„„ der deutschsprachigen Presse e.V. Segugspreis vimteljährtich: Sasgabe### „Wochenschau“) in Münster zwetmal täglich foni ins Haus gebracht 2 Mk. 40 Pfg.,— auswärts von der Post abgeholt 2 Mr. 40 Vso., durch den Driefträger gebracht überall, wo nur einmel im Tage Briefbestellung stattfindet, 2 Mk. 92 Pfe. in Orten mit zwei= und mehrmaliger Bestellung 8 Mt. 12 Pig.— Ausgabe 8(mit„Wochenschau“) vierteljährlich 80 Pfg. mehr. Feruspr.: Redaktion u. Verlag Nr. 2448, 2449 u. 2450. Geschüfts“=lle(Michgelisplatz 9) Nr. 76. Erste Ausgabe. Von den Kriegsschauplätzen. Berlin, 12. Dez.(WTB.) Amtlich Abends. Von den Kriegsschauplätzen nichts Neues. Österreichischer Tagesbericht vom 12. Dez. Östlicher Kriegsschauplat: Waffenruhe.— Italienischer Kriegsschauplatz: Zwischen Brenta und Piava erzielten wir inz örtlichen Kämpfen Erfolge. Auf dem Schlachtfelde südwestlich Cambrai. .„ Cambrai, b. Dezember. Noch immer werden Mengen von Beute eingebracht, deren genaue Zahlen festzustellen unmöglich ist. Vor kurzem sah ich vor dem Bahnhofe eines rückwärts gelegenen Ortes über 50 englische Geschütze aufgestellt, darunter viele schwere, die meisten vollständig gefechtsverwendbar. Die dazu gehörige, in Bergen erbeutete Munition liegt zum Teil noch in den erstürmten englischen Stellungen. Bald darauf begegnete ich einem Zuge von anderthalb englischen Feldbatterien, welche von deutschen Artilleristen, die sie erbeutet haben, eingebracht wurden. Die Geschütze und Protzen sind nicht, wie bei uns, einheitlich feldgrau gestrichen, sondern haben eine klecksigfuturistische Schutzbemalung aus unregelmäßigen grünen, gelben und schwarzen Flecken. Auf dem Schlachtfelde selbst, das noch großen Teils unaufgeräumt ist, begegnet man langen Zügen englischer Gefangener, darunter zahlreichen Offizieren. Sie sind zum Teil noch gutes, kräftiges Menschenmaterial, da hier der Feind seine Gardetruppen eingesetzt hat, doch befinden sich auch viele Gestalten zwischen ihnen, die den Eindruck machen, als ob die Engländer ihre ungeheuren Verluste mit halbausgebildetem Kanonenfutter hätten ausfüllen müssen. Die englischen Gefangenen können sich noch immer nicht von ihrer Überraschung darüber erholen, daß ihre großangelegte Überraschungsoffensive sich für sie so überraschend schnell in eine Niederlage verwandelt hat. Sie glaubten die Deutschen in Flandern und Italien völlig beschäftigt und gefesselt. Ihre Verluste geben sie einstimmig als sehr groß an. Von einer Angriffsdivision sagte ein Offizier: die überlebenden hätten in einem kleinen Hause Platz. Ich sah Hauptbrennpunkte der Schlacht, so das von den Engländern festungsartig ausgebaute Dreieck von La Pave und die, Abergänge über die Schelde bei Banteux, noch mit allen Frischen Spuren des Kampfes. Da der Feind die Brücken über die sumpfigen Gräben und über die Schelde sofort zerschossen hatte, gingen die Sturmtrupps durch das eisige Wasser hindurch und stürmten die für diese Gegend ziemlich steilen, vom Engländer mit Maschinengewehren gespickten Hänge, während die Ausgangsstellungen unter dem schwersten Feuer des Feindes lagen. Die Ortschaften, wie Bantoucelle, sind in wenigen Viertelstunden restlos in Trümmerhaufen verwandelt worden, selbst in dem weiter zurückliegenden Vaueelles hat der Feind dank seiner starken Artillerie jedes Dorfhäuschen und jeden Stall mit zwei bis drei Volltreffern bedenken können, aber das Höllenfeuer hielt unsern Angriff nicht auf. Einzelne Regimenter sind beim ersten Anlaufe bis 5 Kilometer tief in die feindlichen Stellungen hineingestoßen. Aus der Truppe selbst kam der Wunsch, den Angriff fortzusetzen. So erbot sich ein hohenzollernsches Regiment, La Vacquerie, welches von zwei Seiten vom Feinde flankiert werden konnte und von ihm mit allen Mitteln ausgebaut war, selbständig zu erstürmen, und setzte sich in weniger als einer Viertelstunde in den Besitz der Ortschaft. Badische, oldenburgische, hanseatische, hessische und andere Regimenter wetteiferten im Ausbau des Erfolges, und Divisionen, welche seit über zwei Jahren im Stellungskampfe liegen, haben frischen, ausgeruhten, englischen Truppen gezeigt, daß der deutsche Krieger nichts von seinem unüberwindlichen Angriffsgeiste verloren hat. Vielfach erfuhren die Truppen in der vordersten Kampfstellung die russischen Waffenstillstandsangebote. Sie nahmen sie mit Freude, aber auch mit Gelassenheit auf. Ihre Losung ist, obwohl sie sich alle nach der Heimat sehnen:„Friede wird, wenn Hindenburg sagt, daß die Engländer genug haben.“ (Kd.) W. Scheuermann, Kriegsberichterstatter. Ein englisches Luftschiff vernichtet. Berlin, 12. Dez.(WTB.) Amtlich. Eines unserer Marineflugzeuge, Führer Oberleutnant zur See Christiansen, hat bei einem Aufklärungsfluge in den Hoofden am 11. Dez. vormittags das englische Luftschiff„C. 27“ vernichtet. Das Luftschiff stürzte brennend in die See. Der Chef des Adiiralstabez der Marine. Die Waffenstillstandsverhandlungen. Stockholm, 12. Dez.(TU.] Nach einer Meldung aus Haparanda werden die Bedingungen des provisorischen Waffen stillstandes vom 7. bis 17. Dezember in einem Telegramm aus Petersburg angegeben: 1. Die Feindseligkeiten dürfen erst nach dreitägiger Kündigung wiederausgenommen werden: 2. Truppentransporte von mehr als einer Division find verboten. ∆ Bern, 12. Dez.(Eig. Meldung.) Der Berner„Bund“ meldet aus Petersburg, daß Trotzki ein neues Schreiben an alle Botschafter der Alliierten gerichtet habe, in dem er sie auffordert, endgültig zu antworten, ob sie beabsichtigen, an den russischen Verhandlungen teilzunehmen. Er ersucht sie, im Falle einer ablehnenden Antwort zu erklären, für welchen Zweck sie die Fortsetzung des Krieges für notwendig erachten. Berlin, 12. Dez. (TU.) Die Waffenstillstandsverhandlungen an der russischen **„„ zwei Ausgaben ügich. und Münsterische Volkszeitung. 46 862 Bezieher. Vonnerstag, 13. Bezember 1917. Anzeigen: Der Raum für die Anzeigenspokte, 20 mm breit, 2 mm hoch, 30 Pf.; bei Anzeigen aus dem R.=Du Münster 25 Pf., aus der Stadt Münster 20 Pf.(für Aktiengesellschaften 2e., Vereine und Behörden 30 Pf.) Reklamen: Der Raum für die Reklamespalte, 87m breit, 2m m hoch, 1.20 Mk.—Für Erfüllung von Plotzvorschriften wird keine Gewähr, sowie für Druckfehler keine Haftung übernommen. Etwaiger Rabatt gilt als Kassenrabatt u. kann verweigert werden, wenn Zahlung nicht binnen 4 Wochen nach Erhalt der Rechnung erfolgt.— Gebühr für Beilagen nach Gewicht. 66. Jahrgang. Nr. 885. Genesen. Roman von E. Krickeberg. (4. Forts. „Der Halunke!" stieß der Doktor hervor. Er war aufgesprungen, zitternd vor Empörung. Aber den Krecht ereilte schon das Schicksal. Drei Frauen waren unten, mit Morktkörben am Arm, den Weg von Waldheim gemütlich schwatzend daher gekommen. Jetzt setzte die eine ihren Korb„ur Erde und stand mit untergeschlagenen Armen vor dem Knecht, laut auf ihn losschimpfend. Er antwortete; da, nicht faul, holte die Frau aus, schlug ihm rechts und links Ohrfeigen, und ehe er sich wehren konnte, waren die beiden anderen ihr zur Hilfe geeilt. Die eine ritz ihm die Peitsche weg und schlug mit dem Stiel unbarmherzig auf ihn ein, bis er laut zu heulen anfing. Dann ließen sie von ihm ab und gingen, lebhaft debattierend, und ihm von Zeit zu Zeit noch mit der geballten Faust drohend, ihren Weg weiter. is war recht.“ sagte der Doktor voll Genugtuung. „Die Leute hier sind doch sonst von gutartiger Gemütsert,“ warf Reta, noch immer vor Erregung zitternd, ein. „Ich wundere mich über die Roheit des Burschen.“ Er zuckte die Schultern.„Gibt es doch sogar unter sonst gut gearteten Geschwistern oft genug ein einzelnes räudiges Schaf, warum also nicht in einem ganzen Ort?“ Er wandte sich ihr jetzt voll zu, und sie mit scharfen Blicken fixierend, sagte er, sich vorstellend:„Dr. Ferdinand Schwarz.“ „Ich heiße Reta Mangold. „Reta?“ fragte er.„Das ist ein seltsamer Name, ich habe Ihn noch nie gehört.“ Sie hielt es nicht für der Mühe wert, ihm zu erklären, daß sie als Kind ihren Namen Margarete selber in Reta umgewandelt hatte und seitdem in der Familie so hieß. " Er fuhr auch sogleich fort:„Sie sind zur Kur in Buchenprunn, wie ich vermute?“ Sie bejahte. „Und Sie leiden allem Anschein nach an den Atmungserganen!“ „Das überbleibsel einer bösen Jufluenza,“ gab sie zu. „Dann sollten sie aber nicht selbst bei dem raubesten Wetter in der Nässe draußen herumpatschen, mein gnädiges Fräulein.“ ". Das klang schulmeisterhaft und dabei kalt und teilnahmslos. Er meinte wohl, als älterer Herr die Pflicht zu haben, eir unkluges Menschenkind vor einer möglicherweise gefährOstfront gehen heute weiter. Der russische Volkskommissar für auswärtige Angelegenheiten. Trotzkv. hat in einem an die Gesandten der Verbündeten Rußlands gerichteten Schreiben ihnen mitgeteilt, daß die Verhandlungen am 12. Dezember, also heute, fortgesetzt werden würden. Danach ist zu erwarten, daß sich die zum Abschluß des Waffenstillstandes bevollmächtigten Vertreter der russischen und deutschen Front heute wieder treffen werden. * ∆ Basel, 12. Dez.(Eig. Meld.) Der Korrespondent der „Times“ in Pekina berichtet, daß sich die Macht der Maximalisten längs der transsibirischen Bahn ausdehnt und jetzt auch die Stadt Charbin beherrscht. Zwischen der japanischen und chinesischen Regierung sollen nach seiner Mitteilung Verhandlungen über die Stellungnahme gegenüber dieser Entwickelung getroffen werden. London, 12. Dez.(WTB.) Reuter.„Dailv Chroniele" det aus Petersburg, daß nach Berichten der Eisenbahngesellschaft die Sturmbataillone Kaledins bei Belgorod geschlagen worden seien. Kosakenverstärkungen von General Kaledin seien unterwegs. Kopenhagen, 11. Du.(WTB.)„Berlingske Tidende" erfährt über Stockholm aus Petersburg, daß General Kale in den Arbeiter= und Soldatenrat in Nowotscherkast verhaftete. Die Regierung beschloß, Truppen gegen ihn zu entsenden. Kopenhagen, 11. Dez.(WTB.]„Nationaltidende“ meldet aus Haparanda: Der Verband der Schiffskapitäne erörterte in einer Versammlung die Frage einer neuen Flagge des unabhängigen Finlands. Man einigte sich auf eine Flagge, die auf rotem Grund ein gelbes Kreuz mit neun weißen Sternen in dem oberen linken Felde zeigt. Die russischen Briefmarken sind schon seit dem 15. November durch finische ersetzt.„Berlingske Tidende“ meldet aus Stockholm: Die schwedische Presse tritt dafür ein, daß Schweden als erstes Land Finland als unabhängigen Staat anerkennen müsse. Die zukünftige Lage des finischen Volkes hänge davon ab, wie Schweden sich ihm gegenüber verhalten werde. Unsere Feinde. Rotterdam, 11. Dez.(WTB.) Nach der„Nieuwe Courant“ erfährt die„Daily News“ aus Lissabon vom Sonntag: Bei den Unruhen wurden 100 Personen getötet und 500 verwundet. Lissabon, 12. Dez.(UTB.) Meldung der Agence Havas. Das neue Mniisterium setzt sich wie folgt zusammen: Vorsitz, Auswärtige Angelegenheiten und Krieg: Sidonio Paes: Inneres: Machado Santos; Unterricht: Alfredo Magelhaß: Justiz: Mora Piuto; öffentliche Arbeiten: Feliciano Costa; Marine: Oreste Branso; Handel: Kavier Estoves; Finanzen: Santos Viegas; Kolonien: der Abgeordnete Tamsgnini Barboza. Newyork, 12. Dez.(WTB.) Die Republik Panama hat Österreich= Ungarn den Krieg erklärt. Die Stimmung in Italien. Berlin, 10. Dez.(WTB.) Die Haltung der italienischen Bevölkerung im besetzten Gebiet Venetiens beweist erneut, daß der Krieg gegen die ehemaligen Bundesgenossen durch die Politik der Regierung und einer Partei der Kriegshetzer, nicht aber vom Volkswillen entfesselt wurde. Die Deutschen und Ostrreicher, von früherher durch lange Beziehungen mit Italien verknüpft, werden auf ihrem Vormarsch nicht als Feinde empfangen und begegnen ihrersceits der Bevölkerung durchaus freundlich. Nicht mit dem italienischen Volk, nicht mit den italienischen Kunstschätzen führen die Mittelmächte Krieg, sondern mit der Regierung, die ihnen den Kampf aufzwang. Die gute Gemeinschaft, die sich zwischen der Bevölkerung und den Siegern angebahnt hat, lassen es als gewiß erscheinen, daß, wenn das italienische Volk seine Hetzer und Aufwiegler abgeschüttelt und das Heer der Verbündeten die italienischen Grenzen nach dem Kriege wieder verlassen hat, die alten Beziehungen ven Volk zu Volk wieder aufleben.—„Giornale d'Italia“ klagt über das immer wieder im Heere auftauchende Gerücht, daß Weihnachten Friede sei, was einer unheilvollen, gegen Widerstandskraft und Vaterland gerichteten Provaganda gleichkomme. Die Explosion in Halifax. Amsterdam, 12. Dez. (TU.) Reuter meldet aus London: Die Gesamtzahl der Toten bei der Katastrophe in Halifax beträgt 1200. 2000 Personen werden noch vermißt. Die Zahl der Verwundeten beläuft sich auf 8000. 25000 Personen sind obdachlos geworden. Der Sachschaden wird auf 30 Millionen Dollar geschätzt. Die Neutralen. Stockholm, 10. Dez.(WTB.)„Nya Dagligt Allehanda“ veröffentlicht einen sehr scharfen Einspruch gegen die Einziehung neutraler Staatsangehöriger zum Heeresdienst in Nordamerika. Das Blatt erklärt, daß augenblicklich schon eine Menge Schweden nach Frankreich eingeschifft seien und dort wohl schon in den Schützengräben stehen. Ein Stockholmer erhielt kürzlich einen Brief von einem Verwandten, der mit dem 104. Regt. aus Worchester am 25. 10. in Birmingham angekommen war. Die Zensur hatte aus dem Briefe den Namen und die Nummer des Regiments ausgeschnitten. Aber die Einzelheiten wurden doch bekannt. Das Blatt schreibt hierzu: Herr Wilson hat in diesen Tagen eine hochtrabende Rede über„Edelmut und Gerechtigkeit" der amerikanischen Demokratie im Weltkriege gehalten und ausgeführt, wie er verschiedene, u. a. auch Deutschlands Verbündete, von der„frechen Herrschaft der preußischen Militär= und Finanz=Autokratie" befreien wolle. Charity begins at bome! Befreien Sie. Herr Wilson, die zum Kriegsdienst eingezogenen Neutralen. Befreien Sie, Herr Wilson, die zum Kriegsdienst gezwungenen Neutralen von der frechen Herrschaft der amerikanischen Militär= und Finanzautokratie. Geschieht das nicht, so wird sich bei den zivilisierten Völkern Europas der bereits so starke Eindruck noch verschärfen, daß ein Gegensatz zwischen Amerikas menscheufreundlichen Phrasen und seinen rücksichtslosen, brutalen und autokratischen Handlungen besteht. Unsere Verbündeten. Wien, 10. Dez.(WTB.) Der Polit. Korresp. zufolge wurde mit der rumänischen Regierung ein übereinkommen getroffen, demzufolge die nachstehend bezeichneten Kategorien österreichischer, ungarischer bzw rumänischer Staatsangehöriger, vorausgesetzt, daß die in Betracht kommenden Personen von der Ermächtigung zur Heimkehr Gebrauch machen wollen, die ungehinderte Rückkehr nach ihrer Heimat zugesichert erhalten: 1. weibliche Personen jeden Alters, 2. männliche Personen im Alter von unter 17 und üver 50 Jahren, 3. männliche Personen innerhalb der erwähnten Altersgrenze, wenn sie mit einem Gebrechen behaftet sind, das sie zu jeder militärischen Dienstleistung unfähig machr, 4. Priester jeder Konfession und jeden Alters, 5. Zivilärzte und Zivilchirurgen jeden Alters. „ Wien, 10. Dez.(W2B.) Da der Minister des Außeren, Graf Czernin, durch Unwohlsein verhindert ist, an der für morgen anberaumten Sitzung des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten der österreichischen Delegation teilzunehmen, findet die Sitzung nicht statt. Eine neuerliche Einberufung des Ausschusses wird voraussichtlich in den allernächsten Tagen erfolgen. „ Graf„Czernin, der infolge eines leichten Unwohlseins seine beabsichtigte Berliner Reise aufzuheben gezwungen war. muß auf ärztlichen Rat vorläufig das Bett hüten. Budapest, 11. Dez.(WTB.) Im Finanzausschuß des Abgeordnetenhauses erklärte zum Gesetzentwurf betreffend die provisorische Regelung des Außenhandels Ministerpräsident Wekerle auf eine Anfrage, daß Verhandlungen #rt:„Teutschland im Zuge seien, doch werde ein endgültiger Abschluß der Vereinbarungen wahrscheinlich erst nach den Friedensverhandlungen erfolgen. Elsaß=Lothringen— das einheitliche unverrückbare Kriegpenhagen, 11. Dez.(Priv.=Tel.) Zu den kürzlichen Ausführungen des Grafen Czernin über Elsaß=Lothrin= gen schreibt„Politiken: Graf Czernin wünschte, Friedensstifter zu werden. Keiner von den leitenden Staatsmännern hat eifriger für einen Verständigungsfrieden gesprochen und gearbeitet, als er. Aber in der elsaß=lothringischen Frage sieht er keine Aussicht für eine Verständigung. Aus diesem Grunde hat er es wohl für wichtig angesehen, offen zu sagen, daß Österreich=Ungarn für Elsaß=Lothringen kämpfen wolle. Seine Worte sind unmittelbar an Frankreich gerichtet und bedeueinsach, über Elsaß=Lothringen kann nicht verhandelt Mittelmächte haben hier ihren Standpunkt festgelegt. Das eisästische seriegsziel ist auch das österreichisch= ungarische, und um das Reichsland als deutschen Besitz zu erhatten, werden Österreich=Ungarns Truppen nun an dem jurchtbaren Kampfe an der Westfront teilnehmen. Die milizärische Wirkung eines gemeinsamen deutsch=österreichischen auftretens gegen die Franzosen und Engländer lassen sich natürlich noch nicht beurteilen. Es handelt sich indessen nicht allein um ein militärisches, sondern auch um ein politisches Moment, und zwar in Paris wird man sich keiner falschen Auffassung darüber hingeben, was es bedeutet, daß österTruppen sich auf der Westfront melden, um für Elsaß=Lothringen zu kämpfen. Polen. # Straßenkundgebungen in Warschau. Warschau, 12. Bez.(W2B.] Am letzten Sonntag haben Warschauer Studenten eine Kundgebung für Pilsudsky und die internierten Legionäre veranstaltet, die zu Ansammlungen einer großen Menschenmenge führten. Bei dem Versuch, unter Absingung aufreizender Lieder ins Innere der Stadt zu ziehen, kam es zu Zusammenstößen mit der Schutzmannschaft und herbeigerufenem Militär. Mehrere Personen, darunter ein deutscher Schutzmann, wurden leicht verletzt. Unter den Verhafteten befinden sich drei Studenten, neun Schüler und eine Schülerin einer höheren Privatlehranstalt. Die Kundgebung war von der polnischen Jugend, insbesondere von der Pilsudsky treu ergebenen Organisation„Bob“ vorbereitet und geleitet. Reich. Berlin, 11. Dez.(WTB.] Seit der Ablehnung des Friedensangebotes durch die Entente steigerten sich die Ergebnisse der, deutschen Kriegsanleihen um mehrere Milliarden. Im Jahre 1916 betrug das Ergebnis der Kriegsanleihen 21,4 Milliarden, 1917: 25.6 Milliarden Mark. Verständigung im Baugewerbe. Berlin, 12. Dez. (WTB.] Die nach längeren Verhandlungen im Reichswirtschaftsamt zustande gekommene Vereinbarung vom 29. Nov., die unter Festsetzung neuerer Teuerungszulagen die Verlängerung des Reichstarifvertrages für das Baugewerbe bis zum 31. Dez. 1919 vorsieht, ist nunmehr gesichert. Sowohl die Generalversammlung des Deutschen Arbeitgeberbundes für das Baugewerbe wie der Verbandsvorstand und der Verbandsbeirat des Deutschen Bauarbeiterverbandes haben der Vereinbarung zugestimmt. Preußisches Abgeordnetenhaus. Berlin, 12. Dez.(WTB.) Am Ministertische Dr. Friedberg, Dr. Drews. Präsident Graf v. Schwerin=Löwitz eröffnet die Sitzunz. um 12 Uhr 20 Min. Auf der Tagesordnung steht die Beratung des Antrages der Abgeordneten Fuhrmann(natl.). Freiherrn von Loe (Zentr.). Mertin(frk.) und Winkler(kons.) und Gen. betr. Sicherstellung des Rechts der Staatsbeamten auf politische Betätigung in Verbindung mit dem Antrag Aronsohn(Vpt.) und Genbetr. politische Betätigung der Beamten. Abg. Fuhrmann(natl.): Wenn ich den Antrag begründe. so handele ich im Auftrage aller derjenigen Parteien, die den Antrag unterstützt haben. Der Antrag findet seinen Anlaß in einer Verfügung des Ministers des Innern vom 1. Oktober. Danach steht den Beamten der Beitritt zur Vaterlandspartei frei, es sei aber unerwünscht, wenn sie in Wort und Schrift für die Bestrebungen der Vaterlandspartei eintreten. Ich halte den Erlaß einer solchen Verfügung für sehr unerwünscht.(Sehr richtig! rechts.) Der Eulaß trifft politische und unpolitische Beamte in gleichem Maße. Nach der Verfassung hat jeder Preuße das Recht, in Wort. Schrift und bildlichen Darstellungen seine Meinung zu äußern. Einschränkungen sind nur für besondere Pflichten der Staatsbeamten gegeben. Herr v. Bethmann=Hollweg hat erklärt, daß die Ausübung der politischen Rechte nur eine Beschränkung finden soll. wenn zwingende Staatsnotwendigkeiten in Frage kommen. In ähnlichem Sinne hat sich auch Fürst Bülow als Reichskanzler geäußert, Dr. Michaelis hat gesagt: Die politischen Beamten können jeder Partei angehören, sofern sie nicht den Bestand des Staates gefährdende Bestrebungen verfolgt. Das Bestreben der Vaterlandsvartei ist es, den Siegeswillen des deutschen Volkes zu heben.(Widerspruch links und Ruf: Gehen Sie doch in den Schützengraben! Große Unruhe rechts.) Sie erwartet, daß aus diesem Kriege ein größeres Deutschland hervorgehen soll. Sie verfolgt also nicht Bestrebungen, die den Bestand des Staates gefährden. Ich bin nicht in der Lage, den Erlaß des Ministers zu billigen. Die politischen Beamten unterliegen dem Disziplinargesetz. Die Regierung hat die Pilicht, von den politischen Beamten zu verlangen, daß sie in hochpolitischen Fragen die Regierung zu unterstützen haben. Die Vaterlandspartei ist gegründet worden. nachdem die Reichstagsresolution vom 19. Juli beschlessen worden ist. Sie wendet sich gegen die Forderung, daß die oberste Heeresleitung bei unseren letzten Kriegszielen nicht mitsprechen soll. Die Vaterlandspartei hat keine Politik gegen Michaelis getrieben sie treibt auch keine Politik gegen den Grafen Hertling. Wir freuen uns, daß der Reichskanzler den Feinden keinen Freibrief auf endlese Verlängerung des Krieges ausstellen will. Bismarck hat im Jahre 1866 mehr annektiert, als in dem jetzigen Kriege annettiert werden kann. Wir sind Tirpitz. einem Manne von hoher staatsmännischer Bedeutung, dankbar dafür, daß er so energisch für einen deutschen Frieden eintritt in einem Kampf, in dem es sich um Sein oder Nichtsein Deutschlands handelt. Es ist ein großes Verdienst des Großadmirals v. Tirpitz, daß er das Volk zum Kampf gegen England aufruft.(Bravo rechts.) Ich bitte den Minister, seinen Erlaß zurückzunehmen, soweit es sich um unpolitische Beamte handelt. Draußen stehen die Truppen im schwersten Kampf. wir brauchen Frieden im Innern. Haben wir den, dann sind wir unüberwindlich.(Beifall rechts und bei den Nationalliberalen.) Minister des Innern v. Drews: Mit meinem Erlaß vom 1. Oktober sind für die Beamten meines Ressorts Normen aufgestellt, wie sie sich gegenüber den politischen Parteien zu verhalten haben. Es ist darin keinerlei Ausnahmebestimmung für die Vaterlandspartei enthalten. Ich habe nur zur obersten Grundlage gemacht, daß in allen derartigen Fragen bei der Stellung der Behörden zu den Parteien alle Parteien gleich zu behandeln sind.(Bravo! links.) Von Seiten der Verwaltungsbehörde wird keine Partei um ihre Parteiwillen anders behandelt als die andere. Der Erlaß ist dahin verstanden worden, daß zu ungunsten der Vaterlandspartei eine Ausnahmebestimmung erfolgen sollte. Diese Auffassung ist unrichtig. Die Regierung steht auf dem Standpunkte des Königswortes:„Ich kenne keine Parteien mehr, ich kenne nur noch Deutsche.“(Bravo! links.) Auf diesem Standpunkte wird die Regierung stehen bleiben, es sei denn, daß es sich um eine Partei handelt, die Verrat am Vaterlande treibt. Bei den Beamten der inneren Verwaltung herrscht grundsätzlich Gesinnungsfreiheit. Die Beamten können ungestört den politischen Parteien angehören. Was aber die Betätigung für die politischen Parteien anlangt, so steht der Beamte nicht so da wie jeder andere Staatsbürger, sondern es folat aus seinem Beamtenverhältnis, daß er gewissen Einsckränkungen unterworfen ist. Er muß es unterla ssen, auf nachgeordnete Beamte einen Druck auszuüben, einer gewissen Partei beizutreten. Ferner darf er nicht während der Amtsstunden mit amtlichem Material Agitation für politische Parteien treiben. All diese Beschränkungen getten für sämtliche Staatsbeamte. Aufgabe der volitischen Beamten ist es, die Politik der Regierung nach außen zu vertreten. Deshalb müssen diese Beamten sich in den Grenzen der Politik der Regierung halten. Die politischen Beamten müssen sich deshalb jeder Agitation für politische Parteien enthalten. Wir müssen vermeiden, den Riß, der durch unser öffentliches Leben geht, zu vergrößern. Wir brauchen die Einheit des Vaterlandes nicht nur, um den Krieg zu gewinnen sondern auch zur Lösung der Aufgaben nach dem Kriege. (Beifall links.) „Oh, meine Lunge ist gesund,“ erwiderte sie kühl. „Wissen Sie das so genau?“ Ihr stieg das Blut ins Gesicht, aber sie empfand mehr Verdruß, als Schreck über diese Rücksichtslosigkeit.„Warum sagen Sie mir nicht lieber gleich, daß ich schwindsüchtig aussebe?“ „Eine nicht ganz gesunde Lunge haben und schwindsüchtig sein, ist zweierlei.“ „Nun, Sie sehen gerade auch nicht aus wie das Bild der Gesundheit,“ kehrte sie den Spieß um,„und laufen ebensoviel in Wind und Wetter draußen umher.“ „Bei mir ist das etwas anderes, ich bin abgehärtet und brauche eben gerade die herbe, scharfe Gebirgsluft, um mir die in der Tropenglut erschlafften Nerven zu restaurieren.“ „Abgehärtet bin ich auch, und wenn meinem Körper die frische Luft nicht dienlich sein sollte, braucht sie desto notwendiger mein Gemüt. In den engen vier Wänden meines Zimmers ersticke ich.“ Aber während sie es in derselben kurzen Art, in der er mit ihr sprach, sagte, mußte sie denken:„Also der Franzl hat doch recht, in den Tropen war er!“. Und sie sah ihn sich darauf genauer an. Der verwitterte Teint ließ allerdings darauf schließen. Ebenso graugelb sah der Sohn ihres Schuhmachers daheim aus, als er von der Fremdenlegion zurückkehrte. Er litt schwer am Fieber, und das war mit dem Doktor wohl auch der Fall. Er hatte nur eine geringschätzige Bewegung seiner Schultern auf ihre Rede.„Sie müssen selber am besten wissen, was Sie tun und lassen wollen.“ Damit erhob er sich, nahm seine Mütze, verbeugte sich kurz und ging. Er war wirklich ein Stoffel! Sie mochte mit ihm nichts zu tun haben. Nun, nach dieser ersten Dialogprobe würde er sie ja wohl auch ein für allemal in Ruhe lassen. In einer Beziehung war es aber doch schade: gar zu gern hätte sie von seinen Reisen erzählen hören. III. Aber der Doktor hatte nun doch recht behalten: böse rächten sich die Wanderungen im Regen. Der Morgen nach dem Waldheimer Ausflug fand Reta in heftigem Fieber, und der Hals war ihr verschwollen, so daß sie kaum sprechen konnte. Die Heinermutter pflegte die Kranke mit rührender Sorgfalt. Der Gedanke schien ihr schrecklich zu sein, daß das junge Mädchen in ihrem Hause erkrankt war. Reta ließ alles über sich ergehen. Gehorsam versuchte sie den heißen Tee zu schlucken, ließ sich in Kissen und Decken packen. Sie empfand es als wunderbar wobltuend, so gärtlich umsorgt und behütet mu werden. Von ihner Mutter b# sie das nicht. Die Frau Professor fürchtete sich vor Krankheiten und Ansteckung: nur gezwungen und ungern beteiligte sie sich an der Pflege, und ihr lautes, sprunghaftes Wesen trug nur dazu bei, den Kranken selbst unartig und nervös zu machen. Nicht so die Bäuerin. Wohl konnte man der Frau Angst und Sorge ansehen, die sie sich um Reta machte, aber ruhig und besonnen blieb trotzdem ihr Handeln. „Ist ein Arzt im Orte?“ fragte die Kranke mühsam. Nein, der Arzt käme erst zu Beginn der Saison. Nur in Waldheim wäre einer: der müßte freilig erst mit dem Wagen geholt werden. Reta winkte erschrocken ab. Um Gotteswillen, das würde ihren Etat schön belasten! Am Nachmittag aber hatte die Bäuerin doch Rat geschafft, zwar ziemlich eigenmächtig und unbekümmert um den Willen ihres Pfleglinas, aber schließlich doch zu dessen Besten. Sie war in die Villa Silberblick gelaufen und hatte den fremden Doktor um seinen Beistand gebeten. „Frau Heiner,“ rief Reta erschrocken, als ihr davon Mitteilung gemacht wurde,„der Herr Schwartz? Der ist vielleicht gar kein Arzt?“ „Doch,“ versicherte die Heinermutter triumphierend, „e richtiger Dukter, und gleich wird er kumma, hoat er gesagt.“ Reta fühlte recht gut, daß sie einen Arzt haben mußte, aber den Dr. Schwartz wollte sie um keinen Preis. Die eigenmächtige Handlungsweise der Frau regte sie schrecklich auf. „Wie können Sie das ohne meine Erlaubnis tun, Frau Heiner?“ zankte sie, aber die Frau meinte so treuherzig, ob sie das Fräulein denn hätte liegen lassen sollen, so elend krank, und keiner von ihren Angehörigen wäre da— daß die Kranke sich ihrer Heftigkeit schämte. Da wäre doch auch für sie die Verantwortung zu groß, und tröstend fügte sie hinzu:„Luss'n Se ock, der Dukter is gar a kluger Mann, der werd's schon richtig macha. In dem Augenblick klopfte es und ohne ein„Herein“ abzuwarten, trat der Dokter ein. Er mußte sich unter der niedrigen Tür bücken, und als er neben ihrem Bett stand, ragte er empor wie ein Baum. Sie kam sich neben ihm vor wie ein Knirps.„Nun, gnädiges Fräulein, wo fehlt's?“ fragte er ohne Einleitung, wie der Hausarzt sie auch daheim fragte, und er setzte hinzu:„Sie haben sich natürlich gründlich erkältet.“ Dabei faßte er schon nach ihrem Puls. Reta wollte protestieren, aber der Arger über die Wirtin und der Schreck über des Doktors Erscheinen schnürten ihr die Kehle vollends zu. Starte“„Fieder,“ koustatierte er.„seden Sie sich bitte enl unn wte sntsrtcher? „Nein!“ rief Reta, sich nur noch fester in die Bettdecke wickelnd. „Seien Sie doch nicht kindisch, Fräulein Mangold. Sie scheinen sich nicht bewußt zu sein, daß der Arzt vor Ihnen steht.“ Er war entschieden ärgerlich, aber er sprach viel weniger schroff mit ihr als neulich, ja ein Ton von überredung klang aus seiner Stimme. Als Arzt schien er ein anderer zu sein, denn als Mensch. „Aber ich habe Sie nicht gerufen, ich— ich— will keinen Arzt,“ brachte sie unter Tränen hervor. „Ich bin nämlich heimlich zu Ihna gelauf'n in meiner Angst," warf Frau Heiner schnell ein. Er sah von der Bäuerin zu Reta, zögerte einen Augenblick und sagte dann ruhig:„Sie haben kein Vertrauen zu mir, Fräulein Mangold, und das würde mir als Arzt in einem anderen Falle genügen, sofort zurückzutreten. Aber den Hals kann ich Ihnen auch ohne Ihr Vertrauen in meine Kunst kurieren, und ich sehe, hier tut schnelle Hilfe not.“ „Ich danke Ihnen, aber ich— ich mag überhaupt keinen Arzt," beharrte sie eigensinnig. „Sie können kaum noch ein Wort hervorbringen,“ konstatierte er.„Ich weiß nicht, mein gnädiges Fräulein, ob Sie daheim Eltern oder sonst Angehörige haben, die sich um Sie sorgen. Jedenfalls befinden Sie sich in einem Zustande, der Ihnen die Pflicht auferlegt, ohne die geringste Verzögerung ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen, und ebe der Arzt von Waldheim hier ist, kann es zu spät sein. Ich muß Ihnen das sagen. Also nun, seien Sie vernünftig, und lassen Sie sich ein bißchen nöher ansehen. Bitte zeigen Sie mir Ihren Hals.“ Er behandelte sie so mild wie ein krankes Kind, und sie schämte sich. Ohne weiteres ergriff er ihre Hand, und sie fühlte, wie von seinen kühlen Fingern eine Beruhigung auf sie ausstrahlte, und obwohl sie sich dagegen wehrte, tat ihr die Teilnahme wohl, die aus seiner sonst so kalten Stimme klang. Dazu stand die Heinermutter an ihrer anderen Seite und bot: „Fräuleinchen, tun Sie ock was der Herr Dukter soagt. Sie müsse ja ersticka, so verschwullen is Ihr Hoals, und Ihre Eltern müßten sich ja an gerade in die Erde legen, wenn daß wir Sie hier ohne Hülfe wullten verkumma lussa.“ Da wehrte sie sich nicht länger und tat, was man von ihr wollte. Reta hatte gedacht, es sei Diphtheritis, aber das war es nicht, sondern eine eitrige Mandelentzündung. Am nächsten Morgen öffnete Dr. Schwarz den Abszeßz, und dann war sie schon fieberfrei und imstande, für kurze Zeit aufzustehen. (Fortsetzung folgt.) * der deutschsprachigen Presse e.V. Abg. Kanzow(Vpt.]: Ich hoffe, daß die Antragsteller auch in Zukunft ihre Beamtenfreundlichkeit beweisen werden, vonn es sich um das Disziplinarrecht, das Vereinsrecht und ähnliche Dinge handelt. Aber Herr Fuhrmann bat den Antrag eingebracht nicht aus Liebe zu den Beamten, sondern aus Liebe zur Vaterlandspartei. Mit der Erklärung des Ministers können wir uns einverstanden erklären. Es ist aber nicht zu billigen, daß für die Agitation für die VaterlandsPartei Amtszimmer und Schulen gebraucht werden. Mehrsuch sind auch Kanzeln und die schulamtliche Tätigkeit zu Gunsten der Vaterlandspartei verwendet worden. Auch unsere Siegeszuversicht ist nicht erschüttert worden. Wir werden siegen! Dazu befähigt uns vor allem unsere sittliche Kraft. Die alldeutsche Aaitation hat uns nicht genutzt, sondern geschadet. Tatsache ist es, daß die Vaterlandspartei innerpolitische Ziele verfolgt. Der Kaiser hat erklärt, uns treibe keine Eroberungssucht. Der 4. August 1914 hat eine große Vaterlandspartei zusammengeschmiedet im Feuer heiliger Vaterlandsliebe. Wir meinen das nicht nur gewissen, sondern allen Beamten politische Freiheit gelassen werden soll. Jeder Mißbrauch muß aber vermieden werden. bitte Sie, unserem Antrage zuzustimmen.(Beifall links.) Abg. v. Hennigs=Techlin(kons.): Wir stimmen im allgemeinen mit den Ausführungen des Abgeordneten Fuhrmann überein.(Hört, hört! links.) Durch seine Stellung und seinen Treueid sind dem Beamten selbstverständlich gewisse Grenzen gezogen. Die Staatsautorität muß aufrecht erhalten bleiben. Dabei soll man den Beamten aber nicht das politische Rückgrat brechen. Wo das Staatsinteresse in Frage kommt, aibt es doch für uns noch Parteien, die wir stets bekämpfen werden. Gegen das Wort„unerwünscht" im Erlaß des Ministers müssen wir Einspruch erbeben. Es muß entweder Ja oder Nein heißen. Den Beamten anbeimzustellen, die Wünsche des Ministers zu erfüllen, geht nicht an.(Sehr richtig.! Die Friedensresolution des Reichstages kann das Volk nicht berubigen. Wir wollen ein gesichertes Deutschland erzielen. Wie man dieses Ziel sich denkt, mag verschieden sein. Mit Verbrüderungsfragen können sich die Philosophen nach dem Kriege beschäftigen: jetzt ist es nicht Zeit dazu. Jetzt ailt es nur das eine Ziel: den Krieg gewinnen, so gut wie möglich. Der Kleinmut wird sostematisch groß gezogen. Demgegenüber muß der Siegeswille immer wieder betont werden. Dazu ist die Vaterlandspartei gegründet worden. und aus allen Parteien, auch aus dem Zentrum, gehören ihr Vorstandsmitglieder an. So wie bisher ging es nicht weiter. Aus diesem Gefühl ist die Vaterlandspartei gegründet worden. Gegenüber der ganzen Lage des Vaterlandes ist hier der Zwischenruf von Hue oder einem anderen gemacht worden:„So wird der Krieg gemacht!“ Es ist unerhört, daß im preußischen Parlament ein solcher Ausdruck gefallen ist. (Abg. Due: Ich protestiere gegen eine solche Lüge!) Vizepräsident Dr. Porsch ruft den Abg. Hue zur OrdAbg. v. Heunigs fortf.: Ich lasse es dahingestellt, wer das Wort gesprochen hat. Tatsache ist, daß es gefallen ist, und ich protestiere dagegen. Es handelt sich in diesem Kriege darum: Wir oder England! Das müssen wir im Auge behalten. Die Ziele der Partei, der der Abgeordnete Stroebel angehört, dürfen von den Beamten nicht vertreten werden. Abg. Beyer=Neustadt(Zentr.): Der Erlaß des Ministers hinsichtlich der unpolitischen Beamten geht unzweiselhaft zu weit. Dem Antrage Aronsohn, der für die Staatsbeamten den freien Ausdruck ihrer politischen Überzeugung fordert, anderseits aber verhindern will, daß auf dienstlichem Wege zur Betätigung für politische Parteien aufgefordert wird, stimmen wir zu. Redner beantragt Überweisung der Anträge an eine Kommission von 21 Mitgliedern. Abg. Leinert(Soz.): Nach dem Erlaß sind die Beamten verpflichtet, die Regierungspolitik zu unterstützen. Wir fordern das parlamentarische System, dann wird die Anschauung der Regierung durch die Abgeordneten vertreten. Sie bedarf dann nicht der Beamten dazu. Die Vaterlandspartei befindet sich mit ihrer Forderung eines Eroberungsfriedens im Gegensatz zur Regierung, die einen Verständigungsfrieden will. Auch die Beamten haben nach der Verfassung das Recht, ihre politische Meinung frei zu äußern. Wir fordern, daß dieses gleiche Recht für alle Beamten sichergestellt wird. Wir lehnen deshalb den Ergänzungsantrag Fuhrmann ab, der die Zugehörigkeit der Beamten zu Parteien beschräuken„ill, soweit diese keine, den Bestand des Reiches und Staates a-fährdenden Ziele verfolgen. Da muß man mindestens fragen, welche Parteien damit gemeint sind. Die Vaterlandsvartei will den Beamtenapparat in Bewegung setzen zu einer Agitation, die im Volke keine Mehrheit hat. Sie will die Kriegs= und Blutopfer ins Ungeheure steigern. Ohne die behördliche Agitation würde sie überhaupt keine nennenswerte Mitgliederzahl haben. Der Vaterlandspartei werden keine Versammlungen verboten, wohl aber der Sozialdemokratie. Dem politischen Kampfe muß völlig freie Bahn gelassen werden. Alle Parteien müssen gleichmäßig behandelt werden. Die Aufrufe der Vaterlandspartei werden meist nur von Beamten unterschrieben, vielfach nur mit der Amtsbezeichnung des Gemeindevorstandes oder des Landrats. Es ist eine Unverschämtheit der Vaterlandspartei, wenn sie während des Krieges erklärt, den Kampf gegen den inneren Feind aufzunehmen. Setzt die Vaterlandspartei ihre volksvergistende Agitation fort, so muß im Volke ein energischer Widerstand gegen sie orgenisiert werden.(Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. Mertin=Oels(frk.): Mit dem Erlaß des Ministers. nach welchem eine Agitation der Beamten, auch der unpolitischen, für eine politische Partei als unerwünscht bezeichnet wird, können wir uns nicht einverstanden erklären. Die Vaterlandspartei will den Siegeswillen stärken. Sie erstrebt einen guten Frieden. Die Angriffe gegen sie sind durchaus unberechtigt und unbegründet. Die Fortschrittler, die Vorkämpfer der Selbstverwaltung, rufen jetzt den Minister gegen die Bürgermeister auf.(Sehr gut rechts.) Die Varerlandspartei ist aus dem Willen des Volkes heraus entstanden. (Sehr richtigl rechts: Widerspruch links.) Die Reichstagsresolution ist unter dem Druck der pessimistischen Anschauung jener Tage entstanden. Heute wäre sie unmöglich. Sehr richtig.] Sie war in ihrer Wirkung vollständig verfehlt. Dieser ungünstigen Wirkung mußte begegnet werden. Auch der Vaterlandspartei ist die Abhaltung von Versammlungen verboten worden. Hoffentlich wird es bei dem Dreigestirn des Ministerpräsidenten bleiber: Gerechtigkeit, Vertrauen und grenzenloser Optimismus.(Lebh. Beifall.) Darauf wird ein Antrag auf Schluß der Debatte angenommen.„ W In„ Persönlich härt Abg. Due(Soz.] seinen Vorwurf gegen den Abg. v. Hennigs=Techlin, er lüge aufrecht und wiederholt ibn. Präsident Dr. Graf von Schwerin=Löwitz ruft den Redner Due nochmals zur Ordnung. Abg. v. Hennigs=Techlin nimmt unter Darlegung der Vorgänge bei dem Zwischenruf des Abg. Hue seinen Vorjourf gegen den Aba. Hue zurück, worauf Aba. Hue auch seinen Vorwurf zurücknimmt. Beide Anträge werden einer Kommission von 21 Mitaliederr überwiesen. Nächste Sitzung Donnerstaa 11 Uhr. T.=O.: Beratung über Kohlenfragen. Schluß 5½ Uhr. Aus der Stadt. Münkter, 13. Dezember. 4 Unsere Bezieher werden gebeten, den allmonatlich zur Erhebung gelangenden Bezugspreis von 80 Pfg. nur gegen Aushändigung der Empfangsbescheinigung zu bezahlen. Die Zeitungsbotinnen haben Anweisung, solche ohne besondere Aufforderung auszuhändigen. Von Abweichungen von dieser Regel bitten wir uns in allen Fällen Mitteilung zu machen. Verlag des„Münsterischen Anzeigers“. Einmalige Teuerungszulagen für die Beamten. Staatshaushaltsausschuß des preußischen Abgeordnetenbauses erklärte der Finanzminister sich damit einverstanden, daß den verheirateten Beamten eine einmalige Teuerungszulage von 200 Mark(für jedes Kind 20 Mark mehr) und die Unverbeirateten 150 Mark erhalten. Der Minister sagte ein gleiches Vorgehen im Reiche zu, konnte aber die Erhöhung der laufenden Kriegsbeihilfen jetzt nicht in Aussicht stellen. Der Ausschuß der Landesversicherungsanstalt Weltfalen hielt seine diesjährige ordentliche Sitzung am 7. Dezember 1917 in Münster ab. Der vom Vorstandsvorsitzenden, Geh. Regierungsrat Dr. Althoff erstattete Jahresbericht für 1916. auf den wir in den nächsten Tagen zurückkommen, ergab ein in Anbetracht der Zeitverhältnisse durchaus befriedigendes Bild des Wirkens der Anstalt im abgelaufenen Geschäftsjahre, sodaß er zu Erörterungen aus der Versammlung keinen Anlaß bot. Auch die übrigen Punkte der Tagesordnung: Abnahme der Jahresrechnung für 1916, Wahl der Rechnungsprüfer für 1917 und Festsetzung des Haushaltsplanes für 1918 fanden eine glatte Erledigung. Aus dem Haushaltsplane sei hervorgehoben, daß als Einnahmen an Beiträgen 12 000 000 Mark an Zinsen 4 680000 Mk., an Darlehnsrückzahlungen 2600 000 Mk. an Zuschüssen der Krankenkasson. und Dritter aum Heilverjahren 381 000 Mi. Asquiths Meinung zu den Gegenwartsfragen. Loudon, 11. Tez(WTB.= Reuter. Asquith hielt im Birmingbam eine Rede, in der er erklärte, daß er sich vor Augen halten müsse, nicht nur zu den unmittelbaren Zuhörern zu sprechen, sondern daß er ebenso zu der unsichtbaren Zuhörerschaft seiner Landsleute, der Alliierten, der neutralen Welt und des Feindes spreche. Das sei Grund genug zur Vorsicht und Abwägung der Worte wie zur Vorsicht gegen plausible, aber ungerechtfertigte Folgerungen, wie Vermeidung unreifer Rhetorik. Damit sei eine Rechtfertigung gegeben dafür, sich auf weitere farblose Allgemeinheiten zu beschränken. Er werde bestrebt sein, seine Meinung bestimmt und klar anzugeben. Asquith fuhr fort: Ich kann nicht vergessen, daß ich mit meinem Freunde und Amtsgenossen Grey eine größere Verantwortung habe, als sie je in der Geschichte vorlag. In der Tat, die Verantwortung war angesichts der sichtbaren und voraussehbaren Umstände in der Zeit schwer; sie wurde noch schwerer in den folgenden Jahren, in denen wir Zeuge waren, wie der SchauPlatz des Krieges sich vergrößerte, bis er mittelbar oder unmittelbar die weite Mehrheit der Bevöllerung der Welt ergriff. Schwer ist die Verantwortung eines jeden, dessen Hände teilhatten an der Anfachung des Feuers, das diesen Kessel mit seiner höllischen Glut heizte. Wir suchten es nicht. Wir hätten uns fernhalten können mit der Ausrede, daß. unsere Verpflichtung Belgien gegenüber eine gemeinschaftliche. nicht eine Sonderverpflichtung war. Mit anderen Worten: wir hätten für uns einen Frieden haben können um den Preis einer Rechtsverdrehung und um den Preis der Schande: wir waren der Ansicht, daß dieses unschätz barste der menschlichen Güter einen solchen Preis nicht wert war. Ich behaupte entschieden mit aller Kenntnis, die wir jetzt haben von den damals unvorstellbaren Schrecken des weltumfassenden Krieges: sollte ich noch einmal die Zeit durchleben, ich würde dieselbe Entscheidung treffen! Stellen Sie sich nur vor, daß der Krieg mit einem Frieden endet, der die Erreichung unserer ursprünglichen Ziele sicherstellt und damit an sich die Bürgschaften für seine Dauer enthält, ein solcher Friede würde das oberste beherrschende Bedürfnis der Welt. Es gibt zurzeit keinen größeren Feind des Menschengeschlechtes als den Mann, der durch Wort oder Tat die Erreichung des Friedens erschweren würde. Hierauf sprach Asquith von dem Brief Lausdow= nes, und nachdem er seinen politischen Fähigkeiten, dem Werte seiner Ratschläge und der Wärme seiner Vaterlandsliebe Anerkennung gezollt, fuhr er fort: Ich wußte von seinem Briefe nicht mehr als irgendein Mitglied der Regierung, bis ich ihn in der Presse sah. Ich trage keine Verantwortung für seinen Inhalt, weder direkt noch indirekt, aber ich muß bekennen, daß viel von der Kritik, die seinem Briefe widerfuhr, mir daher zu rühren scheint, daß Meinungen und Absichten hineingelesen wurden, die ich nicht darin finde. Wenn Lansdowne vorgeschlagen hätte, daß wir unsere Kriegführung abschwächen oder die Sache eines oder mehrerer unserer Verbündeten preisgeben sollten, oder daß wir den Feinden, die bisher ständig ablehnten, ihre Bedingungen bekanntzugeben oder auch nur anzudeuten, mitteilen sollen, daß wir bereit sind, um Frieden zu bitten— und ich sehe, daß alle diese Auslassungen seinem Briefe entweder im Inlande oder in anderen Ländern zugeschrieben wurden— so sind wenige unter uns, die sich von irgendwelchen derartigen Vorschlägen nicht abwenden würden. Ich aber nehme an, daß sein Hauptargument folgendes war: Die Alliierten sollten, während sie den Krieg kraft= und zielvoll fortsetzten, bemüht sein, den Völkern der Welt, sowohl den Kriegführenden wie den Neutralen, immer mehr klarzumachen, daß die einzigen Ziele, wofür wir kämpfen, nationale und uneigennützige Ziele an sich sind und daß es diejenigen Ziele sind, wofür wir in den Krieg eintraten und daß wir durch ihre Erreichung unserer Überzeugung nach nach einer dauernden Friedensbürgschaft trachten, begründet durch eine gemeinschaftliche Autorität des internationalen Bundes, um die jüngsten Worte Wilsons zu gebrauchen, und so das Ziel zu wirksamer Geltung zu bringen, unter Teilnahme nicht allein der Regierung, sondern auch der Völker, die fortan den Weltfrieden verbürgen müssen. Jetzt ist es reichlich klar, daß nicht die Regierungen, sondern die Völker der feindlichen Länder künstlich im Dunkeln gehalten werden über unsere tatsächlichen Absichten sowohl hinsichtlich des Krieges wie des Friedens. Ich werde weiter tun, was ich kann, um den Schleier zu lüften und womöglich einige Lichtstrahlen hineinzulassen. Die wichtigste, wie ich glaube, vorherrschende dauernde Verkennung unserer Kriegsziele liegt darin, daß eine fernere, wenn auch uneingestandene Absicht der Alliierten bestehe, Deutschland und das deutsche Volk nicht allein zu besiegen, sondern auch zu demütigen, in Armut zu versetzen und schließlich als Faktor für die weitere und reichere Entwickelung der Menschheit zu vernichten. Es muß natürlich eingeräumt werden, daß weder hier noch in Amerika irgendein derartiges Ziel aufgestellt oder auch nur vorgeschlagen ist. Ich gehe auf meine eigene Angabe unserer Kriegsziele zurück, die ich in der Guildhall im November 1914 machte. Damals sagte ich, daß wir das Schwert nicht früher in die Scheide stecken würden, als bis die militärische Herrschaft Preußens ganz und endgiltig zerstört sei. Bezüglich dessen, was wir unter preußischem Militarismus verstehen, verweise ich wiederum auf die letzte Rede des Präsidenten Wilson. Niemand bedroht den Bestand, die Unabhängigkeit und die friedlichen Unternehmungen des Deutschen Reiches. Niemand unter den Alliierten versucht oder nimmt sich heraus, die innere Verfassung und Einrichtung dem künftigen Deutschland vorzuschreiben. Es ist ein eingewurzelter Grundsatz der Demokratie, daß jedes organisierte Volk der wahre, maßgebende, endgiltige und einzige verantwortliche Richter seiner eigenen Regierungsform ist. Es ist also ihre eigene Sache. An was wir und die übrige Welt beteiligt sind. ist nicht das Volk, sondern das System, das als Werkzeug zuerst in Preußen, dann im übrigen Deutschland verwendet wurde, jene doppelte Maschine des Militarismus und der Bureaukratie, zwei Maschinen, die sorgfältig und sinnreich ineinanderarbeiten. Was ist ein System, welches die Gewalt als oberste Macht auf den Thron gesetzt hat, welches sich selbst bei der Verfolgung seiner vermeintlichen Interessen die Freiheit zuerkannt hat, je nach den Bedurfnissen der Stunde, die feierlichsten Verträge zu fälschen, zu verhöhnen oder aufzuheben? Ein System, das in der Tat mehr als die päpstliche Macht beansprucht, sich freizusprechen von Verpflichtungen und Beschränkungen, die die Rechte der Völker der Welt schützen, das muß aufhören. Deutschland muß als rein geschäftliche Sache— abgesehen von Gefühl und Ethik— lernen, daß dieses System sich nicht bezahlt macht. Wir haben und wünschen keinen mörderischen, dauernden Streit mit der deutschen Nation. Wir erkennen an, was sie zu dem gemeinsamen Vorrat an Wissen, in der Ferschung nach materiellen und geistigen Hilfsquellen beigetragen hat und, wie ich glaube, noch beitragen wird. Aber wenn ein Vertrag geschaffen werden soll, ein wirklicher dauernder Vertrag, so muß er mehr sein als ein Stück Papier, geschrieben mit Tinte und gesiegelt mit Wachs. Er muß sich gründen auf den authentischen Beweis, daß das deutsche Volk bereit ist ebenso wie wir, den Grundsatz des gemeinsamen und gleichen Rechtes. nicht nur als bloß technisch oberste, sondern tatsächlich als beherrschende Autorität in der Welt anzunehmen, was durch geeignete wirksame Maßnahmen vermittelt werden könnte.(Beisall.), 6. 8 S Ein anderes in gleicher Weise eingewurzeltes Mitzverständnis ist, daß die Alliierten und besonders England, für ihre eigenen politischen und wirtschaftlichen Ziele die Zerstörung dessen anstreben, was man mit dem unbestimmten Ausdruck Freiheit der Meere nennt. Ich habe vergeblich versucht, eine genaue oder wenigstens annähernde Begriffsbestimmung dieser Redenart zu finden. Niemand bestreitet, daß in Friedenszeiten die Meere der Handelsschifffahrt aller Nationen der Welt uffen sind und dauernd offen sein müssen. Was für eine Klausel wäre es, deren Aufnahme Großbritannien z. B. in die Friedensbedingungen vorschlagen würde, die dieses natürliche uralte Recht verkürzen oder fesseln könnte? Wenn daher diese Formel überhaupt irgendwelche Bedeutung hat, kann sie dazu gebraucht werden, in Kriegszeiten derjenigen Macht, die gerade die See beherrscht, irgendeine neue Beschränkung in ihren Rechten als kriegführende Macht zuzumuten. Für die Landkriegführung wird keine entsprechende Einschränkung angeregt, wo bestehende Vereinbarungen feierlichster Art im gegenwärtigen Kampf durch den Feind planmäßig verletzt wurden. Es liegt hierin tatsächlich eine Bedeutung, die wohl wert ist, zu erwägen, ob nicht etwas getan werden soll, um die Freiheit der Meere zu sichern. Ich meine natürlich, daß die Führung des widerrechtlichen, schändlichen Unterseebootkrieges mit seinen grausamen Opfern unschuldiger Menschenleben der uns zwang, die Handelsschiffe zu bewaffnen, nicht allein die Kriegführenden, sondern auch die Neutralen beispiellosen Gefahren aussetzte, die bisher in den Annallen des Seekrieges unbekannt waren. Ich glaube kaum, daß wir noch sehr viel von den Lippen des Feindes von der Freiheit der Meere werden reden bören. Schließlich besteht auch die Ansicht, daß der Friede, den wir im Sinne haben ein lahmer Friede und ein Vorwand sein solle, den Krieg unter anderem Namen fortzusetzen. Kein Friede wäre nach meiner Ansicht— hoffentlich auch nach der Ihrigen— seines Namens wert, der trotz der Einstellung der Feindseligkeiten und Niederlegung der Waffen zuließe oder darauf hinzielte, daß, wie ich früher sagte, ein verhüllter Krieg eintrete, der mit anderen Methoden, aber in weniger kriegerischem Geiste geführt würde. Ich behauptete es, ich würde weiterhin so kräftig wie einer diese Behauptung verfechten, daß es unser gutes Recht ist. alle rechtmäßigen Methoden, wirtschaftliche wie militärische, anzuwenden, um unsere Hauptziele zu sichern und einen solchen dauernden fruchtbaren Frieden zustande zu bringen, wie die Welt ihn braucht. Die Stellung der Verbündeten hierzu ist vollkommen klar und von Wilson in seiner jüngsten Botschaft gekennzeichnet. Ich unterschreibe achtungsvoll die Worte, deren er sich bedient und denen ich mich anschließe. Ein reinlicher Friede— das ist es, was die Bevölkerung dieses Landes und sämtlicher alliierten Völker wünschen. (Beifall.) Um ihn zu erreichen, nicht mehr, aber auch nicht weniger, sind sie unbeugsam in der Entschlossenheit und dem festen Willen, vorwärts zu gehen und alle notwendigen Anstrengungen und Opfer zu ertragen. * Asquith bemüht sich, im Vergleich zu den früheren Reden eine maßvollere Tonart anzuschlagen. Dazu hat er auch gerade jetzt, wo ein Jahr seit dem deutschen Friedensangebot verflossen ist, allen Anlaß. Wir sehen darin eine stillschweigende Anerkennung unserer militärischen und politischen Lage. Für die Pläne der Entente, die auf Deutschlands Niederwerfung abzielten, ist das verflossene Jahr eine Zeit schwerster Enttäuschungen gewesen. Für dieses Jahr prophezeien die englischen Staatsmänner in zahllosen Kundgebungen den end gültigen Zusammenbruch Deutschlands. Jetzt müssen sie erkennen, daß Deutschland so fest und sicher dasteht wie je zuvor in diesen Kriegsjahren. Asquith rechnet aber auf ein kurzes Gedachtnis der Welt. Niemals soll die Demütigung und Vernichtung Deutschlands als Kriegsziel der Entente gefordert worden sein. Damit leugnet er einfach zahllose Kundgebungen seiner Kollegen in der englischen und französischen Regierung, verleugnet die in geheimen Abmachungen niedergelegten Absichten gegen Deutschland, deren gänzlicher Zusammenbruch heute ja vor aller Augen liegt. Aber Asquith hält noch immer an seinen Guildhall=Terms fest. Die militärische Herrschaft Preußens soll ganz und endgültig vernichtet werden. Mag Asquith sich mit den Auslegungen dieser seiner Worte abmühen wie er will: wir lesen daraus nichts anderes, als daß sein Ziel die militärische Niederwerfung Deutschlands ist. Meint er noch immer, dieses Ziel erreichen zu können, so sind wir dem Frieden nicht näher. Will er einen Waffensieg über Deutschland, so mag er weiter versuchen, ihn zu holen. Er findet Deutschland auch weiter zum Kampf entschlossen. Asquith will aber heute nichts mehr von einem Eingriff in die innere Verfassung und Einrichtung des künftigen Deutschlands wissen. Auch damit setzt er sich in den Gegensatz zu den zahllosen, von England und Amerika ausgegangenen Versuchen, uns vorzuschreiben, nach welchen Grundsätzen wir unsere inneren Verhältnisse zu regeln hätten. Wenn er aus der entrüsteten deutschen Ablehnung dieser Spekulation auf innere deutsche Schwierigkeiten die Lehre gezogen haben sollte, so nehmen wir es zur Kenntnis. Daß sich die englischen und amerikanischen Staatsmänner in der Unkenntnis unseres Volkes bei diesen Versuchen vellständig vergriffen haben, ist unbestreitbar. Daß sie diese Versuche unternommen haben, steht historisch fest. Es ist erstaunlich, daß Asquith es abzuleugnen wagt. Asquith spricht davon, daß bei uns die Gewalt als oberste Macht auf den Thron gesetzt sei. Wir erinnern an die lange Liste von Gewalttaten, die sich England hat zuschulden kommen lassen. Wir nennen nur die Namen Irland und Griechenland. Sie genügen, um die Heuchelei dieser Asquith-Phrasen in volles Licht zu setzen. Asquith spricht auch vom Bruch feierlicher Verträge. Er scheut nicht die Erinnerung an Italien und Rumänien die durch England und seine Verbündeten zum schmachvollsten Bruch feierlichster Verträge verleitet worden sind. Er spricht von gebrochenen Verpflichtungen und vergißt jene unabsehbare Kette von Völkerrechtsbrüchen, die die englische Kriegführung vom ersten Tage an bezeichnet... g. un 2 izn in km Wi So setzt sich Asquith auf Schritt und Trin in den Widerspruch mit der Wahrheit und den Tatsachen. Er spricht als Advokat des englischen Friedens nicht eines Friedens wie die Welt ihn braucht und wie Deutschland ihn erstrebt. Aus den Provinzen. Aus dem Amtsblatt. Die Wiederwabl des Bürgermeisters#### mann zum Bürgermeister der Stadt Haltern ist bestangt worden. Dem Pfarrer Drolshagen in Herten ist die örtliche Aussicht über die katholische Volksschule III in Herten, dem Pfarrer Kerstein in Leugerich die örtliche Aufsicht über die evangelische Volksschule 1 in Schollbruch, dem Tuperintendenten Meyer in Lengerich die örtliche Aufsicht über die evangelische Volksschule 1I in Schollbruch übertragen worden. 0 Rinkerode, 10. Dez.(über 200 Weihnachtspakete) hat ide hiesige Sammelstelle unter dem Vorsitz der Frau Paronin von Kerkerink=Borg in diesem Jahre an die Soldaten aus unserer Gemeinde ins Feld geschickt. In opferfreudiger Weise haben die Gemeindeeingesessenen Geld und Lebensmittel dazu hergegeben, so daß jedes Patet allerlei nützliche und erwünschte Sachen enthält und den lieben Soldaten gewiß Freude bereiten wird. X Warendorf, 7. Dez.(Kriegsbilfe der Schule.) In der nächsten Zeit wird im gesamten Kreise Warendorf eine rege ländliche Aufklärungsarbeit einsetzen. Vor allem gedenkt man die Schulen in der wichtigen Kleinarbeit heranzuziehen, um die Bevölkerung auf möglichst eingehende Weise mit den kommenden Aufgaben vertraut zu machen. Go oft an die Mitwirkung der Schule herangetreten wurde, so gern ist sie bereit gewesen, in dieser schweren Zeit mitzuwirken und es darf wohl gesagt werden, daß sie in der Vergangenheit, besonders, was die Sammeltätigkeit anbetrifft, ihre Aufgaben restlos erfüllt hat. Hingewiesen werden braucht nur einmal auf das gewiß erstaunliche Resultat während der Sammel= tätigkeit der Schulen, das beweist, wie sehr die Mitwirkung jedes einzelnen dazu beiträgt, Großes zu schasfen. Einen überraschend günstigen Erfolg hatten die Geldsammlungen durch an Renten für Invaliden- und Waisenhauspfleglinge 110 000 Mk. veranschlaat sind. Unter den Ausgaben stehen oben an die Rentenzahlungen mit 9260000 Mk., es folgen dann die Aufwendungen für das Heilverfahren mit 1912000 Mk., für allgemein vorbeugende Mesnahmen einschließlich der Kriegswohlfahrtspflege 1 500000 Mt. und für Invaliden= sowie Waisenhauspflege mit 600 000 Mk. Zu Vermögensanlagen bleiben 6287 000 Mk. verfügbar, die hauptsächlich zur Deckung gezeichneter Kriegsanleihen verwendet werden sollen. Musikverein. Durch ein Versehen ist ein für das Wohltätigkeitskonzert am 9. Dezember bestimmt gewesener Hinweis erst in der heutigen Morgennummer abgedruckt. Wir machen darauf aufmerksam, daß eine Wiederholung des Konzertes nicht stattfindet. O Erhöhung der Eisenbahntarise. Das„Berliner Tagevlatt" meldet: Nach Beendigung der Berliner Verhandlungen der deutschen Eisenbahnverwaltungen wurde neben der vom 15. Dezember ab zur Einführung gelangenden hundertprozentigen Schnellzugsverteuerung eine allgemeine Erhöhung der Personentarise beschlossen, die am 1. April 1918 zur Einführung gelangt. Die neuen Tarise bewegen sich in folgenden Sätzen: Für Personenzüge beträgt die Fahrpreis für den Kllometer: In der 1. Klasse Pfa., 2. Klasse 5,7 Pfg., 3. Klasse 3,7 Pfg., 4. Klasse 2.4 Pfa. C' kommen noch die Schnellzugszuschläge ab 1. April: Bei 1—75 eilometer für 1.—2. Klasse 1 Mk., für 3. Klasse 50 Pfg., bei 76—150 Kilometer für 1.—2. Klasse 2 Mk., 3. Klasse 1 Ml., bei 151—350 Kilometer für 1.—2. Kl. 3 Mr., für 3. Klasse 1,50 Mk. Über 350 Kilometer für 1.—2. Klasse 4 Mr., für 3. Klasse 2 Mr. Aus dieser Sfala geht hervor, daß auch Bayern und Baden für den 1. April die Einführung der vierten Wagenklasse beabsichtigen. Der am 15. Dezember eintretende 100prozentige Schnellzugszuschlag dürfte jedenfolls nur bis zur Einführung des neuen Tarifs, also bis 31. März in Geltung bleiben. ee Auf Strafurlaub, Lustspiel von Moser und von Trotha sand Dienstag abend im Zoologischen Garten in einer Wobltatigkeitsveranstaltung des Frauenbundes der Deutscher Kolonialgesellschaft eine ganz prächtige Wiedergabe und reichsten Beifall eines vchlreich erschienenen Publikums. Flottes Spiel schönes Zusammenarbeiten, vorzügliche Leitung kennzeichneten die Aufführung, die in wirklich schönen Bühnenbildern auch hervorragende Einzelleistungen bot. Wir erinnern nur an beide Brautpaare, die wundervo#l drastische Tante Lina, an den Burschen Lacubasch und den prachtpoden Leiter Gors. Zöm nicht be wen, keile nlcbt undimen. an die Schule. Für heutigen Donnerstag abend zum„Zoo“ zu gehen, zumal ja der Ertrag für die bedürftigen Angehörigen unserer tapferen Kolonial= krieger bestimmt ist. Die Ausgabe der Brotmarken für die Zeit vom 17. bis 30, Dezember d. Is. findet Freitag, den 14. Dezember d. Is., in den Bezirkslokalen statt. Ausgabezeit: von vormittags 8½ bis nachmittags 2 Uhr(ununterbrochen). Die Bureaus der Stadtverwaltung sind an diesem Tage wegen der Beteiligung der Beamten an der Brotmarken=Ausgabe für den Verkehr mit dem Publikum während des ganzen Taaes geschlossen. Vom Standesamt. Sterbefälle: Dez. 10. Kanzleisekretär Louis(ugen Mathis 56 J.— Schuhmacher Geora Heuse 73 J.— 11. Private Maria Zörnig 68 J.— Kassenbole Vernhard Sommer 52 J.— 12. Ehefrau Wilhelmine Jäger geb. Lücke 51 J.— Ehefrau Theresia Ruhle ged. Frese 50 J. Mitteilungen der städtischen Altkleiderstelle. Von den am Dienstag vor. Mts. ausgegebenen nummerierten Bezugsscheinen für Altkleidungsstücke sind folgende Nummern ausgelost für die Ausgabe der Einlaßkarten zur Verkaufsstelle bei Rawe zum Eintritt am Freitag. den 14. Dezember: 50 77 119 153 159 166 186 226 263 288 299 227 436 443 469 499 511 572 591 605 623 688 718 757 783 811 354 921 959 961 971 993 997 1027 1063 1068 1093 1108 1113 1181 1136 1147 1159 1168 1179 1195 1206 1220 1236 1247 1271 1274 1289 1311 1314 1325 1385 1851 1377 1991 1411 1413 1419 1448 1462 1484 1488 1491 1504 1523 1551 1565 1585 1591 1611 1625 1638 1647 1655 1661 1672 1688 1700 1711 1722 1728 1754 1767 1781 1898 1801 1806 1814 1822 1825 1849 1858 1869 1881 1896 1902 1917 1934 1943 1965 1971 1965 1990 1999 2010 2027 2035 2042 2048 2053 2078 2077 2082 2084 2091 2104 2113 2116 2121 2143 2149 2157 2178 2181 2185 2199 2208 2215 2220 2237 2243 2249 2263 2279 2284 2301 2813 2337 2847 2360 2367 2385 2401 2407 2428 2427 2453 2468 2475 2476 2502 2531 2604 ·2652. Am Donnerstag, den 12. Dezember, vormittags von 3½ bis 1 Uhr und nachmittags von 8 bis 6 Uhr werden in der städtischen Bekleidungsstelle für die vorstehend ausgelosten Nummern und zwar nur für diese Nummern die Einlaßkarten zur Verkaufsstelle bei Nawe güktig für Freitag, den Duember 1913, auszageben.— die Kriegsanleihe wurden 672 600 Mark gezeichnet, die Sammlung für Säuglingspflege hatte ein Ergebnis von 2299 Mark, durch Nageln von Kriegswahrzeichen, die fast in keiner Schule bzw. Schulklasse fehlen, wurden 1614 Mark aufgebracht zum Besten der Kriegswaisen. Die Sammlungen für Kriegsblinde, freiwillige Krankenpflege und Invalidendank brachten ebenfalls recht erfreuliche Beträge. Beim Sammeln von Früchten, Körnern, Pflanzen usw. haben sich die Kinder unter Leitung der Lehrpersonen erfolgreich beteiligt. Es wurden beim Ahrensammeln aufgebracht 489 Zentner Körner, das Sammeln von Früchten des Weißdorns brachte 70 Zentner, von Kastanien 70 Zentner, von Eicheln 84 Zentner, von Brennesseln 176 Zentner. Kleine Posten gingen ein von Obstkernen, Pilzen und Sonnenblumen. Größere Mengen von Arzneipflanzen konnten an die Apotheken und Drogenhandlungen abgegeben werden. Ferner brachten die Kinder zusammen 24 Zentner Altmetall, 47 Zentner Papier, mehrere Zentner Altgummi usw. Auch Jagdpotronen, Knöpfe und Knochen hatten die findigen Hände zusammengesucht. Außerdem gingen mehrere Hundert Liebesgabenpakete, in den Schulen zum Teil angesertigt, an die Front und in die Lazarette. i Werl, 12. Dez.(Mit einem Militärauto auf Diebesfahrten.) Am Montag 2 Uhr früh passierte ein Militärlastautomobil den hiesigen Ort. Zwei Nachtschutzleute, denen das Auto verdächtig vorkam, verhinderten die Weiterfahrt. Der Chauffcur hielt erst dann, als die Schutzleute ihm ihre Revolver vorhielten. Außer zwei Soldaten befanden sich vier Zivilpersonen auf dem Auto. Die Ladung bestand aus mehreren Zentnern Hanfgarn und Roßhaaren. Das Auto wurde mit der wertvollen Ladung beschlagnahmt und der Chauffeur verhaftet. Seine Begleiter wurden nach Feststellung der Personalien entlassen. Im Laufe des gestrigen Tages stellte sich heraus, daß die Ladung des Autos von einem großen Diebstahl bei der Firma Bertram in Soest herrührte. Das Auto gehört nach Duisburg, wo es von der Militärbehörde einer Werkstatt zur Reparatur übergeben war. Die beiden Werter Schutzleute haben mit dem glücklichen Fang den Anspruch auf 1000 Mark Belohnung erworben, die die bestohlene Firma auf die Ergreisung der Diebe ausgesetzt hatte. X Dortmund, 11. Dez.(Von der Handwerkskammer.) In der heutigen Sitzung der Vollversammlung der Handwerkskammer erstattete der Geschäftsführer, Sekretär Moritz, Bericht über die Tätigkeit des Vorstandes seit der letzten Vollversammlung. Die Vorarbeiten für die großen Zukunftsfragen des Handwerks, insbesondere die Rohstossversorgung und die Fürsorge für die heimkehrenden Kriegsteilnehmer bzw. für den Wiederaufbau des Handwerks, nahmen einen großen Teil der Tätigkeit der Kammer in Anspruch. Um für den Bedarf und die Verteilung an Rohstoffen nach dem Kriege einen Anhalt zu haben, wurde die Zahl der Handwerksbetriebe vor dem Kriege auf insgesamt 24 298 ermittelt. Den heimkehrenden Kriegsteilnehmern, deren Betriebe durch die Zeitverhältnisse schwer gelitten haben, soll in ausreichender Weise durch Ge währung von Darlehen geholfen werden, und vor allen Dingen soll auch Sorge für die Herbeischaffung lohnender Arbeitsaclegenheit getragen werden. Die Kammer ist der Auffassung, daß die Fürsorge für die Förderung des gewerblichen Mittelstandes nicht bei den Kriegsteilnehmern halt machen dark, sondern daß eine ganze Reihe wertvoller mittelständischer Eristenzen durch den Krieg nicht weniger geschädigt und bedroht wird als es bei einer ganzen Anzahl von Kriegsteilnehmern der Fall ist. Zur Gewährung von Darlehen ist unter Beteiligung der Handwerkskammer und der Handelskammer Tortmund eine Kriegshilfskasse ins Leben gerufen worden. Um dem bedrängten Handwerk zu helfen, hat die Stadt Dortmund der Gewerbebank einen Vorschuß von 500000 Mark zur Verfügung gestellt. aus dem Darlehen zu billigem Zinsfuß gegeben werden sollen. Die Vollversammlung beschloß, auf Antrag des Kammervorstandes die Gründung einer gemeinnützigen Genossenschaft zur Förderung des Handwerks, die sich vornehmlich mit der Hereinholung von grüßeren Arbeitsaufträgen befassen soll. Um die Lieferung einwandfreier Arbeiten zu sichern, soll sich die Genossenschaft der Aufsicht der Handwerkskammer unterstellen. m Bestwig(Sauerland), 11. Dez.(Brand eines Lagerhauses.) Das Lagerhaus des Elektrizitätswerkes Bestwig ist durch Feuer völlig zerstört worden. Der Schaden ist beträchtlich, da die Vorräte des Werkes ebenfalls völlig vernichtet wurden. § Bottrop, 12. Dez.(Mißhandlung einer Lehrerin.) Der Althändler J. drang während des Unterrichts in die Schule Eigen I ein und stellte eine Lehrerin wegen seiner Tochter zur Rede. Als er eine unbefriedigende Antwort erhielt, fiel er mit Stockhieben über sie her. Die Lehrerin flüchtete und siel zu Boden, wo sie dann weiter in brutaler Weise geschlagen wurde. Unter den Kindern entstand eine Panik, sie suchten zu flüchten, wobei 17 Kinder von dem Wüterich geschlagen und verletzt wurden. Die Lehrerin erlitt einen Nervenchok und ist für längere Zeit dienstunfähig. Der rohe Mensch wurde festgenommen und kam in Untersuchungshaft. M.=Gladbach, 12. Dez.(Ein ganzer Waggon Baumwollstosse gestohlen.) Am 12. Oktober wurde hier ein Waggon bedruckter Baumwollstoffe nach Neuß verladen. Er ist aber nicht eingetrossen und der Inhalt zweifellos gestohlen worden. Für die Wiederbeschaffung der Stoffe ist eine Belohnung von 2000 Mark ausgesetzt und für die teilweise Herbeischaffung eine entsprechende Summe. Für die Bezeichnung der Diebe sind 500 Mark Belohnung ausgesetzt. Vermischtes. * Folgen des Brandes von Halifax. Amsterdam, 11. Dez. Aus dem Haag wird gemeldet: Laut eingelaufenen Berichten bei dem N. O. T. ist infolge des Brandes in Halifar die Untersuchung von Schiffen in diesem Hafen zeitweilig aufgehoben. Nach Amerika fahrende Schiffe können deshalb direkt nach ihrem Bestimmungshafen durchfahren, während Schiffe auf dem Wege zum Panamakanal in Kingston anlegen müssen.— Die Times“ melden aus Newyork: In Halifax wurden die Hasendämme vernichtet. Die neuen Anlegeplätze im füdlichen Teil des Hafens die durch die Regierung benutzt werden, sind jedoch unbeschädigt. Von 550 Kindern, die sich während der Katastrophe in einer Schule befanden, sind nur 7 dem Tode entronnen. Es war ein herzzerreißender Anblick, als in dem Schulhofe der Darmouth=Schule die Leichen von 200 unschuldigen Kindern entdeckt wurden. In dem protestantischen Waisenhause wurden alle Kinder getötet. Handel und Industrie. Von der Berliner Börse. Berlin, 12. Dez.(WTB.) Gegenüber der gestrigen matten Haltung ließ die Börse heute in ihrer Gesamtheit mit alleiniger Ausnahme für Rüstungswerte eine steundlichere Anlage erkennen, wozu einesteils die bessere Haltung dient und andernteils die hoffnungsvollen Berichte über den Gang der russischen Verhandlungen beigetragen haben mögen. Das Geschäft hielt sich aber noch immer in engen Grenzen, und die Zurückhaltung blieb besonders ansangs vorherrschend. Demzufolge war die Kursgestaltung anfangs uneinheitlich, bei weiteren Rückgängen für türkische Tabak, Schantung und einzelne Montanwerte. Rüstungswerte unter Führung von Rhein. Metall und Deimler setzten ihre scharf rückläufige Kursbewegung fort. Als sich aber im Lause eine bessere Stimmung für Petroleum= und Schiffahrtswerte zu erkennen gab, besestigte sich die Grundstimmung auf der ganzen Linie, und auch die onsangs stärker rückgängigen Werte vermochten leichte Erholungen zu erzielen. Heimische Anleihen waren unverändert, russische Anleihen und Prioritäten bei Schwankungen etwas erholt. Die Knapphett der meisten Artikel hat im Warenverkehr manche neue Formen zur Folge. So werden manche Offerten überhaupt nur im Tausch gegen andere landwirtschaftliche Produkte abgegeben. Bisweilen spielt sogar Kohle eine Rolle. Die Schncefälle der letzten Tage auf dem Lande haben manche Störung verursacht, was besonders bei der Ablieferung von Getreide zu bemerken ist. Außerdem erschwert die schon vor einiger Zeit erwähnte Einstellung des Umrangierens auf den Berliner Bahnhösen das Geschäft. Von Saatgctreide bleiben Saatgerste und Saathaser gesucht; für letzteren ist im Kriegsernährungsamt dovon abgesehen worden, den Preis zu erhöhen, während für Futterhafer im Dezember bekanntlich ein Zuschlag von 70 Mk. und für Januer 30 Mk. festgesetzt ist. Im übrigen ist nichts Besonderes zu erwähnen. Levisen=Kurse der Berliner Börse. Holland Dänemark Schweden Norwegen Schweiz Oesterr eung Bulgarten Türkei Spanien Hauptredakteur Rudalf Strietholt.— Es verantworten: den redaktio: nellen Teil Paul Koene, die Beklamen und Inserate Auton Busch, alle i Münster,— Druck und Vorlag der Aschendorsischen der deutschsprachigen Presse e.V Möbliertes Wohn= u. Schlafzimmer, in der Nähe beider Bahnhöfe z. 1. Jan. z. verm. ep. als Kriegsw.) Näh. Gesch. 9 freundl. möbl. Zim. mit Morge.“. 2. v. Winkelstr. 4. hersch. Eiage, I. oder II., best. aus 5 Zim., Küche, Speisek., Gas, elektr. Licht, Bad, Balkon, z. 1. Apr. 1918 nur an kl. ruh. Familie (Dauermieter) zu verm. Pr. 1400 bzw. 1500 Mk. Offerten unter O O 182 befördert die Geschäftsstelle ds. Blattes.— 5 Zimmer=Wohnung. I. Etg., m. 2 Mansard., kompl. Badezim., Küche u. Speisek., Veranda, Erker, Leucht= und Kochgas, auf Maurin, nahe Friedenstr., z. 1. 4., evtl. 1. 1. od. spät., zu 1000 Mk. z. vermiet. Off. u. u B 139 Gesch. 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Die trauernden Hinterbliebenen. Münster I. W., Eichel, Mülheim(Rhein), den 13. Dezember 1917. Die Beerdigung findet statt Samstag. den 15. Dezemder, nachmittags 3½ Uhr vom Sterbehause, Grünegasse 32, aus. Das feierliche Seelenamt am gleichen Tage, morgens 9 Uhr in der Aegidii=Pfarrkirche. Sollte semand aus Versehen keine besondere An zeige erhalten haben, so bitten wir, diese als solche zu detrachten. Sowie das sonstige Programm Groß. Weiden= u. Pappeln=Verkauf. 280 Stück. K Mittwoch, den 19. Dezember 1917, morgens um 10 Uhr ansangend, werde ich im freiwilligen Auftrage des Kolons Herrn Joh. Westdues zu Laer, Kreis Steinfurt, 60 Stück Weiden die 18 Zoll Durchmesser, in der Nähe des Dorfes, nahe an der Chaussee, gleich darauf werde ich für Herrn B. Lüthe=Bitter 30 Stück Weiden bis 18 Zoll Durchmesser. Am selben Tage, nachmittags um 1 Uhr anfangend, für Herrn Aug. Reining 60 Stück Weiden und Pappeln bis 16 Zoll Durchmesser, sodann für Herrn Aug. Bäumer gnt. 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Münster, westlicher Kriegsschauplatz, Willich bei Crefeld, Hagen b. Osnabrück, den 13. Dezember 1917. Das feierliche Seelenamt findet statt Montag, den 17. d. Mts. in der St. Lamberti=Pfarrkirche um 8¼ Uhr, Mittwoch, den 19. d. Mts. in der Herz Jesu=Kirche um 8 Uhr 20 Min., wozu Verwandte, Freunde und Nachbarn freun dlichst eingeladen werden. Wir erhielten die traurige Nachricht, daß unser lieber Sohn, unser guter Bruder Wialg Schuthef Musketier in einem Infanterie=Regiment in den schweren Kämpfen bei...... um 4. Dezember 1917 infolge Kopfschusses#ellen ist. Nachdem er ein volles Jahr die Beschu den des Krieges ertragen, hat er nun im Alter von 19½ Jahren sein junges Leben für das Vaterland geopfert. Indem wir tiefbetrübt von unserm schmerzlichen Verluste Mitteilung machen, bitten wir um ein frommes Gebet für den lieben Verstorbenen. Gaupel bei Coesfeld, Südl. Kriegsschauplatz, den 10. Dezember 1917. Familie Schulze Schürhoff. Das seierliche Levitenamt für den lieben Verstorbenen findet statt Samstag, den 15. Dezember, ½9 Uhr, in der St. Lamberti=Kirche, wozu wir freundlichst einladen. Sollte jemand aus Versehen keine besondere Anzeige erhalten haben, so bitten wir, diese als solche anzusehen. Gott dem Allmächtigen hat es in seinem unerforschlichen Ratschlusse gefallen, heute nachmittag gegen 4 Uhr unsere liebe, gute Mutter, Schwieger mutter, Großmutter, Urgroßmutter und Tante Frau Ww. Ant. Schürmann Anna geb. Wilberg zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Sie starb im 85. Lebensjahre an Altersschwäche, wohlvorbereitet durch einen echt christlichen Lebenswandel und gestärkt durch den öfteren andächtigen Empfang der hl. Sakramente. Mit tiefem Schmerze zeigen den Verlust der teuren Verstorbenen an und bitten zugleich um ein andächtiges Gebet für ihre Seelenruhe Die trauernden Angehörigen. Nottuln, Münster i. W., Louisville(Amerika), den 10. Dezember 1917. Die Beerdigung findet statt Freitag, den 14. Dezember, morgens 8¾ Uhr, in Nottuln, anschließend daran das feierliche Seelenamt. Heute morgen 7¼ Uhr entschlief sanft nach längerem mit größter Geduld ertragenem Leiden, mein innigstgeliebter Mann, mein herzensguter Vater, Bruder, Schwager und Onkel Bernhard Sommer wohlvorbereitet durch einen frommen Lebenswandel und gestärkt durch den Empfang der hl. Sakramente im Alter von 52 Jahren. Wir bitten um ein frommes Gebet für den lieben Verstorbenen. Münster i. W., den 11. Dezember 1917. Die trauernden Hinterbliebenen: Frau Hernhard Sommer Renne Sommer. Danksagung. Die Beerdigung findet statt Freitag, den 14. ds. Mts., nachmittags 3½ Uhr vom Sterbehause Gallitzinstraße 25 part. aus; das feierliche Seelenamt Samztag, den 15. ds. Mts., morgens 8¼ Uhr in der Herz=Jesu=Pfarrkirche. Sollte jemand aus Versehen keine besondere Anzeige erhalten haben, so bitten wir, diese als solche anzusehen. Das Jahres=Seelenamt für meinen im Kriege gefallenen lieben Sohn und Bruder, den Küster und Organisten Ferdinand Allard findet statt Samstag, den 15. Dezember, morgens ¼ vor 8 Uhr in der Herz Jesu=Pfarrkirche, wozn Verwandte und Bekannte hiermit freundlichst eingeladen werden. Für die vielen Beweise inniger Teilnahme anläßlich des Hinscheidens meiner lieben Frau, unserer guten Mutter, sprechen wir unsern herzlichsten Dank Familie Srauns. 8. —. der deutschsprachigen Presse e.V. a O # Gceee OHTr Prinzipalmarkt Nr. 45-46 Hoflieferant. Kunstg=Werechaus Teihnausts=Geschellr. Fernsprecher Nr. 50. 8 in unerreicht großer Auswahl. Feine Gebrauchs= u. Luxus=Gegenstände für Tafel= u. Zimmerschmuck Glasund Cristallwaren erster Firmen= Kunstporzellane und bessere Gebrauchsgeschirre, Messing= u. Rickelwaren Tafel=Bestecke; Fabrikat: Krupp, Berndorf. Beachten Sie meine drei großen Schaufenster unterm Bogen, gegenüber der Lambertikirche. Moderner Echmuck u. 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Joseph Hansen, Telgte, Kapellenstraße. beahtm Eis miins Schaudendes=Amspellung, Einladung zu der General=Versammlung des Vereins für Wiesenbau, Moor= und Heidekulturen in Westfalen zu Münster i. W. Die Versammlung findet statt Samstag, den 15. Dezember 1917, nachm. 2½ Uhr, im Hotel„Fürstenhof“ zu Münster i. W. Tagesordnung: 1. Rechnungslage für 1916. 2. Feststellung des Etats für 1917. 3. Beschlußfassung über eingelaufene Kulturbeihilfen=Anträge. 4. Neuwahl eines Vorstandsmitgliedes. 5.„Anlage von Wiesen und Weiden als Schutz zur Verhütung bzw. Verminderung von Waldbränden“(Referent: Herr Kgl. Wiesenbaumeister Heinemann=Siegen). 6. Mitteilungen über Dampf= und Motorpflügen(Referent: Herr Kulturtechniker Gröbberding=Münster). 7. Verschiedenes. Der Vorsitzende: Gutsbesitzer Dr. Beddige Geheimer Regierungsrat. 3 Soe für die Angehörigen der Ersatz=Rbteilung Leldartillerie=Regimente 22. Wiederholung des am 5. d. M. stattgefundenen Konzerts an Freitag, den 14. Dez., abends 7½ Uhr im Saale des Zoologischen Gartens. Eintrittspreis im Vorverkauf 1.00 Mk., an der Kasse 1.50 Mk.— Karten im Vorverkauf sind zu haben in den Zigarrengeschäften Schuster und Finke. Der Konzertflügel wird von der Bispingschen Musiko 9 lienhandlung zur Verfügung gestallt.# Sccres 3 Akadem. Turn-Bund. Zum 15. Stiftungsfest der A. T. V.„Westmark“ treffen sich ortsanwesende Bundesbrüder Donnerstag, den 12. d. Nu, von 6 Uhr an im Fürstenhot „Ornie!. Freitag, den 14. Dezember 1917, abenbs 8½ Uhr bei Köhler: Aeaschansterchene mit Verlosung. Der Vorstond, Kaiser-Panorama. Agidilstraße 5. (Filiale aus Berlin.) 82 Vom 3. Depkr. dis 16. Dezhr.: Neui Neu! Palästina. Eintritt für Erwachsene 30 Pfg. Kinder 15 Pfg. Adonnement. Kirchl. G.=V. St. Franziskuschor. Die Jahres=Seelenmes sen für die verstorbenen MRitglieder des Vereins finden statt Freitag, den 14. d. Mis., morgens 7 u. 7½ Uhr in der Franziskaner=Klosterkirche, wozu streundicht einladet Der Vorstand. 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