hat) zu zählen sind, sieht man sehr häufig ein schönes gobelinblau. Auch ein feines erbsgrün ist nicht selten; selbst die flotteren Schattierungen dieser Farbe, etwa mai= und mythis=grün gefallen sehr gut. Rot darf keineswegs als abgetan gelten, trotzdem es schon in der Vorsaison sehr viel Beachtung fand; in diesem Falle ist aber allerdings ganz besonders auf jene Zurückhaltung zu achten, die die Mode des Frühjahrs kennzeichnet, weil es ganz verfehlt wäre, ein allzu schreiendes Rot zu wählen, da nur die„gebrochenen“ Schattierungen— wie man sie zu nennen pflegt— als aktuell bezeichnet werden dürfen. Ein Kapitel für sich bilden die verschiedenen Töne, die zwischen gelb und orange liegen und die ein führender Modekünstler als„Kapuzinerkressen=Farbe" bezeichnet hat. Es gibt hier vier Abstufungen: ein apartes helles gelb, dann ein dunkleres gelb mit einem leichten rötlichen Stich (light capucine), ferner ein blasses orange, das noch ein wenig Gelb=Ton hat(medium=capucine) und endlich das satte orange, das als„Excentric=Capucine" zweifellos einen Siegeszug antreten und eine Weltmode werden wird, wie es seinerzeit bei der Rosenholzfarbe der Fall war. Sorgfältig wie die Farben werden auch die neuen Stoffe und Seiden gewählt. Die letztmodernen Wollstoffe haben eine ganz besondere Note, da sie vorös und panamaartig gebunden sind und dadurch von den bisher gebräuchlich gewesenen Geweben vollständig in ihrer Struktur abweichen. Daß in solchen Materialien— durch ihre Verarbeitung in den verschiedenen Fadenrichtungen— die Blendenwirkungen, von denen heute die Rede sein soll, ganz besonders gut zur Geltung kommen, ist selbstverständlich, umsomehr als die betreffenden Modelle ganz auf diesen Effekt aufgebaut sind. Als Beispiel zeigen wir in unserem Mittelbilde einen Frühjahrsmantel, der in seiner einfachen Fasson und seiner schlichten Selbstverständlichkeit als typisches Modell der kommenden Mode zu werten ist. Man hat sich ihn aus einem mittelfarbenen Wollpanamastoffe zu denken, und zwar in der einfachsten Paletotform, die nur in der Rückenmitte durch zu beiden Seiten aufgesteppte Blenden geziert und mit einem Wildledergürtel in der gleichen Farbe zusammengehalten wird. Ungemein schick und vornehm zugleich sehen die aufgesteppten Bahnen auf den neuen Kostümen aus, denn das Jackenkleid gewinnt dadurch eine besondere Note, die als ganz unvergleichlich elegant bezeichnet werden darf. Eine Schaffung, wie wir sie in der ersten Skißze festgehalten haben, ist ebensogut in Stoff wie in Seide wiederzugeben. Es handelt sich hier um ein plissiertes Röckchen mit einer glatten Jumperbluse in Verbindung mit einem durch eine Blende abgekanteten Jäckchen, auf das zackige Bahnen aufgesteppt erscheinen. Ein solches Kostüm, das immer flott wirken soll, wäre in einer lebhaften Farbe zu arbeiten und wird dann sicherlich die richtige Wirkung erreichen. Aber nicht nur glatte, gerade Schaffungen, wie wir sie eben beschrieben haben kommen für die Blenden=Technik in Frage. Auch die glockigen Modelle, die im Frühjahre eine nicht zu unterschätzende Rolle zu spielen berufen sind, bedienen sich dieser Garnierungen oft und gerne. In unserer letzten Zeichnung führen win eines der neuerdings in Mode gekommenen Mantelkleider vor Augen, dessen zackig abschließender, aus breiter werdenden Keilen zusammengesetzter Glockenrock mit dreifachen Blenden geputzt ist, die einen sehr edlen Effekt sichern und eine exakte Schneiderarbeit darstellen. Den Oberteil eines solchen Kleides, das sowohl für die Promenade wie auch für nachmittägliche Gelegenheiten geeignet ist, versieht man mit einen hellen Kragengarnitur, die mit hohen Stulpenmannschetten wirkungsvoll zu ergänzen ist. Ein schmaler Gürtel deutet die zusehends höher rückende Taille an. Willy Ungar. * Das Arbeitskleid fürs Wochenendhaus. Gerade zu Beginn des Frühjahrs gibt es im Siedlungshäuschen und im Schrebergarten eine Menge zu tun und oft tut es einem leid, für diesen Zweck die Straßenkleidung zu verwenden, die bei der Arbeit sehr leidet, Darum heißt es hier einen richtigen Ausweg zu finden und mit geringen Mitteln ein Arbeitsgewand zu schaffen, das ebensogut für die Hauswirtschaft wie für den Garten geeignet ist. Daß bei diesen Dingen gute Waschbarkeit sehr wesentlich erscheint, ist selbstverständlich. Ein Pyjama aus buntem Kreton, wie wir es in unserem Bilde wiedergegeben haben, sieht immer flott aus und ist leicht zu reinigen, also von appetitlichster Wirkung. Darüber trägt man für die Arbeit im Garten eine Schürze aus farbigem Waschmaterial in der in dem Kretonmuster vorherrschenden Schattierung und versieht sie mit einer großen Tasche, die die notwendigsten Arbeitsbehelfe aufzunehmen hat. 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Ueberraschungen in der westdeutschen Fußballmeisterschaft.- Schaumburg westdeutscher Waldlaufmeister.- Erfolge deutscher Fechterinnen in Neapel Die kalte Dusche von Differdingen. Luxemburg trotzt Weltdeutschland ein Unentschieden ab. Unglaublich::4(:). Luxemburg, 14. April. „Vor etwa zwölftausend Zuschauern trafen sich im festlich geschmückten Differdingen die fußballsportlichen Repräsentanten von Westdeutschland und Luxemburg. Beide Mannschaften stellten sich in vorgesehener Aufstellung dem schweizer Schiedsrichter Ruoff, der den Kampf einwandfrei leitete. Die Mannschaft des Westens war sofort nach Beginn sehr aufgeregt, spielte aber dennoch—. magerer Trost— technisch überlegen. Nicht lange dauerte es, so gab es eine Vorlage des westdeutschen Mittelläufers Gruber an den Linksaußen Knaupp, der mit scharfem Schuß die weltdeutschen Farben in Front brachte, während Kuzorra bald darauf eine schöne Chance verschoß. Die Westdeutschen drängten, wobei die Luxemburger nicht mit Beifall zurückhielten. Nach einer weiteren Weile kam der Rechtsaußen Albrecht gut vor, und schon lautete es:0 für die Westdeutschen. Die Luxemburger tauten nun auf, und die westdeutsche Abwehr mußte sich schwerer Angriffe erwehren. Dann war es der Halbrechte Hochgesang, der in der 30. Minute auf:0 für Westdeutschland erhöhte. Die Luxemburger ließen aber nicht locker und konnten dann durch ihren starken Führer Theysen einen Gegentreffer erringen und bald darauf durch den gleichen Spieler das Ergebnis auf :2 verbessern. Kurz vor der Pause gelang es Kuzorra; sich schön frei zu spielen und einen vierten Erfolg für die Westdeutschen anzubringen. Nach dem Wechsel spielte die westdeutsche Mannschaft wiederum Buchloh im Tore und Weber in der 97 würdiger Empfana durch Schlagwechsel ging er zu Boden und erhob sich erst nach dem„Aus“. Die veranstaltenden Vereine ehrten den Meister durch Ueberreichung eines Diplomes. Larlen schlägt Scillic. Im Beisein von 7000 Zuschauern fand in Kopenhagen der Voxkampf um die Europametsterschaft im Federgewicht zwischen dem Titelverteidiger Knud Larsen(Dänemark) und dem belgischen Meister Seillie unter Leitung des deutschen Ringrichters Dr. Guttmann statt. Aus dem sehr bewegt verlaufenen Kampf ging Larsen als Punktsieger hervor. Der Däne hatte fünf von den 15 Runden für sich, Seillie nur drei, während die übrigen ausgeglichen waren. Dr. Bach beliegt Schemann. Bei der 38. Veranstaltung des ständigen Berliner Boxringes konnte der starke Dortmunder Schemann seine physischen Vorteile gegenüber dem Heidelberger Dr. Bach nicht zur Geltung bringen, er wurde von dem Doktorboxer über die acht Runden ausgepunktet. sehr aufgeregt. Verteidigung mußten im Torschwere Arbeit verrichten. Luxemburg spielte nun einen glänzenden Fußball, es war gegen das vorjährige Spiel in Aachen nicht wiederzuerkennen. Die Angriffe wurden immer gefährlicher. Wieder war es Ehensen der einen weiteren Treffer für die Luxemburger erzielte. Wenig später gab der Mittelläufer Feuerstein eine Vorlage an Deckers, und Luxemburg hatte den Ausgleich hergestellt. Bei den Westdeutschen war Gruber als Mittelläufer reichlich schwach. Auch die Seitenläufer fielen etwas ab. Die besten Leute waren noch die Schalker Stürmer Kuzorra und Czevan. Weber und Buchloh in der Abwehr standen vollauf ihren Mann. Die Luxemburger hatten eine Mannschaft, die auf allen Posten gut besetzt war. Das Spiel bewies leider nur zu deutlich, daß es im Sport sehr unangebracht ist, von einem Gegner, den man schon einmal überlegen geschlagen hat, geringschätzig zu denken. Alle Welt überzeugte die westdeutsche Elf vorher von der Totsicherheit ihres Sieges. Luxemburgs relativ sehr gutes Auftreten auf der Olympiade hätte eine Mahnung sein sollen. Dem kleinen Luxemburg, das mit seinen 240000 Seclen kein größeres Menschenreservoir besitzt als beispielsweise Groß=Bochum, blieb es vorbehalten, die Repräsentanten des großen Westdeutschland zu belehren, daß man im Sport für vergilbte Lorbeeren nichts gibt und das nur der seine Aufgabe lösen kann, der sie in der Hochschätzung des Gegners anfaßt. Boxkampffag der Schwerathleten. Bochum, 14. Aprik. Am Sonntag morgen traten der Kraft=SportVerein„Germania" und„Boxring 27“ Bochum=West mit einem wohlgelungenen Programm in „Groß=Bochum“ vor die Oeffentlichkeit. Die vorgeführten Kämpfe bewiesen, daß das Boxen im D. A. S. V. einen guten Schritt vorwärts gekommen ist. Die Kämpfe wurden überaus hart durchgeführt, was schon aus der Tatsache hervorgeht, daß von den neun Kämpfen nur vier über die Runden gingen. In der Jugendklasse siegte der kräftigere Seibel(Germania) über Menne 27) klar nach Punkten. Der nächste Kampf brachte Feuerstein(.), Bantamgewicht, sein Gegner war Stanek(27), Fliegengewicht. Der„Germane“ war etwas zu langsam. Bei mehr Nachsetzen hätte er leicht ein anderes Urteil erwirkt. So gab man den Kampf unentschieden, da Stanek durch stetes Angreifen den Kampf offenhielt. Viel Schlagwechsel gab es im Bantamgewicht. Ducke (Mülheim) und Liwowski(27) schwingerten in der ersten Runde derart viel, daß sie gegen Ende der zweiten Runde schon„fertig“, waren. Die Schlußrunde sah zwei höllig abgekämpfte Boxer im Ring. Zu einem Vortei, langte es für keinen von beiden.„Auch diesen Kampf gab man unentschieden. Im Federgewicht nutzte Schwede(.) seine Reichweite geschickt aus. Schuchat(27) konnte diese nicht überwinden und mußte in der ersten Runde schon derart viel einstecken, daß er zu Beginn der zweiten Runde den aussichtslesen Kampf aufgab. Der Kampf im Leichtgewicht zwischen Kuzilla(Essen 91) und Geronzi(27) wor auf sechs Runden zu zwei Minuten angesetzt. Der Bochumer begann sehr sorsichtig und deckte gut. Plötzlich fing er sich einen Leberhalen und mußte bis acht zu Boden. In der zweiten Runde erhielt der Essener einen rechten Kinnhaken, der ihn umwarf. Bei„9“ erholte er sich, mußte sich aber gleich darauf nach demselben Schlag auszählen lassen. Siekmann(.) hat im Weltergewicht stark nachgelassen, Mit Mühe und Rot gelang es ihm, einen kngvven Punktsieg über Quasnowitz zu landen. Im Halbschwergewicht traf Kanierfk!(Milheim) auf Klinkeit(Essen 91). In den ersten zwei Runden hatte der Essener schon einen kleinen Vorsprung. In der dritten Runde streckte er dann durch Magenhaken den Mülheimer für die Zeit auf die Bretter. Sehr eilig hatte es im Leichtgemicht Feromin(.) gegen rabowski(27). Ein rechter Kinnhaken erschüteerte Letzteren derart, daß er sogar fast stehend ausgezählt wurde. Da er nicht verteidigungsfähig war brach der Ringrichter den Kampf zu Gunsten des„Germanen“ ab. Lebhaft begrüßt wurde der deutsche Meister„im Mittelgewicht des D. A. S.., Balschum(Essen 91), der mit dem rheinischen Meister van de Sand gepaart war. Balschurt drängte von Anfang an stark aufs Tempo. Van de Sand war diesem sowie den vielen Scklagen nicht gewachsen. Mitte der zweiten Runde war dann auch mit seinem Latein zu Ende. Nach einem den Oesterreichischen Automobilklub statt. Der erste Fahrtag wurde beschlossen mit einem Festabend, auf dem herzliche Begrüßungsreden gewechselt wurden. Durch die Steiermark nach Graz. Die zweite Etappe führte die Teilnehmer von Ischl nach dem 224 Kilometer entfernten Grag. Auch diesmal wieder war das Wetter überaus günstig. Der wegen seiner, starken, Steigungen berüchtigte über 1000 Meter hohe Pötschenpaß war schneefrei geschaufelt worden. Die schweren Steigungen wurden von allen Teilnehmern gut überwunden. Als die Kolonne um die Mittagsstunde in Steiermark eintraf, wurde sie von der einheimischen Bevölkerung mit großer Begeisterung empfangen. Fast alle Häuser prangten im Flaggenschmuck. Ebenso herzlich war der Empfang am Tagesziel Graz. Neue Spieltermine. Duisburg, 14. April. Der Spickanuschah des Bestdeutschen Spielverbandes setzte folgende weitere Spiele an: 21. April,„Runde der Meister":„Fortuna"Düsseldorf gegen Fußballverein Neuendorf auf dem Platze von Düsseldorf 99. Schiedsrichter Malitz(Duisburg), Schalke 04 gegen Spielvereinigung Herten im Gladbecker Stadion, Schiedsrichter Daheim(Düsseldorf): Hüsten 09 gegen Meidericher Spielverein auf dem Preußen=Platz in Duisburg, Schiedsrichter Barthels (Köln). Turnicrerfole des Weltfalenitalles. Dortmund, 18. April. In der Reithalle des Dortmunder Reitervereins begann am Samstag das zweitägige Turnier, das vor vollbesetztem Hause in Szene ging. In der schweren Klasse der Materialprüfung für Reitpferde errang der„Westfallenstall“ Bochum einen Doppelerfolg, indem der bereits mehrfach prämiierte Ibykus als bestes Pferd den ersten Preis zugesprochen bekam und Apoll vom gleichen Stall den dritten Rang einnahm. Die Ergebnisse: Materialprüfung für Reitpferde: a) leichte schehe stall Bochums Ibykus, 2. Rudolf Stahls Hamket, 3.„Westfalenstall“ Bochums Apoll, 4. Fritz Hellmanns Bolivia. 5. Konrad Bleckmanns Seifried. Dressurprüfung Klasse, A(8 Teilnehmer): 1. Dortmunder Reitervereins Aristos, 2. W. Roses Seidlitz, 3. Dortmunder Reitervereins Nancy. Eignungsprüfung für Reitpferde: a) Leichte Pferde(15 Teilnehmer): 1. Karl Andreaes Indra, 2. Frau Dr. Böningers Cavalla, 3. Karl Spillners Sonnengott; b) schwere Pferde(18 Teflnehmer): 1. Karl Andreges Altgold, 2. C. D. Grootes Artus. 3. Otto Eigens Barbarossa. Seniorenreiten(8 Teilnehmer); 1. A. Harenkamps Christoffe. 2. Otto Eigens Barbarossa, 3. Heinrich Wieselmanns Normi. Enttäufenung iin Bochamer=Städton. Die Kämpfe um die weltdeutsche Fußball-Meifterschaft haben begonnen. Nach zwei Verlängerungen schpte, Binsen. Ais es dann nicht se. abgebrochen. „Die k..-Runde der Zweiten.“ „Schwarz=Weiß"=Essen— BfB. Weidenau:2(:0.:2) Auslandstourenfahrt des ApAC. Die A. D. A..=Fahrer in Bad Ischl. Bei schönstem Frühlingswetter nahm die Auslands= Tourenfahrt des Allgemeinen Deutschen Automobilklubs am Freitag morgen in München mit der ersten Tagesetappe nach dem 190 Kilometer entfernten Bad Ischl ihren Anfang. Unter den Klängen bayrischer Militärmusik starteten die Teilnehmer vor dem Nationaltheater, wo alle Häuser im Schmuck von Reichs= und A. D. A..=Flaggen prangten. Die 119 Fahrzeuge fuhren in langer Kette zunächst, durch das oberbahrische Bergland, dessen Höhenzüge sich herrlich sichtbar am Horizont abzeichneten, und hatten bald die Grenzkontrolle nach Oesterreich hinter sich, wo die Abfertigung in entgegenkommender Weise erfolgte. Der gute Zustand der Straßen ließ die Teilnehmer zum vollen Genuß der Naturschönheiten kommen. Am Tagesziel in Bad Ischl fand ein liebensgroße angesichts des sehr keine schwere AufBochum, 14. April. Das Spiel der Zweiten des Ruhrbezirks und des Südwestfalenbezirks war— was die spielerische Klasse betrifft— eine schlechte Visitenkarte des westdeutschen Fußballs. Dem, der die Hilflosigkeit des Essener Angriffs nicht gesehen hat, wird es ein Geheimnis sein, wie eine Mannschaft, die noch jüngst in erbitterten Kämpfen mit Schalke 04 um den Titel des Ruhrbezirksmeisters gefochten hat, trosz so vieler technischer Vorteile nicht mit einem Gegner wie Weidenau fertig werden konnte, dessen fußballerisches Können wirklich nicht den Standard unserer hiesigen zweiten Klasse überschritt. Essens Angriff hat lange nicht ein derart energieloses und unfruchtbares Spiel geliefert. Wirkliche Führung fehlte ebenso wie verständnisvolles Zusammenarbeiten, ohne das fast keine Schußfertigkeit der qualifizierten Schützen denkbar ist. Ein eifriger und auch seinem taktischen Aufgabenkreis gewachsener Mann war der Mittelläufer Heuken, von dem sich auch etwas auf seine Nebenleute übertrug. Die Verteidiger Vollbrecht und Wiedenbusch arbeiteten ziemlich sicher und kraftvoll mit allerdings oft etwas aufwand. Riegels im Tore hatte unbeholfenen Südwestfalensturms gabe. Der Angriff Weidenaus kannte kein System und keine Leitung durch irgendeine überragende Kraft. Man hatte wohl kaum ein gepflegtes Paßspiel von den Siegertändern erwartet, aber, daß sie nicht einmal zu einem weitmaschigen, frisch=frohen„Kick and rush“ fähig woren, war eine der unangenehmsten Ueberraschungen. Man arbeitete vorn im Sturm so unbekümmert wie möglich und überließ die Vollendung der Handlungen vollkommen dem Zufall. Nur hin und wieder sah man geringe Lichtblicke. Von den Läufern konnte man dem rechten noch das Zeugnis eines guten Zerstörungsspielers ausstellen, die anderen beiden versagten so gut wie der Sturm. Recht gut war dagegen die standfeste Verteidigung, namentlich der unermüdliche rechte, und der Torwart Münker, der mit größter Ruhe seinen Rahmen reinhielt und eine große Entschlossenheit an den Tag legte. Der Mangel an Ballbehandlung war ein hervorstechendes Merkmal bei den Südwestfalen, die sich aber trotzdem durch ihr unentwegt tapferes Kämpfen und ihre anerkennenswerte Ritterlichkeit viel Sympathien erwarben. Man hatte zunächst den Eindruck, daß die Essener mit allzu großer Selbstherrlichkeit ins Baral dle Wäldungen des Sedtenberges. Der Frühjahrs-Pflicht-Waldlauf in Hattingen. Hattingen, 14. April. Der am Sonntag durchgeführte Frühjahrswaldlauf des Gaues Bochum=Hattingen des W. S.., der sich durch die Waldungen des Schulenberges bewegte— eigentlich etwas früh, man vermißte das frische Grün— fand bei trockener, allerdings kühler Witterung, unter großer Beteiligung der Senioren und Jugendlichen(etwa 350) statt. Auch die Anteilnahme der Bevölkerung war sehr rege. Es gab in allen Klassen scharfe Kämpfe, um jeden Zentimeter Boden wurde mit aller Energie um den Erfolg gerungen. Die Organisation lag in den Händen des Hattinger Sportvereins, so daß die Gewähr vorhanden war, daß sich alles reibungslos vollzog. Vor dem eigentlichen Lauf fand eine Großaufnahme statt, anschließend folgte der Propagandalauf aller Teilnehmer zum Startplatz. Die Ergebnisse Leichtathletikklasse: 1. Mannschaftssieger; Hattinger Sportverein 11 Punkte, 2. Tus Bochum 17 Punkte, Einzelsieger: 1. Wolf(...), 2. Neunstiel(Polizei Bochum), 3. Weiß(Tus Bochum), 4. Seegex(...), 5. Bös(Tus Bochum), 6. Stein (H.=3) Fußballklasse: 1. Mannschaftssieger: Henrichshütte 19 Punkte(1. Mannschaft), 2. Mannschaftssieger: Henrichshütte,.(2. Mannschaft), 8. Mannschaftssieger: Schwimmverein, Blau=Weiß Bochum. Einzelsieger: 1. Merke(Sp. Cl. Dahlhausen), 2. Schäfers(Blau=Weiß), 3. Engelberg(Henrichshütte), 4. Klein(Ehrenfeld), 5. Hübener(Herbede), 6. Schmidt (Ehrenfeld) Jugendklasse:(Jahrgang 13/14) 1. Mannschaftssieger:„Sp. Cl. Dahlhausen 38 Punkte, 2. M. B. V. Linden 55 Punkte, 3. Sprockhörel 64 Punkte, 4 Gertbe 1912 75 Punkte, 5. F. C. Witten 92 84 Punkte Einzelsieger: 1. Gaßmann(Ehrenfeld) 2. Kaufpold(Herbede), 3. Rosenstock(Henrichshütte), 4. Schreckenberg(.BB.), b. Kampmann(...), 6. Ronnshausen(...), 7. Römer(Dahlhausen), 8. Ließner(Henrichshütte), 9. Heinenberg(Hütte), 10. Lippe(Polizei).(Jahrgang 11/12) 1. Mannschaftssieger: Hattinger Sportverein 23 Punkte, 2 Henrichscheten,, eache brock(Henrichshütte), 9. Schmitz(Sprockhövel). (Dahlhausen), 8. DieckenHeinberg(...), 10. Schaumburg vor Kilp. Westdeutsche Waldlaufmeisterschaft. Am Sonntag kamen in Siegen die Westdeutschen Waldlaufmeisterschaften zum Austrag. Die Ergebnisse sind folgende: Senioren: 1.„Schaumburg(Münster 08) 36:59,4 Minuten: 2. Kilp(Düsseldorf 99) 50 Meter zurück; 3. Paul(Sportfreunde„Siegen) weitere 25 Meter zurück: 4. Kollmann(Wanne= Eickel); 5. Reichmann(Siegen). Junioren: 1. Müller(Siegburg); 2. Seterhenn (Oberlahn): 3. Hoffmann(Siegen). Handball-Pokal-Zwischenrunde. Berlin— Südost 10:6(:). Berlin, 14. April., Das rückständige Zwischenrundenspiel um den Handballpokal der DSB, führte in Charlottenburg Berlin und Südostdeutschland zusammen. Nach interesantem Verlauf siegten die Berliner 10:6(:). Da die Mitteldeutschen bereits vor einigen Wochen über Süddeutschland erfolgreich waren, bestreiten Berlin und Mitteldeutschland das für den 5. Mai anberaumte Endspiel. Tura Pol. Westdeutsche Handballmeisterschaft. Barmen— BfB. Nachen:3. .=V. Bielefeld— Sportfreunde Siegen :4. % richshütte), hütte 25 Punkte, 8. Sp, L. Sprochör Einzelsieger:, 1. Durmens(Oguric Konrad(Winz=Vaak). 3. Opfer.(...), 4. Kowalski (Weitmar 09), 5. Brakelmann(Querenburg), 6. Grumm Zusammenspiel ie dritte VerlänFrau v. Reznicek schlägt Mliß Ryan. Die Südfranzösische Meisterin, Frau von Reznieek, hat sich von Turnier zu Turnier verbessert. Nach ihren Siegen über Mrs. Covell errang sie am Samstag einen weiteren sensationellen Erfolg. Sie schlug in der Punkts, 2, Heurichs= Schlußrunde des gut besetzten Turniers in Beaulien sur Sprockhovel„37 Punkte, Mer die gefürchtete Amerikanerin Miß Ryan nach klappte, wurde man immer nervöser und vergaß darüber zielklares Handeln immer mehr. Nach torloser erster Halbzeit, in der Essen durchweg leicht im Vorteil gewesen war, kam Weidenau nach etwa zehn Minuten durch Verwandeln eines vom linken Essener Läufer verursachten Handelfmeters zum Führungstor. Bald darauf fiel das zweite Tor für Weidenau, das Halbrechts nach einer Flanke von links(Fehler Vollbrechts!) erzielte. In der 25. Minute legte Heuken den Ball dem linken Flügel gut vor, Wächter gab zur Mitte herüber, wo Kellner den Ball durch Nachschuß ins Netz befördern konnte. Drei Minuten später nahm Multhaup einen abgewehrten Strafstoß=auf und schoß das Leder, das von Weidenaus linkem Verteidiger noch gestreift wurde, abermals ein. Da bis zum regulären Ende des Spieles nichts mehr erzielt wurde, gab es zwei Verlängerungen, die jedoch auch fruchtlos verliefen. Weidenau war in diesem Zeitpunkt im übrigens sichtlich besser als zuvor. Eine gerung bis zur Entscheidung(die im Höchstfalle dreißig Minuten nicht überschreiten darf) wurde mit Rücksicht auf die zeitige Heimfahrt der Siegerländer unterlassen, sodaß das Treffen wiederholt werden muß. Der Schiedsrichter Jutt(Gießen) bemühte sich einer objektiven Leitung. Etwas hart war vielleicht der Elfmeter gegen Essen, da es sich um eine„angeschossene Hand“ handelte. F. C. Claus-Ochler immer noch Klafle. „Arminia“=Bielefeld— S. S. V. Elberfeld:1(:). Dieser Kampf in Hamm hatte etwa 4000 Zuschauer angelockt, denen ein fesselnder Kampf geboten wurde. Arminia war in überraschend guter Verfassung, besonders Claus=Oehler hatte einen Glanztag und warf seinen Angriff immer wieder nach vorne. Die Bergischen waren im Sturm zu unentschlossen und auch die Unterstützung durch die Läuferreihe ließ viel zu wünschen übrig. Runde der Erlten. Kaffel enttäuscht Stark. FV. Neuendorf—. SC. Kassel 03:1(:). Vor über 6000 Zuschauern trafen sich in Koblenz die Meister vom Mittelrhein und Heisen=Hannover im ersten Endspiel um die westdeutsche Meisterschaft. Es kam zu einem interessanten Spiel, das die Neuendorfer infolge ihrer besseren Technik verdient zu ihren Gunsten entscheiden konnten. Vor der Pause blieb das überlegen durchgeführte Sviel des Mittelrheinbezirksmeisters jedoch unproduktiv, und erst nachdem Kassel mit:0 in Führung gegangen war, rafften sich die Einheimischen auf. Eine geschickte Umstellung der Neuendorfer Mannschaft brachte dann endlich auch Torerfolge ein. Die Kasseler Elf bereitete eine Enttäuschung. * Glücklicher Sieg Hertens. SpVg. Herten— Hüsten 09:0(:). Buer, 14. April. Vor rund 8000 Zuschauern lieferten sich die Mannschaften in Buer einen interessanten und abwechselungsreichen Kampf, den die Hertener mit:0 Toren glücklich gewannen. Die Hüstener standen ihrem Gegner in spielerischer Hinsicht nichts nach. Technische Feinheiten sah man nur wenig, jede Mannschaft versuchte, durch schnell vorgetragene Angriffe und mit wuchtigen Schüssen zu Erfolgen zu kommen. Bei Herten gefielen besonders die linke Sturmseite, der Mittelläufer und das Schlußdreieck. Ein Sonderlob gebührt dem Torwart. Der Südwestfalenmeister verfügte über einen schußfreudigen Sturm und im übrigen über eine ausgeglichene Mannschaft. Sehr gut waren der rechte Läufer, der linke Verteidiger und der Torwart. Ein schwaches Treffen. Preußen“. Sportverein„Ehrenfeld—„Ver. Bochum:1. 07 Das wegen des Spielverbotes am Sonntag schon am Samstag abend ausgetragene Spiel der beiden südlichen Nachbarn brachte nicht den Sport, den man erwartet hatte. Beide Mannschaften hatten Ersatz in ihren Reihen. Wie schon so oft, wenn ein Zweitklassiger gegen einen Erstklassigen spielt, zeigten auch hier die Ehrenfelder den größeren Eifer. Auch technisch waren sie ihrem Gegner nicht unterlegen, ja in der Ballabgabe hatten sie sogar ein Plus. Die Vereinigten stellten ihre Mannschaft in der zweiten Halbzeit des öfteren um, der Mittelläuferposten wurde von nicht weniger als drei Spielern(1) ausgefüllt, aber von keinem zur Zufriedenheit. Besonders krankten alle im Zuspiel, das zeitweise sehr mangelhaft war. Unter diesen Verhältnissen erübrigt sich eine Mannschaftskritik. Gesagt sei nur, daß Preußens bester Mann der junge rechte Läufer war, während bei Ehrenfeld Torprächtigem Kampf glatt:3,:2. Die Deutsche spielte gegen die routinierte Amerikanerin äußerst sicher und Hug.-anerin außerst sicher und Blutreinigung NUR ASOTAEKER RICH-BRANOT'S wart und linker Läufer hervorstachen. Schon gleich nach dem Anstoß begann ein systemloses Spiel, das wahrend der ganzen Spielzeit anhielt. Beide Mannschaften waren abwechselnd in Front. Nach der Pause kamen die Ehrenfelder gleich gut durch. Kurz vor der Torlinie kam ein Preuße zu Fall und berührte dabei mit der Hand den Ball. Der verhängte Elfer wurde verwandelt. Weiter verpassen auf beiden Seiten die Stürmer die tollsten Sachen. Mitte der Halbzeit gab„Preußens“ linker Läufer den Ball hoch aufs Tor. Dieser kam scharf unter der Latte herunter und ging dem Torwart unter der Hand hinweg ins Netz. Gegen Schluß drängten die Ehrenfelder etwas. Aber bis zum Schlußpfiff des einwandfrei leitenden Schiedsrichters wurde nichts mehr erreicht. Guter Auffakt in Horft. Horst=Emschers erster Renntag. Horst=Emscher, 14. April. Der erste diesjährige Renntag ging bei kühlem, aber trockenem Wetter und sehr gutem Besuch in Szene. Sportlich verliefen die Rennen im allgemeinen sehr interessant, sodaß der Horster Rennverein einen Erfolg auf der ganzen Linie buchen konnte. Im Overbeck=Erinnerungsrennen über 1600 Meter, dem Hauptereignis des Tages, erschienen nur fünf Pferde am Ablauf. Boniburg war am schnellsten flott und führte durch den Bogen vor Stahleck, Gebt Feuer und Polfino. Letzterer kämpfte sich an der Distanz nach vorne und hielt die angreifende Gebt Feuer jederzeit sicher in Schach. Boniburg ließ zum Schluß stark nach, konnte aber noch den dritten Platz vor Stahleck behaupten. Die Ergebnisse: 1. Rennen. 1. A. Morawez O. K.(H. Morawez), 2. Lausejunge, 3. Georgia. Toto: 57; Platz: 15, 14, 14. 2. Rennen. 1. J. Mühlenkords Morokkaner (Hartmannshen), 2. Tannenberg, 3. Lotteken. Toto: 32; Platz: 15, 15, 18. 3. Rennen. 1. H. Zimmermanns Maharadscha(Zimmermann), 2. Brotverdiener, 3. Woher. Toto: 25; Platz: 13, 16, 24.—2 Lg. 4. Rennen. 1. Gestüt Rottgens Polfino(Pinter), 2. Gebt Feuer, 3. Boniburg. Toto: 25; Platz: 12, 12.—5 Lg. 5. Rennen. 1. F. Winters Miami(Goltermann), 2. Orma, 3. Nonne. Toto: 41; Platz: 18, 22, 16. 1 bis 1 Lg. 6. Rennen. 1. E. Punges Don Pedro(Helm. Hoffrohne,) 2. Scharfenberg, 3. Adler von Bayern. in, 54; Platz: 23, 47, 43.—5 Lg. 7. Rennen. 1. E. Kuchs Salzig(Morawez), 2. Lakai, 3. Malvolio. Toto: 29: Platz: 20, 18. 2 bis 10 Lg. * Rennnen zu Hannover. Sonntag, 14. April. 1. Rennen: 1. Daub's Honeska(Vinzemz), 2. Olympiade, 3. Thymian. Toto: 40, Platz: 21, 19. —1,Lg. 2. Rennen: 1. Reinickes Wachtelkönig(E. Reinicke), 2. Maravedis, 8. Spala. Toto: 36, Platz: 13, 12.—2 Lg. 3. Rennen: 1. C. Creutz's Schwalberich(Globig), 2. Perseverantia, 3. Schwertlilie. Toto: 53, Platz: 29, 16. Hals—2 Lg. 4. Rennen: 1. K. Perskes Storm Cloud (Basch), 2. Pour le merite, 3. Moloch. Toto: 96, Platz: 43, 18.—2 Lg. 5. Rennen: 1. v. Falkenhayns Fechter(Rojik), 2. Hafis, 3. Grimm. Toto: 85, Platz: 31, 21, 15. Hals— Hais.,„ 9 K. B.,., 0 SE 6. Rennen: 1. H. Rodewalds ussier(K. Schuller), 2. Monte Godello, 3. Miriza Grovna. Toto: 73, Platz: 29, 24.—-S9. Sehlmitze 9.#rin. 7. Rennen: 1. Gest. Dahlwiß's Moyrspatz Jaeckel), 2. Immerstolz, 3. 11.—1 Lg. Alida. Toto: 32, Platz: (G. 11, Rennen zu Karlshorst. Sonntag, 14. April. 1. Rennen. 1. v. Wertherns Hans Thoma Hauser), 2. Foxtrott, 3. Astrid. Toto:.13. Platz: 13, —10 Lg. 2. Rennen. 1. Steinleins Anton(Bismark), 2. Gawan, 3. Hadrion. Toto: 17. Platz: 12, 12. 3. Rennen. 1. Heinz Stahls Borgia(Hr. Schnitzer), 2. Greif, 3. Merkur II. Toto: 27. Platz: 14, 12. 2¾—10 Lo.„ Jahgisg 9.it.:.(Kanfer). 4. Rennen. 1. Haaeveils Lusitania(Hauser), 2. Marchesa, 3. Taunus. Toto: 58. Platz: 23, 17. ½ bis 2½ Lg. 5. Rennen. 1. Scholz's Lackl(Scharff), 2. Stolzer Kämpfer, 3. Poliklet. Toto: 39. Platz: 16, 15, 19. —Hals, 6. Rennen. 1. v. Madayskis Malus(H. Scholz), 2. Lebensmut, 3. Husdent. Toto: 28. Platz: 12, 12, 15. Hals— 5 Lg. Die Suropamehslerschaft der Gechler! Helene Mayers große Chance. Europameisterschaften in Neapel. Neapel, 14. April. Im weiteren Verlaufe der Wettkämpfe um die Europameisterschaften in Neapel griffen auch die deutschen Damen Helene Mayer und Frl. Sondheim, sowie Frl. Meyer(Hamburg) ein. Sie schnitten in der Vorrunde zu der erstmalig ausgetragenen Europameisterschaft im Florettfechten der Damen recht gut ab. Den besten Eindruck hinterließ die Olympiasiegerin Frl. Helene Mayer, deren Rivalinnen die Französin Prost, die Hollanderin de Boer und die ungarischen Fechterinnen sein dürften. Gleichzeitig wurde auch das Degenfechten der Herren begonnen, bei dem die Finalisten aus dem Florettfechten von der Vorrunde befreit waren. Die Deutschen konnten sich nicht durchsetzen. In der ersten Serie endeten die Italiener Bertinetti mit 7 und Ragno mit 6 Siegen in Front vor Labottut (Frankreich) mit 5, Cattiau(Frankreich) mit 4, Adet (Frankreich), Piutti(Italien), Hellstein(Schweden), Driebergen(Holland) und de Boer(Holland). Die zweite Serie ergab totes Rennen zwischen Agostono (Italien) und Ltn. Roussit(Frankreich) mit je 5, dem Titelhalter Buchard mit 8 Siegen, ferner T Sas(Belgien), Schmetz(Frankreich) und Terlicci(Italien). An der Entscheidung nehmen die fünf Ersten jeder Serie teil. Puliti bleibf Europameister. Neapel, 13. April. Der erste Teil der Europameisterschaften im Fechten in Neapel, die Florettkämpfe der Herren, ist jetzt abgeschlossen. Aus dem harten Kampf um den Titel im Florett=Einzelfechten ist wiederum der Italiener Oreste Puliti als Sieger hervorgegangen. der sechs Gefechte gewann und insgesamt 25 Treffer erhielt. Auch auf den zweiten Platz legte Italien Beschlag, und zwar durch Gaudini, der ebenso wie der als Dritter plazierte Franzose Cattiau je 5 Siege und 27 erhaltene Treffer aufzuweisen, aber einen Treffer mehr ausgeteilt hatte. Vierter wurde Guaragna(Italien) vor Labattut(Frankreich) und Marzi(Italien). Das interessanteste Gefecht war wohl die Begegnung zwischen Puliti und Cattiau, die der Italiener knapp mit:4 Treffern zu, seinen Gunsten entschied. Puliti verlor dafür gegen Labattut mit:5 und gegen Marzi mit:5, während Cattiau nach einem:=Erfolge über Gaudini überraschend von Marzi mit:3 und von Geraci ebenfalls mit:3 geschlagen wurde. Die deutzenle Jussbant=Schau. Der Fußball des Sonntags. Um die westdeutsche Meisterschaft. Runde der Ersten: Buer: SpVg. Herten— SV. Hüsten 09:0. Koblenz: FV. Neuendorf— SC. Kassel 03:1. Runde der Zweiten: Bochum: Schwarz=Weiß Essen— FfB. Weidenau:2. Hamm: Arminia Bielefeld— SSV. Elberfeld:1. Bergisch=Märkischer Bezirk: Schwarz=Weiß Barmen— MBV. Linden:3(Ges.=Sp.). Ruhr=Bezirk. Privat: Sportfreunde Essen— Union Hamborn:2. Rot=Weiß Essen— BV. Altenessen:5. Karnap 07— Preußen Essen:7. Dortmund 95— Duisburg 08:1. Horst=Emscher— Essen 99:2. Gelsenkirchen 07— Eller 04:0. Castrop 02— Union Krefeld:4. Niederrhein=Bezirk. Entscheidungsspiel: SpV. Meiderich— SvVg. Oberhausen(Duisburg):2. Privat: Städtespiel Duisburg— Göteborg(Sbd.):2. 2. Bezirksklasse: S. C. Dahlhausen—„Westfalia" Bochum:1. „Westfalia" Weitmar— Henrichshütte:1. S. u. S. Gerthe— Witten 07:3. S. T. V. Werne—„Rasensport" Bochum:4. Castrop 1911—„Alemannia“ Gelsenkirchen:1. „Westfalia“ Herne— Günnigfeld:2. T. B. Eickel— Wattenscheid 09:6. Dortmund 08— Sp.=Fr. Dortmund:1. „Viktoria" Dortmund— Westerfilde:0. Derne— Hombruch:1. S. V. Ehrenfeld—„Preußen 07“ Bochum:1. 1. Gauklasse: Querenburg— Winz=Baak:0. Langendreer 07— V. f. B. Werne:1. S. u. S. Stiepel—„Concordia" Bochum:0. Langendreer=Wilhelmshöh—. Bommern:2. Brandenburg. 2. Entscheidungsspiel: „Hertha“, BSC. Berlin—„Tennis=Borussia"=Berlin :2. Da also jetzt jeder Verein ein Spiel gewonnen hat, ist ein drittes Spiel notwendig geworden. Weitere Spiele: SC. Charlottenburg— Preußen Berlin:3. SV. Spandau— 1. FC. Neukölln:1. Union Oberschöneweide— Minerva Berlin:1. Tasmania Neukölln— Viktoria Berlin:4. VfB. Pankow— Alemannia Berlin:1. Süddeutschland. Runde der Meister: Eintracht Frankfurt—. Borussia Neunkirchen:0. 1. FC. Nürnberg—. Bayern München:1. Germania Brötzingen— Karlsruher FV.:2. Trostrunde: VfR. Mannheim— SV. Waldhof:2. FSV. Mainz 05— FSV. Frankfurt:0. Saar 05 Saarbrücken— VfL. Neuisenburg:1. Union Niederrad— 1. FC. Idar:1. VfB. Stuttgart— SpVg. Fürth:5. FC. Freiburg—. AsV. Nürnberg:3. Phonix Karlsruhe— Kickers Stuttgart:3. Gesellschaftsspiel: München 1860— Rampla Juniors Montevideo:2. Mitteldeutschland. 2. Pokal=Zwischenrunde: Dresdner SC.— VfB Leipzig:1. „Wacker"=Leipzig—„Wacker"=Chemnitz:1. „Sportfreunde"=Halle—„Fortuna"=Leipzig:1. Chemnitzer BC.—„Borussia"=Halle:3. Südostdeutschland. Runde der Ersten: Beuthen 09— Viktoria"=Forst:2. Breslau 08— Cottbus 98:1. Runde der Zweiten: VfB. Liegnitz— Breslau 05:3. SV. Sagan— STG. Görlitz:2. Baltenverband. SpVg. Memel— VfB. Königsberg:5. „Titania"=Stettin—„Wacker"=Berlin:3. Norddeutschland. Meisterschaftsspiele: Hamburger SV.— Hannover 97:0. „Union"=Altona—„Arminia“=Hannover:3. „Werder"=Bremen— Altona 93:6. Hannover 96—„Holstein"=Kiel:4. Sport in Wanne-Eickel. T. B. Eickel— Wattenscheid 09:6(:). Spielvgg. Röhlinghausen— Wanne 1911:6(:). Eine empfindliche Niederlage mußte der„Turnerbund“ auf eigenem Platze von Wattencheid 09 hinnehmen. Die unbeständigen Wattenscheider, die eine angenehme Ueberraschung bereiteten, haben den Sieg vollständig verdient. Die Turner spielten zu unzweckmäßig und auch taktisch falsch. Außerdem fehlte die Ausdauer und der unbeugsame Siegeswille. Als man sich zu einer einheitlichen Leistung aufzuraffen versuchte, war es bereits zu spät. Die Läuferreihe war wohl noch der beste Mannschaftsteil. Die Gäste dagegen stellten eine technisch gute Mannschaft, die mit Rieseneifer kämpfte. Besonders der durchschlagskräftige Sturm war in hervorragender Verfassung. Der kleine Eichler im Wattenscheider Tor „Rund um Herlohn.“ Korsmeier(Dortmund) siegt vor Mandelartz(Köln). Die am Sonntag zum 15. Male vom Radfahrklub von 1894 Iserlohn durchgeführte Radfernfahrt„Rund um Iserlohn für B. D..=Amateure hatte denkbar günstige Vorbedingungen gefunden. Einwandfreie Straßenverhältnisse und lachender Sonnenschein gaben der Fahrt einen würdigen Rahmen. In beiden Klassen hatten sich rund 250 Fahrer am Start eingefunden. Die Klasse l hatte eine Strecke von insgesamt 141 Kilometer zurückzulegen. Bei den Rönkhausener Bergen fiel wie alljährlich die Entscheidung. Das Feld wurde fast vollkommen auseinandergerissen. Mit etwa 10 Minuten Vorsprung konnte sich der Kölner Plug an die Spitze setzten. Durch die Schuld eines Motorradfahrers kam Plug in Haathen auf einen falschen Weg und ehe ihn die Oberleitung zurückgeholt hatte, war die nachfolgende fünf Mann starke Gruppe in Führung gegangen. Diese blieb bis zum Ziel besammen, wo sich der Dortmunder Korsmeier im Endspurt einen schönen Sieg vor dem Kölner Mandelartz sicherte. Ergebnisse: Klasse 1(141 Kilometer): 1. Korsmeier(Vehmlinde Dortmund):48 Stunden; 2. Hans Mandelartz (Köln); 3. Otto Kraß(Dortmund); 4. Tix(Dortmund); 5. Johann Göring(Günnigfeld) alle dichtauf; 6. Paul Fenz(Elberfeld):53 Stunden; 7. Karl Ebeling (Dortmund); 8. Josef Dreuw(Essen); 9. Plug(Köln); 10. Dortmund). Klasse II: 1. Alois Schäfer(Günnigfeld):12 Stunden; 2. E. Klausmeier(Dortmund); 3. Hans Montenbruch(Duisburg); 4. Ferd. Rück(Oberhausen); 5. Trinks(Westig). Möller fiegt in Dresden. Dresden, 14. April. Bei kühler Witterung wurden die Dresdner Radrennen von nur fünftausend Zuschauern besucht. In dem Dauerrennen zeigte sich der Franzose Maronnier wieder in guter Form. Er gewann die ersten beiden Läufe des Großen Sachsenpreises gegen den Hannoveraner Möller, der im zweiten Lauf Motordefekt hatte und hinter einem Ersatzschrittmacher fahren mußte. Im letzten Laufe zeigte Möller aber seine große Klasse. Er überrundete Maronnier in der 52. und 66. Runde und stellte damit seinen Sieg im Gesamtergebnis sicher. Ergebnis des Großen Sachsenpreises: Dauerrennen 100 Kilometer: 1. Möller 99,010 Kilometer, 2. Maronnier 98,510 Kilometer, 3. Thollembeek 96,460 Kilometer. war wohl der beste Mann auf dem Platze. Durch diese Niederlage wird der„Turnerbund" die Hoffnung auf den Aufstieg wohl endgultig begraben müssen. * Eine interessante Kraftprobe stellte das Ortstreffen auf dem Römerplatz zwischen den vorjährigen Meisterschaftsrivalen Röhlinghausen und Wanne 1911 dar. Das Ergebnis beweist, daß sich das Stärkeverhältnis seit dem letzten Jahre etwas zugunsten der „Elfer" verändert hat, konnten doch bis dahin die Röhlinghauser fast immer triumphieren. Die Wanner waren im Feldspiel zwar nur leicht überlegen, verstanden es aber ausgezeichnet, jede günstige Gelegenheit vor dem Tor des Gegners auszunutzen und aus allen Lagen zu schießen. Man darf mit Sicherheit annehmen, daß die„Elfer“ auch in der zweiten Bezirksklasse ihren Mann stehen werden. P. B. Eichenkreuz. Bezirksturnratssitzung. In Witten fand eine Bezirksturnratssitzung statt, die auch von Seiten der Bochumer Kreisverbindung besucht war. Bezirksturnwart Höper begrüßte die Erschienenen und ging sofort zum Hauptthema des Abends:„Das Bundesturnfest in Bielefeld" über. Das Turnfest soll in den Tagen vom 12. bis 14. Juli d. J. im Bielefelder Stadion in Quelle seine Abwicklung finden. Freitag, 12. Juli, ist für die Bannerkämpfe vorgesehen. Hier werden die ermittelten Bezirksmeister um den Bundesmeistertitel in Handball, Schlagball und Faustball kämpfen. An Wettkämpfen sind vorgesehen: Gemischter Sechs=Kampf in 4 Altersklassen und zwar Jahrgang 1911 und jünger, 09 und 10, 08 und älter und 1913 und älter. Wer im gemischten Kampf wenigstens 60 Punkte erreicht, ist berechtigt, an einem Gerate=Vierkampf oder volkstümlichen Drei=Kampf teilzunehmen. Das Startgeld für Turner unter 18 Jahren ist auf 2 Mark und über 18 Jahren auf 3 Mark festgesetzt. Die einzelnen Bezirke des Westbundes haben bestimmte Sondervorführungen geplant. Da gibt es u. a. Gemeinschaftsturnen an vier Pferden, Blitzstabübungen, Muster=Gymnastik nach Nils=Buk. O Sechum- uuisburg Montag, 15. April, 20 bis gegen 22.45 Uhr. Roter Ring 5: Emilia Galotti Dienstag, 16. April, 20 bis 22.30 Uhr. B. 23: Pulververschosrung Drama in 3 Akten (12 Bildern) von Ed. Reinacher. KonkurswarenVersteigerung Am 17. April 1929, nachmittags 4 Uhr, werde ich in Langendreer, Augustastraße Nr. 15. das Warenlager und die ausstehenden Warenforderungen der im Konkurs befindlichen Firma Franz Kappius, elektrotechnisches Geschäft in Langendreer, versteigern. Das Warenlager wird im Ganzen, ev. a. nach Warengattungen gesondert, versteigert. Es enthält elektr. Gebrauchsgegenstände wie Beleuchtungskörper, Bügeleisen, Heizplatten usw., elektr. Birnen in großer Auswahl, Radio=Geräte und Radio=Einzelteile, Installationsmaterial usw.(09131 Die Versteigerung findet bestimmt statt. Das Verzeichnis der zur Versteigerung„„gelangenden Gegenstände kann bei dem Konkursverwalter, Herrn Rechtsanwalt Köllermann in Langendreer, oder bei mir eingesehen werden. Kuhlmann Oder=Gerichtsvollzieher in Langendreer. Opercheimeufer Nur noch bis Donnerstag allabendlich 8 Uhr PrmE-Volohtelmt. Heitere Operette Morgen, Dienstag, u. Mittwoch nachm.## Uhr WlaxundMointz in 6 lustigen Streichen Alle grün gedruckten Plakat-Vorzugskarten werden nur noch bis einschließlich Samstag, 27.., eingelöst Zwungs=Versteigerung. Am Dienstag, dem 16. April 1929, vormittags 10 Uhr, werde ich in Bochum folgende Gegenstände meistbietend gegen bar versteigern: 1. mehrere Herrenanzüge; 2. 1 Küchenbüffet; 3. 1 Schreibtisch, 1 Nähmaschine, 1 Grammophon, 1 Waschtisch, mehrere Pferde und Milchkühe: 4. 1 Ladentheke; 5. 1 Nähmaschine(Singer); 6. 1 Theke; 7. 1 Schrankgrammophon; 8. 1 Ledersofa; 9. 1 Nähmaschine; 10. 2 Kippkarren; 11. Gläser, Bilder, Teppich, Bücher, Bücherschrank, Tassen, Bestecke, Kristallvasen, Eßservice, Ballustrade, Schreibtisch, Chaiselon= gue, Waschtisch, Küchenschrank, Schreibtisch, Rollschrank; 12. 1 Orga=Privat, 1 Schreibtisch, 1 Küchenschrank, 1 Sofa; 13. 6 Stühle, 1 Bild, Flurgarderobe, Küchenschrank, 1 Kleiderschrank; 14. 1 Billard, 1 Bücherschrank, 2 Nähmaschinen, Stühle, 1 Garderobenständer, Bilder, 1 Fenstervorhang, 1 Korbsessel, 1 Sofa, 1 Rollschreibvult, 1 Geldschrank, 1 Spiegel, 1 Zierschrank, 1 Tisch, 1 Staubsauger. Sammelpunkt für Käufer: Wirtschaft Hahnefeld, Hermannshöhe 2. Bochum, den 13. April 1929. Bierkämper Obergerichtsvollzieher in Bochum, Wittener Str. 18— Fernruf 69898 Werbe-Woche Walh Annahme Damplwaschanstalt Ideal Bochum, Kalserstr. 12 0 Telef. 680 87 Speziallts StArkewäsche auf neu Größe Verstrigrkung von besserer Wäsche, Herrenartikel. Tabak. Möbel usw. Am Dienstag, dem 16. April, morgens 10 Uhr, werde ich im Saale des Herrn Morjan, Alleestr. 54, 1. 1 gr. Posten prima Oberhemden, Nachthemden, Makohemden und =Jacken, Herrenwäschegarnituren, Kragen, Kragenschoner, Krawatten, Binder, Herrensocken, Glacé=, Wildleder= und Stoffhandschuhe, Gamaschen, Taschentücher, Ziertücher, Hosenträger, Gürtel usw.: 2. 1 Posten Tabak, Zigarren und Zigaretten; 3. 1 hochsein. Mahagoni=Salon als: Sofaumbau, 2 Sessel, 1 Silberschrank, 1 Tisch, 4 Stühle; 14 Bände von Schiller, 1 gut erh. Handkarre, 1 selbsttätigen Feuermelder, 1 Flurgarderobe, 1 Grammophon mit Platten, 2 weiße Küchen, 2 Nähmaschinen, 2 Fahrräder, mehrere schöne Oelgemälde und Bilder, Kronleuchter, Grammophonplattenschrank, 2 Küchenschränke, Bettstellen, Herde, Stühle, Tische, Ofen, Gasofen, Regale, Glasschränke, Theken, Vorsätze; 1 vollständ. Dekoration als: Messingstangen, Glasplatten, Vasen, Krawattenständer usw. meistbietend gegen bar freiwillig versteigern. Die Sachen zu 1. und 2. sind neu und zu 3. gebraucht. Besichtigung eine Stunde vorher. Der Verkauf findet bestimmt statt. Louis Stoppelmann Auktionator und Taxator, Kaiserstraße 10.— Telephon 67610. Parkeinundsden Jeglicher Art liefert, verlegt, renoviert u. repariert prompt und preiswert Christlan Burger Spezialgeschäft f. Parkett- u. Stabfußböd. Bochum, Kanalstraße 73, Ruf 66739 Große Verstrigerung. Am Dienstag, dem 16. April, morgens von 10 bis 1 Uhr und nachm. von 3 bis 7 Uhr, werde ich im Saale der Wirtschaft Strahler(früher Walger), Hattinger und Dibergstr.=Ecke 1: 1. 1 hochsein., mod., schweres, nußb. poliertes Speisezimmer best. aus: Büfett, 2,40 m breit, Kredenz, Ausziehtisch und 4 Stühlen; 1 feines, mod., nußb. poliertes Herrenzimmer als: Bücherschrank. Schreibtisch m. Sessel, Tisch und 2 Stühle; 1 große, komb. pitsch=pine Küche, 1 tiefgeb. Herd, 1 kl. Geldschrank, 1 nußb. Büfett, 1 nußb. Schreibtisch, 1 nußb. Bücherschrank, mehrere Ausziehtische, 1 Nähmaschine, 4 Oberbetten, 6 Unterbetten, 8 Kissen, div. Romane, Klassiker: Schiller, Goethe usw., Kaffeeservice, Bilder u. sonst. Haushaltungsgegenstände 2. 1 gr. Ladenschrank m. Schiebetür. 3. Im Auftrage des Konkursverwalters: 1 Posten Anzugstoffe, Anzüge. Hosen und Windjacken ete. meistbietend gegen bar freiwillig versteigern Die Sachen zu 1 und 2 sind gebraucht, zu 3 neu. Besichtigung eine Stunde vorher. Verkauf bestimmt. Heinrich Sehr beeidiater und öffentlich angestellter Auktionator und Tarator. Ottostraße 29.— Rus 653 84. Einden-Verein, Bochum Bochum Buddenbergstr. 17 Lieferung frei Haus! Waschmaschinen Wassermotore Wrinigmasühnen nur beste Qualitätsware kaufen Sie bei mir stets preiswert! Leopold Samuel Inh. E. Hoftmann.815 Bochum, Buddenbergstraße 17 Der(a9115 Vaterländische Frauenverein Bochum stellt bei Krankheitsfällen, auch für Einzel-Nachtwachen, ausgebildete Krankenschwestern Die Vereinsanschriften sind folgende: 1. Vorsitzender: Winkler. Bochum. Humboldtstraße 33, Ruf 65427, Klavierstimmer1. Kassierer Hamblock. Bochum, Rottstraße 12: 1. Schriftfübrerin Frl. Hermann. Bochum, Hattingerstraße 75. Es wird gebeten, nachstebende Handwerker mit Aufträgen zu bedenken: Korbflechter: Heinr. Thubeauwille, Bochum, Roonstr. 75, Konrad Obach, Altenbochum, Zeche Karoline 32a, Aug. Fucken, Altenbochum, Altenbochumerstraße 78, Teleson Nr. 65427: Stubiflechter: Karl Gottschalk, Bochum, Kronprinzenstraße 12. Paga, Bochum, Elsaßzstr. 17. Hoffmann, Hattingerstraße 198a, Frl. Schulte, Bochum. Meierstraße 2, Hamblock, Bochum, Rottstraße 12, Lischewstt, Bockum, Rottmannstraße 13: Handar etterinnen: Frl. Keller, Bocham. Babnbofstr. 11, Frl. Koch, Bochum, Alleestraße 108a: Maschinen=Kostümstickerin E. Deis, von der Reckestraße 100. sowie bewährte Hauspflegerinnen Anmeldung und Auskunft in der Geschäftsstelle Sedanstraße 6, Tel. 609 51. Nebenstelle 137. auf Tellzahlg in 10 Momatsrat. Kompl. Lautsprech. Anlage Mk. 60.70 FUNKHAUS 29024 G. m. b. H. Schillerstrabe 36 BOCHUM Fernrut