der deutschsprachigen Presse e.V. Stzugspreis murtelfährlich: Rusgade 4(ohne „Wochenschau“) in Münster zweimal täglich son ins Haus gebracht 2 Mk. 10 Pfg.,— auswärts von der Post abgeholt 2 Mk. 10 Pfg., durch den Priefträger gebracht überall, wo nur einmal im Tage Briefbestellung stattfindet, 2 Mk. 52 Pfg., in Orten mit zwei= und mohrmaliger Bestellung 2 Mk. 92 Pfg.— Ausgade 8(mit„Wochenschau") vierteljährlich 60 Pfg. mehr Fernspr.: Redaktion u. Verlag Nr. 2448, 2440 u. 2450. Geschäftsstelle(Michaelisplatz 9) Nr. 76. Anzeigen: Der Raum für die Anzeigenspalte, 30 mm breit,„Imm hoch, 25 Pf.; bei Anzeigen aus dem R.=Bz. Münster 20 Pf., aus der Stadt Münster 15 Pf.(für Aktiengesellschaften 2c., Vereine und Behörden 25 Pf.: Reklamen: Der Raum für die Reklamespalte, 87mm breit,„Zmm hoch, 1 Mk.— Für Erfüllung von Platz= vorschriften wird keine Gewähr, sowie für Druckfehle. keine Haftung übernommen. Etwaiger Rabatt gilt als Kassenrabatt u. kann verweigert werden, wenn Zahlung nicht binnen 4 Wochen nach Erhalt der Rechnung erfolgt.—Gebühr für Beilagen nach Gewicht Erste Ausgabe. Miltwoch, 16. Bktober 1917. 66. Jahrgang. Nr. 745. Neue U.=Bootbeute. Borlin 1. Okt.[W29.) Amtlich. Neuerdings wurde im Sperrgebiet um England wiederum eine Reihe von Dampfern und Seglern durch unsere U=Boote vernichtet. Unter den versenkten Schiffen besanden sich der bewaffnete englische Tankdampfer„Viuene", der als U. Bootsfalle fuhr. sowie ein Dampfer von über 7000 Tonnen, der auf dem Wege England—Le Habre angetroffen wurde und auscheinend Munition geladen hatte, ferner die französischen Segler„La Martine“, mit Salzfischen nach Frankreich. und„Aeron Beth“. Der Chef des Admiralstabes der Marine. * Ein französischer Truppentransportdampfer versenkt. Paris, 16. Okt.(WTB.) Havas. Der Dampfer „Medie“, der als Begleitschiff fuhr ist im westlichen Mittelmeer torpediert worden. Die Explosion des Torpedos verursachte die Explosion der Munition, die im Schiffsraum untergebracht war. Der Dampfer sank in wenigen Minuten. Er hatte 559 Passagiere an Bord, darunter Abteilungen aus Algerien, Soldaten, Eingeborenen-Arbeiter. Gefangene und 67 Mann Besatzung. Es werden 250 Personen vermißt. Ein englischer Minensucher und Hilfskreuzer versenkt. London, 16. Okt.(WTB.) PTA. Die Admiralität gibt bekannt: Das Minenräumschiff„Bagonia“, das bedeutend überfällig ist, muß als mit allen Mannschaften als verloren betrachtet werden. Der bewaffnete Hilfskreuzer„Champagne“ ist torpediert worden und gesunken. 5 Offiziere und 51 Mann sind umgekommen. Ein italienischer Personendampfer versenkt. Amsterdam, 16. Okt.(„Köln. Volksztg.“) Reuter weldet aus Athen: Der italienische Dampfer„Bari“ mit den griechischen Konsuln in der Türkei an Bord, wurde durch die Deutschen versenkt. Vier Rettungsboote sind ebenfalls gesunken. In Korfu sind 50 Überlebende gelandet. Italien wurden 120 Gerettete ausgebootet. Man befürchtet, daß die griechischen Konsuln ertrunken sind. * Untergang eines österreichischen Donaumonitors. Wien, 16. Okt.(WTB.) Aus dem Kricespressequartier wird gemeldet: Die 1 Monitordivision unternahm am 22. September eine übungsfahrt von Cernavoda nach Braika. Auf der Rückfahrt wurde das Schlußschiff, der Monitor„Inn" von einem in Seenot befindlichen Schlepper um Hilfe angerufen. „Inn“ folgte den Notsignalen und wendete gegen den Schlepper. Noch etwa 300 Meter von ihm entfernt, war„Inn“ eben im Begriffe, Anker zu werfen, als unter seinem Bug eine heftige. Explosion erfolgte. Der Monitor war auf eine Flußmine geraten. Es gelang, den Monitor in seichtes Wasser zu bringen, wo er nach kurzer Zeit sank. Der Flot#### stabschef Korvettenkapitän Mar Ritter von Förster, konn## nicht mehr gercttet werden, ebenso nicht ein Unteroffizier, der mit acht anderen Leuten über Bord geschleudert worden war. Drei Mann wurden schwer, fünf leicht verletzt. Die#gungsarbeiten schreiten rüstig fort. Die Leiche Försters sonnte erst am 10. Oktober geborgen werden. Ein englisches Eingeständnis. Amsterdam, 1o. Okt. (Köln. Vztg.) Das„Algemeen Handelsblad“ meldet aus London: Der„Daily Telegraph“ veröffentlicht einen sehr pessimistischen Artikel über die Lage der englischen Schiffahrt. Das Blatt schreibt: Lloyd George zufolge haben wir dieses Jahr einen Verlust von 3 Millionen Tonnen zu verbuchen. Man kann die Sachlage über auch von einer anderen Seite aus ansehen. Als die Unterseebootunternehmung im Februar begann, hatten wir 1500 Schiffe mit einem Rauminhalt von 1600 Tonnen und mehr, die für die Bedürfnisse der Zivilbevölkerung in Frage kommen konnten. Die Zahlen der Admiralität beweisen, daß die Schiffsanzahl um 584 vermindert wurde. Wenn wir im Laufe der noch kommenden Monate aufs neue Verluste erleiden; werden wir am 31. Dezember vielleicht außer ungefähr 300 kleinen Schiffen vielleicht 700 große Schiffe los sein. Die Furcht, daß die Deutschen uns aushungern können, brauchen wir wohl nicht zu hegen, aber wenn nun im Frühjahr die Kampagne nach einem neuen Angriffssystem stattfinden wird, ist es möglich, daß uns schwere Entbehrungen bevorstehen werden. Wir wollen das Beste hoffen, aber wir müssen uns auf das Schlechteste vorbereiten. Auch im Hinblick auf die Zeit nach dem Kriege können wir nicht genug Handelsschiffe bauen. Wir meinen, daß der Ministerpräsident auf Grund eingehender Erkundigungen die Dinge nicht mehr so rosenfarbig sehen werde wie in seiner letzten Rede. Wir wissen, daß niemand mehr als gerade der Ministerpräsident weiß, wie viel wir auf unsere Handelsflotte angewiesen sind Alle Schiffswerften im Lande leiden unter Materialmangel. Der türkische Tagesbericht. Konstantinopel, 16. Okt.(W2B.) Amtlicher Tagesbericht vom 15. Oktober:„„ Sinai=Front: Unsere Patrouillen brachten einige Gefangene ein. Kaukasus=Front: Im linken Flügelabschnitte versuchte eine feindliche Abteilung, einen Handstreich auf unsere Gräben zu machen. Sie wurde zurückgeworfen. An den übrigen Fronten keine wesentlichen Ereignisse. Von den Kriegsschauplätzen. Berlin, 16. Okt.e(WTB.] Die Nachricht von der Landung der Deutschen auf Oesel und Dagö hat in den Ententeländern, laut„Lokal=Anz.“, einen starken Eindruck hervorgerufen. Mit der Besetzung von Arensburg haben, wie das„Tageblatt“ sagt, die deutschen Truppen einen neuen hoch zu bewertenden Erfolg errungen. a Arensburg. Die einzige Stadt auf der Insel ist das etwr 5000 Einwohner zählende Arensburg eine saubere, kleine Stadt mit gut gebauten Häusern und schönen Parkanlagen, die Ort im Sommer zu einem reizvollen und vielbesuchten Bedeorte machen. Die Stadt, die auf ein ehrwürdiges Alter zurückblickt— ihr Gründungsjahr ist unbestimmt, während ihre Stadtwerdung sich verbürgt auf das Jahr 1563 verlegen läßt— zieht sich an der Küste entlang und gewährt mit ihren die wohlgepflegten Häuser umrahmenden Gärtchen ein aumutiges Bild. Alte in gotbischem Stil erbaute Kirchen in Abrensburg wie in anderen Orten der Insel erinnern an die Anfänge des Christentums in den baltischen Landen: die Kirche in Wolde soll ihren Ursprung sogar auf den ersten Bischof Albert selbst zurückführen, der im Jahre 1227 den Grundstein legte. Die Wirlung unserer neuen Dezensiv=Taktik. Berlin, 18. Okt.(T. d A.) Camille Devilar schreibt im „Rappel“ vom 10. Oktober: Zur Abschätzung der wahren Bedentung unserer jüngsten Kampferfolge fehlen uns die Mittel. Wir wissen nur das eine gewiß, daß die gegenwärtigen Organisationen bei annähernd gleicher Schwere des Argrisses uns nicht mehr so viele Gefangene und Beute an Kriegsgerät einbringen, wie früher. Bei der Champagne= Offenfive vom September 1915 fielen über 25000 Mann und eine große Zahl Feldgeschütze in unsere Hände. Die letzte Schlacht bei Yvern dagegen brachte uns nicht ganz 4000 Gefangene: die Beute scheint also verhältnismäßig wenig bedentend zu sein. Welchen Ursachen ist das wohl zuzuschreiden? Können die feindlichen Stellungen infolge besserer Die Insern Kums und Aoro besehl. Die bisherige Beute auf ösel: 2400 Gefangene, 30 Geschütze, 21 Maschinengewehre. Im Besitze des Hauptteiles der Großes Hauptauartier, 16. Okt.[WTB.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Die gestrige. Kampitätigkeit der Artillerien in Flandern glich der an den Vortagen. Größere Infaneriekämpfe fanden nicht statt. Erkundungsvorstöße der Engländer wurden an mehreren Stellen, auch im Artois, abgewiesen. Front des deutschen Kronprinzen. Wieder war der Artilleriekampf nordöstlich von Svissons tagsüber lebhaft. Auch westlich von Craonue steigerte er sich bei zwei neuen vergeblichen An. arissen der Franzosen gegen die von uns nördlich der Mühle von Vauelere kürzlich gewonnenen Gräben. Mehrere Erkundungsgefechte verliefen für uns günstig. Westlich der Suippes holten sächsische Grenadiere, westlich der Maas bayrische Stoßtrupps eine größere Anzahl von Gefangenen und mehrere Maschinengewehre aus den französischen Stellungen. Die Feuertätigkeit an der Nordfront von Verdun war lebhafter als in letzter Zeit. Ostlicher Kriegsschauplatz, Die unter dem Befehl des Generals der Ins. v. Kathen auf Oesel kämpfenden Truppen setzten sich gestern völlig in den Besitz des Hauptteils der Insel. Auf der nach Süden auslaufenden Halbinsel Sworbe leisten die dort abgeschnittenen russischen Truppen noch hartnäckigen Widerstand. Die schweren Küstenbatterien sind durch das Feuer unserer Schiffe zum Schweigen gebracht worden. Gegen die Oitküste wurde der Feind so scharf gedrängt, daß nur Teile sich über den nach Moon führenden Damm zu retten vermochten. Bei den Kämpfen um den Brückenkopf von Orissa am Ostrande von Oesel wirken von Norden her unsere Seestreitkräfte durch Feuer erfolgreich mit. Bisher sind mehr als 2400 Gefangene gezählt worden. Versprengte werden die Zahl noch erhöhen. 30 Geschütze, 21 Maschinengewehre, einige Flugzeuge und viele Fahrzeuge sielen bis jetzt in die Hand unserer Landungstruppen. die unter vortreiflicher Wirkung der unter Befehl des Vizeadmirals Schmidt stehenden Flotteuteile den wesentlichsten Teil ihrer Ausgabe in vier Tagen erfüllten. Im Rigaischen Meerbusen sind die Inseln Rumö und Abrö von uns besetzt worden. An der Landfront im Osten keine Ereignisse von Bedeutung. Mazedonische Front. In der Strumaebene überließen die Bulgaren den Engländern einige Ortschaften. Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff. Berlin, 16. Okt.(WTB.) Gegen die Festsetzung eines Gepäck=Höchstgewichts von 50 Kilogr. auf den einzelnen Reisenden macht sich, wie die„Berl. Pol. Nachr.“ schreiben, das Bedenken geltend, daß in einzelnen Fällen die Mitnahme höherer Gewichtsmengen, z. B. für Geschäftsreisende, geboten erscheinen könne. Es sei deshalb in Erwägung gezogen, die Beschränkung des Gepäckgewichts auf 50 Kilogr. für das einzelne Gepäckstück bestehen, jedoch an Stelle der in Aussicht genommenen Gewichtsbeschränkung auf den einzelnen Reisenden eine Gepäcktariserhöhung gleichfalls zum Satze von 100 Prozent treten zu lassen. Eine Besprechung Erzbergers mit englischen Friedensagenten? Stuttgart, 15. Okt.(TU.) Die„Süddeutsche Leitung" veröffentlicht eine Zuschrift, wonach der Reichstagsabgeordnete Erzberger in einer Vertrauensmännerversammlung des Zentrums in Ulm auf eine schriftliche Anfrage aus der Mitte der Versammlung erklärt habe, daß er seine Außerung gegenüber dem Redakteur Baumgariner in Zürich eben deswegen gemacht habe, um Gelegenheit zu bekommen, sich mit den englischen Friedensagenten auszusprechen. Dieser Wink sei von England wohl verstanden worden, und es sei ihm die gewünschte Gelegenheit zu einer Aussprache auch geboten. Die folgenden Außerungen Erzbergers könnten aber öffentlich nicht wiedergegeben werden. Zeichnungen auf die 7. Kriegsanleihe. Krebs= und Lupus=Stiftung in Münster insgesamt bisher 225 000 Mark. Sackhaus Schreiber in Münster für die Zwecke der Unterstützung ihrer Angestellten und Arbeiter 10000 Mark. Jan und Ysaak van Delden und deren Frauen Julia und Marie geb. van Heek, in Ahaus 50000 Mark. Aus den jährlichen Zinsen dieses Betrages, der der Stadt Ahaus geschenkt wurde, sollen hülfsbedürftige Kriegsbeschädigte, sowic Krieger=Witwen und=Waisen von Ahaus und Ammeln angemessene Zulagen erhalten. Srarkasse der Stadt Bocholt 2 Millionen, bisher insgesamt Organisation von nur schwachen Kräften gehalten werden? Oder werden Mannschaften und Material geschont durch rechtzeitiges Aufgeben der Stellungen und unter Verzicht auf die Lückenlosigkeit des Geländes? Der Verfall der russischen Armee. Stockholm, 15. Okt. Der dieser Tage im Hauptquartier stattfindenden Besprechung Kerenskis mit den fremden Militärattachés. an der auch Terestschenko teilnimmt, sprechen die Blätter große Bedeutung bei. Wie der Vertreter der„Frankftr. Ztg.“ von zuverlässiger Seite erfährt, bezeichnete der englische Militärattachs in einem Sonderbericht an die Londoner Regierung den Zustand der russischen Armee als hoffnungslos. Die Sache der Entente sei militärisch verloren. Buchanan teilte daraufhin Kerenski mit, die Westmächte legten den größten Wert darauf, daß die russische Armee den Feind nur noch einige Tage an der Ostfront festhalte. Französischer Bericht vom 15. Okt. nachmittags: An der Aisnefront blieb die Tätigkeit der beiden Artillerien in der Gegend der Hochfläche zwischen Ailles und Craonne sehr lebhaft. In der Champagne unternahmen wir einen Handstreich in die deutschen Linien östlich von Maison=deChampagne und führten etwa 10 Gefangene zurück. Auf dem rechten Magsufer heftige Artillerietätigkeit nördlich der Höhe 344. Von den übrigen Fronten ist nichts zu melden. Deutsche Flugzeuge warfen in der letzten Nacht Bomben in der Gegend von Dünkirchen ab. Es werden mehrere Opfer unter der Zivilbevölkerung gemeldet. Rußland. Peiersburg, 16. Okt.(WTB.] PTA. Kerenski ist an Jufluenza erkrankt. Er bleibt im Hauptquartier und muß das Bett hüten. In drei bis vier Tagen wird er wieder in Petersburg erwartet. Die erste Abteilung russischer politische Flüchtlinge, die nach Stockohl abgereist waren, aber in Helsingfors vom Arbeiter= und Soldatenrat festgehalten wurden, ist nach Petersburg zurückgekehrt. ∆ Stockholm, 16. Okt.(„Köln. Ztg.“) Zum Kampf der Linkssozialisten gegen die Koalitionsregierung liegen neue Nachrichten vor. Eine in Helsingfors abgehaltene Versammlung des Rates der OstseeFlotte richtete an alle Flotten Rußlands und an die sozialistischen Organisationen der Armee einen Aufruf, die Koalition zu bekämpfen und eine Reihe von maximalistischen Forderungen zu vertreten. Unter der Überschrift:„Der Bürger=Krieg“, schreibt die„Rußkaja Wolja“: Der Aufruf des Vollzugs=Ausschusses der Sowiets sei nicht nur ein Mißtrauensvotum, sondern eine Kriegserklärung an die Regierung. Der Arbeiter= und Soldaten=Rat hoffe bei der auf den 2. November anberaumten Konferenz seine jetzt mißlungene Forderung eines rein sozialistischen Ministeriums durchzusetzen. Daß dies keine leere Drohung sei, zeige Kamienews Außerung, daß das Koalitionskabinett für die äußerste Linke nur ein Mittel sei, den Bürgerkrieg heraufzubeschwören. Trotzki und Kamienew seien Tscheidses und Tseretellies erbitterte Feinde. Der demokratische Rat, der fälschlich als das Vorparlament, das sich erst mit seiner Hilfe bilden soll, bezeichnet wird, soll nach den bisherigen Meldungen etwa zu gleichen Teilen aus Radikalen und Gemäßigten bestehen; wobei von den 240 Stimmen jetzt etwa 60 auf die Bolschewicki und Kadetten entfallen würden. Unter diesen soll auch Miliukow sein, was auf den Beginn eines Entscheidungskampfes hindeuten würde. Unsere Feinde. Bern, 16. Okt.(W2B.) Die Pariser Presse berichtet: Painlevé, Leicheur, Franclin, Bouillon und General Foch besichtigten Dünkirchen, um sich über den Zustand der Stadt zu unterrichten, sowie die durch die Lage notwendig gewordenen Maßnahmen zu besprechen und durchzuführen. Paris, 16. Okt.(WTB.) Havas. Am Nachmittag fand ein Ministerrat statt, wobei Painlevé das Ergebnis der Untersuchung zur Kenntnis brachte, die über die Anschuldigungen betr. Mitteilung militärischer und diplomatischer Urkunden an den Feind eingeleitet worden ist. Die Regierung beschloß, in die Befugnisse der Gerichtsbehörden, die ihre Aufgabe mit völliger Unabhängigkeit bis zum Ende durchführen werden, nicht einzugreifen. Sie betrachtet es aber im Interesse des inneren Friedens und der Moral der Nation als ihre Pflicht, Anschuldigungen, deren Unrichtigkeit dargetan ist, die sie dem Urteil des öffentlichen Gewissens unterbreitet, dem Gericht zu überweisen. Paris, 16. Okt.(WTB.) Havas. Wie versichert wird hat Malvy infolge der Mitteilung über das Ergebnis des Ministerrates darauf verzichtet, eine neue Erörterung in der Kammer zu veranlassen. Berlin, 16. Okt.(WTB.) Zu der am 29. Oktober in Paris stattfindenden Alliierten=Konferenz reisen außer Teretschenko als Regierungsvertreter. Tseretelli als Vertreter des Vorparlaments und General Alexejew als Delegierter der Armee. Vor Terestschenkos Abreise fand, wie mitgeteilt wird, im Hauptquartier eine Konferenz zwischen ihm und den Militärattaches der Verbündeten statt. Alexejew erklärte, nach einer italienischen Blättermeldung, wenn im Augenblick des Zusammentretens der Konferenz die Lage Rußlands nicht derartig sei, daß sie den Alliierten Vertrauen einflösse, so sei es besser, daß die Regierung ihn garnicht nach Paris.schicke. Seiner Meinung nach werde die Konferenz sich von der Schwäche Rußlands vollkommen überzeugen. Berlin, 16. Okt.(WTB.] Aus London eintreffende Reisende berichten, wie aus dem Haag gemeldet wird, daß in der englischen Hauptstadt seit 14 Tagen außergewöhnlich starke Verwundetentransporte eingetroffen seien. Japan und die Kiautschau=Frage. Stockholm, 14. Okt. (B. B.] Der verspätet, eingetroffene„Dien" von Mitte September meldet aus Tokio: Auf eine amerikanische Anfrage über eine größere Teilnahme Japans am Kriege antwortete Japan, daß es kein Interesse habe, irgend welche besonderen Forderungen, welche ihm anscheinend von Amerika nahegelegt seien, aufzustellen. Die Kiautschau=Frage könne nicht durch die Vereinigten Staaten, sondern nur auf der Friedenskonferenz entschieden werden. Das gleiche gelte für alle China betreffenden Fragen und die deutschen Besitzungen in der Südsee. Obgleich Japan an den chinesischen Fragen dauernd stark interessiert sei, könnten doch die Absichten Japans in China augenblicklich nicht befriedigt werden. Einzelheiten über die Turiner Straßenschlacht. Lugano, 15. Okt. Der hiesige„Popole de Libertà“ bringt neue sensationelle Einzelheiten über die Turiner Straßenschlacht vom 21. bis zum 25. August, wonach Bersaglieri, Alpini und Infanterie den Waffengebrauch verweigerten oder in die Luft schossen und auch mit den äußerst erbittert kämpfenden Aufständischen fraternisierten. Diese erschossen im Abenddunkel aus dem Hinterhalt viele vereinzelte Patrouillen, verteidigten tagelang zahlreiche Barrikaden und konnten erst durch Kavallerie, Maschinengewehre und Panzerautomobile überwältigt werden. Man spricht von 100 Toten, 600 Verwundeten, mehreren Hundert Verbafteten. Holland. x Amsterdam, 16. Okt.(„Köln. Volksztg.“) Der„Telegraas“ vom 16. Oktober meldet aus London: Von maßgebender Seite wird mitgeteilt, daß die britische Regierung vollkommen damit einverstanden ist, die Frage der Durchfahrt von Sand, Kies und Metallabfällen durch Holland nach Belgien einem Schiedsgericht vorzulegen, wenn während der Untersuchung die Durchfuhr eingestellt wird. Ferner wird mitgeteilt, daß die belgische und französische Regierung in dieser Angelegenheit mit der britischen Regierung gemeinschaftlich auftreten, und daß sie mit der Beschränkung des Gebrauchs britischer Kabel für Handelszwecke wegen der Angelegenheit einverstanden sind. Unsere Verbündeten. Sofia, 15. Okt.(WTB.) Die vom König bei Eröffnung der dritten außerordentlichen Session der 17. ordentlichen Nationalversammlung verlesene Thronrede weist auf den Tod der Königin Eleonore hin und fährt u. a. fort: „Meine Herren Abgeordneten! Der Besuch, mit dem der deutsche Kaiser Wilhelm mein Haus und Bulgarien ehrte, erfüllt uns alle mit unaussprechlicher Freude; denn er ist nicht nur ein Beweis von der Unlösbarkeit des Bündnisses, das uns mit der großen deutschen Nation einigt, sondern auch ein unzweifelhaftes Zeichen der Achtung, die das Staatsoberhaupt, die bulgarische Nation und unsere ruhmreiche Armee sich in unerschütterlicher Festigkeit erwarben, die sie in diesen Tagen der Prüfungen auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens und besonders auf den Schlachtfeldern an den Tag legten. Huldigen wir also, und erweisen wir volle Ehre den Verdiensten unserer Helden ohnegleichen, die durch die tapfere Verteidigung unseres Bodens Bulgarien Ruhm erwarben und die Achtung unserer treuen Verbündeten gewannen, die ihren Ausdruck in der Ankunft des deutschen Kaisers unter uns fanden. Der König, die Nation und unsere tapfere Armee sind stolz darauf, die Freiheit und die Vereinigung der Bulgarenrasse erkämpft zu haben; sie nehmen die Friedens-Initiative des Papstes Benedikt freudig auf. Im Namen des Bulgarenstaates beeile ich mich, ebenso, wie die verbündeten Herrscher es taten, auf den edlen Friedensappell zu antworten, nachdem ich schon im Dezember 1916 mit unseren Verbündeten einen Vorschlag in diesem Sinne an unsere Feinde richtete. Und wenn diese friedliebende Geste des Pontifer in Rom von den Feinden zurückgewiesen wird, so werden sie die Verantwortung vor Gott, vor der Welt und vor der Geschichte zu tragen haben. Zugleich mit Maßnahmen, die die Kriegsnotwendigkeiten erforderlich machen, wird Ihnen meine Regierung eine Reihe Gesetzentwürfe unterbreiten, beispielsweise betreffend die Kriegskredite zur Besteuerung der Kriegsgewinne, Schaffung einer medizinischen Fakultät an der Universität usw.“ Deutsches Reich. Berlin, 16. Okt.(WTB.] Vom Haupteindruck, den die Debatte des ersten Tages der Verhandlungen des sozialdemokratischen Parteitages in Würzburg erweckte, sagt der„Vorwärts“, daß sie der einer starken inneren Geschlossenheit der Partei sei. Letztere trete auch in Würzburg nicht als uniformierte Masse auf. Es ließe sich ein rechter und ein linker Flügel und ein Zentrum erkennen. Die ganze Debatte aber zeige in ihrem Verlauf auch nicht einen einzigen trennenden Gedanken von solcher Tragweite, daß er eine politische Arbeit der verschiedenen Schattierungen in Frage stelle oder nur ernstlich erschweren könnte. Die letzten Schatten eines Zweifels daran seien bereits beseitigt, daß die Sozialdemokratie gegen die jetzige Regierung in allerschärfster Opposition stehe. Noch in einem zweiten Punkte habe die Würzburger Tagung bereits die Richtung angegeben, in der sich die Politik der Paxtei in der nächsten Zeit bewegen werde, nämlich in bezug auf die preußische Wahlrechtsreform mit einer Reform des preußischen Herrenhauses, sofern bei dieser Reform das Herrenhaus nicht überhaupt verschwinde. Im übrigen herrscht bei den Partei=Delegierten das Gefühl, daß es mit der Partei=Einigungsfrage ähnlich stehe wie mit der Friedensfrage. Das Aufrühren der Vergangenheit und das Streiten um Schuld oder Nichtschuld bringe nicht vorwärts, sondern nur das Handeln für die Zukunft. 17 Millionen. Concordia, Kölnische Lebens=Versicherungs=Gesellschaft in Köln, 6 Millionen. Alfred Fürst zu Salm=Salm in Anhalt 1 Million. Ludwig Povel u. Co., Nordhorn, 115000 Mk., bisher insgesamt 1,4 Million. Deutscher Werkmeister=Verband. Sitz Düsseldorf, 1 Million, insgesamt 9010000 Mk. Glasuritwerke M. Winkelmann, A.=G., Hiltrup und Hamburg 200000 Mark. Und Ihr? In Anlehnung an das bekannte Bild des Münchener Kunstmalers Professor Fritz Erler veröffentlicht der Freiburger Dichter Wilhelm Fladt folgenden flammenden Werberuf zur 7. deutschen Kriegsanleihe: Wir stehen da draußen in Kampf und Schlacht Und wagen das rechtende Ringen. Wir stemmen uns gegen die Übermacht Gegen das Dräuen, das Tag und Nacht Sich strafft. uns niederzuzwingen. Wir werfen der jungen Leiber Zier In des Todes lohende Schauer, Wir, heiliger Deutschmark, heil'gem Revier, Eine todestrotzige Mauer. Und Ihr? Heraus der Truhen blinkendes Gold! Laßt Kronen springen und Taler! Sei Euer Schatz der leuchtende Sold, Der Eueres Dankes Schuldzins zollt, Ein freier, ein mutiger Zahler! Wir zahlen mit strahlender Jugend Zier, Wir zahlen mit Wunden und Bluten. Wir opfern der Seelen lichtringende Gier Und der Herzen flammende Gluten. Und Ihr? Ritteilungen des städtischen Kriegsausschusses. Mittwoch erste Hälfte der Magermilchkundenliste.„ Mittwoch Kriegskostabonnementsausgabe bei Schrage. Mittwoch Butterverkauf von 8—12 und 2—6 Uhr. Servatiiplatz 2601—3900, Stadthalle: 1801—2700, Göbenstraße: 1601—2500, Kreuzstraße: 1401—2100 Warendorferstraße 1001 bis 1500. Kopfmenge 60 Gramm, Preis 83 Pfg. Neue Brotkarte(Militärausweiskarte) mitbringen. In den Verkaufsstellen Göben-, Kreuz= und Warendorferstraße Verkauf von Großheringen. Für je 2 Personen wird 1 Hering zum Preise von 35 Pfg. abgegeben. Die Hausheltungen, die ihre Butter am Montag und Dienstag abgeholt haben, erhalten die Heringe am Montag und Dienstag nächster Woche. Einwickelpapier mitbringen. Die Ausgabe der Kartoffelbezugsscheine und Kartoffelkarten wird am Mittwoch in der Zeit von 8½ bis 2 Uhr fortgesetzt. im Brotmarkenbezirkslokal Kreuzschule. Kampstr. 7 (Bezirk 41) für die Anwohner der Straßen: Maximilignstr., Sieverdesstr., Ferdinandstr. im Brotmarkenbezirkslokal Restaurant Lindenhof, Castellstr. 1(Bezirk 49) für die Anwohner der Straßen: Abschnittstr., Hüfferstr., Sentruperstr., Himmelreichallee, Himmelreichstr., Castellstr. im Brotmarkenbezirkslokal Wirtschaft Hülsbömer, Warendorferstr. 203(Bezirk 50) für die Anwohner der Straßen: Rheinstraße, Moselstr., Elbestr., Lahnstr., sowie die Bauerschaft Werse, soweit sie im Stadtgebiet liegt im Brotmarkenbezirkslokal Wirtschaft Recklingloh, Wolbecker Straße 112(Bezirk 51) für die Anwohner der Straßen: eingemeindeter Teil von Werse=Delstrup rechts der Wolbecker Straße bis zum Kanal ausschließlich der Liboristr., Bennostraße. Ottostr. Nr. 37 bis 51 und 30 bis 48 im Brotmarkenbezirkslokal Wirtschaft Stuff, Wolbeckerstr. 147(Bezirk 52) für die Anwohner der Straßen: eingemeindeter Teil von Werse=Delstrup links der Wolbecker Straße bis zum Kanal und die Liboristr., Bennostr., Ottostraße Nr. 37 bis 51 und 30 bis 48 im Brotmarkenbezirkslokal Wirtschaft Marx, Gievenbeck 75(Bezirk 54) für die Bauerschaften Gievenbeck und Uppenberg zwischen Sentruperweg und Nienberger Chaussee, soweit sie zum Schulbezirk der Schule in Gievenbeck gehören im Brotmarkenbezirkslokal Wirtschaft Kranefeld, Uppenberg Nr. 157(Bezirk 55) für die Bauerschaft Uppenberg rechts und einschließlich der Nienberger Chaussee, soweit sie zum Schulbezirk der Nienberger= und Uppenbergerschule gehört, einschließlich des sogenannten Kinderhauser Esches. im Brotmarkenbezirkslokal Wirtschaft Keuth Kinderhaus(Bezirk 56) für die Bauerschaft Uppenberg. sie zum Schulbezirk Kinderhaus gehört im Brotmarkenbezirkslokal Geistschule(Bezirk 57) für die Bauerschaft Geist. Neue Brotkarte vorlegen. Haushaltungen, die ihre Kartoffeln aus dem Landkreise Münster beziehen, haben die den Amtern zufließende Bezugsschein= und Vermittlungsgebühr bei der Ausgabe der Bezugsscheine zu erlegen. Kleingeld ist mitzubringen. Es haben auch die Haushaltungen der Bezirke 41. 49, 50. 51, 52, 54, 55, 56. 57 zu erscheinen, die ihre Kartoffeln im Kleinverkauf an den städtischen Verkaufsstellen beziehen: diese Haushaltungen erhalten die vom 5. November ab gültigen Kartoffelkarten ausgehändigt. einDie Haushaltungen. die bis einschließlich Mit#en Metall17. Oktober, die Bezugsscheine zum Einkelleenher ginn eine Ausaus städtischen Vorräten erhalten habevierauf wurden die weiauf dem unteren Teil#d#r Beonnstag vertagt. bis spätestens Saw ist eine weitere Resolution Braun eingelegung der Bezusagt: Der Parteitag unterstützt alle Bestrebunder Lagerstellenebeiführung der Einheit und verlangt die Einweg 26. Stadths Ausschusses der am Ende der Woche Bericht dorfer Strak soll. Der Parteitag vertagt sich auf Dienstag früh. age soweit * der deutschsprachigen Presse e.V. Aus der Stadt. Münster, 16. Oktober. ( Die Ausgabe der Brotmarken für die Zeit vom 22. Oktober bis 4. November ds. Is. findet am Freitag, den 19. Oktober ds. Is., en den Bezirkslokalen statt. Ausgabezeit: von vormittags 8½ bis nachmittags 2 Uhr(ununterbrochen). Für die Haushaltungen im Brotmarken=Ausgabebezirk Nr. 48 (Steinfurter Straße, Kapuzinerstraße, Wilhelmstraße, Wilhelmstraße A. B. C und D Schmalestraße, Roxeler Straße findet von jetzt ab nicht mehr in der Wirtschaft Stücker, sondern in der Wirtschaft Schmillenkamp, Wilhelmstraße 1, statt. Die Bureaus der Stadtverwaltung sind an diesem Tage wegen der Beteiligung der Beamten an der Brotmarken=Ausgabe füt den Verkehr mit dem Publikum während des ganzen Tages geschlossen. X Vom Zollamt. Die Bureaustunden des Hauptzollamts Münster und seiner beiden hiesigen Nebenstellen(des Zollamts am Hafen und der Zollabfertigungsstelle am Güterbahnhose) sind bis auf weiteres auf die Zeit von vormittags 8 bis nachmittags 4 Uhr beschränkt worden. An Donnerstagen bleibt beim Hauptzollamte— Altersteinweg 22/24— die bisherage Bureauzeit von vormittags 8 bis nachmittags 1 Uhr bestehen. Bezahlung mit Kriegsanleihestücken. Bei Friedensschluß wird die Heeresverwaltung voraussichtlich in der Lage sein, aus ihren Beständen Materialien aller Art: Pferde, Fuhrwerke, Geschirre, Geräte usw. käuflich abzugeben. Um den Interessenten die Zahlung zu erleichtern, ist in Aussicht genommen, auf Wunsch der Käufer die Bezahlung durch Hingabe von Schuldverschreibungen und Schatzanweisungen bei verschiedenen deutschen Kriegsanleihen zuzulassen. Ob die Kriegsanleihe zum Nennwert oder zum Ausgabekurs dabei verrechnet werden wird, wird seinerzeit zu entscheiden sein. Goldschmuck= und Juwelen=Sammlung. Mit Rücksicht auf die Wichtigkeit und Notwendigkeit der Goldschmuck= und Juwelen=Sammlung für eine glückliche Beendigung des Krieges sowie für die Ernährung unseres Volkes haben hiesige Juweliere, und zwar die Herren Deppenbrock. Salzstraße, Osthues, Ludgeristraße, und Schräder, Bogenstraße, sich in uneigennütziger Weise bereit erklärt, an der Sammlung insoweit mitzuwirken, daß sie von jetzt ab Goldschmucksachen, Perlen und Juwelen von jedermann für die hiesige Goldankaufsstelle entgegennehmen. Dasselbst wird auch die Anerkennungsurkunde sowie die eiserne Denkmünze oder Ehrenurkunde ausgegeben. Von dieser vermehrten Gelegenheit, durch Hergabe alles echten Goldschmucks dem Vaterlande in seiner Not zu Hilfe zu kommen, möge ein recht eifriger Gebrauch gemacht werden. Es ist Zeit. zu zeigen, daß die Vaterlandsliebe sich durch Opfersinn betätigt. Die Goldankaufsstelle(Maaistratssitzungssaal) ist von jetzt ab nur jeden ersten Mittwoch im Monat vormittags von 10—12 Uhr geöffnet, während die obigen Herren tagtäglich Goldschmuck entgegengehmen.* ) Wiedereröffnung der Metallsammelstelle. Der Magistrat macht nochmals darauf aufmerksam, daß die städtische Sammelstelle— altes Rathaus— von Mittwoch, den 17. ds. Mts. ab werktäglich von 8—12 Uhr vormittags wieder geöffnet sein wird. Für die bis zum Ablauf dieses Monats freiwillig abgelieferten Einrichtungsgegenstände aus Kupfer, Messing. Tombak und Bronze wird die Zuschlagsgebühr von 1 Mark für jedes Klar. gezahlt. Welche Einrichtungsgegenstände für die Abkieferung hauptsächlich in Frage kommen, ist aus den an sämtlichen„Anschlagssäulen der Stadt angebrachten Plakaten zu ersehen. Personen, die nach Schließung der Sammelstelle noch im Besitze von Aluminiumaegenständen betroffen werden sollten, haben die zwangsweise Einziehung dieser Gegenstände und die Einleitung des gerichtlichen Strafverfahrens zu gewärtigen. (5) Sektion Münster=Westfalen des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins. Dienstag, den 16. ds. Mis., abends 8 Uhr, veranstaltet die Sektion einen Lichtbildervortrag, bei dem Professor Dr. Patzak aus Breslau über Natur und Kunst an der Bremerstraße sprechen wird. Um pünktliches Erscheinen wird gebeten, da der Saal um 11 Uhr geschlossen wird. Gäste sind willkommen. c' Von der Straßenbahn. Man schreibt uns: Im Namen vieler Anwohner von Mauritz möchte ich auf die Ungerechtigkeit aufmerksam machen, die darin liegt, daß die gelbe Linie der Elektrischen täglich bis Schützenhof fährt, dagegen nur morgens früh. 10 Uhr abends und Sonntagnachmittags bis Endstation Mauritz. Warum werden wir hier im Osten so benachteiligt? Es ist eine recht schwierige und gesundheitlich oft gefährliche Sache, in dieser Jahreszeit bei Sturm und Regen, etwa mit kleinen Kindern. Kirchstraße aussteigen zu müssen und dann zu Fuß weiter. Es wäre doch wohl nur recht und billig, etwa wochenweise abzuwechseln und eine Woche siets die Strecke Hammer Straße entsprechend zu verkürzen! Mit Koffern zur Bahn zu kommen, ist bei dem Mangel an Dienstleuten. Droschken usw. kaum möglich, in jedem Falle so kostspielig, daß es sich wenige leisten können. Ist denn überhaupt diese Verkürzung der Strecke dringend nötig? Ließe sich nicht in anderer Weise besser sparen, ohne den Verkehr so zu schädigen? * Zweites Konzert des Musikvereins. Münster, 15. Oktober. Auch das diesmalige Konzert wurde, wie das vorausgegangene im Sinne eines Kammermusikabends abgehalten und wiederum war die akkustisch glänzend ausgestattete Aula des Realgymnasiums dafür ausersehen. Wie sehr wir auch die Pflege der Kammermusik begrüßen, so wäre doch zu wünschen, daß der Musikverein für seine Konzerte die orchestralen Werke mehr berücksichtigen möchte. Sollte deren Aufführung mit Rücksicht auf die weniger geeigneten Podiumverhältnisse eingeschränkt werden müssen, so wäre das jedenfalls recht bedauerlich. Der Vorstand nimmt vielleicht Veranlassung, das aufgestellte Programm nach dieser Richtung hin noch einer Nachprüfung zu unterziehen. Bei dieser Gelegenheit stellen wir einen bei der Besprechung des ersten Konzertes unterlaufenen Irrtum richtig: Prof. F. Hase ist nicht stellv. Vorsitzender, sondern schon seit Jahren Erster Vorsitzender. Den gesanglichen Teil des gestrigen Konzerts vertrat der wohlbekannte und geschätzte Bassist Herr Arthur van Eweyk aus Berlin, dessen Programm fast etwas zu reichlich ausgefallen war. Bei seinem ersten Auftreten fesselte er besonders durch die vertiefte Art des Vortrages in Schuberts„Der Lindenbaum". Mit gleicher Verinnerlichung hörten wir auch die Schumannsche„Frühlingsfahrt", deren Mittelsatz in der feinsinnigen Auffassung einen nachbaltigen Eindruck hieterließ. Für den„Hidalgo“ eignete sich das Organ weniger. Dazu bedarf es einer glänzenden frischen Stimme, am besten eines bellen Tenors. Unter den Gesängen von Karl Löwe zeichnete sich gleich die erste Ballade „Edward" durch die dem Künstler eigene vornehme Art des Vortrags aus, weungleich sie sich hinsichtlich der Dramatik noch wirksamer gestalten ließ. Für den musikalischen Inhalt etwas zu lang geraten ist„Der gefangene Admiral“ von Löwe, doch wirkt die immerwährende Rückkehr zum gleichen Schluß stets wohltuend und befriedigend. Des gleichen Tonschöpfers„Hochzeitslied“ war für Herrn van Eweyk stets ein Bravourstückchen hinsichtlich der Zungenfertigkeit, und auch gestern sicherte er sich damit wieder einen bedeutsamen Erfolg. Als eine Perle Brahmsscher Muse kann das Lied „In stiller Nacht“ gelten dessen Inhalt Herr Eweyk äußerst stimmungsvoll und poetisch zum Ausdruck brachte. Dazu stand„Mein Mädel hat einen Rosenmund“ in der geschmackvollen Bearbeitung von Brahms und bei der natürlichen und frischen Aufsassung des Sänaers in schönem Gegensatz. Für H. Wolfs„Der Freund“ fehlte es dem Organ an der nötigen Kraft, wodurch die Ausdrucksfähigkeit beschränkt blieb. Zu einem dankbaren Schlußlied gestaltete der Künstler vermöge seines reifen Könnens das Gesellenlied" von Wolf, dessen Ende leider durch die Ungeduld so mancher Zuhörer etwas verloren ging. Es wäre mit Rücksicht auf die Aufführenden und die andächtigen Zuhörer wünschenswert, daß durch ein verfrühtes Aufbrechen derartige Störungen in Zukunft vermieden würden. Eine Erweitcrung erfuhr der solistische Teil durch die Darbietungen der einheimischen Pianistin Fräulein Hedwig Siebel. Von ihr hörten wir zunächst die Sonate in Emoll Op. 7 von E. Grieg, deren Inhalt so recht zeigt, daß ihr Schöpfer sich in größeren Formen nur selten gut zu bewegen weiß. Harmonisch gibt es bei Grieg meist etwas Interessantes, aber das reicht nicht aus, um eine viersätzige Sonate zu schreiben. Er ist ein Kleinmaler, deshalb schuf er sein Bestes in lyrischen Stücken, wie wir sie von ihm massenhaft besitzen. Bei ihrem ersten Auftreten errang sich Fränl. Siebel mit dieser Sonate einen wohlverdienten Erfolg. Das thematische Material war sorgfältig ausgearbeitet, die Nachahmungen und alle sonstigen kontrapunktischen Führungen traten plastisch hervor. Daß dem Spiel noch etwas die Schule anhaftet, ist bei der Jugend der Pianistin taum anders zu erwarten. Auch fehlte es noch an der nötigen Anschlagskraft und Ausdauer um einzelne Passagen, besonders im Finale glänzender zu gestalten. Immerhin verfügt Frl. Siebel über eine gut entwickelte Technik, die ihr sehr zur glücklichen Überwindung so mancher Klippen verhalf. Unter Professorn Stoyes Anleitung hat sie ihr Können seit dem letzten Auftreten jedenfalls bedeutend erweitert. An Verinnerlichung wird das Spiel hofsentlich noch gewinnen, dann wird es der Pianistin noch in böherem Maße gelingen, ihr Publikum an ein Stück wie Brassin=Neitzels Nocturne zu fesseln. Die Rhapsodie in Cdur Ov. 11 Nr. 3 von Ernst Dohnanyi beginnt sehr interessant, hält aber in weiterem Verlauf nicht, was sie anfangs verspricht. Fräul. Siebel fand mit dieser Rhapsodie abermals Gelegenheit, ihre saubere und glatte Technik wirksam zu entfalten. Ihre schönen Leistungen wurden dann auch von dem zahlreich erschienenen Publikum durch wiederholten lebhaften Beifall anerkannt. Fräul. Siebel hat alle Ursache, mit dem Erfolge des gestrigen Abends vollauf zufrinden zu sein. Aus den Provinzen. = Kreis Tecklenburg, 15. Okt.(Verschiedenes.] In der Nähe von Riesenbeck wurden zwei russische Kriegsoefangene festgenommen. Dieselben waren dem Gefangenenlager in Hameln entwichen und bereits 20 Tage unterwegs.— In einer Olmühle in Dörenthe wurden in der Nacht etwa 40 Liter Ol, sowie mehrere Säcke mit Raps entwendet.— Am Laggenbecker Bahnhof wurde ein Hamsterer verhaftet, der ein halbes Kalb und etwa 100 Eier mit sich führte. 2= Dorsten, 14. Okt.(Einbruch.— Festnahme eines Schwindlers.] Ein Polizeibeamter bemerkte in einer der letzten Nächte Verdächtiges im Laden der Konditorei Maus. Es gelang ihm, einen Einbrecher festzunehmen, der sich an den Waren gütlich tat und durch Eindrücken einer großen Scheine sich Eingang verschafft hatte.— Auf dem letzten Pferdemarkte gelang die Festnahme eines Schwindlers, der wochenlang in der Umgebung sein Unwesen trieb. Er mietete sich unter verschiedenen Namen in Gasthöfen ein, brachte einen Bergmann um 200 Mark. kaufte sogar Güter, Pferde und gab sich für einen Landwirt aus Recklinghusen aus. Bei seiner Verhaftung trug er einen geladenen Revolver und sechs Messer. In der Nacht versuchte er, aus dem Arrestlokale zu entkommen. Daer sich hartnäckig weigerte, seinen Namen zu nennen, scheint die Polizei einen guten Griff getan zu haben. Freundl. bess. möbl. Zimmer zu verm. Coerdestraße 42. 1 od 2 frdl. möbl Zimmer, Nähe d. Bahn, m. od. o. Verpfleg. z. v. Gallitzinstr. 47, I. I. Hübsch möbl. Zim., 3 Min vom Bahnhof, zu vermieten. Adlerstraße 11, 1. Et. Möbl. Part=Zim. zu verm. Judeselderstraße 55a. Mödl. Mans.=Zim, zu verm. * Ildeselberstraße 55a. Infolge Sterbefalls zu verm. 1. St. Wolbeckerstr. 93 (5 Zimmer, Küche Bad usw.). r 24. Tel. Näh. Gorbenktr. 954. Schneiderin, tagsüber aus d. Hause sucht einf. nett möbliert, Zimmer mit Kochgel. Mauritz= od. Wolbeckerviertel Off. unt. 9 H 952 an die Geschäftsst. Suche zum 1. 11. fodl, sev, möbl. Zimmer mit 2 Betten u. Kochgel., am liebst, Mittelp. d. Stadt. Off. u. 5 J 258 Gesch. Zum Abschluß von Stutenu. Viehversicherungen suchen wir für den dortigen Bezirk tüchtige Inivektoren u. 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Das Sechswochen=Seelenamt für das verstorbene Fräulein Christine Bellmann findet statt Freitag, den 19. Oktober, vormittags 8 Uhr in der St. Ludgeri=Pfarrkirche, wozn Verwandte und Bekannte freundlichst eingeladen werden. Für die vielen Seweise herzlicher Tellnahme beim Ainscheiden meines lieden Mannes sage ich allen Freunden und Bekannten meinen innigsten Dank. Frau Ww. Nerm. Reiling.