Seaugsppeis uimtstzährtich: Ausgabe# „Wocheuschan“) m Münster gweumat diglic bus uns Haus gebracht 2 Ml. 10 Pig.— auswärte der Poß abgehelt 2 M. 10 Plr., durch den Briefträger gebrecht überall, me mir einmet in Tage Briefdestellung statfindet, 2 Mr. 32 Pfo. m Oetrs unst guste und machgmaliger Bestellung M. a. Piz.— Ausgabe 8(mit„Mocher chau“) vurtekjährtich S0 Pie udr. Heruspr.: Redakton u. Verlag Nr. 2444, 2449 u. 9413. Ssememe, umdumesten n ür. K. Zuei Ausgaber ugigh. und Münsterische Volkszeitung. 44956 Momemen. Enseigen: Der Smmz für he Auaugeuspelte, 20 mm bust. Schum boch, B5 pk, bet Angegen aus bem R. O. Whndten 29 Vl., uns der Stadet Mündter 15 Bi. GeAtungesellschaften uc., Verapn und Behörden 25 9v. Rachlamen: Der Naumfütr de Rellauzsgalt, Eims#ns. Jmm boch, 1 22.— Für Erfüllungsmn Mlag. unschrttemn wich beine Gemiühg, sune für Druchenle Abhns Haftung übernunmen. Erwanger Rabatt gütel Lasenrobat u. kum verweigert warden, wonm Jahbung niche biumnen 4 Wochen nach Grhalt der Rachung stelgt.— Gebähr für Bellegen nech Gemtc. Erste Ausgabe. Mittwoch, 12. Heptember 1917. 66. Jahrgang. Nr. 652. Der deutsche Abendbericht. Berlin 11. Sept.(W2B.) Amtlich. Abends: Bisher keine Meldungen über größere Kampfhandlungen. * Berlin, 11. Sept.(WTB.) In Flandern opfern die Engländer weiter nutzlos Patrouillen und schwächere Abteilungen in Erkundungsvorstößen und Teilangpiffen. Auch am 10. und in der Nacht zum 11. September wurden diese überall abgewiesen, so nördlich Zwartelen, nördlich Frelinghien, bei St. Julien und bei Langemarck. Mehrfach wurden Gefangene einbehalten. Vom Houthoulster Walde bis in den Ypernbogen nahm die englische Artillerietätigkeit an Stärke zu. Ententeflieger, die Brügge mit Bomben bewarsen, bewirkten nur geringen Sachschaden. Ein deutsches Bombengeschwader griff Dünkirchen an, Mehrere Brände konnten heobachtet werden. Im Artois hlieb es weiterhin ruhig. In der Gegend nördlich von St. Quentin büßten die Engländer in zahlreichen kleinen Kämpfen fast allen ihren geringen Geländegewinn ein. Neue Vorstöße, die sie am 11. September, zwischen 4 und 5 Uhr morgens östlich und südöstlich von Villeret vortrieben. blieben erfolglos. Die englischen Verluste waren schwer. Las Gelände vor den deutschen Stellungen liegt voll von englischen Leichen. Ein klares Eingeständnis“ des vollen Stockens der Kampftätigkeit auf der ganzen englischen Front ist der britische Heeresbericht vom 10. September. 8.15 Uhr nachmittags, der mangels irgendwelcher positiver Erfolge die große Zahl unbedeutender und weit zurückliegender Patronillengefechte ausführlich beschreibt. Auf dem östlichen Magsufer erhöhten durch einen vergeblichen Angriff die Franzosen ihre blutigen Verluste. Zwischen 6 und 7 Uhr morgens brachen sie in breiter Front vom Fosses=Walde bis zum Chaumes=Walde vor. Sie wurden überall stellenweise im Gegenstoß geworfen. Die Franzosen versuchten, durch noch stärfere Feuersteigerung die deutschen Verteidigungen zu zermürben und nochmals aus dem Fosseswalde gegen die deutschen Stellungen südlich Wavrille vorzubrechen. Schlagartig einsetzendes deutsches Vernichtungsfeuer erstickte diese Angriffsversuche im Keime. Im Laufe des Tages vereitelte die deutsche Artillerie noch mehrere Versuche der Franzosen zu Teilvorstößen und räumte unter den zum Angriff bestimmten, in den Gräben bereitgestellten Sturmtruppen furchtbar auf, sodaß die Franzosen keinen Angriff mehr vorzztragen vermochten. Im Listen blieb es zwischen Meer und Düng bei zahlreichen Zusammenstößen vorgeschobener Posten, aus denen deutscherseits eine größere Zahl Gefangene eingebracht wurden. Im Südostzipfel der Bukowina griffen die Russen an. Am frühen Morgen des 11. September brachen sie zwischen Solka und dem Homorultn=Tale mit starken Kräften vor. Die ersten Sturmwellen brachen im Abwehrfeuer der Verbündeten zusammen, den rückwärtigen Wellen gelang es, sich an einzelnen Stellen in den vorderen Gräben unter schweren Opfern festzusetzen. In der Nacht zum 11. September an der unteren Gnila bei Samsluskowee erfolgender russischer Angriff wurde glatt abgeschlagen. Bern, 11. Sept.(WTB.]„Progés de Lyon“ meldet aus Dünkirchen: Seit dem letzten Montag wird Dünkirchen und Umgebung allnächtlich von denischen Fluazeuggeschwadern überflogen und mit Bomben und Torpedos belegt. Bei einem Angriff am vergangenen Dienstag nachts wurde die Stadt gleichfalls mit großkalibrigen Granaten beschossen. Deutsche Torpedoboote, nahmen an dem Angriff teil. Auch in der Nacht zum Donnerstag fielen mehrere großkalibrige Geschosse auf die Stadt. über den Sachschaden wird nichts bekannt gegeben. Zweiter englischer Heeresbericht vom 10. September, nachmittags: Verspätet eingetroffen.— Während der Nacht wurden die von uns gestern südöstlich Hargicourt eroberten Stellungen erfolgreich befestigt, trotz einiger Bombenkämpfe an unserer neuen Front. Eine seindliche Streifabteilung wurde letzte Nacht östlich Loos zurückgetrieben. Andere Streifabteilungen griffen dreimal unsere Posten östlich Armentières an; sie wurden jedesmal erfolgreich zurückgeschlagen. Im Laufe der Nacht machten wir bei Patrouillenkämpfen nordöstlich Roulers und Monchy le Preux und nördlich Langemarck einige Gefangene. Die Tagesberichte der Verbündeten. Wien, 11. Sept.(WTB.] Amtlich wird verlautbart: Ostlicher Kriegsschauplatz. Bei Solka in der Bukowing drückte ein russischer Angriff unsere Linien etwas zurück. Am Pruth und Ostgalizien beiderseits lebhafte Erkundungstätigkeit. Italienischer Kriegsschauplatz. Die Kampfpause am Isonzo dauert an. Mögen die Italiener immerhin noch weitere Angriffe beabsichtigen, so kann das bisherige Ergebnis der am 17. Aug. entbrannten 11. Isonzoschlacht doch dahin sestgestellt werden, daß auch diese neue Kraftprobe des Feindes keinerlei Anderung in der Kriegslage im Südwesten herbeizuführen vermocht hat und daß die Schlacht bis zur Stunde zweisellos einen neuen Mißerfolg der Italiener bedeutet. Auf der Karsthochfläche bildet die Einnahme des Dorfes Selo, das zu Beginn der Kämpfe in unserer vordersten Linie lag, den einzigen Vorteil, der dem Gegner zugefallen ist. Was wir am Südflügel der Karststellung an einzelnen Gräben vorübergehend verloren, ist durch Gegenstoß zurückgewonnen worden. Hatten unsere Führer und ihr Generalstab in restlos gründlicher Anwendung der Kriegserfahrungen für die siegreiche Abwehr die Vorbedingung geschaffen, so errangen unsere braven Truppen— ihnen wie immer voran die Inlanterie als ruhmreiche Trägerin des schwersten Kampfes— in Beispiel gebendem Heldenmut neuerlich dauernden Ruhm. Gleich erfolgbringend verliefen für unsere Tapferen die Kämpfe im Wippach=Tal und bei Görz, wo nicht ein einziger schmaler Graben in Feindeshand verblieb. Auf der Hoch.fläche von Bainsizza=Heiligegeist war den Italienern ein Anfangserfolg vergönnt, der unsere Führung veranlaßte, 15 Kilometer der Froutlinie auf 2 bis 7 Kilometer zurückzunehmen. Von da an scheiterten alle Versuche des Feindes durch mächtige Angriffe auf den Monte San Gabriele und gegen den Abschnitt nordöstlich davon, den unter großen Opfern errungenen ersten Raumgewinn zu einem overativen Erfolge auszubanen. Die Kriegslage am Isonzo wurde durch die Ereignisse bei Brh und Bainsizza in keiner Weise beeinträchtigt. Das Ringen um den Monte San Gebriele im besonderen wird siets dann anzuführen sein, wenn es Beispiele des zähen, ruhmvollsten Verteidigungskampfes hervorzuheben gilt. Das italienische Kraftaufgebot in der 11. Isonzoschlacht— 48 Divisionen auf kaum ebenso viel Kilometer angesetzt— sucht an Masseneinsatz in allen Angriffsschlachten des Weltkrieges seinesgleichen. Die italienischen Verluste entsprechen dieser Gefechtsführung. Sie betragen— 20 000 Gefangene mitgezählt— nach strengster Berechnung 230 000 Mann. also fast ein Viertel einer Million. Die Heeresgruppe des Generalobersten v. Voroevie darf auf den jüngsten Erfolg die beste Zuversicht setzen, daß an ihrem siegreichen Widerstand auch sernerhin alle Anstärme des um Länderraub kriegfährenden Feindes zerschellen werden. Südöstlicher Kriegsschauplatz Der Feind ging gestern nachmittag gegen unsere Gebirgsstellungen östlich Pogradse zum Angriff vor. Er wurde überall abgeschlagen, an zwei Stellen durch schneidigen Giegenstoß österreichisch=ungarischer Bataillone. Im Raume südlich Berat wiesen unsere Sicherungstruppen feindliche Streifabteilungen in lebhaften Kämpfen zurück. Eis italienisches Schiffsgeschwader beschoß aus der Gegend nördlich der Voausa=Mündung das alte, an geschichtlichen Erinnerungen reiche Kloster Pojani. Dieses wurde gleichzeitig von Fliegern bombardiert, die mehrere Einwohner töteten. Der Chef des Generalstabes. * Wien, 11. Sept.(„Köln. Zta.“] Das Abflauen der elften Isonzoschlacht schätzen die Blätter als Pause ein, die Cadorna habe eintreten lassen müssen, um neue Reserven heranzuziehen. Sie meinen aber, daß dies an dem für Cadorna ungünstigen Ausgange der Schlacht nichts ändern werde, da der Nachschub kaum mehr erreichen werde, als die bisher eingesetzten besten Kampftruppen. Von diesem abermaligen Scheitern des Turchbruchs nach Triest erwarten die Blätter eine tiefe Rückwirkung auf das italienische Volk, von dessen wachsender revolutionärer Stimmung immer bedenklichere Anzeichen wahrzunehmen sind. * Konstantinopel, 10. Sept. Amtlicher Tagesbericht: Kaufasusfront: An mehreren Stellen von den Russen unternommene Erkundungsvorstöße scheiterten in unserem Feuer. Auf Mudros wurden vor einigen Tagen die seindlichen Fliegeranlagen durch unsere Wasserflieger ausgiebig mit Bomben belegt. Alle Flugzeuge kehrten trotz heftiger Beschießung unversehrt zurück. Sinaifront: Gegenüber der Gasagruppe rege Schanztätigkeit beim Feinde. Unsere Patrouillen stören mit Handgranaten und Maschinengewehren die Arbeiten. Erhöhte feindliche Fliegertätigkeit. Unsere Feinde. Paris, 11 Sept.(BB.] Wie„Temps“ meldet, ist die Reise des Königs von Italien an die französische Front, die in dieser Woche statifinden sollte, verschoben worden.— Die Verschiebung dürfte mit der Ministerkrise in Frankreich zusammenhängen, während der ein Besuch des italienischen Königs nicht möglich war. Washington, 10. Sept.(WTB.) Reuter. Der Senat hat die Kriegssteuervorlagen angenommen, durch die Steuereinnahmen von etwas unter 2400 Millionen Dollar erzielt nerden sollen. Das Representantenhaus hat nur Steuern im Gesamtbetrage von 1800 Millionen Dollars bewilligt. Die Steuervorlage geht jetzt an das Repräsentantenhaus zurück. ## Unruhen in Kanada. Kopenhagen, 11. Sept. (W2B.) Auf den Generalgouverneur Herzog von Devonshire wurde von einem Kriegsgegner ein Revolverschuß abgegeben, der aber fehlging. In Toronto, Quebeck und Montreal haben in den letzten Augustagen schwere Ausschreitungen der Antimilitaristen statteafunden. In Toronto versuchten sie zu dem Recierungsgebäude zu gelangen, wurden hieran jedoch durch ein starkes Militäraufgebot gehindert. Es kam dabei zu blutigen Zusammenstößen. In Montreal zog eine größere Menschenmenge, die gegen den Krieg und die Einführung der Zwangsrefrutierung protestierte, durch die Straßen. Einige Amtsgebäude wurden demoliert. Schließlich stürmten die Antimilitaristen die Redaktionsgebäude der„MontrealGazette“ und der„La Presse“. Die Redakteure wurden schwer mißhandelt und die Druckereimaschinen zum Teil demoliert. Die Fensterscheiben der Gebäude wurden eingeschlagen. Ein starkes Truppenaufgebot war machtlos. Die Unabhängigkeitsbewegung in Kanada ist selbst nach englischen Blättern im Wachsen begriffen. Wieder eine Neutralitätsverletzung Englands. Rotterdam, 11. Sept.(W2B.) Wie verlautet, wurde der niederländische Dampfer„Hermine“, der mit Kohlen für die schwedische Regierung von Rotterdam ausgelaufen ist, nach England aufgebracht. China erklärt Österreich=Ungarn den Krieg. Amsterdam, 11. Sept.(WTB.) Das Reutersche Bureau meldet aus London, daß China Esterreich=Ungarn den Kriegerklärt hat. Man scheint China, das sich bislang immer noch nicht zu diesem Schritte entschließen konnte, durch allerhand Zugeständnisse hierzu bewogen zu haben. Denn gleichzeitig mit der vorstehenden Meldung wird eine Nachricht der„Morningpost“ aus Schanghei bekannt, die besagt, daß die Gesandten der Entente ein übereinkommen unterzeichnet haben, in dem folgende Wünsche Chinas bewilligt werden: 1. Erhebung eines Einfuhrzolles von 5 Prozent. 2. Stundung für die Zeit von 5 Jahren für die Bezahlung der Entschädigungen aus dem Boxer=Aufstande, 3. Erlaubnis für die chinesischen Truppen, sich an den Orten aufzuhalten, an denen es nach den Verträgen aus der Boxerbewegung verboten war, und die Konzession, in Tientsin durchzumarschieren. Bezüglich der Entschädigungen für die Boxerunruben bewilligte Rußland nur den Zahlungsaufschub für ein Drittel des ihm zustehenden Geldbetrages. Painlevé will die Kabinettsbildung versuchen. Amsterdam, 11. Sept.(„Köln. Ztg.“) Präsident Poincaré hat den Kriegsminister Painleve beauftragt, ein neues Kabinett zu bilden. Lugano, 11. Sept.(W2B.] Wie aus Paris gemeldet wird, nahm der Kriegsminister Painleve den Auftrag zur Bildung des Kabinetts an, jedoch unter der Voranssetzung, daß ein nationales Konzentrationskahinett zustande komme. Friedensbestrebungen. Hamburg, 10. Sept.(WTB.) Das„Hamburger Fremdenblatt“ schreibt: In einem Wo bleibt das Koloniglamt“ überschriebenen Artikel vom 1. September bringt die„Magdeburgische Zeitung“ die Aufsehen erregende Nachricht, die in den Grundzügen bereits fertiggestellte deutsche Autwort auf die Papstnote spreche u. a. offen den Verzichtauf unsere Südseekolonien aus. Angesichts der begreiflichen Beunruhigung, die diese Mitteilung vor allen Dingen bei den Südsee-Interessenten hervorzurufen geeignet ist, sind wir in der Lage, feststellen zu können, daß diese Behauptung den Tatsachen nicht entspricht. Die Kolonialverwaltung hat— wie man weiß— stets den Standpunkt vertreten, daß die Grundlage für alle Friedensbedingungen auf kolonialem Gebiete die uneingeschränkte Rückgabe sämtlicher deutscher Kolonien, also auch die jenigen der Südseeschutzgebiete, bilden müsse. Der Staatssekretär des Reichskoloniglamtes hat bei zahlreichen Anlässen, so auch erst in letzter Zeit das Prinzip immer wieder betont, daß wir vor allen Dingen unsere Kolonien wieder erhalten wollen. Wie demgegenüber in der Antwort auf die Paopstnote der Verzicht auf die Südseekolonien ausgesprochen werden soll ist überdies um so un begreiflicher als ju gerade in der päpstlichen Note unter den Friedensvorschlägen ausdrücklich erwähnt ist, daß Deutschland seine Kolonien wiedergegeben werden sollen. 2) Die Antwort der Zentralmächte an den Papst. Budadest. 11. Sept, Der„Pester Lloyd“ erfährt an unterrichteier Stelle, daß zwischen den Regierungen der Zentralmächte über die Antwort an den Papst volles Einvernehmen erzielt worden sei. Nach der Meinung Wiener diplomatischer Kreise sei die Reutermeldung, daß Wilsons Antwort auch die Antwort Englands enthalte, nicht so zu verstehen, als ob die englische Regierung auf eine besondere Stellungnahme zur Papstnote verzichte. Die englische Regierung werde vielmehr zweisellos mit einer eigenen Note antworten, wahrscheinlich wolle sie aber nur vorher die öfsentliche Meinung in den Ententeländern darüber bernhigen, daß zwischen ihr und Wisson in der Frage der Kriegsziele keine Gegensätze bestehen, da nach der Erörterung der Wilson=Rote in den Ententeländern Zweifel an der Einmütigteit der Ententeregicrungen austauchten. Allerdings kann man diesen Standpunkt der englischen Regierung zu der Folgerung benutzen, daß die amerikanische Note an den Vatikan nicht allzusehr in einem für den Frieden günstigen Sinne ausgelegt werden darf. Die Friedenshoffnung des Reichskanzlers. Stuttgart, 10. Sept.(BB.) Bei der Abreise des Reichskanzlers Dr. Michaelis brachte ihm auf dem Bahnhof eine große Menschenmenge eine Kundgebung dar. Der Reichskanzler verabschiedete sic, von der Menge mit den Worten: Hoffen wir, daß wir noch in diesem Jahre Frieden bekommen!“ Aus aller Welt. Bern, 11. Sept.(Meldung der Schweiz. Depesch.=Agent.) Auf das Einladungsschreiben des schweizerischen Gewerkschaftsbundes zu der internationalen Gewerkschaftskonferenz, die am 1. Oktober in Bern stattfindet, sind schon zahlreiche Anmeldungen eingegangen. Die Gewerkschaften der Ententeländer befinden sich gegenwärtig auf einer Versammlung in London, um zur Berner Konserenz endgültig Stellung zu nehmen. An dem Termin des 1. Oktober wird festgehalten. Deutsches Reich. Berlin, 11. Sept. Unsere Flieger haben einen weiteren schweren Verlust zu beklagen. Der aus Brandenburg stammende Leutnant Valter Höhndorf. der schon im Frieden Konstrukteur und Fluglehrer der Union=Flugzeugwerke in Teltow war und damals durch seine Schleifenflüge, die binter den Leistungen Peaonds nicht zurückstangen standen, bekannt wurde, fiel auf dem westlichen Kriegsschauplatz einem Unglück zum Opfer. Leutnant Höhndorf erhielt bereits im Juli vorigen Jahres für seine hervorragenden Verdienste den Pour le merite. Er ist im ganzen zwölfmal im Lustkampf Sieger geblieben. Er ist einer der letzten von denen, die zusammen mit Immelmann und Bölcke sich die höchste Kriegsauszeichnung errungen haben. Die Reise von Reichstagsabgeordneten an die Fronten. Berlin, 1). Sept.(Nichtamtlich.) Die vor einigen Tagen von mehreren Zeitungen gebrachte Nachricht, daß Reichstagsabgeordnete auf den Kriegsschauplatz abgereist seien, entsprach nicht den Tatsachen. Erst heute begeben sich auf Einladung der Obersten Heeresleitung zwei Reisegruppen von je acht Abgeordneten auf den östlichen Kriegsschauplatz. Donnerstag und Freitag folgen zwei weitere nach dem westlichen Kriegsschauplatz. Die Reisen sind auf etwa acht Tage berechnet. An ihnen nehmen teil: das Präsidium des Reichstages und Abgeordnete aller Parkeien. •] Zu den Enthüllungen über die russische Mobilmachung. Berlin, 11. Sept.(Eig. Meld.) Die„Voss. Ztg.“ veröffentlicht ein neues bedeutsames Beweisstück für die Entscheidung der geschichtlichen Frage, wer den ersten Schritt zur Eröffnung der deutsch=russischen Feindseligkeiten getan hat. General Hell stellt ihr ein telephonisches Gespräch zur Verfügung, das er am 31. Juli mit dem Generalstabschef von Moltke hatte. Hell, der jetzice Stabschef des Generalfeldmarschalls von Mackensen, war 1914 Chef des Generalstabes des 20. Armeekorps in Allenstein. Am 81 Juli 1914 wurde er aus Berlin vom Generalstabschef von Moltke angerusen. Die Aufzeichnungen über dieses Gespräch lauten: General Moltke: Haben Sie an der Grenze den Eindruck, daß Rußland mobil macht?— General Hell: Ja, ich habe den Eindruck schon seit mehreren Tagen.— General Moltke: Woraus schließen Sie das?— General Hell: Die Grenze ist hermetisch abgesperrt: kein Mensch kommt mehr hinüber und zurück Außerdem brennen seit gestern die Grenzwachthäuser. Auch sollen rote Mohilmachungsbefehle in Mlava angeklebt sein. General Moltke: Warum haben sie sich einen solchen Befehl noch nicht verschafft?— General Hell: Es geschieht alles, um ihn zu bekommen aber die Absperrung der Grenze hat es bisher noch nicht gelingen lassen.— General Moltke: Solch einen roten Zettel müssen Sie mir verschaffen. Ich muß Gewißheit haben ob tatsächlich gegen uns mobil gemacht wird. Früher kann ich keinen Mobilmachungsbefehl erwirten.— General Hell: Exzellenz können versichert sein, daß der Russe mobil macht.: General Moitke: Wollen Sie die Verantwortung für diese Behauptung übernehmen?— General Hell: Das kann ich aus innerster Überzeugung.—— In den Aufzeichnungen des Generals“ Hell heißt es dann:„Das Gespräch fand um 7 Uhr vormittags statt. Um 9 Uhr vormittags meldete sich bei mir Rittmeister Koestrin, Kürassiere 5. Er war soeben von Moskau her in Allenstein angekommen. Er bestätigte meine Annahme, sagte, daß seit Tagen schon Mobilmachungstrausporte an die Grenze rollten und daß er nur mit knapper Not, wohl mit dem letzten über, die Grenze gelassenen Zuge durchgekommen sei. Diese Aussage meldete ich nach Berlin und erfuhr, daß General Moltke zum Vortrage bei Sr. Majestät sei. Ich bat darum, daß die Aussagen des Rittmeisters Koestrin ins Schloß mitgeleilt würden. Erst am späten Nachmittage traf nicht der Mobilmachungsbefehl, sondern der Befehl für drohende Kriegsgefahr ein. Ein Aufruf der Führer der Vaterlandspartei. (2) Berlin, 11. Sept. Herzog Johann Albrecht z u Mecklenburg und Großadmiral v. Tirpitz erlassen folgende Kundgebung: Wie vor 100 Jahren zur Zeit der Befreiungskriege ergeht auch jetzt wieder aus Ostpreußen, der schwer geprüften, kernigen Ostmark, der Ruf an ganz Deutschland zur Sammlung aller vaterländischen Kräfte, denn das Vaterland ist in Gefahr. An uns Unterzeichnete ist die Aufforderung ergangen, die Führung der deutschen vaterländischen Partei zu übernehmen. Im vollen Bewußtsein des Ernstes der Stunde folgen wir ihr. Die Feinde, voran Präsident Wilson, sehen, daß sie unsere Niederlage mit den Waffen nicht erkämnfen können. So bauen sie auf deutsche Kurzsichtigkeit und hoffen mit ihrer Hülfe den Sieg zu erschleichen. Sie sollen sich täuschen! Die Kriegslage ist gut. Siegreich kämpfen unsere Heere auf allen Fronten, unerschütterlich hält unsere Flotte Wacht, unsere U.Boote zehren, des Erfolges sicher, am Lebensnerv unserer Feinde. Die Ernährungsschwierigkeiten können und werden wir überwinden. Es wäre ein verhängnisvoller Irrtum, zu glauben, wir könnten auf dem von einer Mehrheit des Reichstages neuerdings eingeschlagenen Wege dem von allen ersehnten Frieden näherkommen. Landsleute in Nord und Süd. in Ost und West, schart euch einmütig in der deutschen Vaterlandspartei zusammen, damit wir der Welt beweisen: Wir lassen uns durch niemanden und durch nichts von unserem festen Willen abbringen. zu siegen und den Lohn unseres Sieges zu erringen. Was Bismarck uns erstritten und Hindenburg gegen eine Welt von Feinden erhalten, das soll niemand uns verkümmern. Wir wollen keinen Hungerfrieden der uns unerträgliche Lasten und Feiseln auf viele Jahrzehnte auferlegt, wir wollen einen Frieden erringen, der uns freie Entwickelung und neue Blüte sichert! Johann Albrecht, Herzog zu Mecklenburg. v. Tirpitz, Großadmiral. Im Sinne des obigen Aufrufs gehaltene Telegramme wurden an den Kaiser, Hindenburg und den Reichskanzler gesandt. In dem Telegramm an den Kanzler heißt es: „In einem starken Deutschen Reich und Kaisertum erkennen wir die Grundlage aller Betätigung in der Welt. Diese Grundlage im Geiste Bismarcks zu erhalten, gilt es zunächst. Es gilt aber weiter, uns Entwicklungsmöglichkeiten draußen in der Welt zu sichern, wenn wir nicht innen und außen verkümmern wollen. Das ist das doppelte Ziel, in dessen Dienst wir uns stellen. Nur zu erreichen ist es durch eine starke Führung, die unbeirrt die unvergleichlichen Taten von Heer und Flotte für eine glückliche Zukunft des Deutschen Reiches auch politisch auszuwerten weiß. Ener Erzellenz bitten wir überzeugt zu sein, daß eine solche Politik die vorbehaltsose Unterstützung der Teutschen Vaterlandspartei finden wird.“ Der neue Wirrwarr in Rußland. Wenn auch über die Ermordung des russischen Diktators noch keine amtliche oder halbamtliche Nachricht vorliegt, so ist doch festzustellen, daß die Meldung, die zunächst nur ganz kurz den Sachverhalt bekannt gab, jetzt schon in bestimmterer Form auftritt und namentlich auch eine Erklärung dafür aibt, weshalb man bisber noch nichts Bestimmtes über die Ermordung gehört hat. Wie nämlich der„Köln. Zta.“ aus Kopenbagen berichtet wird, kommen aus Finland— die erste Meldung kam bekanntlich auch daher— Gerüchte, daß Herensli in der Samstagsnacht in Petersburg ermordet worden sei, daß die Regierung aber versuche, den Mord geheim zu halten. Die Nachricht sei aber bereits durchgesickert und habe in der Bevölkerung die größte Verwirrung hervorgerufen. Kornilow weigere sich, seine Verabschiedung entgegenzunehmen und fordere nun alle bürgerlichen Kreise auf, ihn bei der Wiederberstellung der Ordnung im Reiche zu unterstützen. Es sei noch unbekannt, ob Kerenski von Parteigängern der Bolschewicki oder von Angehörigen der Großfürstenpartei und den Reaktionären ermordet worden sei. Aber auch an Nachrichten fehlt es nicht, die dartun daß Kerenski noch immer in Amt und Würden ist. So liegt eine Nachricht aus Petersburg vom heutigen Tage vor, die besagt: Kerenski hat heute eine Kosakenabordnung empfangen, die erklärte, sie betrachte es als eine vaterländische Pflicht, einen Bürgerkrieg zu verhüten und an der Beilegung des Konfliktes zwischen Kerenski und der vorläufigen Regierung mitzuwirken. Um das zu erreichen, begibt sich die Abordnung heute nicht nach dem Großen Hauptquartier. Bei solchen sich widersprechenden Nachrichten ist man geneigt, sich zu fragen: Was ist die Wahrheit? Denn ebenso gut, wie die Nachricht von Kerenskis Ermordung nicht zutreffen kann, ist auch die Möglichkeit, nicht ausgeschlossen, daß die Parteigänger Kerenskis die letztvorstehende Meldung verbreitet haben können zu dem oben angedeuteten Zwecke, nämlich, um die Ermordung Kerenskis zu verschleiern. Die Ereignisse der nächsten Tage müssen uns eben lehren, was wahr, was unwahr ist. Soviel steht jedenfalls fest, daß Kornilow in vollem und raschem Anmarsche auf Petersburg begriffen ist. Gut hundert Kilometer stehen die ersten Abteilungen seiner Truppen bereits vor der russischen Hauptstadt, und die von ihm früher befehligte„wilde Division“ ist nur noch halb so weit von der Newastadt entfernt. Aus der folgenden Nachricht, die Reuter vom 10. September, abends 8 Uhr, verbreitet, geht ferner hervor, daß selbst der Eisenbahnbetrieb nicht mehr sicher ist. Die Nachricht lautet: Die Schienen auf der Bahnstrecke zwischen Luga und Petersburg sind aufgebrochen worden. Die ersten Abteilungen von Kornilows Truppen sollen schon in Luga angekommen sein, das etwa 100 Werst von der Hauptstadt entfernt liegt, wo sich die regierungstreuen Truppen befinden. Die sogenannte„wilde Division“, über die Kornilow früher den Befehl geführt hat, hat Pikow verlassen, sich in der Richtung auf Petersburg in Marsch gesetzt und ist bereits auf der Station Byritza angekommen, die 54 Werst von Petersburg entfernt liegt. Auf der Linie Petersburg—Rybinsk ist der ganze Zugverkehr gestört. Zu diesen Schwierigkeiten, die von außen her Petersburg und die russische Regierung bedrohen, gesellen sich gleichzeitig, und zwar wieder unter dem Drucke Kornilows, Schwierigkeiten innerer Art, die den Fortbestand des gegenwärtigen Kabinetts glatt in Frage stellen. Reuter meldet darüber: Infolge der Aufforderung des Oberbefehlshabers Kornilow ist das Kabinetteurückgetreten, um Kerenski volle Handelsfreiheit zu geben. Alle Minister führen vorläufig ihre Geschäfte fort. Heute morgen war die Stadt ruhig. Arbeiten so die beiden revolutionären Gewalten gegeneinander, so scheinen auch diejenigen= wieder kräftig an der Arbeit zu sein, die dem monarchischen System wieder zur Regierung verhelfen wollen. So wenigstens kann man eine Nachricht deuten, die sich in Helsinafors hartnäckig erhält. daß Großfürst Nicolai Nicolajewitsch heimlich von seinem Gute im Kaukasus geflüchtet sei, da er befürchtet habe, von der vorläufigen Regierung verhaftet zu werden. Man ist nämlich der Ansicht, daß der Großfürit an der kürzlich aufgedeckten Gegenrevolution beteiligt gewesen sei, und um sich der Verhaftung zu entziehen und seine Bestrebungen weiter verfolgen zu können, wird er sich in Sicherheit gebracht haben. Aus diesen Nachrichten geht nun zunächst hervor, daß es wieder einmal in Rußland und in Petersburg im besonderen recht wirr durcheinander geht. Mag auch die Frage: Lebt Kerenski— ist Kerenski ermordet worden? keine bestimmte Antwort erhalten können— so viel steht aber fest, daß der Vormarsch Kornilows agen Petersburg eifrig betrieben wird, und diese Nachricht von dem Staatsstreich des Oberbefehlshabers, der sich nicht von seinem Posten verdrängen lassen will, macht, wie der Schweizerische Preßtelegraph zu melden weiß, in der italienischen Presse einen gewaltigen Eindruck. Denn die italienischen Blätter sehen in dem Versuche des Generals Kornilow übereinstimmend den Anfang einer Gegenrevolution, und die Lage in Rußland erscheint der Zeitungen der Aveniner=Halbinsel so dunkel, daß beispielsweise das„Journal d'Italia“ erklärt, die Lage in Rußland sei augenblicklich so beunruhigend, daß Rußland sich in des verhängnisvollsten Stunden seiner Geschichte befinde. * ∆ Petersburg, 11. Sept.(BB.) Dem„Daily Chroniele“ wird gemeldet, General Kornilow sei mit seinem Stabe und mit den ihm ergebenen Generalen in Kiew einger troffen und mit großem Jubel begrüßt worden. Wie der „Daily Mail“ gemeldet wird, bet der Stab des bisherigen Oberkommandierenden. Generals Kornilow, sich mit ihm solidarisch erklärt. □8) Zürich, 11. Spt.„Corriere della Sera“ meldet aus Petersburg: Das gegenrevolutionäre Komplott geht darauf hinaus, alle Mitglieder der Provisorischen Regierung zu verhaften. Odessa ist der Sitz der Verschvörer. Ein großer Teil der Regierung scheint für die neue Bewegung gewonnen zu sein. (21 Kopenhagen, 11. Sept.„Birschewija Wjedomosti“ meldet daß in nächster Zeit Enthüllungen aus dem Nachlaß des verstorbenen Ministerpräsidenten Stürmer ans Tageslicht kommen würden. Der Nachlaß enthalte wichtige Tokumente über die Geschichte des Krieges. Der Zar habe danach während der Amtsscit Stürmers die Absicht gehabt, einen Sonderfrieden mit Deutschland zu schließen. Dieser Entschluß sei jedoch von ungerannten Personen durchkreuzt worden. Ferner werden Stürmers Aufzeichnungen die Beziehungen des ehemaligen Regimes zu den allierten Regierungen in Aufsehen erregender Weise berühren. Unsere Verbündeten. Sofia, 10. Sept.(WTB.) Bulgarische Telegr.=Agentur. Da sich der Zustand der Königin plößzlich verschlimmert hat, ist der König, der sich an der Front befand, sofort in die Hauptstadt zurückgekehrt und begab sich gestern abend, begleitet von den Prinzen, nach Eurinograd. Budapest, 11. Sept.(WTB.] In einer Sitzung des Börsenrates wurde beschlossen, den amtlichen Verkehr, sobald als die Verhältwisse es gestatten, wiederaufzunehmen. Falls dies jedoch seitens der Regierung nicht für zeitgemäß gehalten wird, sollen die befugten Matler ihre Tätigkeit wiederaufnehmen und die Kursnotierungskommission ihre Wirksamkeit von neuem boginnen. *"—„ der deutschsprachigen Presse e.V. Aus des Stadt. Münster, 12. Sepiember. 5. Kuno Stierlin dirigierte am 2. September enlaßlich der Einweihung des Hindenburgtores in Berlin im Saale der Philharmonie das verstarkte philbarmonische Orchester und einen Chor von 200 Personen. Bei der Gelegenheit wurde auch eine neue Komposition von ihm, die Ouvertüre zur 9 per „Irrlichter“ aufgeführt, von der das„Berliner Tageblatt“ sagt:„Ein geschickt grarbeitetes, aut instrumentiertes Wert.“ Und das„Neuköllner Tageblatt“ sagt:„Voll dramatischer Krait und Wucht. Cigenart in melodischer Erfindung und Instrumentierung wirkte das ausgezeichnet zur Wiedergabe gelangte Tonwerk ungemein anziehend und fesselnd. Die „Germania" berichtet über das Konzert wie folgt:„Kavellmeister Kuno Stierlin aus Dortmund. dem die musikalische Leitung übertragen war, ist als Orchesterdirigent in Berlin schon recht vorteilhait bekaunt geworden. Er verstand es auch diesmal, von seinen guten Fähigkeiten hinreichend zu überzeugen, wenngleich seine Schwungkraft nicht immer die höchsten Trümpse auszuspielen schien. Auch, als Komponist war diesmal Kuno Stierlin mit der Ouvertüre zur Oper „Irrlichter" vertreten. Das umfangreiche Stück zeigt den sattelsicheren Musiker in allen Gangarten. Unter virtuoser Ausnutzung des zeitgemäß behandelten Orchesters steht ein programmatisches Tongemälde von oft eindringlicher Wirkung: daß in der Musik das große Vorbild zuverspüren ist. hat nicht allzuviel zu besagen, denn in der Hauptsache gärt in diesem feurigen Most ein guter Tropfen, der lagern will.“ ) F a h r p l a n ä n d e r u n g d e r S t r e c k e H a m m— E m d e n. A u f der Strecke Hamm—Emden treten wegen Eröffnung des Haltepunktes Hembergen vom 15. September ab Anderungen ein, die im Anzeigenteil dieser Nummer enthalten sind. 2. Eine Riesen=Erbsenstande wurde uns gestern auf der Redaktion vorgezeigt. Sie war in einem Garten an der Agidiistraße gewachsen, maß 3.80 Meter und wies neben trockenen Früchten eine Menge von jungen Schoten und üppigen Blüten auf. Vom Standesamt. Sterbefälle. 10. Sept. Eisenbahnbeamter Franz Grull. 29 J.— Zimmermann Wilhelm Hessel, 56 J.— Witwe Elisabeth Hillebrand geb. Allenkott, 75 J.— Krankenschwester Andrea geb. Maria Westhoff, 54 J. Aus den Provinzen. * Greven, 11. Sept.(Hohes Alter.) Die älteste Einwohnerin unserer Gemeinde, die Witwe Josef Micheel in der Bauerschaft Herbern, wurde heute morgen zu Grabe getragen. Sie hat ein Alter von 93 Jahren erreicht. Oelde, 10. Sept.(Ein Einbruchsdiebstahl) wurde hier in vergangener Nacht laut„Glocke“ bei dem Kaufmann Max Hope verübt. Um 1 Uhr nachts zertrümmerte ein Mansch kurzer Hand eine der Schaufensterscheiben, packte mit schnellem Griff vier Stücke Buxkin im Werte von 600 Mt. und lief damit durch den Trippenhof davon. Sein Kumpan, der affendor Schmiere gestanden hatte, entfernte sich in entgegengesetzter Richtung. Die durch das Geräusch des Einschlugens der Schaufensterscheibe erwachenden Hausbewohner und Nachbarn konnien den Täebstahl nicht mehr verhindern: als sie die Fenster losrissen, waren die Epinbuben bereits auf der Flucht. Mühlheim(Ruhr), 10. Sept.(Falsche Kriminalund Polizeibeamte.) In einer Nachbarstadt sind Schwindler in der Weise aufgetreten, daß zwei gut gekleidere Männer üch in einem Betrieb als Kriminalbeamte ausgegeben und vort sämtliche Treibriemen im Werte von 40 000 Mark beschlagnahmt haben. Der Betriebsleiter, der gegen die Beschlagnahme Widerspruch erhob. ist durch einen dritten Gauner in Polizeiuniform eingeschüchtert worden. Die Gauner haben dann die Treibriemen auf ein mitgebrachtes Fuhr werk geladen und sind damit fortgefahren. Desgleichen haben zwei falsche Polizeibcamte in größeren Logierhäusern sämtliche Lebensmittelkarten beschlagnahmt und mitgenommen. Die Schwindler sind unerkannt. Voraussichtlich werden sie ähnliche Schwindeleien auch anderswo versuchen. * Landw. Lokalverein Amelsbüren=Hiltrup. .* Amelsbüren, 11. Sept. Nach langer Sommerpause hielt der Landwirtschaftliche Lokalverein Amelsbüren=Hiltrup am Sonntag unter der Leitung seines Vorsitzenden, Gutsbesitzers Venschott, wieder eine Versammlung ab, und zwar diesmal in der Wirtschaft Krampe. Zunächst wurden Eingänge und geschäftliche Angelegenheiten kurz besprochen.„ Dann hielt Landwirtschaftsleyrer Leuter aus Freckenhorst einen fast 1½stündigen, ebenso zeitgemäßen als volkstümlichen und gehaltreichen Vortrag über das Thema„Wichtige landwirtschaftliche Zeitfragen“. Eingangs hinweisend auf die glänzenden Erfolge unserer Heere und den Willen des deutschen Volkes, in diesem gewaltigen Titaneuringen auszuhalten und durchzuhalten bis zu einem glücklichen Frieden beleuchtete er weiter die schwierigen Umstände, unter denen die Landwirtschaft je länger desto mehr unter Anspannung aller Kraft arbeiten muß, um dem deutschen Volke so gut als möglich über alle wirtschaftlichen Schwierigkeiten hinweazuhelfen, die auch noch die erste Zeit nach dem Kriege nicht nachlassen werden. Grundbedingung dafür ist, daß dem Boden so viel als nur eben möglich an Nährkraft abgerungen werden muß. Das aber bedingt wieder die höchstmögliche Steigerung der inländischen Erzeugung der künstlichen Düngemittel. Sie wieder kommen vornehmlich der Beschaffung der pflanzlichen Nahrungsmittel zugute, und um sie voll und ganz ausnutzen zu können, muß die Erzeugung von tierischen Nahrungsmitteln, also von Fleisch und tierischem Fett. den Hintergrund Unbedingt daher zunächst Haupterfordernis die Erzeugung von Broigetreide. Kartoffeln. Hülsenfrüchten, Gemüse und Ölfrüchten, letzterer möglichst in Verbindung mit Pflanzenfasern zur Gewinnung von Bekleidungsstoffen. Beim Brotgetreide sommt namentlich der Roggen in Frage, für dessen Anbau Deutschland besonders geeignet ist. Dem Kartoffelanbau muß durch sorgfältige Auswahl nur ertragreicher Sorten und Aus merzunn der abgebauten Arten grötzte Beachtung geschenkt werden, da mit deren Hülfe unsere Schweine als Hanptfetttiere besser ernährt werden können. Die Hülsenfrüchte schafsen infolge ihres Eiweißgehaltes einen Ausgleich für das sehlende Fleisch. Vom Gemüse kommen hauptsächlich die Kohlarten in Betracht, da sie gerade in den kleinen uno mittleren Betrieben den besten Ersolg versprechen. Dem Olfruchtbau, dem fast gar keine Bedeutung mehr beigelegt wurde, muß namentlich durch den Anbau von Raps, Rüdsen und Flachs wieder zu einem voll und ganz in der Fruchtfolge erscheinenden Betriebs zweige Gleichberechtigung verschafft werden. Redner wandte sich dann der technischen Seite des Themas zu, befürwortete besonders die Verwendung des Petkuser Rogacus zweiter oder dritter Absaat, betonte die unablässige Notwendigkei: des Austausches von Saatkartoffeln, um bei der ungeschlechtlichen Vermehrung dieser hochwichtigen Pflanze dem Abbau vorzubengen, sowie die große Bebeutung der Auswahl des Saatautes schon während des Wachstums. Sehr warm empfahl er den Anbau von Mohn, da aus ihm das beste El gewonnen werde: sein Anbau sei im Gemisch mit Möhren besonders lohnend. Mit Rücksicht auf die Mißernte in gutter und die große. Futterlnappheit, sprach sich der Redner für möglichste Sparsamkeit in der Verwendung von Stroh als Einstreu aus, aus dem gleichen Grunde auch für die Abschlachtung von Rindvieh. und zwar noch in diesem Herbstr. damit das auf der Weide gewonnene Fett nicht im Wimer verloren gehe. Ebenso sei die Verminderung der Scweinebestände unbedingt notwendia. Aber in beiden Fällen sei es Aufgabe der landwirtschaftlichen Organisationen. Maßnahmen zu treffen, damit das wertvolle Zuchtmaterial erhalten bleibt. Die Frage der Volksernährung sei abyängig von der möglichsten Vermehrung der künstlichen Düngemittelherstellung. Schleichhandel und Lebensmittelwucher seien eine schwere Schädigung unserer Volksernährung, und mit allen Mitteln müsse dagegen augekömpft werden. Der Vortragende schloß: Der Landwirt darf nicht nachlassen in seinen Arbeiten und Mühen zur Beschaffung und Steigerung der notwendigen Nahrungsmittel, wenn wir das große Ziel. nach dem wir alle streben, die glückliche Beendigung des Krieges. erreichen wollen, um unser Vaterland größer und stärker zu machen.(Lebh. Beifall.) * Wie immer knüpfte sich an den Vortrag eine sehr rege Aussprache über Fragen mancherlei Art. Aus ihr seien nur folgende Gedanken mitgeteilt: Der Flachssame ist in diesem Jahre zu spät geliefert worden. Wenn der Flachs heuer so kurz geraten ist, so hat das nur darin seinen Grund. Er hätte einen vollen Ertrag liefern können, wenn er drei Wohnungs= und Stellen=Anzeiger. An dieser Stelle tritt für Anzeigen aus Münster bei sofortiger Bezahlung der ermäßigte Preis von 10 Pfg. für den Spalteuraum von 2 nim Höhe(Raumhöhe) ein. Die nicht volle Naumhöhe wird mit 5 Big. derechnet. Möbl, Wohn= u. Schlafzim. mit 2 Betten zum 15. Sept. zu derm. Wo, sagt die Geschäftsst. 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Eine Anzahl vorzüglicher Films ergänzen das glänzende Programm Künstlerkapelle. Vom 15. September 1917 ab, dem Tage der Eröffnung des Haltepunktes Hembergen, treten folgende Fahrplananderungen auf der Strecke Hamm=Emden in Kraft: Pz. 639(2.—4.) Salzbergen ab 6,30 vorm. Rheine an 6,41 ab 6.45 vorn Mesum ab 6,56 Emsdetten ab 7,05 Hembergen ab 7,14. Greven ab 7,24 und weiter wie bisher. Pr. 693(2.—4.) Bis Münster wie bisher Münster ab 7,06 vorm. Sprakel ab 7,18 Greven ab 7,26 embergen ab 7,35 msdetten ab 7,44 Mesum ab 7/53 Rheine an 8,02 ab 8,06 und weiter bis Emden 3 Minuten später. T. 802(2. u.4.) Münster ab 10,58 Sprakel ab 11,14 Greven ab 11,25 Hembergen ab 11,39 Emsdetten ab 11,49 Mesum ab 12,00 Rheine ab 12,11 T. 691(3. u. 4.) Rheine ab 1,43 Mesum ab 1,54 Umadetten ob 2.55 Hembergen ab 2.13 Greven ab 2,22 Sprakel ab 2.30 Münster an 2,44. Pz. 634(2.—4. Münster ab 6.20 Spratel ab 6.# Greven ab 640 Hembergen ab 6.#2 Emsdetten ab 6## Mesum ab 7.7 Rheine an 7.16 Pz. 512 Rheine—Gronau fährt genau 4 Minuten später (Rheine ab 7.21, Gronau an 827 Oz. mit Personendeförderung 9759 W(4. KI.) Greven ab 6.45 nachm. Speatei ab 7 Münster an Rünster(Westf.), 8. Sept. 1917. Bnte Eltentatratechter. Benzolmolde, 319, sehr gut erhalten und wenig gebraucht, billig zu verkausen. Wo, zu erfr. in der Gesch es Grude=Osen zu kaufen ges. Off. u. K K 1113 a d. Gesch. Laden= zu kaufen gesucht. Off. u. 2am C unz an das Central=Zeitungs=Bureau. Gebr. Gaskocher zu kauf. ges. Of. u. T T 1197 an die Gesch. Wochen eber zum Aussäen bereit gestanden hätte. Als Saatgut seien im Kreise Münster 200 Morgen Kartoffeln anerkannt worden. Wer aatkartoffeln beziehen wolle, müsse sich schnellstens beim Okonomierat Brüning=Suddoff melden. Eine lange Erörterung rief auch der Preis für Saatkartoffeln hervor. Der Bezug von Kleesamen habe ebenfalls in diesem Jahre zu lebhaften Klagen Anlaß gegeben: auch er sei zu spät geliefert worden und manche Landwirte hätten deshals auf seine Abnahme verzichten mussen. Einen breiten Raum nahm die Besprechung der Beleuchtungsfrage ein. Die in Aussicht genommene Verlängerung der Sommerzeit wurde scharf getadelt, da sie es bei dem Mangel an Beleuchtungsmateriel geradez unmöglich mache, morgens die notwendigen Arbeiten. namentlich das Melken, ordnungsgemäß auszuführen. Wenn nicht bald für Petrokeum gesorgt werde fei damit zu rechnen, daß die rechtzeitige Anlieferung der Morgenmilch unterbleibe. Schließlich wurde beschlossen, eine Eingabe an den Kreisausschuß zu richten, in der betont wird, daß es ein dringendes Bedürfnis sei. sofort zur Verteilung von Petroleum oder Brennspiritus zu schreiten, da sonst, von weiteren Folgen ganz abgesehen, die Milchlieferung stocken würde. Eine Abschrift dieser Eingabe soll dem Reichsund Landtagsabgeordneten Herold zugestellt werden. Vermischtes. * Gruben=Unglück. Hindenburg(Oberschl.), 11. Sept. Dem„Oberschl. Wanderer" zufolge sind in der Ludwig=Glück=Grube bei einem plötzlichen Zubruchegehen einer größeren Anzahl von Pfeilerabschnitten im Schuckmannflöz elf Mann verunglückt, davon sind zehn tot. * Wachsende Herstellungskosten. Aus allen Teilen des Reiches kommen Klagen darüber, daß das Zeitungsgewerbe unter den gegenwärtigen Verhältnissen schwer leidet, welche, ganz abgesehen von der wachsenden Papiernot. die Herstellungskosten in kaum erträglicher Weise in die Höhe treiben. Wie berechtigt diese Klagen sind, zeigt folgende in mehreren Blättern zu findende Zusammenstellung der Aufschläge: Arbeitslöhne 25 v. H., Papier 100 bis 900 v. H., Kraft und Licht 150 bis 200 v. H., Metalle für Maschinensatz, Schriftgießerei, Stereotypie und Galvanoplastik über 300 v. H., Druckwalzen über 200 v. H., Druckfarben 100 bis 250 v. H., Druckfirnis=Ersatzstoffe 500 v. H., Schmieröle 500 bis 600 v. H., Putzlappen 100 bis 150 v. H., Klebstoffe 300 bis 500 v. H., Seife 800 v. H. Heftzwirn, Heftdraht usw. 200 bis 300 v H., Packmaterial 200 bis 500 v. H. Und dabei steigen die Preise unaufhörlich weiter, selbst für minderwertige Ersatzstoffe. Daß derartige Unkosten durch die Erhöhung der Anzeigenpreise nicht wettgemacht werden können, liegt auf der Hand. Hauptredakteur Rudolf Strietholt.— Es verantworten: den redaktionellen Teil Paul Koene, die Reklamen und Inserate Anton Busch, alle in Münster.— Druck und Verlag der Aschendorffschen Buchhandlung in Münster. Das neue O Koben=uldum für Herbst und Winter ist soeben erschienen und von uns zu beziehen im Preise von 80 Pfg. Jugend=Roden=Album 30 Handarbeits=Album 80 Pfg. per Post bezogen je 90 Pfg. J. Lapp& Co. Ludgeristraße 113. Hotel Kalschhef — Wintergarten.— Mittwoch, den 12. Septbr.: Musik. Unterhaltung. — Anfang 7 Uhr.— Eintritt frei. Musik=verein Münster i. W. Im Musikvereinschor finder. stimmbegabte Damen Aufnahme. Schriftliche Anmeldungen bei Herrn Prof. Hase, Hochstr. 13, oder bei Herrn R. Melzer, Bohlweg 32, erbeten. Diejenigen Herren, welche liebenswürdigerweise den Musikvereinschor bisher tatkräftig unterstützt haben, werden höflichst gebeten, auch im kommenden Winter wieder mitzuwirken. 1. Probe für die Herren: Donnerstag, abends 8½ Uhr. 1. Probe für die Damen: Freitag, den 14. September, abends 7½ Uhr im Rathause. Zur Chorverstärkung werden 12. September, 1 (Tenöre und Bässe) um frein liche Mitwirkung gebeten. 1hh Plserr Anfertigung von w0 Hohlsäumen, Stoffinöpfen, Blisesbrennerei, Blusenstickerei, Kurbel=, Soutachier= u. Applikationsarbeiten. Ensabeth Weglage, Prinzipatmarkt No. 24. Die Verlobung unserer Tochter Hilde mit Herrn Friedrich Fleischhauer beehren wir uns hierdurch anzuzeigen. Harl Ewert und Frau Bertha geb. Firner. Meine Verlobung mit Frl. Hilde Ewert, Tochter des Herrn Karl Ewert und seiner Frau Gemahlin Bertha geb. Fitzner zeige ich hierdurch ergebenst an Friedrich Fleischhauer z. Zt. im Felde. Mänster 1. W., im Geptember 1917. Schw. Schirm mit gelber Krücke vor etwa 10 Tagen verl. Gegen Belohnung abzugeben Salzstraße Nr. 9. Zur Nachricht, dass die neuen Formen zum Umpressen für Damen-, Kinder-, Velour-, Mumesund Filzhüte eingetroffen eind. — Bedienung schnellstens.— wb3 Frau B. Giebing, Altersteinweg 40, an der Lambertikirche. Schw. Handtasche(Inh. Portem, größ. Geldbetr., Kneifer, Schlüssel, Papiere) v. d. Handgepäckabfert. bis 2. Bahnsteig verl. Geg. Bel. abgugeben Blücherstr. 16, 2. Et. 25 Verloren# in der Nacht von Sonnabend auf Sonntag schwarzen BelourHut u. Begenpeitsche auf der Landstraße Freckenhorst—Everswinkel- Münster. Gegen Belohnung abzugeben Wirtschaft Schäsers, Everswinkel. Gemmen=Ohrring verloren. Wiederbr. Bel. Graelstr. 34, 17 In der Nacht vom 7 zum 8 de. Mis. wurde von der Weide eine fuchsige Halbblutstute gestohlen. 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Wir empfehlen ihre liebe Seele dem Gebete der Gläubigen, besonders den Priestern am Altare. Hiddingsel, Sendenhorst, Gladbeck, östl. Kriegsschauplatz, den 10. September 1917. Die tieftrauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet statt zu Hiddingsel DonnersUhr, gleich tog. den 13. September, morgens darauf das feierliche Levttenamt. O Kopfwüsche, modernste Art. Anfertigung allerHaarersetzteile Freys Frieurgeschäft Versaopt 2 — Telephon 1775.— uedm ee Zürsteutet.“ elalie die Ein vorzügl. wirk. Mittel für Schweine gegen Lahmheit und Steifheit der Knochen versendet zum Preise von 2,50 Mk. Apstheler Th. Untiedt, Bevergern, Biz, Münstn. Das Jahres=Seelenamt für die verstorben. Frau Kentner Mar Koberg * Donnerstag, den 13. Septbr., Uhr in der Kirche zum Hl. Kreuz, wandte und Bekannte hiermit findet statt Donn morgens 9 Uhr in wozn Veriocen freundlichst eingeladen werden.