Bezugspreis vierteljährlich: Ausgade A(ohne „Wochenschau") in Münster zweimal täglich frei ins Haus gebracht 2 Mk. 10 Pfg.,— auswärts von der Post ab geholt 2 Mk. 10 Pfg., durch den Briefträger gebracht überall, mo mm einmal im Tage Briefbestellung stattfindet, 2 Mk. 52 Pfg., in Orten mit zwei= und mehrmaliger Bestellung 2 Mk. 32 Pfg.— Ausgabe 8(mit schau") vierteljährlich 60 Pfg. mehr. — 0* Anzeigen: Der Raum für die Anzeigenspolte, 30 mm breit, 42 mm hoch, 25 Pfg; bei Anzeigen ans dem Reg.=Bez. Münster 20 Pfg., aus der Stadt Münster 15 Pfg.(für Aktiengesellschaften usw., Vereine und Behörden 25 Pfg.).— Reklamen: Der Raum für die Reklamespalte, 87 mm breit, 2 mm hoch, 1 Mk. Gebühr für Beilagen wird nach Gewicht berechnet. Fernspr.: Redaktion u. Verlag Nr. 2448, 2449 u. 2450. Geschäftsstelle(Michaelisplatz 9) Nr. 78. Zweite Ausgabe. 2. Blatt. Sonntag, 11. März 1917. 66. Jahrgang. Nr. 177. Eine bedeutsame Kundgebung des Heiligen Vaters. Freiburg, 9. März. Bei dem Empfang der Pfarrer und Fastenprediger von Rom am 19. Februar hielt Papst Benedikt XV. eine weit über den Rahmen ihres unmittelbaren homiletischen Zweckes hinausgehende Ansprache, deren Gedankengang, angelehnt an die Predigt und das Vorbild des Völkerapostels, wieder jene Großzügigkeit der Auffassung und Tiefe religiöser Innigkeit verrät, wie wir sie schon in seiner ersten programmatischen Enzyklika kennen gelernt haben. Der Papst stellte zunächst den Fastenpredigern den Apostel Paulus als Führer und Beispiel vor Augen, damit auch sie am Schlusse ihres Predigtzyklus ebenso wie er der christlichen Gemeinde in Korinth gegenüber von sich sagen könnten:„Meine Rede und meine Predigt bestand nicht in überredenden Worten menschlicher Weisheit, sondern in der Erweisung des Geistes und der Kraft“(1 Kor. 2,). In Korinth waren nach der Abreise des Apostels Unruhen und Parteiungen entstanden, was ihn veranlaßte, dagegen Stellung zu nehmen. Hierauf bezugnehmend hat er die obigen Worte niedergeschrieben. Sie bilden für den Papst die Grundlage, in eindringlichen Worten darzulegen, wie eine Predigt nicht beschaffen sein soll und welches ihre positiven Erfordernisse sind. Wörtlich bemerkt nun der Papst einleitend in bezug auf die Selbstverteidigung des Apostels:„Aber wenn mit jenen Worten der Völkerlehrer zeigte, daß die in Korinth nach seiner Abreise ausgebrochenen Wirren seiner Predigt nicht zuzuschreiben seien, so wird es allen klar, daß Wir in dem Wunsche, die Prediger von Rom möchten am Schlusse ihrer Predigten jene Worte des Apostels wiederholen können, sie von vornherein jeglicher Verantwortung für alles, was sich an weniger Rechtem und weniger Zulässigem in Rom nach ihrer Abreise aus dieser hehren Stadt ereignen könnte, entheben. Ihr, geliebteste Söhne, würdet uns dankbar sein, das Beispiel des hl. Paulus angeführt zu haben, um euch im voraus gegen das Sophisma zu sichern: post hoc, ergo propter hoc. Nochmals weist der Papst, ausdrücklich betonend, daß er seine volle Meinung zum Ausdruck bringen wolle, auf die Worte des Apostels hin, der auch habe zeigen wollen, daß im voraus durch seine Predigt jene Wirren verurteilt worden seien, um dann weiter zu fahren: In derselben Weise, Geliebteste, wünschen auch Wir, daß man, welches Verbrechen und welche Verwirrung vielleicht in Rom nach diesem Ostern zu beklagen wäre, stets sagen könnte, es sei schon von vornherein durch die Fastenprediger von 1917 abgelehnt worden.“ Wollen diese Worte des Papstes, die bereits ihren Weg durch die Presse genommen und namentlich in Italien Aufsehen erregt haben, nur in religös moralischem Sinne verstanden sein, oder aber entspringen sie, wofür allerdings ihre nachdrückliche Betonung spricht, der Befürchtung des vorwärts schauenden Papstes, es könnten infolge der weiteren Entwickelung des Weltkrieges im Frühjahr bedenkliche Unruhen in Rom entstehen? Bemerkenswert sind auch eine Reihe weiterer Außerungen in dem Hauptteil der Ansprache für die Erfahrungen, die der Papst aus den gegenwärtigen Verhältnissen geschöpft hat. Auch hier drängen die vorgelegten Gedanken immer wieder dazu, zwischen den Zeilen zu lesen. Der Apostel, führt der Papst aus, wollte keineswegs mit jenen Worten die profane Wissenschaft und Kultur mißachten, jedoch zeigen, daß seine Unterweisung nicht auf sie gestützt sei. Er schloß von seiner Predigt ebenso die Argumente der weltlichen Wissenschaften wie jegliche Form der profanen Redeweise aus. Daher seine Worte:„Denn nicht erachte ich, etwas zu wissen unter euch, außer Jesum Christum und diesen als den Gekreuzigten.“(I. Kor. 2,2). Das muß auch das Ziel der Prediger sein. Aber wenn diese ihre Aufgabe darin sehen wollten, profane Thesen vorzutragen und zu verteidigen, oder eitle historische Kritik und unnütze Auseinandersetzungen über Politik, öffentliches oder privates Recht auf die Kanzel zu bringen, so verdiente eine solche Verwegenheit, betont der Papst nachdrücklichst, seine größte Mißbilligung. Mit scharfen Worten geißelte er das theatralische und tribunenhafte Auftreten erhitzter, in Wort und Gebärde stürmischer und exzentrischer Prediger. Der letzte Teil der Ansprache enthält eine eindringliche Mahnung, die Rechte Gottes zu verteidigen und den Gläubigen ihre Pflichten gegen Gott als den höchsten Herrn und Gesetzgeber einzuschärfen.„Alles was in der Welt geschieht, ist im Lichte des Glaubens zu erklären. Dieses wunderbare Licht, um nur auf eine Seite dessen, was es lehrt, hinzuweisen, gibt uns zu verstehen, daß das private Unglück eine verdiente Züchtigung ist oder wenigstens zur Tugendübnung für die Individuen dient, und daß die öffentlichen Plagen eine Sühne für die Schuld sind, da die öffentlichen Autoritäten und Nationen sich von Gott abgewandt haben.“ Die Prediger sollen die Gläubigen ermahnen,„das private wie das öffentliche Mißgeschick ohne Murren aus der Hand der göttlichen Vorsehung entgegenzunehmen, darauf bedacht, die göttliche Gerechtigkeit wegen: der Sünden der Individuen wie der Nation zu besänftigen. Die Utrechter Messe. II. Die„Jaarbeurs“ in Utrecht ist eine Frucht der Not. Die von England beliebte Erschwerung des Weltmarktes, dazu die Einstellung des Industriebetriebes in fast allen Ländern auf den Krieg. wies Holland auf seine eigene Industrie an, und es war sehr verständig von letzterer, daß sie die Gelegenheit wahrnahm, auf der Utrechter Messe den Landsleuten zu zeigen, was sie zu leisten vermag. Der Erfolg der Messe ist unbestritten; täglich drängen sich Tausende von Besuchern in den Gängen der großen Hallen und in den Musterzimmern der einzelnen Firmen, so daß ein Besuch der Ausstellung nicht gerade zu den Annehmlichkeiten des Lebens gerechnet werden kann. Dabei ist wohl zu beachten, daß der Besuch der Messe nur wirklichen Interessenten, also Fabrikanten und Händlern gestattet ist, die sich vorher eine Eintrittskarte haben verschaffen müssen, und daß die Ausstellung der großen Offentlichkeit erst nach dem eigentlichen Schluß(10. März) einige Tage erschlossen wird. Der glänzende Erfola beruht auf der Veranlassung zu der Veranstaltung, auf der glücklichen Wahl des Ausstellungsortes als des geographischen Mittelpunktes des Landes und als des Zentrums von Hollands Handel und Industrie, nicht zuletzt aber auch auf der außerordentlich sorgfältigen Vorbereitung und geschickten Durchführung des ganzen Planes. Als einzige Vergünstigung kommt den Besuchern der Messe zugute, daß die Eisenbahnverwaltungen Hin= und Rückfahrt für einfachen Preis gewähren. Merkwürdiger Weise berechtigen die Pressekarten zu dieser Vergünstigung nicht. Wir gehören nicht zu denjenigen, die meinen, daß für die Zeitungen eine Extrawurst gebraten werden müsse. Seit jeher haben wir den Eintritt für Theater, Konzerte usw. bezahlt, obschon deren Beiwohnung für den Kritiker doch eigentlich als Arbeit gelten darf, aber es will uns nun nicht in den Sinn, daß dem Berichterstatter, der auch bei einer solchen Ausstellung nicht seinem Privatinteresse dient, vorenthalten wird, was jedem anderen Besucher zugestanden wird. Wir haben uns verpflichtet gehalten, diese Ausführungen im Interesse der holländischen Kollegen zwischenzuschieben, die spaltenlange Berichte über die„Jaarbeurs" bringen, ihr teilweise sogar täglich eigene vierseitige Nummern widmen?) *) Nachträglich ist die Sache anscheinend geändert; denn dem Berichterstatter wurde durch die Post eine Karte zugestellt, wie sie die Fabrikanten usw. erhielten. Die InanDer Geist des Christen muß alle Menschen als Brüder anerkennen, die nach dem Bild und Gleichnis desselben Gottes geschaffen, durch das Blut Christi erlöst sind und sich alle auf dem Weg zum himmlischen Vaterlande befinden. Wer sich dien vergegenwärtigt, darf nicht vergessen, daß die Liebe das Band ist, das alle Menschen umschlingt.“ So soll demnach„in Erweisung des Geistes und der Kraft“ der Prediger„den Ruhm dieser Königin der christlichen Tungenden besingen, ohne zu gestattten, daß das Herz des Menschen Gefühle des Hasses und der Rache aufnehme, auch nicht, wenn es sich vielleicht handeln sollte um die Verteidigung teuerer Interessen oder alter Rechte.“ Seine Ausführungen stützend auf die Worte des Apostels:„Auch ich, als ich zu euch kam, Brüder, kam nicht in hoher Rede oder Weisheit“(1 Kor. 2,1), mahnt der Papst, die Gläubigen vor allem zur übung der Liebe und der christlichen Tugenden anzuhalten. Nicht in akademischen Erörterungen sollen sich die Prediger ergehen, sondern ihre Ermahnungen auf die praktische übung der Tugenden richten, nachdem sie die Wahrheiten des Glaubens im Geiste des Apostels dargelegt haben.„Sie sollen sich nicht damit zufrieden geben, nur einen Ohrenschmaus zu bieten, sondern bedenken, daß sie den Seelen helfen müssen.“ Weihevoll schließt der Papst:„Eine süße und teuere Zuversicht durchdringt unsere Seele, und von angenehmer Freude überströmt sie in diesem Augenblick: Es ist die Zuversicht, die ihr genau ebenso in Erweisung des Geistes und der Kraft, geliebte Söhne, in Rom während der Fastenzeit verkünden werdet. Von Rom strahlt der Glaube aus, von Rom geht das Wort aus, das die Mißbräuche beseitigt, o möchte von Rom auch der Impuls ausgehen, der heiligen Predigt wieder ihre apostolische Form zu geben: Meine Rede und meine Predigt bestand nicht in überredenden Worten menschlicher Weisheit, sondern in Erweisung des Geistes und der Kraft.“ Diese Ansprache, ein bleibendes Denkmal und ernstes Mahnwort zur Wiedererneuerung der apostolischen Predigt, klingt wie eine Stimme aus der Höhe gegen alle diejenigen, die die Kanzel zum Zwecke egoistischer und irdischer Interessen mißbrauchen— und wie ist sie in einzelnen Ländern in diesem Weltkriege selbst von hoher Stelle aus mißbraucht worden!—, aber auch zugleich gegen alle, die Haß und Zwietracht säten. Dadurch erhält sie auch für die gegenwärtige Lage des Weltkrieges ihre Bedeutung, auf den der Papst wiederholt anspielt, ohne direkt davon zu sprechen. Es ist die Stimme des unparteiischen Oberhauptes der Kirche, das die Gläubigen inmitten der Schrecken und Wirren dieser Zeit zusammenruft zu dem gemeinsamen höchsten Ziele der Erfüllung der Pflichten gegen Gott und der Ergebenheit in seinen Willen. Das Gebot der Liebe tritt in den Vordergrund.„Alle sind durch das Blut Christi erlöst, alle befinden sich auf dem Wege zum himmlischen Vaterland.“ Damit baut der Papst die denkbar beste Brücke zu einem gedeihlichen Zusammenleben der Völker nach dem großen Kriege.(Köln. Volksztg.) Das Elend der französischen Landwirtschaft. Paris, 10. März.(WTB.) Die Regierung und der Ackerbau=Ausschuß der Kammer beschlossen, die Prämie für Getreide von 3 auf 7 Franken für den Doppelzentner zu erhöhen, so daß die Produzenten nunmehr 40 Francs für den Doppelzentner errhaltenBern, 8. März.(WTB.) Die Zeitung Expreß de Lyon meldet, der Abg. Long habe in der gestrigen Kammersitzung gesagt, seit Kriegsausbruch betrug unser Bedarf an Getreide 262 Millionen Doppelzentner. Davon wurden gedeckt 259 Millionen, so daß das Defizit sehr gering ist. Zwischen dem 1.§. 1915 und dem 1. 3. 1917 führten wir 22 Millionen Doppelzentner aus dem Auslande ein, um mit den Reserven der letzten Ernte bis zur nächsten Ernte auskommen zu können, müßten wir noch 6 Millionen Doppelzentner einführen. Wir müssen aber mit einem noch größeren Quantum rechnen, da die Bauern viele Millionen Doppelzentner zurückhalten. Durch die Festsetzung von Höchstpreisen aus Mais mit 45 Francs und auf Weizen mit nur 33 Francs wurden die Bauern veranlaßt, große Weizenmengen zu verfüttern. Alle bisherigen Maßregeln sind nutzlos. Die Prämie für die Weizenerzeugung wird ebenfalls kaum eine Besserung herbeiführen können. Man muß eine bessere Entwicklung der Landwirtschaft auf Grund der Zivilmobilmachung erzielen, und in dieser Richtung das energische Beispiel Lloyd Georges zum Muster nehmen. Es war ein großer Irrtum, so schloß er seine Rede, dem Lande den Kriegszustand als angenehm zu schildern. Um durchhalten zu können, muß man die ganze Schwere des Krieges gefühlt haben. * Die Kammerdebatten über die Unfähigkeit des Landes, sich selbst zu versorgen, bestätigt das düstere Bild von dem Zustand der französischen Landwirtschaft. Urban Gohier nennt es in einem am 23. Februar erschienenen Leitartikel:“ Bei dem nationalen Charakter der Ausstellung hätte es mit dem Übersichtsberichte in Nr. 142 des„Münst. Anz.“ sein Bewenden haben können, der die deutschen Interessen auf die Veranstaltung aufmerksam machen sollte; man wird von uns nicht eine Beschreibung und noch weniger eine Bewertung der fast 700 Einzel=Ausstellungen erwarten. Immerhin mögen einige Eindrücke, auch wenn sie nur mittelbar mit der Messe zu tun haben, der Leserschaft nicht vorenthalten werden. Da ist zunächst das außerordentliche persönliche Entgegenkommen, das der deutsche Berichterstatter überall gefunden hat— bis auf einen einzigen Fall, in dem er als Interessent auftrat. Das war so: In der Familie meines holländischen Gastgebers war eines Abends die Rede von einer Erfindung, dem Thermotelephon, gewesen, das neuerdings für Schwerhörige nutzbar gemacht werde, so daß diese jeder Unterhaltung folgen könnten. Als ich nun bei den ersten Schritten in der Ausstellung auf das Musterzimmer der„Nederl. Thermo=Telephoon= Maatschappy“ traf, ging ich natürlich hinein. Auf meine Erkundigung bei dem Vertreter der Firma machte dieser eine Bemerkung, aus der ich entnahm, daß er nach Deutschland nicht liefern könne. Das scheint ein Mißverständnis gewesen zu sein, denn auf meine Antwort, daß die Bestellung innerhalb Hollands bliebe— sie sollte für eine mir bekannte schwerhörige holländische Dame sein— bekam ich merkwürdigerweise zu hören, daß er mit Deutschen nicht verhandeln wolle,„die ihre Schiffe torpedierten". Der Mann hat mit seiner Außerung mich nicht kränken und das deutsche Reich ganz gewiß nicht verkleinern können, man könnte sogak Achtung haben vor seiner„Zivilkurage“, von der Staatssekretär Zimmermann dieser Tage im deutschen Reichstage sprach, wenn sie politisches Verständnis zur Grundlage hätte. So aber war das Verhalten eine Dummheit und eine Unhöflichkeit, zwei Untugenden, die mir sonst bei keinem von den vielen Holländern, mit denen ich in Berührung kam, entgegengetreten sind. Im Gegenteil: bei allem Rückgrat, das den Mann ausmacht, und das den Holländer offen aber in freundlicher Form seine Meinung äußern läßt, findet man bei ihm eine so verständliche Objektivität in der Beurteilung der politischen Lage und der Kriegsgeschehnisse, daß ich ruhig sagen darf: Man macht sich im allgemeinen in Deutschland ein ganz falsches Bild von der Gesinnung der Holländer. Es fällt mir nicht ein, sie in zwei Kategorien Pro=Deutsch und Pro=Enaländ zu gliedern. Sie sind eben neutrol, sie wollen begreiflicherweise nicht in den Krieg gespruchnahme der Vergünstigung verpflichtet aber leider zur Benutzung der gleichen Strecke auf der Hin= und auf der Rückfahrt, so daß gegebenenfalls eine schlechte Verbindung in den Kauf genommen werden muß. „Das Elend der französischen Landwirtschaft". Er beklagt sich dabei bitter über die französische Zensur, die alle Besserungsvorschläge unterdücke. Sie habe auch aus den ihm zugegangenen Zuschriften vom Lande das Beste gestrichen, aber die vielen Millionen Ackerbauer kennten die Zustände. und so sei deren allgemeines Bekanntwerden doch nicht zu verhindern. Statt auf die„verfluchten Barbaren" zu schimpfen, die die Acker, die Stallungen und die Hühnerhöfe Nordfrankreichs ausbeuteten und mit den reichen Erträgen ihre Heerc und die Städte hinter ihrer Front versorgten, solle man lieber ihr Beispiel nachahmen: aber gerade daran fehle es. Volle 2½ Millionen Ackerbauland lägen brach. Für die bevorstehenden Frühjahrsarbeiten habe man nur 400 Motorpflüge. Allerdings wolle man aus den Heeresbeständen hinter der Front 30 000 Pferde liefern. Aber wenn man diese jetzt entbehren könne, warum habe man sie denn nicht früher geliesert, sondern die Not so gewaltig groß werden lassen. Für den Herbst hoffe man auf ein Mehr von 600 Kraftlastwagen, vorausgesetzt, daß die Facharbeiter für landwirtschaftliche Maschinen ebenso aus dem Heere berausgezogen würden wie die Geschoßarbeiter. Die Kartoffeln seien in manchen Gegenden so vollständig beschlagnahmt, daß die Bauern ihre Schweine nicht mehr durchfüttern könnten, sondern sogar die Zuchttiere abschlachten müßten. In andern Gegenden verfüttere man Weizen, weil dieser einen Höchstpreis von 33 Franken für den Zentner hätte gegen einen Maispreis von 40 Franken. Urbain gibt aus den ihm zugegangenen Zuschriften zwei wieder, eine aus Süd-, die andere aus Mittelfrankreich. Beide sind von der Zensur arg zerzaust. Die erste lautet: Unsern Greisen, unsern unglücklichen Frauen. die den Pflug in die Hand genommen haben, die Heu machen. Korn schneiden und oft den Kupfervitriolbehälter auf den Buckel nehmen, um die Reben zu schwefeln, ruft man zu:„Bestellt das Land, säet und erzeugt mehr!“ Überflüssige Ratschläge! Die Mittel dazu fehlen. Landarbeiter gibt's kaum. Ihr Preis hat sich verdoppelt. Einen Ballen Salpeter muß man wenigstens ein halbes Jahr vorher bestellen, und dann ist man selbst zu den ungeheuerlichsten Preisen noch nicht sicher, ihn auch zu erhalten. Landwirtschaftliche Maschinen sind gar nicht aufzutreiben. Verlangt man Arbeitssoldaten, so erhält man sie vielleicht mehrere Monate nach der Zeit, wo man sie hätte brauchen können. In der Zuschrift aus Mittelfrankreich heißt es: Die Bauern können beim besten Willen nicht mehr leisten. Auch mit einer Sondervergütung von 20 Franken für den Zentner Weizen(der Staats=Kriegsprämie) kann man einen Mann nicht zur vierfachen Arbeitsleistung anhalten. Salpeter, Maschinen, Hufeisen und alle Instandsetzungen kosten dreimal soviel als vor dem Kriege.. Urbain Gohier macht zum Schluß den Vorschlag, das brachliegende Land mit Dynamit zu bestellen. Die Granaten hätten das Kriegsgebiet durchgepflügt, warum sollte nicht friedlich verwandter Sprengstoff dasselbe leisten? 1907 schon habe man in Amerika entsprechende Versuche gemacht, und 1912 habe die„Revue de Chimie“ sich über die Ergebnisse der fünf Versuchsjahre günstig ausgesprochen. Also Dynamit statt des Menschen=, Pferde= oder Kraftpflugs! Was sagen unsere Landwirte dazu? Staatssekretär Zimmermann über den Tauchboot=Krieg. Berlin, 8. März(88.) Der Berliner Vertreter des Budapester A Vilag hatte kürzlich mit dem Staatssekretär des Auswärtigen Amtes eine Unterredung. In dieser Rede sagte nach dem Berliner Tageblatt Staatssekretär Zimmermann über die außerpolitische Lage: Das Verhältnis zwischen uns und den Neutralen Europas ist gut. und ich muß annehmen, daß es auch weiter so bleiben wird. Die Neutralen konnten sich während der langen Dauer des Krieges davon überzeugen wieviel Geduld und Langmut Deutschland bewiesen hat. Wäre Deutschland zum Unterseebootkrieg nicht gezwungen gewesen, so hätten wir die neutrale Schiffahrt auch heute noch nicht unterbunden. Zu diesem Schritt sind wir aber durch die Ablehnung unseres Friedensangebotes gezwungen worden. Wir mußten jetzt mit unserer stärksten Waffe heraus. Wenn die Neutralen darüber im Klaren sind— und ich hoffe, daß dies der Fall ist— daß wir fest entschlossen sind, den=Bootkrieg durchzuführen, dann werden sie auch erkennen, daß sie ihrer eigenen Schifffahrt den größten Dienst erweisen, wenn sie ihre Schiffe zuhause halten. Die Neutralen werden nämlich ihre Tonnage nach dem Kriege sehr gut gebrauchen können. Stellen Sie sich vor: England hat schon jetzt einen beträchtlichen Teil seiner Tonnage verloren und seine Verluste mehren sich von Tag zu Tag. Unsere eigenen Verluste an Handelstonnage zu ersetzen, haben wir jetzt keine Zeit. Unsere Werften arbeiten für die Kriegsmarine. Einen großen Teil des Handels wird nach dem Kriege die neutrale Schiffahrt abwickeln, sie muß der ausgehungerten Welt wieder neue Nahrung zuführen. Die Neutralen haben also die eminent wichtige Aufgabe, ihre Tonnage soweit wie möglich zu schonen und sie in größtem Maße für die Zeit nach dem Kriege zu erhalten. zogen werden, aber daß es außer dem Kreis von Leuten, die um jeden Preis mit England und für England gehen, noch allzu viele Holländer gibt, die dem deutschen Standpunkte nicht gerecht werden, das glaube ich, nach allem, was ich aus dem Munde von Holländern vernommen habe, bestimmt verneinen zu dürfen. Ich bin sogar mit Holländern zusammengekommen, von denen man scherzhaft sagte. sie seien noch deutscher, als der deutsche Reichskanzler. Deren soll es ja auch in Deutschland geben, nur mit dem Unterschied, daß die bezeichneten Holländer keine umstürzlerische Hintergedanken haben. Der Ausnahme=Holländer, von dem diese Betrachtung ausging, fand übrigens bei allen seinen Landsleuten, denen ich den Fall erzählte, Mißbilligung und sogar allerstrengste Verurteilung, die bis zu dem Ausdruck krankzinnig(verrückt) stieg. Damit mag der Mann sich selbst überlassen bleiben und seiner Firma. Denn daß diese ihn dorthin entsandt hat, solcher Weise Politik auf eigene Faust zu treiben, ist schlecht anzunehmen. Einen besonderen Anziehungspunkt auf der Utrechter bildet das von dem Staatlichen Bergbau errichtete Gebäude, in dem die Limburg'schen Kohlen ausgestellt sind. Die staatliche Ausbeutung südlimburgischer Steinkohlenlager wurde durch Gesetz vom 24. 6. 1901 bestimmt. Durch Gesetze von 1911 und 1912 wurde das in Frage kommende Gebiet soweit ausgedehnt, daß ganz Südlimburg einbezogen ist. soweit nicht früher Privatkonzessionen erteilt worden sind. In Betrieb sind heute die staatlichen Bergwerke„Wilb.“mina" bei Terwinseln und„Emma“ bei Hoensbroek. Bei Zeche„Hendrik" bei Rumpen ist die Anlage soweit vorgeschritten, daß bereits geringe Mengen ungewaschene Steinkohlen geliefert werden konnten. Mit Zeche„Maurits" bei Lutterden ist mit der Abteufung der Schächte der Anfang „Emma“ liefert hauptsächlich Fettkohle(Kokskohle), „Wilhelmina“ Mager(Küchenkohle). Wilhelmina=Kohle backt nicht zusammen, während Emmakohle zu den stark„backenden“ Kohlen gehört. Durch entsprechende Mischung beider amtliche Erläuterung, können alle Wünsche befriedigt werden. Über die gewaltigen Anstrengungen zur Kohlenförderung in Holland und über deren Fortschritte, gibt am besten solgender Vergleich ein Bild: Es betrug in den Staatsbergwerken 1902 1913 1916 das Kapital in Millionen Gulden 9 17 26 Die Archtsgrtahl. 55 3200 7050 die Produktion in Tausend=Tonnen— 419 900 Die stetig steigende Förderung beträgt heute werktäglich rund 3300 Tonnen, Das sind im Monat etwa 85.000 Tonnen, eine Menge, die Holland nicht unabhängig macht vom Ausland— gegenwärtig sollen monatlich 320 000 Tonnen von über die Beziehungen zu Amerika sagte Staatssekretär Zimmermann: Die Entscheidung liegt jetzt in den Händen des Präsidenten Wilson. Amerika hat sich auch davon überzeugen können, daß wir in diesen Tagen das Höchstmaß von Langmut gezeigt haben. Seit dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen sind wir ohne offizielle Nachrichten aus Amerikh. Die Nachrichten, die wir haben, kamen aus der bekannten Reuterquelle. Wie gesagt, die Entscheidung liegt jetzt in den Händen Wilsons, und wir haben unser letztes Wort gesprochen Wir sind entschlossen, den Tauchbootkrieg siegreich zu Ende zu führen. Wir hoffen daß der Vertrag vom Jahre 1875, nachdem die deutschen Schisse nicht sbeschlagnahmt werden können, von Amerika eingehalten wird. Im Vertrag ist der Kriegsfall ausdrücklich vorgesehen, und wenn sich Amerika auf den Standpunkt des Völkerrechts stellt, so kann es die Schiffe nicht beschlagnahmen. Wir sind mit der jetzigen militärischen Lage und den bisherigen Ergebnissen des Unterseebootkrieges sehr zufrieden. Wir werden beweisen, daß Deutschland nicht zu vernichten und nicht auszubungern ist, und wir schlagen sie mit ihren eigenen Waffen zurück. Wir werden diesen Krieg, der uns aufgezwungen wurde, siegreich zu Ende führen! Der Berichterstatter sagte: Der Reichskanzler hat erklärt. daß Deutschland bereit sei, nach dem Kriege an die Spitze eines Friedensbundes zu treten! Staatssekretär Zimmermann erwiderte: Wir halten diese Außerung unbedingt aufrecht. Wir waren immer ein friedliches Volk und wollen nichts anderes als den Frieden bewahren. Während unsere Nachbarn rechts und links Kriege führten, haben wir uns bestrebt, den Frieden zu erhalten. Katholische Schulorganisation und Krieg. (Geh. Justizrat Marx=Düsseldorf.) Trotz des immer noch andauernden Völkerringens hat sich die Organisation der Katholiken Deutschlands zur Verteidigung der christlichen Schule und Erziehung prächtig entwickelt. Wenn auch die Werbetätigkeit durch Versammlungen stark zurücktreten mußte, so fanden doch die Drucksachen der Organisation ihren Weg in weite Kreise der Bevölkerung. Die„Mitteilungen“ der Organisation erscheinen nunmehr 6mal im Jahre(Bezugspreis 2 Mark für das Jahr: zu beziehen von der Zentralstelle in Düsseldorf. Graf Adolfstr. 24 und erfreuen sich stets wachsender Beliebtheit in den Kreisen ihrer Leser. Wenn über die Frage der„Einheitsschule" in weiten Kreisen des katholischen Volkes nunmehr Einigkeit über die wesentlichen Punkte besteht, wenn man bis in die liberalen Kreise hinein das Wort„Einheitsschule" als Schlagwort erkannt hat und nur von den phantastischen Plänen des deutschen Lehrervereins und der Sozialdemokratie gebraucht, nicht aber von den mannigfachen Wünschen und Vorschlägen bezüglich der Verbesserung und Ausgestaltung unseres Schulwesens, wie sie beim katholischen Volke vorhanden sind, so kann die Schulorganisation sich ein kleines Verdienst an diesem Fortschritt anrechnen, wie er gegenüber den Verhältnissen zu Ende des Jahres 1915 und zu Anfang 1916 unverkennbar vorhanden ist. Wir haben uns nicht auf die reine negative Abwehr beschränkt, sondern in Verbindung mit der vom Augustinus= verein eingesetzten Kommission ein zeitgemäßes Schulvrogramm geschaffen, von dem aus weitergehenden Forderungen auf Ausgestaltung unseres Schulwesens freier Raum gewährt ist, ohne die Einigkeit in den grundlegenden Gesichtspunkten zu gefährden. Das von der genannten Kommission festgesetzte Schulprogramm hat Aussicht auf Annahme seitens weiter Kreise des katholischen Volkes. Dafür bürgt die Zusammensetzung des Ausschusses. Neben dem zweiten Vorsitzenden des katholischen Lehrerverbandes und dem DiözesanPräses der katholischen Arbeitervereine für Köln war auch die Schulorganisation in demselben vertreten. Es gilt nunmehr, von der gewonnenen Grundlage aus die sich weiterhin auf dem Schulgebiete erhebenden Fragen mutig und entschlessen aufzugreifen und in einer, mit der katholischen Auffassung übereinstimmenden Weise ihrer Klärung und Lösung näher zu bringen. Die Entwickelung der Einheitsschulfrage hat bewiesen, wie wertvoll ein solches Vorgehen ist. Wir können mit Zuversicht den zweifellos kommenden Schulkämpfen entgegensehen, wenn wir in starken, katholischen Organisationen uns zusammenschließen, um ein einmütiges, sachkundiges Vorgehen zu ermöglichen. Es darf deshalb die Bitte für berechtigt gehalten werden, die Schulorganisation allseitig durch Beitritt als Förderer(Jahresbeitrag mindestens 3 Mark oder wenigstens durch Bezug der„Mitteilungen" zu unterstützen.(Adressen für Bayern: Landessekretär Werthmann, Würzburg, Zwinger 22½: im übrigen: Zentralstelle, Düsseldorf, Graf Adolfstraße 24.) Deutschland hereinkommen— aber in Zeiten der Not erheblich ins Gewicht fällt besonders wenn die Produktionssteigerung in gleichem Maße oder nach ordentlicher Ausbeutung der neuen Zechen in noch weit höherem Maße steigt, wie bisher. Und wenn man in diesen Tagen lesen konnte, daß vom Wolffbureau ein unbedeutendes holländisches Blatt in Limburg berichtigt werden mußte, das behauptet hatte, Deutschland habe bei Holland die Abtretung eines Gebietes von Limburg beantragt, so ersieht man nach obiger Darstellung leicht, daß irgendein Ententefreund(vielleicht gar das Triumvivat Townley—Reuterhof—Holdert, von dem in Nr. 160 des„Münst. Anz.“ die Rede ist) diese Ente hatte flattern lassen, um Unruhe und Aufregung zu stiften: zum Glück sind ihr die Flügel beschnitten, bevor sie von der größeren Presse aufgenommen war. Das Beispiel zeigt, daß eine sorgfältige Beobachtung der ausländischen Presse nicht vernachlässigt werden darf, wie überhaupt die genaue Kenntnis der Länder und Völker, ihrer Art und ihrer Betätigung, von außerordentlicher Bedeutung ist. Der Rat der im Haag erscheinenden„Toekomst", auch nach dem Kriege bei einer etwaigen Wiederholung der Urrechter Messe ausländische Fabrikate nicht zuzulassen, ist sicher ebenso falsch, wie die Meinung eines münsterischen Vertreters des Handels, die„Jaarbeurs“ ginge uns nichts an, sie sei eine Konkurrenz gegen die Leipziger Messe und könne uns nur Abbruch tun. Nicht dadurch, daß man den Kopf in den Sand steckt, entgeht man der Konkurrenz, sondern durch eingehendes Studium und sorgfältigen Vergleich stellt man fest, wie sie mit ehrlichen Mitteln aus dem Felde zu schlagen ist. Um ein Beispiel heranzuziehen: Auf der Utrechter Messe gibt es eine kleine moderne Spielwaren=Ausstellung. Die Sachen sind von erstklassigen Künstlern entworfen, von tüchtigen Firmen angefertigt, sie machen den allerbesten Eindruck. Aber bei einem Preise von 2 Gulden 70 Cents für eine einfache Figur eines Fußballspielers, von 5 Gulden für einen beweglichen Affen von 15 Gulden für ein kleines Kegelspiel mit Mensch=Gesichtern ist dieser Industrie nach meinem Ermessen in Deutschland das Todesurteil gesprochen, bevor sie ihren Einzug gebalten hat, auch wenn nach dem Marttstande 15 Gulden nicht mehr 96 Mark sind. Und daß die Händler in Holland nach dem Kriege ihre Spielwaren dort beziehen, wo sie bisher bezogen haben, das unterliegt wohl keinem Zweifel. Wer die gleiche Qualität zu billigeren Preisen oder eine bessere Qualität zu gleichen Preisen liefern kann, der hat auf dem Weltmarkte den friedlichen Kampf gewonnen. Gebe Gott uns und der Welt bald den Frieden und mit ihr die Freiheit! ee R. Strietbolt. der deutschsprachigen Presse.V. Aus der Stadt. Rünkter, 11. März. O Seinen 39. Geburtstag begeht am heutigen Tage (Sonntag, den 11. März) ein hochverdienter Sohn und Mitbürger unserer Stadt, der Seminardirektor a. D. Schulrat Dr. Martin Kratz. Diese Gelegenheit gebietet es. einen Rückblick zu werfen auf das an pädagogischen und wissenschaftlichen Erfolgen, aber auch an Arbeit reiche Leben dieses vortrefflichen Schulmannes, der während seiner 30jährigen Tätigkeit als Direktor des Lehrerinnenseminars mit so vielen, jetzt mitten im Lehrberuf stehenden Lehrerinnen in Berührung gekommen ist, die sich gewiß gern und dankbar an seinem Ehrentage ihres ehemaligen Lehrers und Direktors erinnern. Geboren zu Münster am 11. März 1887 besuchte unterzogen, darunter 1o per reatgymnantaten Studienanstalt er das Paulinum, das er 1857 mit dem Zeugnis der Reise hier, die sämtlich bestanden. Die Studienanstalt bat noch nicht verließ. Nach dreijährigem Studium der Mathematik und die Berechtigung zur Abnahme des Examens: die Prüfung Naturwissenschaften an der damaligen Akademie Münster bestand er im Frühjahr 1861 die Staatsprüfung. in der er die unbedingte facultas docendi, hauptsächlich in Mathematik, Physik, Chemie und Mineralogie für alle Klassen des Gymnasiums und der Realschule erlangte. Im gleichen Jahre trat er das Probejahr am Paulinum an. an dem er später Hülfslehrer und 1867 ordentlicher Gymnasiallehrer wurde. Am 9. Januar 1868 promovierte er an der Universität Rostock auf Grund einer mathematischen Dissertation zum Dr. phil. Nach weiteren 8 Lehrjahren am Paulinum wurde Dr. Kraß im Herbst 1876 zum Direktor des Kal. Lehrerinnenseminars hierselbst ernannt, auf welchen Posten er volle 30 Jahre tätig war. Bis zum Jahre 1906 stand er dieser Anstalt vor, erst dann trat er als Siebzigjähriger in den wehlverdienten Ruhestand. Die Anerkennung seines Königs wurde ihm bei dieser Gelegenheit durch Verleihung des Kronenordens 8. Klasse zum Ausdruck gebracht. Der Rote Adler= orden 4. Klasse war ihm schon im Herbst 1889 verliehen. Die Tätigkeit Dr. Kraß's beschränkte sich nicht auf die Lehrtätigkeit im Seminar. Er setzte sie fruchtbar fort, wenn er sich in sein Studierzimmer zurückzog und die Feder zur Hand nahm. Zahlreich sind die Werke, die seiner Feder entsprungen sind und in immer neuen Auflagen ihren Weg in die Welt genommen haben. Namentlich seine Lehrbücher des mathematischen und naturgeschichtlichen Unterrichtes sind an so vielen Anstalten eingeführt, daß sie bis jetzt über 100 Auflagen erlebt haben. Diese Tatsache spricht für die Vorzüglichkeit der Bücher, die überdies durch ehrenvolle: Zulieben. Der dosbesiter Friedrich 8 Heitzret aut. 8i5db= in zel.,) posizpittschaßliche Whteilung. Peis 80.; Pürn. worden. Der wissenschaftliche Hilfslehrer Heinrich# Back= bergerplatz 1. zu melden. Die zur kommissarische, Ee Gegrlesret, dr'z..asfelh ersaum,e und die rechtzeitige Einsendung der monatlichen Meldungen ist angeordnet. Zuwiderhandlungen werden nach den Bestimmungen mit Gefängnis bis zu 6 Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 15000 Mark bestraft. = Ein Bild des Grafen Zeppelin t„ist für kurze Zeit im Schaufenster des Blumengeschäfts woldrickr unterm Bogen ausgestellt. Auf dieses wohlgelungene Werk des biesigen Malers J. Hunstiger seien Interessenten hiermit hingeX Triebwagenfahrten Münster—Warendors. Vom 12. schtichen Bealoumposium, vo., Freitag abens ti.., Märt ab werden die, Triebwagenfahrten 895/394 MünsterIm Windthorstbund baben„.neraisekreigr bie Oo:: Telate in folgendem Fahrplane bis und von Warendorf gePchede, wieder begonnen. gngr., zu., Las Thema;1 fahren. T 395(3. u. 4. Kl.) ab Münster.30, ab St. Mauritz ab Handorf.47, ab Jägerhaus.55, ab Telate 2,02, narlehrer an dem Lehrerseminar in Coesfeld ernannt. Die den Polizeiverwaltungen in Gronau, Bocholt und Rheine erteilte Befugnis zur Erteilung von Pässen ist zurückgelogen. X Abiturientinnenprüfung. 22 Damen haben sich in der Zeit vom 13. Februar bis 3. März der Abiturientenprüfung 10 der realanmnassalen Stzedienanstalt fand deshalb unter dem Vorsitz des Prov.=Schulrats Kramer im städtischen Realgymnasium statt. tragsabende, wieder begonnen. Generalset.#r. Aran hielt ven ersten Vortrag im neuen Jayre uver das Thema: „In der Entscheidungsstunde des Weltkrieges". In lebendigen Bildern schilderte er unsere gegenwärtige Kriegslage, die Einwirkung des-Bootkrieges und das Verhalten Nordamerikas, wies hin auf die Bedeutung dieser Tage und entflammte in begeisternden Worten die Herzen zur Mitarbeit am endgültigen Siege. Der nächste Vortrag in 14 Tagen soll in Fortsetzung des ersten eine Übersicht über unsere innere Lage geben. Verständlicherweise griff auch schon am Freitag die Diskussion auf dieses Gebiet über und beschäftigte sich vor allem mit der Lage unserer Ernährung. Stadtv. Prof. Dr. Kahle nahm dabei Veranlassung. in Anknüpfung an die Worte des neuen Staatskommissars Michaelis im Preußischen Abgeordnetenhause auf die bestehenden Schwierigkeiten hinzuweisen und daran die Mahnung zu knüpfen, mit Entschlossenheit sich den ernsten Verhältnissen anzupassen. — Vortrag und Besprechung lösten bei allen Anwesenden die tiefste Befriedigung aus. □ Deutsche Kolonialgesellschaft. Abteilung Münster. Am Mittwoch, den 14., abends 8 Uhr wird im Auditorium Maximum der Universität Geh. Admiralitätsrat Schrameier über„Deutschland und England in China“ sprechen. Der Vortragende kann als Autorität auf diesem Pevirte vettachte getben.— 2oy unterbrgge.... schriften anerkannt ist. Von seinen zahlreichen schriftstelle= Gebiete betrachtet werden. 25 Jahre hindurch hat er in rischen Arbeiten seien bier erwähnt: 1. Matbematische Lehr. Ehina gelebt, urge, gF/.6 g. war kurg aie Golmetscher. bücher der Planimetrie, der Stereometrie der Trigonometrie und der Allgemeinen Arithmetik.(Mitarbeiter Vlo#. Dr. Focke 1) 1868—1917. 2. Naturgeschichtliche Lehrbücher a) für den ersten Unterricht: Der Mensch und das Tierreich, das Pflanzenreich= das Mineralreich: d) für den höheren Unterricht: Lehrbücher der Zoologie, der Botanik, der Mineralogie(Mitarbeiter Prof. Dr. H. Landois t) 1877—1912. Die mathematischen und naturgeschichtlichen Lehrbücher haben zusammen bis jetzt über 100 Auflagen erlebt. Außerdem sind zu nennen: 1. Geschichte der Münsterischen Normalschule 1894. 2. Das Dumme Ding und unsere Sinne. 2. Aufl. 1912. Es ist bestimmt für jedermann und stellt ein gemeinnützliches, sozialpädagogisches Büchlein dar. 3. Bilder aus Annette von Drostes Leben und Dichtung.— Dazu kommen noch viele Aufsätze und Abhandlungen über verschiedene, meist wissenschaftliche Gegenstände. Neben seiner reichen schriftstellerischen und Berufstätigkeit fand Kraß aber auch noch Zeit, sich einer der schönen Künste, der Musik, zu widmen, deren eifrige Pflege er sich im Musikverein angelegen sein ließ. Seit November 1859 wirkte er längere Jahre im Chor des Musikvereins, dem er bald als ordentliches Mitglied beitrat. Herbst 1874 wurde Kraß Mitglied des Vorstandes, dem er mit kurzer Unterbrechung bis heute angehört. Aus Anlaß seiner mehr als 25jährigen Zugehörigkeit zum Vorstande wurde er im Jahre 1902 zum Ehrenmitglied des Vereins ernannt. Seine Stellung im Vorstand behielt er jedoch bei, so daß er heute auf eine fast 43jährige Tätigkeit im Vorstande des Musikvereins zurückblicken kann. Das zeugt von einer Anhänglichkeit und Treue, die auch bei dieser Gelegenheit nicht lobend genug hervorgehoben werden kann. Des weiteren sehen wir Dr. Kraß seit einer Reihe von Jahren bis auf den heutigen Tag im Vorstand des Verschönerungsvereins und bis vor einigen Jahren auch in der mathematisch=physikalisch=chemischen Sektion des Westf. Provinzialvereins für Wissenschaft und Kunst. An der Seite seiner in der sozialen Frauenbewegung als Vorsitzende des Kathol. Frauenbundes weit über Münster hinaus bekannt gewordenen hochgeschätzten Gattin verlebt Schulrat, zweimaligen hczen Urlaub. Er war zuerst als Tolmetscht, dann als Konsul an verschiedenen Orten tätig: nach der wesetzung des Kiautschou=Gebietes wurde ihm dort die Regelung der Grundbesitzverhältnisse übertragen. Im Auftrage des Reichsmarineamts wurde er 1898 Kommissar des Kiautschougebietes. Zu den Fragen, die seine Fürsorge hauptsächlich in Anspruch nahmen, gehörte u. a. die Pflege der Beziehungen zu der chinesischen Beamtenschaft, der Provinz Schantung, die Stellung der einheimischen Bevölkerung und die Förderung und Erleichterung des Handels in seinen mannigfachen Verzweigungen. Besondere Aufmerksamkeit erforderte auch die Anbahnung eines geordneten Schulwesens für Chinesen, die seine Krönung in der Tsingtauer Hochschule fand. Seitdem Herr Schrameier krankheitshalber im Jahre 1910 genötigt war, seine amtliche Stellung aufzugeben, suchte er das Verständnis und Interesse für chinesische Verhältnisse in Deutschland zu vertiefen. Im Auftrage des deutsch=chinesischen Verbandes giebt er eine Zeitschrift, das„China=Archir". heraus. Der Vortrag wird gerade im Augenblick, da sich in China neue Strömungen entwickeln, von besonderem Interesse E Umrechnungskurs. Vom 7. März 1917 ab ist der Umrechnungskurs auf den deutschen Eisenbahnen wie folgt festgestellt: 1. Im Verkehr mit der Schweiz: Erhebungskurs 1 Fr.= 120 Pfg., Zahlungskurs 1 Fr.= 118 Pfg. 2. Im außerschweizerischen Frankenverkehr(Rumänien usw.) 1 Fr. = 106,8 Pfg. Erhebungskurs und 1 Fr.= 104.8 Pfg. Zahlungskurs. 3. Im Verlehr mit Österreich=Ungarn, Erhebungskurs 1 Krone= 65,5 Pfg., Zahlungskurs 1 Krone = 63,5 Pfg. □ Pakete für Kriegsgefangene in Frankreich über die Schweiz. Auf Wunsch der Schweizer Behörden kann von jetzt ab leider nur noch ein Postpaket im Monat durch die„Hilfe für kriegsgefangene Deutsche“ an ein und denselben Gefangenen aus Schweizer Beständen gesandt werden. Die Angehörigen von Gefangenen wollen sich also untereinander über die Absendung von Paketen verständigen und aus den verfügbaren Paketen solche aussuchen, die die Gefangenen jedeseich' sorgen. über die neuerdings zur geistiger und körverlicher Frische seinen Lebensabend: dem mal, möglichst reichtich versorgen. über die neuerdings, zur Herrn Jubilar, der sich wegen seines außerordentlich liebens=I Versendung kommenden Pakete erteilt die„Hilfe für kriegsee. gp: e Greisen der Bürgerschaft gefangene Deutsche“ Auskunst, für Westfalen im Regierungsbezirk Arnsberg die in Dortmund, in den Regierungsbezirken wurdigen Wesens in weitesten vereisen der Bürgerschaft Verein mit seinen zahtricherecHtesange Jahre in gewohner Frische und Zufrichenbeit sein Ouum eum digntate genießen möge. Aus dem Militär=Wochenvlatt. Befördert: zum Oberleutnant: m Altenburg, Lt. d. Res.(Recklinghausen) des Feldart.=Regts. Nr. 67, jetzt im Regiment: zu Lentnants der Reserve: die Vizefeldwebel Westrick(Münster) der Pioniere, Dierkes(Coesfeld) der Fußartillerie,* Hautkappe (Recklinghausen] des Kraftfahrer=Bataillons; zum Leutnant der Landwehr-Infanterie 2. Aufg.:* Kleist, Vizefeldwebel (Münster). Aus dem Amtsblatt. Dem Regierungsrat Tilmann hierselbst ist der Charakter als Geheimer Regierungsrat verMeines Großvaters Regenschirm. Eine Jugenderinnerung. Von F. Schrönghamer=Heimdal. Heute sehe ich ihn noch hängen, meines Ahndl's großmächtigen, altväterischen Regenschirm droben in der Bodenstube über dem Getreidespeicher, wo mehr so altes Grümpel herumlag oder im Weg stand. Aber dieser Schirm, der trotz seines mir unbekannten, aber jedenfalls sehr ehrwürdigen Alters noch„wie neu" war, genoß eine Ausnahmestellung. Er hing allein für sich, hoch über dem andern Gerümpel an einem Balkenhaken. Nicht einmal Spinnenweben konnten sich daran festsetzen; denn der Wind, der bei offenem Fenster durch die Stube strich, vereitelte alle diesbezüglichen Absichten unserer zahlreichen und„bodensändigen“ Spinnen. I. W cr. Oft, wenn ich in die Bodenkammer, die auch Brorstube war, um einen Laib geschickt wurde, betrachtete ich mir diesen ehrwürdigen Schirm, ohne eine Ahnung davon zu haben, wie „aktuell“ er für mich noch werden sollte. Zunächst konnte ich feststellen, daß sich der Schirm meines Ahnherrn von den andern Schirmen, wie sie damals im Gebrauch waren, ganz wesentlich unterschied. Während die Schirme der Dörfler zierlich, handlich und halbseiden waren, ging meines Großvaters Regendach im Ausmaß weit über Lebensgröße hinaus, war also im Verhältnis zu den andern eine Art Monumentalschirm, unter dem eine ganze Familie Platz hatte. Der Schirmstock war massig, derb und fest und aus Eschenholz, aus dem unsere germanischen Vorfahren ihre Lanzenschäfte schnitten zu einer Zeit, als es in Deutschland noch keine Regenschirme gab. Woraus erhellt, daß sein Erzeuger ein Mann von soliden und handfesten Grundsätzen war. An Stelle des überzuges aus schwarzer, seiner, durchsichtiger Halbseide wies mein großväterliches Regendach einen linnenartigen Spannstoff von himmelblauer Farbe auf, der nicht an zierlichen Eisenstäbchen, sondern an fingerdicken„spanischen Röhrlein" befestigt war— wobei der Ton auf„befestigt" liegt: denn ich habe einmal versucht, mir so ein spanisches Röhrlein herauszureißen, aber meine Mühe war vergeblich. Mit einer heimlichen Probe, die ich vergleichsweise mit dem Schirm meiner Schwester anstellte, hatte ich mehr Glück: da gelang es auf den ersten Anriß. Da es meine Schwester nicht für geraten fand, angesichts des Schadens einen bestimmten, naheliegenden Verdacht zu äußern— denn hinter unserer Hollerstaude wuchsen Brennesseln genug, die man jemand Mißliebigen ins Bett legen konnte—. schimpfte sie das„Gelump“, das nichts aushalte, und lag der Mutter betreff eines neuen Schirmes in den Ohren, eines Passepartouts, den man auch als Sonnenschirm gebrauchen könnte.„„ E Rum Ich aber ahnte damals schon die Summe der Vatertugenden, deren beredter Ausdruck mir der allen„ungünstigen Einflüssen“ troßende Schirm meines Ahnherrn war: Zähes FestMinden und Münster die in Münster i.., Alte Universität. c' Mitteilungen der städtischen Bekleidungsstelle. Nach der Bekanntmachung der Reichsbekleidungsstelle vom 28. 12. 16. haben Schuhwarenhändler und Schuhmacher, die fertige Vorräte haben, zugleich mit der Bestandsauf nah me, vom Beginn des 12. 3. 1917 ein Lagerbuch zu führen, in welches der am Beginn dieses Tages vorhandene Bestand an Schuhwaren, ferner die nach Beginn dieses Tages eintreffenden Zugänge sowie die entstehenden Abgänge an die Verbraucher nach den in der Bestandsaufnahme angegebenen Warengattungen einzutragen sind. Am Ende eines jeden Monats ist das Lagerbuch abzuschließen und der Zugang und Abgang des verflossenen Monats nebst dem verbleibenden Bestand bis zum 5. des nächsten Monats ab Raestrup=Everswinkel.17, ab Klauenberg.28, an Warendorf 2,.87. T 394(3. u. 4. Kl.) ab Warendorf.43, ab Klauenberg.52, ab Raestrup=Everswinkel.03, ab Telgte .18, ab Jägerhaus.25. ab Handorf.32, ab St. Mauritz .39. an Münster.48 Uhr. () Maul= und Klauenseuche. Nach Feststellung des beamteten Tierarztes ist unter dem Rindviehbestande des Gärtners Bernard Fertmann. Münster, Weseler Straße 113. die Maul= und Klauenseuche ausgebrochen. über das genannte Gehöft ist die Sperre angeordnet worden. = Theater des Konservatoriums der Musik. Heute, Sonntag, abends 7½ Uhr, findet im Zoologischen Garten die Wiederholung der so beifällig aufgenommenen Oper „Martha“ von Friedrich v. Flotow statt, in der die erste Altistin des Essener Stadttheaters, Frl. Frevda von Fangh, und Herr Gerhardy Kertz gastieren werden. Der kath. abstinente Frauenbund hält am heutigen Sonntag im großen Saale des Arbeiterhauses, Schillerstraße, seine Generalversammlung ab, die mit einem Vortrage und einer Aufführung verbunden ist. Der Anfang ist punkt 4 Uhr angesetzt. Alle Mitglieder des Vereins. sowie alle Frauen und Jungfrauen der hiesigen Ortsgruppen sind freundlichst eingeladen. Auch Nichtmitglieder sind herzlich willkommen. Kirchenkonzert. Auf das heute abend 8 Uhr in der Erlöserkirche stattfindende Konzert des Vietorschen Frauenquartetts aus Bremen sei nochmals hingewiesen. ( Hausfrauenverein. Dienstag, den 13. März, ist Harsewinkelgasse(Volksspeisehaus) nachmittags von—½46 Uhr Abgabe von Waren an Mitglieder. Vom Standesamt. Sterbefälle: März 8. Berufslose Elisabeth Kabo 47 J.— 9. Kürschner Emanuel Latussek 70 J.— Frau Katharina Ottmann geb. Friehe 31 J.— 10. Wirt Gustav Illner 30 J. und Verbraucher. Der Krieg ist eine furchtbar ernste Sache, und das Schicksal jedes einzelnen ist mit dem der Gesamtheit so eng verknüpft, daß niemand dem zu entgehen vermag. Darum gemeinsame Sorge, gemeinsames Verantwortungsgefühl! Hergeben, was der Einzelne nicht unbedingt für sich selber gebraucht, damit die anderen nicht Not leiden müssen, nicht mehr an Lebensmitteln verzehren, als notwendig ist! Noch so reich ausgestattete Hamsterkammern nützen nichts, wenn in breiten Schichten der Bevölkerung Mangel herrscht, dem nicht abgeholfen werden kann. Nur, wenn wir der Größe der Verantwortung, die auf jedem einzelnen Volksgenossen ruht, uns allezeit bewußt bleiben und danach handeln, können wir sicher sein, siegreich durchzuhalten bis zum Ende. Aus den Provinzen. Burgsteinfurt, 10. März.[Auszeichnung.) Amtsgerichtsrat a.., Geh. Justizrat. Daltrop wie der„Reichsanzeiger“ meldet, der Kgl. Kronenorden dritter Klasse verliehen. Ohopsten, 9. März.(Hindenburg=Spende.) Eine hier abgehaltene Sammlung von Speck und Fleischwaren zum Besten der Schwerstarbeiter ergab 1050 Pfund, die dem Amte Herten überwiesen wurden. Oelde. 10. März.(Das Ende der dicken Fichte.) Der Holzverkauf im Geisterholz brachte einen beveutenven Erlös, der fast das dreifache der Taxe betrug. Von besonderem Interesse ist der Verkauf der sogenannten„dicken Fichte“ in der Nähe des Hauses Geist. Diese„dicke Fichte“ ist zunächst wie alle Fichten in hiesiger Gegend dadurch bemerkenswert, daß sie keine Fichte ist, sondern eine Kiefer oder Föhre; dann aber hauptsächlich dadurch, daß sie einer der höchsten Bäume Westfalens ist. Sie mißt, wenn wir nicht irren, 107 Fuß. Der nutzbare Stamm ist 20 Meter lang und hat einen Durchmesser von 60 cm. Der Baum wurde An unsere Feldpostbezieher! Wir machen wiederholt darauf aufmerksam, daß der Feldpost-Versand durch das Kalserliche Pestamt bewirkt wird. Bestellungen und Zahlungen, sowie Meldangen geünderter Anecheiten oder über unregelmäßigen Eingang einzelner Nummern bitten wir deshalb auch nur an die — zuständigen Feldpostämter— zu richten. Angehörige der im Feide siehenden Boldaten können nach wie vor die Neubestellungen bei jedem Heimets-Postamt bewirken. Verlag des Münsterischen Anzelgere und Volkszeitung. von Herrn E. Renfert in Beckum für 518 Mk. erstanden. Die Kieser war der Axt verfallen, da sie trotz sorgfältiger Pflege abzusterben drohte.(Glocke.) X Herten, 10. März.[Die Medizinflasche.) Das 2¾ jährige Töchterchen einer Kriegerwitwe trank in einem unbewachten Augenblick von der für die ältere Schwester bestimmten Medizin. Bevor ärztliche Hilfe zur Stelle war, war das Kind gestorben. ∆ Hagen, 9. März.[Die Stadtverordneten) beschlossen die Errichtung einer Halle für den Gemüsemarkt. Diese Halle wird aus den Überschüssen des Großgemüsemarktes mit einem Kostenaufwand von 25000 Mk. errichtet. Der vom Oberbürgermeister gestellte Antrag, die goldene Amtskette, die 1800 Mk. gekostet hat und 600 Mk. Goldwert hat, dem Golbankauf zuzuführen, wurde angenommen. &ap Siegen, 9. März.(Drei Unglücksfälle mit tödlichem Ausgange an einem Tage.) Auf einer Grube kam der 11jährige Sohn der Witwe Roth der Trommel eines Sciltrieb werkes zu nahe. Hierbei wurde der Körper des Knaben erfaßt und zermalmt.— Im Bahnhof Wissen geriet eine Schaffnerin aus Nippes, Mutter von mehreren kleinen Kindern. beim Aufspringen auf den Zug unter diesen und wurde getötet.— Auf der Grube St. Andreas wurde ein Arbeiter durch niedergehende Gesteinsmassen verschüttet. Er konnte nur als Leiche geborgen werden. Sport. ( Münster, 11. März. Die Wettspiele um die Fußball=Kriegsmeisterschaft, die infolge schlechten Wetters eine längere Unterbrechung erfuhren, nehmen heute ihren Fortgang: Auf dem Preußensportplatz(Hammerstraße) 4½ Uhr: Preußens I gegen Hohenstaufens I: Olympiasport= platz(Feldschlößchen): Olympias II gegen Borussia=Rheine II. halten am Althergebrachten, solider, treuer Sinn, Einfachheit, Biederkeit und urwüchsiges Wesen in allem. Ich hatte Ehrfurcht vor diesem Regendach, das mir eine entschwundene Biederzeit verkörperte. Aber ich dachte nicht im geringsten daran, daß ich selbst einmal Träger dieses Schirmes und der Ideen werden sollte, als deren erhabenes Sinnbild er mir galt. Und das kam so: Ich hatte mit„modernen“ Schirmen kein Glück und sie noch weniger mit mir. Auch lebte das Blut und der Geist von handfesten Ahnen in mir, die sich nichts gefallen lassen und jede Unbill auf der Stelle rächen. Auch war der Schulweg ziemlich weit, der Dorfbuben aber viele, die diesen Weg alltäglich zurückzulegen hatten. Die Griffelbüchsen und Schultafeln waren leider auch noch nicht von jener Festigkeit, die ein Schulbube mit Recht an eine Angriffs= oder Verteidigungswaffe stellen kann. Diese Eigenschaften mußte man leider auch an den damals schon üblichen Regenschirmen vermissen, obwohl meine Angehörigen immer gütig genug waren, mir mit einem ganzen Schirm auszuhelfen, wenn den meinen wieder einmal„der Sturm umgestülpt“ hatte. Aber der Stürme gab es damals in einem besonders regenreichen Jahre so viele, daß eines Tages im ganzen Hause kein ganzer Schirm mehr zu finden war. Meine Schwestern sagten zwar„der Lausbub“, aber mein Vater wußte Rat; er versprach mir einen Schirm, der gegen alle Winde gefeit sei. Als er mit dem Schirm anrückte, sagte meine Mutter:„Ja, das ist der rechte!“ Und meine Schwestern lachten das triumphierende Lachen der Schadenfreude und des Hohnes, das sich einem besiegten Gegner, der nur der„höheren Gewalt“ sich unterwirft, auf immerdar in s Herz frißt. Aber das Lachen daheim,„im engeren Kreise“, wäre mir schließlich noch erträglich gewesen; denn gegen solch ein Hohnlachen gibt es allerhand nachträgliche Gegenmittel, daß ich aber mit dem Schirm von der Bodenkammer, der mich um Griffeslänge überragte, den Schulweg antreten und mich auch noch dem unausbleiblichen Gelächter meiner Kameraden aussetzen sollte, solch ein Ansinnen war ein feindseliger Akt, eine Preisgabe, die mein Ehrgefühl um so tiefer verletzte, als sie von den nächsten Blutsverwandten ausging und mit einstimmigem Hohne von allen gutgeheißen wurde. Eine Widerrede gab es nicht. In den Augen meines Vaters sah ich jenes seltsame, mir sattsam bekannte Leuchten, vor dem es nur unbedingte Unterverfung gab.„. g6 zem zat fumm Als ich den Schirm in Handen hatte und schon halb unter der Türe stand, wurden mir seine Vorzüge noch einmal in allen Tonarten gerühmt; aber ich wußte schon, daß diese Anpreisung seiner lobenswerten Eigenschaften wieder nichts anderes war als blutiger Hohn auf mich selbst. Dieser Hohn erreichte seinen Höhepunkt, als sich die ganze Familie nach meinen Weggange unter der Haustüre versammelte und mir nachblickte, als ginge ich weiß Gott wie weit in die Welt. Gesehen habe ich sie zwar nicht, weil es mein Charakter nicht erlaubte, mich umzusehen, aber gehört habe ich sie desto deutlicher. Aber das befestigte und bestärkte mich nur noch mehr in einem heimlich gefaßten Entschluß... Richts in der Welt ist von ewiger Dauer. Auch das Gespött und Gelächter meiner Dorfkameraden, das ich ganz gelassen über mich ergehen ließ, nahm ein Ende. In der Not frißt der Teufel Fliegen; aber ich tat noch klüger, denn ich machte aus der Not eine Tugend und pries nun meinen Schulkameraden gegenüber die unvergleichlichen Vorzüge meines Schirmes. Die lautesten Lacher und Schreier merkte ich mir aber doch und einen Haselnußstecken dazu, der mir im Vorbeigehen an einer Hecke besonders in die Augen stach. Da ich mich fügte und von meinen Plänen vorläufig nichts verkauten ließ,verlief dieser Tag als einer der ruhigsten meines Lebens. Das Aufbäumen gegen das unabwendbare Schicksal hätte mir auch nichts gefruchtet; im Gegenteil, ich wäre dadurch nur mancher zukünftigen Freude und Genugtuung verlustig gegangen, die ich als wohlverdienten Entgelt für die Schmach dieser Stunden einzuheimsen hoffte. Nichts auf der Welt ist von ewiger Dauer. Alles von Menschenhand Geschaffene unterliegt früher oder später sichtbaren oder unsichtbaren Einflüssen. Nicht einmal der Schirm meines Ahnherrn widerstand auf die Dauer derartigen Schicksalen. Er hing längst wieder an seinem Haken in der Bodenkammer, aber nicht mehr so straff und stramm wie einst, da die spanischen Röhrlein noch die himmelblaue Hülle hielten und spannten. Diese Röhrlein waren eines Tages auf ungeklärte Weise abhanden gekommen. Daß sie fehlten und daß das Regendach dadurch für ewige Zeiten gebrauchsunfähig war, wußten bald alle im Hause; über das„wie“ ließen sich natürlich nur Vermutungen anstellen. Selbstverständlich fiel der Verdacht wie gewöhnlich sofort auf mich. Aber es muß anerkannt werden, daß mir meine Angehörige damals die meinem jeweiligen Befinden entsprechende Rücksicht und Schonung angedeihen ließen. Ich hatte es nämlich damals häufig mit Kopf und Magen zu tun, was namentlich meine gute Mutter mit Mitleid für mich erfüllte. Erbrechen und Schwindelanfälle waren damals bei mir an der Tagesordnung. Mich dauerte meine Mutter, weil all ihre Fürsorge um ihren„Liebling“ umsonst war. Alle Umschläge gegen meine„Schwindel“ waren umsonst. Man dachte schon daran, den Doktor zu verständigen, wenn er wieder einmal im Dorfe zu tun hätte. Das kam zwar im Jahre nur ein= oder zweimal vor, aber für mich war es insofern bemerkenswert, als ich in so jungen Jahren schon mit einem so hochgelehrten und angesehenen Herrn wie einem Doktor in Verbindung gebracht werden sollte. Ich wußte damals von den Doktoren nur, daß eins aus dem Hause stard, wo sich vorher einer hatte sehen lassen. Und ich wäre wirklich sehr begierig gewesen, was er zu meinen„Fall“ gesagt hätte. Leider wurde mir dieses Vergnügen durch unsere Nachbarin gründlich verdorben. Denn eines Tages, als ich gerade wieder meine Zustände, Erbrechen und fürchterliche Schwindelanfälle, hatte, kam sie hereingeschneit und mir wurde bei ihrem Anblick noch schlechter als mir ohnedies schon war. Als sie mein Schlechtsein sah, sagte sie, das hat ihr Xaverl auch, aber noch schlimmer, denn ihr Kaverl wäre nicht so fest auf der Brust wie ich. Handel und Industrie. Viehmärkte. * Burgsteinfurt, 9. März. Der heute hier abgehaltene Viehmarkt war der schlechten Witterung und der Glätte halber nur schwach besucht. Pferde kosteten 1. Sorte 2500—3600 Mk., 2. Sorte 1600—2200 Mk., junge kosteten 1800—2400 Mk. Kübe kosteten 800—1100 Wg.„Rinder 500—750 Mk. Tragende Schweine kosteten 180—250 Mk. Ferkel wurden mit.50—.00 Mk. pro Alterswoche bezahlt. Es waren angetrieben 27 Pferde, 70 Stück Rindvieh und Schweine und Ferkel. Der nächste Markt findet am 23. Mürm koll. Von der Berliner Börse. Berlin, 10. März(WTB.). Unter dem Eindruck von Wilsons beabsichtigter Bewaffnung der Handelsschiffe setzte der freie Börsenverkehr anfangs in schwächerer Verfassung ein, doch konnten sich die Kurse später allgemein gut behaupten. Mit Ausnahme von Schiffahrtsaktien, die weiter abbröckelten. Das Geschäft war allgemein still. Die gute Widerstandskraft, die sich später in ziemlich allgemeinen Kurserhöhungen ausprägte, stützte sich auch auf die bemerkenswerte feste Haltung einiger Nebenwerte, wie Auer, Sachsenwerk und andere. Der Rentenmarkt blieb fest bei kleinem Geschäft. 72 escet Der Produktenverkehr beschloß die Woche in der gewohnten Stille. Vom Futtermittelmarkt war über Umsätze kaum etwas zu berichten. Am Saatenmarkt bestand Nachfrage für alle Arten von Saatgetreide und es kam auch manches Geschäft zu den vorgeschriebenen Bedingungen zustande. Die Tendenz für Seradella ist eher etwas fester geworden, die Preise sind aber noch recht unregelmäßig. Für Industriehafer halten sich Angebot und Nachfrage ungefähr die Wage. Hauptredakteur Rudolf Strietholt.— Es verantworten: den redaktio nellen Teil Paul Koene, die Reklamen und Inserate Auton Busch, alle in Münster.— Druck und Verlag der Aschendorffschen Buchhandlung in Münster. Meine Leute, die gerade beim Essen saßen, schauten, was dieser unerwartete Besuch zu bedeuten hätte. Mein Vater warf mir schon einen vielsagenden Blick zu. Hoffentlich, dachte ich, hat das Weib so viel Anstand und verdirbt meinen Leuten, denen ich jetzt immer so erbarmte, den Appetit nicht. Aber leider täuschte ich mich in dieser Erwartung und sie sagte es gerade heraus, daß ich ihren Xaverl zum spanischen Röhrlrauchen verführt hätte. „Hat der Mensch wirklich so wenig Charakter," dachte ich, „unser schönes Geheimnis preiszugeben!“ Und ich schwor mir, nie mehr jemand in meine Angelegenheiten einzuweihen. „Ja,“ sagte die Nachbarin,„mein Xaverl hat mir alles Ein verächtlicher Blick von mir will sie zwar von vornherein Lügen strafen, aber sie ist schon dabei, meinen Leuten alles preiszugeben, was ihr ihr Xaverl, der Feigling und Verräter, anvertraut hatte: unsern„Rauchklub" im Backofenloch und die spanischen Röhrl, die ich allerdings in weiser Voraussicht schon sämtlich als„Zigarren“ zurechtgeschnitten hatte, so daß sie für andere Zwecke, hauptsächlich pädagogische, nicht mehr in Frage kommen konnten. Eine„Ortsbesichtigung", die unter Führung der Nachbarin von meinen sämtlichen Familienangehörigen auf der Stelle vorgenommen wurde, ergab allerdings die Richtigkeit ihrer Behauptung. Sie fanden in einer Nische im Backofenloch ein wohlassortiertes Lager von ganzen und halbgerauchten spanischen Röhrlzigarren, die mich notwendigerweise überführen mußten. Aber nachdem die Sache nur durch gemeinen Verrat aufgedeckt wurde, ergab ich mich stolz in mein Schicksal. Mein Vater machte die Sache kurz und gut. Er hatte eine starke Hand und ich eine entsprechende Körperfläche dafür; und so spielten wir zusammen wieder einmal„Schmied und Ambos“, wohei ihn meine andern Angehörigen heftig ermunterten. Es tat mir recht leid, daß ich mir damals kein ganzes spanisches Röhrlein aufbewahrt hatte; denn ich hätte noch eins gut gebrauchen können. Aber bis zu der Haselgerte in der Schulweghecke war auch nicht weit. Und so ist der Weltgerechtigkeit auch im andern Teile noch Genüge geschehen, indem ich bei passender Gelegenheit dem Xaverl mit der schwachen Brust zeigte, wie man vermittels einer Haselgerte den Hupfauf tanzt. Aber diesmal hat er seiner Mutter nichts mehr gesagt davon. Solche erschütternde Folgen kann es haben, wenn man ehrwürdige Kulturdenkmäler einer Biederzeit, wie großväterliche Regendächer, zu prosanen Zwecken mißbraucht. Man soll das Alte an seinem Platze lassen und ehren, indem man den Geist in sich aufnimmt, der aus ihm atmet. Alles andere führt zu unglücklichen Weiterungen, besonders wenn alle Beteiligten folgerichtig verfahren; und zum Schlusse muß es immer ein„Xaverl“ entgelten, was andere in bester Absicht angerichtet. 9 0 9 11 3 9 2 der deutschsprachigen Presse.V. * Zur Kemamen * empfehle mein grosses Lager Weissen Kkeiderk MNRRRRRRRRRRRRRARRRRRR aus Wolle und Waschstoffen, kleidsame hübsche Macharten zu billigen Preisen. Koch= u. 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Frl. Frieda Heuriel(Alt). Leitung und Orgel: Herr Otto Vieter. Elntrittskarten zu 50 Pfennig sind zu haben bei Obertüschen und Vendel, Ludgeristr., Kneer und Bisping, Prinzipalmarkt; am Konzerttage von 7 Uhr an im Hotel Monepel, Eingang Eisenbahnstraße. sa Täglich Künstler-Konzerte nachm, 3¼ Uhr und abends 4 S 1158 4# e ausgetührt vom ##% Salon-Orchester L. Sverdloff ehem. Konzertmeister der Hotoper Konstantinopel. Feios Schreibsenge Schretbloch-Kriahal M. LOWENSTENN Ladstenr.. Kommanikunten und Kohmhhanden — in guten blauen und schwarzen Qualitäten!— In ein- und zweireihigen eleganten Formen! In grösster und schönster Auswahl! Mk. 20.00 25.00 30.00 35.00 40.00 45.00 50.00 55.00 60.00 65.0 Preis: in eincbenferchose ir Danen Münster 1.., Alter Steinweg 30( von Dr. A. Moormann, staatlich approbierte Nahrungsmittelchem. Privatwohnung Michaelisplatz—2 I, Telephon 1152. Beginn dessnächsten Jahreskursus 3. April 1917. 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März 1917, vormittags 8½ Uhr in der Herz=Jesu=Kirche; die Beerdigung um 9 Uhr vom Sterbehause Schillerstr. 54 aus, wozu freundlichst eingeladen wird Für den auf dem Felde der Ehre gefallenen Kabinettsrat Dr. Aistermann Leutnant d. R. finden Jahresseelenmessen Montag, den 12. März, morgens von 6 bis 8 Uhr in der Franziskanerklosterkirche statt, wozu freundlichst eingeladen wird. SchulTornister Taschen Mappen Federetuis Engelhard& Co. Münster Ludgeristr. 110 Berlin. Nach langen, schweren Leiden verstarb am 9. März der Kürschner Herr Emanuel Latusek. Der Heimgegangene war 15 Jahre in meinem Geschäft tätig und hat sich durch sein ruhiges, freundliches Wesen bei mir und allen Mitarbeitern ein gutes, dauerndes Angedenken gesichert. A. Mittendorfl. Das Sechswochen=Seelenamt für den auf dem Felde der Ehre gefallenen Einjährigen Gefreiten W. Volke findet Montag, den 12. März 1917 morgens 9 Uhr, in der St. Martini=Pfarrkirche statt, wozu Verwandte und Bekannte freundlichst eingeladen werden. Das Gechswochen=Seelenamt für den auf dem Felde der Ehre gefallenen Drag nr Hermann Fischer findet statt Montag, den 12. März, morgens 8 Uhr in der Liebfrauenkirche, wozu Verwandte und Bekannte freundlichst eingelnden werden. Unmmmm Weich schönes Geschenk #ir unsere#ichns'im Felde Smmmes an die heilige Kommunion für unsere Liepen im Feide Wmmmmm. an die heiige ist eine Fotografie oder ein Gruppenbild mmammmmmmmmmn Welich schöne Erinnerung Das Jahres=Seelenamt gefallenen für den auf dem in all. Größen wieder vorrätig. H. Poetter Hchl., Verspoel 10/17. az findet statt Dienstag zuer=Klrche, woge ## miggen freundlichst aus dem Fotografischen Atelier„Germania gi Täglich goöffnet von wernens R Uhhr Bahnhofstrasse 2 über Café Wagner.: Fahrstuhl. Simn Taglien goohlter von morgens 8 Uhr bis abende 7 Uhr. 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Ludgeristraße 113. Das Jahres=Seelenamt für die verstordene Frau Witwe Riehoff Franziska geb. Erwig findet Montag, den 12. März, morgens 9 Uhr in der Ludgerikirche statt. 1 der deutschsprachigen Presse.V. Ilter Steinweg 1 An der Lambertikirche zeigen ihre neuesten Frühjahrs-Todelle U Serhhanß Mrelent Sehdcheristentt Urid- Seserichterdchtent Gründlicher PrivatUnterricht an Damen u. Herren in Schönschreiben, Stenographie, Maschinenschreiben, Buchführung, Rechnen sowie sämtlichen Handelssächern. W. Aotrupf früherer Leiter verschied. Handelsschulen, mehr als zehnjähr. Unterrichtspraxis. — Hüfferstraße 24 II,— Salestrage 1— Mätz ab „rage 56 UI. Tanzkursus mit Anstands= und Bewegungslehre. Weitere Meld. erbeten. Im Interesse der Schulziele wieder„Ferienkursus". Sprechzeit—2 u.—8 Uhr. Hochachtend Marta Angeroth, Königl. Tänzerin a.., Kettelerstr. 58, pt. Zohnprarte Oris-Holl Salzstraße 24 II. Meinen werten Patienten zur gefl. 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März 5½ Aula des Realgymnasiums MoAZUrO Heinrich Graf von Wesdehlen(Klavier), Martin Weber, Münster(Violine), Blüthner-Flügel aus dem Bispingschen Plano-Haus. Karten zu.10,.20,.30 bei Bispingsche " Musikalienhandlung. Beutsche Roionlalgeschschaft Abteilung Münster. -- Vortrag- des Geh. Admiralitätsrats Dr. Schrameter aus Berlin über „Deutschland und England in China“ Mittwoch, den 14. März, 8 Uhr Im Auditorlum masimum der Unlveraität. Eintritt für Mitglieder frei, für Nichtmitglieder 30 21g. Das Sechswochen=Seelenamt für die verstorbene Frau Peter Schleiter Anna geb. Röhl findet statt Montag, den 12. März, morgens 9 Uhr in der St. Agidii=Pfarrkirche, wozu Verwandte und Bekannte hierdurch freundlichst eingeladen werden. Das Jahres=Seelenamt für die verstorbene Fraa Wwe. Elisabeth Humberg findet statt Dienstag, den den 13. März, morgens 8 Uhr in der Herz=Jesu=Kirche, wozu Verwandte und Bekannte freundlichst eingeladen werden. Die Beerdigung findet statt Dienstag, 13. März, morgens 8½ Uhr, vom Franziskus=Hospital aus, gleich darauf das feierliche Seelenamt in der St. Mauritz=Pfarrkirche. Statt jeder besonderen Anzeige. Gott dem Herrn hat es nach seinem unerforschlichen Ratschlusse gefallen, unsern lieben Freund Emil Latussek im Alter von 72 Jahren in die Ewigkeit abzurufen. Er starb nach langer Krankheit, versehen mit den hl. Sakramenten, geduldig und gottergeben im Herrn. Münster i.., den 10. März 1917. Die Beerdigung findet statt Montag, den 12. März, nachmittags 3½ Uhr von der Leichenhalle, Loerstraße; das feierliche Hochamt um 8 Uhr in der St. LudgeriPfarrkirche. Um das letzte Geleit und ein andächtiges Gebet bitten: Seine alten Freunde. Am 9. März starb nach langen, schweren Leiden der Kürschner Horr Eman.Latussck. Wir verlieren an ihm einen pflichttreuen Mitarbeiter und liebenswürdigen Kollegen. Wir werden sein Andenken stets in Ehren halten. Die Angestellten der Pelzwaren-Fabrik A. Mittendert. 4