der deutschsprachigen Presse e.V. misistseif: Qusgabe a(ohne „Wochmschau“) in Münster zweimal täglich fust ins Haus gebracht 2 MNk. 10 Pfg,— auswärts von der Post abgeholt 2 Mk. 10 Pfg, durch den Briefträger gebracht überall, wo nur eiumal in Tage Briefbestellung stattfindet, 2 Mk. 52 Pfa. in Ort mit zwei= und mehrmaliger Bestellung 2 Mk. 2 Pfg.— Ausgabe 8(mit„Wochenchau") vierteljührlich 60 Pfg, mehr. Fernspr.: Redaktion u. Berlog Nr. 2445, 2440 u. 2450. (Michgekisplatz 9) Nr. 76. Zuei Ausgaber ugng. und Münsterische Volkszeitung. 44714 Wbomemten. Anzugen: Der Rauns für die Anzugenfpalte, 20 mm breit,“. Imm hoch, 25 Pf.; bei Anzeigen aus dem R.=Be. Münster 20 Pf., aus der Stadt Münster 15 Pf.(füe Anengesellschaften 2c., Vereine und Behörden 25 Pf.: Reklamen: Der Raum für die Reklamespalte, 87mm breit, Zmm hoch, 1 Mk.— Für Erfüllung von Platzvorschriften wird keine Gewähr, sowie für Drucksehler keine Haftung übernommen. Etwaiger Rabatt gilt als Kassenradatt u. kann verweigert werden, wenn Zahkung nicht binnen 4 Wochen nach Erhakt der Rechnung efolgt.— Gebühr für Beilagen nach Gewich ** Dritte Ausgabe. Dienstag, 14. August 1917. 66. Jahrgang. Nr. 577. In Erwartung starker Angrisse im Westen. 9 feindliche Flieger abgeschossen.— Neue schwerste Verluste des Feindes bei Panciu. Der Rumäne nach Nordwesten ins Gebirge zurückgedrängt. Vor der Schlacht im Westen. s C) Berlin, 14. Aug. Die untrüglichen Zeichen des Beginns einer neuen großen Schlacht im Westen, die zu dieser Stunde vielleicht schon entbrannt ist, sind nunmehr vorhanden. Nach dem Scheitern der englisch=französischen Angriffe in Flandern und an der Frout herunter bis zur Aisne, die mit dem 31. Juli einsetzte, hat man in Deutschland nicht daran gezweifelt, daß eine Fortsetzung dieser Angriffe zu erwarten sein würde, wenn sich der Feind von seinen ungeheuren Verlusten etwas erholt hätte und die nötigen Vorbereitungen getroffen haben würde. Diese Vorbereitungen sind mit Eifer betrieben worden. Sie sind der deutschen Heeresleitung keineswegs verborgen geblieben und so steht die deutsche Armce jetzt bereit, den neuen Vorstoß der Feinde zu erwarten. Gestern wurde bereits von uns wie von den Feinden eine starke Artillerietätigkeit gemeldet, namentlich aus Flandern und vor allem aus dem Raume von Verdun. Eine rege Fliegertätigkeit war damit verbunden und zeigte, daß das Feuer bald zu einem Trommelfeuer übergehen würde. Die Außerungen der gegnerischen Presse vervollständigten dieses Bild. Die belgischen Blätter in Le Hare und La Panne sprachen von bevorstehenden neuen Angriffen, an denen die belgische Armee mit mehreren Divisionen teilnehmen sollte. Es handelt sich wahrscheinlich um mehr als ein Gebiet, auf dem gekämpft wird. Der Hauptstoß der Franzosen aber ist bei Verdun zu erwarten. Der Grund, weshalb die Franzosen dieses heißumstrittene Gebiet gewählt haben, mag darin zu suchen sein, daß sie glauben, unter dem Schutze der Kanonen von Verdun eher vorwärts zu kommen. Aber sie werden hier auf denselben Widerstand stoßen, auf den die englischen Divisionen in Flandern gestoßen sind, nachdem eine ungeheure Artillerievorbereitung die Wege hatte ebnen sollen. Sie werden nichts erreichen als eine Wiederholung dessen, was wir immer gesehen haben. Möglicherweise werden sie anfangs Erfolge erzielen, möglicherweise werden unserer Truppen, gemäß ihrer bewährten Taktik, Stellen räumen, die nur mit einem unverhältnismäßig großen Verlust zu halten wären, aber die Front wird alle Angriffe überstehen, und in der festen Zuversicht, daß auch diesmal die Engländer und Franzosen sich die Köpfe einrennen werden, steht die Armee wie das ganze Volk voll Vertrauen hinter dem Feldmarschall Hindenburg. * Genf, 14. Aug.(KG.) Der Militärkritiker des„Matin“ hält die rumänische Armee für gefährdet. Der konzentrische Vormarsch der Armee Mackensens in der nördlichen und südlichen Flanke des russisch=rumänischen Heeres schaffe eine bedenkliche strategische Lage, der sich die Rumänen im günstigen Falle nur noch durch schnellsten Rückzug entziehen können. Daß die Bemühungen der russischen Regierung und Heeresleitung, die Disziplin wiederherzustellen, rasch greifbare Erfolge haben werden, glaubt nach den letzten Mitteilungen des russischen Berichts der Militärkritiker des„Matin“ nicht. — Laut der„Nowoie Wremja“ haben die Rumänen die Räumung der Gebiete westlich von Jassy durchgeführt.— Der„Corriere della Sera“ vom Sonntag bringt mehrere Meldungen aus Paris, wonach dort die Lage Rumäniens und seiner Armee sehr pessimistisch beurteilt wird. Der Korrespondent des„Secolo" telegraphiert aus London, man beginne zu zweifeln, ob die rumänisch=russische Armee den Vorstoß nach Odessa und die Eroberung von Beßarabien noch aufhalten könne.— Wie der„Times“ berichtet wird, wurde Odessa als Kriegsgefahrenzone erklärt. (9„Alle Friedenspfänder verloren.“ Stockholm, 14. Aug.(Frankf. Ztg.)„Rietsch“ würdigt die Räumung Galiziens einer eingehenden Betrachtung und stellt fest: Alle Friedenspfänder seien auf dem europäischen Kriegsschauplatz nunmehr verloren. Ein Drama sei zum für Rußland unheilvollen Abschluß gekommen. Mit dem Verlust Chotins rechnet das Blatt stark. Die Stadt habe zwar keine strategische Bedeutung mehr, dagegen sei sie ein lohnenderes Operationsziel wegen ihrer getreidereichen Umgebung. Die Ernte sei noch nicht geborgen und werde bei weiterem Vormarsch der Verbündeten deren Beute werden. Die Fliegertätigkeit an der Isonzo-Front. Wien, 13. #ug.(WTB.) Aus dem Kriegspressequartier wird gemeldet: Fliegertätigkeit. In der letzten Zeit hat sich die Fliegereätigkeit erhöht. Unsere bewährten und mutigen Flieger liefern täglich mit den sehr rührigen italienischen Fliegern Luftkämpfe. Durch das schöne Wetter begünstigt, war in den letzten Tagen an der Isonzo=Front die Fliegertätigkeit besonders rege. Bei den Luftkämpfen am 10. und 11. 8. wurden fünf feindliche Flieger abgeschossen. Hiervon brachte allein Hauptmann Brumowski drei feindliche Apparate zum Absturz. Selbst über dem Krn=Gebiet zeigten sich mehrere feindliche Flieger. Doch auch diese wurden von unseren tapferen Fliegern zur Umkehr gezwungen, ohne ihr Ziel zu erreichen. über der Korada wurde ein feindliches Flugzeug von unseren Fliegern in Brand geschossen. Der Seekrieg. 6# Christiania, 13. Aug.(Köln. Ztg.) Nach„Bergens Astonbladet“ macht Amerika in der letzten Zeit größere Anstrengungen, möglichst viele skandinavische Seeleute in amerikanischen Dienst zu bringen. Hierbei geht man so weit, daß man den skandinavischen Seeleuten den Erwerb des amerikanischen Staatsbürgerrechtes möglichst erleichtert, außerdem ihnen Gelegenheit gibt, in größerem Umfange Schiffsoffiziere in der amerikanischen Handelsflotte zu werden. Man hat zu diesem Zwecke bereits mehrere neue Navigationsmaschinenschulen eingerichtet, wo norwegische Seeleute völlig unentgeltlich Unterricht erhalten. Eine Menge norwegischer Seeleute hat sich bereits zu diesen Schulen gemeldet. 29000 Tonnen. Berlin, 13. Aug.(WTB.) Amtlich. Durch eines unserer U.Boote wurden neuerdings in der Biskaya und im Atlautischen Ozean 29000 BRT. versenkt. Unter den vernichteten Schiffen befanden sich ein schwer bewaffneter großer Dampfer. allem Anscheine nach der Wilsonlinie. ferner ein Dampfer von annähernd 10000 BRT., sowie ein unbekannter Frachtdampfer mit Munition, beide mit östlichem Kurs. Der Chef des Admiralstabes der Marine. Luftkrieg. Frankfurt a. M., 13. Aug. Der feindliche Fliegerangriff brachte auch eine empfindliche Störung der„Egmont“=Aufführung im Opernhaus, mit der der neue Leiter der städtischen Theater Frankfurt, Geheimrat Dr. Zeiß, seine Tätigkeit begann. Mitten im ersten Akt. in der Szene zwischen Egmont und seinem Sekretär, hörte man draußen lebhaftes Schrapnellfener. Der Spielleiter Walther Bruegmann, erschien auf der Bühne und ersuchte das Publikum, für eine Weile in Kellern und Gängen Aufenthalt zu nehmen, bis die Fliegergefahr besei tigt sei. Traußen war man dann Zeuge des Schauspiels eines Luftgefechtes. Erst nach zwanzig Minuten konnte die dadurch empfindlich gestörte Vorstellung ihren Fortgang nehmen. J Amsterdem. 14. Aug.(Köln. Zig.] Bei dem letzten Luftangriff auf Southend sind 32 Leute getötet und 49 verwundet worden. Großes Hauptauartier, 14. Aug.(W2B.) Westlicher Kriegsschauplatz. Starke Angriffe der verbündeten Gegner bereiten sich vor. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Der Feuerkampf auf dem Schlachtfelde in Flandern war wechselnd stark. Er erreichte an der Küste, nordöstlich und östlich von Ypern abends wiederum große Heftigkeit. Gewaltsame Erkundungen der Gegner brachen vor mehreren Abschnitten unserer Abwehrzone ergebnislos zusammen. Südwestlich von Westhoek warfen wir die Engländer aus einigen Waldstücken zurück. Im Artois war die Kampftätigkeit durchweg gesteigert, vornehmlich beiderseits von Lens und an der Scarpe. Auch an dieser Front scheiterten mehrere englische Vorstöße. Bei einem Unternehmen sächsischer und bayerischer Sturmabteilungen bei Neuve Chapelle wurde eine größere Anzahl vortugiesischer Gefangener eingebracht. Front des deutschen Kronprinzen. An der Aisnefront und in der Westchampagne war eine erhebliche Zunahme des Artilleriefeuers bemerkbar. Am Cornillet, südlich von Nauroy, griffen die Franzosen zweimal ohne jeden Erfolg die von uns dort am 10. August gewonnenen Stellungen an. An der Nordostfront von Verdun lagen die Artillerien tagsüber mit nur geringen Unterbrechungen in scharfem, sich dauernd steigerndem Feuerkampfe. Die Franzosen hatten auch in diesem Kampfabschnitt wieder starke Kräfte, vor allem an Artillerie, herangeschafft. Die amtlichen Berichte der Feinde. Französischer Heeresbericht vom 13. Aug. Nachmittags: Zwischen Cerny und Craonne zeigte sich die feindliche Artillerie sehr tätig, besonders im Abschnitt südlich von Ailles. Die Deutschen griffen an diesem Punkte vergeblich die Gräben an, die wir am 11. August eroberten. Sie wurden mit schweren Verlusten abgewiesen und erzielten keinerlei Erfolg. Ostlich von Reims, in der Champagne, in der Gegend des Helmund des Poehlberges und auf dem linken Maasufer ziemlich lebhafte Artillerietätigkeit. Zwei feindliche Handstreiche am Gehölz Caurieres und Bezonvaux scheiterten im Feuer. An der übrigen Front ruhige Nacht. Gestern wurden zwei deutsche Flugzeuge und ein Fesselballon von unsern Fliegern abgeschossen. Drei weitere feindliche Apparate mußten schwer beschädigt, landen. Englischer Heeresbericht vom 13. Aug. Nachmittags: Nichts zu melden.— Abends: Die feindliche Artillerie zeigte am Morgen südlich der Straße Arras—Cambrai und im Abschnitt von Nieupoort vermehrte Tätigkeit. Unsere Flugzeuge und Ballone arbeiteten gestern in Verbindung mit unserer Artillerie sehr erfolgreich: es wurden viele Photographien von uns aufgenommen und im Laufe des Tages vier feindliche Flugplätze ausgiebig mit Bomben belegt. Die feindlichen Luftstreitkräfte gingen zum Teil angriffsweise vor. In Luftgefechten wurden 9 deutsche Flugzeuge zum Niedergehen gezwungen, davon 2 in unseren Linien. 8 andere Maschinen wurden steuerlos gemacht. Von unseren Flugzeugen kehrten 7 nicht zurück. Russischer Bericht vom 13. August. Westfront: Lebhafte Tätigkeit der feindlichen Artillerie in der Gegend der Stadt Zborage, in der Richtung von Volotschisk. In der Gegend von Husiatyn drangen unsere Aufklärer, die den Pruth überschritten batten, in den österreichischen Teil von Husiatyn ein, nahmen nach Handgranatenkampf 21 Deutsche gefangen und erbeuteten 2 Maschinengewehre. An der übrigen Front Gewehrfeuer.— Rumänische Front: In der Gegend der Quelle des Dobraflusses und nördlich vom Flusse Doftien dauern die Kämpfe mit abwechselnden Erfolgen an. Westlich Okna-Grosesei fanden den ganzen 11. 8. über äußerst heftige Kämpfe statt. Österreicher und Deutsche machten wiederholt hartnäckige Angriffe, besonders in der Richtung von Okna: am Abend zwangen sie die Rumänen, sich auf Kna=Pochnile=Moschonele und in der Richtung westlich von Grocesei zurückzuziehen. In der Richtung von Foosani griffen Esterreicher und Deutsche im Laufe des 11. 8. längs der Eisenbahn Focsani—Meresesci erbittert an. Unsere und rumänische Truppen verteidigten trotz der zahlenmäßigen Überlegenheit des Feindes zäh ihre Stellungen und machten Gegenangriffe, bei denen etwa 1200 Deutsche gefangen genommen wurden. Bei Einbruch der Nacht zogen sich jedoch infolge des kräftigen Druckes der Deutschen unsere und die rumänischen Truppen auf Veloni—Meresesci—Finceni zurück. In der Gegend der Buzeumündung ergriffen unsere Truppen die Offensive, bemächtigten sich durch einen Handstreich eines Teiles der feindlichen Stellungen. machten Gefangene und erbeuteten 4 Geschütze und 8 Maschinengewehre. — Kaukasusfront: Die Lage ist unverändert.— Flugwesen: Deutsche Geschwader warfen Bomben in der Gegend des Fleckens Syow, in der Richtung von Baranowitschi und auf den Bahnhof von Molodetschno. Rußland. Köln, 14. Aug.(Köln Vztg.) Der Berichterstatter des „Algemeen Handelsblad“ in Stockholm meldet seinem Blatte: Ich vernehme von gut unterrichteter Seite, daß Kronstadt von 20000 den Bolschewicki günstig gesinnten Matrosen besetzt ist. Die Besatzung hat sich auch eines Teiles der Ostseeflotte bemächtigt. Kronstadt wird durch die Regierung blockiert. In Kronstadt befinden sich noch einige Tausend Arbeiter, die zu den Anhängern der Bolschewicki gehören. Die russische Regierung hofft in vier bis fünf Wochen Kronstadt eingenommen zu haben. Stockholm, 14. Aug.(Köln. Vztg.) Der Berichterstatter des„Algemeen Handelsblad“ meldet seinem Blatte: Ich vernehme von finischer Seite, daß der finische Landtag beabsichtigt, in kurzer Zeit in einer Provinzstadt zu einer Sitzung zusammenzutreten. Das Landtagsgebäude in Helsingfors wird durch die Russen besetzt. Die Exzarin schwer krank. Wien, 14. Aug.(BB.) Wie„Rußkoje Slovo“ meldet, habe sich der Zustand der Exzarin derart verschlimmert, daß mit dem Schlimmsten gerechnet werden muß. Sie könne infolge geschwollener Füße schon nicht mehr gehen und werde fortgesetzt von heftigen Herzkrämpfen befallen. Aus aller Welt. Madrid, 13. Aug.(WTB.) Reuter. Die Regierung beschloß, über ganz Spanien den Ausnahmezustand zu erklären. Es kam in Madrid zu unbedeutenden Zwischenfällen, die leicht unterdrückt wurden. In der Hauptstadt herrscht vollkommene Ruhe. Dagegen meldet Havas: Von verschiedenen Orten werden Gewalttätigkeiten gemeldet, die das Militär schnell unterdrückte. Die meisten Arbeiter wünschen ruhig zu arbeiten. Die Mehrzahl der Madrider Zeitungen wird heute Armee Herzog Albrecht. Zwischen Maas und Mosel wurden feindliche Gegenstöße bei Flirev abgeschlagen. In der Lothringer Ebene und im Sundaau war gleichfalls die Feuertätigkeit lebhafter als sonst. * In zahlreichen Luftkämpfen wurden 9 feindliche Flieger und 2 Fesselballone abgeschossen. Oberleutnant Dostler hat am 12. August seinen 23. und 24. Gegner zum Absturz gebracht. Ostlicher Kriegsschauplatz Heeresfront des Prinzen Leopold von Bayern. Keine größeren Kampfhandlungen. Front des Generalobersten Erzherzogs Josef. Südlich des Trotosulabschuittes machte der Gegner uns durch starke Gegenangriffe unseren Geländegewinn streitig. Auch südlich des Oitoz= und Casinutales führte er heftige Angriffe, die sämtlich zurückgeschlagen wurden. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen. Bei Panciu kam es zu neuen Kämpfen, bei denen der Feind in ersolglosen Angriffen schwerste Verluste erlitt. Zwischen Susita= und Putnatal drängten unsere Truppen, den sich zähe wehrenden Gegner nach Nordwesten ins Gebirge zurück. Längs des unteren Sereth verliefen Vorfeldgesechte für uns günstig. Gefaugene und Beute wurden geborgen. Im Mündungsgebiet der Donau lebte die Feuertätigkeit auf. Mazedonische Front. Nichts Neues. Der Erste Generalquartiermeister Ludendorff. abend nicht erscheinen, mit Ausnahme der Blätter, deren Angestellte nicht organisiert sind. Washington, 14. Aug.(WTB.) Es wird mitgeteilt, daß die Nationalarmee, die durch das Loos bestimmt wird, im September unter die Fahnen berufen werden soll. Maßregelung einer holländischen deutschfeindlichen Zeitung. Heag, 13. Aug. Wegen eines außerordentlich heftigen deutschfeindlichen Artikels unter der Überschrift:„Wie lange noch“, ist das„Eindhovener Dagblad“(der Artikel betraf die angeblich innerhalb der holländischen Territorial= gewässer erfolgte Versenkung eines holländischen Sischereifahr uges von dem Kommandanten des Feldheeres in der holländischen Provinz Brabant auf acht Tage veröoten worden. Kohlenmangel in Holland. Haag, 13. Aug. In Helland mußten infolge Kohlenmangels in den letzten acht Tagen wieder eine Anzahl Betriebe stillgelegt werden, wodurch über 25 000 Arbeiter beschäftigungslos geworden sind. Die Entschädigungen für Zierikzee. Von der Westgrenze, 13. Aug. Der Amsterdamer„Telegraaf“ meldet vom 13. ds. Mts.: Die englische Regierung hat als Vergütung für den durch Bombenabwurf eines englischen Fliegers auf Zierikzee angerichteten Schaden 120 000 Gulden zur Verfügung gestellt. Vom Sozialistenkongreß in Stockholm. Amsterdam, 14. Aug.(BB.] In London wird in eingeweihten Kreisen bestimmt angenommen, daß Amerika, Frankreich und England die Reise ihrer sozialistischen Vertreter nach Stockholm zu verhindern wissen werden. Italien werde die Reise wahrscheinlich erlauben. Eine Erklärung der französischen Sozialisten. Paris, 13. Aug.(WTB.] Havas. Die Vertreter der Sozialistenpartei hielten Samstagnachmittag eine Versammlung ab. Nach einem langen Vortrag Brackes über den Frieden wurde folgende Erklärung angenommen: Die französische Sozialistenpartei kommt nicht nach Stockholm, um dort einen Friedensvergleich zu suchen, der das Schicksal der Völker in der Schwebe und es neuen Kriegen preisgeben ließe, sie kommt dorthin, um auszusprechen, daß allein die Achtung vor dem Völkerrecht, die Achtung vor Verträgen und die Verpflichtung, in der Zukunft alle möglichen Streitigkeiten dem Richterspruch der Nationen zu unterwerfen, einen annehmbaren Frieden herbeiführen können. Sie kommt dorthin, um alle Sozialisten aufzufordern, die Regierungen, welche für die zu Beginn des Krieges begangenen Gewalttätigkeiten verantwortlich sind, zu verurteilen, und daß die Sozialisten, nachdem sie die Verurteilung ausgesprochen haben werden, gegen die Regierungen auftreten, um den Krieg abzukürzen, indem sie Ehre und Leben der Völker schützen. Sie kommt dorthin, um zu fordern, daß die Regierungen, welche sich dessen noch weigern, verpflichtet werden, kundpugeben, ob sie zu den Wiederherstellungen bereit sind, welche das Völkerrecht in sich schließt, und öffentlich zu erklären, ob sie beabsichtigen, sich immer noch mit der Kriegskarte zu bewaffnen, um den Frieden herbeizuführen. Sie kommt dorthin, um zu fragen, ob die Sozialisten, welche darauf bestehen, ihre moralische und materielle Hilfe den schuldigen Regierungen zur Verfügung zu stellen, noch weiterhin Mitglieder der Internationale bleiben können, und ob die Internationale nicht diejenigen als die Ihrigen anerkennen wird, welche auf die Verantwortlichkeiten hinweisen und dadurch zeigen, daß sie entschlossen sind, Taten zu vollbringen, die der Internationale Kraft und Leben geben werden zu der gleichen Zeit, wo sie den Völkern den Weg zu einem wohltätigen Frieden weisen. Was die Bedingungen ihrer Teilnahme an der internationalen Konferenz betrifft, so erklärt die französische Sozialistenpartei, daß sie bereit ist, an jeder regelrecht zusammenberufenen Konserenz sich zu beteiligen, unter der Bedingung, daß sie erfährt, wem sie dort begegnen soll, den Zweck der Versammlung und ob die Konferenz dort wirksam sein kann. Die Versammlung muß zusammenberufen werden in Übereinstimmung mit den Vertretern des Volzugs=Ausschusses und des internationalen sozialistischen Bureaus. Sie soll Abgeordnete umfassen, die in gültiger Weise bevollmächtigt sind durch die der Internationale regelrecht angegliederten Parteien und durch Körperschaften, die das Recht besitzen, auf den internationalen Kongressen vertreten zu sein. Die Art und Weise, in der die Stimmen abgegeben werden, soll vorher festgelegt werden. Die Abgeordneten müssen mit gültigen Vollmachten versehen sein; damit die Versammlung internationale nützliche Wirkungen erzielen kann, ist es notwendig, daß vorher alle Abteilungen über den folgenden Grundsatz sich äußern:„Besitzt im Falle eines kriegerischen Angriffes von seiten einer oder mehrerer Mächte, das Proletariat des oder der angegriffenen Völker ein Recht auf Hülfe aller Proletariate und aller kriegführenden Nationen oder nicht?“ Eine Hülfe, welche gemäß den Möglichkeiten und gegebenen Umständen in jedem Lande gegeben werden kann, erstreckt sich vom einfachen Einspruch bis zur bewaffneten Intervention gegen die den Frieden störenden Mächte. Ohne dieses vorherige Übereinkommen könnte irgend eine Versammlung nur ergebnislose Besprechungen herbeiführen vder, was schlimmer sein würde. Widerstände die die bedrohte Einigkeit der Internationale noch mehr zu brechen drohten. Sousun eserr Kess — Eine Erklärung Hendersons. London, 13. Aug.(WTB.) Reuter. Im Unterhause gab Henderson eine längere Erklärung über die seinen Rücktritt begleitenden Umstände ab. Er bestritt, jemals die Absicht von einer Anderung seiner Haltung gegenüber der Stockholmer Konferenz geäußert oder seine Kollegen irregeführt zu haben und legte dann dar, daß er bei der Konferenz der Arbeiterpartei in der Sache für oder wider die Stockholmer Konferenz stärkere Ausdrücke für die russische Mitteilung gegen die Konferenz gebraucht habe, als sie in der Mitteilung der russischen Regierung enthalten waren. Er habe keine Absicht gehabt, der Konferenz irgendeine Mitteilung vorzuenthalten. Er habe die Konferenz davon in Kenntnis gesetzt, daß die Stellung der russischen Regierung sich geändert habe. Henderson sprach sich gegen eine weitere Erörterung aus und beteuerte seinen Wunsch, den Krieg siegreich zu Ende geführt zu sehen. Lloyd George erklärte, das ganze Haus werde Hendersons Ruf nach Einigkeit und Sieg zustimmen. Henderson habe alle Mitglieder des Kabinetts unter dem Eindruck gelassen, daß er beabsichtige, auf der Arbeiter=Konferenz seinen Einfluß gegen die Stockholmer Konferenz zu verwenden. Er tadele Henderson, weil er die Mitteilung der russischen Regierung nicht verlesen habe, und warf die Frage auf. ob irgend jemand die Vorstellung habe, daß es keinen wesentlichen Unterschied bedeutet hätte, wenn jenes Telegramm auf der Konferenz verlesen worden wäre. Im Laufe der weiteren Aussprache sagte Lloyd George: In den letzten Tagen hat sich etwas geändert: es wurden Austrengungen gemacht, die Manneszucht in der russischen Armee wiederherzustellen. Unter diesen Umständen ist nichts verhängnisvoller als mit den Feinden eine Konferenz abzuhalten gerade in dem Augenblicke, wo der erste Schritt zur Wiederherstellung der Manneszucht unternommen wird, um die Verbrüderung mit dem Feinde an der Front zu verhindern. Zu diesem Entschluß sind vier alliierte Regierungen gekommen. Für den Augen blick sage ich lieber nichts über die Meinung Rußlands. Es hat seine großen Schwierigkeiten. Die Vereinigten Staaten haben entschieden, daß sie nicht gestatten können, daß Delegierte hingehen: das ist die große Demokratie. Die französische Regierung kam zu demselben Schluß, Italien ebenfalls. Die englische Regierung ebenso.(Lebhafter Beifall.) Die vier alliierten Länder kamen endgültig zu dem Schlusse, daß. wenn die Friedensbedingungen erörtert werden sollen, sie von Vertretern der ganzen Nation erörtert werden müssen. Ich bin der letzte, der die Macht der Arbeiter herabsetzen will: ich bin der letzte, um etwas zu sagen, was ihrem Einfluß oder ihrer Macht abträglich ist. Aber sie sind nicht die ganze Gemeinschaft. Wenn der Friede kommt, muß er von der Nation als Ganzes gemacht werden. In Rußland ist eine sozialistische Regierung, und wenn es zur Erörterung der Friedensbedingungen kommt, muß sie die maßgebende Meinung der Nation binter sich haben. Ich glaube, es wird klar daß die russische Regierung keine Verantwortung trägt für die Stockholmer Konferenz. Ich behaupte, daß wir Rußland den allergeringsten Gefallen täten, wenn wir einen solchen Plan begünstigen würden.(Beifall.) Sodann sprach Asquith und erklärte, daß er gern eine Bemerkung von allgemeiner, seiner Meinung nach wesentlicher Bedeutung machen möchte. Der Premierminister habe am Schlusse seiner Rede eine Erklärung abgegeben, die allgemeinen Widerhall finden werde, nicht allein im Hause, nicht allein im Lande, sondern bei allen alliierten Regierungen: die Erklärung, daß der Friede, den alle wünschen, und der einzige Friede, der den gebrachten Opfern entspreche oder sie wieder gut machen würde, ein Friede sei, der von der Bevölkerung aller beteiligten Länder gebilligt werde. Asquith fuhr fort: Es wäre schmerzlich, wenn als Ergebnis der heutigen Erörterung für die Welt der Eindruck bliebe, daß diejenigen Leute in der Arbeiterbewegung des Landes, die sich anschicken, zur Stockholmer Konferenz zu gehen, sich dazu anschicken, dort den Weg zu bereiten oder den Grundstein zu legen für einen zweifelhaften Frieden. Ich las eine Erklärung der von der Arbeiterpartei gebilligten Politik. Es ist die Erklärung des Entschlusses, in diesem Kriege auszuharren, bis die großen Ziele, die wir uns gesteckt haben, erreicht sind. Die Arbeiterpartei Englands, mir Ausnahme einer, wie ich glaube. unbedeutenden Minderheit, ist so. wie im Augenblick der Kriegserklärung entschlossen, nicht zuzulassen, daß die riesigen Opfer unserer Verbündeten und die unserigen für nichts geachtet werden und das Schwert erst in die Scheide zu stecken, wenn wir einen Weg sehen, einen befriedigenden, dauernden Frieden zu erlangen. Ich hoffe, das ist der Eindruck, den die Debatte bei den Alliierten hinterlassen dürfte. * Nachfolger Hendersons. London, 13. Aug.(WTB.) Reuter. Amtlich. Barnes wird Nachfolger Hendersons als Vertreter der Arbeiter im Kriegskabinett sein. Nichtamtlich wird erklärt, daß die Ernennung von den andern Regierungsmitgliedern der Arbeiterpartei gebilligt wird. Deutsches Reich. Berlin, 11. Aug.(WTB.] Nach der„Tägl. Rundschau" ist der nationalliberale Landtagsabgeordnete Fuhrmann seit einiger Zeit erkrankt und mußte sich in ein Sanatorium begeben. Berlin, 14. Aug.(BB.) Der Verkauf der„Nordd. Allgem. Zeitung", der noch vor wenigen Monaten energisch bestritten wurde, wird, wie laut„Berl. Tageblatt“ die„Freis. Zeitung" erfährt, zur Tatsache. Eigentümer der Zeitung ist jetzt die Firma Reimar Hobbing, die anscheinend versuchen will, das Zeitungsunternehmen auf eine breitere Basis zu stellen. Gefangennahme der deutschen Adventisten=Missionare in Deutsch=Ostafrika. Hamburg, 13. Aug. Die im Pare=Gebirge zwischen Usambara und Kilimandjaro, tätigen Missionare der hiesigen Adventisten=Mission wurden, laut einem Briefe aus Tanga vom 16. März, seit Mitte Februar, alle in das Konzentrationslager von Tanga gebracht. Nur ein Missionare blieb bei seiner nervenkranken Frau. Die Frauen beließ man noch auf den Stationen, wo sie unter viel leiblicher und seelischer Not mit eingeborenen Gehilfen die Arbeit weiter leisten. Die Frauen von den Stationen am Ost= und Südufer des Viktoriasees wurden zunächst an das Westufer nach Bukoba gebracht, dann nach Kampola in Uganda, von hier nach der Hauptstadt Nairobi und endlich ebenfalls nach Tanga. Ihre Männer sind schon vor länge(rer Zeit nach Indien übergeführt worden. Von der Berliner Börse. Berlin, 14. Aug.(WTB. Die Börse legte sich heute große Zurückhaltung auf. Für keine Gruppe von Wertpapieren gab sich besonderes Interesse kund. Umsätze bemerkenswerten Umfanges kamen nur in einzelnen Papieren zustande, für die sich Anregung besonderer Art geltend machte. So stiegen Daimler auf andauernd umlaufende Kapitalserhöhungsgerüchte. Ferner wurden Gebrüder Böhler, Scheidemantel. Gladbacher Wolle und Oberschlesische Kokswerke zu anziehenden Kursen gekauft. Im übrigen blieb der Kursstand bei fester Grundstimmung gut behauptet. Der Anlagemarkt war sehr still. #. Im„Waxenverkehr wird der Begehr für Saatgetreide allmahlich lebhafter. Die Zufuhren aus neuer Ernte sind augenblicklich ziemlich stark, so daß man mit Ansammlung beträchtlicher Vorräte rechnet. Die hohe Druschprämie gilt noch bis morgen. Ob die herabgesetzte ihre Wirkung tun wird bleibt abzuwarten. Runkelrüben sind von Kommunen und Fabriken zum Preise von 2 Mark auf Abschluß vielfach gesucht. Bekanntlich dürfen die Händler indessen nur den Höchstpreis von 1.50 Mk. anlegen, sodaß das Geschäft mehr für Agenten als für Händler in Betracht kommt. Heu ist kaum zu kaufen, dasselbe gilt für Stroh, das zur Bereitung von Häcksel dringend gesucht wird. Von den übrigen Artikeln ist nichts Besonderes zu berichten. n der deutschsprachigen Presse e.V. Polen. Warschau, 11. Aug.(W2.] Das erste und wichtigste Ergebnis des beginnenden Ausbaues des polnischen Staates ist die nunmehr beschlossene Übergabe der Justizverwaltung an den vorläufigen Staatsrat. In den nächsten Tagen dürften bereits die heute vom Generalgouverneur vollzogenen Verordnungen veröffentlicht werden. Die Übergabe erfolgt am 1. Septmber.— Die„Deutsche Warschauer Zeitung“ sagt in einem Artikel zu der Übergabe der Justizverwaltung an den provisorischen Staatsrat: Die Gerichtsorganisation reicht aus, um eine ordnungsmäßige Rechtsprechung in Zivil= und Strafsachen zu verbürgen. Daß die verbündeten Regierungen heute schon die gesamte Justizverwaltung und Rechtsprechung unter Wahrung der nach den internationalen Abkommen zu beachtenden Grundsätze in die Hände des vorläufigen Staatsrates gelegt haben, beweist, daß sie zu diesen das Vertrauen besitzen, daß er der übernommenen Aufgabe gerecht werden wird. Spende polnischer Gefangener für das polnische Heer. Lublin, 10. Aug.(WTB.) Das Petrikauer„Dzienie Narodowy“ veröffentlicht folgende, an den Staatsrat gesandte Huldigungsdepesche der polnischen Kriegesgefangenen des Lagers Brandenburg (Havel): An den Hohen Staatsrat des Königreiches Polen! Freudig schlugen unsere Herzen, als der polnische Soldat unserem geliebten Vaterlande den Treueid schwur. In dem Bestreben, an diesem Tage, wenn auch nur durch ein kleines Opfer, uns mit dem Geiste des ganzen Volkes zu vereinigen, stellen wir polnische Kriegsgefangenen des Brandenburger Lagers unsere Ersparnisse zur Verfügung des hohen Staatsrates für das polnische Heere und den polnischen Schutz. Indem wir den Ausdruck unserer großen Liebe und Anhänglichkeit damit verbinden, sprechen wir dem Staatsrat unsere Huldigung aus. Wir sind stets bereit, unser Leben für das Wohl unseres geliebten Vaterlandes hinzugeben. Wirtschaftsleben und Lebensmittelversorgung. Aus Sachsen, 11. Aug. Die Landwirtin Marie Gläser aus einem Dorfe bei Mittweida hatte Milch gewässert und bei der Gerichtsverhandlung über diese Straftat eine Magd zu falscher Aussage zu verleiten versucht. Sie wurde deshalb zu anderthalb Jahren Zuchthaus verurteilt. Wegen der Pantscherei ist sie schon früher bestraft. □) Berlin, 14. Aug.(Eig. Meld.) Die für Preußen dementierte Meldung über die Einführung zweier fleischloser Wochen hat für Sachsen ihre Richtigkeit behalten. Sie ist dem Mitarbeiter des„Berl. Tagebl.“ vom Leiter der Landesfleischstelle im Landes=Lebensmittelamt Sachsen, dem Grafen von Holzendorff. bestätigt worden. Die beiden fleischlosen Wochen werden auf die zweite Septemberwoche und die dritte Oktoberwoche entfallen. Man hofft dadurch 8000 Rinder zu sparen. Diese Mitteilung ist dahin zu ergänzen, daß fleischlose Wochen für das Reich auch geplant gewesen sind, wenigstens haben Erwägungen in diesem Sinne stattgefunden, indessen hat man von der Maßnahme Abstand genommen. Wie das„Berl. Tagebl.“ hierzu noch erfährt, wird die Fleischversorgung im Herbst und Winter 1917 bestimmt in gleicher Weise wie bisher aufrechterhalten bleiben. Der Viehbestand ist so groß, daß im Herbst große Abschlachtungen stattfinden müssen. Die Ernte an Rauhfutter ist nicht so groß, daß der ständig wachsende Viehbestand durchgehalten werden kann. Vorläufig keine Beschlagnahme von Obst. Gegenüber der Nachricht, daß eine Beschlagnahme der Apfel. Birnen, Pflaumen und Zwetschen unmittelbar bevorstände, schreibt das„Amtsblatt der Reichsstelle für Gemüse und Obst“: „Die Reichsstelle hält daran fest, daß eine solche Maßnahme nur als äußerstes Notstandsmittel in Frage kommen darf, wenn alle anderen Mittel versagt haben. Wie sich die Verhältnise in den letzten zwei Jahren auf dem Obstmarkte entwickelt haben, ist es nicht ausgeschlossen, daß mit besonderen Zwangsmaßnahmen vorgegangen werden muß. Eine Entscheidung= ist aber noch nicht getroffen. Legt man die Verhältnisse des ganzen Deutschen Reiches zugrunde, so haben wir mit einer schlechten Apfelernte, einer leidlich guten Birnenernte und einer weniger als mittelmäßigen Pflaumen= und Zwetschenernte zu rechnen. Angesichts dieses Umstandes würde auch ohne die jetzige ungestüme Nachfrage nach Obst die Eindeckung der Marmeladeindustrie mit 6 bis 7 Mill. Zentnern Obst zwecks Herstellung der erfordenlichen Brotaufstrichmittel auf Schwierigkeiten stoften. Der Frischmarkt kann jedenfalls infolge des großen Bedarfs für die Marmeladeindustrie nur mäßig beschickt werden.“ Aus der Stadt. Münster, 14. August. ( Benzol für Druschzwecke. Das der Kriegswirtschaftsstelle für den Stadtkreis Münster für den Monat August überwiesene Benzol für Druschzwecke soll in den nächsten Tagen zur Verteilung gelangen. Diejenigen Landwirte des Stadtkreises Münster, die Benzol für Druschzwecke benötigen, werden aufgefordert, ihren Bedarf für den Monat August — soweit dies noch nicht geschehen— bis spätestens Samstag. den 18. ds. Mts., bei der Kriegswirtschaftsstelle für den Stadtkreis Münster(Stadthaus, Clemensstraße) anzumelden. In der Anmeldung sind die unbedingt benötigte Benzolmenge, die Stärke des Motors und die Anzahl der Dreschtage anzugeben. Nachträgliche Anmeldungen können nicht berücksichtigt werden. Ritteilungen des städtischen Kriegsausschusses. Mittwoch zweite Hälfte der Megermilchkundenliste. Mittwoch Kartoffel= und Butterverkauf von 8—12 und 2½—7 Uhr. Servatiiplatz: 3701—5600: Stadthalle: 2701—1100: Göbenstraße: 2101—3200: Kreuz= straße: 1901—2900: Warendorfer Straße: 1201—1800. Morgen(Mittwoch) Kriegskostabonnements: ausgabe bei Schrage. Wie bereits bekannt gemacht, findet infolge der Erböhung der Brotration eine Ausgabe des Zusatzfleisches nicht mehr statt. Die Herabsetzung der Kohlenbezugsmengen macht eine Berichtigung der Hauskarten des städtischen Kohlenbureaus für fast sämtliche Kohlenbezugsberechtigte des Stadtkreises Münster erforderlich. Aus diesem Grunde kann voraussichtlich bis zum 25. ds. Mts. ein Umtausch und eine Neuausgabe von Kohlenbezugsscheinen auf dem Kohlenbureau nicht stattfinden. Unter den Nachrichten des Kriegsausschusses wird bekanntgegeben, von welchem Tage ab das Kohlenbureau die vorgenannten Anträge wieder entgegennehmen wird. Die Ausgabe von Fleischkarten an Fleischselbstversorger erfolgt nicht auf dem Zimmer 112, sondern auf dem Zimmer 110 des Polizeigebäudes. Aus den Provinzen. □ Laggenbeck, 13. Aug.(Ermittelter Dieb.) Vor einigen Nächten wurde im Geschäft der Firma Keller u. Co. die Geldkasette mit über 500 Mk. gestohlen. Heute hat die Polizei den Dieb ermittelt. In seinem Besitz befanden sich noch rund 70 Mark. 5 Hagen, 13. Aug.(Zwei schwere Einbrecher) wurden hierselbst in den Personen eines russisch=polnischen Arbeiters und eines Deserteurs dingfest gemacht. Die beiden Patrone betrieben als Spezialität den Einbruch in Villen. Kürzlich erbeuteten sie bei einem solchen nächtlichen Unternehmen Gold- und Schmucksachen im Werte von 8000 Mark. Auch ein Einbruch in eine Villa mitten in der Stadt, bei dem sie von 2 bis 6 Uhr morgens im Hause umher wirtschafteten während die alte Besitzerin sich nicht zu rühren wagte, scheint auf ihr Konto zu kommen. Bei der Verhaftung der Spitzbuben trugen diese Dolche und Révolver bei sich. In der Wohnung der Diebe wurde ein ganzes Lager gestohlener Sachen beschlagnahmt, während ein Teil der Diebesbeute bereits veräußert war. X Sögel(Kr. Hümmling), 13. Aug.(Bahnbau.] Der geplante Bau einer schmalspurigen Bahn Werlte—Sögel— Meppen darf nunmehr als gesichert betrachtet werden. Die neue Bahn ist von großer Wichtigkeit für den Kreis, da hierdurch die Verbindung mit Münster und dem Industriegebiet wesentlich verkürzt wird und weiter auch das lästige Umladen von der Staatsbahn in die Kleinbahn fortfällt. Nach der Fertigstellung der neuen Bahn wird die Kleinbahnstrecke Sögel—Lathen, die durch die Schußlinie des Kruppschen Schießplatzes führt. außer Betrieb gesetzt. Von dem hart an das Schußbereich grenzende Dorf Wahn soll die westliche Hälfte enteignet werden, weil dieser Teil schon verschiedene Male von abirrenden Geschossen in Mitleidenschaft gezogen worden ist. Osnabrück, 14. Aug.(Das 50jährige Doktoriubiläum) konnte Professor Dr. Middendorf in diesen Tagen seiern. Der Jubilar wurde am 10. August 1867 an der damaligen Akademie zu Münster zum Doktor der Philosophie promoviert. Die philosophische Fakultät der Wilhelms=Universität zu Münster hat aus diesem Anlaß dem hochverdienten Herrn unter Ausdrücken der ehrendsten Anerkennung für seine reich gesegnete Tätigkeit auf pädagogischem und wissenschaftlichem Gebiete das Toktordivlom erneuert. Professor Middendorf, der infolge der Einbernfung mehrerer Lehrer seit geraumer Zeit wieder am Carolinum tätig ist, konnte seinen Ehrentag in voller geistiger und körperlicher Frische begehen. Handel und Industrie. * Münster, 14. Aug. Der heute abgehaltene Viehmarkt war gut besucht, der Auftrieb mittelmäßig. Der Handel gestaltete sich in allen Viehgattungen ziemlich lebhaft. Rindvieh war nicht aufgetrieben. Es kosteten Arbeitspferde 1. Sorte 3000—3500 Mk., 2. Sorte 2500—3000 Ml., 3. Sorte 1500—2000 Mk., geringwertige Tiere 600—800 Mt.: Fohlen im Alter von 2—2½ Jahren 3000—3500 Mk., 1—1½ Jahren 2500—3000 Mk., ½jährige 1200—1500 Mk.: Schlachtpferde 1. Sorte 300—500 Mk., 2. Sorte 200—300 Mk. Tragende und fette Schweine waren nicht zum Markt gebracht. 5—6 Wochen alte Ferkel kosteten 15—20 Mk., 8—9 Wochen alte 20—25 Mk., 4—5 Monate alte Schweine 60—70 Mt. Im ganzen waren aufgetrieben 131 Pferde, 21 Fohlen, 540 Ferkel. Der nächste Markt findet am 4. September statt. Briefkasten. Wette 1917. 1. Dies sind die Bezeichnungen für eine und dieselbe Frucht, am gebräuchlichsten sind„Wald= und Heidelbeere“. 2. Einen Heiligen Portiunkulus gibt es nicht, Portiunkula heißt das vom heilig. Franziskus selbst erbaute Bethaus bei Assisi in der ital. Provinz Perugta. Schwein 100. Läuferschweine im Gewichte bis zu 60 Pfund dürsen ausgeführt werden. B., Marientalstraße. Wenden Sie sich an das hiesige städtische Militär=Büro(Zimmer Nr. 120). Dort erhalten Sie genaue weitere Auotunt!.. Hauptredakteur: Rudolf Strietholt.— Es verantworten: den redaktionellen Teil: Paul Koene, die Reklamen und Inscrate: I. V.: Friedr. Stürmann, alle in Münster.— Druck und Verlag der Aschendorfsschen Buchhandlung in Münster. Rest ihune 1 Freundl. möbl. Zimmer, m. Zentralheiz., elektr. Licht und guter Pension, an sol. Herrn sofort zu vermieten. Wolbecker Straße 19, 1. Seit einigen Tagen große Nachfrage nach möblierten und unmöbl. Zimmern, Kriegswohnungen, Privat=Mittagstisch, weshalb ich eine sofortige Eintragung in meinem Zlmmer=Anzeiger empfehlen kann. Annahme bis Freitag mittag 3 Uhr Ausgabe Samstag früh. Um Laufereien zu vermeiden, bitten wir die Zimmer sofort nach dem vermieten abzubestellen. August Rolef, Markt 37. 2 gut möbl. 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Kl. den Heldentod für sein Vaterland. Er war uns allen ein lieber, treuer Kamerad, dem wir stets ein ehrendes Andenken bewahren werden. Im Felde, den 3. August 1917. Unteroffizier=Korps Ins.=Regts. Vogel von Falkenstein(7. Westf.) Nr. 56 2. Kompagnie. Statt jeder besonderen Anzeige. Die glückliche Geburt eines gesunden Mädchens : zeigen hocherfreut an Havixbeck, den 12. August 1917. : Heinrich Drerup-Potthoff u. Frau Anne geb. Spüntrup. Codes=Anzeige. Gott dem Allmächtigen hat es in seinem unerforschlichen Ratschlusse gefallen, am Sonntag morgen ½9 Uhr unsere herzeusgute, unvergeßliche Tochter, unsere innigstgeliebte Schwester, Schwägerin und Tante Katharina Kaute zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Sie starb nach einer schweren Gehirn=Krankheit, versehen mit den hl. Sterbesakramenten, im jugendlichen Alter von 23 Jahren. Die Seele der teuren Verstorbenen wird dem Gebete der Verwandten und Bekannten, besonders den Priestern am Altare empfohlen. Dülmen, Emsdetten, westlicher Kriegsschauplatz, den 13. August 1917. 9(oupigz Die trauernden Hinterbliebenen: Die Beerdigung findet statt Donnerstag, den 16. August, morgens ½9 Uhr, vom Krankenhause aus, gleich darauf das seierliche Serlenamt in der Pfarrkirche. Die Beerdigung findet statt Donnerstag, den 16. August, morgens 9¼ Uhr, gleich darauf das feierliche Levitenamt. Nach Gottes unerforschlichem Ratschlusse verschied heute morgen nach schwerem Leiden, wohlvorbereitet durch den Empfang der heiligen Sakramente, mein innigstgeliebter Gatte, unser guter, treusorgender Vater, Gutsbesitzer Herr im 61. Lebensjahre. Um ein Gebet für den lieben Verstorbenen bitten Frau Emma Maestrup u. Kinder. Vaerdec, den 13. Augusst 1917. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 16. Aug., morgens 9 Uhr, statt. Sonntag, den 12. August, morgens 8 Uhr, entschlief sankt nach kurzer Krankheit, versehen mit den hl. Sterbesekramenten, im Alter von 72 Jahren unser lieber Bruder, Schwager, Onkel und Vetter Sserg Hellrogge Veteran des Feldzuges 1870 71. Um stillo Teilnahme und ein andächtiges Gebet für den lieben Verstorbenen bitten Die trauernden Angehörigen. Ibbenbüren, den 18. August 1917. P