der deutschsprachigen Presse.V. bugspreis simtstjähstich: Susgabe à(ohn: „Bachenschau“) in Münster zweimal täglich us ins haus gebracht 2 Mr. 10 Pfg.,— auswärts 9 der Post abgeholt 2 Ml. 10 Pfg., durch den Briefträger gebracht überall, we nur eimmal i Tage Briefbestellung stattfindet, 2 Mk. 52 Pfe. in Orten mit zwei= und mehrmaliger Bestellung 2 9k. 28 Pig.— Ausgade 8(mit„Wochenschau“) virrteljährlich 80 Pig, mehr. Fernspr.: Redaktion u. Verlag Nr. 2448, 2440 u. 2450. Geschkstostelle(Michaekisplatz 9) Nr. 76. Dritte Ausgabe. S zwei ausgaber tägnch. und Münsterische Volkszeitung. 45609 Wbomenten. Donnerstag, 24. Mai 1917. 22500 Tonnen. Berlin, 23. Mai.(WTB.) Neue=Bootserfolge im Atlautischen Ozean. 22500 Br.Reg.=To. Unter den versenkten Schiffen befsanden sich unter anderm drei große bewaffnete Dampfer und eine-Bootsfalle in Gestalt eines etwa 3000 Tonnen großen Dampfers, dessen Kommandant gefangen genommen wurde. Der Chef des Admiralstabes der Marine. * Berlin, 24. Mai.(KG.) Laut den bisherigen Tonnagezahlen des Tauchbootkrieges bringt auch der Mai weit über eine Million Tonnen versenkter Schifse.„ Genf. 24. Mai.(BB.) Gegenüber der Meldung, daß der vor Marseille versenkte 8000=Tonnen=Dampfer„Harvaaus“ Lederwaren für Rechnung der schweizerischen Bundesverwaltung an Bord gehabt habe, erklärt die hiesige „Tribun", daß die Harpagus von Privaten gechartert war. Kein für die Bundesverwaltung gechartertes Schiff sei bisber versenkt worden. Paris, 24. Mai.(WTB.] Havas meldet amtlich: Der Dampfer„Sentay"(7236.=.=.) von der Messagérie maritime mit 91 Mann Besatzung ist am 16 April torpediert worden, als er mit 344 Fahrgästen sich auf der Fahrt von Saloniki nach Marseille befand. 45 Personen sind umgekommen, der Kapitän wird vermißt. Berlin, 24. Mai.(WrB.] Zu den Meldungen norwegischer Blätter über eine beabsichtigte Einschränkung des deutschen Sperrgebietes im nördlichen Eismeer erfährt das Wolff Bureau von zuständiger Seite, daß das Sperrgebiet nicht eingeschränkt worden ist. Dagegen schweben allerdings Verhandlungen mit dem Ziel, die Fischerei in einem Teile der Sperrzone zu schonen. Bern, 24. Mai.(WTB.] Im Hafen von Bordeaux steht der Schiffsverkehr beinabe ganz still. Es liegen dort ungefähr 50 Dampfer, die aus Furcht vor den .=Boten nicht auslaufen. Truppentransporte werden nur über Marseille geleitet. Zürich, 24. Mai.(KG.) Die italienischen Häfen Tarento und Palermo sind am 21. Mai wegen Minengefahr gesperrt worden. Rotterdam, 24. Mai.(WTB.) Nach dem„Maasbode“ sind folgende Schiffe gesunken:„Dorothy Duff“, 186.-.=., aus Sidney:„Alfonso“, 229B.=.=., aus Viareggio:„Harpagus“. 5866.=.=., aus London:„Alessandria“(das frühere Schiff„Bayern" von der Hamburg=Amerika=Linie): „Ferrara“,(die frühere„Sturmfeld" der Hansa=Linie): ;„Karonga“, 4685.=.=., aus Northfield:„Adansi“. 2614.=.=., aus Liverpool:„St. Michel“. 419.=.=., aus Fecamp: und„Talio„..,.„ 445 Guntung Marites den monatlichen Mitteilungen des Bureaus Veritas werden noch folgende Schiffe aufgeführt, die im Februar infolge des Krieges verloren gegangen sind: Englische, Schiffe: „Alexandria“, 4467.=.=.,„Wethersfield“, 1875B.=.=., „Ada“, 187.=.=., das norwegische Schiff„Brighton", 1125.-.=.; das schwedische Schiff„Gerd“. 2092.-.=.: das portugiesische Schiff„Ariana“, 102 To.: die italienischen Schiffe„Alba“, 450 To.,„Assunta“, 132 To.,„Romes“ 64 To., „Taranin“, 2457 To.,„Torino“, 4162, To.,„Eridania“, 3171 To.,„Rosalia“ 7186 To.; das dänische Schiff„Chieles", 968 To., die französischen Schiffe„Coquette“, 167 To.,„Le Lamentin", 716 To.,„Bayonne“ 2589 To.: ein spanisches Schiff„Patricio“. Der bulgarische Tagesbericht. Sofia, 23. Mai. Heeresbericht vom 22. Mai. Mazedonische Front: An der Front Ochrida-Budkovesec das übliche Feuer, daß sich im Cernabogen zeitweilig zu großer Stärke steigerte. Eine feindliche Infanterie=Abteilung, die östlich von Dobropolje vorzudringen versuchte, wurde durch Feuer verjagt. An der unteren Struma namentlich zwischen Butkovo= und dem Tebines=See lebhaftes Artilleriefeuer.— Rumänische Front: Nichts von Belang. Von den Kriegsschauplätzen. D Genf. 24. Mai.(KG.) Der Militärkritiker der Pariser Zeitungen„Figaro".„Matin“ u.„Journal des Debatts“ befürwortet im allgemeinen eine baldige Unterbrechung der Offensive im Westen bis zur Rekonstruktion der russischen Millionenheere. Einzig und allein Clemenceau warnt in seiner Nummer vom 21. d. Mts. vor einem aussichtslosen Optimismus hinsichtlich Rußlands. 2 Zürich, 24. Mai.(KG.) Die„Morgenzeitung“ meldet von der italienischen Grenze das Eintreffen englischer und französischer Truppen in dem von Italien besetzten Albanien zur Sicherung der Straße von Otrento. Die Engländer können bei Gaza nicht vorwärts kommen. London, 24. Mai.(WTB.) Der Unterstaatssekretär des Kriegsministers, Mc. Pherson, führte in einer Rede im Unterhause aus: Wie bereits mitgeteilt, endeten die Unternehmungen im südlichen Palästina vom 17. bis 19. April nach einem heftigen Kampf mit der Eroberung vorgeschobener türkischer Stellungen in der Nähe von Gaza. Wir sind jetzt in enger Fühlung mit den feindlichen Hauptstellungen, die die Stadt zwischen der Stadt und Scheik Abbas auf einer Front von 14000 Yards schützen. Diese Stellung wurde durch eine Reihe von Schanzen und Gräben bis nach Abn Hareira, 11 Meilen südöstlich Gaza, ausgedehnt. Verstärkte türkische Streitkräfte machten sich die natürlichen Hindernisse zunutze, und ihre Hauptstellung vor Gaza ist von großer Stärke, während ihre linke Flanke durch zerklüftetes, wasserloses Land geschützt ist. Infolge dieser Umstände sind unsere Fortschritte notwendigerweise dort nur sehr langsam gewesen. Seit dem 19. April haben keine ernsten Kämpfe stattgefunden, aber wir haben andauernd Gelände gewonnen. Die bei Gaza eroberten Stellungen sind eingerichtet und befestigt worden. Die amtlichen Berichte der Feinde. Französischer Heeresbericht vom 23. Mai, nachmit tags: Gestern abend machten wir an drei Frontstellen einen lehhaften Angriff. der gute Ergebnisse hatte. Auf den Hochflächen von Vauelerc und Californien setzten unsere Truppen die Eroberung der das Aillette=Tal beherrschenden Beobachtungspunkte fort und erweiterten ihre Stellungen auf den Nordabhängen bedeutend. In der Gegend von Chevreux nahmen wir drei Linien deutscher Schützengräben fort. Nachts wurde ein feindlicher Gegenangriff auf unsere neuen Stellungen auf der Hochebene von Californien durch unser Feuer verlustreich für die Anstürmenden gebrochen. 350 Gefangene, darunter 11 Offiziere, fielen in unsere Hand. Ein feindlicher Versuch gegen den Südwestabhang bei Les Eparges ist völlig gescheitert. Überall sonst war die Nacht ruhig. — Abends: Am Chemin des Dames im Laufe des Tages keine Infanterie=Unternehmung. Der Feind beschoß unsere neuen Stellungen in der Gegend der Hochfläche von Vauclere und Calisornien. Die Zahl der bei den gestrigen Unternehmungen gemachten Gefangenen übersteigt 400. In der Shempgane lebhafte Tätigkeit der feindlichen Artillerte südcoronvillers. Die Deutschen unternahmen schließlich auf den Hochberg einen Angriff. der in unserem Feuer scheiErjoigirse fanzesische Eehirgt. 15 feindliche Flugzeuge und 1 Fesselballon abgeschossen.— Leutnant Schaefer und Leutnant Voß je 29 Gegner erledigt. Großes Hauptauartier, 24. Mai.(WTB.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Kronprinzen Rupprecht von Bayern Bei Wytschaete und auf beiden Scarpe=Ufern war die Feuertätigkeit bis in die Nacht hinein lebhaft. Auch südlich der Straße Cambrai—Bapaume und bei St. Quentin nahm sie zeitweilig zu. Front des deutschen Kronbrinzen. Am Chemin=des=dames erreichte der Artilleriekampf bei Braye und Craouelle nachmittags große Stärke. Vor Einbruch der Dunkelheit griffen die Franzosen westlich des Gehöftes Froidemont und etwa gleichzeitig auch bei der Mühle von Bauclèrean. An beiden Stellen wurden sie verlustreich abgewiesen. Am Winterberg unterband unser Vernichtungsfeuer die Durchführung eines sich vorbereitenden Angriffes. In der Champagne war die Kampftätigkeit der Artillerie zwischen Nauroy und im Suippetal in den Abendstunden gesteigert. Armee des Generalfeldmarschalls Herzog Albrecht von Württemberg Im Walde von Apremont brachen Sturmtrupps eines rheinischen Regiments in eine französische Stellung und kehrten mit 28 Gefangenen und 3 Minenwerfern zurück. * Gestern wurden zehn feindliche Ilugzeuge und ein Fesselballon zum Absturz gebracht. Leutnant Schaefer schoß seinen 28. und 29. Gegner ab, Leutnant Boß erreichte durch Abschuß eines Feindes die gleiche Zahl von Luftsiegen. Am 21. und 22. Mai haben die Engländer und Franzosen sünf Flugzeuge im Lustkampf und durch Gewehrfeuer verloren. Ostlicher Kriegsschauplatz. An mehreren Stellen der Front lebte die Gefechtstätigkeit auf. Ostlich von Tuckum(nahe der Ostseeküste) wurden russische Erkunder vertrieben. Mazedonische Front. Keine wesentlichen Ereignisse. Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff. Enzeigen: Der Raum für die Anzagenspelte, 20 mm breit, st2mm hoch, 25 Pf.; bei Anzeigen aus dem.=B. Münster 20 Pf., aus der Stadt Münster 15 Pf.(für Aktiengesellschaften 2c., Vereine und Behörden 25 Pf. Reklamen: Der Raum für die Reklamespalte, 87mam breit,„Imm hoch, 1 Mk.— Für Erfüllung von Platz= vorschriften wird keine Gewähr, sowie für Druskfehler keine Haftung übernommen. Etwaiger Rabatt gilt als Kassenrabatt u. kann verweigert werden, wenn Zahlung nicht binnen 4 Wochen nach Erhalt der Rechnung erfolgt.— Gebühr für Beilagen nach Gewicht Ribots Frieden. terte, bevor er unsere Stellungen erreichen konnte. Sonst überall Ruhe.— Es bestätigt sich, daß zwei neue deutsche Flugzeuge von unsern Fliegern am 13. Mai, ein anderes am 18. Mai zum Absturz gebracht worden sind. Belgischer Heeresbericht vom 23. Mai. Im Laufe des Tages Artillrietätigkeit zwischen Nieuport und Pervyse. Bombenkampf zwischen dem Fährmannshaus und Steenstraete. Handaranatenkämpfe in der Gegend von Het Sas. Englischer Heeresbericht vom 23. Mai, nachmittags: Der Feind beschoß wieder heftig unsere Stellung in der Hindenburg=Linie in der Nähe von Bullecourt: In der letzten Nacht unternahmen wir eine erfolgreiche Streife südöstlich Gavrelle.— Abends: Infolge des ungünstigen Wetters ereignete sich nichts von besonderem Interesse. Italienischer Heeresbericht vom 23. Mai. Auf der Trientiner=Front war zwischen dem Garda=See und Brenta das Feuer der feindlichen Artillerie gestern weniger anhaltend als an den vergangenen Tagen. Die Tätigkeit der feindlichen Sturmtrupps beschränkte sich auf schwache Patrouillenversuche im Laghi=Kessel(Posina). Ein von uns ausgeführter Einbruch in die feindlichen Linien nordöstlich von Monte Majo brachte uns 10 Gefangene ein. Ein außergewöhnlich beftiger Kampf spielte sich in der Nacht vom 21. zum 22. im Trevignolo=Tale ab. Nach andauernder Artillerievorbereitung, die unsere Stellungen auf dem Gebirgsstock des kleinen Colbrioon(2512 Meter) zerstörte, gelang es angreisenden feindlichen Kräften, an einigen Stellen trotz hartnäckigen Widerstandes der Verteidiger in unsere Linien einzudringen. Als Verstärkungen herbeigeeilt waren, eroberten wir nach erbittertem Handgemenge, das sich gestern bis in den Nachmittag fortsetzte, unsere Stellungen völlig zurück. Die auf dem Kampfplatz zurückgelassenen Leichen sowie Gefangenen, darunter ein Offizier, drei Maschinengewehre und zahlreiches von uns erbeutetes Kriegsmaterial bezeugen die blutige Niederlage des Feindes.— An der Julischen Front anhaltende Artillerietätigkeit. Feindliche Angriffsversuche gegen unsere Linien im Norden von St. Marco wurden durch unser Feuer abgewiesen. Russischer Heeresbericht vom 23. Mai. Westfront: Im Abschnitt der Gegend von Bojusche nordöstlich von dem Flecken Krevo versuchte der Feind in einer Stärke von etwa einer Kompagnie sich unseren Gräben zu nähern, wurde aber durch unser Feuer zerstreut.— Rumänische Front: Gewehrfeuer.— Kaukasus=Front: In Persien bauern die Angriffe von Kurden auf unsere Lager und Posten an. — Flugwesen: Gegen 3 Uhr nachmittags warf ein feindliches Geschwader von drei Flugzeugen 20 Bomben auf die Stadt Jablonow nordöstlich Galitsch. Französischer Bericht der Orientarmee vom 22. Mai. Der Tag verlief ruhig außer an der Struma, wo ein sehr lebhafter Artilleriekampf herrschte und in der Gegend von Krasta, wo eine bulgarische Aufklärungsabteilung zurückgeschlagen wurde. Die Vorgänge in Rußland. Petersburg, 23. Mai.(WTB). Petersb. Telegr.=Agentur: Kriegsminister Kerenski ist heute mittag im Sonderzuge zur Besichtigung aller Fronten abgereist. Berlin, 24. Mai.(WTB.] In Kiew fand, wie die „Voss. Ztg.“ berichtet, ein Kongreß der Delegierten der südrussischen Bezirke des Arbeiter= und Soldatenrates statt. Der Wortführer der Soldaten=Deputierten soll dabei wörtlich gesagt haben: Die Kameraden im Schützengraben reichen Ihnen Ihre Hand. Mutvoll starben sie und sterben noch für das Vaterland. Aber alle dürsten nach Frieden und flehen euch an, mit der überflüssigen Weltschlächterei aufzuhören. Durch minutenlanges Händeklatschen habe der Kongreß, in dem sämtliche Truppenteile der Brussilow= schen Armee vertreten waren, dieser Friedensforderung Beifall gezollt. Berlin, 24. Mai.(WTB.] Wie der„Lok.=Anz.“ nach Petersburger Meldungen Pariser Blätter mitteilt, werden die Generale Romanoski und Archangelski sich in die Aufgaben der russischen Generalstabsleitung in solcher Art teilen, daß ersterer die Verantwortung für die strategischen Untersuchungen an allen Fronten trägt, während letzterer der ständige oberste Beirat des Kriegsministers wird. Unsere Feinde. London, 24. Mai.(WB.) Das Unterhaus nahm das Wahlreformgesetz, das von einer Konferenz von Vertretern aller Parteien gebilligte Vorschläge in sich schließt, mit 329 gegen 40 Stimmen an. Englischer Optimismus. London, 24. Mai.(WTB.) Der Munitionsminister teilte mit, daß wit Rücksicht auf den Eintritt der Vereinigten Staaten von Amerika in den Krieg das Kriegskabinett sich dahin entschieden habe, daß es nicht länger notwendig sei, mit der Errichtung der großen, jetzt in der Nähe von Bristol in Bau befindlichen Sprengstoffabriken fortzufahren. Dahingehende Anweisungen sind erlassen worden. Die Einstellung der dortigen Arbeiten auf diesen Befehl hin ist, wie Reuter erklärt, bezeichnend als Beweis für das Vertrauen der Regierung zur Aufrechterhaltung der Schiffahrtsverbindungen. Die hohen Fleischpreise in England. Rotterdam 23. Mai.(WTB.] Nach der„N. Rott. Cour.“ meldet die „Times“, daß das Lebensmittelamt eine Untersuchung nach der Ursache der hohen Fleischpreise eingeleitet hat. Lord Tevonport steht deswegen in Verhandlungen mit Groß= und Kleinhändlern. Die hohen Lebensmittelpreise und vor allem die Fleischpreise werden größtenteils den Spekulationen gewissenloser Händler zugeschrieben. Das Publikum wartet mit wachsender Ungeduld, daß noch in dieser Woche ein Ende gemacht wird, M Die Lebensmittelunruhen in Lissabon. Vigo, 23. Mai. (WTB.) Aus Oporto hierher gelangte Zeitungen bringen eine Schilderung der Lebensmittelunruhen in Lissabon. Danach habe die Menge die Läden gestürmt und geplündert. Der in Lissabon angerichtete Schaden belaufe sich auf etwa 10 Millionen Pesetas. Es seien zahlreiche Verhaftungen vorgenommen worden. Mehrere Hundert Personen sind an Bord der Schiffe gebracht worden. Unter den Verletzten zähle man mehree Frauen und Kinder. Das Haus des Ministerpräsidenten werde scharf bewacht. Nikita als Agitator. Stockholm, 23. Mai.(EK.) Lenins Organ, die„Prawda“, protestiert gegen die Agitation, die der in Rußland als Gast weilende König von Montenegro für eine russische Offensive betreibt. Das Blatt bemerkt, daß dem König Nikita nicht das geringste Recht zustehe, sich politisch zu betätigen oder gar agitatorische Wirkungen auszuüben. Interessant ist diese Meldung insofern, als sie die erste Bestätigung der russischen Presse darstellt, daß König Nikita in Rußland weilt. Vom Sozialistenkongreß in Stockholm. Stockholm, 24. Mai.(WTB.) Der ständige holländisch=skandinavische Ausschuß hatte am 21. und 22. Mai gemeinsame Beratungen mit den Vertretern der bulgarischen sozialistischen Partei. Im Mittelpunkt der Beratungen stand die Balkanfrage, besonders die mazedonische Frage. Der Ausschuß sprach sich für eine nationale Einigung aller Teile des bulgarischen Volkes aus, wodurch eine Befestigung der Zustände und eine dauernde Beruhigung auf dem Balkan geschaffen werde. Auf dieser Grundlage werde auch die Annäherung der Balkanvölker möglich sein. Der Ausschuß fordert die Wiederherstellung Belgiens, Serbiens, Rumäniens und Montenegros. Er glaubt, daß der Grundsatz der nationalen Unabhängigkeit und des freien Selbstbestimmungsrechtes auf alle Völker, die selbst ihr Schicksal bestimmen wollen, wie Armenien. Polen usw., ausgedehnt werden müßte. Der Ausschuß hofft, daß die elsaß-lothringische Frage nach diesen Grundsätzen befriedigend gelöst werden kann, und fordert dringend die Herbeiführung eines sofortigen Friedens. Er schlägt deshalb vor, vereinbarte energische Schritte in den Parlamenten aller kriegführenden Länder zu unternehmen, und empfiehlt als Hauptmittel, diesen Frieden dauerhaft zu machen, die völlige Demokratisierung Europas, Abrüstung, Schiedsgerichtsbarkeit, die Schaffung einer zwischenstaatlichen Rechtsordnung mit Zwangsmitteln und dergl. Der Ausschuß billigt die Einberufung einer allgemeinen sozialistischen Konferenz unter der Teilnahme aller der Internationale angeschlossenen Parteien für die Erzwingung des Friedens und drückt seine Freude über die endliche Wiederherstellung der Internationale und die friedliche Wiederaufnahme ihrer geschichtlichen Rolle aus. Spanien. Berlin, 24. Mai.(WTB.) Auf Frankreichs Note der Seepolizei in den spanischen Gewässern antwortete, der „Voss. Ztg.“ zufolge, die Madrider Regierung; sie verbitte sich jede Einmischung und werde die Seepolizei selbst auszuüben wissen.— Eine von den Republikanern in Valencia einberufene Versammlung, die für den Eintritt Spaniens in den Krieg an der Seite der Entente sich erklären wollte, wurde verboten. Deutsches Reich. S Berlin, 24. Mai. Kapitänleutnant Freiherr von Schmiegel, der, wie seinerzeit bekannt wurde, mit seinem .=Boot in einen Kampf mit einer.=Bootfalle verwickelt war und seitdem vermißt wurde, befindet sich nach nunmehr eingegangenen Nachrichten am Leben und zwar in eng# lischer Gefangenschaft. Das betreffende.-Boot ist inzwischen unter Führung des nächstältesten Offiziers glücklich in den Heimathafen gelangt. * Von der Berliner Börse. Berlin, 24. Mai.(WTB.) Die Stimmung der Börse war wieder recht fest. Bei einer größeren Anzahl von Werten, besonders der Hütten= und Bergwerksindustrie, kam es bei steigenden Kursen zu einem angeregteren Geschäft. Hieraus zogen namentlich Bochumer, Phoenix, Laura, Oberschlesische Eisenbahnbedarf und Silesia Nutzen. Bemerkenswert war die hervortretende Festigkeit der russischen Bankaktien. Der Anlagemarkt bewahrte die gute Haltung in vollem Umfange. Geld war flüssig. Tägl. Geld 4½, Ultimogeld 5 Privatdiskont 4%8 Prozent. Das Geschäft im Börsenverkehr schrumpft nach Aufhören des Handels mit Industriehafer und Saatgetreide immer mehr zusammen. Besondere Nachfrage bestand heute für gelbe Lupinen. Wicken und Pelusken für Saatzwecke. Während für erstere zu hohen Forderungen einiges Angebot zur Verfügung stand, fehlt es in den beiden letzteren Artikeln an Ware. Der Mangel an Zufuhren in Stroh und Häcksel macht sich sehr unangenehm bemerkbar. Devisen=Kurse der Berliner Börse. Der Reibe nach treten jetzt wohl wieder die EntenteMinister auf. um ihre Gedanken über den Frieden zu offenbaren. Gestern die Russen, heute Ribot, morgen die Italiener und den Schluß werden abwartend wohl die Engländer bilden. Herr Ribot, der einst Zerschmetterung und Genugtuung forderte, spricht heute harmloser nicht mehr von Kriegsentschädigungen, die als Strafe auferlegt werden, sondern nur eine Sühne verlangt er, um der Gerechtigkeit willen. Die mißhandelte Gerechtigkeit wird es sich aber nicht gefallen lassen, daß in ihrem Namen die Franzosen eine Sühne erhalten für ihren Überfall, und sie wird, wie sie blind ist, auch taub sein, gegenüber allen überheblichen Versicherungen der Franzosen, die vom Siege sprechen, während sie sich verbluten. Nicht im Geiste von Eroberungen und Annexionen. will Frankreich den Krieg heute noch weiter führen, sondern nur um das wieder zu nehmen, was einst des „Ihrige" war. Dieses„Ihrige". das nun fast 50 Jahre unser ist, und das auch vorher deutsch war, bevor es das„Ihrige“ wurde, ist Elsaß=Lothringen. Einige Städte und Dörfer dieses Landes haben die Franzosen zu Anfang dieses Krieges wieder gesehen, aber wie sie 45 Jahre lang haben lernen müssen, es zu ertragen, daß es unser ist, so werden sie auch lernen müssen, daß es unser bleibt. Mit einigen Verschiebungen der Grenze nach Westen, die in unserem militärischen Interesse notwendig sind! Das erfordert für uns die Gerechtigkeit, die nicht duldet, daß ein Volk, das einst die Rache für Sadowa forderte, und dann 45 Jahre lang die Revancheidee nährte, bis der Krieg kam. jetzt wieder die Rache fordert für die Champagne, für die Aisne, für Soissons, für Longwy, für Luneville, und wie die Stätten seiner Niederlagen alle heißen. So wie Frankreich in diesem Krieg gelernt hat, so manches seiner Ziele stillschweigend versinken zu lassen, wie die Zerreißung des Reiches zu einem Staatenbunde und die Rheingrenze und anderes, bis es heute zurückgegangen ist auf die Forderung des Besitzes von Elsaß=Loth= ringen, so wird es auch noch lernen müssen, daß mit jeder weiteren Niederlage die Abstriche an den Ansprüchen größer werden und der Sieger das Recht hat, sich zu sichern gegen den Nachbarn, mit dem ohne solche Sicherung in Frieden zu leben, sich als unmöglich erwiesen hat. Den Militärdespotismus will Herr Ribot allerdings so nebenher auch noch vernichten. Es ist oft genug dargelegt worden, daß das, was unsere Feinde den Militärdespotismus oder den Militarismus nennen, nichts anderes ist, als die Verwirklichung der Idee des Volkes in Waffen, als die innige Verschmelzung von Heer und Volk zu einem einigen, zu einer einzigen Verteidigung des Reichs. Die Vernichtung des Militarismus müßte daher schon die Vernichtung des Reiches sein. Glaubt Herr Ribot noch an eine solche Möglichkeit? Er möge sich die vernichteten Divisionen ansehen, die an der Aisne die Friedensziele Frankreichs erzwingen sollten, und aus hunderttausend Lücken in ihnen wird er die Antwort ersehen: Unmöglich! Herr. Ribot setzt allerdings einige Hoffnung auf Rußland, das nach einem Telegramm des russischen Ministers des Äußern Frankreich nicht vergessen werde, und von dem Ribot mit einem Seufzer der Erleichterung sagt:„Ja, wir gehen Hand in Hand mit dem treu gebliebenen Rußland. Bei ihm wird ein Sonderfrieden niemals in Frage kommen!“ Herrn Ribot wird die Weisheit eines französischen Staatsmannes bekannt sein, den die Erfahrung in der Politik veranlaßte, das Wort auszusprechen:„II ne fant pas dire, jamais pas’'amais.“ Man soll niemals niemals sagen. Und auf noch eins hofft Herr Ribot: Auf die Schwäche Deutschlands, für die er keinen Beweis anführt, als die deut sche Friedensbereitschaft. Und das ist lehrreich für uns. Er meint, Deutschland werde um Frieden bitten,„nicht scheinheilig wie heute, mit falschen und hinterlistigen Mitteln“. sondern offen unter Versprechungen, die Frankreichs würdig seien. Die Scheinheiligkeit und die falschen und hinterlistigen Mittel konstruiert Herr Ribot offensichtlich so, daß er meint, Deutschland erkläre seine Friedensbereitschaft, es biete den Frieden an, während es in Wirklichkeit um Frieden bitte. Es ist das alte Lied: Als wir zum ersten Male im Bewußtsein unserer Erfolge und unserer Kraft unsere Bereitwilligkeit zum Frieden erklärten, war der auch in Deutschland von vielen Seiten vorausgesagte Erfolg der, daß dieses Angebot als ein Zeichen der Schwäche gedeutet wurde. Das ist so geblieben bis heute. Daran haben nichts die blutigen Niederlagen der Engländer und Franzosen im Westen geändert, nichts die Niederlage Sarrails in Mazedonien und auch nichts die Unfähigkeit der russischen Armee zur Offensive: nicht einmal die gewaltigen, den Sieg verbürgenden Erfolge unserer-Boote. Die Franzosen aber überhörten, daß der Kanzler in seiner letzten Rede, in der er von Deutschlands Friedensbereitschaft sprach, auch mitteilen konnte, daß die militärische Lage für Deutschland besser als je sei. und sie haben auch vergessen, daß der Kanzler einst seiner Bereitwilligkeit, dem Blutvergießen ein Ende zu machen, das für unsere Stellung immer geltende Wort gesprochen hat: Zum Kampfe entschlossen, zum Frieden bereit!?) Aus des Stadt. (8 Münster, 24. Mai. Frauenkraft dem Vaterland. Dies fesselnde, zeitgemäße Thema wird Frl. Oberlehrerin Müller=Münster morgen, Freitag, den 25. ds. Mts., abends 8½ Uhr, in einem Vortrag behandeln. Der Vortrag, welcher im Frauenbundhause(Domplatz 37/38) und nicht im Hohenzollernhof stattfindet, dürfte für weite Kreise von Interesse sein. Insbesondere aber sind die Beamtinnen der Militär= und Zivilbehörden hierdurch freundlichst und dringend zum Besuche dieses Vortrags eingeladen. Hausfrauenverein. Abgabe von billigem Spargel an alle Mitglieder. Vormittags 9½ Uhr Schillerstraße 4. Mitteilungen des städtischen Kriegsausschusses. Freitag Mager= und Buttermilch=Verkauf für das 3. Drittel. 8946 Freitag Butterverkauf von—12 und 2½—7 Uhr. In der Verkaufsstelle Servatiiplatz Nr. 5401—8300. In der Stadthalle, Neubrückenstraße, Nr. 4101—6200. In der Verkaufsstelle Goebenstraße Nr. 3101—4700. In der Verkaufsstelle Kreuzstraße Nr. 2701—4200. In der Verkaufsstelle Warendorferstraße Nr. 1801—2300 Wer bis morgen(Freitag) seine Butter nicht abholt, wird für diese Woche nicht mehr beliefert. Von heute ab gelangen auf Kundenliste und Warenkarte 100 Gr. Haferflocken(Preis 44 Pfa. für das Pfund) und 250 Gr..=Marmelade(Preis 60 Pfennig für das Pfund) zur Ausgabe. Feld 55 der Warenkarte ist mit Tinte oder Tintenstift zu entwerten. Der Fleischverkauf auf Reichsfleischkarte findet künftig erst am Samstag statt. Die Ausgabe für Kohlenbezugsscheine für den Winterbedarf findet statt: Freitag, den 25. Mai, für Finkenstr., Franziskanergasse, Frauenstr. Friedenstr., Friedrichstr., Fürstenbergstr., Gallitzinstr., Gallitzinstr. A und B und Georgskommende. Samstag, den 26. Mai, für Gartenstr., Gasselstr., Geist, Geiststr., Gelmerstr., Georgstr., Gerconstr., Gerhardstraße. Gerichtsstr. und Gertrudenstr. Die Ausgabe sindet im Stadtverordneten=Sitzungssaale laltes Rathaus) von—1 Uhr vormittags statt. Die Broikarte ist zur Ausgabestelle mitzubringen..... 1 der deutschsprachigen Presse.V. Teideze Bamer-kozichtes Die große Mode Seldene Jackenkleider, seidene Mäntel, auch aus Baaasrdichten Seldeneioien, aldene Kostomröcke, seldene Blusen, seldene Unterröcke, seldene Trikotjacken, seldene Tee- und Nachmittags-Kleider.— Sehr große Auswahl, mäßige Preise! Kaufhaus FPec Ratrer Busthr fahechn in weilen a“ Wesch-Blusen a. Lleidern bietet preiswert an Th. Creatz, Damen-Konfektion. Windthorststrasse 17. Baserglas u. Snrantal eingetroffen. A. u. F. Hausmann, Mohrendrogerie, Ludgeristr. 27. 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