der deutschsprachigen Presse e.V — zugspreis vierteljährlich: Ausgabe A cohne „Wochenschau") in Münster zweimal täglich fra ins Haus gebracht 2 Mk. 10 Pfg.,— auswärts von der Post ab geholt 2 Mk. 10 Pfg., durch den Briefträger gebracht überall, wo nur einmal im Tage Briefbestellung stattfindet, 2 Mk. 52 Pfg., in Orten mit zwei= und mehrmaliger Bestellung 8 Mk. 82 Pfg.— Ausgabe 8(mit„Wochenschau") vierteljährlich 60 Pfg. mehr Fernspr.: Redaktion u. Verlag Nr. 2448, 2449 u. 2450. Geschäftsstelle(Michaelisplatz 9) Nr. 76. Erste Ausgabe. sssssse Montag, 8. Oktober 1917. Anzeigen: Der Raum für die Anzeigenspakte, 30 mm breit,„Zmm hoch, 25 Pf: bei Anzeigen aus dem R.=Bz. Münster 20 Pf., aus der Stadt Münster 15 Pf.(für Aktiengesellschaften 2c., Vereine und Behörden 25 Pf.: Reklamen: Der Raum für die Reklamespalte, 87mm breit,„Zmm hoch, 1 Mk.— Für Erfüllung von Plaz= vorschriften wird keine Gewähr, sowie für Druckfehler keine Haftung übernommen. Etwaiger Rabatt gilt als Kassenrabatt u. kann verweigert werden, wenn Jahlung nicht binnen 4 Wochen nach Erhalt der Rechnung erfolgt.—Gebühr für Beilagen nach Gewicht 66. Jahrgang. Nr. 722. Russische Angriffe in der Bukowina abgeschlagen. Großes Hauptauartier, 7. Okt.(W2B.) Westlicher Kriegsschauplatz. Bei Regenfällen und Wind blieb die Gefechtstätigkeit bei jast allen Armeen gering. In Flandern lag starkes Störungsfeuer, durchsetzt mit einzelnen heftigen Feuerstößen auf dem Kampffelde zwischen Poelcapelle und Zandvoorde. Vor Verdun lebte auf dem Ostufer der Maas die Feuertätigkeit zeitweilig auf. Erkundungsgefechte riefen dort und in mehreren anderen Abschnitten vorübergehend eine Steigerung des beiderseitigen Feuers hervor. Die Auswertung von Lichtbildaufnahmen unserer Flieger bestätigt, daß unsere Bombenangriffe auf die Festung Dünkirchen starke Zerstörungen in mehreren Stadtvierteln, besonders an den Hafen=, Speicher- und Bahnanlagen, verursacht haben. Empfindliche Hemmungen des englischen Nachschubes werden dadurch erreicht worden sein. Ostlicher Kriegsschauplatz. Heeresfront des Prinzen Leopold von Bayern. Nordöstlich von Riga, bei Dünaburg und am Zbrues beEmpften sich mehrfach die Artillerien lebhaft. : Front des Generalobersten Erzherzogs Josef. In der Bukowina griffen die Russen unter Einsatz von Pauzerkraftwagen unsere Stellungen bei St. Onuird und Waschkoutz an. Der Feind wurde durch Feuer abgewiesen, aus Waschkoutz durch Gegenstoß deutscher und österreichisch=ungarischer Truppen vertrieben. Gefangene blieben in unserer Hand. Bei der Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen. lebte am unteren Sereth und bei Tulcea die Kampftätigkeit der Antillerien auf. Mazedonische Front. Nichts Wesentliches. Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff. * Berlin, I. Okt.(WTB.) Amtlich. Abends. In Flandern am Abend gesteigerter Fenerkampf zwischen Langemarck und Zonnebeeke. An den übrigen Fronten nichts Wesentliches. * Berlin, 7. Okt.(WTB.) Auch am 6. Oktober haben die Engländer ihre Infanterieangriffe nicht wieder aufnehmen können. Im allgemeinen ließ auch der Artilleriekampf an der Flandernfront nach. Stärkeres Feuer lag nur zeitweise in der Gegend nördlich des Nieuwvoortkanals und auf dem Abschnitt Poelcapelle—Zonnebeeke Trotz der geringen, rein örtlichen Erfolge, die mit so ungeheuren blutigen Opfern erkauft wurden, versuchen die Engländer, die letzte Flandernschlacht als größten Sieg seit der Marneschlacht darzustellen. Ein Blick auf die Karte genügt, um den gänzlichen Mißerfolg der letzten riesenhaften Anstrengungen der Engländer klar erkennen zu lassen. In dem Gewinn eines Streifens zertrommelten Trichterfeldes und einer im Verhältnis zu der Größe und Breite des Angriffs verschwindend kleinen Zahl an Gefangenen besteht dieser große Sieg, den die Engländer dem eigenen Volke und der Welt vortäuschen wollen. Im Artois und in Gegend St. Quentin steigerte sich stellenweise die Feuertätigkeit wiederholt zu einzelnen stärkeren Feuerüberfällen. Auch in der Champagne lag tagsüber auf unseren Stellungen in Gegend Souain gesteigertes feindliches Feuer. Nordwestlich Tahure wurde eine vorübergehend eingedrungene feindliche Patrouille durch Gegenstoß vertrieben. Beiderseits der Maas war die Feuertätigkeit tagsüber bei schlechter Sicht mäßig. In Gegend östlich Samogneur haben sich Artilleriekämpfe entwickelt. Hier blieb auch nachts das Feuer zeitweise lebhafter. Südlich des Bereth griff der Feind nach einstündiger starker Artillerievorbereitung unsere Stellungen vom Serethfluß bis St. Onufry mit starken Kräften unter Tankverwendung an. Der Angriff wurde abgeschlagen und vorübergehend eingedrungener Feind im Gegenstoß geworfen, wobei Gefangene in unserer Hand blieben. Die dortigen Stellungen sind restlos in unserem Besitz. Einzelheiten von der Explosionskatastrophe in Dünkirchen. Aus Malmö, 4. Okt., werden dem„Hamb. Fremdenblatt" über die verheerende Wirkung der deutschen Fliegerbomben auf Dünkirchen noch folgende Einzelheiten gemeldet: Hier eingetroffene, verläßliche Londoner Berichte besagen, daß in der Nacht vom 24. zum 25. September in London ungeheure Erschütterungen wahrgeommen wurden, die anscheinend von der Explosionskatastrophe von Dünkirchen herrührten. In Dover ausgeschiffte Leichtverwundete berichten Schreckensnachrichten über die Explosionskatastrophe in der von den Engländern überaus modern ausgebauten Festung Dünkirchen. Mehrere deutsche Fliegerbomben haben in ein Benzinmagazin eingeschlagen und hier einen ungeheuren Brand entfacht. Durch Flugfeuer wurden in der Nähe befindliche Seifenfabriken in Brand gesetzt, später brannte das gesamte Industrieviertel. Alle Versuche, es zu retten, scheiterten. Ein riesiges Flammenmeer ergriff die ungeheuren Vorräte für die Armee, insbesondere Baumwolle. Hölzer, zetrocknete Fische. Sämtliche Nahrungsmittelepots der englischen Flandernarmee gingen in Brand auf. Später griff der Brand auch auf das Hafengebiet über. Dort wurden sämtliche Werft=, Dockanlagen und Eisengießereien vernichtet. Die im Vorhafen stehenden ungeheuren Militärschuppen mit Munition, Wafsen und chemischen Kriegspräparaten flogen krachend in die Luft. Die Explosionen zerstörten die Schleusenanlagen und rissen große Löcher in den Erdboden. In der Stadt entstand eine furchtbare Panik. Die Bevölkerung stürzte angstverstört ins Freie Die andauernd erfolgenden Explosionen brachten unaufhörlich Gebäude zum Einsturz. Der Nordbahnhof wurde vollständig zertrümmert. Hier fielen dem Feuer zahlreiche, hoch mit Munition und Lebensmitteln bepackte Eisenbahnwagen zum Opfer. Die Zahl der Toten und Verletzten läßt sich in dem allgemeinen Wirrwarr, der in der Nacht entstand, auch nicht annähernd abschätzen, jedoch ist es zweifellos, daß sie sehr groß ist. Die meisten Kasernen der englischen Marine=, Artillerie= und Infanterieformationen sind niedergebrannt. Die Truppen kampieren, trotz der Kälte und feuchten Witterung, in Zelten. Der angerichtete materielle Schaden ist ungeheuer. Wenn man den Schilderungen der unter der Explosionspsychose stehenden Verwundeten trauen darf, ist die Vernichtung von Dünkirchen der schwerste Schlag des Krieges für England. Das ganze englische Etappenwesen in Nordfrankreich ist durch die Zerstörung des Hauptetappenortes Dünkirchen in Verwirrung gekommen. * Wien, 7. Okt.(WTB.) Ostlicher Kriegsschauplaz: Bei Sereth, in der Bukowina griff der Feind gestern nach starker Artillerievorbereitung an, er wurde bei St. Ouufru durch Feuer abgewiesen, bei Waschkoutz von österreichisch=ungarischen Truppen im Gegenstoß geworfen. Italienischer Kriegsschauplatz: Im Gabriele=Abschnitt beschränkten sich die Italiener gestern auf Teilvorstöße. Diese blieben erfolglos. Auf der Costahelle holten Hochgebirgsabteilungen 21 Bergsalieri aus den feindlichen Grüben. Die Iinbenoutgseirt der * Münster, 7. Ottober. Trei große vaterländische Kundgebungen von ebenso traftvoller Wucht, wie umfassender Größe und Einheitlichkeit sind die Mertmale der drei letzten Sonntage in Münsters Mauern: zuerst der gleich einem einzigen, weit in die Lande hallende Schrei der Erbitterung und Entrüstung aufflammende Protest gegen den Präsidenten Wilson im großen Rathaussaale, dann die zu gleicher Zeit abgehaltenen vier großen Massenversammlungen des katholischen Volksvereins zur Bekundung unserer Treue und Ergebenheit für Kaiser und Reich und heute gleichsam als Krone und Schlußstein, die gewaltige Riesenversammlung in dem größten Saale unserer Stadt, dem zum ersten Male wieder einer festlichen Veranstaltung geöffneten Schützenhossaale, die Feier des 70. Geburtstages unseres größten Nationalheros, Hindenburg. Und Münsters ganze Bürgerschaft zeigte alle drei Male, wie es seine vaterländische Ehrenpflicht zu bekunden hat, ganz besonders bei der heutigen Huldigung. Wohl an die dreitausend Menschen jeden Alters und jeden Standes hatten sich heute abend 6 Uhr im großen Schützenhofsaale zusammengeschart, um ihre Liebe und Verehrung für den größten Feldherrn zu bezeigen, Männer und Frauen aus den böchsten Kreisen saßen neben den Vertre tern und Vertreterinnen der unteren Stände, und ihre aller Augen richteten sich nach der vom Kunstmaler Lamers und Hausmeister Böhnert auf dem großen Musikpodium des Saales mit feinem Geschmack geschaffene Dekoration, in der in einem Haine von Zierpflanzen und Fahnen, umgeben von einem Kranze elektrischer Lichter die Büsten unseres Kaisers und Hindenburg aufgestellt waren. Die Stirnleiste des tempelartigen Aufbaues ziert Hindenburgs Ausspruch:„Die Zeit ist hart, aber der Sieg ist sicher.“ Unter Musikmeister Melzers Leitung eröffnete die verstärkte Kapelle des Musikvereins die Feier mit dem vortrefflich gelungenen, ewig schönen Vorspiel aus den„Meistersingern". Dann sprach Dr. Castelle einen kernigen mit herzlichem Danke ausgenommenen Prolog auf Hindenburg, einen würdigen, in glänzendem Vortrage gegebenen Auftakt zu den beiden später folgenden Reden. Nachdem der Musikvereinschor mit gewohnter Meisterschaft Beethovens wunderbare Hymne„Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre" vorgetragen hatten, hielt Universitätsprofessor Dr. Julius Schwering die Festrede, in der er folgendes ausführte: Alles Glück ist nach Goethes Worten ein göttliches Geheimnis, und dem Menschen, dem es widerfährt, ziemt es nicht, viel Rühmens davon zu machen; besser begrüßt er es mit bescheidenem Danke still für sich. Wenn jedoch inmitten einer Welt von Feinden ein ganzes Volk von dem frohen Bewußtsein durchdrungen wird, welch ein Segen es ist, daß ihm in schwerer, schicksalsvoller Stunde der rechte Mann als Führer und Schirmer erstanden ist, dann ist Schweigen nicht an der Zeit: was jedermann weiß und sich hundertmal selbst gesagt hat, das will er vom Munde seines Volksgenossen ausdrücklich bestätigt hören. Denn Gemeinschaft ist die Seele des Staates. und darin beruht sein unschätzbarer Wert auch für unser inneres Dasein, daß er unser aller Gedanken und Wünsche, die das tägliche Leben auf tausend Wegen auseinanderführt, in ein und dieselbe Empfindung von Freude und Leid mit wohltätigem Zwange zusammenschließt und in einen großen Opferstrom münden läßt.— Wo immer in diesen Tagen Deutsche einander begegneten, da tönte der Name des Helden von ihren Lippen, den der Kaiser selbst den deutschen Nationalheros genannt hat. Die Jünglinge, die sich todesmutig um seine Fahnen scharten, die Männer, mit gefurchtem Antlitz und greisem Haar, die auf den Walstätten Rußlands und Frankreichs sein mächtiger Geist zum Siege führte, wir alle, denen der Siegesdonner seiner Schlachten die Scele mit Zuversicht füllte, denen er Heimat und Herd gerettet hat, wir beugen uns verehrungsvoll vor dem Manne in der schlichten Uniform und dem grauen Soldatenmantel, mit dem das Andenken der gewaltigsten Taten verknüpft ist, die dieser Weltkrieg vollbringen sah. Heil ihm, der noch mit 70 Jahren in voller Tatkraft an der Spitze unserer Armeen steht, Heil uns, daß wir von diesem Helden sagen können: Er ist unser! Denn nicht immer ist es einem Volke beschieden, in Tagen der Not und Prüfung einen Wegweiser zu finden, zu dem es wie zu einem leitenden Gestirn hinaufzublicken vermag. Als vier Jahre nach dem Tode des Prinzen Eugenius, des edlen Ritters, den Friedrich der Große den Schutzgeist Österreichs nannte, der Erbfolgekrieg ausbrach und die Grundfesten der habsburgischen Monarchie erschütterte, als die Feldherrn und Staatsmänner sich ratlos und niedergedrückt in der Wiener Hofburg versammelten, da brach ein Mann, der die Pläne Eugens so oft mit Ränken durchkreuzt hatte, der Hofkanzler Zinzendorf, in die Worte aus:„Wenn nur der einzige Eugen noch am Leben wäre, dann wäre uns allen geholfen!“ Aber sowenig die Klage um den entschlafenen Helden es vermochte, ihn wieder ins Daschein zurückzurufen, sowenig war sie imstande, Feldherren zu erwecken, die sich dem Sieger von Zenta und Höchstädt, Turin und Malplaquet, Peterwardein und Belgrad an die Seite stellen konnten. Und als im Jahre 1809 sich Österreichs Wehrmacht zum Schlage gegen Napoleon zusammenballte, da waren alle Bedingungen des Gelingens gegeben, nur der Geist fehlte, der die Massen beseelen und siegreich gegen Bonaparte führen konnte. Preußen ist ein glücklicheres Los beschieden gewesen. Wenn ich von den Unglücksjahren 1806/07 absehe, so hat es immer in drangvollen Zeiten einen Mann sein eigen genannt, der das Panier des Staates emporhielt. Die Namen des Großen Kurfürsten, Friedrichs des Großen, Blüchers, Scharnhorsts, Gneisenaus, Moltkes Göbens, Blumenthals u. a., sie beweisen, daß der große Augenblick auch bei uns ein großes Kriegergeschlecht fand In die Galerie dieser Schlachtendenker und=lenker reiht sich Hindenburg würdig ein. Ja, er überragt nach unserer heutigen Schätzung all seine Vorgänger. Denn so bedeutend auch ihre Leistungen gewesen sind, ungleich gewaltiger ist die Aufgabe, die der Sieger in der Masurenschlacht zu lösen hatte. Jene standen auf einem verhältnismäßig beschränkten oder doch wenigstens übersehbaren Kriegstheater, Hindenburg ist der Leiter von Millionenheeren, die über drei Weltteile verstreut sind. Seine Gestalt hebt sich von dem Hintergrunde eines Weltbrandes ab, wie ihn in so ungeheuerer Ausdehnung und Furchtbarkeit die Geschichte noch nicht gesehen hat.— Wenn ich ihn mit den berühmten Kriegsmännern Preußens und Deutschlands vergleiche, so scheint er mir trotz mancher Wesensunterschiede unserem Moltke am nächsten zu stehen. Bei einem überblick über das Dasein der beiden Strategen drängt sich uns unwillkürlich die Beobachtung auf, daß ein großer, einheitlicher Zug durch die ganze Lebensführung dieser beiden Feldherren geht: sie zeigt den höchsten Einklang von Geist und Willen, der das Geheimnis des Genius bildet, eine volle übereinstimmung der leitenden Grundsätze und der aus ihnen hervorgehenden Handlungsweise, eine ideale Auffassung ihres Berufes neben einem starken, nüchternen Sinn für die Wirklichkeit. Wie Moltke ist Hindenburg eine lkare, feste, in sich fertige Natur, an der nichts blendet und besticht, deren Gediegenheit aber überzeugt und bezwingt. Er ist ein durch und durch deutscher Mann. In seinen Adern rollt das Blut des Märkers und des Ostfalen: nach der Altmark und dem Harz weist uns die Geschichte seiner Vorfahren, bis durch eine seltsame Fügung der Umstände die Familie der Beneckendorff zu Ende des 18. Jahrbunderts das Erbe derer von Hindenburg mit dem Stammgut Nendeck im Kreise Rosenberg in Westpreußen antrat. Wie Moltke führten auch ihn Familienüberlieferung und Reigung in die Laufbahn des Soldaten. Wie Moltke hat auch er die Grundlagen seiner wissenschaftlichen und militärischen Bildung im Kadettenhaus gelegt. Die geistigen Mächte, die in seinem Jugendleben walteten, kennzeichnet er selbst in einem Briefe vom 10. Dezember 1914 mit den Worten:„War schon in meinem Elternhause Begeisterung für meinen künftigen Beruf, die Liebe zum König und Vaterland und Gottesfurcht in mein Kinderherz gesenkt worden, so wurden dem heranwachsenden Knaben und Jünglinge im Kadettenkorps Kameradschaft, Selbstüberwindung und Manneszucht neben der wissenschaftlichen Fortbildung anerzogen. Dem mit strengen Ernst ergriffenen Lebensberuf entsprach seiner Lebensführung und der Kreis der allgemeinen Interessen, die er sich zu eigen machte. Die entscheidenden Jahre seiner Jugendentwicklung fallen in die Epoche, da Preußen das Einigungswerk in Deutschland vollführte, in die Zeit der Wiedergewinnung der deutschen Nordmark und Westmark. der Aufrichtung von Kaisertum und Reich. In den Jahren und 1870 ist der junge Offizier zum Kampf hinausgezogen, hat Ehren davongetragen und dem Tod ins Auge gesehen, hat den Krieg von Angesicht zu Angesicht kennen gelernt, als das, was er sein soll, das letzte Hilfsmittel, nicht mehr wie ehedem der Könige für sich, sondern ganzer Völker, erlaubt allein zur Verteidigung der höchsten Güter, aber zu solchem Zweck auch unbedingt geboten. Die damals erworbenen Anschauungen und Erfahrungen haben Hindenburg durch all seine=Lebtage begleitet. Es ist der Krieger von 1870, der heute unsere Heere mit seinem Geiste beseelt. Er blieb der Hüter einer hehren Überlieferung, deren wahren Gehalt die nachgeborenen Mengen im Gewühl der Interessen des Augenblicks so leicht vergißt. Die unausweichliche Pflicht, den vollen Umfang des vaterländischen Bodens zu beschirmen, die feste Verbindung von Fürst und Volk durch ein gemeinsomes Ehrgefühl, die religiöse Weihe gerechter Waffen— das sind die Ideen, die er aus der Jugendzeit ins Greisenalter herübernahm. Sie hat er in den Tagen des Kampfes unserm Volk immer wieder in die Seele geprägt. In der Friedenszeit, die dem Wassengang von 1870 folgte, erstieg der Regimentsadjntant Hindenburg alle Staffeln militärischer Würden: der Offizier wuchs zum Feldherrn und Heerführer heran, und zwar in ganz anderer Art als Moltke. Der Sieger von Königgrätz und Sedan hat niemals weder eine Kompagnie noch ein Regiment, nach eine Brigade, noch ein Korps geführt. Als ein gelehrter Offizier von ungewöhnlich tüchtigen Eigenschaften ist er Generalstabschef im Frieden geworden. In der militärischen Laufbahn Hindenburgs wechselt die Praxis der Truppenführung mit der Bureauarbeit des Generalstabes, Lehre und übung gehen Hand in Hand, bis er am 27. Januar 1903 zum Kommandierenden General des 4. Armeekorps in Magdeburg ernannt wurde. Acht Jahre wirkte er mit unermüdlicher Hingabe in dieser Stellung. Im Frühjahr 1911 wurde ihm auf seinen Wunsch der Abschied bewilligt und er zog sich nun in die Ruhe des Privatlebens nach Hannover zurück. Außerhalb des Offizierokrps war sein Name wenig genannt. Aber seine alten Kameraden und Untergebenen wußten, was die Armee in ihm besaß, sie hingen mit fester Treue an ihm, aber auch ihnen war unbekannt, welche Fülle des Genies in ihm schlummerte und nur des Augenblicks harrte, sich zu betätigen. Und die Stunde kam, welche die große Schicksalswendung im Leben dieses einzigen Mannes brachte. Der Weltkrieg begann, in Frankreich rollten die eisernen Würfel, der Russe hatte die Pforten des Reiches gesprengt und am 22. August 1914 erging der Ruf des Kaisers an Hindenburg. So ergriff er noch einmal den Feldherrnstab, ein Mann, der die Mitte der Sechziger bereits überschritten hatte, in Jahren also, wo der Mensch in der Regel sein Haus bestellt und Abendfriede selbst in das rührigste Herz einzieht. Allein noch durch und durch ein ganzer Mann, von hohem Wuchs und raschem Schritt, fest im Sattel, früh aus dem Bett, gesund und heiter, anspruchslos in Geschmack und Genuß, klar und offen, mit Gott und der Welt, vor allem mit sich selbst einig, fest in seinen Entscheidungen und dennoch zugänglich jedem guten Rat, noch immer bereit, durch frische Erfahrung vom Tag für den Tag zu lernen. Er sah sich vor eine Aufgabe gestellt, wie sie verantwortungsvoller kaum jemals einem Feldherrn erwachsen ist. Mit unerhörtem Wagemut faßt er sein zahlenmäßig weit schwächeres, auf strahlenförmigem Rückzug befindliches Heer zusammen, drängt sich zwischen zwei feindliche Armeen, um die eine bei Tannenberg in die masurischen Sümpfe zu werfen und sich dann blitzschnell gegen das andere Heer zu wenden und dieses nach genialem Flankenangriff bei Angerburg in voller Auflösung gegen die Grenze zu jagen. Von 240000 Russen der Narevarmee konnten sich kaum 70000 retten, der Rest lag auf dem Schlachtfelde oder war gefangen. Als die Kunde von dem unvergleichlichen Siege durch die deutschen Lande flog, da wußte das deutsche Volk, daß ein Feldherr ersten Ranges die Bühne der Weltgeschichte betreten hatte, daß Deutschland um einen großen Sohn reicher war. Seit diesen Tagen ist Hindenburg in Wahrheit unser Volksheld. Ich kann hier nicht seine Taten im einzelnen schildern, Unerschöpfliches müßte ich mit flüchtigen Worten berühren. Ich will sie nicht erzählen seine Feldzüge in Polen, diese grandiosen Vormätsche, Rückzüge, Paraden und Flankenstöße, ich erinnere nur an die Winterschlacht an den masurischen Seen, an Hermannstadt, und endlich an das strategische Riesenwerk, das er seit seiner Berufung zum Chef des General= stabes im Westen, in Flandern und Frankreich, in Rußland und in Rumänien vollführte. Manche sind unter uns, die diese Schlachten mitgeschlagen haben, geistig miterlebt haben wir sie alle. Die rege Anteilnahme an dem, was Hindenburg unternimmt, wacht morgens mit uns auf, begleitet uns mittags an den kargen Tisch und legt sich abends mit uns zum Schlafe nieder. Von Moltke bat man gesagt, er habe alle militärischen Unternehmungen mit solcher Vollkommenheit vollführt, daß er sich um die höchste Probe seiner Feldherrngröße brachte, die Überwindung der Niederlage. Hindenburg hat auch diese Leistung vollbracht, er hat Fehler anderer ausgeglichen und taktische Rückschläge in strategische Siege verwandelt. Was Friedrich dem Großen nicht geglückt ist, Napoleon nur einmal 1805 bei Ulm gelang, seinen Gegner durch Einkreisen zu vernichten, Hindenbure hat dieses ruhmreiche Ergebnis der Feldherrenkunst mehrfach erreicht. Moltke hatte in der deutschen Armee ein durch Meister der Kriegskunst gestähltes Werkzeug in seiner Hand, das fest und stark blieb von den Tagen bei Saarbrücken bis zum letzten Schuß, der auf den Höhen bei Belfort verhallte. Hindenburg aber mußte in diesem Weltkrieg neue Armeen ausbilden und schaffen. Er mußte der Waffenschmied sein, der zugleich das Schwert führt. Doch so groß seine Feldherrentaten sind, nicht von ihm allein geht der Zauber aus, der alle Herzen seines Volkes bezwingt. Seine Persönlichkeit ist eine Macht, welche die Wirkung seiner Erfolge wunderbar erhöht und vertieft. Die Stärke dieser Persönlichkeit leuchtet überall durch und prägt sich unmittelbar ein. Hindenburg besitzt jene eiserne Ruhe, die nicht Temperamentlosigkeit ist, sondern Selbstbeberrschung, die nicht durch eisige Kälte abstößt und zurückschreckt, sondern einen Anflug von Behaglichkeit hat, die wohltuend auf seine Umgebung ausströmt. Er gemahnt an den Kaiser Karl in Uhlands Ballade„Kaiser Karls Meerfahrt“. Während des Sturmes raten und rechten seine Paladine, er aber, der Herrscher, hat kein Wort gesprochen: Er lenkt das Schiff mit fester Hand, Bis sich der Sturm gebrochen. Wir fühlen uns stark und sicher in seiner Hut und folgen dem großen Feldherrn getrosten Mutes. Es liegt eine unendliche Selbstbescheidung in seiner Größe, die niemals sich selbst sucht, sondern immer nur die Sache will, und aus dieser Eigenschaft erklärt sich seine freudige Anerkennung fremden Verdienstes und sie ermöglicht allein sein geradezu ideales Verhältnis zu Ludendorff, die wunderbare Ergänzung, die der eine in dem andern findet. Durch die Wucht und Geschlossenheit seines Charakters erweckt die Persönlichkeit dieses Kriegsmannes Vertrauen und Ehrjurcht, und was sie uns menschlich nahebringt, ist das goldene Licht des Humors, das die Züge seines gefurchten Antlitzes mit warmem Schimmer überhaucht, eines Humors, der ihm, dem Schweiger wie Moltte und Scharnhorst, manchmal ein treffendes Witzwort von taciteischer Kraft und Kürze auf die Zunge legt, wie jene packende Weisung an uns alle:„Maul halten und durchhalten!“ Der raube Krieger ist im Grunde der edelste Menschenfreund, und aus seinem tiefsten Wesen ist die Mahnung geflossen, die er in diesen Tagen an seine Volksgenossen richtete:„Wer an meinem Geburtstag für Verwundete und Hinterbliebene sorgt, in seinem Herzen das Gelübde zum zuversichtlichen Durchhalten erneuert und Kriegsanleihe zeichnet, macht mir die schönste Geburtstaggabe.“ Wir entrichten dem Manne, dem wir alle Heil und Rettung schulden, den edelsten Zoll des Dankes, wenn wir in diesem Sinne handeln. Das Volk der Karthager hat einst seinen großen Feldherrn Hannibal im Stich gelassen, weil es kleinmütig und eigennützig Geld und Gut höherstellte als seine nationale Ehre. Und wenn auch die Größe Hannibals nicht eine Linie darum verloren hat, weil er heldenmütig kämpfend endlich seinen Feinden erlag, das karthagische Volk ist von der Geschichte gerichtet, und das Brandmal krämerhaften Kleinmutes ist ihm für alle Ewigkeit aufgedrückt. Ich denke zu hoch von meinem Volke, als daß ich von ihm eine ähnliche Handlungsweise befürchtete. Wenn auch ein Bruchteil unserer Nation von dem Wucher= und Mammongeist ergriffen ist, das deutsche Volk in seiner überwältigenden Mehrheit steht tapfer und opferfreudig hinter seinem Führer. Es vertraut seinem Helden, es weiß, welch ein Gottesgeschenk ein großer Mann ist. Hindenburg ist für uns„der Nibelungentrost“, der neben sich seinen getreuen Ludendorff, wie einst Hagen und Volker an der Türe von König Etzels Flammensaal, mit seinem Schwerte an des Reiches Pforte steht und jeden Feind niederschlägt, der den heiligen Boden des Vaterlandes betreten will. Möge dem Unermüdlichen nach siegreich vollbrachter Heldenarbeit noch eine lange Friedenszeit beschieden sein! Möge das Adlerange, das kalt und ruhig das Sturmgewoge der größten Feldschlachten aller Zeiten überschaute und doch so freundlich blicken kann, uns noch manches Jahr leuchten! Und wenn er einst von uns scheidet, sein Geist bleibt unter uns. weckend, werbend und zeugend für seines Volkes Größe. Helden wie Hindenburg sterben niemals. So lange ein Stein des Deutschen Reiches auf dem andern steht, solange die Geschichte selber noch lebt, so lange wird Feldmarschall Hindenburg leben, bis vielleicht in unabsehbarer Ferne Pocsie und Sage auch seinen Namen mit ihrem goldenen Duft umhüllen. Langanhaltender Beifall dankte dem Festredner für seine meisterhaften Ausführungen, die in hinreißenden Vortrage aller Herzen ergriffen. Händels„Zion hebt ihr Haupt empor“, wiederum von Musikverein dargeboten, gab die Überleitung zu der Schlußrede des Oberbürgermeisters Dieckmann. Hohe Festversammlung! Des Feldmarschalls v. Hindenburg Wesen und Wirken, sein Leben und Schicksal voller Schönheit und Größe. sind uns von dem Redner des Abends in einem herrlichen Bilde vor die Seele geführt, einem Bilde, umstrahlt vom Glanze unsterblichen Ruhmes, umglüht von den Flammen der Liebe, die aus den Tiefen dankbarer Verehrung in der Seele des deutschen Volkes zu seinem Hindenburg emporlodern. Auch Münsters Bürgerschaft neigt heute in dieser festlichen Stunde in Ehrfurcht ihr Haupt von diesem großen Manne und bringt ihm zum 70. Wiegenfeste mit einem Herzen voll überströmender Dankbarkeit, Verehrung und Liebe ihre Huldigung dar. Was soll der Inhalt dieser Huldigung sein? Das, was das Herz des Feldmarschalls erfreut! Und was ihn erfreut, was ihm am Herzen liegt, das haben wir soeben vernommen, das wissen wir aus den mancherlei Kundgebungen, durch die Hindenburg in den letzten Tagen und Wochen zu uns gesprochen hat. Geeint will er das deutsche Volke zusammenschließen, geeint in der Kraft der Arbeit, einig in der Zuversicht auf ein glückliches Ende und im unerschütterlichen Willen zum Siege. Aber welch ein betrübendes Schauspiel müssen wir da erleben. Von den Feinden geschürt, drohen Hader und Zwietracht, das deutsche Volk zu entzweien, seine Widerstandskraft zu lähmen und feinen Siegeswillln zu brechen. Wie muß der Schmerz darüber unseren Hindenburg erfassen! In den Stunden höchster Not ist er der Retter des Vaterlandes geworden. Kraftvoll und fest trotzt er in demütigem Vertrauen auf Gottes Hülfe allen Anstürmen der Feinde. Seine Truppen setzten Tag für Tag in beispiellosem Heldenmut ihr Leben aufs Spiel für ihres Vaterlandes Zukunft und Glück. In siegesbewußter Ruhe und Zuversicht lenkt er seine Millionenheere und führt sie auch heute noch wie einst bei Tannenberg und in Masuren zum Siege in Ost und in West. Und da muß der Feldmarschall seinen Blick nun auch noch wenden rückwärts in die Heimat. Wo das ganze deutsche Volk einig und opferfreudig zusammenstehen sollte, um seinen Arm zu stützen, der uns schützt und schirmt, da muß er sogar uns noch stärken und stützen! Mahnend, bittend und beschwörend muß er seine Stimme erheben: Seid einig, habt Vertrauen, bleibet opferfreudig, bleibet standhaft und stark, der Sieg ist unser! Wahrhaftig, verehrte Festteilnehmer! Eine Mahnung, schmerzlich für unsern Hindenburg und seine Helden, tiefbeschämend für uns! Wie groß der Mann, wie klein dagegen wir. Nein, verehrte Festteilnehmer, ich weiß mich eins mit Ihnen: Wir wollen uns eines solch schwarzen Undanks gegen Hindenburg nicht zeihen lassen. Wir wollen seinen Mahn= und Bittruf tief ins Herz uns schreiben. In seinem Geburtstagsdanke hat er dem deutschen Volke die Parole gegeben:„Die Muskeln gestrafft, die Nerven gespannt, das Auge geradeaus! Wir sehen das Ziel vor uns: Ein Deutschland hoch in Ehren, frei und groß!“ Dies goldene Hindenburgwort soll in Zukunft unser Leitstern sein: wir wollen es wandeln zur eisernen Tat. Einig und opferfreudig, standhaft und stark trotz aller Entbehrungen zielsicher und siegesbewußt: so wollen wir hinter unserm Hindenburg stehen. Er hat es um uns, um das Vaterland verdient. Er soll dereinst nicht heimkehren mit dem bitteren Gefühl im Herzen: Von den Feinden nicht besiegt, vom deutschen Volke verlassen. Gerade in diesen Tagen haben wir die schönste Gelegenheit, uns Hindenburg und seinen Helden dankbar zu erweisen. Die 7. Kriegsanleihe pocht an unsere Tür. Hindenburg bittet:„Wer Kriegsanleihe zeichnet, macht mir die schönste Geburtstagsgabe.“ Folgen wir seiner Bitte und zeichnen wir, was nur in unseren Kräften steht. Geben wir unserm Hindenburg die Mittel, damit er das Rettungswerk am Vaterlande vollenden und krönen möge, das er einst bei Tannenberg so siegverheißend begonnen hat! Hohe Festversammlung! Der Zeitungsbericht über Hindenburgs Geburtstagsfeier im Großen Hauptquartier gab uns Kunde von einem rührenden Vorgang: Als der Feldmarschall von seiner Wohnung zum Dienste ging, streuten Schulkinder ihm Blumen auf den Weg und Flieger warsen aus der Höhe Blumen auf ihn herab. Ein rührendes Symbol der Liebe und Verehrung, die Deutschlands Heer und Volk ihrem Hindenburg entgegenbringen! Auch wir, verehrte Festteilnehmer, wollen unserm Hindenburg heute Blumen streuen: Die Immortellen, die unverwelklichen Blumen des Dankes, der Verehrung und der Liebe, die wir in dieser Weihestunde in einem heiligen Gelübde ihm zu Füßen legen wollen: Wohlan, greiser Feldmarschall, wir folgen Dir! Trage uns die Siegesfahne voran in dieser sturmbewegten Zeit. die uns umtost! Du hast das Vaterland, du hast auch uns gerettet. Wenn wir die Knechtschaft des Feindes nicht kennen, wenn wir als freie Bürger atmen im freien dentschen Lande, wem anders nächst Gott und Deinen tapferen Truppen— wem anders danken wir es als Dir? Einig und opferfreudig wollen wir ausharren in entschlossenem Siegeswillen, wollen Dich in Deinem Siegeswerke stärken und stützen mit unserer letzten Kraft. Gott schirme, Gott schütze Dich und segne Dich viel tausendmal! In diesem Geiste meine hochverehrten Festteilnehmer, lassen Sie uns diese feierliche Stunde beschließen. Und all unsern Dank. all unsere Verehrung und Liebe, die wollen wir ausklingen lassen in dem einen jubelnden Ruf: Der Generalfeldmarschall v. Hindenburg. unsere Zuversicht, unser Stolz und unsere Freude, er lebe: hoch! hoch! hoch! Jubelnd und begeistert nahm die Riesenve sammlung den Huldigungsruf auf und bekräftigte ihn durch das Absingen der drei Strophen des Liedes„Deutschland, Deutschland über alles“ Unter den Klängen des Militärmarsches Nr. 9 ging die unvergeßliche Huldigungsversammlung für unseren größten Feldherrn gegen 7¼ Uhr zu Ende. „ der deutschsprachigen Presse e.V. türkische Tagesbericht. Konstantinopel, 8. Okt.(W29.) Amtlicher Bericht. Kaukasusfront: Im Zentrum scheiterte in der Nacht vom 4. zum 5. Oktober ein von einem stärkeren feindlichen Detachement verursachter Handstreich in unserm Feuer.— Dialafront: Eine Unternehmung eines feindlichen Detachements in Stärke von 5 Esaldrons, das durch Artillerie verstärkt war, wurde durch unsere Axtillerie bereits im Keime erstickt. An den übrigen Fronten keine besonderen Ereignisse. Die amtlichen Berichte der Feinde. Französischer Bericht vom 6. Oktober. nachmittags: Viele seindliche Handstreiche auf unsere kleinen Posten bei Hurtebise und Craonne blieben erfolglos. Auf dem rechten Maasufer verursachte ein ernsthafterer Angriffsversuch auf unsere Gräben nordwestlich der Höhe(Zahl unleserlich) einen lebhaften Kampf. Unsere Soldaten warfen eine Gruppe von Angreifern, die in unserem vorgeschobenen Werke Fuß gesaßt hatten, zurück. Unsere Linie ist unversehrt wiederhergestellt. Unsererseits machten wir mehrere Einbrüche in die feindlichen Gräben im Süden der Butte du Souain, nordwestlich von Faye en Haye und nordwestlich von Regneoille. Unsere Abteilungen drangen bis in die Unterstützungslinien vor, zerstörten viele von ihnen und brachten Gefangene zurück. Die Artillerietätigkeit war auf dem größten Teile der Front zeitweilig unterbrochen.— Abends: Ziemlich große Tätigkeit beider Artillerien in der Gegend von Brave=en=Laonnais und auf dem rechten Maasufer nördlich des Chaumewaldes. In den Vogesen glückte uns ein Handstreich in der Gegend von Senones. Von der übrigen Front ist nichts zu melden. Englischer Heeresbericht vom 6. Okt. Die Artillerie des Zeindes zeigte an der Schlachtfront gesteigerte Tätigkeit, aber von seiner Infanterie wurden keine Unternehmungen unternommen. Ein versuchter Überfall auf unsere Gräben südlich Hollebeete wurde durch Gewehr= und Maschinengewehrfeuer abgeschlagen. Valisische Truppen griffen erfolgreich die feindliche Front nordöstlich Gouzeaucourt an, indem sie Unterstände bombardierten und der Besatzung Verluste zufügten. Englischer Bericht vom 6. Oltober, abends: Unsere Artillcrie war den ganzen Tag über tätig auf der ganzen Front. Die seindliche Artillerie richtete ihre Tätigkeit hauptsächlich gegen unsere Stellungen auf dem Höhenrücken von Broodseinde südwärts. Infauterieangriffe wurden jedoch nicht unternommen. Weitere 380 Gefangene wurden während der letzten 24 Stunden gemacht. Von der übrigen britischen Front ist nichts von besonderer Bedeutung zu melden.— Flugwesen. Das Wetter blieb am 5. Oktober unbeständig und stürmisch. Nichtsdestoweniger wurde erfolgreiche Arbeit für die Artillerie geleistet und viele Lichtbilder aufgenommen. Feindliche Flugplätze im Bezirk von Lille wurden mit Bomben während des Tages angegriffen. Die Bahnhöfe von Westroosebecke. Ischhen, Born und Courtrai wurden während des Tages angegriffen. Die beiden letzteren wurden ferner in der Nacht angegriffen und mit 12 T. Sprengstoff beworfen. Feindliche Flugzeuge waren tätig im Kampfgebiet, 4 wurden abgeschossen, 3 steuerlos niedergezwungen. 5 unserer Flugzeuge werden vermißt. Französischer Bericht der Orientarmee vom 6. Oktober: Der Tag war an der ganzen Front ruhig. Einige feindliche Patrouillen wurden westlich des Ochridasees zurückgeschlagen. Flugzeuge der Verbündeten beschossen feindliche Anlagen nördlich Ghewaheli und in der Gegend von Resna. Aus aller Welt. Vordeaux, 7. Okt.(WTB.) Agence Havas. Auf dem Sozialistenkongreß, auf dem Renaudel den Vorsitz führte, brachte Compere Morel eine Entschließung ein, die erklärt, daß die Partei den bedingten Frieden ablehnt und nur einen Frieden der Wiederberstellung annimmt, einen siegreichen Frieden, der durch die hohe Einigkeit der Franzosen verwirklicht werden kann. Die Partei wird jeder Regierung ihre Unterstützung leihen, die fest entschlossen ist, eine ebenso tätige wie rücksichtslose demokratische Kriegspolitik zu führen. Der Kongreß beschäftigte sich auch mit der Prüfung der Mandate: 82 Departementsverbände sind vertreten, und zwar mit 2697 Mandaten. Washinzton, 6. Okt.[WTB.) Reuter. Der Kongreß hat sich um 8 Uhr nachmittags vertagt. Washington. 5. Okt.(WTB.) Der Senat hat die Bill angenommen, die die Regierung ermächtigt, ausländische Schiffe für die Küstenfahrt außer nach Alaska zu chartern, und zwar für die Dauer des Krieges und 120 Tage nachher. General Diaz gefallen. Zürich, 6. Okt.(BB.) Bei den letzten Kämpfen in Süd=Mexiko ist General Felix Diaz gefallen. Helsingfors, 7. Okt.(WTB.) Pet. Tel.=Agentur. Das Ergebnis der Landtagswahlen am Ende des dritten Wahltages ist: Sozialdemokraten 45.7 Proz., burgerliche Parteien 54,8 Proz. aller abgegebenen Stimmen. Petersburg, 7. Okt.(WTB.) Die Angestellten der wichtigen Wladikawkas=Bahn und anderer Bahnlinien fatzten eine Entschließung gegen den Ausstand, in Rußland. W#Die Mitglieder der Kerenslis von die bossen lätzt, daß es den Anstreugungen der Regierung und des Arbeiter= und Soldatenrates gelingen wird, die Bewegung zu beschwören. Bildung einer Koalitionsregierung tersburg, 7. Okt.(WTB.) Reuter. Regierung berieten unter dem Vorsitz Freitag 5 Uhr nachmittags bis Samstag 3 Uhr morgens mit Moskauer Industriellen. Abgeordneten der demokratischen Konferonz und Kadetten. Eine Verständigung über die Bildung einer Koalitionsregierung wurde erzielt. Die Koblenlieferung Deutschlands an Holland. Amsterdam, 7. Okt.(WTB.) Zu dem Abschluß der Koblenverhandlungen zwischen Deutschland und Holland erfährt ein hiesiges Pressebureau, daß Deutschland bereit sei, monatlich 200000 Tonnen deutsche und 50000 Tonnen belgische Kohle an Holland zu liefern. Das Kohlenabkommen sei nur ein Teil eines umfangreicheren wirtschaftlichen Abkommens mit Deutschland. Carson und die holländische Neutralität. Haag, 6. Okt. „Nieuwe Rotterd. Courant“ mildet aus London: Sir Eruard Carson sprach gestern auf einem Frühstück zu Ehren der zurzeit in England weilenden Vertreter der„Nieuwe Rotterd. Courant“. Er dementierte in der entschiedensten Weise die in Deutschland aufgetauchten Geruchte, wonach England beabsichtige, die holländische Neutralität zu verletzen. Kein Staatsmann, der bei Verstand sei. würde einen solchen Plan auch nur erwägen. Die guten Beziehungen zu Holland seien fur England von nicht geringerer Bedeutung, als die zu anderen neutralen Ländern. Der Minister sprach dann über die holländische Neutralität selbst, die aufrecht zu erhalten nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht Hollands sei, und diese Pflicht hätten die Niederlande in bewundernswerter Weise erfüllt. Deutsches Reich. ∆. Giesberts Unterstaatssekretär. Berlin, 7. Okt. Die„B. Z. am Mittag“ nimmt Natiz von der in parlamentarischen Kreisen seit längerer Zeit umlaufenden Mitteilung, daß der Aba. Giesberts als Unterstaatssekretär in das Reichswirtschaftsamt eintrete. 2 Wohnungsresormkundgebung. Eine große Kundgebung zugunsten der Wohnungsreform wird der Deutsche Wohnungsausschuß, in dem fast sämtliche einschlägigen großen Zentralorganisationen Deutschlands vertreten sind, am 30. Oktober in Berlin veranstalten. Die drohende Gestaltung der Verhältnisse auf dem Wohnungsmarkt, die Verzögerung der preußischen Wohnungsgesetzgebung und die dringende Notwendigkeit, in der Wohnungsfrage nunmehr zu größeren Ergebnissen zu kommen, machen eine stärkere Beschäftigung der Offentlichkeit mit diesen Dingen unbedingt erforderlich. In der Kundgebung soll insbesondere für eine Reihe wichtiger positiver Wohnungsreformmaßregeln, sowie für das baldige Zustandekommen der eben erwähnten Gesetzgebung eingetreten werden. Nähere Auskunft erteilt der oben genannte Ausschuß: Berlin=Schöneberg. Neue Steinmetzstraße 4. Hindenburgs Dank an das Preußische Abgeordnetenhaus. Berlin, 6. Okt.(WTB.] Auf das von dem Präsidenten des Abgeordnetenbauses an den Generalfeldmarschall v. Hindenburg gerichtete Geburtstagstelegramm ist folgende Antwort eingegangen: Dem Preußischen Abgeordnetenhause herzlichen Dank für seine Glückwünsche und sein Vertrauen. Daß unsere heinde Sturmlaufen gegen unser Preußentum und seine Vernichtung als wichtigstes Kriegsziel auf ihre Fahnen geschrieben haben, ist seine beste Rechtfertigung vor aller Welt. Generalfeldmarschall v. Hindenburg. Lebensmittelversorgung. Die Zwangsabgabe von Speck oder Fett bei Hai ungen beträgt bei einem Schlachtgewicht des Schw haus. schlachtungen beträgt bei einem Schlachtgewicht des Schweines von mehr als 60—70 Kilogr. einschließl. 1 Knogr., mehr als 70—80 Kilogr. einschließl. 2 Kilogr., mehr als 80 Kilogr. für weitere angefangene je 10 Kilogr. weitere je 0,5 Kllogr. Ist das Schwein früher zur Zucht benutzt worden, so sind 8 vom Hundert des Schlachtgewichts in Speck oder Feit ab fübrung sepi gegeben zu werden braucht. Sie können gnordnen, daß an Stelle des Speckes oder Fettes andere Teile des gewonnenen Fleisches abzugeben sind, und Vorschriften über die Haltbarmachung der abzugebenden Mengen erlassen. Die Verpflichtung zur Abgabe von Speck oder Feit entfällt bei Hausschlachtungen von Schweinen in gewerblichen Betrieben, Krankenhausern und ähnlichen Anstalten die gemäß§ 9 Abs. 2 vom Kommunalverband als Selbstversorger anerkannt worden sind, und durch Selbstversorger, denen nach den geltenden Vorschriften bei besonders anstrengender körperlicher Arbeit im Verwaltungswege Fettzulagen gewährt werden können oder zu deren Haushalt solche Personen gehören. Aus des Stadt. Mänster, 8. Olteden. m Eine Zeuersbrunst hpoch gestern abend gegen 915 Uhr in den Gebäulichkeiten auf Haus Spital aus. über den Ursprung und Umsang des Brandes, dessen Schein noch nach Mitternacht weithin sichtbar war, lagen uns bis zum Schlusse des Blattes noch keine Nachrichten vor. Aus dem Justiz=Ministerial=Blatt. Beim Übertritt in den Rubestand verliehen: dem Amtsgerichtsassistenten. Gerichtssekretär* Suermann in Münster das Verdienstkreu; in Gold: dem Kanzleigehülfen Behler in Warendorf das Allaemeine Ehrenzeichen. * Militärisches. General der Artillerie Anton v. Kersing in Berlin feiert am Montag sein 50 jähriges Militärjubiläum. Am 22. September 1849 in Anholt i. W. geboren, trat er nach dem Besuche des Gymnasiums in Münster am 8. Oktober 1867 in das Westsälische Feld=Artillerie=Regiment Nr. 7 in Münster ein, in dem er am, 11. Februar 1869 Offizier wurde und den Krieg gegen Frankreich mitmachte. Im Jahre 1872 wurde er in das Westfälische Feld=A-UllerieRegiment Nr. 7 in Köln versetzt und im Jahre 1876 zum Lehrer an der Ober=Feuerwerker=Schule ernannt. 1876 wurde er zum Oberleutnant befördert, 1881 zum Hauptmann und Kompagniechef. 1893 zum Major, 1808 zum Oberstleutnant und Kommandeur des Badischen Fuß=Artillerie=Regiments Nr. 14 in Metz, 1900 zum Obersten. Im folgenden Jahre zum Abteilungschef bei der Artillerie=Prüfungs Kommission ernannt, wurde er im Jahre 1903 Direktor der Militärtechnischen Akademie und in dieser Stellung am 17. Mai 1904 zum Generalmajor und am 27. Januar 1908 zum Generallentnant befördert. Im Jahre 1911 zu den Offizieren von der Armee versetzt, trat er am 9. März 1912 als General der Artillerie in den Ruhestand über. Zu Beginn des gegenwärtigen Krieges war der General Stellvertreiender Vorsitzender der Artillerie-Prüfungskommission. 9. Die Milchversorgung in der Stadt Münster wurde gestern nachmittag in einer Versammlung des Vereins zur Versorgung der Stadt Münster mit Vollmilch eingehend besprochen. Der Futtermittelmangel hat notwendigerweise die Wirkung, daß für den kommenden Winter mit einer Milchund Fettknappheit gerechnet werden muß. Es wurden in der Versammlung— auf die wir noch zurückkommen werden— wichtige Winke gegeben, um trotz der großen Schwierigkeiten die Milchproduktion nach Kräften zu fördern. Es steht auch eine Neuregelung der Preisfrage in Aussicht, doch kann über diese der Verein nicht entscheiden, da die Preise von der Provinzial= und Reichsfettstelle festgesetzt werden. Im Laufe der Versammlung nahm Oberbürgermeister Dieckmann das Wort und richtete an die Milchlieferanten die dringende Bitte, alles zu tun, um die Milch= und Feitnot zu mildern und wie im vorigen Winter alles daran zu setzen, die städtische Bevölkerung mit diesem so hitter notwendigen Ernährungmittel zu versorgen. In der Kartoffelpreisfrage richtete er die ebenso dringende Bitte an die Landwirte, die festgesetzten Höchstpreise nicht als Normalpreise anzusehen und bei der öberaus günstigen Ernte den minderbemittelten Volksklassen und dem sehr bedrängten Mittelstande die Preise zu ermäßigen und die Kartoffeln unter dem festgesetzten Höchstpreise abzugeben. Zu seiner Freude— so sagte Oberbürgermeister Dieckmann— könne er mitteilen, daß eine ganze Reihe von Landwirten aus eigenem Antriebe die Kartoffelpreise niedriger gesetzt habe. Dieses Beispiel möge zahlreiche Nachahmer finden, die des Dankes der minderbemittelten Bevölkerung sicher sein könnten. + Bekanntmachung über Papier, Pappe und Karton, Den gewerblichen Kreisen wird hiermit von der Handelskammer besonders in Erinnerung gebracht, daß nach der Bekanntmachung vom 20. September 1917 für den 3. Okt. eine allgemeine Bestands= und Verbrauchsaufnahme von Papier, Karton und Pappe angeordnet worden ist. Es scheint. als ob die Bekanntmachung nicht genügend beachtet wird. Besonders sei darauf hingewiesen, daß die vorgeschriebenen Anzeigen nicht nur von den an der Papierher= stellung, dem Papierhandel und der Papierverarbeitung beteiligten Gewerbetreibenden, sondern von allen Verbrauchern, deren Bezug im Jahre mehr als 1000 Kilogr. beträgt, zu erstatten sind. Vordrucke für die Meldung sind von der Kriegswirtschaftsstelle für das deutsche Zeitungsgewerbe in Berlin C 2, Breitestraße 819, zu beziehen. * Münsterische Kunst. Seit Samstag ist im Schaufenster der Firma Odendahl(Ludgeristraße) die lebensgroße Idealbüste eines jungen Mädchens ausgestellt, die wohlgelungene, Schöpfung des auf dem hiesigen Stadtbauamte tatigen Architekten Herm. Jos. Straßburger, Sohn des verst. Kaufmanns Jos. Straßburger(Bogenstr.). Das außerordentlich wohltuend ansprechende Werk, wie wir erfahren, ohne Tonmodell unmittelbar in Alabastergips modelliert und in Elfenbeintönung und Alt-Blattgold gehalten, ist in Anlehnung an bekannte beste italienische Vorbilder geschaffen und macht gerade deshalb einen so abgeklärten, klassischen Eindruck. Geradezu hervorragend ist dem Künstler das echt mädchenhafte Profil gelungen. Zweifellos offenbart das Werk, das zum Verkaufe ausgestellt ist, gutes bildhauerischen Talent, das berechtigte Hoffnung zu weiteren wertvollen Schöpfungen gibt. () Die Ausgabe der Kartossel= und Rettscheine an Familien, die einem bedürftigen Kinde unentgeltlich Mittagstisch geben, findet nicht im Stadthause, Zimmer Nr. 22. sondern im Zimmer Nr. 24 statt, und zwar am Montag den 8., und Dienstag, den 9. Ottober, von vormittags 10—12 Uhr. Gerichtszeitung. * Lein Schmiergelderprozetz. Berlin, 5. Okt. Die leidigen Bestechungen in der Lackindustrie wurden heute vor dem Schöffengericht Köpenick eröriert. Auf Strafantrag des Vereins gegen das Bestechungsunwesen E. V., Sitz Berlin, war angeklagt der Kaufmann Theodor Simonsohn. Er hatte versucht, einen Werkmeister der Albatroswerke mit 100 Mt. zu bestechen, um schlechten Lack für Kriegsflugzeuge zur Abnahme zu bringen. Das Urteil lautete auf 600 Mk. Geldstrafe, Veröffentlichung des Urteils in der„Deutschen Werkmeister=Zeitung" und Einziehung der 100 Mk. * Stuttgart. 5. Okt. Der wegen verleumderischer Beleidigung seit längerer Zeit steckbrieflich verfolgte frühere Universitätsprofessor Dr. Johannes Lehmann=Hobenberg, einst in Kiel tätig und später in Weimar wohnhaft, wurde von der hiefigen Kriminalpolizei verhaftet. * Fünf Minuten Redezeit in Königsberg. Königs= berg, 4. Okt. Infolge der jüngst in Königsberg erfolgten Beleuchtungseinschränkungen zum Zwecke der Kohlenersparnis beschloß die Stadtverordnetenversammlung in Abänderung der Geschäftsordnung, die Redezeit ausnahmslos auf fünf Minuten, die Sitzungsdauer möglichst auf zwei Stunden zu beschränken. Zusammenstoß zweier Dampfer. Bern, 7. Okt.(W2B.) „Progres de Lvon“ meldet aus Marseille: Am 6. Oktober stieß der von Havre kommende Dampfer„Miquelon“ mit dem korsikanischen Postdampfer„Balcane“ in der Haseneinfahrt von Marseille zusammen. Der Dampfer wurde durch den Zusammenstoß entzwei geschnitten und ging sofort unter. Die Schiffbrüchigen wurden vom „Balcane“ aufgenommen. Sport. c Rennen zu Düsseldorf, 7. Okt.(Eig. Trahtb.) 1. Reunen. 4500 Mt. 1. Mala Wies(Kühl), 2. Stern II. 3. Cyganka. Tot. 56. Pl. 19, 24, 18. 11 liefen. 2. Rennen. 7500 Mk. 1. Duckling(Wurst), 2. Harras, 8. Orianne. Tot. 39. Pl. 14, 22, 18. 10 liefen. 3. Rennen. 10 000 Mk. 1. Sippe(Unruh), z. Latro, 3. Jahn. Tot. 22, Pl. 18, 16. 35, 7 liefen. 4. Rennen. 10 000 Mk. 1. Filmdiva(Unruh), 2. Schweizermühle, 3. Eigentum. Tot. 59. Pl. 18, 17, 17. 8 liefen. 5. Rennen. 15000 Mk. 1. Citronella(Listl). 2. Nicitta, 3. Floh. Tot. 191. Pl. 46, 39, 29. 9 liefen. 6. Rennen. 4500 Mk. 1. Landsknecht(Stoppel), 2. Wildlatze= 3. f Nippold und 1 Panter. Tot. 140, Pl. 92, 26, 15, 17. 10 liefen. 7. Rennen. 6000 Mk. 1. Hansi Bismarck), 2. Wiedersehen, 3. Oisean de Feau. Tot. 20, Pl. 12, 14. 20. 8 liefen. c' Rennen zu Karlshorst, 7. Okt.(Eig. Drahtb.) 1. Rennen. 6000 Mk. 1, Odin(E. Francke), 2. Helena, 3. Shamfire. Tot. 66. Pl. 18. 19, 15. 7 liefen. 2. Rennen. 10000 Mk. 1. Cathal(Schuller), 2. Uncle Dobbin, 8. Domiducus. Tot. 84. Pl. 18, 27. 6 liefen. 3. Rennen. 12 000 Mi. 1. Paros(Fritsche). 2. Pfau, 3. Hidalgo. Tot. 81, Pl. 18. 30, 32. 11 liefen. 4. Rennen. 40 000 Mi. 1. Lorbas(Dyhr), 2. Giabar, 3. Voigt. Tot. 16. Pl. 14. 16. 6 liefen. 5. Rennen. 6000 Mk. 1. Obersteiger(Sandmann), 2. Rose vom Liebesgarten, 8. Indus. Tot. 36, Pl. 18, 15, 19. 16 liefen. 6. Rennen. 8000 Mk. 1. Lüttich(Lewicki). 2. Stella II, 3. Wolpoto. Tot. 35. Pl. 19, 18. 36. 14 liefen. 7. Rennen. 6000 Mk. 1. Despotin(Streit). 2. Grodno, 8. Aar. Tot. 21. Pl. 14, 26, 43. 13 liefen. c Rennen zu Frankfurt a. M., 7. Okt.(Eig. Drahtb.) 1. Rennen. 7500 Mt, 1. Jstria(Schläfke), 2. Entscheidung. 3. Eisläuferin. Tot. 26, 3 liefen, 2. Rennen. 6500 Mk. 1. San Martino(Schmidt), 2. Engadin. 3. Blood Orange. Tot. 19, Pl. 14, 15. 4 liefen. 3. Rennen. 30 000 Mi. 1. Edderitz(Kasper), 2. Landstürmer, 3. Taube. Tot. 161, Pl. 26, 12. 4 liefen. 4. Rennen, 15 000 Mk. 1. Inder[Kaspar], 2. Manila, 8. Nicolo. Tot. 51, Pl. 18, 22, 90. 7 liefen. 5. Rennen. 6500 Mk. 1. Terra(Rastenberger), 2. Grethel, 8. Freiburg. Tot. 38, Pl. 14, 26, 18. 6 liefen. 6. Rennen, 5000 Mk. 1. Diamond Hill[Richter), 2. Charleys Cousin, 3. F Wise Tom und F Succurs. Tot. 19, Pl. 17, 17. 5 liefen. Hauptredakteur Rudolf Sitrietholt.— Es verantworten; den redaktionellen Teil Paul Koene, die Reklamen und Inserate Autor. Busch, alle in Münster.— Druck und Verlag der Aschendorssschen Buchhandlung in Münster. Liomopiomaus Salustrasse 25. Pönend-Feater Endgeristraße 28a. Leizter Tag! DieTurkhe. Vom-Palkchhel Großer Kriminel-Roman nach dem gleichnamigen berühmten Werk ven Buphemis von Adlersteld-Ballestrem4 Abtellungen. Für den Nim bearbeitet u. Insseniert von Horel-Emscher. Verhängnisvolles Abenteuer einer Sängerin. Spannendes Drams in 8 großen Ahten. In den Hauptrollen: Max Ruhbeck(Kleines Theater, Berlin) Viktor Jansson(Rasidenz-Theater) Lisey Krüger(Residens-Theater). umonsememmoenmnmmmeenmemmmte Welche von den Dreien? Lustepiel in 2 Akten. Vertaßt u. Insceniert von Rudolf del Zopp. Darsteller: Rich. Sealus, Manay Ziener, Hanne Briakmann. Künstlerkapelle. Ein neues gewaltiges Riesenwerk! Der zweite Pllm der Siegerklasse: Faur Wogener der weltberühmte Tragöde und Bühnendichter in seiner neuestan einzigartigen prachtvollen Schöpfung Dus Nads dee Weg.. Mimieches Schauspiel in 5 Abteilungen. In der 8. Hauptrolle die gefeierte Schönheit und unvergleichliche Partnerin Wegeners Lydia Salmanova. Uawiderraflich letster Tag! Des ungeheuren Beilalls halber bis Montag preiengiert: Die Lieblingsfrau des Manarauscha. Schönster u:4 ergreifendster je dargewesene Liebesroman. 4 Abtellungen. Als Scher Bardar, der Maharedscha von Baghalpur Gunnar Tolnäs. der unübertroftene dänische Künstler. Außerdem die übrigen Neuhelten. 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Lüke nach kurzer Krankheit, versehen mit den Heilsmitteln der kath. Kirche im hohen Alter von 86 Jahren zu sich zu nehmen. Saerbeck, Düsseldorf, den 5. Oktober 1917. Die trauernden Hinterbliebenen: Maria Lüke Josef Willebrandt. Die Beerdigung findet Dienstag, den 9. d. Mts., vormittags 9 Uhr statt, daran auschließend das feierliche Levitenamt. Sott dem Allmächtigen hat es in seinem unerforschlichen Ratschlusse gefallen, unsern heißgeliebten Sohn, Bruder, Reffen und Enkel, den Installateurlehrling Otto Bannert infolge eines Unglücksfalles nach einem christlichfrommen Lebenswandel im Alter von 16. Jahren zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. In tiefstem Schmerz: Die trauernden Eitern und Geschwister. Münster, Mittelwalde, Lippstadt, Glatz, Birendon, Kattowitz, England, den 4. Oktober 19 17. Ar Amtlung roher Mts., nachmittags ½4 Uhr lerstraße 84, gu1,„has Geel statt Dienstag, den a. d. vom Sterbehause, Kettelerstraße 64, aus, das Seelenamt am selden Tage, morgentz um ½8 Uhr in der Kirche zum Hl. Kreuz.