virtelscheüch Busgebe 4(ohne in Münster gweiwek täglich suui des Haus gebracht 2 Bk. 10 Pig.— auswörts von der Post abgeholt 2 Mr. 10 Pfr. durch den Driefträger gebracht überoll, ma nur emmal im Tage Briefbestellung stattsiondet, 2 Mk. 32 Pfa. in Orten mit zweis und mehrmatiger Bestellung 3 Mk. 92 Pfg.— Ausgabe 8(mi:„Wochenschau“) vierteljährlich 60 Pfg. mehr. Zweite Ausgabe. P : Der Uam für due Anzugenspakte, Duam kreit, 2 mm hoch, 25 Pfg: bei Anzeigen ans den Reg.=Bez. Runster 20 Pfg., aus der Stadt Müneder 15 Pfg.(ür Anengesellschaften usw. Verenie und Behordon 25 Pfg.).— Reklamen: Der Raun für die Reklamespalte, 87 mm breit, 2 mm hoch. 1 M#. Gebühr für Beilagen wird nach Gewicht berechnet. Fernspr.: Redaktion u. Verlag Nr. 2448, 2449 u. 2450. Geschäftsstefle(Michaelisplatz 9) Nr. 79. Sonntag, 26. August 1917. Die Wirkungen des U.Bootkrieges in amtlicher Darstellung. Werfen wir nun zum Schluß einen Blick auf die Wirkungen des U=Bootkrieges auf die englische Kriegführung. Ganz abgesehen davon, daß die U-Bootabwehr tausende von Geschutzen für die dauernd wachsende und doch nie ausreichende Zahl von U=Bootsjägern und für die Handelsschiffe hunderte von Fliegern für die überwachung der Küstengewässer von den Landfronten abzieht, daß riesige Mengen von Munition und sonstigem Kriegsmaterial wirkungslos mit den Schiffen, die sie übers Meer führten, versanken, daß manchem Truppentransport die See zum Grabe wurde, entzieht das U=Boot Englands Heer all die Kräfte und Stoffe, die nötig sind, um die Schäden auszugleichen, die es Englands lebensnotwendiger Blkswirtschaft zufügt. Aber weiter: Es hat England den Landkrieg in seiner ganzen Größe und Schärfe aufgezwungen.„Die Flotte kann den Krieg nicht gewinnen: der Krieg muß zu Lande gewonnen werden", sagte der englische Admiralstabschef Jellicoe am 5. April 1917 zu den Vertretern der Gewerkschaft. England beherrscht nicht mehr die See: denn das U-Boot durchschneidet ihm, unbehindert durch die übermächtige Flotte, die Seeverbindungen. Das Inselreich kann darum nicht mehr wohlversorgt mit allen Erzeugnissen der Erde und sich bereichernd durch einen ungehemmten Handel und durch die Ausfuhr seiner Industrie, im Schutze seiner unüberwindlichen Flotte, den Krieg von Bundesgenossen und Vasallen führen lassen und gemächlich sein Ende abwarten: es muß, in der beklemmenden Angst die Wurzeln seiner Kraft nach und nach durchschnitten zu sehen, versuchen, schnell zur Entscheidung, zum Sieg zu kommen; daher die Beteiligung am Landkriege mit einem Einsatz englischer Volkskraft, wie ihn die Geschichte bisher noch nie berichten konnte, daber, trotz aller Mißerfolge, die immer erneuten Offensiven mit Opfern an Blut, wie sie vorher noch nie ein englischer Feldherr von englischen Heeren gefordert hat. Wir haben dargelegt, worauf sich unsere Zuversicht gründet, daß wir im U-Bootkrieg das rechte Mittel besitzen und anwenden, um England zum Frieden geneigt zu machen. Um es kurz zusammenzufassen: Der U-Boot=Krieg ist das Problem des Schiffsraumes: einmal insofern er einen Grundpfeiler der Volkswirtschaft Englands unterwühlt, die Handelsflotte; dann, indem er den englischen Seeverkehr immer mehr beengt, lähmt er dessen Funktionen, das englische Volk mit Lebensmitteln und mit Rohstoffen zu versorgen, der englischen Armee und Flotte Unterhalt und Kriegsmittel zuzuführen und den für ihre Lebenserhaltung unzulänglichen Frachtraum der europäischen Bundesgenossen wenigstens auf das erforderliche Mindestmaß zu ergänzen. An welchem Punkte zuerst die Möglichkeit aufhören wird, diese unentbehrlichen Funktionen in genügendem Maße zu erfüllen, läßt sich nicht voraussehen; das wird von der Verfügung Englands über seinen Schiffsraum abhängen. An welcher Stelle aber auch immer der Schiffsraum fehlen wird, ob zuerst die Versorgung der englischen Zivilbevölkerung oder der Kriegführung oder der Bundesgenossen versagen wird, in jedem Falle gerät damit die Grundlage für die Fortsetzung des Krieges seitens des Verbandes ins Wanken. Die Grenze des Erträglichen sehen wir überall näher rücken. Wir können den Abschluß dieser Entwicklung. die mit völliger Sicherheit in absebbarer Zeit ihr Ende finden wird, ruhig abwarten. England hat die Hand friedlicher Verständigung, die ihm geboten wurde, zurückgestoßen. England selbst hat damit sein Schicksal auf sich herab beschworen. Wirtschaftsleben und Lebensmittelversorgung. Karlsruhe, 25. Aug.(BB.) Nach übereinstimmenden Berichten aus Baden, Württemberg und Elsaß fiel die Ernte ausgezeichnet aus und wurde überall gut eingebracht. Der Getreidedrusch übertrifft alle Erwartungen. Die Obsternte fällt ebenfalls ergiebig aus. &* Verringerung der Schweinebestände. Von unterrichteter Seite wird die„Dtsche. Tagesztg.“ um Aufnahme folgender Notiz gebeten: Eine Verringerung des Schweinebestandes wird zum Herbst dieses Jahres erforderlich werden. Die Zählung am 1. Juni ergab einen Schweinebestand von fast 13 Millionen Stück, und da erfahrungsgemäß gerade in der Zeit vom Sommer zum Herbst noch eine bedeutende Vermehrung der Schweine stattfindet, die sich im vorigen Jahre auf annähernd 3 Millionen belief, und auch in diesem Jahre zum mindesten die Hälfte dieser Zahl erreichen wird, ist die Fütterung und Mästung eines derartigen Schweinebestandes nicht möglich, ohne die Brot= und Kartoffelernährung von Heer und Zivilbevölkerung in Frage zu stellen. Unser Schweinebestand muß also dem vorhandenen Futtermittelvorrat angepaßt werden. Deshalb wird es notwendig sein, eine große Anzahl im Herbst abzuschlachten. Viele Besitzer halten die Tiere noch in der Hoffnung auch in diesem Jahre wieder Gerste und Kartoffeln zur Fütterung freizubekommen, eine Hoffnung, die nicht erfüllbar ist. Es wird eine ausreichende Zahl von Hausschlachtungsschweinen und Schweinen für Heer und Zivilbevölkerung gemästet und weiter für die Erhaltung der Zuchtschweine gesorgt werden müssen. Darüber hinaus läßt sich die Schweinehaltung aber nicht durchführen, und aus diesem Grunde ist es den Landwirten nur zu raten, wollen sie Zwangseingriffe vermeiden, rechtzeitig an die Abstoßung ihrer Schweine zu denken. Diese Mitteilung wird die sogen. kleinen Mäster nicht hoffnungsfreudig stimmen. Sie haben Mühe und Kosten nicht gescheut, um sich ein Schweinchen heranzufüttern. Die Abfälle, die ihnen das gepachtete Stückchen Land während des Frühjahrs und Sommers bot, wurden zweckmäßig und nutzbringend zur Entwickelung des Tieres verfütert. Aber mit Grünfutter und Kartoffelabfällen allein kann an Mästung nicht gedacht werden. Hierzu gehört mindestens Kleie und etwas Mehl. Bekanntlich waren die Ferkelpreise im Februar=März, also zu der Zeit, wo die meisten Schweine von den kleinen Haushaltungen gekauft werden, sehr hoch. Will man diesen Leuten ihre Arbeitsfreudigkeit — die nicht zuletzt den Kommunen eine ziemliche Entlastung bringt, da die kleinen Mäster zu den Selbstversorgern in der Fleischlieferung gezählt werden— nicht nehmen, und sie vor allem davon schützen, daß das angelegte Geld fast vollstäntzig wertlos wird, so möge man auch sie berücksichtigen und ihnen die Möglichkeit bieten, wenigstens ein halbwegs fettes Schweinchen heranzufüttern, durch das ihre Arbeit belohnt wird. Je eher den Leuten diese Futtermittel zur Verfügung gesteilt werden, desto wohlfeiler und zweckmäßiger ist es für die Kommunen, da eine Verzögerung der Mästung zugleich eine Verteuerung darstellt. Anmeldung von Schellack. Der Kriegsausschuß für pflanzliche und tierische Ole und Fette, Berlin, weist erneut darauf hin, daß alle Vorräte an Schellack jeder Art und Sorte, Kopalen, Gummi Accroides, Tragantb. Arabieum usw., laut Vorschrift der Bundesratsverordnung vom 22. Januar 1917 bei seiner Sektion Schellack, Berlin W. 8, Mauerstraße 53, unbedingt anzumelden sind. # Die neuen Richtpreise der Holzbeschaffungsstellen. Aus der soeben veröffentlichten neuen Richtpreistabelle. die vom 1. Oktober an für die Holzbelieferung des Feldheeres gültig ist, geht hervor, daß die Preise für verschiedene im Sägewertsbetrieb wichtige Holzsorten wesentlich herabgesetzt worden sind. Namentlich trifft das für Kanthölzer und schalbretter zu. So ist z. B. in den Bezirken Münster, Koblenz. Thüringen. Dresden, Leipzig. Sturtgart, Karlsruhe, Straßburg, Metz, Frankfurt a. M., Saarbrücken und im gesamten Bayern der Preis für 18 cm Schalbretter von rund 195.50 Mi. auf 94 Mk. im Bezirk des Gardekorps von rund 105½ Mt. auf 85 Mk. heradgesetzt worden. Im Bezirk Stettin wird der Preis für 18 mm Schalbretter 85 Mk.(bisher 102.75 Mk.) betragen. Beim Kantholz sind die Preise u. a. in der Mark Brandenburg von 87 Ml. auf 82 Mk., und für Balten sogar von 100 auf 89 Mk. ermäßigt worden. Demgegenüber stehen mäßige Preiserhöhungen für Minenbohlen und Schurzrahmen. Auch die Preise für Hobeldielen sind erhöht worden. Alles in allem hat die neue Richtpreisabelle in den Kreisen der Holzindustrie Bedenken erweckt. Der Lieferzwang soll von den Intendanturen ausgesprochen werden dürfen, wenn nicht ausreichende Angebote freiwillig eingereicht werden. = Landwirtschaftlicher Besitzwechsel. Die„Deutsche Parlaments=Korrespondenz" berichtet: Der Besitzwechsel im landwirtschaftlichen Grundbesitz gewinnt trotz aller Wornungen an Ausdehnung, und er erstreckt sich sowohl auf Rittergüter, wie auch auf mittlere und kleinere landwirtschaftliche Besitzungen. Mehr und mehr strömt aus den Städten eine gänzlich neue und bunte Schicht von Besitzern der Landwirtschaft zu, unter der sich neben industriellen Unternehmungen und Industriellen auch Kinobesitzer, Kantinenpächter, Fabrikanten und Händler aller Art, Hotelbesitzer. Gastwirte, Bahnhofswirte usw. befinden, obschon die Mehrzahl dieser durch den Krieg vermögend gewordenen neuen Landwirte kaum eine genügende Kenntnis der landwirtschaftlichen Betriebsverhältnisse eigen sein wird. Das Abströmen der Fachlandwirte und das Eindringen fremder, mit der Landwirtschaft nicht vertrauter Kreise muß ernste Bedenken erwecken. Als Gründe für die Neigung städtischer Schichten zum Erwerbe landwirtschaftlichen Besitzes wird man teils die Annahme einer günstigeren Lebensmittelversorgung, teils spekulative Absichten annehmen können; jedenfalls drängt das in den Städten und in der Industrie angesammelte Kapital nach Betätigung und sucht sich neuerdings in wachsendem Maße die Landwirtschaft als Arbeitsfeld aus. Der alte, eingesessene Besitzerstand zieht zum Teil mehr und mehr vom Lande weg infolge samiliärer Ursachen, aber auch in Folge der eingetretenen Erschwernisse und weil die Preispolitik keine genügenden Rücksichten auf die Verschiedenheiten der Anbauverhältnisse nimmt, sodaß in einzelnen Gebieten, in denen ein Ausgleich nicht stattfinden kann, angesichts der Preissteigerung für alle von der Landwirtschaft benötigten Betriebsmittel die Rentabilität zurückgegangen ist. So sind denn in den Provinzzeitungen fortgesetzt zahlreiche Angebote von Gütern und Gesuche nach Gütern enthalten. Die Landwirtschaftskammern bemühen sich ernstlich, den alten, erfahrenen Besitzerstand zu erhalten, aber es will ihnen anscheinend doch nicht gelingen, in dieser Richtung einen nachhaltigen Einfluß auszuüben. Es wird damit zu rechnen sein, daß nach dem Kriege der Besitzwechsel auf dem Lande noch erheblich zunehmen wird. „O.„Brennspiritus. Der Vorsitzende der Reichsbranntweinstelle erlaßt eine Bekanntmachung, in der es u. a. heißt: 1. Vom 1. September an dürfen monatlich wieder 25 Hundertteile der Menge, die im gleichen Monat des Jahres 1915 für häusliche Zwecke(Flaschenspiritus) verbraucht worden ist, zu denselben Zwecken in den Verkehr gebracht werden. Von diesen 25 Hundertteilen werden 20 Hundertteile zum Preise von 55 Pfg. für das Liter gegen Bezugsmarken, die von den Kommunalverbänden ausgegeben werden, der Rest von 5 Hundertteilen zum Preise von 1.50 Mk. für das Liter ohne Bezugsmarken geliefert. ° Gewerbetreibende, die vollständig vergällten Branntwein zur Verarbeitung im eigenen Betriebe benötigen, haben sich zur Erlangung der erforderlichen Bezugsmarken wie bisher an die Großvertriebsstellen zu wenden. Bezugsmarken, die den Kommunalbehörden überlassen sind, dürfen keinesfalls zur Befriedigung gewerblicher Bedürfnisse abgegeben werden. 3. Die Abgabe von Flaschenspiritus erfolgt wie bisher durch Kleinhändler. Aus der Stadt. Münster, 26. August. Aus dem Militär=Wochenblatt. Befördert: zu Leutnants der Res.: die Vizewachtmeister* Koestle(Coesfeld), die Vizeseldwebel:* Hemker,* Fleer,* Bischoff, sämtlich aus Münster: zum Leutnant der Landw.=Train 1. Aufgebots: * Hageböck(Coesfeld). * Vom Wetter. Die Witterung hat in der letzten Woche eher, als zu erwarten stand, eine günstige Wendung genommen. Die große Veränderlichkeit löste endlich ein beständiger Witterungscharakter ab. Zwar trat hier und da Gewitterneigung auf, doch wurde sie meist glücklich überwunden. Nur am Donnerstag, an dem sich die Hundstage verabschiedeten, kamen Gewitter zur Entladung. Sie gaben dem gewitterreichen Zeitabschnitt einen passenden Abschluß und brachten kräftige Niederschläge, unter die an manchen Stellen auch Hagel gemischt war. Die sonnenreichen Tage dieser Woche haben auf die Feldfrüchte einen günstigen Einfluß ausgeübt, wenn auch bemerkt werden muß, daß durch die Wiedererwärmung die Raupenplage einen gesteigerten Umfang angenommen hat. Des Abends macht sich bereits eine ziemliche Abkühlung bemerkbar, die sich am Schlusse der Woche noch steigerte. Sie entspricht der vorgeschrittenen Jahreszeit. Nächtliche Abkühlung bringt jedoch gewöhnlich heitere Tage, und diese sind sowohl zur Reife wie zur Ernte der Herbstfrüchte willkommen. ( Warnung vor der Ruhr. Neuerdings hat die übertragbare Ruhr nicht unerheblich zugenommen, und es sind auch bereits mehrfach Todesfälle der Ruhr vorgekommen. Größte Vorsicht und Sauberkeit ist geboten. Gegenüber der viel verbreiteten Annahme, daß der Genuß verdorbener Nahrungsmittel zum Ausbruch von Ruhrepidemien Anlaß gegeben habe, ist darauf hinzuweisen, daß verdorbene Nahrungsmittel zwar an sich keine Ruhrerkrankungen hervorrufen, jedoch das Zustandekommen der Infektion mit Ruhrerregern begünstigen können. Bei einem Auftreten von Ruhrerkrankungen ist es Pflicht eines jeden, sofort Anzeige zu erstatten. Fünf Riesengurken vom Gärtner Anton Kracht (Warendorfer Straße), im Treibhause gezogen wurden gestern in unserer Redaktion vorgezeigt. Die fünf Gurken. deren größte eine Länge von 70 Zentimeter hatte, und noch nicht die größte der in der Krachtschen Gärtnerei gezogenen ist, haben ein Gewicht von zusammen 22 PfundVom Standesamt. Sterbefälle. 23. Aug. Tohn des Lademeisters Hermann Kleinhans, 4 Mon.— Geschäftsreisender Anton Marek, 50 J.— Berufslose Dorothea Grzesczak, 18 J.— 24. Private Franziska Meschede 61 J. * Mitteilungen des städtischen Kriegsausschusses. Sonntag erste Hälfte der Magermilchkundenliste. Montag zweite Hälfte der Magermilchkundenliste. Butter= und Kartoffelverkauf von 8—12 und 2½—7 Uhr. in der Verkaufsstelle Servatiiplatz am Montag für die Nru. 1—1800, Dienstag 1801—3700, Mittwoch 3701—5800, Donnerstag 5601 bis 7500, Freitag 7501—9300: in der Stadthalle Neubrückenstraße am Montag für die Nru. 1—1300, Tienstag 1301—2700, Mittwoch 2701—4100, Donnerstag 4101 bis 5500, Freitag 5501—6800: in der Verkaufsstelle Göbenstraße am Montag für die Nru. 1—1000, Dienstag 1001—2100, Mittwoch 2101—3200, Donnerstag 3201 bis 4300, Freitag 4301—5300; in der Verkaufsstelle Kreuzstraße am Montag für die Arn. 1— 900, Tienstag 901—1900, Mittwoch 1901—2900, Donnerstag 2901 bis 3800, Freitag 3801—4600; in der Verkaufsstelle Warendor fer Straße am Montag für die Nru. 1— 600. Tienstag 601—1200, Mittwoch 1201—1800, Donnerstag 1801—2400, Freitag 2491—2900. Kompfmenge 60 Gramm. Preis 38 Pfa. An Kartoffeln werden in dieser Woche 7 Pfund zum Preise von 12 Pfg. je Pfund abgegeben. Haushaltungen, die selbst Frühkartoffeln ernten, sind nicht bezugsberechtigt. Warendorferstraße Eierverkauf. Kopfmenge zwei Eier, Preis 28 Pfg. das Stück. Brotsarte(Militärausweiskarte), Warenkarte, Fettlarte, Eierkarte und Kleingeld mitbringen! Die Fleischkundenliste liegt am Montag und Dienstag dieser Woche zur Neueintragung auf. Dienstag, 28. August, werden für Inhaber von Lebensmitelkarten, deren Wohnungen weder an die Gasnoch an die elektrische Leitung angeschlossen sind, im früheren Restaurant Stienen, Syndikatsgasse Nr. 6, Bezugsmarken für 1 Liter Brennspiritus ausgegeben, und zwar sollen für diejenigen Bezugsberechtigten, welche bei der letzten Ausgabe keine Bezugsmarken erhalten haben, solche in der Zeit von 8 bis 10 Uhr verabfolgt werden. Der Rest wird von 10 bis 1 Uhr für Bezugsberechtigte mit den Buchstaben A. bis H. ausgegeben. Für die Bezugsberechtigten mit den Buchstaben J. bis Z. werden in all ernächster Zeit Bezugsmarken ausgegeben. Der Tag der Ausgabe wird demnächst bekanntgegeben werden. Der Fleischermeister Franz Frenke, Hörsterstraße 41, wird bis auf weiteres mit Fleisch nicht mehr beliefert, da er sich in der Führung seines Betriebes als unzuverlässig erwiesen hat. Die bislang bei Frenke eingetragenen Kunden müssen sich anderweitig eintragen. Aus den Provinzen. * Harjewinkel. 25. Aug.(Pferd und Wagen gestohlen.) In einer der letzten Nächte wurden einem Kolon in Marienfelde ein Pferd und ein Jagdwagen gestohlen. Die Diebe sind unerkannt entkommen. ) Iburg. 24. Aug.(Der Blitz) fuhr gestern abend bei einem sogen. trockenen Gewitter in eine Scheune des Landwirts Hermann Pohlmann auf dem„Marsch“,. Gemeinde Mescher. Dank der tatkräftigen Hilfe der von allen Seiten schnell herbeigeeilten Nachbarn und der Einwohner des 10 Minuten entfernten Fleckens Iburg, die auch ihre Feuerspritze entsandten, dank ferner dem dem Wohnhause abwendigen Winde gelang es, alle übrigen Gebäulichkeiten zu retten. Mit Anerkennung muß noch einiger russischer Gefangenen gedacht werden, die mit wahrer Todesverachtung sich an den Rettungsarbeiten beteiligten. Die abgebrannte Scheune war der Stapelplatz einer großen Menge Getreide, das in diesen Tagen gedroschen werden sollte. Gegen Mitternacht war die Gefahr so weit beseitigt, daß der Besitzer und seine 10 köpfige Familie die Nachtruhe aufsuchen konnten. Das Gewitter hatte sich inzwischen verzogen. Aus dem Kreise Hamm. 24. Aug.(Brotpreiserhöhung.] Mit Montaa tritt im hiesigen Kreise eine ganz wesentliche Erhöhung des Brotpreises in Kraft. Diese Erhöhung beträgt fast 25 vom Hundert des bisherigen Preises, da der Höchstpreis für ein sechspfündiges Kriegsbrot von bisher 1.05 Mk. auf 1.30 Mk. erhöht wird. Ferner steigt der Mehlpreis im Kleinhandel für Roggenmehl von 21 auf 26 Pfg. und für Weizenmehl von 23 auf 27 Pfg. das Pfund. □ Dorsten, 24. Aug.(Ein fast unglaublicher Vorfall), der leider ein junges Menschenleben forderte, ereignete sich am gestrigen Tage in der nahgelegenen Gemeinde Hardt=Gahlen. Zum Schutze seiner Kürbisfrüchte hatte dort ein Besitzer eine elektrische Leitung gelegt, die mit der an seinem Hause vorbeiführenden Starkstromleitung in Verbindung gebracht war und des Nachts eingeschaltet wurde. Das Ende des Drahtes war an die Kürbisse gelegt. Um einige Kinder, die sich in dem Garten aufhielten, zu vertreiben, schaltete der 10jährige Sohn des Besitzers den Strom ein und hatte vergessen, ihn wieder abzustellen. Einige Zeit später kam der Junge der Leitung selbst zu nahe und wurde augenblicklich getötet. ∆ Recklinghausen, 24. Aug.(Unglücksfälle.) Auf dem hiesigen Hauptbahnhofe wurde die im Eisenbahndienst stehende Ehefrau Schneider, deren Mann im Felde steht, von dem aus Sinsen eintreffenden Personenzuge überfahren und auf der Stelle getötet. De auf so traurige Weise ums Leben gekommene Frau war Mutter von sechs Kindern.— Auf der Schachtlanlage„Scholven“ wurde der Kohlenwäscher Joseph Kuhlmann beim Kohlenausfahren von einem Treibriemen erfaßt und mehrere Male herumgeschleudert. Er war sofort tot. Köln, 23. Aug.[Ein Schtier als Lebensretter.) Ein vierjähriges Mädchen ruschte beim Spielen auf einer Krippe von den Poller Wiesen aus und fiel ins Wasser. Der Körper des Kindes tauchte zweimal aus der Flut auf und verschwand dann. Schrell entschlossen sprang ein am Ufer badender Knabe im Alter von 13½ Jahren ins Wasser, um das Kind zu retten. Er hatte es auch bald gefaßt, mußte es aber wieder loslassen, da es ihn herunterzog. Unerschrocken tauchte er dann wieder unter, und nun gelang es ihm mit großer Mühe und unter eigener Lebensgefahr, das Opfer dem Strom zu entreißen und glücklich noch lebend ans Land zu bringen. Koblenz, 25. Aug.(WTB.) Die bulgarischen Tagesschriftsteller sind gestern gegen mittag von Essen hier eingetroffen. Sie wurden am Bahnhof von den Vorsitzenden der Ortsgruppe Koblenz des Reichsverbandes der deutschen Presse und des Bezirksvereins Koblenz=Trier des Vereins deutscher Zeitungsverleger, sowie dem Oberbürgermeister Klostermann empfangen. Nach einer Bahnfahrt durch die Stadt wurde mit dem Salondampfer„Hindenburg“ eine Fahrt nach Bacharach angetreten. Auch die Spitzen der hiesigen Zivil= und Militärbehörden beteiligten sich daran. Die bulgarischen Gäste waren von der Schönheit des Rheins aufs Höchste entzückt und gaben ihrer Freude wiederholt lebhaften Ausdruck. iorer Kriegsunterstützung und Armenpflege. Den Unterschied zwischen Familienunterstützung und Armenpflege, der für die Ausübung der staatsbürgerlichen Rechte von Bedeutung ist, hat das Bundesamt für das Heimatwesen in Berlin in einem bemerkenswerten Urteil festgelegt. Nach der Entscheidung des Bundesamts, vor dem die Streitigkeiten der Armenverbände zum Austrage kommen, war der Zweck des Familienunterstützungsgesetzes der, den Unterstützungen der Familien der Kriegsteilnehmer den niederdrückenden Charakter der Armenpflege zu nehmen. Habe demnach die infolge der Kriegseinberufung des Ernährers entstandene Hilfsbedürftigkeit seiner Familie unter allen Umständen der Armenpflege entzogen werden sollen, so sei diese Familie niemals hilfsbedürftig im armenrechtlichen Sinne: die Leistungen, die ihr gewährt würden, trügen nicht den Charakter der Armenpflege. Sie seien nicht bestimmt, armenrechtliche Hilfsbedürftigkeit, sondern eine Hilfsbedürftigkeit zu beseitigen, die auf den Krieg und die Einberufung des Ernährers zurückzuführen sei und die nach besonderer gesetzlicher Bestimmung der Armenpflege entzogen und einer besonderen Fürsorge oder Kriegswohlfahrtspflege überwiesen worden sei. Da auch die über die Mindestsätze hinaus erforderlichen Unterstützungen niemals einen armenrechtlichen Charakter tragen sollten, so hätten sie diesen Charakter auch dann nicht. wenn sie an Stelle der Lieferungsverbände von anderer Seite gewährt worden seien.— In einem anderen Urteil des Bundesamts wird weiter festgestellt, daß eine Gemeinde den Unterstützungen, die sie an aus Anlaß des Krieges erwerbslos gewordene Personen zahlt, nicht etwa in ihrer Eigenschaft als Armenverband den Charakter der Armenpflege beilegen darf. Eine Familienunterstützung sei übrigens auch dann keine Armenunterstützung, wenn sie voraussichtlich auch ohne die Einberufung ersorderlich geworden wäre. Es mache ferner keinen Unterschied wenn die Kriegsunterstützung ganz oder zum Teil an Stelle einer schon zuvor gewährten Armenunterstützung trete. Vermischtes. * Der Erreger des Typhusjiebers entdeckt? Haag, 24. Aug. Professor Benzo Futaki will als Ergebnis dreijähriger Arbeit im kaiserlichen Laboratorium in Tokio den spezifischen Erreger des Thyphusfiebers entdeckt haben. Er nennt ihn spirochaelus exanthematotyphis. Handel und Industrie. Berlin, 25. Aug.(WTB.] Im freien Börsenverkehr ist am Industriemarkt die feste Grundstimmung bestehen geblieben. Die führende Rolle fiel heute hier Montanwerten zu, da der glänzende Abschluß von Hoesch als Kennzeichen für die Lage dieser Industrie angesehen wird. Neben Bochumern und Phoenix waren es besonders Oberschlesische Werte, die behauptet wurden. Auch für die führenden Werte der chemischen Großindustrie, ferner für einzelne Zement= und Papierfabrik=Aktien zeigte sich gute Kauflust zu höheren Preisen. Für Kolonialwerte und türkische Werte hielt das Interesse an. Im Verlaufe kam in den Rüstungswerten und auch in Daimler etwas Ware zum Verkauf, wodurch diese Aktien abbröckelten. Auf den übrigen Marktgebieten keine Anderung von Bedeutung. Die Zufuhren im neuen Getreide fangen an, geringer zu werden. Manche Partie, die bereits auf dem hiesigen Bahnhof eingetroffen war, wurde nach dem Westen weitergesandt. Für einzelne Zwischenfruchtsämereien, wie Spörgel und Stopvelrübensamen war eine Abnahme in der Nachfrage zu bemerken. Lebhaft begehrt waren Inkarnatklee und Winterwicken. Die bisherigen Schwierigkeiten, größere Mengen Vogelwicken zur Saat anzuschaffen, sind durch die vom Kriegsamt bestimmte Aufhebung der Höchstpreise für Winterwicken etwas gemildert worden. Die Kaufleute hofften dadurch mehr „Ware vom Lande zu erhalten. In Saatgetreide hat eine vermehrte Vermittlung durch Agenten stattgefunden. Heu und Stroh bleiben unverändert knapp. Devisen=Kurse der Berliner Börse. Telegr. Auszahlungen für: Geld Brief Holland Dänemark Schweden Lorwegen Schweiz Oesterr.=Ung. Bulgarien Türkei Spanien Hauptredakteur Rudolf Strietßelt.— Es verantworten: den redaktenellen Teil Paul Koene, die Reklamen und Inserate Antor. Busch, alle in Münster.— Druck und Verlag der Aschendorffschen Buchhandlung in Münster. Tosenen Lis#### non ###somgn Tehrcie##ns Clolsgerö wiest##### Die hiesige Goldankaufsstelle befindet sich im Rathaus und ist jeden Mittwoch von 10—12 Uhr geöffnet. Universität Frankfurt a. M. Das Verlesungsverzeichale für das am 17. September be. ginnende Wister-Semester ist erschienen u. wird vom Sekretariat(Jordanstrasse 17) gegen Voreinsendung von 45 Pfg. (Nachnahme 60 Pfg.). Ausland 80 Pfg., zugesandt. w4 — 3000 Mark— auf schöne ländliche Besitzung mu Munster zu leihen gesucht. Off. u. W 3.502 bes. Gesch.“ Ein 3½jähriger Asenwong,(Volach)., asese esche Schulze Tlessing Genden, Bezirk Münster. S 3—4000 Mark auf durchaus sichere 2. Hypothek von pünktlichem Zinszahler bald gesucht. 9fl. erb. unter 2 E 488 an die Geschäftsstelle ds. Bl. 16 Ia- und Verkäufe 8 2¼ Jahre alte mittelgr. schwere Seisectihe. zu verkaufen. 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