vierteljährlich: Ausgebe A(ohne „Wochenschau“) in Münster zweimal täglich frei ius Haits gebracht 2 Mr. 40 Pfg.,— auswärts von der Post ubgeholt 2 Mk. 40 Pfg., durch den Briefträger gebracht überoll, wo nur einmet in Tage Briefbestellung stattfindet, 2 Mk. 82 Vfg, in Orten mit zwei= und mehrmaliger Bestellung 3 Mt. 12 Pfg.— Ausgade 8(mit„Wochenschau") vierteljührlich 60 Pfg. mehr. Fernspr.: Redaktion u. Verlag Nr. 2448, 2440 u. 2450. (Michaelisplotz 9) Nr. 78. Zwei Ausgaben täglich. und Münsterische Volkszeitung. 46771 Bezieher. Enzeigen: Der Naum für bie Enzelgentspalbe, 35 mm breit, 2 mm hoch, 30 Pf.; bei Anzeigen aus dem R.=Dg Münster 25 Pf., aus der Stadt Münster 20 Pf.(Füh Aktiengesellschaften 2c., Vereine und Behörden 20 Reklamen: Der Raum für die Reklamespalte, VTmam Sreit, 2mm hoch, 1.20 Mt.—Für Erfüllung von Platz= vorschriften wird keine Gewähr, sowie für Druckfehler keine Haftung übernommen. Etwaiger Rabatt gilt els Kassenrabatt u. kann verweigert werden, wenn Zahbung nicht dinnen 4 Wochen nach Erhalt der Rachnung erfolgt.— Gebühr für Beilagen nach Cewicht. Zwelle ausgabe. Waffenruhe und Waffenstillstand. Nach den amtlichen Bekanntmachungen ist an der Ostfront zunächst eine zehntätige Waffenruhe geschlossen worden. um inzwischen die Verhandlungen über den eigentlichen Waffenstillstand herbeizuführen. Es wird also ein Unterschied zwischen Wassenruhe und Waffenstillstand gemacht. Die Abmachungen des Haager Friedenskongresses kennen diesen Unterschied nicht, sondern beziehen sich lediglich auf einen saffenstillstand. Das Völkerrecht und die tatsächlichen Verhältnisse machen aber einen Unterschied zwischen Waffenruhe und Wafsenstillstand. Die Waffenruhe bezeichnet einen rein militärischen Akt, der keine staatsrechtliche Bedeutung hat, und von den Militärbesehlshabern an Ort und Stelle abge##lossen wird. Er bezeichnet, daß das Feuer zwischen den beiden kriegführenden Parteien auf eine gewisse in der Regel kurz bemessene Frist eingestellt wird, daß der Kampf gänzlich ruht, und alles so bleibt, wie es sich gerade in dem Augenblick des Vertragsabschlusses befand. Es soll einfach eine kürzere Kampfpause eintreten. In der Regel wird die Waffenruhe nur für einen ganz bestimmten Zweck abgeschlossen. wie z. B. für das Aufsuchen von Verwundeten, die Beerdigung der Gefallenen usw. In dem jetzigen Augenblicke soll sie dem Abschlusse der eigentlichen Waffenstillstandsverhandlungen dienen. Die Bestimmungen zu einer Waffenruhe sind kurz und knapp, da sie sich nur auf die augenblicklichen örtlichen Verhältnisse beziehen, und können deshalb ohne weitere große Förmlichkeiten sehr schnell beendet werden. Der Waffenstillstand dagegen ist ein förmlicher und staatsrechtlicher Akt, der von Bevollmächtigten der beiden Regierungen und Heerführungen abgeschlossen wird Er bezieht sich nicht nur auf die Einstellung der Feindseligkeiten, sondern bezieht sich auf die gesamten Kriegshandlungen. und hat deshalb auch eine sehr viel weitreichendere Bedeutung. In der Regel wird dabei eine neutrale Zone zwischen den beiden Parteien festgesetzt, eine Demakationslinie bestimmt, Abmachungen über Truppenbewegungen und Truppenverschiebungen: Austausch von Gefangenen. Entlassung der irmee. Vervflegung usw.„getroffen. Die„Abnzachungen müssen wegen ihrer großen Wichtigkeit und umfassenden Wirkung sehr genau überlegt und im Wortlaute festgelegt werden. Sie erfordern deshalb auch eine längere Zeit. Häusig müssen sich die Bevollmächtigten mit ihren Regierungen in Verbindung setzen und von ihnen Anweisungen einholen. sind auch jetzt wieder einzelne russische Kommissionsmitglieder nach Petersburg zurückgekehrt, um sich dort mit der Regierung zu beraten. Um den Kampf während der längere Zeit beanspruchenden Verhandlungen nicht unnötig fortzusetzen und unnötices Blutvergießen zu vermeiden, wird deshalb zunächst eine Waffenruhe geschlossen, während deren die förmlichen Verhandlungen über den Waffenstillstand in aller Ruhe geführt und zum Abschlöß gebracht werden können. Trotzkis Bericht an das russische Volk. Bern, 2. Dez.(WTB.) Wie„Daily News“ aus Petersburg vom 4. Dezember meldet, erstattete der Volkskommissar Trotzki in dem von einer Menschenmenge überfüllten Zirkus „Modern, einen Bericht über die bisherige Tätigkeit der Volksregierung. Er führte aus, das Hauptproblem des Landes nach 8 Monaten Revolution sei der Friede. Zur Verwirklichung dieses Zweckes habe man die Bourgevisie=Regierung und Kerenski beseitigt. Die erste Tat war das Angebot eines Waffenstillstandes an allen Fronten zur Herbeiführung eines Friedens russischen Formel, nach der ein jedes Volk durch Plebiszit selbst zu entscheiden habe, zu welchem Lande es gehören wolle. Trotzki bemerkte, die Maximalisten hätten anfangs wenig Anhang gehabt. Jetzt hätten sie ganz Rußland hinter sich, mit Ausnahme der sich die Partei der nationalen Freiheit nennenden Partei der Kadetten, die in Wirklichkeit Feinde der Freiheit seien. Er besprach kurz das Verhältnis der Volksregierung zu den Alliierten, wobei er bemerkte, Kerenski habe zu ihnen gesprochen, wie ein Bediensteter zum Herrn, aber man werde ihnen zeigen, daß sie mit der russischen Volksregierung auf dem Fuße der Gleichberechtigung zu verkehren haben. Trotzki fuhr fort, sobald wir uns stark genug fühlten, haben wir im Namen des russischen Volkes einen Friedensvorschlag gemacht. Wir werden nicht einen diplomatischen, sondern einen Volksfrieden schließen, sobald unsere offene Politik Früchte tragen wird. Stockholm, 7. Dez.(WTB.) PTA.(Verspätet eingetroffen.)„Prawda“, das Organ der Bolschewisten zweifelt nicht, daß die Klique der Kapitalisten und Besitzenden versuchen werde, in der Versassunggebenden Versammlung durch die Macht des Kapitals und der Lüge die Sache des Friedens und der Freiheit zu stören und die Macht des Volkes zu brechen.„Prawda“ warnt sie, mit dem Feuer zu spielen, und stellt den Bürgerlichen das traurige Beispiel Duchonins vor Augen, der gegen das Volk unterlag. Die Masse des Volkes werde sich klaren Blick bewahren und ließe sich nicht täuschen. Nieder mit allen, die es wagen werden, gegen die Demokratie aufzutreten. Dasselbe Blatt drückt bei Besprechung des Waffenstillstandes an allen Fronten die Befürchtung aus, daß die verbündeten Regierungen Proletariat und Bauern des Verrats beschuldigen werden. In bezug auf das Fapirai der Alliierten wird das russische Volk ein Verräter sein, indem es sich weigert, die Interessen der Kapitalisten der Alliierten zu verteidigen. Das Blatt sagt: Die Volksmassen in den alliierten Ländern wissen, daß wir für sie kämpfen. Die Arbeiter Englands, Frankreichs und Italien werden darüber urteilen, ob wir es sind, die Verrat üben an den Interessen ihrer Länder, wir, die für einen Waffenstillstand und einen allgemeinen Frieden kämpfen, oder Clemenceau und Lloyd George, die Verteidiger des Weltgemetzels, die den Kombinationen der militärischen Befehlshaber Gehör gaben. einen Appell an die Völker Deutschlands und Österreichs, mitzuhelfen am Friedenswerk. Das Blatt befürwortet dann die Ungültigkeitserklärung der von Rußland mit dem Ausland abgeschlossenen Staatsanleihen und die Einstellung der Verzinsung und Amortisierung der Anleihen. Das Blatt begründet dies damit daß das russische Volk nicht verpflichtet sei, jährlich eine Milliarde Rubel als Tribut dafür zu zahlen, daß es in den Krieg für das internationale Kapital einbezogen sei. Man brauche nicht weiter Zinsen zu zahlen für dieses Vergnügen. Es sei schon bezahlt mit Blut und Gesundheit auf den Schlachtfeldern und mit den Geldern, die vor dem Kriege als Verzinsung und Amortisierung bezahlt worden seien. Jetzt sei der Augenblick günstig für die Streichung. Sie sei eine der berechtigsten und verbindlichsten Friedensbedingungen. Montag, 10. Dezember 1917. Wassensiltstanr an der rumänischen Front. Erfolgreiche Unternehmungen im Westen.— Ein italienischer Brückenkopf erstürmt. Waffenstillstand an einem Teil der rumänischen Frout. Großes Haupianartier, 10. Dez.(W2B.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. An der flaudrischen Front und in einzelnen Abschnitten zwischen der Scarpe und St. Onentin nahm das Artilleriefener von Mittag an zu. In kleineren Insanteriegefechten wurden die Engländer westlich von Graiucourt aus einigen Grabenstücken vertrieben. Ein englischer Vorstoß nördlich von La Baegnerie scheiterte. Front des deutschen Kronprinzen. Kleinere Unternehmungen führten an verschiedenen Stellen der Front zur Gefangennahme einer Anzahl Franzosen. Vielfach lebhafte Feuertätigkeit. Auf dem östlichen Maasufer steigerte sie sich am Abend zu erheblicher Stärke und lebte nach ruhiger Nucht heute morgen erneut auf. Armee Herzog Albrecht. Bayerische Landwehr drang nördlich von Bures in die kranzösischen Gräben ein. nahm einen Offizier und 41 Mann gesangen und erbeutete einige Maschinengewehre. Ostlicher Kriegsschauplatz. Die verbündeten Armeen haben mit den russischen und rumänischen Armeen der rumänischen Front zwischen Dujestr und der Douaumündung Waffenstillstand abgeschlossen. Masedonische Frout: Keine größeren Kampfhandlungen. „Italienische Front. Im Piave=Delta„erstürmten ungarische Honvedtruppen den italienischen Brückenkopf am Sile, öst. lich von Capo Sile und nahmen mehr als 200 Mann gefangen. Der Erste Generalanartiermeister Ludendorff. Berlin, 10. Dez.(BB.] Unter der überschrift„Rumänien und der Friede“ heißt es im„Vorwärts": Aus guter Quelle wird uns aus Stockholm gemeldet, daß man sich auf seiten der Ententeregierungen in bezug auf Rumäniens Verbleiben im Kriege keine großen Hoffnungen macht. Vor allem hält man es für ausgeschlossen, daß die rumänische Regierung eine Situation schaffen wird, die sie mit der jetzigen russischen Regierung in Konflikt bringen könnte, da dererumänische Goldvorrat, der sich infolge der glänzenden Geschäftsjahre auf 900 Millionen Franks erhöht hat, sich in Moskau befindet. Berlin, 9. Dez.(WrB.] In Dänemark werden von französischer Seite Meldungen verbreitet, Deutschland habe die Absicht, von den Russen bei den Friedensverhandlungen sollfreie Wareneinfuhr für 16 Jahre zu erlaugen. An dieser Meldung. die nur zur Beunruhigung der russischen öffentlichen Meinung erfunden ist, ist kein wayres Wort. Stockholm, 10. Dez Die„Köln. Ztg.“ meldet von hier: Hier eingetroffene Reisende aus Finland melden, auf allen finländischen Bahnstationen so viel deutsche Soldaten und Matrosen in Uniform gesehen zu haben, daß sie zuerst an eine deutsche Landung in Finland geglaubt hätten. Tatsöchlich seien es deutsche Kriegsgesangene gewesen, die auf der Heinreise begriffen wären. deutsche Zivilgefangene warten in Scharen an der Greuskation Haparands auf die Heimkeyr nach Deutschlnd. Ein am Freitag hier eingetroffener Reisender sagte, niemand in Petersburg habe Zweifel daran, daß der stillstand zustande kommen müsse. Die Bolschewiki würden, wenn es nötig sei, zu den weitestgehenden Zugeständnissen bereit sein. Alle Soldaten wünschen den Frieden, und jeder Versuch, dieser Bewegung entgegenzutreten, sei im voraus zum Scheitern verurteilt. Ein am gestrigen Tage aus Moskau hier eingetroffener Schwede berichtet, daß die japanische Kolonie in Moskau am 8. Dezember die Stadt verlassen habe.— Der gleiche Gewährsmann will eine Zunahme der monarchistischen Strömung im Lande bemerkt haben. Petersburg, 6. Dez.(WTB.) Reuter: Die englische Botschaft und Konsulat stellen den Engländern Staatsangehörigkeitsscheine aus, die an den Haustüren angeschlagen werden sollen. Petersburg, 6. Dez.(WTB.) Reuter: Bewaffnete Maximalisten besetzten den Marienpalast und vertrieben den allrussischen Ausschuß für die Wahlen zu der verfassunggebenden Versammlung. Petersburg, 8. Dezbr. P. T. A.„Prawda“ meldet vom 3. Dez.: Der Eisenbahnverband übernahm auf Vorschlag des Sowjets das Eisenbahnministerium. „Eobolnaja Kietsch“ meldet vom 3. Dez.: Der amerikanische Militär=Attaché Gedson besuchte am Sonnabend Trotzki. An demselben Tage besuchte ihn ein Mitglied der frauzösischen Gesardtschaft, angebich ausschließlich zu Informationszwecken. Am 1. Dezember reisten 5 Garde=Regimenter vom Nikolai=Bahnhof gegen Kaledin ab. der in Nowotscherkask eine abwartende Haltung einnimmt. Man glaubt, daß er eine bewaffnete Kundgebung vorbereitet. Der zweite Konareß der Frontsoldaten ist hier eröffnet worden. Zum Präsidenten wurde der Fähnrich Niasnikoff gewählt. Dem„Petit Parisien" zufolge wird aus Petersburg gemeldet, daß nach Nachrichten aus Rostow sich ein Kampf zwischen den Truppen Kgledins und den maximalistischen Truppen entwickelt habe. Petersburg, 10. Dez.(WTB.) PTA. Es erfolgte keine Ungiltigkeitserklärung der dischen Anleihen durch Dekret der Regierung. Es haudelt sich lediglich um einen Artikel des Bolschewiki=Orgaus „Prawda“. Von den Kriegsschauplätzen. Französischer Bericht vom 8. Dez. nachmittags: Am Vormittage unternahmen die Deutschen bei Beaumont einen heftigen Handstreich, der vollkommen scheiterte. Der Reind ließ Gefangene und Maschinengewehre in unserer Hand. Bei einer Beschießung von Calais durch deutsche Flugzeuge in der Nacht vom 5. zum 6. wurden sieben Personen getötet und 21 verletzt. Französischer Heeresbericht vom 9. Dez. nachmittags: Ein seindlicher Angriffsversuch gegen Bezonvaux verursachte ein lebhaftes Gefecht. Der Feind wurde mit empfindlichen Verlusten zurückgeschlagen. Sonst nur Artilleriekämpfe. Englischer Heeresbericht vom 9. Dez. morgens: In der letzten Nacht war die feindliche Artillerietätigkeit südlich Cambrai, auf dem rechten Scarpenfer, südlich Leus und im Abschnitt von Passchendaele rege. Italienischer Heeresbericht vom 9. Dez. Zwischen Brenta und Piave blieb das Artilleriefeuer ziemlich heftig, um nachmittags wieder die gewöhnliche Stärke anzunehmen. In den ersten Stunden der letzten Nacht brachte eine zur Erkundung vorgegangene französische Patrouille 10 Gefangene zurück. In der Piave=Ebene war im Tale von San Dona die Feuertätigkeit auf beiden Seiten ziemlich lebhaft. Zahlreiche feindliche Patrouillen wurden durch unser Gewehrfeuer abgewiesen. Erweiterung der Kriegszone. Bern, 7. Dez. Das italienische Amtsblatt enthält einen Erlaß, durch den die Provinzen Como, Bergamo, Mailand, Modena, Novara, Parma, Paria und Reggio del Emilia sofort in die Kriegszone einbezogen werden. Die Wahrheit über Hauptmann Winigens Gesangennahme. Ende Mai kam über England die betrübende Meldung aus Ostafrika, daß Hauptmann Wintgens von einer mit britischen Truppen zusammerwirkenden belgischen Kolonne am 22. Mai angeblich bei Lukalanga, südlich Tabora, gefangen genommen worden sei. Der Jubel über den errungenen Sieg war bei der Enteng kulntish niom En Ersangengahme isr keihrt Tatsack erfocht Nähere erfahren. Danach war er schwer erkrankt, und da der Arzt seines Stabes für sein Leben fürchtete und unter Umständen eine Operation für geboten hielt, ein deutsches Lazarett aber weit und breit nicht zu erreichen war, entschloß Wintgens sich schweren Herzens, seine in Eilmärschen marschierende Truppe zu verlassen, sein Schicksal in die Hände seiner Feinde zu legen und sich in ein englisches Lazarett bringen zu lassen. Seine Abteilung aber hat sich scheinbar dem Zusammenstoß mit dem Gegner zu entziehen gewußt. Sie wurde erst viel später. im September, ein Teil noch später, von allen Hilfsmitteln entblößt, von der Übermacht bezwungen. Die Revolution in Portugal. Paris, 9. Dez.(WTB.] Havas.„Temps“ wird aus Madrid gemeldet: Mann kennt keine Einzelheiten über die Ereignisse in Lissabon. Die Bewegung soll von der unionistischen Partei trotz des Widerspruckes ihres Leiters geleitet sein. Eine latente Ministerkrise habe seit einiger Zeit in Portugal bestanden, und Affonso Costa habe infolge harter Angriffe beschlossen, sein Amt niederzulegen. Das Kabinett sei darauf umgebildet worden. Es bleibe aus Demokraten zusammengesetzt. Diese Krise sei noch nicht gelöst, und die Lage sei noch mehr verwickelt worden durch die Agitation maximistischer Elemente, die Gegner der Teilnahme Portugals am Kriege seien und jüngst offen ihre Freude über die italienische Niederlage geäußert hätten. Sie nutzten die Unzufriedenheit aus, die die Entbehrungen und das teure Leben in der vortugiesischen Bevölkerung verursachten. Modrid. 9. Dez.[WTB.) Agenee Havas meldet über Badcjoz folgende Übersicht über die letzten Ereignisse in Lissabon: Die Bewegung der revolutionären Militärs gegen da. Demokraten hat gesiegt. Die Trudden der Regierung hätten die Stellung der Revolutionäre auf Campolide angegriffen, seien aber mit schweren Verlusten nach 48stündigem Kampfe zurückgeworfen worden. Die Regierung, außerstande, der Bewegung Herr zu werden. tret zurück. Ihre Truppen ergaben sich. und der Präsident der Republik nahm den Rücktritt des Kabinetts Costa an. Die Revolutionäre veröffentlichten hierauf folgende Kundgebung: Die revolutionären Streitkräfte die sich aus fast der gesamten Garnison von Lissabon zusammensetzen, haben drei Tage lang. im Eduardpark verschanzt, zur Rettung des Vaterlandes und der Republik. die durch eine erbärmliche fast vollkommen aus Monarchisten gebildete Regierung geleitet wurde, gekämpft. Die Revolutionäre haben ein Kabinett aus ernsthaften und maßgebenden Männern gebildet. Wir versichern feierlich, daß wir neben unserem alten Bundesgenossen England und neben den anderen Alliierten durchhalten und alle internationalen Abmachungen der portugiesischen Nation aufrecht erhalten werden.“ Die revolutionären Streitkräfte wurden von dem Major Sidonio Paoz angeführt, der mit der Bildung des Kabinetts beauftragt wurde. Zwei Tage lang beschossen der „Vasco de Gama“ und der Zerstörer„Guadiona" die Stellung der Revolutionäre ohne wirksames Ergebnis. Madrid, 10. Dez.(WTB.] Reuter. Der spanische Gesandte in Lissabon berichtet, daß der Kampf. abgesehen von vereinzelten Schüssen in den Straßen, in der Freitag Nacht aufhörte. Unsere Feinde. Basel. 8. Dez.(BB.] Die„Neue Zürcher Zta.“ berichtet: Der seit einigen Tagen ausgebrochene Streik der Munitions= und Aeroplan=Arbeiter in Coventry hat bis jetzt eine Erledigung noch nicht gefunden. 50000 Mann feiern. Der Regierung bereitet dieser Zustand die größte Sorge wegen der Störung in der Munitionsfabrikation. Basel. 8. Dez.(BB.] Nach einer Havasmeldung aus London wurde der jüngste englische General, der 25jährige(!) Bradford, getötet. er Entente natürlich groß. Die Gefangennahme ist leider latsache, aver wie sie erfolgte und wie es mit dem angeblich rfochtenen Siege aussah, darüber haben wir jetzt von Wintens selbst aus einem an seine Mutter gerichteten Briefe das Preußisches Abgeordnetenhaus. Berlin, 10. Dez.(WTB.) Präsident Graf v. Schwerin=Löwitz eröffnet die Sitzung um 11 Uhr 15 Min.... M Auf der Tagesordnung steht die Weiterveratung der Wahlrechtsvorlage. Abg. Herold(Centr.): Zunächst möchte ich die politischen Verhältnisse berühren. auf die der Herr Abgeordnete v. Heydebrand eingegangen ist. und bezüglich derer Herr Abg. von der Osten eine Erklärung namens der Kouservativen abgegeben hat. Als Reichstagsabgeordneter und Teilnehmer an den sogen. interfraktionellen Besprechungen des Reichstages halte ich das für angezeigt. Die interfraktionellen Besprechungen sind entstanden aus der Beratung über die Abfassung der Friedensresolution. Sie sind dann später fortgesetzt worden, um über gewisse auftauchende Fragen eine Verständigung herbeizuführen. Wir haben ganz gewiß ausgleichend und fördernd auf die Verhandlungen des Reichstages eingewirkt. Ich betone über, daß durchaus kein festes Kartell, kein Block zwischen den beteiligten Parteien besteht, daß jede Partei vielmehr ihre völlige Selbständigkeit bewahrt und nur solche Fragen in den Kreis der Erörterungen gezogen werden. über die man glaubt zu einer Verständigung gelangen zu können.(Sehr richtig!] Die Konservativen haben einen Vorwurf deswegen erhoben, weil volles Zusammenarbeiten zwischen Regierung und Volksvertretung wünschenswert ist, dann doch ganz gewiß in viel stärkerem Maße während des Krieges. Nach den heftigen Debatten des Reichstages in der letzten Zeit verlangte das Volk eine Beruhiguna. Wenn der Reichskanzler für eine erfolgreiche Tätigkeit hier Wandel zu schaffen bemüht war, so hat er sich zweifellos dadurch ein Verdienst erworben.(Beifall.) Die Gegenstände über die der Reichskanzler in seiner Einführungsrede Erklärungen abgegeben hat, lagen doch außerordentlich nabe. 1441— u—8 Cänis i2 K Daß der durch den Kaiser und König zu berufende Reichskanzler und keinisterpräsident sich für die Erfüllung der kaiserlichen Botschaft bezüglich des Wahlrechtes einsetzt, ist selbstverständlich., I.pur Iuue Eine Einschränkung der Zenzur, insoweit es irgendwie mit dem Kriegszustande vereinbart werden kann. ist allgemeiner Wunsch der Bevölkerung.„„ 16 4 W.s. Mit der Einführung der Arbeitskammern und der Aufhebung des§ 153 der Gewerbeordnung erfüllt der Reichskanzler nur ein Programm, für das er schon als Reichstagsabgeordneter eingetreten ist. 1 1.# hr Peicht Durch die Verhältnisse war es gegeven, oaß der Reichskanzler die Antwort der früheren Regierung auf die Friedensnote des Papstes, mit der auch der Rreichstag sich einverstanden erklärt hat, sich zu eigen machte. Daß der Reichskanzler darin keinen Ausdruck der Schwäche oder des Verzichtfriedens erblickt, ergibt sich aus den entschiedenen Erklärungen, die er hier und im Reichstage abgegeben hat. irsbesondere auch, daß die Antwort auf die Papstnote nicht als ein Freibrief für die freventliche Verlängerung des Krieges angesehen werden darf. Die Stellung meiner Freunde aber hat mein Freund Trimborn in der Reichstaassitzung am 29. November unter Zustimmung der ganzen Reichstagsfraktion dargelegt:„Wir lebnen“. so führte er aus,„einen Vergewaltigungs- und Eroberungsfrieden ab. aber auch einen Verzichtfrieden, erstreben dagegen einen Frieden der Verständigung. der unserm Vaterlande die Unversehrtheit und Sicherheit seiner Grenzen und die völlig freie Entwickelungsmöglichkeit, insbesondere auch auf wirtschaftlichem Gebiete bringen soll.“ Also in dem Bestreben, einen erfolgreichen Frieden zu erreichen, sind Regierung und Volksvertretung im Reichstage und Landtage einig.(Beifall.) Durch das angebahnte Vertrauen zwischen Regierung und Volksvertretung sind die jüngsten Reichstagsverhandlungen denn auch glatt ohne scharfe Auseianandersetzungen verlaufen und in wenigen Tagen erledigt worden, was in gesamten Bevöikerung angenehm empfunden und mit Befriedigung aufgenommen worden ist.(Beifall.) Einige Fühlungnahme zwischen Regierung und Parteien in nur zu begrüben: denn Reeiernun und 66. Jahrgang. Nr. 880. sollen nicht gegeneinander, sondern mitein..rheiten, getragen von gegenseitigem Vertrauen. Dadurch wird das Volkswohl am besten gefördert. Ein eigentlich varlamentarisches System nach englischem oder französischem Muster findei aber keineswegs unsere Billigung und wird von uns nicht angestrebt. Die Gestaltung der Zustände in diesen Läudern gibt uns wahrlich keine Veranlassung, es nachzuahmen. (Sehr richtig!).. f.826 Ehaumn Der Herr Abg. v. Heydevrand vehauptet. der Reichstag habe verlangt, daß der Reichskanzler Dr. Michaelis seinen Abschied nehmen sollte, weil er sich erlaubt habe, ein Amt anzunehmen, ohne das vorherige Plazet des Parlaments dazu zu haben. Das ist nicht zutreffend. Nach Übernahme seines Amtes hat der Reichstag den Kanzler zunächst unterstützt. Der Reichskanzler legte zunächst einen Nachtrag=Etat vor. in dem die Mittel für einen stellvertretenden Reichskanzler gefordert wurden. Gegen die Bewilligung dieser Stelle bestanden große Bedenken im Reichstage. Ich habe sie namens meiner politischen Freunde im Reichstage dargelegt. Die Mittel sind daher auch nur für eine beschränkte Zeitdauer bewilligt worden. Hätte man Herrn Dr. Michaelis stürzen wollen, so brauchte man nur diese Stelle abzusetzen. Aber das ist nicht geschehen, wesentlich mit Rücksicht auf den Herrn Reichskanzler, der diese Stellung zu seiner Entlastung für notwendig erachtete. Die Stellung meiner politischen Freunde zur Wahl rechtsvorlage hat Herr Dr. Porsch des Näheren dargelegt. Ich habe dem nichts hinzuzufügen. Unrichtig ist aber die Auffassung des Herrn Abg. Ströbel, daß ein Teil des Zentrums unbedingt gegen die Vorlage stimmen würde. Herr Porsch hat nur erklärt, daß ein Teil seiner Freunde die endgültige Stellungnahme von den Verhandlungen der Kommission und von deren Ergebnis abhängig mache. In dieser Weise liegt also keine bestimmte Entscheidung vor, weder eine bejahende noch eine ablehnende. Die große Bedeutung, welche wir dem Schutze der kelturellen Interessen, der Sicherstellung der konfessionellen Schulen, der Freiheit der Kirche und ihrer Cinrichtungen beimessen, möchte ich hiermit noch einmal ausdrücklich betonen. (Bravol im Zentr.) Von besonderer Wichtigkeit ist die Einteilung der Wahlkreise. Abweichend von Herrn Dr. Pachnicke sind wir der Ansicht, daß die Einteilung der Wahlkreise in einem Gesetze dauernd festgeleat und gesichert werden muß. Immer haben wir den Standpunkt vertreten, daß nicht die Bevölkerung allein für die Zahl der Abgeordneten maßgebend sein soll. Die Bedeutung eines Wahlkreises liegt auch in der historischen Entwickelung, namentlich muß die Bodenfläche mitentscheidend sein. Zu jeder Entwicklung ist eine gewisse Bodenfläche notwendig. Das Land gibt seinen Überschuß an Bevölkerung an die Städte und Industriezentren ab. Es erneut fortlaufend seine Bezirke durch neue Volkskraft. Verlin hat annähernd dieselbe Einwohnerzahl wie Ostvreußen und Posen, mehr als Pommern und Westpreußen. Wer wollte leugnen, daß solche große Provinzen mit ihren Entwicklungsmöglichkeiten bedeutungsvoller sind als eine einzelne Stadt? Sind z. B. die Hohenzollernlande mit 70 300 Einwohnern nicht wichtiger als eine Mittelstadt mit derselben Einwohnerzahl?(Sehr richtig!] Dieselbe Auffassung ist auch im Deutschen Reichstage mit Entschiedenheit vertreten worden. Graf Posadok#slo führte im Jahre 1912i Reichstage aus:„Wo es sich# politische Vertretungen handelt, um die Vertretungene### rerschiedenen Interessengruppen eines großen Landes, da genügt es wirklich nicht, ein reines Divisionsexempel zu machen. Ich halte es für eine bedauerliche Entwicklung Deutschsands, daß bei uns schon jetzt mehr als der fünfte Mann ein Großstädter ist. Das hat seinen Einfluß auf unsere ganze Volksanschauung, auf unser ganzes politisches Leben gehabt. Wenn wir aber dahin kommen sollten, die Wahlkreiseinteilung fortgesetzt lediglich durch ein Divisionsexempel zu ändern so müssen bei dieser Zusammenballung der Massen in einzelnen Zentren, in den großen Städten, die Interessen des Landes draußen und die Interessen der kleinen Städte, der Mittelstädte aufs schwerste leiden. Bei der Vertretung öffentlicher Interessen, bei der Vertretung politisch=wirtschaftlicher Interessen kommt es nicht nur auf die Zahl an, da kummt auch die Fläche mit in Frage. auf der die Massen wohnen, und diese Flächen dürfen wir nicht ganz unberücksicht lassen.“ Bei den Beratungen des Verfassungsausschusses des Reichstages im Mai dieses Jahres haben auch die Vertreter der nationalliberalen Partei des Zentrums und der beiden konservativen Fraktionen dieselbe Anschauung vertreten, daß Einwohnerzahl und Fläche bei der Wahlkreiseintetlung zu berücksichtigen seien. Die Mehrheitsanschauungen der beiden politischen Vertretungen des Reichstages und des dreußischen Landtags decken sich also in dieser Beziehung. Wenn also an sich schon die Berücksichtigung von Bevölkerung und Fläche angezeigt erscheint, so tritt als weiterer, nicht zu unterschätender Grund hinzu, daß dadurch dem zu weit gehenden Radikalismus einigermaßen entgegengewirkt wird. Es ist in Erwägung zu ziehen, ob dieser Grundsatz der Berücksichtigung der beiden Faktoren. Einwohnerzabl und Fläche, bei der Einteilung der Wahlkreise geletzlich festzulegen ist.(Sehr richtia!)„„(.2 8 Marfans““ Ferner ist zu prüfen, ob der Vorschlag der Vorlage ein fach die größeren Wahlkreise. bei denen mehr als 250 000 Einwohner auf einen Abgeordneten entfallen, zu teilen, beibehalten werden soll. oder ob eine vollständige Neueinteilung der Wahlkreise vorgenommen werden soll. Wenn man auf diesen Boden treten wollte, wäre auch die Anregung des Grafen Posadowsky, welche er vor einiger Zeit durch die Presse veröffentlicht hat in Erwägung zu ziehen, wonach die ländlichen und städtischen Bezirke zu getrennzen Wahlkreise vereint werden sellen, weil bei dem viel stärkeren Anwachsen der Städte mit diesen verbundenen ländlichen Bezirken von ersteren majorisiert werden. Gewiß sind die Schwieriakeiten einer vollständigen Neueinteilung nicht zu unterschitzen. Nach der Vorlage tritt eine Abgeordnetenstelle hir wern auf dieselbe mehr als 250 000 Einwohner fallen. vierbei ist en berücksichtigen, daß die Wirkung eine verschiedene ist, ie nachdem es sich um einen Einmänner= oder Zweimänner=Wahlkreis handelt, indem bei ersterem die auf den Abgeordneten entfallende Einwohnerzahl auf die Hälfte, bei letzterem auf nur zwei Drittel herabsirkt. Zu prüfen ist auch die Einführung der Verhältniswahlen. Auf den Vorschlag derselben, daß die Minoritäten besser zur Geltung kommen, bestehen auch erbebliche Nachteile, die genaue Kenntnis der Verhältnisse sonen, welche bei der Vertretung eines begrenzten Wehlkreises bestehen, werden beseitigt. Es werden nicht mehr Versonen, sondern Parteien gewählt. Die Beziehungen der Wahler zum Abgeordneten werden also stark gelockert. Der Einfluß der Parteileitungen wird sehr gestärkt. Eine allgemeine Einführung der Verhältniswahl kann daher wohl kaum in Betracht kommen.(Lebh. Beifall im Zentrum.) Es ist vielleicht zu erwägen, ob man in Wahlkreisen mit besonders dichter Bevölkerung die ein zusammenhängendes. begrenztes Wirtschaftsgebiet bilden die Verhältniswahl einführen soll. Im Reichstag hat sich eine Mehrheit auf diesen Boden gestellt. und die Regierung hat eine entsprechende Verlage zugesagt, die uns hier ja auch bei der Beratung ante Anhaltspunkte bieten wird. Es besteht aber das Bedenken daß schwer zu bestimmen ist, wo man die Grenze bei Einführung der Verhältniswahlen ziehen soll.(Sehr richtig!) trägt die verschiedene Gestaltung die Gefahr dauernder. Beunruhigung in sich. Die Kommission wird in eine sorgfältige Prüfung der verschiedenen Gesichtspunkte eintreten. Der Bestimmung, daß das Wahlrecht an einen einjähriLohnsitz in der Gemeinde ceknüpft ist kann man zustimgen Wovugin un vei ge geinde geknäpft, men, da eine gewisse Seßhaftigkeit für die Ausübung eines so wichtigen Rechtes, wie es das Wahlrecht ist, mit Rest verlangen kann.(Beifal.) Zu prüfen is, nur. ob man vickkicht eine Bewilligung für soiche Personen treffen kann, welche burch ihre Heerespflicht nach dem Kriege gezwungen sind. in einer anderen Gemeinde als vor dem Kriege sich eine Existenz zu gründen. Redner fährt fort. der deutschsprachigen Presse e.V. Die Kriegserklärung Americas an Österreich=Ungarn. Washington, 6. Dez.(WTB.] Reuter Im Repräsenaubenhause leate der Ausschuß für auswärtige Angelegenzeiten eine Entschließung vor. in der Esterreich=Ungarn der Krieg erklärt wird, und einen formellen Bericht des Auschusses. Der Vorsitzende Flood erklärte unter begeistertem Leifall, daß der Präsident den Kongreß ersuchen werde, such der Türkei und Bulgarien später den kriegzuerklären, falls dies für zweckmäßig erachtet verde, daß Wilson aber einen solchen Schritt augenblicklich für untlug halten würde. In dem sormellen Bericht des Ausschusses wird an die Menschenverluste und Rechtsverletzungen durch die österreichischen Seestreitkräfte erinnert, die in einem Maße gescheben seien, das dadurch der Kriegszustand mit den Vereinigten Staaten geschaffen würde. Der Bericht führt serner den Schriftwechsel mit Wien in den letzten drei Jahren an, aus dem bervorgehe, daß ÖsterreichUngarn Deutschlands Politik des schrankenlosen U.Bootkrieges unterstüßze. In Italien werde die Sache der Alliierten, die auch die Sache der Vereinigten Staaten sei, bedrobt. Die Allierten seien nach Italien geeilt, die Kriegserklärung der Vereinigten Staaten an Esterreich=Ungarn werde dem italienischen Volke, das durch böswillige Provoganda der Deutschen mißleitet worden sei, neuen Mut einflößen. Das werde die ganze Sache der Allierten militärisch stärken. Daß durch die Krieaserklärung„auf dem Papier die Sache der Alliierten militärisch gestärkt werde, ist eine köstiche Naivität, auf die Graf Czernin in seiner Rede in der ungarischen Velegation die richtige Antwort gegeben hat. Er sagte zu den übertrieben pessimistischen Anschauungen des Grafen Karolv binsichtlich der militärischen Intervention Amerikas: Ich leugue nicht, daß die Entente tatsächlich glaubt, daß eine amerikanische Hilfe in großem Umfange stettfinden werde, daß sie sich tatsächlich an diese Hoffnung klammert und auf diese Hilfe hofft. Man muß sich jedoch fragen, ob die Entente sich nicht irrt. Es ist sehr leicht, zu sagen daß sie eine Millionen=Armee von Arerika nach, Frankreich wersen werde. Ob ein solcher Plan auch zu verwirklichen ist, werden wir erst später sehen. Ich kann mich auf sehr maßgebende Militärs berufen, die solche Hilfeleistung wie die Entente prophezeit, als ausgeschlossein erachten. Daß von der Seite Amerikas die Absicht bestedt, der Entente ernste Hilfe zu leisten leuane ich nicht, ein Schritt in der Richtung läßt sich jedenfalls feststellen. Was die Ausführungen Wilsons betrifft, wonach er die Kriegserklärung an uns dem Kongresse empfiehlt, wünsche ich nicht. mich damit zu beschäftigen. Ich frage mich, wie es möglich ist, daß ein leitender Staatsmann solchen Mangel an kenntnis, unserer Verbältnisse und unserer Lage verraten kann, und mit solchen Argumenten die öffentliche Meinung seines Landes irreznführen imstande sein sonn.„„„ giump Scchfimn 12 Mi. Wien, 8. Dez. Das„Neue Wiener Taablatt“ schreibt: Es bedarf nicht vieler Worte, um den Einfall des Präsidenten Wilson, daß Esterreich=Ungarn der Krieg erklärt werden müsse, weil es ein Vasall Deutschlands sei, als dreisteste und albernste aller Spitzfindigkeiten zu geißeln, die dem amerikanischen Präsidenten in seiner Laufbahn als Kriegsdetzer eingefallen sind. Für uns hätte Wilson sich gar nicht anzustrengen brauchen. Aber er hat das vielleicht auch gar nicht beabsichtigt und zum russischen Fenster, hineinsprechen pollen aus dem ihm diggft, eutgenschlägt, die ihn frösteln macht. Wilsons Kriegserriarung uverrascht uns nicht, noch weniger schüchtert er uns ein. Wilson gibt sich vergebliche Mühe, uns zu bemitleiden, und trotz aller Bekümmernisse, die uns der Weltkrieg auferlegt, bleibt uns für das Wort, daß uns Wilson besser verstehen will. als wir selbst uns kennen, nur ein befreiendes schallendes Gelächter. Auch die„Reichspost“ betont, daß Wilson keine Ahnung von Eurova habe, in dessen Verdältnisse er uch einmischen win. Man dar nunmehr die Wahl., ob in der Volitik Willons der Unpissenheit und naklares Bhantastereien oder der Bosbeit die Palme gebührt. Rosel, 10. Dez.(BB.] Der„Temps“ meldet aus Washington, die Kriegserklärung an Osterreich=Ungarn werde wahr. scheinlich sofort mit einer Aktion der Marine Amerikas im Mittelmeer begleitet sein. Amerikanische Flieger werden an den Operatzionen an der ttalienischen Front eilnedmen. Neue U.=Bootbeute. Berlin, 9. Dez.(W2B.) Durch unsere U-Boote wurden im Sperrgebiet um England neuerdings 11 000 Br.= Reg.=To, versenkt. Eines der vernichteten Schiffe wurde aus einem gesicherten Geleitzuge berausgeschossen, bei einem anderen konnte Bewassnung sestgestellt werden Der Ehef des Admiralstabes der Marine. * Berlin, 10. Dez.(WTB.) Die kürzlich gemeldete Vernichtung eines Munitionsdampfers von 6000 Tonnen spielte sich nach dem jetzt vorliegenden Bericht des Kommandanten des U.=Bootes folgendermaßen ab: Im englischen Kanal auf Lauerstellung kreuzend, sichtete am kurz nach Mitternacht einen von Westen ngbenden ziefbeladenen Dampfer, auf den sogleich zum Angriff gefahren wurde. Etwa nach einer halben Stunde konnte zum Schuß aufgedreht und der Torpedo abgefeuert werden. Mit einer gewaltigen Detonation flog der Taupfer in die, Luft, eingehüllt in eine riesige Feuersäule. In nächsten Selunde war jedoch die ungeheure Flaume wieder erloschen und der Dampfer versunken. Die Lusterschütterugg durch die Explosion überstieg jeden Begriff. Trotzdem sich das U=Boot in erheblicher Entfernung befand, machte sich der starke Luftdruck in unerhört starker Weise auf dem U-Boot bemerkbar und richtete einige Beschädigungen, wie zum Beispiel das Durchschlagen der elektrischen Sicherungen, vorübergehendes Versagen des Kompasses, Undichtigkeit am Schiffskörper an. Nach zweistündiger Arbeit war es dem technischen Geschick des Personals gelungen, die Schäden zu beheben. Eine englische Schufterei. Stockholm, 1. Dez.(WTB.) Götehorgs„Aftonbladet" hatte am 2. August 1917 Aussagen eines schwedischen Seemannes über das Verfahren der Engländer am 1. Mai 1917 veröffentlicht, nach denen die Engländer, an jenem Tage, für welchen Deutschland den neutralen Schiffen freies Geleit zugesagt batte, die schwedischen Schiffe am Auslaufen verhindert und anstatt ihrer englische Schiffe mit schwedischen Abzeichen ausgesandt haben, um Jagd auf deutsche U.=Boote zu machen: einige Tage später wurden 14 schwedische Lebensmittelschiffe von den Engländern durch Versagung jeglichen Proviaxtes gezwungen, auszulaufen und das nicht mehr freie Sperrgebiet der Nordsee zu durchqueren. Wie erinnerlich, haben deutsche U.=Boote damals mehrere von diesen Schiffen versenkt. Zu diesen Tatsachen, deren Wahrheit der genannte schwedische Seemann nachber, als sie durch amtliche(englische) Erklärung bestritten wurden, öffentlich in Nya Dagligt Allehanda“ eidlich erhärten zu wollen erklärt hatte, bemerkte Göteborgs„Aftonbladet“: Keine dieser Angaben stebt mit den von den Engländern früher während dieses Krieges gezeigten Charakterzügen in Widerspruch. Von demselben Volk, das nach eigenem Eingeständnis Lazarettschiffe mißbraucht hat, um unter dem Schutz des Roten Kreuzes unverwundete Soldaten, Munition und hochstehende Persönlichkeiten von U. Booten unbebelligt zu befördern, kann man auch ohne Bedenken annehmen, daß es die schwedischen Farben in der geschilderten Weise mißbraucht hat, besonders, da es dieselben Farben schon längst zu gewöhnlichen Frachtfahrten mißbraucht hat. Wegen dieser Zeilen wurde Sötedorts artonbläker auf Veranlassung des englischen Gesandten in Stockholm angeklagt, aber Redakteur Ssöberg konnte die Richtigkeit seiner Behauptungen beweisen: er wies u. a. auf eine Stelle in„Daily Mail“ vom 20. Juni 1917 bin, die über Ausladung von Munition auf einem englischen Lazarettschiff berichtet. Er brachte eine große Anzahl rechtskräftig beglaubigter Zeugenaussagen bei, die den Mißbrauch der Lazarettschiffe durch die Engländer bestätigten, und machte außerdem auf viele englische Presse. stimmen aufmerksam, in denen Schweden aufs gröbste beschimpft und unnentraler Haltung bezichtigt worden ist. Auf Grund dieser Unterlagen wurde er von dem Göteboroer Gerichte freigesprochen. 445 uentrasen W—=81 Dadurch ist zum erstenmal von einem neutralen Gerichte die Berechtigung der in Göteborgs„Aftonbladet“ gegen Engkand erhobenen Vorwürfe anerkannt worden. Das Vorgehen der britischen Behörden am 1. Mai 1917 wird für alle Zeiten ein Schandfleck in der Geschichte der englischen Marine bleiben. Aus aller Welt. tur. Bern. 9. Dez.(WTB.) Schweizerische Deveschen=AgenDie Wirtschaftsverbandlungen in Paris zwischen Vertretern der Schweiz und den Vereinigten Staaten sind abgeschlossen. Die schweizerische Abordnung ist nach Bern zurückgekehrt und hat dem Bundesrat Bericht erstattet. Der Entwurf der Vereinbarung darf als Beweis dafür betrachtet werden, daß die amerikanische Regierung volles Verständnis für die Bedürfnisse der Schweiz besitzt und entschlossen ist, in freundschaftlicher Weise die Versorgung der Schweiz mit Brotgetreide und anderen unentbehrlichen Waren sicher zu stellen. Weitere Mitteilungen felgen, sobald die getroffenen Abmachungen vom Bundesrat genehmigt sind. Dynamit für die Sinn=Zeiner. Amsterdam 8. Dez. (W2B.) Nach englischen Zeitungen hat die Volizei am Schiffslandungsplatz von Belfast zwei Jungen festgeuommen, die einen Handkoffer mit Dynamit von Schottland nach Irland brachten. Die Verhafteten sollen einer BovscoutGruppe der Gräsin Markiewiez angehören. Angeblich ist man dadurch einer großen Verschwörung zur Einbringung von Sprengstoffen nach Irland auf die Spur gekommen, Aus der Stadt. Münster, 10. Dezember. 1 Aus dem Militär=Wochenblatt. Befördert zu Leutnants der Res. die Vizefeldwebel&a Schallenberg, &* Jaspers,&am Hölscher,&a Dernebockholt(Münster),& Weuler(Coesfeld),* Mertins[Osnabrück), der Vizewachtmeister * Böller(Münster). Von der Universität. Die Doktorwürde in der rechtsund staatswissenschaftlichen Fakaltöt erwarb sich Ewald Schuster aus Herne in Westf. Die Dissertation lautet:„Die Lösung der Vorflut= und Abwässerfrage im Emschergebiet auf Grund des Emschergesetzes vom 14. Juli 1904 mit besonderer Vetücksichtigung des Umlegeverfahrens der Emscherbeiträge: Der bisherige Privatdozent in der katholisch=theologischen Fatultät der Westfälischen Wilbelms=Universität zu Münster, Dr. Arnold Struker, ist zum außerordentlichen Professor für Dogmatik in derselben Fakultät ernannt worden. Jungfrauen=Exerzitien im Exerzitienhause Münster i. W., Schillerstraße 46, vom 12.—16. und vom 18.—22. Dezember. Lebensmittel oder Karten sind mitzubringen. Zum 1. Kursus werden noch Teilnebmerinnen ohne Anmeldung zugelassen. C Schmieröle für Landwirte. Die Landwirte des Stadtkreises Münster werden darauf bingewiesen, daß der diesige freie Handel zurzeit Schmieröle(Wagenschmiere usw.) abzugeben hat. Es wird gebeten, den im Oktober angemeldeten Bedarf nunmehr zu decken. Aus den Provinzen. a Watendorf, 10. Dez(Auskunft) über Unfall=, Kranken= und Invalidenversicherung, in Militär=, Miets=, Steuer= und ähnlichen Angelegenbeiten erteilt ein Vertreter des Volksvereins am Mittwoch, den 12. Dez., nachmittags von 4—6 Uhr beim Wirt Hungerkötter. t Gescher, 8. Dezdr.(Auszeichvung) Dem prakt. Arzt Dr. med. Heinrich Cohaus ist der Eharakter als Sanitätsrat verliebeg worden. 649164 8# X Hamm, 7. Dezbr.(Die erste iuristische Prsfu ng) bestanden in Hamm am 6. da. Mis. die Rechtskandtdaten Rudolf Busch aus Recklingbausen und Arthur Segall aus Dortmund. 4 Essen, 10. Dez.(Aufdecung großer Lebensmittelschiebungen.] Hier wurden große, von Beamten des Kohlensyndikats mit Kohlenschiebungen verbundene Lebensmittelschiebungen aufgedeckt. Ganze Eisenbahnzüge mit Lebensmitteln sind verschoben worden, u. a. 10.000 Zentner Zucker, 35 Waggons Weißkobl, 500 Doppelzentner Weizenmehl. Vermischtes. * London, 10. Der.(WTB.) Reuter. Wie aus Montreal gemeldet wird, sind bei der Explosion in Halifar mehr als 2000 Personen getötet und 5000 verletzt worden. Ein Schueesturm vermehrte die Leiden der Unglücklichen, da keine geeigneten Räume vorbanden sind, wurden die Toten in Barkanlagen aufeinandergelchichtet. * 9 Der Kriminalbeamte als Buttermann.„Eleg: burg 8. Dez. Gegen Abend trat ein Fräftiger Westerwälder Bauersmann in einen hiesigen Schubladen und verlangte ein paar Schuhe. Er wurde erst mit Bedauern, dann aber, als er immer noch nicht weichen wollte, mit schroffen Worten abgewiesen, da Schube in den ganabaren Nummern erst in 4—5 Wochen eintreffen sollten.„Schade“, erwiderte der Bauer, indew er schmunzelnd auf seinen Rucksack zeigte,„ich dabe zehn Pfund frische Butter mitgebracht, die ich gerne überließe, wenn Sie mir zu einem Baar Schube verhelfen wollten.“ Darauf wurde der Geschäftston sofort anständiger. Es wurden nacheinander drei Baar Schube von oben deruntergeholt. Als diese aber alle nicht paßten, führte die Verkäuferin den Mann die Treppe hinauf in ein Zimmer, das große Vorräte an Schuhen und Stiefeln enthielt. Der Landmann fand auch bald ein Baar passende derbe Arbeitsschuhe, für welche 90 Mark gefordert wurden. Er dagegen verlangte für seine Butter 10 Mark das Pfund, also insgesamt 100 Mk, sodaß er noch 10 Mark zu fordern batte. Als die Geschäftsinhaberin sich bandelseinig erklärte und der Mann die Butter auspacken wollte, griff er in seine Rocktasche und zeigte eine Erkennungsmarke als Gebeimpolizist vor. Das ganze Schuhlager wurde mit Beschlag belegt. * C Worte und Taten. Bei der Galdankaufsstelle in im Werte von 800000 Mark zum Verkauf in das neutrale Ausland aufgeliefert worden. Das sind vorbildliche Beispiele epferbereiter Vaterlandsliebe. Es täte not, daß überall die prohlhubenden Kreise erkennen, daß es nicht genügt, das Wort zum Durchhalten nur im Munde zu führen, sondern daß es ihre Aufgabe ist, auch selbst mit der Tat dazu helfen, daß unserm ganzen Volke das Durchhalten erleichtert wird. Dazu haben die Einlieferer der beiden Verlenschnüre beigetragen, da aus dem Verkaufserlöse der Perlen um so viel mehr Ledensmittel aus dem Auslande eingeführt werden können, als es sonst möglich wäre. Darum beraus mit den Juwelen, das ist das ernste Gebot der Stunde. Hauprredakteur Rudoif Strietholt.— Es veranworten: den redaktionellen Teil Paul Koane, die Peklamen und Inserate Auion Busch, alle in Münster.— Druck und Verlag der Aschendorsschen Buchhandlung in Münker. UUUUTTTEN USssuTs zeichnen sich aus durch Das Haus der MRoden. Schönbell Vorehnhek in Sitz, Jarbe und Som Münster, Sal=straße. Großer Bieh= u. Inventar=Verkauf. Am Mittwoch, den 19. Dezember, vormittags 10 Uhr aufangend, verkaufe ich das auf dem Laink=Breulschen Gute in Averesch, besinglche Prpogtg 1 erstklassige trag, belg, Stute, 1 achtjsähr. Stute, 1 jähriges Fessenz s sewente Kühe, alik trngent, 10 Pndan, frizen. suchtschweiue, eine Anzahl Hühner, 1 Grasmähmaschine mit sandablage, 1 Heuwender, 1 Heureggen, 3 Ackerwagen, 1 fast neues Gigh, mehrere Pflüge und Eggen, 1 Biehtopf, 1 Breitdresch= u. 1 Vlattdreschmaschine mit Göpel, 1 Häckselschneidemaschine, 1 Wannemühle, 3 Pferdegeschtrre u. sonstige AckerSr--uag eon z Mlaschrank, 3 Kleiderschränke 1 Kommode, 1 Nachtisch, 1 kleinen Schrank, 5 Tische, mehrere Dtd. Stühle, 6 Bettstellen. 5 vollständige Betien. 3 Koffer, sämtliches Porzellan und allerhand Haus= und Küchengerüte meistbietend gegen Kredit, die Pferde gegen bar. Die Sachen köinzen 1 Stunde vorher besichtigt werden. Wessm i. D., 6. Dezember 1917.. 13 Franz Böcker. „ Habe 8—10 Waggon Poppeln, bis 65 cm mittl. Durchmeff., franko Waggen Wesel ahzugeben. Anfragen mit Preisangabe erbeten. de Aug. Böhm, Wesel a. Rh., Dompfläge und Hodeiwert. „eie- Te. ehie e. vormittags 10 Uhr, werde ich im Austrage des Brennereibesitzers, Herrn Joh. Bernd. Genting in Spork, auf dessen Gut zu Spork: 4 Stück 1½jährige Gohlen, 4 Stück gedeckte Sinten(3, E. und 7jöhrig), 1 2¾jährige Stute. 1 Jjähriger Wallach und 1 Vond össentlich und meistbietend. gegen Barzahlung, bezw. auf Kredit, gegen Bürgschaft versteigern. Bocholt, den 4. Dez. 1917. Beirich un desl beidigter Auktionater. 500 Mark zu leihen gesucht gigen unbedingte Sicherbeit. erb. unter S B 1573 an die Geschäststelle ds. Bl. Am Donnerstag abend vor dem Hause Neuplatz 18/19 ein Skunks=Muss verloren. Der ehrl. Finder wird gebet. denf. geg, hohe Vel. abzugeb. bei Lackhoff, Metzgerei, NeuRos 18-14.—— 1“ Pappeln=Verkauf. Dienstag, den 11. Dezember 1917. nachmitags 1 Uhr, werde für Herrn Gutsbefihzer Große Wießmann gnt. Thier zu Appelhülsen, Wellstr. co Stüchk Kanadische Pappeln und Rähweiden von 30—55 Zim. 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Sa 344 Schweighofer brachte seine Vorräte unter, er verstaute die Eier mit sachkundiger Hand, tat die Butter in den tiefsten Schatten der Küche und die Hühner hängte er mit den Köpfen an seinen Leibriemen, daß sie aussahen wie ein Strauß. Dann rief er„Hü“ und der aufrichtige Braun stemmte sich ehrlich ins Geschirr, während der Schimmel, dieser Witzbold, gar nichts hörte, er schien unversehens taub geworden zu sein. Schweighofer hatte natürlich sein Mittelchen, er war auch nicht verlegen um einen kleinen Scherz und zwickte den Schimmel in die Weichen. So konnte er gut auf Sporen verzichten und setzte doch seinen Willen durch. Der Weg ist lang, niemand kann ein Ende absehen. Schweighofer hat keine Generalkarte mit schön kolorierten Waldungen, keinen Kirchners Maßstabzirkel, nichts dergleichen führt er mit sich. Als Uhranhängsel trägt er einen silbernen Wildschweinskopf mit fletschenden Zähnen, denn die Bussolen sind wie die Augen der Weiber, sagt er, und verzichtet gern darauf. Manchmal steckt er die Nase in den Wind, bei einer Wegabzweigung untersucht er wohl auch die Rinde eines Baumes, dann stampft er sicher weiter und läßt sich von keinem Zweifel anfechten. Nun können die Pferde wirklich nicht mehr, der Schimmel hat seinen ganzen Humor verloren und kämpft verzweifelt mit dem weichen Lehm, der sich wie eine Faust um die Füße schließt.„Brrr, ruft Schweighofer wie ein Herrschaftskutscher, der den stürmischen Lauf seiner Pferde nur mit Mühe aufzuhalten vermag, aber der Schimmel und der Braun stehen schon lange, ihre Flanken schlagen, und man braucht durchaus nicht zu besorgen, daß sie ohne eindringliches Zureden wieder vorwärtsstürzen werden. Schweighofer setzt sich auf einen Baumstumpf und er macht sich seine Lage klar. Er nährt keine Illusionen, sondern sagt sich recht und schlecht, daß er im Dreck festsitzt und die Hoffnungen der 9. Kompagnie auf ein Mittagessen lächerlich gering sind. Mit einem Schluck aus der verborgenen Flasche belebt er seinen Geist und denkt langsam, aber stark über einen Ausweg nach. Als eine russische Patrouille auftauchte und einige Schüsse auf ihn abgab, griff auch Schweighofer nach seinem Gewehr, aber er hatte keines, er konnte es nicht gleich finden, so sehr er auch danach suchte. Gott weiß, wo er es gelassen hatte.„Sakradü,“ rief er und wollte es auf einen Nahkampf ankommen lassen, aber es hing auch kein Bajonett an seinem Leibriemen, nur Hühner hingen daran. Die Russen kamen immer näher, ja, sie ließen sich durch nichts abschrecken und standen unmittelbar vor ihm. Schweighofer wollte sich, aller Verteidigungsmittel bar, wenigstens freundlich zeigen, wollte seine Liebenswürdigkeit ins rechte Licht setzen.„Oh, die Herren Russen,“ sagte er und schien angenehm überrascht zu sein.„Vielleicht ein kleiner Imbiß gefällig?“ sagte er und benahm sich durchaus wie ein gebildeter Gastgeber. So weit trieb er seine Höflichkeit, daß er sogar salutieren wollte, aber da entdeckte er, daß er keine Kappe am Kopf hatte, nein, die hatte er gestern auch einem Verwundeten geschenkt. Die Russen redeten viel wirres Zeug durcheinander, sie hatten wohl wichtige Entscheidungen zu treffen. Schweighofer verstand als Wiener natürlich ein wenig tschechisch, aber es reichte nicht hin, um sich an der Debatte zu beteiligen, und so wäre es vielleicht nie zu einer Einigung gekommen, wenn da nicht einer den heimatlichen Leopoldstädter Dialekt gesprochen hätte.„Von welchem Regiment sein Se?“ fragte er mit morgenländischen Bewegungen, und man konnte wahrhaftig glauben, in der Taborstraße zu stehen. Schweighofer nannte eine Rummer nebenan, er log AArchteriich Aberhaupt brachte kein wahres Wort über die Lippen. Nun schten er auch ganz die Orientierung verloren zu haben, er sland da und hatte keine Ahnung, wo sein Regiment sein könnte. „Da?“ fragte er.„Oder dort? Ich weiß es nicht.“ Die Russen sagten schließlich, daß sie die Sache überhaupt satt hätten, es sei kein Vergnügen mehr, und sie wollten sich fangen lassen. Besonders der Mann mit den morgenländischen Bewegungen meinte, daß dies eine sehr günstige Gelegenheit sei, und legte sein Gewehr weg. „Nu, fangen Se mich,“ sagte er und machte keinen niedergeschlagenen Eindruck. Auch die andern waren in aufgeräumter Stimmung. Am Abend kam Schweighofer doch zu seinem Regiment und brachte acht Gefangene mit. Ja, das sei der Rest einer größeren russischen Abteilung, mit der er seinen Kampf bestehen mußte. Diese da haben sich dann ergeben. Schweighofer stand bei der Küche und schöpfte seine Suppe aus, auch für die gefangenen Russen schöpfte er etwas Suppe aus und wurde allgemein geachtet und gefeiert. Nr. 26 Aas GentFeide. Zwei Souette. von Siegfried Schlösser.“) Wir wissen und verstehen manches kaum: Dies dumpfe Dämmern in den Stollenkammern, Dies kindliche, vertrauensvolle Klammern An mütterlicher Erde kleinstem Saum, Dies Duck=dich=Spiel, der Minen Purzelbaum, Dies Donnern, das in immer wundersamern Tönungen dröhnt wie Wucht von Eisenhammern, Das dünkt uns oft ein schwergekämpfter Traum. Die Lose nehmen wir, wie sie uns fallen, Wir wirbeln mit im wilden Schicksalstanz, Doch nicht als seine knechtischen Basallen. Wir fassen's nicht und träumen es doch ganz! Ein starker Wille wurzelt in uns allen: Er klärt das Unverstandene mit Glanz. Spürst du die weißen Nebel niedertauen Auf uusre stille, angestrengte Wacht? Fühlst du mit mir das Wunder dieser Nacht? Sie will uns heimlich etwas anvertrauen. Hörst du, wie es uns Kunde in den lauen, Regsamen Winden lächelnd hergebracht? Der Himmel läßt uns seine holde Pracht Und seinen zauberhaften Frieden schauen. Wie Harfenklänge rauscht es in den Bäumen Und flüstert süß ins aufmerksame Ohr— Uns sieh: wir wollen träumen... leise träumen... O Himmel, schließ dein hohes Segenstor! Wir dürfen ja in deinem Reich nicht säumen, Uns singt der Schlachtlärm Melodien vor! *) Entnommen aus dem im Vertage Gideon Karl Sarafig. erschienenen Büchlein„Sonette aus dem Schützengraben“. Siegfried Schlösser, der jugendliche Verfasser, trat im Auaus 1914 als Kriegsprimaner in das Heer ein und starb im Juli 1916 den Heldentod. Stappenblätter aus Rumänien. Georg Timpe, Stappenpfarrer. V. Buzau, 2. Januar Wie ich ins neue Jahr hineingekommen? Wie in jeden andern Tag. Kaum merkt man, daß ein Feiertag ist. Die Straßen sind gran und schmutzig wie sonst. Das Leben ist da wie togtäglich..„ L., Hrsrsg Ju6 Truppen kommen an, suchen Quarner, tausen schwerbepackt straßauf, straßab. Andere stehen bei der„Versprengten=Sammelstelle". Der Tornister liegt auf dem Boden, sie stützen sich auf ihr Gewehr, und so warten sie. Vielleicht eine Stunde, vielleicht länger. Sie kommen immer noch früh genug an die Front. Gegen Mittag werden die Straßen etwas lebendig. Da verlassen die ehrsamen Bürger ihre Häuser und ergehen sich auf der Targuluistraße oder auf der Strada Unirei. Das sind die Haupt= und Geschäftsstraßen der Stadt. Eilig haben sie es nicht. Auch ist es entsprechender, wenn man die letzten Verordnungen der deutschen Kommandantur bedächtig und langsam erwägt oder gar dabei stehen bleibt. Wo sollen sie auch hin! Die Restaurants und Cafés, wo sie sonst bei einem„Türkischen" die sämtlichen Ereignisse berieten, sind geschlossen. Das allein schon ist ein Jammer, stundenlang kann man darüber reden... Kein Kaffee mehr... kein Zucker... auch nicht ein Stückchen... sogar die Tische und Stühle sind heraus... überall Strohlager... überall deutsche Soldaten. So muß man eben auf der Straße philosophieren, wie die weiland griechischen Weisen. Ist nicht auch ein Trupp von acht bis zehn würdig schreitenden Herren etwas Erhebendes? Und erst gar, wenn sie stehen bleiben? Welch ein tief nachdenklicher Kreis! An Händeschütteln und Neujahrswünsche denken sie nicht. Sie sind ja in ihrem Kalender noch zwei Wochen hinter dem unsrigen zurück. Im Offiziers=Speisehaus ist auch alles wie sonst. Die Zigeunerbande, diese geistig und leiblich angefärbten Neger, wird wieder ihre negerhafte Musik verrichten und — ach mir graut schon davor!— der erste Geiger wird mir wieder den Teller vorhalten, mit Fingernägeln, schwarz wie seine Locken! Und sicher gibt es heute wieder — es war wirklich so— den alltäglichen zähen Gulasch mit Bohnen und den trüben, kaum genießbaren Wein. Ein paar Bekannte begrüßen sich, das ist alles. Formelhaft nur. Es ist besser so. Der Wunsch ist zu einer Redensart verblaßt, und der Händedruck schüttelt nicht am Herzen. Glück zum Neuen Jahre? Glück! Was heißt Glück, und man sieht kein Ende vom Kriege! Neues — es wird nicht viel anders werden als das alte gewesen. Voriges Jahr, als ich noch an der Front war, das war ein Neujahr gewesen. Wie sagte doch immer unser Rittmeister?„Man muß die Feste feiern wie sie fallen! Und im Krieg erst recht! Dann fühlt man doch wenigstens, daß man Mensch ist.“ Und die Musikkapelle ließ er spielen, alles was sie an Noten hatte und dann wieder von vorne, und Punsch gab es, und für ein gutes Abendessen hatte er auch gesorgt. So vergaßen seine Leute ein paar Stunden den Krieg, und andern Tags freuten sie sich auch noch... Wenn ich nur könnte, ich wüßte schon, was ich täte. Ich nähme einen Schubkarren, legte ein Faß Wein darauf, und so ging es in die Lazarette. Wir führen so von Saal zu Saal, und jeder kriegte sein Glas Wein. Wir. Der andere wäre nämlich Kleinschnittger. Der sagt auch immer wir. Kleinschnittger hab ich seit zehn Tagen. Er ist Mikulskis Nachfolger. Er ist Landstürmer und stammt aus Westfalen. Die erste Silbe seines Namens endigt darum nicht mit dem n, sondern mit dem s. Kleins=chnittchen ist eine treue Seele, mindestens ebenso treu wie Mikulski, und er hat kein Schelmenauge wie der. In allen Künsten der Haushaltung hat er eine ähnliche Erfahrung. Und etwas hat er, und deshalb hab ich ihn besonders gern, das ist seine rührende Anhänglichkeit an seine alte Mutter. Wenn er von ihr spricht, und er tut es gern, dann werden die blauen Augen ordentlich hell. Und ein paarmal, ich hab es wohl bemerkt, da wurden sie feucht, und mit seiner Stimme wurde es unsicher. Weichherzig ist er deshalb doch nicht, und wehleidig einmal gar nicht. Für die hab ich nicht viel übrig. Solch einer ist der neunzehnjährige Berliner, den ich ein paar Tage nach dem Fest im Lazarett sah. Neben ihm und um ihn herum lagen die mit schweren Verwundungen. Ich denke da zuerst an den braunbärtigen Altbayern. Dem hatten sie das linke Bein abgenommen. Aber deshalb klagen, das gab's nicht. Ganz tapfer ist er dann am Morgen darauf gestorben. Zwei waren da mit ausgeschossenen Augen. Auch die klagten nicht. Und sie hätten gewiß Grund gehabt. Jung sein und ein ganzes Leben noch vor sich haben und immer in der Dunkelheit sitzen... Nie mehr die Sonne sehen, nie mehr das Haus, nie mehr die Eltern... und nie, wie die Kinder wachsen und schöner werden... Der eine hatte zwei kleine Mädel von acht und fünf... Und die andern, die auf dem Fußboden lagen mit zerschossenen Armen, wenn die geklagt hätten! Aber sie taten es nicht.„Nichts dran zu machen!" Das ist zwar kein großer Trost, aber wenn man sich so mit Gleichmut abfindet...? Mein Berliner, wie der stöhnte! Und er war doch Freiwilliger! Und hatte keine Wunde und keine erfrorenen Füße! Mit dem Herzen stimme es nicht— das war alles. Als ob es Menschen gäbe, bei denen das stimmte! Leiden wir nicht alle daran? Den Altbayern hab ich noch am gleichen Tage wie er gestorben, beerdigt. Und mit ihm noch zwei: beide Kopfschuß. Das waren die Tage des vielen Sterbens. Der Friedhof ist zwanzig Minuten vor der Stadt. Mehrere Maisfelder daran sind als Ehrenfriedhof abgegrenzt. So hatten es die Rumänen schon eingerichtet. Hätten sie ihren Toten nur mehr Ehre erwiesen! Als ich vorgestern hierherkam— welch ein gräßlicher Anblick! Sieben Tote wie wirr durcheinander und vollständig nackt! Der ohne Bein, der den Arm bis zur Schulier abgenommen, der... ich mag nicht mehr daran denken. Und die armen verzerrten Gesichter! Die schrecklich wehen Augen— der offene, anklagende Mund...“ Und diesmal— wieder dasselbe Bild, nur grauenhafter. Ich zählte fünfzehn. Ein Volk, das seine Toten nicht ehrt, ist nicht wert, Hilden zu haben. In einer langen Reihe schon ruhen unsere Toten. Nun ist die zweite Reihe auch bald voll. Ein weites Feld! Wie oft werde ich noch hierhermüssen! Wie oft an diesen schwarzen Gräbern des Heimatbodens gedenken! Wie oft die Rätsel der Wolken befragen— nehmen sie mit sich, weit, biss in die stille Unendlichkeit, all das Leid und das Erdenweh der hier Schlafenden? Tragen sie her all die Möbl. Zimm. u. v. Beköstigung findet Mädchen oder Frau für Gegenleistung im Haushalt. Näh. Aug. Rolef, Markt 37. Möbl. Zimmer mit elektr. Licht sucht Akademiker. Ang. unter R N 3087 besorgt die Geschäftsstelle ds. Bl. Suche in der Erphostr. oder Nähe ein od. zwei gut möbl. Zimmer, evtl. mit voll. Pens. Off. mit Preisangabe erb. u. F S 1554 an die Geschäftsst.* Suche braves, kath. 25 Mädchen 2. für ruhigen —.— Haushalt. Ostendorf, Untomusstr. 48. Auf mittl. Hose wird sofort ein kath. kinderliebes Mäschen Geicht zur Beaussichtigung der Kinder. Taschengeld. Familien= Junges Mädchen, 3 3 3091 an die Geschäftsst. braves katholisches. Zahnarzt wünscht 25 Mädchen, ge, junge, vorgebild. Dame am liebsten vom Lande, nicht aus bemittelten, ged. Kreisen unter 18 Jahren. in der Zahntechnik auszubild. 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Kredit und Bürgschaft verkaufen, als: darunter 2 dreijährige und 1 vierjähriger Wallach, rhein.=belg. Schlag, 1 sechsjährig? Warmblutstute, 2 vierjährige oftpreußische Paßfüchse. 1 zweijähriger edler Halbblutwallach; 19 Süho drei= bis neunjährig, teils frischmelk, teils 10 Nühe, tragend bzw. hochtragend; 3 Rinder, tragend; 6 Stück Jungvieh u. 1 trag. Schwein; Wirtschaftsgeräte: 4 Ackerwagen mit Ringsten, Kasten und Frechten, 3 Karren, 1 Kutschwagen und 1 Halbverdeck, Ptüge und mehrere Eggen, 1 Düngerstreu=, 1 Häcksel maschine, 1 Göpel und 1 Breitdreschmaschine, 3 Mahmaschinen mit Handablage, 1 Heurechen, 1 Viehwage mit Schiebergewicht, 1 Dezimalwage mit Gewichten, 1 Drillmaschine, 1 Jauchefaß. 1 Rübenschneider, 1 großer Posten Busch= und Klafterholz, ferner einige Pferdegeschirre, 1 scharfer Hofhund und dergl. mehr. Die Gegenstände sind gebraucht, gut erhalten und können zwei Stunden vor dem Termin besichtigt werden. 1 8 Caspar Hoehr, beeid. Ruktionator, Riddingsell. Stute(Edelzucht). von eingetragenen Eliern, sorner ein 7 Monate altes Stutfohlen(beig. Abstammung) u. 2½ jähr., schön., erstkl. Henast#sohlen zu verkausen. 6. Schmanina, Gutsbesitzer, (Bez. Mänster). Seit Januar 1902 erscheint in unserm Verlage Theologische Revue. In Verbindung mit der theolog. Fakultät zu Münster und unter Mitwirkung vieler anderer Geehrten herausgegeben von Prof. Dr. Fr. Diekamp. Halbjährl. 1o Nummern gr. 4%, 5 Mk.(für Studierende 4 Mk.). Die Theol. Revue will über die neue wissenschaftlich-theologische Literatur(angrenzende Wissenschaften eingeschlossen) gründliche und sachgemäße Besprechungen liefern. Insalt der soeben ausgegebenen Nummer 17/18: Josef Preisens Verfassungsgeschichte der katholischen Kirche Deutschlands: Freisen, Verfassungsgeschichte der katholischen Kirche Deutschlands in der Neuzeit(Ebers). — Ein syrisch-griechisches Wörterbuch zu den Evangelien: Klein, Syrisch-Griechisches Wörterbuch zu den vier kanonischen krangelien(Allgeier).— König, Hermenentik des Alten Testaments mit spezieller Berücksichtigung der modernen Probleme(Döller).— Soiron. Die Logia Jesu (Sickenberger).— Appel, Die Echtheit des Johannesevangeliums(Vrede).— Kroll, Die Lehren des Hermes Trismegistos(Krebs).— Weigl, Untersuchungen zur Christologie des h. Athanasius(Junglas).— Bickel. Das asketische Ideal bei Ambrosius, Hieronymus und Augustin (Stiglmayr).— Vollmer, Materialien zur Bibelgeschichte und religiösen Volkskunde des Mittelalters. 1. Bd. 2. Haltte (Braun).— Krieg, Die Landkapitel im Bistum Würzburg bis zum Ende des 14. Jahrhunderts(Sägmüller).— Göller, Verzeichnis der in den Registern und Kamerzlakten Clemens’ VII von Avignon vorkommenden Personen, Kirchen und Orte des deutschen Reiches, 1378—1394(Baumgarten).— Kißling, Kardinal Franzisco Kimener de Cisneros(1411—1117), Spaniens katholischer Reformator(Kolberg).— Dyroff, Carl Joseph Windischmann(1775—1839) und sein Kreis(Kopp).— Langer, Intellektual-Mythologie (Wunderle).— Heim, Glaubensgewißheit(Rademacher).— Rberle. Die katholische Feldseelsorge im Btappen-Inspektions-Bereich der 6. Armee(Schwamborn).— Literatur zum Katechismusunterrichte V: Knecht, Zur Katechismusfrage; Gmeich, Ein Katechismusentwurf für die Kleinen eus dem Jahre 1861; Stieglitz, Bausteine zum Binheitsbstechismus; Stieglite, Katholischer Katechismus(Brandt). — Kleinere Mitteilungen.— Bücher- und Zeitschriftenschau. Bezug durch die Post und alle Buchhandlungen Mänster(Westt.). Ischendorffsche Verlagsbuchhandlung. vormittags 10 Uhr anfangend, werde ich im freiw. Auftrage der Gutsbesitzerin Frau Wwe. Anton Tiemann hierselbst 70 Eichen, zu Bau=, Schachtund Nutzholz geeignet, 12 schwere Lürchen, zu„Schneidholz geeignet, 3 schwere Buchen, 4 schwere Pappeln, 50 Weiden und Erlen sowie 35 Birken, für Holzschuhmacher geeignet, öffentl. meistbiet. geg. Kredit verkaufen. Das Holz steht an guter Abfuhr, nahe an der Kreisstraße Horstmar=Burgsteinfurt. Zusammenkunft aus d. Hose. Horstmar, den 7. Dez. 1917. Heinrich Wolfenberg. Dienstag, den 18. d. Mts., nachmittags 3 Uhr anfangend, werde ich im freiw. Auftrage des Kötters Herrn Bernard Albering, hierselbst, Niedern Nr. 18, in der Nähe der Chaussee Horstmar—Darfeld: 40 Stück Weiden für Holzschuhmacher geeignet, öffentlich meistbietend gegen Kredit verkaufen. Das Holz steht an guter Abfuhr, etwa 5 Minut. von der Papenstraße. Zusammenkunft am Hause. Horstmar, den 5. Dez. 1917. Heinrich Wolienberg. In gräflichem Auftrag suche ich sofort ein 63 größ. bei voller Auszahlung anzukaufen. Gefällige ausführl. 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Oh, und wie oft muß ich dann die weiße, verdeckte Sonne bitten, daß sie die letzten Grüße nehme, das letzte, todverschleierte Augenleuchten, das letzte Stammeln der fliehenden Seele, und es alles warm und voll Licht hineinstrahle in die Herzen der Trauernden. So brennend brauchen sie das: den Toten sehen sie nicht, und nicht sein Grab und sein Kreuz— wie löste sich sonst ihr Schmerz? Ehrenfriedhof— Zährenfriedhof. Kein Mensch weint auf dir, und doch bist du satt voll heiligster Tränen! * Ich habe das neue Jahr auf dem Friedhof angefangen. Fast ist es so. Um Mittag mußte ich wieder hinaus. Sechs offene Gräber. Das ist viel. Und ich war noch nicht einmal allein. Als ich hinzutrat, stand noch der bayrische Lazarettgeistliche da. Er war zu Pferde gekommen. Ein unergründlicher Schlamm war der tief aufgeweichte Acker. Unbeweglich hielt sein geschmeidiges braunes Tier den Kopf gesenkt, als beuge es sich vor den Toten. Und so aus dem Sattel sprach er die letzten Gebete und machte das Kreuz, das klein:, das so beruhigt. „Wieder drei,“ sagte er nur,„es nimmt gar kein Ende!“ * Wir haben noch einen zweiten Friedhof. Er liegt auf dem entgegengesetzten Ende der Stadt, fünf Minuten vor dem Stadtpark. Die kleinen Kugeln mit ihren Kreuzen sehen über die niedrigen Bäume des Friedshofs hinweg. Es sind die von der Totenkapelle und von den Familien= gräbern, die wie kleine Kapellen gebaut sind. Ein breiter Baumweg— Boulevard Bratiann heißt er— führt nicht weit davon in den Park. Früher, im Frieden, wogten an Sonntagen und warmen Abenden die Leute hier hin und her. Und wenn sie wollten, konnten sie den Gruß von den zierlichen Kuppeln verstehen— die alte Predigt von des Lebens Verwehen, so alt, so unbequem—, oh, so langweilig! Nun sind wir hier, der Feind im Land, und was der predigt, ist hart, und er tut es jeden Tag wohl an zehnmal, und er kennt keine Nachsicht. Weitab liegt der andere Friedhof, und wer es nicht nötig hat, kann die Gräberkanzel schon meiden. Hier an dieser müssen sie vorbei, wenn sie Waldluft suchen und Vergessen und Erholung. Es war mehr Zufall, daß man auf diesem Friedhof deutsche Helden begrub. Aber das Landwehr=Lazarett ist nur fünf Minuten von hier und— es sollte gewiß so sein. Nun predigt er denen, die es vergessen möchten, daß deutsche Krieger hier ruhen. Und ihre Gräber werden nicht verwildern und verwehen. Auf diesem Friedhof habe ich heute sechs von unsern Treuen beerdigt. Es waren nicht alle. Vor zwei Stunder kam ich von dem großen Friedhof nach Hause. Noch einmal sechs Gräber. Die von gestern waren nur lose zugeschaufelt. Der Wind wehte die weißen Kreuze hin und her. Eines hatte sich schon gesenkt. Winterbleich hing die Sonne-hinter dem Weißgrau des Himmels. An einem Grab in der ersten Reihe stand ein Kanonier. Er weinte. Einen Zweig Tannengrün hatte er auf den niedtigen Hügel gelegt. Den Helm hatte er abgenommen und die Hände darüber gefaltet. Ich sah, wie er weinte. Ich hörte sein Schluchzen in meine Gebete hinein. Er weinte um seinen Bruder. Und es war mir, als hingen alle Kreuze voll Tränen. — 83. 1688 Franziskus. Franziskus übers Kampffeld ging. Als Dämmerung die Welt umsing. Im Graben recht und linker Seit' Saß Menschenelend, Gier und Neid. „Mir ist in all dem Leid so weh, Daß ich nach meinen;Tieren seh!“ Er rief mit süßem Lockelaut Gewild und Vögek, ihm vertraut. Der Rein, einst ährenübergarbt, Lag klagend da, zersetzt, zernarbt. Ohn Laub die Buchenkönigin Hielt ihm die Kugelwunden hin. Der Tannenschraft im Moore schweigt, Kein Reh, kein Eichkätzlein sich zeigt. Da rief er, vogelsprachekund, Voll Sehnsucht in den Lerchengrund. Er sah die lange, bange Nacht, Nur Wunden, Weh und tote Pracht. Der Morgen kam. Stumm blieb der Wa Da sieh, enggliedrig die Gestalt, Die Fühler zart, die Füße sein, Ilog her ein schillernd Käferlein Und setzte sich auf seine Hand. Da hat er sich zu Gütt gewandt: „Der Kriege ließ landüber gehn, Ließ auch dies Wunder zart erstehn. Verdorrn und Blühn ist sein Geheiß, Drum, fragend Herz, sing Lob und Preis.“ Vom Morgen kam, süßer wie nie, Inbrünstig Lerchenttrili. Franziskus schwand im Lichtgewand. Dem Posten, der im Graben stand, War's so, als müßt's der erste Schein Des jungen Tags gewesen sein. Otto Brües. (Aus der Feldzeitung: Der Champagne=Kamerad.) Im feldgrauen Terufalem. III. Die mittelalterliche Stadtmauer, welche in 4 Kilometer Länge und einer Höhe von 12 Metern die alte Stadt Jerusalem umgibt, hat nur mehr historischen Wert. In dem Innern dieser alten Stadt lebt vornehmlich die mohammdanische, armenische, griechische, fränkische und jüdische Welt ihr armseliges Leben. Hier sieht man noch ältestes Handwerk nach ältestem Muster betrieben. Der hauptsächlichste Gewerbebetrieb und auch der Handel befaßt sich mit der Herstellung von Verkaufsgegenständen für die alljährlich über die Stadt sich ergießenden Pilgerscharen. Eine besondere Industrie Jerusalems aber war der Bettel, dem ein großer Teil der ansässigen Judenschaft sich mit aller Liede und nur denkbaren Ausdauer hingab. Mit Kriegsausbruch begann dann auch ein furchtbares Elend unter diesen Leuten, zumal die aus den Ententeländern eingewanderten Glaubensgenossen alsbald den Staub des gelobten Landes von den Füßen schüttelten und die erworbenen Reichtümer in Sicherheit brachten. 123 Settage an Belldtene Der zurückbleibende Teil vertrieb sich die Zeit mit der Erfindung von allerlei Schauergeschichten über das Heilige Land, die draußen und namentlich bei unsern Feinden nur zu leicht Glauben fanden. Auch die Spionage blühte, und als die türkische Regierung aus diesem Grunde eine Reihe unsicherer Kantonisten auswies, kam es zu den bekannten Anklagen wegen angeblicher Judenverfolgungen in Palästina, die überall große Geldsammlungen für die armen Verfolgten zeitigten. Jerusalem hatte in Friedenszeiten etwa 70 000 Einwohner, darunter rund 45000 Juden, die somit nicht nur die Mehrheit der Bevölkerung ausmachten, sondern auch durch ihre Intelligenz und ihren Erwerbssinn der übrigen Bevölkerung, die sich aus etwa 8000 Mohammedanern und 15000 Christen verschiedenen Bekenntnisses zusammensetzte, weitaus überlegen waren. Eine genaue Volkszählung war angesichts des stark beweglichen Charakters der Jerusalemer Judenschaft niemals möglich. Brach einmal in Rußland ein Pogrom aus, so befanden sich gleich ein paar tausend unterstützungsbedürftige Juden mehr in Jerusalem, und daneben hatte die planmäßige und sehr energisch betriebene Agitation der Zionisten in den letzten Jahren die zahlreichen Judenkolonien in und um Jerusalem stark aufgefüllt und zur Schaffung weiterer Veranlassung gegeben. Andererseits führte das griechische Osterfest und die Mekka=Karawane alljährlich ebenfalls eine gewaltige Vermehrung der Bevölkerungszahl herbei. Dazu kam noch der rege Touristenverkehr aller Länder nach den heiligen Stätten, den deutscherseits vor allem die Hamburg=Amerika=Linie mit ihren Mittelmeerfahrten und durch die Errichtung deutscher Gasthäuser an den Touristenstraßen im Innern Palästinas förderte. Man weiß ganz genau, welche gewaltigen kapitalistischen Interessen Amerika in Palästina und Syrien hat. Mit zahllosen Schulen und Kollegs, mit einer glanzvoll eingerichteten amerikanischen Universität in Beirut, mit unzähligen Missionaren und einer bei Christen- und Armenierverfolgungen stets drohend erhobenen Faust haben die Amerikaner in den letzten Jahrzehnten hier unten ihren Einfluß geltend gemacht. Während des Weltkrieges, solange sie noch„neutral“ waren, steckten sie ihre Fühler bis weit hinein nach Mesopotamien, Anatolien und dem Kaukasus, um Petroleum=Bergwerksgerechtsame und ähnliche schöne Dinge zu erwerben. Die im Weltkrieg mit Munitionslieferungen verdienten Millionen würden in dem an ungehobenen Naturschätzen so reichen Lande gewiß gut arheiten. Und so ist es ganz erklärlich, daß der Engländer, wie überall, mit dem Zuckerbrot der Versprechungen, Bestechungen, Schmeicheleien und klingenden Goldpfunden vorging, um späterhin mit der Peitsche der lapitalistischen Ausbeutung auch den nahen Orient in seine und seiner amerikanischen Helfershelfer Gewalt zu bekommen. Der planmäßige Ausbau der zweigleisigen Bahn vom Suezkanal her nach dem Heiligen Lande, der den jetzigen Vormarsch der Engländer auf Jerusalem erst ermöglichte, läßt bereits klar erkennen, wohin die Fahrt später weitergehen soll. Der Weg durch die arabische Wüste quer hinüber nach Bagdad liegt im Bereich des Möglichen, und dann wäre der großenglische Traum erfüllt, eine Verbindung vom Kap über Kairo durch Palästina nach Arabien und Indien und weiter bis zum Stillen Ozean hin zu besitzen. Um alle diese Dinge handelt es sich im gegenwärtigen Augenblick, und so ist es zu verstehen, daß man noch vor Weihnachten neben Mekka und Bagdad auch Jerusalem in der Hand haben möchte, wodurch die übrige den Anzager. Gotte 242 mohammedanische Welt vor die Tatsache gestellt wird, daß keine der heiligen Stätten ihres Glaubens sich mehr in den Händen des Khalisen befindet. Und von dieser Erkenntnis erhofft England viel für seine künftigen weltpolitischen Pläne im Orient. S Der Koch. Von Emil Gradl. Karl Schweighofer, der Koch der 9. Kompagnie, hat einen Fettnacken und Alloholaugen, das ist alles, was man von ihm sagen kann. Er ist durchaus kein interessanter Mensch und seine Eigenschaften gehen nirgend über ein schönes Mittelmaß hinaus. Wie er neben seiner Fahrküche daherstapft, die Peitsche wie ein Königszepter in der Hand, und sein Hirn kein anderes Wort gebiert, als ein rhythmisch wiederkehrendes„Hü“, könnte man achtlos an ihm vorübergehen. Ein Koch, könnte man sagen und ein kleines Lächeln im Mundwinkel verstecken, nur ein Koch. Schweighofer macht keinen Anspruch auf große Beachtung. „Hü“, sagt er, und nimmt einen Schluck aus einer verborgenen Flasche. Es regnet, und der Weg ist schlecht. Manchmal bleibt ein Fuß in dem zähen, nassen Boden stecken, und wenn man ihn herauszieht, so schnalzt es wie ein Kuß. Schweighofer macht weite und ungezwungene Bewegungen, es sieht aus, als ob er sich im Regen ungemein wohl fühle. Die Sonne scheint ihm gar keinen Spaß zu machen, nur der Regen, obwohl er mit dem kurzen, ärmellosen Winterfutter keineswegs sehr wasserdicht ausgerüstet ist.„Es geht nur höchstens bis auf die Haut,“ sagt er,„kein Mensch hat es noch erlebt, daß der Regen weitergegangen wäre, als bis auf die Haut," und freut sich über den Verwundeten, dem so viel warmes Blut ausgeronnen war, daß Schweighofer ihn mit seinem Mantel bedecken mußte. Plötzlich bleibt der Braune stehen, und der Schimmel, dieser Oberphilosoph, tut zwar so, als ob er noch über genügend Kräfte versüge, um die Küche auch allein gut und leicht weiterziehen zu können, aber dann steht auch er da und rührt sich nicht. Er schauspielert gern ein bißchen, der Schimmel, bei jeder Gelegenheit schauspielert er und macht einen kleinen Witz, er ist ein sehr unterhaltendes Tier. Schweighofer sieht wohl ein, daß jetzt der Augenblick gekommen ist, wo seine Pferde neue Kräfte sammeln müssen und schilt mit keinem Wort. Leider hat er keine Zeit, auch selbst Kräfte zu sammeln, denn in der Nähe is: ein kleines Haus, dem er einen Besuch abstatten will, auf alle Fälle einmal vorsprechen. Es kann sein, daß dort Schätze verborgen sind, und so grüßt er und fragt nach Hühnern.„Drei Hühner,“ sagt er,„aber bitte nicht zu alt, am liebsten sollen es heurige sein.“ Er ist gesonnen, sich um die amtlichen Höchstpreise des Hinterlandes keinen Pfiff zu kümmern, sondern einen durch us erträglichen Preis zu zahlen und tritt daher freundlich, aber bestimmt auf. Dann schlägt er den Hühnern die Hirnschalen ein und nimmt noch einen Topf Butter an sich, deren aromatischen Landgeschmack der Hauptmann sicher zu schätzen wissen wird. Auch einige wenige Eier vermag er noch fortzubringen, die bis zur Rückkehr der Bäuerin wahrscheinlich ohnehin stinkend geworden wären. Die Bäuerin war nicht da, es war überhaupt niemand da, ja, es stellte sich nun heraus, daß das ganze Haus verlessen war und kein Mensch das Geld entgegennehmen konnte. Zum 1. April 1918 herrschaftliche größere Etage oder Einfannlenhaus, mindestens 8 Räume, Küche und Zubehör der Neuzeit entsprechend eingerichtet, zu mieten gesucht. Off. m. Preisangabe unt. 0 O 1542 an die Geschäftstaile 847 R SS -Mänfel Cleekrie=Zeal, Zeal=Bisam, Hreikschwanz und Fohlen, moderne elegante Formen in vorzüglicher Verarbeitung *Kager in Suchs= oder SchulterTragenform, RlaskafuchsMachahmung, Jobel=Fuchs, Sckuppen, Feal=Bisam, Sealkanin, Zobel, Tolinski, Murmel- od. Breitschwanz. -Muffen Sonnen=, Gaschen= oder Sierform in den zu den Telzkragen passenden Telzarken. Reparaturen in eigener erkstatt Jachmännische Bedienung. Anerkannke Treiswürdigkeit. Bezichtigung der Modelle ohne Kauszwang erbeken. Krrmernit Das Haus der ORtoden Münsker i. 70. Jalzskraße 21. Msrunsd on canenn cücciinacre Landwirtsch. Kreisverein Münster i. W., e. B. zu der Samstag, den 29. Dez. 1917, vormittags 10 Uhr in„Fürstenhof“ zu Münster, Ludgeristr. 34 stattfindenden Mitglieder=Versammlung. Tages=Ordnung: I. Erstattung des Jahresberichts. 2. Rechnungslegung und Entlastung des Rechnungsführers. 3. Etat für 1918. 4. Tierschaufest 1918. 5. überreichung der Auszeichnungen für treue Gesindedienste. 6. Die Landwirtschaft während und nach dem Kriege. 7. Der landw. Gemüsebau im Frühjahr 1918. 8. Verschiedenes. der Vorstand des landw. Kreisvereins Möniter. Der Direktor: Herold. Bis 1. Jon. nachmittags keine nur vormittags von ½9 bis 12 Uhr. Or. Schmötgen Engelstr. 43. Eisenbahn=Verein. An Vereinsmitglieder Dienstag, den 11. Dez. beginnend, von Torf in der Kohlenverkaufsstelle bei. Peters Wage, Güterbahnhof. Zentner 3,60. Ausweis mitbringen. Blrtschallgantschich. 9 des Kampffliegers Leutnant Wiah Schnite sindet statt Tienstag, den 11. Dezemver. nachmittags 3½ Uhr vom Elternhause Stolbergstr. 9 aus. Trauerfeier ¼ Stunde vorher. Familie Ad. Schuitze. Die Sechswochen=Seelenmessen für den Pxivatier Gerhard Düsterhues findet Katt Tienstog. den 11. Dez., morg. 8½ Uhr. in der St. Agidit=Kirche. Bckannte und Vermandte sind hierzu fedl. eingeind. Herrschaftliche Wohnung 8 Zimmer, reichliche Rebenräume, St allung, Remise, Zentralheizung. Warmwasserleitung, zum 4. zu vermieten. Offerten unter D E 1590 an die Geschäftsste e. Keparatuten von Pianinos, Sprechaparaten, Spieluhren und sämtlichen anderen Musikinstunmenten führe noch vor d. Weihnachtsfeste aus Bisping, marik s2. Saaua nnun sun Meine Verlobung mit Fräulein IIse Culp. Tochter des verstorbenen Herrrn M. Culp und seiner Frau Gemahlin Ida geb. Gotthelf in Godesberg beehre ich mich ergebens anzuzeigen. Dr. Oscar Steiner Engelstraße. 36. Münster, den 9. Dezember 1917. Handwerter sucht g3 Haus zu kaufen, mögl. m. Hinhaus. Off. u. B 5395 an die Annonc.=Exp. Vendel, Ludgeristr. 12. 03 **"„ des Konserv. der Musik. Mittwoch, den 12. Dezember: abends 8 Uhr:.03 — im zoolog. Garten— Große Opernaufführung Der Romantische Oper in 3 Akten von Richard Wagner. Gastspiel: Elisabeth BeliusStraßburg, Reinhold BatzCöln, Friedrich Braun=Frankfurt a. M. Preise der Plätze: 3 Ml., 230 Me., 150 Mi. 10 Gott dem Allmüchtigen hat es in seinem unerforschlichen Ratschlusse gefallen, gestern nachmittag 7¼ Uhr unsere gute, treusorgende Mutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Franz Kramer Klara geb. Kröger zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Sie starb nach langem, mit großer Gebuld ertragenem Leiden, mehrmals gestärkt durch den Empfang der hl. Sakramente. Münster, Westl. Kriegsschauplatz, Essen, Dülmen, den 7. Dezember 1917. Die siefbetrüdten Kinder nebst Angehörigen. Die Beerdigung der lieben Verstorbenen findet statt am Mittwoch, den 12. Dezember, nachmittags 3½ Uhr vom Sterbehause Mecklenbeckerstraße 31 aus; das feierliche Seelenamt am Donnerstagmorgen 8¼ Uhr in der St. Antonius=Pfarrkirche. Den Heldentod fürs Vaterland starb infolge Kopfschusses am 1. Dezember 1917 in..... unser innigstgeliebter Sohn, guter Bruder und Onkel Musketier im Infanterie=Regiment 30 Inhaber des Eisernen Kreuzes im jugendlichen Alter von 21 Jahren. Um ein stilles Gebet für den lieben Verstorbenen bitten: Die trauernden Angehörigen. Appelhüllsen, den 9. Dezember 1917. Das feierliche Seelenamt findet statt Freitag, den 14. Dezember, morgens 8 Uhr, in der Pfartkirche zu Appelhülsen, wozu freundlichst eingeladen wird. Sollte jemand aus Versehen keine besondere Anzeige erhalten haben, so bitten wir, diese als solche anzusehen. Statt besonderer Nach langen Mochen banger Ungewißheit erhielten wir jetzt die Nachricht, daß unser lieber jüngster Sohn, unser geliebter Bruder, Neffe und Vetter, der Student der Medizin Hermann Gebike Einjähriger in einem Beserve Insanterie=Reg. im tugendlichen Alter von 20 Jahren am 5. Mai 1917 in der Schlacht bei..... den Tod fürs Vaterland gestorben ist. Sein Verlust ist um so schmerzlicher, da wir vor 2 Jahren unseren lieben Sohn Paul auf die gleiche Weise verkoren haben. Die Seele des lieben Verstorbenen wird dem Gebete der Gläubigen und insbesondere der Priester am Altare empfohlen. Intiefer Trauer: Jamilie Rochnungsrat Oebike. Münster, Langendreer östl. Kriegsschaupletz und Warburg, den 7. Dezember 1917. Das Sechswochen=Seelenamt für die verstorbene Frl. Wilhelmine Kuhlmann findet statt Mittwoch, den 12. Dez., morg. 8¼ Uhr, in der Liebfrauen=Pfarrkirche, wozu Verwandte und Bekannte freundlichst eingeladen werden. Familie Kuhlmann. Anfertigung von Damen= und Kinderbekleidung. Aufträge können noch bis Weihnachten erledigt werden. Umänderung und Revaraturwerkstatt getragener Kleidungsstücke Woldeckerstraße 34, 1. Etage. 72 Frau Heise, Kathol. Mädchen, 20 Jahre alt, sucht sofort oder später Stellung als Stütze deHausfrau, selbiges hat 1 Jahr kochen gelernt. Näheres Annoncen=Expedition Heinr. Fels. Fern von der Heimat verschied am 23. November infolge eines tragischen Unfalls Leutnant u. Batterieführer Focke Inhaber des Eisernen Kreuzes I. u. II. Klasse. Sait Kriegsbeginn beim Bataillon, als Ordonnanzof#zier, Adjutant und seit einem Jahr als Batterieführer, hat er an allen Kämpfen desselben teilgenomien. Ein hoffnungsvoller Offizier, voll Schneid und Pfichtgefühl, von vornehmer Gesinnung und mit einem warmen Herzen für seine Untergebenen ist mit demselben dahingegangen, ein Vorbild für Offiziere und Mannschaften. Das Bataillon verliert in ihm einen seiner tüchtigsten Olfiziere, das Offiziers-Korps seinen besten und liebsten Kamerad. Sein Andenken wird stets im Bataillon fortleben. Duncker Hauptmans u. Kommandeur eines Fussart.-Batll. Statt jeder besonderen Anzeige. + Heute entschlief sanft infolge Altersschwäche meine liebe Mutter, unsere gute Grohmutter u. Urgroßmutter Frau Luise Hagemann geb. Sieler im Alter von 86 Jahren. Münster i. W., M.=Eladbach, westl. und östlicher E Kriegsschauplatz und Dortmund, den 5. Dezbr. 1917. Frau Luise Rettig geb. Hagemann. in aller Stille von der in Dortmund aus statt. Das Seelenamt findet stott in der Kirche zum hl. Kreuz Mittwoc den 12. Dezember 1017, morgens 9 1hr. S— 9.. Die Beerdigung findet in ##s Leichenhalle des Ostenfrieddofes Das Sechswochen=Seelenamt für den verstorbenen Bernard Stahlberg findet statt Mittwoch, den 12. Dezember, morgens 8 Uhr in der St. Martini=Pfarrkirche, mazn Verwandte und Bekannte freundlichst eingeladen werden.