der deutschsprachigen Presse e.V. Hechalichnr n Müchen min berr in ins Haus gebracht 2 Blk. 10 Pfg.— auswürts von der Post abgeholt 2 M. 10 Pfg., durch den Driefträger gebracht überall, we mur einmel in Tage Briefbestellung stattfindet, 2 Mek. 38 Pfa. in Orten mit zwei= und mehrmaliger Bestellung 2 Ml. 82 Pfg.— Ausgabe B(mit„Mochenschau“) vierteljährlich 60 Pfg. mehr. Fernspr.: Redaktion u. Verlag Nr. 2445, 3440 u. 9453. Geschäftostelle(Michgelisplatz 6) Nr. 76. Zwei Ausgaber ugig. und Münsterische Volkszeitung. 45909 Womenten. Anzeigen: Der Sisum für dis Anzeigenfpelte, 20 mm breit,R 2mm hoch, 25 Pf.; bei Anzeigen aus dem N.=B#. Münster 20 Pf., aus der Stadt Münster 15 Pf.(für Aktiengesellschaften 2c., Vereine und Behörden 25 Pf.: Reklamen: Der Raum für die Reklamespalte, Vmm breit,„Zmm hoch, 1 Mk.— Für Erfüllung von Platzverschriften wird keine Gewähr, sowie für Drucksehler keine Haftung übernommen. Etwaiger Rabatt gilt als Kassenrabatt u. kann verweigert werden, wenn Zahlung nicht binnen 4 Wochen nach Erhalt der Rechnung erfolgt.— Gebühr für Beilagen nach Gewicht Zweite Ausgabe. Dienstag, 20. Februar 1917. 66. Jahrgang. Nr. 124. Wilsons abwartende Hattung. •1 Aus dem Haag. 20. Febr. Die„Times“ berichten aus Washington: Wilson konferierte am 18. mit den demokratischen Führern im Senat. Das Ergebnis dieser Konferenz unterstützt die Meinung, daß vor dem Auseinandergehen des Kongresses am 9. März Wilson seine Zustimmung für die nötigen Maßregeln zum Schutze des Lebens und des Eigentums von Amerikanern zur See erbitten oder der Kongreß ihn ersuchen wird, einen entsprechenden Entschluß zu fassen. Der Präsident hat bei den Senatoren den Eindruck erweckt, daß er den Zustand zwar noch als äußerst ernst ansieht und jeden Moment eine Katastrophe erwartet. nichtsdestoweniger aber noch andauernd hofft, auf irgend eine Weise den Krieg abwenden zu können. Einer der Gründe, warum Wilson um die Ermächtigung des Konaresses zur Wahrung der amerikanischen Interessen einkommt, ist der Grund. eine außerordentliche Sitzung des Kongresses zu vermeiden. Seine Einberufung würde bei Annahme des jetzigen Vorschlages Wilsons nur im Kriegsfall nötig sein. Wilson wird, nachdem er sich die Unterstützung durch den Kongreß gesichert hat, wie angenommen wird, mit der Bewaffnung der amerikanischen Schiffe beginnen. Darauf sollen deutsche Unterseeboote diese oder die unbewaffneten Schiffe zum Sinken bringen. Die definitive Maßregel durch Befehl an die Flotte bezwecke, den amerikanischen und soweit möglich, den neutralen Handel zur See mit Europa zu schützen. Die meisten Amerikaner erwarten davon ein Zusammenwirken mit der englischen Flotte durch Verlängerung der durch diese geschützten Fahrten bis in oder über den Atlantischen Ozean und die Öffnung aller amerikanischen Häfen für alle alliierten Kriegsschiffe. Inzwischen setzt der Präsident seine Politik geduldigen Abwartens fort und gibt der amerikanischen Flotte Zeit zur Vorbereitung. Ein umfangreicher Ausschuß der Bürgerschaft Washingtons verhandelte bereits über die. industriellen Krieas Organisationen. Die Presse drängt inzwischen die Regierung zum Handeln.„Newyork. World".„Newyork Times" und „New Republic“ vereinigten sich mit den Konservativen im Ausdruck ihrer Betrübnis über das erniedrigende Schauspiel, daß die deutsche Seesperre nun schon 14 Tage die amerikanische Schiffahrt lahmlegte.„Newyork Times“ schreibt: Wir sind jetzt nicht die berrschende Macht auf dem amerikanischen Festlande, Deutschland beherrscht uns als Macht, die uns die Ausnutzung unserer Rechte zur See verboten hat und dieses Verbot mit Taten bekräftigt. Tut man dem Leiter einer Republik Unrecht durch den Hinweis darauf, daß er entschlossen zu sein scheint, uns den Befehlen Berlins zu unterwerfen.„New Republie“ schreibt, Deutschland mache ein zweites und größeres Belaien aus der offenen See. Das ist offenbar und es ist ferner so klar wie der Tag. daß es darum nicht mehr Schandtaten wie die Versenkung der„Lusitania“ herbeiführt, weil sein Terrorismus bereits über jeden Zweifle erhaben ist. Gerard in Paris. Lugano, 19. Febr.(TU.) Briand gab Gerard ein Frühstück, an dem die Botschafter der Ententemächte teilnahmen. Haag. 20. Febr. Drahtlosen Nachrichten zufolge sind die beiden amerikanischen Versuchsdampfer„Rochester" und „Orleans" nunmehr von Newyork nach dem Sverrgebiet abgefahren. Man glaubt, daß sie von den deutschen UBooten unbelästigt bleiben. Eine Bestätigung dieser Nachricht liegt auch diesmal nicht vor. Einhaltung des deutsch=amerikanischen Vertrages. Amsterdam, 18. Febr.(EK.) Das amerikanische Staatsdepartement hat, wie aus Washington gemeldet wird, eine Bekanntmachung veröffentlicht, die das vom schweizerischen Gesandten am 10. Februar überreichte deutsche Protokoll, das sich auf den deutsch-amerikanischen Vertrag bezieht, in kurzen Umrissen wiedergibt. Das Protokoll besagt im wesentlichen folgendes: Die Staatsangehörigen beider Länder, die sich in dem anderen Lande aufhalten, sollen im Falle eines Krieges wie Bürger eines neutralen Staates behandelt werden. Ihr persönliches Eigentum und ihre Freiheit soll unangetastet bleiben. Sie dürfen in dem anderen Lande bleiben, so lange sie dies wünschen, anstatt der im alten Vertrage festgesetzten Periode von neun Monaten. Di Handlsschiffe, die einem der beiden Länder gehören, und sich in Häfen des anderen Landes befinden, sollen nicht gezwungen werden, in See zu gehen, es sei denn, daß ihnen Freigeleit zum Heimathafen gewährt werde. Kapitäne und Mannschaften dieser Handelsdampfer dürfen nicht gefangen gesetzt werden. Reuter fügt hinzu: Obschon der deutsch=amerikanische Vertrag so oft von Deutschland verletzt wurde, daß die Union das Recht hätte, diesen als nicht bestehend zu bezeichnen, werden die Vereinigten Staaten den Inhalt des Vertrages achten.(Der gute Wilson!) Die amerikanische Regierung habe bereits zwei Proklamationen erlassen, in denen garantiert wird, daß im Kriegsfalle deutsche Schiffe oder deutsches Privateigentum von Amerika weder beschlagnahmt noch gebraucht werden sollen. Nach der Ansicht Reuters legt die Regierung in Washington wenig Wert auf Deutschlands Vorschläge, die Agentur fügt aber hinzu, es seien keine Anzeichen vorhanden, die auf eine baldige Aktion schließen lassen. Ein Vermittlungsversuch der Arbeiterschaft Amerikas. Der„Vorwärts“ schreibt in seiner Nummer vom 18. ds.: „Der„Avanti“, das Organ der sozialdemokratischen Partei Italiens, berichtet, daß der Präsident der Ameriean Federation of Labor. Gompers, an den Vorsitzenden der Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands. Legien, ein Telegramm gesandt hat mit der Aufforderung, auf die deutsche Regierung dahin einzuwirken, daß durch den U-Bootkrieg nicht eine Erweiterung des Weltkonfliktes herbeigeführt wird. Die Angabe des„Avanti“ ist richtig. In der Nacht vom 8. zum 9. Februar 1917 hat Legien das folgende Telegramm erhalten: Legien, Berlin. Können Sie nicht auf die deutsche Regierung einwirken, daß ein Bruch mit den Vereinigten Staaten vermieden und hierdurch ein allgemeiner Konflikt verhindert wird? Am 9. Februar ist die folgende Antwort auf das Telegramm an Gompers abgegangen: Gomvers, Afel, Washinzton. Die deutsche Arbeiterklasse hat seit Kriegsbeginn für den Frieden gewirkt und ist gegen jede Kriegserweiterung. Die Ablehnung. des deutschen aufrichtigen Angebots sofortiger Friedensverhandlungen, die Fortsetzung des grausamen Aushungerungskrieges gegen unsere Frauen. Kinder und Greise, des Feindes offen eingestandene auf Deutschlands Vernichtung gerichtete Kriegsziele, haben die Verschärfung des Krieges berausgefordert. Eine Einwirkung meinerseits auf die Regierung ist nur erfolgversprechend, wenn Amerika England zur Einstellung des völkerrechtswidrigen Aushungerungskrieges veranlaßt. Ich appelliere an die amerikanische Arbeiterschaft, sich nicht als Werkzeug der Kriegsbetzer gebrauchen zu lassen und nicht durch Befahren der Kriegszone den Krieg zu erweitern. Die internationale Arbeiterschaft muß unerschütterlich für sofortigen Frieden wirken. Karl Legien. Durch Rückfrage ist festgestellt, daß dieses Telegramm in den Vereinigten Staaten angekommen ist.“ Dem zweijährigen Gedenken an die Winterschlacht in der Thampagne. Hinter dem Riesenringen an der Somme sind die früheren Durchbruchsversuche unserer Feinde im Westen mehr und mehr aus der Erinnerung zurückgetreten. Sie gehören bereits der Geschichte an, die eine gewaltige Tat auf die andere häuft, unter den Begebenheiten des größten aller Kriege. Gleichwohl ist es geboten, das Gedenken an die ersten großen Durchbruchsversuche im Westen aufzufrischen. Auch damals wurde mit außerordentlicher Zähigkeit und Tapferkeit auf unserer Seite unter den allerschwierigsten Bedingungen gerungen. Was zu jener Zeit festgehalten worden ist, kam den späteren Kriegsabschnitten zunutzen. Man vergesse nicht, daß damals der Ausbau der Stellungen noch bei weitem nicht auf der heutigen Höhe gestanden hat. Die tiefen, nach allen Regeln der Kunst eingerichteten Schützengräben, wie wir sie jetzt an der Somme besitzen, bestanden noch nicht. Man wollte nicht recht glauben an die Beständigkeit des Stellungskrieges und behalf sich daher mit einfachen Einrichtungen, die sich nicht wesentlich über die befestigten Stellungen des Feldkrieges erhoben. Die Unterstände boten einem längeren Artilleriefeuer keinen dauernden Widerstand, auch die Deckungs= und Verbindungsgräben standen nicht annähernd auf der Stufe der Vollkommenheit, die inzwischen längst erreicht worden ist. Alle diese Umstände erschwerten unseren Kämpfern die Gegenwehr und machten die Tage der Winterschlacht in der Champagne zu einer Kette sehr prüfungsreicher Leistungen. Die Stellung in der nördlichen Champagne zog sich genau wie heute dicht nördlich an Reims vorbei nach Osten hin über die Höhen von Somme=Po, Tahure, südlich Ripont, südlich Cernay bis Servon an der Aisne, wo sie sich an die Stellungen in den Argonnen anschloß. Die deutsche Front erstreckte sich teils auf dem Kamm südlich der Höhen, teils aber, wie bei Tahure und Ripont, an deren Südhang entlang, was mit Rücksicht auf die Schußfelder nötig war. Die Franzosen stützten sich auf das Truppenlager von Chalons. wo sie vom Frieden her sehr umfangreiche Einrichtungen für die Versammlung und Unterbringung großer Truppenmassen besaßen. Das von Schluchten durchzogene, mit überaus zahlreichen kleinen Waldstücken, Ortschaften und Gehöften besetzte Gelände bot ihnen für den Angriff die nötige Tiefe und eine Reihe vorzüglicher Abschnitte. Die deutsche Stellung auf der genannten Linie wurde nach Zurückverlegung unserer Front von der Marne her Mitte September 1914 eingenommen und leicht befestigt. Der Winter verging unter verhältnismäßig weniger bedeutenden Kämpfen, so daß sich von vorübergehenden Beschießungen und Gefechten abgesehen, ein gewisser Stillstand herausbildete. Gegen Ende Januar 1915 gelang es unseren Brandenburgern, bei Soissons einen glücklichen Vorstoß gegen die Aisne=Übergänge auszuführen, und, wie die Franzosen bereits fürchteten, einen Vorstoß gegen Paris hin einzuleiten. Die Russen schickten sich an, nochmals einen Versuch zum Durchbruch über die Karpathen nach Ungarn und durch Westgalizien gegen Krakau zu machen. Im Artois erneuerten Franzosen und Engländer ihre vergeblichen Angriffe, am Overnkanal fanden ununterbrochene heftige Kämpfe statt. General Joffre, der jetzt zurückgetreten ist, damals aber noch von dem Ruhm der Marneschlachten zehrte, hatte seinen Landsleuten eine große Entscheidung versprochen, die zur Durchbrechung der deutschen Stellungen, ja zur Erlösung Nordfrankreichs führen sollte. Ungeheure Munitionsmassen, die aus Amerika beschafft worden waren, lagen bereit. Schwere Artillerie war in überreichem Maße eingebaut, frische Armeekorps herangeführt. Joffre wählte diejenige Stelle zum Durchbruch, die ihm in bezug auf den Ausbau als eine schwache erschien. Er glaubte sie in der Champagne gefunden zu haben. War der erste Anlauf gelungen, so gedachte er, über Vouziers—Rethel in allgemeiner Richtung auf Sedan durchzustoßen, um die deutschen Verbindungen zu durchbrechn. Der Entwurf war von französischem Standpunkt aus vielleicht nicht schlecht angelegt. Aber er rechnete nicht mit der außerordentlichen Widerstandsfähigkeit unserer Truppen, die auch in der Minderzahl unter den schwierigsten Verhältnissen dem Gewaltstoß ein unbezwingliches Hindernis entgegenzusetzen vermochten. Wir möchten hierzu unsererseits bemerken, daß diese Antwort ebensosehr den Friedenswillen der deutschen Gewerkschaften bezeugt, wie sie ihrem vaterländischen Empfinden Ehre macht. Überreichung einer amerikanischen Denkschrift. Wien, 20. Febr.(WTB.] Meldung des Wiener k. u. k. Korr.=Bur. Der hiesige Botschafter der Vereinigten Staaten von Amerika überreichte heute dem Minister des Außern eine Denkschrift, in der er unter Hinweis auf die Antwort der österreichisch=ungarischen Regierung betr. den„An cona“= und„Persia"=Fall, wonach die österreichisch=ungarische Regierung der Auffassung des Washinatoner Kabinetts.zustimmt, daß feindliche private Schiffe, solange sie nicht flieben oder Widerstand leisten, nicht vernichtet werden dürfen. bevor die Passagiere in Sicherheit gebracht sind, weiter unter Hinweis auf die Mitteilung der österreichisch=ungarischen Regierung vom 31. Januar 1917 über die Bestimmungen des Seesperrgebietes die amerikanische Regierung endaültig und klar unterrichtet zu werden wünscht welchen Standpunkt die österreichisch=ungarische Regierung hinsichtlich der Führung des U-Bootkrieges einnimmt und ob in dem Falle der„Ancona“ und der„Persia“ die erteilte Zusicherung als abgeändert oder zurückgezogen anzusehen sei. Der sachliche Inhalt dieser Denkschrift wird vom österreichisch=ungarischen Ministerium des Außern einer eingehenden Präfung unterzogen und dann der Beantwortung zugeführt. Der Seekrieg. Kopenhagen, 19. Febr. Infolge der Einstellung der Dampferfohrten nach Amerika haben sich hier etwa 400 Amerikaner angesammelt, denen vorlästig die Aussicht auf Fortsetzung der Reise genommen ist. Do sich die Lage der meisten von ihnen täglich verschlimmert, so wollen die Amerikaner hier eine Versammlung abhalten, die eine Adresse an die hiesige amerikanische Gesandtschaft und an das dänische Ministerium des Außern annnehmen soll, worin um Unterstützung für Überwindung der Reiseschwierigkeiten ersucht wird.(Köln. Ztg. Versenkte Schiffe. Haag, 19. Febr. Bersenkt wurde der Dampfer „Worcestershire“ von der Bikby Steamshiv Company (7175 Tonnen), ferner der Dampfer„Baldes“ aus Livervool(2233 Tonnen). Von dem Dampfer„Valdes“ sind zwei Mann ertrunken, neun Mann werden vermißt. Christiania, 20. Fehr. Nach Blättermeldungen ist der norwegische Dampfer„Stralsund“(500 Tonnen auf der Reise von Island nach Italien von einem deutschen U=Boot versenlt worden. Die Besatzung ist von einem englischen Patrouillenboot ausgenommen und in Stornowan gelandet worden. Bis Mitte Jebruar hatten sich die Franzosen von Abschnitt zu Abschnitt bis nahezu auf Sturmentfernung an unsere Linien herangearbeitet. Nördlich Massiges waren sie in den Besitz der wichtigen Höhe 191 gekommen, die eine besonders gute Schußwirkung gegn die Höhen südlich Ripont und die Butte de Menil gestattete. Die Schlucht von Beausétour bot ebenfalls eine gedeckte Artillerieaufstellung und Gelegenheit zur Ansammlung der Sturmtruppen. Weiter westlich gewährten die Waldstücke und Talgründe bei den Dörfern Le Mesnil. Pertbes, Souain vorteilhafte Annäherungsmöglichkeiten gegen den deutschen Abschnitt Tahure—Navarin. Auf diesem Raum standen unserseits Teile des 8. Armeekorps und des 8. Reservekorps. Am 15. Februar begann ein Trommelfeuer in einer Stärke, wie es bisher noch niemals erlebt worden war. Während der nächsten Tage wurde gegen den Raum zwischen den Straßen von St. Ménehould nach Cernay und von Souain nach Somme=Py Armeekorps nach Armeekorps zum Sturm herangeführt, nicht weniger als sieben Armeekorps nach und nach abwechslungsweise angesetzt. So entstand ein erbittertes Ringen um die vordersten Gräben. Bald gelang es den Franzosen, hier und ort ein Grabenstück zu nehmen, bald gingen wir zum Gegenangriff vor und entrissen dem Feinde seinen bescheidenen Geländegewinn wieder. Die Lage war für uns zeitweise im höchsten Maße angespannt. Vom 25. Februar ab verstärkten die Franzosen ihre Stürme bei Tag und Nacht und warfen immer neue Massen in den Kampf, um die kleinen örtlichen Vorteile zu einem allgemeinen Durchstoß auszubeuten. Um den 1. März herum stand die Stellungsschlacht auf der Höhe der Hartnäckigkeit. Die rheinischen Trupen hielten sich mit bewundernswerter Zähigkeit. Wenn auch inzwischen die Kämpfe vor Verdun und namentlich an der Somme, vielleicht noch gespanntere Lagen gebracht haben, so war es für die damaligen Verhältnisse doch eine staunenswerte Leistung, mit geringen Kräften dem gewaltigen Druck standzuhalten. Unsere Heersleitung hatte in umsichtiger Weise für die Heranführung von Verstärkungen gesorgt. Schlesische und bayerische Truppen, zuletzt auch noch Teile des Gardekorps, insbesondere die verstärkte Brigade des Prinzen Eitel Fritz, griffen ein. Wer an jenem Kampfe teilgenommen hat, weiß, welche Ausdauer dazu gehörte, die zerschossenen Gräben und Unterstände zu behaupten und dem Feinde jeden erlangten Vorteil durch Gegenangriff zu entreißen. Die dritte Armee unter General von Einem hat hier Außerordentliches vollbracht und es vermocht, alle Anstrengungen einer feindlichen Übermacht siegreich zu brechen. Der Schützengrabennahkampf mit der blanken Wafse und der Handgranate trat in volle Tätigkeit, alle Truppenteile der verschiedensten deutschen Stämme wetteiferten miteinander, unsere Artillerie zeigte sich der feindlichen gewachsen. Am 10. März war die Angriffskraft des Feindes erlahmt. Die sieben französischen Armeekorps hatten es nicht vermocht, nennenswerte Geländevorteile zu behaupten. Die Möglichkeit eines Durchbruchs war vollständig vereitelt. nachdem die Franzosen auf einer Front von knapp 10 Kilometern nahezu 45000 Mann eingebüßt hatten. Joffre gab den Durchbruchsversuch auf. Die Deutschen gingen als unbestrittene Sieger aus diesen Kämpfen hervor. Nachdem Ruhe eingetreten war, wurden die zerschossenen Stellungen wiederhergestellt und im Laufe des Sommers so ausgebaut, daß sie dem zweiten großen Durchbruchsversuch in der Champaane Ende September 1915 vollauf gewachsen waren. So bildet die Winterschlacht in der Champagne heute noch ein wichtiges und würdiges Glied im Ringen um unsere Westfront. Damals wurde die Mauer gehalten, die sich nicht nur aus Erde, Feuer und Stahl zusammensetzte, sondern von wahrhaften Männern verteidigt wurde. Das Wort„Die Franzosen kommen nicht durch“ wurde geprägt und ist bis auf diese Stunde in der Champagne und auf allen anderen Stellen der Westfront gehalten worden. Oberst Immanuel. Deutsches Reich. ( Zur Lohnbewegung in der Konfektion und Maßschneiderei. Durch Verhandlungen zwischen den Arbeitgeberund Arbeitnehmerverbande in der Maßschneiderei und in der Konfektion ist über die Lohnfrage eine Einigung erzielt. Mit dem Einsetzen der allgemeinen Teuerung während des Krieges, ersuchten die Gehülfenverbände (christliche, freie und Hirsch=Dunkersche Richtung) die Arbeitgeber um Bewilligung von Teuerungszulagen, welche jedoch nur teilweise bewilligt wurden. Die immer weiter steigende Teuerung aller Lebensbedürfnisse veranlaßte die Gehülfen, durch ihre Verbandsleitungen nunmehr die Kündigung aller Tarifverträge vorzunehmen, um dadurch die Bahn für Lohnzulagen frei zu bekommen. Für die Konfektion fanden Verhandlungen am 12. und 13. Februar in Berlin statt: dort wurde eine Lohnzulage von rund 35 Prozent vereinbart. Die Verhandlungen für die Maßschneiderei fanden vom 16.—18. Februar in Nürnberg unter dem Vorsitz eines unparteiischen Kollegiums statt. Man einigte sich auf eine Zulage von rund 25 Prozent auf den Verdienst. Außerdem werden zunächst die Studenlöhne unter 50 Pfg. um 1—5 Pfg. erhöht. Die Zulagen sind einschließlich der gesetzlichen Streckungszuschläge als feste Tariflöhne zu verstehen; sie bleiben bei Wegsall der Streckungszuschläge unverändert. Eine Stittung des Geueralobersten d. Woursch. Berlin, 17. Febr. Wie dem„Berliner Tageblatt“ gemeldet wird, hat Generaloberst v. Woyrsch aus Anlaß seines 50jährigen Militärdienstiubiläums eine Kapital=Stiftung von 25000 Mk. errichtet, die den Namen Landwehrtorps Woorsch Tarnowka-Stiftung führt und zur Unterstützung von Offizieren und Mannschaften bestimmt ist, die in der Schlacht bei Tarnowka als Zugehörige des Landwehrkorps gekämpft haben. Der Stiftung hat der Generaloberst auch den Gesamtbetrag der Woorsch=Spende die anläßlich seines Geburtstages ins Leben gerufen wurde, hinzugesstat. Der Staatskommissar für Volksernährung. Zum Leiter der neu errichteten preußischen Landeszentrale für Volksernährung ist, wie gestern amtlich bekannt gegeben wurde. Unterstaatssekretär Michaelis ausersehen. Dr. Geora Michaelis steht im 60. Lebensjahre. Er ist in Haynau geboren und 1879 in den Staatsdienst eingetreten. Nachdem er kurze Zeit als Gerichtsassessor tätig gewesen war. ging er 1885 als Dozent an die Schule deutscher Rechts= und Staatswissenschaften nach Tokio. 1889 trat er in den Staatsdienst zurück. Nach kurzer Tätigkeit als Staatsanwalt in Schneidemühl trat er 1892 in die allgemeine Staatsverwaltung über und war nacheinander als Regierungsrat in Trier und Arnsbera tätig. 1900 wurde er Stellvertreter des Regierungspräsidenten in Liegnitz und kam zwei Jahre später als Oberpräsidialret nach Breslau. Von dier wurde er als Nachfolger v. Dombois'. der Präsident der Seehandlung wurde, als Unterstaatssekretär in das Finanzministerium berufen. Während des Krieges hat er die Leitung des Direktoriums der Reichsgetreidestelle inne. Von dem neuen Staatskommissar für Volksernährung darf, wie der„Vorwärts“ meint, nicht das Heil der Welt erwartet werden. Wer seine Hoffnungen überspannt, tut dem neuen Manne keinen Gefallen. e. Zum Wiederzusammentritt des Reichstages. Aus Berlin wird uns vom 18. Febr. geschrieben: Am Dienstaa versammelt sich wieder der Ausschuß des Reichstages für den Vaterländischen Hilfsdienst und am Mittwoch ewird der Hauptausschuß wieder zusammentreten, um zunächst weitere Mitteilungen über die auswärtige Lage infolge des ungehemmten U-Bootkrieges entgegenzunehmen und sich darüber zu unterhalten. Der Reichskanzler wird in der glücklichen Lage sein, zu berichten, daß die militärische und diplomatische Laae für uns günstig ist und uns keine Enttäuschungen gebracht hat. Man wird dabei auch Vereinbarungen treffen über die Behandlung aller dieser Fragen in den Vollsitzungen des Reichstages, was keine Schwierigkeiten bieten wird, da der Reichstaa lbis auf die kleine sozialdemokratische Arbeitsgemeinschaft) geschlossen hinter der Regiexung stebt. Alsdann werden die Steuerfragen aufs Tapet kommen. In der Presse ist hier und da bereits bemängelt worden, daß die Steuervorlagen keinen organischen Plan darstellen, allein während der Kriegszeit läßt sich ein einheitlicher Finanzplan nicht aufstellen, jetzt kommt es nur darauf an. schnell und reichlich fließende Steuerquellen zu eröffnen, einerlei welcher Art sie sind. Auch dieser Einsicht wird sich der Reichstag nicht verschließen. In der Friedenszeit wird erst eine durchgreifende Finanzreform sich ermöglichen lassen. Übrigens haben England, Frankreich und Italien bereits mehr Kriegssteuern aufgebracht, als dem Reichstag zugemutet worden sind und werden. Darüber wird eine Denkschrift Aufschluß geben. Mit dem Bundesrat ist eine vollständige Einigkeit erzielt worden, auch über die am mei sten strittigen Verkehrssteuern. Die Angabe in der Presse daß mit einer Verteuerung der Kohle um 2—3 Mark für di Tonne zu rechnen sei, bestätigt sich, der Zentner Kohle würd also nur um 10—15 Pfa. teurer zu stehen kommen. Bei einet jährlichen Kohlenförderung von etwa 300 Millionen T.uner würden also 600 Millionen Mark herauskommen. Von son stigen großen Vorlagen ist bis jetzt nur die zur Vereinfachunder Rechtspflege angekündigt, die aber den Bundesrat noch nicht passiert hat. Der Krieg im Westen. Von der Westfront, 20. Febr.(WTB.) Bei den Kämp. fen im Anere=Abschnitt am Samstag haben die Engländer nach starker Artillerievorbereitung drei verschieden Divisionen in Kilometerbreite zum Angriffe eingesetzt. Das Gehöft Moulin=ruiné nördlich der Ancre und die anschließenden Gräben waren der Schauplatz besonders erbitterter, den ganzen Tag hin= und berwogender Kämpfe, in deren Verlauf wir diesen Teil unserer Stellungen den Engländern überließen. Am Sonntag herrschte trübe Witterung. die von uns zu zahlreichen geglückten kleinen Unternehmungen und Handstreichen ausgenutzt wurde, während feindliche Patrouillen keine Erfolge zu erringen vermochten. In der Nacht vom 17. zum 18. Februar war es in dem belaischen Teile unserer Stellungen besonders lebhaft. Drei feindliche Versuche in der Gegend von Yvern, in unsere Gräben einzudringen, scheiterten in unserm Feuer. an einer Stelle im Nahkampf, unter erheblichen Verlusten für den Feind. Gegen 4 Uhr vormittags setzte starkes Feuer gegen einen größeren Stellungsabschnitt südlich der Bahn Langemarck—Yvern ein. Nach Demonstration an einer anderen Stelle ging der Feind hier vor und wurde, ebenso wie auf den drei oben erwähnten Vorstößen, teils vor. teils in unseren Gräben abgewiesen. Er ließ Gefangene in unserer Hand. Am Abend des 17. Fehr. hatte eine andere deutsche Unternehmung nördlich von Wytschaete und nördlich das Kanals Comines—Ypern Erfolg Die Nacht von Sonntag zu Montag verlief im allgemeinen ruhig. Zwischen Ancre und Somme und nördlich der Anere wurden feindliche Patrouillen abgewiesen. Die amtlichen Berichte der Feinde. Französischer Heeresbericht vom 18. Februar, nachmittags: Im Verlaufe der Nacht Vatrouillengefechte an verschiedenen Punkten der Front, besonders in den Abschnitter von Provon. Les Chambrettes und nordwestlich von Badon villers. Im Priesterwalde drang eine unserer Abteilunger in die feindlichen Schützengräben ein und zerstörte gegnerisch Werke und Unterstände. Von der übrigen Front ist nichts gemeldet.— Abends: Außer ziemlich heftigem Artillerie. kampf. auf beiden Ufern der Maas, in der Gegend von Bezonvaux und Höhe 304 kein wichtiges Ereignis im Laufe des Tages. Letzte Nacht brach ein gegen unsere Gräben nördlick von St. Mihiel gerichteter feindlicher Handstreich unter unse rem Feuer zusammen. Belgischer Bericht: Patrouillentätigkeit im Laufe der Nacht in der Nähe des Fährhauses. Heute früh ziemlich heftiger Bomben= und Artilleriekampf mit Unterbrechungen. Englischer Bericht vom 18. Februar: Die gestern von uns bei der Unternehmung an der Ancre gemachten Gefangenen zählen jetzt 12 Offiziere und 761 Mann. Außerdem erbeuteten wir eine Anzahl Maschinengewehre und Graben. mörser. Heute früh griffen starke feindliche Kräfte unsere neuen Stellungen am Vorsprung über den Hof von Bailles: court an. Die Infanterie ging in drei Wellen vor, dahinter kamen Truppenkörver zur Unterstützung. Sie gerieten in konzentrisches Feuer unserer Artillerie und wurden mit schweren Verlusten zurückgetrieben. Unsere Linien wurder nirgends erreicht. Wir erlitten keine Verluste. Wir drangen während der Nacht in deutsche Stellungen südwestlich und nordwestlich von Arras, südlich'von Bauquissart und nördlich von Yvern ein. Wir brachten dem Feinde viele Verluste bei, sprengten ein Maschinengewehr in die Luft und brachten 19 Gefangene zurück. Feindliche Stoßtrupps wurden nachts küdlich von Yvern abgewiesen. Wir machten Gefangene und brachten dem Feinde Verluste bei. Im Verlaufe des Tages herrschte beiderseits beträchtliche Artillerietätigkeit in der Umgegend von Bouchavesnes, in der Ancre=Gegend und im Yvern=Abschnitt. Englischer Heeresbericht aus Mesovotamien vom 17. Febr. Die Angriffsbeweaung gegen die Türken auf dem rechten Ufer des Tiaris im Tahra=Knie wurde am 15. Februar der aufgenommen. Zuerst wurde ein strategisch wichtiger Punkt unmittelbar vor dem rechten Flügel des Feindes genommen. Auf diesen Erfola folgte ein Angriff auf seinen rechten Flügel und seine Mitte mit dem Ergebnis, daß unser Ziel auf einer Breite von 700 Yards erreicht wurde. Diese Gewinne wurden später im Handaranatenkampf in einer Tiefe von 500 Yards und in einer Frontbreite von 1000 Pards erweitert. Schwächliche türkische Gegenangriffe wurden leicht abgeschlagen. Einige Stunden später wurde ein Angriff gegen den linken Flügel und die Mitte des Feindes vorgetrieben. Dieses Ziel wurde auf einer Front von 830 Pards gesichert. Das ganze Dahra=Knie wurde somit gesäubert, bis auf kleine feindliche Abteilungen, die einige Punkte am Flußufer hielten. Inzwischen machte Kavallerie, die auf unserem linken Flügel südlich und westlich vom Shumran=Bogen operierte, dort aute Fortschritte. Während der Nacht vom 15. zum 16. Februar wurde der Feind von den kleinen Stellen, die er noch am Flußufer hielt, vertrie ben und mit Morgengrauen des 16. 2. war das ganze Gelände im Tahra=Knie in unseren Händen. Die Zahl der am 15. Februar und in der folgenden Nacht eingebrachten Ge 11— der deutschsprachigen Presse e.V. Nnuehen Besucn tin ua: Se Wiscert, Varauter zwei Realments- und Bataillonskommandeure und 1906 Mann. Die Beute beträgt 5 Maschinengewebre, 2500 Gewehre, große Mengen von Munition und Ausrüstungsgegenständen, mehrere Pontons, auf denen die Türken über den Fluß zu kommen versuchten, wurden durch unsere Artillerie versenkt. Es liegt auf der Hand, daß viel Material vernichtet wurde, sowohl durch unsere Beschießung. als auch durch die Türken selbst. Am 16. Februar wurde trotz des ungünstigen Wetters ein weiterer Fortschritt von 1200 Yards südlich von Shumran=Knei sgemacht. Unsere vorgeschobenen Truppen halten jetzt die Südwestecke dieses Knies. Russischer Heeresbericht vom 18. Jebr. An der Westisront machten nach starker Artillerievorbereitung die Deutschen in Stärke von einer bis anderthalb Kompaanien einen Angriff auf einen Abschnitt unserer Stelkung östlich des Fleckens Kichara. südwestlich von Dünabura. Einem Teil der Deutschen gelang es. beim Angriff in unseren vorderen Graben einzudringen, aber er wurde sofort unter Mitwirkung einer Reserveabteilung wieder daraus vertrieben.— Rumänische Front: Unsere Truppen bemächtiaten sich durch einen überraschenden Anariff ohne Kampf eines außerordentlich stark befestigten feindlichen Stützpunktes auf einer Höhe 15 Werst südwestlich des Dorfes Okna. Gegenangriffe wurden von uns abgewiesen. Wir machten Gefangene.— Kaukasusfront: Der Schneefall hält an. Italienischer Heeresbericht vom 18. Febr. Die Tätigkeit unserer Erkundungsabteitungen führte zu kleinen Gefechten am Col. Puanto(Adamello). bei Forsellina Montozzo (Boite) und dem Wippachtal. Der Gegner wurde zurückgeschlagen und ließ einige Gefangene in unseren Händen zurück. Im Hochaebiet und auf dem Karst war die Artillerietätigkeit stärker. Wirtschaftsleben und Lebensmittelversorgung. 9 Der Verkehr mit Bruteiern ist für Gänseeier vom 20. Januar, für andere Eier vom 10. Februar an bis 30. Juni unter' folgenden Bedingungen gestattet. Die Versendung darf nur von Geflügelhaltern unmittelbar an Geflügelhalter erfolgen. Es dürfen nur die Eier des dem Versender gehörigen Geflügels versendet werden. Wer Hühnereier zu Brutzwecken verkauft, hat hierüber Aufzeichnungen##u führen, aus desien hervorgeht: Name und Wohnort des Käufers, Stückzahl und Art der Bruteier, Taa des Versandes. Die Aufzeichnungen sind dem Kommunalverband auf Erfordern vorulegen. Eier, die als Bruteier gekauft sind, dürfen nur zur Brut verwendet werden. Die Bruteiersendungen müssen die deutliche Kennzeichnung als Bruteier erhalten. Zuwiderhandlungen gegen die Vorschriften der Ziffer I fallen unter die Strafbestimmungen der Verodnung über Eier vom 12. August. 1916. * Höchstpreise für Spinnpapier und Papiergarne. Mit dem heutigen 20. Februar 1917 ist eine Bekanntmachung in Kraft getreten, durch welche Höchstvreise für Spinnvavier aller Art. sowie für einsache, gezwirnte oder geschnürte, Paviergarne, welche mit anderen Faserstoffen, nicht vermischt sind, eingeführt werden. Die im einzelnen festgesetzten Höchitpreise ergeben sich aus den beiden der Bekanntmachung angefügten Preistafeln. Der Wortlaut der Bekanntmachung. die verschiedene Einzelbestimmungen enthält, ist bei den Polize Verwaltungen einzusehen: Das Eiserne Kreuz “ arster Klasse wurde verliehen:## 1. Bay. Res.=PionierVerdienstordens. mit Brüning, Ferdinand, Sohn des San.=Rats Dr. Brüning in Stadtlohn, Leutnant der Kompagnie, Inhaber des Bayerischen Schwertern. Das Eiserne Kreuz wurde verliehen Haas Bruno, stud. phil., Vizewachtmeister beim Feldart.=Regt. Nr. 22. Sohn des Bahnmeisters Karl Haas; Brede. Hans, Gefreiter, im Feldart.=Regt. 272, Sohn des Schuhmachermeisters H. Brede(Buddenstr. 29): Wille, Christoph. Mustetier im Ins.=Regt. Nr. 369, Sohn des Herrn Adolf Wille(Schillerstr. 74). Münster. Schulze, Konrad, aus Warendorf. Kamp, Joseph. Musketier, auf dem östlichen Kriegsschauplatz, aus Coesfeld. Aldrup. Aug., bei der M.=G.=K. Inf.=Regt. Nr. 13, aus Kattenvenne. Suhre, Wilhelm, Reservist, aus Ofterberge bei Velpe. Grenadier, aus Velve. Gefreiter, aus Schafbera bei IbbenManeke, Heinr., Althoff. Heinr., büren. Dahmen, Fritz, men zu Rünthe. Landsturmmann. Sohn der Witwe DahVor kurzem erhielt der jüngere Sohn, Konrad, das Bayerische Verdienstkreuz mit Schwertern. Die Koburger Verdienstmedaille in Silber mit Schwertern: Jeiler, Ernst, gebürtig aus Koburg, Polstermeister, seit 13 Jahren bei der Firma F. C. Münch Nachf. Heinr. Odendahl in Münster tätig, Inhaber der Chinadenkmünze und des Eisernen Kreuzes, an der Somme schwer verwundet, zurzeit im hiesigen Kiefernlazarett zu Münster. Aus der Stadt. Rünster, 20. Februar. S. Ingendliche Personen. Die Bekanntmachung des kommandierenden Generals vom 13. 12. 1915 betr. Verhütung weiterer Verwahrlosung der Jugend und die dazu erlassene Bekanntmachung der Ortspolizeibehörde vom 12. Januar 1916, wonach das ziellose Auf= und Abgehen und der zwecklose Aufenthalt Jugendlicher auf dem Prinzipalmarkt. der Rothenburg, dem Michaelisplatz und in dessen Verlängerung dem. Domplatz bis zur Universität, dem Drubbel, der Bogenstraße und der Salzstraße vom Beginn der Dunkelheit ab verboten ist, wird auf Veranlassung der Polizeibehörde hierdurch erneut in Erinnerung gebracht. Nach der Bekanntmachung ist ferner verboten: Das Rauchen Jugendlicher in der öffentlichkeit, das Verweilen Jugendlicher in städtischen Kaffeehäusern, Konditoreien oder ähnlichen Erfrischungsräumen, außer im Beisein der Eltern oder Aufsichtspersonen, das Verweilen in Lichtspieltheatern, Spezialitätentheatern und solchen Wirtschaften, in denen Singspiele, Gesaugs=, deklamatorische Vorträge stattfinden. Unter Jugendliche im Sinne der Verordnung sind Personen beiderlei Geschlechts unter 17 Jahren zu verstehen. Die Polizeibehörde richtet ferner erneut an Eltern und Erzieher die dringende Pitte, im Interesse der Grziehung der Jugend und zur Verhutung der Verwahrlosung derselben nachdrücklichst an der strengen Durchführung des Verbots mitzuwirken. Sie läßt gleichzeitig darauf hinweisen, daß die Polizeibeamten mit scharfer Kontrolle beauftragt und angewiesen sind, Zuwiderhandlungen unnachsichtlich zur Anzeige zu bringen. c' Das Kaiser=Panorama(Aaidiistraße 5) überrascht diese Woche seine Besucher mit höchst interessanten Bildern aus dem Halbmond=Lager in Wunstorf. das eine wahre Musterkarte von indischen und namentlich muhammedanischen Stämmen aufweist— Araver und Tunesier. Algerier und Maroktaner. Spahis und Berber, Tolbas und Siths. Beduinen und Turkos, Kabylen und Inder, die sich sämtlich in das Barackenleben gefunden zu haben scheinen. Besonders dürsten fesseln die Bilder eines muhammedanischen Begräbnises, eines betenden indischen Priesters und der Moschee mit den Betenden im Hof sowie im Innern. Aus den Provinzen. ∆ Hörstel, 19. Febr.(Ein schweres Unglück) ereignete sich in der vorletzten Nacht auf der Strecke RheinLöhne in der Nähe der hiesigen Station. Ein junger Mann geriet unter den Zug und wurde von diesem eine Strecke weit mit fortgeschleift. Kopf und beide Füße wurden dem Bedauernswerten vom Rumpfe getrennt. X Ahlde, 17. Febr.[Wieder eingefangen.) Dem Wachtposten B. Kresser aus Ahlde gelang es, drei Engländer, die aus dem Gefangenenlager Listrup entwichen waren, festzunehmen. Die Flüchtlinge hatten bereits die zugefror#### Ems passiert, als sie von einem hiesigen Landwirt beobachtet wurden. Der benachrichtigte Wachtposten folgte den Fußspuren, nahm die drei Ausreißer zwischen Ahlde und Salzbergen fest und führte sie dem Gefangenenlager wieder zu. 12 Bielefeld, 18. Febr.(Ein städtisches Schiedsamt.] Die Stadt bat vor über Jahresfrist ein Sühneverfahren zur Schlichtung von Privatbeleidigungsklagen eingerichtet, das diese Streitigkeiten den Gerichten entziehen soll. Die überaus günstigen Resultate, welche diese Einrichtung trotz mancher sich ihr entgegenstellende Schwierigkeiten gezeitigt hat, haben den Magistrat jetzt ermutigt, einen Schritt weiter zu gehen. Er hat nämlich beschlossen, ein städtisches Schiedsgericht für bürgerliche Rechtsstreitigkeiten zu errichten, das, aus 3 Mitgliedern aus dem Bürgerstande bestehend, bestimmt ist, die vielerlei aus dem täglichen Leben entstehenden kleinen Rechtsstreitigkeiten im Wege des schiedsgerichtlichen Verfahrens zu schlichten. Wenn man bedenkt, welche Unsummen von Zeit und Geld, die zu dem Objekt meistens in gar keinem Verhältnis stehen, mit dem gerichtlichen Austragen dieser Bagatell=Streitigkeiten verloren geht und wieviel Arger und Verdruß solche Prozesse den Parteien bereiten, wird man diesen neuen Schritt des Magistrats, der noch dazu geeignet sein dürfte, eine nicht unwesentliche Entlastung des Gerichts herbeizufügen, nur freudigst begrüßen. &a Cleve, 19. Febr.[Die Sprache durch Hypnose zurückerhalten.] In den vollen Besitz seiner Sprache gelangte der Jäger Wilhelm Lommen aus Calcar wieder. Er hatte am 2. Dezember infolge Einschlagens einer Granate vollständig die Sprache verloren und trotz aller Bemühungen der Arzte nicht wiedererhalten. Nach achttägiger Behandlung ist es dem hiesigen Arzt, Sanitätsrat Dr. Bergmann, gelungen, den Soldaten durch Hypnose von seiner Stummheit zu heilen. Vermischtes. Kohlengasvergiftung. Guben, 19. Febr. Durch Einamtmen von Kohlengasen, die sich beim Auftauen einer gefrorenen Wasserleitung entwickelten, erstickten die Frau und die 11jährige Tochter des Architekten Kaise in ihrer Wohnung. .* Grubenbrand. Morgenroth(Oberschlesien). 19. veor. Auf der Paulus=Koblengrube der Gräflich Schaffgotschen Verwaltung sind bei einem Grubenbrand zwei Steiger und zwei Bergleute umgekommen. * Das Rattenfängerhaus in Hameln ist vor einigen Tagen von der Stadt Hameln unter Beihilfe des Staates und der Provinz Hannover angekauft worden. Die Kaufverhandlunschon seit Jahren und sind jetzt zum glücklichen Abschluß gekommen. Das Rattenfängerbaus ist eins der bedeutendsten Bauwerke niederdeutscher Renaissance an der Therncke:. Hauptredakteur Rudalf Strietholt.— Es verantworten: den redaktionellen Teil Paul Koene, die Reklamen und Inserate Anton Busch, alle in Munster.— Druck und Verlag der Aschendorfischen Buchhandlung in Münster. Verdingung der Lieferung von Werkstattsmaterialien für die Königlichen Eisenbahndiriktionen in Altona Cassel, Erfurt, Hannover und Münster i. W. für das Etats: fahr 1917, und zwar: A. 45.000 kg Drahtstifte, eiserne, 45000 kg Eisendraht, 11000 kg Halfterund Drahtketten, 189000 kg Kesselniete, 1820 Mille Blechniete. 2700 Mille Holzschrauben, eiserne, 18700 Stisck Schlüsselschrauben, 1900 kg Stahlblech, 5000 kg Stahldraht, 3900 Mille Splinte, 23 Mille Esenschrauben, 23550 Stück Gardinenringen, 1300 am Drahtgeflecht, 500000 Stück Unterlagsscheiben, 200 qm Drahtgewehe, 14000 Stück Osen zu Wagendecken, 11000 Stück Knopfnägel und 5400 Tafeln Schwarz= blech: 8. 345000 kg geschlossenen Achslagerkasten und einzelnen Oderteilen aus Eiseuguß, 118000 ke Unterteilen zu Achslagerkasten aus Flußeisenguß und 2460 Stück geschlossenen Achskagerkasten aus Flußeisenguß; C. 128000 Stück Stahlgußdremsklötzen, 286000 kg Federstahl und 13000 kg Achshalterstahl. Eröffnung der Angebote am 7. März 1917, zu A vormit. tags 11 Uhr, S 11½ Uhr, G 11¼ Uhr. Verdingungsunterlagen gibt unser Zentralburean gegen K 1 M., E 2 M. C 1 M. 10 Pfg. bor im Zimner 292 ab. Zuschlagsfrist bis 22. März 1917. Hannover, d. 13. Febr. 1917. Königl. Eisenbahndirektion. Donnerstag, den 1, März, 2½ Uhr, sollen beim Herrn Gutsbesitzer Th. Woestmann, Kspl. Rinkerode: 80 Eschen bis zu 30 Ztm. Mittendurchm., zu Stielholz, 21 Klaster Buchenbrennholz und 30 Kolfter Birkenbrennhol; im freiw. Auftrage meistbietend verkauft werden. Harling, Hiltrup (Gottfr. Halberstadt). Verkaufs=Anzeige. Montag, den 26. Febr. 1917, nachmittags 3 Uhr, werde ich in den Forsten des Hauses Kremer=Pröbsting zu Berenbrock bei Lüdinghausen meistbietend gegen Kredit verkaufen: 216 Stück Fichten zu leichtem Baubolz, Leiter= u. Erntebäumen geeiguiet, serner in der Nähe des Hofes: eine Partie Abbruchs=Material, als: Sparren, Latten, Ständer und Dachziegel. Anfang ist beim Hose. Albert Richter. Lüdinghausen, Mühlenstr. 301. Brennholz=Verkauf. 60 Klafter Buchenbrennhol; meistbietend gege:: Kredit freiwillig verlaufen. Albert Richter. Lüdinghausen, Muhlenstr. 301. Mittwoch, den 21. Februar, Aschermittwoch, morg. 11 Uhr anfangend, sollen Dülmenerstr. Coesfeld weg. völliger Aufgabe des Geschäfts und Haushaltes 2 zugseste Pferde, 1 braune Stute, 12 Jahre, 1 wundervoller Pony, 5 J. 3 schöne Wagen, 1 Jagdwag. und 2 Milchwagen, serner alle Möbel u. Haushaltungsgngenband: öffentlich meistbietend verkauft werden Rlesander Schöning. Auktionater, Cossfeld. Kl. Landsitz. Landhaus m. Stallg. u. Gemüsegarten, ev. a. etw. Land in d. näh. od. weit. Umgebung Münsters„zu pachten gesucht. Off. u. 2 K 1068 an die Gesch. Eine gutgeh. Wirtschaft zu pachten oder zu kaufen g: sucht. Offerten u. E E 1050 an die Geschäftsstelle ds. Bl. Landhaus in nächster Nähe Münsters mit Bäckerei und Kafferwirtschaft zu verkaufen. Offert. unter A A 1046 an die Gesch. d. Bl. Schreibmaschine. guterhalten, zu kaufen gesucht. Off. u. E C 1048 g. d. G. Gebr. Wirtschaftsbüsett mit Theke zu kaufen gesucht. Offerten unter I A 1045 an die Geschäftsstelle ds. 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Für die vielen Beweise inniger Teilnahme, anläßlich des Todes meiner lieben Tochter, unserer unvergeßlichen Schwester, sprechen wir allen unsern tiefgefühlten Dank aus. Schwinhorst u. Kinder Albersdlachen. Ssan Gott dem Allmächtigen hat es in seinem unerforschlichen Ratschlusse gefallen, gestern abend 10 Uhr meinen lieben, treusorgenden Mann, unsern guten Vater, Schwiegervater, Großvater, Schwager und Onkel, den Invaliden Joseph Kleine nach 2tägiger Krankheit, versehen mit den Tröstungen der hl. Kirche, im Alter von 64 Jahren, zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Die Seele des lieben Verstorbenen wird der christlichen Fürbitte empfohlen. Münster, Mettmann, Castrop, 19. Februar 1917. die trauernden Angehörigen. Die Veerdigung findet statt am Donnerstag, morgens 8 Uhr vom Sterbehause, Kurzestraße 12, aus. das feierliche Seelenamt gleich darauf in der St. Josephs=Pfarrkirche, Hammerstraße. Den Heldentod fürs Vaterland starb in einem Reservelazarett..... unser dritter, lieber, unvergeßlicher Sohn, Bruder, Neffe und Vetter, der Pionier 6.„unnes Willene im nahezu vollendeten 20. Lebensjahre. Gebet für den lieben VerDie trauernde Famikie. Münster i. W., Sisteron(Frankreich) u. Dülmen, den 19. Februar 1917. Die„Beerdigung findet statt Mittwoch, den 21. Froruar 1917, nachmittags 3½ Uhr vom Elternhause Steinfurterstraße 24 aus, das Seelenamt am selben Tage morgens 8½ Uhr in der Liebfrauenkirche. Wos men gellebt Kleibt enig unvergessen. Am 10. Februar starb bei einem feindlichen Feuerüberfall den Heldentod für Kaiser und Reich mein innigstgeliebter, unvergeßlicher Mann, treusorgender Vater meiner 2 Kinder, unser lieber Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel zlautertehniber „„ Tinte Unteroffizier im Ins.=Regiment 57, 6. Kompagnie Inhaber des Eisernen Kreuzes U. Klasse im blühenden Alter von 30 Jahren. In tiefer Trauer: Familie Stute. Münster i. W., Geldern, westlicher Kriegsschauplatz, Osnabrück, Hamm, den 19. Fedr. 1917. Das feierliche Seelenamt ist Donnerstag, den Wonrig. Uhr vormitags in der Pfarrklache 4