Bezugspreis vierteljährlich: Gusgabe A(ohne „Wochenschau“) in Münster zweimal täglich frei ins Haus gebracht 2 Mk. 40 Pfg.,— auswärts von der Post abgeholt 2 Mk. 40 Pfg., durch den Driefträger gebracht überall, wo nur einmal im Tage Briefbestellung stattfindet, 2 Mk. 82 Pfg., in Orten mit zwei= und mehrmaliger Bestellung 3 Ml. 12 Pfg.— Ausgabe 8(mit„Wochenschau") vierteljährlich 60 Pfg. mehr. Fernspr.: Redaktion u. Verlag Nr. 2448, 2449 u. 2450. Geschäfts“elle(Michaelisplatz 9) Nr. 76. ED Zwei Ausgaben ügnig. und Münsterische Volkszeitung. 46563 Zweite Ausgabe. Vienstag, 4. Bezember 1917. Anzeigen: Der Raum für die Anzeigenspakte, 29 mum breit, 2 mm hoch, 30 Pf.; bei Anzeigen aus dem R.=Bz: Münster 25 Pf. aus der Stadt Münster 20 Pf.(Für Aktiengesellschaften 2e., Vereine und Behörden 30 Pf.) Reklamen: Der Raunt für die Reklamespalte, 87mm breit, Immn hoch, 1.20 Mt.—Für Erfüllung von Platz= vorschriften wird keine Gewähr, sowie für Druckfehler keine Haftung übernommen, Etwaiger Rabatt gilt als Kassenradatt u. kann verweigert werden, wenn Zahlung nicht binnen 4 Wochen nach Erhalt der Rechnung erfolgt.—Gebühr für Beilagen nach Gewicht. 66. Jahrgang. Nr. 868. Die Waffenstillstandsverhandlungen. Nach mehr als drei langen Kriegsjahren dringt nun doch das Wort„Friede“ mit hörbarem Klang an unser Ohr. Alle Versuche der Entente, Rußland zurückzuhalten, alle klug berechneten Bemühungen Englands, den Friedensschluß von seinem alleinigen Willen abhängig zu machen, scheiterten an der gewaltigen Friedenssehnsucht Rußlands, die unter den Schlägen unserer Waffen entstand und unter dem stetigen Druck der deutschen und österreichischen Armee wuchs. Mit großen Teilen der russischen Armee ist ein Waffenstillstand vereinbart mit anderen Waffenruhe, und der allgemeine Waffenstillstand steht, wenn ganz nicht ganz unvorbergesehene Zwischenfälle eintreten, vor der Tür. Rußlands Beauftragte stehen auf deutschem Boden, stehen in Unterhandlungen, die sie gesucht haben, mit den militärischen und politischen Vertretern Deutschlands. Damit ist der Wea beschritten, der zum Frieden führen soll, und so Gott will, zum Frieden führen wird. Wir brauchen keinen Hebl daraus zu machen, daß uns dieser Gang der Dinge mit Genugtuung erfüllt. Nicht als ob unsere Lage es für uns dringend notwendig machte, daß der Feind verade jetzt die Waffen niederlegte, nein, im Höhepunkt unserer miltärischen Erfolge haben unsere Gegner im Osten um den Waffenstillstand nachgesucht, in einem Augenblick, wo unsere größten Heerführer zuversichtlich ankündigen dürfen, daß der Krieg nicht mit einer Remispartie enden, sondern zu unseren Gunsten entschieden wird. Die Wendung im Osten ist schon dort die Entscheidung zu unseren Gunsten. Ist sie doch hervorgerusen, weil wir die Überlegenen sind und weil Rußland die Notwendigkeit einsab. diese Überlegenheit anzuerkennen und sich durch einen Frieden einen Ausweg aus seinem Zusammenbruch zu ermöglichen. Nichts anderes hat zu den jetzigen Verhandlungen geführt, und darum bedeutet sie auch nichts anderes, als die Auswertung unserer Waffenerfolge für die siegreiche Beendigung des Krieges mit Rußland. Noch sind wir allerdings nicht soweit. Waffenstillstand ist noch kein Friede, aber von Tag zu Tag, von Stunde zu Stunde fast mehrt sich die Aussicht, daß der Friede dem Waffenstillstand folgen werde. Wir sehen, daß die Macht der russischen Regierung ständig wächst, daß ihr Einfluß auf das Heer groß genug ist, es zum Waffenstillstand zu veranlassen; mit ihrer Macht steigt auch die Macht des von ihr ernannten Generalissimus Krylenko und schwindet in gleichem Maße der Einfluß der Heerführer und höheren Offiziere, die sich der Verständigung mit Deutschland widersetzten. Wenn wir somit die Entwickelung heute mit Genugtuung verzeichnen dürfen, so ist es doch nicht an der Zeit, selbstzufrieden die Hände in den Schoß zu legen und zu rasten. Noch ist der Friede. wie Hindenburg sagt, eine allzu zarte Pflanze, um viel von ihr zu reden. Geredet ist von ihm in Deutschland genug, als er noch in weiter Ferne lag. und dieses Reden hat uns dem Frieden nicht näher gebracht. Noch steht die Tat über dem Wort. Wie der Waffenstillstand noch nicht den Frieden, so bedeutet der Friede mit Rußland noch nicht den allgemeinen Frieden. Im Westen steht ein zäher und starker Gegner, der weit davon entfernt ist, die Waffen niederzulegen. Er macht alle Anstrengungen, auch Rußland auf seiner Seite zu halten. Drohungen und Versprechungen de sie weiß, was von diesen Versprechungen und Drohungen zu halten ist. Drei lange Kriegsjahre sind auch für Rußland eine harte Schule der Erkenntnis gewesen. Die nachträglich erfolgte vollständige Veröffentlichung des russischen Friedensangebotes an alle Kriegführenden, an Verbündete und Gegner. zeigt, daß die Regierung entschlossen war. entweder mit den Verbündeten zusammen einen allgemeinen Frieden zu schließen, oder, wenn diese nicht bereit waren, den Separat= frieden mit Deutschland einzugehen. Daß ihr das den Haß der bisherigen Freunde zuziehen würde, darüber konnte die Regierung nicht im unklaren sein. Sie ist trotzdem ihren Weg gegangen, den sie für notwendig erkannte und zu gehen entschlossen war, auch auf die Gefahr hin, daß dieser Haß und Groll nach dem Kriege foriwirken würde. Für die kommende Politik ergaben sich daraus Perspektiven, die heute nur angedeutet zu werden brauchen, die aber unseren Interessen nicht zuwider laufen. In voller Übereinstimmung mit seinen Heerführern aber muß das deutsche Volk sich klar darüber sein, daß sein Blick mehr nach Westen als nach Osten gerichtet bleiben muß. Ein hartes Stück Arbeit liegt noch vor uns. Wir stehen mitten in schweren Kämpfen auf der Westfront, die vom Kanal bis zur Adria reicht. Die letzten Tage haben uns wieder Erfolge gebracht, die die Scharten von Cambrai auswetzen, und das Siegesgeheul der Entente den Jubel eines Tages sein lassen. Das deutsche Volk muß in diesem Kriege dafür sorgen, daß auch der Jubel eines Tages drüben verstummt. I2) * Konstantinopel, 3. Dez.(WTB.) Die Blätter nehmen die Re stigen Fortgang des Friedens erkennen.„Ikdam" sagt: Die Türken kannten den Zarismus und die vorläufige Regierung als ihre Feinde, sie sehen aber die Bolschewisten nicht mit bösen Augen an, die die Geheimverträge peröffent: lichen und einen Friedensvorschlag machen.„Sabah“ schreibt: Die russischen Parlamentäre werden bei uns einen guten Willen vorfinden. Unsere Friedensunterhändler werden ebenfalls von Vernunft und Billigkeit geleitet sein. Die Gesinnung der jetzigen Leiter der russischen Revolution verbürgt eine neue Perivde des Friedens und des Heils für den Orient. „Tanin“ bemerkt, bisher habe man keine Nachricht von einem Waffenstillstand im Kaukasus und findet es natürlich, daß in bezug auf diese Front noch einige Tage vergehen werden. Haag, 4. Dez.(BB.) Trotzki hat dem hiesigen rufsischen Gesandten telegraphisch ersucht, sich der neuen Regierung anzuschließen oder sich als entlassen zu betrachten. In letzterem Falle solle der Gesandte seine Funktionen einem Mitgliede der Gesandtschaft übertragen, das bereit sei, dem neuen Rußland zu dienen. Der Gesandte beschloß, das Telegramm Trotzkis unbeantwortet zu lassen. Amsterdam, 3. Dez.(WTB.)„Algemeen Handelsblad“ zufolge meldet„Daily Chroniele“, daß die Gesundheit des britischen Botschafters Buchanan in Petersburg sehr gelitten hat, daß er aber vorläufig auf dem Posten zu bleiben gedenkt. Bern, 3. Dez.(WTB.] Die Pariser Ausgabe der„Chieago Tribune“ berichtet aus Washington vom 25. November: Die hiesigen russischen Diplomaten sagen einen Bürgerkrieg in Rußland voraus, falls es sich zu einem Sonderfrieden mit den Mittelmächten entschließe und nehmen an, daß die Gegner der Maximalisten von den Ententemächten kräftige Unterstützung erhalten würden. Es verlautet, daß Kola, der einzige Winterhafen Rußlands, von England besetzt und ebenso wie Wladiwostok für die maximalistische Regierung wertlos gemacht werden würde. Dieselbe Zeitung erfährt aus Petersburg vom 25. November, die Newski Eisenwerke hätten wegen Kohlenmangels die Arbeit eingestellt. 7000 Arbeiter seien arbeitslos, und man befürchte, daß die Putilowwerke und die Obouchoswerke mit 17000 Arbeitern aus demselben Grunde schließen würden. Die alte vorläufige Regierung meldet sich wieder. London, 3. Dez.(WTB.)]„Daily News“ berichten aus Petersburg, daß die alte vorläufige Regierung, von der man in letzter Zeit nichts mehr gehört hatte, plötzlich wieder mit einem Manisest an die Bevölkerung hervorgetreten ist in dem sie erklärt, sie sei die einzige gesetzliche Autorität in Rußland und die Anordnungen der Bolschewisten brauchten nicht befolgt werden. Die ein ige Lösung werde die möglichst baldige Einberufung der gesetzgebenden Versammlung sein. Außerdem wurde ein Dekret veröffentlicht, in dem die gesetzgebende Versammlung für den 11. Dezember nach dem Taurischen Palast einberufen wird.—„Daily Chroniele" berichtet aus Petersburg, daß mehrere Blätter die Erklärung der vorlöufigen Regierung veröfsentlichten. Darauf wurden die Redaktionen geschlossen und die Blätter suspendiert. Die Rote Garde besetzte die Bureaus der„Rjetsch", der„Nowoje Wremia". „Edinstwo“, Narodna Slowo“,„Rabotschaja Gazetta".„Wolja Naroda“ und der„Börsenzeitung". Es wurden Haussuchungen unternommen und mehrere Mitglieder der Redaktionen verhaftet. Die Druckerei der„Nowoje Wremja“ wurde konfisziert und wird für die Herstellung der Soldatskaja Prawda verwendet. m Trotzky legt England die Daumschrauben an. Berlin, 4. Dez.(BB.) Der„Vorwärts“ meint, Tratzki übe Vergeltung an England: er setze dem schweigenden England, das mit der bolschewistischen Regierung nicht verhandeln wolle, Daumschrauben an. Damit wachse die Angelegenheit über die anfängliche Bedeutung hinaus.— Laut„„Voss. Ztg.“ ist Tschitscherin, der von Trotzki zum Botschafter in England ernannt wurde, einer der beiden Russen, die wegen ihrer politischen Gesinnung in England interniert wurden und deren Internierung Trotzki Veranlassung zu seinem Erlasse gab, der den in Rußland ansässigen Engländern verbietet, Rußland zu verlassen. Zum Ende des Londoner Vertrages schreibt der öBörsenkurier": Ein lebender Leichnam ist durch die Gewalt des wirklichen Lebens ins Nichts zurückgeschleudert worden. Der Londoner Vertrag ist nicht mehr! Die Stunde, da er zum erstenmal nach 40 blutigen Monaten deutsche, österreichisch= ungarische und russische Unterhändler zusammentraten, um die Bedingungen eines Waffenstillstandes festzustellen, hat sie getötet. In der„Volkszeitung" heißt es: Der deutsche amtliche Heeresbericht war gestern zum erstenmal nicht nur ein Kampfbericht. In amtlicher Form wurden nähere Mitteilungen über den Waffenstillstand im Osten gemacht. Die Welt hört nach dem nichtgenannten Ort in der Hoffnung, daß von dort das erlösende Wort Frieden seinen Ausgangspunkt nehmen werde. Die Wirkung des russischen Waffenstillstandes auf die französische Presse. Daß die Ereignisse in Rußland eine so jähe Wendung nehmen würden, hatte man sich in Paris nicht träumen lassen. Dort versicherte bis zum 17. November in mehreren Artikeln der„Temps“, der der Regierung nahesteht, daß man mit dem Fiasko der Maximalisten bestimmt rechnen könne. Am 18. schwenkte das Blatt ein und erkannte die Gefahr einer Befestigung der Leninschen Herrschaft. Seit jenem Tage scheint man in Frankreich keine ruhige Stunde mehr verlebt zu haben. Am treffendsten zeichnete Gustav Hervé am 23. die Stimmung, wenn er in Riesenlettern an der Spitze seines Blattes schrieb: „Waffenstillstand in Rußland! Eine schlimme Botschaft ist uns aus Rußland gekommen, eine Botschaft, die uns die Freude an dem schönen Sieg der Engländer an unserer Front verdirbt. Lenin hat als Herr der Regierung seinen Verrat durch einen Handstreich gekrönt, er hat dem Oberkommandierenden der russischen Heere den Befehl zum Abschluß eines Waffenstillstandes gegeben. Es bleibt uns nun nichts anderes übrig als abzuwarten, ob Rußland wirklich dieser Verräterei gegen seine Bundesgenossen zustimen wird, ob das russische Offizierkorps und die Mehrzahl der Truppen sich selbst entehren will, indem man diesem Befehl nachkommt, oder ob man sich nicht mit Entrüstung gegen Lenin auflehnen und in wenigen Tagen der Diktatur dieses preußischen Agenten und der naiven Burschen, die ihm folgen, ein Ende machen wird. Hoffentlich läßt sich hier in Frankreich niemand durch diesen Schlag betäuben, denn er ist ja wirklich nicht mehr unerwartet gekommen. Dieser Waffenstillstand kann für Rußland nur eine kurze Pause sein. Vielleicht wird in wenigen Tagen schon das patriotische Rußland sich um Kornilow scharen. Nieder mit Lenin! Es lebe Rußland trotz alledem!" Nicht minder ängstlich zeigte sich am selben 23. November Gustav Tery, der Leiter des„Oeuvre“, wenn er die„drei Gefahren“ wie folgt kennzeichnet: „Vor allem hüten wir uns vor falscher Hoffnungsfreudigkeit. Hüten wir uns zu sagen: Wenn die Rüssen einen Sonderfrieden schließen, was hat sich dann viel geändert? Es hat sich dann folgendes geändert: 1. werden die Deutschen, da sie von der russischen Seite nichts mehr zu fürchten haben, von ihrer Ostfront die Truppen zurückziehen können, um dann gegen unsere Front eine so beträchtliche Zahl von Divisionen zu werfen, daß wir einen gewaltigen Angriff zu gewärtigen haben, 2. wird Rußland, nachdem Deutschland mit ihm Frieden geschlossen hat, weiter nichts mehr sein als eine deutsche Kolonie Wenn die Russen gegenwärtig Hunger leiden, werden die Bochen sich bald daran machen, Rußland in eine tadellose Kornkamer umzuwandeln, die so viel hergibt, daß Deutschland über die Blockade lachen und sich beliebig lange halten kann. Was aber 3. nicht weniger ernst zu nehmen ist, ist die Tatsache, daß Russen und Deutsche nach erfolgter Aussöhnung zusammen schleunigst die Gesellschaft der Nationen gründen können. Das könnte doch nur eine Parodie, ein Zerrbild unseres Ideals sein, wird man sagen. Wohl möglich, aber nichtsdestoweniger wird es gefährlich bleiben. Diese drei Gefahren stehen uns unweigerlich bevor. Es wäre ja möglich, daß wir sie noch beschwören können. Nur müssen wir mit ihnen fest rechnen. Wollen wir ibnen entgegentreten, dann müssen wir ihnen entschlossen ins Auge sehen. Zunächst ist ja der Sowjet noch lange nicht ganz Rußland. Rußland hat noch nicht sein letztes Wort gesprochen. Sallte es aber wirlich ganz schlimm kommen, sollten uns alle Russen verraten, dann haben wir die Amerikaner als Ersatz(!I). Heute können wir ja wohl von der berühmten russischen Dampfwalze nur noch in dem Sinne sprechen, daß wir selber gehörig eingewalzt worden sind. Dafür rückt jetzt die transatlantische Dampfwalze vor. Aber besser ist es, statt auf alle Dampfwalzen sich zu verlassen, Vertrauen zu sich selber zu haben. Da geht man sicherer.“ Das rumänische Heer will auch Waffenstillstand und Frieden. Stockholm, 4. Dez.(KG.)„Prawda“ meldet: Die Soldatendeputierten des rumänischen Heeres unterbreiteten am Freitag dem rumänischen Hauptquartier Erklärungen zur Friedens= und Waffen stillstandsfrage.— Von besonderer Seite wird im„Pester Lloyd“ mit Rücksicht auf das russische Friedensangebot das Schicksal Rumäniens erörtert. Es wird darauf hingewiesen, daß Rumänien auf seine eigenen militärischen Machtmittel beschränkt bleibe, wenn das große russische Territorium hinter der rumänischen Front sich als streng neutraler Boden erweisen sollte. Allein die strategische Lage des rumänischen Heeres würde sich so verzweifelt gestalten, daß es einen auch nur kurz befristeten Widerstand nicht leisten könnte. Unsere Feinde. Ergebnislosigkeit der Pariser Besprechungen. Zürich, 4. Dez. Nach einer Pariser Meldung hat der große Kriegsrat in Paris endgültig die Entscheidung über die Teilnahme Japans in Europa gebracht. Das Ausbleiben einer offiziellen Havasnachricht läßt, wie die Pariser Blätter annehmen, darauf schließen, daß Javan die ihm zugedachte Rolle in Europa kaum zu über nehmen gedenkt. — Der Pariser Berichterstatter der„Times“ schreibt: Der Kriegsrat mag enden wie er will, es ist ausgeschlossen, den Italienern die gewünschte Truppenmacht zuschicken.— Auch die nebenher tagende Pariser Konferenz konnte, wie„Echo de Paris“ mitteilt, über keine der Vorschläge über die künftige gemeinsame Oberleitung der Entente schlüssig werden. Das Blatt fügt hinzu, daß jedoch die Einigkeit der Operationen Fortschritte gemacht habe. Rußzland und die Pariser Konserenz. Paris, 3. Dez. (WTB.] Agence Havas. Ein Telegramm aus Petersburg meldet: Die Bolschewiki=Kommissare beriefen Maklakow ab, weil er an der interalliierten Konferenz teilgenommen habe. Die Havasmeldung bemerkt dazu, daß Maklakow noch nicht sein Beglaubigungsschreiben Poincaré überreicht habe und da er keinen ausdrücklichen Auftrag zur Vertretung Rußlands hatte, an dieser Konferenz nicht keilgenommen hade. In Ermangelung besonders beglaubigter Vertreter haben die alliierten Regierungen, die keine Besprechung ohne Rußland wünschten. Rußlands ständigen Vertreter eingeladen an der Sitzung teilzunehmen Die Lebensmittelknappheit in Frankreich. Bern, 3. De; Zu den neuen Einschränkungen im Lebensmittelverbrauch melden französische Zeitungen: Jegliche Verarbeitung des Brotgetreides zu anderen Zwecken als zur Brotherstellung ist untersagt. Die Getreidebestände Frankreichs werden von der Regierung beschlagnahmt. Die Entschädigungen an Besitzer werden auf Grund der bestehenden Preise geregelt. Die Bedtherstellung ist nur in einheitlicher Form gestattet und Luxusbrot sowie Brot, das aus besonderem Mehl hergestellt wird, darf nur in beschränktem Maße gebacken werden. In den Restaurants darf künftig für Mahlzeiten unter vier Francs nicht mehr als höchstens 200 Gramm Brot, über vier Francs höchstens 100 Gramm Brot verabfolgt werden. Die Bäcker dürfen keine Zuckerbäckereien mehr herstellen und die Konditoreien dürfen nur noch Backware über die Straße verkaufen. In den Geschäften darf nichts mehr verzehrt werden. In den Hotels, Restaurants, Cafees, Teehäusern, Bufetts, Kantinen und Milchwirtschaften ist die Herstellung und Verzehrung von Backwaren untersagt. Die neuen Bestimmungen traten am 1. Dezember in Kraft. Ferner wurde beschlossen, infolge Gerstenmangels das Bier für das Militär und gewisse Kranke vorzubehalten. Der Bierverkauf ist eingestellt. Zunahme des Friedenswunsches der englischen Arbeiter. Bern, 3. Dez.(WTB.] Die in Esserhall am 24. November abgehaltene Jahresversammlung der Londoner 225000 Mitglieder zählenden Labourparty lag eine, den sofortigen Friedensschluß fordernde Entschließung vor. Der Antrag eines Delegierten, darüber ohne Erörterung zur Tagesordnung überzugehen, wurde mit 197 gegen 103 Stimmen angenommen. Die starke Minderheit läßt die Zunahme des Friedenswunsches der englischen Arbeiterschaft erkennen. Ramsay Macdonald verlangte in einer in Derby am 24. November gehaltenen Rede die Zulassung der Arbeiter und betonte, der Friedensschluß müsse ebensognt zwischen den Männern, die im Schweiße ihres Angesichts arbeiteten, geschlossen werden, als zwischen den gekrönten Häuptern und goldbetreßten Diplomaten. Redner verlangte bedingungslos ein freies Belgien, während Elsaß=Lothringen das Recht erhalten müsse, über sein eigenes Geschick zu bestimmen. Die irische Rekrutenquelle verfiegt. Irische Gefangene machten bei ihrer Vernehmung Angaben über die Zustände in Irland und bei den irischen Truppen, die um so bemerkenswerter sind, als die Leute trotz ihrer Erbitterung gegen England militärische Aussagen gar nicht oder äußerst vorsichtig machen. Nach ihrer übereinstimmenden Schilderung ist es bei den heutigen Zuständen in Irland ausgeschlossen, aus Irland neuen Ersatz zu bekommen. Die Sinn=Feiner= Bewegung hat im ganzen katholischen Irland eine gewaltige Ausdehnung angenommen und eine auf die Dauer unhaltbare Lage geschaffen. Die Gefangenen sind äußerst entrüstet, daß England die 1914 den irischen Nationalisten gemachten Versprechungen in schamloser Weise unerfüllt ließe. Das Verhältnis zwischen einem englischen Kompagniechef und dem gemeinen emvorgestiegenen irischen Offizier sei das denkbar schlechteste. Da die Regierung der heimischen Regimenter nicht mehr sicher ist, werden sie abgeschoben und durch Engländer und Schotten ersetzt. Sämtliche irischen Reservebataillone sollen nach England verlegt worden sein. Den Urlaubern wurde bei ihrer Ankunft auf den irischen Endstationen im Interesse der öffentlichen Sicherheit das, Gewehr ab genommen. Viele Urlauber sind nicht zurückgerehrt. Die Polizei drücke in solchen Fällen ein Auge zu. Die Leute arbeiten in heimischen Betrieben. „Wilson der unentwegte Kriegsschürer. Geuf, 4. Dez. (BB.) Nach einer Washingtoner Meldung des„Matin" enthält die morgen bekannt zu gebende Kongreßbotschaft Wilsons die dringende Aufforderung, die ganze Legislaturperiode den Kriegsvorbereitungen zu widmen. Das amerikanische Kriegsziel sei die Sicherung der Demokratie in der ganzen Welt durch Fortsetzung des Krieges. Spanien. Haag, 4. Dez.(BB.]„Daily Mail“ zufolge ist in Spanien eine neue republikanische Bewegung im Gange. In Sankander, Barcelona und anderen Orten kam es zu stürmischen Kundgebungen. Man befürchtet, daß die politische Amnestie unter dem Druck der Ereignisse nicht erklärt werde. Deutsches Reich. Graf Hertling und Fürst Bülow. Berlin, 3. Dez. Wie die„B. Z.“ hört, hat Fürst Bülow am gestrigen Sonntag dem Reichskanzler Grafen Hertling einen längeren Besuch abgestattet. Im Laufe der Unterhaltung des gegenwärtigen mit dem früheren Reichskanzler und jetzigen Herrenhausmitglied kam das Gespräch auch auf die Politik. Dabei ergab sich, daß beide über die schwebenden Fragen der inneren und äußeren Politik übereinstimmender Auffassungen waren. Es ist dies um so bemerkenswerter, als der Besuch am Beginn der Wahlreformwoche erfolgt ist und darin also bei den bekannten konservativen Grundanschauungen des Fürsten Bülow eine Unterstützung der vom Grafen Hertling gemeinsam mit der Reichstagsmehrheit eingeleiteten inneren Politik zu sehen ist. S Der Einjährigenschein für Seminaristen. Der preußische Unterrichtsminister hat, lt.„Tägl. Rundschau“, soeben angeordnet, daß die zum Heeresdienst einberufenen Schüler der ersten Praparandenklasse in der Regel der dritten Seminarklasse bei ihrem Eintritt in den Heeresdienst zu überweisen sind.„Zu diesem Zeitpunkt". heißt es in der Verfügung weiter,„ist ihnen auch das Zeugnis über die wissenschaftliche Befähigung zum einjährig=freiwilligen Dienst zu erzeilen.“ Seitdem die preußische Lehrerschaft das Recht auf den Einjährigenschein erhalten hat, ist sie nicht müde geworden zu verlangen, daß ihr dieses Recht nicht erst mit dem Seminaraustritt, sondern schon mit dem Seminareintritt verliehen werde. Denn es bestand ein offenes Mißverhältnis zwischen den Zöglingen der höheren Lehranstalten, die diesen Schein in der Regel mit 15—16 Jahren, und denen der Lehrerbildungsanstalten, die ihn erst mit dem vollendeten 20. Lebensjahr erhalten. Und dieses Mißverhältnis trat noch deutlicher in Erscheinung, wenn der Schüler einer höheren Schule in eine Lehrerbildungsanstalt übertrat. Dann berechtigte das vorher erworbene Einjährige nur zum Eintritt in die zweite Präparandenklasse, d. h. ein solcher Schüler mußte noch eine fünfjährige Ausbildungszeit durchmachen, ehe er als Seminarist noch einmal dieselbe Berechtigung erhielt, die ihn schon 5 Jahre zuvor in der höheren Schule zugesprochen worden war. Die preußische Lehrerschaft würde es dankbar begrüßen, wenn die neue Bestimmung des Ministers nicht nur für die Kriegszeit, sondern auch für die kommende Friedenszeit Geltung behielte. Denn wenn sie sich unter den gegenwärtigen schwierigen Verhältnissen bewährt— und daran ist nicht zu zweifeln— so wird ihre Durchführung in den geregelten Verhältnissen der Friedenszeit, die doch eine noch gründlichere Ausbildung der Präparanden sichert, nicht unmöglich sein. Des Kaisers Dank an die Helden von Cambrai. Berlin, 4. Dez.(WTB.) Amtlich. Se. Majestät der Kaiser erließ an den Oberbefehlshaber der bei Cambrai kämpfenden Truppen folgenden Drahtgruß: An Se. Kgl. Hoheit den Prinzen Rupprecht von Bayern. Generalfeldmarschall v. Hindenburg hat mir über den großen taktischen Erfolg der Armee des Generals der Kavallerie v. Marwitz gegen die Engländer am 30. November Vortrag gehalten. Allen Führern, die durch ihre tatkräftigen und durchdachten Anordnungen die Grundlage für die erfolgreiche Durchführung des Angriffes geschaffen haben und allen Truppen, die ihren frischen Angriffsgeist von neuem bewiesen, spreche ich meine besondere Anerkennung, sowie meinen und des Vaterlandes Dark aus. " Wilheln I. k. Die österreichisch=ungarische Delegation. Wien, 3. Dez.(WTB.) Die österreichische Delegation hielt heute ihre Eröffnungssitzung ab. Fast sämtliche Delegierten waren erschienen. Die Galerien waren von zahlreichen Abgeordneten und Hekrenhausmitgliedern besetzt. Zum Präsidenten wurde der christlich=soziale Abgeordnete Hauser gewählt, der erklärte, mit herzlicher Freude begrüße er den Huffnungsstrahl des Friedens. Möge es unserm auswärtigen Amt gelingen, die frohe Friedenshoffnung bald zu verwirklichen. Der Präsident schloß mit einer Huldigung auf den Kaiser. Die von ihm ausgebrachten Hochrufe auf Se. Majestät wurden von der Delegation begeistert wiederholt. Zum Vizepräsidenten wurde Herrenhausmitglied Dr. Ritier von Bilinski(Pole) gewählt. Graf Czerniu unterbreitete ein Budgetprovisorium für das Jahr 1917/18. Danach betrugen die Kriegskosten der bisherigen drei Kriegsjahre 43 Milliarden. Für das Budgetjahr 1917/18 werden, im Falle der Kriegszustand das ganze Budgetjahr dauern sollte, die Kosten mit 20 Milliarden angenommen.„ 4 154 t Mt Die deutschen Belegierten und der Ruthene Ritter von Wassilko brachte einen Antrag ein die Delegation wolle beschließen, die österreichische Delegation billigt die Politik des Ministers des Außern, die darauf gerichtet ist, im Einvernehmen mit den Verbündeten baldmöglichst einen allgemeinen, dauernden, ehrenvollen Frieden zu erzielen welcher die territoriale Integrität der österreichischen Monarchie und ihre künftige freie Entwicklung auf politischem und wirtschaftlichem Gebiete sichert. Die sozialdemokratischen Abgeordneten Daszynski u. Gen. überreichten einen Antrag, die Delegation möge beschließen, daß die österreichische Delegation die Politik des Ministers des Außern billigt, baldmöglichst einen allgemeinen Frieden zu schließen und erwartet, daß der Minister tatkräftig bei den Friedensverhandlungen für die Verwirklichung eines lebenskräftigen und entwicklungsfähigen, den nationalen Rechten des pilnischen Volkes entsprechenden polnischen Staates und zugleich auch für die Sicherheit der Interessen der Monarchie in wirksamster Weise eintreten wird. Abg. Stanek beantragte die Wahleines Friedensrates zu den bevorstehenden Friedensverhandlungen, bestehend aus allen Völkern der Monarchie. Abg. Körner u. Gen. überreichten einen Antrag betreffend Wahrung des Immunitätsrechtes der Delegierten Klofac und des gewesenen Delegierten Kramarez. Am Schluß der Sitzung gab der tschechische Delegierte namens der tschechischen und südslawischen Delegierten eine Erklärung bezüglich des Selbstbestimmungsrechtes der Völker ab, wobei er sich gegen die diesbezüglichen Erklärungen des österreichischen und ungarischen Ministerpräsidenten wandte. Wegen einer abfälligen Bemerkung über Ungarn wurde er vom Präsidenten gerügt, was lebhaften Widerspruch bei den Tschechen und Südslawen hervorrief. Die nächste Sitzung wird auf schriftlichem Wege einberufen. Wien, 3. Dez.(WTB.) Die ungarische Delegation wählte in ihrer heutigen Eröffnungssitzung den Grafen Khuen Hedervary zum Präsidenten und den Grafen Zichy zum Vizepräsidenten. Die patriotische Ansprache des Präsidenten wurde mit begeisterten Elienrufen auf den Kaiser aufgenommen. Aus der Stadt. Münster, 4. Dezember. 0 über das münsterische Postwesen im 16. und 17. Jahrhundert sprach in der Donnerstagssitzung des hiesigen Altertumsvereins Ober=Postsekretär, Rechnungsrat Eugen Müller in längerem, anziehendem Vortrag, der durch gründlichste Sachkenntnis und liebevolles Versenken in die heimischen Verhältnisse früherer Zeiten gleichermaßen sesselte und einen tiesen Blick tun ließen auf den langen, mühsamen Weg postalischer Entwicklung von den Anfängen des stadtmünsterschen Botenwesens bis zur Schwelle der neueren Zeit. Herr Müller bewegte sich auf ureigenem Gebiete, wenn er die Literatur des Verkehrswesens alter und neuer Zeit geschickt heranzog und dazwischen die Ergebnisse seiner eigenen langjährigen Forschungen in hiesigen Archiven einflocht. Die ersten Vorläufer der heutigen Post waren die Beförderungsgelegenheiten, welche die Metzger und Kaufleute boten, die zu Märkten und Messen zogen. Reisende Mönche sah man nie ohne Briefschaften für die Ferne. Gerichte und Behörden hatten ihre eigenen Boten. Münsters Stadtrat hatte besondere Boten für den Fernverkehr nach Cöln, Speyer, Augsburg, Innsbruck, Wien, nach Amsterdam, nach Osnabrück, Bremen, Hamburg, Lübeck. Sie legten alles zu Fuß zurück. Der erste, namhaft gemachte Stadtbote war Eberhard Faber, der 1532 im November einen Brief an den Syndikus der Stadt Bremen. Dr. Johann van der Wyk, besorgte. Hanfische Stadtboten treten Ende des 16. Jahrhunderts auf. sind aber sicher schon Jahrhunderte früher in Tätigkeit gewesen. Die Verbindung mit den nordischen Hansastädten, auch nach Riga. Nowgorod, Wisby wurde rege unterhalten. Mit Cöln verband Münster regelmäßiger Dienst. Im 17. Jahrhundert treten die Senats= oder Kaufleute=Boten auf. Alle diese Botenanstalten konnten dauernd nicht befriedigen, da ihnen Regelmäßigkeit, Pünktlichkeit in der Besorgung, unbedingte Zuverlässigkeit sehlten. Trotzdem hielten sich die Fußboten bis ins 19. Jahrhundert hinein: 1801 zählte Münster noch 46 Boten zu Fuß. Die Posten zu Pferde waren wesentlich für schnellen und zuverlässigeren Dienst bestimmt. Die erste zu Pferde erscheint in Münster 1534, als Franz von Waldeck, Fürstbischof zur „Wiedertäuferzeit, sich durch reitende Boten über den Reichstag in Worms unterrichten ließ. Später wurden diese Posten allgemein von der fürstichlen Landesregierung eingeführt.— Besondere Posten wurden zur Zeit der Friedensverhandlungen 1641—1648 in großer Zahl eingerichtet. Die Kaiserliche Reichspost wurde von da an in Münster ständig. Arninck war der erste münstersche Reichspostmeister. Nach dem 30jährigen Kriege wurde das Postwesen von den Fürstbischösen immer mehr ausgebaut, worüber Herr Müller sich in einem zweiten Vortrage noch verbreiten wird. Zu manchen ergänzenden Erinnerungen gab der Vortrag in einer regen Besprechung Anlaß. Daß der Redner auch die Post in der graphischen Kunst früherer Jahrhunderte vorführen konnte, gewährte eigenen Reiz. Münsters Postreuter ist der erste, den das Postmuseum in Berlin im Bilde besitzt.— über Wagen= und Phtsonenposten, münstersches Postpersonal und alte Postfamilien und über altmünstersche Posthäuser wird Herr Müller, auf allseitigen Versammlungswunsch hin, einen weiteren Vortrag im neuen Jahre halten. Reicher Dank lohnte dem Redner seine große Forschermühe. Nachtragsbekanntmachungen für Leder und Salzsäure sind zum 1. Dezember erschienen. Der Wortlaut der Bekanntmachungen ist bei den Landratsämtern, Bürgermeisterämtern, Polizeibehörden und Handelskammern einzusehen. Kleine Nachrichten. Aus einem Militärefsektengeschäft an der Bergstraße wurden für 10.000 Mark Stoffe gestohlen.— Am Samstag stießen Jäger in der Heeremanschen Jand auf Haus Herding bei Hiltrup in einem Dickicht auf zwei schlasende Kriegsgefangene, die aus dem Sammellager entflohen waren. Die beiden Gefangenen wurden dem Lager auf der Rennbahn eingeliefert. Aus den Hamm, 4. Dez.(Ein schweres Eisenbahn= unglück) ereignete sich nach einer amtlichen Meldung heute nacht kurz vor 12 Uhr zwischen den Stationen Oestrich und Heessen. Von einem Gefangenentransvortzug hatten sich m ehrere Wagen abgerissen und waren stehen geblieben. Auf diese Wagen stieß ein aus der Richtung Berlin kommender D=Zug. Die Insassen des D=Zuges blieben unverletzt. Dagegen waren leider von den Kriegsgefangenen, meist Italienern, nach den bisherigen Feststellungen etwa 80 mehr oder minder schwer verletzt und etwa sieben getötet. Der Zugverkehr wird durch Umlenkung aufrechterhalten. O Beckum, 3. Tez.(Tiebstahl.) In der Nacht zum 2. d. M. wurden einem Kötter in#espl. Diestedde ca. 150 Pfd. Schweinefleisch aus dem Pokelsaß gestohlen. Als Täter kommen zwei Bergleute aus Caternberg in Betrucht, welche gestern vormittag aus dem hiesigen Bahnhof festgenommen wurden. Dieselben hatten das Fleisch in einem Sacke und einer Schachtel verpackt bei sich. Da sich die beiden Reisenden üver den Erwerb des Fleisches nicht ausweisen konnten, wurde das Fleisch beschlagnahmt und die beiden Personen bestgenommen.n der deutschsprachigen Presse e.V. Kriegs=Auszeichnungen. es wurde verliehen: Das Eiserne Kreuz Erster Klasse: n. Klauser. Lskar. Leutnant und Kompagnieführer im Ins.=Regt. Nr. 199, Spyn des Steuerrate und Hauptmanns Klauser, Stockebrand, August, Leutnant der Res., aus Münster;* Brüning. Hubert, Resecvelentnant und Latterieführer aus dem westlichen Kriegsschauplatz, zweiter Sohn (von den drei Söhnen) des Gutsbesitzers Brüning zu Wiedenbrück, die Ritter des Eisernen Kreuzes 1. Klasse sind: Schmelg, Willibald, Bizefeldwebel, aus Hüsten, zugleich erhielt er die badische Verdienst=Medaille. Das Eiserne Kreuz: r. Junker, Norbert. Unteroffz. im 2. GardeFuß= Artl.=Regt., 2 Junker, Heinr., Unteroffz. im Feid=Artl., Regt. Nr. 22; u de la Grée, Fritz. Gefreiter in einem Inf.=Regt.: m Klinge, Gefreiter im Ins.=Regt. Nr. 98; u Rogge, Gerhard, Musketier, Sohn des Herrn Heinrich Rogge zu Münster: m Tuchtmann. V., Msketier, aus Warendors:* Kampmeyer, Heinr., Mustetier, aus Brochterbeck; mmp Lutterbey, Musketier,* Hilgemann, Wilhelm, Landwehrmann, aus Intrup bei Lengerich:# Hilgemann, Wilhelm, Landweyrmann, aus Settel bei Lengerich:* Herden. Heinrich, Landsturmmann, u Berger, Joseph, Landwetz#mann, aue obenbüren, unter Beförderung zum Gefreiten: Schenting. Franz. Leutnant der Res., aus Riesenbeck; a Efften, Johannes, Ansanterist, aus Raesfeld, zur Zeit in Galizien:* Füßner. Jos., Musk.,# Schepers, Bernh., Gefr., u Dammeyer, Vernh., Must., * Bißlich, Alops, Füs.,# Wendholt, Franz. 2 Papentort. Kan., Elskamp, Theod., Must., Schülinglanver, Bernh., Wehrm., * Messina, Wilh., Wehrm.,## Möllers, Gerh., Musk.,# Nienhaus, Wilh., Pionier, u Schaffeld, Heinr., Kan.,# Wissing, Bernh., Mustctier,* Hebing, Ant., Musk., 2 Siemkes, Joh., Landst., u Sien tes, Heinr.,* Kabirsch, Erich, Wehrm., Diesseld, Verny., Kan., * Roes, Heinr., Wedrm., Eiting. Anton, Musk., Steidermann. Joh., Schütze, aus Bocholt;& Cenning, Jos., Gefr., 2 Hoves, Gardefüs., aus Rhede; m Telaar, Jos., Musk., aus Altrhede: Richaves, Heinr., Musk.&am; Postring, Zob., drügge;# Weiering, Joh., Musk., au Schmeink, Pionier, aus Büngern:# v. aus Crommert: i(chinghorst, Joh., M# u seiner, Ang., Beyrm im In=Regt Nr. aut 2#riner, Aug. Musk. * B r o c k m. Kan.,* Preehrn“,, Im Jgr“. Krul. N71 tein. Heinr., Schühe,## Theod. Musl., aus Auhol Stavtyauer Wilh., Musk., aus Velr Gefr.,* Wehmeyer Fritz, Landst., aus Lank Friedr., Fohrer, u Heykomp, Landst., 2# HöpkHamminkeln: n Klümpner, Gefr., au * Unland, Herm., Swütze, Schnoklake. Spork: u Middeltamp, Joh., Musk., a# Aehling, Joh. Gefr., aus Horfeld;* Unteroffz. aus Südlohn;# Vendervosch. Euderwick; u Hidding, Gerh., Pionier, hunsel. Heinr., Musk., aus Hemden;# * Enk. Herm., Musk., aus Lsedern. Laudst., aus Rbede. 18 Bardingholt; #d. Linde, Jos., Gefr., an Barlo: 13. u heister, Aug. es, Theod., Gefr., * K r e m e r, P a u l, n. m Voland, Bernh. ern: am Kleinhezbers. ten. Hein., Fahrer, aus i Wertherbruch: Wilh., Landst., aus us- Biemenhorst: Heisterkamp, Theod.. Adr., Unteroffz., aus ie Lowick:*# TenHeynk, Jos., Musk., Vermischtes. Berlin, 3. Tez(2979.) Durch Sturm sind viele Fernsprechleitungern nach außerhalb gestört. Bie zur Beseitigung der Störungen wird der Fernsprechveckehr besonders nach dem Westen und Osten start verzögert. Der Verkehr mit Hamburg und Premen ist ganz unterbrochen. * Amsterdam, 3. Dez. Aus dem ganzen Lande kommen Nachrichten von ziemlich bedeutenden Schäden, die durch die heftigen Stürme der letzten Tage angerichtet wurden und örtlichen Uverschmemmungen. Bei Baarn wurden die ausgepeitschten Wassermassen der Zuidersee über den Zamm getrieben und mehrere Hektar Land über schwemmt. 2is jetzt halten die Deiche noch stand. Man befürchtet aber, wenn das stürmische Wetter anhält, einen Turchbruch. * Was euch der alte Feldmarschall gesagt hat! Zwei rheinische Jugendkompagnien, die von mehreren höheren Lehranstakten gestellt waren, hatten jüngst die Ehre, Hindenburg empfangen zu werden. Dieser hielt ihnen Rede. Er ermahnte sie zur Treue zu Kaiser und Reich fügte hinzu:„Vergeßt aber auch euren lieben Her: droben im Himmel nicht. Wenn ihr an dem festhaltet. wird es gut stehen um unser Vaterland; das ist meine Überzeugung. Und wenn ihr später mitten im Leben und schwere Tage kommen, dann denkt zurück, was euch be der alte Feldmarschall gesagt hat.“ von eine und 0 sann feste steht Briefkasten. S. H. 70. Ob eine Lehrperson berechtigt ist, Schüler durch Entziehung von Mahlzeiten zu strafen, ist von der Hausordnung der betr. Anstalt abhängig. L. 23. Die abgeschickten Geld= und Paketsendungen werden dem Gesangenen jedenfalls nachgesandt werden. Caen liegt im Norden Frankreichs. Streitfrage S. S. 1. Der Klavierspieler, nach dessen Spiel das Publikum tanzt, macht sich wohl nicht strafbar. Strafbar macht sich aber der Inhaber des Lokals, der das vervotswidrige Tanzen duldet. 2. Die Gendarmen gehören zu der Personen des Soldatenstandes. Alo Pertepeeträger ist er Vorgesetzter dee Unteroffiziers und als sulcher auch berechtigt, nach dem Urtaubsschein zu fragen. E. E. Ochtrup. Für Sie kämen in Frag: das Seminar und Studienanstalt zu Münster, und das Vorsehungskloster in Handorf. Die jährlichen Kosten besaufen sich auf 800—100 Mark. Volksschulbildung genügt! J. L. A. 1. 1. Von dem Einkomnen als Soldat sind Sie nicht verpflichtet, Steuern zu zahlen. Das Militäreinkommen unterliegt in diesem Falle auch nicht der Gemeindesteuer. Tagegen muß dus Einkominen aus dem noch bestehenden Gewerbebetriebe; versteuert werden. Wenn das Einkommen aus Grundbesitz und Gewervebetrieb insgesamt 3000 Mk. nicht übersteigt, gelangt die Staats=Einkommen= zur Hebung. ist bis zum zu entrichten. Vernicht beurteihrscheinlich ist sunterstützung r Ortsvehörde flouer gzmöß§ 70 des Einkommensteuergesetzes nicht wohl dagegen die Gemeindestener.— 2. Die Steuer 15. des zweiten Monats eines jeden Vierteljahres 3. Die Veranlagung zur Kriegssteur hängt von dem mögensstande ab. Aus Ihren Angaben können wir len. ob Sie eine Kriegssteuer zu zahlen haben. Wahr dies nicht der Fall. 4. Die Gewährung einer Kriege hängt von der Bedürstigkeit ab. Der Antrag ist bei der zu stellen, die die Frage eingehend prüft. Hauptredakteur Rudolf Strietholt.— as verantworten: den redaktionellen Teil Paul Roene, die 9eklamen und Inserate Anton Busch, alle in Münster.— Druck und Verlag der Aschendorfsschen Buchhandlung in Münster. den Geldankanchrchee Der volle Goldwerk Die Goldankaufestelle im Stadthaus(Magistrats=Sitzungssaah ist geöffnet jeden 1. Mittwoch im Monat. Rußerdem wird täglich bei den Herren Deppenbrock, Salzstraße Osthues, Ludgeristraße, und Schräder, Bogenstraße, Goldschmuc entgegengenommen. Ein gut möbl. Parterre=Zimmer für sofort oder später zu vermieten. Gartenstr. 27. part., rechts Nür sof. 1 s9. möbl. Zim, zu verm. Möbl. Zimmer zu vermiet. tom Rinkstraße 20, 1. 1 möbl. Wohn= m. Schlafzimmer mit od. ohne Pension zum 15. 12. 17 zu vermieten. Auch wird zum 1. 1. 18 möbl. Kriegswohnung(3 Zimmer) mit Koch= u. Leuchtgas frei. Krummertimpen 47. Resi uild. deshe u. Schlafzimmer mit Morgenkaffee sofort zu vermieten. 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Die Firma ist in eine offene Oandelsgesellschaft umgewandelt. welche am 16. Noveiber 1917 begonnen hat. Der Ehefran Ingenieur Adolf Wormé, Anna, geb. Gehring, und dem Kaufmann Josef Leifeld, beide zu Münster, ist Gesamtprokura erteilt. Münster, 22. Nov. 1917. Königliches Amtogericht. Heig Gerlauf! Donnerstag, den 6. Dezbr. ds. Is. nachmittags 3 Uhr anfangend, werden auf dem Beutelbrink bei Warendorf, nahe des Schießstandes am Neuen Schützenhofe(Münstertor) im Auftrage des Herrn Bernhard Schnösenberg zu Münster i. W.: 14 Pappeln, bis ca. 70 Zmtr. Durchwess., pass. zu Brettern und Holzschuhen, 4 Eichen v. ca. 40 Zmtr. Durchmesser, pass. für Stellmacher, mehr. Nru. Brennholz auf dem Stamm meistbietend an Ort u. Stelle gegen Kredit verkauft. Das Holz steht an guter Abfuhr, etwa 1½ Klmtr. vom hiesigen Bahnhof. Bernhard Kitholf Warendorf. Holz=Verkauf. Donnerstag, den 6. Dez., nachmittags 2½ Uhr, werden b. Herrn Fr. 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Mts., vormittags 10 Uhr anfangend, Fortsetzung Freitag, den 7. d. Mts., vorm. 10 Uhr. das gesamte Inventar der früheren Voß'schen Wirtschaft, Hamm—Nordenvorstadt(Haltesselle der Straßenbahn HammRadbod), an Ort und Stelle, wie folgt: 1 Klavier, 1 Kanzel, 115 Tische, 640 Stühle, 80 Bänke, 6 Bettstellen mit Matratzen u. Federbetten, 4 Kleiderschränke, Küchen=, Wein=, Flaschen= und Fliegenschränke. 10 Spiegel, 5 Waschtische, 5 Nachtschränke, 1 Vertikow, eich. Koffer, Garderobenständer, Handtuchhalter, Wäschemangel, 7 Ofen mit Schirme, Schreibtisch mit Sessel, 3 Sesselstühle, Nähmaschine, Regulator, Blumentisch, Schirmständer, Läuferstoffe, Teppiche und Vorlagen, 1 Wirtschaftstheke mit Biersäule und sämtlichen Leitungen, 1 Handbierpumpe, 1 Schnapspumpe, 1 Bierleitung mit Kohlensäureapparat, Wirtschaftsregale, Vereinstafeln, kompl Fenstervorhänge und Vorsätze, 1 Kegelbahn mit sämtl. Inventar, span. Wände, 1 Herd mit Aufsatz, Gasherd mit Tisch, 2 Messerputzmaschinen, 2 Peiroleumbehälter mit Pumpe und Maße, 1 Olbehälter mit Untersatz, 1 Ladentheke, Ladenregale, Schaufensterborde, 3 Mehlkästen, 1 Tafel= und 1 Dezimal= wage, 1 Treppenleiter, 4 große Leitern, 1 Häckselmaschine, 1 Schneidelade, 35 Wandbretter, 10 Holztonnen, 5 eis. Kübel, 15teil. Lattenregal, Gaskronleuchter und Lampen, ca. 60 Stück bunte u. weiße Tischdecken, Bettwäsche für sämtl. Betten(doppelt). Waschgarnituren, ca. 480 Stück Biergläser, 550 Stück Wein=, Grog=, Sekt=, Wasser=, Schnaps= und Likörgläser, große Posten Flaschen, 5 Sektkühler, 10 Bowlen, Bieruntersätze, Aschenteller, Streichholz= ständer, Maaße. große Posten Porzellan, Einmachgläser und Töpfe, 2 Kaffeemaschinen, Tablette, Siebe, große und kleine Bratpfannen, Löffel, Messer, Gabeln, Schöpflösfel, Kaffeemühlen usw. meistbietend gegen gleich bare Zahlung versteigern. Besichtigung 2 Stunden vorher. Hamm Westt. Fernuf Nr. 400. Vogt, Nuiktonator und Torzter! 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