MIIKTOTmaTCHTU der deutschsprachigen Presse e.V. Sezugspreis viertelfährlich: Ausgade A(ohne „Wochenschau“) in Münster zweimal täglich freins Haus gebracht 2 Mk. 10 Pfg.,— auswärts von der Post abgeholt 2 Mk. 10 Pfg., durch den Driefträger gebracht überall, wo nur einmal im Tage Briefbestellung stattfindet, 2 Mk. 52 Pfg., in Orten mit zwei= und mehrmaliger Bestellung 2 Mk. 82 Pfg.— Ausgabe S(mit„Wochenschau") vierteljährlich 60 Pfg. mehr Fernspr.: Redaktion u. Verlag Nr. 2448, 2449 u. 2450. Geschäftsstelle(Michaelisplatz 9) Nr. 78. Der Sau füe die Ansegenineiteri m breit,„Imm hoch, 25 Pf.;: bei Anzeigen aus dem R.=z. Münster 20 Pf., aus der Stadt Münster 15 Pf.(Für Aktiengesellschaften 2c., Vereine und Behörden 25 Reklamen: Der Raum für die Reklamespalte, S7mm breit,„2inm hoch,1 Mk.— Für Erfüllung von Platz= vorschriften wird keine Gewähr, sowie für Drucksehle. keine Haftung übernommen. 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Die Meldung der Havas=Agentur lautet: Die maximalistische Regierung von Zarskoje Selo hat nachstehende Botschaft erlassen: Die Versammlung der Arbeiter- und Soldatenabgeordneten ganz Rußlands welche die Macht in ihren Händen hat, empfindet die Verpflichtung, allen kriegführenden Völkern und deren Regierungen einen Waffenstillstand auf allen Fronten und die sofortige Einleitung von Verhandlungen, die auf den Abschluß eines Friedens auf demokratischer Grundlage hinzielen, vorzuschlagen.“ Der Arbeiter= und Soldatenrat der Volkskommissäre ist der Ansicht, daß, wenn die Gewalt des Arbeiter- und Soldatenrats sämtliche wesentlichen Punkte bestätigt, mit unbedingter Notwendigkeit formelle Vorschläge auf einen Waffenstillstand gemacht werden müssen, und zwar bei allen Kriegführenden, bei den Alliierten sowohl wie bei den Feinden. Der Volkskommissär des Auswärtigen hat an alle bevollmächtigten Vertreter der Alliierten in Petersburg bereits eine entsprechende Mitteilung gerichtet. Sie nun, Bürger Oberbefehlshaber, werden von dem Arbeiter= und Soldatenrat der Volkskommissäre mit der Verwirklichung des von den Räten der Arbeiter= und Soldatenabgeordneten ganz Rußlands ausgesprochenen Wunsches beauftragt. Ferner wird Ihnen die Aufgabe übertragen, sich an die feindlichen militärischen Behörden zu wenden, um die sofortige Einstellung der Feindseligkeiten und den Beginn von Friedensverhandlungen vorzuschlagen. Indem der Rat der Volkskommissäre Ihnen die Aufgabe dieser Vorbesprechung überträgt, richtet er zugleich an Sie die Weisung: 1. den Arbeiter= und Soldatenrat über den Stand Ihrer Besprechungen mit den feindlichen Behörden ständig auf dem laufenden zu halten, 2 o h n e v o r h e r i g e Z u s t i m m u n g d e r K o m m i s s ä r e k e i n e n Waffenstillstand zu unterzeichnen. Der Präsident des Sowjets der Volkskommissäre: Wladimir Uljanow. Der Kommissär des Auswärtigen: Lenin. Der Kriegskommissär: Trotzky. Der Direktor der innern Dienstzweige des Sowjets: Krulenko. Der Sekretär: Brussilo. Ist die Reuterdepesche richtig, so wird, selbstverständlich unter allem Vorbehalt, immerhin eine völlig neue Lage geschaffen; hat Havas recht, so ist die russische Forderung, wenigstens in ihrem ersten Hauptteil, nur eine Wiederholung des seit Ausbruch der Revolution von jeder Petersburger Regierung ausgesprochenen Friedensverlangens Rußlands. Wenn man aber— vielleicht nicht mit Unrecht— annimmt, daß die Bolschewiki bei der Halsstarrigkeit der Verbündeten sich von einem Aufruf an sie keinen Erfolg versprechen, so dürfte die Reuterdepesche den richtigen Sinn wiedergegeben haben. In dieser Auffassung wird man bestärkt, wenn man folgende Meldung liest: „Das Kopenhagener Blatt„Nationaltidende" berichtet laut„Voss. Ztg. am 20. November, abends: Von zuverlässiger Seite erfahren wir: Auf indirektem Wege ist hier die Mitteilung eingegangen, daß die russische Regierung amtlicherklärt hätte, sie betrachte sich als aus den Reihen der Kriegführenden ausgeschieden.“ Noch eine andere Frage ergibt sich bei Annahme der Richtigkeit der von uns mitgeteilten Reuterdepesche:„Wie verhalten sich die russischen Befehlshaber gegenüber der Aufforderung der Bolschewiki, sich den feindlichen Befehlshabern mit Waffenstillstandsangeboten zu nähern?“, da die Haltung der Fronttruppen immer noch nicht feststeht. Nach einer Meldung aus Stockholm verhalten sich die bekannten Heerführer Brussilow, Alexejew und Rußki angesichts des Gegensatzes zwischen der neuen Regierung und dem Kosakengeneral Kaledin vollkommen neutral. General Kaledin hat die drei Generäle aufgefordert, sich ihm anzuschließen und mit den ihnen ergebenen Truppen gegen die Hauptstadt zu marschieren, um die Maximalistenregierung zu stürzen. Die drei Generäle haben abgelehnt und erklärt, daß sie sich in die innerpolitischen Angelegenheiten nicht mehr einmischen wollen. Das„Hamburger Fremdenblatt“ gibt in einer Meldung aus Kopenhagen noch Kunde von einem weiteren Friedensschritt der Bolschewiki. Das Blatt schreibt:„Nach einer Meldung aus Haparanda meldet das Organ des Arbeiterund Soldatenrates in Petersburg, daß der Friedensaufruf der Maximalisten in mehrere Sprachen übersetzt werden und der deutschen und österreichisch=ungarischen Heeresleitung unmittelbar durch Soldaten im Schützengraben und durch Flugzeuge zugestellt werden soll „Wolja Naroda“ meldet, daß Trotzky in einer ergänzenden Note die kriegführenden Regierungen aufgefordert hat, ihre Kriegsziele unverzüglich zu revidieren, und zugleich den alliierten Regierungen mitteilte, daß Rußland, falls es bis zum 23. November keine Antwort erhalten würde, sich berechtigt ansehe, einen Sonderfrieden abzuschließen. Rußland würde sich danach für neutral erklären. * Stockholm, 22. Nov.(BB.]„Huvud Stadsbladet“ meldet aus Petersburg, daß in der weiteren Umgegend der Hauptstadt, neue Zusammenstöße zwischen Truppen der Bolschewisten und Kerenski bevorständen. Es sollen 20000 Kosaken bei dem bekannten Kurort Zara Rusa. an der Südseite des Ilsensees, mit Truppen aus Nowgorod zusammengestoßen sein. General Kornilow wurde in Moskau von einem Automobil überfahren. Er brach ein Bein. Lundon, 22. Nov.(WTB.)„Central News“ zufolge, veröffentlicht die Associate Preß“ folgende Mitteilung aus Washinaton: Die amerikanische Regierung beschloß, daß weder Lebensmittel noch Munition nach Rußland geschickt werden sollten, ehe die Lage sich nicht geklärt habe. Die Regierung will wissen, in welche Hände die amerikanischen Waren bei ihrer Ankunft in Rußland gelangen, ehe sie die Erlaubnis zur Ausfuhr erteilt. Die Transporte nach Rußland werden erst wieder ausgenommen werden, wenn eine dauernde Regierung vorhanden ist. die die Vereinigten Staaten anzuerkennen in der Lage sind. Wenn die Bolschewiki am Ruder bleiben und ihr Programm eines Friedens mit Deutschland durchführen wollten, so würde das Ausfuhrverbot ein dauerndes sein. Genf. 23. Nov.(BB.) Der„Matin“ meldet: Die russische Regierung hat den Chriffreverkehr der Botschaft in Petersburg unmöglich gemacht. Die telegraphischen Verbindungen der Botschaft sind unter Kontrolle gestellt. Zinlands Selbständigkeit. Stockholm, 22. Nov. (W7B.]„Svenska Telegram Buran" berichtet: Das jungrussische Blatt„Politiken“ meldet aus Helsinafors, der finische Landtag habe mit 127 gegen 68 Stimmen beschlossen, die früher dem Zar-Großfürsten zustehende Macht künftig selbst auszuüben. Die Mehrheit habe aus Sozialisten, Agrariern und etwa 10 Bürgerlichen bestanden. In der folgenden Nacht habe der Landtag die Gemeindeverteidigungsgesetze mit 147 gegen 43 Stimmen und das Gesetz über den achtstündigen Arbeistag mit 149 gegen 42 Stimmen genehmigt. Ein Teil der bürgerlichen Abgeordneten hat Widerspruch angemeldet, da der Landtag zu diesen Beschlüssen kein Recht habe. In der Nacht zum 15. 11. sind einige hundert Personen verhaftet worden, darunter der frühere Senator Serlachius und der Gouverneur von Nylands, Länjalander, weil sie BürgergarFreitag, 23. November 1917. den errichtet hätten. Die künftige Zusammenietzung des Seuates steht noch nicht fest. Es handelt sich darum, ob er ausschließlich oder nur überwiegend aus Sozialisten bestehen soll. Von den Kriegsschauplätzen. Bulgarischer Heeresbericht vom 21. Nov. Mazedonische Front: Westlich Bitolia und beiderseits des Wardar lebhafte Artillerietätigkeit mit Unterbrechungen. Drei feindliche Flugzeuge wurden im Luftkampf zwischen Bitolia und Wardar heruntergeschossen.— Dobrudscha=Front: Bei Tuleca das gewöhnliche Störungsfeuer. Amtlicher englischer Bericht aus Ostafrika. Am 16. Nov. kamen unsere Streitkräfte auf der Hochfläche von Makonde östlich und südöstlich von Chiwata in einen Kampf mit feindlichen Nachhuten, die aus hintereinandergelegenen Verteidigungsstellungen in einem sehr zerklüfteten schwierigen Gelände vertrieben wurden. Die Zahl der deutschen europäischen Gefangenen, die in Chiwata am 15. November eingebracht wurden, betrug 19 Offiziere, 49 Mann anderer Ranastufen, wodurch die Gesamtzahl der aus allen Fronten seit dem ersten gezählten deutschen euroväischen Gefangenen auf 522 gebracht wird. Auch eine Anzahl indischer und afrikanischer Kriegsgefangener wurde befreit. Am 15. November gerieten unsere südwestlich von Liwale vorgehenden Streitkräfte mit einer feindlichen Abteilung in einen Kampf, welche sich bemühte, aus dem Gebiet von Mahengo nach Süden durchzubrechen. Die Offensive in Italien. Basel, 21. Nov.(BB.) Wie der„Berner Bund“ meldet, sind bereits die ganzen Linien samt der Riviera und Monaco der französisch=englischen Militärmacht unterstellt. Die herangezogenen englisch=französischen Hilfskräfte werden auf höchstens 10 Divisionen geschätzt. Ein Teil dieser Hilfstruppen mußte im Fußmarsch nach Turin geführt werden, da die zur Verfügung stehenden drei Geleise zur Bewältigung des Verkehrs nicht genügten. Die in der Ausbildung befindlichen jüngsten italienischen Jahrgänge bis zu den 18 Jährigen wurden in den letzten Tagen bereits ins Feuer geführt. Italienischer Tagesbericht vom 22. Nov. Am gestrigen Tage hat der Gegner zwischen Brenta und Piave mehrere Angriffe gemacht. Er wurde mit dem Baionett glatt zurückgewiesen, an der Sperre von San Marino, wo er Gefangene und Maschinengewehre in unseren Händen ließ und am Monte Pertiea, wo er seinen Angriff dreimal vergeblich wiederholte. Durch unser Geschützfeuer wurde er am Monte Fenera glatt zum Stehen gebracht. Einige Grabenstücke unserer vordersten Linie hat der Feind auf dem Monte Wentana Secca besetzt. Während der ersten Stunden der vergangenen Nacht haben feindliche Massen auf der Schlegener Hochfläche unsere vordersten Stellungen bei Casera und am Monte Meletta heftig angegriffen: aber unsere Truppen haben sie durch heldenhaften Widerstand und sofortigen Gegenangriff in ihre Ausgangsstellungen zurückgedrängt. Der Dieb im eigenen Hause. Berlin, 22. Noo.(WrB.) Ein amtlicher italienischer Beleg für die Plünderung Norditaliens durch die eigene Bevölkerung wurde am 7. November in Pordenone gesunden. Ein Haus trug ein Plakat mit dem Stempel und Siegel einer Etappenkommandantur der 2. italienischen Armee und die Ausschrift: „Versiegelt nach Feststellung der Plünderung vor dem Eintreffen der unterzeichneten Kommandantur. Oberst und Etapvenkommandant: Unleserlich.“ Auch eine deutsche InfanterieDivision, die Pordenone am 7. November besetzte, fand die Landbevölkerung beim Plündern. Die Einwohner wandten sich an den deutschen kommandierenden General um Hilfe, die durch militärische Mittel und Bildung einer Bürgerwehr geschaffen wurde. Der Seekrieg. Rotterdam, 22. Nov.[WTB.)„Maasbode“ meldet: Das schwedische Motorschiff„Charlotte“ ist gesunken. Der englische Dampfer„Ninnie“ 2532 Br.=Reg.=To., ist gestrandet und wrack. Der gestrandete dänische Dampfer „Skalhold“, 525 Br.=Reg.=To., ist wrack geworden. ∆ Die Erweiterung des Sverrgebiets. Haag, 23. Nov. Das holländische amtliche Korrespondenzbureau teilt mit: Falls der WTB.=Bericht über die Anderung der Sperrzone zutrifft, ergibt sich für Holland folgende Lage: Die freie Zone längs der nördlichen Küste von der Schelde bis Amuiden wird um 13 Seemeilen verringert, weiter im Norden ist die Freisahrtrinne bis Udshire zum größten Teil um 13 Seemeilen verbreitert worden. Von 15 Grad 10 Min. nördl. ist die Zone die gleiche geblieben. Die Schiffahrt nach dem Norden wird begünstigt, während die Schiffahrt nach England schwieriger wird. Die holländische Fischerflotte hat ein breiteres Gewässer bekommen für die Ausübung ihres Gewerbes. Portugal, Amerika und die Azoren. Bern. 19. Nov. Der Temps“ erfährt aus Madrid vom 15. Nov.: Die portugiesische Gesandtschaft erklärt die Nachricht, wonach die Vereinigten Staaten die militärische Verteidigung der Azoren übernommen und in Punta Delgada mit Befestigungsarbeiten begonnen hätten, für unrichtig. Zwischen Portugal, den Vereinigten Staaten und den Alliierten herrsche vollkommene Zusammenarbeit, so daß die Azoren wie alle anderen Punkte des portugiesischen Gebiets den Vereinigten Staaten natürlich als Stützpunkte zum Zwecke des Vorgehens gegen den Feind dienen könnten. Unsere Feinde. à Basel, 22. Nov.(KG.)„Daily Chronicle“ meldet aus Washington: Das Staatsdepartement hat beschlossen, ab 15. November alle im Bau befindlichen japanischen Schiffe bei den amerikanischen Werften zu beschlagnahmen. Zürich, 22. Nov.(KG.] Die„Italia“ meldet: Der römischen Kammer ist eine neue Kriegskreditvorlage von sieben Milliarden Lire zugegangen, die die weiteren Kriegskosten Italiens decken soll. Basek, 22. Nov.(BB.] In Paris und in der Provinz hat bereits die Unterdrückung der Friedensbewegung begonnen. Mehrere Lehrerinnen wurden verhaftet, bei denen auf eine Denunziation hin Haussuchungen abgehalten und Flugschriften gegen den Krieg gefunden wurden. Von der schweizerischen Grenze, 23. Nov.(KZ.) Die Pariser Blätter entnehmen einer Meldung der„Times“ aus Tokio die Mitteilung: Auf der Pariser Vierverbandskonferenz wird die end gültige Entscheidung darüber fallen, ob Japan an seiner bisherigen Weigerung, mit eigenen Truppen auf dem europäischen Kriegsschauplatz zu erscheinen, festhalten wird. Die Pariser Ausgabe der„Daily Mail“ meldet aus Tokio: Der japanische Minister des Außern ist aus dem Hauptquartier der im Manöver befindlichen Armee nach Tokio zurückgekehrt und hatte eine Audienz beim Kaiser wegen einer Erhöhung der Zahl der japanischen Vertreter auf der Pariser Konferenz Man erwartet, daß in Paris die Frage der militärischen Hilfe Japans erörtert werden wird und daß die japanische Regierung veranlaßt werden könnte, ihre augenblickliche Haltung zu ändern. ∆ Die Aufrechterhaltung des Kriegswillens im britischen Parlament. Haaa, 23. Nov.„Daily Chroniele“ meldet: Im britischen Parlament wird versucht, Mitglieder pazifistischer Gesinnung am Reden zu verhindern und zu zwingen, ihre Kandidatur niederzulegen. Jedes Parlamentsmitglied soll sich einer Neuwahl unterwerfen. sobald ein Zehntel seiner Wählerschaft es wünscht. Man hat versucht, für einen solchen Gesetzentwurf die nötigen Unterschriften zu erlangen, was aber bisher nicht gelang. ∆ Der Eindruck der Rede Clemenceaus. Genf. 23. Nov. Der Ministerpräsident Clémenceau hat mit seiner pathetischen Antrittsrede ohne Frage einen Erfolg gehabt, wenn für den schärfer Beobachtenden auch nicht zu verkennen ist. daß sich die Keime für künftige Schwierigkeiten bereits zeigen. Er hat zu viele Dinge gar nicht erwähnt, die im Vordergrunde des Streites stehen, so die Beseitigung des schwerfälligen Versailler Kriegsrates, für den ein Generalissimus gefordert wird, so die Stellung zu den russischen Maximalisten, die er bisher in seinem Blatte„Homme encheine“ aufs schärfste angegriffen hat. Die Entlassung der ältesten Jahrgänge erwähnte er ebenfalls nicht, und erst auf direkte Anfragen hin teilte er mit, daß er diese Entlassung nicht in Aussicht stellen könne. Eine der Hauptforderungen des Sozialismus bleibt also unerfüllt. Ebenso stellt er neue Entbehrurgen. Einschränkungen und Opfer in Aussicht und fordert auf der anderen Seite die Zurückstellung jedes Friedensgedankens. der doch durch diese neuen Entbehrungen nur genährt werden kann. Die Ablehnung der Linken zeigt sich dann auch in vollem Maße, und als er erklärte: Mein Kriegsziel ist. Sieger zu sein, erhob sich auf der Linken lauter Widerspruch. Die Opposition bestand bei der Abstimmung über die Vertrauensfrage aus 65 Abgeordneten, von denen 63 Sozialdemokraten sind. Daneben haben sich aber enthalten 45 Abgeordnete, von denen 25 Sozialisten und 12 Radikalsozialisten sind. Die Rechte war von den vatriotischen Worten Clémenceaus um so mehr begeistert. Der„Figaro“ lobt die patriotische Rede Clémenceaus, und der„Gaulois“ sagt: Clemenceau habe sich selbst übertroffen. Die sozialdemokratische Preise aber sagt, die neue Regierung werde nicht von langer Dauer sein. In der„Humanité“ sagt Thomas: Die Isolierung der Sozialdemokraten werde nur vorübergehend sein, und er verlangt an gleicher Stelle die Aufklärung über Clémenceaus Kriegsziele, die noch völlig im Dunkel lägen. Auch die Ablehnung des allgemeinen Völkerbundes, der ein Programmpunkt Wilsons war, wird von der Linken, namentlich von den Gewerkschaften, bedauert. Auch ententefreundliche neutrale Blätter, wie das„Journal de Genéve“, bedauert diese Zurückweisung einer internationalen Vereinigungspolitik und sogt: Den jetzt auf dem Berner Studienkongreß von ehrlich strebenden Männern durchgevrüften Gedanken, für die Zukunft eine Rechtsorganisation aufzubauen, die alle Nationen ohne Unterschied vereinige, um neue Kriege zu verbindern. dürften vernünftige Staatsmänner, seien sie auch glühende Nationalisten wie Clémenceau, nicht zurückweisen. Ein vernünftiger Lord. Rotterdam, 22. Nov. Im nationalliberalen Klub hielt, wie die„Neue Rott Courant“ aus London meldet. Lord Buckmaster eine Rede über den Völkerbund, der, wie er sagte, ein Friedensbund sein müsse. Der Bund müsse alle Kriegführenden und uentralen Staaten, die ihm beizutreten wünschten, unter gleichen Bedingungen in sich aufnehmen und durch ein trächtiges Auftreten dafür sorgen, daß seine Grundsätze geachtet würden. Wenn dieser Plan durchgeführt würde, würde der preußische Militarismus beseitigt und eines der wichtigsten Kriegsziele erreicht sein. Ein Friede ohne vollkommene Wiederherstellung Belgiens, Räumung Frankreichs und Grenzverbesserungen, die allen Völkern Sicherheit garantierten und den nationalen Überlieferungen und Erwartungen gerecht würden, wäre verfrüht. Aber ein Friede, der diese Forderungen erfülle, könne sicht rasch genug kommen. Buckmaster sagte ferner, jedes Volk habe seine Alldeutschen, die glauben, daß Streitigkeiten nur mit Gewalt beseitigt werden könnten. In der Zerstörung dieses Glaubens liege die einzige Hoffnung für das Glück der Menschheit. Aus aller Welt. Zürich, 22. Nov.(BB.) Wie die„Zürcher Zeitung" aus dem Haag meldet, wird Holland mit Amerika in der Frage der Lieserung von Lebensmittel auf Grund der Überlassung von 200 000 Tonnen niederländischen Schiffsraumes zu einer Verständigung gelangen. Die Kiesdurchfuhr nach Belgien. Berlin, 23. Nov. (WTB.) Die„Nordd. Allg. Ztg.“ schreibt: Deutsche Zeitungen haben die Nachricht gebracht, daß die niederländischen Behörden Beheinkähne mit Kiesladung an der deutsch=niederländischen Grenze zurückgewiesen haben. Im Anschluß daran finden sich Bemerkungen über die Haltung, welche die viederl. Regierung in der Frage der Kiesdurchfuhr eingenommen hat. Wie wir an zuständiger Stelle hören, hatte die deutsche Regierung mit der niederländischen Regierung wegen der Durchfuhr von Kies nach Belgien über die niederländischen Kanäle vereinbart, daß eine gewisse, für nicht militärische Zwecke in Belgien bestimmte Menge von Kies bis zum 15. Nov. durchzulassen sei. Die durchgelassene Menge deckt die Bedürfnisse für das laufende Jahr und das erste Vierteljahr 1918. Der 15. 11. war der Stichtag, bis zu dem die Verschiffung durchzuführen war. Haben daber die niederländischen Behörden die nach dem Stichtag eintreffenden Kähne mit Kies zurückgewiesen, so waren sie dazu nach den getroffenen Vereinbarungen berechtigt. Villas Kampf gegen die mexikanischen Truppen. Bern, 19. Nov.(WTB.]„Temps“ berichtet aus Newyork vom 15. 11.: „Associated Preß" erfährt aus Presidio in Texas, daß zwichen Villa und den mexikanischen Regierungstruppen ein Lampf entbrannt sei. Villas Truppen, die südwestlich Ojinaya (Provinz Chihuahual angegriffen wurden, haben sich nach mehrstündigem Kampf zurückgczogen. Neue Angriffe werden erwartet. In einer gegenteiligen Meldung der„Times“ aus Newyork wird aus El Paso in Texas berichtet, daß die mexikanischen Bundestruppen Onaga geräumt haben, das von Villa besetzt wurde. Deutsches Dresden, 20. Nov. Großadmiral v. Tirpitz sprach heute abend hier in drei Massenversammlungen. Tausende fanden keinen Einlaß. Herr v. Tirpitz wiederholte im wesentlichen seine Münchener Ausführungen und bestritt entschieden. daß er dort für ein innerpolitisches Ziel der Vaterlandspartei eingetreten sei. Der Unterseebooterfolg sei sicher Gefahr drohe jedoch, wenn es England gelinge, in Deutschland flau zu machen, nachdem es uns im Felde nicht untergekriegt habe. Verzichten wir auf Zukunftssicherheiten, dann sei Deutschland für immer verloren. O Ein bedeutendes Stück Sozialpolitik. Aus Berlin wird uns geschrieben: Auf der Tagesordnung der Sitzung des Reichstages am 29. November steht auch der Antrag des Zentrums auf Hilfe für den Mittelstand. Er ist in die Jorm einer Interpellatino gekleidet, deren Beantwortung der frühere Vertreter des Reichskanzlers Dr. Helfferich bereits am Schlusse der vorigen Tagung zugesagt hatte. Die wirtschaftlichen Verhältnisse des selbständigen gewerblichen Mittelstandes im Handwerk, Kaufmannsstand und in der Kleinindustrie haben sich während des Krieges durchweg dermaßen verschlechtert, daß durchgreisende Maßregeln nicht länger entbehrt werden können und jedenfalls für die bevorstehende Übergangszeit in die Friedenswirtschaft ergriffen werden müssen. Die Vermögensbestandsaufnahme am 31. Tezember 1916 hat ergeben, daß, während die oberen und auch die unteren Steuerklassen eine sehr erhebliche Vermögenszunahme eufzuweisen haben, der Mittelstand nicht vorwärts gkommen ist, vielmehr in seinem Vermögensstand yllenthalben zurückgegangen ist. Das ist ja auch nicht verwunderlich bei der Lahmlegung aller kleinen Geschäfte und Betriebe durch den Krieg und die Kriegswirtschaft. Als der Reichstag das Kriegsgewinnsteuergesetz beschloß, heffte er bis Ende 1916 auf einen Ertrag von etwa 1°2 Milliarde Mark, die Vermögenszunahme hat aber in so starkem Maße bei den genannten Klassen stattgefunden, daß der Ertrag jetzt auf das Doppelte und Dreifache geschätzt wird, un. zwar nicht nur in parlamentarischen Kreisen. Um so notwendiger erscheint eine Berücksichtigung der Interessen des Mittelstandes. Ein besserer Aufbau der Schnellzugszuschläge? Dresdren, 20. Nov. Bei der Besprechung der Erschwerung des Eisenbahnverkehrs erklärte der Finanzminister v. Seydewitz in der sächsischen Zweiten Kammer, daß Erleichterungen in absehbarer Zeit unmöglich seien, doch würden sie sofort eintreten, wenn die Veraussetzungen der Erschwerung wegfielen. Sachsen habe bei den übrigen deutschen Eisenbahnverwaltungen einen bessern Aufbau der Schnellzugszuschläge beantragt. Eine Entscheidung darüber sei noch nicht gefallen, doch würten wahrscheinlich die zonenmäßigen uschläge wegfallen und dafür der doppelte Fahrkartenpreis erhoben werden. 66. Jahrgang. Nr. 840. 4 Die Kriegslage in Palästina. An der Südgrenze Palästinas haben sich seit einiger Zeit heftige Kämpfe zwischen den Engländern und Türken entwickelt, bei denen die Engländer Erfolge erzielt haben. So ist der Entente gegenüber ihren schweren Niederlagen in den Abwehrkämpfen an der flandrischen Front und in der italienischen Tiefebene doch wenigstens ein Trost geblieben. Zwar reichen die englischen Erfolge an dem äußersten Rande des Weltkriegtheaters auch nicht im entferntesten in ihrer Bedeutung an die Erfolge der Mittelmächte heran, immerhin haben aber die Engländer die in Palästina kämpfenden türkischen Truppen zum Rückzuge gezwungen. Die Türken hatten nach der Aufgabe der Sinai=Halbinsel an der Südgrenze Palästinas, in der Gegend von Gaza eine befestigte Stellung eingenommen, die sich mit dem rechten Flügel an das Meer anlehnte, und in der sie längere Zeit erfolgreich alle englischen Angriffe abwiesen. Die Engländer batten den großen Vorteil, daß sie in Agypten über eine nahe gelegene breite Basis verfügten, und in jenem Lande bedeutende Kräfte, namentlich an Kolonialtruppen, zusammengezogen hatten, so daß sie über eine bedeutende überlegenheit verfügten. Durch planmäßige Arbeit während des ganzen Jahres hatten sie sich in den Besitz der Sinai=Halbinsel gesetzt und die rückwärtigen Verbindungen durch Anlage von Eisenbahnen und Straßen ausgebaut, so daß sie bedeutende Truppenmengen nach der vordersten Linie entsenden, und sie auch mit allem notwendigen Nachschub reichlich versehen konnten. Die Türken befanden sich demgegenüber in einer ungünstigen Lage. Sie waren an Zahl unterlegen, ihre rückwärtigen Verbindungen wiet ausgedehnt, lang gestreckt und ungenügend, so daß Truppenverschiebungen und Heranführung von Verstärkungen aus dem Innern des Landes nur langsam erfolgen konnte. Außerdem bereitete die Heranführung des Nachschubes und die Versorgung mit Munition erhebliche Schwierigkeiten. Nachdem die Engländer alle ihre Angriffsvorbereitungen getroffen hatten, schritten sie zum allgemeinen Angriff auf die türkische Gazastellung, bei dem sie von allen modernen technischen Angriffsmitteln ausgiehigen Gebrauch machten und sich namentlich der Gasangriffe bedienten. Ihr Vorgehen wurde durch die Mitwirkung starker Flottenteile unterstützt, die von der See her das Feuer ihrer weittragenden Geschütze konzentrisch auf dem rechten türkischen Flügel richteten, und ihn ins Wanken brachten. Die englische Infanterie konnte in die türkischen Stellungen eindringen, und auch die übrigen Teile der Türken zum Rückzuge veranlassen. Die ganze Stellung wurde geräumt, und der allgemeine Rückzug in der Richtung auf Jerusalem angetreten, wobei Jaffa in englischem Besitz gelangte. Die türkischen Linien ziehen sich augenblicklich aus der Gegend nördlich Jaffa über Lydda—Chalda in einem weiten Bogen bis zum Toten Meere hin, umspannen Jernsalem und decken die Hauptstadt Palästinas. Es läßt sich aber noch nicht erkennen, ob die Türken in der Lage sein werden, in dieser Stellung auf die Dauer standzuhalten, und den weiteren englischen Angriffen zu widerstehen, oder ob der Rückzug unter Preisgabe Jerusalems weiter in nördlicher Richtung fortgesetzt werden muß. Die türkische Heeresleitung, die diesen Entschluß nach der weiteren Entwicklung der kriegerischen Ereignisse fassen muß, wird dabei einerseits berücksichtigen, daß Jerusalem infolge seines Charakters als heiliger Ort und infolge seiner gewaltigen geschichtlichen und kulturellen Vergangenheit eine große moralische und politische Bedeutung besitzt. Daß die Stadt aber anderseits vom rein militärischen Standpunkte aus betrachtet, keine entscheidende Bedeutung hat. Jernsalem ist kein wichtiger Eisenbahn= oder Straßenknotenpunkt. Von ihr führt lediglich eine Stichbahn an die Hauptbahnlinie, und von El Ramleh eine Kleinbahn nach Jaffa, welche für den Pilgerverkehr gebaut ist. Jerusalem besitzt auch keine ausgedehnten militärischen Anlagen. Industriewerke oder Stapelplätze. Etwaige Vorräte werden rechtzeitig binweggeschafft sein. Die taktische Lage ist für eine nachhaltige Verleidigung ungünstig. Je weiter die Türken nach Norden zurückgehen, desto mehr nähern sie sich ihren Reserven und Verstärkungen und verkürzen ihre rückwärtigen Verbindungen, während diejenigen der Engländer länger werden. Entschließt sich daher die türkische Heeresleitung unter Berücksichtigung dieser militärischen Verhältnisse zur Fortsetzung des Rückzuges und zur Räumung Jerusalems, so wird dadurch die militärische Lage nicht wesentlich verändert. Es ist aber vorauszusehen, daß die Engländer die Besetzung dieser Stadt zu einem großen Siege und Erfolge aufbauschen werden. und alles daran setzen werden, um daraus in politischer und moralischer Hinsicht Kapital zu schlagen. Solche Rücksichten dürfen aber die Heeresleitung nicht von der Befolgung der allein richtigen militärischen Grundsätze abhalten. Die Räumung Jerusalems bedeutet jedenfalls nicht den Abschluß des Kampies sondern nur eine vorübergehende Evisode. Die Heuptentscheidung des Weltkrieges wird auch nicht auf jenem weit entiernten Kriegsschauplatze erfolgen, sondern liegt in den großen Schlägen die auf den euroväischen Fronten erfolgen. Den gewaltigen Siegen der Mittelmächte gegenüber tritt jenes Mißgeschick das unsere heldenmütig kämpfenden türkischen Bundesgenossen erlitten haben, an Bedeutung und Wirkung gänzlich zurück. Es vermag auch uns die Freude an den stolzen Waffentaten unserer Truppen nicht zu trüben. In einem Artikel„Die Engländer in Palästina“ in der „Köln. Ztg.“ heißt es: Die türkischen Streitkräfte nehmen eine eusgesprochene Flankenstellung ein. an die der Gegner herau muß, um sich den Wea nach Jerusalem zu erzwingen. Die den drei großen monotheistischen Bekenntnissen der Inden. Christen und Moslems gleich heilige Stadt hat eine viel ceringere militärische als politische Bedeutung, und man kann i dieser Operation eine unmittelbare Einwirkung der Politik ans die Kriegführung sehen. Rücksichten auf die zionisiische Bewegung in Nordamerika spielen dabei eine große Rolle. Man wünscht gewisse einflußreiche amerikanische Finanzkreise für sich durch die Aussicht zu gewinnen, daß dor: um Jerusalem der Traum eines jüdischen Reiches verwirklicht werden könnte. Taneben wäre es für Englands Weltstellung als Beherrscherin von Millionen von Mohammedanern von höchstem Werte, durch die Welt verlündigen zu können, daß El Kuds, nach den heiligen Stätten des Islams in Arabien die ehrwürdigste Stadt für die Anhänger Provheten, in britische Hand gefallen sei. Wie man den Schech von Mekka durch klingendes Gold zum Abfall gegen den Kalisen gewonnen hat, so will man ein zweites kräftiges Werkzeug erwerben, um den Padischah seines Einflusses auf die Mostems zu berauben. Nach der Überlieferung ist ja Ferusalem die Stelle des jüngsten Gerichtes, wo Mohammed und der als Vorläufer des Prooheten hochverehrte Jesus zu beiden Seiten des Kidronkals sitzen werden, um die Mensch heit über die Scheide des Schwertes hinübergehen zu lassen, von dem alle Schuldigen in die Hölle hinabstürzen So würde die Nachricht von der Einnahme Jerusalems in der islamischen Welt einen tiefen Eindruck machen.“ Allerdings liegt noch manche Schranke zwischen dem englischen Heer und dem ersehnten Ziel. Die Wüste Inda legt sich als ein 20 bis 30 Kilometer breites 100—110 Kilometer langes wasserloses Steppenplateau mit kegelförmigen Hügeln and tiefen Schluchten südwestlich des Toten Mecres vor. Von Bir es Saba zieht sich auf Hebron ein Tai. Der Weg von Jafsa nach Jerusalem geht über Ramley nach Latrum, das die mittelalterliche Legende mit den beiden Schächern zusammenbrachte, die neben Christus gekreuzigt wurden, und weiter in das Gebirge Guda, das in engen Tälern und steilen Anstiegen durchschnitten wird, bis man über Abn Rosch und Kalonije allmählich die Hochfläche erreicht, auf der Jerusalem dann plötzlich vor dem Reisenden sich erhebt. Kaiser Wilhelm benutzte wie sein Vater diese Straße bei seiner Reise in Palästina 1898. Die Bahn von Jaffa, die zum Teil jetzt schon außer Betrieb gesetzt war. nimmt einen andern Weg weiter südlich von Ralleh durch das wilde Engtal des Wadi es Sarar und die Gegend, in der sich Var Kochba jahrelang bei seinem Aufstand gegen die Römer hielt, ebe er 135 von den Römern in blutigem metzel geschlagen wurde. Überhaupt ist hier alles erfüllt mit der deutschsprachigen Presse e.V. Eriuncrungen an Kämpfe der Juden gegen die Philister und andere Feinde. Die Bodengestaltung erleichtert die zähe Verteidigung auch gegen einen übermächtigen Feind. * Bethlehem besetzt. Haag, 22. Nov. Reuter meldet amtlich: Die britischen Truppen besetzten Bethlehem, 1 Meilen südwestlich von Jernsalem. Aus der Stadt. Rünster, 23. November. O Wiederaufnahme von D=Zügen Berlin—Cöln. Zwei 1)=31 paare zwischen Berlin und Cöln, die vorübergehend weggesalten waren, sind jetzt wieder ausgenommen. Es ist dies einmal der wichtige Nachmittagszug von Berlin. Friedrichstr., 2,37 um., ab Stendal 4.30. ab Hannover 6,49, ab Bieleseld 8 33. an Hamm 9,36. an Coln 12,29 nachts, sowie der Mittagszug von Cöln 11.55, von Hamm 3,01, von Vielefeld 4.12, Minden 4,51, Hannover 5,54, Berlin, Friedrich= straße, an 9,52 abends. = Konzert von Paul Stoyl und Ernst Brüggemann. Mittwoch, den 5. Dezember, veranstalten die Herren Professor Paul Stone (Klavier) und Tonkünstler Ernst Brüggenann(Violinc) in der Aula des Realanmnasiums ein Konzert mit auserlesenem Programm. Die früheren Veranstaltungen dieser beiden Künstter dürften wohl bei allen Konzertbesuichern noch in bester Erinnerung stchen, und so ist es zu hossen, daß man dem angekündigten Abend allseitig ein reges Interesse entgegen bringt. O Frau Cohndley=Hinken hett sich auf Wunsch hiesiger Musikkreise entschlossen, in ihr Progrumm für das am Montag abend stattfindende Konzert neben den Gesängen von Schubert auch einige Lieder von J. O. Grimm aufzunehmen. Diese Bereicherung des Programms dürfte vielen willkommen sein. == Kl. Nachrichten. Ein russischer Kriegsgesangener, der aus dem Gefangenenlager in Schneidemühl ausgebrochen war, wurde vergangener Nacht auf dem hiesigen Hauptbahnhof festgenommen.— Gestern nachmittag fiel auf der Salzstraße ein großes Faß von einem Wagen und zertrümmerte eine große Schaufensterscheibe der Firma Feldmeyer=Zapp. Kriegs=Auszeichnungen. Es erhielten: Eiserne Kreuz: m Mertens. Heinrich, Bizesel###ebel in einem Landw.=Ins.=Regt., Gärtner in Hiltrup:* Jacobi, Josef, und. med., Tanitäts=Unterofsiz bei einer Fernsprechabteil.:* Horstann, H., Gefr.:# Kerlmann, Gefr., Tamvour, in einem Landst.= Ins.=Batl.: m Lechtenberg, Franz, Musietier in einem Ins.=Regt., Sohn des Eisenbahn=Cbersetretärs Lechtenberg:m Thiemeyer. Wilh., Nuekctier, im Ins.=Reat. 37, Sohn des Banunternehmers Heinrich hiemeyer, von dem sich jetzt bereits drei Söhne diese Auszeichnung erworden haben; Hagedorn, Josef, Ers.=Res., früher beim Niederrhein. Füsil.=Regt. 39, jetzt beim Ins.=Regt. 13, Sohn des Mövelpolierers Heinrich Hagedorn: Kuhlmann, Alvert, Wehrmann, in einem Landw.=Inf.=Regt., MGst.; m Rööberg, Ludwig, Iriscur, Landwehrmann in einem Ins.=Regt. aus Münster: m Harentamp, Anton, Schütze aus Bohren:* Frenster, Theodor, Schütze, Sohn des Schreiner= und Zimmermeisters Heinrich Frenster zu Aschebera;* Hobvolt. Heinrich, Musketier, aus Nottuln; n F l e u r i n g e r, W i l h., G e s r.,# W e i t e u b e r g. M u s k e t.,# W e l l i n g. Anl. Gefr., aus Cpesfeld; Greiwe, Clemens, Mueketier, aus Flamschen, Kirchsp. Coesfeld;„ Eracton, Klem., Schütze, aus ettingen: m: Lotze, Friedr., Toyn des Gerichtssekretärs Lotz:, Jbbenbüren: Fischer, Friedrich. Lehrer, aus Vockraden bei Ibbenbüren. Kanonier im Fußart.=Regt. 76;# Michler, Erich. Lehrer, aus Overbeck bei Ladbergen, bereits Inhaber der Großherzval.=Weimarischen Verdienstmedaille mit Schwerteen; Schmedt, Heinrich, Landwehrmann aus Ringel bei Lengerich;## Auiderhaar, Gustav. Musketier. Sohn des Ackerers Aufderhaar. Terner. Rudolf, Musketier, Sohn des Tischlers Terner aus Lengerich; Selhorst, Herm., Utffz. bei einer Vauleitung im Jelde, Stodtbauassistent in Düseldorf. Gerichtszeitung. Todesurteil gegen zwei Belgier. Moers, 22. Nov. Das Schwurgericht verurteilte heute die beiden belgischen Vergarbeiter Aspeslapp und Verdonk Lieseringke zum Tode. wegen Ermordung des Arbeiters von Aus den Provinzen. O Becholt, 21. Nov.(Personenstundsaufnahme.) Bei dei am 15. November ds. Je. stattgefundenen Personenstandsaufnahme wurde— einschließlich der zum Heere Einvernfenen— eine ortsanwesende Bevölkerung von 25·653 Personen festgestellt gegen 26 137 Personen im Vorjahre, mithin weniger 481. O Becholt, 21. Nov.(Stadtverordneten: Versamm lung.) In der gestrigen Sitzung wurde zunächst zum vierten Schöffen der Stadtv. Kommerzienrat v. Velsen gewählt. Die Rechnung der Kaffe des Städtischen Gymnasiums schließt in Einnahme und Ausgabe mit 105320 Mart. Ter staatliche Zuschuß betrug 10 400 Mark, der städtische Zuschuß, 12 415 Mork oder 10 600 Mark mehr wie im Etat vorgesehen. An Schulgeld sind rund 5000 Mark neniger eingekommen, wie veranschlagt. In dem von der Stad: kürzlich erworbenen Sarrazinschen Hause soll das vdere Stockwert demnächst bereite zum Gebrauch des Bauamts eingerichtet werden. Die Güter des Armen. und Waisenhauses und des Langenbergschen Armenfonds, die zuletzt 1901 zu 8 bis 10 Mart für den Morgen verpachtet waren, sollen demnächst zu 25 Mart für den Morgen neuverpachtet werden. Die Pacht soll in den ersten vier Jahren so ge. stafielt werden, daß der neue Preis mit dem vierten Jahre erreicht wird. Die Güter des Langenberaschen Armenfonds erbringen dann natt bisher 3357 Mark 9600 Mark, die des Armen= und Waisenhauses statt 2196 Mark 6520 Mark. Die Befugnisse eines Schlichtungsausschusses für Streitigkeiten infotge des Betriebes von Sammelheizungen wurden dem Mietseinigungsamt übertragen. Infolge fohrtsamt namentlich den Gesuchen aus dem Mittelstande stets wohlwollend und bereitwilligst entgegengekommen sei. Man werde weiter um den Mittelstand besorat sein. Um dem Mangel an Kleingeld abzuhelfen, sollen demnächst 50 Pfg.= und 25 Pfg.=Scheine städtischerseite ausgegeben werden. Für die Lebensmittelversorgung wurde ein lausender Kredit von 750000 Mark bewilligt. über die Lebensmittelversorgung berichtete Zweiter Bürgermeister Di. Alff. Lei der Fleischversorgung kann mit der regelmäßigen Zuweisung von 230 Gramm Fleisch nicht gerechnet werden, zumal die Rücklags der Stadt an levendem Vieh heute ihr Ende erreicht hat. Zur Protversorgung ist zu bewerten, daß der Kreisausschuß dem Antrage auf Ausmahlung des Mentes zu 94 Pruzent(statt bieher 8) stattggeben und dem Wunsche der Stadt Bocholt nach Znweisung des Roggen: und Weizenmeyles aus drei bestimmten Mühten zugestimmt hat. Trotz der verringerten Ausmahlung und der Zeimischung von 30 statt 20 Prozent Weizenmelnl zum Kriegsbrot wird das Brot nicht verteuert werden, da die entstehenden höheren Mehlkosten vom Kreise übernommen werden. Halle i. W., 22. Nov.(Auszeichnung für hervorragende Tapferseit.] Aus dem Felde wird uns geschrieben: Eine besondere allerhöchste Anerkennung für hervorragende Tapferkeit vor dem Feinde erhielt ein Angehöriger des Gardekorps. Offizier-Stellvertreter August Heidemann aus Haeger bei Halle i. Westf. Er wurde durch Allerhöchste Kabinettsorder vom 12. November zum aktiven Offizier des Kaiser Alexander Garde-Grenadier Regiments Nr. 1 befördert, und zwar des Regiments, dessen Maschinengewehr=Kompagnie er vor dem Kriege als Vizeseldwebel angehörte. Leutnant Heidemann steht seit Kriegsbeginn beim Reserve-Infanterie=Regiment Nr. 91 im Felde und hat an allen Schlachten und Gefechten des Regiments ruhmvollen Anteil. Tapfer. mutig, unerschrocken und kühn, ein Vorbild für seine Untergebenen, für deren Wohl er unermüdlich handelt. Wo immer der Kampf am wildesten tobte, war Heidemann mit seinen Maschinengewehren zur Stelle. Manchen Sturm des Regiments auf die seindlichen Stellungen unterstützte er mit seinen Gewehren wirksam und half. manchen feindlichen Angriff zum Sehen zu bringen. Die hobe Auszeichnung des tapferen Mannes und treuen allezeit hilfsberciten Kameraden erregte allgemeine Freude. Hauptredakteur Rudolf Strietholt.— Es verantworten: den redaktionellen Teil Paul Koene, die Reklamen und Inserate Antor Busch, alle in Münster.— Druck und Verlag der Aschendorffschen Buchhandlung in Münster. Unmöblierte, große u. kleine 25 Zimmer 44 an gelegener Straße zu vermieten. Anfragen unt. 3 K 277 an die Geschäftsstelle. Mehrere große 28 Buro=Raume er im Mittelpunkt der Stadt zu vermieten. Anfragen u. H J 776 an die Geschöftestele. 8 Zu Frühjahr sucht Dame 2 b. 3 Zimmer u. Küche i. bess. Hause. Off. u. P R 783 Gesch. Mödl. Zimmer im Mittelpunkt der Stadt mit voller Pension gesucht. Off. m. Pr. u. B 3619 an Aug. Roles, Markt 37. Haushälterin gesucht. Suche für meinen frauenl. 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B.)(Nachdruck verboten) „In der Vormitlags=Ziehung wurden Gewinne über 220 Mark gezogen: 2 Gewinne zu 15000 Monk. 132446 2 Gewinne zu 10000 Merk. 117640 6 Semiung zu 5000 Mark. 147278 165926 171210 8s Gewinne zu 8000 Mark. 9572 19353 22233 25923 29356 3004 43635 51684 73829 73954 75518 81203 11555. 116990 133597 145.63 168936 40254 41051 46844 48365 81019 83009 U3696 95029 178932 173216 158723 182059 193352 196164 196638 199317 200309 22139 204882 206017 207544 203925 209581 211558 212520 212955 288 132 Gewinne zu 1600 Mark. 425 4442 16787 17074 13112 29906 53191 33518. 130 86195 91726 93969 9636: 99813 107385 126903 131006 152240 134792 133949 142.3? 155983 156964 1582966 162511 164444 166595 173440 174707 176075 179112 182084 185388 190270 190870 200524 200358 108949 201304 217847 218385 221862 222755 226688 210 Gewinne zu 500 Mark. 5490 9791 10171 10832 13917 16950 19750 26341 19802 3203) 8916S 34709 34843 35177 3650s 39410 42412 46682 47450 42164 49375 53001 59634 56655 62200 64300 65866 68921 70633 72401 75921 77896 78301 78686 79994 80174 24944 86439 90876 91934 92573 93243 102419 115272 127825 5269 7681 9360 18524 38 65789 72198 75993 110463 113319 123388 142869 149820 154235 167726 170137 170512 188976 189239 190700 209090 210009 213123 138830 14059 167623 183702 193 303 06607 224031 G1 123430 144520 168297 18.06* 197341 100 227979 9 12994 141687 109117 187319 197675 13312 229647 129453 153336 17455 18.532 199253 21544 231812 131050 155620 174658 137860 266594 215453 233123 131693 134:29 136300 139294 15745 176196 18854 203057 333 158822 177149 190 255 9465 218c.2 16=.9493 165588 134799 184919 192116 194246 191 306224 2179 221228 In der nachmittags=Ziehung wurden Gewinmne über 240 Mark gezogen: 2 Gewinne zu 1000) Mark. 96860 6 Cewinne zu 5000) Mark. 1614 81542 131595 62 Gewinne zu 3900 Mork. 3134 22137 39184 58633 72065 88725 9.849 99192 100702 1089 11o149 1100 12162 19205 137763 199542 111 158210 162343 162858 190194 199533 196566 2. 140 Gewinne zu 1960 Mark. 1943 1260 211! 14194 19257 19119 2803 34127 400a5 40809 4414 47843 55107 67204 61607 64103 66445 79920 73 85.361 V9695 109452 106910 111616 117138 1: 141084 142128 143 345 144064 148860 119 154848 159239 166879 178790 179464 194172 191785 19 ·833 124230 194591 195147 20231: 212287 212330 213282 217151 223163 229094 143933 6364 49115 22020 13 20.664 29783 10795 91261 19755 111830 133751 12253 4172 81.788 #/5 1301.3 154527 15773) 136974 18996 295016 206013 233778 11406 12827 4893 38749 r 37407 S1 8ten. 82809 83978 118282 123805 12303 118913 149137 165129 103415 109961 1 11188 132084 132003 132495 131255 136261 151516 155479 157818 166814 702s 17125. 1.1019##ts 183:93 186733 136947 187708 138109 199463 190875 213051 204642 201955 20:023 Tos 21.628 218049 2 24126 89162 130363 169138 1 901203 233853 In Gewinnrode verdsioden: 2 Prämten zn 360.990 2 Uewinne zu 209000, 9 zn 130000, 2 zu 100000, 2 zu 60000, 4 zu 40450, 1: zu Fcg 14 19 15000, 52 zu 10092, 136 zu 5000, 1616 zu 3004 3234 zu 1003 4.51 zu 100 Man„„ können sich in die bei mir aufliegende Kundenliste für Dezember eintragen. M. Steinmann, Burgsteinfurt. a2 Suche Att. 800 zahle 6—7%; entsprechende Sicherheit vorhanden. Offerten erbitte unt. 2 2 3451 an die Geschäftsstelle. Kaufe zu den höchsten Tagespreisen. Bei Unglücksfällen schnelle Erledigung. a* Roßschlachterei Emsdetten bei Rheine. Zahle für Vermittelung gute Provision. In dem Konkursversahren siber den Nachlaß des am Oktober 1916 zu Burgsteinfurt gestorbenen Kaufmanns Gustav Raestrup zu Burgsteinfurt wird Termin zur Abnahme der Schlußrech. nung, zur Erhebung non Erinnerungen gegen das Schluf== verzeichnis, auf den 4. Tezember 1917, vormittags 11 Uhr anberaumt. Burgsteinfurt, 8. Non. 1917. Rönigliches Amtsgericht. Siol Seime sind die besten! Meist in 6-8 Grössen pro Modell. bieten sie für jede Figur einen vorzüglich passenden Schnilt. Steis zuverlassig u.leicht zu hand haben, machen sie des Schneidern zu einem wahren Vergnugen. Ständiges grosses lager. Althoff, Salzstrasse 51. Blanks Modenblalt umsonst! ernsprecher 2265. Verlauf von Rutz= und Grubenholz in den Freiherrlich von Oerschen Forsten zu Egeldorg b. Legden. Aus dem diesjährigen Einschlage gelangen hier freihändig zum Verkauf: ca. 300 Festm. Eichen, ca. 1500 Festm. Kiefern u. Fichten, darin etwa 500 Festm. Abtrieb, enthaltend auch stärkere Hölzer. Auf Wunsch können auch kleinere Mengen Buchen= und Birken=Nutzholz abgegeben werden. Das Holz steht an guter Abfuhr, etwa ½ bis 5 Klm. von den Bahnhöfen Legden, Ahaus, Nienborg=Heek und Metelen. Schriftliche Angebote per Fesimeter, getrennt nach Forstorten und Holzarten(letztere entweder in ganzen Losen oder nach Mitrenstärken, mit Rinde gemessen, getrennt) unter Anerkennung der Bedingungen— die auf hiesiger Rentei einzusehen oder auch gegen Erstattung der Schreibgebühren dort zu haben sind— werden bis zum 5. Dezember 1917 erbeten. Nur bei rechtzeitiger vorheriger Anmeldung werden die Hölzer vorgezeigt im Schutzbezirk: Egelborg: durch Förster Meyer zu Egelborg, Post Legden i. W.: Ammeln: durch Waldwärter Anton Suttrup zu Ammeln, Post Ahaus: Stockum: durch Pächter Franz Wigger zu Haverbeck, Post Schöppingen; Wohnung: durch Waldwärter Heiur. Zundick zu Wohnung bei Niendorg; Weersche: durch Kötter B. Reers gt. Konert zu Ramsberg 81, Post Schöopingen.% Zur mündl. Verhandlung erbilte vorherige Ensage.#2 Egelborg bei Legden i. Westf., den 19. November 1917. Der Rentmeister: Hellweg. Bdmea