der deutschsprachigen Presse e.V. A(ehne „Wochmschau“) in Münster gwetmal täglich fus ins haus gebracht 2 2#k. 10 Pfg.,— auswärts von der Post abgeholt 2 Mr. 10 Pfg, durch den gebrocht überall; me nur ehamal in Lope Beiesbestellung is Drim mit gest 2 2. 28 Pig.— Ausgabe 8(mit hun) virrtckfächelich## Pig.—hr. mu. Verlag Nr. 2444. 2440 u.: 9 Nr. 78. O U D — Zuei Ausgaben ugng. und Münsterische Volkszeitung. 45 825 Abomenen. Gen Sechun bch est de bunennedbern n dr. Mänster 20 Pf., aus der Stadt Münster 15 Pf.(für Akttengesellschaften 2c., Vereine und Behörden 25 Pf.: Reklemen: Der Raum für die Reklamespalte, S7mm brett,„Zmm hoch, 1 Ml.— Für Erfüllung von Plaz= verschriften wird keine Gewähr, sowie für Druckfohler leine Haftung übernommen. Etwaiger Rabatt gilt als Kassenradatt u. kann verweigert werden, wenn Zahlung nicht dinnen 4 Wochen nach Erhalt der Rechmumg efolgt.— Gebühr für Beilagen nach Cewich Erste Ausgabe. Montag, 2. Juli 1917. 66. Jahrgang. Nr. 465. Die Hoffnungen des Herrn Lloyd George. —2. Berlin, 2. Juli. Die Stadt Glasgow hat das dringende Bedürfnis gefühlt. den englischen Premierminister, Herrn Lloyd George, zum Ehrenbürger zu ernennen, wofür sich dieser, wie sich das so gehört, mit einer Rede revanchierte. Nun sollte man meinen, daß bei einem so feierlichen Anlaß und einen so freudigen Gelegenheit Lloyd George sich alle Mühe geben würde, die schönsten Dinge auszusprechen, die er auf seinem Lager hat. Allein seine Rede war durchaus nicht besonders hoffnungsfroh und die Glasgower Bürger müssen eigentlich ziemlich lange Gesichter gemacht haben, als ihnen ihr Ehrengast kundtat, was er von Gegenwart und Zukunft halte. Vor nicht allzu langer Zeit hat Lloyd George in ungebrochener Siegeszuversicht geschwelgt, dies ist aber, wie es scheint, recht sehr anders geworden: Er meinte nämlich, England würde seinen ganzen Mut, alle Geduld und alle Ausdauer benötigen, damit das Schiff nicht zerschelle. Die militärische Lage habe sich durch die russische Revolution zu Englands Nachteil verändert und an der Westfront hätte man das Ziel in diesem Jahre nur erreichen können, wenn sämtliche Armeen der Verbündeten bereit gewesen wären, überall gleichzeitig anzugreifen, die russische Umwälzung aber habe den absoluten Sieg verzögert. Es geschieht nicht zum ersten Male, daß der englische Premierminister vom„verzögerten Sieg“ spricht, er hat schon oft seinem Volke diese Hoffnung vorgegaukelt und bisher ist es ihm nicht gelungen, mit greifbareren Ergebnissen aufzuwarten, als mit leeren Worten.„Der Sieg ist sicher,“ rief am Freitag abend Herr Lloyd George in Glasgow aus,„aber nur unter der Bedingung, daß wir des Tauchbootkrieges Herr werden und ihn in die Schranken zurückweisen!“ Sicherheiten, an die Bedingungen geknüpft sind? Herr Lloyd George weiß nicht, wie diese unerläßlichen Bedingungen zum Siege erfüllt werden können. Die englischen Verluste seien im Mai und im Juni weniger schwer gewesen als in den früheren Monaten, dies ist alles, was er Günstiges anführen kann und dies ist nicht viel! Auch der englische Premier wird wissen, daß die Verminderung der deutschen Tauchbootbeute hauptsächlich darauf zurückzuführen ist, daß weniger englische Schiffe ausgefahren sind, der englische„Erfolg“ ist demnach rein negativ. Er hat sich deshalb von seiner Glasgower Zuhörerschaft auch nur mit großer Zurückhaltung ausgesprochen und man braucht nicht besonders feinhörig zu sein, um wahrzunehmen, daß sich zwischen den Worten des Ministers eine starke Niedergeschlagenheit verbirgt, eine Stimmung, die vielleicht noch nicht Hoffnungslosigkeit genannt werden kann, die aber davon gewiß nicht allzuweit entfernt ist. Lehrreich ist es übrigens, daß am Freitag abend zum ersten Male von berufener englischer Seite offen eingestanden wurde, die russische Revolution habe für die Alliierten Nachteile gebracht. Man scheint in England zurzeit überhaupt nicht recht zu wissen, wie man sich diesem östlichen Probleme gegenüber verhalten solle: Herr Lloyd George glaubte recht daran zu tun, daß er den Russen einige Schmeicheleien sagte und erklärte, Rußland gewinne jetzt täglich an Kraft, es habe auch eine ausgezeichnete Regierung, eine bessere, als es jemals besessen hätte. Der Widerspruch, den sich der Redner hier leistete, liegt auf der Hand: Ein Verbündeter, der seinen Genossen im Kriege bedeutsame Schwierigkeiten durch Umwälzungen, die in seinem Lande hervorgerufen werden, bereitet, kann vom Standpunkte der Bundesgenossenschaft keine gar so lobenswerte Regierung besitzen, und wenn Herr Lloyd George die Petersburger Interimsregierung dennoch mit einem solchen Komplimente beehrt, so macht er nur gute Miene zum bösen Spiele. Umsoweniger kann diese Regierung in England Beifall und Behagen auslösen, da sie gezwungen ist, beinahe von Woche zu Woche sich zu radikalisieren eine Entwicklung die dem englischen Kriegsbild nur hinderlich sein muß. Tatsächlich verhalten sich die Dinge auch so: Man braucht sich nur daran zu erinnern, welche unverblümte Aufrichtigkeiten und Drohungen erst kürzlich das konservative Londoner Organ, die„Morning Post“, an die Adresse Rußlands richtete— das genannte Blatt sprach es offen aus, daß man sich in England keinen Deut um die Art der Regierungsform bei seinen Verbündeten kümmere, solange nur diese Regierung Englands Kriegsbestrebungen unterstütze. Im seltsamen Gegensatze zu Herrn Lloyd Georges heuchlerischen Lobsprüchen steht ferner die Tatsache, daß der russische Kriegsminister Kerenski, gleichfalls erst vor kurzem, den britischen Botschafter in Petersburg. Herrn Buchanan, sehr ernsthaft ersuchte, die Monarchisten nicht weiter zu unterstützen... Aus der Rede erfahren wir übrigens mit ziemlich klaren Worten, daß der Türkei Armenien und Mesopotamien genommen werden sollen, von denen England letzteres offenbar für sich selbst behalten will, ebenso wie auch die deutschen Kolonien. Zum ersten Male gibt also der englische Premierminister damit offen zu, daß England einen Raub- und Eroberungskrieg führt. Die Schleier fallen, angesichts der drängenden und erbitterten Völker werden die letzten Masken gelüftet. Damit England ein paar reiche Länder mehr bekommt, soll die Welt weiter bluten. Die Neutralen sollen weiter hungern, die Völker sich weiter in Revolutionen und Schlachten verzehren, damit England den „Garten Eden“(der biblische Ausdruck ist absichtlich gewählt!) und die gutverwalteten deutschen Kolonien in die Hände bekommt. Nun weiß man, voran man ist. " London, 30. Juni.(W2B.] In seiner gestrigen Rede in Glasgow sagte Lloyd George, als er über den Grundsatz der Schadloshaltung(wörtlich indemnities) sprach: Ihr könnt heute Frieden haben, aber auf einer Grundlage, die, wie die Geschichte zeigen würde, für das Leben jedes Gemeinwesens, das dadurch seine Ruhe erkauft, verhängnisvoll wäre. Man erzählt uns, daß Deutschland, wenn wir jetzt Frieden schließen wollen, die Unabhängigkeit Belgiens wiederherstellen würde. Aber wer sagt das? Kein deutscher Staatsmann hat jemals so etwas gesagt. Der Reichskanzler ist beinahe so weit gegangen, das zu sagen, aber die Junker sind über ihn hergefallen. Er sagte: Wir wollen Belgien wiederherstellen. Aber es muß einen Teil des Wirtschaftssystems Deutschlands, der militärischen und maritimen Verteidigung bilden. Das ist keine Unabhängigkeit, das ist Vasallentum. Dann kam die Lehre vom Statusquo, ohne Annexionen und ohne Schadenvergütung. Kein deutscher Redner drückt sich darüber deutlich aus. Was bedeutet aber keine Schadloshaltung? Ein Mann bricht in jemandes Haus ein. Er mordet einige Bewohner, macht sich jeder Niedertracht schuldig und hält die Räume zwei Jahre lang besetzt. Dann, wenn die Ereignisse sich gegen ihn zu kehren beginnen, geht jener und sagt: Nimm dein Haus, ich bin bereit, dir den Statusquo zu geben. Ich werde keine Schadloshaltung von dir verlangen. Selbst ein Pazifist würde sagen: Du hast mir Unrecht zugefügt, du bist mir eine Schadloshaltung schuldig. Das ist keine Rachsucht, sondern die Schadloshaltung ist ein wesentlicher Teil der Zivilisation jedes Landes. Was gebe es sonst für eine Sicherung gegen eine Wiederholung dagegen, daß ein Mann drei Jahre in dem fremden Hause bleibt und dann weggeht ohne Miete oder Entschädigung Kompensation) zu zahlen. Dasselbe gilt für Serbien. London, 1. Juli.(WTB.) Lloyd George führte in einer Rede, in der er für die Verleihung des Ehrenbürgerrechtes von Dundee dankte, aus: Wir haben so große Vorräte an Munition, daß uns selbst die deutschen U-Boote nicht der der glücklichen Beendigung des Krieges erforderlichen Munition berauben können. Von Anfang an habe ich die Anschaffung schwerer Geschütze und einer möglichst großen Zahl von Hülfsmitteln zur Zerstörung der mit Drahtverhauen versehenen feindlichen Schützengräben gefordert. Zweifellos hat die Tatsache, daß wir eine so große Anzahl von Kanonen des größten Kalibers und einen solchen Überfluß an Munition haben, es uns ermöglicht. Menschenleben zu sparen. Wir haben die gewaltige deutsche Armee unter die Erde getrieben, und es muß eine große Erniedrigung für das deutsche Heer sein, daß es sich in Erdlöchern verstecken muß Das ist eine Kaninchentaktik und bedeutet, daß wir das Gefühl der „Die ösi Lewahrte Westsalische Lioision! Erweiterung des Erfolges bei La Bovelle.— Verlustreiche Angriffe der russischen Infanterte auf 30 Km. Front. Ostlicher Kriegsschauplatz Heeresfront des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold Großes Hauptauartier, 1. Juli.(W2B.) Bei Regen und Dunst blieb an der ganzen Front in fast allen Abschnitten das Feuer gering. Ein Erkundungsgefecht verlief für unsere Aufklärer erfolgreich. Bei der Heeresgruppe des deutschen Kronprinzen versuchten die Franzosen vergeblich, die von unsern Truppen am Chemin=des=dames und auf dem westlichen Maasufer erkämpften Geländevorteile zurückzugewinnen. Estlich von Cerny griff der Feind nach kurzer Feuersteigerung dreimal die auf der Hochfläche südlich des Gehöftes La Bovelle eroberten Gräben an: alle Angriffe wurden blutig abgewiesen. Die Verwirrung beim Gegner und die Ablenkung seiner Aufmerksamkeit ausnutzend, stürmten lippische Bataillone weiter östlich die frauzösischen Linien bis zur Straße Ailles—Paissy. Durch diesen Erfolg erhöht sich die Zahl der von der oft bewährten westfälischen Division in drei Gefechtstagen gemachten Gefangenen auf 10 Offiziere und über 650 Mann. Auf dem Westufer der Maas versuchten die Franzosen in mehrfach wiederholten Augriffen uns aus den an der Höhe 304 und östlich gewonnenen Gräben hinauszuwerfen. Im Sperrfeuer und in erbitterten Handaranatenkämpfen wurden sie abgewiesen. von Bayern. Dem Drängen der führenden Ententemächte hat sich die russische Regierung nicht entziehen können und einen Teil des Heeres zum Angriff bewogen. Nach tagsüber andauerndem Zerstörungsfeuer gegen unsere Stellungen von der oberen Strypa bis an die Narajowka erfolgten nachmittags kräftigere Augriffe russischer Infanterie auf einer Front von etwa 30 Kilometern. Die Sturmtruppen wurden überall durch unser Abwehrfeuer zum verlustreichen Zurückfluten gezwungen. Auch nächtliche Vorstöße, bei denen die Russen ohne Artillerievorbereitung ins Feuer getrieben wurden, brachen beiderseits Brzezany und bei Zwyzyn erfolglos zusammen. Der Feuerkampf dehnte sich nordwärts bis an den mittleren Stochod nach Süden bis Stauislau aus, ohne daß bisher auch dort angegriffen wurde. Zwischen den Karpathen und dem Schwarzen Meere keine besonderen Ereignisse. Mazedonische Front. Auf dem rechten Ufer des Wardar schlugen Lom ische Vorposten bei Altschak=Mah den Angriff eines englischen Bataillons ab. Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff. Unterlegenheit in jede Pore des stolzen militärischen Geistes hineintreiben.(Beifall.) Wenn die Tugend der Demut die Preußen mit unerbittlicher Unnachgiebigkeit gelehrt wird, so ist das gut für die Zeit des Krieges, noch besser aber für die Zeit nach dem Frieden. Die Einigkeit der Nation ist das Wichtigste. Diese Einigkeit hat Frankreich bewiesen. Das Gleiche verwirklicht Rußland. Diese Einigkeit ist nötig, um uns den Sieg gegen den gemeinsamen Feind zu sichern. Lloyd George wies dann hin auf die Haltung. die die Deutschen 1870/71 annahmen, als sie Elsaß=Lothringen, diese französische Provinz, mit Gewalt von Frankreich losrissen. Die politischen Grundsätze von 1870, so erklärte er dann weiter, sind die Grundsätze von heute, und die bekämpfen wir. So ist es mit Italien, das mit seinen Volksgenossen vereinigt zu sein wünscht, so ist es mit den Polen, die wieder den Weg zur nationalen Unabhängigkeit beschreiten wollen. Es ist unser Wille, daß dies geschehen soll. Und so ist es mit Mesopotamien und Palästina: diese Völker sollen nicht wie sprachlose, einhergetriebene Tiere sein, die nach dem Willen von Kaisern den Besitzer wechseln. Dafür kämpfen wir, für das Recht der Menschen, auch für Menschentum, und wir werden siegen. Ich weiß, es ist ein langes Ringen. Das hat man schon immer gewußt. Aber das Übel ist groß, und man kann ein großes Übel nicht ohne gewaltiges Ringen ausrotten. Gleichviel: mit Ausdauer und unbeugsamem Willen werden wir siegen. In einem solchen Kampfe gibt es viele Entmutigungen und Enttäuschungen, und das Ende mag in die Ferne gerückt sein: aber ich kann Ihnen heute sagen, daß aus einem Eiswinter die Frühlingszeit hervorgehen wird. Der Seekrieg. Madrid, 1. Juli.(WTB.) Havasmeldung. Eine nach einem Ministerrate veröffentlichte amtliche Note gibt bekannt, daß das deutsche Unterseeboot, das in Cadir Zuflucht gesucht hatte, heute morgen in aller Frühe den Hafen verlassen hat, bis zur Grenze der Hoheitsgewässer von zwei spanischen Torpedobooten begleitet. Amsterdam, 29. Juni.(EK.) Wie die„Times“ erfahren, ist, in den tunesischen Gewässern eine ganze Reihe von Küstenfahrzeugen durch deutsche Unterseeboote versenkt worden. Rotterdam, 30. Juni.(W2B.]„Maasbode“ meldet: Der Dampfer„Toro"(1141 Br.=Reg.=To.) aus Buenos=Aires, der brasilianische Dampfer„Para(3351 Br.=Reg.=To.) und der Segler„Star“(100 Br.=Reg.=To.) aus Marstal wurden versenkt. Der Segler„M. E. Eldridge“ aus Havanna(258 Br.=Reg.=To.) ist gesunken. Der Dampfer„Wattotara“ aus Dundee gilt für verloren. Der portugiesische Dampfer „Zambesia“(1281 Br.=Reg.=To.) ist gesunken. Der italienische Dampfer„Elektra Eudora“(125 Br.=Reg.=To.) ist gesunken ebenso die britischen Fischerfahrzeuge„Herring".„Finder“ und„Pearl“ und der amerikanische Segler„Edward W. Murdock".(1451 Br.=Reg.=To.). Ein englischer Frachtdampfer(vermutlich„Perla“(5255 Br.=Reg.=To.) wurde von einem bewaffneten Fischdampfer versenkt. Der englische Dampftrawler„Dalmation“ wird vermißt. Amsterdam, 1. Juli.(WTB.) In der„Daily Mail“ vom 24. Juni schreibt Lowat Fraser: Die schweren Fälle der Unfähigkeit der Admiralität, ein wirksanes Mittel gegen den Unterseebootkrieg zu finden, werden allgemein noch nicht verstanden. Die Regierung täte gut, etwas mehr von der Wahrheit herauszulassen. Man muß ohne weiteres zugeben, daß die meisten unserer gegenwärtigen Schwierigkeiten an dem Mangel an Schiffsraum liegen, dessen Hauptursache der Unterseebootkrieg ist. Weil es uns an Schiffen fehlt, beginnt es uns schnell an allem zu fehlen, aber am meisten am Brot. Die Baumwollindustrie in Lancashire wird hauptsächlich dadurch bedroht, daß nicht genug Schiffe vorhanden sind. um die rohe Baumwolle einzuführen und die Baumwollwaren auszuführen. Lowat Fraser schreibt die Schuld der Admiralität zu. Die neuerliche Reform der Admiralität sei nur oberflächlicher Natur gewesen, namentlich seien in den obersten Stellen noch die alten müden Leute geblieben. Wenn die Schiffsverluste den bisherigen Durchschnitt beibehalten, werde es nicht lange dauern, bis England eine Lage erreicht habe, von der es sich nicht mehr erholen könne. Die französischen Kriegsschiffsverluste. Mit dem Verlust des französischen Kreuzers„Kleber“ steigt die Einbuße unserer Gegner an Kriegsschiffen, ohne Hilfskreuzer und Hilfsschiffe, auf 900165 Tonnen. Nach der letzten am 25. d. Mts. veröffentlichten amtlichen Zusammenstellung waren 255 feindliche Einheiten(Kriegsschiffe) mit insgesamt 892 465 Tonnen vernichtet. Die Franzosen verloren bisher 7 große Kriegsschiffe, und zwar die Großkampfschiffe„Bouvet“,„Suffren“,„Gaulois" und„Danton“ und die drei Panzerkreuzer„Leon Gambetta",„Admiral Charner" und„Kleber". Der Gesamtverlust der französischen Kriegsflotte ohne Hilfskreuzer und Hilfsschiffe beläuft sich bisher auf rund 90000 Tonnen. Ein deutsch= norwegischer Zwischenfall. Berlin, 30. Juni.(WTB.) Die„Nordd. Allg. Ztg.“ schreibt: Ein nach Norwegen entsandter deutscher Kurier ist kürzlich bei seinem Eintreffen in Christiania von den norwegischen Behörden verhaftet worden. Sein mit amtlichen Siegeln versehenes Gepäck wurde durchsucht, und da sich darin Sprengmittel befanden, mit Beschlag belegt. Auf Grund des Verdachtes, daß die Sprengmittel in Norweg#n# Verwendung finden sollten, ließ die norwegische Regierung ein gerichtliches Verfahren gegen den Kurier einleiten. Im Hinblick auf die völkerrechtlich gewährleistete Immunität der diplomatischen Kuriere legte die kaiserliche Regierung gegen die Festnahme des Kuriers Verwahrung bei der norwegischen Regieruwa ein und verlangte seine alsbaldige Freilassung. Dabei wurde die amtliche Erklärung abgegeben, daß die Verwendung der Sorengmittel in Norwegen oder zum Nochteil norwegischer Interessen nicht beabsichtigt gewesen sei. Soweit das Verhalten des Kuriers zu Ausstellungen Anlaß gebe, und insbesondere den norwegischen Gesetzen zuwiderlaufe, werde in Deutschland eingeschritten werden, wogegen das Vorgehen gegen den Kurier in Norwegen nach völkerrechtlichen Grundsätzen nicht zulässig sei. Die norwegische Regierung hat den Kurier inzwischen freigelassen. Nach einer Meldung des norwegischen Telegramm=Bureaus machte der norwegische Minister des Außern im Storthing eine kurze Mitteilung in der Angelegenheit. Auch legte der hiesige norwegische Gesandte namens seiner Regierung gegen den Verhalt des Kuriers Verwahrung ein. Die zuständigen deutschen Behörden haben eine amtliche Untersuchung angeordnet und es wird, soweit erforderlich, für Remedur gesorgt werden. Daß der Vorfall im norwegischen Volk Beunruhigung hervorgerufen hat, wurde mit Bedauern vernommen und demgegenüber kann nur nochmals mit aller Bestimmtheit festgestellt werden, daß mit den Sprengstoffen keinerlei Unternehmung in Norwegen oder gegen die norwegischen Interessen geplant war. Erweiterung des englischen Sperrgebietes. Haag, 30. Juni. Das Auswärtige Amt meldet: Dem Bericht des niederländischen Gesandten in London zufolge hat die britische Regierung beschlossen, das Sperrgebiet in der Nordsee ab 4. Juli auf sämtliche Gewässer auszudehnen mit Ausnahme der niederländischen und dänischen Territorialgewässer, die südlich und östlich einer Linie von drei Meilen von der jütländischen Küste auf dem Punkte 57° 8 nördlicher Breite beginnt und weiter folgende Punkte entlang geht: 1. 57° 8' nördlicher Breite, 4° östlicher Länge, 2. den Punkt 53° nördlicher Breite und 4° östlicher Länge, von dort den Grad 53 nördlicher Breite entlang nach einem Punkte, der drei Meilen von der niederländischen Küste entfernt liegt und von hier nach Norden und Osten laufend die Grenze der niederländischen Territorial= gewässer entlang geht. Da diese Maßnahme die bisher sichere Fahrzone in der Nordsee in das Sperrgebiet einbezieht und dadurch jede Schiffahrt von und nach Holland um die Nordküste Englands herum ganz unmöglich wird, hat die niederländische Regierung in der Annahme, daß eine verartige Maßnahme nicht in der Absicht der britischen Regierung liege, die britische Regierung auf die höchst bedenklichen Folgen ihrer Entschließung aufmerksam gemacht und die Erwartung ausgesprochen, daß die britische Regierung ihre Maßnahme abändern wird. Die erneute Ausdehnung der Gefahrenzone in der Nordsee durch England, welche die ganze holländische Küste und den größten Teil der Westküste Jütlands sperrt. nimmt den Holländern fortan jeden ungefährdeten Zugang ins freie Meer, sowohl für die eigenen Schiffe, wie für die der belgischen Kommission. Ebenso ist den holländischen Fischern durch diese rücksichtslose Maßregel Englands der Weg in das für ihren Erwerb vom deutschen Admiralstab freigegebene Stück Meer verlegt. Es ist die Frage, ob der Protest der holländischen Regierung Erfolg haben wird. England läßt anscheinend die letzte Maske fallen und scheut vor keinem, auch noch so illoyalem und inhumanem Mittel gegenüber den Neutralen mehr zurich Rußland. Stockholm, 30. Juni. Der Russiji Invalid“, das gut unterrichtete Organ der russischen Militärpartei, will erfahren haben, daß zwischen England und Rußland ein neues Abkommen über die militärischen Operationen und über die Kriegsziele der Entente abgeschlossen worden sei. Stockholm, 1. Juli.(WTB.] Meldung der Schwedischen Telegraphen=Agentur. Der holländisch=skandinavische Ausschuß teil mit, daß heute in Petersburg und allen Städten Rußlands eine große Kundgebung stattfinden werde. In der Hauptstadt trifft die Kundgebung mit der Abreise der Abordnungen des Arbeiter- und Soldatenrats nach Stockholm zusammen. Die Kundgebung wird die Wünsche der Arbeiter und Bauern nach einem baldigen Frieden. schneller Einberufung der verfassunggebenden Versammlung und Sicherung der demokratischen Reform zum Ausdruck bringen. Die Petersburger Garnison beschloß, nur an Kundgebungen, die vom Arbeiter- und Soldatenrate gebilligt sind, teilnehmen. Die Garnison mißbilligt die Kundgebungen der Bolschewicki. Russische Friedenssehnsucht. Lugano. 30. Juni. EK.) Nach einer Petersburger Meldung der„Stampa“ erklärte Skobelew, die russische Regierung habe neuerdings energische Schritte unternommen, um die Alliierten zur Einleitung von Friedensverhandlungen und zu einer Mäßigung ihrer Kriegsziele zu bewegen. Der Arbeitsminister fügte hinzu, daß die Verbündeten nur durch eine mächtige Armee gezwungen werden könnten, der Friedensformel der russischen Demokratie zuzustimmen. Drei Millionen russische Deserteure. Der militärische Mitarbeiter des„Novosti" bezeichnet in einer militärischen Besprechung die Schwächung der russischen Armee durch Desertion in der Zeit vom 15. März bis zum 15. Juni auf rund drei Millionen Mann und Offiziere. Einzelne Formationen, so an der Riga=Dünafront, die über gute rückwärtige Verbindungen verfügen, trotzdem aber keine Proviantzufuhren erhalten haben, wurden durch die Desertionen bis auf ein Viertel ihrer Bestände aufgelöst. Die bisherigen Aufrufe. Befehle und Maßnahmen gegen die Desertion und zur Rückkehr der Fahe####schtigen haben noch nicht zu dem gewünschten Resultat* ölt. Die Zahl der zurückgekehrten Mannschaften ist aufer Lachts 500000 bis 600 000 Mann zu berechnen. Die Dese.,#tionwehmen aber, wenn auch in sehr gemindertem Matze, nd. geitshren Fortgang. Der deutsche Abendbericht. Berlin, 1. Juli.[W7B.) Amtlich. Abends: Im Westen geringe Gefechtstätigkeit. Morgens ist ein englischer Angriff bei Leus gescheitert. Im Osten führten Angriffe der Russen bei Koniuchv, sowie zwischen Slotc Lipa und Narajowka im Laufe des Tages zu neuen Kämpfen. Berlin, 1. Juli.(W7B.] An der Flandrischen und an der Arras=Front war bei ungünstiger Witterung und schlechter Sicht die Kampftätigkeit am 30. Juni gering. In der Gegend von Steenstraete brachte nach Durchschwimmen des Dserkanals in der Nacht zum 1. Juli eine Patrouille einen Belgier gefangen über den Kanal wieder zurück. An der Aisnefront versuchten die Franzosen am 30. 8 Uhr abends unter dreimaligen blutigen Opfern vergeblich die ihnen in der Gegend von Cerny und der Bovelle=Hochfläche entrissenen Gräben wieder zu gewinnen. Die Verwirrung beim Feinde war derartig groß, daß in Ausnutzung des abgeschlagenen Angriffs sich ein lippisch=westfälisches Regiment in den Besitz eines Grabens von 1000 Meter Breite setzen konnte, der östlich an die Hochfläche anschließt. Ein Stoßtrupp=Unternehmen eines rheinischen Regiments in der Gegend von Prunay brachte mit geringen eigenen Verlusten Gefangene und Schnellade=Gewehre ein und fügte dem Feinde schwere blutige Verluste zu. Auf dem rechten Maasufer wurde am 30. Juni in der Morgenfrühe ein starker feindlicher Gegenangriff auf die im Talgrund zwischen der Höhe 304 und dem„Toten Mann“ eroberten Gräben abgeschlagen. Am Nachmittag setzte starkes französisches Feuer auf die genannten neuen deutschen Stellungen vom Walde von Avocourt bis in die Gegend von Cumières ein, dem von 11 Uhr abends an die ganze Nacht hindurch feindliche Angriffe folgten. Im Sperrfeuer und in erbitterten Handaranatenkämpfen wurden sie abgewiesen. Nördlich Avocourt drangen in der Nacht zum 1. Juli deutsche Patrouillen bis in den zweiten französischen Graben vor. fanden diesen geräumt und kehrten ohne Verluste zurück. Auch auf dem Ostufer der Maas wurden bei einem Patrouil= len-Unternehmen Gefangene eingebracht. An der galizischen Front setzten die Russen am 30. Juni nach starkem Zerstörungsfeuer, das den ganzen Tag anhielt, zwischen 4 und 5 Uhr nachmittags von südlich Zborow bis nordwestlich Podhaicze zum Angriff an. Drei starke Sturmwellen brachen hintereinander im Sperrfeuer zusammen. Lediglich an einer Stelle verhalf eine Minensprengung den Russen zu vorübergehendem Eindringen in unsere vordersten Gräben. Ein sofortiger Gegenstoß warf sie jedoch wieder hinaus. Die Nacht über flaute das Artilleriefeuer etwas ab, setzte jedoch am 1. Juli morgens in allen Angriffsräumen mit erneuter Hartnäckigkeit ein. Gegenüber all den lauten Wünschen nach Frieden und Verständigung, die an allen Teilen der russischen Front zu den Mittelmächten hinüber drangen, ist es englischem Drängen nun doch gelungen, russische Truppen zu verlustreichen Angriffen vorzutreiben. Im Interesse des russischen Volkes ist es zu bedauern, daß dieses durch Tausende neuer Tote England den Beweis erbringen muß, daß die deutsche Front im Osten keineswegs zu Gunsten der Westfront geschwächt wurde und nach wie vor unvexletzbar ist. &* Belgische Posten. Im Westen, 29. Juni. Zum zweitenmal hat der Heeresbericht von der Aushebung eines größeren belgischen Postens an der flandrischen Front gemeldet. Belgien hat den Ehrgeiz behalten, bis auf den heutigen Tag besondere Heeresberichte zu veröffentlichen. Meist nur zwei oder drei Zeilen lange Meldungen, in denen immer von kräftiger Artilleriewirkung die Rede ist. Nachdem die Engländer jetzt anscheinend den nördlichsten Teil der westlichen Front, die Gegend von Nieuwpoort, übernommen haben, der früher stets von einer abgekämpften französischen Division besetzt wurde, die sich auf schwächeres oder stärkeres Minenfeuer beschränkte, hat man der belgischen Armee einen kleinen Abschnitt um Dixmuiden herum gelassen, um sie nicht ganz vom Frontkampf auszuschalten. Zwischen den Schützengräben erstreckt sich hier um zahlreiche zerschossene Inselfarmen das überschwemmungsgebiet der Yser, das bisher infanteristische Tätigkeit ganz auszuschalten schien. Nur des Nachts, auf schmalen, geländerlosen Stegen kann man hier zu den vorgeschobenen Stellungen gelangen, die mir anläßlich meines Weihnachtsbesuches hier bestens bekannt sind. Das, was unmöglich schien, ist nun von uns aus bereits zweimal mit bestem Erfolge durchgeführt worden. Belgische Posten wurden überraschend ausgehoben und gefangen genommen. Das letztemal war es belgische Kavallerie, die man auf einer Farm überrumpelte. Gutgekleidete junge Burschen, die eben ein vergnügtes Etappenleben in Havre hinter sich hatten, die sich lachend in ihr Schicksal fanden, das ja Gott sei Dank, nicht von allzu langer Dauer sein werde. Ihre prahlerische Hoffnung war weniger England, auf das sie nicht besonders gut zu sprechen waren, als vielmehr Amerika. Das Eingreifen der Neuen Welt in das gewaltige Ringen würde uns schon enhlich zu Boden zwingen. Daß sie selbst, die überreste des belgischen Heeres, eine ziemlich lächerliche Theaterrolle spielten, kleine Eisenfresser, kamen ihnen gar nicht in den Sinn. Immerhin ist es für Englands weitere Offensivabsichten interessant, daß es seinem kleinen Bundesgenossen noch einen Teil derjenigen Westfront überlassen hat, der in der Zeit aktuell zu werden verspricht. A. R. Meyer, Kriegsberichterstatter. * Stimmungsmache in russischen Berichten. Ostfront, 29. Juni. Die Tätigkeit der russischen Artillerie, die im April und Mai gegenüber den Vormonaten merklich nachgelassen hatte, hat seit Anfang Juni, besonders aber in der letzten Woche auf der ganzen Ostfront, nicht unerheblich zugenommen. Fast erweckt es den Anschein, als ob der Russe uns zu einem Angriff reizen wolle, um dadurch im Inland und an der Front die Kriegsstimmung wieder zu beleben. Unter diesem Gesichtspunkt muß auch die Mitteilung in einem der letzten russischen Berichte gewertet werden, in dem von einem deutschen Gasangriff gesprochen wird. Diese Angabe ist durchaus erlogen. Sie kann kaum einen anderen Zweck haben, als dem russischen Volk und den Frontsoldaten, die den Frieden wünschen, zu suggerieren. die Deutschen seien die Angreifer und störten so den Prozeß dinneren Befreiung Rußlands. Emil Herold, Kriegsberichterstatter. Der bulgarische Tagesberich.. Sofia, 30. Juni.(W2B.) Amtlicher Heeresbericht vi 29. Juni: Schwache Artillerietätigkeit auf der ganzen Front. Auf der Cervena Stena wurde eine feindliche Erkundungsabteilung durch Feuer zurückgeworfen. Auf dem linken Ufer der unteren Struma wurden englische Erkundungsabteilungen, die aus Kavallerie bestanden, durch unsere vorgeschobenen Posten zurückgedrängt. Bei Drame wurde ein feindliches Flugzeug abgeschossen. Rumänische Front: Bei Tulcea und Mahmudia vereinzelte Kanonenschüsse. Sofia, 1. Juli.[W7B.] Im Cerna=Bogen Artillerie= tätigkeit. In der Moglena=Gegend wurde eine feindliche Artillerieabteilung durch Feuer abgewiesen. Im WardarTale wurde das Artilleriefeuer zeitweise stärker. Südlich vom Doiran drangen unsere Aufklärer in feindliche Gräben und brachten englische Gefangene zurück. Auf dem linken unteren Strumauser Patrouillengefechte.— Rumänische Front: Bei Tulcea und Mahmudia spärliches Artillerieund Infonteriesener,# Somsti der deutschsprachigen Presse eNV. Die amtlichen Berichte der Feinde. Kranzösischer Heeresbericht vom 30. Juni nachmittags. Nordöstlich von Cernv erneuerten die Deutschen in der vergangenen Nacht ihre Angriffsversuche. Gie machten bei La Bovelle zwei starte Angriffe, bei denen brennende Flüssigkeiten verwendet wurden. Nach lebhaften Kämpfen faßten sie in einem durch Beschießung vollkommen eingeebneten Vorsprung Fuß. Der Artilleriekampf war in der ganzen Gegend von Avocourt und am Toten Mann von äußerster Heftigkeit. Gestern wachten wir gegen Ende des Tages westlich der Höbe 304 einen Gegenangriff. der uns einen Teil der vorher vom Zeinde eroberten Gräben zurückgab. Gleichzeitig eröffneten die Deutschen westlich vom Toten Mann auf einer Front von über 2 Kilometern eine starke Unternehmung. Unsere Soldaten leisteten den wütenden Angriffen der Stoßtruppen(vom französischen Generalstab gebrauchte deutsche Bezeichnung), die unser Feuer fast vernichtet bat, mit der größten Tapferkeit Widerstand. Der Feind, dem es zuerst gelungen war, auf der genannten Front in unsere erste Linie einzudringen, wurde an den meisten Punkten durch unsere tatkräftigen Gegenstöße zurückgedrängt, außer in den Hängen westlich des Toten Mannes, wo er sich behauptete. Wir machten 30 Gefangene, die vier Regimentern angehören. In der Champagne scheiterte ein kräftiger feindlicher, westlich der Navarin=Ferme geführter Handstreich vollkommen. Englischer Bericht vom 30. Juni nachmittags. Außer der Einbringung von Gefangenen und Maschinengewehren hatten die Unternehmungen bei Lens ein wichtiges Vorschieben unserer ganzen Front in einer Breite von vier Meilen und einer Tiefe von mehr als einer Meile zur Folge. Als Ergebnis unserer Angriffe wurde eine Reihe von stark ausgebauten Verteidigungsanlagen auf beiden Ufern des SouchezBeches, die die Stadt Lens decken, genommen. Unsere Trupven erreichten jedesmal ihr ganzes Ziel unter geringen Verlusten und fügten dabei dem Feinde beträchtliche Verluste zu. Stellungen von großer Stärke und taktischer und strategischer Wichtigkeit sind in unsere Hand gefallen.— Abends: Unsere Truppen machten während des Tages südlich von Lens weitere Fortschritte und nahmen einen weiteren Teil des feindlichen Grabensystems in diesem Kampfgelände. Eine feindliche Streifabteilung wurde südöstlich von Gouzeaueourt abgeschlagen. 10 deutsche Flugzeuge wurden zum Absturz gebracht. Von den unserigen wird eins vermißt. Österreich=Ungarn. Eine Polendebatte im österreichischen Herrenhause. Wien, 80. Juni.(WTB.) Das Herrenhaus setzte die Tebatte über das Budget=Provisorium fort.— Erzbischof Theodorowiez erklärte: Der im polnischen Volk eingetretene Umschwung der Stimmung sei auf die Regierungsmethoden zurückzuführen und richte sich nicht gegen die Monarchie, nicht gegen die geliebte Person des Herrschers, sondern nur gegen die Regierung. Die Polen gehören, mit ihrer ganzen Seele zur Zivilisation des Westens. Aber er müsse bei Anerkennung der Ehrlichkeit der Bestrebungen erklären, daß, wenn es im Königreich Polen so weiter gebe, man die nationalen Faktoren nicht mehr beschuldigen dürfte, wenn sie gegenüber gewissen Strömungen von Rußland, die jetzt eindringen, ohnmächtig sind. Es solle daher schon jetzt ein gewisses Dementi an die Zentralmächte gerichtet werden. Dr. v. Bilinski erklärte, man könne die Interessen der Zentralmächte nicht anders fördern als durch die Errichtung Polens. Man könne nicht verstehen, wie überhaupt jemand, der die Politik Deutschlands und den Verstand der deutschen Politiker kennt, glauben könne, daß Deutschland unter irgendeiner Form Polen an Rußland verhandeln möchte.(Beifall.)— Der Vorsitzende, Fürst zu Fürstenberg, erhebt entschieden Einspruch gegen den Ton der ganzen Rede des Erzbischofs Theodorowicz als gegen unsere erprobten deutschen Bundesgenossen gerichtet.(Lebhafter Beifall und Händeklatschen.]— Der Tscheche, Hofrat Goll, erklärte: Der deutsch=tschechische Ausgleich müsse, wenn auch nicht restlos, doch bis zu einem gewissen befriedigenden Maße gelöst werden, der im Interesse der beiden Völker stände.— Erzbischof Theodorowicz bedauert, daß seine aus dem Stehgreif und ohne jede Vorbereitung vorgebrachten Ausführungen schärfer geklungen hätten, als seinen Absichten entsprach. Dazu habe wohl auch der Umstand beigetragen, daß er der deutschen Sprache nicht vollständig mächtig sei. Deutsches Reich. Berlin, 1. Juli.(WTB.) In Erwiderung des Besuches, welchen der Chef des königlichen und kaiserlichen Generalstabes, General der Infanterie v. Arz, nach übernahme seiner Stellung im deutschen Großen Hauptquartier abstattete, sind Generalfeldmarschall v. Hindenburg und der Erste Generalquartiermeister, General der Infanterie Ludendorff, zu kurzem Aufenthalt beim österreichisch=ungarischen Armee=Oberkommando eingetroffen, an den sich auch Besprechungen in Wien anschließen werden. An das französische Volk. Berlin, 30. Juni.(WTB.) Die„Nordd. Allg. Zta.“ schreibt: Im französischen Armeeblatt macht General Petain einen kräftigen Versuch zur Rettung der zusammenbrechenden Stimmung in Frankreich. Unwahr ist Petains Behauptung, der Krieg sei in Berlin angestiftet. Unwahr ist, daß Deutschlands Friedensangelot nicht ehrlich gewesen sei. Haltlos ist, daß Deutschland Frankreichs Lebensnerv durchschneiden wolle. Sinnlos ist, daß ein deutscher Friede Sklaverei und Frankreichs Hörigkeit bedeute. Der Erlaß verfolgt den alten Zweck, das Volk und die Armee in Unwissenheit zu lassen, die Wahrheit zu verdecken und ein neues Reizmittel, um das französische Volk, das seinen Führern zu mißtrauen beginnt, zu weiteren Opfern an Gut und Blut zu veranlassen. Er verheimlicht, daß jeder Franzose fühlt, daß England der Anstifter des Krieges ist, daß Frankreich für England kämpft und seine Führer sich England mit Kopf und Kragen verschrieb en haben, daß England mit seinen auf Frankreichs Boden stehenden Armeen Frankreich in seinen Krallen hält, und daß England allein das Hindernis des Friedens ist. Frankreich kann zu jeder zeit mit Deutschland Frieden schließen, einen Frieden, der es in keiner Weise zu Deutschlands Sklaven stempelt, sondern ein friedliches Nebeneinander beider Völker von neuem bringt, sowie es vor dem Kriege bestand. Aber die französischen Machthaber wissen genau, daß mit dem Frieden auch die Stunde für sie kommt, wo die Rache des von ihnen ins Unglück gestürzten und immer weiter ins Unglück hineingepreßten französischen Volkes sich melden wird. Darum vereiteln sie jeden Frieden. Die„Nordd. Allg. Ztg.“ schreibt weiter: Ein Berner Ss Telegramm teilt mit, daß die Pariser Zeusur den Franzosen die Außerungen des früheren haitianischen Gechäftsträgers in Berlin vorenthält, die sich mit der Möglichleit einer Verständigung über Elaß=Lothringen beschäftigen. Diesem Vorgange der französischen Zensur mag man ein gewisses Stimmungsinteresse beimessen; im übrigen aber ist es herzlich gleichaultig, was der haitianische Diplomat über die für uns nicht existierende Elsaß=Lotbringische Frage zu sagen weiß. Die „Kreuzzeitung“ hat ganz recht, wenn sie betont, daß wir an keinerlei Handel über Elsaß=Lothringen denken. Zu dem Pessimismus, den ihr die Berner Meldung einflößt, liegt nicht der mindeste Grund vor. ha. Aufenthalt weiblicher Angehöriger in Belgien usw. Den weiblichen Angehörigen der Angestellten aller Art im Militär= und Zivildienst ist jetzt im Gebiet des Generalgouvernements Belaien der Aufenthalt vom Generalgouverneur auf kurze Zeit gestattet worden. Voraussetzung ist dabei, daß die Angestellten infolge dienstlicher Inanspruchnahme in absehbarer Zeit auf Heimatsurlaub nicht rechnen können und dadurch in der Erledigung dringlicher persönlicher Angelegenheiten gehindert sind. Die Entscheidung hat sich der Generalgouverneur in jedem einzelnen Falle selbst vorbehalten. Denen, die diese Vergünstigung zutell geworden ist, können auf absehbare Zeit mit Beurlaubung in die Heimat im allgemeinen nicht rechnen. Gegen den Wucher im Handel mit Gegenständen des täglichen Bedarfs, insbesondere Lebensund Futtermitteln, richtet sich eine besondere Verordnung des Generalgouverneurs. Zum gewerbsmäßigen Handel mit Lebens= und Futtermitteln ist vom 18. Juli an eine schriftliche Genehmigung des Zivilkommissars der Kommandantur in Brüssel erforderlich, wenn der Gewerbetreibende nicht schon vor dem 1. August 1914 im Handel mit Lebens= und Futtermitteln selbständig tätig gewesen ist. Diese Vorschrift gilt nicht für Personen, die eine andere Erlaubnis erhalten haben, sowie nicht für den Kleinhandelsverkehr auf Märkten, die von der Gemeinde eingerichtet und genehmigt sind. Die Präsidenten der Zivilverwaltung sind berechtigt, Geschäftsbetriebe, die gegen die Verordnung verstoßen, zu schließen. Das österreichische Kaiservaar in Stuttgart. Stuttgart. 1. Juli.(WTB.] Heute vormittag 9 Uhr traf das österreichische Kaiserpaar mit Gefolge, von München kommend, hier ein und wurde am Bahnhof vom Königspaar überaus herzlich begrüßt. Als die beiden Monarchen im offenen Wagen durch die reich geschmückten Straßen zum Residenzschlosse fuhren, gab die zahlreiche Bevölkerung ihrem Jubel in nicht endenwollenden Hochrufen Ausdruck. Die Presse widmet dem Kaiserpaare überaus warm gehaltene Begrüßungsartikel. Bei der Frühstückstafel im Residenzschlosse hielt der König von Württemberg folgende Ansprache: „Es sind schwere und ernste Zeiten, die Ew. Majestät zu uns geführt haben. Aber in ihnen sind unsere Herzen in höherem Grade gehoben durch die festgefügte, enge Zusammengehörigkeit und Waffenbrüderschaft unserer Heere, bei welcher der deutsche Soldat. insonderheit auch der württembergische, Schulter an Schulter mit dem österreichisch=ungärischen für seine geliebte Heimat auf den Schlachtfeldern sein Blut vergossen, unerschüttert der Feinde Anprall aufgehalten und den Sieg in ihr Gebiet getragen hat. Zu den glänzenden Erfolgen der Armeen Ew. Majestät möchte ich bei diesem Anlasse meinen herzlichsten Glückwunsch aussprechen. Viele Mitglieder meines Hauses haben einst in österreichisch-ungarischen Heeren ihre Dienste Ew. Majestät Krone gewidmet, und zoblreiche alte Verwandtschaftbande sind durch den Krieg neu geknüpft worden. Mit besonderem Stolze möchte ich noch hervorheben, daß es gerade dem württembergischen Regiment, das die hohe Ehre hat. Ew. Majestät zum Chef zu besitzen, vergönnt war. an besonders gefährdeter Stelle in naher Wafsengemeinschaft mit Ew. Majestät Truppen neue Lorbeeren den Ruhmestaten der Kaiserlichen und Königlichen Regimenter hinzuzufügen. Von ganzem Herzen danke ich Ew. Majestät für den gütigen Besuch, der uns unvergeßlich bleiben wird, und fordere alle Anwesenden auf. mit mir einzustim. men: Ihre Majestäten der Kaiser von Österreich und König von Ungarn und die Kaiserin und Königin, sie leben boch!“ Kaiser Karl erwiderte auf die Ansprache des Königs mit dem Ausdrucke der Freudefür den herzlichen Empfang und fuhr dann fort:„Das enge Bündnis, das unsere Länder umschließt, hat während dieses gewaltigsten Kampfes aller Zeiten die herrlichsten Früchte getragen, und auf den verschiedensten Kriegsschauplätzen hatte ich Gelegenheit, die Heldentaten der wackeren Söhne Württembergs zu bewundern. Und ich bin stolz darauf, daß das herrliche vierte württembergische Füstlier=Regiment meinen Namen tragen darf. Die glorreichen Taten der Angehörigen des Hauses Ew. Majestät leben in meiner dankerfüllten Armee unvergessen fort. Diese Erinnerung, sowie die vielen verwandtschaftlichen Verbindungen unsere: Häuser haben im Laufe der Zeit zwischen unseren Ländern besonders innige Beziehungen geschaffen. Diese Beziehungen zu pflegen und womöglich noch fester zu knüpfen, ist mein aufrichtiger Wunsch. In diesem Sinne erhebe ich mein Glas auf das Wohl Ew. Majestät und Ihrer Majestät der Königin des gesamten königlichen Hauses und eine glückliche Zukunft des Landes Württemberg." Um 8 Uhr erfolgte unter dem abermaligen Jubel der zahlreichen Volksmenge die Abfahrt vom Residenzschlosse zum Bahnhofe, wo die württembergischen Prinzen und Priezessinnen, der Ehrendienst und die Gefolge sich bereits eingefunden hatten. Die Verabschiedung war überaus herzlich. Das österreichische Kaiserpaar reist unmittelbar nach Wien. Der König hat deri Kaiser und der Kaiserin hohe Ordensauszeichnungen verliehen. Wirtschaftsleben und Lebensmittelversorgung. Posen 30. Juni.(WTB.) In dem Prozeß gegen den Kaufmann Leopold Katzenellenbogen in Posen wegen Anund Verkaufs beschlagnahmten Getreides und Überschreitung der Höchstpreise wurde der Angeklagte zu einem Jahr sechs Monaten Gefängnis und einer Geldstrafe von 875 020.65 Mark verurteilt. 8 Monate und 26 Tage wurden auf die Untersuchungshaft angerechnet. An Stelle der Geldstrafe tritt eventuell für je 15 Mark ein Tag Gefängnis, bis zur Höchstdauer von zwei Jahren. Gegen Stellung einer Kaution von 300000 Mark wurde der Angeklagte aus der Haft entlassen. Gemüse und Obst. Berlin, 30. Juni.(WTB.] Das mit der Reichsstelle verbundene Landesamt für Gemüse und Obst erläßt für die preußischen Lande folgende Anordnungen: 1. Der Absatz von Obst an den Betriebsstätten der Erzeuger(Wirtschaftshöfe, Gärten, Baumpflanzungen) und in deren Nähe unmittelbar an Verbraucher(Großverbraucher und Kleinverbraucher) ist täglich nur in den Morgenstunden zwischen 6 und 8 Uhr gestattet. Auch durfen innerhalb dieser Zeit an ein und dieselbe Person nicht mehr als zwei Pfund Obst abgegeben werden. 2. Desgleichen ist in Ortschaften(Stadt= und Land=Gemeinden) mit mehr als 10000 Einwohnern verboten, im Kleinhandelsverkehr. einschließlich des Handels im Umherziehen, an eine und dieselbe Person innerhalb des gleichen Tages mehr als zwei Pfund Obst abzugeben. 3. Der Absatz an Obsthändler bleibt durch die vorstehenden Vorschriften unberührt. Jeder Obsthändler muß aber in der Lage sein, sich als solcher auszuweisen. 4. Die Vorstände der Kommunalverbände(Stadt= und Landkreise) sind befugt, für ihre Gebiete oder einzelne Teile Ausnahmen von den Vorschriften zu 1 und 2 zuzulassen, auch allgemein zu bestimmen, daß die vorgesehene Verkaufszeit auf eine andere Tagesstunde verlegt und die zu 2 vorgesehene Höchstmenge für einzelne Obstsorten anderweitig festgesetzt wird. 5. Mit Gefängnis bis zu 8 Monaten oder mit Geldstrafen bis zu 1500 Mark wird belegt, wer den vorstehenden Anordnungen zuwider Obst absetzt oder erwirbt. 6. Diese Bekanntmachung tritt mit dem Tage ihrer Verkündung in Kraft. Berlin, den 80. Juni 1917. Preußisches Landesamt für Gemüse und Obst: gez. v. Tillv. Aus der Stadt. Münster, 9. Juli. Mitteilungen des städtischen Kriegsausschusses. Montag zweite Hälfte der Magermilchkundenliste. Vom Standesamt. Sterbefälle: Juni 28. Witwe Maria Hoffmann geb. Hermann 89 J.— Ehefrau Josefine Multhoff geb. Schnettler 46 J.— 29. Witwe Anna Heßling geb. Berye 76 J.— 80. Kreisstraßenmeister Heinrich Köning 74 J.— Bürogehilfin Anna Althoff 20 J.— Witwe Emilie Reich geb. Iwanowskl 81 J. Aus den Provinzen. Overberge(Kr. Hamm), 30. Juni.(Erschossen.) Der Sohn eines hiesigen Landwirts bemerkte im elterlichen Garten drei junge Burschen, welche Erdbeeren stahlen. Er holte das Gewehr seines Vaters und gab einen Schreckschuß ab. Dabei erschoß er den jugendlichen Arbeiter Schlüchter aus Bergkamen. * Dortmund, 30. Juni.[Verband rhein.=westf. Gemeinden.) Die heutige Sitzung leitete wieder Bürgermeister Heynen=Friemersbeim. Zunächst sprach Amtmann Berkermann=Eickel über„Kriegerhinterbliebenenfürsorge". Es sei Pflicht, so betonte er, sich auch der Kriegsbeschädigten anzunehmen, die ja zwar den Vorzug hätten, ihre Ansprüche selbst zu verfechten; indessen kämen Fälle vor, wo die bilfreiche Hand der Gemeinden nicht versagen dürfe. Die Witwen und Waisen der Gefallenen und später an ihren Verletzungen gestorbenen Hinterbliebenen seien schlimmer daran, und hier sei es öffentliche Pflicht, auf allen Gebieten des Lebens diesen Leuten zu helfen, eine Aufgabe, die auch nach dem Frieden nicht erlahmen dürfe. Das Kriegshinterbliebenengesetz werde voraussichtlich eine Erweiterung nach besonderen sozialen Grundsätzen erfahren, solange dieses aber noch nicht durchgeführt sei, müsse auf andere Weise geholfen werden. Eine willkommene Ergänzung sei die Nationalstiftung für die Hinterbliebenen, und man solle nicht versäumen, rechtzeitig begründete Ansprüche zu stellen. Das Geld sei vorhanden. Der Redner wandte sich dann der kommunalen Fürsorge der Kriegshinterbliebenen zu und zeigte, wie in der Gemeinde Eickel die Fürsorge für die Hinterbliebenen schon jetzt getätigt werde. Wenn alle Beteiligten der Erkenntnis seien, daß es sich bei der Kriegshinterbliebenenfürsorge um eine ungeheuer große und vielseitige, aber auch zugleich um eine der vornehmsten Aufgaben der Gegenwart und Zukunft handelt, so seien die Opfer nicht zu groß, und sie würden gewiß gern von den Gemeindevertretungen bewilligt werden. Die Versammlung wandte sich dann der Verwaltungsreform zu. Berichterstatter war Generalsekretär Bürgermeister a. D. Kuth=Köln, der an der Hand von Leitsätzen, die in den vereinigten Sitzungen der Vorstände des Verbandes rheinisch=westfälischer Gemeinden und des rheinischen und des westfälischen Gemeindetages am 11. Juni d. J. aufgestellt worden waren, eine eingehende Besprechung einleitete. Die vorliegenden Leitsätze wurden zwar im großen und ganzen mit einigen Anderungen angenommen, indessen wurden über einige grundlegende Fragen keine Übereinstimmung erzielt. Der Verbandstag nahm dann in einer Entschließung zur Kohlenversorgung Stellung und gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Kohlenförderung so reichlich sein werde, daß auch während der Wintermonate kein Mangel an Brennstoffen eintrete, daß aber auch insbesondere die kleinen Gemeinden bei Verteilung der Kohlen eine genügende Berücksichtigung erfahren möchten.— Der Vorsitzende schloß dann den Verbandstag mit Worten des Dankes an alle Teilnehmer und gab der Hoffnung Ausdruck, das man sich im nächsten Jahre am schönen Rhein wiedersehen möge. Düsseldorf, 29. Juni.(Die Polizeistunde) ist von heute ab für Wirtschaften und öffentliche Vergnügungslokale auf 9 Uhr abends festgesetzt worden. Allen Jugendlichen unter 17 Jahren ist der Aufenthalt auf der Straße von 7 Uhr ab ver boten.— Die hiesige Kriminalpolizei hat in dem aus dem Militärgefängnis in Warschau entsprungenen Peter Hallen von hier einen berüchtigten Kirchenräuber festgenommen. Vor 14 Tagen verübte er einen Einbruch in die katholische Josephskirche, vor Jahresfrist war er in die katholische Kirche zu Oberkassel eingebrochen. Der Einbrecher hat noch 7 Jahre Zuchthaus zu verbüßen. Nienburg(Weser), 28. Juni.(Von Verbrechern erschossen.) Der Gendarmeriewachtmeister Zimmermann hielt nachts auf der Verdener Landstraße zwei verdächtige Personen an. Einer der Gestellten zog darauf ohne weiteres einen Revolver und gab mehrere Schüsse auf den Beamten ab, der infolge der schweren Verletzungen noch im Laufe der Nacht im Krankenhause starb. Auf die Ermittlung der Täter ist eine Belohnung ausgesetzt. Sport. *; Rennen zu Grunewald, 1. Juni.(Eig. Drabtb.) 1. Rennen. 7000 Mk. 1. Herrmanns Harras(Dreher), 2. Malefiz(Herold), 3. Sternhagel(Tole). Tot. 28. Pl. 11, 12, 18. Ferner Nachtfalter, Nonetta. Herrenreiter, Gip. L. Rennen. 6000 Mk. 1. v. Oppenbeims Marmse (Schmidt), 2. Adjutont(Blume). 2. Wirbel(Rastenberger). Tot. 21. Pl. 14, 20, 16. Ferner Eurivides. Malborabet, Donau, Titza, Dirigent. Naseweis. Stella. Theklo. M. 3. Rennen. 13 500 Mk. 1. Kampfenkels Harem(Kaiser]. 9. Mars=la=Tour(Rastenberger), 3. Wartenburg(Rupprecht). Tot. 61. Pl. 26. 18, 19. Ferner Chutbeb. Huronna. Rustic, Suffragett:, Mahello, Katzbach, Goldseele, Prost. 4. Renuen. 7200 Mk. 1. v. Köppens Fasching(Zimmermann), 2. Sperber(Blume), 3. Roli Poli(Schläfke). Tot. 102. Pl. 15. 11. 12. Ferner Salas y Gomez. Galilei. Huerta, Felsenfest 5. Neunen. 25000 Mt. 1. v Weinbergs Vergolese, 2. Vorphor II(Schläfke). Tot. 11. 2 liefen. 8. Rennen. 7200 Mk. 1. v. Weinberas Aventuire (Schmidt), 2. Parat(Plüschke). 8. Stichslamme(Rastenberger. Tot. 188. Pl. 87, 14. 28. Ferner Eichsfeld(4.). Lustig. Bakkarat, Knusperchen. Pia. Carlo, Brummer, Marold. 7. Rennen. 9000 Mk. 1. Graf Henckels Sentinel (Jeutzschl. 2. Palestro(Rastenberger), 8. Caliari(Falke) Tot. 51. Pl. 21, 15. 82. Ferner Cottbus. Irish Gai, Feldstrud, Rheingau, Brachvogel. Mephisto. Fanal, Fürst Popoff. Martin Alerich, Anemone. 8. Rennen. 7200 Mk. 1. Graditz Strudel(Rastenberger). 2. Ares(Jentzsch), 8. Cormoran(Bleuler). Tot. 59. Pl. 17, 41. 14. ferner Kobalt(4.). Lilienstein, Estella, Göttin &* Neunen zu Kreseld, 1. Juli.(Eig. Drahtd.) 1. Rennen. 4500 Mk. 1. f v. Böninghs Mala Wies Kühl). 1 Bollensdorfs Ariadne(Lewicki), 8. Theiß Tot. 80. Pl. 15(Mala Wies). Tot. 11. Pl. 18(Ariadne). Pl. 87. Herner Commando. Theos. Cypresse, Holda, Tante Helene. 2. Rennen. 4500 Mk. 1. Reinties Ocean(Lewicki) 2. Zale, 8. Wahn. Tot. 28. Pl. 18, 13, 14. Ferner C-Moll, Svinozza, Sankt Theobald. Liebesgabe. 8. Rennen. 4500 Mk. 1. Wepes Forfar(Renner), 2. Wasservogel 8. Silberkuhle. Tot. 19. Pl. 18. 75. Ferner Schalk. Kaiser. Felsentaube. 4. Rennen. 7000 Mk. 1. Graf Betbusp=Ques Glücks. stein(Bismark), 2. Eros. 8. Fa presto. Tot. 34. Pl. 16. 15. Ferner Wand. 5. Rennen. 10 000 Mk. 1. de Remigis Succurs(Seibert). 2. Athlet, 8. Fromm. Tot. 491, Pl. 74, 17, 50. Ferner Lustige Sieben, Fasli. Orlov. Pierette(gef.). Secluded. Atrovin sangehalten). 6. Rennen. 4500 Mk. 1. Fleischmanns Walone, 2. Erle, 8. Delta. Tot. 21. Pl. 14, 18, 32. Ferner Gorenflot, Hannoveraner Tsingtau, Freiheit, Cavalleria, Brünbildenstein, Wilddieb. Leopord II. Latro. 7. Rennen. 4500 Mk. 1. Daniels Vanzer(Kübl), k. Va t'en, 8. Nelson. Tot. 22. Pl. 14. 17, 16. Ferner Fulvia, Florimond Robertet, Jasmin II. Ohm Theo. * Rennen zu Breslau, 1. Juli.(Eig. Drabtb.) 1. Rennen. 3000 Mk. 1. Pempowos Falkenauge.(v. Tucholka), 2 Eiders Stolz. Tot. 18. 2 liefen. 2. Reunen. 3000 Mk. 1. Rustemeyers Siegerin II (Richter), 2. Feldberr. 3. Rarami. Tot. 16, Pl. 11. 11. Ferner Carly. 3. Rennen. 4000 Mk. 1. Rustemeyers Orilus(Müller), * Hagia Sotia, 8. Haßgesang. Tot. 14. Pl. 10, 10. Ferner Duse. 4. Rennen. 5300 Mk. 1. Graf Arnims Bernstein(Richter), 2. Camelie. 8. Rama. Tot. 48. Pl. 18, 18. Ferner Parole. 5. Rennen. 4500 Mk. 1. Poraks Sonne(Thalecke), 2. Auvergnat, 8. Ostwacht. Tot. 38. 8 liefen. 6. Rennen. Ehrenpreis und 10000 Mt. 1. v Wallenberas Galant(Kasper), 2. Albani, 3. Inder. Tot. 22. Pl. 18, 17. Ferner Haarbusch. 7. Rennen. 4000 Mk. 1. Reislands Cupido(Kaspers. 2. Parabellum. Tot. 12. 2 liefen. 8. Rennen. 8500 Mk. 1. Glasers Siege(Kukulis),# Willibirg, 8. Hawkins. Tot. 44. Pl. 25. 38. Ferner Henro Vista. Well Now“, Girlande. * Rennen zu München=Riem, 1. Juli.(Eig. Drahtb.] 1. Reunen. 2500 Mk. 1. v. Prauns Arizona Kicker (Fibr). 2. Doris, 3. Wöhrlhofer. Tot. 26. 8 liefen. 2. Rennen. 4000 Mk. 1. Graf Arco=Zinnebergs Entscheidung[Oleinik). 2. Hanna, 8. Maurepas. Tot. 19, Pl. 11. 11. Ferner Zitta. 3. Rennen. 3200 Mk. 1. Hutschenraths Kronstadt (Reith), 2. Zelter, 3. Bürgermeister. Tot. 18. 3 liefen. 4. Rennen. 10000 Mk.; 1. Blatts Rosengarten(Bressel), 2. Sonulf, 8. Donna Diana. Tot. 15. Pl. 13, 18. Ferner Peperl. 5. Rennen. 2500 Mk. 1. v. Schmidts Ray o'Ligbt (Schuller), 2. Bauernfänger, 3. Modder River. Tot. 24, Pl. 15. 28. Ferner Smaragd. Les Graviers. 6. Rennen. 2500 Mk. 1. Gestüt Leutstettens Artillerie (Oleinik], 2. Rose v. Liebesg., 8. Odin. Tot. 14. Pl. 11, 11. Ferner Donald, Terra. Handel und Industrie. * See= und Kanalschiffahrt Hemsoth, A.=G. Dortmund, 80. Juni. Das verflossene Geschäftsjahr 1916 brachte der Gesellschaft, wie der in der heutigen Generalversammlung erstattete Bericht zeigte, eine kräftige Aufwärtsbewegung. Der Betriebsgewinn ergab 719 469 Mk. gegen 497200 Mk. im Vorjahre. Den größten Teil des Gewinns verwendet die Gesellschaft mit Zustimmung der Generalversammlung zu Abschreibungen, nämlich 438 578 Mk.(163432 Mk. i. V.); sie schreibt zum erstenmal auf die in Rußland und England festgehaltenen beiden Dampfer 200000 Mk. ab. Der in Libau in der Nacht vom 31. Juli zum 1. August versenkte Seedampfer„Wilhelm Hemsoth“ konnte vor einigen Tagen gehoben werden. Die Verwaltung hofft, ihn in einigen Monaten wieder in Betrieb nehmen zu können. Der größere Betriebsgewinn ist eine Folge der regeren Nachfrage nach Schiffsraum auf den westdeutschen Kanälen und einer Erhöhung der Schiffsfrachten. Die Lagerhäuser der Gesellschaft wurden in reichlichem Maße in Anspruch genommen. Die Versammlung wählte den ausscheidenden Aufsichtsvorsitzenden, Direktor Gutheil=Dortmund, wieder, genehmigte Geschäftsbericht und Jahresrechnung und erteilte Vorstand und Aufsichtsrat Entlastung. Eine Dividende wird nicht verteilt. Die Aussichten für das laufende Jahr sind nicht ungünstig. Der Schiffspark ist vergrößert worden und weitere günstige Abschlüsse sind getätigt oder stehen in Aussicht. Die Erzbeförderung war in diesem Jahre schon größer als im Vorjahre. Hauptredakteur Rudolf Strietholt.— Es verantworten: den redaktionellen Teil Paul Koene, die Reklamen und Inserate Anton Busch, alle in Münster.— Druck und Verlag der Aschendorffschen Buchhandlung in Münster. Totenbriefe werden schnell u. billig angefertigt. AechendorNsche Buchdruckerei. Heute nacht entschlief sanft und ruhig im Herrn nach längerem, schwerem Leiden, wohlvorbereitet durch einen christlich=frommen Lebenswandel und gestärkt durch den andächtigen Empfang der hl. Sterbesakramente, mein innigstgeliebter Mann, meiner beiden Kinder treusorgender Vater, mein lieber Schwiegersohn, unser teurer Bruder, Schwager, Onkel und Nesse, der Oberpostassistent Joseph Eyinl im 44. Lebensjahre und im 10. Jahre einer fohr glücklichen Ehe. Um ein frommes Gebet für den lieben Verstordenen bittet Im Komen der trauernden Frau Joseph Eyink Münster 1.W., Zeit Verghorst, 30. Huni 1917. Die Beerdigung findet statt zu Vorghorst! den 3. Juli, morgens 9 Uhr vom Münsterstraße, aus; dernach Seelenamt. Den Heldentod für sein geliebtes Veterland starb bei einem Angriff am 28. Juni im eben vollendeten 20. Lebensjahre, unser innigstgeliebter dltester Sohn, unser guter Bruder DUUPrePeit Leut nant im Infenterie-Regiment Inhaber des Eisernen Kreuses 2. Klasse. Beilon, den 30. Juni 1917. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Göpfert. Bürgermeister. Das Besienamt findet stav Paetag, den 9 Juli, vermittage 7¼ Uhr in der Pfarrkirche Liomtoptothaus Salzstrasse 25. Reute leteter Tocl Das prachtvolle Riesenwerk: Die OeSpensterstande 5 Akte. Hauptdarstellerin: Maria Widal. Pauls Vergnügungsreise. Lustsptel in 3 Akten. Und das Programm. Id morren! Torannetger Das gewaltigste Fllmwerk der Gegenwart „Es werde Licht!“ Tragödie in 8 Abteilungen von Rich. Oswald. Hauptdarsteller: Bernd Aldor, ungar. Hofschauspieler Vorführungen 3¼. 8 und 9½ Uhr. 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