1. Blatt Nr. 30 31. Jahrgang Gelsenkirchener Dienstag, dep= 41. März 1933 Unabhängige Tageszeitung Gelsenkirchener Generalanzeiger Grscheint tüglich, auch Sonntags.— Bezugspreis haldmonatlich.00 Um Seibstabholer 90 Rpig- Postbezug monatlich.22 RR mit Zustellgebühr— Ilustrierte Bellage 14 Apsa monatlich ertra— umal=ünteltugung nat oesonoeren Bedingungen— Anzeigenvreite: um einspaltig: Apsg samilten=Anzeigen und Anzeigen nicht geschäftlicher Art 5 Reichspfennig, für Auswärtige 12 Reichspfennig.— Reklamen 50 Reichspfennig für Groß=Gelsenkirchen Amtliches Kreisblatt für Gelsenkirchen Hauptseschäftssteile Gudenbruchstraße 27, in Buer Hochstraße 19.— Seöffnet von 8 Uhr vormittage bis 7 Uhr abends.— Anzeigen=Annahme bis nachmittags 3 Uhr für die nächste Ausgabe Postscheck=Lonto. Essen 12649,— Fernsprech=Anschluß: Geschäftsstelle und Schriftleuung A6 41.— Geschäftsstelle Buer 30344.— Beriag CarI Hertenbura. Geisenkirchen. Bes ErmaeralgergeSwsWDie ganze Gesetzgebung in der Hand der Regierung vereinigt.— Vier Jahre Gültigkeit, wenn die Regierung nicht vorher zurücktritt.— Freie Bahn auch in der Kreaitbeschattung und in der Rubenpolitik. Erläuterungen. A3. Berlin, 21. März.(Eig. Drahtb.) in erster Linie auf das Regierung weitgehend. jetzt vorliegende Wortladaß das Ermächtigungsa Das politische Interesse konzentriert sich natürlich in erster Linie auf das Ermächtigungsgesetz, das der ehende Vollmachten geben soll. Der Wortlaut bestätigt die Erwartung. „Ermächtigungsgesetz alles umfaßt, was für eine straffe und neubauende Regierungsarbeit erforderlich ist. Das Wesentlichste ist die Bestimmung, wonach die Reichsregierung die Versassung ändern kann. Das wird ausdrücklich im Artikel 2 festgesetzt. Der Reichsregierung wird für ihre Tätigkeit ein Rahmen gegeben, der zeitlich und sachlich denkbar weit gesteckt ist. Das Exmächtigungsgesetz soll eine Geltungsdauer von vier Jahren haben. Das sind die vier Jahre, die die Reichsregierung in ihrem ersten Aufruf an die deutsche Nation für ihr Wirken verlangt hat. Nach der sachlichen Seite hin sind folgende Gesichtspunkte von besonderer Bedeutung: Die gesomte Gesetzgebung gebt in die Hände der Reichsregierung, in erster Linie des Reichskanzlers, über, der nach Artikel 3 die von der Reichsregierung beschlossenen, Gesetze„ausfertigt und im Reichsgesetzblatt verkündet“. Damit wird übrigens gesagt, daß diese Gesetze nicht die Unterschrift des Reichspräsidenten zu tragen brauchen. Denn es ist in Artikel 3 fast wörtlich der Artikel 70 der Reichsverfassung übernommen worden, der lautet: „Der Reichspräsident hat die verfassungsmäßig zustande gekommenen Gesetze auszufertigen und binnen Monatsfrist im Reichsgesetzblatt zu verkünden.“ Das Gesetz hat verfassungsändernden Cbarakter. Unverändert bleibt die Republik als Staatskorm. K 8 26 Geition VeMEIWS nuch die Bestimmungen des Ermächei Punkten besonders umsassend. B Dagegen sind Das ist einmal die Aufhebung des Artikels 85 Absatz2 der Reichsverfassung. Er bestimmt: „Der Haushaltsplan wird vor Beginn des Rechnungsjahres durch ein Gesetz festgestellt.“ Die Aufstellung des Haushaltes ist immer als ein besonderes hoch pehaltenes Recht des Parlaments angeseben worden. Auch dieses Recht geht auf die Reichsregierung über. Aehnlich liegen die Dinge bei der Aufbebung des Artikels 87 der Reichsverfassung. Er lautet: „Im Wege des Kredites dürfen Geldmittel nur bei außerordentlichem Bedarf und in der Regel nur für Ausgaben zu werbenden Zwecken beschafft werden. Eine solche Beschaffung. sowie die Uebernahme einer Sicherheitsleistung zu Lasten des Reiches, dürsen nur auf Grund eines Reichsgesetzes erfolgen.“ Auch in der Kreditbeschaffung hat also die Reichsregierung freie Hand. Dasselbe gilt drittens für Perträge des Reiches mit fremden Staaten, die sich auf Gegenstände der Reichsgesetzgebung beziehen. Damit ist vorgesorgt, daß die Reichsregierung in ihrer„außenpolitischen Betätigung während dieser vier Jahre nicht Wenn in Artitel 3 des Ermächtgungsgesetzs. 5sstmimt wird, daß die Artikel 68 bis 77 der Beichsverfassung auf die von der Reichsregierung beschlossenen Gesetze keine Aniwendung finden, so ist das nur die Konsequenz, die sich ganz logisch aus dem Chgrakter des Gesetzes ergibt. Denn die Artikel 68 bis 77 bilden den fünften Abschnitt der Reichsverfassung, der die Ueberschrift„Die Reichsgesetzgebung" trägt. Daß dieser Abschnitt durch das Ermächtigungsgesetz überholt wird, liegt auf der Hand. Das ergibt sich schon aus seinem ersten Artikel(68), der Reichsgesetze werden vom Reichstag beschlossen.“ Bei den nach dem neuen Verfahren geschaffenen Gesetzen entfallen natürlich all die s9#gchnee#en Bestimmungen, die in diesen Abschnitten der Reichsverfassung der Wirksamkeit eines Gesetzes entgegengestellt werden. Es handelt sich dabei um das Inkraftireten von Gesetzen erst, nach, 14 Tagen (Artikel 71), die Aussetzung der Verkündung, wenn ein Drittel des Reichstages es verlangt(72). Unterwerfung eines Gesetzes unter den Volksentscheid(73 und 75), Einspruch des Reichsrates(74), die Bestimmungen über die Zweidrittelmehrheit zur Abänderung der Verfassung(76) und schließlich die Zustimve deg Peichsrates zu bestimmten VerwaltungsSer Vernaut. Verfassungsänderungen möglien. X Berlin, 21. März.(Drahtb.) Auf Grund der Beschlüsse des Reichskabinetts vom Montag ist dem Reichstag folgender Entwurf eines „Gesetzes zur Behebung der Not von Volk und Reich“ zugegangen: Entwurf eines Gesetzes zur Behebung der lat von Vol und bechl. Der Reichstag hat das folgende Gesetz beschlossen, das mit Zustimmung des Reichsrates hiermit verkündet wird, nachdem festgestellt ist, daß die Erfordernisse verfassungsändernder Gesetzgebung erfüllt sind. Artikel 1. Reichsgesetze können, außer in dem in der Reichsverfassung vorgesehenen Verfahren, auch durch die Reichsregierung beschlossen werden. Dies gilt auch für die in den Artikeln 85 Absatz 2 und 87 der Reichsverfassung bezeichneten Gesetze. us en der Becherchenum bereientern Reichsgesetze können von der Reichsverfassung abweichen, soweit sie nicht die Einrichtung des Reichstages und des Reichsrates als solche zum Gegenstand haben. Die Rechte des Reichspräsidenten bleiben unberührt. Artikel 3. Die von der Reichsregierung beschlossenen Reichsgesetze werden vom Reichskanzler ausgefertigt und im Reichsgesetzblatt verkündet. Sie treten, soweit sie nichts anderes bestimmen, mit dem auf die Verkündung folgenden Tage in Kraft. Die Artikel 68 bis 77 der Reichsverfassung finden auf die von der Reichsregierung beschlossenen Gesetze keine Anwendung. Artikel 4. Verträge des Reiches mit fremden Staaten, die sich auf Gegenstände der Reichsgesetzgebung beziehen, bedürfen für die Dauer der Geltung dieses Gesetzes nicht der Zustimmung der an der Gesetzgebung beteiligten Körperschaften. Die Reichsregierung erläßt die zur Durchführung dieser Verträge erforderlichen Vorschriften. Artikel 5. Dieses Gesetz tritt mit dem Tage seiner Verkündung in Kraft. Es tritt mit dem 1. April 1937 neuen Reichstages an die histagische. Sts zegenwärtise Reschsregte= man durch die Branbtatästropde im Reichsta wenn die gegenwürnige Reiche:““ geraten war, konnte auf diese geniale Art rung durch eine andere abgelöst wird. Hindenburg gebentt der Gefaulenen. Der Reichspräsident. Am Tage der feierlichen Eröffnung des Deutschen Reichstages, der wie keiner seiner Vorgänger seit dem Ende des großen Krieges sich zum nationalen und wehrhaften Staat bekennt, gedenke ich in Ehrsurcht und Dankbarkeit der für Deutschland Gefalle: nen. In steter Treue grüße ich die Hinterbliebenen unserer teuren Toten und in herzlicher Kameradschaft all meine Kameraden aus dem großen Kriege. Die Opfer an Leben und Gesundheit, die dieser Krieg von Deutschland sorderte, sind nicht umsonst gebracht worden. Aus dem Niederbruch ringt sich Deutschland wieder zu nationaler Kraft emvor im Geiste derer, die für Volk und Vaterland kämpften und sielen. Ein starkes Deutsches Reich soll ihr stolzes und bleibendes Ehrenmal sein! Berlin, 21. März 1933. (gez.) v. Hindenburg Generalfeldmarschall. Reichspräsident. Im Geiste des Großen Friebrich. Wieschiazrertsuc naf Hiteel Drei handgranaten in der Nähe der Münchener Wohnung des Reichskanzlers gefunden. Die Täter: drei Tschekisten. Noch keine Verhaftung.— Warnung vor neuen Störungen der Sicherheit. X München, 20. März.(Drahtb.) In der Pressekonferenz teilte heute der kommissarische Münchener Polizeipräsident Himmler mit, daß am Montagvormittag ein Anschlag auf den Reichskanzler durch die Wachsamkeit der Bevölkerung und das rasche Zugreisen der Behörden vereitelt werden konnte. Durch Meldungen aus der Schweiz war man seit mehreren Tagen darüber unterrichtet, daß von kommunistischer Seite Attentate gegen den Reichskanzler und führende Persönlichkeiten des heutigen Staates geplant sind. Das Material hierüber sei ziemlich umsangreich. Am Montagvormittag wäre es nun beinahe zu einem solchen Anschlag gekommen. Es wurden drei Tschekisten, von denen einer deutsch und zwei russisch oder tschechisch sprachen, in der Nähe des Richard=Wagner=Denkmals, also der Wohnung des Reichskanzlers in München, festgestellt. Sie kamen mit einem Kraftwagen an, der das Berliner Kennzeichen 14 trug und legten drei Handgranaten und Munition in der Nähe des Denkmals nieder. Nach Angaben der Zeugen, die diese Vorgänge beobachteten, steht es fest, daß geplant war, beim Anfahren des Kraftwagens des Reichskanzlers durch die Prinzregentenstraße ein Attentat mit Handgranaten auf ihn auszuführen. Durch das Hinzukommen von Polizeikräften, die von den Zeugen alarmiert wurden, wurden die drei Männer verjagt und konnten bisher noch nicht gesaßt werden. Die Handgranaten mit Sprengkapfeln wurden sichergestellt. mung des Reichsrates zu bestimmten VerwaltungsAu diese Einzelbeiten zeigen, daß die Reichsregierung sich mit diesem Ermächtigungsgesetz eine Pattform schafft, die ihr die Vollmacht gibt, die Neuordnung des deutschen Staates und der deutschen Wirtschaft durchzuführen. Die Dimensionen dieses Gesetzes sind gar nicht zu vergleichen mit den Ermächtigungen, die frühere Rezierungen sich haben geben lassen. Außer der normalen zeitlichen Begrenzung des Ablauses— in vier Jahren— ist für das Erlöschen des Gesetzes nur ein Fall vorgesehen, nämlich der, daß die gegenwärtige Regierung durch eine andere abgelöst wird. Das bedeutet aber nicht, daß, das Gesetz außer Kraft träte, wenn eines Tages vielleicht„ gz, g### du umiarsause die eine oder andere Umbildung erfolgen würde. Auf die Frage eines Mitgliedes des Unterhauses, Vielmehr ist wohl sicher, daß nur eine neue Regie= oh der Premierminister, wenn die gegenwärtige Abrung automatisch die Außerkraftsetzung bedeuten rüstungskonferenz beendet sei, erwägen wolle, ob es könnte. Das liegt schon in dem Wort„abgelöst“, und nicht ratsam sei. Vorschläge für eine neue Konferenz schließlich ist auch im Artikel 3 die überragende Be= zu machen, die die verschiedenen Anträge zur Revision deutung der Stellung des Reichskanzlers so heraus= des Versailler Vertrages prüsen solle, entgegnete gearbeitet, daß kein Zweifel daran besteben kann, wie Baldwin: Der Polizeivräsident fügte hinzu, er sehe in jedem Versuch eines Attentats die schmerste Gefahr für die Ruhe und Sicherheit. Sobald der erste Schuß auch nur fiele, selbst wenn er sein Ziel nicht erreichte, würde es in Deutschland zu einem Chaos ohnegleichen und zum größten Progrom kommen, was keine Staatsmacht der Welt verhindern könne. Er gab dem dringenden Wunsche Ausdruck, daß es nicht zu weiteren derartigen Versuchen kommen möchte. Das erste Konzentrationslager für kommunistische Funktionäre. D München, 20. März.(Drahtb.) Nach einer Mitteilung des Münchener Polizeipräsidenten Himmler wird die Schutzhaft in den einzelnen Zellen nicht länger auftechterhalten, als notwendig ist. Ferner teilte der Polizeipräsident mit, daß in der Nähe von Dachau bei München am Mittwoch das erste Konzentrationslager mit einem Fassungsvermögen von 5000 Menschen eröffnet werde. Hier würden die gesamten kommunistischen, Reichsbanner= und sonstigen marxistischen Funktionäre zusammengezogen. Bei den kommunistischen Funktionären könne man nicht an eine Freilassung denken, weil sich in einzelnen Fällen ergeben habe, daß sie sojort weiterhetzen, sobald sie in Freiheit gesetzt seien. Botschafter Sackett beim Reichspräsidenten. Reichspräsident gab am Montagmittag zu Ehren scheidenden amerikanischen Botschafters Sackett Abschiedsessen, an dem der Reichskanzler und Reichsaußenminister teilnahmen. Der des ein der Das ZHentige Versn. Die englische Regierung traut sich nicht mehr über Versailles zu reden. Englisch=russischer Konflikt. Baldwin im Unterhaus. A3. London, 21. März.(Eig. Drahtb.) knd der Bestand Apt 16. des Gesevzes mit seiner Person verDas Ermächtigungsgesetz wird als Initiativantrag der Regierungsparteien im Reichstag eingebracht. In politischen Kreisen gilt es als sicher, daß das Gesetz die erforderliche Zweidrittelmehrheit findet, und daß damit der Grundstein zum Neubau des Deutschen Reiches gelegt ist. „Die britische Regierung ist nicht bereit, im gegenwärtigen Zeitpunkt irgendeine Erklärung zur Frage der Vertragsrevision abzugeben.“ Dr. Held in Locarno eingetrosfen. Der ehemalige bayerische Ministerpräsident Dr. Held ist zu einem kurzen Erb.lungsausenthalt in Locarno eingetroffen. England stellt die Handelsvertragsverhandlungen mit Sowjetrußland ein. D# London, 21. März.(Drahtb.) Im Unterhaus wurde am Montag amtlich mitgeteilt, daß der englische Botschafter in Moskau die Regierung der Sowjetunion davon unterrichtet hat, daß die Verhandlungen für einen neuen Handelsvertrag mit Sowjetrußland eingestellt sind. Dies ist eine einschneidende britische Gegenmaßnahme auf die Verhaftung von vier englischen Handelsvertretern in Rußland, die der Spionage oder Sabotage beschuldigt werden. Die Russen wollen vielleicht noch heute die Anklageschrift bekanntgeben. Es war zweifellos eine kluge Idee der neuen Reichsregierung, den feierlichen Akt der Eröffnung des tätte ng stagsgebäude geraten war, konnte auf diese geniale Art sehr rasch überwunden und damit den Brandstiftern und ihren Hintermännern eine Antwort gegeben werden, die sie bestimmt nicht erwartet hatten. Es ist das hervorstechendste Merkmal der neuen Männer, daß sie ihre Entschlüsse und Handlungen auf das abzustimmen verstehen, was aus dem Volke heraus an ihr Ohr klingt, daher auch der ungeheure Beifall, mit dem der Entschluß, nach Potsdam zu gehen, überall in deutschen Landen aufgenommen wurde. Es war gewissermaßen das Ei des Kolumbus, jedenfalls aber eine Lösung, die jedem einzelnen national Denkenden in Begeisterung versetzen mußte, denn der Name Potsdam verbindet in sich so viele historische Begriffe, daß man schon deswegen der allgemeinen Zustimmung sicher sein konnte. Wem steigt beim Klange dieses Namens nicht die ehrwürdige Gestalt des alten Fritz im Gedächtnis empor? Jenes Herrschers, dem die Sympathien des ganzen deutschen Volkes gehören, die sich in spontanen Beifallskundgebungen äußerten, wenn er etwa im Film oder Theater in die Erscheinung trat. Niemals zeigte es sich mehr als in solchen Fällen, wie sehr das Volk nach einem Führer verlangte, weil es das schwankende Hin= und Her, das ewige Herumexperimentieren mit Regierungen, die allemal die Schattenseiten der Kompromißlerei aufwiesen, bis oben hin satt war. Wer in Volksstimmungen zu lesen verstand, der mußte auch erkennen, welcher Art die Wünsche des Volkes hinsichtlich einer Führung waren: das Volk will national regiert werden, eben in jenem Geiste von Potsdam, dem man seinerzeit bewußt als Gegenvol den Geist von Weimar gegenübergestellt hatte, um ihn mit Stumpf und Stiel auszurotten, der aber nun eine Auferstehung feiert, die durchaus im Sinne des Volksempfindens liegt. Die Männer, die seinerzeit jene Anleihe von Weimar aufnahmen, haben aber nur mit dem Worte jongliert, während die heutige Reichsregierung bereits nach kurzer Amtszeit so viel getan hat, daß sie durchaus berechtigt ist, sich diese ehrwürdige Stätte auszusuchen und ihrer Arbeit als Sombol voranzustellen Durch das frische, energische Zupacken ist es gelungen, die Hoffnung unserer Feinde, die Zwiespältigkeit der deutschen Stämme für die eigenen machtpolitischen Ziele zu verwerten, in einem Augenblick zu zerstören. Gewiß hat man nach dem Kriege versucht. den Gedanken der Reichseinheit zu verwirklichen, man hat aber auch hier durch die vielsältigen Experimente jeden ernsthaften Ansatz zur praktischen Verwirklichung unterbunden, so daß man tatsächlich eher in die Zeit vor 1870 zurück als vorwärts gekommen ist. Wenn man die Macht der Fürsten gebrochen hat, so ließ man dem leider eine übertriebene Machtfülle der Parlamente folgen, an deren Widerstand jeder ernsthafte Lösungsversuch scheitern mukte. Auf diplomatischem Wege, durch zeitraubende Rückfragen bei meist einseitig parteipolitisch befangenen Regierungen, ließ sich irgendein positives Ergebnis nicht erzielen. Daher wirkte es wie eine Besreiung, daß man mit fester Hand von der Zentralstelle des Reiches aus die Zügel in die Hand nahm. Dafür, daß dabei die Eigenart der einzelnen Länder nicht zerstört werden wird, ist gesorgt durch die Auswahl der Persönlichkeiten. Wenn man sich überlegt, wieviele Kräfte, die bisher für innervolitischen Streit gebraucht wurden, nunmehr frei werden, um unsere außenvolitische Situation zu stärken, damit auch da einmal gründlich Wandel geschaffen und mit der entehrenden Leisetreterei aufgeräumt werden kann, so wird einem erst klar, von welcher Tragweite diese Maßnahmen der Reichsregierung sein werden. Die Zeiten, in denen jede Partei ihr besonderes Süpochen auf Kosten und meist zum Schaden der Allgemeinheit kochen konnte, sind endgültig L Angemeine Zeitung Dienstag, den 21. März 1933 vorüber und es wird keinen geben, der dies nicht begrüßte. Es ist demnach nicht so, wie vielleicht manche bossen, daß auf die Begeisterung der letzten Wochen nunmehr der durch die rauhe Wirklichkeit verursachte Katzenjammer folgen würde, weil diese Begeisterung nicht künstlich ist, sondern im tiefsten Volksempfinden wurzelt, weil die Negierung, die das nationale Motto ausgegeben hat, auch die Macht besitzt, die sie bereits praktisch angewendet hat. ihren Worten die Taten folgen zu lassen, die man in den Jahren nach dem Kriege schmerzlichst vermißte. Es gibt kein besseres Vorbild für unser deutsches Volk und seine Führer als den großen Friedrich. der, ebensosehr wie er ein offenes Wort liebte, weil er daraus Nutzen ziehen konnte. nichts mehr haßte als Unentschlossenheit und verweichlichendes Abwarten und wenn heute der neue Reichstag sich in der Garnisonkirche zu Potsdam versammelt und allenthalben in deutschen Landen die Symbole der heldenhaft kämpfenden Truppen des Weltkrieges, die schwarz=weiß=roten Fahnen, wehen und Freudenfeuer überall entzündet werden, so ist das ganze deutsche Volk mit dabei. das nun endlich nicht mehr seine nationale Gesinnung zu verbergen braucht, sondern daraus Hoffnung schöpfen kann, daß wir nun endlich das beben, was wir immer vermißten: eine in ihren Zielen klare und unbeierbare Führung. Soweit man die deutsche Geschichte zurückverfolgt, alle ihre Epochen zeugen dafür, daß die Deutschen ein ausgezeichnetes Volk sind, wenn sie nur die richtige Führung haben. Jedesmal aber, wenn es daran fehlte, wenn die Wenn und Aber der Besserwisser die Ueberhand gewannen, dann ging es in rasendem Tempo den Berg hinunter. Wenn jemals für das deutsche Volk ein Hoffnungsschimmer am Horizont auftauchte, dann ist es diesesmal der Fall. Daher auch die absolute Berechtigung, diesen Tag als Nationalseiertag zu begehen, damit er im Gedächtnis haften bleibe als der Punkt, von dem aus die nationale Entwicklung unseres Volkes wieder bergan führt. Von diesem Reichstag und seinen Beschlüssen hängt die Zukunft des deutschen Volkes ab. Daß sie so sein werden, wie es im nationalen Interesse liegt, dafür ist uns der Geist von Potsdam, zu dem sich die Reichsregierung nicht nur bekennt, sondern nach dem sie bereits praktisch gehandelt hat, dessen sind wir gewiß! Prlertaß ers durschenTentes. Einzelheiten über die Vorbereitungen und den Ablauf des Festtages. Geleitworte Hindenburgs. Schülern der Polizeischule Brandenburg in Potsdam eintreffen. Die Potsdamer Geschäfte tragen dem zu erwartenden Menschenansturm Rechnung. Die Gaststätten haben sich mit allen Lebensmitteln reichlich eingedeckt und Hilispersonal engagiert. Schon jetzt haben zahlreiche fliegende Händler mit Wurstchen und Süßigkeiten sich für Potsdam angemeldet. Auch die Lebensmittelgeschäfte haben ihren Warenbedarf vorerst ergänzt. In den Buchhandlungen sieht man überall Bücher über den Reichskanzler und das Buch von Hans Hinkel (MdN.). über das Reichskabinett, ferner Bilder von Hindenburg. Hitler. Dr. Frick Göring. Hugenberg. Dr. Goebbels und anderer Mitglieder des Kabinetts. Schwarz=weiß=rote Fahnen und Hakenkreuzfahnen sind in Potsdam im Augenblick nicht mehr zu bekommen. Wohnungsinhaber und Hausbesitzer, die bisFabnen noch nicht besaßen, damit eingedeckt c# Berlin, 21. März.(Drahtb.) Der Reichspräsident hat zu dem historischen Tage des 21. März der Presse folgende Geleitworte zur Verjügung gestellt: Kein Volk hat um äußere Freiheit und innere Einheit so schwer zu ringen gehabt wie das deutsche. Im Herzen Europas gelegen, mit ungeschützten Grenzen. ist Deutschland immer allzu leicht feindlichen Gewalten ausgesetzt gewesen. Nur in schweren Kämpfen hat es seine Unabhängigkeit bewahren können und erst nach langer Zersolitterung konnte im vergangenen Jahrhundert der Grund zu dem deutschen Nationalstaat gelegt werden. Dieser starke Wille der Deutschen zur Einheit und Freiheit hat das Gefüge des Reiches auch in den Stürmen des Weltkrieges und der Not der Nachkriegszeit zusammengehalten. In aufopfernder Hingabe an den vaterländischen Gedanken hat sich das deutsche Volk wieder emporgearbeitet aus innerer Not und äußerer Bedrückung, die ein harter Friede uns gebracht hat. Selbstbehauptungswille nach außen und Einigkeit im Innern sind die Voraussetzungen, von denen die Erhaltung unseres Vaterlandes in Einheit und Freiheit abhängt. Möge das lebende Geschlecht und vor allem die heranwachsende Jugend aus der Vergangenheit und auch aus der Not der Gegenwart lernen. Dann werden sie die Einheit und die Freiheit, die ihre Väter in schwerem Ringen erwarten, zu erhalten und mit neuem Leben zu erfüllen wissen. Potsdam im Fieber. Die letzten Vorbereitungen für den Staatsakt. ce Potsdam, 20. März.(Drahtb.) Porsdam ist nicht wiederzuerkennen. Es war in diesen vierzehn Jahren nach dem Kriege eine stille, vielleicht etwas vergrämte und verbitterte Stadt geworden. Der Glanz des Hofes war in sich zusammenchtet. Nun wird##e Tradition dieser Stadt. in Schauplatz und sichtbares Symbol zugleich für den Beginn einer neuen, nicht nur preußischen, sondern deutschen Geschichtsevoche. Es ist, als ob dieses Bewußtsein die ganze Stabt durchflute. Ueber den winkligen Straßen, den Schlössern des Königs, den alten Häusern des preußischen Adels und der Potsdamer Patrizierfamilien liegt der farbige Abglanz neuen. plötzlich erwachten Lebens. Und auch über die Menschen ist dieses Neue gekommen. Man spricht von nichts anderem als von dem Ereignis des Dienstag. Diese ruhigen Potsdamer sind von einer erregten freudigen Erwartung erfüllt.„Potsdam ist Geschichte, aber so etwas hat es noch nicht gesehen, ein Satz. der einem im Vorübergehen zuflattert— und alles sagt. In den Straßen Potsdams ist es am Montagnachmittag von Stunde zu Stunde lebhafter geworden. Rahmen der Vorbereitungen für den Staatsakt fanden vor der Garnisonkirche mehrere Probevorbeimärsche der Reichswehrabteilungen zu Fuß und zu Pferde statt. Mit klingendem Spiel marschierten die Abteilungen vor einem Stabe höherer Reichswehroffiziere an der Ehrentribüne neben der Garnisonkirche vorbei. Das militärische Schauspiel hatte eine große Menschenmenge angelockt. Das Wetter ist kühl und recht unbeständig. Jedermann sieht besorgt nach dem Himmel und gibt der Hoffnung Ausdruck, daß das große historische Ereignis nicht allzu sehr unter der Ungunst der Witterung leiden möge. An der geschmückten Ehrentribüne neben der Kirche sind je zwei große schwarz=weiß=rote und Hakenkreuzflaggen angebracht worden. Die Potsdamer Hotels sind ausverkauft. In den Straßenzügen, durch die sich der feierliche Zug von der Nicolaikirche und der katholischen Pfarrkirche zur Garnisonkirche bewegen wird, ist auch nicht ein Fensterplatz mehr zu haben. An der Garnisonkirche sind die Handwerker eifrig mit dem Aufbau der Tribünen beschäftigt. Schutzpolizei und Hilfspolizei haben sowohl die Garnisonkirche wie auch den sogenannten Langen Stall, in dem das große Sonderpostamt untergebracht ist, hermetisch abgesperrt. Die Reichsbahnverwaltung hat umfangreiche Vorbereitungen für den Dienstag getroffen. Es werden in der Zeit von 8 bis 16 Uhr über 100 Züge in Potsdam eintreffen und jeder dieser Züge wird ein Fassungsvermögen von etwa 1000 Personen haben. Auf dem Potsdamer Hauptbahnhof werden zur schnellen Abwickelung des Verkehrs alle drei Ausgänge mit sämtlichen Sperren geöffnet. Der Bahnschutz wird sowohl den Potsdamer Hauptbahnhof als auch die nach Berlin führenden Strecken unter besondere Bewachung stellen. Zur Durchführung der notwendigen Absperrungen in Potsdam werden aus Brandenburg a. d. Havel ein Sonderzug mit 500 da sich die her solche haben. Bemerkenswert ist noch ein Einblick in die enorme Arbeit, die die Potsdamer Polizei vom Sicherheitsstandpunkt aus zu leisten hat. Kriminalrat Degener machte hierzu einige Angaben. Die Potsdamer Polizei sei für den Staatsakt durch Berliner Beamte und Hilfspolizisten so verstärkt worden, daß sie nun über 1600 Schutzvolizeibeamte und 200 Kriminalbeamte verfüge. Die Sicherheitsmaßnahmen hätten sofort eingesetzt. als die Idee auftauchte, den neuen Reichstag in Potsdam feierlich zu eröffnen. Der Staatsakt sei gesichert gegen Luftgefahren und gegen Angrisse von unten wie von außen. Nicht nur das Potsdamer Laubengelände wurde auf Kommunisten durchkämmt. sondern auch die gesamte weitere Umgebung von Potsdam. wobei zahlreiche Kommunisten in Hatt genommen wurden. In jedem Hause. an dem der Festzug vorbeigeht, werden nicht nur ein Polizeibeamter und zwei Hilfsbeamten untergebracht, sondern auf den Dächern der Häuser werden Dachschützen mit Karabinern aufgestellt. Die vorbandenen und unterirdischen Gänge sind mehrmals genau durchforscht und. soweit normalerweise Menschen in ihnen nicht gehen können, durchflutet worden. Außerdem sind Minier=Abwehrtrupven der Reichswehr eingesetzt, die genau wie im Felde die in Frage kommenden unterirdischen Verbindungen auf etwaige Minierarbeit abhören. Selbstverständlich hat auch die Feuerwehr alle Sicherheitsmaßnahmen getroffen. In jeder der benutzten Kirchen stehen zehn Feuerwehrleute bereit, ebenso sind Beamte der Unterkellerungen. Kanäle „.n Gänge sind mehrmals Tarisstreit im Bergbau beigelegt. Unveränderte Verlängerung der Lohnordnung bis 38. Septemher 1933. De Essen, 20. März.(Drahtb.) Der Tarifstreit im Ruhrbergbau ist, wie der Zechenverband mitteilt, inzwischen beigelegt worden. Die bisberigen Arbeitsbedingungen bleibeu bestehen. Die umstrittene Urlaubsregelung bleibt die gleiche wie in dem jetzt ablausenden Urlaubsjahr. Die Lohnordnung bleibt unverändert bis 39. September 1933 Wie wir noch erfahren, war die volnische Berufsvereinigung an dem Zustandekommen der Vereinbarung nicht beteiligt. Der Krichtlag in der Oxel. Vom zerstörenden Fraktionsgeist zur tragenden Volksgemeinschaft. Erfolge der Gleichschaltung. □ Der achte deutsche Nachkriegsreichstag tritt beute nach den Feierlichkeiten in Potsdam in der KrollOper zusammen. Der Plenarsaal des Reichstags ist noch für lange Zeit wegen der Folgen der katastrophalen Brandstiftung unbrauchbar. Der Tag des kalendermäßigen Frühlingsanfanges ist für den Parlamentsbeginn gewählt worden. Das neue Leben, das in der Natur erwacht, soll Symbol und Ansporn sein für die Neubelebung des politischen Wirkens in Deutschland. für das Erwachen eines neuen Geistes, für die nationale Wiedergeburt in der. Führung des Staates und auf Wiedergeburt in der Führung des Staates und auf allen Gebieten der offentlichen Verwaltung und der Kultur. Die Kommunisten, die sich infolge der zahlreichen aufgedeckten Terrorvläne gegen Deutsche und entschlossener als je zuvor. Diese Geschlossenheit im Volke ist aber auch unentbehrlicher zur Förderung des kommenden Neubaues. Die Regierung Anhänger den illegalen Terrorkurs nicht mitmachen wollen, geht aus den empfindlichen Einbußen hervor, die die Partei bei den letzten Wahlen erlitten hat. Mit ganz anderen Augen als in den letzten Jahren betrachtet heute der Staatsbürger die Arbeitsaufnahme im neuen Reichsparlament. In der Nachkriegszeit hatte sich von Jahr zu Jahr der Parteihader vermehrt. Die Sitzungen waren von Fraktionsgeist und nicht von Volksgemeinschaft getragen. Der Zwist hielt sich oft genug nicht in parlamentarischen Grenzen und führte zu Handgreiflichkeiten. Und das alles in einer Zeit tiefster außenpolitischer Demütigung, in einer Zeit, die wie keine andere den engsten Zusammenschluß und die größte Einmütigkeit in der Verfolgung nationalpolitischer Ziele hätte bringen müssen. Nichts von all dem trug die Mehrheiten früherer Parlamente. Der feierlichernste Sitzungssaal des Reichstages wurde oft genug zum beschämenden Theater. Und jetzt tagt der Reichstag im Theater! Aber es sind alle Vorbedingungen dafür geschaffen, daß die Sitzungen nicht zum Theater werden. Neben der Ausschaltung der Kommunisten haben sich nämlich auch in den anderen Parteikonstellationen grundlegende Aenderungen ergeben. Die kleinen Splittergrupven sind so gut wie verschwunden. Ihre letzte Hoffnung, daß sie für diese oder jene Mehrheitsbildung das viel umworbene Zünglein an der Waage sein würden, hat getrogen. Eine klare Mehrheit für die nationale Regierung steht im neuen Reichstag zur Unterstützung der Regierungspläne zur Verfügung. Und wenn sich auch das Zentrum positiven Neuerungen nicht versagt, ist sogar die Zweidrittelmehrbeit gesichert. Dadurch kann der Reichstag leicht zur verfassungsändernden Nationalversammlung um= und ausgeschaltet werden, wie es vielleicht die Absicht der Regierung ist. Hitler will unter das System von Weimar, dessen übertriebene Vulgärdemokratie sich in keiner Weise bewährt hat, einen dicken Strich machen. Daß ihm das Reichsparlament in der heutigen Zusammensetzung dabei behilflich sein wird. steht außer Frage. In den kommenden Wochen werden das Preußenvarlament und die Kommunalparlamente diese Hilfsstellung noch verstärken. Der Wille des Volkes ist überall gleichgeschaltet. Der politische Impuls zur Neuformung ist stärker und öffentlichen Lebens grundlegend umgestalten will. Schüchterne Ansätze hierzu sind schon in der vorgestern veröffentlichten, Notverordnung enthalten. In der Vielzahr vieser Bestimmungen ist ungefähr der Weg angedeutet: in welcher Richtung die Regierung zunächst vorgehen will: nämlich auf den Gebieten der Verwaltungs- und Steuervereinfachung. Die Masse der Kleingewerbetreibenden, des gesamten Mittelstandes und der noch selbständigen Unternehmer in Industrie und Handel ist in den letzten Jahren oft genug wehrloses Objekt bürokratischer Willkürmaßnahmen gewesen, weil der einzelne die vielmaschigen Schlingen in der Steuergesetzgebung nicht mehr übersehen konnte. Hier grundlegenden Wandel zu schaffen, ist eine unaufschiebbare Angelegenheit. Eine neue Epoche wird mit dem heutigen Tage eingeleitet, die die ganze Nation im Banne hält. Es ist ein kraftvolles Aufgebot, in dem die Jugend in vorderster Front steht, dem jedoch das Alter— vor allem verkörpert durch die Person des Reichspräsidenten v. Hindenburg— in klarem Verständnis des nationalen Wollens die Hand zu gemeinsamer Aufbauarbeit bietet. Ueber allem Stammesseparatismus, über die geistige, soziale und religiöse Problematik hinweg ist der Geist erwacht zur Erfüllung des„ewigen Reiches“. Dies ist ein revolutionärer Geist, der jedoch nichts Fremdes in sich trägt sondern aus der Macht des ungebrochenen deutschen Volkstums hervorquillt. Dieser Geist verbindet aus der geschichtlichen Vergangenheit heraus die Gegenwart mit der Zukunft. Und dieser Geist und dieser Wille sind das Vermächtnis dafür, daß sich die Zukunft neuformen wird in jener Kraft, die dem Deutschen Reiche und allen Deutschen wieder einen ehrenvollen Platz an der Sonne sichert. Feuerwehr auf den Tribünen der Ehrengäste und an vielen Orten postiert., Ame#mn K. Aluch Am Montag um 17 tyyr wurden die Kirchen nochmals polizeilich durchsucht. Dann wurden sie geschlossen und werden vor dem Eintritt der Teilnehmer in die feierliche Veranstaltung abermals von der Polizei durchsorscht. 800 4 Ausgesprochen verboten wurde nur das Photoaraphieren aus Häusern heraus, während von der Straße aus photographiert werden lann. Der Rundfunk endlich hat mehr als zwanzig Mikrophone an den verschiedensten Plätzen aufgestellt, um dem deutschen Volke einen unmittelbaren lebendigen Eindruck von dem großen Geschehen in Potsdam übermitteln zu können. Reichsminister für Propaganda und Voltsaufklärung Dr. Goebbels hat persönlich die Vorbereitungen der Potsdamer Feierlichkeiten an Ort und Stelle inspiziert. So kann denn die Stadt Potsdam, wenn auch mit innerlicher Aufregung und mit warmer Herzensteilnahme, dennoch das Gefühl haben, daß sie woblgerüstet für das große Ereignis am 21. März dasteht. 25 000 Mann bilden Spalier. X Berlin, 20. März.(Drahtb.) Noch bis Montagnachmittag sind bei den Potsdamer Polizeistellen Anmeldungen von Verbänden eingegangen, die anläßlich des feierlichen Staatsaktes Spalier in der alten Residenzstadt bilden wwollen. Insgesamt sind rund 80 Verbände zur Spalierbildung zugelassen worden. Mehr als 25000 Personen, Männer und Frauen aller Altersklassen, werden von diesen Verbänden zu dem gewaltigen Spalier abgeordnet. Im einzelnen sind dazu sämtliche Schulen Potsdams mit 7000 Kindern, ferner die Schulen von Nowawes und 20 auswärtige Schulen, darunter mehrere Berliner Gemeindeschulen. vertreten. An der Spalierbildung beteiligt sich weiterbin die Reichswehr, und zwar unabhängig von der von ihr zu stellenden EhrenFerner sind zu erwähnen die Vertretungen der SS. der SA. der Hitler=Jugend, der nationalsozialistischen Beamtenschaft, der nationalsozialistischen Försterschaft, der deutschnationalen Kampfgrupven, Stahlhelm. der DRBP., der Deutschen Studentenschaft. des Freiwilligen Arbeitsdienstes. eine Reihe von Offiziersverbänden, des Potsdamer Kreiskriegerverbandes. des Gewerkschaftsbundes der Angestellten. des Verbandes brandenburgischer Arbeiter= und Werksvereine. zahlreicher Svortvereinigungen. Vertretungen des Alldeutschen Verbandes, der Technischen Nothilfe. der Veteranenverbände, ebenso wie der Pfadfinder und Abordnungen namhafter Frauenorganisationen, wie des„Königin Luile=Byndes des deutschen Luftschutze vienstes, des Deutschen Friauenbundes und schließlich Vertretungen von Altersheimen. * Im Palast=Hotel, dem Hauptquartier der Deutschnationalen Volkspartei und des Stahlhelm, herrscht reges Kommen und Gehen. Das Haus rrägt reichen schwarz=weiß=roten Flaggenschmuck. Gegen Mitag traf aus Berlin an der Glienicker Brücke die Ehrenkompanie des Stahlhelm ein. Einzelheiten zum Staatsakt. X Berlin, 20. März.(Drahtb.) Jetzt sind die Vorbereitungen im Innern der Garnisonkirche, in der am Dienstag der feierliche Staatsakt stattfinden wird, beendet worden. Die Kirche ist mit Kränzen und Tannengrün geschmückt. Zwischen dem dunklen Grün grüßen an den Wänden die alten ruhmreichen Fahnen preußischer Regimenter. Inzwischen sind auch die Einzelheiten des Programms genau festgelegt worden. Danach wird der Reichspräsident die Kirche nicht durch das Hauptvortal an der Breitenstraße betreten, sondern durch eine der Türen der Front zum Kriegerdenkmal und Kanal. Er geht durch das Kirchenschiff. in dem die Plätze der Abgeordneten vorgesehen sind, zu seinem Sessel in der Mite der Kirche gegenüber dem Altar. Das Programm wird durch einen alten Choral„Nun lobt mein Seel den Herrn" eingeleitet. den Johann Grammann 1540 in Augsburg geschrieben hat. Dann folgt die Ansprache des Reichspräsidenten. der von seinem Platz aus zum gegenüberliegenden Altar stehend spricht. Die Erklärungen der Reichsregierung wird Reichskanzler Hitler so abgeben. daß er zu einem Pult tritt, das für diesen Zweck aufgestellt wird Der Kanzler spricht zum Reichspräsidenten und zu den Logen hin. Darauf singt der Staatsund Domchor die Mottette von Johann Brahms. die mit folgenden Worten beginnt:„Wo ist ein so herrlich Die Seltsamen am Variete. Wenn sich der Vorhang öffnet, erscheint auf der Bühne ein seltsames Wesen: aus einem eleganten Frackmantel ragen zwei Kövfe, zwei Arme und zwei Beine hervor. Das seltsame Wesen geht auf der Bühne so sicher hin und her, daß man zu der Ueberzeugung kommen muß, daß hier ein menschlicher Körper mit zwei Köpfen im Licht der Scheinwerfer steht. Dann aber wirft das Wesen den Frackmantel ab und man sieht nun zwei Akrobaten, von denen jeder nur ein Bein hat. Das sind die amerikanischen Artisten Large und Morgner, die jetzt nach Deutschland gekommen sind und zum ersten Mal in einem großen Variete-Theater in Berlin auftreten. Large und Morgner wollen nicht durch ihre Einbeinigkeit, die Folge von Unfällen, die Gunst des Publikums erringen, sondern durch ihr artistisches Können. Die beiden Akrobaten, die seit ihrem 15. Lebensjahr zusammen sind, haben sich glänzend auseinander eingespielt. Sie zeigen hervorragende Leistungen als Parterre=Akrobaten und als Springer, die mit elegantem Schwung über vier Stühle hinwegsetzen, und man vergißt im Zuschauerraum sehr schnell, daß hier zwei Krüppel auf der Bühne stehen. Large und Morgner sind ein neuer Beweis dafür, daß durch Willenskraft sehr viel zu erreichen ist. Im Alter von 9 Jahren etwa haben beide bei Straßenunfällen ein Bein verloren, Large das rechte, Morgner das linke. Als sich die beiden Einbeinigen später zusammenfanden, entwickelte sich zunäc 7 eine reine Jungensreundschaft. Die beiden macten Spaziergänge miteinander. spielten zusammen und verprügelten sich gelegentlich. Sie kamen dabei auf den Gedanken, als Ringkämpfer oder Akrobaten im Zirkus aufzutreten. Dieses Vorhaben führten sie durch, und heute gehören sie zweifellos zu den besten Akrobaten, die es mit jedem zweibeinigen Kollegen an Kraft und Gewandtheit aufnehmen können. Sie haben als gesuchte und hochbezahlte Attraktion die Zirkusse und Varietes aller Länder bereist. Die„Seltsamen“ oder„freaks", Verschrobene genannt. haben lange kämpfen müssen, ehe sich ihnen die Pforten der Varietes öffneten. Führer in diesem Kampf war in erster Linie der Ostpreuße C. H. Unthan, der armlos geboren war. Unthan hat es durch eine ungeheure Willenskraft dazu gebracht, daß er sich auf den Bühnen als Schnellzeichner, als Maschinen= schreiber, als Schütze und in hundert anderen Positionen produzieren konnte. Der armlose Artist war auch ein vorzüglicher Schwimmer der es sogar fertig brachte, beim Schwimmen in einem Fuß einen aufgespannten Regenschirm zu halten und nur mit dem anderen Bein die erforderlichen Schwimmbewegungen auszuführen.— Im Kriege war Unthau dann Lehrer in Verwundetenhospitälern, er zeigte hier den im Krieg verkrüppelten Soldaten, wie man durch Willenskraft verlorene Gliedmaßen bis zu einem gewissen Grad ersetzen kann. Früher wurden die„Seltsamen“ nur als Abnormitäten gezeigt, wie dies heute noch in Amerika sehr in Schwung ist. Ein amerikanischer Zirkus ohne angegliederte Abnormitätenschau ist undenkbar. In diesen Schauen sind die Artisten— die meist diesen Titel garnicht verdienen— nichts anderes als Schaustücke zur Erregung des Mitleids der Besucher, denen dann durch Postkartenverkauf und Tellersammlungen die Geldstücke aus der Tasche gezogen werden. Meist bekommen die Besucher nicht einmal wirkliche Abnormitäten vorgesetzt. So manche„Dame ohne Unterleid“ ist eines Tages kontraktbrüchig geworden, weil sie sich verheiratete, oder manche„stamestschen Zwillinge" sind auseinandergelaufen, weil sie sich nicht über die Teilung der eingegangenen Gelder verständigen konnten. Luls 1901 die Internationale Artisten=Loge gegründet wurde, nahm man zunächst Abnormitäten, die lediglich Schauobjekte waren. nicht auf. Für manchen „Seltsamen“ war das ein Ansporn sich wirklich zu einem Artisten zu entwickeln. Unthan, der zu den Mitbegründern der Loge gehört, wurde für viele ein Vorbild. So kam es denn, daß zunächst besonders viele Armlose sich den Weg zum Variete erkämpften. Der armlose Franzose Jean de Henau spielte Mandoline, ein italienischer Zwerg ohne Arme spielte Ziehharmonika, die Deutsche Annie Lee trat in Museen auf, wo sie mit den Füßen nähte, häkelte und strickte. Viele mißgestaltete Artisten traten und treten heute als Clowns im Zirkus oder Variete auf, und auch ein echtes Paar stamesische Zwillinge, die zusammengewachsenen Amerikanerinnen Daisy und Violet, bereisen zurzeit England, wo sie als vielseitige Musitalnummer in den Varietes auftreten. Alle diese Artisten lehnten und lehnen es ab, als„Mitleidsnummern“ zu gelten. Sie wollen nicht aus ihrer körperlichen Mißgestaltung Kapital ziehen, sondern nehmen den Konkurrenzkampf mit ihren körperlich nicht behinderten Kollegen auf. Und oftmals bleiben die „Seltsamen“ in diesem Wettstreit die Sieger. E. R. Androklus und der Löwe. — Eine entzückende Geschichte hat sich kürzlich in Dutarest anläßlich der letzten schweren kommunistischen Krawalle in den Eisenbahnwerkstätten abgespielt, die als neue Variation über das alte Thema„Androklus und der Löwe“ von rechtswegen in die Fibel aller politischen Kinder ausgenommen werden müßte. Der„Löwe“ ist in diesem Falle der Grenadser Ramniceanu vom 1. rumänischen Garde=Regiment „Michael der Tapfere"...„Androklus" heißt mit seinem kürgerlichen Namen Philemon und ist seines Zeichens Hauptmann und Kompanieches in eben diesem Regiment. Besagter Grenadier Ramniceann war nun vor einigen Monaten aus undekannten Gründen wahrscheinlich hatte ihm die„langsame Abdienung seines Jahres" keinen Spat mehr gemacht— desertiert und war von Stund' an verschwunden geblieben, obwohl sich die Polizei und das Kriegsgericht die größte Mühe gaben, des Deserteurs wieder habhaft zu werden. Nun waren vor einigen Tagen 4000 Arbeiter der großen Bukarester Eisenbahnwerkstätten in den Streik getreten, und da diese Bewegung einen ausgesproch.nen kommunistischen Charakter trug, wurde die gesamte Bukarester Garnison eingesetzt, um die Ordnung wieder verzustellen. Auch das Grenadier=Regiment„Michael der Tapfere" war dabei, und schon im Verlauf der ersten Zusammenstöße wurde eine Patrouille unter Führung des Hauptmanns Philemon von einem Haufen kommunistischer Arbeiter angegriffen und zersprengt. Hauptmann Philemon wehrte sich nach Kräften seiner Haut, aber er wäre um ein Haar erschlagen worden, wenn ihm nicht im letzten Augenblick ein bochgewachsener Arbeiter zu Hilfe gekommen wäre, der den aus mehreren Wunden blutenden Kapitän mit einem dicken Knüppel „heraushieb". Der Retter in der Not tat aber noch mehr; er brachte den halbohnmächtigen Hauptmann auf Seitenpfaden in Sicherheit, lud ihn in ein Auto und fuhr mit ihm zur nächsten poltzeilichen Sanitätswache. Und hier. in der Höhle des Löwen, fand dann die große Erkennungsszene stutt: der Retter war— beinahe könnte Herr Johann Peter Hebel diese Geschichte erfunden haben— der polizeilich gesuchte Deserteur Ramniceanu, der als überzeugter Kommunist seinen eigenen Kapitän aus den Händen seiner kommunistischen Genossen befreit hatte! Selbstverständlich wurde die Geschichte sofort dem kommandierenden General des 2. Armee=Kocvs gemeldet, der telephonisch den Grenadier Ramniceann außer Verfolgung setzte und seine Wiedereinstellung in die Armee verfügte. Und die Moral von der Geschichte: „#c! Liebste Freunde— diese Moral ist so vielgestalng daß sich jeder einzelne wohl seinen besonderen Vers darauf machen muß.... der deutschsprachigen Presse.V. 2. Blatt Nr. 39 31. Jahrgang Gelsenkirchener Algemeine Zeitung Dienstag, den 21. März 1933 Aus Groß-Gelsenkirchen. 21. März 1933 Alt-Selsenkirchen Sicherstellung des Reichsbahnverkehrs. . Der Brand des Reichstagsgehäudes zeigte, daß der Radikalismus auch vor den schlimmsten Terrorakten nicht zurückschreckte. Da zu befürchten wor, daß verbrecherische Elemente weitere Sabotageakte begehen würden, sah es die Deutsche Reichsbahn=Gesellschaft für ihre vornehmste Pflicht an. Leben und Geundheit der Reisenden sowie die Sicherbeit der ihr zur Beförderung anvertrauten Güter in erhöbtem Maße zu P elerstandc hinter Schraubstock und Ladentisch. Berlin, 20. März. Amtlich wird mitgeteilt:„Der Reichsminister für Volksaufklärung und Provaganda ersucht die Geschäftsleute, am heutigen Tage in der Zeit von 19 bis 14 Uhr die Geschäfte geschlossen zu halten, um dem Personal eine Beteiligung an den Feierlichkeiten der Reichs= und Staatsbehörden zu ermöglichen. Die Fabrikbetriebe werden ersucht, in dieser Zeit Arbeitspausen einzulegen, die Belegschaften zu Feiern zu versammeln und Lautsprecher zur Uebertragung der staatlichen Feiern aufzustellen.“ 1„Die sädtischen Büros bleiben heute wegen der feierlichen Eröffnung des neugewählten Reichstags geschlossen. Auch findet heute keine Müllabsuhr statt. In den hiervon betrofsenen Bezirken wird die Absuhr am Freitag dieser Woche nachgebolt. heute: Die Welt der Frau schützen. Zu diesem Zwecke erfolgte Ende Februar der reibungslose Einsatz des Bahnschutzes, der neben dem mit der ständigen Ueberwachung der Bahnstrecken heauftragten Streifdienst eine verschärfte Streckententrolle,„übernahm. Der Bahnschutz besteht aus national gesinnten, gut durchgebildeten und ausgerüsteten Eisenbahnern, die sich freiwillig für diesen Dienst zur Verfügung gestellt haben. Die Bewachung der Strecken und wichtigeren Bauwerke, die an das eingesetzte Personal große Anforderungen stellt, wird planmäßig bei Tag und Nacht durchgeführt. Erste Sitzung der Fraktionsführer des Stadtparlaments Gestern vormittag fand im Beratungszimmer des Hans=Sachs=Hauses unter dem Vorsitz des Stellvertreters des Oberbürgermeisters, Beigeordneten Dr. Schumacher, die erste Sitzung der Fraltionsführer der am 12. März neugewählten Gelsenkirchener Stadtverordneten=Versammlung statt Von den Fraktionen waren anwesend von der NSDAP. die Stadtverordneten Böhmer und Sauer, von der Kampffront Schwarz=Weiß=Rot(Deutschnationale Volkspartei) die Stadtverordneten Dr. Höliers und Möritz, von der Evangelischen Vereinigung Stadtverordnetgr, Miarrer Schumacher, pem Heutrum Gersenrtrchell die Gthtsrs verordneten Reifenrath und Bielefeld, vom Zentrum Buer Stadtverordneter Dr. Pöppinghaus und von der SPD. die Stadtverordneten Brüntink und Symanek. Der Stellvertreter des Oberbürgermeisters begrüßte die neugewählten Herren und gab der Höffnung auf eine gedeihliche Arbeit zum Besten der Stadt Ausdruck. Er wies sodann darauf hin, daß bei der Wahrung der vorgeschriebenen Termine die erste Stadtverordneten=Versammlung frühestens am 6. April stattfinden könne, wenn man von der neuen Ausnahmebestimmung absehe, wonach der Fristablauf zur Wahlanfechtung nicht unbedingt abgewartet zu werden braucht. Der Vorsitzende führte dann weiter aus, daß es sich empfehle, sich jetzt über die Zusammensetzung der neuen Ausschüsse auszusprechen, wobei er der Annahme Ausdruck gab, daß die Parteien ebenso wie die Verwaltung kein Interesse an allzu großen Ausschüssen hätten. Den Fraktionsführern wurde bei dieser Gelegenheit eine umfangreiche Drucksache über die von der Stadtverordneten=Versammlung zu wählenden Ausschüsse und über die sonstigen der Stadtverordneten=Versammlung obliegenden Wahlen überreicht. Nach längerer Aussprache wurde einstimmig dem Vorschlage zugestimmt, die Stadtverordneten=Versammlung auf den 6. April ei nzuberufen. Ueber die Anzahl der Ausschüsse, über ihre Mitgliederzahl und über den Wahlmodus fand eine längere Aussprache statt, die damit endete, daß die Fraktionsvertreter den Wunsch äußerten, zunächst noch einmal innerhalb ihrer Fraktionen darüber zu beraten. Das Ergehnis dieser Beratung soll in einer neuen Fraktionsführerkonferenz mitgeteilt und besprochen werden, die auf Dienstag, den 28. März, vereinbart wurde. * Straßen werden umgetauft. Aus Anlaß der Feier der Eröffnung des Reichstugs. Die Pressestelle des Polizeipräsidiums in Recklinghausen teilt mit: Aus Anlaß der feierlichen Eröffnung des Reichstags werden mit Wirkung vom 21. März ab in dankbarer Erinnerung an die Männer, die dem nationalen Gedanken in Deutschland wieder zum Siege verholfen haben, folgende Straßen und Plätze im Stadtbezirk Gelsenkirchen umbenannt: Stadtteil Gelfenkirchen: Hochstraße in Adolf Hitler=Straße: Friedrich Ebert=Straße in Litzmann=Straße: Olgastraße„in Horst=Wessel=Straße, Weststraße in Franz Seldte=Straße. Stodtteil Buer: Platz am Rathaus: Adolf Hitler=Platz; Freiheit: Hermann Göring=Platz: Goldbergstraße in Ludwig Knickmann=Straße. Stadtteil Horst: Schumacherstraße in Franz Seldte=Straße. Unfall. Gestern kurz nach 17 Uhr ereignete sich in der Feldmark ein Unfall. Ein Auto, das in die Fürstinnenstraße einbiegen wollte, wurde hierbei von einem Motorrad angefahren. Ein Kotflügel des Autos wurde beschädigt, während der Motorradler mit leichten Verletzungen davonkam.(ev) Schächtverbot. Auch die Stadt Gelsenkirchen hat. wie uns von der Pressestelle mitgeteilt wird, nunmehr ein Schächtverbot erlassen. Das Stadtbad an der Hindenburgstraße ist vom 1. April an Wochentagen„von 7 bis 19.30 Uhr, an Sonn= und Feiertagen von 7 bis 12.30 Uhr geöffnet. Der„Tag von Potsdam“ ber uns. ) Daß der heutige Tag sein besonderes Gepräge e# halten würde, wußten wir bereits seit einiger Zeit, aber gestern sanden die Vorbereitungen ihren Niederschlag recht nachdrücklich auf den Redaktionen. Die Meldungen, die zunächst aus Berlin kamen, widersprachen sich hier und dort und bis zum Redaktionsschluß waren immer noch Differenzen vorhanden— obwohl die amtliche Nachricht, die wir besonders hervorgehoben bringen, kaum noch einen Zweisel zuläßt. Wenn Vereinselbständiger Kaufleute seinen Mitgliedern die Ausdehnung der Feierstunden bis 15 Uhr empfiehlt, so liegt das wohl daran, daß die Geschäfte gewohnheitsgemäß über mittag bis 15 Uhr geschlossen halten. Auch die Vereine und Verbände nehmen Rücksicht ans den Nationalfeiertag, ihre Mitteilungen und Wünsche an die Mitglieder lassen wir weiter unten folgen, und wir machen noch besonders darauf aufmerksam, daß es im Sinne der nationalen Belange ist, wenn möglichst alle Häuser dem Tage durch reichlichen Flaggenschmuck sein äußerliches Zeichen geben. Freiwilliger Ladenschluß. „Die Pressestelle der Stadt bittet um Veröffentlichung folgender Nachricht:„Nachdem der Stellvertreter des Oberbürgermeisters. Beigeordneter Dr. Schumacher, bereits gestern früh gebeten hatte, die Einzelhandelsgeschäfte möchten aus Anlaß der feierlichen Eröffnung des Reichstages von 11 bis 13 Uhr die Geschäfte geschlossen halten. um ihren Angestellten und dem sonstigen Publikum das Mithören der Funkshertragungen zu erleichtern, hat nunmehr bekanntlich FE5cslcsprovagandaminister allgemein gebeten, die Geschäftsschließung in der Zeit zwischen 10 und 14 Uhr eintreten zu lassen. Dementsprechend sind die Einzelhandels=Organisationen in den Ortsteilen Gelsenkirchen. Buer und Horst vom Stellvertreter des Oberbürgermeisters nachträglich gebeten worden, die Geschäfte gleichfalls von 10 bis 14 Uhr geschlossen zu halten.“ Der Verein selbständiger Kaufleute tellt seinen Mitgliedern mit:„Um der entsprechenden Empfehlung des Herrn Reichsministers nachzukommen, ist beschlossen worden, die Geschäfte von 10 bis 15 Uhr geschlossen zu halten. Infolge dieses Beschlusses haben alle Angestellten der geschlossenen Geschäfte Gelegenheit, an örtlichen Feiern teilzunehmen oder am Radio die Reichstagseröffnung anzuhören.“ Der Polizeipräsident teilt mit:„Um nach Möglichkeit allen Volksgenossen die Möglichkeit zu geben, an den Feierlichkeiten teilzunebmen, hat sich die Kaufmannschaft auf Anregung des Polizeipräsidenten danken swurteneit ichesar schte gesu stellten während dieser Zeit Urlaub zu gewähren. Ich bitte das Publikum, die von hobem baterländischen Empfinden getragene freiwillige Maßnahme des Einzelhandels zu unterstützen und die Einkäufe nach Möglichkeit schon in den frühen Morgenstunden zu besorgen.— An die Ehre aller Geschäftsinhaber appelliere ich, sich von der allgemeinen Regelung nicht auszuschließen, und ich bin überzeugt, daß dieser Appell nicht unerhört verhallen wird. Sollten aber wider Erwarten einzelne Firmeninhaber glauben. auf Kosten des vaterländisch denkenden deutschen Kollegen aus diesem Anlaß ein besonderes Geschäft machen zu müssen, indem sie die Schließung der Geschäfte der Konturrenz ausnützen, so bitte ich das Publikum, eine solche Handlungsweise nicht zu unterstützen und ihrem Kaufmann auch an diesem Tage treu zu bleiben.“ Stadttriegerverband. Am heutigen Nationalfeiertag nehmen die Kriegervereing an dem Fackelzug der nationalen Verbände teil. Die Vereine treten mit den Fackeln— die größeren Vereine möglichst mit Musikkapellen— um 19.50 Uhr auf der Kaiserstraße, Spitze Kaiserplatz, an. Der Vorstand erwartet, daß im Sinne des echten Koffhäusergeistes die Vereine restlos mit allen Mitgliedern an dieser nationalen Kundgebung teilnehmen. Die Beteiligung mus eine noch größere werden als die am Volkstrauertag. Die Fackeln sind erhältlich bei Weber, Schalkerstraße 61. und bei Eiter, Wannerstraße 180. Gleichzeitig wird noch darauf hingewiesen, daß heute um 10 Uhr in der evangelischen Altstadtkirche ein Gottesdienst der Polizei und Hilfspolizei stattfindet, an dem auch die Kriegervereinsmitglieder teilnehmen können. Schützenbund Gelsenkirchen. An dem Fackelzug der nationalen Verbände heute abend nimmt der Schützenbund Gelsenkirchen geschlossen teil. Antreten aller Kompanien mit Fahnen um 19.50 Uhr in der Vattmannstraße Rechter Flügel an der Operwegstraße. Musik und Fahnen auf dem rechten Flügel. Reihenfolge der Kompanien nach dem Eintreffen, Führung des Regiments: Maior Adler. Jungschützen unter Führung von Lin Warschau. Anzug: Schützenanzug. Offiziere ohne Feldbinde. Fackeln werden beim Antreten durch den Bund ausgegeben. Deutsche Turnerschaft. Die Vereine im Stadtteil Gelsenkirchen nehmen heute abend geschlossen mit den Fahnenabordnungen am Fackelzug der vaterländischen Verbände teil. Antreten 19.30 Uhr in der Vattmannstraße. Die Teilnahme aller Gelsenkirchener Turner ist Ehrensache. Mädchenmittelschule. Die Schülerinnen versammeln sich heute. Dienstag, zur Feier des nationalen Festtages um 11 Uhr vor dem Eingang zur Turnhalle der Kronprinzenschule. Sonntagskarten! Die Reichsbahn gibt bekannt, daß der heutige Tag von ihr als Feiertag gewürdigt werde. Aus diesem Grunde sind wie an anderen Sonn= und Feiertagen Sonntagskarten an den Schaltern zu baben. Die Geschäftsstelle der„Augemeinen Zeitung“ ist von 10 bis 15 Uhr geschlossen. Es wird unseren Geschäftsfreunden nicht schwer fallen, dieser Regelung freundlichst Rechnung zu tragen.— Auch des Nationalfeiertages heute aus. Das Programm für Buer. Durch die NSDAP. sind für den heutigen Feiertag folgende Veranstaltungen vorgesehen: um 6 Uhr großes Wecken,.30 Uhr gemeinsamer Kirchgang der Evangelischen. 12.30 Uhr Flaggenparade auf der Löchterheide. 18.30 Uhr: Antreten auf dem Neumarkt. Von hier setzt sich der Fackelzug in Bewegung, dem sich die SA SS. der Stahlhelm, sowie alle vaterländischen Vereine und Verbände anschließen. Um 22 Uhr Abbrennen des Freudenfeuers in der Kaiserau mit Ansprache des Ortsgruppenleiters Distelkamp. Frühjahrsanfang. Eine neue Zeit beginnt. Heute ist der Tag. der den Frühjahrsbeginn bringt. Er wird gekennzeichnet durch die Tag= und Nachtgleiche, durch das Aequinoktium. Von heute ab dauern die Tage länger als 12 Stunden, bis zu diesem Datum waren sie kürzer. Würde die Erdachse zur Erdbahn in einen bestimmten Winkel geneigt sein, so hätten wir das ganze Jahr über einen Tag von zwölf Stunden und eine Nacht von 12 Stunden. Das gesamte tierische und pflanzliche Leben wird durch die verschiedene Tagesdauer im Laufe des Jahres entscheidend beeinflußt. Während wir in vielen Jahren zur Zeit des Frühlingsanfangs noch ausgesprochen kalte Temperaturen hatten, scheint diesmal der Frühling seinen Einzug gehalten zu haben. Es ist gerade in der vergangenen Woche ungewöhnlich warm geworden. Die Sonne strahlte vom lachend blauen Himmel herab. Oefter sahen wir nach Bäumen und Sträuchern, ob sie nicht vielleicht schon die ersten grünen Blättchen zeigen. Nun. gans soweit ist es noch nicht. Es wird noch vieler warmer Tage bedürfen, ehe die Welt sich wieder in das frische grüne Kleid des Frühlings hüllt. Die Tage des schönen Wetters dürfen uns nicht darüber hinwegtäuschen, daß wir kurz vor der Periode der Uebergangstemperaturen stehen. Wohl ist es Zeit, die Wintergarderobe gegen leichtere einzutauschen. Aber man muß sich vorläufig noch in weitgehendem Maße in seiner Kleidung den Temperaturschwankungen anpassen, wenn man die im Frühjahr sehr häufig auftretenden Erkältungskrankheiten vermeiden will. Der Tag des Frühlingsansanges ist für alle ein Freudentag. Er kündet uns an, daß die Herrschaft des Winters endgültig überwunden ist. In rasch zunehmendem Maße wird die Arbeit in den Außenberufen aufgenommen. Das bedeutet eine natürliche Entlastung des Arbeitsmarktes und ein Sinken der Arbeitslosenziffern. Diese Bewegung wird durch ein umsangreiches Arbeitsbeschaffungsnrogramm der Regierung in weitgehendem Maße gefördert werden. sa daß man hoffen kann, daß in den nächsten Monaten Millionen Arbeitsloser Brot und Arbeit finden In Stadt und Land ist deutlich zu erkennen, wie das Leben gleichsam wiedererwacht. Fleißige Hände sind an der Arbeit, alle Vorbereitungen dafür zu treffen, daß man für die kommenden Monate auch gerüstet ist. Das Früjahr währt vom 21. März, dem Tag der Tag= und Nachgleiche, bis zum 21. Juni, dem Tag der Sommer=Sonnenwende. Auf der nördlichen Halbkugel ist der Frühling um einen Tag länger als auf der südlichen, ein Unterschied, der von der verschiedenen Geschwindigkeit der Erde in ihrer elliptischen Bahn um die Sonne herrührt und veriodisch ist. In meteorologischer Hinsicht vilegen die Monate März. April und Mai als Frühlingsmonate bezeichnet zu werden. Die Wetterlage des Frühjahrs wird dadurch am besten charakterisiert, daß man sagt, daß es am Tage relatip warm ist während in der Nacht Kälterückschläge eintreten. Das kommt daher, weil während des Tages durch das steilere Auftreffen der Sonnenstrahlen die Wärme zunimmt, während die Nächte sogar noch öfter leichte Fröste bringen. Besonders gefährdet ist die Zeit um den 10. Mai, wo die drei Eisheiligen auch während des Tages eine starke Abkühlung bringen. Noch einmal. und zwar im Juni, besteht die Gefahr eines Kälterückfalles. Es ist dies die sogenannte Schafkälte, die Anfang Juni eintritt. Jetzt aber, da der Frühling seinen Einzug hält. wollen wir nicht allzuviel der unwirtlichen Witterung gedenken, sondern uns lieber an der Sonne und der Wärme freuen. Bald können wir schöne Ausflüge machen, den Winterschlaf obschütteln und ebenso den Staub der Städte und des Alltags. Jetzt beginnen die Vorbereitungen zur Aufnahme weitgehender sportlicher Betätigung im Freien. Alle Ruder= und Segelboote werden überholt und bald werden sich auf den Gewässern viele Wassersportfreunde tummeln. Wie in der Natur der Frühling neue Kräfte treibt und alles um uns herum blüht und lebt, so folgen auch wir innerlich diesem Grundgesetz der allweisen Natur. Es ist uns, als erwüchsen uns neue Kräfte. Der Frühlingsanfang ist für uns kein toter Kalenderbegriff. sondern eine beseligende Bestätigung, daß auch in unseren Herzen der Frühling seinen Einzug gehalten hat und daß ein neues Werden für Körver und Geist be#g,#.#l. 12 u. Hdm.tr unh Schurc Der 21. März ist in diesem Jahr noch dadurch ausgezeichnet, daß er den Beginn des Reichstags durch einen feierlichen Staatsakt in der Garnisonkirche von Potsdam bringt. Dies ist gleichsam ein Symbol für den Anbruch einer neuen Zeit. Uniere hentige Ausgabe umiabt 12 Ceiten wenn auch niemand gehässig sein würde, der Reichsverband der Büroangestellten und Beamten habe keine Ursache. Beschützer der Kreise zu sein, die bisher durch Unterdrückung der nationalen und christlichen Kräfte sich besonders ausgezeichnet haben. Eine Säuberung in diesem Sinne sei nur zu begrüßen, denn der Berufsstand der Behördenangesiellten müsse rein sein und die Stütze der Nation bilden. Sodann wurden die Betriebsratswahlen besprochen. Durch das Ausscheiden der Betriebsratsmitglieder sei die Neuwahl in nächste Nähe gerückt. Um in den allgemeinen Wahlturnus hineinzukommen, verzichtet der Reichsverband der Büroangestellten mit seiner gesamten Liste auf das Weiterbestehen des Betriebsrates. Dadurch sei die Neuwahl erforderlich, die auch von Kollegen bereits in einem Rundschreiben gefordert wurde Hierdurch bat der Reichsverband alles getan um im Arbeitsamt Gelsenkirchen wieder geordnete Verhältnisse zu schaffen. Nach reger Aussprache wurde die Sitzung um 21 Uhr geschlossen. Prüfungen am Säuglings= und Kinderkrankenhaus. Vor einigen Tagen fanden im städtischen Säuglings= und Kinderkrankenhaus die staatlichen Prüfungen als Säuglings= und Kleinkinderschwester und als Säuglings= und Kleinkinderpflegerin durch den Oberregieund Medizinalrat Dr. Engels(Münster) statt. Alle Schülerinnen bestanden das Examen und 4/8, Fäuglings= und Kleinkinderschwester: Berti (Hessenkirchen),„Lodia Eramer(Bottrov). Charlotte Lux(Gelsenkirchen). Erna Marquardt (Gelsenkirchen) Hildegard Retz(Gelsenkirchen) Else Termeer(Gelsenkirchen), Lieselotte Ueberhorst (Marl). Margarete Zeja(Gelsenkirchen). Vier von den Schwestern kehren nach Hause zurück, zwei gehen zur weiteren Ausbildung zur Krankennflege und zwei gehen zur Wohlfahrtsschule über.— Als SäuglingsKleinkinderpflegerin bestanden: Emmi Becker (Wanne=Eickel), Gertrud Lippemeier(Gelsenkirchen). Gertrud Matzat(Gelsenkirchen). Hildegard Snße(Stoppenhere), Maria Roters(WanneFichel).,„Erika Steinwes(Wattenscheid). Am 1. April beginnt wieder ein neuer zweijähriger Lehrgang Anmeldungen werden entgegengenommen durch die Leitung des städtischen Säuglings= und Kinderkrankenhauses Gelsenkirchen, Wörthstraße 15. Uebergang von der Mittelschule zur höheren handelsschule. " Der Preußische Minister für Wirtschaft und Arbeit hat mit dem Datum vom 22. Februar den höheren Handelsschulen folgendes Schreiben übersandt:„Nach den Bestimmungen über die Einrichtung und Lehrpläne der öffentlichen höheren Handelsschulen vom 8. April 1916 dürfen in die höheren Handelsschulen nur dieaüf dem Schlußzeuanis im Deutschen sowie in einer Fremdsprache das Prädikat„gut“ erreicht haben. Da durch die nach dem Kriege erfolgte Neuordnung der preußischen Mittelschule die Lehrziele dieser Anstalten erhöht worden sind, bestimme ich, daß künftighin für die Aufnahme in die höheren Handelsschulen das Schlußzeugnis der anerkannten preußischen Mittelschulen ohne Einschränkung genügt.“ Die Vorgänge beim Arbeitsamt. Fachgruppensitzung des Reichsverbandes der Büroangestellten und Beamten. Die Fachgruppe der Büroangestellten beim Arbeitsamt Gelsenkirchen datte am Donnerstag ihre monatliche Zusammenkunft, in der nach kurzer Begrüßung in der Hauptsache die Vorgänge beim Arbeitsamt besprochen wurden. Das Mitglied des Angestelltenrates, Herr Felten, gab dierzu aufschlußreiche Aufklärungen. Sein und des Verbandes Kampf habe immer denjenigen gegolten, die, gestützt auf unantastbare Machtpostionen, ihre Machtgelüste zu einer tyrannischen Herrschaft über die Kollegen ausgeülbt haben. Lebensmüde Frau. Am Freitag wurde, wie gemeldet, die Leiche einer unbekannten Frau aus den Fluten des Rhein=Herne=Kanals gezogen. Die nalizeilichen Ermittlungen haben ergeben, daß es sich um eine 37= jährige Frau handelt, die kürzlich aus Holland kam und deren Eltern in Horst wohnen. Anglückliche Familienverhältnisse haben die Frau in den Tod getrieben. Hilfspolizeibeamter angeschossen. Am Samstagvormittag entstand zwischen einem städtischen Polizeibeamten und einem Hilfspolizeibeamten eine schorfe Auseinandersetzung, in deren Verlauf der städtische Beamte mehrere Schüsse auf den Hilfsvolizeibeamten abgab. Dieser wurde durch einen Schuß am Bein verletzt. Der städtische Polizeibeamte wurde vorläufig vom Amt suspendiert. Die Pistole wurde ihm von der Polizei abgenommen. Die polizeiliche Untersuchung ist im Gange. Unterstützungsdauer in der Krisenfürsorge für Arbeitslose. Der Reichsarbeitsminister hat in Erweiterung der bisherigen Bestimmungen durch Erlaß vom 15. März 1933 angeordnet, daß auch nach dem 31. März 1933 Aussteuerungen aus der Krisenunterstützung nicht erfolgen. Dies gilt bis auf weiteres. Ausfall der Sing= und Lautenstunde. Die für heute vorgesehene Sing= und Lautenstunde von Robert Kothe fällt wegen des Feiertages zur Eröffnung des Reichstages aus. Die nächste Singstunde findet am kommenden Dienstag, den 28 März statt. Die übrigen Lautenstunden in dieser Woche werden in der vorgesehenen Weise abgehalten. Pfandversteigerung. Das städtische Leihamt im Ortsteil Gelsenkirchen. Oststraße 1, hält morgen von 8 bis 14 Uhr Versteigerung der vom 1. bis 15. September 1932 beliehenen bis zum 21. März 1933 nicht eingelösten oder erneuerten Pfänder Nr. 14.206 bis 15 603 ab. Wir verweisen auf die Bekanntmachung des Oberbürgermeisters in unserer Ausgabe vom 25. Febr. Schreberjugendleiter-Tagung. Sitzung in der Gartenanlage„Schwarzmühle“. Die Schreberjugend Groß=Gelfenkirchens im Stadtverband der Kleingartenvereine hielt am Sonntagmorgen im Heim des Gartenbauvereins Gelsenkirchen in der Dauergartenanlage„Schwarzmühle“ eine Jugendleitertagung ab. Die Tagung wurde eröffnet durch den westsälischen Schreberjugendführer und Stadtverbandsjugendleiter Max Kalinke(Buer), der besonders Konrektor Wannenmacher begrüßte. Zur strafferen Durchführung der vielfältigen Aufgaben in der Jugendarbeit(u. a. Kinderspiele. Volkstanzpflege, Musikpflege) wurden verschiedene Wahlen getätigt, die folgende Ergebnisse zeitigten: Stadtverbandslugendwart: Gotthold Thiel(Gessenkirchen). Stadtverbandsspielwart Müller(Gelsenkirchen). Stadtverbands=Volkstanzleiter Gustav Kalinke(Buer). Stadtverbands=Werkarbeitsleiter Fritz Welike(Gelsenkirchen), StadtverbandsJugendschrift= und=schatzwart Frl Elisaberd Landaraf(Buer). Stadtverbands=Musiswart Rudolf Bictok(Horst). Am 30 April findet in Gestalt eines Jugendtreffens in Horst erstma's eine allgemeine Heerschau über die Groß=Gelsenkirchener KleinBrussenschriften durch des Fachinger Zentralbüro, Berlin 201, W. 8, Wilhelmstraße 33. Erhältlich in Apotheken, Drogerien unw. sowie in der Heilquellenzentrale Wilhelm Linden, Gelsenkirchen, Bismarckstraße 200. Telefon 22696. I Angememne Zeitung gärtnerjugend statt. Auch über Die Kleidungsfrage der Schreberjügend unterhielt man sich eingebend. Ohne MAäerdein svon feste Beschlüsse gesaßt wurden. kam der Gedanke zum Ausdruck, bei den verAnlässen die Schreberjugend in Wanderkleidung erscheinen zu lassen. Als üblicher Gruß wurde Konrektor Wannenmacher Sorstender.#s Stadtverbandes der KleinSuigendigig Freude über die gedeidliche Arbeit der Jugendleiter Ausdruck.(10) * Abschlußfeier der Abiturienkinnen. „Die eindrucksvolle Entlassungsfeier der Abiturientinnen der städtischen Studienanstalt Gelsenkirchen wurde— wohl in besonderer Beziehung zum BrahmsPräusein ct Musik des Almeisters festlich umrapmt. ertr 1 d2s Juteri dem trefflich modellierten Vortrag, u5„Igrermezzo in Es=dur den stimmungsvollen Auftakt. Im Namen der Abiturientinnen sprach Säp,st edmann Worte des Gedentens an die Seyeuzeit die sich immer stärker zu innigem Dank für Fharstiggnen in den Oberklassen, für Wissenz und#zunerbildung Empfangene entzünde##„As vorbereitender Hinweis auf den Kern der Abschiedsrede des Direktors folgten Dichterworte Rilkes„Vor lauter Lauschen“ und Vertrams„Spruch“. der Feier bildete die Rede des Leiters der Anstalt, Oberstudiendirektors Bruns, der sich in vorbildlicher Weise auf den Boden der Gegenwart stellte. Der Redner erinnerte die scheidenden Abiturientinnen an den Tag ihres Eintritts in die Schule im Jahre 1924, als das Lyzeum noch von fremden Truppen besetzt war, und lenkte dann den Blick auf die aus der Besiegtenpsychose erwachte Gegenwart. Zwei Zeitabschnitte voller entgegengesetzter Ideen: Der erste unter dem Druck eines Ssensgmeres, der alles einseitig auf das WirtMu##g setzte, darüber aber dem Reich der eigentgroßen Wirklichkeiten zu wenig Rechnung trug, wie sie nicht nur in der Religion, sondern auch in der Kunst und Wissenschaft, selbst in der Naturwissenschaft, die sich heute auf dem Wege zur Religion weiß, in der Gegenwart elementar zum Durchbruch gekommen sind, wie sie von hoher dichterischer Warte von Rilke und Vertram verkündet und als ewig unansechtbar aus 1. Korinther 13 zu uns sprechen. Denn das Zusammenleben der Menschen in Volk und Staat und Kirche sei nur fruchtbar alls dem Gefühl einer tragen### heraus, die echteste Gesinnung, nicht nur tönendes Wort sein muß. Darum konnte die Rede mit den zündenden Worten schließen:„Möge das Morgenrot dieser Gegenwart Ihnen bald als volles Sonnenlicht den Weg in die Zukunft erhellen!" Dienstag, don 21. März 1933 Schwerd-Strdten-fül-Kachtansulesstahte. Aus der Untersuchungshaft wurden der 25 Jahre alte und obdachlose Bergmann Kasimir H. aus Ablen und seine Komplizen Karl J. und der Arbeiter Adolf L. aus Krav dem Gericht vorgeführt. Dieses strafrechtlich übermäßig qualifizierte Kleeblatt war in der Nacht zum 10. Januar in Gelsenkirchen über die Mauer eines Produktenhändlers gestiegen und stahl 14 Zentner Kartosseln und ein Fahrrad. Acht Zentner brachten sie in die Laube eines Bekannten und J. nahm sechs Zentner in seine Wohnung. Als I. die Polizei auf seinen Fersen fühlte, wurden die Kartofseln in die elterliche Wohnung des L. gebracht, wo sie von der Polizei beschlagnahmt werden konnten. Das Gericht verurteilte J. wegen schweren Diebstabls zu fünf Monaten Gesängnis. Bei H. und L. lag bereits schwerer Rücksalldiebstahl vor. Sie erhielten jeder ein Jahr Gejängnis. Mißglückter Hühnerdiebstahl. . Vor dem Schöffengericht Gelsenkirchen hatten sich die Angeklagten August Gr., Paul., Ernst., Franz K. und Johann B. wegen Hühnerdiebstahls im Wege eines Einbruchs zu verantworten. In der Nacht zum 29. Dezember machten sich die vier Angeklagten an das Werk. K. drang in einen Hühnerstall ein und reichte seinen Freunden insgesamt 14 Hühner hinaus. Die Tiere wurden gleich an Ort und Stelle abgeschlachtet. Auf dem Heimwege sielen die Einbrecher einer Polizeistreise auf. Man konnte K. sestnehmen, während die anderen flüchten konnten. Den Bestohlenen konnten wenigstens noch die geschlachteten Tiere wieder ausgehändigt werden. Im Laufe der Ermittlungen stellte sich beraus, daß B. an dem Einbruchsdiebstahl nicht beteiligt war. Immerhin mußte er eingestehen, daß er einige Tage vor seiner Vernehmung aus einem anderen unverschlossenen Stalle ein Huhn gestohlen hatte. Die Angeklagten waren durchweg geständig und nahmen nur auf ihre Erwerbslosigkeit Bezug Das Gericht verurteilte B. wegen einfachen Diebstahls zu einer Woche Gefängnis. Die Angeklagten., F. und S. erhielten wegen schweren Diebstahls le vier Monate Gesängnis., K. wegen schweren Rücksalldiebstahls ein Jahr Gesängnis. Ventereummtung der-Handwerkekummer lein Goebel, von Obersiudiendirettor Hruns sein murdau.ntgn glgschuatigen Ler erucht freigegsben Justäatischen: Mit hymusschem Schwung sang Fräutein Gpevel, von Overstubienbikettor Bruns sein musikalisch am Flügel begleitet, den vierten aus Brahms ernsten Gesängen:„Wenn ich mit Menschenund mit Engelszungen redeie.“— Anschließend wurden den Abiturientinnen die Zeugnisse ausgehändigt. * Gaufest der Jung-Drogisten. — Den Abschluß der Tagung der Jung=Drogisten des Gaues Rheinland=Westfalen, die am Sonntag im Hotel Berliner Hof stattfand und über die wir am gestrigen Montag bereits berichteten, bildete abends ein in der Zusammensetzung des Programms ausgezeichnetes Fest. Schon frühzeitig war der geräumige Kaisersaal bis auf den letzten Platz besetzt,— und man muß anerkennen, daß es der Ausrichter der Tagung, die Bezirksgruppe Gelsenkirchen des 832D., ganz ausgezeichnet verstand, seinen zahlreichen Gästen aus fast allen größeren Städten Rheinlands und Westsalens den Aufenthalt in der Kohlenstadt Gelsenkirchen recht angenehm zu machen. In herzlichster Form hieß der Bezirksvorsitzende Trilling die ErMünster, 20. März. Im Anschluß an die Ansprache, mit der Kammerpräsident Bielefeld die Vollversammlung der Handwerkskammer Münster eröffnete, erstattete Sondikus Dr. Kabmann den Tätigkeitsbericht. dem wir folgendes entnehmen: Die Bemübungen der Kammer auf dem Gebiet der allgemeinen Wirtschaftssolitik, eingen insbesondere dahin, dem Handwerk des Bezirks Beschäftigung und Arbeitsmöglichkeiten zu erschließen und ein weiteres Absinken der Handwerksbetriebe zu vermeiden. Aus diesem Grunde hat sich die Kammer mit aller Kraft gegen die beabsichtigte Stilllegung der Zechg„Sachsei„eingesetzt und die Große Bauausstellung Münster 1933 mit ins Leben gerufen. Den Bestrebungen der Kammer für die zweckdienliche Verwendung der Reichszuschüsse für Hausrevaraturen und Instandsetzungsarbeiten ist es mit zu danken, daß er Gauvoxnpende, des B32D, Gentzsch(Köln), der zweite Verbandsvorsitzende und Schlimhach,(Köln) wünschten der Veranstaltung den besten Verlauf. Ein ausgezeichnetes Orchester, das die Feier mit flotten Marschweisen eingeleitet hatte, gen erstelle Waratier:. Mit seinen Gesangdarbietun25“#####e Marguth verdienten, lebhaften Beifall. zuesengugen Anteil anz Gelingen des Abends hat auch Schlottmann mit seinen guten TanzvorfübrunFrank verstand es in glänplig, seigen, Ferfällen an diesem Abend das Jespenft, der rangeweile völlig zu verbannen. So verlief der Abend in Harmonie und Frohsinn und hinterließ bei allen Anwesenden den besten Eindruck. wurden unter gleichzeitiger Herabsetzung des Rechnungsbetrages auf 100 RM. In der Bekämpfung der Schwarzarbeit ist die Kammer dadurch einen entscheidenden Schritt weitergekommen, als der Regierungspräsident auf Bitten der Kammer einen bemerkenswerten, Erlaß herausgegeben hat. Auch den Regiebetrieben hat die Kammer weiterhin ihre Aufmerksamkeit geschenkt und sich vor allem verschiedentlich gegen einen weiteren Ausbau dieser Einrichtungen ausgesprochen. Gefahren ähnlicher Art Tr SH FFe füi. Bai. Taschetfiutragbaren Bedingungen zu verschaffen, wurde besonders stets darauf hingewiesen, daß für das Handwerk die gleichen Bedingungen geschaffen werden müssen, wie sie auch der Landwirtschaft und dem Großhandel zugestanden sind. Eine enge Fühlung hat die Kammer auch mit den guten Bausparkassen aufgenommen. Das Zugabeverbot vom März 1932 reicht bei weitem nicht aus, weshalb die Kammer die sofortige Streichung der Ausnahmen vom Zugabeverbot für erforderlich erachtet. In gewerbepolitischer Hinsicht hat sich die Kammer korm hieß der Bezirksvorsitzende Trilling die Er=] In gewerbevolitischer Hinsicht hat sich die Kammer ratz.„Essen), der Gonvorstende des Badch) isn der Handwerks zur Bekämpfung der sog. Autoläden und des„Warenvertriebes durch Muster= und Probeläger im Umherziehen nicht berücksichtigt ist. Die Kammer bat erneut ihre alte Forderung betont, daß Handwerkslehrlinge aus Fabriken und solchen Betrieben, die nicht in die Handwerksrolle eingetragen sind, in die Lehrlingsrolle eingeschrieben werden müssen. Die Arbeiten zur Fertigstellung des Leistungsverzeichnisses wurden fortgesetzt. In der Frage des ortsüblichen Tagelohnes hat sich das Oberversicherungsamt Münster den Ermäßigungsvorschlägen der Kammer angeschlossen. Große Schwierigkeiten bereitet noch immer die Frage der Wohlfahrtsunterstützung selbständiger Handwerker, für die die gänzliche Abmeldung des Gewerbehetriebes verlangt wird. Mit Hilfe des vor einigen Jahren beschlossenen Unterstützungsfonds hat die Kammer manche Not lindern können. Der berufsständigen Krankenkassenart des Handwerks, den Innungskrankenkassen, hat sich die Kammer wieder in besonderer Weise angenommen und Vorschläge auf Aenderung der Krankenverlicherung ausgearbeitet, die sich auf die Innungskrankenkassen erstrecken. In Verhandlungen mit den Krankenhausverwaltungen wurde in fast allen Positionen eine Ermäßigung erreicht. Die Handwerkskammer hat sich im Laufe des letzten halben Jahres wieder bei den verschiedensten Anlässen mit Nachdruck für eine Minderungdes Steuerdruckes eingesetzt, um den berechtigten Forderungen des Handwerks Geltung zu verschaffen, so für die Wiedereinführung der Umsatzsteuerfreigrenze von 5000 RM. Insgesamt hat die Kammer sich in der Berichtszeit weniger mit allgemeinen steuervolitischen Forderungen beschäftigt, als sich vielmehr in stärkerem Maße auf die Einzelberatung verlegt. Bei den Bemühungen, dem Handwerk in seinen Sorgen zu helfen, hat die Kammer aber auch die großen leitenden Gesichtspunkte der berufsstänHischen Bestrebungen nicht aus dem Auge verloren. Dahin gehören die Bemühungen, durch Einführung einer besonderen Handwerkerkarte den Berufsstand straffer abzugrenzen. In der Frage der Dauer der Lehrzeit vertritt die Kammer den Standpunkt, daß die Bestimmungen über die Höchstdauer der Lehrzeit von vier Jahren nur dann in Frage kommen kann, wenn es sich um die Erlernung eines Handwerks handelt: bei Erlernung von zwei Gewerben könne über die Höchstdauer von vier Jahren hinausgegangen werden. Die angekündete Amgestaltung der Vorbereitungskurse auf die Meisterprüfung ist inzwischen teitgel# Ernsthrantung der Verüfsschulpflicht yat sich die Kammer dahin ausgesprochen, daß die Berufsschulen trotz der schweren Zeiten unbedingt erhalten bleiben müssen. In Verbindung mit dem Westdeutschen Handwerkskammertag ist die Gesellenprüfungsordnung der Neuzeit entsprechend abgeändert und vom Regierungspräsidenten genehmigt worden. Die Vorarbeiten für die Abänderung der Meisterprüfungsordnung sind gemeinsam mit dem Westdeutschen Kammertag geführt worden. Die neue Ordnung wird der Vollversammlung zur Beschlußfassung vorgelegt. Witterungsbericht. Mit großer Geschwindigkeit ist ein selbständiger Sturmwirbel, der gestern westlich von Irland lag, über der Nordsee angekommen. Er beherrscht den Witterungscharakter des Kontinents nördlich der Alven und der Porenden. Demzufolge wird allgemein recht trübes oder regnerisches Wetter bei meist stürmischen, sehr böigen Winden gemeldet, die über Deutschland und Frankreich eine südwestliche bis westliche Richtung zeigen. Ueber England dagegen hat auf der Rückseite des Störungszentrums die Windströmung bei langsamem Abilauen eine nordwestliche Richtung angenommen. Der Wirbel füllt sich auf seiner östlich gerichteten Bahn langsam auf. Westdeutschland hat somit vorübergehend Wetterberuhigung zu erwarten, doch werden dann bald wieder auf der Vorderseite neue ozeanischer Störungen Temperaturanstieg und Wetterverschlechterung einsetzen. Vorhersage für Dienstag: Im allgemeinen kühles, stark wolkiges Wetter und noch Regenschauer. Zeitweise trüber oder aufheiternd. Winde bei weiterer Rechtsdrehung bis auf Nordwest allmählich nachlassend. Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Nach vorübergehender Wetterberubigung wieder zunehmende Unbeständigkeit. Jahrestagung des Schisenganes Bessadlen=Nort. Verbands= und Mannschaftswettkämpfe in Gelsenkirchen. Unter Teilnahme von mehr als 200 Vertretern Schulenburg der diesjährige Verbandsschützentag statt. Stark wurde der blühenden Patslghugenbewegung das Wort geredet. Die ganze Tagung stand unter dem Eindruck der Wiederbelebung des vaterländischen Geistes. In diesem Sinne wurde auch beschlossen, den Marxismus nicht mehr in den VerDas,Verbandsschießen und die Mannschaftswettkämpfe sollen im Juni oder Juli in Gelsenkirchen ausgetragen werden, das über die größten Schützenstände in Westfalen verfügt.— Anstelle des zum Ohersten des Westjälischen Schützenbundes gewählten Rittmeisters a. D. Nienhausen(Gelsenkirchen) wurde Major Friedrichs(WanneEickel) zum zweiten Vorsitzenden des Gaues WestfalenWest gewählt. Für den nächstjährigen Abgeordnetentag wurde Dortmund=Hombruch gewählt. Persönliches. Exnst Schnellenbach, Bismarckstraße 174, hat der Meisterprüfungskommission, der Handwerkszu Münster die Buchdruck=Meisterprüfung mit Ernst vor der kammer zu Münst „Gut" bestanden. Gewerkschaftliches. Scheinsiemen=Weitbewderd im Gou. Zum Reichsberujswettkampf des GdA., der bereits im Januar dieses Jahres stattfand, prägte der Gauleiter des GdA. von Rheinland und Westfalen, Franz Mittel=Essen, die Worte:„Der Wille zum Leben heißt kämpfen. Vor uns steht ein hohes Ziel, und in uns lebt eine große sdee: Deutschland mus leben, und wir wollen den Kampf für den Aufstieg unseres Volkes!“ Daß das für die Angestelltenjugend nicht ein Lipvenbekenntnis ist. sondern daß sie versucht, es zur Tat werden zu lassen, zeigt der Erfolg des Berufswettkampfes, der Sonntag durch den Scheinfirmenwettbewerb im Saale der Kaupenhöhe in Essen eine weitere Bestätigung gesunden. Von 90 Scheinfirmen des Gaues Rheinland=Westsalen waren 30 aus dem engeren Ruhrgebiet zusammengekommen, um nun im Gegensatz zum Berufswettkampf. wo sich der einzelne behaupten mußte, in einer Gemeinschaft von je sechs Jugendlichen zu arbeiten. Es wurden Aufgaben aus dem praktischen Leben erledigt: Buchhaltung, Steuerfragen. Schriftwechsel usw Bereits Nachmittags konnte in einer besonderen Feier die Siegerverkündung vorgenommen werden. Den 1. Preis hat die Scheinfirma Tuchhaus Elegant=Essen errungen. Sie erhielt, als äußeres Zeichen einen Buchpreis:„Der Ruhrkampf“. gestiftet vom Oherbürgermeister der Stadt Essen. Es folgen dann die Scheinfirmen: Werbehelfer, Lünen: Fritz Forsch, Gladbeck: Stark& Unperwüstlich. Unna: Westbau,.=G. Castrov: Nußbaum& Hickorv, Herten: Geh. Leise& Weich. Böttrov. * Die Reichssieger im Berufswettkampf. Die gesamte Angestelltenjugend war am 22. Januar vom Jugendbund, im Gewerkschaftsbund der Angestellten zu einem fröhlichen Wettkampf um die berufliche Leistung aufgerusen worden. Ueber 14 200 kaufmännische Lehrlinge. nicht nur im Reiche, sondern auch in Oesterreich und im übrigen volksdeutschen Auslande haben an diesem Berufskampf teilgenommen. Der Reichswettkampfausschuß hat nach langer und ernster Prüfung der Arbeiten die drei ersten Reichssieger ermittelt: 1. Reichssieger: Helmut Möller, Karlsruhe, 17 Jahre, 1. Lehrjahr. Er erhält als Preis die Ehrengabe des Herrn Reichspräsidenten v. Hindenburg, sein Bild und eine Schreibmaschine, die vom Herrn Reichsbankpräsidenten Dr. Luther gestiftet wurde. 2. Reichssieger ist eine kaufmännische Angestellte. Margarete Schwab aus Wien XVII. Sie erhält einen Bücherschrank. 3. Reichspreis fällt dem Handelsschüler Herbert Glatzel aus Kottbus zu. Er erhält den Preis des Herrn Reichskommissars für das preußische Ministerium für Wirtschaft und Arbeit, nämlich eine Studienreise nach Ostpreußen.— Von den Gelsenkirchener Teilnehmern konnten folgende mit einem Büchervreis bedacht werden: 1. Sieger: Josef Wittkowsky, 2. Sieger: Rudolf Westhoff. 3. Sieger: Herbert Lenhard, 4. Sieger: Fritz Marienwald. 5. Sieger: Heinrich Lau. In unserer Ausgabe vom 12. 3. 1933 hrachten wir Die RSSsglungsbericht unter der Ueberschrift: „Die NSDAP. und die Wahlen“, worin wir eine Aeußerung des Redners Dr. Mever u. a. folgend wiedergaben: „Neysters hat ein Haus in der Siedlung Sellmannshof, er bekam es in Kaufmiete, ober bezahlt hat er niemals. Außerdem hat er von der Stadt noch 18000 Mark geliehen, die ebenfalls nicht zurückgekommen sind.“ Herr Neysters ersucht uns nun, auf Grund des§ 11 des Preßgesetzes folgendes zu veröffentlichen:„1. Es ist nicht wahr, daß ich auf das Haus niemals bezahlt habe. Wahr ist, daß ich ca. 4000 Mark bezahlt habe. 2. Es ist nicht wahr daß ich von der Stadt 18.000 Mark geliehen habe. Wahr ist, daß ich von der Stadt niemals auch nur einen Pfennig geliehen, noch jemals beantragt habe. Gerhard Neysters.“ Kirche—Schule—Haus. Evang. Kirchenchor Zu Gunsten der bedürftigen Konfirmanden veranstaltete der Evang. Kirchenchor ler am Sonntagabend ein Kirchenkonzert, das in der Hauptsache einfache, sangliche Chöre brachte, in klarer Erkenntnis seiner Fähigkeiten„schlichte Passions= und Ostermusik“ bot. Von den beiden Frankschen Chören„Herr Jesu, deine Angst und Pein“ und„An deinem Kreuzesstamme“ geriet der letztere am besten, auch im Zusammenhang mit Orgel und Streichinstrumenten. Der erste Chor in Verbin5. odch an Konservengenldee Pirisor-Walze Die Vom heidchel. Roman von Henriette Brey. Copyright by Romandienst„Digo“, Berlin-Schmargendorf. schlug plötzlich die Hände vor das Gesicht, schluchzte krampfhaft auf. Begütigend redete Richard ihr zu— stockte aber Smpeinden einem zwiespältigen Wie seltsam die kleine Gerta mich ansah! dachte in der traumseligen Abendstimmung über die kleine Jugendgespielin nach— die ihm Rätsel aufgab. „Schade..“ murmelte er versonnen,„schade!“— Als der Sohn des Heidehoses ein paar Wochen nach Ostern für wenige Tage auf der Bildfläche erschien— ein geharnischter Brief des Vaters und Geldmangel führten ihn heim— war der Empfang durchaus nicht freundlich. Es setzte einen furchtbaren Auptett ab. Und beinahe wäre es zwischen Vater SLon zum endgültigen Bruch gekommen, wenn nicht die Mutter vermittelt hätte. So endete die unerquickliche Auseinandersetzung dem Entschluß, daß der Student schon im Herbst beim Militär eintreien und sein Jahr abdienen solle. „Das ist mein letzter Versuch!" drohte der Bauer. „Beim Kommiß werden sie dich schon zahm kriegen, mein Junge! Da wirst es schon lernen, dich zu ducken!“ Verdrossen, planlos schlenderte Clemens nachder Heide. Der Groll fraß in ihm. Zwar das Freiwilligenjahr bei den flotten Bonner Königshusaren war durchaus keine abschreckende Arzuei. Aber er war wütend über die demütigende Behandlung seitens des Vaiers, die vorwurfsvollen Klagen von Mutter und Gerta, und die kühle Nichtbeachtung von Bernd und Annemarie, die in dem leichtsinnigen Biuder nur den Müßiggänger und Verschwender saben. nur noch, daß die teuren Angehörigen Adelheid alles erzählten! Geschichte, daß sie gerade jetzt mit ihrer Mutter einige Tage verreist war, wie er zufällig versönlich wäre es schon gelungen, die Sache als nicht so schlimm darzustellen, den bösen Eindruck zu verwischen. Andererseits freilich— seine Stirne senkte sich in Scham— es war doch gut, daß er jetzt nicht in ihre vertrauenden Augen schauen mußte.“.“ Diese unselige Fahrt nach dem Hörselberg mit den Freunden und— Freundinnen! Wie weiland Tannhäuser, der in den Fesseln der Venus Verstrickte, hatte auch er geseufzt:„Herr— so mir von dem Weibe!“ nämlich von der schönen Rosa, die, kaum daß er wieder aus der Verschollenheit auftauchte, kurzerhand seinen Nachfolger fallen ließ und ihn aufs neue umgarnte... Nein, die wüste Geschichte muß jetzt wirklich ein Ende haben. Das war er Adelbeid und sich selbst schuldig Er mußte jetzt entschieden diese unwürdigen Fesseln brechen. . Nur, daß es so verwünscht schwer war... so schwer—.n— In übelster Laune verließ Clemens die Heimat. 8. Novemberstürme fahren über die verddete Heide, seind allem Leben. Wie unholde Gäste rasten und tobten ste. Zornig peitschten sie die kümmerlichen Zwergkiefern, die sich mit allen Wurzeln mühsam im Mutterboden festklammerten und sich atemios gegen ihre Wucht stemmten. Die wirbelten die letzten welken Blätter von Baum und Strauch, rissen die Nebelschleier, die aus Moor und Sumpf stiegen, in Fetzen und scheuchten alles Getier in seine Schlupflöcher Das ist keine gute Zeit für die Alten und Kranken. löscht gar manches schwach flackernde Licht aus. —„Auf dem Heidehof stand jetzt alle Tage der Dottorwagen. Auch der Pfarrer nahm oft den Weg dorthin. Denn die alte Annemöhne rüstete sich, aus dem irdtschen Alltag hinüberzugehen in den himmlischen Festdie palmenrauschende Paradiesberrlichkeit, von der sie in ihrem zerlesenen„Kleinen Myrrhengarten mit grobem Druck“ so vieltausendmal gelesen und geträumt hatte. Und just, als der erste Schnee fiel und es auf der winterlichen Erde ungemütlich zu werden begann, „immer die Augen zu vor der irdischen Mühseligkeit und rettete sich in eine lichtere JenseitsEs gab eine gewaltig große Leiche, wie es dem Reichtum und Ansehen der Heidger entsprach. Soviel Ehre hatte das alte Weiblein im Leben nie empfangen! Die ganze Verwandtschaft und Freundschaft war zur Bestattung geladen. Nachher im Wirtshaus beim Leichenschmaus, als man die Tugenden der Toten sattsam gelobt und somit seiner Pflicht genügt hatte, ging es recht lebhaft und munter zu. Du lieber Gott, wozu Trauer heucheln? So ein loslediges Leut ließ ja keinen nach, rißz keine Lücke. Der mit guten Dingen beladenen Tafel wurde alle Ehre angetan. Dann zündete man die kurzen Pseisen an. Dichte Rauchwolken zogen sich bald an der Decke löste die schweigsamen Bauernzungen. Wintersaat, Vieb, Marktpreise, Dienstvolk— gewissenhaft wurde jedes Thema bis zum Grund ausgeschöpft. „Da und dort, wo die Frauen die Köpfe zusammensteckten, tuschelte es halblaut. "„Der Student“— Ja, dat wohl keinen Urlaub geersten halben Jahr geht dat stramm her dis, Soldaten..„Soll sa jebt recht gut tun, wie man hört. Der alte Heidger muß ganz stolz auf ihn sein... Ja,'n seiner, forscher Kerl soll er wohl sein in die schmucke Uniform. Unser Jan, wat der Pferdeknecht bei uns is, der setzt auch in Bonn dient, der in paarmal geschriebe. Na, wenn't nur so bteibe 20 Ein Nicken, ein Stirnhochziehen. -fhöcz#; da sagste wat! Der Baumanns Adolf von Erlbach, weißt, der auf Affekat studierte, da var dat Nachber kriegen die Herren Einjährigen viel Freiheit, da läßzt man die Leine locker. Der Adolf wurd auch überall eingelade in Familien von dene andere Studente, kam wieder an' Saufen und Fhisten= 1— is verbummell. Ra, und der beidgers Ein vielsagendes Achselzucken. Mon wußte ja man hatte gehört— damals An der anderen Seite des Tisches zischelte es. „Wat, mit Lehrers Adelheid soll er freien? Och, wat, da hat man doch nie wat von gemerkt!“ „Freien is wohl hat viel gesagt,“ schränkte die andere vorsichtig ein.„Aber dai se wat hatten mitsammen, dat is sicher un gewißt!“ „Nee, nee, dat glaub ich nich. Die Heidgers sind von Kindheit an immer bei Liesefelds gewesen. Freilich, still und blaß is dat Mädchen geworden, man sieht se nirgends. Aus der Totenmesse Is se gleich mit ihrer Mutter nach Hause gegangen. Aber'n Verhältmit dem Student— ooch, nee, nee! Is wohl bloß Gekür!“ „Wenn unser Gret et doch von ihne selbst gehört hatl“ beharrte die Sprecherin „So? Wat denn? Sechs neugierige Augen lauerten. „Na, sie ging im Herbst längs der Heck' hinten an Lehrers Garten, wo die Laube is. Und lugte mal durch, wie voll die Obstbäum' hingen. Ja, un da kamen der Student un die Adelheid grad in die Laube. Gret konnt nich fortgehen, dat hätten die gemerkt. Sehen konnten se nix, die Hecke war da zu dicht. Und verstehen auch nicht so recht. Sie waren aber allebeid aufgeregt. Bloß einmal verstand Gret, wie die Adelheid deutlich sagte:„Du weißt es ja. ohne Achtung und Vertrauen muß meine Liebe sterben.“ Na, is dat etwa nicht von Liebe, häd!“ Enttäuscht ob des mageren Berichtes blickten die anderen. „„„Weiter nichts! Damit ließ sich nichts anfangen. Und die Therese vom reichen Geldershof meinte: „Ach was, das ist wohl'n Satz aus nem Buch. wo die üver sprachen. Ueberhaupt: Doktors nehmen alle eine reiche Frau! Und bei Lehrers, da sipzt doch nichts Bares achter.“ Im stillen war sie der Meinung,„Frau Doktor“ klänge auch für eine Gelderstochter nicht übel. „Pst. stiA!..:. Die Annemarie kommt.“ #es sprang das Gespräch auf die Butterpreise .„In der Folgezett lieferte der Student vom Heide## dem Dorf und Kirchspiel manchesmal Gesprächs(Fortsetzung folgt.) — Mikrofilmarchiv der deutschsprachigen Presse.V. Dienstag, den 21. März 1933 Medtor berfag Verrrotsach! Eröffnung des Reichstags unter nationalen Farben. Der Aufbruch der Nation. Um uns brandet die Zeit. Sie wirft Tag für Tag Fluten von neuen Ereignissen an uns vorüber und über uns hinweg. Sicher werden wir meist nicht die Zeit haben, innezuhalten und zu überlegen, was das alles bedeutet, ob, was da geschiebt, es gut ist oder nicht. Aber heute müssen wir uns frogen, was dieler Tag für uns bedeutet, was er vielleicht in der deutschen Geschichte einmal bedeuten wird.: Eines ist sicher: an ihren Symbolen wird man die Zeit und die Menschen häusig erkennen. Das erste deutsche Parlament, das Gelehrtenkollegium trat 1848 der Frankfurter Paulskirche zusammen, die Deutsche Nepublik wurde im Weimarer Nationaltheater beschlossen. Aber hier erkennen wir schon die echten und die unechten Symbole. Heute kann kein Zweisel mehr darüber sein, daß die Republik von Geiste von Weimar nichts mitbekommen hat, daß sie dieses Symbol einfach mißbraucht und vorgetäuscht hat. Sicher ist auch, daß durch diese symbolische Handlung viele sich haben gesangen nehmen lassen, die es heute nicht mehr wissen wollen. Denn offen am Tage liegt die Tatsache, daß diese Art von Demokratie mit dem Geist der größten Deutschen nichts zu tun hat. Sonst hätten all die Mißstände nicht heraufkommen können, über die heute die Machthaber von vorgestern gestürzt sind. Darum ist es nicht zuviel, wenn wir glauben, daß die Geschichte doch ein Gericht ist, und daß sie sich nicht mißbrauchen läßt: eines Tages wendet sie sich gegen jene, die es gewagt haben, mit salscher Flagge zur Macht zu kommen und mit ebenso salscher Flagge ihre Macht verteidigt haben. Heute kommen die neugewählten Vertreter des deutschen Volkes weder in Weimar, der Stadt klassischer Bildung, noch in Berlin, der Stadt des oft veräußerlichten Leerlauses zusammen: das stille Potsdam wird die Schar der gewählten Vertreter der Nation zuerst versammelt sehen. Plötzlich, was vor kurzem noch unmöglich war, ist jetzt durch einen raschen und zielbewußten Entschluß Tatsache geworden: das, ktille Potsdam, das vierzehn Jahre lang mitten in Deutschland wie eine fremde Stadt gewesen ist, dieses Potsdam ist der Schauplatz des ersten Reichstages, von dem man gewiß sein kann, daß er die Würde der Nation nicht verletzen wird. Es wird seit langen Jahren der erste Reichstag sein, in dem nicht die Praktiken geringerer, im üblen Sinne„demokratischer“ Menschen geübt werden, in dem vielmehr Manneszucht. nationale Ehre und Opferwilligkeit statt Halbheit und Geschäftemacherei regieren. Der greise Feldmarschall Mackensen wird den Vorsitz führen; damit tritt neben den ehrwürdigen Feldmarschall von Tannenberg der zweite Soldat höchsten Ranges in die deutsche Volksgeschichte ein. Zwar wird seine Amtstätigkeit nur kurz sein, aber man soll auch dieses Symbol nicht gering achten! tengs is bester Art wird auch sonst stark hervortreten. Allen voran der klare, energische Fliegergeist des Innenministers Göring, moben com ver divlomatischere, adlig=vornehme sachliche Vizekanzler von Papen. Wollte man die Reihe der Namen weiter sehen, man würde noch manchen finden, der uns vor fünszehn Jahren geläufig war. So geht neudeutscher Soldatengeist eine tief bedeutsame Verbindung ein mit dem alten Preußengeist. Der Geist von Potsdam ist der Geist Friedrichs des Großen, der Geist der bedingungslosen Strenge. der Sparsamkeit und, wenn es sein muß, auch der Rücksichtslosigkeit. Was wäre da ein besseres Zeichen für die große Wendung als die Ruhe und das Vertrauen. mit denen das deutsche Volk diese Revolution der Zucht macht oder geschehen läßt. Seit dem 5. März ist das Leben frischer geworden, man muß nur die Menschen auf der Straße beobachten, wie sie jetzt weniger gedrückt daher, wie sie Mut und Hoffnung gewonnen haben. Wir sind ja alle von dem Gefühl beseelt, daß(wenn überhaupt) nun ein Wiederaufstieg des deutschen Volkes kommen muß. Und der Geist, der auch Menschen anderer Natur, anderen Temperaments erobert: es ist der wenig volkstümliche des einsamen Königs, der seiner schwindelnden eleganten Zeit zum Trot bewußt einfach und ohne Aufwand lebte. Uns selbst ist es ja auch klar, daß wir(weder das Volk noch die Führer) in der unechten und unedlen Glorie eines nicht vorhandenen Wohlstandes leben werden. und viele Jahre hindurch p gu. Die, Aite og Kaobesachors. Jahren FI5. if erdaut Purge. einet Fgeuden gros machten, das später der Mitelpunkt des heuen Reischen Purda.— nes Brnlanz-Ta Welchen alten Soldaten wären nicht in diesen Wochen die Kriegserinnerungen näher und deutlicher gekommen als in all den Jahren seit der Revolution?! — Sie wissen, daß sie einmal einen ebensolchen Aufbruch miterlebt haben: am 21. März 1918. Auch damals. als die„Große Schlacht in Frankreich" begann. stieg alles gepackt und gerüstet mit dem einfach, aber bestimmten Willen, die Wendung des Schicksals herbeizuführen, aus dem Graben. Auch damals war die Starre des uns so unvassenden Stellungskrieges verflogen. Davon wird aus Aufzeichnungen und Erinnerungen noch mehr auf dieser Seite zu lesen sein. Was heute sich vollzieht, ist nichts anderes, ist wieder ein Aufbruch der Nation. Ein Ausatmen geht durch Millionen: Endlich! Es geht voran! Die Willigen und die Widerwilligen werden sagen, daß etwas Neues in die deutsche Geschichte eingetreten ist. Selbst das Ausland, das man uns bislang oft als den Teufel an die Wand gemalt bat, sieht ruhig zu, weit ruhiger als 1926, da zum ersten Male Feldmarschall Hindenburg zum Reichspräsidenten gewählt wurde. So werden auch unsere Nachbarn den Eindruck gewonnen haben, daß eine tiefe Gesetzmäßigkeit. eine geschichtliche Natwendigkeit diesen Aufbruch der Nation herbeigeführt hat. Dank der hochentwickelten Technik wird heute— man darf sagen; das ganze deutsche Volk, von der Nordsee bis zu den Alven, von den masurischen Seen bis an die Saar mit in Potsdam sein. Alt und jung wird den Tag als Volk gemeinsam erleben als den ersten großen Volkstag seit dem August 1914. Wie oft wird noch über den Rundsunk bart geurteilt! Aber seien wir dankbar dafür, daß er uns belfen kann, aus einem Gewirr von Interessentengruppen und Parteien wieder zu einem Volk zu werden.— Heute ist Frühlings Ansang.— eine vielleicht tote Tatsache des Kalenders. aber es ist mehr: eine Tatsache von geschichtlicher Bedeutung: wenn wir den Willen dazu haben. Vergessen wir nicht, daß der Glauben eine Kraft ist und daß Wissen nur zu oft gerade für uns eine Schwäche war! Darum wollen wir an diesen Früblingsansang glauben wie der Soldat von 1918. Dann kann, dann muß dieser Tag von Potsdam wirklich das Sombol für die deutsche Zukunft sein,— dann siht es einen Aufbruch der Nation. W. 8 Auch im Kalender kann eine tiese Symbolik stecken. Vor nunmehr fünfzehn Jahren setzte morgens um.40 Uhr der ungeheure Infanterieangriff ein, der die Wende bringen sollte. Im Hintergrunde der Gedanken damals stand die Erlösung vom Kriege, der Gedanke an den Frieden, der mit letzter Gewalt herbeigezwungen werden sollte. .. In diesem Jahre tritt in Potsdam in der ehrwürdigen Garnisonkirche der erste nationale deutsche Reichstag nach dem Kriege zu einem feierlichen Gottesdienst zusammen. Was wir alle erhoffen, was die besten der Nation wollen— es ist nichts anderes als der. Frühligssanfang, der Beginn eines guten Frühlings im Leben der Nation... Vor mir liegen auf dem Tisch ein halbes Dutzend englische Fxont war hier gelungen, am zweiten Abend Karten, enobesaxiebege Tagepucheiten.„ Sie, sind nur waxen die Reste unsgres, Batailons in der driten und ein kleines dunkles Viereck auf der großen Fläche der letzten englischen Stellung einem nur knietiefen vor mir liegenden, Karten. Sauher sind die Karten Hraben, dahinter war nichts mebr keine Gräßen, nor bruch, der in der folgenden Zeit durchgeführt werden sollte. Außer diesen sehr genauen Karten, die nur die vorderste seindliche Stellung zeigen, liegen noch die großen, aus acht Teilen zusammengeklebten Marschkarten da. die für die Ereignisse nach dem ersten Angriff ausgegeben wurden. Da breitet sich auf dem Papier kilometerweit französisches Land, das in diesem Augenblick noch ganz vom englischen Frontleben beherrscht ist. Aber wie bald kann das anders werden? Unser Angeiffsabschnitt hatte weit vorauf ein grodes Ziel: die Stadt Peronne. und so fochten wir an der Stelle, die mit dem größten Schwung vorwärtsgetrieben werden konnte. Der Durchbruch durch die englische Fxont war hier gelungen, am zweiten Abend waren die Reste unseres Bataillons in der dritten und Graben dehintar m einem nur, knietiesen Graben, dahinter war nichts mehr, keine Gräben, nur französisches Land, das sich in weiten Wellen westwärts sortsetzte. esce elie beiche ur P oikt einem großen Fettflecken verewigt. Und so sehe ich den Keller in Nauray wieder, die Reihen der mit nassem Schilfgras gefüllten Pritschen, auf denen wir die letzten Tage und Nächte vor der Schlacht untätig herumgelegen haben. Von Schlaf wußte man ja nicht viel, die unbestimmte Erwartung hatte alle gesangen genommen Unter den Karten sind einige, die den rotgedruckten Vermerk tragen: Geheim! Nicht mit in die vorderste Linie nehmen! Stand der englischen Stellungen 11. März 1918.“ Also hatten wir den jüngsten Stand der seindlichen Stellungen vor Augen. Aber da liegt noch eine ganz verblichene Skizze, auf der kaum mehr zu sehen ist als ein vaar krumme Linien in Hektographentinte, das Kartenbild darunter ist kaum noch zu sehen. Außerdem sind noch Nummern und Regimentsbezeichnungen zu lesen. Auf der Rückseite steht die„Lage“ und der Angriffsbefehl. Es handelt, sich also um eine Uebung. Aber um welche Uebung?! Um nichts Geringeres als die letzte Probe für den großen DurchDahin ging es... Lesen wir nach, was das Tagebuch über diese Zeit sagt! (11, März, Lätare:„Es ist, als ob die Welt den Atem anhielte“, sagte die Kölnische Volkszeitung, die wir heute erhielten. Ja, den Atem anhielte, weil wir es ihnen freiheraus sagen: jetzt kommt der letzte Schlag.— und ein Schlag wird werden, der die drüben taumeln machen wird und über den die Welt stumm erschauern wird. Und die ganze Welt lauscht zu uns hin und mit siebernden Fingern tastet der Gegner die Front ab. Doch er merkt nicht viel mehr, als daß eben Frühling ist. " Wie gewaltig pulst das Leben tief im Verborgenen, wie emsig arbeiten Mensch und Pferd. um in diesem Frühling noch zur reinen Freude zu kommen. Wohl = ist der Atem beklommen, aber wir warten nur darauf. Flammenwerterangrift von Graben zu Graben. dieses Lebens tief einzusaugen und mit siner„pahnsinnigen Schrei alle Bedrängnis dieser Sazenn uns zu wersen. Oder werden wir nicht vielmehr still heimkehren, besangen und des ruhigen Lebens unkundig? Können wir es fassen, daß dann alles Morden und Dulden vorüber sein soll! oder so: langsam nach dem ersten Entzücken wird der Atem ruhiger werden. Hers und Nerven werden zurückkehren und dann wird es tief aus dem Herzen quillen: Es ist eine Lust zu leben...! Gtal ptedr.) 11d Tränen.. denn wir kennen keinen und der Gesetze des bürgerlichen Lebens it. Nux das#rine ist stark und mächtiger geworden in uns, hat sich verseinert und greift tiefer in das Gemüt hinein: der Instinkt des Lebens. #. Lätare ,war gestern:„Freuet euch!“ Der Himmel steht so still blau über uns, und die Dächer leuchten ihrem wärmsten Rot. Jeder jühlt es: die Natur zt sich durch, sie wird blühen. Das arme Herz nur findet sein Lätare noch nicht. Aber es frißt sich durch die letzten Greuel durch mordet und brennt, vergißt sich ganz, weil es sich selbst ganz will. Es tut das Grausamste, weil es das Herrlichste und Seligste will. Und ist erst wahrhaft erlöst, der stark sein kann, bis die letzte Kugel verschossen. „„Zenn ein wütendes Blutvergießen wird in den nächsten Tagen anheben. Erst wenn das letzte Blut aus den Bajonetten vertrocknet, heben sich Millionen Augenpaare zum leuchtenden Himmel empor; unten ein ekles Röcheln und darüber strahlendes Blau, in das ein Seuszer und ein Blick sich hineinwühlen. Ohne sich des Wunders bewußt zu werden.— Friede, wir stämmeln das Wort und wissen nicht, was es ist. Aber wir fühlen, wie etwas das Herz zusammenpreßzt, daß es in wehem Vergessen ausschreit, und daß wir die Hände emporwersen und in den Himmel hineingreisen. um die Seligkeit herunterzuholen auf das große Schlachtfeld. Laggn, wissen wir nichts, aber es ist so. „ Lätare! Haben wir früher gewußt, was das heißt? Jetzt ahnen wir es, und alle unbewußte Hoffnung strebt dahin und von allem Elend unseres Kriegslebens fort, das wir schon lange nicht mehr fühlen. Denn dumpf und stumpf wie die Tiere leben wir. Nichts„Menschliches kann uns ergreisen. Der Tod ist nichts Seltenes mehr und das Grauen ist uns fremd..... ecressen, sich zwei, dann ist die, erste Frage: wann geht's los? Niemanden überfällt noch eine Unruhe dabei. Vor einigen Tagen hat es für jeden den Augenbiis gegeben, wo die Fragen über ihn hersielen und alle Erlebnisse gewesener schwerer Kämpfe, wach wurden. Wie wird es werden? Wird's gehen? Niemand zweifelt: es geht! Und du— und ich? Wieviele und wer wird zusammenbrechen?— Aber noch kann uns ein Lätare werden und die Hoffnung blühen. Doch noch werden vorher viele Augen blicklos und tot in das blaue lachende Himmelszeilt stieren und viele Herzen verbluten.... bogezt###rs,„Kinder sprechen gern und phantastisch begeistert von einer Reise, die sie machen sollen. Und wir jetzt vor der großen Reise sind nicht anders. Wohl wird von den schweren Tagen gesprochen aber mehr beberrschen die kommenden Ereignisse die Phantasie. Es war Besuch bei uns, der die Parole mitbrachte, nach ein paar Tagen sollten wir in Amiens sein. Darum wurde die Partwie es wohl dort aussehen mag, was wohl die Bevölkerung sagen wird. Nur einer warf einmal ein „Wenn...!“ dazwischen. Darauf die anderen kurz: „Natürlich, wenn..!“ Gesprochen wird aber darüber nicht weiter... 16. März. Abschied von Honnechn— Vortrag in Maretz.„Ich bin ermächtigt, den Schleier zu lüften. über das Bevorstehende Ihnen mitzuteilen, daß die große Offensive um den 30. einsetzt...“ So General Graf F. v. F. Natürlich ist das Datum falsch, es geht früber los. Aus guten Gründen hat F einen späteren Zeitpunkt genannt. Danach eine kurze fröhliche Stunde in einer Kantine. Anschließend Nachtmarsch nach Ramivourt. In bester Laune. Dann im Gehen geschlafen. Unterkunft ganz mau.... 17. März. Gesaulenzt, nichts zu lesen. Veilchenparfüm(das wer weiß wie in diesen Keller gekommen war) tauchen die Zigaretten in dieses Wasser und rauchen. Stumpssinn, weil nichts passiert. 19. März. Naurov. Am Abend von Ramicourt abmarschiert. Bei schwerfallendem Regen. Wetter für ein geschlagenes Heer. Dicke Wolken mit mattsilbernen Rändern, hoch oben der Mond, bleich wie das Gesicht eines Toten. Und am Horizont Feuerscheine, die von dem träge streichenden Winde hell aufzucken. Danach bei schwerem Feuer in den Keller verkrochen. Gut geschlasen. 20. März. Morgens noch einmal die Bereitsschaftsräume angesehen. Merkwürdige Gerüchte gehen um: beim Enaländer wurden weit hinten größe Brände bemerkt. Wetter hellt sich auf. Wind nicht sehr günstig für Gas. Halb glaubt man an einen Aufschub. Im Dorf: Trümmer, tote Pferde. Unrat und Veilchen, Primeln in Menge, Drosseln singen überall. Beginnende Ofsensive— werdender Frühling... Um 4 Uhr(also am 21. März morgens) kommt die Entscheidung: diesen Morgen. Tag ist also gekommen, der das Ende bringen muß. Und so oder so— ein Ende wird kommen Hier bricht das Tagebuch ab. Die nächste Eintragung trägt das Datum: Erlangen, den 2. April. Erst im letzten Kriegsjahr. und zwar mit der aufkommenden Erkenntnis, daß der Einbruch in die Stellung er Ausnutzung des Ueberraschungsmomentes von nur geringen Kräften durch: geführt werden müsse, kamen im Rahmen der Sturmtruppe— ganz loso Verbände, meist unter Führung „ die Flammenverfer auch in der Oeffentlichkeit zur Geltung.— Die Flammentrugen am Unterärmel den Totenkopf. In der neuen Art der, Kampfführung bewährte sich diese unerhört eindrucksvoll wirkende Waffe überraschend gut. Die Gefährdung der Flammenwerferleute selbst war nicht ungewöhnlich, da ihre„Arbeit“— unser Bild zeigt Eer— meist unter einem für das Auge undurchdringlichen Rauchmantel vor eich ging. Was dazwischen lag. es waren für mich zwei Tage der„Großen Schlacht in Frankreich“, der Frühjahrsoffensive, die in der Stimmung schon die Vorwegnahme des heutigen Aufbruchs der Nation war. Denn mit dem endgültigen Angriffsbesehl war alles Ungewisse verflogen. Nun hatten wir wieder Tatsachen, konnten genau nach der Uhr handeln. Die Erstarrung der drei Jahre schmolz in einem Morgen dahin, die Schützengrabenfront war plötzlich nicht mehr da, es gab wieder Bewegung. Angrifse über freies Feld wie einst in Rußland. Und damit war jener unvergeßliche, Schwung. in die deutschen Truppen gekommen, der wirklich die Welt in atemlose Spannung versetzte. Um vier Uhr krochen wir aus unseren Keulern. in grauen Düster schlichen wir Mann hinter Mann nach vorn. Ueberall rumorte, klapperte es, ganz leise, aber es war doch ein undeimlich bewegtes Schweigen. Die Front schien noch zu schlasen, als wir zwischen den hinter einem Hang frei dastehenden Kanonen zu Boden glitten. Die Artilleristen standen„mit vollen Händen da und waren doch wie erstarrt. Offiziere flitzten hin und her. Und dann: der große Augenblick..40 Uhr: eine weiße Leuchtlugel. Einsam und wie im Traum steilt sie sich in die schwarze Lust hinaus. Aber als sie niederglitt, war die Hölle schon entbrannt. Da hatte das Kleisen der Feldkanonen, das Belsern der mittleren Kaliber, das machtvolle Heulen und Dröhnen der schweren Geschiße bereits begonnen. Und über die verschwelenden Reste der einen Leuchtlugel schossen drüben bunte Roketen, Spur hinter, Spur auf. Jetzt gab es kein Zurück mehr. das Schicksal begann zu:rollen, jetzt mußte alles weiterlausen wie besohlen und wiederholt geübt Die Große Schlacht, der Frühling des Jahre 1918 hatte begonnen. " Stunde um Stunde raste und orgelte der Granatensturm. Stunde um Stunde bebte die Erde. Stunde um Stunde jagten die Gasgranaten auf die ersten englichen Gräber nieder... Diese sünf Stunden Stunden ohne Gedanken, nur das Zucken, wenn die nedenan stehenden Kanonen abschossen und der Knall SSc M 6 „1 San: Bügemeter Beitung Dienstag, den 21. Mhrr 1933 den Körper zusammenpreßte. Von drüben kamen nur ein paar vereinzelte Granaten, der Ueberfall der nur ein paar Meter voneinander stehenden Geschütze schien richtig zu sitzen. Das mußte auch so sein! Nach der Uhr am Arm mußte es doch schon Tag sein! Doch die graue von Pulverdampf schwere Luft wollte um nicht recht ausbellen. Darüber stieg vielleicht die Sonne herauf. allein wir saben sie nicht in dem Qualm. Unvorstellbar schnell und doch auch wieder unvorstellbar langsam rückten die Zeiger weiter. Das waren Stunden. die mit nichts zu vergleichen sind. Stunden, die auch das bewegte Menschenleben nicht wiederfinden wird. Das war ####- Artbruch der Nation, des feldgrauen Volkco, das zu einem großen Körper geworden war und lauerte Handaranaten. Leuchtvistolen waren griffbereit, die Karten steckten in Aermelaufschlag. und alles Leben hing an den zwei winzigen vergoldeten Zeigern auf der Uhr. Dann waren die fünf Stunden vorbei:.40... Wie ein Leib stand die Insanterie aus ihren Verstecken auf. Ich sebe noch die erste Welle vorne durch das Drahtstürmen, höre nachträglich erst, daß die Artillerie ießt und dann weiter hinten einschlägt. Die Gestalten schieben sich in den Dunst hinein. Handgranaten krachen— fünf Minuten sind um, wir müssen nun auch antreten. Ueber wüst zerrissenes Gelände geht es voran. Ruinen eines Hauses kaum bemerkt. und schon springen wir über den ersten englischen Graven. Da und dort gibt es kurze Nabgefechte, aber weiter, vor uns taucht die zackige Linie des zweiten Grabens auf. Aus Erdlöchern tacken Maschinengewehre. Die Lage ist plötzlich ganz unklar; hinter uns haben sie sich inzwischen von der Ueberrumvelung und der Lähmung erholt, sie versuchen uns im Rücken zu fassen. Ein von Mauern umgebenes Bauerngehöft hält den Angriff auf. Im Nebel ziehen sich zwei Kompanien darauf hin zusammen, während kleinere Abteilungen sich an die Maschinengewehre heranmachen, bis sie schweigen und die Engländer mit erhobenen Händen aus der Erde beraussteigen. Sie werden nach hinten geschickt, denn vor uns gibt es Arbeit. Doch dann ist wieder alles im Rollen. Zum ersten Mal seit Jahren kann man wieder statt mit bundert Meter mit einem Kilameter rechnen, dann mit zwei. drei... sie sich der Nebel lichtet, taucht vor uns— gegen Mittag wohl— ein Dorf auf: Le Verguier. Das ist unser linker Flügel. Aus den Häusern wird geschossen, ein Maschinengewehr hämmert unaufhörlich weiter. obgleich wir mit dem Gewehr alles unter Feuer halten. Endlich erkennt einer: hoch oben in einem Schornstein ist ein kleines Loch, und aus dem heraus spritzt der Kugelregen auf uns nieder. Nun gab es einen Straßenkampf von einer Hausecke bis zur nächsten flüchtende Engländer dort, von Haus zu Haus vorsoringende Kameraden hier. Dahinter andere, die nur auf die Kellersenster und die Höfe achten. So muß das Dorf im Nahkampf erobert werden. Wir kommen immer dichter unter den Schornstein, so daß das Maschinengewehr uns nichts mehr anhaben kann. Und dann kapituliert es... Lange Züge von Gefangenen kommen auf uns zu, werden von uns verstärkt und weiter geschoben. Ein englischer Major bietet seine Gamaschen für ein paar Zigaretten.... Dann rücken wir in den Nachmittagsstunden dicht hinter der ersten Linie vor. Widerstand ist nicht mehr da. und am Abend setzen wir uns mit dem vordersten Bataillon in der zweiten englischen Stellung fest. Das war eine Tagesleistung von 6 Kilometer. Kurz vor Dunkelwerden, wie wir schon in dichterer Kolonne vorgeben. fallen plötzlich aus einem abseits liegenden Haus ein vaar Schüsse, aber schon einen Augenblick später spritzen unsere Kugeln in ein Lagerfeuer, bei dem sich englische Kavalleristen niedergelassen hatten. Wer kann wissen, wie sie den Tag verbracht haben! Vorher gab es noch eine Aufregung. Von einer kleinen Bodenwelle gegenüber schossen sie mit feuersveienden Kartuschen auf uns ein. Gräßlicher Feuertod... Wieder zogen sich die Reste mehrerer Züge darauf hin zusammen und von der Seite her wurde die in die Erde eingebaute Batterie genommen. Bald danach traten die Mannschaften mit ihren Offizieren vor den Schußlöchern an, sie hatten sich tavfer verteidigt, stunletzten Augenblck ereignere sich erwas Furchrbatll ikur unbekannten Gründen löste sich nachträglich noch ein letzter Schuß und die brennende Kartusche schlug zwei unserer Kameraden und einen Engländer zu Boden. Niemand wußte, wie das gescheben konnte, denn es war niemand mehr in den Geschützunterständen... Dann kam die Nacht. Eine verhältnismäßig ruhige Nacht. Nur war sie kurz, denn am nächsten Morgen ging es früh weiter. Die dritte englische Stellung lag acht Kilometer weit vor uns Der Tag mußte lang werden und vielleicht auch heiß. Aber ganz so schlimm war es nicht. Ueber das fahlgelbe Feld ging es gut voran, die Engländer hatten allen Widerstand aufgegeben, ihre letzte Grabenlinie war ohne Schutz. Aber gegen Mittag sahen wir mit einem Mal hinter einem Hugel kleine weiße Wöllchen aufsteigen, und dann wälzten sie über die Höhe auf uns zu: die Tanko! Welche Ungetüme! Plump, aber bartnäckig schoben sie sich beran. Sechs, und dann zehn an der Zahl. Sie kamen gleichmäßig über die Höhe herüber auf uns zu. Nun gab es keinen Schutz, keinen wirksamen Angriff mehr Aber die Lähmung war vorbei, als unsere brave Begleitbatterie den ersten Tank vernichtete. Von der Benzinexplosion geschwärzte Soldaten kamen herausgestürzt. In der Enge ihres Tanks aber gab es wieder: Zigaretten. Fleisch, Käse und Marmelade... Im Vorgehen Schritt für Schritt ohne irgendeinen Gegner zu sehen, verging der Nachmittag, man hatte Zeit, sich zu sammeln. Aber es war nicht viel zu sammeln, die erst so festen Verbände waren in der Bewegung dieser zwei Tage längst auseinandergezogen, die Verstärkungen hatten sich dazwischengeschoben. Aber noch immer herrschte die für den Fremden jedenfalls auffallendste Tatsache: die Lecre des Schlachtfeldes. Es war nun um so leerer, als auch der Engländer nicht mehr da war. Er war abgerückt, unsichtbar geworden, seine Unterstände, Maschinengewehrlöcher waren leer. Gerät aller Art lag da herum, aber er selbst war nicht mehr da, abgerückt bis wer weiß in welche Etappe. Gegen Abend langten wir dann— nach acht Kilometer Tagesleistung— in der englischen ArtillerieSchutzlinie an. Ein breiter Graben, der ein paar Spatenstiche tief war, deutete an, wo dereinst die große Stellung hatte entstehen können. Da tauchten nun unter dem hellen Licht der untergehenden Sonne Pferde am Horizont auf, englische Kavallerie rückte heran. Im Nu war alles in den Graben gesprungen, die Gewehre und die Maschinengewehre begannen zu knattern, die lichte Linie der Angreifer stockte, wurde dünner. Aber auch bei uns war nicht mohr viel zu machen. Die Munition wurde knapp, besonders fehlte es bald an Maschinengewehrmunition, die arg zusammengeschmolzen war, und so hieß es dann, diesen wertvollen Posten— wir waren die einzigen deutschen Truppen weit und breit auf dieser Höhe— zu verteidigen. So gab es denn für unsere kleine Schar einen leidenschaftlichen Feuerüberfall auf die Angreifer, die von thren Pferden abgestiegen waren. Mit dem Karabiner auf der Patronentasche schießend, rückten sie näher, aber unser Feuer machte ihnen diese Art des Vorgehens unmöglich, so daß sie bald verschwanden. Aber welche Verluste hatten wir dabei! Im Eifer gab es Verluste durch eigene Gewehre. Schließlich aber zogen die Engländer sich zurück, nun waren wir wieder ganz allein in Frankreich, etwa fünfzig Gewehre und ein Maschinengewehr mit einem halben Patronengurt. Eine beglückende Stille lag über der Erde. bei uns war es still geworden, die Toten und Verwundeten wurden versorgt, der Rest machte sich Gedanken über das, was über Nacht geschehen sollte. Denn es fehlte jeglicher Anschluß, rechts kein deutscher Soldat zu sehen, und auch links auf dem Höhenzug war nichts als wildes Kraut, das im Licht der Sonne golden aufleuchtete. Im Graben hockte auch ich am Boden, der linke Arm wollte nicht mehr: eine Gewehrkugel war quer durchgegangen. Als dann alles für die Nacht klar war. ging ich zurück, suchte mir den weiten Weg durch das neu eroberte Land zu meinem früheren Quartier zurück. Dabei traf ich unterwegs eine Abteilung des Regiments. die vordem ein Bataillon war, hinter einer von einer Hecke geschützten Böschung traf ich dann auch den Nührer der nun endlich wieder eine Verbindung in der Artilleriestellung zu Hilfe kommen konnte. Dann war für mich die Große Schlacht in Frankreich aus Sehlass Miit Ger Reslghattonn. ich Sar niche Kriegserlebnisse gibt es eigentin deser Pcfache####b ein Erleben des Krieges, und in vieser Tatsache lletzt au das, was mit dem Geschehen an den vielen Fronten des großen Krieges zusammenhing. Es ist ein ungeheures Gemälde, das sich vor uns auftut, wenn man an die Ereignisse denkt. die den Krieg ausmachen— und wenn wir heute am Jahres###### großen Frühjahrsoffensive in Frankreich in die Seiten zurückschlagen, so mag in der Schrift etwas verwischt sein, aber grandios zeichnen sich aus den verbliebenen Sätzen immer noch von der dieser ungeheuerliche Kampf. der die erschütterte Welt aus den Angeln heben sollte. getragen wurde. Jahrelang an ein Grabensystem gebunden, zwischen Trichtern liegend, immer unter dem Feuer feindlicher Geschutze— untätig. untätig, resigEin paarmal tauchte mit dem aufkommenden„Jahr der Gedanke auf, der in irgendeiner unbewußren Erfahrung verankert liegt: wenn wir diesmal nicht zuerst loshauen, schreibt uns der Franzmann die Ereignisse des Jahres vor und das Gehetze an der Front entlang geht wieder los... Einmal dort, einmal dort, von Flandern bis herunter zu den Vogesen. Und zwischendurch hatte man doch immer wieder ge: fragt: weshalb trauen wir uns den großen Schlag. der die ganze Geschichte beendet, nicht zu? Ist nicht jedesmal bei den kleinen Versuchen, die an der Front entlang unternommen wurden, der Beweis dafür erbracht worden, daß wir den Franzosen und Engländern überlegen sind?— Na also!— Und dann sickerte es durch... Es würde etwas geben— man würde den Schlag tun, man würde aus dem verfluchten Stellungskrieg wieder zur Bewegung übergehen. dem Schluß, dem Ende entgegen... Die Heimat hatte es nötig— viel nötiger als die Front selbst. Doxt herrschte— man spürte. menn man mal ein vaar Tage in Urlaub war— eine Stimmung, die langsträhnig war. Unzufriedenheit überall. ein Abglanz von dem Etappenleben. das sich breitgemacht hatte... und darunter schwelte es— eine unerhörte Tat an der Westfront konnte die Stimmung beheben, konnte das Volk zu einem Wollen emporreißen, dem von den Feinden kaum genügend Widerstand entgegengesetzt werden konnte... Schwung muß in die Geschichte kommen— und dann wird man sehen. Undman sah!— Ich habe den Aufsatz„Frühlingsanfang 1918“ gelesen— und war erstaunt über so viel Neues. was ich kennen lernte... Erste zweite„Welle— Mannschaftsausfälle... zweite „ich in, die erste Welle hinein auf— der Angriff rout. rout— überrennt die feindlichen Stellungen unaufhaltsam, rücksichtslos— greift aus, beißt wie mit Zangen Stücke aus der feindlichen Front heraus, schneidet wie mit einem scharfen Messer tief in die Front hinein. treibt Keile in das Grabengewier .... Verwirrung. Durcheinander. Tohuwabohu Aber wer ordnet denn hier überhaupt noch?— Die Berechnungen sind über den Haufen gestürzt, liegen in Trummern umher wie die Haussetzen, die wie durch Zufall von der Artillerie verschont blieben... Ein vaar Richtungspunkte sind noch vorhanden in der Erinnerung.. Man muß auf die und die Ferme los— und man findet diese Ferme— weiß der Himmel. welcher Zufall da half!— Weit, weit ist die Landschaft. über der sich ein lachender Himmel wölbt, ein blaugoldener Himmel voller Frühlingsgeflimmer. voller Hoffen, voller Jubel... Aber der Auftakt zu einer gewaltigen Schlacht rollt sich wie eine Stahldecke unter diesem Lachen ab. brüllt und tobt... Diesen Zauber kann man nicht beschreiben, kein Film kann ihn wiedergeben,— aber den Menschen, die monatelang unter ihm lebten, sie sind gezeichnet, in ihren Seelen steht etwas geschrieben, was kein Mensch auch nur zu flüstern wagte, was kein anderer Mensch auch nur erahnen und erfühlen darf. Ein Grauen scheints— und war doch nichts anderes als Opfer für das Vaterland.... Der 21, März 1918. Jeder Frontkämpfer fühlt noch einmal die Sehnsucht, mit der er diesen Tag erwartete.... Der Tag beginnt ganz groß, mit allen Schikanen gewissermaßen, mit all dem Durcheinander, ohne den keine Kampshandlung denkbar ist, — und doch ist alles nach einem Willen geordnet.... Der Tag graut herauf, Sonnenstrablen durchschießen den Nebel und spießen seine Fetzen gegen den Boden. Wie von einem Hammer aus dem Boden geschlagen, spritzen Pinien von Schutt und Dreck in die Luft. Nordöstlich geistern die Türme von St. Quentin hoch und im Süden kriechen die Schatten von La Fere zwischen den Milchschwaden an einem Hang empor.... Die Sonne kann noch keine Gewalt über die Morgenkühle gewinnen, und zwischen den Trümmern Ribemonts ist es nicht sehr gastlich. Seiter, ein Wüschteberger, steht bei mir und äugte nach vorn. Er ist Winzer und beurteilt den Tag nach seinen Versprechungen.... Er würde gut werden, und wenn das Wetter anhält, könne es an der Qualität des „Weins“ nicht fehlen.... Von den Hängen ballert es nach drüben hin. Ganz aus der Ferne— vielleicht von Guise her— werden schwere Koffer geschickt, die vielleicht eine Reise von dreißig Kilometer machen, um dann in steilem Sturzflug wutentbrannt sich in die Erde zu fressen,— irgendwo dort hinten, irgendvo im Lande der Franzosen. Unteroffizier Kowalsti hockt sein Sturmgepäck über und steckt seinen Specknacken durch die Sandsäcke, die den Vorrat an Handgranaten birgen....„Es wird Zeit,— wir müssen abhauen...“ Zwei Stunden später steht der Flammenwerferzug vor seiner ersten Aufgabe. Vierzig Meter vor dem, was man in den Schreibstuben als„Drahtverhau" bezeichnet, kauert man auf dem Boden nieder,— wartet.... Ueber uns hinweg segt Der Eisenbagel, hämmern die Batterien in die Weltgeschichte, furchen stählerne Leiber sich einen Weg durch das Flirren und die blaugoldene Luft. Und unter dem Eisenhagel kriechen wir vorwärts. Wir haben Zeit. viel Zeit... Drei oder vier Stunden hat das Trommelfeuer aus den deutschen Rohren jetzt gedauert und fünf Stunden soll es anhalten... Man kennt solche Sachen schon, bloß man hat das Gefühl: diesmal stehts unter einem gand anderen Vorzeichen. einem größeren, gewaltigeren. Was man bisher unternommen, war allemal eine kleine Sache... Naja, was man so„klein“ nennt: Stellungsausgleiche, hier und dort wurde ein Grabenstück wiedergenommen, mal wurde eine gewaltsame Erkundung gemacht, ein Maschinengewehrnest ausgenommen. Von rechts her hämmert so'n Biest gerade über uns weg, sisst, sisst... Na wenn schon....„Wenn man könnte, wie man wollte. Brüderchen...“ Schröder, der lange Schröder mit dem wunderschönen Tenor strammt seinen Kinnriemen, daß es mir fast Angst und Bange wird um das Gold in seiner Kehle... Wer wird uns dann das schöne Lied von dem Mädchen aus Hamburg vorsingen. das zu singen uns in Avernes— eine ganz vornehme Gegend während des Krieges— verboten wurde?... Stahlhelm mit der Stirnkante gegen den Boden gepreßt, die Sandsäcke mit den Handgranaten unter den Armen. das Geklunkere von Brotbeutel. Kartentasche, Feldstecher. Gasmaske und Pistole gegen den Dreck geschützt so gut es geht... Schritt für Schritt durch den hellen. klaren Morgen der ersten seindlichen Stellung entgegen. Was mag das geben?— Die Frage wird von einer grenzenlosen Zuversicht zusammengehauen... Ein paar verlorene Drathverhaue werden durchkrochen, das Eisen knirscht, wenn die Schere es durchschneidet und es züngelt ein Klingeln durch die Luft. wenn die eigene Spannung die Spiralen zurücksedern. ... Aber man kommt hindurch. ein paar Fasern Rock und Haut bleiben an den Stacheln hängen— aber das macht nichts... Es riecht nach unserem Flammöl. und manchmal ist es. als ob hier vor ein paar Tagen mit Gas geschossen worden wäre... Wir liegen vor der ersten seindlichen Stellung... In fünf Minuten muß es so weit sein, dann verläßt das Artilleriefeuer diesen Strich... und wandert weiter... Schwarzkopf ist der beste Handgranatenwerser.. Man braucht ihm nichts zu sagen. Er geht„auf Erkundung“. d.., er wirft eine Granate gegen den seindlichen Grabenrand.. Grabenrand?— Eigentlich ist es nur eine Ueberhöhung.. Koppheisters trudelt das Ding durch die Luft— kreist, sich senkend— und in dem Augenblick, als es mit dem Stiel die Erde berühren will, da zerfleddert die Granate mit einem einzigen scharfen Bautz... „Kein Deuwel rührt sich...“ Wir alle horchen auf... Dann bewegt sich etwas nach links. nach Tergnier zu... Tergnier sagt die Karte. aber wir sehen nichts von der Ortschaft... Drei Schusse segen über unsere Kopfe hinweg... Dumpf... Also Maschinen= gewehr... Nochmals drei Schußz... „Der Kerl versucht sich..“ Man wird uns bemerkt haben...“ Unteroffizier Kowalski sagt das. aber ohne jede Aufregung. nur feststellend. wie um zu betonen. daß wir irgend etwas unternehmen müßten... „Fertigmachen... Handgranaten... Der Zug teilt sich jenseits des Grabens und rollt nach links und rechts aud Schnell stoße ich noch einmal nach oben, um einen Ueberblick zu gewinnen. In langer Reihe liegen die Pioniere vor dem feindlichen Hindernis. Schröder murkst schon im Draht herum... Noch haut die eigene Artillerie in die Stellung hinein— da trillerts durch die blaue Luft... Gestalten fliegen auf... Von links hämmert das Maschinengewehr:. Reidach wirft die Arme hoch und sackt zusammen... Aber dann sieht man nichts mehr... Ein Grollen und Dröhnen ringsum, das Ohr unterscheidet keine Einzelheiten mehr. wir stecken in einem Hexenkessel, dessen Inhalt von des Teusels Großmutter mit gellendem Lachen gerührt wird... Das gibt einen Brei, daß sich alle kleinen Teufel die Finger darnach lecken werden... Aus dem Aermel quillt Blut, es wird abgeschlenkert. und ich weiß nicht: wem gehörts denn?— Flach ist der Graben...“ Im Uebersoringen hüpft ein Erstaunen auf... Franzosen und Engländer? Wie ist denn das möglich... Und in die Mulden, die sich binziehen, in die Trichter, die dicht beieinander liegen. jegen die Granaten ein.. Immer mehr, immer mehr Wir hetzen hinter den Explosionen her. lausen in sie hinein... Da sprengt sich ein Zünder vom Strahlrohr berunter... Das seindliche Maschinengewehr meckert in eiligster Hast, sprübt seinen Hagel über uns binweg. Erde spritzt auf. zischt uns entgegen... Dann rollt Qualm über einer schnell vorstoßenden Flamme hoch, quillt auseinander, ballt sich emvor... Und der Frühlingstag wird von ihm gefressen. die Nebel werden gefressen... Und nur die Explosionen der Handaranaten reißen ein paar Fetzen aus diesem Schleier, aus dieser Wolkenwand, die von Feuerstrablen getragen wird... Ein Gerenne gebt los... Ein Hasten... Tellerhelme rutschen über den Grabenrand... Arme recken sich,— aber wer hat Zeit, sich darum zu kümmern? Zwanzig Meter weiter schlagen die Hämmer der Artillerie immer noch Pinien aus dem Boden.— man achtet nicht mehr darauf... Gleich muß das Feuer vorverlegt werden... Infanterie ist zwischen uns, überlauft den Graben und strebt ferneren Zielen zu... Schatten im Frühingstag verschwinden... Immer weiter, immer weiter... Da schweigt das deutsche Artilleriefeuer wie abgebackt... Aufräumen... Das geschieht ebenfalls mit Handgranaten... Ein vaar Pistolenschüsse wirken jetzt schon wunder— aber es ist unbequem immer wieder neue Ladestreisen einzuschieben... An irgendeinem Knal wird Halt gemacht... Alles ist in Fluß... Der Frühling ist gestartet... Am Abend ziehen Kolonnen an uns vorüber— und als wir die Karte befragten, befinden wir uns östlich von Ham..... * Der deutsche Heeresbericht meldet über den Begin der großen deutschen Frühjahrsoffensive:„Die Erfolge des gestrigen Tages in den Kämpfen zwischen Arras und La Fere wurden in Fortführung unseres Angriffs erweitert. 16000, Gefangene und 200 Geschütze wurden bisher gemeldet.“ Der britische Heeresbericht besagte:„Die Deutschen scheinen dadurch, daß sie. von starker Artillerie unterstützt, große Massen in den Kampf warfen. in die Frontlinie zwischen der Scarve und Vendhuile eingedrungen zu sein. Wenn wir nicht die notwendigen Gegenmaßregeln ergreifen, scheint die gesamte Lage für den Augenblick erschüttert.. Die Lage wurde erschüttert... Es kam zur größten Schlacht an der Westfront— und die Engländer fanden sich nach tagelangem Kampf siebzig Kilometer hinter ihrer früheren vordersten Linie wieder. Ein Durchbruch ganz großen Stils war— zum ersten Mal im Westen— gelungen.(ek) —*„ 1f. Nach fünfzehn Jahren finden Deutschlands Kriegsschiffe Ruhe. Das Drama von Scapa Flow ist jetzt zu Ende. Die deutschen Schiffe, die in dem englischen Hafen ihr Grab gefunden haben, werden nicht mehr in ihrer Ruhe gestört werden. Nach jahrelangen Bemühungen, die nur einen teilweisen Erfolg brachten, hat die Bergungsfirma, die mit der Hebung der versenkten deutschen Kriegsschiffe beschäftigt war, die weiteren Versuche aufgegeben. Damit ist unter das Kavitel „Scapa Flow"“, das letzte Blatt in dem Heldenbuch der alten deutschen Flotte, der Schlußstrich gesetzt. * „Die Kriegsschiffe der Deutschen Hochseeflotte, welche die Alliierten und Assoziierten Staaten bezeichnen, werden sofort abgerüstet und alsdann in neutralen Häfen oder in deren Ermangelung in Häfen der Alliierten Mächte interniert. Die Bezeichnung der Alliierten erstreckt sich auf: 6 Panzerkreuzer, 10 Linienschiffe, 8 kleine Kreuzer und 50 Zerstörer der neuesten Typen(Torpedoboote). Alle zur Internierung bezeichneten Schiffe müssen bereit sein, die deutsttustands=Vertkages zu wird ihnen durch Funkspruch vorgeschrieben.: Das wird ihnen dahw,„Fantsbruugvorbischtiigen, Dgs waren die schicksalsschweren Worte des Artitels 23 der Waffenstillstandsbedingungen, die das Schicksal der stolzen deutschen Flotte besiegelten. Der angesagte Funkspruch kam am 15. November:„Anlaufen des Firth of Forth und Ankern auf Außenreede zum Nachprüfen der Entwaffnung, Treffpunkt dort am 21. November 8 Uhr vormittags. Englisches Geschwader wird die deutschen Schiffe am Treffpunkt aufnehmen und nach dem Ankerplatz geleiten.“ * Am 19. November 1918 nachmittags verließ die deutsche Flotte die Reede von Schillig, an der Spitze der Panzerkreuzer„Friedrich der Große“ mit Admiral von Reuter an Bord. Ihm folgten 5 Panzerkreuzer, 10 Linienschiffe, 8 kleine Kreuzer und 50 Torpedoboote. Am 21. November erschienen die Schiffe vor dem Firth of Forth, wo fast während des ganzen Krieges die englische Flotte vor Anker gelegen hatte, ohne den Angriff der Deutschen anzunehmen. Ein englischer großer Kreuzer übernahm die Führung und geleitete die deutschen Schiffe durch die Minensperre. Englische, französische und amerikanische Schiffe waren in der Ferne zu sehen. Bald war die deutsche Flotte von Entente=Schiffen eingeschlossen, und der englische Flottenchef Admiral Beatty funkte den Befehl:„Die deutsche Flagge wird niedergeholt und darf nicht mehr gehißt werden"! Der nächste Tag war mit der genauen Durchsuchung der deutschen Schiffe ausgefüllt, wobei alle Mann an Deck antreten mußten. Vom 22. bis zum 25. November wurden dann die Kriegsschiffe gruppenweise nach Scapa Flow geschickt, wo sie am 26. November Anker warfen. * Die langen Monate der Internierung wurden den deutschen Seeleuten zur Ewigkeit. Dazu kam. die quälende Ungewißheit, was aus den WaffenstillstandsVerhandlungen werden würde. Admiral von Reuter wurde weder von englischer noch von deutscher Seite über den Fortgang der Verhandlungen unterrichtet. und unter den deutschen Seeleuten griff immer mehr die Vermutung Platz, daß der Waffenstillstand am 21. Juni 1919— bis zu diesem Termin war er zunächst abgeschlossen worden— ablaufen und die kriegerischen Handlungen ihren Fortgang nehmen würden. Was sollte in diesem Falle aus der deutschen Flotte werden? Die Engländer würden sie nie wieder aus ihrer Gefangenschaft herauslassen und die deutschen Küsten wären in der weiteren Kriegszeit fast ohne jeglichen Schutz. Diese Vorstellung ließ bei den deutschen Seeoffizieren den Gedanken reisen, nach Ablauf des Waffenstillstandes ihre Schiffe dem nassen Element zu überantworten. * Am 21. Juni 1919 um 12 Uhr stieg auf dem deutschen Flaggschiff der Stander„3“ hoch. Zu gleicher Zeit wurde zum letzten Male die alte deutsche Kriegsflagge gehißt. Die Flut= und Bodenventile wurden geöffnet. und schäumend brauste das Meereswasser in das Innere der 74 deutschen Schiffe. Als die Engländer merkten. was vorging. war es bereits zu spät. Sie schossen blindlings auf die sinkenden Schiffe und auf die Seeleute, die in Rettungsbooten mit der weißen Fahne dem Lande zustrebten. Binnen kurzer Zeit war der größte Teil der deutschen Hochseeflotte in den Wellen verschwunden Nur einige Mastspitzen ragten noch über die Oberfläche hervor. Zehn Offiziere und Matrosen waren der sinnlosen Schießerei zum Opfer gefallen, dazu kamen noch 16 Verwundete. * Konnten die Engländer die deutschen Kriegsschiffe nun nicht selbst in Dienst stellen, so wollten sie wenigstens einiges Kapital daraus schlagen. Die Hebung der deutschen Schiffe wurde einer großen Bergungsfirma übertragen, die vermittels des großen Schwimmdocks, das ebenfalls von Deutschland hatte abgeliefert werden müssen, an die Hebung der Schiffe ging. Jahrelang war die Rede von Scapa Flow von dem Dröhnen der Maschinen und Kräne erfüllt. Unter größten Schwierigkeiten, die besonders in der großen Meerestiefe an dieser Stelle begründet sind, wurde ein erheblicher Teil der Schiffe an die Oberfläche gebracht. Regelmäßig kam nach einigen Wochen die Meldung, daß es gelungen sei, wieder ein Schiff zu bergen. Am leichtesten war das natürlich bei den Torpedobooten. Dagegen mehrten sich die Schwierigkeiten, als es an die großen Schiffe ging. Am 16. März 1933, an dem Tage, an dem die neue Reichskriegsflagge unter dem Salut der Kieler Marine=Truppen an den Fahnenmasten emporstieg, verstummte plötzlich in Scapa Flow das Rattern der Motoren, das Rasseln der schweren Kranketten. Die Engländer stellten die weiteren Hebearbeiten an den deutschen Kriegsschiffen ein. Die Bergungsfirma hat bei dem Heben von 32 deutschen Schiffen einen Verlust von 20000 englischen Pfunden erlitten. Die Schwimmdocks und Bergungsdampfer werden nun endgültig die Stätte der Tragödie von Scapa Flow verlassen. Die stählernden Riesen, deren Namen mit den großartigen Siegen von den Falklandsinseln, von Coronel und vom Skagerrak unlöslich verbunden sind, werden aus der Ruhe ihres Ehrengrabes nicht mehr aufgestört werden. Demonstration der beutschen Eithen. Nachstehenden Aufruf geben wir auf Wunsch der Reichsregierung zum drittenmal wieder: Aufruf an das deutsche Bolk! Der Reichsminister für Volksaufklärung und Provaganda erläßt folgenden Aufruf: Am Dienstag, den 21. März 1933, tritt auf dem geheiligten Boden von Potsdam der vom deutschen Volke gewählte neue Reichstag zum ersten Male zusammen. Die Abgeordneten versammeln sich in der Garnisonkirche, um an der geschichtlich geweihten Ruhestätte unserer großen preußischen Könige Bekenntnis für die Einheit und für die Freiheit des deutschen Volkes und Reiches abzulegen. Potsdam ist die Stadt, in der das unsterbliche Preußentum die Grundlage zu der sväteren Größe der deutschen Nation gelegt hat. Die innere Zerrissenheit, unter der das deutsche Volk von den Anfängen seiner Geschichte an Jahrhunderte hindurch leiden mußte, soll von nun ab endgültig beendigt sein. Zum ersten Male seit Menschengedenken ist der deutsche Widerstandswille siegreich durch alle innerpolitischen Gegensätze durchgebrochen, und über Klassenunterschiede und konfessionen Zwiespalt hinweg haben sich alle Stämme, Stände und Bekenntnisse in den vielen Millionen Menschen, die hinter der Regierung der nationalen Nevolution stehen, die Hand gereicht. Deutschland ist erwacht! Männer und Frauen! Zeigt Eure Freude und innere Ergriffenheit über das große historische Geschehen, das sich in diesen Wochen in Deutschland abspielt, indem Ihr an den nationalen Feiern, die aus Anlaß des Zusammentritts des Reichstages in Potsdam. in Berlin und im ganzen Reich stattfinden. tätigen Anteil nehmt! Beflaggt Eure Häuser und Wohnungen in den stolzen Schwarz=Weiß=Noten und Hakenkreuzfahnen und legt damit Bekenntnis für die Wiedergeburt der deutschen Nation ab! Am Abend des historischen 21. März sollen sich durch alle Städte und Dörser des ganzen Reiches Fackelzüge der nationalen Parteien und Verbände, der Studentenschaft und der Schuljugend bewegen! Auf unseren deutschen Bergen und Höhen sollen die Freiheitsfeuer aufslammen! Selbst diejenigen, die durch Alter oder Gebrechlichkeit verhindert sind, an diesen Feiern teilzunehmen, haben Gelegenheit, ihren Ablauf in Potsdam und Berlin durch den Rundfunk mitzuerleben. Der kommende Dienstag soll vor aller Welt zeigen, daß das deutsche Volk einig in seinen Ständen und Stämmen aus Schmach und Demütigungen neu erstanden ist und sich nach Jahren unendlicher Trübsal wieder mit Stolz zu dem Dichterwort bekennt: „Rimmer wird das Reich zerstört. Wenn ihr einia seid und treu.“ (gez.) Dr. Soebbelg. Issentlichte Runofaui. F. das nochmals verKorogramm) Mikrofilmarchiv der deutschsprachigen Presse.V. Bemstag, von 21. Brkt, 1222“ Men und Mobonnntonen=Sealsaht leben in Abersee. Ihr Vinbeglies zur Heimal ist die deutsche Flagge am Heck unserer Schiffe. ist auch die Flagge des Norddeutschen Lloyd. die an den Masten der„Bremen“ und„Europa“. wehl. Die Hausflaggen aller deutschen Reede. reien sind die Vertreter Deutschlands an den Küsten ferner Erdteile, unter ihnen grüßen unere Schiffe als selbständige nationale Einheiten, Führer des Schiffes bis zum letzten Schiffssen vom gleichen Geist beseelt, unsere Landsin Abersee und werben draußen für unZeimat. haos der Weltwirtschaft rührt an den Wurzeln der Existenz unserer Handelsflagge. as nmer geschehen nag, geei unserer ReeRogge Weon Sebenseaum! Wenn immer ihr reist, vergeßt unsere Schiffe nicht! WU ADSLUVOUMER BEUTU DNETTEN Aus unseren Verbrehungsgebfer Itakt Waktenscheid Die Schulen am Nationalfeiertag. An den Veranstaltungen des heutigen Nationalfeiertages nehmen guch die höheren Lehranstalten, Berufs Fach= und Volksschulen teil Die Schüler und Schülerinnen der Berufs= und Fachschulen treten an der Pestalozzischule an. und zwar um 18.30 Uhr. Um 19 Uhr beginnt der Abmarsch. Ordnungsmänner der nationalen Verbände sorgen für die Eingliederung der Schulen in den Festzug. Der Festzug wird durch einen besonderen Festakt auf dem Bebelplatz abgeschlossen. „Feier der Jugend. Heute. 11 Uhr, findet in der Schwarzschen Fabrik eine nationale Feier für das Notdeutschen Jugend statt. Es werden Ansprachen gehalten. Außerdem wird die Rundfunkverbindung nach Potsdam bergestellt.. 5 — Persönliches. Morgen kann die Ehefrau Wilhelmine Schittko, Weststraße 8. bei bester körperlicher und geistiger Frische ihren 70. Geburtstag begehen. Im nächsten Jahr feiert sie das Fest der Goldenen Hochzeit. Im Jahre 1920 mußte die Greisin mit ihrer Familie vor den volnischen Unterdrückern aus ihrer Heimat flieben und wohnt seitdem in Wattenscheid ∆ Haus= und Grundbesitzerverein Leithe. Die Monatsverlammlung leitete der 1. Vorsitzende Lang, Der Geschäftsführer Prangenberg sprach über die letzten Wahlen. Er wies ferner auf die inzwischen beendeten Einkommensteuererklärungen hin und erläuterte hiermit dem Landesfinanzamt Münster und Düsseldorf vereinharten Richtlinien für Reparaturen und Abnutzung. Desgleichen hob er die inzwischen durchgeführte Aufhebung des Wohnungsmangelgesetzes hervor. ∆ Kriegerverein Leithe. In der Versammlung schlug der 1. Vorsitzende Klein vor. im Mai ein Vergleichsschießen zu veranstalten, dem später ein Preisschießen folgen soll Pektor Prein sprach über die weltgeschichtlichen Ereignisse, die sich in unserm Vaterlande in letzter Zeit vollzogen haben. Die Versammlung beschloß einstimmig, heute, anläßlich der feierlichen Raschstagseröffnung: Alle Mann Fahnen heraus. Zum Schluß gab der Vorsitzende einen Rückblick aus dem Vereinslebei erfolgt ein Marsch zum Wanner Rathaus. wo eine Ansprache stattfindet. Abends ist in der Stadtballe eine Kundgebung. Dr. Beck(Bochum) hält die Festansprache. Der Sängerbund Wanne unter Leitung von Studienrat Kramer wirkt mit.(Ae) Feier des evang. Gemeinschaftsvereins WanneSüd im Gemeindehaus wies einen starken Besuch auf. Der Posarnenchor hatte die Durchführung übernommen. Die Chöre leiteten mit mehreren Musikweisen die Feier ein. Prediger Bergmann legte seiner Festansprache das Bibelwort aus Johannes 18, Vers 33—38, zugrunde Christus ist als König der Wahrheit auf die Welt gekommen. Er hat den Kampf mit dem Satan der Lüge ausgenommen. Wenn wir von unseren Sünden befreit sein wollen, müssen wir zu Jesu gehen und Bekennermut aufbringen. Dann setzte ein Wetteifer der einzelnen Chöre ein.(Ae) Unterhaltungsabend der Melanchthonschule. In der Stadthalle fand Samstagabend eine ansprechende Märchenaufführung„Der gestiefelte Kater“ statt. Rektor Sternitzke sprach den Musiklehrern Offele und Fritsche Frl. Schulte=Berge und Frl. Sudmann den Dank für die treue Mitarbeit am Gelingen der Veranstaltung aus und fand beredte Worte für die Zusammenarbeit von Schule und Elternhaus. Dann ging das Märchenspiel über die Bretter. Sehr niedlich waren die Tänze, die wohl den wertvollsten Teil der Aufführung ausmachten. Die Besucher dankten mit Beifall.(Ae) eben. Itackt Wanne-Bickol Für die Blinden findet morgen 20 Uhr in der Stadtballe ein Vortrags= und Konzertabend statt. dessen Reinertrag dem Westt, Blindenverein und der dessen Reinertrag dem Westf. Blindennerein und der Ortsgruppe zugute kommt. Mitwirkende: Lehrer Walter Kuhlmann. Ernst Brüggemann=Münster(Violine) und Otto Heinermann=Dortmund(Klavier).(br) Schächtverhot in Wanne=Eickel. Auf Antrag der Nationalsozialisten hat Oberbürgermeister Kiwit für den städtischen Schlachthof ein Schächtverbot erlassen. Die zum Schächten benutzten Geräte wurden einLezogen.(br) Stadthild. verangerg sich. Gestern begann man in der Adolf=Hitler=, früheren Ebert= und Königstraße, mit der Herrichtung, von Beeten für die Einpflonzung junger Bäumchen. Im Laufe der nächsten Monate sollen über 1900 junge Bäumchen anstelle der abgeholzten kranken Ulmen angepklanzt werden. Für die Neuanpflanzungen kommen Linden, Eschen. Aborn. Papveln usw. in Frage.(Ae) Neue Presboter in Wanne=Süd. Am Sonntag fand durch die größere Kirchennertretung die Neuwahl des Presboterlums statt. Als Presbuter wurden die bisher schon amtierenden Mitglieder Blankennagel. Schade, Gubeand. Sauer und Sommer wiedergemählt. Neu hinen kamen als Presboter Münnich. Tettenhorn, Glitt. Brink und Jocke.(Ae) Nationale Kundgebung. Heute findet eine große nationgle Kundgehung statt. Um 16 Uhr ik auf dem Eickelplatz ein Feldgottesdienst. Um 17 Uhr ist, die Uebertragung der Eröffnung des Reichstages. Dann Niay Straßensperrung. Wegen Ausbesserungsarbeiten ist die Bonifaciusstraße von der Rotthauserstraße bis zur Erzbergerstraße in Schonnebeck für den Fuhrverkehr guf weiteres gesperrt. Die Umleitung erfolgt über die Rotthauser=, Haupt=, Karl= und Joachimstraße.+ Ein nerdienter Schulmann scheidet. Mit Ende des alten Schuljahres scheidet Konrektor Fritz Uffelmann aus dem Lehrerkollegium der Knaben= und Mädchenmittelschule aus und übernimmt eine gleiche Stellung an der Knabenmittelschule in Essen=Altstadt. Ueber den Nachfolger ist noch nichts bekannt.+ Jahreshauptversammlung des Gartenbauvereins. Trotz der wirtschaftlichen Rot bat der Verein einen erfreulichen Aufschwung genommen. Der Mitgliederstand stieg im Laufe des Geschäftsjahres von 394 auf 524. Zwei Baum= und zwei Obstpflegekurse, sechs Versammlungen mit Lichtbildervorträge fanden statt. An Büchsen wurden geschlossen bei Tofall 3115, bei Vogt 1917 Stück. Es wurden geliefert 500 Ztr Kalk. 45 Ztr. Mischdünger. 40 Ztr. krebsfeste Pflanzkartoffeln, 190 Ztr sonstige Kartoffeln im Frühitahr 2600, im Herbst 700 Stück Rosen. 43 Kirsch= Birn= und Apfelhäume, 371 Stachel= und Johannisbeerhochstämme 354 Ballen Torfmull und andere Düngemittel. Die Vorstandswahl ergab Wiederwahl: anstelle von Hübner, der von seinem Amt zurücktrat, wurde Rudolf„Mai gewählt. Die Kassenberichte ergaben für die Wirtschaftskasse: Einnahme 7363.90 RM Ausgabe 6919.15 RM., für die Vereinskosse: Einnahme 2331.99 RM., Ausgabe 2309.23 RM. Kassierer und Vorstand wurde Entlastung erteilt. Dann hielt Gartenbauinspektor Dr. Wirtb einen Filmvortrag über den Kalk und seine Bedeutung. Heute von 9 bis 17 Uhr werden im Vereinslokal die bestellten Pflanzkartoffeln ausgegeben.(4) Pesterkolt Feuerschau. In der Zeit vom 25. März bis 15. April findet die Feuerschau statt. Der evangelische Arbeiter= und Bürgerverein versammelte sich am Sonntag bei Kampmann Der 1. Vorsitzende Lehrer Maxkmann, eröffnete die Versammlung, Dem Antrag des Vorstandes, in diesem Jahre drei Mitgliever nach Hilchenbach in Urlaub zu senden, stimmte die Versämmlung zu. Ab nächsten Monat finden die Versammlungen wieder vormittags nach dem Kirchgang statt. Lehrer Markmann hielt dann einen Vortrag:„Luther und das Recht.“ Der 25. Dezember 1525 ist für die evangelische Kirche ein sehr wichtiger Tag. Neben der Bannbulle und anderen wichtigen päpstlichen Schriften verbrannte Lutber vor den Toren Wittenbergs das Rechtsbuch der katholischen Kirche. Luther hatte als Mönch jahrelang darum gerungen, finden. Nicht den Gott, von dem man nach Erfüllung aller Gehote seine Seeligkeit fordern konnte. Luther schuf den Menschen, der aus sich mit freudiger Bejahung Gutes tut, nicht aus Furcht vor Strafe.: Die nationalen Feierlichkeiten. Die örtlichen nationalen Verbände veranstalten heute aus Anlaß der feierlichen Eröffnung des Reichstages einen Fackelzug durch die Straßen der Gemeinde. Es nehmen daran und SS. der nationalsozialistischen Partei, die männliche Schuljugend, der Kriegerverein. die Verwaltung. Daran schließen sich die übrigen Vereine und Bevölkerungskreise an, soweit sie nicht einem Verein angehören. Die Aufstellung zu dem Fackelzuge beginnt um 19 Uhr auf dem Marktplatz. Anschließend an den Fackelzug findet eine Saalseier der RSDAP. im Lokale Rottmann, des Kriegervereins im Saale Rätz statt. Die Büros der Amtsverwaltung sind heute geschlossen mit Ausnahme des Standesamtes, das von 11 bis 12 Uhr geöffnet ist. Beitliet Evangelische Frauenhilfe. Am Mittwoch. 16 Uhr, versammelt, sich die evangelische Frauenhilfe im Saale der Kleinkinderschulbaracke. Ringstraße, zur Handarbeitsstunde, Frau Missiongrin Erkerhoff wird einen Vortrag halten aus dem Missionsdienst von Neuguinea.(au) Der evangelische Arbeiterverein Bertlich=Polsum hielt am Sonntag seine Monatsversammlung ab. Der Vorsitzende. Steiger Hampel, gedachte in einem längeren Vortrag des Volkstrauertages und führte etwa folgendes aus:„Am Volkstrauertag vereinigt sich unsere Trauer, mit der der Kriegshinterbliebenen. Wir wollen mit ihnen und für sie beten, daß auch sie Trost und Kxaft finden im Glauben, der auch unser deutsches Volk stark macht. Ein Volk. für das so viele tapfere Männer Leib und Lehen opferten, kann und darf kein sterbendes werden. Als die ganze Welt gegen uns unter die Waffen trat, verzagten die Kämpfer von 1914 nicht.“— Anschließend wurde die übliche Versammlung getätigt. Der Familienabend wurde verlegt auf Sonntag, den 23. April. Ein Rundschreiben des Perbandes evang Arbeitervereine Rheinland und Westfalen über den Freiwilligen Arbeitsdienst wurde verlesen.„Meldungen nimmt im Laufe dieser Poche der Porsitzende, Steiger Hamgel, entgegen. Bektor„Richwien schilderte die Wichtigkeit der Lugendführertagung in Her bef Sinsen, dig iy der nächsten Woche beginnt. Jugendletter Krause schlug vor, die immer stärker werdende Jugendabteilung des Vereins in mehrere Gruppen eineuteilen. Die nächste Versammlung findet am 9. April statt.(au) Sladbech Wichtig für Unterstützungsempfänger. Die Sonderkontrollen von heute finden zu derselben Zeit acht ##e lgäter, statt. Die für heute angesetzte Kontrolle für Arbeitsloseg; und Krisenunterstützungsemofänger fällt in dieser Woche aus.(K) .„In. der Arbeitsgemeinschaft der Grenz= und Auslandsdeutschen wurde Thienel als Vorsitzender wiedergewählt. Huschens. Müller und Kortmann gehören künftig dem Provagandaausschuß an. In GladbeckMitte soll am 26 Märs eine grobe Abstimmungsgedenkfeier stattfinden. 00) Arbeitsamtstätigkeit. In einer M. im Arbeitsamt stattgesundenen Presse. teilte Direktor Dr. Flotho mit, daß 1932 insgesamt 1421 Personen an andere Arbeitsämter ver tittelt wurden. 735 Personen fielen allein auf die A rmittlung zur Landwirtschaft. Insgesamt sind zur eit 18 Kameradschoften mit 464 Personen in dem einge eiteten Gladbecker Notwerk für die Jugend tätig. Im Bezixk Gladbeck. Dorsten und Hervest laufen zur Zeit 36 Kurse für die verschiedensten Berufssparten.(d) „Kaul Nationale Kundgehung. Die Vereine und Verbände greten um 18.30 Uhr in Hüls auf dem Maxktvlatz, in Marl auf dem Marktplatz in Brassert an. Die beiden oberen Jahrgänge der Knaben der Volksschulen und auf dem S Schulvlatz, der „eröug überRektoratschule sammeln sich in Hüls auf platz der Jahnschule, in Marl auf dem Goetheschule. Die Einordnung für den Festzug übergimmt die Freiwillige Feuerwehr. Eröffnet wird der Zug mit einem Trommlerkorvs, dem eine Gruppe Feuerwehrleute und dann die Schulkinder folgen Hierauf folgt ein weiteres Trommlerkorps und eine Musikkavelle Alsdann die Formationen der RSDAP. des Stahlhelms, der Kriegervereine und danach sämtliche anderen Vereine und sonstigen Teilnehmer. Nach Ankunft des Zuges in Marl auf dem Platz bei Frentrov, in Hüls auf dem Marktvlatz werden die Veranstaltungen nach dem Zusammenwerfen der Pechfackeln mit einer kurzen Ansprache und dem Deutschlandlied beendet. Bevölkerungsbewegung im Amtsbezirk Marl. Während des Monats Februar„sind im Amtsbezirk Mark 249 Personen zugezogen(240 im Vormonat). Fortgezogen sind 229 Personen(215). Der Wanderungegeruun beträgt also 20(25). Die Standesämter des Bezirks haben in der Berichtszeit 22 Eheschließungen(12). 62 Lebendgeburten(59) und 23 Sterbefälle(16) beurkundet. Der Gesamtzugang betrug im Berichtsmonat 311(299) und der Gesamtabgang 252 Personen(231). Es ist demnach ein Bevölkerungs zuwachs von 59(68) Personen zu ver88245(8 183)." beträgt sebt der Einwodnersand Die Büros der Amtsverwaltung sind der nationalen Feierlichkeiten wegen heute geschl ssen. Die Standesämter sind von 11 bis 12 Uhr geöffnet. Wochenmarkt und Mutterberatung in Hüls fallen aus. Die Kulturgemeinschaft teilt mit, daß der für heute abend vorgesehene Vortrag des Studienrats Dr. Stelzmann über Mexiko wegen Dder Veranstaltungen der Beichsrezierung an diesem Tage ausfallen muß. Neuer Termin wird net bekanntgegeben. Rüls Der Polizeihundverein trat am Sonntag im Lokal König zu einer Sitzung zusammen Vorsitzender Schwert teilte mit, daß mit der Einfriedigung des Dressurplatzes an der Hindenburgalleg in diesen Tagen begonnen wird. Im Herbst will der Verein eine große Werbeveranstaltung in Form einer Schutzhundprüfung arrangieren. Die Beerdigung tag 33335 l 1932 für gezahlt Die Einnohme Ausgghen 63 40#54 Mark, Ueberschuß ergip:,„Dgg betrug rund 15 500 Mstandsmitglieder Rolf Wi wurden wiedergewählt, als Rawe. am Sonnissenbericht wurden die Beerdigunge=Untenstützungskasse, dielt an ihre Generalversammlung ab. Der Kasse ab, eine gute Entwicklugg. Unterstützungen wurden 38 Erwachsene(1931: 29) und 18 Kinder(25) Die Einnahmey waren 10.389.22 Mark. die 6340 54 Mark, so daß sich ein recht Das Vereinsvermögen Ende 10 Maxk, Die ausscheidenden a. Wizg. Früger, Öto. Kin „so daß sich ein recht 95 Otto, Kimmel Venfioten Wibere ged tabsanansnnn Sss Eine Nasenlänge voraus! Von rechtem und falschem Schuleifer. „Ich bin mit den lateinischen Uebungen schon um zwei Kapitel weiter!" verkündet stolz der Quartaner, die andern sind noch lange nicht so weit". Und Mutter betont ebenfalls stolz ihren Bekannten gegenüber:„Mein Junge ist seinen Kameraden immer voraus, weil ich zu Haus schon mit ihm vorarbeite!“ Viele Mütter glauben, ihrem Kinde einen besonderen Dienst zu erweisen, wenn sie nach Erledigung der täglichen Schularbeiten mit ihrem Kinde weiterarbeiten und, bereits die folgenden Lektionen mit ihm durchnehmen, die voraussichtlich erst in den nächsten Unterrichtsstunden durchgenommen werden. Die Frage bleibt nur: Hat das Kind von diesem Vorarbeiten wirklich einen Vorteil? Diese Frage läßt sich nur mit Rücksicht auf die verschiedenartige geistige Beweglichkeit des Kindes beantworten. Wenn das Schulkind schon mit dem täglichen Pensum Schwierigkeiten hat, so sollte man niemals dem Unterricht vorgreisen, weil dadurch der kindliche BUN SSTNE Ar Peeutter NeslI W Kinde bei den Arbeiten helfen will, sollen sich des halb auf dieses Ziel richten. Sie soll gegebenenfalls mit ihm zurückliegende Aufgaben repetieren und Stichproben machen, ob früher Gelerntes auch wirklich noch festsitzt, und gegebenenfalls hier helfend eingreife: und Lücken ausmerzen. Aber sie soll nicht in den kleinen Kopf, der schwer aufgreift. Neues hineinpropfen, ehe es in der Schule verlangt wird. Hier besteht vor allem die große Gefahr, daß die Mutter das Neue ihrem Kinde anders klarmacht, als es später in der Schule durchgenommen wird. Es können hier Verschiedenheiten entstehen, die den jungen Kopf völlig verwirren und das Lernen umso mehr erschweren. Größte Vorsicht ist deshalb geboten. Jede Mutter sollte sich darüber klar sein, daß gerade hier oftmals ihre gute Absicht dem Kinde mehr schadet als nützt. Anders allerdings liegt die Sache beim begabten Kinde bezw. beim heranwachsenden Schüler. In den Anfangsgründen sollte man auch mit klugen und leicht auffassenden Kindern nicht vorausarbeiten. In späteren Schuljahren indessen liegt in diesem Verfahren auch mancher Vorteil. Der Schüler, der das vergangene Pensum und das, was am gleichen Tage gelehrt wurde, leicht und vollkommen beherrscht, soll ruhig versuchen, sich bereits mit dem nächsten kommenden Pensum zu befassen und sich in die neue Materie einzuarbeiten. Er wird umso leichter, wenn dies Neue in der Schule an die Reihe kommt, es in sich aufnehmen und verarbeiten können. Hier sollen auch die Eltern stets zuredend und in diesem Sinne beeinflussend wirken. In den meisten Fällen freilich wird man sich hier zurückhaltend verhalten können. Denn der strebsame und begabte Schüler eilt fast immer schon aus Interesse an der Sache dem täglichen Pensum voraus. Vielleicht wirkt auch der Ehrgeiz mit, eben um eine Nasenlänge den anderen voraus zu sein. Gefahrvoll ist es allerdings, wenn sich Eltern lediglich von dem Ehrgeiz leiten lassen, ihr Kind solle weiter sein als seine Klassenkameraden. Wir dürfen nicht vergessen, daß jedes Wissen Wurzel schlagen uns und verarbeitet sein will. Ein Antreiben des Schülers lediglich um des Ruhmes willen, schon das zu wissen, was andere erst in einem halben Jahr lernen— auch das kann sich verhängnisvoll auswirken. Lydia Borngar. Dieser Mantel aus verlgrauem Wollstoff hat ein sehr breites einseiniges Revers, das sich als schmaler Schal fortsetzt. Revers und Schal sind mit gestreiftem Stoff gefüttert. Ullstein=Schnitt M 1970.— Mantel aus marineblauem Bouelé. Als Kragen ein Schal mit sehr breiten Enden. die vorn gekreuzt und aufgeknöpft werden. Schulternverbreiternde Epaulettenteile. Ullstein=Schnitt M 1989.— Sandfarbener Wollkrepp, mantel mit einem vorn geschlungenen Schal aus schwarzem, gewachstem Satin. Sehr neu ist der Schnitt der großen aufgesetzten Tascher. Der Mantel schließt auf schwarzen Hornknebeln. Ullstein=Schnutt M 1971. Beganter Nachmrttagsmantel aus schwerem Seidenkrepp. Tief angesetzte sehr weite Armel und eine weich gelegte, vorn durch einen Ring gezogene Krawatte. Ullstein=Schnitt M 1967. An diesem Mantel aus feingeripptem hellen Wollstoff ist der Schal vorn zur Schleife gebunden und farbig abgefüttert. Eine geflochtene Stoffrolle ist zur Verbreiterungder Schultern um das Armloch gelegt. UllsteinSchnitt M 1960. Zugenblicher karterter Mantel mit kleinem schmalem, seitlich wie eine Kro watte geschlungenem Schal. Auch diese kleine Krawatte ist abstechend gefüttert. Knöpfe und Gürtel in dem selben abstechenden Farbton. Ullstein Schnitt M 1969. S SE LM. SCHR i Paters. Die vee— Hggng ullsteln- Ung, aLjahr sind bei u ur das für dat erhältlich. Besinnliches zum Ehrentag unserer Kinder. Wie läuten die Glocken mit tiefem, vollem Klang über der Stadt Heute gilt ihr Ruf in erster Linie den jungen Menschenkindern, die den wichtigsten und erhebendsten Tag ihres jungen Lebens seiern— den Konfirmanden. Wenn man ältere Menschen fragt: „Welches war der größte Tag Ihres Lebens. so kann man die verschiedensten Antworten darauf erhalten Von Glück und Ruhm sprechen die einen. Erfolge im Beruf. bestandene Examen von schwerwiegender Bedeutung. die Erlangung eines verantwortungsvollen Posten werden da genannt. Anderen wurde die Liebe zum größten Erlebnis, manche glückliche Mutter wird als den größten Tag ihres Lebens denjenigen bezeichnen. als ihr das erste Kind in den Arm gelegt wurde. Aber es gibt auch Menschen— und es sind ihrer nicht wenige— die als den größten Tag den der Einsegnung in der Erinnerung behalten haben.“ Ist doch dieser Tag die erste große Wende im Leben des jungen Menschen, der wichtige Schritt aus der Kindheit in den Kreis der Erwachsenen wird heute getan. Vielfältig sind die Empfindungen. die Eltern wie Kinder am Tage der Einsegnung beherrschen. Der Tag an dem der Sohn oder die Tochter ausgenommen wird in die Christengemeinschaft ist auch für die Eltern nicht ohne Bedeutung. Bis zum heutigen Tage haben sie allein die Verantwortung getragen für ihr Kind. Sorgen blieben nicht aus. und alle Hoffnungen kreisten jahrelang um den Gedanken: Wenn das Kind erst groß ist... Auch der junge Mensch fühlt, daß an diesem Tage die Verantwortung. die bisher die Eltern für ihn trugen. zum großen Teil auf seine jungen Schultern übergeht. Die Kinderschuhe sind abgestreift, der junge Mensch ist erwachsen. Und damit heißt es, für sich selbst einstehen. die Verantwortung tragen für gute und böse Taten, die Verantwortung tragen für die Art. wie das Leben gelebt wird. Die vielen traurigen Fälle, in denen Jugendliche strauchelten und auf die Bahn des Verbrechens kamen. diese Fälle, die sich gerade in den letzten Jahren mehrten sind der Beweis dafür, daß die Verantwortung für das eigene Leben von vielen unserer Jugendlichen nicht ernst genug genommen wurde Möglich, daß unserer krisenschweren Zeit ein Teil der Schuld dafür gegeben werden muß, den anderen Teil aber tragen diese jungen Menschen selbst und neben ihnen die Eltern und Erzieher, die diese Jugend nicht zu führen verstanden. Darum heißt es heute, sich dopvelt bewußt werden. daß mit dem Tage der Einsegnung der junge Mensch nicht nur Rechte gewinnt. sondern vor allem Pflichten übernimmt.„Wenn ich erst groß bin...“. denkt das Kind.„dann brauche ich nicht mehr dem Lehrer zu gehorchen, dann kann ich machen, was ich will!“ Freilich, sehr oft hört mit dem Tage der Einsegnung auch der Schulzwang auf. der junge Mensch ist fürs erste einmal frei und auch die Eltern werden dem nunmehr Erwachsenen nicht mehr so fühlbar straffe Zügel anlegen. Aber das Problem lautet doch anders, als die Jugend zuerst annimmt. Der junge Mensch wird frei doch nicht„frei wovon?“ sondern„frei wozu?“ ist die Frage. Wenn das Kind Fehler beging, wenn es etwas tat. was nicht recht war, so wurde es gestraft. Wenn der erwachsene Mensch von der Bahn des Rechts abweicht, so bleibt die Strafe ebenfalls nicht aus. Dabei ist durchaus nicht nur die buchstäbliche Straffälligkeit gemeint, die den Konflikt mit den Gesetzen derbeiführt. Alles, was wir im Leben sündigen. rächt sich. es rächt sich in der, bitterernsten Weise an uns selbst. Dem Kinde wurde von den Eltern oder Lehrern„erlaubt", dies oder das zu tun. der ermachsene Mensch hat nur sich selbst über sein Tun und Lassen Rechenschaft zu geben. Wohl ihm, wenn das Gewissen ihm steis ** den rechten Weg zeigt oder vielmehr, wenn er immer im Leben auf die Stimme seines Gewissens hört. „Bis hierher hat mir Gott geholfen!“" Diese Worte werden beute den Eltern sowohl wie auch den jungen Männern und jungen Mädchen durch den Sinn gehen. die konfirmiert worden sind. Es ist ein Lebensabschnitt. an dem wir mit Dank und Genugtuung zurückblicken auf die vergangenen Jugendjahre. Gewiß. Es ist gerade in heutigen Zeiten nicht immer leicht gewesen für die Eltern. ihr Kind durchzubringen. Sorgen wirtschaftlcher Art haben über vielen Familien gelastet. Und auch der Junge oder das Mädel mußten sich vielleicht in den Schuljahren reichlich quälen. ehe das Zie! erreicht wurde, ehe man heute als fertiger junger Mensch an der Schwelle des Lebens stand. Heute ist nicht nur das Ziel erreicht, der erste große Lebensabschnitt zurückgelegt, sondern der Weg ist frei ins Leben hinaus. • P P r n u t Eindrücke von der Berliner Ausstellung„Die Frau“. Die Eingliederung der Frau und ihrer Arbeit in den Arbeitsrhyehmus des deutschen Volkes, die in den Kriegsjahren einsetzte, ist heute vollkommen abgeschlossen. Die Frau ist als wichtiger Faktor in den wirtschaftlichen Organismus des Staates hineingestellt. Ein Gang durch die Berliner Ausstellung„Die Frau“ gibt interessante Einblicke in das werktätige Schaffen der Frau auf den verschiedensten Gebieten und zeigt die Frau aller Volkskreise in Arbeit und Beruf. Die Frauenarbeit auf dem Lande steht uns nicht nur in nüchternen Zahlen, die eine lebendige Sprache reden, sondern auch in Werken neu aufblübender Volkskunst vor Augen. Harte Arbeit hat die Landfrau Tag für Tag zu leisten, und die Summe dieser täglichen Arbeit wächst in langen arbeitsreichen Jahren zu fast unwahrscheinlichen Zahlen an. So zeigt eine Tafel, was eine Bäuerin in Thüringen in 31 arbeitsreichen Jahren ihres Lebens vollbrachte. Sie hat u a. 23400 Brote gebacken, 1800 Schweine gemästet, die 131000 mal gefuttert wurden,•880 Hühner aufgezogen. 9600 Stunden aus dem Markt gesessen und 224 Socken gestrickt. Gewiß zwingt eine solche Zusammenstellung zu staunender Bewunderung. Dennoch mutet es fast ein wenig prahlerisch an, die Arbeit von 30 Lebensjahren zahlenmäßig zusammenzufassen. Denn würden sich nicht in fast jedem anderen Frauenberuf, auch in jedem Männerberuf ähnliche achtanggebietende Zahlen ergeben? * Daß die Volkskunst unserer Vorfahren noch nicht eingeschlafen ist, im Gegenteil zu neuer Blüte erwacht, das zeigt nicht nur das Bestreben, Volkskunst aller Art besonders Handwebereien, in das moderne Heim einzugliedern, das beweist besonders eine gelungene kleine Ausstellung der verschiedenartigen Webereien. Stickereien und anderer weiblicher Handfertigkeiten. Lange Winterabende geben der Landfrau Zeit und Muße, die alte Technik der Landweberei zu pflegen. und die Buntheit der ausgestellten Wandteppiche. Decken und Kissen legt Zeugnis ab von der hohen Kultur, die auf diesem Gebiete erreicht wurde. Kinderkleidchen mit bunter Stickerei, farbenfrohe Gürtel, Passen und Besätze sind bereit, um das eigenkliche„deutsche Kleid" zu schmücken, das sich in weiten Volkskreisen immer mehr durchsetzt. Kleid und Persönlichkeit in Einklang zu bringen — dahin gebi auch das Bestreben vielgr Frauenverbände, in erster Linie des Verbandes„Deutsche Frauenkultur“. Man versucht, für die Frau unserer Tage einen besonderen Stil der Kleidung zu schaffen, der, von der großen, rasch wechselnden Mode unabhängig. die Persönlichtent beront und sich der Eigenart jeder Frau anzupassen sucht. Eine Bilderreihe „Das Frauengesicht unserer Zeit" spiegelt den Typ des modernen jungen Mädchens wieder, zeigt jene junge Frauenköpfe, denen wir täglich begegnen: ernst, ruhig, zukunftsgewiß. Die Frau in der bildenden Kunst ist an vielen Stellen zu Wort gekommen. Schon beim Betreten der Ausstellungsräume überrascht im Vorsaal die außerordentlich eindrucksvolle, überlebendgroße Plastik der Bildhauerin Emma Cotta„Die schreitende Mutter". Der feierliche Eindruck der schlichten, mütterlichen Frauengestalt, die ein Kind im Arm trägt, während sich ein zweites gegen ihr Knie schmiegt, zieht den Besucher sofort in seinen Bann. „Mutter und Kind“ ist auch großenteils das Thema der vom„Verein Berliner Künstlerinnen“ ausgestellten Gemälde. Die Frau und Mutter unserer Zeit zieht uns aus all diesen Bildern an, und es muß gewiß der Schwere dieser Zeit selbst zur Last gelegt werden, wenn aus den Frauenbildnissen mehr Kampf und Sorge als glückliches, ausgeglichenes Muttertum herausschaut * Von der Ueberlastung der Hausfrau, ganz besonders derjenigen, die eine zahlreiche Familie zu betreuen hat, erzählt ein besonderer Raum. Ein größeres Bild läßt uns einen Blick in den Arbeitstag einer solchen überlasteten Hausfrau tun. Da liegt in einem Raum ein Kleines in seinem Körbchen, ein oder zwei andere Kinder spielen umher, während ein etwas größeres Mädchen Wäsche waschen muß. Und im Nebenraum, einem kleinen Laden, steht die Mutter und bedient eine Kundin, muß das Geschäft versehen, während tausend Hausfrauenpflichten auf sie warten. Wie kompliziert ein solches zersplittertes Hausfrauenleben erst wird, wenn ein Waschtag, Fensterputzen, große Näberei usw. hinzukommen, kann man aus Bildern, Zeichnungen, Statistiken erfassen. * Frauenwirken, Frauenschaffen auf allen Gebieten des Lebens— das will diese große Ausstellung zeigen. Kaufmännische und technische Berufe, Pädagogit und soziale Berufe, sie alle sind vertreten. Die Journaltstin dat ebenso ihren besonderen Raum, der ihr Schaffe: zeigt, wie die Gymnastiklebrerin, die die verschiedenen Arten der Körverschulung vorführt. Ein Hymnus an die Arbeit und ein Zeugnis vom Erfolge geleisteter Arbeit! Josefine Schulv. Hoffnungen und Wünsche gehen von dem Tage der Einsegnung aus. Unsere Jugend tritt zu einem Zeitpunkt ins Leben der von den hochgehenden Wogen der Erregung erfüllt ist. die große Umwälzungen mit sich zu bringen pflegen. Die Anforderungen, die heute an die Willensstärke und Geduld der Jugend gestellt werden müssen, sind groß, und dennoch müssen sie erfüllt werden, wenn wir die Jugend vorbereiten wollen auf ihre späteren Pflichten als Staatsbürger und wenn die Wege geebnet werden sollen. die einem gesunden Staatsleben entgegenführen. Es ist gewiß nicht leicht. heute Geduld üben und warten zu müssen. bis Lebensaufgaben. Aufgaben des Berufs an die Jugend herantraten.-Denn gerade der junge Mensch will vorwärtsstürmen und die Zukunft im Sturm erobern. Heute aber können wir nur in geduldiger Arbeit Stein auf Stein bauen. Es gehört dazu mehr Willenskraft und eiserne Ausdauer. als wenn das Leben seine Schätze für den Strebenden gleich bereit hält. Tag der Einsegnung— Tag der Besinnung! Es ist unangebracht, den Ehrentag unserer Jugend mit rauschenden Festen zu feiern, das wäre ein Mißklang. der nicht zu diesem Tage paßt. Es soll dem jungen Konfirmanden Zeit und Muße bleiben, um sich der Bedeutung der Einsegnung bewußt zu werden. Das heißt natürlich nicht, daß der ganze Tag in unerschütterlichem Ernst geseiert werden müsse. Der Tag der Einsegnung ist ein Freudentag. der Eltern wie Kinder mit Stolz erfüllen soll über den vollendeten Lebensabschnitt. Wenn beides— Freude und Ernst in rechter Mischung zu Worte kommen, so wird der Einsegnungstag noch lange Jahre in der Erinnerung als ein großer Tag bestehen bleiben. Ein weiblicher Goldschmied als Preisiräger. Die Deutsche Gesellschaft für Goldschmiedekunst hatte zur Erlangung einer wertvollen Goldschmiedearbeit als Ehrengabe die Herstellung eines selbstgefertigten handgearbeiteten goldenen Ehrenringes. ausgeschrieben. Unter den achtunddreißig eingesandten Ringen erhielt den ersten Preis und die damit verbundene Studienreise nach Wien. Fräulein Elisabeth Treskow. Essen. — Fünf weitere Ringe von männlichen Wettbewerbern wurden von der Gesellschaft ausgezeichnet und erworben. Kleine Nachrichten. Eine deutsche Frauenklinik in Athen. In deutsch=griechischer Zusammenarbeit ist in Atben die nach den Plänen von Pros. Dr. Luros geschaffene deutsche Frauenklinn eröffnet. Die Möbel und Glasvitrinen sind griechischer Herkunft, die medi zinische und sanitäre Apparatur stammt aus Deutsch= land. Die Inneneinrichtung hat ein in Atben ansässiger deutscher Architekt geleitet. Die Frau in der Diplomatie. Die Tochter des spanischen Dichters Salaverria. Senorita Margarita ist in das Auswärtige diplomatische Korps Spaniens übernommen worden. Cie M Heinrich Grewer, Kreuzstr. 11, Buer, Marienstr. 12 - Mikrofilmarchiv der deutschsprachigen Presse.V. Bügemeine Zeitung Dienstag, den 91. März 1913 Kreuie ProhhaVru. den Di. Plarz, Sind unsere Gesiane von 10 bis 19 Chl Tssseh Ruhrland Imporf dung mit Instrumentalbegleitung„Da Jesus in den Garten ging“(ein geistliches Volkslied aus Schlesien) litt unter anfänglicher Befangenheit aller Beteiligten, besonders die zweite Violine war ziemlich unsicher, spielte sich dann aber in den folgenden Triosätzen besser ein. Besonders gut gelangen den Instrumenten (Orgel, zwei Violinen, Cello) aus den Händelschen Sonaten die Allegros, sowohl in der=Moll=Sonate der vierte Satz, wie in der=Dur=Sonate das frisch und lebendig gespielte Allegro. Der Chor bemühte sich recht erfolgreich um verschiedene Choräle von J. S. Bach: am besten kamen die Lieder von Haßler: „Ich grüße dich am Kreuzesstamm", Palestrina:„Finsternis ward über das Land“, und Calvisius:„Christ ist erstanden“ zum Vortrag. Von Practorius wurden „Siehe, das ist Gottes Lamm“ und„Wir wollen alle fröhlich sein“ gesungen, idas letzte tonlich am besten. Im allgemeinen bemühen sich die Chormitglieder recht eifrig, zuweilen dürfte allerdings der Stabfübrung des Leiters nachgiebiger gefolgt werden, ferner im Sopran ein störendes Flachsingen und im Tenor ein ebensolches Forcieren beim Forte vermieden werden. Die Einzelstimmen der Frauen(m Chören von J. S. Bach„Sei gegrüßt Jesu",„O du Liebe, meiner Liebe",„So wünsch ich mir zuguterletzt“ und „Jesus unser Trost im Leben") klangen durchweg rein, aber etwas dünn, da in der Hauptsache mit Kopistimme gesungen wurde. Jedenfalls wurde mit erfreulichem Eifer und größter Hingabe an das gute Werk musiziert, man merkte ein bespilliges Vorwärtsstreben, dem sicher im Laufe der Zeit bessere Erfolge beschieden sein dürften. Den Beschluß des Abends machte der gemeinsame Gesana„Ich bin dein!“, für den guten Zweck war auch die Kollekte an den Ausgängen bestimmt, so daß mit Hilfe des Konzertes für die bedürftigen Konfirmanden hoffentlich ein erfreuliches Endresultat zu verzeichnen war. Hori HogtMrecratewolkkuhp! Evangelische Elternvereinigung Ueckendorf. Heute Versammlung. Der Vorstand ladet alle evangelischen Eltern Ueckendorfs dazu ein. Die Kirchenrechnung 1931 liegt für die Repräsentanten zur Einsichtnahme aus bis Freitag dieser Woche im Vereinshaus. Florastraße 111, früh von 11 bis 12.30 und von 16 bis 18 Uhr. Aus den evangelischen Vereinen. Bund deutscher Frauen. Donnerstag. 15.30 Uhr. Versammlung bei Winkler. Kirchstraße 41. Die Geburtstags= sowie„Familienfeier„wird, besprochen. Kaffee wird gereicht. Tassen sind mitzubringen. Gemeindeposaunenchor Altstadt. Wegen des Nationalfeiertages Ausfall der Probe. Die Probe ist nun am Mittwoch. 20 Uhr, im Vereinshaus. Gelsenkirchener-Schühenbund. Jungschützenabteilung Kompanie Verlage. Die für Mittwoch festgesetzte Zusammenkunft bei Thermers fällt aus und findet am nächsten Mittwoch statt. Stadtteil Zuer Es bleibt dabei...! Versehlungen eines Stadtinspektors. Vor der Berufungsinstanz in Essen stand der 37 Jahre alte Stadtinspektor Heinrich Reckeweg. Die Sache hat schon einmal den Strafrichter beschäftigt. Das Schöffengericht in Buer verurteilte den unehrlichen Beamten wegen fortgesetzter Unterschlagung zu acht Monaten Gefängnis. Obwohl das Urteil recht milde ausgefallen war. wollte der Angeklagte die Strafe nicht annehmen und so kam es denn jetzt zu einer Nachprüfung des Urteils durch die Große Strafkammer in Essen. Das Schöffengericht war auch der Auffassung. daß eine Bewährungsfrist selbst für einen Teil der erkannten Strafe mit Rücksicht auf die an den Tag gelegte unehrenhafte und verwerfliche Gesinnung nicht in Frage kommen könne. Es bleibt also bei dem Buerschen Urteil. das durch die Entscheidung der Essener Strafkammer Rechtskraft erlangt hat. Der Denkmalsfonds. Mit anerkennenswertem Eifer bemühen sich die verschiedenen Vereinigungen und Organisationen im Ortsteil Buer, den Fonds für das Kriegerehrenmal zu stärken. So sammelten in der vergangenen Woche der Kreiskriegerverein Buer unter seinen Mitgliedern 10.31 RM., der Kriegerverein Sutum 15 RM. und der Kriegerverein Erle 62.81 RM. Unter BerückHans Friedrich bester Einzelturner. * Im Gesellenhaus in Horst trafen sich Sonntagabend die Turnvereine Gladbeck. Westfalia Buer. WTSV. Hugo. Beckhausen und Horst, um im Kunstturn=Wettkampf die Besten zu ermitteln. Der Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt. als der 1. Vorsitzende des veranstaltenden Vereins. Rechtsanwalt Urselmann. die Gäste begrüßte und betonte, daß nicht Refordiagerei Sinn des Turnens sei, daß vielmehr die Pfiege der Leibesübungen dazu beitragen solle, um aus der deutschen Jugend Menschen zu machen. die im Kampf gegen die Unbill des Lebens auf festen Füßen stehen. Der Zweck der Veranstaltung aber sei der. möglichst vielen Außenstehenden ein Bild von der Schönheit des Geräteturnens zu geben. Die Turner begannen mit den Uebungen am Pferd die bei allen Teilnehmern mit gehörigem Lamvensieber ausgeführt wurden. In dieser Uebung holte Hans Friedrich vom Turnverein Horst. dessen Uebung mit 17 Punkten bewertet wurde, schon einen schönen Vorsprung für seine Mannschaft. Das. Endergebnis nach der Pferdübung sah Horst mit 56 Punkten in Führung vor dem Turnerbund Beckhausen mit 48 Punkten. An dritter Stelle folgte der Turnverein Gladbeck mit 43.5 Punkten. WTSV. Hugo und Westfalia Buer lagen mit 41 Punkten gleich. Als zweite Uebung folgte das Barrenturnen, das das laufende Ergebnis etwas änderte. Hier sei besonders die Uebung des Gladbecker Turners Hans Schlick zu erwähnen, der auch mit 15.5 Punkten die beste Leistung erzielte. Allerdings wurde er von Hans Friedrich(Horst), der sich schon langsam als Favorit herausschälte, übertrumpft. Der Horster bekam für seine glänzende Leistung 18.5 Punkte. Horst lag am Schluß mit 58 Punkten in Führung. ihm folgte jetzt Gladbeck mit 55.5; Beckhausen mit 55: Hugo mit 46 und Buer mit 43 Punkten. Beiden Freiübungen bekamen die Zuschauer fast akrobatische Höchstleistungen zu sehen. Die schwierigsten Uebungen wurden mit Leichtigkeit und Eleganz ausgeführt. als ob die Turner nie etwas anderes getan hätten! In dieser Uebung erreichte Beckhausen einen schönen Erfolg. Heinrich Zysk bekam für seine Uebung 17 Punkte. die nur von einem Gladbecker Turner mit X Punkt und von Friedrich(Horst) mit einem Punkt überholt wurde. Der WTSV. Hugo holte in dieser Uebung mächtig auf. Seine Mannschaft— Kaminski(Ersatz), Powierski. Eilert. Matyorski— stellte sich mit 55.5 Punkten mit Gladbeck an die dritte Stelle. Hugos bester Turner Viktor Sczyrba trat nicht an. und Hugo stellte einen noch sehr jungen. kampfunerfahrenen Ersatzmann auf. Vielleicht ware sonst das Ergebnis für Hugo anders aus. gefallen!.„„„„ 175 Die Horster lagen vor den Recübungen weit in Führung. und nur eine Ueberraschung in der letzten Uebung hätte ihnen den Erfolg nehmen können. Die Reckübungen enttäuschten zuerst einigermaßen, vielleicht lag es aber auch daran, daß die Teilnehmer schon etwas ermüdet waren. Die meisten Uebungen wurden mit wenig Freudigkeit und Lust ausgeführt. Der älteste Teilnehmer Johann Balke(Beckhausen) holte sich für seine Uebung 16 Punkte, die nicht überboten wurde— bis Hans Friedrich ans Reck sprang und für seine Uebung die höchste Punktzahl gewertet bekam. Mit 20 Punkten holte er für seine Mannschaft den Sieg. zumal auch die anderen Horster Turner mit 15. 14,5 und 8 Punkten ein gutes Ergebnis erzielten. Die Reckübung schaffte folgendes Ergebnis„Horst 57.5; Tbd. Beckhausen 56: Tv. Gladbeck 45: WrsV. Hugo 44: Westsalia Buer 36 Punkte. Es kann nicht überraschen, daß. als oas Endergebnis bekannt gemacht wurde. Horst mit 14 Punkten Vorsorung Sieger war. Am Ende des Wettkampfes stand das Ergebnis: Horst 232.5: Thd. Beckhausen 218.5: Tv. Gladbeck 204; WTSV. Hugo 186.5; To. Westfalia Buer 169 Punkte.„„„ Hans Friedrich vom Tv. Horst war mit 73.5 Punkten erster Einzelsieger. 6.., 8 Nach Schluß des Kampfes naym orr 1. Kreisvertreter Bernhard Urselmann die Siegerverkündung vor. Er begrüßte noch nachträglich den Vertreter der Horster Schutzpolizei. Hauptmann Jarke. die Kreisvertreter Kluft und Viadulla und den Vertreter des Münsterländer Turngaues Muckenheim (Gladbeck). Sein Dank galt den Wettkämpfern dem Leiter der Veranstaltung. Oberturnwart Aloys Büsch (Horst) und den beiden Kampfrichtern Emil Reichert(Oberhausen) und Wilhelm Reichert(Datteln). Mit einem„Gut=Heil“ auf das deutsche Vaterland schloß er die Veranstaltung. nachdem die Siegermannschaft ihren Eichenkranz bekommen hatte und das Deutschlandlied gemeinsam gesungen war.(ch) ausschuß für das Ehrenmal dankt allen Gebern auch diesmal aufs herzlichste und gibt der Hoffnung Ausdruck, daß die Bürgerschaft auch weiterhin in unermüdlichem Bestreben hilft, die notwendigen Mittel für die Errichtung des Kriegergedächtniszeichens im Stadtteil Buer aufzubringen. Ein schändliches Gewerbe ist das der Vogelsteller, doppelt schändlich in unserem Industriegebiet, wo infolge der fortgeschrittenen Industrialisierung viele unserer früher hier einheimischen Sänger vertrieben wurden. An der Gallwitzstraße im Stadtteil Resse entdeckte die Kriminalpolizei dieser Tage 70 Leimruten und zwei Vogelkörbe mit je einem Lockvogel zum Einfangen von Buchfinken. Die Lockvögel wurden in Freiheit gesetzt. Der Vogelsteller wird der verdienten Strafe nicht entgehen. Festnahme kommunistischer Hochverräter. Zwei Mitglieder der KPD. wurden von der politischen Polizei festgenommen und ins Polizeigefängnis transvortiert. Bei den Verhafteten wurde hochverräterisches Schriftenmaterial gefunden und beschlagnahmt. Bei einem der Festgenommenen handelt es sich um einen kommunistischen Funktionär, der in der Jugend= und Werbebewegung der KPD. eine besondere Rolle spielte. Die Hochverräter werden sich demnächst vor dem Reichsgericht zu verantworten haben. Ein Unhold. Eine Anwohnerin der Turmstraße wurde am Sonntag gegen 21 Uhr von einem Unbold in schamloser Weise belästigt. Die sofort herbeigeholte Polizeistreife konnte leider den Täter, der sich bereits entfernt hatte, nicht stellen. Unsinniges Handeln. Am Sonntag wurde in der Beckeradstraße vor dem Hause Nr. 81 eine Straßenlaterne mutwillig zertrümmert. Sachdienliche Wahrnehmungen nimmt jede Polizeidienstelle entgegen. Bürgerverein Resse. Am Dienstag, den 28. März, findet um 20 Uhr eine Versammlung des Bürgervereins bei Wieland=Nüchster, Arminiusstraße, statt. Der wichtigste Punkt der Tagesordnung behandelt die Verlegung der Post. Bürgersteigverbreiterung. Bekanntlich wurden vor einiger Zeit die Bürgersteige am Buerschen Forum mit Ketten versehen. Durch diese Maßnahme war der Bürgersteig vor dem Rathaus so eng geworden, daß er gerade noch zwei nebeneinander hergehenden PerKetten, auf der anderen Seite die niedrige Tarusbecke den Weg. Diesem Uebelstand wird jetzt oaourch Abhilfe geschaffen, daß die Taxuspecke ein gutes Stück zurückgesetzt wurde, wodurch der Bürgersteig eine nicht unwesentliche Verbreiterung erfährt. Das städtische Leihamt im Ortsteil Buer, Brinkgartenstraße 13. versteigert übermorgen von.30 Uhr ab die in der Zeit vom 1. bis 31. August 1932 beliehenen, bis zum 22. März nicht eingelösten oder erneuerten Pfänder. Näheres darüber siehe in der Bekanntmachung des Oberbürgermeisters in unserer Ausgabe vom 13. März. Die nächste Kontrolle der anerkannten Wohlfahrtserwerbslosen im Ortsteil Buer für den Monat März findet wie folgt durch das Arbeitsamt im Goldberghaus statt: für männliche Wohljahrtserwerbslose Montag, den 27. März. von 8 bis.30 Uhr Buchstabe—). von 930 bis 11 Uhr Buchstabe—K. von 11 bis 12.30. Uhr Buchstabe—R. von 12.30 bis 14 Uhr Buchstabe. —3. für weibliche Wohlfahrtserwerbslose Montag. den 27. März. von 8 bis.15 Uhr Buchstabe—G. von.15 bis.30 Uhr Buchstabe—K. von.30 bis .45 Uhr Buchstabe—R. von.45 bis 9 Uhr Buchstabe—3. Sämtliche Wohlfahrtserwerbslose im Ortsteile Buer werden hiermit nochmals aufgefordert, zu der festgesetzten Zeit zu erscheinen, da sonst die Zahlung weiterer Unterstutzung abgelehnt werden muß. der Schützenverein auch im verflossenen Jahre auf allen Arbeitsgebieten eine rege Tätigkeit entfaltet hat. Besonders hervorgehoben wurden im Jahresbericht die vorzüglichen Entwicklungen, die die Kompanien auf dem Geviete des Schießsports genommen haben. Der nachfolgend erstattete Kassenbericht fand die Zustimmung der Versammlung. Nachdem Vorstand und Offiziersversammlung und auch bereitt einzelne Kompanien sich in früheren Sitzungen zustimmend zur Veranstaltung eines Schützenfestes mit Königsschießen in diesem Jahre geäußert haben, konnten die Vorstandsvorschläge auch der Generalversammilung unterbreitet werden. Die sich an die Vorschläge anschließende Debatte ergab einmütige Zustimmung. Ein Antrag. bei Sterbefällen innerhalb des Regiments eine Umlage von 10 Pfennigen pro Kopf zu erheben, fand die Zustimmung der Regimentsversammlung. Eine Sammlung für das Buersche Ehrenmal ergab den Betrag von 16.20 RM. Das Regiment nimmt an dem nationalen Fackelzug heute abend geschlossen teil.(kg) OM Einen guten Fang machte am letzten Samstag die hiesige Kriminalpolizei. Es gelang ihr, zwei Personen festzunehmen, die in der letzten Zeit die Hühnerställe in der Umgegend ständig revidierten und die erbeuteten Tiere auf den umliegenden Märkten verkauften. Es handelt sich um den Bergmann Mosdzien aus dem Hause Franzstraße 16 und um einen Bergmann aus: dem Hause Poststraße 23. Beide Personen wurden dem zuständigen Amtsgericht in Buer zugeführt. Weiter wurden zwei junge Leute aus Horst und ein Freund dieser Jungen aus Buer von der Polizei In Borken festgenommen, weil sie auf dem. Bahnhof, MarbeckHeiden auf einen fahrenden Güterzug sprangen und. von hier aus eine Schwarzfahrt nach Holland machen.: wollten. Sie waren in Marbeck von einem Bahnbeamten beobachtet worden, der seinerseits die Bahnhofspolizei in Borken fernmündlich verständigte. In Borken ergriffen alle drei die Flucht, sie wurden jedoch beim Ueberklettern der Bahnhofssperre von einem. Polizeibeamten gestellt und vorläufig festgenommen. Handwagen gestohlen. In der Nacht zum Sonntag wurde einem Anwohner der Emscherstraße von seinem Hofraum ein Handwagen, an dem sich nur ein Rad befand, gestohlen. Elternabend der Diesterwegschule. Morgen findet im Kröschelschen: Saal ein Elternabend, verbunden mit der Schulentlassungsfeier, der Diesterwegschule statt. Zur Unterhaltung werden Gedichtvorträge, RReigen und Theateraufführungen dienen. Pohlmann wird eine Ansprache halten. Zur Deckung der Unkosten werden 15 Pfg. Eintritt erhoben. Die gesamte Elternschaft der Diesterwegschule ist herzlichst eingeladen. Die Frauengruppe des Ost= und westvr.=evang. Arbeitervereins Horst hielt am Donnerstag im Vereinslokal ihre Monatsversammlung ab. Am 4. April besucht die Gruppe die Gasküche. Mitglieder, die daran teilnehmen, müssen 25 Pfa. bis zum 30. März bei der 1. Kassiererin Frau Wallschläger, oder der 1. Vorsitzenden Frau Otto. Grabenstraße 4. einzahlen. sonen Platz bot. Auf der einen Seite versperrten die Jahresbericht bewies, daß Aoo der schwietigen Zeit Generalappell der Buerschen Schützen. Jahreshauptversammlung und Vorstandsneuwahl. Der Bürgerschützenverein Buer 1826 hielt am Sonntag bei Echterbruch seine Hauptversammlung ab. Die Tagesordnung wurde eröffnet mit der Vorstandswahl, die folgendes Ergebnis hatte: 1. Vorsitzender Rechtsanwalt Schauenberg, 2. Vorsitzender Chefarzt Dr. Koch, 1. Kassierer Bankdirektor Rings, 2. Kassierer Zahlmeister Pierenkemper, 1. Schriftführer Major Neuhaus, Kassenprüfer Scherkamp und Aich. Oberst Neukirchen, der seit der Wiederbelebung der Buerschen Schützensache die Geschicke des Vereins geleitet hat, ist auf eigenen Wunsch aus seinem Amt geschieden, um einer jüngeren Kraft Platz zu machen. Der alsdann erstattete trotz der schwierigen Zeit Hauptschriftleiter: Otto Zobel. Verantwortlich für Politik und Handel: L. H. Hamp; für Kommunalpolitik und Feuilleton: Dr. Wilh. Brepohl; für Musik sowie„Verbreitungsgebiet“ Dr. Wilh. Niemöller; für den Anzeigenteil: Wilh. Ehlerding; sämtlich in Gelsenkirchen. Berliner Schriftleitung: Dr. Curt Metger, Berlin SW 61.— Druck und Verlag der„Gelsenkirchener Allgemeinen Zeitung“ Carl Bertenburg. Moderne Raumgestaltung durch Umändern und Aufarbelten Ihrer Polstermöbel und Dekorationen. Jos. Weber kreuzstr.-6 Verlangen Sie unverbindlichen Vertreter-Besuch! haupkkonzert des Männerchors 04 Kray. Der Männerchor 04 Kray gab am Sonntag in der Jugendhalle sein Hauptkonzert. Wohl selten hat ein Verein in den letzten Jahren einen solchen Aufschwung genommen wie der Männerchor 04, der in kurzer Zeit von 40 Sängern auf nahezu 70 aktiven Mitgliedern angewachsen ist. Fritz Hemmerling ist es zu danken. daß mit dem zahlenmäßigen Anwachsen auch die gesangliche Ausbildung Hand in Hand ging, so daß man heute behaupten kann: Der Männerchor 04 gehört mit zu den besten Klangkörvern Krays; dieses gilt besonders vom Tenor. demgegenüber allerdings der zweite Baß etwas schwach geblieben ist. Die Reibe der Liedvorträge begann mit dem innigen Die Hütte" und„Dämmerung“ zwei durch ihre Schlichtheit besonders schöne Kompositionen von Kaun. In ihnen hatte der Verein Gelegenheit, seine sehr gute Ausbildung im Pianissimo unter Beweis zu stellen, ohne dabei aber auch seine Fülle zu verlieren. wobei die seelische Einstellung auf den Text ebenfalls bemerkt zu werden verdient. Die Hauptvrobe seines Könnens legte der Verein mit dem. Vortrag des schwierigen Chorwerkes„Die Söldner“ von Werth ab.— Der zweite Teil der Vortragsfolge brachte die Lieder„Jugend" und„Holde Erinnerung von Kampf, und den allbekannten Chor„Die drei Zigeuner“ von Zedler. Den Schluß bildete das „Ruhrlandlied“, eine neue Komposition des Essener Komponisten K. Seitz. Das Lied bietet keine Schwierigkeiten oder besondere Feinheiten, singt sich jedoch frisch und lebenzig.gugen#####uttarel. Aus früheren Auffuorungen des Konzertvereins war die mitwirkende Sopranistin Berta Gake(Essen) hier keine Fremde mehr. Mit einer Arie ar: der Oper „Traviata von Verdi exoberte sie sich auch in diesem Konzert die Herzen der Zuhörer im Sturm. Im zweiten Teil widmete sie ihre Kunst der heitexen Muse mit dem Voxtrag der„Krie des, Slerzgherz, am größeres Streichorchester vor. Befindet es sich auch noch im Anfangsstadium, so berechtigen seine Leistungen doch zu guten Hoffnungen. Flägel war ibr Heine, Sthns..., inohgulen). Flügel war ihr Heinz Zum ersten Male stellte sich Feuerwehrkavelle(Leitung: E Eyri in diesem Konzert die mit Volkwein) als. Schenkircncnerrintchau „Ich und die Kaiserin.“ Lilian Harvey und Conrad Beidt im Apolls=Theater, Am gestrigen Montag hat im Apollo=Theater ein neues Programm begonnen. Der Hauptfilm ist ein Operetten=Tonwerk „Ich und die Kaiserin" wobei Lilian Harvey die Hauptrolle spielt. Es ist der letzte Film der bekannten und beliebten Schauspielerin, ehe sie uns nach Hollywood entführt wurde. Großartig und unbeschwert darf sie als Friseuse der Kaiserin und als romantische Lebensretterin ihr artistisch=parodistisches Talent austoben. Es ist ein heiteres Spiel, ein füßzer, gefälliger Film, in dem Auge und Ohr sich wirklich gut unterhalten. Es ist eine Fülle lebendiger, amüsanter und glänzend photographierter Bilder mit geschickter Musik und operettenhafter Tändelei und Beschwingtheit. Mit lustiger Laune und neckischer Gewandt. heit ist das alles in traumhafter Irrealität und gerade deshalb mitreißend und gefallsüchtig. Neben der unverzuckerten Natürlichkeit Lilian Harveys hat die Handlung noch Platz für zahlreiche andere Kanonen des Filmo; denn diese erfundenen französischen Hof= und Gesellschaftsgeschichten sind nicht auf eine große tragende Rolle zugeschnitten. Da ist als Partner zunächst Conrad Beidt zu nennen, dessen eindringliches Spiel oft zum Mittelpunkt wird. Mady Christiane bringt uns als Kaiserin eine reizvolle Mischung von Flirt, Haltung und einen Schuß Hausfraulichkeit. Der Operettenhafteste in dieser Operette ist der Flügeladjutant, dem Hubert von Meyerinck ein kapriziöseo Leben gibt und damit immer wieder Beifallostürme entfesselt. Er ist der große Kulissenschieder zwischen Pflicht und Klatsch, ein Höfling, dem es auch— wie es in dem Schlager heißt— etwas himmelblau ume Herz herum ist. Heinz Rühmann trägt als jugendlicher Liedhaber mit Leichtigkeit die Kosten des Humoro, und schließlich in in Episoden auch Falkenstein nicht zu vergessen, dem in seiner professoralen Künstlerverkleidung eine Ovation für sich gebührt. Alles in allem ein entzückendes Tongemälde mit erstklassigen Darstellern, ein Film, der das Theater füllt und das Publikum mitreißt.— Ueber den sonstigen Rahmen fällt das Beipregramm an Abwechselung hinaus. Da läuft neben einem Lustspiel ein deutscher Landschaftsfilm von Toni Attenberger über verträumte Bilder an der Elbe. Zum Schluß Streifzug durch die Bauten Dresdens. In der ausgedehnten Toi woche sind aktuell und interessant die zahlreichen Aufnahmen über den verheerenden Reichstagebrand und über den Kölner Rosenmontagszug, der den Ulk und die selige Narretei auch denjenigen vor Augen demonstriert, die dieses Treiben nicht gesehen haben.— Jugendliche haben auch zu diesem Programm Zuteitt und zahlen überall die Hälfte. Amerika, das Land der Wunder und der Arbeit. Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, Amerika, zu durchreisen, wenigstens im Film: diese Gelegenheit bot sich am Sonntag in der Frühvorstellung der Schauburg. Mit der Hapag ging die Reise von Hamburg aus— Blankenese und die Elbufer können sich übrigens getrost neben manchen südlichen Küsten zeigen, so anmutig und reizvoll sind sie. Uebrs große Wasser gehts. Erste Grüße der Unbegrenztheit... die Freiheitsstatue, die Wolkenkratzersilhouetten, die riesigen Brücken. Riesenverkehr, musterhafte Ordnung trotz des Gewühls in Neuyork. Untergrundbahn hat täglich drei Millionen Menschen zu befördern... in Millionen rechnet man drüben so selbstverständlich wie bei uns mit dem kleinen Einmaleins. Nachdem man die vornehme Ruhe des an antike Vorbilder angesehnten Washington genossen hat, braust und sprudelt es vorüber— Millionen PS.=Stromschnellen, die jetzt dienstbar gemacht werden. Dann die riesigen Musele Shoals, wo mehrere Oppau=Werke Platz nebeneinander finden! Florida, Miami, natürlich auch die landschaftliche Schönheit voll tropischer Ueppigkeit in größem Ausmaß... Birginia ist stolz auf eine natürliche Felsendrücke... in New Orleane cominiert noch heute der französisch=romanische Gründereinfluß. Und dann geht es durch den Reichtum des Maisgürtels, ein unvorstellbarer Erntesegen dort wie im Baumwolland, Hunderte von Millionen drücken in Zahlen den Wert aus, den die Maschinen dem Menschen gewinnen. Im Naturschutzgebiet des Yosemite=Valley dann 100 Meter hohe Mammutdäume, Alter nach Schätzung etwa 4000 Jahre! Grand Canon, — Einsamkeit, Höhlenbewohner mit grotesken Tänzen, Sandwüsten, gigantische Felsgefüge, die in Aufbau und farbigen Kontrasten von eigenartigstem Reiz sein müssen. Kalifornien, Schlaraffenland, darinnen die Ernte gegen Nachtfröste mit Decken und Heizung geschützt wird... Goldwäscher, brennende Oellager, Seal Rocks mit Hunderten von ulkigen Seelöwen, Hollywood, Filmzauber, Farmen, auf denen man für Königin Mode mittels Alligatoren, Silberfüchsen, Straußen„Anentbehrliches" requiriert, San Franzisco mit dem Viertel der„allein echten, bezopften, konfutsegetreuen Söhne des Himmels,“ es wimmelt nur so von unbegrenzten Möglichkeiten. Echter als die letzten der Mohikaner südlich der unberührten Urwälder in Oregon, wo die Holzgewinnung ebensowenig Schwierigkeiten bereitet wie der Transport der mächtigen Stämme. Wundervoll der Dellowstone=Nationalpark mit den Resten der aussterbenden Tierrassen— Bär, Elch, Bison flüchten vor der Kamera und dem Menschen. Nach dem Agrardistrikt, daselbst ein kleines Geschwader landwirtschaftlicher Maschinen, die die Ernte von 500 Morgen in einem Tag„erledigen“, kommt das Erzgebiet um Duluth, werden am laufenden Band in Chicago Schweine geschlachtet und verarbeitet, in Detroit Autos gebaut. Stahlwerke, Kohlengruben, Niagarafälle mit Kraftunsummen, kurz, der Bodenteichtum ist wirklich scheinbar unbegrenzt, seine Ausnutzung mit amerikanischem Erfindungsgeist ist es tatsächlich. Und wenn man so mit Schiff, Auto und Expreß die 17000.Kilometer=Reise hinter sich gebracht hat, zum Schluß auch nochmal das 30 Prozent deutschke Milwankee„gemütlich“ fand und das 60 000 Besucher fassende Stadion der HarvardUniversity„echt amerikanisch“, dann hat man seine Kenntnisse wirklich um ein gut Teil bereichert. Und dank der Hapog auf eine recht bequeme Akt!— Neben diesem großen Reisefilm zeigte die Theaterleitung noch einen sohe ansprechenden Kurzfilm„Sonn= über der Nordsee“ und die reichhaltige Wochenschau mit den fesselnden Bildern vom Wahl. sonntag in Berlin. * A8 * Rüge keitung Jamen= Ssitr= Ssien Pabbal-Fank aue ulton Montungen. Die nächsten Länderkämpfe. Der in Berlin versammelte Vorstand des DFB. hat in Uebereinstimmung mit dem Spielausschuß die Austragungsorte für die noch in diesem Jahre auf deutschem Boden steigenden Länderspiele festgelegt. Es finden statt: Deutschland— Oesterreich am 25. Juni in Frankfurt a. M. Deutschland— Belgien am 21. Oktober in Hannover: Deutschland— Norwegen am 5. November in Magdeburg. Von den Feldern des Westens. 9 Im Mestdeutschen Spielverband wurde Sonntag mit den Kämpfen um das grün=weiße Band begonnen, über diese Spiele berichteten wir bereits eingehend. Zwei weitere Bezirksmeister können sich vorstellen, und zwar für den Niederrheinbezixk Hamborn 07 und für den Rheinbezirk die Sp.=Vag. Sülz. Während Hamborn 07 mit seinem Gegner Duisburg 99 im zweiten Sviel ebenso leicht fertig werden konnte wie im ersten— im ersten hieß das Ergebnis°1 und im zweiten:1— lieferten sich die Rheinbezirkskonkurrenten einen Kampf auf Biegen und Brechen. Erst nach Verlängerung konnte Sülz mit:1 über die Alemannen aus Aachen triumphieren und somit Meister werden. Nun fehlt nur noch der Ruhrbezirk, wo am Mittwoch die Entscheidung fällt. Weiter kamen noch einige Pokalend= und Porschlußrundenspiele zum Austrag. Im Niederrheinbezirk lief der übriggebliebene Vertreter der ersten Bezirksklasse, der VfB. Alsum. gegen den übriggebliebenen Sonderligisten. Duisburg 08. vergeblich Sturm. Nach dreimaliger Wiederholung. nachdem sich der Alsumer Verein glänzend geschlagen hatte siegte der Sonderligist mit:0. Im Bergisch=Märkischen Bezirk standen sich in der Pokal=Vorschlußrunde Fortuna Düsseldorf— VfL. Benrath und Ratingen 04 — Wersten 04 gegenüber. Der erstgenannten Begegnung brachte man selbstverständlich das größere Interesse entgegen, da sich die Vereine in kurzer Zeit zum dritten Mal gegenüberstanden. Beim dritten Ansturm endlich gelang den Benrathern der große Wurf. da sie die Fortunen mit:2 niederhalten konnten. Im zweiten Spiel siegten die Ratinger knapp mit:2, so daß nunmehr Benrath und Ratingen das Ende unter sich ausmachen. Um den Titel des Südens. Obwohl Süddeutschland zum Länderspiel in Berlin nicht weniger als 10 Spieler stellte, nahmen die Endspiele einen glatten Verlauf. In Abteilung 1 gewann der 1. FC. Nürnberg nach einem klassenarmen Spiel in Mannheim über den SV. Waldhof sehr glücklich mit:0.— Der Deutsche Meister Bayern München siegte daheim trotz Ersatzes für Haringer, Rohr. Bergmaier, Schmid und Heidkamp leicht mit:2 über die enttäuschende Mannschaft von Phönix Ludwigshafen.— Ueberraschend kam der klare Sieg der Fürther SnVag mit:0 über die in dieser Abteilung führende Mannschaft von München 60. In der Abteilung 2 waren hohe Siege der Favoritenmannschaften an der Tagesordnung. Eintracht Frankfurt war auch ohne Mantel. Gramlich und Lindner noch stark genug, daheim vor 4000 Zuschauern die Stuttgarter Kickers überlegen mit•0 abzufertigen. FSV. Frankfurt gab Union Böckingen auf eigenem Platz sogar mit:1 das Nachsehen.— Mainz 05 besiegte den Karlsruher FV. mit:0 und in der gleichen Höhe war Phönix Karlsruhe über Wormatia Worms erfolgreich. herkha BSC. siegt in Stektin. In der Doppelpunkterunde um die Brandenburgische Fußballmeisterschaft lieferten sich Sonntag in Stettin der Pommernmeister Stettiner SC. und Hertha BSC. vor 6000 Zuschauern den Rückkampf. Wie schon in der ersten Begegnung in Berlin, so zeigte sich auch diesmal Hertha dem Pommernmeister glatt überlegen und gewann mit:1 durchaus verdient auch in dieser Höhe. Die norddeutsche Meisterschaft. Die norddeutschen Meisterschaftsspiele wurden am Sonntag in sämtlichen vier Gruppen fortgesetzt. Vorläufig stehen aber in keiner Gruppe die Endspielteilnehmer fest, wenn man auch dem HSV., Arminia Hannover und Holstein Kiel die größten Aussichten auf die Teilnahme an den Schlußsvielen einräumen kann Noch undurchsichtig ist die Lage in der Gruppe 1. Altona 93 schlug vor 6000 Zuschauern Eimsbüttel zwar klar mit:0, konnten aber trotz des hohen Sieges nicht restlos überzeugen. Nunmehr sind alle vier Mannschaften in dieser Grupve punktgleich. Verdient besiegte im Hamburger Doppelspiel anschließend Holstein Kiel mit:0 Union Altona.— Arminia Hannover gewann in Kiel auf einem üblen Svielfeld über die dortige Borussia:1.— Der HSV. kam in Bremen mit:2 zu einem leicht erkämpften Erfolge über den Weser=Jade=Bezirksmeister ViB. Komet Bremen. Um Mitteldeutschlands Pokal. In dem Kampf um Mitteldeutschlands Verbandsvokal sind am Sonntag einige weitere Entscheidungen gefallen Mitteldeutschlands Reister Polizei Chemnitz schlug die Sp.=Vag. Neumark leicht mit:1. Wacker Leipzig war über seinen Namensvetter aus Nordhausen mit 311 erfolgreich dagegen wurde der Meister des Saalegaues Wacker Halle vom CfL. Neustadt Coburg nicht ganz erwartet mit ausgeschaltet. Ohne Entscheidung kämpften Halle und der 1. SV. Jena. die sich beim Stande von trennten. :1 98 Um Oberschlesiens Trophäe. In der südostdeutschen Meisterschaft sieht man bereits soweit klar. daß der Titel an einen der oberschlesischen Vertreter fallen wird. Die schwerste Aufgabe hatte an diesem Sonntag der Titelverteidiger. Beuthen 09, zu lösen. der aber sein Rücksviel gegen Kottbus 98 sicher mit:2 gewann. Die noch ungeschlagene Mannschaft von Vorwärts Rasensvoxt Gleiwitz setzte ihren Siegeszug zu Hause mit :1 über Breslau 06 fort. Der SC. 09 Breslau konnte nach heftigem Kampf die Sp.=Veg. Hoverswerda mit:1 schlagen. In der Gruppe 2 liegt die Entscheidung zwischen dem STC. Görlitz und dem SC. Jauer. die beide ihre Spiele siegreich gestalteten. hindenburg-Allenstein greift ein. Bei den Endspielen um die Baltenmeisterschaft griff am Sonntag zum ersten Mal der Titelverteidiger Hindenburg Allenstein ein. Die Reichswehrmannschaft schlug Prussia Samland Königsberg:1. Die beiden Danziger Vertreter. Eislaufverein und Preußen Danzig. trennten sich nach gleichzeitigen Leistungen:2. Ungarn— Tschechoslowakei:0. Auf dem Hungaria=Platz in Budapest trafen vor rund 28000 Zuschauern die Nationalmannschaften von Ungarn und der Tschechoslowakei zusammen. Währen Ungarn zu diesem Kamnf ihre stärkste Eli stellten. probierten die Tschechen eine stark verjüngte Angriffslinie aus. Nach ständig überlegenem Sviel gewannen die Ungarn verdient mit•0. Die Führung erzielte in der 22 Minute der Halblinke Turay. Nach dem Wechsel schoß der Halbrechte Cseh das zweite Tor Ungarns Sieg hätte leicht noch höher ausfallen können. doch der tschechische Torhüter Planicka war ganz groß in der Abwehr und holte sich für seine sehr guten Robinsonaden oftmals Sonderbeifall. Dienstag, den 21. März 1933 höntrop— Schalte schon heute! Der Fußballsachbearbeiter des Ruhrbezirks teilt mit. daß die Neuauflage des zweiten Entscheidungsspieles um die Bezirksmeisterschaft zwischen dem SV. Höntrov und Schalke schon am Dienstag. 21. März, steigt— und nicht, wie zuerst bekanntgemacht, am Mittwoch. Stadion„Beckmanusbol“ zu beginn 16.30 Uhr. Schauplatz ist das Wattenscheid, SpielGarner Temeseh* Die Stadthalle im Zeichen des Tklb. Gelsenkirchen 74. Ein voller Erfolg des Schau- und Werbeturnens. und Groß vereinigt. Der Gelsenkirchener Turnerklub 1874 veranstaltete Sonntag in der Stadthalle ein Schau= und Werkturnen, das einen vollen Erfolg hatte. Zur Eröffnung nahmen alle Abteilungen des Vereins auf der Bühne Aufstellung und eine Turnerin trug einen Vorspruch vor. Der 1. Vorsitzende des Vereins. Studienrat Stallmann, nahm anschließend die Begrüßung vor. Turnen sei Arbeit im Gewande jugendlicher Freude und unser verehrter Herr Reichspräsident von Hindenburg habe einmal gesagt:„Leihesübung treiben ist Bürgerpflicht", und so wolle die Deutsche Turnerschaft arbeiten für das deutsche Volk und das deutsche Vaterland. „Pir kommen mit Spielen und Singen“,— und so kamen die kleinen Mädchen mit einem lustigen Liedel„Meine rosenroten Schuhe“ auf die Bühne und führten ein kleines Tänzchen auf. Aber auch die Knaben standen nicht nach und zeigten Turnspiele, wie„Katze und Maus".„Svielstaffeln in eigenartiger Weise" u. a. m.„Wir wollen das höchste Lob uns erringen und jeder soll Teil daran haben", und in diesem Gedanken zeigten alle Abteilungen Freiübungen. Zunächst führten die Knaben schöne, gleichmäßige Uebungen nach Musik aus. Dagegen warteten die älteren Mädchen mit gymnastischen Uebungen in zwei verschiedenen Gruppen auf. Die Turnerinnen. die sich hieran anschlossen, turnten gymnastische Freiübungen nach Musik vor. Selbst die Turner in einer großen Anzahl marschierten auf, um nun auch einmal geschlossen Freiübungen darzubringen. Die Gewandtheit, die man beim Freiübungsturnen erzielt, kann zur Kunst erhoben werden, und acht Turnerinnen bewiesen, was mit Fleiß und Liebe zu erreichen ist. Besonders interessant war dann das Florettfechten zweier Turnerinnen. Nach einer kurzen Pause bewies der Turnerklub, daß bei ihm nicht nur Sport betrieben, sondern auch der Gesang gepflegt wird. Die Gesangabteilung des Vereins intonierte ein Turnerlied, das mit Beifall aufgenommen wurde. Beschäftigte man sich vorher mit den Freiübungen, so ging's jetzt an die Geräte. Die Kleinsten der Mädchen=Abteilung machten Sprünge vom Federbrett und eines wollte es stets besser können als das andere. Die Altersturner traten an zwei Pferden an, um gemeinsame Uebungen durchzuturnen. rurner, die sich dann an zwei Barren zu schaffen machten, ließen erkennen wie es in den Uebungsstunden bei einer guten Riegenführung aussieht. Auch ein bereits vergessenes Gerät kam hier zum Vorschein. nämlich der große, eiserne Ring. Hier führten die Turner Uebungen durch, die zwar einfach aussahen. aber doch anstrengend waren. Die Besten des Vereins. die erste Riege der Turner, zeigten ihr Können am Barren. Jeder Turner wartete mit zwei Kürübungen auf. und bei jedem war zu beobachten, daß er in seiner Uebung Sonderheiten hatte, die ihm besonders gut lagen. Das Turnen am Reck ist eine Freude, und dieses nicht nur für den Turner, sondern vor allen Dingen auch für den Zuschauer,— denn jeder, der das Wort Turnen hört, denkt im nächsten Augenblick an das Reck.—„Früh übt sich was ein Meister werden will“. das bewiesen die Uebungen der Knaben, die von den Kleinsten an schon fleißig und mutig am Reck ihre Künste zeigten. Anschließend traten auch die Jugendturner an dieses Gerät, die nun natürlich ihrem Alter entsprechend auch schon mehr zu leisten in der Lage waren. Aber die Turner waren in den Uebungen die Vollendeteren. Es folgten Riesenfelgen. Adlerschwünge und vieles mehr, was das Auge erfreute, in ganz bunter Reihenfolge. Wenn man auch bei der Uebung abrutschte, so verlor man nicht den Mut und ging auf ein Neues heran, um den Schaden wieder wettzumachen. Auf diese Art glückte es nämlich auch nach dem dritten Versuch einem Turner, einen freien Salto aus der Riesenfelge in einwandfreier Haltung durchzuführen. Pemmer 8. „Tanzendes Porzellan“ wurde der nächste Abschnitt des Programms benannt. Bekannte Figuren aus berühmten Porzellanmanufakturen Deutschlands wurden hier lebendig. Der Walzer „Was Blumen träumen“ eröffnete den Reigen. Chinese und Chinesin führten einen grotesken Tanz aus. Anschließend ließ der Venezianer seine „Serenade“ ertönen, eine„Orientalische Tänzerin“ wurde lebendig, von alten. Zeiten erzählte das Erscheinen der„Kreolinentänzerin“ und zum Schluß zeigte sich diese ganze reizende Porzellansammlung noch einmal gemeinsam dem Publikum. Werbeturnen des Tilb. Bismarck Die Bismarcker Turner hatten sich den Sonntag ausgesuchl, um im Saale ihres Vereinswirtes einen Werbeabend zu veranstalten. Außer den Mitgliedern fanden sich auch Fremde ein, die diesen Feststunden beiwohnten. Nach einem Marsch nahmen alle Turner und Turnerinnen Aufstellung zu einem Gesamtbild und die Turnerin Else Ollech brachte einen Prolog zu Gehör. Anschließend nahm dann der erste Vorsitzende des Vereins. Herr Conrad. die Begrüßung vor. Die Schülerinnen und auch die Schüler zeigten Turnspiele, und besonders das der letzteren: „Die Holzhacker“, rief große Heiterkeit bei den Zuschauern hervor. Es folgte das Barrenturnen der Schüler und diese gaben kund, daß auch sie schon mit dem Gerät umzugehen verstehen. Nach den Klängen der Musik führten dann die Schülerinnen Keulenübungen vor und fanden neben diesen auch bei ihren Pferdübungen große Anerkennung. Als Sondervorführung trat die Turnerin Maria Krüger auf die Bühne und wartete mit Freiübungen auf. die mit starkem Interesse der Anwesenden verfolgt wurden und allen gut gefielen.„ 4425 Nr g. Nach einer kurzen Pause ergriff der Vertreter des Bezirksverbandes. Dibbern zu einer Festrede das Wort. Er führte den Hörern die Idee, die Jayn für das Turnen zu Grunde legte. vor Augen. Auch damals als Jahn lebte, herrschte tiefe Not. große Zerrissenheit und Uneinigkeit in den deutschen Landen. Aus dem Bestreben, diesen Jammer zu beenden, entstand die Deutsche Turnerschaft. Pu gaken einen G. Die Turnerinnen und Turner gaben einen Ausschnitt aus der Arbeit und den Vorbereitungen für dieses Fest. Sie boten die Freiübungen, wie sie Tausende in Stuttgart vorführen werden und fanden reichen Beifall. Im weiteren Verlauf des Abends turnten die Jugendturner am Pferd und die 2. Abteilung der Turner am Barren. Die Turnerinnen machten schwungvolle Stabübungen nach Musik und alle waren begeistert. Eine besondere Delikatesse war das Turnen der Turner am Pferd. Eickerling und Schnarre waren hier den anderen voraus und die gezeigten Uebungen waren einzig in Ausführung und Haltung, so daß die Zuschauer nicht mit Beifall sparten. Aber auch die Turnerinnen am Barren legten Zeugnis ab von einem Können, das so leicht nicht zu erreichen ist und erst mit großer Liebe und sehr vielem Fleiß erlangt werden kann. Hier war es die Turnerin Ollech die sich besonders hervorhob und erkennen ließ, daß sie eifrig übt um etwas zeigen Den Schluß der turnerischen Uebungen bildete das Turnen am Reck. Einmal turnten die Turner und boten schöne und schwierige Uebungen, aber auch in einer gemischten Riege waren die Leistungen der Turnerinnen sehr gut, und wenn auch nicht jeder Turner und jede Turnerin die gleiche Leistung vollbrachte, so zeugte das Ganze doch von einem gesunden Vereinsbetrieb und einer Leitung, die umsichtig und rege alles beobachtet, so daß dem verdienten Vereinsoberturnwart Kiel vollste Anerkennung für seine selbstlose Arbeit auszusprechen ist. Den Abschluß des offiziellen Abends bildete ein Theaterstück, das die Lachmuskeln ein wenig in Bewegung brachte.(ma) D Voikswirtschäftlener rei. Berliner Börsenstimmungsbild. O Berlin, 20. März.(Drahtb.) Zum Wochenbeginn lagen wieder zahlreiche Kaufaufträge des Publikums vor, das oft ziemlich wahllos sich auf alle Märkte erstreckte. Besonders die billigen und nach Ansicht des Publikums zurückgebliebenen Werte waren heute befestigt. Im Vordergrund des Interesses standen Schiffahrtswerte, in denen allein zum ersten Kurs mehrere Millionen Mark umgesetzt wurden. Unter Hinzuziehung eines Börsenkommissars konnte eine halbe Stunde nach Börsenbeginn für Hapag ein Kurs von 25(21%) festgestellt werden Lloyd stiegen von 23 auf 25¾. Von Bankaktien konnten Reichsbank 3 Punkte gewinnen, Braubank(+ 2½) naßten sich der Aufwertungsbewegung der Brauereiwerte an. Verkehrswesen stiegen von 49 auf 55, Lokalbahn waren 4¼ höher. Im Durchschnitt waren die ersten Notierungen um 1 bis 2 Prozent befestigt. Farben 129¾ bis 129(127¾). Von Elektrowerten waren Siemens(+). Elektr. Licht& Kreft(+ 1¾) beachtet. Am Montanaktionmarkt konnten Vereinigte Stahl mit 48¼ (47) einsetzen. Arbeitsbeschaffungshoffnungen regten hier weiter an. Ebenso für Bauwerte, die bis 2 Prozent gewannen. Am Rontenmarkt hinterließen die programmatischen Ausführungen des neuen Reichsbankprüsidenten einen guten Eindruck. Im Vordergrund standen die Reichsschuldbuchforderungen, die bei Millionenumsätzen 2 Prozent höher bezahlt wurden. Im Anschluß hieran stiegen Schutzgebiet um 60 Pfg. Gerüchte über ein Abfindungsangebot des Reiches in Höhe von 15 Prozent in Reichsschuldbuchforderungen bestätigen sich aber nicht. Nenbesitzanleihen gewannen 40 Pfg., Altbesitzanleihen 85 Pfg. Obligationen setzten ½ bis 1½ Prozent höher ein. Reichsbahnvorzugsaktien(+½) liegen nur noch ¾ Prozent unter Pari.— Tagesgold erforderte unverändert 4¾ Prozent. LondonKabel war mit.45% zu hören. Steuergutscheine notierten am 20. März an der Berliner Börse: Essener Börsen-Tendenz. Die Festigkeit der Wochenschlußbörse erfuhr heute eine Fortsetzung. Die Kurse zogen durchweg weiter an. Wintershallaktien setzten mit einer Steigerung von 2 Prozent ein und vermochten bei sehr bedeutendem Verkehr dieses Niveau zu halten. Von fortlaufenden Notierungen lagen noch Mannesmann im Handel. Am Kuxenmarkt vollzogen sich Umsätze in Konstantin der Große. Deutschland. Ewald, Graf Schwerin zu etwa letzten Kursen, während Diergardt leicht angeschwächt gehandelt wurden. Die Düsseldorfer Börse bleibt am Dienstag geschlossen. Gothaer Lebensversicherungsbank a. G. in Gotha. Wiederum günstige Geschäftsergebnisse. Anläßlich der Eröffnung des Reichstags wird der gesamte Börsenverkehr am Dienstag ruhen. Bei der Gothaer Lebensversicherungsbank auf Gegenseitigkeit in Gotha wurden im Jahro 1932 rund 11 750 Versicherungen über die Summe von mehr als 66 Millionen RM beantragt. Abgeschlossen wurden rund 10 900 Versicherungen über die Summe von mehr als 61 Millionen RM. Gegenüber dem Jahre 1931 ist die Zahl der beantragten und abgeschlossenen Versicherungen nicht unbeträchtlich gestiegen, die Summe der abgeschlossenen Versicherungen nur um rund 1 Million RM gesunken. Unter Berücksichtigung des Abganges wird sich der Versicherungsbestand der Bank um einen Roinzuwachs von rund 24 Millionen RM auf 563 Mililonen RM erhöhen. Der Bestand an beitragsfreien aufgewerteten Versicherungen hat sich durch Ablauf und Rückkauf um rund 17 Millionen RM auf rund 29 Millionen RM ermäßigt. Bis Ende 1932 sind auf Aufwertungsversicherungen nicht weniger als 45¾ Millionen RM ausgezahlt worden, wovon allein mehr als 13 Millionen RM auf 1932 entfallen. Unter Einrechnung der aufgewerteten Versicherungen wird sich für Ende 1932 ein auf rund 592 Millionen RM erhöhter Gesamtversicherungsbestand ergeben. Die Beitragseinnehme ist auf ungefähr 28 Millionen RM gestiegen. An Dividenden sind den Versicherten im Jahre 1932 rund.2 Millionen RM gegenüber rund .9 Millionen RM im Jahre 1931 zugeflossen; insgesamt sind seit 1928 rund 16.4 Millionen RM an die Versicherten ausgeschüttet worden. Das Bankvermögen erhöhte sich trots der sehr erheblichen Auszahlungen für Aufwertungsversicherungen auf rund 150 Millionen RM. Die Gothaer konnte für das laufende Jahr dieselben hohen Ueberschußantoilsätze aufrechterhalten, die für das Jahr 1932 festgesetst waren, und zwar betragen sie nach den Tarifen A. B und a 40,1 Prozent vom Beitrag und daneben noch 4,6 Prozent von der Deckungsrücklage. 9T.=Handball. Tus Rheinelbe— Tv. Ueckendorf:0. Das Sviel litt sehr unter der ungünstigen Witterung. Tv. Aeckendorf hatte Anstoß. Das Sviel ging hin und her; nach einem Strafwurf in der 16. Minute konnte der Halbrechte von Rheinelbe das einzigste Tor des ganzen Spieles werfen. Danach wieder verteiltes Sviel bis zur Halbzeit. Nach Wiederanwurf hatte Tv. Ueckendorf etwas mehr vom Spiel. konnte sich aber, setzen, da wegen des hereinbrechenden Regens das Spiel abgebrochen werden mußte. Tv. Westfalia Buer. Wegen des National=Feiertags finden heute für beide Abteilungen keine Turnstunden statt. Stadtverband für Billardsport. Da am Mittwoch Herr Thielens gegen Herrn Lilges (Münster) eine Provagandapartie austrägt, müssen die Termine zu den Einzelmeisterschaften eine Aenderung erfahren. Die 1. Klasse und 4. Klasse. Gruppe 2. tragen die festgesetzten Partien am Donnerstag aus. Anstoßzeiten und Spiellokale bleiben dieselben. Zwangsverwalter für Stubebaker. Wie aus South Bend(Indiana) gemeldet wird, ist für die Studebaker Automobilgesellschaft ein Zwangsverwalter ernannt worden. Die Schulden übersteigen die Aktiven um sieben Millionen Dollar. Gewerkschaften Diergardt-Mevissen I/IV. Rheinhausen. Bei den Gewerkschaften wird für das Geschäftsjahr 1932 eine Ausbeute wieder nicht zur Ausschüttung kommen(i. V. 27 798 RM Reingewinn, der vorgetragen wurde). Die Gewerkenversammlung findet am 11. April statt. Neueinstellungen bei den Vereinigten Stahlwerken A. G. Die Vereinigten Stahlwerke A. G. haben in den letzten Wochen in verschiedenen Betrieben ihrer Düsseldorfer Röhrenwerke infolge gebesserten Auftragseinganges 300 Arbeiter neu eingestellt. Whe S W KU K K Falsche Zähne können nichtfallen od.wackeln! „Dentolix“, ein neues autiseptisches und verbesseites Pulver, einfach auf die Platte gestreut, hält das Gebiß unbedingt fest und bequem den ganzen Tag. Kein unangenehmer Geschmack. Sie fühlen sich sicher und behaglich.„Dentollz“ beseltigt auch üblen Mundgeruch, versuchen Sie es noch heute. Preis pro Streudose nur 1— Mk. F. Hllgers & Co., Niederlahnstein. Bestimmt ernältich: Drog. H. Wiele ir. Wannerstr. 78. Viehmärkte. Dortmund, 20. März. Es waren aufgetrieben: 708 Großvieh, 73 Ochsen, 116 Bullen, 485 Kühe. 46 Färsen, 8 Fresser, 616 Kälber, 17 Schafe, 2393 Schweine. Es wurde bezahlt für 50 kg Lebendgewicht: Ochsen: a) 29—32. b) 25—28, c) 22—24. Bullen: a) 27—29, b) 24—26, c) 21—23, Kühe: a) 26—29. b) 23—25. c) 20—22, d) 15—19 Fürsen: a) 31—32, b) 28—30. c) 24—27. Kälber: a) 40—44. b) 31—38, c) 20—30, Schweine: a) 39—41, b) 39—41, c) 36—40, d) 35—38, Sauen: 34—37. Marktverlauf: Großvieh schlecht, geräumt, gute Kälber gesucht, sonst schleppend, geräumt. Schweine schlecht, geräumt. Essen. 20. März. Es waren aufgetrieben: 410 Großvieh, 68 Ochsen, 94 Bullen, 192 Kühe, 47 Färsen, 9 Fresser, 620 Kälber, 26 Schafe, 2639 Schweine. Es wurde bezahlt für 50 kg Lebendgewicht: Ochsen: a) 29—32. b) 26—28, o) 24—26, Bullen: a) 30—32, b) 27-29. c) 24—26, Kühe: a) 27—29. b) 24—26, c) 21—23, d) 16—20, Färsen: a) 30—32. b) 26—29, Kälber: a) 50—60. b) 38—43, c) 30—37. d) 20—28, Schafe: a) 32. Schweine: a) 38—40. b) 40—42, c) 38—42. d) 36—38, e) 34—36, Sauen: 30—37. Marktverlauf: Großvich und Schweine schleppend, Kälber und Schafe ruhig. Elberfeld, 20. März. Es waren aufgetrieben: 728 Großvieh, 296 Ochsen, 68 Bullen, 253 Kühe. 70 Färsen, 41 Fresser, 459 Kälber, 8 Schafe, 2689 Schweine. Es wurde bezahlt für 50 kg Lebendgewicht: Ochsen: a) 30—32, b) 26—29, o) 22—25, Bullen: a) 27—29, c) 22—26. Kühe: a) 25—27, b) 22—24, o) 18—21, d) 12—17, Färsen: a) 29—31, b) 24—28. Fresser: 20—24, Kälber: a) 38—40. b) 30—37, c) 20—29, Schweine: a) 39—41, b) 39—41. c) 39—41, d) 37—39. e) 34—37. f) 28—34, Sauen: 32—36. Marktverlauf: Großvieh und Schweine schlecht, Großvich Ueberstand, Kälber mittel. Berünntmachung der Stadt Warkenscheid. Die Umpfarrung der Katholiken, welche in dem seit 1926 politisch zur Stadt Wattenscheid gehörenden Teile von Eiberg. Stadtkreis Essen wohnen. aus der katholischen Pfarrgemeinde Essen=Steele=Horst in die katholische Kirchengemeinde Wattenscheid=Sevinghausen ist in Aussicht genommen.. Iunaen=.. Wer gegen die Umpfarrung Einwendungen erheben oder Ansprüche auf Entschädigung wegen Verlustes besonderer Rechte und Vorteile infolge der Umpjarrung geltend machen will, kann gemäß§ 239 Teil 2 Titel 11 des Allgemeinen Landrechts diese Einwendungen und Ansprüche innerhalb vier Wochen vom Tage der Veröffentlichung dieser Bekanntgabe an bei dem Oberbürgermeister in Wattenscheid schriftlich oder mündlich anbringen, soweit der Einsprucherheber im Stadtgebiet Wattenscheid wohnhaft ist. Soweit die Umpfarrung Gebiete des Bezirks Düsseldorf berührt, ergeht von der Regierung Düsseldorf besondere Bekanntmachung. Arnsberg, den 10. März 1933. Regierung Abteilung für Kirchen= und Schulwesen. Veröffentlicht. Wattenscheid, den 17. März 1933. Der Oberbürgermeister. Wen RheumaMuskel- u. Nervenreißen 40 heufen Sie in der Apothche aber nur Herbin Stodin Se worden exgenehmn überrascht sein. H0 Alsenr PrbER MA4GDEBURG — Mikrofilmarchiv der deutschsprachigen Presse.V. Dianotag, don 91. Mör. 1923 Volk, zu dem Götter asso nabe sich tun.“ Nach der Beendigung der Motette schreitet Reichspräsident v. Hindenburg durch die Mitte des Kirchenschiffes um den Altar derum. Die Türen des dahinterliegenden Gewölbes werden sich öffnen, und der Reichspräsident legt den Kranz zwischen den Sarkophagen Friedrich Wilhelms I. und Friedrich des Großen nieder. Währenddessen hat die Versammlung sich erhoben und die Orgel. die Professor Otto Becker betreut. svielt leise„Wir treten zum Beten“. Dann schreitet der Reichspräsidenk zurück in die Sakristei, wo er sich aufhält. während die Kirche sich leert und die Abgeordneten und die anderen Teilnehmer des Staatsaktes ihre Plätze auf den Tribünen vor der Kirche einnehmen. Dann wird sich der Reichspräsident auf die kleine Tribüne begeben, die eigens für ihn errichtet worden ist und den Vorbeimarsch der Reichswebr abnehmen. Dieser vollzieht sich vom Lustgarten ber. wo die Reichswehr vorher Aufstellung genommen hat. durch die Breitenstraße auf das Militärwaisenhaus zu. Von dort aus rückt die Reichswehr zurück in ihre Lauartiere. Fackelzug der 30 000. Die Feierlichkeiten des 21. März in Berlin. X Berlin, 20. März.(Drabtb.) Aus Anlaß des Staatsaktes in Potsdam findet am Dienstag..30 Uhr. vor dem Berliner Schloß ein Feldaottesdienst der Schutzvolisei mit anschließender Parade statt. Die Reichswehr veranstaltet im Hof des Verliner Schlosses um 11.40 Uhr einen Feldgottesdienst. dem im Lustgarten eine Parade folgt. Den Höbepunkt und Abschluß der Berliner Veranstaltung bildet um 19.30 Uhk ein Fackelzug der nationalen Verbände, an dem etwa 80000 Mitglieder teilnehmen werden. Der neue Reichstag von innen. ## Berlin, 20. März.(Drahtb.) In der Kroll=Oper steht jetzt der Sitzungssaal für die Aufnahme des neuen Reichstages bereit. Die Wand hinter den Plätzen des Präsidiums und der Regierung zeigt in der Mitte ein großes Hakentreuz. Links und rechts daneben sind von der Decke bis zum Fußboden lange schwarz=weiß=rote Fahnen angebracht. Die Zusammenstellung, die leuchtenden kräftigen Farben, macht einen sehr würdigen Eindruck.#rde im Reichstag sind auch hier an beiden Seiten Tafeln angebracht, die die Namen der Redner anzeigen werden. Die Verteilung der Abgeordnetenplätze ist, wie der Parlamentsdienst der Telegraphen=Union meldet, hier natürlich ganz anders als im Reichstagssitzungssaal. In der ersten Reihe des breiten Sektor auf der rechten Seite des Hauses sitzen u. a. die nationalsozialistischen Minister Rust und Klagges sowie General Litzmann und Freiherr v. Killinger. Hinter dem Platz des Generals Litzmann befindet sich der Platz des Berliner Polizeipräsidenten von Levetzow, der Abgeordnetenplatz des Reichskanzlers Adolf Hitler liegt in der ersten Reihe des danebenliegenden Sektor. Neben ihm sitzen Minister Dr. Frick, Göring sowie Ritter v. Epp. Die erste Reihe des mittleren Sektor weist die Sitze der Abgg. Stöhr, Fabricius und Steinhoff(DNVP.) auf. Hinter dem Abg. Steinhoff in der zweiten Reihe hat Minister Dr. Hugenberg seinen Platz. Der Platz hinter Minister Hugenberg in der dritten Reihe ist für den Vizekanzler v. Papen vorgesehen, neben dem Arbeitsminister Seldte sitzt. Im nachfolgenden Sektor sitzen in der vordersten Reihe die Zentrumsabgeordneten Esser, Dr. Perlitius, Ersing und Leicht(B. Volksp.), dahinter in der zweiten Reihe die Zentrumsabgeordneten Dr. Brüning, Dr. Kaas und Dr. Bell. Auf der linken Seite des Hauses sitzen die Sozialdemokraten, in der ersten Reihe u. a. die Abgeordneten Köbe und Hertz. Der Zugang von den Arbeitsräumen der Presse zur Pressetribüne ist jetzt auch fertiggestellt worden. Der Gang ist aus starken Eisenbrücken hergestellt und ruht auf eisernen Decken. Nur zwei Tage Reichstag. # Berlin, 21. März.(Drahtb.) Wie wir bören, wird die erste Tagung des Reichstages voraussichtlich aus nur zwei Sitzungen bestehen. Wie schon in Aussicht genommen, wird der Mittwoch wegen der Eröffnung des preußischen Landtages sitzungsfrei bleiben. Auf der Tagesordnung der Donnerstagsitzung des Reichstages wird die Entgegennahme der Erklärung der Reichsregierung stehen und ein Gesetzentwurf der Regierungsvarteien„zur Behebung der Not von Volk und Reich. Nur wenn gegen die sofortige Vornahme der dritten Lesung dieses Gesetzentwurfes Einspruch erhoben werden sollte, findet am Freitag noch eine Sitzung statt. Göring läßt bitten, Eingaben nicht an seine versönliche Adresse zu richten. ## Berlin, 20. März.(Drabtb.) Das preußische Ministerium des Innern teilt mit: Die Briefe. Anträge. Denkschriften. Anregungen. Gesuche. Beschwerden, die seit dem 30. Januar mit jeder Post an den Herrn Reichsminister Görtng bzw. an seine Mitarbeiter persönlich nicht nur aus der Partei, sondern aus allen Schichten des Volkes gerichtet werden. überschreiten eine tägliche Eingangszahl von tausend bei weitem. Wenn aus dieser Flut der Post auch ehrenvoll das große Vertrauen des Volkes selbst wohl wünschen. Es ist selbstverständlich, daß dieses unendliche Vertrauen herzliche Dankbarkeit und weitgehendes Perständnis bei dem Herrn Minister findet. aber die Zeit erfordert gerade im preußischen Ministerium des Innern eine so harte staatsmännische Arbeit, daß im Interesse des axundlichen und raschen Neuhaues des Staates dringend gebeten werden muß. sich in allen privaten Angelegenheiten an die zuständigen Stellen im Reich und in Preußen zu wenden und nicht an die versönliche Adresse des Herrn Ministers. Kondinationen um De. Laihrr. Die Reichsbank weiß nichts von einem Juflationsverlangen. Eine Richtigstellung. D# Berlin, 20. März.(Drabtb.) Die Reichobank teilt mit: „In ausländischen Zeitungen finden sich in den letzten Tagen wiederholte Mitteilungen, wonach Herr Präsident Dr. Luther von der Leitung der Reichsbank zurückgetreten sei, weil er ein angeblich geplantes inflationistisches Arbeitsbeschaftungs: programm der Reichsregierung nicht habe sinanzieren wollen Das Reichsbankdirektorium erklärt hierzu, daß der Reichsbank ein solcher Plan niemals vorgelegen hat, so daß alle an die übrigen Meldungen geknüpften Kombinationen hinfällig sind. * Zum Rücktritt Dr. Lutbers übergibt Adolf Hitler der Reichspressestelle der NSDAP. die folgende Erklärung: „In einem Teil der Presse werden an den Rücktritt des früheren Reichsbankpräsidenten Dr. mentare geknüpft, die den Tatsachen nicht entsprechen. Der Rücktritt Dr. Luthers erfolgte im Zuge der gesamten zur Zeit stattfindenden U bildungen. Er erfolgte auf dessen eigenen Wunsch. da das Reich an sich nicht die Möglichkeit gehabt hätte. den Reichsbankpräsidenten irgendwie veranlassen. Dr. Luther hat aber von sich aus„ diese internationalen Abmachungen nicht Sezug genommen, sondern ausdrücklich erklart, daß trotz ihnen für ihn nur deutsche Interessen und damit die deutsche Regierung maßgebend seien. Die Unterredung mit Dr. Luther war daher getragen von einer außerordentlichen Loyalität des scheidenden Reichsbankpräsidenten der Regierung gegenüber.“ Die bevorstehende Ernennung Luthers amtlich bestätigt. ## Berlin, 20. März.(Drahtb.) An amtlicher deutscher Stelle wird heute bestätigt. daß zum Nachfolger des zurückgetretenen deutschen Botschafters v. Prittwitz und Gaffron demnächst der frübere Reichsbankpräsident Dr. Lutber zum Botschafter in Washington ernannt werden wird. Zentrumsführer beim Reichskanzler. D# Berlin, 20. März.(Drahtb.) Reichskanzler Adolf Hitler empfing am Montag um 10 Uhr Vertreter des Zentrums zu einer Besprechung. die mit der bevorstehenden Eröffnung des Reichstages. insbesondere mit dem Ermächtigungsgesetz zusammengehangen haben dürfte. Die Besprechungen, die am Montagvormittag zwischen Reichskanzler Hitler und Reichsinnenminister Dr. Frick auf der einen Seite, und den Abg. Dr. Kaas. Dr. Hackelsberger und Stegerwald eingeleitet wurden, sollen demnächst Am Nachmittag trat die Zentrugssfraktion zu einer Bericht über seine Unterredung mit dem Kansler gab. Die ersten Krankenkassen-Kommissare. Fortsetzung folgt.— Auch Dortmund schon betroffen. ## Berlin, 21. März.(Drabtb.) Der Reichsarbeitsminister bat am Montag die Frankfurt am Main. sowie den Verband der Krankenkassen im Bezirk des Oberversicherungsamtes Berlin. Mit der Bestellung weiterer Komminare ist demnächst zu rechnen. „Platz der Republik“ amtlich wieder„Königsplatz“. Reichsminister Göring hat als Kommissar für das nreußische Innenministerium amtlich verfügt, daß der Platz der Republik vor dem Reichstag wieder in „Königsplatz umbenannt wird.— Der präsident von Berlin hat den Reichskanzlerplatz in Adolf=Hitler=Platz umbenannt. Teei niatar den=Anteih?? Ausführungen des Reichsarbeitsministers Seidte. Blgermeten Seituns Neuer Terrorplan aufgedeckt. 337 Personen festgenommen. Geststellungen aus Niederschlesten. Liegnitz. 21. März.(Drahtb.) Den Bemühungen der Landeskriminalpolizei bei der Regierung in Liegnitz ist es gelungen, in den letzten Wochen einen umfangreichen Terrorplan der KPD., der sich über ganz Niederschlesten erstreckte, aufzudecken. Es war beabsichtigt, die Fernsprechleitungen zu zerschneiden, Postämter zu sprengen. Beamte und Grenzbeamte zu entwaffnen und die gesamte Stadt Seidenberg=Oberlausitz von jeglichem Verkehr mit der Außenwelt abzuriegeln. Einige namhafte Bürger sollten als Geiseln festgestellt werden. Weitere Angaben über die geplanten Einzelheiten können im Interesse der Landessicherheit nicht gemacht werden, da sie in Verbindung mit der nahen tschechischen Grenze stehen. Eine zweite Terroraktion großen Stils konnte von der Landeskriminalpolizei Liegnitz in Sagar(Kreis Rothenburg) aufgedeckt werden. Der in Sagar wohnhafte Kommunist Gustav Lona scheint dort das Haupt einer umfangreichen Terrorgruppe zu sein. Bei Lona, der inzwischen ebenfalls verhaftet wurde, sind kommunistische Stoßtrupps im Straßenkampf und im Wafsengebrauch geschult worden. Zur Zeit dieser Feststellungen sind im gesamten Gebiet Niederschlesiens 337 Personen wegen schweren Verdachts des Hochverrats in Haft genommen worden. Arbeitsbeschaffungskredite. Die Frist für die Einreichung abgelausen. X Berlin, 20. März.(Drahtb.) Mit Montag lief die Frist für die Bearbeitung der Antrase auf Arbeitsbeschaffungstredtte bei den vom Reichskommissar für Arbeitsbeschaffung eingerichteten Vorprüfungsstellen ab Der Reichskommissar hatte, wie erinnerlich, diese Frist gesetzt, um eine Verzögerung der Vorarbeiten zu vermeiden. Wie wir erfahren, sind am letzten Tage noch rund 300 Anträge zur Bewilligung von Arbeitsbeschaffungskrediten eingegangen. Auch Grzesinsti außer Landes. A3. Berlin. 20. März.(Eig. Drahth.) Zu den Vielen, die in jüngster Zeit deutschen Boden verlassen haben, gehört nach einer Mitteilung des „Angriff“ auch der frühere preußische Innenminister Grzesiniki, der sich in Zürich aufhält. Ankundungen. Städtischer Musikverein. Wegen des Nationalfeiertages fällt die heutige Probe aus. Nächste Probe Dienstag. den 28. März. Damen 19.30 Uhr. Herren 21 Uhr. Neuaufnahmen können in dieser Probe noch stattfinden. Kasperle in der Städtischen Bilderschau. Morgen pielt um 16 Uhr in der„Städtischen Bilderschau. Kaiserstraße 67. unser Gelsenrirchener Kasperl H. M. Denneborg ein neues Kasverlestück, betitelt: Die Zauberkiste." Das Spiel ist nach einem niederdeutschen Märchen für die Kasverlbühne eingerichtet worden. Die kleinen und auch großen Kasverlfreunde werden nach der längeren Abwesenheit unseres Puppensvielers Stahlhelmtagung in Nürnberg. #X Nürnberg, 20. März.(Drahtb.) Unter Leitung des bayerischen Landesführers Ritter v. Lex wurde hier eine Tagung der baverischen Stahlhelmführer abgehalten, zu der auch der erste Bundesvorsitzende Reichsminister Seldte erschinen war. In einer Ansprache erklärte Minister Seldte, die Kräfteverteilung im Kabinett sei gut. Hitler habe in Blut und Instinkt etwas mitgebracht, was Tausende von Diplomaten nicht lernten. Herr v. Papen könne ihm ein guter Sekundant sein. Mit Hugenberg sei ein besonderer Ideenkreis deutscher Art und deutschen Wesens in das Kabinett hineingetragen. Als Aufgabe seines eigenen Ministeriums bezeich ete der Minister die Reinigung in den einzelnen Aemtern, in denen keine Vonzokratie mehr geduldet werde, den Aufbau und die Arbeit. Es werde ein Arbeitsheer gebildet werden, ohne daß die Industrie dadurch eine Einengung erfahre. Hätten wir wieder ein stehendes Heer, dann hätten wir für den inneren Markt einen guten Kunden. Er denke nicht an Krieg, Kakafunkpregrammr-keienstagserolnung. Der Festablauf am 21. März 1933. Vorläufiges Programm. .30 bis 7,30 Uhr: Platzkonzert im Lustgarten in Potsdam, ausgeführt von zwei Musikkorps des In10.30 Abr: Hottsdienst für Mitglieder des Reichstags und der Reichsregierung, Protestanten: Nicolaikirche. Katholiken: katholische Pfarrkirche. Schluß des Gottesdienstes gegen 11.20 Uhr An dem Gottesdienst in der Nicolatkirche nimmt der Herr Reichspräsident teil Nach Beendigung des Gottesdienstes ziehen die Teilnehmer in geschlossenen Zügen unter dem Geläute aller Glocken in die Garnisonkirche. Reichswehr und nationale Verbände bilden bis zur Garnisonkirche Spalier. Der Herr Reichspräsident fährt das Svalier ab. Vor der Garnisonkirche stehen eine Ehrenkompanie der Reichswehr und Ehrengruppen der SA. des Stahlhelm und der Schutzpolizei. die der Herr Reichspräsident abschreitet. 12 Uhr: Feierlicher Staatsak: in der Garnisonkirche. Der Herr Reichspräsident hält eine Begrüßungsansprache und erteilt darauf das Wort dem Herrn Reichskanzler zur Abgabe der Regierungserklärung. Der Staatsakt wird von Kirchenmusik feierlich umrahmt sein. Anschließend begidt sich der Herr Reichspräsident allein zur Gruft, wo er zwischen den Särgen Friedrich Wilhelm I, und Friedrich des Großen einen Lorbeerkranz niederlegt. Während der Kranznieder= legung wird eine Reichswehrbatterie im Lustgarten Calut schießen. Nach dem Staatsakt findet vor der Kirche ein Vorbeimarsch der gesamten Potsdamer Garnison und der nationalen Verbände vor dem Herrn Reichspräsidenten statt. Während des Vorbeimarsches wird ein Flugzeuggeschwader über dem Potsdamer Lustgarten kreisen. 17 Uhr: Zusammentritt des Rei tags in der Krolloper Berlin. 18—19 Uhr findet im Lustgarten in Potsdam ein Platztonzert statt, das von zwei Musikkorps des Insanterteregiments 9 ausgeführt wird. 19 Uhr findet in der Staatsoper Unter den Linden in Beilin eine Festvorstellung statt. Es werden die Meistersinger aufgeführt, deren dritten Akt die Reichsregierung beiwohnen wird. 8 20 Uhr findet in Berlin ein Fackrizug der SA, des Stahlbelm und der Studentenschaft statt. Der Tag im Kundfunk. Anschließend teilt der Reicherundfunkkommisler mit: Anläßlich der feierlichen Eröffnung des Reichstages am Dienstag. den 21. März. werden die einzelnen Rundfunkgesellschaften das Tagesprogramm von.30 bis.15 Uhr mit örtlichen Platzkonzerten eröffnen. Im Anschluß daran übertragen alle deutschen Sender gemeinsam auf Veranlassung des Herrn Reichsministers für Volksaufklärung und Provaganda folgendes Programm: Vom Oftmarkenrundsunk Königsberg: .00—.30 Historische Märsche, gespielt im Hof des Königsberger Schlosses vom Musikkorps des 1. Grenadier=Batl. des 1. Preuß. Infanterieregiments. Leitung: Obermusikmeister b. Gareis,...e, Wrmesmarsch 1. Der Hohenfriedverger=Armeemurst 1 2. 1. Bataillon=Garde=Armeemarsch„ 3. Drei Märsche von König Friedria ul. Nr. 174 4. Regiment Vornstedt(1779)..u4, Junas, 5. Marsch des Preußischen Regiments Jungvornstedt(1792) 6. Schlesischer Kriegsmarsch(1810) 7. Vork=Marsch(1813) Von der Funkstunde Berlin: Vartchlertalter: Haste Jaone und Vert. Brust 10,00—10,15 Konrad Ferdinand Meyer: Huttens letzte Tage". letztes Kavitel. Sprecher: Lothar Müthe! 10.15—10.30 Bericht über die Feststimmung in Potsdam Berichterstatter: Baldur von Schierach. Reichsführer der Hitler=Jugend“ 10.30—11,30 Musik um Friedrich den Großen aus dem Musikzimmer im Schloß Sanssouci Mitwirkende: Käthe Heidersbach(Staatsover. Sopran): Paul Luther(Flöte): Max. Strub Staatsover, Violine): Eigel Krutige(Cemvaio): Leitung: Hans von Benda 1. Adagio aus dem Konzert für Flöte und Streichorchester„„„„„ Quanz 2 Konzert für violine un.. Franz Bendg D Fiste potore:„Friedrich der Grode 5) Arte von„i te pastore 4. Grave für Violine und orchester"„..„Johann Benda 5. Arie aus der Oper„Ivoigenie Graun 6. Konzert für Cembalo und Streich= orchester.„ Ph E. Bach orchester Blste und StrFriagrich der Große 11.20—13.00 a) Hörbericht über don Zug zur Garnisonkirche und das Bild der Kirche 9) Uebertragung der Feierlichkeiten in der Sarnisonkirche aber, das starke deutsche Volk müsse wieder frei und so gerüstet sein, wie alle anderen Völker. Wenn uns eine Aufrüstung nicht möglich werde, müsse zur Belebung des inneren Marktes eine Umlagerung erfolgen durch Ansiedlung der Millionen Arbeitsloser in Heimstätten und Stadtrandsiedlungen. Der Minister sprach in diesem Zusammenhang von einem von ihm erwogenen Plan, durch eine Dreimilliardenanleihe die Mittel hierzu zu beAnschließend an die Führertagung bildete sich ein eindrucksvoller Zug, der nach dem Marsch durch die Straßen der Stadt auf dem Kornmarkt um 21 Uhr zum Zapfenstreich antrat. Vor einer großen Menschenmenge hielt Bundesführer Seldte eine auf die hayerischen Sender übertragene Rede Am Sonntag fanden Festgottesdienste statt. Um.30 Uhr erfolgte der Abmarsch des Zuges vom Lorenzer=Platz durch die Straßen der Stadt zum Hotel„Deutscher Hof“, wo der erste Bundesführer Reichsminister Seldte zusammen mit dem Landesführer v. Lenz die Parade abnahm. Minister Seldte reiste um elf Uhr wieder nach Berlin zurück. Während der Kranzniederlegung des Herrn Reichspräsidenten am Grabe Friedrich des Großen. Erinnerungsworte eines Kriegsblinden.— Salut= eßen c) Hörbericht über den Vorbeimarsch der Garnison Potsdam und der nationalen Verbände vor dem Herrn Reichspräsidenten. Sprecher: Freiherr von Medem. Regierungsbaurat Dr. Berger=Schäfer. 13.05—14.25„Preußen und das Reich“ 1. Jubel=Ouvertüre... C. M. v. Weber Konzert des Funkorchesters Leitung: Maximilian Albrecht 2. Ansprache 3. Hörszenen aus„ „Der 18. Oktober". Walter Erich Schäfer 4. Musikalischer Ausklang 10 Rpf. Im Reichskurzschriftverein Schalle 1892 fallen heute wegen des Nationalfeiertages die Uebungen in Einheitskurzschrift in der Johannesschule aus. Städtische Ankündungen. „Der Waffenschmied“. Oper von Lortzing. wird durch die vereinigten Stadttheater BochumDutsburg am Donnerstag dieser Woche in der Stadthalle als elftes Vormietegastspiel zur Aufführung gelangen. In den Hauptrollen sind beschäftigt: Toni Müller, Elisabeth Kluge, Karl Buschmann, Leonhard Kistemann, Rudolf Hoberg, Marianne Horkenbach. Walter Genzel und Emil Witte. Beginn 20 Uhr. Spieldauer ungefähr drei Stunden. Nichtvormieter erhalten Karten von.95 bis zu.20 RM. im städt. Bildungsamt(Weststraße 12/14), in den bekannten Vorverkaufsstellen und am Donnerstag an der Abendkasse. 7. Allegro=Dur, B 8. Archibald Douglas, Ballade 9.„Egmont“=Ouverture Franz Schubert Loewe Beethoven Von der Funkstunde Berlin. 22.05 Tagesnachrichten des Drabtlosen Dienstes Anschließend die Festvorstellung aus der Staatsover. Unter den Linden:„Meistersinger“, dritter Akt Vom Mitteldeutschen Rundfunk Leipzig. 14.30—15,20 Stadt= und Gewandhausorchester zu Leivzig. Leitung Prof., Dr. Ludwig Neubeck: Richard Wagner 1. Ouvertüre zu„Rienzi“ 2. Feierlicher Zug zum Münster 3. Einzug der Gaste auf der Wartburg 4. Siegfrieds Rbeinfahrt 5. Kaisermarsch 6. Dritter Akt„Siegfried“=Moll: Heil dir. Sonne“ Von der Funkstunde Berlin. 15.30—17,00„Das Reich ist unser.“ Funkdichtung von Gerhart Menzel 17.00—17.55 Hörbericht über die Eröffnungssitzung des Reichstages in der Krolloper. Sprecher: C. Köln Vom Norddeutschen Rundfunk Hamburg. 18.00—19.00 Konzert des Philbarmonischen Orchesters Hamburg. Dirigent: Generalmusikdirektor Dr. 1. Ouvertüre zu„Freischütz“. C. M. v. Weder 2.=Moll=Sympbonie(unvollendete) Schubert 3. Vierter Satz(Finale) der=MollSomphonie Beethoven Von der Funkstunde Berlin. 19.10—19.30 Tagesbericht des Drabtlosen Dienstes Bavern, General Franz p. Epp 20.00—20.55 Hörbericht über den Fackelzug schen Rundfunk# 21.00—22.00 Konzert des Hans A. Vinter. Fundfunkorchesters. Dirigent: Mitwirkende„Habine OfferDr. Julius Pölzer(Tenor). Wilhelm Rode(Bariton):„ an 1.-Oberog, Luvertüge, un#### 2 Hallen=##. aus„Lunna 3„Proica“=Schezzg urie des uus der Arle des seder ignr orn aus„Undine“, Lorting -Suite„lud aus„Freischütz C. M. v. weder Weistri kommt dem Wunsch aller Frauen nach Abwechselung entgegen. Mit ein wenig Phantasie und schon mit bescheidenen Mittein ist es möglich, modisch einwandtrei gekleidet zu sein. In Fregen der Stoffwehl finden Sie In uns einen aufmerksamen und geschulten Berater. Wir erwerten Sie mit Ihren Wonschen und möchten ihnen im veraus versichern, deß Sie bei uns jeden Stoft und jede Gernitur nach Ihrem Oefinden werden. GELSENKIRCHEN Bahnheistr. 34 Dienstag, den 21. März 1913 Kein Arst, bein Mittel wer für mich, bis Joses sprach, ich beile dich. Heute abend 9 Uhr entschlief sanft nach längerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager, Onkel und Vetter Herr Kenrad Mülfer im Alter von 41 Jahren. In tiefer Trauer: Frau Röschen Müller geb. Kaus nebst Anverwandten. Gelsenkirchen, Stoppenberg, Helpershaim, Stumpertenrot, Altenhain(Oberhessen) Hilchenbach, Duisburg, Monessen-Pa. U. S.., den 19. März 1933. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 22. März. nachm. 3¼ Uhr, vom Trauerhause Heßlerstraße 21 aus, statt. Trauerfeier eine viertel Stunde vorher. Für alle Liebe und Teilnahme, die mir während der Krankheit und beim Heimgange meiner innigstgeliebten Frau zuteil geworden ist, sage ich herzlichen Bank. Im Namen der Hinterbliebenen: Paul Schleifenbaum Gelsenkirchen und Weidenau, 21. März 1933 Suche ein perf. ält. Marchen welches einen klein. Haush. selbst. führ. kann. Gute Zeugn. erford. Vorzustellen Bismarckstr. 213 1. Macchen## obgeschlossene nicht u. 20 S. f. alle Heubauwohng. Hausarb. a. ½ Tage 4 Zimm. z. 1. April gesucht. mn Lultpoldstr. 14, 1. suer u. Speisekamm. rm. Hugo Erstkl. gel., gutgeh. Abraham, Arminstr. 13, Telefon 25464. Sehabntidchung! 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Frauengruppe 2BP. Schalke. Donnerstag 15.30 Uhr im evang. Vereinshaus Geburtstagsfeier des 1. Quartals. Vortrag von Frau Galk Bund Königin Luise, Bezirksgruppe Rotthausen. Freitag.19 Uhr bei Kirchmeier Pflichtversammlung. auch Gaste willkommen. Jungdeutscher Orden, Junggefolgschaft. Heute 20.15 Uhr im Restaurant„Bauverein, Augustastraße. Volkstanz. Jungdeutscher Orden, Gefolgschaft Aeckendoxf=Neustadt. Heute 20.30 Uhr im„Deutschen Haus: Ecke Bochumer= und Bergmannstraße Gefolgschafts=Abend. National=Feiertag!!“ Gäste willkommen Der Stahlhelm BdF., Kreis Alt=Gelsenkirchen. Zum gemeinsamen Fackelzug der nationalen Verbände am Dienstag. den 21. Marz. tritt der Kreis Alt=Gelsenkirchen mit Gau=Spielmannszug und Kapelle um 19.45 Uhr in der Vattmannstraße, rechter Flügel an der Overwegstraße an. Der Gelsenkirchener Frauenverein hält am Donnerstag bei Schwietering um 15 Uhr seine Versammlung ab. Kaffee wird gereicht. Tassen und Zubrot mitbringen. Krieger=Verein ehem. 39er Gelsenkirchen. Dienstag, 21. März, abends 7 Uhr, im Vereinslokal Strake Antreten zum Fackelzug. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. Stadttheater Zochum. Dienstag, 21. März, 20 bis 23 Uhr: C. 24:„Kaiser u. Galiläer." Mittwoch, 22. März, 20 bis 28 Uhr: Zum letzt. Male! B. 23 und Wahlvorstellung f. alle Ringe:„Die sizilianische Vesper.“ Oper v. G. Verdi. Donnerst., 23. März, 20 bis 22,45 Uhr: Verband f. Jugendpflege:„Morgen gehts uns gut.“ Posse mit Gesang v. Ralph Benatzky Freitag, 24. März, auß. Vormiete u. Bühnenvolksbund Serie A: 20 Uhr: Einf. Worte Dr. S. Schmitt. 20.15 bis 23,15 Uhr: „Kaiser u. Galiläer.“ Fahnenstange (mit eisern. Haltern, 4½ Mtr.) zu verk. Weststraße 37. MusikInstrumente Salten u. Bellandteile Aug. Richard Bahnhofstraße, Ecke Augustastr. Ankaut von Gold. Silber, Platin. Hochstr. 88 u1 VUENDE in bester schwerer Ausführung, schwere Nichelfüße, breite Nichehrahmen und####) Kohlenvagen..... 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