der deutschsprachigen Presse e.N. K— 1 A(ohne „Wochenschau“) in Münster gweinal Aäglich sies ins Hauss gebeacht 2 MRk. 10 Plg.— auswärts von der Bost abgehelt 2 Nr. 10 Pfa, durch den Ortesträger gebracht überall, wo mu eimiet is Tage Brtesdastallung stautfiundet, 2 Mr. 52 Pig. is Oehrs mit gust- und mchrmaliger Bestellung 3 M. d. Phr.— Ausgebe 8(mit„Mochenchau“) virrteljährlich 60 Pig, muehr. Feruspr.: Redoktion u. Bauslog Nr. 2443, 2409 u.2 9 R. I. S de zwei Ausgaben täglich. und Winnsterische Vornszeitung. 43982 Abomenten. Enzeigen: Der Raum für die Anzuigenspalte, 2 mm deut, Dmm hoch 25p); bni Anzeigenaus dem9 Münster 20 Pf., aus der Stadt Münster 15 Pl. Gür Aktiengesellschaften 2c., Vereine und Behörden 25 Reklamen: Der Raum für die Reklamespalte, S7mm kroit, Zmm hoch, 1 MKr.— Für Erfüllung von Vlarvorscheiften wird keine Gewähr, sowie für Drusfehlar Leimne Haftung übernommen Drwatger Rabattgltals Kassenradatt u. kann verweigert werden, wenn Zahlung nicht binnen 4 Wochen nach Erhalt der Rechnung Stolgt.— Gebühr für Veilagen nach Gewichh Erste Ausgabe. Donnerstag, 12. Juli 1917. 66. Jahrgang. Nr. 489. Vng?. Prlhg zur keahl.echlsresrin in=Preuszen. Berlin, 11. Juli.(WTB.) Amtlich. Se. Majestät der König hat an den Präsidenten des Staatsministeriums folgenden Erlaß gerichtet: Auf den mir in Befolgung meines Erlasses vom 7. April ds. Is. gehaltenen Vortrag meines Staats=Ministers bestimme ich hierdurch in Ergänzung desselben, daß der dem Landtage der Monarchie zur Beschlußfassung vorzulegende Gesetz=Entwurf wegen Abänderung des Wahlrechts zum Abgeordnetenhause auf der Grundlage des gleichen Wahlrechts aufzustellen ist. Die Vorlage ist jedenfalls so frühzeitig einzubringen, daß die nächsten Wahlen nach dem neuen Wahlrecht stattfinden können. Ich beauftrage Sie, das hiernach Erforderliche veranlassen zu wollen. Großes Hauptquartier, 11. Juli 1917. gez. Wilhelm R. gegengez. v. Bethmann Hollweg. An den Präsidenten des StaatsMinisteriums. Berlin, 11. Juli.(W2B.) Die„Nordd. Allg. Zta.“ schreibt zu diesem Erlaß: Der vorstehende Erlaß schafft über die Frage des Preußischen Wahlrechts volle Klarheit. Die in der Osterbotschaft zunächst offen gelassene Frage, ob die Reformvorlage neben dem direkten und geheimen Wahlverfahren eine Pluralwahlrecht oder das gleiche Wahlrecht vorzusehenhabe, ist nunmehr in letzterem Sinne entschieden worden. Damit ist dem Staatsministerium, nachdem der Staatsminister dem Könige den befohlenen Vortrag gehalten hat, ein bestimmter Weg für die Aufstellung der Vorlage vorgezeichnet, über die der Landtag zu beschließen haben wird. Indem der König in freier Entschließung seinen Willen kundgibt, bekräftigt er in weithin wirkender Tat sein festes Vertrauen in unser Volk, das so Glänzendes vollbracht hat, dem so Gewaktiges auferlegt ist. Es ist ein Akt von entscheidender Bedeutung für Preußen und für Deutschland, den Se. Majestät mit der Zeichnung des Eulasses vollzogen hat. Daß dieser Akt, der aus den gewaltigen Geschehnissen dieses Krieges die notwendigen Folgen zieht für Krone und Volk von dauerndem Heile sein wird, ist unsere feste Zuversicht. * Die vorstehende„Meldung ging uns in früher Nachtstunde zu, sodaß sie nur in einem Teile der Auflage Aufnahme finden konnte. Durch diesen Wahlrechtserlaß des Königs beginnt sich die politische Krise in etwa zu klären, soweit sie die innerpolitischen Vorgänge betrifft. Bezüglich der übrigen Fragen, die den Gegenstand der Krise bilden— Koalitionsministerium, Kriegszielforderungen— besteht die Spannung fort, sodaß der nachstehende, vor Kenntnis des Wahlrechtserlasses geschriebene Artikel unseres Berliner Vertreters noch nicht gegenstandslos geworden ist. (2) Berlin, 11. Juli.(Eig. Meldung.) Es gibt Leute auch in Reichstage, die die augenblickliche scheinbare Pause in den Verhandlungen und die Hinauszögerung der Krise um ein oder zwei Tage schwer ertragen. Das erscheint seltsam, wenn man bedenkt, mit welchem Schnellzugstempo Entscheidungen von außerordentlicher Tragweite und dauernder Beeinflussung unseres gesamten politischen Lebens jetzt getrofsen werden. Uns will scheinen, daß es nicht schaden kann, wenn die Entscheidung sehr reiflich überlegt wird. Sie ist wichtig geung, um ein paar Tage der Erwartung ertragen zu lassen, und auch die gespannte Aufmerksamkeit des Auslandes darf uns nicht dazu verleiten, Dinge zu überstürzen, die ohnehin schnell genug gehen. Heute nachmittag haben sich keinerlei Ereignisse von Bedeutung, wenigstens im Reichstage nicht, abgespielt. Über den Ausgang des Kronrates ist noch nichts bekannt geworden. Die Meinungen, wann das Ergebnis der Krise der Offentlichkeit übermittelt wird, sind geteilt. Während die einen bereits für morgen offizielle Mitreilungen erwarten, rechnen die anderen für Freitag oder Samstag darauf. Diese letztere Meinung scheint begründeter zu sein schon deshalb, weil der Bundesratsausschuß für auswärtige Angelegenheiten, für den die Kriegszielerklärung des Reichstages doch schließlich auch eine Sache von Wichtigkeit ist, vorher noch zusammentreten wird. Die Rückkehr des Vorsitzenden des Bundesratsausschusses, des bayerischen Ministerpräsidenten Grafen Hertling, hat die Aufmerksamkeit auf diesen Ausschuß besonders hingelenkt. Voraussichtlich wird der Bundesratsausschuß morgen zusammentreten und sich zweifellos mit der Frage einer Friedensformel befassen. In Erkenntnis der Wichtigkeit der Vorgänge und der Notwendigkeit, allen Faktoren Zeit zu reiflicher und rubiger Überlegung zu lassen, hat der Altesten=Ausschuß des Reichstages sich auch dahin geeinigt, den Donnerstag sitzungsfrei zu lassen. In der Voraussetzung, daß am Freitag das Ergebnis des Kronrates ihm vom Reichskanzler mitgeteilt worden ist, soll dann der Hauptausschuß wieder zusammentreten und nachmittags der Reichstag eine Sitzung abhalten. Die Kreditvorlage wird aber erst am Samstag auf der Tagesordnung stehen, und im Zusammenhang damit dürfen dann erst die Fragen der äußeren und inneren Politik erörtert werden. Der Umstand, daß die Krediworlage erst am Samstag auf die Tagesordnung gesetzt ist, spricht aber dafür, daß erst an diesem Tage volle Klarheit über die Lage bestehen wird. Bis dahin heißt es sich in Gedald fassen und zu hoffen, daß die Dinge den Weg geben, der dem Reiche zum Woble gereicht. 2 Köln, 11. Juli. Die„Köln. Ztg.“ schreibt in ihrer Morgennummer vom 12.: Die einzige greifbare Tatsache des gestrigen Tages ist die gemeldete Ankunft des Krondrinzen. Die zu treffende Entscheidung ist durch die Entwickelung, die die Dinge genommen haben, so schwerwiegend geworden, daß die Erledigung nicht erfolgen soll, ohne daß der Kaiser den Thronerben herangezogen habe. Die Blätter, die unbedingt in jeder Nummer mit aufgeregten Fettdrucknotizen die geschichtliche Entwickelung beschleunigen zu müssen glauben. können ihren Lesern nur Gerüchte aus der Reichsscheidungen sein wird, erinnert an Grethchens neckisches Spiel:„Er liebt mich, er liebt mich nicht.“ Tatsächlich kann darüber hinaus auch nur jemand annähernd etwas vorher sagen. Denn wie die Dinge liegen, liegt die letzte Entscheidung dieser Zweifelsfrage außerhalb aller parteipolitischen parlamentarischen Strimungen. Hier steht die persönliche Vertrauensfrage zur Entscheidung. Sie dürfte frühestens morgen fallen. Es dürfte stimmen, daß die Kronratsberatungen heute fortgesetzt werden. Als ebenso bezeichnendes wie unerfreuliches Beispiel der Seusations mache gewisser Blätter, die die Wartezeit mit allen möglichen Gerüchten auszufüllen suchen, während für jeden politisch ernst Denkenden Abwarten die erste Pflicht ist, sei auf zwei Mitteilungen der „Voss. Ztg.“ hingewiesen, wonach der Kanzler seine Entlassung bereits nachgesucht habe und das Zentrum ihn in einem Schreiben aufgefordert habe, seine Entlassung zu nehmen. Beide Meldungen sind falsch. ( München, 11. Juli.(Frankf. Ztg.) Ministerpräsident Graf Hertling hat seinen Sommerurlaub anterbrochen und ist nach München zurückgekehrt. Heute vormittag wurde er vom König zu einem längeren Gespräch empfangen. München, 11. Juli.(WTB.) Die Korrespondenz Hoffmann meldet: Staatsminister Graf Hertling begab sich heute abend für einige Tage nach Berlin. O Berlin, 11. Juli.(Eig. Drahtb.) Für die Kriegszielkundgebung der Reichstagsfraktionen liegen bis zun späten Abend die Unterschriften von 311 Abgeordneten vor. Das Echo im Ausland. Amsterdam, 10. Juli.(WTB.) Die Blätter widmen den Vorgängen in der Zentralkommission des Reichstages ausführliche Berichte und Besprechungen. Sie verhalten sich im ganzen reserviert und abwartend.„N. Rott. Cour.“ schreibt: Im Augenblick vollzieht sich in Deutschland eine große Umwälzung. Sie ist nicht von heute oder gestern, sondern die Folge einer Entwickelung, die schon in Friedenszeiten bestand und die bedeutet, daß das deutsche Volk nicht länger ein regiertes, unselbständiges Volk von Untertanen sein will. „Nieuwes van den Dag“ schreibt: Wir warten mit Spannung darauf, was der heutige Tag dem Deutschen Reich bringen wird. Man kann nur raten, in welcher Richtung sich die Krise lösen wird.—„Magsbode“ schreibt: Das Gewitter, das sich über Deutschland zusammengezogen hat, kann in der Atmosphäre des Kriegszustandes, in dem wir schon so lange leben, eine sehr eingreifende Veränderung bervorbringen, und vielleicht mehr Einfluß hahen, als die wichtigsten militärischen Erfolge.— Vaderland“ schreibt über die Vorgänge in Deutschland: Diese friedliche politische Umwälzung, die sich so mit einem Mal vollzogen hat, wenn sie auch seit langer Zeit vorbereitet war, wird von größter Tragweite nicht nur für den inneren Zustand Deutschlands sein, sondern auch für die auswärtigen Beziebungen des Reiches in der kommenden Friedenszeit. London, 11. Juli. Reuter verbreitet folgende Auslassung der offiziösen„Westminster Gazette“:„Die erste Station auf dem Wege zum Frieden ist, daß die Deutschen ihre großen wahnsinnigen Träume aufgeben und zu einer gesunden Kritik ihrer selbst und ihrer Regierung erwachen. Wenn das geschiebt, dann ist es möglich, daß die Ereignisse einen schnelleren Lauf nehmen, als vor einigen Monaten vorauszusehen war. Wenn von bier aus eine Stimme das deutsche Volk erreicht, so können wir nicht genng wiederholen, daß wir gegen das Preukentum den Krieg führen, und wenn wir auch dem deutschen Volke nicht vorschreiben wollen, wie es sich regieren soll. so möchten wir doch betonen, daß die Garantien(um ein Wort zu gebrauchen, das in Deutschland üblich ist), die wir beim Friedensschluß brauchen, viel schwerer ausfallen müssen, wenn wir es dann mit einem ungebrochenen Preußentum zu inn haben, anstatt mit einem freien Deutschland, dem wir vertrauen könnten.“ Paris, 11. Juli. Der„Temps“ sieht schon die„große Revolution“ hinter der deutschen Krise. Das Blatt schreibt u. a.: Man darf nicht vergessen, daß es der Kaiser und seine Ratgeber gewesen sind, die den Krieg vorbereitet haben. Man darf nicht vergessen, daß das deutsche Volk in seiner überwiegenden Mehrheit die Verantwortung für dieses verbrecherische Unternehmen mit übernommen bat. Dieses Volk ist ebenso von Eroberungssucht und Herrscher beseelt, wie seine Regierung. Dieses Volk hofft, große Vorteile in politischer und wirtschaftlicher Hinsicht aus dem Kriege ziehen zu können. Erst von dem Tage an, an dem der Traum der allesüberragenden Herrschaft des Kaisertums vor den verzweifelten Anstrengungen der Verbündeten zerstoben ist, ist man in Deutschland zur Einsicht gelangt. Jetzt erbebt sich schüchtern die Stimme gegen das Ersteben des preußischen Militarismus. Wir dürfen nicht vergessen, es ist unser Land, es find unsere Städte, die man zertrümmert hat, es ist unsere Bevölkerung, die man beraubt, gemartert und fortgejagt hat: und diesen Eindringlingen, Zerstörern und Plünderern(!] sollte jetzt Straffreiheit für alles Verbrechen in Aussicht gestellt werden? Das ist reiner Wahnsinn, es wird nicht gelingen, die sicheren Instinkte unseres Volkes so zu täuschen. Der Krourat. —er. Berlin, 11. Juli 1917. „Kronrat“ ist nicht zu verwechseln mit„Staatsrat“. Der Staatsrat, auch„Geheime Rat“ genannt, ist neben den Ministerien eine oberste Staatsbehörde in Preußen. Er besteht aus den Prinzen des königlichen Hauses, welche das 18. Lebensjahr erreicht haben, aus Staatsbeamten, welche durch ihr Amt zu Mitgliedern des Staatsrats berufen sind, ferner aus den Kommandierenden Generalen und Oberpräsidenten, wenn sie in Berlin anwesend sind, endlich aus Staatsbeamten, denen aus besonderen königlichem Vertrauen Sitz und Stimme im Staatsrate beigelegt worden ist. Der Staatsrat dient dem König als Beirat bei wichtigen Entscheidungen. Er beautachtet wichtige Gesetzgebungsentwürfe vor ihrer Vorlage an das Parlament. Er hat nur beratende Kraft. ist aber immerhin sozusagen ein Stück der Verfassung Preußens. In anderen deutschen Bundesstaaten besteht eine ähnliche Einrichtung. So hat 3. B. auch Bayern einen Staatsrat. Auch dort ist er eine gesetzlich notwendige Stelle, da die baverische Verfassungsurkunde mehrfach darauf Bezug nimmt. Seiner Begutachtung unterliegen die durch Gesamtbeschluß der Kammer an den König gebrachten Wünsche und Anträge. Er ist außerdem über die Organisation der Staatsbehörden sowie dann einzuvernehmen, wenn zwischen Ministerien unausgleichbare Meinungsverschiedenheiten über die Zuständigkeit oder über die sachliche Erledigung gemeinsamer Geschäftsgegenstände sich ergeben. Nicht anders in Preußen. Und es wäre bei der derzeitigen inneren Spannung nicht zu verwundern, wenn auch dieser preußische Geheime Rat zusammenträte, um Differenzen auszugleichen und die Neuorientierung anzubahnen. Bemerkenswert ist ja, daß der bayerische Gesandte in Berlin. Graf Lerchenfeld, am Sonntag vom Kaiser empfangen und daß hierbei die gesamte politische und militärische Lage eingehend erörtert wurde. Offenbar sollen die anderen deutschen Staaten zu Beratungen zwischen Krone und Ministerien angeregt werden. Jedenfalls wor die Sitzung eines„Kronrats“ im Reichskanzlervalais zu Berlin keine Aktion nach preußischem Recht und erst recht keine nach deutschem Reichsverfassungsrecht, sondern es war eine vorsorgende, politisch unverbindliche Beratung des Kaisers und Königs mit den führenden StaatsKänners. Ihre Beschlüsse binden nichts staatsrechtlich. Aber ihre Ergebnisse Wonen allerbings svon weittragender Bedentcküg selfsn. Ving###l#ig Der deutsche Abendbericht. Berlin, 11. Juli.(W2B.) Amtlich. Abends. Im Westen vielfach gesteigerte Artillerietätigkeit. Im Osten stehen südlich des Dujestr deutsche und österreichisch=ungarische Truppen an der Lomniea wieder in Gefechtsfühlung mit den Russen. Ein neues Hindenburgwort. Berlin, 11. Juli. Dem Schlesischen Bezirksverband des Unabhängigen Ausschusses für einen deutschen Frieden hat Hindenburg auf ein Begrüzungstelegramm geantwortet mit dem bezeichnenden Schlußsatz:„Schwer ist die Zeit, aber sicher der Sieg.“ Die Tagesberichte der Verbündeten. Wien, 11. Juli.(WTB.) Amtlich wird verlautbart: Ostlicher Kriegsschauplatz. In den Karpathen hält die regere Gefechtstätigkeit an. Südlich des Dujestr wurden Bewegungen verbündeter Trupven ohne Störung durch den Gegner vollzogen. Sonst nichts von Belang. Italienischer Kriegsschauplatz,. Am Isonzo gewinnt das feindliche Geschützfener stellenweise an Stärke. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Unverändert. Der Chei des Generalstabes. sien, 11. Juli.(WTB.) Aus dem Kriegspressequartier wird unterm 11. Juli abends mitgeteilt: Südlich des Dujestr enge Gefechtfühlung mit den Russen. Konstantinopel, 11. Juli.(WTB.) Generalstabsbericht vom 10. Juli: Abgesehen von der gewöhnlichen Aufklärungstätigkeit und Artilleriefeuer ereignete sich an der Kaukasusfront nichts von Bedeutung.— In der Nacht zum 10. Juli überflogen zwei feindliche Flugzeuge Konstantinopel und warfen an einigen Stellen Bomben ab, die nur unbedeutenden Schaden anrichteten. * Berlin, 11. Juli.(WTB.] Nachdem die deutschen Marine=Truppen am 10. Juli 8 Uhr abends die Engländer zwischen der Küste und der Straße Lombarttzyde=Nieuport unter schweren englischen Verlusten an Toten und Gefangenen über die Dser zurückgeworfen hatten, flaute die Artillerietätigkeit in Flandern während der Nacht ab. Nur in der Gegend von Wytschaete war das Feuer in der Nacht gesteigert. Unsere Flieger belegten die Bahnhöfe hinter der Front und die Schleusenanlagen bei Nieuw port mit Bomben. An der Arras-Front und im Raume von(St. Quentin an einzelnen Abschnitten lebhaftes Artilleriefeuer. Bei Acheville brachte eine unserer Patrouillen Gefangene ein, während verschiedene feindliche Patrouillenunternehmungen östlich von Vermelles, am Südufer der Seappe, und östlich von Connelieu scheiterten. An der Aisne war in der Gegend von Crgonne zeitweise lebhafte Artillerietätigkeit. In der Nacht zum 11. Juli griffen unsere Flieger feindliche Lager, Ortschaften und Anlagen hinter der Front mit Bomben und Maschinengewehren an. In der Champagne führten wir verschiedene erfolgreiche Patrouillenunternehmungen durch. In der Nacht zum 10. Juli brachen nach kurzem Feuerüberfall Stoßtrupps in die feindlichen Gräben nördlich von Reims ein und kehrten mit einer größeren Zahl von Gefangenen und Beute zurück. Eine andere Patrouille fügte südlich von Baudessincourt dem Gegger in seinen stark besetzten Gräben empfindliche Verluste zu. In der Nacht zum 11. Juli machte eine unserer Patrouillen bei Cernay nach kurzer Vorbereitung durch Sprengungen und Minenfeuer Gefangene. Ebenso brachten unsere Patrouillen südlich von Tahure und westlich von Bauquois Gefange ein. Zwischen Maas und Mosel war die Gefechtstätigkeit gering. An der lothringischen Front herrschte abgesehen von etwas lebhafterem feindlichen Störungsfeuer Ruhe. An der russischen Front war die Gefechtstätigkeit am 10. Juli im allgemeinen geringer. In der Gegend von Stanislau fühlte der Russe nur zögernd an unsere neu eingenommene Linie heran. Er besetzte den geräumten Flecken Haliaz. Überraschende Vorstöße in der Gegend von Kosmacz wurden abgewiesen. Das russische Feuer war nur in der Gegend von Brzezanh—Koniuchy und an der Bahn LembergBrody gegen Abend zeitweise gesteigert. An der übrigen Ostfront hielt die feindliche Artillerietätigkeit sich in mäßigen Grenzerk. Nur in der Moldau war das feindliche Feuer lebhafter. Im Sereth=Bogen, bei Corbul und Fundeni schanzte der Gegner eifrig. An der mazedonischen Front unternahmen feindliche Flieger wiederholt Bombenangriffe auf eins unserer dortigen Feldlazarette. Berlin, 11. Juli.(WTB.) Amtlich. Russische Soldaten, die bei der Offensive in Ostgalizien in Gefangenschaft gerieten, erklären einstimmig, daß sich die dortige Offensive nur dadurch habe bewerkstelligen lassen, daß man sie glauben machte, die Deutschen hätten an einem anderen Frontabschnitt zuerst den Angriff wieder aufgenommen. Aus diesen Gefangenenaussagen geht zur Genüge hervor, mit welchen Mitteln das demokratische Rußland seine freien Bürger in den Tod treibt. Ein russisches Munitionslager in Brand geschossen. Der Kriegsberichterstatter Wilhelm Conrad Gomoll meldet der „Köln. Ztg.“ aus dem Lager im Dzikie=Lany=Abschnitt unterm 9. Juli: Unserer im Frontraume von Brzezany ftehenden Artillerie gelang es gestern abend, einen großen Erfolg zu erzielen. Estlich der umkämpften Lysoniahöhe, an der groden Straße Lemberg.—Brzezany—Tarnovol, liegt hinter der russischen Front die Stadt Kozowa, die der Feind zu einem wichtigen Etappenort machte. Am Bahnhof der nach Tarnovol führenden Strecke wurden große Depots und Lagerschuppen errichtet, die die vorhandenen Gebäudekomplexe um das Vierfache übertrafen. Durch Ballonbeobachtungen und Aufklärung der Flieger war in den letzten Tagen eine stark erhöhre Tätigkeit und Bewegung festgestellt worden. Sehr rege soar der Eisenbahnbetrieb und Kolonnenverkehr. Auch wurden Marschtrupps festgestellt, die zur Front abgingen. Um den Verkehr zu unterbinden, bekam unsere Artillerie den Anftrag, mit Lallonbeobachtung den Bahnhof von Kosowa unter Feuer zu nehmen, und die Beschießung hatte den Erfolg, daß ein dort errichtetes großes Muni, tionslager in Brand geschossen in die Luft flog. Schon nach dem dritten Schuß ging inmitten der Bahnhofsanlagen ein Schuppen in Brand. Ganz deutlich waren niedrige helle Flammen erkennbar, doch nach 5 Minuten, beim vierten Schuß sprang aus dem Schuppen eine ungeheure Feuergarbe auf, die sich bald darauf als flammender Regen über das ganze Gebiet des Bahnhofs senkte. Nach dem sechsten Schuß, der mitten in den Anlagen saß, verließ eis langer Zug eiligst das Bahnhofs= und Lagergebiet mit östlicher Richtung, und unmittelbar nach seinem Abdampfen wurde aus einem Schuppen, der nahe beim Stationsgebände log, eine riesige Feuerlugel in die Luft emvorgeschleudert. 400 Meter hoch stieg der Flammenball, den schwere, massige Rauchwolken mit der Erde verbanden. Nach dem Bericht, den mir der im Ballon beobachtende Offizier gab, glich die Explosienserscheinung dem Au sbruch eines Bulkaus. Lion dem Augenblick an stand der Bahnhof und mit ihm der Westteil des Ortes Kozowa in Flammen. Glutdurchzuckt lagen schwere Rauchmassen über dem Brandherde, und aus dem dunklen Qualmgewölk schossen als Zeichen der fortwütenden Explosionskräfte Bündel von hollzuckenden Blitzen. In trrges. Abständen erfolgte dagn ober noch enog M0dpeel die Wiederholung der vorher wahrgenommenen Feuerkugelerscheinung, die stets wieder himmelan über die Rauchmassen hinaustrieb. Der Brand fraß zusehends weiter um sich. Er legte die ganze ausgedehnte Bahnhofsanlage nieder, und es ist außer jedem Zweifel, daß der Artillerieerfolg ein gewaltiges russisches Munitionslager verheerend erledigt hat. Auc beute lagen über der Brandstätte noch weiter die schwerer Rauchmassen. Das Leichenfeld der russischen Zwangsofsensive. Kriegspressequartier, 9. Juli. Nach der ersten Phase der russischen Offensive in Ostgalizien läßt sich erst jetzt die ungeheure Verlustzahl der an der großen Angriffsschlacht beteiligten russischen Armee übersehen. Von den schätzungsweise eingesetzten siebenundzwanzig russischen Divisionen sind danach ungefähr 100.000, Mann außer Gefecht gesetzt worden. Diese Menschenschläck terei soll sogar Brussilow zuviel sein und sein Unterkomman dant General Gutor, der die Angriffsfront befehligte, soll abgesetzt sein. Immer mehr tritt die wichtige Rolle der französischen und enalischen Artilleriekommandanten und Einpeitscher der Infanterie zutage; ohne diese Kriegshetzer und ohne die bis in die vordersten Gräben sich erstreckende Agitation von Petersburger Sendlingen wäre es nicht zu derartigen Massenangriffen gekommen. Noch jetzt sind in gewissen Abschnitten die russischen Soldaten entschieden kriegsseindlich. eine Stimmung, die trotz der bombastischen Siegestelegramme Brussilows und Kerenskis sich infolge der von dem Russenheer empfundenen Erfolglosigkeit der ersten Offensive nur gesteigert hat. Gefangene und Überläufer des Frontabschnittes nördlich Koniuchy sagten:„Niet chleba ujet vorwärts, niet ruma ujet schturma“, das heißt:„Ohne Brot kein vorwärts. ohne Rum kein Sturm“. Auf einem Abschnitt eines unserer Regimenter fielen an einem Tage nabezu 6000 Granten, und die russische Infanterie gab nicht einmal einen Gewehrschuß ab. Auffallend gering waren trotz dieser heftigen Beschießung die eigenen Verluste. Auf durchschnittlich tausend Granatenschüsse kam unsererseits ein Verwundeter oder Toter. Dieses überraschend günstige Ergebnis ist dem Umstande zu verdanken, daß die k. u. k. Stellungen mit allem Raffinement modernster Kriegserfahrung ausgebaut sind und daß bei fehlendem Infanterieangriff die eigenen Soldaten in ihren Deckungen verharren können. Die russischerseits eingeschaltete Ruhepause in den Massenangrifen dauerte volle drei Tage an: während dieser Zeit wurden die abgekämpften Divisionen teils aufgefüllt, teils ausgewechselt. Solange die aufgespeicherten Materiglien und Menschenreserven vorhalten werden, sind die Russen imstande, ihre Massenangriffe zu wiederholen. Wann der Erschöpfungszustand der Revolutionssoldaten eintreten und das aufflammende Strohfeuer des Offensiv=Geistes verlöschen wird, läßt sich wohl nicht voraussehen, daß aber den bisherigen Erfahrungen gemäß weitere Anstrengungen fruchtlos bleiben werden, kann man ruhig behaupten. Der erste Angriffstag, der am 6. Juli einsetzenden zweiten Offensivphase war durch die ungeheueren Verluste nur dazu angetan, bei der russischen Heerführung Ernüchterung eintreten zu lassen. Der Wea nach Lembero ist doch mübevoller, als die enalischen und französischen Versucher es den Russen dargestellt haben. M. Waldmann, Kriegsberichterstatter. Von der Frout vor Brzezauy meldet die„Frankf. Zta.“: Der russischen Toten innerhalb unserer Linien sind so viele, daß man, obgleich sieben Tage seit dem Hauptangriffstag vergangen sind, noch lange nicht alle Leichen hat beerdigen können. So läuft ein entsetzlicher Verwesungsgeruch über den vorderen Linien und wird noch verstärkt, wenn der Wind von Osten weht. Es ist schwer in diesen Gegenden zu atmen, zu leben und zu arbeiten. Über solche Felder aber Truppen zum Angriff vorzubringen, wird für die russische Führung noch schwerer sein. Die russische Artillerie beschießt bei Tage jede Arbeitstätigkeit, ebenso bei Nacht. Der Seekrieg. London, 11. Juli.(WTB.) Reuter. Wie die Admiralität bekanntaibt, meldet der Commandore von Lowesstoft, daß der bewaffnete Trawler„Jceland“ am Montag zwei feindliche Wasserflugzeuge zerstörte und vier Gefangene einbrachte. Bern, 11. Juli.(WTB.)„Petit Parisien“ meldet: Der französische Dampfer„Artois“(439 To.) ist vor Havre mit einem Wrack zusammengestoßen und gesunken. Rußland. Stockholm, 11. Juli.(Vossische Zeitung) Die russische Regierung beabsichtigte, in Finnland eine Anleihe von 100 Millionen Rubel aufzunehmen, was der finnische Landtag verweigerte. Die russische Presse nengt das Vorgehen des Landtages einen Verrat gegen die russische Revolution. Die Lebensmittelversorgung Finnlands ist derartig schwierig, daß die Bevölkerung Getreide, Brot und andere Lebensmittel den russischen Truppen verweigert, die lediglich auf Liebesgeben angewiesen sind. Das Verhör des Zaren. Stockholm, 10. Juli. IEK.) Russischen Blättermeldungen zufolge begab sich Minister Perewertzew zum Zaren und unterzog ihn einem längeren Verhör inbezug auf die Anklage gegen Suchomlinow. Der Zar beantwortete die an ihn gerichteten Fragen in größter Rube und dankte dem Minister für die Gunst, vor dem Kriegsgericht nicht als Zeuge erscheinen zu müssen. Nach diesem Verhör begab sich der Justizminister zur Jarin, die sich jedoch außerstande erklärte, über die Suchomlinow'sche Angelegenheit ingendeine Auskunft erteilen zu können. Aus aller Welt. ( Bern, 11. Juli.(Frankf. Ztg.) Bei den Wahlen für den Züricher Kantonatsrat, die erstmalig nach dem Verhältniswahlsystem erfolgte, wurden 137 Bürgerliche sowie 86 Sozialdemokraten gewählt, während der bisherige Kantonatsrat nur 46 Sozialdemokraten zählte. Bern, 11. Juli.(WTB.) Ein Mitarbeiter der„Cordiere dIstalia“ hatte eine Unterredung mit Jonnart, der u. u. erklärte, Venizelos hoffe innerhalb drei Monaten den Allierten ungefähr 10 Divisionen zur Verfügung stellen zu können(2) Der Zweck seiner Reise nach Paris und London sei, für Griechenland eine Anleihe aufzunehmen, an der sich auch Amerika beteiligen soll; denn die sinanzielle Lage Griechenlands und seine Versorgung seien durch die lange Blockade geschwächt. Bern, 10. Juli.(WTB.) Zur russischen Note über die Balkanfrage drückt sich die französische Presse ziemlich zurückhaltend aus. Ihre Ausführungen zeigen, daß die Note überrascht und sogar verstimmt hat.„Petit Journal“ erklärt, daß die von der Entente getroffenen Maßnahmen durchaus berechtigt waren.„Temps“ meint: Die Meinungsverschiedenheiten zwischen Rußland, Frankreich und England beträfen weniger Grundsätze als die Art ihrer Anwendung. „Matin“ hält es für außerordentlich nützlich, daß die Alliierten bald ihre Gesichtspunkte, ganz besonders binsichtlich des Balkans, austauschen. 32 Amsterdam, 11. Juli.(WTB.)„Handelsblad“ meldet aus London, daß republikanische Truppen Peking-um=, zingelt halten aber nicht beabsichtigen, einzumarschieren. Die Gesandten der fremden Mächte versuchen, die Unterwersung der noch in Peling anwesenden Anhänger des Kssers ohne Blutvergießen durchzusetzen. Tschang Hsnn ist bereit, sich zu ergeben, wenn ihm Leben und Häbegangesichert wird. Die smonarchistischen Minister der Finapien und des =Krieges zverfuchten aus Beking zu flüchten, wurden Jaher eih der deutschsprachigen Presse e.V. Wieder eine Million Tonnen versenkt! Zu der Mitteilung, daß mehr als eine Million Tonnen im Juni versenkt worden sind. wird uns geschrieben: Im rechten Augenblick kommt diesmal die Meldung, daß das Ergebnis des Unterseebootkrieges im Monat Juni wieder über Erwarten groß war. Laut Mitteilung unseres Admiralstabes der Marine sind mehr als eine Million Tonnen in diesen Monat versentt worden. Die innerpolitischen Vorgänge in Deutschland haben zur Zeit den größten Teil des Intcresses auf sich gezogen, zumal bie und da die Anschauung sich bemeikbar macht, daß der Streit auch um den Unterieeboottrieg ginge. Wir können demgegenüber darauf hinwersen, daß diese Auschauung unrichtig ist, da der weitaus größte Teil der Reichstagsabgeordneten in übereinstimmung mit dem deutichen Volke zu den Erfolgen des Unterseeboot-Krieges unbedingtes Vertrauen hat. Wenu unn jemand in seinen Anschauungen schwankend geworden sein sollte, dann wird die jüngste Mitteilung unseres Admiralstabes dem, der sehen will, die letzten Zweifel nehmen. Von zwei maßgebenden Stellen, von denen aus die Wirkung des Unterseeboottrieges voll übersehen werden kann, ist nunmehr betont worden, daß der Unters#ebrottrieg zur siegreichen Beendigung des Krieges geeignet ist. Vor einigen Tagen hat Hindenburg darauf hingewiesen, daß der Unterseebootkrieg den Feinde mürbe machen muß, und jetzt sügt unser Admiralstab der Marine an seine Meidung die Bemerkung an, daß diese Erfolge unserer Unterserdorte völliges Vertrauen in die unausbleibliche und entscheidende Wittung auf unsere Gegner rechtfertigen. Das sind traftvolle und stoize Worte, die keinerlei Zweifel aufkommen lassen und von der sehr vorsichtigen Obersten Leitung unserer Marine nicht ausgesprochen werden würden. wenn sie nicht den vollen Ausdruck der Wahrheit darstellten. Die traftvolle Bezeichnung, wie unausbleiblich und entsche dend wurden gewählt, um die Berechtigungsiosigkeit jedes Zweifels darzutun. Diesen Worten gegenüber halte man den unbestimmten und von der Furcht getrübten Ausdruck Lloyd Georges:„Wir haben sie erwischt!", mit dem er in seiner jüngsten große Rede dem englischen Volke weißmachen wollte, daß die englische Marine ein Mittel zur Bekämpfung unserer Unierseeboote habe. Er hat begreiflicherweise sich auf nähere Andeutungen garnicht eingelassen, da er wohl schnerlich etwas Positives hätte mitteilen können. Jedes Wort wäre als Unwahrheit festgenagelt worden, wie ja auch die jüngste Beruhigung, der englischen Minister, daß eine Herabminderung der Handeisfschiffsverluste erzielt worden sei. durch die schöne Zahl von einer Million versenkten Tonnen als Lüge öffentlich getennzeichnet wurde. Die nüchternen Zahlen, die unser Admiralstab saft täglich in den letzten Monaten bekanntgab. zeigten schon, daß der Unterseebootkrieg auch weiter von dem gleichen und überraschend großen Erfolge begleitet sei, wie bisher. Schon aus diesen Angaben können wir erkennen, daß die englischen Mitteilungen von Herabminderung der Schiffsraumverluste unwahr sind. Die zusammenfassende Zahl zeigt uns die Lächerlichkeit der englischen Nachrichten und die schlotternde Furcht der englischen Staatsmänner. Es erübrigt sich. aufs neue zusammenzurechnen, wieviel Tonnen England bisber verloren hat und wieviel Ersatz geschafft werden konnte. Wenn man bedenkt, daß England eine Insel ist, die ohne Schiffsraum zum Tode verurteilt ist, dann muß man es als kindliche Ahnungslosigkeit bezeichnen, wenn man glauben kann, daß der Unterseebootkrieg nicht den Erfelgggr#u# Früher, als England noch über seinen ganzen Schiffs##un verfügte, konnten einige Hunderttausend versenkte Tonnen wohl den Feind schädigen, aber seine Maßnahmen nicht beeinflussen. Jetzt aber, wo die englische Handelsflotte todbringend zusammengeschmolzen ist, bedeuten 1000 Tonnen schon fast eine Lebensfrage. England befindet sich in der Lage einer Festung, die immer mehr von allen Zufuhren abgeschnitten wird. Die Versenkungen bedeuten somit nicht nur eine Entziehung der Lebensmittel und Waren, die auf diesen Schiffen nach England gebracht werden sollten, sondern auch eine Vernichtung der Wege und Beförderungsmittel, auf denen in Zukunft England verpflegt werden kann. Die amtlichen Berichte der Feinde. Französischer Heeresbericht vom 10. Juli. Nachmittags. Gestern abend nahm die feindliche Beschießung auf verschiedenen Abschnitten der Aisne-Front eine gewisse Heftigkeit an. Ortliche begrenzte auf unsere Gräben nördlich der Mühle von Lafauz und suoöstlich Ailles scheiterten in unserem Feuer. Weiter östlich setzte der Feind gegen 9.30 Uhr unvermutet einen heftigen Angriff auf die Stellungen am Denkmal bei Hurtebise und am Drachen an. die Angriffswellen konnten unsere Linien nicht erreichen und lösten sich, nachdem sie schwer gelitten hatten, auf. gegen unsere vorgeschobenen Posten südöstlich von Cerny und nördlich Courlv im Abschnitt von Auberive und in Richtung auf den Caurières-Wald zu kosteten den Angreifer Verluste ohne ein anderes Ergebnis: der gewisse Zahl Gefangener in unseren Händen. Sonst ist die Nacht überall ruhig verlaufen.— Abends: Westlich der Froidmont=Ferme wurde ein feindlicher Handstreich gegen einen unserer kleinen Posten abgeschlagen. Ziemlich—.. Artillerietätigkeit in der Gegend von Moronvillie#= uud im Abschnitt der Höde 304—„Toter Mann“. Zeitweiliges Geschützfeuer an der übrigen Front. Belgischer Bericht. In der letzten Nacht versuchte der Feind, sich unseren vorgeschobenen Posten südlich St. Georges zu nähern, wurde aber zurückgeschlagen. Ziemlich große Artillerietätigkeit vormittags; am Nachmittag sehr lebhafter 1 tocki. Kampf von Nieuport bis südlich Dixmuiden, weniger heftiger bei Steenstraete und Het Sas. Gestern beschoß die deutsche Artillerie verschiedene Ortschaften hinter der Front; einige Opfer unter der bürgerlichen Bevölkerung. Russischer Bericht vom 9. Juli.[WTB.] Westfront: In der Richtung auf Zloczow und südöstlich von Brzezany gegenseitige Artillerietätigkeit. In der Richtung auf Dolinst griffen am 8. Juli gegen Mittag die Truppen des Generals Kornilow nach Artillerievorbereitung die feindlichen Stellungen westlich von Stanislau auf der Front Jamnica—Zagwosd an. Nachdem sie die vorgeschobene Hauptstellung des Feindes durchstoßen hatten, drangen unsere Truppen kämpfend vor und bemächtigten sich der Stadt Jesupol und ver Torft Tsionjow, Raweltsche, Rybno und der Station Lyssetz. Kavallerie, die zur Verfolgung des zurückweichenden Feindes angesetzt wurde, erreichte den Lukowica=Bach. Die Siegesbeute des Tages beträgt 131 Offiziere, 700. Soldaten, 48 Geschütze, darunter 12 schwere, und viele Maschinengewehre. Kaukasusfront: Unter dem Druck der Türken gaben die Truppen Pendivin auf. Hanakin und Karsichirin, die von unsern vorgeschobenen Beobachtungsposten besetzt waren, wurden gleichfalls unter dem Druck der Türken Landesmütterliche Kriegsarbeit. Von Hedwig von Puttkamer. aufgegeben.— Flugwesen: Unsere Flieger warfen Bomben auf den Bahnhof und die Stadt Pinsk ab, wo sie Brände hervorriefen. Ein feindliches Fliegergeschwader unternahm einen nächtlichen Flug nach Dünaburg und warf einige Dutend Bomben ab. Kranzösischer Bericht der Orientarmee vom 9. Juli. Britische Flieger warfen Bomben auf Petric. Patrouillenkämpfe an der Struma-Front. Die feindliche Artillerie beschoß heftig unsere Stellungen im Cerna=Bogen. " Jolen. Warichan. 9. Juli.(WTB.) Insolge gestern abend eingetretenen Unwetters konnte die Vereidigung der Offiziere, Unterossiziere und Mannschaften der polnischen Staatsangehörigkeit nicht auf dem Platz am Traugott=Kreuz vorgenommen werden und mußte in der Kaserne des Insanterie=Regiments erfolgen. Die Bereidigung sand vort um 10 Uhr vormittags in feierlicher Weise in Gegenwart des Kronmarschalls, des Vizemarschalls und anderer Mitglieder des provisorischen Staatsrates statt. Das hier garnisonierende 3. Infanterie=Regiment. Abteilungen des Legionskommandos und Abordnungen der in der Provinz stehenden Trunne######e nahmen daran teil. An der Feier schloß sich ein Parademarsch an. Warschau, 11. Juli.(WTB.) In der letzten Vollsitzung des vorläufigen Staatsrats wurde der von den österreichisch=ungarischen Besatzungsbehörden vorgelegte Entwurf eines Statuts der Kreisselbstverwaltung für das österreichische Besatzungsgebiet angenommen. Der Staatsrat stimmt dem Erlaß des Statuts in dem Sinne zu, daß dadurch die Durchführung der unbedingt notwendigen Reform beschleunigt wird, und hat beschlossen, unverzüglich einen einheitlichen Entwurf für das ganze Land auszu Wirtschaftsleben und Lebensmittelversorgung. Zum Stand unserer Ernährung. Berlin, 10. Juli. Wie die„Köln. Ztg.“ von berufener Stelle erfährt, läßt sich heute schon mit Sicherheit sagen, daß die diesjährig rute wesentlich besser sein wird als die vorige. Der Körnerertrag wird, wenn auch die Frucht niedriger steht größer sein. Die Frühkartoffeln dürften zwar durch die Trockenheit etwas gelitten haben; für die Entwicklung der Spärtkartoffeln wird jedoch der jetzt eingetrelene Regen sehr günstig sein. Außerdem haben wir eine erhöhte Zufuhr aus Rumänien zu erwarten, die in den näch sten Tagen beginnen wird. * Öffentliche Bewirtschaftung des Buchsen- und Suizgemüses aus der bevorstehenden Ernte. Das gesamte Büchsen= und Salzgemüse aus der bevorstehenden Ernte wird öffentlich bewirtschaftet werden. Die gesamten Erzeugnisse sollen durch die Reichsstelle für Gemüse und Obst schlüsse mäßig auf die Bundesstaaten verteilt werden, welchen die Unterverteilung auf die Kommunalverbände obliegen wird. Zur Durchführung der Bewirtschaftung ist von der der Reichsstelle unterstellten Gemüsekonserven-Kriegsgesellschaft in Braunschweig durch Bekanntmachung vom 21. Juni 1917 der Absatz und Versand von Gemüsekonserven und Faßgemüsen verboten worden. Sowohl der Absatz wie auch der Versand ist nur zulässig mit Genehmigung dieser Kriegsgesellschaft. Auch der Versand wird nur zur Verfügung der Kommunalverbände erlaubt werden, denen dringend empfohlen wird, schon jetzt besonders für Faßgemüse geeignete Lagerräume bereit zu stellen. Die Kriegsgesellschaft wird auf Anfragen bereitwillig sachverständigen Rat erteilen. Posen, 11. Juli.(WTB.) Kaufmann Roman Filisiewicz, Posen, wurde von der hiesigen Strafkammer wegen Vergebens gegen die Verordnungen über die Beschlagnahme von Getreide und Futtermitteln und wegen übermäßi Preissteigerungen zu 1 Jahre und 1 Monat Gefängnis und 255 498 Mark Geldstrafe verurteilt. 7 Monate werden auf die Untersuchungshaft angerechnet. Gegen Sterlung einer Kaution von 100000 Mark wird die Untersuchungshaft aufgehoben. Der Mitangeklagte Nowicki erhielt 6 Monate und 1 Woche Gefängnis und 13490 Mark Geldstrafe, wovon 3 Monate und 2 Wochen verbüßt sind. Der Mitangeklagte Pietrowski erhielt 5 Monate Gefängnis und 13 490 Mark Geldstrafe, wovon 1 Monat und 20 Tage verbüßt sind. Abg. Mertin(Deutsche Frakt.): Es handelt sich nicht um einige Tage, sondern um Absetzung von der Tagesordnung, auf der der Gegenstand steht.(Lachen.) Die notwendigen Kredite müssen bewilligt werden. Das ganze Volk wartet darauf.— Beide Punkte werden von der Tagesordnung abgesetzt: die politische Debatte, die KreditEs folat die erste Lesung des Gesetentwurfs für die Kriegsgefangenen-Fürsorge. Nachdem sich hierzu die Abag. David(Soz.). Weinhausen (fortschr. Vpt.), v. Böhn(kons.), Cohn(Unabh. Soz.) und Seyda(Pole) geäußert hatten, wurde die Vorlage an einen Ausschuß von 21 Mitgliedern überwiesen. Es folgt die erste Lesung eines Gesetzes auf Wiederaufbau der Handelsflotte. Staatssekretär Dr. Helfferich: Unsere Schiffahrt hatte sich bei Ausdruch des Krieges auf einen Bestand von fünf Millionen Raumtonnen gehoben. Ihr Material war das beste der ganzen Welt. Etwa ein Viertel des Bestandes der Schiffe war nicht älter als fünf Jahre. Sie erfreuten sich der Vorliebe, aber auch des Neides auch unserer jetzigen Feinde, die gern unsere Passagierschiffe benutzten. Von diesen fünf Millionen Tonnen sind zwei Millionen oder mehr dem Feinde in die Hände gefallen oder sonstwie entwertet worden. Die neutrale Schiffahrt hat gewaltige Gewinne erzielt, unsere Schiffahrt dagegen hat nicht nur mit Verlusten zu rechnen, sondern auch mit sonstigen großen Unkosten. Es müssen heute schon Vorbereitungen getroffen werden. Wir dürfen nicht warten, bis der Friede kommt. Ein rascher neuer Aufschwung muß den Reedereien gesichert werden; Beibilfen müssen ihnen gewährt werden. Deutsche Unternehmungslust und Seemannsgeist sind ungebrochen. Unsere Handelsschiffe werden auch weiter unser Stolz sein. Auch der Reichstag wird dazu beitragen, ihn zu erhalten. Auf Antrag des Aba. Dove(fortschr. Vpt.] wird die Vorlage an den Ausschuß für Handel und Gewerbe überwiesen. Es folgen Petitionen, die ohne Aussprache nach dem Antrage des Ausschusses erledigt werden. Damit ist die Tagesordnung erledigt, und die nächste Sitzung wird auf Freitag 3 Uhr vertagt. T.=O.: Anfragen. Kriegsgesangenenfürsorge, Ausbau der Handelsflotte, Bevölkerungspolitik. Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten. Deutscher Reichstag. Berlin, 11. Juli.(WXB.) Der Altesten: Ausschuß des Reichstages einigte sich am Minwvay dahin, den Donnerstag sitzungsfrei zu lassen. Freitag der Hauptausschuß wieder zusammentreten. Nachmittags soll die Vollversammlung die zweite Lesung der Entwurfe betr. die Wiederberstellung der deutschen Handelsflotte und die Fürsorge für Kriegsgefangene vornehmen und außerdem den Bericht des Ausschusses für Bevölkerungspolitik und Petitionen beraten. Samstag sollen die Kreditvorlage und die damit zusammenhängenden Fragen der äußeren und inneren Politik beraten werden. Es soll versucht werden, die Beratung an diesem Tage zu Ende zu bringen. * Berlin, 11. Juli.(WTB.) Am Bundesratstische: Dr. Helfferich, Dr. Lisko, v. BaLandwirtschäftlicher Gendisenschaftrlag. ( Münster, 11. Juli. Im Saale des Zoologischen Gartens traten heute vormittag die dem Verbande ländlicher Genossenschaften der Provinz Westfalen angeschlossenen Genossenschaften zur gemeinsamen Tagung zusammen. die überaus zahlreich beKurz nach 10 Uhr wurde die Generalversammlung des Verbandes ländlicher Genossenschaften. in Vertretung des am Erscheinen verhinderten Vorsitzenden durch Gewerke Gabriel=Eslohe eröffnet. Nach herzlichen Begrüßungsworten führte er etwa folgendes aus: Es ist das dritte Mal, daß wir während dieses schrecklichen Krieges, den die Welt je gesehen hat, unsere Generalversammlung abhalten. Alle Hoffnungen, daß die Friedenssonne bald wieder scheinen möge, sind unerfüllt geblieben, im Gegenteil, der Krieg ist noch heftiger entbrannt. Es ist natürlich, daß mit der Fortdauer des Krieges auch die wirtschaftlichen Schwierigkeiten sich gehäuft haben. Wir fühlen das ja alle, und es ist wahrlich nicht leicht, diese Opfer, die uns auferlegt sind, ruhig zu ertragen und sich mit unzähligen Verordnungen abzufinden. Aber man kann sagen, das deutsche Volk hat alle die Opfer willig aufgenommen und wird auch bis zuletzt aushalten, bis uns der Sieg winkt und ein deutscher Frieden erzielt ist. Unser Heer steht unüberwindlich da: die wichtigste Waffe, die wir ins Feld geführt haben, sind unzweifelhaft die U-Boote. Unser Generalfeldmarschall v. Hindenburg hat kürzlich gesagt:„Wenn unsere Heere standhalten, werden die U-Boote das übrige tun, um den Feinden den Frieden aufzuzwingen.“ Wir haben Vertrauen in unser Heer und haben allen Grund, mit unerschütterlichem Vertrauen zu unserem obersten Kriegsherrn aufzuschauen. Er ist uns ein leuchtendes Vorbild von Mut und Kraft. Lassen Sie uns dies Vorbild zum Muster nehmen, lassen Sie uns einstimmen in den Ruf:„Se. Majestät, unser allergnädigster Kaiser, lebe hoch!“ Generalsekretär des Verbandes, Okonomierat Quabeck, erstattete den Jahresbericht für das Jahr 1916. koch kurze Wochen nur, dann rundet sich zum dritten Male des Jahres Kreis um das schwere Erleben des Krieges. Was er den verantwortlichen Führern unseres Volkes schon vor seinem Entbrennen bedeutete, so daß sie ihn mit allen Mitteln hinauszuschieben versuchten, nämlich die letzte, höchste und zugleich grausamste Wirklichkeit der Dinge, das ist er durch die furchtbare Eindringlichkeit seiner langen Dauer auch jedem einzelnen im ganzen Lande geworden, er König oder Kärrner, Fürstin oder Bauersfrau. Der Krieg läßt keinn von uns mehr gleichgiltig an sich vorüber, jeder muß ihm seinen Tribut zahlen, jeder muß sich mit dieser härtesten aller Wirklichkeiten auseinandersetzen und abfinden, so gut oder schlecht er kann. Den einen trägt er zur Höhe der Selbstentäußerung, den anderen zerrt er in die Tiefe selbstsüchtiger Gewinngier hinab. Hier füllt er die Herzen mit todverachtender Begeisterung und dort weckt er nur banges Zagen u. Verzweiflung in Not und Abschiednehmen. Die Menschenwelt ringsum gibt sich diesem Auf und Ab ihrer Stimmungen und Gefühle hin, erleichtert sich das Herz in Klagen oder Schelten, befreit die Seele von dem lastenden Drack in einer oft rücksichtslosen Offenheit die kein inneres Gleichmaß kennt. Das gilt besonders von unseren Frauen. Die sollen einmal mit bewußtem Erkennen den Blick auf jene richten, die zufolge ihrer Lebensstellung in engere Grerzen gebunden sind, als jeder andre freie Mensch. Denen es kicht vergönnt ist, sich Stimmungen rückhaltlos zu überlassen, die sich nie gehen lassen dürfen, sei es in Freude oder Leid, denen ein so starkes Gefühl der Verantwortlichkeit im Sinne lebendig ist, daß sie wissen, immer und überall wissen: Ich muß ein Beispiel sein! Stets nur ein Beispiel zum Höheren. Guten! Die deutschen Frauen unseres deutschen Kaiserhauses sind es, die ich als solche Beispiele für uns im inn habe, und allen voran unsere Kaiserin selbst Nur wenige im Lande haben eine Vorstellung davon, welcher tatsächlichen Arbeitsleistung das Leben der krin ausgefüllt ist. Sie lesen allenfalls den Hofbericht #rteilen gedankenlos: Die Fürsten haben as aut! Malreiten, mal hierbin mal dorthin reisen, dier ein * Haus und Tribünen sind sehr gut besucht. Präsident Dr. Kaempf eröffnet die Sitzung um 3.25 Uhr. Auf der Tagesordnung stehen der Bericht des Hauptausschusses über Fragen der äußeren und inneren Politik und die Kreditvorlage. Abg. Dr. Spahn(Zentr.] beantragt, beide Punkte von der Tagesordnung abzusetzen. Abg. Graf Westarp(kons.) bittet, den zweiten Punkt nicht abzusetzen, da die Kreditvorlage nicht von irgendwelchen Bedingungen abhängig gemacht werden dürfe.(Beifall rechts.) Abg. Haase(Unabh. Soz.): Wir legen keinen Wert auf die Erledigung der Kreditvorlage. Das Haus mag über den Antrag Spahn entscheiden. g. gist, 4. Antras Graf Abg. Scheidemann(Soz.): Ich ville, den Antrag Era Westarp abzulehnen. Wir pflegen nicht erst Mittel zu bewilligen und nachher darüber zu reden, ob es richtig war oder Abg. v. Payer(fortschr. Vot.): Punkt 1 muß selbstverständlich abgesetzt werden, da der Bericht noch nicht vorliegt und die Ausschußberatungen noch nicht abgeschlossen sind. Die Kreditvorlage hängt mit ihm zusammen. Es handelt sich ja nur um eine Vertagung auf kurze Zeit. Lazarett besehen, dort Empfang, hier Besuch irgendwelcher Werkstätten.“ Welche Unsumme von wirklicher Kriegsarbeit im Kabinett der Kaiserin auf ihre Anregung und unter ihrem oft persönlichen Eingreifen geleistet wird, das steht natürlich nicht in den Zeitungen. und kann und soll in ihnen auch nicht enthalten sein. Es ist das ja gerade einer jener weiblichsten, feinsten Züge im Bilde unserer Landesmutter, dieser Wunsch nach Zurückhaltung, die nicht Wert darauf legt, von der breiten Öffentlichkeit bewundert zu werden. In dem Sonderbericht des Kabinetts finden sich hunderte von Besuchen seit Kriegsbeginn verzeichnet, die die Kaiserin in Lazaretten, in Anstalten und Werkstätten machte: alle jene Fahrten und Reisen sind dort aufgeführt, zu denen ihre landesmütterliche Sorge sie von einem Ende der Monarchie zum andern geführt hat. Von Posen, Allenstein, Neidenburg, Tilsit nach Kiel und Altona. nach Metz, und Essen, nach Frankfurt, Homburg und wie sie alle heißen mögen, die Städte im deutschen Land, in denen die Landesherrin selber nach dem Rechten sah. Obenan steht natürlich die Zahl der Besuche in den Kriegseinrichtungen jeglicher Art in Beilin, Potsdam und Umgebung. Es gibt da wohl kaum eine öffentliche oder private Kriegshilfe, die nicht durch den Besuch der Kaiserin geehrt und zugleich gefördert worden Die Arbeit, die solchen Reisen voraufgeht und ihnen im unmittelbarem Zusammenhange folgt, ist nicht gerina. Gewiß wird der Kaiserin jeder Weg geebnet und jede Erleichterung geschaffen. Dennoch sind diese Reisen durchaus keine„Vergnügungsfahrten“ im leichteren Sinne des Wortes, wenngleich auch wohl so manche stille Freude für den kaiserlichen Gast dabei herausspringen mag. Es gibt kaum etwas Nervenauspannenderes, als Besichtigungen. Wenn nun gar, wie bei jeden. Lazarettbesuch, Leiden und Not, Wunden und Krankheit ihre stumme und doch so beredte Sprache aus blassen Gesichtern und fieberglänzenden Augen sprechen so wird die seelische Arbeit, die das Anregen von oft hundert und noch mehr Kranken bedeutet, zu einer Leistung gesteigert, die vielleicht nur die Frau der Frau richtig nachempfinden kann. 9Nssé Auch unsere Kaiserin ist ja nur ein Mensch... oder ändern wir das Wort, das wie eine Einschränkung klingen könnte lieber in ein dankbares: Gottlob, sie ist auch ein Mensch ein echtes Weid! Voll warmherzigen Mitempfindens. Nided wisten!.„ in dem leider die Hoffnung. daß sich auf dem bandstage der Vorhang hinter der großen Menschheitstragödie bereits gesenkt haben möge, nicht in Erfüllung gegangen sei. Das dritte Kriegsjahr habe zwar schwere Mühen, Sorgen und Arbeiten, aber auch gute Erfolge gebracht. Der Verband hatte im Jahre 1916 einen Zuwachs von 17 Genossenschaften und umfaßte am Ende des Berichtsjahres insgesamt 887 Genossenschaften. Die Spar= und Darlehnskassenvereine hatten nach der letzten Statistik des Reichsverbandes Ende 1915: 97.880 Mitglieder und einen Gesamtumsatz von 651 656 415 Mark gegen 475 515 336 Mk. im Jahre 1914. Der Bestand an Spareinlagen betrug 277 907 726 Mk. gegen 254 645 157 Mk. Ende 1914. Der Umsatz in laufender Rechnung mit den Mitgliedern stellte sich in 1915 auf 189 025 374 Mt. gegen 165 329 353 Mk. in 1914. Der Gesamtreservefonds der Vereine belief sich Ende 1915 auf 8 005 537 Mk. gegen 7289 396 Mk. im Jahre vorher. Bei den Spar= und Darlehnskassen=Vereinen hielt im Jahre 1916 der Geldzukluß unvermindert an. Die starken Geldzuflüsse haben bei den Kriegsanleihen die beste Verwendung gefunden. Betragen diese doch bei den genossenschaftlichen Kreditorganisationen auf alle sechs Anleihen insgesamt 226 Millionen. Unter den Beträgen zur sechsten Anleihe, die die Summe von 65 Millionen erbrachte, befanden sich 1070 Feldzeichnungen mit 534 200 Mk. Besonders brennend ist heute die Frage des bargeldlosen Verkehrs, die in vielen Vereinen richtig gewürdigt wird. der man aber doch noch zu wenig Beachtung schenkt. Die Durchführung des bargeldlosen Verkehrs kommt namentlich bei den Landwirten in Betracht für die Gelder, die ihnen für Korn= und Strohlieferungen zustehen. Diese Gelder sollen, wenn eben möglich, nicht in bar erhoben, sondern ihren Konten gutgeschrieben werden. Als ein Hohn auf die Bemühungen zur Einführung des bargeldlosen Verkehrs muß die Geldhamsterei betrachtet werden, die seit einiger Zeit in Stadt und Land eingesetzt hat. Am liebsten hamstert man Hartgeld, namentlich Silber; aber auch Goldgeld steckt trotz aller Werbearbeit immer noch unter den Leuten. Das konnte man vor einiger Zeit noch in der Stadt Münster beobachten, als ein Wenn es ihr auch selber als ein Geringeres erscheinen mag und sie diese Besuche in den Lazaretten als eine leichte Pflicht empfindet, aus dem Gefühle heraus, damit nur eine Tankesschuld an die tapferen Landeskinder abzutragen, die Leib und Leben für ihr Vaterland eingesetzt haben, so bleibt dennoch der Widerschein davon als stiller Freudenglanz auf den Gesichtern ruhen, während die blassen Hände zärtlich mit dem Bild oder dem Lorbeerzweiglein spielen, das als greifbares Andenken gespendet ward. Zahllos sind die Fälle, die nach solchen Besuchsreisen im persönlichen Interesse der Kaiserin ihre Auswirkung finden. Entweder sie schreibt selber Namen und Herzenswunsch des Kranken auf, den ihr liebevolles Zureden ihm entlockte, oder sie läßt durch den diensttuenden Kammerherrn das nötige vermerken, damit dann später vom Kabinett aus das weitere geschehen kann. Es sind da die mannigfachsten Aufträge für die Herren zu erledigen. Da soll einer Frau die Möglichkeit gegeben werden, ihren Mann, ihren Sohn zu besuchen, und es gibt dann wohl so reizvolle Bilder wie kürzlich in Essen, wo die kleine, zierliche Bäuerin aus dem südlichen Schwarz= wald in ihrer eigenartigen Flügelhaube am Lager des Stiefsohnes stand und aus treuberzigen Kinderaugen glücklich zu ihrer Kaiserin aufschaute.„„ Oder es werden Zuwendungen auer erdenklichen Art gemacht, hier Gazehelme denn das Frauenauge erkannte mitleidig, wie arg die Fliegen dem Kranken zusetzten, dort Erfrischungsmittel oder Zigarren, hier wird der Herzenspunsch einer Anstalt nach einer Milchziege erfüllt, dort wied vem Kinde einer Arbeiterfrau durch direkte Vermittlung der Kaiserin ein Landaufenthalt besorgt, hier bestimmt sie, daß zwei Verwundeten, die aus ihrem geliebten Holstein stammen, ihr Bild noch besonders zugesandt wird.... und so fort. Das sind nur wenige und flüchtig herausgegriffene Beispiele aus der überreichen Liebesarbeit, die unter den Händen unserer Landesmutter aufblüht und als Ziel nur eins kennt: Freude Leider wich felche Güt, wenn sie in weiteren Kreisen bekannt wird, oft auszunützen versucht. So schenkte der Kaiser einer bedürftigen Familie auf die Bitte eines Knaben bin einen litanischen Pony als Zugpferdchen. Daraufhin füllten täglich wahre Stöße von Kinderbriefen, die alle um einen Pony baten, die Papierkörbe der koiserlichen Kanzlei. Dies nur als kleine Warnung für alle Bittsteller, die sich selbst zu Großkaufmann für abgeliefertes Goldaeld Kaffeeersatz unentgeltlich aushändigte. Redner richtete an die Anwesenden die Bitte, in ihren Kreisen durch ihren Einfluß einer etwaigen Geldhamsterei entgegenzuwirken, da durch Kleinarbeit sehr viel zu erreichen sei.— Die Bezugs= und Absatzgenossenschaften sind in ihrem Warengeschäft durch die sehr einschneidend beeinflußt worden. Die freig, ung g, schaftlichen Bezüge haben so gut wie ganz aufgehor: und die Bezugs= und Absatzgenossenschaften sind mehr oder weniger nichts anderes als örtliche Verteilungsstellen. Lebhafte Klagen wurden bei den Genossenschaften über den Kunstdünger, namentlich an Stickstoffdünger, laut, durch den der Landwirtschaft und den Genossenschaften im vorigen Winter ein schwerer Schlag zugefügt worden ist. Was den Zwangsverkehr anstelle des freien Warenverkehrs beim Absatz anbelangt, so wurde darauf hingewiesen, daß man namentlich in der Übergangswirtschaft ohne Zwangsorganisationen nicht auskommen könne. Man bege aber die Hoffnung, daß die Neuorientierung sobald wie möglich von dem U maß von Zwangsmaßnahmen befreie und daß die Kriegsgesellschaften möglichst bald von der Bildfläche verschwinden. Auch für den Plan der Errichtung von Zwangsgenossenschaften könne man sich nicht erwärmen, da in ihm die größte Gefahr für die Entwicklung des ländlichen Genossenschaftswesens zu erblicken sei, das seiner ganzen Natur nach nur auf dem Boden der Freiheit gedeihen könne.— Bei der Geschäftsstelle des Verbandes haben sich die Arbeiten im verflossenen Jahre erheblich vermehrt. DasBrieftagebuch wies im vorigen Jahre 16 945 Nummern auf: im laufenden Jahre hat die Zahl schon 10 000 weit überschritten. Trotz des Ausscheidens des männlichen Personals, das zum Heeresdienst eingezogen wurde, ist es mit Hilfe weiblicher Kräfte möglich gewesen, die Arbeiten des Verbandes zu erledigen: wenn auch hin und wieder ausnahmsweise kurze Verzögerungen in der Beantwortung der Schriftstücke nicht zu vermeiden waren. Trostloser dagegen ist es mit dem Revisionsdienst bestellt, für den nur noch 5 Beamte(statt 18 vor dem Kriege) zur Verfügung stehen. So blieben von 549 Spar= und Darlehnskassenvereinen 306 unrevidiert, bei den 238 Bezugs= und Absatzgenossenschaften betrug diese Zahl 107. bei 75 Zuchtgenossenschaften 26. bei 28 sonstigen Genossenschaften 12. Diese Zustände sind ordentlich ernst, zumal auch draußen bei den Genossenschaften die Geschäftsführer und Rendanten in immer weiterem Umfange zum Heeresdienst eingezogen werden. Auch im vorigen Jahre hat die eingerichtete Bücherprüfungsstelle für den Verband sowohl als auch für viele Genossenschaften helfend eingegrissen. 506 Genossenschaften gegen 412 im Jahre 1915 haben ihre Bücher zur Prüfungsstelle eingeschickt. Sie wurde auch in weitem Umfange für die technische Abwicklung der Kriegsanleihezeichnungen in Akspruch genommen. Redner schloß seine interessanten Darlegungen, die wir des beschränkten Raumes wegen nur in kurzem Auszuge wiedergeben können, mit folgenden Worten: Nahezu drei schwere Kriegsjahre liegen hinter uns. Jahre mit einem Übermaß an Sorgen und Arbeiten: schwere Zeiten liegen noch vor uns, und auch sie werden uns der Sorgen und Arbeiten ein reich geschütteltes Maß bringen. Drei Jahre haben wir, so gut wie immer wir es konnten, unsere Kräfte rückhaltslos dem Vater lande zur Verfügung gestellt, und so wollen wir es auch halten in der Zukunft, in aller Stille, in aller Bescheidenheit und mit jener Selbstverständlichkeit, die ein eisernes Pflichtbewußtsein uns auferlegt. Dieses Pflichtbewußtsein soll uns auch fürderhin Leitstern und Richtlinie sein. Ich kann deshalb heute davon absehen, hier öffentlich und feierlich das Versprechen abzulegen, daß wir durchhalten werden bis zum letzten Ende.„Das Vaterland darf jedes Opfer fordern. Ja, Vaterland, wir werden dir auch jedes Opfer bringen wie deine Söhne in der Front, wo der Orkan des Trommelfeuers rast, wo Maschinengewehre und Handgranaten ihre Blutarbeit verrichten, die täglich die größten Opfer darbringen. Wir in der Heimarmee wollen vor unsern Kämpfern in der Front später nicht erröten, und wenn jene heimkehren von all den vielen Kriegsschauplätzen, wo sie blutige Lorbeeren gepflückt haben, dann sollen sie hier wohlgeordnete wirtschaftliche Zustände vorfinden, dann wollen wir aber allsogleich unsere Kräfte zur Verfügung stellen, damit die Wunden des Krieges geheilt werden, unser Wirtschaftsleben wieder in neue gute Bahnen geleitet werde. Wolle Gott, daß diese Zeit nicht mehr so fern sei, wolle Gott, daß die Friedensglocken sobald wie möglich dem Lande ein glückliches Ende der bitteren Kriegsnöte verkünden. Und mag der Völkerwinter sich austoben, mag er in grimmer Wut schonungslos zerstören, was in langer Friedenssonne zur herrlichen Blüte gelangt war. Es wird doch einmal der Friedensfrühling kommen, und das soll und muß ein deutscher Friedensfrühling werden!(Beifall.) Der Vorsitzende unterstrich namentlich die Ausführungen über den bargeldlosen Verkehr und die rühmliche Beteiligung der Genossenschaft an den Kriegsanleihen.61 Die Einnahmen und Ausgaben für das Reconung####or 1915/16 stellen sich auf 163 831,51 Mk. Auch für das laufende Geschäftsjahr sind vom Staat 4500 Mk. und von der Provinz Westfalen 3000 Mk. bewilligt worden. Die Jahresrechnung und Bilanz wurden für richtig befunden und Entlastung erteilt. Der Voranschlag für das Jahr 1917 wurde in Einnahme und Ausgabe auf 166 100 Mk. angesetzt und genehmigt. Wahlen. Die aus dem Aufsichtsrate ausscheidenden Herren: Fabrikant Ewers zu Niedersfeld, Okonomierat Mever zu Hollen gut. Austmann zu Steinhagen und Pfarrer Winckler zu Isenstedt wurden wiedergewählt. Für den verstorbenen Ehrenamtmann, Landesökonomierat Darup=Deiters wurde der Vorsitzende des Kiersper Spar= und Darlehnskassenvereins, Sanitätsrat Dr. Deisting, für das ausgeschiedene frühere Aufsichtsratsmitglied König=Löningen Herr Dr. Schute=Lindern Nach kurzen Bemerkungen des Okonomirrats Qnabeck über die Schulzeichnungen, die vielfach von den Darlehnskassen geholt und den öffentlichen Sparkassen überwiesen würden— was nicht dem Wunsche des Ministers entspreche— wurde die Generalversammlung geschlossen. Im Anschlusse daran wurde kurz vor 12 Uhr die Versammlung der Ländlichen Centralkasse Hkonomierat Onabeck erstattete in Verhinderung des erkrankten Direktors Koenen den Jahresbericht, dem wir folgendes entnehmenz. Das Ergebnis des Jahres 1910 ist für die Landliche Centralkasse als recht befriedigend zu bezeichnen. Der samtumsatz erreichte die Höhe von 1 358 818 454.20 Mark und übersteigt den des Vorjahres um 197817 709,00 Mk. Auch im Jahre 1916 hat der Geldzufluß dauernd angehalten, wohingegen die Abforderungen der einzelnen Vereine verhältnismäßig gering waren. Die großen Bestände fanden jedoch bei der vierten und fünften Kriegsanleihe die beste Verwendung. Auf die vierte Kriegsanleihe haben die Ländliche Centralkasse und die ihr angeschlossenen Spar- und Darlehnskassenvereine 55 100 000 Mk., und auf die fünfte Anleihe 45 Millionen Mk. Zeichnungen aufgebracht. Bei der sechsten Anleihe konnte sogar die Summe von 65 Millionen Mk. gezeichnet werden, in die die Feldzeichnungen nicht eingeschlossen sind. Insgesamt hat die Kreditorganisation auf alle Kriegsanleihen 226 750000 Mk. aufgebracht. Das Bestreben der Ländlichen Centralkasse, während des Krieges an den Zinsund Provisionssätzen keine Anderung vorzunehmen, hat sich auch im verflossenen Jahre durchführen lassen. Noch Deckung der Geschäftsunkosten, nach Vornahme von angemessenen Abschreibungen und nach Einstellung einer Sonderrücklage für Kriegsgewinnsteuer verbleibt ein Reingewinn von 103 183,89 Mk. Die Zahl der Genossen betrug am Schlusse des Jahres 595: hierunter befinden sich 549 Spar= und Darlehnskassenvereine, eine Centralgenossenschaft, vigezige Wostereigenossennichte u phom gucc Die Bilanz schließt in Einnahme und Ausgabe mit 64 724 792.31 Mk., die Gewinn= und Verlustrechnung mit 708 865,21 Mk. Aus dem nach Abschreibunden und nach Einstellung einer Sonderrücklage von 215000 Mk. für Kriegsgewinnsteuer verbleibenden Reingewinn von 108 183.89 Mk. entfallen auf den Reservefonds 20. auf die Betriebsrück. lage 10 Prozent mit zusammen 30 955,15 Mk., sodaß ein be trag von 72 228.68 Mk. verbleibt. Vieraus soulen nach den Vorschlage des Aufsichtsrats 3¾ Prozent als Gewinn auf die Geschaftsauthaben verteilt und der Rest an den Vorstand für unvorbergesehene Ausgaben und an die Betriebsräckiggg wiesen werden. Der Reservefonds beträgt nunmed. ui 615.63 Mk., die Betriebsrücklage 385 040.21 Mk. und die GesamtAnstelle der ansscheidenden Vorstandsmitgliecher wurden die in der Generalversammlung bereits gewählten fünf Herren vorgeschlagen. Auch hier erfolgte die einstimmige Wahl bezw. Wiederwahl der Genannten. Ctonomierat Quabeck erläuterte zum Schluß kurz die Handhabung der Feldzeichnungen und Feldsparkarten und bat die Vereine, sich der Gelder, bei denen es sich meist um kleine Beträge handelte, zur Beförderun#### die wergbeber Steller der deutschsprachigen Presse e.V Kurz nach 1 Uhr tagte die Geueralversammlung der Westfälischen Centralgenossenschaft. Herr Dr. Schulte=Dortmund trug den Geschäftsvor, aus dem folgendes wiedergegeben sei: Die Westfäl. Central=Genossenschaft zählte am des Berichtsjahres 1916: 233 Einzelmitglieder, 232 Bäuerliche Bezugs= und Absatz=Genossenschaften, 34 Spar= und Darlehnskassen=Vereine, 137 sonstige Vereine und Korporationen, im ganzen 696 Mitglieder mit insgesamt 1266 weschäftsanteilen über 1266000 Mk. Der Gesamtumsatz betrug 25 599 Doppelwagaons à 10000 Klar. R#. pozscee Bewertung der Lagerbestände und nach reicht! g, rzg. bungen wurde ein Reingewinn von 224 776,64 2uc. erzielt. diervon ist die Hälfte zu überweisen an den Egsenerggund Betriebsrücklagesonds, sodaß zur sammlung die Summe von 112 388,32 Mk. verbleibt. Diest Betrag soll wiederum ganz dem Betriebsruglagefonds überwiesen werden. Durch Nachuntersuchungen aller Kxaftutter; mittel und Düngemittel eragb sich, daß im Jahre 1910 gn: die Genossen 151 607 wer. an Mindergehalt bei den Lieferanten reklamiert und zurückvergütet werden konnten. Die Gesamtsumme der bis Ende 1916 zurückvergüteten Mindergehalts: beträge beläuft sich auf 985 618,41 Mk. Im Jahre 1916 hat die Westfäl. Centralgenossenschaft Beteiligungen übernommen bei der Siedlungsgesellschaft Rote Erde m. b. H. 10000 Mk., Landesfuttermittelgesellschaft m. b. H. Berlin 140000 Mk. Der Bericht gibt dem Bedauern über den Heldentod zweier Beamter, der Herren Julius Brinkmann und Heinrich Menke Ausdruck, deren Andenken in der üblichen Weise geehrt#ird. Bilanz schließt ab in Einnahme und Ausgabe mit b 2vo 596.29 Mk., das Gewinn= und Verlust=Konto mit 381 874.20 Mk. Nach der Übersicht der Entwicklung der Westfälischen Central= Genossenschaft betrug der Warenumsatz im Jahre 1916: 994 457 Zentner Getreide, 2773 519 Zentner Kunstdünger, 1110 915 Zentner Futterartikel, 168 700 Zentner 78 542 Zentner Saaten und Sämereien, zusammen 5 121 183 Zentner oder 38 261 434 Mi.. Borstand und Gaf. Die Bilanz wurde genehmiat und Vorstand und aufsichtsrat Entlastung erteilt..0 Die aus dem Aufsichtsrat ausscheibenden werren Okonomierat Meyer zu Hollen ant. Austmann=Steinhagen, Okonomierat Nienhausen=Welheim und Pfarrer Winckler=Isenstedt wurden einstimmig wiedergewählt. Zum Schluß entspann sich eine rege Aussprache über den Mangel an Kunstdünger. Es wurde Stellung genommen zu dem Tauschhandel und der Verteilung der Düngemittel. Der von verschiedenen Seiten gewünschte Beschlagnahme der Stickstoffdüngemittel, um dadurch eine gleichmäßlgere Verteilung auf die Landwirte zu erzielen wurde entgegengetreten, da man sich von ihr keinen Erfolg verspreche. Von Seiten des Vorstandes der Genossenschaft wurde betont, daß alles geschehe, um eine bessere Belieferung zu erzielen. Die Aussprache brachte manche wichtige Fingerzeige für die Behandlung des Bodens in der gegenwärtigen düngerarmen Mit einem warmen Appell zum weiteren Durchhalten schloß der Vorsitzende gegen ½3 Uhr die Tagung. gesetzten Mangel an Betriebsmitteln wenig Aussicht dafür vorhanden, daß in absehbarer Zeit Sonderzüge gestellt werden können. Wir ersuchen deshalb ergebenst, den Erfordernissen der Not der Zeit Rechnung tragend, Ihren Einfluß dahin geliend zu machen, daß der Pilgerverkehr nach Möglichkeit eingeschränkt und Sonderzüge zur Bewältigung dieses Verkehrs nicht angefordert werden. 5 Für die Kriegsfamilien-Unterstützungsempfänger wird mitgeteilt, daß die Auszahlung der am 15. d. Mts. fälligen Familien=Unterstützungen schon Samstag, den 14. d. Mis., in der gewohnten Weise von vormittags 8 Uhr ununterbrochen bis nachmittags 6 Uhr stattfindet. Es ist erwünscht, daß mehr als bisher die Nachmittagsstunden(1 Uhr bis 5½ Uhr) zur Abbebung wahrgenommen werden. Wer die Abhebung an diesem Zahltage versäumt, muß bis zum nächsten Zahltage (1. August warten. = Der Möwe=Film. Im Tonbildtheater Ludgeristraße Nr. 28a finden heute von 2—7 Uhr nachmittags SchülerVorstellungen zu ermäßigten Preisen chatt, in welchen der bekannte große Film„Graf Tohna und seine Möwe“ zur Aufführung gelangt. Der Film ist in jeder Beziehung auch für Kinder äußerst sebenswert. * Ritteilungen des städtischen Kriegsausschusses. Donnertag: zweite Hälfte der MagermilchDonnerstag: Butterverkauf von 8-—12 Uhr und 2¾—7 Uhr. Servatiiplatz: 3301—5100, Stadthalle; 2601—3900. Göbenstraße: 1901—2900, Kreuzstraße. 1001 bis 2500, Warendorfer Straße: 1001—1600.„ Die Bürgerschaft wird dringend gebeten, ihre Einkäufe an den städtischen Verkaufsstellen mehr als bisher auf die Nachmittagsstunden zu verlegen. Die Verkaufssteuen sind vormittags und nachmittags geöffnet. Aus des Stadt. Münster, 12. Juli. A Kein Pilgerverkehr durch Sonderzüge. Von der Kgl. Eisenbahn=Direktion Münster ist dem Bischöflichen Generalvikariat in Münster das nachstehende Schreiben zugegangen: Bei dem gegenwärtigen Zustande der Kohlenversorgung, bei dem noch nicht einmal feststeht, ob die für den Hausbrand im Winter notwendigen Kohlenmengen verfügbar sein werden, müssen die Leistungen für den Personenverkehr auf der Eisenbahn auf das äußerste Maß eingeschränkt und, soweit irgend möglich, alle Betriebsleistungen vermieden werden, die nicht im vaterländischen Dienst unbedingt notwendig sind. Es ist deshalb auch dringend erwünscht, daß die für den immerhin noch bedeutenden Pilgerverkehr nötigen Leistungen für Sonderzüge vermieden und die dadurch zu ersparenden nicht unerheblichen Kohlenmengen für Heereszwecke und den Hausbrand nutzbar gemacht werden. Auch ist bei dem fortden Provinzen. C) Bewahrschulen und Kindergärten in ländlichen Gemeinden. Das Bischöfliche Generalvikariat schreibt im Kirchlichen Amtsblatt: Im dritten Kriegsjahre haben neben der Munitionsarbeit und der Kriegsindustrie die ländlichen Arbeiten eine geradezu ausschlaggebende Bedeutung bekommen. Bei dem stetig wachsenden Mangel an männlichen Arbeitern ist es darum dringend wünschenswert, daß den Landfrauen zeitweilig die Sorge für ihre Kinder abgenommen werde, damit die Mütter mit um so größerem Erfolge sich auch der ländlichen Arbeit hingeben können. Die Herren Seelsorgsgeistlichen wollen daher im Verein mit den bestebenden Kriegsamtsstellen und den von diesen beauftragten Kreisvertrauensfrauen erwägen, ob sich in ihren Gemeinden für die Dauer der dringenden Landarbeiten nach Art der in den Städten bestehenden Kinderbewahrschulen Einrichtungen treffen lassen, die dem genannten Zwecke dienen können. Wo im Orte oder in der Nähe ein Krankenhaus, eine Handarbeitsschule oder eine Schwesternniederlassung besteht, wird sich am besten im Anschluß an diese eine Bewahranstalt auch für ländliche Kinder einrichten lassen. &am Lette, Kr. Coesfeld, 10. Juli.[Die Jagdnutzung) der Gemeinde Lette in Größe von 3700 Hektar wurde heute in sechs selbständige Jagdbezirke öffentlich meistbietend auf sechs Jahre zum Preise von 11 520 Mark pro Jahr verpachtet. Gegen die letzte Verpachtung sind 4200 Mark pro Jahr mehr ersielt. X Aus Ostfriesland, 11. Juli.[Verschiedenes.] In Potshausen sind zwei Besitzungen niedergebrannt; man vermutet, daß sie von entwichenen russischen Kriegsgefangenen in Brand gesteckt wurden.—Ausgenommen den Küstenstrich hat es in Ostfriesland stellenweise am Schluß der vorigen Woche nicht unerheblich gefroren. Der an den Feldfrüchten angerichtete Schaden ist bedeutend; auch der Buchweizen hat stark gelitten.— In der Geest hat der Roggenschnitt bereits begonnen.— Das Abschlachten von auf den Weiden befindlichen Schafen ist zurzeit an der Tagesordnung. Die Diebe lassen in der Regel nur Kopf und Fell an Ort und Stelle liegen. Kriegs=Auszeichnungen. Es wurde verlieben: Das Eiserne Krenz 1. Klasse:„ Tenus, Johannes, Leutnant d. Res., stud. rer. pol., Sohn des Königl. Oberbahnassistenten P. Tenius. Münster. Custodis. Dr., Stabsarzt, Chefarzt in einem Feldlazarett:# Lindemann, Hans, Musketier, zurzeit schwer verwundet, beide aus Warendorf. Diekamp, Franz, stud, theol., Sohn des Justizrats Diekamp in Bochum. Das Eiserne Kreuz:* Heimann, August. Sohn des Maurer=Poliers Heimann,* Hoffschläger, Hans:* Kortenjan. Jos., Musketier: Seegert, Richard, Gefreiter in einem Artillerie=Maßtrupp im Westen:n Weglage. Heinr., Pionier, sämtlich aus Münster.# Wortmann, Aloys, Gefreiter, Sohn des Pächters Anton Wortmann, Haus Angelmodde.* Fieke, Aloys, Fahrer bei einer Inf.=Munit.= Kolonne: Sohn des Ackerers Bernard Fieke in haus.* Louis, Franz. Obergefreiter aus Warendorf. * K o r t m a n n, B e r n a r d, E r s a t z= R e s e r v i s t, K l e m p n e r, Everswinkel. Häming. Landsturmmann aus Stevede.# Voßkühler. Grenadier, aus Stockum,# Friemersdorf, Joseph, Landsturmmann,* Wellermann, Franz, Vollziehungsbeamter, beide aus Coesfeld.# Landwehrmann, aus Stevede.# Bröcker. Obergefreiter, Sohn des Kötters Heinr. Bröcker, aus Gemen bei Schöp. pingen.* Schulte, Albert. Musketier:* Kruer, Heinr., Musketier, beide aus Laggenbeck. Saatiohann, Kornelius, Landwehrmann:* Bergschneider, Gust.:# Schürmann, Friedr., Unteroffizier(gefallen), sämtlich aus Ibbenbüren. Frie. Unteroffizier. Garde=Fußartillerie: * Humberg, Franz, Kraftfahrer: Schnickendiller, Sanitätsunteroffizier:* Hesselmann, Joh., Wehrmann:* Kleimann, Unteroffizier, sämtlich aus Stevern.# nard, Wehrmann:* Frie, Wilh., Wehrmann:* Twent, Füsilier:* Kentrup, Franz. Musketier:* Menke. Anton, Kanonier, sämtlich aus Nottuln.* Brömmel, Hugo. Gefreiter: Tücking, beide aus Raesfeld. Aus dem Bereiche der Könial. Eisenbahndirektion Münster: X Gertzen, Heinrich, Eisenbahnsekretär; * Verwick, Johannes, Eisenbahnsekretär in Münster. * Albers, Hermann, Weichensteller:* Berner, Wilhelm, Gepäckträger in Osnabrück.* Albering Aushilfsweichensteller:# Bollhorst. Gustav. Bahnunterhaltungsarbeiter:* Brüning, Claus. Hilfsschaffner:* Meyerholz, Wilhelm. Rangierarbeiter in Kirchweyhe.* Mertens, Wilhelm, Lokomotivputzer:# Meyer, Heinrich, Hilfsheizer: Wienker, Josef. Wagenputzer in Gronau. * L ü c k e, J u l i u s, B a h n m e i s t e r a s p i r a n t:* R u b b e r t, C h r i stian. Aushilfsschaffner in Diepholz. Becker, Gustav, Bahnunterhaltungsarbeiter in Lengerich.* Brockmann, Konrad, Bahnhofsvorsteher in Buchholz:# Brüggemann, Wilhelm, Bahnunterhaltungsarbeiter in Spelle.# Cordes, Karl, Wagenputzer in Rothenburg(Han.]:# Eckrodt, Hermann, Bahnunterhaltungsarbeiter in Appelhülsen.* Niehoff, Heinrich, Hilfsweichensteller in Coesfeld.* Reese, Wilhelm. Hilfsheizer in Harburg. * Rumpf, Karl. Schlosser in Haltern.* Schütte, Heinrich, Schlosser in Rothenburg[Han.). Stegt, Anton, Bahnunterhaltungsarbeiter in Bösensell. Steenblock, Heinrich, Aushelfer in Kluse.# Wüllner, Hermann. Rottenführer in Bünde(West.). 6i6st Lex Goli. Das Brannschweigische Verdienstrreuz erhien der Hollzeibeamte* Pramann. Hermann, Offizier=Stellvertr., aus Münster. Das Eiserne Kreuz wurde ihm bereits im November 1916 verlieben...„ Gefreit.r M# Der Eiserne Halbmond:* Feymer, Gesteiter, MünDas Verdienstkrenz für Kriegshilfe:„ Hoffmann. Aug., Werkmeiser, Münster. Die Rote Kreuz=Medaille 3. Klasse:&mp Lübbesmeyer, Bürgermeister in Coesfeld. rlin, 11. Juli. hung fielen 50 000 Nr. 51 172, 3000 Mk. Nach Eingreisen eines Postens sprang der Franzmann aus einer Luke und blieb mit Gliederbrüchen auf dem Pflaster liegen. Man fand dann Wiemann bewußtlos in seinem Blute liegen. * Preußische Klassen=Lotterie. B (WTB.] In der Nachmittagszi Mark auf Nr. 134 526. 10 000 Mt. auf auf Nr. 79102. q' Zusammenschluß der reisenden Kaufteure Deutschlands, Esterreichs und Ungarus. Der letzthin in Dresden vorbereitete Zusammenschluß der Verbände der reisenden Kaufleute Deutschlands, Österreichs und Ungarns ist Ende Juni in Budapest erfolgt. In einer auf Veranlassung des Verbandes reisender Kaufleute Deutschlands in Leipzig veranstalteten öffentlichen Tagung, die aus den drei Ländern sehr zahlreich besucht war und bei der sowohl die deutsche Reichsregierung wie auch die ungarischen Behörden vertreten waren, wurde nach Referaten, die für Deutschland von Georg Müller=Leipzig, für Österreich von Körney=Wien u. für Ungarn von v. Fuerst-Budapest erstatteten, die Gründung einer Arbeitsgemeinschaft zur Pflege der gemeinsamen Beziehungen und zur Vertretung gemeinsamer Interessen einstimmig beschlossen. Mit der Führung der Geschäfte wurde der Verband reisender Kaufleute Deutschlands in Leipzig beauftragt. *( Der Deutsche Techniker=Verband veranstaltete am letzten Sonntag in Düssseldorf eine Tagung seiner Kriegsvertrauensleute im Bezirk Rheinland=Westfalen. Aus 49 Orten waren Vertreter erschienen. Nach dem Verwaltungsberichte zählt der Verband noch 23000 Mitglieder, von denen 14500 zum Heeresdienste einberufen sind. Fast 1400 sind seit Kriegsbeginn auf dem Felde der Ehre geblieben. Das Verbandsvermögen hat sich namentlich durch Kursverluste seit dem Vorjahre um 25000 Mark verringert auf 443000. Aus Mitgliederkreisen wurden 248500 Mark freiwillig aufgebracht und als Kriegshülfe für Familien im Felde stehender Mitglieder verwendet. Die Versammlung beschäftigte besonders die gegenwärtige Lage der Techniker, wie sie durch das Hilfsdienstgesetz geschaffen wurde. Die andauernden, zum Teil recht erfolgreichen Bemühungen der Verbandsleitung, Härten des Gesetzes für die Angestellten zu mildern, fanden lebhafte Anerkennung. Ebenso sehr bedauerte man die aulehnende Haltung vieler Unternehmungen gegenüber den Angestellten=Ausschüssen, die man als einen der sozialen Fortschritte des Gesetzes betrachtet und erwartet, daß sie auch nach dem Kriege bestehen bleiben werden. Erörtert wurde die noch immer nicht erteilte Berechtigung zum einjährigen Militärdienst an die Absolventen der technischen Mittelschulen und der jetzt besonders unberechtigte Vorstoß der akademischen Techniker zur Monopolisierung des Ingeieurtitels. Man war sich einig darüber, daß auf eine Zusammenfassung der Angestelltenverbände hingewirkt werden müsse, um nach dem Kriege gemeinsam alle Fragen zu vertreten, die für eine gesicherte Lebenshaltung der Angestellten in Betracht kommen. In den Kreis dieser Betrachtungen müßten vor allem die Konsumentenfragen die Wohnungsfrage, aber auch die Zoll- und Steuerfragen einbezogen werden. Handel und Industrie. A Dinslaken, 9. Juli. Zum heutigen Großviehmarkt waren 214 Stück Rindvieh und 8 Fohlen angetrieben. Das Geschäft in tragenden und frischmelken Kühen war ziemlich gut. Der nächste Großviehmarkt findet Montag, den 23. Juli, statt. Vermischtes. * Meldorf, 9. Juli. Hier wurde der Kornhändler Wiemann in seinem Speicher von einem kriegsgefange nen Franzosen überfallen niedergeschlagen. Bücherschau. von Monatliches Geschäftsergebnis ohne Inventur und ohne Abschluß Buchhaltungsvorstand H. Geffers in Bremerhaven. Preis kartoniert 1 Mark. Muth'sche Verlagshandlung, Stuttgart. In demselben Verlag erschienen die beiden in Nr. 457 angefuhrten Schriften: Die kaufmännische Bilanz und der Bücherabschluß von Prof. J. Chenaux=Repond und Wie liest man eine Bilanz von Prof. Theodor Huber. Hauptredakteur Rudolf Strietholt.— Es verantworten: den redaktionellen Teil Paul Koene, die Reklamen und Inserate Anton Busch, alle in Münster.— Druck und Verlag der Aschendorffschen Buchhandlung in Münster. Xnerreichte Auswahl in den verschiedensten Formen, Farben und Preislagen. An= und Verkäufe. suche stets gut erhaltene, glich neueren Datums, 22 Lokomobiien de bis zu 30 PS., fahrbare. Joh. Nattebrede, Wiedenbrück. Einige Fuder 22 Stalldünger 6a zu kaufen gesucht. 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Braunes Portemonnaie mit einem Inhalt von 5 Mark (Papiergeld) und anderen Kleinigkeiten, vorige Woche auf der Schillerstraße verloren. Der ehrliche Finder wird gebeten, dasselbe gegen eine Belohnung von 8 Mark Schillerstraße 29 abzugeben. Schwarze Ledertasche mit Geld, Schlüsselbund etc., verloren. Gegen Belohnung abzugeben. eres in der Geschäftsst. Relier-chgenache hervorragendes Mittel zur Erhaltung des Fußbodens 1 L. 1,35 M., 1 L. 5 M. Flasche mitbringen. Reform=Drogerie Fritz Marquard, Rotenburg 46. as Acker=Sporgel, lange und runde Herbstrüben, Seradella, Incarnatklee, empfiehlt Franz Reinke. Eine junge Dame wünscht Sonntags morgens von 10—11 Uhr oder abends von 8—9 Uhr Klavierstunde. Offert. unter P P 157 an die Geschäftsst. Wer erteilt einem Herrn in den Abendstunden Unterricht in der einfachen und doppelten Buchführung? S T 217 ferten unter Geschaftsstelle dieses Ofan die Blattes. 2# Trauring ar verloren. Gegen gute Belohnung abzugeben. Kettelerstr. 31, 2. Etage. 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J., nachmittags 3 Uhr, werde ich ca. 25 Stück schwere und starke Bienenvölker in Körben, öffentlich meistbietend verkaufen. Burlo bei Darfeld i. W. a2 Empting, Förster. schwerere und 3 leichte Belanntmachung. Gemäß§ 9 Abs. 3 der Verordnung über Gemüse, Obst und Südfrüchte wird hiermit bekannt gemacht, daß die beantragte Genehmigung auf Erteilung zum Großhandel mit Gemüse, Obst und Südfrüchten der Firma Ferdinand Eimermacher, hier, erteilt worden ist. Der Magistrat. Gutsbesitzer, 40 Jahre alt, kath., mit einem guten, schuldenfreien, im Münsterlande gelegenen Hofe(etwa 150 Morgen), sucht die Bekanntschaft einer kathol. Gutsbesitzerstochter mit edler liebevoller Gesinnung zwecks Heirat. ruigste Verschwiegenheit ggeK 240 Gefl. Zuschr. mit Ang. Strenast der Familien=Verh. nebst Vermögen und Bild u. O D 3007 an die Gesch. erbeten. stehen preiswert zum Verkauf. Reit= u. Fahrschule, Ecke Hafen= und Industriestr. Teleson 159. 1. Hypothel 14000 Mark à 4½/2%, auf nur Ia. 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Mit dem Kassen= und Rechnungswesen durchaus vertraute Bewerber, unter denen Kriegsbeschädigte in erster Linie berücksichtigt werden, wollen ihre Gesuche mit Lebenslauf und Zeugnisabschriften baldigst einreichen. 6 Rheine, im Juli 1917. Der Bürgermeister, Venannrnachung. Die Dreschmaschinenbesitzer der Kreise Soest, Lippstadt, Hamm, Münster und Beckum haben am 8. Juli auf der Versammlung, in Anbetracht der Teuerung von Gebrauchsartikeln die Preise für Dreschen pro Tag 50 Mk., für Stundenlohn 5,50 Mark, für Motorbetrieb 65 Mark, für Stundenlohn 7 Mark seitgeseht. Dreschmaschinenbesitzer der oben bezeichneten Kreise. Diejenigen Grundflächen des Gemeindebezirks Kirchspiel Billerbeck, welche von einem Eigenjagdbezirk ganz oder größtenteils umschlossen und im Zusammenhange weniger als 75 ha sind, werden gemäß§ 8 der Jagdordnung vom 15. Juli 1907 den Inhabern dieser Eigenjagdbezirke zum Anschluß an die Eigenjagd für denjenigen Pachtzins hierdurch angeboten, welcher bei der demnächstigen öffentlichen Jagdverpachtung im Durchschnitt pro 1 ha erzielt wird. Gleichzeitig werden die Inhaber der Eigenjagdbezirke ersucht, bis spätestens zum 20. Juli d. Is. dem Amte Billerbeck schriftlich oder zu Protokoll mitzuteilen, ob sie unter dieser Bedingung den Anschluß wünschen und dabei die anzuschließenden Parzellen nach Flur und Nummer und Größe in ha(am besten Mutterrollen=Auszüge) zu bezeichnen. In derselben Weise sind diejenigen Parzellen zu bezeichnen, welche von Eigenjagden der Gemeindejagd überwiesen werden sollen. Sofern die bei der letzten Jagdverpachtung erfolgte Abgrenzung unverändert für die Neuverpachtung übernommen werden kann, genügt eine diesbezügliche schriftliche Mitteilung. Wenn bis 20. Juli einschl. Anträge nicht gestellt sind oder ein Anschluß nicht erfolgt, wird nach§ 9 der Jagdordnung verfahren. Billerbeck, den 10. Juli 1917. Der Jagdvorsteher: Neuhaus. Hiesiges Geschäft sucht für seinen Kutscher, kleine Familie, 2 Personen Haus 50 Jahre alt, kinderlos, dem es an passender Verbindung fen., sucht auf dieNiee, Tazerne Dr seöhendigen Besitzung Leitung kleiner ländlich straße, Bahnhofstr., Warendorferstr. zum Maikotten am 10. Juli. wird geheten..ag straße 27, Buchbindergeschäft. Ehrlicher Finder Abzug. WeselerPortemonnats gef. am 4. I. Räbenes Bogenstraße 16 ThLandwirtslöchter gefacht. ne auch Serarm-? Knecht wird beig Angedote unter Ang Alters under M E ben. abe der 4 an des Nehme auch Ehepaar. Verhältnisse und des Hettunngtin größeren Mengen zu kaufen gesucht. Angebote mit Preisangabe baldigst erbeten. Münster i. 29. Pagtsteat: möglichst mit Stallung und einigen Morgen Land eotl. Baugelände, Ludgeri—Mauritztor bevorzugt. Ausführliche Offerten unter R S62 an die Geschäftsstelle. 12 Cognac! cn. 5000 Flaschen deutscher Cognac fine Champ. ca. 2000„ Bisquit Dubouché u. 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Dieser Film ist eine Urkunde, weil er die lautere Wahrheit spricht und zeigt, wie deutscher Seemannsgeist mit Menschlichkeit, aber auch mit eiserner Energie, das schwere Werk der Vernichtung feindlicher Tonnage vollbringt, ein Vernichtungswerk, dessen Schuld nur dem ruchlosen England mit seiner völkerrechtswidrigen Aushungerungspolitik zugeschoben werden muß. In diesem Film gibt es keinen„Baralong“, keinen„King Stephan“, hier sicht man unsere todesmutigen Blaujacken mit klarem Auge und fester Faust für ihr geliebtes Heimatland kämpfen. Eine Urkunde des Krieges, die vielleicht später, wenn einmal wieder der Friede über diese arme, blutende Erde schreitet, auch manchem stolzen Sohne des meerbeherrschenden Albion die Schamröte ins Gesicht treiben wird darüber, das seine Landsleute es einst wagten, so über deutsche Treue und deutschen Mut zu lügen. Freude hat es unseren„Möwe“. Leuten gewiß nicht gemacht, so viel Gut und Früchte emsigen Fleißes zu vernichten, aber England zwang sie dazu, denn höher als alles stcht ihnen die Heimat und ihre Lieben daheim. Scht euch diesen Film an, auch ihr alle, die Ihr sonst das rollende Bild nicht liebt! Ihr alle werdet lernen, daß der Kriegsfilm eine Urkunde sein kann, wenn Treue und Wahrheit die Regie führen und nicht Kalschheit und Trug. Die Vorführung dieses Werkes beginnt im Lichtsplelhaus um 4, 6½ u. 9 Uhr. Vorher das übrige Programm. im Tonbildtheater um 2½,4 u. 5½ Uhr Schüler-Vorstellungen zu ermäßigten Preisen! Abends von 7 Uhr ab haben nur Erwachsene Zutritt. 13 Tüchtig. Reisevertreter. Auswärtiger Groß=Vertrieb hat Alleinvertretung im Regierungsbezirk Münster Westf., zu vergeben. Dauernde, gute Stellung. Branche=Kenntnisse nicht erforderlich. Offerten unter O O 3017 an die Geschäftsstelle d. Blattes erbeten. Laufbursche gesucht. Emil Wirth, Urbanstr. 11. Wese ece Hülsbömer& Weischer, Neubrückenstr. 19. Olene Siellen. Amtsgehülse, evtl, auch Kriegsbeschädigter, auf sofort gesucht. Bewerbungen nebst Lebenslauf und Zeugnissen sind unter Angabe der Gehaltsansprüche an den Unterzeichneten zu richten. Heiden, Westf., 9. Juli 1917. Der Amtmann. Zum sofortigen Eintritt ein 25 Kommis ar für Lager und Versand gesucht. Angebote unter S T 178 an die Geschäftsstelle dieses Blattes erbeten. Suche für sofort oder später einen Schneiderlehrling. Offerten unter V 5111 an die Ann.=Exp. E. Vendel, Ludgeristr. 12. Gesuchte Stellen. Alteres, zuverlässiges, kath. Küchenmädchen sucht Dauerstelle zum 1 August. Offerten unter W Z 219 an die Geschäftsstelle dieses Blattes. Langjährige Wäscherin sucht noch einige Waschstellen. Ritterstr. 29, 1 Treppe hoch. Junges Mädchen, welches die Handelssch. bes. hat, s. Stell. auf einem Büro oder Geschäft. Offerten unter E E 225 an die Geschäftstelle. Mahe. 1. Arbeit, Kölnerin m. g. Empf., sucht Stell. in Münster oder Umgebung. Off. unter H H 228 an die Geschäftsstelle. Schneiderin sucht noch Kundschaft zur Anfertigung von Damenblusen, Röcken, Kinderkleidern usw. zu mäßig. Preisen. Hoppendamm 13, 3. Etg. Jung. Mädchen, Waise, sucht stelle in Wirtsch. od. Bäckerei, evtl. auch im Privathaushalt. Offerten unter M M 232 an die Geschäftsstelle. Junges Mädchen, im Kochen u. allen Hausarbeiten erfahren, sucht Stelle zum 1. August. Offerten unter K L 124 an die Geschäftsstelle. 52 Junger Mann vom Lande sucht Stelle als Dienstknecht bis im Herbst oder auch länger. Zu erfr. in der Geschaftsst. Landwirtssohn, 27 Jahre alt, kath. sucht Stellung als Verwalter (am liebsten da, wo die männliche Kraft fehlt). Angebote unter L L 3014 an die Geschäftsstelle dieses Blattes. Junger Mann sucht nach 5 Uhr Nebenbeschäftigung, wenn möglich als Buchbinder. Offerten unter K L 211 an die Geschaftsstelle dieses Blattes. Ein, mit der Landwirtschaft durchaus vertrauter Mann, der selbständig wirtschaften kann, sucht wegen Rückkehr d. Besitz. anderweit Stellung auf klein. Bauernhof, wo d. Mann fehlt. Selbiger ist militärfrei, rüstig und gesund. Offerten unter I K 210 an die Geschäftsstelle dieses Blattes erbeten. „*„ des Konserv. der Musik Sonntag, den 15. Juli, abends 8½ Uhr, as im Zoologischen Garten: Muttersegen oder„Die Perle von Savoyen“. Musik=Volksstück in 5 Akten. Preise der Plätze: 1,50 M., 1 M., 70 Pfg. Der große billige Fischverkauf. sindet diese Woche nur Freitag vormittag om Mauritztor statt. A. Lipfert. Lebendfrische Donnerstag mittag eintreffend empfiehlt Franz Reinke, Jüdefelderstr. 41 #tasfe gegen Rheumatismus, Ischias, Hexenschuß, bei steifen Gliedern, Gelenken, Schultern, (Verrenkungen, Überbein) ete. Schröpfen und Fußpflege. J. H. Beßmann, Masseur und Heildiener, Neuplatzstr. 32. Fernruf 2695. Saaaaauaaasa Dauaasueuaanaana Hartpappe Kunstleder Vulkan Fibre Rohrplatten von 4,25 an. Engelhard&am; Co. Telef. 1102, Ludgeristr. 110. aaaaaanasann Kalser-Cafe. Inhaber Wilhelm Steiner. Rothenburg 9. 1. Etage. Heute, Donnerstag, den 12. 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Mittelhasen. KraftwagenZührer (militärfrei), sucht für bald od. später Stellung. Offerten unter F F 187 an die Geschäftsstelle de. St. 2 Elrebdamer Kaufmann, Christ, 29 J., gute Referenzen, Militärverhältnis a. v., wegen Beschädigung der linken Hand, sucht in der Kriegsindustrie oder ähnlichem Unternehmen besseren Posten zu erwerben." 802 Off. u. E C 3008 an d. Gesch. Heute morgen 6¼ Uhr entschlief sanft im Herrn mein lieber Vater, der Ingerden Feung Kundebroa im 78. Lebensjahre, wohlvorbereitet durch ein christliches Leben und gestärkt durch die Tröstungen unserer Kirche. Münster, den 11. Juli 1917. Heinrich Randebrock. Die Beerdigung findet statt Samstag, 14. Juli, nachmittags um 4 Uhr vom Sterbehause, Neuplatz= straße 4, aus; das Seelenamt am gleichen Tage, morgens um 9 Uhr in der Ueberwasserkirche. Nach Gottes hl.Willen entschlief Sonntag nacht sanft unser lieberguter, treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Urgroßvater, Bruder, Schwager und Onkel, der wohlachtbare Herr Er starb im 73. Lebensjahre, wohlvorbereitet durch einen christlich frommen Lebenswandel, gestärkt durch den Empfang der hl. Sterbesakramente, nach kurzer Krankheit, infolge Altersschwäche. Seine liebe Seele empfehlen wir dem Gebete der Gläubigen, besonders den Priestern am Altare. Die trauernden Angehörigen. Münster i. W., den 11. Juli 1917. Die Beerdigung findet statt am Freitag, 13. Juli, morgens 8 Uhr, von der Josephskirche aus, darauf: 9 Uhr das Seelenamt. Das Jahres=Seelenamt für den verstorbenen Kaufmann und Stadtrat Herm. C. Bispinck 9 Uhr in findet Freitag, den 12. der St. Ludgeri=Pfarrkirch Juli, morgens che statt. Das Sechswochen=Seelenamt für den verstorbenen Heinrich Wibbel findet statt am Freitag, 13. Juli, morgens um 3 Uhr, in der Liebfrauenkirche, wozu freundlichst eingeladen wird. Das Jahres=Seelenamt für unsern im Kriege Sohn und B gefallenen lieben Kruder Joseph Paulfeuerborn snd: in der laden wird. Freitag, den 13. Juli, morgens 8 Uhr, Josephskirche, wozu freundlichst eingeDanksagung. Für die vielen Beweise herzl. Teilnahme um den schmerzlichen Verlust meines unvergeßlichen Sohnes und unseres Bruders sagen wir hiermit Allen, besonders der Fa. E Schütte, sowie dem Verein„Olymphia“ unsern tiefgefühlten Dank aus. Frau Wwe. Becker und Angehörige.