deutschsprachigen Presse e.V. Sezugspreis vierteljährlich: Gusgabe A(ohne „Wochenschau") in Münster zweimal täglich fre ins Haus gebracht 2 Mk. 10 Pfg.,— auswärts von der Post abgeholt 2 Mk. 10 Pfg., durch den Briefträger gebracht überall, wo nur einmal. im Tage Briefbestellung stattfindet, 2 Mk. 52 Pfe., in Orten mit zwei= und mehrmaliger Bestellung 2 Mr. 82 Pfg.— Ausgabe 8(mit„Wochenschau“) vierteljährlich 60 Pfg. mehr Fernspr.: Redaktion u. Verlag Nr. 2448, 2440 u. 2450. Geschäftsstelle(Michaelisplatz 9) Nr. 70. Zwei Ausgaber tägig. und Münsterische Volkszeitung. 44689 Dritte Ausgabe. Freitag, 12. Oktober 1917. Anzeigen: Der Raum für die Anzeigenspalte, 30 mm breit,„Lmm hoch, 25 Pf.; bei Anzeigen aus dem R.=Bz. Münster 20 Pf., aus der Stadt Münster 15 Pf.(für Aktiengesellschaften 2c., Vereine und Behörden 25 Pf.: Reklamen: Der Raum für die Reklamespalte, 87m breit,„2mm hoch, 1 Mk.— Für Erfüllung von Platz= vorschriften wird keine Gewähr, sowie für Druckfehle. keine Haftung übernommen. Etwaiger Rabatt gilt als Kasseurabatt u. kann verweigert werden, wenn Zahlung nicht binnen 4 Wochen nach Erhalt der Rechnung erfolgt.— Gebühr für Beilagen nach Gewicht 66. Jahrgang. Nr. 734. Der Reichstag und die RegierungsKrisis. Von einem Zentrumsabgeordneten der Reichstagsfraktion wird uns geschrieben: Es ist nicht zu leugnen, daß gegen den jetzigen Reichstag in weiten Kreisen des Volkes eine erhebliche Mißstimmung besteht, die letzte Ursache ist die bekannte Friedensresolution. Aus den daraus resultierenden Unstimmigkeiten der öffentlichen Meinung fließen heftige Vorwürfe gegen den Reichstag. Er wolle der Regierung seinen Willen aufzwingen, benutze die politische Situation, um größere Rechte für sich herauszuschlagen: er rolle innerpolitische Streitfragen auf in einer Zeit, wo der Burgfriede maßgebend sein soll und gefährde dadurch die ernste Entschlossenheit des Volkes den Krieg bis zum erfolgreichen Ende durchzuführen. Es kamen sogar Rufe nach Auflösung des Reichstages. Diese Vorwürfe sind in ihrer Allgemeinheit nicht stichhaltig, aber darauf soll nicht näher eingegangen werden, weil sie ja zu dem Komplex von Streitfragen gehören, welche durch die deutsche Antwort auf die päpstliche Friedensnote zu einem gewissen Abschluß gelangt sind. Die Fragen der innerpolitischen Neuorientierung sind ebenfalls nicht willkürlich vom Reichstag aufgeworfen, sondern das natürliche Ergebnis der langen Dauer des Krieges. Im übrigen befindet sich darunter keine einzige Frage, die nicht auch in Friedenszeiten bereits in Fluß war und zu einem Ergebnis drängte. Das gilt sowohl für die Reform des Reichstagswahlrechtes, wie auch der Wahlreform in Preußen, und ebenso muß es gelten für die Bestrebungen, ein besseres Verhältnis zwischen Reichstag und Regierung zu finden. Es muß aber außerdem festgestellt werden, daß alle Parteien des Reichstages— wenigstens ailt dies für die Mehrheitsparteien— bestrebt gewesen sind, alle diese delikaten Fragen vielmehr auf dem Wege friedlicher Verständigung mit der Regierung als den des parlamentarischen Kampfes zu erreichen. Es ist nicht zu viel gesagt, daß noch keine Regierung einen so lenksamen und für friedlich politische Arbeit bereiten Reichstag gehabt hat. Entgleisungen der äußersten Rechten und äußersten Linken können daran nichts ändern. Deshalb muß auch von vornherein Verwahrung dagegen eingelegt werden, daß an den kritischen Auseinandersetzungen der letzten Tage der Reichstag die Schuld habe. Im Gegenteil, die Mehrheitsparteien haben sich redlich bemüht, der Krisis die Spitze abzubrechen. Der beste Beweis ist der Fall Helfferich, daß die Schaffung der Vizekanzlerstelle ein starkes persönliches Motiv hat, steht fest. Nun ist gegenwärtig kein Mann bei den Mehrheitsparteien so unbeliebt, wie Helfferich; sein ganzes Auftreten bei den verschiedensten Anlässen besonders in der Unterseebootfrage und jetzt jüngst bei der Intervellation hat bei den Mehrheitsparteien die Überzeugung geschaffen, daß er doch wohl nicht der richtige Mann am rechten Platze ist. Trotz dieser erheblichen Bedenken verwies der Reichstag den Konflikt in die Haushaltskommission zurück und genehmigte nach einer sehr ausführlichen Aussprache den Nachtragsetat. Man könnte dem Reichstag vielmehr den Vorwurf machen, daß er in manchen Fragen der Regierung gegenüber zu nachgiebig sei, und zu wenig Rückgrat zeige. Die Krisis der Stunde besteht in der Schwäche der Regierung, welche nicht über die Männer verfügt, die den schweren Aufgaben gewachsen sind, welche diese ernste schicksalsschwere Zeit an die Regierung stellt. Das haben die letzten Tage klar bewiesen. Die Ungeschicklichkeit Helfferichs und des Kriegsministers waren im Haushaltsausschuß mühsam zur Zufriedenheit beigelegt, als Herr v. Capelle durch eine neue Ungeschicklichkeit das Porzellan wieder zusammenschlug. über die Vorgänge in Wilhelmshaven, der einen einzelnen Ausnahmefall in Heer und Marine darstellt, herrscht bei den Mehrheitsparteien Übereinstimmung in der entschiedensten Verurteilung desselben. Aber es lag kein Grund vor, auf diesem Einzelvorkommnis im Reichstag eine politische Attacke zu reiten, wie es Herr v. Capelle getan hat, und der Sache eine Bedeutung zu geben, die sie gar nicht hat. Eine Ungeschickkichkeit an die andere. Die Art, wie der Reichskanzler Herrn v. Capelle zu decken versuchte, war ebenfalls wenig glücklich. Kurz es fehlt der jetzigen Regierung sowohl an politischem Weitblick und Geschicklichkeit, wie an diplomatischer Rotine. Eine Regierung. die mit diesem Reichstag über innerpolitische Fragen nicht einig werden kann, erbringt den Beweis ihrer Unfähigkeit. Das ist das Gebot der Stunde? Eine starke Regierung! Reichskanzler Michaelis muß den Beweis erbringen, daß er die politische Geschichte Deutschlands in dieser ernsten Zeit großzügig und mit überlegenem Geiste zu leiten versteht. Man hat ihm den Vizekanzler bewilligt, den er selbst dringend wünschte. Er hat an seiner Seite im Auswärtigen Amk in der Person des Staatssekretärs v. Kühlmann einen ganz hervorragenden diplomatischen Kopf: hier zu paßt kein schwankender, zaghafter Kanzler. überhaupt v. Kühlmann! er ist der einzigste Lichtblick in diesen trüben politischen Tagen: seine Rede war eine Glanzleistung; endlich löste sich im Reichstag einmal wieder eine begeisterte frohe Stimmung und nachdrücklich müssen seine Schlußworte im Gedächtnis behalten werden.„Die auswärtige Politik kann nur erfolgreich sein, wenn sie von der Zustimmung der breiten Menge des deutschen Volkes getragen, wenn sie den Willen des Volkes in seiner wesentlichen Gesamtheit vertritt und verkörpert, um deswillen darf der zur Vertretung der auswärtigen Politik Berufene immer wieder ins Gedächtnis bringen, daß, so hoch die Wogen der innerpolitischen Meinungsverschiedenheiten auch geben mögen, jetzt in dieser ernsten schicksalsschweren Zeit jeder einzelne mitberufen ist, unsere auswärtige Politik diejenige Wucht und Geschlossenheit zu verleihen, die sie braucht, um durch Ringen und Ausharren zu erreichen, Sieg und Frieden.“ Damit hat Herr v. Kühlmann ein Regierungsprogramm verzeichnet, dessen Verwirklichung die brennendste Aufgabe der Gegenwart ist. Der Reichstag hat durch seinen stürmischen Beifall seine Zustimmung bekundet. Nun ist es an der Regierung. auch ihrerseits zu zeigen, daß sie die Kraft hat, im Sinne dieses Programms die Geschicke des Landes zu führen. Zur innerpolitischen Situation. □) Berlin, 12. Okt. Nachdem der Reichstag auseinandergegangen ist, ohne daß eine Klärung der Konflikte wirklich durchgeführt wurde, werden die Erörterungen über die Angelegenheiten ihren Fortgang nehmen. Man erwartet allgemein eine Anderung in einzelnen Reichsämtern, zunächst im Reichsmarineamt, in welchem man dem Wechsel in allerkürzester Zeit entgegensieht. Vielfach wird angenommen, daß Dr. Helfferich Herrn v. Capelle sehr bald folgen wird, wofür aber Anhaltspunkte noch nicht gegeben sind. Der Wechsel im Reichsmarineamt erscheint deshalb noch wahrscheinlicher, weil die besonderen Umstände sein Auftreten noch unverständlicher machen. Es wird versichert, daß die Rede des Herrn v. Capelle mit dem Reichskanzler nicht vereinbart war, daß vielmehr der Staatssekretär dem Reichskanzler nur kurz allgemein angedeutet habe, daß er diese Dinge zur Sprache bringen wolle. Wir müssen das dahingestellt sein lassen zumal es unverständlich wäre, wie dann der Reichskanzler die Rede des Staatssekretärs ankündigen konnte. Aber das Auftreten des Staatssekretärs ist um so befremdlicher, als tatsächlich der Reichsanwalt schon vor längerer Zeit ein Verfahren gegen die Genossen Dittmann, Haase und Vogtherr als undurchführbar erklärt hat. Diese Klarstellung ist auch in Verhandlungen mit Reichstagsabgeordneten erfolgt. Unseres Wissens ist der Kommission zur Beratung der Antwortnote an den Papst auch dieses Material schon unterbreitet worden. Die Vorgänge in der Flotte sind den Teilnehmern in der Kommission mitgeteilt worden, und es ist ihnen auch Kenntnis gegeben worden von dem Besuche der Matrosen bei den Abgeordneten der Unabhängigen sozialdemokratischen Partei. Wenn somit kein Zweifel sein konnte, daß ein Strafverfahren selbst nach der Meinung des Reichsanwalts nicht durchgeführt werden konnte, so erscheint es um so befremdlicher, daß der Staatssekretär dieses Matertal dennoch in dieser Form vorgetragen hat. Die Mitteiluns der„Voss. Ztg.“ von gestern abend, daß der Entschluß zur Demission bereits gefaßt sei. ist im einzelnen auch jetzt noch nicht nachzuprüfen, aber die Wahrscheinlichkeit, daß es so kommen wird, ist groß und wird auch in der Presse heute früh hervorgehoben. Das„Berliner Tageblatt“ meint, es unterliege keinem Zweifel, daß der Staatssekretär des Reichsmarineamtes. Herr v. Capelle, von seinem Posten scheiden werde. Neben Herrn Dr. Helfferich und Herrn v. Capelle erscheint der Reichskanzler Dr. Michaelis als wankende Erscheinung. Das peinliche Gefühl, daß die Regierung los der Situation gegenüberstand, besteht bei allen Parteien, und der Gedanke, daß eine kinderung in der Besetzung der leitenden Stelle eintreten könnte, wird von keiner Seite zurückgewiesen, nicht etwa aus Feindschaft gegen Michaelis, sondern aus reiner Sorge um den Fortgana der Politik. So sagt die„Germania“, daß es für die Reichsleitung geboten sei, daß nur der erfahrenste, in allen Sätteln der hohen Politik gerechte, beste Politiker und Diplomat die Führung in der Hand haben dürfe, daß nur die besten Kräfte gleichen Schlades ihm zur Seite stehen dürfen. Aber im Gegensatze zur Linken konstatiert die„Germania“ mit erfreulicher Bestimmtheit, daß dies eine reine Personenfrage sei, das sei besonders dem„Vorwärts gegenüber zu betonen, der sich wieder für eine Systemänderung einsetze. Die„Voss. Zig.“ sagt, jedermann sei sich klar darüber, daß es für den Kanzler nur zwei Möglichkeiten gebe, entweder abzudanken oder seine Staatssekretariate vollkommen umzugestalten. Entweder muß der Reichstag jetzt den Kanzler wissen lassen, daß er auf die Dauer nicht mit ihm zusammenarbeiten wolle, dann muß der Kanzler daraus seine Konsequenzen ziehen, oder 7 ergeben sich die Möglichkeiten eines weiteren Zusammenarbeitens, dann müsse die Voraussetzung dafür sein, daß sofort neue heit der Schiffahrt durch internationale Beschlüsse, so lange diese Schiffahrt nicht unter die Bestimmung des fraglichen Artikels der Haager Konvention fällt. Die holländische Regierung hat eine sehr eingehende Kontrolle ausgeübt, um jeglichen Verstoß gegen das Völkerrecht zu verbindern. Sie hat deshalb den Begriff militärischer Transport sehr weit ausgedehnt und darunter auch Güter gerechnet, die im besetzten Gebiet requiriert und als Beute nach Hause gesandt wurden. Deswegen wird die Durchfuhr von Gütern aus Belgien nur dann zugelassen, sagt„N. Cour.“, wenn aus den Erklärungen eines niederländischen Konsuls zur Genüge hervorgeht, daß diese Güter nicht requiriert wurden. Auch auf Grund der Rheinschiffahrtsakte kann die holländische Regierung nicht gestatten, daß Metall aus Erz gewonnen wird, das erst während des Krieges aus Deutschland hierzu nach Belgien eingeführt wurde. Ein deutlicherer Beweis für das Mißtrauen in die bolländische Neutralität, sagt das Blatt, wie diese Repressalien, ist schwerlich denkbar. Die britische Regierung straft die ganze holländische Bevölkerung, weil die holländische Regierung sich weigert, britischen Wünschen zuliebe ihre Neutralitätspflicht zu verletzen. Die Rotterdamer Reedereifirma de Poorter teilt mit, daß bisher die holländische Regierung zwar noch keine Schiffe für den Transport von Kohlen aus England nach Holland requiriert habe, daß jedoch ein gewisser Druck auf die Redereien ausgeübt werde, um sie zu veranlassen, ihre Schiffe freiwillig zur Verfügung zu stellen. Man habe den Reedereien zu verstehen gegeben, daß, wenn dies nicht geschehe, die Regierung entschlossen sei, die Schiffe zu requirieren. Wegen der Gefahrenzone haben die Reedereien sich aber geweigert, die Schiffe freiwillig zur Verfügung zu stellen. Die Schiffahrtseinstellung zwischen Holland und seinen Kolonien. Haag, 11. Okt.(WTB.) Das Ministerium des Auswärtigen teilt mit: Vom holländischen Gesandten in Washington wird berichtet, daß die amerikanische Regierung amtlich bekannt gab, daß Schifse, die nach einem an Deutschland grenzenden neutralen Lande fahren, keine Bunkerkohle geliefert erhalten. Infolgedessen werden holländische Schiffe, die aus Indien und Südamerika kommen in keinem Hafen der Vereinigten Staaten bunkern können außer, wenn die amerikanische Ausfuhrbehörde die Bewilligung erteilt, daß die Ladungen der Schiffe nach Holland verfrachtet werden. Da auch in Südamerika keine Bunkerkohle zu haben ist, so ist augenblicklich die Schiffahrt zwischen den Kolonien und dem Mutterlande unmöglich. Der holländische Gesandte und die holländische Kommission in Amerika unterhandeln mit der Regierung der Vereinigten Staaten über ein Abkommen für die Schiffahrt und die Ausfuhr von Waren nach Holland. Es ist ihnen aber bisher Den Nart., m Miatt, den Groschen, den Pfennig heraus aus den Taschen! Wie viele Schneeflocken Lawinen ergeben, wie viele kleine Ameisen die Teile zu einem großen Bau zusammenschleppen, so müssen bei der T. Kriegsanleihe aus ungezählten kleinen Zeichnungen die Milliarden erwachsen, die das Vaterland braucht, um den Trotz der Feinde endgültig zu brechen. Darum zeichne! Männer zur Seite gestellt werden, die die Bürgschaft dafür bieten, daß eine einheitliche und bestimmte Politik getrieben wird. Auf keinen Fall aber darf in der begonnenen Weise fortgewurstelt werden. * Der deutsche Kaiser in Bulgarien. Sofia, 12. Okt. Der Kaiser begab sich gestern zum Besuche des Zaren Ferdinand in die bulgarische Hauptstadt. Wenn es auch noch nicht an der Zeit ist, bestimmt formulierte Betrachtungen an diesen Besuch zu knüpfen, so erhellt seine Bedeutung doch aus der hochoffiziösen Form und der Liste der Teilnehmer. Der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes von Kühlmann befindet sich im Gefolge des Kaisers. Unmittelbar nach der gemeinschaftlich dokumentierten Friedensbereitschaft der Mittelmächte, welche die Gemeinsamkeit der Ziele offen darlegte, wird der Besuch des Kaisers nicht anders aufgefaßt, als daß er gleichsam das Siegel unter jenen Vertrag setzt, den Herz, Gefühl und Verstand der verbündeten Nationen getrieben haben. Die Ovationen, die Kaiser Wilhelm erwarten, sind der Ausdruck eines Volkes, das einerseits nach Erfüllung seiner nationalen Ansprüche gewillt ist, in Frieden mit allen zu leben, das ober anderseits von dem eisernen Willen beseelt ist, wenn ihm seine Ansprüche streitig gemacht werden, den Kelch bis zur bitteren Neige zu leeren. Reise des Reichskanzlers nach Kurland. Berlin, 12. Okt.(BB.) Der Reichskanzler hat sich gestern nach Schluß der Reichstagssitzung auf eine Reise nach Kurland begeben. Der Druck auf Holland. Haag, 11. Okt.(BB.) Vor kurzem meldeten wir, daß die Übermittelung von Handels=, Finanz= und Börsendepeschen aus England nach Holland vollständig eingestellt worden ist. Wie Reuter jetzt mitteilt, ist dies im Auftrage der britischen Regierung geschehen, die dadurch Holland zwingen will, die Durchfuhr von Sand und Kies von Deutschland nach Belgien und die Durchfuhr von Metallen aus Belgien nach Deutschland zu verbieten. Es war bekannt, daß seit einiger Zeit über diesen Verkehr Meinungsverschiedenheit zwischen der holländischen und britischen Regierung bestanden. Nach Ansicht der britischen Regierung darf diese Durchfuhr nicht zugelassen werden, da diese Artikel als militärische Vorräte anzusehen sind, deren Durchfuhr durch ein neutrales Land gegen Artikel 2 der Haager Konvention verstoße. Die holländische Regierung ist dagegen der Ansicht, daß sie auf Grund des Völkerrechts nicht berechtigt ist, diesen Transport zu verhindern, und zwar im Hinblick auf die Freinicht gelungen, zu einer Einigung mit der amerikanischen Regierung zu gelangen. Von den Kriegsschauplätzen. Haag, 11. Okt.(BB.) Der Korrespondent der„Times“ im englischen Hauptquartier drahtet über die jüngsten Kämpfe in Flandern: Die englischen Truppen fanden auf dem Friedhof von Reutel zahlreiche feindliche Abteilungen, die mit Maschinengewehren zähen Widerstand leisteten. Hier fanden beftige Kämpfe statt. An einzelnen Stellen mußten unsere Truppen durch Sümpfe vorrücken, wo man keinen Feind sah, aber fortgesetzt strauchelten die Engländer über mit vermoderten Zweigen verdeckte Laufgräben, aus denen gefeuert wurde. In diesem Bezirk wurden die englischen Truppen sehr stark durch Maschinengewehrfeuer belästigt, das aus sehr geschickt verborgenen Stellungen, manchmal aus Weidenstümpfen. kam. Am Dienstag hatte das deutsche Maschinengewehrfeuer unseren Truppen die größten Schwierigkeiten bereitet, nicht so sehr, weil es umfangreicher war, als an den vorhergehenden Tagen, sondern weil wir nur sehr langsam vorrücken konnten, wobei der Feind gute Schußgelegenheit hatte. An einzelnen Stellen stießen unsere Truppen auf die 17. Division, die aus Rbeinländern besteht. Es waren kühne frische Truppen. Das schlechte Wetter und der Moder waren wie an der Somme unsere schlimmsten Feinde. Unsere Meutereien an der französischen Frout. Bern„11. Okt.(BB.) Das„Berner Tagblatt“ meldet aus Mailand: Ein von der„Turiner Stampa“ veröffentlichter Pariser Brief erwähnt, daß an der französischen Front Meutereien ausgebrochen seien. Berlin, 11. Okt.(TdA.) Der Mitarbeiter aus Belfast schreibt der„Morning Post“ vom 28. September: Auf Grund meiner Erkundigungen muß ich gesteben, daß der gegenwärtige aufständische Zustand des irischen Südens und Südwestens schlimmer ist als vor der Osterwoche 1916. Mein Gewährsmann aus Cork teilt mit, daß, wenn die Regierung mit den Sinn=Feinern nicht sehr kurzen Prozeß macht, eine neue Revolution bevorstehe. In der Nacht kommt es zu Umzügen aufständischer Banden, die deutschfreundliche Sympathiekundgebungen veranstalten und das Lied mit dem Kehrreim singen:„Were Pro German Sinn Feiners alive, alive, o!“ Häufig werden Soldaten und Matrosen von diesen Leuten angegriffen. Besonders bezeichnend für die Zustände in Südund West-Irland ist die allmähliche Abwanderung der Protestanten nach Gegenden, wo sie sich unter ihren Glaubensgenossen sicherer fühlen. Es ist kein Wunder, daß den Unionisten die Herrschaft des Staatssekretärs Duke immer mehr leid wird, der in vieler Beziehung nicht besser ist als sein Vorgänger Birell.(W79.) Deutsches Reich. Berlin, 11. Okt. Die Abgeordneten Dr. Jäger, Dr. Marcour und Gerstenberger haben im Reichstag folgende Kleine Anfrage gestellt: Wie der Zeitungsverlag Nr. 40 vom 5. Oktober meldet, droht dem Zeitungsgewerbe am 1. November wieder eine Erhöbung der Papierpreise, und zwar um 11,65 bezw. 13.65 Mk. für 100 Kilogramm. Das bedeutet den Zusammenbruch vieler, insbesondere mittlerer und kleinerer politischer Zeitungen. Es scheint Reickslanzler zu tun, um den gerade in der gegenwärtigen Zeit zur Erhaltung eines gesunden vaterländischen Geistes doppelt notwendigen Fortbestand, besonders der mittlern und kleinern Presse, zu sichern? Ist er gewillt, endlich Höchstpreise für Zellstoff und Druckpapier einzuführen?„ □ Herzog Philipp von Württemberg F. Stuttgart, 11. Okt. Herzog Philipp von Württemberg, das älteste Mitglied des Königshauses, ist in seinem 79 Lebensjahre nach längerem Leiden heute mittag gegen 1 Uhr gestorben. Die Einschränkung des Personenverkehrs. Die bereits in Nr. 730 mitgeteilten angekündigten Maßnahmen der deutschen Eisenbahnverwaltungen zu Verkehrseinschränkungen wurden in einer Besprechung mit Vertretern der Presse am Mittwoch morgen vom Ministerialdirektor Francke wie folgt begründet: Wie bekannt, befinden sich die deutschen Eisenbahnverwaltungen nicht nur an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit, sondern diese Grenze ist bereits überschritten, und die Bahnen sind, wie die maßlosen Zugüberfüllungen und die erfolgten Sperren für mancherlei Güter zeigen, bei weitem nicht mehr in der Lage, alle an sie gestellten Anforderungen erfüllen zu können. Gewisse Leistungen müssen aber regelrecht und zuverlässig vonstatten gehen: das sind die Militärtransporte hinsichtlich Menschen und Material. die Befriedigung der Rüstungsindustrie und die Transporte für Volksernährung und Kohlenversorgung. Die erfolgte Zunahme des Personenverkehrs bringt nunmehr die Eisenbahn in Gefahr, die erwähnten, unbedingt notwendigen Leistungen nicht mehr erfüllen zu können, und die Verwaltung hat sich deswegen entschlossen, eine von ihr selbst als äußerst hart bezeichnete Maßregel durchzuführen, um den Personenverkehr gewaltsam einzuschränken. In allerkürzester Zeit wird für alle Eil- und Schnellzüge ein rund hundertprozentiger Zuschlag erhoben werden, wodurch man eine so wesentliche Verminderung des Personenverkehrs herbeizuführen hofft, daß die erwähnten, unbedingt notwendigen Leistungen als sichergestellt gelten können. Die deutschen Bahnverwaltungen sind besonders dadurch in so schwierige Lage gekommen, daß der Eisenbahnverkehr in allen besetzten Gebieten mit deutschem Material und deutschem Personal durchgeführt werden muß. Es kommen Belgien, Nordfrankreich, Polen, Kurland, Rumänien. Serbien usw. in Betracht. In diesen besetzten Gebieten befinden sich gegenwärtig 155 000 deutsche Güterwagen. Das muß auf die Heimat ungünstig zurückwirken, trotzdem während des Krieges der Bestand solcher Wagen um über 90 000 und auf den preußisch=hessischen Bahnen die Lokomotiven um über 4000 vermehrt worden sind. Dieselbe Knappheit im Inlande gilt für das Personal. Die besten Kräfte sind im Ausland. In der Heimat sind im stärksten Maße Frauen als Ersatz herangezogen worden. Gegenwärtia werden bei der Eisenbahn über 94000 Frauen beschäftigt. Sie haben sich im allgemeinen sehr gut bewährt, aber sie bedeuten doch nicht dasselbe wie das alte eingearbeitete männliche Personal. Der Verminderung an Leistungsfähigkeit stehen erhöhte Ansorderungen an die Eisenbahn in der Heimat gegenüber. Der Verkehr für Militär und Rüstungsindustrie sei nur erwähnt. Aber auch die Befriedigung der Volksernährung macht bedeutende Mehrleistungen der Eisenbahnen nötig. Früher ging das ausländische Brotkorn vom Osten nach dem deutschen Westen durch die Ostsee und den Rhein hinauf, jetzt auf der Eisenbahn. Die Kartoffel ist in höherem Maße Volksnahrungsmittel geworden. Einem Kartoffeltransport von rund 4 Millionen Tonnen im Frieden steht jetzt ein solcher von 6½ Millionen Tonnen gegenüber. An Kohlrüben wurden allein im ersten Vierteljahr ds. Is. 370 000 Tonnen abgegeben, das sind über 7 Millionen Zentner— ein Verkehr, der sonst ganz minimal war. Dazu kommen nun Versendungen von Lebensmitteln über weite Strecken, während sonst die Getreideeinfuhr und dergleichen den Bedarf an den Grenzen decken. Erwähnt sei auch das Anwachsen des Kohlenverkehrs. Wie starke Mehrleistungen von den Eisenbahnen gefordert werden, ergibt sich daraus, daß auf den preußisch=bessischen Bahnen in diesem August nahezu 11 Prozent Mehreinnahmen im Güterverkehr gegenüber demselben Monat des Vorjahres erzielt wurden. Daß auch alle Ermahnungen. den Personenverkehr einzuschränken, nichts genutzt haben, zeigt die Tatsache, daß im August 33 Prozent Mehreinnahme aus dem Personenverkehr gegenüber dem August 1916 sich ergaben, und zwar aus dem Zivilpersonenverkehr. Dazu kommen die sehr zahlreichen U.rlauberreisen. Wie unbequem das Reisen jetzt ist, ergibt sich daraus, daß heute nur rund 54 Prozent Zugkilometer des Friedensversonenverkehrs gefahren werden. Für die Verkehrszunahme bezeichnend ist auch die Vergleichszahl, daß Weihnachten 1916 in Berlin rund 51 Prozent mehr Fuhrkarten verkauft wurden als im Jahre zuvor. Dieser starke Personenverkehr soll nun, um den notwendigen, oben erwähnten, sonstigen Inlandsverkehr bewältigen zu können, in möglichst starkem Maße eingeschränkt werden. Die Militärverwaltung hat eine vorläufige Verminderung der Urlauberreisen angeordnet. Der Zivilverkehr muß folgen. Als bestes Mittel, diesen Erfolg zu erreichen, ist die starke Erhöhung der Preise für Schnell- und Eilzüge betrachtet worden. Die Maßregel ist nur als vorübergehend gedacht, und man hofft, sie bald wieder aufheben zu können. Die Verwaltung ist sich bewußt, daß in dem Vorgehen starke Schädigungen berechtigter Interessen liegen. Auch zahlreiche notwendige Reisen werden von der Belastung betroffen. Man hielt aber diesen Weg gegenüber den sonst noch vorhandenen Möglichkeiten, wie etwa Verbot der Reisen von Frauen und Kindern oder Einführung von Reiseerlaubnisscheinen, für weniger hart und eingreisend, also für erträglicher. Daneben sind noch einige weitere Maßregeln zur Entlastung der Züge geplant. Wo dauernd die Personenzüge unerträglich überfüllt sind, wird der Fahrkartenverkauf beschränkt. Für das Personengepäck wird eine Höchstgrenze eingeführt. Diese Beschränkung ist auch mit Rücksicht auf die bei der Abfertigung beschäftigten Frauen erfolgt. Ferner seien erwähnt weitere Einschränkungen im Sonntagspersonenverkehr, wobei die Städte, deren Bevölkerung sich zu Erholungsausflügen der Eisenbahn bedienen muß, weniger betroffen werden sollen. Der noch nicht erfolgten Geväckumladung wegen soll in Zukunft kein Warten der Züge stattfinden, so daß Zuaverspätungen mehr vermieden werden. Ebenfalls noch mehr eingeschränkt wird die Zugbeheizung. Für lange Strecken soll die Einschränkung mäßig sein. Die Temperatur in den Zügen soll betragen gegen jetzt 12 bis 15 Grad Celsius nur 10 bis 12 Grad. Für kurze Strecken, voraussichtlich auch in den Stadtbahnzügen, soll die Heizung wegfallen. Friedensbestrebungen. Die Entente und die Papstnote. Zürich, 12. Okt. (BV.) Aufsehen erregt ein Artikel des klerikalen„Corriere d'Italia“ vom 8. Oktober, der aus wohlinformierter Quelle feststellt, daß die Antwort der Ententestaaten auf die Note des Papstes noch weitergehen werde, als wie es in der Antwort der Zentralmächte der Fall war. Das Blatt schreibt bereits: Der Weltkrieg geht seinem Ende zu. Wir sehen bereits den Frieden hereinbrechen. * 1 „ der deutschsprachigen Presse e.V. Fehrenbach(Ztr.) über die aus. wartige Politik. 11. Die erste Antwort auf die päpstliche Rote erfolgte durch den Präsidenten Wilson. Welch ein Unterschied zwischen diesen beiden Staatsakten. Tort ist von den edelsten Empfindungen für das Wohl der Menschheit getragenen Worte eines wirklich unparteiischen Mannes— hier unter heuchlerischer Maske eine giftgeschwollene verlogene Anklage gegen das deutsche Volk durch einen seiner schlimmsten Feinde.(Sehr richtig!) Er tut zwar, als ob er nicht diese, sondern seine unbarmherzigen Gebieter meine. Wir verbitten uns dies Quirproquo.(Sehr richtig!] Es ist eine schmachvolle Charakterisierung unseres Kaisers und unserer Regierung und eine Beleidigung des deutschen Volkes, das Manns genug wäre, eine derartige Regierung nicht zu ertragen.(Bravo!) Das Wort„unbarmberzig“ sollte ein Mann aus dem Munde lassen, dessen unbarmherzigste Sorge auf die Lieferung von Kriegswerkzeugen für unsere Feinde gerichtet ist.(Sehr richtig!) Wir weisen alle Einmischungen in unsere inneren Angelegenheiten mit Entschiedenheit zurück. Wir werden unser Haus nach unseren eigenen Bedrürfnissen und nach unserem eigenen Geschmack bauen und verzichten auf die Ratschläge unseres grimmigsten Feindes. Die Antwort der deutschen Regierung auf die päpstliche Note trägt das Datum des 19. September. Am 20. September wurde die Antwort des Kaisers Karl überreicht. Diese beiden Schriftstücke sind Kundgebungen des ehrlichen Friedenswillens der beiden Großmächte im Herzen Europas. Die vornehme Sprache erklärt ihre Übereinstimmung mit der Stimmung des Papstes. Es wird ein" mal die Zeit kommen, wo diese drei Schriftstücke als Menschheitstaten bezeichnet werden, die einen ungeheuren Fortschritt im Volksleben bedeuten. Die von neuem Eifer getragen eine neue Zeit ankündigen und die mit Bewunderung von der ganzen Welt gefeiert werden. „In engster Fühlung mit der Vertretung des deutschen Volkes" beraten und„im Einklang mit den Wünschen Sr. Heiligkeit und der Friedenskundgebung des Reichstages vom 19. Juli d. Is.“ das sind goldene Worte der deutschen Antwortnote. Die Mitwirkung eines Vertrauensmannes der Parteien bei ihrer Abfassung hat sich als außerordentlich zweckmäßig erwiesen; daher darf jetzt die Anerkennung dieses Schrittes der deutschen Regierung auch von denjenigen erwartet werden, die eine Wiederholung dieser Art des Vorgehens für bedenklich halten. Auf Einzelheiten der Friedensziele und=bedingungen ist die deutsche Note nicht eingegangen, unseres Erachtens mit Recht. Deren Eröterung ist den Verhandlungen selbst vorzubehalten. Daß die deutsche Regierung nur an einen Frieden denkt, den auch die feindlichen Staaten als einen ehrenvollen ansehen dürfen, kann nach den gewechselten Noten vernünftigerweise nicht mehr bezweifelt werden. Was speziell Belgien betrifft, das vielfach als Kardinalfrage des Friedens angesehen wird, so verweise ich auf die Worte der päpstlichen Note:„vollständige Räumung Belgiens mit Garantien seiner vollen politischen, militärischen und wirtschaftlichen Unabhängigleit gegenüber gleichviel welcher Macht", wogegen deutscherseits ein Einspruch nicht erfolgte. Dies bedeutet für uns eine neue und besser gesicherte Neutralität Belgiens, welche die Garantie gewährt, daß dieses Land von keiner Macht als Sturmbock gegen ihre Feinde benutt werden kann und ihm selbst dabei die Unabhängigkeit, allen übrigen Mächten aben den freien wirtschaftlichen Verkehr mit ihm gewährleistet. Wenn ein englisches Blatt dieser Tage als die einzige Möglichkeit für eine wirksame Verteidigung Englands den Übergang der belgischen Küste in seinen Besitz gefordert hat, so könnten wir mit derselben Begründung und deshalb nach englischer Denkweise mit demselben Recht den gleichen Anspruch auf die flandrische Küste zum Schutz gegen England erheben. Wir begnügen uns aber mit dem Verlangen einer neuerlichen offiziösen Erklärung: Es ist für Deutschland eine unabweisliche Forderung der nationalen Selbstyerteidigung, daß Belgien in Zukunft nicht mehr in volirische und militärische Abhängigkeit der Ententemächte gerät, und fügen hinzu: ebensowenig der deutschen.(Beifall und Widerspruch.) Eine selbstverständliche Voraussetzung der Räumung Belgiens, wie auch des besetzten französischen Gebietes nach dem Friedensschluß, ist die Räumung aller Gebiete der Mittelmächte, welche die Mächte der Entente noch besetzt haben, sei es in Europa, Asien, Afrika oder einem anderen Weltteil, speziell also auch, was der Papst namentlich anführt, die Herausgabe der deutschen Kolonien. Sehr richtig!] Eine weitere selbstverständliche Voraussetzung ist die Beseitigung der Vorherrschaft, um nicht zu sagen Alleinherrschaft einer einzelnen Macht auf der hohen See.(Sehr wahr!) Die deutsche Antwortnote hat in der Sitzung des Hauptausschusses vom 28. Geptember durch kürzere Ausführungen des Reichskanzlers und durch eine eingehende Darlegung des Staatssekretärs des Auswärtigen ausgezeichnet, jede Mißdeutung ausschließende Erläuterungen und Ergänzungen gefunden. Das deutsche Volk hat allen Anlaß, seine Anerkennung und sein Einverständnis damit auszusprechen. Der Leiter der österreichisch=ungarischen Politik. Graf Czernin, hat am 1. Oktober bei einer Bankettrede sein Programm des Aufbaues einer neuen Weltordnung verkündet und dabei als die Eckpfeiler bezeichnet: die internationale vollständige Weltabrüstung, die Freiheit des hohen Meeres, die freie wirtschaftliche Betätigung aller Nationen. Die Gedanken der päpstlichen Friedensnote sind hier konsequent weitergedacht und eröffnen den Ausblick in eine Zeit, die bisher nur das Auge von Jdeologen zu erspähen schien, aber seit Jahrhunderten haben auch ernste und staatsmännisch veranlagte Männer dem großen Gedanken der Abrüstung eine sorgfältige Geistesarbeit gewidmet. Nachdem von Königsberg gegen den Frieden eine Parteigründung ausgegangen ist, die ähnlich manchem Vorgänger unter falscher Maske, Bekämpfung bestehender Parteien betreiben will— ein Vorgehen, auf welches nebenbei bemerkt, aus Zentrumskreisen immer dieselben Leute hereinfallen(Sehr wahr!]—. so darf dem Generallandschaftsdirektor Kapp ein anderer Königsberger gegenübergestellt werden und zwar kein geringerer als Emanuel Kant, der unter dem Titel:„Zum ewigen Frieden, Ein philosophischer Entwurf“, der Welt seine Ideen verkündet und im ersten Abschnitt, der die sechs Präliminarartikel zum ewigen Frieden unter Staaten enthält, in Ziffer drei den Satz aufstellt und begründet:„Stehende Heere sollen mit der Zeit ganz aufhören.“ Nicht uninteressant ist in diesem Zusammenhang auch die Erinnerung an eine Rede, welche der Abgeordnete August Reichensperger am 1. März 1879 Deutschen Reichstage hielt:„Auf die Gefahr hin, als ein Phantast zu erscheinen, der Chimären nachjagt, möchte ich hier einem Wunsche Ausdruck geben— ob er erfüllbar oder nicht, mag einstweilen dahingestellt sein— dem Wunsche nämlich, daß unser so überaus mächtiger Herr Reichskanzler, der ja seine Hand so zu sagen gebietend über unseren Kontinent hinstreckt, einmal sich mit der Frage beschäftigen möge, ob nicht ein europäischer Abrüstungskongreß sein Wirken auf die glänzendste Art krönen könnte. So ganz Chimäre meine Herren. ist m. E. der Gedanke keineswegs. Gerade in Anbetracht des großen Einflusses, welchen der Herr Reichskanzler gewiß mit Recht durch seine gewaltigen Erfolge nach außen hin übt, würde er vor allem der Mann sein, einem solchen Gedanken näher zu treten, ja, ihn zu verwirklichen. Fürst Bismarck hielt die Zeit für solche Gedanken mit Recht noch nicht für gekommen. Er war mit Moltke der überzeugung, daß wir noch vor Ablauf eines halben Jahrhunderts die gewonnene deutsche Einheit in einem viel schwereren Kriege als dem von 1870/71 zu verteidigen haben würden. Auch wir alle wissen, mit den Worten des Grafen Czernin,„daß das Ziel ungeheuer schwer zu erreichen, und daß der Weg, der dahin führt, voll Schwierigkeiten, lang und dornenvoll ist". Ind doch sollte man nach den Erfahrungen dieses furchtbarsten aller Kriege als überzeugung aller Völker erwarten dürfen, daß es jetzt die höchste Zeit sei, von philosophischen Betrachtungen zur Tat überzugehen.(Sehr richtig! und Hört, hört!) Millionen von Menschenleben, Milliarden von Gütern sind vernichtet. Der Wiederaufbau der Völker und ihrer Wirtschaft wird ungeheure Anforderungen an die europäischen Staaten stellen. Können und sollen die europäischen Staaten auch noch die Lasten weiterer und weitgebenderer militärischer Rüstungen auf sich nehmen, um dem mit Sicherheit zu erwartenden neuen Kriege gerüstet entgegenzugehen? Sollen die reichen geistigen Kräfte die Wundertaten von Technik andauernd weniger den Werken der Gesittung und der Wohlfahrt der Menschen als dem mörderischen Instrument des Krieges gewidmet sein? Soll der hohe Gedanke des Rechts nie den Sieg gewinnen über die brutale Gewalt? Soll die heilige Lehre des Christentums von der Liebe und dem Frieden, jetzt, wo es sich nicht mehr um die Austragung von Händeln zwischen einzelnen Staaten, sondern um das Todesringen der ganzen Welt handelt, rettungslos ausgemerzt werden aus dem Katechismus über die sittlichen Wechselbeziehungen der Völker?(Sehr war! und Bravo! Man konnte in früheren Zeiten die Abrüstungsfrage als einen schönen Traum von Philosophen und Philantroven betrachten. Heute ist sie ein Notschrei der ganzen Welt, bei unsern Feinden am allerdringendsten.(Sehr gut!) Für die hohe See nicht weniger als für das feste Land. Aber selbstverständlich gemäß der päpstlichen Formulierung: Gleichzeitig und gegenseitig.(Sehr richtig!) Der Unterstaatssekretär des Auswärtigen Amtes, Herr v. Kühlmann hat das schöne Wort gesprochen:„Die päpstliche Kundgebung hat die Völker Europas noch einmal an den Scheideweg gestellt.“ Soll der Mog zum Frieden führen, oder zum blutigen Todesringen? Bei unsern Feinden liegt jetzt die Entscheidung. Eine weitere Friedenskundgebung wird der Reichstag, ein weiteres Angebot wird die Reichsregierung nicht mehr machen. (Lebh. Bravo!] Unsere Kraft ist ungebrochen.„Wir wissen.“ sagen wir mit dem Grafen Czernin,„daß wir durchhalten können, durchhalten im Felde und durchhalten im Hinterlande.“ Heer und Marine wissen, daß wir alles getan haben, zu einer für Freund und Jeind ehrenvollen Beendigung dieses Kampfes. Wollen die Feinde nicht, dann wird jeder Zwiespalt der Geister bei uns verschwinden, dann werden wir in geschlossener Einigkeit den Kampf bestehen, bis zum siegreichen Ende. Ein siegreiches Deutschland kann nicht geschlagen werden.(Bravo! Zum Schlusse noch ein kurzes Wort an die Reichsleitung. Von den verschiedenen Publikationen aus alten Papieren hat wohl keine im deutschen Volke eine beifälligere Aufnahme gefunden, als jene über den Deveschenwechsel unseres Kaisers mit dem ebemaligen Zaren von Rußland vom 20. August 1905. Darin empfiehlt unser Kaiser dem Zaren, die Frage der endgültigen Entscheidung über den Frieden oder die Fortsetzung des Krieges mit Japan, der russischen Duma vorzulegen. Da sie das russische Volk vertrete, wäre ihre Antwort die Stimme Rußlands. Der Kaiser fährt dann fort:„Ich würde an deiner Stelle nicht diese erste und günstige Gelegenheit vorübergehen lassen, mit dem Empfinden und Wollen deines Landes in bezug auf Krieg und Frieden enge Fühlung zu gewinnen, indem du dem russischen Volke die langgewünschte Möglichkeit gibst, die Entscheidung über seine Zukunft selbst zu treffen, oder an dieser Entscheidung teilzunehmen, wozu es das positive Recht hat.“ Es ist kein Zweifel daran gestattet, daß der Kaiser das Recht, das er dem russischen Volke zuerkennt, seinem eigenen Volke erst recht gewährt wissen will.(Sehr richtig!) Das deutsche Volk hat durch seine geordnete Vertretung zu der Frage der Beendigung dieses Krieges in unzweifelhafter, eindentiger Weise Stellung genommen. Die verbündeten Regiereingen haben sich in klaren, jeden Zweifel ausschließenden Worten der Auffassung der Volksvertretung angeschlossen. Das hat erst heute der Reichskanzler wieder ausgesprochen. Sie hätten sich auch anders entscheiden können, ja müssen, wenn sie die Reichstagsentschließung für verderblich hielten. über alle Bedenken eines Konflikts im Innern hätten sie sich dann hinwegsetzen müssen. Aber sie haben sich im Sinne der Reichstagsmehrheit entschieden, aus eigener freien Überzeugung und Entschließung. Die Reichsleitung hat uns die Zustimmung des Kaisers und der Obersten Heeresleitung versichert, eigentlich Selbstverständlichkeiten angesichts ihrer eigenen Haltung. In Worten ist also die allseitige übereinstimmung genügend zum Ausdruck gekommen, aber die Taten stehen nicht ganz damit im Einklang.(Sehr richtig!) Das Lob, das den Regierungsvertretern der Samstagsitzung von der Linken und verwandten Presse gespendet wird, müßte sie selbst höchst bedenklich stimmen. Was wir jetzt gegenüber dem In= und Auslande unumgänglich nötia haben, ist Ehrlichkeit, Wahrheit und Klarheit.(Bravo! und Sehr richtig!) Absolute unanfechtbare übereinstimmung des Willens der maßgebenden Kreise im Zivil= wie im Waffenrock.(Sehr richtig!] Eine Unsicherheit, ein Hin= und Herschwanken ist unerträglich. Wir erwarten, daß endlich das Wort von der festen Zügelführung wahrgemacht wird. Der Regierung steht von Amts wegen die Führung in dieser Sache zu. Wir sind bereit, zu folgen, aber nur einer Regierung, die zur Führung befähigt, die einheitlich und stark ist.(Lebh. Beifall.) Vermischtes. Aus der Stadt. Rünster, 12. Oktober. S' Rabiate Burschen. Zwei ruhig des Weges gehende junge Leute wurden am Donnerstag abend auf der Hasenstraße von jungen Burschen belästigt. Als sie sich dieses verbaten, zog einer der Burschen das Messer und brachte einem jungen Mann einen Stich in den Rücken bei. Der Täter ist erkannt und zur Anzeige gebracht. Beschlagnahme von Weidenschienen und Weidenrinden. Mit dem 10. Oktober 1917 ist eine Bekanntmachung in Kraft getreten, durch welche unter Aufhebung der bisher angeordneten Einzelbeschlagnahmen alle Weiden und Weidenstöcke (auf dem Stock u. geschnitten), Weidenschienen u. Weidenrinden beschlagnahmt werden. Ausnahmen von den Anordnungen dieser Bekanntmachung sind für bestimmte Mindestmengen vorgesehen. Unberührt durch das Inkrafttreten dieser Bekanntmachung bleiben die durch die Bekanntmachung vom 1. April 1917 festgesetzten Höchstpreise sowie die durch die Bekanntmachung vom 15. Mai 1917 angeordnete Meldepflicht und Lagerbuchführung. Der Wortlaut der Bekanntmachung ist bei den Landratsämtern, Bürgermeisterämtern und Polizeibehörden einzusehen. Ein guter Zang des Kriegswucheramtes. Gerkin. 10. Okt. Durch Festnahme des Kaufmanns Otto Heinecke, Wilmersdorf. ist das Kriegswucheramt hinter weitverzweigte Warenschiebungen gekommen, bei denen Handel ohne Erlaubnis, übermäßige Preissteigerung. Kettenhandel, Höchstpreisüberschreitung festgestellt und folgende Warenmengen beschlagnahmt wurden: 270 Zentner Weizenmehl. 8 Zentner Schokolade, 24 lebende Rinder und 9 Schweine, 150 Zentner Honig, 40000 Zigarren, 21000 Kilogramm Kupfer, Zinn und Messing. An den unsauberen Geschäften sind zahlreiche Personen beteiligt. Vier der Festgenommenen wurden in das Untersuchungsgefängnis eingeliefert, die übrigen nach ihrer Vernehmung zunächst entlassen, da die Verdunkelungsgefahr beseitigt war. Folgenschwere Explosion in einer Munitions=Fabrik. Zürich, 12. Okt.(BB.) Der Schweizer Preßtelegraph meldet aus dem Haag: In einer Liverpooler Munitionsfabrik, in der 6000 Arbeiter beschäftigt sind, erplodierte eine Fliegerbombe beim Füllen. Ein Drittel der Fabrik ist zerstört. 700 Personen sind teils getöt et. teils schwer verwundet. Handel und Industrie. * Ibbenbüren, 11. Okt.(Viehmarkt.) Der heutige Oktobermarkt war mit Schweinen mäßig, mit Rindvieh nur schwach beschickt. Die Schweinepresse waren bedeutend höher als auf den vorigen Märkten. Sechs Wochen alte Sangschweine kosteten 36—42 Mk., vierteffährige Läufer 50—60 Mt. Für Rindvieh wurden folgende Preise gefordert: tragende Rinder, 8. Sorte 500—800 Mk., 2. Sorte 800—1000 Mk., 1. Sorte 1000—1500 Mk. Der Preis für Schafböcke war 100 Mk., für weibliche Schaflämmer 150 Mk. " □ Dorsten, 11. Okt. Zum heutigen RindviehSchweine= und Pferdemarkt waren aufgetrieben 23 Stück Großvieh. Es kosteten Kühe 1. Sorte 1300—1500 Mk., 2. Sorte 1100—1300 Mk., 3. Sorte 800—1100 Mk. Auf dem Schweinemarkt waren 250 Stück Schweine und Ferkel aufgetrieben. Ferkel kosteten die Alterswoche durchweg 4,00 bis 4,50 Mk. Ein viertel Jahr alte Schweine wurden mit 60—80 Mk. bezahlt. Auf dem Pferdemarkt war ein lebhafter Handel zu verzeichnen. Es waren ca. 40 Stück Pferde aufgetrieben. Eine besondere Nachfrage nach Pferden bestand seitens der Landwirtschaft. Pferde 1. Sorte wurden mit 4500—6000 Mk. und einzelne höher bezahlt, Pferde 2. Sorte kosteten 3000—4000 Mk. und 3. Sorte 1500—2500 Mk Der nächste Rindvieh= und Schweinemarkt findet am 25. Oktober W Hauptredakteur Rudolf Strietholt.— Es verantworten: den redaktionellen Teil Paul Koene, die Beklamen und Inserate Antor. Busch, alle in Münster.— Druck und Verlag der Aschendorfsschen Buchhandlung in Münster. Gewinnauszug der 236. Königlich Preußischen Klassenlotterie. 4. Klasse. 2. Ziehungstag. 10. Oktober 1917. Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Rummer in den beiden Abteilungen 1 und 11. (Ohne Gewähr. H. A. B.)(Nachdruck verboten.) In der Vormittags=Ziehung wurden Gewinne über 192 Mark gezogen: 4. Sewtune zu 5000 Merk. 55642 73080 4 Gewinns zu 3000 Mark. 15828 145280 18 Gewinne zu 1000 Mark. 2991 10660 51991 70063 104847 134498 170808 171303 223162 24 Gewinne zu 500 Mark. 9761 25914 29588 40596 62661 70079 70610 99855 111391 183034 217454 220529 70 Gewinne zu 400 Mark. 9619 16067 22248 22975 23671 29065 88•03 42470 51044 54776 71499 72258 76598 78916 85712 96507 120993 121797 123270 141464 142215 153828 154355 155353 156463 160944 164704 171174 180959 186316 190038 202681 204858 206810 209372 In der Nachmittags=Ziehung wurden Gewinne über 192 Mark gezogen: m 2 Gewinne zu 100000 Mark. 165852 2 Gewinne zu 3000 Mark. 74587 10 Gewinne zu 1000 Mark. 64817 125409 161616 173437 182159 28 Gewiune zu 500 Mork. 27353 82600 43774 62404 101283 112704 124634 131797 141751 163172 182186 187989 203680 217440 64 Gewinne zu 400 Mark. 2122 15445 19191 82644 87940 49003 51647 54247 55877 65944 69106 70396 73833 74423 76338 90202 115888 116187.121191, 140182 144559 144831 146532 150311 158236 176906 177120 191402 201568 211207 219758 221476 Die Ziehung der 5. Klasse der 236. Königl. Preußischen Klassen=Lotterto beginnt am 8. November 1917. Offene Wohnungen Frdl. möbl. Wohn= u. Schlafzimmer mit 2 Betten zum 15. Okt, zu verm. Näh. Gesch.“ möbl. Zimmer, evil. mit v. Pens., an Studentin zu verm. Bispinghof 18, 2. Et. Hübsch möbl Kohn= u. Schl.= zim. zu v. Näh. Wilhelmstr. 11. Gut möbl. Wohn= u. Schlafzimmer mit Morgenk. in bess. Hause zu vermieten. Graelstraße 17, part, Möbl. Zimmer zu vermieten Grautmann, Schulstr. 23. Gut möbl. Wohn= u. Schlafzimm. in ruh. Hause zu verm. Friedenstraße 9, oben. Groß., frdl. möbl. Zim., ev. zwei, zu vermieten. Gallitzinstraße 47, 1. I. Gut möbl. Zimmer in bess. Hause(Nähe Grevenerstr.) an Herrn sofort od. 1. Novbr. zu verm. Zu erfr. in der Gesch. Irdl. möbl. Zimmer Nähe b. Bahnh. bill. z. v. Adlerstr. 3, II Schön möblierte 3 ZimmerWohnung, I. Etage, in besser. Hause im Südviertel zu verm., am liebst. an geistl Herrn. in der Geschäftest. Schön möbl Zimmer zum . ecr , Himmer zum Sptonestr. 46, prt. Hübsch möbliertes Zimmer mit voller Pension für sofort oder später zu vermieten. Bispinghof 20, port. Kleine Wohnung an der Prom. im Preise von 264 Mk. zum 1. November zu vermieten. 6 Näh. Gartenstraße 16, oben. Wohn., 1. Etage, 3 Zimm., Küche, Speisekam., und Gas, zum 1. 1. 18 zu vermieten. Hansaring 7. o# Wohnung ar von 3 Zimm., Küche u Mansarde, mit Gasleitung, I. Etg., an der Königstraße, ab sofort zu vermieten Näheres Harfewinkelgasse 20. Gesuchte Wohnungen 2 Junges möblier Mädchen sucht ein vliertes Zimmer mit Kochgelegenheit, am liebsten am Neutor. Off. unter P R 802 an die Geschäftsstellede. P1. Geistlicher sucht für sojort Wohnung. 4—5 Räume, nebst Küche u. Zubehör. Angebote u. D D733 a. d. Geschäftsst. Möbl. Wohn= u. Schlafzim., alleinstehend. Herrn part gesucht. Off. unter W G 814 an die Geschäftestelle ds. Bl. von ig. Kaufm. ges.(Servattiv. bevorz.) Augeb mit Preis u. B B 809 an die Geschäftost. 41—4 Ziumerretzung a 1.4. 18 od. früher v. alleinst, älter. Damen in Münster od. Vorort. Ang. u. 2 L 818 a. d. Gesch. Frdl. 5 Zim.=Wohnung mit Zubehör, nahe Ludgeripl. oder Aegidii=Kirche gesucht zu Jannar od 1. Februar 1918. Gefl. ausführl. Offrten unter S T 3219 an die Geschäftost.“ asle Liege gae gae und Kellerraum zu mieten ges. Offerten unter A A 808 an die Geschäftstelle ds. B1l. Suche für sof. ein schulenfl. 28 Mädchen ur zu 2 Kindern. Off erb. unt. T W 805 an die Geschäftsst. #25 für einen gut burg. Haushalt für alle häuslichen Arbeiten sofort gesucht. Näheres in der Geschäftsstelle ds. Bl.* SARERERRREREEEERE Möbliertes Wohn= u. Schlafzimmer nebst Kochgelegenheit v. kriegsgetrautem Ehepaar möglichst sofort zu mieten gesucht. Gefl. Angebote unter E E 773 an die Geschäftsstelle ds. V1. Kriegswohnung. 4 Zimmer einschl. Küche, sof. gesucht, Angebote erbeten unt § G 754 an die Geschäftsst. 2 Kriegs-Wohnung*p gesucht ab Nov. 17, einf. möbl., eventl. ohne Betten, 3—4 Z., davon eins f. Bürozwecke, in Münster=Stadt oder m. Bahn hrsche erreichb Umgegend mud. u O P723 a. d. Gesch. Alleinsteh. Dame sucht gut empfohlenes zuverlässiges 22 Mädchen a auf sofort evtl. zur Aushülfe. Etw. Kochen und Nähen erw. Näh. Geschäftsstelle ds. Bl. Suche für sofort ein braves, der Schule entlass. Mädchen für leichte Arbeit. Off. unter E C 3225 an die Geschäftsst.* Putfrau oder Mädchen für dreimal in der Woche von 9—11 Uhr gesucht. Achtermannstraße 27, 1. Tüchtige Buchhalterin oder Buchhalter, abschlußsicher, per bald gesucht. Offerten unter I K 797 bef. die Geschäftsstelle ds VI Stundenfrau zur Aashülfe gesucht Erphostraße 19. Für einen kl. Haushalt tücht. ## Mädchen e für sofort od. Novor gesucht. Vermelingstraße 17. a für täglich gesucht. I s Schuhhaus Marcus. s a„ Snasanaaanasane Lesrnäöchen gesucht. Franz Peters. Clemensstraße Nr. 9. — Morgenmädchen,— auch schulentlassenes, von 9—3 Uhr auf sofort gesucht. Graelstraße 37, 2. Et. Sticherinnen gesucht. Franz Peters, Clemensstraße Nr. 9. Erfahr. kath. Haushälterin vom Lande gegen hohen Lohn gesucht. Off unter M M an die„Münsterl. Volkszeitung", Rheine i. W., erbeten. Zunges Mädchen für leichte Hausarb. auf sofort oder zum 1 Novbr. gesucht. Hermannstraße 31, 1. Et. Lutzfrau od. Mädchen gesucht. Atelier Rembrandt, Pottenburg 51. Suche zum sofortigen Eintr. eine tüchtige 1. Arbeiterin oder 2. Arbeiterin Caroline Becker, Corsfeld i. 29. #n Einsache Stütze für Geschäftshaushalt zu sofort oder später gesucht. Kaiser Friedrich=Halle. Alter Fischmarkt 3. Für Anfertigung bess Damengarderobe eine tüchtige Se Scheibserilte aufs Land gesucht. Öff unt. E F 3267 an die Geschäftsstelle ds, Blattes. Suche zum 1. Nov. ein tüchtiges, katb. 22 Dienstimädchen a für Küche u. Hausarbeit und zum Bedienen der Gäste.“ Joh. Hantrop, Dorsten, Restaurant, Tüchtige Waschfrau gesucht. Frau Twiehaus, Ludgerist #grristr. 40/91, I. Propere Waschfrau gesucht; daselbst Schneiderin für Kindergarderobe. Deelcherstraße 39, II. Aunge Mächen im Alter von 14—17 Jahren, f. leichte Hausarb. für ganze od. halbe Tage gesucht. Fieber, Zahlmeister, Sonnenstr. 57, 1. Tüchtiges 2s Haus=Mädchen ar zu sofort od. 1. 11. gesucht. Wolbeckerstraße 56, I. Ordentliches Mäochen zum Nähen sofort gesucht. A. Zurawski, Magdalenenstraße 3/4, Kärberei u. chem, Waschanstalt, Ordentliches für den Laden sofort gesucht. Meldungen nach 7 Uhr abends. A. Zurawski, Färberei u. chem. Waschanstalt, Magdalenenstraße 3/4. Suche zum 15 Nov. üchtige Katht. Verkäuserin für mein Manufaktur= u. Kolonialwarengeschäft. Zeugnisse mit Gehaltsanspr. erbeten. J. H Aldegarmann. Schwalenberg i. Lippe. Katholisches 2 Dienstmädchen. mit landwirtschaftl. und häuslichen Arbeiten vertraut, zum 1 November gesucht. Famil.= Anschluß. Offerten befördert unter B C 3204 die Geschäftsstelle ds Blattes. Suche für sofort ein braves, zuderlässiges 6 25 Mädchen ar für Küche und Hausarbeit für kleinen, herrschaftlichen Haushalt. Zu erf. zw. 8—12 und nach 6 Uhr abends. Wehrstraße 22, 11. Tüchtiges Mädchen für Küche u. Haus(hoh. Lohn) auf sofort gesucht. sanitt mistraße 11, links. Stundenfrau oder Mädchen für 2 Stunden täglich gesucht. Näheres Hoyastraße 1, 1. Braver Junge oder Radchen gesucht für leichte Arbeit, evil halbe Arbeiter. evil. Haldindalide, für leicht zu ertergende Arbeit gefucht. Hammerstraße 53. auch für sofort. Arbeiter gesucht, leicht Kriegsbeschädig Fccihgter. Hammerstraße 95. Rolonialu=Grosisk zur übernahme eines bedeutenden Konsumartik.(kein Kriegsartikel) gesucht. Chem. Fabrik M. Eichengrün, Köln, Genterstraße 14 In Koloniglwarengeschäften bestens eingeführter Vertreter (Herr oder Dame) gesucht. Die Vertretung bietet strebsamen Reisenden eine Existenz. Chem. Fabrik M. Eichengrün, Köln, Genterstraße 14. Tischler, am liebsten, der mit Maschinen vertraut ist, gesucht Hrdlicka, Kanalstraße 4. s. Tscherechefele e. gesucht. Geiststraße 14. in größerer Stadt am Rhein sucht sofort od. später die französtschen u. englischen Unterricht erteilen kann. a3 Gefäll. Angebote sofort unter I K 3211 an die Geschäftest. und Lehrling gesucht, evtl. Kriegsbeschädigter. Franz Schlüter, Telgte, Bahnhofstraße 330. Zwei junge Mädchen suchen passende, gutiohnende Beschäftigung. Näh. Geschäftest. Verkäuferin (30 Jahre) mit guten Zeugniss. sucht zum 1 November evil. sofort, Stellung. Gefl Angeb. erbeten unter E E 3227 an die Geschäftsstelle de. Vl. Einf., geb. Fräulein sucht stundenweise Beschöftigung in Familie, auch al. Schreithülfe. 2 2 g17 a. d.(esch. nur Sonnabend, 13. Oktbr., v. 11—4 Uhr, alte, auch zerbroch. u. Brennstifte v. Brandmalappar. Zahle per Zahn bis M. 1,50. Höchstpr. f. Reinplatin Gramm M.8 Hotel Westfälischer Hof. Zimmer 14. Martha Techentin. 25 Klavier an; gegen gute Kasse zu kauf. ges.* Off. u. A B 710 g. d. Gesch. Zu kausen gesucht: Gebr. Offiz.=Degen, Beamtenhelm, 57—58. Offerten an Schenkwald, Frauenstr. 36. Erstklassiges leichtes Jagdgewehr zu kaufen gesucht Ausführl Angeb mit Preis unter 2 M 799 an die Gesch. Guterh. Feder=Rollwagen, ca. 30 Ztr trag., zu kaufen ges. J. C. Biederlack& Co., Emsdetten. Tanne m. Glasaussatz u. Geld. schrank zu kausen gesucht. Off. unter S T 804 an die Gesch.* Dezimalwage, gut erhalten, zu kaufen gesucht. Off. unter M O 800 an die Geschäftsst. — Kinderwagen.— gut erhalten mit Gummireif., zu kaufen gesucht. Offert. unt. O P 801 an die Geschäftsstelle. Guterhaltenes Jagdgewehr, Kal. 16 zu kausen ges. Angeb. unter H b 815 an die Gesch. 2 Feldbahngleis* zu kaufen gesucht. Angebote mit ungef. Preis p Meter an Kemper, Ziegelei, Telgte. Perter Tewiche. — Flügeldecke.— ° echte Perser Teppiche, ca. 250X350 und 200X300 sowie einige Verbindungsstücke zu kaufen gesucht. Flügeldecke ev. Seidenteppich. Off. mit Preis unter A B 3223 an die Geschäftsstelle ds Bl. Enterh. Schlaszimmer=Einrichtung u. einige Bilder zu ki ges. Off. u. 9 J 816 a. d. Gesch. Guterhaltener Säulen=Osen sofort zu kaufen gesucht. Agiditstraße 46, im Laden. Junge Dame wünscht ein Klavier zu kaufen oder zu mieten. Näheres bei F. Strodt, Klavierlehrer, Hörsterstraße 51. Guterhaltener 25 Bisam=Muss ar zu kaufen ges. Off. m. Preisang. u. L D 820 a. d. Gesch. Habe einen Stamm prima uir sgergense S#tI.=Oseust. in mm Sthrewmasch, zu egzuiuen.„ tür 30 Lipsert, Sternstraße 16. Guterh. Wohn=, Schlafz,= u. Küch.=Einr. zu kaufen gesucht; evtl. auch einzeln. Of. u. M M 819 a. d. Gesch. Schwein zu kaufen gesucht. Jansen, Hornstr. 16. Oberbetten u. Kissen, Waschtisch mit Marmorpl., Spiegel, Kronleuchter, Garderobeständ., Spiegeluntersatz(nußbaum) u. mittelgr. Füllosen zu verkaufen. Hansaring 3a, 3. Et. Sammethut zu verk. N. Gesch. Caunenbretern. Abfallschwarten zu Nutz= u. Brennholz“ zwecken fuhrenweise abzug. Hoffmann, Münster i, Hafenweg 32. Fernspr. 122. 9 Kinderklappft. zu verk. Nordstr. 4 I. Bersch, Dreh=Hartstahlmeißel, neue Motorrad=Lat., DogeartRäd. 4. vl. Diepenbrockstr. 8. 170 pass., und neuer schwarz. Sammethut zu verkaufen. Näheres Wolbeckerstr.(“ Nr. 5, oben. Guterh. Kinderbetichen mit Matr., 30 Ml., zu verkaufen. — Gallitzinstraße 32, 1. Et. r. Wohnzimmer=, Schlafzimmer= und Küchenmöbel preiswert abzugeben. Näheres Erphostraße 8. Schlafz.= Einrichtungen in fast jeder Preislage zu verk. Erphostraße 8. Ecke Overbergstraße. Tadellose Dezimalwage, 10 Ztr. Tragkraft, zu verkaufen. Näb Geschäftsstelle ds. Bl. Kltegenschrenk u. Sänlenosen billig zu verkaufen. Reggenmarkt 9. Guterh. Nähmoschine zu vk. Nät. Geschäston de. 21. Frouturleuber focht für 14 Tage Beschäftig irgendwelcher Art. Ceel Bansporch, Wolbeckerstraße 89, 1. Bessere, junge Frau. deren Mann im Felde, möchte sich nachmittags betätigen. Off. u. P R 724 a. d. Gesch. Matrade, 187X65 Mir., zu verkaufen. Kudsroße 13. Waschlommede 36 M., Mah.= Tisch 40, Kinderstuhl 12, groß. Spiegel 20, Kapeschabe 10. Terviernsch 20. Ecksofa 75, Waschständer 7, Blumenst. versch Wanddorte, Spumrad 20, Wandschrank 36 Mi. zu vl. Näh. Geschäftsstelle de. Pl. Großer Tisch zu verkaufen. Coerdestraße 14, unten. Habe noch 200—300 Zentner la. Runkelrüben, gelbe Eckerndörser, ab Station Schüttorf, abzugeben. Offerten mit Preisangabe an“ Hofbesitzer Kruse, Samern bei Schüttorf. Tadellos erhaltene für 30 Wer. zu verraufen. 10 Durchschl. bequem. Off. unter N B 789 an die Geschäftsst. E 1 schweres Einspänner=Geschirr, fast neu, 2 komplette Reitsättel billig zu verkaufen. Näheres Pieper, Hammerstraße 6 Nur nachmittags von 4—7 Uhr. Marquisenstoff, gebr., sehr gut erhalten, 5X3,70 Meter, zu verkaufen. Rösmann, Weselerstr. 280. Großer Trumeaux(nußb.) zu verk. Hagedornstr. 20, 1. Et. 2 Orchestrion ap; mit elektr. Antrieb steht zum Verkauf. Bispinghof 15/16. Zu verkaufen: gr. 2tür. vol. Kleiderschrank, 1 Nachtkonsole mit Marmor, pol., 1 Herd, 1 Mantelosen, 1 Sekretär, 2 gr. Tische, 2 eiserne Bettstellen usw. Schwade, Breitegasse 3. Wegen Todesfall zu verkaufen: Ein gebrauchtes, 2spänn. 2 Kutsch=Geschirr. 4# vier gebr. Arbeits=Geschirre, 1 Sattel, mehrere Rübenhacken, 1 gebr., noch guterh. Ofen. Näheres in der Geschäftsstelle. Sehr gute Bettlade m. Matr. zu verrf. Breitegasse 3, 1. Kunstmaler erteilt gewissenhaften Mal-Unterricht. auch nach Natur. Off., unter C C 732 an die Geschäftsst. Harum Jahn=Arzt Austrup Nordstr. 1. Telephon 780. ag Sebeoeeeeen *** des Konserv. der Musik Sonntag, den 14. Oktober, abends 8 Uhr, — im zoolog. Garten.— „Immer feste druf!“ Musikal. Volksstück in 4 Akten. Musik von Walter Kollo. Preise der Plätze: 2 M., 1.50 Mk. 1 Mk. Inventar=Verkauf in Amelsbüren. Montag, d. 15. Oktober 1917, nachmittags 1 Uhr verkaufe ich im Auftrage der Erben auf der Bredeweg'schen Besitzung zu Amelsbüren: 8 eichene Tische, 6 Bettladen, 5 vollständige Betten, 1 eich. Küchenschrank, 5 Kleiderschränke, 2 antike Koffer, 1 antiker Ofen, 2 andere Ofen, 3 Anrichten, 30 Stühle, 1 Hausuhr, 1 Jagdgewehr, Dezimalwage, Porzellan u. Küchengeräte, Bilder, 1 Ackerwagen, 1 Wannemühle, Eggen u. sonstige Haus=, Acker= u. Gartengeräte meistbietend im freiw. Auftrage gegen bar oder Bürgschaft. Die Gegenstände können eine Stunde vor dem Termin besichtigt werden. ax Havixbeck, den s. Okt. 1917. M. Haverkamp, Auktionator. Kleine Anzeigen, wie Wohnungen, Stellungen, An- und Verkäufe sowie sonstige Gelegenheitsanzeigen finden durch den„Münsterischen Anzeiger“ weiteste und zweckmäßigste Verbreitung. zur Saat Ri. erstklassiges Fabrikat, Saat= u. Zichzackeg gen ab Lager lieferbar. 53 v. Lohmann, Maschinenbauanft., Everswinkel i. W. 1—