Stzugspreis vierteljährlich: Rusgabe A(ohne „Wochenschau“) in Münster zweimal täglich fon ins Haus gebracht 2 Mk. 10 Pfg.,— auswärts von der Post abgeholt 2 Mr. 10 Pfg., durch den Driefträger gebracht überall, wo nur einmal im Tage Briefbestellung stattfindet, 2 Mik. 52 Pfa, in Orten mit zwei= und mehrmaliger Bestellung 2 M. 98 Pfg.— Ausgade 8(mit„Wochenschau“) vierteljährlich 80 Pfg. mehr Feruspr.: Redaktion u. Verlag Nr. 2448, 2440 u. 2620. Geschöntostelle(Michgelisplatz 9) Nr. 76. S„ U Zwei Ausgaben ugng. und Münsterische Volkszeitung. 45856 Abomenten. !: Der Raun für die Anzeigenspalte, 30 mm breit,„Imm hoch, 25 Pf.; bei Anzeigen aus dem R.=Bz. Münster 20 Pf., aus der Stadt Münster 15 Pf.(für Aktiengesellschaften 2c., Vereine und Behörden 25 Pf.: Reklamen: Der Raum für die Reklamespalte, S7mm breit,„Zmm hoch,1 Mk.— Für Erfüllung von Platzvorschriften wird keine Gewähr, sowie für Drucksehle. keine Haftung übernommen. Etwaiger Rabatt gilt als Kassenrabatt u. kann verweigert werden, wenn Zahlung nicht Linnen 4 Wochen nach Erhalt der Rechnung erfolgt.— Gebühr für Beilagen nach Gewicht Die neue Revolution in Rußland. ( Budapest, 9. Nov.(Eig. Meld.)„Budapesti Hirlap“ erhält von seinem Wiener Korrespondenten die Mitteilung, daß man die russischen Vorgänge nicht so optimistisch auffassen dürfte, daß ein Separatfrieden zu gewärtigen sei. Auch Lenin wolle keinen Separatfrieden, weil er fürchte. der allzu große Sieg der Zentralmächte würde die Republik bedrohen und eine Unterstützung des Zarismus durch Deutschland bewirken. Man dürfe nur hoffen, daß Lenin einen stärkeren Eindruck auf England ausüben werde. (2) Die Kämpfe in Petersburg. Rotterdam, 9. Nov. Eig, elh] Die letzten Nachrichten aus Petersburg besagen, der Winterpalast als letztes Bollwerk der Vorläufigen Regierung nach einem Bombardement durch die Streitkräfte des Arbeiter= und Soldatenrates und nach einer hartnäckigen Verteidigung durch die Truppen der Vorläufigen Regierung von den Maximalisten eingenommen wurde. Von den eigentlichen Kämpfen wird weiter gemeldet: Der Sowjet erhielt sofort die Unterstützung der Mannschaft des Kreuzers„Aurora“, die der Vorläufigen Regierung den Gehorsam verweigert hatte. Matrosen der„Aurora“ führten die Soldaten des Sowiet gegen den Winterpalast. Zuerst wurde mit Maschinengewehren und anderen Gewehren geschossen. Aber die Truppen der Vorläufigen Regierung verzeidigten den Palast kräftig. Auch Panzerautomobile wurden herangeführt, und nach längerer Beschießung des Gebäudes ergab sich die Besatzuna. In anderen Stadtteilen wurde nur dann und wann geschossen. Die Sowiet=Soldaten trafen Maßnahmen zum Schutze der Bürger, die aufgefordert wurden, ruhig in den Häusern zu bleiben. Im allgemeinen steht die Bürgerschaft den Vorgängen gleichgültig gegenüber. Ihr Interesse an der Politik ist erschöpft. Sie wünschen nur die Aufrechterhaltung der Ordnung. Zu der Vorgeschichte der Ereignisse meldet der„Daily Telegraph“ aus Petersburg: Viele Leute, die mit den Vorgängen nicht vertraut waren(!), begaben sich mit Gewehren bewaffnet auf die Straßen. Es entstand eine Panik. wobei mehr als 30 Menschen getötet und verwundet wurden. Am Dienstag abend hatte Kerenski eine Rede im Parlament gehalten, die drohend und unversöhnlich gegen den Arbeiterund Soldatenrat klang. Es war schon damals klar. daß es sich um einen Kampf um die Macht zwischen ihm und dem Vorsitzenden des Sowjet, Trotzky, handelte. Trotzky ist außerordentlich geschickt und nicht wählerisch in der Anwendung der Mittel zur Erreichung seiner Ziele. Die Errichtung eines revolutionären Ausschusses der Arbeiter und Soldaten Petersburgs war das Signal zur Bildung ähnlicher Körperschaften in allen russischen Städten. Es handelt sich um eine seit längerer Zeit vorbereitete Bewegung. Die Garnison von Charkow war eine der ersten, die den Ausschuß errichtete. In anderen Städten entstanden zwar Zusammenstöße zwischen den neuen Ausschüssen und den Offizieren, aber fahnenflüchtige und dizsiplinlose Soldaten stellten sich den Ausschüssen zur Verfügung. Die Kosaken waren ebenfalls durch die Regierung gereizt worden, weil ihnen verboten worden war, am vorigen Sonntag einen Aufzug zu halten. Das bereitete für die Revolution den Boden unter den Kosaken. Die Delegierten von drei Regimentern erklärten, daß sie der Vorläufigen Regierung nicht weiter gehorchen und nicht gegen die Sowiets vorgehen würden. Das gab den Ausschlag und war offenbar der Grund, daß die Bewegung der Sowjets mit ziemlich geringem Blutvergießen ans Ziel gelangen konnte. Der als Haupturheber des geglückten Staatsstreichs geltende Trotzky strebt, wie aus Depeschen hervorgeht, keine überragende Stellung nach der Art Kerenskis an. Die neuen Sowjetmachthaber wollen überhaupt keine Diktaturgelüste aufkommen lassen, nur kollegial gefaßte Beschlüsse sollen Geltung Aus einem Gespräche mit einem führenden Mitgliede der Maximalistenpartei teilt der Berichterstatter der„Frkft. Ztg.“ mit: Die Hauptlosung der in Petersburg und in ganz Rußland unaushaltsam um sich greifenden Maximalistenbewegung heißt: Sofortiger Friede,. wenn auch keineswegs ein Friede um jeden Preis. Man verkennt im Gegenteil keineswegs die großen Schwierigkeiten im diplomatischen Verkehr zwischen einer rein sozialistischen Regierung und den Regierungen der Entente und der Mittelmächte. Bezüglich der Entente ist man auf schroffe Ablehnung jeglicher Verhandlungen und auf weitere Versuche zur Stützung der Gegenrevolution in Rußland durchaus gefaßt. Was etwaige direkte Verhandlungen mit den Mittelmächten angeht, so glaubt man immerhin an die Möglichkeit einer rein geschäftsmäßigen Besprechung der Forderungen und Gegenforderungen, vor allem aber an die Möglichkeit eines sofortigen Waffenstillstandes an der Ostfront, Gewisse Schwierigkeiten des Friedensschlusses einer sozialistischen russischen Regierung mit den beiden Kaiserreichen erblickt man auch in den neuesten Plänen der Mittelmächte bezüglich des polnischen Königreichs und des Herzogtums Kurland. Es handelt sich hier um verschleierte Annexionen. Die Lebensinteressen verlangen angeblich die Rückgabe Rigas, wenigstens in Form einer an Rußland angeschlossenen baltischen Republik. Nach Meldungen aus Helsingfors haben die Abgeordneten der Baltischen Flotte und der Soldatenausschüsse beschlossen, sich dem Petersburger Arbeiter= und Soldatenrat und dem Revolutionsausschusse anzuschlie, ten und sie zu unterstützen. Der revolutionäre Ausschuß in Reval hat dort alle militärisch wichtigen Punkte besetzt. Nach Meldungen aus Kasan ist der dortige Truppenbefehlshaber, General Archipow, festgenommen worden. Offizierschüler und Offiziere ergaben sich. Der revolutionäre Militärausschuß teilt allen Offizieren, Soldaten und den Ausschüssen an der Front und im Lande seinen Beschluß mit, Kornilow und seine Parteigänger in die Peter=Pauls=Festung zu überführen und sofort vor ein revolutionäres Kriegsgericht zu stellen.. B.iu##n min Eemähnlich enschie Heute früh sind die Zeitungen wie gewöhnlich erschienen, ausgenommen die Mehrzahl der täglich erscheinenden Blätter der sogen, bürgerlichen Presse, deren Setzmaschinen durch den Arbeiter- und Soldatenrat weggenommen worden waren, um den Druck der Zeitungen der Soldaten, Arbeiter und Sozialisten zu sichern. Die Ruhe hält an. Der Stadtrat hat einen Ausschuß der öffentlichen Wohlfahrt eingesetzt, der sich zusammensetzt aus Vertretern des Magistrats, des Hauptausschusses des Arbeiter= und Soldatenrates und der Militär= und Arbeiter=Organisationen. Der Ausschuß für öffentliche Wohlfahrt hält sich zur Verfügung der Bevölkerung für den Fall von Ausschreitungen. Die anläßlich der Vorgänge am 16. und 18. Juli verhafteten Maximalisten wurden in Freiheit gesetzt. Die Banken sind noch geschlossen. Eine gewisse Anzahl von Kaufläden hat gleichfalls noch nicht geöffnet. Kronstadt von den Maximalisten besetzt. Haag. 8. Nov. „Daily Telegrapb“ meldet aus Petersburg: Der revolutionäre maximalistische Ausschuß widersetzt sich dem Betreten der Hauptstadt durch Truppen, die die Autorität des Ausschusses nicht anerkennen. Alle Züge, die nach Petersburg fahren, werden vor der Hauptstadt durch Truppen der Maximalisten angehalten. Auch in Kronstadt haben die Maximalisten die öffentlichen Gebäude besetzt. Auch die Ukrainer fordern Frieden. Stockholm, 8. Nov. Der Oberkommissar der Südwestfront, Stankowitsch, drahtete am 2. November an Kerenski eine Abordnung des ukrainischen Ausschusses an der Westfront habe ihm zur Weitergabe einen Beschluß des ersten ukrainischen Rada überreicht, der von der ukrainischen Rada verlange, die Vorläufige Regierung aufzufordern, unverzüglich Friedensverhandlungen einzuleiten und auf allen Fronten einen Waffenstillstand zu schließen. Dazu meldet Stankowitsch, daß er diese Ausführungen als Aufruf zum Landesverrat ansehe. Die Drohung mit einem ukrainischen Souderfrieden entspreche nicht den Wünschen aller Ukrainer und schade diesen weil sie das Mißtrauen der Vorläufigen Regierung errege. Die Friedensbewegung werde nur infolge der Schwächung der Armee durch unverantwortliche Hetzereien geschürt. Aus diesen Erwägungen habe er der Abordnung erklärt, es Uuns keine Rede davon sein, den Beschluß Das Ende der Krise. ) Berlin, 8. Nov.(Eia. Meld.) Die Krisis, die so unvermutet nach der Ernennung des Grafen Hertling zum Reichskanzler durch die Linke beraufbeschworen wurde, hat nun ihr Ende gefunden. Staatssekretär Helfferich scheidet vorläufig aus dem Staatsdienste, und der freisinnige Abgeordnete v. Payer wird Vizekanzler. Das Vizepräsidium im preußischen Ministerium wird wieder dem nationalliberalen Abgeordneten Dr. Friedbera angeboten werden, und es scheint ziemlich sicher, daß er diesmal den angetragenen Posten übernehmen wird.„ 664 E# Dieses Ende der Krise ist also dadurch ermöglicht, daß die Regierung in weitem Maße nachgegeben hat. und daß die Freisinnigen ihr Verlangen nach Ernennung eines freisinnigen Ministers in Preußen aufgegeben haben. Ste haben es nicht durchgesetzt, daß der Abg. v. Payer auch preußischer Minister wurde. Aber sie rechnen offenbar darauf. daß bei der nächsten Ministervakanz in Preußen ein Freisinniger in die Regierung eintreten werde. Die Krise endet also ohne Frage mit einem Erfolge der Linken. Im Interesse des Burgfriedens hat die Regierung nachgegeben, und man wird aus demselben Grunde das Resultat hinnehmen müssen, wobei es ersreulich ist, daß in dem Abgeordneten v. Payer immerhin der brauchbarste Mann der Freisinnigen in die Regierung kommt. Die Personenfrage hätte den Freisinnigen große Schwierigkeiten machen müssen, wenn der Abg. v. Payer behindert gewesen wäre, die Stellung anzunehmen, wie anfangs behauptet wurde, da v. Payer erkrankt war. Man wird diesem Erfolge der Freisinnigen erhebliche politische Bedeutung beimessen müssen. Die freisinnige Presse hat von Anfang an betont, daß es ihr dabei auf das System ankomme, und sie wird dieses System nicht wieder preisgeben wollen. Der Reichstag soll für die Besetzung der Amter eine maßgebende Meinung für alle Zukunft behalten. Im Sinne der Freisinnigen und Sozialdemokraten heißt das natürlich so viel, daß diese Parteien ihren maßgebenden Einfluß ausüben wollen. Nun wird man keiner Partei es verübeln können, daß sie sich nach Kräften ihren Einfluß wahrt und sich durchzusetzen versucht. Das muß aber ganz selbstverständlich immer im Rahmen der gesamten Verhältnisse und unter Berücksichtigung aller Interesse erfolgen. Man kann dabei weder die anderen Parteien rücksichtslos auf die Seite schieben, noch auch die gesamte Lage, in der sich die Regierung und das Land befinden, außeracht lassen. Im vorliegenden Falle erscheint es uns zweifellos, daß diese Rücksichtnahme auf die allgemeine Lage nicht in genügendem Maße erfolgt ist. Die Beseitigung des Reichskanzlers Dr. Michaelis wurde gefordert mit der Begründung, daß die innere Krise ein Ende haben müßte. Das erste was aber die Linke tat und in den interfraktionellen Besprechungen durchzusetzen wußte, war die Heraufbeschwörung einer Krise, und zwar um innerer Ziele willen in einer Zeit, da es kein höheres Ziel gibt, als das ienige, das auf dem Gebiet der auswärtigen Politik liegt,###mlich die Behauptung Deutschlands gegenüber seinen Feinden. Für diese Behauptung ist die Stimmung im Lande, die einheitliche Front, die Unterdrückung von Sonderwünschen eine der ersten Bedingungen. Indem die anderen Parteien dem Drängen der Freisinnigen nachgaben, suchten sie diese innere Einikeit aufrechtzuerhalten einseitig zugunsten der Linken. Hat aber nun die Lösung eine befriedigende Stimmung in der Bevölkerung gezeitigt? Wir befürchten, daß das nicht der Fall ist: denn in sehr weiten Kreisen der Bevölkerung hat das Auftreten der Linken außerordentlich unangenehm berührt und eher eine Erbitterung hervorgerufen, als einen Ausgleich herbeigeführt, und zwar deshalb. weil die Linke die Zeitumstände im Kriege. also für das Reich besonders schwierige Umstände, ausnutzte für ihre eigenen Interessen. Sie sieht von ihrem Parteistandpunkte diese eigenen Interesse sicherlich als nützlich für das Vaterland an, aber es bleibt doch eine sehr einseitige Auffassung, wenn eine Partei für sich eine Sonderstellung verlangt, um so mehr, als diese Partei darauf dringt, daß nicht alle Parteien an den interfraktionellen Besprechungen teilnehmen. Daß diese Auffassung auch innerhalb der nationalliberalen Partei besteht, geht klar aus den Bemerkungen der„Nationalliberalen Korrespondenz“ hervor, mit denen sie den Verzicht des Abg. Friedbera begleitete. Sie sagte:„Wenn das(seine Übernahme des Vizepräsidiums) durch jene weitergehenden Wünsche verhindert worden ist, so ist es Sache derjenigen sich damit abzufinden, die diese Wünsche zur Erfüllung ihrer Mitarbeit gemacht haben.“ Damit sprach sie klipp und klar die Fortschrittler schuldig aller Schwierigkeiten, die entstanden. Zwei Tage später stellte die „Nationalliberale Korrespondenz“ ausdrücklich fest, daß in der Frage, ob der Fortschrittlichen Volkspartei die Besetzung des Vizekanzlerpostens zugebilligt werden sollte, die nationalliberalen Reichstagsabgeordneten die Auffassung des„Nationalen Korrespondenz" vollkommen teilen. Die„Köln. Vlkstza.“ geißelte das Verhalten der Freisinnigen ebenso scharf und sagte:„Zwei Mitglieder der Volkspartei sollten in hohe Reichsämter gesetzt werden. Das war die Bedingung, von der die Linke ihre Burgfriedensmitarbeit im Interesse des Vaterlandes abhängia machte. Mit andern Worten, die Linke sieht ein, daß die Erhaltung des Burgfriedens bis zum Ende des Krieges zum Wohle d#s Ganzen notwendig ist. Aber sie will den Burafrieden nur wahren, wenn sie in dem Maße, wie sie es verlangt, zur Krippe zugelassen wird. Das heißt mit dem Vatriotimus Kuhhandel treiben, und angesichts der Beharrlichkeit, mit der sie auf ihrem Schein besteht, wirkt die Versicherung, die Fortschrittspartei habe nicht den Ehrgeiz. Mitglieder in die Regierung zu entsenden, fast grotesk.“ Von unserm Standpunkt aus möchten wir dabei doch die Bemerkung nicht unterdrücken, daß die Freisinnigen auch gegenüber dem Zentrum, mit dem sie in den interfraktionellen Besprechungen zusammen sitzen, nicht gerade sehr rücksichtsvoll gewesen sind. In der Fortschrittlichen Volkspartei ist Graf Hertling als Zentrumsmann bezeichnet worden. Nun ist es ja sicher, daß Graf Hertling in seinen Grundanschauungen auf dem Standpunkte des Zentrums steht, aber er gehört doch der Partei seit längeren Jahrea nicht an, sondern bekleidete die höchste Stelle in Bayern. Er kommt also als der Leiter der Regierung eines Bundesstaates an die Spitze der Reichsregierung, nicht als Zentrumsmann. Die Freisinnigen sind aber offenbar anderer Auffassung und sehen in Hertling den Zentrumsmann. Wenn sie nun im„vertrauensvollen Zusammenarbeiten“, in den interfrakitonellen Besprechungen mit dem Zentrum zusammensitzen, so haben sie von diesem Vertrauen nachher nicht allzu viel gezeigt; denn gerade die Ernennung dieses„Zentrumsmannes“ war ihnen ja der Anlaß, zu verlangen, daß sie„zur Sicherung“ einen ihrer Leute als Vizekanzler und außerdem einen im preußischen Ministerium haben müßten. Sie haben diese Forderungen geltend gemacht unter Androhung einer Oppositionsstellung gegen den Zentrumsmann und haben dabei von dem Zentrum die Mitarbeit verlangt, wenn dem Zentrum an dem Burgfrieden innerhalb der Mehrheitsparteien— die Rechte schließt die Freisinnigen und die Sozialdemokraten überhaupt ohne weiteres aus— gelegen war. Das Zentrum hat des lieben Friedens willen in die Forderungen der Linken eingewilligt, aber die Freisinnigen müssen sich doch klar darüber sein, daß das Zentrum die größte der Mehrheitsparteien, nicht ein Werkzeug in der Hand der beiden Linksparteien werden kann und werden will und daß sie auch durch die Androhuna einer Oppositionsstellung nicht ständig sich auf die Bahnen drängen lassen kann, die diese Parteien einzuschlagen wünschen. Es gibt auch eine überspannung in den Forderungen. Wir hoffen, daß die Freisinnigen mit den Konzessionen, die ihnen jetzt gemacht sind, sich begnügen werden und nun auch tatsächlich all ihre Kräfte einsetzen, um in gemeinsamer Arbeit mit allen Parteien zu dauernd friedlichen Verhältnissen in Deutschland zu kommen, damit das Reich allen Ansprüchen, die die Lage stellt, gewachsen ist. Das ist notwendig und bleibt noch lange notvendig. Die glänzenden militärischen Erfolge werden sonst in ihrer Auswertung vermindert und der günstige Ausfall künftiger Friedensverhandlungen wird mehr oder minder in Frage gestellt. C Berlin, 9. Nov.(„Köln. Ztg.“] Die offizielle Anerkennung des Abg. Geh.=Rats Dr. Friedberg zum stellvertretenden Präsidenten des preußisschen Ministe. riums ist heute abend erfolgt. In den Abendstunden wurde in Stuttgart durch den preußischen Gesandten mit Exzellenz v. Payer verhandelt. Seine Ernennung dürfte zu dieser Stunde ebenfalls vollzogen sein. * Berlin. 8. Nov.(WTB.) Der Kaiser hat heute nachmittag 6 Uhr den Reichskanzler Grafen Hertling empfangen. Berlin, 9. Nov.(WTB.) Amtlich. Der Reichs=n kanzler Graf von Hertling hat heute die bereits für einen früheren Zeitpunkt geplant gewesene Reise nach München angetreten. Er wird im Reichstage erst am 29. d. Mts. erscheinen können. Im Abgeordnetenhause wird er am 3. Dezember das Wort nehmen. Ein Brief Dr. Helfferichs an Graf Hertling. Berlin. 9. Nov.(WTB.) Die„Nordd. Allg. Ztg.“ schreibt: Zur Klarstellung. Gegenüber Außerungen der Presse, die geeignet sind, die Stellung des zurückgetretenen Vizekanzlers Dr. Helffcrich im Kreise der letzten Begebenheiten in einem schiefen Licht erscheinen zu lassen, veröffentlichen wir nachfolgend ein Schreiben, das Dr. Helfferich am 28. Oktober, dem Tage des Eintreffens des Grafen Hertling in Berlin, an diesen gerichtet hat:„Ew. Erzellenz bitte ich in dem Augenblicke, in dem Sie im Begriffe sind, sich über die Annahme des Reichskanzleramtes zu entscheiden. Nachstehendes vortragen zu dürfen: Angesichts der schweren. Ew. Exzellenz bevorstehenden Aufgaben halte ich es für meine Pflicht, soweit es an mir liegt, jedes Hindernis, das einer gedeihlichen Wirksamkeit Ew. Exzellenz im Wege stehen könnte, beseitigen zu helfen. Meine Person in der Stellung als Stellvertreter des Reichskanzlers kann ein solches Hindernis sein. In den fast drei Jahren meiner Tätigkeit im Reichsdienste, namentlich in den 17 Monaten meiner Tätigkeit als Staatssekretär des Innern und allgemeiner Stellvertreter des Reichskanzlers habe ich mir in. Parlament und Presse Geanerschaften zugezogen. die bei meinem Verbleiben im Amte für Ew. Exzellenz eine ebenso unerwünschte wie vermeidbare Belastung bilden können. Ew. Erzellenz brauchen außerdem in der Auswahl Ihrer Mitarbeiter, namentlich des ersten Mitarbeiters, volle Bewegungsfreiheit. Ich stelle deshalb mein Amt Ew. Erzellenz zur Verfügung und erkläre mich bereit, S. M. dem Kaiser mein Entlassungsgesuch einzureichen, sobald Ew. Exzellenz sich davon überzeugt haben sollten, daß mein Ausscheiden im Interesse der Sache liegt und Ew. Exzellenz die Bewältigung der neuen großen Aufgaben erleichtert. In ausgezeichneter Hochachtung habe ich die Ehre zu sein Ew. Exzellenz ergebener Dr. Helfferich.“— Dem Inhalte dieses Schreibens hat Dr. Helfferich sein Verhalten aufs loyalste angepaßt. Entgegen anderen Behauptungen hat er weder bei volitischen Parteien. noch an anderen Stellen irgendwelche Schritte unternommen, um der von ihm dem Grafen Hertling anheimgestellten Entschließung vorzugreifen oder sie zu beeinflussen. Wir erwähnen ferner, daß Dr. Helfferich die von den Führern der Mehrheitsparteien bei den letzten Verhandlungen angeregte Übernahme des neu zu besetzenden Staatssekretariats der besetzten Gebiete oder für die Vorbereitung der wirtschaftlichen Friedensaufgaben, desgleichen das ihm nahe gelegte Verbleiben im preußischen Staatsministerium als Minister ohne Portefeuille abgelehnt hat. des ukarinischen Militärausschusses anzuerkennen. Sollte der Ausschuß Anweisungen zur Verwirklichung seines Beschlusses geben, so würde er dessen Mitglieder unverzüglich wegen Landesverrats verhaften lassen. Die Zukunft Litauens. Bern, 9. Nov.(WTB.) In der Schweiz tagt gegenwärtig eine litanische Konferenz. die von Bevollmächtigten des Litauischen Landesrats in Wilna und von litauischen Auslandsorganisationen in der Schweiz. Rußland und Amerika beschickt ist. Den Vorsitz führt Smetona, der Präsident des litauischen Landesrats, der mit verschiedenen anderen Mitgliedern des Landesrats kürzlich aus der Schweiz in Litauen eingetroffen ist. Wie wir hören, besteht zwischen den verschiedenen auf der Konferenz vertretenen Parteien völlige Einigkeit. Der litanische Landesrat(Tariba) wurde als oberste Instanz des gesamten litauischen Volkes und aller Organisationen von der Konferenz anerkannt. Ein ausführliches Programm für die Zuständigkeit der Konferenz wurde ausgearbeitet. Die Konferenz ist der Ansicht, daß der Landesrat in erster Linie eine eneraische, praktische Tätigkeit im Lande gewinnen müsse, die dazu dienen soll, die Lage des Volkes zu verbessern und seine Entwickelung zu fördern. Dadurch würde der Landesrat gleichzeitig nach außen und innen seine Autorität vergrößern, auf die gestützt. er die Verfassungsfragen lösen wird die die Erreichung eines künftigen litauischen Staates zur Voraussetzung haben. Die Beratungen der für Litauens Zukunft so wichtigen Konferenz nehmen ihren Fortgang. Von den Kriegsschauplätzen. Berlin, 9. Nos.(WTB.) Amtlich. Abends. In Flandern scharfer Artilleriekampf bei Passchendaele. 1 In der Verfolgung gegen die Pieve geht es dorwärt s. Die Kämpfe in Flaudern. Haag, 8. Nov.(BB.)„Times“ buldigen in einem Leitartikel den englischen Truppen in Flandern, für deren Leistungen in jüngster Woche das schlechte Wetter einen Hauptbehinderungsgrund gebildet habe. Nicht ohne Grund, sagt das Blatt, ist der Name des Dorfes Paschendaele historisch geworden. Es war der Schlüsselpunkt der ganzen Höhenzüge im Osten von Ypern, den der Feind auch mit um so größerer Hartnäckigkeit zu behaupten versuchte. Jetzt können wir in ganz anderem Maße unsere neue Stellung ausnützen. Der militärische Mitarbeiter der„Morningpost“ sagt, die Größe des englischen Erfolges in Flandern darf nicht nach dem Wert der genommenen Stellung bemessen werden. Die Größe liege namentlich hauptsächlich in der abnormen Kraft der feindlichen Verteidigung und seiner Gegenangriffe. General v. Arnim hat die Bedeutung Paschendaekes vollkommen erkannt. Er gab deshalb Befehl, es um jeden Preis zu halten. Aber die Versuche der Deutschen hierzu fielen merkwürdig schwächlich aus. Unsere Truppen haben in den letzten drei Monaten gegen 90 Divisionen gekämpft, die zu den besten des deutschen Heeres zählen und sie haben in der letzten Zeit 25000 Gefangene gemacht. 2 Das Schicksal Venedigs. Wien, 9. Nov.(Eig. Meld.) Aus dem Kriegspressequartier wird gemeldet: Die Kämpfe an der Piave, die durch ihre ausgebreiteten Sümpfe und das etwas höher gelegene rechte Ufer gute Verteidigungsmöglichkeiten bietet, dürften entscheiden, ob die Italiener Venedig halten können oder aus strateoischen Gründen das Nationaljuwel aufgeben und sich auf eine vorteilhaftere Verteidigungslinie zurückeiehen müssen. Nach Mailänder Deveschen siebt man in Venedig den östlich Horizent gerötet. Es scheint daß viele Ortschaften entweder von den Italienern in Brand gesteckt wurden oder durch Zufall in Brand geraten sind. nor. Die verzweifelte Lage der italienischen Dolomitenfrout. Infolge des überaus raschen Vordringens der deutschen= und österreichisch=ungarischen Truppen in der venezianischen Ebene sind die Truppen der italienischen DolomitenFront in eine geradezu verzweifelte Lage geraten. Wie gemeldet, haben unsere Truppen bereits die Linie Auronza— Ampezzo—Tolmezzo erreicht und diese stellenweise schon überschritten. Der Rückzug der etwa 100 dort stehenden italie. nischen Bataillone stellt die italienische Heeresleitung vor eine ungeheure fast unüberwindliche Aufgabe. Es gilt einen Rückzug bis zu 70—90 Klm. durch das Hochgebirge hindurch nach einer von uns inzwischen besetzten Ebene hinab. Das Schicksal dieser italienischen Armee kann danach kaum noch zweifelhaft sein. Inzwischen haben unsere Truppen überall die Livenza überschritten und sind im Aumarsch auf den Piavesluß. Wenn der von französischer Seite geäußerte Gedanke in die Tat umgesetzt wird, daß nämlich die neue italienische Verteidigungslinie bis zur Etsch zurückverlegt werden soll, so heißt gas ganz Venezien preisgeben. Ein Blick auf die Karte lehrt, daß in diesem Fall unsere Front. die beim Beginn der deutschösterreichischen Offensive 340 Klm. maß, nur noch 100 Klm. betragen würde. Die Frontverkürzung bezifferte sich somit in diesem Falle auf nicht weniger als 240 Klm. Zurückziehung der russischen Truppen aus Saloniki. Stockholm, 8. Nov.(EK.) Der„Utro Rossij“ will aus zuverlässiger Quelle erfahren haben, daß die russischen Regimenter, die bisher bei Monastir standen, nach Rußland zurückgeschickt worden sind, obgleich die Verhandlungen zwischen Rußland und Frankreich wegen der Heimsendung der russischen Saloniki=Truppen noch nicht zum Abschluß gelangt sind. Die englisch=französische Heeresverwaltung in Mazedonien hat die Abberufung der russischen Truppen befürwortet, weil diese Kontingente angeblich nur demoralisierend auf die serbischen Truppen waren. Englischer Bericht aus Mesopotamien vom 8. Nov. Nach einem erfolgreich durchgeführten Unternehmen in der Nähe von Dur rückten am 2. November unsere Truppen am Tiaris weiter aufwärts vor und griffen am 5. November die Türken an, die eine sehr stark verschanzte Stellung, die Tekrit deckte, inne hatten. Indische Sik=Schützenreaimenter führten den Angriff mit Nachdruck durch, nahmen die beiden ersten Linien des Feindes und brachten ihm schwere Verluste bei. Nachmittags griffen unsere Truppen wieder an und nahmen weitere feindliche Stellungen unter schweren Verlusten für die Türken. Bei diesem Angriff nahm unsere Kavallerie am linken Flügel hervorragenden Anteil. Britische und indische Kavallerie setzte über die Gräben und hieb eine fliehender Türken nieder. Der Kampf wurde fortgesetzt bis zum Anbruch der Nacht, während sich die Türken eiligst unter dem Schutze der Dunkelheit zurückzogen. Sie zündeten die Magazine an und sprengten drei Munitionslager in die Luft. Wir besetzten Tekrit am 6. Nov. 132 unverwundete Gefangene sind eingebracht worden. Viel Kriegsmaterial wurde erbeutet einschl. einer Kanone. Der Seekrieg. Kopenhagen, 9. Nov.(TU.) Über die norwegische Handelsflotte im Oktober wird angegeben: Verluste 31 Schiffe mit 44119 Tonnen, Zigang 39 Schiffe mit 22 310 Tonnen, also ein Zugang von 8 Schiffen, dagegen Tonnageverinft von 22139 Tonnen. Deutsches Reich. Berlin. 9. Nov.(WTB.) Der Unterstaatssekretär im Reichskolonialamt, Dr. Conze, ist s.nwer verunglückt. Er wurde auf der Potsdamer Straße von einem Straßenbahnwagen umgestoßen und erlirt einen schweren Schädelbruch. Berlin, 8. Nov.(WTB.] In der verstärkten Haushaltskommission des Abgeordnetenhauses erklärte der Unterstaatssekretär im Kriegsernährungsamt, es lasse sich zurzeit noch nicht angeben, wie hoch ziffernmäßig die Belastung des Reiches durch die Übernahme der Frühdruschprämie sein würde. Die Reichsgetreidestelle könne erst nach Abschluß ihres Geschäftsjahres bilanzmäßig ausweisen. welcher Unkostenbetrag auf die Frühdruschration entfalle. Die Kürzung der Selbstversorgerration von monatlich 9 Kilo auf 8½ Kilo Getreide könne nicht gut erweitert werden. Die Wintereindeckung mit Kartoffeln nehme im allgemeinen einen günstigen Fortgang. In letzter Zeit habe sich starker Wagenmangel fühlbar gemacht. Es sei aber zu hoffen, daß hierin demnächst eine Besserung eintreten werde. Einer Erhöhung der Speisekartoffelration im gegenwärtigen Zeitpunkt sei dringend zu widerraten, sie könne nur auf Kosten der als Wintervorräte eingelagerten Bestände erfolgen. Man müsse dann möglicherweise noch in der Frostperiode mit der Ration wieder stark heruntergehen, was für die Bevölkerung unerträglich sei.— Der Vorsitzende der Reichskartoffelstelle erklärte, die Maßnahmen für die erforderliche Sicherstellung der Kartoffellieferung im April bis August 1918 seien getroffen. Dabei müsse aber betont werden, daß mit einer Erhöhung der Wochenkopfration jetzt oder für das Frühjahr 1918 nicht gerechnet werden könne. Dampfkraftwerk bei Hannover. Dem Abgeordnetenhause ist Donnerstaa ein Gesetzentwurf zugegangen, wonach die Regierung ermächtigt wird, für den Bau eines Dampfkrastwerkes bei Hannover einen Betrag von 13 Millionen Mark nach Maßgabe der von dem zuständigen Minister festzustellenden Pläne zu verwenden. Nach der dem Gesetz beigegebenen Begründung soll das Kraftwerk mit Rücksicht auf den Mangel an Rohstoffen und Arbeitskräften erst nach dem Kriege gebaut werden. Es soll spätestens 2½ Jahre nach Friedensschluß in Betrieb genommen werden. Unzuträglichkeiten bei Reisen von Militärpersonen. Einem neuen„Armee=Verordnungsblatt“, entnehmen wir u. a.: Sämtlichen Heeresangehörigen sind folgende Bestimmungen in Erinnerung zu bringen: 1. Den Anordnungen der mit der Überwachung des Reiseverkehrs beauftragten Heeresangehörigen ist, auch wenn sie bürgerliche Kleidung tragen, unweigerlich Folge zu leisten. Zuwiderhandelnde werden bestraft. 2. Zu einem Transport gehörige Militärpersonen dürfen diesen vor dem Ziele nur dann verlassen, wenn es aus dienstlichen Gründen angeordnet ist. 3. Bei Überfüllung der zu benutzenden Wagenklasse darf in höheren Klassen nur mit Genehmigung des zuständigen Bahnpersonals Platz genommen werden. 4. Urlaubs scheine und Militärfahrscheine müssen mit Dienststempel versehen sein.„Der handschriftliche Vermerk„In Ermangelung eines Dienststempels“ ist nur in dringendsten Ausnahmefällen zugelassen. Wirtschaftsleben und L bensmittelversorgung. Bewirtschaftung der Kleie. Zu der Verordnung über Kleie aus Getreide vom 18. Oktober 1917 hat der Staatssekretär des Kriegsernährungsamts Ausführungsbestimmungen erlassen. Hiernach wird der Bezugsvereinigung der deutschen Landwirte, wie bisher, die Bewirtschaftung der Kleie, die nicht den Kommunalverbänden und Selbstversorgern verbleibt, übertragen. Der Preis, den die Bezugsvereinigung für die Übernahme der Kleie zu bezahlen hat. wird einheitlich für die Kleie aus Brotgetreide, Gerste und Hafer auf 180 Mark für die Tonne festgesetzt. Der Preis, zu dem die Bezugsvereinigung die Kleie an die für die Verteilung zuständigen Stellen abgeben darf, soll 14,70 Mark für den Doppelzentner nicht übersteigen. Die Verbrauchervreise werden von den Landesstellen festgesetzt. Die Preise für die Säcke sind im wesentlichen in gleicher Weise wie bisher geregelt. elt recnel Der kath. kaufmännische Verband(Sitz Essen) unterstützt dieses Bestreben, indem er in einer Eingabe dem Amt eine Reihe baachtenswerter Vorschläge unterbreitet. Der Verband weist darauf hin, daß der Schleichhandel nicht durch die sog„kleinen Sünder“, die sich mit großer Mühe und Not einmal ein halbes Pfündchen Butter oder rier Eier verschaffen, zu einer Kalamität geworden ist, sondern durch den im Großen und mit Hunderttausenden betriebenen geheimen Handel der industriellen Werke und sämtlichen Behörden(Eisenbahnverwaltungen, Königl. Bergwerksbehörden), die durch Aufkaufen um jeden Preis zu einem großen Teile die Schuld an einer allgemeinen Preistreiberei tragen. Der Verband mocht zur Bekämpfung der Mißstände den Vorschlag, dem durch die amtlichen Zentralbehörden auf öffentlich=rechtlicher Grundlage zu organisierenden Handel gemeinsam mit den städtischen Lebensmittelämtern und Konsumvereinen die dreifache Aufgabe: Warenbeschaffung, Warenaufbewahrung und Verschleit, owie die gesamte Warenkontwolle, zu übertragen. der deutschsprachigen Presse e.V. kerenskis Glück und Ende. aus Stockbolm. Anfang November, schreibt uns ein ständiger Mitarbeiter: Alexander Kerenski scheint seit einiger Zeit selber zu merken, daß es mit ihm zu Ende geht, politisch und persönlich. Er hat, so erzählt uns ein in Stockholm eintreffender russischer Zeitungskollege, alle Vorkehrungen für die große Katastrophe, die ihn zu verschlingen droht, getroffen. Als eine Art privater Leibwache dient ihm die Kontras=Wiedka, eine Abteilung des Kriegs= und Marineministeriums. Sie wurde ursprünglich zur Bekämpfung der— deutschen Spionage eingerichtet. Es gab aber wohl nicht genug zu tun. Sie ist nichts anderes als die alte Ochrana in neuer Form. Drei Dutzend früherer Ochramaspitzel stellten beim Arbeiter= und Soldatenrat den Antrag, in die Kontras=Wiedka ausgenommen zu werden, da sie brotlos geworden seien. Und der Sowjet tats mit der heimlichen Abmachung, daß die Agenten auf ihren eigenen Chef Kerenski ein s aufpassen sollten. Kerenski, ahnungslos, bezahlte die Leute mit den ihm angewiesenen englischen Geldern und beauftragte sie mit Beobachtungen und Untersuchungen gegen die Bolschewickt. Die Agenten erfanden allerlei Verbrechen und Attentate, ganz nach zaristischem Schema. Aber in Wahrheit deckten und verschleierten sie die marimalistische Riesenbewegung vor den Augen des Ministerpräsidenten, bis das heimliche Werk getan und Kerenski vor die nackte Tatsache des Bürgerkrieges gestellt war. Nun verschrieb er sich in der immer drohender werdenden Lage militärischen Schutz. Die Wache im Winterpalais wurde verstärkt. Zwei Fähnrichsschulen wurden beordert, im Palaste Quartier zu nehmen. Die Artillerie=Junkerschule von Petersburg mußte ihre Geschütze vor dem Palaste aufstellen und schußfertig machen. Der Diktator hinter seiner letzten Schanze! Die Arbeiter und die„beurlaubten Soldaten“ lachen über diese Tyrannenfurcht. Sie lachen auch über die Zerstörung der Brücken, die das Petersburger Stadtinnere mit den prolctarischen Vierteln verbinden. Denn sie werden doch alle herüberkommen, auf Booten, Fähren und Flößen, die Eisenmänner, die chemischen Arbeiter, die Putilow=Leute, die Angestellten der Obuchow= und Isborawerke. Allein von den Fabriken an der Newa werden es Hunderttausend und mehr sein. Und alle bewaffnet, trotz der papiernen Verbote der Regierung. Hat ihnen doch der Sowiet den Bezuaschein— so sagt man doch jetzt in Deutschland— für die Ausrüstung zum neuen Umsturz gegeben. Und sie werden Väterchen Kerenski fragen, ob er nicht, wie sein entlassener Kriegsminister Werchowski, ein stilles Kloster aufsuchen wolle? Und wenn er nicht willig ist, werden ste schreien: Kreuziget ihn! sie, dieselben, die noch am 1. Juli 1917 bei den feierlichen Straßenumzügen das Bild Kerenskis mit roten Bändern schmückten und in Automobilen durch Petersburg fuhren. Die Triumphwagen trugen die Aufschrift:„Der erste russische Sozialist, von dem Rußlend Rettung und einen Ausweg aus der Sackgasse erhofft!" Oder auch, es klang fast wie Anbetung: Auf Dir ruhen alle unsere Hoffnungen, Dir gilt auch unser Flehen und unsere Zuversicht!“ Die Arbeiter schwenkten zuerst von Kerenski ab. Den Soldaten imponierte er noch eine Zeit lang durch sein kameradschaftliches Auftreten. Er besuchte die Versammlungen und Kasernen nicht als Offizier, auch nicht in einer lächerlichen Phantasie=Uniform wie Poincaré, sondern im grauen Rock des einfachen Grenadiers, geschmückt nur mit dem Georgskreuz. Da kam es noch bis in die letzte Zeit vor, daß die Krieger auf eine Rede Kerenskis im Chor riefen:„Wir sind bereit, wenn nötig, zu sterben!“. Aber auch das hat aufgehört. Jetzt gibt es nur noch einen Ruf, der dem Ministerpräsidenten aus allen Straßenecken, aus allen Versammlungen und Zeitungen entgegenschallt: Waffenstillstand zum 15. November! Sofortiger Friede! Ruhe an allen Fronten! Hinaus mit den Engländern und Amerikanern! Fort mit der vorläufigen Regierung! Nicht das Vorparlament hat zu regieren, sondern der Arbeiter= und Soldatenrat! Es ist das Programm der Maximalisten, die heute noch nach Kerenskis Ausspruch Staatsverräter, voraussichtlich morgen die Herren von Petersburg und übermorgen die siegreiche Partei Rußlands sein werden. Kerenski weiß, wie schlecht seine Sache steht. Aber erwill sich von den stürzenden Trümmern nicht begraben lassen. Er hat wiederholt geäußert, daß er sich aus dem politischen Leben zurückziehen werde, sobald er keine Mehrheit im Volke mehr hinter sich habe. Auch könne er es körperlich nicht mehr machen. Zu seinem schweren Leiden, der Lungentuberkulose, hat sich neuerdings eine bedenkliche Überreizung der Nerven gesellt, die sich sast täglich in Schwächenanfällen und Zusammenbrüchen äußert. Noch könnte er sich einen leidlich guten Abgang vor der politischen Bühne schaffen und die persönliche Sicherheit retten. Oder ist es dazu bereits zu spät? Schlagen die Flammen der neuen Revolution über ihm zusammen? der Stadt. Münster, 10. November. Kirchliche Ernennung. Ernannt: Hünnekens, Jakob, Koplan zu Leuth, zum Kaplan zu St. Tönis. 5' Professor Völker f. Gestern starb im Frausziskushospital der geistliche Oberlehrer am Städtischen Gymnasium und Realgymnasium Professor Dr. Franz Völker. Seit dem 1. April 1902 war der Verstorbene als Religions= und Oberlehrer am Städtischen Gymnasium und Realgymnasium tätig. Ausgezeichnet durch umfangreiches Wissen, hat er über 15 Jahre seine Kräfte dem schweren Amte der Erziehung und des Unterrichts der Jugend gewidmet. Selbst als das tückische Leiden, dem er im besten Mannesalter zum Opfer fallen sollte, bereits seine Kraft erschöpft hatte, gönnte er sich keine Ruhe, und so ist er sanft in den Sielen dahingeschieden. Sein Andenken wird als das eines eifrigen, pflichttreuen, ernsten Lehrers und frommen Priesters ehrenvoll fortleben. R. i. p. o. ( Die Literarische Gesellschaft veranstaltet am kommenden Donnerstag, den 15. d. M.(grun), Freitag, den 16. d. M.(oranie), und Samstag, den 17. d. M.(gelb) den ersten Dichterabend dieses Winters. Caesar Flaischien, der gemütvolle Schwabe, der zu allen Zeiten, in freudigen Stunden wie in den großen Nöten des deutschen Volkes, stets den Ton der Erhebung, Erheiterung und Aufmunterung so sicher und herzerquickend getroffen hat, wird aus seinen Tichtungen lesen. Die Mitteilungen uber die weiteren Veranstaltungen werden durch die Zeitungen veröffentlicht werden. Das Anwachsen der Gesellschaft und die dadurch notwendig gewordenen drei Abende haben neue Verbandlungen mit den verpflichteten Künstlern erforderlich gemacht, die noch nicht alle zum Abschluß gebracht sind. □ Kunstnotiz. Freunde der Kunst möchten wir auf eine Reihe neuer Pastelle und Radierungen aufmerksam machen, die Karl Meier=Lemgo im Schaufenster der Obertüschenschen Buchhandlung ausgestellt hat. Der vornehmlich durch seine Feder= und Steinzeichnungen heimischer Landschaftsbilder bekannte Künstler zeigt auch hier wieder Heimatkunst in weicher Technik und stimmungsreicher Bildwirkung. *- Hochschulkurse für Jedermann. Heute Samstag abend 8½ Uhr wird Professor Dr. Hoffmann sprechen über die uralbaltischen Völker und Syrachen. Am nächsten Samstag abend 8½ Uhr findet erst der letzte Vortrag im Rahmen dieses Kursus statt, wozu noch das Nähere bekannt gegeben wird. Einzelkarten sind zu haben bei A. Sevin, Rothenburg. () Die Räude ist bei einem Pferde des Herrn Renfert, Liboristraße 9, durch den beamteten Tierarzt festgestellt worden. () Ermittelte Einbrecher. Die Diebe, die in der vorvergangenen Nacht den Einbruch bei einem Wäschereigeschäft auf dem Spiekerhof ausführten, sind dank den Bemühungen der Polizei in Essen abgefaßt worden. Es handelt sich um drei Personen. Ein Teil der Ware wurde noch bei ihnen vorgefunden. (9 Taschendiebe benutzen das jetzt auf den Bahnhöfen herrschende Gedränge. um ihr unsauberes Handwerk auszuüben. So wurde gestern auf dem hiesigen Bahnhof einer Frau beim Einsteigen in den Zug die Geldbörse mit Fahrkarte und einem größeren Geldbetrage entwendet. 1 Kleine Nachrichten. Donnerstag nachmittag wurde aus dem Kellerflur eines Hauses an der Hammer Straße ein Herrenfahrrad gestoblen. Vom Standesamt. Sterbefälle: 7. Nov. Ehefrau Lina Ishorst geb. Plaß, 89 J.— 8. Nov. Rentner Wilhelm Wielers. 76 J.— Witwe Gertrud Bröcker geb. Vennemann, 55 J.— Barmherzige Schwester Aureliana geb. Theresia Wolthaus, 33 J.— Gärtner Konrad Gerbaulet, 70 J.— 9. Nov. Schülerin Franziska Gattung. 13 J.— Professor Dr. theol. Franz Völker, 46 J. Aus den Provinzen. 22 Burgsteinfurt, 8. Nov.(Stadtverordnetensitzung.] Der Herr Bürgermeister teilte mit, daß das Stadtoberhaupt in Gronau an die Eisenbahndirektion eine Eingabe gerichtet habe, in der darum gebeten wird. wenigstens den Triebwagen, der Sonntags abends 9.04 Uhr von Münster nach Gronau fährt, wieder einzulegen. Bürgermeister Herberholz hat diese Eingabe auch mit seiner Unterschrift versehen. Die Antwort auf die Eingabe ist noch nicht eingetroffen. Da die Stammaktien der Westfälischen Landeseisenbahn für das abgelaufene Jahr keine Zinsen bringen, so erhält die Stadt für die übrigen Aktien, die mit 3½ Prozent verzinst werden, nur den Betrag von 3150 Mark. Mit dem 15. Oktober ist der Ehrenfeldbüterdienst wieder eingegangen, da die Früchte abgeerntet sind. Diese Einrichtung hat sich sehr gut bewährt. Über Diebstähle wurden keine Klagen geführt. Die Maschinenfabrik Fr. Howe hier hat der Stadt 10000 Mark als„Howe=Stiftung" vermacht mit der Bestimmung, daß das Kapital als unverzinsliches Darlehen Bürgern der Stadt, die aus dem Kriege heimkehren und in Not geraten sind, gelieben werden soll. In erster Linie sollen Gewerbetreibende oder kleine Geschäftsinhaber berücksichtigt werden. Gesuche sind an den Bürgermeister zu richten, der allein das Verfügunasrecht hat, damit nicht weiter bekannt wird, wer das Geld benötigt. Von der Versammlung wurden die Bedingungen angenommen und den Svendern der Dank der Stadt ausgesprochen. Der Bürgermeister betonte besonders, daß es von der Firma sehr edel sei, daß durch die Stiftung gerade diesen Kreisen geholfen werden solle. Es spreche die gute Gesinnung aus dieser Stiftung, und er hoffe, daß dieses Vorgehen Nachahmung in der Bürgerschaft finden würde. Als Mitglieder der Grabenschaukommission wurden die Herren A. Salland. H. Berkenkeier und Haarlammert wiedergewählt. Als Schiedsmann wurde Rendant Schluet auf 3 Jahre wiedergewählt. Es wurden dann die Rechnungen der Fortbildungsschulen geprüft. Bei der Handwerkerfortbildungsschule betrug die Einnahme 1281 Mk., die Ausgabe 1002 Mk. Die Stadt hat einen Zuschuß von 535 Mk., die Regierung einen solchen von 367 Mk. gegeben. Die Schule wird von 56 Schülern besucht. Das Schulgeld beträgt jährlich 4 Mark. Bei der kaufmännischen Fortbildungsschule stellten sich die Einnahmen und Ausgaben auf 1483.75 Mk. Die Stadt hat 460, die Handelskammer 339 und der Staat 100 Mark Zuschuß geleistet. Das Schulgeld beträgt jährlich 20 Mark. Die Schule wird von 21 Schülern besucht. Die Rechnungen wurden von der Versammlung angenommen. Die Versammlung beschloß einstimmig, daß diejenigen jungen Mädchen, die im Kaufmannsstande oder bei Behörden beschäftigt sind, die Kaufmännische Fortbildungsschule vorläufig freiwillig besuchen können, jedoch sind die Teilnehmer verpflichtet, 3 Jahre an dem Unterrichte teilzunehmen. Eberso beschloß die Versammlung die Einrichtung eines Nachhilfekursus in Rechtschreibung und Grammatik bei der Kaufmännischen Fortbildungsschule. Der Besuch dieses Kursus ist freiwillig. Es haben sich erfreulicherweise alle Schüler der Schule zur Teilnahme angemeldet. Dieser Nachkursus soll an zwei Abenden in der Woche stattfinden. Lehrer Emanuel hat sich bereit erklärt, diesen Unterricht zu erteilen. Von einem Kaufmann wurden für den Kursus 100 Mark gespendet. Die übrigen Kosten wurden auf die Stadtkasse übernommen. Als Säuglingsspende bewilligte die Versammlung, außer den bereits im Etat festgesetzten jährlichen 100 Mark, nochmals 100 Mark. * Kattenvenne, 9. Nov.(Beschlagnahmt) wurden durch den Gendarmeriewachtmeister Stockkamp am Bahnhof Kattenvenne drei Pakete mit 48 Pfund Butter und ein Sack mit 120 Pfund Roggen. Hamm, 9. Nov.[Einen auten Rang) machte die hiesige Polizei abends auf der Heessener Straße. Sie beschlagnahmte das Fleisch von einem Rind, einem Kalb und einem Schwein, das auf einem Wagen nach hier gebracht werden sollte. Ein Landwirt und ein Bergmann aus Heessen wurden in der Sache festgenommen. Das Schwein war von dem Landwirt für 450 Mark gekauft und sofort darauf für 550 Mk., also mit einem Gewinn von 105 Mark wieder venkauft worden. T Düsselderf, 8. Nov(Bürgerwehr.) Die öffentliche Unsicherheit hat infolge der eingetretenen Straßenverdunketungen in erheblichem Umfange zugenommen. Ein besonders krasser Fall spielte sich an einem der letzten Abende in der Nähe des Floragartens ab. Dort wurde eine des Weges kommende Frau von einem bisher unbekannten Menschen angefallen und unter Vorhalten eines Dolches gezwungen, ihre Schuhe auszuziehen. Diese eignete sich der Straßenräuber an und verschwand. Derartige Vorkommnisse und die sich erschreckend mehrenden nächtlichen Einbrüche sowie der Mangel an Polizeimannschaften haben zu dem Vorschlage geführt, zur Verstärkung des nächtlichen Wachtdienstes Bürgerwehre einzurichten. Vermischtes. Preußische Klassenlotterie. Berlin, 9. Nov.(W2B. In der Vormittagssitzung fielen 75000 Mk. auf Nr. 192 935 5000 Mk. auf Nr. 36 516, 88 684, 213 897.— In der Vormittagsziehung fielen 15000 Mk. auf Nr. 115 385: 10 000 Mk. auf Nr. 164 292: 5000 Mk. auf Nr. 4439. 154 125, 178 511. 219 551. 224 658. *(2) Ein seltener Kartoffelstrauch. In Lengefeld im sächsischen Erzaebirge wurde vor einigen Tagen ein Kartoffelstrauch ausgemacht, von dem nicht weniger wie 340 Kartoffeln im Gewicht von 22 Pfund geerntet wurden. Die Wurzeln dieser Pflanze, deren Hauptstengel ganz verholzt war, hatten sich über eine Fläche von 5 Quadratmetern ausgebreitet. * Landkarten als Jackenfutter. Die Verwendung von aufgezogenen Land- und Seekarten zu Bekleidungszwecken ist jetzt von der Reichsbekleidungsstelle in die Wege geleitet worden. Der Unterrichtsminister hat die Provinzial=Schulkolle= gien und die Regierungen beauftragt, zu veranlassen, daß die aufgezogenen Land- und Seekarten möglichst bald abgeliefert werden, soweit sie nicht mehr brauchbar sind. Versuche haben ergeben, daß die Leinewand der Karten zu Bekleidungszwecken, insbesondere zu Futterstoffen, verwendet werden kann, wenn man den Stoff loslöst und reinigt. Derartige, nicht mehr brauchbare, alte Landkarten findet man bei den Behörden vielfach. Vor allem aibt es in den Schulen häufig solche Karten. Die Kosten für Porto, Fracht und Verpackung trägt die Reichsbekleidungsstelle. Besonders große Mengen an einer Stelle sollen der Kriegswirtschafts=Gesellschaft gemeldet werden. Kleinere Mengen gehen an die Wiederherstellungswerkstätte der Reichsbekleidungsstelle in Berlin, sowie deren Altlederlager in Düsseldorf, Posen und Weißenfels. Se und Verkäufe Notenständer zu kaufen ges. Ang. u. K 2 266 a. d. Gesch. Ein guterhaltener 6 (Stola) oder Muff zu kaufen gesucht. Off. unter D E 3406 an die Geschäftsst. ds. Bl. Guterhalt. Puppenwagen zu kaufen ges. Off mit Preis u. R G 262 an die Geschäftsst. Hypothek mit Nachlatz zu kaufen gesucht. Off. unter O 268 an die Geschäftsst. Teppiche, auch Linoleumläuf. zu kaufen gesucht. Off. unter K 265 an die Geschäftsst. 1500 Stück Falz= oder neu od. gebraucht, zu kaufen gesucht Off. mit Preisangabe erbeten unter&a D 3405 an die Geschäftsstelle ds. Vl. Osen mit guter Kochvorrichtung zu kaufen gesucht. Off. u. W Z 2u6 a. d. Gesch. Tebensmitter von größ. Zeche gegen Bar zu kaufen ges. Off. erb. an Kersting oder Gastwirt Franz Sondermann in Haltern i. 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Heinz Wiedemeyer, Edmund Spies, ProvinzialHauptkassenbuchhalter Paul Andrees, Landwirt Mathias Seling, Societäts-Inspektor Max Austermann, Kaufmann Wilhelm Kampschulte, Kaufmann Paul Simon, Apotheker Bernard Wulff. Buchhalter Hermann Dreyer, Kaufmann Adolf Hoeter General= Agent Ludwig Flensberg, Amtsgerichtsrat Wilhelm Schwarze, Kaufmann Walter Stollmann, Kandidat des höheren Lehramts Wilhelm Sapp, Geschäftsführer Hugo Keller, Postmeister Franz Peveling, Leutnant der Reserve Max Zähres. Kaufmann Theodor Schräder, Dr. med. Johann Kösters, Hauptmann Dr. Robert Baldus, Bäckermeister Wilhelm Putsch, Tischlermeister W. Sundermann. Münster, d. 27 Okt. 1917. Die Polizeiverwaltung. Staatsbeamter(Offiz.) sucht gegen gute Sicherheit 3 bis 5 Mille. Vermittelung verbeten. Off. erb. unter G H 263 an die Geschäftsst. ds. Bl. 2 Pupierwaren aller Art jeden Posten gegen Kasse zu kaufen gesucht. a“ J. Odholzer, Spiekerhof 46 1I. Komtey Khaus Salzstrasse 25. Ab heute! Nur 3 Tage! Die zweito große Schöpfung Ada van Ehlere Der Kampt um den Stürmregel. Spannender Kriminalroman in 4 Abteilungen n K. Schneider. Regie: G. Alexander. Hauptrolle die neue glänzende Filmdiva und Bühnenschönheil Ada van Ehlers. In den übrigen Rollen ebenfalls allererste Berliner Darsteller Das glänzende Lustspiel Ihr Barbar. Dreiakter von Georg Kaiser mit dem allbeliebten Humoristen Albert Paulig, Eisar Braun, Sacy von Blondel, Marthe Winterfeld. Karserbesuch mriandern. Künstlerkapelle. Ein Bilderrahmen verloren auf dem Wege BahnpostLudgertstraße. Näh. Gesch. Am Donnerstag abend auf der Engelstraße ein — Teppich verloren.— Gegen Belohnung abzugeben Engelstraße 30. Landwirtschaftliche Winterschule zu Billerbeck i. W. Kreis Coesfeld. Das neue Winterhalbjahr begiant Dienstag, den 20. November d. Jo. Anmeldungen der Schüler nimmt der Unterzeichnete entgegen und ertellt bereitwilligst nähere Auskunft über die Anstalt b2 Das Direktorium: Spiekere, Propst. Teeis große Auswahl Kanarienhahne, iur Idealsänger. und prima Zuchtweidchen. Große goldene Redaille und Ehrenpreis. Auaun Hagedern, Gesteateng Mittwoch Schirm verloren. Pac. Geschistsehe 98 8c en. Goldene Damenuhr mit Kette verloren Bahnstrecke Neuenkirchen, Rheine, Hörstel. Gegen Belohn. abzugeb. Näh. zu erfragen in der Geschäftost. Stielbrile Lorgnon) in Schildpatt verlor. Abzug. gegen hohe Belohnung. Näh. Geschäftsstelle ds. 87 Schultornistiur grintman ## verloren. Abzugeb. gegen ∆ Belohn, Hammerstr. I. C. Kootz u. Ebharte Seechihsbache Lose-Blau-Bocher * M. LOWENSTEN Ludgeristr. 8. 9 Silb. Uhr mit Kriegskette gefunden. Altenberge, Entrup 40. Herrerche ptanden! Zu erfe. Martenthalstr. 49. gebrauchte und neue, zu vorteilhaften Peeisen und Bedingungen*8 Karl Schmitt. Getpienstertefehrth. abgen i. 29. Todesanzeigen Tetengedenkzettel Danksagungskarten werden in kürzester Frist angetertigt. Nagte, Buchdruckerei, Münster i. W. Ludgeristraese 94. 67. Samstag, Sonntag, Montag. Das prachtvolle Filmsptel Biesunder Drama in 4 Akten von R. Heymann. Mit der berühmten Königlichen Hofschauspielerin Thea Sandten. Vera Haeberlin, Emil Albes, Kurt Busch, William Haxthausen, Karl Rosen. Der Höllenkampf an del Aisne. Filmaufnahmen aus der vordersten Schlachtfront. — 2 Abteilungen.— Störe nicht die Flitterwochen. Lustspiel in 4 Abteilungen von Direktor Bolten Baeckers. Melltta Petri, Leo Peukert, Reinhold Pasch. Herbert Paulmüller in den Hauptrollen. Gesund u. Jeistungsfählg eb. Apztiehler: Gebelkeit, Schlafbei. u. Magenverstimmungen schwind. d. Entlast. d. Org. v. gift. Säuren u. Toxinen. 40 Jahre erprobt. In Apoth. u. Drog. Fl. 2.00. Mk. Brosch. grat. A. Reimbürger Nacht, Münster I. W. Grennhoizer aller Art sowie ganze Paldbestände in jeder Größe, besteh. aus Eichen, Buchen, Birken, Erlen, Kiefern, Fichten, zu Nutz= u. Grubenholz geeignet, gegen Barzahlung zu kaufen ges. Angebote an V. Unländer, Holzhandlung, Münster i. W., Werse 95. Recht geschickte Frauen gesucht. sichtigen einige gewandte, geschäftseifrige Damen, die schon gereist oder Lust hierzu haben, fest anzustellen; es genügen eventuell auch einige Tagesstunden. Für eine zeitgemäße neue Kinderversicherugs=Einrichtung, welche durch eine besondere Beihilfe überalt leicht eingeführt ist, soll eine Damen=Organisation geschaffen werden. Tüchtige Reisedamen, oder wo Talent und Geschäftssinn vorhanden, kommen sofort für eine leitende Stellung als Bezirksdame in Frage. über Anstellungsbezüge persönliche Rücksprache. Sofortige Angebote erbeten unter O P 269 an die Geschäftestelle dieses Blattes. 24 Ztr. Kartosseln a. Bezugschein zu kaufen gesucht. Kollier, Krummertimpen 24/25. 28 Jugd! a Gut besetzte Jagd in der Umgegend von Münster zu pachten gesucht. Off. unter D D 203 an die Geschäftsstelle de. Bl Statt besonderer Anzeige. Die Actionäre der Lengericher Portland-Cement- und Kaltwerke In Münster I. W., werden zu der am 28. November 1917, nachmittage 6 Uhr, in den Weinstuben Schmedding, Alter-Steinweg in Münster stattfindenden aubereruchh. Scheralversammlung hiermit eingeladen. Tagesordnung: Beschlußfassung über ein den Wicklngschen Portland-Cement- und Wasser-Kalkwerken in Recklinghausen zu machendes Angebet auf Ubernahme des Gesamtvermögens der Lengerieher-Portland-Cementund Kalkwerke im Wege der Verschmelsung unter Ausschluß der Liquidation.“ Die Actionäre werden gebeten an der Generalversammlung teilzunehmen oder eich vertreten au lassen und haben dieselben zu dem Ende gemäß§ 20 unseren Statuts ihre Aetien apätestens am Tage vor der Generalversammlung an einer der nachbenannten Stellen zu binteriegen 1. Unsere Kasse in Lengerich I. W. 2. Westfälischer Bankverein, Filiale der Bssener Credit-Anstalt zu Münster i. W. 3. Resener Credit-Anstalt A.-G. in Basen(Ruhr) und deren Filialen. 4. Bei einem Deutschen Notar. Mänster I. W., den 8. November 1917. Der Vorsitzende des Aufsichterate Krüger. Kucheiser„ Im Verkehr mit dem Publikum bewanderte, recht geschaftsgewandte, tüchtige Damen gesucht zur Mitarbeit in der SonderOrganisation zeitgemäßer Kinderversorgungs=Versicherungs=Einrichtung. über Anstellung. Bezüge, sofortige Aussprache. Es genügen am Tage 2—3 Stunden. Gereiste Damen kommen für den Posten als Bezirksdame in Frage. Angedote erbeten unter P# 270 an die Geschäftsstelle Naubrückenstr. 10 Für gut befähigte 2n Ahsolpentin ee eines Lyceums wird Vorbereitung zwecks Erlangung der Primareife gewünscht Angebote erbittet: Jos. Frank, Dorsten. St. Elisabeth- Frauenu. Jungfrauen=Verein. Die wirkenden Mitglieder werden gebeten, am Montag zchlreich zu erscheinen, um die Herichen in Empfang zu nehm. Nach langer, schmerzlicher Ungewiesheit erhleiten wir durch einen Kameraden die traurige Nachricht, dass unser liebster, einzigster, so hoffnungsvoller Sohn, unser guter Bruder und Vetter Gottfried Wolff Musketier in ein. Niederschlesischen inf.-Reg bei einem Sturmgefecht am.... den Heldentod für sein Vaterland gefunden hat. Er starb im jugendlichen Alter von 20 Jahren. Münster I. W. Cöln a. Rh., NiederAlme und Heinsberg, den 7. Nov. 1917. In tiefer Trauer: Malermeister August Wolti und Fran Marie geb. Jeken Marie Wolft, Kindergärtnerin Anne Wolft. *„ des Konserv. der ulustk. Sonntag, den 11. November, abends 8 Uhr: 82 — im zoolog. Garten— Gastspiel Hofschauspieler Neustadt=Neuwald. Marquita —(die wilde NRatze).— Große Gesangsposse in 4 Ukten. Preise der Plätze: 2 M., 1.80 Mr. 1 Mr. Das feierliche Seelenamt findet Montag, den 13. November 1917, morgens ½9 Uhr in der St. Josephspfarrkirche, Hammerstrasse statt. Freunde und Bekannte werden hierzu freundlichst eingeladen. Vertmande. Kinu Inhaber Hudert Thüsing. Alter Fischmarkt 11/12. Tart Volend. Dem Wunsche des Pudlistaden kums nachkommend am Sonntag 3 Vorstellungen statt. Für Sonntag is von 11½—1 Uhr im Dortmunder Kind'l Karten. vorverhauf und werden die verehrten Besucher gnn gtoteh konen Srrrruu br Am 9. November stard der geistliche Oberlehrer am Städtischen Gymnasium und Realgymnasium Herr Professor Dir VOiker Seit dem 1. April 1903 war der Verstordene als Religions= und Oberlehrer an der hiesigen Anstalt tätig. Ausgezeichnet durch umfangreiches Wissen, beseelt von unermüdlichem Eifer, unerbittlich strenge gegen sich selbst in der Orfüllung seiner Berufspflichten, hat er über 15 Jahre all seine Kräfte dem schweren Amte der Erziehung und des Unterrichts der Jugend gewidmet. Gelbst als die tückische Krankheit, der er im besten Mannesalter zum Opfer fallen sollte, bereits seine Kraft erschöpft hatte, wollte er sich keine Ruhe gönnen, und so ist er fast in den Sielen dahingeschieden. Sein Andenken wird als das eines eifrigen, pflichttreuen, ernsten Lehrers und frommen Priesters ehrenvoll fortieden. Münster I. 2., den 9. November 1917. Im Ramen des Lehrerkollegiums des Städtischen Gymnastums und Realgymnastums Dr. Werra, Direktor.