der deutschsprachigen Presse e.V. Stzugspreis vierteljährlich: Ausgade A(ohne „Wochenschau") in Münster zweimal täglich fra ins Haus gebracht 2 Mk. 10 Pfg.,— auswärts von der Post abgeholt 2 Mk. 10 Pfg., durch den Briefträger gebracht überall, wo nur einmal im Tage Briefbestellung stattfindet, 2 Mk. 52 Pfg., in Orten mit zwei= und mehrmaliger Bestellung 2 Mr. 82 Pfg.— Ausgabe S(mit„Wochenschau") vierteljährlich 60 Pfg. mehr Fernspr.: Redaktion u. Verlag Nr. 2448, 2449 u. 2450. Geschäftsstelle(Michaelisplatz 9) Nr. 78. Zwei Ausgaben täglich. und Munsterische Samstag, 29. September 1917. 45140 Abonnenten. Anzeigen: Der Raum für die Anzeigenspalte, 39 mm breit, 2mm hoch, 25 Pf.; bei Anzeigen aus dem R.=Bz. Münster 20 Pf., aus der Stadt Münster 15 Pf.(für Aktiengesellschaften 2c., Vereine und Behörden 25 Pf.: Reklamen: Der Ra breit, 42mm hoch, 1 Mk.— Für Erfüllung von Platz. vorschriften wird keine Gewähr, sowie für Drucksehl keine Haftung übernommen. Etwaiger Rabatt gilt als Kassenrabatt u. kann verweigert werden, wenn Zahlung nicht binnen 4 Wochen nach Erhalt der Rechnung erfolgt.—Gebühr für Beilagen nach Gewicht 66. Jahrgang. Nr. 699. Zu den Erktätungen unserer Reichsleitung. Der deutsche Abendbericht. Berlin, 28. Sept.(WTB.) Amtlich. Abends In Flandern lebhafter Artilleriekampf. Soust nichts von Belang. * Berlin, 28. Sept.(WTB.] Nachdem der schwere große Kampf an der Flandernfront am 26. September bis gegen Mitternacht fortgesetzt worden war, löste er sich in Teilangriffen auf, die bis zum Morgen des 27. September andauerten. Vormittags hielt sich die Artillerietätigkeit bei günstigem Wetter in mäßigen Grenzen. Gegen Mittag setzte erneut von Zonnebeke bis in die Gegend von Zandooorde Trommelfeuer ein. Um 7 Uhr abends erfolgte, von mehreren Tanks begleitet, ein starker englischer Teilangriff in der Gegend von St. Julien. Zu gleicher Zeit lag auf unseren Stellungen nordöstlich von Frezenberg bis Zandvoorde stärkstes Trommelfeuer, dem ebenfalls ein starker englischer Vorstoß in der Gegend östlich von Hooge folgte. Beide Angriffe wurden unter blutigsten Verlusten für den Feind im Feuer und im Nahkampfe abgeschlagen. Die Blutopfer Englands in diesem aussichtslosen Kampfe um die U-BootVasis steigern sich infolge der dauernd wiederholten Ingriffe und bei dem rücksichtslosen Menscheneinsatz in erschreckender am„ Sie lassen sich in eine Linie stellen mit der nurlosen Menschenverschwendung Brussilows, Nivelles und Cadornas. An der Arras= und Aisnefront war die Artillexietätigkeit zeitweise lebhaft. Einige Stoßtrupps= und Patrouillenunternehmen brachten uns Gefangene und Beute ein. Östlich der Maas südöstlich von Beaumont grissen Stoßtrupps schwarzer Franzosen unsere Gräben an. Sie wurden unter schweren Verlusten im Nahkampfe abgewiesen. Von 10 Uhr vormittags an lebte die Feuertätigkeit auf, steigerte mittag ab gegen den Wavrille=Wald zu größerer Heftigkeit und griff bis in die Gegend Bezonvaux über. Erkannte feindliche Ansammlungen wurden mehrfach unter wirklanstes Verxichtungsfeuer genommen. Auch nördlich von St. Mihiel brach ein dreimaliger Vorstoß einer stärkeren feindlichen Abteilung in der frühen Morgenstunde des 27. September in unserem Feuer zusammen. Im Oslen an der Düna und in Mazedonien herrschte zeitweise an einzelnen Stellen lebhaftere Feuertätigkeit. in Siebenbürgen. Budapest, 28. Sept. (WTB.) Ungar. Tel.=Bur. Auf der Fahrt durch Siebenbürgen nahm Kaiser Wilhelm kurzen Aufenthalt in Klausenburg, wo die amtlichen Persönlichkeiten zum Empfang erschienen waren. An der Spitze des Heereskommanrostabes empfing Generaloberst Erzherzog Joseph in Begleitung des Generals von Seeckt den Kaiser, der den Erzherzog überaus freundlich begrüßte. Eine Gruppe Damen, an der Spitze Gräfin Edith Telcki, überreichte dem Kaiser einen Blumenstrauß. Die Gräfin hielt eine Ansprache, für die der Kaiser herzlich dankte. Ergreifend war eine Szene mit 12 ungarischen Mädchen in malerischer Szeklertracht, die als zeichen der Dankbarkeit der Szekler eine prächtige Stickerei mit sinnreichen Motiven überreichten, ein Meisterstück der Steuler sogan nd stri“ das dem Kaiser ersichtlich große .#eitete. Er entfaltete die Stickerei und betrachtete ste woylgefalliß. Im Laufe des Gespräches mit General Bellegarde und den in dem kaiserlichen Gefolge sich befindenden beiden deutschen Generalen sagte Kaiser Wilhelm:„Mir Die Reden des Reichskanzlers Dr. Michaelis und des Staatssekretärs v. Kühlmann werden im Lande mit Befriedigung ausgenommen werden. Sie sind eine Konsequenz der Antwort an den Papst und derjenigen Kundgebungen, die bisher erfolgt sind, und zugleich ein Ruf zur Einigkeit, wie er in diesem Kriege in Deutschland schon einigemale ertönt ist,— leider ertönen mußte. Die letzte Zeit war angefüllt mit Gerüchten, Behauptungen und mit Auslegungen von amtlichen Kundgebungen, die jeder in seinem Sinne umzumodeln versuchte. Das ergab für die leitenden Staatsmänner die Aufgabe, Klarheit zu schaffen, soweit die Rücksicht auf das Ausland und die späteren Friedensverhandlungen es zulassen. In erster Linie ist dabei festzustellen, daß der Kanzler unter Hinweis auf die Antwort an den Papst es für unrichtig erklärt hat, daß in der belgischen Frage Einzelerklärungen abgegeben sind. und daß die Räumung besetzter Gebiete in irgendwelchen Verhandlungen bereits zugesagt worden ist. Aus den Behauptungen nach dieser Richtung war eine außerordentliche Erregung in das Land getragen worden, indem der Reichskanzler erklärte:„Die Reichsleitung hat für mögliche Friedensverhandlungen freie Hand. Das gilt auch für Belgien!“. Diese freie Hand will sich die Regierung halten, und sie muß sie sich unbedingt erhalten— nach beiden Richtungen hin: dem Auslande gegenüber, wie auch dem Inlande gegenüber. Sie kann nicht mit bestimmten Erklärungen hervortreten, weder auf das Drängen der Linken im eigenen Lande, noch auf das Drängen der Feinde, die seit zwei Jahren daran arbeiten, die Regierung zur Darlegung ihrer einzelnen Kriegsziele zu veranlassen. Sie steht da noch vor derselben Lage, vor der auch Herr v. Bethmann=Hollweg gestanden hat. Herr v. Bethmann=Hollweg hat in diesem Punkte eine richtige Politik getrieben, und er hat sich mit aller Entschiedenheit dagegen verwahrt, die Kriegsziele darzulegen. Als die Linke und Rechte im Reichstage auf ihn einstürmten, hat er mit erregten Worten erklärt, weder die eine Seite noch die andere würde ihn dahin bringen. in der Kriegszielfrage seine Zurückhaltung aufzugeben. Dr. Michaelis hat mit größerer Ruhe das Gleiche versichert, und er befindet sich damit auf einem Wege, den er unseres Erachtens noch nicht verlassen kann, schon aus dem einfachen Grunde nicht, weil die Bekanntgabe der Friedensziele im einzelnen die Friedensverhandlungen für uns ungemein erschweren und von vornherein nachteilig für uns gestalten würde. Wir würden die Trümpfe aus der Hand geben, mit denen unsere Unterhändler zu gewinnen haben. Für diejenigen, die nicht eigensinnig ihren alten Weg gehen wollen, haben die heutigen Reden die Möglichkeit gegeben, sich der Regierung anzuschließen und ihr mehr zu folgen, als das bisher der Fall gewesen ist. Die Reden haben die schweren Befürchtungen zerstört, daß die Reichsregterung eine Auswertung unserer militärischen Lage nicht erstrebe, oder daß sie sie voreilig oder kurzsichtig preisgegeben hätte. So bestimmt der Reichskanzler öffentliche Erklärungen über Deutschlands Friedensbedingungen ablehnt, ebenso bestimmt erklärt er daß Deutschland schon auf etwas verzichtet hätte, und daß es sich dem Feinde gegenüber gebunden hätte. Er hat hinzugefügt, daß derartige Verzichte kriegverlängernd wirken müssen. Weiter hat Dr. Michaelis nach der positiven Seite hin diese Mitteilung nicht wesentlich ergänzt: aber er hat die Aufnahme der Friedensresolution in die Antwort auf die Papstnote noch einmal unterstichen und damit noch einmal hervorgehoben, daß die Politik der Reichsregierung sich in der Richtung des Verständigungsfriedens bewegt. Er hat damit der Linken im Reichstage gesagt, daß ihre Friedensauffassung nicht zu kurz zu kommen brauche, und er hat daran den Appell geknüpft, daß die Abgeordneten wie die Presse sich auf den Standpunkt der Regierung stellen möchten, daß eben Kriegsziele zu präzisieren und unsere Unterhändler festzulegen, ein unverzeihlicher Fehler wäre. Es wird nach den Beobachtungen der letzten Wochen ein starker Tptimismus sein, wenn man annehmen will, daß diese Mahnung überall befolgt werde. Aber die zuversichtlichen und sachlichen Tarlegungen, die heute im Hauptausschusse von der Reichsregierung gegeben wurden, werden vielleicht auf die Schärfe der Auseinandersetzungen einwirken und mahnen, daß gar zu viel mit Behauptungen gearbeitet worden ist, denen die Unterlage fehlt. In besonders wohltuendem Gegensatze stehen die Reden unserer leitenden Staatsmänner zu den grotesken Forderungen der Gegner. Vorgestern hat noch Asquith in einer langen Rede alle möglichen Forderungen aufgestellt und die deutsche Regierung geschmäht, daß sie eine hinterlistige Politik treibe, indem sie nicht sage, worauf sie verzichten wolle. Im Gegensatze dazu zeigt vor allem die Rede des Staatssekretärs v. Kühlmann, daß unsere leitenden Männer sich den Blick für die Schäden des Krieges, die über die Reichsgrenzen hinausgehen, gewahrt und den Blick für die Weltpolitik nicht verloren haben. Das hat Hern v. Kühlmann Anlaß gegeben zu einem sorgenvollen Ausblick auf die Weltstellung Europas, wenn dieser Krieg die alten abendländischen Kulturländer in Trümmerstätten verwandeln und ihren Einfluß in der Welt auf lange Zeit schwächen würde Aber zu derartig umfassenden politischen Blicken und politischen Auffassungen bietet der Egoismus der englischen staatsmänner keinen Raum. Ihre Doktrin erschöpft sich in Egoismus für ihr Land, dem sie Freund und Feind unterlänig machen wollen bis zur Vernichtung. Herr v. Kühlmann, der seine Blicke über die Welt und über die Weltstellung Europas schweifen ließ, verhehlte sich bei seinen sorgenvollen Ausblicken nicht, daß noch längst nicht allzugroße Aussicht besteht, daß die Dinge sich bessern könnten. „Deutschlands Geaner“, so sagt er,„beweisen, daß sie einen Hauch des neuen Geistes verspürt haben, der nach dem Kriege die Beziehungen der Völker regeln will.“ Aber wer die vorgestrige Rede Asquiths liest, wird von diesem Geiste nichts spüren. und so bleibt heute wie gestern nichts übrig, als dem Schwerte zu vertrauen, das dem neuen Geiste den Weg bahnen muß.“ Tirpitz über die Freiheit der Meere. Der Berliner Korrespondent des„Neuen Pester In nals". Paul Lothringer, hatte eine Unterredung mit Staatssekretär a. D. Großadmiral v. Tirpitz, die er „Hamburger Fremdenblatt“ zur Verfügung stellt. nen Wodurch kann die wirkliche Freihei See gewährleistet werden?" erwiderte Tirpitz: „Ich kenne nur einen einzigen Weg, und der besteht darin, daß wir Englands Polizei zur See beseitigen. Das läßt sich aber wiederum nur erreichen durch eine Mächtegruppierung zur See, die künftig die Oberherrschaft Englands über die Meere praktisch verhindert. Durch papierne Verträge werden wir nie dazu gelangen, denn England denkt natürlich nicht daran, seine Machtposition freiwillig aus den Händen zu geben. Wer vor dem Kriege sich darüber täuschte, müßte eigentlich heute wissen, woran wir sind. Vor allem darf Belgien nicht wieder zu englischem Operationsgelände werden. Die belgische Frage kann verschieden gelöst werden. Die Hauptsache aber muß sein, daß wir— und nicht England— die Schutz herrschaft über Belgien behalten. Das erfordert nicht nur unser Lebensinteresse, sondern auch dassenige Österreich=Ungarns, das für seine Zukunftsentwicklung die See bitternötig braucht, wenn auch dieser Gedanke in Österreich=Ungarn noch nicht zur völligen Erkenntnis durchgedrungen ist.“ .. Auf die Frage der zukünftigen Entwicklung Österreich=Ungarns an der Seite Deutsch= lands übergehend, entwickelte der Großadmiral in großen Zügen folgende Gedanken: „.1. Österreich=Ungarn kann in Zukunft nicht ohne ein starkes Deutschland bestehen. Deutschland braucht im 20. Jahrhundert zu seiner Fortentwickelung die See. Dazu aber gehört eine Machtvosition gegen England. Eine Macht position gegen England hat Deutschland nach diesem Kriege nur als Schutzmacht von Belgien, insbesondere von Flandern. Ssterreich=Ungarn besitzt noch große wirtschaftliche Entwicklungsmöglichkeiten, ungehobene Schätze. Zur Hebung derselben bedarf es gleichfalls der See. Ich hatte gerade über dieses Thema lange Unterhaltungen mit dem verstorbenen Thronfolger Franz Ferdinand und erinnere mich mit Freuden der seltenen Übereinstimmung, die wir auf diesem Gebiete heaten. . 3. Österreich=Ungarn hat ein bringendes Interesse daran, oaß England und Frankreich nicht eine Monovolstellung im Mittelmeer haben. Italien, das diesen Gesichtspunkt nicht 2) begonnen, ein Ultimatum über das andere an die vorläufige Regierung zu richten. Die Regierung sei sich bewußt gewesen, daß die Ereignisse in Galizien neue Anstrengungen erforderten, um die Zerrüttung der Armee zu bekämpfen. Aber er sei zu diesem Zwecke seine eigenen ahe ist es stets eine Wonne, durch Ungarn zu reisen. Wie bewundere ich dieses Volk, das über alle Heimsuchungen hinweg mit unerhörtem Fleiß und hingebendster Treue seine Scholle bebaut!“ Bericht der Orient=Armee vom 26. September. An der ganzen Front ist die Lage ruhig. Unsere Artillerie schritt zu Zerstörungsfeuer auf feindliche Batterien, nördlich Monastir. Englische Flieger beschossen feindliche Läger in der Gegend von Doiran. Der österreichische Tagesbericht. 9% WTien, 28. Sept.(W2V.) An der Tiroler Amtlich wird verlautbart: #n#######oler Front stellenweise erhöhte Kampftätigkeit. Sonst nirgend besondere Ereignisse. Der Chef des Generalstabes. Rußland. Peterburg, 28. Sept.(WTB.) Petersb. Telegr.=Agent. Heute nachmittag um 5 Uhr wurde in dem mit roten Fahnen und Bändern geschmückten Saale des großen städtischen Theaters in Gegenwart von 1200 aus allen Teilen Rußlands herbeigeeilten Vertretern die demokratische Konferenz eröffnet. Die gesamte Vorläufige Regierung mit Kerenski an der Spitze befand sich in der Kaiserloge, und mehrere Mitglieder des divlomatischen Korps in einer besonderen Loge. Der Vorsitzende des Hauptvollzugsausschusses des Arbeiter- und Soldatenrates. Tscheidse, erklärte die Konferenz für eröffnet und hielt eine Rede, in der er die Gründe für die Einberufung der Konferenz. namentlich die außerordentlich schwere Lage des Landes und die ernstete Notwendigkeit der Bildung einer revolutionären Regierungsgewalt betonte, die allen Elementen verantwortlich wäre und auf die sie sich stützen könnten. Nach der Wahl des Büros, das aus 33 Mitgliedern besteht, ergriff Kerenski, von der Mehrzahl der Teilnehmer mit lebhaftem Beifall empfangen, das Wort: Da die Regierung schon auf der Moskauer Staatskonferenz ihr Programm dargelegt habe, gestatte er sich nur einige Worte zu seiner eigenen Verteidigung. besonders hinsitlich des Koruslowfalles zu sagen. Kerenski erklärte, er habe seit langem Nachrichten über den sich vorbereitenden Staatsstreich gehabt und von Tag zu Tag alle Maßnahmen getroffen, um diesem unerfreulichen Creignis vorzubengen. Seit der Ernennung Kornilows. zum Oberbefehlshaber habe das Hauptquartier. sei zu viesem Zwelle seine eigenen Wege gegangen, wahrend das Hauptonartier ihm ganz andere aufzunötigen versucht Ziemlick lange sei es ein Kampf der beiden Richtungen gewesen, und das Hauptquartier habe jedes Mißgeschick an der Front dazu benutzt, sofort ein Ultimatum nach Petersburg zu richten. Kurz vor der Moskauer Konferenz sei der Regierung ein neues, noch stärkeres Ultimatum vom Haubtquartier überreicht worden, das im Weigerungsfalle gedroht habe. die Konferenz zum Scheitern zu bringen. Aber die Regierung habe auch dieses Ultimatum zurückgewiesen. Nach dem Zusammenbruch bei Riga seien die ganzen Bestrebungen des Hauptquartiers noch eindringlicher geworden. Die Regierung wurde sogar benachrichtigt, daß in Zukunft keine Umbildung des Kabinetts ohne die Genehmigung des Hauptquartiers stottfinden dürfe. Zu derselben Zeit, als die Annäherung der militärischen Zone gegen Petersburg infolge des Falles von Riga stattfand, verlangte Kornilow, daß alle Truppen des Bezirks der Hauptstadt ihm unterstellt werden sollten. Die Regierung verweigerte dies entschieden, da sie voraussah, daß eine solche Maßnahme gefährliche Folgen haben würde. Kerenski kam dann weiter auf die bereits bekannten späteren Vorkommnisse zu sprechen und setzte dann auseinander, daß er energisch und unverzüglich handeln mußte angesichts der plötzlichen unerwarteten Bewegung der Armee des Generals Krymow gegen Petersburg. Auf das Programm der Konferenz übergehend erklärte Kerenski, d.8 Regierung habe ihn beauftragt auszusprechen, daß in diesen Augenblick mehr als jemals das Land große, sehr große Anstrengungen machen müsse, denn die Anarchie wächst unwiderstehlich und verbreitet sich in enormen Wellen über den ganzen Staat. Kerenski führte ein Telegramm aus Helsing= fors an. worin die Regierung benachrichtigt wird, daß die örtlichen revolutionären Gewalten nicht erlaubten, die Wiedereröffnung des Landtages, der sich ausgelöst hatte, zu verhindern. Die Maximalisten klatschten Beifall und schrien: Bravo! Sehr gut!— Kerenski wandte sich gegen ihre Bänke und sagte: Mitbürger! Jeder, der den Verstand noch nicht verloren hat, wird diesen Beifall zu würdigen wissen, besonders in dem Augenblick, wo uns die Annäherung einer deutschen Flotte gegen den finischen Golf gemeldet wird. Wenn die Regierung und das Land die Konferenz nicht mit fester und kategorischer Stimme sprechen hören, wird die Sache der Revolution unwiderruflich verloren sein. Kerenski sprachen noch der Kriegsminister und der Ackerbauminister, die der Wiederherbeiführung der Manneszucht das Wort redeten und zum Ansharren an der Seite der Verbündeten anhielten. Kerenskis Stellung erschüttert. Basel, 27. Sept. „Rh.=Westf. Ztg.“] Nach einer Pariser Meldung der„Perseveranza“ ist die Stellung Kerenskis derart erschüttert, daß man schon den derzeitigen Kriegsminister Werschowski als seinen Nachfolger nennt. Hauptsächlich die dunklen Beziehungen Kerenskis zu Kornilow vor dessen Rebellion seien es. die Kerenski schadeten. a' Steigende Erbitterung gegen die Engländer in Petersburg. Stockholm, 28. Sept.(Köln. Ztg.) Nach den übereinstimmenden Aussagen zahlreicher gestern und heute aus Petersburg hier eingetroffener Flüchtlinge, darunter überwiegend Engländer, die offen eingestehen, daß sie auf Anraten des englischen Botschafters Rußland fluchtartig verlassen haben, lebt ganz Petersburg in der bangen Erwartung schwerster Unruben, welche die Bolschewicki zum Sturze Kerenskis vorbereiten. Auf Grund dieser Zeugnisse ist an solchen Ausbrüchen wohl kaum mehr zu zweifeln. Über die Möglichkeit ihres Gelingens läßt sich bei den dauernden Schwankungen des Arbeiter- und Soldatenrats, dessen Vollversammlungen und Ausschüsse einander widersprechende Beschlüsse fassen, nicht einmal eine Vermutung aussprechen. Die Stimmuna in Moskau, in der Provinz und bei einem großen Teile der Armee. wo Kerenski überall einen starken Anhang hat, ist völlig ungeklärt sodaß man selbst bei den schwersten Erschütterungen, die in Petersburg eintreten könnten, die Einwirkung dieser drei Faktoren abwarten muß. Neutrale Reisende erzählten, daß sie in den letzten Tagen vor ihrer Abreise eine steigende Erbitternng gegen die Engländer beobachtet haben, besonders in den Offizierkreisen, wo man offen ausgesprochen habe, daß der einzige Ausweg aus dem unentwirrbaren Chaos nur durch die deutschen Waffen erschlossen werden könne. Unsere Feinde. Wien, 28. Sept.(WTB.) Korr.-Bureau. Der chinesische Gesandte Shen Soeu=Ling ist abends mit dem Personal der Gesandtschaft über Berlin nach Dänemark abgereist. Die Regierung hat dem. Gesandten einen Schlafwagen zur Verfügung gestellt. Bern, 28. Sept.(WTB.) Laut Mailänder Blättern ist über die Stadtgebiete Regaio di Calabria und Messina der Kriegszustand verhängt worden. Buenos Aires, 28. Sept.(Priv.=Telegr.) Agence Havas. Heute fand auf den Straßen eine Kundgebung von 200 000 Teilnehmern statt, die den Abbruch der Beziehungen zu Deutschland feierten. In vielen Reden wurde die Regierung zum Handeln aufgefordert. Eine Abordnung überreichte der Kammer eine Adresse, welche die Zustimmung zu deren Beschlüssen ausspricht. Verhaftung des Vertreters der Kölnischen Zeitung in Washington. Amsterdam, 28. Sept.(Köln. Ztg.) Die „Times“ melden aus Newyork: Gleich nach der Annahme des Gesetzes über den Verkehr mit dem Feinde haben die amerikanischen Behörden den Vertreter der Kölnischen Zeitung in Washington, Dr. Georg Barthelmey verhaftet, der allgemein in dem Verdachte stand, ein Agent der deutschen Regierung zu sein.— Die„Köln. Ztg.“ bemerkt hierzu: Wir versehen die auffällige Nachricht vorläufig noch mit einem Fragezeichen, wenngleich in dem Amerika des Herrn Wilson nichts mehr unmöglich ist. Wir hatten noch vor kurzem von vertrauenswürdiger Seite die Mitteilung erhalten, daß Dr. Barthelme freies Geleit für die Heimreise zugesichert sei, und erwarteten ihn in Bälde zurück. Selbstverständlich ist er kein Agent der deutschen Regierung und auch die Behauptung, er sei auf verbotenem Gebiet entdeckt worden, kann nur als Vorwand gelten. Erregte Zwischenfälle in der französischen Kammer. Bern, 27. Sept.(WTB.) Lyoner Blätter melden aus Paris: Bei der gestrigen Besprechung der vorläufigen Haushaltszwölftel rief Brisson allgemeine Unruhe durch die Frage hervor, ob die amerikanischen Eisenbahner nach Frankreich kämen, damit die französischen Eisenbahner für den Frontdienst freiwürden. Brake und Moutet begrüßten die Form der Auslassung Brissons, erklärten jedoch, die Frage sei so wichtig, daß die Regierung antworten müsse. Falls die Regierung nicht antworte, werde Moutet interpellieren. Moutet erklärte dann, man glaube die Sozialisten seien bezüglich der Zusammenarbeit der Alliierten mit der Regierung nicht einig.„ mache darauf aufmerksam, daß Gerüchte umgingen, wonach die Hülfe der Vereinigten Staaten in Wirklichkeit nur in neue Menschenopfer umsetzen würde, die man von rankreich verlangen werde. Andere Gerüchte besagten, daß es französischen Generalen zuwider sei, ausländische Truppen zu befehligen. Er müsse deshalb fragen, ob es richtig sei, daß amerikanische Techniker für die Eisenbahn nach Frankreich kommen. wodurch eine gewisse Anzahl französischer Eisenbahner für den Frontdienst frei werde. Die Sozialisten könnten ein derartiges Vorgehen nicht zulassen. Der Minister der öffentlichen Arbeiten Claveille erwiderte, er müsse die Beantwortung der Frage Moutet dem Ministerpräsidenten oder dem Minister des Außern überlassen. Der Aba. Constant verlangte, daß die geheimen Aufgaben des Ministeriums des Außern von den Staatsministern, dem Kriegskomitee, sowie dem Ministerpräsidenten gutgeheißen werden müßten. Der Antrag wurde angenommen. Vor der Abstimmung über das gesamte Gesetz erklärten die Kienthaler Abgeordneten, daß sie die Annahme ablehnten. Brisson rief:„Nieder mit dem Krieg, es lebe der Friede!“ Teschanel antwortete:„Jawohl, wenn es der Friede Frankreichs ist!" Der Senat, bei dem nach Abstimmung in der Kammer die vorläufigen Haushaltszwölftel eingebracht wurden, beschloß, den Antrag Samstag zu erwarten. G' Ein Ultimatum Perns an Deutschland. Von der schweizerischen Grenze, 28. Sept.(Köln. Ztg.) Die Havasagentur meldet: Pern richtete an Deutschland ein Ultimatum, in dem eine Frist von acht Tagen angesetzt wurde. um wegen des Verlustes der„Lorton“ Genugtuung zu erhalten. noch bitter rächen wird. 4. Österreich=Ungarn beruht nicht nur auf geschichtlicher Entwicklung, sondern auch auf natürlichem wirtschaftlichen Zusammenhang. 5. Aus diesen Gründen laufen etwaige zentrifugale Bestrebungen österreichisch=ungarischer Slawen dem eigensten Interesse dieser Völker entgegen. 6. Auch Ungarn kann auf die Dauer nicht allein bestehen. In diesem Zusammenhang darf nicht vergessen werden, daß Rußlands Imperialismus notgedrungen früher oder später wieder gefahrdrobend erstehen wird. .. 7. Eine richtige Politik darf deshalb nicht nur an den Augenblick und an die nächste Zeit denken. Zu Versprechungen, deren Erfüllung nie erfolgen wird, wird die Entente wohl bald— in Hülle und Fülle— bereit sein. 8. Deutschland und Österreich=Ungarn müssen also zusammen aushalten, bis der Ubootkrieg die Entscheidung bringt. „Es empfiehlt sich nicht, aus Gründen politischer Klugheit, in diesem Zusammenhange den Moment des englischen Zusammenbruchs zu prophezeien, aber die Entscheidung reift. Amerikas militärische Hilfe ist und bleibt ein Phantom, da jede Möglichkeit, ein größeres amerikanisches Heer nach dem Kontinent zu schaffen, an der Transvortfrage scheitert. In Italien und Frankreich gärt es bereits. Der beste Beweis, wie es um England steht, ist die Tatsache, daß es jetzt Fühler ausstreckt, um noch unter günstigeren Verhältnissen zu verhandlen. Wenn wir jetzt Nerven behalten, wird der Sieg erreicht.“ Auf die weitere Frage nach der Möglichkeit einer sbeschränkung zur See erwiderte der Großadmiral:„Ich habe seinerzeit, als Churchill mir diesen Vorschlag machte, bereitwilligst zugestimmt, aber England war es, das— wie ich erwartet— über diesen Punkt nichts mehr von sich hören ließ. Jede Abrüstung zur See wird auch in Zukunft an Englands Ablehnung scheitern. Wer von England etwas anderes erhofft, gibt sich leeren Utovien hin.“ " Der Besucher fragte schließlich:„Könnte man nicht beim Friedensschluß fordern, daß Englands widerrechtlich angeeignete Stützpunke zur See, wie Gibraltar, der Suezkanal usw. internationalisiert werden? Man käme damit neuzeitlichen Gedanken entgegen und beseitigte so— auf friedliche Weise— Englands Oberherrschaft zur See.“ „Verlangen könnte man es schon,“ meinte der Großadmiral lächelnd,„aber der Erfolg würde kaum ein erheblicher sein. Ohne auf die Knie gezwungen zu sein, wird England kein Atom seiner Seeherrschaft preisgeben. Und es wird niedergerungen werden, wenn wir die Situation voll auszunutzen verstehen, in der wir sind.“ * Amerika fürchtet einen U.Bootangriff. Zürich, 27. Sept. (BB.] Das Pariser„Journal“ meldet aus Washington: Die Marinebehörden sind überzeugt, daß man vor einer deutschen U-Boot=Offensive gegen Amerika stehe. Sie haben den Eindruck, eine U-Boot-Flottille sei bereits nach den Vereinigten Staaten unterwegs. Die Konmmandanten der Patrouillenschiffe erhielten besondere Weisung zur Wachsamkeit. Friedensbestrebungen. 1=! Keine deutsche Note über Belgien. Berlin, 28. Sept. (Eig. Meld.] Die feindliche Presse veröffentlicht erregte Kommentare zu einer angeblichen deutschen Verbalnote, in der über Belgien bestimmte Forderungen erhoben werden sollen, und zwar Teilung Belgiens zwischen Flamen und Wallonen, politische und wirtschaftliche Sicher heiten: auf der anderen Seite aber eine Regelung der konsti tutionellen Verhältnisse usw. Diese Mitteilungen eruhen auf Erfindung. Wie wir schon in Nr. 697 mitteilten, wird an hiesiger amtlicher Stelle eine derartige Note bestritten. Staatssekretär v. Kühlmann hat Hauptausschuß heute vormittag noch mitgeteilt, daß eine derartige Note nicht abgesandt worden ist. Es handelt sich um französische Erfindungen, die anscheinend an Außerungen in der Wiener„Neuen Freien Presse“ und einigen süddeutschen Blättern anknüpfen. Es ist aber festzustellen, daß eine ergänzende Note von deutscher Seite weder abgegangen beebsichtigt ist. Österreich=Ungarn. Aus dem österreichischen Abgeordnetenhause. W han is nahm wit„ Judgetausschuß des Abgeordneten. 25 gegen 14 Stimmen einen Antrag des sezäglttcher, Abgeordneten Seitz an, wonach der Bericht der Staatsschmiotontrollkommission mit Bedauern zur Kenntnis genommen und dem aus dem Abgeordnetenhause gebildeten Mitgliedern der Staatsschuldkontrollkommission Mißbilligung ausgesprochen wird. weil sie wiederholt eine nicht verfassungsmäßig zustande gekommene Schuld kontre habe. noch Wien sianiert der deutschsprachigen Presse e.V. Deutsches Reich. Der Reichokansler am Geburtstag Hindendurgs im Großen Hauptquartier. Berlin, 27. Sept. Wie das ,„B. T.“ hört, beabsichtigt der Reichskanzler sich zur Feier des 70. Geburtstages des Generalfeldmarschalls von Hindenburg am 2. Oktober ins Große Hauptgartier zu begebem □) Stresemauns angebliche Depesche über Bethmanns Fall. Der freisinnige Abg. Haußmann hatte im„Berliner Tageblatt“ behauptet, der Sturz Bethmann Hollwegs habe den nationalliberalen Abg. Stresemann zu wahren Freudenausbrüchen verleitet, die in einem Telegramm an den totkranken Bassermann gipfelten. Das Telegramm habe die in dieser Situation geschmacklose Bemerkung enthalten:„Es ist „rreicht.“ Stresemann hat bestritten, jemals ein derartiges Telegramm abgeschickt zu haben. Im„Berliner Tageblatt“ wurde trotzdem die Behauptung aufrecht erhalten. Runmehr hat die Familie Bassermann durch den Schwiegersohn des Verstorbenen an den Urheber des Gerüchts, den Abg. Haußmann, die Mitteilung gelangen lassen, daß niemals ein Telegramm des von Hausmann angegebenen oder eines ähnlichen Inhalts in die Hände des verstorbenen Abg. Bassermann oder seiner Familie gelangt sei. Die Familie Bassermann hat an Haußmann das Ersuchen gerichtet, von einer weiteren Verbreitung des von ihm ausgesprengten Gerüchtes abzusehen. Damit dürfte diese Angelegenheit, die nicht die einzige unerquickliche Seite der gegenwärtigen Streitereien ist, erledigt sein. Eine Erklärung der Zeutrumsjraktion des Reichstages. Berlin, 28. Sept. Die Zentrumsfraktion des Reichstages ersucht die Zentrums=Parlaments=Korrespondenz zur Veröffentlichung nachstehender Erklärung: 1. Die Behauptung. daß die Abgeordneten Fehrenbach und Erzberger gegen den Beschluß des Reichsausschusses der Zentrumspartei vom 25. Juli 1917 zu Frankfurt a. M. gestimmt haben, ist freie Erfindung. Der Abgeordnete Erzberger konnte aus zwingenden Gründen am Tage der Abstimmung nicht mehr anwesend sein, ist aber mit dem Frankfurter Beschluß vollkommen einverstanden. Der Abgeordnete Fehrenbach hat nicht nur für diesen Beschluß gestimmt, sondern in hervorragender Weise an dem Zustandekommen desselben mitgewirkt. 2. Sämtliche in Frankfurt anwesenden Reichstaghabgeordneten der Zentrumsfraktion, die am 19. Juli für die Friedenskundgebung des Reichstages gestimmt haben, haben dem Beschluß des Reichsausschusses zugestimmt, da sie in diesem keinen Gegensatz zu ihrem Standpunkt, sondern nur die Hervorhebung eines in der Friedenskundgebung des Reichstages als selbstverständlich vorausgesetzten Kriegszieles erblicken. 3. Es ist sehr bedauerlich, daß von einzelnen Partei=Angehörigen in einigen Preßorganen ein über die sachliche Kritik hinausgehender persönlicher Kampf gegen die Fraktionsmitglieder geführt wird. Dadurch wird die Einigkeit der Partei, die nie so nötig war, wie in diesen schweren Zeiten, im höchsten Grade gefährdet. Eie Papstnote im Hauptausschuß des Reichstages. Berlin, 28. Sept. Im Hauptausschusse des Reichstages sprach im Anschluß an die bereits mitgeteilten Ausführungen des Reichskanzlers und des Staatssekretärs des Auswärtigen zunächst ein Redner der sozialdem. Fraktion. Er bedauerte, daß der Reichskanzler auch heute nicht die deutschen Friedeusziele näher umschrieben habe. Wir können nicht zugeben, daß ihre Bekanntgabe im Inlande verwirrend und kriegsverlängernd wirken würde. Was Elsaß=Lothringen anlange, so habe seine Partei niemals einen Zweifel darüber gelassen, daß dieses Land nicht französischen Plänen geopfert werden dürfe. Anderseits verlange er, daß der Reichskanzler offen und unzweideutig von den annexionistischen Plänen und Kriegszielen abrücke und nochmals betone, daß er völlig einig gehe mit der Reichstagsmehrheit. Ein Fortschrittler erkannte voll die militärischen Leistungen an, bezweifelte aber, ob mit den Waffen das Ende des Krieges herbeigeführt werden könne. Der Krieg als ultimo ratio diese Auffassung scheine nach den Erfahrungen des gegenwärtigen Krieges nicht mehr haltbar zu sein. Redner begrüßte die Antwortnote an den Papst als Fortsetzung der Politik der Reichstagsmehrheit vom 19. Juli 1917 als Bekundung einheitlichen Willens und einheitlicher Politik. Alle in Betracht kommenden Fakteren der Regierung, des Reichstags, der Obersten Heeresleitung, seine Freunde seien auch damit einverstanden, daß in der Antwort an den Papst territoriale Fragen so zurückhaltend behandelt worden seien. Die Redner müßten schon warten, wie auch wir auf manche Fragen an sie heute noch die Antwort erwarteten. Unser Erfolg hänge davon ab, daß wir uns nicht durch innere Zwistigkeiten zermürben ließen. Aber davon könne keine Rede sein. Die Einheitlichkeit in Fragen des Friedensschlusses sei gewährleistet unter Führung der kaiserlichen Regierung im Zusammenwirken mit den Bundesregierungen und dem Reichstage. Ein Mitglied der Deutschen Fraktion wandte sich gegen diejenigen, die im Lande draußen die Wirkungen des U-Bootkrieges herabzusetzen suchten. Es sei richtig, das deutsche Volk wolle den Frieden, aber keinen Verzichtfrieden. Er freue sich darüber, daß auch der sozialdemokratische Vorredner erklärt habe, daß es für uns Deutsche eine elsaßlothringische Frage nicht gebe. An eine Verständigung mit England könne er nicht glauben, denn es bestehe auf der Niederwerfung Deutschlands. Dieses aber müsse sehen, daß es zu seiner wirtschaftlichen, militärischen und politischen Sicherung Land erhalte. Er könne nicht zugeben, daß diese Forderungen den Krieg verlängern könnten. Ein Zentrumsabgeordneter bezeichnete die Antwort auf die Note des Papstes als das bedeutsamste Dokument, das seit langem zustande gekommen sei. Die Bedeutung liege neben dem Inhalt hauptsächlich darin, daß Regierung, Heeresleitung und Reichstag in völliger Einigkeit die Antwort abgegeben hätten. Diese Zusammenarbeit sei zu begrüßen, wie es auch der Staatssekretär des Rußern mit Nachdruck getan habe. Der Inhalt der Antwortnote habe ebenfalls befriedigt, da sie zurückhaltend sei in ig#er Bezugnahme auf die Papstnote, aber doch viel Konkretes enthält. Bezug auf die Friedensziele müssen der Burgfrieden und Einigkeit herrschen. Nachdem Regierung und Reichstagsmehrheit Ziele aufgestellt und sich geeinigt hätten, sollten alle Parteien sich diesen anschließen und einmütig für sie kämpfen. Ein einiges Deutschland könne nie geschlagen werden, das solle man überall bedenken. Ein unabhängiger Sozialist wünschte eine bestimmte Erklärung der Regierung über die Friedensziele und die Erllärung des Annexionsverzichts. Der Redner der Konservativen schloß sich dem Danke des Reichskanzlers an die Truppen und ihren Führer vollinhaltlich an. Der Note des Papstes seien der sittliche Ernst und der ehrliche gute Wille nicht abzusprechen. Objektiv trüge sie den Lebensinteressen des deutschen Volkes aber nicht genügend Rechnung. Die Antwort auf die Note habe die Zustimmung aller Mitglieder des Siebenerausschusses gefunden. Er habe jedoch Vorbehalte gemacht in der Frage der Abrüstung. Für eine Verständigung darüber ließen sich geeignete Grundlagen kaum schaffen. Der Entwurf zur Antwortnote an den Papst habe dadurch einen anderen Charakter erhalten, daß die Reichstagsentschließung vom 19. Juli darin ausgenommen wurde. Dieser Aufnahme habe er im Siebenerausschuß widersprochen, und er halte sie noch heute für nicht richtig. Denn darin sei einer Auslegung der Note Raum gegeben, als habe Deutschland von vornherein die Vorteile preisgeben wollen, die es für die Verhandlungen in der Hand habe. Er halte es für schädlich, daß die öffentliche Diskussion geeignet gewesen sei, diesen Eindruck hervorzurufen Sie habe bisher zu nichts Gutem geführt. Auch er möchte den Wunsch aussprechen, daß die Meinungsverschiedenheiten über die Friedensziele, vor deren Vorhandensein man die Augen nicht verschließen könne, sachlich ausgetragen und verletzende Polemik dabei vermieden würde. Darin seien alle einig, daß dei Friede durch Schuld unserer Feinde noch nicht geschlossen werden könne, sodaß wir zusammenstehen und kämpfen müßten, bis ein ehrenvoller Frieda erstrebt sei. Ein nationalliberaler Redner hob erneut herdaß alle Parteien ihre Zustimmung zu den Grundlagen hätten Der Aufnahme des Hinweises I schen Volkes nicht in Frage gestellt werden dürften. Die * Abrüstung so zu gestalten, daß die Wehrmacht nur mehr zur Aufrechterhaltung der Ordnung im Innern ausreiche, soweit könne man nicht geben. Er habe nichts dagegen wenn der Gedanke der Schiedsgerichtsbarkeit mehr zur Geltung komme dem Deutschland im Grunde nicht widerstrebe, denn es habe Schiedsgerichte zur Entscheidung internationaler Streitigkeiten wiederholt angerufen. Auch hier müßten aber alle Lebensinteressen des Landes gewahrt bleiben. Es sei außerordentlich wichtig, daß das ganze deutsche Volk dahin einig würde, daß die Erörterung formulierter Kriegsziele uns nicht euseinander führe. Es kommt praktisch darauf an, daß die Regierung auf Grund unserer glänzenden militärischen Lage den Frieden auf der Grundlage der Sicherung unserer vollständigen politischen Zukunftsentwickelung anstrebt. Durch die fortgesetzte Wiederholung unserer Friedensangebote schwächten wir unsere Situation. Selbst wer manche der besetzten Gebiete nur als Faustpfänder ansehe, dürse sie nicht dadurch entwerten, daß er von vornherein verzichte. Die Zeit arbeitet für uns. Manche unserer Gegner ständen vor dem Zusammenbruch. Hielten wir den Frieden im Jnnern, dann würden wir heutigen weltpolitischen Situation am meisten nützen. (Hier folgen die bereits mitgeteilten Ausführungen des Reichskanzlers auf den freisinnigen und des Staatssekretärs des Außern auf den nationalliberalen Abgeordneten.) Ein sozialdemokratischer Redner war mit der Rede und Antwort des Reichskanzlers nicht zufrieden, da dieser nicht klar und deutlich genug über die Friedensziele der Regierung sich ausgesprochen habe. Er stimmte dem Redner zu, der gesagt habe, der Krieg könne nicht mehr die ultimo ratio sein. Er wandte sich sodann gegen die Vorredner, die die Entschließung des Reichstages vom 19. Juli als nicht friedensfördernd bezeichnet hätten. Der Beschluß habe, wie der Reichskanzler selbst bestätige, gut gewirkt. Die feindlichen Regierungen seien dadurch in Verlegenheit gebracht und die Friedensbewegungen im Auslande sehr gestärkt worden. Damit das weiter geschehe, müssen alle Zwiespältigkeiten im Reden und Handeln vermieden werden. Der Kampf mit vergifteten Waffen im Innern trage ebenfalls nicht dazu bei, die eigene Position und den Glauben zu stärken, daß die Regierung wirklich ernsthaft den Frieden wolle. Der Redner der Polen hob die moralische Bedeutung der Papstnote hervor und glaubte bestimmt, daß sie auch praktische Bedeutung in allen Ländern gewinnen werde. Er erachte es als bemerkenswert, daß die deutsche Regierung sich auf den Rechtsstandpunkt, den der Hl. Vater in seiner Friedensnote entwickelt, gestellt habe. Er hoffe und vertraue darauf, daß dieser Grundsatz des Rechtes auch dem polnischen Volke zugute kommen werde, das mit seinen 25 Millionen nicht die letzte Stelle unter den Völkern Europas einnehme. Das polnische Volk sei dem Papste zu innigem Danke verpflichtet dafür daß er in seiner Note mit solcher leinea Einfluß auf die Entschlüsse und Versprechungen der Su#s deutschen Regierung gehabt hat. Die befriedigende Regelung Zeichnungen auf die 7. Kriegsanleihe. des„Torro"=Zwischenfalles sei der amerikanischen Regierung recht unangenehm gewesen, daher habe sie zur Veröffentlichung der Depeschen gegriffen, um das Verhältnis zwischen uns und Argentinien von neuem zu stören. Die Lage in Argentinien sei jetzt doppelt schwer zu übersehen, wo wir keinen Gesandten mehr dort haben, und auf die Meldungen der feindlichen Nachrichtenbüros angewiesen sind. Die Beziebungen zu Spanien sind in den Grundzügen gut, wie dies den Absichten der Monarchen und des Volkes entspricht. Für Spanien sind die Schwierigkeiten, die sich aus dem U-Bootkriege ergeben, besonders groß. Die Auseinandersetzungen sind nicht immer leicht. Es bestehen auf spanischer Seite Wünsche, die wir nicht immer erfüllen können, soviel wir auch wünschen, dem spanischen Volke entgegenzutommen. Bisber ist steis ein Weg gefunden worden, Holzpertohlungs=Industrie A.= G., Konstang,; gaut. Prizgu. Sl. Nähmaschinen= und Fahrräder=Fabrik vorm. Gebr. Kayser, Lagerei=Berufsgenossenschaft Weiswasser 1 Million Mr., Elektrotechnische Fabrik Max Schorsch& Co., A.=G., Rbeyde 2 Mill Verein für chemische Industrie, Frankfurt a. M., 1 Mill. Mr., Hugo Schneider A.=G., Leipzig, 1 500 000 Mk., Adlerwerke, vorm. Heinrich Klever Frankfurt a M., 8 Mill. Mr., Straßeneisenbahn=Gesellschaft in Hamburg 1 Mill. Mk., Kreissparkasse Angermünde 3 Mil. Mt.,. Sin Ges. für Teerverwertung m. b. H., Duisburg=Meiverten, 1 Mill. Ber., Städtische Sparkasse Forst t. L. 5 Mill. Mk., Stadt Kanlsruhe 5 Mill. Mi.,„ gund 8 2 Spar= und Darlehenskasse Recklingyauxen=Luno, vorl. 2700 000 mlk., Berliner Hypothekenbank, A.=G., 1 Mill. Mk., Eektriechnische Fabrik Rheydt 2 Mill. Mi. 6 Frankfurter Societatsdruckerei, G. m. b. H., 175 000 Mayer& Sohn, Lederfabrik, Offenbach, 1½ Mill. Mk., Gebr. Reibstein, Brennaborwerke, Brandenburg a. H., 1½ Mill. Ml., Sparkasse Rotthausen b. Essen 1½ Mill. Mk., und Stadtrat Uecker, Posen, 1 Mill. Mr., Oberschlesische Kohlen= und Kokswerke A.=%, Z. Fi, der für beide Völker erträglich war. Der Staatssekretär ging dann in sehr herzlichen Worten auf die Fürsorge und Liebestätigkeit der Holländer ein, auf die Arbeit ihrer Ambulanz in Gleiwitz, die Aufnohme von deutschen Kindern, den Austausch und die Unterbringung von Kriegsgefangenen. Alles dies sei um so höher anzuerkennen, als Holland unter der wirtschaftlichen Blockade der Entente erheblich leide. Über ein kommerzielles Abkommen, das im wesentlichen den Holländern Kohlen und uns Vorteile auf dem Gebiete des Kreditwisens geben soll. werde noch verhandelt. Eine völlige Einigung sei noch nicht erzielt, doch lasse der auf beiden Seiten vorhandene gute Wille hoffen, daß man bald zum Abschluß kommen wird. Die unerfreuliche Wirkung der amerikanischen Publikation in Schweden wird, wie der Staatssekretär annimmt, überwunden werden können. Über inneren Folgen der Wahlen sei noch kein klares Bild zu gewinnen. Doch wird an der korrekten Haltung Schwedens durch ihren Ausfall nichts geändert. Staatssekretär Dr. Helfferich gab vertraulich Auskunft über unsere Handelsbeziehungen zu Dänemark. Weiterberatung Samstag: Soziale und Soldatenfragen. Wirtschaftsleben und Lebensmittelversorgung. Danke verbftichter basnt, buß fer in seiner Rvie mit solcher ( Die Mehl= und Brotpreise. Die„Mitteilungen aus dem Kriegsernährungsamt“ geben bekannt: Die Erhöhung der Getreidepreise bewirkt für das Roagenmehl, eine durchfür ot bn Die Kriegsameihe Fr die Saal Der Frieren du Ernie! ie der Landmann das ersparte Saatgut zur rechten Zeit der Erde anvertraut, so mußt Du j etzt jeden ersparten Groschen Deinem Valeriande keihen! Darum zeichne! vor der Vapkzote gegeben ,wuten. Der. Aufno,pz n#g#,#eir geie auf die Reichstagsentschlietzung habe die dinas nicht zustimmen können. Die Zustimmung zur Abrüszung und zum Weltschiedsgericht sei in der Note mit dem Vorbehalt, daß dabei die Lebensinteressen des deutEin unabbängiger Sozialist polemisierte erneut gegen Außerungen des Kanzlers. und fordert die offene Aussprache über die Friedensziele und die sonstigen einschlägigen Fragen in der Vollversammlung des Reichstages. Durch Abrücken von den Annexionisten werde die Friedensbewegung in anderen Ländern sehr gestärkt. Ein Redner des Zentrums würde es für falsch halten, wenn durch eine weitere Erklärung zur Friedensfrage ein Schatten in das vollständig klare Bild hineingebracht würde. Die Stellungnahme der Regierung sei vollkommen klar und ganz einig mit der Mehrheit des Reichstages. Die sehr erfreuliche Erklärung des Staatssekretärs des Außern zeige deutlich, daß die Regierung eine andere Politik als die des Reichstags nicht treiben wolle. Die Politik und die Friedensliebe seien festgelegt in der Antwort auf die Note des Hl. Vaters. Der konservative Redner habe in seiner heutigen Rede ja gleichfalls festgestellt, daß durch Aufnahme der Reichstagsentschließung vom 19. Juli 1917 in die Antwort an den Papst diese einen wesentlich anderen Churakter erhalten habe. Sonach stehe fest, daß eine Abweichung der Politik der Regierung von der des Reichstags nicht möglich sei. Eine Rückwärt srevidierung würde die Unglaubwürdigkeit und Unzuverläsügkeit der Reichsleitung in einer Weise dartun, daß ein ferneres Verhandeln mit ihr unmöglich wäre. Eins der wichtigsten Mittel zum Frieden zu kommen, sei die völlige Einmütigkeit zwischen Volk und Regierung. Diese sei gegeben. Die Opposition gegen die Antwort der Regierung vom 19. September, die sich auf die Reichstagsentschließung vom 19. Juli stützte, erschwere die Lage. Das dürfe niemand außer acht lassen. Er bedauere deshalb die Haltung der Konservativen und begrüße die entgegenkommendere Stellungnahme der Nationalliberalen, wie sie der Redner seiner Fraktion heute bekundet habe. Nach einer kurzen Feststellung des Redner der Nationalliber alen bezüglich seiner Ausführungen über Belgien wurde die Frage der Gefangenenbehandlung beraten. Der Berichterstatter Prinz zu Schönaich= Carolath, dankte einleitend neben anderen Stellen der schweizerischen Regierung für die fürsorgenden Schritte und Maßnahmen zugunsten der Gefangenen. Die weiteren Verhandlungen sind vertraulich. Zum Schluß der heutigen Sitzung wurden noch verschiedene Fragen angeschnitten. Staatssefretär v. Kühlmann erklärte hierzu: Cobald kurch die Publikation der amerikanischen Regierung die Deveschen des Grafen Luxbura bekannt wurden, sind die nötigen Schritte ergriffen worden, um den Grafen Lurburg hierher zu berufen. Er wird sich hier zu verantworten haben. Dem argentinischen Gesandten hat das Auswärtige Amt unverhohlen ausgesprochen, daß wir die Fassung der Depeschen unseres Gesandten nicht billigen und der Inhalt Pfalzische, aumumg ahrräder=3 Katserslautern, 29 Mein,., Wümchen 3 Mill. Mi. Bayerische Rlugzengwerte V., F.,hahnfabrie A.=G. Hambur(na ann R Dolberg, Maschinen= und Fervbahnsabtit,#.##., Hantburg. 600 000 Kreissparkasse Saarbrücken 6 Mill. Mk. Kreissparkasse Lübeck 1½ Mill. Mendelssohn& Co., vorläuftg 20 Minl Der.,### Gers. Berliner Maschinenbau=Akt.=Ges. vorm. L. Sywartzkopff, Berlin, 5 Millionen Mark, Firma Carl Phillips Wwe., München 1½ Mill. Mr., Stadtsparkasse Coblenz vorläufig 8½ Mill. Mk. Gebrüder Junghaus K.=G., Schramherg, 2 Mill. mei., odtisoh, Stagtiore Trect,: grezaäd“3 Mi we. Deposstenkasse Hamburg 1 Mäk. Mi. Landesversichem=ersin. Witenau 1 Piack“ swpe, Nill Max Pasch, Fa. Wilhelm Greve, Berlin, 3½ Mill. Mr., Aus der Stadt. Münster, 30. September. B Rittmeister Wilderich Graf v. Galen auf Beversundern Nr. 4 in Me ünigter iu dem er sich 1864 den KrogenOrden 4. Klasse mit Schwertern erwarb und auch den Krieg führte er, als Rittmeister in das Königshusaren=Regiment estelte Poayjih dais Eisernes greuz 2 Klase. Nach Bendi. des Krieges wurde er Eskadrenschef im KönigshusarenRegiment in Bonn, mit dessen Uniform er am 11. Januar 1877 in den Ruhestand übertrat. * D i e O b s t= u n d G e m ü s e k o s t= A u s s t e l l u n g, d i e 1 4. W a n derausstellung des Vereins zur Förderung des Obst= und Gemüseverbauches in Deutschland, die am in den Räumen des Stadtweinhauses eröffnet wurde und morgen ihre Pforten schließt, hat im Laufe der Woche eine große Schar von Besuchern, namentlich Besucherinnen, angelockt und gefesselt. Wohl keiner ist von gegangen, ohne eine Fülle wertvoller Anregungen mit nach Hause genommen zu haben. Nicht nur der Stoff der Ausstellung findet so großen Anklang, sondern auch besonders die geschmackvolle und sinnfällige Anordnung. Neben der reichhaltigen, wissenschaftlichen Abteilung ist hauptsächlich der Nutzbarmachung des Obstes und Gemüses in der Praxis Beachtung geschenkt. So finden wir Darstellungen und Anleitungen zur Verpackung und Aufbewahrung von Obst und Gemüse, Dörr=Apparate und Dörr=Erzeugnisse, eingemachte Früchte und Gemüse, Salzgemüse und Wildgemüse(Pilze usw.), ferner zahlreiche moderne und als besonders zweckmäßig erprobte Hilfsgeräte für die Obst= und Gemüseverwertung. Besondere Abteilungen befassen sich mit tenbau, Kriegsgemüsebau, Kleintierzucht(Modelle. Pläne, Schädlingsbekämpfung, Geräte, Futtermittel usw.), sowie Fachliteratur und zahlreichem, statistischem# der Abteilung„Pilze“ ist für Sonntag eine von der technischen Lehrerin an der hiesigen Präparandie. Frau Giese, frisch hergerichtete Ausstellung„von Pilzgerich= ten bezw mit Pilzen zubereiteten Gerichten untergebracht, die veranschaulichen soll,„auf wiepielerlei Art und Weise Pilze verwertet werden konnen. Namentlich wird gezeigt, wie Pilze getrocknet und pulverisiert, aufbewahrt und als Nutzbarmachung der Pilze, die bisher in dem an eßbaren Gewürz zu Fleisch-, Mehl= und Gemüsespeisen usw. verwandt werden können. Auch hierdurch hofft man, für die Pilzen so reichen Münsterlande noch viel zu wünschen übrig ließ, wirken zu können. Mit dem morgigen die Ausstellung; eine Verlängerung sie in Elberfeld gezeigt werden soll. Mit der Ausstellung war eine Reihe von Vorträgen verbunden, die die wichtigsten Fragen auf dem Gebiete der Volksernährung behandelten. Gosprachen am Sonntag Privatdozent Dr. Heilbronn über„Speise= und Giftpilze Westfalens“ und, Frar Magda Heilbronn über„Verwertung und machung der Pilze“, am Dienstag Tierzuchtinspektor Topp über:„Die volkswirtschaftliche Bedeutung der Kleintierzucht" und am Freitag Obstbauinspektor HagemannHerford über„Kriegszeitgemäße Obst= und Gemüseverwertung". Auf den letzteren Vortrag werden wir wegen seiner allgemeinen Bedeutung in einer der nächsten Nummern eingehender zurückkommen. (5 Schonet die Kriegsanleiheplakate. In verschiedenen Gegenden der Stadt sind die Kriegsanleihe-Plakate zum Teil beschädigt, zum Teil ganz abgerissen worden. Offenbar handelt es sich um Dummejungenstreiche von Kindern und Halbpreises um etwa 1½ bis 2 Pfennig je Pfund bedingt, wüchsigen. Darum seien die Eltern und Lehrer dringend soweit der jetzige Brotpreis entsprechend dem bisherigen ermahnt, den Kindern das Verletzen oder mutwinige ZerstöWacl niedrig gehalten ist. Der Reichs, ren dieser Plakate mit Hinweis auf strenge Bestrafung ernstlich zu untersagen. Zwei Diebinnen wurden gestern nachmittag auf der Schillerstraße bei einem Einbruch überrascht. Gegen 4 Uhr Preise für 94 proz. Mevi mieorig gehalten ist. Der Reichsgetreidestelle fallen bekanntlich außer der Körnerpreissteigerung nach der Verordnung vom 19. März 1917 sehr erhebliche Kosten zu für die Beaussichtigung der Erfassung, insbesondere die Durchführung der Wirtschaftskarten in allen Bezirken einschließlich der selbstwirtschaftenden, und die rechtzeitige Sicherung der Versorgung(Frühdrusch, Haltung erheblicher Läger). Die Deckung dieser Kosten durch den Mehlverkaufspreis würde die durch das Steigen der Getreidepreise nötige Mehl= und Brotpreiserhöhung verdoppeln. Es ist, Schturrntabe, bei einem emnbtng“. geal drangen sie in eine parterre gelegene Wohnung ein, deren Bewohner für kurze Zeit im Hof beschäftigt waren, und entwendeten zwei Blusen, einen Regenmantel und zwei Brote. Als die Diebinnen eben im Begriff waren, die Gegenstände verschwinden zu lassen, wurden sie überrascht. Man bielt sie fest und benachrichtigte die Polizei, die die Festnah#e vorum dies zu vermeiden. Vorforge getroffen, daß die Kosten nahn. Sie stammen aus Dortmund. iener Verwaltungsmaßnahmen nicht auf den Mebibreis um. Bom Standezamt, Sterbefälle: 2a. Sepi. Berg. jener E) Schwankende Rationen. Es entspricht den Grundsätzen des Kriegsernährungsamtes, die Rationen der öffentlich verteilten Lebensmittel als Gesamtheit zu betrachten und in sich so auszugkeichen, daß die Gesamtversorgung mit nierten Waren im ganzen neuen Wirtschaftsjahre möglichst gleichmäßig durchgehalten werden kann. In den nächsten Monaten. in denen die Kartosselzufuhr am sichersten ist die Kartoffeln auch den höchsten Nährwert haben und die Spätgemüseversorgung in vollem Umfange einsetzt, werden deshalb die Nährmittel(Graupen, Teigwaren u. dergl.) entsprechend weniger verteilt werden. Hierdurch werden größere Bestände angesammelt, die in den späteren Wintermonaten und im Frühjahr, in denen die Ernährungsverhältnisse schwerer sind als im Herbst, die Verteilung erheblich größerer Nährmittelrationen als im Vorjarre ermöglichen. Auch in den nächsten Monaten werden indessen zur Versorgung der Kranken und Kinder sowie zur Aufrechterhaltung der Massenspeisungen und für geringere Rationen zum allgemeinen Verbrauch Nährmittel verteilt werden. Keine Erhöhung der Viehpreise. Es treten immer wieder Gerüchte auf, wonach mit einer Erhöhung der Schweinepreise über den Höchstpreis der Verordnung vom 5. April 1917 hinaus oder mit einer Erhöhung der Rindervreise für besonders fette Rinder gerechnet werden könnte. Demgegenüber wird in der„Mitteilung aus dem Kriegsernährungs= amt“ darauf hingewiesen, daß nach der Entscheidung des Kriegsernährungsamts(siehe Verodnung vom 10. September 1917) Mastfutter in Form von Hafer. Gerste oder Gemenge an Schweine zu verfüttern verboten ist und daß auch für Schlachtrinder eine Mast mit Körnerkrajtfutter nicht in kommt. Hiernach kann mit zulässigen Mitteln nach der Weide die Erzielung sogenannter Fetträger mit besonders hohen Gewichten nicht mehr erreicht werden. Es ist deshalb ausgeschlossen, daß die Viehpreise für besonders sette Tiere nach oben erhöht werden. Die Rinderdreise sollen weder nach oben noch nach unten geändert werden: die Schweinevreise liegen bis 30. November nach der Verordnung vom 15. September 1917 fest, und zwar mit einem einheitlichen Höchstpreis, der die obere Grenze für alle Gewichtsklassen bildet. Ihre Erhöhung kommt auch nach Ablauf dieser Zeit nicht in Frage. mann Josef Thiel, 21 J.— 27. Sept. Invalide Anton Peuler, 75 J.— T. des Postboten Heinrich Keller, 4 J.— Witwe Ida Lindemann geb. Schäfer, 78 J.— Pförtner Wilhelm Schmeing, 66 J.— 28. Sept. Schmied Heinrich Bölke, 86 I.— Weber Heinrich Middeke, 61 J. den Provinzen. ( An die deutschen Bauern! Deutsche Bauern! Euexer heimatlichen Scholle drohen viele, viele Feinde die Vernichtung an. Nur eneren tapferen deutschen Brüdern, die da draußen täglich und stündlich für euch ihr Leben wagen, die mit ihren Leibern einen schützenden Wall bauen, hinter dem ihr in Frieden euern Acker bestellen könnt, verdankt ihr die sichere Heimat. Denkt daran, daß einstmals Deutschlands Erde mit Blut gedüngt war, und denkt dann wieder daran, daß bis jetzt kein feindlicher Fuß in drei langen Kriegsjahren deutsches Land zertreten hat. Das alles erwirken euere Soldaten für euch. Euch und sich selbst wollen sie die Heimat erhalten. Zu ihrem harten, schweren Kampfe aber müssen sie gut gerüstet sein, und dazu braucht der Staat Geld. der Staat dessen Bürger ihr seid! Daran denkt! Und zeichnet die 7. Kriegsanleihe die unseren Soldaten alle die Mittel geben sollen, die sie ihrem und unserem Ziele, dem siegreichen Frieden nahebringen. 6 Coesfeld, 27. Sept.(Inder gestrigen Stadtverordnetensitzung) wurden zunächst verschiedene Unterstützungsgesuche erledigt. Es wurden zur Hindenburgspende anläßlich des 70. Geburtstages des Generalfeldmarschalls 100 Mark bewilligt, desgleichen für den Fürsorgeausschuß für deutsche Flüchtlinge aus Galizien und der Bukowina 20 Mark. Dem hiesigen Kriegerverein wurde eine Beihülfe von 80 Mark gewährt zur Deckung der Auslagen bei den Siegesseiern. Von der Übernahme von Kriegspatenschaften soll vorläufig abgesehen werden. Der Antrag auf Gewährung einer Vergütung für die Vertretung eines Lehrers an der gewerblichen Fortbildungsschule wurde abgelehnt, ebenso der Antrag wegen käuflicher Überlassung eines Armenfondsgrundstückes. Vor der früheren Ellerinaschen Fabrik liegen Absplisse, die zur Bahnhofsstraße abzutreten sind. Der Bürgermeister wurde deauftragt, wegen der läuflichen der deutschsprachigen Presse e.V — Aosplisse mit der jetzigen Eigentümerin, der Stadtsparkasse, in Verhandlung zu treten. +- Herne, 28. Sept.(Großfeuer auf Zeche „Friedrich der Große“.)] In der Teer=Destillation der Zeche„Friedrich der Große 1/2“ entstand zur Mittagzeit ein Brand, der das Gebäude mitsamt dem inneren Ausbau und einen Teil der Teervorräte vernichtete. Gewaltige Rauchwolken hatten sich entwickelt. Die Entstehungsuriache ist unbekannt. Menichen sind nicht zu Schaden gekommen. An den Lösch= und Rettungsarbeiten beteiligten sich außer der Zechenwehr die freiwillige Feuerwehr Herne und die Zechenwehren von„Shamrock".„Julia“ und„von der Heodt“. A Schwerte, 27. Sept.(Treibriemendiebstähle und kein Ende. Von der Pumpstation des Hörder Wasserwerkes wurden Treibriemen gestohlen; in derselben Nacht sriche aus zwei Fabriken in Westhofen im Werte von 3000 M. ∆ Schwerte, 27. Sept.(Beraubung von Kolliwagen.) Im Bahnhof Geisecke wurde der Bergmann Fritz L. aus Lichtendorf von Eisenbahnbeamten bei der Beraubung von Kolliwagen überrascht. Bei seiner Verhaftung gab er Revolverschüsse auf die Beamten ab, von denen einer am Kopf verletzt wurde. Der Verbrecher wurde überwältigt und dingfest gemacht. Petershagen, 27. Sept.(Der verschwundene Bürgermeister.) Der Bürgermeister unseres Weserstädtchens, Stork, sollte letzthin in einer besonderen Stadtverordneten=Versammlung Aufschluß über verschiedene Unklarheiten in seiner Amtsführung geben. Der Bürgermeister erschien nicht und wurde auch bisher nicht mehr in Petershagen gesehen. Sein Hauswesen hatte er schon vorher aufgelöst. Hier nimmt man an, daß er sein Amt durch sein lautloses Verschwinden niedergelegt hat. Weitere Klarstellungen wird die nächste Zeit bringen. Bielefeld, 27. Sept.(Karl Hoffmann f.) Heute früh ist der sozialdemokratische Stadtrat und Journalist Karl Hoffmann nach längerem Leiden im Alter von 60 Jahren gestorben. Er war seit 1894 Redakteur der hiesigen„Volkswacht", welches Amt er zu Beginn dieses Jahres wegen seiner Kränklichkeit niederlegen mußte. 1898 wurde er in die Stadtverordnetenversammlung gewählt, und vor einigen Jahren wurde er neben dem ebenfalls sozialdemokratischen Stadtverordneten Eilers unbesoldetes Mitglied des Magistrats. In diesen Ehrenämtern, namentlich als Stadtverordneler, hat sich Hoffmann hervorragend betätigt und sich mancherlei Verdienst um das Gemeinwohl erworben. Bad Oeynhausen, 27. Sept.(Der älteste Frontleutnant] des deutschen Feldheeres ist jetzt bei den englischen Angriffen in Ilandern gefallen: es ist der früher hier als Rentner lebende Herr Nikolaus Huchzermeyer, der bald nachdem sein Sohn gefallen war, als Kriegsfreiwilliger ins Heer trat, sämtliche untere Grade durchlief und schließlich zum Offizier befördert wurde. Als solcher tat er Dienst in der vordersten Linie. Jetzt ist er, über 60 Jahre alt, gefallen. □ Wetter a. d. Ruhr, 28. Sept.(Hindenburg an hie westfälischen Feuerwehrleute.] Der hier abgehaltene westfälische Feuerwehrtag sandte, wie berichtet, u. a. ein Ergebenheitstelegramm an Hindenburg. Darauf ist jetzt folgende Antwort eingegangen:„roßes Hauptquartier. Den westfälischen Feuerwehrmännern berzlichen Dank für das freundliche Gedenken und den Wehrmannsgruß. Einig und siegbewußt wird Deutschland den Weltbrand löschen. Generalfeldmarschll von Hindenburg.“ O Essen, 28. Sept.[Trau, schau, wem.) Ein Kaufmann beauftragte einen jungen Mann, der bei ihm stets renommierte, daß er gute Quellen hätte, mit dem Ankauf von Lebensmitteln. Zu diesem Zwecke übergab er dem Manne eine Summe von 17000 Mark. Seitdem ist nun der Beauftragte verschwunden. O Grevenbrück, 28. Sept.(Besonderes Glück hatte der 14jährige Sohn des Hoteliers Steinhoff aus Bilstein. Er besand sich in dem D-Zuge Hagen—Siegen und erfuhr während der Fahrt zu seinem Schrecken, daß der Zug in Finnentrop nicht halte. Um aber am selben Tage noch nach Hause zu gelangen, sprang er, während der Zug durch die hiesig: Station brauste, aus dem Wagenabteil und fiel auf einen Sandhaufen. Es ist ihm nichts passiert, und er besucht bereits wieder die Schule.: Gerichtszeitung. Schlichtungsausschuß für den Landwehrbezirk Münster. In der Sitzung am 27. September waren 18 Streitfälle zu erledigen. Als erster Punkt stand die Klage der beiden Holzarbeiterverbände. Ortsgruppen Münster, gegen die Tischler=Innung Münster zur Verhandlung. Beide Parteien verständigten sich vorher sodaß die Angelegenheit für den Ausschuß erledigt war. Die Forderungen des Arbeiterausschusses der Königl. Bergwerke in Ibbenbüren wurden zum dritten Male verhandelt. Die Bergwerksverwaltung teilte in einem Schreiben an den Schlichtungsausschuß mit, daß die vom Arbeiterausschuß mit geteilten Lohnhöhen bis 1. August richtig seien. Von da ab träte eine Erhöhung der Teuerungszulagen von 3 Mt. auf 6 Mark wöchentlich für verheiratete Leute ein, sowie von 1.50 Mf. auf 3 Mk. für Ledige. Der Arbeiterausschuß bestätigte die Richtigkeit, trat jedoch der Berechnungsart des Stundenlohnes der Bergwerksverwaltung entgegen und wies besonders darauf hin, daß nach einer Zusammenstellung der auf den Könial. Berawerken in den übrigen Bezirken Deutschlands gewährten Lohnerhöhungen und Teuerungszulagen während des Krieges kein Revier so minimale Lohnaufbesserungen gewährt habe, als wie die Ibbenbürener Bergwerksverwaltung. Die Arbeiter hielten ihre Forderung von 25 bezw. 20 Prozent voll aufrecht und baten den Ausschuß, sie als berechtigt anzuerkennen. Der Schlichtungsausschuß fällte folgende Entscheidung:„Die Forderungen des Arbeiterausschusses der Königl. Bergwerke in Ibbenburen von 25. bezw. 20 Prozent sind nach Maßzaabe der heutigen Teuerungsverhältnisse begründet und mäßig. Er empfiehlt der Bergwerksdirektion die Erfüllung derselben.“— Sechs Bergleute der Zeche Sachsen in Heezen verlangen den Abkehrschein, da sie in Hamm wohnen und zum Teil wegen Unfall oder Krankheit die weiten Wege nicht mehr machen könnten. sowie in der Nähe ihrer Wohnungen auf anderen Zechen Arbeit bekämen. Seitens der Zeche war brieflich die Abweisung der Klagen beantragt. Die Abkehrscheine wurden bewilligt.—. Sechs Bergleute der Zeche Westfalen in Ahlen verlangten unter den verschiedensten Gründen den Abwehrschein. In einem Falle wurde er bewilligt, im anderen Falle erklärte sich der Zechenvertreter zur freiwilligen Aushändiguna bereit. In zwei Fällen wurde der Mkehrschein verweigert, da Kläger noch gar nicht gekündigt hatten, und in einem Falle wurde die Angelegenheit zwecks Beibringung eines ärztlichen Attestes vertagt.— Der Schlosser W. von der Union in Beckum verlangt den Abkehrschein, da er mit einem Stundenlohn von 50 Pfennig seine Familie, bestehend aus sieben Personen, nicht ernähren könne. Der Werksvertreter macht geltend, daß W. früher bedeutend mehr verdient habe: der jetzige Lohn komme daher, weil er die bei der höheren Lohn auch mehr Anstrengung verlangende Arbeit nicht mehr habe machen wollen und daher leichtere Arbeit verlangt habe. Die Sache wird zwecks Beibringung weiteren Beweismaterials vertagt, ebenfalls die Klage des Arbeiters K. gegen das Zementwerk Nord aus denselben Gründen. Handel und Industrie. 6' Burgsteinfurt. 27. Sept. Der heute hier abgehaltene Viehmarkt war gut besucht. Arbeitspferde 1. Sorte kosteten 4200—5000 Mk. 2. Sorte 2300—3300 Mk., junge Pferde 2600—3500 Mk., Fohlen 1300—1700 Mt. Kühe kosteten 1. Sorte 1200—1400 Mk., 2. Sorte 650—800 Mi., Rinder 1. Sorte 700—900 Mk. 2. Torte 500—650 Mi. Tragende Schweine kosteten 260—330 Mk., 15jährige 115—135 Ml., 4jährige 60—70 Mk. Ferkel wurden pro Alterswoche mit 4—5 Mk. bezahlt. Angetrieben 104 Pferde, 26 Stück Rindvieh, 615 Schweine und Ferkel. Handel war lebhaft: der Markt wurde meist geräumt. Der nächste Markt(Kram=, Vieh= und Obstmarkt) findet am 19. Oktober statt. Gollesvienstordnung in den katholischen Kirchen der Stadt Münster Sonntag, den 30. Sept. und die folgenden Wochentage: (Abkürzungen: M.= Messe, H. u. P.— Hochamt u. Predigt. M. u. P.— Messe und Predigt, A.— Andacht, B.— Desper, Chr.— Christenlehre). Hoher Dom. 5½—9 M., 9 Chordienst, 9½ H., 11 M. u. P. 2 A., 3 V., 4 P. u. Segen, darauf Rosenkranzgebet vor der Pieta. — Besondere Andachten im Laufe der Woche: 5½—8 M., 8½ Chordienst, 88 Conventual=Amt, 10 M., Aussetz. d. Allerh. u. A. Nachm. 2 V., Samstag 3, Montag morgen 7 Pest=M., Freitag morgen Aussetz. des Allerh. von 6—8. Nach der 7½=M. sakramentaler Segen. Nach dem H. Segen mit der Partikel d. hl. Kreuzes. St. Aegidiikirche. 6, 7 M., 8 Schul= M., 9 H. u. P., 11 M. u. P.— Nachm. 2½ Bonisatius=A. Die Abend=A. um 6 fällt aus, wegen der gleichzeitig stattfindenden Volksvereinsversammlungen. Die Rosenkranz=A. im Monat Oktober ist an den Werktagen des Abends um 8 u. beginnt am Montag.— Dienstag 8 Bittamt, Donnerstag 8 Sakraments=H. Freitag morgen von 6—8½ zur Ehre des hl. Herzens Jesu Aussetzung des hochw. Gutes, um 8 M. für den Mütterverein. St. Antoniuskirche. ½7, 7, 8 M., 7 Komm. der Schulmädchen, 9 M. u. P., 11 M. u. P.— 2½ Chr. u. A., 8 A.— Jeden Morgen 7¼ M., abends 8 Rosenkranz=A., Dienstag morgen 7¼ M., Freitag morg. ½7—8 Aussetzung des hochw. Gutes, ½7 Herz=Jesu=Sühne=M. Herz=Jesu=Kirche. 6, 7, 8 M., 6 Komm. d. Knaben der Overbergschule, 7 der Jünglingskongr., 9 H. u. P., 11 M. u. P.— Nachm. ½3 Chr. u. A., 7 Rosenkranz=A.— Im Okt. an den Werktagen abends 8. an den Sonntagen 7 Rosenkranzandacht. St. Josephskirche. 6, 7, 8 M., 7 Kommunion der Schulmädchen, 9 H. u. P., 11 M. u. P.— Nachm. 2½ Chr., 7 A.— Von Montag an abends 8 Rosenkranz=A., Donnerstag 7¼ M. Hl. Kreuzkirchs. 6, 6½, 7, 7½. 8 M., ½9 H., ¼ vor 10 M. u. P., 11 Mil.=G.— 2¼ Chr. u. A., abends 8 Kriegs=A.— Montag morgen ½8 M. Montag ebend 8 beginnt die Rosenkranz=A. während des ganzen Oktober=Monat. Freitag morgen von 6—8 Aussetzung des hochw. Gutes St. Lambertikirche. Kollekte für den Bonisatius=Verein. 6, ½7, 7 M., 7 Komm. f. d. Mitgl. des Müttervereins, 8 H., ½10 Deutsche Singmesse, 11Deutsche Singmesse.— ¼3 Chr. u. A., 7 Missions=A. u. P.— Täglich abends Rosenkranz=A., Donnerstag 7 H. zu Ehren des hl. Franziskus von Assisi mit Pestsegen u. vollk. Ablaß. Freitag ½7—½9 Aussetzung des Allerh., 8 Herz=Jesu=Amt. Gelegenheit zum Beichten Donnerstag 6—½9. St. Josephskirche(Salzstr.). Kaufm. Gehülfinnen= u. Beamtinnen=Kongregation, ½7 M. u. Komm., nachm. Wallfahrt nach Telate. Abfahrt 2“. Städt. Gymnasium 8 M. u. Komm., 12 A., MädchenMittelschule u. techn. Seminar. ½3 A.— Jeden Morgen kurz vor ½8 M. Liebsrauenkirche. 6, 6½, 7, 8 M., 7 Komm. der Kommunion= kinder, ¼ vor 9 H. u. P., 11 M. u. P.— 2 Chr. u. A., 7 KriegsA.— Jeden Abend 8 Rosenkranz=A., Donnerstag 7¼ M., 8 Sakramentsamt, Freitag 6 Herz=Jesu=M., Samstag 7 H. St. Ludgerikirche. 6, 6½, 7 7½. M., 8½ M. u. P., 9%¼ H., 11 M. u. P.— Nachm. 2 Chr., 2½ A., 8 Kriegs=A. Montag abend 7 Rosenkranz=A., Mittwoch morgen 8 Pest=M., Donnerstag morgen 8 H., Freitag morgen von 6—8½ Aussetz. d. Allerh. Jeden Abend 7 Posentranzep#„** 4 St. Markininirche. 6, 6½, 7, 8 M., 9 H. u. P., 11 M. u. P. Nachm. 2½ Chr. u. A., abends 8 A.— Von Montag an jeden Abend 8 Rosenkranz=A., Freitag 6½ Bitt=H., Samstag 4 A. St. Mauritzkirche. 6, 1/7 7, 8 M., 9 H. u. P., 11 M. u. P.— 2½ Chr., 6 Todesangstbruderschaft.— Jeden Abend 8 Rosenkranz=A., Donnerstag ½7 Bitt=H., Freitag ½7 Herz=Jesu=H. St. Vervatiikirche. 7, 8 M., 9½ M. mit P. u. Volksgesang.— Abends 7 A. u. Segen.— Montag morgen 7¼ M., Dienstag * Nestmesse. Im Montag Oktober jeden Abend 7 Rosenkranz= St. Klemenskirche. 6, ½8 M., 8 M. u. P. f. d. Oberrealschüler, 9 Sodalitäts=M. u. P.— Nachm. 4 Rosenkranz=Bruderschafts=A. Täglich 6 u. ½8 M.— Abends 6 Rosenkr.=A. St. Magdalenenkirche. 7½ M. u. P.— Abends 7 A. u. Segen. Jeden Morgen ½8 M. Täglich abends 7 Rosenkr.=A. u. Segen. Freitag morg. 68—8 u. 11—12 Auss. d. hochw. Gutes u. Segen. Franziskaner=Klosterkirche. 6, 6½, 7 M., ½8 M. u. P.— 7 A. u. Segen.— Jeden Abend 7 Rosenkranz=A., Donnerstag, am Feste unseres hl. Vaters Franziskus, morgens 7 feierl. H., abends 7 Fest=P. Freitag morgen 6—8 Aussetzung des Allerheiligsten. Kapuziner=Klosterkirche. 6 u. ½7 M., 7 M. u. P.— Mongens 6¼ Rosenkr.=A. Montag morgen ½7 M., Dienstag morgen 6¼ Antonius=A.— Donnerstag, Fest des hl. Vaters Franziskus, 8 H., abends 6 P. u. A., Ablaßsegen, Freitag morgen 6—7 Aussetz. d. Allerh. u. Herz=Jesu=M. Klarissen=Klosterkirche. 6¼ u. 7 M.,— 7 A.— Von Montag auf Dienstag nächtliche Anbetung. Jeden Abend 7 Rosenkranz= A. Die Antonius=A. fällt aus. Donnerstag, Fest des hl. Franziskus, 13stündiges Gebet. 6 u. 6¾ M., 8 Lev.=H., abends 6 Schluß=A. u. P. Liedfrauenstift. Nachm. 5 A., Vortrag im Saal. * Feier des Ewigen Gebetes im Bistum Münster. 1. Oktober Bevern b. Essen i. O.; nachts Klarissen zu Münster.— 2. Ringenberg; nachts St. Josephshaus zu Münster— 3. Hüthum; nachts: Schwestern U. L. Frau zu Vechta.— 4. Loikum; nachts St. Prosperhospital zu Recklinghausen.— 5. Borth; nachts St. Elisabethhospital zu Herten.— 6. Mehr(bei Mehrhoog): Schwestern U. L. Frau za Geldern.— 7. Nienborg, Bottrop(St. Johannes), Scholven, ReckIn„eui, Wennchen, Tulehuig(Er. Vonifaz), Laar, Obermarrlob(Se Parbert); nachts Krankenhaus zu Mecze, St. Wilhelmnahausen=Süd(Marienkirche), Duisburg(St. Boni mat zuog(Sr. Rorvrtey, Ruchts Krranktengnab zu 2. hospital zu Epe. morgen 7 Pestmesse. A. Freitag morgen.#7 Litanei u. Segen, abends jeden Abend 7 Rosenkranz½7 Aussetz. des hochw. Gutes u. M., 7¼ M., 7 A. u. Segen. Gottesdienstordnung in den evangelischen Kirchen der Stadt Münster Sonntag, den 30. September 1917. Alte Kirche. Vormittags 10½ Pastor Lic. Zänker, Erlöser=Kirche. Vormittags 7½ Pastor Burgbacher(anschl. Be u. Abendmahl), 9½ Pastor Dicke, 11 Kindergottesdienst. Kriestunde: Mittmoch abend 8½ Pastor Lie. Länker. Evangelische Militär=Gemeinde. 9 Fest=Gottesdienst. MilitärOberpfarrer Konsistorialrat Franke. Aus den katholischen Jünglings=Vereinen. Veranstaltungen am Sonntag, 30. Sept. u. die folgenden Wochentage. St. Antonius. Sonntag 10 Bücherausgabe, 5 Versammlung im großen Saale des„Neuen Kruges". Dienstag u. Donnerstag ¼9 Turnen.— Agidii=Lamberti=Ludgeri. Sonntag, 30. Sept. 5 Volksvereins= Versammlung Rathaussaal. Turner und Platzausschutz für das Turnfest 2 Uhr Endstation Warendorfer Straße. Karten für das Turnfest am nächsten Sonntag sind beim Vorstand und bei den Turnern erhältlich. Montag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag Turnerabteilung.— Herz Jesu. Sonntag 5 Beteiligung an der Volksvereinsversammlung im Arbeiterhause. Montag u. Donnerstag Turner. Dienstag ¼ vor 9 Vorstand des Jugendvereins beim Präses. Seelenmesse für unser gefallenes Mitglied Theod. Bahr am Sonntag, 7. Okt. 7 Uhr.— Hl. Kreuz. Sonntag 11 Bücherausgabe. 2 Wettspiele in Schlagball und Faustball auf der Sportbahn. Die Vereinsmitglieder werden zu der Volksvereinsversammlung im Saale des Lortzing= Theaters freundlich eingeladen. Montag 8½ Vorstandssitzung. Mittwoch 8½ Turnen. Am nächsten Sonntag, den 7. Oktober gemeinschaftl. hl. Kommunion.— St. Martini. Sonntag 2 Autreten der Turnabteilung auf der Sportbahn. 5 Teilnahme an der öffentlichen Volksvereins=Versammlung im Lortzing=Theatersaale. Mittwoch 8½ Zusammenkunft der Bezirksvorsteher beim Präses. Freitag 8½ Turnen in der Turnhalle des Städt. Gymnasiums.— St. Mauritz. Sonntag 5 Versammlung im Arbeiterhause. Montag und Donnerstag T urner. Freitag Musiker.— Jung=Hansa. Sonntag keine Bücherau sgabe. Montag u. Mittwoch Turnen. Dienstag Geigenschule. Freitag religiöser Vortrag, Agidiikapelle.— St. Joseph. Sonntag 5 Teilnahme an der großen Volksvereinsversammlung im Neuen Krug. Montag und Donnerstag ½9 Turnen. S Hauptredakteur Rudolf Strietholt.— Es verantworten: den redaktionellen Teil Paul Koene, die Reklamen und Inserate Anton Busch, allin Münster.— Druck und Verlag der Aschendorffschen Buchhandlune in Münster. * Eine Wotan„G“ Lampe ersetzt vielfach mehrere der gewöhnlichen Drahtlampen. Beim Kauf beachte man die bekannte## Die Schutzmarke auf der Glasglocke. Edelgas-Füllung schützt den Leuchtdraht. "" Nerl%forin#fc; k oder angehende Verkäuferin gesucht. Otto Schaberg. für Küche und Hausarbeit wird zum 1. April 1918 gesucht. Eilige Angebote u. C D 3125 an die Gesch. erb. zu sofort gesucht, auch Kriegsbeschädigter. H. Hettlage, Ludgeristraße. Eilt Ziehung unwiderruflich in 4 Tagen Lotterie à 2 M. Gültig für 2 Ziehungen ohne Nachzahlung. Cölner Lotterie à 1 M. 11 Lose, sortiert aus verschiede nen Tausenden 10 M. empfiehlt und versendet Markt 37. Velanmmachung. Am 1. Oktboer ist die Steuerkasse wegen Auszahlung der Familien=Unterstützungen für Steuerzahler geschlossen. Monh, H ar Magistr ak“. Koten zu vervachten. In der Nähe von Kapelle und Schule habe einen Kotten zur Größe von 25 Morgen auf mehre Jahre zu verpachten. Bedingungen, sind bei mir einzusehen. Besichtigung zu jeder Zeit. Antritt April 1918. Bei Anfragen Marke beifüg. Wilhelm Bäumer vereid. Aukt.* Coesfeld i. Westf. 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Wer liefert 8 Zentner Kartosseln? V. Westerschulte, Hermannstr. 29. Die beleidigenden Aussagen. die ich über die Frau Ernit ge. macht habe nehme ich mit dem Ausdruck des Bedauerns zuruck. Frau Aug. Stopde Matomnmereniv der deutschsprachigen Presse e.V. LRUZEE HANSA-LLOVD VERKE. AKTS GESELLSCHAFT. BRENEN M DERSONENWAGEN. LIEFERUPe ASTUAGEN ONNIBUSSE Verordnung betreffend den Grenzverkehr. Auf Grund des§ 9 des Gesetzes über den Belagerungszustand vom 4. Juni 1851(Gesetzsammlung Seite 451) in Verbindung mit dem Reichsgesetz vom 11. Dezember 1915(R.=G.=Bl. S. 813) wird im Interesse der öffentlichen Sicherheit folgendes bestimmt: 1. Es ist verboten Briefe, Postkarten oder sonstige Schriftstücke oder Drucksachen die Briefe oder Postkarten zu vertreten bestimmt sind, unter Umgehung des ordentlichen Postweges von oder nach dem Auslande über die Reichsgrenze d. h. die verfassungsmässig festgelegte Grenze des Deutschen Reiches, zum Zwecke der Bestellung oder Weiterbeförderung zu bringen oder durch andere bringen zu lassen. 2. Wer die Reichsgrenze zu überschreiten beabsichtigt oder überschritten hat, ist verpflichtet, alle Schriften, Drucksachen und Aufzeichnungen, die er bei sich führt oder in seinem Gepäck befördert, desgleichen solche Umschläge, Pakete, Koffer, worin Schriften, Drucksachen oder Aufzeichnungen amtlich verschlossen sind, an der Grenzstelle vorzulegen. Dasselbe gilt für Karten, Zeichnungen technischer Art, Pläne, Geländeabbildungen, Films oder sonstige bildliche Wiedergabe von Gegenständen. 3. Wer es unbefugt unternimmt, dem Verbot zu 1 zuwiderzuhandeln oder wer ungeachtet der Aufforderung einer Militärperson oder eines Beamten des Grenzschutzes unterläßt, die unter 2 bezeichneten Gegenstände vorzulegen, wird mit Gefängnis bis zu einem Jahre, beim Vorliegen mildernder Umstände mit Haft oder Geldstrafe bis zu 1500.— Mark bestraft. 4. Diese Anordnung tritt mit dem Tage ihrer Veröffentlichung in Kraft. Gleichzeitig verlieren die diesseitigen Verordnungen betreffend den Briefschmuggel pp. vom 21. Januar und 4. September v. Is. ihre Gültigkeit. Der stellvertretende kommandierende General V. Armeekorps gez. von Bock und Polach. Die Telegraphen= und Eisenbahnarbeiter, sofern sie im Besitz der von ihrer vorgesetzten Behörde aus. gefertigten Ausweiskarte sind. S 9. Diese Anordnung tritt mit ihrer Veröffentlichung in Kraft. Posen, den 25. August 1916 Der stellvetretende kommandierende General V. Armeekorps gez. von Bock und Polach. K Tenannimachung. Auf Grund des§ 9 des Gesetzes über den Belagerungszustand vom 4. Juni 1851(Gesetzsammlung Seite 451) in Verbindung mit dem Reichsgesetz vom 11. Dezember 1915(Reichsges. Bl. S. 813) sowie auf Grund des§ 4 der Kaiserlichen Verordnung vom 21. Juni 1916(Reichsges. Bl. S. 599) wird hierdurch folgendes bestimmt: § 1. An der bisherigen deutsch=russischen Landesgrenze zwischen den Kreisen Wreschen, Jarotschin, Pleschen, Ostrowo, Schildberg, Kampen einerseits und den angrenzenden Teilen des besetzten Gebietes von RussischPolen andererseits wird die Grenzbewachung durch von mir mit den Rechten von Polizeibeamten beliehene Zollbeamte ausgeübt, die durch Heeresangehörige unterstützt werden. S 2. Das Ueberschreiten der bisherigen deutsch=russischen Grenze auf der im§ 1 bestimmten Strecke ist nur solchen Personen gestattet, die sich im Besitze eines vorschriftsmäßigen Passes(oder Paßersatzes im Sinne der Kaiserlichen Verordnung vom 21. 6. 1916) und eines gültigen Passierscheines oder Grenzausweises befinden. Der Passierschein oder Grenzausweis muß die Uebergangsstellen, die benutzt werden dürfen, enthalten. S 3. Das Ueberschreiten der Grenze ist, soweit das stellvertretende Generalkommando nicht besondere Ausnahmen zuläßt, nur an folgenden Grenzübergängen zulässig: 1. Stralkowo 6. Skalmierschütz=Kette 2. Borzykowo 7. Grabow 3. Robakow 8. Wilhelmsbrück 4. Boguslaw 9. Boleslawice 5. Skalmierschütz=Bahnhof 10. Stromüberwachungsstelle Brandwachta(nur für den Schiffverkehr) § 4. Das Ueberschreiten der Grenze darf, soweit das stellvertretende Generalkommande nicht besondere Ausnahmen zuläßt— abgesehen vom Eisenbahnverkehr— in den Monaten März bis einschließlich September nur in der Zeit von 7 Uhr vormittags bis 12 Uhr mittags und von 2 Uhr nachmittags bis 7 Uhr nachmittags und in den Monaten Oktober bis einschließlich Februar nur in der Zeit von 7½ vormittags bis 12 Uhr mittags und von 1 Uhr nachmittags bis 5½ Uhr nachmittags stattfinden. ..§ 5. #Das Überschreiten der Grenze an anderen als Steulen voer zu anderen Zeiten als den vorgeschriebenen zu überschreiten oder wer andere Personen bei diesen Unternehmen unterstützt oder fördert, macht sich einer Zuwiderhandlung gegen diese Anordnung schuldig. § 6. Zuwiderhandlungen gegen diese Anordnungen werden mit Gefängnis bis zu einem Jahre, bei Vorliegen mildernder Umstände mit Haft oder Geldstrafe bis zu fünfzehnhundert Mark bestraft. In gleicher Weise wird bestraft, wer mit einem gefälschten oder ihm nicht zustehenden Passierschein oder Grenzausweise die Grenze überschreitet oder zu überschreiten versucht, wer seinen Passierschein oder Grenzausweis einer anderen Person überläßt oder ihn sonst mißbräuchlich verwendet oder bei der Grenzkontrolle solsche Angaben macht. S 7. Unberührt von dieser Anordnung bleiben die Bestimmungen des Vereinszollgesetzes vom 1. Juli 1869 insbesondere dessen Strafbestimmungen sowie die sonstigen Strafgesetze. 6 Von dieser Anordnung werden nicht betroffen: Österreichisch=ungarische Militärpersonen und Beamte in Uniform, Deutsche Militärpersonen in Uniform und deutsche Beamte insbesondere Zoll-, Post=, Telegraphenund Eisenbahnbeamte— die Vorgenannten müssen sich jedoch durch eine Legitimation ihrer vergesetzten Stelle ausweisen— die im Dienste der Verwaltung bei dem General=Gouvernement Warschau stehenden Personen, die sich durch eine Legitimation des Verwaltungschefs audwessen. Some,Mhlaus Salzstrasse 25. Ab heute! Nur 8 Tage: Das neue einzigartige Filmprachtwerk: Der Mann Mi Zio Großes Filmepiel in 4 Abteilungen. Verfasser, Hauptdarsteller und Regisseur: Fred Sauer. In der Rolle des Professors Wiet: Herr Max Ruhbeck vom Kleinen Theater, Berlin. Das neueste Lustspiel: Fräulein Wildfang Große Komödie in 4 Akten von Felix Stern. In der Hauptrolle die gefeierte Künstlerin vom Berliner Theater Lisa Weise Mmmmnnnmmnzanimnmmm Frieda Richard, Gustav Botz, Richard Georg. An schwebender Pein Dramatischer 3-Akter, verfaßt und inszeniert von Rudolf del Zopp. Hauptdarsteller: Hofschauspieler Joseph Römer Anna von Pahlen Ernst Ludwig. Auberdem das übrige Programm. Künstlerkapelle. utberachen 11.F Das neue glänzende Prograngnn * N u r 3 T a g e! Das gewaltige Riesenwerk Die Spur im Schnee MnMMNMDMMTKRENNMNNNMAM (Der Schatten am Fenster). Aus den Akten des Kriminalisten Ernst. 4 Abtellungen. Verfasser: Kurt Matull. Regie: Heinr. Gärtner. Kriminalist Ernst: Mogens Enger der gefeierte dänische Künstler. Max Werner(Metropoltheater), Emmy Höhne(Komödienhaus), Ernst Hahn (Theater a. D. Wien), Tietordansson u. a. SRARSARERRARERRRASRRARSS Das Legat rnrrmmmrgnnzurmngazgzznzngang Tragikomödie in 4 Akten von LindauSchulz. Darsteller: Harry Holk, Detektiv Rolf Ziegler (Kgl. Schauspielh. Berlin) Nielsen, Maler Bruno Kastner Rosen, Geldverleiher Rudolf Lettinger beide vom Theater an der König. grätzerstraße. 2 2 35 5 Masik-Verein, Münster i. K. Aula des städtischen Gymnasiums. 1. Vereins- Konzert Sonntag, den 30. September 1917, abends 5 Uhr. Solisten: Frau Kammersängerin Tilly Cahnbley= Hinken(Sopran) aus Würzburg, Trio=Vereinigung der Damen Ella Jonas Stockhausen, Edyth von Boigtlaender und Lotte Hegyesie aus Berlin. — Vortragssolge:— 1. W. A. Mozart, Werk 490: Laß, o Freund, uns standhaft scheiden, Arie für Sopran, obligato Violine und Klavierbegleitung. 2. Gernstein: op 37 Nr. 2 H dur. 3. Georg Schumann: Vier Mädchenlieder aus opus 35. 4. Brahms: op 87 C dur. 5 a. Richard Trunk: Unter Blüten. b. Gustav Mahler: Hans und Grete. c. Richard Strauß: Hat gesagt— bleibts nicht dabei. d. Richard Strauß: Kling! Lieder mit Klavierbegleitung. Blüthner Flügel aus dem Bispingschen Pianohaus. Eintrittskarton zum Preise von 3,50 Mark, sowie Einirirtstatten Familienbeikarten zu 2,00 Mk. sind in der Kneer'schen und Bisping'schen Musikalienhdlg., sowie an der Abendkasse zu haben. Karten für Studierende zu 1,50 Mark nur an der Abendkasse. Zuschlagskarten für nummerierte Plätze zu 1,00 Mark bei Kneer. öffentliche Hauptprobe findet nicht statt. 3 2 25 2 2 5 5 Fredenbaum- Park Dortmund Sem Kammerdicher! Lusteptel in 8 Akten, glänzend insesniert und gespielt von ersten Berliner Bühnenkünstlern. (Vergnügungs-Park) verbunden mit Größte Sehenswürdigkeit. Täglich geöffnet. — Sonntag, den 30. September 1917— Grosse Doppel-Konzerte Riesen-Leucht-Springbrunnen. 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Oktober 1917, abends 8 Uhr in der städtischen Handwerker= Fortbildungsschule am Neubrückentor (Zimmer Nr. 10) in der jahrzehntelang bewährten Gabelsbergerschen Landw, Echnule,(Aceztgrschule)ia. Witwe Sda Lindemann Stromberg I. Wests. Der Unterricht beginnt am 6. November. Der Unterzeichnete erteilt mündlich und schriftlich Auskunft und nimmt Annieldungen jederzeit entgegen. r4 Dr. Krogmann, Direktor. Knickenberg sches geb. Schäfer. Sie starb an Altersschwäche im 78. Lebensjahre. Münster, Königsberg, Berlin, 27. Sept. 1917. Namens der Angehörigen: Friedrich Lindemann als Enkel. I. W.,„Militärberechtigte Anstalten. leigte I. vv: Progymnasium und Realschule. Beginn des Winterhalbjahres am 15. Oktober. 2“ Wgruntotne. Wie für die vorangegangenen, sind wir auch für die 7. Klegsanleihe von der Reichsbank mit der Annahme von Zeichnungen betraut worden. Um auch denen, die die zur Zeichnung erforderlichen Barmittel nicht zur Hand haben, die Beteiligung zu ermöglichen, erbieten wir uns zur Abschluß von Kriegsanleihe-Versicherungen. Eine solche kann in Verbindung mit jeder Lebensversicherung auf den Todestall oder den Eriebenstall nach jeder beliebigen unserer Tabellen eingegangen werden. Außer der taritmäßigen Prämie für die Lebensversicherung ist keinerlei Entgelt zu leisten. Beim Fälligwerden der Versicherungssumme zahlen wir dieselbe in Stücken 5% iger Kriegsanleihe zum Kurse von 98% den etwa überschießenden Betrag in bar. Deutsche Lebensversicherung Potsdam amp; C. Der Vorstand. Unter Bezugnahme auf vorstehende Bekanntmashung empfehlen wir uns zur Entgegennahme von Zeichnungen auf die 7. Kriegsanleihe. Generalagentur Münster(Westl.) E Wilh. Seidler. Göbenstraße 25. Die Beerdigung findet Sonntag, den 30. Sept. 4½ Uhr nachmittags vom evangl. Krankenhause aus statt. Trauerfeier ¼ Stunde vorher. Servietten u. Tischtücher aus Papier für Gastwirte. Heinr. Buschmanp, Drubbel 17— Gesund u. Jeistungsjähig erh der Gebr. v. N. Bürgers Digestir-Salsl Regelt „ sich. Diätfehler; Gebelkeit, Schlaffheit, Kopfschmerz u. Magenverstimmungen schwind. d. Entlast. d. Org. v. gift. Säuren u. Toxinen. 40 Jahre erprobt. In Apoth. u. Drog. Fl. 2,00, Mk. Brosch. grat. A. Heimbürger Nacht., Mänster I. W. Ausbild. in der gesamten Kontor=Praxis Stenographie, Maschinenschreiben, Buchführ., Schönschreiben, Rundschrift, Korrespond., Rechnen, Wechsellehre nach zeitgemäßen Methoden und langjährig. Erfahr. Kein Massenunterricht! Berücksichtigung noch Alter und Talent des einzelnen. J0t#pr Saizstr. 56 fl. Unterrichts=Praxis seit 1903. am hies. Platze seit 1902. Das Sechswochen=Seelenamt für den verstorbenen Herrn Rentner Fiebrich Tucke findet statt Montag, den I: Oktober, morgens 9 Uhr in der St. Josephspfarrkirche, wozu steundlichst eingeladen wird. Unterrichts=Kursus. Erfolg durch gründlichen Unterricht eines erfahrenen geprüften Lehrers der Stenografie und geprüften praktischen Stenografen gewährleistet. Kursusdauer: 9 Wochen. Unterrichtsgeld einschl. Lehrmittel 15 Mark. Anmeldungen an genanntem Abend von 7½ Uhr ab auf Zimmer 10 der HandwerkerFortbildungsschule erbeten. ax Cals Roken! Samstag, 29. Sept. 1917: Kapellm. Kobert. B. 3. H. d. Kaninchenzucht. Münster i. W. Das Jahres=Seelenamt für die verstorbene Frau Anna Lake geb. Euing findet statt Montag, den 1. Ottober 1917, morgens 7¼ Uhr in der Kirche zu Angelmodde, wozu freundlichst eingeladen wird. 10jähriges Süftungsfest Sonntag, den 30. d. Mts., nachmittags punktlich 3½ Uhr, im Saale des Herrn Stuff. Wolbeckerstraße. Allseitiges Erscheinen dringend erwünscht. Gäste sind herzlich willkommen. Der Vorstand: 8. u.: Slühr, Vorsitzender. — — „aabO