der deutschsprachigen Presse e.V. Sepepren enteltbrüc Oupocte# „Wochenschau“) in Münster gweimel Aüglich dus u#s haus gebracht 2 Mr. 10 Pig.— auswürts ven der Dos abgeholt 2 Dr. 10 Pfa, durch den Ostefträger gebracht überall, we naur einusal in Toge Briefbestellung stottfindet, 2 B0k. 18 Pse. i Oeire mit gwei= und mehrmaliger Besteltung 9 9N. à Pfg.— Ausgabe 8(mit„Bethauchau“) virrteljährtich 60 Psg, mahr. Feruspr.: Rodaktion u. Berlag Nr. 2443. 2400 u. 2453. Seichtfishtelle(Michasfisplatz 9) Nr. 76. S I P Zwei Ausgaben ung. und Münsterische Volkszeitung. 44094 Anzeigen: Der Raum für die Anzeigenspalte, 2# mm hoch. 25Pf; bei Anzeigen aus dem Rünster 20 Pf., aus der Stadt Munster 15 Pf.(für Aktiengesellschaften 2c., Vereine und Behörden 25 Pf.: Reklamen: Der Raum für die Reklamespalte, S7mm breit, Imm hoch, 1 Mk.— Für Erfüllung von Plaz= vorschriften wird keine Gewähr, sowie für Druckfehler beine Haftung übernommen. Etmaiger Rabatt gilt als Kassenrabatt u. kann verweizert werden, wenn Zahlung nicht binnen 4 Wochen nach Erhal: der Rechnung efolgt— Gebühr für Beslagen nach tlewicht Ppste Tuggobe. Freitag, 13. Juli 1917. 66. Jahrgang. Nr. 493. Die politische Krise. ∆ Berlin, 13. Juli.(KG.] Der Empfang von Parlamentariern durch den deutschen Kronvrinzen wird heute bzw. morgen fortgesetzt. Es sind an mehrere süddeutsche Abgeordnete Einladungen ergangen. Die Mitglieder des Bundesrats-Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten sind seit heute früh vollzählig in Berlin versammelt. Der Ausschuß ist jedoch bis zur Stunde noch nicht einberufen worden. Der hayrische Ministerpräsident Graf Hertling wird heute vom Kaiser empfangen werden.— Wie verschiedene Blätter wissen wollen, habe der Kronprinz bei seinen Besprechungen mit den Parteiführern betont, er wolle auf Wunsch seines Vaters sich selbst eine Meinung über Bethmanns Politik bilden. ∆ Berlin, 13. Juli.(KG.) Aus parlamentarischen Kreisen wird uns gemeldet: Der Reichskanzler wird bereits in der morgigen großen Plenarsitzung ausführlich die Stellungnahme der Reichsregierung zur Friedensresolution und zu den Forderungen nach Parlamentarisierung der Reichsämter bekanntgeben. Für jede Partei ist nur ein Redner zur Debatte vorgemerkt. Die Fraktionsvorstände halten heute nachmittag ihre letzten Sitzungen ab. In politischen Kreisen verlautet, daß die unabhängigen Sozialdemokraten namentliche Abstimmung beantragen wollen. * Die Nationalliberalen gegen den Kanzler. Berlin, 13. Juli.(Eig. Meld.) Wie eine Nachrichtenstelle erfährt, haben die Nationalliberalen einen gegen die Person des Kanzlers direkt gerichteten Schritt unternommen. Sie haben namens, der Fraktion eine Nachricht an das kaiserliche Zivilkabinett gerichtet, in der zum Ausdruck gebracht wird, daß der Ansicht der Fraktion nach die Person des Herrn v. Bethmann=Hollweg ein Hinderungsgrund für einen Friedensschluß bilden würde. Das Zentrum und der Kanzler. In dem Artikel unseres Berliner-Mitarbeiters in der heutigen Morgen=Ausgabe(Nr. 492), haben einige von den sorgfältigen Lesern wohl schon selbst berichtigte Fehler den Sinn entstellt. Zunächst muß es in der Auslassung der„Germania“ gegenüber der„Vossischen Zeitung" heißen: „Es ist auch völlig irrig, wenn in der„Voss. Ztg.“ behauptet wird, der Vorstand der Zentrumsfraktion erblicke in dem weiteren Verbleiben des Kanzlers auf seinem Posten eine Erschwerung der Herbeiführung des Friedens. Die Meinung" usw. Der Schluß des Artikels muß heißen: Wenn Herr von Bethmann=Hollweg geglaubt hat, das Zentrum für sein Verbleiben im Amte und damit für seine weiteren politischen Fehlgriffe, die nicht ausbleiben werden, mitverantwortlich machen zu können, so ist er im Irrtum. Die Antwort, die er vom Zentrum bekommen hat, ist kein Vertrauensvotum für ihn, und wir steben nicht an zu sagen, daß die Mehrheit der Zentrums=Fraktion sein Ausscheiden für wünschenswerter hält, wenn es auch seinen Abschied nicht fordert oder erzwingen will. Die Ernennung und die Entlassung des Kanzlers ist Sache des Kaisers, und seiner Entscheidung greift das Zentrum schon deshalb nicht vor, weil es keinerlei Verantwortung für den kommenden Kanzler übernehmen kann. Aber da dem Kanzler offenbar daran liegt, die Meinung des Zentrums zu hören, so sagen wir ungeschminkt, daß die Partei und die Fraktion in ihrer Mehrheit seine Amtsführung nicht für eine glückliche ansieht, und daß sie nicht das Vertrauen hat, daß er in Zukunft verstehen werde, die Fehler der Vergangenheit zu vermeiden.“ Weitere Blätterstimmen zur Lage. Berlin, 13. Juli.(WTB.] Der„Vorwärts“ meint gegenüber einer etwaigen Kanzlerkrise: Fürst Bülow der Mann, der das Wort sprach,„die auswärtige Politik Deutschlands wird nicht in der Hasenheide gemacht,“ ist schwerlich geeignet, in seiner Auslandspolitik der Demokratie die von der Zeit gebotenen Zugeständnisse zu machen. Er, der so viel von dem verschuldet, worunter wir heute leiden, kann nicht berufen sein, die aus den Fugen gegangene Welt wieder einzurenken. Die„Deutsche Tageszeitung“, die sich gegen die Parlamentarisierung des Reiches wendet, schreibt u. a.: Jedenfalls stehen nicht nur die kaiserlichen Rechte, sondern zugleich auch die Rechte der deutschen Bundesstaten in der gegenwärtigen Krise auf dem Spiel. und wir möchten hoffen, daß die Bundesregierungen, die die großen Gefahren jetzt erkannt zu haben scheinen, unverzüglich handeln, um den Grundgedanken des Deutschen Reiches gegen die Machtgelüste des Parlamentarismus zu schützen und zu sichern. Die„Morgenpost“, schreibt zur Kanzlerkrise: Wir würden ihn(Bethmann=Hollweg) mit Bedauern fallen sehen, aber sein Schicksal wiegt nicht ein Quäntchen von dem, was das Schicksal der Nation wiegt. Und wenn es sein muß, werden wir unter anderer Führung dem Ziele zustreben, das es um unseres Vaterlandes und Volkes willen zu erreichen gilt. Das„Tagehl.“ schreibt in einem„Der Kampf gegen den Reichskanzler" überschriebenen Artikel u. a.: Wenn Herr von Bethmann=Hollweg, wie vorauszusehen ist, vor einer durchgreifenden Tat im Reiche, vor einer nicht scheinbaren Parlamentarisierung zurückschreckt wenn er auf Seitenwegen den Notwendigkeiten auszuweichen versucht, dann wird er nicht als der Mann gelten müssen, den sein Orientierungs=Enthusiasmus verbürgt, dann würde er nicht fallen, weil er die Zeichen der Zeit zu gut begriffen hat, sondern weil er sie, obwohl er sch.in von ihnen sprach, nicht begreift. Nach der„Voss. Zta.“ verlautet in parlamentarischen Kreisen, daß die Regierung den Reichstag am Samstag nach der Bewilligung der Kriegskredite bis zum Oktober vertagen will. Inzwischen beabsichtige Bethmann=Hollweg, die sogenannte Parlamentarisierung durchzuführen, das beißt, einzelne Abgeordnete in die Regierung zu berufen. Wie das Blatt meint, würden die Fraktionen diese Maßnahme nicht als Parlamentarisierung anerkennen und sich volle Handlungsfreiheit vorbehalten. Es würde höchst fraglich sein ob unter solchen Umständen Herr von Bethmann=Hollweg Parlamentarier als Minister gewinnen könne. Die Haltung unserer Feinde. Berlin, 13. Juli. Das„Tageblatt“ meldet aus Basel: Wie„Progres de Lyon“ aus Paris meldet, messe man in dortigen gut unterrichteten Kreisen dem gestern abgehaltenen außerordentlichen Ministerrat höchste Bedeutung bei. Wie verlautet, beschäftigte sich der Ministerrat mit der durch die Krise in Deutschland hervorgerufenen Lage sowie mit der Antwort der deutschen sozialistischen Minderheit auf den Stockholmer Fragebogen. ∆ Zürich, 13. Juli.(KG.] Der„Corriere della Sera“ meldet aus Paris: Der französische Kriegsminister erklärte in der Kammer auf eine Anfrage Renaulds, die inneren Vorgänge in Deutschland ließen noch keine Hoffnung auf eine Beschleunigung des Friedens aufkommen. Frankreich führe den Krieg nicht zur politischen Befreiung Deutschlands, sondern nur, um die geraubten Provinzen wieder erstattet zu erhalten. Nach der„Tägl. Rdsch.“ schreibt der„Figaro“ zu dem Auftreten Erzbergers: Wenn in Deutschland die demokratische Strömung verstärkt zutage treten sollte, müßte mit aller Festigkeit und Entschlossenheit weiter gekämpft werden, denn die gerinaste Schwäche der Entente und jedes Zugeständnis würde in Deutschland die zersetzenden Strömungen, mit denen der Sieg der Verbündeten verknüpft ist, zum Einhalt bringen.(Also nur Deutschlands Uneinigkeit sichert den Sieg der Entente. Dann wird sich das deutsche Volk schon wieder wie am 4. August 1914 zusammenfinden.) Englische Mobilmachung— in Deutschland. Im„Scotsman" stand vor kurzer Zeit das folgende Bekenntnis zum Plan einer englischen Mobilmachung in Deutschland zu lesen: „Unser Hauptziel sollte die Entzweiung im deutschen politischen Lager sein: den Geist der Revolution sollten wir innerhalb der Mittelmächte anfachen. Wir haben die Möglichkeit, alle Kräfte der europäischen Demokratie zu mobilisieren. Wir haben es in der Hand, alle diese wesentlichen Ziele zu erreichen.“ Von den Kriegsschauplätzen. Haag, 13. Juli.(BB.) Die englischen Blätter beschäftigen sich mit dem jüngsten deutschen Erfolg in der flämischen Wasserecke. Der Erfolg sei für England sehr unangenehm, man müsse sich aber damit trösten, daß es der erste militärische Erfolg Deutschlands in diesem Jahre sei, der strategisch noch nicht einmal etwas zu bedeuten habe. Die Zerstörung von St. Quentin durch die Feinde. Berlin 12. Juli.(WTB.) In den letzten 14 Tagen sind auf St. Quentin etwa 2800 Schuß gefallen. Die Kathebrale erhielt 60 Treffer und wird mehr und mehr zur Ruine. Der Seekrieg. Bern, 12. Juli.„Nouvelliste de Lyon“ meldet aus Le Havre: Der Neusundländer Segler„Ivonne Idet“ ist am 1. Juli mit dem Dampfer„Ceario" zusammengestoßen und gesunken. Kopenhagen, 12. Juli.(WTB.]„Berlingske Tidende“ meldet aus Stockholm: Aus Nordschweden wird berichtet, daß in den dortigen Gewässern deutsche U=Boote tätig seien. Gerüchtweise wird gemeldet, es seien mehrere Dampfer aufgebracht worden, darunter der schwedische Dampfer„Norrland“. Ein deutsches U-Boot hielt gestern den Svea=Dampfer„Karl von Linné" an. Der Dampfer erhielt jedoch nach Untersuchung der Schiffspapiere die Erlaubnis zur Weiterreise. Luftkrieg. Der Sportflieger von Essen in Holland interniert. Genf, 12. Juli. Der französische Flieger=Aspirant Pailard, der an dem letzten Fluge nach Essen teilgenommen hatte, mußte den französischen Zeitungen zufolge in Holland landen, wo er mit dem ihn begleitenden Bombenwerfer interniert worden ist.(Auch das noch, zu dem Pech. die für Essen bestimmten Bomben, 40 Kilometer vom Ziel entfernt, niedergeworfen zu haben.) Die Wirkung der französischen Bombenangriffe auf deutsches Gebiet im Monat Juni. Berlin, 12. Juli. Wie wir aus den amtlichen Heeresberichten und anderen Mitteilungen in der Presse wissen, sind unsere Bombengeschwader fast bei jedem Wetter Tag und Nacht eifrig bei der Arbeit. Wie erfolgreich ihre Tätigkeit ist. lehren Augenbeobachtungen und Lichtbilderkundung und zahlreiche Nachrichten vom Gegner. Auch Franzosen und Engländer setzen natürlich ihre Bombengeschwader fortgesetzt gegen deutsches oder von Deutschen besetztes Gebiet an. Wieweit dabei namentlich bei den Franzosen der Wunsch mitspricht, dem Eindruck entgegenzuwirken, den die deutschen Bombenangriffe bei den Landsleuten hervorrufen, bleibe dahingestellt. Die französischen Funkensprüche wissen von der Zahl und Länge dieser Flüge, der Menge und dem Gewicht der abgeworfenen Bomben und den Erfolgen der Angriffe Wunder zu erzählen. Wir geben im Nachstehnden eine Zusammenstellung der im Juni von den Franzosen unternommenen Bombenangrisse gegen deutsches Gebiet, ihrer Ziele und ihrer Wirkung, soweit sich eine solche überhaupt feststellen ließ. Es fanden insgesamt 14 zum Teil mehrstündige Angriffe statt. Sechs davon richteten sich gegen Orte, die kein militärisches Interesse irgendwelcher Art besitzen. Die Zahl der abgeworfenen Bomben betrug etwa 600. Wenn die Franzosen im Heiresberich: vom 5. Juni 16.500 Kilogramm Sprenastoff als in einer Nacht abgeworsen melden, so zwingt dies zu dem Schluß, daß die meisten abgeworfenen Bomben sich der Feststellung dadurch entziehen, daß sie in Wälder oder unbebaute und unbewohnte Gegenden fielen.) Tank dem einwandfreien Zusammenarbeiten aller unserer Abwehrmittel war der einzige militärische Erfolg aller Bombenangriffe im Monat Juni der, daß ein Teil eines für die Kriegsrüstung arbeitenden Werkes durch eine geringfügige Beschädigung für einige Stunden stillgelegt wurde. Im übrigen wurde in vier Städten oder Dörfern, die alle keinerlei militärische Bedeutung haben Schaden an Privatgebäuden verursacht, außerdem drei Perionen getötet, drei schwer und zwölf leicht verletzt, davon fünf in Trier. Rußland. Stockholm, 12. Juli. Nach russischen Lokalblättern dauern in der rusischen Provinz die bisherigen anarchistischen Zustände fort. In Kutais z. B. drang eine große Schar von Bewaffneten in das Sitzungsgebäude des örtlichen Arbeiter= und Soldatenrates, verjagte die Deputierten, zerstörte alles und zersetzte das Bildnis von Kerenski. Dann verhaftete die Bande eine große Anzahl von bekannten Bürgern, die nach unbekannten Plätzen verschleppt worden sind. In Woronesch hat der dortige Arbeiter= und Soldatenrat den Erzbischof Tischor verhaftet und dem Petersburger Arbeiter= und Soldatenrat, der die sofortige Enthaftung des Kirchenfürsten anordnete, kurz und bündig erklärt, er habe sich in die Maßnahmen des Woronescher Arbeiterrates nicht einzumischen. Eine eigenartige Einrichtung beim russischen Heere. Petersburg, 12. Juli.(WTB.) P. T.=A. Im Hinblick auf die Umformung des Heeres nach demokratischen Grundsätzen hat die vorläufige Regierung beschlossen, bei jeden Oberkommando das Amt eines Militärkommissars der Regierung einzurichten. Dieser soll von der Regierung im Einverständnis mit den Höchstkommandierenden ernannt werden. Diese Kommissare werden nach den Anordnungen des Kriegsministeriums dazu beitragen alle politischen Kragen, die in Heer und Marine auftauchen, in gleichmäßiger Weise zu lösen und die Arbeiten der Armeekommissionen in Einklang zu bringen. Weigerung der Ukrainer. Stockholm, 12. Juli. „Stockholms Tidningen“ melden aus Haparanda: Die Truppen in der Ukraine weigerten sich, an„Kerenskis Offensive“ teilzunehmen. 5000 Soldaten hätten den großen Bahnhof von Kiew besetzt und versuchten, andere Soldaten dazu zu überreden, gleichfalls die Abreise an die Front zu verweigern. Nach den Schilderungen finischer Zeitungen endete der Kampf zwischen den finischen Bauern und den russischen Soldaten in Haermoe mit einem Siege der Bauern; diese warteten in Verstecken, bis die Soldaten alle Munition verschossen hattenn und stürzten sich dann auf die Russen, von denen über 50 verwundet und getötet wurden. Der Exzar beteiligt sich an der Freiheitsanleihe. Haag, 12. Juli. Reuter meldet aus Petersburg: General Benckendorff, der frühere Kammerherr des Zaren, teilt mit, daß der frühere Lar Nikolaus mit seiner Familie sich an der russischen Freiheitsanleihe zu beteiligen wünsche. Unsere Feinde. Gerard verläßt den diplomatischen Dienst. Von der schweizerischen Grenze, 12. Juli. Der„Matin“ meldet aus New York: Der frühere amerikanische Botschafter in Berlin, Gerard, hat seinen Rücktritt aus dem diplomatischen Dienst eingereicht. Die Gesinnung unserer Feinde wird treffend gekennzeichnet durch den folgenden Lyoner Funkspruch aus Amerika vom 11. Juli 1917:„Die Selbsttäuschung Deutschlands“. Die „Newyork Times“ meint, daß selbst die deutschen Sozialisten, die die Demokratisierung des Kaiserreiches predigen, noch nicht klar genug die Wichtigkeit des Verbrechens einsehen, dessen Deutschland vor dem Richterstuhl der Zivilisation angeklagt wird. In seiner Rede im Reichstagsausschuß sprach Ebert die Ansicht aus, daß die deutsche Regierung den Frieden haben könne, wenn sie nur ein Friedensangebot ohne Annexionen und Entschädigungen machen würde und das Streben nach einem Sonderfrieden mit Rußland unterlassen wolle. Ebert spricht wie ein Mann, der einem anderen Jahrhundert angehört. Seit der Marne=Schlacht handelt es sich nicht mehr um die Frage der Annexionen durch Deutschland oder Entschädigungen, die es vorschreiben könnte. Diese Ansicht ist seit langer Zeit schon von den Alliierten beiseite ge“ schoben. Ebert täuscht sich aber sehr, wenn er erklärt, daß Landesmütterliche Kriegsarbeit. Von Hedwig von Puttkamer. 11. (Schluß.) Vom ersten Beginn des Krieges an sand in jeder Woche bei unserer Kaiserin eine Konserenz statt, in der berufene Männer und Frauen, die im Wohlfahrtsleben der Vereine und Kommunen maßgebend sind, Berichte erstatteten, neue Anregungen gaben und empfingen, und im Gedankenaustausch mit ihrer kaiserlichen Herrin die Freudigkeit neu belebten, von der alle segensreich sein sollende Kriegs- und Liebesarbeit getragen sein muß. Das Arbeitsgebiet der groden Vereinigungen, wie des Vaterländischen Frauenvereins, der Frauenhilfe, des Roten Kreuzes, der Diakonissenanstalten u. a. m. ist ja unendlich weit gedehnt, und es ist und bleibt zu bewundern, wie unermüdlich die Protektorin all dieser Gruppen in ihrer Fürsorge für weiteste Kreise tätig ist. Eingehend und mit praktischer Erfassung der Wirklichkeit in ihrer Urteilsbildung arbeitet die Kaiserin viele Fragen bis ins einzelne durch und beschäftigt sich jederzeit besonders liebevoll mit den Fürsorgemaßnahmen für die Kriegswaisen 0 aus allen Schichten der Bevölkerung. Es sind ja überhaupt immer die Kinder, die des wärmsten Interesses ihres mütterlichen Herzens allzeit sicher sein dürfen. Der Landaufenthalt jener Tausende von Großstadtkndern, die wir vor Wochen blaßwangig ins Freie hinausgieben sahen und die im Herbst hoffentlich frisch und pausbackig zurückkehren sollen, ist nicht zum wenigsten der Initiative der Landesmutter zu danken, die sofort das Protektorat über das Ganze übernahm und sich eingehend über die betrefsenden Maßnahmen Bericht erstatten ließ. Wer es miterleben purfte, wie liebevoll das Lächeln war, das sich zu den Kleinen neigte, wie weich und gütig die Hand, die sich mit mütterlicher Herzlichkeit auf blonde und dunkle Kinderköpschen legte, wenn die Mutigsten der juhelnden Schar sich ein Herz faßten und aus der Reihe in den Weg der Kaiserin liefen, ihr eine Blume oder nur die kleine Patschhand zu reichen, wer in die großen, staunenden Kinderaugen sah, in denen so viel herzrührendes Zutrauen lag, dem wurden selber die Augen feucht und das Herz weit vor Dank und Freude, daß solch starker Strom von vertrauender Liebe zwischen Fürstin und Volk seine sognende Kraft walten läßt! Auch als Zinanzwirtin über beträchtliche Gummen. die der Kaiserin zur Verfügung gestellt und als Geschenk überreicht werden, erwächst ihr oft bedeutsame Arbeit. Da stiftete z. B. gleich im August 1914 der Verein deutscher Lokomotivführer den stattlichen Betrag von 100 000 Mk zur Einrichtung eines Lazarettzuges. Unter der allerpersönlichsten Beteiligung und nach den Angaben der Kaiserin entstand damals sofort der Zug„G 3 Kaiserin" und nicht zu zählen sind die Besuche, die sie ihm bei seinem Werden und späterhin während seines Dienstbetriebes abstattete. Er läuft noch heute und hat so manchen armen Verwundeten mit seinen mustergiltigen, liebevoll erdachten Einrichtungen die erste Linderung und Erleichterung geben dürfen. Neben der unmittelbaren Kriegsarbeit der Kaiserin an den Verwundeten steht im Mittelpunkt ihrer Anteilnahme das Schicksal der Kriegsgefangenen. Sie erklärte sich sofort bereit, das Protektorat über die Kriegsgefangenenspende zu übernehmen, die in ihrer stattlichen Summe von 12 Millioneu Mark eine werktätige Hilfe für die Armsten darstellte. Mit Rat und Tat unterstützte die Kaiserin die Schwestern vom Roten Kreuz bei ihrer Entsendung nach Rußland, von wo sie durch ihre Besuche in den Gefangenenlagern so vielen Hunderten daheim Nachricht von ihren Lieben verschaffen konnten und wesentlich zur Besserung der Lage der Gefangeneu beigetragen haben. Es mag ihrem gütigen Herzen eine der stärksten seelischen Erschütterungen gewesen sein, als sie an einem strahlenden Frühlingstage des Jahres 1916 einen Transport von 180 Austauschgesangenen im Hafen von Saßnitz in Empfang nahm. Schon von weitem tönte der Jubel der Heimkehrenden übers Wasser her. Sie sangen die uns allen teuren Nationalund Trutzlieder der verbündeten Mittelmächte, und stolz und sicher glitt unter webendem Fahnenschmuck und dem schmetternden Klange der Musikkapellen das Schiff an den Landungssteg. Doch dann kamen sie von Bord, die da gejubelt und gesungen hatten und über der Wiedersehensfreude ihre Wunden und Leiden vergessen konnten, wie leichtherzige Kinder, und der Blick weilte erschüttert auf dem Jammer, der sich ihm zeigte! Es war letzten Endes nur eine Schar von Krüppeln. die da tränenden Auges, voll seligster Luft an der Heimkehr das Freundesland, die eigne Heimat grüßten. Die Kaiserin mischte sich sofort unter die Schar, mit jedem einzelnen sprach sie und fragte ihn nach seinem Woher und Wohin nach Elternhaus oder Familie daheim. Und einen fand sie, an dem hatte ihr aktiges Herz seine ganz besondere Freude, des war ein Gardefüsilier, den seine junge Frau glückselig, daß sie ihn wieder hatte, in die Arme nahm. Zu diesen beiden Glücklichen setzte sich die Landesmutter an den Tisch und sonnte sich an ihrer Freude, und es muß ein wundervolles Gefühl für die Beschützerin dieser Erlösten gewesen sein, zu wissen: Was sie gelitten fürs Vaterland und ihrer Fürstentreue willen.... das durfte Fürstentreue wiederum auch ihnen danken! Von der gleichen unbefangenen, rein menschlichen Herzlichkeit im Umgang wußten auch die Blinden nicht genug zu berichten, die von der Kaiserin den ganzen Sommer 1915 und 1916 bindurch jede Woche einmal in den Garten des Schlosses Bellevue geladen waren dort und mit Kaffee und Kuchen bewirtet wurden. Zur mittelbaren, mehr sozialen Kriegsarbeit der Landesmutter gehört auch ihre häufige Anwesenheit in den Werkstätten der Großindustrie, sei es in Berlin oder in der Provinz. Besonderes Interesse erwecken dabei threm sich nie verleugnenden Frauensinn die Tausende von arbeitenden Frauen, die durch den Krieg in das Getöse der Maschinen= hallen geführt wurden und dort nun in treuer Arbeit Seite an Seite mit der: Manne ihren Dienst tun. Wenn die Kaiserin schlicht und einfach diesen Frauen zutraulich die Hand auf die Schutter legt, während sie nach der Schwere der Arbeit. nach Mann und Kind. nach Haus und Heim fragt, dann gibt das für den stillen Beobachter ein Bild von ganz besonders starker Eindruckskraft. Nicht das freundliche Wort allein macht es, das findet auch wohl ein anderer dem das Herz warm in der Brust schlägt. Auch nicht die kaiserliche Würde. Es ist die Kraft ihrer mütterlichen, großen Liebe, von der ich am Anfang sprach, den bringt sie als Lichtstrahl in das gleichförmige Arbeits= und Alltagsgrau dieser arbeitenden Frauen und Mädchen Ich habe es aus dem Leuchten der Frauenaugen gelesen und aus den. zuweilen noch ganz ungläubigen, beglückten Staunen, mit dem ihre Blicke der hohen Gestalt folgten, wie tief und stark die Wirkung der Persönlichkeit der Kaiserin auf die einzelnen war. Nur andeutungsweise und in flüchtigen Umrissen konnte hier ein Bild von der Kriegsarbeit unserer Landesmutter entworfen werden. Doch auch diese skizzenhafte Zeichnung genügt. uns mit freudigem Dank zzu erfüllen und die nacheisernde Treue zur Pflicht in jedem deutschen Mann und jedem deutschen Weib mit neuer Kraft zu nähren. Deutschland den Frieden haben kann, wenn es ganz einfach auf seine beabsichtigten Annexionen und Entschädigungen ver zichtet. Ein Friede, der auf diesen Grundlagen aufgebaut ist, wird nur den früheren Zustand wiederherstellen. Da Deutschland weiß, daß sein Sieg unmöglich ist, ist ihm der status quo erwünscht. Die Alliierten werden unter diesen Bedingungen keinen Frieden schließen. Die Träume und die ehrgeizigen Pläne des Imperialismus müssen aufgegeben werden. Deutschland muß vollständig seinen Geisteszustand ändern, bevor sich die Alliierten herbeilassen, voni Frieden zu sprechen. Der Sozialistenkongreß in Stockholm. Aovenhagen, 12. Juli.(WrB.) Der dänische Abgeordnete für die Stockholmer Sozialistenkonferenz, Redakteur Borgbiera, telegraphierte seinem Blatte aus Stockholm, daß zwischen der russischen Abordnung und dem skandinavisch=holländischen Komitee eine Einigung erzielt worden sei. Der russische Arbeiter= und Soldatenrat beruft eine internationale sozialistische Friedenskonferenz nach Stockholm zum August 1917. deren Tagesordnung sein wird:„Der Weltkrieg und die Mittel zu seiner schnellen Beendigung.“ Der Aufruf zur Konferenz wird heute an die sozialistischen Parteien aller Länder in deutscher, russischer, französischer und englischer Sprache versandt. Die russischen Abgesandten reisen nun nach London, Paris und Rom, um die Sozialistenparteien der Entente persönlich zur Friedenskonferenz einzuladen. Österreich=Ungarn. Wien, 11. Juli.(„Köln. Ztg.“] Kramarsch und die mit ihm Verurteilten wurden gestern durch besonderen kaiserlichen Gnodenakt, der erforderlich war, weil diese Schuldigen außer wegen Hochverrats auch wegen Verbrechens gegen die Wehrmacht des Staates verurteilt waren, begnadigt und sofort in Freiheit gesetzt. Aus aller Welt. Amsterdam, 12. Juli. Heute wurde im Haag die niederländisch=deutsche Verhandlung über die Internierung zweier deutscher Unterseeboote eröffnet. Die erste Sitzung dauerte nur eine Stunde. Man rechnet auf eine vierzehntägige Verhandlung. Stockholm, 11. Juli.„Stockholms Tidningen“ behandelt unter der überschrift:„Gefahr vom Westen“ die Drohun= gen der Vereinigten Staaten. In dem Artikel heißt es: Angesichts der neuen Lage, der ernstesten, in der wir uns während des Krieges befanden, muß klar gemacht werden, daß wir— welche Schwierigkeiten, Rücksichtslosigkeiten und Übergriffe Amerika in dem mißbrauchten Namen der Demokratie auch gegen uns anwendet— nicht für ein anderes Ziel in den Krieg gehen wollen, als um unsere Erde und die nationale Selbständigkeit gegen fremde Angriffe zu verteidigen. Es muß klar gemacht werden, daß die Erklärung des Ministers des Außern vor dem Reichstage am 13. Juni über die Aufrechterhaltung auch unserer handelspolitischen Neutralität den einigen und unerschütterlichen Willen des Volkes ausdrückt. Bern, 12. Juli.„Temps“ meldet aus Madrid: Nach einer langen Besprechung mit Dato verzichtete Prieto auf das Projekt einer Zusammenkunft aller demokratischen Führer. Prieto erklärte in einer offiziellen Note an die Presse, daß angesichts der außergewöhnlichen Lage des Landes und der Aufhebung der Garantien und der Pressezensur er seine Befugnisse als Führer der demokratischen Partei nicht geltend machen wolle: er werde solange in seiner Haltung beharren. als der Ausnahmezustand andauere und man die Erörterungen über Fragen, die das Land soviel erregten und in Sorge versetzten nicht veröffentlichen könne. Nach dieser Erklärung Prietos haben auch die liberalen Abgeordneten und Senatoren die bereits einberufene Versammlung auf unbestimmte Zeit verschoben. Deutsches Reich. Berlin, 12. Juli.(Nicht amtlich.) Wegen der Zustände in Elsaß=Lotbringen hatten die Reichstagsabgeordneten Boehle(Soz.). Fehrenbach(Zentrum), Hauß(Elsässer) und Wendel(Soz.) mit Oberst v. Wrisberg und einem anderen Vertreter des Kriegsministeriums eine längere Unterredung. Bei der Besprechung, die sich hauptsächlich um die Schutzhaftfrage und Sprachenverfügungen drehte, wurde in wichtigen Punkten Einigkeit erzielt und die Prüfung und möglichste Abstellung der vorgebrachten Beschwerden zugesagt. Berlin, 12. Juli.(WTB.) Amtlich. In der heutigen Bundesratssitzung gelangte zur Annahme der Entwurf einer Verordnung über zwangsweise Verwaltung und Liquidierung des inländischen Vermögens landesflüchtiger Personen, der Entwurf von Ausführungsbestimmungen zum Kohlensteuergesetz vom§. 4. 1917, der Entwurf einer Bekanntmachung über die Besetzung der Gewerbegerichte, der Kaufmannsgerichte und der Innungs-Schiedsgerichte während des Krieges, der Entwurf einer Verordnung über Auskunftspflicht, der Entwurf einer Verordnung über den Verkehr mit Wild, der Entwurf einer Bekanntmachung über wiederkehrende öffentliche Lasten von Grundstücken, der Entwurf einer Bekanntmachung zur Ergänzung der Verordnung betreffend Liquidation britischer Unternehmungen und der Entwurf einer Verordnung betreffend Außerkurssetzung der Zweimarkstücke. Auskunftspilicht über wirtschaftliche Fragen. Berlin, 12. Juli.(WTB.) Amtlich. Der Bundesrat hat in seiner heutigen Sitzung eine Verordnung über Auskunftspflicht beschlossen. Danach sind der Reichskanzler, die Landeszentralbehörden und je von diesen bestimmten Stellen berechtigt, jederzeit Auskunft über wirtschaftliche Verhältnisse jeglicher Art zu verlangen. Als virtschaftliche Verhältnisse werden in der Verordnung besonders erwähnt die Vorräte sowie die Leistungen und Leistungsfähigkeit von Unternehmungen und Betriebe. Der Aus kunftspflicht sind nach den früheren Verordnungen über Vorratserhebungen unterworfen: landwirtschaftliche und gewerbliche Unternehmes, öffentliche und rechtliche Körperschaften und Verbände, sowie„alle Personen“, die Gegenstände, über die Auskunft verlangt wird, in Gewahrsam haben und gehabt haben, oder auf Lieferung solcher Gegenstände Anspruch haben.— Naturgemäß bleibt die Auskunftspflicht von Privatpersonen auf diese Gegenstände beschränkt. Die zur Auskunftseinholung berechtigten Stellen und die von ihnen Beauftragten sind auch befugt, zur Ermittelung richtiger Angaben die Geschäftsbriefe und Geschäftsbücher einzusehen, sowie Betriebseinrichtungen und Räume zu untersuchen in denen Vorräte erzeugt, gelagert oder feilgehalten werden, oder in denen Gegenstände zu vermuten sind über welche Auskunft verlangt wird. Die zuständigen Stellen sind, wie bisher, ferner befugt, die Einrichtung und Führung besonderer Lagerbücher vorzuschreiben. Zum Schutze der betreffenden Unternehmungen ist vorgesehen, daß die zu den Ermittelungen Beauftragten stren, verpflichtet sind. Schweigen zu beobachten, sowie sich einer Verwertung der Geschäfts= oder Betriebsgeheimnisse, die sie in Erfahrung gebracht haben, zu enthalten. Wer dagegen verstößt, kann auf Antrag mit Gefängnis bis zu einem Jahre oder Geldstrafe bis zu 15000 Mark bestraft werden. Auch bestimmt die Verordnung, daß das Ergebnis der Auskünfte oder Ermittelungen nicht zu steuerpflichtigen Zwecken verwendet werden darf. Eine Nichteinhaltung der Verpflichtungen, die sich auf den Bestimmungen der Verordnung auf Seiten der Auskunstspflichtigen ergibt, wird unter strenge Strafe gestellt. wobei eine Abstufung erfolgt, je nachdem ob Vorsatz oder Fahrlässigkeit vorliegt. Vorräte, die verschwiegen worden sind, können als dem Staate verfallen erklärt werden, ob sie dem Auskunftspflichtigen gehören oder nicht. Wass der deutschsprachigen Presse e.V. K Unsere Kolonten. Die Behandlung der Eingeborenen in den deutschen lonien durch England. London. 10. Juli.(WTB.) ReuIn Beentwortung einer Anfrage im Unterhause über die eingeborenen Arbeiter in Ostafrika führte der Unterstaatssetretär des Krieges Me. Pherson u. a. aus: Das engliche Verfahren, Arbeiter zu erhalten, sorgt für Ersatz in en Scautzgebieten und in dem Teil von Deutsch=Oftafrika, der sich, unter Zivilverwaltung befindet, durch erfahZivilbeamte, in den Gebieten, wo gegenwärtig militärische Sperationen stattfinden, sind in gewissem Umfange Arbeiter umttelbar in den Verpflegungs= und Transportdienst der rmee eingestellt worden. aber öfter durch Vermittlung von esonderen zivilen und politischen Beamten. Es werden gute beusmittelrationen ausgegeben und für Kleidung und Ausüstung gesorgt. Die deutsche Art, zu verfahren, war eine ewaltsame Aushebung der Dorfbewohner und ein Zusammentten von Männern. Weibern und Kindern für den Transirt und die Arbeit. Nuch diesem Reuterbericht gibt der englische Unterstaatsretär des Krieges offen zu, daß die Briten in dem Kamrf egen unsere Schutztruvven deutsche Eingeborene besetzten Gebietes für den Verpflegungs= und Trans ertdienst der feindlichen Armee verwenden. diese Verwendung widerspricht allem Völkerrecht. Was Me. herson über die deutsche Art der Behandlung der Eingebenen sagt, ist frei erfunden. Die amtlichen Berichte der Feinde. Russischer Heeresbericht vom 11. Juli. Westfront: u der Richtung auf Dolin setzten unsere Truppen die Verigung des durch die Armee des Generals Kornilow auf der ront Yezupol—Stanislau—Bogorodscharny vollständig geblagenen Feindes nach Nordwesten-fort. Gegen Mittag ahmen unsere tapferen Truppen unter dem Befehl des Gecrals Tscheremissow die Stadt Halicz ein und warfen ihre sorhut auf das linke Dujestr=Ufer. Bei Einbruch der Lämmerung erreichten unsere Truppen das Lomnica=Tal uf der Front Lomnica=Mündung=Doborowlany und warfen lach kurzem Kampfe ihre Vortruppen auf das linke Flußlier, wobei sie die Dörfer Bludniky und Babina besetzten. bteilungen, die die Front Bogorodscharny—Zolotina anriffen, brachen den feindlichen Widerstand und erreichten gn Linie Passetch—Liessourka—Kormatet. Im Verlaufe lieses Kampftages machten wir etwa 2000 Gefangene und erdeuteten ungefahr 30 Geschaße. Im ganzen mannen in den drei Tagen des 8. 9. und 10. 7. in der Richtung auf Dolin mehr als 150 Offiziere und 10000 Mann zu Gesangenen, erbeuteten ungefähr 80 Geschütze, darunter 12 schwere und außerdem ein: große Zahl Gravenkampfmittel und Maschinengewehre, ebenso wie eine große Menge Kriegsgerät und Schießbedarf. Auf den übrigen Teilen der Front lebhafter Artileriekampf in der Richtung auf Zloczow und bei Brzezany.— An der Ostsee machten am 9. 7. Geschwader feindlicher Wasserflugzeuge drei Streifen gegen Areuburg und die Gegend von Oesel, wobei sie 30 Bomben auf Reden, Batterien und anderen Anlagen abwarfen. Atle Würfe forderten Menschenopfer und verursachten Schaden. Ein feindlicher Lenkballon überflog im äußersten Südwesten die Schären von Oeland. Wirtschaftsleben und Lebensmittelversorgung. Weitere 20 Prozent Aufschlag für Glühlampen. Ber lin, 12. Juli.(28TB.) Die Glühlampenindustrie erhöhte mit Wirkung vom heutigen Tage den Teuerungszuschlag auf Metalldraht= und Metallfadenlampen um weitere zwanzig Prozent auf 40 Prozent. Aus den Provinzen. : St. Mauritz, 11. Juli.(Die Wasserschau) für die Schaubezirke des Amtes St. Mauritz findet in der Zeit vom 18. bis 25. Juli ds. Is. statt. Die betr. Grundbesitzer sind zur Teilnahme der durch die Kommission vorzunehmenden Schau eingeladen. " W i t t e n, 1 1. J u l i.( W e s t f ä l i s c h e F e r i e n k i n d e r nach Posen.] Ein Sonderzug brachte heute abend 400 evangel. Voltsschüler unserer Stadt nach dem Kreise Birnbaum in Posen, wo die Kinder Landaufenthalt bis zum Herbst finden. Teclenbura, 12. Juli.(Ein 14jähriger Lebeusretter.) Vor dem Tode des Ertrinkens hat ein 14jähriger Knabe aus Ibbrenbüren ein Kind gerettet, das in die Aa gefallen war. Unter eigener Lebensgefahr sprang er in die Fluten des angeschwollenen Flusses und brachte das Kind glucklich ans Land. Gelsenkirchen, 12. Juli.(Grubenunglück.) Auf der Zeche„Recke=Shamrock“ erfolgte ein Gesteinsembruch, wobei drei Bergleute getötet wurden. X Smden, 11. Juli.(übersohren.) Gestern abend wurde am Delft ein etwa 7 Jahre altes Kind von der elektrischen Kleinbahn überfahren und getötet. Gerichtszeitung. Allenstein, 12. Juli. Das Kriegszustandsgericht verurteilte einen 21 Jahre alten Kätnersohn, der einem russischen Kriegsgefangenen zur Flucht verhelfen wollte, zur höchsten zulässigen Strase von einem Jahre Gefängnis. Verwiüchten. * Aus Oberhessen, 11. Juli. Zwei Bahnangestellte sind auf tragische Weise in Angersbach bei Lauterbach ertrunken. Die Eisenbahner Walter und Sommerlad, junge Leute von 18 Jahren, stiegn in den Mühlenteich, um ein erfrischendes Bad zu nehmen. Der des Schwimemns unkundige Walter geriet in Ertrinkungsgefahr in einen Strudel und schrie um Hilfe. Somerlad schwamm rasch herbei, um ihn zu retten. Sommerlad schwamm rasch herbei, um ihn zu retten. Walter klammerte sich aber in seiner Todesangst fest an ihn und zog ihn mit in die Tiefe. Als die Leichen später herausgefischt wurden, hielten sich die beiden Freunde noch trampfhaft umschlungen. * ml. Die längste Telephonleitung. Die bisher längste Telephonlinie, die von Newyork nach San Francisco, ist nunmehr durch die Linie Montreal—Vancouver, die genau 6763 Klm. lang ist, überholt worden. *## Der Postscheckverkehr im Reichs=Postgebiete hat sich im Juni sehr erfreulich entwickelt. Die Zahl der Postscheckkunden hat um 5270 zugenömmen und Ende Juni 171 570 betragen. Auf den Pestscheckkonten wurden 7,926 Milliarden Mark umgesetzt.. Bargeldlos sind 5.381 Milliarden Mk. oder 67.9 v. H. des Umsatzes beglichen worden. Das durchschnittliche Guthaben im Juni erreichte mit 574,8 Millionen Mt. seinen bisher höchsten Stand. Vordrucke zu Anträgen auf Eröffnung eines Postscheckkontos sind bei jeder Postanstalt zu haben. 8 * Wie die Kriegskost verommt. Prof. Dr. RosenfeldBreslau veröffentlicht in der Berliner klinischen Wochenschrift interessante Ausführungen über die gesundheitlichen Folgen der Kriegskost. Die Verschlechterung des Aussehens bei einem großen Teil der Bevölkerung weckt ja bei Laien und Kundigen die Frage, ob nicht die Ernährung so dürftig sei, daß sie geradezu einem Zusammenbruch der Kräfte zutreibe. Im Gegensatze dazu lehrt die Stattilt der Brestaner Krankentassen während des Krieges, daß ein Rückgang der Krankheitsfälle um 25 v. H. zu verzeichnen sei. Die Ortskrankenkasse umfaßt gerade die ärmsten Mitglieder, solche also, die nicht mit Kost ausgleichen können, die vielmehr von jeder Gnährungsschwierigkeit mit voller Wucht getroffen werden. Dazu kommt noch das Fehlen des gesündesten Stammes der männlichen Mitglieder, die im Heeresdienste stehen. Der trotzdem zu verzeichnende Rückgang um mehr als ein Viertel der Fälle läßt sich in gleicher Weise bei allen Ortskrankenkassen und Betriebskrankenkassen in Dresden, Frankfurt a. M., Leipzig. München beobachten. Nun' sind die Krankenkassen ja noch nicht die Gesamtbevölkerung. Nicht anders aber steht es mit den Säuglingen im Reich überhaupt. Deren Sterblichkeit betrug im Jahre 1913: 17 v. H., 1914: 18 v. H., 1915: 15 v. H., 1916: 17 v. H. Es ist also nicht nur keine Verschlechterung eingetreten. sondern eher eine Verbesserung. Auch das Geburtsgewicht der Kinder hat nach Posener Untersuchungen ein Übertreffen des Durchschnitts gezeigt: während der deutsche Säugling sonst 3250 Gramm wiegt, wogen die Kriegssäuglinge 1915/16 3319 Gramm. Die Sterblichkeitsziffer der weiblichen Bevölkerung ist in Breslau eher zurückgegangen als gewachsen. trotzdem Tausende von Frauen in schweren männlichen Berufen beschäftigt sind. Auch bei den Sterblichkeitsziffern der Herz= und Gefäßkrankheiten zeigt sich nicht eine Tatsache, die im geringsten einen Vorwurf für die Kriegskost ausmache. Besonders erfreulich ist der steile Abfall der alkoholistischen Geistesstörungen: so ist in Breslau seit dem 1. April 1916 kein einziges Delirium tremens mehr in der Städtischen Heilanstalt und in der Königl. Nervenklinik vorgekommen. Nur die Lungentuberkulase hat erheblich zugenommen, freilich nicht über das schlimmste Jahr 1912 hinaus. Man darf nicht vergessen, daß viele Tuberkulöse sich nicht so schonen konnten wie sonst. Dagegen ist wieder die Sterblichkeit an Zuckerkrankheit ganz erheblich zurückgegangen. Als eine große Hauptsache bezeichnet es Rosenfeld, daß für die richtige Beschaffenheit des Eiweißes unserer Ernährung Sorge getragen wird. Es war ein Segen, daß die Not uns zwang, statt des gewöhnlichen Feinbrotes ein Kleienbrot zu genießen, denn die Eiweiskörper des Feinmehles sind sehr unvollständige Eiweißbausteine, indem ihnen die Gliadine fehlen, die in der Kleie reichlich enthalten sind. Hauptredakteur Rudolf Strietholt.— Es verantworten: den redaktion nellen Teil Paul Koene, die Reklamen und Inserate Anton Busch, alle in Münster.— Druck und Verlag der Aschendorffschen Buchhandlung in Münster. Wohnungs u. Beiten=Anzeigrt. An dieser Stelle tritt für Anzeigen aus Munster bei sofortiger Bezahlung der ermäßigte Preis von 10 Pfg. für den Spaltenraum von 2 mm Höhe(Raumhöhe) ein. Die nicht volle Raumhöhe wird mit 5 Pfg. berechnet. — Irdl. Mans.=Wohn., 3 Zim., Nuche, an ruh. Leute 1. 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Offert. unt H J 267 an die Geschäftst. zu Piano von einer einz. Dame zu mieten gesucht. Off. unter G H 266 an die Geschäftsst. Es wab hiernm gut, P#mnmahen armnen= prg.-u-7 2ud dir auf Grund der Vorfluts=Polizeiverordnung vom 24. Juni 1867(Amtsblatt S. 147 Nr. 316) jährlich stattfindende Wasserschau für die Schaubezirke des hiesigen Amtes an den nachbenannten Tagen vorgenommen werden soll, wozu die betreffenden Grundbesitzer eingeladen werden. Die Kommission wird sich versammeln und die Schau beginnt uz: 1. Kemper am P. Juli er., nachm. 5 Uhr beim Kötter Fechtrup, 2. St. Mauritz am 21. Juli cr., nachm. 6 Uhr bei der Haltestelle St. Mauritz(Wostenbach und Werse von Stabelskotten bis Robiskrug), gum2# 3. Laer am 25. Juli er., nachm. 6 uhr am Laerbach bei Kinnebrock(Laerbach und Werse in der Bauerschaft Laer), 4. Cörde am 24. Juli cr., nachm. 3 Uhr an der Aa=Brücke 5. Gelmer am 19. Juli er., nachm. 3 Uhr bei Stadtbäumer in Gelmer Wöstenbach und Abzug in der Gelmer Heide, Holzlandmehrbach und Landwehrgraben in Gelmer, 6. St. Mauritz am 24. Juli er., nachm. 6 Uhr bei der Dykburgschicle(Hammerbach in Werse, Dingstige und die Werse bis an die Bahn, Graben von Dykburgschule bis 7 Gelmer am 20. Juli cr., nachm. 3 Uhr an der Eisenbahnbrücke bei Sudmühle(Werse von der Eisenbahnbrücke bis zur Ems and die Ems), gr 8. Sandrup am 21. Juli er., nachm. 3 Uhr bei Henrichmann, Sandrup(Abzugsgraben von Saudruperbaum bis Aa), 9. Sprakel am 23. Juli er., nachm. 3 Uhr bei der Eisenbahnhaltestelle Sprakel(Landwehrbach), 10. Handorf(worf) am 19. Juli er., nachm. 5 Uhr an der 11. Handorf(Dorbaum) am 20. Juli er., nachm. 3 Uhr an der Eisenbahnbrücke bei Sudmühle, 12. Handorf(Kasewinkel) am 23. Juli er, nachm. 5 Uhr bei 13. Hiltrup am 23. Juli er., nachm. 4 Uhr bei der Harlingsbrücke(Emmerbach, Abzüge in der Hülsheide und Abzugsgraben von der Mesenstiege durch die Stemmen zum Emmerbach),„„ M84m#5 an dur m um bes. 14. Hiltrup am 24. Juli er., nachm. 4 Uhr an der Renndahn Geist(Klei, Bach, Mühlen= und Getterbach soweit nich Genossenschaft)„„ 15 15. Amelsbüren(Dorf) am 19. Juli er., nachm. 6 uhr Sei Wirtschaft Elbers, 8 E. 16. Sudhoff l am 20. Juli er., nachm. 3 Uhr veim Kolonat Gr. Breiting(Emmerbach bis zum Dorf), 17 Sudhoff II am 21. Juli cr., nachm. 5 Uhr bei Raring gen. Eickendruy(Hammerbach usw.), 18. Amersvüren(Wilbrenning am 23. Juli er., nachm. 4 Uhr bei der Wirtschaft Kannenbäumer, 19. Amelsbüren(Lövelinkloe) am 24. Juli er., nachm. 5 Uhr beim Kolonat Haltschaltze,, usr 5aim Ges. 20. Sudhoff III am 25. Juli er., nachm. 4 Uhr beim Kotonat Suttarp(Striersbach, Abzüge aus den Braken, Schwarzer Riedt, Lütke Riedt und Wöstenbach, Reststück des Bönnewegbaches). Münster, den 11. Juli 1917. Der Amtmann des Amtes St. Mauritz: Bartosch. Kriegszeitungen auch einzelne Nr. kauft h“ S. Cohn, Neubrückenstraße 9. 2 leichte u. 1 schwerer gejederter Frachtwagen zu verkaufen. Tüshaus, Schermbeck. 1 gutes Arbeits= u. Wagenpferd(Schimmel), 4 g. Beine, ein= und zweispännig zuverlässig, wegen Futtermangel überzählig zu verkaufen; ferner leicht. Halbverdeck(Selbstfahr.) und leichtes 6sitziges Breack mit Verdeck, weil überzählig, zu verkaufen. F. Poll. Beckum. Telefon 194. Neu: Kochbuch für das gesamte Einkochverfahren 60 Pfg. geg. Eins. v. 70 Pfg. fr. Jos. Thiele, Buchhdl., Prinzipalmarkt. Gutes Krankenfahrrad, Selbstfahrer billig zu verkauf. * Lazarettstraße 17. Am Montag hellbkauer Kindermantel auf der Geiststraße(nicht Salzstr., wie irrtüml. angegeb.) verloren. Gegen Belohnung abzugeben a5 Hammerstraße 36. Überzieher vertauscht am Mittwoch in der KoiserFriedrichhalle. Näheres Geschäftsstelle. Zur selbständigen Leitung Besitzung kleiger ländlicher 2 Tandwirniochter gesucht. 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Wir kaufen jeden Posten den Insabern dieser Eigensagdbezrie gum Anschluß an die Eigenjagd für denjealgen Pachtzins hierdurch angeboten, welcher bei der demnächstigen öffentlichen Jagdverpachtung im Durchschnitt pro 1 ha erzielt wird. Gleichzeitig werden die Inhaber der Eigenjagdbezirke ersucht, bis spätestens zum 20. Juli d. Is. dem Amte Billerbeck schriftlich oder zu Protokoll mitzuteilen, ob sie unter dieser Bedingung den Anschluß wünschen und dabei die anzuschließenden Parzellen aach Flur und Nummer und Größe in ha(am besten Mutterrollen=Auszüge) zu bezeichnen. In derselben Weise sind diejenigen Parzellen zu bezeichnen, welche von Eigenjagden der Gemeindejagd überwiesen werden sollen. Sofern die bei der letzten Jagdverpachtung erfolgte Abgrenzung unverändert für die Neuverpachtung übernommen werden kann, genügt eine diesbezügliche schriftliche Mitteilung. Wenn bis 20. Juli einschl. Anträge nicht gestellt sind oder ein Anschluß nicht erfolgt, wird nach§ 9 der Jagdordnung verfahren. Billerbeck, den 10. Juli 1917. Der Jagdvorsteyer: Neuhaus. und zahlen für: Stachelbeeren, halbreif, rote und grüne, Johannisbeeren, rote, weiße und schwarze, Erdbeeren, 2 Sorte pro Pfund 30 Pfg., Bickbeeren pro Pfund 25 Pfg. Verpackung wird prompt zurückgesandt.— Die Beeren können unter Nachn. gesandt werden. Ameser Pransche, Morrmeiabentahrt. Achlung! Neue Herren= und Knaben=Anzüge, gute solide Stoffe zu denkbar billigen Preisen. Operlinge Jüdefelderstr. 42. E.-Senta u. Bibarte Seachibchächer Wans-Blat-Bücher M. LÖWENSTEN Ludgerstr. 6. Einkoch- u. Fruchtsaftapparate Gläser und Zubehör. Allein-Verk. des Orig. Dampf-EinkochApparates„Amella“. Derselbe arbeitet 8 mal schneller als Wasserbad. Thermometer Gbertlüssig. Spec.„Amelia“-Einkochgläser weite, bequeme Offnung. aussenliegend. Deckelrand (kein Gummigeschmack). flacher Deckel, guter roter(ummiring. passend für Apparate jedes beliebigen Systems. F. A. Ammelounx vorm. Hermn. Franten. „Aufkl. Schriften gratis und franko“. Prakt. 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