∆(ohne 2 M. 10 Pfa.— der Post abgeholt 2 Mr. 10 Pfg., durch den Beistträger gebracht ibmel, ne ur dumst in Tage Beirsbestellung stattfündet, 2 Mrr. 32 Plo. is Oeirn mit gdi= und mehrmaliger Bestellung 8(mit 3 2K. 28 Pie.— ziertekfährlich 60 Pfg. u8 u. Verlag Nr. 7 (Michasstaplatz 9) Nr. 78. —„ U — zus Ausgaden ugngh. und Münsterische Volkszeitung. 44330 Der Saum für die Auzugentpalte, 20 mm beeit, Kdmm hoch, 25 Pf.; bei Anzeigen aus dem R.=Bz. Münster 20 Pf., aus der Stadt Münster 15 Pf. Eür Aktiengesellschaften 2c., Vereine und Behörden 25 Pf.: Reklamen: Der Raum für die Reklamespalte, Nmm dreit,„Dmm hoch, 1 Mk.— Für Erfüllung von Platz= vorschriften wird keine Gewähr, sowie für Druckfehler #eine Haftung übernommen. Otwaiger Rabatt gilt als Kassenrabatt u. kann verweigert werden, wamn Zahlung nicht binnen 4 Wochen nach Erhalt der Rechnung efolgt.— Gebühr für Beilagen nach Gewicht Dritte Ausgabe. Donnerstag, 19. Juli 1917. 66. Jahrgang. Nr. 509. Eine guteV.,ast des seuen Kansstel?. Deutscher Reichstag. Berlin, 19. Juli.(W2B.) Am Bundesratstische: Reichskanzler Dr. Michaelis, Dr. Helfferich, Graf Roedern, Zimmermann, v. Breitenbach, v. Loebell, Dr. Beseler. Dr. Sydow. Kraetke, v. Capelle. Dr. Solf, Dr. Lentze, v. Stein, Dr. Lisko, v. Havenstein, v. Batocki, v. Groener, von dem Busche=Haddershausen. Das Haus ist sehr gut besucht. Sämtliche Tribünen sind überfüllt. In der Hofloge Großberzog von MecklenburgSchwerin, Herzog Ernst August von Braunschweig, Herzog Johann Albrecht. Präsident Dr. Kaempf eröffnet die Sitzung um 3 Uhr 18 Min. Der Präsident zollt dem aus dem Amte geschiedenen Reichskanzler Dr. v. Bethmann=Hollweg berzliche Worte des Dankes für sein Wirken und begrüßt den neuen Reichskanzler Dr. Michaelis und wünscht ihm Glück und Erfolg in der verantwortlichen Führung der Reichsgeschäfte. Der Präsident verliest ferner ein Telegramm der Hellenischen Vereinigung in der Schweiz, in dem gegen das verbrecherische Attentat auf die Freiheit des griechischen Volkes protestiert wird. Auf der Tagesordnung steht die erste Lesung der Kriegskredite. Reichskanzler Dr. Michaelis: Nachdem Se. Majestät der Kaiser mich zum Amte des Reichskanzlers berufen hat, habe ich heute zum ersten Male die Ehre, mit dem hohen Hause in Verbindung zu treten. In ernstester Zeit ist die zentnerschwere Last auf meine Schultern gelegt. Im Hinblick auf Gott und im Vertrauen auf die deutsche Kraft habe ich es gewagt, und werde nun der Sache dienen bis zur letzten Hingabe. Von Ihnen, meine Herren, erbitte ich vertrauensvolle Mitarbeit in dem Geiste, der sich in diesem Kreise während des Krieges herrlich bewährt hat. An dem hochverdienten Manne, der auf diesem Posten vor mir gestanden hat, ist herbe Kritik geübt worden. Kritik vielfach mit Feindschaft und Haß. Ich habe die Empfindung, es wäre würdiger gewesen, Feindschaft und Haß hätten Halt gemacht hinter der verschlossenen Tür.(Sehr richtig.) Erst wenn das Buch dieses Krieges eröffnet vor uns liegen wird, dann werden wir voll würdigen können, was bethmann=Hollwegs Kanzlerschaft für Deutschland bedeutet.(Sehr richtig.) Wenn ich nicht fest glaubte an die Gerechtigkeit unserer Sache, dann hätte ich dies Amt nicht übernommen. Wir müssen uns täglich die Ereignisse von vor drei Jahren vor Augen halten, die geschichtlich feststehen und die beweisen, daß wir in den Krieg gezwungen sind. Rußlands Rüstungen, seine heimliche Mobilmachung waren eine große Gefahr für Deutschland: an der Konferenz teilzunehmen, während deren Dauer die Mobilmachung weitergegangen wäre, wäre politischee Selbstmord gewesen.(Sehr richtig! rechts.) Obwohl die englischen Staatsmänner wußten, wie aus ihrem Blaubuch hervorgeht, daß die russische Mobilmachung zum Krieg mit Deutschland führen mußte, haben sie kein Wort der Warnung gegen die militärischen Maßnahmen an Rußland gerichtet, während mein Amtsvorgänger in der Instruktion vom 29. Juli 1914 an den kaiserlichen Botschafter in Wien die Direktive gab, zu sagen: Wir erfüllen gern unsere Bündnispflicht, aber wir müssen es ablehnen, uns durch Österreich=Ungarn wegen Nichtachtung unserer Ratschläge in einen Weltkampf verwickeln zu lassen. So schreibt kein Mann, der einen Weltkrieg entfachen will, so schreibt nicht ein Mann, der für den Frieden ringt und der um den Frieden gerungen hat bis zum äußersten. Der Aufmarsch der russischen Heere zwang Deutschland, zum Schwerte zu greifen. Uns blieb keine Wahl und was von dem Kriege selbst gilt, gilt auch von unseren Waffen. insbesondere von der U-Bootswaffe. Wir weisen den Vorwurf zurück, daß der U-Bootkrieg völkerrechtswidrig ist und daß er gegen die Menschenrechte verstoße.(Beifall.) England hat uns die Waffe in die Hand gedrückt. Durch seine völkerrechtswidrige Seesperre hat es den neutralen Handel mit Deutschland unterbunden und den Aushungerungskrieg proklamiert. Unsere schwache Hoffnung, daß Amerika an der Spitze der Neutralen der englischen Rechtswidrigkeit Einhalt tun würde, ist eitel gewesen, und der letzte Versuch, den Deutschland gemacht hat, durch ein ehrlich gemeintes Friedensangebot das Außerste zu erreichen, ist fehlgeschlagen. Da durfte und mußte Deutschland dieses letzte Mittel wählen und als in der Notwehr erprobte Maßregel nun auch bis zum Außersten durchführen zur Abkürzung des Krieges. Der U-Bootkrieg leistet das und noch mehr, was man von ihm erhofft hat.(Beifall.) Falsche Nachrichten, die aus geheimen Sitzungen in die öffentlichkeit gedrungen sind(Sehr gut!] haben eine Zeitlang ein gewisses Gefühl der Enttäuschung hervorgerufen. Das hängt wohl damit zusammen, daß voreilige Propheten die Erwartung ausgesprochen hatten, daß durch den U=Bootkrieg der Krieg zu einer bestimmten Zeit zu Ende sein würde. (Sehr richtig!) Sie hatten dem Vaterlande keinen Dienst erwiesen.(Sehr richtig! Unruhe! Glocke des Präsidenten.) Ich stelle fest, daß der U-Bootkrieg in der Vernichtung seindlichen Frachtraums das leistet, was er sollte. Er schädigt Englands Wirtschafts= und Kriegführung von Monat zu Monat wachsend, so daß dem Friedensbedürfnis nicht lange mehr wird entgegengewirkt werden können. Wir können dem Weiterarbeiten unserer wackeren U-Bootmänner mit vollem Vertrauen entgegensehen.(Lebhafter Beifall.) Meine Herren! Ich will den Augenblick, wo ich an der Stelle stehe, wo man in weithin hörbarer Weise in das Land hineinsprechen kann, dazu benutzen, um unsere Truppen an allen Fronten, zu Lande und zu Wasser, in der Luft und unter der See, von der Heimat zu begrüßen. Was unsere Heere unter der Leitung ihrer großen Führer in nun drei Jahren geleistet haben, das ist in der Weltgeschichte unerhört(Lebh. Beifall), und unser Dank ist unerlöschlich.(Beifall.) Aber wir denken auch dankbar an unsere treuen und tapferen Bundesgenossen. Die Waffenbrüderschaft, die in heißem Kampfe geschlossen wurde und erprobt ist, wird nicht gelöst.(Beifall.) Von Deutschland wird in Bundestreue an den Verträgen und an den Abmachungen festgehalten. Die Berichte über die militärische Lage von der Obersten Heeresleitung sind sehr aut. Im Westen sind die Offensiven der Engländer und Franzosen gescheitert und die Gegenangriffe unserer Heere beweisen ihre ausgesprochene Kraft und ihr besseres Können. (Lebh. Beifall.) Im Osten ist infolge der inneren Wirren der Angriff der Millionenheere nicht zur Ausführung gekommen. Es trat verhältnismößige Ruhe ein. Erst nachdem falsche Nachrichten und Hetzereien die Soldaten in Rußland von neuem aufgestachelt haben, kam es zur jetzigen Offensive. Ihr Ziel wer Lemberg und die Olaruben. Brussilow bat mit seiner Rücksichtslosigkeit und ungeheuren Opfern nur geringe Vorteile erzielt, und vor einer halben Stunde habe ich ein Telegramm des Feldmarschalls erhalten. Dieses lautet: „Au den Reichskanzler des Deutschen Reiches. Reichstag. Durch die russische Offensive in Galizien herausgefordert, hat dort heute ein starker Angriff eingesetzt. Unter persönlicher Leitung des General= feldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern haben deutsche Truppen, unterstützt durch österreichisch=ungarische Truppen, die russische Stellung bei Floczow durchstoßen.“ Zurufe links: Stimmungsmache! Unruhe und Rufe: Pfui.) Jene Vorteile von Brussilow sind danach wieder ausgeglichen. Griechenland, durch Gewalt gezwungen, ist in den Krieg gegen uns eingetreten. Unsere gemeinsam mit den kämpfenden Bulgaren gehaltene Front hält Stand. Italien wird selbst die letzte Isonzoschlacht nicht das von ihm und seinen Bundesgenossen ersehnte Ziel bringen, nämlich was das Ziel seines Wortbruches war: der Besitz von Triest. Im Kaukasus und in Palästina hat der Kampf wegen der Jahreszeit ausgesetzt: wenn er wieder aufflammt, dann werden die Feinde das türkische Heer neu gerüstet sehen. (Beifall.) Der hoffnungsvollen Stimmung der Ententeländer über das Eingreifen Amerikas sehen wir ohne schwere Bedenken zu.(Erneuter Beifall.) Wir haben ausgerechnet, wie viel Frachtraum erforderlich ist, um eine neue Armee von Amerika nach dem europäischen Kontinent zu bringen, wie viel Tonnage dazu gehört, um ein solches Heer zu ernähren. Frankreich und England können es selbst kaum, ohne ihre Kriegswirtschaft zu beeinträchtigen. Nach unseren bisherigen Erfolgen werden wir auch des neuen Gegners Herr werden. Das ist unsere feste Überzeugung und Zuversicht.(Beifall.) Wir und unsere Bundesgenossen können also jeder weiteren Entwickelung der militärischen Ereignisse mit ruhiger Sicherheit entgegensehen.(Erneuter Beifall.) Und trotzdem ist in allen Herzen die brennende Frage. wie lange noch der Krieg dauern soll. Ich komme damit zu dem, was im Mittelpunkte des Interesses unser aller steht. Deutschland hat den Krieg nicht gewollt. Deutschland hat ihn nicht gewollt, um Eroberungen zu machen und seine Macht gewaltsam zu vergrößern, und darum wird es den Krieg auch nicht länger führen, wenn es einen ehrenvollen Frieden bekommt, bloß um gewalt. same Eroberungen zu machen.(Hört, hört! bei den Sozialdemokraten.) Das, was wir wollen, ist in erster Linie, daß wir den Frieden als solchen machen, daß wir ihn selbst erfolgreich durchgesetzt haben. Die jetzige Generation und die kommenden Geschlechter sollen diese Kriegsprüfungszeit als eine Zeit unerhörter Tatkraft und Opferfreudigkeit unseres Volkes und unseres Heeres in leuchtendem Gedächtnis behalten für die Jahrhunderte.(Lebhafter Beifall.) In diesem Geiste wollen wir in die Verhandlungen eintreten, wenn es Zeit ist.(Beifall.) M. H.! Wir können den Frieden nicht noch einmal anbieten.(Zustimmung.) Die Hand, die einmal ehrlich und friedensbereit ausgestreckt war, hat ins Leere gegriffen.(Erneute Zustimmung.] Wenn wir Frieden machen, dann müssen wir in erster Linie erreichen, daß die Grenzen des Deutschen Reiches für alle Zeiten sichergestellt werden.(Lebhafter Beifall.) Wir müssen im Wege der Verständigung(Beifall links und im Zentrum) und des Ausgleichs die Lebensbedingungen des Deutschen Reiches auf dem Kontinent und der See garantieren. Der Friede muß die Grundlage für eine dauernde Versöhnung der Völker bilden.(Lebhafter Beifall.] Er muß der dauernden Verfeindung der Völker durch wirtschaftliche Absperrungen vorbeugen.(Beifall.) Er muß uns davor sichern, daß sich der Waffenbund unserer Gegner zu einem wirtschaftlichen Trutzbund gegen uns auswächst. Diese Ziele lassen sich im Rahmen Ihrer Resolution, wie ich sie auffasse, erreichen.(Beifall.) Wenn die Feinde ihre Eröberungsgelüste, ihre Niederwerfungsgelüste aufgegeben haben, und eine Verhandlung wünschen, dann ist das gesamte deutsche Volk und die deutsche Armee mit ihren Führern, die mit Ihren Erklärungen einverstanden sind(Hört, hört! links und im Zentrum, lebhafter Beifall) darin einig, daß wir den Gegner, der die Fühler ausstreckt, fragen, was er uns zu sagen hat. Denn wir wollen ehrlich und friedensbereit in die Verhandlungen eintreten.(Beifall.) Meine Herrren! Bis dahin müssen wir ruhig und geduldig und mutig ausharren. Die gegenwärtige Zeit, in der wir leben, ist auf dem Gebiete unserer Ernährung die schwerste, die wir bisher durchgemacht haben. Der Monat Juni war der schlimmste, das wußten wir. Trockenheit hat das Wachstum zurückgehalten, und es hat in der Tat vielfach bittere Not geherrscht. Aber ich kann die frohe Zuversicht aussprechen, daß in kurzer Zeit eine Erleichterung eintreten wird, und daß dann die Bevölkerung wird wieder reichlicher versorgt werden können.(Bravo! und Sehrrichtig!) über die Ernte ist noch nicht Gewisses zu sagen, aber das steht schon heute fest, daß sie besser wird, als die vorjährige war.(Sehr richtig.] Die Halme sind zwar kurz, aber die Körnerbildung ist eine vortreffliche, und wir werden in diesem Jahre mit einer mittleren Ernte zu rechnen haben. In weiten Kreisen des Reiches ist überall fast noch rechtzeitig Regen gefallen, um die Kartoffeln zum Wachsen zu bringen. Wir hoffen auf eine gute Kartoffelernte(Sehr gut), und wenn wir das, was uns aus Rumänien zuwachsen wird und aus den anderen besetzten Gebieten, für unsere Wirtschaft vorsichtig verwenden, dann wird auch die Futterknappheit überwunden werden, vor der wir sonst stehen. Es ist in diesen drei Kriegsjahren der Beweis erbracht worden, daß selbst bei einer schlechten Ernte wie 1916 Deutschland überhaupt nicht ausgehungert werden kann. Bei straffer Erfassung und bei voller Rationierung reichen die Vorräte, und das in ein unberechenbarer Vorteil gegenüber England. Es hat in weiten Kreisen die schmerzliche Erfahrung gemacht werden müssen, daß infolge der Kriegswirtschaft das Verhältnis der Bevölkerung in Stadt und Land eine Trübung erfahren hat. Hier muß unbedingt Aufklärung erfolggen.(Sehr richtig!] Wir müssen in erster Linie die Landwirtschaft davon bewahren, daß in dem neuen Wirtschaftsplan die Rationen, die ihr zugemessen, insbesondere auch für das Vieb, so geregelt werden, daß es von vornherein ausgeschlossen ist, damit zu reichen. Das war ein Fehler des vorigen Jahres(Sehr richtig!), der glatt zugegeben wird. Denn das hat natürlich zur Folge, daß notwendig und darum in furchtbarer Weise gesetzliche Übertretungen vorkamen. Und es muß auch die städtische Bevölkerung die großen Schwierigkeiten würdigen, unter denen die Landwirtschaft in der Kriegswirtschaft jetzt zu leiden hat. Und umgekehrt muß überall in der ländlichen Bevölkerung volles Verständnis dafür bestehen, wie groß die Not in der industriellen Bevölkerung und in den Großstädten ist.(Sehr richtig!] Wenn das geschieht, dann wird die Annäherung erfolgen. Es wird der eine für den anderen das leisten, was er kann und wozu er verpflichtet ist. Die erfreuliche Erscheinung der Verpflanzung von Hunderttausenden von Kindern auf das Land kann es vielleicht zurückgewinnen. Aber wir müssen auf alle Weise dafür sorgen, daß dieser Gegensatz gemildert, ausgeglichen, daß er beseitigt wird.(Sehr richtig!) Meine Herren! Sie können von mir, der ich erst fünf Tage im Amt bin, nicht erwarten, daß ich mich über die schwebenden Fragen der inneren Politik heute erschöpfend und abschließend äußere. Aber ich will folgendes sagen: Nach dem Erlaß der Allerhöchsten Botschaft vom 11. Juli über das Wahlrecht in Preußen stelle ich mich selbstverständlich auf deren Standpunkt.(Beifall links.) Ich halte es für nützlich und notwendig, daß zwischen den großen Parteien und der Regierung eine engere Fühlung herbeigeführt wird und bin bereit, soweit dies nötig ist, ohne den bundesstaatlichen Charakter und die konstitutionellen Grundlagen des Reiches zu schädigen, alles zu tun, was dieses Zusammenarbeiten zu einem wirkungsvollen macht. Ich halte es auch für wünschenswert, daß das Vertrauensverhältnis zwischen dem Parlament und der Regierung dadurch enger wird, daß Männer an leitende Stellen berufen werden, die neben ihrer persönlichen Neigung für die leitende Stelle auch das volle Vertrauen der großen Parteien der Volksvertretung genießen. Meine Herren! Selbstverständlich ist alles das unter der Voraussetzung nur möglich, daß von der andern Seite anerkannt wird, daß das verfassungsmäßige Recht der Reichsleitung, der Führung der inneren Politik, nicht geschmälert werden darf. Ich bin nicht willens, mir die Führung aus der Hand nehmen zu lassen. (Beifall auf verschiedenen Seiten des Hauses. Bewegung.) Meine Herren! Wir fahren auf tiefbewegter See und in gefährlichem Fahrwasser. Aber das Ziel steht uns leuchtend vor Augen. Das, was wir ersehnen, das ist ein neues, ein herrliches Deutschland, nicht ein Deutschland, das mit seiner Waffengewalt die Welt terrorisieren will, wie unsere Feinde glauben, nein, ein sittlich geläutertes, ein gottesfürchtiges, ein treues, ein friedliches, ein machtvolles Deutschland, das wir alle lieben. Und für dieses Deutschland wollen wir kämpfen und leiden, für dieses Deutschland wollen unsere Brüder draußen bluten und sterben, und dieses Deutschland wollen wir erkämpfen, allen Feinden zum Trotz!(Allseitiger lebhafter Beifall.) Die Besprechung. Abg. Fehrenbach(Zentr.): Im Auftrage der Fraktionen des Zentrums, der Sozialdemokratie und der Fortschrittlichen Volkspartei beehre ich mich, dem Hause folgende Resolution zur Annahme zu unterbreiten: „Der Reichstag erklärt: Wie am 4. August 1914 gilt für das deutsche Volk auch an der Schwelle des vierten Kriegsjahres das Wort der Thronrede:„Uns treibt nicht Eroberungssucht!“ Zur Verteidigung seiner Freiheit und Selbständigkeit, für die Unversehrtheit seines territorialen Besitzstandes hat Deutschland die Waffen ergriffen. Der Reichstag erstrebt einen Frieden der Verständigung und der dauernden Versöhnung der Völker. Mit einem solchen Frieden sind erzwungene Besitzerwerbungen und politische, wirtschaftliche oder finanzielle Vergewaltigungen unvereinbar. Der Reichstag weist auch alle Pläne ab, die auf eine wirtschaftliche Absperrung und Verfeindung der Völker nach dem Kriege ausgehen. Die Freiheit der Meere muß sichergestellt werden. Nur der Wirtschaftsfriede wird einem freundschaftlichen Zusammenleben der Völker den Boden bereiten.: Der Reichstag wird die Schaffung internationaler Rechtsorganisationen tatkräftig fördern. Solange jedoch die feindlichen Regierungen auf einen solchen Frieden nicht eingehen, solange sie Deutschland mit Eroberung und Vergewaltigung bedrohen, wird das deutsche Volk wie ein Mann zusammenstehen, unerschütterlich ausharren und kämpfen bis sein und seiner Verbündeten Recht auf Leben und Entwickelung gesichert ist. In seiner Einigkeit ist das deutsche Volk unüberwindlich. Der Reichstag weiß sich darin eins mit den Männern, die in heldenhaftem Kampfe das Vaterland schützen. Der unvergängliche Dank des ganzen Volkes ist ihnen sicher.“ Namens der Zentrumsfraktion gestatte ich mir dazu die folgenden Ausfübrungen: Einen denkwürdigen Tag begeht der Reichstag mit seiner Friedenskundgebung. An der Schwelle des vierten Kriegsjahres tritt er aus seiner bisberigen Zurückhaltung heraus und verkündet der Welt die Bereitschaft des deutschen Volkes, eine Bereitschaft für einen für alle Teile ehrenvollen Frieden.(Beifall.) Er macht den Feinden kein Friedensangebot, das ist Sache der Regierung. Was er heute unternimmt, ist nur eine Friedenskundgebung. Seine Absicht steht in Übereinstimmung mit den Worten des Reichskanzlers auf einen Frieden der Verständigung, sein Ziel ist die dauernde Versöhnung der Völker, nicht Eroberung, nicht Vergewaltigung. Werden die Feinde sich von der Ehrlichkeit unseres Friedenswillens überzeugen lassen? Ich weiß nicht, was sie zu tun gedenken: aber Leidenschaft und Haß sind schlechte Berater. Ein fürchterliches Zerrbild des deutschen Volkes ist gezeichnet worden, aber endlich wird auch die ruhige Überlegung wieder zu ihrem Rechte kommen müssen, die sich sagt, das deutsche Volk ist stark und tapfer, aber mehr noch det es sich in den Werken des Friedens ausgezeichnet. Und wenn jetzt das ganze Volk durch eine imponierende Mehrheit seiner Vertretung in unzweidentiger Weise seinen Verständigungswillen zu erkennen gibt und auf jede gewaltsame Eroberungspolitik verzichtet, darf man nicht an seiner Ehrlichkeit zweiseln. Jedenfalls sind wir mit unserer aufrichtigen Friedenskundgebung dem verantwortungsvollen Ernste dieser Stunde gerecht geworden.(Beifall.] Es ist gewarnt worden vor einer solchen Kundgebung die die Feinde nur als Zeichen der Schäche deuten würden.(Sehr wahr rechts.) Ich zweifle nicht daran, daß sich solche Stimmen im feindlichen Lager werden vernehmen lassen, aber wir werden tatsächlich den Beweis erbringen, daß wir zum Schlagen bereit und zum Siegen befähigtsind. Unsere tapferen Heere werden in heldenhaften Taten nicht erlahmen, und unsere U-Boote werden von Woche zu Woche in gesteigerter Tätigkeit den Frachtraum der Feinde vermindern und ihre Ernährungsnot vermehren. Unser deutsches Volk wird auch weiter unentwegt standhalten, umso mehr, als eine Ernte von seltenem Reichtum heranreift. Soll man da die Hoffnung aufgeben, daß auch bei unseren Feinden — wenn auch erst in Monaten— die Erkenntnis durchdringt, daß nicht die Wut, sondern die Sehnsucht nach Verständigung uns dazu bringt, zum Frieden zu mahnen? Drei Jahre währt der fürchterliche Krieg. Unendliche Werte werden Tag für Tag vernichtet. Mit dem Blute der be'n Söhne der Völker werden die Acker gedüngt. Millionen Todesopfer werden gebrach. Die Völker richten sich in dem Kostbarsten, was sie haben, in Menschenblut, zugrunde. Deshalb ergibt sich an der Schwelle des vierten Kriegsjahres die furchtbare Frage an alle Völker gleichmäßig: Soll noch ein viertes Kriegsjahr den drei ersten folgen? Unsere militärische Situation schließt jede Ausheutung aus. Deshalb diese unsere Friedenskundgebung. Jetzt haben das Wort unsere Feinde. Dies ist das heilige Gelöbnis unseres Volkes in schwerster Stunde:„Wird die von der deutschen Volksvertretung dargebotene Hand zurückgewiesen, dann wird das ganze deutsche Volk aufflammen in gerechtem Zorn. Dann werden unsere Heere noch größere Heldentaten verrichten. Dann werden wir der Welt beweisen, daß das deutsche Volk in seiner Einigkeit unüberwindlich ist. Die hochherzige Entschließung des Kaisers und Königs hat auf dem Gebiete der inneren Politik neue Wege betreten, die den Wünschen des Volkes entsprechen. Bei der Bedeuteung, welche die politische Haltung des führenden Bundesstaates für das ganze Land hat, hielten wir uns zu der Erklärung berechtigt, daß das gleiche Wahlrecht auch in Preußen gewährt werden müsse, ganz besonders unter diesem Kriege, warum auch der letzte deutsche Mann seine ganze Kraft dem Vaterlande zur Verfügung stellte. Wir wünschen, daß dieses Versprechen sich ohne innere Kämpfe und bald erfüllt. Auch auf dem Gebiete der Frage der Parlamentarisierung will meine Partei die Rechte der Bundesstaaten und des Kaisers durchaus wahren. Daß die engere Fühlung der Regierung mit den Parteien verfassungswidriger sein soll als die mit Zielen unberufener Stellen und Persönlichkeiten sieht meine Partei nicht ein. (Zurufe rechts. Unruhe.) Der Krieg fordert seine Opfer, auch außerhalb der Schützengräben: das Amt des Reichskanzlers hat in dieser Woche gewechselt. Es hat etwas Tragisches an sich, daß dieser Mann fallen mußte, als der Reichstag sich zu einer Friedenskundgebung entschloß.(Zurufe rechts: Erzberger!] In achtjähriger Tätigkeit hat sich der Reichskanzler viele Verdienste um das Vaterland erworben.(Zurufe rechts. Erneute Unruhe.) Das soll ihm dankbar auch von dieser Stelle bezeugt werden.(Erneute Zurufe rechts. Lärm. Der Präsident bittet wiederholt um Ruhe.] Es soll auch anerkannt werden, daß Herr v. Bethmann=Hollweg während der langen Kriegszeit das Volk zusammenzuhalten verstand. Schluß folgt * Die Durchbruchsstelle bei Zloczow. Der österreichische Tagesbericht. Wien, 19. Juli.(W2B.) Amtlich wird verlautbart: Ostlicher Kriegsschauplatz. Südlich von Kaluez versuchten die Russen mit Einsatz starker Kräfte die ihnen entrissenen Höhen zurückzugewinnen. Die Anstrengung scheiterte unter schweren feindlichen Verlusten. Nördlich des Duiestr bis gegen Brody lösten erfolgreiche Sturmtruppunternehmungen lebhaftes Geschützfeuer aus, das sich namentlich heute früh in einzelnen Abschnitten zu beträchtlicher Heftigkeit steigerte. Auch in Wolhynien traten österreichisch=ungarische und deutsche Stoßtruppen mit günstigem Ergebnis in Tätigkeit. Italienischer und südöstlicher Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. Der Chef des Generalstabes. * Russischer Heeresbericht vom 17. Juli. Westfront: Nordöstlich von Kalucz machten die Deutschen seit dem 16. 7. früh hartnäckige Angriffe. die durch unsere Truppen abgewiesen wurden. Aus taktischen Gründen wurden unsere Truppen, die das linke Ufer des unteren Lomnica besetzt hielten, auf das rechte Ufer zurückgenomnen, wobei sie zwar Kalucz räumten, jedoch die wichtigen Flußübergänge schützten. In der Gegend von Nowica— Ldziany und Krasno setzten unsere Truppen weitere Angriffe an, um den Feind über die Lomniea zurückzuwerfen. Der Feind leistete erbitterten Widerstand. Gegen Abend ergriffen seine tief gestaffelten Massen von dem Dorfe Berkloh —Kamenka aus die Gegen=Offensive und anfangs schlugen sie unsere Truppen zurück und besetzten das Dorf Devitza. Frisch eintreffende Bereitschaften warfen den Gegner aus dem genannten Dorfe wieder hinaus. Abgesessene Cirkassische Reiter=Regimenter beteiligten sich tatkräftig an der Abweisung der feindlichen Angriffe. Im Verlaufe der Angrife erlitt der Feind starke Verluste. Auf der übrigen Front Gewehrfeuer.— Rumänische Front: Eine Erkundungs=Abteilung von 50 Mann unter dem Befehl des Obersten Chabreck bemächtigten sich des Dorfes Dunaje— Vetz am St. Georgarm der Donau. Zwei feindliche Kompagnien, die dort standen, wurden zum größten Teil zu Gefangenen gemacht: der Rest flüchtete. Außerdem brachten wir 1 Geschütz, 2 Maschinengewehre und verschiedene sonstige Beute ein. Nachdem unsere Aufklärer eine Erkundungsstreife ausgeführt hatten, kehrten sie mit Verlust von 3 verwundeten Offizieren und 8 verwundeten Soldaten zurück. * der deutschsprachigen Presse e.V. Der bulgarische Tagesberich.. Sofig, 19. Juli.(W2B.) Generalstabsbericht vom Mazederische Kront: Schwaches Artillerieleuer an der ganzen Front. Nur bei Dobropolie lebhafteres Artilleriefener. In der Moglena=Gegend wurde eine feindliche Aufklärungs=Abteilung bei Monta verjagt. An der unteren Struma Scharmützel zwischen Patrouillen und Posten. Rumänische Front: Bei Mahmudia spärliches Artillerie= und Gewehrfeuer, bei Tulcea Gewehrfeuer, bei Parkesch auf der Bujakhöhe vereinzelte Kanonenschüsse. Die amtlichen Berichte der Feinde. Französischer Heeresbericht vom 18. Juli, nachmittags: Westlich und östlich von Cerny wurde der Artilleriekampf gegen Ende der Nacht recht lebhaft. Wir wiesen einen Handstreich gegen kleine Posten nördlich von Vienne=le=Chateau am Westrande der Argonnen ab und machten eine Anzahl Gefangene. Auf dem linken Maasufer machten die Deutschen nach heftiger Beschießung mehrmals Gegenangriffe gegen unsere Stellungen, die wir ihnen gestern vom Walde von Avocourt bis zu den Westhängen der Höhe 904 entrissen. Alle ihre Angriffe brachen sich an dem tatkräftigen Widerstande unserer Truppen, die ihnen blutige Verluste beibrachten, ohne das kleinste Stück eroberten Geländes preiszugeben. Ein feindlicher Handstreich gegen einen Graben bei Calonne batte keinen Erfolg. Überall sonst rubige Nacht. Englischer Heeresbericht vom 18. Juli, nachmittags: Ostlich von Monchy-le-Preux gewannen unsere Truppen weiter Gelände und nahmen noch einige Deutsche gefangen. Wir machten erfolgreiche Vorstöße nordöstlich von Ottaverne und bei Boesinghe. Viele Feinde wurden getötet und Gefangene eingebracht. Ein feindlicher Stoßtrupp wurde bei Wieltie von unsern Patrouillen vertrieben. Der Seekrieg. Berlin, 18. Juli.(WTB.) Amtlich. Durch eines unserer U=Boote wurden im englischen Kanal neuerdings 3 Dampfer und 2 Segler vernichtet. Darunter befanden sich 2 bewaffnete beladene Frachtdampfer englischer Nationalität und der englische Dreimast=Radschoner„Ocean Swell“. Der Chef des Admiralstabes der Marine. Der neue englische Neutralitätsbruch. Die Vorgänge der letzten Zeit, wie die wirtschaftliche Knebelung der Neutralen durch Amerika und die Schließung des freien Fahrwassers in der Nordsee durch England, sie vassen vorzüglich zu den Pressestimmen der Entente, nach denen es jetzt aus sei mit der Neutralität und sich die Neutralen nun entscheiden müßten. Der Stand des Krieges erlaube nicht mehr, Rücksicht auf ihre Neutralität zu nehmen. Wer diese Drohungen etwa für leere Worte gehalten hat, der ist durch den Überfall der neun deutschen Dampfer durch englische Torpedoboote schnell eines Besseren belehrt worden. Innerhalb des holländischen Hoheitsgebiets wurden diese unbewaffneten Schiffe unter ein vernichtendes Feuer genommen, mehrere in Brand geschossen, der Rest auf Strand gejagt, von dort aber durch die Engländer zum Teil wieder abgeschleppt und nach England entführt Mitten im holländischen Hoheitsgebiet! Dieser neue Fall englischer Rücksichtslosigkeit kommt für uns nicht überraschend. Häufig genug hatten schon im Verlauf dieses Weltkrieges die kleinen neutralen Länder Veranlassung, über Verletzungen ihrer Hoheitsrechte Klage zu führen, besonders dann, wenn sich den Engländern einmal Gelegenheit bot, deutsche Schiffe anzugreifen. Dann spielte die Neutralität der Küste keine Rolle, wie 1. B. im Fall der deutschen Dampfer„Elbe".„Schwaben“.„Ems“,„Trape“ usw. Ebenso kraß wurde bei der Vernichtung der„Dresden“ die chilenische Neutralität verletzt, uns aber dabei Aufschluß darüber gegeben, nach welchen Beweggründen die Engländer verfahren, indem der Kommandant erklärte, er hätte Befehl, den Kreuzer zu vernichten, einerlei, wo er ihn anträfe. Das Übrige ginge ihn nichts an das müßten die Diplomaten erledigen. Unter dem oleichen Gesichtspunkt muß man nun wohl auch den neuerlichen Neutralitätsbruch betrachten, von dem wir nur hoffen können, daß er im Verein mit den anderen Übergriffen der Entente den neutralen Ländern, insbesondere Holland und Schweden, die Augen über die„Beschützer der kleinen Nationen“ öffnen und wirksame Gegenmaßregeln bei ihnen vervorruft. Man weiß, daß die holländische Ausfuhr nach Deutschland den Engländern ein Dorn im Auge ist und versteht auch die Auslassung der„Times",„daß man den Engländern nicht zumuten dürfe, ihre wichtigsten Kriegsinteressen zu vernachlässigen, damit einige holländische Größtn Kriegsgewinne einstecken können.“ Der eigentliche Schlüssel zu dem in letzter Zeit so brutalen Auftreten der Entente gegen die kleinen Nationen liegt aber auf einem anderen Gebiete. Es ist der deutsche Unterseebootkrieg, der, je länger, desto intensiver wirkt, der die überstürzten Offensiven im Westen und an der italienischen Front hervorrief und nun die Feinde in ihrer verzweifelten Lage zu jedem, wenn auch noch so verwerflichen Mittel, greisen läht. W46 Kugland. Ein Erlaß des Fürsten Lwow. Petersburg, 18. Juli. (WTB.) Petersb. Tel.=Ag. Ministerpräsident Fürst Lwow richtete am 17. Juli an alle Regierungskommissere in der Provinz folgende Zirkular=Depesche: Als Antwort auf Ihre Anfrage im Ministerium des Innern teile ich mit, daß die Gerüchte über die Verhaftung der Mitglieder der provisorischen Regierung falsch sind. Was die Aufrufe anbetrifft, welche dazu auffordern, mit bewaffneter Hand die Regierung zu stürzen und alle Macht in die Hände der Arbeiter= und Soldatenräte zu legen, so hatten diese Aufrufe den Charakter eines unverantwortlichen Vorgehens der Anhänger der extremen Minderheit und wurden von der Bevölkerung feindlich aufgenommen. Gleichzeitig ergreift die Regierung in völliger Übereinstimmung mit den Arbeiter= und Soldatenräten und den Bauernvertretern Maßnahmen, die dahin zielen, Ereignisse zu beschwören, welche eine unglückliche Rückwirkung auf den Staat haben könnten. Die Ereignisse von gestern und heute unterbrechen vorläufig die Besprechung über die Bildung der Regierung im Ganzen, aber nach der Beendigung der Unruhen werden die Besprechungen alsbald wieder aufgenommen, um ein Kabinett zu schaffen, in dem, wie im vorhergehenden Kabinett, Vertreter der verschiedenen politischen Richtungen vertreten sein sollen, was die ausführenErstürmung einer französischen Höhenstellung. Fortgang der Artillerieschlacht in Flandern.— Die Russen südlich Kalucz unter schweren Verlusten zurückgeschlagen. “ Großes Hauptauartier, 19. Juli.(B29.) Westlicher Kriegsschauplatz, Hoeresgruppe Kronprinz Rupprecht. In Ilandern nimmt die Artillerieschlacht ihren Jortgang. Trotz Regens war die Kampftätigkeit der zusammengezogenen Artilleriemassen bei Tage und während der Nacht sehr stark. Gewaltsame Erkundungen der Engländer im Küstenabschnitt und östlich von Ypern wurden von unseren Linien zum Scheitern gebracht. An der Arteis=Front war die Feuertätigkeit an mehreren Stellen vom La Bassche=Kanal bis auf das Südufer der Scarpe lebhaft. Südlich von St. Quentin stürmten bessische Truppen nach starker Feuerwirkung die frauzssische Höhenstellung in 1 Kilometer Breite. Der Zeind ließ eine grökere Anzahl von Gefangenen und mehrere Maschinengewehre in unserer Hand und erhöhte seine Verluste durch Gegenangriffe, die abends und morgens vor den gewonnenen Gräben ergebnislos zusammenbrachen. Front des deutschen Kronprinzen. Die Gesechtstätigkeit blieb meist in geringen Greuzen. Zeitweilig lebte sie in einzelnen Abschnitten an der Aisne, in der Champagne und auf dem linken Maasufer auf. Am Hochberge zwang unser Zerstörungsfeuer die Franzosen Teile des kürzlich dort gewonnenen Bodens zu räumen. Im Walde von Avocourt führte ein eigener Angriff zur Wiedernahme einiger taas zuvor verlorener Stellungsteile. Armce Herzog Albrecht. Richts Nrues. Ostlicher Kriegsschauplatz Heeresfront Prinz Leopold von Bayern. Die schon seit Tagen regere Feuertätigkeit südlich vor Dünaburg und Emorgon hielt auch gestern an. Nordwestlich von Luck und an der ostgalizischen Front brachten Stoßtruppunternehmungen, die auch eine Zunahme des Feuers zur Folge hatten, zahlreiche Gefangene ein. Südlich des Dujestr griffen die Russen die südlich von Kaluez von uns gewonnenen Höhenstellungen mit starten Kräften an. Sie sind überall unter schweren Verlusten zurückgeschlagen worden. Zwischen den Waldkarpathen und dem Schwarzen Meere keine größeren Kampfhandlungen. Mazedonische Front. Zwischen Riga und Prespa=See. am Dodrovolse und auf dem linken Wardar=Ufer lebhaftere Feuertätigkeit. Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff. S den Ausschüsse der Arbeiter= und Soldatenräte vollkommen billigen. Die„Vorläusige Regierung" in Kijew. Von der schweizerischen Grenze, 18. Juli. Das ukrainische Pressebureau in der Schweiz teilt mit: Die Vorläufige Regierung der Ukraine, die soeben in Kijew zusammengetreten ist, setzt sich folgendermaßen zusammen: Ministerpräsident und Minister des Innern: Winnitschenko, der hervorragende ukrainische Schriftsteller: Generalsekretär: Chrystjuk; Kriegsminister: Petliura; Minister des Außern: Jefremow; Finanzminister: Baranowski; Justizminister: Samowski; Ackerbauminister: Martos; Proviantminister: Stassiut. In gewissen politischen Kreisen der Ukraine spricht man davon, Poltava zur künftigen Hauptstadt der Ukraine zu wählen. Der Grund liegt offenbar darin, daß Kijew schon zu sehr verrußt ist, während Poltava seinen ursprünglichen ukrainischen Charakter völlig rein bewahrt hat. Dieser Plan gab Veranlassung zu einem recht schweren Zwischenfall zwischen dem Vollzugsausschuß und gewissen politischen Parteien der Ntraive. ,Ipfaug Cür Unfere Feinde. Paris, 19. Juli.(WTB.] Die Kammer het mit 442 Stimmen gegen eine die Vorlage über die Eimkommensteuer im ganzen augenommen. Eine schlechte englische Getreideernte. Bern, 18. Juli. Die„Times“ vom 13. veröffentlichen einen amtlichen Bericht, in dem es heißt: Die englische Getreideernte würde unter dem Durchschnitt bleiben. Für Kartoffeln würde in englischen Bezirken eine Durchschnittsernte erwartet. Die Ruben haben in allen Landesteilen infolge der Trockenheit gelitten. Kursänderung der irischen Nationalpartei. Amsterdam 18. Juli.(BB.) Der parlamentarische Mitarbeiter des„Daily Chroniele" teilt mit: Hartnäckig erhält sich das Gerücht von dem Rücktritt Redmonds von der Leitung der irischen Nationalpartei. Sollte dieses zutreffen, so dürfte der Rücktritt Redmonds wahrscheinlich mit einer Kursänderung der Nationalpartei zusammenhängen. Japaus Ausdehnungsdrang in Ostasien. Haag, 18. Juli.[Rh. W. Ztg.) Die„Rotterd. Courant“ meldet aus Stockholm: Die Zeitung„Dien" berichtet: Auf Anfrage einer japanischen Partei, ob es Japan bei der kommenden Friedenskonferenz glücken werde seine Interessen in den eroberten deutschen Gebieten in China zu verteidigen, erklärte der Ministerpräsident, daß die Ententemächte zur Bewahrung des Friedens in Ostasien sich gegen eine notwendige Maßregel Japans nicht widersetzen würden. Aus aller Welt. Madrid, 19. Juli.(WTB.) Havas.„ABC“ meldet: Der Gouverneur von Barcelona erklärte, er sei der Ansicht, daß niemand zu Gewalttätigkeiten schreiten werde. Der Oberbefehlshaber Kataloniens weigerte sich, Erklärungen abzugeben. Er beschränkte sich darauf, zu sagen: Ich kann nur bestätigen, daß ich bereit bin, die Befehle auszuführen, die ich erhalten werde. Das Heer wird seine Pflicht tun und das ausführen, was die öffentlichen Gewalten für das Wohl des Vaterlandes für notwendig halten. Paris, 19. Juli.(WTB.) Der Kammerausschuß für auswärtige Angelegenheiten beauftragte den Vorsitzenden damit, die Aufmerksamkeit Ribots auf die letzten Ereignisse in Athen zu lenken und auf die Notwendigkeit für die Schutzmächte, ohne Unterbrechung das Werk fortzusetzen, das sie zur Wiederherstellung der Ordnung und Achtung der nationalen Einigkeit Griechenlands begonnen haben. Berlin, 18. Juli. Die niederländische Regierung hat dem Auswärtigen Amte mitteilen lassen, daß nach einem Telegramm des niederländischen Gesandten in Peking bei den dortigen Kämpfen Deutsche nicht verletzt worden seien. Zum Kanzlerwechsel. Köln, 19. Juli.(WTB.] Die„Köln. Ztg.“ meldet aus Berlin: Wie wir hören, sind dem scheidenden Reichskanzler v. Bethmann=Hollweg von den Bundesfürsten sehr herzliche Telegramme zugegangen. Kundgebungen für die Anhänglichkeit und Verehrung wurden BethmannHollweg von den verschiedensten Seiten übersandt. Telegrammwechsel zwischen Michaelis und Graf Czernin. Wien, 19. Juli.(WTB.) Reichskanzler Dr. Michaelis hat an den Minister des Außern. Grafen Czernin, nachstehende Begrüßungsdepesche gerichtet: In dem Augenblick, in dem mich des Kaisers und Konigs Vertrauen auf den Posten des Reichskanzlers berufen hat, ist es mir tiefgefühltes Bedürfnis. Eure Exzellenz. den Vertreter der auswärtigen Angelegenheiten des Reiches, zu begrüßen, mit dem in engster, treuester Bündnisgemeinschaft zusammenzuarbeiten seit nnnmehr fast vier Jahrzehnten der leitende Grundsatz jedes deutschen Kanzlers war. Das kostbare Erbe unverbrüchlich zu bewahren, betrachte auch ich als die vornehmste Pflicht. Von ganz besonderem Werte würde für mich bei diesem Bestreben sein, wenn Eure Exzellenz auch mir die rückhaltlose Unterstützung bewahren wollten, die von Eurer Exzellenz meinem Herrn Vorgänger in so reichem Maße zuteil geworden ist. Österreich=Ungarn und Deutschland gehen, das ist mein felsenfester Glaube, siegreich aus dem schweren Kampfe hervor und sichern ihren beldenmütigen Völkern eine glückliche und schöne Zukunft. Reichskanzler Dr. Michaelis. Graf Czernin antwortete mit folgender Depesche: Für die warmen Worte, mit denen Eure Exzellenz mich gelegentlich Ihres Amtsantritts zu begrüßen die Güte hatten, bitte ich meinen tiefgefühlten Dank entgegenzunehmen. In der innigen, vertrauensvollen Zusammenarbeit mit dem Leiter der deutschen Politik und in dem unverbrüchlichen Festhalten an dem altbewährten Bünduis erblicke ich die sicherste Gewähr für eine glückliche Zukunft unserer heldenmütigen Völker. Zur Sicherung unserer Existenz und Wahrung unserer heiligsten Güter stehen wir in dem gewaltigsten Kampfe aller Zeiten. Ich vertraue zu Gott, daß wir im treuen Ausharren das ersehnte Ziel erreichen. Zu ehrlichem Frieden bereit, sonst aber zum Kampfe bis zum Außersten entschlossen, werden sich Deutschland und Österreich=Ungarn gemeinsam die Bedingungen für eine ungestörte, friedliche Zukunft erzwingen. Wien, 19. Juli.(WTB.) Die„Neue Freie Presse“ ersieht aus den zwischen dem Reichskanzler und dem Grafen Czernie gewechselten Telegrammen, daß auch für den neuen Reichs kanzler dieselben leitenden Gedanken maßgebend sind wie für den früheren. Die erste öffentliche Kundgebung, das erste Programm Michaelis' sei eine Mitteilung über das Bündnis mit Esterreich=Ungarn. Der neue Reichskanzler empfindet die ganze Bedeutung des Zusammenstehens mit dem Verbündeten, der seit drei Jahren gewaltige Kriegslasten an der Seite des Deutschen Reiches trage. Aus der Stadt. Münster, 19. Juli. Aus dem Militär=Wochenblatt. Befördert: zum Zeug=Oberlentnant der Zeug=Leutnant* Röhl. früher heim beim Art.=Depot Münster; zu Oberärzten die Assistenzärzte der Res. 2 Panning(Emil), Münster,# Dr. Pactzmann (Wilhelm). Osnabrück. (9 Bestimmungen über die Rektorats=übergabe. Im Hinblick darauf, daß durch den Erlaß vom 9. Juli ds. Is. — U I 3288 1— der Beginn der Immatrikulationen bei den Landes=Universitäten auf den 17. September ds. Is. festgesetzt worden ist, wird für die Universitäten in Berlin, Bonn, Preslau, Frankfurt a. M., Marburg und Münster in Abweichung von den Satzungen dieser Universitäten für die nächste bevorstehende Rektoratsübergabe ausnahmsweise folgendes angeordnet: 1. Die Übergabe des Rektorates findet in der Zeit zwischen dem 1. August und 30. September ds. Is. statt. 2. Von der durch die Satzungen vorgeschriebenen öffentlichen Feier der Übergabe des Rektorates kann mit Rücksicht auf die Zeitverhältnisse Abstand genommen werden. 3. über Zeitpunkt und Form der übergabe des Rektorates haben die Senate der einzelnen Universitäten Anordnung zu treffen. Ehrenvoller Ruf. Der Generalsekretär der Vereinigung der deutschen Bauernvereine, Dr. Grone=Münzebrock, wurde vom Reichskanzler auf Grund des§ 5 der Bekanntmachung vom 28. Februar d. J. zum Mitglied des Beirates beim Reichskommissar für Kohlenverteilung berufen * Die goldene Hochzeit seierten am 17. Juli die Eheleute Invalide Heinrich Gräler und Gertrud geb. Meckmann. Aus diesem Anlaß wurde ihnen ein Gnadengeschenk im Namen des Kaisers und Königs überreicht. Aus Kunst und Leben. Ein hochbedeutsames wissenschaftliches Unternehmen ist im Mittwoch in Münster durch die Gründung der Gesellschaft zur Herausgabe des Corpus Catholicorum auf feste Füße gestellt worden. Seit langem ist es in der wissenschaftlichen Welt beklagt worden, daß die Werke der katholischen Schriftsteller aus der Zeit der Glaubensspaltung so außerordentlich schwer zugänglich sind. Auf evangelischer Seite hat man schon seit Jahrzehnten mit dem Neudruck solcher Werke in dem corpus reformatorum begonnen. Das ieue Unternehmen ist also ein Seitenstück hierzu, das auch von den evangelischen Forschern freudig begrüßt wird. In diesem Sinne haben sowohl Exzellenz Harnack, als Professor Fischer=Basel, der bekannte Zwinali=Forscher, sich gejußert, und sicher kommt das Werk der gegenseitigen Vertändigung zugute, da gerade die Unkenntnis der kathotischen Schriftsteller der Reformationszeit die Schuld an manchem schiefen Urteil trägt. Die Seele des Unternehmens ist Universitäts-Professor Greving, der im Jahre 1894 als junger Essener Kaplan beim Lesen des Janssen'schen Geschichtswerkes auf die Frage stieß:„Wann werden wir endlich ein Corpus Catholicorum haben?“ Der Satz ließ ihn nicht los, und heute sieht er sich vor nein schon im Beginn der Verwirklichung der gewaltigen Anregung, die allerseits freudige Gutbeißung und wirksame Unterstützung fand, so bei dem bayrischen Ministerpräsidenten von Hertling, bei den Bischöfen von Paderborn, Münster, Breslau= Karzinal=Erzbischof von Hartmann gab am 15. August 1915 durch Gewährung eines Kredits die Möglichkeit, mit den Arbeiten zu beginnen, inzwischen ist das Darlehn zurückgezahlt worden, da die Beiträge so reichlich flossen, daß das Unternehmen sich auf eigene Füße stellen konnte. Es sind vier Gruppen von Mitgliedern vorgesehen: Stifter(bei einmaliger Zahlung von 1000 Mark), Gönner bei jährlicher Zahlung von 100 Mark), ständige Teilnehmer bei einmaliger Zahlung von 100 Mark) und Teilnehmer(bei jährlicher Zahlung von 5 Mark). Die Gesellschaft zählt heute 43 Stifter, 48 Gönner, 40 ständige Teilnehmer und 549 Teilnehmer. Von manchen Mitgliedern und Richtmitgliedern sind außerdem noch mehrere tausend Mark an einmaligen Spenden eingelaufen. Das Vermögen der Gesellschaft, nach Abeug den Ausgaben für Gebälter, Druchsachen, Porto usw. stellte sich Ende 1916 auf rund 45.000, heute auf rund 50000 Mark. Da die lausenden Ausgaben aus den Zinsen und sonstigen laufenden Einnahmen bestritten werden können ist eine gute geldliche Grundlage gesichert. Für die Schriftleitung ist von dem Herausgeber, Prof. Greving, eine Reihe von Fachgelehrten gewonnen worden, u. a. die Universitätsprofessoren Dr. Engeltemper(Münster] und Meinertz(Münster) für Altes und Neues Testament, Lux(Münster) für Kirchenrecht, Grabmann(Wien] für scholastische Theologie und Philosophie, Wegmann(München) für Patristik und lateinische Sprache, Frings(Bonn) für Germanistik. Bibliothekar Dr. Schottenloher von der Hof= und Staatsbidliothek(München) für Bibliographie. Die Arbeiten sind bereits in vollem Gange. Um einen Überblick über die in Frage kommende Literatur zu gewinnen, ist eine Kartotek der Drucke bis zum Jahre 1618 angelegt. Sie enthält nicht nur die Trucke von Werken katholischer Schriftsteller, sondern auch die der akatholischen. Die Kartothek zählt jetzt schon über 22.000 Zettel. Sie wird mit der Zeit ein sehr wertvolles Hilfsmittel für die Forschung werden. Die Urdrucke sind oft schwer zu beschaffen: soweit sie nicht erworben werden können, oder von Besitzern geschenkt werden, hilft man sich, ebenso wie bei Handschriften mit Schwarzweiß=Photographien. So z. B. war ein Exemplar der Defensio Eckil(15 Blätter) die als erste Schrift im Corpus Catholicorum erscheinen soll, von einem Antiquariat für 300 Mark angeboten, die Photographie der Defensio kostete ungefähr sieden Mark. Auf einer Archivreise sind bereits annähernd tausend Schwarzweiß=Photographien von Briesen. Akten, Urkunden angefertigt worden. Diese Photographien sind zunächst wichtig wegen ihres Inhalts: dann aber auch deshalb, weil sie uns Proben von den Schriftzügen jener Männer geben, mit denen wir uns zu beschäftigen haben. Auf diese Weise wird es möglich, Originale von Kovien zu unterscheiden, und Handschriften, deren Schreiber nicht genannt sind, unter Umständen einer bestimmten Persönlichkeit zuzuweisen; so konnte der Herausgeber z. B. eine interessante, gänzlich undekannte nur im Manuskript vorbandene Streitschrift als zweiselles von Eck berrührend feststellen. Dem Zweck des Corpus Catholicorum: Mehrung unserer Kenntnisse vom Zeitalter der Glaubensspaltung entsprechend. wird das Augenmerk zunächst und hauptsächlich auf die Zeit von Luthers Auftreten bis zum Schluß des Tridentiner Konzils(1517—1563) gerichtet, zumal auf die Werke aus den ersten Jahrzehnten, wo die Wogen des geiitigen Kampfes besonders hoch gingen. Aber es sollen nachtridentinische Theologen nicht dauernd ausgeschlossen werden. Ebensowenig will man sich streng an das Anfangsjahr halten, sondern auch solche Werke aufnehmen, die früher entstanden, aber für das Verständnis der religiösen Strömungen der nachfolgenden Zeit von Wert sind. Archivarische Urkunden und Akten. Briefe usw, sollen in der Regel nicht im Corpus Catholicorum Aufnahme finden, damit dieses nicht seinen geschlossenen einheitlichen Charakter verliert. Für solche Veröffentlichungen sollen die unter Greving schon länger erscheinenden„Reformationsgeschichtlichen Studien und Texte“ zur Verfügung gestellt werden, bis etwa die Gesellschaft es für gut findet, jene unter einem gemeinschaftlichen Titel gesammelt herauszugeben. Die Hefte des Corpus Catholicorum werden in zwangloser Form und in verschiedenem Umsang erscheinen. Die Terte und Schriften aus dem 16. Jahrhundert werden mit lateinischen Typen gedruckt, gleichviel, ob sie in lateinischer oder in deutscher Sprache geschrieben sind, weil der Herausgeber davon überzeugt ist, daß den lateinischen Typen die Zukunft gehört, und daß sie besonders da angewendet werden müssen, wo es gilt, einem Werke eine größere Verbreitung im Auslande zu verschaffen. Der Gründungsversammlung folgte am Donnerstag die erste Ausschußsitzung, die sich u. a. mit der Wahl des Vorstandes besaßte. Es wurden gewählt als Vorsitzender: Gre ving, Joseph. Dr. theol., o. ö. Universitäts=Professor, Münster i. W., Stellvertreter: Ehses, Stephan Dr. theol. er phil., Apostol. Protonotar. Päpstlicher Hansprälat, Leiter des hist. Instituts der Görres=Gesellschaft in Rom, zurzeit München. Schriftführer: Schulte, Alois, Dr. phil., ei jur. h. c., Geb. Reg.=Rat, o. ö. Univ.=Prof., Bonn. Stellvertreter: Schmitz=Kallenberg, Ludwig, Dr. phil., Universitäts-Professor, Münster i. W. Schatzmeister: Meyer, Alex. Dr. iur., Rechtsauwalt, Bonn. Stellvertreter: Schmisz, Gottfried, Rechtsanwalt a. D., Bonn. Aus diesen Darlegungen ersehen unsere Leser, welche Bedeutung der Gesellschaft zur Herausgabe des Corpue Catholicorum zulommt. Wir verfehlen nicht, allen Gebildeten, die das notwendige und verdienstvolle Werk fördern wollen, den Beitritt zu irgend einer der erwähnten Gruppen epichle. Mitteilungen des städtischen Kriegsausschusses. Freitag zweite Hälfte der RagermilchkundenFreitag Butter=, Kartossel= und Geuuseverkauf von 8—12 und 2½—7 Uhr Servoruplatz. bis 9200, Stadthalle: 5201—6700; Gocbenstraße: 5100: Kreuzstraße: 3401—4500; Warendorferstraße 2.01 bis Morgen(Freitag) letzter Butterverkaufstag. Wer seine Butter morgen nicht abholt. kann für diese Woche nicht mehr beliectert verden....., 4. And Barteuhärs uu uen Von Freitag dieser Woche av in das Fartenburs an den Nachmittagen nur in der Zeit von 4—6 Uhr für dringende An- und Abmeldungen sowie für Urlauber geöffnet. Vermischtes. * Apenrade, 17. Juli. Ein schweres Bootsunglück, vem drei Menschenlehen zum Opfer gefallen sind, hat sich in der geschützten Bucht beim Bad Flisenlund ereignet. 30 fleine Ferientinder werden dort auf Kosten der Avenrader Bürgerschaft unter Leitung einer Schwester und einer Lehrerin Hgack unterhalten, sie stammen aus Kiel. Ein alter erfahrener Fischer S. erklärte sich bereit, eine Bootsfahrt in der geschützten Bucht zu unternehmen. Die Lehrerin stieg mit acht Mädchen ein. Kaum war der Brückentopf erreicht, als ein plötzlicher Wirbelwind das Segelboot umwarf. Der alte Fischer klammerte sich an der Bootskante fest, und es gelang mit Hilfe der Lehrerin, das Boot wieder aufzurichten. Als tüchtige Schwimmerin vermochte die Lehrerin mit eigener Kraft sämtliche acht Kinder zu retten und ins Boot zu heben. Kaum war die Rettungsarbeit geglückt, als ein neuer Stoß das Boot umwarf. Auch dieses Mal setzte die Lehrerin alles daran, die Kinder zu retten, bis sunf gelang es ihr unter den größten Anstrengungen, drei sanlen jedoch in die Tiefe. Vom Strande kam man zur Hilfe herbei. Der alte Fischer, der wegen der schweren Wasserstiefel nicht schwimmen konnte, wurde gerettet, ist aber stark milgenommen. Die fehlenden drei Kinder waren nicht zu finden. Handel und Industrie. Von der Berliner Börse. Berlin, 19. Juli.(P7TB.) In Erwartung der heutigen Antrittsrede des Reichslanzlers verhielt sich die Börse heute ziemlich abwartend, in der Grundstimmung war sie fest bei lebhafterem Geschäft. Dies gilt namentlich von Schiffahrtsaktien unter Führung von Hausa und Montanwerten unter Bevorzugung von Phoenix, Bochumern. Deutsch=Luxemburgern, sowie auch von verschiedenen anderen Papieren des Kassa-Industriemarktes. zu denen sich außer den in den letzten Tagen genannten Hausa Lloyd, Benz, Daimler, Köln=Rottweiler, Rheinische Metall, Deutsche Waffen, Thale, Sachsenwerk, Dynamit, Wunderer und Erdöl gesellten. Sonst nichts von Bedeutung. Die ziemlich ergiebigen Gewitterregen scheinen allgemein verbreitet gewesen zu sein und werden für Karoffeln, Rüben Futterstoffe als recht willkommen angesehen. Starke Nachfrage besteht für Herbst=Rübensamen, doch ist alte Ware darin nur wenig angeboten und in neuer Ware verhalten sich die Erzeuger bei den Verkäufen zurückhaltend. Das Geschäft in Gras=Sämereien will nicht recht in Schuß kommen, solange nicht die neuen Höchstpreise dafür festgesetzt sind. Die Nachfrage nach Seradella wird zunächst vom Lager der Händler befriedigt, anderes Angebot ist knany. Devisen=Kurse der Berliner Börse. Telegr. Auszahlungen für: Geld Nrief Holland Dänemark Schweden Normegen Schweiz für 100 Gulden 100 Kronen 100 Kronen 100 Kronen 100 Franken Oesterr.=Ung, 100 Kronen Bulgarien 100 Leva Türkei Spanien 100 Pesetas Hauptredakteur Rudolf Strietholt.— Es verantworten: den redaktionellen Teil Paul Koene, die Reklamen und Inserate Anton Busch, alle in Münster.— Druck und Verlag der Aschendorfischen Buchhandlung in Münster. 1 Musikalien hat in größter Auswahl die M. Kneer' sche Musikallenhandig. Größtes Lager der Provinz. Tel. 795. Gegr. 1824. a“ Prinzipalmarkt 12. Stückenseife, so versuchen Sie bitte mein parfüm., in ¼ Pfd. Stücken Postpaket 35 Stück M. 6.— franko Nachnahme. C. Mehlhorn, Hannover, Nr. L 15 Steintorfeldstr. a2 Ratoe Lodersten Feine Schreibzeuge Schrabttsch-käcal! M. L.OWENSTEIN Ladaerter 4. Tüchtige, selbständige Komtorioth sofort gesucht. Fritz Kilfe, Altersteinweg 8. Haus= und Grundbesitzerverein. Einladung zu einer General=Versammlung am Samstag, den 21. Juli 1917, abends 8 Uhr im Saale der Brauerei Felder, Hörsterstraße 1. Tagesordnung: 1. Bericht zur Lage des Hausbesitzes. 2. Antrag auf anderweite Bemessung des Reparaturkostenantells der Mieter. Der Vorsteans 3. Rechnungslegung. 1.— Vorstand. Codes=Anzeige. 8 Es hat Gott dem Allmächtigen in seienem unerforschlichen Ratschlusse gefallen, heute morgen um 6¼ Uhr meine innigstgeliebte, unvergeßliche Frau, meine liebe Tochter, unsere gute Schwester, Schwägerin und Tante, die Sobeitzer Teinr. Noueham. Wilhelmine geb. Scheuing nach langem, schwerem, geduldig ertragenem Leiden im Alter von 37 Jahren, wiederholz versehen mit den hl. Sterbesakramenten, zu sich in die Ewigkeit zu rufen. Um ein stilles Gebet für die liebe Verporbene bitten Hövelhof, Havirdeck, Hemmergrund, Roxel, Ochtrup, westl. Kriegsschauplatz, NeuenArchen, den 17. Juli 1917. Die trauernden Angehörigen. Die Vrerdigung findet statt Samstag, den 21. Juli, morgens um 7 Uhr in Hövelhef, darnach das feierliche Seelenamt.