der deutschsprachigen Presse e.V. K eche een benr h ins Haus gebracht 2 Mk. 10 Pfg,— auswärts von der Post abgeholt 2 Mk. 10 Pfg, durch den Driefträger gebracht überall, wo nur einmeel in Tage Briefbestellung stattfürdet, 2 p0t. 50 Pfa. in Orten mit zwot= und mehrmaliger Bestellung 2 Mk. 92 Pig.— Ausgade 8(mi:„Wochenschaur“) vierteljührtich 80 Pfg, mehe. „* Zweite Ausgabe. 2. Blatt. Sonntag, 14. Oktober 1917. Gibt sein Blut. Gerceihteneht Die deutsche Obsternte. Die derzeitigen Obstverhältnisse werden wie aus zahlreichen Äußerungen hervorgeht, anscheinend in weiten Kreisen der Bevölkerung aus irrigen Gesichtspunkten beraus beurteilt. Von der Stadtverwaltung Münster wird uns dorüber zur Aufklärung geschrieben: Die Maßnahmen, welche in diesem Jahre zur Regelung des Verkehrs mit Obst getroffen sind, stehen in erster Linie unter der Herrschaft des für den kommenden Winter zu erwartenden Mangels an tierischen Brotaufstrichmitteln. Es war dringend notwendig, dafür zu sorgen, daß das Obst in großen Mengen den Marmeladenfabriken zugeführt wurde. um den erforderlichen Wintervorrat zur Verteilung an die Truppen und an die Zivilbevölkerung zu decken. Die schlechten Erfadrungen mit der Obstbeschlagnahme des Vorjahres kießen in diesem Jahre von einer neuen Beschlagnahme absehen, es wurden vielmehr die Erzeugerhöchstvreise so gestaltet, daß der Obstzüchter zu zufrindenstellenden Preisen sein Obst nach den Vorschriften absetzte, ohne den Versuchungen des Schleichhandels zu verfallen. Naturgemäß mußten die neuen Höchstpreise höber sein als im Vorjahre. Die Ersassung der zur Herstellung der Marmelade notwendigen ungeheueren Meugen von Frischobst ist bekanntlich in der Weise durchgeführt worden, daß von dem gesamten deutschen Ohst an Apseln. Birnen, Pflaumen und Zwetschen nur das wirkliche Edelobst für den Frischverkauf kreiblieb, während das sogenannte Wirtschaftsobst und das Fallobst aus dem öffentlichen Verkehr gezogen wurde und nur an die Marmeladenfabriken geliefert werden durfte. War durch diese Regelung schon von vornherein damit zu rechnen, daß die bisher übliche Eindeckung des Einzelbaushalts mit Frischobst für den Winterbedarf erbeblich eingeschränkt werden würde, so mußten die sehr ungünstigen Witterungsverhältnisse des Spätsommers mit seinen heftigen Stürmen eine weitere Erschwerung des ganzen Obstgeschäftes mit sich bringen, zumal der Obstertrag bedeutend hinter dem Durchschnitt zurückstand. Trotz all dieser Schwierigkeiten ist es trotzdem gelungen, die Hoffnungen, welche auf die staatliche Erfassung des Obstes zu Marmeladezwecken gesetzt waren der Verwirkkichung nahe zu füdren, und die Reichsstelle für Gemüse und Obst konnte einen Schritt weitergehen und konnte zur Verteilung von Obst, das sie nicht benätigte, schreiten.(Nach der Mitteilung in Nr. 729 ist der notwendige Bedarf an Marmeladenobst bis jetzt kaum zur Hälfte sichergestellt. D. R.) Die biesige Stadtverwaltung bat durch versönliche Vorstellungen in Berlin sich sofort eine erhebliche und hoffentlich ausreichende Belieferung gesichert und es sind ihr über 40 Wagaonladungen aus Süddeutschland überwiesen worden. Das Obst. welches gegenwärtig von der Stadtverwaltung durch den einschlägigen Obsthandel und durch die städtischen Verkaufsstellen abgegeben wird, ist durchweg Inlandobst, welches im Auftrage der Reichsobststelle durch die Landesobststellen in Bavern, Baden, Württemberg, Hessen und des Moselgedietes zur Verladung kommt. Go wie Münster werden alle größeren Städte behandelt; es treten die Städte also nicht als Einkäufer auf, sondern das überwiesene Obst wird von ihnen lediglich vermittelt. Die Preise unterliegen den gesetzlichen Bestimmungen der Verdienst der Händler ist so bemessen, daß das Obst mit geringem Nutzen verkauft wird. Aus zadlreichen Außerungen und Zuschriften scheint nun hervorzugehen, daß die Meinung verbreitet ist, als werde das süddeutsche Obst bei uns zu Preisen verkauft, die im Vergleich zu den Preisen in den Erzeugungsgebieten unverhältnismäßig hoch seien. Das Obst in Süddeutschland kommt im Kleinhandel zu Preisen auf den Markt, denen der gesetzliche ErzeugerLöchstpreis zuzüglich der Handelszuschläge zugrunde kiegt. die für das ganz Deutsche Reich einheitlich festgesetzt sind. Dasjenige Obst aber, welches unter Mitwirkung der Landes= bew. Bezirksobitstellen erfaßt und nach den Verhrauchsgehieten Norddeutschlands versandt wird, wird um einen Erlassungszuschlag sowie um die Abgaben, welche die Reichsstelle für Gemüse und Obst für die Verkaufsvermittelung erhebt, verteuert. Es ist zweifellos richtig. daß man in Süddeutschland gegenwärtig besseres und billigeres Obst auf den Märkten findet: dieser Umstand ist aber nur erklärlich, denn das Obst erleidet schon auf dem Transport in Friedenszeiten auf Grund seiner großen Empfindlichkeit bedeutende Veränderungen. Die Kriegsverhältnisse haben den Versand aber sehr erheblich erschwert. Zunächst muß bei der Verpackung manche Sorafalt unterbleiben, weil Stroh und Körbe in ausreichendem Maße nicht zur Verfügung stehen so daß das Obst größtenteils in koser Schüttung verladen werden muß. Die Gestellung der Waagons stößt dauernd auf Schwieriakeiten, und oft kommen Wagen zur Benutzung, die noch nicht einmal mit Luftklappen versehen sind. Auch das beschleunigte Weiterrollen der Waggons ist nicht immer durchzuführen, und die Sendungen erleiden oft große Verzögerungen. So jst z. B. eine Sendung für Münster am 19. September abgerollt und erst am 2. Oktoder eingetroffen. Wenn man dabei noch erfahren muß, daß die Fracht über 500 Mk. für einen solchen Wagen beträgt, und daß der Inhalt durchweg um 12—16 Zentner bestohlen ist(!), so darf man sich nicht mehr verwundern, wenn das Obst, welches im Erzeugergebiete in guter Verfassung und zu angemessenem Preise aufgeliefert worden ist, nun in arg verheultem Zustande und scheinbar zu teuer zum Verkauf kommt. Diese bedeuerlichen Erscheinungen gehören eben zu den übrigen bedauerlichen Zuständen unserer schweren Zeit; und sicherlich wird jedermann die Unabänderlichkeit dieser Erscheinungen leichter in Kauf nehmen und weniger scharf beurteilen, wenn er sich vor Augen hält, daß die Durchführung der Regelung des Obstverkehrs unumgänglich notwendig war, um die Versorgung mit Aufstrichmitteln für den Winter einigermaßen sicheranstellen. Schließlich muß doch auch festgestellt werden, daß sich die Verhältnisse beim Obst in diesem Jahre ganz erbeblich gebessert haben gegen das vorige Jadr. Es steht jedenfalls trotz der nicht günstigen Ernte und trotz der hoben Inanspruchnahme für die Marmeladenfabriken in diesem Jahre Obst in reichlicherem Mate und zu viel billigeren Preisen zur Verfügung als 1916, wo die unansehnlichen Apfel als Tafelobst bezeichnet wurden und fast durchweg Preise von 80 Pf. und mehr gefordert wurden. Die Haltbarkeit des Obstes ist naturgemäß geringer wie in früderey Jahren und es kann daber den Haushaltungen nur empfohlen werden, zur Aufbewahrung in frischem Austande nur die besten Früchte auszusuchen. Zur Erhaltung der beschädigten Früchte steht bekanntlich die städtische Dörranlage zur Verfügung, in welcher Obst gegen geringes Entgelt zu Dörrobst verarbeitet wird. Was die oben erwähnte Rekordernte in Süddentschland betrifft, so teilt darüber die„Tägl. Rundschau“ mit:„Dank der Höchstpreise, deren Höhe lediglich aus Gründen einer Anreizpolitik in gar keinem Verhältnis zur Quantität und Qualität der erzielten Ernte steht, sind den Obstzüchtern in diesen Gebieten enorme Summen zugeflossen: so wurde. u. a. im Bezirk Alzenau für rund 6 Millionen Mark Obst verkauft. Orte wie Freinsheim Weißenheim usw. erzielten Einnahmen bis zu einer halben Million Mark und mehr. Die Gemeinde Hausen bei Obernburg mit nur 400 Einwohnern erzielte für ihr Obst bisher 400 000 Mk. Auch in Südbayern und Schwaden sowie Rodenseegebiet ist eine Obsternte zu verzeichnen, welche die Ergebnisse einer langen Reihe von Jahren in Schatton stellt. Aagesichts dieser Tatsachen stellen wir ernent die Frage: War es nötig, daß wir bei dieser Ernte bei der schlechten Valuta unser gutes Geld für minderwertige Ware ins Ausland Mleben lassen mußten? Diesen Zwick erreicht der Artikel aber nicht, er nicht die Bearündung, warum der Erzeugerpreis so doch sein muß, zumal von Kennern süddeutscher Verhältnisse wird, daß— entg in Nordbavern, Rhe solch eine Ernte gewesen ist, wie in diesem Jahre. Der Artikel erläutert in der Hauptsache nur den tochnischen Hergang der Obsterfassung und die Verteilung auf die einzelnen Städte. padurch wird unsere kürzlich geäußerte Meinung, daß die btadt es hätte an Geschick beim Einkauf fehlen kassen, Hinfällig. Unfere fernere Kritik hat sich also gegen die Reichsobststelle zu richten: und wir werden das tun durch Abdruck eines Artikels:„Zur Mißwirtschaft mit der deutschen Obsternste“, den die„Germania“ in ihrer Nummer vom s. Oktober aus der sieder eines Obstgroßzüchters bringt und der die Zusände u. C. zutreffend kritisiert. Die Länge des Artikels verdieret es, ihn im Anschluß an obige Ausführungen zu h##p##n, wir werden ihn in eine der nächsten. Nummern zuim undruck Aus der Stadt. Münster, 1. Oktober. Von der Universität. Montag, den 15. ds. Mis., findet im Senatssaale von 11 bis 11½ Uhr eine nochmalige Ausgabe von Karten für die Kriegsküche statt. Wer in dieser Zeit eine Teilnehmerkarte nicht löst, hat keinen Anspruch auf Venabreichung von Mittagessen für die Woche vom 15. bis einschließlich 21. Oktober. = Abholung der Hauslisten für die Personenstandsaufnahme. Am Montag beginnt die Abholung bezw. die Abgabe der in den letzten Tagen zur Ausgabe gelangten Hauslisten für die Personenstandsaufnahme. Zwischen Ausgabe und Abholung bezw. Abgabe liegt ein Zeitraum von mehreren Tagen, sodaß jeder Haushaltungsvorstand wohl in der Lage gewesen sein wird. die zur Ausfüllung des Formulars notwendigen Angaben der einzutragenden Personen zu sammeln und das Formular sorgfältig auszufüllen. Auf die gesetzliche Verpflichtung und die Vorteile einer vorschirtfsmäßigen Ausfüllung haben wir bereits hingewiesen letztere wird daber auch wohl kein Hausbaltungsvorstand im eigenen Interesse und zur Vermeidung von Weiterungen versäumen. Bei etwaiger Abwesenheit in den nächsten Tagen empfehlen wir dringend, dafür Sorge zu tragen, daß der mit der Abholung beaustragte Beamte die Hauslisten in Empfang nehmen kann. Dies läßt sich mit leichter Mühe durch Abgabe an einen Mitbewohner des Hauses— eventl. unter Briefumschlag— oder durch Niederlegen an einer sichtbaren Stelle, vielleicht am Briefkasten oder Befestigen an einer Flurtür erreichen. Dem Beamten werden hierdurch viele unnütze Wege erspart und seine Arbeiten nicht behindert. Für den eingemeindeten Bezitk empfehlen wir die genaue Beachtung und Innehaktung der auf der Hausliste angegebenen Termine zur Abgabe. er' Das handenweise Umberziehen von Personen(Zigennern. Bärenführern usw.) ist im Korpsbezirk des VIk. Armeskorps durch eine Bekanntmachung des Stellvertretenden Generalkommandos des VII. Armeskorps verboten. Zuwiderhandlungen werden mit Gefängnis bis zu einem Jahre bestraft. Sind mildernde Umstände vorhanden, so kann auf Haft oder Geldstrafe bis zu 1500 Mark erkannt werden. () Eine arge Unsitte hat sich so schreibt man uns, auf der Abschnittsstraße anscheinend allmählich Hausrecht erworden. Der Bürgersteig wird nämlich fast von jedem Radfahrer — als Radfahrweg benutzt. sodaß die auf dem Bürgersteig spielenden Kinder kast stündlich in die Gefahr des Überfahrenwerdens geraten. Kein vernünftiger Mensch wird etwas degegen einzuwenden haben, wenn ein Radfahrer außerhalb der Stadt bei schlechtem Wetter den Fußweg benutt: in diesem Falle aber liegt kein Grund vor. Die Abschnittsstraße ist eine hochgelegene Straße, welche auch bei schlechtem Wetter sehr gut zu befahren ist. Hoffentlich trägt dieser Hinweis zur Besserung bei. Vom Standesamt. Sterbefälle. 11. Okt. Berustlose Wilbelmine Kublmann, 43 J.— 12. Herufslose Ella Scheme. 25 J.— Pfründner Gerhard Düsterbnes. 80 * Ritteilungen des Rädtischen Kriegsausschusses. Sonntag zweite Hälfte der Magermilchkundenliste. Montag erste Hälfte der Magermilchlundenlste. Butterverlauf: in der Verkaufsstelle Cervotsiplatz am Montag für die Nrn. 1—1300, Dienstag 1301—2000, Mittwoch 2601—3300, Dönnerstog 9001 bis 5200, Freitag 5201—4700; in der Stadthalle Neubtückenstraße am Montog für die Nou. 1—900, Dienstag 901—1800. Mittwoch 1801—2100, Donnerstag 2701 bie 3600, Freitog 3601—46 00; in der Verkaufestelle SöbenBraße am Montag für die Nen. 1—890, Dienstog 801—1600. Mittwoch 1601—2500, Bannerstag 2501 bis 2400, Freitag 8401—4300; in der Verkaufsstelle Kreuzstraße am Montag für die Nru. 1—900. Dienstag 701—1400, Mittmoch 1401—2100, Donnerstag 210 bis 2900, Freitag 2901—3900; in der Verkaufsstelle Warendorker Straße em Montag für die Nrn. 1—500, Dienstag 501—1000, Mittwoch 1001—1508, Donherbtag 1501—2000, Freitag 2001—2500. Kopfmenge 60 Gramm, Preis 39 Pfennig. Auf alse Kundenliste und alte Warenkarte werden von Montag ab 125 Gramm Kunsthonig(Pfund 56 Pfennig) und 100 Gramm Weizenartes abgegehen. Feld 84 der Warenkarte ist zu töschen. An Kartoffeln gelangen in dieser Woche nicht 7. sondern 10 Pfund zur Ausgabe, sodaß sich die festgeietzte allgemeine Jahresbezugsmenge um 3 Pfund erhöht. Neue Protkarte Meilitärausweiskarte) mitbringen. Beim Buttereinkauf wolle man darauf achten, daß die Brotkarten nicht unmittelbar mit den Butterpackungen in Berührung kommen da die Karten wegen der Durchlässigkeit des Einwickelpapiers sonst settig werden. Ein Umtausch der kettigen Karten kann nicht erfofgen. Auf Grund der z At zur Ausgabe gelangenden Kartoffelbezugsscheine können— wie wiederholt bekanntgemacht = Kartoffeln nur für die Zeit vom 5. November d. Is. bis längstens 20. Juli u. Is. eingekellert werden. Bis zum 4. November einschließlich müssen alle Haushaltungen— sofern sie nicht als Selbstversorger gelten— ihre Kartoffeln noch pfundweise an den städtischen Kleinverkaufsstellen beziehen, sedaß die eingekellerten Vorräte erst vom 4. November ab angegriffen werden. Die Haushaltungen, die ihre Kartoffeln zum Einkellern von der Stadt beziehen und bereits Bezugsscheine erhalten haben, werden ernent dringendst ersucht, die auf dem unteren (kleineren) Teile der Bezugsscheine angegebene Bezugsmenge sofort, spätestens aber dis Mittwoch, den 17. d. Mis., an einer der Lagerstellen abzudolen.. e. 955. Zur Vermeidung von Störungen in der apfertigung wird mitgeteilt, daß sich der Gingang zum Kohlen- und Kartoffelbüro nur an der Ludgertstraße und der Eingang zum Milchund Kartenbürg nur an der Rothenburg befindet. Die Landwirte des Stadttreises Münster werden ersucht, Kartofseln an den Mädtischen Verkaufsstellen nicht anzuliefern. Mischpreiserdöbung. Die Rücksiel auf die schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse der kommenden Monate hat die Bezirkskeitstelle nach Andörung Sachverständiger veranlaßt, die Mischpreise nach Maßgabe der Anordnungen der Reichsfettstelle im Regierungsbezirk Münster ganz allgemein neu zu reseln. Nachdem bereits der Kreivausschuß des Landkreises Münster mit Wirkung vom 16. ds. Mis. ab die Milchpreise erhöht hat, muß auch vom gleichen Tage an eine Preiserhöhung für den Stadtkreis Münster eintreten. In Übereinstimmung mit dem neuen Erzeugespreise im Landkreise Münster wird demgemäß der Milchpreis im Rahmen der Beschlüsse der Bezirksfottstelle anderweitig wie folgt festgesegt: 2) Vollmilch: Erzeugerpreis eb Hof vich über 97 frei Verkaufsffesse nicht#.##0 de Liter a. ie Oiter b 81ten Die neuen Milchpreise gelten von Dienstag, den 16. ds. Mis. ab. Die Neuregelung der Milchpreise ist im ganzen Reiche eriorderlich geworden um den notwendigsten Bedarf an Milch für die kommende Zeit zu sichern und den Landwirten einen Anreiz zu bieten, möglichst viel Milchvieh durchzuhalten. Unter Berücksichtigung dieses Gesichtspunktes muß die Erhöbung von den Verdrauchern als nicht zu umgehen getragen werden, zumal anderwärts die Preise vielfach höher sind. Anderweitige Regelung der Versorgung mit Hausbrandkohlen für den Winter. Es hat sich berausgestellt, daß eine sehr graße Zahl von Haushaltungen und Betrieben mit Hausdrandkohlen, als welche in der Regel Anthrazit und Magernußkohlen anzusehen sind, von den Händlern noch nicht beliefert sind. Da die Zufuhr in diesen Sorten von Hausbrandkoblen verhältnismäßig gering ist und bleibt und mit einer dem Bedarf entsprechenden Belieferung während des Winters nicht gerechnet werden kann, mußte die Versorgung des Hausbrandes anderweitig sichergestellt werden. Der Megistrat ordnet daher hiermit nach vorheriger Anhörung der städtischen Kriegskommission für den Kohlenverbrauch und nach Besprechung mit den Koblenhändlern folgendes an: a) Anthrazitkohlen allein dürfen von den biesigen Händlern nicht mehr verabfolgt werden. Um die eingehenden Mengen einem möglichst großen Verbraucherkreise zuzuführen, sind die Anthrazitkoblen mit Brechkoks 111 oder zerkleinertem Gaskoks in annähernd gleichen Teilen zu mischen. b! Da auch die vorerwähnte Mischung zur Befriedigung des Bedarfs an Hausbrandkohlen nicht hinreichen wird, werden die Händler an diejenigen Verbraucher, welche mit der unter a erwähnten Mischung nicht beliefert werden können eine Mischung bestehend aus ¾ zerkleinertem Gaskoks und## Fettkohle(Küchenkohle) in denjenigen Mengen, auf welche die in den Händen der Verbraucher befindlichen Bezugsscheine lauten, verabfolgen. Diese Mischung ist nach dem Gutachten von Sachverständigen und nach praktischen Versuchen heinkräftig und eignet sich sowohl für Dauerbrandsfen als auch für andere Ofen. Sowhol die unter a als auch unter d erwähnten Mischungen dürfen nur auf Grund der vom städtischen Kohlenbüro ausgestellten blauen Bezugsscheine(oder der grünen Dringlichkeitsscheine abgegeben werden. Hat z. B. ein Verbraucher einen Bezugsschein über 20 Zentner Hausbrandkohlen, so kann er hierauf entweder ca. 40 Zentner Anthrazit und ca. 10 Zentner Brechkoks III bezw. zerkleinerten Gastoks(gemäß a) oder 3 Zentner Fettkohle(Küchenkohle) und 15 Zentner zerkleinerten Gaskoks(gemäß b) erhalten. Die Art und das Verhältnis der Mischungen heim Heizen der Efen muß den Verbrauchern überlassen bleiben, welche dies mit ihren Efen ausprobieren müffen. Wer mit den nach seinem Bezugsschein ihm zustebenden Mengen beliefert ist, kann nicht eher einen weiteren Bezugsschein erbalten, als sämtliche Scheine erledigt sind und die Ausgabe weiterer Bezugsscheine bekanntgegeben wird. Der Kleinhandelshöchstpreis für den unter d erwähnten Gaskoks wird auf 2.80 Mark für den Zentner frei Keller festgesetzt. Im übrigen sind für die anderen Brennstoffarten bei der Mischung die in der Verordnung des Magistrats vom 1. Oktober ds. Is. festgesetzten Höchstpreise maßgebend. Die Belieferung der Händler mit zerkleinertem Gaskoks durch die städtische Gasanstalt ist sichergestellt. Die Händler sind mit entsprechenden Anweisungen versehen und werden den mit ihnen getroffenen Vereinbarungen entsprechend verfahren. Es ist ferner in Aussicht genommen, denjenigen Hausbaltungen, welche als Ersatz für die Hausbrandkodlen ihre Küchenkohlen teilweise verbrauchen müssen. Brennholz seitens der Stadtverwaltung zu liefern. Näheres hierüber wird demnächst bekannt gegeben werden. Schließlich teilen wir aus dem neuesten Rundschreiben des Reichskommissars für die Kohlenverteilung vom 20. Sept. d. J4. an die Kommunalverbände folgende Mahnung an die Verbraucher mit: „Wenn es auch mein Bestreben ist, die Mengen, die bei größter Sparsamkeit für den Hausbrand unbedingt gebraucht werden, den Verbrauchern möglichst unverkürzt zuzufähren, so kann ich doch nicht umdin, auch bei dieser Gelegenheit wiederholt darauf hinzuweisen, daß die dringendste Veranlassung zur Sparsamkeit im Verbrauch von Brennstoffen besteht. Es hat sich infolge des Standes unserer Kablenförderung bedauerlicherweise im allgemeinen nicht ermöglichen lassen. während der Sommermonate größere Vorräte in den Verbrauchsgebieten anzusammeln, und es wird nur mit den größten Schwierigkeiten gelingen jeweilig den lausenden Bedarf während des kommenden Winters zu decken, zumal mit Transportschwierigkeiten und Wagenmangel— wenn auch vielleicht nicht in dem Aus. meß wie im vergangenen Winter— gerechnet werden mut.“ Wir empfehlen diese Worte der dringendsten Beachtung für den Kohlenverbrauch der Bürgerschaft. Aus den Provinzen. * Warendorf, 12. Okt.(Auskunft) über UnfallKranken= und Inpalidenversicherung. in Militär=, Miets=, Steuer= und ähnlichen Angelegenbeiten erteilt ein Vertreter des Volksvereins am Mittwoch, den 17. Oktober. nachmittags von 4—6 Uhr beim Wirt Hungerkötter. Weitkirchen, 19. Okt.(Goldene Hochzeit.) Am kommenden Dienstag begehen die Ebeleute Schkosser und Maschinenbauer H. Lohmann das Fest ihrer goldenen Hochzest. Trotz seines dohen Akters nimmt der Jubilar an allen öffentlichen Angelegenheiten der Gemeinde regsten Anteil. Seit vielen Jahren ist er Mitglied des Kirchen= und Schulvorstandes und Vorsitzender des Spar= und Darlehnskassenvereins seit dessen Gründung. Er war in all seinen Amtern steis darauf bedacht, das Wohl der Gemeinde zu fördern. Darum nehmen auch alle Gemeindemitglieder an diesem seltenen Familienfeste innigen Anteil und wünschen, daß dem Inbekpaare noch ein langer Lebensgbend in voller Rüstigkeit beschieden sein möge. * Rheine, 18. Okt.[Volksburean, Tiefestraße 17.) Die Auskunftserteilung und Enfertigung von Schriftsätzen findet in Zukunft nicht mehr Dienstags, sondern nur noch Donnerstags nachmittags statt. # Abdenbüren, 18. Okt.(Schadenkeuer.) An der Wohnung eines Mietshauses der früher Wolffichen Glasfabrik in der Südfeldmark brach ein Brand aus, der infolge des Sturmes so rasch um sich griff, daß das Gebäude bie auf die Umfassungsmguern niederbrannte. Die rasch herbeigeeitte Feuerwehr dämmte den Brand auf seinen Herd ein, sodaß die umliegenden Gebäude nicht weiter gefährdet waren. Von dem Mohiliar der Familien, die das Haus bewohnten, sowie von den Lebensmitteln konnte der größte Teil gerettet werden. O Ihbenbüren, 18. Okt.[Die goldene Hochzeit feierten gestern die Eheleute Duwendas in Ledde. Dortmund, 13. Okt.(Die Kriegsausstellung) erfreut sich andauernd eines guten Besuches. Nachdem vor einigen Wochen dem 50 000. erwachienen Besucher mit einem schenk eine freudige Aberraschung gereitet werden kennte. 1. Ott bier Geschenk eine freudige überraschung hergitet werdeg konnte, hat sich Tausend um Tapsend neuer Besucher im Frembenhaum eingefunden, um die in allen Teilen reichhattige und undestritten sehenswerte Kriegsaussteilung in Augenschein zu nehmen. Es wird sicher, wenn der Besuch bis zu dem Aufang Novemher erfolgenden Schluß der Ausstellung weiter so gut wie bieher, bleibt, noch der Hunderttausendste Besucher ein Geschenk noch in Empfang nehmen können. Hie größeren industriellen Werke sind jetzt gebeten worden, ihre Arbeiter und Angesteltten nach der Auasteltung zu entsenden. Der Besuch verbiltigt sich für eine grühere Gesellschaft ganz wesentlich. * Soeft, 12. Ou.(Einehäßliche Tat.) Auf einem biesigen größeren Werk wurde ein großer Treidriemen im Werte von 40000 Mk. an mehreren Stellen völtig durchschnitten, bo daß er bei der Inbetriebssetzung zerreißen mußte. Glücklicherweise wurde die Beschädigung noch rechtzeitig bemerkt, so daß ein größeres Unglück vermieden wurde. Als der Tot verdächtig ist ein Arbeiter des Workes verhaftet □ Schüttorf. burggade) fand dem bervorragende auswärtige Kräfte sich unent Dienst der edlen vaterländischen Sache ge Veranstaltung, die den Besuchern einen hohe Genuß bot, war in jeder Hinsicht ein schöner den. Die Kasse batte die erfreuliche Einna weniger als 2800 Mark zu verzeichnen, die sie tröglich dinzukommende, der Hindenburgga Spenden noch höher stellen wird. Grevenbroich, 12. Okt.(Opfer des Im benachbarten Wevelingboven stürzte nach broicher Zeitung" infolge des Sturmes eine Um der ausgebrannten Kottmannschen Mühle ein und merte einen Teil des Kontors. Dabei wurden der besitzer Jakob Kottmann, serner der Obermüller auswärtiger Bauingenieur getötet. Trier, 12. Okt.(Auch eine Wirkung ein gerangriffs. Bei dem letzten Fliegerangriff, im Garnisonlazarett liegender taubstummer Solde das Gehör wieder, während die Sprache nicht zur ist. Man hofft, daß eine vollständige Heilung mögli tur indenu nicht gedachte mes.) „Grevenmauer zertrümMühlen= und ein Fliehielt ein plötzlich ickgekehrt ist. Gerichtszeitung. X Dortmund, 13. Okt. Das Schwurgericht verurteilte nach zweitägiger Verhandlung den italienischen Bergmann Luigi Siegismundo aus Heeßen bei Hamm. der in der Nacht zum 18. Mai seinen Landsmann Vaglio ermordet und beraubt und dann in die Lipte geworfen hatte, zu 15 Jahren Zuchtbaus. Der Staatsanwalt hatte lebenslängliche Zuchthausstrafe beantragt. c' Die Lebensmittelkontrolle auf den Bahnhöfen im Münsterlande war Gegenstand einer schöffengerichtlichen Verhandlung in Dorsten. Als der Schlosser H. die Bahnsrerre in W. passieren wollte, wurde er von einem Hilfspolizeibeamten angehalten und zur Öffnung eines mitgeführten Paketes aufgefordert. Er kam der Aufsorderung unwillig nach. wobei er noch den Beamten mit Kosenamen belegte. Das Paket enthielt statt der vermuteten Lebensmittel Pferdemist. Die Anklage legte dem H. nun zur Last, die Nevision durch sein Gebaren absichtlich herbeigeführt zu haben, um den Beamten zu schikanieren. Das Schöffengericht erkannte wegen Beleidigung auf 30 Mark und sprach dem Beleidigten die Publikationsbefugnis zu. X Versicherungsansprüche und Kriegsnotverordnung. Eine versicherungsrechtlich außerordentlich wichtige Entscheidung fällte kürzlich das Reichsgericht. Ein bei der„Viktoria“ zu Berlin gegen Unfall versicherter Reisender starb an den Folgen eines Unsalles. Die Gesellschaft verweigerte die von der Witwe verlangte Zahlung der Versicherungssumme mit dem Hinweis darauf daß der Versicherte die am 24. Novemder fällig gewesene Prämie von 10.60 Mk. trotz vorschriftsmäßiger Mahnung bis zum Unfalltage nicht gezahlt habe. Den Versicherungsbedingungen entsprechend, habe, daher die Versicherung gerubt. Der Versicherte hat nach dem Unfall, am 5. März 1915. den Prämienbetrag eingesandt. Die Gesellschaft verweigerte jedoch die Annahme. Auf die Klage der Witwe des Verstordenen gegen die Gesellschaft haben Landgericht Bochum und Oberlandesgericht Hamm die Gesellschaft zur Zahlung verurteilt, indem sie darauf hinwiesen, daß gemäß der Bundesratsverordnung vom 18. August 1914 die Rechtsfolgen der Nichtzablung als nicht eingetreten zu gelten haben. Die Voraussetzung der Anwendbarkeit der Bundesraisverordnung war dadurch begründet, daß die wirtschaftliche Lage des Versicherten zurzeit der Fälligkeit der Prämie, Ende Nopember 1914. bis zum Unfall die Nichtzahlung der Prämie entschuldbar macht und sie als Folge des Kriegsausbruches erscheinen lätzt: denn seine Cinnahmen waren seit Kriegsausbruch um mehr als die Hälfte zurückgegangen, so daß er sich in einer durch den Krieg hervorgerufenen Notlage befand. Das Reichsgericht bestätigte dieses Urteil und wies die von der Beklagten eingelegte Revision zurück. We in eiserner Anl eul gtell Die hiesige Goldankaufestelle befindet sich im Kathaus und ist jeden Mittwoch von 10—13 Uhr geöffnet. Hauptredakteur Rudolf Strietholt.— Us verantworten; den redaktionellen Teil Poul Koene, die Weklamen und Inserate Anton Busch, alle in Münster.— Druck und Verlag der Aschevoorfischen Buchhandlung in Münkter. Bezug von Zwiebäcken u. Krankenbrot. Bei den Bäckermeistern Bd. Freitag=Amelsbüren, H. Vogt=Hiltrup, A. Hanhoff aus Albersloh, Witwe Lobermann=Handorf. F. Sauer=Kemper, A. Weiling Münster. Warendorferstr., Cl. Rott=Münster, Hammerstraße, Jos. Limberg=Münster. Mauritzstr. und Herm. Hemesath=Münster. Uppenberg, kännen ab nächste Woche auf Amtsbrotmarken Zwiebäck aus reinem Weizenmehl hergestellt zum Preise von 80 Pig. das Psund bezogen werden. Zum Bezuge sind lediglich berechtigt Säuglinge, Kinder und Kranke des Amtsbezirk Mauritz. Ebenfalls kann bei denselben Bäckern auf Ausweis. der im Amtsbüre ausgestellt wird. Weizenbrot, das 2=Pfd. Brot zu 55 Pfg., bezogen werden. Das Backen dieses Weizenbrotes beginnt, sobald eine Anzahl Meldungen vorliggt. In den Verkaufsstellen: Cons.=Gen. EintrachtHiltrun, Witwe Lobermann=Handorf. WächterMünster. Hörsterstraße, findet ab nächste Woche der Kleinverkauf einer geringen Menge von reinem Weizenmehk, das Pfund zu 27 Pfd., statt. Bezugsberechtigt sind werdende Mütter. Sänglinge, Kinder unter zwei Jahren und Kronke. Die Haushaltungkarte ist in allen Fällen vorzuzeigen. Münster, 12. Oktober 1912. Der Amtmann des Amtes Gr. Mauriz: Bartosch. wagen und Geschat Werlauft Wegen Geschäftsaufgabe verkaufe ich am Freitag, den 18. Oleder, vormittags 11 Uhr auf dem Hose Doratheen. strohe 95 zu Münster: 1 eleg. Glaslandauer(mit Seidenausschlag) fast neu, 1 eleg. 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